Für die:den Abgeordnete:n haben wir 6880 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du die offizielle Personenseite (Link).
Gesetzgebungsperiode 23
Sitzung Nr. 4
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Westenthaler!
†Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek|: Frau Kollegin, eine Sekunde, bleiben Sie noch kurz da! Nachfrage: Haben Sie Westenthaler oder Bestenthaler gesagt? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Westenthaler!) – Westenthaler. Ganz normal. Danke sehr. (Zwischenrufe.)
Sitzung Nr. 53
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Abgeordnete Beate Schasching (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Liebe Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein, wir haben heute beim ersten Tagesordnungspunkt ein sehr, sehr wichtiges Gesetz beschlossen, in dem es um die 24-Stunden-Pflege gegangen ist. Das war eine ausgesprochen heftig diskutierte Materie, kompliziert aufgrund der verschiedenen Kompetenzen. Ich meine, dass wir nicht zur Verwirrung der Bevölkerung beitragen sollten, indem auch die wichtigen Punkte, die wir jetzt hier besprechen, in einem – unter Anführungszeichen – „Kraut und Rüben“-Tagesordnungspunkt diskutiert werden. Mit Verlaub, das haben sich die Zahnärzte und Hebammen nicht verdient, dass man ihnen hier zu wenig Aufmerksamkeit schenkt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Sitzung Nr. 59
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Meine Damen und Herren! Letzten Endes muss auch bei der Medikamentenversorgung der Mensch im Mittelpunkt stehen. In jedem Fall muss der Weg zwischen der ärztlichen Behandlung und der Arzneimittelversorgung ein möglichst kurzer und wohnortnaher sein, und im ländlichen Raum ist das durch ein fruchtbares Nebeneinander von Hausapotheken und öffentlichen Apotheken überwiegend ganz gut gewährleistet. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Sitzung Nr. 61
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
nicht bezahlt, wenn es keinen Kassenvertrag auf Psychotherapie gibt. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) – Nein, da ist einiges zu tun! Krankenanstalten müssen PsychologInnen und PsychotherapeutInnen anstellen, um Supervision für das dort tätige Personal und auch Hilfestellung für Patientinnen und Patienten anbieten zu können.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das auch noch!
Ich muss Ihnen nur eines sagen: Die Zahl von 3 187 000 € ist nicht richtig. LIVE ist in Wirklichkeit etwas teurer, weil es auch gut ist. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das auch noch!)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Dr. Grünewald.
Wir sollten alles tun, damit die Hospizbewegung besser abgesichert wird, vor allem finanziell, und dass nicht Menschen in ihren letzten Stunden noch Schwierigkeiten haben, zu dieser Hospizbetreuung zu kommen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Dr. Grünewald.)
Sitzung Nr. 67
Beifall beim BZÖ. – Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Neugebauer: Habt ihr das wissenschaftlich untersucht, die Anbandlerei?
Wir fordern daher eine Wahlfreiheit für Raucher und Nichtraucher. Es soll für jeden Bürger in Österreich auch in Zukunft diese Möglichkeit bestehen – und nicht so wie in anderen Ländern, wo die Scheidungsrate, wie sich in Italien gezeigt hat, wesentlich angestiegen ist, weil das „Anbandeln“ draußen vor dem Lokal natürlich viel einfacher geworden ist. (Beifall beim BZÖ. – Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Neugebauer: Habt ihr das wissenschaftlich untersucht, die Anbandlerei?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo?
Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten stehen für eine Politik von Ergebnissen, und daran arbeiten wir. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo?)
Sitzung Nr. 72
Beifall beim BZÖ. – Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Dr. Graf.
Daher: Wer neben Kritik auch konkrete Ansätze haben möchte, ist beim BZÖ, ist bei der Liste Jörg Haider gut aufgehoben, aber nicht bei jenen, die nur kritisieren, aber jedes Mal dann, wenn es darum geht, Verantwortung zu tragen, wieder umfallen. (Beifall beim BZÖ. – Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Dr. Graf.)
Gesetzgebungsperiode 24
Sitzung Nr. 10
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die Lampe leuchtet! Es ist schon die Zeit vorbei! Die Zeit ist um!
Ein Letztes: die Atom-Renaissance in der EU. – Ich fordere von der österreichischen Bundesregierung, dass sie endlich das tut, was sie Jahre hindurch nicht getan hat, nämlich dass sie sich mit den anderen zehn EU-Staaten verbündet, die noch keine Atomkraft haben und auch keine haben wollen, und dass sie endlich auch den Ausstieg aus Euratom vorantreibt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die Lampe leuchtet! Es ist schon die Zeit vorbei! Die Zeit ist um!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Vilimsky: Aber Blödsinn! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Woher wollen Sie das wissen?
Und schließlich noch ein Satz zum Schluss: Ich bin im Übrigen der Meinung, dass Sie, Herr Präsident Graf, der immer wieder am Rechtsextremismus anstreift, als Präsident dieses Hauses untragbar sind. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Vilimsky: Aber Blödsinn! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Woher wollen Sie das wissen?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie sollen es nicht „möchten“, Sie sollen es tun!
Abgeordneter Johann Rädler (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Kollege Widmann vom BZÖ – er ist jetzt nicht da. Ich würde ihm raten, den Entschließungsantrag der ÖVP durchzulesen, denn dort kann er sich orientieren, was Euratom betrifft. – Darin steht genau, dass wir den Schutzzweck ausbauen möchten, und dafür, glaube ich, tritt ja auch er ein. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie sollen es nicht „möchten“, Sie sollen es tun!)
Abg. Mag. Stefan: Ja, irrtümlich! – Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Nächster Punkt: Zum „TATblatt“. Meine Damen und Herren von der FPÖ, Sie wissen, dass das „TATblatt“ vom Bundeskanzleramt seinerzeit eine Presseförderung erhalten hat. Wissen Sie, welche politische Partei in diesem Haus der Presseförderung zugestimmt hat? – Die Freiheitliche Partei! (Abg. Mag. Stefan: Ja, irrtümlich! – Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Zwei Mal der Presseförderung für das „TATblatt“ zugestimmt (Abg. Strache: Bis wir draufgekommen sind, was das für ein Blatt ist!), wie den Protokollen des Bundeskanzleramtes zu entnehmen ist. (Abg. Strache: Bis wir draufgekommen sind, was das für ein extremistisches Blatt ist!)
Sitzung Nr. 11
Abg. Mag. Stefan: Es gibt keine Schenkungssteuer! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die haben wir schon abgeschafft!
Sie haben aber recht – damit komme ich zu Ihrer Begründung, und da ist auch Kollege Kurzmann nicht ganz auf dem aktuellen Stand –, wenn Sie anmerken, dass es natürlich zum Beispiel, wie Sie das in Ihrer Begründung ausgeführt haben, bei der Schenkungssteuer, im Mietrecht, im Erbrecht, in der Zivilprozessordnung Benachteiligungen gibt. (Abg. Mag. Stefan: Es gibt keine Schenkungssteuer! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die haben wir schon abgeschafft!) – Diese müssen aufgehoben werden und da muss eine Gleichstellung stattfinden.
Sitzung Nr. 14
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist leider die Wahrheit!
Abgeordnete Mag. Alev Korun (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Damen und Herren auch auf der Galerie und vor den Fernsehbildschirmen! Es wäre natürlich nicht die FPÖ, wenn sie nicht lauter Dinge zusammenhauen würde, wie zum Beispiel Kriminalität, Ausländer, Asylwerber, Moslems. (Abg. Scheibner: „Vermischen“ heißt das!) Das wird alles in einen Topf geschmissen – Herr Kollege, ich kann Deutsch, danke! –, und rauskommen soll dann das absolut Böse, das immer abzulehnen ist (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist leider die Wahrheit!), egal, ob das jetzt völlig undifferenziert Ausländer und Ausländerinnen sind, unter die – es wurde schon angemerkt – übrigens auch bundesdeutsche Staatsbürger und Staatsbürgerinnen und andere EU-Angehörige fallen, ob das Asylwerber, Asylwerberinnen sind, völlig ohne Differenzierung, ob die straffällig geworden sind oder nicht, ob das die 400 Muslime und Musliminnen sind, die in unserem Land leben (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: 400?), die mehrfach österreichische Staatsangehörige sind (Abg. Strache: 400? 400 000! Sie kennen sich bei Zahlen überhaupt
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: 400?
Abgeordnete Mag. Alev Korun (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Damen und Herren auch auf der Galerie und vor den Fernsehbildschirmen! Es wäre natürlich nicht die FPÖ, wenn sie nicht lauter Dinge zusammenhauen würde, wie zum Beispiel Kriminalität, Ausländer, Asylwerber, Moslems. (Abg. Scheibner: „Vermischen“ heißt das!) Das wird alles in einen Topf geschmissen – Herr Kollege, ich kann Deutsch, danke! –, und rauskommen soll dann das absolut Böse, das immer abzulehnen ist (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist leider die Wahrheit!), egal, ob das jetzt völlig undifferenziert Ausländer und Ausländerinnen sind, unter die – es wurde schon angemerkt – übrigens auch bundesdeutsche Staatsbürger und Staatsbürgerinnen und andere EU-Angehörige fallen, ob das Asylwerber, Asylwerberinnen sind, völlig ohne Differenzierung, ob die straffällig geworden sind oder nicht, ob das die 400 Muslime und Musliminnen sind, die in unserem Land leben (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: 400?), die mehrfach österreichische Staatsangehörige sind (Abg. Strache: 400? 400 000! Sie kennen sich bei Zahlen überhaupt
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie haben falsche Informationen! – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl.
Von Seiten der Oppositionsparteien ist für mich heute sehr klar herausgekommen, dass es beispielsweise bei den Freiheitlichen nur die Ansätze gibt, dass milde Gaben verteilt werden sollen, worum sich die Menschen, die keine dunkle Hautfarbe haben, anstellen gehen dürfen, um dann eine Auszahlung bekommen, und dass – natürlich – alle Ausländer aus unserem Land entfernt werden sollen, damit die Wirtschaft dann wieder florieren kann. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie haben falsche Informationen! – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Abg. Öllinger: Jetzt sind Sie aber schon tief im Kaffeesudlesen drinnen! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Bei den Grünen hatte ich das Gefühl, dass sie falsche Informationen haben, aber nach der Rede des Kollegen Öllinger von vorhin ist mir klar geworden, worum es ihm gegangen ist: Er will nicht, dass regional zwischen den zuständigen Sozialpartnern verhandelt wird, was für die Menschen in einer Region wesentlich und wichtig ist, sondern die Grünen wollen das in ein Gesetz hineinschreiben. Ich denke mir aber, vor Ort zu verhandeln, das bringt wesentlich bessere Leistungen, als sozusagen ein ganzes Land über einen Kamm zu scheren. (Abg. Öllinger: Jetzt sind Sie aber schon tief im Kaffeesudlesen drinnen! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Sitzung Nr. 17
Heiterkeit der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Vilimsky.
Als die Frau Bundesministerin vor Weihnachten den Gesetzentwurf in Begutachtung geschickt hat, wurden von den unterschiedlichsten Institutionen Vorschläge gemacht, und wir hatten gemeinsam in vielen Stunden mit vielen weit außerhalb unserer Regierungsfraktion angesiedelten Einrichtungen – ich denke da an die NGOs, an kirchliche Stellen und dergleichen mehr – versucht, hier eine Lösung zu erarbeiten, durch die wir eine rechtsstaatliche, aber auch eine menschliche Lösung, wie wir es glauben, auch ganz einfach umsetzen können. (Heiterkeit der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Vilimsky.) – Und weil Sie immer lachen: Sie brauchen sich bei niemandem zu bedanken. Vielleicht werden Sie von den Menschen auch einmal dementsprechend gesehen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der Dank! Jetzt geht’s los! – Gegenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Sitzung Nr. 23
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Ich sage immer: Der Wert eines Gesundheitswesens zeigt sich nicht darin, ob sich ein Hofrat oder ein Industrieller eine Behandlung leisten kann – in Wien sind doppelt so viele Fachärzte privat tätig wie mit Kassenvertrag –, sondern darin, dass eine ältere Frau mit niedrigem Bildungsstand und niedrigem Einkommen das bekommt, was sie will. Das muss unsere Leitschnur sein! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt!
Genauso wie im Asylbereich. Die Frau Innenministerin betont immer, Österreich sei zu attraktiv für Asylwerber. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt!) Wenn man als Innenministerin so denkt, dann muss man Maßnahmen ergreifen, damit andere Länder auch attraktiv werden für Asylwerber. (Abg. Weinzinger: Nein!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das war nicht die Antwort auf die Frage! – Abg. Strache: Sie sind doch bei den Eierwerfern dabei!
Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, um auch das hier klarzustellen: Herr Petzner, Ihr Kollege Petzner beziehungsweise Ihr Ex-Kollege Petzner sucht schon seit mehreren Wochen nach Gesprächen, die ich nicht einsehe, mit ihm führen zu müssen. Er kam im Buffet zu mir, hat mir auf die Schulter getippt – Kollegin Kuntzl war dabei – und hat gesagt: Auf eine Minute! Er hat dann ziemlich verzweifelt gefragt, warum wir uns dieser Diskussion stellen, dass wir damit der FPÖ helfen und dass das ein „Wahnsinn“ ist. Er und das BZÖ haben irgendwie Angst, im Wahlkampf zu wenig vorzukommen – was ja auch ein bisschen daran liegen könnte, dass sie wenig Inhalte haben. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das war nicht die Antwort auf die Frage! – Abg. Strache: Sie sind doch bei den Eierwerfern dabei!)
Abg. Vilimsky: Niemand hat geholfen! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Niemand hat geholfen! Das ist eine glatte Lüge!
Ich freue mich, dass Herr Abgeordneter Vilimsky jetzt wieder hier im Saal ist; er war ja derjenige, der am Rhein in Seenot geraten ist, in der Stadt der Heiligen Ursula, in Köln. Da wollte er landen, das ist ihm aber nicht gelungen – und da hat er sich gleich an das Außenministerium gewandt. Wir haben geholfen. (Abg. Vilimsky: Niemand hat geholfen! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Niemand hat geholfen! Das ist eine glatte Lüge!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Der „Falter“ ist keine objektive Zeitung!
Heute habe ich im „Falter“ gelesen, dass in der Steiermark bei einer Kundgebung der FPÖ mehrere Teilnehmer dieser Kundgebung, die von den Gegendemonstranten getrennt wurde, gesehen, photographiert, gefilmt wurden, wie sie ihre „Sieg Heil!“-Rufe darstellen! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Der „Falter“ ist keine objektive Zeitung!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist doch überhaupt nicht wahr!
Immer wieder – und speziell in den letzten Monaten – sorgten und sorgen rechtsradikale Aktionen für nationale und internationale Schlagzeilen. Der Überfall auf die KZ-Gedenkfeier in Ebensee und die Schmierereien an der Außenmauer der KZ-Gedenkstätte Mauthausen sowie die jüngsten Vorkommnisse anlässlich einer FPÖ-Veranstaltung in Graz sind nur die Spitze des Eisberges an rechtsradikalen Aktivitäten. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist doch überhaupt nicht wahr!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja auch! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordnete Dr. Sabine Oberhauser, MAS (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Eigentlich hat mich die Rede der Frau Dr. Belakowitsch-Jenewein nicht überrascht, denn es wäre ein Wunder gewesen, wenn es beim Budget vonseiten der FPÖ nicht geheißen hätte: Alles ist furchtbar, alles ist schlecht und grauslich, die e-cards werden missbraucht, und wir sind ... (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja auch! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ich weiß, in der neuen deutschen Sprechweise ist es e-card. (Die Rednerin spricht das Wort auf Deutsch aus.) Verzeihung! Ich sage noch immer e-card dazu. (Die Rednerin spricht das Wort auf Englisch aus.)
Sitzung Nr. 26
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie „glauben“, dass Sie es nicht wollen, Sie wissen es aber nicht!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Frau Bundesministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Das Sprachbild der Gewitterwolken und des blauen Himmels hat ja jetzt schon einige Rednerinnen und Redner zu weiteren Metaphern angeregt. Also, die blaue Bildungspolitik, die wollen wir, glaube ich, nicht (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie „glauben“, dass Sie es nicht wollen, Sie wissen es aber nicht!), denn Sie haben in den letzten Wochen und Monaten alles blockiert, was in irgendeiner Form ein Fortschritt in eine richtige Richtung gewesen wäre, und wollen eher zurück in autoritäre Prinzipien des 19. Jahrhunderts. – Das wollen wir nicht.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo steht das?
Zuerst im Entschließungsantrag die UN-Konvention für Kinderrechte zu zitieren, weiter unten dann aber ganz klar zu sagen, Migrantinnen und Migranten, die noch nicht die österreichische Staatsbürgerschaft haben, wollen wir medizinisch nicht versorgen ... (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo steht das?) „Aller Staatsbürger“ heißt es in Ihrem Antrag, daher meine Frage: Und was ist mit den anderen?!
in Richtung der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Ich glaube, der wesentliche Punkt einer Gesundheitsversorgung – vom Gesundheitsminister abwärts – ist, dass wir planerisch dafür Vorsorge treffen, dass im Falle X, den ein Gesunder gar nicht bestimmen kann, alle Ressourcen vorhanden sind, die Alzheimerversorgung stimmt, die Herzinfarktversorgung stimmt und so weiter. In diesem Sinn ist alles, was da gesagt wird, sehr wichtig, ist auch das, was die Kollegin von der FPÖ (in Richtung der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein) gesagt hat, wichtig.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Woher wissen Sie das?
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Martin Graf als Dritter Nationalratspräsident ist untragbar. (Abg. Weinzinger: Für Sie!) Diese Position hat eine Minderheit des Parlaments, eine Minderheit in diesem Haus bereits vor seiner Wahl vertreten, mittlerweile ist es mehr als eine Zweidrittelmehrheit des Nationalrates. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Woher wissen Sie das?)
Zwischenruf des Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Die ÖVP breitet mittlerweile noch den Schutzmantel über Martin Graf. (Zwischenruf des Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Sie haben sogar das Kunststück zustande gebracht, obwohl Sie sich vorwiegend immer gegen Anlassgesetzgebung aussprechen, ein Anlassgesetz vorzuschlagen, das den Anlass nicht einmal mehr berührt. Das ist schon ein besonderes Kunststück, Herr Kollege Kopf (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kopf: ... Anlassgesetz!): etwas vorzuschlagen, was sich zwar auf einen Anlassfall bezieht, das aber den Anlassfall mitnichten lösen kann, sondern ganz gezielt daran vorbeigeht.
Sitzung Nr. 27
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Der Wähler wird es euch danken!
Um ein Auseinanderfallen der Gesellschaft zu verhindern, werden wir uns wohl oder übel verstärkt dem Kampf gegen Diskriminierung und Ausgrenzung noch intensiver mit verschiedensten politischen und bewusstseinsbildenden Maßnahmen widmen müssen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Der Wähler wird es euch danken!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich sage es ihr!
Abgeordnete Sonja Ablinger (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Ministerinnen und Herr Minister! Lassen Sie mich zum Schluss auf einige Ausführungen hier eingehen – jetzt ist aber leider Frau Unterreiner nicht mehr da. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich sage es ihr!) Ich möchte darauf eingehen, weil das ja in mancher Hinsicht auch von anderen Rednern gekommen ist, dass festgehalten werden muss – noch einmal und vielleicht anhand von einigen Beispielen nachvollziehbar gemacht –: Frauen werden benachteiligt, weil sie Frauen sind, und da gibt es ganz klare ... (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... aber nicht!) – Dann erzähle ich es Ihnen, hören Sie einfach einmal zu: Warum ist es zum Beispiel so, dass überwiegend dort, wo Frauen arbeiten, die Löhne am geringsten sind, und überall dort, wo die meisten Männer arbeiten, die Löhne am höchsten sind? (Zwischenruf des Abg. Dolinschek.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... aber nicht!
Abgeordnete Sonja Ablinger (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Ministerinnen und Herr Minister! Lassen Sie mich zum Schluss auf einige Ausführungen hier eingehen – jetzt ist aber leider Frau Unterreiner nicht mehr da. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich sage es ihr!) Ich möchte darauf eingehen, weil das ja in mancher Hinsicht auch von anderen Rednern gekommen ist, dass festgehalten werden muss – noch einmal und vielleicht anhand von einigen Beispielen nachvollziehbar gemacht –: Frauen werden benachteiligt, weil sie Frauen sind, und da gibt es ganz klare ... (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... aber nicht!) – Dann erzähle ich es Ihnen, hören Sie einfach einmal zu: Warum ist es zum Beispiel so, dass überwiegend dort, wo Frauen arbeiten, die Löhne am geringsten sind, und überall dort, wo die meisten Männer arbeiten, die Löhne am höchsten sind? (Zwischenruf des Abg. Dolinschek.)
Sitzung Nr. 29
Ruf bei der FPÖ: Mit was? – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was soll denn das? – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Meine Damen und Herren, in den nächsten drei Tagen – einen halben Tag haben wir bereits mit einer Tagesordnungs-Debatte verplempert (Ruf bei der FPÖ: Mit was? – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was soll denn das? – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ) – stehen viele Punkte am Programm, die die österreichische Wirtschaft stärken, die die Arbeitsplätze sichern, die den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft in Österreich gerade in der Zeit der Wirtschaftskrise stärken.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das Fernsehen ist schon weg!
Daher bin ich heute enttäuscht, weil ich gerade die Argumente dieser Kollegen – und alle drei Kollegen wissen das – immer ernst genommen habe, immer wieder bestrebt war, ihre Zustimmung zu bekommen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das Fernsehen ist schon weg!) Wir haben auch heikle Dinge gemeinsam hier beschlossen; ich sage nur: Bankenpaket. Das war damals nicht einfach, aber wir haben es gemeinsam beschlossen. Gemeinsam tragen wir die Verantwortung.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist gut!
Ich darf mir abschließend noch eine Bemerkung zur Frage der Moral in der SPÖ erlauben. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist gut!) In diesem Hause ist 1 Prozent der Abgeordneten vorbestraft. Wenn ich in die Reihen der SPÖ schaue, finde ich dort keinen dieser Abgeordneten, die eine Vorstrafe haben. Und ich denke, das ist auch eine Frage der Moral. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Riepl: Jetzt sind sie ruhig, die vom BZÖ und von den Freiheitlichen!)
Sitzung Nr. 31
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das hat er ja nicht gesagt!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich sehe da schon einen Unterschied zwischen dem, was Kollege Hofer vorher gesagt hat, indem er meinte, es sollen nur die Familien alles machen und die Familien müssen unterstützt werden (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das hat er ja nicht gesagt!), und unserer Position, denn wir als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sind für ein System, bei dem es eine gute Abstimmung zwischen den öffentlichen Unterstützungen und den familiären Unterstützungen gibt.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein bejaht dies.
Präsident Fritz Neugebauer: Es sind da noch zwei Kolleginnen der freiheitlichen Fraktion, mit insgesamt 4 Minuten. Ist es recht, wenn ich das auf zwei Mal 2 Minuten aufteile? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein bejaht dies.) – Bitte, 2 Minuten für Sie, Frau Abgeordnete Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Ing. Hofer.
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es gibt eine ganz klare Antwort auf die Frage von Kollegin Belakowitsch, warum der Antrag der Freiheitlichen nicht berücksichtigt worden ist: Die Freiheitliche Partei ist aus dem Sozialausschuss ausgezogen, hat sich der Mitarbeit verweigert! (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Ing. Hofer.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Frau Kollegin Belakowitsch, Sie kennen die Geschäftsordnung. Wenn Sie nicht anwesend sind, kann auch über Ihren Antrag nicht entschieden werden. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Wären Sie anwesend gewesen und hätten Sie mit uns mitdiskutiert, nämlich mit der sozialdemokratischen Fraktion, der ÖVP und den Grünen, dann hätte Ihr Antrag miterledigt werden können. (Beifall bei der SPÖ.)
Sitzung Nr. 37
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist unglaublich!
Im Bereich der Asylwerber: Im Jahr 2000 215 Tatverdächtige, im Jahr 2008 1 737 alleine in Oberösterreich. – Das ist eine Verachtfachung, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist unglaublich!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein – Abg. Kickl: Da ist es ihnen besser gegangen als bei euch!
Es wurden nicht nur die Kassen belastet, sondern auch unsere Bürgerinnen und Bürger (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein – Abg. Kickl: Da ist es ihnen besser gegangen als bei euch!): mit Rezeptgebührenerhöhungen, mit Ambulanzgebühren, die eingeführt wurden, mit erhöhten Spitalkostenbeiträgen und vielem, vielem mehr. (Zwischenruf des Abg. Dr. Sonnberger.) Damals wurden den Menschen unglaubliche 2,2 Milliarden € aus der Tasche gezogen. Zusammen mit den 2,7 Milliarden €, mit denen die Kassen belastet wurden, ist das eine unglaubliche Summe von 4,9 Milliarden €, Kollegin Haubner, die Sie zu verantworten haben und nicht der jetzige Minister Alois Stöger. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Sonnberger: Oberösterreich ist ...!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Natürlich: Der Standort bestimmt den Standpunkt, überhaupt keine Frage, und in der Gesundheitspolitik gibt es viele Ansichten. Eine ist jedenfalls falsch: wenn man die Gesundheitspolitik in der Farbe sieht und nicht in der Sache diskutiert. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Und so, Herr Bundesminister, ist bei aller Anerkennung der Darstellung eines, bitte, nicht okay: zu meinen, nur deshalb, weil die Orangen eine Anfrage stellen, sei alles falsch, und nur deshalb, weil die Farbe Rot dominiert, sei alles richtig. Also darüber müssen wir auch diskutieren.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: „Point“!?
Wir haben auch einen einheitlichen Zugang, wie wir mit AlleinerzieherInnen umgehen. All das ist in dieser Mindestsicherung mit verbunden, und das sollte es uns wert sein, einmal über das Gesamtpaket zu diskutieren. Und dann werden wir über den Jahresbetrag diskutieren, und in diesem Jahresbetrag ist es dann sekundär, ob ich durch zwölf oder durch vierzehn dividiere. – Das ist der entscheidende Point. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: „Point“!?) Dieser Jahresbetrag wird aber weiterhin das Wohnen nicht beinhalten, weil der Bereich Wohnen weiterhin über die Wohnbeihilfen zu erledigen ist, weil wir auch unterschiedliche Wohnungskosten haben.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das können Sie laut sagen!
Herr Bundesminister, danke für den Überblick im Rahmen dieses Sozialberichtes. Er zeigt, wo wir hohe Standards in der Sozialpolitik in unserem Land haben, und er zeigt aber auch auf, wo weiterhin Handlungsbedarf besteht. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das können Sie laut sagen!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Da kennen Sie sich nicht gut aus, glaub’ ich!
Zum Antrag von Frau Belakowitsch-Jenewein: Sie haben hier Unterstützung zur Mobilität von Behinderten beantragt. – Das gibt es bereits! Vielleicht schauen Sie sich einmal um. Die Sozialämter unterstützen Autos für behinderte Menschen (Abg. Kickl: Stimmen Sie einmal zu!) und selbstverständlich auch die Sozialversicherungsträger. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Da kennen Sie sich nicht gut aus, glaub’ ich!)
Sitzung Nr. 39
Abg. Strache: Bleiben Sie doch bei der Wahrheit! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... tatsächliche Berichtigung!
Was habe ich von der FPÖ in ihrer Dringlichen Anfrage beziehungsweise schon vorher gehört? – Die Ausländer sind das Problem! (Abg. Dr. Graf: Bleiben Sie bei der Wahrheit! – Abg. Strache: Das ist ja nicht richtig, was Sie behaupten! Bleiben Sie bei der Wahrheit!) Machen wir zwei Sozialversicherungskassen, eine für Inländer und eine für Ausländer, dann haben wir ein erhebliches Problem gelöst! (Abg. Strache: Bleiben Sie doch bei der Wahrheit! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... tatsächliche Berichtigung!) – So die Darstellung der FPÖ.
Abg. Strache: Wenn Sie die Unwahrheit sagen, muss ich Sie korrigieren! – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Das Kinderbetreuungsgeld: 1 Milliarde € jährlich für Familien. Auch hier ein massiv armuts... (Abg. Strache: Die verpflichtende Deutsch-Vorschule wäre vonnöten gewesen, aber die haben Sie leider abgelehnt!) – Ich habe Ihnen zugehört, hören Sie mir auch zu, Herr Klubobmann! Danke vielmals. (Abg. Strache: Wenn Sie die Unwahrheit sagen, muss ich Sie korrigieren! – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Neubauer: Gott sei Dank! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gott sei Dank!
Ebenso eine hervorragende Maßnahme sind die Verbesserungen des Kinderbetreuungsgeldes, zum Beispiel auch die Möglichkeit der einkommensabhängigen Variante. Ich möchte mich ganz herzlich bei Frau Staatssekretärin Marek und auch bei Frau Bundesministerin Heinisch-Hosek dafür bedanken. Das ist wirklich eine sinnvolle und gute Maßnahme. Die wird auch dazu führen, dass mehr Väter Familienpflichten übernehmen werden. Sie, die Damen und Herren von der FPÖ, waren leider im Ausschuss wieder gegen diese Maßnahme. (Abg. Neubauer: Gott sei Dank! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gott sei Dank!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sind ja Verschlechterungen!
Was das Kinderbetreuungsgeld betrifft, möchte ich schon sagen, liebe Kollegen von der Freiheitlichen Partei, dass vorige Woche ein Familienausschuss stattgefunden hat. Wer hat denn bei den notwendigen Verbesserungen auch für die Mittelschicht, die Leistung einbringt, nicht mitgestimmt? – Das war die FPÖ! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sind ja Verschlechterungen!) Sie hat, bitte, beim Kinderbetreuungsgeld
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist aber sehr polemisch, was Sie sagen!
Ich kann mich noch erinnern: In der letzten Regierungsperiode war es die Frau Kollegin Belakowitsch, die in einer sehr heftigen Rede gesagt hat, ja, Sie wollen zwei Sozialversicherungssysteme: eines für Inländer, eines für Ausländer, und die Ausländer sollen auf die Grundleistung reduziert werden. Das heißt, sterben lassen wir sie nicht, aber wirklich versorgen tun wir sie nicht. Meiner Meinung nach ist das sehr, sehr menschenverachtend! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist aber sehr polemisch, was Sie sagen!)
Sitzung Nr. 40
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Sehr geehrte Damen und Herren auf der Galerie! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseher und Zuseherinnen zuhause! Ich habe mir selbst, aber auch vielen anderen einmal das Versprechen gegeben, dass ich jedes Mal, wenn jemand von der FPÖ hier ans Rednerpult tritt und die Unwahrheit sagt, selbst ans Rednerpult trete und sage, dass Sie die Unwahrheit sagen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Bei Ihnen! – Abg. Strache: In Wien zum Beispiel, wo Sie Verantwortung tragen!
Wenn wir heute merken, dass Kinder Angst haben, wenn sie in die Schule gehen – Angst vor dem Leistungsdruck, Angst vor der Beurteilung, Angst, ob sie mitkommen (Abg. Weinzinger: Schutzgelderpressung, davor haben sie Angst!) –, wenn wir heute mit Eltern reden, die das letzte Gesparte aufwenden, um ihre Kinder in Privatschulen zu stecken, dann müssen doch bei uns allen die Alarmglocken läuten! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Bei Ihnen! – Abg. Strache: In Wien zum Beispiel, wo Sie Verantwortung tragen!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Nicht umsonst wird in ganz Europa, in der ganzen Welt, die Neue Mittelschule praktiziert, und auch in Österreich sind alle Privatschulen Mittelschulen und nach dem Konzept der Neuen Mittelschule aufgebaut. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Na, na! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Es ist auch selbstverständlich, dass die Neue Mittelschule eine Schule sein muss, wo die Kinder individuell gefördert werden, wo Gruppenunterricht stattfindet und wo gerade auch darauf geschaut wird, dass Kinder in der Schule perfekt Deutsch können und lernen. Aber all das kann nur in einer Neuen Mittelschule geschehen und nicht in der Schule, die seit 30 Jahren existiert. (Abg. Dr. Rosenkranz: Na, na! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt auch!
„Seit dem Jahr 1945 gab es eine Unzahl von Gesetzen und Verordnungen, die sich mit dem Thema Restitution ... beschäftigen.“ (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt auch!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Werden schon wieder mehr!
nur mehr zwei von der FPÖ im Kremser Gemeinderat, was wiederum eine Wohltat ist. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Werden schon wieder mehr!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: No na! Das muss man ja nicht extra betonen!
Erstens: Das Recht auf Asyl ist unantastbar. Zweitens: Asylmissbrauch müssen wir effizient bekämpfen. Und drittens: Die Gesetze, die hier das Hohe Haus beschließt, müssen auch vollzogen werden! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: No na! Das muss man ja nicht extra betonen!) Wer nicht hierbleiben kann und darf, muss zurück in sein Herkunftsland! (Abg. Kickl: Das Zogaj-Prinzip!)
Sitzung Nr. 41
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ein Wahnsinn! – Abg. Steindl: Nicht sehr viel!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Dipl.-Ing. Josef Pröll: Wenn wir dieses Beispiel nehmen, knüpfen wir an die vorherige Debatte betreffend Leistungsgerechtigkeit an. Wenn wir 70 € Stundenlohn sagen, dann gehen wir von einer Umsatzsteuer von 11,60 € aus, dann gehen wir von einer Sozialabgabenleistung von zirka 15 € aus und dann gehen wir von einer Einkommensteuer zwischen 20 und 30 € aus. Dann bleiben – sage und schreibe! – von 70 € zirka 20 € übrig. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ein Wahnsinn! – Abg. Steindl: Nicht sehr viel!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dem Wirtschaftsminister!
Ich möchte Ihnen sagen, dass gerade wir von der Österreichischen Volkspartei mit unserer Staatssekretärin, mit dem zuständigen Minister (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dem Wirtschaftsminister!) und mit den zuständigen Regierungsmitgliedern den Wert unserer Familien zu schätzen wissen. Ich danke allen Familien, allen Müttern und Vätern, die in diesem schönen und auch sozialrechtlich gut abgesicherten Land Österreich den Mut haben, Kinder zu haben. Sie wissen auch selbst, dass wir ohne Weiteres mit anderen europäischen Ländern – und auch solchen über Europa hinaus – gleichgestellt sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Da sitzen sie sicher nicht vor dem Fernseher!
Ich hoffe, werte Zuseherinnen und Zuseher vor den Fernsehapparaten – das sind möglicherweise jetzt Mütter und Väter, die in der glücklichen Situation sind und gerade Eltern geworden sind oder Eltern werden (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Da sitzen sie sicher nicht vor dem Fernseher!) –: Ja, es ist, glaube ich, ein guter Tag, eine gute Nachricht im Hinblick auf eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die Eltern. Gerade das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld bildet ja auch einen Anreiz für gut qualifizierte und gut verdienende Mütter und Väter, die auch Ja zu Kindern sagen.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ist nicht wahr! Hat er überhaupt nicht gesagt!
Es ist nämlich insofern wichtig, darüber zu reden, dass Familienarbeit nicht Frauensache alleine sein kann, wie das heute der erste Redner der FPÖ gesagt hat. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ist nicht wahr! Hat er überhaupt nicht gesagt!) Er hat gesagt, das ist eine Katastrophe. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie sind eine Katastrophe!) – Ja, eine Katastrophe ist, wenn Männer sich nicht an der Familienarbeit beteiligen. Und genau damit setzen wir doch jetzt den ersten Schritt, dass wir das möglich machen. Diese dicke Mauer an Ausreden und Vorurteilen ist doch jetzt wirklich dadurch einzuschlagen, dass wir es jungen Vätern ermöglichen, dass sie in Karenz gehen. Das ist ja nicht nichts, wenn ich sage, mindestens 1 000 €, maximal 2 000 € können Mütter oder Väter in Anspruch nehmen bei zwölf beziehungsweise 14 Monaten. Ich denke, die Glaubwürdigkeit von uns allen ist ja auch gefragt.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie sind eine Katastrophe!
Es ist nämlich insofern wichtig, darüber zu reden, dass Familienarbeit nicht Frauensache alleine sein kann, wie das heute der erste Redner der FPÖ gesagt hat. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ist nicht wahr! Hat er überhaupt nicht gesagt!) Er hat gesagt, das ist eine Katastrophe. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie sind eine Katastrophe!) – Ja, eine Katastrophe ist, wenn Männer sich nicht an der Familienarbeit beteiligen. Und genau damit setzen wir doch jetzt den ersten Schritt, dass wir das möglich machen. Diese dicke Mauer an Ausreden und Vorurteilen ist doch jetzt wirklich dadurch einzuschlagen, dass wir es jungen Vätern ermöglichen, dass sie in Karenz gehen. Das ist ja nicht nichts, wenn ich sage, mindestens 1 000 €, maximal 2 000 € können Mütter oder Väter in Anspruch nehmen bei zwölf beziehungsweise 14 Monaten. Ich denke, die Glaubwürdigkeit von uns allen ist ja auch gefragt.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir schon! Sie wissen es nicht!
Das Thema ist das Sozialtransferkonto, das das BZÖ beantragt hat. Was ist ein Sozialtransferkonto? – Eigentlich müssen wir alle zugeben: Wir wissen es nicht! Es ist eine einzige große Seifenblase. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir schon! Sie wissen es nicht!) Es ist schwarz auf weiß nichts da. Jeder ÖVP-Politiker, der sich dazu zu Wort meldet, gibt uns einen weiteren Happen, je nachdem, wie es gerade passt. Und das BZÖ interpretiert in diesem Dringlichen Antrag sowieso alles, was irgendwie in seinem Programm steht, in dieses Thema hinein. Fakt ist, es ist völlig unseriös, was da debattiert wird. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, wir haben Sie damals gewarnt, als Sie in diese Koalition gegangen sind, weil wir ein gebranntes Kind waren. Wir haben Ihnen gesagt: In diesem Regierungsprogramm liest man nur Ankündigungsparolen, aber nichts von tatsächlichen Taten. – Sie haben das damals abgetan. Sie haben das weggewischt, und jetzt sind Sie in einer Situation, die mir bereits Mitleid abringt. (Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Zu den einzelnen Anträgen der freiheitlichen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Tagesordnungspunkte 10 bis 15. Wir haben schon im Ausschuss ausführlich begründet, warum wir diesen Anträgen nicht nähertreten können: Zum einen, weil sie teilweise sachlich nicht gerechtfertigt sind (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), und zum anderen, weil sehr viel Mehrkosten entstünden, wenn ich nur an die Bundesgenossenschaften denke.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Noch schlimmer!
Ich stelle richtig: Wir hatten eine ursprüngliche Tagesordnung von 31 Tagesordnungspunkten. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Noch schlimmer!) – Der erste war die Wahl des Obfrau-Stellvertreters, der zweite war eine Aktuelle Aussprache, dann kamen die 29 Oppositionsanträge und ergänzt wurde das Ganze durch einen 32. Tagesordnungspunkt, die Wahl des Schriftführers.
Abg. Neubauer: Das ist ja nicht wahr! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt nicht!
Ich stelle Ihnen eine andere Frage: Warum stimmen Sie bei fast allen Anträgen der Regierung dagegen? Warum? (Abg. Neubauer: Das ist ja nicht wahr! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt nicht!) – Die Anträge der Regierungsparteien sind nicht so schlecht und verdienen es nicht, dass sie laufend von Ihnen abgelehnt werden! Auch das müssen Sie zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Neubauer: Ihr habt ja gar keine Anträge drauf gehabt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was nützt das den Jugendlichen? – Abg. Strache: Weil sie teilweise gar nicht in der Statistik aufscheinen! Das muss man dazusagen!
Jugendarbeitslosigkeit von allen europäischen Ländern. Das kommt nämlich durch konsequentes Arbeiten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was nützt das den Jugendlichen? – Abg. Strache: Weil sie teilweise gar nicht in der Statistik aufscheinen! Das muss man dazusagen!)
Sitzung Nr. 45
Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Da wird berichtet: Wegen Platzmangels in der Apotheke ist die Abholung hinterlegter Pakete in Zwölfaxing erfolgt. Eine Maßnahme der Post hat Freitag und Montag für Ärger und Tumulte gesorgt, mit massiven Protesten des ÖVP-Bürgermeisters, denn die nicht in Empfang genommenen Briefsendungen mit Zustellnachweis und Pakete wurden nicht beim Rannersdorfer Postpartner, nämlich der Wallhof-Apotheke oder im Postamt Schwechat deponiert (Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), sondern sie mussten beim Postpartner in Zwölfaxing, und zwar beim Autohaus Keglovits behoben werden. (Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Als Nächstes: 19 Männer, acht Frauen bei der Europäischen Kommission bisher. Und wenn jetzt bei den Nominierungen erst vier Frauen genannt wurden und sich die Frauen aller Mitgliedstaaten des Europäischen Parlaments zusammengetan haben und gesagt haben: Da können wir hier so nicht mitmachen, da gehören mehr Frauen nominiert!, dann ist das gut, dann ist das parteiübergreifend. Und das haben auch wir mit unserer Enquete versucht: entsprechend dafür zu sorgen, dass mehr Frauen hier im Parlament vertreten sind. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) – Da hätten Sie einen großen Handlungsbedarf, Frau Belakowitsch, Herr Graf, wenn ich mir die Prozentzahlen Ihrer Fraktion anschaue, wie es da ausschaut bei den Frauen. Schlecht schaut es aus bei der FPÖ, sehr schlecht! (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen. – Abg. Dr. Graf: Schauen Sie einmal auf die Regierungsbank! Wo sind die Frauen? Da sind nur Männer!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Außer dem Herrn Donabauer!
che niemandem einen Vorwurf –, dann muss eine Partei schon wissen, was sie will. Eine Abstimmung, die so verläuft, dass einer aufsteht und der Nächste nachgeht, zeigt doch keine Ernsthaftigkeit! Wir haben es mit einer sehr wichtigen, grundsätzlichen Materie zu tun, bei der es darum geht, wirklich auch das Gesamtsystem, das nicht schlecht ist, noch zu verbessern, denn nichts ist so gut, dass es nicht morgen noch besser sein könnte. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Außer dem Herrn Donabauer!)
Sitzung Nr. 46
Abg. Neubauer: Woran glauben Sie? – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: An sich selbst!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ganz ruhig ein paar Worte: Ich persönlich – und ich spreche jetzt im Wesentlichen nur für mich, nicht für meine Fraktion – gehöre jetzt der zweitgrößten „Religionsgemeinschaft“, wenn man so will, in Österreich an, nämlich den Agnostikern. Sie liegen knapp hinter den Katholiken, glaube ich. (Abg. Neubauer: Woran glauben Sie? – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: An sich selbst!) Das sind einfach Leute, sage ich einmal ganz grob, die die Gnade des Glaubens verloren haben, aus welchen Gründen auch immer.
Sitzung Nr. 48
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Eh!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, die Sache mit dem Bankgeheimnis hat der Opposition Appetit auf mehr gemacht, politisch schon verständlich, aber mittlerweile geht es ein Stück zu weit. Sie sagen, die Regierung sei schuld, wenn die Dienstleistungsrichtlinie nicht zeitgerecht umgesetzt werden könne (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Eh!), und die Regierung solle auch schuld sein, wenn die Kinderrechte nicht in die Verfassung kommen.
Sitzung Nr. 49
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Echt?
Abgeordnete Dr. Sabine Oberhauser, MAS (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich kann mir schon vorstellen, dass man über ein Gesetz geteilter Meinung sein kann, ich konnte mir aber nicht vorstellen, dass man über ein Gesetz beziehungsweise zwei Gesetze so viel Unsinn erzählen kann, nämlich bezüglich Verpolitisierung der Selbstverwaltung und Beschneidung der Rechte der Kammern. Ganz genau das Gegenteil ist der Fall. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Echt?) – Wenn Sie es gelesen hätten, wüssten Sie es wahrscheinlich. Ja, sicher, denn es gehört zur verantwortungsvollen Arbeit einer Abgeordneten dazu, dass man sich die Dinge, über die man hier redet, zumindest so weit anschaut, dass man weiß, wovon man spricht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Für wen?
setz dazu dient, zu verpolitisieren und zu verkomplizieren. Das genaue Gegenteil ist der Fall! Es wird einfacher (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Für wen?), es wird klarer und transparenter zugeordnet – sowohl im Apothekerkammergesetz als auch im Ärztegesetz.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das macht ja kein Mensch! Es gibt ja den Notfallparagraphen! Informieren Sie sich einmal!
Es ist ziemlich vorgestrig zu glauben, dass Frauen prinzipiell nur verantwortungslos mit sich und ihrem Körper umgehen. Und die „Pille danach“ ist weder ein Medikament, das Leben tötet – informieren Sie sich da einmal, das würde wirklich nicht schaden! –, noch führt es dazu, dass Frauen deswegen verantwortungslos werden. Das sind sie nicht! Wenn Frauen in eine Notlage kommen, dann glaube ich, dass wir verdammt noch einmal die Pflicht haben, ihnen zu helfen und ihnen mit allen möglichen Mitteln zu helfen (Beifall bei Abgeordneten der Grünen) und sie nicht an den Pranger zu stellen und wie Aussätzige zu behandeln. Das ist verabscheuungswürdig, und das hat überhaupt nichts mit einer modernen Frauenpolitik zu tun. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das macht ja kein Mensch! Es gibt ja den Notfallparagraphen! Informieren Sie sich einmal!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja nicht! Informieren Sie sich doch! Sie haben ja überhaupt keine Ahnung!
Abgesehen davon: Sie sind ja immer diejenigen, die die Grenzen am liebsten abschotten würden. Ich frage mich, wie Sie es dann argumentieren, dass dann, wenn wir das Alter im Alleingang erhöhen würden ... (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja nicht! Informieren Sie sich doch! Sie haben ja überhaupt keine Ahnung!) Wir wären da im Vergleich mit unseren Nachbarstaaten im totalen Alleingang. Die einzigen Länder, die höhere Altersgrenzen haben, sofern sie überhaupt IVF öffentlich fördern, sind Belgien und Frankreich. Deutschland und Italien zum Beispiel haben ebenfalls eine 40-Jahres-Grenze. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie dann sofort schreien würden: Sauerei! Da kommen jetzt irgendwelche Fremden nach Österreich und wollen sich mit unserem Geld IVF sponsern lassen!
Sitzung Nr. 51
Abg. Neubauer: Auch ein Klimawandelversager! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Verursacher!
Abgeordneter Dr. Martin Bartenstein (ÖVP): Meine sehr verehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Herr Präsident! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Fünf vor zwölf ist es in Sachen Klimaschutz allemal, das steht außer Zweifel. (Abg. Neubauer: Auch ein Klimawandelversager! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Verursacher!)
Sitzung Nr. 53
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie sind in Simmering nie auf der Straße! – Abg. Weinzinger: Wir sind insgesamt mehr da!
Kollege Strache, meine Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ, ist auch verpflichtet, an Nationalratssitzungen teilzunehmen und nicht nur zur Bevölkerung hinausgehen, denn das tun wir alle. Aber trotzdem sind wir auch verpflichtet, an solchen Sitzungen teilzunehmen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie sind in Simmering nie auf der Straße! – Abg. Weinzinger: Wir sind insgesamt mehr da!)
Sitzung Nr. 55
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Solange sich nämlich da nichts tut – auch das zeigt der Bericht –, tut sich offensichtlich auch bei den Gehältern nichts. Die Gehälter in den Führungsetagen zeigen, dass Frauen rund ein Drittel weniger verdienen, in den allerbestbezahlten Branchen sogar um die Hälfte. Und das liegt ganz, ganz sicher nicht daran, dass Frauen weniger kompetent sind, sondern dass sie einfach die schlechtere Lobby, die schlechteren Netzwerke haben und viel weniger zum Zug kommen. Sie können den Kopf schütteln, es ist ein Faktum! Sie können es im Bericht nachlesen. Erklären Sie es mir, warum es so ist, Frau Kollegin! (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wie?
Wir wollen die Verfahren verkürzen und sind davon überzeugt ... (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wie?) – Mit dem Asylgerichtshof, mit den Maßnahmen, die Sie zum Teil mit beschlossen haben, die wir alle hier diskutiert haben. Die Situation ist so, dass derzeit ein Rückgang der Zahl der Ansuchen zu vermerken ist. Wir werden diesen
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Alles ist besser!
Sie haben von Asyl gesprochen und die Dauer der Verfahren kritisiert. (Abg. Öllinger: Vorsicht!) Schauen wir uns doch an, wann die Dauer der Verfahren am längsten geworden ist: als Sie in der Regierung waren. Was ist passiert, als wir in die Regierung gekommen sind? Wir haben die Strukturen verändert, und die Verfahren wurden beschleunigt. Das ist der Unterschied zwischen dem, was Sie gemacht haben – nämlich ewig lange Verfahren –, und dem, was wir gemacht haben, seitdem wir in der Regierung sind: Die Verfahren sind deutlich kürzer. Diesen Vergleich scheuen wir überhaupt nicht. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Alles ist besser!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Das ist halt der Unterschied: Sie reden davon, machen das Gegenteil von dem, was Sie behaupten, und wir machen echte Politik mit echten Taten und mit echtem Fortschritt in Österreich. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Sitzung Nr. 57
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Sie waren es!
Zu jenem Kollegen, der hier unbedingt thematisieren wollte, dass man den Misstrauensantrag gegen den Verteidigungsminister so spät behandelt, und hier etwas politisches Kleingeld wechseln wollte. – Herr Kollege, wir haben immer darauf hingewiesen, dass zu wenig Geld da sein wird, wenn man die Eurofighter anschafft, für eine Reform und für anderes Wichtiges. Das war immer die SPÖ! (Beifall bei der SPÖ.) Und jetzt kommen Sie endlich drauf – aber angeschafft haben ihn Sie, die Freiheitlichen mit den Schwarzen! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Sie waren es!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben sie ja gar nicht gesagt!
Die andere Behauptung ist, es gab eine Reportage von Personen, die gesagt haben, sie sind Strache-Wähler, sie fühlen eine Affinität zur Partei (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben sie ja gar nicht gesagt!), sie sind Personen, die eigentlich den Strache gut finden (Abg. Strache: Sie geben zu, gegen die FPÖ zu sein und mich nicht zu schätzen! Soviel zur Wahrheit!), und eine Reportage darüber zu drehen. Wir werden morgen sehen, wie es dargestellt wird.
Sitzung Nr. 59
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Einen Punkt, den ich gleich hier mit beantworten möchte, weil Herr Abgeordneter Strache zuerst gemeint hat (Abg. Strache spricht mit Abg. Kickl.) – Er hört nicht zu, ihn interessiert ja die Situation betreffend die Arbeitslosigkeit von jungen Menschen nur dann, wenn er hier von diesem Rednerpult aus seine Polemik verbreiten kann. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Kickl
Was wir heute hier hören, ist eine aus Sicht der Opposition und aus Sicht der Regierungsparteien klarerweise sehr unterschiedliche Betrachtung dessen, wie die Arbeitsmarktpolitik, wie der Bericht unseres Herrn Bundesministers emanzipiert zur Kenntnis gebracht wurde. Wir alle miteinander wissen, dass man das Glas halb voll oder halb leer sehen kann. Ich glaube, dass man unserem Minister mit seiner Herkunft, aber auch mit dem, was er uns täglich vorlebt, nicht vorwerfen kann, dass er ignorant wäre, stolz oder, was man sonst noch gehört hat, voll des Eigenlobes (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Kickl), sondern er weiß, was wir und was diese Bundesregierung, die Koalition insgesamt, leisten.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein – einen Zettel hochhaltend –: Nein! ... andere Zahlen!
Genau dahin gehen alle Maßnahmen, die vonseiten der Bundesregierung jetzt gemacht werden, nämlich junge Menschen weg von der Straße und hin in Beschäftigung zu bringen. Bei den unter 19-Jährigen haben wir mit Stand 2010 ein Minus von 4,6 Prozent bei der Arbeitslosigkeit. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein – einen Zettel hochhaltend –: Nein! ... andere Zahlen!) – Das nicht als Erfolg hinzustellen, dabei wissend, dass jeder Arbeitslose einer zu viel ist, ich glaube, das kann keiner von uns verlangen.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine schwache Ansage!
Sie haben damals wortwörtlich darauf gesagt, Sie können garantieren, dass das so lange hält, solange Sie Gesundheitsminister sind. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine schwache Ansage!) Na, gut, das ist jetzt nicht unbedingt eine Garantie, denn ich weiß nicht, wie lange Sie Gesundheitsminister sind. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Matznetter und Silhavy.) Ich nehme an, dass Sie es bis zum Jahr
Rufe: Matznetter! Matznetter! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Matznetter! Ohne e!
Aber, Kollege Matzenetter (Rufe: Matznetter! Matznetter! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Matznetter! Ohne e!), okay, der Kollege von der SPÖ (Abg. Mag. Gaßner: Welcher Kollege von der SPÖ? Matznetter?), es gibt einfach eine Gruppe, die nicht selbst entscheiden kann: Das sind die Passivraucher, vor allem die allergrößte Gruppe der Passivraucher, die eben nicht selbst entscheiden können, die über 300 000 im Gastgewerbe Beschäftigten. Die können nicht entscheiden! Sie werden von all den 52, glaube ich, krebserregenden Substanzen, die sich im Tabakrauch befinden, voll geschädigt. Sie brauchen unsere Unterstützung ganz massiv. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Stadler: Das ist die Hauptsache! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das damit zu tun?
Ich sage Ihnen noch etwas – politisch gesprochen, denn bisher wurde heute vom Rednerpult aus noch wenig Politisches gesagt –: Ich stehe für ein Bundesheer, das gegen Tendenzen immun ist, die in die rechte Politik, in Rechtsextremismus abgleiten. (Abg. Mag. Stadler: Das ist die Hauptsache! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das damit zu tun?) – Ich kann Ihnen das gleich erklären.
Sitzung Nr. 62
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Da steht überhaupt nichts drin!
Alle Maßnahmen, sehr geschätzte Damen und Herren, die Menschen motivieren, wieder in den Arbeitsprozess einzusteigen, und die Jobs schaffen, sind sinnvolle Maßnahmen. Daher bin ich auch sehr froh darüber, dass in diesem Strategiebericht gute, wichtige Zielsetzungen angeführt sind (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Da steht überhaupt nichts drin!); so zum Beispiel auch Qualifizierungsmaßnahmen von Arbeitslosen.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist doch wurscht, ob die zustimmen!
Jetzt wissen wir aber, dass es durchaus Länder gab, die bereits kritisiert haben, dass wir überhaupt die dritte Stufe der Übergangsfristen in Anspruch genommen haben. Glauben Sie allen Ernstes, die würden dann zustimmen, dass wir noch weiter verlängern? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist doch wurscht, ob die zustimmen!) Das ist völlig unrealistisch! (Abg. Neubauer: Wir sind für unsere Menschen verantwortlich – Sie nicht!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Hofer und Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Vielleicht aber auch noch ein Wort zur Polemik der Ausführungen des Kollegen Hofer, der ja als Erstredner hier den Antrag begründet hat; ich möchte kurz auf ihn replizieren: Herr Abgeordneter Hofer, Eurostat hat erst heute die Budgetdefizite der EU-Mitgliedstaaten des Jahres 2009 verkündet und hat bekannt gegeben, dass Österreich mit 3,4 Prozent ein nur halb so hohes Defizit hat wie der EU-Durchschnitt mit 6,8 Prozent. (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Hofer und Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Nur sechs Staaten haben ein geringeres Defizit, das sind die skandinavischen Länder, Estland, Luxemburg und Deutschland.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Wir sind gegen Lohndumping; wir treten für faire Arbeitsbedingungen ein, denn nur so werden die Menschen in Österreich tatsächlich nicht von Armut bedroht sein. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Und wir machen keine Politik wie Sie, nämlich auf dem Rücken von Erntehelferinnen und Erntehelfern, den Ärmsten, die es gibt, indem es sie aus der Pensionsversicherung hinauswirft. Das ist nicht unsere Politik! (Abg. Neubauer: Sind Sie reich?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer?
Wenn ich mir über die Jahre anschaue, welche Firmen, welche Personen mit Schwarzarbeit in Probleme gekommen sind, dann fallen mir eine Reihe von freiheitlichen Abgeordneten und Funktionären oder sonstigen Personen aus diesem Umfeld auf (Abg. Dr. Rosenkranz: Sagen Sie es! Namen!), die auch hier herinnen gesessen sind (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer?), bei denen Schwarzarbeit im Betrieb festgestellt wurde. (Abg. Dr. Rosenkranz: Wer?) Und da frage ich mich schon (Weitere Rufe bei der FPÖ: Wer?): Welches Recht gilt hier für wen? Welches Recht gilt hier für wen? (Beifall bei den Grünen.) – Ich brauche Ihnen die Namen nicht noch zu sagen. (Abg. Dr. Rosenkranz: Sie Immunitätsfeigling!)
Sitzung Nr. 64
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ist ja unfassbar! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Warum wollen wir jetzt untersuchen? – Weil es um Milliardenschäden geht und weil es um eine politische Kultur geht, die es in dieser Republik möglich gemacht hat, dass alles von einem Freundeskreis rund um einen Finanzminister gestohlen wird, was nicht niet- und nagelfest ist. Es handelt sich um organisierte politische Diebestouren in dieser Republik, wobei kein Gesetz und kein öffentliches Eigentum respektiert worden ist, nur ein Gesetz gegolten hat: Was in meine Tasche passt, das kommt auch in meine Tasche! Das war die Zeit von Mag. Grasser. Das war die Zeit der Schüssel/Haider/Grasser-Gruppe. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ist ja unfassbar! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Sitzung Nr. 66
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Oje!
Herr Abgeordneter Cap ist der Erste, der zu Wort gelangt. – Bitte. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Oje!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie inhaltlich auch was zu sagen?
Mir ist schon klar, die Opposition wird überall auf der Welt den Obergescheiten spielen, immer Kritik üben, gegen alles sein, aber in so existenziellen Fragen, die den Bürgern so unter die Haut gehen, wäre es wunderschön gewesen, wenn wir einen Schulterschluss erreicht hätten. Ich bedaure, dass es zu diesem Schulterschluss nicht kommt. Trotzdem: Danke dem Bundeskanzler, danke für Ihren Einsatz, danke auch dem Vizekanzler und Finanzminister. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie inhaltlich auch was zu sagen?) Was Sie in den letzten Tagen geleistet haben, wird vielleicht nicht von der Opposition anerkannt, aber ich glaube, von den Bürgerinnen und Bürgern in unserem Land wird es anerkannt. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Matznetter. – Abg. Strache: Großer Tag für Österreich! – Ruf beim BZÖ: ... noch was trinken gehen zum Heurigen ...! – Ruf bei der FPÖ: Um 15 Milliarden ...! – Ruf: Gehen Sie gern zum Heurigen? – Jaja, das zeigt das Niveau ...!)
Sitzung Nr. 67
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sind ein paar gestorben?
Ich möchte noch ganz kurz, weil sich das gut ergibt, da sich heute diese Interessengemeinschaft der pflegenden Angehörigen konstituiert hat, erwähnen: Wir haben rund 400 000 Pflegegeldbezieher. Zur Stunde sind es etwas weniger. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sind ein paar gestorben?) Sie wissen, es ist ein periodisches System: Einmal gehen die Zahlen rauf, einmal runter. Wir wissen ganz genau, dass wir über das Jahr gerechnet rund 400 000 Pflegegeldbezieher haben. Ob jetzt 320 000 oder 330 000 zu Hause betreut werden, ist sekundär.
Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Dr. Karlsböck.
amerikanischen Staaten, in der Durchimpfungsrate der Bevölkerung nicht einmal im Mittelfeld. Bei irgendeiner riesigen Sportveranstaltung in Österreich hat man in Bolivien vor Masern in Österreich gewarnt, weil hier zu wenige geimpft sind. Das sollte man als Minister – das ist alles vor Ihrer Zeit gewesen, das gebe ich schon zu – eigentlich nicht kommentarlos hinnehmen. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Dr. Karlsböck.)
Sitzung Nr. 69
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Von Jahr zu Jahr wird es weniger!
rückgegangen. Das sind 10 639 Delikte weniger. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Von Jahr zu Jahr wird es weniger!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist schon lange her! – Abg. Mag. Stadler: Strasser!
Da möchte ich auch die Kollegen der Freiheitlichen, auch den Herrn Kollegen Weinzinger, noch einmal daran erinnern, dass der größte Personalabbau und die meisten Postenschließungen unter der Regierungsbeteiligung der Freiheitlichen und des BZÖ stattgefunden haben. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist schon lange her! – Abg. Mag. Stadler: Strasser!) Also sich jetzt zurückzulehnen und so zu tun, als ob Sie das alles nichts angehen würde, das ist einfach nicht in Ordnung. 3 000 Polizistinnen und Polizisten sind abgebaut worden, und jetzt müssen wir darangehen, einen Personalstand zu erwirken, der den PolizistInnen ein ordentliches Arbeiten
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Keine Fernseh-Übertragung!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Meine Damen und Herren! Die Grünen sind jetzt interessanterweise ziemlich abwesend. Es gibt ja für diese Fraktion ... (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Keine Fernseh-Übertragung!) – Kann sein, aber immerhin der Abgeordnete Pilz ist da. Das ist wichtig, dann passt eh alles. (Heiterkeit des Abg. Dr. Pilz.)
Abg. Mayerhofer: Es wird alles gutgeredet! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es ist schlecht!
Das Innenministerium und das Justizministerium sind dafür verantwortlich, dass Österreich zu den sichersten Ländern der Welt gehört. Folgendes darf man auch nicht vergessen: Gemäß einer Studie des Europarates ist Österreich Nummer eins im Opferschutz. – Auch das bitte nicht außer Acht zu lassen! (Ruf bei der FPÖ: Schon lange nicht mehr!) Was mich so stört: Hier in Österreich wird immer alles so schlechtgeredet. (Abg. Mayerhofer: Es wird alles gutgeredet! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es ist schlecht!) Bitte, seien wir doch einmal stolz auf unser Land und seien wir einmal etwas positiver! (Beifall bei der ÖVP. – Bundesministerin Dr. Fekter: Richtig, ja! Super! Super!)
Sitzung Nr. 72
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein und Abg. Kickl: Das hätten wir so auch machen können!
Abgeordneter Öllinger hat das angesprochen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein und Abg. Kickl: Das hätten wir so auch machen können!) Wenn wir das als ein so reicher Staat nicht zustande bringen und für gerechtfertigt halten, dann kann ich diese Argumentation, meine Damen und Herren, nicht verstehen. (Zwischenruf des Abg. Weinzinger.)
Sitzung Nr. 74
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber es steht nichts drinnen! – Abg. Dr. Oberhauser – auf dem Weg zu ihrem Sitzplatz –: Oja: Gesetzliche Regelung!
Unser Antrag geht weiter, weil wir eine gesetzliche Regelung haben wollen, und zwar eine gesetzliche Regelung, die auch eine Zusatzausbildung der Sportwissenschafterinnen und Sportwissenschafter ermöglicht. Derzeit sind sie nämlich ausgebildet für die Arbeit am Gesunden, arbeiten aber am Kranken, dem zu Rehabilitierenden, und genau da wollen wir einhaken: Wir wollen schauen, dass wir sozusagen mit einem neuen Beruf, wie auch immer der zu gestalten ist, eine Mittelstellung zwischen Physiotherapeuten und SportwissenschafterInnen, eine Einbeziehung der SportwissenschafterInnen, ermöglichen. Und wir wollen auch ein Gesetz, denn wir wollen die in diesem Bereich Tätigen natürlich nicht im rechtsfreien Raum „herumlagern“ lassen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber es steht nichts drinnen! – Abg. Dr. Oberhauser – auf dem Weg zu ihrem Sitzplatz –: Oja: Gesetzliche Regelung!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein!
Bezüglich des zweiten Antrages, jenem der FPÖ, den mein Kollege vor mir referiert hat und der eine verpflichtende zahnärztliche Untersuchung im Mutter-Kind-Pass betrifft, kann ich nur sagen, dass das bereits ein Bestandteil des Mutter-Kind-Passes ist. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein!) Es gibt auch eine Broschüre im Mutter-Kind-Pass, in der auf die Wichtigkeit und die Bedeutung der Zahnpflege hingewiesen wird (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), und zwischen dem siebenten und neunten Lebensmonat wird bei allen eine Untersuchung durchgeführt. Wenn der Verdacht besteht, dass da eine zahnärztliche Betreuung notwendig ist, oder im Gebiss etwas festgestellt wird, wird das einem Zahnarzt zugewiesen.
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Bezüglich des zweiten Antrages, jenem der FPÖ, den mein Kollege vor mir referiert hat und der eine verpflichtende zahnärztliche Untersuchung im Mutter-Kind-Pass betrifft, kann ich nur sagen, dass das bereits ein Bestandteil des Mutter-Kind-Passes ist. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein!) Es gibt auch eine Broschüre im Mutter-Kind-Pass, in der auf die Wichtigkeit und die Bedeutung der Zahnpflege hingewiesen wird (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), und zwischen dem siebenten und neunten Lebensmonat wird bei allen eine Untersuchung durchgeführt. Wenn der Verdacht besteht, dass da eine zahnärztliche Betreuung notwendig ist, oder im Gebiss etwas festgestellt wird, wird das einem Zahnarzt zugewiesen.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Mit E-Card!
Ich möchte einmal anmerken, dass es überhaupt keinen Trend gibt, wie Sie einen festzustellen glauben, denn es ist sogar eher das Gegenteil der Fall: Wenn Sie sich ein bisschen genauer mit dem Thema beschäftigen, werden Sie sehen, dass aufgrund des hohen Stellenwertes, den unser gutes österreichisches Gesundheitssystem hat, Ausländer nach Österreich kommen (Abg. Dr. Karlsböck: Die Reichen!) und hier Leistungen beanspruchen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Mit E-Card!)
Sitzung Nr. 90
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nichts!
Schließlich geht es da nicht um irgendeine Veränderung, mit der man einen Beistrich in diesem Vertrag anders setzt. Nein, da geht es um viel, viel mehr! Da geht es nicht um eine Fußnote, sondern um die Institutionalisierung des Euro-Rettungsschirms über das Jahr 2013 hinaus. Das ist eine wesentliche Veränderung des Vertrages. Da frage ich mich wirklich: Was ist denn dann eigentlich das Wort des Herrn Bundeskanzlers wert (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nichts!), wenn er hier nicht endlich dafür Sorge trägt, die von ihm versprochene Volksabstimmung auch umzusetzen? (Beifall bei der FPÖ.)
Sitzung Nr. 91
Abg. Dr. Rosenkranz: In internationalen, das ist ja logisch! – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Zu dem, was die Freiheitlichen einmal mehr sagen – ich möchte fast despektierlich sagen: von sich geben, aber diese Formulierung ist durchaus überlegt –, meine sehr verehrten Damen und Herren, nämlich die Rot-Weiß-Rot-Card sei so schlecht, Folgendes: Lesen Sie internationale Zeitungen, sogar in diesen wird die Rot-Weiß-Rot-Card als sinnvolles Instrument gewürdigt. (Abg. Dr. Rosenkranz: In internationalen, das ist ja logisch! – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Das muss ja erst kommen, es wundert mich daher, Frau Belakowitsch-Jenewein, dass Sie schon wissen, wie das ausgehen wird.
Abg. Neubauer: Falsch! – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Ich habe noch ein paar Anmerkungen zum Pflegegeld. So oft wurde heute gesagt, dass das Pflegegeld gekürzt wird. Geschätzte Damen und Herren, das ist immer so, wie man die Sachlage betrachtet. Es ist tatsächlich so, dass das siebenstufige Einstufungsverfahren erhalten bleibt. Es ist tatsächlich so, dass das Pflegegeld als Geldleistung erhalten bleibt. Wie viel ist da im Vorhinein hineininterpretiert worden! Diese Dinge bleiben erhalten, und niemand in Österreich, geschätzte Damen und Herren auch an den Fernsehschirmen, der jetzt im Pflegegeldsystem ist, wird auch nur einen Euro oder einen Cent verlieren. (Abg. Neubauer: Falsch! – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Alle Menschen werden die gleiche Leistung erhalten, auch jene, die nur befristete Bescheide haben. (Abg. Neubauer: Lesen Sie die Einschätzungsverordnung!)
Zwischenruf des Abg. Neubauer. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... Ihr bevorzugt’s Ausländer!
Geschätzte Damen und Herren, ich bin überzeugt davon, dass die Herausforderungen der Zukunft in vielen Bereichen sehr groß sind, nicht nur im Bereich des Pflegegeldes. Wovon ich aber auch überzeugt bin, ist, dass es nicht dienlich ist, Frau Belakowitsch-Jenewein, wenn man die Gesellschaft auseinanderdividiert, sondern wir müssen darauf achten, dass der soziale Friede gewahrt wird. (Zwischenruf des Abg. Neubauer. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... Ihr bevorzugt’s Ausländer!) Das passiert nicht mit Polemik und Populismus, sondern mit verantwortungsvoller Politik. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und die, die schon einzahlen?
Was sagt diese Zahl? – Diese Zahl sagt, dass wir ein zugängliches System haben, und wir werden auch in Zukunft dieses zugängliche System haben (Abg. Ing. Westenthaler: Hauptsache, wir zahlen Sozialhilfe für ...!), weil alle diejenigen, die in Zukunft nicht – so wie heute – glatt die Pflegestufe 2 erreichen, automatisch in die Pflegestufe 1 eingereiht werden. Dadurch stimmt diese Zahl 24 000 nicht, denn 24 000 ist die Gesamtzahl. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und die, die schon einzahlen?)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
und für das sich Abheben insofern, als er sachlich und sachgerecht antwortete, was in anderen Ausschüssen so nicht der Fall gewesen war. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Das Zweite betreffend die 40 Millionen € – das, was Sie vorgelesen haben – widerspricht in keiner Weise dem, was wir jetzt haben. Natürlich hätte dieser Fonds, der mit 100 Millionen € im Jahr 2010 dotiert war, im Jahr 2011 mit 200 Millionen €, 300 Millionen €, 400 Millionen € oder sonst was dotiert werden können, aber es war keine Zahl drinnen, und es ist auch keine Frage, dass wir uns nicht freuen, dass nur 40 Millionen € drinnen sind. Aber wir freuen uns, dass es zumindest 40 Millionen € sind – und jetzt fix vorgeschrieben auf die nächsten Jahre. Das heißt, wir haben erstmalig Steuergeld mit einer fixen Zusage für die nächsten vier Jahre im System. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) – Klarerweise hätte es mehr sein können, das ist keine Frage, aber es widerspricht nicht dem, was Sie sagen.
Sitzung Nr. 95
überreicht von den Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein, Werner Neubauer und Bernhard Vock
Petition betreffend „Für eine sinnvolle Änderung der vorgelegten Verordnung des Bundesministeriums für Gesundheit hinsichtlich näherer Bestimmungen über die tierschutzkonforme Ausbildung und das Verhaltenstraining von Hunden“ (Ordnungsnummer 73) (überreicht von den Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein, Werner Neubauer und Bernhard Vock)
Sitzung Nr. 100
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: „Der absolute Renner“!
Wir sind das einzige Land in der Europäischen Union, das so gut gerüstet in die Arbeitsmarktöffnung geht. Ich darf wirklich mit Stolz festhalten, dass diese noch nicht beschlossene Regierungsvorlage schon der absolute Renner im Bereich des Europäischen Gewerkschaftsbundes ist (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: „Der absolute Renner“!), weil uns viele Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen anderer Länder um dieses Gesetz beneiden. Ich denke daher, dass es beispielgebend sein soll und Mut machen soll, auch in anderen Ländern Gesetze in diese Richtung zu verabschieden. Wir können stolz darauf sein. – Das möchte ich noch einmal zum Ausdruck bringen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Weil das Lohngefälle so groß war!
Als Innviertler Abgeordneter sehe ich seit Jahren, dass viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Deutschland zu uns kommen. (Abg. Strache: Die Innviertler wenden sich eh mit Schrecken von Ihnen ab!) Wir haben mittlerweile 80 000 deutsche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei uns im Land, vor allem in der Gastronomie, aber auch im Tourismusbereich. Vor etwa 15 Jahren, Herr Kollege Strache, waren es rund 40 000, also in etwa die Hälfte. Ich sage Ihnen: Es hat keinerlei Probleme gegeben beim Zuzug der Arbeitskräfte aus der Bundesrepublik Deutschland. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Weil das Lohngefälle so groß war!) Das AMS rechnet mit etwa 20 000 bis 25 000 zusätzlichen Arbeitskräften in diesen Bereichen. (Abg. Strache: Das Lohngefälle in diesen Ländern im Vergleich zu unserem sagt Ihnen gar nichts?) Daher bin ich der Meinung, dass diese Zahl auch vertretbar und verkraftbar sein wird für unseren österreichischen Arbeitsmarkt – natürlich mit den notwendigen gesetzlichen Maßnahmen, die wir heute beschließen und die wir auch im Laufe des nächsten Monats noch beschließen werden.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Na bravo! – Abg. Strache: Der erste Schritt einer Belastung!
Es ist in diesem Zusammenhang nicht nur das Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz zu sehen, sondern auch die Rot-Weiß-Rot-Karte, die in einem Monat beschlossen werden wird, die in der Regierung bereits akkordiert ist. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Na bravo! – Abg. Strache: Der erste Schritt einer Belastung!) Herr Kollege Strache, wenn Sie unsere Betriebe besuchen, dann wissen Sie, dass wir in einigen Branchen bereits einen Mangel an Facharbeitskräften zu verzeichnen haben. Die Rot-Weiß-Rot-Karte wird eine qualifizierte Zuwanderung von hoch qualifizierten Arbeitnehmern, von Fachkräften in Mangelberufen, im Bereich der Schlüsselarbeitskräfte ermöglichen. Das ist ein durchdachtes Punktesystem. Die deutsche Sprache ist wesentlicher Bestandteil des Gesetzes zu dieser Rot-Weiß-Rot-Karte. Ich bedanke mich in diesem Zusammenhang auch bei unserer Bundesministerin Maria Fekter, die federführend diese Rot-Weiß-Rot-Karte verhandelt hat. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Bucher: Die nächste Parteichefin!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Schulungen!
Und wenn man hier sagt, man täte nichts für die Ausbildung, dann muss ich Ihnen sagen: Sie müssten doch wissen, dass 600 Millionen € allein im Jahr 2011 vom AMS nur für Qualifikationsmaßnahmen ausgegeben werden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Schulungen!) Vom gesamten Förderbudget des AMS, von den 980 Millionen gehen 600 Millionen nur in Qualifikationsmaßnahmen!
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Woher wissen wir das? – Abg. Strache: He! Woher wissen Sie das?
Der Wermutstropfen war natürlich auch die Frage der Zulagen, aber im Grundprinzip geht es ja nicht darum, dass jetzt viele ausländische Arbeitskräfte kommen werden. Wir haben unter anderem schon heute ein paar Tausend da, wir haben heute schon 29 000 ungarische Arbeitskräfte in unserem Land. Es wurde auch gesagt: Grenzregion Tschechien. – Aus ganz Tschechien sind es nur 5 000, mehr sind es nicht und mehr kommen auch nicht. Fragen Sie ... (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Woher wissen wir das? – Abg. Strache: He! Woher wissen Sie das?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Könnten Sie das dem Herrn Bundeskanzler sagen? Der weiß das nicht!
se in Ungarn, 300 000 in Tschechien!) Dann würden Sie auch wissen, dass wir schon lange Zeit mit diesen Ländern Grenzgängerabkommen haben; zum Beispiel mit Tschechien ist dieses Grenzgängerabkommen seit vielen Jahren überhaupt nicht ausgereizt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Könnten Sie das dem Herrn Bundeskanzler sagen? Der weiß das nicht!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie nicht zugehört?
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eigentlich, denke ich mir, könnte die Sache ganz einfach sein, oder? Wir alle, hoffe ich oder hätte ich gehofft, muss ich ja inzwischen sagen, sind doch gegen Lohn- und Sozialdumping, oder? (Abg. Strache: Sie nicht, na? Sie nicht!) Herr Strache, haben Sie irgendwann in Ihrer Rede ein Mal gesagt, dass Lohn- und Sozialdumping in Österreich unerwünscht ist? (Abg. Strache: Ja!) Haben Sie es irgendwann einmal gesagt? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie nicht zugehört?) Nein, Sie können es nicht sagen, Herr Strache (Abg. Strache: Sie nicht, ich schon! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), weil Sie tatsächlich – und da muss ich differenzieren, auch zwischen Ihnen und dem BZÖ – ganz offensichtlich die einzige Partei sind, die sich mit Händen und Füßen dagegen wehrt, dass Lohn- und Sozialdumping wirklich effektiv bekämpft wird! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Ich glaube, Ihnen geht es nicht gut!)
Abg. Strache: Seit einer Minute sitzt sie da, sehr gut! Sehr gut, dass sie eine Minute dasitzt! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Warum reden Sie nicht zum Gesetz?
Ich sage Ihnen noch etwas, was bezeichnend ist: Es gibt eine Bestimmung in diesem Gesetzentwurf, die die verfassunggebende Mehrheit verlangt. Diese Bestimmung ist uns wichtig. Viele andere Bestimmungen könnten geändert werden. – Dort ist Frau Kollegin Glawischnig, für den Fall, dass Sie sie sehen wollen. Sie sitzt halt nicht immer vorne. (Abg. Strache: Seit einer Minute sitzt sie da, sehr gut! Sehr gut, dass sie eine Minute dasitzt! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Warum reden Sie nicht zum Gesetz?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie eigentlich zu dem Gesetz auch etwas zu sagen?
Das, Herr Strache, müssen Sie erst einmal widerlegen: dass Sie weder mitgearbeitet haben, dass Sie weder dafür sind, dass diese Gruppen die gleichen Rechte haben, dass Sie weder dafür sind, dass wirklich effektive Maßnahmen gegen Lohn- und Sozialdumping eingeführt werden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie eigentlich zu dem Gesetz auch etwas zu sagen?) Sie haben aber beispielsweise die Chuzpe, sich hier herauszustellen und zu sagen: Wir sind für ein Mindestlohngesetz!, obwohl Sie es vor drei Monaten niedergestimmt haben, als das hier im Parlament war. (Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Strache: ... selbst Anträge, Mindestsicherung! Sie verwechseln Mindestsicherung und Mindestlohn! Sie haben ja sozialpolitisch überhaupt keine Tassen im Schrank!)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Ich möchte eingangs die Klasse M4 der Volksschule Landstraßer Hauptstraße begrüßen. Es ist auch der Neffe meiner Kollegin Cortolezis-Schlager mit dabei, und ich hoffe, dass sie keinen schlechten Eindruck mitnehmen und dann, wenn die Zeit gekommen ist, eine gute Berufsentscheidung treffen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich bin im Ausschuss gesessen!
Abgeordnete Mag. Judith Schwentner (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Hohes Haus! Liebe Besucherinnen und Besucher! Die Reaktion von Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein zeigt vor allem eines: dass Sie offenkundig Angst haben und dass Sie diese diffuse Angst, die Sie da verbreiten, immer weiter perpetuieren, anstatt sich dieses Gesetz genau anzuschauen und eben, wie Kollege Öllinger gesagt hat, die Leute hier zu Wort kommen zu lassen, die vielleicht im Ausschuss gesessen sind, und vielleicht die wenigen bei Ihnen, die sich mit der Materie beschäftigt haben. – Es scheint nicht so zu sein. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich bin im Ausschuss gesessen!) Dann, bitte, argumentieren Sie etwas profunder! (Abg. Mag. Stefan: Waren Sie im Ausschuss?) Bei uns waren zumindest die Erstredner im Ausschuss. Es sind nicht so viele im Ausschuss, wie Sie wissen, deswegen bin ich jetzt die Dritte.
in Richtung von Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Sie wissen, wie es den Frauen in diesem Bereich geht. Sie arbeiten sehr hart, sie haben nicht nur physische Probleme. Sie (in Richtung von Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein) brauchen gar nicht die Hände zu ringen. Das ist ein Bereich, in dem es den Arbeitskräften schlechter geht als Ihnen hier auf der Bank. Die Leute arbeiten Tag und Nacht, die Frauen haben teilweise physische und psychische Probleme, weil dieser Job auch psychisch schwierig ist. Gerade in diesem Bereich muss man genau hinschauen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein!
Wahr ist vielmehr, dass der Österreichische Gewerkschaftsbund, gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund – primär unterstützt von Bundeskanzler Schröder in Deutschland –, begonnen hat, Übergangsfristen herauszuverhandeln – unter dem Druck der Gewerkschaften. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein!) Ich habe mir jetzt auch die Arbeit gemacht, noch schnell zwischendurch herauszusuchen, wie die ÖGB-Resolutionen und die Forderungen zu diesem Thema ausgeschaut haben. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das mit Deutschland zu tun?!
Wir haben aus den EU-10 weniger Menschen in unserem Land auf dem Arbeitsmarkt als zum Beispiel aus der Bundesrepublik Deutschland. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das mit Deutschland zu tun?!) – Auch das sage ich als Botschaft. Ich weiß, Sie wollen es teilweise gar nicht mehr hören.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer verbreitet Lügen?!
Ich weiß, dass das Thema Übergangsfristen beziehungsweise Öffnung des Arbeitsmarktes ein sehr emotionales ist. Aber ich halte überhaupt nichts davon, Lügen zu verbreiten und die österreichische Bevölkerung damit unnötig in Ängste zu versetzen, Panik zu verbreiten. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer verbreitet Lügen?!) – Denn Sie tun nichts anderes. Sie sagen, wir werden jetzt eine Flut an ausländischen Arbeitnehmern bekommen, die werden den österreichischen Arbeitsmarkt einfach überrennen. Viel sinnvoller wäre es, diese Thematik ein bisschen sachlicher anzugehen und aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Durch die ideologische Brille!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Durch die ideologische Brille!
Ich weiß, dass das Thema Übergangsfristen beziehungsweise Öffnung des Arbeitsmarktes ein sehr emotionales ist. Aber ich halte überhaupt nichts davon, Lügen zu verbreiten und die österreichische Bevölkerung damit unnötig in Ängste zu versetzen, Panik zu verbreiten. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer verbreitet Lügen?!) – Denn Sie tun nichts anderes. Sie sagen, wir werden jetzt eine Flut an ausländischen Arbeitnehmern bekommen, die werden den österreichischen Arbeitsmarkt einfach überrennen. Viel sinnvoller wäre es, diese Thematik ein bisschen sachlicher anzugehen und aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Durch die ideologische Brille!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die Wähler nehmen Sie nicht ernst!
Ich würde Sie, wie gesagt, abschließend nochmals dringend ersuchen, dieser Vorlage zuzustimmen. Wenn Sie sich selbst ernst nehmen und wollen, dass, wie Sie immer verlangen, ein geordneter Zuzug möglich ist, dann haben Sie jetzt die Möglichkeit, den Beweis dafür anzutreten, dass Sie das ernst meinen – beziehungsweise sich selbst ernst nehmen. Allerdings: So wie wir Sie bei dieser Frage nicht ernst nehmen können, werden Sie es, nehme ich an, auch selbst nicht tun. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die Wähler nehmen Sie nicht ernst!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein!
Zum Pflegegeld: Ich denke, wir haben uns nichts vorzuwerfen. Wir haben aber nachzudenken: Wir haben in unserem Land eine Quote von 5,2 Prozent – das habe ich den letzten Berichten entnommen. Sie werden kein Land mit einer solch hohen Quote finden. Sie werden kein Land mit siebenstufigen Zuerkennungskriterien finden. Wir haben eine wirklich herzeigbare gute, manchmal sehr gute – wenn ich es einmal vorsichtig sage – Versorgung. Ich halte es für absolut vertretbar, dass wir die Voraussetzungen für den Zugang zu den Stufen 1 und 2 um zehn Stunden angehoben haben. Das braucht man nicht als Sozialdumping oder Sozialhärte darzustellen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein!) – Nein. Ich glaube, dass wir in Zukunft vielmehr schauen müssen, wo die Pflege stattfindet. Müssen wir sie in Heimen oder können wir sie in den Häusern machen? Aber dann müssen wir auch schauen, dass die mobilen Dienste entsprechend ausgebaut werden.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja keine Unterstellung, Herr Bundesminister!
Punkt zwei: Die Frage des Beschäftigungswachstums. Sehr geehrte Frau Abgeordnete Belakowitsch, Sie haben irgendwie ein Trauma, dass Sie mir dauernd unterstellen wollen, ich wolle alle nur hereinholen und die Österreicher rausholen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja keine Unterstellung, Herr Bundesminister!) – Nehmen Sie zur Kenntnis: Wir haben in diesem Land ein Beschäftigungswachstum und einen Beschäftigtenstand, wie wir ihn in der Zweiten Republik noch nie hatten! (Abg. Neubauer: Genauso wie ...!) – Punkt eins.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Weiters möchte ich Sie auch ersuchen: Die Mindestsicherung dient dazu, dass Menschen arbeiten. Die Mindestsicherung hilft den Menschen retour in die Arbeitswelt. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und das hat mit der EU überhaupt gar nichts zu tun?!
Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein, das bedeutet nicht den europäischen Zentralstaat und hat überhaupt nichts mit der Europäischen Union zu tun. Wir verhandeln hier die Europäische Sozialcharta des Europarates. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und das hat mit der EU überhaupt gar nichts zu tun?!) Der Europarat ist wesentlich älter als die Europäische Union; da ist Österreich Mitglied, da sind auch Freiheitliche Mitglied.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir schon gehört!
Ich bin ein Weinviertler Mandatar (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir schon gehört!), und ich habe 9 433 Vorzugsstimmen gekriegt, persönliche Vorzugsstimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel?) 9 433. Ich kann daher sagen, dass ich ungefähr weiß, was ein Wahlkampf ist, und weiß, was mich motiviert. Ich möchte das da ganz offen aussprechen. Ich bin viel unter den Leuten, und wo ich bin, ist fast immer einer dabei, der mir mit Sicherheit eine Vorzugsstimme gegeben hat. Und vor diesen Leuten will ich mich nicht genieren. Das ist mein wirklicher moralischer Maßstab in der politischen Arbeit. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber treffen tut es die Armen in diesem Bereich!
Ich hätte noch eine semantische Bitte, wenn in der Argumentation gesagt wird, die Ärmsten der Armen: Klar ist, wer Pflegegeld bezieht, hat ein persönliches Problem. Aber das Pflegegeld ist in Österreich geregelt unabhängig von der jeweiligen Pensionshöhe, unabhängig davon, was jemand persönlich hat. Beim Pflegegeld wird nicht darauf geschaut, was jemand persönlich hat, sondern darauf, ob jemand Pflegegeld braucht oder nicht, ob Pflegebedürftigkeit vorliegt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber treffen tut es die Armen in diesem Bereich!)
Sitzung Nr. 102
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Deswegen brauchen wir einen türkischen Kindergarten in Wien!
Die erste außerschulische Bildungseinrichtung ist der Kindergarten. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Deswegen brauchen wir einen türkischen Kindergarten in Wien!) Der Herr Wirtschaftsminister und Familienminister ist leider nicht mehr da, aber vielleicht kann man ihm das ausrichten: Wir brauchen ganz bestimmt die Anschlussfinanzierung der Artikel-15a-Vereinbarung zum weiteren Ausbau der Kindergärten in Österreich. Die brauchen wir ganz dringend, denn die Kindergärten leisten einen ganz wesentlichen Beitrag dazu, dass Integration funktioniert, dass Spracherwerb funktioniert, und das soll auch so fortgeschrieben werden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sind da auch türkische Kindergärten notwendig?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sind da auch türkische Kindergärten notwendig?
Die erste außerschulische Bildungseinrichtung ist der Kindergarten. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Deswegen brauchen wir einen türkischen Kindergarten in Wien!) Der Herr Wirtschaftsminister und Familienminister ist leider nicht mehr da, aber vielleicht kann man ihm das ausrichten: Wir brauchen ganz bestimmt die Anschlussfinanzierung der Artikel-15a-Vereinbarung zum weiteren Ausbau der Kindergärten in Österreich. Die brauchen wir ganz dringend, denn die Kindergärten leisten einen ganz wesentlichen Beitrag dazu, dass Integration funktioniert, dass Spracherwerb funktioniert, und das soll auch so fortgeschrieben werden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sind da auch türkische Kindergärten notwendig?)
Sitzung Nr. 103
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dann tun Sie es einmal!
Ich sage Ihnen, man könnte ja auch wirklich Kritik üben, wenn man sich die Zahlen anschaut. Glauben Sie, ich würde nichts finden, das ich kritisieren könnte? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dann tun Sie es einmal!) – Ja, das werde ich jetzt machen. Ich werde Ihnen die Arbeit abnehmen. Ich kann einfach ganz ehrlich sagen, was ich hier sehe. Wenn ich mir den Bundesfinanzrahmen jetzt anschaue, ist das Erste, was ich mache, das ist ja nicht das allererste Bundesfinanzrahmengesetz ... (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) – Nein, Sie machen die Augen zu vor der Realität.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Das Erste, was ich mir anschaue, ist, wie denn eigentlich der letzte Bundesfinanzrahmen vor einem Jahr war. Ich vergleiche einfach nur die Zahlen, was wir vor einem Jahr beschlossen haben und was wir heute beschließen. Wissen Sie, was ich da sehe? – Wir beschließen, dass wir nicht das machen, was vor einem Jahr noch prognostiziert war. Oder die großen Unterschiede sind zwei. Die Rahmenbedingungen haben sich insofern geändert, als die Konjunktur wesentlich besser ist, als vor einem Jahr noch angenommen. Deswegen sind die Steuereinnahmen höher und deswegen ist, sage ich einmal, der Druck zu sparen nicht so groß. – Das ist das Erste. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Da werden Sie schauen! Das sind zum Beispiel im Jahr 2013 400 Millionen €. – Nur damit wir wissen, wovon wir reden. Da muss man sich natürlich die Mühe machen und sich die Zahlen anschauen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Da steht aber: steigend! Da haben Sie sich verlesen, Herr Kollege Krainer!
Was sonst noch auffällt, ist, dass wir weniger Geld für Zinsen ausgeben müssen – und zwar deutlich weniger: eine halbe Milliarde pro Jahr! –, als prognostiziert war, weil die Verschuldung nicht so groß geworden ist wie prognostiziert. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Da steht aber: steigend! Da haben Sie sich verlesen, Herr Kollege Krainer!) Was noch auffällt, ist, dass wir mehrere, zirka 300 bis 400 Millionen ... (Abg. Neubauer: Das steht da herinnen!)
Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Mag. Stefan und Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Ich würde Sie bitten, das in Zukunft beherzter anzugehen, in die Zukunft zu schauen und nicht nur nachträglich oft Maßnahmen als Gender Budgeting zu deklarieren. So wird das keine ernste Angelegenheit. (Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Mag. Stefan und Dr. Belakowitsch-Jenewein.) – Sie können ruhig lachen. Auch wenn Sie Gender Budgeting immer wieder witzig finden, es wirkt sich ganz entscheidend auf Frauen und Männer aus. Das mit den Frauen vergessen Sie halt so gerne, okay. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ursula Haubner: Wieso erhöhen wir die Steuern?! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer erhöht die Steuern?! – Abg. Mag. Stadler: Haben Sie Wahrnehmungsprobleme?! – Abg. Kickl: Sie sind mit dem Rasenmäher über die Familien gefahren!
Im Gegensatz zu den Grünen und zum BZÖ wollen wir die Steuern nicht erhöhen. Die Steuerreform 2009 zum Beispiel ist den Familien sehr stark zugutegekommen. Wir wollen das mit einer weiteren Steuerfairness für Familien mit Kindern, für Familien mit mehr Kindern weiter forcieren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ursula Haubner: Wieso erhöhen wir die Steuern?! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer erhöht die Steuern?! – Abg. Mag. Stadler: Haben Sie Wahrnehmungsprobleme?! – Abg. Kickl: Sie sind mit dem Rasenmäher über die Familien gefahren!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Meinen Sie eigentlich ernst, was Sie da sagen?! Sie haben die Familien geschröpft wie noch nie zuvor!
Zusammengefasst: Wir wollen den Wirtschaftsstandort Österreich sichern, Arbeitsplätze schaffen, Leistung belohnen und Akzente für Familien und Kinder setzen. Wir werden am richtigen Platz sparen und in Zukunftsbereiche investieren. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Meinen Sie eigentlich ernst, was Sie da sagen?! Sie haben die Familien geschröpft wie noch nie zuvor!) – Wir haben Familienpolitik gemacht, und wenn Sie genauer hinschauen, sehen Sie, dass wir nach wie vor europaweit im Spitzenfeld liegen. Ja, es war schmerzhaft, aber wir haben nur Leistungen gekürzt, die – sagen wir so – weit über dem europäischen Standard waren. (Abg. Kickl: Lopatka hat vorgeschlagen ...!) Gerade in diesem Bereich werden wir weitere Akzente setzen, insbesondere zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Sie müssen nur mitgehen, werte Frau Kollegin. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. –
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: „Keiner“ hat es gemerkt!
Ich bin der gleichen Meinung wie Frau Bundesminister Fekter: Die Menschen in unserem Land haben die Krise nicht so stark gespürt wie die Menschen in anderen Ländern. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: „Keiner“ hat es gemerkt!) – Ihr habt ein Wort vergessen! Sie hat gesagt: fast. Das ist natürlich etwas anderes.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Schulden und vor allem die Zinsen steigen ins Unermessliche. Im Jahr 2015: 10 Milliarden € Zinsen. Wer soll das bezahlen? – Jawohl, der Steuerzahler wird es bezahlen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Der Steuerzahler wird weiter geschröpft. Es wird in die Taschen der österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler gegriffen, die nichts mehr drinnen haben. (Neuerlicher Zwischenruf bei der FPÖ.) Sie pfeifen schon aus dem letzten Loch – aufgrund Ihrer Politik, meine sehr geehrten Damen und Herren von Rot und Schwarz. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und was machen Sie dagegen?
Sich hier herzustellen und zu sagen: Kümmern Sie sich einmal um das!, ist eine wirkliche Missachtung dessen, was dieses Haus beschlossen hat, und ist auch eine Missachtung dessen, was unsere Rechtsnorm ist. Dass wir bei der organisierten Schwarzarbeit ein Problem haben, ist vollkommen klar, dessen ist man sich vollkommen bewusst. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und was machen Sie dagegen?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Eh alles super!
Das ist genau das Problem, das jetzt auch schon angesprochen wurde und dem man, glaube ich, in der Zukunft viel mehr Bedeutung beimessen sollte – vor allem dann, wenn wieder, wie das sicher irgendwann in den nächsten Tagen und Wochen passiert, Experten kommen, die uns sagen, die Menschen müssen länger arbeiten und später in Pension gehen. – Ja, zum länger Arbeiten braucht man einen Arbeitsplatz (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Eh alles super!), und länger arbeiten heißt, dass man natürlich auch die entsprechende Möglichkeit hat, einen altersgerechten Arbeitsplatz zu haben; gerade für ältere Menschen ist das wichtig.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ums Studium ist es gegangen! ... nicht akademisiert werden!
Anders als die FPÖ glauben wir, dass eine höhere Bildung eher dazu führt, dass man eine größere Zufriedenheit mit der Tätigkeit entwickeln kann. Deshalb muss ich noch einmal ganz kurz auf die Argumentation von Frau Abgeordneter Belakowitsch-Jenewein im Ausschuss zurückkommen, die sehr wohl zum Ausdruck gebracht hat, dass sie befürchtet, dass höhere Qualifizierung – nämlich etwa eine Qualifizierung, die mit einer Matura abschließt – dazu führt, dass die Menschen eben nicht in der Pflege bleiben. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ums Studium ist es gegangen! ... nicht akademisiert werden!)
Sitzung Nr. 107
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wann denn? – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Bundesministerin für Finanzen Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Werte Zuseherinnen und Zuseher! (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie auch einen Reim für uns?) Herr Bucher, Sie haben es nicht verstanden! (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Bucher.) Das ist ein Sanierungsplan, der schlussendlich zu dem Ergebnis führen soll (Abg. Bucher: ... Beamten-Regierung, ihr solltet einmal in die Privatwirtschaft gehen! Geldvernichtungsregierung!), dass Griechenland und dass Portugal die Hausaufgaben machen, sprich Reformen umsetzen. Dafür leihen wir ihnen Geld, und Griechenland zahlt Zinsen dafür. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wann denn? – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Österreich hat bisher 19,5 Millionen € an Zinsen bekommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Kein Mensch glaubt Ihnen das!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Ich verstehe natürlich Ihre Aufregung, weil Sie als Oppositionsparteien in Zeiten der Krise in Wirklichkeit ja nicht sehr viel erreicht haben. Sie haben sich zwar manchen Maßnahmen, wie beispielsweise der Bankenrettung, angeschlossen, aber dann haben Sie es auf der anderen Seite auch wieder abgestritten und das ganze System schlechtgeredet. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Schweigeminute?
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Fernsehzuschauer und Gäste hier im Saal! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Schweigeminute?) Frau Minister, Sie haben sich heute um Griechenland Sorgen gemacht, Sie haben sogar Ihre Hilfestellung angeboten. (Abg. Silhavy: Heute ohne Schweigeminute?) Sie wollen den Griechen Hilfestellung geben, um ihre Finanzen in Ordnung zu bringen, um ihr Budget in Ordnung zu bringen.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das alles unter VP-Finanzministern!
Dass eine derartige Abfederung einer Krise natürlich auch mit Kosten verbunden ist, ist uns allen bewusst, und wir haben derzeit – das ist heute schon oft zitiert worden – in Österreich einen der höchsten, wenn nicht den höchsten Schuldenstand der Zweiten Republik. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das alles unter VP-Finanzministern!) Diesen Schuldenstand gilt es allerdings möglichst rasch abzubauen. Daran arbeiten wir, damit wir wieder mehr Mittel für Zukunftsinvestitionen freibekommen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wie denn?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wie denn?
Dass eine derartige Abfederung einer Krise natürlich auch mit Kosten verbunden ist, ist uns allen bewusst, und wir haben derzeit – das ist heute schon oft zitiert worden – in Österreich einen der höchsten, wenn nicht den höchsten Schuldenstand der Zweiten Republik. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das alles unter VP-Finanzministern!) Diesen Schuldenstand gilt es allerdings möglichst rasch abzubauen. Daran arbeiten wir, damit wir wieder mehr Mittel für Zukunftsinvestitionen freibekommen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wie denn?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Zu wenig!
Wenn wir gestern lesen konnten: Mehr Hilfe für Wirtschaft, Österreich bei Forschung vorne!, dann sind wir ja auf dem richtigen Weg. Wir sind unter den Top drei im Bereich Forschung. Finnland hat 4 Prozent, sicher ein Paradebeispiel, aber Österreich liegt mit Deutschland mit 2,8 Prozent Forschungsquote an zweiter Stelle. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Zu wenig!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... Steuererhöhungen!
Wenn die Prognosen im Hinblick auf Beschäftigung auch durchaus erfreulich sind, werden wir doch darauf achten müssen, Österreich mit eiserner Budgetdisziplin wettbewerbsfähig und zukunftsfit zu halten; denn wir haben mit über 40 Prozent eine der höchsten Steuer- und Abgabenquoten, meine Damen und Herren, und da ist nach oben kein Spielraum mehr. Die falsche Antwort sind neue Steuern (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Stefan), denn neue Steuern würden diejenigen treffen, die dafür verantwortlich sind, dass der Wirtschaftsmotor im Lande wieder zu richtig läuft: unsere Leistungsträger. Diese dürfen wir nicht weiter belasten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... Steuererhöhungen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das war eine Frage! – Abg. Ing. Hofer: Das war eine Frage und kein unqualifizierter Zwischenruf! – Abg. Kickl: Das war eine unqualifizierte Antwort!
Zum Desaster um die Hypo Alpe-Adria gehören zumindest zwei wesentliche Schlüsselfaktoren. Das eine sind die Haftungen, die das Land übernommen hat, das andere ist die Misswirtschaft der Bank. Beides zusammen führt zum Desaster; eines allein ist zu wenig. Wenn es nur eine Misswirtschaft der Bank gibt und Bundesland und Steuerzahler nicht haften, dann kann man anders damit umgehen. Wenn es nur Haftungen gibt, aber keine Misswirtschaft der Bank, sondern eine gut funktionierende Bank, dann kommt es auch nicht zum Desaster. (Abg. Dr. Strutz: Warum hat die SPÖ den Haftungen zugestimmt?) Das heißt, beides zusammen führt zum Desaster. (Abg. Dr. Strutz: Warum hat die SPÖ den Haftungen zugestimmt?) – Sie sind ohnehin zu Wort gemeldet, können dann also von hier aus sagen, was Sie sagen wollen, anstatt jetzt wieder durch unqualifizierte Zwischenrufe aufzufallen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das war eine Frage! – Abg. Ing. Hofer: Das war eine Frage und kein unqualifizierter Zwischenruf! – Abg. Kickl: Das war eine unqualifizierte Antwort!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Frau Abgeordnete Belakowitsch hat gesagt, er wird sich darum kümmern, dass die 15a-Vereinbarungen umgesetzt werden, und hat das sehr ins Lächerliche gezogen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) – Das ist genau der Punkt, wo Herr Minister Stöger darauf schauen wird, dass die Spitalsdefizite in Zukunft nach unten gehen und dass nicht das Gleiche passiert wie bei den letzten 15a-Verhandlungen, als man den Ländern noch 100 Millionen € gegeben hat, ohne eine Gegenleistung dafür zu verlangen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Mag. Stadler.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Mag. Stadler.
Frau Abgeordnete Belakowitsch hat gesagt, er wird sich darum kümmern, dass die 15a-Vereinbarungen umgesetzt werden, und hat das sehr ins Lächerliche gezogen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) – Das ist genau der Punkt, wo Herr Minister Stöger darauf schauen wird, dass die Spitalsdefizite in Zukunft nach unten gehen und dass nicht das Gleiche passiert wie bei den letzten 15a-Verhandlungen, als man den Ländern noch 100 Millionen € gegeben hat, ohne eine Gegenleistung dafür zu verlangen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Mag. Stadler.)
Sitzung Nr. 109
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... pauschal!
Meine Damen und Herren, wenn ein Antrag keine Mehrheit findet, dann ist das meiner Meinung nach in einer Demokratie genauso zu akzeptieren, wie wenn ein Antrag eine Mehrheit bekäme. (Zwischenruf des Abg. Zanger.) Es muss – und ich gehe davon aus, dass wir alle Demokraten sind – legitim sein, einen Antrag abzulehnen und ihm keine Mehrheit zu geben. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... pauschal!) In diesem Zusammenhang möchte ich hier schon die Kritik der Klubobfrau Glawischnig zurückweisen, dass wir über die einzelnen Tagesordnungspunkte nur so drübergegangen wären.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist keine einfache Regel! Das war jetzt polemisch!
Wenn Sie hier sagen, irgendwo, zum Beispiel beim KAV, splittet man die Wochenenddienste nicht: Ja, das mag da oder dort noch vorkommen. Aber Sie, wenn Sie sich auskennen würden, und ich nehme an, Herr Professor Frigo wird sich halb auskennen – Herr Lasar sollte sich besser auskennen –, denn Herr Frigo ist kein Gemeindebediensteter, darum kennt er sich im KAV nur halb aus; das ist eine einfache Regel. Ich weiß, wo er herkommt; Sie wissen auch, wo ich herkomme. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist keine einfache Regel! Das war jetzt polemisch!) – Das ist nicht polemisch, das ist eine sachliche Feststellung.
Abg. Zanger: Na, na, Frau Kollegin! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo war da ein hysterischer Anfall? Geht es Ihnen gut?!
der Europäischen Union getroffen und auf Österreich umgelegt werden, nicht zu bekämpfen oder das genauso mit einem hysterischen Anfall endet, wie er es bei der letzten Pressekonferenz in Brüssel getan hat. (Abg. Zanger: Na, na, Frau Kollegin! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo war da ein hysterischer Anfall? Geht es Ihnen gut?!) Dann wünsche ich uns allen viel Vergnügen. (Abg. Zanger: Wer hat Ihnen das eingeredet?)
Sitzung Nr. 110
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist keine Wahl!
Jetzt sage ich Ihnen noch etwas: Hier treten Sie dagegen auf, während Sie in Kärnten gerade in diesen Tagen massiv für die Briefwahl sind. (Abg. Mag. Stefan: Wo ist eine Briefwahl?) Ihr Abspalter FPK, jetzt momentan im Gange, die Kärntner entscheiden per Brief über Ortstafeln. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist keine Wahl!) Das ist keine Wahl, aber es ist eine Abstimmung per Brief. (Abg. Mag. Stefan: Eine Befragung!) Sie sagen in Kärnten, wie wichtig diese Entscheidung ist. Nein, es ist keine Wahl, aber es ist eine Wählerentscheidung per Brief. Also hier ist es Fälschung, dort ist diese Befragung per Brief genau das, was Sie hochloben. Sie sollten wissen, was Sie wollen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie das noch immer nicht begriffen? Ich sage es Ihnen auch noch einmal, sehr gerne!
Frage: Machen Sie diese Eingabe nur für den Territorialraum Kärnten oder ist das eine Gesamtanfechtung? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie das noch immer nicht begriffen? Ich sage es Ihnen auch noch einmal, sehr gerne!) Haben Sie diese Briefwahlmöglichkeit in der Landtagswahlordnung und Gemeinderatswahlordnung drinnen oder nicht drinnen? Wie gehen Sie bei anderen Maßnahmen damit um? – Kollege Lopatka hat es schon gesagt: Jetzt haben Sie eine Ortstafelabstimmung. Ich weiß schon, das ist nicht vergleichbar – das weiß ich schon! –, aber da lassen Sie sich auch per Brief mitteilen, wie die Bürger denken. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber warum bringen Sie das dann, wenn Sie eh wissen, dass das nicht vergleichbar ist? Warum bringen Sie das dann?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber warum bringen Sie das dann, wenn Sie eh wissen, dass das nicht vergleichbar ist? Warum bringen Sie das dann?
Frage: Machen Sie diese Eingabe nur für den Territorialraum Kärnten oder ist das eine Gesamtanfechtung? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie das noch immer nicht begriffen? Ich sage es Ihnen auch noch einmal, sehr gerne!) Haben Sie diese Briefwahlmöglichkeit in der Landtagswahlordnung und Gemeinderatswahlordnung drinnen oder nicht drinnen? Wie gehen Sie bei anderen Maßnahmen damit um? – Kollege Lopatka hat es schon gesagt: Jetzt haben Sie eine Ortstafelabstimmung. Ich weiß schon, das ist nicht vergleichbar – das weiß ich schon! –, aber da lassen Sie sich auch per Brief mitteilen, wie die Bürger denken. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber warum bringen Sie das dann, wenn Sie eh wissen, dass das nicht vergleichbar ist? Warum bringen Sie das dann?)
Sitzung Nr. 113
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir wissen eh, was das für Experten sind!
Tatsache ist: Seit Jahren, seit Jahrzehnten fordern zahlreiche ExpertInnen, dass es im Bereich der letzten Jahre vor Schuleintritt eine Regelung betreffend verpflichtenden Kindergarten inklusive der notwendigen Förderungen braucht. Diesen ExpertInnenmeinungen haben sich die Grünen schon vor Jahren angeschlossen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir wissen eh, was das für Experten sind!) Glücklicherweise – das ist ja bei sinnvollen Forderungen nicht immer der Fall – haben sich auch die FPÖ (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein) und die Regierungsparteien dazu durchgerungen.
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Tatsache ist: Seit Jahren, seit Jahrzehnten fordern zahlreiche ExpertInnen, dass es im Bereich der letzten Jahre vor Schuleintritt eine Regelung betreffend verpflichtenden Kindergarten inklusive der notwendigen Förderungen braucht. Diesen ExpertInnenmeinungen haben sich die Grünen schon vor Jahren angeschlossen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir wissen eh, was das für Experten sind!) Glücklicherweise – das ist ja bei sinnvollen Forderungen nicht immer der Fall – haben sich auch die FPÖ (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein) und die Regierungsparteien dazu durchgerungen.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Das führt aber nicht dazu – wie es sozusagen logisch und nachvollziehbar wäre –, dass das nur die Kinder betrifft, die wirklich aus gesundheitlichen Gründen einem Kindergartenbesuch nicht nachkommen können – ich denke da an Kinder, die aufgrund ihrer Krankheit ans Bett gebunden sind –, sondern das betrifft in vielen Regionen Kinder auch deshalb, weil es die Plätze nicht gibt, weil es die sonderpädagogischen Einrichtungen nicht gibt (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein) und weil es auch das Betreuungspersonal nicht gibt. Vor diesem Hintergrund habe ich einen Entschließungsantrag vorbereitet, den ich noch einbringen werde.
Sitzung Nr. 114
Abg. Kickl: So ist es ja auch! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: So ist es ja leider!
gemacht hat (Abg. Mag. Lapp: Na! – Abg. Weninger: Na, so nicht! – Abg. Mag. Lapp: Das ist unredlich!), indem er Österreich als das einzige Land der Europäischen Union darstellt, wo wie auf einen Honigtopf, der Österreich offensichtlich ist, alle Europäer und Drittstaatsangehörige hinfliegen, um hier Sozialleistungen zu konsumieren. (Abg. Kickl: So ist es ja auch! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: So ist es ja leider!) Das hat leider auch sehr wenig mit der Realität zu tun. Ich möchte mit diesem Weg und mit diesem Ansatz sicher nichts zu tun haben und auch nicht damit beginnen.
Abg. Kickl: Das ist der falsche Tagesordnungspunkt! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es geht jetzt nicht um den Pflegefonds!
685 Millionen € sind auf diese vier Jahre gerechnet insgesamt plus 7,3 Prozent auf das, was die öffentliche Hand ausgibt. Das ist also allemal ein ordentlicher Finanzierungsschub. (Abg. Kickl: Das ist der falsche Tagesordnungspunkt! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es geht jetzt nicht um den Pflegefonds!)
Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Kickl: Keine Reaktion in der eigenen Fraktion!
Wir, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, nehmen die Empfehlungen des Rechnungshofes ernst. Die Freiheitlichen nehmen leider nicht einmal ihre eigenen Forderungen ernst. (Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Kickl: Keine Reaktion in der eigenen Fraktion!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben wir eh!
Abgeordnete Dr. Sabine Oberhauser, MAS (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Bundesministerin! Herr Kollege Neubauer, Sie haben gesagt, dass Menschen, die pflegen, das aus tiefster Überzeugung tun und nicht aus sonstigen Motiven. Herr Abgeordneter, diese Menschen hätten es sich verdient, dass wir die Diskussion zum Tagesordnungspunkt 1 über das Thema abgehalten hätten (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben wir eh!) – und nicht, dass man mit polemischen Beispielen, die ohnehin immer die gleichen sind und auch immer gleich widerlegt sind, eine Diskussion in eine Richtung zieht, wie sie sich diese Menschen nicht verdienen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Überhaupt nichts haben Sie widerlegt! – Abg. Kickl: Bis Sie es verstehen, so lange werden wir es machen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Überhaupt nichts haben Sie widerlegt! – Abg. Kickl: Bis Sie es verstehen, so lange werden wir es machen!
Abgeordnete Dr. Sabine Oberhauser, MAS (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Bundesministerin! Herr Kollege Neubauer, Sie haben gesagt, dass Menschen, die pflegen, das aus tiefster Überzeugung tun und nicht aus sonstigen Motiven. Herr Abgeordneter, diese Menschen hätten es sich verdient, dass wir die Diskussion zum Tagesordnungspunkt 1 über das Thema abgehalten hätten (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben wir eh!) – und nicht, dass man mit polemischen Beispielen, die ohnehin immer die gleichen sind und auch immer gleich widerlegt sind, eine Diskussion in eine Richtung zieht, wie sie sich diese Menschen nicht verdienen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Überhaupt nichts haben Sie widerlegt! – Abg. Kickl: Bis Sie es verstehen, so lange werden wir es machen!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die Menschen verstehen das schon richtig! – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl.
Um diese Absicherungen zu geben, muss man heute zustimmen. (Abg. Kickl: Das hätten Sie ganz anders organisieren können!) Heute nicht dabei zu sein, heißt, die Menschen im Ungewissen zu lassen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die Menschen verstehen das schon richtig! – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl.) Das ist wahrscheinlich das, was Sie wollen. Wir wollen die Menschen in Sicherheit lassen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Sitzung Nr. 118
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler, Strache und Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Wenn sich gerade derjenige, nämlich der Herr Huber, in die Öffentlichkeit stellt – aus welchen Motiven auch immer –, unter dessen Verantwortung 600 Millionen € damals, in der schwarz-blauen Zeit, in den ÖBB verspekuliert wurden, wenn sich gerade er heute herstellt und groß über Inseratenaufträge philosophiert, die ein weisungsungebundenes Organ der ÖBB zu vergeben hatte, dann verstehe ich, was der Hintergrund ist. (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler, Strache und Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... Werner Faymann!
Oder: Strasser. – Der hat für Österreich natürlich auch den Korruptionsindex nach unten beschleunigt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... Werner Faymann!) Strasser war österreichischer Delegationsleiter der ÖVP, Spitzenkandidat der ÖVP, ehemaliger ÖVP-Innenminister – und er hat dann Europa und weltweit vorgeführt, wie politische Korruption und politische Prostitution funktioniert. Unglaublich! Da fehlt auch noch, meine Damen und Herren von der ÖVP, Aufklärung.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Abgeordneter Ewald Sacher (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Volksanwältinnen! Hohes Haus! Vorerst einmal die Feststellung, dass wir seit Langem wieder einen Bericht der Volksanwaltschaft nicht zu nächtlicher Stunde diskutieren (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), sondern dank der heutigen Tagesordnung zu einem Zeitpunkt, zu dem es sich die Menschen, die sich mit ihren Schicksalen an die Volksanwaltschaft gewendet haben, auch verdient haben, dass man hier über ihre Probleme diskutiert. Das möchte ich einmal anfangs sagen. (Beifall bei der SPÖ. – Rufe bei der FPÖ: Danke, Herr Präsident! – Abg. Dr. Pirklhuber: ... zum Stadler was! Das ist ja peinlich, was er aufführt!)
Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, das hab ich nie gesagt! – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Da gibt’s aber ein Protokoll!
Sie haben es in den Medien ein Geschäft genannt! (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, das hab ich nie gesagt! – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Da gibt’s aber ein Protokoll!) Ah, jetzt haben Sie es nicht mehr gesagt? Okay. Gut: Wenn es ernst wird, dann muss man lügen. – Jetzt ist es ernst, Frau Minister! (Abg. Ing. Schultes: Stadler, so ernst ist es noch nicht! Du brauchst noch nicht lügen!) – Aha, ein ganz Gescheiter aus der Raiffeisen-Fraktion: Es ist überhaupt noch nicht ernst, es ist alles noch lustig! (Abg. Ing. Westenthaler: „... lustig! Alles noch gar nicht so ernst“!)
Sitzung Nr. 120
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Beantwortung!
ben, für das Image, für die Kundenzufriedenheit und für hunderte Detailfragen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Beantwortung!)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und jetzt bitte die Antworten!
Um zu regeln, wer wo wie viele Inserate schaltet und nach welchen Kriterien Inserate und deren Schaltung möglichst adäquat erfolgen sollen, haben wir in der Bundesregierung das Medientransparenzgesetz beschlossen und uns auf die Einrichtung eines entsprechenden Beirates geeinigt. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und jetzt bitte die Antworten!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aus Ihrer Sicht!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege, unabhängig davon, dass die ganze heutige Veranstaltung aus meiner Sicht ein ziemlicher Rohrkrepierer war (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aus Ihrer Sicht!) und ich mich eigentlich auch gewundert habe, warum genau die Partei, die das größte kriminelle Potenzial hier im Haus hat (Abg. Dr. Rosenkranz: ...! Herr Präsident!?), mit x Vorbestraften, heute hier auftritt (Abg. Strache: Meinen Sie den Herrn Androsch? Oder Blecha? Oder wen?), ist es schon so, dass es mich auch wundert, dass ein Notar in einer derart unsachlichen Art und Weise die Dinge auseinanderlegt, meine Damen und Herren. (Abg. Strache: Meinen Sie den Herrn Androsch oder Blecha aus Ihrer Partei?)
Sitzung Nr. 124
Abg. Ing. Westenthaler: Dafür streichen wir das Pflegegeld zusammen! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Uni-Milliarde!
Kein Sparen bei den Zukunftsinvestitionen in Bildung, Forschung und Wissenschaft, die weiterhin mit hoher Priorität versehen sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Dafür streichen wir das Pflegegeld zusammen! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Uni-Milliarde!) Mit dem Beschluss des Bundesfinanzrahmens im Frühjahr hier im Parlament bedeutet dies in Fakten und Zahlen ausgedrückt: Die Ausgaben der Republik steigen zwischen 2011 und 2015 im jährlichen Schnitt um 1,8 Prozent, also deutlich schwächer als das nominale Bruttoinlandsprodukt.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir schon gehört!
In wirtschaftlich sensiblen Zeiten wäre es daher verfehlt, eine Vollbremsung hinzulegen, dadurch das schwache Pflänzchen der Konjunktur zu gefährden und den Wirtschaftsmotor abzudrehen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir schon gehört!) Wir müssen uns vor Augen halten: Wir sind aus der Krise noch nicht herausgekommen, wir sind der Krise noch nicht entwischt.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wie viel?
Das heißt: Die gute Beschäftigung erlaubt auch gute Einnahmen, und der Arbeitsmarkt zeigt sich – trotz der Ostöffnung – bei wachsender Beschäftigung und niedriger Arbeitslosigkeit weiter stabil. Da aber jeder Arbeitslose einer zu viel ist, wird auch im Jahr 2012 für die aktive Arbeitsmarktpolitik wieder mehr als 1 Milliarde € zur Verfügung stehen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wie viel?) Insgesamt sind im Budget für die Arbeitsmarktpolitik rund 6,2 Milliarden € vorgesehen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Es muss uns allen ein Anliegen sein, soziale Sicherheit für unsere Pensionistinnen und Pensionisten zu gewährleisten. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Für 2012 budgetieren wir insgesamt rund 19,1 Milliarden € für die Pensionen. (Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist feig!
Wir nehmen die Angelegenheit sehr ernst. Wir lehnen derzeit diesen Antrag ab und schlagen vor, die Ergebnisse auf europäischer Ebene abzuwarten, weil wir eine europäische Regelung benötigen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist feig!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein, nein! Das hätte man ja auch anders lösen können!
Ich möchte nur zu dem ersten Antrag, den Sie angesprochen haben, Frau Kollegin, betreffend die Ausgleichstaxe des Bundes schon richtig stellen, dass ich nicht gesagt habe, dass es nur zu einem Entfall des Betrages im Ausgleichstaxfonds kommen würde – ich habe das nicht als einziges Argument gebracht –, sondern dass das natürlich dazu führen würde, dass weniger Geld in den Ausgleichstaxfonds eingezahlt wird, und das stimmt ja. Sie wissen ja auch, dass aus dem Ausgleichstaxfonds Programme für Menschen mit Behinderungen bezahlt werden. Und wenn man jetzt Planstellen streichen würde – so wie Sie das in Ihrem Antrag auch fordern –, dann würde das zum einen den Wegfall von Planstellen bedeuten, was ja nicht dazu führt, dass automatisch mehr behinderte Menschen eingestellt werden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein, nein! Das hätte man ja auch anders lösen können!) Und im Kontext, alles zusammen, haben wir diesen Antrag einfach abgelehnt. – Das zu diesem Antrag.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein, null kostet das nicht!
Ich kann Ihnen nicht sagen, was das kostet. Uns kostet es null. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein, null kostet das nicht!) Wenn Menschen in unser Pensionsversicherungssystem einzahlen und dann einen Leistungsanspruch erwerben, so haben sie diesen Leistungsanspruch aus dem Budget der Pensionsversicherung. Jetzt können
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein, das stimmt ja nicht!
Ich würde daher bitten, das endlich einmal zur Kenntnis zu nehmen. Was Sie hier verlangen, ist die Streichung von Lehrkräften. Das erklären Sie bitte den Österreicherinnen und Österreichern! Das ist nämlich die Logik Ihres Antrages. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein, das stimmt ja nicht!) – O ja, wenn ich sie nicht besetze, heißt das, ich muss Dienstposten streichen, das heißt, ich muss Lehrerdienstposten streichen. Denken Sie doch bitte einmal durch, was Sie hier verlangen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es gibt aber auch noch andere Dienstposten!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es gibt aber auch noch andere Dienstposten!
Ich würde daher bitten, das endlich einmal zur Kenntnis zu nehmen. Was Sie hier verlangen, ist die Streichung von Lehrkräften. Das erklären Sie bitte den Österreicherinnen und Österreichern! Das ist nämlich die Logik Ihres Antrages. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein, das stimmt ja nicht!) – O ja, wenn ich sie nicht besetze, heißt das, ich muss Dienstposten streichen, das heißt, ich muss Lehrerdienstposten streichen. Denken Sie doch bitte einmal durch, was Sie hier verlangen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es gibt aber auch noch andere Dienstposten!)
Sitzung Nr. 126
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: „Geringe Heizkosten“ müssen Sie noch einmal erklären!
res Beispiel für nachhaltige Politik, die wir auch mit diesem Budget fortsetzen und unterstützen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: „Geringe Heizkosten“ müssen Sie noch einmal erklären!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja freilich! – Abg. Mag. Stefan: Haben Sie das ernsthaft gelesen?
Aber es gibt natürlich auch Maßnahmen, die ich mir vorstellen könnte, die im Budget noch nicht enthalten sind. Wenn wir uns den Bildungsbereich anschauen – weil der angesprochen wurde –, dann ist es so, und das ist international unbestritten, dass jene Länder, die eine gemeinsame Schule der 6- bis 14-Jährigen haben, natürlich wesentlich bessere Ergebnisse bei PISA, aber auch bei vielen anderen Leistungstests haben. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja freilich! – Abg. Mag. Stefan: Haben Sie das ernsthaft gelesen?) Wir in Österreich haben eine Gesamtschule, eine gemeinsame Schule, die geht nur bis 10 und nicht bis 14. Natürlich wäre es wesentlich effizienter und auch gerechter, die gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen in Österreich einzuführen, und langfristig führt auch kein Weg daran vorbei. Dazu braucht es eigentlich nur zwei Dinge, nämlich Mut und durchdachte Konzepte. Beides liegt vor, es liegt nur noch an der Umsetzung. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja nicht!
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Kollege Westenthaler, ich verstehe schon, dass die Opposition am Budget Dinge kritisiert. Es gibt natürlich Punkte, die man ansprechen und kritisieren kann, aber bleiben wir bitte bei der Wahrheit! Wahr ist: Für die Pflege wird mehr Geld in die Hand genommen und nicht gekürzt, Herr Westenthaler! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja nicht!) In Summe wird selbstverständlich mehr Geld für die Pflege in die Hand genommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch nicht wahr! 16 Millionen weniger!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Danke für die Unterrichtsstunde!
Wir verstecken Menschen nicht, sondern wir bilden sie aus und deklarieren offen alle Zahlen. – Danke schön. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Danke für die Unterrichtsstunde!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Mag. Stefan.
Abgeordnete Dr. Sabine Oberhauser, MAS (SPÖ): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Kolleginnen und Kollegen! Die Prophezeiungen der Jünger des HC, die wir heute wieder gehört haben, entbehren wie immer jeglicher Relevanz. Ich erinnere: Am 1. Mai werden eine Million Menschen am Rathausplatz stehen, die im Zuge der Ostöffnung Österreich stürmen werden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Mag. Stefan.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und dennoch müssen wir ... erhöhen!
Seit der Ostöffnung wurden in Österreich 19 000 Menschen vom Arbeitsmarkt aufgesaugt, das heißt, sie haben Arbeit in Österreich, und dennoch haben wir eine niedrige Arbeitslosenrate – so viel zur ersten Prophezeiung der Jünger des HC. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und dennoch müssen wir ... erhöhen!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Die zweite Prophezeiung: Erst vor Kurzem hat uns Herr Dr. Karlsböck wissen lassen, dass Geld für die Krankenkassen auszugeben so ist, als würde man es nach Griechenland schicken, es versinkt irgendwo. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Wenn man sich das Budget anschaut, wenn man sich das Budget der Krankenkassen anschaut, wenn man schaut, was sie gemacht haben, dann weiß man ganz genau, dass diese Investition richtig war. Sie war deutlich richtiger als das, was unter Schwarz-Blau geschehen ist, nämlich dass man die Krankenkassen zu wirklich kranken Kassen gemacht hat. Dieses Budget zeigt, dass es nicht so ist. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Alles ist eingetreten!
Wenn ich mich jetzt noch frage, was Sie geglaubt haben, dass alles geschehen wird, und wenn wir in den heutigen Reden zum Budget zugehört haben (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Alles ist eingetreten!) – ja, ja, das haben wir eh gesehen, die Million Menschen, die vor der Türe stehen und all diese Dinge machen (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein) –, dann sehen wir, dass all diese Prophezeiungen nicht eingetreten sind. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Wenn ich mich jetzt noch frage, was Sie geglaubt haben, dass alles geschehen wird, und wenn wir in den heutigen Reden zum Budget zugehört haben (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Alles ist eingetreten!) – ja, ja, das haben wir eh gesehen, die Million Menschen, die vor der Türe stehen und all diese Dinge machen (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein) –, dann sehen wir, dass all diese Prophezeiungen nicht eingetreten sind. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Wenn ich mich jetzt noch frage, was Sie geglaubt haben, dass alles geschehen wird, und wenn wir in den heutigen Reden zum Budget zugehört haben (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Alles ist eingetreten!) – ja, ja, das haben wir eh gesehen, die Million Menschen, die vor der Türe stehen und all diese Dinge machen (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein) –, dann sehen wir, dass all diese Prophezeiungen nicht eingetreten sind. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Wenn ich höre, dass die ÖVP – das Budget schaut anders aus; wir differenzieren zwischen Rede und Budget (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein) – im Sozialbereich, bei der Gesundheit und bei den Pensionen sparen möchte, dann kann ich Ihnen sagen, ich bin heilfroh, dass wir einen sozialdemokratischen Bundeskanzler und eine sozialdemokratisch geführte Regierung haben (Ah-Ruf beim BZÖ), damit das in dieser Form nicht eintritt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Eine Rede wie ein Geständnis!)
Sitzung Nr. 132
Ruf bei der FPÖ: „Sehr“ familienfreundlich! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich bin „begeistert“! – Abg. Strache: Bei den Kindern zuerst sparen!
Ein Beispiel dafür, was das bedeuten kann – das ist nicht abgesprochen und einfach als Beispiel zu verstehen –, ist, dass wir, wenn wir die steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungseinrichtungen reduzieren oder streichen, einen Teil dieses Geldes sparen und für Defizitabbau verwenden und den anderen Teil zur Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen heranziehen. (Ruf bei der FPÖ: „Sehr“ familienfreundlich! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich bin „begeistert“! – Abg. Strache: Bei den Kindern zuerst sparen!) Dann bedeutet das, dass nicht einige wenige etwas von steuerlichen Vorteilen haben, sondern alle, die Kinder haben, dass es mehr und bessere Kindergärten gibt und dass es mehr Beschäftigung gibt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Spitze! Gutes Beispiel!
Zirka 5 Millionen € wurden für diese Fördertöpfe ausgegeben. Ein weiterer Anteil, nämlich zirka 1,2 Millionen €, für Kampagnen. Da wurde immer wieder der Ruf laut: Braucht man denn das überhaupt? Ist denn das notwendig? Ist es denn notwendig, dass man Gehaltsrechner sozusagen über Kampagnen bekannt macht? Ist es notwendig, dass man zum Beispiel die Väterkarenz entsprechend bekannt macht? – Ja, es war nicht nur notwendig, sondern auch nützlich. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Spitze! Gutes Beispiel!) Zirka 30 Prozent mehr haben jetzt das einkommensabhängige Karenzgeld in Anspruch genommen, zirka 30 Prozent mehr Väter. Das ist ein Erfolg, das wollten wir auch erreichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist die Budgetdebatte! Die Verkehrsdebatte kommt erst!
oder vielleicht auch durch eigene Unachtsamkeit das Auto ins Schleudern kommt, was machen wir denn dann? – Wir halten das Lenkrad fest (Abg. Ing. Westenthaler: Wie oft kommen Sie ins Schleudern?), wir verbremsen vorsichtig, um nicht allzu fest anzubremsen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist die Budgetdebatte! Die Verkehrsdebatte kommt erst!) Wir versuchen, das Fahrzeug zu stabilisieren und auch wieder auf die richtige Spur zu bringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie oft schleudert es Sie?) Genau das ist es, was wir brauchen: die Schuldenbremse (Abg. Dr. Rosenkranz: Das war die Bremsphase ...!), die nun auch hier von beiden Koalitionsparteien beschlossen wurde. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Krainer – in Richtung der sich zu ihrem Sitzplatz begebenden Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein –: Der Umgang mit der Wahrheit, den Sie praktizieren – das ist schäbig!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Pendl. – Bitte. (Abg. Krainer – in Richtung der sich zu ihrem Sitzplatz begebenden Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein –: Der Umgang mit der Wahrheit, den Sie praktizieren – das ist schäbig!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben kein „Zentralorgan“!
Zum Beispiel habe ich persönlich in der Schweiz bei Übergriffen von Rechtsextremisten auf friedliche Demonstranten, bei denen auch ich mit dabei war (Oh-Ruf des Abg. Rädler), erfahren, dass es da sehr wohl Beziehungen zur Freiheitlichen Partei in Österreich gibt, dass der Chef dieser Rechtsextremisten in der „Aula“ schreibt, ihrem ideologischen Zentralorgan oder wie man das nennen soll. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben kein „Zentralorgan“!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl und Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Jetzt möchte ich wissen, Herr Abgeordneter Kickl: Auf welches Jahr beziehen Sie diese Äußerung? Meinen Sie damit 1938 oder meinen Sie 1945? (Ruf bei der FPÖ: So ein Blödsinn!) Was meinen Sie damit? Diese Äußerung von Ihnen war so eindeutig, dass ich mich wundere, dass sich die SPÖ nicht vehementer dagegen gewehrt hat. (Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl und Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es wird immer weniger!
Wir leben in einem Land, das Weltmeister ist im Pflegebereich, beim Pflegegeld. Sie werden kein Land auf der Welt finden, wo 5,2 Prozent der Bevölkerung ein Pflegegeld beziehen. Kein Land der Welt! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es wird immer weniger!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie nehmen die Realität nicht wahr!
Sehr geehrte Frau Abgeordnete Belakowitsch-Jenewein! Die Zahl wird nicht niedriger, sondern höher. Ihr Hauptproblem ist folgendes: Ihrer Partei hat ein Problem mit allen Zahlen, weil Sie die Realitäten ganz einfach nicht zur Kenntnis nehmen wollen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie nehmen die Realität nicht wahr!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie werden auch nicht ernst genommen!
Abgeordneter Franz Riepl (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Sehr verehrte Damen und Herren! Ich möchte am Beginn eine Anmerkung zur Rede des Herrn Abgeordneten Kickl von den Freiheitlichen machen. Herr Abgeordneter, wenn Sie Ihre Rede mit Beleidigungen beginnen (Abg. Kickl: Was heißt „Beleidigungen“? Das ist eine Verneinung!), werden Sie es nicht schaffen, ernst genommen zu werden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie werden auch nicht ernst genommen!) Man kann es aber auch anders sagen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Das heißt: Wenn man beginnt, zu beleidigen, ist der Inhalt meist flach. Und wenn ich mir jetzt anschaue, welche Entschließungsanträgen Sie heute einbringen, unter anderem einen zur Inflationsanpassung des Pflegegeldes – ich glaube, der wurde schon eingebracht –, dann würde das 64,8 Millionen an Mehrbelastung für das heurige Budget bedeuten. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Können Sie irgendetwas zum Sozialbudget auch sagen?
Und was glauben Sie: Wie viel an Zinsen für unsere Staatsschulden haben wir in diesen 133 Minuten verbraucht? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Können Sie irgendetwas zum Sozialbudget auch sagen?) Damit es leichter zu rechnen ist für Sie und zum Verständnis: Pro Stunde zahlen wir 1 Million € an Zinsen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber deshalb heiße Luft! – Zwischenruf des Abg. Kickl.
Darüber, sehr geehrte Damen und Herren, sollten wir uns einmal unterhalten. Das ist ein Betrag, von dem viele Österreicherinnen und Österreicher nur träumen können. Der Durchschnittsverdienst, sehr geehrte Damen und Herren, der Österreicher liegt bei 30 100 € und bei den Österreicherinnen liegt er bei 18 100 € pro Jahr brutto – brutto, sehr geehrte Damen und Herren. Ein Viertel der Männer und etwas mehr als die Hälfte der Frauen haben in Österreich knapp über 17 000 € brutto zur Verfügung. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber deshalb heiße Luft! – Zwischenruf des Abg. Kickl.) Das, meine Damen und Herren, verbrauchen wir bereits in einer Minute nur für unsere Zinsendienste für unsere Staatsschulden.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber vom EuGH!
Ich habe aber von dem Organ, das für Österreich eine Entscheidung treffen muss, keinerlei Antwort. Die habe ich nicht. Ich habe vom OGH kein Urteil. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber vom EuGH!) – Der EuGH ist hier nicht derjenige, der beurteilen darf. Lesen Sie doch bitte die österreichische Rechtsordnung und halten Sie sich an den Rechtsstaat! Blenden Sie doch die Leute nicht mit etwas, von dem Sie ganz genau wissen, dass es falsch ist! – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sind wir ja auch! – Abg. Kickl: Gut erkannt!
Zur Opposition generell, aber leider wieder einmal hauptsächlich zu den Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ. Ich habe die Debatte gestern und vorgestern sehr aufmerksam verfolgt. Da ist mir oft aufgefallen, dass ihr euch so gern als soziale Heimatpartei darstellt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sind wir ja auch! – Abg. Kickl: Gut erkannt!) Teilweise auch die Kollegen vom BZÖ. Und dann verweigert ihr die Zustimmung zur Schuldenbremse, die Zukunft ermöglicht! (Abg. Kickl: Die Katze im Sack, das spielt es vielleicht bei euch! Was ist denn da drinnen in der Schuldenbremse, Herr Kollege? Erklären Sie mir das einmal!) Das heißt, Sie sind weder Sozial- noch Zukunftspartei, Herr Kollege Kickl! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Sie wissen ja nicht einmal, was da drinnen sein soll!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: So weit sind wir ja Gott sei Dank noch nicht!
Und ich glaube auch, dass wir deutlich weiter sind, als es die Amerikaner zum Beispiel sind. Ich weiß nicht, ob Sie gestern eine Presseaussendung gelesen haben, wonach die US-Regierung den Kampf gegen Pizza und Pommes in den Schulen verloren hat. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: So weit sind wir ja Gott sei Dank noch nicht!) Dort hat man das versucht, was unser Minister mit der Unterrichtsministerin gemacht hat, nämlich gesunde Schulbuffetrichtlinien für gesunde Schulbuffets zu machen.
Sitzung Nr. 135
Abg. Strache: Den Spekulanten werfen Sie es nach! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ihr habt’s das Budget beschlossen! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Was soll eine Schuldenbremse? (Abg. Strache: Den Spekulanten werfen Sie es nach! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ihr habt’s das Budget beschlossen! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Eine Schuldenbremse ist nicht mehr als ein Signal des politischen Willens: Jawohl, wir wollen unsere Staatsfinanzen in Ordnung bringen! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Geht es Ihnen eigentlich noch gut? – Frau Präsidentin, muss ich mir das gefallen lassen?!
Abgeordnete Mag. Judith Schwentner (Grüne): Frau Präsidentin! Werte Damen und Herren! Werte Herren von der FPÖ! Ich sage jetzt bewusst „Herren“, auch wenn vielleicht manche unter Ihnen ausschauen wie Frauen – vielleicht sind es auch Frauen unter Ihnen, die ganz wenigen unter Ihnen –, aber auf jeden Fall gibt es bei Ihnen ganz offensichtlich keine Frauenpolitiker und Frauenpolitikerinnen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Geht es Ihnen eigentlich noch gut? – Frau Präsidentin, muss ich mir das gefallen lassen?!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist der Ordnungsruf?! – Abg. Neubauer: Wo ist die Frau Rauch-Kallat?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Mag. Gerstl gelangt nun zu Wort. – Bitte. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist der Ordnungsruf?! – Abg. Neubauer: Wo ist die Frau Rauch-Kallat?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben eh Änderungen ! Waren Sie in der Präsidiale? Nein!
Noch dazu ist zu bedenken, dass es gute Tradition in diesem Hause ist, dass in der Präsidiale die Tagesordnung in demokratischer Art und Weise beschlossen wird. Und eine demokratische Partei sollte diesen Vorgang akzeptieren. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben eh Änderungen ! Waren Sie in der Präsidiale? Nein!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
das, Ihre Identität ist männlich (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein) – und das ist das Problem der FPÖ. Schauen Sie einmal in Ihre eigenen Reihen, Sie vertreten nicht das Volk! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Sie sind in Ihren Reihen nicht repräsentativ für dieses Land. Sie haben viel mehr Wählerinnen, als sich hier widerspiegeln. In Ihren Reihen sitzen sechs Frauen sehr vielen Männern gegenüber, und Sie tun hier so, als setzten Sie sich für Frauenrechte ein! (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dann machen Sie es in Wien!
So stimmt das sicher nicht! Wir brauchen keinen Pensionistenpreisindex, weil er ein falsches Instrument ist. Wir haben Pensionisten, die haben 10 000 € Pension, und gerade heute beschließen wir eine Pensionserhöhung, die denen über 6 000 € 1,5 Prozent bringen soll. Das ist doch verrückt! Ich kann doch nicht sagen, der soll auch noch eine Anpassung gemäß dem Pensionistenpreisindex bekommen. Ja warum denn? Wie bitte, mit 6 000 €? Wo denken Sie hin? (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Ich finde es auch ungerecht, dass es in vielen Städten Ermäßigungen der Verkehrsverbünde gibt, nur weil man Pensionist ist. Ich möchte die Ermäßigung einkommensmäßig haben: Ja, das wäre sinnvoll! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dann machen Sie es in Wien!) Dann würde auch der oder die Arbeitslose, die von Ihnen angesprochene Frau mit dem niedrigen Einkommen davon profitieren. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Machen Sie es in Wien! Sie sind in der Regierung!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Machen Sie es in Wien! Sie sind in der Regierung!
So stimmt das sicher nicht! Wir brauchen keinen Pensionistenpreisindex, weil er ein falsches Instrument ist. Wir haben Pensionisten, die haben 10 000 € Pension, und gerade heute beschließen wir eine Pensionserhöhung, die denen über 6 000 € 1,5 Prozent bringen soll. Das ist doch verrückt! Ich kann doch nicht sagen, der soll auch noch eine Anpassung gemäß dem Pensionistenpreisindex bekommen. Ja warum denn? Wie bitte, mit 6 000 €? Wo denken Sie hin? (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Ich finde es auch ungerecht, dass es in vielen Städten Ermäßigungen der Verkehrsverbünde gibt, nur weil man Pensionist ist. Ich möchte die Ermäßigung einkommensmäßig haben: Ja, das wäre sinnvoll! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dann machen Sie es in Wien!) Dann würde auch der oder die Arbeitslose, die von Ihnen angesprochene Frau mit dem niedrigen Einkommen davon profitieren. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Machen Sie es in Wien! Sie sind in der Regierung!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber die Eingangsphase ist auch wichtig!
Wenn heute hier Klage geführt wird über das Pflegegeld, dann denken Sie bitte einmal – ich bin sehr viel bei den Menschen draußen – an eines: Wir haben in Österreich 5,2 Prozent der Staatsbevölkerung im Pflegegeld, aber die Erhöhung um 10 Stunden in der Pflegestufe 1 und 2 hat nicht den Lärm ausgelöst, nein, das ist höchstens Oppositionsmelodie, das ist nicht der Lärm. Sagen Sie den Leuten vielmehr, dass wir bei der Stufe 6 angehoben haben, dort, wo die Menschen wirklich arm sind, dort, wo sie wirklich Hilfe brauchen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber die Eingangsphase ist auch wichtig!)
Sitzung Nr. 137
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Warum beschließt ihr dann ein Budget mit einem Defizit von über 9 Milliarden?
Über die Konsolidierung müssen wir auch reden, aber das ist etwas, das wir als die Regierungsparteien hier werden vorlegen müssen. Das ist unsere Verantwortung, weil wir die Mehrheit hier in diesem Haus haben. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Warum beschließt ihr dann ein Budget mit einem Defizit von über 9 Milliarden?) Es gilt, ein Paket auszuhandeln, wie wir es letztes Jahr vorgelegt haben. Die Position der SPÖ ist bekannt: ein guter Mix aus einnahmen- und ausgabenseitigen Maßnahmen, damit wir, auch aufgrund der schlechteren Situation, hier noch schneller zu einer besseren Situation kommen.
Beifall beim BZÖ sowie der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
von Österreich, zusammen und verteilen 3 000 € mehr für Sektionschefs, für jene, die am meisten verdienen. – Das ist unglaublich, ÖVP, es nimmt Ihnen keiner mehr ab, was Sie da tun! (Beifall beim BZÖ sowie der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wie viel Prozent haben Sie denn in Wien?
Meine Damen und Herren, betreffend die Schalmeientöne der Opposition, die da gelautet haben, sie hatte keine ernsthaften Gespräche mit dem Herrn Bundeskanzler: Wer ist denn der Vertreter des Souveräns in unserem Lande? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wie viel Prozent haben Sie denn in Wien?) Das sind doch wir, meine Damen und Herren, als Mandatare! Wir beschließen Verfassungsgesetze, wir beschließen einfache Gesetze (Abg. Scheibner: Ach so? Du?), und nicht die Bundesregierung.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Eben nicht!
Im Endbericht ist ganz klar zu lesen, dass es tatsächlich Defizite gab. Das heißt, es liegen hier in keiner Weise Vertuschungen vor, sondern es liegen glasklare Empfehlungen vor, und diesen Empfehlungen wurde auch Folge geleistet. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Eben nicht!) Es gab 16 Empfehlungen, diese wurden selbstverständlich umgesetzt. Ich denke hier vor allem an die Einführung des Cold-Case-Managements im Bundeskriminalamt oder an die vielen organisatorischen Maßnahmen, die aufgrund dieser Empfehlungen letztendlich umgesetzt worden sind.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja sowieso verpflichtend!
Diese junge Frau kann jede nur erdenkliche Gelegenheit haben, die Dinge so darzustellen, wie sie sie darstellt. (Abg. Dr. Rosenkranz: Es geht um den weißen Lieferwagen!) Gleichzeitig ist die Kritik berechtigt, dass man sagt, es kann nicht alleine die Aussage der Dame für Ermittlungen entscheidend sein, in die eine oder in die andere Richtung. (Abg. Neubauer: Es geht um keine Aussage der Frau Kampusch!) Deshalb ersuche ich Sie schlicht und einfach, sich an das zu halten, was wir im Unterausschuss vereinbart haben. Wir haben vereinbart, dass sich der Unterausschuss in Ruhe die Dokumente ansieht, in Ruhe seine Arbeit leistet und dass es während dieser Zeit zu keinen anderen, in der Öffentlichkeit stattfindenden Aktivitäten kommt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja sowieso verpflichtend!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie haben uns überhaupt kein Recht abzusprechen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren von der FPÖ, ich spreche Ihnen jedes Recht ab (Abg. Neubauer: Sie haben überhaupt nichts abzusprechen!), öffentlich über mögliche Schwangerschaften eines Opfers zu spekulieren, in parlamentarischen Anfragen über Slips und Tangas in Verliesen Auskunft zu verlangen und Altherrenphantasien einer politischen Partei zum Gegenstand parlamentarischer Untersuchungen zu machen. Dieses Recht spreche ich Ihnen ab! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie haben uns überhaupt kein Recht abzusprechen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie tragen ja alles an die Öffentlichkeit! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich bin mir nicht mehr sicher, ob es in einer klassischen parlamentarischen Tradition eine wirklich vertretbare Entscheidung war, diese Unterlagen auch Abgeordneten der Freiheitlichen Partei zugänglich zu machen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie tragen ja alles an die Öffentlichkeit! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Sitzung Nr. 139
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Horchen Sie zu, Herr Bundeskanzler! Horchen Sie zu! – Zwischenruf des Abg. Kickl.
„Auf der Basis einer kontinuierlichen Information und einer offenen Diskussion sind wir“ – sprich: Sie – „der Meinung, dass zukünftige Vertragsänderungen, die die österreichischen Interessen berühren, durch eine Volksabstimmung in Österreich entschieden werden sollen.“ (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Horchen Sie zu, Herr Bundeskanzler! Horchen Sie zu! – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Sitzung Nr. 140
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Öllinger.
Aber was haben wir davon, wenn wir Reaktoren abschalten? Woher kommt der Strom? (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Öllinger.) Es hilft ja nichts, Deutschland schaltet aus und Temelín baut aus. Wir müssen hier wirklich die internationale Komponente sehen, das geht nicht einzelstaatlich. Daher ist auch im Entschließungsantrag festgehalten, dass sich die Bundesregierung dafür einsetzt und weiter ein internationales Umdenken für mehr Energieeffizienz und mehr erneuerbare Energien voranbringen soll. Es ist ja unser Minister, der mit anderen Ländern, die auch nichtnukleare Energie haben, immer in Kontakt steht und das vorantreibt, denn wir
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es ist aber vorbei! Reden wir über 2012!
Abgeordneter Rudolf Plessl (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzter Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Im Parlament war das Jahr 2011 ein ausgesprochen arbeitsreiches, aber auch erfolgreiches Jahr für die Arbeit im Klimaschutzbereich. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es ist aber vorbei! Reden wir über 2012!) Insgesamt wurden im letzten Jahr 121 Gesetze beschlossen. Einige davon, wie zum Beispiel das Ökostromgesetz und das Klimaschutzgesetz setzen einen wichtigen Schritt für einen vollständigen Ausstieg aus der Atomenergie, und gleichzeitig begeben wir uns auf den Weg zum Erreichen der Energiewende.
Sitzung Nr. 141
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Gott sei Dank!
Abgeordneter Dr. Harald Walser (Grüne): Die Modulare Oberstufe, Elmar Mayer, war eine alte Forderung der Grünen, die wir unterstützen. Wir wollen die Modulare Oberstufe. Diesem Modell können wir aber leider aus vielerlei Gründen nicht zustimmen. Da hat nicht nur der Kollege Rosenkranz etwas nicht richtig verstanden, das ist zugegebenermaßen häufiger der Fall (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Gott sei Dank!), sondern da hat die breite Öffentlichkeit etwas falsch verstanden oder nicht richtig verstanden.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Reden Sie von der Türkei?
Angesichts der schrecklichen Menschenrechtslage in Saudi-Arabien, angesichts des Totalverbots von allen anderen Religionen als dem Wahhabismus ist es ein Hohn, von „interkulturellem und interreligiösem Dialog“ zu sprechen und ausgerechnet Saudi-Arabien, ausgerechnet ein Regime, wo Menschenrechte mit Füßen getreten werden, wo die Religionsfreiheit schlicht und ergreifend nicht existiert, zum angeblichen Dialogführer zwischen den Religionen und zwischen den Kulturen zu erheben. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Reden Sie von der Türkei?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Bitte nicht!
Ich könnte das jetzt fortsetzen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Bitte nicht!) – Das wundert mich bei der FPÖ, muss ich übrigens sagen, dass es da von der FPÖ, die ja bei jeder Gelegenheit, sobald das Wort „Islam“ fällt, von Fundamentalismus und Terror und so weiter redet und sagt, dass die Muslime alle so undemokratisch seien, dass es da keine Reaktion von der FPÖ gibt. (Abg. Scheibner: Seid doch froh, dass es einmal nicht so ist!)
Sitzung Nr. 143
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ach so ist das?
Und, meine Damen und Herren, der Herr Vizekanzler hat darauf hingewiesen – Herr Klubobmann Strache, weil Sie mich so anschauen, und Herr Klubobmann vom BZÖ –, was die Lautstärke betrifft, so ist es eine altbekannte Tatsache: Je schwächer die Argumente, desto lauter der Ton. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ach so ist das?) Das ist gar keine Frage. (Abg. Strache: Haben Sie keine Argumente mehr?) Aber noch einmal, ich gehe darüber hinweg, weil ich durchaus akzeptiere, Herr Kollege Strache: Natürlich kann man einzelne Punkte kritisieren. Aber schau, was wir tun als Regierungsfraktion, als Regierung, als die Mehrheit, ist zu sagen: Erstens: Die politische Hauptverantwortung hat in der Demokratie immer die Mehrheit. Zweitens: Wir handeln nach bestem Wissen und Gewissen. Drittens: Wenn wir überzeugt sind, dass Maßnahmen notwendig sind für die Zukunft des Landes, dann treffen wir sie, auch wenn – viertens – das sehr oft nicht angenehm ist.
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Ruf bei der FPÖ: Die Parlamentarier haben das im Finanzministerium ausrechnen lassen?! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ist das üblich, Frau Finanzminister? – Abg. Dr. Graf: Wenn wir was ausgerechnet haben wollen, wird nichts gerechnet! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Frau Finanzminister, horchen Sie einmal zu! – Abg. Strache: Berechnungsauftrag !
Herr Kollege Strache und meine Damen und Herren auch vom BZÖ und von den Grünen! Wir sparen 26,5 Milliarden bis 2016 ein, und ich habe mir vorige Woche vom Finanzministerium ausrechnen lassen: Was machen die Anträge der Opposition der letzten Monate bis 2016 aus? Die Summe war: 14,7 Milliarden. (Abg. Strache: Mamma mia!) Wir sparen 26 Milliarden ein, Sie wollen 14 Milliarden mehr ausgeben! Das ist der Unterschied zwischen Regierungsverantwortung und Oppositionspolitik, meine Damen und Herren! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Ruf bei der FPÖ: Die Parlamentarier haben das im Finanzministerium ausrechnen lassen?! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ist das üblich, Frau Finanzminister? – Abg. Dr. Graf: Wenn wir was ausgerechnet haben wollen, wird nichts gerechnet! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Frau Finanzminister, horchen Sie einmal zu! – Abg. Strache: Berechnungsauftrag !)
Sitzung Nr. 146
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das hat jetzt peinlich begonnen!
Sie müssen wissen, ein Frauenministerium gibt es deswegen, damit quer durch alle Bereiche in den Ressorts die Frage der Gleichberechtigung, des Ausbaus der Gleichberechtigung der Frauen eine besondere Berücksichtigung findet. (Abg. Kickl: Wie ist das beim Familienministerium?) Der Herr Bundeskanzler hat ja vorhin deswegen auch besonders hervorgehoben, wie wichtig nicht nur das Frauenministerium ist, sondern wie sich auch Gabi Heinisch-Hosek im Rahmen der Erstellung dieses Stabilitätspakets eingebracht hat. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das hat jetzt peinlich begonnen!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das Beispiel haben Sie schon einmal gebracht, das ist fad! – Zwischenruf des Abg. Kickl.
Da geht es nicht nur um die großen Fälle. Schauen Sie sich einmal an, was die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft für Fälle zu erledigen hat! Da geht es ja auch um kleine Amtsdelikte, und mit kleinen Amtsdelikten meine ich zum Beispiel auch einen Fall, wo eine 16-jährige Vertragsbedienstete im Melderegister die Adresse ihres Ex-Freundes raussucht. Ja, muss da lang ermittelt werden? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das Beispiel haben Sie schon einmal gebracht, das ist fad! – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Sitzung Nr. 148
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber sie kommt ja nicht!
aktionen bei Aktien und Derivaten. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber sie kommt ja nicht!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Jahrelange Arbeit!
Wenn hier über die Finanztransaktionssteuer diskutiert wird: Es ist nicht sicher, dass sie kommt. Es ist nicht sicher, dass sie so kommt, wie wir sie wollen. Wir machen das seit Jahren, und wenn wir daran denken, dass es vor wenigen Jahren ein einziges Land gab, dass dafür war, dass sie eingeführt wird – das war Österreich; es war das Europäische Parlament dagegen, es war die Kommission dagegen und es war der Rat dagegen –, muss man sagen, wir haben es in der Zwischenzeit geschafft, dass das Europäische Parlament beschlossen hat, dass man das will (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Jahrelange Arbeit!), dass die Europäische Kommission gesagt hat, sie will das und bereits einen Vorschlag vorgelegt hat (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es ist ja schon eingerechnet im Budget!), und ja, der Europäische Rat ist noch nicht zur Gänze überzeugt.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es ist ja schon eingerechnet im Budget!
Wenn hier über die Finanztransaktionssteuer diskutiert wird: Es ist nicht sicher, dass sie kommt. Es ist nicht sicher, dass sie so kommt, wie wir sie wollen. Wir machen das seit Jahren, und wenn wir daran denken, dass es vor wenigen Jahren ein einziges Land gab, dass dafür war, dass sie eingeführt wird – das war Österreich; es war das Europäische Parlament dagegen, es war die Kommission dagegen und es war der Rat dagegen –, muss man sagen, wir haben es in der Zwischenzeit geschafft, dass das Europäische Parlament beschlossen hat, dass man das will (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Jahrelange Arbeit!), dass die Europäische Kommission gesagt hat, sie will das und bereits einen Vorschlag vorgelegt hat (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es ist ja schon eingerechnet im Budget!), und ja, der Europäische Rat ist noch nicht zur Gänze überzeugt.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: In weiter Ferne!
Wir haben jetzt Verhandlungen mit den Bundesländern und mit den Sozialversicherungen in der Frage des Konsolidierungspfades, eine Einigung auf ein Ansteigen um maximal 3,6 Prozent, die sich im Prinzip am BIP orientiert. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: In weiter Ferne!) Das heißt, die Gesundheitskosten eindämpfen, und zwar so, dass es die Menschen nicht spüren, indem man einfach schaut, dass man nicht in
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Dr. Strutz: Unglaublich! Unglaublich! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Unfassbar!
„Faktum, dass Ostermayer meine persönliche Zukunft () als Personenverkehrsvorstand mit dem Wohlwollen gegenüber den Inseraten verknüpft hat.“ (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Dr. Strutz: Unglaublich! Unglaublich! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Unfassbar!)
Sitzung Nr. 150
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was berichtigen Sie da jetzt?
Mir ist es um das Zustandekommen dieser Überprüfung oder dieser Stellungnahme, wie sie der FPÖ-Gemeinderat zitiert hat, gegangen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was berichtigen Sie da jetzt?) Das wollte ich klarstellen – und nicht für das Modell sprechen oder für sonst irgendetwas.
Sitzung Nr. 153
Abg. Mag. Stefan: Aber es geht doch nicht um die Betrüger! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es geht ja nicht um die Betrüger! Haben Sie nicht zugehört? – Abg. Strache: Kontoverwendung: Drogenhandel!
Jetzt haben Deutschland und Großbritannien mit einem Steuersumpf, nämlich mit der Schweiz, ein Abkommen geschlossen, dass die Staatsbürger der jeweiligen Länder – also die Deutschen und die Briten –, die ihr Geld in die Schweiz gebracht haben und die schon geglaubt haben, dass sie dort sicher sind und dass sie ihr Geld im Trockenen haben, jetzt trotzdem erwischt werden und einen wesentlichen Teil der Substanz von dem Geld an Steuern nach Deutschland beziehungsweise Großbritannien abführen müssen. (Abg. Mag. Stefan: Aber es geht doch nicht um die Betrüger! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es geht ja nicht um die Betrüger! Haben Sie nicht zugehört? – Abg. Strache: Kontoverwendung: Drogenhandel!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Mag. Kogler.
gegeben, und heute sind Sie wirklich die Blamierten. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Mag. Kogler.) – Ich gratuliere Ihnen zu dieser Meisterleistung, meine Damen und Herren! Sie sollten einmal ein bisschen in sich gehen, bevor Sie Plakate fabrizieren und so weiter. Wenn Sie sich dann als die Schutzpatrone der Steuerflüchtlinge aufspielen – na, das ist besonders bemerkenswert. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, vielleicht!
Bis dahin aber nicht, und ich verstehe nicht, dass die beiden Oppositionsparteien, BZÖ und FPÖ, hier einen Vertrauensvorschuss geben, der durch nichts gerechtfertigt ist. Aber vielleicht erinnern Sie sich als ehemaliger Koalitionspartner der Österreichischen Volkspartei noch an die Zeiten, als Sie gemeinsam mit der ÖVP die Posten im Innenministerium verteilt haben. Vielleicht erinnern Sie sich noch wehmütig an die Zeiten, als Sie gesagt haben: Der Polizist ist orange, der Polizist ist blau und der Polizist ist schwarz! Und vielleicht sehnen Sie diese Zeiten wieder herbei und vielleicht wollen Sie keine gesetzlichen Bestimmungen (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, vielleicht!), die bei einer möglichen „Wiedergänger-Regierung“ genau dieses unterbinden würden.
Zwischenrufe der Abgeordneten Neubauer und Dr. Belakowitsch-Jenewein
Sie wissen auch, warum uns ein Identitätsnachweis ein wichtiges Anliegen war – gerade, wenn auch Kollegen von der Freiheitlichen Partei versuchen, hier mitzureden (Zwischenrufe der Abgeordneten Neubauer und Dr. Belakowitsch-Jenewein) –, denn es ist mir wichtig, zu sagen, dass ein solcher Nachweis der Sicherheit dient, damit nämlich diese Unterschriften von niemandem missbraucht werden können. Falls Sie auch Interesse daran haben, dass Sicherheit gegeben ist, dass Unterschriften nicht doppelt oder dreifach verwendet werden – nicht in Österreich und auch nicht in anderen Ländern –, dann ist es wichtig, ein klares Identifikationsmerkmal zu haben und damit auch Rechtssicherheit zu geben. Das ist uns wichtig. In der Entschließung ist klar zum Ausdruck gebracht worden, dass wir eine solche Erweiterung an möglichen
Zwischenrufe der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Ich freue mich, wenn ich jetzt höre, dass dieser Katalog der Berufskrankheiten nach dem ASVG überarbeitet wird – das ist dringend fällig –, und ich hoffe, ich hoffe (Zwischenrufe der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) – Was regen Sie sich darüber auf?! Das ist doch ein wichtiges Anliegen, dass alle Berufskrankheiten der Menschen
Sitzung Nr. 155
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Strutz, Dr. Belakowitsch-Jenewein und Strache
Setzt man nämlich zum Beispiel bei einem Schutzschirm – wie bei Griechenland – die Volksabstimmung ein, um jedes Mal zu fragen: Wir haben zwar einen Schutzschirm für unsere Währung, aber sollen wir ihn für Griechenland einsetzen, sollen wir ihn für Portugal einsetzen (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Strutz, Dr. Belakowitsch-Jenewein und Strache), sollen wir ihn für Spanien einsetzen, sollen wir ihn für Länder außerhalb der Euro-Zone einsetzen, für Länder im osteuropäischen Raum?, dann kommt zu der Abstimmung der 17 Länder in der Eurozone, die jetzt mit mehr als 44 Parteien als Hauptkritikpunkt in der Regel zu langsam war – gerade noch rechtzeitig, aber zu langsam gegenüber der optimalen Vorstellung –, ein Verzögerungsprozess dazu.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, beim Parkpickerl!
Demokratie, direkte Demokratie, Wahlen – das ist der Kern unserer Politik, das ist die Kernfrage, um die es geht. Und davon ausgehend sitzen wir hier, davon ausgehend sind die Kräfte in unserem Land verteilt, die dann entscheiden, was inhaltlich zu passieren hat. Und ja, Demokratie ist anstrengend, direkte Demokratie ist anstrengend (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, beim Parkpickerl!): Da muss man diskutieren, da muss man informieren, da muss man abwägen, da muss man entscheiden. Demokratie ist aber nicht: plakatieren und Hasspredigten schüren. Das dient der Demokratie ganz sicher nicht. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stefan: Deswegen plakatieren die Grünen nicht!)
Sitzung Nr. 159
überreicht von den Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein und Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Bundesgesetz, mit dem ein Tierärztekammergesetz erlassen und das bestehende Tierärztegesetz geändert werden soll“ (Ordnungsnummer 165) (überreicht von den Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein und Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Eine Schulung bekommen!
Und das, sehr geschätzte Damen und Herren, kommt nicht von irgendwoher, sondern dafür muss etwas getan werden. Und diese Bundesregierung hat dafür etwas getan, auch wenn Sie sich das nicht merken wollen oder es nicht zur Kenntnis nehmen wollen. (Abg. Kickl: Aber all das setzen Sie jetzt aufs Spiel mit Ihrer Politik!) Und wir werden auch weiter dafür kämpfen, dass alle jene Menschen, die derzeit in Arbeitslosigkeit sind (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Eine Schulung bekommen!), wieder dementsprechende Möglichkeiten finden werden, in den Arbeitsprozess zurückkehren zu können. Das beginnt bei gezielten Maßnahmen des AMS, das beginnt bei Geldern, die zur Verfügung gestellt worden sind im Zusammenhang mit dem Stabilitätspakt, um diesen Menschen Hilfestellung zu geben, damit sie wieder in eine Beschäftigung kommen. Und das ist auch nicht nichts, sehr geschätzte Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Ein Wort zur Propaganda – leider muss ich es so nennen – der FPÖ: Wo ist der Herr Kollege Kickl? – Wahrscheinlich schreibt er die nächste Strache-Rede. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Ich hätte ihm schon gerne eines mitgeteilt: Die FPÖ hat im vorigen Jahr im Rahmen der Ostöffnung plakatiert: Wir werden überschwemmt; der Arbeitsmarkt wird explodieren (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das belegen die Zahlen!); wir werden nicht zurande kommen mit den Menschen aus diesen osteuropäischen Ländern, die in Österreich auf den Arbeitsmarkt drängen werden.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das belegen die Zahlen!
Ein Wort zur Propaganda – leider muss ich es so nennen – der FPÖ: Wo ist der Herr Kollege Kickl? – Wahrscheinlich schreibt er die nächste Strache-Rede. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Ich hätte ihm schon gerne eines mitgeteilt: Die FPÖ hat im vorigen Jahr im Rahmen der Ostöffnung plakatiert: Wir werden überschwemmt; der Arbeitsmarkt wird explodieren (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das belegen die Zahlen!); wir werden nicht zurande kommen mit den Menschen aus diesen osteuropäischen Ländern, die in Österreich auf den Arbeitsmarkt drängen werden.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die Wahrheit ist !
Wissen Sie, was die Wahrheit ist? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die Wahrheit ist !) – 27 000 Personen sind gekommen, wir haben eine Höchstzahl an Beschäftigten von rund 3,5 Millionen, und die Beschäftigtenzahl ist alleine um 55 000 Personen gestiegen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Von diesen Unkenrufen und von diesen unnötigen Zurufen, mit denen Sie die Bevölkerung nur auf Ihre populistische Art und Weise verunsichert haben, ist nichts eingetreten – Gott sei Dank nichts –, und es soll dort bleiben, wo Sie in Ihrer Propagandakiste immer wieder Themen wälzen. Es ist nicht eingetreten, das möchte ich festhalten. (Beifall bei der ÖVP. – Weiterer Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Wissen Sie, was die Wahrheit ist? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die Wahrheit ist !) – 27 000 Personen sind gekommen, wir haben eine Höchstzahl an Beschäftigten von rund 3,5 Millionen, und die Beschäftigtenzahl ist alleine um 55 000 Personen gestiegen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Von diesen Unkenrufen und von diesen unnötigen Zurufen, mit denen Sie die Bevölkerung nur auf Ihre populistische Art und Weise verunsichert haben, ist nichts eingetreten – Gott sei Dank nichts –, und es soll dort bleiben, wo Sie in Ihrer Propagandakiste immer wieder Themen wälzen. Es ist nicht eingetreten, das möchte ich festhalten. (Beifall bei der ÖVP. – Weiterer Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der ÖVP. – Weiterer Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Wissen Sie, was die Wahrheit ist? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die Wahrheit ist !) – 27 000 Personen sind gekommen, wir haben eine Höchstzahl an Beschäftigten von rund 3,5 Millionen, und die Beschäftigtenzahl ist alleine um 55 000 Personen gestiegen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Von diesen Unkenrufen und von diesen unnötigen Zurufen, mit denen Sie die Bevölkerung nur auf Ihre populistische Art und Weise verunsichert haben, ist nichts eingetreten – Gott sei Dank nichts –, und es soll dort bleiben, wo Sie in Ihrer Propagandakiste immer wieder Themen wälzen. Es ist nicht eingetreten, das möchte ich festhalten. (Beifall bei der ÖVP. – Weiterer Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Das ist unser Europa, nicht irgendein ferner Kontinent – unser Europa! (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein) –, wo derzeit gerade die Lebensperspektiven junger Menschen verspielt werden, in die investiert wurde. Wir haben – jenseits von PISA – quer durch Europa derzeit sicher die bestausgebildete Jugend, und der müssen wir erklären: Keine Chance für euch, da habt ihr Pech gehabt, müsst ein paar Jahre warten!
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Welche Erfolge?! – Zwischenrufe beim BZÖ
Abgeordnete Dr. Sabine Oberhauser, MAS (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich kann mir schon vorstellen, Herr Abgeordneter Scheibner, dass es Ihnen nicht gefällt, wenn Minister Hundstorfer hier von Erfolgen in der Politik (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Welche Erfolge?! – Zwischenrufe beim BZÖ), vor allem was die Jugendarbeitslosigkeit betrifft, berichten kann.
Abg. Grosz: Könnten Sie das wiederholen?! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das hat keiner verstanden! – Sie wollen gescheit sein! – Abg. Grosz: die intellektuelle Suppenschüssel zu verlassen! den intellektuellen Nachtscherm der SPÖ ! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Wenn man noch dazu bedenkt, dass, wie wir jetzt gesehen haben, auch der Abgeordnete Graf gesagt hat, dass „sich Hinz und Kunz“ schon „,Anwalt‘ nennen darf“, dann wissen wir, dass die Rache der Journalisten das Fotoarchiv ist, wie es eine „profil“-Reklame damals gezeigt hat, und die Rache der Zeit offensichtlich die Stenographischen Protokolle des österreichischen Parlaments sind. (Abg. Grosz: Könnten Sie das wiederholen?! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das hat keiner verstanden! – Sie wollen gescheit sein! – Abg. Grosz: die intellektuelle Suppenschüssel zu verlassen! den intellektuellen Nachtscherm der SPÖ ! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Kein Mensch will das!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Frau Abgeordnete Belakowitsch-Jenewein – das war die FPÖ-Abgeordnete, die kurz vorher geredet hat – hat etwas ganz Wichtiges gesagt: Sie hat dem Sozialminister vorgeworfen, er hätte keinen Plan zur Verhinderung jener tiefen Krise, zu der es kommen würde (Abg. Ing. Hofer: Was ist eigentlich mit der Roma-Stiftung?), wenn die Euro-Zone zerbrechen, wieder nationale Währungen kommen und das nachfolgende Chaos zu Hunderttausenden Arbeitslosen führen würden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Kein Mensch will das!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: So einen Blödsinn habe ich überhaupt noch nicht gehört!
Ich kenne in diesem Haus hier zwei Fraktionen, die permanent wollen, dass das stattfindet. Eine ist Ihre, Frau Kollegin! Kein Plenartag, an dem nicht Ihr Klubobmann Strache kommt und am liebsten heute den Euro abschaffen und morgen den Schilling einführen würde. (Beifall des Abg. Dr. Bartenstein.) Kein Tag vergeht, an dem Sie nicht die Pakete zur Erhaltung unserer gemeinsamen Wirtschaftszone kritisieren, kein Plenartag, an dem die Kollegen vom BZÖ nicht mit irgendeiner Plakette herauskommen, nach dem Motto: Hören wir auf mit dem Erhalten unserer Europäischen Union mit den Möglichkeiten eines Gemeinsamen Binnenmarktes! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: So einen Blödsinn habe ich überhaupt noch nicht gehört!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ist der Kickl Sozialminister?!
Sie haben recht, Frau Kollegin! Sie haben recht, dass das ein Chaos wäre, und Sie haben recht, dass die Konsequenz katastrophal für die Arbeitsmärkte wäre. Aber sagen Sie das nicht uns, sondern sagen Sie das Ihrem Klubobmann, dem Herrn Kickl und den anderen! Dazu müssen Sie uns nämlich unterstützen bei jenen Projekten, wo wir genau den Euro verteidigen, wo wir die Fortschritte der Europäischen Union verteidigen. Genau dann brauchen wir Ihre Unterstützung und nicht eine fast hasserfüllte Ablehnung der Europäischen Union. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ist der Kickl Sozialminister?!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie einen Plan B auch? – Nein!
Aber die beste Vorsorge, Frau Kollegin, das sage ich Ihnen nämlich auch, ist die, dass die Bundesregierung mitmacht bei den Solidaritätsprogrammen, die dafür sorgen, dass nicht aus dem Teil (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie einen Plan B auch? – Nein!) – Wir machen einmal den Plan A, nämlich dass die Eurozone erhalten bleibt, dass ein Land wie Österreich, das 70 Prozent Export hat, weiter Exportmärkte vorfindet. Sie wollen uns abschneiden davon, Frau Kollegin! Sie wollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Betriebe, die in so großem Stil exportieren, auf der Straße als Arbeitslose sehen! Etwas anderes kann ja nicht das Ziel sein, denn sonst würden Sie uns ja unterstützen und nicht dagegenreden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das machen doch Sie! Sie haben doch überhaupt kein Konzept!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das machen doch Sie! Sie haben doch überhaupt kein Konzept!
Aber die beste Vorsorge, Frau Kollegin, das sage ich Ihnen nämlich auch, ist die, dass die Bundesregierung mitmacht bei den Solidaritätsprogrammen, die dafür sorgen, dass nicht aus dem Teil (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie einen Plan B auch? – Nein!) – Wir machen einmal den Plan A, nämlich dass die Eurozone erhalten bleibt, dass ein Land wie Österreich, das 70 Prozent Export hat, weiter Exportmärkte vorfindet. Sie wollen uns abschneiden davon, Frau Kollegin! Sie wollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Betriebe, die in so großem Stil exportieren, auf der Straße als Arbeitslose sehen! Etwas anderes kann ja nicht das Ziel sein, denn sonst würden Sie uns ja unterstützen und nicht dagegenreden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das machen doch Sie! Sie haben doch überhaupt kein Konzept!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was ist die Hälfte von „jeder Zweite“?
ist. Ganz genau das Gegenteil ist der Fall. Und das heißt, dass gute Betriebe mit guten Mitarbeiterinnen und guten Mitarbeitern die besten Rahmenbedingungen vorfinden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was ist die Hälfte von „jeder Zweite“?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was ist das Gegenteil von „jeder Zweite arbeitslos“?
Gegen Ihren Willen wurde die Steuerreform 2009 gemacht. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was ist das Gegenteil von „jeder Zweite arbeitslos“?) Gegen Ihren Willen wurde das Infrastrukturprojekt gemacht. Gegen Ihren Willen haben wir mit gesichert, dass es unsere Absatzmärkte in der Europäischen Union gibt. Und: Völlig richtig haben wir gehandelt! Würde man handeln mit der Verkürzung mit dem orangen Button, dann hätten wir Hunderttausende Arbeitslose, dann wären wir im Mittelfeld oder am Ende in Europa und hätten bei uns die Katastrophe und nicht im Süden Europas.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aufpassen! Da hat sich schon die Fekter verbrannt!
Abgeordneter Dietmar Keck (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Herren Minister! Meine Damen und Herren! Gestern war es Griechenland, heute ist es Spanien, morgen ist es vielleicht Italien oder Zypern. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aufpassen! Da hat sich schon die Fekter verbrannt!) Die Hiobsbotschaften in Sachen Wirtschafts- und Finanzkrise reißen nicht ab. Und trotz der vielen Milliarden für die Rettung vor dem Bankrott verschärft sich die soziale Krise in diesen Ländern immer mehr. In Griechenland wurden zuletzt 21,7 Prozent Arbeitslosigkeit gemessen. Das ist das Doppelte des EU-Durchschnitts und ein Allzeithoch, das höchste, das je in Griechenland gemessen wurde.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber es gibt mehr Arbeitslose!
Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, ob es Ihnen gefällt oder nicht, die Verweildauer in der Arbeitslosigkeit ist rückläufig. Wir haben rückläufige Arbeitslosenkarrieren. Die Verweildauer geht um zwei Tage zurück. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber es gibt mehr Arbeitslose!) Ja, es sind mehr geworden, weil wir natürlich auch einen Zugang zum Arbeitsmarkt haben, unter anderem dadurch, dass die Frauen länger im Erwerbsprozess sind (Zwischenruf des Abg. Kickl), weil uns zum Beispiel die Frauen im Vorjahr auch geholfen haben, dass das Pensionsantrittsalter um 0,2 höher wird, weil die Frauen länger im Erwerbsprozess bleiben. Somit hat uns das geholfen. Wenn die Frauen länger im Erwerbsprozess bleiben, dann habe ich länger ältere Beschäftigte. Diese Einmaleins-Rechnung sollten Sie, Herr Kickl, doch beherrschen. (Abg. Riepl: Grundrechnungsarten!) Sie sollten wissen, dass das so ist. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben die Zahlen nicht erhalten!
Und auch das noch einmal zur Klarstellung: Die BMS ist und bleibt ein Sprungbrett, denn sonst hätten nicht schon 31 000 Leute Arbeit. Außerdem haben wir in Niederösterreich mehr Voll-BMS-Bezieher als in Wien. Es ist nur ein Problem, wie Statistiken zusammengestellt werden und wie gerechnet wird. Das ist halt eines der Themen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben die Zahlen nicht erhalten!) Frau Belakowitsch-Jenewein, das letzte Mal habe ich sie noch nicht gehabt, aber zwischenzeitlich kennen Sie ja die Qualität meines Hauses: Ich habe sie. Das ist ja vollkommen klar. Es wird auch die Evaluierung kommen, dann bekommen Sie das auch. Das ist auch vollkommen klar. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Super!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Super!
Und auch das noch einmal zur Klarstellung: Die BMS ist und bleibt ein Sprungbrett, denn sonst hätten nicht schon 31 000 Leute Arbeit. Außerdem haben wir in Niederösterreich mehr Voll-BMS-Bezieher als in Wien. Es ist nur ein Problem, wie Statistiken zusammengestellt werden und wie gerechnet wird. Das ist halt eines der Themen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben die Zahlen nicht erhalten!) Frau Belakowitsch-Jenewein, das letzte Mal habe ich sie noch nicht gehabt, aber zwischenzeitlich kennen Sie ja die Qualität meines Hauses: Ich habe sie. Das ist ja vollkommen klar. Es wird auch die Evaluierung kommen, dann bekommen Sie das auch. Das ist auch vollkommen klar. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Super!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Zum Thema!
Abgeordneter Dr. Harald Walser (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Baukultur und politische Kultur haben einiges gemeinsam: Beide liegen im Argen in diesem Haus. Herr Präsident Graf, im Zusammenhang mit der politischen Kultur: Für jemanden, der alte Omas aussackelt, der zu Unrecht Titel führt (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Zum Thema!), wäre es ganz einfach: Treten Sie zurück und Sie würden dem Ansehen des politischen Österreich einen großen Dienst erweisen!
Sitzung Nr. 161
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Es kann ja nicht die Lösung sein, dass ich als Justizministerin bei allen Fragen immer die deutsche Rechtslage abschreibe, da würde ich mich als Justizministerin doch etwas fehl am Platz fühlen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja unglaublich! – Abg. Strache: Das ist ja ein Witz, Ihre Vorsitzführung! Sie treten die Demokratie mit Füßen! – Die Abgeordneten von FPÖ und BZÖ verlassen den Sitzungssaal. – Anhaltende Unruhe. – Abg. Krainer: Geht euch irgendwas ab? Mir nicht! – Heiterkeit. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Es ist bei mir angekommen, dass es Wünsche auf Sonderpräsidialen gibt. Diesen werde ich auch gerne nachkommen; die Termine werden bekannt gegeben. (Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja unglaublich! – Abg. Strache: Das ist ja ein Witz, Ihre Vorsitzführung! Sie treten die Demokratie mit Füßen! – Die Abgeordneten von FPÖ und BZÖ verlassen den Sitzungssaal. – Anhaltende Unruhe. – Abg. Krainer: Geht euch irgendwas ab? Mir nicht! – Heiterkeit. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Neubauer: Wenn Sie es nicht wissen, dann müssen Sie schweigen! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Warum reden Sie dann davon? – Abg. Neubauer: Das ist eine Gemeinheit, so was!
Wir haben damals auch Dokumentationen noch einmal an alle Abgeordneten ausgeschickt, insbesondere mit dem Hinweis auf diese Betonung des „Lebensbundes“ Olympia, die in Österreich wahrlich als rechtsextreme Burschenschaft bezeichnet werden kann: Holocaust-Leugner auf dem Weg zur Burschenschaft Olympia verhaftet, und Spaßlieder dort, Juden-Spaßlieder zur Ermordung von Millionen von jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern – wir wissen es nicht, ob diese vorgetragen wurden oder nicht (Abg. Neubauer: Wenn Sie es nicht wissen, dann müssen Sie schweigen! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Warum reden Sie dann davon? – Abg. Neubauer: Das ist eine Gemeinheit, so was!), aber zumindest hat dieser Liedermacher dort ein Podium gefunden. Mir reicht es im Übrigen, dass man solchen Liedermachern einfach ein Podium bietet. Das hat mir wirklich gereicht, um das Gedankengut dieser Olympia nachvollziehen zu können. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Entschuldigen Sie sich einmal!
Und eines sage ich Ihnen schon: Das erwartet die Bevölkerung von Menschen auch in der Politik, dass sie irgendwann einmal sagen können: Entschuldigung, ich habe einen Fehler gemacht! (Abg. Ing. Hofer: Sie machen nie Fehler!), und das nicht auf eine Sekretärin oder auf irgendwen abschieben, sondern sagen: Ich habe einen Fehler gemacht. Ich entschuldige mich dafür. Das tut mir leid. – Bringen Sie das einmal zustande! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Entschuldigen Sie sich einmal!) Das ist nicht so schwer, einfach einmal einen Fehler einzugestehen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stefan: Vielleicht können Sie ja lesen, dann können Sie es ja anschauen: Rechtsanwaltsanwärter; Unterschrift: Graf. – Ganz einfach!) – Ich kann lesen, das ist überhaupt kein Thema. Da brauche ich mir nicht zusätzlich irgendetwas auf den Hut zu stecken. Lesen beherrsche ich, ja.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wissen Sie das nicht?! – Abg. Vilimsky: Das ist ja peinlich! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie die Prüfungen auch gemacht? – Das ist unfassbar!
Der Kollege Kopf zückt jetzt schon (Abg. Kopf: Das ist ja unglaublich! Den Rechnungshofpräsidenten zu vergleichen mit dem Nationalratspräsidenten! Das ist demokratiepolitisch unglaublich!) – Warum? Warum? Das ist genau der Punkt: Kontrolle auszuüben kann deutlich unbequemer sein als einen Vorsitz zu führen. Sie können noch einmal argumentieren, die Vorsitzführung muss auch hart durchgreifen, macht sich auch unbeliebt – aber der Rechnungshofpräsident mit Sicherheit auch: Der muss kontrollieren und auf die Zehen steigen. Argumentieren Sie einmal einen Unterschied zwischen einem Bundesminister und einem Parlamentspräsidenten! Ich finde das nicht nachvollziehbar. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wissen Sie das nicht?! – Abg. Vilimsky: Das ist ja peinlich! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie die Prüfungen auch gemacht? – Das ist unfassbar!)
Abg. Vilimsky: Dank EU! Dank Euro! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dank SPÖ!
Das merkt man ja jetzt schon bei den Vorboten in Griechenland, wo es immer dramatischer wird, wenn man diese Pleite nicht vermeiden kann. Nämlich: Ich kann keine Medikamente für die Bevölkerung kaufen (Abg. Strache: In Griechenland ist das der Fall!), die Energieversorgung bricht im ganzen Land zusammen. Wenn ich kein Benzin, keinen Diesel mehr kaufen kann, dann kann ich auch die entsprechenden Rettungsautos, Feuerwehrautos nicht betreiben. Also es bricht das gesamte System zusammen. Die Sparguthaben der Bevölkerung sind weg, und Massenarbeitslosigkeit ist die Folge. – Und da habe ich sozusagen eine massive Ansteckungsgefahr für andere Länder in Europa. (Abg. Vilimsky: Dank EU! Dank Euro! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dank SPÖ!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja! Sagen Sie es!
Es ist mehrfach gefragt worden: Was war denn euer Preis? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja! Sagen Sie es!) Was habt ihr bekommen? – Wenn die Angelegenheit nicht so ernst wäre, dann würde ja der Satz passen: So wie der Schelm denkt, so ist er. (Abg. Strache: Diplomatenpässe für den Herrn Pilz!) Aber ich kann Ihnen sagen, wir haben eines bekommen, etwas Wichtiges: Das ist ein Entwurf, ein Initiativantrag, eine Regelung, die wirklich den Namen Mitwirkungsrechte der Parlamente verdient. Wir haben etwas eingebracht, der Entwurf hätte ohne die Expertise der grünen MitarbeiterInnen ganz anders ausgesehen. (Beifall bei den Grünen.) Das haben wir eingebracht. Wir haben uns auch mit den ExpertInnen von SPÖ, ÖVP und vor allem des Legislativ- und Rechtsdienstes intensiv austauschen müssen.
Sitzung Nr. 163
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Meine Damen und Herren! Wir schaffen heute Regeln, die sowohl für Parteien gelten, für einzelne Politiker und Mandatare (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), als auch für die Wirtschaft, für einzelne Firmen und auch für Einzelpersonen. Wir beschließen eine Verschärfung des Korruptionsstrafrechts, meine Damen und Herren, die uns strengere Regeln auferlegt, und zwar Regeln darüber, was man an Einladung annehmen darf, was man an allenfalls in der Gesellschaft üblichen Geschenken annehmen darf. Es ist ja nicht so, dass wir nicht weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilnehmen wollen und sollen, aber wir stehen zu Recht unter einer ganz besonderen Beobachtung und müssen uns deswegen besonders strenge Regeln geben. Wir verschärfen diese Regeln für die Politiker, wir verschärfen die Strafen, denen wir künftig bei Fehlverhalten ausgesetzt sein werden, und ich denke, das ist gut so.
Sitzung Nr. 164
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja der Grund für die Einwendung! – Abg. Dr. Moser: Das ist ja Teil der Tagesordnung!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren, ich mache auf Folgendes aufmerksam: Ich habe jetzt nicht in Ihre Rede eingegriffen, aber wir diskutieren die Einwendungen gegen die Tagesordnung, und daher lege ich Wert darauf, dass auch Einwendungen vorgebracht werden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja der Grund für die Einwendung! – Abg. Dr. Moser: Das ist ja Teil der Tagesordnung!)
Abg. Kickl: Herdentrieb! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Skandal!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich halte die Einwendungen für nicht schlüssig, auch nicht für sinnvoll. Es wird jetzt in vielen europäischen Staaten genau das diskutiert, was wir heute auf der Tagesordnung haben – und es wird dann auch beschlossen werden, so wie es aussieht. (Abg. Kickl: Herdentrieb! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Skandal!) Aber die Wortmeldungen der beiden Oppositionssprecher von FPÖ und BZÖ waren eine Mischung aus Angstmacherei und Alternativenlosigkeit (Zwischenruf der Abg. Kitzmüller), und davon hat der Bürger und die Bürgerin nichts. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Guter Schmäh! – Abg. Strache: Ein Wahnsinn! – Abg. Kickl: Unglaublich!
Das Zweite ist, weil Sie sagen, es gibt die Notwendigkeit einer Volksabstimmung, also wir diskutieren da gerade einen Staatsvertrag: Das ändert an der österreichischen Verfassung gar nichts. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Guter Schmäh! – Abg. Strache: Ein Wahnsinn! – Abg. Kickl: Unglaublich!) Und beispielhaft für andere Parlamente in Europa werden wir hier ein Veto- und Mitwirkungsrecht dieses Parlaments beschließen: bei der Erhöhung, bei der Vergabe dieser Mittel im ESM. Das ist ganz entscheidend – ehrlich. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
das wirklich, meine Damen und Herren? Haben Sie vergessen, welche Chancen in der Wirtschaft, gerade im Exportbereich durch den Euro möglich geworden sind, durch eine gemeinsame Währung? Meine Damen und Herren, haben Sie das alles vergessen? (Abg. Mag. Stefan: Geh bitte, das stimmt doch nicht! Das hat doch mit dem Euro nichts zu tun!) – Schön. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist nicht in Ordnung!
Es ist wichtig, dass wir darum kämpfen, mit allen geschäftsordnungsmäßigen Mitteln, mit allen politischen Mitteln, dass diese Option und diese Hypothek für die künftigen Generationen der Österreicherinnen und Österreicher nicht kommt, verhindert wird. Sie werden es beschließen, ist in Ordnung (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist nicht in Ordnung!), aber wir werden bis zum Schluss darum kämpfen, dass der Wahrheit hier zum Durchbruch verholfen wird, und daran werden Sie uns nicht hindern. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie versucht, abzulenken!
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Klubobfrau Glawischnig hat offenbar wirklich ein gespaltenes Sympathieempfinden, denn alleine aufgrund ihrer Kleidung (der Redner verweist auf die orangefarbene Jacke von Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek) ist sie vom BZÖ nicht sehr weit entfernt, aber was ihre Ansichten betrifft, so sind diese den unsrigen diametral entgegengesetzt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie versucht, abzulenken!)
Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Meine Damen und Herren, wir brauchen daher einen Europäischen Stabilitätsmechanismus und einen Fiskalpakt, weil diese unwiederbringlich zusammengehören. Sie stellen nicht nur Gegenleistung und Leistung dar, sondern sie stellen aus meiner Sicht auch Zuckerbrot und Peitsche dar. (Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Nur wer die entsprechenden Auflagen von Europäischem Stabilitätsmechanismus und Fiskalpakt erfüllt, hat auch die Chance, eine entsprechende Unterstützung zu bekommen, und er hat diese Auflagen konsequent umzusetzen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Punkt zwei: Sagen Sie den Menschen, dass Sie die Menschen nicht lieben (ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der FPÖ), denn Sie haben hier behauptet, wir lehnen die Verlängerung der 24-Stunden-Betreuung ab. Was ist denn Ihre Alternative? – Ihre Alternative ist, die Menschen in Armut zu stürzen! Unsere Alternative ist der Pflegefonds, um den Menschen eine soziale Antwort zu geben. Genau darum geht es. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dann machen wir es!
Ich stehe nicht an, mich zu entschuldigen, kein Problem (Zwischenrufe der Abgeordneten Neubauer und Riepl), aber ich möchte hier Folgendes sagen: Warum ist denn das Vorarlberger Modell nicht multipliziert worden? – Weil es auch eine Augenauswischerei ist! Man macht eine kaufmännische Ausbildung, und nachher macht man das, was alle machen können: einen Pflegehelfer. Das können alle machen! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dann machen wir es!) – Ja, das machen wir doch Tausende Male!
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: für 15-Jährige!
Schauen Sie sich doch an, was wir zahlen! Schauen Sie sich doch an, was wir hineinpulvern! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: für 15-Jährige!) – Ja, entschuldigen Sie, 15-jährige Menschen! Wir sind uns, glaube ich, einig, dass es irgendwo auch Grenzen der Ethik gibt, dass es irgendwo auch Grenzen der Belastbarkeit gibt.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Herr Minister, wenn Sie aber davon sprechen, dass das Geld in die Pflege hineingepulvert wird, dann frage ich Sie, warum das Pflegegeld seit 1993 nur dreimal valorisiert wurde. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Wir haben da mittlerweile einen Wertverlust von bis zu 20 Prozent, Herr Minister. Da können Sie nicht sagen, dass im Pflegebereich alles in Ordnung ist, und die Argumente, die vorgebracht werden, einfach vom Tisch wischen. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Sitzung Nr. 166
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich weiß nicht, ob das wirklich lustig ist!
Ich hoffe, dem Bürgerwillen ist nichts passiert und er hat diese Messerattacke überlebt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich weiß nicht, ob das wirklich lustig ist!) Wie man eine Messerattacke auf etwas Abstraktes ausführen soll, bleibt aber schleierhaft. (Abg. Zanger: Da brauchen Sie einen Horizont dazu, dass man das versteht!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo denn?
Sie ist gesetzlich bereits mehrfach verankert, das stimmt, und auch dem Ansinnen, dass die deutsche Sprache in der Bildung verstärkt hochgehalten wird, kommt man ja bereits nach (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo denn?) – wobei es ja spannend ist, dass wir in einer Zeit leben, in der sich die Ausbildungs-, die Berufs-, die Freizeitwelt verändert haben und das Beherrschen von Fremdsprachen auch ausschlaggebend ist für Entwicklung, für Erfolg sowohl in Bildung als auch Beruf. Auch das dürfen wir nicht vergessen oder übersehen.
Sitzung Nr. 167
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist aber anmaßend!
Daher möchte ich all jenen, die uns in den letzten Tagen, Wochen und Monaten teils mit unsinnigen Massenmails – ich sage es ganz einfach und trocken – gequält haben, ins Stammbuch schreiben: Hören Sie endlich auf mit diesen berufspolitischen Hetzkampagnen, wer im jeweiligen Bereich der Bessere und wer der Schlechtere ist! Wir brauchen im Gesundheitsbereich keine unnötigen Grabenkämpfe, wo sich die unterschiedlichsten Berufsgruppen als Besserwisser aufspielen. Was viel mehr Sinn machen würde: Stellen Sie in Zukunft die Patientinnen beziehungsweise Patienten in den Mittelpunkt Ihres Tuns und Handelns, und seien auch Sie froh, dass wir in Zukunft viel mehr Menschen haben, die eine gute, eine bessere Qualifikation mitbringen, wenn es darum geht, Dienst am Menschen zu verrichten! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist aber anmaßend!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist heute nicht Thema!
Mir brennt nämlich das Thema Lebensmittelsicherheit geradezu unter den Nägeln (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist heute nicht Thema!) – no na! –, weil Konsumentinnen und Konsumenten ein Recht darauf haben, ausreichende Informationen über die Zusammensetzung, aber auch über die Nährwerte von Lebensmitteln sowie über das Herstellungsverfahren zu erhalten.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist aber nicht das Thema!
Auch wenn die Beanstandungsquote bei den Lebensmitteln sehr gering ist, müssen wir dafür Sorge tragen, dass Risikobetriebe viel gezielter kontrolliert werden, um in Österreich das hohes Niveau an Lebensmittelsicherheit weiter aufrechterhalten zu können. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist aber nicht das Thema!)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Ich möchte damit zu einem nächsten Thema kommen: Ich finde es toll, Herr Minister, welchen Erfolg Sie eingeheimst haben mit Ihrer Aktion „Unser Schulbuffet“. Insgesamt konnten mit dieser Aktion bereits 50 000 Kinder erreicht werden. Herzlichen Glückwunsch dazu! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Liebe Kollegin Belakowitsch-Jenewein, mittlerweile sind es nicht einmal mehr 50 Prozent! Die Tierärzte in Österreich sagen, dass sie froh sind, dass dieses Gesetz kommt. Und es ist wirklich eine gute Gesetzesvorlage, die hier von Minister Stöger vorgelegt wurde. (Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber da brauchen sie nicht Sie dazu!
Erstens: Ich arbeite im Petitionsausschuss als Abgeordneter und sehe es als völlig legitim und richtig an, dass Betroffene, egal, aus welcher Ecke sie kommen, das Recht haben, ihre Anliegen in dieses Parlament einzubringen. Es soll ein Grundrecht für Bürgerinnen und Bürger sein, ihre Anliegen einzubringen, egal, von welchem Standort aus sie ihre Probleme formulieren. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber da brauchen sie nicht Sie dazu!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Könnte man fast zu Fuß schaffen!
Aber weg vom Humor, der auch sehr ernst ist, hin zu dieser Debatte. Die Gerichtsorganisation in Österreich aus der Zeit der Monarchie, und zwar nicht aus der Donau-Monarchie, sondern aus der Zeit Joseph II., schon viel früher, war so aufgebaut, dass das Gericht an einem Tag mit einem Fuhrwerk zu erreichen ist. Abgesehen davon, dass bis auf die Wiener Fiaker keine Fuhrwerke mehr unterwegs sind, zumindest in keinem großen Ausmaß, haben wir jetzt Internet, Pkw, Züge, alles Mögliche, Fahrräder, und die Distanz von Purkersdorf nach Hietzing ist unter 10 Kilometer. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Könnte man fast zu Fuß schaffen!) Dass es hier also einen Aufstand dagegen gibt, dass man zwei Bezirksgerichte sinnvollerweise zusammenlegt, ist nicht nachvollziehbar.
Sitzung Nr. 171
Abg. Mag. Kogler: Freiheit für Faymann! – Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Jetzt kommen wir zur Inseratenaffäre. – Ossi, das ist es. – Ich habe in den letzten Tagen im Wahlkampf im Burgenland mit vielen ÖVP-Basisfunktionären gesprochen. Die sind wirklich stinksauer auf den Herrn Spindelegger und auf die Führungsbasis der ÖVP. Die sagen nämlich Folgendes: Ich verstehe das nicht. Da sagt der Herr Faymann: Ich will in den Ausschuss kommen. Und der Herr Pendl und die Herrschaften von der ÖVP sagen: Nein, das machen wir nicht. (Abg. Mag. Kogler: Freiheit für Faymann! – Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Die ÖVP stärkt damit der SPÖ den Rücken. Die verstehen das nicht!
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ist ja so! Ist ja so! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Genau das machen wir, meine Damen und Herren (Zwischenrufe der Abgeordneten Dipl.-Ing. Deimek und Bucher), aber Sie haben als Oppositionsparteien bereits in den letzten Tagen gesagt, dass Sie sich an diesen gemeinsamen Antrag nicht halten wollen. Das ist enttäuschend, denn damit entsteht für die Öffentlichkeit der Eindruck, dass nur die Regierungsparteien der Meinung wären, dass wir jetzt, am 16. Oktober, den Ausschuss beenden (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ist ja so! Ist ja so! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ) und mit 17. Oktober dem Hohen Haus einen Bericht erstatten wollen. Wahr ist, dass alle fünf Fraktionen sich genau auf diesen und keinen anderen Zeitplan geeinigt haben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Sitzung Nr. 173
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: So viele arbeitslos !
Österreich ist besser durch die Krise gekommen als die meisten seiner Nachbarn. Wir haben die besseren Antworten gefunden und sind im internationalen Vergleich gut aufgestellt und stabil. In Österreich haben wir keine Arbeitsplätze verloren, ganz im Gegenteil: Derzeit sind so viele Menschen beschäftigt wie noch nie (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: So viele arbeitslos !), und mit 4,4 Prozent haben wir die wenigsten Arbeitslosen in ganz Europa. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer denn?
Klein machen die ausgewogene Mischung unserer Wirtschaftskraft aus. Nur vier Länder in der EU haben ein makroökonomisches Gleichgewicht, wie wir es haben. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer denn?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Zahlt das der Herr Stronach?
Allein bei den ÖBB ersparen wir uns bis zum Jahr 2016 in Summe 1,4 Milliarden € an Zuschüssen an das Unternehmen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Zahlt das der Herr Stronach?) Bei den Förderungen sind wir beim Aufbau neuer Strukturen, um Doppel- und Dreifachförderungen zukünftig zu verhindern. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Transparenzdatenbank. Wir haben dieses zukunftsweisende Projekt heuer finalisieren können, und ich freue mich auf die ersten Ergebnisse, die wir 2013 auswerten können.
Abg. Ing. Hofer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Krainer –: Zur Sache, bitte! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ein bisschen etwas zur Sache!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Krainer. – Bitte. (Abg. Ing. Hofer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Krainer –: Zur Sache, bitte! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ein bisschen etwas zur Sache!)
Abg. Ing. Hofer: Zur Sache, bitte! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Zur Sache!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Themessl, „Sie waren sich einig“, ja, sie waren sich aber auch einig, dass sie die Steuern um über 3 Milliarden gesenkt haben, nämlich 2009. (Abg. Ing. Hofer: Zur Sache, bitte! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Zur Sache!) – Wenn ich auf jemanden eingehe, der vor mir geredet hat, wird das wohl möglich sein. (Beifall des Abg. Kopf.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Warum reden Sie nicht zur Sache?
Ich darf aber durchaus auch auf einige Debattenbeiträge vor mir eingehen. Kollege Themessl hat hier von den Pensionen gesprochen und gemeint, dass die so gering erhöht werden würden und wie arg das sei. Er hat anscheinend vergessen, dass die Freiheitlichen sieben Jahre in der Regierung waren. Schauen wir uns doch an, was da passiert ist. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Warum reden Sie nicht zur Sache?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Reden Sie einmal über das Bundesschatzscheingesetz! Haben Sie da nichts dazu zu sagen?
Sieben Jahre lang sind die Pensionen durchgehend unter der Inflationsrate erhöht worden. Durchgehend, jedes Jahr, das die FPÖ in der Regierung war, war die Erhöhung unter der Inflationsrate! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Reden Sie einmal über das Bundesschatzscheingesetz! Haben Sie da nichts dazu zu sagen?) Seitdem die SPÖ in der Regierung ist: jedes Jahr über der Inflationsrate. (Abg. Ing. Hofer: Zur Sache!) Wir haben gesagt, die Erhöhung heuer ist einmalig, und nächstes Jahr wird im Schnitt unter der Inflationsrate erhöht. Die Kleinen bekommen sehr wohl die Inflationsrate ausgeglichen, die Großen sollen dafür weniger bekommen.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, Darabos!
Wir haben jetzt andere Bedrohungsbilder. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, Darabos!) Wir haben internationalen Terrorismus. Wir haben Cyber-Attacken. Wir haben
Abg. Strache: Wann beginnen Sie damit? – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Bringen Sie einmal eines!
Alle Wahlberechtigten können am 20. Jänner in dieser Frage Stellung beziehen und entscheiden. Das ist eine große Verantwortung, weil damit eine weitreichende Entscheidung getroffen wird. Und es ist zugesichert, dass das Ergebnis der Volksbefragung umgesetzt wird. Die Tatsache, dass wir diese große Verantwortung gemeinsam mit der Bevölkerung tragen, sollte uns dazu bringen, dass wir die Auseinandersetzung mit sachlichen Argumenten führen und einander nicht mit polemischen Äußerungen befetzen. (Abg. Strache: Wann beginnen Sie damit? – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Bringen Sie einmal eines!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Bitte!
Ich hätte gerne zwei sachliche Argumente gebracht. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Bitte!) Es freut mich, Kollegin, dass Sie zuhören, das ist, glaube ich, ganz wichtig. (Abg. Ing. Höbart: Es schmerzt zwar in den Ohren, aber ja!) Die österreichische Bevölkerung weiß, dass sie eine große Verantwortung hat und eine wichtige Entscheidung treffen wird. Und dass Sie hier hämisch darüber lächeln, das finde ich sehr, sehr schade.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Leiharbeitern aus?
gut funktionierenden Arbeitsmarkt mit einer aktuellen Arbeitslosenquote von rund 4,5 Prozent. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Leiharbeitern aus?)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Jetzt soll nach diesem Modell jemand angestellt werden – ein bezahlter Freiwilligendienst ist meiner Meinung nach ein Widerspruch in sich – mit 1 386 €. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Ich bin Betriebsratsvorsitzender für 1 600 berufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ich kann dem nicht zustimmen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Haberzettl und Mag. Schatz.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sind Sie der Vertreter des kleinen Mannes?
Ich nehme zur Kenntnis, dass die Freiheitlichen nicht bereit sind, einer Berufsgruppe, der es da oder dort nicht sehr gut geht, eine Verbesserung zukommen zu lassen. Ich nehme das mit Bedauern zur Kenntnis, aber sagen Sie bitte nicht mehr, Sie sind die Vertreter des kleinen Mannes! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sind Sie der Vertreter des kleinen Mannes?) Sagen Sie das bitte nicht mehr! Nein, Sie sind es wirklich nicht, denn sonst würden Sie für diese Novelle stimmen (Beifall bei der SPÖ), die ein weiterer Schritt in Richtung Verbesserung der Situation einer bestimmten Gruppe ist (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Na wo wird noch verbessert?), der es da oder dort nicht sehr gut geht. Dass das ein etwas kompliziertes Terrain ist, hat man ja gesehen, denn wir haben das alles mit der Wirtschaftskammer verhandelt, und ein Teil der Wirtschaftskammermitglieder hat dann eine sogenannte Rebellenorganisation gegründet und versucht, das alles noch zu unterlaufen. Wir sind alle sehr stabil geblieben und haben das alle nicht so ernst genommen, denn das, was die Herrschaften wollen, ist nämlich ein Rückschritt ins vorige Jahrhundert – und kein Fortschritt.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Na wo wird noch verbessert?
Ich nehme zur Kenntnis, dass die Freiheitlichen nicht bereit sind, einer Berufsgruppe, der es da oder dort nicht sehr gut geht, eine Verbesserung zukommen zu lassen. Ich nehme das mit Bedauern zur Kenntnis, aber sagen Sie bitte nicht mehr, Sie sind die Vertreter des kleinen Mannes! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sind Sie der Vertreter des kleinen Mannes?) Sagen Sie das bitte nicht mehr! Nein, Sie sind es wirklich nicht, denn sonst würden Sie für diese Novelle stimmen (Beifall bei der SPÖ), die ein weiterer Schritt in Richtung Verbesserung der Situation einer bestimmten Gruppe ist (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Na wo wird noch verbessert?), der es da oder dort nicht sehr gut geht. Dass das ein etwas kompliziertes Terrain ist, hat man ja gesehen, denn wir haben das alles mit der Wirtschaftskammer verhandelt, und ein Teil der Wirtschaftskammermitglieder hat dann eine sogenannte Rebellenorganisation gegründet und versucht, das alles noch zu unterlaufen. Wir sind alle sehr stabil geblieben und haben das alle nicht so ernst genommen, denn das, was die Herrschaften wollen, ist nämlich ein Rückschritt ins vorige Jahrhundert – und kein Fortschritt.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Da mutet es schizophren an, wenn sich die Vertreter der FPÖ, die damals Einmalzahlungen verabschiedet haben, nun hier herstellen und jetzt so als Robin Hood sagen (Abg. Neubauer: Das ist ja ein unglaublicher Unsinn!): Die armen Pensionisten! Tun wir endlich einmal etwas für sie! – Da sieht man einmal, wie wichtig es Ihnen ist, hier im Parlament eine Fünf-Parteien-Einigung zu erzielen (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), und wie Sie sich daran halten – heute so, morgen so. Das ist eine Politik, die wir nicht brauchen und die auch unsere Pensionistinnen und Pensionisten in Österreich nicht brauchen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: Also so ein Unsinn, was Sie da sagen! Das ist ja unglaublich!)
Sitzung Nr. 175
Abg. Neubauer: Nein! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine andere Partei!
Die FPÖ – ist das jene FPÖ, die als FPK im Kärntner Landtag sitzt (Abg. Neubauer: Nein! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine andere Partei!) und dort nun, glaube ich, schon zum zehnten Mal, das ist schon ein Jubiläum, die Landtagssitzung verlässt und keine Neuwahlen zulässt, sodass die Bürger nicht entscheiden können? – Dort wird die Verfassung mit Füßen getreten! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Ein letztes Wort: Ich bin Hausarzt, wie viele wissen, ich schreibe viele Rezepte im Parlament, und zwar widerrechtlich, weil das eine Zweitordination wäre, das wäre nicht erlaubt. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Aber ich sage Ihnen eines: Fragen Sie junge Leute an den Kliniken, fragen Sie junge Studenten, die sagen, Hausarzt ist ein No-Go – obwohl das ein schöner Beruf ist –, denn: viel Bürokratie, ständiges Rechtfertigen-Müssen bei der Krankenkasse, ein schlechtes Einkommen.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es gibt doch gar keine Gesundheitsreform! Wovon reden Sie?
Auf ein paar Punkte darf ich näher eingehen: etwa auf die Gesundheitsreform. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es gibt doch gar keine Gesundheitsreform! Wovon reden Sie?) Alle, die sich mit diesem Thema beschäftigen, wissen, dass die Kosten für die Gesundheit nicht weiter anwachsen dürfen als das durchschnittliche Wirtschaftswachstum – natürlich unter der Voraussetzung einer optimalen Versorgungssicherheit für Patientinnen und Patienten. Natürlich erfordert dieser Weg große Anstrengungen vom Bund, den Ländern und den Krankenkassen.
Sitzung Nr. 177
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Aber oft habe ich das Gefühl, dass der eine oder andere nicht weiß, worum es letztendlich wirklich geht. Es geht nämlich um den Schutz von Menschen, um den Schutz von Menschen, die von zu Hause flüchten, weil sie den Tod oder Verfolgung fürchten. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Ich glaube, wenn wir da in die letzten Jahrzehnte der Republik zurückschauen, dann wissen wir: Ja, wir haben eine Tradition, wenn es um den Schutz von Flüchtlingen geht, wenn es um den Schutz jener geht, die Hilfe und Unterstützung brauchen. Und gerade diese Tradition wollen wir fortschreiben.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Na welche gibt es denn? Zählen Sie sie auf!
Allein wenn man sich anschaut, welche Konsequenzen es da gibt (Rufe bei der FPÖ: Keine! Keine!), kann man sagen, dass wir ganz klare Kriterien haben, dass wir ganz klare Zeichen gegen Asylmissbrauch setzen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Na welche gibt es denn? Zählen Sie sie auf!) Wichtig ist mir da vor allem auch, zu betonen, dass wir das Problem generell an der Wurzel packen müssen. Ich denke da im Speziellen auch an die griechisch-türkische Grenze: Dort läuft nicht alles so, wie man es sich wünscht (Zwischenruf des Abg. Mayerhofer), aber es werden in diesem Fall ganz konkrete Maßnahmen gesetzt, um vor allem die Außengrenze mehr zu schützen.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wahnsinn! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ganz klar ist auch, dass weiterhin den Schleppern der Kampf angesagt werden muss. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wahnsinn! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Diesbezüglich gibt es ganz klare Maßnahmen, und wir sind auch mit vielen anderen EU-Mitgliedstaaten in enger Allianz, um ganz klare Maßnahmen zu setzen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Von einem ausufernden Kriminaltourismus kann in keinster Weise die Rede sein. Das Innenministerium hat diesbezüglich bereits eine Vielzahl von Maßnahmen gesetzt. Ich denke da an den Masterplan im Bereich der Einbruchskriminalität und an die Maßnahmen im Bereich der SOKO Ost oder der SOKO Kfz. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Ein Blick auf die Kriminalstatistik zeigt ganz klar, dass es bei vielen Kriminalitätsformen zu einem Rückgang gekommen ist, zu einer Reduktion von etwa 50 Prozent. Das heißt, wir werden auch weiterhin daran arbeiten, die grenzüberschreitende Kriminalität aufzuklären und zurückzudrängen.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wann?
Das derzeitige EDV-System lässt eben nur eine beschränkte Anzahl von Statistiken zu, eine neue EDV-Umgebung soll mit Einführung des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl zum Einsatz gebracht werden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wann?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer ist „wir“?
Wir sind uns der Probleme bewusst. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer ist „wir“?) Ich betone es noch einmal: Die Probleme sind da! Aber die Probleme sind in beiden Bereichen systemimmanent. (Abg. Strache: Wo gehören Sie hin? Bei welcher BZÖ-Mannschaft sind Sie jetzt: BZÖ-Bucher oder BZÖ-Stronach? Wer ist „wir“, die 13 oder fünf? Wohin gehören Sie?)
Sitzung Nr. 178
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt sicher nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Und eines darf man ja nicht vergessen: Strache war damals nicht irgendwer, sondern er war stellvertretender FPÖ-Bundesparteiobmann. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt sicher nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Und mehr noch: Strache und Rumpold verbanden damals noch enge geschäftliche Kontakte. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ein ziemlicher Blödsinn, den Sie da erzählen!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ein ziemlicher Blödsinn, den Sie da erzählen!
Und eines darf man ja nicht vergessen: Strache war damals nicht irgendwer, sondern er war stellvertretender FPÖ-Bundesparteiobmann. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt sicher nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Und mehr noch: Strache und Rumpold verbanden damals noch enge geschäftliche Kontakte. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ein ziemlicher Blödsinn, den Sie da erzählen!)
Sitzung Nr. 179
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist unfassbar! – Abg. Kickl: Herr Kollege, mit der Argumentation müssen Sie die 700 Millionen auch noch !
Jetzt frage ich dich, Kollege Bucher: Wenn du 500 € zu veranlagen hast, wo kannst du das tun, um am Jahresende 11 300 € zurückzubekommen? – Nicht einmal bei meiner Bank! (Zwischenruf des Abg. Kickl. – Abg. Bucher: Die Rechnung stimmt nicht!) In der EU-Mitgliedschaft. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist unfassbar! – Abg. Kickl: Herr Kollege, mit der Argumentation müssen Sie die 700 Millionen auch noch !)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Können Sie selber auch etwas sagen? Oder wissen Sie gar nichts zu sagen?
„e-card bringt Big-Brother-System für Ärzte und Patienten“ (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Können Sie selber auch etwas sagen? Oder wissen Sie gar nichts zu sagen?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein – das vorhin erwähnte Schriftstück in die Höhe haltend –: Zu welcher Fraktion gehört denn der, Frau Kollegin? Ist der von Ihrer Fraktion?
Seit 2004 diskutieren wir ELGA, und seit 2004 ist die Frage: Schaffen wir es überhaupt, ELGA einzuführen? Es wurde viel darüber diskutiert, es hat, sage ich einmal, drei Gesundheitsminister gebraucht, um ELGA umzusetzen. Minister Stöger ist es jetzt mit unheimlicher Zähigkeit und mit unheimlich vielen geduldigen Gesprächen mit allen Stakeholdern im System gelungen. Es gab unzählige Veranstaltungen, Verhandlungsrunden gemeinsam auch mit der Ärztekammer, es gab unzählige Hearings, nämlich zwei lange, große Hearings zu den Fragen: Was für Probleme gibt es bei ELGA? Wie wird mit ELGA umgegangen? Wie wird das gemacht? – Das heißt, es wurde ein Menge an Gesprächen geführt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein – das vorhin erwähnte Schriftstück in die Höhe haltend –: Zu welcher Fraktion gehört denn der, Frau Kollegin? Ist der von Ihrer Fraktion?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ist der von Ihrer Fraktion?
Die Ärztekammer fühlt sich noch immer nicht genug informiert. Allerdings, liebe Frau Kollegin Belakowitsch (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ist der von Ihrer Fraktion?), ist es so, dass wir heute hier ein Rahmengesetz für ELGA beschließen. Ich verstehe die Sorgen der Ärztinnen und Ärzte, dass sie in der Frage: wie ist es „handlebar“?, Probleme, Ängste und Sorgen haben. Das ist doch etwas, was wir von der Sozialdemokratie immer gesagt haben: Es muss praktikabel sein. Es kann nicht sein, dass wir ein System etablieren, das die Zeiten verlängert, das die Zeit am Patienten verkürzt. Wir haben bis zum Jahr 2016 jetzt Zeit, das System so zu entwickeln, dass es benutzerfreundlich ist, und zwar so, dass es Ärztinnen und Ärzten nützt. Und genau diese Dinge werden jetzt auch erledigt.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Was ich hier sehr klar sagen möchte, ist: Ich verstehe bis heute nicht, warum die Ärzte noch immer gegen ELGA auftreten. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Öllinger.) Wenn man sich die Geschichte der Gesundheitspolitik der letzten Jahre ansieht (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), dann merkt man, dass die Ärzte gegen jede Reform waren, weil sie nur ihre eigenen Interessen vertreten haben und nicht die Interessen der Patienten.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Auch jetzt wurde von den Ärzten wieder Protest angekündigt, Protest gegen die Gesundheitsreform, die die Regierung mit Bundesminister Stöger realisieren möchte. Ich meine, die Aktion, die die Ärzte nun ankündigen, ist nicht nur überreizt, sie widerspricht dem Berufsethos der Ärzte. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie haben den Ärzten ...!
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Mit derartigen, unsinnigen Plakaten (der Redner hält ein Plakat hoch) wollen die Ärzte in ganz Österreich auftreten. Ich fordere Sie von hier, von dieser Stelle auf (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie haben den Ärzten ...!): Ziehen Sie diese Protestaktionen zurück! Sie verunsichern die Menschen! Es kommt zu einer Panikmache durch Ärzte, und das ist mit aller Entschiedenheit abzulehnen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... ist Panikmache?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... ist Panikmache?
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Mit derartigen, unsinnigen Plakaten (der Redner hält ein Plakat hoch) wollen die Ärzte in ganz Österreich auftreten. Ich fordere Sie von hier, von dieser Stelle auf (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie haben den Ärzten ...!): Ziehen Sie diese Protestaktionen zurück! Sie verunsichern die Menschen! Es kommt zu einer Panikmache durch Ärzte, und das ist mit aller Entschiedenheit abzulehnen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... ist Panikmache?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Jetzt wissen Sie selber nicht, was wir bekommen!
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir bekommen mit ELGA erstmals einheitliche ... (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Jetzt wissen Sie selber nicht, was wir bekommen!) ... eine einheitliche Regelung über Gesundheitsdaten in Österreich. Die Bundesländer sind aufgefordert, endlich ihre Krankenanstaltengesetze so zu ändern, dass sie zumindest der Richtlinie der Europäischen Union entsprechen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (STRONACH): Herr Präsident! Hohes Haus! Zu ELGA: Grundsätzlich ist ELGA ja eine gute Sache. Man muss sich einmal überlegen, was in Österreich jeden Tag so passiert. Es gibt eine Studie, die belegt, dass es in Österreich aufgrund von Medikamenten, die sich miteinander nicht vertragen, über eine Million Wechselwirkungen gibt. Das heißt, ein Arzt verschreibt ein Medikament, ein anderer Arzt verschreibt ein anderes Medikament, weiß aber nichts davon, dass das schon verschrieben wurde, oder ein anderes, das nicht mit dem ersten zusammenpasst, und es entstehen Wechselwirkungen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Damit gibt es auch keine Doppelverschreibungen, denn der Apotheker sieht da, das wurde ja schon verschrieben und, und, und. Das heißt, man würde auch eine Tablettenabhängigkeit besser sehen. (Abg. Öllinger: Sie haben keine Ahnung!) Das heißt, es gibt damit also ganz, ganz viele Möglichkeiten, und ELGA ist grundsätzlich einmal eine positive Sache. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Anstatt dass Sie das tun, was Ihnen auch die Ärztekammer empfohlen hat, nämlich diese Sache einmal ganz lokal irgendwo zu testen, einmal zu schauen: Wie kommt es beim Patienten an, wie kommt es bei denen an, die das eingeben müssen, wie kommen die Apotheken damit zurecht, wie kommt man überhaupt mit den Daten und mit dem Datenaustausch zurecht (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), welche Startup-Kosten bei den Ärzten sind notwendig, wie kann man die Ärzte unterstützen?, also anstatt dass man das lokal sehr begrenzt macht – man macht es zum Beispiel, sagen wir, einmal in Wien in einem Bezirk – und schaut, wie das angenommen wird, wollen Sie heute hier einfach ein Ermächtigungsgesetz über Österreich drüberziehen ohne Rücksicht auf Verluste und ohne zu wissen, wie sich das tatsächlich in der Praxis umsetzen lässt.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Wollen Sie ihnen zumuten, dass Sie hier ein System drüberstülpen, ohne es vorher getestet zu haben? – Also ich würde Ihnen wirklich empfehlen, dass Sie die Bedenken der Ärztekammer ernst nehmen. Machen Sie das mit den Ärzten gemeinsam in einer Partnerschaft! (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Und vor allem: Unterstützen Sie die Ärzte dabei, das System zu implementieren, denn es wird nur partnerschaftlich gehen und sicherlich nicht über die Köpfe der Ärzte und der Patienten hinweg. – Vielen Dank. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Von welchem Gesetz reden Sie? – Abg. Öllinger: Das wäre was!
Mit diesem Geld könnten wir sehr viel für die Gesundheitsvorsorge, für die Prävention machen. Das wäre doch was! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Von welchem Gesetz reden Sie? – Abg. Öllinger: Das wäre was!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Für das Protokoll: kein Applaus!
Sicherheit der Daten – auch davon war heute schon die Rede. Ich weiß aus vielen Gesprächen, den Senioren bereitet die Sicherheit der Daten viel weniger Kopfzerbrechen als Doppelbefundungen und Wechselwirkungen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Für das Protokoll: kein Applaus!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dabei ist noch gar keiner dabei!
Das Projekt Elga soll ja auch Verbesserungen für die Ärzte bringen. Da muss es doch gelingen, dass wir alle – ich betone: alle – Ärzte ins Elga-Boot holen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dabei ist noch gar keiner dabei!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Woher wissen Sie das?
Für mich ist eines unbestritten – und das sollte jeder Arzt/jede Ärztin auch einmal begreifen –: dass durch dieses Gesetz, das wir heute verabschieden, die Behandlungsqualität für die Patientinnen und Patienten sehr wohl steigen wird (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Woher wissen Sie das?) und im Bereich des Datenschutzes neue Qualitäts- und Sicherheitskriterien Einkehr finden werden. (Abg. Dr. Fichtenbauer: Sind Sie Arzt?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: So ganz nebenbei, oder wie?
Nun, wichtig ist für mich eines – nicht unbedingt, wer recht hat –: dass die Patienten zu ihrem Recht kommen. Beim Studium dieses Gesetzes habe ich die Überzeugung gewonnen, dass die Patienten zu ihrem Recht kommen. Sie werden einbezogen, sie können hinausoptieren, sie können wieder hineinoptieren. Die Patienten kommen also zu ihrem Recht. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: So ganz nebenbei, oder wie?)
Sitzung Nr. 181
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das haben Sie eh schon so oft gesagt!
Ich glaube, dass wir, was die Steuerstruktur in Österreich betrifft, auch noch Schritte setzen müssen. Wir besteuern Arbeit noch immer viel zu hoch im Vergleich zu dem, wie wir Kapital- und Vermögenseinkommen besteuern. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das haben Sie eh schon so oft gesagt!) Ein einfaches Beispiel: Vom gesamten Kuchen, vom gesamten Einkommen, das in Österreich verdient wird, bekommen zirka 60 Prozent die, die arbeiten gehen, für ihr Geld, und die, die über Kapital und Vermögen verfügen und daraus ein Einkommen lukrieren, bekommen zirka 40 Prozent davon. (Abg. Dolinschek: Warum ändern Sie das nicht? Das ist immer dieselbe Rede!) Aber die Finanzierung des Staates läuft zu zirka 85 Prozent über Arbeit und Konsum und nur zu zirka 15 Prozent über Vermögens- und Kapitalsteuern.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist kein Verhetzen, das ist Tatsache!
Eine Rede, in der gehetzt wird gegen Ausländer, gegen Inländer, gegen Alte, gegen Junge, gegen Frauen, gegen Männer. (Abg. Kickl: Reden Sie mit dem Muchitsch!) – Das ist das Typische der FPÖ: Hetzen, verhetzen (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist kein Verhetzen, das ist Tatsache!), aber niemals Lösungen anbieten! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und warum steigt die Arbeitslosigkeit von Monat zu Monat?! Erklären Sie das einmal!
Wir ruhen uns jedoch nicht darauf aus, sagen nicht nur, dass wir in Österreich eine geringe Arbeitslosigkeit haben, sondern tun auch etwas, um Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Diese Bundesregierung hat das erfolgreich getan, meine Damen und Herren, und wird es auch weiter tun. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und warum steigt die Arbeitslosigkeit von Monat zu Monat?! Erklären Sie das einmal!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: In der EU, nicht in Europa! Das ist ein Irrtum!
Abgesehen davon, dass wir die niedrigste Arbeitslosigkeit in Europa haben (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: In der EU, nicht in Europa! Das ist ein Irrtum!) und auch die Jugendarbeitslosigkeit sehr niedrig ist, haben wir in Österreich – das möchte ich auch betonen – auch den höchsten Stand der Beschäftigung. Mit 3,5 Millionen unselbständig Erwerbstätigen haben wir in Österreich den höchsten Stand der Beschäftigung. Ganz besonders froh bin ich darüber, dass 46 Prozent davon Frauen sind.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Wir haben 38 Prozent auch in der Gesamtbevölkerung, das wissen Sie doch ganz genau! Machen Sie doch nicht immer die Augen zu, beziehungsweise versuchen Sie nicht, irgendetwas aus der ganz tiefen Schublade zu entwickeln! Wir leben davon, dass wir auch ein Zuwanderungsland sind. Der Tiroler Tourismus lebt nur von … (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Schauen Sie sich doch die Realität an! Reden Sie doch einmal mit Herrn Abgeordneten … (Abg. Strache: Das ist Ihr Modell! Sie wollen ja auch einen türkischen Bürgermeister für Wien!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Wir lassen überhaupt niemanden im Stich! Was haben wir getan? – Wir haben das getan, was notwendig war: Wir haben erstens den Pensionssicherungsbeitrag dort eingeführt, wo es noch keinen gab, und haben diesen zweitens dort, wo es ihn gab, teilweise erhöht. Das war unsere Antwort, weil wir für Gerechtigkeit sind, weil wir mit diesen Menschen arbeiten wollen und arbeiten müssen und weil wir das respektieren, was „Übergang“ heißt. Das ist der Punkt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) – Falls ich für den Begriff „Rübe ab!“ einen Ordnungsruf bekommen sollte, entschuldige ich mich sofort, damit es kein Missverständnis gibt.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Nein! Da sind alle gefordert. Herr Kickl! Das Image der Lehre ist eine gesellschaftspolitische Herausforderung. Das hat mit Parteipolitik schon überhaupt nichts zu tun, das ist eine gesellschaftspolitische Herausforderung! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nichts!
Und Frauen sind da ganz besonders betroffen. Es gab im Jahr 2006 10 000 behinderte Frauen, die arbeitslos waren. (Abg. Strache: Da hört man aber von den SPÖ-Frauen nichts!) – So ist es. – Heute sind es 15 000 behinderte Frauen, die arbeitslos sind. Was habe ich bisher von der Frauenministerin gehört? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nichts!) Was soll getan werden für behinderte Frauen, die arbeitslos sind? – Nichts!
Abg. Ing. Hofer spricht mit Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Ich finde diese … (Abg. Ing. Hofer spricht mit Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) – Herr Kollege Hofer, vielleicht können Sie mir ganz kurz zuhören. Er hört eh nicht zu.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja ungeheuerlich! Was fällt Ihnen überhaupt ein?!
Abgeordnete Mag. Christine Lapp, MA (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Der Kollege hat heute vergessen, als er die Reden für die Kolleginnen und Kollegen der FPÖ vorgeschrieben hat, dass er auf der einen Seite Zahlen, Daten, Fakten in die Reden hineinpackt und auf der anderen Seite einmal versucht, den Schmutzkübel stehen zu lassen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja ungeheuerlich! Was fällt Ihnen überhaupt ein?!) Sie haben nämlich vergessen, Herr Kollege Kickl und KollegInnen von der FPÖ, dass die FPÖ davor gewarnt hat, dass wir von einer Million Ausländerinnen und Ausländern aus dem EU-Ausland überschwemmt werden – gekommen sind 70 000. Also eine falsche Behauptung; das ist jetzt klargestellt. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Sie als Abgeordnete müssen doch wissen, dass da schon jahrzehntelang eine gesetzliche Regelung existiert. (Rufe und Gegenrufe zwischen FPÖ und SPÖ.) Sie als Abgeordnete werden doch so weit sein, dass Sie die Sachen vorher lesen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Wir haben eine ganz klare Regelung im Berufsausbildungsgesetz, Frau Kollegin. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Mich würde das wirklich interessieren, wollen Sie die vielleicht 200 000 Menschen, die zurzeit zusehen, die Kollegen und Kolleginnen, die Bevölkerung verunsichern? Warum machen Sie das wirklich? Sie stellen sich hier her und sagen, die Lehrlinge in Österreich seien eine besonders arme Gruppe, die Gewerkschaften, der Herr Bundesminister, niemand mache etwas für sie. (Ruf bei der FPÖ: Stimmt eh! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt ja!)
Ruf bei der FPÖ: Stimmt eh! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt ja!
Sie als Abgeordnete müssen doch wissen, dass da schon jahrzehntelang eine gesetzliche Regelung existiert. (Rufe und Gegenrufe zwischen FPÖ und SPÖ.) Sie als Abgeordnete werden doch so weit sein, dass Sie die Sachen vorher lesen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Wir haben eine ganz klare Regelung im Berufsausbildungsgesetz, Frau Kollegin. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Mich würde das wirklich interessieren, wollen Sie die vielleicht 200 000 Menschen, die zurzeit zusehen, die Kollegen und Kolleginnen, die Bevölkerung verunsichern? Warum machen Sie das wirklich? Sie stellen sich hier her und sagen, die Lehrlinge in Österreich seien eine besonders arme Gruppe, die Gewerkschaften, der Herr Bundesminister, niemand mache etwas für sie. (Ruf bei der FPÖ: Stimmt eh! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt ja!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl und Dr. Belakowitsch-Jenewein. – Gegenrufe bei der SPÖ.
Frau Kollegin, ich würde mir wünschen, dass Sie sich hierher stellen und sagen, warum Sie das machen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl und Dr. Belakowitsch-Jenewein. – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Kickl: Das ist ein bisschen eine schiefe Geschichte! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: McJobs! Das ist eine schiefe Geschichte!
Wenn hier behauptet wird, in Wien explodiere die Arbeitslosigkeit, wenn hier behauptet wird, in Wien gehe alles den Bach runter, dann muss ich sagen: Nehmen Sie doch die nominellen Zahlen zur Kenntnis! Dann werden Sie sehen: Der Anstieg der Zahl der Beschäftigten ist höher als der Anstieg der Arbeitslosigkeit. – Punkt eins. (Abg. Kickl: Das ist ein bisschen eine schiefe Geschichte! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: McJobs! Das ist eine schiefe Geschichte!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und wie viele waren in Schulungen!?
Punkt zwei: Nein, es ist keine … (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und wie viele waren in Schulungen!?) – Schauen Sie, Frau Belakowitsch-Jenewein, wir haben im Oktober in Wien um 7 300 mehr Beschäftigte gehabt und „nur“ – unter Anführungszeichen – um 3 800 mehr Arbeitslose. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: 5 635 Schulungen!) Das sind ganz einfach die nackten Zahlen, und Wien hat einen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Mittelfeld aller österreichischen Bundesländer. (Abg. Riepl: Sie versteht es einfach nicht!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: 5 635 Schulungen!
Punkt zwei: Nein, es ist keine … (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und wie viele waren in Schulungen!?) – Schauen Sie, Frau Belakowitsch-Jenewein, wir haben im Oktober in Wien um 7 300 mehr Beschäftigte gehabt und „nur“ – unter Anführungszeichen – um 3 800 mehr Arbeitslose. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: 5 635 Schulungen!) Das sind ganz einfach die nackten Zahlen, und Wien hat einen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Mittelfeld aller österreichischen Bundesländer. (Abg. Riepl: Sie versteht es einfach nicht!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine gefährliche Drohung!
Nächster Punkt – Abgeordneter Hofer ist leider nicht hier –: Es sind nicht 1,2 Milliarden, die die Städte, Länder und Gemeinden aufwenden, sondern es sind 1,6 Milliarden. Dementsprechend haben wir als österreichische Bundesregierung reagiert. Wir haben einen Pflegefonds installiert. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine gefährliche Drohung!) – Schauen Sie, Frau Belakowitsch-Jenewein, die gefährliche Drohung sind Sie, denn Sie haben keine Antwort! Wir haben eine Antwort. Wir haben die richtige Antwort (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Stummvoll), denn damit gelingt es uns, den Anstieg bei der Sozialhilfe abzufangen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Großartige Antwort!) Ich wiederhole: Damit gelingt es uns, den Anstieg bei der Sozialhilfe abzufangen!
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Großartige Antwort!
Nächster Punkt – Abgeordneter Hofer ist leider nicht hier –: Es sind nicht 1,2 Milliarden, die die Städte, Länder und Gemeinden aufwenden, sondern es sind 1,6 Milliarden. Dementsprechend haben wir als österreichische Bundesregierung reagiert. Wir haben einen Pflegefonds installiert. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine gefährliche Drohung!) – Schauen Sie, Frau Belakowitsch-Jenewein, die gefährliche Drohung sind Sie, denn Sie haben keine Antwort! Wir haben eine Antwort. Wir haben die richtige Antwort (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Stummvoll), denn damit gelingt es uns, den Anstieg bei der Sozialhilfe abzufangen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Großartige Antwort!) Ich wiederhole: Damit gelingt es uns, den Anstieg bei der Sozialhilfe abzufangen!
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ihr Armen!
Ich möchte nun ganz kurz noch einmal zum Pensionssystem etwas sagen. – Ich bin kein Verteidiger der Altpolitiker, damit wir uns nicht missverstehen, aber wenn wir schon debattieren, dann bitte ich alle, die dieses Thema in den Mund nehmen, auch zu sagen, dass die Altpolitiker 15 Prozent Pensionssicherungsbeitrag zahlen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ihr Armen!) Das ist ein Beitrag, den sonst keine Gruppe in diesem Land zahlt. Das ist schon okay so, aber man soll es objektiverweise dazusagen. (Abg. Brosz: Wie hoch ist der Deckungsbeitrag?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ah so!
Zum Schluss kommend nun zu dem, was im Zusammenhang mit Burgenland behauptet wurde. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ah so!) – Ja, Frau Abgeordnete, der Artikel, den Sie vorgelesen haben, stimmt. Sie wissen sicher auch, zu welcher Zeit er geschrieben wurde – ein paar Wochen vor der Gemeinderatswahl. (Abg. Kickl: Ah so, die Sozialisten lügen vor der Wahl?!) Inzwischen war ich im Burgenland und habe gemeinsam mit der ganzen burgenländischen Landesregierung gefeiert. Dort gibt es 101 000 Beschäftigte, und diese 101 000 Beschäftigten im Burgenland sind eine Traumziffer. Das wollten alle Regierungsmitglieder schon einmal erreichen.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Deswegen steht’s so gut da!
Wir in der KFA Wien haben schon lange den Beschluss gefasst, dass all diejenigen, die im Vorstand der KFA Wien sitzen und ein politisches Mandat haben – es sitzen ja in der KFA Wien alle politischen Parteien des Wiener Gemeinderats –, keine Gage bekommen; nur damit Sie wissen, was Sie da einsparen wollen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Deswegen steht’s so gut da!) Wo nichts ist, kann man nichts tun! Das ist einmal Punkt eins. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Team Stronach.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Ursula Haubner.
Ich möchte mich aber den Inhalten einer gesundheitspolitischen Debatte zuwenden. Wir diskutieren im Gesundheitsausschuss ständig über Dinge, die nicht gehen, weil sich Kassen und so weiter querlegen, beispielsweise bei den Themen Hospiz, Kinderrehabilitation et cetera. Es ist schon bedrückend, wenn ich vor zwei Tagen lesen musste, dass die Zahl der Rehab-Plätze für psychische Gesundheit von 700 auf 5 500 ausgebaut wurde, also nach Adam Riese 4 800 Plätze in fünf Jahren eingerichtet wurden, und wir schaffen es seit 20 Jahren nicht – seit 20 Jahren! –, eine Kinder-Rehab für 180 krebskranke Kinder auf die Beine zu stellen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Ursula Haubner.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir ja!
Es geht darum, ein solidarisches Gesundheitssystem, das den Ausgleich schafft zwischen privilegierten Gesunden und benachteiligten Kranken, zu stärken. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir ja!) Das ist das Leitziel dieses Budgets. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Na, haben wir das nicht? – Zwischenruf des Abg. Dr. Karlsböck.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Na, haben wir das nicht? – Zwischenruf des Abg. Dr. Karlsböck.
Es geht darum, ein solidarisches Gesundheitssystem, das den Ausgleich schafft zwischen privilegierten Gesunden und benachteiligten Kranken, zu stärken. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir ja!) Das ist das Leitziel dieses Budgets. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Na, haben wir das nicht? – Zwischenruf des Abg. Dr. Karlsböck.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ist das nicht jetzt schon so? Werden die jetzt nicht ernst genommen?
Wir wollen zweitens, dass es dazu einen differenzierten, aber einen gleichen Zugang der Geschlechter gibt, indem nämlich Männer und Frauen in ihrer Besonderheit auch ernst genommen werden und das Gesundheitssystem sich auch danach ausrichtet. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ist das nicht jetzt schon so? Werden die jetzt nicht ernst genommen?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Na, werden die jetzt nicht ernst genommen?
Drittens: Es geht darum, dass wir die Förderung und die Erhaltung von Gesundheit stärken (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Na, werden die jetzt nicht ernst genommen?), dass chronische Erkrankungen, dass auch psychische Erkrankungen in die Versorgung aufgenommen werden. – Das wurde auch deutlich hineingeschrieben, und es drückt den Inhalt dieses Budgets aus.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ist das bis jetzt nicht so gewesen?
Viertens: Gesundheit, meine sehr verehrten Damen und Herren, hängt aber auch damit zusammen, wie wir auf Lebensmittel zugreifen können. Ein wesentliches Element für gesunde Lebensbedingungen ist, dass die Menschen gesundes Wasser bekommen, dass die Menschen gute Nahrungsmittel haben. Es ist auch unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Menschen die Freiheit nutzen können, dass sie keine Sorgen zu haben brauchen, dass, wenn man in Österreich etwas einkauft, Lebensmittel unsicher wären. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ist das bis jetzt nicht so gewesen?) In Österreich haben wir eine exzellente Lebensmittelsicherheit zu erhalten und weiterzuentwickeln.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Hat es das bis jetzt noch nicht gegeben?
Und fünftens: Ein Teil des Budgets beschäftigt sich auch mit dem Thema Tiergesundheit und Tierschutz. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Hat es das bis jetzt noch nicht gegeben?) Alle diese Elemente werden mit diesem System auch umgesetzt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Zulasten der Patienten! – Zwischenruf des Abg. Dr. Karlsböck
Mir, meine sehr verehrten Damen und Herren, geht es darum, dass wir das österreichische Gesundheitssystem – so gut es ist, was uns auch von allen bestätigt wird – weiterentwickeln und ausbauen. Ich erinnere daran, dass es gelungen ist, die Sanierung der Kassen durchzuführen. Frau Abgeordnete Oberhauser hat es berichtet: Heute hat der Hauptverband bekannt gegeben, dass man ein positives Ergebnis aller Kassen zustande bringt (Ruf bei der FPÖ: So ein Zufall!), dass Einsparungen zustande gebracht werden (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Zulasten der Patienten! – Zwischenruf des Abg. Dr. Karlsböck) und dass man im Jahr 2012 auch ein positives Ergebnis von 106 Millionen € erwartet.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Qualität?
Ich habe mich damit auseinandergesetzt und mich dafür eingesetzt, dass wir Gruppenpraxen ermöglichen und eine zukunftsorientierte Versorgung in der Region zustande bringen. Ich danke auch dafür, dass es am Dienstag gelungen ist, mehr Transparenz zustande zu bringen, mehr Information (Abg. Dr. Karlsböck: Datenschutz!), mehr Qualität für Patientinnen und Patienten (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Qualität?) und gleichzeitig den Datenschutz für die Menschen zu verbessern, indem wir die Elektronische Gesundheitsakte beschlossen haben. Ich denke, das schafft Weiterentwicklung im Gesundheitssystem. (Beifall der Abg. Mag. Aubauer.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und was hat das Parlament davon? Wir waren nicht eingebunden!
Und weil ich von ein paar Abgeordneten darauf angesprochen worden bin, nun zur Gesundheitsreform: Also wenn da jemand von Geheimverhandlungen spricht, wenn verhandelt wird mit Landesgesundheitsreferenten, mit Landesfinanzreferenten, mit unterschiedlichen Krankenversicherungsträgern? (Abg. Dr. Karlsböck: Nur keine Abgeordneten!) Das macht doch deutlich, dass das niemals Geheimverhandlungen gewesen sein konnten, sondern dass ich laut und deutlich gesagt habe, was die Zielsetzungen sind. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und was hat das Parlament davon? Wir waren nicht eingebunden!)
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Wir haben uns dafür ausgesprochen, dass wir folgendes Ziel haben: Wir müssen jetzt handeln, damit die Kostenentwicklung im Gesundheitssystem so ist (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), dass man in der Lage ist, dieses Gesundheitssystem langfristig abzusichern.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Zum Beispiel: eine e-card für alle, für Kinderimpfungen wurden die Ausgaben um 50 Prozent erhöht, die Meningokokken- und Pneumokokkenimpfung wurden eingeführt, und ich sage Ihnen, dass wir alle Kinder im Kindergarten unfallversichert haben. Und am vorigen Freitag haben wir uns bei der Regierungsklausur darauf verständigt, dass ein Krankengeld für Neue Selbständige, für Ein-Personen-Unternehmen umgesetzt werden wird (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), und wir haben uns darauf verständigt, dass wir einen großen, großen Schritt im Zusammenhang mit der Zahngesundheit machen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Der Koalitionspartner klatscht nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Der Koalitionspartner klatscht nicht!
Zum Beispiel: eine e-card für alle, für Kinderimpfungen wurden die Ausgaben um 50 Prozent erhöht, die Meningokokken- und Pneumokokkenimpfung wurden eingeführt, und ich sage Ihnen, dass wir alle Kinder im Kindergarten unfallversichert haben. Und am vorigen Freitag haben wir uns bei der Regierungsklausur darauf verständigt, dass ein Krankengeld für Neue Selbständige, für Ein-Personen-Unternehmen umgesetzt werden wird (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), und wir haben uns darauf verständigt, dass wir einen großen, großen Schritt im Zusammenhang mit der Zahngesundheit machen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Der Koalitionspartner klatscht nicht!)
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Ich darf meinen Dank an alle richten, die dazu beigetragen haben (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), dass dieses Gesundheitssystem tagtäglich aufrechterhalten wird. Ich bedanke mich bei den Pflegekräften, ich bedanke mich bei den Medizinisch-Technischen Diensten, ich bedanke mich bei den Medizinisch-Technischen Fachkräften, ich bedanke mich bei allen Ärztinnen, bei allen Ärzten dafür, was sie tun (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und als Geschenk gibt es weniger Geld!), und bei allen Menschen, die das österreichische Gesundheitssystem weiterentwickeln. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und als Geschenk gibt es weniger Geld!
Ich darf meinen Dank an alle richten, die dazu beigetragen haben (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), dass dieses Gesundheitssystem tagtäglich aufrechterhalten wird. Ich bedanke mich bei den Pflegekräften, ich bedanke mich bei den Medizinisch-Technischen Diensten, ich bedanke mich bei den Medizinisch-Technischen Fachkräften, ich bedanke mich bei allen Ärztinnen, bei allen Ärzten dafür, was sie tun (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und als Geschenk gibt es weniger Geld!), und bei allen Menschen, die das österreichische Gesundheitssystem weiterentwickeln. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Meine Damen und Herren! Gerade als Betriebsrat und als Gewerkschafter habe ich jedes Verständnis für Kritik und für Kampfmaßnahmen, die sein müssen, wenn sie gerechtfertigt sind (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), aber zu dieser Taktik der Ärztekammer kann man nur den Kopf schütteln, denn diese Kampagne, die die Ärztekammer da betreibt, ist Verunsicherung pur.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was ist denn jetzt so schlecht an der Planung?
Für Ärzte und Patienten ist es aber auch wichtig, dass es künftig eine bessere Planung gibt (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was ist denn jetzt so schlecht an der Planung?) und dass die Mittel besser und effizienter eingesetzt werden.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie nicht!
Auch Ärzte machen Fehler – jeder macht Fehler, auch wir hier machen Fehler. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie nicht!) – Auch ich mache Fehler, selbstverständlich. Es ist nett, dass Sie mir unterstellen, dass ich keine mache, aber auch ich mache Fehler. Und wenn ein Arzt einen Fehler macht, darf er nicht gleich geköpft werden. Das heißt, man müsste das anonymisieren nach dem Motto (Abg. Dr. Oberhauser: Aber das machen wir doch! Die Fehlermeldungssysteme …!), es geht uns nicht darum, einzelne vorzuführen, sondern darum, das System besser zu machen. Darum brauchen wir ein Qualitätsmanagement und vor allem mehr Konkurrenz zwischen den Spitälern, um eine bessere Versorgung herzustellen. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Glauben Sie wirklich, dass Sie nach dieser Rede beim nächsten Budget dabei sind? – Abg. Lugar – das Rednerpult verlassend –: War ja gar nicht so schlimm!
In diesem Sinne hoffe ich, dass wir vielleicht beim nächsten Budget, vielleicht unter einem anderen Gesundheitsminister eine ordentliche Reform zustande bringen und nicht, so wie jetzt, einfach den Status quo fortschreiben. – Vielen Dank. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Glauben Sie wirklich, dass Sie nach dieser Rede beim nächsten Budget dabei sind? – Abg. Lugar – das Rednerpult verlassend –: War ja gar nicht so schlimm!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das bringt überhaupt keine Einsparungen, das bringt eine Kostenexplosion!
Herr Minister, wir setzen auch große Hoffnungen in das neue Projekt ELGA. Wir wollen keine Doppelbefundungen, wir wollen mehr Schutz vor Wechselwirkungen von Medikamenten. Die elektronische Gesundheitsakte wird zwar nicht für dieses aktuelle Budget Einsparungen bringen, sie wird aber in absehbarer Zeit helfen, Geld zu sparen, Bürokratie einzusparen, und das bei gleichbleibenden und sogar noch besseren Leistungen für die Patienten. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das bringt überhaupt keine Einsparungen, das bringt eine Kostenexplosion!) Also wir wollen keine neuen Schuldenberge, wir wollen dort sparen, wo es Sinn macht. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine Google-Methode!
Ich schließe meine Reihe von Beispielen mit einem weiteren. Denken Sie jetzt einmal an die Strecke Wien–Klagenfurt. Da sagen Sie immer, wir brauchen den Ausbau, um konkurrenzfähig zu sein. – Nehmen Sie wieder das Handy zur Hand! Da gibt es eine Zugverbindung Klagenfurt–Wien um 5.49 Uhr in der Früh, und Sie sind in sage und schreibe 3 Stunden 38 Minuten in Wien – das ist nicht schlecht! –, und das, obwohl wir diese Zuckelmethode knapp vor Wien haben. Und dann schauen Sie auf den Google Routenplaner, wie lange Sie mit dem Auto brauchen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine Google-Methode!) Dort steht: 3 Stunden 37 Minuten.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wäre er immer noch nicht da!
Die Fakten sprechen aber für die ÖBB. Ich fahre selber immer 2. Klasse hierher nach Wien, komme immer sehr pünktlich. Kollege Strache ist gerade heute wieder zu spät gekommen. Würde er mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wäre er immer noch nicht da!), würde er nicht immer zu spät kommen. Er
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Richtig! Das ist eine gute Idee!
Herr Kollege Höbart hat verlangt, wir sollen das Geld den Familien geben und nicht in aller Herren Länder verteilen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Richtig! Das ist eine gute Idee!) Herr Kollege Höbart, ich darf das ein bisschen relativieren: 78 Millionen sind nächstes Jahr für die bilaterale EZA veranschlagt, 10 Millionen, sagt Frau Mühlberghuber, Familienbeihilfe für die EU- und EWR-Raum-Bürger, laut Ihrem Antrag – allein die jährliche Valorisierung der Familienbeihilfe würde im nächsten Jahr bei einer Erhöhung um 2,5 Prozent 80 Millionen, im Jahr 2014 dann 162 Millionen kosten. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das sind Ihnen die Familien nicht wert, oder? Wie viel schicken Sie denn nach Griechenland?) Kinderbetreuungsgeld-Valorisierung: 2013: 20 Millionen, 2014: 40,5 Millionen €. Also es ist schon gut, wenn man weiß, wovon man da spricht, und wenn man die Dimensionen ins rechte Licht rückt, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das sind Ihnen die Familien nicht wert, oder? Wie viel schicken Sie denn nach Griechenland?
Herr Kollege Höbart hat verlangt, wir sollen das Geld den Familien geben und nicht in aller Herren Länder verteilen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Richtig! Das ist eine gute Idee!) Herr Kollege Höbart, ich darf das ein bisschen relativieren: 78 Millionen sind nächstes Jahr für die bilaterale EZA veranschlagt, 10 Millionen, sagt Frau Mühlberghuber, Familienbeihilfe für die EU- und EWR-Raum-Bürger, laut Ihrem Antrag – allein die jährliche Valorisierung der Familienbeihilfe würde im nächsten Jahr bei einer Erhöhung um 2,5 Prozent 80 Millionen, im Jahr 2014 dann 162 Millionen kosten. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das sind Ihnen die Familien nicht wert, oder? Wie viel schicken Sie denn nach Griechenland?) Kinderbetreuungsgeld-Valorisierung: 2013: 20 Millionen, 2014: 40,5 Millionen €. Also es ist schon gut, wenn man weiß, wovon man da spricht, und wenn man die Dimensionen ins rechte Licht rückt, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Bei den Familien wird nicht gespart! (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), das ist eine Aussage, die wir heute schon einige Male gehört haben, aber man kann es nicht oft genug sagen, Frau Abgeordnete, denn die Ausgaben für die Familien sind die beste Zukunftsinvestition. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, dann geben wir etwas aus für die Familien!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, dann geben wir etwas aus für die Familien!
Bei den Familien wird nicht gespart! (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), das ist eine Aussage, die wir heute schon einige Male gehört haben, aber man kann es nicht oft genug sagen, Frau Abgeordnete, denn die Ausgaben für die Familien sind die beste Zukunftsinvestition. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, dann geben wir etwas aus für die Familien!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist schon wieder dieselbe Rede, die können wir bald mitreden! Setzen Sie sich einmal hin und schreiben Sie eine neue!
Es ist relativ einfach: Durch Arbeit verdient werden zirka 60 Prozent des Kuchens, sage ich einmal, oder des Gesamteinkommens. Es bekommen zirka 60 Prozent diejenigen, die für ihr Geld arbeiten gehen; 40 Prozent sind Kapital- und Vermögenseinkommen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist schon wieder dieselbe Rede, die können wir bald mitreden! Setzen Sie sich einmal hin und schreiben Sie eine neue!) Und wenn Sie anschauen, wie wir unsere Steuern einnehmen, ist es so, dass mehr als
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Glauben Sie eigentlich ... immer dieselbe Rede?
Das heißt: 60 Prozent des Kuchens, aber 85 Prozent der Rechnung auf der einen Seite! Auf der anderen Seite: 40 Prozent des Kuchens, aber nur 15 Prozent der Rechnung. Das ist natürlich eine Ungerechtigkeit, und das führt auch zu weniger Beschäftigten und zu vielen strukturellen Problemen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Glauben Sie eigentlich ... immer dieselbe Rede?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die da wären?
Ich denke, dass es ganz, ganz wesentlich ist, dass wir Abgeordnete jetzt auch im gesamten Begleitprozess der Budgetkontrolle darauf hinwirken, dass sich beim nächsten Vorliegen eines Bundesfinanzgesetzes alle an den guten Ressorts orientieren (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die da wären?) und jene, die das heuer noch nicht so gut umgesetzt haben (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Zählen Sie sie einmal auf! Wer sind die guten?), es besser umsetzen, dass dieses Instrument auch wesentlich wirkungsvoller wird, dass es zu dem wird, was wir alle hier einstimmig beschlossen haben, nämlich zu einem Steuerungsinstrument der Verwaltung und der Politik, mit dem wir wesentlich mehr anfangen als mit Tausenden von Zahlen. Das war der Beschluss, den wir gefasst haben; dieser ist noch nicht zu hundert Prozent umgesetzt und noch nicht zu hundert Prozent mit Leben erfüllt.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Zählen Sie sie einmal auf! Wer sind die guten?
Ich denke, dass es ganz, ganz wesentlich ist, dass wir Abgeordnete jetzt auch im gesamten Begleitprozess der Budgetkontrolle darauf hinwirken, dass sich beim nächsten Vorliegen eines Bundesfinanzgesetzes alle an den guten Ressorts orientieren (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die da wären?) und jene, die das heuer noch nicht so gut umgesetzt haben (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Zählen Sie sie einmal auf! Wer sind die guten?), es besser umsetzen, dass dieses Instrument auch wesentlich wirkungsvoller wird, dass es zu dem wird, was wir alle hier einstimmig beschlossen haben, nämlich zu einem Steuerungsinstrument der Verwaltung und der Politik, mit dem wir wesentlich mehr anfangen als mit Tausenden von Zahlen. Das war der Beschluss, den wir gefasst haben; dieser ist noch nicht zu hundert Prozent umgesetzt und noch nicht zu hundert Prozent mit Leben erfüllt.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was heißt das?
Noch eine Sache zum Euro: Wir sind auf der einen Seite für Europa, für ein starkes Europa als Friedensprojekt, aber auf der anderen Seite stehen wir dem Euro kritisch gegenüber. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was heißt das?) Nicht aus Jux und Tollerei, der Euro wäre grundsätzlich eine gute Idee gewesen, die auch zu unterstützen wäre. Das Problem war nur, dass der Euro einen Geburtsfehler hatte: Es waren unterschiedliche Länder mit unterschiedlichen Wirtschaftsleistungen und vor allem – was ja immer wieder vergessen wird – mit unterschiedlichen Handelsbilanzen dabei. Das ist ja das Problem.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nicht?
Idee dazu? Wer wird das zahlen, was glauben Sie? (Ruf bei der FPÖ: Frank Stronach!) – So viel kann sich der Frank auch nicht leisten. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nicht?)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek – auf eine Gruppe rund um Bundesministerin Dr. Fekter neben der Regierungsbank weisend –: Denen ist gerade nicht fad! – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Staatssekretär, viele draußen haben in Gesprächen gesagt, diesmal waren die Budgetverhandlungen eigentlich sehr ruhig (Zwischenruf des Abg. Dolinschek), viele haben auch gesagt, sie waren fad. – Das ist in Wirklichkeit das beste Kompliment, das man der Frau Bundesministerin und ihrem Staatssekretär Schieder machen kann. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek – auf eine Gruppe rund um Bundesministerin Dr. Fekter neben der Regierungsbank weisend –: Denen ist gerade nicht fad! – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das glaube ich nicht!
Wenn man in Zeiten wie diesen, im fünften Jahr der schwersten Finanzkrise seit den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, unaufgeregt ein ordentliches Budget vorlegt, eines das sicherstellt, dass Österreich top bleibt in der Niedrigkeit der Arbeitslosigkeit, in Zeiten europaweiter Rezession wiederum auf einen leichten Wachstumspfad kommen kann (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das glaube ich nicht!), dass die Infrastrukturinvestitionen aufrechtbleiben, dass die wichtigen Zukunftsbereiche Forschung, Bildung und Infrastruktur genügend Mittel bekommen, dann ist das ein gutes Budget, meine Damen und Herren! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Sitzung Nr. 182
überreicht von der Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein
Petition betreffend „Nominierung des Otto-Wagner-Spitals als UNESCO-Welterbestätte“ (Ordnungsnummer 178) (überreicht von der Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein)
Sitzung Nr. 184
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Erklären Sie, wie es wirklich ist!
Im Übrigen: Dass Sie Ihre Rede einleiten mit einem hanebüchenen Vorwurf, der weder eine Grundlage hat noch irgendwo eine Tatsache widerspiegelt (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Erklären Sie, wie es wirklich ist!) – Es gibt keinen Verkauf von Lie-
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Kickl.
Wir, die Regierung, die jetzt die politische Verwaltung führt, haben im März des Jahres 2011 festgelegt – gemeinsam festgelegt, mit Stimmen der ÖVP, mit Stimmen der SPÖ –, dass die Neutralität wieder stärker in die Sicherheitsstrategie eingeführt werden soll und dass der NATO-Beitritt aus dieser Sicherheitsstrategie herausgestrichen wird, unabhängig vom Wehrsystem, wie es auch in Zukunft sein soll. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Kickl.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Offensichtlich haben Ihre Strategen gemeint, dass diese Formulierung für die Frage zur Aktuellen Stunde bei der Bevölkerung nichts Positives auslöst, Sie sprechen von „Söldnertum“, was Berufssoldaten betrifft. Sie wissen, dass mein Konzept weniger Berufssoldaten vorsehen würde als jetzt. Statt 12 700 Berufssoldaten 8 500 Berufssoldaten (Ruf bei der FPÖ: Das auch noch! Sogar weniger als jetzt!), also eine Reduzierung der Zahl der Berufssoldaten, dafür eine Erhöhung der Zeitsoldaten. Das würde dafür sorgen, dass wir eine Blutauffrischung haben könnten (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein): eine drei-, sechs-, neunjährige Verpflichtung für junge Männer, junge Frauen, die die Möglichkeit nutzen sollten, etwas zur österreichischen Sicherheit beizutragen. Und wenn Sie diese Soldaten als „Söldner“ bezeichnen, dann ist das eine Verunglimpfung der Sonderklasse. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Super!
„Söldnertum“ beschreibt etwas Kriminelles, und Menschen wie Vizeleutnant Lorenzer, den ich selbst vom Flughafen abgeholt habe, der jetzt auf den Golanhöhen verletzt wurde, würde sich gegen diesen Begriff des „Söldnertums“ – er ist Berufssoldat – hundertprozentig wehren. Es geht nicht um „Söldnertum“, sondern um eine Mischung aus Berufssoldaten, Zeitsoldaten, einer Profimiliz und einem Vertragsbedienstetenbereich, die dafür sorgen würde, dass wir eine gesellschaftspolitische Durchmischung haben, dass wir eine Genderdurchmischung haben, dass wir nämlich auch mehr Frauen beim österreichischen Bundesheer hätten (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Super!) und dass wir dafür sorgen könnten, dass wir eine junge, leistungsfähige Truppe im Berufs-
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es gibt keinen „neuen“ Elternteil!
Der sechste Punkt – er liegt mir ganz besonders am Herzen, und ich bin sehr froh, dass wir da eine Einigung geschafft haben – ist eine Verbesserung der Pflegefreistellung. Das ist ein Fortschritt für alle Familien. Künftig wird es so sein, dass in Patchwork-Familien, die ja immer mehr zunehmen, auch jener „neue“ – sage ich einmal unter Anführungszeichen – Elternteil, der nicht ein leiblicher Elternteil des Kindes ist (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es gibt keinen „neuen“ Elternteil!), zu Hause bleiben kann, wenn das Kind krank ist.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nur Sie bleiben!
Wir haben uns also sehr bemüht mit dieser Gesetzesvorlage, und das, Herr Abgeordneter Dolinschek, möchte ich noch – Er ist auch nicht da. Jeder, der redet, rennt dann hinaus. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nur Sie bleiben!) – Ich werde Ihnen erhalten bleiben. Schauen Sie, wenn alle so konstant wären wie ich, dann hätten wir viel Stabilität in unserem Land (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Grosz: Das sagen Sie auch Kanzler Faymann?), dann wären Sie vielleicht noch im Grazer Gemeinderat, und jetzt sind Sie draußen. – Wollen wir das alles besser beiseitelassen, denn das Thema ist viel zu ernst.
Sitzung Nr. 185
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Ich möchte festhalten, dass diese Materialien keine Materialien sind, die den Kindern in die Hand gegeben werden. Das sind Behelfe für die Lehrerinnen und Lehrer (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein) für einen verantwortungsvollen Aufklärungsunterricht in der Schule. Ich denke nicht daran, diese Unterrichtsmaterialien zurückzuziehen (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), aber wir werden in den Punkten, wo rechtliche Punkte betroffen sind (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die sind ja inhaltlich völlig falsch! Die entsprechen gar nicht der Gesetzeslage!), natürlich die erforderlichen Korrekturen vornehmen. Aber es ist wichtig, die Kinder, die jungen Menschen umfassend mit all den Punkten, die in der Realität vorkommen, aufzuklären. Da liegt die Verantwortung bei den Lehrerinnen und Lehrern, verantwortungsbewusst umzugehen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.)
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Ich möchte festhalten, dass diese Materialien keine Materialien sind, die den Kindern in die Hand gegeben werden. Das sind Behelfe für die Lehrerinnen und Lehrer (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein) für einen verantwortungsvollen Aufklärungsunterricht in der Schule. Ich denke nicht daran, diese Unterrichtsmaterialien zurückzuziehen (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), aber wir werden in den Punkten, wo rechtliche Punkte betroffen sind (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die sind ja inhaltlich völlig falsch! Die entsprechen gar nicht der Gesetzeslage!), natürlich die erforderlichen Korrekturen vornehmen. Aber es ist wichtig, die Kinder, die jungen Menschen umfassend mit all den Punkten, die in der Realität vorkommen, aufzuklären. Da liegt die Verantwortung bei den Lehrerinnen und Lehrern, verantwortungsbewusst umzugehen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die sind ja inhaltlich völlig falsch! Die entsprechen gar nicht der Gesetzeslage!
Ich möchte festhalten, dass diese Materialien keine Materialien sind, die den Kindern in die Hand gegeben werden. Das sind Behelfe für die Lehrerinnen und Lehrer (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein) für einen verantwortungsvollen Aufklärungsunterricht in der Schule. Ich denke nicht daran, diese Unterrichtsmaterialien zurückzuziehen (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), aber wir werden in den Punkten, wo rechtliche Punkte betroffen sind (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die sind ja inhaltlich völlig falsch! Die entsprechen gar nicht der Gesetzeslage!), natürlich die erforderlichen Korrekturen vornehmen. Aber es ist wichtig, die Kinder, die jungen Menschen umfassend mit all den Punkten, die in der Realität vorkommen, aufzuklären. Da liegt die Verantwortung bei den Lehrerinnen und Lehrern, verantwortungsbewusst umzugehen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ihre wenig!
Ich vertrete wie meine Fraktion die Ansicht, dass politische Arbeit einen Wert hat und auch dementsprechend abgegolten werden soll. Ich vertrete auch die Ansicht, dass unsere Arbeit einen Wert hat und dass Ihre Arbeit, wenn Sie von BZÖ und FPÖ meinen, dass diese Arbeit keinen Wert hat (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ihre wenig!), wohl wertlos ist. Das können Sie für sich selbst entscheiden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie arbeiten eh nichts!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie arbeiten eh nichts!
Ich vertrete wie meine Fraktion die Ansicht, dass politische Arbeit einen Wert hat und auch dementsprechend abgegolten werden soll. Ich vertrete auch die Ansicht, dass unsere Arbeit einen Wert hat und dass Ihre Arbeit, wenn Sie von BZÖ und FPÖ meinen, dass diese Arbeit keinen Wert hat (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ihre wenig!), wohl wertlos ist. Das können Sie für sich selbst entscheiden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie arbeiten eh nichts!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich war überhaupt nie bei 60 000 S! Ich weiß gar nicht genau, was Sie da reden, aber ich war nie bei 60 000 S!
Reden wir über den Wert. Was hätten Sie jetzt gerne? Frau Dr. Belakowitsch-Jenewein, was würden Sie sich selbst geben? – 6 000, 5 000, 3 000? Geht es ein bisschen billiger? Sie waren ja auch schon einmal bei 60 000 S (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich war überhaupt nie bei 60 000 S! Ich weiß gar nicht genau, was Sie da reden, aber ich war nie bei 60 000 S!), als die Herren und Damen dieser Fraktionen, BZÖ, FPÖ, vor Jahren gesagt haben: 60 000 S sind genug! (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was reden Sie da eigentlich?
Hintenherum wurde dann, Herr Kollege Prähauser hat es schon gesagt, mit Kreditkarten, mit Spesenabrechnungen die Bevölkerung am Schmäh gehalten. Sie haben sich dann auch vor Gericht getroffen; all das ist dokumentiert. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was reden Sie da eigentlich?) Halten Sie die Leute hier nicht am Schmäh! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Über andere Lückenschlüsse, die ich mir vor Weihnachten wünsche, sollte man auch reden. Etwas, was uns auch ständig beschäftigen wird, ist der große Bereich der Kinderversorgung. Die politische Kindermedizin sagt, 70 000 Kinder sind nicht ausreichend mit Logopädie, Ergotherapie, et cetera versorgt. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Das bedeutet für eine völlig unschuldige Gruppe später schlechtere Chancen. Es ist auch wirtschaftlich unsinnig. Und wenn wir jetzt schon 20 Jahre wegen Kinderrehabilitation herumreden – und da geht es um 180 Betten –, dann, muss ich sagen, müssen wir uns, alle Verantwortlichen, an der Nase nehmen – alle! –, warum das bis jetzt noch nicht passiert ist in einem Land, in dem 200 000 Erwachsene auf Kur oder Rehab fahren können! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich verwechsle gar nichts! Sie kennen sich halt nicht aus! Sie haben von nichts eine Ahnung!
Was Sie verwechseln, Frau Kollegin, sind die illegalen Internetportale. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich verwechsle gar nichts! Sie kennen sich halt nicht aus! Sie haben von nichts eine Ahnung!) Die illegalen Internetportale sind bereits jetzt verboten. Ich erinnere nur an die Zahlen der Zollbehörde, und die Zollbehörde ist erfolgreich bei der Beschlagnahme derartiger illegaler Arzneimittel.
Sitzung Nr. 187
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ihr seid überall dabei! – Abg. Strache: Ihr sitzt dabei!
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Finanzministerin! Herr Staatssekretär! Ja, Herr Klubobmann Strache, schreiten wir zur Wahrheit, was die Spekulationsgeschäfte in Wien und in Niederösterreich anlangt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ihr seid überall dabei! – Abg. Strache: Ihr sitzt dabei!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer hat das gesagt?
Einstein hat einmal gesagt, wer immer das Gleiche tut und andere Ergebnisse erzielen möchte, ist verrückt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer hat das gesagt?) – Wir können nur hoffen, dass Einstein nicht recht hatte, denn wir tun genau das Gleiche wieder, das zur Krise 2008 geführt hat (Abg. Scheibner: Das Gleiche oder dasselbe?): Wir machen unsere Hausaufgaben nicht! Wir machen sie weder hier in Österreich noch
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die da wären?
Unsere Lehre daraus muss daher sein: Machen wir hier in Österreich die Hausaufgaben (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die da wären?), kehren wir zurück zur Realwirtschaft, unterstützen wir jene Betriebe, die tatsächlich etwas produzieren! – Das ist das Erste.
Sitzung Nr. 190
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer sagt das? Sie?
Eines muss uns doch klar sein: Das ist nicht zu unserem Schaden! Österreich hat von der Mitgliedschaft in der Europäischen Union seit dem Jahre 1995, seit wir Mitglied sind, massiv profitiert. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer sagt das? Sie?) Wir verzeichnen jährlich ein zusätzliches Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent. Wir haben jährlich 14 000 zusätzliche Arbeitsplätze in Österreich, dank der besseren Chancen,
Sitzung Nr. 191
Zwischenrufe beim BZÖ – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Themenverfehlung!
Bundesminister für Gesundheit Alois Stöger, diplômé: Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Gut, dass der Titel der heutigen Aktuellen Stunde nicht „Pferdefleischskandal“ lautet. Warum? – Was kann denn das Pferd dafür (Zwischenrufe beim BZÖ – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Themenverfehlung!), dass skrupellose Um-Etikettierer aus seinem Fleisch Rindfleisch machen und dass das auch bei vielen Zwischenverarbeitern und -händlern mit Fertigprodukten in Würsteln und Burgern auftaucht? – Mittlerweile sind fast alle europäischen Länder und auch Drittländer von diesem Etikettenschwindel betroffen.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, jetzt! Wo waren sie denn vorher?
Meine sehr verehrten Damen und Herren, in allen europäischen Ländern arbeiten Lebensmittelbehörden, Polizei, Strafbehörden auf Hochtouren (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, jetzt! Wo waren sie denn vorher?), um herauszufinden, wie betrogen, getrickst oder zumindest fahrlässig gehandelt worden ist. Lassen Sie mich feststellen: Es handelt sich dabei um ein europaweites Problem von bewusster Falschdeklaration und damit einer bewussten Täuschung von Konsumentinnen und Konsumenten, und das ist zutiefst kriminell und zu verurteilen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und was tun wir jetzt dagegen?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und was tun wir jetzt dagegen?
Meine sehr verehrten Damen und Herren, in allen europäischen Ländern arbeiten Lebensmittelbehörden, Polizei, Strafbehörden auf Hochtouren (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, jetzt! Wo waren sie denn vorher?), um herauszufinden, wie betrogen, getrickst oder zumindest fahrlässig gehandelt worden ist. Lassen Sie mich feststellen: Es handelt sich dabei um ein europaweites Problem von bewusster Falschdeklaration und damit einer bewussten Täuschung von Konsumentinnen und Konsumenten, und das ist zutiefst kriminell und zu verurteilen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und was tun wir jetzt dagegen?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: verstanden, worum es da geht!
Pferdefleisch, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist prinzipiell nichts Schlechtes. Im Wiener Raum gehört der Pferdeleberkäse sogar zu den Schmankerln der heimischen Küche. Mir geht es darum, dass Konsumentinnen und Konsumenten das Recht haben, zu wissen, was sie essen. Und es muss gegenüber den Konsumenten klargelegt werden, was Konsumentinnen und Konsumenten zu sich nehmen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: verstanden, worum es da geht!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und was passiert, wenn sie es nicht tun?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich darf aber darauf hinweisen, dass wir in Österreich 150 000 verschiedene Lebensmittel haben. Und jedes dieser 150 000 verschiedenen Lebensmittel muss korrekt gekennzeichnet sein, egal, ob es 99 Cent kostet oder 99 €. Jedes Lebensmittel muss in Österreich gekennzeichnet, und korrekt gekennzeichnet, sein. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und was passiert, wenn sie es nicht tun?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und welche Konsequenzen gibt es dann?
Dazu haben wir in Österreich einen Kontrollplan, den die Bundesländer umsetzen müssen (Abg. Grosz: Der hat „super“ funktioniert! Der hat „tadellos“ funktioniert!), und das stellen wir jedes Jahr anhand von Ergebnissen sicher. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und welche Konsequenzen gibt es dann?) Ich habe erstmals deutlich gemacht, dass es einen Lebensmittelsicherheitsbericht geben muss. Ich habe diesen eingeführt, weil mir Transparenz wichtig ist. Nur mit Transparenz gegenüber den Konsumentinnen und Konsumenten wird sich hier die Situation verbessern und es kann nachvollzogen werden, wie viele Betriebskontrollen machen. Und wenn Probleme auftauchen, habe ich auch Sonderkontrollen angeordnet. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wann?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wann?
Dazu haben wir in Österreich einen Kontrollplan, den die Bundesländer umsetzen müssen (Abg. Grosz: Der hat „super“ funktioniert! Der hat „tadellos“ funktioniert!), und das stellen wir jedes Jahr anhand von Ergebnissen sicher. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und welche Konsequenzen gibt es dann?) Ich habe erstmals deutlich gemacht, dass es einen Lebensmittelsicherheitsbericht geben muss. Ich habe diesen eingeführt, weil mir Transparenz wichtig ist. Nur mit Transparenz gegenüber den Konsumentinnen und Konsumenten wird sich hier die Situation verbessern und es kann nachvollzogen werden, wie viele Betriebskontrollen machen. Und wenn Probleme auftauchen, habe ich auch Sonderkontrollen angeordnet. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wann?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Warum nicht?
Wenn Skandale auffliegen, dann liegt es daran, dass die Überwachung besser geworden ist, dass die Analysen genauer geworden sind. Und sie zeigen, dass man sich nicht ausruhen kann. Wir werden uns auch ganz sicher nicht ausruhen, sondern wir arbeiten daran, dass wir die Sicherheit weiter optimieren. Das bedarf vor allem einer Modernisierung der Kontrollsysteme auf europäischer Ebene, auch in Österreich, denn eines muss klar sein: Wir haben globale Warenströme, und wenn wir globale Warenströme haben, dann können wir diese nicht durch eine regionale Kontrolle überwachen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Warum nicht?) Der aktuelle Etikettenschwindel zeigt auf (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist Betrug, nicht ein „Schwindel“! Das ist groß angelegter Betrug!), und das wird deutlich, dass es einfach zu lange dauert, bis man die Warenströme nachvollziehen kann, sodass man die Verursacher findet.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist Betrug, nicht ein „Schwindel“! Das ist groß angelegter Betrug!
Wenn Skandale auffliegen, dann liegt es daran, dass die Überwachung besser geworden ist, dass die Analysen genauer geworden sind. Und sie zeigen, dass man sich nicht ausruhen kann. Wir werden uns auch ganz sicher nicht ausruhen, sondern wir arbeiten daran, dass wir die Sicherheit weiter optimieren. Das bedarf vor allem einer Modernisierung der Kontrollsysteme auf europäischer Ebene, auch in Österreich, denn eines muss klar sein: Wir haben globale Warenströme, und wenn wir globale Warenströme haben, dann können wir diese nicht durch eine regionale Kontrolle überwachen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Warum nicht?) Der aktuelle Etikettenschwindel zeigt auf (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist Betrug, nicht ein „Schwindel“! Das ist groß angelegter Betrug!), und das wird deutlich, dass es einfach zu lange dauert, bis man die Warenströme nachvollziehen kann, sodass man die Verursacher findet.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Im Gesetz müssten einige Eckpunkte festgelegt werden, die für alle Zeichen gleich gelten sollen, wie zum Beispiel die Grundkriterien, das Prozedere der Anerkennung, die Anerkennung von Gütezeichen durch den sachlich zuständigen Bundesminister, unabhängige Kontrollen, Transparenz hinsichtlich der Kriterien und den Anwendern und natürlich eine jährliche Berichtslegung. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wirklich? – Abg. Kickl: Aha!
Sicher und korrekt gekennzeichnet ist die EU-weit gesetzliche Mindestqualität. Die gesetzlichen Voraussetzungen sind anzuheben. Das geht in 27 Mitgliedstaaten nur sehr langsam (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wirklich? – Abg. Kickl: Aha!), das ist immer der kleinste gemeinsame Nenner. Wenn wir die bessere österreichische Qualität auch auszeichnen könnten, dann könnten wir auch glaubhaft zu einer höheren Lebensmittelqualität kommen. Wir würden wettbewerbsfähig bleiben, und damit könnten wir den Bauern und den Betrieben mit staatlichen Gütezeichen helfen.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Trauen Sie sich! ... mehr Transparenz! – Abg. Scheibner: Wer ist dagegen? Machen Sie es!
Glaubhaft, transparent, unabhängig kontrolliert. – Ich möchte ein Gütezeichen für die Eigenschaften gentechnikfrei, für tierschutzgeprüft und ich möchte auszeichnen, was die gesündere Wahl an Lebensmitteln ist. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Trauen Sie sich! ... mehr Transparenz! – Abg. Scheibner: Wer ist dagegen? Machen Sie es!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber Sie haben ihnen wieder die Sicherheit gegeben!
Lassen Sie mich abschließend noch etwas festhalten: Ja, der aktuelle Skandal in Europa, ausgelöst durch Kriminelle, hat viele Konsumentinnen und Konsumenten irritiert. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber Sie haben ihnen wieder die Sicherheit gegeben!) Er hat sie irritiert, weil die Menschen ein Recht darauf haben, das zu bekommen, was auf dem Lebensmittel auch angegeben ist. Die Hintermänner und Hinterfrauen, wenn es sie gibt, in diesem Betrug gehören bestraft – und sie gehören klar bestraft! –, aber gleichzeitig ist das auch eine Chance.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Der Skandal macht Druck auf die Verhinderer in Europa (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), macht Druck, dass es eine bessere Kennzeichnung gibt, macht Druck, mehr Qualität und mehr Informationen für Konsumentinnen und Konsumenten sicherzustellen. Da kann man sich nicht mehr querlegen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer sind die Verhinderer? – Abg. Bucher: ... die Verhinderer? – Abg. Strache: Können Sie die Verhinderer beim Namen nennen? Wer sind die Verhinderer? Wir würden gerne die Verhinderer mit Namen hören!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer sind die Verhinderer? – Abg. Bucher: ... die Verhinderer? – Abg. Strache: Können Sie die Verhinderer beim Namen nennen? Wer sind die Verhinderer? Wir würden gerne die Verhinderer mit Namen hören!
Der Skandal macht Druck auf die Verhinderer in Europa (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), macht Druck, dass es eine bessere Kennzeichnung gibt, macht Druck, mehr Qualität und mehr Informationen für Konsumentinnen und Konsumenten sicherzustellen. Da kann man sich nicht mehr querlegen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer sind die Verhinderer? – Abg. Bucher: ... die Verhinderer? – Abg. Strache: Können Sie die Verhinderer beim Namen nennen? Wer sind die Verhinderer? Wir würden gerne die Verhinderer mit Namen hören!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Doch, das brauchen wir! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Bucher hält die Kopie einer Zeitungsseite hoch, auf der unter anderem „Made in Austria“ zu lesen ist.
Was brauchen wir nun auf europäischer Ebene, um eine Wiederholung solcher Vorfälle zu verhindern? Einen Teil dieser Maßnahmen hat der Herr Bundesminister bereits vorgeschlagen. Nur eines brauchen wir sicherlich nicht – und ich möchte da Klubobmann Bucher ansprechen; ich teile viele seiner Forderungen, nur eine Forderung teile ich nicht –: „Made in Austria“, Hohes Haus, brauchen wir in dieser Form nicht mehr! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Doch, das brauchen wir! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Bucher hält die Kopie einer Zeitungsseite hoch, auf der unter anderem „Made in Austria“ zu lesen ist.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Strache: Stellt das Hin- und Herfahren ab!
Was brauchen wir noch? Wir brauchen eine EU-weite Rückverfolgbarkeitsdatenbank mit einer digitalen Reiseroute, damit wir herausfinden, wer die Verantwortlichen sind, wenn es zu Manipulationen kommt oder auch zu Sicherheitsproblemen bei Lebensmitteln. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Strache: Stellt das Hin- und Herfahren ab!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... Erdbeeren!
Wenn heute gesagt wird: Na ja, da gibt es auch andere Bestandteile drinnen, beispielsweise in einem Joghurt!, ja bitte, dann möchte ich auch gerne einmal wissen, wo unsere Bananen oder unsere Kiwis wachsen. Das ist doch auch eine Täuschung des Konsumenten, wenn man das dem Konsumenten suggeriert. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... Erdbeeren!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Herr Klubobmann Bucher, wenn Sie heute hier anprangern, dass die Politik versagt hat, und einen höheren Strafrahmen einfordern, dann erlauben Sie mir den Hinweis, dass gerade Sie es waren – damals unter Schwarz-Blau vor acht Jahren –, der mehr als fahrlässig gehandelt hat, indem Sie damals das Lebensmittelrecht in Österreich entkriminalisiert haben. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Das, was jetzt passiert, ist ja in Wirklichkeit die Auswirkung dieser verfehlten Klientelpolitik, wo man Betrügereien, Fälschungen und Tricks im Lebensmittelbereich als Kavaliersdelikt hingestellt hat – und das ist in Wirklichkeit der große Wahnsinn! (Abg. Grosz: Und sonst geht’s Ihnen noch gut – oder was?! Heute sagt ein Abgeordneter zu mir !)
Abg. Scheibner: Wer kontrolliert denn? – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Erstens: Man braucht keine Angst zu haben, dass die Pizza das Dressurreiten gewonnen hat – nein. Pferde, die in Österreich oder in Europa geschlachtet werden, dürfen keine Sportpferde sein. Sportpferde sind dabei ausgeschlossen. Ich sage das ganz, ganz deutlich. (Abg. Scheibner: Wer kontrolliert denn? – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Sitzung Nr. 193
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir können das auch nicht mehr hören!
Wenn wir vorhin von der Kollegin von den Freiheitlichen gehört haben, dass es nicht um Gleichmacherei gehen darf, dann muss ich Ihnen ehrlich sagen: Ich kann das nicht mehr hören! Wer redet denn von Gleichmacherei? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir können das auch nicht mehr hören!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Worum denn sonst?
Bitte verstehen Sie nach den vielen Jahren, in denen auch Sie hier sitzen, doch auch endlich, dass es nicht um Gleichmacherei geht! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Worum denn sonst?) Es geht darum, die Chancen gleich zu gestalten. Es geht darum, dass Frauen und Männer gleiche Lebenschancen haben sollen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Ganz im Gegenteil: Es geht darum, etwas zu ermöglichen, was nicht immer so war und noch immer nicht so ist, wie wir es uns vorstellen, wenn auch wesentliche Schritte in diese Richtung möglich waren, nämlich den Frauen zu ermöglichen, schlicht und einfach so zu leben, wie sie sich das vorstellen. Es geht darum, zu ermöglichen, dass auch Frauen beide Teile des Lebens leben können, nämlich selbstverständlich den privaten Teil, aber auch den beruflichen, so wie das für Männer immer eine Selbstverständlichkeit war. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Na ein Traum!
Es ist im Bildungsbereich viel weitergegangen, was ja eine Grundvoraussetzung ist. Die Einkommen hat der Kollege Katzian bereits angesprochen. Die Vereinbarkeit ist so ein wichtiger Punkt, um eben dieses Jonglieren zwischen privatem Leben und beruflichem Leben für die Frauen leichter zu machen. Alleine die Bilanz, 7 000 zusätzliche Kinderbetreuungsplätze pro Jahr seit 2009 geschaffen zu haben, ist wirklich beachtlich und bemerkenswert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Na ein Traum!)
Sitzung Nr. 194
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Frau Kollegin Dr. Belakowitsch-Jenewein, Sie haben die Kontrollen angesprochen. – Die Kontrollen finden statt! Mir wäre es lieber, wenn wir weniger Kontrollen bräuchten, ich sage das hier auch ganz offen, aber die Kontrollen finden statt, und zwar mehr denn je! (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Die Aufstockung bei der Finanzpolizei, aber auch die Einrichtung der Sozialbetrugsbekämpfungsstelle der BUAK, wo wir im Jahr 2012 4 200 Baustellen überprüft haben – 4 200, die nur im Sektor Bauwirtschaft überprüft wurden! –, zeigen schon, dass es da sehr große Bemühungen gibt. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Frau Kollegin Dr. Belakowitsch-Jenewein, Sie haben die Kontrollen angesprochen. – Die Kontrollen finden statt! Mir wäre es lieber, wenn wir weniger Kontrollen bräuchten, ich sage das hier auch ganz offen, aber die Kontrollen finden statt, und zwar mehr denn je! (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Die Aufstockung bei der Finanzpolizei, aber auch die Einrichtung der Sozialbetrugsbekämpfungsstelle der BUAK, wo wir im Jahr 2012 4 200 Baustellen überprüft haben – 4 200, die nur im Sektor Bauwirtschaft überprüft wurden! –, zeigen schon, dass es da sehr große Bemühungen gibt. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Über 400 000 sind „herzeigbar“?!
Wir haben auch als eines der wenigen Länder in der Europäischen Union eine hervorragende Beschäftigung. Die Arbeitslosenzahl, die wir aufweisen, ist, glaube ich, herzeigbar. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Über 400 000 sind „herzeigbar“?!) Dennoch werden wir uns alle hier bemühen, dass wir sie auch noch weiter senken. Ich denke, Arbeitslosigkeit ist etwas, das jeder Mensch doch mit einer gewissen Betroffenheit zur Kenntnis nehmen muss, und da müssen wir Hilfe anbieten.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Warum fängt man das dann nicht an?
Nein, das bringt sie nicht, denn Sie wissen genauso gut wie ich, dass es Versicherungsbeiträge gibt und daraus Leistungen entstehen können – wie etwa bei der Pension –, die erst 30 oder 40 Jahre später fällig werden. Das heißt, wenn, dann braucht man nicht nur einen synchronen Schnitt, wo man die Beiträge und die Leistungen erhebt, sondern man braucht einen diachronen Schnitt über 50 Jahre (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan), darunter braucht man gar nicht zu reden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Warum fängt man das dann nicht an?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das haben Sie nicht gesagt!
Punkt zwei: Frau Abgeordnete, Sie müssen nur ganz genau zuhören, was ich Ihnen gesagt habe! Ich habe 2009 gesagt, das ist das Ergebnis von Studien, die wir gemacht haben, es ist das Ergebnis von einer Querschnittstudie, die mit EU-SILC-Daten (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das haben Sie nicht gesagt!) – Ich habe das sehr wohl gesagt, ich bringe Ihnen ein Stenographisches Protokoll von 2009, wo ich das gesagt habe. Fakt ist, dass ich dem, was ich bereits 2009 und 2010 gesagt habe, nichts hinzuzufügen habe, denn das gilt auch 2013. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Woher nahmen Sie 2009 die Daten?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Woher nahmen Sie 2009 die Daten?
Punkt zwei: Frau Abgeordnete, Sie müssen nur ganz genau zuhören, was ich Ihnen gesagt habe! Ich habe 2009 gesagt, das ist das Ergebnis von Studien, die wir gemacht haben, es ist das Ergebnis von einer Querschnittstudie, die mit EU-SILC-Daten (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das haben Sie nicht gesagt!) – Ich habe das sehr wohl gesagt, ich bringe Ihnen ein Stenographisches Protokoll von 2009, wo ich das gesagt habe. Fakt ist, dass ich dem, was ich bereits 2009 und 2010 gesagt habe, nichts hinzuzufügen habe, denn das gilt auch 2013. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Woher nahmen Sie 2009 die Daten?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe keine Paranoia! Das ist ja unglaublich!
Wie Herr Abgeordneter Öllinger schon gesagt hat: Nehmen Sie zur Kenntnis, Menschen, die hierher kommen, Menschen, die einen ordnungsgemäßen, aufrechten Aufenthaltstitel haben, demzufolge hier arbeiten, zahlen ihre Versicherungsleistung ein! Und diese Menschen haben auch das Recht, wenn sie eine Leistung brauchen, dass sie die auch bekommen. Und unterstellen Sie nicht mit einer Paranoia (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe keine Paranoia! Das ist ja unglaublich!), dass alle, die eine ausländische Staatsbürgerschaft haben, automatisch Sozialbetrüger sind! Das möchte ich zurückweisen! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Mag. Stefan: Und deswegen brauchen wir keine Zahlen! – Weitere Zwischenrufe der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Mag. Stefan: Und deswegen brauchen wir keine Zahlen! – Weitere Zwischenrufe der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Wie Herr Abgeordneter Öllinger schon gesagt hat: Nehmen Sie zur Kenntnis, Menschen, die hierher kommen, Menschen, die einen ordnungsgemäßen, aufrechten Aufenthaltstitel haben, demzufolge hier arbeiten, zahlen ihre Versicherungsleistung ein! Und diese Menschen haben auch das Recht, wenn sie eine Leistung brauchen, dass sie die auch bekommen. Und unterstellen Sie nicht mit einer Paranoia (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe keine Paranoia! Das ist ja unglaublich!), dass alle, die eine ausländische Staatsbürgerschaft haben, automatisch Sozialbetrüger sind! Das möchte ich zurückweisen! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Mag. Stefan: Und deswegen brauchen wir keine Zahlen! – Weitere Zwischenrufe der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist keine Unterstellung, das ist eine Tatsache!
Werte Kolleginnen und Kollegen von den Freiheitlichen! Die Unterstellung, dass Organisationen aufgrund von politischen Punzierungen einen unterschiedlichen Gebietsschutz haben oder sich Monopole einrichten, müssen wir auf das Schärfste zurückweisen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist keine Unterstellung, das ist eine Tatsache!)
Sitzung Nr. 196
Abg. List: Wieder! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer hat es erstellt?
Aber heute ist etwas passiert, Frau Präsidentin und Frau Bundesministerin, was wir vorher besprechen müssen: Über die APA haben wir vor wenigen Stunden erfahren, dass eine Antwort der Innenministerin auf den verheerenden Rechnungshofbericht vorliegt. Ein Gutachten! (Abg. List: Wieder! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer hat es erstellt?) Ein Gutachten: Vergaberechtliche Würdigung des Prüfungsergebnisses des Rechnungshofes zur Vergabepraxis im Innenministerium, Univ. Prof. Dr. Aicher – den ich respektiere und fachlich schätze, das möchte ich ausdrücklich an dieser Stelle sagen –, vorgenommen im Auftrag des BMI.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: An wen im Speziellen?
Auch ich darf heute die Chance und Gelegenheit nützen, im Rahmen dieser Sondersitzung ein Danke zu sagen, ein Danke an meine Expertinnen und Experten des Hauses, dass es in den letzten Monaten möglich gewesen ist (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: An wen im Speziellen?), den Beschaffungsworkflow einzuführen, aber nicht nur in der Zentrale, sondern flächendeckend über ganz Österreich, das heißt auch in unseren Landespolizeidirektionen. Damit garantieren wir hundertprozentige Transparenz auf Knopfdruck, und wir machen uns damit zum Vorreiter für alle Ministerien, zum Vorreiter für Transparenz hier in dieser Republik. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Antwort! Antwort!
Die Frage 31, die Frage 37, die Frage 43, die Frage 49 und die Frage 55 haben denselben Wortlaut. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Antwort! Antwort!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Der FPÖ!
In 29 Prozent der Fälle gab es keine Bedarfsprüfung – darauf komme ich dann später noch zu sprechen –, und 15 Prozent sind sehr unzureichend bis gar nicht dokumentiert. – Frau Ministerin, Sie mussten sich bereits am 14. März dieses Jahres einer Dringlichen Anfrage der Grünen im Bundesrat stellen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Der FPÖ!) Dort haben Sie ja die Beantwortung bereits vorgenommen, und zum Teil haben sich die Antworten mit der heutigen Beantwortung überschnitten.
Zwischenrufe der Abgeordneten Strache und Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Abgeordneter Günter Kößl (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Ge-schätzte Damen und Herren! Frau Kollegin, von den 27 kritischen Punkten, die vom Rechnungshof hier erwähnt worden sind, sind 20 bereits umgesetzt. Also es sind mehr als zwei Drittel umgesetzt, und es wird ganz massiv mitgearbeitet. Wir haben heute eigentlich nur Vermutungen, Beschuldigungen, Unterstellungen, Verdächtigungen gehört, aber steht irgendetwas, ein einziges Wort irgendwo im Rechnungshofbericht, dass ein Schaden eingetreten ist (Zwischenrufe bei der FPÖ) beziehungsweise dass es irgendetwas Korruptes in dieser ganzen Angelegenheit gibt? (Zwischenrufe der Abgeordneten Strache und Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die kann man hochrechnen!
2,5 Milliarden € stehen uns in diesem Jahr für die Aufgaben im Sicherheitsbereich zur Verfügung, und wir reden heute von einem ganz kleinen Bereich, nämlich von einem Beschaffungsbereich in der Größenordnung von zwischen 60 und 80 Millionen € im Jahr. Es sind 15 000 Beschaffungsvorgänge, die im Innenministerium getätigt werden (Zwischenrufe der Abgeordneten Öllinger und Mag. Kogler), und der Rechnungshof hat 59 beziehungsweise 79 Beschaffungsvorgänge herausgenommen – nach Gesichtspunkten, die man nicht nachvollziehen kann, aber das ist eine Sache des Rechnungshofes (Zwischenruf des Abg. Mayerhofer – Abg. Öllinger: Na hallo! – Abg. Mag. Kogler: Das ist ja unglaublich!) – und zwölf davon näher, detaillierter begutachtet. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die kann man hochrechnen!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Na wahrscheinlich gibt es keine!
Also diese Kritik, die vom Rechnungshof gebracht worden ist, ist pauschal und sie ist an und für sich nicht für jeden Beschaffungsvorgang genau nachvollziehbar. Und in diesem Rechnungshofbericht ist auch nicht drinnen, wie viele positive Vorgänge es eigentlich gegeben hat. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Na wahrscheinlich gibt es keine!) – Die gibt es mit Sicherheit, geschätzte Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Brosz.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Bedient?! – Abg. Strache: „Bedient“ ist der richtige Begriff!
Faktum ist selbstverständlich auch – und das ist ebenfalls schon von Klubobmann Kopf angesprochen worden –, dass Beratung natürlich eine sehr persönliche Angelegenheit ist. Und ich glaube schon, dass es richtig und wichtig ist, dass man sich da Menschen seines Vertrauens bedient (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Bedient?! – Abg. Strache: „Bedient“ ist der richtige Begriff!), um diese Beratungstätigkeit in Anspruch nehmen zu können.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es ist eigentlich alles bestens!
Also nehmen Sie zur Kenntnis, dass der Beschaffungsvorgang im Innenministerium an und für sich nachvollziehbar ist, dass es hier an und für sich in keiner Weise Beweise gibt, dass dort irgendetwas falsch gelaufen ist! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es ist eigentlich alles bestens!) Und betreffend diese Verdächtigungen und Beschuldigungen und Unterstellungen, wäre es sicherlich eine gute Sache, dass Sie das hintanhalten und vielleicht vor der eigenen Türe kehren. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das hat er sicher nicht gesagt! Das glaube ich nicht!
Der Herr Pilz meinte heute in seiner Rede, er als Abgeordneter oder als Funktionär der ÖVP fordere ... (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das hat er sicher nicht gesagt! Das glaube ich nicht!) Das klingt alles sehr märchenhaft, damit kann man jedoch keine ernsthaften sicherheitspolitischen Probleme lösen.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir reden über den österreichischen Rechnungshofbericht, nicht über den bayrischen! Sie haben den falschen Bericht erwischt!
Der Oberste Bayerische Rechnungshof hat in München seinen Jahresbericht vorgestellt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir reden über den österreichischen Rechnungshofbericht, nicht über den bayrischen! Sie haben den falschen Bericht erwischt!) In diesem wird die Kostenexplosion beim Ausbau des Digitalfunks für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste kritisiert. Statt eines ursprünglich angenommenen Betrages von 650 Millionen € betragen die Kosten 1 Milliarde €. (Abg. Öllinger: Das darf ja nicht wahr sein!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Öllinger und Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Dass bei der Umsetzung eines derartigen Megaprojektes am Beginn auch Fehler passiert sind, hat ja niemand bestritten, Herr Kollege Plessl. (Zwischenrufe der Abgeordneten Öllinger und Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Was aber der Rechnungshof in seinen Berechnungen völlig außer Acht lässt, ist jede Form von Opportunitätskosten. Der Rechnungshof hat ja keinen Vergleich, wie es denn gewesen wäre, hätte man nicht auf den Digitalfunk umgestellt. (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Genau!) Und da ist der Rechnungshof natürlich zu kritisieren.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Mag. Kogler: Schon der Vierte, der nicht lesen kann!
Da wird eine Liste von jeder Menge Vergabefällen beigelegt (der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe), und dann wird so getan, als hätte der Rechnungshof ebendiese Liste kritisiert. Da sind natürlich Agenturen dabei, in denen sich Persönlichkeiten finden, denen man durchaus ein Naheverhältnis zur ÖVP unterstellen kann, das stimmt. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Mag. Kogler: Schon der Vierte, der nicht lesen kann!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Es sind 59 Fälle von 95 000, meine Damen und Herren! (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Sitzung Nr. 198
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Ich muss an dieser Stelle dem Herrn Kollegen Kogler, der momentan nicht da ist, ein Kompliment machen: Ich habe auch als Obfrau im ESM-Ausschuss gesehen, dass Herr Kollege Kogler immer argumentiert, vernünftig argumentiert und seine Argumente auch immer unterlegt. Ich habe von Ihnen, Herr Kollege Bucher, und auch vom Herrn Kollegen Strache und seiner Fraktion immer nur Argumente gehört, die eigentlich keine Argumente waren, sondern wo es immer nur geheißen hat: Österreich zuerst! (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Es ging nie um Verantwortung für das gesamte Europa. Es ging nie um Verantwortungsbewusstsein und Solidarität.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Heute wurde hier gefragt, was uns der Euro gebracht hat. – Vielleicht können wir uns alle daran erinnern: Im Jahr 2008, bevor die Krise ausgebrochen ist und Lehman Brothers in Konkurs geschickt worden ist, hatten wir in Österreich beinahe Vollbeschäftigung. Wir haben seit der Euro-Einführung sehr stark profitiert, was die Arbeitssituation in Österreich, die Erwerbstätigkeit der Österreicherinnen und Österreicher betrifft, unser Wirtschaftswachstum hat sehr stark davon profitiert, unser Wohlstand hat sehr stark davon profitiert. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wahrscheinlich !
Herr Kollege Bucher hat heute noch etwas Bemerkenswertes gesagt. Er hat von den Trusts in Zypern gesprochen, aber er hat einen Punkt nicht erwähnt – und das meine ich auch mit Unehrlichkeit der Opposition in dieser Frage –: Die Frau Bundesministerin hat im Ausschuss ausgeführt, was ihre Bedingungen waren. Sie hat dafür gekämpft, dass in Zypern – und das wird wahrscheinlich innerhalb der Europäischen Union weitergeführt werden (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wahrscheinlich !) – ein Trustregister eingeführt wird, damit eben mehr Transparenz bezüglich Eigentumsverhältnissen in Unternehmen besteht, so wie es auch bei uns ist.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Ich glaube ganz einfach, dass gerade diese Maßnahmen wesentlich mehr sind, als so im Allgemeinen darüber geredet wird – wir sollen niemandem helfen, wir sollen das Geld im Inland behalten. – Wir sind ein großes Ganzes in der Europäischen Union, wir haben uns zur Währungsunion bekannt und wir bekennen uns auch weiterhin dazu, weil Österreich ganz einfach sehr stark vom Euro profitiert hat. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stefan: Sehr weit hergeholt! – Abg. Strache: Musterknabe Griechenland?! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Griechenland war Musterknabe?
Das ist die Situation! (Abg. Strache: Das ist so absurd!) Denken Sie einmal nach, ob nicht auch die Regeln teilweise falsch waren, denn die, die sich daran gehalten haben, sind die, die wir heute retten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stefan: Sehr weit hergeholt! – Abg. Strache: Musterknabe Griechenland?! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Griechenland war Musterknabe?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das glaubt Ihnen nur keiner mehr!
Insofern: Wir sorgen für Stabilität (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das glaubt Ihnen nur keiner mehr!), wir sind solidarisch und wir machen es im Interesse Österreichs. Das ist der Grund, warum wir das beschließen.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eh keine Überraschung! – Abg. Strache: Ich finde, dass ihr eh gut zusammenpasst, der Krainer und Sie! Der „Marxist Bartenstein“!
Aber damit zu Zypern und zum Thema dieser heutigen Sondersitzung. – Ich bin mit Herrn Krainer völlig einer Meinung (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eh keine Überraschung! – Abg. Strache: Ich finde, dass ihr eh gut zusammenpasst, der Krainer und Sie! Der „Marxist Bartenstein“!): Das war ein Kommunikationsdesaster, das da anfangs gelaufen ist. Nach all dem, was wir wissen, war das nicht die Schuld der europäischen Finanzminister, nicht des IMF, das war schon eher zypriotisch hausgemacht. Dort wollte man, aus welchen Gründen auch immer, alle Sparer zur Kasse bitten. Gott sei Dank ist es im zweiten Anlauf jetzt deutlich besser gelungen. Ich halte das Paket, das auf dem Tisch liegt, erstens für eine respektable Leistung, und zweitens halte ich es für außergewöhnlich, dass wir erstmals über eine Aktivität des ESM hier im Hohen Haus diskutieren. Das ist gelebte Demokratie! Das ist gelebte Einflussnahme und Mitbestimmung der nationalen Parlamente, nämlich in diesem Fall unseres Parlaments.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Spareinlagen über 100 000 € sind wertgesichert (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), und 10 bis 13 Milliarden, also mehr als die Hälfte, trägt Zypern – das wird schwierig genug sein –; die Finanzministerin hat diese Zahlen schon genannt. (Abg. Mag. Stefan: „Wertgesichert“ habe ich noch gar nicht gehört! „Wertgesichert“?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und Sie erklären uns das jetzt!
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Herr Staatssekretär! Ja, es ist eben so, dass nicht von jedem verstanden wird, was Solidarität letztendlich bedeutet. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und Sie erklären uns das jetzt!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Ganz zum Schluss, weil mich das besonders geärgert hat: Frau Kollegin Tamandl, eine der Vorzeige-„Europhorikerinnen“ in diesem Haus, die immer wieder sozusagen den Euro als Gebetsstatue vor sich sieht, die hier den Euro geradezu anbetet (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), hat folgenden Satz gesagt – nur dass das alle mitbekommen, die Ohren spitzen, ich zitiere sie wörtlich –: Der Euro sichert die Pensionen. – Zitatende.
Sitzung Nr. 199
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Da haben wir Handlungsbedarf, und dort kann man die Milliarden holen, mit denen man dann tatsächlich die Steuern auf Arbeit reduzieren kann. Aber dann müssen die auch Steuern zahlen (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), und da dürfen sie keinen Schutzpatron finden.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Es ist erstmalig gelungen, dass wir den Patienten wirklich in den Mittelpunkt der Planungen gestellt haben, dass versucht werden wird, mit einer gemeinsamen Zielsteuerung die Mittel so einzusetzen, dass sie auch wirklich dort ankommen, wo sie hingehören, nämlich beim Patienten (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) – Wie bitte? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das wird morgen eh verhandelt!) – Aber ich spreche jetzt zum Finanzrahmen für Gesundheit. Sie können es sich gerne anhören. Ich erzähle es Ihnen morgen noch einmal, vielleicht verstehen Sie es dann noch ein bisschen besser, als Sie es heute nach meinen Ausführungen tun werden.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das wird morgen eh verhandelt!
Es ist erstmalig gelungen, dass wir den Patienten wirklich in den Mittelpunkt der Planungen gestellt haben, dass versucht werden wird, mit einer gemeinsamen Zielsteuerung die Mittel so einzusetzen, dass sie auch wirklich dort ankommen, wo sie hingehören, nämlich beim Patienten (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) – Wie bitte? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das wird morgen eh verhandelt!) – Aber ich spreche jetzt zum Finanzrahmen für Gesundheit. Sie können es sich gerne anhören. Ich erzähle es Ihnen morgen noch einmal, vielleicht verstehen Sie es dann noch ein bisschen besser, als Sie es heute nach meinen Ausführungen tun werden.
Demonstrativer Beifall der Abg. Mag. Muttonen. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Warum argumentieren Sie dann dauernd damit?
Gerade was das Gender Mainstreaming betrifft: Herr Kollege, Sie waren ja nicht im Ausschuss, Sie haben das ja auch nur aus zweiter Hand erzählt bekommen, aber wenn man nicht versteht, was Gender Mainstreaming heißt, dann soll man auch nicht damit argumentieren. (Demonstrativer Beifall der Abg. Mag. Muttonen. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Warum argumentieren Sie dann dauernd damit?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und woher kommt Ihr Name? – Zwischenruf des Abg. Großruck.
Ich habe ein bisschen nachgeschaut, woher denn Ihr Familienname kommt, Kollege Venier. Venieri könnte ein Ursprung sein – laut Wikipedia –, dann wären Sie aus dem Italienischen zugewandert. (Abg. Amon: Wie heißt er?) Venier ist die zweite Variante, die angegeben wird, das wäre aus dem Französischen. Haben Sie da wirklich in Ihrer Familie nachgeforscht, ob Sie nicht auch Bestandteil dieser Unterwanderung unserer Gesellschaft sein könnten? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und woher kommt Ihr Name? – Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
men wiederum eher aus dem Tschechischen, nein, die sind rumänisch. (Abg. Mag. Wurm: Pizza!) Ich kenne mich in diesen Bereichen wirklich nicht so genau aus. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und Ihr Name, wo kommt der her?
Nicht einmal das Wiener Kaffeehaus – ich muss Sie enttäuschen – ist bodenständig. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und Ihr Name, wo kommt der her?) Ich möchte jetzt nicht „arisch“ oder irgendwelche anderen Begriffe in den Mund nehmen, aber nicht einmal das Kaffeehaus ist hier entstanden, sondern – auch da gibt es verschiedene Theorien – die Türken, hui, ganz gefährlich, könnten es eventuell gewesen sein. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der Nikolo ist auch aus der Türkei!) In Wirklichkeit dürfte es sich eher um Armenier gehandelt haben, die haben nämlich lange Zeit in Wien das Monopol auf Kaffee gehabt. Denken Sie beim nächsten Kaffee, den Sie trinken, daran, dass Sie sich nicht vergiften und nicht offensiv die fremdländischen Lebensweisen ausleben!
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was heißt da „Panikmache“?
Abgeordneter Jochen Pack (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine geschätzten Damen und Herren! Meine Vorredner haben es schon erwähnt: Trinkwasser ist eine Lebensgrundlage der Menschen, es geht um die öffentliche Daseinsvorsorge. Man muss natürlich vor der Panikmache sozusagen warnen und sagen, dass es hier um die Mindeststandards geht. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was heißt da „Panikmache“?) Wir werden uns das sicher im Ausschuss näher anschauen und über den Antrag diskutieren.
Sitzung Nr. 200
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das jetzt mit der Gesundheitsreform zu tun?
Wir denken an einen Herrn Krüger, der nach der Bestellung von einem Jaguar dann doch nicht mehr gekommen ist. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das jetzt mit der Gesundheitsreform zu tun?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Denken Sie an die Zukunft! Sie sollen die Zukunft gestalten!
Der Kollege Karlsböck redet davon, dass man jetzt so viele Selbstbehalte zahlen muss. – Bitte lasst uns zurückdenken an die Zeit, als ihr die Verantwortung hattet! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Denken Sie an die Zukunft! Sie sollen die Zukunft gestalten!) Was hatten wir damals? – Es wurden die Selbstbehalte erhöht, die Brillenselbstbehalte zum Beispiel: der Brillenzuschuss war weg. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich sehe, dazu haben Sie nichts zu sagen, zur Zukunft!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich sehe, dazu haben Sie nichts zu sagen, zur Zukunft!
Der Kollege Karlsböck redet davon, dass man jetzt so viele Selbstbehalte zahlen muss. – Bitte lasst uns zurückdenken an die Zeit, als ihr die Verantwortung hattet! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Denken Sie an die Zukunft! Sie sollen die Zukunft gestalten!) Was hatten wir damals? – Es wurden die Selbstbehalte erhöht, die Brillenselbstbehalte zum Beispiel: der Brillenzuschuss war weg. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich sehe, dazu haben Sie nichts zu sagen, zur Zukunft!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Und jetzt zu dem, was Minister Stöger geleistet hat. (Abg. Grosz: Den Listerien-Skandal mit mehr als zehn Toten in Österreich!) – Liebe Freunde! Ja, Minister Stöger hat Dinge angegriffen, die sich keiner von euch getraut hat anzugreifen, in keiner Regierung (Abg. Grosz: Mehr als zehn Tote!), das MAB-Gesetz zum Beispiel. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Die Krankenkassen: Schaut Euch die Bilanz der Krankenkassen unter Schwarz-Blau an! (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Die waren ununterbrochen im roten Bereich; Minister Stöger hat die Krankenkassen saniert – wir sind im schwarzen Bereich. Diese Bundesregierung hat das ge-
Abg. Mag. Stefan: Sie haben nur zur Vergangenheit gesprochen! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie etwas zur Gesundheitsreform zu sagen?
Wir haben eine Gesundheitsreform jetzt im Laufen, wo sich Minister davor die Zähne ausgebissen haben, gemeinsam mit Ländern, mit dem Finanzministerium, dem Bund und mit der Sozialversicherung, um Wege aufzuzeigen, den Patienten in den Mittelpunkt zu stellen. Und Ihr traut euch echt, ihm hier das Misstrauen auszusprechen? (Abg. Mag. Stefan: Sie haben nur zur Vergangenheit gesprochen! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie etwas zur Gesundheitsreform zu sagen?) Also ich glaube, mit dem Antrag werdet Ihr ordentlich baden gehen! (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber jetzt macht ihr es hin!
Abgeordneter Dr. Erwin Rasinger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Hohes Haus! Die Gesundheitsreform ist ja kein Meteorit, der irgendwo auf der Erde einschlägt. Wir haben ja eines der besten Gesundheitssysteme der Welt (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber jetzt macht ihr es hin!), und Ziel ist es, dieses zu erhalten und weiterzuentwickeln.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Jetzt wird es interessant! Sie waren ja gar nicht im Ausschuss! – Abg. Dr. Rasinger: Jetzt geht es um die Wahrheit!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Klubobmann Ing. Lugar. – Bitte. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Jetzt wird es interessant! Sie waren ja gar nicht im Ausschuss! – Abg. Dr. Rasinger: Jetzt geht es um die Wahrheit!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein, nicht „was auch immer“!
Da frage ich mich schon, was daran eine Reform sein soll, wenn Sie jetzt zu den ganzen Landesorganisationen, zu den ganzen Landesverwaltungskörpern noch zusätzlich eine oben draufsetzen und das dann Zielsteuerungskommission oder was auch immer nennen (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein, nicht „was auch immer“!), wo dann wieder zusätzliche Beamte drinnen sitzen und zusätzliche Kosten entstehen. Da frage ich mich wirklich, was das bringen soll.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und wo ist jetzt genau der Witz?
Und da sind wir schon beim nächsten Problem. Was glauben Sie, wie die Diagnose ausfällt, wenn jemand zum Arzt geht und der Arzt 5,09 € abrechnen kann? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und wo ist jetzt genau der Witz?) – Jetzt rechnen Sie sich das einmal aus – und alle hier, die Ärzte sind, wissen, was eine Praxis kostet, was die Miete kostet, was die Heizung kostet, was die Arzthelferin kostet, und dann bekommt man für einen Patienten 5,09 €. Jetzt, was glauben Sie, ... (Abg. Riepl: Das ist ja nicht nur einer!) – Ja, es kommt nicht nur einer! Sie sagen es!
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Entschuldigung, Herr Präsident, das ist ja eine Zumutung!
Wenn man sich die Tarife anschaut, dann weiß man, warum: weil man um 5,09 € keine ordentlichen Diagnosen stellen kann. Das kann man nicht. (Beifall der Abg. Schenk.) Da wird dann einfach das gemacht, was die Ärzte machen – und jeder von uns weiß es ja (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Entschuldigung, Herr Präsident, das ist ja eine Zumutung!) –: Man geht zum Arzt, hat ein Problem. Das Erste, was er macht, ist sofort den Zettel auszufüllen, sofort ein Medikament zu verschreiben: „Und wenn es nicht besser wird, kommen Sie wieder!“ – Das ist doch die Praxis, das wissen wir doch. Aber das liegt nicht am Arzt. (Abg. Dr. Oberhauser: ... die Qualität unserer Ärzte?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Lüge!
Woran erkennt man das? Ich erinnere daran, es ist in Österreich gelungen, die Gebietskrankenkassen zu sanieren (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Lüge!), eine wichtige Säule, damit die Menschen gute Versorgung vorfinden. (Abg. Grosz: Das ist die Unwahrheit!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Woher soll das kommen?
Erstmals sitzen alle wichtigen Träger, die Krankenversicherung, die Länder, der Bund, gemeinsam an einem Tisch, um optimal zu planen. Erstmals stehen die Menschen in ihrem Behandlungsprozess im Mittelpunkt und nicht nur einzelne Institutionen oder die einzelne Arztpraxis. Und was mir ganz besonders wichtig ist: Wir werden in Zukunft mehr Geld zur Verfügung haben, um das gute österreichische Gesundheitssystem weiterzuentwickeln. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Woher soll das kommen?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und Sie machen ihnen das Leben schwer!
Ich sage Ihnen ganz deutlich, viele, viele Menschen bemühen sich tagtäglich, die Gesundheitsversorgung der Menschen aufrechtzuerhalten. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und Sie machen ihnen das Leben schwer!) Die Politik bemüht sich, dass das auch in der Zukunft finanziert wird. Und ich sage es Ihnen noch einmal ganz deutlich: Wir sehen das aus der Perspektive von Patientinnen und Patienten, und dieses gute Gesundheitssystem wird weiterentwickelt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Das heißt, dass der Herr Gesundheitsminister die Dosis nicht halbiert. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Welche? Eine einzige bitte!
Was in diesem Zusammenhang auch ganz wichtig ist – und ich glaube, da hat meine Vorrednerin Abgeordnete Dr. Belakowitsch-Jenewein nicht weitergeblättert –: In Österreich sind wir in der Situation, dass wir Maßnahmen setzen, die das Gesundheitssystem verbessern, ausbauen (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Welche? Eine einzige bitte!), dass Maßnahmen gesetzt werden wie zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Kinderimpfprogramm, mit den Zahnambulatorien. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das mit zu tun?) Wir führen einen elektronischen Gesundheitsakt ein. Und auch wenn Sie es nicht hören wollen, die Krankenkassen wurden saniert. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe es Ihnen ja vorgelesen: Sind nicht saniert! Sie müssen zuhören! Sie müssen weiterblättern!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das mit zu tun?
Was in diesem Zusammenhang auch ganz wichtig ist – und ich glaube, da hat meine Vorrednerin Abgeordnete Dr. Belakowitsch-Jenewein nicht weitergeblättert –: In Österreich sind wir in der Situation, dass wir Maßnahmen setzen, die das Gesundheitssystem verbessern, ausbauen (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Welche? Eine einzige bitte!), dass Maßnahmen gesetzt werden wie zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Kinderimpfprogramm, mit den Zahnambulatorien. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das mit zu tun?) Wir führen einen elektronischen Gesundheitsakt ein. Und auch wenn Sie es nicht hören wollen, die Krankenkassen wurden saniert. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe es Ihnen ja vorgelesen: Sind nicht saniert! Sie müssen zuhören! Sie müssen weiterblättern!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe es Ihnen ja vorgelesen: Sind nicht saniert! Sie müssen zuhören! Sie müssen weiterblättern!
Was in diesem Zusammenhang auch ganz wichtig ist – und ich glaube, da hat meine Vorrednerin Abgeordnete Dr. Belakowitsch-Jenewein nicht weitergeblättert –: In Österreich sind wir in der Situation, dass wir Maßnahmen setzen, die das Gesundheitssystem verbessern, ausbauen (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Welche? Eine einzige bitte!), dass Maßnahmen gesetzt werden wie zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Kinderimpfprogramm, mit den Zahnambulatorien. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das mit zu tun?) Wir führen einen elektronischen Gesundheitsakt ein. Und auch wenn Sie es nicht hören wollen, die Krankenkassen wurden saniert. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe es Ihnen ja vorgelesen: Sind nicht saniert! Sie müssen zuhören! Sie müssen weiterblättern!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja alles nicht! Wo steht das? Im Gesetz nicht!
Für mich ist auch ganz wichtig, dass der Bereich der Gesundheitsförderung und der Prävention stärker im Mittelpunkt steht, denn wir wollen alle, dass die Menschen länger gesund sind und vor allem auch länger gesund im Arbeitsprozess sind. Daher ist dieser Punkt ganz besonders wichtig, und da wird auch ein Präventionsfonds eingerichtet, der mit 150 Millionen € dotiert wird. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja alles nicht! Wo steht das? Im Gesetz nicht!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es braucht sicher nicht jeder ein Hüftgelenk! Und jetzt wir die gesamten Leistungen! Warum kürzen wir jetzt?
Ich erinnere an die Diskussion um die Keramik-Hüftgelenke. Die ist ja jetzt Gott sei Dank vom Tisch. Es braucht sicher nicht jeder ein Keramikhüftgelenk, aber die Anzahl zu limitieren, das geht nicht, denn dann kann es passieren, dass genau derjenige, der wirklich so ein Gelenk braucht, es nicht mehr bekommt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es braucht sicher nicht jeder ein Hüftgelenk! Und jetzt wir die gesamten Leistungen! Warum kürzen wir jetzt?) Jeder Patient in jedem Alter muss die für ihn beste Behandlung erhalten! Das darf weder vom Alter noch vom Einkommen abhängen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Das ist aber anders! Zusatzversicherung sticht normale Versicherung! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das Gegenteil beschließt ihr heute!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Das ist aber anders! Zusatzversicherung sticht normale Versicherung! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das Gegenteil beschließt ihr heute!
Ich erinnere an die Diskussion um die Keramik-Hüftgelenke. Die ist ja jetzt Gott sei Dank vom Tisch. Es braucht sicher nicht jeder ein Keramikhüftgelenk, aber die Anzahl zu limitieren, das geht nicht, denn dann kann es passieren, dass genau derjenige, der wirklich so ein Gelenk braucht, es nicht mehr bekommt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es braucht sicher nicht jeder ein Hüftgelenk! Und jetzt wir die gesamten Leistungen! Warum kürzen wir jetzt?) Jeder Patient in jedem Alter muss die für ihn beste Behandlung erhalten! Das darf weder vom Alter noch vom Einkommen abhängen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Das ist aber anders! Zusatzversicherung sticht normale Versicherung! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das Gegenteil beschließt ihr heute!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die Leute müssen nachdenken, wie sie sich können!
Ich bin zuversichtlich, die Gesundheitsreform bringt neues Denken. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die Leute müssen nachdenken, wie sie sich können!) Ziel ist es nämlich, dort zu sparen, wo es nicht weh tut, in den Strukturen und nicht am Patienten. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber ihr stimmt zu!
Herr Bundesminister! Ich sage Ihnen auch, wir hätten genügend zu diskutieren. Es ist nicht Ihre Verantwortung, aber auch Ihr Kleinbeigeben, bevor man überhaupt noch zur großen Auseinandersetzung kommt, ist nicht hilfreich. Sie sagen, das sei nicht machbar. Das erklären Sie uns immer wieder. – Ja, bundesverfassungsrechtlich sind die Kompetenzen klar, sie liegen im Wesentlichen bei den Ländern, der Gesundheitsminister hat eigentlich sehr wenige Kompetenzen. Es ist nicht machbar, und darum machen Sie so weiter wie bisher. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber ihr stimmt zu!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist die Gewerkschaft? Warum verhandelt die das nicht?
Reden Sie doch bitte nicht darüber, auch noch Ärzte anzustellen! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist die Gewerkschaft? Warum verhandelt die das nicht?) Da entwickeln wir uns ja zur Schutzmacht für Ärzte, die von Ihnen angestellt werden sollen.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Die Vereinbarung gemäß Artikel 15a B-VG betreffend Zielsteuerung-Gesundheit hat ja zum Ziel, die Organisation für dieses Gesundheitssystem durchschaubarer zu machen, mehr Geld zu sparen von diesen 32 Milliarden €, um sie besser, sinnvoller und zielgerichteter den Menschen zukommen zu lassen. Das ist das Ziel dieser Gesundheitsreform. Dabei unterstützen wir Sie sehr, sehr gerne, Herr Bundesminister, weil wir auch der Auffassung sind, dass es notwendig ist, dass wir weniger Bürokratie haben (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), ordentlichere Vorgehensweisen, damit es erleichtert wird, dass mehr Ärzte zur richtigen Zeit für die Patientinnen und Patienten zur Verfügung stehen, dass die Ambulanzen in Koordination mit den Ärzten dann offen sein können, wenn sie von den Menschen benötigt werden, und dass wir viel weniger Zeit in den stationären Einrichtungen verbringen, sondern, wenn notwendig, mehr Zeit beim Hausarzt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Jetzt niemand mehr!
Forderung immer wieder aufstellen, einmal darüber nach, wer uns von Freitag Mittag bis Montag Früh versorgt, wenn wir krank werden, wenn Unfälle passieren, wenn Menschen Bedarf haben. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Jetzt niemand mehr!) Das sind überwiegend die Frauen und Männer, die in den Ambulanzen arbeiten und dort tolle Arbeit für uns alle leisten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ah geh! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Na, na!
Da die Redezeit schon abgelaufen ist, nur noch ganz kurz zum Antrag des Herrn Abgeordneten Pirklhuber bezüglich des Verbotes der Einfuhr von geklonten Tieren und den Produkten daraus. Ich sage es gleich: Der Antrag geht uns zu wenig weit. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ah geh! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Na, na!) Wir wollen dringend eine Novellierung der Novel-Food-Verordnung, die ja einmal gescheitert ist.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber im Ausschuss haben Sie noch anders ...! – Abg. Grosz: Das ist eine neue Strategie!
Da muss man dranbleiben. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber im Ausschuss haben Sie noch anders ...! – Abg. Grosz: Das ist eine neue Strategie!)
Abg. Grosz: Dann bringt einen eigenen Antrag ein! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist aber ein erster Schritt! Sehen Sie es als ersten Schritt!
Die zuständigen Bundesminister verfolgen dieses Ziel, vor allem auch mit dem Hintergrund, dass für die Nachkommen von geklonten Tieren und für die Produkte und Lebensmittel daraus derzeit überhaupt keine Regelung auf europäischer Ebene besteht. (Abg. Grosz: Dann bringt einen eigenen Antrag ein! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist aber ein erster Schritt! Sehen Sie es als ersten Schritt!) Da muss man tätig werden. Diese Forderung erheben Sie in Ihrem Antrag nicht. (Abg. Grosz: Warum bringt ihr keinen eigenen Antrag ein?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Oder wie die Welt funktioniert!
Abgeordnete Ursula Haubner (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Frau Kollegin Oberhauser, wenn du ans Rednerpult trittst, gibt es immer zwei Möglichkeiten: Entweder du erklärst uns, der Opposition, wo wir falsch liegen, dass die Anträge falsch sind (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Oder wie die Welt funktioniert!) oder dass es in der Praxis nicht so ist – das war heute der Fall –, oder du sagst uns bei dem einen oder anderen Antrag, wir hätten recht und die Regierung werde sicher etwas tun, der Herr Minister werde sich sicher dafür einsetzen.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe nicht gesagt, dass es Ihnen wurscht ist! Sie müssen auch zuhören!
gesagt!), dass wir immer nur davon reden, dass wir eine geringe Arbeitslosenrate haben. – Jawohl, Frau Kollegin, wir haben in diesem Land eine geringe Arbeitslosenrate – Gott sei Dank, dank dieser Regierung und dank dieser Politik –, und wir haben eine geringe Jugendarbeitslosigkeit dank dieser Regierung und dank dieser Politik, und darauf können wir auch stolz sein. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe nicht gesagt, dass es Ihnen wurscht ist! Sie müssen auch zuhören!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... könnten Sie ja verlangen! Oder einen Antrag ...!
Eine weitere Frage in diesem Zusammenhang ... (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... könnten Sie ja verlangen! Oder einen Antrag ...!) Ich rede mit dem Herrn Minister. Sie können sich noch gerne zu Wort melden, Frau Kollegin.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das hab’ ich nicht gesagt!
Geschätzte Damen und Herren! Der Sozialbericht ist heute schon sehr lange diskutiert worden, und ich habe mit sehr großem Erstaunen wahrgenommen, wie die Frau Kollegin Belakowitsch ganz zu Beginn der Debatte gesagt hat, dass der Bericht beschönigt, dass er Zahlen fälscht (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das hab’ ich nicht gesagt!) oder Zahlen nicht eindeutig dargestellt werden.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Zum wiederholten Male!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Werte Kolleginnen und Kollegen! Der Abgeordnete Vock hat schon einen richtigen Punkt angesprochen. Ich kann mich aber trotzdem im Wesentlichen auch dem anschließen, was Kollegin Oberhauser gesagt hat. Natürlich und zu Recht ist es zu kritisieren (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Zum wiederholten Male!), wenn Mittel aus einem Topf der unselbständig Beschäftigten beziehungsweise deren Sozialversicherung verwendet werden, um im Bereich der Selbständigen etwas hineinzubuttern.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Am Sonntag mache ich einen Ausflug mit der Familie! – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wollen wir am Sonntag nicht einkaufen? Gibt es niemanden, der am Sonntag einkaufen will? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Am Sonntag mache ich einen Ausflug mit der Familie! – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Nur weil man das Pech hat – wie ich zum Beispiel –, an einem Ort zu wohnen, der in keiner Tourismusregion liegt,
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie sollten nicht so viel Werbung schauen!
Im Internet wird permanent eingekauft. (Rufe bei den Grünen: Auch am Montag! Auch am Dienstag! Auch am Mittwoch!) Da gibt es Bekleidungsgeschäfte, die auch am Sonntag offen haben, die ins Haus liefern, wo man dann vor Glück schreit, und das Geld fließt nach Deutschland ab! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie sollten nicht so viel Werbung schauen!) Jetzt raten Sie einmal, wann diese Bekleidungsgeschäfte den größten Umsatz machen! Ist es der Montag? Ist es der Dienstag? Na, da kommen Sie nicht drauf! Was glauben Sie, welcher Tag das ist? – Es ist der Sonntag! (Ah-Rufe bei den Grünen.)
Die Abgeordneten Riepl und Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir müssen es Gott sei Dank nicht!
Am Sonntag macht Zalando – jetzt mache ich auch gleich ein bisschen Werbung – den meisten Umsatz. Warum ist das wohl so? – Weil wir es nicht schaffen, die Möglichkeit zum Aufsperren am Sonntag zu beschließen. Ich sage nicht, dass wir aufsperren müssen. (Die Abgeordneten Riepl und Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir müssen es Gott sei Dank nicht!) Ich sage, wir müssen die Möglichkeit geben aufzusperren. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Oh doch!
Letztlich haben das nämlich wir als Politiker nicht zu entscheiden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Oh doch!) Ich maße mir als Politiker nicht an, zu wissen, ob es gut, ob es wirtschaftlich ist, ob es auch mit den Mitarbeitern partnerschaftlich ist, am Wochenende aufzusperren. Ich maße mir das nicht an. Ich kann das nicht entscheiden. Wissen Sie, wer das entscheiden muss? Wissen Sie, wer das entscheidet? (Rufe bei Grünen und ÖVP: Frank!) – Das entscheidet der Betrieb, das entscheidet der Vorstand, das entscheidet der Manager gemeinsam mit seinen Mitarbeitern (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber wirklich nicht! – Abg. Riepl: Glauben Sie das wirklich?), und dann sperren sie entweder auf oder nicht.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber wirklich nicht! – Abg. Riepl: Glauben Sie das wirklich?
Letztlich haben das nämlich wir als Politiker nicht zu entscheiden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Oh doch!) Ich maße mir als Politiker nicht an, zu wissen, ob es gut, ob es wirtschaftlich ist, ob es auch mit den Mitarbeitern partnerschaftlich ist, am Wochenende aufzusperren. Ich maße mir das nicht an. Ich kann das nicht entscheiden. Wissen Sie, wer das entscheiden muss? Wissen Sie, wer das entscheidet? (Rufe bei Grünen und ÖVP: Frank!) – Das entscheidet der Betrieb, das entscheidet der Vorstand, das entscheidet der Manager gemeinsam mit seinen Mitarbeitern (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber wirklich nicht! – Abg. Riepl: Glauben Sie das wirklich?), und dann sperren sie entweder auf oder nicht.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber Sie sind auch Politiker, Sie wissen auch alles besser! – Abg. Öllinger: Frank weiß, was gut ist! – Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ, ÖVP, FPÖ und Grünen. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Genau das ist das Problem. Die Politik legt eine Präpotenz an den Tag und glaubt, immer alles besser zu wissen, und das gehört abgestellt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber Sie sind auch Politiker, Sie wissen auch alles besser! – Abg. Öllinger: Frank weiß, was gut ist! – Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ, ÖVP, FPÖ und Grünen. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Richtig!
Ich höre den ganzen Tag immer wieder, der Sonntag gehört der Familie, der Sonntag gehört – wie wir heute gehört haben – den sozialen Kontakten, der Sonntag ist für die Religion da. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Richtig!) Jetzt sagen Sie mir einmal eines: Wer zwingt den Familienvater, der sich am Sonntag mit seinen Kindern beschäftigen will, der mit seiner Familie ins Grüne gehen will, in ein Geschäft zu gehen? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Frank!) Glauben Sie, wenn wir ein Ge-
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Frank!
Ich höre den ganzen Tag immer wieder, der Sonntag gehört der Familie, der Sonntag gehört – wie wir heute gehört haben – den sozialen Kontakten, der Sonntag ist für die Religion da. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Richtig!) Jetzt sagen Sie mir einmal eines: Wer zwingt den Familienvater, der sich am Sonntag mit seinen Kindern beschäftigen will, der mit seiner Familie ins Grüne gehen will, in ein Geschäft zu gehen? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Frank!) Glauben Sie, wenn wir ein Ge-
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer arbeitet denn dann?
schäft aufsperren, dass der dann da hineinmuss? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer arbeitet denn dann?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Fragen Sie einmal Leute, die am Sonntag arbeiten müssen!
Ich weiß, es gibt bei Ihnen von den Koalitionsparteien hier so etwas wie einen Grundkonsens – und der heißt: blockieren, verhindern, alles schlecht machen, was geändert werden sollte. Und ja, es gibt bei Ihnen auch eine Art Abwehrkampf: kämpfen gegen jede Veränderung, gegen jede Öffnung, gegen jede wirtschaftliche Vernunft. Das ist mir vollkommen klar: Sie kämpfen diesen Abwehrkampf, und zwar gekonnt; da muss ich Ihnen „gratulieren“, denn gerade Sie von ÖVP und SPÖ kämpfen diesen Abwehrkampf seit Jahrzehnten, so unter der Devise: Ja nichts verändern, auch nicht zum Besseren verändern, sondern Hauptsache ist für Sie, es bleibt alles beim Alten, denn im Alten liegt Ihrer Ansicht nach die Sicherheit. Und: Wenn man nichts verändert, dann kann auch nichts schiefgehen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Fragen Sie einmal Leute, die am Sonntag arbeiten müssen!)
Sitzung Nr. 202
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Wenn die Gentechnik oder der Genmais in unseren östlichen Nachbarstaaten eingesetzt wird, haben die Bauern ein Problem. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Indem der genveränderte Pollen nach Österreich vertragen wird, haben die Biobauern und die anderen Bauern ein Problem in Österreich, und auch die Imker haben ein Problem. Es wurde bereits in Honig gentechnisch veränderter Pollen gefunden. Und ich will die Imker und auch die Bauern vor Gentechnikeinfluss schützen. (Beifall bei der ÖVP. – Haha-Rufe bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ist das jetzt argumentiert?
Ganz klar: nein. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ist das jetzt argumentiert?)
Sitzung Nr. 203
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und die Arbeitslosigkeit ist gestiegen!
Wir haben gesagt, dass 20 000 bis 25 000 Menschen pro Jahr aufgrund der Arbeitsmarktöffnung zu uns kommen werden, und die sind jetzt hier. Das, was wir immer gesagt haben, ist eingetreten. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und die Arbeitslosigkeit ist gestiegen!) Und diese Menschen, die seit der Arbeitsmarktöffnung zu uns gekommen sind, haben seither mehr als 800 Millionen € an Steuern und an Sozialversicherungsbeiträgen abgeführt. Diese Menschen finanzieren unser Gesamtsystem genauso mit wie jeder Österreicher, der hier lebt, wie jeder Österreicher, der hier geboren ist. Und es ist unter anderem auch diesen Menschen – nämlich allen ArbeitnehmerInnen in diesem Land! – zu verdanken, dass wir, weil wir die höchste Beschäftigungsquote, seitdem es die Zweite Republik gibt, haben, unser Budgetdefizit entsprechend in Grenzen halten können.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Woher wissen Sie das?
Weil Sie sagen, diese Menschen aus den östlichen Nachbarländern lägen uns auf der Tasche: Seit der Arbeitsmarktöffnung haben diese Menschen 80 Millionen € in das AMS einbezahlt, und diesen 80 Millionen € steht ein Leistungsbezug von 45 Millionen € gegenüber. Das heißt, diese Menschen haben mehr eingezahlt, als sie herausbekommen haben. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Woher wissen Sie das?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist denn Ihre Aktivität? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Es tut mir leid, aber das ist genauso, wie wenn man hier behaupten würde, man will den österreichischen Arbeitsmarkt schützen. Man braucht sich nur anzusehen, wie viele Saisonniers 2003/2004 in unserem Land waren und wie viele wir in den letzten Jahren haben, seitdem es diese Regierung gibt. Nämlich wesentlich weniger! (Abg. Strache: Saisonniers sind zeitlich begrenzt da!) Demzufolge darf ich Sie fragen, auch wenn Sie sich für den österreichischen Arbeitsmarkt noch so engagieren würden: Wo war denn Ihre Aktivität zur Schaffung eines Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetzes? – Wir sind das einzige Land Europas, das ein solches Gesetz gemacht hat! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist denn Ihre Aktivität? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja nicht!
Dieses Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz gibt erstmalig die Gelegenheit, dass alle Kontrollorgane, sei es die Finanzpolizei, die Gebietskrankenkasse, die BUAK, überprüfen können, ob die Einstufung stimmt, ob der Kollektivvertrag richtig angewendet worden ist. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja nicht!) Es gab schon Zigtausende Strafen. Und wir haben auch bereits ausländische Betriebe gesperrt, die nicht mehr am österreichischen Arbeitsmarkt teilnehmen dürfen.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das war aber nicht die Frau Csörgits! – Abg. Silhavy: Es ist trotzdem skandalös!
Wenn es grundsätzliche Lösungen zu finden gilt, auf dem Arbeitsmarkt, für die Jugendarbeitslosigkeit, beispielsweise auch jetzt, was die Sonntagsarbeit betrifft, wo wir gemeinsam Lösungen finden, wo wir im Vorstand über Sozial- und Lohndumpinggesetze diskutieren – wie kann man Kontrollen machen? –, wenn wir in diesem Punkt Partner der Wirtschaft sind, dann sind Sie nirgends, dann sind Sie abgemeldet. Ihre Kolleginnen und Kollegen in Wien kommen nicht einmal zu den Vorstandssitzungen und beteiligen sich nicht einmal bei Lösungsvorschlägen, die Verbesserungen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bedeuten. (Abg. Silhavy: Das ist skandalös!) Und das ist skandalös – danke, Frau Csörgits –, das ist wirklich skandalös. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das war aber nicht die Frau Csörgits! – Abg. Silhavy: Es ist trotzdem skandalös!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und wie viele Österreicher haben den Arbeitsplatz verloren und sind verdrängt worden?
Sie von der FPÖ haben den Teufel an die Wand gemalt, was die Öffnung des Arbeitsmarktes mit 1. Jänner dieses Jahres betrifft. Es sind 26 000 gekommen – mit 25 000 wurde gerechnet –, und jeder in diesem Land – 81 Prozent, nach einer Umfrage der Europäischen Union – meint, dass der Arbeitsmarkt das total gut aufgefangen hat (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und wie viele Österreicher haben den Arbeitsplatz verloren und sind verdrängt worden?) und wir sehr gute Programme haben, um den Arbeitsmarkt auch zu beleben und anzukurbeln.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Matznetter: Statt der Belakowitsch eine nette Rumänin, ? – Abg. Kickl: Was war das jetzt? Sind Sie ein bissl übernachtig, oder was?
Herr Bundesminister, ich frage mich: Was tun Sie dagegen? Sie machen genau nichts dagegen. Es gibt keinen Abgleich mit den Sozialversicherungsträgern aus den entsprechenden Staaten. Sie haben auch gar keine Möglichkeit, dort hineinzusehen. Das Einzige, was Sie machen: Sie stellen sich hierher und sagen, es ist hier alles in bester Ordnung. – Und das ist es nicht, Herr Bundesminister. Das ist es absolut nicht. Sie betreiben Sozialdumping, Lohndumping, und Sie wissen es! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Matznetter: Statt der Belakowitsch eine nette Rumänin, ? – Abg. Kickl: Was war das jetzt? Sind Sie ein bissl übernachtig, oder was?)
Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Galerie und an den Bildschirmen! Werte Kolleginnen und Kollegen! Wenn jemand meiner Vorrednerin hier zugehört hat, muss er sagen, sie kann sehr glücklich sein, dass sie hier in Österreich lebt (Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), nicht in ihrem Heimatland, in ihrem Mut-
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nicht nur im April!
Punkt 1: Es ist vollkommen klar, dass im April die Ausländerarbeitslosigkeit überproportional mehr steigt als alle anderen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nicht nur im April!) Es ist vollkommen klar. Warum ist es vollkommen klar? –Irgendwann einmal geht auch die beste Wintersaison zu Ende, und demzufolge haben wir, nachdem wir überproportional viele ausländische Beschäftigte im Tourismus haben, ganz einfach einen stärkeren Anstieg. (Rufe beim BZÖ: Na geh! Da ist sicher Schwarz-Blau schuld! – Abg. Kickl: Ja, ja, das Wetter!) Das ist eine Milchmädchenrechnung, ob Sie es wollen oder nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Lassen Sie die Milchmädchen in Ruhe!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Es ist auch eine Milchmädchenrechnung wenn Sie sagen, die Entsenderichtlinie wird nicht kontrolliert. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Schauen Sie,
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Praßl. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
hier ist der entscheidende Unterschied: Als Sie in der Regierung waren, gab es die gleiche Entsenderichtlinie. Ihre Antwort war Schweigen. Unsere Antwort war nicht Schweigen, unsere Antwort war ein Lohn- und Sozialdumpinggesetz zu schaffen, wo wir überhaupt kontrollieren können. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Praßl. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Kickl.
Und dann erklären Sie doch den Bezirksverwaltungsbehörden, dass sie überhaupt nichts machen, wenn sie gleichzeitig bereits Strafen von 9 Millionen ausgesprochen haben. Das ist alles nichts? (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Kickl.) Wir können darüber diskutieren, ob es mehr sein soll, aber 9 Millionen an ausgesprochenen Strafen, unter anderem wegen Nichteinhaltung der Entsenderichtlinie, das sollten Sie, glaube ich, auch zur Kenntnis nehmen!
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Machen Sie das!
Ich komme zum Schluss: Es freut mich sehr, dass Herr Abgeordneter Strache meint, sie sollen befristet hereinkommen und dann wieder gehen. Ich werde das mit der serbischen Community, um die er sich ja ganz massiv bemüht, entsprechend diskutieren. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Machen Sie das!)
Sitzung Nr. 204
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Silhavy: Du warst auf Urlaub jetzt, gell? – Abg. Krainer: Die höchste Steuern- und Abgabenquote war unter einem blauen Finanzminister, mit 45 Prozent! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es hat keinen blauen Finanzminister gegeben! – Abg. Krainer – in Richtung der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein –: Da hast du noch anders geredet, im 2er-Jahr!
Habe ich etwas vergessen? – Ja, ich habe etwas vergessen: Das Ganze findet bei sinkender Gesundheitsvorsorge, Zweiklassenmedizin und immer niedrigeren Bildungsstandards statt. Das Gute daran ist, dass Sie seit Jahren nur noch reagieren und nicht regieren, denn sonst müssten wir wahrscheinlich sogar Essensmarken austeilen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Silhavy: Du warst auf Urlaub jetzt, gell? – Abg. Krainer: Die höchste Steuern- und Abgabenquote war unter einem blauen Finanzminister, mit 45 Prozent! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es hat keinen blauen Finanzminister gegeben! – Abg. Krainer – in Richtung der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein –: Da hast du noch anders geredet, im 2er-Jahr!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie eine Glaskugel mit?
Diesen Unterschied verstehen wir nicht. Bitte, erklären Sie uns in einer der nachfolgenden Reden, warum das für Sie so relevant ist! Warum wird ein Unterschied gemacht beziehungsweise immer vorgeschoben, dass es ein zu großer Eingriff in die Privatsphäre ist? Es ist schön, dass das die FPÖ jetzt auch nachredet. Ich glaube, Sie hätten grundsätzlich Probleme damit. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie eine Glaskugel mit?) Gerade wenn es so eine Einigkeit von allen Sozialpartnern gibt, hätte ich mir von der ÖVP erwartet, dass es endlich dieses Levelling-up gibt und Schutz aller diskriminierter Menschen gegen alle Diskriminierungen erfolgt. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Es geht einfach um eine ganz klare Alltagsdiskriminierung, die nicht einzusehen ist. Es ist nicht einzusehen, warum die weiter gesetzlich festgehalten werden muss, warum gesetzlich ein Unterschied gemacht wird, ob es um alte Menschen, um Religion, um sexuelle Orientierung, um Geschlecht oder ethnische Zugehörigkeit geht. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Aber das ist wieder ein Kapitel, mit dem Sie offensichtlich ein großes Problem haben. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie die gelesen?
Ich würde Ihnen auch noch empfehlen, die „Katholischen Nachrichten“ vom 28. November 2012 zu lesen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie die gelesen?) Da gehen nämlich diese Diskriminierungen weiter. Allerdings muss ich sagen, dass das in einem Gastbeitrag steht. Aber immerhin werden diesem Gastbeitrag einige Seiten gewidmet. Da heißt es zum Beispiel:
Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Wir beantragen außerdem namentliche Abstimmung. Danke auch an die Kolleginnen und Kollegen vom BZÖ, die den Antrag auf namentliche Abstimmung unterstützt und ermöglicht haben. Wir möchten, dass hier kein Klubzwang herrscht, sondern dass alle Abgeordneten frei nach ihrem Gewissen und nach ihrer Einstellung darüber abstimmen können (Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), ob sie für den gleichen Diskriminierungsschutz sind oder ob sie dafür sind, dass bestimmte diskriminierte Gruppen schlicht und einfach schlechter behandelt werden und eben nicht den gleichen Schutz vor Diskriminierung genießen sollen.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und aus welchem Bundesland stammt die Frauenministerin?
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte nur ein paar Sätze sagen. Über das Levelling-up ist jetzt schon genug berichtet worden. Wir leben in einer Koalition und in dieser Koalition ist es eben, wie es ist. Das Einzige, was mich beruhigt, ist, dass das Levelling-up in acht österreichischen Bundesländern umgesetzt ist, nur ein Bundesland hat es noch nicht umgesetzt, alle anderen haben es geschafft. (Rufe bei der FPÖ: Welches denn?) Niederösterreich hat es noch nicht umgesetzt, aber alle anderen acht haben es bereits umgesetzt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und aus welchem Bundesland stammt die Frauenministerin?) Wir werden weiter daran arbeiten. (Rufe beim BZÖ: Immer Niederösterreich! – Abg. Grosz: Wie in der Steinzeit!)
Sitzung Nr. 206
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Kogler, Petzner und Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, die Verstaatlichung im Dezember 2009 war zum Schutz der österreichischen Volkswirtschaft. Herr Kogler, ist Ihnen entfallen, dass damals das Land Kärnten 20 Milliarden Haftungen hatte? (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Kogler, Petzner und Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Weiß das das BZÖ nicht mehr, dass 20 Milliarden Kärntner Haftung sofort schlagend geworden wären, sofort dem Steuerzahler zur Last gelegt worden wären, wenn man hier nicht diese Notverstaatlichung durchgeführt hätte? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neubauer: Wie viel Haftungen haben wir für Griechenland übernommen?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist denn der Herr Schieder?
Ich sage, wenn man jetzt der Bayern LB diese gewaltige Last abgenommen hat, dann ist einmal zu hinterfragen, warum das so war und warum der Josef Pröll als damaliger Finanzminister mit Schieder als Unterstützer so agiert hat (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist denn der Herr Schieder?), denn der war bei den Verhandlungen dabei, Ihr Staatssekretär Schieder, der wahrscheinlich jetzt gerade als Privatperson wieder bei den Bilderbergern eingeladen ist. Da der Faymann als Privatperson offenbar keine Zeit hat, ist wahrscheinlich er jetzt gerade als Privatperson bei den Bilderbergern (Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen), wie man liest, und wird dort die Interessen der Arbeitnehmer natürlich bei der Bankenlobby und natürlich beim Großkapital und bei dieser Lobby dort wahrscheinlich wirklich perfekt vertreten. Wir werden es ja dann ohnehin demnächst sehen, denn das ist das wahre Gesicht der SPÖ, das man nicht gerne beleuchtet. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Der Haider war eben ein Verbrecher! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Unerhört! – Abg. Scheibner: Letztklassig! – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Skandal! Das ist der Justizsprecher der SPÖ! So ein Wappler! – Lebhafte Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Obernosterer. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Der Haider war eben ein Verbrecher! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Unerhört! – Abg. Scheibner: Letztklassig! – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Skandal! Das ist der Justizsprecher der SPÖ! So ein Wappler! – Lebhafte Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ihr habt da irgendwas aufgedeckt!
Wenn wir über sexuelle Belästigung diskutieren, dann kommen wir aber nicht am Fall des FPÖ-Abgeordneten Lausch vorbei. Sie erinnern sich; wir haben das vor zwei Monaten hier ausgiebig diskutiert. Der FPÖ-Abgeordnete Lausch ist massiven Vorwürfen hinsichtlich sexueller Belästigung ausgesetzt. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es ist aufgedeckt worden (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ihr habt da irgendwas aufgedeckt!), dass es ein Disziplinarverfahren gegeben hat, in dem Abgeordnetem Lausch vorgeworfen wurde, dass er einer Kollegin massiv an den Hintern gefasst und dann gesagt hat, das hätte er jetzt gebraucht (Abg. Mag. Stefan: Eine blöde Geschichte!), oder dass er im Wachzimmer gesagt hätte: Guten Tag, Puppi!, und dann langte er dieser Kollegin an den Hintern. Er hat ihr pornographisches Material geschickt und sie zu gemeinsamen sexuellen Handlungen im Swingerklub aufgefordert. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und Grünen sowie der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Ing. Westenthaler: Woher kommen die? – Rufe: Liezen!
Meine Damen und Herren, darf ich vielleicht mit einem profanen Satz beginnen und herzlich auf der Galerie eine Gruppe junger und jüngster Pensionisten aus Lienz begrüßen! (Rufe: Liezen!) Das sollte uns einen Applaus wert sein, zumindest von .... (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Ing. Westenthaler: Woher kommen die? – Rufe: Liezen!) – Pensionisten aus Liezen, entschuldigen Sie bitte auf der Galerie!
Abg. Dr. Jarolim: Wenn er es aber ist! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Schon wieder!
Ich bin sehr froh darüber, dass die Frau Präsidentin das sofort mit einem Ordnungsruf geahndet hat. (Abg. Dr. Jarolim: Wenn er es aber ist! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Schon wieder!) Ich glaube, dass die Bevölkerung sich ein eigenes Bild machen kann. Herr Kollege Jarolim, ich verstehe schon, Sie sind ein bisschen nervös, weil Sie so ein bisschen als Outlaw jetzt in der Sozialdemokratie gelten. Sie sitzen nicht nur am Rand, sondern Sie befinden sich auch (Ruf bei der FPÖ: Wieder ein Ordnungsruf! – Abg. Neubauer: Das ist ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Müsst ihr ja nicht! Das ist ja kein Zwang!
Aber man ist eben in einer Regierung (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Müsst ihr ja nicht! Das ist ja kein Zwang!), und da schließt man Kompromisse. Und ich muss grundsätzlich sagen, dass das vorliegende Gesetzespaket sehr, sehr viele Verbesserungen bringt. Insbesondere möchte ich hier darauf hinweisen, dass wir eben höhere Strafen bei Sexualdelikten haben, es kam auch zur Ausdehnung bei besonders schwerem Missbrauch, der Tatbestand Grooming wird gleichfalls verschärft, und es werden auch verschiedene EU-Richtlinien umgesetzt.
Sitzung Nr. 207
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Hohes Haus! Das kann ich bestätigen, das war so in der Präsidiale. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Ja, ich bin ja auch dort gesessen. Wenn ich das aber so interpretieren darf, dass das erstens eine Art Entschuldigung ist, dass die Fraktionen nicht informiert wurden, zweitens eine Art Entschuldigung, dass der Herr Außenminister nicht da ist, dann ist das einmal in der Form auch zu akzeptieren. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein, in der Form nicht!) Allerdings wird damit schon die Frage provoziert, welche Termine wichtiger sind, als hier im Haus zu sein. (Beifall bei SPÖ, FPÖ, BZÖ und Team Stronach.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein, in der Form nicht!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Hohes Haus! Das kann ich bestätigen, das war so in der Präsidiale. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Ja, ich bin ja auch dort gesessen. Wenn ich das aber so interpretieren darf, dass das erstens eine Art Entschuldigung ist, dass die Fraktionen nicht informiert wurden, zweitens eine Art Entschuldigung, dass der Herr Außenminister nicht da ist, dann ist das einmal in der Form auch zu akzeptieren. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein, in der Form nicht!) Allerdings wird damit schon die Frage provoziert, welche Termine wichtiger sind, als hier im Haus zu sein. (Beifall bei SPÖ, FPÖ, BZÖ und Team Stronach.)
Ruf bei der FPÖ: Was für einen Termin hat denn der Minister? – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist er denn genau?
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Großruck. – Bitte. (Ruf bei der FPÖ: Was für einen Termin hat denn der Minister? – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist er denn genau?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Kickl: Das ist jetzt in Stein gemeißelt? – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nichts ist in Stein gemeißelt!
Ich darf daher zusammenfassen: Die Entscheidung war richtig, die Umsetzung erfolgt konsequent, der Abzug wird militärisch professionell organisiert und, jawohl, wir bleiben ein verlässlicher Truppensteller. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Kickl: Das ist jetzt in Stein gemeißelt? – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nichts ist in Stein gemeißelt!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nichts habt ihr beschlossen! Gekürzt habt ihr!
Abgeordnete Ridi Maria Steibl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Frau Abgeordnete Kitzmüller, ich glaube, Sie haben etwas verschlafen! Ich werde Ihnen jetzt sagen, was wir in der letzten Zeit alles beschlossen haben (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nichts habt ihr beschlossen! Gekürzt habt ihr!), wo Sie aber meistens dagegen waren. Nämlich: das Familienrechtspaket, die Direktauszahlung der Familienbeihilfe, das Bundes-, Kinder- und Jugendhilfegesetz, das Top-Jugendticket, die Pflegefreistellungen und vieles andere mehr.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Sie haben wahrscheinlich auch übersehen, was für eine Revolution das Kinderbetreuungsgeldgesetz war, das im Jänner 2002 in Kraft getreten ist und das das Karenzgeldgesetz abgelöst hat. Sie wissen möglicherweise auch nicht, dass wir 2010 weitere Varianten des Kinderbetreuungsgeldes eingeführt haben, sodass wir mittlerweile vier Varianten haben, und auch ein einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld. Und die Zuverdienstgrenze des einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) – Zuhören und nicht so viel quatschen! (Beifall bei der ÖVP.) Entschuldigung!
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Gartelgruber und Dr. Belakowitsch-Jenewein.
nicht zur Verfügung, wenn nicht investiert werden konnte. Da beißt sich dann also die Katze in den Schwanz. Daher ist dieser Antrag aus mehreren Gründen ganz klar abzulehnen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Gartelgruber und Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Unglaublich!
Wenn Sie sich ein bisschen mit wissenschaftlichen Ergebnissen beschäftigen, aus denen hervorgeht, wann Kinder besonders gefördert werden sollen und lernfähig wären, dann werden Sie sehen, dass das im Kleinkindalter ist, auch wenn es Ihnen nicht gefällt, Frau Kollegin. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Unglaublich!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ihr Weg! Hoffentlich nicht der Weg der Kinder!
Wir überlegen jetzt, wie wir die PädagogInnenausbildung verbessern, neu aufsetzen können, auch für den frühkindlichen Bereich. Wir wollen uns ja auch in diese Richtung entwickeln. Ich glaube, dort geht der Weg hin für unsere Kinder und nicht zur rückschrittlichen Intention, wo Sie die Kinder aus der Bildung herauskaufen wollen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ihr Weg! Hoffentlich nicht der Weg der Kinder!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Gott sei Dank!
Natürlich stellen sich in diesem Zusammenhang auch andere Fragen, nämlich ob das nicht um ein weiteres verpflichtendes Jahr ausgeweitet werden sollte. Da haben wir ein Finanzierungsproblem, daher ist das gar nicht so leicht möglich (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Gott sei Dank!), was wiederum die Frage impliziert: Soll in Zukunft eine Fortsetzung in Form von Artikel-15a-Vereinbarungen folgen? Stellt sich dann nicht auch die Frage der Qualität? Die Frage der Qualität ist natürlich eine entscheidende: Wie lange ist offen? Wie ist der Betreuungsschlüssel? Wie ist die Gruppengröße? Wie ist das pädagogische Konzept? Wie ist die Ausstattung?
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das wollen Sie ja!
Ich weiß, das steht jetzt etwas im Konjunktiv, weil das doch abhängig ist von der Zukunft, aber was da immer mitschwingt bei Ihnen, Frau Kitzmüller, und bei ein paar anderen, das verstehe ich nicht ganz. Wenn immer davon gesprochen wird, „alle Kinder in den Kindergarten stopfen“ und so, dann ist das eine Diktion – ich habe es gehört –, die ich einfach nicht verstehe. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das wollen Sie ja!) Es geht nicht darum, die Kinder den Eltern wegzunehmen, sondern es gibt hunderte Studien, die beweisen, dass dann, wenn zu den Eltern noch andere qualifizierte Betreuungspersonen dazukommen, eine besonders gute Entwicklung der Kinder möglich ist. (Abg. Kitzmüller: Unter drei Jahren! – Abg. Mag. Stefan: Ist das nicht wie in der DDR, wenn sich die Eltern das nicht aussuchen dürfen?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Umsetzen! Nicht dafür einsetzen! Umsetzen! – Bundesminister Dr. Mitterlehner: Das tun wir ja!
Wir haben in Österreich Rahmenbedingungen für Familien, die aus einem ausgewogenen Mix von Geld- und Sachleistungen bestehen und die sich im EU-Vergleich und sogar im internationalen Vergleich durchaus sehen lassen können. Bundesminister Mitterlehner setzt sich auch für weitere Verbesserungen der Familienleistungen ein. Ihm geht es dabei um die Erhöhung der Familienbeihilfe. Ihm geht es um eine Vereinfachung der Familienbeihilfe. Ihm geht es auch um mehr Mittel für einen schnelleren und qualitätsvollen Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Umsetzen! Nicht dafür einsetzen! Umsetzen! – Bundesminister Dr. Mitterlehner: Das tun wir ja!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
sich sehr interessant gestalten kann, sehr deutlich vor Augen geführt wird. Das ist auch richtig so, denn 80 Prozent der Bevölkerung sehen laut Wertestudie ihre Familie als ihren wichtigsten Lebensbereich an. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Sitzung Nr. 211
Abg. Mag. Widmann: Haben Sie nicht aufgepasst? – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Ich meine, die Quintessenz dieser leicht wirren Rede vom Kollegen Widmann war: Bürger, baut euch die Straßen selbst! Bürger, regelt euch das Gesundheitswesen selbst! Bürger, regelt euch überhaupt alles selbst! (Abg. Mag. Widmann: Haben Sie nicht aufgepasst? – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Wir brauchen keine Steuereinnahmen, gar nichts mehr. Und vor allem die Superreichen entlasten wir einmal ordentlich, sofern sie überhaupt Steuern gezahlt haben. – Das ist die Quintessenz und die Botschaft von dem, was Sie da gerade von sich gegeben haben. (Abg. Kickl: Genossen ! – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 213
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Woher haben Sie das? Was erzählen Sie das? Das ist wohl Ihre eigene Meinung!
Leider bestätigt eine Mikrozensuserhebung, dass es eine absolut ungleiche Behandlung zwischen Frauen und Männern bei der familiären Aufgabe gibt: Nicht einmal Väter in aufrechter Ehe beteiligen sich annähernd zu gleichen Teilen an der Kinderbetreuung. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Woher haben Sie das? Was erzählen Sie das? Das ist wohl Ihre eigene Meinung!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie das selbst geschrieben?
Ich glaube, das Thema ist wichtig genug, dass diese Anwesenheit wertschätzungsmäßig dem Parlament gegenüber auch angebracht wäre. Man sieht, wie wenig das Parlament wertgeschätzt wird, das sieht man daran, dass eben Herr Hundstorfer heute nicht hier ist. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie das selbst geschrieben?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Kanada!
Jetzt sollten wir uns einmal zum Thema unterhalten, und zwar: Wir stehen im internationalen Wettbewerb mit Ländern wie China, Südkorea, Indien und wie sie alle heißen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Kanada!) – Auch mit Kanada, richtig. – Dabei geht es darum, dass wir uns für diesen Wettbewerb fit machen.
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Vielleicht können sie bei MAGNA unterkommen?!
Es gibt ja auch ein Konjunkturpaket, das aus meiner Sicht etwas zu spät kommt, aber auch das ist dazu angetan, eben genug Aufträge bereitzustellen. Das heißt: Um die Alpine-Mitarbeiter müssen wir uns zwar sorgen, aber viel weniger als um die dayli-Mitarbeiter. Wir wissen, dass es gerade im Einzelhandel Riesenprobleme gibt. Diese 3 000 Arbeitsplätze werden dauerhaft verloren sein, und das haben auch Sie zu verantworten. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Vielleicht können sie bei MAGNA unterkommen?!) Das haben auch Sie von der Gewerkschaft zu verantworten, da Sie – und dafür gibt es ganz viele Beweise – ganz bewusst das Geschäftsmodell von dayli torpediert haben. (Abg. Riepl: Das war kein Geschäftsmodell!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Können Sie das konkretisieren?
Ich glaube, dass es der Gewerkschaft gut anstehen würde, wenn sie erstens neue Geschäftsmodelle akzeptieren würde und wenn sie nicht dauernd mit ihren unqualifizierten Vorschlägen Arbeitsplätze gefährden würde. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Können Sie das konkretisieren?) Zum Beispiel: den Mindestlohn auf 1 500 € erhöhen.
Abg. Öllinger: Ah ja?! – Abg. Dr. Oberhauser: Na geh! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Zweites Beispiel!
Ich weiß, dass die Gewerkschaft nicht an allem schuld ist. Schauen Sie, ich nehme die Gewerkschaft doch nur als Beispiel. Die Gewerkschaft ist nicht für alles verantwortlich, das ist mir auch bewusst. (Abg. Öllinger: Ah ja?! – Abg. Dr. Oberhauser: Na geh! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Zweites Beispiel!) Natürlich ist die Gewerkschaft ein großer Verhinderungs- und Blockierverein in diesem Land geworden. Das ist keine Frage, das sehen ja mittlerweile fast alle so. Und es gibt ja auch eine Umfrage, dass 80 Prozent der Österreicher eben nicht mit der Gewerkschaft zufrieden sind. Gibt Ihnen das nicht zu denken? (Zwischenruf des Abg. Katzian.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Mit jeder?! – Ui! Wie viele sind denn das?
Das Zweite: Mich persönlich freut das ja, denn ich kann darstellen, dass ich mit jeder Zelle meines Körpers dafür stehe (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Mit jeder?! – Ui! Wie viele sind denn das?), für diese Arbeitsmarktpolitik, wie sie die österreichische Bundesregierung betreibt, womit sie in den letzten fünf Jahren deutlich gemacht hat, dass der Arbeitsmarkt das wichtigste Feld ist, und durch viele Maßnahmen dazu beigetragen hat, dass in Österreich die Menschen die Sicherheit haben, dass sie Einkommen beziehen können, und dass Arbeitsmarktpolitik im Vordergrund steht. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Peter Haubner.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und wie viele neue Arbeitslose?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es ist eine Tatsache, dass die österreichische Bundesregierung nicht für alle Fälle von Fehlentscheidungen von privatrechtlichen Unternehmungen verantwortlich gemacht werden kann (Abg. Mag. Stefan: Nicht für alle, aber für die meisten!), aber trotzdem durch Haftungen und Konjunkturpakete für jeden Arbeitsplatz kämpft. Tatsache ist, dass allein in den letzten drei Jahren trotz internationaler Konjunkturflaute zum Beispiel auch im Baubereich 7 000 neue Arbeitsplätze entstanden sind. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und wie viele neue Arbeitslose?) Von 2000 bis 2006 zum Beispiel sind im Baubereich 17 000 Arbeitsplätze verloren gegangen. (Abg. Mag. Stefan: Durch den Staat? Oder ?)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Abgeordnete Dr. Sabine Oberhauser, MAS (SPÖ): Danke schön, Frau Präsidentin! – Frau Abgeordnete Schenk hat gesagt: „Taucht ein Genie auf, verbrüdern sich die Dummköpfe.“ (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Da werden wir nicht viel sehen!
Ich bin schon gespannt auf den Steuerakt, dann werden wir sehen, ob Herr Stronach in Österreich Einkommensteuer bezahlt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Da werden wir nicht viel sehen!) Ich glaube nicht, sonst wäre es ihm nicht so wichtig, dass er sich mehr als 180 Tage im Ausland befindet. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Präsident Neugebauer – sich von seinem Sitz erhebend, um Unterlagen an sich zu nehmen –: Ich stehe auf! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Er bewegt sich schon! – Abg. Neubauer: Er hat sich schon bewegt!
Aber auch der Herr Präsident, der hinter mir sitzt und den ich privat sehr schätze, ist in Wirklichkeit ein Großmeister des Beamten-Mikados, so nach dem Motto: Wer sich zuerst bewegt, der hat auch schon verloren! (Präsident Neugebauer – sich von seinem Sitz erhebend, um Unterlagen an sich zu nehmen –: Ich stehe auf! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Er bewegt sich schon! – Abg. Neubauer: Er hat sich schon bewegt!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Schade um die Zeit!
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Sehr geschätzter Herr Präsident! Sehr geschätzter Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Was hier schon alles gesagt wurde! Man würde lange brauchen, um alles aufzuklären. Ich habe mir auch überlegt: Soll ich auf die Unwahrheiten und auf die falschen Argumente und Zitate des Teams Stronach eingehen (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Schade um die Zeit!) oder soll ich die Zeit, die mir jetzt
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Warum sind Sie nie im Ausschuss?
Was Sie getan haben, ist: Sie haben verunglimpft. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Warum sind Sie nie im Ausschuss?) Sie haben hier unwahre Behauptungen aufgestellt und haben vor allem etwas getan, was die Regierung und die Landeshäuptlinge von Niederösterreich und auch von anderen Bundesländern perfekt machen, nämlich: Jede Kritik wird sofort als Kritik gegen das ganze Volk, gegen den Staat, gegen alle Menschen ausgelegt.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wie viel verdient er denn in Österreich?
Übrigens, der Steuersatz von Kanada und Österreich ist ziemlich ähnlich, da ist nicht viel Unterschied. Das heißt, da gibt es keinen Vorteil. Aber warum sollte er, wenn er Einkünfte in Kanada hat, diese in Österreich versteuern? (Abg. Riepl: Weil das anständig wäre!) Alle Einkünfte, die er in Österreich hat, versteuert er sehr wohl in Österreich. Und er hat ja gesagt, dass er 1 Million € Steuern bezahlt hat. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wie viel verdient er denn in Österreich?)
Sitzung Nr. 215
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wien nicht, na! Das glaubt Ihnen aber niemand!
Aber überhaupt nicht! Das ist doch bitte eine vollkommene, wirklich naivste Unterstellung! Das Beschäftigungswachstum des Wiener Arbeitsmarktes (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen) – ich bin gleich fertig – betrug 6,84 Prozent, und in Niederösterreich waren es nur 0,29 Prozent, was will man tun? Niederösterreich hat ein Problem auf dem Arbeitsmarkt (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wien nicht, na! Das glaubt Ihnen aber niemand!), Wien hat ein Problem auf dem Arbeitsmarkt. Beide haben ein Problem auf dem Arbeitsmarkt, aber klar ist: Niederösterreich hat es bei dem Problem etwas leichter, denn ein Fünftel aller in Niederösterreich Arbeitsfähigen ist in Wien beschäftigt. Wien ist in Wahrheit der Staubsauger.
Abg. Neubauer – in Richtung der Abg. Dr. Oberhauser –: Das war aber keine Frage! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie keine eigene Frage?
Wären Sie vielleicht so nett, uns noch einmal zu sagen, über welche Fortschritte, die mehr als kleine Schritte sind, wir da schon Einigkeit erreicht haben? (Abg. Neubauer – in Richtung der Abg. Dr. Oberhauser –: Das war aber keine Frage! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie keine eigene Frage?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Valorisiert, nicht „erhöht“!
Das Pflegegeld gibt es seit 20 Jahren. Es wurde im Juli 1993 eingeführt – das wurde schon angesprochen –, es wurde aber bis jetzt nur dreimal erhöht. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Valorisiert, nicht „erhöht“!) Diesbezüglich bin ich der Meinung, dass das Pflegegeld eine wichtige finanzielle Leistung und Unterstützung für die Pflegenden zu Hause ist und dass dieses Pflegegeld auch angepasst und jährlich valorisiert werden sollte.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das war eine Frage!
Frau Abgeordnete Belakowitsch-Jenewein, es gibt keine Zwei-Klassen-Begutachtungsvariante beim Pflegegeld. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das war eine Frage!) Es ist nur so: Wir müssen pro Jahr 186 000 Gutachten durch sachverständige Personen erstellen lassen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, eh!) Da sind wir mit dem Durchschnittswert von 58 Tagen Bearbeitung, glaube ich, nicht so schwach unterwegs.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, eh!
Frau Abgeordnete Belakowitsch-Jenewein, es gibt keine Zwei-Klassen-Begutachtungsvariante beim Pflegegeld. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das war eine Frage!) Es ist nur so: Wir müssen pro Jahr 186 000 Gutachten durch sachverständige Personen erstellen lassen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, eh!) Da sind wir mit dem Durchschnittswert von 58 Tagen Bearbeitung, glaube ich, nicht so schwach unterwegs.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wollen wir, bekommen wir aber nicht!
Die Mangelberufsliste sagt genau das, was wir wollen: Wir wollen hohe Qualifikation in bestimmten Berufen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wollen wir, bekommen wir aber nicht!) Und das ist jetzt Ihr erster Gedankenfehler, weil ich habe schon 25 300 rumänische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zur Stunde hier. Die sind da! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und jetzt müssen wir noch welche holen?) Wir werden nicht welche holen, sondern es wird noch einen kleinen Nachzieheffekt von beiden Ländern gemeinsam im Ausmaß von 4 000 geben. Alle unsere Prognosen haben bis jetzt immer gestimmt, weil wir auch schon 4 500 bulgarische Staatsbürger hier haben, die legal über die Mangelberufsliste hierhergekommen sind.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und jetzt müssen wir noch welche holen?
Die Mangelberufsliste sagt genau das, was wir wollen: Wir wollen hohe Qualifikation in bestimmten Berufen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wollen wir, bekommen wir aber nicht!) Und das ist jetzt Ihr erster Gedankenfehler, weil ich habe schon 25 300 rumänische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zur Stunde hier. Die sind da! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und jetzt müssen wir noch welche holen?) Wir werden nicht welche holen, sondern es wird noch einen kleinen Nachzieheffekt von beiden Ländern gemeinsam im Ausmaß von 4 000 geben. Alle unsere Prognosen haben bis jetzt immer gestimmt, weil wir auch schon 4 500 bulgarische Staatsbürger hier haben, die legal über die Mangelberufsliste hierhergekommen sind.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sagen Sie die Wahrheit!
Deshalb: Erzählen Sie doch nicht immer so etwas der Bevölkerung! Wir wissen ja ganz genau, das ist von Ihnen nur eine vordergründige Debatte. Ihnen geht es nämlich um ganz etwas anderes. Ihnen geht es um „Raus aus der EU!“ – das ist das, was Sie wollen, und das wollen Sie immer wieder probieren. Sagen Sie die Wahrheit! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sagen Sie die Wahrheit!) Die Wahrheit ist: Entweder stehen wir zu einem gemeinsamen Europa oder wir stehen nicht zu einem gemeinsamen Europa. Und wenn wir zu einem gemeinsamen Europa stehen, dann müssen wir uns an gewisse Spielregeln, Verträge halten (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, aber man kann Verträge auch ändern!), auch wenn das manchmal nicht angenehm ist, auch wenn das einen hohen Aufwand bedeutet, auch wenn das viel Überzeugungsarbeit bedeutet.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, aber man kann Verträge auch ändern!
Deshalb: Erzählen Sie doch nicht immer so etwas der Bevölkerung! Wir wissen ja ganz genau, das ist von Ihnen nur eine vordergründige Debatte. Ihnen geht es nämlich um ganz etwas anderes. Ihnen geht es um „Raus aus der EU!“ – das ist das, was Sie wollen, und das wollen Sie immer wieder probieren. Sagen Sie die Wahrheit! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sagen Sie die Wahrheit!) Die Wahrheit ist: Entweder stehen wir zu einem gemeinsamen Europa oder wir stehen nicht zu einem gemeinsamen Europa. Und wenn wir zu einem gemeinsamen Europa stehen, dann müssen wir uns an gewisse Spielregeln, Verträge halten (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, aber man kann Verträge auch ändern!), auch wenn das manchmal nicht angenehm ist, auch wenn das einen hohen Aufwand bedeutet, auch wenn das viel Überzeugungsarbeit bedeutet.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Schade, dass Sie nichts zum Antrag sagen!
Allein diese politischen Unterschiede zeigen, dass die Lebenswirklichkeiten der Menschen meilenwert von dem entfernt sind, was manche Vertreter – vor allem von der ÖVP – als paradiesisch oder als soziale Hängematte bezeichnen. Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten kennen die Lebenswirklichkeiten und ergreifen wirksame Maßnahmen zur Unterstützung der Menschen in unserem Land. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Schade, dass Sie nichts zum Antrag sagen!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Offensichtlich nicht!
Keine Sorge, die Länder wissen schon, was sie tun. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Offensichtlich nicht!) Da mache ich mir keine Sorgen. Die Länder wissen, was sie tun. (Abg. Öllinger: Rechtsbrecher!) Aber es gab ja auch schon bei den vorherigen Tagesordnungspunkten eine solch tolle Stimmung.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Darum kennen Sie sich nicht aus! – Abg. Öllinger: Darum kennen Sie sich nicht aus!
Herr Sozialminister, ich bin nicht Mitglied im Sozialausschuss (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Darum kennen Sie sich nicht aus! – Abg. Öllinger: Darum kennen Sie sich nicht aus!), aber auch ich verabschiede mich heute hier und darf mich, wenn ich das dann so ausdrücken darf, für meine Fraktion (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Hören Sie auch auf, Herr Minister?) – Nein, nicht der Herr Minister, sondern ich höre auf.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Hören Sie auch auf, Herr Minister?
Herr Sozialminister, ich bin nicht Mitglied im Sozialausschuss (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Darum kennen Sie sich nicht aus! – Abg. Öllinger: Darum kennen Sie sich nicht aus!), aber auch ich verabschiede mich heute hier und darf mich, wenn ich das dann so ausdrücken darf, für meine Fraktion (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Hören Sie auch auf, Herr Minister?) – Nein, nicht der Herr Minister, sondern ich höre auf.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, Ihre! – Abg. Grosz: Damit hat er aber Sie gemeint!
Das ist genau jene Vorgangsweise, Herr Petzner und Herr Kogler, die Generaldirektor Kranebitter in seinem öffentlichen Brief gemeint hat, als er dort massiv kritisiert hat, dass der Bank durch die Art und Weise der öffentlichen Diskussion (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, Ihre! – Abg. Grosz: Damit hat er aber Sie gemeint!), „von Schließungsszenarien und undifferenzierten Kostenspekulationen“, massiver Schaden zugefügt und in kurzer Zeit „große Teile der Sanierungsarbeit der vergangenen drei Jahre“ dadurch – und zwar durch Sie! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein, durch Sie!) – zunichte gemacht wurden. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein, durch Sie!
Das ist genau jene Vorgangsweise, Herr Petzner und Herr Kogler, die Generaldirektor Kranebitter in seinem öffentlichen Brief gemeint hat, als er dort massiv kritisiert hat, dass der Bank durch die Art und Weise der öffentlichen Diskussion (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, Ihre! – Abg. Grosz: Damit hat er aber Sie gemeint!), „von Schließungsszenarien und undifferenzierten Kostenspekulationen“, massiver Schaden zugefügt und in kurzer Zeit „große Teile der Sanierungsarbeit der vergangenen drei Jahre“ dadurch – und zwar durch Sie! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein, durch Sie!) – zunichte gemacht wurden. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Sie wollen sie nicht übernehmen!
In der letzten Aktuellen Stunde habe ich gebeten, diese Verantwortung auch in der Wortwahl wahrzunehmen (Abg. Scheibner: Wer hat denn die Bank schlecht gemacht in den letzten Monaten?), aber Sie wollen diesbezüglich keine Verantwortung wahrnehmen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Sie wollen sie nicht übernehmen!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Ich respektiere das parlamentarische und öffentliche Informationsbedürfnis, mahne aber erneut staatspolitische Verantwortung ein und appelliere dringend (Abg. Brosz: Hat die Rede ... geschrieben?), diese Wahlkampfrhetorik aus Verpflichtung gegenüber dem Steuerzahler (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein) – denn dem schaden Sie zuletzt, wenn Sie das Institut ramponieren! – und der Republik einzustellen.
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Dann fangen Sie einmal an damit! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo haben Sie sich eingesetzt? – Abg. Neubauer: Die Retterin des Bankgeheimnisses!
Wir bemühen uns, umsichtig und mit großer Sorgfalt die Bank in ruhigere Gewässer zu bringen. Oberste Maxime dabei ist, einerseits das Wohl der Bank und andererseits (Ruf: Das Wohl der ÖVP!) die schonendste Lösung für die Steuerzahler, das Budget und für das Defizit zu finden. Und, meine sehr verehrten Damen und Herren, es ist nicht verwerflich, sich für die Interessen des Steuerzahlers einzusetzen, auch wenn man Verantwortung für eine Bank übernimmt. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Dann fangen Sie einmal an damit! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo haben Sie sich eingesetzt? – Abg. Neubauer: Die Retterin des Bankgeheimnisses!)
Abg. Mag. Kogler: Nie! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Glauben Sie das?
Die damalige Situation auf den Finanzmärkten war eine andere als heute, und das verdrängen heute viele hier. Die Hypo war damals systemrelevant sowohl für Österreich als auch für die gesamte Balkanregion. (Abg. Mag. Kogler: Nie! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Glauben Sie das?) Eine Pleite hätte einen Dominoeffekt ausgelöst und einige Monate nach der Lehman-Pleite womöglich ein Lehman II in Europa provoziert. (Zwischenrufe bei Grünen und FPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... als Finanzministerin!
Zur instabilen Finanzsituation in ganz Europa, meine sehr verehrten Damen und Herren, die Sie jetzt so gerne beiseitelassen, weil Sie heute ja gar so gescheit sind und alles besser wissen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... als Finanzministerin!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der Weg der Kapitalisierung, den wir eingeschlagen haben, nämlich Rekapitalisierung – beispielsweise im vorigen Jahr über eine Anleihe, wo der Bund die Haftung übernommen hat –, war allemal billiger, als diese gesamten Assets in eine Bad Bank auszulagern und die dem Steuerzahler umzuhängen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die war ja schon im Besitz!
Noch einmal, meine Damen und Herren: Es war eine Notsituation, ausgelöst durch diese vielen Vorgänge, die Herr Kollege Cap auch angesprochen hat. Es war eine Notverstaatlichung. Wer nimmt sich denn gerne eine marode Bank? – Niemand! Das war in einer äußersten Notsituation eine Maßnahme, um die uns alle gebeten haben, weil wir sonst einen finanzpolitischen Tsunami ausgelöst hätten, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die war ja schon im Besitz!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein – in Richtung Bundesministerin Dr. Fekter, die mit Bundesministerin Mag. Mikl-Leitner spricht –: Könnten Sie zuhören, Frau Minister?
Frau Finanzminister! Da sollten Sie schon einmal ein bisschen in sich gehen und zumindest in dem Punkt zugeben, sich da in einen Fehler verstiegen zu haben. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein – in Richtung Bundesministerin Dr. Fekter, die mit Bundesministerin Mag. Mikl-Leitner spricht –: Könnten Sie zuhören, Frau Minister?)
Sitzung Nr. 216
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dann ist es zu spät! – Ruf bei der FPÖ: Also nie!
Ich werde es dann machen, wenn wir den Spielraum haben. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dann ist es zu spät! – Ruf bei der FPÖ: Also nie!) Durch den konsequenten Konsolidierungspfad wird, glaube ich, im Jahr 2015 in etwa absehbar sein, dass wir dann dieses Modell umsetzen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie haben die falsche Rede mit, Kollege Cap!
Und da sieht man aber auch den Vorteil der Mitgliedschaft in der Europäischen Union, die sehr wohl über Datenschutz, Datenaustausch, die sehr wohl über diese Frage jetzt verhandeln kann, inklusive, von mir aus, auch des Freihandelsabkommens, und ein Partner ist, der dafür sorgen muss, dass das gegenüber den USA – aber ich sage gleich dazu: auch global und weltweit – geregelt wird. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie haben die falsche Rede mit, Kollege Cap!) Denn, ehrlich gesagt, ich habe nichts davon, wenn man das mit den Amerikanern regelt, gleichzeitig aber zwei andere Geheimdienste irgendwo drinnen sind und mithören. Davon habe ich auch nichts. (Abg. Jenewein: Also machen wir gar nichts, das ist dann die österreichische Lösung!) Ich möchte das generell geregelt haben. Das ist mein Anliegen.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Der hat überhaupt nichts beantwortet!
Es geht nämlich nicht darum, ob man jemanden anruft, sondern darum, dass er eine Antwort darauf gibt, wie da wirklich die Praxis ist. Und das hat der Herr Bundeskanzler vorhin bei der Beantwortung der vielen Punkte auch angesprochen (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Der hat überhaupt nichts beantwortet!): Ja, wenn es stimmt – und es scheint zu stimmen –, dass all das – EU-Behörden, Botschaften, Regierungsbesprechungen, Besprechungen vor Verhandlungen – abgehört wird, um sich Vorteile für den Verhandlungsprozess zu verschaffen, dann ist entschieden dagegen vorzugehen. Oder wenn es um Wirtschaftsspionage geht – das ist aber etwas, das man noch gesondert behandeln muss. Das geht ja über die Frage betreffend die 500 Millionen Daten, die da im Monat gesammelt wurden und wo man neue technische Möglichkeiten hat, diese zu filtern, um damit etwas anfangen zu können, hinaus. Das alles sollte nach rechtsstaatlichen Prinzipen ablaufen.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Warum schauen Sie den Kollegen Amon an?
Wir müssten diese Fragen einmal ohne Anlassfälle durchdiskutieren und müssten schauen, wo wir ansetzen können, damit nicht am Ende des Tages aus einer Hysterie heraus der Preis für die Sicherheit der Verlust der persönlichen Freiheit sein wird. Das kann es nicht sein. Aber ich erinnere auch daran – und jetzt schaue ich in eine bestimmte Richtung –, dass wir bei jedem Fall, ob es um Ausbildung möglicher Terroristen geht, ob es um die Dschihad-Kämpfer geht oder um was auch immer, die Diskussion haben (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Warum schauen Sie den Kollegen Amon an?), dass wir weit vor einem Straftatbestand sind, und wir sollten da ohne jegliche Rechtsgrundlage ganz einfach schauen und, sage ich jetzt einmal, polizeiliche Maßnahmen setzen. Ich will nur aufzeigen, wie gefährlich dieser Grat in Wirklichkeit ist. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ein bisschen eine Themenverfehlung!
Ich denke, dass die österreichische Bundesregierung diesen Weg verfolgt. Das ist ein guter Weg für die Österreicherinnen und Österreicher, der ihnen Sicherheit und Klarheit gibt, der ihnen die Möglichkeit gibt, sich darauf zu verlassen, dass mit ihren Daten sorgsam umgegangen wird und dass nicht missbräuchlich davon Gebrauch gemacht wird. – Und das erwarten wir uns auch von allen anderen Staaten dieser Welt, sei es Amerika, sei es China oder sei es Russland. (Abg. Strache: Also der Missbrauch geht munter weiter!) Wir legen diesen Datenschutzstandard bei allen an. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ein bisschen eine Themenverfehlung!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Der hat nichts beantwortet!
Abgeordnete Mag. Christine Lapp, MA (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Themen, die wir heute hier diskutieren, sind viel zu ernst, um damit Schindluder zu treiben, wie das die Kollegen vor mir getan haben. Die Aufregung über die Vorkommnisse geht quer über alle Parteien in unserem Land und bewegt auch die Bevölkerung. Die Beurteilung der Lage ist eine wichtige Maßnahme, und für klare und sichere Antworten und vor allem dafür, Verantwortung in die Richtung zu übernehmen, wie das Bundeskanzler Faymann vorhin in der Beantwortung aller Fragen dargelegt hat, ist jetzt Zeit. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Der hat nichts beantwortet!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer hat denn die Rede geschrieben?
Der Kampf gegen Terrorismus kann bei solchen Aktivitäten mit Sicherheit nicht als Rechtfertigung angeführt werden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer hat denn die Rede geschrieben?) Und es gibt keine Blankovollmacht für Verstöße gegen wichtige Rechtsgrundsätze. (Zwischenruf des Abg. Jenewein.) – Ich setze hier sehr wichtige Aussagen, Herr Kollege; Sie sind ein neuer Kollege, Sie haben wahrscheinlich auch nicht verfolgt, dass diese Aussagen vonseiten der EU-Kommissarin Reding und unseres Herrn Bundespräsidenten getroffen worden sind.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Es ist aber sehr wichtig, dass wir darauf kommen, denn sehr viele Österreicherinnen und Österreicher und Menschen auf der Welt gehen manchmal selbst so weit, dass in ihre Privatsphäre sehr intensiv Einschau gehalten werden kann. Das heißt, die Aufklärung über das, was im Internet alles möglich ist und welche Gegebenheiten vorhanden sind, ist ebenfalls im Spannungsfeld mit dem Gefühl der Ohnmacht bei Internet-Usern zu sehen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
teilweise entsteht, bei Twitter und Co natürlich auch irgendwann einmal Rückflüsse hat; das bedenken die wenigsten. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es geht um illegale Daten!
Ich fürchte, wir müssen erst einmal eine gesellschaftspolitische Diskussion darüber führen, wie wir modernen Menschen den Umgang mit diesen Technologien lernen, denn jeder hat zwar ein Handy, jeder hat einen Laptop, aber die wenigsten können tatsächlich verantwortungsvoll damit umgehen und wissen, welchen persönlichen Schaden sie über dieses Instrumentarium, das ja grundsätzlich gut ist, nehmen können. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es geht um illegale Daten!)
Sitzung Nr. 218
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, Gott sei Dank reden wir nur von der Periode! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Es gibt ja eines!
Jetzt haben Sie uns vor fünf Jahren ein Lehrerdienstrecht versprochen – das ist übrigens schon länger her, aber reden wir nur über diese Periode (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, Gott sei Dank reden wir nur von der Periode! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Es gibt ja eines!) –, und dann haben Sie und der Herr Bundeskanzler gesagt, das komme noch vor der Wahl. Dann haben SPÖ und ÖVP einen gemeinsamen Entwurf entwickelt und in Begutachtung geschickt. Der Einzige, der das zu begutachten hätte, wäre aus meiner Sicht die Gewerkschaft, und die hat es ja schon abgelehnt, das heißt: Begutachtung beendet. (Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Rosenkranz und Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Damit könnten wir hier schauen, ob es stimmt, was Sie sagen, nämlich: Wir beschließen dieses Lehrerdienstrecht auch gegen die Gewerkschaft, weil es eben ein erster Schritt in die richtige Richtung ist. Die Frage ist jetzt – und wir werden heute den Antrag stellen, dass Sie das noch vor der Wahl machen –, ob diese Regierung noch handlungsfähig ist. Das ist die zentrale Frage: Ist diese Regierung handlungsfähig? Und die zweite Frage ist, ob sie auch gegen die Gewerkschaft handlungsfähig ist, denn das ist ja das Problem, das wir haben. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Rosenkranz und Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Die zentrale Frage, die wir heute hier auch klären müssen, ist: Wird es nach der Wahl besser, wenn diese beiden wieder zusammengehen, was sie uns ja schon angedroht haben? Es gibt eine Aussage vom Herrn Bundeskanzler, der uns das angedroht hat. Sie wollen ja nach der Wahl wieder in diese große Koalition, wieder Rot und Schwarz, und deshalb müssen die Leute heute die Entscheidung treffen, ob es besser werden soll. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Ich habe erst gestern in Mariahilf eine Volkshochschule besucht (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), wo eben Basisbildung, das Nachholen des Pflichtschulabschlusses als Kurse angeboten werden, und ich kann Ihnen sagen, ganz viele Menschen profitieren von dieser Maßnahme und nehmen dieses Angebot mit großer Freude und hohem Engagement an. (Beifall bei der SPÖ.)
Oh-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist aber peinlich!
Eines habe ich eigentlich fast mit Schmunzeln in der Dringlichen Anfrage des Team Stronach gelesen: Sie haben kritisiert, dass es die Bezirksschulräte gibt. – Sie waren dabei, als wir die Bezirksschulräte vor dem Sommer gemeinsam abgeschafft haben, als ersten Schritt der Schulverwaltungsreform, meine Damen und Herren! Das ist vielleicht ein bisschen politischer Alzheimer, meine Damen und Herren vom Team Stronach! (Oh-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist aber peinlich!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer ist „die ÖVP“? – Abg. Dr. Walser: Wie viele ÖVPs gibt es? Da weiß die rechte Hand nicht, was die linke tut!
Ich möchte an dieser Stelle gerne etwas Grundsätzliches sagen, meine Damen und Herren: Wir bekennen uns ganz klar zum Ausbau von ganztägigen schulischen Angeboten. (Ruf bei der FPÖ: Wer ist „wir“?) Die ÖVP steht da massiv dahinter. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer ist „die ÖVP“? – Abg. Dr. Walser: Wie viele ÖVPs gibt es? Da weiß die rechte Hand nicht, was die linke tut!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Wurm und Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Ich finde es einfach unfassbar, wenn die SPÖ-Stadtschulratspräsidentin Brandsteidl in Wien sagt, die, die es sich leisten können, sollen ihre Kinder gefälligst in eine Privatschule schicken, wenn sie diese Wahlfreiheit künftig auch beibehalten wollen, ebenso wie die Forderung nach verpflichtendem Kindergarten ab dem ersten Lebensjahr. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Wurm und Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Diesen Vorwurf, meine Damen und Herren von der SPÖ, müssen Sie sich gefallen lassen, und das können Sie auch nicht bestreiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: So stark ist er auch nicht mehr!
Jetzt aber bitte nicht zu sehr glauben, dass Faymann der starke Mann wäre, denn Faymann hat schon vorher bei Häupl nachgefragt, und in Wirklichkeit bestimmen nach wie vor Häupl und Pröll das, was in diesem Bundesgebiet insgesamt zu geschehen hat. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: So stark ist er auch nicht mehr!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Schon wieder ein Problem: das Problem des Problems!
Frau Ministerin, dass Sie das erkannt haben, ist ganz selbstverständlich, denn Sie kennen ja die Probleme. Wenn Sie als Ministerin die Probleme nicht kennen würden, dann wäre das wirklich traurig. Nur: Das Problem ist, dass Sie es nicht umsetzen können, dass Sie es nicht ändern können. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Schon wieder ein Problem: das Problem des Problems!) Und Sie selbst haben auch erklärt, warum Sie es nicht ändern können, und zwar haben Sie Folgendes gesagt: Mehr war einfach nicht möglich (Abg. Mag. Kogler: die Funktionäre!), und zwar deshalb, weil (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ehrlich?
Ich spreche ja mit vielen Abgeordneten aus beiden Fraktionen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ehrlich?) Und da gibt es ja auch ganz vernünftige Leute. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wen?) Es gibt ja auch bei der ÖVP und bei der SPÖ ganz vernünftige Leute. Und immer wieder höre ich das Gleiche: Es ist unerträglich, mit dem jeweils anderen zu regieren, es wird nur blockiert, es geht nichts weiter! (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wen?
Ich spreche ja mit vielen Abgeordneten aus beiden Fraktionen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ehrlich?) Und da gibt es ja auch ganz vernünftige Leute. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wen?) Es gibt ja auch bei der ÖVP und bei der SPÖ ganz vernünftige Leute. Und immer wieder höre ich das Gleiche: Es ist unerträglich, mit dem jeweils anderen zu regieren, es wird nur blockiert, es geht nichts weiter! (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie sitzt eh, sie hat sich eh hingesetzt!
Wir müssen doch endlich die Probleme dieses Landes in Angriff nehmen! Aber die Frau Ministerin steht auch heute hier hilflos da. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie sitzt eh, sie hat sich eh hingesetzt!) Sie hat erkannt, woran es scheitert, und zwar nicht daran, dass sie eine schlechte Ministerin wäre – ich sehe das ganz differenziert –, sie leistet durchaus gute Arbeit, aber sie kann sich in ihrem Wirken nicht entfalten, weil sie dabei behindert wird. Das ist das Problem! (Abg. Mag. Kogler: Von wem?) – Von wem? – Na gegenseitig: Die SPÖ wird von der ÖVP blockiert, und die ÖVP blockiert die SPÖ. Das ist der Punkt! Und da müssen wir schauen, dass (Abg. Brosz: Die ÖVP blockiert sich selber!) – Genau, das ist der Punkt!
Sitzung Nr. 219
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sind immer noch verschuldet!
Österreich hat eines der besten Gesundheitssysteme weltweit. Was den Zugang zu Gesundheitsleistungen betrifft, stehen wir an der Weltspitze. 2008 waren die Krankenkassen hoch verschuldet (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sind immer noch verschuldet!), heute bilanzieren sie durch unseren Beitrag und durch den Beitrag, der in den Kassen geleistet wurde, positiv. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja nicht!
Österreich hat eines der besten Gesundheitssysteme weltweit. Was den Zugang zu Gesundheitsleistungen betrifft, stehen wir an der Weltspitze. 2008 waren die Krankenkassen hoch verschuldet (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sind immer noch verschuldet!), heute bilanzieren sie durch unseren Beitrag und durch den Beitrag, der in den Kassen geleistet wurde, positiv. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Koalitionspartner!
Bund, Länder und Sozialversicherung haben sich auf eine Gesundheitsreform geeinigt. An zusätzlichen Leistungen wurden das Krankengeld für Selbständige, eine Leistungserweiterung von Zahnambulatorien der Krankenkassen und ein ausgebautes Kinderimpfprogramm geschaffen. 2008 wurden die Arbeitnehmerbeiträge zur Arbeitslosenversicherung gesenkt. 2009 haben wir eine Steuerreform zur Entlastung der Arbeitnehmer umgesetzt, im Volumen von mehr als 3 Milliarden €. Ich habe überdies eine Steuerreform für das Jahr 2015 geplant, die die Einkommen bis 4 000 € deutlich entlasten soll. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Koalitionspartner!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Im Bildungsbereich wurde eine Reihe von Reformen beschlossen (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein): die Senkung der Klassenschülerhöchstzahl auf 25, ein neues Dienstrecht für die Pädagogischen Hochschulen, Schaffung der Neuen Mittelschule, Abschaffung der Bezirksschulräte, Ausbau der Tagesbetreuung, neue Lehrerinnen- und Lehrerausbildung. Für das neue LehrerInnen-Dienstrecht liegt erstmals ein konkreter Entwurf der Bundesregierung auf dem Tisch und ist bis zum heutigen Tag in Begutachtung. (Abg. Neubauer: 1 000 Eingaben der Lehrer! 1 000 Eingaben der Lehrer zu Ihrem Vorschlag! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein. – Gegenrufe bei der SPÖ.) Ziel ist eine Beschlussfassung im Herbst.
Abg. Neubauer: 1 000 Eingaben der Lehrer! 1 000 Eingaben der Lehrer zu Ihrem Vorschlag! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein. – Gegenrufe bei der SPÖ.
Im Bildungsbereich wurde eine Reihe von Reformen beschlossen (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein): die Senkung der Klassenschülerhöchstzahl auf 25, ein neues Dienstrecht für die Pädagogischen Hochschulen, Schaffung der Neuen Mittelschule, Abschaffung der Bezirksschulräte, Ausbau der Tagesbetreuung, neue Lehrerinnen- und Lehrerausbildung. Für das neue LehrerInnen-Dienstrecht liegt erstmals ein konkreter Entwurf der Bundesregierung auf dem Tisch und ist bis zum heutigen Tag in Begutachtung. (Abg. Neubauer: 1 000 Eingaben der Lehrer! 1 000 Eingaben der Lehrer zu Ihrem Vorschlag! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein. – Gegenrufe bei der SPÖ.) Ziel ist eine Beschlussfassung im Herbst.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Mariahilfer Straße!
Aber im selben Atemzug muss gesagt werden: Wir brauchen weniger Demagogie, wir brauchen weniger Populismus (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Mariahilfer Straße!) – und das ist speziell an Sie gerichtet! –, wir brauchen weniger Hetze. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was macht der Sozialminister?
Vergleichen wir diese beiden Werte von der Einführung des Pflegegeldes 1993 bis heute! Wie hoch sind da die Verluste für die pflegebedürftigen Personen? In der Pflegestufe 1, meine Damen und Herren, verlieren die Betroffenen in Österreich im Jahr 1 310,88 € (Abg. Neubauer: Unglaublich!); in der Pflegestufe 2: 1 014,12 €; in der Pflegestufe 3: 1 513,44 €; in der Pflegestufe 4: 2 270,88 €. Dann kommen die höchsten Pflegestufen – diesen Menschen geht es nämlich ganz besonders schlecht –: in der Pflegestufe 5 verlieren die Menschen 3 081,96 € (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was macht der Sozialminister?); in der Pflegestufe 6: 3 847,56 €; und den Menschen in der Pflegestufe 7 – das sind die Menschen, die sich gar nicht mehr helfen können, die also nur mehr im Bett liegen und auch die Gliedmaßen nicht mehr bewegen können – nehmen Sie den Menschen jedes Jahr 5 420,64 € weg. (Abg. Neubauer: Verrat am Sozialismus!) Genau das, meine Damen und Herren, ist eben keine soziale Politik! (Beifall bei der FPÖ.)
Gesetzgebungsperiode 25
Sitzung Nr. 3
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Minister Hundstorfer hat an vielen Sozialministergipfeln teilgenommen und hat dort das Beispiel Österreich als beispielgebend für ganz Europa und zum Teil auch im Überseeraum präsentiert. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Es handelt sich dabei um ein System, das eine sehr gute Ausbildung von Jugendlichen bewirkt, durch die duale Ausbildung, ein Modell, das in Österreich seit vielen Jahren erfolgreich gelebt und präsentiert wird und das jetzt auch in der Europäischen Union wieder zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Schulung auf hohem Niveau?
Was wurde in den letzten Jahren von der Bundesregierung gemacht? – Es waren einige Dinge, beispielsweise die Ausbildungsgarantie. Die Ausbildungsgarantie bewirkt, dass Menschen zwischen 15 und 18 Jahren garantiert eine Ausbildung oder eine Schulung auf hohem Niveau finden beziehungsweise erhalten. Im Jahr 2013 waren knapp 6 700 (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Schulung auf hohem Niveau?) – Schulung ist immer noch besser! Liebe Frau Abgeordnete Belakowitsch, mir ist jeder
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Müsste!
Wir haben ein großes Problemfeld auch im Bereich der 19- bis 24-Jährigen – und auch darauf schauen wir. Wir haben beim Übergang von der Schule zur Lehre einige Maßnahmen gesetzt, nichtsdestotrotz musste aber auf die 19- bis 24-Jährigen in den letzten Jahren vermehrt geschaut werden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Müsste!) Bei der „Aktion Zukunft Jugend!“ geht es um eine zielgerichtete Schulung, um Menschen in höherqualifizierte Beschäftigung zu bringen. 47 000 junge Erwachsene haben an einer Höherqualifizierung teilgenommen, und 80 000 haben durch das AMS Arbeit aufgenommen.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Ausbildungsfit! – Wir alle kennen die Geschichten, dass Jugendliche nicht fähig sind, Soft Skills anzuwenden. Es geht um das tägliche Aufstehen in der Früh, darum, regelmäßig irgendwohin zu gehen, regelmäßig einen Arbeitsplatz einzunehmen. Dort hinzuschauen zeigt, dass wir wissen, wo der Schuh drückt, dass wir wissen, dass wir nicht davon ausgehen wollen, dass Jugendliche mit Hilfsarbeiterjobs ihr Arbeitsleben beginnen und es dann, wie wir auch wissen, in Arbeitslosigkeit enden lassen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Kickl: Großartig! Mit Migrationshintergrund, das sind die Guten, und die anderen, das sind die Schlechten, das ist das neue Modell der SPÖ! – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Weil da zuerst über diverse Schulungen und so weiter so gelacht wurde: Wir haben heuer durch Höherqualifizierungen schon 46 300 junge Erwachsene über das AMS vermitteln können – dadurch, dass wir ihnen vorher Schulungen angeboten haben. In das Jugendcoaching sind zur Stunde 20 000 Jugendliche eingetreten, davon 7 000 mit Migrationshintergrund – um das auch gleich zu beantworten und um zu zeigen, wer das aller braucht; es sind nämlich die mit Migrationshintergrund weniger als jene ohne Migrationshintergrund. (Abg. Kickl: Großartig!) – Na ja, das ist auch eine Entwicklung. (Abg. Kickl: Großartig! Mit Migrationshintergrund, das sind die Guten, und die anderen, das sind die Schlechten, das ist das neue Modell der SPÖ! – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) – Ich wollte Ihnen nur auf Ihr permanentes Migrations-Bashing eine Antwort geben, denn das ist ja eines Ihrer Lieblingshobbys.
Abg. Kickl: Redet euch das mit dem Leitl aus! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Eure Zahlen stimmen nicht!
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte zu Beginn meiner Rede Folgendes festhalten: An der derzeitigen Arbeitsmarktsituation in Österreich, vor allem auch im Bereich der Jugendbeschäftigung, ist nichts zu beschönigen. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Aber, meine Damen und Herren, vor allem von der FPÖ, es bringt auch nichts, wenn wir permanent bei jedem Thema alles nur kritisieren und alles nur schlechtreden, und es bringt schon gar nichts, wenn hier Zahlen diskutiert werden, die so einfach nicht stimmen. (Abg. Kickl: Redet euch das mit dem Leitl aus! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Eure Zahlen stimmen nicht!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist keine Ländersache!
Die Materie ist Landessache, und genauso wie ich es kritisiere, wenn die Landtage sich stundenlang damit aufhalten, Bundesthemen zu diskutieren, was nicht ihr Thema wäre (Abg. Mölzer: Dafür werden sie nicht bezahlt!) – genau, dafür werden sie nicht bezahlt, richtig –, so sollten wir auch nicht Ländersachen des Langen und Breiten durchdiskutieren, weil das nicht unser Job ist; dafür werden wiederum die Kollegen in den Bundesländern bezahlt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist keine Ländersache!)
Ironische Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Dr. Walter Rosenkranz: Na dann brauchen wir ja die Familienbeihilfe eh nicht zu erhöhen! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wie sieht denn das mit dem Wasserpreis in Wien aus? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordnete Angela Lueger (SPÖ): Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe ZuhörerInnen auf der Galerie! Frau Kollegin Kitzmüller, ich glaube nicht, dass die Familien diejenigen sind, die sich einen Fahrschein in der Straßenbahn selbst kaufen, denn sehr, sehr viele haben in Wien eine Jahreskarte und können um einen Euro pro Tag alle Verkehrsmittel nützen. Ich denke, dass das ein wesentlicher Beitrag ist. (Ironische Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Dr. Walter Rosenkranz: Na dann brauchen wir ja die Familienbeihilfe eh nicht zu erhöhen! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wie sieht denn das mit dem Wasserpreis in Wien aus? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es passiert aber nichts!
Daher legen wir den Fokus nicht nur auf die Familienbeihilfe, sondern auf Geldleistung, Sachleistung und Betreuung. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es passiert aber nichts!) Das sind drei wichtige Komponenten, die einander ergänzen, und da kann man nicht eines alleine herausnehmen und diskutieren.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben gar keine Familienministerin in der Republik! Die Familien sind ja nicht wichtig!
Zwei Drittel der Kinder haben nichts von den Absetzbeträgen, die es jetzt gibt, denn es ist in den Beantwortungen diesbezüglicher Anfragen nachgewiesen worden, dass diese nicht abgeholt werden. Und mit diesem Betrag, der da jetzt nicht abgeholt wird von Eltern, die keinen Absetzbetrag geltend machen können, weil sie ganz einfach zu wenig verdienen und weil sie nichts absetzen können, könnten wir die Familienbeihilfe anders aufstellen. Dazu hat Familienministerin – Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben gar keine Familienministerin in der Republik! Die Familien sind ja nicht wichtig!) – ich habe mich schon korrigiert, danke für Ihre Wortspende – sich ein Modell überlegt. Und zwar soll dieses Modell folgendermaßen lauten: dass man dieses Geld von den Absetzbeträgen hernimmt und eine eindeutige Anhebung der Familienbeihilfe, der Kinderbeihilfe für die Familien macht (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und warum passiert es nicht?), dass man diese also erhöht und weggeht von den Absetzbeträgen, sodass das einerseits für die Menschen transparent wird.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und warum passiert es nicht?
Zwei Drittel der Kinder haben nichts von den Absetzbeträgen, die es jetzt gibt, denn es ist in den Beantwortungen diesbezüglicher Anfragen nachgewiesen worden, dass diese nicht abgeholt werden. Und mit diesem Betrag, der da jetzt nicht abgeholt wird von Eltern, die keinen Absetzbetrag geltend machen können, weil sie ganz einfach zu wenig verdienen und weil sie nichts absetzen können, könnten wir die Familienbeihilfe anders aufstellen. Dazu hat Familienministerin – Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben gar keine Familienministerin in der Republik! Die Familien sind ja nicht wichtig!) – ich habe mich schon korrigiert, danke für Ihre Wortspende – sich ein Modell überlegt. Und zwar soll dieses Modell folgendermaßen lauten: dass man dieses Geld von den Absetzbeträgen hernimmt und eine eindeutige Anhebung der Familienbeihilfe, der Kinderbeihilfe für die Familien macht (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und warum passiert es nicht?), dass man diese also erhöht und weggeht von den Absetzbeträgen, sodass das einerseits für die Menschen transparent wird.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Als letzten Punkt sage ich noch, dass wir sehr genau darauf achten werden, ob die Regierungsparteien bei dieser Kürzung der Parteienförderung mitgehen (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein) und die richtigen Schritte machen. Wenn sie nicht erfolgen, werden wir den Druck weiter erhöhen, wir werden ihn aufrechterhalten, und ich kann Ihnen eines versprechen: Betreffend Kürzung der Parteienförderungen werden wir so lange draufbleiben, bis diese Forderung umgesetzt ist. – Vielen Dank. (Beifall bei NEOS-LIF.)
Ruf bei der FPÖ: Der Frank ist gar nicht da! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist der Frank?
Abgeordneter Mag. Norbert Darabos (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Kolleginnen und Kollegen! Es wird Sie wahrscheinlich wenig überraschen, dass meine Meinung diametral zu der meines Vorredners steht, denn wenn das umgesetzt wird, was die Neos, die jetzt neu im Parlament sind, fordern, dann gehen wir weg von einer parlamentarischen Demokratie, hin zu einer Big-Spender-Demokratie. (Rufe bei der ÖVP: Genau!) Es gibt zwei Parteien im Haus, die ziemlich nahe dran sind: die Neos, die ihren Wahlkampf über einen großen Spender finanziert haben, und das Team Stronach mit einem noch größeren Spender. (Ruf bei der FPÖ: Der Frank ist gar nicht da! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist der Frank?)
Abg. Brosz: Die Fragen 5 bis 6 haben Sie nicht beantwortet! Wann haben Sie die aktuellen Hochrechnungen bekommen?, steht da! – Abg. Mag. Kogler: Die Zeitungen sind heute voll davon, dass ...! – Abg. Strache: Die Frage 5 beantworten: Wann haben Sie von den Hochrechnungen gewusst? – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Hallo! Frage beantworten!
Das Bundesministerium für Finanzen hat, nachdem wir die mittelfristigen Daten kannten, entsprechende Auswirkungen auf den künftigen Konsolidierungspfad abgeschätzt. (Abg. Brosz: Die Fragen 5 bis 6 haben Sie nicht beantwortet! Wann haben Sie die aktuellen Hochrechnungen bekommen?, steht da! – Abg. Mag. Kogler: Die Zeitungen sind heute voll davon, dass ...! – Abg. Strache: Die Frage 5 beantworten: Wann haben Sie von den Hochrechnungen gewusst? – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Hallo! Frage beantworten!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist schon sehr knapp! – Abg. Strache: Wird enger!
Ich bitte jene Damen und Herren, die sich für den gegenständlichen Misstrauensantrag aussprechen, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist daher abgelehnt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist schon sehr knapp! – Abg. Strache: Wird enger!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ein bisschen weniger Neid-Debatte, bitte!
Meine Damen und Herren, ich glaube, das Bärental, das nach wie vor existiert, sollte man liquidieren und in die Schadensrückführung einbeziehen. Das wäre mein Vorschlag. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ein bisschen weniger Neid-Debatte, bitte!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Ehrlich, Herr Kogler: Wir beide sitzen jetzt so lange hier herinnen; ich sitze seit zehn Jahren im Budgetausschuss. (Abg. Mag. Kogler: Untergliederung 46, Frau Tamandl!) Wir kennen den Herr Sektionschef Steger als einen sehr seriösen und wirklich vorsichtigen Budgetierer. Und wenn Sie das hier in den Untersuchungsausschussantrag hineinnehmen, dann frage ich mich: Wie weit wollen Sie eigentlich gehen und wen wollen Sie da zur Verantwortung ziehen? (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Sitzung Nr. 6
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer hat verloren? Wer ist der Wahlverlierer?
Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Sie werden hoffentlich das Wahlergebnis gesehen haben und nicht den Reden Straches glauben. Das wäre traurig. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer hat verloren? Wer ist der Wahlverlierer?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie aber auch nicht!
Da weiß ich zwar jetzt schon: ganz egal, welche Reform wir Ihnen vorstellen, aus Ihrer Sicht wird sie ganz falsch sein, und Sie werden wieder sagen, dass Österreich in Richtung Staatskonkurs steuern wird und Sie Erster werden – aber Sie werden auch bei den nächsten Wahlen nicht Erster (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie aber auch nicht!) und Österreich wird nicht in Richtung Staatskonkurs steuern! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Deimek: Wünschen dürfen Sie sich’s, Weihnachten ist am 24.!) – Dieses Mal sind wir aber schon Erster geworden, verehrte Frau Abgeordnete! Zu Ihrem Leidwesen schon.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ehrlich? Theoretisch wissen Sie’s eh! An der Praxis hapert’s!
Dieser Punkt ist auch dementsprechend zu beantworten. Steigende Arbeitslosigkeit wirkt sich belastend aus, und die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit hat daher aus budgetärer Sicht Priorität. Es ist nicht damit getan, dass man jemanden aus dem Bereich der Pensionen in die Arbeitslosenstatistik verlagert oder umgekehrt. Das ist nicht die Aufgabe einer Regierung, sondern die Aufgabe einer Regierung ist es, das faktische Pensionsalter zu erhöhen und Maßnahmen zu setzen, die Arbeitslosigkeit nach den Möglichkeiten im Rahmen einer europäischen Politik verhindern und bessere Ergebnisse bringen als in anderen Ländern – und da hat Österreich wahrlich sehr viel vorzuweisen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ehrlich? Theoretisch wissen Sie’s eh! An der Praxis hapert’s!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Oje!
Man soll auch die Wahrheit sagen. Hier wird Wien kritisiert (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Oje!) – das ist natürlich ein Lieblingsthema, das ist ja klar. Man erwartet sich etwas bei den nächsten Wiener Wahlen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.) Für jene Damen und Herren, die nicht aus Wien kommen, nur damit sie das zur Kenntnis nehmen: Die Freiheitlichen haben bei den Nationalratswahlen ganz gut abgeschnitten – mit einer Ausnahme. Es gibt ein Bundesland, wo sie nominell ein
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und wie viel Minus haben Sie in Wien? Sie sind der Spitzenkandidat! ... schlechtes Ergebnis!
Minus haben, und das ist Wien. Das verschweigen Sie ganz gerne. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und wie viel Minus haben Sie in Wien? Sie sind der Spitzenkandidat! ... schlechtes Ergebnis!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, die Menschen schlagen sich auf die Schenkel!
Die Sozialdemokratie hat auch ein Minus – das ist ja auch keine Frage! –, aber Sie haben ebenfalls ein nicht schwaches Minus in Wien nach Hause gefahren, weil Sie auch eines zur Kenntnis nehmen müssen: Der Wiener Arbeitsmarkt ist ein wachsender, der Wiener Arbeitsmarkt schrumpft nicht. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, die Menschen schlagen sich auf die Schenkel!) 800 728 Menschen arbeiteten mit Anfang November in Wien! 800 728! (Abg. Neubauer: Und wie viele sind arbeitslos?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was hat die Schweiz mit der EU zu tun?
Aber dann sagen Sie das auch den 220 000 Österreicherinnen und Österreichern, die in die Schweiz pendeln (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was hat die Schweiz mit der EU zu tun?), die in die Bundesrepublik Deutschland pendeln, dass das auch vorbei ist mit dem, was Sie hier verlangen. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Streuen Sie doch nicht den Menschen Sand in die Augen! Sagen Sie den Menschen die Wahrheit: Sie wollen eine abgeschottete Republik Österreich (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: So wie die Schweiz!), Sie wollen ganz einfach kein vereintes Europa. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Höbart: Das war eine schlechte Rede!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: So wie die Schweiz!
Aber dann sagen Sie das auch den 220 000 Österreicherinnen und Österreichern, die in die Schweiz pendeln (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was hat die Schweiz mit der EU zu tun?), die in die Bundesrepublik Deutschland pendeln, dass das auch vorbei ist mit dem, was Sie hier verlangen. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Streuen Sie doch nicht den Menschen Sand in die Augen! Sagen Sie den Menschen die Wahrheit: Sie wollen eine abgeschottete Republik Österreich (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: So wie die Schweiz!), Sie wollen ganz einfach kein vereintes Europa. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Höbart: Das war eine schlechte Rede!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Ich möchte dem entgegentreten, dass Sie, Frau Klubobfrau Dr. Nachbaur, sagen, es wäre alles gelöst, würden wir das Bundesland Kärnten in die Insolvenz schicken. – Ich meine, so einfach kann man es nicht machen. Man kann über alles diskutieren, und natürlich kann man auch über ein Insolvenzrecht in Bezug auf die Bundesländer reden, nur muss man sich schon überlegen: Bedeutet das dann automatisch, dass es die Steuerzahler nichts kostet? Was heißt das, wenn ein Bundesland zahlungsunfähig ist? Was bedeutet es, wenn ein Bundesland sozusagen zugesperrt wird? (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Was heißt das in Bezug auf das gesamte Sozialwesen? Was heißt das für die gesamte Verwaltung – bis hinunter zu den Bezirkshauptmannschaften? Auch: Was heißt das für die Spitäler?
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber nur mehr knapp!
Ich bitte jene Damen und Herren, die hiezu ihre Zustimmung geben, um ein diesbezügliches Zeichen. – Das ist abgelehnt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber nur mehr knapp!)
Sitzung Nr. 7
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Ich bitte auch Sie, diese Diskussion konstruktiv zu führen in der Absicht, dass wir unserem Land das Beste wünschen, und das Beste heißt, gemeinsam, mit gemeinsamer Kraft dafür zu sorgen, dass diese Leistungen auch in Zukunft abgesichert und ausgebaut werden (Beifall bei SPÖ und ÖVP), denn ohne Veränderungen ist es nicht möglich, diesen Status, auf den wir so stolz sind, zu halten. Im Ländervergleich hat Österreich innerhalb der Europäischen Union die geringste Arbeitslosigkeit und liegt an zweiter Stelle, was die Jugendarbeitslosigkeit betrifft. Wir Österreicherinnen und Österreicher sind bei der Eurostat-Erhebung vorgerückt – leicht nachlesbar für jeden – vom fünften Platz auf den zweiten Platz in der Frage der Wirtschaftskraft pro Kopf. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Unter den notwendigen Maßnahmen sind zwei Faktoren besonders hervorzuheben, das ist Bildung, Ausbildung, Forschung und Entwicklung, ... (Abg. Kickl: Ah? – Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.) Nun haben wir nicht zur Verfügung ... (Abg. Kickl: Der war wirklich gut! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Schauen Sie, alles, was Sie können, ist ein bissel jemand verhöhnen! Aber ich sage Ihnen ganz ehrlich: Verhöhnen Sie sich selbst, das passt am besten zu Ihnen und wäre auch sehr glaubwürdig in Ihrem Fall! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl und Dr. Belakowitsch-Jenewein. – Ruf bei der FPÖ: Sie sind unwürdig!
Wer nicht versteht, dass die Stärke dieses Landes nicht im Ausspielen und im Aufhetzen besteht, hat das Erfolgsmodell, die Erfolgsgeschichte Österreich nicht verstanden. Die Bürgerinnen und Bürger haben es verstanden. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl und Dr. Belakowitsch-Jenewein. – Ruf bei der FPÖ: Sie sind unwürdig!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Zum Gesundheitsbereich: Ich bin ich sehr froh, dass das Gesundheitsministerium ein eigenständiges Ministerium geblieben ist, weil der Gesundheitsminister jene Person war, die in den letzten fünf Jahren massiv an der Gesundheitsreform mit Ärztevertretern, mit den Ländern, mit den Krankenhauserhaltern, mit den Sozialversicherungsträgern gearbeitet hat und etwas zustande gebracht hat, wovon man vorher gesagt hat, dass das nie gelingen wird. Es ist aber gelungen! Und wenn jetzt noch Maßnahmen dazukommen wie etwa die Zahnspange als Kassenleistung für die Kinder von Familien, die sich das nicht leisten können, dann ist das ein weiterer Meilenstein in der gesundheitlichen Sicherheit in unserem Land. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: All das sind nur Absichtserklärungen!
Es gehört übrigens der Kinder- und Jugendgesundheitspass für die Sieben- bis 18-Jährigen genauso dazu, was auch einen wesentlichen Fortschritt mit sich bringt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: All das sind nur Absichtserklärungen!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es ist ja überhaupt noch nichts da!
Wohnbereich: Wohnen, sehr geehrte Damen und Herren (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es ist ja überhaupt noch nichts da!) Kollegin, am Anfang einer Regierungsperiode ist einmal ein Regierungsprogramm da, im Laufe der Regierungsperiode werden Gesetze da sein, und am Ende einer Regierungsperiode ist eine Erfolgsbilanz
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: „Landebahnen“?!
Wissenschaft und Forschung: Dort werden Landebahnen für die Zukunft gebaut. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: „Landebahnen“?!) Und deswegen haben wir ihr klar mehr Geld in Aussicht gestellt: diesen Budgetpfad – 2 Prozent –, den es schon seit Langem gibt. Die große Neuerung, Sie werden bei uns im Regierungsprogramm Folgendes sehen: Wir haben Ihnen zum ersten Mal auch den Budgetpfad und das Budget für das nächste Jahr beigelegt. Wir haben das nicht verschwiegen. Sie können nachvollziehen, wie wir zu diesen 2 Prozent kommen. Bisher blieb das im Verborgenen. Ein ganz klares Bekenntnis: Wissenschaft und Forschung bekommen mehr Ressourcen.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es gibt weniger Arbeitslosigkeit? Was haben Sie gesagt?
Wir in Österreich haben da sehr viel richtig gemacht: Wir sparen schon, schauen natürlich, dass wir nach der Krise mit dem Defizit wieder herunterkommen – wo wir sehr erfolgreich sind; erfolgreicher als die meisten anderen Länder –, aber gleichzeitig schauen wir auch, dass es mehr Beschäftigung gibt, dass es mehr Wachstum gibt als in den anderen Ländern. Und Österreich ist eines der wenigen Länder in der Europäischen Union, wo es heute mehr Arbeitslosigkeit gibt als vor der Krise. In fast allen Ländern gibt es weniger Arbeitslosigkeit, aber dafür wesentlich mehr Arbeitslosigkeit als vor der Krise. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es gibt weniger Arbeitslosigkeit? Was haben Sie gesagt?) In Österreich ist es umgekehrt. Und die Maßnahmen, die gesetzt werden, wurden zum Teil schon erwähnt (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber): Wohnbauprogramm, Wohnbauoffensive, das Hochwasserprogramm, die 100 Millionen zusätzlich für die nächsten zwei Jahre, für 2015 und 2016, für Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft und Maßnahmen zur Unterstützung für Wachstum und Beschäftigung. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sagen Sie das in absoluten Zahlen! Wie hoch ist die Arbeitslosigkeit?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist doch ein Blödsinn! Das ist doch nicht wahr!
Wie ist die Situation heuer? – Alle Krankenkassen schreiben schwarze Zahlen! Und mit Jahresende wird keine Krankenkassa in Österreich mehr Schulden haben. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist doch ein Blödsinn! Das ist doch nicht wahr!) So schaut nämlich eine erfolgreiche Gesundheitspolitik aus (Beifall bei der SPÖ) – und das nicht mit Ambulanzgebühren, nicht mit Leistungseinschränkungen, sondern einfach mit Strukturreformen und mit der ruhigen Hand des Ministers Stöger, der da ganz hervorragende Arbeit geleistet hat. Ich bin froh, dass er nach wie vor da ist, um den Gesundheitsbereich positiv weiterzuentwickeln. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Kogler: Er hat ja nichts zu reden! Es reden ja nur die Landeshauptleute!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Also: Die letzte Regierung war schlecht! – Das passt alles nicht zusammen!
Zum Abschluss noch an Sie gerichtet, Kollege Strolz, der Sie die Frage gestellt haben: Was ist besser für das Land? – Ganz einfach: Wenn es nach fünf Jahren weniger Arbeitslose und mehr Beschäftigung in diesem Land gibt, dann war es gut für das Land. Wenn es an jedem Schulstandort die Möglichkeit für ganztägige Schulformen gibt, dann ist es ein Vorteil für das Land. Und wenn in Österreich die, die für ihr Einkommen arbeiten gehen, weniger Steuern zahlen, und die, die über Kapital- und Vermögenseinkommen verfügen, mehr Steuern zahlen als heute, dann ist es auch besser für das Land, weil es dann wesentlich mehr Steuergerechtigkeit gibt. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Also: Die letzte Regierung war schlecht! – Das passt alles nicht zusammen!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber mit den höchsten Arbeitslosenzahlen!
Was tun wir, um die aktive Arbeitsmarktpolitik weiter zu gestalten? Was tun wir, damit wir diesen Spitzenplatz, den wir seit 30 Monaten in Europa innehaben, auch in den nächsten Monaten, trotz der schwierigen Arbeitslosenzahlen, die wir haben, nicht verlieren? Wir werden diesen Spitzenplatz weiterhin haben, ob es der Opposition gefällt oder nicht, weil wir nämlich noch etwas haben: den höchsten Beschäftigtenstand, seit es diese Zweite Republik gibt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber mit den höchsten Arbeitslosenzahlen!) Ja, wir haben beides. Das Faszinierende ist, dass wir in einem Land leben, wo wir beides haben, das Faszinierende ist, dass wir aufgrund der aktiven Arbeitsmarktpolitik, aufgrund des hohen Beschäftigtenstandes die Mittel und die Kraft haben, dass wir gegensteuern können, dass wir gegenarbeiten können. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Steigt aber seit Jahren!) Einige der Programmpunkte, wie wir das tun, haben Sie auch schon gehört. Demzufolge sind wir trotzdem in der Balance, so schwierig sich diese Arbeitslosenzahlen auch gestalten.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Steigt aber seit Jahren!
Was tun wir, um die aktive Arbeitsmarktpolitik weiter zu gestalten? Was tun wir, damit wir diesen Spitzenplatz, den wir seit 30 Monaten in Europa innehaben, auch in den nächsten Monaten, trotz der schwierigen Arbeitslosenzahlen, die wir haben, nicht verlieren? Wir werden diesen Spitzenplatz weiterhin haben, ob es der Opposition gefällt oder nicht, weil wir nämlich noch etwas haben: den höchsten Beschäftigtenstand, seit es diese Zweite Republik gibt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber mit den höchsten Arbeitslosenzahlen!) Ja, wir haben beides. Das Faszinierende ist, dass wir in einem Land leben, wo wir beides haben, das Faszinierende ist, dass wir aufgrund der aktiven Arbeitsmarktpolitik, aufgrund des hohen Beschäftigtenstandes die Mittel und die Kraft haben, dass wir gegensteuern können, dass wir gegenarbeiten können. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Steigt aber seit Jahren!) Einige der Programmpunkte, wie wir das tun, haben Sie auch schon gehört. Demzufolge sind wir trotzdem in der Balance, so schwierig sich diese Arbeitslosenzahlen auch gestalten.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ohne Kinder? Was ist eine Familie ohne Kinder?
nen und Zuseher! Familie ist ein sehr guter Begriff, aber Familie ist nicht nur Vater, Mutter, Kind. Familie kann sehr bunt sein, sehr vielfältig und auch sehr unkonventionell, und ich denke, dass es ein Zusammenleben von Menschen ist, die gleichberechtigt in einer Wohnung leben, gemeinsam mit Kindern, aber auch ohne Kinder. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ohne Kinder? Was ist eine Familie ohne Kinder?) Und da ist es unsere Aufgabe, mit diesem Regierungsprogramm ganz einfach die Rahmenbedingungen zu schaffen, dass diese Familien gut betreut werden.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist keine Doktorin!
Abgeordnete Mag. Aygül Berivan Aslan (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Regierungsmitglieder! Werte Abgeordnete! Liebe Gäste im Hohen Haus! Fast möchte ich unserer neuen Regierung „gratulieren“, dass Sie es geschafft hat, die Ministerinnenquote auf nicht einmal ein Drittel, nämlich auf 28 Prozent, zu reduzieren, dass Sie es geschafft hat, dass Frauen-Kapitel im Regierungsprogramm von sechs Seiten auf zwei Seiten zu reduzieren, dass Sie es geschafft hat, dass das Frauenressort von Dr. Heinisch-Hosek mitbetreut wird (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist keine Doktorin!) und damit ein eigenständiges Frauenministerium verhindert hat. Ihre Frauen- beziehungsweise Gleichstellungspolitik ist an Ihren eigenen Ansprüchen gescheitert. (Beifall bei den Grünen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die Zeit ist vorbei!
Ich fordere Sie in diesem Zusammenhang auf: Haben Sie Mut! Haben Sie auch den Mut für verantwortungsvolle Budgetpolitik! (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die Zeit ist vorbei!) Scheindiskussionen gehören nicht dazu. Für das Fass ohne Boden Hypo Alpe-Adria brauchen wir eine Lösung. Sie haben von uns auch die Einladung, eine Lösung auf den Tisch zu legen. – Vielen Dank. (Beifall bei Abgeordneten von NEOS-LIF.)
Sitzung Nr. 9
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nur geht das leider nicht! – Abg. Kickl: Was ist mit polygamen Lebensmodellen?
Fünftens finde ich auch, dass wir langsam anfangen müssen, neue Familienformen zu respektieren und anzuerkennen. Auch ich meine, dass gleichgeschlechtliche Paare das Recht haben sollten, Kinder zu haben, und dass wir ihnen dieses Recht auch zugestehen sollten! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nur geht das leider nicht! – Abg. Kickl: Was ist mit polygamen Lebensmodellen?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was der schon alles gesagt hat! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich finde es auch nicht sinnvoll, dass dieses Thema, das ein Gesundheitsthema ist, dem Gesundheitsbereich entzogen wurde, zumal Gesundheitsminister Stöger für den durchgängigen Nichtraucherschutz ist. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was der schon alles gesagt hat! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Er tritt für ein generelles Rauchverbot ein. Ich bin – anders als er – der Meinung, dass es eine Mehrheit im Parlament dazu geben könnte, wenn Sie bereit wären, den Klubzwang aufzuheben.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist die Regierungsbank?
habe, drei Posten werden da gebunden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist die Regierungsbank?) Wir reden über das Budget und kein Mensch sitzt auf der Regierungsbank. Das ist in Ordnung. Wir stellen nur fest, das ist bezeichnend.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber ihr habt nie zugestimmt!
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Frau Kollegin Schwentner, es stimmt, diesen Antrag haben wir schon des Öfteren behandelt, auch im Ausschuss. Es ist auch richtig, dass wir speziell seitens der SPÖ-Frauen diesem Anliegen durchaus positiv gegenüberstehen. Das ist ja kein Geheimnis. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber ihr habt nie zugestimmt!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dann verwenden wir ein anderes Wort!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Ich ersuche, nach Möglichkeit in der Debatte den Begriff „scheinheilig“ nicht zu verwenden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dann verwenden wir ein anderes Wort!)
Sitzung Nr. 11
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das sind Sie! Sie sind der Verursacher!
Ich bitte Sie daher, ganz klar deutlich zu machen: Wer ist der Verursacher des Problems (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das sind Sie! Sie sind der Verursacher!) und was sind die richtigen Konsequenzen, die wir in Form von Regulierungen zu ziehen haben, um den Österreichern zu sagen, dass wir das bestmöglich abwickeln werden?
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was reden Sie da eigentlich? – Abg. Kickl: Sie Kasperl!
Als wir hier im Parlament das erste Mal über das Hypo-Desaster diskutiert haben, ein paar Tage vor der Notverstaatlichung, hatten Sie überhaupt keine Zeit, sich an der Debatte zu beteiligen, weil Sie gerade mit Dörfler und Scheuch verhandelt haben, wie Sie sich wieder zusammenschließen. – Das ist nämlich die Wahrheit! Da sind Sie überhaupt nicht ans Rednerpult getreten. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was reden Sie da eigentlich? – Abg. Kickl: Sie Kasperl!) Wer gedacht hat, dass Sie endlich einmal den Anstand besitzen, hier herauszukommen, um sich für das, was Sie dieser Republik angetan haben, zu entschuldigen, der ist schwer enttäuscht worden. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS.)
Abg. Mag. Kogler: Andererseits glaubt man’s ja! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Herr Präsident, haben Sie die Rede gehört? – Dann wären Sie zu dem gleichen …! – Weitere Zwischenrufe.
Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Kucher. (Abg. Mag. Kogler: Andererseits glaubt man’s ja! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Herr Präsident, haben Sie die Rede gehört? – Dann wären Sie zu dem gleichen …! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wie kann das passieren?
Und einen Monat später muss die Bank notverstaatlicht werden! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wie kann das passieren?) Und diese Nationalbank unter Gouverneur Nowotny sitzt jetzt in der Hypo-Taskforce an vorderster Front und erklärt uns, was zu tun ist. Warum werden eigentlich keine Konsequenzen aus diesem aufsichtsrechtlichen Versagen gezogen? – Im Gegenteil: Diese Hypo-Taskforce unter wesentlicher Führung der Nationalbank, unter Gouverneur Nowotny mischt an vorderster Front mit. Und jetzt fragt man sich: Warum vertrauen Sie noch auf diese Berater? Warum trauen Sie den Empfehlungen dieser Berater? Warum vertrauen Sie nicht auf die Empfehlungen internationaler Experten, die auch etwas anderes sagen?
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Na und?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es gibt auch eine moralische Verantwortung. Der Kärntner Landeshauptmann ist tragisch verunglückt und verstorben. Es gibt nur einen, der verurteilt wurde, das ist Josef Martinz. Einen Saal weiter sitzt immer noch Alt-Landeshauptmann Gerhard Dörfler im Bundesrat, der zwölf Jahre in der Landesregierung in Kärnten vertreten war, von 2001 bis 2013; zum Schluss war er Landeshauptmann in Kärnten. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Na und?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Bitte deutsch reden!
Abgeordnete Dr. Kathrin Nachbaur (STRONACH): Herr Präsident! Hohes Haus! Die Einbringung unseres Antrages auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses ist natürlich mit der Hoffnung verbunden, bald zu einer Lösung zu kommen. Ganz wichtig, glaube ich auch, ist es, retrospektiv zu klären, ob die Kreditvorsorgen ausreichend in der Bilanz vorgenommen wurden. Denn es gibt eigentlich wenig klare Aussagen über die Buchführung – und dann hätten wir diese endlich. In manchen Aussagen wird die Hypo Alpe-Adria ja schlechter dargestellt als jedes Subprime Mortgage Portfolio (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Bitte deutsch reden!), und das kann ja wirklich nicht sein.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Fernsehschirmen! Ich darf auch den Herrn Strache hier herzlich begrüßen, er war ja heute nicht den ganzen Tag da. Ich möchte gleich bei Ihnen bleiben (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), denn die Freiheitliche Partei Kärntens hat heute eine Aussendung gemacht, und ich hoffe, dass Ihr Finanzwissen wesentlich besser ist als das Geographiewissen der Freiheitlichen Partei in Kärnten. Die Veranlagungs-gesellschaft der Hypo sitzt nicht in New Jersey, sondern auf Jersey. Jersey ist eine Kanalinsel, und New Jersey ist ein bisschen weiter weg. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Tamandl. – Abg. Neubauer: … witzig!) – Das gehört auch gesagt. (Abg. Mag. Kogler: … sind eh in Jersey! – Abg. Krainer: Brauchst nicht glauben, dass es in New Jersey besser ist!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Zurück zur Forderung betreffend Untersuchungsausschuss: Ich meine, jeder Tag, der die Misere länger dauert, kostet einfach viel Geld, Geld aller Österreicherinnen und Österreicher, aber auch Geld von uns selber. Die Hypo Alpe-Adria muss einer Lösung zugeführt werden, und zwar unbedingt jetzt. Und es ist jetzt darauf zu achten, dass die Reputation Österreichs nicht aufs Spiel gesetzt wird. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Es sind zurzeit Strafverfahren im Gange, und ich bin überzeugt davon, dass sie den Gutteil oder einen Großteil der gestellten Fragen in nächster Zukunft auch beantworten werden. (Abg. Mag. Kogler: Das hat doch mit der politischen Verantwortung nichts zu tun!)
Rufe bei der FPÖ: Martinz! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Der Martinz gehört …!
Ich darf vielleicht kurz zitieren: Am 28. Oktober 2008 begann der erste Hypo-Prozess in Klagenfurt (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler), Kulterer bekannte sich der Bilanzfälschung schuldig; März 2011: Beginn des Styrian-Spirit-Prozesses; 2012: Untreue in Liechtenstein-Geschäften; 2012: Hypo-Prozess, und so weiter und sofort, Martinez, und so weiter. (Rufe bei der FPÖ: Martinz! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Der Martinz gehört …!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: An den Fernsehschirmen!
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (ÖVP): Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren auf der Galerie und zu Hause auf den Fernsehschirmen! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: An den Fernsehschirmen!) Ich habe dem Herrn Abgeordneten Kogler vorhin zugehört und das Taferl gelesen, und ich habe gehört, was Sie, Herr Kollege – ich glaube, es ist keine Woche her, dass Sie gemeinsam mit Herrn Klubobmann Strache in der „ZiB 2“ bei Herrn Wolf waren (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, weil der Spindelegger …! – Abg. Mag. Kogler: Ja, weil Ihre Leute nicht kommen! … entschuldigen, wenn man ein Mal im Fernsehen ist?!) –, dort auf die Frage bezüglich Untersuchungsausschuss gesagt haben: Jetzt ist es, glaube ich, notwendig, dass wir die Hypo einmal abarbeiten, und wenn das fertig ist, dann sollen wir den politisch Verantwortlichen suchen. – Das waren Ihre Worte, das ist zirka eine Woche her.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, weil der Spindelegger …! – Abg. Mag. Kogler: Ja, weil Ihre Leute nicht kommen! … entschuldigen, wenn man ein Mal im Fernsehen ist?!
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (ÖVP): Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren auf der Galerie und zu Hause auf den Fernsehschirmen! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: An den Fernsehschirmen!) Ich habe dem Herrn Abgeordneten Kogler vorhin zugehört und das Taferl gelesen, und ich habe gehört, was Sie, Herr Kollege – ich glaube, es ist keine Woche her, dass Sie gemeinsam mit Herrn Klubobmann Strache in der „ZiB 2“ bei Herrn Wolf waren (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, weil der Spindelegger …! – Abg. Mag. Kogler: Ja, weil Ihre Leute nicht kommen! … entschuldigen, wenn man ein Mal im Fernsehen ist?!) –, dort auf die Frage bezüglich Untersuchungsausschuss gesagt haben: Jetzt ist es, glaube ich, notwendig, dass wir die Hypo einmal abarbeiten, und wenn das fertig ist, dann sollen wir den politisch Verantwortlichen suchen. – Das waren Ihre Worte, das ist zirka eine Woche her.
Sitzung Nr. 12
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Unfassbar!
Sie kommen gar nicht nach mit Ihren statistischen Tricksereien, um die Kriminalität schönzureden. Es gab vor einiger Zeit noch monatliche Berichte über die Kriminalitätsentwicklung, aber diese sind längst gestrichen worden. Ich habe mich erfrecht, möchte ich fast sagen, an Sie, Frau Bundesminister, im Rahmen meines Interpellationsrechtes die Anfrage zu stellen, wie es denn um die Kriminalitätsentwicklung in Österreich bestellt sei. Sie haben mir vor wenigen Tagen die Antwort gegeben – offizielle Beantwortung Ihres Ministeriums –, dass die Zahlen nicht vorliegen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Unfassbar!) Zeitgleich, am selben Tag, finde ich in einer Tageszeitung ausgewählte Inhalte genau zu jenen Fragen, die ich Ihnen gestellt habe. (Rufe bei der FPÖ: Unerhört!) – Frau Minister, das ist eine Missachtung des Parlaments, die so auf keinen Fall durchgehen kann! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Brosz: Wollen Sie unser Programm auch vorlesen? – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Warum sind Sie dann dagegen (Nein-Rufe bei der FPÖ – Abg. Strache: Nein! Wer ist dagegen? Sie hätten Pfarrer werden sollen! Hören Sie zu! – Rufe bei der FPÖ: Wir sind nicht dagegen!), dass heute und hier genau das diskutiert wird? Ist es uns gleichgültig, was vor den Toren der Europäischen Union passiert? (Abg. Strache: Sie sollten mehr unser Programm lesen und studieren!) Oder wollen wir alles tun, damit auch in der Ukraine das möglich ist, was wir heute hier machen, nämlich in einem frei gewählten Parlament diese Debatte führen zu können? Da hat die Europäische Union in den letzten Tagen Großartiges geleistet. (Abg. Brosz: Wollen Sie unser Programm auch vorlesen? – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Sitzung Nr. 14
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Gar nicht!
Abgeordnete Katharina Kucharowits (SPÖ): Die österreichische Bundesregierung investiert heuer rund 150 Millionen € im Rahmen der Ausbildungsgarantie in die überbetriebliche Ausbildung, die sehr wichtig für jeden einzelnen jungen Menschen ist. Wie stellen sich die Erfolge im Allgemeinen dar? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Gar nicht!)
in Richtung der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Plakat hervor, das dasselbe Sujet trägt wie das eingangs auf das Rednerpult gestellte Plakat, aber viel größer ist.) Herr Minister, du weißt, wovon wir sprechen. Frau Kollegin (in Richtung der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), dieses Thema ist zu ernst zum Lachen. Kommen Sie bitte herunter, erklären Sie es mir! Wissen Sie, wo das Schwein her ist? Kommen Sie bitte, kommen Sie runter! Da steht nämlich „AT“ drauf. Na bitte sehr, nicht lachen! Ich bin davon nicht so begeistert, wenn es um Lebensmittel geht, um die Lebensgrundlage. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Natürlich hebeln wir sie aus!
Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und jetzt hebeln wir sie aus!) Nein, wir hebeln sie nicht aus (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Natürlich hebeln wir sie aus!), sondern es wird weiterhin der Fall sein, dass die aktuellen Erkenntnisse aus den laufenden Verfahren in das Projekt einfließen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... brauchen wir sie nicht mehr!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... brauchen wir sie nicht mehr!
Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und jetzt hebeln wir sie aus!) Nein, wir hebeln sie nicht aus (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Natürlich hebeln wir sie aus!), sondern es wird weiterhin der Fall sein, dass die aktuellen Erkenntnisse aus den laufenden Verfahren in das Projekt einfließen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... brauchen wir sie nicht mehr!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber dann ist es ja kein Problem, die UVP abzuwarten!
Es ist auch wichtig für den Standort im Süden (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber dann ist es ja kein Problem, die UVP abzuwarten!), für den Standort im Süden von Österreich. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dann ist es ja kein Problem, das abzuwarten! – Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.) Es ist auch ein wichtiger Beitrag für eine Attraktivierung durch die Verkürzung der Fahrzeit. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Man muss nicht das Gesetz aushebeln!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dann ist es ja kein Problem, das abzuwarten! – Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.
Es ist auch wichtig für den Standort im Süden (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber dann ist es ja kein Problem, die UVP abzuwarten!), für den Standort im Süden von Österreich. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dann ist es ja kein Problem, das abzuwarten! – Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.) Es ist auch ein wichtiger Beitrag für eine Attraktivierung durch die Verkürzung der Fahrzeit. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Man muss nicht das Gesetz aushebeln!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Man muss nicht das Gesetz aushebeln!
Es ist auch wichtig für den Standort im Süden (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber dann ist es ja kein Problem, die UVP abzuwarten!), für den Standort im Süden von Österreich. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dann ist es ja kein Problem, das abzuwarten! – Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.) Es ist auch ein wichtiger Beitrag für eine Attraktivierung durch die Verkürzung der Fahrzeit. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Man muss nicht das Gesetz aushebeln!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wissen Sie eigentlich, was Sie da reden?
Noch einmal: Es wird nichts ausgehebelt, sondern es wird hier auch die Gleichstellung zwischen der Straße und der Schiene – Sie haben es ja bereits erwähnt (Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner) – gewährleistet. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wissen Sie eigentlich, was Sie da reden?) Ja, ich weiß sehr gut, was ich rede.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Demnächst! Wir beschließen es ja heute!
Es bleibt beim Bauprojekt am Semmering weiter offen, wann und ob wieder weitergebaut werden kann. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Demnächst! Wir beschließen es ja heute!) Dass die vonseiten des Verwaltungsgerichtshofs festgestellten Mängel von Ministerium und Bahn auszumerzen sind, steht ja außer Streit.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die ist ja einschätzbar! Bisher jedenfalls!
Eines sollten wir auch bedenken bei Projekten dieser Dimension, die sich über viele, viele Jahre erstrecken: Eine gewisse Rechts- und Planungssicherheit sollte möglich und gewährleistet sein. Es ist nämlich auch für die Zukunft unserer wichtigen Projekte entscheidend, dass die Rechtslage einschätzbar und die Kosten kalkulierbar bleiben. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die ist ja einschätzbar! Bisher jedenfalls!) Sonst werden wir nämlich bald das Problem haben, dass uns die Kosten bei derlei Projekten davongaloppieren.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Richtig!
Liebe Kollegin Belakowitsch-Jenewein, es geht wirklich um eine politische Frage. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Richtig!) Wir brauchen nicht herumzureden. Es ist zwar keine Anlassgesetzgebung, aber reden wir offen, um welche Projekte es in dieser Republik geht. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Liebe Kollegin Belakowitsch-Jenewein, es geht wirklich um eine politische Frage. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Richtig!) Wir brauchen nicht herumzureden. Es ist zwar keine Anlassgesetzgebung, aber reden wir offen, um welche Projekte es in dieser Republik geht. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das war keine Kritik am Basistunnel, sondern an der Gesetzgebung ...!
Es ergibt irgendwie der Zufall, dass Sie heute neben dem Verkehrssprecher der FPÖ sitzen. Ich habe Ihre massive Kritik am Semmering-Basistunnel zur Kenntnis genommen. Inhaltlich bin ich eher bei Ihrem Kollegen Deimek (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das war keine Kritik am Basistunnel, sondern an der Gesetzgebung ...!),
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nicht angeblich!
Abgeordnete Ulrike Weigerstorfer (STRONACH): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Hohes Haus! Liebe Zuseherinnen und Zuseher an den Fernsehgeräten! Wir haben es schon vorab gesehen: eine heiße Debatte. Wobei ich mich schon ein bisschen frage, denn dieser Antrag wird ja morgen angeblich schon im Bundesrat beschlossen ... (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nicht angeblich!) Er wird morgen angeblich schon beschlossen (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Fix!), ich erwarte deshalb für die sachlich begründete Rückverweisung natürlich relativ wenig Unterstützung der Regierungsfraktionen.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Fix!
Abgeordnete Ulrike Weigerstorfer (STRONACH): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Hohes Haus! Liebe Zuseherinnen und Zuseher an den Fernsehgeräten! Wir haben es schon vorab gesehen: eine heiße Debatte. Wobei ich mich schon ein bisschen frage, denn dieser Antrag wird ja morgen angeblich schon im Bundesrat beschlossen ... (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nicht angeblich!) Er wird morgen angeblich schon beschlossen (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Fix!), ich erwarte deshalb für die sachlich begründete Rückverweisung natürlich relativ wenig Unterstützung der Regierungsfraktionen.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Themenverfehlung! Schade um die Redezeit!
haben, sichern wir Arbeitsplätze. Vor allem aber wird die umweltgeplagte Bevölkerung in Tirol durch dieses Projekt entlastet. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Themenverfehlung! Schade um die Redezeit!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Im Gegenteil!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Bundesminister! Kollege Rauch hat jetzt so getan, als wäre dies eine Novelle, die im Interesse der Bürgerinnen und Bürger geschieht. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Im Gegenteil!) – Natürlich nicht, weil diese im Verfahren geschwächt werden!
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ist ja Absicht!
Bei dieser Gelegenheit, meine Damen und Herren, möchte ich schon festhalten: Der Herr Bundesminister hat mit keiner Silbe auf diesen Initiativantrag Bezug genommen. Er ist auch nicht dafür verantwortlich, es ist keine Regierungsvorlage. Er hat eines gemacht – und das steht ihm natürlich auch frei –, und zwar die Gelegenheit genutzt, eine Grundsatzpositionierung zur europäischen Umweltpolitik abzugeben. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ist ja Absicht!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Eben nicht! Rechtssicherheit eben nicht!
Abgeordnete Mag. Karin Greiner (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuseherinnen und Zuseher! Warum ist es so wichtig, dem vorliegenden Antrag zuzustimmen? – Um Rechtssicherheit herzustellen, Rechtssicherheit bei der Abwicklung von Infrastrukturprojekten. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Eben nicht! Rechtssicherheit eben nicht!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das schauen wir uns an!
Sollten wir nicht alle geschlossen und entschlossen dafür eintreten, dass sich der Verkehr weg von der Straße auf die Schiene verlagert? Wollen wir nicht gemeinsam erreichen, dass sich die CO2-Emmissionen reduzieren? Ist der Semmering-Basistunnel in Betrieb, heißt das, pro Jahr sind 175 000 Lkw weniger auf der Straße unterwegs. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das schauen wir uns an!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Themenverfehlung!
Der Tunnel ist für den Wirtschaftsstandort Österreich von entscheidender Bedeutung. Die Bahnverbindung auf der Südachse muss gegenüber der Straße konkurrenzfähiger gemacht werden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Themenverfehlung!) Das ist wichtig für den Güterverkehr. Das ist wichtig für den Personenverkehr. Und Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein, Sie haben es erwähnt, es ist auch wichtig für die Umweltpolitik. Nicht zu vergessen sind die positiven Effekte für den Arbeitsmarkt und die Wirtschaftsimpulse. In der Bauphase finden auf dieser Baustelle bis zu 5 000 Personen Arbeit, nach der Instandsetzung sind es bis zu 11 000.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Bitte keinen Klassenkampf!
Abgeordneter Rudolf Plessl (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzter Herr Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Zuschauergalerie und zu Hause vor den Bildschirmen! Wir Sozialdemokraten stehen hier für Fairness und Gerechtigkeit, für Chancengleichheit. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Bitte keinen Klassenkampf!) Wir sind aber auch für den Ausbau der Rechtssicherheit. Uns wurde hier vorgeworfen, Anlassgesetzgebung zu betreiben.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Richtig!
Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein! Sie haben hier gesprochen von Anlassgesetzgebung Semmering. Jetzt muss man das einmal im Zusammenhang sehen, was seit der Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes gemacht worden ist. Veröffentlicht wurde die Entscheidung vom Verwaltungsgerichtshof am 10. Februar 2014. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Richtig!) Der Beschluss vom Verwaltungsgerichtshof war
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: 17. Dezember! Hätten Sie aufgepasst, hätten Sie nicht den Oberlehrer spielen müssen!
am 19. Dezember 2013. Wissen Sie, wann der Antrag von den Kollegen Schultes und Weninger eingebracht worden ist? Wissen Sie es? – Ich sage es Ihnen, wenn Sie es nicht wissen (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: 17. Dezember! Hätten Sie aufgepasst, hätten Sie nicht den Oberlehrer spielen müssen!): Es war der 17. Dezember, das heißt, das war zwei Tage vorher. Und Sie sprechen hier von Anlassgesetzgebung – das ist nicht in Ordnung, Frau Kollegin, was Sie hier gesagt haben! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich war nicht in der Verantwortung, aber wurscht!
Ich möchte Ihnen aber auch ein Beispiel für Anlassgesetzgebung geben. Das war ein Punkt, der sehr umstritten war, wo es viele Verfahren gegeben hat, viele, viele Jahre sind vergangen. Im Asylbereich – wir sprechen heute auch noch bei der Kurzdebatte darüber – dauerten die Verfahren bis zum 1. Juli 2008, bis zur Einsetzung des Asylgerichtshofes mehrere Jahre, und Sie waren in der Verantwortung. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich war nicht in der Verantwortung, aber wurscht!) Viele Folgeanträge wurden eingebracht, es war kaum Rechtssicherheit vorhanden. Erst unter einem SPÖ-Bundeskanzler mit dem Koalitionspartner ÖVP ist es uns gelungen, dass wir mit der Einsetzung des Asylgerichtshofes alle Rückstände abgearbeitet haben, und zwar sehr rasch. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das jetzt mit dem Gesetz zu tun?) Darüber hinaus haben wir eine hohe Rechtssicherheit hervorgebracht, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das jetzt mit dem Gesetz zu tun?
Ich möchte Ihnen aber auch ein Beispiel für Anlassgesetzgebung geben. Das war ein Punkt, der sehr umstritten war, wo es viele Verfahren gegeben hat, viele, viele Jahre sind vergangen. Im Asylbereich – wir sprechen heute auch noch bei der Kurzdebatte darüber – dauerten die Verfahren bis zum 1. Juli 2008, bis zur Einsetzung des Asylgerichtshofes mehrere Jahre, und Sie waren in der Verantwortung. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich war nicht in der Verantwortung, aber wurscht!) Viele Folgeanträge wurden eingebracht, es war kaum Rechtssicherheit vorhanden. Erst unter einem SPÖ-Bundeskanzler mit dem Koalitionspartner ÖVP ist es uns gelungen, dass wir mit der Einsetzung des Asylgerichtshofes alle Rückstände abgearbeitet haben, und zwar sehr rasch. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das jetzt mit dem Gesetz zu tun?) Darüber hinaus haben wir eine hohe Rechtssicherheit hervorgebracht, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie sollten es von Anfang an besser planen!
Wir sind natürlich als Bundesgesetzgeber hier verpflichtet, unsere Budgetmittel effizient und sparsam einzusetzen. Wir haben heute mit diesem Beschluss die Möglichkeit, mit dieser Abänderung im UVP-Gesetz eine Klarstellung herbeizuführen und eine Gleichstellung der Schiene mit der Straße zu erreichen. Es ist, glaube ich, sehr wichtig, da Rechtssicherheit zu schaffen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie sollten es von Anfang an besser planen!) Wenn ein altes Verfahren in ein neues Verfahren übergeführt werden soll, ist es auch für die Betreiber sehr wichtig, eine klare Trennung der rechtlichen Zuständigkeiten zu haben. Wir haben das gemacht. Voraussetzung: Das Verfahren muss bereits vor Ende 2012 eingeleitet worden sein, ein ordentliches Rechtsmittel war bis Ende 2013 nicht zulässig, und dann, nur dann wird keine aufschiebende Wirkung gewährt. (Abg. Neubauer: Sie haben keine Ahnung!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Sie haben recht, meine Kolleginnen und Kollegen von den Grünen, für gerechte Arbeit muss es gerechten Lohn geben. Rechnen wir es noch einmal durch: Bei 8,5 € pro Stunde sind das ungefähr 1 300 € brutto im Monat bei einer 38,5 Stunden-Woche. Mehr gibt das nicht her, und das ist immer noch sehr wenig. Da gefällt mir die Forderung der Gewerkschaft von mindestens 1 500 € brutto im Monat sehr, sehr viel besser, und in vielen Fachbereichen ist diese Forderung der Gewerkschaft nach 1 500 € brutto im Monat ja schon umgesetzt. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Mag. Schatz: Ich kümmere mich um die Leute, die 6 € in der Stunde verdienen! – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Rädler.
Sie sollten sich um Dinge kümmern, wo es etwas zu tun gibt, und nicht um solche, wo es schon sehr gut funktioniert! (Beifall bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Mag. Schatz: Ich kümmere mich um die Leute, die 6 € in der Stunde verdienen! – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Rädler.)
Sitzung Nr. 17
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer hat Ihnen diese Rede geschrieben?
Natürlich prallen bei diesem Abkommen unterschiedliche Lebenswelten aufeinander, wir haben das schon gehört, und auch das Investitionsschutzabkommen steht in Kritik. Aber wie man vorgestern der „FAZ“ entnehmen konnte, nimmt die Kommission die Kritik jetzt ernst. Sie wird den Investitionsschutz viel enger fassen, sie wird ihn transparenter machen. Handelskommissar Karel de Gucht wird ein Konsultationspapier vorstellen, in welchem kein Zweifel daran gelassen wird, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten frei darin bleiben, Regeln zu erstellen, die dem Schutz der Bürger dienen. Verbände sollen nicht nur Einblick in Klagen erhalten, die Unternehmen auf der Grundlage dieses Investitionsschutzes gegen Staaten anstrengen, sondern sich direkt in das Verfahren einbringen können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer hat Ihnen diese Rede geschrieben?) Zudem will der Kommissar unterbinden, dass eine regelrechte Klageindustrie entsteht, was natürlich die klagefreudigen US-Konzerne betrifft.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Im Übrigen: Was kommt denn schlussendlich alles noch einmal? – Die EU, da ist alles schlecht. Die EU kommt in Verruf. (Abg. Pirklhuber: Das stimmt doch nicht!) Meine Kollegen von der grünen Fraktion! Wenn Sie am 26. Mai in der Früh nach der EU-Wahl einen großen Katzenjammer haben, dann werden Sie diesen unter anderem deswegen haben, weil Sie dazu beigetragen haben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was hat denn das mit der Einwendungsdebatte zu tun?
Weil Sie mir nichts glauben, möchte Ihnen nur zwei Artikel aus den heutigen Zeitungen vorlesen: In der Zeitung „Österreich“ schreibt Isabelle Daniel (Abg. Deimek: Welche Zeitungen haben Sie abonniert?): Entgleisen kann nur, was in einem steckt, aber dann soll er – nämlich Mölzer – es nicht als EU-Mandatar dieser Republik tun. – Zitatende. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was hat denn das mit der Einwendungsdebatte zu tun?)
Abg. Schieder: Es geht bergauf! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Für wen?
Aus dem Mailverkehr, den wir jetzt Gott sei Dank lesen können, der an die Öffentlichkeit gelangt ist, ist es ja ganz klar ersichtlich, dass die Bayern uns mehr oder weniger diese Krot anhängen wollten. Leider ist damals die Regierung – und da waren Sie dabei, Herr Ex-Staatssekretär Schieder (Abg. Schieder: Es geht bergauf! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Für wen?), und haben mitverstaatlicht –auf die Bayern hereingefallen, die doch nur geblufft haben. (Ruf beim Team Stronach: Übernehmen Sie Verantwortung für Ihr Desaster!)
Abg. Kogler: Ah! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Mir fehlt auch jedes Verständnis !
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Mir fehlt wirklich jedes Verständnis (Abg. Kogler: Ah! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Mir fehlt auch jedes Verständnis !), und das hätte ich gerne direkt auch Frau Klubobfrau Glawischnig gesagt, dass wir jetzt am Beginn so eine lange Einwendungsdebatte führen, anstatt die Tagesordnung abzuarbeiten und uns mit den Fragen zu beschäftigen, mit denen wir uns befassen sollten (Zwischenruf bei der ÖVP) – denn um die Fernsehzeit kann es nicht gehen, Abgeordneter Podgorschek. Um 10.20 Uhr war es auf ORF 2 vorbei, jetzt wird auf ORF III den ganzen Tag übertragen. (Abg. Kogler: Das ist Ihre Vorstellung von Politik! Ihnen geht es ums Fernsehen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ist doch nicht lächerlich!
Abgeordneter Erwin Spindelberger (SPÖ): Allein die Redebeiträge der Vertreterinnen und Vertreter der Oppositionsparteien haben aufgezeigt, wie lächerlich eigentlich die heutige Einwendungsdebatte ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ist doch nicht lächerlich!) Lächerlich ist sie deswegen, weil es Ihnen ja letztendlich wirklich nur darum geht, einen Tagesordnungspunkt als wichtiger als den anderen hinzustellen. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ihnen geht es nur um Ihren Populismus!
Jetzt die Inhalte des Rechnungshofberichtes gegen jene der Zahngesundheit auszuspielen, finde ich wirklich mehr als unnötig, denn Ihnen geht es in Wirklichkeit nur um eines (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ihnen geht es nur um Ihren Populismus!), nämlich darum, dass Sie Ihren Populismus auf ORF 2 und nicht auf ORF III an den Mann und an die Frau bringen. Wie wir schon von Klubobmann Lopatka gehört haben, meine Damen und Herren von den Oppositionsparteien, haben Sie anscheinend aufgrund der jetzt vorgelegten Tagesordnung Angst, dass gewisse Äußerungen, die genau von Ihnen im Gesundheitsausschuss gekommen sind, nicht so breit gefächert werden und bei so vielen Menschen Gehör finden.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das wissen wir eh!
Es ging nämlich vergangene Woche, und das möchte ich schon aufzeigen, im Gesundheitsausschuss unter anderem um die Einführung einer Gratis-Zahnspange für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr, die unter massiven Zahn- und Kieferfehlstellungen leiden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das wissen wir eh!) Sie, meine Damen und Herren auf der Galerie und auch zu Hause vor den Bildschirmen, können sich gar nicht vorstellen, was da von den Oppositionsparteien so alles vorgebracht wurde, um diese Maßnahme schlechtzureden. (Zwischenruf des Abg. Hauser.) Faktum ist, dass ein Drittel der Kinder, und das sind immerhin 85 000, aufgrund medizinischer Notwendigkeiten eine kieferorthopädische Behandlung benötigen und daher von dieser Gratis-Zahnspange in Zukunft profitieren werden.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das können Sie auch später erzählen! Das werden wir noch alles hören, wie super das nicht ist!
Sprechen wir es offen an: Viele Eltern können und konnten sich in der Vergangenheit gerade diese notwendigen Zahnspangen nicht leisten, weil die Selbstbehalte ja sehr, sehr hoch sind. Um es klar auf den Punkt zu bringen: Wer künftig diese Gratis-Zahnspange von der Krankenkasse bezahlt bekommt, legt der jeweilige behandelnde Arzt, Zahnarzt oder Kieferorthopäde anhand eines international anerkannten Index für kieferorthopädische Behandlungen fest. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das können Sie auch später erzählen! Das werden wir noch alles hören, wie super das nicht ist!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja schon jetzt nicht! Aber können wir das später diskutieren vielleicht?!
Und im vollen Bewusstsein, dass durch diese sozialpolitisch so wichtige Maßnahme 85 000 Familien finanziell massiv entlastet werden, gehen Abgeordnete der Oppositionsparteien her und erklären uns, dass diese 80 Millionen € (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja schon jetzt nicht! Aber können wir das später diskutieren vielleicht?!), welche die Bundesregierung künftig Jahr für Jahr in diese Maßnahme steckt, nur eine populistische Maßnahme seien, wie es die Abgeordnete Mückstein von den Grünen bezeichnet hat.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was genau hat das mit der Einwendungsdebatte zu tun? – Zwischenruf des Abg. Darmann.
Ich kann nur sagen, schämen Sie sich ob Ihrer sozialpolitischen Geisteshaltung! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was genau hat das mit der Einwendungsdebatte zu tun? – Zwischenruf des Abg. Darmann.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wessen Idee war denn das? Wer hat denn dafür gekämpft? Sie nicht!
Wenn ich eingangs erwähnt habe, dass sehr, sehr viel in den ersten drei Monaten der Bundesregierung Faymann II weitergegangen ist, dann möchte ich nur die kostenlose Hebammenberatung anführen, welche nunmehr in das Mutter-Kind-Pass-Untersuchungsprogramm aufgenommen worden ist (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wessen Idee war denn das? Wer hat denn dafür gekämpft? Sie nicht!), genauso wie die Erweiterung des Kinderimpfkonzeptes um die HPV-Impfung, durch die die Gebärmutterhalskrebsrate gesenkt werden soll. Damit übernimmt Österreich sogar eine Vorreiterrolle in ganz Europa. Darauf sollten wir stolz sein. Und genauso stolz sein sollten wir, wenn wir heute beschließen, dass es die Gratis-Zahnspange für Kinder und Jugendliche, die unter massiven Fehlstellungen des Kiefers und der Zähne leiden, bis zum 18. Lebensjahr gibt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da müssen Sie aber auch sachlich werden!
Da Sie gesagt haben, Sie wissen nicht, wie es weitergeht: Jetzt sind die Sozialversicherungsträger und die Zahnärztekammer gefordert, die Details zur Umsetzung zu erarbeiten. Ich hoffe, dass man das jetzt wirklich vorantreibt, denn ich will die bestmögliche Versorgung, und ich würde mir wünschen, dass in die ganze Diskussion mehr Sachlichkeit einkehrt und dass nicht alles, was an Vorteilen für die Patientinnen und Patienten hier herinnen beschlossen wird, schlechtgeredet wird. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da müssen Sie aber auch sachlich werden!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der ist nicht vom Minister, der ist vom Kollegen Karlsböck! Da ist das Copyright!
Und viertens – das möchte ich auch sagen, und darum sage ich Ja – ist es durchaus ein Erfolg für den Minister. Es war im Wahlprogramm, wir haben es bei der Erstellung des Regierungsprogramms verhandelt. Ich habe da überhaupt keine Hemmungen, auch einmal eine andere Idee anzunehmen und mich nicht nur draufzusetzen. Der Ausspruch des Ministers, am Gebiss eines Menschen sollte man nicht seine soziale Herkunft erkennen, hatte schon etwas für sich. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der ist nicht vom Minister, der ist vom Kollegen Karlsböck! Da ist das Copyright!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich bin auch ein bisschen verwundert! Ich glaube, Sie haben nicht verstanden, worum es da geht! Sie sind ein bisschen überfordert mit dem Inhalt!
Abgeordnete Martina Diesner-Wais (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Werte Damen und Herren im Hohen Haus! Wir haben in Österreich eines der besten Gesundheitssysteme weltweit. Darum wundert mich die Diskussion heute doch sehr, dass eine Verbesserung von der Opposition wieder so schlechtgeredet werden kann. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich bin auch ein bisschen verwundert! Ich glaube, Sie haben nicht verstanden, worum es da geht! Sie sind ein bisschen überfordert mit dem Inhalt!) Wir setzen heute einen Teil des Regierungsprogramms um, aber der Opposition, der meistens alles zu langsam geht, geht es heute zu schnell. Also ich bin schon ein bisschen verwundert. Gerade unsere Kinder sind jene, die unseres Schutzes bedürfen. Es ist notwendig, dass sie in Chancengleichheit aufwachsen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Vielleicht haben wir eine Leistungsevaluierung!
Zum Thema Zusammenlegung wird dann Kollege Franz sprechen. Ich habe es ihm schon gesagt, dass es in meinen Augen einfach naiv ist, zu glauben, dass sich, wenn man die Krankenversicherungsträger zusammenlegt, die Kosten auf null reduzieren. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Vielleicht haben wir eine Leistungsevaluierung!) Das ist absolut naiv und eigentlich deiner Intelligenz eher abträglich. Was man erzeugt, ist eine neue Zentralbürokratie, und Bürokratien neigen dazu, dass sie konkurrenzfeindlich und eigentlich sehr schwerfällig sind. Das wundert mich. Wenn man ins Ausland schaut, hat Deutschland von über 1 000 Krankenversicherungen jetzt auf
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war aber nicht so einfach schnell, schnell! Das muss man schon sagen!
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Hohes Haus! Es gibt eine ganze Reihe von Anträgen. Zuerst komme ich einmal zum Patientenmobilitätsgesetz, mit dem wir unter anderem das Psychologengesetz reparieren – wieder einen Pfusch, der auf Grund Ihrer Vorgangsweise – schnell, schnell! – zustande gekommen ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war aber nicht so einfach schnell, schnell! Das muss man schon sagen!) Ja, gut, dass es repariert wird.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber vom Kollegen Spindelberger schon!
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzter Herr Kollege Karlsböck, ich meine, wenn man über Gesundheitspolitik und über Ärztinnen und Ärzte spricht, dann muss man natürlich auch immer den Patienten, die Patientin mitdenken. Dafür ist die Gesundheitspolitik auch zuständig. Ich bin ganz Ihrer Meinung und ich verwahre mich auch dagegen, dass man sagt, vonseiten der SPÖ werde Ärzte-Bashing betrieben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber vom Kollegen Spindelberger schon!) Ich bin ganz Ihrer Meinung, nämlich dass Ärztinnen und Ärzte sehr wohl hervorragende Arbeit leisten, ganz egal, auf welchem Sektor, im niedergelassenen Bereich oder auch im Spitalssektor. Wir wissen, dass Ärztinnen und Ärzte unheimliche Vertrauenspersonen sind, auch für Patientinnen und Patienten. Sie sind Expertinnen und Experten, in deren Hände sich kranke Menschen begeben und denen man auch vertrauen muss, dass sie gut arbeiten. Und sie arbeiten auch gut. Das möchte ich schon seitens der Sozialdemokratie wirklich betonen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir brauchen einfach mehr Studienplätze!
Ich glaube auch, es ist ein ganz gutes Zeichen, dass beinahe 100 Prozent aller Menschen in Österreich in der Krankenversicherung erfasst sind. Dadurch kann wirklich jeder und jede ärztliche Leistungen in Anspruch nehmen, unabhängig vom Geldbörsel, und das sollten alle gemeinsam, so denke ich, mittragen oder manchmal auch gutreden. Vielleicht, Herr Dr. Karlsböck, trägt das, wenn man das positiv darstellt (Abg. Karlsböck: Das ist natürlich Aufgabe der Opposition!), dazu bei, dass man auch mehr junge Menschen dazu begeistern kann, Arzt oder Ärztin zu werden (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir brauchen einfach mehr Studienplätze!), denn wir brauchen die motivierten Ärztinnen und Ärzte, damit wir Gesundheitsleistungen tatsächlich auch in hoher Qualität effizient anbieten können. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Kann es sein, dass Sie sich gar nicht auskennen?
Zum Antrag des Teams Stronach betreffend Zusammenlegung der Sozialversicherungsträger möchte ich nur kurz anmerken, dass das Einsparungspotenzial der Zusammenlegung im Verwaltungsbereich nicht sehr hoch ist. Ich war selber sehr überrascht davon, dass es insgesamt nur 2 bis 3 Prozent des Gesamtbudgets sind. Es wäre natürlich auch eine Möglichkeit, dass man mit äußerster Härte sagt: 100 Leute entlassen! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Kann es sein, dass Sie sich gar nicht auskennen?) Aber selbst das würde kein einziges finanzielles Problem lösen.
Beifall der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Anhaltende Zwischenrufe. – Präsidentin Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wir wollen feststellen, wer diese Brandstifter waren, und wir wollen auch, dass sich Derartiges nie wieder wiederholen wird! (Ruf: Wer waren die Brandstifter?) – Die Brandstifter waren diejenigen, die 2009 diese kranke Kuh wieder zurückgekauft haben. Das ist die Realität! (Beifall der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Anhaltende Zwischenrufe. – Präsidentin Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was jetzt genau? – Ah, den Stolz!
Du wurdest von deiner Partei, der ÖVP, vor allem deshalb zum Minister gemacht, weil du im innerparteilichen Ränkespiel die richtige Staatsbürgerschaft gehabt hast, eine Tiroler Geburtsurkunde. Keine Frage, Tiroler Herkunft ist nichts Schlechtes – ich bin auch ein stolzer Oberösterreicher, da haben wir etwas gemeinsam (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was jetzt genau? – Ah, den Stolz!) –, aber mit der Inthronisierung als Minister hat man, hast du auch ganz stark die Lösung des Almenchaos verbunden und verknüpft. – Ein Tiroler mag ja auch eine Alm besser verstehen als ein Burgenländer, das ist wahrscheinlich anzunehmen. (Abg. Brunner: Bitte keine pauschalen Unterstellungen!) – Keine Unterstellung natürlich, was die Kenntnisse der Burgenländer betrifft!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war eine Lesung!
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war eine Lesung!)
Sitzung Nr. 18
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Geh, nicht so eine blöde Frage!
(Abg. Belakowitsch-Jenewein: Geh, nicht so eine blöde Frage!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kickl.
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: Erstens einmal bitte und ersuche ich, Zahlen so zu interpretieren, wie sie sind. Zur Stunde sind 400 000 Menschen arbeitslos, die 450 000 sind schon lange Geschichte. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das ist einmal Punkt eins. Die Tendenz ist weiterhin fallend. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kickl.) – Die Tendenz ist weiterhin fallend. Die nackten Zahlen sind so, wie sie sind.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann hätten wir sie auch gleich zulassen können!
Punkt zwei: Ich kann Ihrer Argumentation nichts abgewinnen, dass wir durch die Öffnung des Arbeitsmarktes überschwemmt wurden, denn aus Bulgarien und Rumänien kommt nichts, und die, die wir schon bei uns gehabt haben, waren schon da. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann hätten wir sie auch gleich zulassen können!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nach Bulgarien vor allem!
Und was Sie bei Ihrer Argumentation auch immer vergessen, ist, wie viele Österreicher ins Ausland pendeln (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nach Bulgarien vor allem!), wie viele Österreicher in der Schweiz arbeiten, wie viele Österreicher in Deutschland arbeiten. Sie sehen immer nur die Ostspange. Schauen Sie sich einmal die Westspange an – das, wo Sie herkommen –, dann wissen Sie ungefähr, wovon ich rede! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: So ein Blödsinn!
Was viele Menschen auch nicht wissen: Ausländische Beschäftigte zahlen mehr an Sozialabgaben ein (Abg. Belakowitsch-Jenewein: So ein Blödsinn!), als sie an Sozialleistungen herausbekommen. (Der Redner beginnt neuerlich zu husten.) Entschuldigung! (Bundesminister Hundstorfer reicht dem Redner ein Glas Wasser. – Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Kickl: Aber es wundert mich nicht, dass einem das im Hals stecken bleibt!) – Danke, Herr Bundesminister.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie sieht das der Kollege Muchitsch?
Ein Satz noch: Ich habe erst gestern wieder eine sehr interessante Veranstaltung gehabt, wo unter anderem von den Bau-Sozialarbeitern die Einführung des Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetzes sehr massiv gefeiert wurde, denn bei allen Schwierigkeiten, die wir dort haben, schützt es die österreichischen Arbeitsplätze, schützt es die österreichischen Firmen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie sieht das der Kollege Muchitsch?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie sind immer entspannt, Herr Bundesminister!
desrepublik Deutschland. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie sind immer entspannt, Herr Bundesminister!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie hätten es uns in der Anfrage geben können! – Zwischenruf des Abg. Kickl.
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: Ich glaube, Sie können sich die Studien teilweise selber heraussuchen. (Heiterkeit bei SPÖ und FPÖ.) – Das war jetzt sehr hochnäsig von mir, gebe ich zu, nehme ich sofort zurück. Entschuldigung! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie hätten es uns in der Anfrage geben können! – Zwischenruf des Abg. Kickl.) – Ich nehme es ja zurück.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Darum stimmen wir ja nicht zu! Deswegen!
Sie als Partei der österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – stimmen Sie zu! 350 Millionen für Menschen über 50, die länger als 180 Tage in der Arbeitslosigkeit sind. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Darum stimmen wir ja nicht zu! Deswegen!) Ist das ein Problem, dass die FPÖ dem nicht zustimmen kann? (Abg. Kickl: Wir werden Ihnen erklären, warum wir nicht zustimmen, keine Sorge!) Okay! Na dann passt es eh!
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Höbart.
Soll sie sich dahin weiterentwickeln, was wir derzeit haben, in eine konservative Union? Oder in die Richtung, die wir wollen und wofür die Sozialdemokratie steht, nämlich in eine soziale Union, wo die ArbeitnehmerInnenrechte gewahrt sind und wo es ganz klar ist, dass wir in der Frage, wie wir mit dem europäischen und mit dem österreichischen Recht umgehen, ganz klare Positionen haben? (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Höbart.) Das ist die Entscheidung der Österreicherinnen und Österreicher. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Kickl, ein Schriftstück mit der Aufschrift: „Warum wir für Europa sind!“ in die Höhe haltend.)
Abg. Höbart: 30 Prozent Reallohnverlust! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Worauf Sie hinauswollen, sind die Preissteigerungen. Das ist 30 Jahre her! Sie müssen auch überlegen, dass die Euroumstellung weiß ich wie lange her ist. (Abg. Höbart: 30 Prozent Reallohnverlust! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Sie müssen ja auch rechnen, was da mit der Zeit dazukommt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das können Sie halt nicht ! Das ist nun einmal so!
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich finde es schade, dass durch den Erstredner diese Debatte über dieses wichtige Wachstums- und Arbeitsmarktpaket in eine Ausländerdebatte umfunktioniert wurde, noch dazu mit falschen Aussagen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das können Sie halt nicht ! Das ist nun einmal so!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie machen halt Schönrederei!
Das ist ganz klar in Österreich geregelt. Deutschland wird jetzt versuchen, da nachzubessern; sagen wir es einmal so. Wir haben diese Regelungen in Österreich, und daher finde ich es nicht in Ordnung, dass hier so debattiert wird, immer nur Angst geschürt wird und immer nur die Ausländerdebatte in Zusammenhang mit dem Arbeitsmarkt gesehen wird. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie machen halt Schönrederei!) Das ist dieser Problematik, dieser Herausforderung und dieses Themas nicht würdig, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Strolz.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nichts!
Zum Zweiten: Es ist ein Paket mit 550 Millionen €: 350 Millionen für die Aktivierung des Arbeitsmarktes, für Eingliederungsbeihilfen, für Kombilohnmodelle, auch für sozialökonomische Betriebe und gemeinnützige Beschäftigungsprojekte. Was ist damit gemeint? Was kann sich die Bevölkerung darunter auch vorstellen? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nichts!) – Es geht um Personen, die älter als 50 Jahre und länger als sechs Monate arbeitslos sind.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt ja nicht!
Ich freue mich, wenn der Herr Minister sagt, dass wir nun nur mehr 400 000 Arbeitslose haben (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt ja nicht!), aber auch da gilt: Jeder einzelne ist zu viel, und wir müssen alles daransetzen, diese Menschen wieder in den Arbeitsprozess integrieren zu können. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ihnen tut es weh! – Abg. Kickl: Kennen Sie auch die Zufriedenheitswerte für die Bundesregierung? – 85 Prozent Nicht genügend!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich weiß, dass das manchmal wehtut, wenn man auf gewisse Dinge hinweist. Klar ist ... (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ihnen tut es weh! – Abg. Kickl: Kennen Sie auch die Zufriedenheitswerte für die Bundesregierung? – 85 Prozent Nicht genügend!) Natürlich kenne ich die, das ist ja gar keine Frage. Sie werden uns dann wieder ein Taferl hinhalten, das ist auch keine Frage. Das ist alles nicht das Problem. (Abg. Kickl: Sie sind ein Realitätsverweigerer!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie verlieren seit Jahren!
Abgeordneter Rainer Wimmer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Wir erleben bei jeder sozialpolitischen Debatte von den Freiheitlichen leider immer dasselbe Bild: Es wird versucht, Menschen auseinanderzudividieren, und es wird versucht, Verunsicherung zu verbreiten. Ich glaube, Sie haben zurzeit ein bisschen ein nervöses Verhalten – zu Recht! Denn: Die 3,25 Prozent sind ja keine Kleinigkeit, Herr Kickl und Frau Belakowitsch-Jenewein (Zwischenruf des Abg. Kickl), noch dazu von einem Niveau ausgehend, das schon niedrig ist und wo die Gefahr besteht, unter 10 Prozent zu landen. Daher ist Ihr Verhalten natürlich verständlich, denn es tut weh, wenn man verliert. Da gibt es ein eigenes Lied, wie Sie wissen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie verlieren seit Jahren!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Mindestsicherung ist keine Versicherungsleistung! Das kann man doch verstehen!
Ich bin nicht ahnungslos! Genau das steht in Ihrem Antrag drinnen. (Abg. Kickl: Nein!) Das heißt, Sie würden Menschen einfach ungleich behandeln, die ins österreichische Sozialsystem einzahlen und hier ihre Lebenserhaltungskosten haben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Mindestsicherung ist keine Versicherungsleistung! Das kann man doch verstehen!) – Ich habe das ganz gut verstanden, und alle anderen im Ausschuss auch! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kickl: Merken Sie nicht, dass das mit einer Versicherung nichts zu tun hat! Das ist lächerlich!) Reden Sie Klartext und sagen Sie, dass Sie raus aus der Europäischen Union wollen! Reden Sie einfach Klartext! (Abg. Kickl: Die Mindestsicherung ist eine Leistung aus der Sozialhilfe! Das hat überhaupt nichts mit der Versicherung zu tun!) Gut. Passt. Danke.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ihr Handeln ist falsch!
Aber bei den Rezepten der Blauen, meine Damen und Herren, sieht das ganz anders aus: Die sind nämlich Populismus pur, sind falsch im Ansatz, sind falsch in der Schlussfolgerung und sind falsch im Ergebnis. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ihr Handeln ist falsch!) Und sie sind auch EU-rechtswidrig, Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein! Vielleicht sollten Sie Ihren Herrn Mölzer fragen, wie EU-Recht ausschaut, und ihn weniger über Dinge, die in einem Staat wie Österreich wirklich nicht gesagt gehören, philosophieren lassen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Herr Abgeordneter Kickl, Sie fordern von unserer Bundesregierung ein Maßnahmenpaket ein, das Zugangsbeschränkungen für Nicht-EU-Bürger und für EU-Bürger vorsieht. Bruno Kreisky würde Ihnen dazu sagen: Lernen Sie Geschichte, Herr Kickl! Denn Sie haben noch immer nicht gelernt, dass für EU-Bürgerinnen und für EU-Bürger die sogenannte Arbeitnehmerfreizügigkeit im gesamten EU-Raum gilt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Wenn Sie sich, Herr Kickl, wirklich ernsthaft damit auseinandergesetzt hätten, dann würde Ihnen eine Zahl sicherlich bekannt sein, nämlich 27 Prozent. Diese Zahl müssten Sie dann kennen. So hoch ist nämlich der Anteil der Akademikerinnen und der Akademiker unter all den Zuwanderern, die wir aus Nicht-EU-Staaten haben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben Sie sehr gelobt!
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Sehr geschätzter Herr Präsident! Sehr geschätzter Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Da ich heute schon einige Male erwähnt worden bin (Ruf bei der FPÖ: Lobend!) – lobend?; das kann man auffassen, wie man will (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben Sie sehr gelobt!) –, möchte ich einige Dinge vielleicht klarstellen. (Abg. Kickl: Nicht wieder zurückrudern!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Kann man das nicht verändern?
Wie sieht es aber mit denen aus? Auch da gibt es eine klare Regelung in der Unionsbürgerrichtlinie, die auch in Österreich umgesetzt ist. Das Aufenthaltsrecht über drei Monate ist nämlich (Abg. Strache: Warum verlangt die CSU das dann?) Schauen Sie sich die deutsche Umsetzung an, und vergleichen Sie sie mit der österreichischen Umsetzung! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Kann man das nicht verändern?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Wir haben im Unterrichtsressort ein Problem, ob wir wollen oder nicht. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Es gibt einen gewissen Grad der Behinderung, wo es als Lehrkraft nicht mehr geht. Ob es uns jetzt Vergnügen macht oder kein Vergnügen macht, auch wenn jetzt in Schulen für Rollstuhl fahrende Lehrkräfte nachträglich Aufzüge eingebaut werden – all das gibt es ja –: Wir haben trotzdem Grenzen, das ist leider so.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Länder ja, aber was ist mit den Endverbrauchern?!
Die Begleitmaßnahme Nummer eins ist der Pflegefonds. Ob Sie das jetzt hören wollen oder nicht: Wir haben den Ländern seit der Einführung des Pflegefonds den gesamten jährlichen Zuwachs abgefangen. Die Länder haben hier zwar nominell immer noch einen Zuwachs an Ausgaben, aber durch die Querfinanzierung des Pflegefonds sind sie in Wahrheit teilweise sogar in Minderausgaben hineingerutscht, wie ein paar Abrechnungen der Bundesländer zeigen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Länder ja, aber was ist mit den Endverbrauchern?!) – Na, der Mensch zahlt dadurch weniger, weil ja die Steigerung der Leistung über den Pflegefonds querfinanziert wird.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war das Wasser des Herrn Minister!
Stimme jetzt besser als am Vormittag bei der Fragestunde. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war das Wasser des Herrn Minister!) Wenn man wegen einer langwierigen Verkühlung mit Atemluft kämpft und noch dazu einen Frosch im Hals hat, dann kann die Stimme schon einmal wegbleiben. Wenn Sie das hier oder vor den Bildschirmen miterlebt haben, dann verzeihen Sie das, bitte. Vielen herzlichen Dank, Herr Bundesminister, für den Schluck Wasser. Der hat gut getan, das war eine soziale Tat!
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Die dritte Erhöhung ist mit 1. Jänner 2005 eingetreten, nämlich um 2 Prozent, unter einer Regierungsbeteiligung der Freiheitlichen Partei, geschätzte Damen und Herren. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Die vierte Pflegegelderhöhung ist mit 1. Jänner 2009 eingetreten. Damals wurde das Pflegegeld um durchschnittlich 5 Prozent erhöht, und das wieder unter einem sozialdemokratischen Sozialminister.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber ich weise darauf hin, 2011 war kein Vorzeigejahr!
Geschätzte Damen und Herren, es hat eine weitere Erhöhung gegeben, und zwar im Jahr 2011, als das Pflegegeld der Pflegestufe 6 um 18 € erhöht wurde. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber ich weise darauf hin, 2011 war kein Vorzeigejahr!) – Ich weiß, Kollegin Belakowitsch-Jenewein, es ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein, aber es ist eine Erhöhung des Pflegegeldes.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Herr Abgeordneter Loacker hat es ja vorhin gesagt: Auf der einen Seite (Zwischenruf des Abg. Doppler) – Sie kommen ja noch dran (Abg. Doppler: Ich war schon dran!) – wird die Pensionsautomatik eingeführt. Das heißt, dass künftig niemand mehr weiß, wann er in Pension gehen kann – ob mit 65, 67 oder gar 70 –, weil diese an die Lebenserwartung gekoppelt wäre. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Das ist das wahre Gesicht derjenigen, die diesen Antrag eingebracht haben, nämlich das Gesicht der NEOS.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Im Regierungsprogramm steht kein Wort davon!
Das Regierungsprogramm sieht aber hier wichtige Vereinfachungen vor, an denen wird gearbeitet. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Im Regierungsprogramm steht kein Wort davon!) – Die müssen Sie nur nachlesen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Schauen wir einmal!
Die Beteiligung der Verwaltung ist dort 0,0 Prozent. Wir haben weiters hier beschlossen – manche haben mitgestimmt, manche haben nicht mitgestimmt –, dass wir eine Gesundheitsreform machen, die massiv auf einer Landeszielsteuerung aufgehängt ist. Diese Landeszielsteuerung wird wahrgenommen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Schauen wir einmal!) Von wem wird sie wahrgenommen? – Sie wird wahrgenommen von den Landesverwaltungen, sie wird natürlich aber auch wahrgenommen von den Repräsentanten der Versicherten auf Landesebene und sie wird auch wahrgenommen von den Playern, Ärztekammer und so weiter. Das ist alles auf Landesebene.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war schon vorher so!
Wir bemühen uns natürlich – und das ist klar – vor allem bei den Gebietskrankenkassen, dass das Leistungssegment für alle gleich ist. Das ist gar keine Frage. Aber es ist eben durch die Landeszielsteuerungskommissionen jetzt vieles verländert worden. Ja, es ist so. Es ist eben verländert, wenn es darum geht, wie viele Unfallbetten man in Vorarlberg braucht. Das bestimmt nicht der Zentralist irgendwo, sondern das bestimmt Vorarlberg. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war schon vorher so!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber Sie auch nicht mehr!
Es gibt keine Meinungsumfrage, laut der Sie überhaupt noch hier sitzen. Ich sage Ihnen, für mich gilt der Wahltag und die Wahlentscheidung, und das respektiere ich. Wenn Sie hier herauskommen und sagen, aber in den Umfragen schaut es anders aus, dann dürften Sie überhaupt nicht mehr hier herinnen stehen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber Sie auch nicht mehr!) Überlegen Sie sich gut, was Sie hier machen! (Ruf bei der FPÖ: sind nur mit Müh und Not hereingekommen! – Zwischenruf bei der ÖVP.)
Abg. Brosz: Das nächste Mal ! Wäre einfacher! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Eine Vertuschungskommission!
Der fünfte Grund – das haben wir auch immer so argumentiert – ist die politische Kultur. Da kann ich Ihnen auch zwei Argumente bringen, die jetzt nicht von der SPÖ kommen: Das erste Argument ist von der Politologin Stainer-Hämmerle von der Universität Klagenfurt, die gesagt hat, dass ein Untersuchungsausschuss in der derzeitigen Stimmung ein reines Tribunal wäre und selber vorgeschlagen hat, man sollte eine Expertenkommission einsetzen – das, was die Regierung jetzt aufnimmt. (Abg. Brosz: Das nächste Mal ! Wäre einfacher! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Eine Vertuschungskommission!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie haben keinen einzigen guten genannt!
Zusammenfassend: Das sind fünf gute Gründe, wieso solch ein Ausschuss zurzeit nicht gut ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie haben keinen einzigen guten genannt!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Zufällig Justizminister! – Abg. Pilz: Der Spezialist für Steuerhinterziehung in Liechtenstein!
Der entscheidende Punkt ist aber folgender – und da bitte ich die Opposition, auch auf Experten zu hören –: Wolfgang Brandstetter, Universitätsprofessor für europäisches und österreichisches Wirtschaftsstrafrecht (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Zufällig Justizminister! – Abg. Pilz: Der Spezialist für Steuerhinterziehung in Liechtenstein!), hat vielleicht mehr Expertise als Sie, Herr Abgeordneter Pilz. Aber es freut mich, dass Sie Zeit gefunden haben, hier bei dieser Debatte dabei zu sein. (Zwischenruf bei der ÖVP. – Abg. Pilz: Ich werde Sie auch im Gerichtssaal besuchen!)
Sitzung Nr. 20
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wissen Sie es?
Man muss den Kindern nicht alles Mögliche in ihren Kopf hineinstopfen, was man in 30 Sekunden im Internet finden kann. Der Lehrplan, so wie er jetzt existiert, spiegelt eine Zeit wider, die schon lange vorbei ist, nur ist das bei Ihnen noch nicht angekommen – und zwar deshalb, weil Sie glauben, es viel besser zu wissen. Sie glauben, dass Sie wissen, was in Wien im 10. Bezirk, im 16. Bezirk, in Perchtoldsdorf und irgendwo in Bregenz notwendig ist – aber das wissen Sie nicht! Sie wissen es nicht, Sie können es auch nicht wissen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wissen Sie es?) Auch ich weiß es nicht.
Sitzung Nr. 21
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war’s?
Ich komme damit zur Sicherheit. Sicherheit ist ein ganz entscheidender Faktor für die Lebensqualität in diesem Land. Da investiert die Bundesregierung in zusätzliche Polizisten, in gute Ausrüstung, kurzum in die Sicherstellung von Recht und Ordnung. Wir haben für 2014 und 2015 2,5 Milliarden € für das Innenministerium eingeplant. Der Personalplan sieht trotz Konsolidierungskurs vor, dass wir die Zahl der Planstellen für Polizisten und Polizistinnen von 2015 bis 2018 um 1 000 aufstocken, denn Österreich muss ein sicheres Land bleiben, meine Damen und Herren, da müssen wir auch richtig investieren. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war’s?)
Sitzung Nr. 23
Der Redner stellt eine Tafel mit Grafiken und der Aufschrift „Staatsschulden. Österreich gut im Vergleich“ auf das Rednerpult. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist zu klein! – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Liebe Besucherinnen und Besucher! Von einigen Rednern wird immer wieder versucht, das so darzustellen, als hätte die Hypo keine Auswirkungen auf das Budget. (Der Redner stellt eine Tafel mit Grafiken und der Aufschrift „Staatsschulden. Österreich gut im Vergleich“ auf das Rednerpult. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist zu klein! – Weitere Zwischenrufe.) Ich möchte das auch anhand einer graphischen Darstellung aufklären, denn das ist nicht richtig.
Der Redner hält eine weitere Tafel in die Höhe. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja noch kleiner!
Ich kann das auch für das Defizit zeigen, meine Damen und Herren. (Der Redner hält eine weitere Tafel in die Höhe. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja noch kleiner!) Wir werden 2014 ein Defizit von 2,7 Prozent haben, was sehr hoch ist. Wir hätten jedoch nur 1,4 Prozent, wäre die Hypo-Belastung nicht im Budget 2014 ausgewiesen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Spüren Sie sich eigentlich noch? Das ist ja unpackbar!
Ich mag in keiner Weise mit der Familie des Herrn Haider zu Gericht gehen, die können für seine Verfehlungen nichts. Ich weiß nur, dass die Familie nicht mehr im Bärental wohnt und dass dort sehr gutes Geschäft gemacht wird. Es wurde auch keine unbedingte Erbserklärung von der Familie für die Verlassenschaft nach Haider und damit zum Bärental abgegeben. Ich glaube daher schon, dass man darüber nachdenken sollte – und, Herr Bundesminister, ich darf Sie herzlich einladen, dass Sie das mit uns gemeinsam hier machen, mit Unterstützung Ihres Hauses –, dass wir uns wirklich überlegen, ob man diese Vermögensmasse, die ja demjenigen gehört hat – arisiert übrigens! –, der dies alles vermasselt hat (Abg. Kickl: Unglaublich! Unglaublich!), nicht zur Schadensdeckung heranziehen kann, indem wir sie verwerten, versteigern. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Spüren Sie sich eigentlich noch? Das ist ja unpackbar!)
Sitzung Nr. 25
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das mit Landwirtschaft zu tun?
Es geht auch darum, die Finanztransaktionssteuer endlich einzuführen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das mit Landwirtschaft zu tun?) Auch da werden wichtige Mittel aus Spekulationen hereinkommen. Es ist auch wichtig, die hohen europäischen Standards abzusichern. Gerade bei TTIP, also dieser Verhandlung eines europäisch-amerikanischen Freihandelsabkommens, ist es für uns Sozialdemokraten ein wichtiger Punkt, dass europäische Standards, und zwar Sozialstandards, Arbeitnehmerstandards, Lebensmittelstandards und Gesundheitsstandards nicht ausgehöhlt werden dürfen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine gefährliche Drohung!
Am 25. Mai sind Europawahlen, und das Wichtigste bei diesen Europawahlen ist, zu erkennen, dass es – erstmalig in diesem Ausmaß – um eine Richtungsentscheidung in Europa geht, nämlich die Richtungsentscheidung: Wer wird Kommissionspräsident? Wird es ein Christlich-Konservativer wie Jean-Claude Juncker, oder wird es ein Sozialdemokrat, der genau für die von mir angesprochenen Punkte auch steht, Martin Schulz? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine gefährliche Drohung!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eh schon in der Zeitung gestanden!
Das ist natürlich ein sehr massiver Vorwurf, deshalb möchte ich Ihnen gerne zur Kenntnis bringen, was tatsächlich passiert ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eh schon in der Zeitung gestanden!) Eine Gruppe von Personen wurde in einem Geschäftslokal im 8. Bezirk bei der Begehung von Sachbeschädigungen betreten, dann gab eine dieser Teilnehmerinnen an diesen Sachbeschädigungen an, Schmerzen im Unterleib zu verspüren. Daraufhin wurde sie von Polizeibeamten durch den Rettungsdienst ins Spital gebracht. Aufgrund dieser Vorwürfe, die es gegeben hat, nämlich dass die Frau durch die Amtshandlungen verursacht ein Kind verloren hätte, kam es über den Auftrag der Staatsanwaltschaft Wien dazu, dass der ärztliche Befund beschlagnahmt wurde. Aufgrund des nunmehr vorliegenden Befundes kann eindeutig festgestellt werden, dass bei der Betroffenen zur Zeit der Amtshandlung eine Schwangerschaft nicht bestanden hat.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Von wem sind die gekommen, die Vorwürfe?! – Zwischenruf des Abg. Prinz
Frau Bundesministerin, es ist Ihre Aufgabe und in Ihrer Verantwortung, wenn hier Vorwürfe entstehen, dass der Polizeieinsatz exzessiv war, dem nachzugehen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Von wem sind die gekommen, die Vorwürfe?! – Zwischenruf des Abg. Prinz), und zwar ohne Vorurteil zu schauen, was stimmt und was nicht stimmt (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Prinz), und zweitens zu überlegen: Was sind legistische Maßnahmen, damit dem Rechtsstaat jedenfalls zum Durchbruch verholfen wird?
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Vermummungsverbot! – Abg. Steinhauser: Kennzeichnungspflicht?
Wir wissen aus Berichten anderer EU-Staaten, dass die Verwendung derartiger Videotechnologie dazu führt, dass die Aggressivität zurückgeht, nämlich Aggressivität der Demonstranten, also auch die Aggressivität gegenüber unseren Polizistinnen und Polizisten. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Vermummungsverbot! – Abg. Steinhauser: Kennzeichnungspflicht?) Ich bitte Sie, das in den nächsten Wochen und Monaten mit uns umfassend und intensiv zu diskutieren, damit Demonstrationen auch in Zukunft friedlich abwickeln können und nicht so einer Aggressivität ausgesetzt sind. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Neubauer, Belakowitsch-Jenewein und Walter Rosenkranz.
Bisher hat die Polizei nur Name, Anschrift, Grund des Einschreitens und den Ausgang des Strafverfahrens übermitteln können; jetzt werden auch Bilddateien übermittelt, und das ist die unmittelbare, rasche Dimension, wo sie dann reagieren können. (Abg. Walter Rosenkranz: nur auf Verdacht! Nur auf Verdacht, ohne Verurteilung!) – Nicht auf Verdacht! (Zwischenrufe der Abgeordneten Neubauer, Belakowitsch-Jenewein und Walter Rosenkranz.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: War das jetzt ein Wortwitz?
Die FPÖ gibt sich als Vertreter der Kleinen und ist nichts anderes als Verdreher im Großen, Angstbilder sind ihr Kunstwerk. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: War das jetzt ein Wortwitz?)
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein – Ruf bei der FPÖ: Was ist das für eine Lesestunde?!
Ich darf zitieren: „Die FPÖ arbeitet mit Halbwahrheiten ()“ (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein – Ruf bei der FPÖ: Was ist das für eine Lesestunde?!), „verängstigt und emotionalisiert, sucht und findet Sündenböcke“, wie eben hier bei unseren EU-Nachbarn. (Ruf bei der FPÖ: Freie Rede wär’ was Schönes, aber das gibt es nicht!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: AMS-Kurse! Es geht um Qualitätssicherung! Das passt nicht!
Und weiter: „Wenn die Öffentlichkeit Kritik übt, mimen die Freiheitlichen die Opferrolle, sprechen von ‚Gutmenschen‘ und ‚linkslinken‘ Medien“ (Abg. Belakowitsch-Jenewein: AMS-Kurse! Es geht um Qualitätssicherung! Das passt nicht!) „und haben für alles und jeden eine Verschwörungstheorie parat. Nach dem Motto: ‚Alle gegen die FPÖ – ›Viel Feind‹, viel Ehr‘.“
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber nein! Das hat der Bundesminister beantwortet, in einer Anfragebeantwortung!
nik machen und Bilder von herbeiströmenden Ostvölkern herbeizaubern (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber nein! Das hat der Bundesminister beantwortet, in einer Anfragebeantwortung!), ohne jeglichen fachlichen Hintergrund.
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Die Wahrheit ist, der Ansturm ist ausgeblieben. Die Wahrheit ist, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind global schlecht. Die Wahrheit ist, dass Österreich eine der niedrigsten Arbeitslosenraten innerhalb der EU hat (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), sodass auch Experten aus anderen Ländern zu uns kommen, um von uns zu lernen. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Die Wahrheit ist, dass wir alles schaffen und geschafft haben, obwohl die FPÖ uns den größten Finanzskandal der Zweiten Republik hinterlassen hat. – Das ist die Wahrheit. (Zwischenrufe der Abgeordneten Neubauer und Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Neubauer und Belakowitsch-Jenewein.
Die Wahrheit ist, der Ansturm ist ausgeblieben. Die Wahrheit ist, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind global schlecht. Die Wahrheit ist, dass Österreich eine der niedrigsten Arbeitslosenraten innerhalb der EU hat (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), sodass auch Experten aus anderen Ländern zu uns kommen, um von uns zu lernen. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Die Wahrheit ist, dass wir alles schaffen und geschafft haben, obwohl die FPÖ uns den größten Finanzskandal der Zweiten Republik hinterlassen hat. – Das ist die Wahrheit. (Zwischenrufe der Abgeordneten Neubauer und Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Es sind ja nichts als populistische Methoden, die Sie hier anwenden. Sie sprechen von transparent und halten sich nicht daran. (Ruf bei der FPÖ: Transparenz!) Den Rest Ihrer Halbwahrheiten können Sie sich wirklich sparen! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Danke im Namen aller Österreicherinnen und Österreicher, die jetzt für das FPÖ-Debakel aufkommen müssen! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Untersuchungsausschuss!) Wir hätten gerne darauf verzichtet. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Ruf: gute Lesung! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Keine gute Lesung!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Untersuchungsausschuss!
Es sind ja nichts als populistische Methoden, die Sie hier anwenden. Sie sprechen von transparent und halten sich nicht daran. (Ruf bei der FPÖ: Transparenz!) Den Rest Ihrer Halbwahrheiten können Sie sich wirklich sparen! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Danke im Namen aller Österreicherinnen und Österreicher, die jetzt für das FPÖ-Debakel aufkommen müssen! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Untersuchungsausschuss!) Wir hätten gerne darauf verzichtet. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Ruf: gute Lesung! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Keine gute Lesung!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das hat jetzt mit dem nichts zu tun!
Aber wir kennen das nicht nur im Bereich des Arbeitsmarktes, wir kennen ja auch diese Ketten-E-Mails, die es seit mittlerweile fünf Jahren gibt, wo es um die sogenannte Rumänen-Pension geht – diese erreichen uns auch immer wieder über Umwege –, wo es darum geht, dass Rumänen zu uns kommen und dann (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das hat jetzt mit dem nichts zu tun!) – Das hat schon etwas damit zu tun, das hat mit Ihrer Philosophie etwas zu tun, wie die Ausländerpolitik hier aus meiner Sicht missbraucht wird, um Stimmung gegen ausländische Personen zu erzeugen. Und das gehört einmal aufgezeigt, meine Damen und Herren, weil das nicht im Sinne einer ordentlichen politischen Auseinandersetzung sein kann. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Billige Arbeitskräfte hereinholen, das ist euer Zugang!
Viele ausländische Arbeitskräfte – das möchte ich abschließend noch sagen, und vielleicht gehen Sie einmal ein wenig in sich – haben wir nach Österreich hereingeholt: für die Gastronomie, für den Tourismus, auch für Arbeiten, die sonst niemand mehr gemacht hat, zum Beispiel in Steinbrüchen et cetera. Also immer nur herzugehen und Sündenböcke zu suchen, weil einmal die Arbeitslosigkeit ein paar Monate lang ansteigt, und dann ausländische Gruppen herzunehmen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Billige Arbeitskräfte hereinholen, das ist euer Zugang!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie brauchen über Populismus nichts zu reden!
Meine Damen und Herren von der FPÖ, hören Sie mit diesem Populismus gegenüber ausländischen Gruppen auf! Wir haben sie gebraucht, und wir brauchen sie immer noch, um unseren Arbeitsmarkt in eine gute Zukunft führen zu können. Nehmen Sie die Daten und Fakten so, wie sie sind! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie brauchen über Populismus nichts zu reden!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das macht es aber nicht besser!
Meine Damen und Herren der Freiheitlichen Partei, wenn Sie hier anprangern, dass wir Schwarzarbeit haben, dass wir Lohn- und Sozialdumping haben: Ja, natürlich gibt es Probleme, gar keine Frage. Nur ich würde Sie bitten und ersuchen, zwei Dinge zu beachten: Hinter jedem Schwarzarbeiter steht ein österreichischer Auftraggeber. Hinter jedem Lohn- und Sozialdumpingfall steht ein österreichischer Auftraggeber. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das macht es aber nicht besser!) Das würde ich Sie einmal dringlich bitten auch in Ihre politische Argumentation einzubeziehen.
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben sie nicht lächerlich gemacht! Das stimmt ja nicht!
Wenn Sie hier die Arbeit der Finanzpolizei, der Gebietskrankenkasse, der BUAK-Prüfer lächerlich machen, dann ist das Ihr Problem. Das haben Sie heute hier gemacht! (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben sie nicht lächerlich gemacht! Das stimmt ja nicht!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Können Sie bitte die Zahlen wiederholen? Noch einmal, bitte!
schen Arbeitsmarkt so überschwemmen, dass alles zusammenbricht, dann tun Sie mir leid. Seien Sie mir nicht bös! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Können Sie bitte die Zahlen wiederholen? Noch einmal, bitte!) Das sind die Zahlen dieses Tages: 306 Bulgaren und 2 627 Rumänen. Mehr haben wir nicht im Baubereich, mehr sind es nicht. (Zwischenruf bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie haben den Antrag nicht gelesen!
Da kommt ein Mädchen oder ein Bub in Innsbruck oder in Wien auf die Welt, geht in einen österreichischen Kindergarten, geht in eine österreichische Schule, lernt einen Beruf in Österreich, studiert vielleicht in Österreich. (Abg. Walter Rosenkranz: Sechs Jahre lang? In sechs Jahren? ein Wunderwuzzi!) Für die FPÖ darf dieses Kind aber kein Österreicher werden – und zwar, Herr Kollege, mit einem schiefen Argument: Wozu integrieren, wenn man die Staatsbürgerschaft auch so bekommt?! Das ist ein sehr interessanter Gedanke der FPÖ. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie haben den Antrag nicht gelesen!)
Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja sicher!
Sehr geehrte Damen und Herren, so unlogisch und so gemein kann nur die FPÖ denken. Dafür gibt es zwei Motive. Erstens: Die Abgeordneten der FPÖ sind den Zuwanderinnen und Zuwanderern derart fern, dass sie nicht wissen und keine Ahnung haben, wie diese Menschen leben und denken. (Abg. Darmann: Ihre Meinung! Ali A. !) Stattdessen setzen Sie auf Vorurteile und Unterstellungen. (Abg. Darmann: Stimmt ja nicht!) – Das stimmt schon, was die einschlägigen Verurteilungen wegen Verhetzung auch belegen. (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja sicher!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist künstlich!
Wenn das hier kommen würde, was die Freiheitlichen wahrscheinlich nicht allen Ernstes verlangen, sondern sozusagen zufleiß, weil die Grünen sich erlaubt haben, Anträge zu stellen, die in Richtung liberaleres Staatsbürgerschaftsrecht gehen, wenn das Wirklichkeit werden würde, dann hätten wir bei den jährlich Eingebürgerten 60, 70, irgendwann wahrscheinlich 80 Prozent hier Geborene, die zuerst künstlich zu Ausländern gemacht werden und Jahre später dann gnädig vielleicht die gleichen Rechte für gleiche Pflichten bekommen würden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist künstlich!) Darauf würde es ganz konkret hinauslaufen, wenn man Ihren Antrag ernst nehmen würde. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Sitzung Nr. 27
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Vorläufig!
Abgeordnete Tanja Windbüchler-Souschill (Grüne): Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ist Herr Roman Söllner – damit wir auch über dieselbe Person reden – der vorläufig suspendierte Abteilungskommandant von Stein? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Vorläufig!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Es ist wirklich super, dass wir die Familienbeihilfe nun erhöht haben und gestern, wie von Ihnen auch erwähnt, den Beschluss gefasst haben, nun monatlich auszuzahlen, weil das einfach für viele leichter planbar ist. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Meine Damen und Herren, wenn man hier auch meint, ich habe beim Kulturbudget etwas getan und dem Arbeitsmarkt etwas weggenommen: Ja, ich habe dem Kulturbudget geholfen, und zwar sehr bewusst geholfen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Und ich bin Ihnen dankbar für diese Frage, weil ich Arbeitsplätze im Kulturbereich absichern wollte und will. Das war meine Intention, das ist meine Intention, und das ist das, was ich wollte! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Da brauchen wir keinen Sozialminister dafür! Ich habe ja gar nicht gewusst, dass Sie zu viel Geld für Ihr Ressort haben! – Ruf: Geh, sei einmal ruhig!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, weil er ... gibt!
Meine Damen und Herren, weil hier gesagt wird, ein Mitglied dieses Hauses dürfe nicht hier sein und dürfe nicht mehr reden. Wissen Sie, warum Herr Kollege Muchitsch nicht da ist? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, weil er ... gibt!) – Weil er seit 48 Stunden mit den Bau-Sozialpartnern verhandelt und weil er gestern mit mir gemeinsam im Burgenland bei den Landeshauptleuten war, damit wir alle Landeshauptleute dazu bringen, dass sie sich bei den Ausschreibungen gemäß dieser Vorgangsweise verhalten, nämlich nicht mehr nach dem Billigstbieterprinzip, sondern nach dem Bestbieterprinzip agieren! (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Das haben wir ganz einfach gestern dort umgesetzt. Wir arbeiten praktisch! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber Sie wissen schon, dass der Kollege Muchitsch nicht seit 48 Stunden verhandelt, weil gestern am Abend war er noch ...!
Jetzt sitzt Herr Kollege Muchitsch – das kann ich Ihnen auch mitteilen, da ich gestern zufälligerweise ... (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber Sie wissen schon, dass der Kollege Muchitsch nicht seit 48 Stunden verhandelt, weil gestern am Abend war er noch ...!) Jetzt sitzt Herr Kollege Muchitsch in der Steiermark, in Graz, gemeinsam mit der steirischen Landesregierung, um den steirischen Wohnbaugipfel entsprechend vorzubereiten. Auch das, bitte, möchte ich hier nur festhalten. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Neubauer: ... § 11 der Geschäftsordnung! – Ruf bei der FPÖ: Das gilt für den Herrn Muchitsch auch!) Er wird im Laufe des Tages auch wieder hier sein.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Sie persönlich!
Punkt 1 – Pensionen: Die Bundesregierung hat weder getrickst noch sonst irgendetwas (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Sie persönlich!), sondern es ist eine Frage, welche Prognose Sie der Budgeterstellung zugrunde legen, wie dann die Realität ausschaut und welche Prognosen es vorher gab. In Wirklichkeit haben wir uns nämlich, meine Damen und Herren der Freiheitlichen, fünf Jahre lang geirrt, denn ich habe fünf Jahre hindurch weniger ausgegeben, als im Bundesvoranschlag vorgesehen war, weil nämlich immer die Annahme ... (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann haben Sie das aber schlecht berechnet! – Ironische Heiterkeit des Abg. Kickl.) – Frau Belakowitsch, es tut mir leid, dass Ihre Argumente hier wie Staub zerfallen! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche genau?) Es tut mir leid, aber Fakt ist ... (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann haben Sie das aber schlecht berechnet! – Ironische Heiterkeit des Abg. Kickl.
Punkt 1 – Pensionen: Die Bundesregierung hat weder getrickst noch sonst irgendetwas (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Sie persönlich!), sondern es ist eine Frage, welche Prognose Sie der Budgeterstellung zugrunde legen, wie dann die Realität ausschaut und welche Prognosen es vorher gab. In Wirklichkeit haben wir uns nämlich, meine Damen und Herren der Freiheitlichen, fünf Jahre lang geirrt, denn ich habe fünf Jahre hindurch weniger ausgegeben, als im Bundesvoranschlag vorgesehen war, weil nämlich immer die Annahme ... (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann haben Sie das aber schlecht berechnet! – Ironische Heiterkeit des Abg. Kickl.) – Frau Belakowitsch, es tut mir leid, dass Ihre Argumente hier wie Staub zerfallen! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche genau?) Es tut mir leid, aber Fakt ist ... (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche genau?
Punkt 1 – Pensionen: Die Bundesregierung hat weder getrickst noch sonst irgendetwas (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Sie persönlich!), sondern es ist eine Frage, welche Prognose Sie der Budgeterstellung zugrunde legen, wie dann die Realität ausschaut und welche Prognosen es vorher gab. In Wirklichkeit haben wir uns nämlich, meine Damen und Herren der Freiheitlichen, fünf Jahre lang geirrt, denn ich habe fünf Jahre hindurch weniger ausgegeben, als im Bundesvoranschlag vorgesehen war, weil nämlich immer die Annahme ... (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann haben Sie das aber schlecht berechnet! – Ironische Heiterkeit des Abg. Kickl.) – Frau Belakowitsch, es tut mir leid, dass Ihre Argumente hier wie Staub zerfallen! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche genau?) Es tut mir leid, aber Fakt ist ... (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und was passiert jetzt mit dem Geld? – Ruf bei der FPÖ: Bundestheater sanieren!
Fakt ist – Sie werden das in einigen Tagen oder Wochen auch hören –, zum Beispiel im Vergleich zum Bundesvoranschlag 2013, UG 22 (Abg. Stefan: Da brauchen Sie ja nur die Latte ganz niedrig zu legen!), habe ich um 250 Millionen weniger ausgegeben, als im Bundesvoranschlag vorgesehen ist. 2014 wird es auch so sein, und 2015 wird es auch so sein. – Punkt 1. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und was passiert jetzt mit dem Geld? – Ruf bei der FPÖ: Bundestheater sanieren!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ich möchte Ihnen auch mitteilen, dass es hier im Haus eine Partei gibt, die immer wieder davon redet, dass wir Kosten begrenzen müssen, dass wir bei den Kosten sparen müssen, und genau diese Partei hat mir – und nicht nur mir, sondern auch dem Nationalrat – den massiven Wunsch vorgelegt, die Mindestpensionen auf ein Niveau zu erhöhen, das jährlich Mehrkosten von 6 Milliarden € ausmachen würde, sie hat aber nicht dazugesagt, wie sie das bedecken will. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, aber wenn es nicht angenommen wird?
Meine Damen und Herren, Entschuldigung, wir sind eines der ganz wenigen Länder, in denen es eine Urlauberaktion gibt, Pflegekarenz gibt, Pflegeteilzeit gibt. Wir haben das alles zur Verfügung, genauso wie die sozialversicherungsrechtliche Absicherung der pflegenden Angehörigen. Das haben wir! (Abg. Kickl: Das sollte Sie nachdenklich machen! Wenn es so wenige annehmen, dann stimmt das Angebot nicht! – Zwischenruf der Abg. Tamandl.) – Oh ja, das Angebot stimmt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, aber wenn es nicht angenommen wird?), nur vergessen Sie immer Folgendes: Reden Sie doch mit Betroffenen, ob die das überhaupt annehmen können, ob die das annehmen wollen! (Abg. Kickl: Ja, aber Sie müssen doch ein Angebot machen, das man annimmt! – Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.) Das ist doch genauso wie beim Angebot der sozialversicherungsrechtlichen Absicherung der pflegenden Angehörigen: Das ist das beste Angebot, das es in ganz Europa gibt (Beifall bei der SPÖ), und trotzdem wird es nur von 10 000 Menschen angenommen, weil viele der pflegenden Angehörigen nicht mehr im erwerbsfähigen Alter sind und demzufolge das Anbot auf sie nicht zutrifft. So einfach ist die Welt, und das muss man, glaube ich, zur Kenntnis nehmen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, für Sie ist die Welt einfach, für die Menschen draußen nicht!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, für Sie ist die Welt einfach, für die Menschen draußen nicht!
Meine Damen und Herren, Entschuldigung, wir sind eines der ganz wenigen Länder, in denen es eine Urlauberaktion gibt, Pflegekarenz gibt, Pflegeteilzeit gibt. Wir haben das alles zur Verfügung, genauso wie die sozialversicherungsrechtliche Absicherung der pflegenden Angehörigen. Das haben wir! (Abg. Kickl: Das sollte Sie nachdenklich machen! Wenn es so wenige annehmen, dann stimmt das Angebot nicht! – Zwischenruf der Abg. Tamandl.) – Oh ja, das Angebot stimmt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, aber wenn es nicht angenommen wird?), nur vergessen Sie immer Folgendes: Reden Sie doch mit Betroffenen, ob die das überhaupt annehmen können, ob die das annehmen wollen! (Abg. Kickl: Ja, aber Sie müssen doch ein Angebot machen, das man annimmt! – Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.) Das ist doch genauso wie beim Angebot der sozialversicherungsrechtlichen Absicherung der pflegenden Angehörigen: Das ist das beste Angebot, das es in ganz Europa gibt (Beifall bei der SPÖ), und trotzdem wird es nur von 10 000 Menschen angenommen, weil viele der pflegenden Angehörigen nicht mehr im erwerbsfähigen Alter sind und demzufolge das Anbot auf sie nicht zutrifft. So einfach ist die Welt, und das muss man, glaube ich, zur Kenntnis nehmen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, für Sie ist die Welt einfach, für die Menschen draußen nicht!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber Ihr Ziel ist, wieder schlechter zu werden!
auch in Zukunft noch verstärkt zu tun. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber Ihr Ziel ist, wieder schlechter zu werden!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der SPÖ nahestehende!
Uns ist vollkommen klar: So, wie wir uns dafür engagieren müssen, dass junge Menschen eine Ausbildung bekommen, dass junge Menschen diesen Umstieg in die Erwerbstätigkeit gut vorbereitet schaffen, genauso ist es natürlich unsere Verpflichtung, dass Menschen aus der Generation 50 plus, wenn sie arbeitslos werden – was leider passiert, wenn auch die überwiegende Zahl der Menschen aus der Generation 50 plus zum Glück im Erwerbsleben stehen –, ebenfalls eine spezielle Unterstützung bekommen, mit Eingliederungsbeihilfe, mit sozialökonomischen Betrieben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der SPÖ nahestehende!) Eines, glaube ich, kann man nicht wegwischen: Die zusätzlichen 100 Millionen, die wir genau nur für diese Gruppe – zusätzlich zu dem, was alles schon läuft – zur Verfügung stellen, die kann man nicht wegwischen und sagen, das ist nichts.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was hat er denn klargestellt?
Abgeordnete Mag. Gertrude Aubauer (ÖVP): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Herr Bundesminister, danke für Ihre Klarstellungen zum Thema Pensionen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was hat er denn klargestellt?) Gerade vorhin habe ich mit einer älteren Dame telefoniert, die uns gerade zuhört, und die hat gefragt: Bekomme ich überhaupt noch eine Pension? – Liebe Opposition! Bitte verunsichern Sie die älteren Menschen nicht! Die Pensionen sind sicher! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was ist mit den Jungen? – Abg. Kickl: Auch für die Jungen?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was ist mit den Jungen? – Abg. Kickl: Auch für die Jungen?
Abgeordnete Mag. Gertrude Aubauer (ÖVP): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Herr Bundesminister, danke für Ihre Klarstellungen zum Thema Pensionen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was hat er denn klargestellt?) Gerade vorhin habe ich mit einer älteren Dame telefoniert, die uns gerade zuhört, und die hat gefragt: Bekomme ich überhaupt noch eine Pension? – Liebe Opposition! Bitte verunsichern Sie die älteren Menschen nicht! Die Pensionen sind sicher! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was ist mit den Jungen? – Abg. Kickl: Auch für die Jungen?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was denn im Speziellen?
Weniger Frühpensionen, natürlich ist das eine Kraftanstrengung, aber diese Regierung geht es an. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was denn im Speziellen?) Wir haben alle die berühmte Karotte vor der Nase. Wenn alle, die in Frühpension gehen könnten – ein Jahrgang –, nur um zwei Wochen später in Pension gehen, dann würden wir uns
Abg. Kickl: Da könnten wir dann wieder dem Ostermayer was geben! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Damit das Burgtheater saniert wird!
50 Millionen € sparen, gutes Geld, um das wieder in neue Jobs zu investieren. (Abg. Kickl: Da könnten wir dann wieder dem Ostermayer was geben! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Damit das Burgtheater saniert wird!) – Ein guter Ansatz, Herr Kickl! Ich lade Sie ein, auch da mitzuarbeiten.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Noch nie so viele Arbeitslose!
Aktivieren statt pensionieren: Wir brauchen natürlich auch die geeigneten Jobs für Ältere. Was tut die Regierung? – Sie startet eine Offensive für Ältere, 370 Millionen € in den nächsten Jahren für Förderungen, Eingliederungsbeihilfen, Umschulungen. Also da wird Positives getan, und wir hatten ja auch noch nie so viele ältere Beschäftigte wie jetzt. Auch das bitte ich Sie anzuerkennen! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Noch nie so viele Arbeitslose!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja?! Beim Pflegegeld!
Es zeigt sich in dem Budget ganz genau, Sie brauchen es ja nur genau zu studieren: Auf der einen Seite wird gespart. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja?! Beim Pflegegeld!) Ein Beispiel: Die pflegegeldauszahlenden Stellen wurden von 305 auf nur 7 reduziert, also sparen wir in der Verwaltung. Auf der anderen Seite wird gescheit investiert, also für neue Jobs, investiert in die Zukunft.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Genau genommen 74!
Wir brauchen diese Panikmache nicht, im Gegenteil, machen wir den Menschen doch wieder Mut! Wir brauchen nur ein paar Meter weiter zu schauen: in die Parlamentscafeteria. Da gibt es den Ober Rudi. Und für alle, die ihn nicht kennen (Ruf: Den kennt jeder hier!): Er ist nicht nur ein eifriger Kellner, sondern er ist auch über 70 (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Genau genommen 74!) und noch immer mit Begeisterung im Job! (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen sowie des Abg. Franz.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja das war ein ... Unterschied, richtig!
Ein paar Worte noch zu den Kolleginnen und Kollegen der Freiheitlichen und vor allem an Sie, geschätzte Zuseherinnen und Zuseher: Ich denke mir, wenn Sie sich den Unterschied der Reden – inhaltlich und auch in der Qualität – noch einmal in Erinnerung rufen, die Reden von Herrn Kollegen Kickl, Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein und unserem Minister Hundstorfer (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja das war ein ... Unterschied, richtig!), werden Sie hundertprozentig sicher sehen, wer in diesem Land für stabile Verhältnisse sorgt – davon bin ich überzeugt –, wer in diesem Land für sozialen Ausgleich sorgt, wer in diesem Land mit viel Optimismus, Kollegin Belakowitsch, Kollege Kickl, mit viel Zuversicht, mit viel Verantwortung und ich möchte auch sagen, sehr unaufgeregt und sehr sachlich die Probleme anpackt und Lösungen findet, und wer unser Land nur schlechtredet, so wie Sie das getan haben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Der Proporz und die Privilegien ...!)
Abg. Kickl: Falsche Zahlen! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Jetzt noch ein paar Worte, weil ich SP-Behindertensprecherin bin, zum Budget für behinderte Menschen. (Abg. Kickl: Falsche Zahlen! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Im Sozialbudget finden sich 170 Millionen € für wichtige Maßnahmen für Menschen mit Behinderungen, für die Integration auf dem Arbeitsmarkt. Der Sozialdemokratie ist es in diesem Bereich, wie in vielen anderen Bereichen, ganz, ganz besonders wichtig, dass Menschen Arbeit haben. Das gilt natürlich auch für Menschen mit Behinderungen. (Abg. Neubauer: Seit 1995 haben wir den Index nicht angepasst!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: Dass der nicht für die EU-Wahl kandidiert! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der Mann für alles!
In diesem Sinne bin ich froh darüber, dass unser Bundesminister Hundstorfer in Österreich für Sozialpolitik, für Arbeitsmarktpolitik, für Pflegepolitik und für die Pensionen verantwortlich ist, denn damit ist garantiert, dass wir auch in Zukunft einen sozialen Weg in diesem Land weitergehen werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: Dass der nicht für die EU-Wahl kandidiert! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der Mann für alles!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die SPÖ wird rausgewählt!
Geschätzte Damen und Herren, meine Redezeit ist schon fast zu Ende. Ich meine, dieses Budget trägt eine soziale Handschrift, und es ist wichtig, dass am 25. Mai ein soziales Europa installiert wird und Österreich auch einen wesentlichen Teil dazu beitragen wird, weil gerade der SPÖ und uns Österreichern soziale Anliegen nicht egal sein dürfen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die SPÖ wird rausgewählt!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Kickl – in Richtung Bundesminister Hundstorfer –: Sie sagen nachher was dazu? Da muss ich noch warten? – Bundesminister Hundstorfer: In ungefähr zwei Stunden! – Abg. Kickl: Sie sind unentspannt, irgendwie! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, so unlocker, die Körperhaltung! – Bundesminister Hundstorfer: Total entspannt!
wählen! – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Kickl – in Richtung Bundesminister Hundstorfer –: Sie sagen nachher was dazu? Da muss ich noch warten? – Bundesminister Hundstorfer: In ungefähr zwei Stunden! – Abg. Kickl: Sie sind unentspannt, irgendwie! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, so unlocker, die Körperhaltung! – Bundesminister Hundstorfer: Total entspannt!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer ist das? Sagen Sie, wer das sein soll!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren, genau darum geht es. BUAK und Finanzpolizei haben jetzt ein ordentliches Instrument in der Hand. (Abg. Walter Rosenkranz: Sie sagen es jetzt! Und Sie nehmen es zu Protokoll! Nennen Sie Namen!) Das passt natürlich so manchen nicht, wie Ihre Reaktionen jetzt zeigen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer ist das? Sagen Sie, wer das sein soll!) Aber die Zahlen sprechen für sich. In den letzten Jahren wurden 75 000 Betriebe kontrolliert. 200 000 ArbeitnehmerInnen wurden kontrolliert, 16 Millionen € an Strafen wurden beantragt. Das heißt, da gab es wirklich Handlungsbedarf, und darum war es so wichtig, dass dieses Gesetz erlassen wurde. (Abg. Walter Rosenkranz: Nennen Sie Namen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie können ja nicht etwas behaupten, was Sie nicht wissen!
Es wird jetzt versucht, gesetzliche Optimierungen und Nachschärfungen umzusetzen. Ich hoffe, das geht über die Bühne, denn es ist einfach wichtig, dass nicht nur der Grundlohn überprüft wird, sondern dass in Zukunft das gesamte Entgelt überprüft wird. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie können ja nicht etwas behaupten, was Sie nicht wissen!) Für uns ist wichtig: Wir wollen einfach gleichen Lohn für gleiche Arbeit am selben Ort.
Die Abgeordneten Kickl und Walter Rosenkranz: Jetzt nennen Sie die Namen! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Einen wenigstens!
Und, Frau Abgeordnete, weil Sie sich gar so echauffieren und weil Sie sich so aufregen: Es gehören schon Nerven dazu, Frau Abgeordnete Belakowitsch-Jenewein, wenn Sie sich herstellen und die Bundesregierung auffordern, Maßnahmen gegen Lohn- und Sozialdumping zu setzen. (Abg. Kickl: Das wollen Sie seit 50 Jahren! Jedes Jahr am 1. Mai verlangen Sie das Gleiche!) Sie waren es, die 2011 ganz massiv gegen dieses Gesetz aufgetreten sind (Abg. Kickl: Das ist ein Papiertiger!), es torpediert haben und auch nicht mitgestimmt haben im Gegensatz zu allen anderen Fraktionen hier im Haus. (Die Abgeordneten Kickl und Walter Rosenkranz: Jetzt nennen Sie die Namen! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Einen wenigstens!) Aber jetzt stellen Sie sich her, so wie es halt immer Ihre Masche ist: Wasser predigen, aber Wein trinken. Die Menschen werden Ihnen das nicht abnehmen. Ich möchte Ihnen das von dieser Stelle aus noch
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stehen Sie auch hinter der Immunität? – Abg. Walter Rosenkranz: Ein Immunitätsflüchtling!
einmal ganz klar sagen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stehen Sie auch hinter der Immunität? – Abg. Walter Rosenkranz: Ein Immunitätsflüchtling!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, noch schlimmer!
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Weil hier gerade gesagt wurde, Unwahrheit und so weiter. – Sie haben ein Paradebeispiel vom Herrn Abgeordneten Neubauer gehört, wie man mit Zahlen umgeht und dann meint, man hat die Wahrheit. Es gibt bei der Stadt Wien nicht 60 000 Mitarbeiter, Herr Abgeordneter, sondern 76 000. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, noch schlimmer!) – Das ist einmal Punkt eins.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Einer davon steht da!
Punkt zwei sollten Sie aber wissen, dass es 53 000 ASVG-Versicherte sind, die in keiner der vom Rechnungshof veröffentlichten Statistiken auch nur ansatzweise auftauchen, weil das ganz normale nach dem ASVG versicherte Dienstverhältnisse sind. Die Stadt hat nur mehr 23 000 Pragmanen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Einer davon steht da!) – Einer davon steht vor Ihnen. – Diese 23 000 Pragmanen werden monatlich weniger. Warum werden sie monatlich weniger? – Weil seit 15 Jahren überhaupt nicht mehr pragmatisiert wird.
Allgemeine Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gescheiter, Sie würden in Pension gehen!
Nächster Punkt: Das Pensionssystem ist vereinheitlicht. Sie als ehemaliger Landesbediensteter sollten das eigentlich wissen. (Abg. Neubauer: Was heißt „ehemaliger“? Das hätten Sie gerne!) – Entschuldigung, Sie sind auch noch ... (Ruf: Noch immer!? Na, das auch noch!) Noch immer. Na bitte! Ich habe geglaubt, Sie sind schon in Pension. (Allgemeine Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gescheiter, Sie würden in Pension gehen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe eh einen Antrag eingebracht!
Das Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz betreffend kann ich Sie nur noch einmal einladen, dem beizutreten. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe eh einen Antrag eingebracht!) – Sind 16 Millionen Strafen nichts? Weil man da meint, das ist ein „Papiertiger“. Sind 13 für den österreichischen Arbeitsmarkt gesperrte Betriebe gar nichts? Sind 50 Prozent österreichische Eigentümer von den geprüften Betrieben gar nichts? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das sagen Sie jedes Mal!) – Es ist so, Frau Abgeordnete! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es ist leider so! Sie erzählen irgendwelche Geschichten, und keiner kann sie nachvollziehen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das sagen Sie jedes Mal!
Das Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz betreffend kann ich Sie nur noch einmal einladen, dem beizutreten. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe eh einen Antrag eingebracht!) – Sind 16 Millionen Strafen nichts? Weil man da meint, das ist ein „Papiertiger“. Sind 13 für den österreichischen Arbeitsmarkt gesperrte Betriebe gar nichts? Sind 50 Prozent österreichische Eigentümer von den geprüften Betrieben gar nichts? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das sagen Sie jedes Mal!) – Es ist so, Frau Abgeordnete! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es ist leider so! Sie erzählen irgendwelche Geschichten, und keiner kann sie nachvollziehen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es ist leider so! Sie erzählen irgendwelche Geschichten, und keiner kann sie nachvollziehen!
Das Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz betreffend kann ich Sie nur noch einmal einladen, dem beizutreten. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe eh einen Antrag eingebracht!) – Sind 16 Millionen Strafen nichts? Weil man da meint, das ist ein „Papiertiger“. Sind 13 für den österreichischen Arbeitsmarkt gesperrte Betriebe gar nichts? Sind 50 Prozent österreichische Eigentümer von den geprüften Betrieben gar nichts? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das sagen Sie jedes Mal!) – Es ist so, Frau Abgeordnete! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es ist leider so! Sie erzählen irgendwelche Geschichten, und keiner kann sie nachvollziehen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, stimmt!
Sie können da jetzt machen, was Sie wollen. Ihr Problem ist, dass wir das Gesetz haben. Das Gesetz ist da. Am meisten prüft die Finanzpolizei, hochqualifiziert und gut drauf, dann prüfen die Gebietskrankenkassen und dann die BUAK. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, stimmt!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weil Sie es ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Auch wenn Sie jetzt diese saloppe Äußerung machen, werde ich nicht auf das eingehen, denn Sie wissen ganz genau, dass das die Finanzpolizei gar nicht prüfen kann, denn das Stehen auf der Straße ist nicht strafbar. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weil Sie es ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) In dem Augenblick, wo jemand einsteigt und dann schwarz dort arbeitet, wird geprüft, und dann gibt es auch Strafen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber da brauchen Sie mehr Personal!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber da brauchen Sie mehr Personal!
Auch wenn Sie jetzt diese saloppe Äußerung machen, werde ich nicht auf das eingehen, denn Sie wissen ganz genau, dass das die Finanzpolizei gar nicht prüfen kann, denn das Stehen auf der Straße ist nicht strafbar. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weil Sie es ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) In dem Augenblick, wo jemand einsteigt und dann schwarz dort arbeitet, wird geprüft, und dann gibt es auch Strafen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber da brauchen Sie mehr Personal!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was sagen Sie eigentlich zum Antrag zu Lohn- und Sozialdumping?
Wir sollten uns dann auch darauf einigen, und da warte ich immer noch auf einen Aufschrei der Freiheitlichen, dass Sie endlich auch einmal dabei sind zu sagen: Liebe österreichische Firmen, beschäftigt keine Schwarzarbeiter, gebt keine Aufträge! – Punkt eins. (Rufe bei der FPÖ: Ja, genau!) – Nein, das habe ich von Ihnen noch nie gehört. Überhaupt noch nie. Da ist das große Schweigen Ihrerseits. Jeder, der schwarz arbeitet, hat einen österreichischen Auftraggeber. (Abg. Walter Rosenkranz: Hören Sie auf!) Darüber sollten wir uns im Klaren sein, und da sollten Sie einmal massiv mitwirken, auch bei Ihren Wirtschaftstreibenden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was sagen Sie eigentlich zum Antrag zu Lohn- und Sozialdumping?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Erst informieren!
Hausbesitzerpartie gibt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Erst informieren!) Ich nehme zur Kenntnis, dass es das dort nicht gibt. Ist auch okay. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Nein, nein, ich rede von den Besitzern.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist doch Ihre Aufgabe!
Nehmen Sie doch zur Kenntnis, dass wir im Konsumentenschutz gewisse Dinge nur lösen können, wenn wir sie gesamteuropäisch lösen! (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm. – Abg. Neubauer: ... fünf Jahre!) Das sind unter anderem der Internethandel, die Pauschalreiserichtlinie, die Frage der Zahlungen, und das ist unter anderem auch die Frage der Lebensmittel. Wenn Sie wirklich wissen wollen, was los ist, dann reden Sie doch mit der österreichischen Lebensmittelindustrie, welche Vorschriften sie einhalten muss, um unsere hochwertigen Produkte überhaupt in gewisse Länder exportieren zu dürfen! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist doch Ihre Aufgabe!) Demzufolge ist es doch sinnvoll, dass gewisse Verbraucherrichtlinien in der EU gemeinsam gestaltet werden.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist sehr wohl das Thema! Natürlich ist das Thema!
Was auch klar und sinnvoll ist, dass wir beim Gen-Mais, bei irgendwelchen Chlorhühnern und so weiter eine klare Position haben. Das ist ja auch gar nicht das Thema, da haben wir eine klare Position. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist sehr wohl das Thema! Natürlich ist das Thema!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weil die Menschen die Lebensmittel alle im Internet einkaufen!
Klar ist, dass wir dieses gemeinsame Europa gerade für die österreichische Lebensmittelindustrie wie auch für die Verbraucher brauchen, denn im Internethandel gibt es keine österreichischen Grenzen. Im Internethandel können wir die Konsumenten nur durch ein gemeinsames Europa schützen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weil die Menschen die Lebensmittel alle im Internet einkaufen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo sind Sie Bürgermeister?
Als Bürgermeister wirtschafte ich in meiner Gemeinde so, dass ich das gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern vertreten kann. Deshalb bin ich froh, dass unser Finanzminister ebenfalls diesen Weg eingeschlagen hat und auf das Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler schaut. So eine Politik kann auch ich in meiner Gemeinde vertreten (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo sind Sie Bürgermeister?) – im Gegenteil zu den NEOS, die diese Politik nicht einmal mehr hier im Hohen Haus verantworten wollen. Wenn diese Debattenverweigerung allerdings die Politik der NEOS sein soll, dann gute Nacht! Wir wurden doch alle gewählt, um das Volk hier im Hohen Haus zu vertreten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ich sehe die Situation ganz, ganz anders. Ich kann zu meiner Freude feststellen, dass es, obwohl die tatsächlichen Ausgaben im Gesundheitsbereich – das möchte ich ja gar nicht beschönigen – um 11 Millionen sinken werden, trotzdem gelingt, eine Leistungserweiterung herbeizuführen, weil für uns oberste Prämisse war, auch in schwierigen Budgetzeiten für mehr Gesundheit in der österreichischen Bevölkerung Sorge zu tragen. Und so ist es, wie ich auch schon vorgestern im Rahmen der Aktuellen Stunde ausführen durfte, gelungen, eine Gesundheitsreform auf die Beine zu stellen, die sich sehen lassen kann, Frau Dr. Belakowitsch-Jenewein (Abg. Riemer: Im 20. Jahrhundert, aber nicht im 21.!), und die ein modernes, aber auch qualitätvolles und leistungsfähiges Gesundheitssystem in Zukunft gewährleistet. Das Wichtigste für uns ist, dass dabei die Menschen im Mittelpunkt stehen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf des Abg. Karlsböck – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Zum Wohle der Verwaltung! Nur zum Wohle der Verwaltung!
Ich fordere alle Beteiligten auf – und das habe ich schon öfter hier gesagt –, welche die Unterschrift unter diesen Bundeszielsteuerungsvertrag gesetzt haben, mit den öffentlichen Scharmützeln aufzuhören und dieses ehrgeizige Ziel, welches gemeinsam erarbeitet wurde, zum Wohle der Patientinnen und Patienten jetzt einer Umsetzung zuzuführen (Zwischenruf des Abg. Karlsböck – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Zum Wohle der Verwaltung! Nur zum Wohle der Verwaltung!), denn mit diesem Schritt wird gewährleistet, dass die Gesundheit aller Menschen in Österreich verbessert wird.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Erklären Sie die 20 Millionen nächstes Jahr, was wollen Sie damit machen?! – Abg. Riemer: Niveaulos!
Das darf aber nicht scheitern, denn es kann nicht sein, dass im 21. Jahrhundert der soziale Status einer Familie an den Zähnen ihrer Kinder abgelesen wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Erklären Sie die 20 Millionen nächstes Jahr, was wollen Sie damit machen?! – Abg. Riemer: Niveaulos!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie sind ja völlig überfordert!
Darüber hinaus wird es auch noch eine Erweiterung des Gratis-Kinderimpfprogramms um die HPV-Impfung geben, um dadurch in weiterer Folge die Bevölkerung noch mehr vor übertragbaren Krankheiten zu schützen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie sind ja völlig überfordert!) – Wenn jemand überfordert ist, Frau Dr. Belakowitsch-Jenewein, dann sind Sie das.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das hat er gar nicht gesagt ...!
Ich denke da an eine flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln. Der Ausbau des Kinder-Impfprogrammes ist mit 15 Millionen € eingestellt, der Aktionsplan Ernährung, Implementierung des nationalen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms. Da gebe ich dem Kollegen Rasinger recht: Wir haben eines der weltbesten Screening-Programme. Wir müssen nur schauen, dass wir auch bei den Zugängen zu den Weltbesten zählen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das hat er gar nicht gesagt ...!)
ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der Grünen – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die gibt’s doch gar nicht! Die Liste 1 ist doch „OK“!
Damit appelliere ich an alle wirtschaftlich denkenden Menschen in Österreich: Wählen Sie Liste 1, Österreichische Volkspartei (ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der Grünen – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die gibt’s doch gar nicht! Die Liste 1 ist doch „OK“!), denn mit unseren Spitzenkandidaten Othmar Karas, Elli Köstinger und unserem
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Liste 1 ist doch „OK“!
Herr Kollege Strolz sieht das ja in seinem gestrigen Posting genauso, nur: Was er gepostet hat, ist schlichtweg Wählertäuschung, denn Othmar Karas kann man nur ins Europäische Parlament wählen, wenn Sie Liste 1, Österreichische Volkspartei, ankreuzen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Liste 1 ist doch „OK“!) Das, was da gepostet wurde, fällt in die Kategorie „die geistige Windstille durch operative Hektik ersetzen“. Darum verstehe ich jetzt auch, wieso Sie von den Medien die Duracell-Partei genannt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 30
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Deswegen hätte ich mir erwartet, Sie hätten sich in diesem halben Jahr an der Arbeit beteiligt, wir hätten eventuell gemeinsam an einem Strang gezogen und vielleicht auch noch mehr herausgeholt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Wir haben versucht, konstruktiv zu sein, uns einzubringen, zumindest dahin gehend, dass wir in Richtung eines einheitlichen Systems kommen. (Abg. Kickl: Begräbnis erster Klasse! Das kann sich die Regierung nur wünschen: eine solche Opposition wie die Grünen!)
Beifall bei den NEOS. – Heiterkeit der Abgeordneten Kickl und Belakowitsch-Jenewein.
In diesen Tagen bekommen die ersten normalsterblich sozialversicherten Leute ihre Pensionskonto-Erstgutschrift nach Hause zugeschickt, und ich bin mir sicher, einige Hundert hat es schon vor Schreck angesichts der niedrigen Zahl, die sie da gesehen haben, in den Sessel gepickt. Ab Jahrgang 1955 gilt das Pensionskonto für die normalen Österreicher, für die Beamten gilt es ab Jahrgang 1976. Und warum? – Weil da halt wieder jemand seine Klientel geschützt hat. Die Beamten kommen einfach 21 Jahre später dran. Ein Schelm, wer glaubt, dass beim Verhandeln dieser Regelung der jüngste Jahrgang, der am Tisch gesessen ist, ein 75er gewesen sei. (Beifall bei den NEOS. – Heiterkeit der Abgeordneten Kickl und Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum eigentlich „grundsätzlich“?
Die ÖH ist grundsätzlich in Opposition zum Ministerium, wenn es Streitigkeiten gibt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum eigentlich „grundsätzlich“?) Das Ministerium ist der natürliche Gegner der ÖH. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum ist das ein „natürlicher Gegner“?) Es gibt natürlich Kooperation, aber es gibt viele Bereiche, gerade was die Studiengebühren betrifft, in denen das Ministerium der erste Ansprechpartner ist. Es muss darauf geachtet werden, dass das nicht missbräuchlich verwendet werden kann. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bitte sagen Sie das noch einmal mit dem „natürlichen Gegner“!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum ist das ein „natürlicher Gegner“?
Die ÖH ist grundsätzlich in Opposition zum Ministerium, wenn es Streitigkeiten gibt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum eigentlich „grundsätzlich“?) Das Ministerium ist der natürliche Gegner der ÖH. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum ist das ein „natürlicher Gegner“?) Es gibt natürlich Kooperation, aber es gibt viele Bereiche, gerade was die Studiengebühren betrifft, in denen das Ministerium der erste Ansprechpartner ist. Es muss darauf geachtet werden, dass das nicht missbräuchlich verwendet werden kann. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bitte sagen Sie das noch einmal mit dem „natürlichen Gegner“!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bitte sagen Sie das noch einmal mit dem „natürlichen Gegner“!
Die ÖH ist grundsätzlich in Opposition zum Ministerium, wenn es Streitigkeiten gibt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum eigentlich „grundsätzlich“?) Das Ministerium ist der natürliche Gegner der ÖH. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum ist das ein „natürlicher Gegner“?) Es gibt natürlich Kooperation, aber es gibt viele Bereiche, gerade was die Studiengebühren betrifft, in denen das Ministerium der erste Ansprechpartner ist. Es muss darauf geachtet werden, dass das nicht missbräuchlich verwendet werden kann. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bitte sagen Sie das noch einmal mit dem „natürlichen Gegner“!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Da gesagt wurde, das Motiv der schwarz-blauen Koalition, die indirekte Wahl zu haben, wäre es gewesen, die Hochschülerschaft auszuschalten, darf ich sagen, dass genau die Vertretung, die dazumal die ÖH-Politik auch inhaltlich wesentlich mitbestimmt hat, nämlich die Aktionsgemeinschaft, auch für die Änderung des Gesetzes in Richtung direkter Wahl eingetreten ist. Daher kann dieses versteckte Motiv, man möchte da irgendetwas zementieren, nicht wirklich gestimmt haben, oder die Überlegung dazu war falsch. Daher freue ich mich, dass hier wirklich alle wesentlichen Gruppen im Bereich der Hochschülerschaft mitgewirkt haben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Es waren einige Anlassfälle. Kollege Karlsböck hat ja ein Café schon genannt. Und es gibt auch eine Druckerei, wo auch ein Problem aufgetreten ist. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) – Ja, ich weiß, wie sie heißt, nämlich Facultas. In diesem Zusammenhang gehört es meiner Meinung nach zu den Aufsichtsnotwendigkeiten, hier zu präzisieren, aber nicht zu verschärfen. Und ich kann da sagen: Wir sind sehr sensibel vorgegangen!
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das war aber eine gute Mitteilung!
Meine Damen und Herren, das ist eine geschäftsordnungsmäßige Mitteilung, die weder mit Applaus noch mit Missfallen quittiert werden sollte! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das war aber eine gute Mitteilung!)
Zwischenruf bei der FPÖ – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Können Sie zur Sonderpension ein bisserl was sagen?
Herr Abgeordneter Kickl, ich glaube, Sie erinnern sich genauso wie viele von uns hier herinnen, wie – ich sage es einmal so – der Aufstieg der FPÖ begann. Der Aufstieg der FPÖ begann mit Jörg Haider (Zwischenruf bei der FPÖ – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Können Sie zur Sonderpension ein bisserl was sagen?) in einer „Pressestunde“ oder etwas Ähnlichem und der Frage der OeNB-Pensionen. Also wir erinnern uns alle an das Taferl – man kann sich das auf YouTube auch jetzt noch anschauen – mit den Pensionen der Oesterreichischen Nationalbank.
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Deimek.
Herr Abgeordneter Kickl, lesen Sie heute bei dem von Ihnen ach so geliebten Herrn Marin im „Standard“ nach! (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Deimek.) Marin hat relativ klar gesagt, was Sie gemacht haben. Sie sind in der Diskussion draufgekommen – ich habe Ihnen schon gesagt, es war mit allen Fraktionen eine sehr konstruktive Diskussion und ein sehr konstruktiver Prozess (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber noch nicht fertig! – Zwischenruf des Abg. Kickl) –, dass sich mit diesem Thema und mit dem Versuch der populistischen Neiddiskussion Kleingeld machen lässt und möglicherweise auch großes Geld. (Abg. Darmann: Gesetz schönreden!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber noch nicht fertig! – Zwischenruf des Abg. Kickl
Herr Abgeordneter Kickl, lesen Sie heute bei dem von Ihnen ach so geliebten Herrn Marin im „Standard“ nach! (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Deimek.) Marin hat relativ klar gesagt, was Sie gemacht haben. Sie sind in der Diskussion draufgekommen – ich habe Ihnen schon gesagt, es war mit allen Fraktionen eine sehr konstruktive Diskussion und ein sehr konstruktiver Prozess (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber noch nicht fertig! – Zwischenruf des Abg. Kickl) –, dass sich mit diesem Thema und mit dem Versuch der populistischen Neiddiskussion Kleingeld machen lässt und möglicherweise auch großes Geld. (Abg. Darmann: Gesetz schönreden!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt ja!
Dann geht man zum Schluss her und sagt: Ja, aber die Länder sind nicht dabei. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt ja!) Die Länder sind nicht dabei, das ist dann sozusagen das letzte Argument, um hier aussteigen zu können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, nicht das letzte! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es haben bereits vier Länder zugesagt, mit Oberösterreich an der Spitze, das auf Punkt und Beistrich umzusetzen, meine Damen und Herren! Die Ermächtigung steht ja im Gesetz drin. Daher sollte man hier nicht so tun, als ob das von den Ländern nicht mitgetragen würde. Vier haben bereits auch mit Aussendungen, auch in den Medien zugesagt, dass das für ihre Bereiche umgesetzt wird. (Abg. Kickl: Der Wiener Bürgermeister kann es gar nicht erwarten!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, nicht das letzte! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Dann geht man zum Schluss her und sagt: Ja, aber die Länder sind nicht dabei. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt ja!) Die Länder sind nicht dabei, das ist dann sozusagen das letzte Argument, um hier aussteigen zu können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, nicht das letzte! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es haben bereits vier Länder zugesagt, mit Oberösterreich an der Spitze, das auf Punkt und Beistrich umzusetzen, meine Damen und Herren! Die Ermächtigung steht ja im Gesetz drin. Daher sollte man hier nicht so tun, als ob das von den Ländern nicht mitgetragen würde. Vier haben bereits auch mit Aussendungen, auch in den Medien zugesagt, dass das für ihre Bereiche umgesetzt wird. (Abg. Kickl: Der Wiener Bürgermeister kann es gar nicht erwarten!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie! Das ist ja eindeutig!
Abgeordnete Mag. Judith Schwentner (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Werte Zuschauerinnen und Zuschauer! Herr Minister! Herr Kollege Kickl, ich frage mich jetzt schon langsam, wer da umgefallen ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie! Das ist ja eindeutig!) – Nicht wir. Ich stehe hier sehr aufrecht. Und ich kann ziemlich gut zu dem stehen, was wir mitverhandelt haben, was wir gemacht haben und was wir heute abstimmen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kickl: Na, bravo!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Darum haben sie ja zustimmen müssen!
Jetzt komme ich auch gleich wieder – ich habe es heute am Vormittag schon erwähnt – zum Bundesland Wien, wo die Grünen in der Regierung sind. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Darum haben sie ja zustimmen müssen!) Und hier nun der Appell und auch das Unverständnis gegenüber der grünen Fraktion, sich doch stärker einzusetzen, wenn die Frau Stadträtin Frauenberger schreibt, dass man eigentlich gar nicht vorhabe, das in irgendeinem Bereich nachzuvollziehen, weil die Beamtinnen und Beamten der Gemeinde Wien in keiner Weise mit den Beamtinnen und Beamten auf Bundesebene vergleichbar wären, da ja ganz andere Aufgaben durchzuführen sind. Ob und wie weit irgendetwas gemacht werde, müsse man sich erst anschauen. – Das geht doch wirklich nicht. Sie sind dort in Regierungsverantwortung, und Sie müssen auch darauf schauen, dass gerade Wien diese Regelung nachvollzieht, in absehbarer Zeit! (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Neubauer: Reden Sie jetzt von der Luxuspension? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welches Antrittsalter haben Sie erhöht? Für wen?
Weil die Forderungen des Rechnungshofs angesprochen wurden, meine Damen und Herren: Die Forderungen sind mehr als erfüllt! Der Pensionsbeitrag wurde eingeführt, das Antrittsalter wurde erhöht, die Durchrechnung wurde eingeführt. Und was den Pensionssicherungsbeitrag betrifft – das muss man ja kumuliert sehen. Daher glaube ich, dass die Forderungen des Rechnungshofs übererfüllt wurden. (Abg. Neubauer: Reden Sie jetzt von der Luxuspension? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welches Antrittsalter haben Sie erhöht? Für wen?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich glaube, die haben auch nicht verstanden, was Sie wollen!
Sie haben die Kollegin Tamandl besucht. – Ich hoffe, ihr habt euch die Diskussion heute ordentlich angehört und könnt die Schlüsse daraus ziehen, was wir Sozialdemokraten und die andere der beiden Regierungsfraktionen, nämlich die ÖVP, wollen und was die Populisten der FPÖ vorhaben. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich glaube, die haben auch nicht verstanden, was Sie wollen!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Zusätzlich ist das Ganze extrem problematisch, wir kennen die ganze Diskussion um den Braindrain. Unsere eigenen Hochqualifizierten wandern ab (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), und das zunehmend, darüber muss man auch diskutieren, das ist gar keine Frage. Aber wenn die schon weggehen, dann könnte man doch ernsthaft überlegen, ob wir nicht vielleicht die Möglichkeit schaffen sollten, dass Hochqualifizierte aus dem Ausland zu uns kommen, das wollen sie ja auch. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die wollen gar nicht herkommen!) – Wenn Sie sich die Statistiken anschauen, dann werden Sie sehen, wie viele von denen, die hier studiert haben, hier bleiben wollen und wie viele wir wieder nach Hause schicken, das ist eine andere Sache.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die wollen gar nicht herkommen!
Zusätzlich ist das Ganze extrem problematisch, wir kennen die ganze Diskussion um den Braindrain. Unsere eigenen Hochqualifizierten wandern ab (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), und das zunehmend, darüber muss man auch diskutieren, das ist gar keine Frage. Aber wenn die schon weggehen, dann könnte man doch ernsthaft überlegen, ob wir nicht vielleicht die Möglichkeit schaffen sollten, dass Hochqualifizierte aus dem Ausland zu uns kommen, das wollen sie ja auch. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die wollen gar nicht herkommen!) – Wenn Sie sich die Statistiken anschauen, dann werden Sie sehen, wie viele von denen, die hier studiert haben, hier bleiben wollen und wie viele wir wieder nach Hause schicken, das ist eine andere Sache.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Zum Schluss noch ganz kurz, weil meine Redezeit de facto schon vorbei ist, zum Antrag des Kollegen Kickl, der jetzt leider nicht da ist – ah, da hinten ist er und telefoniert –: Den Antrag können Sie nicht wirklich ernst meinen, oder? (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Das ist absurd! Abgesehen davon, dass es rechtlich de facto nicht funktioniert, dass man Menschen hier weniger Mindestsicherung zahlt, ist der Gedanke nicht nachvollziehbar.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Und wenn Sie mich zum Beispiel kritisieren und behaupten, dass ich Schwarzarbeit unterstütze, dann muss ich sagen, Frau Abgeordnete, es wäre gut gewesen, Sie hätten sich erkundigt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Es geht um undokumentierte Arbeit. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Schwarzarbeit!) Und warum geht es um undokumentierte Arbeit? – Weil es Menschen gibt, die dort schwarz arbeiten, weil es einen österreichischen Auftraggeber gibt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Schwarzarbeit!
Und wenn Sie mich zum Beispiel kritisieren und behaupten, dass ich Schwarzarbeit unterstütze, dann muss ich sagen, Frau Abgeordnete, es wäre gut gewesen, Sie hätten sich erkundigt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Es geht um undokumentierte Arbeit. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Schwarzarbeit!) Und warum geht es um undokumentierte Arbeit? – Weil es Menschen gibt, die dort schwarz arbeiten, weil es einen österreichischen Auftraggeber gibt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Also alles, was die Schwarzarbeiter dürfen !
Wissen Sie, wer mich interessiert? – Der österreichische Auftraggeber interessiert mich. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Also alles, was die Schwarzarbeiter dürfen !) Den will ich bekämpfen, dann ist automatisch das Schwarzarbeit-Problem gelöst. Und das ist das Thema. (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei SPÖ und Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Wissen Sie, wer mich interessiert? – Der österreichische Auftraggeber interessiert mich. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Also alles, was die Schwarzarbeiter dürfen !) Den will ich bekämpfen, dann ist automatisch das Schwarzarbeit-Problem gelöst. Und das ist das Thema. (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wozu brauchen ?
Darum geht es: Es geht schlichtweg darum, undokumentierte Arbeit herauszuholen und undokumentierte Arbeit abzustellen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wozu brauchen ?) Deswegen zahlen wir dieses Beratungszentrum (Beifall bei SPÖ und Grünen), weil es leider noch immer so ist, dass es in diesem Land Menschen gibt, die zu anderen Menschen sagen: Arbeite bitte schwarz!
Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ihr Problem ist, dass es die ganze Veranstaltung auf Video gibt!
Und darum machen wir diese Beratung. (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ihr Problem ist, dass es die ganze Veranstaltung auf Video gibt!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Wenn man sich das durchdenkt, so wie es der Minister gesagt hat, wenn man alles auf das Herkunftslandprinzip zurückführen würde, dann müsste man (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) – Ja eh, aber die Sozialleistungen, das geht nicht. Sie können zum Beispiel bei Lebensmitteln oder sonst irgendetwas, wo es herkommt, auch nicht sagen, das gilt nur für das hintere Haxl vom Schwein und für das vordere gilt es nicht.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, es gibt einen Bundesländer unterschiedlichen !
Es gibt Menschen, die kommen zum Beispiel aus Schweden zu uns. Die würden dann hier mehr Sozialleistungen bekommen, als sie ein Österreicher bekommt. Ist das gerecht? – Die leben ja hier in Österreich. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, es gibt einen Bundesländer unterschiedlichen !) – Die leben aber zu unseren Bedingungen, in unserem finanziellen Umfeld hier. Die leben zu unseren Bedingungen. Der Schwede zahlt genauso viel, wenn er einkaufen oder mit seinen Kindern ins Freibad geht, wie jemand anderer zahlt, der in Österreich lebt. Das durchgedacht hieße, wenn man es wieder auf die Menschen aus dem Ostblock bezieht, die zu uns kommen: Sie zahlen dem entweder wenig oder gar nichts, wenn es nach dem Herkunftslandprinzip geht. Wenn er in seinem Herkunftsland nichts hat, kriegt er hier auch nichts. (Präsidentin Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Asylwerber!
Papiere auf einer Baustelle gearbeitet hat, der dann mutig genug war (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Asylwerber!) – nein, kein Asylwerber (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Oja!) –, hinzugehen und zu sagen: Passt auf, ich arbeite hier und kriege das Geld nicht. Was machen wir? Er war bei den Vereinen, und dann war die Frage: Was machen wir?
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Oja!
Papiere auf einer Baustelle gearbeitet hat, der dann mutig genug war (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Asylwerber!) – nein, kein Asylwerber (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Oja!) –, hinzugehen und zu sagen: Passt auf, ich arbeite hier und kriege das Geld nicht. Was machen wir? Er war bei den Vereinen, und dann war die Frage: Was machen wir?
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es wird alles auf Video aufgezeichnet!
Noch einmal: Jeder Schwarzarbeiter, jeder unangemeldete Undokumentierte, der hier arbeitet, hat auch einen österreichischen Arbeitgeber. Das muss man immer mitbedenken. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es wird alles auf Video aufgezeichnet!) Tolerieren wir das, dann treiben wir das Lohnniveau deutlich nach unten; wir würden es auch weiterhin nach unten treiben, wenn wir das Herkunftslandprinzip so durchjudizieren, wie Sie das machen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die kriegen eine Rechtsberatung!
Diese Beratungsstelle für undokumentierte Arbeiter sichert, dass Österreicherinnen und Österreicher und legal hier lebende Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt sind, einen ordentlichen Lohn bekommen und nicht aus dem System herausfallen. Undokumentierte Sklaven und Sklavinnen – sagen wir, wie es ist – sind im Prinzip ohne Rechte auf dem Arbeitsmarkt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die kriegen eine Rechtsberatung!)
Sitzung Nr. 34
Abg. Belakowitsch-Jenewein: 2006!
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (fortsetzend): Kollege Strache, wenn Sie jetzt so tun, als ob Sie Haider nie gekannt hätten, darf ich Sie daran erinnern, dass Sie genau damals mit ihm im Bundesparteivorstand gesessen sind. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: 2006!) Ich darf Sie daran erinnern, dass Haider es war, der die Haftungen von 4 Milliarden auf 24 hinaufgetrieben hat. (Abg. Strache: Mit ÖVP-Beschluss!)
Sitzung Nr. 36
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es geht um Scheinfirmen, nicht um Scheinselbständigkeit!
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geschätzter Herr Bundesminister! Es ist für mich schon immer verwunderlich, mit welchen zwei verschiedenen Maßen die Freiheitlichen an diese Themen herangehen. Ich möchte erinnern, im Unterausschuss zur Europäischen Union waren die Freiheitlichen gegen eine Plattform zur Bekämpfung von Scheinselbständigkeit. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es geht um Scheinfirmen, nicht um Scheinselbständigkeit!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Scheinfirmen, nicht Scheinselbständigkeit!
Ich begreife es heute noch nicht, warum Sie dagegen waren. Genau das wäre der richtige Weg gewesen wäre, um Scheinselbständigkeit zu bekämpfen, wenn man europaweit diese Netze dementsprechend erforscht und auch gemeinsame Maßnahmen trifft, da Scheinselbständigkeit (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Scheinfirmen, nicht Scheinselbständigkeit!) kein nationales, sondern mittlerweile ein internationales Problem ist. Genau deshalb wird es notwendig sein, hier grenzüberschreitend auch weitere Maßnahmen zu setzen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Scheinfirmen, nicht Scheinselbständigkeit!
Zu all diesen Dingen, die Sie vorbringen: Wir haben ein Problem mit Lohn- und Sozialdumping, wir haben ein Problem mit Scheinselbständigkeit (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Scheinfirmen, nicht Scheinselbständigkeit!), aber Fakt ist, wir werden weiterhin daran arbeiten und wir dürfen nie aufhören, hier auch Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Wenn man jetzt die Initiative „Faire Vergaben“ betrachtet – www.faire-vergaben.at – finden sich hier viele von den Sozialpartnern erarbeitete Vorschläge dazu, wie man der ganzen Problematik entgegentreten kann.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Macht es, ihr sitzt in der Regierung!
Deshalb ist es auch wichtig, diese Punkte zu behandeln, und dafür sind andere Ministerien zuständig. Es wäre wichtig, die Gewerbenovelle wirklich auf Qualitätskriterien zu erarbeiten – hier ist das Wirtschaftsministerium zuständig. Es wäre wichtig, die Finanzpolizei so aufzustocken, wie wir es vereinbart haben – auch wichtig, weil es notwendig ist, Kontrollen zu machen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Macht es, ihr sitzt in der Regierung!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Unglaublich! 20 Firmen von Tausenden wurden aufgedeckt!
Bezüglich der Scheinanmeldungen, die vorhin angesprochen wurden, gilt das Gleiche, was ich bereits vorhin gesagt habe: Diese Regierung und der Sozialminister beschäftigt sich mit aller Kraft damit, dem einen Riegel vorzuschieben und diese Firmen zu fassen. Seien wir froh, dass wir diese Firmen gefasst haben, wozu ja heute Vormittag auch eine Pressekonferenz stattgefunden hat. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Unglaublich! 20 Firmen von Tausenden wurden aufgedeckt!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das habe ich nicht gesagt!
Zum Antrag der Frau Abgeordneten Belakowitsch in der Frage Scheinfirmen und Scheinanmeldung: Die Pressekonferenz heute zeigt, dass das System, so wie es ist, gut funktioniert. Sie haben im Ausschuss und jetzt auch hier am Rednerpult vom Minister in der Frage gefordert, er sollte die Verwaltungstätigkeit auf sich nehmen, sollte die Verwaltungsbürokratie dazu schaffen und das besser kontrollieren. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das habe ich nicht gesagt!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe das ja nicht auf meine Frage bezogen!
Ich habe noch ein paar Punkte. Es ist nicht so, dass wir Ihre Frage nicht beantworten wollten. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe das ja nicht auf meine Frage bezogen!) – Doch, das haben Sie gesagt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es geht um das System!) – Das System prüfen wir. Sie müssen nur bedenken, was wir prüfen. Denn wichtig ist: Gibt es einen Beitrag – ja oder nein? Punkt. Das ist schon einmal das Wichtigste. Denn wenn es keinen Beitrag gibt, dann schaut die Welt wieder ganz anders aus, dann geht es schon in eine andere Verfolgungsschiene. Gibt es einen Beitrag, dann ist es eine ganz andere Sache.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es geht um das System!
Ich habe noch ein paar Punkte. Es ist nicht so, dass wir Ihre Frage nicht beantworten wollten. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe das ja nicht auf meine Frage bezogen!) – Doch, das haben Sie gesagt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es geht um das System!) – Das System prüfen wir. Sie müssen nur bedenken, was wir prüfen. Denn wichtig ist: Gibt es einen Beitrag – ja oder nein? Punkt. Das ist schon einmal das Wichtigste. Denn wenn es keinen Beitrag gibt, dann schaut die Welt wieder ganz anders aus, dann geht es schon in eine andere Verfolgungsschiene. Gibt es einen Beitrag, dann ist es eine ganz andere Sache.
Zwischenrufe der Abgeordneten Wöginger und Belakowitsch-Jenewein
Ich kann jetzt noch viele, viele andere Beispiele anführen. (Abg. Wöginger: kann man sich aussuchen!) – Ja, dann reden wir darüber! Die Situation ist einfach absurd! Wir haben 40 Sozialversicherungsträger, wir haben unnötige Kosten, unnötige Bürokratie (Zwischenrufe der Abgeordneten Wöginger und Belakowitsch-Jenewein), wir piesacken Menschen, die in Österreich eigentlich die gleichen Beitragssätze zahlen sollten, den gleichen Regeln unterliegen sollten, die gleichen Leistungen empfangen sollten. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ich kann jetzt noch viele, viele andere Beispiele anführen. (Abg. Wöginger: kann man sich aussuchen!) – Ja, dann reden wir darüber! Die Situation ist einfach absurd! Wir haben 40 Sozialversicherungsträger, wir haben unnötige Kosten, unnötige Bürokratie (Zwischenrufe der Abgeordneten Wöginger und Belakowitsch-Jenewein), wir piesacken Menschen, die in Österreich eigentlich die gleichen Beitragssätze zahlen sollten, den gleichen Regeln unterliegen sollten, die gleichen Leistungen empfangen sollten. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: So lange gibt’s euch gar nicht! – weitere Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen
Meine Damen und Herren, Sie wissen, wir vom Team Stronach fordern schon lange das Zusammenlegen der Sozialversicherungsanstalten, weil es einfach kostengünstiger wäre (Abg. Belakowitsch-Jenewein: So lange gibt’s euch gar nicht! – weitere Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen), das ist eine klare Sache. Ich weiß, Sie wollen das nicht, ich habe Frau Belakowitsch-Jenewein vorhin zugehört; die FPÖ ist dagegen. (Beifall beim Team Stronach.) Das ist ein neuer Schwenk, das ist interessant – aber egal.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Der Herr Bundesminister weiß aus der letzten Legislaturperiode (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein) – Sie können sich ja selber zu Wort melden –, dass ich das immer wieder gefordert und die Vorteile einer Zusammenlegung und die Kostenersparnis zugunsten der Versicherten immer klar auf den Tisch gelegt habe. (Abg. Katzian: Wo ist die Unterlage ?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Herr Katzian, jetzt kommen wir zum Punkt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein): Ich möchte Ihnen jetzt an einem Beispiel zeigen, wie absurd dieses System mit den Doppelversicherungen ist. (Abg. Rädler: BZÖ auch nicht durchgekommen damit!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Kogler und Belakowitsch-Jenewein.
Ich versuche jetzt, dort anzuknüpfen, wo wir vorher bei der Debatte über das Energieeffizienzgesetz aufgehört haben. (Abg. Kogler: Genau!) Versetzen Sie sich wieder in diese freundliche Stimmung, die wir hatten, als der Herr Bundesminister allen, die mitgearbeitet haben, Danke gesagt hat! Ich selber möchte ihm auch Danke sagen und herzlich gratulieren. Die Stimmung im Haus war sogar so, dass Herr Strache gesagt hat, es werde ihm warm ums Herz, und das ist die effizienteste Energie, die es überhaupt gibt, wenn sogar dieses Herz einmal wärmer wird. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Kogler und Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, das mache ich nicht! Nicht alles !
Wenn Sie vor einem Marillenbaum stehen – jahreszeitgemäß –, dann beginnen Sie auch nicht bei den am höchsten hängenden Marillen zu pflücken, sondern werden jene nehmen, die ihnen in die Hand fallen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, das mache ich nicht! Nicht alles !)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
In dem Ausmaß, in dem es uns gelingt, mit diesem Gesetz diese Effizienz im Haushaltsbereich, aber auch im Wirtschaftsbereich umzusetzen, werden auch unsere Betriebe, Herr Kollege Themessl, den Vorteil haben, dass sie eine effizientere Form der Energienutzung und damit bessere Wettbewerbsverhältnisse auf globalisierten Märkten haben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Das sei Ihnen einmal ins Stammbuch geschrieben!
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Wir machen mit diesem Gesetz das Richtige, Herr Kollege Themessl! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Wir nehmen die KMUs von der Verpflichtung aus, und da erklären Sie uns jetzt, die Grenze für das Energiemanagement seien 250 Mitarbeiter und 50 Millionen € Umsatz, dass die darüber liegenden Betriebe KMUs wären – sind sie nicht! (Abg. Themessl: sind als Zulieferer der Großindustrie tätig!) Die Energielieferanten zu verpflichten, ist der beste Zugang, wie wir zu den Hauptkunden kommen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Das ist ein gutes Gesetz, mit einer richtigen Zielrichtung (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), und ich beglückwünsche jene Teile der Opposition, die mitgehen, und bedauere die Vertreter jener Position, insbesondere der FPÖ (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), die sich gegen die Energieeffizienz in diesem Lande stellen. (Zwischenruf der Abg. Gartelgruber.)
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Das ist ein gutes Gesetz, mit einer richtigen Zielrichtung (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), und ich beglückwünsche jene Teile der Opposition, die mitgehen, und bedauere die Vertreter jener Position, insbesondere der FPÖ (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), die sich gegen die Energieeffizienz in diesem Lande stellen. (Zwischenruf der Abg. Gartelgruber.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Kommen Sie einmal in den Sozialausschuss!
Ich war – muss ich sagen – über die Diskussion im Gesundheitsausschuss entsetzt. Ich finde, es war eine sehr unqualifizierte Diskussion, die ganz nah an menschenverachtenden Äußerungen und an menschenverachtenden Grundeinstellungen vorbeigeschrammt ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Kommen Sie einmal in den Sozialausschuss!) Ich denke, es muss uns allen klar sein, dass hier dringend etwas zu tun ist. Insofern ersuche ich den Herrn Bundesminister, per Erlass die Themen in dieser Grauzone zu beseitigen. Klar festgestellt soll werden, welche Aufgaben und welche Mitarbeit beim Vollzug von Zwangsmaßnahmen privaten Sicherheitsdiensten zukommen. Jedwede Tätigkeit im patientennahen Bereich muss genauestens dokumentiert werden. Das heißt, es muss eine Dokumentationsverpflichtung geben, und auf Ersuchen der Volksanwaltschaft muss dieser auch Einblick in diese Dokumentation gewährt werden. (Bundesminister Stöger: Das ist ja Rechtslage!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler. – Hallo-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum muss er das Land verlassen? Das muss man schon aufklären!
Einen Satz muss man auch noch dazusagen: Herr Dr. Franz hat heute an diesem Rednerpult geschworen, dass es einen Chip geben wird und dass die Gesundheitsmedizin und -versorgung geändert wird. Ich gebe Ihnen einen wirklich netten Rat, Herr Franz: Lassen Sie sich als Erster einen Chip einsetzen, damit die Bürgerinnen und Bürger Sie auch finden, wenn Sie fluchtartig das Land verlassen müssen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler. – Hallo-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum muss er das Land verlassen? Das muss man schon aufklären!)
Sitzung Nr. 37
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Seit wann sind Sie selbstbewusst?
Wie ernst nehmen wir uns eigentlich selber (Abg. Walter Rosenkranz: Also Sie nehmen wir nicht ernst!) mit unserer Tätigkeit und mit unserer Aufgabe? – Ich sage Ihnen das ganz offen: Ich bin ein selbstbewusster Mandatar, und auch meine Kolleginnen und Kollegen sowohl von der ÖVP als auch von der SPÖ, das weiß ich wirklich. Ich danke den Grünen dafür, dass sie mitstimmen. Wir sind selbstbewusste Mandatare (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Seit wann sind Sie selbstbewusst?), und wir dürfen uns nicht ständig unter unserem eigenen Wert schlagen, meine Damen und Herren! Das ist nicht der richtige Weg. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, 30 Prozent!
Ich möchte mich heute ausdrücklich – und das kommt wirklich von Herzen – bei unseren parlamentarischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedanken! Und ja, Herr Kollege Stefan, es ist eine ordentliche Gehaltserhöhung. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, 30 Prozent!) Wissen Sie auch, warum? – Weil sie 1 681 € netto bekommen. Die letzte Erhöhung hat es im Jahre 2005 gegeben.
Sitzung Nr. 39
Abg. Kickl: Periode um! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein, Meinl-Reisinger und Strolz.
Meine Damen und Herren! Es müsste doch möglich sein, so wie es üblich war, dass man 100 Tage lang eine Chance bekommt. (Abg. Kickl: Periode um! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein, Meinl-Reisinger und Strolz.) Meine Damen und Herren! Es gibt eine Reihe von neuen Ministern, eine Reihe von neuen Aufgaben, Zuteilungen, und da sollte die Opposition so fair sein, diesen eine Chance zu geben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Falsche Baustelle!
Geschätzte Frau Gesundheitsminister, ich glaube, es ist wichtig, dass wir uns einmal genauer anschauen, wie viele Leute wir zum Medizinstudium zulassen. Während es in den neunziger Jahren noch 21 000 waren, sind es im vergangenen Jahr nur mehr 13 000 Menschen gewesen, 13 000 Studenten. Ein Drittel wandert ab, also wird dieser Ärztemangel auch in Zukunft immer größer werden, wenn wir nicht ganz klar Schritte setzen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Falsche Baustelle!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, bitte nicht! Frau Minister, bitte nicht! Es ist schon zu viel!
Und natürlich, dritter und letzter Punkt, wir brauchen im Gesundheitssystem mehr Evaluierung – wie in der gesamten Politik auch in der Gesundheitspolitik mehr Evaluierung, mehr Qualitätskontrolle. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, bitte nicht! Frau Minister, bitte nicht! Es ist schon zu viel!) Da haben wir sehr viele schwarze Flecken. Das bestätigen auch Experten. Die Qualität des Gesundheitssystems besteht eben nicht darin, alle 30 Kilometer ein neues Krankenhaus zu bauen, sondern darin, dass die Patienten, wenn sie ins Krankenhaus kommen, auf gut ausgebildete Ärzte, auf Spezialisten treffen. Und eine gute Qualitätskontrolle, wie sie international üblich ist, ist dazu ein notwendiger Beitrag.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bis welchen Herbst?
Ich bitte alle darum, dass wir die Dinge nicht immer von hinten anfangen. Wir diskutieren jetzt seit langer Zeit über die Gegenfinanzierung. Die wird am Schluss wichtig sein, aber wir wissen heute noch nicht das Volumen, den Zeitpunkt und die Etappen dieser Steuerreform. Daher ist ein Prozess aufgesetzt, den ich voll unterstütze, den ich auch vorantreiben werde. Der Zeitplan ist Ihnen bekannt: Es soll bis Herbst ein Konzept vorliegen, es soll ein Zwischenbericht im Herbst erfolgen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bis welchen Herbst?) – Frau Dr. Belakowitsch, ich erkläre es Ihnen dann noch extra (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Danke!); ja, gerne! –, und im März des nächsten Jahres wollen wir zu einer politischen Beschlussfassung kommen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Danke!
Ich bitte alle darum, dass wir die Dinge nicht immer von hinten anfangen. Wir diskutieren jetzt seit langer Zeit über die Gegenfinanzierung. Die wird am Schluss wichtig sein, aber wir wissen heute noch nicht das Volumen, den Zeitpunkt und die Etappen dieser Steuerreform. Daher ist ein Prozess aufgesetzt, den ich voll unterstütze, den ich auch vorantreiben werde. Der Zeitplan ist Ihnen bekannt: Es soll bis Herbst ein Konzept vorliegen, es soll ein Zwischenbericht im Herbst erfolgen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bis welchen Herbst?) – Frau Dr. Belakowitsch, ich erkläre es Ihnen dann noch extra (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Danke!); ja, gerne! –, und im März des nächsten Jahres wollen wir zu einer politischen Beschlussfassung kommen.
Sitzung Nr. 40
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Immer dann, wenn jemand angegriffen wird, wird man Verteidigungsmaßnahmen setzen. Und wenn Europa jetzt diese Schritte gesetzt hat, um Putin in die Schranken zu weisen, dann wird man wohl auch dafür sorgen müssen, dass die, die er jetzt als gegnerische Opfer ausgesucht hat, nicht übrig bleiben, dass man sie nicht im Regen stehen lässt. Dafür sind aber die Mittel der Agrarpolitik, die wir heute haben, zu wenig, denn die sind auf den Normalbetrieb ausgelegt, aber nicht auf eine Krisen- und Kriegssituation. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Wir brauchen jetzt zusätzliche Maßnahmen, aus den allgemeinen Töpfen finanziert, weil das im allgemeinen Verteidigungsinteresse Europas gemacht werden muss.
Sitzung Nr. 41
Abg. Kickl: Scheint die Innenministerin nicht zu betreffen! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die interessiert das nicht!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben als Volkspartei das Thema „Keine Chance dem Dschihadismus – Maßnahmen Österreichs gegen die terroristische Bedrohung“ gewählt. (Abg. Kickl: Scheint die Innenministerin nicht zu betreffen! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die interessiert das nicht!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die werden ja nicht staatenlos!
an derartigen kriegerischen Handlungen beteiligen, sofern sie dadurch nicht staatenlos werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die werden ja nicht staatenlos!) Auch geht es um die Frage, wie man mit jenen Symbolen und Sympathiekundgebungen umgeht, auf die sich diese Terrororganisation „Islamischer Staat“ bezieht.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und was heißt das jetzt?
Wenn man sich aber die Mühe macht, herauszufinden, welche wirtschaftlichen Auswirkungen welche Maßnahme genau hat, ist es zwar nicht immer einfach, das auseinanderzuhalten, aber eines wird dadurch eindeutig: Die Waren, die nach langen Diskussionen auf der Sanktionsliste gemeinsam vereinbart wurden, sind zu 4 Prozent jene Güter, die wir mit Russland handeln. Also nicht 20, sondern 4 Prozent. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und was heißt das jetzt?)
Sitzung Nr. 44
überreicht von der Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein
Petition betreffend „Verantwortung für behinderte und pflegebedürftige Menschen in Österreich“ (Ordnungsnummer 27) (überreicht von der Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das bringt nur alles nichts!
Ich habe es sehr oft gesagt, und es ist immer wieder dasselbe, anscheinend muss man es sagen, es ist nachzulesen – ich erspare mir das aus zeitökonomischen Gründen –, wer den größten Aderlass bei der Exekutive mitzuverantworten hat. Das waren zwei Regierungsmitglieder, auch von der FPÖ. Die letzte Regierung hat, obwohl es sehr mühsam war in diesen ökonomisch schwierigen Zeiten, 1 000 Exekutivplanstellen zusätzlich bereitgestellt, 500 Verwaltungsplanstellen aus dem Telekombereich, aus dem Postbereich bereitgestellt, und die jetzige Bundesregierung hat sich wieder vorgenommen, weitere 1 000 Planstellen für die Exekutive bereitzustellen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das bringt nur alles nichts!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kickl.
Wenn hier immer von Sicherheitsdefiziten gesprochen wird, dann muss man einmal in den Spiegel schauen und muss fragen: Wann ist was passiert? – Ich bedanke mich wirklich explizit bei allen Polizistinnen und Polizisten, die hervorragende Arbeit für diese Republik und für unsere Bürgerinnen und Bürger leisten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kickl.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche Überraschung!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Ich kann nahtlos an meinen Kollegen Otto Pendl anschließen. Ich stelle mir die Frage, Herr Kollege Klubobmann Strache, was Sie mit Ihren Ausführungen bezwecken. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche Überraschung!) Im Grunde genommen ist das, was Sie versuchen, hier darzustellen, eine massive Verunsicherung der Bevölkerung. Sie schaffen Unsicherheit, Herr Kollege Strache, und das ist sehr schade. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Glauben Sie das wirklich? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das glauben Sie?
Kollege Pendl hat darauf verwiesen, dass Österreich als Land, dass Wien als Großstadt eine der sichersten Körperschaften überhaupt weltweit ist. (Ruf bei der FPÖ: Glauben Sie das wirklich? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das glauben Sie?) – Ja, das glaube ich nicht nur, sondern die Zahlen belegen das. Das ist die Realität. Aber Sie wollen es nicht wahrhaben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Reden Sie mit den Kriminalitätsopfern!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Strache: dagegen gestimmt! Das ist unwahr!
Sehr geehrte Damen und Herren, einen größeren Hohn gibt es wohl nicht! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der FPÖ.) „Besser“ – unter Anführungszeichen – kann man den Bock nicht zum Gärtner machen. Genau das haben Sie getan, sehr geehrte Damen und Herren von SPÖ und ÖVP. Auch hier möchte ich die FPÖ nicht aus der Pflicht entlassen, die diesen Plänen monatelang – im Außenpolitischen Ausschuss, im Menschenrechtsausschuss, auch hier im Plenum – die Mauer gemacht hat. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Strache: dagegen gestimmt! Das ist unwahr!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Neubauer.
Warum soll man sich nicht freuen, wenn ein Land, das Geld im Übermaß hat, sich dafür entscheidet, sein Geld hier anzulegen. – Zitatende. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Neubauer.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das sind schon Ihre Statistiken!
Ja, Frau Dr. Belakowitsch-Jenewein, mit Statistiken kann man halt schon manchmal, wie man weiß, die Dinge darstellen, wie man gerne möchte. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das sind schon Ihre Statistiken!) Denn wenn Sie etwa sagen, der Anstieg bei den Drogendelikten beträgt 10 Prozent, dann zeigt das sehr deutlich, wie aktiv die Polizei in diesem Bereich ist, denn wenn die Polizei intensiver in Themen hineingeht, dann haben Sie natürlich im Sicherheitsbericht einen höheren Prozentsatz. Das ist der Grund dafür, Frau Belakowitsch-Jenewein (Rufe bei der FPÖ: Ach so!), und nicht, weil die Polizei hier nicht aktiv ist! Das ist falsch. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Pendl.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Also alles besser geworden!
Schauen wir uns die Zahlen an: Im Jahr 2013 wurden 546 396 Delikte insgesamt in Österreich angezeigt, das ist eine Senkung um 0,3 Prozent, die Aufklärungsquote lag bei 43,1 Prozent. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Also alles besser geworden!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das merken die Menschen vor allem!
Ich kann Ihnen in diesem Zusammenhang viele Zahlen vorlesen. Die Gesamtkriminalität – damit man auch einen Vergleich zum heurigen Jahr hat, was ja viel spannender ist, als sich allein an der Vergangenheit zu orientieren – weist von Jänner bis Juni 2014 einen Rückgang um 1,74 Prozent im Vergleich zum Jänner bis Juni 2013 auf. Die Entwicklung ist also auch da positiv, nämlich ein Rückgang an Kriminalität, Frau Dr. Belakowitsch-Jenewein. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das merken die Menschen vor allem!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dass die Kriminalität in Wien weiter explodiert ist!
Ich erinnere mich sehr gut daran, dass, als die SOKO Ost eingeführt wurde, als die SOKO KFZ eingeführt wurde (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dass die Kriminalität in Wien weiter explodiert ist!), Sie all das ins Lächerliche gezogen haben. Fest steht jedoch, dass gerade durch diese Maßnahmen seit dem Jahr 2010 die Delikte in diesem Bereich sukzessive zurückgegangen sind. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo denn? In Wien ist alles angestiegen!) Also richtige Maßnahmen, die die Frau Bundesministerin und ihre Vorgänger hier gesetzt haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Haben Sie den Bericht nicht gelesen?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo denn? In Wien ist alles angestiegen!
Ich erinnere mich sehr gut daran, dass, als die SOKO Ost eingeführt wurde, als die SOKO KFZ eingeführt wurde (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dass die Kriminalität in Wien weiter explodiert ist!), Sie all das ins Lächerliche gezogen haben. Fest steht jedoch, dass gerade durch diese Maßnahmen seit dem Jahr 2010 die Delikte in diesem Bereich sukzessive zurückgegangen sind. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo denn? In Wien ist alles angestiegen!) Also richtige Maßnahmen, die die Frau Bundesministerin und ihre Vorgänger hier gesetzt haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Haben Sie den Bericht nicht gelesen?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Offensichtlich haben Sie ihn nicht gelesen!
Ich habe den Bericht im Gegensatz zu anderen sehr genau gelesen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Offensichtlich haben Sie ihn nicht gelesen!), Herr Klubobmann Strache.
Abg. Strache: Der natürliche Abgang wird nicht einmal gedeckt! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was erzählen Sie denn da?
Sie haben gesagt, beim Personal wurde eingespart: Auch da halten Ihre Vorwürfe nicht stand. Von 2009 bis einschließlich 2013 erfolgten 4 699 Neuaufnahmen (Abg. Strache: Der natürliche Abgang wird nicht einmal gedeckt! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was erzählen Sie denn da?), dem stehen 3 683 natürliche Abgänge, Pensionierungen, gegenüber. Das sind netto 1 000 Polizistinnen und Polizisten mehr. 1 000 mehr, Herr Kollege Strache, und nicht weniger! Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Strache.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber zur Explosion der Kriminalität!
Und gerade diese Zusammenlegung, die mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausverhandelt worden ist, hat nicht zum Abbau einer einzigen Planstelle geführt, Herr Kollege Strache. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber zur Explosion der Kriminalität!) Es bringt also nicht weniger Sicherheit, sondern mehr Sicherheit.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir sind schon beim Sicherheitsbericht!
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Meine Damen und Herren auf der Galerie und vor den Fernsehschirmen! Kollege Darmann, ich habe dich ja als Sachpolitiker in vielen Sparten in Verhandlungen und Diskussionen wirklich schätzen gelernt, wir haben auch immer gut miteinander „können“, aber in der heutigen Aktuellen Stunde hast du dich hier an das Rednerpult gestellt und gesagt, dass Landeshauptmann Kaiser Kärnten wegen der Asylfrage ins Chaos stürzt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir sind schon beim Sicherheitsbericht!) Dazu muss ich dir sagen: Wenn jemand Kärnten ins Chaos gestürzt hat, dann waren das deine Freunde, aber das habt ihr anscheinend vergessen. Ob es „FPÖ“ oder „BZÖ“ geheißen hat, lassen wir heute dahingestellt, denn es bringt uns ja in einer Sachdiskussion nicht weiter, wenn ständig ein anderes Jankerl angezogen wird. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir sind jetzt beim Sicherheitsbericht!
So wie das Asylwesen eine gesamtstaatliche Aufgabe ist, hat der Bund, die Republik jetzt leider Gottes die Aufgabe, im Rahmen einer Gewaltanstrengung die Fehler, die ihr gemacht habt, auszumerzen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir sind jetzt beim Sicherheitsbericht!), und das kostet viel Geld, jeden Steuerzahler.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Eher von Peter Pilz!
Der Hauptschaden in dieser Republik ist nicht von Türken, Tschetschenen, Nordafrikanern verursacht worden, sondern von kreuzbraven, heimatverbundenen freiheitlichen Politikern. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Eher von Peter Pilz!) Denen verdanken wir Hypo Alpe-Adria, Eurofighter, Telekom, und, und, und. Milliarden gehen auf ihr Konto! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann können wir auch über Kriminalität reden!
So, und jetzt komme ich noch einmal zum großen und laut Freiheitlicher Partei zum alles dominierenden Problem der Asylwerber und Aslywerberinnen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann können wir auch über Kriminalität reden!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Jetzt reicht es aber langsam!
Das regt Sie nicht auf, wenn Ihre Gesinnungsgenossen im Justizvollzug Beamtinnen belästigen?! Manche von ihnen werden für derartiges Verhalten noch mit Mandaten und Funktionen belohnt?! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Jetzt reicht es aber langsam!) Das regt mich auf, und das hat nichts verloren in der öffentlichen Sicherheit! (Beifall bei den Grünen.) Freiheitliche Personalvertreter, die heute großen Einfluss haben, sind für mich ein Zeichen für allergrößte Besorgnis. (Abg. Stefan: Das ist so unseriös!) Ich möchte nicht zuschauen, wie in der Sicherheitsexekutive der politische Bodensatz oben schwimmt. Das möchte ich nicht. (Abg. Stefan: Unglaublich unseriös!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Richtig!
Abgeordnete Martina Schenk (STRONACH): Herr Präsident! Frau Ministerin! Herr Minister! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Man kann den Sicherheitsbericht, wenn man ihn so durchliest, so und so bewerten, und meine Vorredner haben das auch gemacht. Ich für mich kann im Zusammenhang damit schon von einer verfehlten Sicherheitspolitik der Ministerin, dieser Regierung sprechen. Wenn die Anzahl der Anzeigen um 0,3 Prozent zurückgeht, so heißt das ja nicht, dass es weniger Verbrechen gibt. Das heißt, dass viele schon aufgegeben haben (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Richtig!), resigniert haben (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Richtig!) und keine Anzeigen mehr machen, und das auch deshalb, weil die Polizeiinspektionen zuhauf geschlossen worden sind. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Richtig!
Abgeordnete Martina Schenk (STRONACH): Herr Präsident! Frau Ministerin! Herr Minister! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Man kann den Sicherheitsbericht, wenn man ihn so durchliest, so und so bewerten, und meine Vorredner haben das auch gemacht. Ich für mich kann im Zusammenhang damit schon von einer verfehlten Sicherheitspolitik der Ministerin, dieser Regierung sprechen. Wenn die Anzahl der Anzeigen um 0,3 Prozent zurückgeht, so heißt das ja nicht, dass es weniger Verbrechen gibt. Das heißt, dass viele schon aufgegeben haben (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Richtig!), resigniert haben (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Richtig!) und keine Anzeigen mehr machen, und das auch deshalb, weil die Polizeiinspektionen zuhauf geschlossen worden sind. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Walter Rosenkranz: Nein, nein, nein! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Wenn jetzt die FPÖ meint, diejenigen, die bei uns Schutz suchen, seien gar keine echten Asylwerber und außerdem gäbe es zu viele von ihnen, dann, so finde ich, sollte die FPÖ auch den Mumm haben, herauszukommen und klipp und klar zu sagen: Wir treten aus! Wir treten aus der Europäischen Menschenrechtskonvention aus (Abg. Walter Rosenkranz: Nein, nein, nein! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), für uns gilt die Flüchtlingskonvention nicht mehr, die wir bereits 1951 unterschrieben haben (Abg. Walter Rosenkranz: Kennen Sie den Begriff „Wirtschaftsflüchtling“? Ist der in Ihrem Wortschatz? „Illegale Einwanderung“, kennen Sie das? Sagt Ihnen das etwas? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... Dublin II!), denn de facto will das die FPÖ.
Abg. Walter Rosenkranz: Kennen Sie den Begriff „Wirtschaftsflüchtling“? Ist der in Ihrem Wortschatz? „Illegale Einwanderung“, kennen Sie das? Sagt Ihnen das etwas? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... Dublin II!
Wenn jetzt die FPÖ meint, diejenigen, die bei uns Schutz suchen, seien gar keine echten Asylwerber und außerdem gäbe es zu viele von ihnen, dann, so finde ich, sollte die FPÖ auch den Mumm haben, herauszukommen und klipp und klar zu sagen: Wir treten aus! Wir treten aus der Europäischen Menschenrechtskonvention aus (Abg. Walter Rosenkranz: Nein, nein, nein! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), für uns gilt die Flüchtlingskonvention nicht mehr, die wir bereits 1951 unterschrieben haben (Abg. Walter Rosenkranz: Kennen Sie den Begriff „Wirtschaftsflüchtling“? Ist der in Ihrem Wortschatz? „Illegale Einwanderung“, kennen Sie das? Sagt Ihnen das etwas? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... Dublin II!), denn de facto will das die FPÖ.
Abg. Walter Rosenkranz: Was?! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer hat denn das geschrieben?
Würde man das wirklich glauben, was Strache und Co hier im Zuge dieser Sicherheitsdebatte von sich geben, müsste man glauben, Österreich sei am Rande des Untergangs, geknechtet von anders aussehenden Menschen aus aller Welt. Nun, das ist die Paranoiasicht der FPÖ. (Abg. Walter Rosenkranz: Was?! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer hat denn das geschrieben?) Es gibt ja auch Menschen, die glauben, dass Kondensstreifen der Flugzeuge uns permanent vergiften.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber von der SPÖ auch nicht mehr!
Sehr geehrte Damen und Herren, jedem seine Paranoia, aber das Land darf nicht von Paranoia regiert werden! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber von der SPÖ auch nicht mehr!) „Sicherheit statt Islamisierung und Asylchaos!“ war das Thema der FPÖ für die Aktuelle Stunde. Das ist zwar völlig sinnlos, aber typisch FPÖ. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie auch etwas Inhaltliches zu sagen?) Das nächste Mal werde ich als Thema vorschlagen: Gerechtigkeit statt Ebola. – Das wäre genauso logisch.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie auch etwas Inhaltliches zu sagen?
Sehr geehrte Damen und Herren, jedem seine Paranoia, aber das Land darf nicht von Paranoia regiert werden! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber von der SPÖ auch nicht mehr!) „Sicherheit statt Islamisierung und Asylchaos!“ war das Thema der FPÖ für die Aktuelle Stunde. Das ist zwar völlig sinnlos, aber typisch FPÖ. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie auch etwas Inhaltliches zu sagen?) Das nächste Mal werde ich als Thema vorschlagen: Gerechtigkeit statt Ebola. – Das wäre genauso logisch.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war eine schlechte Rede! – Zwischenruf des Abg. Deimek.
Ich möchte gar nicht einschätzen, was die FPÖ hier antreibt – wahrscheinlich eine Mischung aus allem –, ich möchte nur an die Zeit erinnern, als sie in der Regierung war: Das war Chaos und Unsicherheit. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war eine schlechte Rede! – Zwischenruf des Abg. Deimek.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist aber ein paar Mal vorgekommen, Herr Präsident!
Präsident Karlheinz Kopf: Da haben Sie recht, aber ich werde mir das mit der Paranoia trotzdem im Stenographischen Protokoll anschauen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist aber ein paar Mal vorgekommen, Herr Präsident!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der sitzt schon hinter Ihnen!
Bundesminister Hundstorfer sagt immer (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der sitzt schon hinter Ihnen!): Na ja, Herr Abgeordneter, da müssen Sie halt eine Verfassungsreform und eine Föderalismusreform machen! – Na gut, dann brauchen wir halt eine Föderalismusreform. Das kann gut sein, und dann müssen wir diese auf Schiene bringen. Wir müssen auch eine neue Leistungsabgeltung umsetzen und die Abstimmung des niedergelassenen Bereichs mit dem Spitalsbereich verbessern. Das ist nicht einfach, weil die Landeshauptleute gerne weiterhin autonom darüber entscheiden möchten, wo sie ihre Spitäler bauen, weil die Kirchturmpolitik in Österreich besonders tief verankert ist. Das wird nicht leicht! Eine echte Reform ist nie leicht, aber sie deswegen von vornherein gleich sein zu lassen, das halte ich für fahrlässig.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, nein! 2016!
Ich wünsche mir, dass die Frau Bundesministerin ihre Ziele umsetzt – aber mit mehr Ambition und mit einem kürzeren Zeithorizont. Sie hat meine volle Unterstützung, wenn sie das angeht, was auf den Papieren steht. Es ist dringlich, weil mir scheint, dass da nichts geschieht, Herr Abgeordneter Katzian, weil da Termine im Jahre Schnee gesetzt werden – und diese sind ungewiss (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, nein! 2016!) – und wir uns zum Ziel setzen, dass wir irgendwann 1 Prozent der Bevölkerung erreicht haben.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sonst würde er ja nicht in die Ordination kommen!
Wenn Sie einen Wiener bei mir in der Ordination fragen: Wie geht’s?, sagt er Ihnen immer: Schlecht! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sonst würde er ja nicht in die Ordination kommen!) Das hat schon beim „Herrn Karl“ angefangen, und das geht auch heute weiter. Wenn sie zum Beispiel einen Vorarlberger fragen: Wie geht’s?, dann kommen Sie schon zu einem ganz anderen Ergebnis. Wenn Sie das einen Griechen fragen, wo das Gesundheitswesen wirklich darniederliegt, dann kommen Sie auch zu einem anderen Ergebnis, ebenso wenn Sie einen Rumänen fragen. Glauben Sie mir, es kommen Patienten aus Rumänien zu mir, die sagen: Bitte, bitte, machen Sie irgendetwas! Bei uns gibt es gar nichts!
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Geschätzter Kollege Rasinger! Sie haben bewiesen, dass Sie unser Programm nicht verstanden haben, denn unser Programm hat sich seit der Wahl nicht verändert. Wir haben es zwar weiterentwickelt und das eine oder das andere dazugegeben, aber im Besonderen hat sich da nichts verändert. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Bisher sind Sie durch besondere Vorschläge bezüglich der Berufsbekleidung von Nationalratsabgeordneten aufgefallen. Ich würde mir mehr inhaltlichen Input wünschen und nicht reines NEOS-Bashing.
Sitzung Nr. 46
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ich möchte aber darauf hinweisen – wie ich gestern schon bei dieser Nicht-Dringlichen der NEOS gesagt habe –, dass wir jetzt Strukturen aufbauen, die sich endlich auch an den Bedürfnissen der Bevölkerung ausrichten, und damit in Zukunft eine qualitativ höherstehende Gesundheitsversorgung auch auf dem Land anbieten. Und wir haben alle gesagt: Es bedarf natürlich einer gewaltigen Verbesserung sowohl im medizinischen Bereich als auch im medikamentösen Bereich. Und wenn wir das Wort „Primärversorgung“ in den Mund nehmen, dann bauen wir ja dort neu auf, geht es nach den Ideen der Verfasser: Wir sehen vor ein Kernteam bestehend aus Ärzten der Allgemeinmedizin, aus Angehörigen der diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegeberufe, ein Kernteam, dem in weiterer Folge auch OrdinationsassistentInnen angehören. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Eine Bitte hätte ich schon, wenn ich schon Hausarzt bin: Ich habe wirklich die große Sorge, dass es in Österreich zu einem Hausarztmangel kommt. Das hat verschiedene Ursachen – die Frau Kollegin Belakowitsch hat es gesagt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein) –, erstens: Deutschland und die Schweiz bilden zu wenig aus. Die Bezahlung ist nach der Ausbildung schlecht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das habe ich auch schon gesagt!) Wenn man in den Spitälern als Stationsarzt wesentlich weniger verdient als der Oberarzt, ist das kein gutes Modell. Wenn Sie als Kassenarzt 40 Prozent weniger Umsatz haben, ist das kein gutes Modell. Wenn Frauen den Kassenvertrag nicht teilen können, ist das kein gutes Modell. Ich will auch die Anstellung, dass eine Kollegin von einem älteren Kollegen angestellt wird, nicht. Ich will auf gleicher Augenhöhe arbeiten! Ich will nicht, dass der alte Kollege auf den Malediven hockt und jemand anderer für ihn barabert. (Abg. Karlsböck: Das ist ja eine freie Entscheidung!) Da bin ich irgendwie stur.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das habe ich auch schon gesagt!
Eine Bitte hätte ich schon, wenn ich schon Hausarzt bin: Ich habe wirklich die große Sorge, dass es in Österreich zu einem Hausarztmangel kommt. Das hat verschiedene Ursachen – die Frau Kollegin Belakowitsch hat es gesagt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein) –, erstens: Deutschland und die Schweiz bilden zu wenig aus. Die Bezahlung ist nach der Ausbildung schlecht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das habe ich auch schon gesagt!) Wenn man in den Spitälern als Stationsarzt wesentlich weniger verdient als der Oberarzt, ist das kein gutes Modell. Wenn Sie als Kassenarzt 40 Prozent weniger Umsatz haben, ist das kein gutes Modell. Wenn Frauen den Kassenvertrag nicht teilen können, ist das kein gutes Modell. Ich will auch die Anstellung, dass eine Kollegin von einem älteren Kollegen angestellt wird, nicht. Ich will auf gleicher Augenhöhe arbeiten! Ich will nicht, dass der alte Kollege auf den Malediven hockt und jemand anderer für ihn barabert. (Abg. Karlsböck: Das ist ja eine freie Entscheidung!) Da bin ich irgendwie stur.
Abg. Doppler: Das hat sie nicht behauptet! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das habe ich nicht behauptet!
Frau Abgeordnete Belakowitsch-Jenewein, Sie haben auch im Gesundheitsausschuss behauptet, solche Einrichtungen gehören nur in die Städte und nicht in die Provinz. (Abg. Doppler: Das hat sie nicht behauptet! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das habe ich nicht behauptet!) – Das hat sie behauptet! Ich sage Ihnen dazu: Das ist sehr, sehr eigenartig. (Abg. Doppler: Das hat sie nicht gesagt! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das habe ich nie gesagt!) Denn: Es gibt dazu einen Entschließungsantrag Ihrer Abgeordneten Gartelgruber (weitere anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ), der ebenfalls im Gesundheitsausschuss behandelt wurde.
Abg. Doppler: Das hat sie nicht gesagt! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das habe ich nie gesagt!
Frau Abgeordnete Belakowitsch-Jenewein, Sie haben auch im Gesundheitsausschuss behauptet, solche Einrichtungen gehören nur in die Städte und nicht in die Provinz. (Abg. Doppler: Das hat sie nicht behauptet! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das habe ich nicht behauptet!) – Das hat sie behauptet! Ich sage Ihnen dazu: Das ist sehr, sehr eigenartig. (Abg. Doppler: Das hat sie nicht gesagt! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das habe ich nie gesagt!) Denn: Es gibt dazu einen Entschließungsantrag Ihrer Abgeordneten Gartelgruber (weitere anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ), der ebenfalls im Gesundheitsausschuss behandelt wurde.
in Richtung der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Das widerspricht Ihrer Aussage (in Richtung der Abg. Belakowitsch-Jenewein), und das widerspricht Ihrer Aussage, Frau Bundesminister Oberhauser, denn: Es kann nicht sein, dass wir nur im städtischen Bereich diese Einrichtungen schaffen, dass wir das an Speising anhängen. Okay, da bin ich dafür (Abg. Lausch: Du verstehst es nur nicht!), Orthopädie ist möglich. (Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.) Aber wo bleibt die familienorientierte Reha-Situation, die Sie als FPÖ einfordern? Die gibt es dort nicht! Dort werden nur die Tafeln ausgetauscht. Und das hätte man vor 30 Jahren machen können, da brauche ich nicht jetzt eine Kinder-Reha-Debatte. Das sei Ihnen gesagt! (Beifall bei ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Das widerspricht Ihrer Aussage (in Richtung der Abg. Belakowitsch-Jenewein), und das widerspricht Ihrer Aussage, Frau Bundesminister Oberhauser, denn: Es kann nicht sein, dass wir nur im städtischen Bereich diese Einrichtungen schaffen, dass wir das an Speising anhängen. Okay, da bin ich dafür (Abg. Lausch: Du verstehst es nur nicht!), Orthopädie ist möglich. (Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.) Aber wo bleibt die familienorientierte Reha-Situation, die Sie als FPÖ einfordern? Die gibt es dort nicht! Dort werden nur die Tafeln ausgetauscht. Und das hätte man vor 30 Jahren machen können, da brauche ich nicht jetzt eine Kinder-Reha-Debatte. Das sei Ihnen gesagt! (Beifall bei ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das steht auch gar nicht auf der Tagesordnung! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.
Herr Kollege, wir können nicht in jeder Gemeinde auch eine Kinder-Reha bauen! Ich weiß nicht, vielleicht haben Sie da persönliche Interessen. (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Aber setzen wir doch wirklich die Prioritäten auf die Kinder, schauen wir, dass wir das beste Umfeld für die Kinder schaffen, und versuchen wir nicht, da nur Einzelinteressen zu befriedigen! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das steht auch gar nicht auf der Tagesordnung! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abg. Belakowitsch-Jenewein und Kickl.
Erstens: Machen Sie sich über Kollegen Muchitsch keine Sorgen. Er macht seine Sache gut und er vertritt seine Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Baubranche besonders gut, das wissen Sie auch: besonders gut! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abg. Belakowitsch-Jenewein und Kickl.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Aber jetzt zu dem Antrag, zu dem ich mich heute gemeldet habe. Es geht um den Initiativantrag der Kollegin Abgeordneten Mag. Schatz, und ich darf gleich vorweg sagen, wir werden diesen Antrag nicht mittragen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wenn Sie es nicht verstehen ! – Abg. Kickl: Sprach jemand, der das Luxuspensionsgesetz hat!
Wir werden wirklich alle sehr genau beobachten, wie Sie bei der Weiterentwicklung, die wir jetzt bald vorliegen haben werden, mitdiskutieren und auch Ihre Beiträge leisten werden. Bei Ihnen wird oft viel geredet, und dann schaut die Handlung ganz anders aus. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wenn Sie es nicht verstehen ! – Abg. Kickl: Sprach jemand, der das Luxuspensionsgesetz hat!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
In Wirklichkeit, liebe Kollegin Schatz (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) – Ich sage Ihnen noch etwas, weil Sie mich gerade herausfordern. Es geht nicht um billige Arbeitskräfte. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sicher! Tellerwäscher !) Wissen Sie was? Sie haben ein bisschen zu weit gegoogelt: „Mehr Brutto vom Netto“ ist die Anleitung zum Schwarzarbeiten. Da waren Sie ein bisschen zu weit. Uns geht es um mehr Netto vom Brutto! Darum geht es. Ihr Modell ist leider ein anderes, das wir nicht weitergeben dürfen. Das ist uns auch nicht erlaubt. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Krainer: Mehr „Brutto vom Netto“ heißt höhere Steuern!) – Sie wollen es anders. Sie wollen vielleicht brutto für netto verdienen, aber ich weiß ja nicht, welches Wirtschaftsverständnis die FPÖ hat.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sicher! Tellerwäscher !
In Wirklichkeit, liebe Kollegin Schatz (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) – Ich sage Ihnen noch etwas, weil Sie mich gerade herausfordern. Es geht nicht um billige Arbeitskräfte. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sicher! Tellerwäscher !) Wissen Sie was? Sie haben ein bisschen zu weit gegoogelt: „Mehr Brutto vom Netto“ ist die Anleitung zum Schwarzarbeiten. Da waren Sie ein bisschen zu weit. Uns geht es um mehr Netto vom Brutto! Darum geht es. Ihr Modell ist leider ein anderes, das wir nicht weitergeben dürfen. Das ist uns auch nicht erlaubt. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Krainer: Mehr „Brutto vom Netto“ heißt höhere Steuern!) – Sie wollen es anders. Sie wollen vielleicht brutto für netto verdienen, aber ich weiß ja nicht, welches Wirtschaftsverständnis die FPÖ hat.
Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wahnsinn! Unglaublich!
Ich sage daher, Sie sollten bei unserem Vorschlag mitziehen, dass wir mit der Abgabenquote hinuntermüssen, dass wir den Eingangssteuersatz senken, dass die kalte Progression wegmuss, dass die Senkung der Lohnnebenkosten hermuss. (Abg. Kickl: Na geh! Ganz was Neues! Da haben wir Sie gebraucht dafür!) Dann schaffen Sie etwas. Dann schaffen Sie Wohlstand und dann schaffen Sie eine höhere Konjunktur. Anders funktioniert es nicht. – Danke vielmals. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wahnsinn! Unglaublich!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Jetzt ist es aber genug!
Wir machen das aber seriös, wir machen es ehrlich, und wir machen es auch, um damit zu zeigen, wie das geht. Was Sie hier tun, ist nicht ehrlich. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Jetzt ist es aber genug!) Sie gehen zu den Pensionisten hin und versprechen 1 200 € Mindestpension und verschweigen dabei aber, wer denn die 9 Milliarden zahlt. Wenn Sie als angebliche Partei des kleinen Mannes gleichzeitig gegen alles sind, was nur ansatzweise vermögensbezogene Steuern heißt, dann, glaube ich, müssen Sie Ihre Standpunkte überprüfen. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war ja inhaltlich!
Ich finde es äußerst unfair, dass du hier heraus gehst und eine Gewerkschaft beleidigst oder insgesamt die Gewerkschaften beleidigst. (Abg. Kickl: Ich halte euch nur den Spiegel vor!) Ich hatte wirklich gehofft, dass wir uns auf einer inhaltlichen und nicht auf einer emotionalen Ebene begegnen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war ja inhaltlich!)
Abg. Kickl: Unglaublich! – Abg. Belakowitsch-Jenewein – in Richtung des Abg. Kickl –: Der verwechselt dich mit sich selbst!
Ich habe oft den Eindruck, sobald ein Mikrofon und eine Kamera bei dir zum Vorschein kommen, bist du ein anderer Mensch. (Abg. Kickl: Unglaublich! – Abg. Belakowitsch-Jenewein – in Richtung des Abg. Kickl –: Der verwechselt dich mit sich selbst!) Und das tut mir in der Sache sehr weh, weil es nur Folgendes bestätigt, lieber Herbert: dass du dich zwar offensichtlich hier bemühst, für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen einzustehen, aber nur dann, wenn eine Kamera dabei ist. Sobald hier die Lichter ausgehen und wir hinausgehen, ist dir das alles wieder wurscht. Aber dann sind die Gewerkschafter draußen vor Ort, 60 000 Funktionärinnen und Funktionäre, die jeden Tag versuchen, sich für die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einzusetzen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl.) – Ja, richtig, aber draußen setzen wir uns ein, und diese Menschen zu beleidigen ist eine Sauerei! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
haben, weil auch für die Briten sind Quoten für EU-Bürger EU-rechtswidrig. Sie können gerne austreten, das ist in Ordnung. Das ist ja genau das, was Sie hier immer wieder quasi implizit fordern. Sie können das ja sagen, aber „wollen“ heißt noch nicht, dass es rechtlich in Ordnung ist. Der Herr Minister hat das aber, glaube ich, ausreichend erklärt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann frage ich mich, warum wir so viele Arbeitslose haben, wenn er so flexibel reagiert!
Was ich auch nicht verstehe: Sie gehen beim Arbeitsmarkt immer von einem fix verteilbaren Kuchen aus. Sie glauben, da gibt es einzelne Kuchenstücke, von denen sich jeder eines nimmt – und wenn nichts mehr da ist, dann ist es eben aus. Was Sie nicht verstehen, ist, dass der Arbeitsmarkt auch flexibel ist. (Abg. Kickl: Wirklich?) In Ihrer Vision ist es ja so, dass dann die bösen Ausländer kommen und den Österreichern die Kuchenstücke wegnehmen und am Schluss nichts mehr da ist. (Abg. Kickl: Wir haben keine Visionen!) Der Arbeitsmarkt ist flexibel, reagiert auch darauf, wenn mehr Arbeitskräfte da sind, und deshalb verstehe ich in der Regel nicht, was Sie in diesem Bereich von sich geben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann frage ich mich, warum wir so viele Arbeitslose haben, wenn er so flexibel reagiert!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Lehrling dürfen sie auch noch sein!
Wir bringen Leute dazu, dass sie in die Schwarzarbeit abrutschen. Wir erlauben Asylwerbern, die von zu Hause geflüchtet sind, nicht, dass sie der Arbeit nachkommen, die sie ausüben wollen. Zusätzlich produziert das natürlich auch einen massiven Qualifikationsverlust, wenn die Leute Ewigkeiten herumsitzen, nicht die Qualifikationen anwenden können, die sie gelernt haben, und eben nur in drei Bereichen tätig sein dürfen, nämlich als Saisonnier, als Erntehelfer und als Prostituierte. Ich finde das zynisch. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Lehrling dürfen sie auch noch sein!) – Und Lehrling auch noch, da haben Sie vollkommen recht.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und alle sind gelogen!
Zum AMS-Budget, Frau Abgeordnete Belakowitsch-Jenewein. – Ich kenne natürlich alle Medienberichte, das ist ja nicht das Thema. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und alle sind gelogen!) – Hören Sie mir zu! Kennen Sie irgendeinen Beschluss des AMS-Verwaltungsrates über ein Budget? – Ich kenne keinen! Ich kenne keinen einzigen Beschluss des AMS-Verwaltungsrates, denn der AMS-Verwaltungsrat wird das erst im November beschließen. – Punkt 1. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) – Das wird ja aktuell veröffentlicht. Lesen Sie auf der Parlamentshomepage nach, da haben Sie beim Budgetvollzug in der UG 20 den kompletten Vollzug drin. Sie brauchen es nur zu lesen, das werden Sie ja irgendwie zustande bringen! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben wir schon gelesen! – Ruf bei der SPÖ – in Richtung der Abg. Belakowitsch-Jenewein –: Verstehen müssen Sie es!) Das betrifft alle UGs, es werden alle UGs veröffentlicht. Das ist kein Geheimnis, wir haben ja keine Geheimwissenschaft. Das ist Teil des Demokratiebewusstseins in diesem Land.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben wir schon gelesen! – Ruf bei der SPÖ – in Richtung der Abg. Belakowitsch-Jenewein –: Verstehen müssen Sie es!
Zum AMS-Budget, Frau Abgeordnete Belakowitsch-Jenewein. – Ich kenne natürlich alle Medienberichte, das ist ja nicht das Thema. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und alle sind gelogen!) – Hören Sie mir zu! Kennen Sie irgendeinen Beschluss des AMS-Verwaltungsrates über ein Budget? – Ich kenne keinen! Ich kenne keinen einzigen Beschluss des AMS-Verwaltungsrates, denn der AMS-Verwaltungsrat wird das erst im November beschließen. – Punkt 1. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) – Das wird ja aktuell veröffentlicht. Lesen Sie auf der Parlamentshomepage nach, da haben Sie beim Budgetvollzug in der UG 20 den kompletten Vollzug drin. Sie brauchen es nur zu lesen, das werden Sie ja irgendwie zustande bringen! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben wir schon gelesen! – Ruf bei der SPÖ – in Richtung der Abg. Belakowitsch-Jenewein –: Verstehen müssen Sie es!) Das betrifft alle UGs, es werden alle UGs veröffentlicht. Das ist kein Geheimnis, wir haben ja keine Geheimwissenschaft. Das ist Teil des Demokratiebewusstseins in diesem Land.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie Ihre Leute noch unter Kontrolle?
Das AMS-Budget wird im November vom Verwaltungsrat beschlossen – und seien Sie nicht verwundert, wenn es nicht weniger ist als heuer! Was Sie im Vorfeld an Debatten gehört haben, was im Vorfeld an Debatten und Zahlen durch die Gegend transportiert worden ist (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie Ihre Leute noch unter Kontrolle?), sind Zahlen, die dargestellt worden sind, weil zwei technische Themen vor drei Wochen, als diese Zahlen durch die Gegend gegeistert sind, noch nicht geklärt waren. Das war das Thema „Fachkräftestipendium – weitere Vorgangsweise“ und das Thema „Kurzarbeit – weitere Vorgangsweise“. Da diese beiden Themen zwischenzeitlich geklärt sind, auch mit dem Finanzminister, werden Sie in Zukunft ein AMS-Budget vorfinden, inklusive der Umstellung der Mittel beim Europäischen Sozialfonds, die jetzt für aktivierende Arbeitsmarktpolitik verwendet worden sind – heuer waren es 14 Millionen € –, und diese Mittel gehen in Zukunft zu den Ländern, im Ausmaß von 50 Millionen €. Also inklusive dieser Mittel wird mehr Geld vorhanden sein als heuer. (Abg. Kickl: Das werden Sie dafür brauchen!) – Ja, und deshalb kann ich nur bitten und ersuchen. Ich habe schon Landesrat Rezar ersucht, ich habe auch mit Günther Platter, dem Herrn Landeshauptmann von Tirol, schon zweimal telefoniert. Ich kann nur bitten und ersuchen. (Abg. Walter Rosenkranz: Der Faymann nur einmal mit dem Putin!)
Sitzung Nr. 48
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, und dann?
Alle uns bekannten Personen, die aus dem Kampfgebiet zurückkehren, werden, wie bereits erwähnt, ausnahmslos bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, und dann?) Zudem waren bereits, wie zuvor erwähnt, Änderungsvorschläge im Staatsbürgerschaftsgesetz und im Grenzkontrollgesetz in Begutachtung, und diese werden in den nächsten Wochen hier beschlossen.
Ruf bei der FPÖ: ... Zufall! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Schade!
Mit 1. Jänner 2014 erfolgte die Umstellung von zwei bestehenden Systemen – vom Asylinformationssystem und dem Fremdeninformationssystem – sowie weiteren fremdenpolizeilichen Applikationen auf das IFA-System, eines der größten EDV-Projekte, IT-Projekte in der Geschichte des Innenressorts, und daher sind derzeit noch nicht alle der angefragten elektronischen Auswertungen möglich. Das heißt, derartige Statistiken, wie sie gewünscht sind, liegen zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht vor. (Ruf bei der FPÖ: ... Zufall! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Schade!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir leben 2014!
Herr Strache, wenn Sie dann wieder sagen, wir haben Einsparungen bei der Polizei, dann denken Sie bitte zurück: Was war zwischen 2000 und 2006? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir leben 2014!) – Sie haben damals 3 000 Polizisten eingespart. Sie haben sie damals eingespart. (Abg. Strache: Sie sind seit 2006 in der Verantwortung! Sie haben nichts verbessert!)
Abg. Kickl: Mit wem? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das mit Asylmissbrauch zu tun?
Er ist einer, der öffentlich „Hooligans gegen Salafisten“ unterstützt, eine Hexenjagd gegen MuslimInnen und WissenschafterInnen initiiert und im Internet gegen Feministinnen hetzt. Und mit dem machen Sie nächste Woche eine öffentliche Veranstaltung? – Gratuliere! (Abg. Kickl: Mit wem? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das mit Asylmissbrauch zu tun?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Von wem sprechen Sie? – Abg. Darmann: Wie heißt der?
Mit solchen Leuten umgeben Sie sich? Diese Leute machen ganz einfach für Sie Werbung. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Von wem sprechen Sie? – Abg. Darmann: Wie heißt der?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber Sie!
Sie hetzen. Das Einzige, was Sie machen, ist, Sie hetzen. Und da bleibe ich bei meiner Aussage: Hetze. Und Sie machen den Menschen Angst. Sie tragen nichts dazu bei, dass es in irgendeiner Art und Weise zu irgendeiner Lösung kommt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber Sie!)
Ironische Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Gartelgruber: Wie bitte?! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber Sie nehmen es ernst?!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Wenn man sich zum einen die Einberufung dieser Sondersitzung und die Dringliche Anfrage der Freiheitlichen und zum anderen die Debatte und die Art und Weise, wie sie vonseiten der FPÖ geführt wird, ansieht, gewinnt man den Eindruck, dass die FPÖ dieses Thema nicht ernst nimmt. (Ironische Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Gartelgruber: Wie bitte?! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber Sie nehmen es ernst?!) Ansonsten könnten Sie nicht ein solches politisches Theater aufführen, meine Damen und Herren! (Abg. Kickl: Ich glaube, Sie sind schon zu lange dabei!)
Abg. Kickl: Wie heißt der ganze Titel? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er kann nicht lesen! – Abg. Kickl: So viel zum Thema Redlichkeit!
Abgeordneter Mag. Nikolaus Alm (NEOS): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrter Herr Minister! Hohes Haus! Die FPÖ hat jetzt schon das zweite Mal zu einer Veranstaltung eingeladen, die „Islamisierung“ im Titel trägt. Ich habe schon letztes Mal gesagt, dass die FPÖ die Wortwahl mit Bedacht trifft, denn „Islamisierung“ bedeutet bei ihr nichts anderes als eine Verbindung der Themen Asylwerbung, Zuwanderung und hier lebende Muslime unter einem Begriff. (Abg. Kickl: Wie heißt der ganze Titel? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er kann nicht lesen! – Abg. Kickl: So viel zum Thema Redlichkeit!)
Sitzung Nr. 49
Abg. Belakowitsch-Jenewein: „Hohes Beschäftigungsniveau!“ – Abg. Stefan: ... in der Schweiz geht es den Bach runter!
Ich sage Ihnen: Wenn wir sechs von zehn Euro durch den Export und durch den Tourismus verdienen, dann ist dieser Euro für eine kleine, exportorientierte Volkswirtschaft wie jene Österreichs von enormer Bedeutung. Ihr Weg würde wirklich zum Untergang führen, nämlich zum Untergang des hohen Beschäftigungsniveaus, das wir in Österreich haben, und der hohen Exportquote. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: „Hohes Beschäftigungsniveau!“ – Abg. Stefan: ... in der Schweiz geht es den Bach runter!) – Völlig falsch, was Sie hier vertreten, sage ich Ihnen. Völlig falsch! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Sitzung Nr. 51
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ich möchte auch da ein paar Zahlen etwas geraderücken, weil ich glaube, dass gerade jene Partei, die immer meint, sie vertritt den kleinen Mann, hier nicht mitstimmen will, das ist in Wirklichkeit ein Schlag ins Gesicht dieser Menschen. Sie sollten sich Ihren Standpunkt überlegen, denn Sie sind für die Beibehaltung von diversen Missständen. Dafür sind Sie verantwortlich. Dann sagen Sie doch den kleinen Leuten, dass es Ihnen wurscht ist, wie es ihnen geht. Das ist doch die Ratio Ihrer Logik. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist nicht wahr!
Und gleichzeitig stellen Sie sich her und sind gegen jegliche Form von Vermögensbesteuerung. Ihr Populismus überholt Sie selber. Das ist in Wirklichkeit Ihre Politik. Viel Vergnügen, mir kann es recht sein! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist nicht wahr!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe auch nichts anderes gesagt!
Punkt zwei: Wir haben 28 000 Firmen kontrolliert. Es kam zu fast 1 000 Anzeigen. Auch hier – das muss man auch klar sagen – sind die Hälfte inländische Firmen, die andere Hälfte ausländische Firmen. Das nur zur Klarstellung. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe auch nichts anderes gesagt!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie schaut es nächstes Jahr aus?
Die Finanzpolizei besteht aus 535 Personen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie schaut es nächstes Jahr aus?) – Das wird nächstes Jahr auch so sein. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Fragen Sie Ihre Personalvertretung!) Sie dürfen sich da sicher sein. Ich weiß, dass Sie mit einer Zahl durch die Gegend argumentieren (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich argumentiere überhaupt nicht!) – Entschuldigung, eine Wortmeldung von Ihnen ist ja zumindest eine halbe Argumentation. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hätten Sie zugehört ! Ich habe keine Zahl genannt)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Fragen Sie Ihre Personalvertretung!
Die Finanzpolizei besteht aus 535 Personen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie schaut es nächstes Jahr aus?) – Das wird nächstes Jahr auch so sein. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Fragen Sie Ihre Personalvertretung!) Sie dürfen sich da sicher sein. Ich weiß, dass Sie mit einer Zahl durch die Gegend argumentieren (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich argumentiere überhaupt nicht!) – Entschuldigung, eine Wortmeldung von Ihnen ist ja zumindest eine halbe Argumentation. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hätten Sie zugehört ! Ich habe keine Zahl genannt)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich argumentiere überhaupt nicht!
Die Finanzpolizei besteht aus 535 Personen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie schaut es nächstes Jahr aus?) – Das wird nächstes Jahr auch so sein. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Fragen Sie Ihre Personalvertretung!) Sie dürfen sich da sicher sein. Ich weiß, dass Sie mit einer Zahl durch die Gegend argumentieren (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich argumentiere überhaupt nicht!) – Entschuldigung, eine Wortmeldung von Ihnen ist ja zumindest eine halbe Argumentation. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hätten Sie zugehört ! Ich habe keine Zahl genannt)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hätten Sie zugehört ! Ich habe keine Zahl genannt
Die Finanzpolizei besteht aus 535 Personen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie schaut es nächstes Jahr aus?) – Das wird nächstes Jahr auch so sein. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Fragen Sie Ihre Personalvertretung!) Sie dürfen sich da sicher sein. Ich weiß, dass Sie mit einer Zahl durch die Gegend argumentieren (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich argumentiere überhaupt nicht!) – Entschuldigung, eine Wortmeldung von Ihnen ist ja zumindest eine halbe Argumentation. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hätten Sie zugehört ! Ich habe keine Zahl genannt)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber ich habe keine Zahl genannt!
Frau Abgeordnete Belakowitsch-Jenewein, ich habe das sogar ernst gemeint, ich wollte Ihnen sogar unterstützend sagen, dass Sie da etwas Ernsthaftes ansprechen. Sie sprechen nämlich eine Personaleinsatzplanzahl an, und diese Personaleinsatzplanzahl ist eine andere als der tatsächliche Personalstand. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber ich habe keine Zahl genannt!) Der tatsächliche Personalstand ist 535, die Personaleinsatzplanzahl ist eine andere.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie schaut es nächstes Jahr aus?
Das ist das Gleiche wie bei mir bei den Arbeitsinspektoraten. Es sind ja beide Sektoren vom Aufnahmestopp ausgenommen, beide Sektoren haben genauso unterschiedliche Zahlen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie schaut es nächstes Jahr aus?) Wir haben Vollzeitäquivalente, wir haben Teilzeitäquivalente und, und, und. Demzufolge können Sie versichert sein, wir setzen alles daran, dass es diese Zahl von 535 Personen, die es de facto gibt, die es effektiv gibt, auch in Zukunft geben wird. Ich rede von der effektiven Zahl und nicht davon, was irgendwo im sogenannten Einsatzplan steht. Das ist das, was ich Ihnen hier mitteilen wollte.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Geh bitte!
Abgeordneter Erwin Spindelberger (SPÖ): Ich habe heute den Eindruck, dass die FPÖ zurzeit auf einem Gerechtigkeitstrip unterwegs ist (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Geh bitte!), wenn sie ernsthaft verlangt, dass die Luxuspensionen abgeschafft und an die ASVG-Pensionen angeglichen werden sollen; das aber ohne in ihrem Antrag genau zu definieren, was sie unter „Luxuspensionen“ überhaupt versteht. Wenn Sie damit die Sonderpensionen meinen, würde das ganz konkret bedeuten, dass Sie alle Beamtenpensionen und alle ÖBB-Pensionen abschaffen wollen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja wieder ein Argument! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja wieder ein Argument! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Erwin Spindelberger (SPÖ): Ich habe heute den Eindruck, dass die FPÖ zurzeit auf einem Gerechtigkeitstrip unterwegs ist (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Geh bitte!), wenn sie ernsthaft verlangt, dass die Luxuspensionen abgeschafft und an die ASVG-Pensionen angeglichen werden sollen; das aber ohne in ihrem Antrag genau zu definieren, was sie unter „Luxuspensionen“ überhaupt versteht. Wenn Sie damit die Sonderpensionen meinen, würde das ganz konkret bedeuten, dass Sie alle Beamtenpensionen und alle ÖBB-Pensionen abschaffen wollen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja wieder ein Argument! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wieder eine glatte Themenverfehlung!
Es dürfte Ihnen aber wirklich entgangen sein, dass in diesem Bereich schon längst gesetzliche Regelungen getroffen werden; so zum Beispiel bei den Österreichischen Bundesbahnen, wo alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nach dem 1. Jänner 1995 ins Unternehmen eingetreten sind, ohnehin nur mehr ASVG-Ansprüche haben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wieder eine glatte Themenverfehlung!) Oder wollen Sie vielleicht in bestehende Regelungen eingreifen, das heißt in bereits erworbene Pensionsansprüche? – Sie wissen ganz genau, dass rechtlich auch der Vertrauensschutz zu beachten ist und eine Reduzierung bereits bestehender Pensionsansprüche auf ASVG-Niveau völkerrechtswidrig und auch sachlich nicht gerechtfertigt wäre.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja! Natürlich stimmt das!
Schwafeln Sie nicht ständig, dass die Bundesregierung die Luxuspensionen auf ewig einzementiert hat! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja! Natürlich stimmt das!) Genau das Gegenteil ist nämlich der Fall! (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Durch das Sonderpensionenbegrenzungsgesetz werden künftig Ansprüche der Höhe nach begrenzt, und das verfassungsrechtlich, und es sind Pensionssicherungsbeiträge in Höhe von 17 Prozent eingeführt worden. (Abg. Deimek: Sie können ja nicht einmal eine Zehnerpotenz lesen!) Sie tun nichts anderes, als ständig Neid zu schüren. Eine Politik, wie Sie sie da betreiben, ist für mich eine Schande! (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum sind Sie so nervös? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
wahres Gesicht, was Sie da betreiben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum sind Sie so nervös? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Neubauer: Da wäre ich gar nicht so sicher! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche Bilanz? Sozialabbau?
Abgeordnete Ing. Waltraud Dietrich (STRONACH): Geschätzter Herr Präsident! Geschätzter Herr Minister! Meine geschätzten Damen und Herren! Hohes Haus! In wenigen Tagen hat die SPÖ ihren Bundesparteitag, und ich bin mir ganz sicher, dass bei diesem Bundesparteitag Bilanz gelegt wird, was alles die SPÖ zu verantworten hat. (Abg. Neubauer: Da wäre ich gar nicht so sicher! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche Bilanz? Sozialabbau?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ich möchte vielleicht nur ganz kurz auf den Tagesordnungspunkt 7 eingehen, der den Entschließungsantrag der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein behandelt. Ich gebe Ihnen recht: Diese behinderten Kinder beziehungsweise diese Kinder in den Heimen haben gearbeitet, und wenn sie gearbeitet haben, dann ist für die Zahlung der Pensionsversicherung beziehungsweise der Sozialversicherung das Institut, die Einrichtung oder der jeweilige Unternehmer zuständig. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... Kinderheime!
Ich möchte Ihnen auch vorhalten, dass es bereits eine Beantwortung der damaligen Sozialministerin Haubner gegeben hat, in der sie versprochen hat, dass sie sich dieser Sache annehmen wird. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... Kinderheime!) Bis dato wurden keine Ergebnisse geliefert.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da war der Kinderheim-Skandal ...! Was haben Sie denn dafür getan? – Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Ich glaube, dieses wesentliche Beispiel zeigt, dass unser Herr Bundesminister alle heißen Eisen angegriffen und Lösungen herbeigeführt hat, die auch rechtlich halten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da war der Kinderheim-Skandal ...! Was haben Sie denn dafür getan? – Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was? Was?
Es haben auch einige Bundesländer, nachdem ich ja im August 2012 an alle Landeshauptleute geschrieben habe, das gemacht (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was? Was?), denn sie sind nämlich diejenigen, wo es verursacht wurde, und sie haben für diese Menschen die Pensionsversicherungsbeiträge bezahlt. Wir haben ja für diese Personengruppe mehr oder weniger das Prinzip, dass man für die gesamte Vergangenheit – nämlich wann immer das passiert ist – entsprechend nachzahlen kann. Das haben einige Bundesländer hervorragend gelöst (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber nicht Wien!) – ganz hervorragend! –, und einige Bundesländer haben es nicht gelöst.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber nicht Wien!
Es haben auch einige Bundesländer, nachdem ich ja im August 2012 an alle Landeshauptleute geschrieben habe, das gemacht (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was? Was?), denn sie sind nämlich diejenigen, wo es verursacht wurde, und sie haben für diese Menschen die Pensionsversicherungsbeiträge bezahlt. Wir haben ja für diese Personengruppe mehr oder weniger das Prinzip, dass man für die gesamte Vergangenheit – nämlich wann immer das passiert ist – entsprechend nachzahlen kann. Das haben einige Bundesländer hervorragend gelöst (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber nicht Wien!) – ganz hervorragend! –, und einige Bundesländer haben es nicht gelöst.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: 1966 nicht?!
Und jetzt, Frau Belakowitsch-Jenewein, kommen wir zu Ihrem Fall. Die Stadt Wien hat seit dem Jahr 1963 ein Abkommen mit der Wiener Gebietskrankenkasse, sodass sämtliche Heimkinder, die eine Lehrlingsausbildung bei der Stadt Wien gemacht haben, angemeldet werden. Seit dem Jahr 1963! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: 1966 nicht?!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dort haben sie gewohnt!
Die Stadt Wien hatte eigene Lehrwerkstätten – Sie wissen es, glaube ich, genauso gut wie ich – in Eggenburg, sie hatte aber keine einzige Lehrwerkstätte auf der Hohen Warte – keine einzige! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dort haben sie gewohnt!) – Und jetzt sind wir beim Punkt: Wer war derjenige, der den Lehrvertrag auf der anderen Seite unterschrieben hat? Damit, sehr geehrte Frau Belakowitsch-Jenewein, würde ich Sie bitten, das zu eruieren, denn das war nämlich nicht die Stadt Wien (Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... Werkstatt der Berufsschule in Kaiserebersdorf!) – Jetzt kommen wir schön langsam hin! Jetzt entwickelt sich die Sache!
Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... Werkstatt der Berufsschule in Kaiserebersdorf!
Die Stadt Wien hatte eigene Lehrwerkstätten – Sie wissen es, glaube ich, genauso gut wie ich – in Eggenburg, sie hatte aber keine einzige Lehrwerkstätte auf der Hohen Warte – keine einzige! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dort haben sie gewohnt!) – Und jetzt sind wir beim Punkt: Wer war derjenige, der den Lehrvertrag auf der anderen Seite unterschrieben hat? Damit, sehr geehrte Frau Belakowitsch-Jenewein, würde ich Sie bitten, das zu eruieren, denn das war nämlich nicht die Stadt Wien (Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... Werkstatt der Berufsschule in Kaiserebersdorf!) – Jetzt kommen wir schön langsam hin! Jetzt entwickelt sich die Sache!
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Mache ich gerne!
Ich lade Sie beziehungsweise die Stadt Wien lädt Sie aber gleichzeitig ein, da 40 Jahre dazwischen liegen und niemand weiß, ob nicht vor 40 Jahren irgendwo irgendwer durchgerutscht ist – das weiß niemand! –, den Fall zum Weißen Ring zu bringen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Mache ich gerne!) – denn die Stadt Wien hat ja all das an den Weißen Ring abgetreten –, und der Weiße Ring wird das erledigen, wenn es so ist, wie Sie es hier darstellen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Habe ich eh nicht!
Darum, wie gesagt: Wenn da etwas durchgerutscht ist, auf den Tisch damit – gerne! Wenn nichts durchgerutscht ist: Auch auf den Tisch damit! Der Weiße Ring wird das entsprechend abarbeiten. Behaupten wir aber nichts, was nicht stimmt, das ist mein großer Appell. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Habe ich eh nicht!) Das haben sich diese Menschen nicht verdient. Das haben sie sich nicht verdient. (Beifall bei der SPÖ sowie Beifall und Bravoruf des Abg. Doppler. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber warum haben Sie das nicht gleich vor einem halben Jahr gemacht?)
Beifall bei der SPÖ sowie Beifall und Bravoruf des Abg. Doppler. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber warum haben Sie das nicht gleich vor einem halben Jahr gemacht?
Darum, wie gesagt: Wenn da etwas durchgerutscht ist, auf den Tisch damit – gerne! Wenn nichts durchgerutscht ist: Auch auf den Tisch damit! Der Weiße Ring wird das entsprechend abarbeiten. Behaupten wir aber nichts, was nicht stimmt, das ist mein großer Appell. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Habe ich eh nicht!) Das haben sich diese Menschen nicht verdient. Das haben sie sich nicht verdient. (Beifall bei der SPÖ sowie Beifall und Bravoruf des Abg. Doppler. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber warum haben Sie das nicht gleich vor einem halben Jahr gemacht?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie auch ein anderes ...?!
Ich weiß natürlich, dass das Thema Luxuspensionen eines ist, das sich herrlich für den Populismus verwenden lässt – ganz herrlich! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie auch ein anderes ...?!) Das ist ein ganz tolles Thema für den Populismus, das ist natürlich ein ganz tolles Thema für die tägliche Diskussion auf dem Sportplatz, für die tägliche Diskussion irgendwo im Kaffeehaus, im Wirtshaus, und, und, und. Das ist klar.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es ist Wahlkampf!
Abgeordneter Rupert Doppler (FPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Minister, ich weiß nicht, warum Sie so nervös sind! Ich mache jetzt einen sehr konstruktiven Vorschlag. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es ist Wahlkampf!) Ja, gut, in Wien ist Wahlkampf, aber das macht ja nichts. Wir in Salzburg haben den Wahlkampf schon gehabt. Gott sei Dank!
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Abgeordneter Werner Neubauer (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Ich habe mir die Frage gestellt, wie eine Bundesregierung damit umgeht, dass sie vor einem Jahr mit einem relativ großen Vertrauensvorschuss vom Wähler ausgestattet wurde und jetzt, nach einem Jahr, mit der Frage konfrontiert wird: War dieser Vertrauensvorschuss auch gerechtfertigt? (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Oder ist in der Bevölkerung mittlerweile so etwas wie eine Trauerstimmung eingekehrt, weil man einem Repräsentanten – und wir sind in einer repräsentativen Demokratie! – sein Vertrauen gegeben hat und nichts von diesem Vertrauen zurückbekommen hat?
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Präsident Karlheinz Kopf: Herr Abgeordneter! Herr Abgeordneter, darf ich Sie bitten, sich in der Wortwahl etwas zu mäßigen. „Plärren“ und „schreien“ gegenüber wem auch immer: Solche Vorwürfe sind in diesem Haus nicht angebracht. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Könnten Sie konkretisieren, was Sie meinen?
Ich darf Ihnen auch sagen, dass das Niveau des Antrages gefährlich nahe an dem der Aussage eines Ihrer Parteikollegen zu Asylwerbern ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Könnten Sie konkretisieren, was Sie meinen?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Wenn ich mir überlege, wozu Höhlenmenschen noch fähig sind: Ein 13-jähriges Mädchen einfach so nebenbei über den Haufen schießen, mit dem Hitlergruß im Bezirk Tulln herumstehen als Regionalverantwortlicher der Freiheitlichen Partei und so weiter; das ist eine so lange Liste, dass ich nicht nur aus Zeitgründen uns allen und sogar den Freiheitlichen das ersparen möchte. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Sitzung Nr. 53
Abg. Kickl: So viel Experte wie Sie bin ich schon lange! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Kickl: Sie waren ja in der Länderbank, das habe ich vergessen!
Ich weiß, dass einige jetzt im Nachhinein sagen, sie hätten es schon damals besser gewusst als die Nationalbank oder die Finanzmarktaufsicht. Ich kann nur sagen, dass wir auch heute bei Entscheidungen, die wir bezüglich Banken treffen, nicht die Expertise von Berufspolitikern, sondern von der Oesterreichischen Nationalbank, nicht von großkoalitionären Politikern der Gemeinde-, der Landes- oder der Bundesebene, sondern der Finanzmarktaufsicht, der Taskforce zurate ziehen. (Zwischenruf der Abg. Moser. – Abg. Kickl: Ist das eine gute oder eine schlechte Nachricht?) Das ist auch heute so, weil es keine Option ist, sich auf den Experten Kickl zu verlassen. (Abg. Kickl: So viel Experte wie Sie bin ich schon lange! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Kickl: Sie waren ja in der Länderbank, das habe ich vergessen!)
Abg. Kickl: Aber der Kaiser war schon immer dabei?! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bundesland!
Ich möchte deshalb auch sagen, dass Frau Dr. Griss eine klare Stellungnahme zum Land Kärnten abgegeben hat – also nicht die SPÖ, um zu beweisen, wie die FPÖ agiert, wenn sie irgendwo Verantwortung hat (Abg. Kickl: Aber der Kaiser war schon immer dabei?! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bundesland!), sondern es ist die auch von Ihnen besonders hervorgehobene Frau Dr. Griss, die sagt: „Das Risiko für das Land Kärnten war nicht kalkulierbar, weil die Haftung für alle künftigen Verbindlichkeiten von HBInt und HBA galt.“ (Abg. Kogler: Na eben!)
Abg. Kickl: Aber der Kaiser war schon dabei?! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Den kennt er nicht! – Zwischenruf des Abg. Podgorschek
Ebenfalls aus dem Griss-Bericht: „Die mit der Landeshaftung verbundenen, für Kärnten letztlich nicht tragbaren Risiken“ – das sagt nicht die SPÖ, sondern der Griss-Bericht (Abg. Kickl: Aber der Kaiser war schon dabei?! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Den kennt er nicht! – Zwischenruf des Abg. Podgorschek) – „aus der Expansion [] waren unübersehbar. Es liegt deshalb ein klarer Fall von ,moral hazard‘ vor“. – Das ist keine parteipolitische Qualifizierung des Vorgehens, sondern steht ebenfalls in dem von Ihnen genannten Bericht.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie haben es noch immer nicht verstanden! – Zwischenrufe der Abgeordneten Podgorschek und Neubauer. – Zwischenruf des Abg. Kogler.
Was haben wir uns hier an Reden angehört (Zwischenruf des Abg. Hagen), in denen uns einzelne Redner der FPÖ Folgendes zu erklären versucht haben: Die Haftung hat ja zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr bestanden, und eigentlich war es ja damals schon eine bayerische Angelegenheit, und warum haben Sie den Bayern überhaupt geholfen? Was hat das überhaupt damit zu tun? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie haben es noch immer nicht verstanden! – Zwischenrufe der Abgeordneten Podgorschek und Neubauer. – Zwischenruf des Abg. Kogler.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
jener Kommission, die die Vorgänge rund um die Hypo Alpe-Adria von der Zeit in Kärnten bis in die jüngere Vergangenheit zusammengefasst hat (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), in dem sich vieles von dem, was hier bereits diskutiert wurde, wiederfindet, ist, wie ich meine, an sich ein wichtiges Dokument für die politische Diskussion.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: veranstalten!
Daher halte ich es auch für gut und richtig, dass das Team Stronach heute eine Aktuelle Stunde dazu veranstaltet. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: veranstalten!) Womit ich nicht konform gehe, ist Ihre Eingangsrede, Frau Kollegin Nachbaur, denn inhaltlich muss man zu dieser Fragestellung schon einiges andere festhalten.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Betonen möchte ich, dass die politische Diskussion und auch die Erklärung, warum man die Fragestellungen damals so beantwortet hat, wie sie beantwortet wurden, auch etwas sind, das nicht nur in unserer demokratischen Kultur richtig ist, sondern ich verstehe auch, dass die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler an den Bildschirmen, die daheim zuschauen und über dieses Hypo-Desaster nachdenken, natürlich auch finden, dass die Politiker dazu Stellung beziehen sollen. Daher mache ich das gerne, nicht nur in meiner heutigen Funktion als Parlamentarier, sondern auch in meiner Eigenschaft als ehemaliger Finanzstaatssekretär. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gott sei Dank!
auch die Regierung!) Ich glaube auch, dass sich die Regierung und die Regierungsparteien dieser Verantwortung und diesem Bericht stellen müssen, und das tue ich auch. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gott sei Dank!) Aber auch die Opposition sollte sich überlegen, ob sie nicht auch damit gemeint ist und daher wesentlich stärker an der Sache arbeiten sollte. – Ich werde das in meiner Rede jedenfalls tun.
Abg. Wöginger: Das ist eine Frechheit! – Heiterkeit der Abgeordneten Brosz und Belakowitsch-Jenewein.
Das wäre ein Minderheitsrecht! Aber das will natürlich die Regierung nicht, weil die Regierung natürlich dann, wenn es wichtig ist, den Deckel draufhalten will. Man ist nicht an Aufklärung interessiert, sonst hätte man bei den 20 Gelegenheiten, einen Ausschuss einzusetzen, die es hier schon gegeben hat, Ja gesagt. (Abg. Wöginger: Das ist eine Frechheit! – Heiterkeit der Abgeordneten Brosz und Belakowitsch-Jenewein.) Aber man will es nicht, man will keine Aufklärung! Man hat jetzt ein Instrument geschaffen, um wieder zuzudecken (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Wöginger: Setzen’s Ihna nieder!) – Sie kommen dann schon noch zu Wort.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Immer weniger! – Abg. Kickl: Der einzige Unterschied in der Bedürftigkeit ist das Datum!
Ich möchte auch zur Pflegegeld-Novelle sprechen und ganz zu Beginn betonen, geschätzte Zuseherinnen und Zuseher, dass das Ziel der Sozialdemokratie natürlich ist – ich möchte es jetzt so sagen, Herr Kollege Kickl –, unser gutes Pflegesystem, und da gehört nicht nur das Pflegegeld, sondern auch eine Reihe anderer Maßnahmen dazu, in einem wirklich bedarfs- und bedürfnisorientierten Zustand zu erhalten (Abg. Schwentner: Das ist aber nicht wahr!), sodass alle Menschen, die in Österreich Pflege und Unterstützung brauchen, wenn sie pflegebedürftig werden, diese auch in Zukunft erhalten werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Immer weniger! – Abg. Kickl: Der einzige Unterschied in der Bedürftigkeit ist das Datum!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber viel weniger! – Abg. Kickl: Bis zu 6 000 weniger!
Geschätzte Damen und Herren, ich möchte ein wenig zurückblicken, weil vom Kollegen Kickl schon ein Szenario gezeichnet worden ist, dass im nächsten Jahr viele Tausende Menschen oder überhaupt das Pflegegeldsystem in Gefahr wären. Dem ist nicht so. Es werden auch in Zukunft viele Menschen in das Pflegegeldsystem hineinkommen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber viel weniger! – Abg. Kickl: Bis zu 6 000 weniger!) Es werden auch 2015 zirka 65 000 Menschen neu in unser Pflegegeldsystem hineinkommen. Und das wissen Sie auch, Herr Kollege Kickl: Wir haben in Österreich mit Stichtag Ende September 2014 in Österreich 455 284 Menschen, die Pflegegeld beziehen. Das sind, geschätzte Zuhörerinnen und Zuhörer, 5,35 Prozent aller Menschen, die in Österreich leben. Das gesamte Pflegegeldsystem, das vom Bund finanziert wird, umfasst jetzt 3 Milliarden €. Wenn sich also jemand ans Rednerpult stellt und sagt, es werde im Bereich Pflegegeld nichts getan, dann möchte ich das wirklich vehement widerlegen, weil es einfach nicht so ist. (Abg. Schwentner: Es wird zu wenig nachhaltig gedacht!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das habt ihr im Jahr 2010 auch schon gesagt! – Abg. Kickl: 2011 war es genau!
Nun zum Gesetz: Es wird ja hier verschwiegen, was noch gemacht wird. Es wird gesagt, dass wir Veränderungen bei den Stufen 1 und 2 durchführen. Ja, Frau Kollegin (in Richtung der Abg. Schimanek), ich werde es Ihnen gleich erklären, Sie schauen so entgeistert. Sie müssen doch die Gesetzvorlage insgesamt kennen. (Zwischenruf der Abg. Schimanek.) Es wird im Bereich der künftigen Pflegegeldeinstufungen etwas verändert, also für die 455 000 Personen, die jetzt in den sieben Stufen eingestuft sind, ändert sich nichts, meine Damen und Herren. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das habt ihr im Jahr 2010 auch schon gesagt! – Abg. Kickl: 2011 war es genau!) Wir verändern für künftige Pflegegeldbezieher der Stufe 1 und 2 das Stundenausmaß, das notwendig ist, damit man eine Pflegegeldeinstufung in den Stufen 1 und 2 erhält, und zwar bei der Stufe 1 von 60 auf 65 Stunden und bei der Stufe 2 von 85 auf 95 Stunden.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Bei 33 Prozent Wertverlust! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
ner.) Was Sie verschweigen, ist, dass in dem Gesetz auch steht, dass das Pflegegeld ab 1. Jänner 2016 um 2 Prozent erhöht wird. (Abg. Kickl: Bei 33 Prozent Wertver- lust! Na bravo!) – Das ist Ihnen nicht über die Lippen gekommen, Herr Kollege Kickl, dass diese Bundesregierung und die Regierungsfraktionen auch mitbeschließen, dass das Pflegegeld für alle PflegegeldbezieherInnen in allen Stufen um 2 Prozent erhöht wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Bei 33 Prozent Wertverlust! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche Erhöhung!?
Stimmen Sie von den Freiheitlichen hier nicht mit, so heißt das im Umkehrschluss, dass Sie eigentlich gegen diese Erhöhung sind. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche Erhöhung!?) Die Erhöhung beträgt 50 Millionen €, und das, was der Bund jährlich hergibt, beträgt in Summe zirka 3 Milliarden €, und das ist schon gesagt worden. (Abg. Kickl: Hütchenspielerei ist das!) Diese Erhöhung um 50 Millionen kommt direkt bei den pflegebedürftigen Personen an. Da gibt es keine Verzweigung, sondern sie ist direkt im Säckel – wenn man das so sagen kann – der betroffenen Personen zu finden.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Jetzt kommen wieder die Luxus-Pensionisten!
Sie wissen ganz genau, dass wir beim Pflegegeld ein System haben, wo überhaupt nicht gefragt wird: Wer bist du? Es wird überhaupt nicht gefragt: Wer bist du? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Jetzt kommen wieder die Luxus-Pensionisten!) Nein, sie kommen überhaupt nicht. Die einzige Frage, die wir stellen, ist: Was ist dein Pflegeaufwand, wie viele Stunden? – Danach fragen wir. (Abg. Kickl: Die zweite Frage, die Sie stellen sollten, ist: Brauchen sie mehr?) Das ist die einzige Frage, die wir stellen. – Das ist einmal Punkt eins.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... kriegen auch das Pflegegeld, denen kann es wurscht sein!
Punkt zwei ist auch ganz klar. Das wissen Sie aber auch genauso gut wie ich, dass die von Ihnen zitierte Grenze der Luxus-Pensionisten, das ASVG, nicht mehr dazukommt, denn die, die Sie da so bezeichnen, haben keine ASVG-Pension. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... kriegen auch das Pflegegeld, denen kann es wurscht sein!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Schwentner.
Erstens: Warum sollen diese Personen nicht so wie alle anderen, die erwerbstätig sind, im Sinne des Solidaritätsprinzips ihren Beitrag leisten? Sie bekommen ja auch etwas für die Beiträge, und zwar jedes Jahr die zusätzliche Pensionserhöhung. Das sind zwar, wie Sie gesagt haben, keine Riesenbeträge. Das richtet sich natürlich genau danach, was sie verdienen. Aber es entspricht versicherungsmathematisch ihren eingezahlten Beträgen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Schwentner.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das Einzige, das ich nicht verstehe,!
Ich glaube, wir sind alle der Meinung, dass das faktische Pensionsalter steigen muss. Das heißt, vor Pensionsantritt soll länger gearbeitet werden, natürlich nur dann, wenn es die Gesundheit und der Arbeitsmarkt zulassen. Aber Ihr Vorschlag benachteiligt in der aktuellen Situation des Arbeitsmarktes eben genau diese Gruppe. Und das versteht niemand ganz. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das Einzige, das ich nicht verstehe,!)
Sitzung Nr. 59
Präsident Hofer gibt neuerlich das Glockenzeichen – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aus ist’s!
Gerade aus der Sicht der Landwirtschaft plädiere ich für eine entsprechende Herkunftsbezeichnung, denn wir haben in Österreich (Präsident Hofer gibt neuerlich das Glockenzeichen – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aus ist’s!) 14 regionale Herkunftsbezeichnungen – viele Länder Europas ungleich mehr –, und da haben wir noch dringenden Handlungsbedarf (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aus ist’s!), um diese nachvollziehbare österreichische Produktion (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aus ist’s!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aus ist’s!
Gerade aus der Sicht der Landwirtschaft plädiere ich für eine entsprechende Herkunftsbezeichnung, denn wir haben in Österreich (Präsident Hofer gibt neuerlich das Glockenzeichen – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aus ist’s!) 14 regionale Herkunftsbezeichnungen – viele Länder Europas ungleich mehr –, und da haben wir noch dringenden Handlungsbedarf (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aus ist’s!), um diese nachvollziehbare österreichische Produktion (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aus ist’s!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aus ist’s!
Gerade aus der Sicht der Landwirtschaft plädiere ich für eine entsprechende Herkunftsbezeichnung, denn wir haben in Österreich (Präsident Hofer gibt neuerlich das Glockenzeichen – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aus ist’s!) 14 regionale Herkunftsbezeichnungen – viele Länder Europas ungleich mehr –, und da haben wir noch dringenden Handlungsbedarf (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aus ist’s!), um diese nachvollziehbare österreichische Produktion (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aus ist’s!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ich möchte mich hier an dieser Stelle bei den Experten und Expertinnen des Ausschusses bedanken, sie haben uns auf wesentliche Dinge hingewiesen, nämlich auch auf den Punkt, dass natürlich auch die Eizellenspenderin einem großen psychologischen Druck unterliegt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Daher wird mit unseren Anträgen nunmehr auch für diese Frauen eine psychologische Beratung sichergestellt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gibt es ja nicht vor, ihr macht es auf!
Ich erlaube mir, am Schluss meiner Rede unseren Vizekanzler und Parteiobmann zu zitieren, der am Montag dieser Woche gesagt hat: Wenn man nicht gestaltet, wird man gestaltet. – Ich möchte nicht weiterhin bei dieser Thematik von Höchstgerichten gestaltet werden, die uns die Marschroute zu diesen Themen vorgeben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gibt es ja nicht vor, ihr macht es auf!) Wir haben die Sache PID und Eizellenspende in die Hand genommen und verantwortungsvoll politisch gestaltet – zum Besten für unsere Bürger.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Der andere Teil ist aber, dass wir hier sehr wohl auch für Selbstverantwortung eintreten und sagen: Menschen sollen über die Folgen aufgeklärt werden (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), aber es liegt dann trotzdem im privaten, persönlichen Entscheidungsbereich, ob man diese Folgen eingeht oder nicht. So wie bei den Medikamentenstudien, an denen Sie sich als Studentin beteiligt haben. (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Der andere Teil ist aber, dass wir hier sehr wohl auch für Selbstverantwortung eintreten und sagen: Menschen sollen über die Folgen aufgeklärt werden (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), aber es liegt dann trotzdem im privaten, persönlichen Entscheidungsbereich, ob man diese Folgen eingeht oder nicht. So wie bei den Medikamentenstudien, an denen Sie sich als Studentin beteiligt haben. (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sehr witzig! Er hat den Gesetzesarzt gefordert!
Abgeordneter Dr. Erwin Rasinger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Ministerin und Minister! Hohes Haus! Leider fehlt der Abgeordnete Kickl. Ich bin jetzt extra zu meinem Auto gerannt und habe aus der Notfallapotheke ein Valium geholt. Er hat sich nämlich derartig aufgeregt, dass ich mich als Arzt gefordert fühlte. Aber er hat mir gezeigt, dass dieses Herumschreien, das mich als Arzt in Alarmbereitschaft versetzt, für ihn eigentlich nur eine Show war. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sehr witzig! Er hat den Gesetzesarzt gefordert!), denn er ist nicht mehr da. – Soweit zu seiner Ernsthaftigkeit bei diesem Thema. Aber ich bin gerne bereit, ihm das Valium zu geben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum das Parlament nicht? An welcher Partei ist das gescheitert?
Ich möchte dieses Thema aus zwei Sichtweisen beleuchten. Erstens als Abgeordneter: Unser Parteiobmann Mitterlehner hat schon gefragt, ob es wirklich notwendig ist, dass wir immer höchstgerichtlichen Entscheidungen nachlaufen. Wir wollen gestalten, nicht gestaltet werden. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte wird mit Sicherheit demnächst, wenn das geklagt wird, ein Urteil, das positiv zur PID steht, erlassen. Der Verfassungsgerichtshof hat uns schon eine Frist vorgegeben, und die Bioethikkommission beschäftigt sich seit zehn Jahren intensiv damit. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum das Parlament nicht? An welcher Partei ist das gescheitert?) Es ist interessant, ich war bei einem Hearing, aber dort waren viele nicht, die heute sehr lautstark auftreten – auch Sie nicht! –, und dort wurde klar festgehalten, dass sich sogar die Kirchen nicht darüber einig sind, wann Leben beginnt. Die katholische Kirche sagt, wenn Ei und Samenzelle verschmelzen, dann ist es Leben. Andere sagen, es sind 72 Tage.
Beifall bei NEOS und ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die ÖVP hat es sich aber schon leicht gemacht!
Abgeordnete Mag. Beate Meinl-Reisinger, MES (NEOS): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Kickl ist jetzt nicht da. Ich möchte einmal das Wort für die ÖVP ergreifen. Ich muss sagen, sich hier herzustellen und zu sagen, Sie haben es sich leicht gemacht, also das finde ich geradezu unanständig. Ich glaube, bei kaum einer Materie hat es so viele interne Diskussionen – das konnte man auch medial nachvollziehen – gegeben, nicht nur in der ÖVP, sondern in allen Fraktionen. Dann hier zu sagen, man macht es sich leicht, das finde ich schon sehr, sehr billig. (Beifall bei NEOS und ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die ÖVP hat es sich aber schon leicht gemacht!)
Sitzung Nr. 61
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der Herr Minister schüttelt den Kopf! Der sieht das anders!
Viele namhafte Experten sagen aber, dass nicht der Arbeitsmarkt allein das Problem ist, sondern dass wir auch im Pensionssystem Probleme haben. Herr Minister Hundstorfer hat es schon angesprochen: Es gibt erste Erfolge, aber es gibt natürlich noch einiges zu tun. Wir müssen feststellen, dass nur eine Minderheit der Österreicher mit dem Regelpensionsalter in Pension geht und dass es nach wie vor zu viele Möglichkeiten für einen vorzeitigen Pensionsantritt gibt. Wenn man sich die Studie der Allianz aus dem Jahr 2014 anschaut, dann sind wir leider Frühpensionseuropameister, und das ist ein zweifelhafter Titel. (Abg. Schwentner: Ja, und warum?) Solange das Pensionssystem nicht reformiert wird, nämlich noch konsequenter, wird die Erwerbsquote der Älteren unter dem EU-Durchschnitt bleiben, und das Budget wird dadurch immer stärker belastet werden – und diesen Weg müssen wir entschlossener verlassen! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der Herr Minister schüttelt den Kopf! Der sieht das anders!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist schon ein Privileg!
Herr Abgeordneter Neubauer, wenn Sie schon die Salinen AG nennen, wenn Sie auch die dortigen Bergbaubetriebe nennen, dann nennen Sie auch die Zahlen! Es geht um 991 Menschen; Punkt eins. Punkt zwei: Es ist ein Auslaufmodell. Punkt drei: Sie wissen, dass der Betrieb mitzahlen muss; solange diese Menschen leben, muss er 12,5 Prozent des Aufwands mitzahlen. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Das ist die alte Bergbauabwicklung, und demzufolge ist es kein Privileg (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist schon ein Privileg!), sondern es ist ganz einfach ein Auslaufmodell, das derzeit für 991 Menschen gilt. Monatlich werden es weniger, weil ein paar sterben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist schon ein Privileg!) – Das ist überhaupt kein Privileg, Entschuldigen Sie! (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Da läuft ein uraltes Modell aus. – Punkt eins. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist schon ein Privileg!
Herr Abgeordneter Neubauer, wenn Sie schon die Salinen AG nennen, wenn Sie auch die dortigen Bergbaubetriebe nennen, dann nennen Sie auch die Zahlen! Es geht um 991 Menschen; Punkt eins. Punkt zwei: Es ist ein Auslaufmodell. Punkt drei: Sie wissen, dass der Betrieb mitzahlen muss; solange diese Menschen leben, muss er 12,5 Prozent des Aufwands mitzahlen. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Das ist die alte Bergbauabwicklung, und demzufolge ist es kein Privileg (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist schon ein Privileg!), sondern es ist ganz einfach ein Auslaufmodell, das derzeit für 991 Menschen gilt. Monatlich werden es weniger, weil ein paar sterben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist schon ein Privileg!) – Das ist überhaupt kein Privileg, Entschuldigen Sie! (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Da läuft ein uraltes Modell aus. – Punkt eins. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie ist das mit der Sparkasse?
Punkt zwei: Herr Abgeordneter Neubauer, wenn Sie hier behaupten, die Bank Austria und die UniCredit seien mit der Sozialdemokratie verwandt oder verheiratet, dann lernen Sie bitte Geschichte und schauen Sie, wer die UniCredit wirklich ist! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie ist das mit der Sparkasse?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da waren Sie auch schon Minister!
Und wenn Sie hier aus einem Rechnungshofbericht über die Notenbank zitieren, dann hätte ich auch eine Bitte: Sagen Sie dazu, wann dieser Rechnungshofbericht geschrieben wurde! Das Ende der Prüfung war am 31. Dezember 2012 (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da waren Sie auch schon Minister!), und gleichzeitig haben wir danach das Sonderpensionenbegrenzungsgesetz beschlossen, und zwar in tiefster Übereinstimmung mit dem Herrn Rechnungshofpräsidenten, weil der Rechnungshof bei der gesamten Gesetzwerdung dabei war und sehr wohl überall mitgeschrieben hat. Der Herr Rechnungshofpräsident steht Ihnen, glaube ich, politisch nicht ganz fern.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber jetzt sind Sie Minister!
Punkt zwei: Wenn Sie mit Zahlen jonglieren, dann jonglieren Sie bitte mit allen Zahlen! Ich stehe nicht an, hier Folgendes festzuhalten: In den Jahren 1998 – da war ich lange noch nicht Minister (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber jetzt sind Sie Minister!) – bis 2013 wurde der Budgetvoranschlag unterschritten. Die größte Unterschreitung gab es in meiner Periode, 2011, denn im Jahr 2011 hatten wir eine Unterschreitung von 1,1 Milliarden € – nur damit wir wissen, wie das mit den Budgetvorschlägen ist. (Abg. Kassegger: Das heißt noch lange nichts!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wird eh passieren!
Die österreichische Bevölkerung wäre gut beraten, Ihnen bei allen nächsten Wahlgängen eine entsprechende Abfuhr zu erteilen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wird eh passieren!) Ich kann Ihnen nur sagen, diese Auseinandersetzung mit Ihnen werden wir vonseiten der Freiheitlichen mit der gebotenen Härte führen, denn diese Unkultur, der Opposition vorzuwerfen, dass keine Anträge eingebracht werden, und dann alles abzulehnen oder auf die lange Bank zu schieben, damit es ja hier herinnen nicht diskutiert wird, das ist eine Unart, die Sie nicht weiterbringen wird. Wir werden dieses Spiel beenden! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bei Ihnen auch!
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Sehr geschätzte Frau Präsidentin! Sehr geschätzter Herr Bundesminister! Es ist immer wieder das Gleiche: Wenn Kollege Kickl hier am Rednerpult ist (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bei Ihnen auch!), wirft er alles über den Haufen, was ich mir eigentlich zu sagen vorgenommen habe. (Abg. Kickl: Jetzt musst du contra reden! Draußen redest du eh contra!) Ich wollte zum Punkt 1, Sozialbericht, sprechen; das ist jetzt alles hinfällig, weil wieder vom Rednerpult aus Parteipolitik gemacht worden ist. Das finde ich nicht gut und nicht fair. Trotzdem möchte ich zum Tagesordnungspunkt 1 ganz kurz ein paar Sätze verlieren, bevor ich auf die Vorschläge der FPÖ eingehe.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht aufzeigen, sondern machen!
Fakt ist, dass der Sozialbericht 2013–2014 genau das alles an Ressortaktivitäten aufzeigt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht aufzeigen, sondern machen!), was wir für die Sozialpolitik auch in Zukunft brauchen: mit Zahlen, Daten, Fakten, mit Vorschlägen aus den verschiedensten Bereichen. Das ist in Wirklichkeit für uns alle hier im Hohen Haus, die Sozialpolitik sehr ernst nehmen, letztendlich Basis und auch
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er muss ja nicht zaubern!
Ich war am Montag in Riga beim Treffen der Sozialsprecher der Europäischen Union und des Europäischen Parlaments. Dort wurde Österreich gelobt, wie wir es schaffen, in diesen schwierigen Zeiten dennoch entsprechend gegenzusteuern, während es anderen Ländern noch viel, viel schlechter geht. Das ist natürlich immer wieder verwunderlich. (Abg. Kickl: Schlecht sehen tun wir gut!) Fakt ist, dass es keinen Sozialminister geben wird, der den Berufstitel „Zauberer“ bekommt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er muss ja nicht zaubern!), der sagt: Ich bin für alles verantwortlich, ich habe für alles eine Lösung, und ich werde alles lösen! Das wird es nicht geben, das ist nicht möglich.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann schaffen Sie halt die Rechtsgrundlagen, statt zu sagen, es geht nicht! Was ist denn das für ein politischer Anspruch?
Fakt ist, wir können die Schranken und Grenzen nicht schließen und sagen: Ihr dürft zwar nicht herein, aber hinaus dürfen wir auch nicht mehr! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann schaffen Sie halt die Rechtsgrundlagen, statt zu sagen, es geht nicht! Was ist denn das für ein politischer Anspruch?) Fakt ist, mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Österreich arbeiten in der Europäischen Union, als ihr mit diesem Antrag vom österreichischen Arbeitsmarkt fernhalten wollt. Das ist einfach nicht möglich, deswegen ist dieser Antrag eindeutig populistisch und ist auch dementsprechend abzulehnen.
Ruf bei der SPÖ: Genau! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich werde es dann beantworten!
Ich würde mir vielmehr wünschen, wenn es Anträge gibt, wenn es Vorschläge gibt, die von den Regierungsparteien kommen, dass auch ihr zustimmt. Warum habt ihr nicht zugestimmt beim Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz? Es enthält all das, was ihr gefordert habt: dass das 13. und 14. Monatsgehalt, dass die Zulagen mit 1. Jänner dementsprechend mitkontrolliert werden müssen. Warum habt ihr da nicht zugestimmt? (Ruf bei der SPÖ: Genau! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich werde es dann beantworten!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wozu steht die SPÖ? Wozu?
Fakt ist auch, die Lohnsteuerreform wird kommen. Fakt ist, die SPÖ steht dazu. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wozu steht die SPÖ? Wozu?) Es wird eine Lohnsteuerreform kommen müssen, die nicht nur jene entlastet, die jetzt schon Lohnsteuer zahlen, sondern – in Form einer Negativsteuer – auch jene, die bis jetzt keine zahlen, weil sie einfach zu wenig verdienen. Da sind wir aufgerufen, das auch wirklich umzusetzen, und ich gehe davon aus, dass es auch gelingen wird, weil das ein wichtiger
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Da geht es um eine Gruppe (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Ja, da gilt es an ganz vielen Schrauben zu drehen. Es sind leider sehr viele Betroffene. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Ja, an mir liegt es nicht, ich bin dabei, das zu unterstützen.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Da geht es um eine Gruppe (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Ja, da gilt es an ganz vielen Schrauben zu drehen. Es sind leider sehr viele Betroffene. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Ja, an mir liegt es nicht, ich bin dabei, das zu unterstützen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Betreffend Umverteilung, die Einkommensgerechtigkeit – so wird es ja betitelt –, gibt es den Gini-Koeffizienten, ein schwieriges Wort. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Was sagt der aus? Er sagt aus, wie gut in Österreich von den besseren zu den schwächeren Einkommen umverteilt wird. Da gibt es eine Skala von null bis eins. Je niedriger dieser Wert ist, desto besser ist das Einkommen im Land umverteilt. Österreich hat einen Wert von 0,27, Deutschland hat einen Wert von 0,30, und im europäischen Schnitt haben wir einen Wert von 0,31. Also dass in Österreich nicht umverteilt wird, stimmt einfach nicht, meine Damen und Herren! Wir sind Umverteilungs-Europameister, und das muss man hier auch klarstellen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben Sie ja mitbeschlossen!
Da haben wir Handlungsbedarf! Es muss sich auszahlen, wenn man arbeiten geht! Leistung muss sich lohnen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben Sie ja mitbeschlossen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie können alles sagen!
Darf ich zur Zuwanderung etwas sagen? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie können alles sagen!) Ich hätte eine große Bitte – ich weiß, dass Zuwanderung natürlich ein Thema der Freiheitlichen ist –: 12 Prozent der österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben keinen österreichischen Pass. (Abg. Kickl: Und wie viele Arbeitslose?!) Von jenen, die in den letzten sechs Jahren zugewandert sind, haben 40 Prozent einen akademischen Abschluss oder sind FH-Absolventen. (Ruf bei der SPÖ: Schau, Schau!) Das hat mit denen, die in den Siebzigerjahren gekommen sind, überhaupt nichts mehr zu tun. Schauen Sie sich zum Beispiel einen Salzburger Berggasthof an! Dort ist der Abwäscher ein ungarischer Hauptschullehrer. In einer burgenländischen Übersiedlungsfirma ist der Partieführer ein ungarischer Jurist. Das
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Beim EU-Beitritt? Was reden Sie da?
Sie wissen ganz genau, Herr Kickl, dass Ihre Anträge natürlich toll klingen: Schließung des Arbeitsmarktes gegenüber Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Polen. Das ist super, keine Frage! – Sie vergessen nur, dass beim EU-Beitritt Sie in der Regierung gesessen sind, Sie mitgestimmt haben, und Sie wissen ganz genau, welche Vertragsinhalte Sie mitgestimmt haben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Beim EU-Beitritt? Was reden Sie da?) Sie wissen ganz genau, dass eine der Grundfreiheiten dieser Europäischen Union der freie Arbeitsmarktzugang ist. Herr Haupt war damals Minister. Ah, ist der nicht mehr bei Ihnen? Okay.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die zahlen ja nichts ein!
Bei dem Antrag, Herr Kollege Kickl, den Sie heute eingebracht haben (Abg. Kickl: Ihr habt kein Problembewusstsein!) – oh doch, wir haben 100-prozentig ein Problembewusstsein, nur eben andere Lösungen als die Freiheitliche Partei –, bei dem Antrag betreffend die Abhängigkeit der BMS vom Herkunftslandprinzip muss man den Menschen auch sagen, was das bedeutet. Das würde bedeuten, dass Menschen, die bei uns aufgrund von Gesetzen Ansprüche auf Sozialleistungen haben – und dazu gehören auch gewisse Ausländerinnen und Ausländer, wie es ganz genau im Gesetz zur BMS geregelt ist –, nach dem Herkunftslandprinzip eine Leistung beziehen sollten. Das würde bedeuten, dass Menschen, die bei uns wohnen und dieselben Kosten wie alle anderen haben, eine Sozialleistung erhalten, die um ein Vielfaches niedriger ist. (Abg. Kickl: Sie können ja Staatsbürger werden!) Da frage ich mich schon, Herr Kollege Kickl, wo denn da Gerechtigkeit ist, wo es da eine Solidarität mit Menschen, die bei uns auch in das System einzahlen, gibt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die zahlen ja nichts ein!) Vielleicht nicht gleich, aber irgendwann einmal. Genauso ist es, Herr Kollege Kickl! (Abg. Kickl: Sogar die, die von unbekannt kommen! Sogar die! Wie gibt es das überhaupt?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat sich schon verletzt beim Schifahren!
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Darf ich Folgendes sagen – auch an Minister Hundstorfer (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat sich schon verletzt beim Schifahren!) und Kollegen Schelling, die bitte endlich zu Reformen schreiten können –, es ist erwähnt worden, wie viele Sozialversicherungsanstalten wir in diesem Land haben: Wo sind die Verwaltungsreformen? Wo ist die Entbürokratisierung? Und was sagt Fritz Neugebauer: Nicht einmal 0,01 Promille und es wird gestreikt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weil sie gut war!
Sehr geehrte Damen und Herren, warum ich auf Herrn Kickl und seine Rede eingehe (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weil sie gut war!), ist, weil gerade seine Partei (Zwischenrufe bei der FPÖ) – gerade seine Partei (Abg. Walter Rosenkranz: Der ganselt uns auf! !) – jene Partei war und noch immer jene Partei ist, die, als wir vor einigen Jahren, 2011, dieses Lohn- und Sozialdumpinggesetz hier beraten, diskutiert und auch beschlossen haben, dagegen gestimmt hat. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Richtig war es!) Die Freiheitliche Partei hat dagegen gestimmt, als wir dieses Gesetz beschlossen haben! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, richtig war es! – Abg. Kickl: Das ist nicht das Einzige, was Sie nicht verstehen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Richtig war es!
Sehr geehrte Damen und Herren, warum ich auf Herrn Kickl und seine Rede eingehe (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weil sie gut war!), ist, weil gerade seine Partei (Zwischenrufe bei der FPÖ) – gerade seine Partei (Abg. Walter Rosenkranz: Der ganselt uns auf! !) – jene Partei war und noch immer jene Partei ist, die, als wir vor einigen Jahren, 2011, dieses Lohn- und Sozialdumpinggesetz hier beraten, diskutiert und auch beschlossen haben, dagegen gestimmt hat. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Richtig war es!) Die Freiheitliche Partei hat dagegen gestimmt, als wir dieses Gesetz beschlossen haben! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, richtig war es! – Abg. Kickl: Das ist nicht das Einzige, was Sie nicht verstehen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, richtig war es! – Abg. Kickl: Das ist nicht das Einzige, was Sie nicht verstehen!
Sehr geehrte Damen und Herren, warum ich auf Herrn Kickl und seine Rede eingehe (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weil sie gut war!), ist, weil gerade seine Partei (Zwischenrufe bei der FPÖ) – gerade seine Partei (Abg. Walter Rosenkranz: Der ganselt uns auf! !) – jene Partei war und noch immer jene Partei ist, die, als wir vor einigen Jahren, 2011, dieses Lohn- und Sozialdumpinggesetz hier beraten, diskutiert und auch beschlossen haben, dagegen gestimmt hat. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Richtig war es!) Die Freiheitliche Partei hat dagegen gestimmt, als wir dieses Gesetz beschlossen haben! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, richtig war es! – Abg. Kickl: Das ist nicht das Einzige, was Sie nicht verstehen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Super war es!
diskutiert und beschlossen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Super war es!), eine Novellierung mit dem Ziel und letztendlich auch mit der Beschlusslage, dass es seit wenigen Tagen, konkret seit 1. Jänner 2015 (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na ja, wenige Tage?!), höhere Strafen gibt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na ja, wenige Tage?!
diskutiert und beschlossen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Super war es!), eine Novellierung mit dem Ziel und letztendlich auch mit der Beschlusslage, dass es seit wenigen Tagen, konkret seit 1. Jänner 2015 (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na ja, wenige Tage?!), höhere Strafen gibt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, stimmt! – Abg. Kickl: Vollkommen richtig! – Abg. Walter Rosenkranz: Bei schlechten Gesetzen !
Und siehe da, als diese Novelle beschlossen worden ist, ist wieder eine Partei dagegen aufgestanden: Die Freiheitliche Partei hat bei der Novellierung dagegen gestimmt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, stimmt! – Abg. Kickl: Vollkommen richtig! – Abg. Walter Rosenkranz: Bei schlechten Gesetzen !)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum novellieren wir es dann?
Meine Damen und Herren, das Gesetz ist einzigartig, und zwar einzigartig in Europa, denn in ganz Europa gibt es kein derartiges Gesetz. Wir sind daher in Österreich, vor allem aus Sicht der Arbeiterkammern, der Gewerkschaften und aus Sicht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sehr stolz darauf, dass es dieses Gesetz gibt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum novellieren wir es dann?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Lange Rede, kurzer Sinn: Es gilt, nicht die Gesellschaft zu spalten. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Es gilt, jenem Teil der Gesellschaft, nämlich den Personen, die diese Religion ausüben, auch die Möglichkeit der Religionsausübung, der unbeeinflussten Religionsausübung zu geben. (Abg. Walter Rosenkranz: Kommen Sie einmal nach Krems zum SPÖ-Stammtisch ...!) Sie werden wirklich nicht argumentieren können, dass Personen, die über Generationen in diesem Land leben, die länger als 50 Jahre, die über drei Generationen in diesem Land leben, nicht Teil dieses Landes sind. Das sind Menschen, die Österreicher sind, österreichische Staatsbürger
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Doch, sind sie schon!
Das ist eine erfreuliche Einigung, auch wenn das neben der Einigung hinsichtlich jener Bestandteile des Wahlrechts, die ohnehin geändert werden müssen, weil sie verfassungswidrig sind, natürlich ein sehr, sehr mageres Ergebnis dieser jahrelangen Verhandlungen ist, aber wie gesagt wir NEOS begrüßen das. Wir sind der Meinung, dass diese nichtamtsführenden Stadträte ein bizarres Unikum der Wiener Stadtpolitik sind. Sie sind weder Koalitionsregierung, noch sind sie Proporzregierung. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Doch, sind sie schon!) Diese Konstruktion ist ein Zwitterwesen, das zwar einen gewissen Zugang zu Information sichert, aber unserer Meinung nach überhaupt nicht zeitgemäß ist. Ich erinnere daran, dass Bundesland für Bundesland jetzt sukzessive Proporzregierungen abgeschafft werden, und das Gleiche sollte auch für diese Zwitterkonstruktion gelten.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben sie schon abgegeben!
Ich möchte an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, an die Grünen in Wien zu appellieren: Ihr wart mit Sicherheit das demokratische Gewissen der Stadt. Ich möchte aber nicht, dass ihr dieses demokratische Gewissen an der Garderobe zur Macht abgebt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben sie schon abgegeben!) und zugunsten des Machterhalts vergesst, wozu ihr euch verpflichtet habt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: immer in Opposition!
Jetzt muss man aber sagen: Je nachdem, welche Partei gerade in Opposition ist (Abg. Belakowitsch-Jenewein: immer in Opposition!) – einmal die Grünen, einmal die FPÖ, einmal die ÖVP –, ist man mehr oder weniger dafür, dass diese nicht-amtsführenden Stadträte bestehen bleiben. Wenn man diese Positionen hingegen gerade nicht besetzen kann – das ist bei den kleineren Wiener Parteien dann der Fall –, dann sagt man: Na, die können wir doch abschaffen!
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann schaffen wir ihn ab!
Abgeordneter Mag. Albert Steinhauser (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Die Situation in Wien ist nicht wie in den anderen acht Bundesländern, und es ist auch nicht richtig, dass in den anderen acht Bundesländern die Opposition amtsführend an den Regierungsämtern beteiligt ist. Der Trend geht in eine ganz andere Richtung. Salzburg: Proporz abgeschafft; Opposition sitzt nicht in der Regierung. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann schaffen wir ihn ab!) Steiermark: Proporz abgeschafft; zukünftig sitzt die Opposition nicht in der Regierung. Vorarlberg: Proporz abgeschafft; Opposition sitzt nicht in der Regierung. Burgenland – neu, nach den Wahlen –: Proporz abgeschafft; die Opposition sitzt nicht in der Regierung. In Kärnten steht es im Regierungsübereinkommen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das muss Wien entscheiden!
Daher haben wir das Problem, dass, solang bei den Gemeinden Proporzregierungen vorgeschrieben sind, dies Auswirkungen auf das Land Wien hat. Daher braucht es eine Lex Wien, weil eben Wien eine verfassungsrechtliche Sonderrolle hat: Wien ist das einzige Land, das auch Gemeinde ist, und die einzige Gemeinde, die auch Land ist. Daher braucht es eine Lex Wien, die nichts anderes besagt – und das wäre der Wunsch –, als dass man verfassungsrechtlich – und dafür sind wir zuständig – Wien die Möglichkeit eröffnet, zu entscheiden: Wir wollen eine Konzentrationsregierung oder wir wollen eine Mehrheitsregierung. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das muss Wien entscheiden!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ich habe kein Verständnis dafür, dass die Blauen da sehr wortreich von Kontrolle et cetera reden, nur weil sie es sich bei diesen Versorgungsposten besonders gut eingerichtet haben. Sie sollten dennoch die Offenheit haben, sich davon verabschieden zu können. Aber offensichtlich unterliegen sie da einem Gewohnheitseffekt, und von dem können sie sich nicht lösen. Das halte ich für zu wenig für eine Partei, die hier immer von Proporz abschaffen und Versorgungsposten abschaffen spricht. Aber wenn sie selbst davon profitiert, dann ist sie – hurra! – völlig dabei. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine Tatsache!
Noch einmal an die Adresse der FPÖ: Wenn Sie hier einer Konzentrationsregierung, einer Proporzregierung das Wort reden, dann verstehe ich das überhaupt nicht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine Tatsache!) Ja, aber das ist Ihre Argumentation!
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben kein Dienstauto!
Schauen wir, dass wir in klare Verhältnisse kommen: Klare Rechnung – gute Freunde! Das heißt auch: Schauen wir, dass wir Mehrheitsregierungen bekommen! In allen Bundesländern werden die Konzentrationsregierungen/Proporzregierungen abgeschafft. Es würde niemand verstehen, dass in anderen Bundesländern irgendwo Landesräte ohne Portefeuille, ohne Zuständigkeit, aber dafür mit Dienstauto unterwegs sind. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben kein Dienstauto!) Also warum sollte das in Wien der Fall sein?
Sitzung Nr. 64
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na bravo!
Aus der großen Entlastung der Familien, wie von der ÖVP angekündigt, wurde nichts. Lediglich 2 Prozent der Steuerreform werden den Familien zugutekommen – durch die Verdoppelung des Kinderfreibetrages. Durch die Erhöhung des Kinderfreibetrages erspart sich eine durchschnittliche Familie im Monat 5,50 €, das sind 18 Cent am Tag. (Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl und Kitzmüller.) So viel hat die Bundesregierung für die Familien übrig. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na bravo!) Durch das frei-
Sitzung Nr. 66
Abg. Belakowitsch-Jenewein: In die Werbung vor allem!
Bundesministerin für Familien und Jugend MMag. Dr. Sophie Karmasin: Ich glaube, wir können nicht davon sprechen, dass wir die Familien in Österreich seit 2014 zu wenig unterstützen und fördern. Wohlgemerkt: Letztes Jahr wurden über die Erhöhung der Familienbeihilfe und über den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen rund 1,4 Milliarden € auf diesem Gebiet investiert. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: In die Werbung vor allem!) 1,4 Milliarden € sind schon ein gewaltiger Brocken, und im Rahmen der Steuerreform, die insgesamt 4,6 Milliarden € Entlastung mit sich bringt, sind für Familien explizit 1,8 Milliarden € vorgesehen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, das stimmt ja nicht!
Bundesministerin für Familien und Jugend MMag. Dr. Sophie Karmasin: Noch einmal zur Konkretisierung: Durchschnittlich erhalten Familien 505 € mehr. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, das stimmt ja nicht!) Der Kinderfreibetrag ist ein Element, aber es gibt ja über die Tarifentlastung noch weitere spezifische Elemente für Familien. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja alles nicht, was Sie erzählen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja alles nicht, was Sie erzählen!
Bundesministerin für Familien und Jugend MMag. Dr. Sophie Karmasin: Noch einmal zur Konkretisierung: Durchschnittlich erhalten Familien 505 € mehr. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, das stimmt ja nicht!) Der Kinderfreibetrag ist ein Element, aber es gibt ja über die Tarifentlastung noch weitere spezifische Elemente für Familien. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja alles nicht, was Sie erzählen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dürfen wir keine Minute reden? – Abg. Kickl: Stoppuhr! – Weitere Rufe bei der FPÖ: Eine Minute Redezeit! Eine Minute!
Präsidentin Doris Bures: Frau Abgeordnete, Sie müssen die Frage bitte konkret formulieren. Ich ersuche Sie, zur Frage zu kommen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dürfen wir keine Minute reden? – Abg. Kickl: Stoppuhr! – Weitere Rufe bei der FPÖ: Eine Minute Redezeit! Eine Minute!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber eine Meinung werden Sie haben!
Bundesministerin für Familien und Jugend MMag. Dr. Sophie Karmasin: Ja, wie Sie selbst sagen, mein Kompetenzbereich Familien und Jugend umfasst nicht das Strafgesetzbuch und nicht die Strafgesetzordnung. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber eine Meinung werden Sie haben!) Das ist ein Thema, das dem BMJ unterliegt, und ich bin sicher, dass Justizminister Brandstetter hier sehr differenzierte und kompetente Überlegungen anstellt, um dieses Thema zu besprechen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie keine Meinung dazu? – Abg. Kitzmüller: Aber Sie werden ja eine Meinung dazu haben!
Wir werden hier in vielen Bereichen weiterarbeiten, was die Information, die Prävention und vor allem die Beratung von überforderten Eltern betrifft, aber Ihr konkretes Thema liegt eindeutig im BMJ. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie keine Meinung dazu? – Abg. Kitzmüller: Aber Sie werden ja eine Meinung dazu haben!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, die anderen brauchen es ja nicht! – Abg. Kickl: Es ist nicht der Sinn, dass das ein Privatissimum ist! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Es sind unterschiedliche Beträge. Der höchste Betrag wäre die – Ja, ich glaube, das führt jetzt, ehrlich gesagt, zu weit. Ich gebe sie Ihnen lieber anschließend. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, die anderen brauchen es ja nicht! – Abg. Kickl: Es ist nicht der Sinn, dass das ein Privatissimum ist! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das habe ich nicht gesagt!
Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein, Sie haben in Ihrer Rede den Respekt gelobt und die gegenseitige Wertschätzung, die wir bei all diesen Themen, die wir behandelt haben, an den Tag gelegt haben. Eines gefällt mir dabei aber nicht wirklich: Meiner Meinung nach glauben Sie selbst nicht an das, was Sie sagen, wenn Sie dann gleich wieder die Keule auspacken und sagen, das Gesundheitsministerium würde sich schon im Vorfeld verabschieden, ebenso das Sozialministerium. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das habe ich nicht gesagt!) Sie wissen ganz genau, dass die Finanzierung solcher Vorhaben unter anderem auch mit den Ländern zu vereinbaren ist. Ich kann das nicht auf ein oder zwei Ressorts abschieben. Es wird Aufgabe des Bundes sein, bei den kommenden Finanzausgleichsverhandlungen dafür Sorge zu tragen, dass bei der flächendeckenden Palliativ- und Hospizversorgung die Länder auch entsprechend in die Pflicht genommen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie können sich schon wieder hinsetzen! – Zwischenruf des Abg. Hagen.
Frau Bundesministerin, ich mache Ihnen am Anfang gleich einen Vorschlag – das wird mit der FPÖ und mit dem Team Stronach nicht ganz funktionieren, aber mit ÖVP und SPÖ und NEOS und auch mit Ihnen, Frau Bundesministerin, glaube ich, kann das durchaus gehen –: Ersparen wir uns sinnlose Generalisierungen, sinnlose Generalvorwürfe, sinnlose Rechtfertigungen, ersparen wir uns das einfach! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie können sich schon wieder hinsetzen! – Zwischenruf des Abg. Hagen.) Stellen wir ganz einfach gemeinsam am Anfang außer Streit: Eine ganz große Mehrheit der Beamtinnen und Beamten der Exekutive führt ihren zum Teil sehr schweren Dienst vollkommen korrekt aus (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Tun Sie nicht so!), und es gibt nicht den geringsten Grund, ihnen irgendetwas vorzuwerfen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Tun Sie nicht so!
Frau Bundesministerin, ich mache Ihnen am Anfang gleich einen Vorschlag – das wird mit der FPÖ und mit dem Team Stronach nicht ganz funktionieren, aber mit ÖVP und SPÖ und NEOS und auch mit Ihnen, Frau Bundesministerin, glaube ich, kann das durchaus gehen –: Ersparen wir uns sinnlose Generalisierungen, sinnlose Generalvorwürfe, sinnlose Rechtfertigungen, ersparen wir uns das einfach! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie können sich schon wieder hinsetzen! – Zwischenruf des Abg. Hagen.) Stellen wir ganz einfach gemeinsam am Anfang außer Streit: Eine ganz große Mehrheit der Beamtinnen und Beamten der Exekutive führt ihren zum Teil sehr schweren Dienst vollkommen korrekt aus (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Tun Sie nicht so!), und es gibt nicht den geringsten Grund, ihnen irgendetwas vorzuwerfen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gestern haben Sie noch anders geredet! Trauen Sie sich heute nicht mehr?
dass da ein wichtiger Grund für polizeiliches Eingreifen bestanden hat. Wenn eine junge Frau verfolgt wird, hat die Polizei einzuschreiten, na selbstverständlich! Und wenn sich jemand nicht ausweist, es deswegen nicht möglich ist, der Sache nachzugehen, und diese Person möglicherweise – das wird jetzt alles überprüft – selbst gewalttätig wird, dann hat die Polizei nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, angemessen auch Gewalt einzusetzen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gestern haben Sie noch anders geredet! Trauen Sie sich heute nicht mehr?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie?
Aber jetzt reden wir über die Fälle, um die es geht. Jetzt reden wir über den Fall der Austria-Anhänger, die am Wiener Rathausplatz den Meistertitel ihrer Mannschaft feiern. Es kommt zu einem Streit. Ein Fußballanhänger versucht, den Streit zu schlichten, wird mitgenommen. Zwei Ehepaare folgen und sagen: Der wollte ja den Streit schlichten! Alle gemeinsam werden – ich habe das hier berichtet – in der Polizeiinspektion Deutschmeisterplatz auf übelste Art und Weise beschimpft. Dafür gibt es mehrere Zeugen und Zeuginnen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber kein Generalverdacht! Kein Generalverdacht!
Ich sage Ihnen auch, warum. Wir sollen das nicht nur tun, weil sich die Menschen sicher fühlen sollen, und nicht nur, weil das Vertrauen in die Polizei nicht gefährdet werden soll, sondern weil schwarze – oder auch blaue – Schafe eine Eigenschaft haben: Sie färben unglaublich leicht ab. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber kein Generalverdacht! Kein Generalverdacht!) Das ist die Gefahr, nämlich dass dann in die politische und öffentliche Sippenhaftung völlig Unbeteiligte hineingezogen werden und gesagt wird, es ist die ganze Polizei. Es ist eben nicht die ganze Polizei, und es ist unsere Aufgabe, die Polizei genau vor dieser kleinen Minderheit zu schützen. (Beifall bei den Grünen)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Endlich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Dann gibt es einen zweiten Grund, und der heißt AUF und Freiheitliche Partei. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Endlich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das ist eine Partei, die gegen alle Fakten und gegen alle Rechtsstaatlichkeit jeden Prügelpolizisten in Schutz nimmt, möglicherweise auch deswegen, weil es genug ...
Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... schwarzer Block!
Frau Innenministerin! Ich fordere Sie auf, mit uns die Fakten, die Probleme, die Fragen dahinter, die insbesondere die Stadt Wien betreffen, aber auch unsere Reformvorschläge ernsthaft zu diskutieren. Wir sind in der Lage, dieses Problem zu lösen, und ich bin überzeugt, dass wir das in diesem Parlament mithilfe einer großen und durchaus besorgten Öffentlichkeit (Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... schwarzer Block!) schaffen werden. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wahrscheinlich wird es so gewesen sein!
Alle Fälle, die in den Medien debattiert wurden, sind nach dem gleichen Schema abgelaufen. Immer hat es einen Vorwurf gegeben, dass die Polizei ein Fehlverhalten an den Tag gelegt hat, immer ist wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt angezeigt worden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wahrscheinlich wird es so gewesen sein!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Abgeordnete Mag. Beate Meinl-Reisinger, MES (NEOS): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich versuche, das jetzt ein bisschen ruhiger abzuhandeln als meine Vorredner. Ich verstehe die Emotion bei diesem Thema, aber ich verstehe nicht, warum man da nicht mit einem etwas kühleren Kopf an die Sache herangeht. Natürlich geht es auf der einen Seite darum, ein Danke zu sagen an die Exekutive für die Leistung, die sie tagtäglich erbringt – keine Frage –, es geht aber auch darum, dass es seitens der Bevölkerung, seitens der Bürgerinnen und Bürger Vertrauen in diese Exekutive geben muss. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Nun ist das aber leider nicht das, was man auf dem Video sieht – das muss man klar sagen. (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Walter Rosenkranz: Frau Kollegin Meinl-Reisinger! Was hören Sie denn auf einem Video?) Ich habe hier auch das polizeiamtsärztliche Gutachten aus der Nacht, 4.45 Uhr, aufgenommen in der Gummizelle – die Dame wurde in der Gummizelle untersucht. Die Amtsärztin hat (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) – Ich möchte wirklich versuchen, es ruhig vorzutragen, ich habe es auch eingangs erwähnt: Ich habe großen Respekt vor den Leistungen der Beamtinnen und Beamten, es geht mir ausschließlich darum, zu zeigen, dass es auch wichtig ist, adäquat zu reagieren, wenn es Misshandlungsvorwürfe gibt, und nicht die Opfer zu Tätern zu machen! (Beifall bei NEOS und Grünen.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Die Amtsärztin hat am rechten Handgelenk eine Schwellung und eine Hämatomverfärbung konstatiert, am linken Handgelenk eine Rötung, Kratzer am rechten Unterarm, Kratzer oberhalb des Gesäßes. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: nüchtern! – Zwischenruf des Abg. Hagen.
Eine weitere Sache möchte ich einfach nicht unerwähnt lassen: Am nächsten Tag am Vormittag, am 1. Jänner, wurde ein Alkotest gemacht. Bei diesem Alkotest hatte die Dame 0,0 Promille. Ich bin keine Expertin, ich kann das nicht zurückrechnen, aber Sie wissen – und das wurde auch immer wieder erwähnt, es findet sich auch im Protokoll –, dass die Rede davon war, dass die Dame in der Nacht schwer betrunken gewesen ist. Ich weiß nicht, ob man dann am nächsten Vormittag 0,0 Promille haben kann. Natürlich wird etwas abgebaut, aber ob das in diesem Ausmaß erfolgt, weiß ich nicht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: nüchtern! – Zwischenruf des Abg. Hagen.) – Aber wie gesagt, dazu kann ich mich nicht äußern.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Mir geht es darum: Wie wird mit der Sache umgegangen? Das ist ja die entscheidende Frage. Es gibt dieses Büro für Besondere Ermittlungen. Die Dame wendet sich an das Büro und bekommt dann – am 5.1. telefoniert sie – am 19.1. einen Termin. Sie macht dann dort ihre Aussage. Wissen Sie, was der Beamte gesagt hat? – Er geht ab dem 24. Jänner drei Wochen auf Urlaub, und danach wird er die Beamten einvernehmen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ihre Aufgabe!
Diese tolle Vision – die Polizei als größte Menschenrechtsorganisation des Landes – verwirklicht man allerdings nicht, indem man bei fast jedem Misshandlungsvorwurf, der auftaucht, als Ressortverantwortliche reflexartig sagt: Ich stelle mich vor alle Polizisten und Polizistinnen! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ihre Aufgabe!), noch bevor es irgendwelche internen Ermittlungen, geschweige denn irgendeine Beschäftigung der Staatsanwaltschaft oder der Gerichte mit den konkreten Vorwürfen gegeben hat, und sozusagen pauschal alle einmal in Schutz nimmt beziehungsweise weißwäscht oder sagt, es wird sicher nichts passiert sein, dafür bürge ich, dafür lege ich meine Hand ins Feuer. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ihre Aufgabe!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ihre Aufgabe!
Diese tolle Vision – die Polizei als größte Menschenrechtsorganisation des Landes – verwirklicht man allerdings nicht, indem man bei fast jedem Misshandlungsvorwurf, der auftaucht, als Ressortverantwortliche reflexartig sagt: Ich stelle mich vor alle Polizisten und Polizistinnen! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ihre Aufgabe!), noch bevor es irgendwelche internen Ermittlungen, geschweige denn irgendeine Beschäftigung der Staatsanwaltschaft oder der Gerichte mit den konkreten Vorwürfen gegeben hat, und sozusagen pauschal alle einmal in Schutz nimmt beziehungsweise weißwäscht oder sagt, es wird sicher nichts passiert sein, dafür bürge ich, dafür lege ich meine Hand ins Feuer. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ihre Aufgabe!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der ist an Drogenmissbrauch gestorben!
Ich möchte stellvertretend für mehrere nur den Fall Seibane Wague erwähnen, der im Stadtpark bei einer Amtshandlung erstickt ist, weil mehrere Beamte auf ihm gesessen sind. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der ist an Drogenmissbrauch gestorben!) Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass leider Ärzte und Sanitäter tatenlos danebengestanden sind. Seibane Wague hat diese Amtshandlung nicht überlebt, die er übrigens als halbwegs gesunder Mensch und unversehrt eingegangen war. (Zwischenruf des Abg. Deimek. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der war vollgepumpt mit Drogen! – Zwischenruf bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Deimek. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der war vollgepumpt mit Drogen! – Zwischenruf bei der ÖVP.
Ich möchte stellvertretend für mehrere nur den Fall Seibane Wague erwähnen, der im Stadtpark bei einer Amtshandlung erstickt ist, weil mehrere Beamte auf ihm gesessen sind. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der ist an Drogenmissbrauch gestorben!) Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass leider Ärzte und Sanitäter tatenlos danebengestanden sind. Seibane Wague hat diese Amtshandlung nicht überlebt, die er übrigens als halbwegs gesunder Mensch und unversehrt eingegangen war. (Zwischenruf des Abg. Deimek. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der war vollgepumpt mit Drogen! – Zwischenruf bei der ÖVP.)
Abg. Darmann: Die ganze Einheit auflösen? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist dann kein Generalverdacht?! Den gibt’s bei den Grünen nicht, den Generalverdacht! – Zwischenruf des Abg. Deimek.
die in Wien vor Kurzem geschaffen wurde und die leider ein Negativbeispiel darstellt, wie auch interne Polizeiausbildner inzwischen teilweise zugeben, aufgelöst wird. (Abg. Darmann: Die ganze Einheit auflösen? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist dann kein Generalverdacht?! Den gibt’s bei den Grünen nicht, den Generalverdacht! – Zwischenruf des Abg. Deimek.)
Sitzung Nr. 68
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da sind Sie aber leider sehr unglaubwürdig!
Der dritte Grund ist ein ausschließlich gesundheitspolitischer. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da sind Sie aber leider sehr unglaubwürdig!) Und Sie werden, Herr Strache hat es ja selbst angesprochen, auch erkannt haben, dass nicht nur in Europa, sondern weltweit Rauchen als enorm gesundheitsschädigend gesehen wird, und zwar als eines der negativsten Mittel. Aber das wird nicht nur so gesehen, sondern das ist bewiesen. Daher gibt es weltweit die Tendenz – nicht nur in der verpönten Europäischen Union –, gegen Rauchen und für Nichtrauchen vorzugehen, weil Rauchen gesundheitsgefährdend ist. (Abg. Kickl: Wie unmoralisch ist es dann, die Tabaksteuer zu kassieren?!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er passt eh auf!
Dazu möchte ich Ihnen auch Folgendes sagen – da sollten Sie vielleicht aufpassen, Herr Kickl (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er passt eh auf!) –: Es geht um den Unterschied zwischen Bevormundung und Schutz. Wenn ich Ihnen sage: Herr Strache, Sie dürfen nicht mehr rauchen!, dann ist das ein bevormundender Vorgang, und da stimme ich Ihnen vollkommen zu, das geht mich überhaupt nichts an. Der Unterschied zwi-
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Verbieten Sie doch die Zigaretten!
Man kann sich ja heute wirklich auf nichts mehr verlassen (Abg. Neubauer: Auf euch schon gar nicht! Schon gar nicht auf die ÖVP!), aber auf eines kann man sich verlassen: dass Sie ein Thema parteipolitisch nutzen wollen. Das ist ja Ihr gutes Recht, nur würde ich einfach aufhören, mit der Wahlfreiheit zu argumentieren (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Verbieten Sie doch die Zigaretten!) – hören Sie mir einfach zu! –, denn – passen Sie einmal auf! –: Wenn ich ein öffentliches Lokal eröffne, dann ist das auch ein öffentliches Angebot, und ich kann dann nicht sagen: Das ist Ihre Entscheidung, ob Sie da hineingehen oder nicht!, sondern da müssen dann schon besondere Gründe vorliegen, dass der Wirt oder der Betreiber jemandem sagen kann: Mit Ihnen kontrahiere ich nicht! – Sie zitieren ja so gerne die Judikatur, und dazu gibt es auch schon Judikatur.
Abg. Walter Rosenkranz: Nein, nicht alle! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Von allen hat keiner geredet!
Ich kann – und das abschließend – im Zusammenhang mit dem Rauchverbot auch die Argumentation nicht mehr hören: Alle Betriebe gehen deshalb in Konkurs und müssen zusperren! (Abg. Walter Rosenkranz: Nein, nicht alle! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Von allen hat keiner geredet!) Also Tausende. (Abg. Walter Rosenkranz: Es sind die Betriebe, wo Sie nicht hingehen! Unter einer Haube!) Ich sage Ihnen nur: Schauen Sie einfach die Länder an, die das umgesetzt haben. Es gibt kein einziges Land der Welt, wo wirklich eine Welle von Schließungen stattgefunden hat. Warum? (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Haben Sie vielleicht auch die Geduld, ein bisschen zuzuhören? Sie können sich ja äußern, wenn Sie etwas zu sagen haben.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich kenne auch viele negative!
Es gibt auf der ganzen Welt keinen Beweis dafür, dass das ein Nachteil war. Warum? Sie brauchen es auch nur logisch nachzuvollziehen, aber das ist nicht die Stärke von jedem, das weiß ich. Also warum? – Weil es um die Frage geht: Warum soll jemand daheim bleiben? Er möchte ja in Gesellschaft sein, hat gerne Kontakt und wird nach wie vor Lokale besuchen, aber sein Verhalten ändern. Ich kenne genügend positive Beispiele in diesem Zusammenhang (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich kenne auch viele negative!) und ich kenne auch viele Gastronomen, die mir gesagt haben, hätten wir gleich eine eindeutige Regelung gemacht, hätte niemand einen Nachteil und hätten alle die gleichen Spielregeln.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und die Wahrheit zu sagen!
Präsidentin Doris Bures: Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich denke, wenn wir die jungen Menschen auf der Galerie begrüßen, sollten wir uns auch darum bemühen, ihnen ein Vorbild zu sein (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und die Wahrheit zu sagen!), und im Sinne des Einander-Verstehens der Rednerin die Möglichkeit geben, ihre Ausführungen zu tätigen. (Abg. Neubauer: Dann sollte man da vorne auch nicht lügen!)
Abg. Neubauer: Ihr wollt die Drogen freigeben! – Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Belakowitsch-Jenewein.
Abgeordnete Dr. Eva Mückstein (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer! Ich muss schon sagen, mir geht es wirklich auch auf die Nerven, wie hier ein gesundheitspolitisch wirklich wichtiges Thema speziell von der FPÖ populistisch instrumentalisiert wird. (Abg. Neubauer: Ihr wollt die Drogen freigeben! – Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Sie haben vorhin von einer Bank zur anderen zu mir hinübergeschrien: Ja wollen Sie jetzt auch zu Hause das Rauchen verbieten?! (Abg. Walter Rosenkranz: Ja, genau!) – Nein, wir wollen das Rauchen zu Hause nicht verbieten (Zwischenrufe bei der FPÖ), wir sind auch für Selbstbestimmung und Selbstverantwortung, aber wir sind auch dafür, in die Prävention zu investieren. (Die Abgeordneten Darmann und Neubauer deuten mit den Händen schlangenlinienförmige Bewegungen an. – Abg. Walter Rosenkranz: Ja, genau, Kinder wegnehmen, am besten!) Kinder und Jugendliche können schon sehr früh lernen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), mit Suchtmitteln umzugehen.
Abg. Walter Rosenkranz: Zeugungsverbot für Raucherpaare! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: klassische Themenverfehlung!
Ich verstehe auch, dass das ein emotionales Thema ist, denn es geht um ein Suchtthema. Es ist immer sehr emotional, wenn man Menschen ihr Suchtmittel wegnimmt – okay, einverstanden –, aber wir müssen auch vernünftige Lösungen dafür finden, dass wenigstens Kinder und Jugendliche erst gar nicht anfangen zu rauchen. (Abg. Kitzmüller: Aber Nichtraucherschutz !) Und das ist möglich, das zeigen die internationalen Studien. (Abg. Walter Rosenkranz: Zeugungsverbot für Raucherpaare! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: klassische Themenverfehlung!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ich glaube, es ist wichtig, dass wir mehr Geld für Prävention in die Hand nehmen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Wir haben mehrmals gesagt, 5 Prozent der Tabaksteuer sollten Präventionskampagnen zukommen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Es geht darum, Kinder und Jugendliche bereits im Kindergarten und in der Schule mit Lebenskompetenzprogrammen zu schulen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Walter Rosenkranz.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ich glaube, es ist wichtig, dass wir mehr Geld für Prävention in die Hand nehmen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Wir haben mehrmals gesagt, 5 Prozent der Tabaksteuer sollten Präventionskampagnen zukommen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Es geht darum, Kinder und Jugendliche bereits im Kindergarten und in der Schule mit Lebenskompetenzprogrammen zu schulen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Walter Rosenkranz.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Walter Rosenkranz.
Ich glaube, es ist wichtig, dass wir mehr Geld für Prävention in die Hand nehmen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Wir haben mehrmals gesagt, 5 Prozent der Tabaksteuer sollten Präventionskampagnen zukommen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Es geht darum, Kinder und Jugendliche bereits im Kindergarten und in der Schule mit Lebenskompetenzprogrammen zu schulen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Walter Rosenkranz.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein – ein Schriftstück zeigend –: Erklären Sie uns das Lebenskompetenzprogramm für Kinder, bitte!
Worum geht es da? – Es geht um Suchtprävention, und das heißt, schon Kindergartenkinder und Schulkinder sollen lernen (Abg. Kitzmüller: Hände weg von unseren Kindern!), mit Konflikten, emotionalen Belastungen und Stress gut umgehen zu können. Das ist das eine. Sie sollen auch lernen, Werbeangebote und Lockangebote zu erkennen und ihnen zu widerstehen. Das ist wichtig, und das müssen nicht wir in Österreich erfinden, das gibt es überall in der EU und wird bereits praktiziert, und zwar mit Erfolg. (Abg. Belakowitsch-Jenewein – ein Schriftstück zeigend –: Erklären Sie uns das Lebenskompetenzprogramm für Kinder, bitte!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kitzmüller
Rechnen wir uns das aus: Jemand hat zum Beispiel 2009 30 000 € investiert, dann wäre der Restbuchwert im Jahr 2015 15 000 €, wenn das auf acht Jahre abgeschrieben wird (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kitzmüller), und 10 Prozent davon wären 1 500 €. (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.) Ich finde, das reicht nicht, und es würde mich als Freiberufliche auch stören, wenn ich damit abgespeist werde. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Groiß.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Oje, nicht wehleidig sein! – Abg. Haider: Das ist nicht rechtswidrig!
Last but not least, Herr Kollege Neubauer, weil Sie wieder einmal Ihre Zwischenrufe bewerkstelligen: Das ist ja in Ordnung, aber ich möchte auch sagen, ich finde, das Parlament ist ein Ort der Auseinandersetzung, das Parlament ist ein Ort der Rhetorik. Manche Abgeordnete brauchen zur Unterstützung der Rhetorik ein Taferl. Möglicherweise habe ich selber auch schon einmal eine Statistik oder etwas anderes verwendet, kann sein. Aber was Herr Abgeordneter Haider macht, das finde ich außerhalb jeder Diskussion. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Oje, nicht wehleidig sein! – Abg. Haider: Das ist nicht rechtswidrig!) Das ist schon bei einer Demonstration peinlich, aber das dann noch selbst anzufertigen und hier herinnen vorzuzeigen – Entschuldigung, das ist unter jeder Gürtellinie! Das ist eine persönliche Agitation, dafür stehe ich nicht. Ich stehe für Argumente. Wenn Sie welche haben, bringen Sie sie vor, aber das machen Sie besser nicht mehr. Das ist ein Armutszeugnis! – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Haider: Also wenn ein Freiheitlicher was von der Wirtschaftskammer übernimmt, dann ist das schon Majestätsbeleidigung?!)
Sitzung Nr. 70
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Neubauer: die Stufen hinaufgestellt, die Einstiegsstufen erhöht!
Zweitens möchte ich zum Pflegegeld kommen. Das Pflegegeld wird in meiner Amtszeit zweimal valorisiert – als es eine Regierungsbeteiligung von Ihnen gab, ist es ein einziges Mal valorisiert worden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Neubauer: die Stufen hinaufgestellt, die Einstiegsstufen erhöht!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bis wann? Der läuft aus!
Das Nächste ist: Sie wissen auch, dass wir 2011 den Pflegefonds eingeführt haben, um den Sachleistungsaufwand für die betroffenen Menschen abzufangen. Dieser Pflegefonds funktioniert, den Pflegefonds wird es weiter geben (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bis wann? Der läuft aus!), und demzufolge ist das System sehr wohl abgesichert.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was sind „59,4 Prozent“? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich berichtige tatsächlich: Der altersbedingte Durchschnitt der in Pension gehenden ÖBB-Bediensteten liegt bei 59,4 Prozent, und das ist nahe beim Durchschnitt der ASVG-Bediensteten von 60,8 Prozent. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was sind „59,4 Prozent“? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das kannst du gar nicht!
Fakt ist, ohne jetzt populistisch zu werden (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das kannst du gar nicht!): Wir sind in Europa mit unserem System eindeutig der Europameister, und es ist eine riesige Herausforderung, das zu halten. Und das ist der Auftrag!
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ich darf abschließend zu den populistischen Anträgen der FPÖ noch einmal erwähnen: Ich ersuche herzlich, das beschlossene Budget nicht aus den Augen zu lassen, und meine, das sollte nicht vergessen werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, dann lassen Sie es!
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich möchte die Sitzung nicht über Gebühr verlängern (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, dann lassen Sie es!) – der Abgeordnete Kickl hat seine Ausführungen gemacht und geht wieder, das sind wir eh gewohnt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er kommt gleich wieder!) –, aber ich möchte Ihnen zur Neiddebatte etwas sagen, und ich glaube, Sie sollten einmal zuhören, was wir sagen: Ja, es gibt Millionäre, es gibt Milliardäre, die hat es früher gegeben, die wird es morgen geben. Das ist überhaupt nicht das Thema. Das Thema ist: Leisten sie den gleichen Beitrag zur Finanzierung des Sozialstaates wie alle anderen? Darum führen wir diese Debatte, und nur darum geht es. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kickl: Sie haben einen Bauchfleck hingelegt, einen der Sonderklasse!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er kommt gleich wieder!
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich möchte die Sitzung nicht über Gebühr verlängern (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, dann lassen Sie es!) – der Abgeordnete Kickl hat seine Ausführungen gemacht und geht wieder, das sind wir eh gewohnt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er kommt gleich wieder!) –, aber ich möchte Ihnen zur Neiddebatte etwas sagen, und ich glaube, Sie sollten einmal zuhören, was wir sagen: Ja, es gibt Millionäre, es gibt Milliardäre, die hat es früher gegeben, die wird es morgen geben. Das ist überhaupt nicht das Thema. Das Thema ist: Leisten sie den gleichen Beitrag zur Finanzierung des Sozialstaates wie alle anderen? Darum führen wir diese Debatte, und nur darum geht es. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kickl: Sie haben einen Bauchfleck hingelegt, einen der Sonderklasse!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Sie haben nicht zugehorcht!
Herr Abgeordneter Kickl, wenn Sie sich hier herstellen und sagen: Pensionen exportieren, dann muss ich sagen, ich freue mich, dass ich nun den zirka 6 000 Österreichern, die ihren Lebensabend auf Mallorca verbringen, mitteilen kann, Sie wollen nicht mehr, dass wir die Pension dorthin überweisen, das ist nämlich das, was Sie da gesagt haben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Sie haben nicht zugehorcht!) – Das haben Sie da gesagt, hören Sie sich doch zu! Sie müssen bei allem Populismus auch Ihren eigenen Worten zuhören. Freuen Sie sich, dass die zirka – weiß ich nicht – (Zwischenruf des Abg. Deimek.)
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wahrscheinlich sind alle noch nicht wirklich gemobbt worden!
Die Problematik ist eben diese: Es wird darauf nicht reagiert, und das ist für die Mobbing-Betroffenen wirklich ein Schlag ins Gesicht. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wahrscheinlich sind alle noch nicht wirklich gemobbt worden!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Herr Kickl, ich war nicht auf Ihrer Liste. Ich habe die Sozialakademie leider nicht besuchen können. Das hat sich damals in meiner beruflichen Entwicklung anders ergeben. Mir tut es leid, weil die Sozialakademie eine ganz tolle Einrichtung ist (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), wo viele, vor allem auch betriebliche Funktionärinnen und Funktionäre, ausgebildet werden, ordentliche Rahmenbedingungen im Bereich des Arbeitsrechtes erhalten, Grundlagen im Bereich der Ökonomie und vieles
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das merkt man!
Herr Dr. Karlsböck, verzeihen Sie mir, aber offensichtlich haben Sie in den letzten Sitzungen des Gesundheitsausschusses überhaupt nicht mitbekommen, worum es bei dieser Gesundheitsreform geht. Es geht dabei nämlich genau um das Gegenteil des Zentralisierungswahns, über den Sie gesprochen haben. Mit dieser Gesundheitsreform soll eine bessere Versorgung als bisher gewährleistet werden (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das merkt man!), sei es die ärztliche oder medikamentöse Versorgung im ländlichen Raum.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, nein!
nen, auf der anderen Seite kritisieren Sie das Ganze. – So kann es nicht laufen! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, nein!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das glaube ich nicht!
Wenn man sich kritisch fragt, wo Österreich im internationalen Vergleich in der Schmerzbehandlung liegt, so ist die Antwort klar: Wir sind sicher in Bezug auf die Qualität nicht schlecht positioniert. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das glaube ich nicht!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist schon so!
Zum zweiten Punkt, dem Dokumentationsassistenten: Lieber Marcus Franz, du warst selber Primar im Hartmannspital. Ich halte es für abwegig, diesbezüglich den deutschen Weg zu gehen, und zwar zuerst einmal die ärztliche und pflegerische Tätigkeit so kompliziert zu machen, dass sich keiner mehr auskennt, um dann für die Ärzte den Dokumentationsassistenten als eigenen Beruf in Anspruch zu nehmen. Das Buch der Dokumentation in Deutschland ist so dick, da kennt sich keiner aus! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist schon so!) Angesichts dessen ist es kein Wunder, dass das – trotz der Dokumentationsassistenten, die ja auch wieder von irgendwelchen geheimnisvollen Kontrolloren überprüft werden müssen – zu 20 Prozent nicht stimmt, wie dort die zuständigen Überprüfungsgremien rügen. Ich halte diesen Bürokratiewahn für Schwachsinn.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die ist schon längst da!
Sie produzieren mit Ihrer Politik sehenden Auges eine Zweiklassenmedizin. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die ist schon längst da!) Aber Sie streiten es ab, anstatt den Menschen ehrlich zu sagen, was Sache ist. Da ist es mir unverständlich, dass die Regierungsparteien beim Themenkreis Gesundheitsreform mit einem derartigen Schneckentempo vorangehen und untätig bleiben. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die ist aber nicht sachlich, Ihre Aussage! – Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.
Da ist immer wieder geschrieben worden, der Kurz hätte gesagt, Zuwanderer wären gescheiter oder wären intelligenter. Mich erinnert das alles ein Stück weit an die Debatte, die wir im Integrationsbereich viel zu oft haben, nämlich die linke Träumerei auf der einen Seite und die rechte Hetze auf der anderen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die ist aber nicht sachlich, Ihre Aussage! – Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir waren eh sachlich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Walter Rosenkranz: Hören wir zu!
Ich glaube, was es braucht, ist weder das eine noch das andere, sondern möglichst viel Sachlichkeit. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir waren eh sachlich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Walter Rosenkranz: Hören wir zu!) – Herr Abgeordneter Rosenkranz hat gerade vorgeschlagen, dass Sie mir zuhören. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Insofern darf ich fortsetzen und versuchen, Ihnen ganz sachlich darzulegen, dass es Zahlen gibt, die vielleicht nicht die Erwartungshaltung von jedem treffen, die vielleicht auch nicht jeden freuen, aber die durchaus vorhanden sind, und man sollte sie, glaube ich, auch ernst nehmen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Genau!
Auf der anderen Seite – und jetzt komme ich zu dem von Ihnen angesprochenen Punkt – muss man auch klar sagen, wenn man sich die Zuwanderungszahlen nach Österreich anschaut, dass es nicht nur viele Menschen gibt, die nach Österreich zuwandern, sondern dass sich die Zuwanderung in den letzten Jahrzehnten auch sehr stark verändert hat. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Genau!) Vor einigen Jahrzehnten waren dies vor allem Gastarbeiter, davon ganz viele mit einem sehr niedrigen Bildungsniveau, sehr viele hatten nicht einmal einen Hauptschulabschluss, es gab auch Zuwanderer, die nicht einmal alphabetisiert waren. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die haben wir immer noch!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die haben wir immer noch!
Auf der anderen Seite – und jetzt komme ich zu dem von Ihnen angesprochenen Punkt – muss man auch klar sagen, wenn man sich die Zuwanderungszahlen nach Österreich anschaut, dass es nicht nur viele Menschen gibt, die nach Österreich zuwandern, sondern dass sich die Zuwanderung in den letzten Jahrzehnten auch sehr stark verändert hat. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Genau!) Vor einigen Jahrzehnten waren dies vor allem Gastarbeiter, davon ganz viele mit einem sehr niedrigen Bildungsniveau, sehr viele hatten nicht einmal einen Hauptschulabschluss, es gab auch Zuwanderer, die nicht einmal alphabetisiert waren. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die haben wir immer noch!)
Abg. Walter Rosenkranz: ... Österreicher eine bessere Ausbildung bekommen! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Und ich bin auch froh darüber, dass heute ein Großteil unserer Zuwanderer aus der Europäischen Union kommt und im Durchschnitt eine wesentlich bessere Ausbildung hat als die Zuwanderer, die vor einigen Jahrzehnten nach Österreich gekommen sind (Abg. Walter Rosenkranz: ... Österreicher eine bessere Ausbildung bekommen! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), weil ich glaube, dass Österreich von qualifizierter Zuwanderung wesentlich mehr profitiert als von einer nichtqualifizierten Zuwanderung. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, ja! Richtig!
öffentlich aussprechen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, ja! Richtig!) Das werfen Herr Dr. Rosenkranz und die FPÖ unserem Integrationsminister vor. „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“ hat Ingeborg Bachmann einmal gemeint. Da hat sie aber noch nicht die Strache-FPÖ gekannt – der ist die Wahrheit nicht zumutbar.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Neubauer: Wissen Sie eigentlich, was Sie da von sich geben?!
Es gibt Menschen, die sind überzeugt, dass die Kondensstreifen der Flugzeuge in Wirklichkeit Gifte freisetzen, um uns alle zu manipulieren, und echte FPÖler glauben fest daran, dass Zuwanderer nicht lesen und schreiben können, unser Sozialsystem ausnützen und im Übrigen gemeingefährlich sind. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Neubauer: Wissen Sie eigentlich, was Sie da von sich geben?!) Echten Glauben können auch keine evidenzbasierten Fakten erschüttern, denn: Was nicht sein darf, das kann nicht sein! Darum blenden Verschwörungstheoretiker alle Fakten aus, die gegen ihre Verschwörung sprechen. (Abg. Neubauer: Das ist ja unglaublich!) Für diese verschwörungstheoretische Gruppe ist das ungemein wichtig, denn, meine sehr geehrten Damen und Herren, was bliebe der FPÖ übrig, wenn sie auf Fremdenfeindlichkeit und rassistische Attitüden verzichten würde. (Abg. Kitzmüller: Was hätten Sie zu sagen, wenn es uns nicht gäbe!?) Was wäre die FPÖ ohne ihre regelmäßigen Ausfälle gegen Toleranz und ein friedliches Miteinander? (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Darmann.) Sie hätten Ihren Kern verloren, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Darmann.
Es gibt Menschen, die sind überzeugt, dass die Kondensstreifen der Flugzeuge in Wirklichkeit Gifte freisetzen, um uns alle zu manipulieren, und echte FPÖler glauben fest daran, dass Zuwanderer nicht lesen und schreiben können, unser Sozialsystem ausnützen und im Übrigen gemeingefährlich sind. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Neubauer: Wissen Sie eigentlich, was Sie da von sich geben?!) Echten Glauben können auch keine evidenzbasierten Fakten erschüttern, denn: Was nicht sein darf, das kann nicht sein! Darum blenden Verschwörungstheoretiker alle Fakten aus, die gegen ihre Verschwörung sprechen. (Abg. Neubauer: Das ist ja unglaublich!) Für diese verschwörungstheoretische Gruppe ist das ungemein wichtig, denn, meine sehr geehrten Damen und Herren, was bliebe der FPÖ übrig, wenn sie auf Fremdenfeindlichkeit und rassistische Attitüden verzichten würde. (Abg. Kitzmüller: Was hätten Sie zu sagen, wenn es uns nicht gäbe!?) Was wäre die FPÖ ohne ihre regelmäßigen Ausfälle gegen Toleranz und ein friedliches Miteinander? (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Darmann.) Sie hätten Ihren Kern verloren, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Wir sehen, Sie schauen dauernd am Zettel nach! Sie wissen nicht, was Sie reden! – Abg. Walter Rosenkranz: Wieso schreiben Sie die Rede, bevor Sie gehört haben, was ich sage? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die schreibt sie ja nicht selber! – Abg. Walter Rosenkranz: Stimmt!
Es geht hier gar nicht um Fakten, es geht um Gefühle, und dafür ist die Statistik Austria nicht zuständig. Deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erheben Daten – nicht mehr und nicht weniger. Es würde mich nicht wundern, wenn auch die Statistik Austria in das Visier der FPÖ kommen würde. Warum? – Weil sie Dinge verbreitet, die laut FPÖ nicht stimmen können. Also muss die Statistik Austria Teil der Verschwörung gegen die – unter Anführungszeichen – „echten“ Österreicher sein. (Ruf bei der FPÖ: Wir sehen, Sie schauen dauernd am Zettel nach! Sie wissen nicht, was Sie reden! – Abg. Walter Rosenkranz: Wieso schreiben Sie die Rede, bevor Sie gehört haben, was ich sage? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die schreibt sie ja nicht selber! – Abg. Walter Rosenkranz: Stimmt!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da haben Sie recht! Ändern Sie es!
Sehr geehrte Damen und Herren, jetzt zu einem handfesten Problem. Zu viele Zuwanderinnen und Zuwanderer sind überdurchschnittlich gebildet und ausgebildet. Aber ihre Bildung wird bei uns nicht anerkannt oder die Nostrifizierung erfolgt zu schleppend. Deshalb müssen ausgebildete Ärztinnen bei uns als Putzfrauen arbeiten und ausgebildete Ingenieure als Taxifahrer. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da haben Sie recht! Ändern Sie es!) Das ist für niemanden positiv – weder für die Betroffenen noch für Österreich –, dass wir auf ihr Know-how verzichten müssen.
Abg. Walter Rosenkranz: Wer hat denn da regiert? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Im Bildungsbereich!
gen wollen, auch nicht verschweigen wollen, dass es Probleme gibt, die es zu lösen gilt. Da sprechen wir vor allem über den Bildungsbereich, und in diesem hat es jahrzehntelang Versäumnisse gegeben. (Abg. Walter Rosenkranz: Wer hat denn da regiert? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Im Bildungsbereich!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie haben wieder einmal nicht zugehört! Schade, dass Sie nicht sachlich bleiben können! – Abg. Walter Rosenkranz: Sie sollten meinen präzisen Ausführungen mit gespitzten Ohren lauschen!
Sie haben ja vom Fühlen gesprochen, Sie haben es ja präzise gesagt, Sie rechnen Zuwanderer mit Matura oder mit Studium gefühlt nicht zur Zuwanderung dazu. Das sind sehr differenzierte Aussagen, die aber in der Mehrheit nicht als solche wahrgenommen werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie haben wieder einmal nicht zugehört! Schade, dass Sie nicht sachlich bleiben können! – Abg. Walter Rosenkranz: Sie sollten meinen präzisen Ausführungen mit gespitzten Ohren lauschen!) Am Ende des Tages ist es wichtig, dass Sie von dieser Polemik wegkommen, dass wir die Probleme ansprechen, dass wir handeln, dass wir nicht nur Debatten führen, sondern dass es auch Aktionen und Maßnahmen gibt, die diese Regierung trifft, um ein gutes Zusammenleben in Österreich von allen – ob zugewandert oder nicht – zu gewährleisten. – Besten Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum sind Sie nicht Lehrer geblieben?
Wir haben ein ganz großes Bildungsproblem, haben Sie gesagt. Glauben Sie mir, als ehemaliger Lehrer kann ich das nur unterstreichen. Und als Lehrer – ich habe mich zu diesem Beruf hingezogen gefühlt – muss ich Ihnen sagen: Dieses Bildungsproblem schmerzt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum sind Sie nicht Lehrer geblieben?) Wenn ich durch Österreich ziehe und überall feststelle, wie schlecht die Leute Deutsch können, dann schmerzt das besonders. Besonders auffallen tut mir das, wenn ich FPÖ-Plakate sehe. (Der Redner zeigt in der Folge die von ihm angesprochenen und zitierten Plakate.)
Lebhafte Heiterkeit. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Es geht dann unten weiter: „Weil wir handeln“ – kleingeschrieben statt großgeschrieben, das sind halt Nomen, das andere sind Verben, wenn ein Artikel davorsteht, wird es großgeschrieben. Ich meine, da gibt es so bestimmte Regeln. Machen wir – das nächste Mal. (Lebhafte Heiterkeit. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Gerasdorf!
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Geschätzte Zuschauerinnen und Zuschauer auf der Galerie! Also ich vermute schwer, es ist dies das erste Mal in der Zweiten Republik, dass der Parlamentsnachmittag von einem Bericht aus dem Bezirksblatt Mistelbach dominiert wird. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Gerasdorf!) Das ist also quasi die Auszeichnung für die Mistelbacher heute. (Abg. Lopatka: Nichts gegen Mistelbach!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... Bulgarien, Rumänien!
Wir haben eine wunderbare EU-Binnenmigration, auch da profitieren die Österreicher von gut qualifizierter Zuwanderung (Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... Bulgarien, Rumänien!), aber wenn es um die Zuwanderung aus Drittstaaten geht, da haben wir eine bürokratische Schikane aufgebaut, die ihresgleichen sucht, und ich empfehle jedem von Ihnen einmal einen Arbeitnehmer auf seinem bürokratischen Weg zur Rot-Weiß-Rot-Karte zu begleiten. Da bekommen Sie als Österreicher, der das Behördenwesen kennt, graue Haare!
Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... wir haben schon so gut Qualifizierte!
Und wenn wir jetzt vor der Situation stehen, dass eine Überarbeitung der Blue-Card-Richtlinie auf europäischer Ebene ansteht, dann sollten wir uns auch da wieder bemühen und überlegen, welche Schritte wir setzen können, dass die Zuwanderungsregeln so aufgebaut werden, dass gut Qualifizierte zu uns kommen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... wir haben schon so gut Qualifizierte!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Abgeordnete Ulrike Weigerstorfer (STRONACH): Herr Präsident! Nachdem es jetzt zweimal vorgekommen ist, habe ich den Entschließungsantrag jetzt vor mir. Natürlich habe ich in die Erklärung hineingeschrieben: Ich wünsche mir, „laufend Verbesserungen anzustreben“, aber ich darf jetzt aus dem tatsächlichen Entschließungsantrag vorlesen, damit es hier zu keinen Unklarheiten kommt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall der Abgeordneten Pirklhuber und Mückstein. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Auer: Diese Toleranz wünschen wir uns auch! – Weitere Zwischenrufe.
So viel dazu, um das hier einmal klarzustellen. Die Frau Ministerin hat ja auch in dieses Horn geblasen, darum freue ich mich schon auf die Abstimmung. (Beifall der Abgeordneten Pirklhuber und Mückstein. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Auer: Diese Toleranz wünschen wir uns auch! – Weitere Zwischenrufe.)
Sitzung Nr. 72
Abg. Belakowitsch-Jenewein: In allen können Sie ihm recht geben!
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! In einem Punkt, Herr Kickl, gebe ich Ihnen recht (Abg. Belakowitsch-Jenewein: In allen können Sie ihm recht geben!), in genau einem Punkt: Sie haben gesagt, uns trennen Welten, und das kann ich nur unterstreichen. (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP, Team Stronach und NEOS.)
Sitzung Nr. 73
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nichts!
Ich schildere Ihnen jetzt kurz das System und ersuche die Frau Bundesministerin, dann darauf einzugehen, was eigentlich unser Verfassungsschutz darüber gewusst hat, denn die Kompetenz der Spionageabwehr liegt eindeutig beim Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung. Es ist, wie ich meine, unser gutes Recht zu erfahren: Was wusste das Innenministerium? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nichts!) Was wusste unser Verfassungsschutz? Und was ist auf Basis dieses Wissens getan worden?
Abg. Brosz: Was wollen Sie uns mit der ... erklären? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Zum Punkt 4: Dass eine dieser Strecken mit „Luxembourg/VG – Wien/000“ bezeichnet wird, bedeutet schlicht, dass davon auszugehen ist, dass es eine Leitung von Luxemburg nach Wien gibt. (Abg. Brosz: Was wollen Sie uns mit der ... erklären? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Das sind die Fakten. Wir wissen aber nicht, wem diese Leitung gehört, und wir wissen auch nicht, was über diese Leitung läuft. Ist es eine Transitleitung für Ferngespräche oder ist es eine Internetleitung, oder ist es etwas ganz anderes? (Abg. Brosz: Oder etwas ganz anderes?! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aha! Dann sind wir alle wieder froh!
Wichtig ist vor allem auch die NIS-Richtlinie, die im Herbst kommen wird – EU-Kommissar Oettinger hat versprochen, dass diese NIS-Richtlinie im Herbst verabschiedet wird –, denn diese ist meines Erachtens ein erster wichtiger Schritt in Richtung eines funktionierenden digitalen Binnenmarktes mit stabilen Standards für die Datensicherheit. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aha! Dann sind wir alle wieder froh!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, stimmt eh! – Beifall und Bravoruf des Abg. Steinhauser. – Beifall bei den Grünen.
„Aktuelle Stunde. Die Innenministerin trägt die Sichtweise des BND vor, verwechselt Fakten und versucht verzweifelt, zu beschönigen. Warum?“ (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, stimmt eh! – Beifall und Bravoruf des Abg. Steinhauser. – Beifall bei den Grünen.) – Wissen Sie, der Applaus zeigt eigentlich, dass Sie politisches Kleingeld wechseln wollen und die Sache nicht sehr ernst nehmen; das möchte ich Ihnen schon sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Was mich an der Debatte, Herr Kollege Pilz, stört: Wir sind hier im Haus in dieser Angelegenheit eigentlich eines Sinnes. Wir haben eine gemeinsame Entschließung verabschiedet, die Frau Bundesministerin hat im Detail zu den Fragen Stellung genommen, hat ... (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) – Hören Sie jetzt einmal zu, Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein! Das ist doch nicht wahr, dass man nicht einmal ausreden kann hier im Haus! Das kann es doch nicht sein! (Beifall bei der ÖVP.) Hören wir uns doch einmal wechselseitig die Argumente an! Dazu würde ich Sie wirklich einladen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was ist denn das für ein Argument?
Und ich finde es bemerkenswert, wenn Sie es sich genau durchlesen, dass man sich auch anhört, was denn das deutsche Bundesnachrichtenamt zu diesen Vorwürfen sagt – die sind eh verräterisch, nicht böse sein! –, wenn ich aus der Aussendung des BND zitieren darf, wo es heißt, Spionage mithilfe des BND und eines deutschen Telekommunikationsanbieters gegen diese Staaten lasse sich aus den veröffentlichten Dokumentendetails nicht ableiten. (Abg. Pilz: Das ist kein Beweis!) – Das sagt ja ohnedies viel, Herr Kollege Pilz, aber nehmen Sie bitte auch zur Kenntnis, dass das E-Mail, das Sie vorgetragen haben, eben eine Fülle von Möglichkeiten offenlässt. (Abg. Pilz: Nein!) Das sagen – oh ja, Herr Kollege Pilz! – die Techniker, die sich da im Detail auskennen, und genau das hat die Frau Bundesministerin gesagt: Es kann viel bedeuten, es kann aber auch nichts bedeuten. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was ist denn das für ein Argument?)
Abg. Pilz: Nein! Nein! Nein! Der nicht! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der nicht!
Abgesehen davon, dass man jetzt witzeln könnte, ob ihm diese politische Strategie nicht perfekt gelungen ist – aber lassen wir das außer Acht! –: Es ist das genau die falsche Antwort. Erstens wird ein österreichischer Bundeskanzler, auch wenn er Faymann heißt, trotzdem immer so interessant sein, dass man sich dafür interessieren könnte, was er so tut (Abg. Pilz: Nein! Nein! Nein! Der nicht! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der nicht!) – oder auch nicht. Es ist aber die falsche Antwort. Warum? – Nicht PolitikerInnen, nicht Unternehmen, nicht BürgerInnen haben sich in ihrem Verhalten an die Geheimdienste anzupassen – nein: Die Geheimdienste haben sich an die Gesetze zu halten und an die Rechte anzupassen!
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stattdessen lässt man uns dumm sterben!
Apropos Aufklärung – diese Frage darf beziehungsweise muss erlaubt sein –: Hat irgendjemand den Herrn Verteidigungsminister gesehen? – Ich habe länger nichts mehr von ihm gehört zu dieser Frage. Es ist aber evident: Es ist der militärische Auslandsgeheimdienst, das Heeresnachrichtenamt, dass da eine sehr klare Auskunft geben könnte. Ich wünsche mir wirklich, dass der Herr Verteidigungsminister uns wenigstens einmal eine klare Auskunft gibt und uns darüber informiert, was wirklich an Absprachen und Verträgen im Bereich des Heeresnachrichtenamtes vorhanden ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stattdessen lässt man uns dumm sterben!) Ich glaube, das kann uns in der Sache sehr gut weiterhelfen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Es ist bemerkenswert, wie nahe einander die extreme Rechte und die extreme Linke wieder einmal sind, wenn es darum geht, unsachliche Kritik zu üben. – Die Frage, ob die Frau Innenministerin beziehungsweise das österreichische Innenministerium mit den bundesdeutschen Behörden zusammenarbeitet, ist doch eine logische Frage! Wer denn sonst als die deutschen Bundesbehörden soll klären, welche Vorgänge in Deutschland stattfinden?! Oder sind Sie der Meinung, dass österreichische Ermittlungsbeamte nach Deutschland fahren sollten? (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Sind Sie der Meinung, dass österreichische Panzer in Deutschland einmarschieren sollten, damit wir klären, was da passiert ist? – Das sind wirklich abstruse Vorwürfe! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Winter.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das Thema ist zu ernst, als dass wir auf diesem Niveau weiter diskutieren dürften! – Wir tun es nicht, und ich lade Sie ein, dass Sie sich, gemeinsam mit uns, ernsthaft und sachlich mit diesem so ernsten Thema befassen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ich bin froh darüber, dass jetzt auch die NEOS bereit sind, hier diesen Schritt mit uns, mit den Regierungsparteien, und mit den Grünen mitzugehen. (Zwischenruf der Abg. Kitzmüller.) Warum? – Für Sie bedeutet es immer eine Einheitspartei, wenn hier gut zusammengearbeitet wird. Ich weiß nicht, ob Opposition heißt, immer dagegen sein zu müssen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Strache: Schonen Sie Ihr Herz, Herr Lopatka!
Kollegin Belakowitsch-Jenewein, ich finde, das Wesen der Demokratie ist es, darum zu ringen, zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen – und nicht, immer in der Opposition stecken zu bleiben. (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Strache: Schonen Sie Ihr Herz, Herr Lopatka!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Genau! Danke!
Ich habe einen anderen Zugang zu unserer parlamentarischen Arbeit, aber es ist Ihr Recht, immer im Njet stecken zu bleiben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Genau! Danke!) Sie brauchen nicht „danke“ zu sagen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich bin aber ein höflicher Mensch!), ich sage Ihnen nur: Für die Republik ist es zu wenig, wenn eine Partei ein Selbstverständnis hat, wo man im Nein stecken bleibt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich bin aber ein höflicher Mensch!
Ich habe einen anderen Zugang zu unserer parlamentarischen Arbeit, aber es ist Ihr Recht, immer im Njet stecken zu bleiben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Genau! Danke!) Sie brauchen nicht „danke“ zu sagen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich bin aber ein höflicher Mensch!), ich sage Ihnen nur: Für die Republik ist es zu wenig, wenn eine Partei ein Selbstverständnis hat, wo man im Nein stecken bleibt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Naja!
Lassen Sie mich weiter ausführen: Ich finde es gut, dass Kollege Willi kritisiert, dass der Wirtschaftsminister nicht da ist. Ich finde es aber auch gut, dass der Bundeskanzler da ist (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Naja!), denn ich kann mich in der Causa, die die Belastungen und die Konteneinsichtnahme betrifft, noch klar an die Worte des Herrn Bundeskanzlers erinnern. Er hat gesagt, dass, solange er quasi der Chef ist, das Bankgeheimnis sicher nicht gelüftet wird. In dieser Hinsicht weiß ich jetzt nicht, wie ernst ich Sie nehmen soll und ob ich auch darüber lachen soll. Mir ist eher zum Weinen zumute, weil wir uns nicht auf Sie verlassen können, weil es auch hier keine Rechtssicherheit gibt. (Beifall bei NEOS und Team Stronach.)
Sitzung Nr. 75
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Alle Vereinbarungen müssen mit dem EU-Rechtsbesitzstand beziehungsweise den nationalen Gesetzen der EU-Mitgliedstaaten im Einklang stehen. (Zwischenruf des Abg. Darmann.) Eine Änderung europäischer beziehungsweise österreichischer Standards kann nur durch den jeweiligen Gesetzgeber erfolgen. (Abg. Darmann: muss es ja runterlesen, weil es sonst nicht glaubwürdig ist!) Daran wird sich auch durch TTIP nichts ändern, deswegen ist es auch kein guter Tipp, TTIP zur Katastrophe zu erklären. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Wir kennen das Ergebnis noch nicht, und am Ende des Tages muss man das Abkommen bewerten. (Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Belakowitsch-Jenewein.
Alle Vereinbarungen müssen mit dem EU-Rechtsbesitzstand beziehungsweise den nationalen Gesetzen der EU-Mitgliedstaaten im Einklang stehen. (Zwischenruf des Abg. Darmann.) Eine Änderung europäischer beziehungsweise österreichischer Standards kann nur durch den jeweiligen Gesetzgeber erfolgen. (Abg. Darmann: muss es ja runterlesen, weil es sonst nicht glaubwürdig ist!) Daran wird sich auch durch TTIP nichts ändern, deswegen ist es auch kein guter Tipp, TTIP zur Katastrophe zu erklären. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Wir kennen das Ergebnis noch nicht, und am Ende des Tages muss man das Abkommen bewerten. (Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Neubauer: Monsanto! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Großkonzerne!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Andrä Rupprechter: Ich habe darauf hingewiesen, wenn das Abkommen gut verhandelt wird, dann gibt es für österreichische Agrarprodukte, für europäische Agrarprodukte jedenfalls auf dem US-Markt wesentlich bessere Chancen als umgekehrt. Es ist einfach auch in den USA die Nachfrage nach hohen Qualitäten, lebensmittelsicheren Qualitäten größer als umgekehrt in Europa die Nachfrage nach Chlorhühnern, nach Hormonrindfleisch. (Abg. Neubauer: Monsanto! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Großkonzerne!) Und deswegen bin ich überzeugt davon, dass die Chancen, die sich durch so ein Abkommen bieten, tatsächlich auch genutzt werden können. (Abg. Pirklhuber: Auf welche Kosten? – Abg. Kitzmüller: Glauben Sie denn, was Sie da erzählen? – Ruf bei den Grünen: Der Siegeszug der Waldviertler wurst in Kalifornien !)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war nicht die Frage!
Das Ministerium wird, so die gesetzlichen Rahmenbedingungen dies weiterhin vorsehen, selbstverständlich unter meiner Verantwortung künftig jährlich Wildschadensberichte veröffentlichen. Ich habe – und das möchte ich betonen – für das erste Jahr meines Wirkens, das Jahr 2014, zeitgerecht in diesem Jahr meinen Bericht vorgelegt und die Vorberichte auch eingeschlossen. Dabei ist jedoch schon zu beachten, dass die zugrunde liegenden bundesweit verfügbaren Datensätze über die Wildschadenssituation, nämlich die Ergebnisse aus der österreichischen Waldinventur und des Wildeinflussmonitorings, auf mehrjährigen Erhebungszyklen beruhen, weshalb ich es als sinnvoll erachten würde, eine mehrjährige Phase der Berichterstattung vorzusehen. Ich werde einen entsprechenden Vorschlag für eine allfällige Veränderung des Forstgesetzes in diesem Zusammenhang vorlegen. – Vielen Dank. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war nicht die Frage!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie verstehen gar nichts!
Bundesländer aufgeteilt werden sollten. Ich erlaube mir auch anzumerken, dass wir das bei 2 200 Gemeinden – Kollege Rädler, weil du mich gerade anschaust – eigentlich unaufgeregt – unaufgeregt, Herr Kollege Rosenkranz! – und ohne Probleme bewerkstelligen können müssten. Ich verstehe die Aufregung nicht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie verstehen gar nichts!) Wir reden immerhin von Menschen. Ich bekenne mich zu unserem Rechtsstaat und zu unseren Rechtsbeständen. Das sollte alles unaufgeregt vorangehen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na ja, 30 Prozent!
Der dritte Punkt für verantwortungsvolle Asylpolitik ist, dass man menschliche Bedingungen schafft, geschätzte Damen und Herren, ein Klima schafft, das habe ich auch schon angesprochen, wo man sich tatsächlich auch der Ängste und Sorgen der Menschen, die zu uns kommen, annimmt. Glauben Sie mir, Menschen flüchten nicht, weil es lustig ist zu flüchten. Die meisten Menschen flüchten aus Ländern, wo Krieg ist, wo Verfolgung herrscht (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na ja, 30 Prozent!), wo sie tatsächlich auch in ihrer persönlichen Integrität angegriffen werden, Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein. Ich glaube auch, dass sehr viele Menschen wirklich schwerst traumatisiert sind. Und wir haben auch die Verpflichtung, diesen Menschen rechtsstaatliche, ordentliche Verfahren anzubieten; davon bin ich zutiefst überzeugt. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: wir alle rechtsstaatliche Verfahren, oder nicht?
Und ich hoffe und wünsche mir, dass wir in Österreich tatsächlich (Abg. Belakowitsch-Jenewein: wir alle rechtsstaatliche Verfahren, oder nicht?) – Sie brauchen das jetzt nicht als Angriff zu verstehen, ich meine nur, dass das so ist. Und ich denke mir, dass wir tatsächlich gefordert sind, ein positives Klima zu schaffen, damit es eben nicht dazu kommt, dass die Gesellschaft gespalten wird.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das hat überhaupt keiner gesagt!
Weil Sie den Vorwurf getätigt haben, die NEOS würden sozusagen nach Lampedusa reisen (Abg. Walter Rosenkranz: Nein!) und wir würden uns dort unten populistisch darstellen und dann in den eigenen Wahlzirkeln (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das hat überhaupt keiner gesagt!) – Lassen Sie mich ausreden! (Abg. Kickl: Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Haben Sie die Fragen vergessen? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Fragen! Fragen!
Je früher die Zelte abgebaut sind, umso besser, denn die Situation ist ernst. Die Zelte stehen im Regen, und auch dort wird es nicht gemütlicher, deswegen sind wir alle angehalten, gemeinsame Lösungen zu finden. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Haben Sie die Fragen vergessen? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Fragen! Fragen!) – Entschuldigung, ich bin ja noch bei den Detailfragen. Entschuldigung, wir haben da ja 41 Fragen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann wissen wir es eh schon!
Entsprechende Statistiken werden nicht geführt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann wissen wir es eh schon!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dort waren nicht nur Syrer untergebracht!
Abgeordnete Mag. Alev Korun (Grüne): Frau Präsidentin! Geschätzte Dame und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Verehrte Gäste auf der Galerie und vor den Bildschirmen! Die Bilder der letzten Monate von Menschen, von alten Menschen, von Frauen, von Kindern, die vor den Schlächtern der IS-Miliz um ihr Leben rennen, haben sehr, sehr viel Solidarität ausgelöst. Viele Menschen in Österreich schauen bei Flüchtlingsunterkünften vorbei, das war zum Beispiel der Fall, als ein paar Monate lang im dritten Bezirk mehrere hundert Syrien-Flüchtlinge untergebracht waren. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dort waren nicht nur Syrer untergebracht!) Die Bevölkerung bringt Kindergewand vorbei, Kleidung und andere Dinge, um den Flüchtlingen zu helfen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber das hat niemand gebraucht!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber das hat niemand gebraucht!
Abgeordnete Mag. Alev Korun (Grüne): Frau Präsidentin! Geschätzte Dame und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Verehrte Gäste auf der Galerie und vor den Bildschirmen! Die Bilder der letzten Monate von Menschen, von alten Menschen, von Frauen, von Kindern, die vor den Schlächtern der IS-Miliz um ihr Leben rennen, haben sehr, sehr viel Solidarität ausgelöst. Viele Menschen in Österreich schauen bei Flüchtlingsunterkünften vorbei, das war zum Beispiel der Fall, als ein paar Monate lang im dritten Bezirk mehrere hundert Syrien-Flüchtlinge untergebracht waren. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dort waren nicht nur Syrer untergebracht!) Die Bevölkerung bringt Kindergewand vorbei, Kleidung und andere Dinge, um den Flüchtlingen zu helfen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber das hat niemand gebraucht!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir kriegen nie Antworten!
lich mit sämtlichen anderen Sitzungen, die wir hier schon mit den gleichen Fragen hatten, austauschen, wie auch die Fragen, die Sie dort stellen: Wie viel Geld fließt dort hinein, wie (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir kriegen nie Antworten!) – Das stimmt ja nicht, die Antworten bekommen Sie in Anfragebeantwortungen, die sehr wohl schriftlich erfolgen, und Sie haben ja auch heute Antworten gehört. (Abg. Hübner: Viele Fragen werden nicht beantwortet! ! – Abg. Darmann: Viele Fragen wurden heute nicht beantwortet!) – Dass Sie mit den Antworten nicht immer einverstanden sind, das ist eine andere Geschichte – aber nicht auf dem Rücken der Ärmsten der Armen. (Beifall bei der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Walter Rosenkranz: Rechtsstaatlich zu 80 Prozent! Genau! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir treffen keine Vorentscheidung!
Da habe ich aber eine rechtsstaatliche Entscheidung und keine Vorabentscheidung (Abg. Walter Rosenkranz: Rechtsstaatlich zu 80 Prozent! Genau! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir treffen keine Vorentscheidung!), die Sie treffen, wenn Sie ein Boot sehen und zurückschicken. (Abg. Walter Rosenkranz: Welches Boot kommt nach Österreich? Der letzte Zugang zum Mittelmeer ist seit 1918 verloren! Auf der Donau ?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Mit dem Boot kommt niemand! Vielleicht haben Sie den Geschichtsunterricht verpasst! – Abg. Darmann: Mit dem Boot kommt niemand nach Österreich!
Sie können auch nicht sagen, ob ein Mensch, der jetzt zum Beispiel mit einem Boot kommt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Mit dem Boot kommt niemand! Vielleicht haben Sie den Geschichtsunterricht verpasst! – Abg. Darmann: Mit dem Boot kommt niemand nach Österreich!), ein Wirtschaftsflüchtling ist oder ob der- oder diejenige an Leib und Leben bedroht ist. Das möchte ich sehen, wie Sie das entscheiden! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Deimek: Kennen Sie Dublin, oder ist das zu schwierig zu lesen? – Abg. Walter Rosenkranz: Dublin! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dublin!
So ist die Lage. Das müssen auch Sie ganz einfach sagen. (Abg. Walter Rosenkranz: Wo sind die hergekommen auf der Südosttangente? Mit dem Flugzeug?) – Mit Schleppern, weil sie oft gar keine andere Variante haben! Das ist die dritte Ebene, die wir diskutieren müssen. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie wollen einerseits keine bundesrechtliche Regelung in Österreich. Sie sagen, Sie wollen die Dublin-Regelung und wollen nach ihr arbeiten – und fordern eine nationalstaatliche Lösung. (Abg. Deimek: Kennen Sie Dublin, oder ist das zu schwierig zu lesen? – Abg. Walter Rosenkranz: Dublin! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dublin!) Sie wollen keine europäische Lösung. Also da sind so viele Widersprüche enthalten! (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der hat noch ein Interview! – Abg. Brosz: Wo ist der Lopatka? Der ist nicht da!
Anders ist es beim Anfragesteller. Herr Klubobmann Strache von den Freiheitlichen war zwar da und hat sein Plädoyer abgegeben, hat sich dann aber wieder von der Sitzung entfernt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der hat noch ein Interview! – Abg. Brosz: Wo ist der Lopatka? Der ist nicht da!), es interessiert ihn offensichtlich nicht mehr (Abg. Brosz: Wo ist Klubobmann Lopatka? Lopatka ist nicht da! Das sollte man festhalten!) – Klubobmann Lopatka ist nicht der Anfragesteller! (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... Asylanten!
Konkret hat der Verteidigungsminister angeboten, die Kasernen Horn und Tamsweg in den nächsten Wochen zu schließen, um dort Flüchtlinge unterzubringen. Die Grundwehrdiener, die Heeresangehörigen von Tamsweg sollten künftig in Kärnten stationiert werden. Und dies, obwohl es eine Vereinbarung gibt, in der der Fortbestand dieser Kasernen jedenfalls bis 31. Dezember 2016 gesichert ist und über die weitere Nutzung bis dahin eine gemeinsame Lösung mit den Ländern zu suchen ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... Asylanten!) Die Länder wollen, dass diese Kasernen auch in Zukunft militärisch genutzt werden. (Abg. Walter Rosenkranz: Wer hat das unterschrieben?) Es gibt den Ministerratsvortrag vom 20. Jänner. Wir wollen, dass sie auch in der Zukunft militärisch genutzt werden.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ich habe mir die letzte verfügbare Statistik des Monats März angeschaut. Wer hat in Österreich im März Asyl beantragt? – Stärkste Gruppe: Syrer, mit 834 AntragstellerInnen. Der, dem ich hier jetzt etwas über Syrien und den Zustand dort erzählen muss, der tut mir leid. Dass in Syrien Übergriffe an der Tagesordnung sind, von Regierungsarmee, von Oppositionsarmeen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz), Mord, Vergewaltigung, Vertreibung, das sollte hier im Parlament bekannt sein. 30 Prozent der Asylanträge im März waren von Syrern. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Deimek: und nach Polen!
Es ist schlichtweg falsch, dass Wirtschaftsflüchtlinge für den Anstieg der Antragszahlen verantwortlich sind. Wir leben in einer Zeit, in der es in unterschiedlichsten Regionen Krisenherde gibt, und das führt zu größeren Flüchtlingsbewegungen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Deimek: und nach Polen!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Dritte Verwirrung: Es wird so getan, als sei die Hilfe für die Bootsflüchtlinge im Mittelmeer der Grund dafür, dass die Flüchtlingszahlen in Österreich ansteigen. Schauen wir uns an, wie viele Flüchtlinge aus Afrika Asylanträge gestellt haben: Die stärkste Gruppe sind Somalier mit gerade einmal 136 Anträgen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), das sind nicht einmal 5 Prozent. Schauen wir uns Somalia an: Das sind auch keine Wirtschaftsflüchtlinge – Failed State, Clankriege, der Staat existiert nicht, es gibt dort nicht einen Funken Sicherheit. Die zweitgrößte Gruppe sind Nigerianer mit
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt ja!
Drittes Argument der FPÖ: Österreich hat immer geholfen, wenn Flüchtlinge nach Österreich gekommen sind. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt ja!) Wir sind ja so gastfreundlich. – Ja, Österreich hat immer geholfen, aber das „Wir“ der FPÖ, dass Sie so gastfreundlich sind, das ist falsch. (Zwischenruf des Abg. Schieder.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Frau Innenministerin, ich möchte aber auch Sie nicht ganz auslassen, und es sind auch ein paar Worte zu Salzburg eingefordert worden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Mir ist ein Satz in Erinnerung, den Sie in der Debatte gesagt haben, als es um die Änderung des Fremdenrechtsgesetzes ging. Sie haben gesagt, die Flüchtlingsfrage werde zur Überlebensfrage für Europa.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Salzburger grüne Landesrätin, die innerhalb eines Jahres diese Plätze geschaffen und Anfang des Jahres die Quote erfüllt hat. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) – Sie wollten etwas zu Salzburg, Sie haben es bekommen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Die Salzburger Landesrätin ist ihrer Pflicht nachgekommen. Wer nicht seiner Pflicht nachkommt, ist diese Innenministerin, die für die Erstaufnahme zuständig ist. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Der Syrien-Krieg dauert schon fast fünf Jahre, also Überraschung ist etwas anderes! (Zwischenrufe der Abgeordneten Schönegger und Rädler.) Es ist relativ klar, dass es Flüchtlingsbewegungen gibt, wenn wo Krieg ist, und dass die Flüchtlingszahlen sich auch dementsprechend entwickeln. Das hätten Sie wissen können.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: 78 Prozent! Das haben Sie vergessen!
52 Prozent sind dafür, dass Flüchtlingen mehr legale Möglichkeiten gegeben werden sollten, um in die EU zu kommen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: 78 Prozent! Das haben Sie vergessen!) 78 Prozent – das sage ich auch, aber Sie sagen nur das; das ist der Unterschied zwischen uns – sind für die Errichtung von Asylzentren in Nordafrika.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Bildschirme sind schon abgeschaltet!
Abgeordnete Dipl.-Kffr. (FH) Elisabeth Pfurtscheller (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Zuschauer auf der Galerie und an den Bildschirmen! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Bildschirme sind schon abgeschaltet!) Sind schon abgeschaltet, okay, macht nichts.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Walter Rosenkranz: So geht es nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
zent der Asylanträge wurden 2014 positiv beschieden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Walter Rosenkranz: So geht es nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) 39 Prozent! – Danke.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt nicht!
Sie (in Richtung FPÖ) drängen Asylwerber auf den Straßenstrich, sie drängen sie in den Drogenschwarzhandel. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Natürlich, das ist Alltag. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt nicht!) Das ist Alltag, geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Geben wir ihnen doch die Chance, dass sie nach sechs Monaten ihr eigenes Geld verdienen können! Das ist eine Entlastung auch auf anderer Seite und das ist nichts anderes als Menschenwürde, würde ich behaupten.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das hatten wir gestern schon!
Ein weiteres Beispiel zur heimischen Bauwirtschaft, nämlich in der Steiermark. Da plakatieren Sie: Neue Wohnungen statt nur Moscheen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das hatten wir gestern schon!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Es gibt da noch ein Plakat: Mehr G’spür für die Steiermark. – Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, eines sage ich Ihnen: Ein gescheiter Mann aus der Steiermark hat schon gesagt, auf dieses „G’spür“ von Ihnen können wir getrost verzichten, ich formuliere es einmal so. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Walter Rosenkranz: War das zufällig ein steirischer Abgeordneter?
Ihre Haltung zu diesem Thema, nämlich die Gesellschaft auseinanderzudividieren und zu spalten, ist schlicht und einfach abzulehnen. Wie gesagt, auf Ihr „G’spür“ verzichten wir gut und gerne. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Walter Rosenkranz: War das zufällig ein steirischer Abgeordneter?)
Aha-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo sind denn jetzt die Kinder?!
Dort, wo Asylwerber beheimatet sind, haben die Quartiergeber wirklich große Verantwortung. Man muss auch bedenken, dass Asylwerber und Kriegsflüchtlinge in Bundesbetreuung – egal, aus welchem Land – auch gewisse Freizeitmöglichkeiten, Beschäftigungsmöglichkeiten brauchen, sie müssen ja auch irgendwo die Energie abbauen. In Wirklichkeit sind drei Viertel der Asylwerber eher jüngere Männer beziehungsweise Männer, und irgendwohin muss die Energie. (Aha-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo sind denn jetzt die Kinder?!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: MA 14!
Abgeordnete Nurten Yilmaz (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich habe mehr oder weniger eine Frage an Sie. Sie befürchten schon die Frage, oder wissen Sie es? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: MA 14!) – MA 14, ja. Sie sind Wienerin, ich helfe Ihnen! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die MA 15 ist es!) Sie haben gesagt, die MA 14 ist für (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, ich weiß, es ist die 15!) Nicht „ich weiß“! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die MA 15 ist zuständig!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die MA 15 ist es!
Abgeordnete Nurten Yilmaz (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich habe mehr oder weniger eine Frage an Sie. Sie befürchten schon die Frage, oder wissen Sie es? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: MA 14!) – MA 14, ja. Sie sind Wienerin, ich helfe Ihnen! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die MA 15 ist es!) Sie haben gesagt, die MA 14 ist für (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, ich weiß, es ist die 15!) Nicht „ich weiß“! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die MA 15 ist zuständig!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, ich weiß, es ist die 15!
Abgeordnete Nurten Yilmaz (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich habe mehr oder weniger eine Frage an Sie. Sie befürchten schon die Frage, oder wissen Sie es? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: MA 14!) – MA 14, ja. Sie sind Wienerin, ich helfe Ihnen! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die MA 15 ist es!) Sie haben gesagt, die MA 14 ist für (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, ich weiß, es ist die 15!) Nicht „ich weiß“! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die MA 15 ist zuständig!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die MA 15 ist zuständig!
Abgeordnete Nurten Yilmaz (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich habe mehr oder weniger eine Frage an Sie. Sie befürchten schon die Frage, oder wissen Sie es? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: MA 14!) – MA 14, ja. Sie sind Wienerin, ich helfe Ihnen! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die MA 15 ist es!) Sie haben gesagt, die MA 14 ist für (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, ich weiß, es ist die 15!) Nicht „ich weiß“! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die MA 15 ist zuständig!)
Sitzung Nr. 77
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo sind wir eigentlich?
Bundesminister für Finanzen Dr. Johann Georg Schelling: Frau Präsidentin! Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Klubobmann Strolz, ich kenne dich jetzt schon sehr lange, aber dass du sozusagen psychisch unter Verfolgungswahn leidest, kann nur damit begründet werden (Abg. Strache: So ist das nicht! – Abg. Kickl: Das geht aber nicht!), dass offensichtlich bewusst und gezielt Informationen verbreitet werden (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo sind wir eigentlich?), die nicht der Realität entsprechen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hat das jemand gesagt? – Zwischenruf des Abg. Loacker.
Was den Generalverdacht anbelangt, so scheint mir das doch so zu sein, dass dieses Argument vordergründig gebracht wird, so ähnlich, als würde man argumentieren: Wenn wir ein Auto fahren, sind wir verpflichtet, ein Autokennzeichen zu haben. Dafür gibt es ein Register, in dem man sich in jeder Bezirksverwaltungsbehörde anschauen kann, wer der Fahrzeughalter ist. Und wir sagen nun, dies sei ein Generalverdacht dafür, dass jeder, der ein Autokennzeichen hat, automatisch ein Verkehrssünder ist. Wenn Ihre Lösung darin besteht, dass wir die Autokennzeichen abschaffen und den Polizisten die Radarpistolen wegnehmen, dann werden wir nicht wirklich weiterkommen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hat das jemand gesagt? – Zwischenruf des Abg. Loacker.)
Sitzung Nr. 79
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir brauchen kein Asylverfahren! – Abg. Darmann: Geh bitte, das ist aber Ihre Verantwortung!
Wenn Kollegin Belakowitsch-Jenewein sagt, 70 Prozent aller Menschen sind Wirtschaftsflüchtlinge, dann möchte ich Sie schon fragen, Frau Kollegin: Wie wollen Sie das herausfiltern, ohne dass Sie den Menschen ein ordentliches Asylverfahren zukommen lassen? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir brauchen kein Asylverfahren! – Abg. Darmann: Geh bitte, das ist aber Ihre Verantwortung!) – Ich glaube, das ist unsere
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Entschuldigung, das sind ja nicht meine Zahlen! Das sind die offiziellen Zahlen!
Aufgabe, Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Entschuldigung, das sind ja nicht meine Zahlen! Das sind die offiziellen Zahlen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie müssen zuhören!
Ja, es stimmt, wir müssen gegen Schlepper ankommen, das ist überhaupt keine Frage, aber ich bin überzeugt davon, man darf Menschen, die Schutz suchen, nicht kriminalisieren (Abg. Darmann: Man darf die Europäische Union mit Fehlern nicht unterstützen, das ist ein Wahnsinn!), und das wird immer auch in Ihren Debatten, Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ, wirklich gemacht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie müssen zuhören!) – Ich höre Ihnen wirklich zu, und es tut mir manchmal weh, was Sie sagen, Frau Kollegin, auch Ihre heutigen Ausführungen war wirklich grenzwertig! (Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ja, es stimmt, wir müssen gegen Schlepper ankommen, das ist überhaupt keine Frage, aber ich bin überzeugt davon, man darf Menschen, die Schutz suchen, nicht kriminalisieren (Abg. Darmann: Man darf die Europäische Union mit Fehlern nicht unterstützen, das ist ein Wahnsinn!), und das wird immer auch in Ihren Debatten, Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ, wirklich gemacht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie müssen zuhören!) – Ich höre Ihnen wirklich zu, und es tut mir manchmal weh, was Sie sagen, Frau Kollegin, auch Ihre heutigen Ausführungen war wirklich grenzwertig! (Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist aber kein gutes Zeichen, dass Sie sich das nicht merken!
Vielleicht ist bereits der Titel dieser Aktuellen Stunde Ausdruck der Hilflosigkeit, wenn man nämlich schreibt: Arbeitslose, nicht funktionierendes Sozialsystem – ich habe es mir gar nicht gemerkt –, Flüchtlinge und Wirtschaftsflüchtlinge. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist aber kein gutes Zeichen, dass Sie sich das nicht merken!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt nicht! So hat sie es nicht gesagt!
Wenn wir schon den Bogen zum Arbeitsmarkt spannen wollen und wenn wir der Meinung sind – wie das Katharina Wiesflecker in Vorarlberg behauptet –, dass die Asylwerber, wenn sie einen Asylstatus haben, ein Problem für die Mindestsicherung werden, dann muss man sich fragen, warum das überhaupt so ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt nicht! So hat sie es nicht gesagt!) Wenn sie dazu gezwungen werden, nicht zu arbeiten (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na dann dürfen’s ja arbeiten!), wenn sie keine Deutschkurse bekommen, weil wir diese Ressource nicht zur Verfügung stellen, ist es logisch, dass sie, wenn sie dann einmal das Recht haben, zu bleiben, aufgrund der langen Arbeitslosigkeit nicht arbeiten können, denn wenn jemand zu lange vom Arbeitsmarkt weg war, findet er viel schwerer wieder hinein.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na dann dürfen’s ja arbeiten!
Wenn wir schon den Bogen zum Arbeitsmarkt spannen wollen und wenn wir der Meinung sind – wie das Katharina Wiesflecker in Vorarlberg behauptet –, dass die Asylwerber, wenn sie einen Asylstatus haben, ein Problem für die Mindestsicherung werden, dann muss man sich fragen, warum das überhaupt so ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt nicht! So hat sie es nicht gesagt!) Wenn sie dazu gezwungen werden, nicht zu arbeiten (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na dann dürfen’s ja arbeiten!), wenn sie keine Deutschkurse bekommen, weil wir diese Ressource nicht zur Verfügung stellen, ist es logisch, dass sie, wenn sie dann einmal das Recht haben, zu bleiben, aufgrund der langen Arbeitslosigkeit nicht arbeiten können, denn wenn jemand zu lange vom Arbeitsmarkt weg war, findet er viel schwerer wieder hinein.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Machen wir auf für alle!
Österreich hat die Verpflichtung, den Arbeitsmarkt für Asylwerber zu öffnen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Machen wir auf für alle!) und eine diesbezügliche EU-Richtlinie umzusetzen, der Sie, Frau Ministerin, selbst im Rat zugestimmt haben. Bis 20. Juli haben wir dafür noch Zeit. Wir laufen Gefahr, in ein Vertragsverletzungsverfahren zu kommen. Das dürfen Sie uns dann erklären, warum Sie eine Richtlinie nicht umsetzen, die Sie selbst beschlossen haben.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist aber nicht weit!
Um konkrete Beispiele zu nennen: Ich kenne Leute, die tagtäglich von Krakau, das ist ganz am Ende der Welt, nach Weiz pendeln, von Schöder nach Tamsweg hinauf (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist aber nicht weit!) oder von Predlitz nach Leoben. Die Kosten für diese Pendlerei werden ihnen vom Staat nicht voll ersetzt. Das heißt, sie zahlen noch dafür, das verringert ihr Haushaltsgeld, und sie lassen sehr, sehr viel Lebenszeit dort auf der Straße. Aber der Einzige, der davon wirklich profitiert, das ist der
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt nur halb, Sie haben ja für die Asylwerber schon geöffnet!
Schauen Sie, Asylwerber auf dem österreichischen Arbeitsmarkt gibt es nicht, Asylberechtigte gibt es. Und genau das ist der Punkt, wo sich unsere Politik unterscheidet: Wir versuchen, ein sehr, sehr komplexes System gemeinsam in Europa zu lösen, so schwierig es auch ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt nur halb, Sie haben ja für die Asylwerber schon geöffnet!) Für Sie ist die Antwort: Auf dem Mittelmeer retour! – Das ist nicht unsere Antwort. (Abg. Hübner: Aber Ihre Aussage war falsch!)
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Sie ist nicht falsch (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), denn Sie wissen ganz genau, welch komplexer Weg das ist, bis man in Österreich Asylberechtigter wird. (Abg. Hübner: Entweder kommt man dann nach oder nicht!) Das wissen Sie. – So, das ist Punkt eins.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Beim letzten Mal haben Sie noch gesagt, Sie prüfen!
Punkt zwei: Es wird in absehbarer Zeit keine Öffnung für Asylwerber geben. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.) Das wissen Sie, das habe ich schon gesagt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Beim letzten Mal haben Sie noch gesagt, Sie prüfen!) – Sie müssen nur zuhören! Sie müssen zuhören, Frau Belakowitsch-Jenewein! Ich habe diese Aussage schon im ORF getätigt, und, und, und. Das ist alles nichts Neues.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das sind ja Ihre eigenen Aussagen!
Und weil Sie sich hierher stellen und sagen, dass das Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz zahnlos ist: Ich würde Sie bitten und einladen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das sind ja Ihre eigenen Aussagen!) – Nein, es geht nicht um meine Aussagen. Ich zitiere die Freiheitliche Partei Burgenland (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja Ihr Koalitionspartner!): das strengste Gesetz Europas. Das strengste Gesetz Europas! Das ist die Aussage der Freiheitlichen Partei Burgenland. Für den Fall, dass die auch nicht mehr zu Ihnen gehören, dann sagen Sie es. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Ruf: Die sind schon bei der SPÖ!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja Ihr Koalitionspartner!
Und weil Sie sich hierher stellen und sagen, dass das Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz zahnlos ist: Ich würde Sie bitten und einladen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das sind ja Ihre eigenen Aussagen!) – Nein, es geht nicht um meine Aussagen. Ich zitiere die Freiheitliche Partei Burgenland (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja Ihr Koalitionspartner!): das strengste Gesetz Europas. Das strengste Gesetz Europas! Das ist die Aussage der Freiheitlichen Partei Burgenland. Für den Fall, dass die auch nicht mehr zu Ihnen gehören, dann sagen Sie es. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Ruf: Die sind schon bei der SPÖ!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das wissen wir eh!
Es sollte Ihnen auch zu denken geben – und das ist der Auftrag an uns alle –, dass es immer drei Branchen sind; es sind immer drei Branchen, so leid mir das tut. Ich habe das alles nicht gern, ich würde am liebsten niemanden strafen, das wäre mir am liebsten (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das wissen wir eh!), aber das geht leider nicht, weil wir immer im Baubereich, in der Gastronomie und in der Landwirtschaft dieses Problem haben.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Woher wissen Sie, was uns in den Kram passt? Ihre Politik passt uns nicht in den Kram! – Abg. Hübner: Lohndumping kann man nur machen, wenn es ein Überangebot gibt!
er etwas Falsches! Das unterscheidet uns !), die österreichischen Auftraggeber mit ins Boot zu bringen, damit sie solche Aufträge gar nicht mehr erteilen. Und das ist das, was Ihnen nicht in den Kram passt, aber das ist die Ursache des Übels. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Woher wissen Sie, was uns in den Kram passt? Ihre Politik passt uns nicht in den Kram! – Abg. Hübner: Lohndumping kann man nur machen, wenn es ein Überangebot gibt!) – Nein, eben nicht. Sehen Sie, genau das ist das Thema.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Den verteidigt ja keiner!
Denken Sie doch einmal darüber nach! Verteidigen Sie doch nicht den österreichischen Auftraggeber mit Überangebot. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Den verteidigt ja keiner!) – Das tun Sie gerade! Sie mit Ihren Ausführungen, aber dieses Überangebot habe ich in vielen anderen Branchen genauso. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer sagt denn, dass das nur österreichische sind? Sie erzählen irgendetwas!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer sagt denn, dass das nur österreichische sind? Sie erzählen irgendetwas!
Denken Sie doch einmal darüber nach! Verteidigen Sie doch nicht den österreichischen Auftraggeber mit Überangebot. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Den verteidigt ja keiner!) – Das tun Sie gerade! Sie mit Ihren Ausführungen, aber dieses Überangebot habe ich in vielen anderen Branchen genauso. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer sagt denn, dass das nur österreichische sind? Sie erzählen irgendetwas!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weniger als gestern, das wissen wir!
Ich möchte aber nun zum Thema Arbeitszeit ein paar Dinge sagen. Weil Sie, Frau Abgeordnete, zuerst auch die aktuellen Zahlen angesprochen haben: Zur Stunde sind 320 000 Menschen arbeitslos und 64 000 in Schulung. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weniger als gestern, das wissen wir!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie sind gar nicht perfekt!
Und damit Sie es noch einmal hören: 15 Prozent jener, die in der Statistik angeführt werden, kriegen keine Leistung von uns – damit das auch klar ist –, weil wir eine Statistik haben, in die auch der Arbeitsuchende bereits aufgenommen wird; wir sind ja so perfekt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie sind gar nicht perfekt!), dass wir auch den Arbeitsuchenden sofort aufnehmen und dadurch riskieren, dass unsere Statistik um einiges höher ist als die Zahl jener, die effektiv eine Leistung beziehen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber Sie kündigen seit vier Jahren den Überstunden-Euro an!
Natürlich sind 15 Prozent immer noch viel, aber selbst dort, wo man ein Gesetz gebraucht hat, gibt es noch immer einen Niedriglohnsektor von 24 Prozent. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber Sie kündigen seit vier Jahren den Überstunden-Euro an!) Das sollte Ihnen auch einmal zu denken geben, nämlich dass die von Ihnen geforderte gesetzliche Lösung nicht der Weisheit letzter Schluss ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Eh! Da ist gar nichts in Ordnung!
Abgeordneter Peter Wurm (FPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Werte Zuseher hier im Haus und zu Hause vor den Fernsehgeräten! Herr Minister Hundstorfer, ich muss Sie leider korrigieren, ich habe da einen Bescheid von der MA 40 aus Wien, wo die Mindestsicherung auf zwei Jahre zugesichert wurde, zusätzlich sogar mit 13. und 14. (Bundesminister Hundstorfer: Für Kinder!) Den habe ich da, Herr R., kann ich Ihnen danach vielleicht zeigen. Ich wollte nur klarstellen: Auch in Wien ist die Welt nicht immer in Ordnung! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Eh! Da ist gar nichts in Ordnung!) – Ja, oder nichts ist in Ordnung.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ich habe es in der Früh schon gesagt: Was Sie machen, was Minister Kurz macht, ist, irgendetwas ganz schnell rauszuschießen, ohne sich der Konsequenzen bewusst zu sein. Wenn ich jetzt auf den Antrag zurückgehe: Was heißt Mindestsicherung nach Herkunftsprinzip? Ja, was heißt das? Erklären Sie es! Wir haben es Ihnen im Ausschuss schon öfters gesagt. Das heißt, dass vielleicht Menschen aus Rumänien hier weniger bekommen (Abg. Peter Wurm: Ja!), das heißt aber auch, dass Menschen aus Deutschland, die bei uns arbeiten, Menschen aus der Schweiz, Menschen aus Liechtenstein, die hier arbeiten, viel, viel mehr bekommen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Und, ist das gerecht? – Nein, denn alle leben hier mit den gleichen Lebenskosten, mit den gleichen Ausgaben für Lebensmittel, für die Wohnung, für alles, was sie haben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Rechnung geht sich aus! Es wird billiger!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Rechnung geht sich aus! Es wird billiger!
Ich habe es in der Früh schon gesagt: Was Sie machen, was Minister Kurz macht, ist, irgendetwas ganz schnell rauszuschießen, ohne sich der Konsequenzen bewusst zu sein. Wenn ich jetzt auf den Antrag zurückgehe: Was heißt Mindestsicherung nach Herkunftsprinzip? Ja, was heißt das? Erklären Sie es! Wir haben es Ihnen im Ausschuss schon öfters gesagt. Das heißt, dass vielleicht Menschen aus Rumänien hier weniger bekommen (Abg. Peter Wurm: Ja!), das heißt aber auch, dass Menschen aus Deutschland, die bei uns arbeiten, Menschen aus der Schweiz, Menschen aus Liechtenstein, die hier arbeiten, viel, viel mehr bekommen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Und, ist das gerecht? – Nein, denn alle leben hier mit den gleichen Lebenskosten, mit den gleichen Ausgaben für Lebensmittel, für die Wohnung, für alles, was sie haben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Rechnung geht sich aus! Es wird billiger!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sind Sie? Wenn Sie müde sind, gehen Sie schlafen, bitte!
Und außerdem ist es verfassungswidrig, weil es dem Gleichheitsgrundsatz widerspricht, das scheint Ihnen einfach wurscht zu sein. Ihnen ist ein Gleichheitsgrundsatz, der in der Verfassung verankert ist, einfach egal. (Zwischenrufe bei FPÖ und ÖVP.) Und Sie bringen immer wieder die gleichen Gerüchte, die gleichen Missbrauchsargumente und so weiter. Ich bin es wirklich leid, ehrlich müde. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sind Sie? Wenn Sie müde sind, gehen Sie schlafen, bitte!) Ich würde lieber darüber diskutieren, wie wir dieses soziale Netz so schaffen, dass Menschen, denen es in diesem Land nicht gut geht, Unterstützung bekommen, dass sie aber gleichzeitig möglichst schnell wieder rauskommen und Zugang zum Arbeitsmarkt finden.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Staatenlosen in der EU! Genau!
Und damit wir auch ein bisschen Dynamik hineinbringen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Staatenlosen in der EU! Genau!) Es gibt Staatenlose, ja. Fragen Sie die Bezirksverwaltungsbehörde, die das so registriert hat! Fragen Sie doch die Menschen, die dort arbeiten, warum es zu solchen Personen kommt! Dann werden Sie sehen, dass die dort Beschäftigten sich das nicht einfach machen, dass die das sehr genau prüfen. Und dann werden Sie erfahren, warum die Staatenlosen zu so einer Einstufung kommen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ich hätte noch eine Bitte zur Objektivität: Auch wenn es einigen nicht gefällt, aber reden wir nicht von einem Überstunden-Euro, ohne die Absenkung des Krankenversicherungsbeitrages zu erwähnen, denn das ist die Entlastung. (Beifall bei der SPÖ.) Ich tue nämlich nichts anderes, als 200 Millionen € zu verschieben. Ich belaste nicht mehr, sondern verschiebe mit dieser Idee nur 200 Millionen €. Das ist der Unterschied, und das möchte ich dazusagen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Das sollten wir uns zum Vorbild nehmen: Wo sich in der Politik zwei Partner gefunden haben, nicht nur an die Partei zu denken, sondern an die Interessen der Menschen dieses Landes, an die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Erste-Hilfe-Kurse, nicht Reanimationskurse! Das ist ja unverschämt!
gegriffen und gesagt, dass er Erste-Hilfe-Kurse für alle in der dritten Klasse Volksschule verpflichtend einführen wird mit heurigem Jahr (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Erste-Hilfe-Kurse, nicht Reanimationskurse! Das ist ja unverschämt!) – heuer eingeführt von Herrn Bürgermeister Michael Häupl.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Erste Hilfe, nicht Reanimation, da ist schon ein Unterschied!
Liebe Kollegen von der sozialistischen Fraktion, ich würde einmal nachschauen, was die Wiener so machen, vielleicht kann man da etwas lernen für die Erste Hilfe – das wäre nicht so schlecht. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das gilt auch für Grün. Also bitte, die Kraft bei Kindern ist offenbar vorhanden. Volksschüler in der dritten Klasse sind noch nicht zwölf, sondern meistens erst neun Jahre alt, und denen wird das zugemutet. Ich habe sogar ein Foto, wo der Herr Bürgermeister diese Schulung bereits demonstriert. (Der Redner hält ein ausgedrucktes Foto in die Höhe.) Ich halte das für gut. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Erste Hilfe, nicht Reanimation, da ist schon ein Unterschied!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, Erste Hilfe!
Wenn die Sozialdemokraten als Koalitionspartner nicht mitgehen wollen, dann können sie ja Erste-Hilfe-Nachhilfe bei Bürgermeister Häupl nehmen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, Erste Hilfe!), der macht das in Wien bei den Volksschülern, wie gesagt.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist aber nicht Erste Hilfe !
Meine Damen und Herren, ein letzter Satz: Es geht nicht nur darum, menschliche Tragödien zu verhindern, sondern es geht auch darum, volkswirtschaftlichen Schaden von der Republik abzuwehren. Es gibt Studien, die besagen, dass in Österreich der plötzliche Herztod 700 Millionen € Kosten verursacht. Auch da wäre einiges zu tun. Ich danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist aber nicht Erste Hilfe !)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aus gutem Grund!
Die Richtung, was die Luxuspensionen betrifft, haben Sie nicht unterstützt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aus gutem Grund!), daran möchte ich nur noch einmal erinnern; es war aber ein notwendiger Schritt, und es war für uns der einzige Grund, da lange und ausgiebig mitzuverhandeln und uns auch hineinzureklamieren. (Beifall bei den Grünen.) Insofern vermisse ich das dann, und die Schnellschüsse, die dann herauskommen, kann ich nur halb ernst nehmen, aber wie gesagt: weil wir auch in Richtung einheitliches Pensionssystem gehen wollen, unterstützen wir es trotzdem.
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die können es nicht vererben, so schaut es aus!
Es ist nicht fair, wenn jemand vier Jahre Minister war und ungeachtet dessen, was er vorher gemacht hat, ungeachtet dessen, wie viel er vorher eingezahlt hat, 80 Prozent des Letztbezuges bekommt und das auch noch an seine Nachkommen beziehungsweise an seine Frau vererben kann. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die können es nicht vererben, so schaut es aus!)
Sitzung Nr. 85
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Neubauer.
Dabei geht es in erster Linie – das sollte man schon auch berücksichtigen – um den Schutz besonders gefährdeter Zielgruppen wie Kinder, Jugendliche und auch chronisch kranke Menschen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Neubauer.) Wir als Gesundheitspolitiker können doch nicht tatenlos zuschauen, wenn Stunde für Stunde ein Mensch in Österreich an Folgen des Rauchens stirbt. Und wir können nicht zuschauen, wenn jede achte Stunde ein Mensch in Österreich an Folgen des Passivrauchens stirbt. (Abg. Neubauer: Als Nächstes schaffen wir den Schweinsbraten ab!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Es geht dann so weit, dass das Problem verlagert wird. Die Leute hören ja deshalb nicht auf, zu rauchen, sondern wir verlagern das Problem, wir verlagern es nach außen. (Ruf bei der FPÖ: Ja, genau!) Wie wird sich der Anrainer freuen, der vielleicht im Stockwerk darüber wohnt, sein Fenster offen hat und dann ständig mit dem Rauch konfrontiert wird?! Das ist aus unserer Sicht der absolut falsche Weg. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
in Richtung der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Ich finde, die Angehörigen, die Kinder, die Eltern dieser Kranken haben ganz anderes verdient, nämlich vor allem auch eine gewisse Wertschätzung, dass Sie in diesen Tagen und Stunden, wo Menschen erkranken, auch an die Angehörigen denken. (Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Hafenecker.) Das bedeutet eine Herausforderung für die ganze Familie. Das ist ein irrsinniger Druck. Sie als Ärztin (in Richtung der Abg. Belakowitsch-Jenewein) wissen das vielleicht auch.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Das ist auch der Grund, warum Sie ein probates Mittel zur Raucherentwöhnung, nämlich die E-Zigarette, die E-Dampfgeräte, torpedieren, wo Sie nur können, denn da gibt es keine Tabaksteuer, daran können Sie nichts verdienen. Aber mit den E-Dampfgeräten wären die Leute in der Lage, sich das Rauchen abzugewöhnen, und zwar erfolgreich. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt!
Zum Thema Freiheitliche Partei: Ich weiß, dass die Meinungen dazu auch bei euch quer durch die Bank gehen, und es wurde von einem Vorredner von der Freiheitlichen Partei gesagt, ihr seid gegen Bevormundung (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt!), ihr seid für Wahlfreiheit und gegen jede Art der Einschränkung. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt!) – Dort, wo die Freiheitliche Partei in der Opposition ist, wissen wir, was geredet wird, und dort, wo sie an der Macht ist, wissen wir inzwischen alle, wie gehandelt wird. (Abg. Deimek: Oberösterreich, oder was meinst du?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt!
Zum Thema Freiheitliche Partei: Ich weiß, dass die Meinungen dazu auch bei euch quer durch die Bank gehen, und es wurde von einem Vorredner von der Freiheitlichen Partei gesagt, ihr seid gegen Bevormundung (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt!), ihr seid für Wahlfreiheit und gegen jede Art der Einschränkung. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt!) – Dort, wo die Freiheitliche Partei in der Opposition ist, wissen wir, was geredet wird, und dort, wo sie an der Macht ist, wissen wir inzwischen alle, wie gehandelt wird. (Abg. Deimek: Oberösterreich, oder was meinst du?)
Der Redner hält ein Foto in Richtung ÖVP. – Abg. Fekter – auf die Reihen der SPÖ weisend –: Dort ist die SPÖ! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das kann niemand erkennen! – Der Redner hält das Foto in Richtung SPÖ.
Auf der anderen Seite sagen Sie immer, dass die Gastronomie das Problem hat, dass ihnen die Kunden wegbleiben. – Also das ist schon ein logischer Widerspruch in sich, den ich vielleicht aufklären kann: Die Nichtraucher gehen halt ein bisschen weniger oft in die Lokale als die Raucher, und darum hat die Gastronomie österreichweit mit diesem Gesetz auch ein Problem. – Das zur Aufklärung, aber jetzt komme ich zum Hauptteil. Wo ist die Kamera? Das muss ich kurz hinhalten, damit man auch diese – ja, Verlogenheit darf ich nicht sagen – Unehrlichkeit der SPÖ Wien sieht. Frau Minister Oberhauser ist ja relativ prominent in der SPÖ Wien vertreten. (Der Redner hält ein Foto in Richtung ÖVP. – Abg. Fekter – auf die Reihen der SPÖ weisend –: Dort ist die SPÖ! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das kann niemand erkennen! – Der Redner hält das Foto in Richtung SPÖ.) – Da, noch einmal, SPÖ Wien – ja, ganz so sicher bin ich mir da nicht –, Donauinselfest, einige Wochen her. Da hat die SPÖ Wien über 100 000 € für ihre Parteikassa aus dem Verkauf von Tabakwaren lukriert. So ernst nehmen Sie es in der Realität dann mit dem Gesundheitsschutz! (Oh-Rufe und Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Zu den Zahnspangen möchte ich sagen: ein sinnvolles Projekt, das wir uns im Regierungsprogramm vorgenommen haben; Frau Abgeordnete Schittenhelm wird es noch näher ausführen. An dem Gebiss soll man nicht erkennen, ob sich jemand etwas leisten kann oder nicht! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Steinbichler: Sie sind nicht in einer Regierungspartei?!
Wenn wir uns da ewig herumstreiten, ob eine Hausapotheke sein darf oder nicht, darf es uns nicht wundern, dass es in Wildschönau dann eine Apotheke gibt, aber die Ärzte fort sind. In diesem Sinne haben wir da, glaube ich, auch einen Bedarf, ein bisschen darüber nachzudenken, was wir älteren Menschen und chronisch Kranken zumuten. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Steinbichler: Sie sind nicht in einer Regierungspartei?!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Reden Sie ein bisschen langsamer! Man versteht Sie nicht!
Ja, es gibt hier eine Qualitätssicherung. Es gibt ein sehr hohes Ausbildungsniveau. Es ist auch die Ergebnisqualität vorgeschrieben: 70 Prozent vom Idealzustand 100 Prozent sollen erreicht werden, und das wird auch bewertet. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Reden Sie ein bisschen langsamer! Man versteht Sie nicht!) Es muss auch in der Befundung eine Verbesserung aufscheinen. Das sind sozusagen auch Kriterien, die vorgeschrieben sind.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Unglaublich! Ein Skandal!
gert diesen 230 000 Pensionisten selbst 25 Millionen €! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Unglaublich! Ein Skandal!)
Abg. Neubauer: Da sind Sie dafür?! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und da sind Sie dafür?!
Sie wissen ganz genau, dass die Teilpension für jene Menschen zugänglich wird – der Wermutstropfen, da gebe ich Ihnen recht, ist, dass sie nur für Männer zugänglich ist (Abg. Neubauer: Da sind Sie dafür?! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und da sind Sie dafür?!) –, die das Alter für die Korridorpension erreicht haben. Dann kann man in Teilpension gehen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Zuerst musst einmal Jahre warten, bis du das richtige hast!
Ich möchte aber schon auch – weil es immer angesprochen wird – in Erinnerung rufen, dass die Bundesregierung in den letzten Jahren eine Reihe von Maßnahmen gesetzt hat, um Menschen länger im Job zu halten. Ich erinnere nur daran, dass man jetzt mit dem neuen Pensionskonto immer auch einen wirklich aktuellen Einblick in Bezug auf die eigene Pensionshöhe hat (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Zuerst musst einmal Jahre warten, bis du das richtige hast!) und das vielleicht die Menschen doch animiert, länger im Job zu bleiben. Das ist eine Maßnahme.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie gestern den „Report“ gesehen?
Eine zweite Maßnahme ist, dass wir die Invaliditätspension Neu aufgestellt haben, dass die Rehabilitation vor der Pension steht. Auch das halte ich für wichtig (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie gestern den „Report“ gesehen?), weil ich wirklich nicht glaube, Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein, dass man im Alter von 50 Jahren, wie es Kollege Neubauer zu suggerieren versucht, schon immer nur an die Pension denkt.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dietrich. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist kein Zwiegespräch!
Abgeordnete Mag. Birgit Schatz (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Frau Abgeordnete Klubobfrau Dietrich! Ich wollte eigentlich anders beginnen, aber da Sie das immer und immer wiederholen, wollte ich Sie einfach fragen, ob Sie Gesetzesbruch an sich tolerieren. Tun Sie das? (Abg. Dietrich schüttelt den Kopf.) – Aber an sich: Finden Sie Gesetzesbruch okay? (Abg. Dietrich: Nein, das finde ich nicht okay! – Ruf bei der FPÖ: Was ist denn das für eine Frage?!) – Das finden Sie nicht okay. Wenn jemand systematisch Gesetze bricht, würden Sie sagen, er ist dann kriminell? (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dietrich. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist kein Zwiegespräch!) – Okay, das wollte ich nur geklärt haben. – Danke. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da hat es keine FPÖ in der Regierung mehr gegeben!
Ich möchte auch sehr gerne zu dieser sektoralen Öffnung des Arbeitsmarktes für die Oststaaten kommen, weil das natürlich von den Freiheitlichen immer wieder vorgetragen wird. Darf ich Sie auf eine kleine Zeitreise einladen? Als Sie aus der Regierung ausgeschieden sind, hatten wir aus Bulgarien und Rumänien 14 000 Menschen legal hier beschäftigt. Das war 2006. Damals waren Sie am Anfang des Jahres noch in der Regierung, und dann war es aus. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da hat es keine FPÖ in der Regierung mehr gegeben!) – Leugnen Sie nicht immer Ihre Geschichte, stehen Sie doch dazu! (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie sind ein Teil der Geschichte dieses Landes, ob Sie wollen oder nicht. Als die Regierung gestartet wurde, waren Sie demzufolge in der Regierung. Sie haben die EU-Verträge mitverhandelt, der Herr Haupt hat für die EU-Verträge gestimmt, und so weiter. Sie kennen das Spiel, und nehmen Sie zur Kenntnis, dass der Herr Haupt heute immer noch Ihrer und keiner anderen Gesinnungsgemeinschaft angehört!
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Noch einmal zum Arbeitsmarkt, Frau Abgeordnete Belakowitsch-Jenewein: Wir haben in Österreich einen Arbeitsmarkt, der sich zur Stunde durch zwei Dinge auszeichnet. Wir haben auf der einen Seite den höchsten Beschäftigungsstand, seit es dieses Land gibt. Das können Sie drehen und wenden, wie Sie wollen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) – Es ist so, es waren noch nie so viele Menschen beschäftigt. Das ist der eine Punkt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nach Bulgarien!
Wir müssen nur eines zur Kenntnis nehmen: In diesem gemeinsamen Europa gibt es Menschen, die das wirklich in Anspruch nehmen. Es gibt Entsendungen in alle Himmelsrichtungen, denn was Sie auch nie dazusagen, ist die Zahl der österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die dorthin entsendet wurden, wo sie derzeit arbeiten. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nach Bulgarien!) – Auch in Bulgarien, ja! Auch dort gibt es entsendete österreichische Arbeitnehmer, weil es auch dort ein paar Firmen gibt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ein paar, eh!
Es gibt auch ein paar nach Rumänien Entsendete. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ein paar, eh!) – Natürlich in einer anderen Relation, das ist ja nicht das Thema. Unser Thema ist eher der Westen, so wie tagtäglich 10 000 Menschen in die Schweiz und nach Liechtenstein pendeln und in Vorarlberg ihren Wohnsitz haben. Das sind tagtäglich 10 000. Und in diesem gemeinsamen Europa gibt es natürlich Probleme, das ist gar keine Frage. Es gibt auch Probleme, weil wir in Relation zur Bevölkerung eine höhere Zuwanderung als Deutschland haben.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... Sie haben das nicht verstanden!
Eines muss uns nämlich auch zu denken geben: Dass hinter vielem, was wir hier kritisieren – Menschen, die für 4 €, für 3 € Stundenlohn arbeiten müssen –, Auftraggeber stehen, die allesamt Österreicher sind. Das sollte Ihnen zu denken geben, das sollte Ihr Hauptangriffspunkt sein! Nicht der rumänische Bauarbeiter, der vielleicht bereit ist, für 6 € zu arbeiten, sondern es sollte Ihnen ganz einfach zu denken geben, dass es in diesem Land Auftraggeber gibt, die bereit sind, so etwas anzubieten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... Sie haben das nicht verstanden!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: O ja, das ist schon in den Griff zu bekommen!
Wenn wir über Scheinfirmen reden und hier gesagt wird, das sei nicht in den Griff zu bekommen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: O ja, das ist schon in den Griff zu bekommen!), dann muss ich an Folgendes erinnern: Wer hat denn in Regierungsverantwortung die Gewerbenovelle so aufgeweicht, dass jeder x-Beliebige, der irgendwo daherkommt, eine Möglichkeit hat, Unternehmer zu sein, dass ein Maßband und ein Bleistift genügen, um in diesem Land selbständig zu sein? – Verursacht wurde das durch die Regierungsbeteiligung der FPÖ, anno dazumal mit der Gewerbenovelle und mit der Novellierung des Gewerberechts. Und jetzt ist es wichtig, dem entgegenzusteuern. Wir versuchen jetzt, das wieder in Ordnung zu bringen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Man merkt, in Oberösterreich ist Wahlkampf!
Es geht aber auch um die Ausweispflicht, die ja jetzt schon in diesem Zusammenhang besteht (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Man merkt, in Oberösterreich ist Wahlkampf!), nämlich dass der Arzt, wenn er den Patienten nicht kennt, auch kontrolliert, ob es sich um die entsprechende Person handelt. Das ist uns ein wichtiges Anliegen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Seit wann?), und darauf wollen wir den Fokus legen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Seit wann?
Es geht aber auch um die Ausweispflicht, die ja jetzt schon in diesem Zusammenhang besteht (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Man merkt, in Oberösterreich ist Wahlkampf!), nämlich dass der Arzt, wenn er den Patienten nicht kennt, auch kontrolliert, ob es sich um die entsprechende Person handelt. Das ist uns ein wichtiges Anliegen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Seit wann?), und darauf wollen wir den Fokus legen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er ist auch im Wahlkampf! Die Nerven liegen blank!
Abschließend noch, Herr Klubobmann Schieder, um wieder eine gute Basis für die Zukunft zu legen: Ich bin ein Innviertler, und Innviertler sind in diesem Hause einiges gewöhnt. Mir hat zwar in den letzten 13 Jahren hier noch niemand einen schlechten Stil vorgeworfen, aber bei dir nehme ich das eher so an. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er ist auch im Wahlkampf! Die Nerven liegen blank!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Mit zehn oder zwanzig werden Sie es wohl nicht schaffen!
Die Finanzpolizei hat um zehn oder 20 Dienstposten zu wenig, deshalb können Sie da nicht mit, wie Sie sagen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Mit zehn oder zwanzig werden Sie es wohl nicht schaffen!) – Sie sind genau jene Partei, die immer fordert: Verwaltungsreform, Verwaltungsreform, Verwaltungsreform! Und jetzt machen wir eine Gesetzesmaterie, die auf neuesten Technologien aufbaut. Was Sie, glaube ich, überhaupt nicht verstanden haben (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben es schon verstanden!), ist das Risikoanalysetool, das bei allen Gebietskrankenkassen und allen sonstigen Sozialversicherungen implementiert wird. Das haben Sie nämlich überhaupt nicht verstanden!
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben es schon verstanden!
Die Finanzpolizei hat um zehn oder 20 Dienstposten zu wenig, deshalb können Sie da nicht mit, wie Sie sagen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Mit zehn oder zwanzig werden Sie es wohl nicht schaffen!) – Sie sind genau jene Partei, die immer fordert: Verwaltungsreform, Verwaltungsreform, Verwaltungsreform! Und jetzt machen wir eine Gesetzesmaterie, die auf neuesten Technologien aufbaut. Was Sie, glaube ich, überhaupt nicht verstanden haben (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben es schon verstanden!), ist das Risikoanalysetool, das bei allen Gebietskrankenkassen und allen sonstigen Sozialversicherungen implementiert wird. Das haben Sie nämlich überhaupt nicht verstanden!
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hauptsächlich!
Auf eines möchte ich auch noch hinweisen, weil Sie hier eine Anfragebeantwortung vom Kollegen Spindelegger zitiert haben: Er hat in dieser Anfragebeantwortung sehr wohl auch geschrieben: in- und ausländische Firmen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hauptsächlich!) – Nein, es gibt das Wort „hauptsächlich“ hier nicht, das tut mir leid für Sie. Ich habe diese Anfragebeantwortung hier, ich kann sie Ihnen zeigen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben Sie vor zwei Jahren schon gesagt! Das sagen Sie jedes Jahr inzwischen, weil Sie jedes Jahr reparieren müssen!
Das heißt, das wird weiterhin unser Thema bleiben, auch wenn wir heute – darum kann ich nur alle einladen, hier mitzustimmen – einen wesentlichen Schritt machen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben Sie vor zwei Jahren schon gesagt! Das sagen Sie jedes Jahr inzwischen, weil Sie jedes Jahr reparieren müssen!) Wenn Sie wirklich dafür sind, dass Sozialbetrug kein Kavaliersdelikt ist, wenn Sie wirklich dafür sind, dass Sozialbetrug wirkungsvoller entgegengetreten wird, dann können Sie heute nur zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein! Wir! Wir fordern es seit Langem!
Jetzt ist der nächste Schritt geboten, nämlich eine Weiterentwicklung der modernen Technologie nach. Auf jeden Fall wollen wir ein Foto auf der e-card. Das fordern wir schon seit Langem. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein! Wir! Wir fordern es seit Langem!) Jeder Fahrausweis hat ein Foto, und das wird und muss auch bei der e-card machbar sein.
Zwischenruf der Abg. Lueger. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt!
Was diesen Bereich betreffend im Sozialausschuss schon auch ein bisschen ernüchternd war, das möchte ich hier auch einmal feststellen, war Herr Minister Brandstetter, der Justizminister. Der Justizminister konnte uns nicht sagen, welche Auswirkungen infolge dieses Alternativen Streitbeilegungsgesetzes erwartet werden. Werden die Gerichte entlastet? Gibt es eine Kosteneinsparung? Gibt es einen Bürokratieabbau oder irgendetwas? – Nein, es gibt einfach keine Schätzungen oder Einschätzungen, wie sich dieses Gesetz auswirken wird. Wir hoffen natürlich alle, es wird die Gerichte entsprechend entlasten, es wird zu einer Kostenreduktion kommen, aber Justizminister Brandstetter hat uns – das wissen Sie ganz genau, Frau Lueger – im Ausschuss auf jede Frage geantwortet, dazu könne er nichts sagen, da sei er nicht kompetent. (Zwischenruf der Abg. Lueger. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt!) Ich erzähle hier ja keine Unwahrheiten, bitte schön, das ist ja überprüfbar, und das ist schon enttäuschend.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hafenecker: Sie lassen sich herab! Wir sind dankbar! Das ist sehr nett! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Herr Abgeordneter Wurm, wissen Sie, Sie machen da eine Showpartie, und es ist ja heute schon eine Ehre, dass ich zwei Mal auf Sie repliziere, normalerweise tue ich das ja nie. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hafenecker: Sie lassen sich herab! Wir sind dankbar! Das ist sehr nett! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) – Nein, Sie machen da eine Showpartie, weil Sie ja ganz genau wissen, wir betreten hier eine vollkommen neue Welt. Die Welt der alternativen Streitbeilegung auf dieser Gesetzesbasis für Verbrauchergeschäfte hat es noch nie gegeben.
Sitzung Nr. 86
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wirklich?! Wahnsinn!
Es hat also diese Krise ja nicht jene getroffen, die ihr Geld ohnehin in der Schweiz haben (Abg. Kickl: Schon wieder die böse Schweiz!), nicht jene getroffen, die ohnehin rechtzeitig durch Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Finanzexperten ihr Geld in Sicherheit gebracht haben, sondern diese Krise hat jene getroffen, die sich am wenigsten dagegen wehren konnten (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wirklich?! Wahnsinn!) – weil sie ein Spital benötigen, weil sie Unterstützung benötigen, weil sie keine Arbeit haben, weil ganze Familien von der Pension der Großmutter leben, weil sie keine Arbeit und keine Aussicht auf einen Ausbildungsplatz haben. Das heißt, die Falschen sind getroffen worden.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: … in Österreich auch!
Den Vorschlag können aber nicht wir vorlegen, selbst wenn wir uns hier im Parlament einig wären, selbst wenn sich alle 18 Parlamente in der Eurozone mit Ausnahme von Griechenland einig wären – und da gibt es auch große Unterschiede, da brauchen wir uns nichts vorzumachen, es gibt Zurufe an die griechische Bevölkerung, die niedrigsten Pensionen zu kürzen, in einer Zeit, wo die Menschen nicht einmal mehr davon leben können (Abg. Belakowitsch-Jenewein: … in Österreich auch!), es gibt Vorschläge, die mit einer Haltung Österreichs, das immer den Respekt Menschen gegenüber geachtet hat, das immer eine soziale Absicherung als Ziel hatte und darauf auch in der Realität in unserem Leben geachtet hat, nichts zu tun haben.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ganz bestimmt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
kommen, der berechenbar, der stabil ist und der es den Partnern auch ermöglicht, darauf zu vertrauen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ganz bestimmt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Wir sind aber auch an das erinnert, was vor einigen Jahren, 2008, passiert ist, als die Lehman-Pleite war. Alle haben gesagt: Eine Bank, die schuldhaft so viel Mist gebaut hat, lassen wir pleitegehen, dann merkt es sich die Bank endlich! Das hat sich aber nicht die Bank, Lehman gemerkt, sondern die ganze Welt, denn das war der Ausbruch der Weltwirtschaftskrise. Und die Leute, die den Ausbruch der Weltwirtschaftskrise am stärksten merken, sind immer die kleinen Leute, die es sich nicht richten können. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Nur: Die volkswirtschaftliche Trivialerkenntnis des Herrn Strache, zurück in die Drachme, ist halt auch falsch, denn wir wissen: Das Umwechseln vom Euro in die Drachme vernichtet wiederum Vermögen, und zwar wiederum nicht das Vermögen der Milliardenreeder in Griechenland, sondern wiederum jener Leute, die sich jetzt schon vor dem Bankomaten prügeln, weil sie Angst haben, dass sie nicht einmal mehr 10 € für ihre täglichen Bedürfnisse bekommen. (Zwischenruf des Abg. Deimek.) Daher ist dieser Vorschlag ein sehr zynischer und falscher. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Österreich haben Sie vergessen!
Was sollen sich jene Regierungen in Irland, in Spanien, in Portugal, in den baltischen Staaten denken (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Österreich haben Sie vergessen!), die Sanierungsprogramme umgesetzt haben, wenn das jetzt für Griechenland nicht gelten soll?!
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer hat das gesagt?
Und das an die Adresse der FPÖ: Jetzt solche Krisen zu nutzen, um zu sagen: Ja, bauen wir einen sechs Meter hohen Zaun rund um Österreich, führen wir den Schilling ein, und alles wird gut!, das ist absurd. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer hat das gesagt?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was ist der Ansatz?
So wie in den letzten sechs Monaten die Verhandlungsposition nicht erkennbar war. Diese demokratische Spitze, die derzeit von den Sozialdemokraten und von den Konservativen in Europa gestellt wird, ist planlos. Sie wissen nicht, wohin sie diesen Kontinent führen, und sie sind nicht fähig, eine Krise zu lösen in einem Land, das 1,2 Prozent der europäischen Wirtschaftskraft repräsentiert. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was ist der Ansatz?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Also für Sie selbst!
Noch einmal, auch für die einfachsten Gemüter (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Also für Sie selbst!): Wenn heute die Drachme eingeführt wird, wird sie sofort – da werden Sie mir zustimmen – im Minimum auf die Hälfte des Wertes abwerten. Und in welcher Währung sind die Schulden Griechenlands, in Drachmen oder in Euro, Herr Kollege? In Euro! Hallo, rechnen! Das heißt, sie verdoppeln sich in der Sekunde. Und die Wirtschaftsleistung in US-Dollar, wie Ihnen Ihr Fraktionskollege Themessl gerade erklärt hat, wie wird sich die dann entwickeln, Herr Kollege? Und wie wird die Relation zum Euro ausschauen, Herr Kollege?
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nichts, denn Wien ist bankrott!
Wissen Sie, wie viel Wien da kriegen würde, wenn das nicht an das Finanzministerium fließen würde? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nichts, denn Wien ist bankrott!) – Das Zwei- bis Dreifache jenen Anteils, den es über den Finanzausgleich hat, weil hier die Firmensitze sind, weil hier die Zentralen sind.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Damen sind keine da!
Abgeordnete Dr. Angelika Winzig (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren der Bundesregierung! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Damen sind keine da!) Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Die Zeitungen haben die griechische Tragödie vom letzten Sonntag mit der Schlagzeile „Des Griechen Wille ist sein Himmelreich“ betitelt. In Wahrheit ist es ein Himmelfahrtskommando für die griechische Bevölkerung. (Beifall bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 89
Abg. Höbart: Herr Kurz hat unsere Position übernommen! Der Außenminister! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie wissen gar nicht, was der Außenminister sagt!
Damit aber auch ein Wort zu den Grenzkontrollen – der Herr Bundeskanzler hat es angesprochen –: Es klingt ja wie ein Placebo, wenn man sagt, es solle schärfere Grenzkontrollen geben. Glauben Sie wirklich, dass das das Problem löst? (Abg. Höbart: Herr Kurz hat unsere Position übernommen! Der Außenminister! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie wissen gar nicht, was der Außenminister sagt!) – Herr Kurz hat etwas anderes gesagt, nämlich dass das dann eine Reaktion ist, wenn wir keine europäische Lösung haben. Das können Sie wahrscheinlich nicht differenzieren. Wir wollen eine europäische Lösung.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wogegen?
Es wundert mich nicht, dass eine Fraktion im Haus gegen dieses Bundesverfassungsgesetz ist, weil das ein Widerstand ist, den wir auf vielerlei Ebenen merken, in jeder Gemeinde, wo Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Selbst wenn es nur um Kinderflüchtlinge geht, wenn es um Kinder geht, die alleine sind, um minderjährige unbegleitete Flüchtlinge, ist die FPÖ dagegen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wogegen?) Ich verstehe das nicht.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben schon das Jahr 2015!
In der gesamten Europäischen Union sind 626 000 Anträge im Jahr 2014 gestellt worden – mehr waren es nicht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben schon das Jahr 2015!) In der Menschheitsgeschichte hat es immer kriegerische Auseinandersetzungen gegeben, und es ist zu befürchten, dass es auch in Zukunft derartige Auseinandersetzungen geben wird. Und es hat immer Flüchtlingsströme gegeben. Da dürfen wir nicht die Augen verschließen. (Zwischenruf des Abg. Darmann.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bitte, das ist jetzt schon grauslich!
Aber um jetzt einmal auf diese Flüchtlinge zurückzukommen: Sie haben gesagt, diese Menschen sind geflohen und haben keinen sicheren Hafen erreicht. Das ist nicht richtig, Frau Präsidentin! Das stimmt so nicht. Diese Menschen haben einen sicheren Hafen erreicht, und dieser sichere Hafen heißt Ungarn. Diese Menschen waren in Ungarn, sie waren in Sicherheit und haben sich dann in einen Lkw pferchen lassen, um nach Österreich zu kommen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bitte, das ist jetzt schon grauslich!) Folgende Frage ist zu stellen: Warum lässt sich ein Flüchtling, der letztlich in Sicherheit ist, mit 70 anderen in einen Lkw pferchen, um nach Österreich zu kommen? Warum macht das jemand?
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es gibt keine!
3 Prozent, 5 Prozent der Bevölkerung, 30 Prozent der Bevölkerung? Wo ist die Grenze? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es gibt keine!) – Genau das ist das Problem: Wenn Sie das Problem nicht vor Ort lösen, dann gibt es keine Grenze. Und je besser Sie die Flüchtlingssituation hier in Österreich organisieren, desto mehr werden kommen. Ganz einfach! (Abg. Höbart: Genau so ist es!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eh die einzige Lösung!
ten. Das ist genau das, was wir nicht wollen, das ist genau das, was nicht sinnvoll ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eh die einzige Lösung!) Und deshalb, meine Damen und Herren, ist es so wichtig, dass die Dublin-Regel aufrecht bleibt, solange es keine brauchbare Ersatzregelung gibt.
Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... Anbiederung! Ist Ihnen das nicht schon peinlich?
Ich möchte das an einem konkreten Beispiel festmachen. Ein Themenbereich, der mir als Familiensprecherin besonders am Herzen liegt, sind die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge. Ich weise darauf hin, dass wir nächste Woche mit Schulbeginn natürlich die große Herausforderung haben, diese ins Schulsystem aufzunehmen. Es ist unsere Verpflichtung, unsere Pflicht, einen ordentlichen Bildungs- und Ausbildungsplatz zur Verfügung zu stellen. Wahlkampf mag sein, aber in dieser Hinsicht muss ich mich dem Lob an Wien und an den Bürgermeister anschließen, der in dieser Sache tatsächlich einiges auf den Weg gebracht hat. Das zu sagen muss auch im Wahlkampf möglich sein. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... Anbiederung! Ist Ihnen das nicht schon peinlich?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Diskutiert wurde es auch auf der politischen Ebene – durchaus sehr unterschiedlich. Auf der einen Seite waren die, die gemeint haben, wir sollen uns schämen, es könne ja kein Problem sein, alle Menschen, die zu uns kommen, ordentlich zu versorgen und aufzunehmen. Auf der anderen Seite waren die, die um Österreich am liebsten einen Zaun bauen würden (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein) und mit ihren Äußerungen bei den Menschen die Gefühle Angst und Neid ansprechen, ohne wirkliche Lösungen anzubieten. Die Äußerung des Kollegen Hagen vor mir, die Handys betreffend, gehört da zum Beispiel dazu. (Abg. Hagen: Das ist die Wahrheit! – Abg. Wöginger: Blödsinn!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war was anderes, das können Sie doch nicht vergleichen!
Die Frage ist, wie sie in die Geschichte eingehen wird. Wird sie in die Geschichte eingehen in der Tradition der Ungarn-Krise (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war was anderes, das können Sie doch nicht vergleichen!), des Prager Frühlings, der Jugoslawien-Krise, oder wird sie als Schande für Europa in die Geschichte eingehen (Abg. Darmann: Kommt darauf an, wie man „Schande“ definiert!), für ein Europa, das sich eigentlich als Wiege der Aufklärung versteht, für ein Europa, das die Menschenrechte gegen den IS verteidigt, aber für die Betroffenen und für die Opfer des IS eigentlich nichts anbieten will?
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Darmann
Oder gelingt es als Antwort auf diese Fluchtbewegung, eine humanitäre Meisterleistung zu erbringen (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Darmann), wie beispielsweise gestern am Westbahnhof, wo Hunderte Freiwillige waren und die Durchreisenden versorgt haben und die ÖBB-MitarbeiterInnen eine großartige Leistung vollbracht haben? Gelingt es, dass ein Ruck durch die Gesellschaft geht, dass wir begreifen, was unsere Verantwortung ist? (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Scherak.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ach so?
Abgeordneter Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Wir stehen heute vor einer Situation, die wir uns alle, glaube ich, vor wenigen Jahren noch nicht erwartet haben (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ach so?), auch wenn gerade die Innenministerin vor einem Jahr darauf aufmerksam gemacht hat.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir sind schon im 21. Jahrhundert!
Es war die Innenministerin, die schon vor einem Jahr in der Europäischen Union den Vorschlag gemacht hat, das Projekt Save Lives zu installieren, weil sie erkannt hat, dass wir vor einer neuen Flüchtlingswelle stehen, einer Flüchtlingswelle, wie sie die Geschichte des 20. Jahrhunderts noch nicht gehabt hat. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir sind schon im 21. Jahrhundert!) Wir zählen weltweit rund 60 Millionen Menschen, die auf der Flucht sind, das sind mehr, als im Zweiten Weltkrieg auf der Flucht waren.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt ja nicht! – Abg. Darmann: Behaupten Sie doch nicht so etwas! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Es tut mir leid, Ihnen das sagen zu müssen, aber Sie haben meinen Respekt verloren. In dem Moment haben Sie meinen Respekt verloren, als Sie gesagt haben, Sie wollen die Europäische Menschenrechtskonvention ändern, und zwar in dem Sinne, dass Sie nur mehr bestimmten Menschen die Menschenwürde zugestehen wollen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt ja nicht! – Abg. Darmann: Behaupten Sie doch nicht so etwas! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Schade, dass sich die ÖVP so …!
Meine Damen und Herren! Wenn wir damit beginnen, die Menschenrechtskonvention zu ändern, dass Sie nur bestimmten Menschen die Würde zusprechen wollen, dann hört sich für mich verfassungsrechtlich alles auf! (Abg. Darmann: Das ist ja unglaublich! Sie disqualifizieren sich sowieso!) Dann ist es wirklich vorbei! Da ist keine Zusammenarbeit möglich. Wir brauchen Zusammenarbeit, wo die Menschenwürde im Vordergrund steht, wie der Vizekanzler es gesagt hat. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Schade, dass sich die ÖVP so …!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat ihn eh zurückgenommen!
Präsident Karlheinz Kopf: Meine Damen und Herren, ich habe den ordnungsrufwürdigen Vorwurf des Herrn Abgeordneten nicht gehört (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat ihn eh zurückgenommen!), aber er hat ihn dann selbst zurückgenommen, sodass ich jetzt auf einen Ordnungsruf verzichte. Ich denke, das entspricht auch der bisherigen Praxis.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weg mit der Polizei, genau!
Ich würde Sie um eines bitten und ersuchen: Bitte anerkennen Sie, dass Sie es mit dieser Polizeistaatlogik nicht geschafft haben, Ordnung zu schaffen! Sie reden immer von Ordnung. Sie haben mit dieser Polizeistaatlogik überhaupt keine Ordnung geschaffen, sondern eher Chaos. Also sollte man irgendwann nach mehreren Monaten des Scheiterns dieser Polizeilogik vielleicht einmal die Logik ändern. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weg mit der Polizei, genau!) Und die Logik heißt eben, dass die NGOs, dass die Caritas, dass die Zivilgesellschaft, die weiß, wie man hier helfen kann, auch wirklich einmal dabei unterstützt und nicht behindert wird. Das erscheint mir sehr, sehr wesentlich.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Für den Polizeistaat!
Ich möchte bei dieser Gelegenheit auch einmal allen Engagierten, auch den Polizistinnen und Polizisten Danke sagen für ihre Arbeit (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Für den Polizeistaat!), auch dem Roten Kreuz, auch all den NGOs, die wunderbare Arbeit geleistet haben.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Grünen machen Party, die anderen machen Politik!
Wir hatten den ganzen Sommer über keine einzige Anzeige bei der Polizei, obwohl es immer wieder Befürchtungen gab. Wir haben im Juli die besten Touristenzahlen seit fünf Jahren verzeichnet. Wir haben 19 Veranstaltungen mit unseren Flüchtlingen und unseren Touristen gemacht, 19 Mal Party in sieben Wochen. Zwei-, dreimal die Woche Party, von Bauchtanz bis gemeinsam musizieren, und die Leute haben deswegen sogar den Urlaub verlängert. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Grünen machen Party, die anderen machen Politik!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie vollziehen die Gesetze!
Die Voraussetzung für diese Hilfe ist aber, dass die Leute überhaupt legal nach Österreich kommen können – und das ist nicht der Fall. Der Korridor von Ungarn nach Österreich ist seit Stunden wieder geschlossen. Die Polizei hat in Ungarn, in Budapest den Bahnhof geräumt, die Menschen können wieder den Bahnhof nicht mehr verlassen, sie stecken dort fest. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie vollziehen die Gesetze!)
Sitzung Nr. 91
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Offensichtlich nicht!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Folgendes muss ganz klar gesagt werden: Die Schule ist ein Ort, wo Leistung verlangt wird und auch verlangt werden muss. (Beifall des Abg. Muchitsch sowie bei Abgeordneten der ÖVP.) – Da kommt der Applaus von dieser Seite. Aber ich hoffe, alle stehen hinter diesem Leistungsgrundsatz. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Offensichtlich nicht!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine verlogene Politik! – Beifall bei der FPÖ für die das Rednerpult verlassende Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Präsidentin Doris Bures: Frau Abgeordnete! Ihre Redezeit ist beendet. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine verlogene Politik! – Beifall bei der FPÖ für die das Rednerpult verlassende Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, es fängt in der Volksschule an!
Die soziale Selektion im Bildungssystem in Österreich beginnt schon in der Elementarpädagogik mit folgenden Fragen: Bekomme ich einen Kindergartenplatz? Wie viel kostet der? Kann ich mir den leisten? Kann ich mir den nicht leisten? – Da fängt es schon an. Es geht weiter in der Volksschule, wo Elmar Mayer die großen Entwicklungsunterschiede dankenswerterweise angesprochen hat. Es geht weiter mit der absolut absurden Trennung der Zehnjährigen in Hauptschule, inzwischen Neue Mittelschule, und Gymnasium. Und diese Entscheidung setzt sich den ganzen restlichen Bildungsweg fort. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, es fängt in der Volksschule an!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das funktioniert überhaupt nicht!
Wir müssen mit dieser sozialen Vorschreibung im Bildungssystem endlich brechen! Wir können auch gerne sagen, es ist eine innovative Lösung. Es ist etwas, was uns andere Länder seit vielen, vielen Jahren vormachen. Es ist etwas, was funktioniert. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das funktioniert überhaupt nicht!) Es kann nicht sein, dass die Möglichkeiten den Bildungsweg betreffend davon abhängen, welchen Bildungsabschluss die Eltern haben, wie viel Geld sie zur Verfügung haben und woher sie kommen. Damit müssen wir endlich brechen! Es gibt die Antworten. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Über genau das … Sie in Ihrer Gesamtschule!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Über genau das … Sie in Ihrer Gesamtschule!
Wir müssen mit dieser sozialen Vorschreibung im Bildungssystem endlich brechen! Wir können auch gerne sagen, es ist eine innovative Lösung. Es ist etwas, was uns andere Länder seit vielen, vielen Jahren vormachen. Es ist etwas, was funktioniert. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das funktioniert überhaupt nicht!) Es kann nicht sein, dass die Möglichkeiten den Bildungsweg betreffend davon abhängen, welchen Bildungsabschluss die Eltern haben, wie viel Geld sie zur Verfügung haben und woher sie kommen. Damit müssen wir endlich brechen! Es gibt die Antworten. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Über genau das … Sie in Ihrer Gesamtschule!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Das heißt, wie sich die Bildungswege und die Berufsbiographien für junge Menschen entwickeln, entscheidet sich nicht entlang der Frage, welche Talente in diesen jungen Menschen schlummern, welche Leidenschaften sich entfalten wollen, sondern entlang der Frage: Was machen deine Eltern? – Das ist falsch. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Das ist ein Verbiegen von Zehntausenden jungen Lebensläufen jedes Jahr. Das können ganz, ganz viele Länder auf diesem Planeten besser als Österreich, und wir können natürlich von diesen Ländern lernen. Wir wissen an und für sich auch, was zu tun ist.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Doch keine Antwort!
Bis gestern ist es der Staatengemeinschaft der 28 EU-Mitgliedstaaten auch nicht gelungen, Perspektiven zu entwickeln. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Doch keine Antwort!) Ein erster Schritt, ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist gestern aber von den Innenministern einmal gesetzt worden, es ist entschieden worden. Ja, sie haben recht, wenn es um diese Quoten geht, aber in Wirklichkeit steht das erst am Ende der Kette. Das Wichtigste ist, dass die Europäische Union alle Bestrebungen unterstützt, um den Krieg vor Ort einzudämmen (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ), um alles zu tun, dass sich Menschen nicht genötigt sehen, ihrer Heimat den Rücken zu kehren. – Das ist der erste Punkt.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Darmann: Ihr müsst einmal die Einladungspolitik der Wirtschaftsmigranten beenden! Das ist ja unfassbar! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum macht ihr das nicht?
Aber es müssen auch jene, die sich wirtschaftlich verbessern wollen, wissen, dass sie hier an eine Grenze stoßen, dass nicht jeder, der sich wirtschaftlich verbessern will, zu uns kommen kann. Jenen, die sich wirtschaftlich verbessern wollen, müssen wir gleichzeitig sagen, sie haben keinen Anspruch auf Asyl. Diese klare Grenzziehung müssen wir machen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Darmann: Ihr müsst einmal die Einladungspolitik der Wirtschaftsmigranten beenden! Das ist ja unfassbar! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum macht ihr das nicht?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie machen nichts, das ist das Problem! Sie fordern immer nur und tun nichts! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Ich weiß, dass Ihnen diese Gabe der Differenzierung fremd ist, das ist mir bewusst (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie machen nichts, das ist das Problem! Sie fordern immer nur und tun nichts! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), aber uns ist es ganz wichtig, das heute hier zu sagen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist geltendes Recht! Das ist nichts Neues!
prüft wird, ob jemand noch einen Asylanspruch hat. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist geltendes Recht! Das ist nichts Neues!) – Na selbstverständlich ist das etwas Neues, die generelle Überprüfung! (Abg. Neubauer: Das ist ein alter Hut! – Abg. Wöginger: Genau wie du!) – Für Sie vielleicht! – Und nach fünf Jahren wird jeder Einzelfall neuerlich überprüft.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Seit wann?
Meine Damen und Herren! Wir sagen ganz klar – der Vizekanzler hat es am Montag wiederholt –, was seinerzeit der weltweit anerkannte deutsche Bundespräsident Richard von Weizsäcker gemeint hat: „Das Asylrecht gilt für jene, die uns brauchen“ – Kriegsflüchtlinge, politisch Verfolgte, – „und das Zuwanderungsrecht für jene, die wir brauchen.“ (Abg. Darmann: Alles geltendes Recht!) Und genau diesem Grundsatz, meine Damen und Herren, folgen wir bei unserem 8-Punkte-Programm (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Seit wann?), das wir hier aufgestellt haben. (Der Redner stellt eine Tafel mit der Aufschrift „ÖVP-Aktionsplan Asyl“ und Piktogrammen vor sich auf das Rednerpult. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie folgen dem nicht, das ist das Problem!)
Der Redner stellt eine Tafel mit der Aufschrift „ÖVP-Aktionsplan Asyl“ und Piktogrammen vor sich auf das Rednerpult. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie folgen dem nicht, das ist das Problem!
Meine Damen und Herren! Wir sagen ganz klar – der Vizekanzler hat es am Montag wiederholt –, was seinerzeit der weltweit anerkannte deutsche Bundespräsident Richard von Weizsäcker gemeint hat: „Das Asylrecht gilt für jene, die uns brauchen“ – Kriegsflüchtlinge, politisch Verfolgte, – „und das Zuwanderungsrecht für jene, die wir brauchen.“ (Abg. Darmann: Alles geltendes Recht!) Und genau diesem Grundsatz, meine Damen und Herren, folgen wir bei unserem 8-Punkte-Programm (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Seit wann?), das wir hier aufgestellt haben. (Der Redner stellt eine Tafel mit der Aufschrift „ÖVP-Aktionsplan Asyl“ und Piktogrammen vor sich auf das Rednerpult. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie folgen dem nicht, das ist das Problem!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat es genau belegt, da hät- ten Sie zuhören müssen!
Herr Hübner, die Zahlen, mit denen Sie und Ihre Freunde operieren, sind natürlich jenseitig. Ich würde gerne wissen, woher Sie Ihre Zahlen haben. Sie haben offensichtlich schlecht geträumt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat es genau belegt, da hät- ten Sie zuhören müssen!) Diese Panikmache ist unverantwortlich und hat nichts mit der Realität zu tun! Ihre Politik ist unverantwortlich, die brauchen wir nicht! (Beifall bei NEOS und Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Die Wahrheit ist, Zäune und gesperrte Grenzen verschaffen den Schleppern Arbeit. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) – Ich danke Ihnen dafür, dass Sie den Schleppern noch mehr Arbeit verschaffen! Ich glaube nicht, dass das in Ihrem Sinne ist, und ganz sicher ist das nicht in unserem Sinne! (Abg. Neubauer: Ein Blödsinn!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Rückgrat? Das ist nicht Rückgrat!
Wenn der Bundeskanzler tatsächlich auch einmal Rückgrat zeigt und sagt, was innerhalb der europäischen Union Sache ist (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Rückgrat? Das ist nicht Rückgrat!) – neue Mauern sind in der Europäischen Union das Letzte, was es geben darf –, dann ist es aus meiner Sicht einfach letztklassig, dieses Rückgrat dann tatsächlich so verbal entgleist darzustellen. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Schauen Sie mal, ob die Wähler das auch so sehen!
Meine Damen und Herren! Wir sind am Schluss dieser längeren Diskussion angelangt, und ich glaube, man muss – abgesehen von diesem verkrampften Gegeifer der FPÖ – auch einmal Folgendes sagen: Wir sind mit all den Maßnahmen, die wir getroffen haben, auf einem guten Weg. Wir sind mit einer Katastrophe konfrontiert worden. Man kann nicht erwarten, dass das jetzt alles generalstabsmäßig geordnet werden kann. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Schauen Sie mal, ob die Wähler das auch so sehen!) Das, was wir bis dato gemacht haben, ist gut. Was international geschieht, ist auch gut.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Vom Klubobmann Lopatka!
Na ja, da haben wir jetzt gesehen, was er zustande bringt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Jetzt wachen auch die Genossen wieder auf, aber zu ihnen kommen wir schon noch. – Worum geht es denn eigentlich? (Abg. Lopatka: A Gaunerpartie!) – Pardon, von wem war jetzt der Zwischenruf „Gaunerpartie“? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Vom Klubobmann Lopatka!) – Aha, danke! Frau Präsidentin, Klubobmann Lopatka war es! Sehr gut. (Abg. Wöginger: Aber das war in einem anderen Zusammenhang!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie werden das aufklären? Politjustiz also doch!
Das ist eine verbotene Bestimmung, das ist eine Kickback-Bestimmung, und das werden wir aufklären. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie werden das aufklären? Politjustiz also doch!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie wiederholen sich! – Abg. Kickl: Vielleicht sollten Sie einmal ein Gespräch mit dem Herrn Haselsteiner führen!
Worum geht es? Ich habe schon eingeleitet damit, der Herr Strache betont das immer wieder – da gibt es mehrere Interviews, in denen man das nachlesen kann, etwa in der „Presse“ vom 7. August 2012, ebenfalls im „Standard“ –: Ja, Korruptionsfälle, dubiose Geldflüsse an die FPÖ, das gab es, das war einmal, aber seitdem ich Bundesparteiobmann bin, gehört das alles der Vergangenheit an! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie wiederholen sich! – Abg. Kickl: Vielleicht sollten Sie einmal ein Gespräch mit dem Herrn Haselsteiner führen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eher euer Weg! – Abg. Kickl: Jessas, bei euch muss der Hut brennen!
Auch bei der Gesundheitsversorgung ist die Frage, Herr Kickl: Was ist die Wahrheit? Ist es die Wahrheit, dass Sie sich für einen egalitären Zugang zu unserem Gesundheitssystem einsetzen – freier Zugang für alle, keine Zugangsbeschränkungen? Oder ist Gesundheitsversorgung für Sie nur für diejenigen interessant, die es sich leisten können? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eher euer Weg! – Abg. Kickl: Jessas, bei euch muss der Hut brennen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das sind eher Sie!
Darum ist die Frage: Wofür stehen Sie? Was ist die Wahrheit? Stehen Sie für die Abschaffung der Arbeiterkammer? Sind Sie dafür, dass der erste Krankenstandstag ein Urlaubstag sein soll? Sind Sie dafür – entgegen dem, was Sie uns hier erzählen –, dass TTIP sehr wohl kommt? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das sind eher Sie!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber wenn es gegen die FPÖ geht, dann passt es!
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! An und für sich bin ich ja sehr vorsichtig, wenn der Kollege Pilz eine Dringliche Anfrage begründet (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber wenn es gegen die FPÖ geht, dann passt es!), weil man nie genau weiß, wie das das nächste Mal ausgeht, aber ich habe heute zweimal applaudiert.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
wide wie sie mir gefällt“ ist ein lustiges Konzept, aber Fakten werden dadurch nicht wahrer, wenn man sie nur wiederholt. Und ich kann Ihnen mitteilen: Offizielle Zahlen und Statistiken zeigen, dass die Kriminalität in Wien gesunken ist. Es gibt vom Innenministerium, von der Polizei dazu Zahlen. Ich deutsche sie Ihnen gerne aus, wenn es notwendig ist, kein Problem. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Und dann, wenn wir alle anderen zusammenstehen, wenn es darum geht, wirklich große und auch schwierige Herausforderungen zu bewältigen, und wenn wir versuchen, Probleme konkret zu lösen, kommt die FPÖ garantiert daher und gießt Öl ins Feuer und ist nicht ansatzweise bereit, nur irgendetwas zu einer Problemlösung beizutragen – außer weiter Hass, Verunsicherung und Hetze zu säen! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt ja!
Wie gesagt: Die FPÖ, die überall gerne regieren möchte, die der Bundesregierung immer ausrichtet, keine Lösungen, keine Konzepte zu haben (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt ja!), hat überhaupt keine Konzepte! Wenn man nämlich keine Verant-
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und wenn man Verantwortung trägt, hat man auch keine Lösungen!
wortung trägt und keine Verantwortung tragen muss, dann muss man auch keine Lösungen finden. Man kann alles kritisieren, aber man muss nie eine Lösung auf den Tisch legen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und wenn man Verantwortung trägt, hat man auch keine Lösungen!) Und Gott behüte, dass Sie irgendwo einmal in einem Bundesland regieren: Dann wird dieses Bundesland genauso pleite sein wie Kärnten! (Abg. Kickl: Dann müssten Sie ja in Wien in lichte Höhen steigen!) Das muss auf jeden Fall verhindert werden, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Krainer: Vielleicht könnte Kollege Kickl auch eine tatsächliche Bestätigung machen wie die Kollegin Belakowitsch-Jenewein! Das war ja eine tatsächliche Bestätigung!
Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Podgorschek. (Abg. Krainer: Vielleicht könnte Kollege Kickl auch eine tatsächliche Bestätigung machen wie die Kollegin Belakowitsch-Jenewein! Das war ja eine tatsächliche Bestätigung!) – Herr Kollege, dieses Instrument finde ich nicht in der Geschäftsordnung.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weißgeld!
Der zweite Vorwurf ist, dass Geld, sage ich einmal (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weißgeld!), das die Landesregierung und auch die FPÖ an diese Agentur gezahlt haben (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weißgeld!), quasi in bar, im Kofferl, im Kuvert (Abg. Stefan: Wenn Sie es eh wissen!) – wie auch immer – quasi an führende Parteifunktionäre ausbezahlt wurde. Es gibt keine Antwort darauf. Stimmt das, und was ist mit diesem Geld passiert? (Zwischenruf bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weißgeld!
Der zweite Vorwurf ist, dass Geld, sage ich einmal (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weißgeld!), das die Landesregierung und auch die FPÖ an diese Agentur gezahlt haben (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weißgeld!), quasi in bar, im Kofferl, im Kuvert (Abg. Stefan: Wenn Sie es eh wissen!) – wie auch immer – quasi an führende Parteifunktionäre ausbezahlt wurde. Es gibt keine Antwort darauf. Stimmt das, und was ist mit diesem Geld passiert? (Zwischenruf bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das jetzt mit der Verschuldung von Wien zu tun?
Und um den Bogen zur Flüchtlingspolitik zu spannen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das jetzt mit der Verschuldung von Wien zu tun?): Wissen Sie, wie lange wir die Unterbringung der Flüchtlinge in Österreich ab 1945 allein mit dem Geld nur für die Hypo finanzieren könnten? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wieso machen Sie eine Flüchtlingsdebatte daraus? – Zwischenruf des Abg. Kickl.) – Von 1945 bis 2272 könnten wir alle Flüchtlinge finanzieren, die Unterbringung et cetera. (Zwischenruf des Abg. Darmann.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wieso machen Sie eine Flüchtlingsdebatte daraus? – Zwischenruf des Abg. Kickl.
Und um den Bogen zur Flüchtlingspolitik zu spannen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das jetzt mit der Verschuldung von Wien zu tun?): Wissen Sie, wie lange wir die Unterbringung der Flüchtlinge in Österreich ab 1945 allein mit dem Geld nur für die Hypo finanzieren könnten? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wieso machen Sie eine Flüchtlingsdebatte daraus? – Zwischenruf des Abg. Kickl.) – Von 1945 bis 2272 könnten wir alle Flüchtlinge finanzieren, die Unterbringung et cetera. (Zwischenruf des Abg. Darmann.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wollen Sie über die Verschuldung von Wien reden? Erzählen Sie ein bisschen etwas darüber! Warum dürfen Sie im Dritten keinen Wahlkampf mehr führen?
Nur so viel zur Verantwortungslosigkeit der Freiheitlichen in der Politik. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wollen Sie über die Verschuldung von Wien reden? Erzählen Sie ein bisschen etwas darüber! Warum dürfen Sie im Dritten keinen Wahlkampf mehr führen?) Das zeigt aber auch, was Sie hinterlassen, wenn Sie in der Regierung sind, nämlich nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für die Zukunft. Wir werden Hunderte Jahre zahlen für das, was Sie da in dieser kurzen Zeit angerichtet haben. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ist es aber!
Ich weiß schon, jetzt kommen wieder die Argumente, es sei eine wesentliche Kontrollfunktion. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ist es aber!) Nun ja, aber wir haben auch hier im Nationalrat – so funktioniert Demokratie – eine Regierung und entsprechende Kontrollfunktionen vonseiten der Opposition im Nationalrat. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir kriegen die Regierungsvorlagen! Das ist der Unterschied!) Sie können Kontrollfunktionen durchaus auch im Gemeinderat verankern, wenn die denn so wichtig sind.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir kriegen die Regierungsvorlagen! Das ist der Unterschied!
Ich weiß schon, jetzt kommen wieder die Argumente, es sei eine wesentliche Kontrollfunktion. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ist es aber!) Nun ja, aber wir haben auch hier im Nationalrat – so funktioniert Demokratie – eine Regierung und entsprechende Kontrollfunktionen vonseiten der Opposition im Nationalrat. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir kriegen die Regierungsvorlagen! Das ist der Unterschied!) Sie können Kontrollfunktionen durchaus auch im Gemeinderat verankern, wenn die denn so wichtig sind.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, aber unter Bedingungen!
Sie von der FPÖ sagen auch „eher Ja“. Vielleicht reden Sie einmal mit Ihren Kollegen in Wien. Sie sagen selber, Sie sind dafür. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, aber unter Bedingungen!) – Über die Bedingungen können wir reden, aber über diese Bedin-
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist jetzt aber nicht unsere Schuld!
gungen haben wir nicht geredet, auch nicht im Verfassungsausschuss (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist jetzt aber nicht unsere Schuld!), und das ist der Punkt, und das macht mich auch so wütend, weil es so symptomatisch ist. Da gibt es gerade Wahlzeit, da wird diese Frage gestellt, und alle Parteien antworten mit Ja, diese sinnlosen Posten brauchen wir eigentlich nicht, und es wird wieder nichts passieren.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weil Wahlkampf ist! – Zwischenruf des Abg. Hagen.
Ich bin voll bei Kollegin Meinl-Reisinger, und mir sind die Motive egal, warum sie das heute auf die Tagesordnung gesetzt hat. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weil Wahlkampf ist! – Zwischenruf des Abg. Hagen.) Das ist eine Forderung, die schon lange existiert, und zwar nicht nur seitens der NEOS, die ja eine relativ junge Partei sind, auch die Grünen fordern das schon lange, und zwar nicht nur auf Bundesebene, sondern auch auf Wien-Ebene, wo wir sogar einen sogenannten Posten verlieren würden, wenn das umgesetzt wird – damals, als wir noch in Opposition waren –, weil es einfach demokratiepolitisch eine unsaubere Geschichte ist.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das geht uns aber auch so!
Wir haben einen vergleichbaren Antrag im Ausschuss liegen, und ich verstehe den Frust, wie mit Anträgen insgesamt und im Speziellen im Verfassungsausschuss umgegangen wird, dass man eben, wenn man als OppositionspolitikerIn einen Antrag einbringt, oft über Jahre den Vertagungsreigen mitmachen muss. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das geht uns aber auch so!) – Ich habe ja auch nicht nur die linke Seite der Oppositionspolitik gemeint, sondern alle.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Nebenbei: Es gibt noch ganz andere Posten in Wien. Wir kennen die Situation, was den Vizepräsidenten des Wiener Stadtschulrates betrifft. Es war damals sehr spannend, als die FPÖ furchtbar schnell auf diesen Posten gespitzt hat, denn da gibt es halt wieder Geld zu verteilen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Der ist auch ziemlich machtlos. Wir kennen die Vize-Bezirksvorsteher, wobei wir uns alle nicht ganz sicher sind, ob es die in dieser Art und Weise braucht.
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die kriegen ja unwesentlich mehr als ...!
Zum Abschluss, um das noch einmal zu wiederholen: Es will hier niemand entscheiden, ob und wie der Wiener Landtag damit umzugehen hat. Der Wiener Landtag kann das selbst entscheiden, und das soll er auch selbst entscheiden. Das Einzige, was wir beantragen, ist, dass er die Möglichkeit hat, es selbst zu entscheiden: ob er die Proporzvariante wählt – die kann er jetzt schon wählen, die andere Variante kann er aber nicht wählen. Fakt ist: Es gibt momentan nicht amtsführende Stadträte, die ein entsprechendes Gehalt bekommen, und de facto weiß keiner, wieso man jemanden, der kaum Rechte hat, mit so einem fürstlichen Salär ausstatten soll. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die kriegen ja unwesentlich mehr als ...!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Wenn ich der Kollegin Belakowitsch-Jenewein von der FPÖ vorhin genau zugehört habe: In Wien gehen die Uhren anders und etwas langsamer. – Da würde ich Ihnen empfehlen: Schauen Sie einmal nach Vorarlberg, da gehen die Uhren schnell. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Wir haben das Proporzsystem schon lange abgeschafft, nicht amtsführende Stadträte gibt es dort schon lange nicht mehr, eine Proporzregierung gibt es dort schon lange nicht mehr. Also die Vorarlberger sind bekannt dafür, und ich bin ein Vorarlberger, dass sie sehr sparsam wirtschaften, dass sie eine alemannische Ader haben und dass mit Vernunft gedacht wird. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe gemeint, die Frau Reisinger ...!) Das sollte auch ein bisschen nach Wien hereinschwappen. Das wäre kein schlechter Ansatz für Sie, vielleicht können Sie das ein wenig aufnehmen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe gemeint, die Frau Reisinger ...!
Wenn ich der Kollegin Belakowitsch-Jenewein von der FPÖ vorhin genau zugehört habe: In Wien gehen die Uhren anders und etwas langsamer. – Da würde ich Ihnen empfehlen: Schauen Sie einmal nach Vorarlberg, da gehen die Uhren schnell. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Wir haben das Proporzsystem schon lange abgeschafft, nicht amtsführende Stadträte gibt es dort schon lange nicht mehr, eine Proporzregierung gibt es dort schon lange nicht mehr. Also die Vorarlberger sind bekannt dafür, und ich bin ein Vorarlberger, dass sie sehr sparsam wirtschaften, dass sie eine alemannische Ader haben und dass mit Vernunft gedacht wird. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe gemeint, die Frau Reisinger ...!) Das sollte auch ein bisschen nach Wien hereinschwappen. Das wäre kein schlechter Ansatz für Sie, vielleicht können Sie das ein wenig aufnehmen.
Sitzung Nr. 93
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein! Neun!
Drittens kann ich Ihnen mitteilen, dass Herr Abgeordneter Kickl diese Zeit der Unterbrechung dazubekommen hat. Es waren dann insgesamt 12 Minuten Redezeit. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein! Neun!) Und das ist so auch berücksichtigt worden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein, Kickl und Matznetter.) Das sage ich, um das klarzustellen.
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein, Kickl und Matznetter.
Drittens kann ich Ihnen mitteilen, dass Herr Abgeordneter Kickl diese Zeit der Unterbrechung dazubekommen hat. Es waren dann insgesamt 12 Minuten Redezeit. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein! Neun!) Und das ist so auch berücksichtigt worden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein, Kickl und Matznetter.) Das sage ich, um das klarzustellen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Immer wieder wird das Argument gebracht: Es gibt auch in Österreich viele Probleme. – Selbstverständlich, denen stellen wir uns auch! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Gerade die vielen Künstlerinnen und Künstler, die jetzt Spenden sammeln oder Benefizkonzerte organisieren, sind es aber auch, die bei Obdachlosigkeit oder bei sonstigen Problemen ebenfalls die Ersten sind, die etwas beitragen. Dass Ihr Beitrag zu diesen Fragen sich darauf beschränkt hat, gegen Bettelverbote zu sein oder gegen die Mindestsicherung zu hetzen, sei hier auch einmal dokumentiert. (Abg. Walter Rosenkranz: Gegen Bettelverbot? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir sind für ein Bettelverbot!)
Abg. Walter Rosenkranz: Gegen Bettelverbot? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir sind für ein Bettelverbot!
Immer wieder wird das Argument gebracht: Es gibt auch in Österreich viele Probleme. – Selbstverständlich, denen stellen wir uns auch! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Gerade die vielen Künstlerinnen und Künstler, die jetzt Spenden sammeln oder Benefizkonzerte organisieren, sind es aber auch, die bei Obdachlosigkeit oder bei sonstigen Problemen ebenfalls die Ersten sind, die etwas beitragen. Dass Ihr Beitrag zu diesen Fragen sich darauf beschränkt hat, gegen Bettelverbote zu sein oder gegen die Mindestsicherung zu hetzen, sei hier auch einmal dokumentiert. (Abg. Walter Rosenkranz: Gegen Bettelverbot? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir sind für ein Bettelverbot!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Unglaublich! – Abg. Walter Rosenkranz: Das ist ja unglaublich!
Präsidentin Doris Bures: Herr Abgeordneter, für den persönlichen Vorwurf der Unfähigkeit erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Unglaublich! – Abg. Walter Rosenkranz: Das ist ja unglaublich!)
Abg. Kickl: Freies Mandat, aber kein freies Wort! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Unglaublich!
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (fortsetzend): Vielen Dank, Frau Präsidentin! Ich halte fest, dass der Herr Bundeskanzler nicht Teil der Weltgemeinschaft ist! (Abg. Kickl: Freies Mandat, aber kein freies Wort! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Unglaublich!) Also: Der Herr Bundeskanzler ist nicht Teil der Weltgemeinschaft, soll mir auch recht sein, aber gehen wir noch einmal auf den Kern der Sache zurück. (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Kickl: Der Schluss ist gar nicht so kompliziert gewesen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: „Schäbig“?
Im Übrigen finde ich es äußerst schäbig, dass Sie dieses Thema dazu benutzen, Ihren Wahlkampf aufzubauen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: „Schäbig“?), und das auf dem Rücken der Menschen, die auf der Flucht sind, austragen wollen, indem Sie versuchen, die Gesellschaft zu spalten. Ja, wir haben Herausforderungen zu stemmen, und diese Herausforderungen werden nicht leicht werden, aber wir haben eine humanitäre und wir haben eine moralische Verpflichtung – ich hoffe, auch Sie, wir hier auf alle Fälle –, die wir in Österreich zu erfüllen haben, um Menschen, die auf der Flucht sind, ganz einfach zu helfen.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche „bösen Parolen“?
Aber was hat die FPÖ gemacht? – Die FPÖ hat sie mit Schildern mit bösen Parolen empfangen. Männer, Frauen und Kinder, die vor Krieg und Gräuel geflüchtet sind, haben Sie so erwartet, und das ist nicht mein Bild von Wien. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche „bösen Parolen“?)
Abg. Kickl: Hallo! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wenn Sie reden, taucht er auf!
Lassen Sie mich aber auch ein paar Worte zu den Kolleginnen und Kollegen von der Freiheitlichen Partei, zuletzt von Kollegen Rosenkranz, sagen! Auch Herr Kickl taucht ja wieder auf. (Abg. Kickl: Hallo! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wenn Sie reden, taucht er auf!) Sie sind sehr wehleidig, meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen, von wegen: alle gegen Sie, Unwahrheiten und so weiter. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich möchte einfach ein Zitat bringen, damit Sie nicht sagen können, die bösen Grünen unterstellen Ihnen wieder etwas. Es ist wieder einmal einer der täglich auftauchenden Einzelfälle aus der Freiheitlichen Partei. Ich zitiere die heutige Ausgabe der „Oberösterreichischen Nachrichten“:
Sitzung Nr. 94
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Schaut schon so aus!
†Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne)|: Frau Präsidentin! Ich kann Herrn Kollegem Rosenkranz in einem Punkt beruhigen: Es wird hier keine Belangsendung für irgendeine Partei geben (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Schaut schon so aus!), sondern es sollte hier im Wesentlichen eine Belangsendung für die Zukunft unserer Kinder, nämlich die Bildungszukunft der Kinder in Österreich, geben. (Beifall bei den Grünen.)
in Richtung der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Ich weiß, das ist alles sehr kompliziert mit den Ländern und mit der Finanzierung, aber übel habe ich es gefunden, dass ideologische Gründe vorgeschoben wurden, dass man Kinder aus den Armen ihrer Eltern wegreiße, wenn man ein zweites Gratis-Kindergartenjahr verpflichtend einführt. Im Wesentlichen heißt das für 95 Prozent aller Eltern, einen fixen Platz zu haben – noch dazu kostenfrei. Das ist nichts, was mit Ideologie zu tun hat, sondern das ist echt lebenswerte Qualität, das ist auch Unterstützung, was die Brieftasche betrifft. Es macht einen riesigen Unterschied, ob man einen kostenfreien Kindergarten besuchen kann oder ob man sich in irgendeiner Form Privatkindergärten leisten muss. – Sie schütteln den Kopf (in Richtung der Abg. Belakowitsch-Jenewein), ich weiß nicht, warum, aber 95 Prozent der Eltern hätten das sehr dringend gebraucht: eine Entlastung, was gerade die Kindergartenkosten betrifft. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die bleiben dann in den untersten Stockwerken!
Wir wissen, dass es an vielen Faktoren liegt. Wir wissen aber auch, dass es oft auch an den Eltern liegt. Viele Eltern haben den Willen zur Bildung, haben persönlich eine gute Ausbildung genossen, haben einen höheren Bildungsabschluss. Genau solche Eltern legen sehr viel Wert auf den Bildungszugang ihrer Kinder, bemühen sich, haben vielleicht die finanziellen Ressourcen und haben auch die Möglichkeit, das mit dem Kind zu machen, es zu unterstützen. Aber es gibt auch viele Kinder, die nicht solche Eltern haben – aus welchen Gründen auch immer –, die weder die finanziellen Ressourcen noch vielleicht die persönlichen Ressourcen haben, ihren Kindern wirklich Zugang zu höherer Bildung zu ermöglichen, sie zu unterstützen und mit ihnen etwas zu machen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die bleiben dann in den untersten Stockwerken!) Und diese Kinder bleiben bei uns im System de facto auf der Strecke. Das können wir nicht mehr länger tolerieren.
in Richtung der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Dort, wo das funktioniert ... – Sie (in Richtung der Abg. Belakowitsch-Jenewein) schütteln schon wieder den Kopf. Stellen Sie sich einmal vor, Sie sind Lehrerin oder Lehrer und haben 20 Kinder mit ganz unterschiedlichen Talenten und sollen diese alle unterschiedlich fördern. Ich glaube, dass sich diese Lehrerinnen und Lehrer mehr Unterstützung erwarten dürfen als ein Kopfschütteln von einer Abgeordneten der FPÖ. Das muss ich Ihnen wirklich sagen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der redet viel!
Noch ein Hinweis, der an die KollegInnen der Sozialdemokratie geht, Frau Ministerin: Herr Bürgermeister Häupl hat erfreulicherweise gesagt, er möchte die gemeinsame Schule. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der redet viel!) Ich zitiere, was er da am Wochenende von sich gegeben hat: Als Kompromiss kommt hoffentlich eine gemeinsame Schule der Zehn- bis Vierzehnjährigen im Stil der Wiener Mittelschule, und von mir aus auch unter Beibehaltung der AHS.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aha!
Aus der ÖVP höre ich heute sehr positive Töne. Die Tiroler Schullandesrätin spricht Klartext zu Ihnen: „Ich appelliere auch an meine eigenen Parteikollegen, sich endlich auf den Versuch einzulassen, damit wir Ergebnisse vorlegen können, mit denen man arbeiten kann.“ Das sagt Ihre Tiroler Landesschulrätin. Sie möchte die gemeinsame Schule, sie möchte in diese Richtung gehen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aha!)
Abg. Walter Rosenkranz: Geh! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das glaub’ ich nicht! – Abg. Walser: Wie der Schelm denkt, so spricht er!
Auch wenn wir es heute vielleicht der bevorstehenden Wien-Wahl zu verdanken haben (Abg. Walter Rosenkranz: Geh! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das glaub’ ich nicht! – Abg. Walser: Wie der Schelm denkt, so spricht er!), so ist es aber meines Erachtens durchaus naheliegend, dass Wien inspiriert, über Bildung zu reden. Schließlich ist Wien mit dem Gratiskindergarten, mit dem guten ganztägigen schulischen und Kinderbetreuungsangebot, mit der ausgezeichneten Sprachförderung, mit der Gratisnachhilfe, mit einem hervorragenden berufsbildenden Schulwesen einschließlich Lehre, einschließlich Berufsschule und dem Hochschulwesen und vielem mehr ein Bildungsvorzeigeland, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ehrlich?! Darum gibt es so viele arbeitslose Jugendliche!) Und das im Vergleich mit allen Weltstädten. Schauen Sie sich um in der Welt! Der Vergleich macht uns sicher, was hier geleistet wird. Also reden wir durchaus darüber.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ehrlich?! Darum gibt es so viele arbeitslose Jugendliche!
Auch wenn wir es heute vielleicht der bevorstehenden Wien-Wahl zu verdanken haben (Abg. Walter Rosenkranz: Geh! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das glaub’ ich nicht! – Abg. Walser: Wie der Schelm denkt, so spricht er!), so ist es aber meines Erachtens durchaus naheliegend, dass Wien inspiriert, über Bildung zu reden. Schließlich ist Wien mit dem Gratiskindergarten, mit dem guten ganztägigen schulischen und Kinderbetreuungsangebot, mit der ausgezeichneten Sprachförderung, mit der Gratisnachhilfe, mit einem hervorragenden berufsbildenden Schulwesen einschließlich Lehre, einschließlich Berufsschule und dem Hochschulwesen und vielem mehr ein Bildungsvorzeigeland, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ehrlich?! Darum gibt es so viele arbeitslose Jugendliche!) Und das im Vergleich mit allen Weltstädten. Schauen Sie sich um in der Welt! Der Vergleich macht uns sicher, was hier geleistet wird. Also reden wir durchaus darüber.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: … Pauschalurteil!
Das Gegenteil haben wir – weil gerade aus der Reihe jetzt Zwischenrufe kommen – unter Schwarz-Blau erlebt. Ministerin Gehrer hat Schulstunden gekürzt, vor allem Sportstunden. (Weitere Zwischenrufe des Abg. Peter Wurm.) Jetzt gehen wir einen anderen Weg. Jetzt verbringen Kinder mehr Zeit in der Schule, auch nachmittags, und sind nachmittags nicht mehr sich selbst, der PlayStation oder dem Fernseher überlassen, sondern sie finden auch sinnvolle Freizeitmöglichkeiten vor, und das bitte ich auch zu beherzigen! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: … Pauschalurteil!)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Walter Rosenkranz: Fragen Sie einmal die Frau Stoisits!
Wir wollen, dass alle Jugendlichen, und das ist jetzt auch etwas ... (Abg. Walter Rosenkranz: Glauben Sie nicht alles, was Ihnen der Herr Ellensohn immer erzählt!) – Ja, ich weiß, dass Sie das jetzt schockiert, aber wir Grüne finden, dass alle Jugendlichen wirklich gleich viel wert sind, egal, ob sie arm sind oder ob sie reich sind oder aus welchem Elternhaus sie kommen (Abg. Walter Rosenkranz: Das stimmt leider nicht ganz! Das stimmt leider nicht ganz! Fragen Sie einmal durch unter Ihren Privatschülern!), egal, ob man eine Frau ist oder ein Mann oder schwul oder hetero oder mit Behinderung oder ohne Behinderung. Wir Grüne wollen, dass alle Jugendlichen die gleichen Chancen und die gleichen Möglichkeiten in Österreich kriegen. Dort wollen wir hin, auch wenn Ihnen das nicht gefällt. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Walter Rosenkranz: Fragen Sie einmal die Frau Stoisits!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Sie haben uns nicht verwirrt! Das ist Abschiedsrede, die Zweite!
Kolleginnen und Kollegen! Ja, zunächst einmal: Ich habe offensichtlich für Verwirrung in der FPÖ-Fraktion gesorgt. Das tut mir unendlich leid, denn nichts läge mir ferner, als Sie verwirren zu wollen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Sie haben uns nicht verwirrt! Das ist Abschiedsrede, die Zweite!) Ich habe das Gefühl, Sie sind eh schon verwirrt genug.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ein Privatkindergarten! Das ist ein Blödsinn!
zwischen 350 und 400 € für den Platz. Und das ist aber die Wurzel, um die es geht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ein Privatkindergarten! Das ist ein Blödsinn!) – Na, das ist so, er hat mir das so gesagt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da geht es um Vereinsförderungen!
Sprachstandsfeststellungen im Kindergarten sind eine legitime Forderung, und diese werden bereits von den KindergärtnerInnen durchgeführt. Wenn Sie, Frau Kollegin Belakowitsch, jetzt sagen: Es wird seitens der FPÖ den Integrationsmaßnahmen zugestimmt!, dann möchte ich Sie gerne eines Besseren belehren. In Wien gab es in den letzten fünf Jahren im Wiener Gemeinderat 49 Vorschläge für Integrationsmaßnahmen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da geht es um Vereinsförderungen!) Ganz einfach heruntergebrochen, Sprachkurse für Kinder (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Vereinsförderungen!), Sprachkurse für Jugendliche, Sprachkurse für Eltern. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, das sind Vereinsförderungen!) 49-mal hat die FPÖ im Wiener Gemeinderat dagegen gestimmt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das sind alle 49 Vereinsförderungen!) Und jetzt erklären Sie nicht, dass Sie für Integration sind! Das ist ganz einfach nicht Ihr Ziel! (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Hört, hört!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Vereinsförderungen!
Sprachstandsfeststellungen im Kindergarten sind eine legitime Forderung, und diese werden bereits von den KindergärtnerInnen durchgeführt. Wenn Sie, Frau Kollegin Belakowitsch, jetzt sagen: Es wird seitens der FPÖ den Integrationsmaßnahmen zugestimmt!, dann möchte ich Sie gerne eines Besseren belehren. In Wien gab es in den letzten fünf Jahren im Wiener Gemeinderat 49 Vorschläge für Integrationsmaßnahmen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da geht es um Vereinsförderungen!) Ganz einfach heruntergebrochen, Sprachkurse für Kinder (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Vereinsförderungen!), Sprachkurse für Jugendliche, Sprachkurse für Eltern. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, das sind Vereinsförderungen!) 49-mal hat die FPÖ im Wiener Gemeinderat dagegen gestimmt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das sind alle 49 Vereinsförderungen!) Und jetzt erklären Sie nicht, dass Sie für Integration sind! Das ist ganz einfach nicht Ihr Ziel! (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Hört, hört!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, das sind Vereinsförderungen!
Sprachstandsfeststellungen im Kindergarten sind eine legitime Forderung, und diese werden bereits von den KindergärtnerInnen durchgeführt. Wenn Sie, Frau Kollegin Belakowitsch, jetzt sagen: Es wird seitens der FPÖ den Integrationsmaßnahmen zugestimmt!, dann möchte ich Sie gerne eines Besseren belehren. In Wien gab es in den letzten fünf Jahren im Wiener Gemeinderat 49 Vorschläge für Integrationsmaßnahmen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da geht es um Vereinsförderungen!) Ganz einfach heruntergebrochen, Sprachkurse für Kinder (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Vereinsförderungen!), Sprachkurse für Jugendliche, Sprachkurse für Eltern. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, das sind Vereinsförderungen!) 49-mal hat die FPÖ im Wiener Gemeinderat dagegen gestimmt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das sind alle 49 Vereinsförderungen!) Und jetzt erklären Sie nicht, dass Sie für Integration sind! Das ist ganz einfach nicht Ihr Ziel! (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Hört, hört!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das sind alle 49 Vereinsförderungen!
Sprachstandsfeststellungen im Kindergarten sind eine legitime Forderung, und diese werden bereits von den KindergärtnerInnen durchgeführt. Wenn Sie, Frau Kollegin Belakowitsch, jetzt sagen: Es wird seitens der FPÖ den Integrationsmaßnahmen zugestimmt!, dann möchte ich Sie gerne eines Besseren belehren. In Wien gab es in den letzten fünf Jahren im Wiener Gemeinderat 49 Vorschläge für Integrationsmaßnahmen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da geht es um Vereinsförderungen!) Ganz einfach heruntergebrochen, Sprachkurse für Kinder (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Vereinsförderungen!), Sprachkurse für Jugendliche, Sprachkurse für Eltern. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, das sind Vereinsförderungen!) 49-mal hat die FPÖ im Wiener Gemeinderat dagegen gestimmt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das sind alle 49 Vereinsförderungen!) Und jetzt erklären Sie nicht, dass Sie für Integration sind! Das ist ganz einfach nicht Ihr Ziel! (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Hört, hört!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, so sind sie, die Grünen!
Frau Klubobfrau Glawischnig – sie ist leider jetzt nicht hier – hat nach meinem Dafürhalten heute mit ihrer Kategorisierung Schüler zweiter Klasse, wenn jemand nicht das Gymnasium macht und die Hauptschule besucht, Hunderttausende Facharbeiter, Arbeiterinnen und Arbeiter diskriminiert. Ich glaube, so eine Einteilung kann man nicht machen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, so sind sie, die Grünen!) Das ist wirklich eine intensive Beleidigung der vielen wertvollen Facharbeiter – von der Friseurin bis zur Köchin, vom Automechaniker bis zum Bauhandwerker –, die oftmals, alleine weil sie aus dem ländlichen Raum kommen, gar nicht die Möglichkeit gehabt haben, ein Gymnasium zu besuchen. (Beifall beim Team Stronach.)
Sitzung Nr. 96
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Fangen wir auch an, dass wir diese Tarifreform größer denken. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Ich nehme an, Frau Abgeordnete Belakowitsch, Sie haben 1 000 € eingesteckt! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein!) Es war ja nur eine Frage. (Abg. Kickl: Er hätte es gut brauchen können. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ja, wir hätten es gut brauchen können! Genau! Diese 1 000 € sind eine ganze Menge, und ich lasse mir das nicht kleinreden!
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein!
Fangen wir auch an, dass wir diese Tarifreform größer denken. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Ich nehme an, Frau Abgeordnete Belakowitsch, Sie haben 1 000 € eingesteckt! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein!) Es war ja nur eine Frage. (Abg. Kickl: Er hätte es gut brauchen können. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ja, wir hätten es gut brauchen können! Genau! Diese 1 000 € sind eine ganze Menge, und ich lasse mir das nicht kleinreden!
Abg. Darmann: Das gibt es ja nicht! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das frag’ ich mich schon lang!
Dann wollte ich noch etwas zur Meldepflicht in Bezug auf Tuberkulosefälle sagen. Frau Kollegin Belakowitsch, Sie fragen: In welcher Welt leben wir denn, dass Kinder ausgegrenzt oder diskriminiert werden? (Abg. Darmann: Das gibt es ja nicht! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das frag’ ich mich schon lang!) Ich denke, in der Welt der FPÖ ist es leider oft so, dass Kinder ausgegrenzt und diskriminiert werden. Ich finde, wir sollten gemeinsam dafür sorgen, dass das nicht passiert. Und es sollte eine selbstverständliche ethische Verpflichtung sein, Kindern, die erkranken, das Leben nicht noch zusätzlich durch Ausgrenzung schwerzumachen. (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Peter Wurm und Belakowitsch-Jenewein
Auf das Thema Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt wird der Kollege Schellhorn noch eingehen. Da gibt es zusätzliches Arbeitskräftepotenzial (Zwischenrufe der Abgeordneten Peter Wurm und Belakowitsch-Jenewein), und zusätzliches Arbeitskräftepotenzial muss nicht immer eine Belastung für den Arbeitsmarkt sein, nämlich dann nicht, wenn man es richtig macht und wenn man frühzeitig die richtigen Schritte setzt. Das Problem ist, dass wir die Zeit nicht nützen. Während der ersten Monate wird viel zu langsam erhoben, welchen Ausbildungsstand jemand hat, welche Ausbildung es gibt, die wir anerkennen könnten, welche Sprachkenntnisse man dem schon beibringen kann, bevor er das Recht auf Erwerbstätigkeit hat. Wir versäumen wertvolle Zeit. (Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Peter Wurm und Belakowitsch-Jenewein.)
Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Peter Wurm und Belakowitsch-Jenewein.
Auf das Thema Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt wird der Kollege Schellhorn noch eingehen. Da gibt es zusätzliches Arbeitskräftepotenzial (Zwischenrufe der Abgeordneten Peter Wurm und Belakowitsch-Jenewein), und zusätzliches Arbeitskräftepotenzial muss nicht immer eine Belastung für den Arbeitsmarkt sein, nämlich dann nicht, wenn man es richtig macht und wenn man frühzeitig die richtigen Schritte setzt. Das Problem ist, dass wir die Zeit nicht nützen. Während der ersten Monate wird viel zu langsam erhoben, welchen Ausbildungsstand jemand hat, welche Ausbildung es gibt, die wir anerkennen könnten, welche Sprachkenntnisse man dem schon beibringen kann, bevor er das Recht auf Erwerbstätigkeit hat. Wir versäumen wertvolle Zeit. (Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Peter Wurm und Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Damit wir noch mehr haben!
Arbeitsmarktzugang für Asylwerber: Ich wiederhole, was ich am Donnerstag letzter Woche im Ausschuss gesagt habe: Ich setze mich für eine gesamteuropäische Lösung ein. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Damit wir noch mehr haben!) Vor weiteren Überlegungen zu einer Lockerung des Arbeitsmarktzuganges, den ich derzeit ausschließe, ist wichtig, dass die EU einen Verteilungsschlüssel für AslywerberInnen umsetzt, um weitere Verzerrungen zu vermeiden beziehungsweise bestehende zu minimieren.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weder noch! – Abg. Neubauer: Wir waren wahlkämpfen!
Wenn ich mir anschaue, dass in diesen reformlosen 10 500 Tagen die ÖVP in der Regierung sitzt! Der Finanzminister hat heute gesagt, jeder reformlose Tag ist ein verlorener Tag. 10 500 reformlose Tage, ohne die Rahmenbedingungen an die Dienstleistungsgesellschaft heranzubringen, zum Beispiel bei dem sogenannten Lohndumpinggesetz. Ich greife jetzt den Tourismus heraus. Jeder von Ihnen war in letzter Zeit bei einer Feier oder bei einer Hochzeit. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weder noch! – Abg. Neubauer: Wir waren wahlkämpfen!) Im letzten November wurde be-
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gratuliere!
Ich habe mir jetzt diese 16 Seiten der Kollegen und Kolleginnen der NEOS angeschaut und auch gelesen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gratuliere!), und Fakt ist, es werden dabei nicht nur 97 Fragen gestellt, die beantwortet wurden, sondern es wird auch Kritik geübt, es werden Veränderungen eingefordert, es wird aber auch Positives erwähnt, wo Bemühungen stattfinden, um noch besser zu werden.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
In Ihrer Dringlichen Anfrage haben Sie die Steuerreform auch nicht gerade positiv erwähnt. Mehr Netto vom Brutto, das ist ja genau das, was wir brauchen. Arbeit muss sich wieder mehr lohnen. Damit sich Arbeit wieder mehr lohnt, brauchen wir mehr im Geldbörsel, und deswegen ist es ein wichtiger Schritt dorthin, und das lassen wir uns auch nicht nehmen. Es wäre gescheit, wenn wir das auch als Regierungsparteien wesentlich stärker und positiver verkaufen würden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sprechen Sie wirr? – Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.
Der Herr Minister hat es angeschnitten: Es geht auch um Stimmung. Aber da bin ich schon beim Kollegen Schellhorn, denn die Stimmung ist nicht gut. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sprechen Sie wirr? – Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.) – Ich glaube, das ist auch so, weil natürlich die Lage sehr, sehr schwierig ist. Ich bin einer, der viel unterwegs ist: 40 Prozent der KMUs schreiben keine Gewinne, das zeigt auch ganz klar die Statistik. Bei den Lohnstückkosten – die ja immer relevant dafür sind, wie wir uns im Wettbewerb darstellen – haben wir uns gegenüber Deutschland auch dramatisch in die Höhe entwickelt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine Wahlkampfrede! – Zwischenruf des Abg. Peter Wurm
Wir brauchen etwas ganz anderes – und das hat heute auch schon Herr Finanzminister Schelling gesagt –: Wir brauchen eine Aufbruchsstimmung. Wir brauchen Maßnahmen, die dafür sorgen, dass Österreich wieder an die Spitze zurückkommt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine Wahlkampfrede! – Zwischenruf des Abg. Peter Wurm), dorthin, wo wir in der Zeit zwischen 2002 und 2010 waren, nämlich unter den Top 3 in Europa. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ich hätte noch viel zu sagen, leider habe ich keine 20 Minuten zur Verfügung, wie es Kollege Loacker hatte. Ich möchte nur noch einen einzigen Punkt anbringen, weil es mir wichtig ist, das auch zu sagen: Du, Kollege Loacker, bist in deinem Klub auch für Menschen mit Behinderungen zuständig, und ich finde es schade – ich finde es wirklich schade! –, dass bei 97 Fragen beziehungsweise auf insgesamt 16 Seiten kein einziges Wort über Menschen mit Behinderung im Zusammenhang mit dem Arbeitsmarkt gesagt worden ist, denn auch da können wir eine positive Bilanz aufweisen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Es gibt 175 Millionen €
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja!
für Maßnahmen für Menschen mit Behinderungen. Genau für diese, Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein, tragen wir eine ganz besondere Verantwortung. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Abgeordnete Mag. Judith Schwentner (Grüne): Herr Präsident! Werte Frau Ministerin! Herr Minister! Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! Das Schlusswort, Sie sehen schwarz, ist symptomatisch für Ihre Form der Politik, nämlich immer wieder nur Angst und Panik zu verbreiten. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Peter Wurm und Belakowitsch-Jenewein.
Was die Lehrausbildungen angeht: Da ist ja jetzt wieder ausgeweitet worden. Herr Bundesminister, das halte ich für gut, dass da ausgeweitet wurde, aber Fakt ist trotzdem noch, dass ein Unternehmer weiß, wenn ein junger Asylwerber eine Lehre bei ihm macht, dass der jederzeit abgeschoben werden kann. Genau das ist der Grund, wieso Unternehmer sagen, sie machen diese Lehrausbildung nicht. (Zwischenrufe der Abgeordneten Peter Wurm und Belakowitsch-Jenewein.) Dementsprechend halte ich das nicht für sinnvoll.
Beifall bei den NEOS sowie der Abg. Korun. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da sind wir schon drinnen! – Abg. Scherak – das Rednerpult verlassend –: Aber dann muss man es nicht verschlimmern!
Ich glaube, es ist wichtig, dass wir das endlich machen, denn nur so werden wir es schaffen, dass wir nicht in eine Integrationskrise schlittern. Und das ist, glaube ich, im Interesse von uns allen. (Beifall bei den NEOS sowie der Abg. Korun. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da sind wir schon drinnen! – Abg. Scherak – das Rednerpult verlassend –: Aber dann muss man es nicht verschlimmern!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: … Bundesregierung!
Abgeordneter Ing. Markus Vogl (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Frau Ministerin! Partnerschaft des Stillstandes, so bezeichnen Sie, Kollege Loacker, die österreichische Sozialpartnerschaft (Abg. Belakowitsch-Jenewein: … Bundesregierung!), und als Beispiel führen Sie an, dass Sie die Arbeitgeber befragt haben: Was würden Sie tun, um Arbeitsplätze zu schaffen?
Zwischenruf des Abg. Steinbichler. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da können Sie jetzt wirklich nichts dafür, da sind Sie unschuldig!
Die Hauptzielgruppe sind die, die da dazwischen sind, und da haben wir ein Spezialthema für die ganz Jungen, jene im Alter von 16, 17, 18 Jahren und so weiter. Da bemühen wir uns, diese verstärkt in jenen vier Regionen Österreichs unterzubringen, wo wir einen effektiven Lehrstellenüberhang haben, der sich verfestigt hat, der sich manifestiert hat – das ist in Tirol, Vorarlberg, Salzburg und auch in Teilen von Oberösterreich der Fall, weil wir auch weniger 15-Jährige in diesen Ländern haben. Wir haben ja erstmals um 10 000 15-Jährige weniger als noch vor drei Jahren, weil nun einmal die, ich habe das ohnehin schon öfter gesagt, die 1999/2000 nicht geboren wurden, jetzt nicht da sind. Das ist so. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da können Sie jetzt wirklich nichts dafür, da sind Sie unschuldig!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt!
Und weil Sie auch gesagt haben, das Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz sei solch eine Katastrophe: Wissen Sie, Herr Abgeordneter, Ihre Partei hat nicht zugestimmt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt!), weil es ihr zu weich ist, weil es für sie nicht ausreichend ist. Lesen Sie bitte die Aussagen Ihrer Kolleginnen und Kollegen, die hier gefallen sind, als wir die Beschlussfassung hatten, es ist ihnen zu weich! Und jetzt stellen Sie sich – aus derselben Partei kommend – hier her und sagen, das alles ist eine Katastrophe?! – Seien Sie mir nicht böse! (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na ja, eben!
Wollen Sie einen Schutz des österreichischen Arbeitsmarktes mit gleichem Lohn zu gleichen Bedingungen für die Menschen, die hier arbeiten, ja oder nein? Wollen Sie das, ja oder nein? – Wenn ja, dann muss man ein Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz basteln, und das haben wir gemacht. Die Einzigen, die nicht mitgestimmt haben, waren Sie, weil es Ihnen zu weich war. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na ja, eben!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Habe ich doch recht gehabt!
Ein weiteres Problem, das es darüber hinaus gibt, ist, dass auf einmal Teile der Wirtschaft zu mir kommen und sagen, ich sei viel zu weich! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Habe ich doch recht gehabt!) Die Aussendungen der Wirtschaftskammer Niederösterreich, Sektion Gewerbe, der Wirtschaftskammer Burgenland, Sektion Gewerbe, der Wirtschaftskammern Steiermark und Kärnten, Sektion Gewerbe, können Sie alle haben, nur steht dort überall drinnen, dass ich zu weich bin. – Und dann
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Mein Gott!
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich verstehe natürlich, dass die Freiheitliche Partei auf jeden Zug, bei dem sie meint, irgendwo punkten zu können, aufhüpft. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Mein Gott!) Von was reden wir in Wirklichkeit? – Wir reden von einer Entscheidung, die Europa im Jahr 2008 getroffen hat; 2008! Glauben Sie denn wirklich, Herr Wurm, dass vier Firmen so viel Macht haben, dass 500 Millionen Europäer nachhüpfen? (Abg. Lausch: Sie glauben das nicht!?) – Glauben Sie denn das wirklich? Halten Sie alle Europäer für so naiv? (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.) – Nein, Herr Wurm. Bitte, überschätzen Sie sich nicht. – Das ist einmal Punkt eins. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Sitzung Nr. 100
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann hätten Sie zuhören sollen, dann hätten sie es vielleicht verstanden!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen Abgeordnete! Ich bin mir nicht ganz sicher, ob mein Vorredner jetzt den Klimawandel geleugnet hat oder nicht (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann hätten Sie zuhören sollen, dann hätten sie es vielleicht verstanden!), aber eines ist sicher: dass er die positive Entwicklung, die ein ganz wesentlicher Industrie- und Wirtschaftszweig in Österreich genommen hat, nämlich den Bereich „grüne Arbeitsplätze“ und Ökoindustrie, die zu den wenigen zählten, die in den Krisenjahren nicht nur stabil geblieben, sondern gewachsen sind, schlechtgeredet hat. Und Sie haben gerade dazu applaudiert, dass Sie das jetzt in Oberösterreich abschaffen wollen. Das ist Faktum und ist sehr bedauerlich! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es gibt auch rot-blau!
Ich sage das, weil es unabhängig von der Parteipolitik ist. In all den Bundesländern haben wir unterschiedliche Koalitionsformen: schwarz-grün, schwarz-rot, rot-schwarz, mehrfach, schwarz-blau – alle Varianten, die es gibt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es gibt auch rot-blau!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da sehen wir, wie glaubwürdig Sie sind! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Im Übrigen: Herr Kollege Darmann, ich brauche von Ihnen keine Ratschläge, wo ich zuzustimmen habe und wo nicht, das werde ich mir schon selbst überlegen. Das möchte ich Ihnen auch gesagt haben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da sehen wir, wie glaubwürdig Sie sind! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Es wäre dringend notwendig – Herr Kollege Rosenkranz, Sie werden bei diesem Thema immer nervös, ich weiß es –, in Österreich wieder einen Rechtsextremismusbericht erstellen zu lassen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Ich habe in diesem Zusammenhang einen Bericht des Hamburger Verfassungsschutzes für das Jahr 2014 zugespielt bekommen oder gelesen. Es ist insofern interessant – für Österreich normalerweise nicht von ganz großer Relevanz –, als der Hamburger Verfassungsschutz über die Zustände in den Burschenschaften berichtet.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: … nicht die FPÖ-Wien, die das organisiert! Wissen Sie das noch immer nicht?
Es wäre dringend an der Zeit, einen solchen Rechtsextremismusbericht wieder einzuführen. Es wäre dringend an der Zeit, dass man sich das große europäische Vernetzungstreffen des Rechtsextremismus, das alljährlich von Ihnen organisiert wird – zumindest aus Ihrem Dunstkreis kommt, nämlich das der Rechtswalzer in der Hofburg ‑, anschaut, denn das sind Stammgäste des gesamten europäischen Rechtsextremismus. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: … nicht die FPÖ-Wien, die das organisiert! Wissen Sie das noch immer nicht?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Das ist ein legitimes Recht. Aber die Redner, die sich zu diesem Bericht gemeldet haben, haben zum Bericht überhaupt nichts gesagt und die Situation eigentlich nur genützt (Abg. Darmann: Zahlen! Zuhören!), die schwierige politische Situation, die wir in Bezug auf die Menschen, welche vor Krieg und Mord flüchten, haben, noch einmal aufzuzeigen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Beamten, ja!
Herr Kollege Rosenkranz, weil Sie zuvor vom Sicherheitsbedürfnis der Menschen gesprochen haben (Zwischenruf bei der FPÖ): Es gibt meines Erachtens ein Beispiel, das in den letzten Tagen aus dem Innenministerium veröffentlicht worden ist, das wirklich beispielgebend dafür ist, dass sich das Innenministerium mit seinen Beamtinnen und Beamten vorbildlich um die Sicherheit Österreichs kümmert. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Beamten, ja!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was genau wird da gemacht?
Es wurden und werden Grenzkontrollen gemacht, sowohl damals im Burgenland als auch jetzt in Spielfeld, und zwar im Rahmen der internationalen Möglichkeiten. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was genau wird da gemacht?) Natürlich ist man dabei, das technisch noch zu verbessern, aber im Rahmen der Möglichkeiten wird das gemacht und ist auch entsprechend umgesetzt worden.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Die Forderung nach Einführung einer Obergrenze für Flüchtlinge ist zwar grundsätzlich nachvollziehbar, aber nur im gesamteuropäischen Kontext sinnvoll, und zwar mit einer entsprechenden Verteilungsquote für die einzelnen EU-Staaten. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber wir tragen sie vielleicht mit!
Unsere Frau Bundesministerin hat in dieser Situation mit Ihrem Team etwas geleistet. Sie hat schon vieles an Vorschlägen auf den Tisch gebracht, die zum Teil auch vom Koalitionspartner nicht mitgetragen wurden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber wir tragen sie vielleicht mit!) Sie hat Lösungsansätze auf den Tisch gebracht – wir kennen das (Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig) –: Asyl auf Zeit, Erschwernis des
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hochkonjunktur 2008!
Familienzuzuges, Sachleistungen statt Geldleistungen. Wir wissen, dass die Mindestsicherung in einer Zeit eingeführt wurde, in der wir Hochkonjunktur und Vollbeschäftigung hatten (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hochkonjunktur 2008!), und dass das mit der heutigen Situation, in der wir jetzt sind, überhaupt nichts zu tun hat. Auch damals bei den Flüchtlingsströmen – sofern sie Asyl kriegen und zu diesen Leistungen kommen – haben wir überhaupt noch nichts gemacht, und deshalb sind diese Sachen auch ganz klar zu korrigieren. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Königsberger-Ludwig und Darmann.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Oder auch nicht!
Es kommt nicht von ungefähr, dass in der Europäischen Union Österreich nach Schweden die zweithöchste Anzahl von Anträgen auf Asyl hat und auch – pro Kopf gerechnet – die zweithöchste Anzahl an Asylanten hat. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Oder auch nicht!) Man wird auch da den Mut haben müssen, unsere Sozialleistungen dem europäischen Mittelfeld anzupassen. Wir müssen nicht die schlechtesten sein, aber wir dürfen auch nicht die besten sein. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was soll denn das?) Und dass das nicht von heute auf morgen geht, glaube ich, ist klar, aber es ist sehr wohl in unserem Verantwortungsbewusstsein, dass wir das auch mit diesen Rahmenbedingungen in den Griff bekommen müssen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was soll denn das?
Es kommt nicht von ungefähr, dass in der Europäischen Union Österreich nach Schweden die zweithöchste Anzahl von Anträgen auf Asyl hat und auch – pro Kopf gerechnet – die zweithöchste Anzahl an Asylanten hat. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Oder auch nicht!) Man wird auch da den Mut haben müssen, unsere Sozialleistungen dem europäischen Mittelfeld anzupassen. Wir müssen nicht die schlechtesten sein, aber wir dürfen auch nicht die besten sein. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was soll denn das?) Und dass das nicht von heute auf morgen geht, glaube ich, ist klar, aber es ist sehr wohl in unserem Verantwortungsbewusstsein, dass wir das auch mit diesen Rahmenbedingungen in den Griff bekommen müssen.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Eines ist auch ganz klar: In jeder Krise, wie sie auch ist, so wie eine Familie zusammenzustehen hat und das dann wieder schafft, so hat in diesem Fall auch eine Regierung zusammenzustehen, inklusive aller Oppositionsparteien, denn da geht es nicht um Politik, da geht es um unser Österreich und um die Sicherheit von Österreich. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Hagen.
Abschließend zu den Punkten 3 bis 8, ob das jetzt die Grenzkontrollen sind, ob das die Quote für Asylanten ist: Wir wissen, wir haben im Ausschuss darüber diskutiert. Viele dieser Punkte haben auch hundertprozentig Berechtigung, werden zum Teil auch schon umgesetzt oder sind in der Geraden für die Umsetzung. Meine Zeit ist jetzt zu kurz, um diese acht Punkte durchzunehmen. Es gab die nötige Zeit der Diskussion im Ausschuss, und ihr kennt die Argumentationen, warum man bei gewissen Punkten nicht mitgeht, aber viele dieser Punkte sind zum Teil schon im Programm drinnen, das die Regierung umsetzt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Hagen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist auch schon was!
Ich gestehe Ihnen zu – und Sie haben es ja selber im Ausschuss gesagt –: Sie sind bemüht, dass hier etwas vorwärtsgeht. Sie haben ja selber gesagt, Sie stocken die Polizei auf, weil die Kriminalität aufgrund der starken Einwanderung vermutlich zunimmt. Das haben Sie wortwörtlich im Ausschuss gesagt, und das ist auch so, da gebe ich Ihnen absolut recht. Sie haben die vollste Unterstützung vom Team Stronach, das kann ich Ihnen versichern. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist auch schon was!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: 120 00? 130 000?
Auch dieser Antrag hat seine ganz klare Berechtigung und sollte heute die Zustimmung bekommen, denn wenn man jetzt schaut: Zuerst ist von 68 000 Asylwerbern oder Asylanträgen in Österreich gesprochen worden, dann waren es 86 000 und jetzt sind wir bei 95 000. Wo hört das auf? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: 120 00? 130 000?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Mindestens!
Abgeordneter Mag. Günther Kumpitsch (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Minister! Kolleginnen und Kollegen! Nur noch einmal zur Veranschaulichung: Im Jahre 2013 wurden in Österreich 17 000 Asylanträge gestellt. Im Vorjahr waren es 28 000, und wie wir heute hörten, nach den neuesten Prognosen, erwarten wir heuer noch – bis Ende des Jahres – 95 000 Anträge. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Mindestens!) – Mindestens, und das in einem Land von 8,4 Millionen Einwohnern! Beinahe täglich drängen Tausende Menschen in Spielfeld über die Grenze mit dem Ziel, noch nach Deutschland zu gelangen oder nach Schweden oder in andere nordische Länder.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: 1968, nicht 1986!
Nun zu unseren Themen. Damit wir die aktuellen Geschehnisse richtig in die Geschichte einordnen können – weil vorhin auch von Zahlen die Rede war –: 1956/57 hat Österreich 180 000 Ungarn-Flüchtlinge aufgenommen, 1986 aus der damaligen Tschechoslowakei 162 000 Menschen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: 1968, nicht 1986!), in den Neunzigerjahren waren es etwas über 90 000 Menschen, hauptsächlich aus Bosnien, die wegen der Jugoslawienkrise gekommen sind.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, die Angst zu ...!
Jetzt weiß ich schon, dass man meistens Angst vor Dingen oder Leuten oder Phänomenen hat, die man überhaupt nicht kennt, weil man mit diesen Phänomenen, mit diesen Leuten, mit dieser Sache noch gar nicht in Berührung gekommen ist. Unsere Aufgabe als Politiker und Politikerinnen ist es meiner Meinung nach, nicht mit Angst zu arbeiten und diese Angst zu vergrößern (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, die Angst zu ...!), sondern Ängste abzubauen zwischen Menschen, auch zwischen Menschengruppen, und für Verständigung und für gute Nachbarschaft zu sorgen. So verstehe ich meine Aufgabe als gewählte Mandatarin dieses Hohen Hauses.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Viele!
Immer mit der Angst zu kommen als Argument dafür, dass man dieses und jenes nicht machen will, weil der oder die Angst hat, das ist ein Vorschützen von Behauptungen. Ja, es gibt Menschen, die Angst haben (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Viele!), ja, es gibt Menschen, die an den Bahnhöfen stehen, die ankommende Flüchtlingsfamilien willkommen geheißen und sie mit Essen und warmer Kleidung versorgt haben. Ich war selber am Westbahnhof, am Hauptbahnhof (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Oberlaa!),
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Oberlaa!
Immer mit der Angst zu kommen als Argument dafür, dass man dieses und jenes nicht machen will, weil der oder die Angst hat, das ist ein Vorschützen von Behauptungen. Ja, es gibt Menschen, die Angst haben (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Viele!), ja, es gibt Menschen, die an den Bahnhöfen stehen, die ankommende Flüchtlingsfamilien willkommen geheißen und sie mit Essen und warmer Kleidung versorgt haben. Ich war selber am Westbahnhof, am Hauptbahnhof (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Oberlaa!),
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die sie dann verbrennen! – Die Rednerin macht eine Pause und blickt in Richtung der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Wahrheit tut manchmal weh! – Abg. Darmann: Steht schon im Protokoll!
habe auch ältere Damen und Herrschaften getroffen, die sowohl Geldspenden vorbeigebracht haben als auch die alte Kleidung von ihren Enkelkindern. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die sie dann verbrennen! – Die Rednerin macht eine Pause und blickt in Richtung der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Wahrheit tut manchmal weh! – Abg. Darmann: Steht schon im Protokoll!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wieso „Hetze“? – Abg. Darmann: Die Wahrheit tut weh! Was für eine Hetze?
Hetze ist immer viel einfacher. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wieso „Hetze“? – Abg. Darmann: Die Wahrheit tut weh! Was für eine Hetze?) Menschen gegeneinander aufzubringen, ist immer viel einfacher. Konkrete Arbeit vor Ort zu machen, frierende Kinder zu versorgen, ist viel schwieriger, sehr geehrte Frau Sozialsprecherin Ihrer Fraktion. (Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Hetze ist immer viel einfacher. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wieso „Hetze“? – Abg. Darmann: Die Wahrheit tut weh! Was für eine Hetze?) Menschen gegeneinander aufzubringen, ist immer viel einfacher. Konkrete Arbeit vor Ort zu machen, frierende Kinder zu versorgen, ist viel schwieriger, sehr geehrte Frau Sozialsprecherin Ihrer Fraktion. (Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Klubobmann!
Und wenn Sie sich, Herr Parteiobmann Lopatka (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Klubobmann!) – Klubobmann! Entschuldigung, Klubobmann –, in einer anderen Causa als Moralapostel aufspielen (Abg. Lopatka: Was heißt Moralapostel?): Wo ist Ihre Moral mit Ihrem Bürgermeister in Bad Gastein? (Abg. Rädler: Wo ist Ihre Moral bei der ...?) Wo ist diese Moral in dieser Causa? Sie verkörpern in Wahrheit eine Doppelmoral, Sie wissen es. (Ruf bei der ÖVP: Wer?) Sie wissen es!
Abg. Belakowitsch-Jenewein: So schön ist er auch wieder nicht!
Wir haben in dieser Anfrage eine ganz wichtige Frage gestellt: Wo ist Kanzler Faymann? Uns geht es natürlich nicht darum, dass er heute nicht hier ist. Das ist ein Schönheitsfehler. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: So schön ist er auch wieder nicht!) Diese Information ist uns leider nicht zugegangen. Man hat es nicht geschafft, uns rechtzeitig darüber zu informieren, so wie das im Parlament üblich ist. Herr Faymann hat es nicht einmal zustande gebracht, alle Parteien im Hohen Haus darüber zu informieren, dass er nicht anwesend ist. Aber das soll so sein. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Wir haben in dieser Anfrage eine ganz wichtige Frage gestellt: Wo ist Kanzler Faymann? Uns geht es natürlich nicht darum, dass er heute nicht hier ist. Das ist ein Schönheitsfehler. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: So schön ist er auch wieder nicht!) Diese Information ist uns leider nicht zugegangen. Man hat es nicht geschafft, uns rechtzeitig darüber zu informieren, so wie das im Parlament üblich ist. Herr Faymann hat es nicht einmal zustande gebracht, alle Parteien im Hohen Haus darüber zu informieren, dass er nicht anwesend ist. Aber das soll so sein. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, zurücktreten!
Genau so wird der Ball hin und her gespielt. So kann das nicht funktionieren. Das heißt: Da Sie in dieser Zwangsehe verhaftet sind, sollten Sie endlich langsam in die Gänge kommen! Vor allem der Herr Bundeskanzler muss endlich etwas tun. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, zurücktreten!) Er kann sich nicht weiter wegducken.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war jetzt aber ein Scherz!
Klar ist auch, dass die internationale Wirtschaftskrise noch nicht überstanden ist, deshalb setzt die Regierung laufend Maßnahmen zur Gegensteuerung. Als Beispiele seien erwähnt: die Lohnnebenkostensenkung, die Wohnbauoffensive und – das sei an dieser Stelle noch einmal erwähnt – die Steuerreform zur Konsum-Ankurbelung. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war jetzt aber ein Scherz!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und wer wird es machen?
Folgendes darf ich hier auch nochmals klar ausdrücken: Das Einzäunen eines jeden europäischen Staates mit Stacheldraht wollen wir nicht. Eine Politik des Abgrenzens oder irgendwelche staatlichen Alleingänge lösen sicherlich keine Probleme. Die Sicherung der EU-Außengrenze ist jedenfalls prioritär. Darüber hinaus benötigen wir auch eine rasche Etablierung von Hotspots in Griechenland und Italien. Dort soll entschieden werden, wer zu einem Asylverfahren zugelassen wird, und all jene, die nicht zu einem Asylverfahren zugelassen werden können, müssen in ihre Heimatländer zurückkehren. Jene, die zugelassen werden, müssen gerecht und fair auf alle Länder in der Europäischen Union verteilt werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und wer wird es machen?) Bezüglich Schutzzonen in Syrien ist die Diskussion international im Gange.
Heiterkeit und Zwischenrufe der Abgeordneten Peter Wurm und Belakowitsch-Jenewein.
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Sehr geschätzte Frau Präsidentin! Sehr geschätzte Frau Staatssekretärin! Meine sehr geehrten Damen und Herren vor den Fernsehschirmen! Bitte wandern Sie nicht aus, es ist nicht so tragisch, wie es hier bisher seitens des Kollegen Lugar und seitens der Frau Dietrich dargestellt wurde! (Heiterkeit und Zwischenrufe der Abgeordneten Peter Wurm und Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Loacker.
Wir haben eine steigende Beschäftigung, wir haben aber auch eine steigende Arbeitslosigkeit. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Loacker.) Deswegen ist unsere Meinung hier ganz klar: Wir müssen uns aus dieser Krise herausinvestieren und dürfen nicht mit dem Sparstift versuchen da durchzutauchen! Deswegen hat diese Bundesregierung Maßnahmen gesetzt – und nicht erst jetzt im Jahr 2015, sondern Sie wissen ganz genau: 2008/2009 im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise hat kein anderes Land in Europa diese Krise so gut bewältigt wie diese Koalition unter Bundeskanzler Werner Faymann! Deshalb kann man da nicht einfach gewisse Dinge schlechtreden! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Peter Wurm. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber Schönreden nützt uns auch nichts!
Mein Appell geht wirklich an alle politischen Vertreter: Reden wir dieses Land nicht so schlecht, reden wir es nicht hinunter, sondern arbeiten wir gemeinsam an Lösungen! Das ist in Wirklichkeit der Auftrag an die Politik. Und es liegt nicht allein in der Verantwortung der Bundesregierung, an Lösungen zu arbeiten, sondern auch in jener der Opposition. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Peter Wurm. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber Schönreden nützt uns auch nichts!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche?
Warum man hier heraußen aber kein einziges Wort über jene Maßnahmen verliert, die gesetzt wurden, deren Umsetzung aber auch nicht ganz einfach war und ist, meine Damen und Herren, weiß ich nicht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: „An und für sich“!
Ich lebe an der bayrischen Grenze, wir haben diese Flüchtlingsströme. Die Übernahmen funktionieren an und für sich gut (Abg. Belakowitsch-Jenewein: „An und für sich“!), aber wir müssen uns darauf einstellen – und da sind wir alle gefordert, meine Damen und Herren – und auch auf nationaler Ebene die richtigen Maßnahmen in diesem Bereich setzen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Den haben wir auch nicht gesehen!
Von dem berühmten Tausender, den Herr Wöginger heute wieder angesprochen hat, wird nicht mehr viel übrig bleiben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Den haben wir auch nicht gesehen!) Ich erinnere mich übrigens an den Tausender, bei dem mir der Name Ederer in den Sinn kommt. Wir haben den Ederer-Tausender ja auch im Zuge des EU-Beitritts versprochen bekommen, auf den wir … (Abg. Wöginger: Das waren aber Schilling!) – Ja, aber es war ein Tausender und auf den warten wir heute noch. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Den haben wir auch nicht gesehen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Den haben wir auch nicht gesehen!
Von dem berühmten Tausender, den Herr Wöginger heute wieder angesprochen hat, wird nicht mehr viel übrig bleiben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Den haben wir auch nicht gesehen!) Ich erinnere mich übrigens an den Tausender, bei dem mir der Name Ederer in den Sinn kommt. Wir haben den Ederer-Tausender ja auch im Zuge des EU-Beitritts versprochen bekommen, auf den wir … (Abg. Wöginger: Das waren aber Schilling!) – Ja, aber es war ein Tausender und auf den warten wir heute noch. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Den haben wir auch nicht gesehen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja und, das ist eine Privatmeinung!
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Pro Jahr gehen ungefähr 150 000 Österreicherinnen und Österreicher auf Kur, und Sie erinnern sich, vor etwas mehr als zwei Monaten hat Peter McDonald – damals noch in seiner Funktion als Obmann des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger – gemeint, das System der Kuren sei nicht mehr zeitgemäß. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja und, das ist eine Privatmeinung!) Damit hat er vielen aus dem Herzen gesprochen. Ob er das heute als ÖVP-Generalsekretär noch so sieht, wird sich noch weisen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wozu haben wir sie dann wirklich?!
Es war vielleicht die Intention von Peter McDonald, dass er eine Debatte darüber haben wollte, aber er hat es sehr unsubstanziiert gemacht. Er hat nämlich nicht gewusst, von welchen Zahlen er ausgeht. Der Obmann des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger hat nicht gewusst, was die Zahlen sind. Wir haben nämlich hier eine sehr umfangreiche Anfragebeantwortung bekommen. Das Spannende ist aber gar nicht so sehr, was da drinsteht (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wozu haben wir sie dann wirklich?!), sondern spannend ist vielmehr, was alles nicht drinsteht, denn die Fragen 2, 3, 4, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 15, 16 und 19 sind nicht beantwortet worden. Darin geht es zum Beispiel darum, wie alt die Antragsteller sind, welche Diagnosen bei den Menschen, die auf einen Kuraufenthalt geschickt wurden, festgestellt worden sind, wie viele Personen öfter auf Kur geschickt werden und ob die wegen derselben Diagnose oder wegen unterschiedlicher Diagnosen öfter auf Kur geschickt werden. Etwas, das wir auch nicht wissen, ist, was das Unterfangen, dieses Kursystem in Österreich, das knapp 150 000 Personen im Jahr in Anspruch nehmen, kostet.
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Mückstein.
Wir glauben, dass die Gesundheitsreform, die die Frau Bundesministerin betreibt – und die sie gar nicht in dem Tempo betreibt, wie ich mir das wünschen würde –, mit den Primärversorgungszentren eine gute Möglichkeit bieten würde, Dinge auch in den ambulanten Bereich zu verlegen, die jetzt im stationären Bereich gemacht werden, denn, wenn man jemanden wegen Bluthochdrucks auf Kur schickt und der dort alle möglichen Behandlungen erfährt, dann wird das nichts nützen, wenn der drei Wochen in einem Kurzentrum kaserniert ist, sondern das, was man erreichen muss, ist, dass so jemand seine Lebensgewohnheiten ändert. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Mückstein.) Das geht leichter, wenn man ihn regelmäßig im ambulanten Bereich bestellt. Das gilt sicher auch für viele andere Leiden zum Beispiel des Bewegungsapparates und so weiter.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das muss Ihnen ja gefallen, wenn die Wirtschaft floriert!
Der Grund, warum trotzdem nichts passiert, ist natürlich auch ein Wirtschaftsfaktor. Da gibt es den ÖVP-dominierten Verband der Heilbäder und Kurorte. Die wollen natürlich ihre Heilbäder und ihre Kurzentren voll haben, und die sind darauf angewiesen, dass die Sozialversicherungsträger jedes Jahr eine Mindestzahl an Personen auf Kur schicken. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das muss Ihnen ja gefallen, wenn die Wirtschaft floriert!) Die Sozialversicherungsträger haben natürlich auch eine Menge Geld in eigenen Einrichtungen verlocht, die als Kurzentren herumstehen, die aber auch gefüllt sein wollen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das hat er ja gefragt!
Abgeordnete Dr. Eva Mückstein (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir sind ja hier eigentlich bei einer Anfragebesprechung, und in Bezug auf die Anfragebeantwortung gebe ich meinem Kollegen Loacker recht, da, finde ich, gibt es schon einiges zu beanstanden. Ich finde auch, dass diese Anfrage – wenn man es freundlich ausdrückt – eher defensiv beantwortet ist, und ich finde es eigentlich auch nicht so toll für uns, wenn wir auf 200 Seiten einen Bericht des Hauptverbandes kopiert bekommen, wo man dann erst recht wieder selbst die Daten herausanalysieren müsste. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das hat er ja gefragt!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
„Gemäß Art. 5 Abs. 4 lit. c des Schengener Grenzkodex kann ein Mitgliedstaat Drittstaatsangehörigen, die eine oder mehrere Einreisevoraussetzungen (u.a. Besitz eines Reisepasses, Besitz eines Visums) nicht erfüllen, die Einreise in sein Hoheitsgebiet u.a.“ – also unter anderem – „aus humanitären Gründen gestatten.“ (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Für Hunderttausende?!
„Der Grenzkodex wurde als Verordnung der EU erlassen und ist daher unmittelbar anwendbar. Wenn nicht ohnehin davon ausgegangen wird, dass er daher der nationalen Regelung vorgeht, scheint die Regelung durchaus auch im Einklang mit den Bestimmungen des § 15 Fremdenpolizeigesetz“ – (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Für Hunderttausende?!) – „zu stehen, wenn dort auf internationale Vereinbarungen oder wie hinsichtlich der Visumspflicht überhaupt auf EU-Recht verwiesen wird.“ (Zwischenruf des Abg. Darmann.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hunderttausende?!
„Auf Grund des gegebenen Sachverhalts gestatten die österreichischen Sicherheitsbehörden in zulässiger Weise den Grenzübertritt aus humanitären Gründen, auch wenn die Betroffenen über keine Reisepässe oder Visa verfügen.“ – (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hunderttausende?!) – „Damit handelt es sich um keine rechtswidrigen Grenzübertritte.“
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie haben das etwas verwechselt!
Ich möchte ein bisschen die Rahmenbedingungen in Erinnerung rufen, die der Entscheidung der Bundesregierung vorausgegangen sind, die Grenzen zu öffnen. Ich möchte an die Bilder und Videos von den unsäglichen Menschenrechtsverletzungen erinnern, die uns aus Ungarn erreicht haben. Ich möchte an den Zug erinnern, den die ungarische Regierung in die falsche Richtung geschickt hat, nachdem sie den Flüchtlingen zuerst gesagt hat, dieser Zug würde nach Österreich fahren. Ich möchte an die sogenannte Essensausgabe erinnern, bei der Semmeln – Wurstsemmeln, Käsesemmeln – in eine Menge von Flüchtenden geworfen worden sind. Das hat eher nach Tierfütterung als nach Versorgung mit Nahrungsmitteln ausgesehen. Ich möchte an eingesperrte Kinder hinter Gittern erinnern. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie haben das etwas verwechselt!) Ich möchte an Ärztinnen und Ärzte erinnern, die über ganz fatale gesundheitsgefährdende Zustände in Röszke und den anderen Grenzübergängen berichtet und Alarm geschlagen haben. Ich möchte an diese Zustände erinnern, die von NGOs wie Human Rights Watch als entsetzlich beschrieben worden sind.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das eine mit dem anderen zu tun? – Abg. Stefan: Auch wenn das stimmt, ist es kein Argument!
Herr Strache, Sie sind ja jetzt wieder da. Anklagbar im Umgang Österreichs mit der Flüchtlingssituation ist nicht etwa, dass die Grenzen geöffnet wurden. Anklagbar ist, dass in Traiskirchen nach wie vor Flüchtlinge obdachlos sind, und dass es ewig gedauert hat, bis an den Grenzübergängen in Nickelsdorf und Spielfeld die Versorgung halbwegs aufgebaut worden ist. Es ist unsäglich, dass die Versorgung der Flüchtlinge auch in Wien maßgeblich von der Zivilgesellschaft abhängt, davon, dass Leute private Spenden an Lebensmitteln, Zahnbürsten, Zahnpasta und so weiter bringen. Nur mit Hilfe der Zivilgesellschaft kann diese Unterstützung aufrechterhalten werden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das eine mit dem anderen zu tun? – Abg. Stefan: Auch wenn das stimmt, ist es kein Argument!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es gibt sogar Grüne, die das sagen!
geworden. Die Message der Bundesregierung ist: Wir schaffen das nicht. Dass eines der reichsten Länder der Welt sagt, dass wir das nicht schaffen, ist peinlich und erbärmlich. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es gibt sogar Grüne, die das sagen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Reden wir jetzt von einem Wochenende oder von Monaten?
Man kann kritisieren, dass die Registrierung nicht vorgenommen wurde, aber selbst wenn die Bundesregierung oder die Innenministerin das gewusst hätten, wäre es genauso die Abwägung der Rechtsgüter gewesen. Es ist jedenfalls im Sinne der Flüchtlinge und des Lebens der Flüchtlinge, dass sie sich nicht einfach so auf den Weg machen und an der Autobahn entlanggehen. Damit wird auch entsprechend deren Leben geschützt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Reden wir jetzt von einem Wochenende oder von Monaten?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum mit Waffengewalt? – Zwischenruf des Abg. Darmann.
Ich halte es für wirklich verwerflich, was Sie hier machen. Sie stellen etwas in den Raum, das nur mit Einsatz von Waffengewalt bewältigbar wäre. Sie wissen das, und Sie können nicht verleugnen, dass Sie das damit meinen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum mit Waffengewalt? – Zwischenruf des Abg. Darmann.) Sie behaupten
Sitzung Nr. 104
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da haben wir leider die falsche Regierung!
Meine geschätzten Damen und Herren! Gerade in dieser Situation hätten wir uns Führungsqualitäten seitens der Bundesregierung gewünscht. (Ruf bei der FPÖ: Von wem?) Wir hätten uns gewünscht, dass uns die Bundesregierung Sicherheit und Stabilität gibt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da haben wir leider die falsche Regierung!), aber leider Gottes war alles andere als dies der Fall.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben Sie falsch verstanden!
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Danke (in Bezug auf den noch nicht verklungenen Beifall bei der FPÖ) für den Eingangsapplaus, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben Sie falsch verstanden!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja eh nicht!
Die Kolleginnen Belakowitsch-Jenewein und Mückstein haben es richtig gesagt: Die Gesundheitsministerin ist über weite Strecken eine „Königin ohne Land“, weil die großen Geldbeträge von den Ländern als Spitalerhalter und natürlich auch von den Kassen hin- und hergeschoben werden; und wenn wir hier an dieser Stelle oft über den Föderalismus herziehen, dann muss man schon auch sagen, im Gesundheitsbereich dürfen wir die Kassen nicht außen vor lassen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja eh nicht!), denn die sind da natürlich auch ein mächtiger Player. Das hören die Roten und Schwarzen nicht so gerne, weil sich das in ihrem Einflussbereich abspielt, was da in den Kassen passiert, aber die machen es auch kompliziert und ineffizient.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Kollege Darmann, es ist natürlich die Aufgabe der Opposition zu kritisieren. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Allerdings wäre es ganz nett, wenn man auch einmal ein bisschen differenziert an das vorliegende Budget heranginge. Wenn man nämlich den Ausführungen der freiheitlichen Redner im Laufe des Tages folgt, dann stellt man eigentlich fest, dass gar nichts in diesem Budget passt. Es ist ja alles schlecht. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ sowie der Abg. Tamandl.) – Dieser Applaus geht wirklich ins Leere, weil es eben nicht so ist, insbesondere nicht im Sicherheitsbudget. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Kollege Darmann, es ist natürlich die Aufgabe der Opposition zu kritisieren. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Allerdings wäre es ganz nett, wenn man auch einmal ein bisschen differenziert an das vorliegende Budget heranginge. Wenn man nämlich den Ausführungen der freiheitlichen Redner im Laufe des Tages folgt, dann stellt man eigentlich fest, dass gar nichts in diesem Budget passt. Es ist ja alles schlecht. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ sowie der Abg. Tamandl.) – Dieser Applaus geht wirklich ins Leere, weil es eben nicht so ist, insbesondere nicht im Sicherheitsbudget. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Darmann.
Dass wir in den nächsten Jahren um 2 000 Polizistinnen und Polizisten mehr bekommen … (Abg. Darmann: … für nächstes Jahr versprochen!) – Ich weiß nicht, warum Sie das nicht anerkennen können. Seien Sie mir nicht böse, es war doch die absolut richtige Reaktion, in einer krisenhaften Situation zu sagen, wir brauchen für unsere Polizistinnen und Polizisten nicht nur eine zusätzliche … (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Darmann.) – Sie wissen es doch ganz genau, Herr Kollege Darmann, dass diese Vereinbarung getroffen wurde, nachdem das Budget vorgelegt worden war. (Abg. Darmann – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: 99 sind budgetiert!)
Zwischenruf bei der ÖVP sowie der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Das haben Sie auch im Ausschuss gehört, dass das in einem Nachtragsbudget gemacht wird. Da braucht man doch hier im Plenum nicht so zu tun, als ob man davon keine Ahnung hätte. (Zwischenruf bei der ÖVP sowie der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Sie wissen es ganz genau, und das ist und bleibt ein großer Erfolg unserer Bundesministerin. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dass wir jetzt schon wissen, dass wir ein falsches Budget haben?!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dass wir jetzt schon wissen, dass wir ein falsches Budget haben?!
Das haben Sie auch im Ausschuss gehört, dass das in einem Nachtragsbudget gemacht wird. Da braucht man doch hier im Plenum nicht so zu tun, als ob man davon keine Ahnung hätte. (Zwischenruf bei der ÖVP sowie der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Sie wissen es ganz genau, und das ist und bleibt ein großer Erfolg unserer Bundesministerin. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dass wir jetzt schon wissen, dass wir ein falsches Budget haben?!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bitte ein konkretes Beispiel!
Im Übrigen möchte ich Sie von der FPÖ gern einladen, denn Sie stellen sich ja ganz gern als Sicherheitspartei dar. Immer dann, wenn es um die Frage geht, ob Sie hier Maßnahmen zustimmen, die mehr Sicherheit bringen, verabschieden Sie sich aber gerne, denn Verantwortung übernehmen Sie eher nicht so gerne hier im Haus. Das ist eigentlich bedauerlich. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bitte ein konkretes Beispiel!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Umso verwunderter bin ich eigentlich (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein) – ihr braucht euch eh nicht zu bedanken, ihr könnt ja auch über alles lachen –, umso verwunderter bin ich, Kollege Darmann: Wir haben ja oft schon sehr sachliche und gute Diskussionen hinter uns gebracht, aber das ist nicht in Ordnung, das ist undifferenziert, wenn man da alle NGOs ausschließen will.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist die Sensibilität? – Abg. Darmann: Noch immer keine Grenzkontrollen!
fach eingestehen, der Terror ist mitten in Europa, mitten im Herzen Europas angekommen. Und da gilt es äußerst sensibel zu sein, da gilt es vor allem auch, die Gefahren ernst zu nehmen. Und gerade diese Bundesregierung nimmt diese Gefahren, die von Terroristen ausgehen, schon lange sehr ernst und hat diesbezüglich auch bereits Maßnahmen gesetzt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist die Sensibilität? – Abg. Darmann: Noch immer keine Grenzkontrollen!), Maßnahmen vor allem im Bereich der Spezialisierung, nicht nur im operativen Bereich, sondern vor allem auch im gesetzlichen Bereich. Ich denke hier an Maßnahmen im Bereich des Staatsschutzes, im Bereich des Bundeskriminalamtes oder auch in der Spezialeinheit.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Abgeordnete Mag. Alev Korun (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Auf die Gefahr hin, von sogenannten Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP an vermeintliche Landsmänner von mir erinnert zu werden, die wahrscheinlich das Frauenbild von Herrn Kollegen Franz – inzwischen ÖVP-Parlamentsklub – teilen, werde ich mir erlauben, auch ein ÖVP-Regierungsmitglied meine Meinung wissen zu lassen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich!
Ja, sehr geehrte Damen und Herren, die Unterbringung von Schutzsuchenden ist derzeit eine Herausforderung, nicht nur für Österreich, sondern auch für andere Länder. Man darf aber nie vergessen, darauf hinzuweisen, dass es in der Geschichte dieser Republik durchaus herausforderndere Zeiten gegeben hat, zum Beispiel 1956, 1957, als 180 000 Ungarnflüchtlinge gekommen sind, oder ein paar Jahre später 162 000 Flüchtlinge aus der Tschechoslowakei. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wenn Sie sich nicht auskennen, können Sie es nachlesen!
Frau Belakowitsch-Jenewein, ich weiß, auch das mit dem Lumpenproletariat können Sie gerne hier wiederholen. Ich finde es übrigens auch interessant, dass die meisten Ihrer Wähler und Wählerinnen aus dem Proletariat kommen, nämlich Arbeiter und Arbeiterinnen sind. Die werden wahrscheinlich sehr großes Interesse haben, zu hören, was Sie über Ihre Wählerschaft sagen. – So viel auch zu Ihren Werten. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wenn Sie sich nicht auskennen, können Sie es nachlesen!) – Ja, reden Sie einfach weiter, reden Sie nur weiter! Ich weiß, die Zwischenrufe sind die Spezialität der FPÖ. (Abg. Darmann: Das gehört zum Parlamentarismus!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die sind schon im Mai gestiegen!
Worauf ich hinweisen wollte, ist eine interessante Kehrtwende in unseren politischen Diskussionen im Parlament. Bevor ab September die Asylwerberzahlen auch in unserem Land so massiv gestiegen sind (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die sind schon im Mai gestiegen!), hat vor allem die ÖVP, aber auch die FPÖ immer wieder gesagt, man müsse die Bereiche Asyl, also Flucht, und Migration ganz streng trennen, man darf das nicht miteinander vermengen, denn das eine ist eben das Menschenrecht auf Schutz
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das hat immer noch Gültigkeit!
vor Verfolgung, das Menschenrecht auf Asyl, und das andere ist zum Beispiel Arbeitsmigration. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das hat immer noch Gültigkeit!)
Abg. Höbart: Bitte zur Sache kommen! – Abg. Schultes: … Ahnenpass! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Es scheint so zu sein, dass der Ahnenpass offensichtlich zu diesen Werten gehört. Frau Kollegin Winzig ist jetzt Gott sei Dank wieder da, und wir könnten uns dann ja auch austauschen, welche Landsmänner zu wem gehören. (Abg. Rädler: Was haben Sie für Komplexe!) Und leider haben Sie die Frage von mir auch nicht beantwortet, wie das Ihr Landsmann Dr. Marcus Franz sieht, der ja von Frauenrechten auch nicht sehr viel zu halten scheint. (Abg. Höbart: Was hat das mit dem Budget zu tun?) Ich weiß, die Wahrheit ist den Menschen zumutbar, aber die Wahrheit ist unangenehm. (Abg. Rädler: Ihre Rede ist das Unangenehme! – Abg. Höbart: Ja, genau!) – Genau, meine Rede ist sehr unangenehm, vor allem für Sie, Herr Rädler. (Abg. Höbart: Bitte zur Sache kommen! – Abg. Schultes: … Ahnenpass! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Herr Kollege, nicht alle haben Ihren Zwischenruf gehört, deshalb wiederhole ich ihn. Sie haben gesagt: Jetzt kommt die Entschuldigung für den Ahnenpass. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) – Ich warte noch auf die Entschuldigung für den Ethnisierungsversuch aus Ihren Reihen, der nicht zum ersten Mal hier passiert. (Präsident Hofer gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Kitzmüller und Belakowitsch-Jenewein.
Herr Kollege Darmann, zum Staatsschutzgesetz: Sie sagen, es sei ein Gesetz, das sich gegen die Bevölkerung richtet. Nur: Es ist bemerkenswert, dass derzeit alle Umfragen besagen, dass 70 Prozent der Bevölkerung für strengere Maßnahmen sind. Die Bevölkerung denkt nämlich weiter als die FPÖ. (Zwischenrufe der Abgeordneten Kitzmüller und Belakowitsch-Jenewein.) Die Bevölkerung denkt weiter als die FPÖ, die Menschen wissen nämlich, dass das kein Gesetz ist, das sich gegen die Bevölkerung richtet. (Abg. Darmann: Lies dir einmal den Gesetzestext durch!) Es ist doch völlig absurd, eine derartige Behauptung aufzustellen! Warum soll man denn so etwas wollen?
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die alle wahr sind!
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Sehr geschätzte Frau Präsidentin! Sehr geschätzter Herr Minister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Kein guter Start am zweiten Tag für die Beratungen beziehungsweise Beschlussfassungen des Budgets (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS sowie der Abg. Schatz – Ruf bei der FPÖ: Für die Regierung!), weil der Kollege Kickl hier etwas ganz Einfaches macht: Er stellt sich hier heraus, magaziniert so richtig auf und gibt Dinge von sich, die eigentlich nicht sehr fair sind, operiert mit Zahlen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die alle wahr sind!), die teilweise nicht stimmen und die letztendlich die Menschen in diesem Land verunsichern. (Abg. Hübner: Was ist da falsch bitte?! Fakten!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein – Abg. Kickl: Sagen Sie einmal etwas zu diesem Loch!
Jetzt gehen wir zu den Zahlen, ja. (Abg. Walter Rosenkranz: Danke!) Ich kann mich nicht damit anfreunden, wenn es dann in den Medien heißt, die Opposition zerfetzt ein Budget. Kann man sich nicht hier herstellen und sagen (Ruf bei der FPÖ: Wo denn sonst hin?): Das ist gut gelöst, da sehen wir eine Chance, aber hier haben wir eine andere Meinung? – Kann man das nicht machen, wie wir es im Gemeinderat vielleicht noch besser leben als hier im Hohen Haus (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein – Abg. Kickl: Sagen Sie einmal etwas zu diesem Loch!), wo ein bisschen gegenseitiger Respekt vorhanden ist und wirklich konstruktive Politik gemacht wird?
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine Ansage!
Wir werden nicht und wir machen es auch nicht, Dinge schönzureden, was das Budget 2016 betrifft. Wir stehen vor großen Herausforderungen, wir reden diese Herausforderungen aber nicht schlecht, sondern wir versuchen, Lösungen zu finden. Und wir werden nicht alles an Lösungen schaffen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine Ansage!) Wir werden es auch nicht schaffen, 2016 alle Probleme zu lösen. (Abg. Kickl: Dann hören Sie wenigstens auf, die Probleme zu verschärfen!) Aber Fakt ist, was wir machen: Wir nehmen uns dieser Herausforderungen an. Wir versuchen, Lösungen zu finden.
Abg. Neubauer: … ÖVP! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Eines sei eingangs erwähnt: Es helfen uns hier weder rechte noch linke Parolen, um die Herausforderungen, die wir in diesem Bereich haben, zu bewältigen. (Abg. Neubauer: … ÖVP! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Es kann nur die Kraft der Mitte sein, meine Damen und Herren, die hier die richtigen Ansätze bringt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neubauer: Die Mitte ist aber da!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na wenn das so ist …!
Diese Bundesregierung hat in den letzten Monaten sehr wohl gezeigt, dass man hier die richtigen Maßstäbe setzt, gerade wenn man die Entwicklungen im Arbeitsmarktbereich hernimmt. Wir haben ungefähr eine Beschäftigungssteigerung um 30 000 Personen, wenn man das mit dem Vorjahr vergleicht; wir haben aber auch eine steigende Arbeitslosenzahl, und das jetzt seit Monaten, auch in etwa um 30 000 Personen. Wir haben jetzt einen Hoffnungsschimmer, wenn man die westlichen Bundesländer hernimmt, dort, wo jetzt der Anstieg bei der Arbeitslosigkeit stagniert, sogar leicht zurückgeht, sozusagen eine Trendumkehr eingeleitet ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na wenn das so ist …!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na nichts habt ihr gemacht!
Was hat die Regierung in den letzten Monaten gemacht, was wir auch mit dem Budget mitbeschließen? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na nichts habt ihr gemacht!) – Oh doch, wir haben ein Arbeitsmarktpaket beschlossen, gestern haben wir es beschlossen mit den Budgetbegleitgesetzen, wir haben eine Lohnnebenkostensenkung durchgeführt (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm), es ist die Steuerreform beschlossen worden (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wunderwuzzi Steuerreform!), die das Wachstum ankurbeln wird in unserem Lande, die Wohnbauoffensive, auf die man sich geeinigt und verständigt hat.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wunderwuzzi Steuerreform!
Was hat die Regierung in den letzten Monaten gemacht, was wir auch mit dem Budget mitbeschließen? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na nichts habt ihr gemacht!) – Oh doch, wir haben ein Arbeitsmarktpaket beschlossen, gestern haben wir es beschlossen mit den Budgetbegleitgesetzen, wir haben eine Lohnnebenkostensenkung durchgeführt (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm), es ist die Steuerreform beschlossen worden (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wunderwuzzi Steuerreform!), die das Wachstum ankurbeln wird in unserem Lande, die Wohnbauoffensive, auf die man sich geeinigt und verständigt hat.
Zwischenrufe der Abgeordneten Kassegger und Belakowitsch-Jenewein.
Die Frage bei den Pensionen ist, wie die langfristige Entwicklung des Bundesbeitrages ist. Das heißt, wie viel müssen wir vom Steuertopf für das Pensionssystem dazuzahlen? (Zwischenrufe der Abgeordneten Kassegger und Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine gefährliche Drohung!
Punkt eins: Die Bezirksverwaltungsbehörden können also alles tun. Sie können auch heute schon – wir brauchen nichts zu ändern – Sachleistungen vergeben. Es ist alles möglich! Man muss nur die Artikel-15a-Vereinbarung richtig leben. Natürlich, nachdem sie ausläuft, werden wir sie weitergestalten, werden noch besser werden (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine gefährliche Drohung!), so wie wir uns auch bemühen, die Leute in den Arbeitsmarkt zu reintegrieren. Seitdem es die BMS gibt, haben wir immerhin 100 000 Menschen in den Arbeitsmarkt hineingebracht. Es sind genau 101 000.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo denn?
Sie wissen doch selber ganz genau, dass durch die diversesten Aktivitäten an der EU-Außengrenze der Zuzug sich soundso stoppt. Das wissen Sie doch. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo denn?) Und Sie wissen doch auch, dass wir zur Stunde viel weniger Anträge haben als noch vorige Woche. Das wissen Sie doch auch. (Abg. Kickl: Wie viele werden es heuer insgesamt sein?) Nach meiner Schätzung 80 000 Anträge. Anträge! – Da habe ich Ihnen keine neue Zahl genannt. Die Frau Innenministerin erzählt das jeden zweiten Tag. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: … 95 000, aber es macht nichts! Das sind alles Kinder!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: … 95 000, aber es macht nichts! Das sind alles Kinder!
Sie wissen doch selber ganz genau, dass durch die diversesten Aktivitäten an der EU-Außengrenze der Zuzug sich soundso stoppt. Das wissen Sie doch. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo denn?) Und Sie wissen doch auch, dass wir zur Stunde viel weniger Anträge haben als noch vorige Woche. Das wissen Sie doch auch. (Abg. Kickl: Wie viele werden es heuer insgesamt sein?) Nach meiner Schätzung 80 000 Anträge. Anträge! – Da habe ich Ihnen keine neue Zahl genannt. Die Frau Innenministerin erzählt das jeden zweiten Tag. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: … 95 000, aber es macht nichts! Das sind alles Kinder!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: … einmal mit der Innenministerin reden!
Jetzt kommen wir zu den nächsten Zahlen. Von diesen Antragstellern sind 25 Prozent zwischen 0 und 15 Jahren. – Punkt eins. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: … einmal mit der Innenministerin reden!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie viele?
Punkt zwei: Ja, es gibt natürlich eine gewisse Zahl von Menschen, die da sein werden, und diese Zahl wird lauten: im Laufe des Jahres 30 000. Und diese 30 000 bilden die Herausforderung. Diese 30 000 – die ja nicht auf einmal auftauchen, sondern so schnell eben die Verfahren gehen – sind unsere Challenge. Da gilt es, dass wir alle gemeinsam zusammenrücken. Das heißt, dass wir schauen: Wo können noch zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden?, denn ich habe zur Stunde, wo wir hier zusammensitzen und darüber diskutieren, in Westösterreich 3 700 freie Lehrstellen, und dies schon seit Langem. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie viele?) 3 700 freie Lehrstellen, die schon lange frei sind! Deshalb haben wir ja auch zusätzlich im Konjunkturpaket versucht, Mittel zu gestalten, um für diese Lehrstellen auch Menschen dorthin zu bringen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die sind nicht einmal pensionsversichert!
staltet für eine aktivierende Arbeitsmarktpolitik für die Asylberechtigten. Und wir haben auch noch ein Zusatzprogramm entwickelt. Dieses Zusatzprogramm ist ein sogenanntes freiwilliges Integrationsjahr, wofür ja auch die Rahmenbedingungen schon beschlossen worden sind. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die sind nicht einmal pensionsversichert!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt ja!
Schauen Sie, jetzt kommt schon wieder „nicht einmal pensionsversichert“! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt ja!) – Es geht doch hier darum, Menschen in einem freiwilligen Integrationsjahr eine Chance zu geben, sich zu integrieren! Genauso ist ja auch jemand, der das freiwillige Sozialjahr macht, nicht pensionsversichert. Aber für diese Personengruppen – und das werden wir umsetzen, das werden 1 000 Menschen sein, die in dieses freiwillige Integrationsjahr hineingehen – versuchen wir ganz einfach durch diese aktivierenden Maßnahmen die Integration zu beschleunigen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was sagt der Herr Finanzminister dazu?
Viele private Firmen bemühen sich sehr um ihre älteren Arbeitnehmer – sie schulen sie um, sie bilden sie weiter –, aber nicht alle. Es gibt etwa die Post, die zum Beispiel nicht versucht, Menschen länger im Betrieb zu halten: Nein, es werden erhöhte Abfertigungen angeboten (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was sagt der Herr Finanzminister dazu?), und diese Golden Handshakes sind offensichtlich gar nicht so golden. – Ich zitiere aus der Austria Presse Agentur, eine Postlerin sagt: „Gesunde und leistungswillige Mitarbeiter werden zur Untätigkeit genötigt.“ (Abg. Kickl: Gibt es beim ORF auch!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht schauen, sondern der Finanzminister …!
Meine Damen und Herren, wir werden mit Argusaugen schauen, ob auch wirklich keine einzige Person genötigt wird, diese Frühpension anzunehmen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht schauen, sondern der Finanzminister …!), denn es ist ja in der heutigen Zeit wirklich ein verheerendes Signal, dass wir ältere Mitarbeiter in die Frühpension drängen, da das ja letztendlich dann einmal die Allgemeinheit bezahlt. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Schatz.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sagen Sie das dem Finanzminister!
An die Adresse der Post: Ich fordere die Post auf, dieses unmoralische Angebot an ältere Mitarbeiter zurückzunehmen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sagen Sie das dem Finanzminister!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber was machen wir dagegen? – Zwischenruf des Abg. Kickl.
Für mich ist bei dieser ganzen Entwicklung etwas ganz anderes bedenklich – Kollege Wöginger hat es ja auch angeschnitten –, nämlich dass bereits in mehr als 30 Prozent der Betriebe kein einziger Arbeitnehmer/keine einzige Arbeitnehmerin mehr beschäftigt wird, die über 55 Jahre alt ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber was machen wir dagegen? – Zwischenruf des Abg. Kickl.) Das kann es doch nicht sein! Zuerst rackern sich die Beschäftigten bis zum Umfallen dort ab, machen Überstunden noch und nöcher – im Vorjahr wurden 270 Millionen Überstunden geleistet –, und wenn sie nicht mehr die volle Leistung bringen können, bekommen sie den berühmten Tritt in den Hintern. Das kann es nicht sein. Das ist nicht das Wahrnehmen jener Verantwortung, die die Unternehmer als sogenannte Sozialpartner innehaben.
Beifall der Abgeordneten Peter Wurm und Belakowitsch-Jenewein.
Ich habe mir heute Früh die Wiederholung der Sendung „Bürgerforum“ angeschaut und war begeistert, weil ich bei der Regierung ein Einlenken bemerkt habe. Auch Bundeskanzler Faymann legt jetzt alle zwei Monate 20 Prozent bei den Wirtschaftsflüchtlingen dazu, jetzt ist er schon bei 40 Prozent, und in vier Monaten ist er dann bei den realistischen 80 Prozent. Und Vizekanzler Mitterlehner hat das Ermächtigungsgesetz dieser Bundesregierung kritisiert, indem er gesagt hat, es sei nicht gescheit, wenn wir die Leute nicht konzentriert unterbringen, denn sie seien, wie man es am Beispiel des Flughafens sehen könne, viel einfacher zu kontrollieren, wenn man es geordnet macht. Also auch da ist eine Verbesserung der Situation zu erwarten. (Beifall der Abgeordneten Peter Wurm und Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: … Kraft der Mitte!
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren auf der Galerie und zu Hause vor den Fernsehschirmen! Wenn man bei der Diskussion so zuhört, gibt es anscheinend nur Schwarz oder Weiß, das heißt, entweder es ist schlecht oder es ist alles super. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: … Kraft der Mitte!)
Sitzung Nr. 107
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das wissen wir eh! – Ruf bei der ÖVP – in Richtung FPÖ –: Geh hören S’ doch auf!
Zu den aktuellen Zahlen, meine sehr verehrten Damen und Herren: Ja, Österreich steht, wie viele andere europäische Mitgliedstaaten, vor riesigen Herausforderungen. Besonders drei Länder sind hier gefordert: Schweden, Österreich und Deutschland. Heuer, inklusive letzter Woche, sprich der 47. Woche, wurden mehr als 81 900 Asylanträge hier bei uns in Österreich gestellt. Und diese mehr als 81 900 Asylanträge stellen eine riesige Herausforderung dar (Abg. Neubauer: Der Sie nicht gewachsen sind!), vor allem im Zusammenhang mit der Schaffung von Quartieren. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das wissen wir eh! – Ruf bei der ÖVP – in Richtung FPÖ –: Geh hören S’ doch auf!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sagen Sie schon seit einem halben Jahr!
Und ja, ich sage hier auch noch einmal ganz klar: In jenen Ländern, die die Quote nicht erfüllen, wird der Bund von seinem Durchgriffsrecht Gebrauch machen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sagen Sie schon seit einem halben Jahr!) Ich erinnere noch einmal: Jedes Bundesland hat es selbst in der Hand, seine Quote zu erfüllen, auch wenn das eine große Aufgabe ist. (Zwischenruf des Abg. Hübner.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was, wenn nicht? Wenn es wieder nicht funktioniert?
Dieses Konzept muss der Grundstein sein für ein gemeinsames europäisches Grenzschutzkonzept (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was, wenn nicht? Wenn es wieder nicht funktioniert?), denn nur dann, wenn wir es schaffen, die europäische Außengrenze zu schützen, werden wir ein Europa ohne Binnengrenzen haben können. Ansonsten ist Schengen in Gefahr. Das will keiner von uns, deswegen setze ich hier auf den 15. Dezember, auf das Konzept. (Abg. Neubauer: Schengen ist schon lange abgeschafft, nicht in Gefahr!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sehr „seriös“!
Schauen wir im Grenzgebiet Spielfeld, da ist die Kriminalität von September bis Ende November im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozent gesunken. (Ah-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Kickl: … kriminellen Steirer weggezogen!) In Bad Radkersburg ist die Kriminalität um 24,9 Prozent gesunken, im Raum Salzburg, wo sich viele Asylwerber befinden – ja, aufgrund dessen, weil sie auch Richtung Deutschland gehen –, auch dort ist die Kriminalität gesunken, nämlich um 14,6 Prozent. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sehr „seriös“!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, sind alles gute Menschen!
Daher ersuche ich Sie noch einmal, Herr Strache, Flüchtlinge oder Asylwerber nicht mit Kriminellen gleichzusetzen. Es wird auch nicht richtiger, wenn Sie es hundertmal wiederholen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, sind alles gute Menschen!) Es stimmt einfach nicht, Flüchtlinge mit Kriminellen gleichzusetzen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ, Grünen und NEOS.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Tun wir es lieber ignorieren!
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Meine Damen und Herren auf der Galerie und vor den Bildschirmen! Ich glaube, dass der Schlusssatz und der Zwischenruf, Herr Klubobmann, aus staatspolitischen Gründen ein Thema wäre, das wir wirklich gemeinsam zu lösen versuchen sollten, denn es bringt nichts, wenn permanent alle Rechtsmaterien vermischt und die Ängste der Bürgerinnen und Bürger geschürt werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Tun wir es lieber ignorieren!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: … dass es eine große Herausforderung ist!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Niemand hat bestritten, Herr Klubobmann Strache (Abg. Belakowitsch-Jenewein: … dass es eine große Herausforderung ist!), dass die augenblickliche Situation eine außerordentlich schwierige ist, die viele Gruppierungen, Einsatzorganisationen, unzählige freiwillige Helfer, denen wir zu großem Dank verpflichtet sind (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS), Polizistinnen und Polizisten, Militärpersonen bis ans Äußerste fordert.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Oje, das ist gefährlich!
Ich gebe Ihnen in einem recht (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Oje, das ist gefährlich!): Auch mir und uns gehen manche Entscheidungen zu langsam (ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ – Abg. Strache: Welche Entscheidungen? – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), innerstaatlich und auf der europäischen Ebene. Ich sage Ihnen aber auch: Diese Entscheidungen, die zu treffen sind, sind demokratisch getroffen (Abg. Strache: Sie haben die Gesetze einzuhalten …! Sicherheit …!), sie haben daher einen entsprechenden Vorlauf an Diskussion, an Position und Widerposition,
Ruf bei der FPÖ: Stimmt ja! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Strache.
Sie brauchen da jetzt auch nicht unterschwellig zu sagen – so wie Sie es in Ihrer Rede getan haben –, wir fangen jetzt an, auf die Jäger und auf die Sportschützen loszugehen. (Ruf bei der FPÖ: Stimmt ja! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Strache.) Na, das Gegenteil ist der Fall. Hören Sie doch auf, ständig zu hetzen, hören Sie auf, ständig irgendwelche Leute hier hereinzunehmen, die mit der Debatte nichts zu tun haben! (Abg. Strache: Sie hetzen, wir handeln! Sie hetzen, wir handeln …! – Abg. Steinbichler: Wo sind die Vorschläge?)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kassegger
Genauso setzen Sie, Herr Kollege Strache, ständig Muslime mit Terroristen gleich. – Ich sage Ihnen: Die meisten Opfer dieses verrückten Terrors des sogenannten Islamischen Staates sind Muslime; die meisten Opfer. Setzen Sie die nicht ständig gleich! Setzen Sie nicht alle Flüchtlinge und auch Wirtschaftsmigranten mit Kriminellen gleich! Wir wollen Flüchtlinge und Wirtschaftsmigranten ganz klar unterscheiden (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kassegger), Herr Kollege Strache (Abg. Strache: Tun Sie aber nicht!) – es geht schon darum, diese klar zu unterscheiden (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie machen Sie das?) –, aber weder die einen noch die anderen sind a priori mit Kriminellen gleichzusetzen, das möchte ich Ihnen auch sagen. Es gibt dort wie da anständige und unanständige Leute, und das sollten wir auch einmal zur Kenntnis nehmen. Frau Bundesministerin Mikl-Leitner hat Ihnen die Kriminalitätszahlen genannt. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Königsberger-Ludwig und Scherak.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie machen Sie das?
Genauso setzen Sie, Herr Kollege Strache, ständig Muslime mit Terroristen gleich. – Ich sage Ihnen: Die meisten Opfer dieses verrückten Terrors des sogenannten Islamischen Staates sind Muslime; die meisten Opfer. Setzen Sie die nicht ständig gleich! Setzen Sie nicht alle Flüchtlinge und auch Wirtschaftsmigranten mit Kriminellen gleich! Wir wollen Flüchtlinge und Wirtschaftsmigranten ganz klar unterscheiden (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kassegger), Herr Kollege Strache (Abg. Strache: Tun Sie aber nicht!) – es geht schon darum, diese klar zu unterscheiden (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie machen Sie das?) –, aber weder die einen noch die anderen sind a priori mit Kriminellen gleichzusetzen, das möchte ich Ihnen auch sagen. Es gibt dort wie da anständige und unanständige Leute, und das sollten wir auch einmal zur Kenntnis nehmen. Frau Bundesministerin Mikl-Leitner hat Ihnen die Kriminalitätszahlen genannt. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Königsberger-Ludwig und Scherak.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: „Große Herausforderungen!“ – Sie sagen alle dasselbe!
Es ist eine schwierige Zeit – nicht nur in Europa, sondern international. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: „Große Herausforderungen!“ – Sie sagen alle dasselbe!) Wir brauchen, da bin ich mit Kollegin Korun heute wirklich einer Meinung, keinen Fingerzeig, wer wofür verantwortlich ist oder wer was nicht gemacht hat, sondern wir brauchen gemeinsame Lösungen – auf nationaler Ebene und auf internationaler Ebene. Die Schlagworte, die Sie hier hereingeworfen haben, sind keine Lösungsansätze, sondern Sie versuchen damit nur, die Bevölkerung zu spalten und aufzuhetzen, und das trägt zu keiner Lösung bei. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: Wir haben wenigstens eine Linie, der Faymann hat gar nichts!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: „Enorme“? Nicht „große“ wie sonst immer?
Jedem Laien muss bewusst und klar sein – und das ist es auch; vielleicht einigen wenigen nicht –, dass durch diese große Anzahl im Verfahrensbereich und vor allem im Betreuungsbereich enorme Herausforderungen an uns herangetragen werden – enorme Herausforderungen! Das müssen wir auch zur Kenntnis nehmen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: „Enorme“? Nicht „große“ wie sonst immer?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: „Enorme Herausforderungen!“
Klar ist aber auch, geschätzte Damen und Herren, dass dies für alle Beteiligten – Gemeinden, Bundesländer und Bundeseinrichtungen – eine gemeinsame Anstrengung bedeutet. Daher sage ich auch: Es gibt kein Chaos, es gibt enorme Herausforderungen, die wir natürlich nicht immer gleich zu 100 Prozent erfüllen können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: „Enorme Herausforderungen!“)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Peter Wurm: Herr Mahrer, wohin das führt, haben wir bei der Osterweiterung gesehen! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: … Arbeitslose!
Am Ende des Tages geht es trotzdem um den Gleichheitsgrundsatz. (Abg. Peter Wurm: Geh bitte!) Wenn jemand eine Ausbildung hat, beispielsweise Bäcker ist – und da ist es egal, ob er die Bäckerausbildung in Bosnien gemacht hat, das Brot dort gut schmeckt, oder ob er die Bäckerausbildung in Polen oder in Deutschland gemacht hat; da werden Sie mir zustimmen –, dann sollten wir hier gemeinschaftlich keine Diskriminierung vornehmen. Das ist der Punkt! – Danke sehr. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Peter Wurm: Herr Mahrer, wohin das führt, haben wir bei der Osterweiterung gesehen! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: … Arbeitslose!)
Sitzung Nr. 109
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Machen! Machen!
Herr Bundesminister, zu guter Letzt möchte ich ein Thema ansprechen, das uns sehr am Herzen liegt – Sie wissen das, wir haben es Ihnen auch schriftlich übermittelt –: Es geht um die Mindestsicherung. Wir haben bei der Mindestsicherung einen dringenden Handlungsbedarf. Wir haben Ihnen die Punkte übermittelt, was die Deckelung anbelangt, was die Umstellung auf Sachleistungen anbelangt, auch was eine Muss-Bestimmung anbelangt. Wir wissen – Sie erwähnen das auch immer –, dass das die Länder und vor allem die BHs und die Magistrate bereits machen können. Es wird auch dort und da gemacht. Wir wollen aber, dass es gemacht werden muss, dass hier gekürzt wird, vor allem auch bei Arbeitsunwilligkeit und bei Integrationsunwilligkeit. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Machen! Machen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Machen! Machen!
Die Mindestsicherung ist eine gute Maßnahme, eine Maßnahme, zu der wir uns auch bekennen, weil es notwendig ist, dass wir dieses Auffangnetz für Menschen, die diese Unterstützung unbedingt brauchen, haben, aber wir müssen alles dazu tun, dass die Mindestsicherung nachhaltig ist und dass sie auch in der angespannten Situation, in der wir uns momentan befinden, finanzierbar bleibt. Daher fordern wir ein, dass diese Punkte auch umgesetzt werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Machen! Machen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da ist Weihnachten schon vorbei!
Und wenn der Antrag gestellt ist, dann arbeiten die Kolleginnen und Kollegen im Fonds, und zwar vorzüglich – ein herzliches Dankeschön! In wenigen Tagen, in wenigen Wochen – in Oberösterreich ist die Frist zurzeit 28 Tage – werden die Gehälter aus dem Fonds ausbezahlt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da ist Weihnachten schon vorbei!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: In zwei Wochen ist Heiliger Abend! Was heißt da „davor“!
Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir wissen aufgrund der heutigen Informationen, dass die Löhne beziehungsweise die Gehälter und auch das Weihnachtsgeld deutlich vor dem Heiligen Abend ausbezahlt werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: In zwei Wochen ist Heiliger Abend! Was heißt da „davor“!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ich sage es Ihnen gleich: Das ist keine Show-Partie, sondern wir sind … (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) – Nein. Wurscht, Ihr Antrag oder nicht, sondern es geht schlichtweg darum – und das war vom ersten Tag an unsere Prämisse –, dass die Menschen das ausständige Geld, das wir jetzt ad hoc auszahlen müssen, vor Weihnachten bekommen. Die Menschen bekommen ja noch einmal Geld von uns, nämlich jene 560, die in der Abfertigung Alt drinnen stecken. Alle Zeitguthaben werden erst abgerechnet, alle Urlaubsabfindungen werden erst abgerechnet, auf Fachchinesisch: sämtliche Beendigungsansprüche. Die können erst abgerechnet werden, wenn das Unternehmen beendigt ist, und das Unternehmen ist noch nicht beendigt, denn alle Filialen sind offen und bleiben es auch bis Ende des Jahres. Dann wird man sehen, wie es weitergeht.
Bundesminister Hundstorfer zeigt ein Schriftstück und blättert demonstrativ darin. – Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kassegger.
Also, Herr Bundesminister, man hört von Ihnen nichts. (Ruf bei der SPÖ: Zeitungen lesen!) Warum sind Sie hier auf Tauchstation gegangen und nehmen die Forderungen des Herrn Bundesministers Schelling nicht auf, um dagegen einmal dementsprechend aufzutreten und wirklich etwas zu tun? (Bundesminister Hundstorfer zeigt ein Schriftstück und blättert demonstrativ darin. – Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kassegger.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Außerdem haben Sie eigentlich diese Gelegenheit hier nur dazu genutzt, zu einem Rundumschlag gegen alles andere auszuholen, bis das Lämpchen aufgeblinkt hat – aber über den VKI selbst haben Sie dann nur die letzte halbe Minute gesprochen. Es dürfte ihnen also doch nicht so wichtig sein – auch wenn Sie dann meinen, er bekommt letztendlich eine gute Bedeutung. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sagen Sie das halt den Parteigenossen!
Ein zusätzlicher Aspekt, bevor es einmal zum VKI kommt, wäre für mich eigentlich eine schulische Verbraucherbildung – eine schulische Verbraucherbildung, sodass wir den VKI letztendlich vielleicht gar nicht brauchen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sagen Sie das halt den Parteigenossen!)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Wenn die jungen Leute – Schüler, Kinder – mit ihrem Geld nicht umgehen können oder vielleicht in Verträge hineintappen, die sie nicht wollen, denke ich, ist es eine sensationell gute Ergänzung, Kinder, Jugendliche und auch junge Erwachsene – und Erwachsene, denn man lernt ja bekanntlich nie aus – vorzubilden. Durch diese Vorbildung braucht man dann vielleicht die Arbeit des VKI – die gut, wichtig und richtig ist! – letztendlich in den ganzen Verhandlungen nicht mehr so stark. Ein Schwerpunkt muss die Verbraucherbildung sein. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf des Abg. Peter Wurm. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es geht um die Erhöhung!
Ich sage es noch einmal: Es ist unverantwortlich, den Gemeinden zu sagen, sie sollen die Gebühren stoppen. Überlegen wir uns, was eine Gemeinde leistet: Kanal, Wasser, Winterdienst, Schulbau und -betreuung, das Rote Kreuz. Die Gemeinde ist verantwortlich für alles, das rundherum notwendig ist. Es sind also sehr viele Gebühren, die übernommen werden, damit für den Bürger und den Konsumenten alles gesichert ist. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es geht um die Erhöhung!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Holzinger-Vogtenhuber und Belakowitsch-Jenewein in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Steinbichler. – Abg. Steinbichler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das muss sein! – Bundesminister Hundstorfer: Heute kriegen wir Butter! – Abg. Steinbichler stellt eine Tafel auf das Rednerpult, auf der ein Containerschiff zu sehen ist, und legt eine Packung Margarine auf dem Rednerpult ab.
Präsident Ing. Norbert Hofer: Ich schließe mich dieser Bitte an und bitte Herrn Abgeordneten Steinbichler zum Rednerpult. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Zwischenrufe der Abgeordneten Holzinger-Vogtenhuber und Belakowitsch-Jenewein in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Steinbichler. – Abg. Steinbichler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das muss sein! – Bundesminister Hundstorfer: Heute kriegen wir Butter! – Abg. Steinbichler stellt eine Tafel auf das Rednerpult, auf der ein Containerschiff zu sehen ist, und legt eine Packung Margarine auf dem Rednerpult ab.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ich möchte noch einen kleinen Hinweis zum ORF anbringen: Dass der Dokumentarfilm „The True Cost“ am Sonntag um 23.10 Uhr gesendet wird, entspricht nicht dem Bildungsauftrag des ORF. (Der Redner stellt eine Tafel auf das Rednerpult, auf der eine Szene aus dem genannten Film zu sehen ist.) Wir müssen uns seit 30 Jahren am Sonntag im Hauptabendprogramm „Tatort“ anschauen. Ich meine, das genügt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Jetzt können wir schon Doku-Sendungen vorziehen! Wer diesen Film gesehen hat, kann nicht mehr schlafen. Was mit diesen indischen Wanderarbeiterinnen und Wandernäherinnen in den indischen Lederfabriken und bei den indischen Baumwollbauern passiert, das ist ein Skandal, und wir verursachen diesen Skandal mit.
Zwischenruf des Abg. Prinz. – Abg. Tamandl: Das ist ja auch eine Sondersituation! – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Kucharowits und Belakowitsch-Jenewein.
Was ich schon sagen muss, Herr Minister Hundstorfer: Sie haben das immer abgelehnt, Sie haben gesagt, Sie führen Gespräche mit den Banken, das ist alles ganz schwierig, Sie können keinen zwingen. Und jetzt haben wir den Zielpunkt-Fall. Und jetzt plötzlich bei den 3 000 Zielpunkt-Mitarbeitern – wir haben es heute Vormittag gehört – wird dem Minister klar: Hoppala, da haben wir ein Problem! Plötzlich haben 3 000 Mitarbeiter kein Geld auf dem Konto und fallen in dieses Überziehungsthema hinein. Und jetzt plötzlich ruft der Minister die vier Großbanken in Österreich an und sagt: Du, schönen Gruß, ich bin der Rudi! Bitte für die 3 000 Mitarbeiter keine Sollzinsen verlangen! (Zwischenruf des Abg. Prinz. – Abg. Tamandl: Das ist ja auch eine Sondersituation! – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Kucharowits und Belakowitsch-Jenewein.) Die vier Banken machen das für den Herrn Minister. Nur, ich frage mich schon: Was ist mit den anderen Österreicherinnen und Österreichern, die auch ihre Arbeit verloren haben oder dieses Sollzinsenproblem haben? (Abg. Tamandl: Da geht’s um Leute, die gar keine Zinsen zahlen!)
Abg. Loacker: Die sind eben nicht mehr im Rahmen! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Tamandl.
Abgeordnete Mag. Aygül Berivan Aslan (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuschauerinnen und Zuschauer vor den Bildschirmen zu Hause! Meiner Überzeugung nach sind Überziehungszinsen wirklich ein sehr veraltetes Abschreckungsinstrument, das heutzutage nicht mehr zeitgemäß ist, denn ich frage mich: Was will die Bank wirklich machen? Auf der einen Seite will sie quasi die Kundinnen und Kunden bestrafen, die in einem Minusrahmen sind, und auf der anderen Seite gewährt sie ihnen einen neuen Kredit. Das passt irgendwie nicht zusammen. (Abg. Loacker: Die sind eben nicht mehr im Rahmen! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Tamandl.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: O ja, kann man schon!
Wie schaut das denn bei den Überziehungszinsen der Banken wirklich aus? Der EU-Vergleich zeigt: Österreichische Banken bieten Kontodienstleistungen zu einem vergleichsweise günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis an. Und, Kollege Wurm, das sind in der Regel Produktbündel, da kann man eine Leistung mit der anderen nicht so leicht vergleichen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: O ja, kann man schon!) Damit wir Konsumenten aber besser den Preis und die Leistungen vergleichen können, ist ja gerade derzeit ein neues Verbraucherzahlungskontogesetz in Begutachtung. Und das bringt transparente Information über die einzelnen Entgelte und auch darüber, wie man unkompliziert das Konto wechseln kann. (Abg. Peter Wurm: Aber, Frau Kollegin, Information allein hilft ja nicht!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: In welcher Welt leben Sie?!
Frau Kollegin Aslan, ich bin nicht bei Ihnen, wenn Sie sagen, die Banken sollten lieber auf diesen Service verzichten. Denn was wollen wir Konsumenten? – Wir wollen hohe Flexibilität auf dem Girokonto und möglichst wenig Bürokratie. Für uns ist es wichtig, dass Menschen, die plötzlich eine Reparatur zahlen müssen, das auch tun können. (Abg. Aslan: … aber sie sollen nicht doppelt so viel zahlen!) Die können nicht bis zum nächsten Ersten warten, und selbstverständlich zahlt die Bank trotzdem die Daueraufträge weiter, zum Beispiel die anfallende Miete. Das ist doch etwas, was wir unbedingt haben wollen. (Abg. Steinbichler: Nein! Nein! Nein!) Für die Banken bringt das Refinanzierungskosten, Risikokosten und auch die notwendige Eigenmittelunterlegung. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: In welcher Welt leben Sie?!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, und das ist okay?
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es wurde von Frau Aubauer schon einiges ausgeführt. Ich möchte das vielleicht nur noch ergänzen. Derzeit haben wir für Überziehungen mit 13,25 Prozent den höchsten Zinssatz. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, und das ist okay?) Genau diese Bank, die das derzeit verrechnet, bietet gleichzeitig ein sogenanntes gesplittetes Konto an, wo man eine höhere Grundgebühr zahlt, dafür die Überziehungszinsen dann nur 8,5 Prozent betragen – zur Stunde.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: … österreichische …!
Natürlich haben wir uns auch mit der Deckelung beschäftigt, ist ja keine Frage. Wir haben auch dort hingeschaut, wo es sie schon gibt. Und, ehrlich gesagt, die französische Deckelung möchte ich nicht haben, weil die französische Deckelung … (Abg. Belakowitsch-Jenewein: … österreichische …!) Ja, schauen Sie, wir brauchen immer ein Gemeinsames. (Abg. Peter Wurm: Wir bieten uns an, Herr Minister!) In dem Fall sind Sie mir zu wenig, sage ich Ihnen ganz offen. (Abg. Peter Wurm: Ausreichend viele!) Ich muss ein bisschen nach Europa schauen, ich muss ein bisschen ins Europarecht schauen. Es ist natürlich klass, sich herzustellen und zu sagen: So, jetzt machen wir 3 Prozent. (Abg. Peter Wurm: Na, es muss ja nicht 3 Prozent sein! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber 13, … ist schon viel!)
Abg. Peter Wurm: Na, es muss ja nicht 3 Prozent sein! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber 13, … ist schon viel!
Natürlich haben wir uns auch mit der Deckelung beschäftigt, ist ja keine Frage. Wir haben auch dort hingeschaut, wo es sie schon gibt. Und, ehrlich gesagt, die französische Deckelung möchte ich nicht haben, weil die französische Deckelung … (Abg. Belakowitsch-Jenewein: … österreichische …!) Ja, schauen Sie, wir brauchen immer ein Gemeinsames. (Abg. Peter Wurm: Wir bieten uns an, Herr Minister!) In dem Fall sind Sie mir zu wenig, sage ich Ihnen ganz offen. (Abg. Peter Wurm: Ausreichend viele!) Ich muss ein bisschen nach Europa schauen, ich muss ein bisschen ins Europarecht schauen. Es ist natürlich klass, sich herzustellen und zu sagen: So, jetzt machen wir 3 Prozent. (Abg. Peter Wurm: Na, es muss ja nicht 3 Prozent sein! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber 13, … ist schon viel!)
Sitzung Nr. 111
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na, geh bitte! – Abg. Höbart: Werner!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren! Niemand bestreitet, dass die Entwicklungen insbesondere des letzten Jahres sehr dramatische Entwicklungen waren, was jene Flüchtlingsströme anlangt, die letztlich auch nach Österreich führten und durch Österreich durchgegangen sind. Das ist eine Massenbewegung gewesen, die – ich sage das schon – in dieser Dimension nicht erwartbar gewesen ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na, geh bitte! – Abg. Höbart: Werner!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Können sie ja!
In den letzten Wochen gab es ja Debatten nationalistischer Regierungen, wie der von Ministerpräsident Orbán, oder Töne aus Polen und aus manchen anderen Ländern, die sich aus dieser gemeinsamen Verantwortung ausklinken wollen, die glauben, man könne sich in der EU die Rosinen herauspicken, und die allen Ernstes glauben, sie können für ihr Land sämtliche Förderungen in der EU in Anspruch nehmen, bei den Flüchtlingen, bei der humanitären Verantwortung aber sagen: Ohne uns, interessiert uns nicht! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Können sie ja!) Österreich, Deutschland und Schweden sollen das alleine machen! (Abg. Hübner: Das ist eine Frage, ob das eine Verantwortung ist!) – So geht das nicht!
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Geh, nie!
Man könnte jetzt glauben, dass diese Zeit vorbei ist, da jetzt auch die SPÖ etwas vernünftiger geworden ist. Aber als gelernter Österreicher muss man auch die Zusammenhänge sehen. Glauben Sie, dass es ein Zufall ist, dass die Regierung erst dann wach geworden ist, als klar war, dass wir im April beziehungsweise Mai den Bundespräsidenten wählen werden? – Da ist die Regierung plötzlich aufgetaut, und plötzlich ist das Stoppschild hervorgekommen. Komischerweise wird dieses Stoppschild erst wirksam – was glauben Sie? – im Mai. (Abg. Darmann: Das ist eine Alibiaktion! – Abg. Höbart: Das ist doch kein Stoppschild, Robert!) Nach dieser Bundespräsidentenwahl wird dieses Stoppschild angeblich aktiv. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Geh, nie!) Für die einen ist es eine Obergrenze und für die anderen nur ein Richtwert.
Beifall bei den Grünen. – Ironische Heiterkeit der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Sie von der FPÖ machen hier russische Außenpolitik! Genau das haben wir auch schon in der vorigen Debatte im Zusammenhang mit der OMV gesehen: Die Einzigen, die sich hier im österreichischen Parlament dafür ausgesprochen haben und die darüber geredet haben, dass es bei diesem Deal den Russen gutgehen muss, waren die Freiheitlichen. Sie sind Putins Kolonne im österreichischen Parlament. Sie machen seine Außenpolitik. Sie spalten die Europäische Union, und dies nur aus einem einzigen Grund: damit dort unten keine vernünftige, intelligente gemeinsame Außenpolitik gemacht wird. (Beifall bei den Grünen. – Ironische Heiterkeit der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da bin ich bei Ihnen!
Wer aber die rote Linie zum politischen Islamismus zieht, der muss diese rote Linie auch gegenüber jenen Islamisten ziehen, die uns im Anzug entgegentreten, und dieser Islamist im Anzug ist der türkische Präsident Erdoğan. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da bin ich bei Ihnen!) Dieser ist der Verhandlungspartner der Europäischen Union. Das ist jener Mann, der jetzt hoch subventioniert wird, der mit dieser Subventionierung militarisieren wird und der mit dieser Militarisierung die Flüchtlingswelle von morgen in Wirklichkeit auslösen wird. Die nächste Flüchtlingswelle, und das hat Kollege Reimon schon richtig gesagt, kommt aus der Türkei. Mit den Geldern der Europäischen Union wird die Repression in der Türkei stattfinden.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Okay! Infrastruktur verwalten: Das hat auch gerade noch geklappt! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Aber ist es wirklich Aufgabe des Sozialministeriums, die größten Fragen dieser Republik zu verwalten? (Demonstrativer Beifall des Abg. Loacker.) 1 Million Menschen in Österreich lebt an der Armutsgrenze – und Stöger wird geschickt, um zu verwalten. (Abg. Schittenhelm: Ach geh!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der sieht das anders!
Ja, wir brauchen eine enge Zusammenarbeit zwischen Ihnen und der Innenministerin, um das umzusetzen, was der Asylgipfel letzte Woche ergeben hat, nämlich die Obergrenzen. Die Menschen erwarten sich das, was Bürgermeister Häupl heute laut „Kurier“ sagte: Der 37 501. wird bei uns nicht Asyl bekommen! (Beifall bei der ÖVP.) Genau darum geht es! Das ist festgeschrieben, und jetzt ist es umzusetzen, und zwar auch mit der Unterstützung des Verteidigungsministers. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der sieht das anders!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, das kennen wir eh!
Sie kennen vielleicht das Spiel „Reise nach Jerusalem“; das ist ein Stopptanz-Spiel (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, das kennen wir eh!), da wird die Musik eingeschaltet, und wenn sie ausgeschaltet wird, dann muss man sich eine neue Position suchen. Der berühmt-berüchtigte Chef-DJ in Österreich für dieses Spiel ist normalerweise Reinhold Lopatka: Wann immer er die Musik ausschaltet, setzen sich allerdings
Der Redner stellt eine Tafel vor sich auf das Rednerpult, auf der das Logo der SPÖ und darunter die Aufschrift „Die Pension.“ abgebildet ist; die Aufschrift „Die Pension.“ ist jedoch nicht sichtbar, da sie von einer Holzkante verdeckt wird. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da sieht man nur „SPÖ“! Das würde ich wegtun!
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Geschätzte Zuschauerinnen und Zuschauer auf der Besuchergalerie und vor den Bildschirmen, die so lange durchhalten! (Der Redner stellt eine Tafel vor sich auf das Rednerpult, auf der das Logo der SPÖ und darunter die Aufschrift „Die Pension.“ abgebildet ist; die Aufschrift „Die Pension.“ ist jedoch nicht sichtbar, da sie von einer Holzkante verdeckt wird. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da sieht man nur „SPÖ“! Das würde ich wegtun!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hochhalten, man sieht es nicht! – Der Redner hält die Tafel in die Höhe.
Als Sozialsprecher von NEOS gehe ich natürlich in erster Linie auf die Neubestellung des Sozialministers ein. Herr Minister, Sie übernehmen da große Verantwortung. Sie übernehmen den ganzen Stolz der SPÖ – 2,3 Millionen Pensionisten, gutes Einkommen, hohe Lebenserwartung, niedriges Pensionsalter (auf die Tafel weisend): „SPÖ. Die Pension.“ (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hochhalten, man sieht es nicht! – Der Redner hält die Tafel in die Höhe.)
Der Redner stellt eine Tafel vor sich auf das Rednerpult, auf der das Logo von VW und darunter die Aufschrift „Das Auto.“ abgebildet ist; die Aufschrift „Das Auto.“ ist jedoch nicht sichtbar, da sie von einer Holzkante verdeckt wird. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das sieht man auch nicht! – Abg. Schopf: Herr Loacker, was steht da unten, bitte?
Ja, der SPÖ geht es mit dem Pensionssystem so wie VW mit dem Abgasskandal. (Der Redner stellt eine Tafel vor sich auf das Rednerpult, auf der das Logo von VW und darunter die Aufschrift „Das Auto.“ abgebildet ist; die Aufschrift „Das Auto.“ ist jedoch nicht sichtbar, da sie von einer Holzkante verdeckt wird. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das sieht man auch nicht! – Abg. Schopf: Herr Loacker, was steht da unten, bitte?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein – eine Hand mit nach oben zeigendem Daumen in die Höhe haltend –: Super! 1a!
Hier werden die Weichen für das Land Österreich gestellt, und es ist in den letzten anderthalb Jahren einiges gelungen: Ausbauprogramm der Schiene und der Straße, der Technologieschwerpunkt Industrie 4.0, und auch den Breitbandausbau haben wir fixiert, die Programme sind ausgeschrieben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein – eine Hand mit nach oben zeigendem Daumen in die Höhe haltend –: Super! 1a!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Lichtenecker: … tatsächliche Berichtigung! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war eine lupenreine tatsächliche Berichtigung! – Zwischenruf des Abg. Kucher. – Ruf bei der SPÖ: So ein Blödsinn! – Weiterer Ruf bei der SPÖ: So schwach!
Diese Information wurde verweigert, weil die Bundesregierung alleine mit den Bayern unter der Gesamtverantwortung des Bundeskanzlers Faymann verhandeln wollte. – Danke schön. Das war die Berichtigung. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Lichtenecker: … tatsächliche Berichtigung! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war eine lupenreine tatsächliche Berichtigung! – Zwischenruf des Abg. Kucher. – Ruf bei der SPÖ: So ein Blödsinn! – Weiterer Ruf bei der SPÖ: So schwach!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben Sie schon gesagt!
Wenn man also das Problem ernsthaft angehen will, dann muss man sich die Frage stellen: Warum brauchen Flüchtlinge überhaupt bezahlte Schlepper? Warum gehen sie zu diesen Leuten? Warum gefährden sie ihr Leben auf klapprigen Booten und zahlen auch noch tausende von Euro? – Weil sie nicht legal in die EU einreisen können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben Sie schon gesagt!) Und wenn man Schlepper überflüssig machen will, wenn man ihnen die Geschäftsgrundlage entziehen will – wie wir seit Längerem, seit Monaten und seit Jahren eigentlich gebetsmühlenartig wiederholen –, dann sollte man für legale Fluchtwege und für legale Einreisemöglichkeiten für Schutzsuchende sorgen. Dann würde sich das Problem wirklich großteils erledigen. (Abg. Hübner: Wir holen sie mit der AUA ab!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der noch dazu eine Verfassungsbestimmung aushebt!
Ich möchte noch eine kurze Anmerkung zum grundsätzlichen parlamentarischen Prozedere machen – das ist heute in anderem Zusammenhang schon gesagt worden –: Wenn wir gerüchtehalber informiert werden darüber, dass heute ein Abänderungsantrag, und zwar ein umfassender Abänderungsantrag, eingebracht wird (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der noch dazu eine Verfassungsbestimmung aushebt!) – genau, der auch noch eine Verfassungsbestimmung aushebt –, und wir dann bereits in verschiedenen Zeitungen über die Inhalte lesen müssen und ich als Wirtschaftssprecher und Energiesprecher erstmalig heute um 11.21 Uhr diesen Abänderungsantrag vorgelegt bekomme, dann entspricht das nicht den parlamentarischen Gepflogenheiten, oder anders formuliert, dann dürfen Sie nicht von uns erwarten, dass wir hier grundsätzlich besonders konstruktiv sind.
Die Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kitzmüller: Na, na!
Abgeordneter Ing. Markus Vogl (SPÖ): Ich habe den Verdacht, dass, sobald irgendwo EU drauf steht, sofort der Reflex kommt: Das ist abzulehnen. (Die Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kitzmüller: Na, na!) – Es ist so. Sie haben es richtig gesagt, Herr Kollege Karlsböck: Die Berufswelt unterliegt natürlich massiven Veränderungen, und das führt zu neuen Berufsfeldern, die wir inzwischen auch bei uns haben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber die Landesregierungen haben das auch alle kritisiert!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber die Landesregierungen haben das auch alle kritisiert!
Abgeordneter Ing. Markus Vogl (SPÖ): Ich habe den Verdacht, dass, sobald irgendwo EU drauf steht, sofort der Reflex kommt: Das ist abzulehnen. (Die Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kitzmüller: Na, na!) – Es ist so. Sie haben es richtig gesagt, Herr Kollege Karlsböck: Die Berufswelt unterliegt natürlich massiven Veränderungen, und das führt zu neuen Berufsfeldern, die wir inzwischen auch bei uns haben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber die Landesregierungen haben das auch alle kritisiert!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ich denke, das ist die richtige Antwort auf diese Veränderungen: nicht die Ängste zu schüren, die da sind, sondern Lösungen für die Menschen zu finden. Diese EU-Richtlinie ist ein tolles Projekt, und wir sollten alle daran arbeiten, dieses Projekt zu unterstützen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Fortsetzung der AKH-Geschichte!
Abgeordneter Dr. Erwin Rasinger (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Ministerin! Hohes Haus! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Fortsetzung der AKH-Geschichte!) Jetzt kommt die Fortsetzung: Geschichte AKH, die zweite.
Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das eine und das andere ist nicht gut!
Natürlich brauchen wir endlich diese Schmerzambulanzen. Es kann nicht sein, dass ein Spital sagt, es ist eine Schmerzambulanz, wenn es drei Stunden in der Woche offen hält. Es ist auch nicht gescheit, wenn von zwei Schmerzdiensten im AKH einer eingesperrt – Pardon: eingespart – wird. (Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das eine und das andere ist nicht gut!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da waren Sie gar nicht da!
An und für sich sollte man meinen, die Menschen in diesem Land hätten alle einen Anspruch auf die gleiche Versorgung, aber es ist eine Lotterie im Blindflug, es ist eine Glücksfrage, je nachdem, wo ich zu Hause bin. Es gibt verschiedene Verknappungen, es gibt unterschiedliche Selbstbehalte, es gibt eine unterschiedliche Versorgung, und obwohl wir gerade 60 Jahre ASVG, ein Gesetz für alle, gefeiert haben, sind die Leistungen unterschiedlich. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da waren Sie gar nicht da!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber nicht in vergleichbarer Art und Weise! – Zwischenruf des Abg. Loacker.
Abgeordneter Walter Schopf (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Kollege Loacker, das war jetzt das fünfte oder sechste Mal, dass Sie Ihre Forderung begründet haben. Ich habe Ihnen das letzte Mal schon gesagt: Alle diese Fakten existieren. Sie werden auch im Bereich der Selbstverwaltungen überall veröffentlicht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber nicht in vergleichbarer Art und Weise! – Zwischenruf des Abg. Loacker.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann kann man sie ja eh zusammenfassen!
Es gibt Leistungsberichte, es gibt in jeder Sozialversicherung, in jeder GKK jedes Jahr eine ganz genaue Aufstellung, in der all dies, was Sie hier fordern, fein säuberlich veröffentlicht wird. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann kann man sie ja eh zusammenfassen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja alles!
„Gegenwärtig ist das System der österreichischen Sozialversicherungen mit seinen 22 selbständigen Einrichtungen teuer, ineffizient und organisatorisch nicht mehr zeitgemäß. Es dient primär dazu, eine Funktionärsherrschaft in Rot-Schwarz aufrecht zu erhalten und für Versorgungsjobs für abgehalfterte Funktionäre zu sorgen.“ (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja alles!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich bitte darum! Das steht nicht drinnen! Da steht drinnen, das ist ein Versorgungsposten!
Das Beispiel der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse: Da sitzt ein Freiheitlicher im Vorstand. Herr Knoll ist Vorstandsmitglied in der Gebietskrankenkasse in Oberösterreich, ich nehme an, Sie meinen daher auch Herrn Knoll. Ich werde ihn morgen verständigen und sagen, Frau Belakowitsch-Jenewein im Parlament sagt: Herr Knoll, Sie sind unfähig und alles Mögliche. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich bitte darum! Das steht nicht drinnen! Da steht drinnen, das ist ein Versorgungsposten!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es geht ja nicht um die, die dort arbeiten!
Und liebe Kollegen und Kolleginnen der Freiheitlichen: Die Gehässigkeiten, die auch in diesem Antrag niedergeschrieben worden sind, weisen wir auf das Schärfste zurück. Die Menschen, die dort arbeiten, haben das sicher nicht verdient. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es geht ja nicht um die, die dort arbeiten!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Eine Zeitung!
Das, was dann leider nicht funktioniert und eigentlich zu einer Tragödie geführt hat, war die Tatsache, dass eine Wiener Zeitung (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Eine Zeitung!) eine betroffene Schule genannt hat, mit allen Problemen, die sich dadurch für die Schülerinnen und Schüler, die ja gesund waren, ergeben haben. Viele wurden dadurch auch indirekt in Mitleidenschaft gezogen. Es gab dann sogar bei einem Sportfest Fragen danach, ob die gesunden Schüler eigentlich überhaupt die Duschkabine benutzen dürfen oder ob die Schülerinnen und Schüler Getränke konsumieren dürfen, da es bei der Ausgabe der Getränke vielleicht sogar zu einer Ansteckung kommen könnte, obwohl das natürlich gar nicht der Fall sein konnte.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: So schnell wird man zum Regierungspolitiker! – Abg. Mückstein: Das müssen Sie Ihren Kollegen erzählen!
Daher ist es absolut zu vertreten und sogar – damit er am nächsten Tag ausgeruhte Fachärzte hat – im Sinne der Patienten, dass in der Nacht nicht alle möglichen Fachärzte aller möglichen Fächer anwesend sind. Das ist eine Verschwendung von Ressourcen, und nicht zuletzt deswegen haben andere Länder bereits andere Wege beschritten. Die Outcomes sind absolut gut, darüber gibt es Studien, vergleichende Beobachtungen. Es braucht sich also niemand zu fürchten, und man soll da bitte keinen Teufel an die Wand malen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: So schnell wird man zum Regierungspolitiker! – Abg. Mückstein: Das müssen Sie Ihren Kollegen erzählen!)
Sitzung Nr. 113
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat nicht Stellung bezogen!
davon gibt es – unser Sozialminister hat dazu Stellung bezogen – auch eine entsprechende parlamentarische Anfrage Ihrerseits. Aber dazu mehr am Nachmittag. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat nicht Stellung bezogen!)
Abg. Glawischnig-Piesczek: Wer war die Opposition? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Von welcher Opposition?
Ich möchte Ihnen folgende persönliche Geschichte erzählen: Mein Vater war Bauarbeiter, und als ich 15 Jahre alt war – das war im Jahr 1982 –, hat es von der Opposition wieder einmal den Angriff gegeben, unsere Pensionen seien nicht sicher. (Abg. Glawischnig-Piesczek: Wer war die Opposition? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Von welcher Opposition?)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Heinzl und Lugar. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Jetzt wird der Herr Kollege Muchitsch vom eigenen Kollegen gestört!
Aber jetzt trotzdem nur einige Tafeln (in der Folge illustriert der Redner seine Aussagen mit dem Aufzeigen entsprechender Kurvendiagramme) – ich mache das zum ersten Mal, weil es wichtig ist. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Heinzl und Lugar. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Jetzt wird der Herr Kollege Muchitsch vom eigenen Kollegen gestört!) – Ich habe allen anderen zugehört, vielleicht ist das jetzt auch möglich. Ich habe keine Zwischenrufe getätigt, vielleicht ist das jetzt auch möglich. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war der Kollege Heinzl!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war der Kollege Heinzl!
Aber jetzt trotzdem nur einige Tafeln (in der Folge illustriert der Redner seine Aussagen mit dem Aufzeigen entsprechender Kurvendiagramme) – ich mache das zum ersten Mal, weil es wichtig ist. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Heinzl und Lugar. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Jetzt wird der Herr Kollege Muchitsch vom eigenen Kollegen gestört!) – Ich habe allen anderen zugehört, vielleicht ist das jetzt auch möglich. Ich habe keine Zwischenrufe getätigt, vielleicht ist das jetzt auch möglich. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war der Kollege Heinzl!)
Die Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Neubauer: Sondern?
Ich stelle das in Abrede: Es ist kein Vertrag, es ist nichts gemacht worden. (Die Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Neubauer: Sondern?) – Ganz im Gegenteil, Sie kennen das, ich habe mich im Bundesrat dazu sehr klar geäußert. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Sie haben sich überhaupt nicht geäußert, Sie haben gesagt, das ist Datenschutz! Ich habe die Debatte verfolgt: Sie haben überhaupt nichts gesagt!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Sie haben sich überhaupt nicht geäußert, Sie haben gesagt, das ist Datenschutz! Ich habe die Debatte verfolgt: Sie haben überhaupt nichts gesagt!
Ich stelle das in Abrede: Es ist kein Vertrag, es ist nichts gemacht worden. (Die Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Neubauer: Sondern?) – Ganz im Gegenteil, Sie kennen das, ich habe mich im Bundesrat dazu sehr klar geäußert. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Sie haben sich überhaupt nicht geäußert, Sie haben gesagt, das ist Datenschutz! Ich habe die Debatte verfolgt: Sie haben überhaupt nichts gesagt!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Meine persönliche Meinung ist ganz klar: Wenn man das ändern will (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), dann muss man die Situation so herstellen, als hätten die Mitarbeiter und die Firma das eingezahlt, was jeder andere ASVG-Versicherte auch eingezahlt hat. – Das wollte ich klarstellen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schieder: Dann könnten wir uns auch gleich die Fristsetzung sparen! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: … Datenschutz!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schieder: Dann könnten wir uns auch gleich die Fristsetzung sparen! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: … Datenschutz!
Meine persönliche Meinung ist ganz klar: Wenn man das ändern will (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), dann muss man die Situation so herstellen, als hätten die Mitarbeiter und die Firma das eingezahlt, was jeder andere ASVG-Versicherte auch eingezahlt hat. – Das wollte ich klarstellen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schieder: Dann könnten wir uns auch gleich die Fristsetzung sparen! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: … Datenschutz!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist die Ministerin?
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (STRONACH): Herr Präsident, ich würde Sie bitten, herauszufinden, wo die Frau Ministerin ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist die Ministerin?) – Ah sie kommt schon, welch Sonnenschein! (Bundesministerin Mikl-Leitner: Ich bin schon da!) Sehr gut. Da die Frau Ministerin hier ist, können wir beginnen. Ich bin schon sehr gespannt, was Sie, Frau Ministerin, dazu sagen werden. (Präsidentin Bures übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das schreibt sie ja immer!
Wir haben die Frau Ministerin gefragt, wie viele Personen unrechtmäßig in Österreich aufhältig sind und wie viele aufgegriffen wurden. Das wollten wir aufgegliedert haben: bei Polizeikontrollen aufgegriffen, von anderen Behörden aufgegriffen, bei Grenzkontrollen aufgegriffen, und dann: im Beisein von Schleppern aufgegriffen. Und auf all diese Fragen hat die Frau Ministerin geantwortet: „Diese anfragerelevanten Daten werden statistisch nicht erfasst.“ (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das schreibt sie ja immer!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die werden ja nicht aufgegriffen!
Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Wir wollten wissen, wie viele Illegale von der Polizei aufgegriffen werden, von anderen Behörden beziehungsweise – und das ist ja ganz, ganz wichtig – wie viele im Beisein von Schleppern aufgegriffen wurden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die werden ja nicht aufgegriffen!) Dazu gibt es keine Statistik, Frau Minister? Ist das Ihr Ernst?
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie weiß auch nicht, wer kommt!
Ich habe immer geglaubt, es ist ein Straftatbestand, wenn jemand Personen schleppt. Die Polizei schreitet ein und verhaftet Schlepper, und Sie wissen nicht, wie viele geschleppt wurden? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie weiß auch nicht, wer kommt!) Macht das keinen Unterschied, ob einer geschleppt wurde oder 50? Es macht dann einen Unterschied, wenn der Schlepper verurteilt wird! – Und Sie wissen das nicht? Das interessiert Sie nicht? Frau Minister, es wäre wirklich interessant, was Sie dazu sagen, ob es tatsächlich so ist, dass Sie das nicht interessiert.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Woher soll sie das wissen, sie registriert ja nicht!
Aus Ihrem Ministerium hat es auf ein Telefonat der „Presse“ – die hat ja einen Artikel darüber geschrieben – eine Antwort gegeben, und zwar was die Aufgriffe betrifft: Da könnten ja auch Personen dabei sein, die mehrfach aufgegriffen wurden. – Erklären Sie mir das einmal, Frau Minister! Wenn ein Illegaler im Land ist und Ihre Polizisten ihn aufgreifen, was machen sie dann mit dem? Lassen sie ihn wieder frei, damit sie ihn wieder aufgreifen können und dann wieder und wieder? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Woher soll sie das wissen, sie registriert ja nicht!) Ist das tatsächlich das, was sie tun, Illegale mehrfach aufgreifen? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, ja, ja!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, ja, ja!
Aus Ihrem Ministerium hat es auf ein Telefonat der „Presse“ – die hat ja einen Artikel darüber geschrieben – eine Antwort gegeben, und zwar was die Aufgriffe betrifft: Da könnten ja auch Personen dabei sein, die mehrfach aufgegriffen wurden. – Erklären Sie mir das einmal, Frau Minister! Wenn ein Illegaler im Land ist und Ihre Polizisten ihn aufgreifen, was machen sie dann mit dem? Lassen sie ihn wieder frei, damit sie ihn wieder aufgreifen können und dann wieder und wieder? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Woher soll sie das wissen, sie registriert ja nicht!) Ist das tatsächlich das, was sie tun, Illegale mehrfach aufgreifen? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, ja, ja!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: So, und was sagt sie jetzt?
Präsidentin Doris Bures: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Bundesministerin Mikl-Leitner. Frau Ministerin, Ihre Redezeit soll 10 Minuten nicht überschreiten. – Bitte, Sie sind am Wort. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: So, und was sagt sie jetzt?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir wollen sie aber von Ihnen!
sicherlich auch umfassende Informationen hätte geben können (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir wollen sie aber von Ihnen!), wie diese Anfragebeantwortung zu verstehen ist, aber gerne mache ich das auch persönlich.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na großartig!
Darüber hinaus gehen wir aber auch einen österreichischen Weg und sind mit vielen Staaten im Gespräch, um Heimreisezertifikate zu erhalten, und werden auch weiterhin den Schwerpunkt auf Rückführungen legen. Dass dem so ist, zeigen bereits die Zahlen aus dem Jahr 2015, und die wollen wir natürlich auch im Jahr 2016 erhöhen. So ist es uns im Jahr 2015 gelungen, 8 365 Personen außer Landes zu bringen, davon 5 087 freiwillig und 3 278 zwangsweise. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na großartig!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: In Spielfeld, das wissen wir schon!
Geben Sie mir auch die Möglichkeit, kurz auf das neue Grenzmanagement einzugehen. Sie wissen, dass wir seitens der Bundesregierung eine Obergrenze von 37 500 Asylanträgen für 2016 gezogen haben und dass das jetzt dazu führt, dass wir sogenannte Tageskontingente festgelegt haben. Die Tageskontingente, wenn Sie so wollen, betreffen zwei Obergrenzen: zum einen sind wir bereit, 80 Asylanträge pro Tag an der Südgrenze zu akzeptieren, zum anderen dürfen nur 3 200 durch Österreich durchreisen, auf dem Weg in andere Länder. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: In Spielfeld, das wissen wir schon!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und am Montag? Wie viele waren es da? 170!
Frau Kollegin, da darf ich Ihnen auch gleich als Information dazusagen, dass zwischen der Aussage des Herrn Verteidigungsministers Doskozil und der von mir kein Unterschied besteht, wenn Sie wollen, sind beide Ansagen richtig und korrekt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und am Montag? Wie viele waren es da? 170!) Warum ist die Ansage des Herrn Verteidigungsministers korrekt? – Weil es derzeit einfach Fak-
Beifall bei der ÖVP – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was? Sie machen es ja!
Zum anderen darf ich Sie auch noch darüber informieren – ich komme gerade von der Westbalkan-Konferenz im Innenministerium, zu der der Außenminister und ich gemeinsam eingeladen haben –, dass es unser Ziel ist, gemeinsam mit den Westbalkanstaaten die Migrationsströme zu reduzieren, weil wir alle wissen, dass es in der Dimension der letzten Monate, des letzten Jahres nicht weitergehen kann. Da gibt es, glaube ich, nur zwei Möglichkeiten – wenn wir uns die Flüchtlingsströme vor Augen führen –: Erstens, es wird das Durchwinken Richtung Mitteleuropa weiterhin akzeptiert, dabei werden Österreich, Deutschland und Schweden weiterhin die Hauptbetroffenen sein – das werden wir nicht akzeptieren (Beifall bei der ÖVP – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was? Sie machen es ja!), und deswegen braucht es hier auch die Obergrenze und ganz klare nationale Maßnahmen –, und zweitens gibt es natürlich die Möglichkeit, dass man durch nationale Maßnahmen an der Grenze – und in enger Allianz mit den Balkanstaaten – Schritte setzt und die Flüchtlingsströme reduziert, damit auch tatsächlich weniger kommen, und man hier vor allem auch Druck macht, dass es zur Umsetzung von europäischen Lösungen kommt.
Abg. Lugar: Die haben Sie eh! – Abg. Neubauer: Die haben Sie! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Ich bin zwar kein Vertreter einer österreichischen Versicherung, aber ich möchte Herrn Klubobmann Lugar dennoch sehr gerne sagen: Ihre Sorgen möchten wir haben! Ja, Ihre Sorgen möchten wir haben. (Abg. Lugar: Die haben Sie eh! – Abg. Neubauer: Die haben Sie! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Lugar: Eine gescheite Anfragebeantwortung machen! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Während Frau Bundesministerin Mikl-Leitner in ihrem Ministerium zur Stunde rund 14 Innen- und Außenminister zu Gast hat, um gerade diese Probleme zu besprechen und konkrete Lösungen zu erarbeiten, zitieren Sie sie hierher ins Parlament mit Ihrer Anfragebesprechung und behindern sie eigentlich, an dieser wirklich wichtigen Konferenz teilzunehmen! So „wichtig“ ist Ihnen dieses Thema, Herr Kollege Lugar! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Lugar: Eine gescheite Anfragebeantwortung machen! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Königsberger-Ludwig: Das Parlament ist schon wichtig! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein, Hagen und Lugar.
Herr Klubobmann Lugar, als leidenschaftlicher Parlamentarier, der ich bin, einer, der das Interpellationsrecht ganz hoch einschätzt, muss ich Ihnen trotzdem sagen: Ein bisserl Gespür, ein bisserl Sensibilität für Dinge, die wichtig sind, hätte ich mir von Ihnen schon gewünscht. Es wäre jetzt schon viel wichtiger, dass die Frau Bundesministerin für Inneres als Gastgeberin in ihrem Ressort bei den 14 anderen Ministern ist – und nicht jetzt die schriftliche Abfragebeantwortung an Sie hier mit Ihnen besprechen muss. Das hätte man bei der nächsten Plenarsitzung genauso machen können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Königsberger-Ludwig: Das Parlament ist schon wichtig! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein, Hagen und Lugar.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Jetzt seien Sie nicht so überheblich!
Herr Kollege Lugar, es hilft ohnehin nichts, man kann jemanden nicht überzeugen, auch nicht mit richtigen Argumenten, wenn er sich nicht überzeugen lassen will. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Jetzt seien Sie nicht so überheblich!) Sie wollen mit dieser
Abg. Lugar: Exzellent?! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was sagen Sie da?!
Ich möchte wirklich unserer Innenministerin meinen größten Respekt aussprechen für das, was da bereits geleistet wurde, dass es gelungen ist, ein exzellentes Grenzmanagement aufzustellen (Abg. Lugar: Exzellent?! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was sagen Sie da?!), das notwendig ist, um diesen ganz massiven Zuzug einzudämmen.
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Lugar.
Es ist doch kein Zufall, Herr Kollege Lugar, dass jetzt Vertreter sämtlicher Staaten an der Balkanroute nach Wien zu dieser Konferenz kommen, um diese Frage zu besprechen. (Ruf bei der FPÖ: Ein halbes Jahr zu spät!) Unsere Frau Bundesministerin für Inneres, der Außenminister, der Verteidigungsminister, wir gehen koordiniert vor mit allen Staaten an der Balkanroute, um dieses Problem zu lösen, denn das ist ein massives Problem, eines, das ernst zu nehmen ist. Niemand hat behauptet, dass das alles völlig ohne Probleme abgegangen ist. Das haben wir auch alle bemerkt, dass plötzlich eine Massenmigration stattgefunden hat. Aber mit der Art und Weise, wie Sie hier versuchen, Kleingeld zu wechseln, ohne einen einzigen Vorschlag zu bringen, wie man denn mit der Sache umgehen soll, geht es nicht; das ist wirklich ein Problem. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Lugar.) Und Vorschläge vorzulegen, das wäre nämlich auch eine Aufgabe der Opposition. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Lugar: Zurückbringen!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kassegger.
Der Herr Sozialminister hat heute Vormittag mit einer Unschuldsmiene auf der Regierungsbank versichert, nein, er wisse nichts, sein Vorgänger habe nichts gewusst. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kassegger.) Herr Hundstorfer habe bei der Übergabe an Minister Stöger sicher nichts gesagt, und die Mitarbeiter haben einander auch nichts gesagt – das geht immer ganz schnell da.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, …!
Meine Damen und Herren, passen Sie ein bisschen auf, ich erzähle Ihnen jetzt ein bisschen, wie Gewerkschaftsarbeit funktioniert. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, …!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, da hat er gesagt …!
Letzter Satz: Die Bank hat sich mit mehreren Gutachten rechtlich abgesichert, hat dem Betriebsrat auch vermittelt, dass das möglich ist. Es gibt die klare Aussage des Sozialministers von heute Vormittag und von vor 14 Tagen im Bundesrat. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, da hat er gesagt …!) Mein Informationsstand ist: Zur Zeit werden die Daten in der Pensionsversicherungsanstalt entsprechend gerechnet.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nur zu 50 Prozent!
Sie (in Richtung ÖVP) sitzen auch mit in der Regierung, oder sind Sie jetzt nicht mehr dabei? Ich weiß es nicht, ich habe es noch nicht festgestellt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nur zu 50 Prozent!)
Sitzung Nr. 115
Zwischenrufe der Abgeordneten Schönegger, Loacker und Belakowitsch-Jenewein
Das ist leider noch nicht der Fall. Es wurde hier schon die Frage der Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern angesprochen, der sogenannte Gender Pay Gap. Dieser ist viel zu hoch, das wissen wir. (Abg. Strache: …! So wird es nicht besser!) Auf der anderen Seite, was halbe-halbe betrifft, so hat es schon 1996, damals ausgerufen von Helga Konrad, geheißen: Halbe-halbe auch in der Familie (Zwischenrufe der Abgeordneten Schönegger, Loacker und Belakowitsch-Jenewein), halbe-halbe bei der Pflege, halbe-halbe bei der Hausarbeit. (Ruf bei der FPÖ: Das ist eine Sonntagsrede! Unfassbar!) – Weit und breit ist davon nichts zu sehen! Hier gibt es einen Nachholbedarf in den Familien, bei den Herren, die entsprechend mithelfen sollten. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe Ihnen eh zugehört!
Ich würde mittlerweile auch bitten, dass wir aus der Werkstatt und dem ganzen Auto… (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ich habe Ihnen zugehört, Frau Belakowitsch-Jenewein, und vielleicht wollen Sie jetzt auch einmal kurz zuhören. Wir können ja nachher oder auch im Ausschuss über die Bank-Austria-Geschichte weiterdebattieren. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe Ihnen eh zugehört!) – Ja, ich bitte darum.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir reden über Pensionen!
Ich würde gerne aus der Autowerkstatt raus, das wollte ich noch einmal wiederholen, denn jetzt haben wir schon den Crashtest und die Schrottautos (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir reden über Pensionen!), und ich weiß nicht, was Sie noch alles an Bildern bringen. Wie wir da rauskommen, das habt ihr NEOS uns aber auch noch nicht ganz erklärt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na bitte, das stimmt ja nicht!
Zuerst die Fakten: Das Pensionsantrittsalter steigt schneller, als wir es erwartet haben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na bitte, das stimmt ja nicht!) Die Bundesmittel, die wir dazu brauchen, bleiben stabil, nämlich bei zirka 6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.
Sitzung Nr. 117
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer’s glaubt! Wie oft erzählen Sie den Schmäh noch?
Ja, es war ein Bohren harter Bretter. Gott sei Dank gibt es jetzt diese Obergrenze, die garantiert, dass all unsere Systeme das bewältigen können (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer’s glaubt! Wie oft erzählen Sie den Schmäh noch?), dass vor allem auch die Bevölkerung mitgehen kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Aus diesem Grund bin ich auch froh über die Entscheidung Österreichs, Tageskontingente einzuführen, engstens mit den Staaten auf der Balkanroute zu kooperieren und darüber, dass es gelungen ist, die Balkanroute zu schließen. Die Balkanroute zu schließen ist uns allerdings zu wenig (Zwischenruf des Abg. Höbart), unser Ziel muss sein, dass es keine Folgerouten gibt. Unser Ziel muss sein, dem unkontrollierten Durchzug durch Europa ein Ende zu setzen, und dafür gilt es, konsequent zu sein und gesamteuropäisch zusammenzuhalten. Unsere Maßnahmen greifen, das zeigt sich vor allem auch, wenn man die Zahl der Asylanträge anschaut: In den letzten Wochen gab es durchschnittlich pro Woche 800 Asylanträge; das ist der niedrigste Wert seit April letzten Jahres. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Das ist ein wichtiger Schritt, um die Obergrenze einhalten zu können und vor allem auch unsere Systeme nicht zu überlasten.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: … gibt keine Vergewaltigungen!
Nun zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen, was die Sicherheit betrifft, und auch zu den von Ihnen genannten Zahlen: Zum wiederholten Mal versuchen Sie, den Menschen einzureden, dass die Kriminalität explodiert; zum wiederholten Mal versuchen Sie, zu verunsichern (Abg. Belakowitsch-Jenewein: … gibt keine Vergewaltigungen!);
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Wir werden diese Woche, wie jedes Jahr, die Kriminalstatistik präsentieren. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Diese Woche wird die Kriminalstatistik für das Jahr 2015 präsentiert werden, und ich kann Ihnen jetzt bereits sagen, dass es wieder gelungen ist, die Kriminalität insgesamt zu verringern (Zwischenruf des Abg. Lugar), und dass es vor allem auch gelungen ist, die Aufklärungsrate auf hohem Niveau zu halten beziehungsweise zu steigern. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Wir werden diese Woche, wie jedes Jahr, die Kriminalstatistik präsentieren. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Diese Woche wird die Kriminalstatistik für das Jahr 2015 präsentiert werden, und ich kann Ihnen jetzt bereits sagen, dass es wieder gelungen ist, die Kriminalität insgesamt zu verringern (Zwischenruf des Abg. Lugar), und dass es vor allem auch gelungen ist, die Aufklärungsrate auf hohem Niveau zu halten beziehungsweise zu steigern. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Pendl und Weninger. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Selbstverständlich ist es unsere Aufgabe, auf dieses Phänomen zu reagieren, konkrete Maßnahmen zu setzen; selbstverständlich haben wir die Kontrollintensität verstärkt; selbstverständlich sind wir bei den Ermittlungen und vor allem bei den Festnahmen ganz konsequent, da darf es null Toleranz geben, und das ist auch so. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Pendl und Weninger. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Wichtig ist mir aber auch, vor allem auf Prävention zu setzen, um Straftaten zu verhindern. Wir wissen, es kommen Menschen mit unterschiedlichsten Kulturen, mit falschen Informationen zu uns, und es ist einfach wichtig, sie über unsere Grundwerte, über unsere Regeln zu informieren. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Aus diesem Grund haben wir eine Fibel zu den Grundwerten ausgearbeitet, die wir so rasch wie möglich an die Asylwerber transportieren (Zwischenruf des Abg. Deimek); es geht darum, dass vor allem das Betreuungspersonal die Menschen über unsere Werte und Grundrechte informiert.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, bei jeder Sitzung wird berichtet, was die Bundesregierung beschlossen hat, um wie viele Exekutivplanstellen aufgestockt wird, um wie viele Verwaltungsplanstellen beim BFA aufgestockt wird. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) All das ist bekannt! Also wer hat denn dann nicht reagiert? – Die Regierung hat auf alle Fälle reagiert, und wir haben in diesem Zusammenhang hier auch einige wichtige Beschlüsse gefasst (Zwischenruf des Abg. Lugar), zeitgerecht gefasst.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aha!
Eines muss uns aber klar sein: dass das eine gesamteuropäische Aufgabe ist und sie auf Dauer nur gesamteuropäisch gelöst werden kann. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aha!) Bis es zu einer gesamteuropäischen Lösung kommt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die kommt ja nicht!), werden wir – und das ist auch eingeleitet – auf nationaler Ebene die notwendigen Maßnahmen zu setzen haben; das ist auch keine Frage, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Deimek: … versagt!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die kommt ja nicht!
Eines muss uns aber klar sein: dass das eine gesamteuropäische Aufgabe ist und sie auf Dauer nur gesamteuropäisch gelöst werden kann. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aha!) Bis es zu einer gesamteuropäischen Lösung kommt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die kommt ja nicht!), werden wir – und das ist auch eingeleitet – auf nationaler Ebene die notwendigen Maßnahmen zu setzen haben; das ist auch keine Frage, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Deimek: … versagt!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sehr beeindruckend!
Es gibt einen Unterschied zwischen dem, was objektiv vorliegt – Frau Bundesministerin Mikl-Leitner hat die Kriminalitätsstatistik in beeindruckender Weise dargelegt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sehr beeindruckend!), und wir werden in den nächsten Tagen ja auch die ganz aktuelle Kriminalitätsstatistik im Detail bekommen –, und dem, was die Menschen subjektiv empfinden, da gebe ich Ihnen recht, und deshalb ist es ja die Aufgabe der Politik, Angst zu nehmen, Herr Kollege Lugar, und nicht, wie Sie es tun, Angst zu machen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Lugar – sich eine Hand vor den Mund haltend und diese mehrmals schnell hintereinander öffnend und schließend –: Aber durch Maßnahmen, nicht durch Worte! Nicht nur sprechen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was heißt „waren“?!
Dass manche keine Freude damit haben, dass diese Maßnahmen greifen, weil sie dadurch politisches Kleingeld wechseln, dass hier Zustände waren (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was heißt „waren“?!), die ganz einfach nicht mehr akzeptabel waren, das verstehe ich. Aber nehmen Sie zur Kenntnis, dass diese Maßnahmen jetzt greifen und dass es der Frau Bundesministerin nicht nur gelungen ist, innerhalb der Bundesregierung eine einheitliche Linie herzustellen, sondern dass mittlerweile auch auf europäischer Ebene Gewaltiges in Bewegung gekommen ist, und das ist gut so. – Das möchte ich Ihnen sagen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Riemer: Das hat aber im Dezember anders geklungen! – Abg. Steinbichler: Ein Jahr zu spät!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die „Kronen Zeitung“?!
Ergänzend zu Ihrer Studie: Die „Kronen Zeitung“ (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die „Kronen Zeitung“?!) hat vor ein paar Tagen auch eine Umfrage veröffentlicht, eine
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, zu schaffen!
Und der zweite Trugschluss, werte Damen und Herren, Herr Kollege Pendl: Bei aller Wertschätzung, Otto, es geht nicht darum, durch die Politik Sicherheit zu vermitteln (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, zu schaffen!), sondern darum, diese Sicherheit zu gewährleisten. (Abg. Moser: Die ist ja eh gewährleistet …!) Das ist der richtige Ansatz für eine Sicherheitspolitik! Die Bevölkerung hat sich verdient, in einem sicheren Staate Österreich zu leben. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist jeden Tag!
Ich bin gestern mit der U6 gefahren und habe in der Station Thaliastraße eine große Polizeiaktion beobachtet. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist jeden Tag!) Hut ab, Kompliment, das ist auch gut so, dass man das macht. Jede Menge Schwarzafrikaner, Drogendealer. Ich weiß das, ich fahre oft mit der U6, ich habe es selber schon beobachtet. Wir wissen, als die Gesetze geändert worden sind, wurde beschlossen, dass immer drei Straftaten nachgewiesen werden müssen, damit man überhaupt handeln kann. Das wird jetzt repariert, habe ich gehört. Ich hoffe, das wird ordentlich repariert, sodass die Polizei wieder eine Handhabe gegen diese Menschen hat, um diese Kriminalität zu unterbinden. Aber ich weiß immer noch nicht, wo die 11 350 Personen geblieben sind, einige davon werden an der U6 stehen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Diese Menschen haben Großartiges geleistet, und das machen viele auch noch heute. Ein Danke geht auch an all jene österreichischen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister – mittlerweile sind es, glaube ich, zwei Drittel –, die auch bereit waren, Flüchtlinge aufzunehmen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), und ich hoffe, dass das restliche Drittel das auch bald tut, denn das ist die Basis dafür, Menschen wirklich eine Zukunft in diesem Land zu geben. (Abg. Rädler: Da war aber kein grüner Bürgermeister dabei!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Mit dem Schließen der Balkanroute und nun auch der Route über den Brenner, wie Landeshauptmann Platter angekündigt hat, wurden und werden Fakten geschaffen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), die mittlerweile auch europäischer Konsens sind und ihre Wirkung zeigen: Der Zustrom ist deutlich zurückgegangen!
Ruf bei der FPÖ: Herr Schieder ist auch nicht da! – Abg. Königsberger-Ludwig: Herr Schieder ist krank! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hat er sich in Kuba angesteckt?
Abgeordnete Nurten Yilmaz (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Herr Vilimsky ist schon gegangen? – Nein, er sitzt dort hinten. (Rufe bei der FPÖ: Frau Lunacek ist weg!) Vilimsky – also wirklich, es ist unter der Wahrnehmungsgrenze, was er im Europäischen Parlament macht. Keine Ahnung, niemand weiß, was er dort macht. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Hier schwingt er seine radikalen Reden, aber nicht einmal Herr Strache hört ihm zu! Und seine Fraktion wollte überhaupt nicht, dass er in unserem Parlament redet. – So viel dazu. (Ruf bei der FPÖ: Herr Schieder ist auch nicht da! – Abg. Königsberger-Ludwig: Herr Schieder ist krank! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hat er sich in Kuba angesteckt?) – Herr Schieder ist krank. (Abg. Kickl: Der Niedergang der Sozialdemokratie ist unaufhaltsam! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: In den Bundeskanzler auch?
Im Gegensatz zu vielen KollegInnen habe ich großes Vertrauen in unsere Bundesregierung. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: In den Bundeskanzler auch?) Ich vertraue auf unseren Bundeskanzler und unseren Vizekanzler, dass sie morgen und übermorgen zu einer Einigung kommen werden, die für uns alle sehr wichtig ist und von der wir, aber nicht nur wir, sondern die ganze Europäische Union, profitieren werden.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: … Ostzug!
Meine sehr verehrten Damen und Herren der FPÖ! Flüchtende Menschen sterben nicht, weil ihnen geholfen wird. Flüchtende Menschen sterben, weil es eine Abschottungs- und eine Grenzpolitik gibt, weil es keine Möglichkeit gibt, legale Wege nach Europa zu nehmen, und weil es eine Politik Europas gibt, die Kriegsflüchtlinge tatsächlich nicht in Europa haben will. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: … Ostzug!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der Herr Schieder ist nicht da …!
Jetzt muss man noch wissen, wie sich das alles formal abspielt: In einer Stadt wie Wien gibt es natürlich einen Bürgermeister, in diesem Fall ist das auch der Landeshauptmann. Ihm unterstellt ist die Gesundheitsstadträtin Wehsely, die ja, muss man leider sagen, mit den Aufgaben der Stadt Wien heillos überfordert ist (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der Herr Schieder ist nicht da …!): Das Krankenhaus Nord ist mittlerweile ein Millionengrab, und es gibt einen Vergabeskandal um ein Grundstück im Bereich des SMZ-Ost. Da hat man einem Parteigänger – oder einem Günstling, was weiß ich, wie man den nennen soll – ein Grundstück zur Verfügung gestellt, dessen Preis deutlich unter dem normalen Preis der Stadt Wien gelegen ist, was Grundstücke betrifft. In diesem Bereich hat man dann einfach gesagt: Jetzt bau halt etwas hin! Er hat dann seine Frau dort ein Wohnhaus bauen lassen, und in dieses Wohnhaus ziehen jetzt zu überteuerten Mieten Teile des SMZ-Ost ein, beziehungsweise hat man auch vorgesehen, dass dort ein sogenanntes Primärversorgungszentrum hinkommt. – So weit, so gut.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe gedacht, Sie reden von Qualitätsjournalismus!
Es gab letzte Woche im RadioKulturhaus eine Veranstaltung zu dem Thema „‚Ihr lügt doch alle‘ – Zu Flucht und Qualitätsjournalismus“, an der unter anderem Professor Konrad Paul Liessmann und Armin Wolf teilgenommen haben (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe gedacht, Sie reden von Qualitätsjournalismus!) und bei der es darum gegangen ist, inwieweit auch Qualitätsjournalismus an dieser gesellschaftlichen
Sitzung Nr. 119
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war keine Beleidigung!
Bundesminister für Kunst und Kultur, Verfassung und Medien Dr. Josef Ostermayer: Also abgesehen davon, dass es eben Ihr Stil ist oder Sie dieses Forum jetzt benutzen wollen, um Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des ORF zu beleidigen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war keine Beleidigung!) oder die redaktionelle Unabhängigkeit infrage zu stellen – das ist Ihre Sache (Beifall bei der SPÖ) –, haben wir eine Gesetzeslage, wo ich empfehlen würde, dass diese von allen, insbesondere von den gewählten Abgeordneten, respektiert wird. (Abg. Darmann: Ihre Einflussnahme ist eine Beleidigung!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wozu gibt es dann einen Medienminister? – Zwischenruf der Abg. Kitzmüller
Die Gesetzeslage ist, dass es a) ein Verfassungsgesetz über die Unabhängigkeit des ORF gibt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wozu gibt es dann einen Medienminister? – Zwischenruf der Abg. Kitzmüller), dass es b) Verfassungsgesetze gibt – nicht um Verfassungsgesetze zu ändern, falls das Ihre Frage war, die würden nämlich hier im Haus geändert werden und nicht durch den Minister auf Basis unserer Verfassung, und ich glaube, es sind alle darauf angelobt worden. (Abg. Brosz: Gesetz ändern …!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist das Format Diskussion!
Würde der ORF eine Sendung über die Gestaltung politischer Plakate veranstalten, würde ich verstehen, wenn Sie eingeladen werden, falls die Zuschreibung stimmt, dass Sie da sozusagen dahinterstehen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist das Format Diskussion!) Wenn es um die Fragestellung geht, was im Europäischen Rat stattgefunden hat, stattfinden wird, gibt es eine Person, die dort teilnimmt, eine Person, die authentisch Auskunft geben kann. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Wir waren in einer Situation letzten Sonntag, wo ein wichtiger Europäischer Rat vorbei war, ein wichtiger Europäischer Rat vor uns lag, der heute beginnt.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Würde der ORF eine Sendung über die Gestaltung politischer Plakate veranstalten, würde ich verstehen, wenn Sie eingeladen werden, falls die Zuschreibung stimmt, dass Sie da sozusagen dahinterstehen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist das Format Diskussion!) Wenn es um die Fragestellung geht, was im Europäischen Rat stattgefunden hat, stattfinden wird, gibt es eine Person, die dort teilnimmt, eine Person, die authentisch Auskunft geben kann. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Wir waren in einer Situation letzten Sonntag, wo ein wichtiger Europäischer Rat vorbei war, ein wichtiger Europäischer Rat vor uns lag, der heute beginnt.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Das ist rechtsstaatlich übrigens ein wunderbares Instrumentarium. Es entspricht genau dem, was den europäischen Rechtsstaat unter anderem ausmacht, und das beruhigt mich, weil ich es für schrecklich halten würde, wenn Sie oder andere Politiker (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein) über die Frage, ob objektiv berichtet wurde oder nicht, entscheiden. (Abg. Kickl: Es ist besser …!) – Nein. Es gibt die KommAustria, und Sie haben das mitbeschlossen, nehme ich an, denn die verfassungsrechtliche Unabhängigkeit der KommAustria wurde hier in diesem Hause 2009, glaube ich, beschlossen (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen); davor war das nämlich nicht der Fall. – Das ist das eine.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, die war nicht polemisch …!
Herr Minister, sind Sie nicht auch der Meinung, dass die Frage des Herrn Kollegen Kickl eher polemisch zu verstehen ist (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, die war nicht polemisch …!), als dass eine politische Frage dahintersteht (Abg. Brosz: … Vollziehung! – Ruf bei der FPÖ: … Gegenstand der Vollziehung!): Haben Sie vor, einen Staatsfunk aus dem ORF zu machen? (Heiterkeit des Abg. Vetter. – Ruf: Ist er ja schon! – Ist das Ihre Frage zum ORF? – Weitere anhaltende Zwischenrufe.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Bundesminister für Kunst und Kultur, Verfassung und Medien Dr. Josef Ostermayer: Darf ich noch zu Ihrem ersten Satz etwas sagen – ich komme gleich zur Frage zurück –: Sie fordern also ein Proporzfernsehen. (Abg. Brosz: Nein! Das gibt es ja jetzt!) Sie kritisieren, dass drei ÖVP-Minister eingeladen waren (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), aber nicht die Opposition. – Das ist eine Entscheidung, die die zuständigen Menschen, die Redakteure, die Redaktionen im ORF treffen. (Abg. Brosz: … so unabhängig sind! – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: … unabhängige Journalisten!
Wenn der Maßstab ist, dass jeder – Sie zählen auch immer – 5 Minuten, 3 Minuten, 2 Minuten lang vorkommen muss, dann halte ich das für einen ziemlich künstlichen Maßstab, der eigentlich ein Proporzsystem abbildet, und ich meine, das ist nicht die Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. (Abg. Brosz: Die Opposition vorkommen zu lassen!) – Nein, das eine ist, wenn die Opposition etwas sagt, das sehr relevant ist oder den Journalisten relevant genug erscheint (Abg. Belakowitsch-Jenewein: … unabhängige Journalisten!), dass es die Öffentlichkeit in einer Diskussionssendung erfährt; meistens sind das ja ohnehin Runde Tische et cetera (Zwischenruf des Abg. Höbart), zu denen dann alle eingeladen sind.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, aber das ist Aufgabe der „ZIB 2“!
Wenn es um die Frage geht, was im Europäischen Rat passiert ist, was im Europäischen Rat passieren wird, was auf Ebene der Regierungschefs passiert, dann werden Sie vermutlich relativ wenig beitragen können – im Vergleich zum Bundeskanzler, der unmittelbar in diesen Sitzungen dabei ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, aber das ist Aufgabe der „ZIB 2“!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat ja keine Frage gestellt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Herr Bundesminister, bitte. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat ja keine Frage gestellt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ich würde meinen, das überlassen Sie dem Herrn Bundesminister, ob er eine Antwort hat. (Heiterkeit und Zwischenrufe bei Abgeordneten von ÖVP, FPÖ und Grünen sowie Zwischenruf des Abg. Lugar.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche Diskussion?! – Abg. Kickl: Was wurde da diskutiert?
Bundesminister für Kunst und Kultur, Verfassung und Medien Dr. Josef Ostermayer: Ich schließe mich, ehrlich gesagt, einer derart undifferenzierten Betrachtungsweise und damit aber auch einer wirklichen Beschimpfung – so kann ich es nur mehr interpretieren – der Redaktion, aber auch der Interviewerin nicht an. Also nein, wenn Sie sagen, ein Diskussionsformat sei eine Belangsendung, dann wissen Sie nicht, was eine Belangsendung war (Beifall bei der SPÖ), nämlich eigengestaltet von den jeweiligen Parteien und kein Diskussionsformat (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche Diskussion?! – Abg. Kickl: Was wurde da diskutiert?), in dem Fragen gestellt werden. (Abg. Kickl: Eine Diskussion … mit der Frau Thurnher!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, in den Volksrepubliken!
Aber das reiht sich in das ein, was letzte Woche gesagt wurde. Herr Klubobmann Lugar hat ja letzte Woche schon angekündigt, dass Sie mir eine Frage stellen, wo er sagt, das gibt es normalerweise nur in Diktaturen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, in den Volksrepubliken!) Also entweder ist es absolute Unwissenheit oder es ist halt Polemik, Bösartigkeit oder als was auch immer man das qualifizieren will. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, das ist eine Tatsache! – Abg. Lugar: … Unterschied zwischen Nordkorea und ORF!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, das ist eine Tatsache! – Abg. Lugar: … Unterschied zwischen Nordkorea und ORF!
Aber das reiht sich in das ein, was letzte Woche gesagt wurde. Herr Klubobmann Lugar hat ja letzte Woche schon angekündigt, dass Sie mir eine Frage stellen, wo er sagt, das gibt es normalerweise nur in Diktaturen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, in den Volksrepubliken!) Also entweder ist es absolute Unwissenheit oder es ist halt Polemik, Bösartigkeit oder als was auch immer man das qualifizieren will. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, das ist eine Tatsache! – Abg. Lugar: … Unterschied zwischen Nordkorea und ORF!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es geht ja um den ORF! – Abg. Lugar: Es geht um den ORF! Um den ORF, um Österreich! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es geht ums Format!
Deutschland ist also nach Ihrer Auffassung eine Diktatur? – Ich teile diese Auffassung nicht. Frankreich ist nach Ihrer Auffassung eine Diktatur? – Ich teile diese Auffassung nicht. Großbritannien ist … (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es geht ja um den ORF! – Abg. Lugar: Es geht um den ORF! Um den ORF, um Österreich! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es geht ums Format!) – Nein, genau dort, in all den Ländern – ich könnte jetzt noch sagen: Großbritannien, Schweden, Dänemark, Niederlande, Kanada, USA – gibt es privaten Rundfunk, gibt es öffentlich-rechtlichen Rundfunk, und überall dort gibt es diese Formate.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber mit wem hat er denn diskutiert? Das ist ja das Problem!
land war es Anne Will, zweimal übrigens in den letzten vier Monaten. (Abg. Lugar: Bei uns heißt das „Pressestunde“!) – Nein! Das sind andere Formate, die es dort auch gibt. Es gibt auch dort Diskussionssendungen und es gibt dort … (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber mit wem hat er denn diskutiert? Das ist ja das Problem!) – Würden Sie mir zuhören, würden Sie vielleicht noch erfahren, dass es in Kanada ein Format gibt, das „One on One with the Prime Minister“ heißt. Das Gleiche gibt es in der Downing Street in Großbritannien und so weiter. (Abg. Kickl: Mir schwant Übles!) Es ist absurd, diese Länder als Diktaturen zu bezeichnen – und das Gleiche gilt, wenn man das mit Österreich macht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich glaube, Sie kennen sich nicht aus! Sie tun zumindest so!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich glaube, Sie kennen sich nicht aus! Sie tun zumindest so!
land war es Anne Will, zweimal übrigens in den letzten vier Monaten. (Abg. Lugar: Bei uns heißt das „Pressestunde“!) – Nein! Das sind andere Formate, die es dort auch gibt. Es gibt auch dort Diskussionssendungen und es gibt dort … (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber mit wem hat er denn diskutiert? Das ist ja das Problem!) – Würden Sie mir zuhören, würden Sie vielleicht noch erfahren, dass es in Kanada ein Format gibt, das „One on One with the Prime Minister“ heißt. Das Gleiche gibt es in der Downing Street in Großbritannien und so weiter. (Abg. Kickl: Mir schwant Übles!) Es ist absurd, diese Länder als Diktaturen zu bezeichnen – und das Gleiche gilt, wenn man das mit Österreich macht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich glaube, Sie kennen sich nicht aus! Sie tun zumindest so!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: … Rot-Blau!
Natürlich brauchen wir auch – und das gehört dazugesagt – Kürzungen für anerkannte Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte. Da gehen Bundesländer wie Oberösterreich und Niederösterreich voran, und auch das rote Burgenland hat schon erkannt, dass es hier etwas braucht und Realitätssinn bewiesen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: … Rot-Blau!) Ich fordere den Sozialminister auf, dringend etwas zu tun. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Belakowitsch-Jenewein
Das ist ja kein Faulbett (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Belakowitsch-Jenewein) – da können Sie noch so viel schreien –, sondern ein Sprungbrett, und wenn Sie sich die Bedarfsorientierte Mindestsicherung ideologiefrei und vorurteilsfrei ansehen – was sie ist, wie sie ausgestaltet ist, und was das heute bedeutet –, dann müssen Sie zugestehen, dass diese Bedarfsorientierte Mindestsicherung eine Erfolgsgeschichte ist (Abg. Rädler: Na geh! Hör auf!), dass das ein sozialpolitischer Meilenstein ist und dass wir stolz darauf sein können, dass wir dieses System in Österreich etabliert haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Auf die Umverteilung sind wir stolz?! – Genau!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Auf die Umverteilung sind wir stolz?! – Genau!
Das ist ja kein Faulbett (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Belakowitsch-Jenewein) – da können Sie noch so viel schreien –, sondern ein Sprungbrett, und wenn Sie sich die Bedarfsorientierte Mindestsicherung ideologiefrei und vorurteilsfrei ansehen – was sie ist, wie sie ausgestaltet ist, und was das heute bedeutet –, dann müssen Sie zugestehen, dass diese Bedarfsorientierte Mindestsicherung eine Erfolgsgeschichte ist (Abg. Rädler: Na geh! Hör auf!), dass das ein sozialpolitischer Meilenstein ist und dass wir stolz darauf sein können, dass wir dieses System in Österreich etabliert haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Auf die Umverteilung sind wir stolz?! – Genau!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die sind jetzt auch unterschiedlich!
Es ist ja nicht so, dass es, bevor die Bedarfsorientierte Mindestsicherung gekommen ist, keine Systeme gab. Nein, es gab neun unterschiedliche – sogar noch mehr, wenn man Notstandshilfe und so weiter dazurechnet. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die sind jetzt auch unterschiedlich!) Es gab viele unterschiedliche Systeme, die ganz unterschiedlich konstruiert waren, und es gab keine Verbindung von der Sozialhilfe zum Arbeitsmarkt. Damals war es wirklich eine Falle, in die Sozialhilfe zu kommen, und es gab kaum einen Weg aus der Sozialhilfe heraus und wieder zurück auf den Arbeitsmarkt.
Abg. Rädler: … Niederösterreich! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Wenn wir uns anschauen, wie die Bedarfsorientierte Mindestsicherung funktioniert, dann stellt sich erst einmal die Frage: Wieso gibt es keine bundesweit einheitliche Regelung? – Aus einem ganz einfachen Grund: Acht Bundesländer waren dafür, eines war dagegen, das war Vorarlberg, und deswegen gibt es keine bundeseinheitliche Regelung, sondern einen Artikel-15a-Vertrag mit Mindestsätzen, die die Bundesländer erhöhen können. Aber der Grund, wieso es kein bundesweites Gesetz gibt, ist jener, dass Vorarlberg das nicht wollte und die Bundesländer gemäß der Verfassung auch zuständig sind. Wenn Vorarlberger hier sprechen und das bekritteln, dann sollen sie das bitte im Landtag in Bregenz tun und nicht hier in Wien. (Abg. Rädler: … Niederösterreich! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Geh, das ist ja ein Blödsinn! Das ist ja öffentlich einsehbar! Bitte! – Abg. Schwentner: Nein, das stimmt! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
91 Prozent haben ein eigenes Einkommen, aber es ist zu gering, um damit auszukommen, und die durchschnittliche Zeit, die jemand überhaupt Mindestsicherung bekommt, liegt zwischen sieben und acht Monaten. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Geh, das ist ja ein Blödsinn! Das ist ja öffentlich einsehbar! Bitte! – Abg. Schwentner: Nein, das stimmt! – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Allein daraus erkennt man, dass es offensichtlich sehr gut gelingt, die Menschen aus der Mindestsicherung in den Arbeitsprozess zu bekommen. Das ist genau das, worum es geht, und insofern geht der Großteil der Redebeiträge hier leider vollkommen an der Realität vorbei und beschäftigt sich nicht ernsthaft mit dem, was geschieht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die SPÖ kann es sich leisten! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Aber: Aus niederen parteitaktischen Motiven bei Kindern sparen zu wollen oder die Vorschläge, bei der Mindestsicherung einen Deckel einzuführen oder diese zu halbieren, wie es manche sagen – das sagt ja schon der Name: eine Mindestsicherung halbieren heißt, ich habe halb so viel, wie zum Leben notwendig ist –, das wird mit der SPÖ nicht gehen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die SPÖ kann es sich leisten! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na eben deshalb! Da wissen wir eh schon, was es geschlagen hat! – Abg. Kassegger bewegt einen Arm schlangenförmig in verschiedene Richtungen.
Eine Verankerung des Bargeldes in der Verfassung ist allerdings aus unserer Sicht sinnlos, da es sich hier um eine europäische Angelegenheit handelt und Europarecht über dem österreichischen Verfassungsrecht steht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na eben deshalb! Da wissen wir eh schon, was es geschlagen hat! – Abg. Kassegger bewegt einen Arm schlangenförmig in verschiedene Richtungen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja weder populistisch noch Aktionismus!
Der gegenständliche Fristsetzungsantrag der FPÖ stellt aus meiner Sicht eine Fortsetzung des populistischen Aktionismus dar (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja weder populistisch noch Aktionismus!), dessen Beendigung wir mit dem zitierten Entschließungsantrag, dem im Übrigen neben der SPÖ, der ÖVP, den NEOS und dem Team Stronach auch die FPÖ zugestimmt hat, zu erleben geglaubt haben. (Abg. Strache: Verfassungsrechtliche Absicherung ist für Sie Populismus? Aha! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer hat den denn geschrieben?)
Abg. Strache: Verfassungsrechtliche Absicherung ist für Sie Populismus? Aha! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer hat den denn geschrieben?
Der gegenständliche Fristsetzungsantrag der FPÖ stellt aus meiner Sicht eine Fortsetzung des populistischen Aktionismus dar (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja weder populistisch noch Aktionismus!), dessen Beendigung wir mit dem zitierten Entschließungsantrag, dem im Übrigen neben der SPÖ, der ÖVP, den NEOS und dem Team Stronach auch die FPÖ zugestimmt hat, zu erleben geglaubt haben. (Abg. Strache: Verfassungsrechtliche Absicherung ist für Sie Populismus? Aha! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer hat den denn geschrieben?)
Ironische Heiterkeit der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Als ich mich jetzt auf die Debatte vorbereitet habe, ist mir noch folgender Gedanke gekommen: Unser Bundespräsidentschaftskandidat Dr. Andreas Khol ist tatsächlich der beste Kandidat für dieses Amt, weil er gelernter Verfassungsjurist ist. (Ironische Heiterkeit der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Und gerade in dieser Debatte sieht man, wie wichtig verfassungsrechtliche Fragestellungen sind. (Abg. Strache: Das nützt nur nichts, wenn das Bargeld in der Verfassung nicht geschützt wird!)
Ruf bei der SPÖ: Das ist falsch! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist richtig!
Abgeordneter Mag. Harald Stefan (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Bevor ich zu meinem eigentlichen Thema komme, mache ich noch eine Bemerkung zur Rede des Herrn Kollegen Weninger, der sich über die Petition zum Schutz der Traditionsfeste und Bräuche lustig gemacht hat: Ja, Herr Kollege, es ist leider Realität, dass in den Wiener Kindergräten zum Beispiel der Nikolo nicht mehr kommen darf, dass es keine Laternenumzüge mehr gibt. (Ruf bei der SPÖ: Das ist falsch! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist richtig!) – Das ist eben nicht falsch, das ist definitiv richtig. Wir haben alle Kinder, und wir wissen, was in den Kindergärten los ist. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und SPÖ.) Es ist definitiv so, und das ist eine Tendenz, die abzulehnen ist. Das brauchen Sie nicht „herunterzudodeln“. Das funktioniert nicht. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben wir eh geschaut!
Ich denke, gerade die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger hätten ein Recht darauf, in der Tagesordnung weiter vorne behandelt zu werden. Es ist der zweite Plenartag, der letzte Tagesordnungspunkt, und ich richte wieder meine Bitte an die Klubobmänner, Klubobfrauen und die Präsidiale, darauf zu schauen, dass der Bericht des Petitionsausschusses auf der Tagesordnung weiter vorne ist und im oberen Drittel behandelt wird. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben wir eh geschaut!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der sitzt nie da!
Nein! Ich sage Ihnen, was nämlich sonst bei der Immunität geschieht. Ich nenne Ihnen ein paar Fälle: Ein Beispiel betrifft den Herrn Kollegen Dr. Peter Pilz, er sitzt gerade nicht da (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der sitzt nie da!), aber Sie kennen ihn. Was macht der? – Er hat vertrauliche Informationen veröffentlicht. Das hat natürlich mit der politischen Tätigkeit zu 100 Prozent etwas zu tun, so etwas darf man logischerweise.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat es nicht geschrieben!
Abgeordneter Mag. Dr. Klaus Uwe Feichtinger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Ja, ich verstehe die Aufregung aufseiten der FPÖ. Es ist doch wieder einmal einer der Mandatare der FPÖ, über die wir uns hier unterhalten müssen, wenn es um Immunitätsfragen geht. (Abg. Fekter: Na, Grüne haben wir auch schon oft gehabt!) Herr Dr. Rosenkranz, wenn Sie zitieren, was der Herr Kollege Deimek geschrieben hat, dann würde ich schon darum bitten, dass Sie das korrekt zitieren. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat es nicht geschrieben!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na und? – Abg. Walter Rosenkranz: Und, ist das nicht Politik? Das ist ja wohl Politik, oder? – Abg. Hafenecker: Verhetzt man, wenn man Österreicher ist?
Er hat zu diesem Text, auf den da verwiesen worden ist, geschrieben: „Sollten alle lesen, die auch in 50 Jahren noch Österreicher sein wollen. Und nicht Wegbereiter der Araber.“ (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na und? – Abg. Walter Rosenkranz: Und, ist das nicht Politik? Das ist ja wohl Politik, oder? – Abg. Hafenecker: Verhetzt man, wenn man Österreicher ist?)
Abg. Lausch: Was hat das jetzt mit dem Kollegen Deimek zu tun? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gar nichts!
„Die oft als Privileg betrachtete ,Immunität‘ von Abgeordneten stellt einen Balanceakt zwischen der Funktionsfähigkeit des Parlaments und der Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz dar.“ (Abg. Lausch: Was hat das jetzt mit dem Kollegen Deimek zu tun? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gar nichts!) „Es liegt nicht zuletzt an den Abgeordneten selbst, diese Problematik zu erkennen und möglichst Aktionen und Aussagen zu vermeiden, die im Alltag strafrechtlich verfolgt würden.“
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt ja!
Abgeordneter Dieter Brosz, MSc (Grüne): Herr Präsident! Also die Geschichte der FPÖ ist relativ leicht erklärbar, die geht so: Es gibt einen Immunitätsausschuss, der willkürlich entscheidet und der offenbar nach Gutdünken FPÖ-Leute ausliefert, aber die anderen nicht ausliefert. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt ja!) – Ich sage ja, das ist die Geschichte der FPÖ. (Abg. Hafenecker: Gut analysiert!) – Genau, gut analysiert, bravo, aufpassen wäre vielleicht einfacher.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Walter Rosenkranz: Wo ist der Unterschied …? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Das ist für einen Journalisten ein ziemlich heftiger Vorwurf, weil natürlich die Reputation eines Journalisten, insbesondere eines Fotografen, deutlich geschädigt wird. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Walter Rosenkranz: Wo ist der Unterschied …? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Vielleicht können Sie einmal zuhören, dann kann man es nennen. Ich weiß, dass das Zuhören jetzt schwierig wird, aber wir werden das noch ausleben.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Kollege Deimek hat das nicht geschrieben!
Das haben Sie gestern alles verteidigt im Ausschuss, und zwar flächendeckend. Davon reden wir! (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Scherak.) Und Sie sind der Meinung, dass diese Aussagen von der parlamentarischen Immunität gedeckt werden sollen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Kollege Deimek hat das nicht geschrieben!), nämlich deshalb, weil der Kollege Deimek – übrigens nicht auf Facebook, sondern dort, wo es die 140 Zeichen gibt, das nennt man Twitter, aber ist nicht so weit daneben – noch Folgendes festgestellt und zu diesem Text geschrieben hat: „Sollten alle lesen, die auch in 50 Jahren noch Österreicher sein wollen. Und nicht Wegbereiter der Araber.“ (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na, und? – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na, und? – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Das haben Sie gestern alles verteidigt im Ausschuss, und zwar flächendeckend. Davon reden wir! (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Scherak.) Und Sie sind der Meinung, dass diese Aussagen von der parlamentarischen Immunität gedeckt werden sollen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Kollege Deimek hat das nicht geschrieben!), nämlich deshalb, weil der Kollege Deimek – übrigens nicht auf Facebook, sondern dort, wo es die 140 Zeichen gibt, das nennt man Twitter, aber ist nicht so weit daneben – noch Folgendes festgestellt und zu diesem Text geschrieben hat: „Sollten alle lesen, die auch in 50 Jahren noch Österreicher sein wollen. Und nicht Wegbereiter der Araber.“ (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na, und? – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat ja nichts geschrieben!
Herr Kollege Deimek ist hoffentlich bei Sinnen, er weiß, was er postet. Er weiß, welchen Artikel er da unterstützt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat ja nichts geschrieben!), indem er sagt, das sollte gelesen werden, und die Staatsanwaltschaft war offensichtlich der Meinung, dass dieser Artikel von ihm gutgeheißen wurde, sonst würde es das Auslieferungsbegehren nicht geben. Das hat aber die Staatsanwaltschaft zu überprüfen und nicht wir.
Sitzung Nr. 123
Abg. Belakowitsch-Jenewein: „Bald“!
Eine Chance für Österreich besteht auch in der Entwicklung von automatisierten Fahrzeugen. Dazu brauchen wir Teststrecken – ich weiß, da ist schon vieles auf dem Weg, zum Beispiel in der Steiermark –, und dafür werden wir hier schon bald die gesetzlichen Rahmenbedingungen schaffen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: „Bald“!) Diese Forschungsprojekte können hochwertige Arbeitsplätze sichern und vielleicht auch neue, zusätzliche schaffen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: „Können“!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: „Können“!
Eine Chance für Österreich besteht auch in der Entwicklung von automatisierten Fahrzeugen. Dazu brauchen wir Teststrecken – ich weiß, da ist schon vieles auf dem Weg, zum Beispiel in der Steiermark –, und dafür werden wir hier schon bald die gesetzlichen Rahmenbedingungen schaffen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: „Bald“!) Diese Forschungsprojekte können hochwertige Arbeitsplätze sichern und vielleicht auch neue, zusätzliche schaffen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: „Können“!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Oje, da ist ihm nichts eingefallen!
abstimmen, auch das ist ein Vorschlag, Herr Vizekanzler. Wir können uns neue Vorschläge überlegen. Wir brauchen insgesamt einen neuen Ansatz beim Regieren, aber das ist eine andere Geschichte, dazu fehlt mir heute die Zeit. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Oje, da ist ihm nichts eingefallen!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Darmann.
Die Debatte ist einmal mehr insofern interessant, wenn man sich anhört, was hier insbesondere vonseiten der Freiheitlichen zum Besten gegeben wird. Ich möchte in einer Sache wirklich schon sehr widersprechen. Sie versuchen jetzt seit Tagen, seit wir die Verschärfungen im Asylrecht, im Fremdenrecht debattieren, den Österreicherinnen und Österreichern weiszumachen, das wären nur Placebomaßnahmen. (Abg. Darmann: Richtig! Bravo! – Beifall bei der FPÖ.) – Herr Kollege Darmann, dieser Zwischenapplaus ist sehr billig, aber wir nehmen das zur Kenntnis. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Darmann.) – Das macht nichts.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir schon! Das ist alles machbar! – Abg. Walter Rosenkranz: Das geht ja jetzt schon! – Zwischenrufe der Abgeordneten Darmann und Scherak.
Wissen Sie, ich möchte Ihnen eines sagen, Herr Kollege Darmann: Ich wollte Ihnen eben recht geben, denn mit der Kritik der Freiheitlichen, dass wir mit manchen Maßnahmen zu spät kommen, dass Europa nicht das tut, was es machen sollte (Ruf bei der FPÖ: Das ist auch richtig!), haben Sie einen Punkt, aber ich sage Ihnen, dass die gesetzlichen Maßnahmen, die wir jetzt setzen – und viele tun sich mit diesen harten Maßnahmen, die da jetzt gesetzt werden, die notwendig sind, gar nicht leicht –, keine Placebomaßnahmen sind. Wenn Sie jetzt davon reden, dass das Placebomaßnahmen seien, wenn wir beispielsweise bei subsidiär Schutzberechtigten den Familiennachzug aussetzen, wenn wir die Möglichkeit schaffen, an der Grenze zurückzuweisen, wenn nicht erkennbar ist, dass ein Asylgrund vorliegt, dann sage ich Ihnen, Herr Kollege Darmann, das sind keine Placebomaßnahmen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir schon! Das ist alles machbar! – Abg. Walter Rosenkranz: Das geht ja jetzt schon! – Zwischenrufe der Abgeordneten Darmann und Scherak.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hat keine Zeit! – Abg. Höbart: Diskutiert gerade mit …!
Nunmehr ist es wieder einmal so, dass wir hier im Hohen Haus eine nicht so unwichtige Debatte zu einer Regierungsumbildung haben. Und wer fehlt hinter mir auf der Regierungsbank? – Der Bundeskanzler. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hat keine Zeit! – Abg. Höbart: Diskutiert gerade mit …!) Es wundert ja niemanden, dass er wieder einmal gegangen ist, wenn es darum geht, die Geschicke des Landes zu gestalten und hier Personen ins Amt einzuführen, die eine wesentliche Verantwortung für die Sicherheit in unserem Land haben werden.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Geht ja nicht anders! Er ist ja nie da!
Sie alle wissen, dass da von Herrn Bundeskanzler Faymann die Rede war, als der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll seine Definition vom Herrn Bundeskanzler und dessen Amtsverständnis gebracht hat. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Ich glaube, es ist eine sehr richtige Definition. Es ist normalerweise nicht meine Art, in Abwesenheit sehr kritische Worte über Personen zu verlieren, aber wenn er gegangen ist, kann ich nichts machen, dann werde ich es ihm halt hier über das Rednerpult ausrichten (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Geht ja nicht anders! Er ist ja nie da!): Sie, Herr Bundeskanzler Faymann, sind in Wirklichkeit das eigentliche Problem dieser österreichischen Bundesregierung. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja nicht das Thema!
Es ist selbstverständlich das Verdienst dieser Bundesregierung, dass sie gesagt hat: Wir treffen uns mit den Balkanstaaten, wir setzen Maßnahmen, dass diese Migrationsbewegungen auf der Balkan-Route beendet werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja nicht das Thema!) Und selbstverständlich ist das ein Ergebnis, das ein Erfolg dieser Bundesregierung ist, Herr Kollege Darmann! Einfach zu sagen, das ist alles
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das tun wir ja wohl eh!
Herr Kollege Darmann, es wäre langsam an der Zeit – ich weiß schon, es ist noch immer ein wenig Wahlkampf –, auch die FPÖ dazu zu bringen, dass sie sich einmal konstruktiv an der Problemlösung beteiligt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das tun wir ja wohl eh!) Sie sind Weltmeister im Aufzeigen von Problemen, wunderbar, das ist auch in Ordnung und das ist auch Ihr Job als Oppositionspartei, aber es wäre auch Ihr Job als Oppositionspartei, sich konstruktiv an der Problemlösung zu beteiligen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das tun wir ja laufend! – Abg. Darmann: Sie können ja unseren Anträgen zustimmen!) Dazu möchte ich Sie sehr, sehr herzlich einladen, vielleicht bringen Sie noch bis zum Ende der Debatte Vorschläge in Hinblick auf die gesetzliche Novelle ein. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das tun wir ja laufend! – Abg. Darmann: Sie können ja unseren Anträgen zustimmen!
Herr Kollege Darmann, es wäre langsam an der Zeit – ich weiß schon, es ist noch immer ein wenig Wahlkampf –, auch die FPÖ dazu zu bringen, dass sie sich einmal konstruktiv an der Problemlösung beteiligt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das tun wir ja wohl eh!) Sie sind Weltmeister im Aufzeigen von Problemen, wunderbar, das ist auch in Ordnung und das ist auch Ihr Job als Oppositionspartei, aber es wäre auch Ihr Job als Oppositionspartei, sich konstruktiv an der Problemlösung zu beteiligen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das tun wir ja laufend! – Abg. Darmann: Sie können ja unseren Anträgen zustimmen!) Dazu möchte ich Sie sehr, sehr herzlich einladen, vielleicht bringen Sie noch bis zum Ende der Debatte Vorschläge in Hinblick auf die gesetzliche Novelle ein. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: In Ruhe durchlesen ist das eine!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen Abgeordnete! Von einem „Placebo“ kann ich bei dieser Novelle wirklich nichts entdecken. Wir haben in den letzten Jahren schon einige Asylgesetz-Novellen erlebt – das war teilweise schon auch ein Sport der damaligen Innenministerin Fekter, so im Monatsabstand irgendwie Novellen vorzulegen –, aber das, was jetzt tatsächlich im Kern vorgelegt worden ist, ist schon die Abschaffung des Rechtes auf Asyl in Österreich. Das kann man nicht anders bezeichnen. (Abg. Darmann: Nur, wenn man sich nicht auskennt!) – Nein, man kann das ganz präzise bestimmen, wenn man sich das Gesetz noch einmal ganz in Ruhe durchliest. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: In Ruhe durchlesen ist das eine!)
Die Abgeordneten Darmann und Belakowitsch-Jenewein: Ja, ja!
Unter den Herrschaften, von denen Herr Amon gesprochen hat, die sich in den letzten Tagen mit Widerstand zu diesem Gesetz geäußert haben, war unter anderem auch der Herr Kardinal, das wollte ich Ihnen auch sagen. (Die Abgeordneten Darmann und Belakowitsch-Jenewein: Ja, ja!) Ich finde es nicht angebracht, diese Zivilgesellschaft, diese Bürgerinnen und Bürger, die in diesem Bereich sehr viel geleistet haben, die durch diese Leistungen auch die Republik unterstützt haben, die in Sorge sind, so abwertend darzustellen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wenn die Grünen sogar den Kardinal bemühen …!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wenn die Grünen sogar den Kardinal bemühen …!
Unter den Herrschaften, von denen Herr Amon gesprochen hat, die sich in den letzten Tagen mit Widerstand zu diesem Gesetz geäußert haben, war unter anderem auch der Herr Kardinal, das wollte ich Ihnen auch sagen. (Die Abgeordneten Darmann und Belakowitsch-Jenewein: Ja, ja!) Ich finde es nicht angebracht, diese Zivilgesellschaft, diese Bürgerinnen und Bürger, die in diesem Bereich sehr viel geleistet haben, die durch diese Leistungen auch die Republik unterstützt haben, die in Sorge sind, so abwertend darzustellen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wenn die Grünen sogar den Kardinal bemühen …!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Letztes Jahr war noch nicht vernünftig! Was war da so vernünftig?
Zum Inhaltlichen selbst: Es ist schon eine abenteuerliche Konstruktion, auf die Sie hier zurückgreifen. Das gilt auch für den Weg, den die Bundesregierung, insbesondere die Spitze der Regierung, Bundeskanzler und Vizekanzler, die letzten Monate gegangen ist. Letztes Jahr war die Vorgangsweise noch sehr vernünftig (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Letztes Jahr war noch nicht vernünftig! Was war da so vernünftig?), als man versucht hat, auf europäischer Ebene auf eine Lösung zu drängen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es war einstimmig! Aber erzählen Sie, was Sie wollen!
Sie reduzieren jetzt das Problem darauf, dass man die Grenzen dichtmachen muss, und das ist aus unserer Sicht nicht zielführend, sondern Sie sollten das Problem schon ein bisschen gesamthafter angehen. (Abg. Darmann: In der Region soll geholfen werden!) Das heißt: Friedensverhandlungen fortsetzen, auch eine deutliche Dotierung des UNHCR – da waren Sie immer dagegen. Sie waren auch immer dagegen, die Entwicklungszusammenarbeit aufzustocken, es gibt keinen einzigen Antrag im Parlament zu diesem Thema, dem Sie jemals zugestimmt haben. Deswegen ist das schon ein bisschen – unter Anführungszeichen – „nicht ganz ehrlich“. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es war einstimmig! Aber erzählen Sie, was Sie wollen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja! – Abg. Darmann: Richtig!
„Was wir brauchen, sind strenge Kontrollen unserer Grenzen und (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja! – Abg. Darmann: Richtig!), wenn es notwendig ist, deren Schließung. Wer keinen Asylgrund hat, dem muss klar sein, dass er umgehend abgeschoben wird (…). Und wir brauchen eine festgesetzte absolute Höchstzahl an Asylanten (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, richtig!), die wir aufnehmen, und keine Prozentquoten von Zahlen, die nach oben offen sind.“
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, richtig!
„Was wir brauchen, sind strenge Kontrollen unserer Grenzen und (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja! – Abg. Darmann: Richtig!), wenn es notwendig ist, deren Schließung. Wer keinen Asylgrund hat, dem muss klar sein, dass er umgehend abgeschoben wird (…). Und wir brauchen eine festgesetzte absolute Höchstzahl an Asylanten (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, richtig!), die wir aufnehmen, und keine Prozentquoten von Zahlen, die nach oben offen sind.“
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie wundern sich ja auch über das Ergebnis! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und Grünen.
Kollege Obernosterer hat ja Sätze von Klubobmann Strache zitiert und gesagt: Herr Klubobmann Strache hat das 2015 gesagt, und wir setzen das jetzt um. Bitte, seid so nett und lobt uns dafür, dass wir eure Politik jetzt umsetzen! – Und dann wundern Sie sich über das Wahlergebnis zum Beispiel vom letzten Sonntag? Dann wundern Sie sich, dass die Leute zum Schmied und nicht zum Schmiedl gehen? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie wundern sich ja auch über das Ergebnis! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und Grünen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na ja!
Sie tun das mit dem Ergebnis und mit dem Erfolg, dass Sie inzwischen bei der Asylabschaffung angekommen sind. Es geht heute um nichts weniger als die Abschaffung des Rechts auf Stellung eines Asylantrages. (Abg. Rädler: Das ist Ihre Interpretation!) – Danke, Herr Rädler! Das greife ich sehr gerne auf, dass Sie gesagt haben: „Das ist Ihre Interpretation!“, und lese Ihnen ein paar Sätze aus der Stellungnahme der Vereinigung der österreichischen Richterinnen und Richter vor. Ich glaube, die österreichischen Richterinnen und Richter und deren Vereinigung stehen nicht gerade im Verdacht, sehr grünaffin oder extrem links zu sein. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na ja!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber wollen Sie …?
Wenn Sie sich darüber lustig machen (Abg. Walter Rosenkranz: Wer lacht denn?), dass wir jetzt einen unselbständigen Entschließungsantrag einbringen (Abg. Walter Rosenkranz: Das ist nicht lustig! Das ist eine Tatsache!), wenn Sie sich darüber jetzt amüsieren, dann weiß ich auch nicht, wie Sie es gerne hätten. Es interessiert mich eigentlich auch nicht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber wollen Sie …?) Tatsache ist aber: Warum wollen wir im Vorfeld dieser Verordnung noch einmal eine Begutachtung einführen? – Das wollen wir, damit wir die Länder, die Gemeinden, den Gemeindebund ganz einfach auch mit im Boot haben, um es gesetzlich so abzusichern, weil wir wissen, dass es eine heikle Materie ist. Damit wir die alle im Boot haben, damit wir nicht wieder im Nachhinein darüber diskutieren, halte ich es für gut und für positiv, dass wir das machen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir aber schon vor Monaten gewusst!
Es kommen nicht nur Ärzte und Ingenieure zu uns. Im Gegenteil: In erster Linie kommen unqualifizierte Menschen zu uns. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir aber schon vor Monaten gewusst!) Das ist die Realität, und diese Menschen gilt es zu integrieren.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und was macht der Herr Bundeskanzler?
Der Flüchtlingsstrom wird auch in Zukunft nicht abreißen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und was macht der Herr Bundeskanzler?), und wir können nicht noch einmal 90 000 Flüchtlinge in einem Jahr aufnehmen. Wir müssen innerstaatliche Maßnahmen setzen, damit wir den sozialen Frieden in Österreich nicht gefährden.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da steht 187!
Oder der Vergleich Oberösterreich – Bayern: Bayern siebenfache Fläche, neunfache Einwohnerzahl von Oberösterreich, aber statt 15 Bezirke nur sieben Bezirke und statt 56 Landtagsabgeordnete 153. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da steht 187!) Das sind Fakten. Da brauchen wir nichts dazusagen. Das spricht für sich.
Abg. Lugar: Bis 21! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bis 21!
Zum Thema Verbotsgesetz nenne ich Ihnen andere Demokratien. In den USA überlegt man ein Rauchverbot ab 21 Jahren. (Abg. Lugar: Bis 21! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bis 21!) Das ist ein Gesetz, das jetzt ein Gouverneur – ich habe den Bundesstaat vergessen – verhindert hat, weil er verweigert hat, das schon beschlossene Gesetz, dass man überhaupt erst ab 21 Jahren Tabakwaren kaufen darf, zu unterzeichnen. Der Trend in den USA sind nicht 18 Jahre, sondern 21 Jahre. Warum? – Dort traut sich die Tabakindustrie nicht einmal einen Mucks zu machen, weil sie genau wissen, sie werden von den Verbraucherschützern geklagt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber sie ist Kinderärztin!
Ich glaube, es gibt eine prinzipielle Grenze, über die wir uns quer über alle Grenzen hinweg einig sein sollten. Diese lautet, dass Kinder nicht rauchen sollten und dass Menschen, die rauchen, andere nicht mit dem Rauchen belästigen sollten. Vieles davon stellen Sie jedoch in Frage; und ich würde mir wirklich wünschen, dass wir da fraktionsübergreifend vielleicht ärztlicher denken, dass wir vielleicht so denken wie die Frau Ministerin oder ich. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber sie ist Kinderärztin!) Wir sind Ärzte, und uns tut es jedes Mal weh, wenn wir jemandem sagen müssen: Leider, es war zu spät; vor 40 Jahren hättest du das machen müssen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Kucher und Vavrik. – Abg. Vavrik: Solidarität! – Abg. Loacker: Wir sind gleich viele wie ihr!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Klingt sehr gesund!
Wenn man sich auch die gesundheitlichen Aspekte ansieht, dann sieht man, dass man in Wahrheit einen Stoff – ich habe es mir aufgeschrieben –, der Propylenglykol heißt, einatmet. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Klingt sehr gesund!) Dieser Stoff ist ein Feuchtmittel, das in fast allen Lebensmitteln verwendet wird. Er ist zugelassen und wird in großem Umfang eingesetzt. Dieser Stoff wird auch seit 40 Jahren in allen Nebelmaschinen eingesetzt, die in Theatern, Diskotheken und sonstigen Orten eingesetzt werden. Das heißt, man hat Langzeiterfahrungen und man weiß, dass dieser Stoff absolut harmlos ist.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe gesagt, es ist eh okay, aber!
Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein, Sie haben natürlich gesagt, das ist nicht das Wichtigste des heutigen Tages (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe gesagt, es ist eh okay, aber!), und ich gebe Ihnen recht. Ich bin seit Langem Rot-Kreuzler und Funktionär beim Roten Kreuz, und ich denke schon, dass dieses Übereinkommen ein nicht unwesentlicher Punkt ist. Warum? – Weil es wichtig ist – und so sehe ich auch unsere Aufgabe im Dienste des Roten Kreuzes und natürlich dadurch im Dienste der
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja keine Ausrede, das ist eine Tatsache!
Ich denke, es ist eine Ausrede (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja keine Ausrede, das ist eine Tatsache!), man hätte den Antrag jetzt vonseiten der Regierungsparteien ja auch nehmen und leicht modifizieren können, sodass es passt. Ich denke, wir haben da großen Handlungsbedarf. Eigentlich sollte man gerade in diesem Bereich in Zeiten wie diesen keine Zeit verschwenden. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Fakt ist, Sie haben einen gleichlautenden Antrag – wie so oft, bei vielen Themen – in mehrere Ausschüsse eingebracht, deshalb behandeln wir auch diesen Antrag bereits zum zweiten Mal hier im Plenum. Demokratiepolitisch ist das sicher in Ordnung. Gerade Sie predigen aber immer wieder die Verwaltungsvereinfachung. Was Sie hier betreiben, ist Beschäftigungspolitik, aus meiner Sicht auch sinnlose Beschäftigungspolitik für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Parlaments und auch für uns Abgeordnete. Auch das kann man so, in dieser Deutlichkeit sagen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Schade!
Diese Verknüpfung der Kündigungsanfechtung von einem Arzt, dessen Vertrag nicht verlängert wurde, mit dem Thema Mystery Shopping, die kann ich nicht erkennen. Sie haben diesen Zusammenhang hergestellt, der kommt nicht von mir, den haben Sie in Ihrer Rede gebracht; ich kann das nicht nachvollziehen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Schade!)
Heiterkeit bei den NEOS sowie der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Frau Kollegin Aubauer, zufällig sind die zwei Persönlichkeiten eine schwarze und eine rote Persönlichkeit, wie sich das gehört in dieser Republik. (Heiterkeit bei den NEOS sowie der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Sitzung Nr. 126
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da genieren sich die eigenen Abgeordneten für diese peinliche Rede!
Ich kann Ihnen nur eine Empfehlung abgeben, auch betreffend die restlichen Anträge, die Sie immer wieder im Konsumentenschutzausschuss einbringen: Manchmal denke ich mir: „Und täglich grüßt das Murmeltier“!, denn es sind immer dieselben Anträge, die wir schon hundertmal beschlossen haben (Zwischenruf des Abg. Deimek), die wir schon besprochen haben, die wir abgelehnt haben. Das sind Anträge, die Sie ganz einfach in allen anderen Ausschüssen einbringen. Wir haben eine Querschnittsmaterie, und es ist echt sinnlos, an den Herrn Minister Stöger einen Antrag zu stellen, der vielleicht den Herrn Minister Schelling betrifft. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da genieren sich die eigenen Abgeordneten für diese peinliche Rede!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: So wie in der Vergangenheit?
Somit haben wir uns darauf committed, dass wir jetzt im Konsumentenausschuss in Zukunft auch darauf schauen, dass wir einmal unseren Minister Stöger dort haben und das andere Mal eine Ministerin oder einen Minister der anderen Zuständigkeit. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: So wie in der Vergangenheit?) Schön wäre es, wenn beide dort wären, das wäre ein Wunsch auch von uns, aber dann bräuchte es auch ein Commitment Ihrerseits, bitte, dann nur jene Anträge zu stellen, für die dieser Minister zuständig ist. Dann werden wir im Sinne der Konsumentinnen und Konsumenten etwas weiterbringen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir gesehen in der letzten Zeit!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir gesehen in der letzten Zeit!
Somit haben wir uns darauf committed, dass wir jetzt im Konsumentenausschuss in Zukunft auch darauf schauen, dass wir einmal unseren Minister Stöger dort haben und das andere Mal eine Ministerin oder einen Minister der anderen Zuständigkeit. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: So wie in der Vergangenheit?) Schön wäre es, wenn beide dort wären, das wäre ein Wunsch auch von uns, aber dann bräuchte es auch ein Commitment Ihrerseits, bitte, dann nur jene Anträge zu stellen, für die dieser Minister zuständig ist. Dann werden wir im Sinne der Konsumentinnen und Konsumenten etwas weiterbringen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir gesehen in der letzten Zeit!)
Sitzung Nr. 128
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ist es ja! – Abg. Darmann: Fragen Sie die Frauen, bitte! Was ist denn los mit Ihnen?
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Wenn Kollege Darmann sich in Wien so fürchtet (Abg. Darmann: Und die Grünen verteidigen wieder die Regierung!), wenn er meint, dass Wien wirklich eine derart unsichere Stadt ist (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ist es ja! – Abg. Darmann: Fragen Sie die Frauen, bitte! Was ist denn los mit Ihnen?), dann soll er Belege vorlegen. Und dann fragen wir die Frauen, und dann fragen wir das Innenministerium, und dann reden wir einmal offen über das, was am Brunnenmarkt passiert ist. (Abg. Hafenecker: In der Schickeria ist alles in Ordnung, das glaube ich Ihnen! – Ruf bei der FPÖ: Das ist ein Wahnsinn!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie reden schon wieder ein …! – Abg. Darmann: Jetzt sind sie „im Stich gelassen“?
Hätten Polizei und Staatsanwaltschaft das getan, was ihre Pflichten sind, dann hätten sie diese Frau geschützt vor jemandem, der offensichtlich eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit war. (Abg. Darmann: Diese Person hätte längst abgeschoben werden müssen!) Da erwarte ich mir von Innen- und Justizminister, dass sie uns erklären, warum Menschen in Wien vor offensichtlich gefährlichen und in dem Fall völlig verwahrlosten und zum Teil im Stich gelassenen Menschen nicht geschützt werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie reden schon wieder ein …! – Abg. Darmann: Jetzt sind sie „im Stich gelassen“?) Wir haben ein Recht, das zu erfahren! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Darmann: … ist eine Täter-Opfer-Umkehr! Reden Sie einmal über die Opfer, nicht über die Täter! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: … kann man alles entschuldigen!
Wir müssen aufpassen, wenn die schon da sind, dass nichts passiert, und uns rechtzeitig darum kümmern: um den – jetzt – Täter am Brunnenmarkt, um manche schwer traumatisierten jungen Männer, die aus Kriegsgebieten kommen. (Abg. Darmann: … ist eine Täter-Opfer-Umkehr! Reden Sie einmal über die Opfer, nicht über die Täter! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: … kann man alles entschuldigen!) – Das entschuldigt deren Taten überhaupt nicht. Ich will, dass sie alle vor Gericht gestellt werden, dass sie, wenn es der Rechtsstaat so vorsieht, verurteilt werden, ihre Strafe verbüßen und dann abgeschoben werden – und mir tut es leid, dass es manche gibt, bei denen der letzte Schritt nicht möglich ist.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war nicht polemisch!
Abgeordneter Rouven Ertlschweiger, MSc (ÖVP): Frau Präsidentin! Werter Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Wir haben es heute schon gehört – Kollege Pendl und Kollege Amon haben das sehr gut ausgeführt –: Wir müssen bemüht sein, eine sachliche Diskussion zu führen. Wenn sich dann Herr Kollege Darmann von der FPÖ hier herstellt und etwas in einer derart polemischen Art und Weise skizziert (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war nicht polemisch!), dann ist es meiner Meinung nach schon aufklärungsbedürftig. (Abg. Darmann: Die Wahrheit tut weh!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er bleibt eh da!
Es macht Sinn für mich – Kollege Darmann, Sie können ruhig hierbleiben! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er bleibt eh da!) –, wenn Herr Innenminister Sobotka vorschlägt, dass Personen künftig bei einer erstinstanzlichen Verurteilung in Schubhaft genommen werden. Das macht Sinn! (Abg. Walter Rosenkranz: Das müsst ihr aber der SPÖ sagen!) Es macht Sinn für mich, wenn er vorschlägt, dass bei Sexualdelikten eine Meldeverpflichtung für Verdächtige eingeführt werden soll und auch DNA-Proben genommen werden. Das macht Sinn, Kollege Darmann! Es macht auch Sinn, wenn er vorschlägt, dass die Abschiebeintensität hinsichtlich Menschen ohne Bleiberecht erhöht werden soll oder dass Straftäter aus EU-Staaten ihre Haft in der Heimat verbüßen sollen. (Abg. Darmann: Darüber reden macht keinen Sinn! Handeln! Redets nicht so viel, tuts handeln!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: In Wien auch nicht mehr!
Österreich ist ein sicheres Land, das sage ich nicht nur als gewählte Parlamentarierin (Ruf: Es war ein sicheres Land, es war!), das sage ich vor allem als Frau, die oft in der Nacht allein auf Wiens Straßen unterwegs ist, die ständig mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt und die auch sehr viel zu Fuß geht, auch in der Nacht. (Abg. Höbart: In welchen Bezirken?) Es ist leider in vielen Ländern der Welt nicht selbstverständlich, dass eine Frau mitten in der Nacht allein nach Hause fährt oder nach Hause geht und sicher ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: In Wien auch nicht mehr!) Das ist ein Zustand, den wir Frauen, aber nicht nur wir (Abg. Darmann: Was soll das jetzt?), auf jeden Fall beibehalten und schützen möchten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann schätzen Sie auch die Frauen, die Angst haben!
Ich hoffe, dass wir da alle einer Meinung sind, egal, was die … (Abg. Darmann: Die Frauen in Wien müssen mittlerweile auf Taxis ausweichen!) – Herr Kollege, ich habe gerade von Wertschätzung gesprochen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann schätzen Sie auch die Frauen, die Angst haben!) und davon, dass wir gemeinsam Lösungen entwickeln. Ich glaube, genau diese Umgangsweise miteinander, dass man ständig dazwischenplärrt und dass man versucht, den anderen niederzumachen, genau das ist der falsche Weg. (Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Darmann: Parlamentarismus! Parlamentarischer Diskurs!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das sind sie jetzt schon nicht!
Es hat Zeiten gegeben, in denen Sicherheit auch sehr stark als soziale Sicherheit begriffen wurde, in denen es vielen Justizpolitikern und -politikerinnen, aber auch Kommunalpolitikern und -politikerinnen bewusst war, wenn es massive Verarmung gibt, wenn die Reallöhne über Jahre nicht wachsen, dann kann und wird über kurz oder lang vor allem die Kleinkriminalität wachsen, dann sind Omas auf der Straße vor einem Taschenraub nicht mehr sicher (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das sind sie jetzt schon nicht!), weil viel Kleinkriminalität da ist beziehungsweise da sein wird. Umso wichtiger ist es, in Prävention, aber auch in soziale Sicherheit zu investieren. (Abg. Darmann: In welcher Welt leben Sie?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Genau!
Wenn man sich die Welt so ansieht, hat man den Eindruck, Sie wollen die Brutalität, die in der Welt herrscht, die Konflikte, die in der Welt herrschen, gerecht auf alle Länder verteilen – diesen Eindruck habe ich –, indem Sie einfach ungezügelt alle hereinlassen, die hereinwollen. Wir haben nun einmal leider eine brutale Welt. Wir haben eine Welt, wo über hundert bewaffnete Konflikte stattfinden. Wir haben eine Welt, wo der politische Islam nach der Weltherrschaft greift. So schaut es nämlich aus. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Genau!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ein bisschen!
Jetzt bin ich bei TTIP: Ich bin froh, dass wir wenige Tage vor einer bedeutsamen Wahl diese Frage im österreichischen Nationalrat mit Beteiligung der Fernsehzuseher noch einmal erörtern können, da es da zwei Kandidaten gibt. Der eine Kandidat, der grüne Kandidat hat sich zirka vor einem halben Jahr – nachzulesen in allen Tageszeitungen – sehr positiv zu TTIP ausgesprochen und prinzipiell nichts dagegen gehabt. (Abg. Brosz: So ein Holler! – Abg. Moser: Sie lügen wie gedruckt!) Dann wird es wahrscheinlich Parteistrategen gegeben haben, die gesagt haben: Du kannst ja vor der Wahl nicht so eine Position vertreten, justiere das nach! Mittlerweile hat er es nachjustiert, ist auch ein bisschen dagegen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ein bisschen!) Die österreichische Bevölkerung wird sich ihr Bild machen müssen, ob sie einer solchen Meinungs-Indifferenz Glauben schenken kann oder auch nicht. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber es ist gar nicht auf der Tagesordnung!
Es gibt auch Punkte, die uns sicherlich trennen oder über die wir noch diskutieren; zum einen etwa den Bereich der Deckelung. Ich möchte darauf verweisen, dass es seit gestern auch vom Arbeits- und Sozialrechtsexperten Professor Dr. Mazal eine Expertise gibt, wonach eine Deckelung beim Geldbetrag möglich ist. Wir haben ja diese 1 500 € vorgeschlagen. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.) – Weil es da natürlich unterschiedliche Auffassungen gibt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber es ist gar nicht auf der Tagesordnung!) Ich weiß, dass es nicht auf der Tagesordnung steht, aber es war trotzdem ein wesentlicher Bereich im Sozialausschuss, und ich möchte es ansprechen, weil es aktuell ist, weil es erst gestern vorgestellt wurde.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es ist etwas zu holen!
Meine geschätzten Damen und Herren, erlauben Sie mir noch ein paar Worte zur Finanzpolizei! Natürlich brauchen Gesetze Kontrollen, aber es kann nicht sein, dass heimische Firmen laut Statistik 13 Mal so oft kontrolliert werden wie ausländische Firmen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es ist etwas zu holen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Seien Sie nicht so aggressiv!
Und ich fragen Sie: Was ist das für ein Stil? Was ist das für ein schlechter Stil? Was ist das für ein letztklassiger Stil für Politik, die wir hier im Parlament machen? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Seien Sie nicht so aggressiv!) Ist das Ihr Stil, parlamentarische Politik zu machen? – Gott behüte, echt! Ich „gratuliere“ Ihnen dazu! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Sitzung Nr. 130
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Abgeordneter Erwin Spindelberger (SPÖ): Sie haben gerade gesagt, man sei auf dem richtigen Weg, das faktische an das gesetzliche Pensionsantrittsalter anzugleichen, und wenn ich den Statistiken Glauben schenken darf, ist ja jetzt der Fall eingetreten, dass bei sämtlichen Pensionsneuzugängen, also wenn ich alle Pensionsversicherungsträger subsummiere, bei den Alters- und Invaliditätspensionen 2015 bereits ein sechs Monate höheres Antrittsalter gegeben war als noch 2014 – das entspricht einem faktischen Antrittsalter von 59 Jahren und 8 Monaten, innerhalb eines Jahres dann von 60 Jahren und 2 Monaten. Auf welche Maßnahmen ist das zurückzuführen? (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie bitte? – Abg. Stefan: Jetzt müssen Sie aber selbst schmunzeln, Herr Minister!
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Alois Stöger, diplômé: Herr Abgeordneter, es ist leider so, dass in der öffentlichen Diskussion immer etwas anderes symbolisiert oder gezeigt wird, als der Realität entspricht. Der Realität entspricht, dass AusländerInnen mehr in das österreichische Sozialsystem einzahlen, als sie an Geldleistungen herausbekommen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie bitte? – Abg. Stefan: Jetzt müssen Sie aber selbst schmunzeln, Herr Minister!) Ausländerinnen und Ausländer zahlen mehr ins österreichische Sozialsystem hinein, als sie hinausbekommen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das nehmen Sie aber selbst nicht ernst!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das nehmen Sie aber selbst nicht ernst!
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Alois Stöger, diplômé: Herr Abgeordneter, es ist leider so, dass in der öffentlichen Diskussion immer etwas anderes symbolisiert oder gezeigt wird, als der Realität entspricht. Der Realität entspricht, dass AusländerInnen mehr in das österreichische Sozialsystem einzahlen, als sie an Geldleistungen herausbekommen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie bitte? – Abg. Stefan: Jetzt müssen Sie aber selbst schmunzeln, Herr Minister!) Ausländerinnen und Ausländer zahlen mehr ins österreichische Sozialsystem hinein, als sie hinausbekommen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das nehmen Sie aber selbst nicht ernst!)
Abg. Kickl: Kommt jetzt der Hauptteil? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Jetzt werden die Hülsen mit Leben erfüllt! – Abg. Hübner: Sie waren beeindruckt, Herr Vizekanzler, wie man sieht!
Ich erteile nun dem Herrn Vizekanzler das Wort. – Bitte, Herr Vizekanzler Dr. Mitterlehner. (Abg. Kickl: Kommt jetzt der Hauptteil? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Jetzt werden die Hülsen mit Leben erfüllt! – Abg. Hübner: Sie waren beeindruckt, Herr Vizekanzler, wie man sieht!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Soll er ihn loben?
Was aber Kollege Strache gemacht hat, ist, von vornherein zu sagen, wir wollen nicht und mit uns geht es sicher nicht. Das muss man auch einmal der Bevölkerung vermitteln, und das geht ja auch die ganze Zeit so dahin. Kollege Strache stellt sich hier her und kritisiert den Schuldenstand der Republik Österreich. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Soll er ihn loben?) Hat er vergessen, dass wir bereits über 5 Milliarden € für
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und jetzt ist alles gut?
Das Zweite: Es wird die Flüchtlingspolitik kritisiert. Meine Damen und Herren, das ist gerade so wichtig für die Bevölkerung, die diese Debatte auch mitverfolgt. Wir haben vor wenigen Wochen das strengste Asylgesetz, das es in Europa gibt, hier in diesem Hause beschlossen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und jetzt ist alles gut?) Wir haben im Jänner ein Staatsschutzgesetz beschlossen, das eine lange Vorbereitungszeit hatte und für die Sicherheit und auch für den Schutz der Menschen in diesem Lande sehr wichtig ist. Und wir haben gestern die Entwicklungsbeihilfe um 150 Millionen € aufgestockt, weil es ja heißt, es soll vor Ort geholfen werden. Wer hat nicht mitgestimmt, meine Damen und Herren? (Ruf bei der ÖVP: Die FPÖ!) – Die Freiheitliche Partei hat nicht mitgestimmt; das muss man einmal sagen. Und dieses Verhalten werden wir Ihnen vorhalten, meine Damen und Herren von der FPÖ. Alles kritisieren, aber dann nicht dabei sein, wenn von dieser Regierung und auch hier im Parlament wichtige Beschlüsse für die Menschen und für dieses Land gefasst werden, diese Vorgangsweise weisen wir entschieden zurück. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.)
Sitzung Nr. 132
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welches Bild schaffen Sie mit Ihrer …? Jeden Tag etwas Neues!
Herr Strache! Herr Strache, ganz ehrlich: Nach dem gestrigen Abend bewundere ich umso mehr, dass Sie heute wieder in der Lage sind, sich dermaßen rasch zu erregen. (Ironische Heiterkeit des Abg. Strache. – Abg. Neubauer: Das war witzig!) Vielleicht nur eine kurze Überlegung: Wenn wir uns selbst zuhören bei dem, was Sie da gerade versuchen, welches Bild schaffen wir denn da eigentlich? Was kommt denn da rüber außer dem Lärm, außer dem Aufeinander-Losgehen? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welches Bild schaffen Sie mit Ihrer …? Jeden Tag etwas Neues!) Sie haben gesagt, wir sollen uns den Realitäten stellen, und dazu sind wir in jeder Hinsicht bereit. (Abg. Kickl: Offenbar nicht!) Ich denke, auf dieser Grundlage sollten wir diskutieren, aber die Gewalt der Worte birgt das Risiko, dass eine Gewalt der Taten folgt. (Beifall bei SPÖ,
Abg. Kickl: Was ist mit Antworten? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Menschen wollen Antworten!
Das ist zum Beispiel die Frage: Wie können wir Asylverfahren verkürzen? Das ist zum Beispiel die Frage: Wie können wir Rückführungsabkommen innerhalb der EU zuwege bringen, aber letztendlich auch außerhalb? (Abg. Kickl: Was ist mit Antworten? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Menschen wollen Antworten!) Hans Peter Doskozil hat gestern mit den ungarischen Kollegen wieder intensive Diskussionen darüber geführt, wie wir da zu Lösungen kommen können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht diskutieren, machen! – Abg. Kickl: Was der Doskozil will, das wissen wir, wir wollen wissen, was Sie wollen!) Das ist der richtige Weg, und ich würde Sie bitten, diesen zu unterstützen, weil es natürlich eine Selbstverständlichkeit ist, dass wir uns darum kümmern, dass geltendes Recht in Europa – die Dublin-Regeln – auch eingehalten wird. Das muss unser Ziel sein.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht diskutieren, machen! – Abg. Kickl: Was der Doskozil will, das wissen wir, wir wollen wissen, was Sie wollen!
Das ist zum Beispiel die Frage: Wie können wir Asylverfahren verkürzen? Das ist zum Beispiel die Frage: Wie können wir Rückführungsabkommen innerhalb der EU zuwege bringen, aber letztendlich auch außerhalb? (Abg. Kickl: Was ist mit Antworten? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Menschen wollen Antworten!) Hans Peter Doskozil hat gestern mit den ungarischen Kollegen wieder intensive Diskussionen darüber geführt, wie wir da zu Lösungen kommen können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht diskutieren, machen! – Abg. Kickl: Was der Doskozil will, das wissen wir, wir wollen wissen, was Sie wollen!) Das ist der richtige Weg, und ich würde Sie bitten, diesen zu unterstützen, weil es natürlich eine Selbstverständlichkeit ist, dass wir uns darum kümmern, dass geltendes Recht in Europa – die Dublin-Regeln – auch eingehalten wird. Das muss unser Ziel sein.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir ja schon!
Und dann geht es natürlich um die Hilfe vor Ort, da haben Sie recht, da müssen wir in Österreich wesentlich mehr machen, das ist gar keine Frage. Da haben wir unsere Aufgaben wahrscheinlich da oder dort vernachlässigt. Da macht es aber, ehrlich gesagt, auch nicht besonders viel Sinn, den Türkei-Deal zu kritisieren. Ja, was die Menschenrechte betrifft, teile ich Ihre Einschätzungen – auch das ist keine Frage –, aber wenn Sie sagen, das ist keine Lösung, dann darf ich Sie bitten, einen alternativen Vorschlag zu präsentieren (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir ja schon!), der verhindert, dass die Probleme letztendlich größer werden; sie sollten kleiner werden. (Abg. Strache: Die Milliarden nicht in die Türkei investieren, sondern für den Grenzschutz!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das wissen wir eh!
Die Sicherung der Außengrenzen – auch das ist wichtig. Ich darf noch einmal erwähnen: Hans Peter Doskozil und das Bundesheer haben da, so meine ich, einen auszeichneten Job gemacht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das wissen wir eh!) Darum müssen wir uns gemeinsam kümmern. Da würde ich Sie um Unterstützung bitten.
Ruf bei der FPÖ: Das wollen wir aber nicht! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe gedacht, es gibt Asyl auf Zeit!
Und wenn Sie sagen, Sie wollen ernsthaft mit dem Thema Kriminalität umgehen, dann muss Ihnen ja auch bewusst sein, hier reden wir nicht nur über polizeiliche Maßnahmen, hier reden wir über die Notwendigkeit der sozialen Sicherheit (Abg. Kickl: Könnten Sie etwas zum Thema sagen?), hier reden wir über Bildung, hier reden wir über Perspektiven für Menschen, die in unserem Land angekommen sind und hier wahrscheinlich auch dauerhaft bleiben werden. (Ruf bei der FPÖ: Das wollen wir aber nicht! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe gedacht, es gibt Asyl auf Zeit!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es geht hier um Ihre Vorschläge! Sagen Sie einmal Ihre Vorschläge! – Ruf bei der FPÖ: Wir sind ja in der Opposition!
Ich muss in diesem Zusammenhang sagen, ich habe von Ihnen intensiv gehört, was diesbezüglich alles nicht geht, aber mir ist nicht klar geworden, in welche Richtung Ihre Vorschläge eigentlich gehen, was einen Dialog nicht gerade leichter macht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es geht hier um Ihre Vorschläge! Sagen Sie einmal Ihre Vorschläge! – Ruf bei der FPÖ: Wir sind ja in der Opposition!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo? Wo genau sind die spürbar geworden?
Wie das Bild also schlussendlich aussieht: Ja, wir haben eine Herausforderung zu lösen, ja, wir werden diese nicht nur mit sicherheitspolizeilichen Maßnahmen lösen können, aber jene, die notwendig sind, sind gesetzt worden. Und die Erfolge – das ist in den letzten Wochen spürbar geworden –, die der Innenminister hier erzielt hat (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo? Wo genau sind die spürbar geworden?), sind ja durchaus greifbar. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abgeordneten Moser und Gamon. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Übergangskanzler!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abgeordneten Moser und Gamon. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Übergangskanzler!
Wie das Bild also schlussendlich aussieht: Ja, wir haben eine Herausforderung zu lösen, ja, wir werden diese nicht nur mit sicherheitspolizeilichen Maßnahmen lösen können, aber jene, die notwendig sind, sind gesetzt worden. Und die Erfolge – das ist in den letzten Wochen spürbar geworden –, die der Innenminister hier erzielt hat (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo? Wo genau sind die spürbar geworden?), sind ja durchaus greifbar. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abgeordneten Moser und Gamon. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Übergangskanzler!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ein bisschen schon! – Abg. Kickl: Aber es ist schon Migration!
Das ist aber auch nicht das Thema, sondern das Thema ist, wie ich meine, wie wir mit dieser wirklich schwierigen, herausfordernden Situation umgehen; und die Probleme und Herausforderungen, die wir durch zugegebenermaßen dramatische Migrationszahlen haben, sind ja nicht einzig und allein hausgemacht, wie Sie das zum Teil darzustellen versuchen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ein bisschen schon! – Abg. Kickl: Aber es ist schon Migration!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da geht es um die billigen Arbeitskräfte!
Und da geht es nicht um Hilfe, denn Sie wissen ja, wenn jemand kommt, gar nicht, ob der Hilfe braucht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da geht es um die billigen Arbeitskräfte!) Das könnte theoretisch ein Pakistani sein, der einen Friseurladen in Pakistan hat, der sich einfach irgendwann einmal überlegt: Ich gehe jetzt nach Österreich! – Der kommt jetzt über die Grenze, und Sie wissen nichts über diese Person. Das erfahren Sie erst ein Jahr später, wenn das Asylverfahren abgeschlossen ist, und dann bringen Sie ihn nicht mehr nach Hause, weil Pakistan niemanden mehr zurücknimmt. Das ist das Problem, von dem wir sprechen, aber auch darüber haben Sie heute kein einziges Wort verloren – kein einziges Wort, Herr Bundeskanzler! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er schaut in den Himmel!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er schaut in den Himmel!
Und da geht es nicht um Hilfe, denn Sie wissen ja, wenn jemand kommt, gar nicht, ob der Hilfe braucht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da geht es um die billigen Arbeitskräfte!) Das könnte theoretisch ein Pakistani sein, der einen Friseurladen in Pakistan hat, der sich einfach irgendwann einmal überlegt: Ich gehe jetzt nach Österreich! – Der kommt jetzt über die Grenze, und Sie wissen nichts über diese Person. Das erfahren Sie erst ein Jahr später, wenn das Asylverfahren abgeschlossen ist, und dann bringen Sie ihn nicht mehr nach Hause, weil Pakistan niemanden mehr zurücknimmt. Das ist das Problem, von dem wir sprechen, aber auch darüber haben Sie heute kein einziges Wort verloren – kein einziges Wort, Herr Bundeskanzler! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er schaut in den Himmel!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der Bundeskanzler!
Und es gelingt und gelingt nicht, dass wir hier keine Vermischung der verschiedensten Rechtsbestände vornehmen – die einen, weil sie sich vielleicht nicht auskennen, das möge so sein, die anderen mit Sicherheit mit voller Absicht, weil es so schön ist, wenn man die Menschen in unserer Heimat verunsichert. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der Bundeskanzler!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt nicht! Das stimmt überhaupt nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Jetzt sagen manche, wie die Frau Fekter es herausruft: Aber die Mehrheit entscheidet, und wir sollen das akzeptieren. – Nein, ich akzeptiere es deswegen nicht, ich akzeptiere das Ergebnis, aber … (Weiterer Zwischenruf der Abg. Fekter.) Ich akzeptiere es deswegen nicht, weil sämtliche Beobachterinnen und Beobachter bei der Kür des Rechnungshofpräsidenten am Ende des Tages, nach mehr als acht Stunden Hearing, einen einhelligen Eindruck hatten, alle Journalistinnen und Journalisten, alle Abgeordneten, die involviert waren, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, einen einhelligen Eindruck … (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt nicht! Das stimmt überhaupt nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Unter vorgehaltener Hand wurde einem gesagt, auch von ÖVP-Abgeordneten: Dieses Hearing war so … (Weiterer Zwischenruf der Abg. Fekter.) Ein Journalist hat zu mir gesagt: Der Herr Steger war eine Kategorie für sich.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: … nicht einmal vorgeschlagen! – Abg. Hafenecker: Das ist der „New Deal“: Die SPÖ hat ihren eigenen Kandidaten nicht einmal vorgeschlagen! – Zwischenruf des Abg. Höbart.
Ich sehe das in dem Fall nicht so, denn, wie Sie wissen, gab es einen Kandidaten, für den sich die sozialdemokratische Fraktion ausgesprochen hat, der auch ihres Erachtens der beste Kandidat war, der aber keine Mehrheit gefunden hat. (Zwischenruf des Abg. Vavrik.) Am Ende des Tages besteht Demokratie auch darin, Mehrheiten für Kandidaten zu suchen, und ich meine, wir haben mit Frau Kraker eine gute Wahl getroffen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: … nicht einmal vorgeschlagen! – Abg. Hafenecker: Das ist der „New Deal“: Die SPÖ hat ihren eigenen Kandidaten nicht einmal vorgeschlagen! – Zwischenruf des Abg. Höbart.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ihr habt ihn nicht einmal nominiert!
Unser Kandidat Steger hat dort 14 Stimmen bekommen. Er hätte 15 gebraucht. (Abg. Lugar: Warum habt ihr ihn nicht aufgestellt?) Jetzt schau ich den Kollegen Zanger an, Sie waren ja ziemlich begeistert. (Abg. Zanger: Weil er der Beste war!) Sie waren beim Hearing dabei. Sie haben gesagt, das ist exzellent, was der Kollege Steger gemacht hat. Meine Frage ist: Warum haben Sie ihn nicht gewählt? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ihr habt ihn nicht einmal nominiert!) Hätten Sie ihn gewählt, Kollege Zanger, wäre Steger jetzt Rechnungshofpräsident. So ist Demokratie! (Zwischenruf des Abg. Zanger.) Nein! So ist Demokratie! (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
ironische Heiterkeit der Abg. Belakowitsch-Jenewein
„Bei aller Kritik“, die man anbringen kann, „können wir GD Alexander Wrabetz zugutehalten: Autonomie und Unabhängigkeit der zentralen Redaktionen war noch nie so groß wie heute. Die journalistische Freiheit ist groß“ (ironische Heiterkeit der Abg. Belakowitsch-Jenewein), „die Redaktionen arbeiten unbeeinflusst.“
Abg. Strache: … der Herr Kern! – Neuerliche ironische Heiterkeit der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
„Bei aller Kritik“! – Sie können sie dann nachher eh äußern. Aber es … (Abg. Strache: … der Herr Kern! – Neuerliche ironische Heiterkeit der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Nein, das muss man anerkennen! Schau, wenn man von Haus aus schon meint, das ist nichts, weil man einfach der Meinung ist, es ist nützlich, wenn man sagt, es ist nichts, dann ist Ihrer Meinung nach zwar wirklich alles nichts, aber das heißt nicht, dass dann, wenn Sie sagen, dass die Wirklichkeit nichts ist, die Wirklichkeit dann wirklich nichts ist, sondern das kann durchaus anders sein. (Beifall bei der SPÖ.) Also das ist ein Wettbewerb der Wirklichkeiten, und ich bin gespannt, ob Sie sich mit Ihrer Wirklichkeit durchsetzen. Ich hoffe, nicht!
Abg. Strache: Na geh, das ist ja absurd! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja nicht!
Das Schöne an diesem Hearing war aber letztendlich, dass es öffentlich war. Es hat jeder gesehen, was da vor sich gegangen ist, es haben alle Beobachterinnen und Beobachter gesehen, dass Herr Steger der bestgeeignete und bestqualifizierte Kandidat war. (Abg. Strache: Na geh, das ist ja absurd! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja nicht!) – Darin waren sich alle einig, auch in Ihrer Fraktion, Herr Kollege Strache! Aber Sie waren ja nicht einmal beim Hearing, woher wollen Sie das denn wissen? (Abg. Strache: Aber meine Mitglieder waren dort, die sagen das Gegenteil!) Aber ja.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Eh nicht!
Herr Bundeskanzler Kern war ja gar nicht glücklich damit, dass Herr Steger nominiert worden ist. Das war ja gar kein schlechter Schachzug von Herrn Lugar beziehungsweise von Frau Dietrich, Herrn Steger zu nominieren, das muss man ja wirklich sagen, sonst hätte die SPÖ in der Situation Steger wahrscheinlich selbst gar nicht nominiert. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Eh nicht!) Da ist einmal einiges in Bewegung gekommen, und damit waren einmal zwei da. (Abg. Lugar: … Kandidaten nominiert! Was ist daran überraschend?) – Nein, ich sage ja, das war ja ein wirklich guter Schachzug, denn sonst hätte es möglichweise gar nicht die Möglichkeit gegeben, dass Herr Steger überhaupt drangekommen wäre. (Zwischenrufe der Abgeordneten Lugar und Lopatka.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
„Mitglieder der Bundesregierung, Staatssekretäre, Mitglieder einer Landesregierung, Mitglieder des Nationalrates, des Bundesrates (…) oder des Europäischen Parlaments (…), Volksanwälte, der Präsident des Rechnungshofes und Personen, die eine der genannten Funktionen innerhalb der letzten vier Jahre ausgeübt haben.“ – Da gibt es eine Abkühlphase (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), damit die vom politischen Geschehen weg sind, und ich bin überzeugt, das ist eine gute Regelung.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja sicher! … es waren sechs Mitglieder!
Es beginnt damit, wie mit dem Hearing umgegangen wird. Und da muss ich schon auch noch eines bemerken – das wäre nach der Geschäftsordnung eigentlich eine tatsächliche Berichtigung –: Herr Klubobmann Strache hat vorhin behauptet, alle sechs FPÖ-Mitglieder des Hauptausschusses seien anwesend gewesen. – Das ist falsch. (Zwischenruf des Abg. Zanger.) Das Hauptausschussmitglied Strache war beim Hearing nicht anwesend (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja sicher! … es waren sechs Mitglieder!), und er ist auch jetzt nicht anwesend.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat die Wahlanfechtung bekannt gegeben!
Strache ist Mitglied des Hauptausschusses und hat als Klubobmann des Freiheitlichen Parlamentsklubs nicht das Interesse aufgebracht, diesem öffentlichen Hearing beizuwohnen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat die Wahlanfechtung bekannt gegeben!) Er fehlt auch jetzt schon wieder. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Lopatka.) – Herr Lopatka, ich stelle fest, wer Interesse daran zeigt, wer den Rechnungshof leitet, und wer nicht. Ich stelle fest, Herr Strache war nicht anwesend. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer von uns im Hauptausschuss sitzt, müssen Sie schon uns überlassen!) – Herr Strache hat behauptet, er sei nicht Mitglied des Hauptausschusses, er ist aber Mitglied des Hauptausschusses. (Abg. Belakowitsch-Jenewein:
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer von uns im Hauptausschuss sitzt, müssen Sie schon uns überlassen!
Strache ist Mitglied des Hauptausschusses und hat als Klubobmann des Freiheitlichen Parlamentsklubs nicht das Interesse aufgebracht, diesem öffentlichen Hearing beizuwohnen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat die Wahlanfechtung bekannt gegeben!) Er fehlt auch jetzt schon wieder. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Lopatka.) – Herr Lopatka, ich stelle fest, wer Interesse daran zeigt, wer den Rechnungshof leitet, und wer nicht. Ich stelle fest, Herr Strache war nicht anwesend. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer von uns im Hauptausschuss sitzt, müssen Sie schon uns überlassen!) – Herr Strache hat behauptet, er sei nicht Mitglied des Hauptausschusses, er ist aber Mitglied des Hauptausschusses. (Abg. Belakowitsch-Jenewein:
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ihre Rede ist eine Blamage!
Ich möchte an dieser Stelle jetzt schon einen Appell an alle Abgeordneten richten: Dieses Hearing war eine Blamage (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ihre Rede ist eine Blamage!), dieses Ergebnis so klar zu ignorieren. Wir machen uns ja lächerlich vor der Öffentlichkeit (Ruf bei der ÖVP: Ja, das ist wahr, ihr macht euch lächerlich! – Abg. Lopatka: Sie haben nicht einmal eine eigene Kandidatin zustande gebracht!) – vor der kleinen Öffentlichkeit, die beiwohnen konnte –, und ich würde an alle Abgeordneten dieses Hauses appellieren, sich bis morgen, bis zur Abstimmung, zu überlegen, was denn tatsächlich das Mandatsverständnis ist und ob sie sich für diese demokratiepolitische Farce tatsächlich hergeben wollen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Lopatka: Mein Gott!)
Sitzung Nr. 134
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und die Schere geht weiter auseinander!
Heute will ich Ihnen von der tragischen Geschichte des österreichischen Frauenministeriums erzählen: Es war einmal ein eigenständiges Frauenministerium, das als wichtige Errungenschaft der österreichischen Frauenbewegung dagestanden ist. Unter schwarz-blauer Regierung landete es im Sozialministerium. Unter der ÖVP war es im Gesundheitsministerium, und es wurde immer wieder mitbetreut. Mit der Reanimation der großen Koalition landete es wieder bei der SPÖ, und es wurde dann wieder vom Gesundheitsministerium mitbetreut (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und die Schere geht weiter auseinander!), und irgendwann landete es dann im Unterrichtsministerium.
Sitzung Nr. 136
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die mit Mehrheit daheimgeblieben sind!
Aber das britische Volk hat entschieden. Es ist natürlich teilweise auch in die Irre geführt worden, denn jene, die mit Unwahrheiten agiert haben – das haben sie sogar noch am Tag der Abstimmung zugegeben –, haben sich jetzt davongeschlichen. Innerhalb der Konservativen ist Boris Johnson kein Kandidat für die Nachfolge von Cameron. Ja, und am Montag ist ihm Nigel Farage gefolgt. Dieser hat gemeint, er wolle mit diesem Schritt sein Leben wieder zurückhaben. Wie zynisch ist das gegenüber den jungen Briten, die mit Mehrheit in dieser Europäischen Union bleiben wollten? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die mit Mehrheit daheimgeblieben sind!) – Diesen ist etwas von ihrem Leben genommen worden, meine Damen und Herren, diesen ist etwas von ihren Chancen genommen worden. Das sage ich Ihnen schon, denn das ist schon der entscheidende Punkt für mich. (Beifall bei ÖVP, SPÖ, Grünen und NEOS.)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der Unterschied zur FPÖ ist jetzt nicht herausgekommen!
Deswegen brauchen wir Entschlossenheit, einen klaren Prozess mit einer klaren Vision nach vorne. Europa braucht eine Seele und eine Vision und kein weiteres Herumeiern wie in den letzten Jahren. Das führt ins Aus für unsere Europäische Union, und das wäre sehr, sehr schade für unsere Generation und vor allem für die Generation unserer Kinder. Wir sind hier in der Pflicht, glaube ich. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der Unterschied zur FPÖ ist jetzt nicht herausgekommen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, es ist weg! – Abg. Kassegger: Ja, es ist von selber weg! – Abg. Brunner: … sehr intensiv verfolgt!
Viele sagen, wenn die Europäische Union, dieser Integrationsprozess, diese Einheitsregierung nicht Wirklichkeit wird, dann können wir den Kampf gegen den Klimawandel über Bord werfen; von den Grünen habe ich das heute gehört. Ich nenne Ihnen ein Beispiel: das Ozonloch. 1987 hat sich die Weltgemeinschaft darauf verständigt, etwas gegen das Ozonloch zu tun, und siehe da, es hat funktioniert. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, es ist weg! – Abg. Kassegger: Ja, es ist von selber weg! – Abg. Brunner: … sehr intensiv verfolgt!) Dazu war aber auch keine Europäische Union und keine Zentralregierung in Europa notwendig. Da war die UNO da und da war der Wille der Nationalstaaten vorhanden, etwas zu tun, weil es im ureigenen Interesse jedes Einzelnen ist. Das ist ein Modell, das wir auf viele Ebenen transferieren können. (Abg. Brunner: … sinnvoll!) Das ist genau das, was Sie wissen – Sie haben es selbst gesagt, ein gutes Beispiel –, aber nicht wahrhaben wollen, weil Sie dieses Projekt Knechtung der europäischen Völker einfach vorantreiben wollen. (Ruf bei der ÖVP: Na bitte!) Das hat aber in der Geschichte noch nie funktioniert und ist auch nicht notwendig.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Blablabla!
Was brauchen wir auf der anderen Seite noch? – Selbstverständlich müssen wir näher zu den Menschen hin, wir brauchen ein Mehr an Europa, ein Mehr an sozialer Union, Herr Neubauer! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Blablabla!) Wir brauchen mehr Investitionen für Arbeitsplätze. (Abg. Neubauer: Wo sind sie? Seit zehn Jahren hören wir das!) Selbstverständlich brauchen wir das!
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Die gestern getroffene Entscheidung, dass die nationalen Parlamente bei der Entscheidung betreffend CETA mitreden werden (Abg. Kickl: Ah so, und das gilt jetzt?!), das ist schon ein wichtiges Zeichen, dass Malmström nicht recht hat, wenn sie sagt, das sei kein gemischtes Abkommen. Die nationalen Parlamente können jetzt mitreden – da ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gemacht worden. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Anstieg der Arbeitslosigkeit!
Meine Damen und Herren! Er behauptet, die Europäische Union hätte uns nichts gebracht. Ich möchte dem einmal ganz klar die Fakten entgegenhalten. Was hat uns die Europäische Union gebracht? – Einen Anstieg des realen BIP in Österreich um 0,9 Prozent pro Jahr (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Anstieg der Arbeitslosigkeit!), das sind kumuliert 63 Milliarden €. (Zwischenruf des Abg. Hübner.) Die Schaffung von rund 18 500 Arbeitsplätzen pro Jahr, das sind seit unserem Beitritt zur Europäischen Union 480 000 Arbeitsplätze. Wir haben weiters eine niedrigere Inflationsrate. Wir haben ein um 7 000 € höheres Einkommensniveau für jeden Österreicher als ohne EU-Integration.
Abg. Hübner: Erst 19-mal gehört! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Schon gehört!
Ich möchte hier noch eine weitere Facette einbringen. Der Ursprung der EU lag seinerzeit nach dem Zweiten Weltkrieg in der Förderung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Dahinter stand die Idee, dass Menschen, die miteinander arbeiten, die Handel betreiben, sich wirtschaftlich verflechten, kriegerische Auseinandersetzungen verhindern. (Abg. Hübner: Erst 19-mal gehört! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Schon gehört!) Vor diesem Hintergrund ist 1958 die EWG gegründet worden.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Wenn wir uns die Vorgänge in England im Vorfeld ansehen, dann war das ja genauso. Die Argumentation der Aussteiger war geprägt von Angst und Angstmacherei, von Halbwahrheiten, wenig Sachkundigkeit und von vielen, vielen leeren Versprechungen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Es ist kein Wunder, dass die Menschen auf diese vielen leeren Versprechungen teilweise – auf gut Deutsch gesagt – hineingefallen sind.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da hätten die jungen Menschen halt abstimmen gehen müssen!
Die Führer dieser Ausstiegsbewegung sind nicht mehr da – Kollege Kickl ist auch nicht da, um da wieder einen kleinen Vergleich zu ziehen. (Heiterkeit bei Mitgliedern der Bundesregierung. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Die Zeche, meine Damen und Herren, zahlen aber vor allem die jungen Menschen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da hätten die jungen Menschen halt abstimmen gehen müssen!) Deswegen bin ich wieder bei Jakob Auer: Sie müssen eine Stimme haben und sie müssen diese Stimme auch nutzen, denn es werden – und gerade bei Großbritannien ist das bedauernswert – viele Arbeitsplätze sprichwörtlich über den Kanal gehen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ha, ha!
Ich möchte mit einem Zitat von Helmut Kohl enden: „Zur Politik der europäischen Einigung gibt es keine verantwortbare Alternative. Wenn wir Frieden, Freiheit, Sicherheit und Wohlstand für alle Bürger unseres Kontinents auf Dauer sichern wollen, dann bleibt es unsere Aufgabe, mit Engagement und Optimismus für den Bau des Hauses Europa einzutreten.“ (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ha, ha!) „Denn Europa – und das gilt besonders für die junge Generation – ist unsere Zukunft!“
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Scherak. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da hat es auch schon bessere Zitate gegeben!
Dem ist nichts hinzuzufügen. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Scherak. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da hat es auch schon bessere Zitate gegeben!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Die heute bereits mehrfach angesprochenen ersten Reaktionen auf das britische Abstimmungsergebnis sind daher wenig erstaunlich. Das Pfund ist dramatisch gefallen – ob das Klubobmann Lugar wahrhaben will oder nicht. Die Kreditwürdigkeit Großbritanniens ist herabgesetzt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Die Börsenwerte britischer Firmen befinden sich im Sinkflug. Bei den britischen Unternehmen hat
Abg. Tamandl: Wir sind die ÖVP! – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Frau Glawischnig ist auch nicht da!
Diese Anarchie ist das Ergebnis, wenn rechtspopulistische Hetzer und Zündler wie Nigel Farage oder Boris Johnson am Werk sind. Und dann, wenn es so weit ist, wenn der Brexit tatsächlich da ist, stehlen sie sich aus der Verantwortung, sofern diese Herren überhaupt wissen, was Verantwortung ist. Verantwortung ist für sie offensichtlich doch ein Fremdwort. Und wenn ich hier in die Reihen der ÖVP schaue, dann sehe ich, dass Kickl und Strache offensichtlich auch schon auf der Flucht vor der Verantwortung sind. (Abg. Pirklhuber: Absolut! Sind abgehauen!) Ist ja niemand da. Wo sind sie denn? (Abg. Tamandl: Wir sind die ÖVP! – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Frau Glawischnig ist auch nicht da!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Denkfaul!
Abgeordneter Bernhard Themessl (FPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Werte Kolleginnen und Kollegen! Die Bevölkerung in Großbritannien hat abgestimmt, ein politisches Erdbeben ist erfolgt, und die EU lernt daraus nichts! Das Erste, das geschieht, ist, dass man nach Schuldigen sucht: Die Schuldigen sind ein paar populistische Brandstifter – wie es die Grünen genannt haben – und natürlich die Bevölkerung, die eben dumm entschieden hat (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Denkfaul!), nicht so, wie sich die Elite in Brüssel das vorgestellt hat. Jetzt sucht man nach Horrorszenarien, anstatt sich einmal Gedanken darüber zu machen, warum es überhaupt so weit gekommen ist.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Junge Europäerinnen und Europäer wollen auf der einen Seite sehr wohl die Chancen der Europäischen Union wahrnehmen. Sie wollen Bildungschancen haben, an jeder Uni in Europa studieren können, Jobs in der ganzen Europäischen Union wahrnehmen können und schätzen den europäischen Zusammenhalt. Sie partizipieren aber auch selten im politischen System. Sie fühlen sich nicht wahrgenommen, sie fühlen sich nicht repräsentiert. Da stehen wir jetzt vor dem Problem, dass viele vielleicht auch berechtigterweise nach der Abstimmung gesagt haben, wer nicht hingeht, muss sich nachher auch nicht beschweren. Das mag schon stimmen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) – Das ist aber leider viel zu einfach, Frau Kollegin.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Umsetzung muss gut sein!
Ich habe daher drei Aufforderungen an alle Beteiligten in dieser Debatte. Einerseits ist das einmal an alle Generationen gerichtet. Es ist ganz klar, nach einer Abstimmung gibt es keinen Grund, jemanden für seine demokratische Entscheidung zu beschimpfen oder einen Konflikt der Generationen hervorzurufen. Das ist völlig unangebracht. Die Entscheidung ist ein Auftrag an uns alle. Es würde ja auch nicht reichen, wenn nur die Jungen Europa super finden. Es reicht einfach nicht, wenn man nur die Jungen von der europäi-schen Idee überzeugt. Die europäische Idee der politischen Union muss gut genug sein, dass sie alle als Ziel sehen, dass alle dafür brennen. Da reichen die Jungen einfach nicht aus. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Umsetzung muss gut sein!)
Die Abgeordneten Kickl und Belakowitsch-Jenewein: Eine Ausbildungsgarantie gibt es schon!
Meine Damen und Herren, es wurde ja schon erläutert: Es geht um Jugendliche, die nach ihrer Schulpflicht aus dem Bildungssystem aussteigen. Mit diesem neuen System bekommen sie noch einmal eine Chance. Sie bekommen noch einmal eine Chance, sozusagen wieder einzusteigen und eine Berufsausbildung zu machen. (Die Abgeordneten Kickl und Belakowitsch-Jenewein: Eine Ausbildungsgarantie gibt es schon!) Die Berufsausbildung ist der zentrale Garant dafür, dass sie später einen Job haben, von dem sie auch werden leben können. Unserer Meinung nach ist das sehr, sehr wichtig. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kickl: Alphabetisierung in der Muttersprache oder in Deutsch? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sowohl als auch!
Praktisch bedeutet das für junge Asylwerber und Asylwerberinnen eine stärkere und breitere Einbeziehung in das Jugendcoaching, also mehr Beratung und Betreuung. Praktisch bedeutet das Deutsch- und Alphabetisierungskurse für alle, auch inklusive der Übernahme der Fahrtkosten. (Abg. Kickl: Alphabetisierung in der Muttersprache oder in Deutsch? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sowohl als auch!) Das ist nämlich in der Praxis oft ein Hindernis, um diese Kurse wirklich besuchen zu können. Und es gibt auch eine Erweiterung und eine Erleichterung des Zugangs zu Mangellehrberufen. Auch das, denke ich, ist ein wichtiger Punkt: dass hier individuell auf die Situation des jungen Asylwerbers abgezielt wird und das AMS diese unterstützen wird, damit ein Mangellehrberuf auch wirklich angenommen werden kann.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Eine zweite Anmerkung zur Verfassungsmehrheit und zum Entschließungsantrag: Ja, wir haben in den letzten Tagen, glaube ich, gute Verhandlungen und gute Gespräche geführt. (Abg. Kickl: … musst aber selbst lachen!) – Nein, warum, Herr Kollege Kickl? (Abg. Kickl: So billig kriegst es selten!) – Na ja, jetzt sagst du genau das Gegenteil von dem, was du vorhin hier am Rednerpult gesagt hast. Vorhin hast du gesagt, es ist ein Wahnsinn, was die ÖVP da tut. Jetzt sagst du, wir haben billig die Verfassungsmehrheit bekommen. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Es stimmt beides nicht. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na, das steht aber anders da!
Wir sind mit dem Entschließungsantrag so weit gegangen, wie wir es mit gutem Gewissen noch vertreten können, und zwar, dass jugendliche Asylwerber, die zu uns kommen, einmal die Sprache erlernen. (Abg. Kickl: Welche?) Ohne Sprache wird es nicht möglich sein (Abg. Kickl: Die eigene oder Deutsch?), jugendliche Asylwerber zu integrieren. Wir sagen aber nur jenen zu, die aus bestimmten Gebieten kommen, wo auch die Chance besteht, wo sichergestellt ist, dass sie dableiben können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na, das steht aber anders da!) – Frau Kollegin, Sie sind normalerweise so intelligent, dass Sie einen Antrag lesen können. Da steht: „weil sie aus Kriegsgebieten kommen“; nach Möglichkeit sollen ihre Verfahren weiter beschleunigt werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weiterlesen!) – Das steht da und nichts anderes! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht nur einen Satz!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weiterlesen!
Wir sind mit dem Entschließungsantrag so weit gegangen, wie wir es mit gutem Gewissen noch vertreten können, und zwar, dass jugendliche Asylwerber, die zu uns kommen, einmal die Sprache erlernen. (Abg. Kickl: Welche?) Ohne Sprache wird es nicht möglich sein (Abg. Kickl: Die eigene oder Deutsch?), jugendliche Asylwerber zu integrieren. Wir sagen aber nur jenen zu, die aus bestimmten Gebieten kommen, wo auch die Chance besteht, wo sichergestellt ist, dass sie dableiben können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na, das steht aber anders da!) – Frau Kollegin, Sie sind normalerweise so intelligent, dass Sie einen Antrag lesen können. Da steht: „weil sie aus Kriegsgebieten kommen“; nach Möglichkeit sollen ihre Verfahren weiter beschleunigt werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weiterlesen!) – Das steht da und nichts anderes! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht nur einen Satz!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht nur einen Satz!
Wir sind mit dem Entschließungsantrag so weit gegangen, wie wir es mit gutem Gewissen noch vertreten können, und zwar, dass jugendliche Asylwerber, die zu uns kommen, einmal die Sprache erlernen. (Abg. Kickl: Welche?) Ohne Sprache wird es nicht möglich sein (Abg. Kickl: Die eigene oder Deutsch?), jugendliche Asylwerber zu integrieren. Wir sagen aber nur jenen zu, die aus bestimmten Gebieten kommen, wo auch die Chance besteht, wo sichergestellt ist, dass sie dableiben können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na, das steht aber anders da!) – Frau Kollegin, Sie sind normalerweise so intelligent, dass Sie einen Antrag lesen können. Da steht: „weil sie aus Kriegsgebieten kommen“; nach Möglichkeit sollen ihre Verfahren weiter beschleunigt werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weiterlesen!) – Das steht da und nichts anderes! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht nur einen Satz!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sind Sie Hellseher?
Wir bekennen uns dazu, dass Jugendliche, die aus Kriegsgebieten stammen, erstens die deutsche Sprache erlernen (Abg. Kickl: … in Muttersprache alphabetisieren?), sonst gibt es keine Möglichkeit, entweder eine schulische Ausbildung oder eine Lehre anzugehen. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das Zweite ist – wenn sie dableiben können –, dass das Verfahren beschleunigt wird. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sind Sie Hellseher?) Das ist menschlich, und das ist auch notwendig, denn wenn diese jungen Menschen arbeiten wollen, dann sollen wir ihnen diese Möglichkeit geben. Das stellen wir mit diesem Entschließungsantrag klar.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ich bedanke mich auch dafür, dass wir das zusammengebracht haben. Es ist ein wichtiger Schritt für die Jugend in unserem Lande. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Sitzung Nr. 138
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gut so!
Abgeordnete Dr. Eva Mückstein (Grüne): Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Ministerin! Wir sind im Zusammenhang mit diesem Gesetz vorhin von der FPÖ schon als Steigbügelhalter kritisiert worden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gut so!) Wir stehen dazu. Ich finde es ganz wichtig, dass dieses Gesundheits- und Krankenpflegegesetz jetzt in Kraft tritt und beschlossen wird.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Fragt sich nur, für wen!
Diese Novelle bringt tatsächlich umfangreiche Verbesserungen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Fragt sich nur, für wen!), vor allem für den gehobenen Dienst der Gesundheits- und Pflegeberufe. Und ich denke, es sichert auch den Anschluss im europäischen Raum. Österreich ist sowieso schon Schlusslicht, wenn es darum geht, diesen Beruf zu akademisieren. Das ist aus mehreren Gründen dringend notwendig: Wir sind ein sehr ärztelastiges Land, wir brauchen mehr Pflegepersonal (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Billigpflegepersonal, genau!), und wir müssen dafür sorgen, dass das Pflegepersonal seine Kompetenzen im Gesundheitswesen und in der Versorgung von PatientInnen auch einbringen kann. Wir liegen europaweit auch relativ weit hinten, was das Pflegepersonal betrifft. In Österreich kommen nur 7,6 Pflegepersonen auf 1 000 Einwohner, während es in der Schweiz 15,2 Pflegepersonen sind.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Billigpflegepersonal, genau!
Diese Novelle bringt tatsächlich umfangreiche Verbesserungen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Fragt sich nur, für wen!), vor allem für den gehobenen Dienst der Gesundheits- und Pflegeberufe. Und ich denke, es sichert auch den Anschluss im europäischen Raum. Österreich ist sowieso schon Schlusslicht, wenn es darum geht, diesen Beruf zu akademisieren. Das ist aus mehreren Gründen dringend notwendig: Wir sind ein sehr ärztelastiges Land, wir brauchen mehr Pflegepersonal (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Billigpflegepersonal, genau!), und wir müssen dafür sorgen, dass das Pflegepersonal seine Kompetenzen im Gesundheitswesen und in der Versorgung von PatientInnen auch einbringen kann. Wir liegen europaweit auch relativ weit hinten, was das Pflegepersonal betrifft. In Österreich kommen nur 7,6 Pflegepersonen auf 1 000 Einwohner, während es in der Schweiz 15,2 Pflegepersonen sind.
in Richtung der Abg. Belakowitsch-Jenewein, die mit Abg. Berlakovich spricht
Vielleicht können Sie mir auch ein bisschen zuhören, Frau Kollegin (in Richtung der Abg. Belakowitsch-Jenewein, die mit Abg. Berlakovich spricht), ich habe Ihnen auch
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war ja auch gescheit, was ich gesagt habe!
zugehört. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war ja auch gescheit, was ich gesagt habe!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie stimmen ja zu!
Das sind die positiven Aspekte, derentwegen wir diesem Gesetz zustimmen werden und unsere Unterstützung gegeben haben. Wir haben aber auch Bedenken, nämlich Bedenken, dass diese Neuerung zu einem Einsparungsprogramm wird, weil – das hat meine Vorrednerin auch schon angesprochen – es natürlich so ist, dass die Gefahr besteht, dass jetzt kürzer ausgebildete Pflegepersonen, die daher auch billiger sind, vermehrt eingesetzt werden. Ja, wir haben Meldungen aus den Medien auch bereits entnommen, dass zum Beispiel die Vinzenz Gruppe gesagt hat, von bisher 80 Prozent Diplomierten wollen sie auf 10 Prozent reduzieren. Wenn man sich vorstellt, dass das wirklich eintritt, dann muss man auch damit rechnen, dass die Qualität der Versorgung nicht mehr gesichert ist, abgesehen davon, dass das Pflegepersonal damit auch in massive Überforderungssituationen kommt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie stimmen ja zu!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie geben die Möglichkeit mit Ihrer Zustimmung! – Zwischenruf des Abg. Deimek.
Wir wissen, dass in diesem Bereich Burn-out und hohe Fluktuation auch ein Thema sind. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie geben die Möglichkeit mit Ihrer Zustimmung! – Zwischenruf des Abg. Deimek.) – Ja, wir stimmen deswegen zu, weil wir damit rechnen und zuversichtlich sind, dass es zu einem Personalschlüssel und einem Skill- und Grade-Mix kommt, der den Anteil von diplomierten und Pflegeassistenz-Personen sichert. Es wird dazu kommen müssen, wenn auch nicht gleich, dann doch in Zukunft. Unser Antrag wird sich auf jeden Fall in diese Richtung fokussieren.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Jetzt erklärt er uns die Welt: Geschichten aus der Ordination!
Abgeordneter Dr. Erwin Rasinger (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Hohes Haus! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Jetzt erklärt er uns die Welt: Geschichten aus der Ordination!) Meine allererste Begegnung mit der Pflege hatte ich als junger Medizinstudent; und ich möchte jetzt der Schwester Anni und der Schwester Hermi gedenken (allgemeine Heiterkeit), denn ich war damals als Ferialassistent … (Zwischenruf bei der FPÖ.) – Nein, ich war voll bezahlt! – Nachdem ich drei Wochen Leibschüsseln getragen habe, hätte ich einen Nachtdienst machen sollen. Da hat sie gesagt: Leg dich einfach ins Bett!, und ich musste in einem Zimmer, voll mit 28 Patienten der Unfallchirurgie, die gestöhnt haben – und damals hat es noch diese Extensoren gegeben –, im Pflegegewand schlafen. So war es damals.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sind alle so begeistert, die Betroffenen!
Mein nächster Job war dann im Krankenhaus – ich sage lieber nicht, welches –, dort war ich auf der Neurologie. (Zwischenruf und Heiterkeit bei der FPÖ.) Da durften wir am Abend Schlafmittel austeilen, also etwas, was heute undenkbar ist. Warum sage ich das? – Die Welt hat sich gedreht, wie Abgeordneter Spindelberger richtig gesagt hat, und heute haben wir eine große Drehung, nämlich ein Jahrzehntegesetz gemacht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sind alle so begeistert, die Betroffenen!) Zwar glaubt uns das wahrscheinlich keiner, aber nach 20 Jahren, in denen das alte Gesetz gegolten hat, war ein Facelift wirklich mehr als notwendig. Es ist nicht nur ein Facelift, sondern es ist, glaube ich, eine komplette plastische Operation geworden.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Einfach einen Schwank aus dem Leben!
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Es ist immer schwierig, nach Dr. Rasinger irgendwie die Kurve zu kriegen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Einfach einen Schwank aus dem Leben!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Für uns waren es 20 Minuten! Wir waren früher da!
Zu diesem „Jahrzehntegesetz“: Ich möchte den Bürgerinnen und Bürgern einmal schildern, wie so ein „Jahrzehntegesetz“, wie es Dr. Rasinger genannt hat, zustande kommt: Über Monate und – man kann eigentlich sagen – Jahre verhandeln die Regierungsparteien mit allen möglichen Interessengruppen über dieses Gesetz, und dann schaffen sie es nicht, das auf die Tagesordnung des Gesundheitsausschusses zu bekommen. Doch genau 17 Minuten, bevor der Gesundheitsausschuss beginnt, klingelt das Telefon und der SPÖ-Klub ruft an: Ja, wir würden jetzt doch noch gerne das Gesundheits- und Krankenpflegegesetz auf die Tagesordnung setzen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Für uns waren es 20 Minuten! Wir waren früher da!) Das ist ja keine Kleinigkeit. Die Grünen waren dann so nett und haben es der Regierungsmehrheit ermöglicht, dass mit einer Zweidrittelmehrheit doch noch in die Tagesordnung aufzunehmen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: War eh klar!) Wenn es aber ein Jahrzehntegesetz ist, dann hätte das auch noch bis in den Herbst hinein warten können. Aber hudri-wudri, husch-pfusch, ratzfatz musste das jetzt noch schnell auf die Tagesordnung drauf.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: War eh klar!
Zu diesem „Jahrzehntegesetz“: Ich möchte den Bürgerinnen und Bürgern einmal schildern, wie so ein „Jahrzehntegesetz“, wie es Dr. Rasinger genannt hat, zustande kommt: Über Monate und – man kann eigentlich sagen – Jahre verhandeln die Regierungsparteien mit allen möglichen Interessengruppen über dieses Gesetz, und dann schaffen sie es nicht, das auf die Tagesordnung des Gesundheitsausschusses zu bekommen. Doch genau 17 Minuten, bevor der Gesundheitsausschuss beginnt, klingelt das Telefon und der SPÖ-Klub ruft an: Ja, wir würden jetzt doch noch gerne das Gesundheits- und Krankenpflegegesetz auf die Tagesordnung setzen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Für uns waren es 20 Minuten! Wir waren früher da!) Das ist ja keine Kleinigkeit. Die Grünen waren dann so nett und haben es der Regierungsmehrheit ermöglicht, dass mit einer Zweidrittelmehrheit doch noch in die Tagesordnung aufzunehmen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: War eh klar!) Wenn es aber ein Jahrzehntegesetz ist, dann hätte das auch noch bis in den Herbst hinein warten können. Aber hudri-wudri, husch-pfusch, ratzfatz musste das jetzt noch schnell auf die Tagesordnung drauf.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Heißt aber so: Höherer und gehobener Dienst!
weil ich davon überzeugt bin: Jeder Dienst am Menschen ist ein wertvoller Dienst. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Heißt aber so: Höherer und gehobener Dienst!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Uns auch!
Das, was die Regierung hier geliefert hat, ist ein neuerlicher Tiefpunkt im Gesetzgebungsverfahren. Auch dieses Gesetz wurde uns 17 Minuten vor Ausschussbeginn angekündigt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Uns auch!), und im Unterschied zum vorhergehenden haben wir es auch erst im Ausschuss hingelegt bekommen – 23 Seiten. Gnadenhalber wurde dann der Ausschuss für 15 Minuten unterbrochen, damit wir uns diese 23 Seiten noch zu Gemüte führen und uns dann vielleicht eine Meinung bilden konnten. Solche Schnellleser sind auf der Welt selten.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber noch nicht gut!
Abgeordnete Claudia Durchschlag (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es gibt das alte Sprichwort: Was lange währt, wird endlich gut. Wenn ich jetzt das Gesetz in der heutigen Fassung mit dem nicht kundgemachten Gesetz aus 2013 vergleiche, dann würde ich sagen: Was lange währt, wird wesentlich besser. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber noch nicht gut!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Oder der Abgrund!
Abgeordneter Dr. Erwin Rasinger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Hohes Haus! Ja, da gebe ich Ihnen völlig recht: Holprig, mehr als holprig. – Aber am Ende einer holprigen Straße kann auch etwas Gutes stehen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Oder der Abgrund!) Ich glaube, das Gesetz ist gut. Die Berufsgruppen begrüßen es zumindest.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie hat gesagt, es ist besser! Von gut hat sie nichts gesagt!
Frau Abgeordnete Durchschlag hat gesagt … (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie hat gesagt, es ist besser! Von gut hat sie nichts gesagt!) – Schauen Sie! Es spricht nichts dagegen, in einem langwierigen Diskussionsprozess – und das war eine komplizierte Materie – zu einem Ergebnis zu kommen. Aber das Ergebnis ist da. Ich sage das jetzt so, als ob ich Gynäkologe wäre: Es war nicht eine Normalgeburt, es war ein bisschen eine Steißgeburt, bei der das Kind im Geburtskanal stecken geblieben ist. (Ironische Heiterkeit und demonstrativer Beifall des Abg. Loacker.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Inhaltlich nicht!
Darüber hinaus gibt es jetzt noch zwei andere Punkte, die die Notwendigkeit, die Meldepflicht für gefährliche Infektionskrankheiten wieder einzuführen, hervorstreichen. Diesem Ansinnen dienen die beiden zur Abstimmung stehenden Entschließungsanträge meiner Kollegin Frau Dr. Belakowitsch-Jenewein betreffend Dengue-Fieber und Meldepflicht beziehungsweise betreffend Meldepflicht bei Zika-Fällen. Das Dengue-Fieber als solches ist keine ansteckende Krankheit wie die Tuberkulose, aber es ist hier in erster Linie die Frage zu klären, ob es sich um importierte oder bereits um autochthone Fälle aufgrund von … (Abg. Jarolim: Herr Kollege! …! Sie sieht es ein bisschen anders!) – Aha, es ist schon gut. Ja, danke für den Hinweis. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Inhaltlich nicht!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, eh, wir stimmen ja zu! Wir freuen uns eh! – Abg. Karlsböck: Das Robert-Koch-Institut …!
Wenn Sie diese Krankheitsbedrohung so sehen, dann, denke ich, können Sie sich ja freuen, dass dieses Gesetz nun für alle Menschen in ganz gleicher Weise gilt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, eh, wir stimmen ja zu! Wir freuen uns eh! – Abg. Karlsböck: Das Robert-Koch-Institut …!), unabhängig davon, woher sie kommen und welche Hautfarbe sie haben, und ganz egal, ob sie geflüchtet oder hier ansässig sind. (Beifall bei den Grünen. – Bundesministerin Oberhauser: Vollkommen richtig!)
Abg. Peter Wurm: Das reicht nicht! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die brauchen mehr!
Nichtsdestotrotz bin ich davon überzeugt, dass alle in diesem Raum sich darüber einig sind, dass wir haben wollen, dass der VKI so abgesichert ist, dass er seine Arbeit ordentlich erbringen kann. Und das ist derzeit auch so. Er hat einmal zur Basisfinanzierung diese Million Euro im Dauerrecht, die ist jetzt einmal da. (Abg. Peter Wurm: Das reicht nicht! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die brauchen mehr!) Er bekommt derzeit auch noch von der Arbeiterkammer die Beträge, die sich an der Höchstbemessungsgrundlage orientieren.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Von wem? Von wem soll abgeschätzt werden?
Auswirkungen abgeschätzt werden müssen und dass dann zu entscheiden ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Von wem? Von wem soll abgeschätzt werden?)
Abg. Steinbichler stellt eine Tafel, auf der ein Regal mit verschiedenen chemischen Produkten abgebildet ist, auf das Rednerpult. – Ruf: Das ist mir schon abgegangen! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist die Butter?
Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt nun Herr Abgeordneter Steinbichler. – Bitte. (Abg. Steinbichler stellt eine Tafel, auf der ein Regal mit verschiedenen chemischen Produkten abgebildet ist, auf das Rednerpult. – Ruf: Das ist mir schon abgegangen! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist die Butter?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, nein, nein, nein! – Abg. Peter Wurm: Das ist so nicht rübergekommen! Lesen Sie es nach!
gesagt, dass der VKI seine Arbeit der Zeit anpassen und auch überdenken muss, ob Online-Dinge ganz einfach auch nicht für die … (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, nein, nein, nein! – Abg. Peter Wurm: Das ist so nicht rübergekommen! Lesen Sie es nach!)
Sitzung Nr. 142
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Der Grund für diese Dringliche Anfrage – wir wissen das natürlich beide – hat mit der Präsidentschaftswahl zu tun. Nach dem bürokratischen Debakel, das wir in diesem Zusammenhang erlebt haben, ist der Reiz natürlich ein bisschen weniger stark, weil das auch eine Wahlkampfauseinandersetzung ist, die offenbar zumindest einem Kandidaten nützen soll. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche Jobs? 1-€-Jobs?
Wenn man sich die Zahlen aber im Detail anschaut – und insofern darf ich Ihre Analyse ergänzen –, sieht man Folgendes: Gegenüber dem Vorjahr haben wir in Österreich 32 000 Arbeitsplätze und Jobs mehr. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche Jobs? 1-€-Jobs?) Das ist ein gewisser Erfolg, den man, glaube ich, auch als solchen bezeichnen darf. Gleichzeitig sind 4 000 Menschen mehr arbeitslos – das ist ein Problem, da habe ich Ihnen zugestimmt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Rekordarbeitslosigkeit!
Und wenn er gerade von Ihnen dann ein bisschen flapsig bedacht wird, zeigt das nur: Der ist ein sturer Hund, wenn es darum geht, in Österreich Arbeitsmarkt-Standards, Jobs und Beschäftigungspolitik effektiv durchzusetzen! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Rekordarbeitslosigkeit!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Der zweite Unterschied ist: Wann immer Lösungen erarbeitet und vorgelegt werden – ich sage nur: Arbeitsmarktpakete, ich sage nur: Steuersenkung, ich sage nur: Bekämpfung der Steuerbetrugssachen und all dieser Dinge, Ausbildungspflicht und Ausbildungsangebote für junge Leute –, wann immer Lösungen auf dem Tisch liegen, die FPÖ hat immer dagegen gestimmt! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Und das ist so bezeichnend: Sie schreien laut und stimmen gegen alles! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Massenarbeitslosigkeit!) Das ist die Art von Politik, die die Leute bis oben hin satt haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: War das eine schwache Rede! So eine schwache Rede! – Abg. Königsberger-Ludwig: Weil ihr es nicht verstanden habt!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Massenarbeitslosigkeit!
Der zweite Unterschied ist: Wann immer Lösungen erarbeitet und vorgelegt werden – ich sage nur: Arbeitsmarktpakete, ich sage nur: Steuersenkung, ich sage nur: Bekämpfung der Steuerbetrugssachen und all dieser Dinge, Ausbildungspflicht und Ausbildungsangebote für junge Leute –, wann immer Lösungen auf dem Tisch liegen, die FPÖ hat immer dagegen gestimmt! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Und das ist so bezeichnend: Sie schreien laut und stimmen gegen alles! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Massenarbeitslosigkeit!) Das ist die Art von Politik, die die Leute bis oben hin satt haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: War das eine schwache Rede! So eine schwache Rede! – Abg. Königsberger-Ludwig: Weil ihr es nicht verstanden habt!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt!
Da nehmen Sie Bezug auf Ihre parlamentarische Anfrage und stellen die Frage: Wie viele Personen wurden in den Monaten Jänner bis Juni 2016 österreichweit aufgegriffen? Dann zählen Sie das zusammen und sagen, das sind 130 000, und dann sagen Sie, das ist wirklich unerhört. – Stimmt, das ist richtig. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt!) Aber es fehlt die zweite Frage: Wie viele von denen sind denn bei uns geblieben? – Bis Ende Juni haben von jenen, die Sie da nennen (Abg. Peter Wurm: Das wissen Sie ja nicht, das ist ja das Problem!), 25 691 einen Asylantrag gestellt. (Abg. Wöginger: Genau!) Das ist diese Zahlentrickserei, die ich Ihnen vorwerfe.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was ist da „manipulativ“? Zitieren darf man auch nicht mehr?
Sie haben das auch sehr offensichtlich selbst zugegeben. Sie haben ja etwas mitgehabt, was Sie offensichtlich vorlesen wollten, und haben nur auf irgendein Stichwort gewartet, um das hier zu missbrauchen (Abg. Walter Rosenkranz: Da sieht man, wie berechenbar Sie sind!), um über angeblichen Wahlbetrug zu sprechen. Ich möchte auch noch einen Satz über den Stil verlieren, da das sehr relevant ist: Also das ist ein Stil, mit dem man eigentlich konstruktiv-parlamentarisch nicht weiterkommt, der manipulativ ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was ist da „manipulativ“? Zitieren darf man auch nicht mehr?) Das hat ausschließlich den Sinn, die Debatte zu zerstören und etwas anzubringen, das eine Unterstellung ist.
Abg. Walter Rosenkranz: Seien Sie nicht so wehleidig! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat es gar nicht geprüft!
Sie haben nämlich neuerlich von Wahlbetrug gesprochen (Abg. Walter Rosenkranz: Die Grünen haben das! Der Kollege Margulies! Ich zitiere nur Herrn Margulies!) und klammern ganz bewusst aus, dass es eine ganz explizite Feststellung des Verfassungsgerichtshofs gegeben hat, nämlich dass es in all diesen Befragungen keinen einzigen Hinweis – und es gab nie ein umfassenderes Befragungsverfahren vonseiten des Verfassungsgerichtshofs – auf eine manipulierte oder falsch zugeordnete Stimme gegeben hat. (Abg. Walter Rosenkranz: Seien Sie nicht so wehleidig! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat es gar nicht geprüft!) Es ist schon relevant, das noch einmal klarzustellen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber bitte gehen Sie in das Wahllokal, sicher ist sicher!
Ich möchte auch noch einmal an die österreichische Bevölkerung appellieren (Zwischenruf des Abg. Lausch): Ich kann absolut verstehen, dass sich viele sehr, sehr ärgern und dass viele auch fassungslos sind, dass das möglich ist, dass es zu einem solchen Behördenversagen kommt. Ich möchte trotzdem dazu aufrufen, sich nach wie vor an diesen Wahlen zu beteiligen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber bitte gehen Sie in das Wahllokal, sicher ist sicher!) Die Kraft unserer Demokratie schöpft sich aus der Beteiligung der österreichischen Bevölkerung vor allem an Wahlen. Deswegen bitte ich nach wie vor – wir alle ärgern uns sehr über diese Panne, auch ich mich persönlich –, trotzdem vom Wahlrecht Gebrauch zu machen. Das ist die Basis unserer Demokratie und das ist äußerst relevant. (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein, Neubauer und Walter Rosenkranz.
Und ich möchte auch noch einmal an die Kolleginnen und Kollegen der Freiheitlichen Partei appellieren, jegliche Verschwörungstheorien auch wirklich fallen zu lassen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das schadet der Demokratie, das ist destabilisierend. Es gibt hier keine Zauberkleber und gar nichts. (Abg. Walter Rosenkranz: Ich habe selten eine so wirre Idee gehört!) Ich halte das wirklich für schädlich. Bitte kommen Sie wieder zurück zu einem demokratischen Umgang mit solchen Fragen! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein, Neubauer und Walter Rosenkranz.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Das ist mit Sicherheit die gefährlichste Spekulation, die Unternehmen in Österreich massiv verunsichert. Ich denke an die 20 000 Österreicherinnen und Österreicher, die in Großbritannien arbeiten; ich weiß nicht, was mit ihnen wird. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich denke an die über 400 000 Österreicherinnen und Österreicher, die in anderen europäischen Ländern beschäftigt sind, die im Übrigen auch Briefwählerinnen und -wähler sind. Und damit schließe ich ab: Genau diesen Österreicherinnen und Österreichern wollten Sie mit Ihrem sehr schlichten Vorschlag: Wir lassen einfach die BriefwählerInnen nicht mitwählen! – das hat Ihr Kandidat, Herr Hofer, so gesagt –, das Wahlrecht entziehen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), und das halte ich demokratiepolitisch für ein höchst besorgniserregendes Verständnis. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Die Briefwahl für Auslandsösterreicher ist eine Selbstverständlichkeit!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben wir ja! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: ... nicht unsere Aufgabe!
Dann werfe ich meinen Blick zurück auf die FPÖ: Das Thema aufzuwerfen ist also das eine – Lösungen zu präsentieren wäre das andere. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben wir ja! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: ... nicht unsere Aufgabe!) Sie haben immer nur ein Thema. Egal ob Gesundheitspolitik, Bildungspolitik, Arbeitsmarktpolitik, im dritten Satz sind Sie immer bei den Flüchtlingen. Und ja, wir haben da Herausforderungen, aber nein, das ist nicht die größte Herausforderung der Republik. Die müssen wir handeln, die müssen wir organisieren, aber wir haben natürlich auch ganz andere Baustellen, die ohne Flüchtlinge genauso groß wären – am Arbeitsmarkt beispielsweise. (Beifall bei NEOS und Grünen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein, Walter Rosenkranz und Strache
Ich glaube, dann lohnt es sich einmal, die blauen Rezepte anzuschauen. Sie sagen: Wir sollten die Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU abschaffen! Sie sagen: Wir sollten so Sachen wie Freihandelsabkommen keinesfalls unterzeichnen! (Abg. Walter Rosenkranz: Sektoral! Sektoral!) – Na ja, sektoral: Sie wollen halt Rosinen picken, das geht in einer Solidargemeinschaft nicht. Herr Rosenkranz, wenn Sie die Arbeitnehmerfreizügigkeit (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein, Walter Rosenkranz und Strache) – ja, Sie können nachher widersprechen, jetzt bin ich dran, so ist das Spiel im Parlament – einschränken wollen, dann müssen Sie den Hunderttausenden von österreichischen Bürgerinnen und Bürgern, die jene 50 000 Altenpflegerinnen und Altenpfleger im 24-Stunden-Pflegedienst beschäftigen, sagen: Wir drehen auch da den Hahn ab!
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Neubauer.
Es wird nicht gehen, dass wir es uns irgendwo aussuchen und woanders zudrehen. Entweder sind wir in einer Solidargemeinschaft oder nicht, und diese 50 000 bis 60 000 Altenpflegerinnen und Altenpfleger, vornehmlich aus Bulgarien, Rumänien und der Slowakei kommend und vor allem Frauen, empfangen wir mit offenen Armen, und woanders wollen Sie zudrehen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Neubauer.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Jetzt hören Sie endlich auf!
Es ist eine Solidargemeinschaft. Österreich hat profitiert wie kein anderes Land. (Neuerlicher Zwischenruf bei der FPÖ.) Unabhängige Experten rechnen uns vor, Österreich hat bei den Arbeitsplätzen seit dem EU-Beitritt profitiert: 245 000 Arbeitsplätze. Sie wollen das abdrehen, Sie wollen raus aus der EU. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Jetzt hören Sie endlich auf!) Sie wollen raus aus der EU, und wenn es dann
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das hören wir schon seit Jahren!
Dass nun die Bundesregierung unter Bundeskanzler Christian Kern und dem zuständigen Sozialminister Alois Stöger bereit ist, mehr Geld und mehr Personal für mehr Beschäftigungsmaßnahmen und mehr Beratung in die Hand zu nehmen, ist, glaube ich, auch ein wichtiges und richtiges Zeichen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das hören wir schon seit Jahren!)
Beifall beim Team Stronach sowie der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Strache.
Abschließend, meine geschätzten Kollegen: Ich glaube, mit den Rezepten der Vergangenheit werden wir die Herausforderungen der Zukunft nicht lösen können. Wir brauchen mehr Innovation, wir brauchen mehr Gehirnschmalz und vor allem mehr Ehrlichkeit seitens der Regierung. (Beifall beim Team Stronach sowie der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Strache.)
Sitzung Nr. 144
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wann hat er das getan? Können Sie nicht zuhören?
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich war gespannt darauf, wie der Abgeordnete Vilimsky seitens der Freiheitlichen Partei auf die Zukunft der europäischen Sicherheitspolitik eingehen wird. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Und es ist, glaube ich, für uns alles sehr wichtig, festzustellen, dass er im Bereich Sicherheitspolitik für den Beginn des österreichischen Öxit plädiert. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wann hat er das getan? Können Sie nicht zuhören?) Das ist ein ganz wichtiger Hinweis: raus aus Europa, Kompetenzen raus aus Brüssel, österreichische Einigelung, Beginn des Öxit in der Sicherheitspolitik! – Ich halte das für den völlig falschen Weg! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Sitzung Nr. 146
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Allerdings wird der Austritt Großbritanniens möglicherweise auch mittelfristige Auswirkungen auf das Budget der EU und ihrer Mitgliedstaaten haben, denn wir verlieren einen Netto-Zahler. Und für den Fall, dass diese Lücke nicht aufgefüllt werden kann, hat das möglicherweise Auswirkungen auf die Strukturfonds. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Ich bin nicht bereit, meine sehr geehrten Damen und Herren, diese Lücke aus zusätzlichen österreichischen Steuergeldern zu füllen, darauf muss sich die Europäische Kommission einstellen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: So ein Blödsinn, bitte!
Zweitens, Verkauf an Bayern: Kärnten wurde damit, wie Kollege Lipitsch schon angesprochen hat, nicht reich – das hat damals der Landeshauptmann behauptet –, sondern Kärnten behielt das gesamte Risiko von 23,1 Milliarden € an Haftungen. Ja, dann wollten die Bayern die Bank wieder loswerden. Es gab zwei Möglichkeiten: Kärnten in Insolvenz gehen zu lassen und damit in der Sekunde völlig zahlungsunfähig zu sein – Schulen hätten schließen müssen, Krankenhäuser wären zusammengebrochen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: So ein Blödsinn, bitte!), und damit wäre auch das tägliche Leben der Menschen gefährdet gewesen – oder eben, zweitens, die Verstaatlichung. Und so war das die Lösung mit den geringsten Schäden. Aber noch einmal: Der Ursprung der gesamten Misere lag in den Jahren davor, nämlich in der Zeit von Landeshauptmann Haider und Co.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber mit allen anderen! – Rufe bei der FPÖ: Aber alle anderen!
Das heißt, das sind Dinge, die eh klar sind: dass man nicht mit Briefkastenfirmen das Abkommen aushebeln oder umgehen kann, indem man einfach in Kanada einen Briefkasten macht, das ist ja klar (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber mit allen anderen! – Rufe bei der FPÖ: Aber alle anderen!), aber alle anderen – argumentum e contrario – können natürlich. Und das ist ja das Wichtige: dass man den Dingen auf den Grund geht und die Dinge so liest, wie sie dahinterstehen, und sich nicht nur an Überschriften hält. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Mitterlehner.) – Ich entschuldige das gar nicht, weil ich es wichtig finde, dass auch der Vizekanzler zwischen den Zeilen liest, und wenn er mir jetzt wieder sagt: Nein, nein, da steht das andere drinnen!, nachdem ich Ihnen vorgelesen habe, dann entschuldige ich das ausnahmsweise nicht. (Vizekanzler Mitterlehner: Eben deswegen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Das stimmt leider nicht! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Genauso wie das Café Rosa?!
Wenn Sie mit den Vertretern der Hochschülerschaft reden, werden auch Sie zugeben müssen, dass Sie dort immer eine ausgezeichnete auf Expertise basierende Auskunft zu den entsprechenden Materien bekommen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Das stimmt leider nicht! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Genauso wie das Café Rosa?!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Hafenecker. – Abg. Kickl: Allerhand Blödheiten!
Was passiert mit diesen 18,70 €, die die ÖH einnimmt? – 70 Cent … (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Hafenecker. – Abg. Kickl: Allerhand Blödheiten!) – Hören Sie einmal zu, Herr Kickl! Da können Sie noch etwas lernen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: 12 Prozent ist zu viel!
Von dem Geld, das die ÖH einnimmt, bekommt die Bundesvertretung nur 12,5 Prozent, die Bundesvertretung, die Ihnen ja aufgrund Ihres unglaublich schlechten Wahlergebnisses in diesem Gremium so ein Dorn im Auge ist. Diese bekommt nur 12 Prozent dieses Geldes. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: 12 Prozent ist zu viel!) Das restliche Geld geht an die Universitätsvertretungen, die Studienvertretungen, welche die ganze Arbeit in den Senaten, Curricula-Kommissionen und Studienvertretungen machen. Diese machen die tägliche Beratungsarbeit, diese reden jeden Tag mit den Studierenden. Sie helfen ihnen bei den Prüfungen und so weiter. (Abg. Hafenecker: Und Demonstrationen!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kitzmüller.
Diese Arbeit ist nicht so sichtbar wie die anderen Arbeiten, die mindestens auch so wichtig sind, nämlich die politische Arbeit der Vertretung der Studierenden auf Bundesebene, in der Öffentlichkeit, in den Medien und gegenüber dem Ministerium. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kitzmüller.)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sollte man nicht!
Es geht mir nicht darum, eine Vertretung zu schwächen, weil man schlechte Wahlergebnisse hat – was natürlich daran liegt, dass die JUNOS-Studierenden sehr gute Ergebnisse bei der ÖH-Wahl haben, aber das ist auch nicht der Punkt –, sondern es geht um eine recht philosophische Frage, nämlich eine ganz grundsätzliche: Soll man Pflichtmitglied, Zwangsmitglied in einer Vereinigung sein? Und das hat auch mit allen anderen Kammern in Österreich zu tun. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sollte man nicht!) Das ist ein Anachronismus, der den Menschenrechten widerspricht, weil ganz klar im Artikel 20 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgehalten ist: „Niemand darf gezwungen werden, einer Vereinigung anzugehören.“ Das hat aber trotzdem nichts damit zu tun, dass es lästige Linke sind, die Sie nicht mögen. Das ist eine grundsätzliche Frage. (Abg. Kitzmüller: Das hat keiner von uns gesagt!) – Ja, aber die Diskussion wäre sehr viel einfacher, wenn Sie dazu einen sachlichen Zugang hätten, dann würde ich mir auch einfacher tun, Sie auf meiner Seite zu sehen. Ansonsten fühle ich mich damit wirklich ein bisschen unwohl.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Kurz gefasst drei Fragen an Sie, Herr Kollege Karlsböck: Wo genau wollen Sie kürzen? (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) – Beim Service für Studierende, bei der Unabhängigkeit oder dem Sozialfonds? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: … und die Honorare für die Demonstranten!) Ich wäre auf Ihre Antwort gespannt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: … und die Honorare für die Demonstranten!
Kurz gefasst drei Fragen an Sie, Herr Kollege Karlsböck: Wo genau wollen Sie kürzen? (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) – Beim Service für Studierende, bei der Unabhängigkeit oder dem Sozialfonds? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: … und die Honorare für die Demonstranten!) Ich wäre auf Ihre Antwort gespannt.
Sitzung Nr. 148
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Für uns Sozialdemokraten ist die größte Herausforderung – um das auch ganz klar anzusprechen – die Arbeitslosigkeit. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist für uns eines der zentralen wirtschaftspolitischen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein) und damit auch budgetpolitischen und regierungspolitischen Themen. Da sind Maßnahmen ganz wichtig, so zum Beispiel die Ausbildungspflicht bis 18 Jahre, die eingeführt worden ist, und die Belebung der Konjunktur über mannigfaltige Aktivitäten wie das Start-up-Paket, aber auch alle anderen Maßnahmen, die wir in diesem Bereich setzen, etwa dass 2017 1,6 Milliarden € für aktive Arbeitsmarktpolitik budgetiert sind, damit die Trendwende auf dem Arbeitsmarkt eingeleitet werden kann. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Kickl: Holt euch den Faymann als Experten!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Der Arbeitsmarkt ist mit Sicherheit die große Herausforderung, und wir haben da ein sehr klares Konzept. Leider sind im Budget 2017 der Umweltbereich, der Klimaschutzbereich und alle Klimaschutzmaßnahmen mit weniger Mitteln eingestellt als noch im Jahr 2016. Das mag jetzt einigermaßen verwundern, weil wir im Dezember des letzten Jahres alle sehr erfreut zur Kenntnis genommen haben – bis auf die Freiheitlichen, die haben es nicht mitratifiziert –, dass sich die Staatengemeinschaft, alle Staaten dieser Erde, gemeinsam auf ein Weltklimaabkommen geeinigt haben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die ÖVP bremst!
Ich möchte zum Schluss kommen – Sie entschuldigen die Deutlichkeit meiner Sprache (Abg. Brosz: Deutlichkeit im Budget wäre interessanter gewesen!), aber wir haben da einen Diskurs geführt, der, glaube ich, eine deutliche Antwort erfordert hat. Wenn hier gesagt wird, die SPÖ bremse: Ich habe versucht, Ihnen anhand einiger weniger Beispiele zu zeigen, dass das Gegenteil der Fall ist (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die ÖVP bremst!) und dass wir bereit sind, unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft nachhaltig zu verändern. (Abg. Lugar: Sagen Sie einmal etwas zum Problem!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Merkt man!
Weil vorhin gerade einige Befindlichkeiten dargestellt worden sind, wie wir uns in der Regierung insgesamt tun, möchte ich Folgendes zum Ausdruck bringen: Das Budget ist das Gesamtwerk der gesamten Bundesregierung (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Merkt man!) und ist das Zahlenwerk, das die Aktivitäten der Bundesregierung abbildet (Abg. Strache: Ein Gesamtkunstwerk, sozusagen!), das ist klar. Dass es ideologische Unterschiede gibt, haben Sie mittlerweile bemerkt (Heiterkeit bei ÖVP und FPÖ), aber trotzdem, finde ich, ist es in schwierigen Zeiten ein ganz gelungener Schritt, um den Problemen der Leute zu begegnen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, das ist ein logischer Schluss!
Ich bin natürlich der Meinung, dass wir über wichtige Fragen diskutieren müssen, zum Beispiel – und da nehme ich gerne den Arbeitsmarkt her – über das größte Problem, vor dem wir stehen, und das sind der Arbeitsmarkt und die Arbeitslosigkeit. (Abg. Rädler: Wer ist Sozialminister? Wer ist der zuständige Minister?) Das ist unser größtes Problem, und zwar für uns in der Politik ist das das größte Problem – nicht nur in Österreich, sondern an und für sich auch in der Europäischen Union. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, das ist ein logischer Schluss!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das vor allem!
Der dritte Grund ist, dass es bei uns mehr Jobs gibt, dass wir eine steigende Beschäftigung haben. Und ja, wir sind ein Magnet für viele Menschen aus unseren Nachbarstaaten, in erster Linie aus Deutschland, aber auch aus Ungarn und aus der Slowakei (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das vor allem!), die nach Österreich kommen um bei uns einen Job zu suchen, weil sie wissen, da finden sie einen Job, da finden sie gut bezahlte Jobs. Und das ist ein Bereich, wo der Arbeitsmarkt wächst.
Zwischenbemerkung von Bundesminister Schelling – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das steht hier drinnen!
Defizit des Bundes maximal 0,35 Prozent des BIP betragen. Aufgrund der massiven Kosten für Flüchtlinge und Sicherheit kann dieser Wert vom Bund nicht eingehalten werden. Was macht also unser Finanzminister, um die Vorgaben durch die gesetzliche Schuldenbremse einhalten zu können? – Er bucht einfach 0,15 Prozent des strukturellen Defizits auf ein Fantasiekorrekturkonto (Zwischenbemerkung von Bundesminister Schelling – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das steht hier drinnen!), welches in den Folgejahren angeblich wieder auf null gestellt wird, und schon sind wir bei einem strukturellen Defizit von 0,35 Prozent des BIP. (Bundesminister Schelling: … soll ich das Gesetz brechen, oder was?) Das heißt, unser Finanzminister ist in der Lage, ein strukturelles Defizit in der Höhe von 1 Prozent innerhalb von fünf Monaten auf 0,35 Prozent herunterzuzaubern. (Bundesminister Schelling: Ich hätte erwartet, dass Sie ein Gesetz lesen können!) Offenbar ist unser Finanzminister auch ein Zauberminister. (Beifall bei der FPÖ.)
Sitzung Nr. 152
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat die Weste verkehrt an!
Und die Politiker, die in Kärnten verantwortlich waren, die Stopptaste zu drücken, oder verantwortlich gewesen wären, waren ausschließlich Freiheitliche. (Abg. Neubauer: Unsinn!) Insofern konnten wir, glaube ich, ganz klar herausarbeiten, dass die Verantwortung für das Hypo-Desaster bei den Freiheitlichen, bei der FPÖ in Kärnten und ihren Vertretern auf Bundesebene gelegen ist und liegt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat die Weste verkehrt an!)
Allgemeiner Beifall. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Danke! – Abg. Pirklhuber: Der Minister sollte auch eine bekommen!
Abgeordneter Dr. Franz-Joseph Huainigg (ÖVP): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Heute Abend wird der Literaturpreis Ohrenschmaus vergeben. Zum zehnten Mal werden Texte von Menschen mit Lernbehinderungen ausgezeichnet. Das ist ein Beispiel dafür, dass die Literatur dieser Menschen toll ist und sie auch etwas Schönes leisten können. Das ist auf einer eigenen Zotter-Schokolade dokumentiert. Wir haben allen Abgeordneten eine solche Schokolade gegeben. (Allgemeiner Beifall. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Danke! – Abg. Pirklhuber: Der Minister sollte auch eine bekommen!) – Der Herr Minister bekommt auch eine! (Abg. Schimanek: Und der Präsident auch!) – Der Präsident natürlich auch! Jedem seine Ohrenschmaus-Schokolade! Ich sage das auch deshalb, weil dieses Gedicht, welches heuer auf der Banderole steht, sehr gut zu dem Thema, das wir gerade behandeln, passt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche?
Abgeordneter Walter Schopf (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Aufgrund der ArbeitnehmerInnenfreizügigkeit und Dienstleistungsfreiheit in Europa gibt es natürlich Schwierigkeiten. Das ist jetzt auch völlig richtig von Ihnen festgestellt worden. Und wir wissen und kennen letztendlich auch diese Probleme. (Abg. Peter Wurm: Das habt ihr immer geleugnet!) Der Unterschied zu Ihnen ist nur jener, dass, als die Probleme bekannt geworden sind (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche?) und es ganz konkrete Vorfälle gab, bei denen tatsächlich Lohn- und Sozialdumping betrieben worden ist, es hier im Parlament Maßnahmen gegeben und die Regierung letztendlich ein Gesetz vorgeschlagen hat, das wir hier debattiert haben, sprich das Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz, das auch beschlossen worden ist.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ihr seid die Regierungspartei!
Es ist wichtig, da gebe ich auch vielen recht, dass das Gesetz auch ordentlich exekutiert werden muss. (Abg. Peter Wurm: Wer macht die Kontrollen, Herr Gewerkschafter?!) Wir brauchen daher keine Abschaffung der zuständigen Finanzpolizei, sondern wir brauchen das Gegenteil. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ihr seid die Regierungspartei!) Minister Stöger, ich ersuche dich, mit jenen, die hier verantwortlich sind, vor allem mit dem Finanzminister, nochmals ins Gespräch zu treten. Wir brauchen nicht weniger, sondern wir brauchen mehr diesbezügliche Kontrollorgane. Wir wissen, dass die Arbeitsinspektion hier eine hervorragende Arbeit leistet. – An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön auch an die Arbeitsinspektion.
Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Peter Wurm.
Ein paar Sätze dazu: Es geht um die Österreichischen Bundesforste. Herr Minister Stöger, Sie sind nicht zuständig, aber ich bitte Sie, mit dem zuständigen ÖVP-Minister Rupprechter in Kontakt zu treten. Die Bundesforste haben die Waldernte teilweise aus dem Betrieb ausgelagert und ein Privatunternehmen – ich denke, aus Vorarlberg – beauftragt, in Tirol die Waldernte durchzuführen. (Abg. Loacker: Ein Privatunternehmen! Das ist brutal!) Das Privatunternehmen hat Subunternehmen beschäftigt. Es waren vor allem Beschäftigte aus Polen, Tschechien, der Slowakei und vor allem rumänische KollegInnen, die hier zur Arbeit herangezogen worden sind. Ich sage Ihnen, unter welchen Bedingungen dort gearbeitet wurde. Ich präsentiere Ihnen hier (eine Bildtafel auf das Rednerpult stellend, auf der neben Bäumen und Sägen einige Lebensmittel im Bach gekühlt zu sehen sind), wie der „Kühlschrank“ für die Beschäftigten aussieht, die in den Tiroler Wäldern nicht nur gearbeitet, sondern auch geschlafen haben. Ich zeige Ihnen hier (eine Bildtafel auf das Rednerpult stellend, auf der ein verrosteter Wohnwagen mitten im Wald zu sehen ist) die Schlafstätten der Beschäftigten. (Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Peter Wurm.) Sie arbeiten sieben Tage die Woche, 13. und 14. Monatsgehalt wird nicht bezahlt, Sozialversicherung im Heimatland.
Die Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Peter Wurm: Ja, eben!
Wir haben also viele, viele Schwierigkeiten. Das ist der Grund dafür, dass wir nicht weniger Beamte fordern, nicht weniger Finanzpolizisten, die dieses Gesetz kontrollieren und exekutieren, sondern mehr. (Beifall bei der FPÖ.) Wir brauchen mehr, was auch Sozialminister Alois Stöger immer wieder von den zuständigen Verantwortlichen fordert. Und wenn auch jetzt viele meinen, da werden Einzelfälle ins Parlament gebracht, das sei ja nicht üblich bei den Österreichischen Bundesforsten: Es ist leider üblich! Derartige Zustände sind gang und gäbe, nicht nur in Tirol, sondern es ist üblich, dass Arbeiter leider im Wald schlafen müssen. (Die Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Peter Wurm: Ja, eben!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Zusammenlegung!
Ich glaube, diese Dinge muss man in diesem Bereich angehen, ohne das Kind mit dem Bade auszuschütten; aber dazu sind wir bereit. Wie gesagt, die Regierung hat da … (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Zusammenlegung!) – Wenn Sie, Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein, nur die Zusammenlegung vorschlagen, muss man eines sagen: In Bayern gibt es eine AOK mit 111 Zweigstellen, und dort ist der Verwaltungskostenanteil höher als bei uns, wenn man das auf Österreich umrechnet. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Also man muss da schon einmal auch die Wahrheit dazusagen.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ich glaube, diese Dinge muss man in diesem Bereich angehen, ohne das Kind mit dem Bade auszuschütten; aber dazu sind wir bereit. Wie gesagt, die Regierung hat da … (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Zusammenlegung!) – Wenn Sie, Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein, nur die Zusammenlegung vorschlagen, muss man eines sagen: In Bayern gibt es eine AOK mit 111 Zweigstellen, und dort ist der Verwaltungskostenanteil höher als bei uns, wenn man das auf Österreich umrechnet. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Also man muss da schon einmal auch die Wahrheit dazusagen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da hat sich wohl der Minister herausgelehnt!
des Arbeitsmarktservice im Zusammenhang mit der zukünftigen Neubesetzung des AMS-Vorstands gegenüber dem Nationalrat offenzulegen.“ (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da hat sich wohl der Minister herausgelehnt!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na und?
Frau Kollegin Belakowitsch, nichts einfacher als das! Die Vorstandsmitglieder und alle LandesgeschäftsführerInnen und -stellvertreterInnen des AMS sind bis zum Ablauf des Juni 2018 bestellt. Die Funktionen der Vorstandsmitglieder sind öffentlich auszuschreiben. Für die Ausschreibung findet das Stellenbesetzungsgesetz Anwendung. Die Vorstandsmitglieder werden vom Verwaltungsrat bestellt, wobei ein Mitglied zum Vorsitzenden zu bestellen ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na und?) Der Verwaltungsrat hat die Stellen ausschließlich aufgrund der Eignung der Bewerber zu besetzen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Habe ich alles gesagt!) Die Eignung ist insbesondere aufgrund der fachlichen Vorbildung und bisherigen Berufserfahrung der Bewerber, ihrer Fähigkeit der Menschenführung, ihrer organisatorischen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Zuverlässigkeit festzustellen. Das Arbeitsmarktservicegesetz und das Stellenbesetzungsgesetz geben daher den Rahmen für die Entscheidung des Verwaltungsrates vor.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Habe ich alles gesagt!
Frau Kollegin Belakowitsch, nichts einfacher als das! Die Vorstandsmitglieder und alle LandesgeschäftsführerInnen und -stellvertreterInnen des AMS sind bis zum Ablauf des Juni 2018 bestellt. Die Funktionen der Vorstandsmitglieder sind öffentlich auszuschreiben. Für die Ausschreibung findet das Stellenbesetzungsgesetz Anwendung. Die Vorstandsmitglieder werden vom Verwaltungsrat bestellt, wobei ein Mitglied zum Vorsitzenden zu bestellen ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na und?) Der Verwaltungsrat hat die Stellen ausschließlich aufgrund der Eignung der Bewerber zu besetzen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Habe ich alles gesagt!) Die Eignung ist insbesondere aufgrund der fachlichen Vorbildung und bisherigen Berufserfahrung der Bewerber, ihrer Fähigkeit der Menschenführung, ihrer organisatorischen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Zuverlässigkeit festzustellen. Das Arbeitsmarktservicegesetz und das Stellenbesetzungsgesetz geben daher den Rahmen für die Entscheidung des Verwaltungsrates vor.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann soll der Bundesminister erklären, warum er im Zug darüber spricht!
Liebe Frau Kollegin, Sie sehen ein transparentes und einfach (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann soll der Bundesminister erklären, warum er im Zug darüber spricht!) – warten Sie einmal! – zu durchschauendes Prozedere. Somit wäre der Antrag erledigt gewesen, bevor er gestellt ist, wenn man sich nur drei Minuten Zeit genommen hätte, sich das angeschaut hätte, was ich hier gerade erklärt habe.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann fragen Sie den Minister, warum er im Zug darüber spricht!
Was wollen Sie in Wirklichkeit erreichen mit diesem Antrag? – Jetzt gehe ich auf das ein, was Sie gesagt haben. Sie wollen mit aus der Luft gegriffenen Anschuldigungen Bundesminister Stöger angreifen, und das völlig grundlos. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann fragen Sie den Minister, warum er im Zug darüber spricht!) Sie berufen sich in Ihren Erläuterungen zu Ihrem Antrag auf ein angebliches Gespräch von Minister Stöger mit seinem Mitarbeiter im Zug (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat es ja in der Anfragebeantwortung bestätigt!) – na warten Sie ein bissel! –, welches von einem Mitfahrer belauscht worden sein soll. Die darin enthaltenen Entschuldigungen sind gespickt mit Relativierungen, und Sie berufen sich im Endeffekt auf einen Zeitungsartikel in der „Kronen Zeitung“. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, falsch!) Darin steht: „Zeuge: Stöger nannte AMS-Chef ‚Volltrottel‘“.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat es ja in der Anfragebeantwortung bestätigt!
Was wollen Sie in Wirklichkeit erreichen mit diesem Antrag? – Jetzt gehe ich auf das ein, was Sie gesagt haben. Sie wollen mit aus der Luft gegriffenen Anschuldigungen Bundesminister Stöger angreifen, und das völlig grundlos. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann fragen Sie den Minister, warum er im Zug darüber spricht!) Sie berufen sich in Ihren Erläuterungen zu Ihrem Antrag auf ein angebliches Gespräch von Minister Stöger mit seinem Mitarbeiter im Zug (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat es ja in der Anfragebeantwortung bestätigt!) – na warten Sie ein bissel! –, welches von einem Mitfahrer belauscht worden sein soll. Die darin enthaltenen Entschuldigungen sind gespickt mit Relativierungen, und Sie berufen sich im Endeffekt auf einen Zeitungsartikel in der „Kronen Zeitung“. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, falsch!) Darin steht: „Zeuge: Stöger nannte AMS-Chef ‚Volltrottel‘“.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, falsch!
Was wollen Sie in Wirklichkeit erreichen mit diesem Antrag? – Jetzt gehe ich auf das ein, was Sie gesagt haben. Sie wollen mit aus der Luft gegriffenen Anschuldigungen Bundesminister Stöger angreifen, und das völlig grundlos. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann fragen Sie den Minister, warum er im Zug darüber spricht!) Sie berufen sich in Ihren Erläuterungen zu Ihrem Antrag auf ein angebliches Gespräch von Minister Stöger mit seinem Mitarbeiter im Zug (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat es ja in der Anfragebeantwortung bestätigt!) – na warten Sie ein bissel! –, welches von einem Mitfahrer belauscht worden sein soll. Die darin enthaltenen Entschuldigungen sind gespickt mit Relativierungen, und Sie berufen sich im Endeffekt auf einen Zeitungsartikel in der „Kronen Zeitung“. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, falsch!) Darin steht: „Zeuge: Stöger nannte AMS-Chef ‚Volltrottel‘“.
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Liebe Frau Kollegin Belakowitsch und die FPÖ! Das ist ein Stil, der echt unter jeder Kritik ist, weil es wirklich nichts gibt. Das sind haltlose Anschuldigungen. Nehmen Sie die Arbeit des Parlaments ernst (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), bringen Sie sich konstruktiv ein und nicht mit derartigen Unsinnigkeiten! Auch wenn Sie da hereinschreien, liebe Kollegin Belakowitsch, der Wahrheitsgehalt Ihres Antrages wird dadurch auch nicht höher. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: Du weißt ja nicht einmal ihren richtigen Namen! – Abg. Keck: Belakowitsch-Jenewein! – Abg. Neubauer: Dann sag ihn auch! – Abg. Keck: Habe ich ja gesagt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: Du weißt ja nicht einmal ihren richtigen Namen! – Abg. Keck: Belakowitsch-Jenewein! – Abg. Neubauer: Dann sag ihn auch! – Abg. Keck: Habe ich ja gesagt!
Liebe Frau Kollegin Belakowitsch und die FPÖ! Das ist ein Stil, der echt unter jeder Kritik ist, weil es wirklich nichts gibt. Das sind haltlose Anschuldigungen. Nehmen Sie die Arbeit des Parlaments ernst (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), bringen Sie sich konstruktiv ein und nicht mit derartigen Unsinnigkeiten! Auch wenn Sie da hereinschreien, liebe Kollegin Belakowitsch, der Wahrheitsgehalt Ihres Antrages wird dadurch auch nicht höher. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: Du weißt ja nicht einmal ihren richtigen Namen! – Abg. Keck: Belakowitsch-Jenewein! – Abg. Neubauer: Dann sag ihn auch! – Abg. Keck: Habe ich ja gesagt!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie den Kollegen Schopf gehört? Haben Sie das Leitbild des Kollegen Schopf gehört?
Es haben einige – unter anderem auch Frau Abgeordnete Belakowitsch-Jenewein – die Frage angesprochen: Wie gehen wir am Arbeitsmarkt damit um, wenn vom Ausland Menschen zu uns drängen? – Das ist sehr interessant, denn Österreich hat, Sie haben klare Regelungen gesetzt. Mit dem Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz haben wir die stärksten Regelungen der Kontrolle des Arbeitsmarktes eingeführt. Ich danke dafür. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie den Kollegen Schopf gehört? Haben Sie das Leitbild des Kollegen Schopf gehört?) – Sie haben nicht mitgestimmt, das ist richtig. Sie waren dagegen, aber wir haben in den letzten Sitzungen des Parlaments festgehalten, dass es einen risikobasierten Kontrollplan geben wird, mit dem wir Lohn- und Sozialdumping bekämpfen können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wann wird es das geben?) Es wäre gut gewesen, wenn auch die FPÖ das unterstützt hätte. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wann wird kontrolliert?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wann wird es das geben?
Es haben einige – unter anderem auch Frau Abgeordnete Belakowitsch-Jenewein – die Frage angesprochen: Wie gehen wir am Arbeitsmarkt damit um, wenn vom Ausland Menschen zu uns drängen? – Das ist sehr interessant, denn Österreich hat, Sie haben klare Regelungen gesetzt. Mit dem Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz haben wir die stärksten Regelungen der Kontrolle des Arbeitsmarktes eingeführt. Ich danke dafür. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie den Kollegen Schopf gehört? Haben Sie das Leitbild des Kollegen Schopf gehört?) – Sie haben nicht mitgestimmt, das ist richtig. Sie waren dagegen, aber wir haben in den letzten Sitzungen des Parlaments festgehalten, dass es einen risikobasierten Kontrollplan geben wird, mit dem wir Lohn- und Sozialdumping bekämpfen können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wann wird es das geben?) Es wäre gut gewesen, wenn auch die FPÖ das unterstützt hätte. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wann wird kontrolliert?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wann wird kontrolliert?
Es haben einige – unter anderem auch Frau Abgeordnete Belakowitsch-Jenewein – die Frage angesprochen: Wie gehen wir am Arbeitsmarkt damit um, wenn vom Ausland Menschen zu uns drängen? – Das ist sehr interessant, denn Österreich hat, Sie haben klare Regelungen gesetzt. Mit dem Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz haben wir die stärksten Regelungen der Kontrolle des Arbeitsmarktes eingeführt. Ich danke dafür. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie den Kollegen Schopf gehört? Haben Sie das Leitbild des Kollegen Schopf gehört?) – Sie haben nicht mitgestimmt, das ist richtig. Sie waren dagegen, aber wir haben in den letzten Sitzungen des Parlaments festgehalten, dass es einen risikobasierten Kontrollplan geben wird, mit dem wir Lohn- und Sozialdumping bekämpfen können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wann wird es das geben?) Es wäre gut gewesen, wenn auch die FPÖ das unterstützt hätte. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wann wird kontrolliert?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ein Raunen schon …!
Es ist wichtig, auch aufzuzeigen – ich danke Herrn Abgeordnetem Schopf dafür –, und es muss in Österreich auch ein Raunen durch das Parlament gehen, wenn staatlich organisierte Unternehmen Betriebe beschäftigen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ein Raunen schon …!), die es mit Lohn- und Sozialdumping nicht ernst nehmen. Ich fordere von dieser Stelle den Vorstand des entsprechenden Unternehmens auf, klare Handlungen zu setzen, dass solche Unternehmen nicht mehr beschäftigt werden. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: … aber ihr erkennt es nicht!
Abgeordneter Josef Schellhorn (NEOS): Herr Präsident! Geschätzter Herr Minister! Ich tue mir ein wenig schwer, denn es geht ein bisschen auch um sinnvolle Arbeitsmarktpolitik. Ich muss wirklich konsterniert feststellen, es ist die Unfähigkeit – auch von der FPÖ, auch vom Kollegen Wurm –, hier sinnvolle Arbeitsmarktpolitik an den Tag zu legen und einen Vorschlag zu machen. Da ist nichts Neues dabei! Sie haben es bis heute unterlassen, sinnvolle Arbeitsmarktpolitik (Abg. Peter Wurm: Meine Zahlen stimmen aber!), Alternativen aufzuzeigen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: … aber ihr erkennt es nicht!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er ist es noch immer!
Ein Beispiel: Der Kollege Wurm war – in seinem gelernten oder nicht gelernten Beruf, jedenfalls war es das, was er vor dem Parlamentarismus als Abgeordneter gemacht hat – (Abg. Peter Wurm: Unternehmer!) Unternehmer. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er ist es noch immer!) Er hat mit Gastronomen und Touristikern versucht, Bier über eine große Firma zu verkaufen, nicht sein eigenes Bier, sondern anderes, also nennen
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der redet so viel Blödsinn!
Ihre Abschottungspolitik zeigt genau ins Gegenteil (Abg. Peter Wurm: Sie haben mir nicht zugehört!) und ist eigentlich der fatale Weg dorthin (Abg. Peter Wurm: Aber!), das ist nämlich der springende Punkt. Also ich will es Ihnen … (Abg. Peter Wurm: Sie haben mir nicht zugehört!) – Hören Sie mir ganz kurz zu! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der redet so viel Blödsinn!) Langsam nachdenken, ein bisschen verarbeiten, darüber nachdenken: Was hat er jetzt gesagt?! (Abg. Schimanek: Ein bisschen weniger herablassend!) Zeigen Sie mir die Betriebe und die Unternehmer in Österreich, die ohne Nicht-Österreicher auskommen! – Es gibt keine mehr. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Neubauer.
Der springende Punkt ist: Die Mitarbeiter kosten zu viel und verdienen zu wenig. Die Arbeitsanreize, dass sich arbeiten auch noch lohnt, sind in dieser Hinsicht auch dementsprechend schwierig zu vermitteln, da gebe ich Ihnen recht. Da müssen wir etwas tun, da müssen wir Arbeitsanreize schaffen und da müssen wir die Inaktivitätsfalle aufheben. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Neubauer.) Der Antrag der Arbeiterkammer Burgenland aber, den Sie unterstützen, dass die Balken runterfallen sollen, dass wir keine osteuropäischen Mitarbeiter mehr haben sollen und dass wir uns hier abschotten sollen, ist klassisches Nebeldenken. (Abg. Peter Wurm: Das hat ja keiner behauptet!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Peter Wurm, Neubauer und Belakowitsch-Jenewein.
Wir brauchen sie! Bekennen Sie sich dazu! (Zwischenrufe der Abgeordneten Peter Wurm, Neubauer und Belakowitsch-Jenewein.) Bekennen Sie sich dazu, dass wir auch die schnellstmögliche Integration fortführen wollen, und unterstützen Sie nicht so sinnlose Anträge, wie den von der Arbeiterkammer Burgenland. (Abg. Neubauer: Was ist denn das für eine Logik?) Die Tatsache, dass die Burgenländer, die, nachdem sie alles an Förderungen, an EU-Förderungen bekommen haben, jetzt die Balken herunterlassen und eine Abschottungspolitik betreiben wollen, ist auch eine Schande für die SPÖ. Es ist eine Schande für Sie und eine Schande für die SPÖ. – Danke vielmals. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Neubauer: Ein Sozialschmarotzer ist das, sonst gar nichts!) – Wer? (Abg. Neubauer: Ein Sozialschmarotzer ist man, wenn man so argumentiert!)
Sitzung Nr. 154
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Kollegin Belakowitsch-Jenewein hat das in der Budgetausschusssitzung sehr schön gesagt, indem sie meinte, das sei ein spannender Ausschuss, den wir da haben, nämlich der Ausschuss für Arbeit und Soziales, und es sei da auch einiges gemeinsam weitergegangen. (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Wir werden nicht in allen Punkten Einigkeit erlangen, keine Frage, aber es ist, wie sie meinte, auch einiges weitergegangen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Diese Aussage war nicht öffentlich, Frau Kollegin!
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Kollegin Belakowitsch-Jenewein hat das in der Budgetausschusssitzung sehr schön gesagt, indem sie meinte, das sei ein spannender Ausschuss, den wir da haben, nämlich der Ausschuss für Arbeit und Soziales, und es sei da auch einiges gemeinsam weitergegangen. (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Wir werden nicht in allen Punkten Einigkeit erlangen, keine Frage, aber es ist, wie sie meinte, auch einiges weitergegangen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Diese Aussage war nicht öffentlich, Frau Kollegin!
Zwischenrufe der Abg. Auer und Belakowitsch-Jenewein
Wenn Sie im Jahr 2 Milliarden € Förderung an die Bauern ausschütten und das bei den kleinen Bauern nicht ankommt, dann ist das Ihre Verantwortung. Das Geld kommt bei den Jakob Auers und den Hermann Schultes dieser Welt an (Zwischenrufe der Abg. Auer und Belakowitsch-Jenewein), bei den kleinen Bauern, die irgendwo oben im Tal einen Hang mähen müssen, kommt es aber nicht an, und deswegen haben diese Bauern Probleme. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die sind schon alle so glücklich und grinsen nur noch!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, mit diesem Budget – ich bedanke mich bei jenen, die da mitgemacht haben – gelingt es, die Sorgen der Menschen zu reduzieren, den Menschen Sicherheit zu geben und ihnen die Freiheit, die Möglichkeit zu geben, ihr Leben autonom zu gestalten. Das ist eine ganz zentrale Aufgabe, die eine Bundesregierung wahrnehmen muss. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die sind schon alle so glücklich und grinsen nur noch!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt ja nicht!
Immerhin: Wenn man sich die Pensionserhöhung anschaut, muss man sagen, wir erhöhen ständig. Es hat in diesem Land Zeiten gegeben, in denen Regierungen die Pensionen nicht erhöht haben. Wir erhöhen Pensionen Jahr für Jahr (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt ja nicht!), darauf können sich die Pensionistinnen und Pensionisten verlassen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was heißt „zu Recht“? – Weitere Zwischenrufe.
Klientelpolitik heißt: Die Landwirte haben zu Recht eine wahnsinnig schlechte Saison, die Landwirte haben zu Recht auch Umwelteinflüsse, mit denen sie leben müssen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was heißt „zu Recht“? – Weitere Zwischenrufe.) Die Landwirte haben zu Recht auch mit dem Export Schwierigkeiten, mit den russischen Kunden, an die sie nichts mehr exportieren dürfen. Das gleiche Problem hat zum Beispiel aber auch der Tourismusbereich. Der Tourismus hat genauso Probleme mit den russischen Gästen, da sie nicht mehr nach Österreich kommen. Der Tourismus hat genauso mit dem Klimawandel zu kämpfen. Was aber macht man mit dem Tourismus und mit all den KMUs? – Man betrieb 2014/2015 ein Unternehmerbashing und sagte, man müsse die Betrugsbekämpfung verstärken, weil dort einfach zu viel hinterzogen werde. Das mag zu Recht sein, aber wo bleibt da die Klientelpolitik?
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja keine tatsächliche Berichtigung, das ist ein Redebeitrag! … Vorsitzführung!
Frau Kollegin, das haben Sie wirklich nicht notwendig! Wir wollen einfach Integration in einem neuen Topf bewerten! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja keine tatsächliche Berichtigung, das ist ein Redebeitrag! … Vorsitzführung!) Das war das Ziel und nicht, die Mindestsicherung zu kürzen. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja unglaublich! – Abg. Jarolim: … alles Lüge! Das stimmt doch alles nicht! – Abg. Hafenecker: Bei den eigenen Genossen wird nicht eingeschritten! – Ruf bei der FPÖ: Nur kein Neid!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja unglaublich! – Abg. Jarolim: … alles Lüge! Das stimmt doch alles nicht! – Abg. Hafenecker: Bei den eigenen Genossen wird nicht eingeschritten! – Ruf bei der FPÖ: Nur kein Neid!
Frau Kollegin, das haben Sie wirklich nicht notwendig! Wir wollen einfach Integration in einem neuen Topf bewerten! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja keine tatsächliche Berichtigung, das ist ein Redebeitrag! … Vorsitzführung!) Das war das Ziel und nicht, die Mindestsicherung zu kürzen. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja unglaublich! – Abg. Jarolim: … alles Lüge! Das stimmt doch alles nicht! – Abg. Hafenecker: Bei den eigenen Genossen wird nicht eingeschritten! – Ruf bei der FPÖ: Nur kein Neid!)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Die Sozialausgaben steigen an, das bildet das Budget ab. Bereits jeder zweite Steuereuro fließt in das Sozialsystem, und daher ist es unser aller Pflicht, danach zu trachten, dass dieses Sozialsystem treffsicher, gerecht und vor allem auch nachhaltig abgesichert ist. Das gilt – das haben Vorredner auch schon angesprochen – ganz speziell für den Bereich der Bedarfsorientierten Mindestsicherung. Es ist nicht einzusehen, dass jemand, der tagtäglich arbeitet – heute wurden schon die Köche mehrmals strapaziert –, am Ende weniger hat als jemand, der noch nichts in das System eingezahlt hat. Da braucht es Maßnahmen, wie sie in Oberösterreich und Niederösterreich schon getroffen worden sind und wie sie auch in Salzburg, auch von der SPÖ, und von Niessl im Burgenland angedacht sind. (Abg. Peter Wurm: Sowieso!) Ich glaube, dort muss man entsprechend ansetzen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist Gerechtigkeit! Das ist Gerechtigkeit! – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Matznetter, Loacker und Scherak.
Ich möchte noch etwas zur Kollegin Belakowitsch-Jenewein sagen, die gemeint hat, dass etwas ideologisch wäre. Dazu muss man schon auch sagen: Ideologie, aus Sicht der FPÖ, das sind immer die anderen. Der Entschließungsantrag, den Kollege Neubauer für eine Mindestpension von 1 200 € eingebracht hat – entschuldigen Sie, das ist Sozialismus! Eine Mindestpension von 1 200 €, unabhängig davon, was jemand eingezahlt hat? – Das ist Ideologie! Das ist nämlich nicht Budgetwahrheit, das ist nicht Versicherungsprinzip, das ist Sozialismus! (Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist Gerechtigkeit! Das ist Gerechtigkeit! – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Matznetter, Loacker und Scherak.) – Herr Kollege Matznetter, ich finde es schön, dass ich Sie jeden Tag so aufregen kann. (Abg. Matznetter: Diese Menschen haben gearbeitet und gezahlt …! Das ist wirklich unglaublich!) Das zeigt mir wirklich, dass ich offensichtlich einen wunden Punkt getroffen habe. 1 200 € Mindestpension, das will ja nicht einmal die SPÖ, das will nicht einmal die KPÖ. Die KPÖ fordert eine Mindestpension von 1 100 €. Ich finde es wirklich sehr schön, dass die FPÖ die Kommunistische Partei Österreichs übertreffen kann. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Macht nichts! Tun Sie weiter studieren, dann verstehen Sie es einmal!) Aber ja, kommen wir wieder zum Punkt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Macht nichts! Tun Sie weiter studieren, dann verstehen Sie es einmal!
Ich möchte noch etwas zur Kollegin Belakowitsch-Jenewein sagen, die gemeint hat, dass etwas ideologisch wäre. Dazu muss man schon auch sagen: Ideologie, aus Sicht der FPÖ, das sind immer die anderen. Der Entschließungsantrag, den Kollege Neubauer für eine Mindestpension von 1 200 € eingebracht hat – entschuldigen Sie, das ist Sozialismus! Eine Mindestpension von 1 200 €, unabhängig davon, was jemand eingezahlt hat? – Das ist Ideologie! Das ist nämlich nicht Budgetwahrheit, das ist nicht Versicherungsprinzip, das ist Sozialismus! (Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist Gerechtigkeit! Das ist Gerechtigkeit! – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Matznetter, Loacker und Scherak.) – Herr Kollege Matznetter, ich finde es schön, dass ich Sie jeden Tag so aufregen kann. (Abg. Matznetter: Diese Menschen haben gearbeitet und gezahlt …! Das ist wirklich unglaublich!) Das zeigt mir wirklich, dass ich offensichtlich einen wunden Punkt getroffen habe. 1 200 € Mindestpension, das will ja nicht einmal die SPÖ, das will nicht einmal die KPÖ. Die KPÖ fordert eine Mindestpension von 1 100 €. Ich finde es wirklich sehr schön, dass die FPÖ die Kommunistische Partei Österreichs übertreffen kann. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Macht nichts! Tun Sie weiter studieren, dann verstehen Sie es einmal!) Aber ja, kommen wir wieder zum Punkt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist er erfolgreich?
Abgeordneter Johann Hechtl (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Herren Bundesminister! Geschätztes Hohes Haus! Das war ein Rundumschlag gegen unseren erfolgreichen Bundesminister Alois Stöger (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist er erfolgreich?), der gezeigt hat, dass er in dieser schwierigen Situation ein Budget zustande bringt. Wenn ich mir die Untergruppe 20, Arbeit, ansehe, die eine Steigerung
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, das würden Sie nie machen!
Ich möchte meine Rede aber auch dazu nutzen, auf die Ausführungen des Kollegen Kickl einzugehen, aber nicht auf seine billige Polemik in Richtung Bundespräsidentschaftswahlkampf – das richtet sich von selbst. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, das würden Sie nie machen!) Er hat einige Fakten angesprochen, die auch aus Anfragebeantwortungen resultieren, zu denen er selbst die Anfrage gestellt hat. Er hat sich darüber aufgeregt, dass Ausländer – Flüchtlinge, aber nicht nur Flüchtlinge, sondern Migranten – einen so hohen Anteil bei den Schulungen des AMS ausmachen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat es festgestellt!) – Ich finde darin überhaupt keinen Nachteil. Ich finde es super, dass wenigstens das AMS Flüchtlinge – ich hoffe, es macht das gut – in Deutschkenntnissen, in anderen Qualifikationen weiterbildet. Ich würde mir wünschen, dass dieselbe Energie, die das AMS offensichtlich in Bezug auf die Deutschkenntnisse und sonstige Qualifikationen von Flüchtlingen aufwendet, auch vonseiten der Wirtschaft aufgebracht wird, um Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt aufnehmen zu können. Die haben nämlich Qualifikationen, nur sind sie nicht für unseren Arbeitsmarkt passend. (Abg. Wöginger: 10 Prozent! – Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) Sie haben Qualifikationen! Und das sind Leute, die teilweise aus Wirtschaften … (Abg. Wöginger: Von 100 haben 90 keine Qualifikation! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Eine Qualifikation, Kollege Wöginger, nach unseren Maßstäben haben sie nicht, da haben Sie recht, aber das sind Leute, die wirtschaften können. Also so ist es nicht. Man muss nur ein bisschen genauer hinhören, wo ihre Qualifikationen liegen, und schauen, wie wir diese für uns nutzbar machen könnten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Fekter: Träumerei! Sozialromantik, aber nicht Wirklichkeit!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat es festgestellt!
Ich möchte meine Rede aber auch dazu nutzen, auf die Ausführungen des Kollegen Kickl einzugehen, aber nicht auf seine billige Polemik in Richtung Bundespräsidentschaftswahlkampf – das richtet sich von selbst. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, das würden Sie nie machen!) Er hat einige Fakten angesprochen, die auch aus Anfragebeantwortungen resultieren, zu denen er selbst die Anfrage gestellt hat. Er hat sich darüber aufgeregt, dass Ausländer – Flüchtlinge, aber nicht nur Flüchtlinge, sondern Migranten – einen so hohen Anteil bei den Schulungen des AMS ausmachen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er hat es festgestellt!) – Ich finde darin überhaupt keinen Nachteil. Ich finde es super, dass wenigstens das AMS Flüchtlinge – ich hoffe, es macht das gut – in Deutschkenntnissen, in anderen Qualifikationen weiterbildet. Ich würde mir wünschen, dass dieselbe Energie, die das AMS offensichtlich in Bezug auf die Deutschkenntnisse und sonstige Qualifikationen von Flüchtlingen aufwendet, auch vonseiten der Wirtschaft aufgebracht wird, um Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt aufnehmen zu können. Die haben nämlich Qualifikationen, nur sind sie nicht für unseren Arbeitsmarkt passend. (Abg. Wöginger: 10 Prozent! – Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) Sie haben Qualifikationen! Und das sind Leute, die teilweise aus Wirtschaften … (Abg. Wöginger: Von 100 haben 90 keine Qualifikation! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Eine Qualifikation, Kollege Wöginger, nach unseren Maßstäben haben sie nicht, da haben Sie recht, aber das sind Leute, die wirtschaften können. Also so ist es nicht. Man muss nur ein bisschen genauer hinhören, wo ihre Qualifikationen liegen, und schauen, wie wir diese für uns nutzbar machen könnten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Fekter: Träumerei! Sozialromantik, aber nicht Wirklichkeit!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Wöginger.
Ich möchte aber zum Kollegen Kickl etwas sagen. Er hat sich darüber aufgeregt, dass diese Menschen bei den Schulungen so stark vertreten sind. Ich sage noch einmal, ich finde das gut! Aber aus der Anfrage des Kollegen Kickl beziehungsweise der Antwort des Ministers geht hervor, dass sie überall sonst, wo das AMS Leistungen ausbezahlt, weit unter dem Durchschnitt vertreten sind! Bei Leistungen wie Pensionsvorschuss, Umschulungsgeld, Arbeitsstiftungen liegt der Anteil von Ausländern außerhalb der EU bei 6,1 Prozent, bei Bildungsteilzeitgeld liegt er bei 1,7 Prozent, bei Weiterbildungsgeld, bei Bildungskarenz liegt er bei 2,2 Prozent. Das heißt, bei Ausländern außerhalb der EU – ich habe jetzt die EU-Ausländer nicht mitgerechnet – ist das ein katastrophal niedriger Anteil. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Wöginger.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Wer diesen Ausführungen jetzt gefolgt ist, der, glaube ich, weiß nicht, ob es sich hier um Realpolitik handelt, aber ich möchte vielleicht zunächst noch einmal zu einem Zwischenruf Stellung beziehen – nämlich zu jenem des Herrn Abgeordneten Loacker –, da der vielleicht untergegangen ist. Er, den ich als Angestellten der Elite (Zwischenruf der Abg. Fekter), nämlich eines Herrn Haselsteiner, bezeichne, eines Vertreters des momentan scheinbar sehr erfolgreich tätigen Klüngels, der da für Herrn Hofer Wahlwerbung macht, indem er die Wahrnehmung des Volkes gar nicht mehr für sich erkennen kann (Abg. Loacker: … oder korrigieren Sie es kurz?) … – Lieber Herr Loacker, Sie haben während der Rede des Abgeordneten Grillitsch kein Recht, von „Bauernbonzen“ zu reden. (Abg. Loacker: Muss ich mir das von einem … Funktionär und Nationalratsabgeordneten sagen lassen?) Es ist untergegangen, aber das, glaube ich, zeichnet Sie nicht aus als einen ehemaligen ÖVP-Angehörigen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Kein Wunder …!
Das hat es in Wirklichkeit noch nie gegeben, dass sich Bund, Länder und Sozialversicherung gemeinsam dafür einsetzen, dass die medizinische Versorgung neben den bisherigen Arztpraxen, wie wir sie kennen, durch neue Angebote erweitert wird. (Abg. Karlsböck: Die Ärzte haben Sie vergessen!) Dieser richtungsweisende Schritt ist dringend notwendig, denn Sie haben es ja richtig gesagt: Egal, in welches Bundesland wir schauen, es ist immer das Gleiche: Die Landärzte bangen um ihre Nachfolge. Überall, tagtäglich sehen wir das. In der Steiermark ist es sogar so weit, dass viele Ärzte, die auf dem Land praktizieren, ihre Pensionierung hinauszögern, weil sie keine Nachfolge mehr haben. Aktuell gibt es in der Steiermark für 9 von 12 offenen Planstellen, die ausgeschrieben wurden, gar keine Bewerbungen mehr. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Kein Wunder …!)
Zwischenruf des Abg. Karlsböck. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, das ist genau das Problem!
Dieser Entwicklung sollten – ich glaube sogar: müssen – wir mit neuen sogenannten Primärversorgungseinheiten Rechnung tragen – ich rede nicht nur von Zentren –, in denen Ärzte auch mit anderen Gesundheitsberufen zusammenarbeiten und so gewährleisten, dass es zu einer besseren medizinischen Versorgung kommt. (Zwischenruf des Abg. Karlsböck. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, das ist genau das Problem!) Wie das in der Praxis gehen kann, zeigt das Beispiel Mariazell: Da arbeiten Chirurgen
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, wenn die Sozialversicherung …!
Redet doch nicht immer von Verstaatlichung! Ich weiß, dass mit dem bisherigen Hausarztmodell – Sie haben es ja selbst gesagt, – nicht mehr das Auslangen gefunden wird, wenn sich keiner mehr um die offenen Planstellen bewirbt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, wenn die Sozialversicherung …!) Wenn das nicht geht, ist es grob fahrlässig, was einige Ärztekammerfunktionäre machen, so wie heute Vormittag am Ballhausplatz, dass sie mit Streikdrohungen durchs Land ziehen und so eine bessere, effizientere Gesundheitsversorgung in der Zukunft zu verhindern versuchen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht nur Bürokratie!
Wenn man in Zeitungsmeldungen nachliest, merkt man, dass junge Kolleginnen und Kollegen nicht mehr Hausarzt werden wollen. (Abg. Rasinger: Stimmt ja nicht!) Das sind multifaktorielle Gründe. Erwin Rasinger hat sowohl hier als Redner als auch auf der Bank die ganze Zeit gesagt: Es ist die schlechte Bezahlung. – Es ist sehr multifaktoriell! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht nur Bürokratie!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, aber es ist geplant!
im Bund über die Artikel-15a-Vereinbarung. Ich glaube, Sie alle sind im Gesundheitswesen Österreichs fit genug, um zu wissen, dass nahezu jedes Bundesland den Betrieb der Krankenanstalten nicht im Rahmen des Gemeinde- oder des Landesbudgets, sondern im Rahmen von Gesellschaften führt. Nirgends ist der private Investor eine Pharmafirma. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, aber es ist geplant!) – Nirgendwo, nirgendwo ist das passiert, was jetzt versucht wird, Wien zu unterstellen.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Kinderarzt!
Ich weiß aber auf der anderen Seite, dass du, Frau Bundesministerin, jemand bist, der für das Gespräch steht; darum ersuche ich alle beteiligten Gruppen, bei den anstehenden, nicht einfachen Operationen, die da zu tätigen sind, die Ärzte, das Gesundheitspersonal, aber auch die Versicherten mitzunehmen. Es ist gut, wenn es eine Zielvereinbarungskommission geben soll, aber die soll dann bitte auch Ziele für die Versicherten vereinbaren, die für jene verständlich sind. Eines dieser Ziele wäre etwa, dass es keine Wartezeiten über x Tage auf eine orthopädische Operation, beim Facharzt für Augenheilkunde und so weiter – wir kennen ja die Schwachstellen – geben darf. Das wäre ein Fortschritt. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Kinderarzt!)
Sitzung Nr. 157
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist schon ein grober Unterschied!
Jetzt frage ich Sie: Wenn ein Unternehmer, der Arzt ist, ein Primärversorgungszentrum betreibt und ein Unternehmer, der einen anderen Beruf erlernt hat, ein Primärversorgungszentrum betreibt, wo liegt der Unterschied im Gewinninteresse? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist schon ein grober Unterschied!) – Beide betreiben dieses Primärversorgungszentrum und wollen damit Geld verdienen. Wir halten es grundsätzlich nicht für unmoralisch, wenn jemand Geld verdient, aber offensichtlich haben da zwei Regierungsparteien ein Problem mit dem Wort Gewinn.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie haben überhaupt keine Ahnung!
Kollegin Belakowitsch-Jenewein hat gesagt, da kommt ein neoliberales Modell. – Nein! Da kommt kein neoliberales Modell. Was da kommt, ist für die Patienten die Staatsmedizin pur, sowohl im niedergelassenen Bereich wie im Spitalsbereich wird man die Staatsmedizin haben. Und für die Ärzte heißt das: Man wird nur noch die Wahl zwischen verschiedenen öffentlichen Arbeitgebern haben, entweder man ist bei der Kasse oder bei einem Spitalsträger beschäftigt. Aber den Beruf des freiberuflich tätigen, unternehmerisch tätigen Arztes in der Form, den wird es in den nächsten Jahren immer weniger geben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie haben überhaupt keine Ahnung!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Riemer: „Irrsinn“, Herr Präsident! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: „Irrsinn“ hat er gesagt! – Abg. Walter Rosenkranz: „Irrsinn“! War „Irrsinn“ Ihre Diktion?
Abgeordneter Wolfgang Knes (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Kollege Lasar, irgendwie ist das kabarettreif, und irgendwie haben Sie die Bühne verloren. Sie gehören eigentlich in den Gemeinderat von Wien, aber nicht hierher in den Plenarsaal des Nationalrates. Es ist ja völliger Irrsinn, was Sie hier sprechen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Riemer: „Irrsinn“, Herr Präsident! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: „Irrsinn“ hat er gesagt! – Abg. Walter Rosenkranz: „Irrsinn“! War „Irrsinn“ Ihre Diktion?) – Hören Sie mir zu! Wenn Sie es nicht verstehen, dann können Sie mich nachher fragen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was, Ballungszentren? Brauchen wir eh kein PHC! Sie reden ja gerade gegen das PHC!
Richtung geht es. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was, Ballungszentren? Brauchen wir eh kein PHC! Sie reden ja gerade gegen das PHC!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie sollten sich einmal fragen, warum das so ist!
Herr Loacker! – Immer wieder verlässt er den Saal, wenn ich hier spreche, schon ein interessantes Phänomen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie sollten sich einmal fragen, warum das so ist!) Aber irgendwie kommt es mir schon komisch vor. Er bläst ins Horn, verlässt den Saal, geht weinend in eine Telefonzelle und verlangt einen Entschließungsantrag, der völlig irrelevant ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Eine gescheite Frau!
„Das Bundesministerium will nur die verschränkte Form der Ganztagsschule und forciert diese, wo sie kann. Da wird jedes Kind dann zwangsverpflichtet, bis 17 Uhr in der Schule zu bleiben. Ich bemerke, dass da eine ideologische Haltung der SPÖ dahinter steht, nämlich die Kinder so viel wie möglich in die Schulen zu stecken, und sie in den Schulen zu erziehen und nicht von den Eltern. Das kann aber nicht der Weg sein.“ – Das sagt eine ÖVP-Landesrätin aus Niederösterreich. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Eine gescheite Frau!)
Sitzung Nr. 158
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ebenso wird in den heute vorliegenden und zu beschließenden Gesetzesvorhaben eine Reform der Kommission zur langfristigen Pensionssicherung in die Wege geleitet. Dieser Schritt war meines Erachtens schon dringend notwendig. Wir alle wissen, dass es betreffend die bisherige Zusammensetzung genug Kritikpunkte allein aufgrund der Größenordnung gegeben hat. Ich glaube, es waren insgesamt 43 Personen, mit den zusätzlich kooptierten Experten. Die Kommission war nicht mehr handlungsfähig. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bei der Einzementierung …! – Zwischenrufe der Abgeordneten Loacker, Scherak und Pirklhuber.
Ich erinnere aber daran, dass die NEOS und die FPÖ, die sich da gerade beschwert hat, bei diesem ersten Schritt nicht dabei waren. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bei der Einzementierung …! – Zwischenrufe der Abgeordneten Loacker, Scherak und Pirklhuber.) Sie haben nicht dazu beigetragen. Wir haben dazu beigetragen, dass es den ersten Schritt gibt. Mittlerweile zeigen die Urteile, dass wir weitergehen können, dass wir auf einem sicheren Weg sind; und wir sind auch bereit, diesen sicheren Weg weiterzugehen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neubauer: Sie haben den Luxuspensionen den Weg geebnet! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Loacker: Am Ende des Jahres wird er … fleißig! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zu Beginn möchte ich einmal festhalten, dass wir jetzt in drei Blöcken 27 Punkte abhandeln und dass davon die Hälfte Gesetzesmaterie ist, also Vorlagen, die weitreichend sind, was die Pensionen, die Pensionsanpassung und auch unsere Landwirtschaft, den notwenigen Rabatt für unsere Bäuerinnen und Bauern, betrifft. (Abg. Loacker: Am Ende des Jahres wird er … fleißig! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Hier also davon zu reden, dass nichts weitergeht und dass nichts gemacht wird, das weise ich zurück, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es ist so grundfalsch, was Sie hier sagen!
Ich beschäftige mich mit drei Punkten; erstens einmal mit den Ergebnissen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es ist so grundfalsch, was Sie hier sagen!) – Frau Kollegin, können Sie auch einmal zuhören?! Es würde Ihnen nicht schaden, auch einmal zuzuhören! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weninger. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es ist grundfalsch, Herr Kollege! – Abg. Walter Rosenkranz: Immer diese Frauenfeindlichkeit!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weninger. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es ist grundfalsch, Herr Kollege! – Abg. Walter Rosenkranz: Immer diese Frauenfeindlichkeit!
Ich beschäftige mich mit drei Punkten; erstens einmal mit den Ergebnissen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es ist so grundfalsch, was Sie hier sagen!) – Frau Kollegin, können Sie auch einmal zuhören?! Es würde Ihnen nicht schaden, auch einmal zuzuhören! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weninger. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es ist grundfalsch, Herr Kollege! – Abg. Walter Rosenkranz: Immer diese Frauenfeindlichkeit!)
Abg. Neubauer: … nicht der ÖVP! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie gesagt …!
Zur Pensionsanpassung kurz ein Wort: Wir haben 0,8 Prozent und eine Einmalzahlung von 100 €. Wir haben auch in der Vergangenheit Einmalzahlungen gehabt. Ich persönlich halte es für die zweitbeste Lösung, aber wir haben hier schon mehrere Einmalzahlungen beschlossen. (Abg. Neubauer: … nicht der ÖVP! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie gesagt …!) Es ist, wie es ist! Wir müssen auch den Pensionistinnen und Pensionisten eine Pensionsanpassung sicherstellen und garantieren. Es ist notwendig, die Kaufkraft auch in diesem Bereich zu steigern, daher tragen wir diesen Kompromiss mit: 0,8 Prozent plus 100 €. (Abg. Neubauer: … umgefallen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine Dummheit!
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (fortsetzend): Danke, Frau Präsidentin! Das, was uns Abgeordneter Wöginger als Reform zu verkaufen versuchte, war auch eine Reform der Kommission zur langfristigen Pensionssicherung, KOLAPS. Die wird jetzt umgetauft und heißt jetzt Alterssicherungskommission, ALKO. Von KOLAPS zu ALKO – das bedeutet Pensionsreform in dieser Bundesregierung! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eine Dummheit!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Werner Neubauer, ich habe dir wirklich aufmerksam zugehört und mir schnell Zahlen herausgesucht: 2001 war beispielsweise die Sozialdemokratie in keiner Regierung, da waren andere in der Regierung (Abg. Neubauer: Wir haben 2016! Das wird Ihnen aufgefallen sein!) – das ist nur ein Beispiel! –, damals hat es eine Inflation von 2,7 Prozent, eine Pensionserhöhung von nur 0,8 Prozent und keine Einmalzahlungen gegeben. Wer also sozialer ist, das sieht man wirklich an den Maßnahmen, die wir Regierungsparteien hier setzen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: Und dem österreichischen Steuerzahler! Der zahlt das, nicht der Minister! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Man könnte hier noch stundenlang Beispiele bringen, wie gut und sozial die Regierung mit ihren Gesetzesvorschlägen gehandelt hat (Abg. Neubauer: Das glaube ich nicht!), und Sie sehen, meine Damen und Herren, das sind alles sehr gute Neuerungen, und ich möchte dem Sozialminister recht herzlich dafür danken. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: Und dem österreichischen Steuerzahler! Der zahlt das, nicht der Minister! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche?
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Alois Stöger, diplômé|: Frau Präsidentin! Hohes Haus! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Heute zeigt Österreich seine Stärke (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche?), und die Stärke Österreichs in der Welt ist auch, dass wir ein Sozialsystem haben, das wir jeden Tag weiterentwickeln, den Bedingungen anpassen. Und warum tun wir das? – Weil soziale Sicherheit die wichtigste Grundlage einer demokratischen Gesellschaft ist. Mit den Maßnahmen, die wir hier setzen, stärken wir die demokratische Gesellschaft, stärken wir aber auch, dass Menschen in diesem Land gut leben können. Und wir schauen ganz genau hin: Wo haben Menschen Lebensbedingungen, unter denen sie Hilfe ganz besonders brauchen?
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ihr kriegt einen Hunderter!
Was haben wir aber getan? – Wir haben jeder Pensionistin und jedem Pensionisten gesagt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ihr kriegt einen Hunderter!), wir erhöhen entsprechend der Inflation um 0,8 Prozent, das ist das, was die Pensionskommission berechnet hat. – Das war der erste Schritt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und für einen, der 800 € Pension hat?
Wir haben noch einen zweiten Schritt gesetzt, aber da muss ich schon allen recht geben, die meinen, wenn jemand 800 € Pension hat, dann sind zusätzliche 100 €, das gestehe ich gerne zu, nicht nachhaltig – ja. 100 € sind dann 100 € netto, und die Personen brauchen diese dann auch ganz dringend und können damit auch etwas anfangen. Das ist für jene, die nur 800 € Pension haben, relativ viel (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und für einen, der 800 € Pension hat?), aber das ist für
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Also so gesehen ist das wieder gerecht?!
jenen, der die ASVG-Höchstpension hat, relativ gesehen weniger. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Also so gesehen ist das wieder gerecht?!) Damit sage ich das auch sehr deutlich dazu.
Abg. Neubauer: Sie beschließen es jetzt! Sie beschließen es heute! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich werde es Ihnen gleich sagen!
Und eines ist mir auch noch wichtig, weil hier bewusst Unklarheit verbreitet wird: Ich hätte gerne gewusst, Herr Abgeordneter Neubauer, mit welchem Gesetz wir für irgendwelche Altpolitiker die 100 € beschlossen haben. Sagen Sie mir, welches Gesetz das ist! Mir ist es nicht bekannt. (Abg. Neubauer: Sie beschließen es jetzt! Sie beschließen es heute! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich werde es Ihnen gleich sagen!) Wir haben für ASVG-Pensionen die Beiträge erhöht. (Abg. Neubauer: Heute!) Heute beschließen wir für ASVG-Pensionen 100 € zusätzlich (Abg. Neubauer: Genau!), und zweitens beschließen wir die 100 € für jene Menschen, die in den letzten Jahren für die Sicherheit Österreichs gearbeitet haben, für die Beamtinnen und Beamten, und für sonst niemanden. – Herzlichen Dank. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Alle Mütter sind ausgeschlossen!
Ich hoffe, dass dieser soziale Aspekt auch bei Ihnen, bei aller kritischen Bewertung, ein bisschen Gehör finden kann. Ich bedauere – ich sage das ganz offen –, dass jene Bäuerinnen, die 30 Jahre lang gearbeitet haben und nicht die Chance hatten, Versicherungszeiten zu erwerben, bei der Erhöhung der Ausgleichszulage ausgeschlossen sind. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Alle Mütter sind ausgeschlossen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Vorher habt ihr keine gehabt!
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Sehr geschätzter Herr Präsident! Sehr geschätzter Herr Bundesminister! Sehr geschätzte Damen und Herren! Wir haben heute 27 Tagesordnungspunkte, darunter zehn Regierungsvorlagen und noch drei weitere Gesetzesanträge, die alle das Thema Sozialpolitik betreffen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Vorher habt ihr keine gehabt!) Ich kann mich nicht erinnern, wann es ein derartiges Mammutprogramm gegeben hat. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist schon lange her!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist schon lange her!
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Sehr geschätzter Herr Präsident! Sehr geschätzter Herr Bundesminister! Sehr geschätzte Damen und Herren! Wir haben heute 27 Tagesordnungspunkte, darunter zehn Regierungsvorlagen und noch drei weitere Gesetzesanträge, die alle das Thema Sozialpolitik betreffen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Vorher habt ihr keine gehabt!) Ich kann mich nicht erinnern, wann es ein derartiges Mammutprogramm gegeben hat. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist schon lange her!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt nicht! – Abg. Kassegger: Nicht das Sozialsystem!
Wenn wir, oder auch Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren vor den Fernsehschirmen, dieser Debatte von ihrem Beginn an zugehört haben, dann lässt sich eines ganz klar erkennen: Wenn hier Rednerinnen und Redner der Oppositionsparteien am Wort sind, dann wird unser Sozialsystem überwiegend schlechtgeredet. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt nicht! – Abg. Kassegger: Nicht das Sozialsystem!) Wenn Rednerinnen und Redner der Regierungsparteien am Rednerpult stehen, dann wird sichtbar, dass wir ein großes Ziel haben, nämlich dieses Sozialsystem zu sichern, dieses Sozialsystem auch entsprechend zu verändern, wo Änderungsbedarf besteht, und es dort, wo es notwendig ist, auch auszubauen. Und das tun wir mit einer Fülle von gesetzlichen Änderungen, Verbesserungen im Interesse der Menschen in diesem Land, ob das die Ausgleichszulage Plus ist, die Verbesserung bei den Kindererziehungszeiten, die Kurzarbeitsbeihilfe, die unbefristet kommen soll und auch in ihrer Dauer von 18 auf 24 Monate verlängert wird, oder auch die Erhöhung der Pensionen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Genau!
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Die Antragsflut ist eine große, das hat Kollege Muchitsch richtigerweise festgehalten. Es gilt auch festzuhalten, dass wir im Sozialausschuss davor genau null Regierungsvorlagen hatten. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Genau!) Und es kommt halt das Jahresende: Am Abend wird der Faule fleißig, sagt das Sprichwort. Und ein bisschen erweckt diese Häufung in der letzten Sitzung vor Weihnachten schon diesen Eindruck.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die wird nie erreicht!
Heute ist das Thema der Sozialstaat und die Sozialgesetze. Ich habe dazu einige konkrete Fragen an den Herrn Minister: Wie wollen Sie konkret in Zeiten wie diesen, in Zeiten der offenen Grenzen, den Sozialstaat sichern? Wie ist das definitiv aus Ihrer Sicht mit der Obergrenze? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die wird nie erreicht!) Da hören wir immer diffuse Angaben, die Obergrenze sei schon erreicht, sie sei nicht erreicht, Einberechnung von Asylwerbern ja/nein, von denen, die schon hier sind,
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, aber …! – Abg. Neubauer: Sagen Sie dazu, um wie viel!
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzter Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und geschätzte Kollegen! Geschätzte Zuseherinnen und Zuseher! Rund 2,5 Milliarden € wendet der Bund für Pflegegeldbezieherinnen und Pflegegeldbezieher auf. Rund 5 Prozent aller Menschen in Österreich erhalten Pflegegeld in Österreich. Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein, das Pflegegeld wurde im Jahr 2009 erhöht, im Jahr 2011 erhöht und im Jahr 2016 erhöht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, aber …! – Abg. Neubauer: Sagen Sie dazu, um wie viel!) – Ich weiß schon, es kann immer noch ein bisschen mehr sein, aber ich möchte auch dazusagen, dass die Bundesregierung die Verantwortung für pflegebedürftige Menschen aus meiner Sicht sehr gut wahrnimmt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Habe ich eh dazugesagt!
Zusätzlich – und das beschließen wir in diesem Block der Debatte – werden in den nächsten Jahren für die Länder beziehungsweise für die Wahrnehmung der Aufgaben in den Ländern rund 1,9 Milliarden € in den Pflegefonds fließen. Auch in den vergangenen Jahren wurden 1,3 Milliarden € in den Pflegefonds hineindotiert, damit die Länder ihre Aufgabe wahrnehmen können, qualitative Pflege anzubieten (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Habe ich eh dazugesagt!), unterschiedliche Pflege anzubieten, bedarfs- und bedürfnisorientierte Pflege für die Menschen anzubieten und auch die Pflegeangebote auszubauen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was heißt „vier W“?
Sie haben sich massiv daran beteiligt (Abg. Neubauer: Gott sei Dank! Einer muss ja etwas tun!), Sie brauchen jetzt auch gar nicht zu lachen. Sie haben sich massiv an dem Spiel und an dem Wettbewerb der vier W, wie ich sie nenne, beteiligt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was heißt „vier W“?) Die ÖVP war daran auch maßgeblich beteiligt, Sie haben sich sozusagen gegenseitig hochgeschraubt. Die vier W: Wie wem was wegnehmen? Monatelang waren wir damit beschäftigt: Wie nehmen wir wem was weg in der Mindestsicherung? (Abg. Jannach: Sie hätten den Luxuspensionisten etwas wegnehmen sollen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Vielleicht sagen Sie das dem zuständigen Minister, das ist seine Aufgabe! – Abg. Neubauer: Hinter Ihnen sitzt er!
Es ist leider nie darum gegangen, wie wir absichern und dass wir darauf schauen, was Menschen brauchen, damit es ihnen besser geht, damit sie aus der Mindestsicherung herauskommen und den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt schaffen, dass ihr Wohnbedarf abgesichert ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Vielleicht sagen Sie das dem zuständigen Minister, das ist seine Aufgabe! – Abg. Neubauer: Hinter Ihnen sitzt er!) Alles das waren Fragen, die Sie nicht gekümmert haben, die die ÖVP leider bei vielen Gelegenheiten torpediert hat. (Zwischenruf des Abg. El Habbassi.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Neubauer, Belakowitsch-Jenewein und Jannach.
Es ist beschämend, was in diesem Jahr passiert ist. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Jannach.) – Ich glaube, Sie regen sich so auf, weil Sie merken, dass das doch irgendwie eine Geschichte war, die zumindest jetzt, da es gegen Weihnachten geht, bei Ihnen ein bisschen schlechtes Gewissen erzeugt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Neubauer, Belakowitsch-Jenewein und Jannach.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Für Ihre Rede würde ich mich auch schämen!
Sie haben sich am Wettbewerb des sozialen Downgradings beteiligt, und es war mehr als beschämend, was in diesem Jahr passiert ist. Ich schäme mich dafür (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Für Ihre Rede würde ich mich auch schämen!), zumindest für das, was da passiert ist. In einem Sozialstaat, wie wir ihn nennen, sollten wir an anderen Instrumenten zur Absicherung vor Armut und Ausgrenzung in diesem Land arbeiten. Insofern hätte ich mir mehr Unterstützung für den Antrag gewünscht, über den ich eigentlich spreche. Es geht um ein Bundes-Grundsatzgesetz, damit die einheitliche Absicherung, die Mindestsicherung, vom Bodensee bis zum Neusiedler See gleich aussieht, und es gewährleistet ist, dass die Menschen ein soziales Netz vorfinden, durch das sie nicht durchfallen können.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Jetzt gehen alle nach Wien! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Halten Sie Minister Stöger den Spiegel vor, er hat es vergeigt!
Sie, Herr Rädler, haben sich auch daran beteiligt, Sie kommen aus Niederösterreich, und es ist beschämend, was dort zuletzt passiert ist. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir werden uns mit Rechtsmitteln dagegen wehren und Menschen unterstützen, die dadurch benachteiligt sind. Schauen Sie nach Niederösterreich, in Ihr Bundesland! – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Jetzt gehen alle nach Wien! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Halten Sie Minister Stöger den Spiegel vor, er hat es vergeigt!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das muss ja der Minister ausverhandeln, bitte an den Minister richten! Stöger hat es verhunzt!
Es gibt auch einen Antrag der Grünen zu einem Grundsatzgesetz betreffend eine österreichweit einheitliche Mindestsicherung. Ich verstehe gar nicht, wieso sich der Herr Obmann der niederösterreichischen ÖVP-Nationalräte hier so aufregt, wenn eine bundeseinheitliche Grundsatzregelung für die Mindestsicherung gefragt ist. Es kann ja nur im Interesse der Abgeordneten zum Nationalrat sein – Sie sind ja hier nicht Abgeordneter des Erwin Pröll, sondern Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat –, eine bundeseinheitliche Standardisierung zu bekommen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das muss ja der Minister ausverhandeln, bitte an den Minister richten! Stöger hat es verhunzt!)
Sitzung Nr. 160
überreicht von den Abgeordneten Dr. Erwin Rasinger, Mag. Gerald Loacker, Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein, Dr. Eva Mückstein, Dr. Reinhold Lopatka, Erwin Spindelberger und Ulrike Weigerstorfer
Petition betreffend „Medikamente für Polyneuropathie“ (Ordnungsnummer 96) (überreicht von den Abgeordneten Dr. Erwin Rasinger, Mag. Gerald Loacker, Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein, Dr. Eva Mückstein, Dr. Reinhold Lopatka, Erwin Spindelberger und Ulrike Weigerstorfer)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Jede Rede von Ihnen bringt uns 3 Prozent! – Abg. Walter Rosenkranz: Wir schenken Ihnen Redezeit!
Ich verstehe, dass die FPÖ immer ganz nervös wird beim Thema Demokratie! Wenn ich mir anschaue, dass bei den … (Abg. Walter Rosenkranz: Wir schenken Ihnen Redezeit, damit unsere Wahlergebnisse besser werden!) – Herr Kollege Rosenkranz, danke vielmals, dass Sie mit Ihren ständigen und aggressiven Zwischenrufen noch einmal beweisen, dass Niveau keine Gesichtscreme ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Jede Rede von Ihnen bringt uns 3 Prozent! – Abg. Walter Rosenkranz: Wir schenken Ihnen Redezeit!) – So viel zum Hohen Haus. So viel zum Diskussionsstil.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Wir berufen uns, sehr geehrte Damen und Herren, bei unserer Kritik an der deutschen Maut auf zwei zentrale Grundfesten der Europäischen Union. Zum Ersten: Ausländer müssen zahlen, Deutsche nicht – das ist eindeutig eine Diskriminierung aus Gründen der Staatszugehörigkeit –, und zum Zweiten: Es ist diskriminierend, dass Österreichs Unternehmer für ihre dienstlich genutzten Pkws die Maut in voller Höhe zahlen müssen, deutsche aber nicht. Das ist ein Verstoß gegen den freien Binnenmarkt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der SPÖ – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist denn dann der Sozialminister …?
Herr Abgeordneter Heinzl hat es erwähnt: Ein großes Mitgliedsland führt eine Maut ein, die europarechtswidrig ist, die geltenden EU-Vorschriften im Bereich Kabotage werden regelmäßig umgangen, Arbeitnehmerrechte werden mit Füßen getreten, im Frachtbereich gibt es schon mehr Briefkastenfirmen als echte Firmen, Lohn- und Sozialdumping ist nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. – Das ist inakzeptabel, geschätzte Damen und Herren (Beifall bei der SPÖ – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist denn dann der Sozialminister …?) – inakzeptabel aus prinzipiellen Gründen und auch inakzeptabel, weil es unser großes verkehrspolitisches Ziel behindert, von der Straße auf die Schiene zu verlagern. (Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Schieder: Das heißt, Sie finden es richtig, aber Sie hätten es gern ein bisschen früher? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Für alle!
Schauen wir uns einmal die Punkte an, die heute zum Teil angesprochen worden sind: kalte Progression – ein konkretes Beispiel aus Ihrem Arbeitsübereinkommen. An dem, was Sie hier festgeschrieben haben, sieht man, dass Sie es nicht ernst meinen. Die notwendige Bekämpfung der kalten Progression wäre sofort fällig, nicht erst ab 2019, nicht erst dann, wenn eine 5-prozentige Inflation eingetreten ist, die frühestens nach drei Jahren zu erwarten ist, und nicht nur dann, wenn das Wirtschaftswachstum über einem Prozent liegt, sondern generell jedes Jahr, mit einem Automatismus versehen. Das brauchen die Menschen, damit es keine kalte Enteignung gibt. (Beifall bei der FPÖ.) Das ist bei Ihnen nur halbherzig angeführt. (Abg. Schieder: Das heißt, Sie finden es richtig, aber Sie hätten es gern ein bisschen früher? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Für alle!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja peinlich, oder?! – Abg. Pilz: Das ist aber brutal! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
(Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja peinlich, oder?! – Abg. Pilz: Das ist aber brutal! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was ist das, eine „menschenwürdige Art“?
Es ist aber auch so, dass zum Beispiel in Projekten zur Rückkehrberatung und erweiterten Rückkehr für jene Leute, die kein Asyl in Österreich bekommen haben, die einen negativen Bescheid bekommen haben, daran gearbeitet wird, dass sie in einer menschenwürdigen Art und Weise unser Land wieder verlassen. Auch das gehört zu einem funktionierenden Asylsystem. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was ist das, eine „menschenwürdige Art“?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Halligalli!
Wenn 2017 jetzt das Jahr der Arbeit werden soll, was war denn eigentlich 2016, was war 2015, was war 2014? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Halligalli!) – Diese große Koalition ist ja seit dem Jahr 2013 im Amt und hat eigentlich die Aufgabe, die drängendsten Probleme in Österreich zu lösen. Wir haben immer unsere Hand ausgestreckt, wir haben auch, insbesondere nach der Regierungsumbildung im Mai letzten Jahres, wirklich offensiv gesagt, dass wir daran interessiert sind, den Menschen in Österreich ihre Lebenssituation zu erleichtern, ob das die Probleme in der Schule sind, ob das die Probleme am Arbeitsmarkt sind, ob das den Umweltschutzbereich betrifft, ob das die Frage des Einkommens betrifft oder ob es die Wohnsituation ist. Wir sind jedenfalls bereit, an Lösungen mitzuarbeiten, und haben unsere Hand ausgestreckt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist er denn überhaupt?
Ein weiterer Punkt: Seit dem Sommer hat sich der Integrations- und Außenminister Sebastian Kurz für das Integrationsgesetz eingesetzt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo ist er denn überhaupt?) Ich bin froh, dass wir diese Regelung betreffend die Vollverschleierung und auch die salafistisch motivierten Verteilaktionen treffen. Wir wollen eine Gegengesellschaft in Österreich nicht zulassen und wollen den Anfängen wehren, daher ein klares Ja zu diesem Vollverschleierungsverbot von unserer Seite, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bis nach Brüssel!
Ich bin auch fast schon gerührt von diesem Programm. Endlich nimmt sich die Regierung etwas vor. Und in diesem Programm sind sehr, sehr gute Punkte enthalten, das ist ja unbestritten. (Beifall des Abg. Schieder.) Dieses Programm hat ja auch noch andere Vorzüge. In diesem Programm stehen zum ersten Mal, seit ich mich erinnern kann, und ich glaube, überhaupt das erste Mal in einem Regierungsprogramm, konkrete Umsetzungsdaten, das heißt, bis wann man etwas erreichen will. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bis nach Brüssel!) Und das ist gut. Das ist wirklich eine Innovation, die höchstwahrscheinlich auch Herrn Kern geschuldet ist. Da drücke ich meinen Respekt aus.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Auf die lange Bank geschoben!
Der letzte heiße Punkt: flexible Arbeitszeiten. – Bei den flexiblen Arbeitszeiten können wir nicht alle Branchen über einen Kamm scheren, mit dem Rasenmäher drüberfahren. Die Bundesregierung war deswegen gut beraten, das Thema den Sozialpartnern zu übertragen, um das branchenmäßig zu beleuchten, zu betrachten. Wo ist das für die Gesundheit am Arbeitsplatz ein Problem? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Auf die lange Bank geschoben!) Wie schaffen wir es, über flexible Arbeitszeiten mehr Freizeit und längere Beschäftigungszeiten zustande zu bringen, ohne dass das Einkommen der Beschäftigten entsprechend gekürzt, sondern in manchen Bereichen vielleicht sogar erhöht wird? Die Sozialpartner führen im Hintergrund sehr gute interne Gespräche, um der Politik einiges zu liefern, und das werden sie auch tun.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Das halte ich für eine angemessene, gute Rede, im Gegensatz zu einigen anderen Oppositionspolitikerinnen und -politikern, die eigentlich alles kritisiert haben, aber nichts anerkannt haben. Dabei ist das eigentlich nicht möglich, denn wenn man diese 35 Seiten durchliest, kommt man relativ schnell drauf, dass hier sehr weitreichende, wichtige, zukunftsträchtige Maßnahmen für dieses Land und vor allem für die Bevölkerung, für die Menschen in Österreich getroffen werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Bundeskanzler! Sehr geehrte Minister! Ja, Frau Kollegin von der SPÖ, Sie haben ganz recht, Frau Kollegin Jenewein braucht eines: Zuversicht! Zuversicht – bitte reden Sie nicht alles in Grund und Boden! (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Man muss die Sache wirklich auf die Waagschale legen und prüfen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie es schon gesehen, von allen darauf?
Jetzt haben wir ja wirklich etwas Neues: Wir haben im Parlament noch nie erlebt, dass es eine kollektive Unterschriftenprobe gibt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie es schon gesehen, von allen darauf?) Ja, das ist das Neue: Eine kollektive Schriftprobe quer durch die Regierung und ihre Abgeordneten (Abg. Walter Rosenkranz: Was generell …!) unter einem Programm, das zum Großteil eigentlich bereits 2013 paktiert wurde, das einige neue Aspekte umfasst, das aber nach unseren Maßstäben neu zu bewerten ist, denn unsere Maßstäbe sind ganz schlicht und einfach: Wird jetzt die Lebenssituation der Österreicherinnen und Österreicher durch dieses neue, ich nenne es jetzt einmal aufgewärmte oder neu adaptierte Regierungsprogramm wirklich besser? (Abg. Wöginger: Ja! – Abg. Königsberger-Ludwig: Ja!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sind wir weit weg von den 5 Prozent!
Herr Kollege Matznetter, Sie haben darüber gesprochen, wo der Witz liegt. – Wo da der schlechte Witz liegt, kann ich Ihnen sagen: Die kalte Progression wird gar nicht abgeschafft, sie wird nur für die ersten beiden Tarifstufen ganz leicht gedämpft, und das auch nur dann, wenn die kumulierte Inflation 5 Prozent erreicht. 2016 zum Beispiel hat die Inflation 0,9 Prozent betragen. Wenn diese Regelung im Jahr 2019 – da werden Sie alle schon lange nicht mehr im Amt sein – in Kraft tritt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sind wir weit weg von den 5 Prozent!), dann werden wir weit weg von diesen 5 Prozent sein und dann wird es wahrscheinlich bis 2026 dauern – also insgesamt neun Jahre! –, bis das wirklich einmal greift. – Das wollen Sie dem Bürger wirklich als großen Wurf, als großen Erfolg verkaufen? Für mich ist das eine Frotzelei des Steuerzahlers! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na ja, überall!
Bitte? Ist das Ihr Ernst? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na ja, überall!) Das muten Sie dem Steuerzahler zu? Mehr ist Ihnen wirklich nicht eingefallen? Haben Sie vor lauter Streiterei keine Zeit mehr gehabt, sich auch noch über die Gegenfinanzierung zu unterhalten? Das schlägt doch wirklich dem Fass den Boden aus! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker.) Aber es ist ja ganz klar: Wer kümmert sich schon um die Gegenfinanzierung, wenn das Geld ohnehin vom Steuerzahler kommt?
Sitzung Nr. 165
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht übers ...!
Wir haben im Regierungsprogramm sehr klar gesagt, dass der Beschäftigungsbonus sehr wichtig ist, weil wir der Industrie, den Betrieben für die zusätzlichen Arbeitsplätze, die geschaffen werden (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht übers ...!), Unterstützung bieten wollen. Wir haben ganz klar gesagt, wir machen eine „Beschäftigungsaktion 20.000“. Wir wollen 20 000 Menschen, die langzeitarbeitslos sind und nur einen Mangel haben – und das ist kein Mangel, das ist Erfahrung –, und zwar den, dass sie das Alter haben, das ich habe, nämlich älter als 50 zu sein, fördern. Sie haben auf dem Arbeitsmarkt deshalb keine Chance, weil sie einfach ein Lebensalter erreicht haben, das über 50 liegt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Von wem?
Sie haben den Beschäftigungsbonus angesprochen: Auch da werden wir drei Jahre lang 50 Prozent der Lohnnebenkosten für jene Unternehmen, die zusätzliches Personal aufnehmen, zur Verfügung stellen. Warum macht das das aws? – Das sage ich ganz deutlich: Da geht es um eine Förderung, und das aws ist der Förderungsabwickler der Wirtschaft. Daher macht das auch das aws. Es ist auch relativ gut kontrolliert (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Von wem?), es ist eine Einrichtung des Wirtschaftsministeriums und natürlich auch parlamentarisch kontrolliert.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das wissen wir eh!
Wir haben ganz deutlich gesagt, wir brauchen ein Integrationsjahr in Österreich. Warum? – Weil Menschen zu uns kommen, junge Menschen, die unsere Kultur kennenlernen müssen (Abg. Peter Wurm: ... Männer!), die sich auch mit den Arbeitsmöglichkeiten in Österreich auseinandersetzen müssen. Wir wissen natürlich, die beste Integrationsform ist, in Arbeit zu stehen und für den eigenen Lebensunterhalt durch Arbeit selbst sorgen zu können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das wissen wir eh!) Das wollen wir. Daher haben wir das Integrationsjahr ganz deutlich umgesetzt, bei dem es darum geht, die Sprache zu vermitteln, die Werte zu vermitteln, Arbeitstrainings zu ermöglichen, aber auch die Qualifikationen dieser Menschen hervorzuheben.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche Sprachkurse wären das genau?
Was mir ganz wichtig ist – Sie haben es angesprochen –: Es geht um die Frage der Qualifikation. Wir haben in Österreich Menschen, die als Ausbildung eine Lehre absolviert haben. Wir wissen, dass das österreichische Beschäftigungswunder auch damit zu tun hat, dass die Menschen in der dualen Berufsausbildung Fertigkeiten entwickelt haben, die sie und damit Österreich gegenüber anderen Ländern auszeichnen. Diese Menschen, die eine Lehre gemacht haben, wollen wir stärken. Daher haben wir ganz deutlich gesagt, wir wollen die Lehre aufwerten, indem wir die Kosten von Vorbereitungskursen für die Lehrabschlussprüfung übernehmen, indem wir die Finanzierung von Sprachkursen zustande bringen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche Sprachkurse wären das genau?)
Abg. Kickl: Und weiße Weihnachten! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was genau werdet ihr da machen? – Zwischenruf des Abg. Lugar.
Ländern sehr kurz ist – 60, 70 Kilometer –, dann ist es wichtig, dass die Lebensbedingungen auf dieser Seite und auf der anderen Seite der Grenze gleich sind. (Abg. Kickl: Und weiße Weihnachten! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was genau werdet ihr da machen? – Zwischenruf des Abg. Lugar.) Das ist eine Herausforderung für Europa. In diese Richtung werden wir arbeiten.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Mit österreichischem Steuergeld!
Da ist die Stärkung der sozialen Säule in Europa ein wichtiges Thema. Das werden wir in den nächsten Räten ganz intensiv einbringen. Wir arbeiten dafür. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Mit österreichischem Steuergeld!) Kritik ist etwas Einfaches – das ist leicht –, aber es ist ganz entscheidend, dass wir hier die weiteren Schritte setzen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... nächsten zwei Jahre!
Mit dem Regierungsprogramm, mit dem Beschäftigungsprogramm „Beschäftigungsaktion 20.000“, mit der Maßnahme des Beschäftigungsbonus, mit der Qualifikationsoffensive, mit der Stärkung der Lehre hat die Bundesregierung ihre Beiträge geleistet. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... nächsten zwei Jahre!)
Abg. Schopf: Genau! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber der Arbeitsmarkt war nicht geöffnet!
Sie werden mir sicherlich recht geben: Eine der größten Ursachen ist, dass wir das vielleicht alle miteinander etwas unterschätzt haben. (Abg. Mölzer: Wir haben das nicht unterschätzt! – Zwischenrufe der Abgeordneten Hafenecker und Peter Wurm.) Die Personenfreizügigkeit ist eine der vier Grundfreiheiten und damit Teil dieses EU-Vertrags, und auch Sie, die FPÖ, haben als Partei in Regierungsverantwortung 2003 die EU-Erweiterung mitbeschlossen. (Abg. Schopf: Genau! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber der Arbeitsmarkt war nicht geöffnet!) Schieben und reden wir die Dinge nicht immer weg, sondern sagen wir ganz einfach: Ja, die größte EU-Erweite-
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo denn?!
Zum zweiten Teil Ihres Themas der Aktuellen Stunde, der „Masseneinwanderung ins Sozialsystem“, einige Feststellungen: Es ist die ÖVP, die ganz vehement darauf drängt und in der operativen Umsetzung in der Bundesregierung auch schaut, die Zuwanderung zu begrenzen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo denn?!) Wir sprechen uns ganz klar für Obergrenzen aus und auch für Abschiebungen. Gerade gestern im Ministerrat wurde das aktuelle Fremdenrechtspaket beschlossen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bla, bla, bla! – Abg. Schwentner: Sind Sie stolz darauf?), und da haben Sie als FPÖ die Gelegenheit (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bla, bla, bla!), dem zuzustimmen und nicht so wie beim Staatsschutzgesetz alles zu fordern und dann bei der Abstimmung hier im Haus zu kneifen. So stellt man sich konsequente Arbeit nicht vor. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bla, bla, bla! – Abg. Schwentner: Sind Sie stolz darauf?
Zum zweiten Teil Ihres Themas der Aktuellen Stunde, der „Masseneinwanderung ins Sozialsystem“, einige Feststellungen: Es ist die ÖVP, die ganz vehement darauf drängt und in der operativen Umsetzung in der Bundesregierung auch schaut, die Zuwanderung zu begrenzen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo denn?!) Wir sprechen uns ganz klar für Obergrenzen aus und auch für Abschiebungen. Gerade gestern im Ministerrat wurde das aktuelle Fremdenrechtspaket beschlossen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bla, bla, bla! – Abg. Schwentner: Sind Sie stolz darauf?), und da haben Sie als FPÖ die Gelegenheit (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bla, bla, bla!), dem zuzustimmen und nicht so wie beim Staatsschutzgesetz alles zu fordern und dann bei der Abstimmung hier im Haus zu kneifen. So stellt man sich konsequente Arbeit nicht vor. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bla, bla, bla!
Zum zweiten Teil Ihres Themas der Aktuellen Stunde, der „Masseneinwanderung ins Sozialsystem“, einige Feststellungen: Es ist die ÖVP, die ganz vehement darauf drängt und in der operativen Umsetzung in der Bundesregierung auch schaut, die Zuwanderung zu begrenzen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo denn?!) Wir sprechen uns ganz klar für Obergrenzen aus und auch für Abschiebungen. Gerade gestern im Ministerrat wurde das aktuelle Fremdenrechtspaket beschlossen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bla, bla, bla! – Abg. Schwentner: Sind Sie stolz darauf?), und da haben Sie als FPÖ die Gelegenheit (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bla, bla, bla!), dem zuzustimmen und nicht so wie beim Staatsschutzgesetz alles zu fordern und dann bei der Abstimmung hier im Haus zu kneifen. So stellt man sich konsequente Arbeit nicht vor. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Machen wir es wie in Wien, keine Kontrollen!
Ich versuche, einen Faden zu finden bei all dem, was vorgekommen ist. Ich glaube, die Botschaft ist kurz, die Botschaft ist relativ simpel, daher beschäftigt mich viel mehr, wie sehr von ÖVP- und teilweise auch von SPÖ-Seite auf diese Debatte eingegangen wird. Mein Vorredner von der ÖVP hat ja nur bestätigt und Ihnen mehr oder weniger schon ein Koalitionsangebot gemacht (Abg. Deimek: Das tut euch weh, das ist ganz klar! Aber mit euren 12 Prozent?!), zumindest was sozialpolitische Themen anlangt. Ich frage mich wirklich: Was gefährdet unser Sozialsystem wirklich? (Ruf bei der FPÖ: Die Grünen!) Ist es die permanent in Rede gebrachte Pflegerin, die 24-Stunden-Betreuerin, die uns angeblich so viel wegnimmt? Oder ist es zum Beispiel die ewig lange Debatte um die Mindestsicherung im letzten Jahr, die von Schwarz und Blau, die dank schwarz-blauer Koalitionen angetrieben worden ist, die in einigen Ländern, in Niederösterreich und Oberösterreich, sogar bis an die Spitze getrieben worden ist, in der es darum gegangen ist, Menschen auszugrenzen? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Machen wir es wie in Wien, keine Kontrollen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Können Sie zum Thema gar nichts sagen?
Somit wäre ich jetzt bei der 24-Stunden-Betreuerin, über die sehr viel gesprochen worden ist, und diese möchte ich jetzt einmal in diesen Raum hereinholen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Können Sie zum Thema gar nichts sagen?), denn ich glaube, wir vergegenwärtigen uns nicht, wie diese Frauen in Haushalten bei uns meistens leben. Sie arbeiten 24 Stunden – so heißt ihr Job: 24-Stunden-Betreuung –, sie arbeiten rund um die Uhr, sie pflegen unsere Eltern, unsere Großeltern, sie sind in jeder Minute da. Sie sind mitunter ziemlich überfordert mit ihrem Alleinsein, mit dem, was sie an Tätigkeiten zu vollbringen haben. Und wo sind ihre Kinder? – Ihre Kinder sind zu Hause, sind in Rumänien, in Ungarn, in der Slowakei. Das aber nicht deswegen, weil sie ihre Kinder nicht gerne bei sich hätten, sondern weil erstens der Job das gar nicht erlaubt und weil sie es sich zweitens wahrscheinlich gar nicht leisten könnten, ihre Kinder zu sich zu holen. Es geht auch gar nicht, neben der 24-Stunden-Betreuung auch noch die Kinder um sich zu haben.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, aber die Redezeit ist aus!
Sie tun es nicht? – Dann reden wir einmal darüber, ob diese Personen, die bei der Wirtschaftskammer angemeldet sind, tatsächlich selbständig sind! Ich würde behaupten, sie sind maximal Scheinselbständige. Sie arbeiten an einem Arbeitsplatz rund um die Uhr und sind keine Selbständigen. Bitte, beschäftigen wir uns einmal damit! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, aber die Redezeit ist aus!)
Rufe bei der FPÖ: Aufpassen! Aufpassen! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht Ängste schüren!
Sie sind elende Rosinenpicker, völlig verantwortungslos! In welcher Welt wollen diese jungen Menschen leben? (Rufe bei der FPÖ: Aufpassen! Aufpassen! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht Ängste schüren!) Auf 28 Inseln mit Stacheldrahtzaun rundherum? – Nein! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie schüren permanent Ängste!) Der Wohlstand, die Lebensqualität, der Frieden auf diesem Planeten, vor allem aber auf diesem Kontinent werden nur in einem Miteinander zu kultivieren sein, Sie aber befeuern im Moment das Gegeneinander. Die FPÖ hat damit angefangen, und SPÖ und ÖVP stimmen jetzt mit ein. Das ist grundfalsch, das ist Zukunftsraub, das ist verantwortungslos gegenüber den jungen Menschen! (Beifall bei den NEOS. – Abg. Kickl: Das war eine Angstmacherrede! – Abg. Rädler: Die Auftragsrede von Haselsteiner!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie schüren permanent Ängste!
Sie sind elende Rosinenpicker, völlig verantwortungslos! In welcher Welt wollen diese jungen Menschen leben? (Rufe bei der FPÖ: Aufpassen! Aufpassen! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht Ängste schüren!) Auf 28 Inseln mit Stacheldrahtzaun rundherum? – Nein! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie schüren permanent Ängste!) Der Wohlstand, die Lebensqualität, der Frieden auf diesem Planeten, vor allem aber auf diesem Kontinent werden nur in einem Miteinander zu kultivieren sein, Sie aber befeuern im Moment das Gegeneinander. Die FPÖ hat damit angefangen, und SPÖ und ÖVP stimmen jetzt mit ein. Das ist grundfalsch, das ist Zukunftsraub, das ist verantwortungslos gegenüber den jungen Menschen! (Beifall bei den NEOS. – Abg. Kickl: Das war eine Angstmacherrede! – Abg. Rädler: Die Auftragsrede von Haselsteiner!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da hätten Sie zuhören müssen!
Letzteres. Ich habe nicht viele Antworten gehört, die Sie auf diese großen Fragen geben können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da hätten Sie zuhören müssen!) – Ich habe Ihnen zugehört. (Abg. Neubauer: Dann geben uns halt Sie welche!) Kollege Muchitsch hat Ihnen ja in seiner Rede gesagt, dass Sie bei der EU-Osterweiterung auch mitgestimmt haben. Die Freiheitliche Partei war damals dabei! (Abg. Neubauer: EU-Osterweiterung heißt nicht Afrika!) Sie waren dabei. Sie wissen auch, dass Österreich die Übergangsregelungen so lange ausgeschöpft hat, wie es möglich war. Wir haben das gemacht.
Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kickl. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir aber auch gefordert: Verlängern Sie die Übergangsfristen!
Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein, wo die Freiheitliche Partei jedoch nicht dabei war – und das sollten auch die ZuseherInnen wissen –, das war beim Beschluss des Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetzes. (Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kickl. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir aber auch gefordert: Verlängern Sie die Übergangsfristen!) Dort, wo es möglich ist, die Stimme zu erheben, sind Sie leise, aber da, wo es darum geht, Menschen gegeneinander auszuspielen, sind Sie immer ganz laut zu hören, geschätzte Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wahnsinn! – Abg. Neubauer: Das ist ja eigentlich eine ganz logische Sache!
Gemäß einer Studie, die Sie alle kennen, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, haben im Jahr 2016 AusländerInnen – allgemein gesagt – 3 Milliarden € in die Pensionsversicherung einbezahlt und lediglich 821 Millionen € aus der Versicherung herausbekommen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wahnsinn! – Abg. Neubauer: Das ist ja eigentlich eine ganz logische Sache!) Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Ausgleichszulage. – Geschätzter Herr Kollege Neubauer, Ihnen ist das so wichtig, dann hören Sie mir vielleicht einmal zu! (Abg. Neubauer: Gerne!) – 217 940 Menschen haben im Vorjahr in Österreich eine Ausgleichszulage erhalten, 930 Millionen € wurden dafür aufgewendet. Davon waren 19 025 Menschen aus Drittstaaten und 6 805 Menschen aus dem EU-Ausland, für diese wurden 97 Millionen € beziehungsweise 35 Millionen € aufgewendet. Es ist also wirklich nicht so, wie Sie es immer behaupten, dass man in ein System „einwandert“, sondern das sind durch Versicherungsleistungen erworbene Rechte. (Abg. Neubauer: Das hab’ ich ja gar nicht gesagt! Das haben Sie nicht verstanden!)
Abg. Neubauer: Ja wenn ihr wenigstens Wege hättet! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber das hören wir seit Jahren! – Abg. Kickl: Das hören wir seit zehn Jahren, und die Talfahrt geht weiter!
Wir wollen sinnvolle Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit; Herr Minister Stöger hat sie heute angesprochen. Mit dem Beschäftigungsbonus werden wir Arbeitsplätze schaffen, davon bin ich überzeugt. (Abg. Neubauer: Ja wenn ihr wenigstens Wege hättet! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber das hören wir seit Jahren! – Abg. Kickl: Das hören wir seit zehn Jahren, und die Talfahrt geht weiter!) Auch die ÜBAs haben einen großen Anteil daran, dass junge Menschen in Lehrstellen, in Beschäftigungsverhältnisse gebracht werden. Das ist nicht schlecht. Da können junge Menschen nachreifen. Das ist ganz, ganz wichtig für viele junge Menschen – wurscht, ob es AusländerInnen oder ÖsterreicherInnen sind. Wenn Sie bei uns das Recht haben, in eine ÜBA zu kommen, dann können sie dort auch nachreifen. Das ist ganz wichtig. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weiterwurschteln ist Ihr Weg!
Kolleginnen und Kollegen, unser Weg ist es, sinnvolle Maßnahmen zu schaffen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weiterwurschteln ist Ihr Weg!) Ihr Weg ist, immer nur schwarz-weiß zu malen und Ressentiments zu schaffen, aber Sie haben keine Antworten. Ich bin überzeugt davon, dass die Menschen den richtigen Weg erkennen werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Seit wie vielen Jahren steigt die Arbeitslosigkeit?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Die FPÖ sagt, an all dem seien die Ausländer schuld. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Und was tun jetzt die Regierungsparteien? – Die sagen, an all dem seien die rumänischen Kinder schuld, ihnen müsse man die 150 € Familienbeihilfe wegnehmen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: SPÖ und ÖVP!
Ich frage Sie: Wer ist schuld daran, dass wir keinen existenzsichernden Mindestlohn haben? Die Ausländer? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: SPÖ und ÖVP!) Wer ist schuld daran, dass das Arbeitslosengeld so niedrig ist? Die Ausländer? – Nein, es ist die Regierungspolitik der vergangenen Jahre (Abg. Deimek: ... ideologisches Weltbild!), die uns dorthin geführt hat, wo wir jetzt sind. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Falsch! Von uns nicht!
Das ist die Vorstellung von Rot, Schwarz und Blau von Österreich als einer wirtschaftlichen Insel. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Falsch! Von uns nicht!) Auf dieser Insel glauben Sie zu leben, aber ich sage Ihnen, es ist eine Traumwelt. Wer sich den österreichischen Arbeitsmarkt genau anschaut, der sieht nämlich, dass die Probleme im Wesentlichen hausgemacht sind. Wir haben so viele offene Stellen wie noch nie, nur passen die Arbeitsuchenden nicht auf diese offenen Stellen, weil die Qualifikation nicht stimmt. (Abg. Peter Wurm: Das haben Sie bestritten, Herr Loacker! Das haben Sie bestritten!) Das heißt, reden müssen wir über Ausbildung, über Weiterbildung, über Bildung generell, aber nicht über Ausländer, denn es gibt ja genug Österreicher, die keinen Pflichtschulabschluss haben und deswegen arbeitslos sind. (Abg. Peter Wurm: Das sage ich seit Jahren! – Zwischenruf des Abg. Höbart.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... dürfen Sie nicht vergessen! – Zwischenruf der Abg. Schimanek.
Dieser rot-schwarze Populismustrieb, der sich da gerade aufbaut, wird zu einer ökonomischen Gefahr für das Land. Wir haben auch ohne Zuwanderung ein massives Problem, und das sehen Sie, wenn Sie sich die Langzeitarbeitslosigkeit anschauen. Langzeitarbeitslos sind ja nicht diejenigen, die letztes Jahr und vorletztes Jahr aus Syrien und aus dem Irak gekommen sind. Langzeitarbeitslose sind Menschen, die schon sehr lange hier sind. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... dürfen Sie nicht vergessen! – Zwischenruf der Abg. Schimanek.)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer könnte es? Die NEOS?
SPÖ und ÖVP schaffen es nicht, die arbeitsmarktpolitischen Hausaufgaben zu lösen, und heute ist sichtbar geworden: Die FPÖ kann es auch nicht. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer könnte es? Die NEOS?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nur gibt’s die nicht!
sehen freut es mich, dass sich die FPÖ hier klar festgelegt hat, denn wir brauchen diese Balance. (Zwischenruf des Abg. Neubauer. – Ruf bei der FPÖ: Zur Verteidigung!) Supranationale Lösungen, um die EU-Außengrenzen zu schützen, sind uns ein Anliegen. Dort, wo das nicht gelingt, müssen wir nationalstaatlich agieren, aber europäische Lösungen sind in der Flüchtlingsfrage und in anderen großen Fragen natürlich besser. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nur gibt’s die nicht!) Das ist selbstverständlich, wenn ich zum Beispiel an den Klimaschutz denke. Dort, wo es nicht gelingt, handeln wir nationalstaatlich.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die EU schafft’s noch immer nicht!
Dort, wo es die Europäische Union eine Zeit lang nicht geschafft hat, war es Außenminister Sebastian Kurz, der aktiv geworden ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die EU schafft’s noch immer nicht!) Denken Sie an die Schließung der Westbalkanroute: Wie ist er am Beginn kritisiert worden! Und wie wird er jetzt sogar von Angela Merkel am Parteitag der CDU dafür gelobt? (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Kickl.) Es ist wichtig, den Mut zu haben, voranzugehen. Das ist die Außenpolitik, für die Sebastian Kurz steht.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sind Sie da ganz sicher?
Zur Familienbeihilfe sage ich Ihnen: Darüber, dass wir es jetzt in Angriff nehmen, die Leistungen, die ins Ausland gehen, zu regeln, bin ich persönlich sehr froh. (Abg. Neubauer: Habt’s das dem Karas auch schon gesagt?) Warum bin ich froh? – Ich habe das schon im Jahr 2010 als Finanzstaatssekretär machen wollen, habe es aber nicht geschafft. (Abg. Kickl: Wer hat’s verhindert?) Wir werden es jetzt schaffen, weil wir jetzt auch die Unterstützung seitens der Sozialdemokratie haben werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sind Sie da ganz sicher?) Ich sage Ihnen: Es gibt da in Europa riesige Unterschiede. (Zwischenruf des Abg. Kogler.) – Ja, weil wir eine Familienpartei sind, wollen wir, dass wir unsere Gesetze ernst nehmen.
Sitzung Nr. 167
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es geht um den Sozialbericht!
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Sehr geschätzte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Das Thema der Diskussion scheint jetzt offenbar wieder zu sein: Was ist gut? Was ist schlecht? (Heiterkeit bei der FPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Das ist in der Demokratie so!) Dass die Opposition nicht den Anstand hat, hier hervorzuheben, was in diesem Land gut funktioniert, finde ich eigentlich schade. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es geht um den Sozialbericht!) – Der Sozialbericht, Frau Abgeordnete Belakowitsch-Jenewein, gibt auf seinen 396 Seiten sehr viel Aufschluss darüber (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wirklich viel Aufschluss!), und er wurde nicht von irgendwelchen gesteuerten Experten verfasst, sondern von wirklichen Wissenschaftlern und Experten. Wenn wir diesen Sozialbericht entsprechend genau durchleuchten, dann zeigt er uns schon mit sämtlichen Zahlen, Daten und Fakten, was funktioniert (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was nicht funktioniert!), aber auch, was noch besser funktionieren soll. Ich glaube, das sollten wir heute bei diesem Tagesordnungspunkt diskutieren, und nicht generell wieder alles schlechtreden und schlechtmachen!
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wirklich viel Aufschluss!
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Sehr geschätzte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Das Thema der Diskussion scheint jetzt offenbar wieder zu sein: Was ist gut? Was ist schlecht? (Heiterkeit bei der FPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Das ist in der Demokratie so!) Dass die Opposition nicht den Anstand hat, hier hervorzuheben, was in diesem Land gut funktioniert, finde ich eigentlich schade. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es geht um den Sozialbericht!) – Der Sozialbericht, Frau Abgeordnete Belakowitsch-Jenewein, gibt auf seinen 396 Seiten sehr viel Aufschluss darüber (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wirklich viel Aufschluss!), und er wurde nicht von irgendwelchen gesteuerten Experten verfasst, sondern von wirklichen Wissenschaftlern und Experten. Wenn wir diesen Sozialbericht entsprechend genau durchleuchten, dann zeigt er uns schon mit sämtlichen Zahlen, Daten und Fakten, was funktioniert (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was nicht funktioniert!), aber auch, was noch besser funktionieren soll. Ich glaube, das sollten wir heute bei diesem Tagesordnungspunkt diskutieren, und nicht generell wieder alles schlechtreden und schlechtmachen!
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was nicht funktioniert!
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Sehr geschätzte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Das Thema der Diskussion scheint jetzt offenbar wieder zu sein: Was ist gut? Was ist schlecht? (Heiterkeit bei der FPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Das ist in der Demokratie so!) Dass die Opposition nicht den Anstand hat, hier hervorzuheben, was in diesem Land gut funktioniert, finde ich eigentlich schade. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es geht um den Sozialbericht!) – Der Sozialbericht, Frau Abgeordnete Belakowitsch-Jenewein, gibt auf seinen 396 Seiten sehr viel Aufschluss darüber (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wirklich viel Aufschluss!), und er wurde nicht von irgendwelchen gesteuerten Experten verfasst, sondern von wirklichen Wissenschaftlern und Experten. Wenn wir diesen Sozialbericht entsprechend genau durchleuchten, dann zeigt er uns schon mit sämtlichen Zahlen, Daten und Fakten, was funktioniert (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was nicht funktioniert!), aber auch, was noch besser funktionieren soll. Ich glaube, das sollten wir heute bei diesem Tagesordnungspunkt diskutieren, und nicht generell wieder alles schlechtreden und schlechtmachen!
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da gibt’s nichts zu loben da drinnen, ich habe mich echt bemüht!
Dieser Sozialbericht bringt wirklich sehr viele Erkenntnisse, einerseits Bestätigung, wo wir gut unterwegs sind, aber andererseits auch hinsichtlich der Herausforderungen: Wo gibt es noch Bedarf? Fakt ist, dass wir uns vor allem nicht immer intern mit Beurteilungen und Bewertungen auseinandersetzen sollten, sondern es ist schön, wenn das Externe tun. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da gibt’s nichts zu loben da drinnen, ich habe mich echt bemüht!) Sie waren leider vorige Woche nicht dabei, als wir Gäste aus dem Deutschen Bundestag hatten. Einige Vertreter des Sozialausschusses waren dabei, und bis auf Kollegen Loacker waren wir eigentlich alle sehr stolz auf dieses System in Österreich.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber wir dürfen schon kritisieren, oder?
Meine Damen und Herren! Ich verstehe nach den ersten drei Rednern eines nicht, nämlich dass man nicht einen Bericht hernehmen, Schlüsse daraus ziehen und eine vernünftige Diskussion führen kann. Es wird von zwei Rednern der Opposition alles zunichtegemacht, was da drinsteht. Ich sehe mich auch als Vertreter einer Regierungspartei nicht aufgefordert, dass ich alles begrüßen muss, was da drinsteht, aber es liegt ein Sozialbericht vor, und: Warum nehmen wir nicht die Punkte her und ziehen auch gemeinsam die richtigen Schlüsse daraus? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber wir dürfen schon kritisieren, oder?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht nachdenken, machen! – Ruf bei der FPÖ: Seit drei Jahren denkt ihr schon nach!
Wir haben 50 000 offene Stellen, und diese Zahl steigt massiv an. Das sind um rund 40 Prozent mehr als vor einem Jahr. 50 000 offene Stellen sind es derzeit in Österreich – Daten von Ende Februar 2017. Da müssen wir nachdenken, wie wir die Menschen zu den Jobs bringen, und das machen wir auch. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht nachdenken, machen! – Ruf bei der FPÖ: Seit drei Jahren denkt ihr schon nach!) Wenn Sie nachgelesen hätten, wüssten Sie das. Aus dem überarbeiteten Regierungsprogramm nenne ich Ihnen drei Maßnahmen: Die erste ist der Beschäftigungsbonus, nämlich dass wir Lohnnebenkosten für drei Jahre senken, wenn aus der Arbeitslosigkeit heraus Menschen zusätzlich in Jobs gebracht werden. Das ist eine ganz wichtige Maßnahme.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die können jetzt alle gekündigt werden!
Wir beginnen auch mit einer Aktion für die über 50-jährigen Arbeitslosen, die es besonders schwer haben, wieder unterkommen zu können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die können jetzt alle gekündigt werden!) – Frau Kollegin, können Sie einmal zuhören? Ich weiß nicht, ob Sie Sprechtage abhalten, ich mache das in meinem Wahlkreis im Innviertel wöchentlich, und da kommen Menschen, die arbeitslos und älter als 50 Jahre sind; die haben es besonders schwer. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, genau!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, genau!
Wir beginnen auch mit einer Aktion für die über 50-jährigen Arbeitslosen, die es besonders schwer haben, wieder unterkommen zu können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die können jetzt alle gekündigt werden!) – Frau Kollegin, können Sie einmal zuhören? Ich weiß nicht, ob Sie Sprechtage abhalten, ich mache das in meinem Wahlkreis im Innviertel wöchentlich, und da kommen Menschen, die arbeitslos und älter als 50 Jahre sind; die haben es besonders schwer. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, genau!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ihr wollt ja die Arbeitszeit verkürzen!
Wir können uns auch nicht vor aktuellen Diskussionen verschließen, meine Damen und Herren, wenn es darum geht, was beiden, den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern, beim Thema der Neugestaltung der Arbeitszeit hilft. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ihr wollt ja die Arbeitszeit verkürzen!) Mir ist wichtig, dass dieses Thema so aufgearbeitet wird, dass es keine Einbahnstraße wird, sondern dass beide davon profitieren, sowohl die Dienstgeber als auch die Dienstnehmer. Das ist möglich! Es ist möglich, wenn ich als Dienstnehmer auf der einen Seite bereit bin, Mehrarbeit zu leisten, und auf der anderen Seite zu sagen, ich bekomme größere Freizeitblöcke oder natürlich auch mehr Geld, wenn ich angeordnete Mehrarbeit leiste. So, glaube ich, müssen wir dieses Rätsel der Arbeitszeit auflösen. Wir brauchen Flexibilität, aber das darf keine Einbahnstraße sein. Es müssen beide profitieren, die Dienstgeber und die Dienstnehmer, dann werden die Modelle letzten Endes auch erfolgreich sein, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kassegger: Das war eine Sonntagsrede, Herr Wöginger! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist christlich-sozial? – Zwischenruf der Abg. Kitzmüller.
Meine Damen und Herren, ich weiß nur eines: Wir als christlich-soziale Volkspartei stehen für ein soziales Netz, aber es kann nicht sein, dass unsere Systeme ausgenutzt werden. Leistung muss sich lohnen, und dafür wird die ÖVP auch in Zukunft stehen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kassegger: Das war eine Sonntagsrede, Herr Wöginger! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist christlich-sozial? – Zwischenruf der Abg. Kitzmüller.)
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Wöginger: Na geh! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das steht ja eindeutig drinnen!
Meine geschätzten Damen und Herren, wenn die ÖVP diesem Bericht zustimmt, dann ist sie aus meiner Sicht auch jene Partei, die für diese neuen Steuern steht. Kollege Wöginger, da kannst du dich abputzen, wie du willst: Wenn du zustimmst, dann bist du ein Teil dieses Papiers und ein Teil derer, die für Erbschaftssteuer stehen, die für Vermögensteuer stehen. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Wöginger: Na geh! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das steht ja eindeutig drinnen!)
Abg. Kassegger: Warum stimmen Sie dann zu, Frau Glawischnig? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie stimmen zu!
Der zweite Punkt, der wirklich unter den Nägeln brennt: In den letzten 40 Jahren sind die Mieten um fast 1 000 Prozent gestiegen, die Einkommen um 620 Prozent. Irgendwie ist das Thema Mieten und Wohnen, obwohl es ein wahnsinnig relevantes soziales Anliegen ist, obwohl es eines der relevantesten sozialen Themen ist, komplett ausgespart worden. (Abg. Kassegger: Warum stimmen Sie dann zu, Frau Glawischnig? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie stimmen zu!) Es gab im Jahr 2013, im Regierungsübereinkommen, noch ein Versprechen dieser Bundesregierung, sich das Mietrecht anzuschauen und eine große Reform zu machen. Im neuen Regierungsübereinkommen findet sich das nicht. Ich finde, so ein Sozialbericht sollte schon Anlass sein, dieses schwarze Loch soziale Gerechtigkeit in diesem Regierungsübereinkommen neu zu überarbeiten. Dazu hätten wir ja wohl die Möglichkeit.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das steht gar nicht drinnen! – Abg. Kassegger: Haben Sie den Bericht doch nicht gelesen, Frau Kollegin?
Abschließend zu den Maßnahmen, die Sie sehr wohl im Ministerrat beschlossen haben: Ich nehme nur ein Beispiel her, das ist die Kürzung beziehungsweise die Abschaffung der Familienbeihilfe für Kinder, die im Ausland sind. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das steht gar nicht drinnen! – Abg. Kassegger: Haben Sie den Bericht doch nicht gelesen, Frau Kollegin?) – Das steht nicht drinnen, es steht nur das Kapitel Pflege drinnen. Wenn man sich die Situation im Pflegebereich ansieht und dann, dass Tausende Pflegerinnen aus unseren Nachbarstaaten, die teilweise für 3 € die Stunde 24 Stunden, rund um die Uhr, zur Verfügung stehen, eine wesentliche Säule unserer sozialen Sicherheit darstellen, dann frage ich mich schon, liebe SPÖ, wo Ihr sozialer Gerechtigkeitsverstand hingekommen ist.
Abg. Schellhorn: Personenfreizügigkeit! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie wollen sich freikaufen!
Das ist ein sehr, sehr guter Sozialbericht – ich sage es noch einmal: wir stimmen ihm zu –, aber er blendet soziale Lebensrealitäten komplett aus. (Abg. Schellhorn: Das stimmt!) Die Frage der Pflege ist in Österreich ein Thema, und wenn Sie diesen Frauen das wegnehmen, wird das in diesem Bereich zu einem Notstand führen. Das Durchschnittsalter der slowakischen Pflegekräfte ist 42. Die haben alle Kinder zu Hause, kleine Kinder, sind teilweise alleinverdienend und brauchen natürlich auch eine gewisse Absicherung für diese Kinder, während sie weg sind – das tut schon auch weh, drei Wochen, zwei Wochen von seinen Kindern getrennt zu sein. (Abg. Schellhorn: Personenfreizügigkeit! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie wollen sich freikaufen!) – Frau Kollegin, wissen Sie, was ich möchte? – Ich möchte, dass wir im Pflegebereich endlich einmal hinschauen. Das ist auch eine Aufforderung an den Sozialminister.
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der NEOS sowie der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ich glaube, der Grund dafür, dass das so ist, ist dieser Nichtanreiz zur Vermögensbildung. Ich glaube aber, da wäre ein Ansatz da. Das wäre, meine ich, die Lösung aus diesem Sozialbericht, dass wir versuchen, einer breiten Masse Vermögensbildung zu ermöglichen, es zu unterstützen und nicht hinzuschauen und zu sagen: Vermögen ist pfui, und da müssen wir etwas dagegen tun! (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der NEOS sowie der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja nichts!
Abgeordnete Mag. Birgit Schatz (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Meine Vorrednerinnen von den Grünen haben bereits betont, dass wir die Darstellung des Sozialberichts positiv bewerten, wobei ich sagen muss, dass er nichts enthält, was für uns sozialpolitisch total überraschend oder neu ist, und darum ist es für mich spannend, was die Regierung jetzt mit den Informationen, die darin enthalten sind, macht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja nichts!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da schau! Da hat er uns was gesagt!
Eines muss klar sein: Ein Sozialbericht ist kein Börsenbericht. Das heißt, das ist kein Bericht, bei dem man das Auf und Ab von Börsenkursen bunt in Tabellen und Grafiken darstellt und vollkommen ausblendet, welche Auswirkungen das auf Beschäftigte hat. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da schau! Da hat er uns was gesagt!) Der Sozialbericht bildet die Lebensrealität der österreichischen Bevölkerung ab. (Abg. Peter Wurm: Nicht ganz ...! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sollte!) Wie wir jetzt sehen, lassen diese Zahlen einen Interpretationsspielraum, und darum ist es auch wichtig, dass sie interpretiert werden. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.)
Abg. Peter Wurm: Nicht ganz ...! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sollte!
Eines muss klar sein: Ein Sozialbericht ist kein Börsenbericht. Das heißt, das ist kein Bericht, bei dem man das Auf und Ab von Börsenkursen bunt in Tabellen und Grafiken darstellt und vollkommen ausblendet, welche Auswirkungen das auf Beschäftigte hat. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da schau! Da hat er uns was gesagt!) Der Sozialbericht bildet die Lebensrealität der österreichischen Bevölkerung ab. (Abg. Peter Wurm: Nicht ganz ...! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sollte!) Wie wir jetzt sehen, lassen diese Zahlen einen Interpretationsspielraum, und darum ist es auch wichtig, dass sie interpretiert werden. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das sagen wir ja! – Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.
Das passt irgendwie nicht zusammen, und das ist auch ein Teil des Problems. Das müssten wir auch diskutieren. Selbstverständlich sind neue Arbeitsplätze geschaffen worden, aber von welcher Qualität? – Das ist ja erbärmlich! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das sagen wir ja! – Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.) – Ich sage ja nicht, dass Sie unrecht haben, ich sage nur, dass Sie die Folgen falsch daraus ziehen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: ..., das ist wahrscheinlich Ihre Modellregion für die Mindestsicherung: 1,6 Milliarden! – Abg. Neubauer: Ihr wollt lieber ein Minus von 1,6 Milliarden!
Ich komme zurück auf die Anträge, in denen es im Großen und Ganzen darum geht, dass es auch in einigen staatsnahen Betrieben Superpensionen gibt, die auch aus meiner Sicht – das sage ich auch ganz persönlich – durch nichts gerechtfertigt sind. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: ..., das ist wahrscheinlich Ihre Modellregion für die Mindestsicherung: 1,6 Milliarden! – Abg. Neubauer: Ihr wollt lieber ein Minus von 1,6 Milliarden!) Ich möchte in diesem Zusammenhang aber darauf hinweisen, dass gerade diese Bundesregierung es war, die im Jahre 2014 mit dem Sonderpensionenbegrenzungsgesetz trotz massivster Kritik eine Reduktion der sogenannten – und von Ihnen auch kritisierten – Luxuspensionen vorgenommen hat. Ich kann mich noch gut an die damalige Diskussion erinnern, als uns auch bei einem Hearing von international anerkannten Experten eine unsachliche und verfassungswidrige Vorgangsweise unterstellt wurde, weil es geheißen hat, da könne man einfach nicht eingreifen, man greife damit in Eigentumsrechte ein, das sei nicht gerechtfertigt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Einzementierung!
Trotzdem haben die Regierungsparteien eine Reduzierung dieser Luxuspensionen vorgenommen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Einzementierung!), und diese wurde auch mit Zweidrittelmehrheit hier bestätigt. (Abg. Peter Wurm: Ihr habt sie einzementiert! Da sind die Grünen dabei gewesen! Die haben die Luxuspensionen gerettet, für Zehntausende!) Sogar der Rechnungshof hat uns bestätigt, dass dessen Empfehlungen im Sonderpensionenbegrenzungsgesetz weitgehend berücksichtigt wurden. (Abg. Peter Wurm: ... 10 000 € im Monat!) – Schreien können Sie daheim, oder sperren Sie sich irgendwo ein, aber nicht hier herinnen!
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die NEOS sind wenigstens glaubwürdig!
Jetzt, Herr Kollege Wurm, zu den Sonderpensionen: Es gibt zwei Anträge unter diesen Tagesordnungspunkten, einen von den NEOS, einen von uns. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die NEOS sind wenigstens glaubwürdig!) Im Unterschied zu den NEOS – auch im Unterschied zur FPÖ – haben wir damals eine Entscheidung mitgetragen. Die NEOS und die FPÖ haben zugelassen, dass wir bei einem Punkt stehen geblieben sind, der auch uns nicht recht war, aber wir sind zumindest diesen Schritt gegangen, haben gesagt, wir gehen so weit, ... (Abg. Loacker: Wer hat es zugelassen?) – Die NEOS und die FPÖ! Ihr seid bei einem Punkt stehen geblieben, und wir haben gesagt, wir wollen weiterverhandeln, wir wollen Schritte gehen, wir wollen (Abg. Peter Wurm: Sagen Sie die Wahrheit!) unverschämt hohe Luxuspensionen, die es in diesen Bereichen, in der Nationalbank und in vielen anderen Bereichen, gegeben hat, angehen, wir wollen schauen, wie weit – und das hat Herr Kollege Spindelberger schon beschrieben – das überhaupt verfassungskonform ist.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer hat denn überhaupt zugestimmt? Ihr habt es einzementiert, mein Gott!
Sie waren nicht dabei. Sie sind abgesprungen und Sie haben letztlich zugestimmt, dass es noch immer Luxuspensionen gibt, unverschämt hohe – dank Ihnen, werte KollegInnen von der FPÖ! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer hat denn überhaupt zugestimmt? Ihr habt es einzementiert, mein Gott!) Luxuspensionen haben Sie zugelassen, indem Sie unseriös verhandelt haben und aufgestanden sind! – Wir sind einen ersten Schritt mitgegangen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und habt es damit einzementiert!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und habt es damit einzementiert!
Sie waren nicht dabei. Sie sind abgesprungen und Sie haben letztlich zugestimmt, dass es noch immer Luxuspensionen gibt, unverschämt hohe – dank Ihnen, werte KollegInnen von der FPÖ! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer hat denn überhaupt zugestimmt? Ihr habt es einzementiert, mein Gott!) Luxuspensionen haben Sie zugelassen, indem Sie unseriös verhandelt haben und aufgestanden sind! – Wir sind einen ersten Schritt mitgegangen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und habt es damit einzementiert!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum sollten sie?
Etwas kann ich jetzt nicht verstehen, werte Kollegen und Kolleginnen von der SPÖ, aber auch von der ÖVP: Warum gehen wir nicht jetzt, da wir die Urteile des Verfassungsgerichtshofes haben, weitere Schritte (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum sollten sie?) in eine Richtung, wo wir sagen, jeder Beitragseuro muss gleich behandelt werden wie ein Beitragseuro im ASVG?
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Jetzt seid ihr überall dabei!
Es gibt diese Möglichkeiten. Deswegen: Verstecken Sie sich jetzt nicht hinter diesem ersten Beschluss, sondern gehen wir weitere Schritte in Richtung eines harmonisierten Pensionssystems, in dem alle Menschen in der Pension gleich behandelt werden, in dem sie die gleichen Beiträge einzahlen und die gleichen Leistungen bekommen! Ich finde es nicht gut, dass wir jetzt da stehen bleiben, sondern es gibt die Möglichkeiten, ... (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Jetzt seid ihr überall dabei!) – Ja, schlagen Sie es vor! Wir wa-
Beifall bei den Grünen. – Abg. Peter Wurm: Wir waren nicht dabei, nein! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir waren nicht dabei! Das ist euer Sündenfall!
ren dabei, wir haben den ersten Schritt mitgetragen, und deswegen haben wir auch das gute Recht dazu, weitere Schritte zu fordern. Sie waren damals nicht dabei. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Peter Wurm: Wir waren nicht dabei, nein! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir waren nicht dabei! Das ist euer Sündenfall!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sozialistische Sozialpolitik!
Jetzt ist es ganz nett, dass die Beiträge für vier Jahre gesenkt werden – und nachher sind sie wieder so hoch wie vorher! Die Problematik, dass die Betriebe – aufgrund der De-minimis-Regelung, wie Kollege Haubner richtig ausgeführt hat – nicht das lukrieren können, was sie eingezahlt haben, bleibt bestehen. Strukturell ändert sich an diesem Fonds gar nichts, außer dass jetzt die Einzahlungen kleiner werden. Bei den Ausgaben werden weiterhin die Verwaltungskosten 45 Prozent des Volumens ausmachen. Das ist es, was Sie fabrizieren, Herr Minister! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sozialistische Sozialpolitik!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben Sie nicht zu beurteilen!
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist nicht nur der Vorwurf der Lüge hier mit einem Ordnungsruf zu ahnden, sondern Ihre gesamte Rede, Herr Kollege Wurm. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben Sie nicht zu beurteilen!) Das, was Sie hier abliefern, ist an Populismus nicht zu überbieten! (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das glaube ich eh, das ist das ...!
Sie waren ja gar nicht dabei. Sie waren nie dabei! Wir haben ein halbes Jahr lang verhandelt – ein halbes Jahr lang verhandelt! –, mit dem Verfassungsdienst des Bundeskanzleramtes. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das glaube ich eh, das ist das ...!) Was hat die FPÖ auf einmal gemacht? – Sie hat sich aus den Verhandlungen entfernt. Sie haben sich genau zu dem Zeitpunkt entfernt, zu dem klar wurde, dass uns die Hände gebunden sind, wenn es darum geht, inwieweit wir in diese bestehenden Verträge eingreifen können. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich hätte noch viel dazu zu sagen!
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein, das war vier Tagesordnungspunkte zu früh! Ich weiß nicht, ob Sie die Rede zu Tagesordnungspunkt 13 dann wiederholen werden, aber ich glaube nicht, gell. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich hätte noch viel dazu zu sagen!) Wir sind bei den Tagesordnungspunkten 9 bis 12, und ich möchte zu den Tagesordnungspunkten 9 und 10 Stellung beziehen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Seit dem Jahr 2011 ...!
Was jetzt tatsächlich passiert ist, ist – und da muss ich sagen, der Herr Minister hat schon recht; es war vielleicht nicht die klügste Antwort, denn wenn wir immer darauf warten würden, dass wir die Anträge des Herrn Kickl diskutieren, wenn er hier ist, würden wir sie nie diskutieren, das stimmt schon –: Herr Kickl hat ein großes Problem: Er ist null Praktiker, und als Nichtpraktiker kann er natürlich diese Dimension gar nicht verstehen, nicht verstehen, was es heißt, wenn man für 5 000 Menschen ein neues EDV-System in einem Unternehmen implementiert. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Seit dem Jahr 2011 ...!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Dazu kommen natürlich auch noch – und ich glaube, das muss man auch einmal ganz offen und ehrlich ansprechen – die Ängste der Beschäftigten. Ich weiß nicht, wer von Ihnen schon damit konfrontiert war, nur seine Windows-Version wechseln zu müssen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Also ich kann Folgendes aus der Praxis erzählen: Wenn wir neue CAD-Systeme einsetzen, sind die immer schlechter als die vorhergegangenen, weil die Befehle nicht so zum Finden sind, wie sie vorher aufgebaut waren. Im Nachhinein kommt man dann drauf: Na ja, eigentlich ist es schon gescheiter.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Seit 2011! Das ist kein erster Moment!
Wie gesagt, im ersten Moment ist alles schlechter, als es vorher war, und das kommt natürlich auch dazu. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Seit 2011! Das ist kein erster Moment!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das machen wir ja!
Es ist die Aufgabe des Ministers, Anfragen zu beantworten, und ja, es ist Ihr gutes Recht, meine Damen und Herren, hier Anfragen zu stellen und im Ausschuss eine Aussprache zu verlangen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das machen wir ja!), aber wir brauchen jetzt keinen Sondersozialausschuss. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum nicht?) Das sind Dinge, die in der Praxis einfach vorkommen, wenn der Provider gewechselt wird. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber doch nicht sechs Jahre lang!) Das sind Themen, die ganz normal vorkommen. Da sind Rechtsanwälte dahinter, da stehen Verträge dahinter, und diese Verträge sind einzuhalten. (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Wir sind in einem ganz normalen Eskalationsprozess mit der Firma IBM.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum nicht?
Es ist die Aufgabe des Ministers, Anfragen zu beantworten, und ja, es ist Ihr gutes Recht, meine Damen und Herren, hier Anfragen zu stellen und im Ausschuss eine Aussprache zu verlangen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das machen wir ja!), aber wir brauchen jetzt keinen Sondersozialausschuss. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum nicht?) Das sind Dinge, die in der Praxis einfach vorkommen, wenn der Provider gewechselt wird. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber doch nicht sechs Jahre lang!) Das sind Themen, die ganz normal vorkommen. Da sind Rechtsanwälte dahinter, da stehen Verträge dahinter, und diese Verträge sind einzuhalten. (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Wir sind in einem ganz normalen Eskalationsprozess mit der Firma IBM.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber doch nicht sechs Jahre lang!
Es ist die Aufgabe des Ministers, Anfragen zu beantworten, und ja, es ist Ihr gutes Recht, meine Damen und Herren, hier Anfragen zu stellen und im Ausschuss eine Aussprache zu verlangen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das machen wir ja!), aber wir brauchen jetzt keinen Sondersozialausschuss. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum nicht?) Das sind Dinge, die in der Praxis einfach vorkommen, wenn der Provider gewechselt wird. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber doch nicht sechs Jahre lang!) Das sind Themen, die ganz normal vorkommen. Da sind Rechtsanwälte dahinter, da stehen Verträge dahinter, und diese Verträge sind einzuhalten. (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Wir sind in einem ganz normalen Eskalationsprozess mit der Firma IBM.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Geht es jetzt um IBM oder um das AMS?
Dass der Imageschaden, der dem Unternehmen IBM dadurch entstanden ist, nicht unerheblich ist, ist uns allen hier herinnen bewusst. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Geht es jetzt um IBM oder um das AMS?) Dass es auch für IBM nicht angenehm ist, dass dieses Ding derzeit so gegen die Wand gefahren wird, ist auch klar. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie einen Vertrag mit IBM?) Und die Aufgabe des Managements des AMS ist es, dafür zu sorgen, dass der Eskalationsprozess sauber läuft. Das ist die Aufgabe des dortigen Managements, und dieser kommt es nach. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie einen Vertrag mit IBM?
Dass der Imageschaden, der dem Unternehmen IBM dadurch entstanden ist, nicht unerheblich ist, ist uns allen hier herinnen bewusst. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Geht es jetzt um IBM oder um das AMS?) Dass es auch für IBM nicht angenehm ist, dass dieses Ding derzeit so gegen die Wand gefahren wird, ist auch klar. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie einen Vertrag mit IBM?) Und die Aufgabe des Managements des AMS ist es, dafür zu sorgen, dass der Eskalationsprozess sauber läuft. Das ist die Aufgabe des dortigen Managements, und dieser kommt es nach. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der Herr Hacker hat das gefordert!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollegin Belakowitsch-Jenewein hat gezeigt, wie man völlig unsachlich, unwahr und an der Wahrheit vorbei versuchen kann, Themen wie die Mindestsicherung zu missbrauchen. Sie hat zum Beispiel behauptet, dass jeder abgelehnte Asylwerber in Wien 900 € Mindestsicherung bekommen würde. Die Wahrheit ist, und das wissen Sie, dass kein einziger abgelehnter Asylwerber auch nur einen Euro Mindestsicherung bekommt, weil ausschließlich Personen, die Asyl bekommen haben, Zugang zur Mindestsicherung haben. (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der Herr Hacker hat das gefordert!)
Sitzung Nr. 169
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein!
Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein, Sie haben, glaube ich, eine Sozialversicherungsphobie. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein!) Sie haben gesagt, wir müssen das Ganze, was die Wartezeiten anlangt, an der Wurzel anpacken. Jetzt bringe ich Ihnen ein Beispiel aus der Praxis: Manche Radiologen kürzen jetzt – jetzt, zu diesem Zeitpunkt (Abg. Neubauer: Jetzt! Um 10.45 Uhr!) – die Öffnungszeiten ihrer Ordinationen und verschärfen dadurch den Druck enorm und verlängern somit natürlich die Wartezeiten.
Abg. Neubauer: Warum machen sie denn das? Warum machen sie denn das? Sagen Sie es! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie sollten die ganze Wahrheit sagen!
Es kann nicht sein, dass mittels solcher Machenschaften versucht wird, den Diskriminierungen, die zwischen Kassenpatienten und Privatpatienten offenkundig vorkommen, jetzt auch noch Vorschub zu leisten! (Abg. Neubauer: Warum machen sie denn das? Warum machen sie denn das? Sagen Sie es! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie sollten die ganze Wahrheit sagen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja eben!
Der nächste große Brocken, der einer Umsetzung bedarf, ist, wie heute auch schon gesagt wurde, die Stärkung der ambulanten Versorgung, indem wir so rasch wie möglich darangehen, die Primärversorgung auszubauen. Es sollte doch allen hier herinnen, uns allen hier herinnen im Hohen Haus, ein Anliegen sein, für die Menschen in unserem Land eine wohnortnahe ärztliche Versorgung garantieren zu können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja eben!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir auch!
Ich habe mit vielen Ärztinnen und Ärzten gesprochen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir auch!), die nicht bereit sind, zu den derzeitigen Bedingungen einen Kassenvertrag zu unterzeichnen, weil auch sie Beruf und Familie besser vereinbaren wollen. Die Ärztinnen und Ärzte wollen auch nicht nur mit ihren Kolleginnen und Kollegen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche?), sondern auch mit vielen anderen in Gesundheitsberufen Tätigen unter einem Dach zusammenarbeiten, um künftig eine noch bessere Versorgung für die Patientinnen und Patienten auf die Beine zu stellen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sagt jetzt wer?) Ich denke, das wäre doch eine Win-win-Situation für alle: für die Ärztinnen und Ärzte, für diejenigen, die in den Gesundheitsberufen tätig sind, vor allem aber auch für die Patientinnen und Patienten. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weil die Sozialversicherung das Sagen hat, ja!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche?
Ich habe mit vielen Ärztinnen und Ärzten gesprochen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir auch!), die nicht bereit sind, zu den derzeitigen Bedingungen einen Kassenvertrag zu unterzeichnen, weil auch sie Beruf und Familie besser vereinbaren wollen. Die Ärztinnen und Ärzte wollen auch nicht nur mit ihren Kolleginnen und Kollegen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche?), sondern auch mit vielen anderen in Gesundheitsberufen Tätigen unter einem Dach zusammenarbeiten, um künftig eine noch bessere Versorgung für die Patientinnen und Patienten auf die Beine zu stellen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sagt jetzt wer?) Ich denke, das wäre doch eine Win-win-Situation für alle: für die Ärztinnen und Ärzte, für diejenigen, die in den Gesundheitsberufen tätig sind, vor allem aber auch für die Patientinnen und Patienten. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weil die Sozialversicherung das Sagen hat, ja!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sagt jetzt wer?
Ich habe mit vielen Ärztinnen und Ärzten gesprochen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir auch!), die nicht bereit sind, zu den derzeitigen Bedingungen einen Kassenvertrag zu unterzeichnen, weil auch sie Beruf und Familie besser vereinbaren wollen. Die Ärztinnen und Ärzte wollen auch nicht nur mit ihren Kolleginnen und Kollegen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche?), sondern auch mit vielen anderen in Gesundheitsberufen Tätigen unter einem Dach zusammenarbeiten, um künftig eine noch bessere Versorgung für die Patientinnen und Patienten auf die Beine zu stellen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sagt jetzt wer?) Ich denke, das wäre doch eine Win-win-Situation für alle: für die Ärztinnen und Ärzte, für diejenigen, die in den Gesundheitsberufen tätig sind, vor allem aber auch für die Patientinnen und Patienten. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weil die Sozialversicherung das Sagen hat, ja!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weil die Sozialversicherung das Sagen hat, ja!
Ich habe mit vielen Ärztinnen und Ärzten gesprochen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir auch!), die nicht bereit sind, zu den derzeitigen Bedingungen einen Kassenvertrag zu unterzeichnen, weil auch sie Beruf und Familie besser vereinbaren wollen. Die Ärztinnen und Ärzte wollen auch nicht nur mit ihren Kolleginnen und Kollegen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche?), sondern auch mit vielen anderen in Gesundheitsberufen Tätigen unter einem Dach zusammenarbeiten, um künftig eine noch bessere Versorgung für die Patientinnen und Patienten auf die Beine zu stellen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sagt jetzt wer?) Ich denke, das wäre doch eine Win-win-Situation für alle: für die Ärztinnen und Ärzte, für diejenigen, die in den Gesundheitsberufen tätig sind, vor allem aber auch für die Patientinnen und Patienten. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Weil die Sozialversicherung das Sagen hat, ja!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie wollen ja, dass die Patienten …!
Bevor Sie immer nur alles ins Negative ziehen, schauen Sie sich doch wirklich einmal am Beispiel Mariazell an, wie super das dort funktioniert! Wir können doch nicht zuschauen, dass sich nur mehr Wahlärzte niederlassen. Die Patientinnen und Patienten wären dann ja gezwungen, tief in die Tasche zu greifen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie wollen ja, dass die Patienten …!), um die Leistungen, die sie jetzt per e-card bekommen, zu bezahlen. Ich will das sicherlich nicht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Waren Sie nicht derjenige, der gefordert hat, dass die Menschen nicht immer …?) Ich denke, wir wären gut beraten, für die Patientinnen und Patienten eine medizinische Versorgung aufzubauen, die den Menschen in Österreich und deren Bedürfnissen auch entspricht.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Waren Sie nicht derjenige, der gefordert hat, dass die Menschen nicht immer …?
Bevor Sie immer nur alles ins Negative ziehen, schauen Sie sich doch wirklich einmal am Beispiel Mariazell an, wie super das dort funktioniert! Wir können doch nicht zuschauen, dass sich nur mehr Wahlärzte niederlassen. Die Patientinnen und Patienten wären dann ja gezwungen, tief in die Tasche zu greifen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie wollen ja, dass die Patienten …!), um die Leistungen, die sie jetzt per e-card bekommen, zu bezahlen. Ich will das sicherlich nicht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Waren Sie nicht derjenige, der gefordert hat, dass die Menschen nicht immer …?) Ich denke, wir wären gut beraten, für die Patientinnen und Patienten eine medizinische Versorgung aufzubauen, die den Menschen in Österreich und deren Bedürfnissen auch entspricht.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wen meinen Sie da im Speziellen?
Was sie aber nicht brauchen – das sage ich heute hier auch ganz bewusst – sind einige wenige Ärztekammerfunktionäre, die zurzeit gerade versuchen, Politik auf dem Rücken der Patientinnen und Patienten zu machen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wen meinen Sie da im Speziellen?), die eigentlich auf die Hilfe der Ärztinnen und Ärzte an-
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und alles machen, was die Sozialversicherung will!
Mir wäre es auch lieber, wenn sich die Ärztekammerfunktionäre mit uns hier an einen Tisch setzten (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und alles machen, was die Sozialversicherung will!), um daran zu arbeiten, wie wir ein modernes Gesundheitssystem auf Schiene bringen. Überall Nein zu sagen bringt uns jedenfalls nicht weiter.
Beifall der Abg. Gisela Wurm. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das wird nichts! Eine Person applaudiert! Das schaut nicht gut aus!
Diese verschiedenen Zuschreibungen traditioneller Art, kultureller Art, aber auch gewisse Rollenzuschreibungen wie das Muttersein, die Frau in der Mutterrolle im Speziellen, müssten wir das eine oder andere Mal sicherlich auch gemeinsam überwinden. Es ist zum Beispiel bis dato im Hohen Haus nicht gelungen, alle frauenpolitisch orientierten Frauen dazu zu bewegen, dass wir gemeinsam – Gisela Wurm hat sich darum sehr bemüht, auch ich habe mich seinerzeit sehr bemüht – den Frauenanteil auch hier im Parlament heben. Das könnte man ganz einfach tun. Jetzt machen wir eine Enquete, Herr Klubobmann Lopatka, hoffentlich bringen wir dort einiges weiter, sodass wir auch den Frauenanteil im Hohen Haus wenn schon nicht an das Niveau des Bevölkerungsanteils, so zumindest auf 40 Prozent anheben. (Beifall der Abg. Gisela Wurm. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das wird nichts! Eine Person applaudiert! Das schaut nicht gut aus!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da ist was weitergegangen!
Und wenn wir uns das Pingpongspiel betreffend das Frauenministerium anschauen, möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es nicht nur traurig, sondern auch tragisch ist: Unter der schwarz-blauen Regierung war das Frauenressort kurz im Sozialministerium (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da ist was weitergegangen!), unter der ÖVP war es dann wiederum im Gesundheitsministerium, danach wanderte es in die SPÖ und war dann irgendwie im Gesundheitsministerium verankert, dann wieder im Unterrichtsministerium. Ja, viele von Ihnen wissen es nicht, aber es hat schon ein eigenständiges und unabhängiges Frauenministerium gegeben. Ich finde es traurig, dass gerade die SPÖ an ihren eigenen Errungenschaften gescheitert ist, denn, Kollegin Heinisch-Hosek, Sie waren es, die im Jahr 2014 getrommelt hat, dass wir unbedingt ein unabhängiges und eigenständiges Frauenministerium brauchen. Im Nationalratswahlkampf im Jahr 2013 haben Sie gesagt – ich kann Sie sogar zitieren –: „Es zeigt auch, welchen Stellenwert Frauenpolitik für die politischen AkteurInnen hat.“ – Zitatende. (Abg. Heinisch-Hosek: Aber mit finanzieller Ausstattung und mit einer Gesetzgebungskompetenz!)
Sitzung Nr. 171
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein, Kassegger, Walter Rosenkranz und Stefan.
Seit einem Dreivierteljahr ist Kern Bundeskanzler, und die Höhnungen der Opposition, da werde nur angekündigt, da komme nichts und passiere nichts, sind irgendwie weg. (Abg. Neubauer: ... seit zehn Jahren!) Die Regierung handelt, die Wirtschaft beginnt zu wachsen. Es wird heuer bei den Arbeitslosenzahlen erstmals eine Abflachung geben, wir werden 2 Prozent Wachstum haben. Sie merken natürlich, dass Ihre Felle davonschwimmen, daher kommt die matte Ansage des Kollegen Kassegger. (Abg. Neubauer: Geh! Geh!) Kein Wunder: Inzwischen wird schon diskutiert, ob nicht lieber Hofer statt Strache Parteichef sein soll. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein, Kassegger, Walter Rosenkranz und Stefan.) Selbst unsere grünen Freunde diskutieren, ob die Parteivorsitzende Frau Glawischnig nicht abzulösen ist. – Das ist logisch, weil etwas passiert im Land, und auch der heutige Tag ist ein weiteres Beispiel. Ich gratuliere zu diesem Zustand, weil es dem Land guttut! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Regierung schon!
Ein weiterer Grundsatz, der drinnen steht, ist, es solle durch ein Gesetz kein unnötiger bürokratischer Aufwand sowie keine unnötige finanzielle Belastung entstehen. – Ich weiß nicht, brauchen Sie als Regierungsfraktionen ein Gesetz für sich selbst, damit Sie sich bei neuen Gesetzen überlegen, ob durch ein Gesetz ein zu hoher Aufwand oder eine zu hohe finanzielle Belastung entsteht? Es ist ja die Job Description von uns allen, uns das bei jeder einzelnen Entscheidung hier zu überlegen; dafür braucht man ja kein eigenes Gesetz! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Regierung schon!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ein bisschen mehr bemühen!
So, und das ist es, und so verstehe ich das. Daher verstehe ich nicht, warum man das kritisiert. Sie kritisieren die Kritik, die Sie selbst als Kritik einbringen?! – Na super, also das verstehe ich schon gar nicht. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Wie gesagt, ich bemühe mich auch, Sie zu verstehen. Ich bemühe mich wirklich, Sie zu verstehen. Warum auch nicht? Wir wollen ja diskutieren und vielleicht sogar zu einem Konsens kommen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ein bisschen mehr bemühen!) Da muss ich aber sagen: Das verstehe ich nicht, obwohl ich mich bemühe. Sie merken, ich bin richtig zusammengepresst, aber es gelingt mir nicht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Noch mehr bemühen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Noch mehr bemühen!
So, und das ist es, und so verstehe ich das. Daher verstehe ich nicht, warum man das kritisiert. Sie kritisieren die Kritik, die Sie selbst als Kritik einbringen?! – Na super, also das verstehe ich schon gar nicht. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Wie gesagt, ich bemühe mich auch, Sie zu verstehen. Ich bemühe mich wirklich, Sie zu verstehen. Warum auch nicht? Wir wollen ja diskutieren und vielleicht sogar zu einem Konsens kommen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ein bisschen mehr bemühen!) Da muss ich aber sagen: Das verstehe ich nicht, obwohl ich mich bemühe. Sie merken, ich bin richtig zusammengepresst, aber es gelingt mir nicht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Noch mehr bemühen!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Wir stimmen also sicherlich nicht gegen unseren Koalitionspartner, denn wir wollen die Zusammenarbeit fortsetzen. Das ist das Wichtige. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Auch Klubobmann Strache, den ich herzlich im Plenum begrüßen darf, möchte ich ganz klar sagen, warum wir dem, was Sie uns hier vorlegen, auch in einer namentlichen Abstimmung heute nicht die Zustimmung geben können. Aber ich bedanke mich noch einmal, dass Sie hier für Sebastian Kurz diese Werbeeinschaltung gemacht haben. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Das ist die Glaubwürdigkeit der ÖVP!)
Sitzung Nr. 173
Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... runternivellieren!
Das sind die Probleme, und darüber sollten wir uns Gedanken machen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Hauser und Kassegger. – Abg. Fekter: Das Niveau in der AHS ...!) Da müssen wir auf jene Punkte eingehen, die wir Grüne von Anfang an kritisiert haben und zu denen wir gesagt haben ... (Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... runternivellieren!) – Nein, da geht es nicht ums Runternivellieren, Frau Kollegin, sondern darum, Standards festzulegen. Und diese Diskussion müssen wir führen. Diese Diskussion ist eine inhaltliche, und da tun sich die Freiheitlichen verdammt schwer. Das habe ich in der Vergangenheit festgestellt. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Fekter.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum?
Wir finden, dass die Novelle des Tierschutzgesetzes ein Schritt in die richtige Richtung ist. Das ist jetzt nicht super und es ist nicht epochal (Beifall der Abg. Weigerstorfer), aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Deswegen begrüßen wir diese Novelle, sehen aber natürlich noch Potenzial für weitere Verbesserung. (Abg. Lopatka: Sehr gut!) – Ich bin fast bereit, meine Meinung zu revidieren, wenn Klubobmann Lopatka lobende Worte hereinruft. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber die schwirren ja noch immer herum!
auf den Tisch, es kamen Vermögensteuer, Erbschaftsteuer, Schenkungsteuer auf den Tisch, die wir ganz einfach ablehnen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber die schwirren ja noch immer herum!) Wir wollen uns nicht alle paar Jahre bei einer Steuerreform um die Gegenfinanzierung streiten oder darüber diskutieren müssen, und wir wollen keinesfalls noch mehr Umverteilung von oben nach unten. Das brauchen wir nicht. (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Oh, noch mehr! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na servus!
Was mir aber in dieser ganzen Diskussion abgeht, ist beispielsweise das, was heute auch von Bruno Rossmann und Werner Kogler angesprochen worden ist: Es geht auch um die Sozialabgaben. Jemand, der 425,70 € als geringfügig Beschäftigter verdient, zahlt keine Krankenversicherung, er zahlt keine Pensionsversicherung, er zahlt selbst keine Unfallversicherung, er zahlt keine Sozialversicherung. Kaum verdient er 450 € brutto, zahlt er 18,12 Prozent Sozialversicherung. Also wenn das nicht ungerecht ist, meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Wenn nicht auch einmal ein progressiver Sozialversicherungstarif kommen sollte, der Herr Finanzminister hat das in seiner … (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na servus!) – Frau Kollegin Belakowitsch, das mag sein! Wir können aber nicht immer jammern und sagen: Die Teilzeitkräfte, die wenig verdienen, zahlen ach so viel Steuer. Das ist ein Wahnsinn, und niemand macht sich Gedanken darüber, dass die eigentlich viel zu viel Sozialversicherungsbeitrage bezahlen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt! Das sagen wir ja eh immer wieder!) Der Herr Finanzminister hat das in seiner Rede im Jänner auch dankenswerterweise aufgegriffen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt! Das sagen wir ja eh immer wieder!
Was mir aber in dieser ganzen Diskussion abgeht, ist beispielsweise das, was heute auch von Bruno Rossmann und Werner Kogler angesprochen worden ist: Es geht auch um die Sozialabgaben. Jemand, der 425,70 € als geringfügig Beschäftigter verdient, zahlt keine Krankenversicherung, er zahlt keine Pensionsversicherung, er zahlt selbst keine Unfallversicherung, er zahlt keine Sozialversicherung. Kaum verdient er 450 € brutto, zahlt er 18,12 Prozent Sozialversicherung. Also wenn das nicht ungerecht ist, meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Wenn nicht auch einmal ein progressiver Sozialversicherungstarif kommen sollte, der Herr Finanzminister hat das in seiner … (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na servus!) – Frau Kollegin Belakowitsch, das mag sein! Wir können aber nicht immer jammern und sagen: Die Teilzeitkräfte, die wenig verdienen, zahlen ach so viel Steuer. Das ist ein Wahnsinn, und niemand macht sich Gedanken darüber, dass die eigentlich viel zu viel Sozialversicherungsbeitrage bezahlen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Stimmt! Das sagen wir ja eh immer wieder!) Der Herr Finanzminister hat das in seiner Rede im Jänner auch dankenswerterweise aufgegriffen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Richtig! Das sagen wir immer!
Wir würden uns in Bezug auf Tarifreformen diese Steuerreformdiskussionen in 3-, 4-, 5-Jahres-Schritten ersparen. Wir haben in den letzten Jahren, nämlich im Jahr 2009 und auch im Jahr 2015, keine Steuerreform im herkömmlichen und richtigen Sinn gemacht, sondern wir haben an der Lohnsteuer- oder Einkommensteuertarifschraube gedreht. Wir haben aber weder Strukturreformen im Steuersystem, noch eine Ökologisierung gemacht, noch haben wir sonst irgendetwas gemacht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Richtig! Das sagen wir immer!) Ich weiß den Herrn Finanzminister dabei auf meiner Seite und unterstütze ihn auch voll.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war im Jänner! Wir haben jetzt schon März!
Jänner 2017. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war im Jänner! Wir haben jetzt schon März!) Da gibt es Unterschriften: Schelling – die Unterschrift ist schon trocken, aber gerade erst trocken. Es haben alle Abgeordneten der Regierungsparteien mit ihrem Namen bestätigt: Ja, sie unterstützen das, was hier steht.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich glaube, Sie kennen sich nicht aus, Herr Kollege!
Abgeordneter Ing. Markus Vogl (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Hohes Haus! Es geht jetzt um die Umsetzung einer EU-Richtlinie, aber bevor ich darauf eingehe, lassen Sie mich noch ein Wort zur vorherigen Debatte sagen. Es wurde behauptet, dass der Vergleich der Bank Austria dazu geführt hat, dass den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern in unserem Land ein Nachteil entstanden ist, dass die Kreditanstalt in Italien das Geld bekommen hat. Ich darf dazu richtigstellen: Das Geld ist nicht nach Italien geflossen, das Geld liegt im Sozialministerium, denn wir sind verantwortungsvoll, wenn es um das Geld des Steuerzahlers geht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich glaube, Sie kennen sich nicht aus, Herr Kollege!) Das heißt, dieser Vergleich wurde bereits geschlossen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Neubauer: ... ganz schlecht!
Ich möchte das ein bisschen anders darstellen. Wenn ich heute einen gesamtändernden Abänderungsantrag einbringe, dann muss ich dazusagen, gut Ding braucht eben Weile und vielleicht gute Nerven auch noch, denn es hat uns Nerven gekostet. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Neubauer: ... ganz schlecht!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja keine Art!
Ich gebe Ihnen ja in einem recht: Fast 14 Monate haben der Hauptverband und die Pharmaindustrie verhandelt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja keine Art!) Worum geht es eigentlich bei dem Ganzen? – Wir haben in Österreich bei innovativen Medikamenten sehr hohe Kosten (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gestern haben Sie das nicht gewusst? Auf den letzten Drücker!), und diese Verhandlungsrunden der letzten Monate waren leider nicht von Erfolg gekrönt, weshalb wir von der Politik die Verhandlungsrunden an uns gezogen haben. Ich habe es bis heute selbst nicht geglaubt, dass wir doch noch eine Einigung erzielen können. Wir haben also bis zur letzten Minute verhandelt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gestern haben Sie das nicht gewusst? Auf den letzten Drücker!
Ich gebe Ihnen ja in einem recht: Fast 14 Monate haben der Hauptverband und die Pharmaindustrie verhandelt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja keine Art!) Worum geht es eigentlich bei dem Ganzen? – Wir haben in Österreich bei innovativen Medikamenten sehr hohe Kosten (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gestern haben Sie das nicht gewusst? Auf den letzten Drücker!), und diese Verhandlungsrunden der letzten Monate waren leider nicht von Erfolg gekrönt, weshalb wir von der Politik die Verhandlungsrunden an uns gezogen haben. Ich habe es bis heute selbst nicht geglaubt, dass wir doch noch eine Einigung erzielen können. Wir haben also bis zur letzten Minute verhandelt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was hätten Sie denn gemacht, wenn ...?
Ich kann Ihnen beim besten Willen keinen Abänderungsantrag in die Hand drücken, der vorher noch nicht einmal ausverhandelt war. Da bitte ich schon auch um Verständnis. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was hätten Sie denn gemacht, wenn ...?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... Sie den Hauptverband stärken!
Warum war die Lösung für uns insgesamt so wichtig? – Das liegt einfach darin, dass es oberste Priorität – und ich glaube, da sind wir uns alle einig – sein muss (Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... Sie den Hauptverband stärken!), dass kranke Menschen in Österreich mit hochwertigen Medikamenten versorgt werden. Da sind wir Gott sei Dank eines der ersten Länder, in dem die Medikamente auf den Markt kommen. (Beifall der Abg. Heinisch-Hosek. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Fürs Protokoll: Nur eine Abgeordnete ...!)
Beifall der Abg. Heinisch-Hosek. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Fürs Protokoll: Nur eine Abgeordnete ...!
Warum war die Lösung für uns insgesamt so wichtig? – Das liegt einfach darin, dass es oberste Priorität – und ich glaube, da sind wir uns alle einig – sein muss (Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... Sie den Hauptverband stärken!), dass kranke Menschen in Österreich mit hochwertigen Medikamenten versorgt werden. Da sind wir Gott sei Dank eines der ersten Länder, in dem die Medikamente auf den Markt kommen. (Beifall der Abg. Heinisch-Hosek. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Fürs Protokoll: Nur eine Abgeordnete ...!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welch Überraschung!
Abschließend erlauben Sie mir auch noch, einigen Personen, die am Zustandekommen dieses Abänderungsantrags wesentlich beteiligt waren und deren Einsatz letztendlich heute von Erfolg gekrönt wird, Dank für das Engagement zu sagen, das sie in den letzten Tagen, Wochen und Monaten an den Tag gelegt haben. Weil ich gerade dort hinüberschaue: Danke an Sektionschef Clemens Auer (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welch Überraschung!), an Nina Pfeffer und an Eva Wildfellner, die uns mit ihrem Know-how Tag und Nacht zur Seite gestanden sind. Danke auch – ich glaube,
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: So wie du! – Abg. Brosz: Eine praktisch saubere Vorgangsweise, oder?
Abgeordneter Dr. Erwin Rasinger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Hohes Haus! Lieber Kollege Öllinger, du solltest nicht mit Bauchweh zustimmen, du solltest aus vollem Herzen zustimmen. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: So wie du! – Abg. Brosz: Eine praktisch saubere Vorgangsweise, oder?) – Moment!
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und wir müssen es in ein paar Minuten verstehen! – Abg. Loacker: Die Selbstaufgabe des Parlaments ist das!
Zu der von dir eingeforderten Offenheit, Kollege Öllinger, zu der ich mich voll bekenne, kommt auch Fairness. Und die Fairness gebietet es, dass ich auch sage: Es war sehr, sehr spät, aber es war komplex. Es wurde 14 Monate lang verhandelt, und wir wollten das Ganze nicht scheitern lassen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und wir müssen es in ein paar Minuten verstehen! – Abg. Loacker: Die Selbstaufgabe des Parlaments ist das!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich dachte, das ist ein Initiativantrag, was hat das mit Ihrem Haus zu tun?!
Die Gespräche, die bis vor wenigen Stunden hier im Haus auf parlamentarischer Ebene stattgefunden haben, haben deshalb eine so wichtige und nachhaltige Bedeutung. Ich möchte hier auch meinen ganz persönlichen Dank den Verhandlern und meinem Haus sowie allen voran Erwin Spindelberger und Erwin Rasinger ausdrücken, die wirklich Großartiges geleistet haben, um diese Einigung letztlich zustande zu bringen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich dachte, das ist ein Initiativantrag, was hat das mit Ihrem Haus zu tun?!) Ich hoffe im Sinne der Versorgungssicherheit mit innovativen, modernen Arzneimitteln auch in der Zukunft für die Menschen in Österreich auf eine breite Zustimmung zu diesem Antrag. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was heißt „beleidigt“?
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Ich möchte mich absichtlich wiederholen, denn auch wenn die Opposition teilweise ein bisschen beleidigt tut (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was heißt „beleidigt“?), so stimmt sie dann hoffentlich doch zu. Einige jammern und wollen einfach nicht zur Kenntnis nehmen, dass es jetzt nach 14 Monaten, in denen keine Einigung möglich war, Abgeordnete dieses Hauses gemeinsam mit MitarbeiterInnen der Klubs und der Ressorts zustande gebracht haben, dass wir heute für die Patientinnen und Patienten diesen gesamtändernden Abänderungsantrag beschließen können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie finden das in Ordnung! Im Sozialismus macht man das so ... drüberfahren!) Da wir jetzt nicht noch einen Monat bis zur nächsten Plenarsitzung warten müssen, sollten Sie eigentlich, im Sinne derer, die hier die bestmögliche Versorgung in Österreich brauchen, nämlich der Patientinnen und Patienten, froh sein. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Unheimlich, ...!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie finden das in Ordnung! Im Sozialismus macht man das so ... drüberfahren!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Ich möchte mich absichtlich wiederholen, denn auch wenn die Opposition teilweise ein bisschen beleidigt tut (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was heißt „beleidigt“?), so stimmt sie dann hoffentlich doch zu. Einige jammern und wollen einfach nicht zur Kenntnis nehmen, dass es jetzt nach 14 Monaten, in denen keine Einigung möglich war, Abgeordnete dieses Hauses gemeinsam mit MitarbeiterInnen der Klubs und der Ressorts zustande gebracht haben, dass wir heute für die Patientinnen und Patienten diesen gesamtändernden Abänderungsantrag beschließen können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie finden das in Ordnung! Im Sozialismus macht man das so ... drüberfahren!) Da wir jetzt nicht noch einen Monat bis zur nächsten Plenarsitzung warten müssen, sollten Sie eigentlich, im Sinne derer, die hier die bestmögliche Versorgung in Österreich brauchen, nämlich der Patientinnen und Patienten, froh sein. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Unheimlich, ...!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Unheimlich, ...!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Ich möchte mich absichtlich wiederholen, denn auch wenn die Opposition teilweise ein bisschen beleidigt tut (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was heißt „beleidigt“?), so stimmt sie dann hoffentlich doch zu. Einige jammern und wollen einfach nicht zur Kenntnis nehmen, dass es jetzt nach 14 Monaten, in denen keine Einigung möglich war, Abgeordnete dieses Hauses gemeinsam mit MitarbeiterInnen der Klubs und der Ressorts zustande gebracht haben, dass wir heute für die Patientinnen und Patienten diesen gesamtändernden Abänderungsantrag beschließen können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie finden das in Ordnung! Im Sozialismus macht man das so ... drüberfahren!) Da wir jetzt nicht noch einen Monat bis zur nächsten Plenarsitzung warten müssen, sollten Sie eigentlich, im Sinne derer, die hier die bestmögliche Versorgung in Österreich brauchen, nämlich der Patientinnen und Patienten, froh sein. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Unheimlich, ...!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, ich verstehe es nicht, ich kann es nicht nachvollziehen. Da sitzen Ärztinnen und Ärzte herinnen und beklagen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), dass wir nicht über eine Sache gesprochen haben, die gut für die Patientinnen und Patienten ist. (Abg. Karlsböck: Darum geht es ja gar nicht! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Wir wollen transparent sein, wir wollen diese Preisregelung heute im Sinne der Patientinnen und Patienten beschließen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie behaupten ...! Wir können das gar nicht überprüfen in der Zeit!) Wenn Sie nicht dabei sind, sind Sie nicht zum Wohle der Patientinnen und Patienten hier, das kann ich Ihnen auch sagen! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Wenn etwas besser statt schlechter wird, verstehe ich überhaupt nicht, warum man jammert. Ich verstehe nicht, warum man gegen eine Sache ist, die dieses Parlament lösen kann und heute mit diesem Beschluss auch lösen wird, warum man gegen so eine Versorgung, gegen diesen Erstattungskodex ist.
Abg. Karlsböck: Darum geht es ja gar nicht! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, ich verstehe es nicht, ich kann es nicht nachvollziehen. Da sitzen Ärztinnen und Ärzte herinnen und beklagen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), dass wir nicht über eine Sache gesprochen haben, die gut für die Patientinnen und Patienten ist. (Abg. Karlsböck: Darum geht es ja gar nicht! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Wir wollen transparent sein, wir wollen diese Preisregelung heute im Sinne der Patientinnen und Patienten beschließen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie behaupten ...! Wir können das gar nicht überprüfen in der Zeit!) Wenn Sie nicht dabei sind, sind Sie nicht zum Wohle der Patientinnen und Patienten hier, das kann ich Ihnen auch sagen! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Wenn etwas besser statt schlechter wird, verstehe ich überhaupt nicht, warum man jammert. Ich verstehe nicht, warum man gegen eine Sache ist, die dieses Parlament lösen kann und heute mit diesem Beschluss auch lösen wird, warum man gegen so eine Versorgung, gegen diesen Erstattungskodex ist.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie behaupten ...! Wir können das gar nicht überprüfen in der Zeit!
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, ich verstehe es nicht, ich kann es nicht nachvollziehen. Da sitzen Ärztinnen und Ärzte herinnen und beklagen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), dass wir nicht über eine Sache gesprochen haben, die gut für die Patientinnen und Patienten ist. (Abg. Karlsböck: Darum geht es ja gar nicht! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Wir wollen transparent sein, wir wollen diese Preisregelung heute im Sinne der Patientinnen und Patienten beschließen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie behaupten ...! Wir können das gar nicht überprüfen in der Zeit!) Wenn Sie nicht dabei sind, sind Sie nicht zum Wohle der Patientinnen und Patienten hier, das kann ich Ihnen auch sagen! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Wenn etwas besser statt schlechter wird, verstehe ich überhaupt nicht, warum man jammert. Ich verstehe nicht, warum man gegen eine Sache ist, die dieses Parlament lösen kann und heute mit diesem Beschluss auch lösen wird, warum man gegen so eine Versorgung, gegen diesen Erstattungskodex ist.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, ich verstehe es nicht, ich kann es nicht nachvollziehen. Da sitzen Ärztinnen und Ärzte herinnen und beklagen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), dass wir nicht über eine Sache gesprochen haben, die gut für die Patientinnen und Patienten ist. (Abg. Karlsböck: Darum geht es ja gar nicht! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Wir wollen transparent sein, wir wollen diese Preisregelung heute im Sinne der Patientinnen und Patienten beschließen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie behaupten ...! Wir können das gar nicht überprüfen in der Zeit!) Wenn Sie nicht dabei sind, sind Sie nicht zum Wohle der Patientinnen und Patienten hier, das kann ich Ihnen auch sagen! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Wenn etwas besser statt schlechter wird, verstehe ich überhaupt nicht, warum man jammert. Ich verstehe nicht, warum man gegen eine Sache ist, die dieses Parlament lösen kann und heute mit diesem Beschluss auch lösen wird, warum man gegen so eine Versorgung, gegen diesen Erstattungskodex ist.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die sind ja nicht unabhängig!
Ich setze darauf große Hoffnungen, auch wenn da viel Kritik geäußert wurde, weil die London School of Economics die Durchführung dieser Studie übernommen hat. Das macht nichts, das können sich ruhig einmal unabhängige Ausländer anschauen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die sind ja nicht unabhängig!) Wir sind aber sehr gespannt, wann diese Daten endlich an die Öffentlichkeit kommen, und vor allem sind wir gespannt, was wir dann mit diesen Daten machen, denn wir müssen uns schon überlegen, ganz ins Grundsätzliche zu gehen: Wie finanzieren wir das österreichische Gesundheitssystem? Machen wir das über Steuern, oder machen wir es weiter über Beiträge? Oder bleiben wir bei einem Mixsystem, wie wir es jetzt haben? – Jetzt gibt es Beiträge eher im ambulanten Bereich, Steuern eher im stationären Bereich, und daraus resultiert ein Mischsystem.
Sitzung Nr. 175
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja das Problem!
Ich würde Ihnen empfehlen: Schauen Sie sich einmal den Istzustand an! Der Istzustand ist nämlich, dass Sie den freien Hochschulzugang nicht haben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja das Problem!) Wissen Sie, wie viele Prozent der Studien schon jetzt zugangsgeregelt sind? (Abg. Kassegger: Das ist Ihre Politik! Die wollen wir nicht!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber weil Sie das eingeführt haben!
Ich weiß nicht, ob es Ihnen aufgefallen ist, das gilt auch für das Medizinstudium und natürlich für jede Fachhochschule. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber weil Sie das eingeführt haben!) – Bei jeder Fachhochschule gibt es bestimmte fachliche Herausforderungen und Anforderungen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Geh bitte!
Um es Ihnen für Ihre nächste Klubklausur mitzugeben: Es gibt eben mehr als 50 Prozent Zugangsbeschränkungen – jetzt schon! – aus bestimmten fachlichen Gründen und nicht aus Justamentgründen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Geh bitte!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja nicht!
Zweiter Punkt: Herr Kollege Steinbichler – eine kleine Aufgabe für ihn, da er jetzt auch Uniexperte ist – hat behauptet: Von zehn Medizinstudenten kommen sechs aus Deutschland. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) – Herr Kollege, nur als Rechenaufgabe mitgegeben: Wir haben eine Quotenregelung mit der EU, die folgendermaßen ausschaut: 75 Prozent aller Studienplätze sind Österreichern vorbehalten, 20 Prozent Bewerbern aus der EU, 5 Prozent Bewerbern aus Drittstaaten. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja nicht!) Wenn Sie jetzt von zehn 20 Prozent nehmen, sind es nach Adam Riese zwei, also zwei von zehn. Deine Darstellung ist daher, wenn man vier sagt, eine hundertprozentige Übertreibung. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja falsch!) Das ist eine hundertprozentige Übertreibung. Vielleicht sollten Sie überlegen, ob das der richtige Ansatz ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja falsch!
Zweiter Punkt: Herr Kollege Steinbichler – eine kleine Aufgabe für ihn, da er jetzt auch Uniexperte ist – hat behauptet: Von zehn Medizinstudenten kommen sechs aus Deutschland. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) – Herr Kollege, nur als Rechenaufgabe mitgegeben: Wir haben eine Quotenregelung mit der EU, die folgendermaßen ausschaut: 75 Prozent aller Studienplätze sind Österreichern vorbehalten, 20 Prozent Bewerbern aus der EU, 5 Prozent Bewerbern aus Drittstaaten. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja nicht!) Wenn Sie jetzt von zehn 20 Prozent nehmen, sind es nach Adam Riese zwei, also zwei von zehn. Deine Darstellung ist daher, wenn man vier sagt, eine hundertprozentige Übertreibung. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja falsch!) Das ist eine hundertprozentige Übertreibung. Vielleicht sollten Sie überlegen, ob das der richtige Ansatz ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was genau jetzt?
Wir, die Bundesregierung, haben gesagt: Ja, das ist eines unserer größten Probleme, wir brauchen da ganz konkrete Maßnahmen! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was genau jetzt?) Österreich ist ja stark betroffen, deshalb haben wir den Beschäftigungsbonus eingeführt. Dann haben wir eine große Diskussion darüber geführt: Dürfen wir das? Geht das überhaupt? Ist das möglicherweise schon antieuropäisch? – Die Wahrheit ist aber: Wenn man das bei Lichte betrachtet und nüchtern analysiert, dann muss man sagen, dass das natürlich geht. Wir haben ja in der Arbeitsmarktpolitik genau solche Instrumente bereits reihenweise eingeführt: Die Eingliederungsprämien, Unternehmensgründungsprämien oder Entfernungsprämien, die wir haben, funktionieren genau nach demselben Prinzip, um arbeitslose Menschen wieder in den Arbeitsmarkt zurückzuführen und zu integrieren.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum tut ihr es dann nicht?
Es ist proeuropäisch, sich konsequent dem Kampf gegen Lohn- und Sozialdumping zu widmen. Wenn wir uns die Diskussionen darüber anhören und uns anschauen, was da passiert, dann wissen wir doch, welches Schindluder damit getrieben wird, dann wissen wir, dass es eben keine Selbstverständlichkeit ist, dass am gleichen Ort der gleiche Lohn bezahlt wird, und dann wissen wir, dass es auch heute Praxis ist, dass sich Firmen, die im europäischen Ausland gegründet werden und Mitarbeiter nach Österreich schicken, eben nicht an die Spielregeln der Kollektivverträge halten. Das ist nicht nur ein Problem der Gewerkschaften, das ist ein Problem, das uns alle trifft, weil das bedeutet, dass Steuern nicht bezahlt werden, dass Arbeitslosigkeit entsteht und dass unsere Klein- und Mittelbetriebe Aufträge verlieren. Deshalb ist es im besten europäischen Sinn, zu sagen, das müssen wir abstellen, denn so stellen wir uns europäische Solidarität nicht vor. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum tut ihr es dann nicht?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja gar nicht! Da werden wir dann weiterreden, wenn es so weit ist! Warten wir jetzt einmal ab!
Ich möchte zum Schluss kommen und vielleicht noch eine grundsätzliche Bemerkung anbringen – ich glaube, das ist eine der wichtigsten Lektionen, die man aus dem Brexit lernen kann –: In Großbritannien wurde darüber diskutiert, dass man staatliche Souveränität zurückgewinnen möchte. Ich denke, die nächsten zwei Jahre werden demonstrieren, dass durch diese Übung, durch den Austritt aus der Europäischen Union, das genaue Gegenteil passieren wird. Die Briten werden in diesem internationalen, globalen Spiel der Kräfte mit Sicherheit an Gewicht verlieren, und sie werden ihre Interessen wesentlich schwerer durchsetzen können als im gemeinsamen Verein mit Europa. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das stimmt ja gar nicht! Da werden wir dann weiterreden, wenn es so weit ist! Warten wir jetzt einmal ab!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bis jetzt hat es das alles nicht gegeben?
Belakowitsch-Jenewein: Habt ihr das bis jetzt nicht gemacht?) Dann reicht es nicht, wenn man sich zu Gipfeln bewegt, sondern dann wird das bedeuten, dass wir in jedem einzelnen Politikbereich Lösungen suchen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bis jetzt hat es das alles nicht gegeben?) Das ist das, was passiert, und das tun wir seitens der Bundesregierung in bestem europäischem Einvernehmen, wie Sie beim Beschäftigungsbonus, aber auch bei der Familienbeihilfe gesehen haben, bei welchen wir uns in der Frage der Indizierung dazu bekannt haben, unsere europäischen Verpflichtungen wahrzunehmen. Umgekehrt darf es aber, mit Verlaub, auch keine Diskussionsverbote bei wichtigen Zukunftsfragen geben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Höbart: So kraftvoll wie bisher? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: So kraftvoll wie diese Rede?
Meine sehr geehrten Damen und Herren, Österreich und die ÖsterreicherInnen haben mit Sicherheit größtes Interesse an einer kraftvollen Europäischen Union, und unsere gemeinsame Aufgabe muss es sein, diesen Prozess in den nächsten Jahren im Sinne dieser kraftvollen Vision zu gestalten. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Höbart: So kraftvoll wie bisher? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: So kraftvoll wie diese Rede?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche genau?
Warum? – Weil es meines Erachtens nicht nur darum geht, dass Großbritannien, wie Theresa May, die englische Premierministerin, zwar gesagt hat, lediglich die EU, nicht aber Europa verlassen wird – das mag geografisch richtig sein, man bleibt selbstverständlich in Europa, man verändert ja dessen Grenzen nicht –, sondern es geht natürlich um das Verlassen einer Idee, um das Verlassen einer Gemeinschaft, die sich seit 60 Jahren darum bemüht, in Frieden und Solidarität Probleme, die nationenübergreifend sind, gemeinsam zu lösen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche genau?) Wenn jemand nicht mehr mitwirkt, dann ist das natürlich eine ganz schwierige Angelegenheit für beide Seiten.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und warum wird das nicht gemacht?
Und der dritte wesentliche Punkt ist, die soziale Säule Europas nicht nur zu stärken, sondern endlich eine bessere zu errichten. Es geht dabei darum, Arbeitsplätze zu schaffen, es geht dabei um Steuergerechtigkeit, es geht darum, Steuerhinterziehung und Steuerdumping endlich in Europa wirksam zu unterbinden, es geht darum, Lohndumping, einem Phänomen, das uns – gerade in Österreich – immer stärker zu schaffen macht, einen Riegel vorzuschieben (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und warum wird das nicht gemacht?), und es geht darum, Mindeststandards, was sozialen Zusammenhalt betrifft, in Europa zu schaffen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ist er auch!
Die Entscheidung in Frankreich ist natürlich positiv. Aber es gibt auch bei uns EU-Gegner, und da nenne ich jetzt die FPÖ beim Namen. Klubobmann Strache hat hier Macron sozusagen einen EU-Jubelschreier genannt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ist er auch!) Ich finde das vor dem Hintergrund, dass die Gegenkandidatin, Frau Marine Le Pen, sich genau bei diesen Einpeitschern, die als Ziel die Zerstörung der Europäischen Union formuliert haben, offen beteiligt hat, extrem unpassend. Sie haben sich mit all diesen Scharfmachern bei dem sogenannten „Patriotischen Frühling“ in Vösendorf vor einem Jahr getroffen und haben sich genau zu diesem Einpeitschen zusammengefunden, haben sich Nigel Farage angeschlossen, der gesagt hat, er freue sich über diese Entscheidung, und der darauf mit der Aussage reagierte, er sei froh, dass sie den ersten Stein aus der Mauer der Europäischen Union herausgeschlagen hätten.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na mit den Minderjährigen ist das so eine Sache!
Sie, Herr Bundeskanzler, sind mit dem Argument zur Kommission gegangen, wir hätten schon so viel getan. Das kann man durchaus nachvollziehen, aber die Europäische Kommission ist händeringend an Deutschland und an Österreich herangetreten und hat gesagt: Das ist so ein schwieriges Projekt, bitte seid dabei, das ist eine fundamentale Frage, das ist wichtig, um insbesondere gegenüber den anderen Staaten, die noch nichts gemacht haben, argumentieren zu können, selbst Österreich und Deutschland haben Ja gesagt! Umso bitterer ist es, dass es sozusagen eine öffentliche Diskussion darüber gegeben hat, ob man 50 minderjährige Flüchtlinge in Österreich noch unterbringen darf oder nicht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na mit den Minderjährigen ist das so eine Sache!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und was hilft es? Nichts!
Sie haben uns berechtigterweise auf die Lohn- und Sozialdumpingthematik hingewiesen, und Sie wissen, dass das genau einer der Punkte ist, bei denen wir uns besonders engagieren. Sie haben gesagt, die Bundesregierung solle da endlich etwas machen. Das ist aber genau das Problem, das wir in dem europäischen Kontext haben, denn das, was wir in Österreich machen können, nämlich ein europaweit vorbildliches Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz, hat das Hohe Haus dankenswerterweise beschlossen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und was hilft es? Nichts!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Kollege Strache hat wenigstens gesagt, er sei bereit, Europa neu zu denken, auch wenn seine Ideen nicht neu, sondern im Gegensatz sehr alt waren, aber die Bereitschaft, neu zu denken, ist grundsätzlich etwas Positives. Er hat dann aber nicht so deutlich, wie das seine Parteifreunde Le Pen, Wilders und so weiter formuliert haben (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), für den Ausstieg aus der Europäischen Union votiert, sondern er hat von einem Europa der „Vaterländer“ gesprochen – was immer ein Europa der Vaterländer ist; ich glaube, Kollege Kogler hat versucht, es ein bisschen zu analysieren. (Abg. Mölzer: Tun Sie einmal nachlesen! – Zwischenruf der Abg. Schimanek.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Lieber Kollege Lopatka! Ich habe auch die verzogene Miene des Herrn Vizekanzlers bei dieser Rede bemerkt. Keiner hat uns gefragt, ob wir uns die Bankenrettung leisten können. (Zwischenruf des Abg. Wöginger.) Keiner fragt uns, ob wir uns die Folgen des Klimawandels leisten können. Keiner fragt uns, ob wir uns die Wiederaufbaukosten nach Kriegen leisten können. Es ist eine Frage des politischen Willens, ob wir ein soziales Europa wollen, und nicht die Frage, ob wir es uns leisten können. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein! Ihr bringt es aber nicht zusammen!
Lieber Kollege Lopatka! Der Kanzler und der Vizekanzler haben es angesprochen: Es geht um die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit (Zwischenruf des Abg. Wöginger), es geht um den Kampf gegen Sozial- und Lohndumping, es geht um den Kampf gegen Steuervermeidung von Multis. Wenn wir das alles gemeinsam zusammenbringen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein! Ihr bringt es aber nicht zusammen!), dann stellt sich die Frage, ob wir uns eine Sozialunion leisten können nicht mehr, dann haben wir diese Sozialunion. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mölzer: Handeln! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich wollte eigentlich näher auf die Türkei eingehen und zum Schluss einen Appell aussprechen: Weg von den Schlagzeilen! Wir wollen mit diesem AKP-Erdoğan-Regime politisch nichts zu tun haben! Seit dem Putschversuch, dem Referendum und der Ankündigung, die Todesstrafe wieder einzuführen, ist diese Türkei unter dieser politischen Führung (Abg. Mölzer: Handeln Sie einmal!) kein politischer Partner. (Abg. Mölzer: Handeln! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Bedenken Sie aber bitte, dass fast die Hälfte der türkischen Bevölkerung, und in manchen Regionen bis zu 80 Prozent der türkischen Bevölkerung, gegen dieses Votum gestimmt hat, und dieser Zivilgesellschaft (Zwischenruf des Abg. Riemer) wollen wir zumindest politisch die Hand reichen, damit sie die Möglichkeit hat, innerhalb der schwierigen politischen Verhältnisse, die derzeit in der Türkei herrschen, weiterhin für Demokratie zu kämpfen! (Abg. Kogler: Richtig!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der Bundeskanzler ist schon lang weg!
Abgeordneter Christoph Hagen (STRONACH): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Eigentlich lautet der Titel dieser Debatte: „EU-Erklärungen des Bundeskanzlers und des Vizekanzlers“. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der Bundeskanzler ist schon lang weg!) Jetzt habe ich gehört, es war vereinbart, dass diese nach zwei Stunden gehen. Ich glaube aber, das ist nicht gut angelegt oder von den Regierungsparteien, die ja diesen Tagesordnungspunkt aufgenommen haben, nicht gut durchdacht gewesen, denn ich glaube, es zeugt nicht von Interesse an der Volksmeinung – und wir vom österreichischen Parlament, vom Nationalrat, sind ja das höchste Gremium des Volkes –, wenn man sich hier nach zwei Stunden aus dem Staub macht. Vielleicht braucht Herr Juncker eine Pizza, und der Herr Bundeskanzler hat Angst, dass diese in der Wärmebox kalt wird, und deswegen ist er jetzt schon weg. (Abg. Königsberger-Ludwig: Haha! Unheimlich witzig!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Antwort wird kurz!
Meine Damen und Herren! Es wurde hier seitens des Herrn Bundeskanzlers natürlich auch über den Brexit gesprochen, und das wurde ja zum Hauptthema erklärt. Jetzt möchte ich mir die Gründe, warum es zum Brexit gekommen ist, einmal anschauen. Ausschlaggebend – und das wird hier niemand bestreiten – war in der britischen Bevölkerung die Zuwanderungspolitik der EU. Ich glaube, da sind die meisten Fehler in der letzten Zeit gemacht worden, und das muss man einfach einmal so akzeptieren. Da habe ich mir natürlich die Frage gestellt: Was funktioniert in dieser EU eigentlich noch? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Antwort wird kurz!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum hat dann der Bundeskanzler gesagt, dass es so viel Lohn- und Sozialdumping gibt?
Zusätzlich hat die Bundesregierung viele weitere Maßnahmen getroffen, um den heimischen Arbeitsmarkt abzusichern. Wie man anhand der letzten Statistiken sieht, mit viel und großem Erfolg. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum hat dann der Bundeskanzler gesagt, dass es so viel Lohn- und Sozialdumping gibt?) Unter anderem ist begleitend zur Arbeitsmarktförderung 2011 auch das Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz geschaffen und inzwischen mehrmals novelliert worden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der Bundeskanzler sieht es anders! Er hat das Gegenteil gesagt!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der Bundeskanzler sieht es anders! Er hat das Gegenteil gesagt!
Zusätzlich hat die Bundesregierung viele weitere Maßnahmen getroffen, um den heimischen Arbeitsmarkt abzusichern. Wie man anhand der letzten Statistiken sieht, mit viel und großem Erfolg. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum hat dann der Bundeskanzler gesagt, dass es so viel Lohn- und Sozialdumping gibt?) Unter anderem ist begleitend zur Arbeitsmarktförderung 2011 auch das Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz geschaffen und inzwischen mehrmals novelliert worden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der Bundeskanzler sieht es anders! Er hat das Gegenteil gesagt!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Eine schlechte!
Was ich aber bin: Ich bin Politikerin (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Eine schlechte!), und in meinem Verständnis als Politikerin ... – Das haben nicht Sie zu bewerten, sondern die Wählerinnen und Wähler, unsere Wählerinnen und Wähler. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Darum stagnieren Sie ja auch!) Und ich verlasse mich da weniger auf Ihr Urteil, sondern auf das, was mich inhaltlich antreibt. Was mich inhaltlich antreibt, ist, das Zusammenleben der Menschen in Österreich zu sichern und zu gewährleisten, dass es allen hier vor Ort gut geht, dass alle, die hier leben, aus welchem Grund auch immer sie zu uns gekommen sind oder hier geboren sind (Abg. Kickl: Aus welchem Grund auch immer!), alle, die – aus welchem Grund auch immer, aber mit legalem Status – hier leben, hier auch geboren wurden oder nicht ... (Abg. Peter Wurm: Alle Frauen müssen Kopftuch tragen, Frau Schwentner, oder?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Darum stagnieren Sie ja auch!
Was ich aber bin: Ich bin Politikerin (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Eine schlechte!), und in meinem Verständnis als Politikerin ... – Das haben nicht Sie zu bewerten, sondern die Wählerinnen und Wähler, unsere Wählerinnen und Wähler. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Darum stagnieren Sie ja auch!) Und ich verlasse mich da weniger auf Ihr Urteil, sondern auf das, was mich inhaltlich antreibt. Was mich inhaltlich antreibt, ist, das Zusammenleben der Menschen in Österreich zu sichern und zu gewährleisten, dass es allen hier vor Ort gut geht, dass alle, die hier leben, aus welchem Grund auch immer sie zu uns gekommen sind oder hier geboren sind (Abg. Kickl: Aus welchem Grund auch immer!), alle, die – aus welchem Grund auch immer, aber mit legalem Status – hier leben, hier auch geboren wurden oder nicht ... (Abg. Peter Wurm: Alle Frauen müssen Kopftuch tragen, Frau Schwentner, oder?)
Beifall bei Grünen und NEOS. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Woher wissen Sie das denn? Sie sind ja keine Historikerin!
Ich beziehe mich auf einen zweiten Antrag, jenen meiner Kollegin Alev Korun. Ich glaube, dass der sogenannte Bartenstein-Erlass mittlerweile einfach nicht mehr zeitgemäß ist, nämlich der, dass AsylwerberInnen, die bereits mehr als sechs Monate hier sind, also schon ein halbes Jahr hier leben, auf ihren Asylbescheid warten, nur einen extrem eingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt haben. Da unterstützen wir den vorliegenden Antrag der NEOS, nämlich diesen Menschen neben dem Einsatz bei der Ernte oder in Ausnahmefällen im Tourismus auch den Zugang zum Arbeitsmarkt insgesamt zu ermöglichen. Ich halte es für nicht zeitgemäß, dass Menschen, die ein halbes Jahr hier sind und in sehr vielen Fällen auch hier bleiben werden, keinen Zugang zum Arbeitsmarkt haben. (Beifall bei Grünen und NEOS. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Woher wissen Sie das denn? Sie sind ja keine Historikerin!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sehr zögerlich, der Beifall, aber macht nichts!
Du hast schon recht, Gerald, wir haben in einem Paragrafen geregelt, dass der Sozialminister ermächtigt wird, Kontingente zu erlassen. Der Grund ist der, dass wir in der Vergangenheit natürlich auch gesehen haben, dass gut gemeint nicht immer gut gemacht bedeutet. Die Erwartungshaltung ist, dass über Trainee-Programme Fach- und Führungskräfte, Spezialisten nach Österreich kommen. Sollten wir draufkommen, dass das vielleicht doch eine Hintertür ist, um auch Lohn- und Sozialdumping zu betreiben, dann wird man über Kontingente diskutieren müssen. Das ist aber jedenfalls nicht das Ziel dieser Verordnung. Ziel ist genau das, was ich beschrieben habe: in einer globalisierten Welt Möglichkeiten für unsere heimische Industrie zu schaffen, aber auch für unsere heimischen Fach- und Führungskräfte, denn, wie gesagt, in unserer globalisierten Welt sollte es Chancen und Rechte für alle geben, für unsere heimischen Arbeitskräfte, aber auch für andere. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sehr zögerlich, der Beifall, aber macht nichts!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Asylwerber mit gutem Ausblick!
Geplant ist ein ganzes Integrationspaket (Abg. Hauser: Das ist nicht ...!), darunter ein verpflichtendes Integrationsjahr. Zielgruppe sind Asylberechtigte, subsidiär Schutzberechtigte und auch (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Asylwerber mit gutem Ausblick!) – genau! – Asylwerber mit Aussicht auf einen positiven Asylbescheid. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, toll! Da könnt ihr stolz darauf sein!) – Ja, warum? Was ist denn das Ziel? – Das Ziel ist ja, dass diese Menschen frühzeitig am Arbeitsmarkt Fuß fassen können; dazu müssen wir ihnen die notwendigen sprachlichen und beruflichen Qualifikationen ermöglichen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, toll! Da könnt ihr stolz darauf sein!
Geplant ist ein ganzes Integrationspaket (Abg. Hauser: Das ist nicht ...!), darunter ein verpflichtendes Integrationsjahr. Zielgruppe sind Asylberechtigte, subsidiär Schutzberechtigte und auch (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Asylwerber mit gutem Ausblick!) – genau! – Asylwerber mit Aussicht auf einen positiven Asylbescheid. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, toll! Da könnt ihr stolz darauf sein!) – Ja, warum? Was ist denn das Ziel? – Das Ziel ist ja, dass diese Menschen frühzeitig am Arbeitsmarkt Fuß fassen können; dazu müssen wir ihnen die notwendigen sprachlichen und beruflichen Qualifikationen ermöglichen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Meinen Sie den Bundeskanzler?
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geschätzter Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Frau Belakowitsch-Jenewein, es ist unglaublich, wie man 5 Minuten lang reden und nicht einmal 20 Sekunden auf den Tagesordnungspunkt 8 Bezug nehmen kann, um den es eigentlich geht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Meinen Sie den Bundeskanzler?) Es waren nur 18 Sekunden; also das war unglaublich, und noch dazu immer diese Schuldzuweisungen in Richtung Sozialminister! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na ja, er ist ja der Zuständige!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na ja, er ist ja der Zuständige!
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geschätzter Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Frau Belakowitsch-Jenewein, es ist unglaublich, wie man 5 Minuten lang reden und nicht einmal 20 Sekunden auf den Tagesordnungspunkt 8 Bezug nehmen kann, um den es eigentlich geht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Meinen Sie den Bundeskanzler?) Es waren nur 18 Sekunden; also das war unglaublich, und noch dazu immer diese Schuldzuweisungen in Richtung Sozialminister! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na ja, er ist ja der Zuständige!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hinweisen allein nützt nichts! – Zwischenruf der Abg. Kitzmüller.
Der Unterschied zwischen Ihnen und der SPÖ oder dem Sozialminister ist jener: Der Sozialminister wird bei jeder Veranstaltung, so wie auch gestern am Abend beim Europadialog, darauf hinweisen, dass für das Mitgliedsland Österreich diese Fristen zu lange sind, dass wir kürzere Fristen wollen. Das geht aber nur gemeinsam. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hinweisen allein nützt nichts! – Zwischenruf der Abg. Kitzmüller.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche Initiativen hat der Minister in Brüssel gesetzt? Was ist mit dem Brief?
Ich bitte Sie, kommen Sie herunter, stellen Sie sich hier her und beantworten Sie folgende Frage: Welche Initiativen haben die freiheitlichen Abgeordneten in Brüssel, Ihre Europaabgeordneten, im Zusammenhang mit dieser Problematik bis dato gesetzt? Was haben Sie gemacht? – Keine einzige Initiative haben sie eingebracht. Schauen Sie in die Protokolle! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche Initiativen hat der Minister in Brüssel gesetzt? Was ist mit dem Brief?) Sie stellen sich aber hier her und sudern und jammern, was alles
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Geh!
Frau Abgeordnete Belakowitsch-Jenewein, in einem Punkt muss ich Ihnen recht geben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Geh!) – Wirklich! Sie haben gesagt, die Arbeitslosigkeit ist hoch, sie ist viel zu hoch. – Ich gebe Ihnen ausdrücklich recht: Sie ist tatsächlich hoch, sie ist viel zu hoch, aber sie ist im März um knapp 8 000 arbeitslose Personen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gesunken, habe ich aber gesagt!), inklusive Schulungsteilnehmer, zurückgegangen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe aber gesagt, dass sie gesunken ist!) Das ist der größte Rückgang seit fünf Jahren. (Abg. Hafenecker: Vielleicht haben die Baufirmen wieder zu arbeiten angefangen wie jedes Jahr?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gesunken, habe ich aber gesagt!
Frau Abgeordnete Belakowitsch-Jenewein, in einem Punkt muss ich Ihnen recht geben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Geh!) – Wirklich! Sie haben gesagt, die Arbeitslosigkeit ist hoch, sie ist viel zu hoch. – Ich gebe Ihnen ausdrücklich recht: Sie ist tatsächlich hoch, sie ist viel zu hoch, aber sie ist im März um knapp 8 000 arbeitslose Personen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gesunken, habe ich aber gesagt!), inklusive Schulungsteilnehmer, zurückgegangen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe aber gesagt, dass sie gesunken ist!) Das ist der größte Rückgang seit fünf Jahren. (Abg. Hafenecker: Vielleicht haben die Baufirmen wieder zu arbeiten angefangen wie jedes Jahr?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe aber gesagt, dass sie gesunken ist!
Frau Abgeordnete Belakowitsch-Jenewein, in einem Punkt muss ich Ihnen recht geben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Geh!) – Wirklich! Sie haben gesagt, die Arbeitslosigkeit ist hoch, sie ist viel zu hoch. – Ich gebe Ihnen ausdrücklich recht: Sie ist tatsächlich hoch, sie ist viel zu hoch, aber sie ist im März um knapp 8 000 arbeitslose Personen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gesunken, habe ich aber gesagt!), inklusive Schulungsteilnehmer, zurückgegangen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich habe aber gesagt, dass sie gesunken ist!) Das ist der größte Rückgang seit fünf Jahren. (Abg. Hafenecker: Vielleicht haben die Baufirmen wieder zu arbeiten angefangen wie jedes Jahr?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Investieren ist eh okay!
werden investieren. Das ist das, was die österreichische Bundesregierung tut, weil wir Arbeitslosigkeit nicht akzeptieren wollen. Das ist die entscheidende Ansage dieser Bundesregierung. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Investieren ist eh okay!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der Bundespräsident hat schon viel Blödsinn gesagt! – Ruf bei den Grünen: Geh!
Wir haben auch von Nebenwirkungen gehört, von diesen Doppelstaatsbürgerschaftssachen. Der Herr Bundespräsident hat geruht zu sagen, in einer Doppelstaatsbürgerschaft alleine sieht er keinen Schaden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der Bundespräsident hat schon viel Blödsinn gesagt! – Ruf bei den Grünen: Geh!) Na ja, vielleicht ist es kein Schaden, es ist halt nur gegen das Gesetz, schlicht und ergreifend gegen unser Staatsbürgerschaftsgesetz. Die Rufe waren berechtigterweise da: Von vielen politischen Seiten, auch von uns Freiheitlichen, wurde gesagt, Österreich darf nicht die Aufmarschwiese für Wahlveranstaltungen von Politik, die in Drittstaaten stattfindet, werden. Das gehört einfach nicht nach Österreich. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Hagen.)
Sitzung Nr. 177
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ich wollte eigentlich zum Prozess etwas sagen, das, wie ich meine, besonders für die Initiatoren des Volksbegehrens und für die Bevölkerung wichtig ist: Kollege Kassegger hat gesagt, er finde es schade, dass die Bundesregierung nicht anwesend ist. – Die Bundesregierung muss aber auch nicht anwesend sein, und zwar aus einem guten Grund: weil die österreichische Bundesverfassung vorsieht, dass Volksbegehren an den Nationalrat gerichtet werden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Das sieht die Bundesverfassung so vor, und ich glaube, als selbstbewusste Parlamentarier, die wir doch alle sind, sollte uns auch klar sein, dass wir nicht nach dem Kanzler oder dem Vizekanzler rufen müssen, wenn wir als gesetzgebendes Organ über ein solches Volksbegehren diskutieren. Das ist nicht notwendig, das sieht die Bundesverfassung so nicht vor (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-
Sitzung Nr. 179
Abg. Lugar: Sie wurden auch gewählt! – Zwischenruf des Abg. Strache. – Abg. Krainer: Alle, die hier sitzen, wurden gewählt! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Zwischenrufe beim Team Stronach.
der Dauerwahlkampf ständig zugenommen hat, und ich glaube nicht, dass es sinnvoll für unser Land ist, wenn dieser eineinhalb Jahre fortgesetzt wird. Zum anderen bin ich der Meinung, dass in einer Demokratie auch die Bevölkerung die Möglichkeit haben sollte, zu entscheiden, wer die politische Spitze in der Regierung dieses Landes ist. Die letzten, die in Österreich gewählt wurden, waren Vizekanzler Michael Spindelegger und Bundeskanzler Werner Faymann. (Abg. Lugar: Sie wurden auch gewählt! – Zwischenruf des Abg. Strache. – Abg. Krainer: Alle, die hier sitzen, wurden gewählt! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Zwischenrufe beim Team Stronach.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Königsberger-Ludwig.
Es gab sehr viele, die sich für die Politik der offenen Grenzen starkgemacht haben, die für die unbeschränkte Aufnahme in Mitteleuropa und vor allem in Österreich eingetreten sind. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Königsberger-Ludwig.) Es gab sehr viele, die der Meinung waren, dass es richtig ist, dass jeder, der zu uns kommt, auch bei uns bleiben soll. Ich habe von Anfang an eine andere Haltung vertreten, habe mich immer klar gegen das Weiterwinken ausgesprochen, und ich bin nach wie vor unseren Partnern am Westbalkan dankbar dafür, dass es gemeinsam möglich war, diese Westbalkanroute zu schließen und das Weiterwinken zu beenden.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Lugar: Dann ändern Sie etwas! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Jetzt gibt es einige, die zu Recht sagen: Es gibt da aber noch immer Menschen, die illegal durchkommen! – Das ist schon richtig. Das wird auch immer so der Fall sein. Darum muss man gegen Schlepper ankämpfen, alles tun, dass es möglichst wenige sind, die illegal durchkommen. Folgendes muss aber schon klar sein: Es ist ein großer Unterschied, ob das einige Tausend innerhalb von einigen Monaten oder ob das 15 000 Menschen am Tag sind, sehr geehrte Damen und Herren! Das ist ein großer Unterschied für unser Land. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Lugar: Dann ändern Sie etwas! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ist ja nicht verboten! Das stimmt ja nicht!
Aus meiner Sicht sind die wichtigsten Punkte die Steigerung der Zahlen bei den Deutschkursen und Werteschulungen – das ist ganz wesentlich für die Integration –, zum Zweiten machen wir es insbesondere mit dem Integrationsjahrgesetz möglich, dass Menschen, die keinen Job haben, gemeinnützige Arbeit leisten. Auch das ist meiner Meinung nach ein wichtiger Schritt: dass Menschen, die arbeitslos sind, nicht einfach im Park oder zu Hause herumhängen und vom Geld der Steuerzahler leben, sondern einen Beitrag leisten. Der dritte Punkt – auch er ist heftig umstritten, aber ich hoffe, dass er Ihre Zustimmung findet – ist ein Verbot der Symbole der Gegengesellschaft. Die Vollverschleierung, aber zum Beispiel auch Koranverteilaktionen durch Salafisten sollen verboten werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ist ja nicht verboten! Das stimmt ja nicht!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, „ÖVP“ passt eh!
nächsten Wahlen? Dann werden sich ÖVP, also Liste Kurz, Entschuldigung (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, „ÖVP“ passt eh!), und SPÖ zusammensetzen und sagen: Na ja, vielleicht müssen wir doch wieder gemeinsam! Und dann werden wieder alle hier sitzen und sich fragen: Ja wie soll denn das gemeinsam gehen?
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Die große Frage ist ja, wie überhaupt gemeinsame Politik für die Menschen hier funktionieren soll, wenn im Vordergrund nichts anderes steht als Obstruktion, ein gewisser Intrigantenstadl, wenn ein Außenminister offensichtlich einen Wirtschaftsminister sucht und bei den NEOS anruft – was uns natürlich ehrt, weil das heißt, dass die ÖVP von Wirtschaftskompetenz schon lange nichts mehr hat! (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Pirklhuber.) Die Wirtschaftskompetenz ist bei den NEOS, deswegen muss man bei uns anrufen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, in Österreich nicht, da gibt es nur ein paar Steher!
Zu dem Thema, das das Team Stronach für die Aktuelle Stunde ausgewählt hat, zum Schutz der Grenzen: Ja, wir NEOS haben diesbezüglich schon lange Vorschläge gemacht, wir haben gesagt (Zwischenruf bei der FPÖ), wenn wir die gemeinsamen europäischen Außengrenzen schützen wollen – Herr Kollege Wurm, Sie müssten sich nur die entsprechenden Aussendungen anschauen und im Plenum zuhören (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm) –, dann müssen wir aktiv, proeuropäisch 20 000 Leute an diese gemeinsamen Außengrenzen schicken. Für falsch halte ich den Vorschlag, der von Außenminister Kurz gekommen ist, hinsichtlich der Renationalisierung der Grenzkontrollen. Es würde nämlich genau das passieren, was ich von Anfang an vorausgesagt habe, als wir darüber diskutiert haben: Es würden 27 Mitgliedstaaten – jeder Einzelne – seinen nationalen Schrebergarten machen, es würden 27 Grenzzäune entstehen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, in Österreich nicht, da gibt es nur ein paar Steher!), und die Europäische Union wäre am Ende. Genau das würde passieren, wenn wir die Grenzkontrollen renationalisierten: Es wäre der Standort Österreich gefährdet und es wäre langfristig Europa gefährdet.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie sind eh so jung, Sie sind ja nie gestanden!
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich habe kein Interesse daran, in Kleinhaugsdorf, in Nickelsdorf, in Spielfeld wieder einmal stundenlang an der Grenze zu stehen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie sind eh so jung, Sie sind ja nie gestanden!), und ich weiß, dass auch die Österreicherinnen und Österreicher kein Interesse daran haben und dass insbesondere der Standort Österreich darunter leiden würde. Den Wohlstand in Österreich haben wir den Grundfreiheiten der Europäischen Union zu verdanken, nämlich freier Personenverkehr, freier Dienstleistungsverkehr – stundenlang an der Grenze zu stehen, wird da jedenfalls nicht weiterhelfen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Inszenierung war ...!
Mitterlehner hatte in seiner Abschiedsrede, die sehr beeindruckend war, zwei wichtige Botschaften. Die eine war: Die ÖVP ist nicht führungsfähig. Die Zweite war: Die ÖVP riskiert die Regierungsfähigkeit. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Inszenierung war ...!) – Das ist die Wahrheit. Nach jahrzehntelanger Mitgliedschaft in der Regierung setzt sie all das aufs Spiel. (Abg. Neubauer: Prawda!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Inszenierung!
Und warum? – Wir haben uns im Jänner hingesetzt, haben mühevoll, tagelang eine Adaptierung und eine Erweiterung des Regierungsprogramms vorgenommen, aber drei Monate später ist das plötzlich alles nichts?! Na, was denken sich der Bürger und die Bürgerin? Wozu setzen sich die hin? Was machen die eigentlich? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Inszenierung!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der Außenminister hört nicht zu! Der tut nur tippen!
Wir haben ein Thema zum Sicherheitsbereich, das sehr, sehr wichtig ist, auf der Tagesordnung. Man muss dem Team Stronach ja dankbar dafür sein, dass wir die Gelegenheit dazu haben, das zu diskutieren. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der Außenminister hört nicht zu! Der tut nur tippen!) Leider haben das viele Vorredner nicht gemacht, weil sie sich rein um Wahlkampfstimmung gekümmert haben. Wir haben jetzt die Möglichkeit, den Österreicherinnen und Österreichern zu zeigen, was durch die Linie der ÖVP und vor allem durch die Linie des Außenministers Sebastian Kurz im Migrations- und Integrationsbereich gelungen ist.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Machterhalt!
Diese Agentur müssen wir noch entsprechend stärken, damit die Flüchtlingsströme auch konsequent gelenkt und die Grenzen gesichert werden können. Sebastian Kurz wurde viel dafür kritisiert, als er gesagt hat: Die Rettung aus dem Mittelmeer kann nicht automatisch ein Ticket nach Europa sein. – Das ist vollkommen richtig. Das muss konsequent bekämpft werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Machterhalt!)
Abg. Neubauer: Das sind zwei Paar Schuhe! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Natürlich klingt es total super, wenn man in der „Pressestunde“ auf die EU-Bürger hinhaut, die die Sozialleistungen bei uns angeblich ausnützen, aber das sind (Abg. Neubauer: Das sind zwei Paar Schuhe! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein) – Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein sagt es richtig – gar keine Sozialschmarotzer, sondern die kommen für eine Tourismussaison zu uns arbeiten; für diese Saison zahlen sie Sozialversicherungsbeiträge und Steuern, und nachher sind sie wieder weg. Die sind für den Sozialstaat sogar ein Supergeschäft. Das müsste ein Außenminister nicht nur wissen, ich unterstelle sogar, Sie wissen das, und Sie sagen wissentlich das Gegenteil, weil es Ihnen politisch mehr Punkte bringt, das Gegenteil zu
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Es geht nämlich in der Politik, in dieser Show, die hier abgezogen wird, nicht um die Wirtschaft (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), es geht nicht um Arbeitsplätze, es geht nicht um Österreich; es geht um die drei letzten Buchstaben von Österreich: ich. Das merkt man auch (Abg. Neubauer: In dieser Rede!) daran, wie die neue Volkspartei jetzt heißt: Die SPÖ hat ein Ö drin, die alte ÖVP hat ein Ö drin, sogar die FPÖ hat ein Ö drin, wir heißen NEOS – Das Neue Österreich, aber in der Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei geht es nicht mehr um Österreich; das kommt da nicht mehr vor, und ich glaube, das ist symptomatisch. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Lopatka: In „Stronach“ ist auch kein Ö!)
Abg. Lugar – auf einige an der Regierungsbank mit den anwesenden Ministern sprechende Abgeordnete weisend –: Frau Präsidentin, das ist ja kein Kaffeehauskränzchen ...! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich meine, was soll denn das? – Abg. Lugar: Ja, Respektlosigkeit ohne Ende! – Die Abgeordneten kehren zu ihren Sitzplätzen zurück.
Es gibt die Vermutung, dass ein zweites Mal versucht wird, einen Untersuchungsausschuss abzudrehen. Da muss irgendetwas ... (Abg. Lugar – auf einige an der Regierungsbank mit den anwesenden Ministern sprechende Abgeordnete weisend –: Frau Präsidentin, das ist ja kein Kaffeehauskränzchen ...! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich meine, was soll denn das? – Abg. Lugar: Ja, Respektlosigkeit ohne Ende! – Die Abgeordneten kehren zu ihren Sitzplätzen zurück.) – Das ist immer das Problem: Die Regierung sagt, die Opposition schlage nichts vor; wenn man aber nicht zuhört, kann man das ja nicht wissen und glaubt, man habe selbst recht. Das ist das Hauptproblem, so ist das auch in den Ausschüssen. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Reinhold Mitterlehner hat von Mosaiksteinen gesprochen – auch aus der Medienlandschaft kommend –, die den Ausschlag gegeben haben. (Zwischenruf des Abg. Schönegger.) Den Begriff Mosaikstein finde ich insofern nicht uninteressant, als die Entscheidung – Entscheidung ist vielleicht der falsche Ausdruck –, die Weigerung des designierten ÖVP-Obmanns keinesfalls Vizekanzler werden zu wollen, für mich auch so ein Mosaikstein ist. Man fragt sich nämlich schon, warum man das dritthöchste Amt, das diese Republik zu vergeben hat, nicht annehmen will, obwohl man eigentlich findet, man hätte Konzepte, das Land zu führen – oder zweifelt man daran? (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eh so!
Das ergibt ein schreckliches Bild bei all jenen, die draußen vor den Fernsehgeräten sitzen und dann glauben, sie hätten es eh immer gewusst. Die Highlights können wir ja wirklich gemeinsam darstellen. Wenn man sich hier gewisse Schwarzmalereien anhört, habe ich Angst, dass die Menschen dieses Land verlassen, weil sie sagen: Was ist denn in diesem Land los? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist eh so!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Seien wir lieber leise da unten!
Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein, Sie sprechen von Abänderungsanträgen bis zum Schluss – so ist es ja nicht, der letzte umfassende Abänderungsantrag, den wir im Sozialbereich gemacht haben, war zum Heimopferrentengesetz. Da haben wir zwei Runden mit allen Sprechern einberufen und sind auf alle Punkte eingegangen, die die Opposition haben wollte, und haben wir selbst auch noch umgesetzt. Und dann haben wir da den Abänderungsantrag beschlossen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Seien wir lieber leise da unten!)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ich halte einfach nichts davon, dass hier immer dieses Bild gezeichnet wird: Zum Schluss wird uns das noch hingeknallt, und dann heißt es: Friss oder stirb!, beziehungsweise Stimm zu oder stimm nicht zu! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie ernst nehmen Sie das da herinnen eigentlich?
Also erstens: Was passiert, wenn Homosexuelle heiraten? – Erste Antwortmöglichkeit: Es kommt zu einer zweiten Sintflut. Ich sage Ihnen, das ist nicht so. Da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Die zweite Antwortmöglichkeit ist: Die Ehen heterosexueller Paare werden zerstört. Das ist im Übrigen auch nicht so. Das passiert auch nicht. (Abg. Schönegger: Das ist auch nicht lustig!) Dritte Antwortmöglichkeit: Die Steuereinbußen treiben Österreich in den Ruin. Ich glaube auch nicht, dass das passieren wird. Vierte Möglichkeit: Es erscheint – lustigerweise – ein pinkes Glitzereinhorn, das Kinder frisst. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie ernst nehmen Sie das da herinnen eigentlich?) Ich sage Ihnen, auch das pinke Glitzereinhorn erscheint nicht, und es frisst auch gar keine Kinder. Es gibt eine einzige Sache, die wirklich passiert, nämlich dass Homosexuelle heiraten können.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber das wissen Sie doch nicht während des Verfahrens!
Diejenigen aber, die kommen, die anspruchsberechtigt sind (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber das wissen Sie doch nicht während des Verfahrens!), die wirklich ehrlich sind, sollen eine Chance haben, hier Asyl zugesprochen zu bekommen. Ich kenne Ihre Kritik, ich finde aber den Zugang, dafür zu sorgen, dass die eine Chance haben, in den Arbeitsmarkt Eingang zu finden, richtig. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Schaffen wir das Asylverfahren ab!) Und die Hauptbedrohung des Arbeitsmarkts ist ja in Wirklichkeit nicht das, sondern die EU-Personenfreizügigkeit. Die meisten Arbeitslosen sind mit der EU-Personenfreizügigkeit erklärbar, kommen aus dem EU-Raum. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber das ist ...!) Das ist das wahre Problem, und nicht das, was Sie hier anführen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Schaffen wir das Asylverfahren ab!
Diejenigen aber, die kommen, die anspruchsberechtigt sind (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber das wissen Sie doch nicht während des Verfahrens!), die wirklich ehrlich sind, sollen eine Chance haben, hier Asyl zugesprochen zu bekommen. Ich kenne Ihre Kritik, ich finde aber den Zugang, dafür zu sorgen, dass die eine Chance haben, in den Arbeitsmarkt Eingang zu finden, richtig. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Schaffen wir das Asylverfahren ab!) Und die Hauptbedrohung des Arbeitsmarkts ist ja in Wirklichkeit nicht das, sondern die EU-Personenfreizügigkeit. Die meisten Arbeitslosen sind mit der EU-Personenfreizügigkeit erklärbar, kommen aus dem EU-Raum. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber das ist ...!) Das ist das wahre Problem, und nicht das, was Sie hier anführen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber das ist ...!
Diejenigen aber, die kommen, die anspruchsberechtigt sind (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber das wissen Sie doch nicht während des Verfahrens!), die wirklich ehrlich sind, sollen eine Chance haben, hier Asyl zugesprochen zu bekommen. Ich kenne Ihre Kritik, ich finde aber den Zugang, dafür zu sorgen, dass die eine Chance haben, in den Arbeitsmarkt Eingang zu finden, richtig. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Schaffen wir das Asylverfahren ab!) Und die Hauptbedrohung des Arbeitsmarkts ist ja in Wirklichkeit nicht das, sondern die EU-Personenfreizügigkeit. Die meisten Arbeitslosen sind mit der EU-Personenfreizügigkeit erklärbar, kommen aus dem EU-Raum. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber das ist ...!) Das ist das wahre Problem, und nicht das, was Sie hier anführen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber wo wollen Sie ...? Sie können es ja nicht wissen!
Missbrauch wird von mir genauso abgelehnt. Wenn einer einen Schmäh erzählt – ist abzulehnen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber wo wollen Sie ...? Sie können es ja nicht wissen!), da sind wir völlig einer Meinung. Das Einzige, was mich stört, ist, dass man so eine Kumpanei-Argumentation entwickelt: Da oben sitzen lauter Leute, die daran interessiert sind, dass es irgendwo eine stille Zuwanderung, am besten unregistriert, durch irgendwelche Hintertüren gibt. – Das stimmt sicher nicht, zumindest ich sehe das nicht so, und ich halte es für ein Verdienst der Frau Staatssekretärin, dass sie sich bemüht hat (Abg. Peter Wurm: Was hat die Frau Staatssekretärin gemacht, Herr Kollege?), die Kritik, die es immer gab, in den Orten, in der Stadt, ernst zu nehmen, wo es geheißen hat: Die stehen nur in der Gegend herum, das stört uns!, Der kann nicht gescheit Deutsch!, und so weiter.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Jetzt komme ich zu einem zweiten Punkt – das andere betrifft ja den Sozialausschuss, aber ich habe das zusammengelegt –, das ist eine Causa aus dem Außenpolitischen Ausschuss. Da bin ich der Meinung, dass wir in die richtige Richtung gehen. Ehrlich gesagt, ich bin nicht daran interessiert, dass eine Koranübersetzung in deutscher Sprache in der salafistischen Interpretation, in der IS-Interpretation oder in einer anderen Interpretation (Abg. Peter Wurm: ... immer schon gewusst, Herr Cap!), womöglich noch mit einem Beipacktext oder einem mündlichen Kommentar, verteilt wird. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) – Na ja, das ist auch nicht selbstverständlich, aber da sind wir einer Meinung, denn: Was wissen wir drei da? – Die Christen, die Katholiken, haben es einfacher: Roma locuta, causa finita. Die machen einfach einen Text, und der gilt – aus. In diesem Fall gibt es aber Imame, selbst ernannte Imame, alle möglichen Varianten, und da muss man natürlich aufpassen.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Höbart: Aus Afghanistan sind so viele! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... so furchtbar ungebildet!
Daher finden wir das auch sinnvoll – in Klammern: Es wird auf die Ausführung ankommen, darauf, dass das gut gemacht wird, dass genügend Sprachkurse, aber auch Alphabetisierungskurse vorhanden sein werden und dass die von anerkannten Flüchtlingen oder Schutz suchenden Menschen, die dieses Integrationsjahr absolvieren werden, mitgebrachten Qualifikationen gut, professionell und möglichst rasch anerkannt werden können, damit wir das Phänomen von Taxi fahrenden Ingenieuren oder Taxi fahrenden Ärzten und Ärztinnen in Zukunft nicht mehr haben werden. (Abg. Peter Wurm: Atomwissenschaftler!) – Ihre hämischen Zwischenrufe können Sie sich sparen, Herr Kollege. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Höbart: Aus Afghanistan sind so viele! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... so furchtbar ungebildet!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Selbstverständlich!
Betreffend die zweite Vorlage, nämlich das Sammelgesetz, das den schönen Namen Integrationsgesetz trägt, ist es wichtig, zu wissen, dass im Migrations- und Asylbereich derzeit acht Gesetze nebeneinander bestehen. Acht unterschiedliche Gesetze regeln also die Einwanderung. (Ruf bei der FPÖ: ... Rückführungsgesetz ...!) – Dazu fällt den Freiheitlichen, den sogenannten Freiheitlichen, natürlich nur die Rückführung ein (Ruf bei der FPÖ: Selbstverständlich! – Abg. Walter Rosenkranz: Na, Entschuldigung: sogenannt?!), das wissen wir, darüber wundern wir uns überhaupt nicht. Sobald das Wort Migration vorkommt, verlangen sie Rückführung und Minuszuwanderung (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Selbstverständlich!) und so weiter, auch das wissen wir alles. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Mit Zwischenrufen wird es nicht besser.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was heißt „sogenannt“? Wieso „sogenannt“?
Es gibt derzeit also acht unterschiedliche Gesetze, die nebeneinander bestehen, und zu diesen acht bestehenden Gesetzen kommt jetzt ein neuntes dazu. Es wird Integrationsgesetz genannt, und damit soll natürlich auch der Kritik der Wind aus den Segeln genommen werden, denn: Wer ist schon gegen Integration außer die sogenannten Freiheitlichen? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was heißt „sogenannt“? Wieso „sogenannt“?)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kitzmüller.
Selbst das bringt Sie aber nicht dazu, davon Abstand zu nehmen. Danke, dass Sie hier Ihre Haltung so schön zeigen! (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kitzmüller.) – Ja, genau, und dann schrien Sie weiter. Schreien Sie nur weiter, es sind viele junge Menschen auf der Galerie und manche machen (den ausgestreckten Daumen hochhaltend) diesen hier. Danke, dass Sie Ihr wahres Gesicht hier zeigen!
Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Peter Wurm. – Abg. Peter Wurm: Endlich, die Wahrheit! – Zwischenruf der Abg. Korun.
Ja, es stimmt, es gibt Menschen, die sich bereits in den Arbeitsmarkt integriert haben, aber allzu viele sind es nicht, Frau Kollegin von den Grünen; das muss man auch einmal betonen. 90 Prozent der anerkannten Flüchtlinge sind in der Arbeitslosenstatistik zu finden, scheinen dort auch auf. (Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Peter Wurm. – Abg. Peter Wurm: Endlich, die Wahrheit! – Zwischenruf der Abg. Korun.) Sie haben zu Recht gesagt, es gibt welche, die ausgebildet sind und Taxi fahren. Ich sage Ihnen aber, es gibt auch den afghanischen Teppichhändler (Abg. Korun: Gibt es auch! Ich habe nicht gesagt, dass es
Beifall beim Team Stronach. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Meine Damen und Herren, das ist ein Zeichen dafür, dass von den Eltern Integration nicht gewünscht wird. Sie leben das den Kindern vor und zwingen sie, so herumzulaufen. Meine Damen und Herren, da muss die Politik reagieren! Das hat man sich aber nicht getraut. Da haben Sie die Hosen voll, gestrichen voll bis oben. Ich denke, da muss man ansetzen! (Beifall beim Team Stronach. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer war das?
Ich verstehe, dass da ein kritischer Blick geboten ist, da manche versucht haben, durch die Hintertür der Integrationspolitik ein Hartz-IV-Modell für die Österreicherinnen und Österreicher einzuführen – das kommt für mich nicht infrage! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wer war das?) Das Arbeitstraining ist ein Modul von vielen, es ist zeitlich begrenzt und muss einen Nutzen für die Teilnehmer haben.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Auf der Mariahilfer Straße!
Aber was machen Sie? – Ich habe jetzt ein konkretes Beispiel: Ist eine Parkanlage in Wien, hinter der Votivkirche oder sonst irgendwo bei der Universität (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Auf der Mariahilfer Straße!), ist eine Grünfläche eine Einrichtung, eine Anlage für den Fußgängerverkehr? – Nein. Dort sind unter Umständen junge Menschen, die in der Sonne liegen, und dann geht jemand durch und sagt: Magst du diesen Koran haben? Wird das in irgendeiner Form durch dieses Gesetz verboten? – Nein, überhaupt nicht, weil Sie das, was Sie den Medien gegenüber als Überschrift formulieren, im Elchtest der Gesetzgebung einfach nicht einhalten. Und das hat System bei Ihnen! (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Scherak und Lugar.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Leistungsempfänger sind sie ja eh so! – Ruf bei der ÖVP: Sagen wir Leistungsträger! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Im Sinne dieser Geschichte des Aman Amiri ist es ein wichtiges Gesetz, und ich bedanke mich bei unserem Sozialminister dafür, dass er hartnäckig geblieben ist, dass er drangeblieben ist, denn genau das ist es. Ich möchte da an die Ausführungen meines Vorredners, Kollege Rosenkranz, anschließen: Die Gesellschaft zu spalten, kann nicht unser Ziel sein. Unser Ziel muss es sein, aus diesen Leistungsbeziehern Leistungsempfänger zu machen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Leistungsempfänger sind sie ja eh so! – Ruf bei der ÖVP: Sagen wir Leistungsträger! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), aus Leistungsbeziehern Leistungszahler zu machen, dass wir sie schnell in Jobs bringen – danke, dass Sie so aufmerksam zuhören (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Natürlich!) –, aber das wesentliche, größte Ziel ist, dass diese Menschen, die sich berechtigt in Österreich aufhalten, auch eine Chance auf Integration, auf eine Sprache und auf einen Job haben. – Danke schön, Herr Sozialminister! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Natürlich!
Im Sinne dieser Geschichte des Aman Amiri ist es ein wichtiges Gesetz, und ich bedanke mich bei unserem Sozialminister dafür, dass er hartnäckig geblieben ist, dass er drangeblieben ist, denn genau das ist es. Ich möchte da an die Ausführungen meines Vorredners, Kollege Rosenkranz, anschließen: Die Gesellschaft zu spalten, kann nicht unser Ziel sein. Unser Ziel muss es sein, aus diesen Leistungsbeziehern Leistungsempfänger zu machen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Leistungsempfänger sind sie ja eh so! – Ruf bei der ÖVP: Sagen wir Leistungsträger! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), aus Leistungsbeziehern Leistungszahler zu machen, dass wir sie schnell in Jobs bringen – danke, dass Sie so aufmerksam zuhören (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Natürlich!) –, aber das wesentliche, größte Ziel ist, dass diese Menschen, die sich berechtigt in Österreich aufhalten, auch eine Chance auf Integration, auf eine Sprache und auf einen Job haben. – Danke schön, Herr Sozialminister! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das habe ich auch gesagt!
Und jetzt kommt der große inhaltliche Pferdefuß des Gesetzes: Dieses Gesetz beziehungsweise dieses Integrationsjahr wird niemanden in den Ersten Arbeitsmarkt führen, weil man dieses Arbeitstraining nur bei einer Zivildienstträgerorganisation im Rahmen einer gemeinnützigen Tätigkeit durchführen darf. Man darf nicht in einem normalen Unternehmen, in einem Bauunternehmen, Kollege Muchitsch, einen Lehrberuf erlernen oder einmal hineinschnuppern, sodass dieses Arbeitstraining vielleicht in ein festes Beschäftigungsverhältnis mündet (Abg. Peter Wurm: Das dürfen sie schon!), sondern das darf nur bei Zivildienstträgerorganisationen stattfinden, die von der öffentlichen Hand noch dafür Geld bekommen, dass sie diese Betreuung übernehmen. Damit werden Sie mehr Leistung produzieren, die von der öffentlichen Hand wieder eingekauft wird. (Abg. Peter Wurm: Das sage ich seit Jahren!) Das heißt, man bezahlt jetzt die Zivildienstträgerorganisationen, damit man als Republik Österreich zusätzliche Sozialleistungen einkaufen kann – so funktioniert die Sozialindustrie in Österreich, aber so bekommen Sie keine Person zusätzlich in den Ersten Arbeitsmarkt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das habe ich auch gesagt!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Man kann auch alles gutreden!
Abgeordneter Hannes Weninger (SPÖ): Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Die vorliegenden Gesetzesmaterien zur Integrationspolitik bringen uns doch einen lange erwarteten Schritt weiter. Nur eine Bemerkung zu meinem Vorredner: Kollege Kumpitsch, man kann natürlich alles schlechtreden (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Man kann auch alles gutreden!), aber es ist, wenn wir das heute beschließen, ein klares politisches Signal: dass der österreichische Nationalrat und damit die österreichische Gesellschaft sagt, wir sind in unserer offenen, pluralistischen Gesellschaft gegen die Vollverschleierung und wir sind dagegen und wollen verhindern, dass salafistische, IS-interpretierte Koranversionen in der Öffentlichkeit verteilt werden. Die politische Aussage ist der Kern dieser Integrationsmaßnahme, die neben dem Integrationsjahr steht.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie weitergeschleppt!
Damals haben wir gesagt: Diese Zustände sind menschenunwürdig! Den Menschen, die da sind, die geflüchtet sind, muss geholfen werden! Dann haben zum Beispiel die Österreichischen Bundesbahnen den Weitertransport dieser Menschen sichergestellt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie weitergeschleppt!), zum Großteil nach Deutschland; dann haben Tausende freiwillige Österreicherinnen und Österreicher diesen Menschen, die da waren, Versorgung zukommen lassen, ihnen Kleidung, Wasser und Nahrungsmittel gegeben. Und darauf können wir stolz sein.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Würden Sie bitte zur Tagesordnung reden!
Der zweite Punkt betrifft den Beschäftigungsbonus. Dabei geht es um die Rückerstattung von Lohnnebenkosten. Ich verstehe Sie nicht ganz, geschätzte Frau Präsidentin Winzig, die Sie vorhin am Rednerpult waren: Es müsste doch ein vehementes Anliegen Ihrerseits sein, den Unternehmungen zu helfen, die Hälfte der Lohnnebenkosten erstattet zu bekommen. 30 000 Unternehmen würden davon profitieren, würden drei Jahre lang 50 Prozent der Lohnnebenkosten rückerstattet bekommen, weil 2 Milliarden € zur Verfügung stehen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Würden Sie bitte zur Tagesordnung reden!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das steht jetzt alles nicht zur Debatte!
Das gilt auch für die Beschäftigungsinitiative, meine sehr geschätzten Damen und Herren von der ÖVP, bei der es darum geht, für arbeitslose Menschen über 50 Jahre Möglichkeiten zu schaffen, schneller wieder in Beschäftigung zu kommen. 102 000 Betroffene gibt es aktuell, und wenn wir uns deren Schicksale ansehen (Zwischenruf des Abg. Neubauer), dann wissen wir, dass oftmals an die hundert Bewerbungsschreiben notwendig sind, und dann steht trotzdem kein Arbeitsplatz zur Verfügung. Daher glaube ich, dass wir diese Menschen nicht dieser Chance berauben und auch diese Materie noch über die Bühne bringen sollten. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das steht jetzt alles nicht zur Debatte!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie zu den Tagesordnungspunkten 4 und 5 auch etwas zu sagen?
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Auch die ÖVP wird an jenen Taten gemessen, die wir jetzt gemeinsam vielleicht noch vollbringen können. Die Menschen warten darauf, sie wollen Taten sehen und nicht nur schöne Reden hören, sie wollen, dass wir die notwendigen Beschlüsse herbeiführen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie zu den Tagesordnungspunkten 4 und 5 auch etwas zu sagen?)
Abg. Wöginger spricht mit Bundesminister Kurz. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Herr Minister!
Zum Letzten: Es ist natürlich auch nicht sozial, weil – und das wissen auch Sie, Herr Minister Stöger – die Unterbringung eines einzigen Asylwerbers in Österreich dreißigmal so viel kostet wie die Unterstützung vor Ort. Das heißt, der eine, der kommt, der sich über alles hinwegsetzt, der die Rücksichtslosigkeit, die Härte, vielleicht auch die kriminelle Energie und vor allem das Geld hat, sich seinen Weg nach Österreich durchzukaufen, der wird mit dem Dreißigfachen von dem unterstützt, das jemand an Unterstützung benötigen würde, um zu Hause über die Runden zu kommen. (Abg. Wöginger spricht mit Bundesminister Kurz. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Herr Minister!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... unglaublich! – Zwischenrufe bei Abgeordneten von FPÖ und SPÖ.
Präsident Ing. Norbert Hofer: Herr Wöginger, ich möchte Sie bitten, keine Quergespräche mit Ministern auf der Regierungsbank zu führen, weil das bei uns nicht üblich ist, während ein Mandatar spricht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... unglaublich! – Zwischenrufe bei Abgeordneten von FPÖ und SPÖ.)
Sitzung Nr. 181
Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... man aber schon nachlesen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Andrä Rupprechter: Ich muss leider zugestehen, dass mir diese Untersuchung nicht bekannt ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... man aber schon nachlesen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich hatte in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitschrift „Konsument“ zu lesen, aber ich werde es mir natürlich anschauen und auch kritisch mit der AMA-Marketing GmbH diskutieren.
Ruf bei der FPÖ: Was ist das für eine Antwort? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war eine andere Frage! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Ruf bei der FPÖ: Da wird irgendetwas vorgelesen ...! – Abg. Steinbichler: Rädler, du sollst zuhören – nicht Zeitung lesen! Da wirst du nie gescheiter!
Interessierte Verbraucher und Verbraucherinnen haben damit wirklich die Möglichkeit, sich über die genaue Beschaffenheit von g.U. und g.g.A. zu informieren. Die Regelungen verlangen sehr wohl, dass Tiroler Speck in Tirol produziert wird. Eine Produktion von Tiroler Speck außerhalb Tirols ist nicht zulässig. (Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Steinbichler: Aber die Schweine ...!) – Ja, habe ich etwas anderes gesagt? (Ruf bei der FPÖ: Was ist das für eine Antwort? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war eine andere Frage! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Ruf bei der FPÖ: Da wird irgendetwas vorgelesen ...! – Abg. Steinbichler: Rädler, du sollst zuhören – nicht Zeitung lesen! Da wirst du nie gescheiter!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht einmal ein Zauber!
Ich freue mich so gesehen auf diese schwierige und verantwortungsvolle Aufgabe als Vizekanzler der Republik. Gestatten Sie mir am Ende noch, wie Sie es von mir gewohnt sind, eine offene, spontane Bemerkung. Wissen Sie, ich schätze Hermann Hesse als Autor wirklich, insbesondere auch einen seiner Sätze, der vielleicht auch hier ganz gut hineinpasst, nämlich: Wahrheit ist immer einseitig. – Das ist ein sehr anregender Satz. Sosehr ich Hermann Hesse schätze, möchte ich ihm doch in einem Punkt widersprechen, ich sage das ganz offen: Diesem Anfang wohnt kein Zauber inne. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht einmal ein Zauber!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da seid ihr auch dabei! Der Verkehrsstau ist eurer, und der Reformstau ist eurer!
Viel größere Sorge macht mir aber der Reformstau. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da seid ihr auch dabei! Der Verkehrsstau ist eurer, und der Reformstau ist eurer!) Und
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir schon gehört! Das ist die gleiche Rede wie gestern!
beim Reformstau, beim politischen Stau ist es notwendig, dass wir auch – worüber wir schon gestern geredet haben – jetzt noch einige Dinge, einiges an Arbeit in der Regierung weiterbringen. Wir haben vier Anträge, vier Themen identifiziert, die wir in der nächsten Zeit noch abarbeiten wollen. Als sozialdemokratische Fraktion haben wir auch Entwürfe vorbereitet, und wir werden jetzt auch mit der ÖVP – als Erstansprechpartner – besprechen, wie wir das sinnvoll machen können. Da geht es um die Studienförderung, um die 20 000 Langzeitarbeitslosen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir schon gehört! Das ist die gleiche Rede wie gestern!), um die Forschungsförderung und um die Frauenquote in den Aufsichtsräten von Kapitalgesellschaften.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, sind Sie naiv!
Ich sage das jetzt aus voller Überzeugung, weil wir gestern etwas erlebt haben, das schon bemerkenswert ist: Es wurde hier gestern das Spiel der freien Kräfte ausgerufen, das so schnell beendet war, wie es noch gar nicht angefangen hatte. (Abg. Wöginger: Sehr gut!) Das ist schon bemerkenswert – denn ich habe Ihnen wieder geglaubt, ich habe Ihnen vor einem Jahr schon geglaubt, dass Sie es mit der Konstruktivität ernst meinen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, sind Sie naiv!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Über-Ich!
Gefährlich wird es nur dann, wenn er sagt: Ich oder ich! Das ist gefährlich, denn dann wissen wir nicht, welches Ich sich durchsetzt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Über-Ich!) Es gibt ja möglicherweise sehr viele Ichs in diesem Zusammenhang.
Heiterkeit bei der FPÖ – Nein-Rufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Neubauer – Abg. Neubauer: Das ist wieder eine typische Fehleinschätzung!
Abgeordnete Brigitte Jank (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Zuschauerinnen und Zuschauer! Die Nervosität bei der Opposition ist groß, das kann ich ja noch verstehen (Heiterkeit bei der FPÖ – Nein-Rufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Neubauer – Abg. Neubauer: Das ist wieder eine typische Fehleinschätzung!), aber dass auch beim Regierungspartner Nervosität vorhanden ist, erstaunt mich schon etwas mehr. Manche kommen offensichtlich auch nie aus der Pubertät heraus. Das war heute ein Schauspiel der besonderen Klasse, das hier abgegeben wurde. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neubauer: Was sagt der Andreas Khol? Bei Philippi sehen wir uns wieder!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie reagiert sie denn darauf?
Wenn man so viele Jahre im Parlament verbracht hat wie der Kollege, der vorhin gesprochen hat, sollte einem, so denke ich, eine gewisse Ruhe und Gelassenheit eigen sein, weil es genau um dieses, um unser Land, um Österreich geht! Ich verstehe nicht, dass man in die tiefsten Schubladen greift, ich verstehe nicht, dass man keinen Sager auslässt, um ebenfalls Aufmerksamkeit von der Öffentlichkeit zu bekommen (Beifall bei der ÖVP) – Aufmerksamkeit, die dieser Teil der Bundesregierung, die ÖVP mit unserer Spitze Sebastian Kurz, längst hat, und die Richtigkeit unseres Handelns wird dadurch, wie die Bevölkerung darauf reagiert (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie reagiert sie denn darauf?), bestätigt; aber ich verstehe Ihre Aufregung.
Heiterkeit bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler, Belakowitsch-Jenewein und Kitzmüller.
Nichtsdestotrotz begrüße ich Sie herzlich in diesem Amt, und ich hoffe auf sehr konstruktive Zusammenarbeit. Wir kennen uns ja schon aus der Zusammenarbeit mit dem Staatssekretariat. Sie sind jetzt der sechste Minister, seitdem ich hochschulpolitisch tätig bin; auch das zeigt, wie viel Wechsel, wie wenig Kontinuität wir da hatten. (Heiterkeit bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler, Belakowitsch-Jenewein und Kitzmüller.) Die bleiben immer ein, zwei Jahre – Karlheinz Töchterle und Frau Karl sitzen hier –, wir erinnern uns. Das ist also ein unbeliebtes Ressort, das immer weitergeschoben wurde. Auch der ehemalige Vizekanzler Mitterlehner hat das Ressort nebenbei betrieben, aber ich möchte mich an dieser Stelle auch ausdrücklich bei ihm bedanken. Er hat sich unter den Rahmenbedingungen, die es eben gab, bemüht, die Zusammenarbeit war konstruktiv und gut. Es war okay, er hat versucht, sachlich zu arbeiten; dafür danke ich ihm und darüber bin ich auch froh. Das erwarte ich mir in Zukunft auch von Ihnen, Herr Mahrer. (Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Karl und Töchterle.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Abgeordneter Josef Schellhorn (NEOS): Herr Präsident! Geschätzte Regierungsmitglieder! Lieber Wirtschaftsminister Mahrer, ich möchte dir auf diesem Weg auch alles Gute wünschen! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Es ist offensichtlich auch ein Himmelfahrtskommando, dem du beigetreten bist. Insofern glaube ich auch, dass es wichtig ist, zu betonen, dass wir uns Gedanken gemacht haben, denn: Wir sind Wirtschaft, wir sind jene, die sich auch Gedanken machen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das glaubt kein Mensch! – Abg. Schimanek: Dem Faymann habts nicht so nachgeplärrt! – Zwischenrufe der Abgeordneten Angerer und Neubauer.
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Geschätzte Bundesminister! Geschätzte Staatssekretärin! Hohes Haus! Ich möchte trotzdem und gerade deshalb, weil heute Amtsübergabe war, noch einmal Reinhold Mitterlehner würdigen – auch für seine Arbeit. (Abg. Neubauer: Geh, hör auf!) – Ja, ich weiß schon, dass für die unsachlichen FPÖ-Politiker Sachpolitiker, die etwas weiterbringen, nicht die Richtigen sind (Abg. Neubauer: Das glaubt ... kein Mensch! – Zwischenrufe bei der FPÖ), für die Schreier aus der FPÖ-Fraktion vielleicht nicht, aber für den Rest ist er jemand, der wirklich Dinge weitergebracht hat. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das glaubt kein Mensch! – Abg. Schimanek: Dem Faymann habts nicht so nachgeplärrt! – Zwischenrufe der Abgeordneten Angerer und Neubauer.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der Kanzler ist auch nicht da!
Man kann nicht einfach sagen: Das stört meine Imagewerte!, denn daraus ergeben sich zwei Möglichkeiten der Interpretation (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler): Entweder Sebastian Kurz geht davon aus, dass er es so schlecht machen würde, dass sein Image in den nächsten Monaten beschädigt würde, oder er hat etwas anderes vor und kann die Funktion deshalb nicht ausüben; er müsste integrativ wirken, möchte aber die nächsten Monate etwas anderes spielen. – Beides ist nicht sehr Kanzler-like und wird (in Richtung ÖVP) in der Wahlkampagne ein Hemmschuh für euch sein. Das soll aber nicht mein Problem sein. Ich wollte es ihm sagen, er ist nicht da, aber er wird sich Weiteres anhören müssen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der Kanzler ist auch nicht da!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, positiv ... Arbeitslose! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Zurück zur wirtschaftspolitischen Agenda: Christian Kern hat das gestern ja schon in aller Deutlichkeit gesagt. Er ist jetzt circa ein Jahr Bundeskanzler, und man kann von vorne bis hinten sehen, dass wir wirklich gute Werte haben. Die Wirtschaftspolitik dieser Bundesregierung hat geholfen. (Heiterkeit bei der FPÖ.) Die Arbeitslosigkeit geht erstmals zurück, und das Wirtschaftswachstum ist besser als in den meisten EU-Staaten. In Wirklichkeit haben wir eine positive Situation. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, positiv ... Arbeitslose! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... 430 000 Arbeitslose!
Das schmeckt natürlich denen nicht, die immer von Nestbeschmutzung reden, die Heimat – da verwende ich gleich Ihr Wording – schlechtmachen wollen. Sie dürfen auch darauf stolz sein! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... 430 000 Arbeitslose!) – Ich weiß schon, Frau Kollegin, dass Sie immer mit einem zuwideren Gesicht hier sitzen oder stehen und nichts anderes zu tun haben, als sich darüber zu beklagen, dass Ihnen niemand zuhört. (Abg. Peter Wurm: Ihnen auch nicht!) Loben Sie einmal das, was im Land gut ist, statt nur immer auf irgendjemanden zu schimpfen! (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Neubauer.) Nützen Sie diese Gelegenheit! Aber das haben Sie noch nie gemacht, das können Sie nicht – okay, zur Kenntnis genommen!
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Neubauer.
Das schmeckt natürlich denen nicht, die immer von Nestbeschmutzung reden, die Heimat – da verwende ich gleich Ihr Wording – schlechtmachen wollen. Sie dürfen auch darauf stolz sein! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... 430 000 Arbeitslose!) – Ich weiß schon, Frau Kollegin, dass Sie immer mit einem zuwideren Gesicht hier sitzen oder stehen und nichts anderes zu tun haben, als sich darüber zu beklagen, dass Ihnen niemand zuhört. (Abg. Peter Wurm: Ihnen auch nicht!) Loben Sie einmal das, was im Land gut ist, statt nur immer auf irgendjemanden zu schimpfen! (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Neubauer.) Nützen Sie diese Gelegenheit! Aber das haben Sie noch nie gemacht, das können Sie nicht – okay, zur Kenntnis genommen!
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Peter Wurm.
Aufgrund der Performance, die Sebastian Kurz bisher geliefert hat, brauchen wir uns, ehrlich gesagt, nicht einmal deswegen Sorgen zu machen. Ich glaube, dass wir die besten Konzepte haben. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Peter Wurm.) Es wirkt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Dieses Land wäre ohne die Sozialpartnerschaft und ohne die Beiträge der Sozialdemokratie nie dorthin gekommen, wo es heute ist. Darauf sind wir stolz, und diesen Weg werden wir weitergehen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie kommen nicht mehr rein, das wissen Sie auch!) – Bei Ihnen warten wir einmal die Korruptionsverfahren der letzten blauen Regierungsbeteiligung ab, bevor wir über den Rest nachdenken. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Hö-Rufe und weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie kommen nicht mehr rein, das wissen Sie auch!
Aufgrund der Performance, die Sebastian Kurz bisher geliefert hat, brauchen wir uns, ehrlich gesagt, nicht einmal deswegen Sorgen zu machen. Ich glaube, dass wir die besten Konzepte haben. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Peter Wurm.) Es wirkt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Dieses Land wäre ohne die Sozialpartnerschaft und ohne die Beiträge der Sozialdemokratie nie dorthin gekommen, wo es heute ist. Darauf sind wir stolz, und diesen Weg werden wir weitergehen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie kommen nicht mehr rein, das wissen Sie auch!) – Bei Ihnen warten wir einmal die Korruptionsverfahren der letzten blauen Regierungsbeteiligung ab, bevor wir über den Rest nachdenken. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Hö-Rufe und weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Sitzung Nr. 183
Abg. Belakowitsch-Jenewein: In diesem Monat?
Damit Sie es noch deutlicher sehen: Wenn ich von älteren Menschen spreche, meine ich übrigens Menschen in meinem Alter – nur damit wir uns da auch klar verstehen. Ich hoffe, dass wir diese Maßnahme in diesem Monat noch beschließen können. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: In diesem Monat?)
Abg. Neubauer: Vielleicht wird es jetzt besser! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es kann nur besser werden!
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Muchitsch. – Bitte. (Abg. Neubauer: Vielleicht wird es jetzt besser! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es kann nur besser werden!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Kehrt an den Verhandlungstisch zurück, und finalisieren wir das, was wir ausgemacht haben! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Neubauer: Wo ist der Beschluss? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Diese Aktion 20 000 ist keineswegs so angelegt, dass es sinnlose Arbeitsplätze sind. (Abg. Neubauer: Aber sie kommt ja nicht!) Es werden Arbeitsplätze in Gemeinden geschaffen, durch die Menschen tatsächlich sinnstiftend arbeiten können, wodurch die Menschen auch wieder Arbeit finden. (Abg. Neubauer: Wäre schön!) – Herr Kollege, wenn man weiß, dass Menschen, die lange keine Arbeit haben, nicht nur weniger Geld zur Verfügung haben, sondern auch an Selbstwert verlieren, dann weiß man auch, dass das doch eine wirklich großartige Maßnahme ist, dass man Arbeitsplätze schafft, sodass Menschen wieder Arbeit finden. (Abg. Neubauer: Wo ist der Beschluss? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) – Na ja, da müssen wir noch hin! 735 Millionen € werden da investiert. (Abg. Neubauer: Wo sind die 30 000 Wohnungen, die gebaut werden?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... Öl aus China!
Wir haben in Österreich darüber hinaus inzwischen sechs geschützte geografische Angaben, etwa das Steirische Kürbiskernöl. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... Öl aus China!) Beim Steirischen Kürbiskernöl ist die Anbauregion angegeben: Steiermark, Burgenland oder Niederösterreich. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Es ist angegeben, welcher Kern verarbeitet werden darf (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), und es sind die Produktionsregionen angegeben. Es darf nur in der Steiermark und im Burgenland in gewissen Bezirken produziert werden. Das Steirische Kürbiskernöl ist nicht regional alleine aus der Steiermark, sondern es ist ganz klar geregelt, woher es kommen darf.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Wir haben in Österreich darüber hinaus inzwischen sechs geschützte geografische Angaben, etwa das Steirische Kürbiskernöl. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... Öl aus China!) Beim Steirischen Kürbiskernöl ist die Anbauregion angegeben: Steiermark, Burgenland oder Niederösterreich. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Es ist angegeben, welcher Kern verarbeitet werden darf (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), und es sind die Produktionsregionen angegeben. Es darf nur in der Steiermark und im Burgenland in gewissen Bezirken produziert werden. Das Steirische Kürbiskernöl ist nicht regional alleine aus der Steiermark, sondern es ist ganz klar geregelt, woher es kommen darf.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist es beim Kürbiskernöl auch!
Weiters: Marchfeldspargel und Tiroler Speck. Kollege Jannach, ja, der Tiroler Speck ist leider Gottes eines der Produkte, bei dem die Qualitätskennzeichnung beziehungsweise die Kriterien für die Produktion relativ weit gesteckt sind. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist es beim Kürbiskernöl auch!) Das wissen wir, und da würde ich mir wünschen, dass man bei anderen vielleicht auch den Nachholbedarf sieht, zum Beispiel beim Gailtaler Speck: Wenn wir jetzt sagen, wir schaffen das g.g.A. ab, was heißt das? – Es würde in Zukunft keinen Gailtaler Speck mehr geben. Wir wissen, gerade die Kärntner, dass das Gailtal nicht in der Lage ist, die Ferkelzucht selbst zu betreiben. Die Gailtaler Bauern kaufen die Ferkel zu, deshalb gibt es keine geschützte Ursprungsbezeichnung, sondern eine geschützte geografische Angabe, denn das Fleisch für den Speck ist von Ferkeln, die zwar im Gailtal aufgezogen werden, die aber nicht aus dem Gailtal kommen.
Sitzung Nr. 186
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Interessant! Das ist ja spannend, was Sie da von sich geben!
Herr Strolz, Sie haben darauf hingewiesen: Ich bin in der Tat heute Morgen in einer Schule gewesen – wieder einmal, ich tue das regelmäßig. Ich rede dann mit den Lehrern, mit dem Direktor. Das ist wirklich unglaublich eindrucksvoll, denn wenn man mit den Menschen spricht, denen wir unsere Zukunft überantworten, den Lehrern, auch den Experten, dann sieht man, dass wir ganz pragmatische, vernünftige Lösungen brauchen und dass uns die ständigen Ideologiedebatten, die da geführt werden, mit Sicherheit nicht weiterbringen, schon gar nicht die Ideologiedebatten, hinter denen sehr kurzsichtige Lobbyinteressen stehen. Insofern darf ich Ihnen auch in diesem Punkt absolut recht geben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Interessant! Das ist ja spannend, was Sie da von sich geben!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Meinen Sie die muslimischen Kindergärten in Wien?!
Wenn wir uns einmal mit den Herausforderungen beschäftigen – und, wie gesagt, eine Stunde, zwei Stunden in einer Schule führen einem diese überdeutlich vor Augen –, dann, glaube ich, sind es mehrere Punkte, mit denen wir es zu tun haben. Ich bin völlig d’accord, was den Kindergarten betrifft. Dieser ist entscheidend, weil dort der Grundstein für die Bildungskarriere gelegt wird. Ich bin davon überzeugt, dass wir die diesbezüglichen Maßnahmen, die wir vorgeschlagen haben, so rasch als möglich umsetzen sollten. Das bedeutet für mich: Wir brauchen ein zweites Gratiskindergartenjahr, und wir brauchen flächendeckende Kinderbetreuungseinrichtungen, und zwar nicht als Kinderaufbewahrungsstellen, sondern in dem Verständnis, dass das Bildungseinrichtungen sind, die unsere Kinder auf die Schule vorzubereiten haben. Die Integrationsproblematik ist uns allen nur zu gut bewusst; im Besonderen geht es da natürlich auch um den Schwerpunkt der Sprachaneignung. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Meinen Sie die muslimischen Kindergärten in Wien?!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na dann lieber noch mehr Leseschwäche produzieren!
Der dritte Punkt ist eine ganz große Herausforderung: die Aufgabe der Digitalisierung. Aus meiner Sicht geht es darum, dass wir hier eine breite Initiative aufsetzen müssen. Wir haben vorgeschlagen, alle Schulklassen mit Tablets beziehungsweise Laptops auszurüsten und alle Schulen mit WLAN (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na dann lieber noch mehr Leseschwäche produzieren!), und zwar nicht, weil es darum geht, dass man da irgendwie Geschenke an unsere Kinder verteilt, sondern dahinter steckt natürlich der Erwerb technischer Fähigkeiten.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie die Studien dazu gelesen?
Aber das, was noch viel, viel wichtiger ist: Ich bin davon überzeugt, dass sich die Fragen von individueller Förderung, der Unterstützung von Fähigkeiten, dem Ausmerzen von Schwächen in Zukunft ganz anders darstellen werden, weil uns die Digitalisierung die Individualisierung des Unterrichts in einer Art und Weise erlaubt, wie wir sie noch nie vorher gekannt haben (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie die Studien dazu gelesen?), und uns letztendlich nicht einmal getraut haben, daran zu denken. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ah, doch!
Das ist kein Plädoyer dafür, basale Kulturtechniken zu ersetzen. Lesen, Schreiben und Rechnen werden die Grundtechniken bleiben (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ah, doch!), aber die Chancen und die Möglichkeiten, die in der Digitalisierung liegen, werden unser Bildungssystem revolutionieren. Deshalb ist aus meiner Sicht Folgendes wichtig: Wir müssen in den Ausbau der Kindergärten investieren, wir müssen mehr Lehrer und Begleitpersonal zur Verfügung stellen, und wir müssen auch konsequent in die Digitalisierung investieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Angerer: Sagen Sie nicht immer „wir“! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wenn ihr nicht fähig seid!
Wir sind nicht einmal fähig, diese Frage des Warum zu beantworten. (Abg. Angerer: Sagen Sie nicht immer „wir“! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wenn ihr nicht fähig seid!) Es würde mir ja reichen, wenn es eine fadenscheinige Argumentation gäbe, dann hätte man zumindest das Gefühl, man würde das Parlament gerne befrieden und den Abgeordneten irgendetwas hingeben – aber nein, es ist Ihnen ja nicht einmal wert, irgendeine Argumentation zu erfinden, die dazupassen würde. Das ist nicht das, was unsere Schulen verdienen. Die haben eine ordentliche, eine mutige Reform verdient, die das System von unten bis oben komplett reformiert. Eine Reform, die das System auf neue Beine stellt, mit der wir die Kompetenzen für die Bildung in einer Hand haben und die auch Möglichkeiten bietet, zu schauen, was in den Schulen passiert. Es sollte eine Änderung erfolgen, sodass wir zumindest ein bisschen Transparenz bei der Kostenverteilung hätten; gerade was die Landeslehrer betrifft, gibt es immer noch kein Weisungsrecht, damit wir gar kontrollieren könnten, was wirklich mit dem Geld gemacht wird.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was ist geschehen?
hätten Ihr Redekonzept wirklich rechtzeitig abändern sollen. Zugegeben, die Zeit war sehr knapp, weil der Herr Bundeskanzler unmittelbar vor Ihnen gesprochen hat, dabei aber einen sehr umfassenden Bildungsbegriff verwendet hat. Er hat ausführlich dargelegt, was geschehen ist und weiter geschehen muss (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was ist geschehen?) – für unsere Kinder und Jugendlichen, die im Mittelpunkt unseres Bildungssystems stehen. (Zwischenrufe bei NEOS und FPÖ.) Er hat einen breiten Bildungsbegriff verwendet, von der Elementarpädagogik über die Schule bis hin zur Hochschulbildung.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gut zu wissen! – Abg. Walter Rosenkranz: Bravo Kurz!
Die Pflicht verantwortungsvoller Politik und Bildungspolitik ist es, die eigene ideologische Position, die es immer gibt, zu hinterfragen (Abg. Lugar: Das kann die ÖVP ja spitzenmäßig!), sie nicht absolut zu sehen, sie nicht zu einem unverrückbaren Dogma zu machen, sondern sie den jeweils notwendigen Gegebenheiten anzupassen, auf einer festen ideologischen Basis. Das ist zu tun, und das hat die ÖVP jetzt getan. Mit diesem Bildungspaket ist die ÖVP erstmals von dem Dogma abgegangen, dass es keine gemeinsame Schule geben darf, sondern nur Gymnasien und NMS beziehungsweise früher Hauptschulen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gut zu wissen! – Abg. Walter Rosenkranz: Bravo Kurz!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gerade in den Ballungszentren?
Von diesem Dogma ist sie abgerückt, indem sie Modellregionen ermöglicht. Sie ermöglicht Modellregionen. Dass der Impuls da vom Westen Österreichs ausgegangen ist, hat mehrere Gründe. Ich darf sagen, dass ich auch dazu beigetragen habe, dass diese Position eingenommen wurde und dass man sich von diesem Dogma verabschiedet hat, weil einfach zu sehen ist, dass es vor allem in den Ballungsräumen in der letzten Zeit Entwicklungen gegeben hat, denen man Rechnung tragen muss. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Gerade in den Ballungszentren?) Und da hat sich die ÖVP bewegt, sie ermöglicht das jetzt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist gut!
Ich sehe, meine Redezeit geht zu Ende. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist gut!) Wir haben noch eine ganze Reihe weiterer sehr, sehr positiver Schritte erreicht. Ich bedanke mich beim Herrn Wissenschaftsminister, ich bedanke mich bei der Bildungsministerin. Es waren konstruktive und, wie, glaube ich, ein breiter Teil der Öffentlichkeit mitbekommen hat, sehr harte Verhandlungen bis zum Schluss, aber wir haben heute ein gemeinsames Ergebnis zu präsentieren, das, glaube ich, aller Ehren wert ist, das für uns alle ein Vorteil ist, vor allem für die Kinder an unseren Schulen, ein Ergebnis, das uns einen ganz wesentlichen Schritt vorwärts bringt. Es ist ein gutes Gesetz, das wir heute einbringen. Es stellt die Weichen für Österreichs Schulen in die richtige Richtung. (Beifall bei den Grünen, bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Pfurtscheller und Töchterle.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ach so?
Ich möchte selbst mitentscheiden; ich möchte in Groß- und in Kleingruppen arbeiten; ich hätte gern einen Mix aus laut und leise im Unterricht (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ach so?); ich möchte mich mehr bewegen; ich würde auch gern mit Tieren arbeiten; ich möchte aus dem Internet lernen; und ich möchte einfach ein bisschen mehr mitentscheiden können.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Rede ist wirklich ein Tiefpunkt!
rerinnen und Lehrer aufgerufen sind, diesen in den Klassenräumen so zu gestalten, wie es den Kindern und Jugendlichen passt, klarerweise mit allen Bildungszielen, aber methodisch eben auf ihre Schülerinnen und Schüler abgestimmt. Es ist an dieser Stelle wichtig – ich wollte selbst einmal Lehrerin werden –, dass wir Kinder auch verstärkt mitreden lassen. Sie wissen nämlich wirklich am allerbesten, durch welche Methode, auch durch Wissbegier und Neugier, sie sich den Lernstoff aneignen können, auch indem sie einfach ausprobieren und auch Fehler machen dürfen. Wir ermöglichen mit der Bildungsreform die Bildung aus Kindersicht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Rede ist wirklich ein Tiefpunkt!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Fuß in der Tür! – Abg. Wöginger: Das steht aber nicht in dem Paket!
Diese 15 Prozent bundesweit sind einmal ein Fuß in der Tür, und wir werden in der SPÖ weiter daran arbeiten, dass die gemeinsame Schule auch endlich Realität wird. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Fuß in der Tür! – Abg. Wöginger: Das steht aber nicht in dem Paket!) Wenn man nämlich die Volksschulkinder in der vierten Klasse Volksschule fragen würde, ob sie sich von den Freundinnen und Freunden trennen wollen, würde die Frage niemand mit Ja beantworten.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was reden Sie?
Der Schlüssel zu alldem ist ein Voneinander- und ein Miteinander-Lernen, ob Kinder von Kindern, LehrerInnen von LehrerInnen, LehrerInnen von Kindern oder Kinder von LehrerInnen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was reden Sie?) Genau um diesen Rahmen geht es, und die Bildungsreform gibt diesen Rahmen, wir müssen sie nur mit Leben erfüllen. Dazu lade ich alle sehr, sehr herzlich ein, es nicht nur bei der Theorie zu belassen, sondern die Bildungsreform für die Kinder und Jugendlichen wirklich mit Leben zu erfüllen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wöginger: Die Eltern kommen bei der SPÖ gar nicht mehr vor!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich will es gar nicht hören!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte ganz kurz einige Punkte aus dem vorliegenden Maßnahmenpaket exemplarisch herausgreifen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich will es gar nicht hören!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir wissen eh, was das wert ist! Stichwort Heumarkt!
sich in die eigene Tasche! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das glaubt Ihnen niemand!) Es gibt kaum ein anderes Land, das ein derartig vielfältiges Angebot hat, und es ist für uns selbstverständlich, dass wir dieses Angebot auch erhalten und an sich entwickelnde Bedürfnisse anpassen, aber – und das ist der Unterschied zu dem, was bis jetzt an Kritik gesagt wurde – nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg. Wir befragen Eltern und Lehrer, ob sie auch mit der Einführung einer Modellregion für eine gemeinsame Schule einverstanden sind, und wir gestalten Schule gemeinsam. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir wissen eh, was das wert ist! Stichwort Heumarkt!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir stehen zum Gymnasium!
Sehr geehrte Frau Bundesministerin, ich bedanke mich bei Ihnen für die konstruktiven Gespräche, ich bedanke mich aber auch bei den Grünen für das Einbringen, für die Bereitschaft, diese Bildungsreform mitzutragen, und ich bedanke mich auch bei der FPÖ, die viele Gedanken geäußert hat, von denen auch viele ins Bildungspaket eingeflossen sind. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir stehen zum Gymnasium!) Leider haben sich die NEOS aus diesem Prozess verabschiedet. Es ist schade darum, es wäre vielleicht klug gewesen, dabeizubleiben. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nichts!
So, was ist herausgekommen? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nichts!) Das hat der Rechnungshof festgestellt: Man hat mehr Geld in das System Schule hineingesteckt, und die Leistungen sind rapide zurückgegangen. Nicht einmal den eigenen Anspruch, den man sich gestellt hat, nämlich in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik mehr Stunden anzubieten und diese mit Gymnasialprofessoren zu unterrichten, hat man erfüllen können. Das geht mittlerweile so weit, dass diese zusätzlichen sechs Stunden je nach Schule wahlweise zum Beispiel auch für mehr Turnunterricht verwendet werden können.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Anders geht es ja nicht!
Was wird kommen? – Über die Modellregionen, über die mögliche flächendeckende Einführung der Neuen Mittelschule werden natürlich speziell im städtischen Bereich wesentlich mehr Privatschulen aus dem Boden wachsen, und Eltern, die sich Privatschulen leisten können, werden ihre Kinder in die Privatschulen schicken. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Anders geht es ja nicht!) Damit haben wir wiederum genau diese soziale Differenzierung, die SPÖ, ÖVP und die Grünen nicht haben wollen, wir aber jetzt schon haben. Seien Sie bitte ehrlich und überlegen Sie einmal, wer jetzt schon seine Kinder in diese Privatschulen schickt: nämlich genau die Eltern, die heute und hier die Einführung dieser Modellregionen einfordern! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das nächste Bildungsopfer!
Abgeordnete Sigrid Maurer (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Regierungsmitglieder! Werte Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das nächste Bildungsopfer!) Der Anlass dieser Sondersitzung heute ist ja ein Dringlicher Antrag der NEOS zur Bildungsreform, die wir heute in der Früh glücklicherweise zu Ende bringen konnten, weil wir eine Einigung zustande gebracht haben.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: O ja!
verhandelt. Und, meine Damen und Herren, es ist einfach falsch – in Richtung FPÖ –, wenn gesagt wird, das Gymnasium wird abgeschafft. Es wird nicht abgeschafft! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: O ja!) – Nein. Es werden Modellregionen ermöglicht. (Weiterer Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) – Dann wenden Sie sich bitte an Ihren Kollegen in Vorarlberg! Er hat das übrigens im Vorarlberger Landtag mitbeschlossen, dass es diese Modellregionen geben soll. Reden Sie hier im Parlament nicht so, in Vorarlberg fassen Sie andere Beschlüsse! Das ist nämlich die Realität, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Weiterer Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
verhandelt. Und, meine Damen und Herren, es ist einfach falsch – in Richtung FPÖ –, wenn gesagt wird, das Gymnasium wird abgeschafft. Es wird nicht abgeschafft! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: O ja!) – Nein. Es werden Modellregionen ermöglicht. (Weiterer Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) – Dann wenden Sie sich bitte an Ihren Kollegen in Vorarlberg! Er hat das übrigens im Vorarlberger Landtag mitbeschlossen, dass es diese Modellregionen geben soll. Reden Sie hier im Parlament nicht so, in Vorarlberg fassen Sie andere Beschlüsse! Das ist nämlich die Realität, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Sitzung Nr. 188
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er muss mit dem Handy spielen!
Ist das der Grund dafür, dass wir diese Freihandelsabkommen brauchen, damit wir gegenseitig international konkurrieren, rivalisieren und einander betrügen? Bei einem Kilogramm Weizen, das 55 Mal getradet wird – ich bitte, dann das Protokoll zu lesen (in Richtung Bundesminister Kurz), zum Zuhören ist offenbar keine Zeit (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er muss mit dem Handy spielen!) –, wollen 53 gut verdienen und nichts dazu beitragen, und das ist das Problem, das wir mit dieser Konzernwirtschaft haben, mit dieser globalisierten Konzernwirtschaft.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Sie haben gesagt, dass wir mit diesem Gesetz den Hausarzt abschaffen wollen: Das stimmt überhaupt nicht! Fakt ist, dass sich viele der jüngeren Ärztinnen und Ärzte gar nicht mehr um Planstellen mit Kassenverträgen bewerben, was wiederum dazu führt, dass jetzt schon viele Regionen in Österreich medizinisch unterversorgt sind. Was bedeutet das dann in der Praxis? – Wenn ich in der näheren Umgebung keinen Arzt mit einem Kassenvertrag mehr habe, dann muss ich notgedrungen zu einem Wahlarzt gehen und habe die Behandlungskosten zum Großteil aus meiner eigenen Tasche selbst zu zahlen. Das kann es doch nicht sein! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir bilden gar keine Hausärzte aus!
Wir alle hier herinnen wissen – und das haben wir oft genug diskutiert –, dass in den nächsten sieben, acht Jahren 60 Prozent der Hausärztinnen und Hausärzte in Pension gehen werden, daher müssen wir jetzt handeln, denn alles andere wäre doch fahrlässig! Deswegen schaffen wir mit diesem Gesetz die Rahmenbedingungen, die diesen Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft auch gerecht werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir bilden gar keine Hausärzte aus!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Mit Ärztinnen ...!
Ich habe auch mit vielen JungärztInnen gesprochen, die gesagt haben (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Mit Ärztinnen ...!): Ich möchte künftig meinen Beruf und meine Familie besser vereinbaren können. Mit diesem Gesetz schaffen wir die dafür notwendigen Rahmenbedingungen, die es künftig ermöglichen werden, dass es neben dem bewährten Hausarztsystem mit Einzelpraxen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Eben nicht „neben“!) künftig auch noch Gesundheitszentren und Netzwerke in einem ausgewogenen Verhältnis geben wird, was bedeutet, dass es wohnortnah künftig ein Mehr an Leistungen geben wird.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Eben nicht „neben“!
Ich habe auch mit vielen JungärztInnen gesprochen, die gesagt haben (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Mit Ärztinnen ...!): Ich möchte künftig meinen Beruf und meine Familie besser vereinbaren können. Mit diesem Gesetz schaffen wir die dafür notwendigen Rahmenbedingungen, die es künftig ermöglichen werden, dass es neben dem bewährten Hausarztsystem mit Einzelpraxen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Eben nicht „neben“!) künftig auch noch Gesundheitszentren und Netzwerke in einem ausgewogenen Verhältnis geben wird, was bedeutet, dass es wohnortnah künftig ein Mehr an Leistungen geben wird.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Ich möchte abschließend auch meinen Dank an alle Beteiligten richten, vom Bundesministerium beginnend, weil ich gerade hinübergeschaut habe, ob das Nina Pfeffer war, ob das Clemens Auer war, bis hin zu Gerhard Aigner, möchte aber auch den VertreterInnen der Klubs, Gabi Kotzegger, Philipp Hartig, und zuletzt auch dir, lieber Erwin Rasinger, danken. Ich weiß, dass du das eine oder andere Mal über deinen Schatten gesprungen bist, denke mir aber, dass wir einen wirklich guten Kompromiss vorliegen haben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich kenne keinen Arzt, der das Gesetz will!
Es ist schon ein Höhepunkt, aber ein Höhepunkt an Klientelpolitik. Einseitig haben sich die Interessen der Bewahrer in der Ärztekammer durchgesetzt, tatkräftig unterstützt und vertreten durch Herrn Kollegen Rasinger, muss man schon auch dazusagen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ich kenne keinen Arzt, der das Gesetz will!) Aus meiner Sicht geht es zulasten der Gesundheitsberufe und zulasten der PatientInnen, die eigentlich von diesem Gesetz hätten profieren sollen, und auch zulasten des österreichischen Gesundheitswesens, für das dieses Gesetz sehr wichtig ist. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Entweder – oder!
Dieses System wird von den Ärzten nicht angenommen werden, das können wir heute schon prognostizieren. Kollege Rasinger, es ist kein Zusatzangebot, wie du gesagt hast, es ist de facto eine Systemumstellung. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Entweder – oder!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Königsberger-Ludwig, Belakowitsch-Jenewein und Peter Wurm. – Abg. Walter Rosenkranz: Geredet wird viel, wenn der Tag lang ist!
Herr Kollege Rosenkranz, ich möchte Ihnen noch sagen: Die Vertreter der ÖVP, egal ob es die Vertreter von gestern waren oder jene von heute oder von morgen, sind immer die, die etwas sagen, die auch darauf hinarbeiten und das auch umsetzen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Königsberger-Ludwig, Belakowitsch-Jenewein und Peter Wurm. – Abg. Walter Rosenkranz: Geredet wird viel, wenn der Tag lang ist!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sagen Sie, glauben Sie das?
Abgeordnete Angela Fichtinger (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Besucher! Hohes Haus! Ja, es kann alles schlechtgeredet werden, und es kann alles so dargestellt werden, als werde nichts getan. Trotzdem, es ist so: Das Primärversorgungsgesetz ist als Baustein zur Stärkung der Hausärzte zu sehen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sagen Sie, glauben Sie das?) Es ist ein neues Zusatzangebot (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein! Nein!) und nicht als Systemwechsel zu verstehen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Lesen!) – Es ist trotzdem so. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es ist kein Zusatz...!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein! Nein!
Abgeordnete Angela Fichtinger (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Besucher! Hohes Haus! Ja, es kann alles schlechtgeredet werden, und es kann alles so dargestellt werden, als werde nichts getan. Trotzdem, es ist so: Das Primärversorgungsgesetz ist als Baustein zur Stärkung der Hausärzte zu sehen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sagen Sie, glauben Sie das?) Es ist ein neues Zusatzangebot (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein! Nein!) und nicht als Systemwechsel zu verstehen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Lesen!) – Es ist trotzdem so. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es ist kein Zusatz...!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Lesen!
Abgeordnete Angela Fichtinger (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Besucher! Hohes Haus! Ja, es kann alles schlechtgeredet werden, und es kann alles so dargestellt werden, als werde nichts getan. Trotzdem, es ist so: Das Primärversorgungsgesetz ist als Baustein zur Stärkung der Hausärzte zu sehen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sagen Sie, glauben Sie das?) Es ist ein neues Zusatzangebot (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein! Nein!) und nicht als Systemwechsel zu verstehen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Lesen!) – Es ist trotzdem so. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es ist kein Zusatz...!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es ist kein Zusatz...!
Abgeordnete Angela Fichtinger (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Besucher! Hohes Haus! Ja, es kann alles schlechtgeredet werden, und es kann alles so dargestellt werden, als werde nichts getan. Trotzdem, es ist so: Das Primärversorgungsgesetz ist als Baustein zur Stärkung der Hausärzte zu sehen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sagen Sie, glauben Sie das?) Es ist ein neues Zusatzangebot (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein! Nein!) und nicht als Systemwechsel zu verstehen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Lesen!) – Es ist trotzdem so. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es ist kein Zusatz...!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und den begraben ...!
94 Prozent der Österreicher schätzen ihren Hausarzt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und den begraben ...!) für seine kompetente, persönliche und kontinuierliche medizinische Betreuung. Wenn man bedenkt: Es sind 65 Millionen Patientenkontakte, jeder geht circa acht Mal im Jahr zu seinem Hausarzt; und wir wissen, dass in den nächsten zehn Jahren circa 50 Prozent der Ärzte das Pensionsalter erreichen werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, und?) Da ist Handlungsbedarf gegeben, das ist zu sehen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber mit dem Gesetz ...!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, und?
94 Prozent der Österreicher schätzen ihren Hausarzt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und den begraben ...!) für seine kompetente, persönliche und kontinuierliche medizinische Betreuung. Wenn man bedenkt: Es sind 65 Millionen Patientenkontakte, jeder geht circa acht Mal im Jahr zu seinem Hausarzt; und wir wissen, dass in den nächsten zehn Jahren circa 50 Prozent der Ärzte das Pensionsalter erreichen werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, und?) Da ist Handlungsbedarf gegeben, das ist zu sehen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber mit dem Gesetz ...!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber mit dem Gesetz ...!
94 Prozent der Österreicher schätzen ihren Hausarzt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und den begraben ...!) für seine kompetente, persönliche und kontinuierliche medizinische Betreuung. Wenn man bedenkt: Es sind 65 Millionen Patientenkontakte, jeder geht circa acht Mal im Jahr zu seinem Hausarzt; und wir wissen, dass in den nächsten zehn Jahren circa 50 Prozent der Ärzte das Pensionsalter erreichen werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, und?) Da ist Handlungsbedarf gegeben, das ist zu sehen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber mit dem Gesetz ...!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Woher nehmen sie die Ärzte? Wieso bilden sie nicht aus?
Bis 2021 sollen 75 Primärversorgungszentren geschaffen werden, und das ist auch richtig so. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Woher nehmen sie die Ärzte? Wieso bilden sie nicht aus?) Es wird immer davon gesprochen, es seien keine praktischen Ärzte mehr zu finden, das ist auf dem Land ein großes Problem, daher ist es wichtig, dass auch kleine Zentren entstehen können. Es gibt jetzt schon sehr, sehr viele ... (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber ohne Ärzte nutzt das nichts!) – Ja, das ändert aber nichts. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ändert nichts – richtig! Wenn Sie keine ausbilden ...!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber ohne Ärzte nutzt das nichts!
Bis 2021 sollen 75 Primärversorgungszentren geschaffen werden, und das ist auch richtig so. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Woher nehmen sie die Ärzte? Wieso bilden sie nicht aus?) Es wird immer davon gesprochen, es seien keine praktischen Ärzte mehr zu finden, das ist auf dem Land ein großes Problem, daher ist es wichtig, dass auch kleine Zentren entstehen können. Es gibt jetzt schon sehr, sehr viele ... (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber ohne Ärzte nutzt das nichts!) – Ja, das ändert aber nichts. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ändert nichts – richtig! Wenn Sie keine ausbilden ...!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ändert nichts – richtig! Wenn Sie keine ausbilden ...!
Bis 2021 sollen 75 Primärversorgungszentren geschaffen werden, und das ist auch richtig so. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Woher nehmen sie die Ärzte? Wieso bilden sie nicht aus?) Es wird immer davon gesprochen, es seien keine praktischen Ärzte mehr zu finden, das ist auf dem Land ein großes Problem, daher ist es wichtig, dass auch kleine Zentren entstehen können. Es gibt jetzt schon sehr, sehr viele ... (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber ohne Ärzte nutzt das nichts!) – Ja, das ändert aber nichts. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ändert nichts – richtig! Wenn Sie keine ausbilden ...!)
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Es ist notwendig, dass Ärzten die Möglichkeit gegeben wird, Räumlichkeiten zu finden, in denen sie gemeinsam ihren Beruf ausüben können (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), sodass die ärztliche Versorgung garantiert ist. Es ist trotzdem notwendig, dass etwas getan wird. Es gibt sehr viele engagierte Bürgermeister, die jetzt Handlungsbedarf sehen und auch etwas tun, fleißig und engagiert sind und dafür sorgen, dass Ärzte Möglichkeiten finden, gemeinsam in einem Haus tätig zu sein, damit medizinische Versorgung garantiert wird.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja wenn es sie nicht gibt!
Das ist auch ein Beitrag gegen die zunehmende Landflucht. Es ist ganz einfach so, ich erlebe es als Bürgermeisterin auf dem Land selbst, dass die Situation eine andere ist. Ärzte sind ohnehin schwer zu finden, aber man muss ihnen die Möglichkeit geben, es einfacher umzusetzen, dass sie gemeinsam in einem Haus ihre Ordinationen haben (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja wenn es sie nicht gibt!) und dort Behandlungen stattfinden können.
Abg. Walter Rosenkranz: Kollege Öllinger, ist Kollegin Belakowitsch jetzt männlich geworden?! Für manche wird es wirklich Zeit, ...!
Auch in einem Primärversorgungszentrum können Sie natürlich Ihren Vertrauensarzt besuchen. Ja, das ist auch in einem Primärversorgungszentrum möglich. Sie müssen sich, meine sehr geehrten Herren – denn es haben nur die Herren dieses Thema angesprochen (Abg. Walter Rosenkranz: Kollege Öllinger, ist Kollegin Belakowitsch jetzt männlich geworden?! Für manche wird es wirklich Zeit, ...!) –, besser darüber informieren, was tatsächlich das Problem ist. (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Mir nicht!
Abgeordneter Philip Kucher (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Frau Gesundheitsministerin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Galerie! Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein, Sie haben zum vorhergehenden Tagesordnungspunkt gesprochen. Ich weiß, dass man unterschiedlicher Meinung sein kann und Veränderungen grundsätzlich vielleicht Angst machen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Mir nicht!) und mit einer gewissen Unsicherheit verbunden sind, aber Sie haben gesagt, diese Veränderungen machen das ganze System kaputt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja!
Abgeordneter Philip Kucher (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Frau Gesundheitsministerin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Galerie! Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein, Sie haben zum vorhergehenden Tagesordnungspunkt gesprochen. Ich weiß, dass man unterschiedlicher Meinung sein kann und Veränderungen grundsätzlich vielleicht Angst machen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Mir nicht!) und mit einer gewissen Unsicherheit verbunden sind, aber Sie haben gesagt, diese Veränderungen machen das ganze System kaputt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wunderbar? Er hat einen Blödsinn geredet, entschuldige!
Kollege Keck hat es wunderbar ausgeführt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wunderbar? Er hat einen Blödsinn geredet, entschuldige!) Ich glaube, sowohl für Ärztinnen und Ärzte als auch und vor allem für Patientinnen und Patienten und auch für die Menschen, die im Pflegebereich arbeiten, gilt Folgendes: Wenn wir wirklich wollen, dass alle Menschen in Österreich die beste Gesundheitsversorgung haben, dann können wir nicht sagen, dass alles so bleiben muss, wie es seit Jahrzehnten ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hat ja keiner gesagt!) Nichts tun und nichts verändern, das kann ja gar keine Lösung sein!
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hat ja keiner gesagt!
Kollege Keck hat es wunderbar ausgeführt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wunderbar? Er hat einen Blödsinn geredet, entschuldige!) Ich glaube, sowohl für Ärztinnen und Ärzte als auch und vor allem für Patientinnen und Patienten und auch für die Menschen, die im Pflegebereich arbeiten, gilt Folgendes: Wenn wir wirklich wollen, dass alle Menschen in Österreich die beste Gesundheitsversorgung haben, dann können wir nicht sagen, dass alles so bleiben muss, wie es seit Jahrzehnten ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hat ja keiner gesagt!) Nichts tun und nichts verändern, das kann ja gar keine Lösung sein!
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Besser, ja!
Und wenn Sie sagen, es gebe da eine gewisse Unsicherheit, dann ist es ja auch Ihre Aufgabe, zu sagen: Dann machen wir es gemeinsam besser! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Besser, ja!) Versuchen wir gemeinsam, gängige Systeme, die es auf der ganzen Welt gibt, weiterzuentwickeln! Man kann ja nicht sagen, wir bleiben bei dem, was seit Jahrzehnten in Österreich gang und gäbe ist, wissend, was alles nicht funktioniert, und Sie sagen dann dazu: Das ist alles ganz wunderbar!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kitzmüller: Das ist aber eine ...! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Du weißt es selbst: Du hast damals aus persönlichen Gründen den Rückzug aus deiner Heimatpartei, dem Team Stronach, angetreten, hast einen Heimathafen bei der ÖVP gefunden, bist leider Gottes verbal ausgerutscht und sitzt jetzt als wilder Abgeordneter hier. Mit diesem Antrag, muss man ganz ehrlich sagen, hast du dich jetzt anscheinend auch geistig bereits zurückgezogen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kitzmüller: Das ist aber eine ...! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Angerer und Belakowitsch-Jenewein.
Abgeordneter Dr. Harald Walser (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Hohes Haus! Ja, Herr Kollege Rosenkranz, Sie scheinen sich im Klassenzimmer gut auszukennen. Sie waren allerdings, glaube ich, noch nie als Lehrkraft in einem Klassenzimmer. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Angerer und Belakowitsch-Jenewein.) Im Gegensatz zu mir: Ich war 30 Jahre dort; und ich darf Ihnen schon versichern: Das, was wir heute beschließen, ist im Interesse der Kinder und ist im Interesse der Schulen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es kostet uns auch Geld, wenn sie herkommen!
die Hand nehmen müssen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es kostet uns auch Geld, wenn sie herkommen!) Das heißt: nicht im Mittelmeer auffangen, sondern schon vorher entsprechend versorgen und unterbringen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... ÖVP Neu!
Ich persönlich hätte deine Rede, lieber Harald Stefan, vor einigen Jahren wahrscheinlich so ähnlich gehalten. Ich war auch nie ein Fan von Quoten (Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... ÖVP Neu!), ich glaube nur, dass uns die Situation in Österreich und auch in anderen Ländern auf der Welt recht gibt, denn in österreichischen Aufsichtsräten gibt es nach wie vor nur 18 Prozent Frauen, und es braucht sichtlich den Druck, dass die tüchtigen Frauen, die es in der Wirtschaft gibt, tatsächlich auch reelle Chancen haben, Mitbestimmung in großen Unternehmen zu erlangen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Erzählen Sie uns Ihr Familienbild!
Das ist Ihr Frauenbild, das ist Ihr Familienbild. Der Staat bestimmt über uns, raubt uns dadurch unsere Freiheit. Er bestimmt, was wir tun können, was wir nicht tun können, was wir seiner Meinung nach überhaupt können und wo er uns helfen muss, hinzukommen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Erzählen Sie uns Ihr Familienbild!)
Abg. Schieder: Wir schon! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... Karenzmodelle!
Reden wir doch einmal über echte Frauenpolitik! Reden wir über Chancengerechtigkeit, die wir brauchen, um aus eigener Kraft und durch unsere eigenen Möglichkeiten dort hinzukommen, wo wir hinwollen! Das beantworten wir nämlich immer noch nicht, weil wir über diese Themen nicht reden. Wir reden nämlich nicht über Steuerpolitik, die verhindert, dass Frauen Vollzeit erwerbstätig sein können, wir reden nicht über neue Karenzmodelle, die es Frauen ermöglichen, auch Karriere zu machen (Abg. Schieder: Wir schon! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... Karenzmodelle!), wir reden nicht über andere Fallen, die in der Familienpolitik genau dazu führen, dass wir dieses konservative alte Rollenbild weiterhin einzementieren – und auch die SPÖ macht da seit Jahren willig mit.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was ist das Problem?
Ich bin nicht bereit, weiter zu akzeptieren, dass Sie Scheinlösungen wie eine Frauenquote in Aufsichtsräten präsentieren. Das ist einfach nicht ehrlich, weil man das Problem nicht wirklich an der Wurzel packt! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was ist das Problem?) Wir verschönern und schneiden uns den Baum einfach so zurecht, damit es optisch so ausschaut, als würden Frauen und Männer in Österreich überall gleich behandelt, das werden sie aber nicht.
Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na genau! Wie naiv ist denn das?
Das würde nämlich dazu führen, dass Frauen aus eigener Kraft in Aufsichtsräte kämen. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na genau! Wie naiv ist denn das?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wozu eigentlich? – Zwischenruf des Abg. Stefan.
Der rechtsverbundene Harald Stefan weiß, dass wir in der Verfassung den Artikel 7 Abs. 2 haben, mit dem es sehr wohl möglich ist, positive Diskriminierung überall dort, wo es noch eine massive Ungleichbehandlung gibt, durchzuführen – und genau das wenden wir hier an. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wozu eigentlich? – Zwischenruf des Abg. Stefan.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie denn?
Die Quote, sehr geehrte Damen und Herren, wirkt, so wissen wir es aus der Bundesrepublik Deutschland, wir wissen es aus Norwegen, wir wissen es aus Frankreich, wir wissen es aus Italien, wir wissen es aus Spanien, wir wissen es aus Finnland, wir wissen es aus den Niederlanden. Überall dort hat man die Quote eingeführt, Herr Kollege Stefan, und es funktioniert wunderbar. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie denn?) Die Unternehmen machen größere Gewinne, es floriert das Leben, es floriert das Unternehmen, und das Klima in den Unternehmen ist auch noch besser. Ist das eine Erfolgsgeschichte? – Das ist eine Erfolgsgeschichte. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... ja die Quote, und das funktioniert ja auch nicht!
Und wenn mich im Justizausschuss etwas sehr, sehr gefreut hat, dann war es die Aussage der Kollegin Fekter, die gesagt hat, am Anfang ihres Politikerlebens war sie auch noch der Auffassung, dass es vielleicht von selbst gehen könnte, aber jetzt, nach 27 Jahren im Parlament, weiß sie, ohne Quote geht es nicht. Kollegin Schittenhelm hat das gleiche Bild gezeichnet, und wir wissen es auch schon lange: Wir brauchen diese Krücke, etwas anderes funktioniert noch nicht! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... ja die Quote, und das funktioniert ja auch nicht!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... im Umkehrschluss? Aufpassen!
Ich persönlich hatte das Glück, dass es Ende der Achtzigerjahre populär wurde, Frauen auch in die Politik zu bringen, und ich bin eine solche Quotenfrau. Ich bin aufgrund dessen, dass wir auch eine Frau gebraucht haben, in den Gemeinderat von Attnang gekommen, und diese Quote hat mich nicht blöder gemacht (Heiterkeit bei ÖVP, SPÖ und Grünen), hat mich nicht schlechter gemacht und hat mich auch nicht weniger motiviert (Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... im Umkehrschluss? Aufpassen!), in der Politik engagiert zu arbeiten.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Frauen sollen den Zug nehmen, der sich in Bewegung setzt, und das ist ein Zug, der sich für die Frauen in Bewegung setzt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Dass da jetzt manche natürlich ein bisschen irritiert sind, weil sie um ihre Sessel fürchten, das sehe ich schon auch, speziell bei den Gewerkschaften, Betriebsräten und Arbeitnehmervertretern (Heiterkeit bei der FPÖ – Zwischenrufe bei der SPÖ), denn dort sind auch viel zu wenige Frauen, die diese Quote erfüllen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, in der SPÖ!
So, aber nun zur Quote: Ich freue mich – und der Herr Vizekanzler hat es erwähnt –, dass wir im öffentlichen Dienst seit vielen Jahren mittlerweile eine 50-prozentige Quote und sehr viele tolle Frauen in Führungspositionen haben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, in der SPÖ!) Sie wissen genau, als wir die Finanzkrise gemeinsam bewältigt haben, war der öffentliche Dienst wirklich ganz wichtig und ein wichtiger Pfeiler der Stabilität in dieser Republik.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie vielen Frauen hilft das wirklich?
Mit dem heutigen Beschluss der Quote in Aufsichtsräten für Unternehmen mit mehr als 1 000 MitarbeiterInnen oder börsennotierten Unternehmen wird ein weiterer wichtiger Schritt gesetzt, damit Frauen ihre Talente entfalten können (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie vielen Frauen hilft das wirklich?), damit Frauen zeigen können, was sie draufhaben, und damit aufgezeigt wird, dass der Sessel im Aufsichtsratsstuhl, wenn das nicht gelingt, einfach leer bleibt. Das wird sicher ganz wichtig und motivierend dafür sein, dass diese Quoten eingehalten werden, denn – ich wiederhole, was einige gesagt haben – Quoten bringen bessere Ergebnisse, Quoten erhöhen auch die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Quoten schaffen letztendlich auch in der Gesellschaft ein gleichmäßigeres und gleichgewichtigeres Bild, als wir es jetzt in vielen Bereichen haben.
Sitzung Nr. 190
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Man kann auch alles gutreden!
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Sehr geschätzte Frau Präsidentin! Sehr geschätzter Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Man kann natürlich auch alles schlechtreden (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Man kann auch alles gutreden!), aber ich möchte klarstellen: Wir haben in Österreich sinkende Arbeitslosenzahlen und keine steigenden! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, aber bei den über 50-Jährigen? Bei den über 50-Jährigen steigt sie!) Wir haben in Österreich eine Rekordbeschäftigung. Unsere wirtschaftliche Situation ist besser als der Durchschnitt Europas und unser Wirtschaftswachstum ist besser als jenes in Deutschland. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Also alles gut?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, aber bei den über 50-Jährigen? Bei den über 50-Jährigen steigt sie!
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Sehr geschätzte Frau Präsidentin! Sehr geschätzter Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Man kann natürlich auch alles schlechtreden (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Man kann auch alles gutreden!), aber ich möchte klarstellen: Wir haben in Österreich sinkende Arbeitslosenzahlen und keine steigenden! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, aber bei den über 50-Jährigen? Bei den über 50-Jährigen steigt sie!) Wir haben in Österreich eine Rekordbeschäftigung. Unsere wirtschaftliche Situation ist besser als der Durchschnitt Europas und unser Wirtschaftswachstum ist besser als jenes in Deutschland. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Also alles gut?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Also alles gut?
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Sehr geschätzte Frau Präsidentin! Sehr geschätzter Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Man kann natürlich auch alles schlechtreden (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Man kann auch alles gutreden!), aber ich möchte klarstellen: Wir haben in Österreich sinkende Arbeitslosenzahlen und keine steigenden! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, aber bei den über 50-Jährigen? Bei den über 50-Jährigen steigt sie!) Wir haben in Österreich eine Rekordbeschäftigung. Unsere wirtschaftliche Situation ist besser als der Durchschnitt Europas und unser Wirtschaftswachstum ist besser als jenes in Deutschland. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Also alles gut?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Alles gut?
Fakt ist: Wir haben 3,5 Millionen Menschen auf dem Arbeitsmarkt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Alles gut?), so viele wie noch nie zuvor. Davon sind aber – und jetzt kommen weitere Fakten, Frau Kollegin – eine Million Menschen in instabilen Beschäftigungsverhältnissen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Prekären!) Mit „instabilen“ meine ich, sie haben nicht die Chance, die Sicherheit zu haben, dass sie durchgehend beschäftigt sind. Das sind größtenteils Saisonarbeitskräfte im Tourismus, in der Bauwirtschaft, das sind aber auch Menschen – und das ist jetzt diese Gruppe; mehr als 50 000 Menschen –, die langzeitarbeitslos sind, die es seit mehr als zwölf Monaten nicht mehr geschafft haben, in der Wirtschaft einen Job zu erhalten. Und um genau diese Gruppe geht es und genau dieser Gruppe wollen wir helfen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Prekären!
Fakt ist: Wir haben 3,5 Millionen Menschen auf dem Arbeitsmarkt (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Alles gut?), so viele wie noch nie zuvor. Davon sind aber – und jetzt kommen weitere Fakten, Frau Kollegin – eine Million Menschen in instabilen Beschäftigungsverhältnissen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Prekären!) Mit „instabilen“ meine ich, sie haben nicht die Chance, die Sicherheit zu haben, dass sie durchgehend beschäftigt sind. Das sind größtenteils Saisonarbeitskräfte im Tourismus, in der Bauwirtschaft, das sind aber auch Menschen – und das ist jetzt diese Gruppe; mehr als 50 000 Menschen –, die langzeitarbeitslos sind, die es seit mehr als zwölf Monaten nicht mehr geschafft haben, in der Wirtschaft einen Job zu erhalten. Und um genau diese Gruppe geht es und genau dieser Gruppe wollen wir helfen.
Abg. Muchitsch: Zur Bank! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Als Bankmitarbeiter oder was?
markt wegschickt, sondern man muss frühzeitig Umschulungsangebote setzen. Statt ihnen zu sagen: Bleib in dieser gesundheitsbelastenden Tätigkeit, dann kannst du früher gehen!, müsste man schauen, welche Angebote man finden kann, dass diese Menschen rechtzeitig in Berufe kommen, die körperlich nicht so belastend sind und die sie bis zum Pensionsalter ausüben können. (Abg. Muchitsch: Zur Bank! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Als Bankmitarbeiter oder was?)
Beifall bei der ÖVP. – Ah-Rufe der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Wir haben in diesem Bereich schon einige Maßnahmen gesetzt, und ich sage schon dazu: Das Gesetzliche ist das eine, auf der anderen Seite muss das aber seitens der Behörden auch konsequent verfolgt werden. Es kann nicht so sein, wie es derzeit in der Stadt Linz offensichtlich geschehen ist, dass im Bereich des Magistrats Hunderte Akten, in denen es um Lohn- und Sozialdumping gegangen ist, einfach liegen gelassen und nicht bearbeitet worden sind, bis sie schließlich verjährt sind. So ist der Kampf gegen Lohn- und Sozialdumping nicht zu führen, und das ist auch ein Skandal, der in der Stadt Linz aufgeschlagen ist. (Beifall bei der ÖVP. – Ah-Rufe der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Im Übrigen haben die einen SPÖ-Bürgermeister und einen FPÖ-Finanzstadt- rat, weil Sie da so gelacht haben – also beide sind da verantwortlich. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Wir haben in diesem Bereich schon einige Maßnahmen gesetzt, und ich sage schon dazu: Das Gesetzliche ist das eine, auf der anderen Seite muss das aber seitens der Behörden auch konsequent verfolgt werden. Es kann nicht so sein, wie es derzeit in der Stadt Linz offensichtlich geschehen ist, dass im Bereich des Magistrats Hunderte Akten, in denen es um Lohn- und Sozialdumping gegangen ist, einfach liegen gelassen und nicht bearbeitet worden sind, bis sie schließlich verjährt sind. So ist der Kampf gegen Lohn- und Sozialdumping nicht zu führen, und das ist auch ein Skandal, der in der Stadt Linz aufgeschlagen ist. (Beifall bei der ÖVP. – Ah-Rufe der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Im Übrigen haben die einen SPÖ-Bürgermeister und einen FPÖ-Finanzstadt- rat, weil Sie da so gelacht haben – also beide sind da verantwortlich. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Neubauer: Na bitte nicht! – Abg. Peter Wurm: Aber bitte mit Foto, Kollege Loacker! Und twittern! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und dann tun wir’s liken!
Ich habe bei Ihnen den Eindruck, Sie haben noch nie eine Schaufel oder einen Schraubenzieher in der Hand gehabt. Diesen Eindruck gewinnt man. Vielleicht sollten Sie es bei den heißen Temperaturen einmal ausprobieren. Probieren Sie einmal, in Ihrem Garten nur ein Loch zu graben! Schauen Sie einmal, ob Sie da ins Schwitzen kommen und ob das anstrengend ist, und stellen Sie sich dann vor, das müssen Sie tagein, tagaus machen! Und dann stellen Sie sich noch einmal her und wiederholen Sie Ihre Rede! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Neubauer: Na bitte nicht! – Abg. Peter Wurm: Aber bitte mit Foto, Kollege Loacker! Und twittern! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und dann tun wir’s liken!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Echt?
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Alois Stöger, diplômé: Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Da ich jemand bin, der auch einmal Krampen und Schaufel in der Hand gehabt hat (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Echt?), habe ich einen Riesenrespekt vor der Leistung, die Bauarbeiter erbringen. Bei jedem Wetter, bei Regen, bei Schnee, aber auch in der Hitze der Sonne bauen sie unsere Häuser. Das macht man nicht im Büro. Da sind die Bedingungen abhängig von der Witterung, da verändern sich die Bedingungen ständig, weil die Baustelle wächst, und daher brauchen Bauarbeiter besondere Regelungen.
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Peter Wurm.
Ich möchte sagen: Heute ist ein guter Tag für unser soziales Österreich. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Peter Wurm.)
Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Selbstverständlich ist der Pflegeregress in seiner derzeitigen Form inakzeptabel, vor allem deswegen, weil es in jedem Bundesland anders ist, aber auch, weil es in den einzelnen Bundesländern oft höchst intransparent ist. Das Traurige ist nur, dass das Thema Pflege, das ein großes und umfassendes ist, jetzt in einer Wahlkampfaktion populistisch verbraten wird, ohne dass man an substanziellen Lösungen arbeitet. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum habt ihr das nicht längst gemacht? In Wien zum Beispiel!
Wir schaffen damit für manche Personengruppen die 100-prozentige Erbschaftssteuer ab. (Abg. Tamandl: Jetzt wird’s lustig, wenn wir die Erbschaftssteuer ...!) Das ist etwas ganz Wichtiges, und ich sage dazu, dass wir damit verhindern, dass Menschen ihre Häuser und ihre Wohnungen verlieren. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum habt ihr das nicht längst gemacht? In Wien zum Beispiel!) Das ist Sozialpolitik, die gerade von der Sozialdemokratie ausgeht. (Abg. Neubauer: Unglaublich!) Wir sagen sehr deutlich, wir geben den Menschen Sicherheiten, indem wir kollektiv die Verantwortung für die beste Pflege übernehmen. (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
bei denen, die bei mobilen Diensten tätig sind und so sicherstellen, dass die Menschen in Österreich keine Angst zu haben brauchen, wenn sie älter werden (Abg. Neubauer: Das haben Sie zu verantworten!), keine Angst zu haben brauchen, wenn sie Pflegebedarf haben, und dank derer sichergestellt wird, dass die Menschen gepflegt werden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war aber schon vorher Tagesordnungspunkt!
Wir schaffen wieder in zwei Feldern Rechtssicherheit: Wir schaffen Rechtssicherheit dadurch, dass Menschen richtig zur Sozialversicherung zugeordnet werden – auch das machen wir –, damit sie die entsprechenden Ansprüche haben, und wir schaffen heute Rechtssicherheit dadurch, dass Schwerarbeiter zehn Jahre, bevor sie in Pension gehen können, auch feststellen können, ob sie in die Schwerarbeiterregelung fallen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war aber schon vorher Tagesordnungspunkt!) Auch da schaffen Sie für Menschen Sicherheit und dafür sage ich Danke. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir schon gemacht! Das ist schon beschlossen worden!) Ich danke Ihnen allen für die Unterstützung bei dieser Regelung. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Peter Wurm: Bitte, gerne! Wir haben gerne geholfen, Herr Minister!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir schon gemacht! Das ist schon beschlossen worden!
Wir schaffen wieder in zwei Feldern Rechtssicherheit: Wir schaffen Rechtssicherheit dadurch, dass Menschen richtig zur Sozialversicherung zugeordnet werden – auch das machen wir –, damit sie die entsprechenden Ansprüche haben, und wir schaffen heute Rechtssicherheit dadurch, dass Schwerarbeiter zehn Jahre, bevor sie in Pension gehen können, auch feststellen können, ob sie in die Schwerarbeiterregelung fallen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war aber schon vorher Tagesordnungspunkt!) Auch da schaffen Sie für Menschen Sicherheit und dafür sage ich Danke. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das haben wir schon gemacht! Das ist schon beschlossen worden!) Ich danke Ihnen allen für die Unterstützung bei dieser Regelung. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Peter Wurm: Bitte, gerne! Wir haben gerne geholfen, Herr Minister!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, richtig!
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Sehr geschätzter Herr Präsident! Sehr geschätzte Frau Ministerin! Herr Minister! Ich verstehe die Unruhe nicht ganz, weil wir, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, in diesen Stunden mit sozialen Maßnahmen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, richtig!), die zustande zu bringen wir uns vielleicht vor einigen Tagen oder Wochen nicht haben vorstellen können, Geschichte schreiben. Deswegen ist es ein wirklich erfreulicher Tag, weil es um die Abschaffung des Pflegeregresses geht.
Abg. Neubauer: Wir müssen viel öfter wählen! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, wir brauchen öfter Wahlen!
Wir haben auch eine klare Position, wenn es um eine Finanzierung darüber hinaus geht, weil uns gerade die Pflege auch in den nächsten Jahren noch stärker herausfordern wird. Es geht um zusätzliche Mittel, die aufzubringen sind, weil wir immer älter werden – das ist ein gutes Zeichen –, weil wir in einem schönen Land leben. Da gibt es unsere klare Position für eine Erbschaftssteuer, mit der wir von jenen einen Beitrag haben wollen, die es sich wirklich leisten können, nämlich Menschen, die mehr als 1 Million € erben. (Beifall bei der SPÖ.) Das ist nicht der klassische Häuslbauer, das ist nicht die Mindestpensionistin, sondern das sind jene, die es sich wirklich leisten können. (Abg. Neubauer: Wir müssen viel öfter wählen! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, wir brauchen öfter Wahlen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Falsches Thema!
Bundeskanzler Kern hat im Jänner den Plan A – für Anpacken, für Aufbruch, für Austria – vorgestellt, und wir haben in den letzten zwei Tagen sehr viele Vorschläge daraus umgesetzt: im Bereich der Bildungspolitik mit den Modellregionen, mit der Individualisierung des Unterrichts, im Bereich der Arbeit mit dem Beschäftigungsbonus, mit der Aktion 20 000, wodurch 20 000 Menschen eine Chance gegeben wird (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Falsches Thema!); das heißt, Jobs und eine zweite Chance für Menschen, die 50 Jahre oder älter sind und am heutigen Arbeitsmarkt kaum eine Chance haben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ein bisschen spät!) Und heute beschließen wird die Abschaffung des Pflegeregresses: Das ist sehr wichtig, denn der Pflegeregress ist ja nichts anderes als eine hundertprozentige Erbschaftssteuer für die, die Pflege brauchen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum habt ihr es nicht schon längst gemacht?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ein bisschen spät!
Bundeskanzler Kern hat im Jänner den Plan A – für Anpacken, für Aufbruch, für Austria – vorgestellt, und wir haben in den letzten zwei Tagen sehr viele Vorschläge daraus umgesetzt: im Bereich der Bildungspolitik mit den Modellregionen, mit der Individualisierung des Unterrichts, im Bereich der Arbeit mit dem Beschäftigungsbonus, mit der Aktion 20 000, wodurch 20 000 Menschen eine Chance gegeben wird (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Falsches Thema!); das heißt, Jobs und eine zweite Chance für Menschen, die 50 Jahre oder älter sind und am heutigen Arbeitsmarkt kaum eine Chance haben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ein bisschen spät!) Und heute beschließen wird die Abschaffung des Pflegeregresses: Das ist sehr wichtig, denn der Pflegeregress ist ja nichts anderes als eine hundertprozentige Erbschaftssteuer für die, die Pflege brauchen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum habt ihr es nicht schon längst gemacht?)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum habt ihr es nicht schon längst gemacht?
Bundeskanzler Kern hat im Jänner den Plan A – für Anpacken, für Aufbruch, für Austria – vorgestellt, und wir haben in den letzten zwei Tagen sehr viele Vorschläge daraus umgesetzt: im Bereich der Bildungspolitik mit den Modellregionen, mit der Individualisierung des Unterrichts, im Bereich der Arbeit mit dem Beschäftigungsbonus, mit der Aktion 20 000, wodurch 20 000 Menschen eine Chance gegeben wird (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Falsches Thema!); das heißt, Jobs und eine zweite Chance für Menschen, die 50 Jahre oder älter sind und am heutigen Arbeitsmarkt kaum eine Chance haben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ein bisschen spät!) Und heute beschließen wird die Abschaffung des Pflegeregresses: Das ist sehr wichtig, denn der Pflegeregress ist ja nichts anderes als eine hundertprozentige Erbschaftssteuer für die, die Pflege brauchen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum habt ihr es nicht schon längst gemacht?)
Sitzung Nr. 192
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Moser. – Abg. Kickl: Der Kanzler runzelt schon die Stirn! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie ist das bei den Steinhofgründen?
Wenn von Lebensqualität gesprochen wird, dann geht es immer auch um Infrastruktur – da erwähne ich nur die Eisenbahn, den Ausbau mit Hochleistungsschienennetzen in unserem Land, und auch die digitale Infrastruktur ist inzwischen eine ganz zentrale –, aber auch die Schönheit unserer Landschaft, gerade im Sommer, wenn die Touristen kommen, wenn wir selbst begeistert durch Österreich wandern. Die Schönheit der Natur ist nichts, wofür wir etwas können. (Abg. Lugar: Ach so? Die SPÖ kann nichts für die Schönheit der Natur?) Diese ist einfach so entstanden, aber wofür wir etwas können (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Lugar), ist, sie zu beschützen, nicht zuzulassen, dass die Schönheit der Natur zerstört und verbaut wird, und das ist auch unsere Aufgabe, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Moser. – Abg. Kickl: Der Kanzler runzelt schon die Stirn! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wie ist das bei den Steinhofgründen?)
Abg. Schimanek: Na, na, na! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Arbeitsreich? – Abg. Kassegger: Ha!
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nach vier arbeitsreichen Jahren (Abg. Schimanek: Na, na, na! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Arbeitsreich? – Abg. Kassegger: Ha!) wird am 9. November, wenn die Abgeordneten zum neuen Nationalrat angelobt werden, diese Legislaturperiode zu Ende gehen. Heute machen wir mit einem Sechsparteienantrag und mit Zustimmung aller Fraktionen den Weg frei, um am 15. Oktober in die Nationalratswahlen zu gehen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein
Wenn wir über Krieg und Armut reden oder über Armut im Besonderen, dann reden wir über die EU-Handelspolitik, die die Ursache für Flucht ist. Ein Beispiel: In Ghana gibt es Zigtausende Tomatenpflücker, die sind dort beschäftigt, sie können aber ihre Tomaten nicht mehr verkaufen. Warum? – Weil Europa aus Italien und Spanien Billigtomaten dorthin exportiert. Und jetzt kommt der Punkt: Wer steht auf den europäischen Tomatenfeldern? – Zigtausende Flüchtlinge aus Afrika, die mit Billiglöhnen ausgebeutet werden. Wir zerstören dort die Lebensgrundlagen und wundern uns (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), dass die Menschen, die dort in Pappendeckelsiedlungen leben, um ein Mindestmaß an Auskommen zu haben, dann nach Europa kommen und hier ein ausgebeutetes Dasein fristen. – Das ist das Ergebnis europäischer Handelspolitik! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Walter Rosenkranz: ... die Frau Lunacek!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Wenn auf einem Teil der Erde Hunger, Armut und Krieg herrschen und auf dem anderen Teil Wohlstand, Stabilität und Frieden, dann brauchen wir uns nicht zu wundern, dass die Menschen dorthin kommen, wo Wohlstand, Stabilität und Frieden herrschen. Es war die Gründergeneration der Grünen, die schon vor 30 Jahren vor diesem Wohlstandsgefälle gewarnt hat. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Das wollte niemand hören – im Gegenteil! Die Mittel der Entwicklungszusammenarbeit wurden gekürzt, zuallerletzt von Außenminister Sebastian Kurz. Es geht noch weiter: Er droht sogar damit, den afrikanischen Staaten die Entwicklungshilfe weiter zu kürzen. Das ist ein absurder Vorschlag, denn es gibt nur mehr drei Staaten, die eine bekommen; davon ist einer Uganda, ein Staat, der ungefähr eine Million Flüchtlinge aufgenommen hat. – Das ist plumper Populismus, der die Menschen hier und dort hinters Licht führt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na geh, wirklich wahr?
Ich glaube, dass das eine Richtungsentscheidung ist, wodurch sich Österreich im Oktober neu ordnen wird. Wir machen ein Angebot, indem wir sagen: Wir wollen, dass Ihre Chancen wachsen, die Chancen der Bürgerinnen und Bürger! Jede Geldtasche in Österreich würde NEOS wählen, weil wir mehr Geld in diesen Geldtaschen lassen wollen und auch die Rezepte dafür haben. Jede Schule, hätte sie ein Wahlrecht, würde NEOS wählen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na geh, wirklich wahr?) Es gab unlängst unter 100 Schulexpertinnen und -experten, Bildungsexpertinnen und ‑experten eine Abstimmung, wer denn die größte Kraft für Erneuerung im Bildungswesen hätte – das war in der Industriellenvereinigung –, und auf Platz eins wurden von den Fachleuten die NEOS gewählt. (Abg. Kickl: Dann sollten Sie als Klassensprecher kandidieren!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben wir heute schon einmal gehört!
Ich darf Ihnen vielleicht zwei, drei Punkte sagen, auf die ich hier eingehen möchte: Wir haben vor wenigen Tagen erlebt, dass The Boston Consulting Group – ich glaube, das ist der weltweit zweitgrößte Unternehmensberater, also keine sozialdemokratische Vorfeldorganisation – Österreich ausgestellt hat, dass wir das vierterfolgreichste Land der Welt sind. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Haben wir heute schon einmal gehört!)
Sitzung Nr. 194
Abg. Belakowitsch: ... überhaupt keine Ahnung!
zur Verfügung steht? (Abg. Belakowitsch: ... überhaupt keine Ahnung!) Wie können wir soziale Dienstleistungen schützen? Wie können wir die Bildung vor der Privatisierung schützen, damit am Schluss nicht nur mehr die Brieftasche entscheidet, in welche Schule man gehen kann, beziehungsweise für die, die nicht auf eine dicke Brieftasche zurückgreifen können, einfach die Restlverwerterschule übrig bleibt?
Beifall bei den NEOS. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Strache.
Natürlich ist das populistisch, Herr Kollege Neubauer! Kollege Strache ist seit Neuestem für Freihandel, ansonsten will er sich aber mit einer eingeschränkten, nationalistischen, protektionistischen Sicht am liebsten abschotten. (Abg. Strache: Was soll denn der Unsinn? Wir haben doch Freihandel! Was reden denn Sie?) Sie kennen das ja, einmal ist er für die Europäische Union, dann plötzlich für den Austritt aus der Europäischen Union. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Strache.)
Abg. Belakowitsch: Es ist ja klar, dass er das richtig erkannt hat!
Wesentlich ist – Herr Klubobmann Strache, das haben Sie richtig erkannt, und es ist skurril, dass Sie trotzdem diese populistische Diskussion anheizen –, dass Freihandel und insbesondere CETA gerade für die KMUs in Österreich so wichtig wären. (Abg. Belakowitsch: Es ist ja klar, dass er das richtig erkannt hat!) Es geht eben nicht um die Konzerne, die schon längst transatlantisch Handel treiben, wie Kollegin Nachbaur ausgeführt hat. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es geht um kleine und mittlere Unternehmen, wie zum Beispiel Pro-Ject Audio Systems, ein österreichisches Unternehmen, das jetzt in Mistelbach seine Firmenzentrale aufgebaut hat. Dieses Unternehmen ist Weltmarktführer bei Plattenspielern, ein kleines österreichisches Unternehmen ist Weltmarktführer. (Abg. Walter Rosenkranz: Da gibt’s viele davon!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
handelsvertrag und eine nationale Gerichtsbarkeit!) – Es gibt keinen besser ausverhandelten Freihandelsvertrag. Dafür brauchen Sie keine Unterschrift. Sie wollen aber einfach eine Bürgerbefragung machen, um bei der Wahl noch ein paar Cent zu holen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Brunner: Lehnen Sie ab?
Abschließend darf ich noch einmal zusammenfassen, dass hier die Ablehnung eines Vorschlags gefordert wird, dem Österreich ohnehin nicht zugestimmt hätte. Es ist bedauerlich, dass hier offensichtlich versucht wird, mit diesem Thema politisches Kleingeld zu wechseln. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Brunner: Lehnen Sie ab?) Frau Abgeordnete Brunner, die Grünen haben derzeit leider den Pilz, andere Parteien haben die FLÖ. Das macht ein bisschen nervös, das verstehe ich, aber wir sollten hier wirklich sachlich bleiben und in aller Ruhe die Dinge abhandeln, so wie sie vorgesehen sind. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch.
Erstens: Es gibt in Österreich keine Kulturpflanze, die mit Glyphosat behandelt wird, daher kann es auch keine Rückstände von Glyphosat in österreichischen Lebensmitteln geben. Das ist so. (Beifall bei der ÖVP.) Das wird überprüft. Das wird untersucht, das untersuchen wir selber. (Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Geht’s noch? – Weil ich das Aspro freiwillig nehme und das Glyphosat nicht!
Warum ist das jetzt so ein großes öffentliches Theater? Warum setzen sich so viele drauf? (Abg. Belakowitsch: Geht’s noch? – Weil ich das Aspro freiwillig nehme und das Glyphosat nicht!) Es gibt ein Problem: Glyphosat ist seit vielen, vielen Jahren zugelassen und ist als Patent abgelaufen. Heute gibt es viele Firmen, die das billig nachmachen können, und es ist im Prinzip so wie auch bei den Medikamenten. Wir wissen, dass es billige neue Medikamente gibt, die uns helfen, unsere Kosten im Gesundheitssystem zu senken. (Abg. Kogler: Aber das Aspro nehme ich freiwillig!) Beim Glyphosat ist es genauso. Es gibt eben viele Firmen, die das jetzt auf den Markt bringen, und die, die es erfunden haben, machen das Geschäft damit nicht mehr. Das ist schon lange nicht mehr Monsanto. Die, die da jetzt mit Monsanto Theater machen,
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Matznetter.
machen in Wirklichkeit den Weg für die auf, die uns etwas anderes verkaufen wollen, das sicher teurer ist und sicher problematischer. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Matznetter.) Das ist leider so.
Abg. Belakowitsch: Wer sagt das? – Abg. Walter Rosenkranz: Das ist aber eine Herausforderung! – Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ.
Horrormeldungen werden verbreitet, Kollege Vogl hat vom Glyphosat im Bier gesprochen und blendet aus, dass man am Tag 1 000 Liter trinken müsste, damit es gesundheitlich bedenklich wäre. (Abg. Belakowitsch: Wer sagt das? – Abg. Walter Rosenkranz: Das ist aber eine Herausforderung! – Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ.) Das schaffen Sie ja nicht einmal mit Wasser, geschweige denn mit Bier. (Ruf bei den Grünen: Das ist lächerlich! – Abg. Steinhauser: Zyniker!)
Abg. Belakowitsch: Was ist eine sachgerechte Verwendung?
Es gibt eine Aufforderung an die Regierung, da tätig zu werden, im privaten Bereich Beschränkungen einzuführen, aber eben nicht im landwirtschaftlichen und im industriellen Bereich. (Abg. Kogler: Chemiekonzerne! Agrarkonzerne!) Die Faktenlage ist nicht so, wie es die Grünen darstellen, nämlich dass Einigkeit bestünde, dass da ein Produkt krebserregend wäre, vielmehr gibt es sogar innerhalb der WHO diesbezüglich Meinungsunterschiede. Bei sachgemäßer Verwendung ist es ein akzeptables Pflanzenschutzmittel. (Abg. Belakowitsch: Was ist eine sachgerechte Verwendung?) – Wenn Sie sich an die Vorgaben halten, die ein Privater heute nicht hat. (Abg. Brunner: Das erinnert an Trump!)
Abg. Belakowitsch: Der naht bei euch erst? Wir sind schon mittendrin!
Abgeordneter Michael Bernhard (NEOS): Herr Präsident! Geschätzter Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Zuseherinnen und Zuseher! Glyphosat ist das Thema, und ich muss mich tatsächlich sehr über die grüne Fraktion wundern, weil der einzige Grund dafür, warum wir das heute diskutieren, anscheinend der nahende Wahlkampf ist. (Abg. Belakowitsch: Der naht bei euch erst? Wir sind schon mittendrin!) Das einzige „Argument“, das die Kollegin von den Grünen vorge-bracht hat, sind Panikmache und Angstmache. Es ist nicht mehr als genau das. (Abg. Korun: Der Klimawandel! – Zwischenruf des Abg. Steinbichler.)
Abg. Belakowitsch: Stimmt ja!
Die Diskussion über Glyphosat ist in den letzten Tagen aufgrund der Vorwürfe gegenüber dem Saatguthersteller Monsanto wieder besonders brisant geworden. Medien haben berichtet, dass die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, EFSA, teilweise die Argumentation von Monsanto übernommen hat. (Abg. Belakowitsch: Stimmt ja!) Es zeigt sich daher ganz deutlich, dass in dieser Diskussion Transparenz unabdingbar ist, und diese gilt es auf allen Ebenen im österreichischen und im europäischen politischen Leben zu sichern. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Also was jetzt? Abändern oder ...? Sie müssen sich schon festlegen!
Dem derzeitigen Vorschlag der Europäischen Kommission zur Verlängerung der Zulassung von Glyphosat nach Jahresende kann aus unserer Sicht in der aktuellen Form nicht zugestimmt werden. (Abg. Belakowitsch: Also was jetzt? Abändern oder ...? Sie müssen sich schon festlegen!) Unsere zuständigen österreichischen Experten der Agentur AGES haben sich für eine eingeschränkte Zulassung ausgesprochen (Abg. Brunner: Das ist aber eine Zulassung! – Abg. Belakowitsch: Zulassung ist Zulassung!), und diese eingeschränkte Anwendung bedeutet keinen Einsatz in der Nähe von Kindergärten (Ah- und Oh-Rufe bei FPÖ und Grünen), keinen Einsatz im öffentlichen Raum, keinen Einsatz in der privaten Nutzung und zur Vorerntebearbeitung. (Zwischenruf des Abg. Walser.) Da muss auf Glyphosat verzichtet werden.
Abg. Brunner: Das ist aber eine Zulassung! – Abg. Belakowitsch: Zulassung ist Zulassung!
Dem derzeitigen Vorschlag der Europäischen Kommission zur Verlängerung der Zulassung von Glyphosat nach Jahresende kann aus unserer Sicht in der aktuellen Form nicht zugestimmt werden. (Abg. Belakowitsch: Also was jetzt? Abändern oder ...? Sie müssen sich schon festlegen!) Unsere zuständigen österreichischen Experten der Agentur AGES haben sich für eine eingeschränkte Zulassung ausgesprochen (Abg. Brunner: Das ist aber eine Zulassung! – Abg. Belakowitsch: Zulassung ist Zulassung!), und diese eingeschränkte Anwendung bedeutet keinen Einsatz in der Nähe von Kindergärten (Ah- und Oh-Rufe bei FPÖ und Grünen), keinen Einsatz im öffentlichen Raum, keinen Einsatz in der privaten Nutzung und zur Vorerntebearbeitung. (Zwischenruf des Abg. Walser.) Da muss auf Glyphosat verzichtet werden.
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen. – Abg. Belakowitsch: Dann müssen Sie dagegen sein!
Das bringt mich zur Landwirtschaft. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen. – Abg. Belakowitsch: Dann müssen Sie dagegen sein!) Beim Pflanzenschutz gilt: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Und die Landwirtschaft ist es, die das garantiert.
Abg. Belakowitsch: Hat er etwas zu Glyphosat gesagt?
Ich glaube, es ist allgemein bekannt, dass Kommissionspräsident Juncker vergangene Woche im EU-Parlament in Straßburg seine alljährliche Rede zur Lage der Union gehalten hat. (Abg. Belakowitsch: Hat er etwas zu Glyphosat gesagt?) Dabei hat er ein Szenario für die Zukunft Europas gezeichnet, und es wäre angebracht gewesen, sich heute hier zu diesem Thema auszutauschen, weniger zu Glyphosat. (Abg. Belakowitsch: Das Thema suchen schon die Fraktionen aus! – Abg. Walter Rauch: Hat er etwas zu Glyphosat gesagt? – Zwischenruf der Abg. Brunner.)
Abg. Belakowitsch: Das Thema suchen schon die Fraktionen aus! – Abg. Walter Rauch: Hat er etwas zu Glyphosat gesagt? – Zwischenruf der Abg. Brunner.
Ich glaube, es ist allgemein bekannt, dass Kommissionspräsident Juncker vergangene Woche im EU-Parlament in Straßburg seine alljährliche Rede zur Lage der Union gehalten hat. (Abg. Belakowitsch: Hat er etwas zu Glyphosat gesagt?) Dabei hat er ein Szenario für die Zukunft Europas gezeichnet, und es wäre angebracht gewesen, sich heute hier zu diesem Thema auszutauschen, weniger zu Glyphosat. (Abg. Belakowitsch: Das Thema suchen schon die Fraktionen aus! – Abg. Walter Rauch: Hat er etwas zu Glyphosat gesagt? – Zwischenruf der Abg. Brunner.)
Abg. Belakowitsch: Das ist ja nicht das Thema heute, bitte! – Abg. Pirklhuber: Das hat jetzt mit Glyphosat wenig zu tun!
In Österreich wurde Juncker dafür besonders kritisiert, leider auch von den Regierungsparteien. Speziell seine Aussage zum Euro war für viele ein Problem, auch wenn Juncker nur gesagt hat, dass er die Länder Mittel- und Südosteuropas besonders dabei unterstützen möchte, so schnell wie möglich den Euro und damit unsere gemeinsame europäische Währung einzuführen. (Abg. Belakowitsch: Das ist ja nicht das Thema heute, bitte! – Abg. Pirklhuber: Das hat jetzt mit Glyphosat wenig zu tun!)
Abg. Belakowitsch: Das ist leider Themenverfehlung! Was soll denn das? Sie können ja nicht das Thema da vorgeben!
Verantwortungsvolle Staatsmänner und -frauen, gerade jene im Herzen Europas, jene, die sich immer gerne auf die Rolle als Brückenbauer beziehen, würden alles in Gang setzen, damit diese Länder schnell und verlässlich jene Reformen umsetzen können, die Voraussetzung für den Euro-Beitritt sind, Reformen, welche die gesamte EU widerstandsfähiger machen und auf etwaige zukünftige Finanzkrisen besser vorbereiten. (Abg. Belakowitsch: Das ist leider Themenverfehlung! Was soll denn das? Sie können ja nicht das Thema da vorgeben!) Und darüber, werte Kolleginnen und Kollegen, sollten wir diskutieren und nicht über ein Non-Thema, nämlich das Thema Glyphosat. (Zwischenruf der Abg. Brunner.)
Abg. Belakowitsch: Das ist eigentlich ein Wahnsinn, was Sie da machen! – Anhaltende Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen.
Im Zusammenhang mit Brückenbau und Kooperation freut es mich ganz besonders, Ihnen heute als stellvertretende Vorsitzende von NEOS eine Plattform präsentieren zu können, die hoffentlich bald als der vernünftige Gegenpol zur existierenden Visegrád-Gruppe bekannt werden wird. (Abg. Belakowitsch: Das ist eigentlich ein Wahnsinn, was Sie da machen! – Anhaltende Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen.)
Abg. Steinhauser: Das haben Sie verfehlt, das ist richtig! – Abg. Belakowitsch: Das ist eine Missachtung des Parlaments! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen.
Ich danke Ihnen für Ihre Geduld, ich bin der Ansicht, dass wir das Thema verfehlt haben, wir hätten es anders nützen können, aber ... (Abg. Steinhauser: Das haben Sie verfehlt, das ist richtig! – Abg. Belakowitsch: Das ist eine Missachtung des Parlaments! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen.) – Hvala lepa! (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Belakowitsch: Was ist das für eine Schokoladenseite?
Das Problem ist nicht neu, es ist kleiner geworden, denn zu dem Zeitpunkt, als die SPÖ wieder in die Regierung gekommen ist, 2007, war das Verhältnis noch 88 zu 12. Nun ist es, Gott sei Dank, nur noch 80 zu 20. Es sind aber wirklich noch viele, viele Schritte notwendig, um diese Steuerstruktur zu ändern, um dafür zu sorgen, dass diejenigen, die auf der Schokoladenseite des Lebens sind, auch ihren gerechten Beitrag leisten. (Abg. Belakowitsch: Was ist das für eine Schokoladenseite?)
Abg. Belakowitsch: Da hätte er aber bei uns auch spenden müssen!
Der andere Teil der SpenderInnen kommt aus anderen Bereichen der Wirtschaft, vor allem aus Industrie und Handel. Es gibt einen Mann, der aus dieser Runde besonders heraussticht. Ich nenne ihn namentlich, da er auch öffentlich aufgetreten ist: Stefan Pierer. Stefan Pierer ist Chef von KTM und Großspender der ÖVP. Er sagt glasklar, was er sich von euch erwartet: den 12-Stunden-Arbeitstag, den Abbau arbeitsrechtlicher Schutzrechte und offensichtlich Schwarz-Blau. (Abg. Belakowitsch: Da hätte er aber bei uns auch spenden müssen!) Dafür zahlt Herr Pierer 436 000 €! (Abg. Kogler: Ist eh wahr!) Ein Spender, der eine halbe Million Euro hinlegt und öffentlich in Interviews sich nicht verschweigt, sondern ganz offen sagt, was er will: Zu dieser Politik führt jenes System, das Sebastian Kurz eingeführt hat und das Spendenkeilerei und Großspender in den Mittelpunkt stellt.
Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Kitzmüller.
Abschließend sei noch eines gesagt: Bevor Sie hier 25 Tage vor einer Nationalratswahl nach neuen Standards und nach neuen Gesetzen rufen, sollten Sie sich zuerst einmal an die Transparenz, die die Volkspartei jetzt schon vorlebt, halten. (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Kitzmüller.)
Abg. Belakowitsch: Geh, das ist überraschend! – Abg. Kitzmüller: Das überrascht mich jetzt aber nicht wirklich!
Auch wenn es bei uns nicht gar so schlimm ist wie in manchen Staaten im Osten, so ist es doch interessant zu sehen, woher die Spenden und sonstigen Zuwendungen an die einzelnen Parteien kommen. Herr Pierer, der KTM-Chef, der schon angesprochen wurde, ist bei Weitem nicht der Einzige, der die ÖVP sponsert. Wenn man sich die letzten Jahre anschaut, so sind immerhin 307 691 € vom Raiffeisenkonzern an die ÖVP überwiesen worden. (Abg. Belakowitsch: Geh, das ist überraschend! – Abg. Kitzmüller: Das überrascht mich jetzt aber nicht wirklich!) Die Raiffeisen übernimmt also nicht nur die Politikeraltlastenentsorgung sondern auch die Finanzierung der aktiven. (Abg. Kogler: Der war gut!) – Ja, der war nicht schlecht; das aber nur nebenbei.
Abg. Belakowitsch: … Zeitzeuge!
Ihr als ÖVP wollt euch hier als Leuchtturm der Transparenz ausschildern, das ist ja ungeheuerlich! Erstens wurde die ÖVP kurz vor Einführung des neuen Transparenz-Gesetzes 2013 über Nacht um kolportierte 6 bis 7 Millionen € entschuldet. Wir und die Bürger wissen bis heute nicht, wo das Geld hergekommen ist. Wo ist das Geld hergekommen? – Wir wissen es nicht! (Abg. Belakowitsch: … Zeitzeuge!) Es wird im Dunkeln gehalten, so wie Ihre schwarzen Landesfürsten die Förderungen im Dunkeln halten. Das ist nicht okay! Das ist nicht okay! (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Kogler.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Da werden Sie schauen!
Dazu sage ich Ihnen, Ihre eigenen Wähler haben Angst davor, dass Sie in der Regierung vertreten sind und das wirklich umsetzen, denn die Arbeiterkammer – das wissen alle Arbeitnehmer in Österreich – ist Freund und Helfer, wenn Hilfe gebraucht wird, und das ist sehr oft der Fall. Sie wollen sie in Wirklichkeit abschaffen! Sie werden sehen, was am 15. Oktober rauskommt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Da werden Sie schauen!)
Abg. Belakowitsch: Können Sie das bitte so wiederholen für die Wählerinnen und Wähler? – Abg. Kogler: Aber keine 400 000 ...! Es geht um die Großspender!
Als Anfang Juli Sebastian Kurz vorgestellt hat, welches Wahlspendentool er einsetzen möchte, kam Politikwissenschafter Hubert Sickinger und nannte das Modell von Sebastian Kurz „klug und vorbildlich“. (Beifall bei der ÖVP.) – „Klug und vorbildlich“ deswegen, weil sich Sebastian Kurz der Kampagnentools bedient, die die NEOS, die Bundespräsidentschaftskandidatin Irmgard Griss sowie der grüne Bundespräsidentschaftskandidat Alexander Van der Bellen eingesetzt haben. Van der Bellen hat über dieses System, das nun Sebastian Kurz übernommen hat, im zweiten Wahlgang, bei der Wiederholung, über 2 Millionen € an Spenden eingenommen. (Abg. Belakowitsch: Können Sie das bitte so wiederholen für die Wählerinnen und Wähler? – Abg. Kogler: Aber keine 400 000 ...! Es geht um die Großspender!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Meine Damen und Herren, da habe ich die Worte des Kollegen Strolz von vorhin noch sehr gut im Ohr. Ich schätze Kollegen Strolz sehr, beziehungsweise habe ich ihn sehr geschätzt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Er ist einer derjenigen, der zu Beginn dieser Periode herausgegangen ist und gesagt hat, er möchte einen neuen Stil. Er ist herausgegangen und hat mit Wertschätzung begonnen. (Abg. Steinhauser: Das ist aber schon lange her!) Heute wirft er Geldwäsche vor, strafrechtlich inkriminierte Dinge,
Der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe. – Abg. Belakowitsch: Das können wir nicht lesen!
Der neue Stil liegt in der Transparenz. (Der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe. – Abg. Belakowitsch: Das können wir nicht lesen!) Sie alle können das über die Homepage – das ist nur eine Kopie – im Internet nachlesen. (Abg. Walter Rosenkranz: Liste Sebastian Kurz: eine Kopie! Da ist der Farbkopierer so schlecht, dass man nicht mehr ...!) Das ist die Homepage, wo Sie alle Spender nachlesen können: Alle, alle Spender können Sie nachlesen, und das ist der Unterschied.
Abg. Belakowitsch: Nicht private Spenden ...!
Was ich skurril finde, ist, wie hier von mehreren Parteien private Spender grundsätzlich einmal dämonisiert werden, zumindest klingt es im Wesentlichen so durch. (Abg. Belakowitsch: Nicht private Spenden ...!) Ich will mich nun mit ein paar Argumenten auseinandersetzen. Mit den Argumenten des Kollegen Wöginger setze ich mich nicht auseinander, denn das war so daneben und skurril, dass man das, glaube ich, besser gar nicht ansprechen sollte. (Abg. Lopatka: Was soll das?) – Es gibt andere Argu-mente, die gefallen sind.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
et cetera betrifft, an eine aktuelle Regierungspartei mit einem Minister als Spitzenkandidaten spendet oder wenn ein Industrieller für einen Bundespräsidenten (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), der in diesem Land de facto Formalaufgaben zu erledigen hat, spendet. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Walter Rosenkranz: Also ist er eh nichts wert? Jetzt verstehe ich das erst!)
Abg. Belakowitsch: Was? Eine „Parteienobergrenze“?
Abgeordnete Angela Lueger (SPÖ): Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen im Hohen Haus! Im Dringlichen Antrag der Grünen, der uns vorliegt, gibt es grundsätzlich drei Regelungsbereiche, die im Parteiengesetz 2012 nachgeschärft werden sollen. Der erste Punkt ist die Einführung einer absoluten Parteienobergrenze für natürliche und juristische Personen. (Abg. Belakowitsch: Was? Eine „Parteienobergrenze“?) – Eine Parteienfinanzierungsobergrenze! Also: Der erste Punkt ist die Einführung einer Parteispendenobergrenze für natürliche und juristische Personen, wobei man über die Summe noch diskutieren kann. Die Summe, die Sie angesetzt haben, ist
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Alles gesagt!
Da sind wir schon bei der ÖVP. Ich habe heute eine sehr gute Botschaft, ich habe vorhin auf die RednerInnenliste geschaut: Die ÖVP hätte noch 10 Minuten Zeit, um zu erklären, welche Interessen die Großspender der ÖVP haben. Die Großspender sind aufgeführt worden. Wer eine halbe Million Euro an eine Partei spendet, der will etwas. Ich hätte gern gewusst, was er will. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Alles gesagt!)
Abg. Belakowitsch begibt sich zu ihrem Sitzplatz und nimmt Platz.
Frau Abgeordnete Belakowitsch, wir sind im Abstimmungsvorgang! (Abg. Belakowitsch begibt sich zu ihrem Sitzplatz und nimmt Platz.)
Sitzung Nr. 197
Abg. Belakowitsch: Aber!
Ich habe in diesem Wahlkampf von allen Parteien gehört, dass es ihnen bewusst sei, dass die Österreicherinnen und Österreicher vom herrschenden alten Politstil genug haben. (Abg. Belakowitsch: Aber!) Und alle haben gesagt: Machen wir es doch anders! (Abg. Korun: Sie waren 30 Jahre in der Regierung!) – Sie sind die Ersten, die hier jetzt mit Zwischenrufen brillieren. Machen wir es doch anders!, war doch Ihre Aufforderung. Sie können heute beweisen, ob Sie diese Ankündigung: Machen wir es doch anders!, tatsächlich ernst meinen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Geh, wirklich?!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Fragestellungen, die wir hier haben, deuten alle darauf hin, dass wir eine Art Wahlkampf mit Steuergeld führen. (Abg. Belakowitsch: Geh, wirklich?!) Daher bitte ich Sie wirklich nochmals: Versuchen Sie, Ihre Verantwortung wahrzunehmen! Versuchen Sie, die Verantwortung jedes Einzelnen wahrzunehmen, dass wir das nicht mehr machen! (Abg. Belakowitsch: ... das ist auch Steuergeld!)
Abg. Belakowitsch: ... das ist auch Steuergeld!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Fragestellungen, die wir hier haben, deuten alle darauf hin, dass wir eine Art Wahlkampf mit Steuergeld führen. (Abg. Belakowitsch: Geh, wirklich?!) Daher bitte ich Sie wirklich nochmals: Versuchen Sie, Ihre Verantwortung wahrzunehmen! Versuchen Sie, die Verantwortung jedes Einzelnen wahrzunehmen, dass wir das nicht mehr machen! (Abg. Belakowitsch: ... das ist auch Steuergeld!)
Abg. Steinhauser: Na ja! – Abg. Belakowitsch: Interessant war’s weniger!
Abgeordneter Mag. Andreas Schieder (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Finanzminister, das war ein interessantes Schauspiel, was Sie da abgeliefert haben (Abg. Steinhauser: Na ja! – Abg. Belakowitsch: Interessant war’s weniger!), aber vielleicht hat es ja auch damit zu tun, dass gestern im Fernsehen schon Ihr Nachfolger aufgetreten ist und dass Sie sich jetzt gedacht haben: Jetzt muss ich mir noch einmal im Parlament einen Fehltritt leisten. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Um Ihnen das auch einmal ganz offen und ehrlich zu sagen: Es ist nicht die Aufgabe des Finanzministers, das Parlament zu maßregeln! (Abg. Steinhauser: Genau!) Es ist nicht die Aufgabe des Finanzministers, über die Verfassung drüberzuspringen und alle hier für blöd zu verkaufen – wirklich nicht, Herr Finanzminister! (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Bravorufe bei der FPÖ. – Rufe bei den Grünen: Genau!)
Abg. Belakowitsch: Spenden gesammelt!
ben Abkommen geschlossen, dass mutmaßliches Schwarzgeld von dort mit 30 bis 38 Prozent zu besteuern ist. Frau Kollegin Fekter war damals Finanzministerin. Wir haben ein Gesetz beschlossen, dass uns die Banken die Abschleicher, also jene Österreicherinnen und Österreicher, die ganz knapp vor dem Stichtag Geld nach Österreich überwiesen haben, melden müssen. Wir wissen, dass wenige Tage, bevor diese 30 bis 38 Prozent fällig gewesen wären, 3,3 Milliarden € nur auf Privatkonten nach Österreich verschoben wurden. Sie kennen seit 1. Jänner von allen die Namen und Adressen. Was haben Sie bisher gemacht, damit da Geld hereinkommt? – Gar nichts haben Sie gemacht, gar nichts! (Abg. Belakowitsch: Spenden gesammelt!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Und es geht noch weiter: Ihre Enkel, unsere Enkel sind vielleicht nicht armutsgefährdet, weil sie uns als Großeltern haben, die wir ihnen gewisse Dinge auch ermöglichen können, aber an die 90 000 Frauen in Österreich können ihre Kinder nicht auf einen Schulskikurs schicken, auf eine Schullandwoche schicken (Zwischenruf des Abg. Neubauer), vielleicht nicht einmal auf einen Ausflug schicken. Nein: Schulbeginn stellt schon eine Herausforderung dar, dass man nicht einmal die richtigen Turnschuhe einkaufen kann (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), weil unter anderem – und jetzt bin ich wieder beim Punkt (Abg. Neubauer: Was haben Sie denn als Ministerin gemacht?) – Männer, Väter ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können oder nicht nachkommen wollen und diesen Kindern daher dieser Unterhalt fehlt. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.)
Abg. Belakowitsch: Das sind eh schon fünf! Das reicht doch!
Sie haben auch mit keinem Wort erwähnt, dass der ORF seinem gesetzlichen Auftrag nicht nachkommt und nicht alle Parteien in die Fernsehdiskussionen einlädt. Warum werden nur die Parlamentsparteien eingeladen? – Der ORF kommt da seinem öffentlich-rechtlichen Auftrag nicht nach und lädt nicht alle Parteien ein, und das ist auch etwas, was von den Wählerinnen und Wählern nicht verstanden wird. (Abg. Belakowitsch: Das sind eh schon fünf! Das reicht doch!)
Abg. Belakowitsch: Nein, nur mehr Belakowitsch!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein! (Abg. Belakowitsch: Nein, nur mehr Belakowitsch!) – Frau Kollegin Belakowitsch, ich habe zwei Anmerkungen zu Ihren Ausführungen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Aber Sie geben mir schon recht, die permanenten Novellen haben es unlesbar oder schwer lesbar gemacht! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Zweitens – um zu Ihrem Entschließungsantrag zu kommen, in dem Sie verlangen, die Bundesregierung solle jetzt eine Neukodifikation des Asyl- und Fremdenrechts als Regierungsvorlage vorlegen –: Das ist ein interessanter Vorschlag, es ist auch nichts dagegen zu sagen, dass man einmal eine Neukodifikation des Fremdenrechts vornimmt, aber an sich sind wir ja hier der Gesetzgeber. Sie hätten ja als Klub die Möglichkeit, eine solche Neukodifikation als Antrag vorzulegen. (Abg. Hübner: Das ist aber ein bisschen ungewöhnlich!) Also ich lade Sie herzlich ein, hier sozusagen Arbeit nicht weiterzuschupfen, sondern doch die Arbeit selbst zu erledigen, wenn Sie sich das schon wünschen, Frau Kollegin Belakowitsch. Gesetzgeber sind schon wir. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Aber Sie geben mir schon recht, die permanenten Novellen haben es unlesbar oder schwer lesbar gemacht! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Das macht es ja nicht besser!
Ich möchte aber schon darauf eingehen, dass Sie hier kritisieren, dass es immer wieder Novellen gibt; das haben wir ja in anderen Bereichen auch, wenn Sie etwa das ASVG hernehmen. (Abg. Belakowitsch: Das macht es ja nicht besser!) Ja, warum haben wir denn laufend Novellen? – Weil in manchen Bereichen, die sehr dynamisch sind, natürlich eine laufende Anpassung der legistischen Rahmenbedingungen erforderlich ist. Gerade die Änderungen auch im Asyl- und Fremdenrecht zeigen eines sehr, sehr deutlich: dass wir auf die Entwicklungen, die es gibt, reagieren, dass wir notwendige Maßnahmen setzen und diese eben in eine entsprechende Rechtsordnung gießen. (Abg. Belakowitsch: Das ist ja das Problem: das Reagieren hintennach!) Aus der Anzahl von Novellen können Sie weiß Gott noch keine negative Vorgangsweise ableiten, Frau Kollegin Belakowitsch. (Abg. Belakowitsch: „Spätzünder“ nennt man das!)
Abg. Belakowitsch: Das ist ja das Problem: das Reagieren hintennach!
Ich möchte aber schon darauf eingehen, dass Sie hier kritisieren, dass es immer wieder Novellen gibt; das haben wir ja in anderen Bereichen auch, wenn Sie etwa das ASVG hernehmen. (Abg. Belakowitsch: Das macht es ja nicht besser!) Ja, warum haben wir denn laufend Novellen? – Weil in manchen Bereichen, die sehr dynamisch sind, natürlich eine laufende Anpassung der legistischen Rahmenbedingungen erforderlich ist. Gerade die Änderungen auch im Asyl- und Fremdenrecht zeigen eines sehr, sehr deutlich: dass wir auf die Entwicklungen, die es gibt, reagieren, dass wir notwendige Maßnahmen setzen und diese eben in eine entsprechende Rechtsordnung gießen. (Abg. Belakowitsch: Das ist ja das Problem: das Reagieren hintennach!) Aus der Anzahl von Novellen können Sie weiß Gott noch keine negative Vorgangsweise ableiten, Frau Kollegin Belakowitsch. (Abg. Belakowitsch: „Spätzünder“ nennt man das!)
Abg. Belakowitsch: „Spätzünder“ nennt man das!
Ich möchte aber schon darauf eingehen, dass Sie hier kritisieren, dass es immer wieder Novellen gibt; das haben wir ja in anderen Bereichen auch, wenn Sie etwa das ASVG hernehmen. (Abg. Belakowitsch: Das macht es ja nicht besser!) Ja, warum haben wir denn laufend Novellen? – Weil in manchen Bereichen, die sehr dynamisch sind, natürlich eine laufende Anpassung der legistischen Rahmenbedingungen erforderlich ist. Gerade die Änderungen auch im Asyl- und Fremdenrecht zeigen eines sehr, sehr deutlich: dass wir auf die Entwicklungen, die es gibt, reagieren, dass wir notwendige Maßnahmen setzen und diese eben in eine entsprechende Rechtsordnung gießen. (Abg. Belakowitsch: Das ist ja das Problem: das Reagieren hintennach!) Aus der Anzahl von Novellen können Sie weiß Gott noch keine negative Vorgangsweise ableiten, Frau Kollegin Belakowitsch. (Abg. Belakowitsch: „Spätzünder“ nennt man das!)
Abg. Belakowitsch: „Wenn es notwendig war“, ganz richtig!
Ich denke, Österreich hat sich in der Aufnahme von Flüchtlingen nichts vorzuwerfen, wir haben da eine große Tradition. Wir haben immer geholfen, wenn es notwendig war (Abg. Belakowitsch: „Wenn es notwendig war“, ganz richtig!), ganz gleich, ob in der Ungarnkrise, ob beim Prager Frühling, ob in der Jugoslawienkrise (Abg. Hübner: Das sind Europäer! – Abg. Belakowitsch: Das waren aber die Nachbarländer!) – und auch jetzt. Es ist aber richtig und es ist wahr, dass mit dieser Flüchtlingsbewegung auch eine Fülle von Migranten nach Österreich gekommen ist, die nicht Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention sind. (Abg. Belakowitsch: Aber! Was machen wir jetzt mit denen?) – Es wundert mich, dass Sie das überrascht. (Abg. Hübner: Sie haben ja keine Ahnung!) Und wir setzen Maßnahmen (Abg. Belakowitsch: Welche genau?), damit diese Personen, die zu Unrecht hier sind, die auch negative Bescheide haben, auch dazu angehalten werden, das Land zu verlassen, Frau Kollegin Belakowitsch. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie tun es aber nicht! Sie tun es aber nicht!)
Abg. Hübner: Das sind Europäer! – Abg. Belakowitsch: Das waren aber die Nachbarländer!
Ich denke, Österreich hat sich in der Aufnahme von Flüchtlingen nichts vorzuwerfen, wir haben da eine große Tradition. Wir haben immer geholfen, wenn es notwendig war (Abg. Belakowitsch: „Wenn es notwendig war“, ganz richtig!), ganz gleich, ob in der Ungarnkrise, ob beim Prager Frühling, ob in der Jugoslawienkrise (Abg. Hübner: Das sind Europäer! – Abg. Belakowitsch: Das waren aber die Nachbarländer!) – und auch jetzt. Es ist aber richtig und es ist wahr, dass mit dieser Flüchtlingsbewegung auch eine Fülle von Migranten nach Österreich gekommen ist, die nicht Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention sind. (Abg. Belakowitsch: Aber! Was machen wir jetzt mit denen?) – Es wundert mich, dass Sie das überrascht. (Abg. Hübner: Sie haben ja keine Ahnung!) Und wir setzen Maßnahmen (Abg. Belakowitsch: Welche genau?), damit diese Personen, die zu Unrecht hier sind, die auch negative Bescheide haben, auch dazu angehalten werden, das Land zu verlassen, Frau Kollegin Belakowitsch. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie tun es aber nicht! Sie tun es aber nicht!)
Abg. Belakowitsch: Aber! Was machen wir jetzt mit denen?
Ich denke, Österreich hat sich in der Aufnahme von Flüchtlingen nichts vorzuwerfen, wir haben da eine große Tradition. Wir haben immer geholfen, wenn es notwendig war (Abg. Belakowitsch: „Wenn es notwendig war“, ganz richtig!), ganz gleich, ob in der Ungarnkrise, ob beim Prager Frühling, ob in der Jugoslawienkrise (Abg. Hübner: Das sind Europäer! – Abg. Belakowitsch: Das waren aber die Nachbarländer!) – und auch jetzt. Es ist aber richtig und es ist wahr, dass mit dieser Flüchtlingsbewegung auch eine Fülle von Migranten nach Österreich gekommen ist, die nicht Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention sind. (Abg. Belakowitsch: Aber! Was machen wir jetzt mit denen?) – Es wundert mich, dass Sie das überrascht. (Abg. Hübner: Sie haben ja keine Ahnung!) Und wir setzen Maßnahmen (Abg. Belakowitsch: Welche genau?), damit diese Personen, die zu Unrecht hier sind, die auch negative Bescheide haben, auch dazu angehalten werden, das Land zu verlassen, Frau Kollegin Belakowitsch. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie tun es aber nicht! Sie tun es aber nicht!)
Abg. Belakowitsch: Welche genau?
Ich denke, Österreich hat sich in der Aufnahme von Flüchtlingen nichts vorzuwerfen, wir haben da eine große Tradition. Wir haben immer geholfen, wenn es notwendig war (Abg. Belakowitsch: „Wenn es notwendig war“, ganz richtig!), ganz gleich, ob in der Ungarnkrise, ob beim Prager Frühling, ob in der Jugoslawienkrise (Abg. Hübner: Das sind Europäer! – Abg. Belakowitsch: Das waren aber die Nachbarländer!) – und auch jetzt. Es ist aber richtig und es ist wahr, dass mit dieser Flüchtlingsbewegung auch eine Fülle von Migranten nach Österreich gekommen ist, die nicht Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention sind. (Abg. Belakowitsch: Aber! Was machen wir jetzt mit denen?) – Es wundert mich, dass Sie das überrascht. (Abg. Hübner: Sie haben ja keine Ahnung!) Und wir setzen Maßnahmen (Abg. Belakowitsch: Welche genau?), damit diese Personen, die zu Unrecht hier sind, die auch negative Bescheide haben, auch dazu angehalten werden, das Land zu verlassen, Frau Kollegin Belakowitsch. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie tun es aber nicht! Sie tun es aber nicht!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie tun es aber nicht! Sie tun es aber nicht!
Ich denke, Österreich hat sich in der Aufnahme von Flüchtlingen nichts vorzuwerfen, wir haben da eine große Tradition. Wir haben immer geholfen, wenn es notwendig war (Abg. Belakowitsch: „Wenn es notwendig war“, ganz richtig!), ganz gleich, ob in der Ungarnkrise, ob beim Prager Frühling, ob in der Jugoslawienkrise (Abg. Hübner: Das sind Europäer! – Abg. Belakowitsch: Das waren aber die Nachbarländer!) – und auch jetzt. Es ist aber richtig und es ist wahr, dass mit dieser Flüchtlingsbewegung auch eine Fülle von Migranten nach Österreich gekommen ist, die nicht Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention sind. (Abg. Belakowitsch: Aber! Was machen wir jetzt mit denen?) – Es wundert mich, dass Sie das überrascht. (Abg. Hübner: Sie haben ja keine Ahnung!) Und wir setzen Maßnahmen (Abg. Belakowitsch: Welche genau?), damit diese Personen, die zu Unrecht hier sind, die auch negative Bescheide haben, auch dazu angehalten werden, das Land zu verlassen, Frau Kollegin Belakowitsch. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie tun es aber nicht! Sie tun es aber nicht!)
Abg. Belakowitsch: Nein, das tun Sie eben nicht! Unfassbar! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Sie reden – und wir tun es mit diesem Fremdenrecht. (Abg. Belakowitsch: Nein, das tun Sie eben nicht! Unfassbar! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Lauter Ungarn, Rumänen, Mazedonier!
Sie haben ja auch die Zahlen angezweifelt, ich sage es Ihnen: Wir haben im heurigen Jahr 10 614 negative Bescheide; dabei sind im heurigen Jahr bereits 8 829 Rückführungen vorgenommen worden. (Abg. Belakowitsch: Lauter Ungarn, Rumänen, Mazedonier!) Das zeigt ja, dass die Systematik funktioniert. (Abg. Belakowitsch: Funktioniert ja nicht! Das ist ja eine Augenauswischerei!) Im letzten Jahr wurden auch über 10 000 Menschen zurückgeführt; insgesamt sind davon nur 2 290 Dublinfälle, Frau Belakowitsch. Also wenn Sie das schon infrage stellen, dann würde ich Sie bitten, schauen Sie sich die Zahlen noch einmal an! (Abg. Belakowitsch: Hab’ ich!) Nur die Kritik alleine hilft nichts, man muss die Dinge auch tun – und wir tun es, Frau Kollegin! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Funktioniert ja nicht! Das ist ja eine Augenauswischerei!
Sie haben ja auch die Zahlen angezweifelt, ich sage es Ihnen: Wir haben im heurigen Jahr 10 614 negative Bescheide; dabei sind im heurigen Jahr bereits 8 829 Rückführungen vorgenommen worden. (Abg. Belakowitsch: Lauter Ungarn, Rumänen, Mazedonier!) Das zeigt ja, dass die Systematik funktioniert. (Abg. Belakowitsch: Funktioniert ja nicht! Das ist ja eine Augenauswischerei!) Im letzten Jahr wurden auch über 10 000 Menschen zurückgeführt; insgesamt sind davon nur 2 290 Dublinfälle, Frau Belakowitsch. Also wenn Sie das schon infrage stellen, dann würde ich Sie bitten, schauen Sie sich die Zahlen noch einmal an! (Abg. Belakowitsch: Hab’ ich!) Nur die Kritik alleine hilft nichts, man muss die Dinge auch tun – und wir tun es, Frau Kollegin! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Hab’ ich!
Sie haben ja auch die Zahlen angezweifelt, ich sage es Ihnen: Wir haben im heurigen Jahr 10 614 negative Bescheide; dabei sind im heurigen Jahr bereits 8 829 Rückführungen vorgenommen worden. (Abg. Belakowitsch: Lauter Ungarn, Rumänen, Mazedonier!) Das zeigt ja, dass die Systematik funktioniert. (Abg. Belakowitsch: Funktioniert ja nicht! Das ist ja eine Augenauswischerei!) Im letzten Jahr wurden auch über 10 000 Menschen zurückgeführt; insgesamt sind davon nur 2 290 Dublinfälle, Frau Belakowitsch. Also wenn Sie das schon infrage stellen, dann würde ich Sie bitten, schauen Sie sich die Zahlen noch einmal an! (Abg. Belakowitsch: Hab’ ich!) Nur die Kritik alleine hilft nichts, man muss die Dinge auch tun – und wir tun es, Frau Kollegin! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Peter Wurm: Das sagen Sie schon seit Jahren! – Abg. Belakowitsch – in Richtung Bundesminister Sobotka –: ...! Das ist ja unglaublich! Das wissen Sie ganz genau! Das sind Ihre Zahlen! Ihre Anfragebeantwortung! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Der letzte Punkt: Wir haben immer kritisiert, dass die Mindestsicherung auch an jene geht, die einen positiven Asylbescheid haben. Das geht zu weit, das versteht niemand im Land, wenn Menschen, die ein Leben lang gearbeitet haben, den gleichen Betrag erhalten wie jemand, der einen Tag lang einen Asylbescheid hat. (Abg. Hauser: Aber ihr habt es ja beschlossen! Seid doch nicht so scheinheilig!) Das wird nicht verstanden, und ich kann Ihnen sagen, wir werden, wenn wir ein entsprechendes Mandat bekommen, das auch bundeseinheitlich regeln und ändern. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Peter Wurm: Das sagen Sie schon seit Jahren! – Abg. Belakowitsch – in Richtung Bundesminister Sobotka –: ...! Das ist ja unglaublich! Das wissen Sie ganz genau! Das sind Ihre Zahlen! Ihre Anfragebeantwortung! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Das ist ja die Beantwortung vom Innenminister! Das waren die Zahlen vom Innenminister!
Frau Kollegin Belakowitsch, es stimmen alle Zahlen nicht, die Sie nennen, und die haben noch nie gestimmt. (Abg. Belakowitsch: Das ist ja die Beantwortung vom Innenminister! Das waren die Zahlen vom Innenminister!) Mich stört jede einzelne strafbare Handlung, jede einzelne. Zu jedem Problemfall, den wir haben, gibt es irgendwo einen negativen rechtsgültigen Bescheid, und wir bringen ihn nicht außer Landes. Das habe ich immer selber kritisiert.
Abg. Belakowitsch: Alles ist gut im Land!
Aber immer ein Bild zu zeichnen, als wäre bei uns was weiß ich welche Unsicherheit, das ist sicher nicht richtig. Seien wir froh, dass wir nach wie vor eines der sichersten Länder der Welt sind! Seien wir froh, dass unsere Aufklärungsraten stimmen! Da kann man nur sagen: Danke, liebe Polizistinnen und Polizisten!, und ich sage das tatsächlich. (Abg. Belakowitsch: Alles ist gut im Land!) Schaut euch die Zahlen einmal an! Daher sollten wir so eine Debatte, wo wir wissen, dass wir das Gesetz aus formalen Gründen heute noch einmal zu beschließen haben, nicht in diese Richtung steuern. Das haben wir, glaube ich, nicht notwendig, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Abg. Belakowitsch: Und deshalb wurschteln wir immer so weiter?!
Ich nehme den positiven Ansatz: Selbst wenn wir es machen, garantiere ich Ihnen, dass bei der Beschlussfassung aufgrund der langen Zeitspanne schon wieder Probleme aufgetaucht sind, weswegen wir schon wieder eine Novelle machen müssen. (Abg. Belakowitsch: Und deshalb wurschteln wir immer so weiter?!) Das ist normal, denn
Die Abgeordneten von SPÖ und NEOS stehen mit zeitlicher Verzögerung auf. – Abg. Belakowitsch: Bitte fürs Protokoll: Sehr zögerlich!
Ich bitte jene Damen und Herren, die sich dafür aussprechen, um ein Zeichen. – Ich glaube schon, oder? (Die Abgeordneten von SPÖ und NEOS stehen mit zeitlicher Verzögerung auf. – Abg. Belakowitsch: Bitte fürs Protokoll: Sehr zögerlich!) – Das ist mit Mehrheit angenommen.
Abg. Belakowitsch: Wollen!
Da spreche ich ganz konkret das Unterrichtsfach Politische Bildung und Recht an. Wenn wir hergehen und die Lehrpläne entstauben und die Schüler von dem freimachen, was sie nicht lernen sollen, weil sie es im weiteren Leben nicht brauchen (Abg. Belakowitsch: Wollen!), dann ist es uns möglich, dass wir genau solche Unterrichtsfächer wie das Pflichtfach Politische Bildung und kritisches Denken ermöglichen und einführen können. (Abg. Walter Rosenkranz: Warum muss man wissen, dass sich die Erde um die Sonne dreht?)
Sitzung Nr. 199
Abg. Belakowitsch: Ist das die Abschiedsrede des Bundeskanzlers?
Ich erteile nun dem Herrn Bundeskanzler das Wort. – Bitte schön, Herr Bundeskanzler. (Abg. Belakowitsch: Ist das die Abschiedsrede des Bundeskanzlers?)
Abg. Hübner: Da redet der Richtige ...! – Abg. Kickl: Das ist skurril aus Ihrem Munde! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Bundeskanzler Mag. Christian Kern: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Liebe Österreicherinnen und Österreicher! Der Titel dieser Erklärung, den wir bewusst gewählt haben, lautet „Verantwortung für Österreich“. (Abg. Hübner: Da redet der Richtige ...! – Abg. Kickl: Das ist skurril aus Ihrem Munde! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich denke, das Parlament ist der richtige Ort für einen Appell an diese Verantwortung, die wir alle gemeinsam tragen – und nicht nur in diesem Wahlkampf. Es ist die Verantwortung für die politische Kultur in Österreich, denn diese Kultur ist entscheidend für das Bild von Politik, das die Österreicherinnen und Österreicher haben, und damit für ihr Vertrauen in unsere Demokratie. (Abg. Belakowitsch: Sie lesen alles runter!) Die Bürgerinnen und Bürger, die in wenigen Tagen zur Wahl gehen und damit ihr wichtigstes Recht ausüben, sind unser aller Souverän. Sie tragen unsere Demokratie, ihnen sind wir verpflichtet. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Sie lesen alles runter!
Bundeskanzler Mag. Christian Kern: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Liebe Österreicherinnen und Österreicher! Der Titel dieser Erklärung, den wir bewusst gewählt haben, lautet „Verantwortung für Österreich“. (Abg. Hübner: Da redet der Richtige ...! – Abg. Kickl: Das ist skurril aus Ihrem Munde! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich denke, das Parlament ist der richtige Ort für einen Appell an diese Verantwortung, die wir alle gemeinsam tragen – und nicht nur in diesem Wahlkampf. Es ist die Verantwortung für die politische Kultur in Österreich, denn diese Kultur ist entscheidend für das Bild von Politik, das die Österreicherinnen und Österreicher haben, und damit für ihr Vertrauen in unsere Demokratie. (Abg. Belakowitsch: Sie lesen alles runter!) Die Bürgerinnen und Bürger, die in wenigen Tagen zur Wahl gehen und damit ihr wichtigstes Recht ausüben, sind unser aller Souverän. Sie tragen unsere Demokratie, ihnen sind wir verpflichtet. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Welche Regierung?
Ich kann auch sagen, was wir von der Volkspartei mittragen werden: Wir werden jedenfalls die Pensionsanpassung für 2018 mittragen. Darauf haben wir uns in der Regierung verständigt, das tragen wir selbstverständlich mit. (Abg. Belakowitsch: Welche Regierung?) Das ist auch ein Plus von 136 Millionen €, das hier dazukommt, aber dazu stehen wir, weil vor allem auch die niedrigeren Pensionen besonders angepasst werden und eine Anpassung mit einem höheren Prozentsatz bekommen. Ich finde auch die Sockelbeträge sehr positiv.
Abg. Schieder: Seit wann? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir tragen keine budgetschädlichen Beschlüsse mit, meine Damen und Herren! Wir finden aber eine Lösung für Menschen mit Behinderungen (Abg. Brosz: ... streichen die Steuern für die Konzerne zusammen!), da werden wir einen eigenen Antrag einbringen. Auch das Freiwilligengesetz werden wir von der Volkspartei natürlich mittragen, aber wir sind nicht bereit, Husch-Pfusch-Gesetze mitzuerledigen. (Abg. Schieder: Seit wann? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Wer hat den Sozialausschuss abgesagt? – Zwi-schenruf der Abg. Schatz
Was jetzt aber vorliegt, ist natürlich die Angleichung bei den Kündigungsfristen und bei den Entgeltfortzahlungen. Meine Damen und Herren, das kann man doch nicht in einer Nacht- und Nebelaktion machen – keine Begutachtung, keine Diskussion, kein Sozial-ausschuss (Abg. Belakowitsch: Wer hat den Sozialausschuss abgesagt? – Zwi-schenruf der Abg. Schatz), Eingriff in Hunderte Kollektivverträge, keine Einbindung der Sozialpartner und kein einheitlicher Arbeitnehmerbegriff! (Abg. Belakowitsch: Ihr habt den Sozialausschuss abgesagt! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Schatz.)
Abg. Belakowitsch: Ihr habt den Sozialausschuss abgesagt! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Schatz.
Was jetzt aber vorliegt, ist natürlich die Angleichung bei den Kündigungsfristen und bei den Entgeltfortzahlungen. Meine Damen und Herren, das kann man doch nicht in einer Nacht- und Nebelaktion machen – keine Begutachtung, keine Diskussion, kein Sozial-ausschuss (Abg. Belakowitsch: Wer hat den Sozialausschuss abgesagt? – Zwi-schenruf der Abg. Schatz), Eingriff in Hunderte Kollektivverträge, keine Einbindung der Sozialpartner und kein einheitlicher Arbeitnehmerbegriff! (Abg. Belakowitsch: Ihr habt den Sozialausschuss abgesagt! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Schatz.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Schatz
Meine Damen und Herren! Wenn wir das hier auch wirklich ändern – und wir wollen es ändern, wir bringen heute auch einen Entschließungsantrag ein (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Schatz), der die Regierung auffordert, das bis Ende 2018 vorzulegen –, dann aber mit einem einheitlichen Arbeitnehmerbegriff am Ende des Tages. Wenn ich keine Unterschiede mehr habe, dann habe ich keine Arbeiter und Angestellten mehr, dann habe ich einen einheitlichen Arbeitnehmerbegriff. Das ist hier nicht zu Ende gedacht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Heute auch nicht!
Der Herr Bundeskanzler lädt hier zu einer Diskussion zum Thema Verantwortung. Es ist natürlich Teil seiner Inszenierung, die in den letzten Wochen nicht immer glücklich gelaufen ist. (Abg. Belakowitsch: Heute auch nicht!) Wir werden aber natürlich gerne in die Debatte zum Thema Verantwortung eintreten. Herr Kern, Sie wissen, dass wir sogar eine Allianz für Freiheit und Verantwortung geschlossen haben, und das ist das, was wir in den nächsten fünf Jahren einbringen werden.
Abg. Belakowitsch: Sieben? Ich dachte drei! Such dir aus, was dir gefällt!
Inhalte statt Intrige: Wir sind eine Kraft der Vernunft, auch der intellektuellen Redlichkeit. Wenn ganze Volksparteien zum Populismus greifen, dann ist es in der Aufschaukelung der populistischen Ränder nicht immer einfach, auch immer entsprechend vorzukommen. (Abg. Brosz: Was macht denn der Schellhorn bei Ihnen?) Wir werden dennoch unserem Stil treu bleiben und werden Ihnen versprechen, liebe Damen und Herren, dass wir für Lösungen arbeiten werden, die im echten Leben ankommen. So haben wir es auch jetzt im Wahlkampf gehalten. Wir haben sieben Chancenpläne erarbeitet, zwei Zukunftspläne präsentiert und eine Steuerreform vorgestellt. (Abg. Belakowitsch: Sieben? Ich dachte drei! Such dir aus, was dir gefällt!)
Zwischenruf des Abg. Brosz. – Abg. Belakowitsch: Ja, die NEOS haben ihn jetzt aufgenommen!
Wir haben diese 98 Seiten erarbeitet und vorgestellt, unter anderem auch mit Leuten aus mehr oder minder allen Parteien: Wir haben zum Beispiel zwei ehemalige Generalsekretäre der ÖVP an Bord gehabt sowie auch im Bildungsbereich eine Pressekonferenz mit einem ehemaligen ÖVP-Obmann abgehalten. Wir haben mit Viktoria Kickinger ein bekennendes SPÖ-Mitglied, die sagt: Ja, mein Herz schlägt unter Schmerzen irgendwo immer noch für die SPÖ; ich lebe bürgerlich, und bei der Wirtschaftspolitik kommt für mich nur NEOS infrage, weil die hier einfach auch den klarsten Blick haben. – Wir haben Max Schrems, der in normalen Zeiten eher ein Grünwähler ist, aber auch im Komitee des Herrn Kern sitzt, der sagt: Bei der Digitalisierung sind die NEOS für mich ein Bündnispartner; ich gehe in Erarbeitungen mit hinein. (Zwischenruf des Abg. Brosz. – Abg. Belakowitsch: Ja, die NEOS haben ihn jetzt aufgenommen!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich habe diese Aufgabe von Anfang an sehr realistisch eingeschätzt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie werden sich daran erinnern, ich habe damals bewusst gesagt: Diesem Anfang wohnt kein Zauber inne. – Ich habe den Eindruck, dass auch dem Ende kein Zauber innewohnt, wenn man sich, wie schon erwähnt wurde, ansieht, von wie viel Aggression, Gehässigkeit und wechselseitigem Niedermachen die derzeitige innenpolitische Szene geprägt ist, bis hin zu Dirty Campaigning in einer Form, wie es das in Österreich noch nie gegeben hat. (Abg. Kickl: Aber wechselseitig! – Abg. Bösch: Aber er ist unabhängig!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Scherak und Belakowitsch.
Ich habe in dem Punkt auch die Blockade der Freiheitlichen Partei beim Sicherheitspaket nicht verstanden, denn gerade die Freiheitliche Partei hat sich immer als eine Partei verstanden, die Sicherheitspolitik und Sicherheitsagenden auf ihre Fahnen geheftet hat. (Abg. Walter Rosenkranz: Einen Bundestrojaner! Geht’s noch?) Wenn Sie es näher betrachten, dann wissen Sie, dass es zu diesen technischen Möglichkeiten, die vorgeschlagen wurden, keine Alternative gibt. (Abg. Strache: Bundestrojaner wollen wir keine! Die Bürger bespitzeln!) Sie werden sehen, Sie werden sehr bald auf diese Linie einschwenken, wenn Sie sich wirklich einmal ernsthaft und genau damit auseinandersetzen. (Abg. Walter Rosenkranz: Warum hat eigentlich der Innenminister keine Gespräche mit uns geführt? Der ist sich da auch nicht so sicher!) Andernfalls sind Sie als Partei, die sicherheitspolitische Agenden auch wirklich ernst nimmt, letztlich nicht wirklich ernst zu nehmen. Das muss ich ganz klar sagen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Scherak und Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Es gibt nichts, was alternativlos ist! Es gibt immer Alternativen!
Ich kann nur hoffen, dass die nächste Regierung dieses so wichtige Thema wirklich unverzüglich angeht und im Interesse des Landes die nötigen Maßnahmen setzt. (Abg. Strache: Hundertausende Islamisten und Antisemiten ins Land holen und dann die Bürgerrechte mit Füßen treten!) Auch da, sehr geehrter Herr Klubobmann Strache, geht es nämlich um Verantwortung. Die muss man wahrnehmen, und man muss sie so wahrnehmen, wie das im Bewusstsein um alle Details schon im Jänner im Regierungsprogramm festgelegt wurde. Ich halte das weiterhin für absolut notwendig, das ist letztlich alternativlos. (Abg. Belakowitsch: Es gibt nichts, was alternativlos ist! Es gibt immer Alternativen!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Walter Rosenkranz, Stefan und Kickl. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Am Sonntag – der Herr Bundeskanzler hat darauf hingewiesen – geht es darum, welche Mehrheiten gewählt werden, wie die Mehrheiten in diesem Haus in den nächsten Jahren aussehen werden. Und weil ja im Raum steht, dass Blau-Schwarz schon ausgehandelt wird oder wahrscheinlich ausgehandelt wird, möchte ich daran erinnern, dass es damit aus den vergangenen Jahren ja auch schon Erfahrungen gibt, etwa dass die Pensionen gekürzt worden sind, und zwar die Pensionen für die künftigen Generationen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Walter Rosenkranz, Stefan und Kickl. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) – Das finden Sie jetzt lustig. Die Betroffenen finden das gar nicht lustig. (Abg. Kickl – auf die Kleidung der Rednerin anspielend –: Nein, ich bewundere Ihr rot-schwarzes Ensemble!)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch: Das ist ja auch nicht mehr die ÖVP!
nicht dazwischenschreie so wie Sie. Das Problem ist, das ist nicht nur die SPÖ, das ist ja auch die ÖVP, und deswegen ist es einigermaßen skurril, wenn sich Kollege Wöginger hierherstellt und zu Recht darauf aufmerksam macht, dass mit all den Anträgen, die hier heute herumliegen, 580 Millionen € ausgegeben würden. Ich frage mich da immer, wo denn die ÖVP die letzten 30 Jahre über war. Mein Wissensstand ist: Die ÖVP ist länger in der Bundesregierung, als ich auf der Welt bin. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch: Das ist ja auch nicht mehr die ÖVP!)
Abg. Kickl: Wie ist das jetzt mit der direkten Demokratie? Das passt nicht ...! – Abg. Belakowitsch: Die kommen aus verschiedenen Fraktionen zusammen!
Was ist jetzt im Wahlkampf zu hören? Was war am 20. September in einer Fernsehdiskussion zu hören? (Zwischenruf des Abg. Hauser.) Ich möchte Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren, schon zur Kenntnis bringen, wie die FPÖ da ihre Linie verlässt (Abg. Kickl: Wie ist das jetzt mit der direkten Demokratie? Das passt nicht ...! – Abg. Belakowitsch: Die kommen aus verschiedenen Fraktionen zusammen!), nur um sich schön zu machen, um (zunächst in Richtung ÖVP, dann in Richtung SPÖ weisend) mit dieser Seite oder mit dieser Seite eine Regierung zu bilden. Das wissen die Menschen zum Teil auch, aber sie wissen es noch nicht in ausreichendem Maße, darum möchte ich hier meine Redezeit dazu nutzen, um ihnen das zur Kenntnis zu bringen.
Abg. Belakowitsch: Wenn man schon zitiert, dann bitte richtig!
Am 20. September hat der Parteiobmann der FPÖ im Zusammenhang mit dem EU-Austritt, mit der EU-Kritik Folgendes gesagt (Zwischenruf des Abg. Hauser): Da gibt’s keine Mehrheit für einen Austritt aus der EU, und den hat die FPÖ auch nie gefordert. Gäbe es eine Initiative für eine Volksabstimmung über den Austritt Österreichs aus der EU, dann sagt die FPÖ Nein. (Abg. Belakowitsch: Wenn man schon zitiert, dann bitte richtig!) Ein Austritt aus der EU ist dumm und unsinnig. –
Abg. Belakowitsch: Welche Werte?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das muss man hier schon zur Kenntnis bringen, und das müssen Sie von der FPÖ sich auch gefallen lassen. Hier muss man Sie auch daran erinnern, dass Sie von Ihren Werten abrücken (Abg. Belakowitsch: Welche Werte?), dass Sie von Ihrem Programm abrücken und dass Sie damit viele Wähler vor den Kopf stoßen. Diese Wähler, die sonst nicht zur Wahl gehen würden, haben mit uns, bei der Freien Liste Österreich, eine Alternative, die sie wählen können. (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) – Lachen Sie! Wer zum Schluss lacht, lacht am besten und wird recht haben.
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das muss man hier schon zur Kenntnis bringen, und das müssen Sie von der FPÖ sich auch gefallen lassen. Hier muss man Sie auch daran erinnern, dass Sie von Ihren Werten abrücken (Abg. Belakowitsch: Welche Werte?), dass Sie von Ihrem Programm abrücken und dass Sie damit viele Wähler vor den Kopf stoßen. Diese Wähler, die sonst nicht zur Wahl gehen würden, haben mit uns, bei der Freien Liste Österreich, eine Alternative, die sie wählen können. (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) – Lachen Sie! Wer zum Schluss lacht, lacht am besten und wird recht haben.
Abg. Kickl: Jetzt beleidigen Sie die Frau Rauscher! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Auch Frau Inge Rauscher kann ich überhaupt nicht verstehen, das war die Initiatorin und Bevollmächtigte beim EU-Austritts-Volksbegehren, das mit 261 159 Unterstützern ja nicht unerfolgreich war. Diese Frau Rauscher ist auch auf Ihren Schmäh hereingefallen und unterstützt jetzt mit ganzseitigen Inseraten die Linie der FPÖ (Abg. Kickl: Jetzt beleidigen Sie die Frau Rauscher! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), weil die FPÖ für die direkte Demokratie eintritt und für eine Volksabstimmung für den EU-Austritt. – Na haha!
Abg. Kickl: Wie heißt jetzt die aktuelle Partei, für die Sie sprechen? – Abg. Belakowitsch: Sind Sie jetzt bei den Weißen?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich hoffe, dass sehr viele Wählerinnen und Wähler sich diese Parlamentsdebatte ansehen (Abg. Kickl: Wie heißt jetzt die aktuelle Partei, für die Sie sprechen? – Abg. Belakowitsch: Sind Sie jetzt bei den Weißen?), dass sie sich eine eigene Meinung bilden können und ich hier auch etwas zur Entzauberung der FPÖ beigetragen habe. Die FPÖ predigt Wasser und trinkt Wein und nimmt es mit der Verantwortung für Österreich nicht sehr ernst, da brauchen Sie dem Kanzler nicht so viel vorzuwerfen. (Abg. Kickl: Der Frust ist groß!) – Ja, wer laut schreit, der kauft. – Vielen Dank. (Beifall bei Abgeordneten ohne Klubzugehörigkeit. – Abg. Kickl: Wir haben noch die Kratzer von Ihnen auf unserer Tür!)
Abg. Belakowitsch: Lauter, bitte! – Abg. Auer: Sehr schlechte Akustik!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Gesetze, die ohne Begutachtung, husch-pfusch vorbereitet, eine schlampige Lösung darstellen, unter der wir noch lange leiden werden ... (Abg. Belakowitsch: Lauter, bitte! – Abg. Auer: Sehr schlechte Akustik!)
Abg. Belakowitsch: Ui, mit Taferl!
Präsident Karlheinz Kopf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Muchitsch. – Bitte. (Abg. Belakowitsch: Ui, mit Taferl!)
Abg. Belakowitsch: 2011, 2012!
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Sehr geschätzter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Kollege Loacker, Sie sagen, Sie denken 30, 40 Jahre voraus. Wir Sozialdemokraten gestalten die Pensionen in diesem Land seit 72 Jahren, und bereits vor 30, 40, 50 Jahren hat es geheißen, die Pensionen sind nicht leistbar; man hat Angst gemacht. Es hat inzwischen Zeiten gegeben, in denen die Pensionen nicht einmal um die Inflationsrate erhöht worden sind, das war von 2000 bis 2006. (Abg. Belakowitsch: 2011, 2012!) Fakt ist, wir haben jetzt eine Regierungsvorlage, Frau Kollegin, mit der die Pensionen 2018 stärker erhöht werden, als es die gesetzlichen Vorgaben im ASVG vorgeben, und das ist auch gut so.
eine Tafel auf das Rednerpult stellend, auf der unter der Überschrift „Pensionskürzungen unter Schwarz-Blau“ mehrere Säulendiagramme zu sehen sind, die die Pensionsanpassung und die Inflationsrate in den Jahren 2000 bis 2005 gegenüberstellen – Abg. Belakowitsch: Das Taferl, endlich!
Was ich Ihnen allen zum Abschluss zeigen möchte (eine Tafel auf das Rednerpult stellend, auf der unter der Überschrift „Pensionskürzungen unter Schwarz-Blau“ mehrere Säulendiagramme zu sehen sind, die die Pensionsanpassung und die Inflationsrate in den Jahren 2000 bis 2005 gegenüberstellen – Abg. Belakowitsch: Das Taferl, endlich!), das sind Fakten und keine anderen Geschichten. Sie wissen, unter Schwarz-Blau hat es diesen Pensionsraub gegeben, Sie wissen, unter Schwarz-Blau sind die Pensionen nicht einmal entsprechend der Inflationsrate erhöht worden, und das unterscheidet uns halt ganz einfach. (Abg. Belakowitsch: Wo ist 2011 bis 2012?)
Abg. Belakowitsch: Wo ist 2011 bis 2012?
Was ich Ihnen allen zum Abschluss zeigen möchte (eine Tafel auf das Rednerpult stellend, auf der unter der Überschrift „Pensionskürzungen unter Schwarz-Blau“ mehrere Säulendiagramme zu sehen sind, die die Pensionsanpassung und die Inflationsrate in den Jahren 2000 bis 2005 gegenüberstellen – Abg. Belakowitsch: Das Taferl, endlich!), das sind Fakten und keine anderen Geschichten. Sie wissen, unter Schwarz-Blau hat es diesen Pensionsraub gegeben, Sie wissen, unter Schwarz-Blau sind die Pensionen nicht einmal entsprechend der Inflationsrate erhöht worden, und das unterscheidet uns halt ganz einfach. (Abg. Belakowitsch: Wo ist 2011 bis 2012?)
Abg. Belakowitsch: Wo ist 2011?
Ich glaube, die Menschen in diesem Land können sich ... (Abg. Belakowitsch: Wo ist 2011?) – Das wäre zu lang geworden, Frau Kollegin. (Abg. Lausch: Ihre Rede ist schon zu lang!) Wo sollen wir das alles hin... (Abg. Stefan: Ertappt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich lasse Ihnen das so (wieder die erste Tafel auf das Rednerpult stellend – Abg. Walter Rosenkranz: Taferln wie Houdini!) zur Erinnerung. Schauen Sie, wir wollen nicht, dass das, was 2000 bis 2006 bei den Pensionen passiert ist, noch einmal passiert. Dieses Drei-Säulen-Modell von Schüssel und Haider, das jetzt vielleicht Kurz und Strache übernehmen könnten (Abg. Walter Rosenkranz: Strache übernimmt nichts kurz, der macht das lang! Er ist seit zwölf Jahren Partei-
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Loacker. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Du hast die 88. ASVG-Novelle angesprochen und hast vollkommen recht: Es gibt nicht mehr viele Experten, die das ASVG noch lesen können. Das gilt aber auch beim einheitlichen Arbeitnehmerbegriff. Wir brauchen eine Neukodifizierung im Arbeits- und Sozialrecht. Das wird Aufgabe der nächsten Bundesregierung sein, und das ist auch wirklich notwendig, da wir sonst nicht mehr ordentlich arbeiten können. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Loacker. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Abgeordneter Peter Haubner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Ich möchte anfangs einen renommierten Arbeitsrechts- und Sozialrechtsexperten zitieren, nämlich Herrn Professor Dr. Marhold, der gesagt hat: „Das Ziel ist gut, der vorliegende Antrag ist es aber ganz und gar nicht.“ – Ich glaube, dem können wir uns anschließen. Ich glaube, unser Entschließer (Abg. Walter Rosenkranz: Ihr Antrag oder der Abänderungsantrag, welcher?) – Sie können dann gerne sprechen, Kollege Rosenkranz (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) – ist sicher mehr wert als Ihr Antrag, den Sie heute hier einbringen. (Beifall des Abg. Amon.)
Abg. Belakowitsch: Na, ihr wart dabei, aber ihr habt es wieder zurückgezogen! – Abg. Wöginger: Wo waren wir dabei?
Ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin als Sozialpartner und Arbeitgebervertreter über diese Vorgangsweise doch einigermaßen überrascht. Frau Kollegin Belakowitsch hat immer von Verhandlungen gesprochen. Das müssen Geheimverhandlungen zwischen SPÖ und FPÖ gewesen sein. (Abg. Belakowitsch: Na, ihr wart dabei, aber ihr habt es wieder zurückgezogen! – Abg. Wöginger: Wo waren wir dabei?) Ich glaube, das müssen Geheimverhandlungen zwischen Ihnen und der SPÖ gewesen sein, denn dieses Ergebnis ist ja ein Ergebnis, das schwer in die Kollektivverträge eingreift. Als Sozialpartner kann ich dazu nur sagen, das ist ein Weg, den wir so nicht mitgehen können. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Belakowitsch und Wöginger.)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Belakowitsch und Wöginger.
Ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin als Sozialpartner und Arbeitgebervertreter über diese Vorgangsweise doch einigermaßen überrascht. Frau Kollegin Belakowitsch hat immer von Verhandlungen gesprochen. Das müssen Geheimverhandlungen zwischen SPÖ und FPÖ gewesen sein. (Abg. Belakowitsch: Na, ihr wart dabei, aber ihr habt es wieder zurückgezogen! – Abg. Wöginger: Wo waren wir dabei?) Ich glaube, das müssen Geheimverhandlungen zwischen Ihnen und der SPÖ gewesen sein, denn dieses Ergebnis ist ja ein Ergebnis, das schwer in die Kollektivverträge eingreift. Als Sozialpartner kann ich dazu nur sagen, das ist ein Weg, den wir so nicht mitgehen können. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Belakowitsch und Wöginger.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ich möchte es noch einmal betonen: Sie können ja unserem Entschließungsantrag zustimmen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), der um vieles besser ist als der Antrag, der hier eingebracht wurde.
Abg. Belakowitsch: Übergangsfrist nennt man das!
Geschätzte Kollegen von der FPÖ, eines möchte ich Ihnen schon sagen: Mit diesem Antrag – auch wenn Sie ihn jetzt auf drei Jahre verschieben (Abg. Belakowitsch: Übergangsfrist nennt man das!) –, meine ich, ist es einfach so, dass man für den Tourismus und für diese Branchen vielleicht eine Ausnahme geschaffen hat, aber was ist mit den vielen anderen Branchen, die jetzt davon betroffen sind? (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm. – Abg. Belakowitsch: Jetzt nicht ... 2021!) Also ich bin schwer irritiert ob der Vorgangsweise. Der Herr Bundeskanzler hat heute gesagt, es gibt einen Tag nach dem 15. Oktober, und ich hoffe, dass die Sozialpartnerschaft den Tag nach dem 15. Oktober überlebt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Peter Wurm: Wow! – Abg. Höbart: Das wird dem Sebastian Kurz aber nicht gefallen! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf des Abg. Peter Wurm. – Abg. Belakowitsch: Jetzt nicht ... 2021!
Geschätzte Kollegen von der FPÖ, eines möchte ich Ihnen schon sagen: Mit diesem Antrag – auch wenn Sie ihn jetzt auf drei Jahre verschieben (Abg. Belakowitsch: Übergangsfrist nennt man das!) –, meine ich, ist es einfach so, dass man für den Tourismus und für diese Branchen vielleicht eine Ausnahme geschaffen hat, aber was ist mit den vielen anderen Branchen, die jetzt davon betroffen sind? (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm. – Abg. Belakowitsch: Jetzt nicht ... 2021!) Also ich bin schwer irritiert ob der Vorgangsweise. Der Herr Bundeskanzler hat heute gesagt, es gibt einen Tag nach dem 15. Oktober, und ich hoffe, dass die Sozialpartnerschaft den Tag nach dem 15. Oktober überlebt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Peter Wurm: Wow! – Abg. Höbart: Das wird dem Sebastian Kurz aber nicht gefallen! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Peter Wurm: Wow! – Abg. Höbart: Das wird dem Sebastian Kurz aber nicht gefallen! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Geschätzte Kollegen von der FPÖ, eines möchte ich Ihnen schon sagen: Mit diesem Antrag – auch wenn Sie ihn jetzt auf drei Jahre verschieben (Abg. Belakowitsch: Übergangsfrist nennt man das!) –, meine ich, ist es einfach so, dass man für den Tourismus und für diese Branchen vielleicht eine Ausnahme geschaffen hat, aber was ist mit den vielen anderen Branchen, die jetzt davon betroffen sind? (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm. – Abg. Belakowitsch: Jetzt nicht ... 2021!) Also ich bin schwer irritiert ob der Vorgangsweise. Der Herr Bundeskanzler hat heute gesagt, es gibt einen Tag nach dem 15. Oktober, und ich hoffe, dass die Sozialpartnerschaft den Tag nach dem 15. Oktober überlebt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Peter Wurm: Wow! – Abg. Höbart: Das wird dem Sebastian Kurz aber nicht gefallen! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Kein Glaskinn!
Da das heute mein vorläufiger Abschied aus dem Hohen Haus ist (Zwischenruf bei der SPÖ), gestatten Sie mir auch eine persönliche Schlussnote. Ich war als Quereinsteiger sehr gerne in der Politik, und ich war immer bemüht, klare und durchaus kantige Meinungen zu vertreten und konservative Standpunkte zu haben. Das hat längst nicht allen geschmeckt. Ich war medial immer wieder einmal der Böse, der Reaktionär, der Konservative, der Nationalist; alle diese Dinge hat man mir umgehängt. Ich habe mich nicht als Prinzessin erwiesen, glaube ich. (Abg. Belakowitsch: Kein Glaskinn!) Ich habe das alles genommen und trotzdem meine Meinungen vertreten. Ich glaube und weiß, dass es da draußen zahllose Männer und Frauen gibt, die meine Haltung schätzen. Das weiß ich von den Feedbacks, die ich bekomme. In der Ordination,
Abg. Belakowitsch: Da gibt’s aber ein Erkenntnis …!
Das System der Notstandshilfe ist aber meiner Meinung nach eine Sozialleistung. (Abg. Schwentner: Das ist aber Ihre Meinung! … Verfassungsgerichtshof!) – Das ist meine Meinung. Darf ich meine Meinung sagen? (Abg. Belakowitsch: Da gibt’s aber ein Erkenntnis …!) Es geht darum, dass, wenn man arbeitslos und arbeitswillig, arbeitsfähig ist und sich in einer Notlage befindet, es zu Notstandshilfe kommt.
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Schwentner.
Wenn ein Mann in keiner Partnerschaft ist, dann bekommt er es auch. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Schwentner.) Also stellt das bitte nicht so hin, als wäre das etwas, das die Menschen in ihrer Existenz bedrohen würde, denn das stimmt ja überhaupt nicht! (Abg. Belakowitsch: Wissen Sie überhaupt, um was es geht?) Wenn der Mann oder der Partner so wenig verdient, dass beide nicht davon leben können, dann bekommt sie es ja auch. (Zwischenruf der Abg. Kitzmüller.) Also stellt es bitte nicht so hin und stellt es bitte vor allem deshalb nicht so hin (Abg. Steinhauser: Es geht um ...!), weil es nicht nur die Frauen sind! (Abg. Schatz: Sie hat
Abg. Belakowitsch: Wissen Sie überhaupt, um was es geht?
Wenn ein Mann in keiner Partnerschaft ist, dann bekommt er es auch. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Schwentner.) Also stellt das bitte nicht so hin, als wäre das etwas, das die Menschen in ihrer Existenz bedrohen würde, denn das stimmt ja überhaupt nicht! (Abg. Belakowitsch: Wissen Sie überhaupt, um was es geht?) Wenn der Mann oder der Partner so wenig verdient, dass beide nicht davon leben können, dann bekommt sie es ja auch. (Zwischenruf der Abg. Kitzmüller.) Also stellt es bitte nicht so hin und stellt es bitte vor allem deshalb nicht so hin (Abg. Steinhauser: Es geht um ...!), weil es nicht nur die Frauen sind! (Abg. Schatz: Sie hat
Gesetzgebungsperiode 26
Sitzung Nr. 1
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
ergänzen und auch ganz bewusst einen Gegenpol gegen die oberflächliche Inszenierung darstellen werden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wie notwendig und wie wichtig das ist, haben die vergangenen Tage im höchsten Maße gezeigt. Wir alle haben die Regierungsverhandlungen verfolgt, und insbesondere war es auch interessant, die Stellungnahmen nach den Gesprächen zu beobachten: Ich war da und dort überrascht sozusagen über die Innigkeit und die Intimität der Berichte über die Arbeitsergebnisse, die zwischenzeitig vorliegen. Fast ist man versucht gewesen, zu sagen: Freunde, kauft euch eine Wohnung! (Abg. Kickl: Das ist unter Ihrem Niveau!) Sie werden das aber mit Sicherheit im Sinne eines konsensuellen Stils weiterbetreiben können. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Sie suchen noch Ihren Stil!)
Die restlichen 26 Stimmen entfielen auf die Abgeordneten: Kopf: 8, Lugar: 3, Strache: 3, Amesbauer: 1, Belakowitsch: 1, Fuchs: 1, Martin Graf: 1, Höbart: 1, Jarolim: 1, Kickl: 1, Mühlberghuber: 1, Neubauer: 1, Ragger: 1, Rosenkranz: 1, Schimanek: 1.
(Die restlichen 26 Stimmen entfielen auf die Abgeordneten: Kopf: 8, Lugar: 3, Strache: 3, Amesbauer: 1, Belakowitsch: 1, Fuchs: 1, Martin Graf: 1, Höbart: 1, Jarolim: 1, Kickl: 1, Mühlberghuber: 1, Neubauer: 1, Ragger: 1, Rosenkranz: 1, Schimanek: 1.)
Sitzung Nr. 5
Die restlichen 33 Stimmen entfielen auf die Abgeordneten: Kopf: 4, Martin Graf: 3, Deimek: 2, Povysil: 2, Schimanek: 2, Stefan: 2, Steger: 2, Svazek: 2, Belakowitsch: 1, Hauser: 1, Kern: 1, Klinger: 1, Kolba: 1, Köstinger: 1, Lausch: 1, Lopatka: 1, Neubauer: 1, Ragger: 1, Sobotka: 1, Strache: 1, Wurm: 1, Zanger: 1.
(Die restlichen 33 Stimmen entfielen auf die Abgeordneten: Kopf: 4, Martin Graf: 3, Deimek: 2, Povysil: 2, Schimanek: 2, Stefan: 2, Steger: 2, Svazek: 2, Belakowitsch: 1, Hauser: 1, Kern: 1, Klinger: 1, Kolba: 1, Köstinger: 1, Lausch: 1, Lopatka: 1, Neubauer: 1, Ragger: 1, Sobotka: 1, Strache: 1, Wurm: 1, Zanger: 1.)
Sitzung Nr. 7
Abg. Belakowitsch: Vielleicht sollten das Sie machen!
Da reden wir über das wirkliche Leben, das sind nicht Pressekonferenzen oder Twitter, sondern da geht es um echte Lebenschancen von echten Menschen. Deshalb ist meine Bitte: Überdenken Sie noch einmal Ihr Weltbild! (Abg. Belakowitsch: Vielleicht sollten das Sie machen!)
Abg. Belakowitsch: ... Regierungsprogramm! Das steht überhaupt nicht drinnen!
Das steht nicht im Einklang mit der Lebensrealität der betroffenen Menschen in Österreich. Es wird auch keine Verbesserung bringen, wenn man diesen Menschen androht, dass man ihnen am Ende eines langen Erwerbslebens das Vermögen abnimmt. (Zwischenruf des Abg. Lasar. – Abg. Rosenkranz: So wie Sie mit Ihrer Mindestsicherung! Das ist doch Ihr Gesetz! Das ist doch Ihre Entscheidung gewesen!) Das Spannende bei der Geschichte ist, dass Sie sich dafür genieren; das merkt man ja an Ihren Aussagen und an Ihren Erklärungen, denn da wird etwas in ein Regierungsprogramm geschrieben und dann wird es zurückgenommen. (Abg. Belakowitsch: ... Regierungsprogramm! Das steht überhaupt nicht drinnen!)
Abg. Belakowitsch: Lesen Sie das Regierungsprogramm! Haben Sie das überhaupt gelesen?
Das ist aber auch ein Spiel, was Sie da betreiben, ein Verunsicherungsslalom, der nicht in Ordnung ist, sage ich Ihnen! (Abg. Belakowitsch: Lesen Sie das Regierungsprogramm! Haben Sie das überhaupt gelesen?)
Abg. Belakowitsch: Das steht überhaupt nicht im Regierungsprogramm!
Schauen Sie sich diese Aussagen an: Frau Hartinger, die Sozialministerin, hat uns erklärt, es wird keinen Vermögenszugriff geben. Der Bundeskanzler hat hingegen gesagt, sehr wohl, denn das steht im Regierungsprogramm. (Abg. Belakowitsch: Das steht überhaupt nicht im Regierungsprogramm!) Frau Hartinger hat dann gesagt, na gut, der Bundeskanzler hat recht. Dann ist Herr Strache auf den Plan getreten und hat gesagt, das sind alles Fake News. Dann ist noch einmal Frau Hartinger gekommen und hat gesagt, das gibt es doch alles nicht. Herr Hofer hat sich eingemengt und hat gesagt, vielleicht kann man das Vermögen in einzelnen Fällen dann doch beschlagnahmen. (Abg. Rosenkranz: ... kann man schon im SPÖ-Vorschlag!) Dann ist das weitergegangen: Die Generalsekretärin der FPÖ hat gemeint, unter keinen Umständen, und der Klubobmann der ÖVP hat gesagt: Nein, wir bleiben bei dem, was wir ausgemacht haben!
Abg. Belakowitsch: Der Einzige, der spielt, sind Sie! Wissen Sie überhaupt, was drinnen steht? Hören Sie auf zu spielen mit den Leuten!
Das ist ein Spiel, das die Menschen, die davon betroffen sind, massiv verunsichert. (Abg. Belakowitsch: Der Einzige, der spielt, sind Sie! Wissen Sie überhaupt, was drinnen steht? Hören Sie auf zu spielen mit den Leuten!) Die haben Angst, und Ihre Aufgabe ist es, diesen Menschen die Angst zu nehmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Gerade haben Sie gesagt, dass ...! Wissen Sie, was Sie wollen?
Dann möchte ich noch auf Folgendes hinweisen: Ihnen kann es nicht schnell genug gehen, diesen Vermögenszugriff bei Arbeitslosen zu realisieren. (Abg. Belakowitsch: Gerade haben Sie gesagt, dass ...! Wissen Sie, was Sie wollen?) Letzte Woche hat der neue Finanzminister Österreich das erste Mal beim EU-Finanzministerrat in Brüssel vertreten, und Sie haben ja erlebt, was die Panama Papers für eine Diskussion ausgelöst haben. Da sind milliardengroße Steuerschlupflöcher geschaffen worden – die OECD prognostiziert, dass es bis zu 100 Milliarden Euro sind, die Österreich letztendlich entgehen.
Abg. Belakowitsch: Ja, genau, warum?
Und jetzt stellen Sie sich her und fragen uns, wie wir das rückgängig machen. (Abg. Belakowitsch: Ja, genau, warum?) Bevor wir über Konzepte reden, müssen wir uns aber schon einmal anschauen, mit welchen Konzepten Sie sich der Situation angenommen haben. (Abg. Wittmann: Sie brauchen keine Konzepte, Sie ...!) Da haben wir die Aktion 20 000, die Sie jetzt so schön plakatiert haben. Ich habe sie übrigens sistiert, weil ich mir das genau anschauen wollte. Es gibt eine Evaluierung der Zwischenergebnisse, und daraus möchte ich zitieren. (Zwischenruf des Abg. Wittmann.) – Hören Sie zu, Herr Kollege, Sie können noch etwas lernen! (Beifall bei FPÖ und ÖVP sowie des Abg. Loacker. – Abg. Rosenkranz – in Richtung SPÖ –: Die frühere Frau Unterrichtsministerin schüttelt den Kopf, die weiß, dass er nichts mehr lernen kann! – Abg. Stöger: Das war das Ziel: 4 000 Leute ...!)
Abg. Belakowitsch: Das war aber der Stöger ...!
Wenn wir uns Ihre ersten Handlungen ansehen, Ihre Beschlüsse, die Sie in der Bundesregierung gefasst haben, und die Medienberichte nachverfolgen, dann macht es schon sehr große Sorgen, dass nichts Gutes auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesem Land zukommen wird. Mit Ihrer Aktion, den Arbeitsmarkt zu erweitern, mehr Saisonniers am Arbeitsmarkt zuzulassen (Abg. Belakowitsch: Das war aber der Stöger ...!), wird der Verdrängungswettbewerb noch größer, bei dem junge ältere Arbeitnehmer aus dem Job drängen werden. Parallel dazu gibt es dann auch noch diese ganzen Gedanken, wo Sie nicht wissen, was Sie in dieser Bundesregierung wollen: Betreffend Arbeitslosengeld Neu sind Sie sich uneinig, ob Sie die Notstandshilfe abschaffen oder nicht – Menschen, die jahrzehntelang Beiträge bezahlt haben, werden dann von der Arbeitslosenversicherung in die Mindestsicherung abgedrängt – , bis hin zu Uneinigkeit, ob eine Enteignung stattfinden soll oder nicht. – Das macht natürlich große Sorgen.
Abg. Belakowitsch: Man kann ja gescheiter werden! – Ruf bei der FPÖ: Evaluiert!
Jetzt, sieben Monate später eine derartige Kehrtwende zu machen (Abg. Belakowitsch: Man kann ja gescheiter werden! – Ruf bei der FPÖ: Evaluiert!), das ist unverständlich und auch sozialpolitisch nicht tragbar, lieber August Wöginger. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Liste Pilz. – Ruf bei der ÖVP: Man kann aber etwas evaluieren!)
Abg. Belakowitsch: Jetzt wird das Niveau gleich wieder abfallen!
Präsidentin Doris Bures: Nun ist das Mitglied des Europäischen Parlaments Dr.in Angelika Mlinar zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Belakowitsch: Jetzt wird das Niveau gleich wieder abfallen!)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch: Oh mein Gott! – Abg. Haider: Jetzt ist die ...! Der Bürger soll ja nichts zu reden haben!
Der Verfassungsausschuss des Europäischen Parlaments hat letzte Woche das Antreten von europaweiten Listen bei der nächsten EU-Wahl beschlossen. Das ist eine große Chance für eine liberale, demokratische Europäische Union, denn durch das Ausscheiden Großbritanniens, durch die frei gewordenen Mandate könnten nun zum Teil europaweite Listen Anwendung finden. Das war schon immer eine europapolitische Forderung der Liberalen und auch von uns NEOS in diesem Haus. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch: Oh mein Gott! – Abg. Haider: Jetzt ist die ...! Der Bürger soll ja nichts zu reden haben!)
Abg. Belakowitsch: Absolute Entmündigung!
Ich appelliere daher an dieser Stelle an Bundeskanzler Sebastian Kurz und an Sie, Herr Europaminister Gernot Blümel, diesen Vorschlag im EU-Rat zu unterstützen. (Abg. Belakowitsch: Absolute Entmündigung!) Auch wenn die konservativen Parteien im Verfassungsausschuss vorerst gegen dieses Projekt gestimmt haben (Abg. Belakowitsch: Na Gott sei Dank!), wäre es ein wichtiges und richtiges Zeichen zum Ausbau der direkten Demokratie in der Europäischen Union. (Abg. Belakowitsch: Was hat das mit direkter Demokratie zu tun, wenn Sie die Menschen entmündigen?) Damit können Sie, Herr Bundesminister Blümel, erstmals aufzeigen, dass der österreichischen Regierung die propagierte demokratische Weiterentwicklung der Europäischen Union tatsächlich wichtig ist. (Abg. Belakowitsch: Genau das Gegenteil ist der Fall bei Ihrer ... Idee!)
Abg. Belakowitsch: Na Gott sei Dank!
Ich appelliere daher an dieser Stelle an Bundeskanzler Sebastian Kurz und an Sie, Herr Europaminister Gernot Blümel, diesen Vorschlag im EU-Rat zu unterstützen. (Abg. Belakowitsch: Absolute Entmündigung!) Auch wenn die konservativen Parteien im Verfassungsausschuss vorerst gegen dieses Projekt gestimmt haben (Abg. Belakowitsch: Na Gott sei Dank!), wäre es ein wichtiges und richtiges Zeichen zum Ausbau der direkten Demokratie in der Europäischen Union. (Abg. Belakowitsch: Was hat das mit direkter Demokratie zu tun, wenn Sie die Menschen entmündigen?) Damit können Sie, Herr Bundesminister Blümel, erstmals aufzeigen, dass der österreichischen Regierung die propagierte demokratische Weiterentwicklung der Europäischen Union tatsächlich wichtig ist. (Abg. Belakowitsch: Genau das Gegenteil ist der Fall bei Ihrer ... Idee!)
Abg. Belakowitsch: Was hat das mit direkter Demokratie zu tun, wenn Sie die Menschen entmündigen?
Ich appelliere daher an dieser Stelle an Bundeskanzler Sebastian Kurz und an Sie, Herr Europaminister Gernot Blümel, diesen Vorschlag im EU-Rat zu unterstützen. (Abg. Belakowitsch: Absolute Entmündigung!) Auch wenn die konservativen Parteien im Verfassungsausschuss vorerst gegen dieses Projekt gestimmt haben (Abg. Belakowitsch: Na Gott sei Dank!), wäre es ein wichtiges und richtiges Zeichen zum Ausbau der direkten Demokratie in der Europäischen Union. (Abg. Belakowitsch: Was hat das mit direkter Demokratie zu tun, wenn Sie die Menschen entmündigen?) Damit können Sie, Herr Bundesminister Blümel, erstmals aufzeigen, dass der österreichischen Regierung die propagierte demokratische Weiterentwicklung der Europäischen Union tatsächlich wichtig ist. (Abg. Belakowitsch: Genau das Gegenteil ist der Fall bei Ihrer ... Idee!)
Abg. Belakowitsch: Genau das Gegenteil ist der Fall bei Ihrer ... Idee!
Ich appelliere daher an dieser Stelle an Bundeskanzler Sebastian Kurz und an Sie, Herr Europaminister Gernot Blümel, diesen Vorschlag im EU-Rat zu unterstützen. (Abg. Belakowitsch: Absolute Entmündigung!) Auch wenn die konservativen Parteien im Verfassungsausschuss vorerst gegen dieses Projekt gestimmt haben (Abg. Belakowitsch: Na Gott sei Dank!), wäre es ein wichtiges und richtiges Zeichen zum Ausbau der direkten Demokratie in der Europäischen Union. (Abg. Belakowitsch: Was hat das mit direkter Demokratie zu tun, wenn Sie die Menschen entmündigen?) Damit können Sie, Herr Bundesminister Blümel, erstmals aufzeigen, dass der österreichischen Regierung die propagierte demokratische Weiterentwicklung der Europäischen Union tatsächlich wichtig ist. (Abg. Belakowitsch: Genau das Gegenteil ist der Fall bei Ihrer ... Idee!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Abgeordneter Andreas Kollross (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Minister! Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuhörerinnen und Zuhörer auf der Galerie und vor den Fernsehapparaten! Es ist ein bisserl schade, dass der Herr Bundeskanzler und auch der Herr Vizekanzler hier heute leider nur einen Kurzbesuch absolviert haben (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), denn ich glaube, dass gerade auch das Thema Wohnen eines ist, das sehr essenziell ist, und dass es sehr wichtig ist (Abg. Rosenkranz: Aber bei der ersten Lesung? Bei der ersten Lesung?!), darüber zu diskutieren und sich verschiedene Meinungen diesbezüglich anzuhören. (Zwischenruf des Abg. Wöginger.) – Aber das ist wahrscheinlich ein anderer Stil oder was auch immer. Schauen Sie, Sie können das eh sehen, wie Sie es sehen.
Abg. Rosenkranz: Na, fragt einmal die Klubobleute! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich sehe es ein bisschen anders. (Abg. Rosenkranz: Na, fragt einmal die Klubobleute! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich habe nicht nur die Funktion als Nationalrat, sondern bin auch Bürgermeister in meiner Heimatgemeinde. Ich weiß nicht, wie es in so manchen anderen Gemeinden ist, aber ich bin sehr viel damit beschäftigt, dass sich Menschen Wohnen mittlerweile nur mehr bedingt bis gar nicht leisten können, dass Menschen ein Drittel und mehr, fast bis zur Hälfte ihres monatlichen Einkommens dafür aufwenden müssen, dass sie sich ihr Wohnen, ihren Wohnraum leisten können. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Ja, weil eure Genossenschaften so teuer bauen!) – Ja, aber wir reden von Privateinheiten und nicht von Genossenschaften, meine sehr geehrten Damen und Herren, lieber Herr Kollege von der FPÖ! (Abg. Rosenkranz: Das habt ihr versemmelt! – Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Sitzung Nr. 9
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek
der sogenannten Liste Pilz, allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, was das gewesen ist, denn der Aschermittwoch ist ja an sich schon vorbei, ein traditioneller Perchtenlauf war es, glaube ich, auch nicht (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek); somit kommt allenfalls noch infrage, dass hier ein Vergehen gegen das Vollverschleierungsverbot vorliegt. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.) Herr Innenminister, ich glaube, der Steuerzahler kann sich über kleine Einnahmen aus Verwaltungsstrafen, die hier möglicherweise zu verhängen sind – ich weiß es nicht genau –, freuen.
Abg. Belakowitsch: 9 000 Personen und acht Millionen ...!
Abgeordnete Angela Lueger (SPÖ): Herr Präsident! Die Herren Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Das Sicherheitspaket und seine Geschichte: Am 10. Juli 1917 haben das Innen- und das Justizministerium das alte Sicherheitspaket in Begutachtung geschickt. (Zwischenruf des Abg. Deimek.) Zwischen 13. Juli und 21. August sind viele Stellungnahmen eingegangen. (Bundesminister Kickl – den Kopf wiegend –: 1917? – Abg. Rosenkranz: Ist eine ziemlich lange Begutachtung!) Es ist sogar so weit gegangen, dass das Justizministerium zeitweise die Mails blockiert hat, mit denen Stellungnahmen eingegangen sind. Somit hat man Tausende Menschen ignoriert, die damals eine Stellungnahme abgegeben haben – und das sind nicht irgendwelche Menschen, und da sind auch Institutionen darunter, die sich wirklich ausführlich mit Datenschutz beschäftigen: Epicenter.works, der Oberste Gerichtshof, Ispa, die Sozialdemokratischen Rechtsanwälte, Kija, das Amt der Wiener Landesregierung, das Rote Kreuz; über 9 000 Personen haben kritische Stellungnahmen abgegeben. (Abg. Belakowitsch: 9 000 Personen und acht Millionen ...!)
Abg. Belakowitsch: Das ist ja ein anderes ...! – neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kassegger
Und dann kam der 26.7. (Ruf bei der FPÖ: 1917!) Am 26.7. des Vorjahres (Abg. Rosenkranz: Also hundert Jahre später!) hat sich der damalige Noch-nicht-Minister Kickl hingestellt und folgende Aussendung gemacht – wenn Sie heute sagen, Herr Minister, es sei kein gefährliches Überwachungspaket, nicht für die Masse, und es sei unseriös, es zu bekritteln, dann möchte ich Sie noch einmal mit Ihren Aussagen vom 26.7. konfrontieren –: „Sicherheitspaket der ÖVP ist gefährliche Drohung und wird von der FPÖ abgelehnt“, ein „Papier der Grässlichkeiten“, es zeichnet das „autoritäre Denkmuster [...], das sich auch in deren staatspolitischen Vorstellungen widerspiegelt“ (Abg. Kassegger: Reden wir jetzt vom selben? Ist das Sicherheitspaket ...?) – hören Sie weiter zu! (Abg. Belakowitsch: Das ist ja ein anderes ...! – neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kassegger) –, ein Vergleich mit den „Phantasien von Erich Mielke“ und „Kritik des Rechtsanwälte-Präsidenten Rupert Wolff“, der damals auch gesagt hat, bei diesem Gesetz stehen einem die Haare zu Berge, „DDR 4.0“. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kassegger: Nur weil es Sicherheitspaket heißt, ist es nicht dasselbe!)
Abg. Haider: Mit dem damaligen Gesetz! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Sie haben damals gesagt, Herr Minister, mit diesem Gesetz würden einem Spitzelsystem Tür und Tor für geöffnet (Abg. Haider: Mit dem damaligen Gesetz! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und es werde niemals Sache der FPÖ sein (Abg. Schieder: Hört! Hört!) und auch nicht im Interesse der FPÖ. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Kickl. – Zwischenrufe bei der FPÖ.) Dann rückt Sobotka aus und macht eine Pressekonferenz, bei der er sagt, alle innerhalb und außerhalb des Parlaments, die gegen gesetzliche Anpassungen sind, planen einen Anschlag auf die österreichische Sicherheit.
Abg. Belakowitsch: Waren Sie da dabei? – Abg. Höbart: Da sind Sie ja nicht mehr dabei!
Was passiert dann im Ministerrat letzte Woche? (Abg. Belakowitsch: Waren Sie da dabei? – Abg. Höbart: Da sind Sie ja nicht mehr dabei!) – Da wird das neue Sicherheitspaket beschlossen. (Abg. Rosenkranz: Das neue, genau!) Herr Minister Kickl, Sie haben gesagt, ich glaube, es ist nichts Verbotenes, gescheiter zu werden – das finde ich recht positiv (Abg. Belakowitsch: Das ist das, was bei Ihnen noch nicht eingetreten
Abg. Belakowitsch: Freie Rede, nicht freie Lesung!
Die Aktuelle Stunde titelt „Sicherheitsoffensive“: Da sollten wir über Cybercrime reden, wo es von Jahr zu Jahr Anstiege von 30 Prozent und eine gewaltige Dunkelziffer gibt. (Abg. Belakowitsch: Freie Rede, nicht freie Lesung!) Wir sollten darüber reden, dass es in der Cybercrimeabteilung des BKA – und auch sonst – an Polizistinnen und Polizisten mangelt, mit dem Ergebnis von über 6,7 Millionen Überstunden. (Abg. Belakowitsch: Sie sollen’s nicht lesen!) Ein Polizist schrieb mir vorgestern: Wenn keine Leute da sind, dann gibt es eben keine Planquadrate, keine Bahnhofsstreifen und keine Schulwegsicherung, und es läuft nur das Nötigste; wir können uns nicht zerreißen!
Abg. Belakowitsch: Sie sollen’s nicht lesen!
Die Aktuelle Stunde titelt „Sicherheitsoffensive“: Da sollten wir über Cybercrime reden, wo es von Jahr zu Jahr Anstiege von 30 Prozent und eine gewaltige Dunkelziffer gibt. (Abg. Belakowitsch: Freie Rede, nicht freie Lesung!) Wir sollten darüber reden, dass es in der Cybercrimeabteilung des BKA – und auch sonst – an Polizistinnen und Polizisten mangelt, mit dem Ergebnis von über 6,7 Millionen Überstunden. (Abg. Belakowitsch: Sie sollen’s nicht lesen!) Ein Polizist schrieb mir vorgestern: Wenn keine Leute da sind, dann gibt es eben keine Planquadrate, keine Bahnhofsstreifen und keine Schulwegsicherung, und es läuft nur das Nötigste; wir können uns nicht zerreißen!
Abg. Belakowitsch: Das ist ja keine Leseübung da herinnen!
Wir brauchen ein strafferes, schnelleres Aufnahmeverfahren für Exekutivbeamte mit sinnvollen Aufnahmekriterien und ein Besetzen der vorhandenen Planstellen. Wir brauchen eine Entbürokratisierung des Arbeitsalltags der Polizei und Geld für die Arbeit von Sexualpädagogen, Pädophilieprogramme und Männerberatungsstellen. (Abg. Belakowitsch: Das ist ja keine Leseübung da herinnen!) Der Herr Innenminister träumt aber von einer Welt, in der uns Polizisten auf Pferden auf der Straße und trojanische Pferde auf unseren Computern überwachen. Beiden Maßnahmen ist gemein, dass sie unser Leben nicht sicherer machen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die zweite bemerkenswerte Materie, mit der wir heute konfrontiert sind, ist das Hochschulwesen. Hinsichtlich des Hochschulwesens sind wir uns einig, dass es sich dabei um eine der wichtigsten gesellschaftspolitischen Fragestellungen unserer Zeit handelt. Wissen ist der Rohstoff der Zukunft, und ich denke, wir alle miteinander teilen die Einschätzung, dass wir wollen, dass unsere Kinder an den besten Universitäten studieren können, und das in Österreich. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Winzig: Wie weit weg sind Sie von der Realwirtschaft? – Abg. Belakowitsch: Sie haben überhaupt keine Ahnung von der Sozialpolitik! Nur weil Sie jetzt zufällig im Sozialausschuss sitzen! Lesen Sie einmal nach!
Ich sage nur, im Probebetrieb haben 4 400 Arbeit suchende ältere Frauen und Männer einen Arbeitsplatz gefunden, den sie ohne Unterstützung nicht gefunden hätten. (Abg. Winzig: Wie weit weg sind Sie von der Realwirtschaft? – Abg. Belakowitsch: Sie haben überhaupt keine Ahnung von der Sozialpolitik! Nur weil Sie jetzt zufällig im Sozialausschuss sitzen! Lesen Sie einmal nach!) Ganz viele junge Menschen, sehr geehrte Damen und Herren, haben in überbetrieblichen Lehrwerkstätten einen Job gefunden; diese geben den jungen Leuten bis 25 die Ausbildungsgarantie. Sie streichen dem Arbeitsmarktservice 600 Millionen Euro (Abg. Winzig: Das ist auch richtig!), und genau
Abg. Belakowitsch: Das war schon immer Nein!
Abgeordneter Alois Stöger, diplômé (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herzlich willkommen im schwarz-blauen Chaos! (Abg. Rosenkranz: Das Chaos kommt erst ab 3 Uhr!) Nichtraucherschutz: einmal Ja, einmal Nein. (Anhaltende Zwischenrufe und Heiterkeit bei der FPÖ.) Hartz IV: einmal Ja, einmal Nein. Erwachsenenschutz-Gesetz: einmal Ja, einmal Nein. Aktion 20 000: einmal Ja, einmal Nein. (Abg. Belakowitsch: Das war schon immer Nein!) Und was kommt? – Die Betroffenen wissen es nicht, und die Regierungsmitglieder widersprechen sich laufend. (Abg. Rosenkranz: Chaospolitik, da waren Sie einer der Ersten!)
Abg. Belakowitsch: Wie viele Illegale haben Sie ins Land geholt?
Das Zweite ist, wenn es um den Abbau von Arbeitnehmerschutz und die Verschlechterung von Arbeitsbedingungen geht. (Abg. Belakowitsch: Wie viele Illegale haben Sie ins Land geholt?) Da will man unter dem Vorwand des Bürokratieabbaus die Arbeitsbedingungen verschlechtern. Man will, dass man in Zukunft nicht nur den Stand der Technik verlangt, sondern den Stand der Praxis. Bei der Dampfmaschine ist der Stand der Praxis uralt.
Abg. Belakowitsch: Sie können Ihren Erlass nicht verteidigen! Der war schlecht!
Ich möchte allen Arbeitsinspektorinnen und Arbeitsinspektoren Danke sagen, sie sichern das Leben der Menschen in Österreich am Arbeitsplatz. Ich bitte die Regierungsparteien: Fragen Sie Ihren Minister Moser, warum er verlangt hat, dass es einen solchen Erlass gibt! (Abg. Belakowitsch: Sie können Ihren Erlass nicht verteidigen! Der war schlecht!) Er hat nämlich gesagt, dass die Arbeitsinspektoren dorthin gehen sollen, wo es ein Risiko gibt, nicht ins Büro, sondern in die Werkstatt. Darum geht es. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich möchte allen Arbeitsinspektorinnen und Arbeitsinspektoren Danke sagen, sie sichern das Leben der Menschen in Österreich am Arbeitsplatz. Ich bitte die Regierungsparteien: Fragen Sie Ihren Minister Moser, warum er verlangt hat, dass es einen solchen Erlass gibt! (Abg. Belakowitsch: Sie können Ihren Erlass nicht verteidigen! Der war schlecht!) Er hat nämlich gesagt, dass die Arbeitsinspektoren dorthin gehen sollen, wo es ein Risiko gibt, nicht ins Büro, sondern in die Werkstatt. Darum geht es. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Sie haben die Quote eingeführt!
Das Motto: weniger Regulierung, Schutzvorschriften reduzieren, Österreich auf EU-Minimalanforderungen zurückfahren – das geht nicht. Es soll der Arbeitsschutzausschuss in den Betrieben reduziert oder abgeschafft werden. Es soll die Arbeitsinspektion ihrer Kontrollfunktion beraubt werden – nur beraten, das geht nicht. Daher hat der Rechnungshof zu Recht eine Personalaufstockung und auch kürzere Überprüfungsintervalle gefordert. (Abg. Belakowitsch: Sie haben die Quote eingeführt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ihr eigenes Versagen steht in dem Antrag! – Abg. Rosenkranz: Eine geschickte Vertuschung Ihres Unvermögens! – Abg. Rädler: Ein Wischiwaschi-Antrag! Eine reine Verzweiflungstat!
Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ihr eigenes Versagen steht in dem Antrag! – Abg. Rosenkranz: Eine geschickte Vertuschung Ihres Unvermögens! – Abg. Rädler: Ein Wischiwaschi-Antrag! Eine reine Verzweiflungstat!)
Abg. Belakowitsch: Wo waren Sie 2008?
Sabine Oberhauser hat am 8. Juli 2015, an jenem Tag, an dem das NichtraucherInnenschutzgesetz beschlossen wurde, gesagt, ich zitiere: „Für mich ist das [...] ein Tag, den ich [...] mit Freude erwartet habe. Das ist für mich [...] eine seit 2008 gehende Geschichte.“ – Seit 2008, sehr geehrte Damen und Herren! Ich bin ehrlich gesagt erschüttert, dass ich heute, zehn Jahre danach, in diesem Plenarsaal vor Ihnen stehe und das gleiche Thema, die gleichen Argumente wieder anführen, auf den Tisch legen muss. (Abg. Belakowitsch: Wo waren Sie 2008?) Es sind genau die gleichen wie vor zehn und auch vor 20 Jahren. (Beifall bei SPÖ und Liste Pilz. – Abg. Deimek: Ja, weil sie nicht besser geworden sind, sondern schlechter!)
Abg. Belakowitsch: Unter der SPÖ-Regierung! – Abg. Heinisch-Hosek: So peinlich kann das nur die FPÖ sagen!
Schauen wir uns die Situation in Österreich aus medizinischer Sicht näher an: Krebserkrankungen sind in Österreich die zweithäufigste Todesursache. Die Sterblichkeit bei Krebs ist durchgehend rückläufig, das hat viele Gründe, aber es gibt eine einzige Ausnahme bei der Rückläufigkeit der Sterblichkeit der Krebsfälle, nämlich Lungenkrebs. Es ist kein Zufall, dass es ausgerechnet der Lungenkrebs ist, der die große Ausnahme darstellt, sondern es ist ganz klar: Dieser ist zum größten Teil mit Rauchen assoziiert, und genau das ist der Unterschied. Die Zahlen an Lungenkrebserkrankungen in Österreich sind in den letzten Jahren nicht gleich geblieben, sie sind in den letzten zehn Jahren gestiegen, vor allem bei Frauen. (Abg. Belakowitsch: Unter der SPÖ-Regierung! – Abg. Heinisch-Hosek: So peinlich kann das nur die FPÖ sagen!) Ich sage Ihnen ehrlich: Für mich als Ärztin sind diese Zahlen alarmierend, und auch für Sie in der Politik sollten es alarmierende Zahlen sein, denen wir alles entgegensetzen sollten.
Abg. Belakowitsch: Nein?!
Ich will hier auch klarstellen, dass es mir nicht darum geht, mit dem Finger auf vermeintlich Schuldige zu zeigen. (Abg. Belakowitsch: Nein?!) – Nein, es geht schon gar nicht um ein Match Raucher gegen Nichtraucher. (Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Zanger.) Das ist nicht die Debatte, die wir hier führen, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei SPÖ und Liste Pilz.) Dieses Match Raucher gegen Nichtraucher wollen Sie, liebe Abgeordnete der FPÖ, wir machen da nicht mit. (Zwischenrufe der Abgeordneten Lausch und Zanger.) Die meisten Befürworter des NichtraucherInnenschutz-Volksbegehrens sind Raucher, jedenfalls die, die ich kenne.
Abg. Rosenkranz: Ah so? Was machen wir heute? – Abg. Belakowitsch: Heute kippen wir gar nichts!
Sie wissen sehr genau, meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ: Diese Stimmen können Sie nicht einfach ignorieren. Diese Stimmen im Volk müssen gehört werden. Zu sagen, wir warten das Ergebnis des Volksbegehrens ab, kippen aber heute gleichzeitig das Gesetz, ohne Begutachtung (Abg. Rosenkranz: Ah so? Was machen wir heute? – Abg. Belakowitsch: Heute kippen wir gar nichts!), ist mehr als eine Farce, sehr geehrte Damen und Herren, es ist eine Ohrfeige. (Beifall bei SPÖ und Liste Pilz.) Es ist eine Ohrfeige für all jene engagierten Menschen, die sich hinter dieses Volksbegehren stellen und die ihre Unterstützung hiefür bereits abgegeben und dafür oft stundenlange Wartezeiten in Kauf genommen haben. Es zeigt aber auch in einer ungeahnten Deutlichkeit, wie groß Ihre Ignoranz gegenüber dem Bevölkerungswillen ist.
Abg. Belakowitsch: Hat keiner gesagt!
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen der ÖVP und FPÖ, Sie können nicht sagen: Wir sind für die Gesundheit der Bevölkerung, aber für den NichtraucherInnenschutz sind wir nicht. Und Sie können auch nicht sagen: Wir sind für mehr direkte Demokratie, aber eine Volksabstimmung zum Nichtrauchen wollen wir vielleicht erst 2022 machen. (Abg. Belakowitsch: Hat keiner gesagt!)
Abg. Belakowitsch: Aber ihr wollt es!
Frau Gesundheitsministerin, was ist mit Ihnen? Sie sind für die Gesundheit der Menschen verantwortlich, und es gibt genügend Studien, die die Schädlichkeit von Tabakrauch einwandfrei belegen. Ich bin kein Visionär, der glaubt, dass morgen die drogenfreie Gesellschaft ausbricht. (Abg. Belakowitsch: Aber ihr wollt es!) H.-C. Strache und ich haben auch schon gemeinsam eine Zigarette geraucht, so ist es nicht. (Oh-Rufe und Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Gudenus: Sapperlot! – Ruf bei der FPÖ: Das ist zynisch!) – Das ist eben nicht zynisch! (Ruf bei der FPÖ: ... Tschick!) Dass Sie so etwas erheitert, zeigt nur, dass Sie überhaupt nichts verstanden haben! (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Abg. Neubauer: Aber Sie auch nicht! – Abg. Stefan: Das habe ich jetzt nicht verstanden!)
Abg. Belakowitsch: Aber wo rauchen sie passiv? – Zwischenrufe der Abgeordneten Angerer und Gudenus.
Abgeordneter Mag. Dr. Matthias Strolz (fortsetzend): Wie viele davon sind Passivraucher? Sie sagen: Das kann man nur schätzen. – Frau Ministerin, das stimmt nicht! Ich erwarte, dass Sie sich mit der Wissenschaft beschäftigen. (Abg. Stefan: Aus der Gastronomie oder zu Hause oder aus dem Auto? – Zwischenruf des Abg. Rosenkranz.) Es gibt zum Beispiel Studien der Universität Wien, gemeinsame Studien der Forscher der MedUni Wien und des Messerli Forschungsinstitutes, die besagen, dass es im Jahr 2017 allein in Österreich 1 000 Personen waren, die durch Passivrauchen starben. Das sind zwei bis drei Österreicher, die täglich durch Passivrauchen sterben! (Abg. Belakowitsch: Aber wo rauchen sie passiv? – Zwischenrufe der Abgeordneten Angerer und Gudenus.)
Abg. Belakowitsch: Beruhigen Sie sich bitte wieder!
Sie stellen parteipolitische Taktik über den Tod von zwei bis drei Österreichern pro Tag. (Ruf bei der FPÖ: Hören Sie auf damit!) Das ist die wissenschaftliche Evidenz. (Abg. Belakowitsch: Beruhigen Sie sich bitte wieder!) Sie müssen sich schon fragen ‑ - (Abg. Stefan: Sind die im Gasthaus?) – Das ist die wissenschaftliche Evidenz. (Abg. Rosenkranz: Nein! Sind die im Gasthaus? – Abg. Belakowitsch: Wo? – Abg. Stefan: Sind die im Gasthaus, oder wo? – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen. – Abg. Rosenkranz: Ist die Säuglingskrippe im Gasthaus im Raucherstüberl?)
Abg. Rosenkranz: Nein! Sind die im Gasthaus? – Abg. Belakowitsch: Wo? – Abg. Stefan: Sind die im Gasthaus, oder wo? – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen. – Abg. Rosenkranz: Ist die Säuglingskrippe im Gasthaus im Raucherstüberl?
Sie stellen parteipolitische Taktik über den Tod von zwei bis drei Österreichern pro Tag. (Ruf bei der FPÖ: Hören Sie auf damit!) Das ist die wissenschaftliche Evidenz. (Abg. Belakowitsch: Beruhigen Sie sich bitte wieder!) Sie müssen sich schon fragen ‑ - (Abg. Stefan: Sind die im Gasthaus?) – Das ist die wissenschaftliche Evidenz. (Abg. Rosenkranz: Nein! Sind die im Gasthaus? – Abg. Belakowitsch: Wo? – Abg. Stefan: Sind die im Gasthaus, oder wo? – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen. – Abg. Rosenkranz: Ist die Säuglingskrippe im Gasthaus im Raucherstüberl?)
Abg. Belakowitsch: Aber wo?
Noch einmal: Es gibt zwei bis drei Tote durch Passivrauchen in Österreich pro Tag, das ist wissenschaftlich erwiesen. (Abg. Belakowitsch: Aber wo?) Im gesellschaftlichen Kontext ist die Gastronomie jener Ort, an dem Passivrauchen am häufigsten stattfindet. (Abg. Rosenkranz: Für Säuglinge?) Das sind Zentren des gesellschaftli-
Abg. Stefan: Wie viele Stunden verbringt man zu Hause und wie viele im Gasthaus? – Ruf bei der FPÖ: Es muss ja niemand hingehen, wenn ...! – Abg. Neubauer: ... mit den NEOS! – Abg. Zanger: Ich gehe jetzt auch ins Säuglingscafé! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
chen Lebens. (Abg. Stefan: Wie viele Stunden verbringt man zu Hause und wie viele im Gasthaus? – Ruf bei der FPÖ: Es muss ja niemand hingehen, wenn ...! – Abg. Neubauer: ... mit den NEOS! – Abg. Zanger: Ich gehe jetzt auch ins Säuglingscafé! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wenn Sie, Herr Strache, liebe FPÖ, die Leute nicht verschaukeln wollen, sondern für voll nehmen, wenn Sie das tun wollen, was Sie vor dem Wahltag verkündet haben, nämlich das Volk einzubinden, dann können Sie sich doch nicht gegen solche Dinge stellen! (Abg. Rosenkranz: Also einen nehme ich nicht mehr für voll!) Geben Sie in dieser Frage – fast eine halbe Million Menschen haben das innerhalb von zwei Wochen schon unterstützt – dem Volk die Chance, die Weichen zu stellen! Hören Sie auf, Wahltaktik über Menschenleben zu stellen! Das ist unwürdig! (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das ist Ihrer nicht würdig, und das ist eine Verletzung Ihrer Amtspflichten als Politiker und gewählte Volksvertreter in diesem Land. Das wissen Sie haargenau. Schämen Sie sich! (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Abg. Gudenus: Der Fasching ist schon vorbei, Herr Strolz! – Abg. Strolz – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Schämen Sie sich!)
Abg. Belakowitsch: Das wissen wir noch nicht! Es gibt noch kein Volksbegehren!
Wenn die ÖVP – und das war für mich wirklich eine Überraschung –, wenn die Frau Umweltministerin Köstinger – ich halte sehr viel von ihr – erklären, sie müssen da aus Pakttreue mitstimmen, und wenn Pakttreue tatsächlich über die Frage der Gesundheit der österreichischen Staatsbürger, der Mitbürger gestellt wird, wenn Pakttreue über das gestellt wird, was in einem Volksbegehren ganz offensichtlich eine sehr breite Unterstützung findet (Abg. Belakowitsch: Das wissen wir noch nicht! Es gibt noch kein Volksbegehren!), dann ist das, meine Damen und Herren von der ÖVP, schlicht und einfach jämmerlich. (Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Hauser: Das ist ja kein Widerspruch! Sinnerfassend lesen! Das ist ja kein Widerspruch! – Abg. Belakowitsch: Wir haben es verstanden!
Das ist ihre persönliche Meinung, die sie in einem Interview abgegeben hat. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.) Zu dieser Meinung kann man ja stehen, meine Damen und Herren, das ist in Ordnung. Aber das, was sie heute gesagt hat, ist die FPÖ-Linie und nicht die Meinung der Frau Bundesministerin. Denn heute hat sie sagen müssen, das Rauchverbot ist ein grausliches Gesetz. (Abg. Hauser: Das ist ja kein Widerspruch! Sinnerfassend lesen! Das ist ja kein Widerspruch! – Abg. Belakowitsch: Wir haben es verstanden!) Sie steht nicht zu ihrer Meinung, meine Damen und Herren! Ich kann nur sagen, Frau Bundesminister, lassen Sie sich nicht von dieser Parteilinie beeinflussen, denn bis jetzt haben schon 430 000 Österreicherinnen und Österreicher mit ihrer Unterschrift das Don’t-smoke-Volksbegehren unterstützt! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Nix heuchlerisch! – Abg. Neubauer: Ordnungsruf!
Abgeordnete Dipl.-Ing. (FH) Martha Bißmann (PILZ): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Frau Bundesministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger auf der Galerie und vor den Fernsehbildschirmen! Meine liebe FPÖ, ich bitte um Ihre Aufmerksamkeit! (Ruf bei der FPÖ: So lieb sind wir gar nicht!) Ich stelle Ihnen jetzt nämlich eine Frage: Was ist jetzt mit Ihrer vielgelobten direkten Demokratie? (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Mehr Mitbestimmung und so weiter, gilt das nur, wenn Ihnen das Thema zu Gesicht steht, wenn es Ihnen genehm ist? (Zwischenruf des Abg. Wurm.) Sie liefern wieder einmal ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie heuchlerisch Ihr Umgang mit Demokratie ist. (Abg. Belakowitsch: Nix heuchlerisch! – Abg. Neubauer: Ordnungsruf!) Das Volk darf gerne mitreden, aber nur, wenn es uns in den Kram passt.
Abg. Belakowitsch: Das machen wir ja eh!
Die von der Österreichischen Krebshilfe initiierte Onlinepetition hat in wenigen Tagen 470 000, fast eine halbe Million Unterschriften gesammelt. (Abg. Rosenkranz: Dann liegt die Liste Pilz in den Meinungsumfragen jetzt auch so hoch!) Von wegen politikverdrossen: Die Menschen wollen mitreden, sie wollen mitgestalten, vor allem wenn es um ihre Gesundheit geht. Es ist unsere Aufgabe hier im Hohen Haus, nein, es ist unsere Pflicht, den besorgten Bürgerinnen und Bürgern Gehör zu verschaffen, ihnen zuzuhören, ihnen eine Stimme zu geben. (Abg. Belakowitsch: Das machen wir ja eh!)
Abg. Belakowitsch: Was denn?
Die Opposition hat geschlossen diesen Ruf gehört, und sie hat etwas getan. (Abg. Belakowitsch: Was denn?) Klubobmann Peter Kolba von der Liste Pilz, Matthias Strolz, Klubobmann von den NEOS, und Pamela Rendi-Wagner (Abg. Gudenus: Eine geballte Ladung!) haben diese Petition im Petitionsausschuss eingebracht. Vielen, vielen Dank dafür, ich war gestern in diesem Ausschuss.
Abg. Belakowitsch: Das wird immer weniger!
Es ist aber nicht nur die Petition, die Sie missachten und kleinreden, es ist auch das Volksbegehren, das heute schon einige Male zur Sprache gekommen ist, das Don’t-smoke-Volksbegehren, für das gerade Unterschriften gesammelt werden. Heute in der Früh hatten es 420 000 Menschen unterschrieben, jetzt sind es schon 432 000. 12 000 Menschen haben heute während dieser Sitzung unterschrieben (Abg. Belakowitsch: Das wird immer weniger!), trotz stundenlanger Wartezeiten in den Gemeindeämtern, trotz IT-Problemen im Innenministerium. Trotzdem erreichte dieses Volksbegehren bereits mehr als 430 000 Stimmen. (Abg. Rosenkranz: Diese 420 000 sind schon die absolute Mehrheit für Österreich! Das ist ja rechnerisch klar bei Ihnen! –Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Rosenkranz: Diese 420 000 sind schon die absolute Mehrheit für Österreich! Das ist ja rechnerisch klar bei Ihnen! –Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es ist aber nicht nur die Petition, die Sie missachten und kleinreden, es ist auch das Volksbegehren, das heute schon einige Male zur Sprache gekommen ist, das Don’t-smoke-Volksbegehren, für das gerade Unterschriften gesammelt werden. Heute in der Früh hatten es 420 000 Menschen unterschrieben, jetzt sind es schon 432 000. 12 000 Menschen haben heute während dieser Sitzung unterschrieben (Abg. Belakowitsch: Das wird immer weniger!), trotz stundenlanger Wartezeiten in den Gemeindeämtern, trotz IT-Problemen im Innenministerium. Trotzdem erreichte dieses Volksbegehren bereits mehr als 430 000 Stimmen. (Abg. Rosenkranz: Diese 420 000 sind schon die absolute Mehrheit für Österreich! Das ist ja rechnerisch klar bei Ihnen! –Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Wer ist „wir“?
Mit Ihrem Verhalten, das Sie jetzt gerade an den Tag legen, beweisen Sie ja nur etwas, worauf wir immer hingewiesen haben (Abg. Belakowitsch: Wer ist „wir“?), Sie sind nicht die soziale Heimatpartei, gar nicht, Sie tun vor der Wahl nur so. (Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Jetzt wissen wir’s!)
Abg. Belakowitsch: Na das ist ein Argument!
Als Kärntnerin bin ich schon seit Jahren von Ländern umgeben, in denen der Nichtraucherschutz sehr hoch gehalten wird und das Rauchen in den Lokalen verboten ist. Trotzdem sind sie alle sehr gastfreundlich, Frau Ministerin, das darf ich Ihnen auch noch sagen, und ich darf Ihnen versichern, dass die Kärntnerinnen und Kärntner sehr, sehr gerne ihren Kaffee in Italien oder in Slowenien konsumieren. Ich behaupte sogar, viele Kärntnerinnen und Kärntner trinken ihren Kaffee nicht lieber in Österreich, sondern lieber jenseits der Grenze, und das sogar im tiefsten Winter, weil man danach ganz einfach nicht stinkt. (Abg. Belakowitsch: Na das ist ein Argument!)
Abg. Belakowitsch: Welche Ausdrücke?
Präsidentin Doris Bures: Herr Abgeordneter Jenewein! Sie beginnen Ihre Rede damit, dass Sie sich darüber wundern, dass diese Debatte so emotional geführt wird – und dann tragen Sie mit Ihrer Wortwahl auch dazu bei. Ich bitte Sie, sich in Ihrer Ausdrucksweise zu mäßigen. (Abg. Belakowitsch: Welche Ausdrücke?)
Ruf bei der FPÖ: Wofür war denn der? – Abg. Neubauer: Was ist denn da ein Ordnungsruf, bitte? – Abg. Belakowitsch: Das ist ja unfassbar! Wenn Sie überfordert sind, legen Sie es zurück! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Präsidentin Doris Bures: Herr Abgeordneter Jenewein, für den Ausdruck ans Präsidium: „hereinzubrüllen, was [...] kein Mensch [...] versteht“, erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Ruf bei der FPÖ: Wofür war denn der? – Abg. Neubauer: Was ist denn da ein Ordnungsruf, bitte? – Abg. Belakowitsch: Das ist ja unfassbar! Wenn Sie überfordert sind, legen Sie es zurück! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Sitzung Nr. 13
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Kolba. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
In jedem Fall ist der Effekt gelungen, dass das ein mehr als einschüchterndes Vorgehen war, das letztendlich die unter Druck setzt, die den Rechtsextremismus bekämpfen sollen. Es ist ein Signal an die rechte Szene, das dieser zweifellos wieder jede Menge Selbstbewusstsein geben kann. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Kolba. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das Bedauerliche ist, Herr Minister, dass damit nicht nur die Sicherheit gefährdet wird, sondern Sie auch ein Signal geben,
Abg. Gudenus: Sagt der abgewählte Bundeskanzler! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ein Kapitän, das haben wir gelernt, geht als Letzter von der Brücke, und er tut das, noch bevor er einen Tweet abgesetzt hat, um sich ins Beiboot zu retten. (Abg. Gudenus: Sagt der abgewählte Bundeskanzler! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Verantwortung zu übernehmen, in einer Familie zum Beispiel, heißt, Konsequenzen zu ziehen und dafür zu sorgen, dass Missstände abgestellt werden, Probleme behoben werden. (Abg. Neubauer: Silberstein!) Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank, wenn Sie das nicht tun werden, dann wird das die Opposition in diesem Haus übernehmen. – Danke. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten von NEOS und Liste Pilz. – Abg. Gudenus: Wer ist das?)
kurze Pause seitens des Redners – Abg. Belakowitsch: Na?
Jene, gegen die das BVT Lageberichte geschrieben hat, werden jetzt ausgeschickt, um das BVT zu zerstören. Und Sie als Minister nehmen das als guten, als glücklichen Anlass (kurze Pause seitens des Redners – Abg. Belakowitsch: Na?), sich zurückzulehnen und dann wie letzte Woche den Generalsekretär des Justizministeriums auszuschicken, um das halbwegs zu erklären – und Sie verstecken sich dahinter. Der Gedanke, der sich da aufdrängt, ist, dass Sie einfach versuchen, Ihre Sache durchzusetzen. Sie reiten mit über 50 Polizistinnen und Polizisten aus, mit einer Einheit, die ursprünglich für Straßenkriminalität aufgestellt worden ist, die auf der Straße für Sicherheit und Ordnung sorgen soll und die zufällig unter der Leitung eines FPÖ-Politikers steht. (Abg. Rosenkranz: Das ist das einzig Verwerfliche, was Sie sehen!) Die reiten aus, um sensible Daten, vermutlich die sensibelsten Daten unserer Republik, im Namen der Staatsanwaltschaft einzukassieren. (Rufe bei der FPÖ: Oh! Das ist unfassbar! Das ist unerhört!)
Abg. Belakowitsch: In diesen Dunkel? – Abg. Kassegger: Sie hätten sich vielleicht vorbereiten sollen!
Was haben wir heute erlebt? – Keine Antworten, weder vom anwesenden und Antwort stehenden Innenminister (Abg. Kassegger: Dann haben Sie nicht zugehört! Zuhören ist natürlich eine relativ schwierige Angelegenheit!) noch vom abwesenden Bundeskanzler! Das Einzige, was wir erleben, ist mehr Polemik und mehr Angriffe, weil man glaubt, Angriff ist die beste Verteidigung. – Nein, Herr Minister, das ist nicht so! Wir als Parlamentarier verlangen von Ihnen: Bringen Sie Licht in diesen Dunkel (Abg. Belakowitsch: In diesen Dunkel? – Abg. Kassegger: Sie hätten sich vielleicht vorbereiten sollen!), tun Sie den Nebel weg, geben Sie uns die Antworten! Das ist das, was dieses Land braucht: Verlässlichkeit, Sauberkeit, Vertrauen in den Sicherheitsapparat – stellen Sie das wieder her! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Gudenus: Das ist stimmig! Das passt! – Abg. Belakowitsch: Das passt schon eher!
diesen Vorgängen hat. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Im Übrigen war er auch schon Ihr Anwalt, als Sie ÖBB-Generaldirektor waren (Ah-Rufe bei der FPÖ), also so fern dürfte er Ihnen ja nicht sein. Und dass Sie sich plötzlich zum Anwalt nordkoreanischer Interessen machen (Abg. Gudenus: Das ist stimmig! Das passt! – Abg. Belakowitsch: Das passt schon eher!), ist gewissermaßen eine Renaissance der SPÖ-Politik. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Haben Sie eigentlich ...?
Die Einheit geht vor, ist bewaffnet, hat Schutzwesten. (Abg. Belakowitsch: Haben Sie eigentlich ...?) Welchen gewalttätigen Widerstand hat man im eigenen Haus erwartet? Die Durchsuchung - - (Abg. Höbart: Haben Sie eigentlich zugehört, was der Herr Innenminister geantwortet hat?) – Regen Sie sich nicht so auf! Lassen Sie mich weiterreden! (Abg. Höbart: Er hat das beantwortet, bitte! – Abg. Belakowitsch: Das ist einfach peinlich, was Sie da machen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ich habe Ihnen etwas mitgebracht. (Der Redner hält eine PiIlenschachtel in die Höhe und legt diese dann vor sich auf das Rednerpult. – Ruf bei der SPÖ: Fünfziger Valium!) Ich habe vorhergesehen, dass Sie sehr aufgeregt sein werden. Ich biete Ihnen Baldrian forte an: Das ist hilfreich, da kann man das dann ertragen. (Beifall bei Liste Pilz und NEOS sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Höbart: Er hat das beantwortet, bitte! – Abg. Belakowitsch: Das ist einfach peinlich, was Sie da machen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Die Einheit geht vor, ist bewaffnet, hat Schutzwesten. (Abg. Belakowitsch: Haben Sie eigentlich ...?) Welchen gewalttätigen Widerstand hat man im eigenen Haus erwartet? Die Durchsuchung - - (Abg. Höbart: Haben Sie eigentlich zugehört, was der Herr Innenminister geantwortet hat?) – Regen Sie sich nicht so auf! Lassen Sie mich weiterreden! (Abg. Höbart: Er hat das beantwortet, bitte! – Abg. Belakowitsch: Das ist einfach peinlich, was Sie da machen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ich habe Ihnen etwas mitgebracht. (Der Redner hält eine PiIlenschachtel in die Höhe und legt diese dann vor sich auf das Rednerpult. – Ruf bei der SPÖ: Fünfziger Valium!) Ich habe vorhergesehen, dass Sie sehr aufgeregt sein werden. Ich biete Ihnen Baldrian forte an: Das ist hilfreich, da kann man das dann ertragen. (Beifall bei Liste Pilz und NEOS sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Ist das eine Märchenstunde? Ist das eine Leserunde? Bitte reden!
Diese Vorwürfe gegen den Direktor kommen ja aus einer Anzeige des BMI-Generalsekretärs Goldgruber, Ihres engsten Vertrauensmanns im BMI, Herr Minister! Am 19.2. unterzeichnet der Bundespräsident die Bestallungsurkunde des Direktors. Jetzt geht alles schnell: Generalsekretär Goldgruber kontaktiert am Tag darauf die Staatsanwaltschaft und kündigt Zeugen an. (Abg. Belakowitsch: Ist das eine Märchenstunde? Ist das eine Leserunde? Bitte reden!) In den darauffolgenden Tagen marschiert einer Ihrer Kabinettsmitarbeiter mit zwei Zeugen zur Einvernahme und sitzt bei der Einvernahme als Vertrauensperson dabei. Zwei weitere Zeugen folgen, alle vier wollen anonym bleiben. (Abg. Rosenkranz: Aber die Staatsanwältin hat es schon gekonnt!)
Abg. Belakowitsch: Das ist unlogisches Verhalten?
Sie haben sich unlogisch verhalten, selbst wenn man Ihrer Rechtsansicht folgen möchte. (Abg. Belakowitsch: Das ist unlogisches Verhalten?) Warum übergeben Sie
Heiterkeit der Abgeordneten Gudenus und Rosenkranz. – Abg. Belakowitsch: Unseres auch!
gefühl erschüttert ist. (Heiterkeit der Abgeordneten Gudenus und Rosenkranz. – Abg. Belakowitsch: Unseres auch!)
Abg. Belakowitsch: Wo hat sich das herausgestellt?
Dann hat sich herausgestellt: Die Zeugen sind quasi an der Hand von Herrn Goldgruber in die Staatsanwaltschaft gebracht worden. (Abg. Belakowitsch: Wo hat sich das herausgestellt?) Dabei heißt es, er hätte gar nichts damit zu tun. Dann hat sich noch dazu herausgestellt, dass bei zwei dieser Zeugen ein Kabinettsmitarbeiter von Ihnen als Vertrauensperson, als Aufpasser, wie man das auch immer bezeichnen will, daneben gesessen ist. Also, die erste Geschichte: Wir haben nichts damit zu tun. Am Schluss merkt man aber: Da dirigiert jemand das Ganze.
Beifall bei SPÖ und Liste Pilz. – Abg. Belakowitsch: Genau, alles an die Öffentlichkeit!
Wenn Sie sagen, dass Sie sich Sorgen darüber machen, dass Abgeordnete in diesem Haus im Rahmen eines Untersuchungsausschusses Unterlagen bekommen – die sehr diffizil sind, keine Frage –, dann sage ich Ihnen eines: Das ist mir hundertmal lieber, als wenn Sie und Ihresgleichen Zugriff auf die Behörde haben, die gegen Rechtsextremismus in diesem Land vorgehen soll. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und Liste Pilz. – Abg. Belakowitsch: Genau, alles an die Öffentlichkeit!)
Sitzung Nr. 17
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Belakowitsch: O ja, es ...! – Ruf bei der SPÖ: Bei euch ist es sehr kalt!
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Herr Präsident! Herr Finanzminister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren hier im Hohen Haus und zu Hause vor den Bildschirmen! Hohes Haus! Die gute Laune des Präsidenten passt auch hervorragend zum sehr guten Budget, das uns für die Jahre 2018 und 2019 vorliegt. Man könnte auch sagen, es passt auch hervorragend zum heutigen Wetter, meine Damen und Herren. Es könnte nicht besser sein. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Belakowitsch: O ja, es ...! – Ruf bei der SPÖ: Bei euch ist es sehr kalt!)
Abg. Belakowitsch: Nur kein Neid! – Zwischenruf der Abg. Steinacker.
Sie haben gestern einen anderen Weg gewählt. Sie haben sich gestern hierhergestellt und haben nicht an Selbstlob gespart, nicht an entsprechenden Marketingsprüchen, die wir alle schon während der Wahlkampagne gehört haben, gespart. (Abg. Belakowitsch: Nur kein Neid! – Zwischenruf der Abg. Steinacker.) Und Sie haben sich gestern nicht nur mit Selbstlob überschüttet, sondern Sie haben auch ordentlich ausgeteilt. Sie haben ordentlich und umfangreich Kritik an Ihren Amtsvorgängern geübt, die unverantwortliche Politik betrieben haben, wie Sie es genannt haben.
Abg. Belakowitsch: Sie haben alle reingeschleppt! Hunderttausend Österreicher ...!
Reihenweise haben Ihnen alle Ökonomen dieses Landes vorgerechnet, dass Sie die Menschen damit vom Arbeitsmarkt in die Mindestsicherung wegdrängen. (Abg. Belakowitsch: Sie haben alle reingeschleppt! Hunderttausend Österreicher ...!) Wir alle wissen, das ist das Teuerste, was man tun kann. Finanzpolitisch solide schaut anders aus. (Ruf bei der FPÖ: Hätten Sie nur bei den ÖBB so gespart!)
Abg. Belakowitsch: Woher wissen Sie das? ... der Voodoozauberer? Im Krankenhaus Nord ...!
Faktum ist: Sie schaffen im nächsten Jahr kein strukturelles Nulldefizit. Das heißt, Sie schaffen auch heuer und nächstes Jahr kein ausgeglichenes Budget, wenn man die Konjunktureffekte herausrechnet. (Abg. Belakowitsch: Woher wissen Sie das? ... der Voodoozauberer? Im Krankenhaus Nord ...!) Damit, Herr Minister, setzen Sie eine Politik der letzten Jahrzehnte fort: Sie tun so, als wären Sie die Trendwende. (Abg. Gudenus: Wir sind die Trendwende!) Der einzige Unterschied ist, dass die Sonne scheint, aber für die Sonne sind Sie nicht verantwortlich, die scheint auch ohne Sie. (Beifall bei NEOS und SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei NEOS und SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Faktum ist: Sie schaffen im nächsten Jahr kein strukturelles Nulldefizit. Das heißt, Sie schaffen auch heuer und nächstes Jahr kein ausgeglichenes Budget, wenn man die Konjunktureffekte herausrechnet. (Abg. Belakowitsch: Woher wissen Sie das? ... der Voodoozauberer? Im Krankenhaus Nord ...!) Damit, Herr Minister, setzen Sie eine Politik der letzten Jahrzehnte fort: Sie tun so, als wären Sie die Trendwende. (Abg. Gudenus: Wir sind die Trendwende!) Der einzige Unterschied ist, dass die Sonne scheint, aber für die Sonne sind Sie nicht verantwortlich, die scheint auch ohne Sie. (Beifall bei NEOS und SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wo sind die Reformen im Bereich Föderalismus? – Nichts! Sie haben sich eingepackt, schon bei den Regierungsverhandlungen hat Sebastian Kurz das signalisiert. (Abg. Wöginger: Wir sind keine Zentralisten!) Herr Löger, Sie machen das leider mit; das ist eben das Schelling-Syndrom, Sie sind an und für sich ein guter Mann mit Kompetenz, aber Sie können Ihren Weg nicht durchsetzen, weil Sie das Hinterland nicht haben, weil die Truppe nicht hält, wenn es hart auf hart geht. Die hält nicht! (Beifall bei NEOS und SPÖ. – Abg. Wöginger: Die hält schon! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Der Gott des Sebastian Kurz und seiner Truppe ist die Optimierung, und zwar die Optimierung ihrer Karriere, und sonst nicht viel in diesem Land! (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Herr Präsident, der Voodoozauber ...! – Zwischenrufe bei der ÖVP
Abgeordneter Mag. Dr. Matthias Strolz (fortsetzend): Ich nehme den Ausdruck „anfüttern“ zurück (Abg. Belakowitsch: Herr Präsident, der Voodoozauber ...! – Zwischenrufe bei der ÖVP) und sage: Dieses politische Geschäftsmodell, Förderungen, die wir alle bezahlen, im Dunkeln auszuschütten, damit sie Doppel- und Dreifachförderung Ihrer Klientel betreiben können, ist nicht okay. (Beifall bei den NEOS.)
Zwischenruf des Abg. Rosenkranz. – Abg. Belakowitsch: Die NEOS haben das jetzt ...! – Abg. Gudenus: Das müssen Sie mit den NEOS klären!
Dieses Budget leitet wirklich eine Trendwende ein. Ja, es leitet eine Trendwende ein, aber eine Trendwende hin zu neoliberaler Politik. (Zwischenruf des Abg. Rosenkranz. – Abg. Belakowitsch: Die NEOS haben das jetzt ...! – Abg. Gudenus: Das müssen Sie mit den NEOS klären!) Der Herr Finanzminister hat gestern viel von Leistungsträgern gesprochen. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Seien Sie bitte ein bisschen ruhig, Herr Kollege! Regen Sie sich nicht so auf, hören Sie ein bisschen zu!
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Er hat gesagt, eine Politik, die gegen ökonomische Gesetze und damit gegen menschliche Grundbedürfnisse regiert, zieht immer den Kürzeren. (Abg. Rosenkranz: War das der Erfinder der Mehrwertsteuer?) – Das, muss man sagen, trifft heute vollends zu: Sie haben eine Budgetpolitik vorgelegt, die genau gegen die menschlichen Grundbedürfnisse agiert und damit leider auch verursacht, dass in unserer Gesellschaft viele den Kürzeren ziehen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Ruf: Das war bei Faymann! – Abg. Deimek: ... Krankenhaus Nord 100 000 Euro für einen Energetiker! – Abg. Belakowitsch: Nein, 95 000! Bei 100 000 hätte man ausschreiben müssen! ... Energie-Ring gar nicht da! Jetzt streiten die Energetiker in Wien!
Und umgekehrt behaupten Sie, dass Sie im System sparen. Was ist aber die Wahrheit? – Sie gönnen sich gleich einmal ein bisschen mehr: Darf’s ein bissl mehr sein für uns alle? Sie blähen Ihre Kabinette auf, verdoppeln die Anzahl der Mitarbeiter, stellen Generalsekretäre ein, geben den Generalsekretären Assistenten, Pressesprecher, alles, was es braucht, um 10 Millionen Euro jährlich allein in diesem Bereich (Abg. Deimek: Und was war mit dem Herrn Grasser?), und dann noch dem Kanzler und dem Vizekanzler ein ordentliches Spielgeld für Inserate, damit vielleicht diese durchschaubare Politik zumindest am Inseratenmarkt etwas vernebelt wird. (Ruf: Das war bei Faymann! – Abg. Deimek: ... Krankenhaus Nord 100 000 Euro für einen Energetiker! – Abg. Belakowitsch: Nein, 95 000! Bei 100 000 hätte man ausschreiben müssen! ... Energie-Ring gar nicht da! Jetzt streiten die Energetiker in Wien!)
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Umgekehrt, um auch das klar zu sagen, machen Sie auch Klientelpolitik: Sie kündigen jetzt schon an, den Großspendern, jenen, die Sie ganz stark motiviert haben, ihre Interessen zu vertreten, nämlich der Großindustrie (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), die Körperschaftsteuer zu senken beziehungsweise den Hoteliers gleich einmal als erstes Geschenk die Mehrwertsteuer hinunterzusetzen.
Heiterkeit des Abg. Neubauer. – Abg. Belakowitsch: „Eigentlich“! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Weil Sie jetzt mit dem Uralt-Propagandaschmäh kommen: Wir haben uns hart angestrengt, und das Nulldefizit ist gekommen! – Da hat sich niemand hart angestrengt, und das Nulldefizit ist eigentlich schon voriges Jahr gekommen. (Heiterkeit des Abg. Neubauer. – Abg. Belakowitsch: „Eigentlich“! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Lesen Sie sich einmal die Unterlagen durch, bevor Sie noch einmal lachen!
Abg. Belakowitsch: Können Sie noch etwas anderes außer Schreckgespenster malen?
war es nur eine rhetorische Figur? (Abg. Belakowitsch: Können Sie noch etwas anderes außer Schreckgespenster malen?) Werden die Laptops jetzt angeschafft oder war das für diese Arbeitsgruppe, die sie einsparen will, nur eine Beschäftigungstherapie? Und: Warum tun Sie nichts gegen die Steuerhinterziehung, Herr Finanzminister? (Rufe bei der SPÖ: Genau!) Warum tun Sie nichts gegen die Steuerhinterziehung, international und national? (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Liste Pilz.) – Das versteht niemand. (Abg. Rosenkranz: Ganz schwach!)
Abg. Krainer – in Richtung des hinter dem Rednerpult stehenden und Präsident Sobotka ebenfalls ein Osterei überreichenden Abg. Strasser –: Kann man den Platz freimachen zum Rednerpult? Geht das vielleicht?! – Danke! – Abg. Belakowitsch – in Richtung Abg. Strasser –: Vielleicht geben Sie dem Kollegen Krainer auch ein Ei!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Kai Jan Krainer. – Bitte. (Abg. Krainer – in Richtung des hinter dem Rednerpult stehenden und Präsident Sobotka ebenfalls ein Osterei überreichenden Abg. Strasser –: Kann man den Platz freimachen zum Rednerpult? Geht das vielleicht?! – Danke! – Abg. Belakowitsch – in Richtung Abg. Strasser –: Vielleicht geben Sie dem Kollegen Krainer auch ein Ei!)
Abg. Belakowitsch: Stimmt ja nicht!
Zu dieser Budgetdebatte jetzt stellt sich mir schon eine Frage. Ich habe hier schon ganz, ganz viele Budgetdebatten erlebt, aber ich habe dabei noch nie so leere Regierungsbänke erlebt (Abg. Belakowitsch: Stimmt ja nicht!); normalerweise sind sie voll besetzt. (Abg. Belakowitsch: Ich glaube, Sie haben ein bisschen Ihr Gedächtnis verloren! – Abg. Gudenus: Es gibt Bildschirme zum Zuschauen! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Mir ist lieber, die Bundesregierung arbeitet!) Wir haben uns auf Themenrunden verständigt, darauf, dass wir hier gewisse Themen debattieren, aber ich sehe keine Ministerinnen oder Minister, die sich an diesen Debatten beteiligen. Ich habe auch noch keine Wortmeldung vom Finanzminister oder vom Staatssekretär in der Redner-
Abg. Belakowitsch: Ich glaube, Sie haben ein bisschen Ihr Gedächtnis verloren! – Abg. Gudenus: Es gibt Bildschirme zum Zuschauen! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Mir ist lieber, die Bundesregierung arbeitet!
Zu dieser Budgetdebatte jetzt stellt sich mir schon eine Frage. Ich habe hier schon ganz, ganz viele Budgetdebatten erlebt, aber ich habe dabei noch nie so leere Regierungsbänke erlebt (Abg. Belakowitsch: Stimmt ja nicht!); normalerweise sind sie voll besetzt. (Abg. Belakowitsch: Ich glaube, Sie haben ein bisschen Ihr Gedächtnis verloren! – Abg. Gudenus: Es gibt Bildschirme zum Zuschauen! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Mir ist lieber, die Bundesregierung arbeitet!) Wir haben uns auf Themenrunden verständigt, darauf, dass wir hier gewisse Themen debattieren, aber ich sehe keine Ministerinnen oder Minister, die sich an diesen Debatten beteiligen. Ich habe auch noch keine Wortmeldung vom Finanzminister oder vom Staatssekretär in der Redner-
Abg. Belakowitsch: Könnten Sie jetzt einmal etwas Inhaltliches beitragen?
liste gefunden. Das ist sehr, sehr ungewöhnlich. (Abg. Belakowitsch: Könnten Sie jetzt einmal etwas Inhaltliches beitragen?)
Abg. Belakowitsch: Schulden, Schulden, Schulden!
Wenn zum Beispiel gesagt wird, wir hätten eine Trendwende, eine Trendwende in der österreichischen Budgetpolitik, weil jetzt etwas Neues erreicht werden konnte, es gäbe nämlich seit 65 Jahren das erste Mal so etwas wie einen Budgetüberschuss in Österreich, dann muss man sagen – ich habe das gestern auch schon gesagt –, gehen Sie nicht auf die Homepage der Sozialistischen Internationale, sondern auf die Homepage vom Wifo und schauen Sie sich dort die Budgetdaten an! Sie können sie dort bis in die 60er-Jahre zurückverfolgen und werden feststellen – oh! –, 1970, 1971, 1972, 1973, 1974 (Abg. Belakowitsch: Schulden, Schulden, Schulden!) gab es Budgetüberschüsse – Budgetüberschüsse! –, gesamtstaatliche Budgetüberschüsse.
Abg. Belakowitsch: Und dann? – Und dann ging es bergab, oder?
Bitte schauen Sie sich die Zahlen dahin gehend an (Abg. Belakowitsch: Und dann? – Und dann ging es bergab, oder?) – ich glaube, sie müssen ja nächste Woche präsentiert werden –, ob ein Schuldenabbau stattgefunden hat! Die Zahlen werden präsentiert, Insider kennen sie schon aus den Unterlagen, die im Parlament aufliegen. – Letztes Jahr sind die Schulden gesunken, nicht nur im Verhältnis zum BIP, sondern nominell. Die Verschuldung in Österreich ist 2017 gesunken! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Nicht nur in der Verkehrspolitik!
Also überall dort, wo die SPÖ in der Verkehrspolitik aktiv geworden ist, ist eher ein Trümmerhaufen übrig geblieben. (Abg. Belakowitsch: Nicht nur in der Verkehrspolitik!) Meine sehr geehrten Damen und Herren! In den letzten 94 Tagen ist es uns zumindest gelungen, einige dieser Trümmer wieder aufzuklauben und zusammenzukleben. Sie können versichert sein, dass wir noch entsprechende Erfolge präsentieren werden. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: ... auch international!
Ja, wir haben jetzt eine Hochkonjunktur, wir haben jetzt die Chance, ein Nulldefizit zu erreichen und Schulden abzubauen. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Diese Hochkonjunktur hat aber auch die Politik gebraucht, das heißt, wir schaffen ja nicht Beschäftigung, damit wir Hochkonjunktur haben, wir schaffen ja in der Politik nur die Rahmenbedingungen – egal, ob auf Bundes-, Landes- oder Gemeindeebene. (Abg. Belakowitsch: ... auch international!) Die Politik macht die Rahmenbedingungen. Wir haben jetzt mehr Beschäftigung. Mehr Beschäftigung heißt: mehr Einnahmen an Steuern, mehr Einnahmen an Abgaben. Mehr Beschäftigung heißt: weniger Ausgaben bei Sozialleistungen, weil die Leute länger im Job bleiben.
Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Jarolim: Sie sind besonders berufen für ...! – Abg. Belakowitsch – auf dem Weg zu ihrem Sitzplatz –: Herr Kollege Jarolim, da haben Sie recht!
Es müssen wieder die eigenen Staatsbürger im Vordergrund stehen, und es muss zunächst einmal die Leistung für die eigenen Staatsbürger sichergestellt werden. (Beifall bei der FPÖ.) Das ist unser Zugang, genau diesen Zugang werden wir leben, und den haben wir auch abgebildet. Ich brauche hier aber keine Angstschürerei vonseiten der SPÖ oder anderer Oppositionsparteien, dass Menschen alles verlieren werden, verhungern müssen. Sie werden sehen, es wird nicht passieren. Hören Sie auf mit der Angst- und Panikmache! (Zwischenruf der Abg. Ecker.) Das verunsichert die Menschen in diesem Land. (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Jarolim: Sie sind besonders berufen für ...! – Abg. Belakowitsch – auf dem Weg zu ihrem Sitzplatz –: Herr Kollege Jarolim, da haben Sie recht!)
Abg. Belakowitsch: Das war auch notwendig!
Auch zum Bereich Pflege kommt leider null in diesem Nulldefizitbudget. (Abg. Zanger: Kommt viel Geld!) Sie haben hier mit großer Mehrheit vor den Nationalratswahlen ein Wahlgeschenk beschlossen und den Pflegeregress für die Heimpflege abgeschafft. (Abg. Belakowitsch: Das war auch notwendig!) Die Familien, die zu Hause pflegen, bekommen null.
Abg. Belakowitsch: Sie haben überhaupt keine Ahnung, wovon Sie da reden!
Das heißt, Fördermaßnahmen für Personen, die über 50 Jahre und, da sie schwer wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden können, langzeitarbeitsuchend sind (Zwischenruf des Abg. Rädler), werden nun in keiner Weise mehr durch Maßnahmen gefördert. (Abg. Belakowitsch: Sie haben überhaupt keine Ahnung, wovon Sie da reden!)
Abg. Belakowitsch: Die haben wir schon!
Das kann zwar Ihre Wähler befeuern, Sie wieder zu wählen, aber das wird zu großen Problemen führen. (Abg. Belakowitsch: Die haben wir schon!) Es wird zu großen Problemen kommen, wenn Sie den Menschen nicht ermöglichen, sich integrieren zu können, Deutsch lernen zu können. (Abg. Zanger: Ihr habt alle ins Haus gelassen, das der Muchitsch gebaut hat! – Abg. Belakowitsch: Ihr habt die Grenzen geöffnet, jetzt haben wir die Probleme!)
Abg. Zanger: Ihr habt alle ins Haus gelassen, das der Muchitsch gebaut hat! – Abg. Belakowitsch: Ihr habt die Grenzen geöffnet, jetzt haben wir die Probleme!
Das kann zwar Ihre Wähler befeuern, Sie wieder zu wählen, aber das wird zu großen Problemen führen. (Abg. Belakowitsch: Die haben wir schon!) Es wird zu großen Problemen kommen, wenn Sie den Menschen nicht ermöglichen, sich integrieren zu können, Deutsch lernen zu können. (Abg. Zanger: Ihr habt alle ins Haus gelassen, das der Muchitsch gebaut hat! – Abg. Belakowitsch: Ihr habt die Grenzen geöffnet, jetzt haben wir die Probleme!)
Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Schieder: Was ist eigentlich das Gegenteil von einem Gutmenschen? – Abg. Belakowitsch: Ein guter Mensch!
Ich fordere Sie jetzt wirklich auf: Lesen Sie diese zwei Seiten! Überlegen Sie sich das noch einmal! Stimmen Sie zu (Heiterkeit bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz), denn mit dieser Zustimmung helfen Sie auch, den Kinder- und Jugendschutz in Österreich zu verbessern. – Vielen Dank. (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Schieder: Was ist eigentlich das Gegenteil von einem Gutmenschen? – Abg. Belakowitsch: Ein guter Mensch!)
Abg. Gudenus: Sie sind ein Schauspieler! – Abg. Rädler: Sie machen ja nur Theater! Sie machen uns Angst, Herr Strolz! Sie machen uns Angst! – Abg. Belakowitsch: Machen Sie sich nicht lächerlich!
Abgeordneter Mag. Dr. Matthias Strolz (fortsetzend): „Ich habe diesen Dienstag meine Mutter (auch sie hat geraucht) an Lungenkrebs verloren und werde sie heute zu Grabe tragen.“ (Abg. Gudenus: Sie sind ein Schauspieler! – Abg. Rädler: Sie machen ja nur Theater! Sie machen uns Angst, Herr Strolz! Sie machen uns Angst! – Abg. Belakowitsch: Machen Sie sich nicht lächerlich!) – Sie halten das für lächerlich? (Abg. Gudenus: Sie sind lächerlich! – Abg. Belakowitsch: Sie haben nichts zu sagen! – Abg. Stefan: Er hat ja nicht gewusst, dass ihre Mutter stirbt! – Abg. Gudenus:
Abg. Belakowitsch: Wo ist der Schellhorn? Er war gestern nicht da, er ist auch heute nicht da!
Zur Courage da drüben (auf die ÖVP-Fraktion weisend) ist, glaube ich, genug gesagt. Das Gesetz hat einige Fehler, die Sie nicht beheben. (Abg. Belakowitsch: Wo ist der Schellhorn? Er war gestern nicht da, er ist auch heute nicht da!) Ja, es wird in die Vereinsfreiheit eingegriffen. Dazu bringe ich einen Zusatzantrag ein, um das Gesetz dort zu bereinigen, wo es überschießend ist.
Abg. Belakowitsch: Nur euren sozioökonomischen Betrieben!
Das Zweite – ich habe es im Ausschuss schon gesagt –, was ihr da macht, ist: Ihr schwächt eure eigene Ministerin. Ihr nehmt eurer Ministerin Geld weg (Abg. Belakowitsch: Nur euren sozioökonomischen Betrieben!), und auf der anderen Seite freut sich der Finanzminister, dass er Zusatzgeld bekommt. So etwas tut man nicht! Ich weiß, mit der Koalition ist es schwierig (die Abgeordneten Lopatka und Rädler: Mit euch war es schwierig!), aber wenn man genau hinschaut, sieht man, dass genau das der entscheidende Fehler ist. (Ruf bei der ÖVP: Du irrst dich!)
Abg. Belakowitsch: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Eine einfache Rechnung – Volumen, nämlich Senkungsvolumen, dividiert durch die Anzahl der Betroffenen – ergibt 10 Euro im Monat, das sind 140 Euro im Jahr. (Abg. Haider: Ich glaube, der kennt die Bestimmungen nicht!) Das ist weit weg von den 300 Euro. Glauben Sie nicht der eigenen Propaganda (Ruf bei der ÖVP: Das stimmt ja gar nicht!), Sie können das einfach aufgrund der Regierungsvorlage nachrechnen! (Abg. Belakowitsch: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!) Es sind im Schnitt 10 Euro pro Monat. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Loacker.)
Abg. Belakowitsch: Wo haben Sie ein Problem damit?
Beim Thema Karenz stimmt es, dass immer mehr Männer in Karenz gehen, aber immer nur ein bis zwei Monate und zufällig immer im Sommer. Schaut man sich dann einen Monat wie zum Beispiel den April 2017 an (Abg. Wurm: Das ist eine freiwillige Partnerentscheidung!) – ich kann das auch den Männern von der FPÖ erklären –, so sieht man: Im April 2017 war von allen Personen, die das Kinderbetreuungsgeld in Anspruch genommen haben, der Anteil an Männern 4,3 Prozent. (Abg. Belakowitsch: Wo haben Sie ein Problem damit?) – Ich würde sagen, das ist keine partnerschaftliche Aufteilung. (Abg. Gudenus: Na und? Das ist Privatsache! – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wurm.)
Sitzung Nr. 19
Beifall bei NEOS und SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Zum Thema Digitalisierung: In jeder McDonald’s-Filiale kann ich mich ins WLAN einklinken; in den österreichischen Schulen schaffen wir das nicht, und das im Jahr 2019. – Wir schaffen es nicht! (Beifall bei NEOS und SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es ist doch lächerlich, dass jede McDonald’s-Filiale es schafft, aber die österreichischen Schulen es nicht schaffen, und dass wir Schlusslicht bei Glasfaser sind, dass wir diesbezüglich auch in diesem Budget null veranschlagt haben. Ich kann Ihnen auch da wieder eine Zahl nennen. Zum Thema Digitalisierung und Lehrerfortbildung hat der Herr Minister noch im Ausschuss gesagt: Ja, es wurde ohnehin etwas veranschlagt, nämlich 500 000 Euro – bei 120 000 Lehrern. Das sind 4 müde Euro pro Jahr pro Lehrer. 4 Euro?! – Das ist wirklich eine mächtige Offensive! (Heiterkeit und Beifall bei NEOS und SPÖ.) Damit kann er eine Dating-App herunterladen, mehr nicht! 4 Euro! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Nein, da schalten ... sie ab! – Abg. Rädler: In den Kinderzimmern ...!
In den Kinderzimmern ist die Digitalisierung angekommen (Abg. Belakowitsch: Nein, da schalten ... sie ab! – Abg. Rädler: In den Kinderzimmern ...!), aber nicht in Ihren Köpfen, und mit Ihrem Budget wird sie auch im Klassenzimmer nicht ankommen. Das ist ein echtes Problem.
Abg. Belakowitsch: Wir haben Kriegsspiele in der Moschee!
hatten vor 2015 mächtige Probleme in der Integration und wir haben sie heute. (Abg. Belakowitsch: Wir haben Kriegsspiele in der Moschee!) Und zu sagen, wir schneiden das jetzt mit dem Topf weg, das ist wirklich Zukunftsraub gegenüber diesen jungen Menschen. Da gibt es nur Verlierer, egal ob mit inländischen oder ausländischen Wurzeln. Da gibt es nur Verlierer, und Sie wissen das. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Aber sie haben ... in der Moschee!
Sie wissen aber auch, dass Sie mit Ihrer Art von Symbolpolitik einfach Ihr politisches Geschäftsmodell weiter aufrechterhalten, indem Sie schreien: Da gibt es einen Brand!, aber nicht bereit sind, diesen Brand zu löschen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie leben mit Ihrem politischen Geschäftsmodell von diesem Brand und Sie wollen ihn größer machen. (Abg. Belakowitsch: Aber sie haben ... in der Moschee!)
Beifall bei Liste Pilz und NEOS. – Abg. Belakowitsch: Ja, passt! Setzen! – Abg. Hammer: Reden Sie über das Wetter!
Ich würde nun gerne zum Positiven übergehen, aber mir fällt zu dem Budget jetzt nichts mehr ein. (Beifall bei Liste Pilz und NEOS. – Abg. Belakowitsch: Ja, passt! Setzen! – Abg. Hammer: Reden Sie über das Wetter!) Ich bin aber sehr gerne bereit, Sie zu unterstützen, wenn Sie sich trotzdem auf die Progressivität besonnen haben, sich besinnen und sich damit auseinandergesetzt haben, was das für Sie im Bildungsbereich bedeutet. Ich bin nämlich überzeugt davon, dass wir eine progressive Bildungspolitik, eine progressive Bildung brauchen und wir brauchen generell eine progressive Politik. (Beifall bei Liste Pilz und NEOS sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Sie haben es auch nicht können! – Abg. Rosenkranz: Aber wir schaffen das im Gegensatz zu Ihnen!
Abgeordneter Walter Bacher (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Hohes Haus! Herr Kollege Hauser, auch Regierung muss man können – Sie können es nicht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Sie haben es auch nicht können! – Abg. Rosenkranz: Aber wir schaffen das im Gegensatz zu Ihnen!)
Abg. Belakowitsch: Im Kindergarten?
Deshalb fragte ich Sie, Herr Bundesminister, wie hoch die finanziellen Mittel 2018/2019 für die Ausweitung der Digitalisierung im Unterricht an den österreichischen Schulen sind. – Die Antwort von Ihnen, dass nur für Bundesschulen, AHS, BMS, BHS, Budgets für Investitionen in diesem Bereich veranschlagt sind, irritiert ein wenig. Das spricht nicht für ein ganzheitliches Bildungskonzept, schließlich hat die Regierung noch vor Kurzem ganz stolz erklärt, dass nun die gesamte Bildung, inklusive Elementarbildung, auch in den Kindergärten, in einem Bildungsministerium zusammengefasst ist. Halten Sie digitale Bildung erst für Schülerinnen und Schüler ab 14 oder 15 Jahren für notwendig (Abg. Belakowitsch: Im Kindergarten?), weil nur in mittleren und höheren Schulen Mittel dafür budgetiert worden sind? Es gibt auch für die Berufsschulen kein Budget für digitale Bildung. Laut Ihrer Anfragebeantwortung sind Sie nicht zuständig, aber selbst wenn man sich die Finanzierung für die Berufsschulen mit den Ländern teilt, der Bildungsauftrag ist definitiv bei Ihnen zu suchen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die Damen und Herren der Bundesregierung reden permanent über die Leistungsträger: Wir müssen wieder Politik machen für die Leistungsträger, wir müssen für all jene da sein, die ins System einzahlen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie führen ab Herbst 2018 die Studiengebühren für die berufstätigen Studierenden ein. Da muss ich Sie aber schon fragen: Sind diese Studierenden, die nebenbei arbeiten gehen, für Sie vielleicht keine Leistungsträger und Leistungsträgerinnen? Zahlen die nicht ins System ein? (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Liste Pilz.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Winzig: Das ist der Retrostil der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Minus eins! – Weitere Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.
In diesem Sinne danke ich auch Ihnen sehr herzlich, Herr Bildungsminister, dass Sie mir zugehört haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Winzig: Das ist der Retrostil der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Minus eins! – Weitere Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Langsamer! Man versteht so schwer!
Abgeordneter Philip Kucher (SPÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Regierungsmitglieder! Hohes Haus! Herr Kollege Graf – wo sitzt er? –, dass ihr ein bisschen ein Problem mit der direkten Demokratie habt (Abg. Steger: Das habt ihr seit Jahren!) – die Frau Gesundheitsministerin ist ja anwesend –, das wissen wir seit der Raucherdebatte, wo ja die direkte Demokratie auch verhindert wird. Dass man jetzt dann aber auch versucht, die Österreichische Hochschülerschaft und studentische Wahlen einzuschränken (Abg. Belakowitsch: Langsamer! Man versteht so schwer!), und Sie vielleicht in Zukunft entscheiden möchten, wer in der ÖH den Vorsitz stellt – so wird es in Österreich nicht funktionieren. Ein bisschen demokratisches Grundverständnis sollten auch Sie haben. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Zinggl.)
Abg. Belakowitsch: Super, oder?
Zu den Pensionen: Wir haben gestern im Ministerrat vernommen, dass zur Kenntnis genommen wird, die Mindestpensionen, die Ausgleichszulage bei 480 Beitragsmonaten ab 2020 auf 1 200 Euro für Einzelpersonen zu erhöhen. (Abg. Belakowitsch: Super, oder?) 480 Beitragsmonate – Beitragsmonate bedeutet Arbeitsmonate –, das hört sich gut an, ist aber kaum treffsicher. (Abg. Belakowitsch: Warum wollen Sie es dann schon ab 2019? – Abg. Heinisch-Hosek: Wir wollen ja etwas dazu! – Ruf bei der SPÖ: Genau!)
Abg. Belakowitsch: Warum wollen Sie es dann schon ab 2019? – Abg. Heinisch-Hosek: Wir wollen ja etwas dazu! – Ruf bei der SPÖ: Genau!
Zu den Pensionen: Wir haben gestern im Ministerrat vernommen, dass zur Kenntnis genommen wird, die Mindestpensionen, die Ausgleichszulage bei 480 Beitragsmonaten ab 2020 auf 1 200 Euro für Einzelpersonen zu erhöhen. (Abg. Belakowitsch: Super, oder?) 480 Beitragsmonate – Beitragsmonate bedeutet Arbeitsmonate –, das hört sich gut an, ist aber kaum treffsicher. (Abg. Belakowitsch: Warum wollen Sie es dann schon ab 2019? – Abg. Heinisch-Hosek: Wir wollen ja etwas dazu! – Ruf bei der SPÖ: Genau!)
Abg. Belakowitsch: Wo ist jetzt der Unterschied?
Wenn Ihnen Sozialpolitik wirklich am Herzen liegt, stimmen Sie diesem Antrag zu! Kinder zu bekommen und Kinder zu erziehen darf beim Erwerb einer Mindestpension kein Nachteil sein, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Belakowitsch: Wo ist jetzt der Unterschied?)
Abg. Belakowitsch: Woher nehmen Sie denn das?
Sie verursachen durch die Streichung des Integrationsjahres zudem vorsätzlich eine staatlich verordnete Massenkündigung von bis zu 2 000 Menschen in privaten Bildungseinrichtungen, die aktuell Deutschkurse geben, die Kompetenzchecks durchführen, und, und, und. Sie streichen diesen 2 000 Menschen, 2 000 DeutschtrainerInnen, TrainerInnen, die Kompetenzchecks durchführen, und, und, und – wir sprechen da, für FPÖ und ÖVP so ausgedrückt, von österreichischen StaatsbürgerInnen –, den Job und damit die Lebensgrundlage, und das ohne mit der Wimper zu zucken. (Abg. Belakowitsch: Woher nehmen Sie denn das?) Ohne mit der Wimper zu zucken! Das sind offizielle Auskünfte des AMS und der GPA. (Abg. Belakowitsch: Ja wenn Sie das für bare Münze nehmen! – Abg. Deimek: Aha! – Abg. Neubauer: Das AMS-Budget ist einstimmig beschlossen worden!)
Abg. Belakowitsch: Ja wenn Sie das für bare Münze nehmen! – Abg. Deimek: Aha! – Abg. Neubauer: Das AMS-Budget ist einstimmig beschlossen worden!
Sie verursachen durch die Streichung des Integrationsjahres zudem vorsätzlich eine staatlich verordnete Massenkündigung von bis zu 2 000 Menschen in privaten Bildungseinrichtungen, die aktuell Deutschkurse geben, die Kompetenzchecks durchführen, und, und, und. Sie streichen diesen 2 000 Menschen, 2 000 DeutschtrainerInnen, TrainerInnen, die Kompetenzchecks durchführen, und, und, und – wir sprechen da, für FPÖ und ÖVP so ausgedrückt, von österreichischen StaatsbürgerInnen –, den Job und damit die Lebensgrundlage, und das ohne mit der Wimper zu zucken. (Abg. Belakowitsch: Woher nehmen Sie denn das?) Ohne mit der Wimper zu zucken! Das sind offizielle Auskünfte des AMS und der GPA. (Abg. Belakowitsch: Ja wenn Sie das für bare Münze nehmen! – Abg. Deimek: Aha! – Abg. Neubauer: Das AMS-Budget ist einstimmig beschlossen worden!)
Abg. Belakowitsch: Wofür gibt es die ...?
Würden Sie einer Kündigung dieser Größenordnung in der Privatwirtschaft gegenüberstehen, würde normalerweise – davon würde man normalerweise ausgehen und bisher war es auch so – in den Regierungsfraktionen hektische Betriebsamkeit ausbrechen. Nichts dergleichen geschieht aber jetzt! (Abg. Belakowitsch: Wofür gibt es die ...?) Wenn Sie das verursachen, wenn Sie das staatlich anordnen, dass bis zu 2 000 Menschen ihre Jobs im Bereich des Integrationsjahres gestrichen werden, dann ist von Sozialmaßnahmen nichts zu sehen. (Abg. Neubauer: Sie kennen sich nicht aus!) Ich merke nichts von Sozialmaßnahmen. Welche Maßnahmen setzen Sie, um diese Menschen nun vor der Arbeitslosigkeit zu bewahren oder sie umzubilden, auszubilden und zu fördern? (Abg. Belakowitsch: Doch nicht durch uns! Das sind Maßnahmen des AMS! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Das ist also Ihre Sozialpolitik!)
Abg. Belakowitsch: Doch nicht durch uns! Das sind Maßnahmen des AMS! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Das ist also Ihre Sozialpolitik!
Würden Sie einer Kündigung dieser Größenordnung in der Privatwirtschaft gegenüberstehen, würde normalerweise – davon würde man normalerweise ausgehen und bisher war es auch so – in den Regierungsfraktionen hektische Betriebsamkeit ausbrechen. Nichts dergleichen geschieht aber jetzt! (Abg. Belakowitsch: Wofür gibt es die ...?) Wenn Sie das verursachen, wenn Sie das staatlich anordnen, dass bis zu 2 000 Menschen ihre Jobs im Bereich des Integrationsjahres gestrichen werden, dann ist von Sozialmaßnahmen nichts zu sehen. (Abg. Neubauer: Sie kennen sich nicht aus!) Ich merke nichts von Sozialmaßnahmen. Welche Maßnahmen setzen Sie, um diese Menschen nun vor der Arbeitslosigkeit zu bewahren oder sie umzubilden, auszubilden und zu fördern? (Abg. Belakowitsch: Doch nicht durch uns! Das sind Maßnahmen des AMS! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Das ist also Ihre Sozialpolitik!)
Abg. Belakowitsch: Ja, ja, die in dem Bereich arbeiten!
Man muss bei der Analyse der Budgets 2018/2019 einfach zu dem Schluss kommen, dass diese Menschen wohl für die aktuelle Bundesregierung nicht im Fokus stehen und nicht so wichtig sind, wie sie das eigentlich sein sollten. Es sind Ihnen junge Menschen mit mangelnder Qualifizierung, Menschen, die wegen längerer Arbeitslosigkeit keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben und ältere Menschen, die arbeitslos sind, egal. Diese Menschen sind Ihnen einfach egal! (Abg. Schimanek: Ist ja gar nicht wahr!) Es sind Ihnen geflüchtete Menschen egal, die einen anerkannten Asylgrund haben und hier bleiben dürfen. Ja, und natürlich auch jene Menschen, die in diesem Bereich arbeiten. (Abg. Belakowitsch: Ja, ja, die in dem Bereich arbeiten!) Sie streichen einfach die Mittel.
Abg. Belakowitsch: Wer gehört denn zu diesem „wir“?
Daher stellen wir folgenden Antrag (Abg. Belakowitsch: Wer gehört denn zu diesem „wir“?):
Beifall bei der Liste Pilz. – Abg. Belakowitsch: Können wir nicht unterstützen!
Ich glaube, das ist ein zielführender Antrag. Es können damit die Maßnahmen, die man gesetzt hat, wirklich weitergeführt und weiter aufrechterhalten werden. Ich bitte um Zustimmung. – Danke sehr. (Beifall bei der Liste Pilz. – Abg. Belakowitsch: Können wir nicht unterstützen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ja, bitte, bitte, tun Sie es auch!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Kolleginnen und Kollegen! Es wäre so gut, wenn wir bei der Wahrheit bleiben könnten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ja, bitte, bitte, tun Sie es auch!) Es ist unglaublich! Wenn Sie Taferln hochhalten, dann sollten Sie vielleicht darüber nachdenken, warum gewisse Dinge in der Vergangenheit nicht passieren konnten. (Abg. Belakowitsch: Weil Sie nicht wollten!) Schauen Sie bitte zu Ihrem jetzigen Koalitionspartner! (Abg. Neubauer: Die Minister waren alle bei der SPÖ! Alle bei der SPÖ! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Wir haben das nicht allein bestimmen können, das wissen auch Sie. (Abg. Belakowitsch: Ja, wir haben es durchgesetzt ...!)
Abg. Belakowitsch: Weil Sie nicht wollten!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Kolleginnen und Kollegen! Es wäre so gut, wenn wir bei der Wahrheit bleiben könnten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ja, bitte, bitte, tun Sie es auch!) Es ist unglaublich! Wenn Sie Taferln hochhalten, dann sollten Sie vielleicht darüber nachdenken, warum gewisse Dinge in der Vergangenheit nicht passieren konnten. (Abg. Belakowitsch: Weil Sie nicht wollten!) Schauen Sie bitte zu Ihrem jetzigen Koalitionspartner! (Abg. Neubauer: Die Minister waren alle bei der SPÖ! Alle bei der SPÖ! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Wir haben das nicht allein bestimmen können, das wissen auch Sie. (Abg. Belakowitsch: Ja, wir haben es durchgesetzt ...!)
Abg. Belakowitsch: Ja, wir haben es durchgesetzt ...!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Kolleginnen und Kollegen! Es wäre so gut, wenn wir bei der Wahrheit bleiben könnten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ja, bitte, bitte, tun Sie es auch!) Es ist unglaublich! Wenn Sie Taferln hochhalten, dann sollten Sie vielleicht darüber nachdenken, warum gewisse Dinge in der Vergangenheit nicht passieren konnten. (Abg. Belakowitsch: Weil Sie nicht wollten!) Schauen Sie bitte zu Ihrem jetzigen Koalitionspartner! (Abg. Neubauer: Die Minister waren alle bei der SPÖ! Alle bei der SPÖ! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Wir haben das nicht allein bestimmen können, das wissen auch Sie. (Abg. Belakowitsch: Ja, wir haben es durchgesetzt ...!)
Abg. Belakowitsch: ... das ist falsch!
Zwei Richtigstellungen habe ich auch noch zu machen: Frau Kollegin Belakowitsch, Sie reden sich ja sowieso regelmäßig in einen Wirbel hinein, in dem ganz viel Neid, ganz viel Missgunst, ganz viel Hass vorkommt, und dann vergessen Sie, Frau Kollegin, dass Versicherungsjahre Beitragsjahre und Ersatzzeiten sind. Es ist also völlig korrekt, wie wir es benennen. – Sie haben gerade das Gegenteil behauptet. (Abg. Belakowitsch: ... das ist falsch!)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Herr Kollege Wöginger – er ist jetzt gerade nicht im Saal – hat sich ebenfalls in einen Wirbel hineingeredet und Dinge verwechselt oder vergessen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Der Verwaltungsrat des Arbeitsmarktservice bekommt ein Budget vorgelegt und kann maximal über dessen Verteilung abstimmen. Und wissen Sie, warum FSG-Gewerkschafter zugestimmt haben? – Weil es mehr für die Jugendbeschäftigung in diesem Budget gibt. (Abg. Belakowitsch: Na, schau!) – Ganz genau! Das war die zweite Richtigstellung! – Bleiben Sie bei der Wahrheit, wenn Sie hier heraußen stehen, das wäre für die Zuseherinnen und Zuseher viel, viel günstiger! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Na, schau!
Herr Kollege Wöginger – er ist jetzt gerade nicht im Saal – hat sich ebenfalls in einen Wirbel hineingeredet und Dinge verwechselt oder vergessen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Der Verwaltungsrat des Arbeitsmarktservice bekommt ein Budget vorgelegt und kann maximal über dessen Verteilung abstimmen. Und wissen Sie, warum FSG-Gewerkschafter zugestimmt haben? – Weil es mehr für die Jugendbeschäftigung in diesem Budget gibt. (Abg. Belakowitsch: Na, schau!) – Ganz genau! Das war die zweite Richtigstellung! – Bleiben Sie bei der Wahrheit, wenn Sie hier heraußen stehen, das wäre für die Zuseherinnen und Zuseher viel, viel günstiger! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Es passiert aber in der Schnelligkeit der Maßnahmen der Regierung, beim Hudeln passieren eben auch Fehler. Vizekanzler Strache hat eine Maßnahme gefordert, die wir noch vor der Wahl beschlossen haben, nämlich nach 30 Beitragsjahren den Tausender Mindestpension/Ausgleichszulage zu bekommen. Woran ist es gescheitert, dass wir die Ersatzzeiten mitbestimmen oder mitbeschließen konnten? – Wieder an der ÖVP (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), die damals mit uns in der Regierung war.
Abg. Belakowitsch: Wo sind die Baldrian?
Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Kolba. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Belakowitsch: Wo sind die Baldrian?)
Abg. Wurm: Das haben wir doch im Ausschuss erklärt! – Abg. Belakowitsch: ... versteht er nicht!
Das Budget sinkt von 5,6 Millionen auf 3,6 Millionen Euro im Jahr 2019. (Abg. Wurm: Das haben wir doch im Ausschuss erklärt! – Abg. Belakowitsch: ... versteht er nicht!) Ich glaube, ich habe Ihren Trick durchschaut. Sie können ganz offensichtlich zaubern. Der Trick ist ein berühmter Zaubertrick: Wasser aus Indien, dabei gießt der Magier aus einer Karaffe Wasser in ein Glas, das Glas ist voll, die Karaffe ist leer, und mit Simsalabim geht das noch einmal. Man nimmt wieder die Karaffe, gießt wieder ein Glas voll, und das geht dauernd so weiter. Das ist also ein Zaubertrick, der impliziert: Wasser – oder in unserem Fall die Budgetmittel im Konsumentenschutz – versiegt nie. (Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die Frau Bundesministerin hat gesagt, mit der Aktion 20 000 haben wir es geschafft, 4 400 Menschen in Beschäftigung zu bringen. Ich glaube, das sind Ergebnisse, da quatschen wir nicht, sondern da helfen wir den Menschen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ihr DDR-Modell!
Sie sparen nicht im System, Sie sparen bei den Menschen. Und das ist bei unserem Modell nicht der Fall. (Abg. Belakowitsch: Ihr DDR-Modell!) Ich halte das für eine wichtige Veränderung, man muss den Menschen ihre Würde zurückgeben. Auch bei der Pflege darf es nicht davon abhängen, wie viel Geld man hat, wenn man gepflegt wird. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Die Abgeordneten Belakowitsch, Schimanek und Haider: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Darüber freuen sich weder das AMS noch die Arbeiterkammer und am allerwenigsten die Arbeiterkammern Tirol und Vorarlberg. Sie können sich das vorstellen. Ich bitte daher zur Kenntnis zu nehmen, dass das keine Strukturen der SPÖ sind. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Die Abgeordneten Belakowitsch, Schimanek und Haider: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!)
Abg. Belakowitsch: Bitte bei der Wahrheit bleiben!
Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Vogl. – Bitte schön, Herr Abgeordneter. (Abg. Belakowitsch: Bitte bei der Wahrheit bleiben!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das ist kein Lesewettbewerb!
Wir brauchen wirksame Integrationsmaßnahmen für den Arbeitsmarkt, vor allen Dingen auch wieder spezielle Maßnahmen für Frauen, wie uns die Zahlen hier auch deutlich zeigen. Betriebe müssen dazu angehalten werden, Behinderte einzustellen und sich nicht permanent freizukaufen. Ich möchte hier als positives Beispiel die Arbeiterkammern anführen, die in allen Bundesländern die Pflichtzahl übererfüllen. (Abg. Hafenecker: Wie im Lesezirkel!) Die Wirtschaftskammer und die Ärztekammer zum Beispiel erfüllen diese Zahl hingegen nicht. Wie sollen Betriebe diese Zahl erfüllen, wenn sich schon die eigene Standesvertretung nicht damit anfreunden kann und ihnen auch kein gutes Beispiel dabei vorlebt? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das ist kein Lesewettbewerb!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Diese Liste könnte ich noch lange weiterführen. Es gibt so viele brandaktuelle Themen, die vor allem die Unterstützung für junge Menschen betreffen. Warum gehen Sie die nicht endlich an? – Ich weiß schon, dafür braucht es Geld, das Sie nicht bekommen haben, aber vielleicht gehen Sie halt noch einmal zum Herrn Kanzler und fragen ihn, vielleicht gibt er Ihnen etwas aus dem Körberlgeld. Er hat sich da ja einiges auf die Seite gelegt, um sich selbst zu inszenieren und sich selbst zu bewerben. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Macht nichts!
Ich möchte noch – leider Gottes ist auch mein zweiter hochgeschätzter Ansprechpartner und oberösterreichischer Abgeordnetenkollege Stöger nicht im Saal (Abg. Belakowitsch: Macht nichts!) – namens meines Klubobmannes eine kleine Mitteilung machen: Richtig ist natürlich, dass der durchaus wohlüberlegte Pflegeregress mit wunderbar fundierten Kostenschätzungen des Sozialministeriums gemeinsam beschlossen worden ist, die legistische Umsetzung hingegen darbt ein wenig vor sich hin. (Zwischenrufe der Abgeordneten Klaus Uwe Feichtinger und Loacker.) Es wäre gut gewesen, wenn wir Übergangs- und Schlussbestimmungen zustande gebracht hätten, die nicht wir mitverhandelt haben, dann hätten wir jetzt nicht Sozialhilfeverbände, die in manch ein Verfahren verwickelt sind.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Andreas Kollross (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuhörerinnen und Zuhörer auf der Galerie genauso wie vor den Fernsehgeräten! Herr Kollege Fürlinger, nur zu Ihrer Information: Es wurde nicht der Pflegeregress beschlossen, sondern dessen Abschaffung. Vielleicht beziehungsweise wahrscheinlich war das auch nur ein Freud’scher Versprecher von Ihnen, weil Sie im Herbst lieber den Pflegeregress als dessen Abschaffung beschlossen hätten. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Vortanzen? Was soll das?
Nun kann man darüber diskutieren, ob es 400 Millionen Euro, 500 Millionen Euro oder 600 Millionen Euro sind, das weiß man ja nicht ganz genau, dazu gibt es unterschiedliche Schätzungen, eines weiß man aber ganz genau: 100 Millionen Euro sind es auf keinen Fall, was die Kosten durch die Abschaffung des Pflegeregresses betrifft. Deshalb würde ich gerne ersuchen, dass uns Herr Wöginger und der Herr Finanzminister vielleicht einmal vortanzen, wie das funktioniert (Abg. Belakowitsch: Vortanzen? Was soll das?), dass man 100 Millionen Euro budgetiert und sagt, die Länder und die Gemeinden sollen nicht belastet werden, aber gleichzeitig nicht sagt, wie das funktioniert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ihr wart aber dabei, ihr habt mitgestimmt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ihr wart aber dabei, ihr habt mitgestimmt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Nun kann man darüber diskutieren, ob es 400 Millionen Euro, 500 Millionen Euro oder 600 Millionen Euro sind, das weiß man ja nicht ganz genau, dazu gibt es unterschiedliche Schätzungen, eines weiß man aber ganz genau: 100 Millionen Euro sind es auf keinen Fall, was die Kosten durch die Abschaffung des Pflegeregresses betrifft. Deshalb würde ich gerne ersuchen, dass uns Herr Wöginger und der Herr Finanzminister vielleicht einmal vortanzen, wie das funktioniert (Abg. Belakowitsch: Vortanzen? Was soll das?), dass man 100 Millionen Euro budgetiert und sagt, die Länder und die Gemeinden sollen nicht belastet werden, aber gleichzeitig nicht sagt, wie das funktioniert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ihr wart aber dabei, ihr habt mitgestimmt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich frage mich, wie das seitens des Finanzministers funktioniert, dass er weiß – oder angeblich weiß –, dass hier etwas ausgegeben werden muss, nämlich 400 Millionen Euro oder 500 Millionen Euro laut Klubobmann Wöginger, er aber nur 100 Millionen Euro budgetiert hat. Oder wurde uns hier ein Budget vorgelegt, das von Haus aus nicht stimmt? Anders kann es ja nicht sein. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Hier wurde von Haus aus ein Budget vorgelegt, das, wenn das stimmt, was Herr Wöginger sagt, nämlich dass die Gemeinden und die Länder nicht zur Kasse gebeten werden, falsche Zahlen hat.
Sitzung Nr. 25
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
be Deutsch beim Spielen im Park gelernt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und nicht separiert, nicht in einer anderen Klasse. Kann ich Deutsch? (Ja-Rufe und demonstrativer Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz. – Heiterkeit bei der ÖVP.) Und wie habe ich es gelernt? – Nicht so, Herr Minister! (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Welche Maßnahmen?
Ich war diejenige, die bei den Pisa-Ergebnissen und allen anderen Ergebnissen gesagt hat, dass das inakzeptabel ist. Und ich habe Maßnahmen gesetzt (Abg. Belakowitsch: Welche Maßnahmen?), Maßnahmen auf vielerlei Ebenen (Abg. Belakowitsch: Welche Maßnahmen?), die Sie nun alle einfach ohne Evaluierung vom Tisch wischen und von denen Sie behaupten (Zwischenrufe bei der FPÖ), dass alles schlecht war.
Abg. Belakowitsch: Welche Maßnahmen?
Ich war diejenige, die bei den Pisa-Ergebnissen und allen anderen Ergebnissen gesagt hat, dass das inakzeptabel ist. Und ich habe Maßnahmen gesetzt (Abg. Belakowitsch: Welche Maßnahmen?), Maßnahmen auf vielerlei Ebenen (Abg. Belakowitsch: Welche Maßnahmen?), die Sie nun alle einfach ohne Evaluierung vom Tisch wischen und von denen Sie behaupten (Zwischenrufe bei der FPÖ), dass alles schlecht war.
Abg. Belakowitsch: Das ist ja nicht lapidar, wenn sie den Finanzminister fragt!
In meiner Anfrage ist auch die Frage nach dem Kontrollplan enthalten, Frau Ministerin, welcher ab 2018 gesetzlich vorgeschrieben ist. Es handelt sich dabei um den zentralen Plan für die Arbeit der Finanzpolizei, geregelt im § 69 des Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetzes. Ihre lapidare Antwort, Frau Ministerin, darauf war, dass Sie sich erst einmal mit dem Finanzminister verständigen müssen und das dann intern vorbereiten werden. (Abg. Belakowitsch: Das ist ja nicht lapidar, wenn sie den Finanzminister fragt!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Frau Ministerin! Als Zuständige für die Bereiche Arbeit und Soziales tragen Sie die Verantwortung. Präsentieren Sie uns doch endlich auch Lösungen dazu! Sprechen Sie doch bitte auch einmal mit Ihrem Ministerkollegen, dem Finanzminister, über die Ausstattung der Mitarbeiter bei der Finanzpolizei. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es gibt so viele so toll ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die hervorragende Arbeit leisten. Lassen Sie ihnen auch die Wertschätzung zukommen, und statten Sie sie mit der bestmöglichen Schutzausrüstung aus, denn die tägliche Arbeit zeigt, wie gefährlich auch dieser Job ist! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: ... peinlich, was Sie hier treiben!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: ... peinlich, was Sie hier treiben!
Frau Ministerin! Als Zuständige für die Bereiche Arbeit und Soziales tragen Sie die Verantwortung. Präsentieren Sie uns doch endlich auch Lösungen dazu! Sprechen Sie doch bitte auch einmal mit Ihrem Ministerkollegen, dem Finanzminister, über die Ausstattung der Mitarbeiter bei der Finanzpolizei. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es gibt so viele so toll ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die hervorragende Arbeit leisten. Lassen Sie ihnen auch die Wertschätzung zukommen, und statten Sie sie mit der bestmöglichen Schutzausrüstung aus, denn die tägliche Arbeit zeigt, wie gefährlich auch dieser Job ist! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: ... peinlich, was Sie hier treiben!)
Abg. Belakowitsch: Na ja, wenn ich in den Wiener Gemeindebau hineinschaue - -!
Frau Ministerin! Wir haben in Österreich sozialen Frieden, wir haben ihn noch, weil wir (Abg. Belakowitsch: Na ja, wenn ich in den Wiener Gemeindebau hineinschaue - -!) eine tolle Sozialgesetzgebung haben, die Sie geerbt haben. Wir haben Kollektivverträge und vieles mehr.
Abg. Kassegger: ... seit Jahren erklärt! – Abg. Belakowitsch: ... seit Jahren gesagt!
Die Kontrollbehörde der Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse, die Soko Bau, hat im Vorjahr 1 800 ausländische Firmen auf den Baustellen überprüft. 799 davon haben ihre Arbeitnehmer nicht richtig bezahlt. Jedes zweite Unternehmen, das aus der Europäischen Union nach Österreich kommt, zahlt falsch, und deswegen ist das nicht nur eine nationale, sondern eine europäische Problematik. Deswegen ist es auch so wichtig, dass wir gemeinsam - - (Abg. Kassegger: Seit Jahren haben wir das gesagt!) – Vollkommen richtig! Wir haben immer gesagt, es wird nicht leicht werden, aber eines muss man jetzt sagen: Die EU war bisher auf beiden Augen blind. (Abg. Kassegger: ... seit Jahren erklärt! – Abg. Belakowitsch: ... seit Jahren gesagt!)
Abg. Belakowitsch: Darum sind sie auch groß!
Es geht um diese Abschottungspolitik des österreichischen Wirtschaftsraumes vom Rest der Europäischen Union. An dieser Abschottung arbeiten die drei großen Parteien gemeinsam. (Abg. Belakowitsch: Darum sind sie auch groß!) Es kann schon sein, dass Populismus kurzfristig zu Erfolg führt, langfristig glauben wir daran, dass das sachlich Richtige zum Erfolg führt. (Beifall bei den NEOS.)
Sitzung Nr. 27
Abg. Belakowitsch: „Falter“, ja eh! – Abg. Zanger: Qualitätsmedium!
Viele Medien – das waren der „Falter“ (Abg. Belakowitsch: „Falter“, ja eh! – Abg. Zanger: Qualitätsmedium!), das „Profil“, „Der Standard“, der „Kurier“, die „Wiener Zeitung“, „Die Presse“ – haben in den letzten Wochen Unglaubliches zutage gefördert (Abg. Höbart: Die Arbeiterkammer wahrscheinlich auch!), was Sie in dieser Republik gemacht haben, was da passiert ist.
Abg. Belakowitsch: Herr Klenk ...!
Mittlerweile wissen wir: Diese Daten sind beschlagnahmt worden (Ruf bei der FPÖ: Woher? – Abg. Herbert: Weil sie auf externen Festplatten gespeichert waren!) – und nicht ein paar wenige, und nicht die Informationen von ein paar Tagen, von ein paar Wochen oder von ein paar Monaten. (Abg. Belakowitsch: Herr Klenk ...!) Alle Informationen, die Österreich von befreundeten Geheimdiensten bekommen hat, von zumindest drei Jahren sind beschlagnahmt worden und haben das BVT verlassen. (Ruf bei der FPÖ: Was machen sensible Daten auf ...!) Das ist ein Super-GAU für die Sicherheit aller Österreicherinnen und Österreicher. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der NEOS sowie des Abg. Noll.)
Abg. Belakowitsch: Was denn noch?
Aber das war ja nicht alles. (Abg. Belakowitsch: Was denn noch?) Wenn die Ohren unserer PolizistInnen, unserer Geheimdienstmitarbeiter die Informationen, die wir aus dem Ausland bekommen, sind, dann sind die Augen die Informationen, die wir im Inland bekommen – von Spitzeln, von Maulwürfen, von Informanten, die wir bezahlen. Auch deren Informationen, deren Namen et cetera werden in einer Datenbank gespeichert, diese nennt sich Zentrale Quellenbewirtschaftung – und auch diese ist beschlagnahmt worden, auch diese hat das BVT verlassen. (Abg. Herbert: Was machen solche Daten auf privaten Festplatten, auf privaten Datenträgern?)
Die Abgeordneten Belakowitsch und Herbert: „Falter“, zum Beispiel!
Die verdeckten Ermittler sind jene, die die gefährlichste Polizeiarbeit in Österreich machen. Das sind jene, die sich in kriminelle Organisationen einschleusen, das sind jene, die tagtäglich ihr Leben riskieren – für uns, für unsere Sicherheit. Deren Namen sind bereits in falschen Händen. (Die Abgeordneten Belakowitsch und Herbert: „Falter“, zum Beispiel!) Es geht nicht nur um ihre Namen (Zwischenruf des Abg. Neubauer), sondern teilweise sind, weil Hausdurchsuchungen stattgefunden haben und dokumentiert wurden, ihre Adressen in falsche Hände geraten, die Grundrisse ihrer Wohnungen, die Fotos ihrer Schlafzimmer, selbst die Fotos der Kinderzimmer, die sind außer Kon-
Abg. Belakowitsch: Und die sind zu Ihnen gekommen?!
Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Angst: Sie haben Angst um ihre persönliche Sicherheit, sie haben Angst - - (Abg. Belakowitsch: Und die sind zu Ihnen gekommen?!) – Sie brauchen sich jetzt nicht lustig zu machen, das ist ein ernstes Thema, Kollegin! (Beifall bei der SPÖ. – Mah-Ruf des Abg. Rosenkranz. – Abg. Gudenus: Das sagen genau Sie? Das ist ein Missbrauch des Parlaments!) Sie haben Angst um ihre persönliche Sicherheit und sie haben Angst um die Sicherheit ihrer Familien.
Abg. Belakowitsch: Aber Sie haben sicher die Antwort schon gefunden!
Ein Gedanke lässt mich seit Tagen nicht los, und ich stelle mir seit Tagen eine Frage (Ruf bei der FPÖ: Was macht der da vorne? – Heiterkeit bei der FPÖ – Abg. Höbart: Was macht der da vorne? – Genau!): Wieso macht Bundesminister Kickl das? (Abg. Belakowitsch: Aber Sie haben sicher die Antwort schon gefunden!) Wieso riskiert er die Sicherheit von uns allen? Wieso riskiert er die Sicherheit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der Polizistinnen und Polizisten? (Abg. Hauser: Die Sicherheit steigt!) Wieso blamiert er uns als Österreich international am Vorabend der Präsidentschaft? (Abg. Belakowitsch: Sagen Sie uns die Antwort! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Sagen Sie uns die Antwort! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ein Gedanke lässt mich seit Tagen nicht los, und ich stelle mir seit Tagen eine Frage (Ruf bei der FPÖ: Was macht der da vorne? – Heiterkeit bei der FPÖ – Abg. Höbart: Was macht der da vorne? – Genau!): Wieso macht Bundesminister Kickl das? (Abg. Belakowitsch: Aber Sie haben sicher die Antwort schon gefunden!) Wieso riskiert er die Sicherheit von uns allen? Wieso riskiert er die Sicherheit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der Polizistinnen und Polizisten? (Abg. Hauser: Die Sicherheit steigt!) Wieso blamiert er uns als Österreich international am Vorabend der Präsidentschaft? (Abg. Belakowitsch: Sagen Sie uns die Antwort! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Ja, genau!
Das einzige Motiv, das irgendwie stringent ist und mit dem ich mir das erklären kann, ist: weil er eben die Ermittlungen des BVT gegen die Rechtsextremen in der FPÖ (Abg. Belakowitsch: Ja, genau!) und auch gegen die Rechtsextremen in seinem eigenen Büro stoppen will. Das ist das, was Sie hier tun! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rosenkranz: Das ist unfassbar! – Abg. Belakowitsch: Das ist unfassbar, was Sie da erzählen! Das trauen Sie sich nur, weil Sie immun sind!
Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind mit dem Rammbock unter dem Arm ins BVT einmarschiert und haben geholfen, alle Unterlagen, auch jene über laufende Ermittlungen (Abg. Rosenkranz: Das ist unfassbar! – Abg. Belakowitsch: Das ist unfassbar, was Sie da erzählen! Das trauen Sie sich nur, weil Sie immun sind!), die es gegen
Abg. Belakowitsch: Was Sie alles wissen!
Jetzt werden jene Personen, die diese Ermittlungen durchgeführt haben, die jeden Tag nur ihren Job gemacht haben, bedroht, dass ihnen etwas angehängt wird, oder sie gehen ganz schnell in Pension. – Das ist der Grund, wieso Sie das machen. (Abg. Belakowitsch: Was Sie alles wissen!) Das Verwerfliche, sage ich Ihnen, daran ist, dass Sie für diese parteipolitischen Gründe die Sicherheit aller Österreicherinnen und Österreicher gefährden, weil unsere Polizisten bei der Terrorismusabwehr jetzt keine Informationen aus dem Ausland mehr bekommen und es wesentlich schwieriger wird, Informationen von Spitzeln und Maulwürfen zu bekommen. (Abg. Belakowitsch: Das haben Sie schon gesagt! Sie wiederholen sich!)
Abg. Belakowitsch: Das haben Sie schon gesagt! Sie wiederholen sich!
Jetzt werden jene Personen, die diese Ermittlungen durchgeführt haben, die jeden Tag nur ihren Job gemacht haben, bedroht, dass ihnen etwas angehängt wird, oder sie gehen ganz schnell in Pension. – Das ist der Grund, wieso Sie das machen. (Abg. Belakowitsch: Was Sie alles wissen!) Das Verwerfliche, sage ich Ihnen, daran ist, dass Sie für diese parteipolitischen Gründe die Sicherheit aller Österreicherinnen und Österreicher gefährden, weil unsere Polizisten bei der Terrorismusabwehr jetzt keine Informationen aus dem Ausland mehr bekommen und es wesentlich schwieriger wird, Informationen von Spitzeln und Maulwürfen zu bekommen. (Abg. Belakowitsch: Das haben Sie schon gesagt! Sie wiederholen sich!)
Abg. Belakowitsch: Das haben Sie jetzt das vierte Mal gesagt!
Sie riskieren die Sicherheit Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denn die sind mit Namen, teilweise mit Adressen, mit den Grundrissen ihrer Wohnungen im Akt. Das riskieren Sie dabei, und Sie blamieren Österreich am Vorabend der EU-Präsidentschaft. (Abg. Belakowitsch: Das haben Sie jetzt das vierte Mal gesagt!)
Abg. Herbert: Bei wem melden sich diese Mitarbeiter? – Abg. Belakowitsch: Melden sich die bei Ihnen?
Die Botschaft, die Sie überbringen wollten, war: Keiner soll sicher sein! Wir können in euer Wohnzimmer kommen, wir können euch jederzeit kriminalisieren! – Das war die Botschaft, die Sie überbringen wollten, und die ist auch angekommen. Sie hebeln mit der Brechstange die Selbstzensur in die Sicherheitsdienste, auch um den Preis der völligen Verunsicherung. Keiner soll mehr aufmucken gegen die FPÖ – das ist das Ziel hinter diesen Maßnahmen, und es ist ein Stück weit auch gelungen, es zu erreichen, wie man feststellen muss, wenn man sieht, wie verschüchtert, wie bedroht sich auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fühlen. Wenn sich der Reihe nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter melden und sagen: Ich fühle mich in meiner leiblichen, körperlichen Integrität bedroht (Abg. Herbert: Bei wem melden sich diese Mitarbeiter? – Abg. Belakowitsch: Melden sich die bei Ihnen?), ich bin an Leib und Leben bedroht!, dann ist das die Wahrnehmung der Mitarbeiter, und das sollten Sie nicht vom Tisch wischen. (Abg. Belakowitsch: Bei Ihnen melden sich die Mitarbeiter?)
Abg. Belakowitsch: Bei Ihnen melden sich die Mitarbeiter?
Die Botschaft, die Sie überbringen wollten, war: Keiner soll sicher sein! Wir können in euer Wohnzimmer kommen, wir können euch jederzeit kriminalisieren! – Das war die Botschaft, die Sie überbringen wollten, und die ist auch angekommen. Sie hebeln mit der Brechstange die Selbstzensur in die Sicherheitsdienste, auch um den Preis der völligen Verunsicherung. Keiner soll mehr aufmucken gegen die FPÖ – das ist das Ziel hinter diesen Maßnahmen, und es ist ein Stück weit auch gelungen, es zu erreichen, wie man feststellen muss, wenn man sieht, wie verschüchtert, wie bedroht sich auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fühlen. Wenn sich der Reihe nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter melden und sagen: Ich fühle mich in meiner leiblichen, körperlichen Integrität bedroht (Abg. Herbert: Bei wem melden sich diese Mitarbeiter? – Abg. Belakowitsch: Melden sich die bei Ihnen?), ich bin an Leib und Leben bedroht!, dann ist das die Wahrnehmung der Mitarbeiter, und das sollten Sie nicht vom Tisch wischen. (Abg. Belakowitsch: Bei Ihnen melden sich die Mitarbeiter?)
Beifall bei der Liste Pilz. – Zwischenrufe der Abgeordneten Rosenkranz und Belakowitsch.
Gerade deshalb ist es so wichtig (Zwischenrufe bei der FPÖ), dass es parlamentarische Kontrolle und dass es diesen Untersuchungsausschuss gibt (Abg. Rosenkranz: Der Immunitätsflüchtling!), bei dem alle Abgeordneten der Opposition gemeinsam für Aufklärung sorgen werden. (Beifall bei der Liste Pilz. – Zwischenrufe der Abgeordneten Rosenkranz und Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es geht um die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher. Die Österreicherinnen und Österreicher wissen, dass es die Gefahren des Rechtsextremismus gibt, dass es die Gefahren vonseiten des Dschihadismus und des radikalen politischen Islams gibt. (Abg. Rosenkranz: Und?) Sie wissen heute auch eines: Es gibt keinen Verfassungsschutz, auf den wir uns verlassen können. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das Extremismusreferat ist durch den freiheitlichen Überfall auf das BVT ruiniert worden (Abg. Rosenkranz: Fehlt da was?), es ist handlungsunfähig. Das BVT ist nicht in der Lage, uns zu schützen, weil es nicht in der Lage ist, aufzuklären. Sie, Herr Bundesminister Kickl, verantworten das (Zwischenruf bei der FPÖ), Sie gemeinsam mit der EGS und den freiheitlichen Funktionären im Innenministerium! (Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
So, und nun sage ich zum ersten Mal in meinem Leben etwas Positives über Dr. Schüssel – in politischer Hinsicht –: Dr. Schüssel war im Jahr 2000 mit einer freiheitlichen Forderung konfrontiert, denn Jörg Haider hat von ihm verlangt: Wir wollen das Innenministerium für die FPÖ! – Schüssel hat damals in den Koalitionsverhandlungen gesagt: Nein, die Freiheitliche Partei kann alles Mögliche haben (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) – und leider haben Sie das Finanzministerium gekriegt und gewaltigen Schaden angerichtet (Abg. Höbart: Peter Pilz war bei den Verhandlungen dabei!) –, aber das Innenministerium bekommen Freiheitliche mit ihren Kontakten in den organisierten Rechtsextremismus hinein nicht! (Zwischenruf des Abg. Martin Graf.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordnete Angela Lueger (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Die Damen und Herren Staatssekretäre! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte meinen Schwerpunkt auf die Kolleginnen und Kollegen, die bei Ihnen im BVT arbeiten müssen – zuerst durften, nun müssen –, legen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Reden Sie einmal! Sie lesen alles runter!
Abgeordnete Dr. Stephanie Krisper (NEOS): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Innenminister! Alle Befürchtungen, die die NEOS in der Causa hatten, haben sich bestätigt. (Abg. Belakowitsch: Reden Sie einmal! Sie lesen alles runter!) Ich bin wirklich wütend, auch aufgrund Ihrer heutigen Antworten, die das Ganze noch schlimmer erscheinen lassen. Ich bin auch wütend auf Bundeskanzler Kurz, der sich zur Causa nicht äußert, sondern durch die Welt reist. (Abg. Rosenkranz: Eine Wutbürgerin!)
Sitzung Nr. 28
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Bösch: Zur Geschäftsbehandlung!
Es geht nicht, dass der Innenminister sagt, dass das „nur unter dem Deckmantel der Immunität“ geschieht. Die Immunität ist kein Deckmantel, sehr geehrte Damen und Herren, die Immunität ist ein parlamentarisches Recht. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Bösch: Zur Geschäftsbehandlung!) Es geht nicht, dass der Innenminister zum Abgeordneten Krainer sagt: Sie schauen so aus, als ob Sie seit vielen Wochen nicht geschlafen hätten. Das ist ein Umgangston eines Bundesministers gegenüber einem frei gewählten Abgeordneten, wobei es meiner Meinung nach in Ihrer Kompetenz liegt, Herr Präsident, diesen bezüglich der Würde des Hauses zu richten. (Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz.)
Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Gudenus.
Das Zweite, das mir auch wichtig wäre, was mir im Zusammenhang mit Ordnungsrufen in der letzten Sitzung auch aufgefallen ist, ist Folgendes: Herr Klubobmann Rosenkranz hat für einen Zwischenruf einen Ordnungsruf bekommen und hat sich daraufhin für diesen Ordnungsruf bedankt. Es ist zumindest meines Wissens so, dass wir uns in der Präsidiale grundsätzlich darauf geeinigt haben, dass wir uns nicht für Ordnungsrufe bedanken, da das der Idee des Ordnungsrufes einigermaßen widerspricht. (Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Gudenus.) Das ist auch etwas, was wir in Zukunft in der Präsidiale wieder ansprechen sollten. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)
Abg. Rosenkranz: Da brauchen Sie nur die Rede lesen! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wenn Abgeordneter Rosenkranz die Kritik am Innenminister mit Unflätigkeit verwechselt, dann soll er dafür Beispiele bringen, was an der Kritik für dieses Haus denn unwürdig war. (Abg. Rosenkranz: Da brauchen Sie nur die Rede lesen! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Der Pilz ist ...!
Die ÖVP ist heute – das klingt ja fast schablonenhaft – die Partei der großen Vermögen, der großen Investitionen, der großen Einkommen und der großen Konzerne. – Na was ist mit dem Finanzminister, wenn er nach Brüssel fährt und versucht, die Besteuerung der internationalen Konzerne zu verhindern? (Abg. Belakowitsch: Der Pilz ist ...!)
Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das ist falsch!
Im Zusammenhang mit dem Sozialbetrug, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, haben Sie erklärt, Ihr heutiger Minister Hofer noch vor einem Jahr: Den Sozialbetrügern muss es an den Kragen gehen. Jetzt wird das Kumulationsprinzip abgeschafft, ist schon abgeschafft. Wenn Sie bei 1 000 Mitarbeitern Sozialbetrug organisieren, zahlen Sie eine Bagatellstrafe von 844 Euro – eine Einladung der Freiheitlichen Partei, auf Kosten der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen Sozialbetrug zu organisieren. (Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das ist falsch!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Was ist mit den Lehrlingen? (Abg. Kassegger: Was ist mit den Arbeitslosenzahlen und den Beschäftigungszahlen, Herr Pilz?) – Die Lehrlingsentschädigungen, die Berufsausbildungsentschädigungen bei überbetrieblicher Ausbildung werden um mehr als die Hälfte gekürzt – die Freiheitliche Partei gegen die Lehrlinge. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Was wissen Sie schon von Familien?
Und was ist mit den sonstigen Versprechen? 12-Stunden-Tag? (Abg. Gudenus: Fragen Sie den Kern!) Zum 12-Stunden-Tag hat es von H.-C. Strache noch geheißen: asozial, leistungsfeindlich! – Und heute: Freiheitliche Partei für den 12-Stunden-Tag, mit dem Ziel, dass es anstelle von Familien, die sich mit ihren Kindern untertags noch regelmäßig treffen können, jetzt Tagesrandfamilien gibt. (Abg. Belakowitsch: Was wissen Sie schon von Familien?) Die Familienpartei FPÖ: die Partei der 12-Stunden-Arbeitstag-Tagesrandfamilien. (Beifall bei der Liste Pilz. – Abg. Kitzmüller: Alles falsch! Komplett falsch!)
Beifall bei der Liste Pilz sowie des Abg. Jarolim. – Abg. Belakowitsch: Jetzt müssen Sie schon selber lachen!
Reden wir doch über Volksabstimmungen, reden wir über Ceta, reden wir über gebrochene Wahlversprechen! (Zwischenruf des Abg. Stefan.) Wenn es etwas gibt, worauf sich die Österreicherinnen und Österreicher verlassen können, dann ist das Folgendes: Ein Versprechen der Freiheitlichen Partei ist die Garantie, dass dieses Versprechen gebrochen wird! – Und das ist das Entscheidende. (Beifall bei der Liste Pilz sowie des Abg. Jarolim. – Abg. Belakowitsch: Jetzt müssen Sie schon selber lachen!)
Abg. Belakowitsch: Wie kann das sein nach der SPÖ-Regierung?
Es sind 46 000 Kinder, die das tagtäglich in Österreich betrifft und die unter diesen Zuständen wirklich leiden. (Abg. Belakowitsch: Wie kann das sein nach der SPÖ-Regierung?) Das ist eigentlich unerträglich, und die Bundesregierung schaut zu und öffnet unverschämt diese Schere der Armut noch weiter (neuerlicher Zwischenruf der
Abg. Zinggl: Zur Sache, Herr Kollege! – Abg. Belakowitsch: Das ist zur Sache! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich bin wirklich froh, dass Sie – im Rahmen Ihres Gerichtsverfahrens hat man von Ihrer Erkrankung gehört – genesen sind, dass Sie hier sind. (Abg. Zinggl: Zur Sache, Herr Kollege! – Abg. Belakowitsch: Das ist zur Sache! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Mit dieser Art und Weise können Sie keinesfalls den moralischen Anspruch erheben, uns oder dieser Regierung in irgendeiner Weise etwas vorzuschreiben. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Der Arbeiterkammer!
Ich finde es ja interessant und freue mich schon auf die Ausführungen der Kollegin und des Kollegen der Liste Pilz, die laut Rednerliste nach mir noch sprechen werden. Der Erste ist Herr Klubobmann Rossmann. Das ist derjenige, der jetzt gemeinsam mit Herrn Zinggl doch insoweit auf das Klubobmanngehalt verzichtet hat, als dass er mit nur der Hälfte des Aufstockungsbetrags zufrieden ist. (Ruf bei der SPÖ: Was hat das mit ...?) Dazu bezieht er noch eine Pension (Abg. Belakowitsch: Der Arbeiterkammer!) von 5 000 Euro brutto von der Arbeiterkammer. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Na ja, wir sind das Parlament! Das ist die Aufgabe des Parlaments!
Ja, im Parlament ist es noch schlimmer geworden. Wir haben Fristsetzungen der Regierungsparteien, die Ausschussvorsitzende zwingen, einen Ausschuss einzuberufen, obwohl er eigentlich vorher nie die Möglichkeit hatte, das überhaupt zu tun. Wir hören auf mit Begutachtungen. Es gibt immer mehr Initiativanträge der Regierungsparteien, damit ja kein öffentlicher Diskurs geführt wird. (Abg. Belakowitsch: Na ja, wir sind das Parlament! Das ist die Aufgabe des Parlaments!) – Frau Kollegin Belakowitsch, es ist schon grundsätzlich so, dass an und für sich Regierungsvorlagen begutachtet werden sollten und dass man nicht versucht, über die Hintertür - - (Abg. Belakowitsch: Wenn fünf Abgeordnete ...! – Abg. Rosenkranz: Das ist auch ein neuer Stil! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Na selbstverständlich dürfen Sie etwas einbringen! Sie wissen aber auch, dass das in der Regel nicht von Ihnen geschrieben wird, sondern von einem Ministerium. Damit wird versucht, das dann über die Hintertür im Parlament einzubringen.
Abg. Belakowitsch: Wenn fünf Abgeordnete ...! – Abg. Rosenkranz: Das ist auch ein neuer Stil! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ja, im Parlament ist es noch schlimmer geworden. Wir haben Fristsetzungen der Regierungsparteien, die Ausschussvorsitzende zwingen, einen Ausschuss einzuberufen, obwohl er eigentlich vorher nie die Möglichkeit hatte, das überhaupt zu tun. Wir hören auf mit Begutachtungen. Es gibt immer mehr Initiativanträge der Regierungsparteien, damit ja kein öffentlicher Diskurs geführt wird. (Abg. Belakowitsch: Na ja, wir sind das Parlament! Das ist die Aufgabe des Parlaments!) – Frau Kollegin Belakowitsch, es ist schon grundsätzlich so, dass an und für sich Regierungsvorlagen begutachtet werden sollten und dass man nicht versucht, über die Hintertür - - (Abg. Belakowitsch: Wenn fünf Abgeordnete ...! – Abg. Rosenkranz: Das ist auch ein neuer Stil! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Na selbstverständlich dürfen Sie etwas einbringen! Sie wissen aber auch, dass das in der Regel nicht von Ihnen geschrieben wird, sondern von einem Ministerium. Damit wird versucht, das dann über die Hintertür im Parlament einzubringen.
Abg. Belakowitsch: Es gibt aber auch andere!
Der Herr Bundeskanzler hat als Integrationsstaatssekretär seinerzeit Integrationsbotschafter vorgestellt: Menschen, die nach Österreich zugewandert sind, hier etwas aus ihrem Leben gemacht haben und einen wertvollen Beitrag zu unserem Gemeinwesen leisten. Es gibt diese Menschen. (Abg. Belakowitsch: Es gibt aber auch andere!) Wenn ich aber ständig Zuwanderer, Musliminnen und Muslime als die Gefahr hinstelle, die uns allen droht, dann darf ich mich nicht wundern, dass diese Menschen abgelehnt werden, dass sie sich ausgegrenzt fühlen, dass sie sich zurückziehen. (Abg. Höbart: Das ist nicht zu fassen!) Damit erreiche ich nicht, dass in der Gesellschaft ein Klima herrscht, in dem wir gemeinsam für Österreich arbeiten können. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Gudenus: Sie können ja aus Solidarität ein Kopftuch tragen, Frau Griss!)
Beifall bei der Liste Pilz. – Abg. Kassegger: Hörensagen! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Denken wir an die geplante Einführung des Austro-Hartz-IV-Modells, mit der Absicht, langzeitarbeitslose Menschen finanziell auszuhungern, sie zu drangsalieren, sie zu stigmatisieren, anstatt sie zu fördern und ihren Wiedereinstieg in das Berufsleben zu unterstützen. (Beifall bei der Liste Pilz. – Abg. Kassegger: Hörensagen! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Warum habt ihr das nicht schon vorher gemacht?
Wir stellen daher folgenden Antrag (Abg. Belakowitsch: Warum habt ihr das nicht schon vorher gemacht?):
Abg. Belakowitsch: Was war da respektlos?
Frau Bundesministerin, wir hatten eingangs der heutigen Sitzung eine ausführliche Geschäftsordnungsdebatte, in der es um den respektvollen Umgang unter den Abgeordneten, aber vor allem auch der Regierungsmitglieder gegenüber dem Hohen Haus und der Funktion der frei gewählten Abgeordneten dieses Hauses gegangen ist. (Abg. Belakowitsch: Was war da respektlos?) Sie waren nicht anwesend, und wir haben uns ohnedies vorgenommen, in der Präsidialkonferenz darüber zu sprechen.
Beifall bei SPÖ und Liste Pilz. – Zwischenruf des Abg. Wurm. – Abg. Belakowitsch: Was war jetzt respektlos? – Abg. Haider: Und was war jetzt? Was war da nicht respektvoll? Die Rede war in Ordnung, da gab es gar nichts!
Ich würde wirklich darum bitten – wir haben einschließlich heute zwei Sitzungstage vor uns und keine Präsidialkonferenz dazwischen –, dass wir das, was wir in der Früh besprochen haben, nämlich auch einen respektvollen Umgang zu pflegen, auch so umsetzen. (Beifall bei SPÖ und Liste Pilz. – Zwischenruf des Abg. Wurm. – Abg. Belakowitsch: Was war jetzt respektlos? – Abg. Haider: Und was war jetzt? Was war da nicht respektvoll? Die Rede war in Ordnung, da gab es gar nichts!)
Abg. Haider: Da war nichts! – Abg. Belakowitsch: Was war jetzt eigentlich nicht respektvoll? – Abg. Wurm: Das ähnelt einer Diktatur langsam! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Mit diesem Ersuchen erteile ich nun Herrn Abgeordnetem Mag. Maximilian Unterrainer das Wort. – Bitte. (Abg. Haider: Da war nichts! – Abg. Belakowitsch: Was war jetzt eigentlich nicht respektvoll? – Abg. Wurm: Das ähnelt einer Diktatur langsam! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Der ist nicht da!
Das alles ist euch so zuwider, Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ? Wären euch private, intransparente Schiedsgerichte wirklich lieber gewesen? Ist das das, was ihr möchtet? Herr Kern (Abg. Belakowitsch: Der ist nicht da!) – jetzt ist er weg, aber er fehlt mir nicht –, war das wirklich das beste Handelsabkommen, das die EU jemals abgeschlossen hat?
Der Redner streicht „Soziale Heimatpartei“ durch und schreibt „Umfallerpartei“ darüber. – Abg. Schimanek: Was ist jetzt mit der Würde des Hauses? – Abg. Belakowitsch: Das ist die Würde des Hauses!
Wir müssen noch ein bisschen etwas ändern bei „FPÖ – Die Soziale Heimatpartei“, denn das stimmt auch nicht mehr. Da machen wir draus: „Die Umfallerpartei“. (Der Redner streicht „Soziale Heimatpartei“ durch und schreibt „Umfallerpartei“ darüber. – Abg. Schimanek: Was ist jetzt mit der Würde des Hauses? – Abg. Belakowitsch: Das ist die Würde des Hauses!) So, ich glaube, jetzt haben wir es: „FPÖ – Die Umfallerpartei – Weil es um Konzerne geht: Keine Verbindliche Volksabstimmung zu Ceta und TTIP – Jetzt umfallen!“. – Jetzt umgefallen!, muss es eigentlich heißen.
Abg. Belakowitsch: Nein, Sie sind das Lächerliche!
Meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei! Nicht das Plakat ist das Lächerliche an der Situation (Abg. Belakowitsch: Nein, Sie sind das Lächerliche!), sondern die Art und Weise, wie Sie damit umgehen. Sie könnten doch einfach hier herausgehen und sagen, wir haben unser Versprechen gebrochen, weil es die ÖVP von uns verlangt hat. Das ist die Wahrheit. Sie könnten doch einfach sagen, ja, wir wollten unbedingt in diese Regierung, und die Schwarzen oder Türkisen haben gesagt, dann müsst ihr aber Ceta unterschreiben und umfallen. Und damit wir hineinkommen, sind wir halt umgefallen, denn lieber unter der Tür durch als gar nicht in die Regierung. (Abg. Zanger: Sie sind so gut! Sie sind überqualifiziert für dieses Parlament!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Rosenkranz.
Sie wollen anlassbezogen prüfen. Da frage ich mich: Welchen Anlass brauchen Sie denn bitte? – Es passiert leider viel zu oft, dass Menschen zum Beispiel wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert werden, dass Händchen haltende Jugendliche aus Taxis oder Freibädern geschmissen werden, dass lesbische Paare eine Wohnung nicht bekommen, weil solche Partnerschaften dem Vermieter eben nicht passen. Das beste Beispiel ist wohl das Café Prückel in Wien, wo ein lesbisches Paar aus dem Lokal geworfen wurde – nur wegen eines Kusses. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Rosenkranz.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Zum Abschluss: Ich kann mir vorstellen, dass Sie in den letzten Monaten mit dem Kampf gegen den Nichtraucherschutz oder den Angriffen auf die Jugendvertrauensräte sehr beschäftigt waren. Frau Bundesministerin, ÖGB-Präsident Erich Foglar hat gestern bei der Eröffnung des Bundeskongresses des Österreichischen Gewerkschaftsbundes gesagt, ich zitiere: „Gerade die Gewerkschaftsjugend ist ein Bollwerk gegen Antisemitismus und Wiederbetätigung. Die Abschaffung der Jugendvertrauensräte wäre eine demokratiepolitische Bankrotterklärung!“ (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ich möchte Ihnen aber trotzdem eine kleine Lektüre mitgeben (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), den Bericht der Europaratskommission (ein Exemplar des Berichts in die Höhe haltend) über Diskriminierungen in Österreich. Vielleicht finden Sie einmal ein paar freie Minuten, Sie könnten dabei wahrscheinlich etwas lernen. (Abg. Belakowitsch: Steht da die Diskriminierung ... drin?)
Abg. Belakowitsch: Steht da die Diskriminierung ... drin?
Ich möchte Ihnen aber trotzdem eine kleine Lektüre mitgeben (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), den Bericht der Europaratskommission (ein Exemplar des Berichts in die Höhe haltend) über Diskriminierungen in Österreich. Vielleicht finden Sie einmal ein paar freie Minuten, Sie könnten dabei wahrscheinlich etwas lernen. (Abg. Belakowitsch: Steht da die Diskriminierung ... drin?)
Abg. Belakowitsch: Ich horche Ihnen die ganze Zeit zu!
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ! Schade, dass Sie mir jetzt nicht zuhören! (Abg. Belakowitsch: Ich horche Ihnen die ganze Zeit zu!) Ich weiß, dass Sie das Thema sexuelle Orientierung und der Schutz der betroffenen Menschen nicht interessiert. Ich bedauere wirklich sehr, dass Sie Ihre Aufmerksamkeit ganz woanders hingelenkt haben. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Zadić. – Abg. Zanger: Aufmerksamer geht’s gar nicht!)
Abg. Belakowitsch: Knapp dran ist aber auch vorbei!
Das heißt, in Summe ist es wichtig, dass wir ein Zeichen der Solidarität setzen, dass wir ein Zeichen des Respekts setzen und nicht auf eine EU-Richtlinie warten müssen. Wir waren in Österreich knapp dran. (Abg. Belakowitsch: Knapp dran ist aber auch vorbei!) Ich wiederhole noch einmal, was mein Kollege Mario Lindner gesagt hat: Wir hatten sogar im Ministerrat eine Einigung darüber, dass wir den Diskriminierungsschutz außerhalb der Arbeitswelt auch auf sexuelle Orientierung und das Alter ausweiten wollen. (Abg. Belakowitsch: Warum habt ihr es dann nicht beschlossen?) Wir haben Rücksicht auf die katholische Kirche genommen, die Religion und Weltanschauung aus nachvollziehbaren Gründen draußen lassen wollte. Es ist aber wieder von der Tagesordnung genommen worden, weil es damals leider am ÖVP-Klub gescheitert ist, einer großen Gruppe von Menschen in Österreich diesen Respekt und diese Solidarität zu zeigen.
Abg. Belakowitsch: Warum habt ihr es dann nicht beschlossen?
Das heißt, in Summe ist es wichtig, dass wir ein Zeichen der Solidarität setzen, dass wir ein Zeichen des Respekts setzen und nicht auf eine EU-Richtlinie warten müssen. Wir waren in Österreich knapp dran. (Abg. Belakowitsch: Knapp dran ist aber auch vorbei!) Ich wiederhole noch einmal, was mein Kollege Mario Lindner gesagt hat: Wir hatten sogar im Ministerrat eine Einigung darüber, dass wir den Diskriminierungsschutz außerhalb der Arbeitswelt auch auf sexuelle Orientierung und das Alter ausweiten wollen. (Abg. Belakowitsch: Warum habt ihr es dann nicht beschlossen?) Wir haben Rücksicht auf die katholische Kirche genommen, die Religion und Weltanschauung aus nachvollziehbaren Gründen draußen lassen wollte. Es ist aber wieder von der Tagesordnung genommen worden, weil es damals leider am ÖVP-Klub gescheitert ist, einer großen Gruppe von Menschen in Österreich diesen Respekt und diese Solidarität zu zeigen.
Abg. Belakowitsch: Dann muss er auch das Recht haben, beim Rauchen ...! – Abg. Rosenkranz: ... rauchen!
Ich persönlich finde es in Ordnung, wenn ein Wirt sagt, er will Kollegen Gudenus, Kollegen Strache und Kollegen Hofer nicht in seinem Lokal bewirten. Das ist zwar nicht sonderlich nett, aber ich finde, im Sinne der Privatautonomie muss er das Recht dazu haben, genauso wie er übrigens sagen darf, Kollegen Scherak, den Liberalen, will er auch nicht in seinem Lokal haben. (Abg. Belakowitsch: Dann muss er auch das Recht haben, beim Rauchen ...! – Abg. Rosenkranz: ... rauchen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ja, wenn ... mehr Transparenz!
Ganz im Gegenteil: Ich finde, in einem modernen Rechtsstaat sollte auch immer wieder überlegt werden, wie man diesen weiterentwickeln kann. Daher spricht nichts gegen mehr Transparenz und gegen eine Aufwertung der Justiz. In diesem Sinne können wir uns sehr gut mit diesem Antrag anfreunden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ja, wenn ... mehr Transparenz!)
Sitzung Nr. 31
Abg. Belakowitsch: Das ist einmal ganz europäisch!
Das ist nicht proeuropäisch, Herr Kanzler (Abg. Belakowitsch: Das ist einmal ganz europäisch!), das ist eine erbärmliche Haltung (Abg. Martin Graf: Immer nur die Mehrheitsmeinung vertreten ist auch nicht ...!) in einer sehr zentralen Frage, bei der es um die großen Herausforderungen in der Europäischen Union geht. (Beifall bei der Liste Pilz.)
Abg. Belakowitsch: Es ist aber umgekehrt: Zuerst war die kritische Haltung!
Stattdessen hagelt es von Ihrer Seite immer wieder populistische Töne für das heimische Publikum. Ohne diese Sündenbockpolitik können Sie Ihre Politik in Österreich nämlich nicht betreiben. Und dann wundern wir uns in Österreich alle, dass die Österreicherinnen und Österreicher eine kritische Haltung gegenüber der EU haben. (Abg. Belakowitsch: Es ist aber umgekehrt: Zuerst war die kritische Haltung!)
Abg. Leichtfried stellt einen grünen Sack neben das Rednerpult. – Abg. Belakowitsch – auf den ehemaligen Abg. Steinbichler anspielend –: Das ist schon fast wie beim Leo!
Präsidentin Doris Bures: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Jörg Leichtfried. – Bitte. (Abg. Leichtfried stellt einen grünen Sack neben das Rednerpult. – Abg. Belakowitsch – auf den ehemaligen Abg. Steinbichler anspielend –: Das ist schon fast wie beim Leo!)
Abg. Belakowitsch: Was haben Sie gemacht die letzten Jahre?
Aber Sicherheit ist viel mehr: Sicherheit ist nicht nur Terrorabwehr, Sicherheit ist auch, dafür zu sorgen, dass es den Menschen gut geht. Das ist Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, Bekämpfung des Steuerbetrugs, Bekämpfung des Sozialbetrugs, geschätzte Damen und Herren. Das erwähnen Sie in Ihrem Papier überhaupt nicht. Sie wollen ein Nachtwächtereuropa, ein kaltes Europa, ein neoliberales Europa. (Abg. Belakowitsch: Was haben Sie gemacht die letzten Jahre?) Und da ist Ihnen Herr Rutte ein wichtiger Verbündeter. Ja, aber das ist nicht unser Europa. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zanger: ..., das muss man schon sagen!)
Abg. Belakowitsch: Aber nur unter Umständen!
zigst, und das wäre für eine Ehe unter Umständen ein bisschen übertrieben. (Abg. Belakowitsch: Aber nur unter Umständen!)
einen Abakus aus dem grünen Sack nehmend und diesen auf das Rednerpult stellend – Abg. Belakowitsch: Der Leo hat auch immer was mitgebracht!
Zum Ernster-Nehmen gehört auch Folgendes – schauen Sie einmal! (einen Abakus aus dem grünen Sack nehmend und diesen auf das Rednerpult stellend – Abg. Belakowitsch: Der Leo hat auch immer was mitgebracht!) –: Das ist jetzt nicht so digital, Herr Bundesminister Hofer, wie Sie das gerne hätten. (Abg. Zanger: Hast du das dienen Enkerln weggenommen?) Aber verzichten Sie, geschätzte Damen und Herren von der österreichischen Bundesregierung, in Zukunft auf diese Fantasiezahlen! Es war beim EU-Budget so, als Sie zuerst gesagt haben: Kein Cent mehr. – Inzwischen ist es schon mehr. Es war bei den Kosten für die Ratspräsidentschaft so, als der Bundeskanzler gesagt hat: 43 Millionen Euro. – Wenn man alle Ministerien abfragt, sind es 120 Millionen Euro. (Abg. Hafenecker: Können Sie nicht kopfrechnen?) Entweder war es so gewollt oder es war ein Rechenfehler. Falls es ein Rechenfehler war, habe ich dem Herrn Bundeskanzler etwas mitzugeben – in seiner Abwesenheit bekommt es halt der Herr Finanzminister und der Herr Infrastrukturminister. (Der Redner überreicht Bun-
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittmann. – Abg. Rosenkranz: Er ist beim ÖGB-Tag! – Abg. Belakowitsch – in Richtung Präsidium –: Bitte könnten Sie die Zwischenrufe ...?! – Ruf: Das ist ... der Vorsitzführung!
Helmut Kohl hatte eine ganz klare Vision von der in seiner Regierungszeit entstehenden Europäischen Gemeinschaft. Er hat des Öfteren auf die Geschichtsvergessenheit in der Politik hingewiesen. Daher möchte ich ihn jetzt kurz der Geschichte entreißen. Seine Vorstellung - - (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittmann. – Abg. Rosenkranz: Er ist beim ÖGB-Tag! – Abg. Belakowitsch – in Richtung Präsidium –: Bitte könnten Sie die Zwischenrufe ...?! – Ruf: Das ist ... der Vorsitzführung!) – Darf ich sprechen, Herr Abgeordneter Wittmann? Sonst - - (Ruf: Selbstverständlich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Aber da war noch eine andere Regierung! – Ruf bei der FPÖ: ... Wahlen dazwischen gehabt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordnete Claudia Gamon, MSc (WU) (NEOS): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Seit mehr als einem Jahr fragen wir NEOS, wann es denn endlich das inhaltliche Programm zur Ratspräsidentschaft geben werde. Wir wurden mit leeren Phrasen vertröstet. (Abg. Rosenkranz: Seit mehr als einem Jahr?) – Ja, da hat es nämlich die erste Anfrage dazu gegeben. (Abg. Belakowitsch: Aber da war noch eine andere Regierung! – Ruf bei der FPÖ: ... Wahlen dazwischen gehabt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es hat vorher auch eine Regierung gegeben, es war keine Anarchie (Abg. Rosenkranz: Okay! Gut!), aber ich weiß, dass Sie das vielleicht verwechseln könnten. Im Übrigen war die ÖVP vorher auch in der Regierung, das möchte ich auch erwähnt haben. (Beifall bei NEOS und Liste Pilz.)
Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz. – Bundeskanzler Kurz begibt sich auf seinen Platz auf der Regierungsbank. – Abg. Belakowitsch: Er ist eh da! Er wird ja wohl noch auf der Seite stehen dürfen! Er war ja eh herinnen!
Ich wollte jetzt eigentlich Herrn Klubobmann Wöginger bitten, darauf zu schauen, dass der Herr Bundeskanzler kommt, jetzt ist aber Herr Wöginger auch nicht hier. Daher würde ich den Antrag stellen, dass der Herr Bundeskanzler kommt und dass man ihn gegebenenfalls herbeischafft. (Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz. – Bundeskanzler Kurz begibt sich auf seinen Platz auf der Regierungsbank. – Abg. Belakowitsch: Er ist eh da! Er wird ja wohl noch auf der Seite stehen dürfen! Er war ja eh herinnen!)
Abg. Belakowitsch: Und Sie gehören zu den Spaltern der SPÖ!
chen wie bisher, nicht ganz schnell zu den Spaltern Europas gehören! (Abg. Belakowitsch: Und Sie gehören zu den Spaltern der SPÖ!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ihre Politikansätze gehören nämlich zu jenen, die separieren und spalten. Wenn ich Herrn Minister Hofer höre, der sagt, besser weniger Europa, dann weiß ich nicht, ob das die Antwort auf die Fragen unserer Zeit ist – ich glaube, das ist auf jeden Fall die falsche Antwort! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Um es anders zu formulieren: Gäbe es die Europäische Union nicht, dann müsste man sie gerade jetzt in dieser historischen Situation erfinden – und nicht daran arbeiten, dass sie schlechter wird! Es geht um die Zukunft dieses Einigungsprojekts, es geht um die Zukunft des Friedensprojekts Europa, und in dieser historischen Situation muss man auf der richtigen Seite stehen, Herr Bundeskanzler: Nicht Seehofer, sondern Merkel ist die richtige Seite! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Nicht Orbán, sondern Sánchez ist die richtige Seite. (Zwischenruf des Abg. Höbart.) Grundrechte, nicht Polen ist die richtige Seite! Und auch nicht Achsenmächte, sondern Europapolitik ist die richtige Seite, Herr Bundeskanzler! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Höbart: Sie spalten gerade Europa!)
Abg. Belakowitsch: Könnten Sie den Satz mit der Merkel noch einmal wiederholen?
Es wird Zeit: Es wird Zeit, dass diese Bundesregierung endlich das Große im Auge hat. (Zwischenruf des Abg. Rosenkranz.) Wir brauchen starke, gemeinsame europäische Institutionen. Wir brauchen ein Europa, das schützt, sagt die Bundesregierung. – Ja, aber wir brauchen ein Europa, das die Menschen auch vor Arbeitslosigkeit schützt, wir brauchen ein Europa, das die Jugend vor Jugendarbeitslosigkeit schützt! (Abg. Belakowitsch: Könnten Sie den Satz mit der Merkel noch einmal wiederholen?) Wir brauchen ein Europa, das die soziale Sicherheit, die öffentlichen Dienstleistungen in unserem Europa schützt! Das ist das, was wir brauchen, und das sollte unsere Bundesregierung während der Präsidentschaft auch einbringen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Höbart: Sie hetzen gegen die Visegrád-Staaten!)
Abg. Belakowitsch: Sie haben es 2015 zerstört!
In nächster Zukunft, das ist auch mein Schlusssatz (Abg. Hafenecker: Wie war das mit den SPÖ-Stiftungen?), in nächster Zukunft, in den nächsten Jahren werden wir alle die Frage beantworten müssen: Haben wir daran mitgearbeitet, dass sich Europa positiv weiterentwickelt hat? (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Haben wir mitgearbeitet, dass Europa, das glühende Beispiel, auch Bestand hatte? Oder haben wir dabei mitgemacht, dass Europa sich selbst geschwächt hat? (Abg. Belakowitsch: Sie haben es 2015 zerstört!) Ich hoffe, dass wir nicht Zweiteres tun. – Sie tun es leider, Herr Bundeskanzler! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von NEOS und Liste Pilz.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kassegger: Er war ja nicht da, er weiß es nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
„Süddeutsche Zeitung“ (einen weiteren Ausdruck in die Höhe haltend): „Achse der Willigen – Es stellt einem die Haare auf“. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kassegger: Er war ja nicht da, er weiß es nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Und darunter heißt es: „Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz spricht von der ‚Achse der Willigen‘. Und benutzt damit eine politische Metapher, die unpassender nicht sein könnte.“ – Das stellt die „Süddeutsche Zeitung“ fest.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
doch Imageschaden zugefügt!) Ich weiß es nicht, aber ich weiß, welchen internationalen Schaden Sie mit dieser Metapher angerichtet haben, und ich habe, Herr Bundeskanzler, eine einzige Frage an Sie: Wie werden Sie das im Ausland erklären (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und wie werden Sie den Schaden am Image der Republik Österreich reparieren?
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Liebe Kollegen von der ÖVP und von der FPÖ, eines passt nicht zusammen: Zuschläge und gleichzeitig Flexibilisierung, das gibt es nicht! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wenn es so ist, dann treten Sie den Beweis an und zeigen Sie uns, wie wir flexibilisieren, wie wir die Zeiten aufteilen und trotzdem den Leuten die entsprechenden Zuschläge zahlen – es wird nicht gelingen! (Abg. Belakowitsch: Na wenn Sie das jetzt schon wissen, dann ist das sehr sachliche Kritik!)
Abg. Belakowitsch: Na wenn Sie das jetzt schon wissen, dann ist das sehr sachliche Kritik!
Liebe Kollegen von der ÖVP und von der FPÖ, eines passt nicht zusammen: Zuschläge und gleichzeitig Flexibilisierung, das gibt es nicht! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wenn es so ist, dann treten Sie den Beweis an und zeigen Sie uns, wie wir flexibilisieren, wie wir die Zeiten aufteilen und trotzdem den Leuten die entsprechenden Zuschläge zahlen – es wird nicht gelingen! (Abg. Belakowitsch: Na wenn Sie das jetzt schon wissen, dann ist das sehr sachliche Kritik!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Heiterkeit bei Abgeordneten von FPÖ und NEOS.
Abgeordneter Mag. Andreas Schieder (SPÖ): Herr Präsident, als Zeichen meiner Wertschätzung habe ich jetzt ein Beispiel aus Niederösterreich mitgebracht. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Heiterkeit bei Abgeordneten von FPÖ und NEOS.) Ich bringe ein Beispiel aus Niederösterreich, mehrere Zahlen aus Niederösterreich: Das ist eine recht ernste Angelegenheit, ich spreche von den Vorfällen in Neunkirchen in den letzten Tagen, wo es durch die Unwetter in Österreich irrsinnige Überschwemmungen gab, Notstandssituationen wurden ausgelöst. Wiederum haben sehr viele freiwillige Helfer der Feuerwehren und anderer Organisationen geholfen, damit aus der schlimmen Situation nicht noch eine schlimmere wird. Allein dieses Beispiel zeigt, dass wir uns, glaube ich, auch angesichts der veränderten Wetterlagen noch einmal intensiv mit der Frage beschäftigen müssen, wie wir die Zivilgesellschaft organisieren, die in solchen Situationen helfend einspringt.
Abg. Belakowitsch: Warum haben Sie das nie gemacht?
Abgeordneter Alois Stöger, diplômé (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Lieber Kollege Hammer, habe ich jetzt ein Nein gehört? Hast du tatsächlich Nein gesagt zu den vielen Helfern (Ah-Rufe bei ÖVP und FPÖ), die gerade den Menschen in einer schwierigen Situation helfen wollen? Wer – du weißt das ganz genau – in einer Region lebt, in der man mit Hochwasser zu rechnen hat (Zwischenruf des Abg. Hammer), und wer jemals erlebt hat, was das für Familien bedeutet, der wird auch draufkommen, dass es notwendig ist, etwas zu tun – das ist der Unterschied! –, nämlich etwas zu tun für die Helfer, die dort die Arbeit machen. (Abg. Belakowitsch: Warum haben Sie das nie gemacht?)
Abg. Belakowitsch – in Richtung Abg. Muchitsch, der sich mit einer Tafel zum Rednerpult begibt –: Ui, ein Taferl! – Zwischenrufe der Abgeordneten Hafenecker und Schimanek.
Als Erster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Josef Muchitsch. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Belakowitsch – in Richtung Abg. Muchitsch, der sich mit einer Tafel zum Rednerpult begibt –: Ui, ein Taferl! – Zwischenrufe der Abgeordneten Hafenecker und Schimanek.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Dieses Desinteresse spielt sich ja nicht nur auf europäischer Ebene ab, sondern auch auf nationaler Ebene. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Ich erinnere, Budgetverhandlungen, Budgetbegleitgesetz: Ihr habt eingebracht, dass es eine Sozialbetrugspauschale bei Meldeverstößen zur Sozialversicherung geben soll (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), maximal 855 Euro. Wir haben das aufgezeigt, ihr seid unmittelbar danach zurückgerudert, am 19. April 2018 habt ihr gesagt: Nein, diesen Deckel auf Sozialbetrug wird es nicht geben, dieses Budgetbegleitgesetz wird repariert! – Wir haben den 14. Juni, und zwei Monate lang ist nichts passiert! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Warum reparieren Sie dieses Gesetz nicht? Es kann nicht sein, dass ein Unternehmen, das 1 000 Leute falsch anmeldet, bei dem 300 Personen zu wenig gemäß Kollektivvertrag gemeldet werden, mit einer Pauschale von 855 Euro Strafe billig davonkommt. (Ruf bei der SPÖ: ... Geschenke für Unternehmen!) Das ist Förderung von Sozialbetrug! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Dieses Desinteresse spielt sich ja nicht nur auf europäischer Ebene ab, sondern auch auf nationaler Ebene. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Ich erinnere, Budgetverhandlungen, Budgetbegleitgesetz: Ihr habt eingebracht, dass es eine Sozialbetrugspauschale bei Meldeverstößen zur Sozialversicherung geben soll (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), maximal 855 Euro. Wir haben das aufgezeigt, ihr seid unmittelbar danach zurückgerudert, am 19. April 2018 habt ihr gesagt: Nein, diesen Deckel auf Sozialbetrug wird es nicht geben, dieses Budgetbegleitgesetz wird repariert! – Wir haben den 14. Juni, und zwei Monate lang ist nichts passiert! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Warum reparieren Sie dieses Gesetz nicht? Es kann nicht sein, dass ein Unternehmen, das 1 000 Leute falsch anmeldet, bei dem 300 Personen zu wenig gemäß Kollektivvertrag gemeldet werden, mit einer Pauschale von 855 Euro Strafe billig davonkommt. (Ruf bei der SPÖ: ... Geschenke für Unternehmen!) Das ist Förderung von Sozialbetrug! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Vogl: Das ist eigentlich der Konsumentenschutzausschuss, nicht der Sozialausschuss! – Abg. Belakowitsch: Das ist übergreifend!
Ein weiteres Thema, eines, über das in Österreich seit Jahrzehnten diskutiert wird – Kollege Vogl wartet schon darauf –: Es wird im Rahmen der Europäischen Union natürlich auch über Verbandsklagen diskutiert. Ich bin gespannt, wie die Frau Ministerin hier im Sinne der Konsumenten die Entwicklung entsprechend weiterbringen wird. (Abg. Vogl: Das ist eigentlich der Konsumentenschutzausschuss, nicht der Sozialausschuss! – Abg. Belakowitsch: Das ist übergreifend!) Es ist dies ein Thema, dessen Umsetzung für Konsumenten auch hier in Österreich – ich verweise nur auf den VW-Abgasskandal – Verbesserungen bringen würde.
Abg. Vogl: Ihr Generalverdacht ist ...! – Abg. Belakowitsch: Es wird ja wohl kaum ein Blauer gewesen sein!
Ich sage das ganz deutlich, und ich hoffe und bin überzeugt davon, die Frau Minister wird dem Einhalt gebieten. Was man dazusagen sollte, ist Folgendes – die Frau Minister kann es vielleicht erklären –: dass im April 2018 noch nicht einmal eine budgetäre Änderung stattgefunden hat, weil die genaue Budgetaufteilung für 2018 erst jetzt ab dem Sommer erfolgen wird. (Zwischenruf des Abg. Vogl.) Das heißt, diese Aussagen sind reine Propaganda von AMS-Mitarbeitern, um die Bundesregierung und in dem Sinn auch die Frau Minister schlechtzumachen und die Leute zu verunsichern. Da erbitte ich mir eindeutig einen Schritt dahin gehend, dass das AMS das unterlassen muss (Abg. Vogl: Ihr Generalverdacht ist ...! – Abg. Belakowitsch: Es wird ja wohl kaum ein Blauer gewesen sein!) und vor allem für Österreicher die erforderlichen Maßnahmen zu setzen hat, damit die Leute wieder in einen Job kommen. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Rufe bei der FPÖ: Ja! – Abg. Belakowitsch: Welche Gerechtigkeit?
Abgeordneter Alois Stöger, diplômé (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Wenn man sich anhört, was man in einer Diskussion über Sozialpolitik so hört – da wird von neuer Gerechtigkeit gesprochen –, dann stellt sich die Frage: Was heißt denn das? Was ist denn neue Gerechtigkeit? Ist die alte Gerechtigkeit nicht mehr gerecht? (Rufe bei der FPÖ: Ja! – Abg. Belakowitsch: Welche Gerechtigkeit?) Nimmt es sich da jemand heraus, Gerechtigkeit neu zu definieren? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Stefan: Faymann!)
Abg. Belakowitsch: ...! Nur die Wähler haben es nicht so gesehen!
Aber wie geht es Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in einem kleinen Betrieb, die sagen wollen: Ich möchte die Altersteilzeit auch für mich haben!? Übrigens: Altersteilzeit ist ein Erfolgsmodell. Ein Erfolgsmodell – und was macht ihr? Was macht ihr? (Abg. Belakowitsch: ...! Nur die Wähler haben es nicht so gesehen!) Ihr habt jenen Personengruppen, die 1961 geboren sind, den Weg in die Altersteilzeit versperrt. (Abg. Deimek: Wer hat es bezahlt?)
Abg. Belakowitsch: Das ist ganz schwer ...!
Liebe FPÖ-WählerInnen, liebe ÖVP-Wählerinnen und -Wähler! Nicht alles, was die FPÖ- und-ÖVP-Regierung macht, hat sie vorher gesagt. Sie haben es nicht wissen können. Ihr könnt aber nicht erwarten, dass alle Probleme, die die FPÖ- und-ÖVP-Regierung jetzt bereitet, von der Sozialdemokratie beseitigt werden können. Das wird nicht möglich sein – so wie es nicht möglich war, viele Dinge von Schwarz-Blau im Pensionsrecht zurückzudrehen. Das wird auch in Zukunft nicht so sein, daher ist Altersteilzeit ein ganz wichtiges Element. (Abg. Belakowitsch: Das ist ganz schwer ...!) Der größte Raub an der Bevölkerung (Abg. Belakowitsch: Sind die Sozialdemokraten!) ist die schwarz-blaue Pensionsreform 2003 gewesen, und jetzt wollt ihr sie fortführen. (Beifall bei der SPÖ. – Rufe bei der FPÖ: Geh!)
Abg. Belakowitsch: Sind die Sozialdemokraten!
Liebe FPÖ-WählerInnen, liebe ÖVP-Wählerinnen und -Wähler! Nicht alles, was die FPÖ- und-ÖVP-Regierung macht, hat sie vorher gesagt. Sie haben es nicht wissen können. Ihr könnt aber nicht erwarten, dass alle Probleme, die die FPÖ- und-ÖVP-Regierung jetzt bereitet, von der Sozialdemokratie beseitigt werden können. Das wird nicht möglich sein – so wie es nicht möglich war, viele Dinge von Schwarz-Blau im Pensionsrecht zurückzudrehen. Das wird auch in Zukunft nicht so sein, daher ist Altersteilzeit ein ganz wichtiges Element. (Abg. Belakowitsch: Das ist ganz schwer ...!) Der größte Raub an der Bevölkerung (Abg. Belakowitsch: Sind die Sozialdemokraten!) ist die schwarz-blaue Pensionsreform 2003 gewesen, und jetzt wollt ihr sie fortführen. (Beifall bei der SPÖ. – Rufe bei der FPÖ: Geh!)
Abg. Belakowitsch: Sie haben als Minister ...! Waren Sie Sozialminister?
Altersteilzeit war das Instrument, den arbeitenden Menschen die Möglichkeit zu geben, früher in Pension, in den Ruhestand zu gehen, wenn sie nicht mehr gesund waren. (Abg. Belakowitsch: Sie haben als Minister ...! Waren Sie Sozialminister?)
Abg. Belakowitsch: Bitte kein Klassenkampf! Das ist nicht gewerkschaftstauglich!
Liebe FPÖ, wo ist der Preis für die Macht? Ihr fallt ja immer um. (Abg. Belakowitsch: Bitte kein Klassenkampf! Das ist nicht gewerkschaftstauglich!) Ihr fallt immer um, wenn es darum geht, die Interessen arbeitender Menschen zu berücksichtigen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei SPÖ und Liste Pilz. – Abg. Lausch: Sie haben nichts zusammengebracht! – Abg. Rosenkranz – in Richtung ÖVP –: Mit so einem Mitglied in der Koalitionsregierung habe ich ein bisschen Mitleid mit euch!)
Abg. Belakowitsch: Wir tun alles! Wir bringen Steuergerechtigkeit!
Zum Zweiten: Sie gefährden weiters den Sozialstaat, wenn Sie zulassen, dass bei einer durchaus guten Maßnahme, die Sie sich viel kosten lassen, wieder alleinerziehende Frauen oder Männer mit ihren Kindern gar nichts von diesem Familienbonus haben werden, wenn sie arbeitslos oder MindestsicherungsbezieherInnen sind. 1,5 Milliarden Euro für den Familienbonus ist nicht so wenig Geld, wirklich nicht! Da könnte man ganz viel tun damit, etwas, von dem alle etwas hätten (Abg. Belakowitsch: Wir tun alles! Wir bringen Steuergerechtigkeit!) – aber es gibt 150 000 Kinder, die nichts davon haben werden.
Abg. Belakowitsch: Kommt jetzt wieder die Herbeischaffung des Bundeskanzlers? Das ist eigentlich sehr inflationär!
Abgeordneter Mag. Andreas Schieder (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung)|: Sehr geehrte - - (Abg. Belakowitsch: Kommt jetzt wieder die Herbeischaffung des Bundeskanzlers? Das ist eigentlich sehr inflationär!) – Ja, das liegt an Vorgehensweisen, Frau Abgeordnete.
Abg. Belakowitsch: Was hat das jetzt mit der Geschäftsordnung zu tun?
Es ist geplant, diesen Antrag, der das Arbeitszeitgesetz betrifft, vulgo 12-Stunden-Tag, 60-Stunden-Woche (Widerspruch bei ÖVP und FPÖ) – na ja, so heißt das! –, diesen Gesetzentwurf, der also schwerwiegende Änderungen im Arbeitszeitgesetz umfasst, dem Wirtschaftsausschuss zuzuweisen. (Abg. Belakowitsch: Was hat das jetzt mit der Geschäftsordnung zu tun?) – In der Geschäftsordnung, Frau Kollegin – schauen Sie, nehmen Sie sie zur Hand! –, besagt § 8 (Abg. Rosenkranz: Kennen wir!), dass die Zuweisungen an die Ausschüsse sowie die dafür vorliegenden Vorschläge in der Präsidialkonferenz zu beraten sind.
Abg. Belakowitsch: Warum die sich so aufregen!
Abgeordneter Mag. Andreas Schieder (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Für die Zuschauer, die sich nun vielleicht fragen (Abg. Belakowitsch: Warum die sich so aufregen!), warum es so eine Aufregung gibt – wie Sie merken, versuche ich nun, meine Rede der Situation entsprechend ein bisschen abkühlend anzulegen; vielleicht beteiligen Sie sich auch an diesem Projekt, zu versuchen, die Sache inhaltlich hart, aber nicht immer nur laut schreiend durchzuführen –: Worum es uns als Sozialdemokratie geht, ist, dass gerade bei einer Gesetzesmaterie, die von so weitreichender Bedeutung ist, dass sie in das Arbeitsleben nahezu aller Österreicherinnen und Österreicher eingreift und eingreifen kann, der normale Weg – wie es hier im Haus normalerweise, wenn Initiativanträge gestellt werden oder Regierungsvorlagen kommen, üblich ist – eingeschlagen wird. Das heißt, dass erstens an den passenden Ausschuss zugewiesen wird – das wäre der Arbeits- und Sozialausschuss – und zweitens zum nächstmöglichen Termin; dass also nicht versucht wird, noch eine nächtliche Wirtschaftsausschusssitzung einzuberufen, um dann zynisch zu sagen, dass man die ja nur macht, damit man begutachten kann.
Abg. Belakowitsch: Bei euch war das die übliche!
Der inhaltliche Punkt ist natürlich gerade der, dass wir schon die Vermutung haben, dass der Motor für diese Vorgehensweise, die ganz extrem unüblich gewählt worden ist – durchpeitschend und ein schnelles Verfahren suchend –, ein bisschen das schlechte Gewissen war. (Abg. Belakowitsch: Bei euch war das die übliche!) Man weiß, dass man diese Vorlage schnell durch das Haus bringen muss, weil sich sonst vielleicht bei einer längeren Begutachtung herausstellt, was drinnen versteckt ist und welche negativen Auswirkungen diese Gesetzesvorlage auf das Leben der Arbeitnehmer in unserem Land haben kann. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll.) Das ist exakt der Punkt.
Abg. Belakowitsch: Bitte nicht!
Ich könnte das noch weiter fortsetzen. (Abg. Belakowitsch: Bitte nicht!) Das heißt am Ende, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Österreichs eine entgrenzte Arbeitszeit haben und sich nicht mehr auf den 8-Stunden-Tag verlassen können. (Abg. Klinger: Das ist ja nicht wahr!) Das ist das, was Sie tun, und davor wollen wir sie schützen. Bei der Maßnahme, die Sie setzen, haben Sie ein schlechtes Gewissen. Sie haben dieses schlechte Gewissen zu Recht, weil Sie so vorgehen. (Beifall bei SPÖ und Liste Pilz. – Abg. Winzig: Wir haben kein schlechtes Gewissen, weil die Arbeitnehmer das auch wollen!)
Sitzung Nr. 33
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Haben Sie schon einmal eine Schaufel in der Hand gehabt? – Abg. Lausch: Sie haben nicht einmal 10 Minuten Pizza ausgeliefert!
Tauschen Sie nur einen einzigen Tag mit einem Kellner, der 10 Stunden lang im vollen Stress hin und her wieselt! Tauschen Sie einen einzigen Tag mit einer Verkäuferin, die 10 Stunden lang im Geschäft steht! (Abg. Lausch: Das ist sehr glaubhaft, wenn Sie das sagen! Da kennen Sie sich sicher aus!) Tauschen Sie einen einzigen Tag mit einem Bauarbeiter, der 10 Stunden unter brennender Sonne die Arbeit des Asphaltierens erledigt – nur einmal! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Haben Sie schon einmal eine Schaufel in der Hand gehabt? – Abg. Lausch: Sie haben nicht einmal 10 Minuten Pizza ausgeliefert!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Liste Pilz. – Abg. Belakowitsch: Die haben wir schon!
weil ich das Argument immer wieder höre: Ja, es macht einen Riesenunterschied, ob man in der Politik tätig ist, wie wir hier in diesem Raum, ob man dem höheren Management angehört und längere Arbeitszeiten hat oder ob man ein Arbeiter oder ein Angestellter in einem Betrieb ist und künftig ohne Mitspracherecht, ob man länger arbeiten kann oder nicht, zu längeren Arbeitszeiten gezwungen wird; das macht einen Riesenunterschied, vor allem punkto Gesundheit. Sie erzeugen eine Zweiklassengesundheit, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Liste Pilz. – Abg. Belakowitsch: Die haben wir schon!)
Sitzung Nr. 34
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, führen Sie sich einmal vor Augen, wie viele Ganztagsplätze für Drei- bis Sechsjährige verfügbar sind, wenn Sie schon den 12-Stunden-Tag beschließen werden! (Beifall bei der SPÖ.) Führen Sie sich bitte vor Augen, wo die Volksschulkinder untergebracht werden (Zwischenruf des Abg. Hauser), wenn Sie das Geld für die Nachmittagsbetreuung bis 2032, quasi bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag, erstrecken! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Diese Widersprüche sind ja eklatant, Frau Ministerin. Ich glaube, Sie sind in Ihrer Rolle ein bisschen überfordert (Beifall bei der SPÖ – Zwischenruf des Abg. Deimek), denn Sie reden von familienpolitischen Veränderungen.
Abg. Belakowitsch: Was erzählen Sie für Geschichten?
Ich habe zu keiner Zeit erlebt, dass es binnen sechs Monaten einen Kniefall vor den Stärkeren in diesem Land gab. Dieses Land hat eine Umverteilung von 1,5 Milliarden Euro – und womöglich mehr – von unten nach oben geschafft. (Zwischenruf des Abg. Hauser.) In diesem Land wurden mit vielen kleineren Gesetzen die Konsumentinnen und Konsumenten geschwächt (Ruf bei der FPÖ: So ein Blödsinn!) – denken Sie zum Beispiel an das Rücktrittsrecht bei den Lebensversicherungen (Abg. Belakowitsch: Was erzählen Sie für Geschichten?), und überlegen Sie sich noch einmal, was Sie mit dieser 60-Stunden-Woche anrichten, wem Sie da Mitbestimmungsrecht geben. (Rufe bei der FPÖ: Hetze!) – Was bei den Sozialversicherungsgesetzen passiert, sind Fakten und keine Hetze, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haider: Damit habt ihr Erfahrung! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Ing. Reinhold Einwallner (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Diese Debatte heute Vormittag zeigt schon ganz besondere Facetten: Zum einen versucht es die Frau Ministerin zweimal mit derselben Rede hier im Hohen Haus (Beifall bei der SPÖ – Zwischenruf des Abg. Zanger), zum anderen ist eine weitere Facette wohl der jetzt gerade vorgestellte Entschließungsantrag der Abgeordneten Sieber und Mühlberghuber zur Reparatur eines Gesetzes – denn das beinhaltet dieser Entschließungsantrag –, das noch nicht einmal beschlossen ist. Es ist zwar schön, dass Sie jetzt auf unseren Hinweis eingegangen sind, Entwicklungshelfer und Auslandsbedienstete zu berücksichtigen, aber das zeigt gleichzeitig einen neuen Negativrekord dieser schwarz-blauen Regierung: dass sie es nämlich nicht schafft, ein Gesetz so zu formulieren, dass es gleich gut und richtig ist, sondern dass man es schon reparieren muss, bevor es überhaupt noch in Kraft tritt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haider: Damit habt ihr Erfahrung! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Gudenus.
Ich habe in diesem Haus nicht als Einziger immer vor den Gefahren des politischen Islam gewarnt. Ich habe in diesem Haus nicht als Einziger immer vor den Gefahren des Erdoğan-Regimes und seinen Anschlägen auf die offene Gesellschaft in Europa gewarnt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Gudenus.) Das haben auch die Freiheitlichen getan. Das haben auch Vertreterinnen und Vertreter der Volkspartei, der SPÖ und auch der NEOS getan. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das haben wir alle getan, aber mir ist wichtig, dass das ernst gemeint wird.
Abg. Belakowitsch: Wirklich?
Aber, meine Damen und Herren, eine strategische und gut durchdachte Asyl- und Migrationspolitik endet nicht an der europäischen Grenze. Eine europäische Strategie ist eine Herausforderung, der wir uns gemeinsam stellen müssen. Wir müssen uns die gesamte Kette anschauen, wir können uns nicht nur die Außengrenze anschauen. Wir müssen uns auch anschauen: Was passiert am Anfang? – Da muss man sich auf die Herkunftsländer konzentrieren. Ich habe mir das ganz genau angeschaut: Wer flüchtet denn? – Es gibt natürlich jene, die Schutz suchen, die vor Krieg flüchten. Die suchen Schutz und die brauchen Asyl. Und da gibt es natürlich auch jene Migrantinnen und Migranten, die flüchten, weil sie eine Hoffnung auf ein besseres Leben haben. (Abg. Belakowitsch: Wirklich?) Wir müssen uns anschauen, warum diese Menschen flüchten und warum sich diese Menschen auf den Weg machen. (Abg. Gudenus: Das ist dann nicht flüchten, das ist Migration!)
Abg. Belakowitsch: Gleich ist er weg ...!
Abgeordneter Mag. Dr. Matthias Strolz (NEOS): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Liebe Bürgerinnen und Bürger! Das ist eine weitere Debatte zum Thema Europa, das dieser Tage in aller Munde ist. (Abg. Deimek: Den gibt’s auch noch?) – Ja, ich bin noch da, aber es wird ein überschaubarer Zeitrahmen sein. (Abg. Belakowitsch: Gleich ist er weg ...!)
Abg. Belakowitsch: Ja warum denn? ...!
Was mir Sorge bereitet: Man schließt 853 Trafiken (Abg. Belakowitsch: Ja warum denn? ...!) und hat aber gleichzeitig eine Überdeckung der Mittel im Solifonds. Diese Mittel im Solifonds sollten eigentlich jenen schwächeren Trafiken zukommen. Es liegen da 74 Millionen Euro im Topf, und diese werden dann als Dividende ans Finanzministerium der Republik Österreich zurückbezahlt. Das ist also eine komplett verfehlte Politik der ÖVP, was hier auch einmal erwähnt gehört. (Beifall bei der SPÖ.)
Sitzung Nr. 36
Abg. Belakowitsch: Aber hallo?!
Wir sehen hier im Hohen Haus ziemlich viele Taferl auf beiden Seiten, und wir sehen ziemlich wenig Hirnschmalz in der parlamentarischen Arbeit. (Ruf: Hallo?!) Jetzt stehe ich hier wirklich als überzeugter Befürworter der Arbeitszeitflexibilisierung, aber Sie machen es einem wirklich schwer. Sie schleudern am 14. Juni einen Entwurf daher, Sie schleudern am 29. Juni einen korrigierten Abänderungsantrag nach, und heute um 9.27 Uhr kriegen wir noch einen Abänderungsantrag. Okay, der war nicht mehr viel anders, aber gut. (Abg. Gudenus: Den hätten Sie auch machen können, den Antrag!) Daran sieht man, mit welcher Qualität Sie arbeiten, nämlich mit einer minderwertigen. Das Gesetz ist so schlecht gemacht, dass man tatsächlich glauben könnte, es wäre in den schwarzen und blauen Parlamentsklubs geschrieben worden (Abg. Belakowitsch: Aber hallo?!), und zwar in einer Woche, als Vizeklubdirektor Hartig Urlaub hatte; der hätte das nämlich vielleicht noch gekonnt. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Belakowitsch: Stimmt ja nicht!
Sie sitzen hier und halten Taferl mit „8 Stunden am Tag“ und „40 Stunden in der Woche“ in die Luft – ich komme mir wirklich vor, als ob wir über die Einführung des 8-Stunden-Arbeitstages diskutieren müssten und als ob Sie die Vorkämpfer dafür wären! Dabei sind Sie es, die hier und heute die Einführung von 12 Stunden pro Tag möglich machen wollen (Abg. Belakowitsch: Stimmt ja nicht!) – 12 Stunden pro Tag! (Abg. Haubner: Keine Ahnung! – Abg. Steinacker: Lesen!) –, und das nicht für ausgenommene Bereiche, das nicht für abgegrenzte Zeitblöcke, das nicht mit arbeitsmedizinischer Genehmigung, nein, einfach 12 Stunden ermöglichen, über alle Branchen drüber, egal, ob körperliche Tätigkeit, egal, ob Büroarbeit. (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Das ist Ihre Politik, das bedeutet null Rücksicht auf Gesundheit und das bedeutet null Rücksicht auf Familien und Kinder in diesem Land. (Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Sobotka: Sagen Sie das den Polizisten und den Krankenschwestern, Frau Kollegin!)
Abg. Belakowitsch: Woher wissen Sie das?
Dieses angebliche Recht, das Sie hier festschreiben wollen, das wird es am Ende des Tages nicht geben, das ist nämlich am Ende des Tages rein aufgemalt auf einem Papierl! Das ist alles, denn 12 Stunden sind mehr als 8 Stunden, und dieses Recht auf Freizeitblöcke und zu entscheiden, wann ich mir diese Freizeitblöcke nehme oder nicht, wird es in der Realität nicht spielen. (Abg. Belakowitsch: Woher wissen Sie das?) Aufträge sind immer da und Aufträge müssen, wie Sie schon sagten, abgearbeitet werden, damit für die Unternehmen kein Schaden entsteht. (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Ob aber Schaden für die Familie und ob Schaden für Kinder oder die Gesundheit der Betroffenen entsteht, das ist Ihnen bei diesem Modell völlig egal! – Danke. (Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Sind Sie gut für unser Land? – Nein!
Was nehmt ihr dafür in Kauf? – Ihr nehmt in Kauf, dass Hunderttausende Menschen in diesem Land ihre Sorgen kundtun. Und was sagt Sebastian Kurz dazu? – Er sagt, es ist ihm wurscht. Die Bedenken dieser Hunderttausenden Menschen (eine Tafel, auf der eine große Menge von Demonstranten zu sehen ist, in die Höhe haltend), die am ersten Ferienwochenende auf die Straße gegangen sind, sind Sebastian Kurz einfach wurscht. Wie heißt es auf gut Deutsch: Ihr fahrts drüber. Ihr fahrts drüber über die sozialen Rechte in unserem Land, ihr fahrts drüber über die Ängste der Leute. Und: Ist das gut für unser Land? – Nein! (Abg. Belakowitsch: Sind Sie gut für unser Land? – Nein!)
Abg. Belakowitsch: Aber gesagt! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Abgeordneter Mag. Christian Kern (SPÖ): Sehr geehrter Herr Abgeordneter Haubner! Sie haben im Zusammenhang mit dieser Pflasterstein- und Grablichtgeschichte zitiert, dass ich gesagt habe, das war erst der Anfang. – Ich möchte explizit darauf hinweisen, dass ich das selbstverständlich nicht gemeint habe (Abg. Belakowitsch: Aber gesagt! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), und ich kann Ihnen sagen, wir werden selbstverständlich den juristischen Rahmen und den Rahmen dessen, was sich gehört, einhalten. Es gibt aber viele Mittel, die wir ausschöpfen.
Heiterkeit bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch.
Nun aber zu dir, lieber Beppo Muchitsch – ich achte ihn, ich schätze ihn, wir sind im Wahlkreis nur äußerlich Rivalen, aber sonst verstehen wir uns, sind respektvoll und in Gesellschaft miteinander verträglich. In der Südsteiermark gibt es genug Menschen, die mich fragen: Hast du etwas zum Hackeln? Gibt es irgendetwas? Wohin muss ich auspendeln? – Und dann kommt die andere Geschichte. Mir erzählen sie von Betrieben, in denen der Betriebsrat sagt: Hartz IV!, und jetzt: 60! Jeden Tag 60 Stunden! (Heiterkeit bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch.) Da frage ich mich: Was ist eigentlich, wenn das passiert? Was ist denn da passiert? (Abg. Knes: Super! Unglaublich! Gratuliere! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Da sieht man, ihr passt auf – danke schön! Danke, Prüfung bestanden! Man muss sich das vorstellen: Wie wurden Betriebsräte informiert, dass sie den Menschen draußen wissentlich falsche Informationen geben? Was ist da passiert?
Abg. Deimek: Nur die Sozialisten! – Abg. Belakowitsch: Die haben Sie alle fünfmal gezählt!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bedanke mich bei den 100 000 Demonstrantinnen und Demonstranten, denn diese haben schon einen Erfolg erzielt. (Abg. Deimek: Nur die Sozialisten! – Abg. Belakowitsch: Die haben Sie alle fünfmal gezählt!) Wenn man euren ersten Antrag ansieht, dann war da überhaupt nichts drinnen, was für Arbeitnehmer nur irgendwie einen Vorteil hätte. Ihr habt sogar ein bisschen nachgebessert. Das ist auch das, was die schon erreicht haben. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bedanke mich bei den 100 000 Demonstrantinnen und Demonstranten, denn diese haben schon einen Erfolg erzielt. (Abg. Deimek: Nur die Sozialisten! – Abg. Belakowitsch: Die haben Sie alle fünfmal gezählt!) Wenn man euren ersten Antrag ansieht, dann war da überhaupt nichts drinnen, was für Arbeitnehmer nur irgendwie einen Vorteil hätte. Ihr habt sogar ein bisschen nachgebessert. Das ist auch das, was die schon erreicht haben. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abschließend noch einen Satz. Als wir die Leibeigenschaft überwunden haben und die Republik errichtet haben, hat es einen Sozialminister gegeben, der Ferdinand Hanusch geheißen hat. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Damals hat man den 8-Stunden-Tag eingeführt, damit die Menschen keine Sklaven mehr sind, und Sie wollen das verändern. Schämen Sie sich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kassegger: Eine sehr schwache Rede!)
Rufe bei FPÖ und ÖVP: Belakowitsch!
Danke, Herr Präsident! Ich darf eine tatsächliche Berichtigung machen, da die Abgeordnete Berlakowitsch behauptet hat (Rufe bei FPÖ und ÖVP: Belakowitsch!), dass die aktuelle Änderung im ASVG die Scheinfirmen betrifft.
Abg. Belakowitsch: Aber leider wirkungslos!
Die Regelung bezüglich Scheinfirmen, das sogenannte Risiko- und Auffälligkeitsanalyse-Tool, befindet sich schon längst im Sozialversicherungsgesetz. Das hatten wir vor Jahren dort verankert und implementiert. (Abg. Belakowitsch: Aber leider wirkungslos!) Worum es jetzt in der Novelle des ASVG vielmehr geht, ist, dass diese Kontrolle im Krankenstand ausgeweitet werden soll auf Versicherte im Krankenstand und bezüglich einer Kontrolle sämtlicher Auffälligkeiten.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das ist übrigens datenschutzrechtlich auch sehr bedenklich. (Zwischenruf des Abg. Amon.) Fragen Sie da den Datenschutzrat! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ja, aber von Ihnen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Das war in der Öffentlichkeit auch leider ihre erste und letzte Formulierung zu diesem maßgeblichen Gesetz, das auch die Wirtschaft sehr betrifft. Seit dieser Aussage hat man in der Öffentlichkeit leider nichts mehr von ihr gehört. Heute stellt sich Frau Ministerin Schramböck hin und vergleicht Österreich wirklich mit Schweden. Werte Kolleginnen und Kollegen, Schweden hat im Handel einen Mindestkollektivlohn von 2 000 Euro. (Abg. Stefan: Und da kann man dann 60 Stunden arbeiten? Was ist das für ein Argument?) – Hier werden also Birnen mit Äpfeln verglichen und das ist sehr, sehr bedauerlich. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ja, aber von Ihnen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich möchte mich auch bei jenen Menschen – ob es nun, Frau Belakowitsch, 80 000 oder 100 000 Menschen waren (Abg. Zanger: Das ist eine Fabel! – Zwischenruf des Abg. Deimek) –, die auf die Straße gegangen sind, um gegen dieses Gesetz zu demonstrieren, bedanken. Es waren viele, und dafür möchte ich mich bedanken. (Abg. Deimek: Das sind Geschichten, das hat nichts mit der Realität zu tun!) Wieso ignorieren Sie diese Bevölkerung, wieso haben Sie Angst vor Menschen, die Stellung zu diesem Gesetz beziehen möchten? (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Erasim. – Abg. Belakowitsch: Unglaublich!
Mir fehlt auch die Antwort zum Aspekt Gesundheit: Was, bitte, ist mit den Krankenschwestern? (Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Erasim. – Abg. Belakowitsch: Unglaublich!) Was ist mit den Polizistinnen und Polizisten? Was ist künftig mit den Mitarbeitern bei der Straßenmeisterei in Kärnten? Sind die dann gesundheitsgefährdet, wenn ein roter Betriebsrat abschließt, dass man - - (Weitere Zwischenrufe der Abg. Erasim.)
Beifall bei der SPÖ. – Die Abgeordneten Belakowitsch und Rosenkranz: Wo waren Sie da?
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Ich habe diese Debatte mit großer Aufmerksamkeit verfolgt und kann mich nicht ganz des Eindrucks erwehren, dass Sie so sehr überzeugt davon sind, dass das ein gutes Gesetz ist. Diesen Eindruck habe ich eigentlich aus dieser Debatte nicht wirklich gewonnen. (Beifall bei der SPÖ. – Die Abgeordneten Belakowitsch und Rosenkranz: Wo waren Sie da?)
Abg. Belakowitsch: Entschuldigen Sie sich! – Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ
Abgeordneter Robert Laimer (SPÖ): Herr Präsident! Frau Minister! Meine Damen und Herren! ÖBB-Pflastersteine und Grabkerzen waren das heutige Wording der schwarz-blauen Einheitspartei (Unruhe bei FPÖ und ÖVP), um vom wahren Inhalt dieses Gesetzes abzulenken (Abg. Belakowitsch: Entschuldigen Sie sich! – Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ), aber täuschen Sie sich nicht: Mit dem Eisenbahner-Bashing tun Sie sich nichts Gutes. Das ist eine sehr stolze Community. (Ruf bei der ÖVP: Auf Staatskosten! – Anhaltende Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Machen Sie die Eisenbahner nicht zornig! Meine Damen und Herren, es bleibt alles gleich, lautet die Losung der Regierung, und doch wird sich alles ändern, aber nicht freiwillig für die Arbeitnehmer. (Ruf bei der ÖVP: Na, geh!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von NEOS und Liste Pilz. – Abg. Belakowitsch: Macht ja nichts!
Zusammengefasst kann man jetzt sagen: ein erneuter Showact dieser FPÖ-ÖVP-Regierung mit enormen Kosten für die Steuerzahler und zusätzlichen Verfahren anstatt Effizienzsteigerung und Verfahrensverkürzung. Meine sehr geehrten Damen und Herren, da werden wir als Sozialdemokratie sicherlich nicht mitstimmen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von NEOS und Liste Pilz. – Abg. Belakowitsch: Macht ja nichts!)
Sitzung Nr. 38
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten von NEOS und Liste Pilz sowie der Abg. Bißmann. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Diese Dementis, die Sie seit Wochen bringen, diese Behauptungen, dass alles in Ordnung sei, sind falsch! Es ist gar nichts in Ordnung. Es ist nicht in Ordnung, wenn unser aller Sicherheit, wenn die Sicherheit der Bürger in diesem Land nicht mehr gewährleistet ist, weil Sie durch die Hausdurchsuchung diese Sicherheit zerstören. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten von NEOS und Liste Pilz sowie der Abg. Bißmann. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Herr Präsident! Schlusswort!
Jetzt stelle ich Ihnen allen die Frage: Wer ist für den Schaden verantwortlich, der durch diesen Überfall, durch diese Razzia im BVT entstanden ist? Der Justizminister, der vollkommen gesetzeskonform zu keinem Zeitpunkt über die Ermittlungen, über die Hausdurchsuchung informiert war, sondern erst im Nachhinein davon erfahren hat – vollkommen gesetzeskonform! –, oder der Innenminister, der zu jedem Zeitpunkt von den Ermittlungen informiert war, dessen Büro wochenlang Zeugen angehört und der Staatsanwaltschaft vermittelt hat, der daneben gesessen ist? (Abg. Belakowitsch: Herr Präsident! Schlusswort!) Die haben in Wahrheit Schritt für Schritt – Schritt für
Abg. Belakowitsch: Redezeit!
Schritt! – entschieden (Abg. Belakowitsch: Redezeit!), an welchem Tag zu welcher Uhrzeit die Staatsanwaltschaft überhaupt Informationen bekommt!
Abg. Schieder: Gibt es Antworten auch, oder nicht? – Abg. Belakowitsch: Seien Sie nicht so nervös!
Dann sage ich Ihnen noch etwas dazu (Abg. Schieder: Gibt es Antworten auch, oder nicht? – Abg. Belakowitsch: Seien Sie nicht so nervös!): Um zu überprüfen, wie das denn mit diesen Geschichten, die Sie erzählen, ausschaut, muss man nur schauen, was von den Geschichten, die Sie in der Vergangenheit erzählt haben, übrig geblieben ist, und da wird man eigentlich außer viel heißer Luft nicht wirklich etwas Substanzielles finden können. Also der Vergleich, meine sehr geehrten Damen und Herren, macht sicher.
Abg. Belakowitsch: Sie müssten die Rede nicht am Vortag schreiben!
Ich habe am Mittwoch im Untersuchungsausschuss einem Polizisten zugehört, einem von jenen, die Sie jetzt so abqualifiziert haben, Herr Kickl (Abg. Belakowitsch: Sie müssten die Rede nicht am Vortag schreiben!), und was dieser berichtet hat, war bedrückend, ja mehr als bedrückend. Er hat gesagt: Ich war mein ganzes Berufsleben lang Polizist, ich habe lange Jahre in einem sogenannten Problembezirk im Außendienst gearbeitet. Er hat auch gesagt: Ich habe geglaubt, dass ich alles Schlechte, was man erleben kann, schon erlebt habe, aber da habe ich mich getäuscht.
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Pilz und Zinggl. – Abg. Belakowitsch: Das trauen Sie sich auch nur unter dem Schutz der Immunität zu sagen!
Herr derzeit noch im Amt befindlicher Innenminister, dafür tragen Sie die Verantwortung! (Ruf bei der FPÖ: Das ist ja unfassbar!) Diese Verantwortung werden Sie nicht nur mit Ihrem Gewissen vereinbaren müssen, nein, Herr Kickl, wir hier, dieses Parlament wird alles dafür tun, dass Sie für den Bruch der Rechtsstaatlichkeit, für den Bruch der Gewaltenteilung, für die Verletzung der Gleichheit vor dem Gesetz auch politisch verantwortlich gemacht werden! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Pilz und Zinggl. – Abg. Belakowitsch: Das trauen Sie sich auch nur unter dem Schutz der Immunität zu sagen!)
Abg. Belakowitsch: Wissen Sie überhaupt, was Sie sagen? Das ist kein Geheimdienst, das sollten Sie eigentlich wissen! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
dafür gesorgt, dass unsere Terrorschutzkapazitäten gerade in der Zeit der österreichischen Ratspräsidentschaft minimiert wurden (Abg. Belakowitsch: Wissen Sie überhaupt, was Sie sagen? Das ist kein Geheimdienst, das sollten Sie eigentlich wissen! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), und Sie haben dafür gesorgt, dass unser BVT in der Gruppe der westlichen Geheimdienste scheel angeschaut wird. (Abg. Belakowitsch: Das ist ja unfassbar!)
Abg. Belakowitsch: Das ist ja unfassbar!
dafür gesorgt, dass unsere Terrorschutzkapazitäten gerade in der Zeit der österreichischen Ratspräsidentschaft minimiert wurden (Abg. Belakowitsch: Wissen Sie überhaupt, was Sie sagen? Das ist kein Geheimdienst, das sollten Sie eigentlich wissen! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), und Sie haben dafür gesorgt, dass unser BVT in der Gruppe der westlichen Geheimdienste scheel angeschaut wird. (Abg. Belakowitsch: Das ist ja unfassbar!)
Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wissen Sie, Herr Kickl, was die Beamtinnen und Beamten im BVT reden? – Sie sagen: Ja, wir bekommen schon noch Informationen von anderen Geheimdiensten, nämlich darüber, wie das Wetter dort ist, aber sonst nichts mehr! Das sagen sie uns, geschätzte Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Wenn Sie mit Beamten vom BVT reden, dann ja!
Es geht aber um viel mehr, und das ist der wahre Skandal. (Abg. Belakowitsch: Wenn Sie mit Beamten vom BVT reden, dann ja!) Was da geschehen ist, was Sie initiiert haben, war ein Angriff auf zwei Stützpfeiler unseres demokratischen Systems, ein Angriff auf die Gewaltenteilung und auf die Rechtsstaatlichkeit, und das, Herr Kickl, lassen wir, das lässt dieses Hohe Haus nicht zu! (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Jessas!)
Abg. Jenewein: Gut, ich nehme „Hühnerhaufen“ zurück! – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Aufgeregt sind sie schon!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Entschuldigung, Herr Abgeordneter, „Hühnerhaufen“ ist bitte nicht in Ordnung. (Abg. Jenewein: Gut, ich nehme „Hühnerhaufen“ zurück! – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Aufgeregt sind sie schon!)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Schieder: Herr Präsident, wir sind Abgeordnete, nicht Gladiatoren! Was soll das? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es ist schon bemerkenswert: Sie freuen sich, wenn die Gladiatoren der SPÖ rauskommen und einen einzigen Schmutzkübel über dieses Haus schütten (Hallo-Rufe bei der SPÖ), über das Innenministerium schütten, und Sie vertragen es nicht, wenn Sie dann die entsprechende Antwort bekommen. Das ist auch bemerkenswert. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Schieder: Herr Präsident, wir sind Abgeordnete, nicht Gladiatoren! Was soll das? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Herr Innenminister, Sie haben heute wieder das absurde Argument ventiliert, es hätte eine Anzeigepflicht des Generalsekretärs gegeben. Warum ist der Generalsekretär zur Staatsanwältin gegangen? – Weil er wusste, dass genau bei ihr schon ein Strafverfahren anhängig ist. Es gab nichts mehr anzuzeigen. Es galt nur, im richtigen Moment mit der Autorität des Amtes bei ihr aufzutreten, um einen, wie Justizminister Moser es genannt hatte, „Ermittlungsdruck“ auszulösen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Rosenkranz: Das ist eigentlich unerhört! Das ist eigentlich unerhört! – Abg. Belakowitsch: Bei aller Wertschätzung, das ist aber schon heftig, was Sie da jetzt ...!
Was die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft aber nicht braucht, ist eine Erweiterung der Berichtspflicht – denn kein Mensch weiß, ob die Geschichte nicht genau so ausgegangen wäre, hätte das Justizministerium vorher davon gewusst. Warum ist es denn schiefgelaufen? – Schiefgelaufen ist es, weil in der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft offenbar doch nicht genug Fachwissen da war (Abg. Rosenkranz: Das ist eigentlich unerhört! Das ist eigentlich unerhört! – Abg. Belakowitsch: Bei aller Wertschätzung, das ist aber schon heftig, was Sie da jetzt ...!) und weil, um den Herrn Justizminister zu zitieren, ein „Ermittlungsdruck“ aufgebaut wurde. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Aber? Aber geh?
Natürlich kann man sagen, die Staatsanwältin hätte dem widerstehen müssen und auch der Journalrichter hätte sich vielleicht noch einmal erkundigen müssen. Doch das ist bei den Verhältnissen, so wie sie bei uns sind, leichter gesagt als getan. Denn nach wie vor sind sowohl die WKStA als auch die Staatsanwaltschaft ganz allgemein dem Justizminister, einem Regierungsmitglied, unterstellt. (Abg. Belakowitsch: Aber? Aber geh?) Was wir aber brauchen, ist ein unabhängiger Bundesstaatsanwalt. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Stefan: ... völlig unabhängig! So unabhängig wie der ORF!)
Abg. Belakowitsch: Stimmt auch! Da haben Sie recht! – Abg. Stefan: Bravo! – Abg. Lausch: Stimmt!
Herr Innenminister, Sie inszenieren sich gerne als jemand, der die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger ernst nimmt. Von Ihrer Partei werden Sie auch immer als der beste Innenminister der Zweiten Republik bezeichnet. (Abg. Belakowitsch: Stimmt auch! Da haben Sie recht! – Abg. Stefan: Bravo! – Abg. Lausch: Stimmt!) Aber kümmern Sie sich wirklich um die Sicherheit dieses Landes oder stellen Sie nicht eher Ihre parteipolitischen Ziele vor die Sicherheit? Sind Ihnen die Ziele der FPÖ wichtiger
Abg. Belakowitsch: Ja, dann hören wir auf, dann wissen wir es eh schon!
Dass die Sicherheit und das Ansehen Österreichs gefährdet sind, konnten wir bereits nach zwei Sitzungstagen im Untersuchungsausschuss klären. (Abg. Belakowitsch: Ja, dann hören wir auf, dann wissen wir es eh schon!) Wir – wir und auch die Öffentlichkeit – haben endlich Antworten auf die Fragen bekommen, die Sie, Herr Innenminister, uns seit Wochen verweigern. Wir bekommen endlich Antworten, die ganz anders lauten als das, was Sie uns in den letzten Monaten erzählt haben. In jeder Sondersitzung haben Sie bekräftigt, dass der Geheimdienst ganz super mit allen anderen Geheimdiensten und Nachrichtendiensten Europas zusammenarbeitet. Herausgekommen ist aber bereits nach zwei Sitzungstagen, dass das ganz und gar nicht der Fall ist.
Abg. Belakowitsch: Man wird ja noch seine Meinung sagen dürfen!
Ich möchte drei Sachen kurz festhalten, weil Sie in der Beantwortung der Dringlichen Anfrage heute ganz andere Antworten gegeben haben, als wir sie im Untersuchungsausschuss bekommen konnten: Die Hausdurchsuchung war rechtswidrig. Das Oberlandesgericht hat ganz klar festgestellt, dass die Hausdurchsuchung großteils rechtswidrig abgelaufen ist. Die unabhängige Justiz hat das festgestellt, und Sie ignorieren hier diesen Beschluss. Sie haben den Beschluss sogar öffentlich als weltfremd bezeichnet. (Abg. Belakowitsch: Man wird ja noch seine Meinung sagen dürfen!) Sie halten den Beschluss für weltfremd und maßen sich somit ein Urteil über die unabhängige Justiz an. Sie verneinen auch immer wieder, dass Sie diese Hausdurchsuchung bei Ihrem Generalsekretär in Auftrag gegeben haben.
Abg. Belakowitsch: Na wer ist denn zuständig gewesen für die Hausdurchsuchung?
Warum war denn diese Einheit für diese Hausdurchsuchung so ungeeignet? – Es haben Mitarbeiter im Untersuchungsausschuss öffentlich berichtet, dass ihnen bei dieser Hausdurchsuchung völlig angst und bange war. Mitarbeiter des BVT haben berichtet, dass sie während ihrer langjährigen Erfahrung noch nie eine solche Hausdurchsuchung erlebt haben (Abg. Rosenkranz: Ja Gott sei Dank! – Abg. Wurm: Dann kann man sich ja an Hausdurchsuchungen gewöhnen!), und es war ihnen auch nicht vorstellbar, dass so eine Hausdurchsuchung in einem Rechtsstaat überhaupt noch möglich sei. Nachdem Sie aber gesehen haben, dass die Hausdurchsuchung vielleicht doch etwas überschießend war, versuchen Sie jetzt, sich am Justizminister abzuputzen. (Abg. Belakowitsch: Na wer ist denn zuständig gewesen für die Hausdurchsuchung?)
Abg. Belakowitsch: Das ist ja keine Leseübung da herinnen!
Aber trotz des ganzen Schlamassels, das jetzt durch den Untersuchungsausschuss ans Tageslicht befördert wird, muss ich dich explizit in Schutz nehmen. Du kannst nix dafür. Es ist doch wie in dem Gleichnis vom Frosch und dem Skorpion. Der Frosch will den Skorpion eigentlich gar nicht am Rücken über das Wasser tragen, vor lauter Angst, er könnte gestochen werden. Bei erster Gelegenheit sticht der Skorpion dennoch zu und erklärt dem Frosch: ‚Was hast du denn gedacht? Ich bin ein Skorpion, das liegt in meiner Natur.‘“ (Abg. Belakowitsch: Das ist ja keine Leseübung da herinnen!)
Abg. Belakowitsch: Krainer ist weniger Doktor und mehr Krainer!
Wenn ich jetzt Herrn Dr. Pilz von der Pilz-Partei und Herrn Dr. Krainer von der SPÖ zuhöre (Abg. Belakowitsch: Krainer ist weniger Doktor und mehr Krainer!) und wenn ich weiß, wie wichtig es ihnen ist, dass sämtliche Daten geliefert werden müssen, welche Aufschreie es dort gibt, wenn eine Zeile zu viel geschwärzt ist – und das ist auch richtig so, wir brauchen alle Informationen –, und wenn die gleichen Personen jetzt zu den Daten von jemandem, der namentlich angeführt wird, damit seine Daten bei den Hausdurchsuchungen gesichert werden, sagen: Diese Daten brauchen wir nicht, die schicken wir wieder zurück, denn das ist folgerichtig!, dann bitte ich Sie, Herr Bundesminister, eines: Schauen Sie sich das auch einmal genau an, warum das momentan einen solchen Wert bekommt!
Abg. Belakowitsch: Das ist aber ein Unterschied!
Herr Innenminister, Sie haben gesagt, sie ist mit der ganzen Causa und auch mit der Medienarbeit in diesem Zusammenhang beschäftigt. Wenn sich ein Innenpolitikjournalist, sagen wir, vom „Standard“ oder vom „Kurier“, der darüber berichtet, zu Ihrer Kabinettsbesprechung dazusetzen würde und nachher sagen würde, na ich bin ja auch irgendwie damit beschäftigt, dann fänden Sie es, glaube ich, auch nicht in Ordnung. (Abg. Belakowitsch: Das ist aber ein Unterschied!) Das ist es, worum es geht, wie man damit umgeht und dass man das in einer solch flapsigen Art und Weise abtut. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Das ist wirklich widerwärtig, diese Vorsitzführung! – Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren! Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Reinhold Einwallner. – Bitte, Herr Abgeordneter, Sie haben das Wort. (Abg. Belakowitsch: Das ist wirklich widerwärtig, diese Vorsitzführung! – Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Was antworten Sie diesen Bürgerinnen und Bürgern, Herr Kickl, Herr Bundesminister? (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wo ist die Transparenz, die das Vertrauen in unseren Rechtsstaat erlaubt? Wie wollen Sie wieder vertrauenswürdig werden? (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Zwei Diebe waren’s!
Sonst aber habe ich nichts gehört. Herr Höbart macht drei Diebe dingfest. (Abg. Belakowitsch: Zwei Diebe waren’s!) – Drei Diebe oder zwei Diebe oder ein Dieb – da wird groß herumgeprotzt: Im Parlament ist ein Held geboren, er heißt Höbart, er hat zwei Diebe gefangen. Nur: Die Diebe waren keine Diebe und haben nichts gestohlen. Herr Gudenus reiht sich hier ein. Ich weiß nicht, ob Sie einen internen Wettbewerb haben, indem Sie sich in solchen Tölpeleien überbieten wollen? (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Gudenus: Das ist ja unfassbar! – Abg. Belakowitsch: „Einmarschiert“! „Überfall“!
Herr Vizekanzler, ich habe gut zugehört und teile einen großen Teil dieser Rede. Er hat ja recht! Ich gebe auch dem Innenminister – wir haben ja schon oft darüber diskutiert – völlig recht. Es hat natürlich einen Anlassfall gegeben, warum man im BVT, ohne die Personen dort zu verständigen, quasi einmarschiert ist und dort dann versucht hat, die Server abzubauen (Abg. Gudenus: Das ist ja unfassbar! – Abg. Belakowitsch: „Einmarschiert“! „Überfall“!) – halt nicht auf die dilettantische Art und Weise, wie es hier passiert ist, weil sich herausgestellt hat, die Server kann man nicht abbauen; man hätte das ganze Haus auch abbauen und woanders wieder aufbauen können. (Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Gudenus: Sagt der Jarolim!) Ich meine, so ein Dilettantismus darf nicht passieren.
Abg. Belakowitsch: So etwas gibt es nicht! Es gibt in Österreich gar keine Rechtsradikalendatei!
Meine Damen und Herren, letztlich muss man sich von der Kompetenzlage her auch auf der Zunge zergehen lassen, dass jedenfalls Angehörige der Polizeieinheiten – und nicht der Gerichtsbarkeit und nicht der Staatsanwaltschaft –, nicht durch Staatsanwälte beaufsichtigt, durch das BVT gestolpert sind und dort die Rechtsradikalismusdateien gesehen haben. (Abg. Belakowitsch: So etwas gibt es nicht! Es gibt in Österreich gar keine Rechtsradikalendatei!) Da gibt es Sticks. Dazu zu sagen, es ist mit der Gewaltentrennung vereinbar, ist wirklich eine Schande. Sie sollten sich bei der Nase nehmen.
Abg. Belakowitsch: Der erfolgreichste aller Zeiten!
Eine weitere Gratulation geht an den Herrn Innenminister! Herr Innenminister, Sie werden von der Opposition als gefährlichster Innenminister bezeichnet. Ich kann Ihnen aber eines sagen, Herr Innenminister: Sie werden dieses Haus mit der heutigen Abstimmung auch als erfolgreicher Innenminister verlassen (Abg. Belakowitsch: Der erfolgreichste aller Zeiten!), weil Sie nur für eine Gruppierung hier gefährlich sind, und das sind die Herrschaften, die dort (auf die Reihen der SPÖ deutend) sitzen. Dank Ihrer Arbeit für die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher werden diese Parteien keinen richtigen Meter in dieser Republik mehr machen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz. – Zwischenrufe der Abgeordneten Lausch und Belakowitsch.
Herr Abgeordneter, Sie wissen, dass Verleumdung ein Straftatbestand ist, erst recht eine Verleumdungskampagne, und deshalb erteile ich Ihnen für diese Formulierung einen Ordnungsruf. (Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz. – Zwischenrufe der Abgeordneten Lausch und Belakowitsch.)
Sitzung Nr. 39
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Präsidentin des Rechnungshofes! Herr Staatssekretär! Wir haben Rekordeinnahmen, Rekordausgaben, und wenn die Bürger jetzt glauben, das Geld fließt in Schulen, Universitäten und Forschung, dann haben sie sich leider getäuscht. Jeder vierte Budgeteuro geht in ein schrottreifes Pensionssystem, wir finanzieren ein immer schlechter werdendes Gesundheitssystem (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und wir zahlen, wie Kollege Linder richtig ausgeführt hat, die Zinsen für die alten Schuldenberge.
Abg. Belakowitsch: Blödsinn! Das Gegenteil ist der Fall!
In vielen dieser Situationen hat das Innenministerium mit Ihnen an der Spitze, Herr Bundesminister, eine nicht unwesentliche Rolle gespielt – eine nicht unwesentliche Rolle dann, wenn es um den Verlust des Vertrauens in die demokratischen Institutionen in Österreich geht, eine nicht unwesentliche Rolle, wenn es um die Einschränkung der Grund- und Freiheitsrechte der Österreicherinnen und Österreicher geht (Abg. Belakowitsch: Blödsinn! Das Gegenteil ist der Fall!), wenn es um die Gefährdung der Rechtsstaatlichkeit geht oder wenn es um die Aushöhlung oder die vermeintliche Aushöhlung der Gewaltenteilung geht.
Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Abg. Belakowitsch: Millionen aber schon!
Was uns aber schon verwundert hat, war der Anlass, den Sie uns gegeben haben, und was uns noch mehr verwundert hat, war in diesem Fall die Tragweite der Grenzüberschreitung, die in den letzten zwei Tagen aus Ihrem Ministerium gekommen ist. Ja, Herr Innenminister, ich habe Ihre Aussendung gestern Abend gelesen, in der Sie sich durchgerungen haben, sich ein bisschen davon zu distanzieren, was in diesem Mail gekommen ist. Ich sage Ihnen aber ganz ehrlich – und ich glaube, wir können ehrlich zueinander sein –: Wenn Sie 24 Stunden dazu brauchen, sich ein Bekenntnis zur Pressefreiheit abzuringen, dann wundern Sie sich nicht, dass Ihnen in diesem Staat niemand mehr glaubt. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Abg. Belakowitsch: Millionen aber schon!)
Abg. Zanger: Aber geh! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Schimanek.
Aus dem Innenministerium unter Ihrer Führung ist ein E-Mail an die Kommunikationschefs der Landespolizeidirektionen gekommen, in dem ein Frontalangriff auf die Pressefreiheit geritten wurde und in dem vorgeschlagen wurde, dass gegenüber kritischen – zu kritischen aus Ihrer Sicht – Medien in Zukunft Informationen beschränkt werden sollen. (Abg. Zanger: Aber geh! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Schimanek.)
Abg. Belakowitsch: Das ist der Wunsch der Bevölkerung!
Damit nicht genug, ist auch dazu aufgefordert worden, dass in Zukunft die Staatsbürgerschaft beziehungsweise der Aufenthaltstitel von verdächtigen Personen bewusst (Abg. Belakowitsch: Das ist der Wunsch der Bevölkerung!) genannt wird. Es wurde auch dazu aufgerufen, dass über Sexualdelikte, insbesondere dann, wenn zwischen Täter und Opfer keine Verbindung besteht, proaktiv informiert werden soll und dass der Opferschutz in Wirklichkeit eher außen vor gelassen werden soll. (Abg. Gudenus: Das stimmt ja gar nicht! – Abg. Belakowitsch: Wo steht das?)
Abg. Gudenus: Das stimmt ja gar nicht! – Abg. Belakowitsch: Wo steht das?
Damit nicht genug, ist auch dazu aufgefordert worden, dass in Zukunft die Staatsbürgerschaft beziehungsweise der Aufenthaltstitel von verdächtigen Personen bewusst (Abg. Belakowitsch: Das ist der Wunsch der Bevölkerung!) genannt wird. Es wurde auch dazu aufgerufen, dass über Sexualdelikte, insbesondere dann, wenn zwischen Täter und Opfer keine Verbindung besteht, proaktiv informiert werden soll und dass der Opferschutz in Wirklichkeit eher außen vor gelassen werden soll. (Abg. Gudenus: Das stimmt ja gar nicht! – Abg. Belakowitsch: Wo steht das?)
Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Für alle, die da schon beim Dazwischenbrüllen sind: Auf die Frage, ob der Innenminister dafür verantwortlich ist, sage ich Ihnen gleich: Selbstverständlich ist der Innenminister verantwortlich dafür. Der Innenminister ist Chef seines Ministeriums (Zwischenruf des Abg. Gudenus), und alles, was in seinem Ministerium passiert, liegt natürlich in seiner Verantwortung. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ja, haben Sie es nicht gelesen? – Abg. Wurm: Sind beide da!
Wir haben dann aufgrund dieses Schreibens angekündigt, dass wir eine Dringliche Anfrage an den Innenminister einbringen werden, und siehe da: Es hat nur 1 Stunde gedauert, bis wieder ein Schreiben aus dem Innenministerium kam, in dem drinstand, dass sich der Innenminister bei dieser Sitzung von seiner Staatssekretärin vertreten lassen will. (Abg. Belakowitsch: Ja, haben Sie es nicht gelesen? – Abg. Wurm: Sind beide da!) – Schauen Sie, Frau Kollegin Belakowitsch, ich weiß nicht, welches Schreiben Sie lesen. Im ersten Schreiben aus dem Ministerium stand drin (Abg. Gudenus: Sie können nicht lesen anscheinend!), dass sich der Herr Bundesminister die gesamte Sitzung heute von seiner Staatssekretärin vertreten lassen (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger – Ruf bei der FPÖ: Das stimmt ja gar nicht!) und nicht seiner verfassungsrechtlichen Aufgabe nachkommen will, nämlich dem Parlament hinsichtlich dieser Vorwürfe Rede und Antwort zu stehen. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Zwischenruf des Abg. Haider. – Abg. Schieder: Hört! Hört!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger – Ruf bei der FPÖ: Das stimmt ja gar nicht!
Wir haben dann aufgrund dieses Schreibens angekündigt, dass wir eine Dringliche Anfrage an den Innenminister einbringen werden, und siehe da: Es hat nur 1 Stunde gedauert, bis wieder ein Schreiben aus dem Innenministerium kam, in dem drinstand, dass sich der Innenminister bei dieser Sitzung von seiner Staatssekretärin vertreten lassen will. (Abg. Belakowitsch: Ja, haben Sie es nicht gelesen? – Abg. Wurm: Sind beide da!) – Schauen Sie, Frau Kollegin Belakowitsch, ich weiß nicht, welches Schreiben Sie lesen. Im ersten Schreiben aus dem Ministerium stand drin (Abg. Gudenus: Sie können nicht lesen anscheinend!), dass sich der Herr Bundesminister die gesamte Sitzung heute von seiner Staatssekretärin vertreten lassen (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger – Ruf bei der FPÖ: Das stimmt ja gar nicht!) und nicht seiner verfassungsrechtlichen Aufgabe nachkommen will, nämlich dem Parlament hinsichtlich dieser Vorwürfe Rede und Antwort zu stehen. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Zwischenruf des Abg. Haider. – Abg. Schieder: Hört! Hört!)
Abg. Belakowitsch: Ja, das ist wichtig!
Kommen wir zu den Details, damit die FPÖ-Fraktion auch weiß, was in diesem Schreiben gestanden ist! Es wird zuerst in diesem Schreiben ersucht, dass in Zukunft die Staatsbürgerschaft eines mutmaßlichen Täters, einer mutmaßlichen Täterin in einer Aussendung der Landespolizeidirektion benannt werden soll. (Beifall und Bravorufe bei Abgeordneten der FPÖ.) Es soll auch in Zukunft bei Fremden so sein, dass deren Aufenthaltsstatus genannt wird (Abg. Belakowitsch: Ja, das ist wichtig!) und dass dazugesagt werden soll, ob es sich um eine Asylwerberin oder einen Asylwerber handelt. (Abg. Zanger: Umfassende Information!) Es wird weiters angeführt, dass diese Sprachregelung auch in Interviews umgesetzt werden soll. (Abg. Rosenkranz: Damit endlich mit der Mär aufgeräumt wird ...!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Neubauer
Ich frage Sie einmal ganz im Ernst: Was wollen Sie damit erreichen? (Abg. Höbart: Die Wahrheit ist zumutbar!) Ist Ihnen überhaupt bewusst, dass Menschen, die einer Straftat verdächtig sind, nicht gleichzusetzen sind mit denen, die von einem Gericht verurteilt wurden? Ist Ihnen so etwas überhaupt bewusst? Kennen Sie das Grundrecht auf Unschuldsvermutung (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Neubauer), dass man nicht Menschen, die einer Tat verdächtig sind, in der Öffentlichkeit anprangert? (Abg. Rosenkranz: Ihre Medien sollen sich das hinter die Ohren schreiben!) – Ich glaube, ehrlich gesagt, nicht. Ich glaube, das Einzige, was Sie damit erreichen wollen, ist, Menschen gegeneinander aufzuhetzen und diese Gesellschaft in Ös-
Abg. Belakowitsch: Ja und? ... Wo ist das Problem?
Ein paar Zeilen später kommt Folgendes – ich zitiere wörtlich –: „Ansonsten erlaube ich mir vorzuschlagen, die Kommunikation mit diesen Medien auf das nötigste (rechtlich vorgesehene) Maß zu beschränken“ (Abg. Belakowitsch: Ja und? ... Wo ist das Problem?) „und ihnen nicht noch Zuckerl, wie beispielsweise Exklusivbegleitungen zu ermöglichen, es sei denn, ihr seht darin einen echten Mehrwert, bzw. die Möglichkeit einer neutralen oder gar positiven Berichterstattung.“
Abg. Belakowitsch: Schwache Rede!
Das Hauptproblem an der ganzen Sache ist, es geht nicht nur um die Medien, die hier drin angesprochen wurden. (Ruf bei der FPÖ: Scherak weiß nicht, was Pressefreiheit ist! Nicht genügend!) Das Problem ist, dass hier alle Medien in Verruf geraten (Abg. Belakowitsch: Schwache Rede!) und dass das für alle Medien ein Problem ist, denn das, was Sie den Medien mit diesem Schreiben signalisieren, ist Folgendes: Entweder ihr spurt und schreibt das, was wir haben wollen, oder wir schneiden euch in Zukunft einfach von den notwendigen Informationen ab. (Abg. Steger: Nicht von den notwendigen ...!) Das ist das, was Sie hier allen Medien in Österreich signalisieren, dass nur noch dann Informationen weitergegeben werden, wenn ordentlich berichtet wird, so, wie Innenminister Kickl sich das wünscht. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Liste Pilz.)
Die Abgeordneten Belakowitsch und Rosenkranz: Nein, nicht von jedem!
Wissen Sie, was das ist? – Eine Aussendung, die in dieser Art und Weise einem unabhängigen Journalisten entgegengebracht wird, ist nichts anderes als eine Verhöhnung von jeder Journalistin und jedem Journalisten in Österreich. (Die Abgeordneten Belakowitsch und Rosenkranz: Nein, nicht von jedem!) Ich sage Ihnen etwas: Unabhängige Medien sind ein unverzichtbarer Bestandteil in einer funktionierenden Demokratie. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger.
Herr Bundesminister, gratuliere: Sie haben es nicht nur geschafft, diesen Vorwurf, dass Sie etwas gegen Ihrer Meinung nach nicht so unvoreingenommene Medien haben, nicht zu entkräften, Sie haben ihn auch noch unterstrichen, weil Sie genau in dem Zusammenhang wieder gesagt haben, dass die Medien, die nicht das schreiben, was in Ihr Bild passt, natürlich weiter voreingenommen sind. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger.) Das heißt, Sie unterstreichen auch noch das, was vorher gesagt wurde, Sie unterstreichen das, was in diesem Schreiben drin war, und Sie haben sich nicht davon distanziert, sondern das Ganze mit dieser Aussendung in Wirklichkeit auch noch gutgeheißen. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Ruf bei der FPÖ: Salvini ist eh gut! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Das, was Sie hier machen, das kennen wir aus Ländern wie Polen, wie Ungarn und aus vielen anderen autokratischen Staaten. (Abg. Amesbauer: „Autokratische Staaten“? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Dieser Weg zu einer illiberalen Demokratie, das ist das, was die Herren Trump, Salvini, Orbán wollen, das ist das, was Frau Le Pen will, und das ist offensichtlich auch das, was ein gewisser Herbert Kickl haben will. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Ruf bei der FPÖ: Salvini ist eh gut! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Ein sehr guter!
Wissen Sie, wer das gewesen ist, Herr Minister? – Das waren Sie: Rede zum Bundesparteitag der FPÖ, März 2017. (Abg. Gudenus: Ui! Gut aufgedeckt!) Und heute stehe ich hier als Oppositionspolitikerin und bin aufgebracht, und das nicht nur, weil Sie sich jetzt, da Sie zu den Mächtigen gehören, offenbar wie eine Fahne im Wind gedreht haben. Was sind Sie für ein Minister? (Abg. Belakowitsch: Ein sehr guter!) Dass es Ihnen nicht um die Sicherheit in diesem Lande geht, ist seit Ihrer sicherheitspolitisch sinnlosen, aber teuren Passion für Polizeipferde klar, die aus heutiger Sicht das geringste Übel an Ihnen ist. (Abg. Stefan: Mein Gott! Das ist Populismus der übelsten Sorte! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Belakowitsch: Ja und?
Jetzt kommt dieses Schreiben an die Öffentlichkeit. Wieder heißt es, Sie hätten nichts gewusst, nichts angeordnet. Sie haben es heute wieder betont. (Abg. Belakowitsch: Ja und?) Herr Innenminister, entweder geben Sie den Auftrag zu etwas oder wissen von etwas, was aus Ihrem Haus an Angriffen auf den Rechtsstaat, an Angriffen auf die freien Medien passiert, dann sind Sie klar ein Sicherheitsrisiko, oder, was Sie heute wieder behauptet haben, Sie wissen nicht, was in Ihrem Haus vorgeht (Zwischenruf des Abg. Stefan) – und ich spreche nicht von einem von Tausenden Beamten, wie Sie vorhin gemeint haben, sondern das kam von Ihrem Ressortsprecher, einem Ihrer engsten Mitarbeiter –, dann sind auch Sie in Ihrer Rolle falsch und auch ein Sicherheitsrisiko.
Abg. Belakowitsch: Das wünschen sich die Menschen draußen!
Das bringt mich zu einem anderen Punkt: Weder er noch Sie, Herr Innenminister, haben sich, auch heute in Ihrer Beantwortung nicht, vom Aufruf zur propagandistischen Manipulation distanziert, der in Ihrem Schreiben enthalten ist. (Abg. Rosenkranz: Aber nur zwischen den Zeilen! ... in dicken, fetten Lettern!) Es kommt in diesem Schreiben zur Anweisung, man möge möglichst bei den Delikten die Staatsbürgerschaft und den Aufenthaltsstatus des Täters immer dazusagen, offenbar besonders, wenn es um Ausländer geht. (Abg. Belakowitsch: Das wünschen sich die Menschen draußen!)
Abg. Belakowitsch: Wer war das?
Ich möchte aber auch sagen, dass es nicht so ist, dass Angriffe auf die Pressefreiheit und die Meinungsfreiheit bei anderen Fraktionen so ganz unbekannt sind. Ja, ich erinnere an Herrn Bundeskanzler Kern (Abg. Belakowitsch: Wer war das?), der erst im letzten Jahr wegen eines kritischen Beitrags im ORF den ORF für eine gewisse Zeit boykottiert hat, meine Damen und Herren. (Ruf bei der FPÖ: Richtig!) Oder: Er hat im Wahlkampf 2017 gegenüber einer Tageszeitung einen Inserate- und Interviewboykott verhängt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Knes.) Auch das ist ganz interessant. Also: Wer selbst im Glashaus sitzt, soll nicht unbedingt mit Steinen werfen. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Was den Christian Kern betrifft!
Du hast dann dazwischen einmal davon gesprochen, dass du nicht wackeln sollst und dass wir nicht wackeln sollen. Ein bisschen hast du gewackelt, aber in der Sache selbst hattest du natürlich vollkommen recht mit deiner Analyse und auch mit deiner Analyse, was die Vorgangsweise und was das Vertrauen betrifft. (Abg. Belakowitsch: Was den Christian Kern betrifft!)
Abg. Gudenus: Sind wir lustig auch heute? – Abg. Belakowitsch: Das ist Ihre Welt!
Was ist mit dieser Ministerweisung beabsichtigt worden? – Ich komme zu einem Schlüsselbegriff, und der heißt „Exklusivbegleitungen“. Das ist kein Escortservice (Abg. Gudenus: Sind wir lustig auch heute? – Abg. Belakowitsch: Das ist Ihre Welt!), sondern das ist etwas anderes. Ich lese es Ihnen vor:
Abg. Rosenkranz: Der Bundeskanzler! – Abg. Belakowitsch: Der Bundeskanzler!
Es geht auch nicht darum, ob Christian Kern gern mit dem Boulevard gesprochen hat oder nicht, es geht hier um Informationen, die das Innenministerium zu seiner offiziellen Arbeit herausgibt. (Abg. Rosenkranz: Der Bundeskanzler! – Abg. Belakowitsch: Der Bundeskanzler!) Das ist etwas ganz anderes, und das wissen Sie selbst auch. (Abg. Rosenkranz: Ach so, der Bundeskanzler! Das ist der Portier am Ballhausplatz, oder was glauben Sie? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Rosenkranz: Ach so, der Bundeskanzler! Das ist der Portier am Ballhausplatz, oder was glauben Sie? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es geht auch nicht darum, ob Christian Kern gern mit dem Boulevard gesprochen hat oder nicht, es geht hier um Informationen, die das Innenministerium zu seiner offiziellen Arbeit herausgibt. (Abg. Rosenkranz: Der Bundeskanzler! – Abg. Belakowitsch: Der Bundeskanzler!) Das ist etwas ganz anderes, und das wissen Sie selbst auch. (Abg. Rosenkranz: Ach so, der Bundeskanzler! Das ist der Portier am Ballhausplatz, oder was glauben Sie? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Rosenkranz: Bleiben Sie bei der Wahrheit! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger
Ich darf Sie daran erinnern, was schon alles passiert ist. Ich darf an die rechtswidrige Razzia im BVT erinnern (Ruf: Das wird der Ausschuss klären!), bei der es auch darum gegangen ist, eine Stelle auszuräumen, die rechtsextremistische Umtriebe in diesem Land zu beobachten hat. (Abg. Rosenkranz: Wer hat denn die angeordnet, die Hausdurchsuchung? Der Innenminister?) – Ja, wer hat die angeordnet? (Abg. Rosenkranz: Na wer hat die angeordnet?) – Das ist wieder das typische Verhalten (Abg. Rosenkranz: Bleiben Sie bei der Wahrheit! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger), etwas zu machen und sofort auf jemanden - - (Abg. Rosenkranz: Bleiben Sie einmal bei den Fakten! Wer hat die Hausdurchsuchung angeordnet, der Innenminister oder ein Richter?) – Also bitte! Das ist wieder das typische Verhalten, etwas zu machen und sofort auf jemanden anderen abzuschieben. Das ist nicht nur rechtsstaatlich bedenklich, das ist auch schlicht und einfach feig. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Gewaltenteilung ist nicht abschieben! Das ist Gewaltenteilung! Reden Sie einmal mit einem Verfassungsrichter! Erkundigen Sie sich einmal dort! Unerhört! – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Abg. Belakowitsch: Wenn Sie davon ausgehen, wird’s wohl so sein, oder?!
Was ist passiert? – Ein enger Mitarbeiter des Herrn Ministers hat dieses Mail geschrieben, und der – und das ist jetzt das Interessante – wollte ihm sicher nicht schaden. Der wollte ihm überhaupt nicht schaden, sondern der hat schlicht und einfach Ihre Arbeit unterstützen wollen, und zwar in Ihrer Logik unterstützen wollen. (Ruf bei der FPÖ: Was Sie alles wissen!) Der hat, davon gehe ich aus, einfach niedergeschrieben (Abg. Belakowitsch: Wenn Sie davon ausgehen, wird’s wohl so sein, oder?!), was er hört, was er sieht, was er beobachtet und wie sein Chef seines Wissens denkt. In diesem E-Mail ist schlicht und einfach niedergeschrieben, Herr Bundesminister, wie Sie denken und wie Sie arbeiten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Belakowitsch: Er hat es ja nicht geschrieben!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Belakowitsch: Er hat es ja nicht geschrieben!
Was ist passiert? – Ein enger Mitarbeiter des Herrn Ministers hat dieses Mail geschrieben, und der – und das ist jetzt das Interessante – wollte ihm sicher nicht schaden. Der wollte ihm überhaupt nicht schaden, sondern der hat schlicht und einfach Ihre Arbeit unterstützen wollen, und zwar in Ihrer Logik unterstützen wollen. (Ruf bei der FPÖ: Was Sie alles wissen!) Der hat, davon gehe ich aus, einfach niedergeschrieben (Abg. Belakowitsch: Wenn Sie davon ausgehen, wird’s wohl so sein, oder?!), was er hört, was er sieht, was er beobachtet und wie sein Chef seines Wissens denkt. In diesem E-Mail ist schlicht und einfach niedergeschrieben, Herr Bundesminister, wie Sie denken und wie Sie arbeiten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Belakowitsch: Er hat es ja nicht geschrieben!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Diese Woche hat uns ein E-Mail Ihres Ministeriumssprechers erreicht, das wirklich auf eine beispielhafte Art und Weise vor Augen führt, wie weit Sie zu gehen bereit sind, wie weit Sie unsere Gesetze und unser Staatsgrundgesetz zu missachten bereit sind und wie weit Sie das gerade noch Zulässige verwenden wollen, um weiterhin Ihre hetzerische Politik zu betreiben. „Wer Medien in gute und schlechte einteilt, handelt wie ein Autokrat, nicht wie ein demokratisch gewählter Politiker“ (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), das hat heute bereits der Präsident der Vereinigung Europäischer Journalisten gesagt.
Zwischenruf des Abg. Gudenus. – Abg. Belakowitsch: Gilt aber für alle!
Ein großer Vordenker und französischer Philosoph, Voltaire, hat es bereits vor 200 Jahren gesagt und formuliert (Zwischenruf des Abg. Gudenus): „Das Recht zu sagen und zu drucken, was wir denken, ist eines jeden freien Menschen Recht“ (Rufe bei der FPÖ: Ja! Richtig! – Abg. Höbart: Bravo!), „welches man ihm nicht nehmen könnte, ohne die widerwärtigste Tyrannei auszuüben.“ (Ja-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Höbart: Gilt für alle!) Ein Innenminister, der dieses Zitat nicht beherzigt, ist eine ernsthafte Bedrohung für unsere offene Gesellschaft. (Zwischenruf des Abg. Gudenus. – Abg. Belakowitsch: Gilt aber für alle!)
Abg. Gudenus: „Sinnlose“!? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Abg. Höbart: Das haben wir 2015 gesehen, ob das sinnlos war oder nicht!
Stattdessen nehmen Sie lieber Geld in die Hand und führen sinnlose Grenzschutzübungen durch (Abg. Gudenus: „Sinnlose“!? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Abg. Höbart: Das haben wir 2015 gesehen, ob das sinnlos war oder nicht!) oder stecken das Geld in die vorhin gezeigten antiterroristischen Verhaltensregeln. Ich möchte Sie auch daran erinnern, dass 80 Prozent der sexuellen Übergriffe im eigenen Haushalt passieren. (Abg. Belakowitsch: Schon lange nicht mehr! – Ruf bei der FPÖ: Und in Alpbach!) – 80 Prozent! Was tun Sie, um diese Frauen zu schützen? (Abg. Belakowitsch: Was tun Sie? – Abg. Höbart: Da kann uns der Onkel Alpbach etwas darüber erzählen!) Der Herr Innenminister hat das nötige Geld und auch das Mandat, diese Frauen zu schützen. (Abg. Jenewein: Auch die in Alpbach!)
Abg. Belakowitsch: Schon lange nicht mehr! – Ruf bei der FPÖ: Und in Alpbach!
Stattdessen nehmen Sie lieber Geld in die Hand und führen sinnlose Grenzschutzübungen durch (Abg. Gudenus: „Sinnlose“!? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Abg. Höbart: Das haben wir 2015 gesehen, ob das sinnlos war oder nicht!) oder stecken das Geld in die vorhin gezeigten antiterroristischen Verhaltensregeln. Ich möchte Sie auch daran erinnern, dass 80 Prozent der sexuellen Übergriffe im eigenen Haushalt passieren. (Abg. Belakowitsch: Schon lange nicht mehr! – Ruf bei der FPÖ: Und in Alpbach!) – 80 Prozent! Was tun Sie, um diese Frauen zu schützen? (Abg. Belakowitsch: Was tun Sie? – Abg. Höbart: Da kann uns der Onkel Alpbach etwas darüber erzählen!) Der Herr Innenminister hat das nötige Geld und auch das Mandat, diese Frauen zu schützen. (Abg. Jenewein: Auch die in Alpbach!)
Abg. Belakowitsch: Was tun Sie? – Abg. Höbart: Da kann uns der Onkel Alpbach etwas darüber erzählen!
Stattdessen nehmen Sie lieber Geld in die Hand und führen sinnlose Grenzschutzübungen durch (Abg. Gudenus: „Sinnlose“!? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Abg. Höbart: Das haben wir 2015 gesehen, ob das sinnlos war oder nicht!) oder stecken das Geld in die vorhin gezeigten antiterroristischen Verhaltensregeln. Ich möchte Sie auch daran erinnern, dass 80 Prozent der sexuellen Übergriffe im eigenen Haushalt passieren. (Abg. Belakowitsch: Schon lange nicht mehr! – Ruf bei der FPÖ: Und in Alpbach!) – 80 Prozent! Was tun Sie, um diese Frauen zu schützen? (Abg. Belakowitsch: Was tun Sie? – Abg. Höbart: Da kann uns der Onkel Alpbach etwas darüber erzählen!) Der Herr Innenminister hat das nötige Geld und auch das Mandat, diese Frauen zu schützen. (Abg. Jenewein: Auch die in Alpbach!)
Abg. Belakowitsch: Den haben wir schon! Wie viele noch? Doppelt hält besser!
Ihr beispielloser Angriff auf die Pressefreiheit letzte Woche hat mich dazu veranlasst, Ihnen heute zwei Geschenke zu machen. (Abg. Jenewein: Da wird er sich sicher freuen, der Herr Minister! – Die Rednerin ergreift das beim Rednerpult abgestellte Sackerl und entnimmt diesem einen Antrag.) Zum einen habe ich hier einen Misstrauensantrag. (Abg. Belakowitsch: Den haben wir schon! Wie viele noch? Doppelt hält besser!) Wir bringen hier einen weiteren Misstrauensantrag ein, weil es uns wichtig ist, zu zeigen, wie schlimm wir das finden. (Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Gudenus: Wie schlimm? Ziemlich schlimm! – Abg. Stefan: Auf einer Skala von eins bis zehn: Wie schlimm?)
Beifall bei Liste Pilz und SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Aber nicht anfüttern, gell!
Das zweite Geschenk, das ich Ihnen heute mitbringen möchte, ist die aktuellste Ausgabe der österreichischen Bundesverfassung. (Die Rednerin nimmt ein mit einer roten Schleife versehenes Buch mit dem Titel „Kodex des österreichischen Rechts – Verfassungsrecht 2017/18“ aus dem Sackerl. – Abg. Gudenus: Das können Sie dem Scherak einmal geben!) Ich habe Ihnen darin natürlich auch das Staatsgrundgesetz markiert, insbesondere Artikel 13, und möchte Ihnen dies heute überreichen, damit Sie vielleicht noch einmal nachlesen, was in unserer Bundesverfassung steht. – Vielen Dank. (Beifall bei Liste Pilz und SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Aber nicht anfüttern, gell!)
Abg. Belakowitsch: Das keiner kennt!
Abgeordnete Dr. Irmgard Griss (NEOS): Frau Präsidentin! Herr Minister! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Je länger die Debatte dauert, desto mehr verstärkt sich bei mir der Eindruck, dass es zwei Mails gibt: ein Mail, das der Herr Innenminister und die Abgeordneten der FPÖ kennen, und ein Mail, das der Herr Bundespräsident (Abg. Belakowitsch: Das keiner kennt!), der Herr Bundeskanzler und die Abgeordneten von ÖVP, SPÖ, NEOS und Liste Pilz kennen. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Anders lässt sich das nicht erklären. (Abg. Gudenus: Ein Scheinmail!)
Beifall bei NEOS und SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Wer hat denn das zweite geschrieben?
Als ich von diesem Mail erfahren habe, konnte ich das zuerst gar nicht glauben. (Abg. Gudenus: Nein!) Ich hätte nicht gedacht, was alles in Österreich geht oder was man glaubt, was in Österreich geht, und ich kann mir das nur mit einer Mischung aus (Abg. Gudenus: Zwei Mails!) Unverfrorenheit und Unbedarftheit erklären. (Beifall bei NEOS und SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Wer hat denn das zweite geschrieben?)
Abg. Belakowitsch: Bitte, jetzt reicht es aber! Sie sollten sich schämen! – Abg. Gudenus: Das ist lächerlich, Frau Griss! – Abg. Lausch: Lernen Sie Geschichte! – Abg. Höbart: Das ist beschämend! Schämen Sie sich! – Abg. Rädler: Schämen Sie sich! – Ruf bei der FPÖ: Für das gehört Ihnen ein Ordnungsruf! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Dazu eine Geschichte, die ganz unglaublich klingt: Eine burgenländische Gemeinde macht eine Fahrt nach Auschwitz, und da fährt ein junger Asylbewerber mit, ein Muslim. Er sieht dort die Verbrennungsöfen und sagt dann zu dem, der die Reise organisiert hat: Glaubst du, dass uns auch so etwas drohen könnte? – Das müssen Sie sich einmal vorstellen, das ist hier passiert! (Abg. Belakowitsch: Bitte, jetzt reicht es aber! Sie sollten sich schämen! – Abg. Gudenus: Das ist lächerlich, Frau Griss! – Abg. Lausch: Lernen Sie Geschichte! – Abg. Höbart: Das ist beschämend! Schämen Sie sich! – Abg. Rädler: Schämen Sie sich! – Ruf bei der FPÖ: Für das gehört Ihnen ein Ordnungsruf! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Unfassbar, bitte!
Es ist auch, anders als der Herr Bundeskanzler gemeint hat, nicht die Fortsetzung des immer Gleichen. (Abg. Belakowitsch: Unfassbar, bitte!) Es hat eine neue - - (Abg. Lausch: Lernen Sie Geschichte!) – Die Geschichte ist tatsächlich passiert. Ich kann ja nur wiedergeben, was passiert ist. Sie können das ignorieren, aber es ist passiert. (Abg. Lausch: Das ist unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Suchen Sie die Ursache dafür, dass solche Einstellungen entstehen können! (Abg. Belakowitsch: Merken Sie eigentlich, was Sie tun? Sie verharmlosen!)
Abg. Belakowitsch: Merken Sie eigentlich, was Sie tun? Sie verharmlosen!
Es ist auch, anders als der Herr Bundeskanzler gemeint hat, nicht die Fortsetzung des immer Gleichen. (Abg. Belakowitsch: Unfassbar, bitte!) Es hat eine neue - - (Abg. Lausch: Lernen Sie Geschichte!) – Die Geschichte ist tatsächlich passiert. Ich kann ja nur wiedergeben, was passiert ist. Sie können das ignorieren, aber es ist passiert. (Abg. Lausch: Das ist unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Suchen Sie die Ursache dafür, dass solche Einstellungen entstehen können! (Abg. Belakowitsch: Merken Sie eigentlich, was Sie tun? Sie verharmlosen!)
Abg. Höbart: Das ist keine Beeinflussung, das sind Fakten! – Abg. Gudenus: So etwas war OGH-Richterin! – Abg. Belakowitsch: Jetzt weißt du, wie die Justiz beieinander ist!
der Medien zu kaufen – das geschah in der Vergangenheit und das geschieht auch jetzt –, aber diese Art der Beeinflussung ist eine neue Dimension, die man da erreicht hat. (Abg. Höbart: Das ist keine Beeinflussung, das sind Fakten! – Abg. Gudenus: So etwas war OGH-Richterin! – Abg. Belakowitsch: Jetzt weißt du, wie die Justiz beieinander ist!)
Abg. Belakowitsch: Es ist sowieso alles lächerlich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Als Nächstem erteile ich Herrn Abgeordnetem Karl Nehammer das Wort. – Herr Abgeordneter, bitte. (Abg. Belakowitsch: Es ist sowieso alles lächerlich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Neubauer: In der Regierung wart ihr aber schon! Wart ihr in der Regierung? – Abg. Belakowitsch: Ihr wart in der Regierung!
Meine KollegInnen haben es vorhin erwähnt: 80 Prozent der sexuellen Übergriffe finden im familiären Umkreis statt. Aber was kann man von einer Partei erwarten, die das so angeht, die meint, dass Frauenhäuser Ehen zerstören? Ich kann nur unterstützen: Herr Minister, Sie haben in Ihrem Ministerium Geld zur Verfügung, mit dem Sie dafür sorgen sollten, dass es ausreichend gute Polizeiinspektionen gibt, dass es Schutzausrüstungen gibt, und, und, und. (Abg. Neubauer: Alles, was ihr nicht gemacht habt!) – Ja, alles, was wir nicht gemacht haben. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir den letzten Innenminister gestellt haben, Herr Kollege! (Abg. Neubauer: In der Regierung wart ihr aber schon! Wart ihr in der Regierung? – Abg. Belakowitsch: Ihr wart in der Regierung!) – Oh, so ist es auf einmal. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Belakowitsch: Na dann! Da sind wir froh! – Abg. Haider: Ihr spaltet die Gesellschaft! 2015 habt ihr die Gesellschaft gespalten! – Zwischenruf des Abg. Zanger.
Sie spalten die Gesellschaft. Sie spalten die Gesellschaft in die einen und in die anderen, und die anderen sind bei Ihnen immer die Bösen, und das lassen wir hier in Österreich nicht zu. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Belakowitsch: Na dann! Da sind wir froh! – Abg. Haider: Ihr spaltet die Gesellschaft! 2015 habt ihr die Gesellschaft gespalten! – Zwischenruf des Abg. Zanger.) Das ist demokratiegefährdend und das ist schädigend für Österreich in Österreich und im Ausland.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Belakowitsch: ... da sind wir froh!
Da sich die Frau Staatssekretärin gestern distanziert hat, der Herr Bundespräsident distanziert hat und der Herr Bundeskanzler distanziert hat, verlange ich vom Herrn Bundeskanzler, den Worten Taten folgen zu lassen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Belakowitsch: ... da sind wir froh!)
Beifall bei der Liste Pilz sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS. – Abg. Belakowitsch: Wer hat die Suspendierung durchgeführt?
Ich muss Ihnen gestehen, ich bin da ziemlich altmodisch, für mich als Chef wäre das nie infrage gekommen, mich hinter Mitarbeitern zu verstecken, Mitarbeiter vorzuschicken und zu sagen: Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts! (Beifall bei der Liste Pilz sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS. – Abg. Belakowitsch: Wer hat die Suspendierung durchgeführt?) – Das ist das Erste.
Abg. Belakowitsch: Aber der Herr Pölzl kann Weisungen erteilen?!
Weisungen sind einseitig bindende Anordnungen, die die Arbeitspflichten öffentlich Bediensteter im Einzelfall konkretisieren. Sie müssen nicht als ,Weisung‘ oder ,Befehl‘ bezeichnet werden,“ – sie müssen auch nicht nummeriert sein, Kollege Lausch – „ihr bindender Charakter muss aber für den Empfänger erkennbar sein (im Unterschied zB zur bloßen Mitteilung einer Rechtsmeinung).“ – Ums Mitteilen einer Rechtsmeinung ist es da nicht gegangen. (Abg. Belakowitsch: Aber der Herr Pölzl kann Weisungen erteilen?!)
Abg. Belakowitsch: Wenn Sie es sagen!
Es ist ganz einfach so, dass Sie Innenminister nicht können, und das müssen Sie einmal einsehen. Sie können es nicht! (Abg. Belakowitsch: Wenn Sie es sagen!) Vielleicht heuern Sie mit einer Pferdenummer irgendwo in einem Zirkus an, aber Sie können Innenminister nicht, Sie können das nicht, und das sollte man jetzt endlich - - (Abg. Rosenkranz: Sehr wohl kann er es! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Bitte nicht!
Abgeordnete Dipl.-Ing. (FH) Martha Bißmann (ohne Klubzugehörigkeit): Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Bundesminister! Es ist ja bekannt, dass ich einen Teil meiner Redezeit für Wortmeldungen aus der Bevölkerung zur Verfügung stelle. (Abg. Belakowitsch: Bitte nicht!) Es gibt auch jetzt zur laufenden Debatte Wortmeldungen, und eine möchte ich vorlesen, und zwar jene von David S. aus Tirol. (Abg. Gudenus: Dr. Sommer, oder wie?)
Abg. Belakowitsch: Er hat ihn sicherlich gewählt! – Abg. Rosenkranz: Hat er ihn gewählt?
Zur Dringlichen Anfrage betreffend „Frontalangriff des Innenministeriums auf die Pressefreiheit“ (Abg. Rosenkranz: Darf ich Ihnen auch einmal ein E-Mail schreiben?): Hier haben die FPÖ und ihre rechten Freunde in Europa schon gute Arbeit geleistet. Spätestens jetzt sollten wir als österreichisches Volk aufwachen und sagen, dass hier eine Grenze überschritten wurde. Matthias Strolz hat es bereits richtig gesagt: Wer unsere Pressefreiheit einschränken will, der schränkt auch unsere Freiheit ein. (Ruf bei der FPÖ: Ist er von den NEOS?) Dass der Herr Innenminister wie immer nichts gewusst haben will und sich in die altbekannte Opferrolle flüchtet, ist beschämend und des Amtes nicht würdig. Nach diversen Skandalen ist er für mich als Wähler jedenfalls spätestens jetzt rücktrittsreif. – Zitatende. (Abg. Belakowitsch: Er hat ihn sicherlich gewählt! – Abg. Rosenkranz: Hat er ihn gewählt?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, das erfüllt mich wirklich mit großer Sorge. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Lassen wir das doch einmal sacken! Die Worte dieses jungen Mannes aus Tirol bestätigen, was Kollegin Irmgard Griss in ihrer Rede vorhin aufgezeigt hat: Dass sich die Stimmung in diesem Land durch Schwarz-Blau verschlechtert hat (Ruf bei der FPÖ: Verbessert!), ist leider keine Hysterie. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS. – Abg. Gudenus: Gut vorgelesen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Ing. Maurice Androsch (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuseherinnen und Zuseher! Wir sprechen jetzt eigentlich über den Rechnungshofbericht, der sich mit den Großeinsätzen der Polizei beschäftigt. Herr Kollege Zanger, ich schicke nur eines voraus: Sie haben gesagt – steirisch, sagen Sie –, Sie kriegen einen Kropf. – Ich kriege bei jedem, der irgendjemanden vergewaltigt oder jemandem sexuelle Nöte antut, einen Kropf; ob er Österreicher oder Ausländer ist, ob er Asylwerber ist oder nicht, ist mir gleich. Wir müssen für alle da sein, die Opfer von Gewalttaten sind, und da unterscheide ich nicht. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Im Bereich der Wirtschaftskriminalität konstatiert der Rechnungshof einen Personalfehlbestand von 28 Prozent und zur Bekämpfung der Cyberkriminalität fehlen nahezu 30 Prozent Personal, nämlich 25 Prozent. Was ist passiert? – Leider seitens des Innenministers bis dato gar nichts. Die Sollpläne im Personalplan des Bundes stimmen nicht mit den internen Organisationsplänen des Bundesministeriums überein. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Ja, das ist sehr ernst, aber Sie wollen es nicht sehen.
Abg. Belakowitsch: Und 2016 hat der Kickl schon nichts gemacht!
Wie schaut es mit den Prinzipien Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit im BMI aus? – Bei den verdeckten Ermittlungen sind 50 Prozent der Bediensteten dienstzugeteilt. Nun weiß man, dass, wenn jemand dienstzugeteilt ist – es dauert weitaus mehr als sechs Monate –, Dienstzuteilungsgebühren anfallen. Die schlagen sich im Jahr 2016 mit immerhin 111 000 Euro zu Buche. (Abg. Belakowitsch: Und 2016 hat der Kickl schon nichts gemacht!)
Zwischenruf des Abg. Hafenecker. – Abg. Belakowitsch: Welche denn? Welche Minister waren’s denn?
Einen weiteren Punkt greife ich auf, denn das war sehr aufschlussreich im Ausschuss: Da geht es um eine Grundsatzregelung für die Tätigkeit als Experten. Es ist ja super, wenn Experten und Bedienstete des Ministeriums zu internationalen Tagungen geholt werden, weil sie eben Experten sind. Allerdings sind die Entscheidungen, wer wann wohin fährt, nicht wirklich nachvollziehbar, und das führt dazu, dass einzelne Bedienstete bis zu 20 Prozent ihrer Dienstzeit im Ausland sind, bei Expertentagungen. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker. – Abg. Belakowitsch: Welche denn? Welche Minister waren’s denn?)
Abg. Belakowitsch: Und die Minister 2016 haben nichts gemacht!
Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe Ihnen zwei Beispiele für wirklich gut begründete Empfehlungen des Rechnungshofes, die nicht umgesetzt werden, genannt. Für zu wenig Personal und fehlende Transparenz trägt der Herr Unsicherheitsminister Kickl die Verantwortung. (Abg. Belakowitsch: Und die Minister 2016 haben nichts gemacht!)
Abg. Hafenecker: Wer ist „wir“? Majestätsplural! – Abg. Belakowitsch: Wer ist „wir“? – Heiterkeit bei der FPÖ.
Die Regierung will den Radverkehranteil bis 2025 verdoppeln. Das begrüßen wir sehr. (Abg. Hafenecker: Wer ist „wir“? Majestätsplural! – Abg. Belakowitsch: Wer ist „wir“? – Heiterkeit bei der FPÖ.) – Meine Wenigkeit, alle Menschen, mit denen ich so auf der Straße spreche, Radfahrerinnen, Radfahrer, Verkehrsteilnehmerinnen, Verkehrsteilnehmer, mein Team, meine Freunde, meine Familie, viele Menschen. – Wir finden die Verdoppelung des Radverkehranteils bis 2025 richtig gut. Richtig gut! (Beifall des Abg. Bernhard.) Aber es gibt eine Regelung in der StVO, die unlogisch und nicht sinnvoll ist. Diese wollen wir ändern. Und diese „wir“, von denen ich gerade gesprochen habe, finden das auch.
Abg. Belakowitsch: Wenn ich bei der roten Ampel stehenbleibe ...!
Das Ergebnis dieses Flashmobs war ein totales Chaos: 120 RadlerInnen haben sich an das Gesetz gehalten und haben sich vorschriftsmäßig mit 10 km/h an eine Radfahrerüberfahrt angenähert. Das Chaos entstand eben nicht, weil Gesetze gebrochen wurden, sondern weil sich die Radfahrer an die Gesetze gehalten haben. (Abg. Hafenecker: Das ist schmerzbefreit!) Wenn ein Mensch ein Gesetz befolgt, behindert er den Verkehr. Das ist ein inhärenter Widerspruch! Das kann nicht im Sinne einer modernen Straßenverkehrsordnung sein. (Abg. Belakowitsch: Wenn ich bei der roten Ampel stehenbleibe ...!)
Abg. Belakowitsch: Ja, ich habe es schon gesagt! Der Krankenpfleger!
Ein weiterer Betroffener möchte hier gerne auch zu Wort kommen: Karl Neumayr, Krankenpfleger aus Eisenstadt (Abg. Belakowitsch: Ja, ich habe es schon gesagt! Der Krankenpfleger!), fühlt sich gefrotzelt, weil er meint, dass das derzeitige Gesetz gegen eine nachhaltige Verbesserung im Straßenverkehr spreche. Er denkt, dass hier Klientelpolitik betrieben wird. – Zitatende.
Abg. Belakowitsch: Gott sei Dank!
Wer einen 5 km langen Fahrtweg hat und an 10 Radfahrerüberfahrten jeweils für 50 m auf 10 km/h abbremsen muss, verlängert seine Fahrtdauer um 90 Sekunden gegenüber einer Kreuzungsgeschwindigkeit von 20 km/h. Die längere der 140 km/h Teststrecken auf Autobahnen bringt eine Zeitersparnis von 88 Sekunden für die betroffenen AutofahrerInnen. Wie wäre es mal mit einer Teststrecke für angepasste Geschwindigkeit an Radfahrerüberfahrten? Wir Radler würden uns sogar aus dem Fenster lehnen und versprechen, dass sich weder Abgas- noch Lärmniveau entlang der Radfahrerüberfahrten-Teststrecke erhöhen wird. – Zitatende. (Abg. Hafenecker: Auf der A 2?) Es liegen keine weiteren BürgerInnenwortmeldungen vor. (Abg. Belakowitsch: Gott sei Dank!)
Abg. Belakowitsch: Radfahrer ...!
Ich bitte Sie, dieses Anliegen der Radlerinnen und Radler hier in Österreich ernst zu nehmen und meinen Antrag zu unterstützen. (Abg. Belakowitsch: Radfahrer ...!)
Abg. Belakowitsch: Er hat schon alles klar gesagt!
Abgeordneter Alois Stöger, diplômé (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich glaube, zum Vorredner braucht man nichts mehr zu sagen. (Abg. Belakowitsch: Er hat schon alles klar gesagt!) Er hat schon einiges gesagt, das mit dem Antrag nichts zu tun hat.
Sitzung Nr. 42
Abg. Belakowitsch: Ziemlich schwach, die Rede!
Reden Sie eigentlich mit Tourismusbetrieben in der Grenzregion, wie die darunter leiden, dass es diese Kontrollen gibt, wie die Luft dort verpestet wird, wie dort wieder Lkw-Kolonnen stehen, wie es den Menschen geht, die am Weg in die Arbeit aufgrund der Grenzkontrollen stundenlang im Stau stehen? (Anhaltende Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Wenn alles, was Ihnen dazu einfällt, ein höhnisches Lachen ist, dann bitte ich, das den betroffenen Pendlerinnen und Pendlern persönlich zu übermitteln, denn die werden Sie dann wenigstens auch ordentlich etwas heißen. (Abg. Wurm: Der Kollege Strolz war besser!) Das muss man wirklich einmal sagen. (Abg. Belakowitsch: Ziemlich schwach, die Rede!)
Abg. Belakowitsch: Und jetzt gegen die NEOS!
Statt wirklich eine Allianz mit Pro-Europäern zu schmieden (Abg. Rädler: Pro-Europäer! Schade um den Strolz!), die sagen, wir schaffen es, eine positive Stimmung für Europa und ein handlungsfähiges Europa in den wesentlichen Zukunftsfragen zu schaffen (Ruf: Die Schuhe sind Ihnen zu groß, vom Strolz!) – denn das ist in Wahrheit das Entscheidende für uns und für die nächste Generation –, sind Sie hier in einer Allianz mit nationalistischen rechtspopulistischen Kräften, die an diesem gemeinsamen europäischen Weg nicht interessiert sind, und das wissen Sie (Abg. Hauser: Das glauben Sie selber nicht! Schlechte Rede!), die Feindbilder schüren, die vor zwei Jahren gegen die EU kampagnisiert haben, die vor einem Jahr gegen die UNO kampagnisiert haben und jetzt gegen Vielfalt in der Gesellschaft kampagnisieren (Abg. Belakowitsch: Und jetzt gegen die NEOS!), weil es das ist, was diese Kräfte nicht aushalten: Vielfalt, Meinungsvielfalt, Internationalität, offene Gesellschaft. (Abg. Deimek: Wir haben im Salzkammergut ...!)
Abg. Belakowitsch: Nein, das gilt nicht mehr! Den Kern gibt’s ja nicht mehr! – Abg. Rosenkranz: Wer ist Kern? Wenn es wir nicht wissen, wie soll es die SPÖ wissen?
Genauso interessant wäre für mich aber auch – nach mir kommt ja Kollege Schieder zu Wort –, ob für die SPÖ das, was ihr Klubobmann Kern vor nicht einmal zwei Monaten gesagt hat, noch gilt. (Abg. Belakowitsch: Nein, das gilt nicht mehr! Den Kern gibt’s ja nicht mehr! – Abg. Rosenkranz: Wer ist Kern? Wenn es wir nicht wissen, wie soll es die SPÖ wissen?) Kern hat am 20. August – ja, das tut Ihnen vielleicht weh – in einem „Profil“-Interview gesagt: „Ja, wir wollen die Kontrolle“ an Österreichs „Grenzen [...]“. – Gilt das zwei Monate später unter der neuen Klubobfrau noch? – Sie werden mir darauf hoffentlich Antwort geben. (Abg. Belakowitsch: Nein, das glaube ich nicht!) Wir werden sehen.
Abg. Belakowitsch: Nein, das glaube ich nicht!
Genauso interessant wäre für mich aber auch – nach mir kommt ja Kollege Schieder zu Wort –, ob für die SPÖ das, was ihr Klubobmann Kern vor nicht einmal zwei Monaten gesagt hat, noch gilt. (Abg. Belakowitsch: Nein, das gilt nicht mehr! Den Kern gibt’s ja nicht mehr! – Abg. Rosenkranz: Wer ist Kern? Wenn es wir nicht wissen, wie soll es die SPÖ wissen?) Kern hat am 20. August – ja, das tut Ihnen vielleicht weh – in einem „Profil“-Interview gesagt: „Ja, wir wollen die Kontrolle“ an Österreichs „Grenzen [...]“. – Gilt das zwei Monate später unter der neuen Klubobfrau noch? – Sie werden mir darauf hoffentlich Antwort geben. (Abg. Belakowitsch: Nein, das glaube ich nicht!) Wir werden sehen.
Abg. Leichtfried: Ich glaube nicht! – Abg. Belakowitsch: Ich glaube schon! – Abg. Deimek: Die Mehrheit der Österreicher sagt Ja! Aber ihr seid ja nicht die Mehrheit!
Am Rande des Innenministerrates erklärte Bundesminister Kickl, dass er die Aufgabe habe, dem Sicherheitsgefühl der österreichischen Bevölkerung gerecht zu werden. (Abg. Leichtfried: Der Herr Kickl ist schon eine Bedrohung für das innere Sicherheitsgefühl!) Dafür seien Grenzkontrollen ein gutes Mittel, meinte er. Ich finde das deswegen so interessant, weil es dem Innenminister offensichtlich nicht darum geht, seine Politik an Zahlen, Daten und Fakten zu orientieren, sondern er orientiert seine Politik an Gefühlen. Anstatt das Sicherheitsgefühl tatsächlich zu verbessern, setzt er auf Symbolpolitik. Er hetzt gegen alles, was fremd ist. Er hetzt gegen Minderheiten und spaltet die Gesellschaft in Österreich. (Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ.) Wenn hingegen das Sicherheitsgefühl in Österreich tatsächlich besser zu werden scheint – und das belegen die Zahlen eindeutig –, dann nimmt er Geld in die Hand, um die Menschen wieder zu verunsichern. An der Grenze zwischen Österreich und Slowenien werden teure Grenzschutzübungen durchgeführt, die über eine halbe Million Euro gekostet haben. (Abg. Leichtfried: Das ist ja unerhört! – Zwischenruf des Abg. Gudenus.) Er hat mit dieser halben Million Euro sicherlich einiges dazu beigetragen, den zehn aufgegriffenen Personen einen ordentlichen Schrecken einzujagen. Des Weiteren hat unsere Bundesregierung 49 Millionen Euro investiert, um die Grenzen Österreichs vor 600 Flüchtlingen zu schützen. Ist das Geld wirklich gut investiert? (Abg. Leichtfried: Ich glaube nicht! – Abg. Belakowitsch: Ich glaube schon! – Abg. Deimek: Die Mehrheit der Österreicher sagt Ja! Aber ihr seid ja nicht die Mehrheit!)
Abg. Belakowitsch: Weil es Grenzkontrollen gibt! – Ruf bei der FPÖ: ... bis zu 10 000 pro Jahr!
Um noch einmal zum Punkt zu kommen: Wir wissen alle, dass diese Grenzkontrollen nicht notwendig sind. Ich habe mir das selber vor Ort angeschaut. Wir kennen die Zahlen, Sie kennen sie genauso gut wie ich. Seit 2015 gibt es 95 Prozent weniger illegale Grenzübertritte. (Abg. Belakowitsch: Weil es Grenzkontrollen gibt! – Ruf bei der FPÖ: ... bis zu 10 000 pro Jahr!) Wir haben 800 Soldatinnen und Soldaten an der Grenze und weit weniger illegale Migranten als diese Zahl werden in Österreich aufgegriffen. Die, die aufgegriffen werden, werden nicht an der Grenze aufgegriffen. Fahren Sie an die Grenzen und schauen Sie es sich an! Ich war in Kärnten, ich war in Tirol und habe es mir vor Ort angeschaut. Jeder dort – Soldatinnen und Soldaten, Polizistinnen und Polizisten – sagt einem: Wir greifen an der Grenze niemanden auf. Wenn wir Leute aufgreifen, dann ist es im Hinterland. (Abg. Gudenus: Grenznahe
Abg. Belakowitsch: Aber er darf eh antreten! – Abg. Rosenkranz: Das dürfte kein Auswuchs sozialistischer Bildungspolitik sein! – Abg. Hauser: Da gehört eine Entschuldigung her! – Ruf: Unfassbar!
Der Herr Bundeskanzler hat das angesprochen – und was passiert? Der SPÖ-Landeshauptmann Kaiser kritisiert ihn dafür, beschuldigt ihn der Unterstellungen. Es ist der gleiche SPÖ-Landeshauptmann, der dafür sorgt, dass sein Sohn bei der EU-Wahl antreten soll, und der Sohn wiederum bezeichnet Österreich als „Nazion“ – als „Nazion“! (Abg. Belakowitsch: Aber er darf eh antreten! – Abg. Rosenkranz: Das dürfte kein Auswuchs sozialistischer Bildungspolitik sein! – Abg. Hauser: Da gehört eine Entschuldigung her! – Ruf: Unfassbar!) Jetzt wird der junge Mann dafür so halb bestraft innerhalb der SPÖ. Sie reihen ihn nämlich nicht mehr nach vorne, sondern auf den nur neunten Platz. Aber auf der Liste steht er trotzdem! Das ist das falsche Verständnis von politischer Kritik und Auseinandersetzung, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Sitzung Nr. 43
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Das hängt von der Privatversicherung vom Herrn Jarolim ab! – Abg. Belakowitsch: Das war aber eine Kritik am Stöger, oder?
Wenn wir also an eine echte Reform, wie immer Sie diese jetzt hier benennen, denken, stellen sich eigentlich sehr einfache Fragen: Wird die Leistung im Bereich der Gesundheitsversorgung für alle Menschen in diesem Land besser? (Abg. Rosenkranz: Ja!) Verringern wir Probleme wie Wartezeiten auf Untersuchungen, Operationen und Arzttermine? (Abg. Rosenkranz: Ja! – Abg. Deimek: Ja! Vereinheitlicht nach oben!) Gibt es damit mehr Möglichkeiten im Sinne einer sinnvollen Prävention und Gesundheitsförderung (Ruf bei der FPÖ: Ja!), dass Menschen gar nicht erst krank werden? Gibt es mit Ihrem Vorhaben für den Bauarbeiter in Bregenz die gleiche Leistung im Krankheitsfall oder wenn er zum Zahnarzt geht, wie für uns Politikerinnen und Politiker oder für Beamte in Bregenz? (Abg. Drozda: Nein!) Das sind die Fragen, die Sie sich stellen sollten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Das hängt von der Privatversicherung vom Herrn Jarolim ab! – Abg. Belakowitsch: Das war aber eine Kritik am Stöger, oder?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Warum ist das so? – Abg. Rosenkranz: Und warum ist das so? Ist das erst jetzt so oder ist das schon länger so?
Wir alle kennen die große Kritik des Rechnungshofes an den Berechnungen, die Sie vorgelegt haben. Wir kennen auch die Bedenken der Verfassungsexperten in diesem Land, was die Verschiebungen im Bereich der Selbstverwaltung betrifft. Das ist meiner Meinung nach aber nur ein Teil der Kritik. Der große Vorwurf lautet: Das, was Sie hier vorlegen, verbessert die Situation der Menschen in diesem Land nicht (Beifall bei der SPÖ – Zwischenruf des Abg. Deimek), denn es ist nicht gerecht, wenn der burgenländische Bauarbeiter, wenn er zum Zahnarzt geht, wenn er eine Physiotherapie beantragt oder einen Wahlarzt in Anspruch nimmt (Abg. Deimek: Sauber!), eine schlechtere Leistung bekommt als Sie, als wir PolitikerInnen hier, weil wir eine andere Versicherung haben, nämlich die BVA, die bald anders genannt wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Warum ist das so? – Abg. Rosenkranz: Und warum ist das so? Ist das erst jetzt so oder ist das schon länger so?) Ich sage Ihnen: Die Zähne, die Psyche, der Bewegungsapparat des burgenländischen Bauarbeiters sind nicht weniger wert als Ihre Psyche, Ihr Bewegungsapparat und Ihre Gesundheit. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hauser: Wieso habt ihr das nicht abgeschafft?)
Abg. Belakowitsch: Wir haben ja nichts zu verbergen!
Abgeordnete Mag. Beate Meinl-Reisinger, MES (NEOS): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ja, ich finde es eigentlich mutig von der FPÖ, von Herrn Klubobmann Rosenkranz, diese Aktuelle Stunde heute einzuläuten (Abg. Belakowitsch: Wir haben ja nichts zu verbergen!), denn eigentlich haben alle Medien und auch der Rechnungshof – darauf werde ich dann auch eingehen, dass Sie die Kritik einfach vom Tisch wischen und durchaus auch die Rechnungshofpräsidentin diffamieren – konstatiert, dass das, was Sie am 14.9. präsentiert haben, nichts anderes als eine große Zaubershow war.
Abg. Belakowitsch – in Richtung Abg. Wöginger –: Hast du gezaubert?
Es gab also am 14. September eine Zaubershow, bei der sich Kanzler, Vizekanzler, die Bundesministerin und, ich glaube, Herr Klubobmann Wöginger (Abg. Belakowitsch – in Richtung Abg. Wöginger –: Hast du gezaubert?) vor die Medien hingestellt und groß etwas verkündet haben, so quasi den Einsparungshasen aus dem Hut gezaubert haben (Abg. Rosenkranz: Das waren jetzt vier super Politiker ...!), den weißen Hasen, der ein Label getragen hat, auf dem gestanden ist: 1 Milliarde. Alle haben gesagt: Verschlankung des Systems, aus der Funktionärsmilliarde machen wir jetzt eine Patientenmilliarde! (Zwischenrufe der Abgeordneten Wöginger und Belakowitsch.) – Das ist nichts anderes als Hokuspokus, und das wissen Sie! (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Wöginger: Vom Baum zum Hasen! – Zwischenruf der Abg. Steinacker.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Wöginger und Belakowitsch.
Es gab also am 14. September eine Zaubershow, bei der sich Kanzler, Vizekanzler, die Bundesministerin und, ich glaube, Herr Klubobmann Wöginger (Abg. Belakowitsch – in Richtung Abg. Wöginger –: Hast du gezaubert?) vor die Medien hingestellt und groß etwas verkündet haben, so quasi den Einsparungshasen aus dem Hut gezaubert haben (Abg. Rosenkranz: Das waren jetzt vier super Politiker ...!), den weißen Hasen, der ein Label getragen hat, auf dem gestanden ist: 1 Milliarde. Alle haben gesagt: Verschlankung des Systems, aus der Funktionärsmilliarde machen wir jetzt eine Patientenmilliarde! (Zwischenrufe der Abgeordneten Wöginger und Belakowitsch.) – Das ist nichts anderes als Hokuspokus, und das wissen Sie! (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Wöginger: Vom Baum zum Hasen! – Zwischenruf der Abg. Steinacker.)
Abg. Belakowitsch: Sie diffamieren ...!
Was passiert dann? – Herr Kollege Rosenkranz, das ist wirklich symptomatisch für die Art und Weise, wie die FPÖ Politik macht: Sie diffamieren den Rechnungshof, Sie diffamieren die Rechnungshofpräsidentin (Abg. Belakowitsch: Sie diffamieren ...!), Sie versuchen in einem Interview mit der „Tiroler Tageszeitung“, sie zu delegitimieren. (Rufe bei der FPÖ: Geh bitte!) Das ist Ihr Angriff auf die Institutionen dieser Republik, und das lassen wir nicht durchgehen! (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Da haben Sie auch nichts zusammengebracht! Da sind Sie genauso gescheitert!
in Wien erinnern (Abg. Belakowitsch: Da haben Sie auch nichts zusammengebracht! Da sind Sie genauso gescheitert!), da wurde vonseiten des Grünen Abgeordneten Margulies dem damaligen Rechnungshofpräsidenten Moser parteipolitisches Handeln vorgeworfen. (Zwischenruf des Abg. Deimek.) Es war damals die FPÖ, die gemeinsam mit uns und der ÖVP gesagt hat, es sei nicht anständig, dem Rechnungshof so etwas zu unterstellen. Bitte gehen Sie in sich und ziehen Sie so eine Kritik zurück! (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.)
O-ja-Ruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Leichtfried: Nein! – Abg. Belakowitsch: Doch! – Abg. Leichtfried: Nein ...! – Abg. Belakowitsch: Doch! – Abg. Leichtfried: Sicher nicht, Sie ...!
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Mit dieser Vorlage, mit diesem heutigen Ministerratsbeschluss machen Sie keine Sozialversicherungsreform im Interesse oder zum Wohle der Versicherten. (O-ja-Ruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Leichtfried: Nein! – Abg. Belakowitsch: Doch! – Abg. Leichtfried: Nein ...! – Abg. Belakowitsch: Doch! – Abg. Leichtfried: Sicher nicht, Sie ...!) Im Gegenteil: Sie bauen das Sozialversicherungssystem um, Sie bauen es zulasten aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, zulasten aller Versicherten um, vom Kleinkind beginnend bis zu Pensionistinnen und Pensionisten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Liste Pilz. – Abg. Rosenkranz: So eine billige Polemik!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Liste Pilz. – Abg. Wöginger: Das ist ja nicht der ÖGB-Kongress da herinnen! – Abg. Belakowitsch: Gott sei Dank!
Geschätzte Volksvertreter von FPÖ und ÖVP! Sie haben die Möglichkeit, dieses Gesetz zu reparieren, Sie haben die Möglichkeit, Ihrem Titel als Volksvertreter gerecht zu werden. Sind Sie Volksvertreter im Interesse der acht Millionen Versicherten oder sind Sie Vertreter von Kapital und Großkonzernen? (Zwischenruf des Abg. Neubauer. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das ist Ihre Entscheidung. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Liste Pilz. – Abg. Wöginger: Das ist ja nicht der ÖGB-Kongress da herinnen! – Abg. Belakowitsch: Gott sei Dank!)
Beifall bei der Liste Pilz. – Widerspruch bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.
Ich werde Ihnen jetzt ein Beispiel nennen: Wenn man eine Physiotherapie machen muss und das Glück hat, bei der BVA versichert zu sein, erhält man pro Behandlungseinheit eine Refundierung von 40 Euro. Wenn man aber dem Standardsystem angehört, weil man Arbeitnehmer und bei der Gebietskrankenkassa versichert ist, erhält man für dieselbe Behandlungseinheit 17 Euro. So ist Ihr System, für die Versicherten verbessert sich gar nichts! (Beifall bei der Liste Pilz. – Widerspruch bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.)
Beifall bei der Liste Pilz sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Stefan.
Es reicht völlig, wenn wir endlich damit beginnen, die strukturelle Diskriminierung der Frauen in diesem Land abzustellen. Wie gesagt, wir gehen leider diesen Umweg; meine Anträge im Ausschuss hätten eine sofortige gesetzliche Regelung vorgesehen. Der Versuch, die Sozialpartner einzubinden, über die Kollektivverträge zu gehen, ist für mich ein Hinauszögern, bedeutet weitere drei Monate, die die Frauen in unserem Land hinsichtlich ihrer Ansprüche verlieren, trotz allem glaube ich, dass es möglich sein muss, diesen Weg gemeinsam zu beschreiten, weil es mir darum geht, dass die Diskriminierung von Frauen in der Erziehungsarbeit endlich aufhört. – Vielen Dank. (Beifall bei der Liste Pilz sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Stefan.)
Abg. Belakowitsch: Jetzt erklären Sie das einmal!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Heinisch-Hosek. – Bitte. (Abg. Belakowitsch: Jetzt erklären Sie das einmal!)
Abg. Schimanek: Wie bitte? Was? – Abg. Belakowitsch: Darum seid ihr da, wo ihr seid: weil ihr nichts versteht!
Karenz sind und jetzt fernsehen und uns oder Sie gehört haben: Märchenstunde von Herrn Wöginger, kein Einsatz für Frauen von der Frau Frauensprecherin der FPÖ (Abg. Schimanek: Wie bitte? Was? – Abg. Belakowitsch: Darum seid ihr da, wo ihr seid: weil ihr nichts versteht!) – es tut mir wirklich leid, dass wir das hier so debattieren müssen, dass jetzt 30 Prozent der Frauen in Kollektivverträgen bedacht sind, aber 70 Prozent gar nichts davon haben. Daher wollen wir ein Gesetz, und wir wollen das jetzt und heute und nicht erst nächstes Jahr (Beifall bei der SPÖ), denn die Frauen in dem Land haben es sich verdient. (Abg. Schimanek: Vor drei Jahren waren Sie noch komplett ...!) – Es hört Sie niemand, wenn Sie dazwischenschreien, es hört Sie niemand vor den Fernsehgeräten. (Abg. Stefan: Sie wissen, dass wir recht haben!)
Abg. Belakowitsch: Waren Sie nicht einmal Frauenministerin?!
Ich glaube, dass es darum geht, dass Frauen, die um 20 Prozent weniger verdienen als Männer, ein ganzes Maßnahmenpaket brauchen, damit sich diese Lohnschere endlich schließt (Abg. Belakowitsch: Waren Sie nicht einmal Frauenministerin?!), und eine Möglichkeit wäre, dass auch die Karenzzeiten für Gehaltsvorrückungen, für den Anspruch auf die sechste Urlaubswoche, für Entgeltfortzahlungen angerechnet werden. Also an alle, die zusehen, auch wenn es Sie nicht betrifft: Wir würden sofort ein Gesetz machen – diese Bundesregierung aber hat kein Interesse daran, dass Frauen ihre Karenzeiten angerechnet bekommen! (Abg. Schimanek: Sie wollten es ja schon als Frauenministerin nicht! – Abg. Belakowitsch: Sie waren ja Frauenministerin!) – Es hört Sie niemand. Es hört Sie niemand! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Stefan: Die Frau Ministerin hat das gesagt! Im Protokoll steht es auch! – Abg. Hauser: Wieso habt ihr das nicht alles schon gemacht? – Ruf bei der ÖVP: Jetzt fällt es Ihnen ein?! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Schimanek: Sie wollten es ja schon als Frauenministerin nicht! – Abg. Belakowitsch: Sie waren ja Frauenministerin!
Ich glaube, dass es darum geht, dass Frauen, die um 20 Prozent weniger verdienen als Männer, ein ganzes Maßnahmenpaket brauchen, damit sich diese Lohnschere endlich schließt (Abg. Belakowitsch: Waren Sie nicht einmal Frauenministerin?!), und eine Möglichkeit wäre, dass auch die Karenzzeiten für Gehaltsvorrückungen, für den Anspruch auf die sechste Urlaubswoche, für Entgeltfortzahlungen angerechnet werden. Also an alle, die zusehen, auch wenn es Sie nicht betrifft: Wir würden sofort ein Gesetz machen – diese Bundesregierung aber hat kein Interesse daran, dass Frauen ihre Karenzeiten angerechnet bekommen! (Abg. Schimanek: Sie wollten es ja schon als Frauenministerin nicht! – Abg. Belakowitsch: Sie waren ja Frauenministerin!) – Es hört Sie niemand. Es hört Sie niemand! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Stefan: Die Frau Ministerin hat das gesagt! Im Protokoll steht es auch! – Abg. Hauser: Wieso habt ihr das nicht alles schon gemacht? – Ruf bei der ÖVP: Jetzt fällt es Ihnen ein?! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Belakowitsch: Sie waren Frauenministerin!
Sehr geehrte Damen und Herren! Sie können sich noch so aufregen, Sie verhindern, dass für Frauen in diesem Land etwas getan wird (Abg. Belakowitsch: Sie waren Frauenministerin!), wenn Sie den Sozialpartnern ausrichten, dass sie die Kollektivverträge verhandeln sollen. (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) – Keine Aufregung, das tut der Gesundheit nicht gut!
Abg. Belakowitsch: Das zeigt, dass Sie versagt haben! Das ist doch nicht gut!
Abgeordneter Alois Stöger, diplômé (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer! Es geht um die Frage der Integration vor Zuzug. Es geht darum, dass diese Menschen in Österreich leben und dass Unternehmer in Österreich Fachkräfte suchen. Das ist gut so. (Abg. Belakowitsch: Das zeigt, dass Sie versagt haben! Das ist doch nicht gut!) Es gibt Mangelberufe in Österreich, für die wir ganz bewusst Menschen brauchen, die diese Berufe ausüben wollen. Daher ist es so wichtig, dass Menschen, die in Österreich leben, in diesen Berufen arbeiten. Dazu gehören auch 1 027 junge Asylwerberinnen und Asylwerber in einer Lehre, die einen Beitrag zur Volkswirtschaft in Österreich leisten wollen und ihn auch leisten. Es gibt viele Unternehmer, die das auch wollen und die sich um die Ausbildung dieser Menschen bemühen.
Abg. Leichtfried: Das Falsche! – Abg. Belakowitsch: Missbrauch abstellen!
Was tut diese Bundesregierung? (Abg. Leichtfried: Das Falsche! – Abg. Belakowitsch: Missbrauch abstellen!) – Diese Bundesregierung will verhindern, dass Menschen, die in Österreich leben, die einen Beitrag zur österreichischen Volkswirtschaft leisten wollen, auch einen Beitrag leisten dürfen. Das ist schlicht und einfach dumm, kontraproduktiv und schadet. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Was ist das für eine Wortwahl?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Was ist das für eine Wortwahl?
Was tut diese Bundesregierung? (Abg. Leichtfried: Das Falsche! – Abg. Belakowitsch: Missbrauch abstellen!) – Diese Bundesregierung will verhindern, dass Menschen, die in Österreich leben, die einen Beitrag zur österreichischen Volkswirtschaft leisten wollen, auch einen Beitrag leisten dürfen. Das ist schlicht und einfach dumm, kontraproduktiv und schadet. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Was ist das für eine Wortwahl?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich wiederhole: Das ist kontraproduktiv, das versteht niemand in dieser Republik. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Diese jungen Menschen nehmen niemandem einen Ausbildungsplatz weg (Abg. Neubauer: Natürlich! – Abg. Belakowitsch: Sondern?), sondern das sind jene, die in einem Mangelberuf Tätigkeiten ausüben, die wir brauchen. Wir wollen auch keine länderspezifische Mangelberufsliste, um dann neue Leute aus Drittländern hereinzuholen. (Abg. Rosenkranz: 70 000 sind schon da!) Meine sehr verehrten Damen und Herren, Schildbürgerstreich ist da eine freundliche Bezeichnung. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Abg. Neubauer: Natürlich! – Abg. Belakowitsch: Sondern?
Ich wiederhole: Das ist kontraproduktiv, das versteht niemand in dieser Republik. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Diese jungen Menschen nehmen niemandem einen Ausbildungsplatz weg (Abg. Neubauer: Natürlich! – Abg. Belakowitsch: Sondern?), sondern das sind jene, die in einem Mangelberuf Tätigkeiten ausüben, die wir brauchen. Wir wollen auch keine länderspezifische Mangelberufsliste, um dann neue Leute aus Drittländern hereinzuholen. (Abg. Rosenkranz: 70 000 sind schon da!) Meine sehr verehrten Damen und Herren, Schildbürgerstreich ist da eine freundliche Bezeichnung. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Abg. Belakowitsch: Falsch!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Diese Maßnahme ist zulasten Österreichs (Abg. Belakowitsch: Falsch!), diese Maßnahme ist zulasten der Exportwirtschaft in Österreich. (Abg. Belakowitsch: Falsch!) Es waren immer jene Menschen, die in Österreich an Universitäten, in Ausbildung waren, die uns später auch als Exportland im Ausland unterstützt haben.
Abg. Belakowitsch: Falsch!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Diese Maßnahme ist zulasten Österreichs (Abg. Belakowitsch: Falsch!), diese Maßnahme ist zulasten der Exportwirtschaft in Österreich. (Abg. Belakowitsch: Falsch!) Es waren immer jene Menschen, die in Österreich an Universitäten, in Ausbildung waren, die uns später auch als Exportland im Ausland unterstützt haben.
Abg. Belakowitsch: Das ist nicht abenteuerlich!
Abgeordneter Josef Schellhorn (NEOS): Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Minister! Ja, so ist es, wenn die Bürgerinnen und Bürger mit falschen Informationen vorgeführt werden. Ich möchte auf die Ausführungen des Herrn Wurm und auf seine Statistiken eingehen: Kollegin Krisper hat schon im Mai beim Innenminister angefragt, und das Innenministerium hat geantwortet, entsprechende Statistiken werden nicht geführt. Woher Sie die Zahlen haben, mit welchen Zahlen Sie hier argumentieren, ist abenteuerlich (Abg. Belakowitsch: Das ist nicht abenteuerlich!), und es zeigt, wer hier mit falschen Informationen und mit Angstmache argumentiert. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Aber sie sind ja illegal im Land!
Es ist sowieso absurd, dass ich mich mit Ihnen beschäftige, ich will mich ja lieber mit der ÖVP beschäftigen (Abg. Leichtfried: Ja, aber die alte ...!), die in dieser Frage sozusagen selbst vorgeführt wird von zwei Vizekanzlern (Abg. Martin Graf: Hochmut kommt vor dem Fall!) aus alten Regierungen, vom geschätzten Vizekanzler und Wirtschaftsminister Mitterlehner und vom geschätzten Vizekanzler Wilhelm Molterer, die sich gerade dafür einsetzen, gerade für jene einsetzen, die integrationswillig sind (Zwischenruf des Abg. Hörl) und die hier auch eine Lehre absolvieren wollen. – Dass Kollege Hörl jetzt hereinkrakeelt, ist besonders absurd, weil er auch aus dem Tourismus kommt und gerade im Westen auch eine Situation besteht, in der wir diese integrationswilligen jungen Menschen integrieren möchten (Abg. Belakowitsch: Aber sie sind ja illegal im Land!), die jetzt aber nicht mehr die Möglichkeit haben, sich zu integrieren. (Abg. Belakowitsch: Sie brauchen sich nicht integrieren!)
Abg. Belakowitsch: Sie brauchen sich nicht integrieren!
Es ist sowieso absurd, dass ich mich mit Ihnen beschäftige, ich will mich ja lieber mit der ÖVP beschäftigen (Abg. Leichtfried: Ja, aber die alte ...!), die in dieser Frage sozusagen selbst vorgeführt wird von zwei Vizekanzlern (Abg. Martin Graf: Hochmut kommt vor dem Fall!) aus alten Regierungen, vom geschätzten Vizekanzler und Wirtschaftsminister Mitterlehner und vom geschätzten Vizekanzler Wilhelm Molterer, die sich gerade dafür einsetzen, gerade für jene einsetzen, die integrationswillig sind (Zwischenruf des Abg. Hörl) und die hier auch eine Lehre absolvieren wollen. – Dass Kollege Hörl jetzt hereinkrakeelt, ist besonders absurd, weil er auch aus dem Tourismus kommt und gerade im Westen auch eine Situation besteht, in der wir diese integrationswilligen jungen Menschen integrieren möchten (Abg. Belakowitsch: Aber sie sind ja illegal im Land!), die jetzt aber nicht mehr die Möglichkeit haben, sich zu integrieren. (Abg. Belakowitsch: Sie brauchen sich nicht integrieren!)
Abg. Belakowitsch: Sie sind illegal im Land!
Sie sind ja schon in diesem Land (Abg. Belakowitsch: Sie sind illegal im Land!), und es stimmt auch nicht, was Herr Wurm gesagt hat, dass das eine illegale Zuwanderung ist. (Abg. Belakowitsch: Natürlich! Natürlich ist das illegal! – Abg. Rosenkranz: Na was denn?) Diese Menschen, diese jungen Menschen sind hier, und für sie sollte die Möglichkeit geschaffen werden (Abg. Rosenkranz: Dass sie dann das humanitäre Bleiberecht kriegen!), dass mit dem von uns vorgeschlagenen Drei-Plus-Zwei-Modell ihre Situation neu bewertet werden kann. Das heißt, sie schließen eine dreijährige Lehre ab und haben anschließend die Möglichkeit, zwei Jahre in dieser Sparte zu arbeiten, und dann wird – vielleicht aus christlich-sozialen Aspekten, vielleicht aus humanitären Aspekten – neu bewertet (Abg. Belakowitsch: Na sicher! Und das ist nicht illegal, nein!), ob sie integrationsfähig sind und auch ob der Fachkräftemangel weiter besteht.
Abg. Belakowitsch: Natürlich! Natürlich ist das illegal! – Abg. Rosenkranz: Na was denn?
Sie sind ja schon in diesem Land (Abg. Belakowitsch: Sie sind illegal im Land!), und es stimmt auch nicht, was Herr Wurm gesagt hat, dass das eine illegale Zuwanderung ist. (Abg. Belakowitsch: Natürlich! Natürlich ist das illegal! – Abg. Rosenkranz: Na was denn?) Diese Menschen, diese jungen Menschen sind hier, und für sie sollte die Möglichkeit geschaffen werden (Abg. Rosenkranz: Dass sie dann das humanitäre Bleiberecht kriegen!), dass mit dem von uns vorgeschlagenen Drei-Plus-Zwei-Modell ihre Situation neu bewertet werden kann. Das heißt, sie schließen eine dreijährige Lehre ab und haben anschließend die Möglichkeit, zwei Jahre in dieser Sparte zu arbeiten, und dann wird – vielleicht aus christlich-sozialen Aspekten, vielleicht aus humanitären Aspekten – neu bewertet (Abg. Belakowitsch: Na sicher! Und das ist nicht illegal, nein!), ob sie integrationsfähig sind und auch ob der Fachkräftemangel weiter besteht.
Abg. Belakowitsch: Na sicher! Und das ist nicht illegal, nein!
Sie sind ja schon in diesem Land (Abg. Belakowitsch: Sie sind illegal im Land!), und es stimmt auch nicht, was Herr Wurm gesagt hat, dass das eine illegale Zuwanderung ist. (Abg. Belakowitsch: Natürlich! Natürlich ist das illegal! – Abg. Rosenkranz: Na was denn?) Diese Menschen, diese jungen Menschen sind hier, und für sie sollte die Möglichkeit geschaffen werden (Abg. Rosenkranz: Dass sie dann das humanitäre Bleiberecht kriegen!), dass mit dem von uns vorgeschlagenen Drei-Plus-Zwei-Modell ihre Situation neu bewertet werden kann. Das heißt, sie schließen eine dreijährige Lehre ab und haben anschließend die Möglichkeit, zwei Jahre in dieser Sparte zu arbeiten, und dann wird – vielleicht aus christlich-sozialen Aspekten, vielleicht aus humanitären Aspekten – neu bewertet (Abg. Belakowitsch: Na sicher! Und das ist nicht illegal, nein!), ob sie integrationsfähig sind und auch ob der Fachkräftemangel weiter besteht.
Abg. Belakowitsch: Das geht niemanden etwas an?
Kollegin Heinisch-Hosek ist jetzt leider nicht im Saal, aber sie hat völlig recht: Ihr Hereinkrakeelen, das hört niemand, das geht auch niemanden etwas an. (Abg. Belakowitsch: Das geht niemanden etwas an?) – Nein! Lassen Sie mich meine Rede fortführen! (Abg. Belakowitsch: Reden Sie!) Vielleicht versuchen Sie nachzudenken, was bei Ihnen relativ schwer sein wird. (Ruf bei der FPÖ: Also das, das kannst du dir sparen! – Abg. Belakowitsch: Das ist unglaublich!) – Nein, das Hereinschreien könnt ihr euch sparen, und ich glaube, das ist auch nicht notwendig. (Abg. Neubauer: Was glauben denn Sie? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Reden Sie!
Kollegin Heinisch-Hosek ist jetzt leider nicht im Saal, aber sie hat völlig recht: Ihr Hereinkrakeelen, das hört niemand, das geht auch niemanden etwas an. (Abg. Belakowitsch: Das geht niemanden etwas an?) – Nein! Lassen Sie mich meine Rede fortführen! (Abg. Belakowitsch: Reden Sie!) Vielleicht versuchen Sie nachzudenken, was bei Ihnen relativ schwer sein wird. (Ruf bei der FPÖ: Also das, das kannst du dir sparen! – Abg. Belakowitsch: Das ist unglaublich!) – Nein, das Hereinschreien könnt ihr euch sparen, und ich glaube, das ist auch nicht notwendig. (Abg. Neubauer: Was glauben denn Sie? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Also das, das kannst du dir sparen! – Abg. Belakowitsch: Das ist unglaublich!
Kollegin Heinisch-Hosek ist jetzt leider nicht im Saal, aber sie hat völlig recht: Ihr Hereinkrakeelen, das hört niemand, das geht auch niemanden etwas an. (Abg. Belakowitsch: Das geht niemanden etwas an?) – Nein! Lassen Sie mich meine Rede fortführen! (Abg. Belakowitsch: Reden Sie!) Vielleicht versuchen Sie nachzudenken, was bei Ihnen relativ schwer sein wird. (Ruf bei der FPÖ: Also das, das kannst du dir sparen! – Abg. Belakowitsch: Das ist unglaublich!) – Nein, das Hereinschreien könnt ihr euch sparen, und ich glaube, das ist auch nicht notwendig. (Abg. Neubauer: Was glauben denn Sie? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Aber?
Ich möchte noch einmal auf diese Rechtsstaatlichkeitsdebatte eingehen, weil es mir einfach ein Dorn im Auge ist, dass immer auf die Rechtsstaatlichkeit verwiesen wird und es immer heißt, die Rechtsstaatlichkeit muss beachtet werden. Da gebe ich Ihnen ja recht – als Anwältin, als Juristin ist mir die Rechtsstaatlichkeit wichtig (Abg. Belakowitsch: Aber?) –, aber die Rechtsstaatlichkeit bedeutet, dass jeder vor dem Gesetz gleich ist und dass für jeden das Gesetz auch gleich angewendet wird. (Abg. Belakowitsch: Eben!) Es ist unsere Pflicht, dort genau zu schauen, wo das nicht der Fall ist (Abg. Leichtfried: Ein sehr guter Einwand!), wo eben das Recht nicht für alle gleich ist.
Abg. Belakowitsch: Eben!
Ich möchte noch einmal auf diese Rechtsstaatlichkeitsdebatte eingehen, weil es mir einfach ein Dorn im Auge ist, dass immer auf die Rechtsstaatlichkeit verwiesen wird und es immer heißt, die Rechtsstaatlichkeit muss beachtet werden. Da gebe ich Ihnen ja recht – als Anwältin, als Juristin ist mir die Rechtsstaatlichkeit wichtig (Abg. Belakowitsch: Aber?) –, aber die Rechtsstaatlichkeit bedeutet, dass jeder vor dem Gesetz gleich ist und dass für jeden das Gesetz auch gleich angewendet wird. (Abg. Belakowitsch: Eben!) Es ist unsere Pflicht, dort genau zu schauen, wo das nicht der Fall ist (Abg. Leichtfried: Ein sehr guter Einwand!), wo eben das Recht nicht für alle gleich ist.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
In der Presseaussendung der Wirtschaftskammer vom 18. Oktober – jetzt in Richtung ÖVP gerichtet (Abg. Leichtfried: Das ist die alte ÖVP!) – sagen genau eure Funktionärinnen und Funktionäre: „Betriebe suchen immer öfter vergeblich nach Lehrlingen“. Wenn 82 Prozent der Befragten sagen, sie bekommen nicht jene jungen Menschen am österreichischen Arbeitsmarkt für Lehrstellen, die sie brauchen (Abg. Rosenkranz: Aufgrund des SPÖ-Bildungssystems!), wenn es dann 1 000 Unternehmer gibt, die bereit sind, jungen Asylwerbern eine Ausbildung zu ermöglichen, jungen Menschen, die bereit sind, Deutsch zu lernen, die bereit sind, zu arbeiten (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), die bereit sind, von Leistungsempfängern zu Beitragszahlern zu werden, weil sie auf das Taschengeld verzichten, weil sie den Staat Österreich keinen Cent mehr kosten, weil sie in eine Ausbildung gehen, und Sie dann sagen, dass wir die nicht
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Meinl-Reisinger. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
brauchen, dass wir die nicht wollen, dann ist das, was Sie an den Tag legen, reiner Populismus, aber nicht Vernunft. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Meinl-Reisinger. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Stimmt ja auch!
Die Beantwortung dieser Frage fällt nicht in die Vollzugsbereich des Bundesministeriums [...].“ (Abg. Belakowitsch: Stimmt ja auch!)
Abg. Belakowitsch: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! Das ist keine Berichtigung!
Abgeordnete Dr. Stephanie Krisper (NEOS): Ich habe sehr wohl parallel auch eine Anfrage an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales und Gesundheit gestellt. (Abg. Belakowitsch: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! Das ist keine Berichtigung!)
Abg. Belakowitsch: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Ich berichtige die Aussage der Kollegin, die vor mir gesprochen hat (Ruf bei der FPÖ: Wie heißt sie denn?), dass ich die Anfrage an den falschen Minister gerichtet hätte: habe ich nicht. Ich habe parallel auch die richtige Ministerin gefragt. (Abg. Belakowitsch: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!)
Abg. Wurm: Ein bisschen eine Debatte hat es schon gehabt, Daniela! – Abg. Belakowitsch: Eine Debatte hat es schon gegeben! Hast geschlafen, oder was?
Abgeordnete Daniela Holzinger-Vogtenhuber, BA (PILZ): Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Bei der Abstimmung fanden die gegenständlichen Anträge keine Mehrheit. – So steht es zumindest im Ausschussbericht. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass es im Ausschuss eine intensive inhaltliche Debatte gegeben hat, dass man sich wirklich Gedanken darüber gemacht hat, wie man der Personengruppe 50 plus dementsprechend helfen könnte. (Abg. Wurm: Ein bisschen eine Debatte hat es schon gehabt, Daniela! – Abg. Belakowitsch: Eine Debatte hat es schon gegeben! Hast geschlafen, oder was?) Leider ist das nicht der Fall gewesen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Da frage ich mich schon: Warum? Ich möchte diese Frage auch an Sie, Frau Ministerin Hartinger, stellen: Wann passiert da endlich etwas, um gute Maßnahmen, wie es eben die Aktion 20 000, aber auch der Beschäftigungsbonus gewesen sind, entsprechend zu ersetzen, Nachfolgeregelungen zu erwirken, beziehungsweise wann passiert endlich etwas, um dieser Gruppe zu helfen? (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Was reden Sie da? Woher haben Sie das?
Es braucht ein Investitionspaket für den Arbeitsmarkt. Wer über 50 ist und arbeitslos wird, bleibt laut AMS mit hoher Wahrscheinlichkeit für mehr als ein Jahr arbeitslos. (Abg. Belakowitsch: Was reden Sie da? Woher haben Sie das?)
Abg. Wurm: Genau das schlechte Beispiel! – Abg. Belakowitsch: Das ist ein schlechtes Beispiel!
Die Aktion 20 000, die sich hervorragend bewährt hat, möchte ich anhand eines Beispiels der Stadt Innsbruck schildern. Die Stadt Innsbruck hat 33 Frauen und Männer über die Aktion 20 000 anstellen können. (Abg. Wurm: Genau das schlechte Beispiel! – Abg. Belakowitsch: Das ist ein schlechtes Beispiel!) 90 Prozent haben sich hervorragend bewährt, leisten hervorragende Arbeit – im Finanzbereich, im Gartenamt, im Wohnungsservice, überall dort, wo sie gebraucht werden, und nicht zufällig im öffentlichen Dienst. (Abg. Belakowitsch: Warum nicht?)
Abg. Belakowitsch: Warum nicht?
Die Aktion 20 000, die sich hervorragend bewährt hat, möchte ich anhand eines Beispiels der Stadt Innsbruck schildern. Die Stadt Innsbruck hat 33 Frauen und Männer über die Aktion 20 000 anstellen können. (Abg. Wurm: Genau das schlechte Beispiel! – Abg. Belakowitsch: Das ist ein schlechtes Beispiel!) 90 Prozent haben sich hervorragend bewährt, leisten hervorragende Arbeit – im Finanzbereich, im Gartenamt, im Wohnungsservice, überall dort, wo sie gebraucht werden, und nicht zufällig im öffentlichen Dienst. (Abg. Belakowitsch: Warum nicht?)
Abg. Belakowitsch: Wer hat dort eingespart?
In den letzten 20 Jahren wurde auf Gemeindeebene, auf Landes- und Bundesebene massiv im öffentlichen Dienst eingespart. Diese Leute haben keine Scheinarbeitsplätze, diese Leute verrichten wertvolle Arbeit (Beifall bei der SPÖ), da es für die Kommunalverwaltung kaum mehr möglich ist, ihre Dienstleistungen zu erbringen. Und es werden sogar Menschen übernommen; die Ersten sind in Innsbruck bereits übernommen worden. Ich hoffe, dass es möglich ist, weitere Menschen zu beschäftigen. (Abg. Belakowitsch: Wer hat dort eingespart?)
Abg. Belakowitsch: Das liegt alles im Argen, nach jahrzehntelanger sozialistischer Politik!
Die acht Millionen Menschen dieses Landes und ihre Leistungen sind nicht zuletzt auch die Grundlage des Erfolgs dieses Landes – des wirtschaftlichen Erfolgs, des sozialen Zusammenhalts, des Miteinanders. Wenn aber dieser Erfolg gemeinsam erarbeitet ist, dann haben auch alle das Recht, von diesem Erfolg zu profitieren, und zwar durch ordentliche Löhne, durch gute Ausbildung, Schulbildung und nicht zuletzt durch die beste Gesundheitsversorgung. (Abg. Belakowitsch: Das liegt alles im Argen, nach jahrzehntelanger sozialistischer Politik!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Damit ist für mich auch klar, wie ich mir eine Gesundheitsversorgung nicht nur heute, sondern auch in der Zukunft vorstelle, nämlich modernste Behandlungsmethoden und Therapien für alle Menschen dieses Landes, kürzere Wartezeiten auf Operationen, Untersuchungen und Behandlungen, mehr Prävention und Gesundheitsförderung vor allem im Kinder- und Jugendbereich, eine optimale Versorgungssituation auch und gerade im ländlichen Bereich, nämlich wohnortnah, dort, wo die Menschen leben und arbeiten und es brauchen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) – und das, sehr geehrte Damen und Herren, für alle Menschen dieses Landes, und zwar unabhängig davon, wie dick ihre Brieftasche ist oder bei welcher Krankenkasse sie versichert sind. Das ist unsere Aufgabe. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Zadić.)
Abg. Belakowitsch: Und schon gar nicht die Funktionäre!
Allerdings, sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung, wenn wir genau diese Leitlinien, diese Richtschnur an Ihr Gesetz, an Ihre Vorschläge, die Sie heute auf den Tisch gelegt haben, anlegen, dann müssen wir eines ganz klar und leider auch sehr schnell feststellen: Es wird nichts besser in diesem Land – ganz im Gegenteil. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Es gibt wohl ein paar Profiteure dieser Reform – welchen Namen sie auch immer am Ende trägt –, aber die Profiteure sind keine Patientinnen und Patienten. Die Profiteure sind keine Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger, auch keine Ärztinnen und Ärzte. (Abg. Belakowitsch: Und schon gar nicht die Funktionäre!)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek.
An die größte Ungerechtigkeit in unserem System haben Sie wohl auch nicht gedacht, nämlich an die ungleichen Leistungen in der Gesundheitsversorgung, die die Menschen erhalten, je nachdem, bei welcher Krankenkasse sie versichert sind. Sie wissen so gut wie ich: Die Leistungsharmonisierung, von der Sie sprechen, ist eine reine Leistungsharmonisierung innerhalb der Gebietskrankenkassen. Und Sie wissen auch so gut wie ich, dass diese Harmonisierung bereits weit vor Ihrer Zeit als Ministerin (Zwischenruf des Abg. Deimek), nämlich in der Zeit, als ich Gesundheitsministerin war, begonnen hat und so gut wie abgeschlossen war. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die größte Ungerechtigkeit aber sind die Ungleichheiten zwischen den Gesundheitsleistungen der Versicherten der Gebietskrankenkassen und jenen der Beamtenkrankenkassen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Genau diese größte Ungerechtigkeit greifen Sie mit dieser Reform nicht an! (Ruf bei der FPÖ: Der Stöger hat das nicht gemacht! – Abg. Leichtfried: Unerhört!)
Abg. Belakowitsch: Sie haben aber auch nicht für Gerechtigkeit gesorgt!
Das ist aus unserer Sicht keine Gerechtigkeit, wie ich sie mir vorstelle. Ich sage Ihnen noch etwas (Abg. Belakowitsch: Sie haben aber auch nicht für Gerechtigkeit gesorgt!): Diese Ungerechtigkeit wird durch Ihr Gesetz in Stein gemeißelt! (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Und genau dafür werden wir uns nicht aussprechen! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wenn wir Vorschläge in der Politik erarbeiten, dann ist doch immer die Frage: Für wen und wozu? Wer soll am Ende davon profitieren? Und ich frage mich, an welche Menschen Sie bei der Erarbeitung dieses Gesetzesvorschlags gedacht haben. (Abg. Gudenus: An die Funktionäre!) An welche Menschen in den Wartezimmern haben Sie gedacht, an welche Krankenpfleger in den Krankenhäusern dieses Landes (Abg. Gudenus: Reden Sie vom roten Wien!), an welche Patienten, die mit Schmerzen ins Spital oder zu ihrem Hausarzt fahren und oft wochenlang auf Termine warten? (Zwischenruf des Abg. Deimek.) Haben Sie an die sieben Millionen Versicherten der Gebietskrankenkassen gedacht (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), sehr geehrte Frau Bundesministerin, die aus meiner und unserer Sicht die größten Verlierer dieser Reform sind? (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Leichtfried.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Zadić. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Gudenus.
Es wäre nur fair und ehrlich von Ihnen, heute hier zu sagen: An diese Menschen habe ich nicht gedacht, als ich das Gesetz geschrieben habe. (Rufe bei der FPÖ: Na geh! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Sehen Sie, das ist genau der Unterschied zwischen dieser Bundesregierung und uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten (Abg. Gudenus: Die haben immer nur an Funktionäre gedacht!), nämlich das Menschenbild, sehr geehrte Damen und Herren! Wir glauben an die Menschen dieses Landes! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Zadić. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Gudenus.)
Abg. Belakowitsch: Und jetzt haben wir den nächsten Meilenstein!
Die ganze Geschichte hat für mich nur einen kleinen Wermutstropfen: Als ich das letzte Mal hier gestanden bin – das war am 12. Oktober im vergangenen Jahr –, haben wir die Gleichstellung der Arbeiter und Angestellten beschlossen. Vielleicht könnt ihr euch noch daran erinnern (Ruf bei der FPÖ: 15. Oktober, Abwahl der SPÖ! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), ihr wart nämlich damals dabei. Das war ein Meilenstein, meine sehr geschätzten Damen und Herren, für unsere arbeitenden Menschen, ein Meilenstein! (Abg. Belakowitsch: Und jetzt haben wir den nächsten Meilenstein!) – Und heute sprechen wir über die Zerstörung der Sozialversicherung.
Abg. Belakowitsch: Ja, selbstverständlich! Warum sind denn alle so weinerlich?
Kollegin Belakowitsch hat heute am Vormittag davon gesprochen, wir hätten es mit dem Ende der parteipolitischen Strukturen zu tun. – Mitnichten haben wir es mit dem Ende der parteipolitischen Strukturen zu tun! (Abg. Belakowitsch: Ja, selbstverständlich! Warum sind denn alle so weinerlich?) Wir haben es damit zu tun, dass Sie ein System herstellen, das darauf hinausläuft, Rot aus den Gebietskrankenkassen hinauszuwerfen und gleichzeitig Schwarz und Blau reinzubringen. (Abg. Belakowitsch: Könnten Sie das genauer erklären?) – Das ist eine der Wahrheiten, die mit dieser Reform einhergehen. (Beifall bei der Liste Pilz.)
Abg. Belakowitsch: Könnten Sie das genauer erklären?
Kollegin Belakowitsch hat heute am Vormittag davon gesprochen, wir hätten es mit dem Ende der parteipolitischen Strukturen zu tun. – Mitnichten haben wir es mit dem Ende der parteipolitischen Strukturen zu tun! (Abg. Belakowitsch: Ja, selbstverständlich! Warum sind denn alle so weinerlich?) Wir haben es damit zu tun, dass Sie ein System herstellen, das darauf hinausläuft, Rot aus den Gebietskrankenkassen hinauszuwerfen und gleichzeitig Schwarz und Blau reinzubringen. (Abg. Belakowitsch: Könnten Sie das genauer erklären?) – Das ist eine der Wahrheiten, die mit dieser Reform einhergehen. (Beifall bei der Liste Pilz.)
Abg. Belakowitsch: Und was haben Sie gemacht? – Zahlen Sie die ... Euro zurück!
Die österreichische Bundesregierung, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, hat Ihnen den Krieg erklärt, denn Sie brauchen in der Zukunft einen funktionierenden Sozialstaat. (Abg. Hafenecker: Genau deshalb werden Sie nicht mehr ernst genommen! Wir sind nicht beim Villacher Fasching!) Die österreichische Bundesregierung und diese Bundesministerin haben – vielleicht haben Sie den Vorrednern zugehört – bewusst eine Dreiklassenmedizin geschaffen: Beamte, Selbständige und der Rest. (Abg. Belakowitsch: Und was haben Sie gemacht? – Zahlen Sie die ... Euro zurück!) Das ist die Situation, für die diese Bundesregierung verantwortlich ist. (Abg. Rosenkranz: Dass die Eisenbahner immer wegfallen bei ihm! – Abg. Belakowitsch: Die Eisenbahner dürfen!)
Abg. Rosenkranz: Dass die Eisenbahner immer wegfallen bei ihm! – Abg. Belakowitsch: Die Eisenbahner dürfen!
Die österreichische Bundesregierung, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, hat Ihnen den Krieg erklärt, denn Sie brauchen in der Zukunft einen funktionierenden Sozialstaat. (Abg. Hafenecker: Genau deshalb werden Sie nicht mehr ernst genommen! Wir sind nicht beim Villacher Fasching!) Die österreichische Bundesregierung und diese Bundesministerin haben – vielleicht haben Sie den Vorrednern zugehört – bewusst eine Dreiklassenmedizin geschaffen: Beamte, Selbständige und der Rest. (Abg. Belakowitsch: Und was haben Sie gemacht? – Zahlen Sie die ... Euro zurück!) Das ist die Situation, für die diese Bundesregierung verantwortlich ist. (Abg. Rosenkranz: Dass die Eisenbahner immer wegfallen bei ihm! – Abg. Belakowitsch: Die Eisenbahner dürfen!)
Abg. Belakowitsch: Welche? Was ist das für eine Zeitung?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich habe in der „Wiener Tageszeitung“ vom 15. Februar 1953 (eine Kopie des Artikels in die Höhe haltend) gelesen (Abg. Belakowitsch: Welche? Was ist das für eine Zeitung?) – ein Blatt der ÖVP, eine Werbeeinschaltung der ÖVP –, dass die ÖVP damals gesagt hat: Wir verlangen von euch, dass Kranke, Arbeiter und Angestellte, Frauen und Kinder nicht länger bis in die Wurzel faul- - (Abg. Belakowitsch: Das Lesen ist noch ein bisschen schwierig!), nicht länger dem bis in die Wurzeln faulen System ausgeliefert werden. – Zitatende.
Abg. Belakowitsch: Das Lesen ist noch ein bisschen schwierig!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich habe in der „Wiener Tageszeitung“ vom 15. Februar 1953 (eine Kopie des Artikels in die Höhe haltend) gelesen (Abg. Belakowitsch: Welche? Was ist das für eine Zeitung?) – ein Blatt der ÖVP, eine Werbeeinschaltung der ÖVP –, dass die ÖVP damals gesagt hat: Wir verlangen von euch, dass Kranke, Arbeiter und Angestellte, Frauen und Kinder nicht länger bis in die Wurzel faul- - (Abg. Belakowitsch: Das Lesen ist noch ein bisschen schwierig!), nicht länger dem bis in die Wurzeln faulen System ausgeliefert werden. – Zitatende.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das Sie kaputt gemacht haben! – Abg. Hafenecker: 1953 waren die Russen noch da!
Dieses bis in die Wurzeln faule System ist jene Krankenversicherung, die es geschafft hat, in Österreich eines der besten Gesundheitssysteme der Welt aufzubauen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das Sie kaputt gemacht haben! – Abg. Hafenecker: 1953 waren die Russen noch da!) Und wenn das beste Gesundheitssystem
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Sie sind abgewählt, und das ist gut so!
Österreichs, der Welt, etwas kostet (Zwischenruf des Abg. Rädler), dann sagt die Bundesministerin heute: Das ist zu teuer! – Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wenn es zu teuer ist, dann werden in Zukunft die bisherigen Gesundheitsleistungen nicht mehr wie gewohnt zur Verfügung stehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Sie sind abgewählt, und das ist gut so!)
Abg. Belakowitsch: Was ist eine Zwangsfusion?
Liebe Österreicherinnen! Liebe Österreicher! Erinnern Sie sich: Ich habe im Jahr 2008 das Gesundheitsministerium von Schwarz-Blau übernommen. Damals hat mir Schwarz-Blau 1 100 Millionen Euro Schulden überlassen. (Abg. Leichtfried: Ah da schau her!) Ich habe diese 1 100 Millionen Euro berichtigt. Wir haben in das Gesundheitssystem investiert, wir haben es auf höchstem Niveau saniert. Die Leistungen sind verbessert worden. Und was will Schwarz-Blau jetzt wieder machen? – Sie zerschlagen die Gebietskrankenkassen! Ihr hier werdet die Verantwortung dafür übernehmen müssen, dass die Gebietskrankenkassen zerschlagen werden, dass es sie nicht mehr gibt, dass es eine Zwangsfusion gibt, die zu massiven Mehrkosten führt (Abg. Belakowitsch: Was ist eine Zwangsfusion?), und dafür, dass die Gesundheitsversorgung gerade in den Regionen nicht mehr vorhanden sein wird. (Abg. Belakowitsch: Bitte was ist eine Zwangsfusion? – Abg. Rosenkranz: Träumen Sie weiter!) Das wird langsam vonstattengehen.
Abg. Belakowitsch: Bitte was ist eine Zwangsfusion? – Abg. Rosenkranz: Träumen Sie weiter!
Liebe Österreicherinnen! Liebe Österreicher! Erinnern Sie sich: Ich habe im Jahr 2008 das Gesundheitsministerium von Schwarz-Blau übernommen. Damals hat mir Schwarz-Blau 1 100 Millionen Euro Schulden überlassen. (Abg. Leichtfried: Ah da schau her!) Ich habe diese 1 100 Millionen Euro berichtigt. Wir haben in das Gesundheitssystem investiert, wir haben es auf höchstem Niveau saniert. Die Leistungen sind verbessert worden. Und was will Schwarz-Blau jetzt wieder machen? – Sie zerschlagen die Gebietskrankenkassen! Ihr hier werdet die Verantwortung dafür übernehmen müssen, dass die Gebietskrankenkassen zerschlagen werden, dass es sie nicht mehr gibt, dass es eine Zwangsfusion gibt, die zu massiven Mehrkosten führt (Abg. Belakowitsch: Was ist eine Zwangsfusion?), und dafür, dass die Gesundheitsversorgung gerade in den Regionen nicht mehr vorhanden sein wird. (Abg. Belakowitsch: Bitte was ist eine Zwangsfusion? – Abg. Rosenkranz: Träumen Sie weiter!) Das wird langsam vonstattengehen.
Beifall bei der SPÖ – Abg. Belakowitsch: Was reden Sie da?
Meine Damen und Herren der Bundesregierung! Offensichtlich arbeiten Sie aber nur für die Konzerne in Österreich. Sie setzen bisher alle Forderungen von Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer um (Beifall bei der SPÖ – Abg. Belakowitsch: Was reden Sie da?): Geschenke für Wirtschaft und Konzerne. (Abg. Belakowitsch: Wo lesen Sie das raus?) Sie müssen ihnen, der Wirtschaft und den Konzernen, offensichtlich viel zurückzahlen. (Abg. Zanger: Hat Ihnen die Rede der Kern geschrieben? – Abg. Belakowitsch: Oder der Fußi?)
Abg. Belakowitsch: Wo lesen Sie das raus?
Meine Damen und Herren der Bundesregierung! Offensichtlich arbeiten Sie aber nur für die Konzerne in Österreich. Sie setzen bisher alle Forderungen von Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer um (Beifall bei der SPÖ – Abg. Belakowitsch: Was reden Sie da?): Geschenke für Wirtschaft und Konzerne. (Abg. Belakowitsch: Wo lesen Sie das raus?) Sie müssen ihnen, der Wirtschaft und den Konzernen, offensichtlich viel zurückzahlen. (Abg. Zanger: Hat Ihnen die Rede der Kern geschrieben? – Abg. Belakowitsch: Oder der Fußi?)
Abg. Zanger: Hat Ihnen die Rede der Kern geschrieben? – Abg. Belakowitsch: Oder der Fußi?
Meine Damen und Herren der Bundesregierung! Offensichtlich arbeiten Sie aber nur für die Konzerne in Österreich. Sie setzen bisher alle Forderungen von Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer um (Beifall bei der SPÖ – Abg. Belakowitsch: Was reden Sie da?): Geschenke für Wirtschaft und Konzerne. (Abg. Belakowitsch: Wo lesen Sie das raus?) Sie müssen ihnen, der Wirtschaft und den Konzernen, offensichtlich viel zurückzahlen. (Abg. Zanger: Hat Ihnen die Rede der Kern geschrieben? – Abg. Belakowitsch: Oder der Fußi?)
Abg. Deimek: ... die Finanztricks des Herrn Kern! – Abg. Belakowitsch: Aber lesen können Sie ganz gut!
Geschenk Nummer eins: mehr Macht für die Wirtschaft. Gerade 28,7 Prozent zahlen die Arbeitgeber in die Gebietskrankenkassen ein. Trotzdem geben Sie den Arbeitgebern, der Wirtschaft in der ÖGK die Hälfte der Entscheidungsmacht über die Gelder der Beschäftigten. (Abg. Deimek: ... die Finanztricks des Herrn Kern! – Abg. Belakowitsch: Aber lesen können Sie ganz gut!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Haben Sie eine Glaskugel?
Wobei sich jetzt aber die Frage stellt: Wie lange gibt es denn noch eine Selbstverwaltung? – Bundeskanzler Kurz sagt, das kann man auf orf.at nachlesen: „zumindest solange es“ noch „die Selbstverwaltung gibt“. – Das heißt, es ist nicht nur so, dass die Wirtschaft jetzt die halbe Macht in der Selbstverwaltung bekommen hat, sondern offensichtlich wird da auch geplant, die Selbstverwaltung abzuschaffen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Haben Sie eine Glaskugel?)
Abg. Belakowitsch: Nein, die Funktionäre!
Verlierer sind natürlich die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (Abg. Belakowitsch: Nein, die Funktionäre!), denn zusätzlich stopfen Sie den Großkonzernen und Großbetrieben Geld in den Rachen, indem Sie die AUVA-Beiträge senken. (Abg. Deimek: Aber ganz ehrlich: Wenn die ... der Selbstverwaltung ist, dass ich zehn Monate auf einen Facharzttermin warte und dass ... ihre Medikamente nicht kriegen, dann verzichte ich auf die Selbstverwaltung!) Die Leidtragenden sind jeweils 7 Millionen Menschen in unserem Land. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Was erzählen Sie da eigentlich? Könnten Sie da Namen nennen? Wer sind die Freunde, von denen Sie da reden?
Ich komme jetzt zum Geschenk Nummer zwei: Sie treiben die Privatisierung unseres Gesundheitssystems voran. Zusätzliche Privatsanatorien, Freunde von unserem Vizekanzler werden mit 15 Millionen Euro zusätzlich dotiert und extra evaluiert. (Abg. Belakowitsch: Was erzählen Sie da eigentlich? Könnten Sie da Namen nennen? Wer sind die Freunde, von denen Sie da reden?) Die AUVA mit der Ausgliederung in eine Betriebs-GmbH ist für mich der erste Schritt, auch dort zu privatisieren.
Abg. Belakowitsch: Nein, wir wollen sie eben nicht! Die haben Sie eingeführt!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben eines der besten Gesundheitssysteme der Welt, nämlich ein solidarisch finanziertes Gesundheitssystem. Das ist gut so, und so soll es auch bleiben. Sie jedoch, meine Damen und Herren von der Bundesregierung, wollen die Dreiklassenmedizin. (Abg. Belakowitsch: Nein, wir wollen sie eben nicht! Die haben Sie eingeführt!) Sie wollen, dass Gesundheit zum Luxus wird.
Abg. Zanger: Es ist keine Gesundheitsreform! Es ist eine Sozialversicherungsreform! – Abg. Belakowitsch: Das ist keine Gesundheitsreform!
Abgeordneter Philip Kucher (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Politik ist manchmal, glaube ich, schon ein hartes Geschäft. Da setzen sich Kurz und Strache hin, erzählen überall herum, das ist die allerallerallerbeste Gesundheitsreform, die es jemals in Österreich gegeben hat, alles wird besser, alles wird super, und dann passiert etwas ganz Ärgerliches. (Abg. Zanger: Es ist keine Gesundheitsreform! Es ist eine Sozialversicherungsreform! – Abg. Belakowitsch: Das ist keine Gesundheitsreform!) Es gibt so etwas wie Fakten. Es gibt Menschen in Österreich, die sich die Mühe machen, quer durch alle Parteien, Expertinnen und Experten, die schauen sich das Ganze an und kommen drauf, das, was da erzählt wird, stimmt ja mit den Fakten gar nicht überein. Und sie kommen drauf, dass die allerallerallerbeste Gesundheitsreform aller Zeiten für die Patientinnen und Patienten, für die kranken Menschen in diesem Land gar nichts verbessert. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rosenkranz: Bravo! – Abg. Belakowitsch: Super!
Ein bisschen schwieriger wird es dann nur bei der FPÖ. Die schreibt nämlich im Wahlkampf auf die Plakate: Fairness. (Abg. Rosenkranz: Bravo! – Abg. Belakowitsch: Super!) Fairness ist auf den Plakaten gestanden. Der Herr Klubobmann sagt „Bravo!“ zur Fairness. Das ist der Nachteil, wenn man englische Begriffe verwendet, dass man oft gar nicht weiß, was wirklich gemeint ist. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Sitzung Nr. 45
Abg. Belakowitsch: Das habt ihr ja mitbeschlossen, dass das kommt!
Und der letzte Punkt dazu: Das Saudi-Zentrum in Wien, wo Österreich Mitglied ist, das sich angeblich für Frieden, Menschenrechte und Dialog einsetzt, entspricht dem gar nicht. (Abg. Belakowitsch: Das habt ihr ja mitbeschlossen, dass das kommt!) Was in den letzten Jahren passiert ist, macht nur eines klar: Wir müssen dieses Zentrum schließen und als Österreich austreten.
Abg. Gudenus: Rote Regierung damals! – Abg. Belakowitsch: Das hat der Häupl damals nach Wien geholt!
Was mich besonders stört, ist, dass dieses Zentrum immer wieder gesagt hat, man wolle sich nicht in innerstaatliche Angelegenheiten anderer Länder einmischen. Dann frage ich mich aber zu Recht: Warum gibt es dann dieses Zentrum überhaupt, das vermeint, hier ein Ort des Dialogs und der Menschenrechte zu sein? (Abg. Gudenus: Rote Regierung damals! – Abg. Belakowitsch: Das hat der Häupl damals nach Wien geholt!)
Abg. Belakowitsch: Ja!
Weiters stellt Gudenus klar: „Als österreichische Bundesregierung tatsächliche oder potenzielle Terroristen wie in diesem Fall ungeniert zu hofieren, ist ein Skandal!“ (Abg. Belakowitsch: Ja!) „Das ist ein gemeingefährliches Spiel mit der Sicherheit der Bürger!“ (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ja! Ja, stimmt!) – Das spielen Sie, Herr Kollege Gudenus, jetzt plötzlich auch. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Gudenus: Das haben wir geerbt, und wir lösen das! Das ist ja nicht so schwer, oder?)
Beifall und Bravorufe bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ja! Ja, stimmt!
Weiters stellt Gudenus klar: „Als österreichische Bundesregierung tatsächliche oder potenzielle Terroristen wie in diesem Fall ungeniert zu hofieren, ist ein Skandal!“ (Abg. Belakowitsch: Ja!) „Das ist ein gemeingefährliches Spiel mit der Sicherheit der Bürger!“ (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ja! Ja, stimmt!) – Das spielen Sie, Herr Kollege Gudenus, jetzt plötzlich auch. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Gudenus: Das haben wir geerbt, und wir lösen das! Das ist ja nicht so schwer, oder?)
Abg. Belakowitsch: Das stimmt nicht!
schaffen, dass Sie jetzt momentan doch noch nicht dafür sind, dass man aus diesem Abkommen austritt (Abg. Belakowitsch: Das stimmt nicht!) – ob schließen, Übereinkommen kündigen, das weiß man nicht.
Abg. Belakowitsch: Na ja!
Abgeordneter Mag. Klaus Fürlinger (fortsetzend): Ich habe die Taferln auch als künstlerisch sehr wertvoll empfunden. (Abg. Belakowitsch: Na ja!) Wenn ich Ihre dramatischen Worte höre, frage ich mich, wie die Weltbevölkerung in 400 Jahren Tabakgenuss von 500 Millionen auf 7 Milliarden Menschen anwachsen konnte und die Menschheit noch nicht untergegangen ist. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: 900 000? Könnt ihr die Taferl noch einmal hochheben?
Abgeordneter Mag. Jörg Leichtfried (SPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren! Wer sich jahrelang für direkte Demokratie ausspricht und diese als Hauptwahlkampflosung auch auf seine Fahnen heftet, wie es Herr Strache getan hat, wer auch im Wahlkampf, aber auch davor immer gesagt hat, dass ab einer gewissen Anzahl von Stimmen für ein Volksbegehren eine Volksabstimmung zu erfolgen hat (Ruf bei der SPÖ: Mit 250 000 Unterschriften!), wie Herr Strache und wie Herr Kurz, wer dann, wenn 900 000 Menschen ein Volksbegehren unterschreiben, mit billigsten Ausreden versucht (Abg. Belakowitsch: 900 000? Könnt ihr die Taferl noch einmal hochheben?), eine Volksabstimmung zu verhindern, der muss sich den berechtigten Vorwurf gefallen lassen, dass er seine Wählerinnen und Wähler verraten hat, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Sie können nicht nur nicht lesen, sondern auch nicht rechnen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Sie können nicht nur nicht lesen, sondern auch nicht rechnen!
Abgeordneter Mag. Jörg Leichtfried (SPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren! Wer sich jahrelang für direkte Demokratie ausspricht und diese als Hauptwahlkampflosung auch auf seine Fahnen heftet, wie es Herr Strache getan hat, wer auch im Wahlkampf, aber auch davor immer gesagt hat, dass ab einer gewissen Anzahl von Stimmen für ein Volksbegehren eine Volksabstimmung zu erfolgen hat (Ruf bei der SPÖ: Mit 250 000 Unterschriften!), wie Herr Strache und wie Herr Kurz, wer dann, wenn 900 000 Menschen ein Volksbegehren unterschreiben, mit billigsten Ausreden versucht (Abg. Belakowitsch: 900 000? Könnt ihr die Taferl noch einmal hochheben?), eine Volksabstimmung zu verhindern, der muss sich den berechtigten Vorwurf gefallen lassen, dass er seine Wählerinnen und Wähler verraten hat, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Sie können nicht nur nicht lesen, sondern auch nicht rechnen!)
Abg. Belakowitsch: Falsch!
Sie alle haben nicht nur Ihre Wählerinnen und Wähler verraten. (Abg. Belakowitsch: Falsch!) Sie haben dafür gesorgt, dass Österreich inzwischen nicht nur als Aschenbecher Europas bezeichnet wird, sondern der Aschenbecher Europas geworden ist – geschätzte Damen und Herren, das haben Sie zu verantworten, und nur Sie, mit all den Folgen! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.)
Abg. Belakowitsch: Konsumentenschutzsprecher!
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Frau Vorsitzende! Hohes Haus! Man sieht bereits daran, wer von den Fraktionen ans Rednerpult geschickt wird, wie der Zugang ist. Die Sozialdemokraten, wir und auch die Kollegen von der Liste Pilz schicken unsere Gesundheitssprecher ins Rennen, bei den Schwarzen kommt ein Rechtsanwalt und bei den Freiheitlichen kommt ein Unternehmer (Abg. Belakowitsch: Konsumentenschutzsprecher!), um die Gesundheit geht es da nicht. Die Gesundheitspolitiker auf der ÖVP-Seite verkriechen sich in den hinteren Reihen, weil sie gelernt haben, was es heißt, wenn man für seine Meinung geradesteht. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Fast!
Und was ist jetzt? (Abg. Leichtfried: Nichts!) – Fast 900 000 Unterschriften wurden gesammelt. (Abg. Belakowitsch: Fast!) – Sie sagen „fast“, aber wer hat denn die Grenze von 900 000 Unterschriften festgelegt? (Ruf bei der FPÖ: Die Regierung! Weitere Rufe bei der FPÖ: ... im Regierungsprogramm!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Nehammer und Belakowitsch.
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Frau Präsidentin! Ja, jetzt rudern die ÖVPler wegen eines Wirtschaftsziels in der Verfassung! Man sagt, man hätte Wirtschaft und Umwelt gerne ausgewogen, und in Wirklichkeit zeigen Sie mit Ihrem Vorgehen, dass Sie es nicht gerne ausgewogen haben. (Abg. Deimek: Seit Meinl-Reisinger ist das eine linke Partei!) Ihre mangelnde Wirtschaftspolitik können Sie mit einer Verfassungsbestimmung, die genau gar nichts ändert, nicht kompensieren. Man muss sich einmal anschauen, was Sie versprochen haben: Sozialversicherungsreform – das Ende der Mehrfachversicherungen kommt nicht; eine Zahlstelle für alle Lohnabgaben – kommt nicht. Wirtschaftspolitisch bringen Sie gar nichts weiter! (Zwischenrufe der Abgeordneten Nehammer und Belakowitsch.)
Sitzung Nr. 47
Ruf bei der FPÖ: Das haben wir noch nie gesagt! – Abg. Winzig: Das sagen wir nicht! – Abg. Belakowitsch: Bitte eine tatsächliche Berichtigung! – Weitere Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.
Tatsächlich wissen wir, was die Bundesregierung, was FPÖ und ÖVP den Menschen sagen. Sie sagen den Menschen: Geht doch zur Arbeiterkammer! Geht zur Gewerkschaft! (Ruf bei der FPÖ: Das haben wir noch nie gesagt! – Abg. Winzig: Das sagen wir nicht! – Abg. Belakowitsch: Bitte eine tatsächliche Berichtigung! – Weitere Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Geht zum Arbeits- und Sozialgericht, wenn ihr Probleme dieser Art habt! Sie sagen den Menschen: Lasst uns bitte mit euren Sorgen in Ruhe! Um euren Arbeitsplatz, um euren Lohn kümmern wir uns nicht! (Abg. Leichtfried: So ist es!)
Abg. Belakowitsch: Hören Sie auf ...! – Zwischenruf des Abg. Rädler. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Gegenrufe bei der SPÖ.
Es waren die Regierungsvertreter, die vor wenigen Tagen gesagt haben, dass wir gemeinsam stärker sind, dass wir uns nicht spalten lassen dürfen und dass wir nicht zulassen dürfen (Abg. Amesbauer: Hören Sie auf, zu spalten!), dass diese Gesellschaft gespalten wird. (Abg. Belakowitsch: Hören Sie auf ...! – Zwischenruf des Abg. Rädler. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Gegenrufe bei der SPÖ.) Das, was Sie, ÖVP und FPÖ, mit der 60-Stunden-Woche gemacht haben, kündigt diesen Jahrzehnte überdauernden Grundkonsens auf. Und das, was wir in den letzten Monaten hier erlebt haben, ist tatsächlich neu im österreichischen Parlament, nämlich dass die Regierungsparteien ihre Stimmenmehrheit unverblümt dafür verwenden, einer kleinen Gruppe von Industriellen Vorteile zu verschaffen, und keine Sekunde daran denken, dass dies zum Nachteil von Millionen von Menschen ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Winzig: Die hatten schon eine Betriebsvereinbarung!)
Abg. Belakowitsch: Und was machen Sie dagegen? Nichts!
In diesem Sinne darf sich auch niemand wundern, schon gar nicht Sie seitens der Regierungsparteien, dass sich eine Gewerkschaft so etwas nicht gefallen lässt. Das kann sich keine Gewerkschaft als Vertreterin der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gefallen lassen (Abg. Belakowitsch: Und was machen Sie dagegen? Nichts!), denn für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bedeutet Ihr Gesetz weniger Zeit mit der Familie, weniger Zeit für Erholung, weniger Lohn, weniger Gesundheit und auf jeden Fall bedeutet es keine Freiwilligkeit. (Abg. Höbart: ... sozialistische Gewerkschaft!)
Abg. Belakowitsch: In Brüssel!
Ich muss Sie wirklich fragen, sehr geehrte Damen und Herren von FPÖ und ÖVP: Was ist mit dem Versprechen, dass es gemäß Arbeitszeitgesetz einen Rechtsanspruch auf eine 4-Tage-Woche gibt? (Ruf bei der SPÖ: Wo ist es?) Was ist mit dem Versprechen, dass es durch dieses Arbeitszeitgesetz zu längeren Freizeitblöcken kommt? Wo sind die versprochenen schärferen Sanktionen bei Übertretungen, die angekündigt wurden? Wo sind entsprechende Vorschläge für längere gesetzliche Kündigungsfristen, damit die Opfer geschützt werden? Wo ist Bundeskanzler Kurz heute (Abg. Belakowitsch: In Brüssel!), der noch im ORF-Sommergespräch gesagt hat - - (Abg. Belakowitsch: In Brüssel! Er ist in Brüssel!) – In Brüssel, richtig, unter dem Vorwand Brexit, richtig (Ruf bei der ÖVP: Vorwand?), oder Orbán. (Abg. Rädler – die ausgestreckten Arme auf- und abbewegend –: Hallo! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Belakowitsch: In Brüssel! Er ist in Brüssel!
Ich muss Sie wirklich fragen, sehr geehrte Damen und Herren von FPÖ und ÖVP: Was ist mit dem Versprechen, dass es gemäß Arbeitszeitgesetz einen Rechtsanspruch auf eine 4-Tage-Woche gibt? (Ruf bei der SPÖ: Wo ist es?) Was ist mit dem Versprechen, dass es durch dieses Arbeitszeitgesetz zu längeren Freizeitblöcken kommt? Wo sind die versprochenen schärferen Sanktionen bei Übertretungen, die angekündigt wurden? Wo sind entsprechende Vorschläge für längere gesetzliche Kündigungsfristen, damit die Opfer geschützt werden? Wo ist Bundeskanzler Kurz heute (Abg. Belakowitsch: In Brüssel!), der noch im ORF-Sommergespräch gesagt hat - - (Abg. Belakowitsch: In Brüssel! Er ist in Brüssel!) – In Brüssel, richtig, unter dem Vorwand Brexit, richtig (Ruf bei der ÖVP: Vorwand?), oder Orbán. (Abg. Rädler – die ausgestreckten Arme auf- und abbewegend –: Hallo! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das ist aber keine tatsächliche Berichtigung!
Abgeordneter Andreas Kollross (SPÖ): Herr Präsident! Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuhörerinnen und Zuhörer! Herr Kollege Wöginger, es war ohnehin klar, dass das kommt, und es wird wahrscheinlich von der FPÖ auch noch einmal kommen. Danke, dass Sie erstens einmal bewiesen haben, dass Sie sich mit dem Gesellschaftsrecht nicht auskennen (Zwischenruf des Abg. Gerstl – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP), und somit gezeigt haben, dass Sie mit Wirtschaftskompetenz nicht viel zu tun haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das ist aber keine tatsächliche Berichtigung!)
Abg. Belakowitsch: Jetzt zeig’, wie es geht! – Abg. Martin Graf: Jetzt gibst du zu, dass er es falsch gemacht hat, oder?
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Herr Präsident, ich versuche, es richtig zu machen. (Abg. Belakowitsch: Jetzt zeig’, wie es geht! – Abg. Martin Graf: Jetzt gibst du zu, dass er es falsch gemacht hat, oder?) Herr Klubobmann Wöginger hat behauptet, dass sich die roten Gewerkschafter immer gegen das Arbeitszeitgesetz stellen. Ich berichtige: Alle Fraktionen im ÖGB, ob Rote, Schwarze, Grüne, Linke, sind gegen dieses Arbeitszeitgesetz (Beifall bei der SPÖ – Oh-Rufe bei ÖVP und FPÖ), und der ÖGB unterscheidet sich insofern von Ihnen, als er für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer da ist. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Es war nur eine wirkliche!
Abgeordneter Mag. Johann Gudenus, M.A.I.S. (FPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Frauen Ministerinnen! Nach diesen zwei tatsächlichen Berichtigungen (Abg. Belakowitsch: Es war nur eine wirkliche!) wieder zurück zur Tagesordnung: Lassen Sie mich kurz einmal Einblick in den moralischen Zustand der SPÖ geben! Diesen hat ja auch die tatsächliche Berichtigung des Herrn Kollross gezeigt, der sich – Nummer eins – nicht wissend, wie man eine tatsächliche Berichtigung eigentlich vorbringt, zu Wort gemeldet hat. Er weist hier – zweitens – jede Verantwortung und Schuld von sich, so nach dem Motto: Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts. (Abg. Knes: So wie du! – Zwischenruf des Abg. Scherak.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Winzig und Belakowitsch.
Ja, es wäre eine Maßnahme der Flexibilisierung, dass man sagen kann, dass die Arbeitszeit heruntergeschraubt wird (Abg. Haubner: ... weniger Arbeit!), wobei gleichzeitig dann natürlich eine Flexibilisierung möglich sein kann – aber das machen wir auch nicht, nein, wir haben die 60 Stunden, und wir reizen wirklich alles aus, was auf Europaebene möglich ist. (Zwischenrufe der Abgeordneten Winzig und Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Am Ende des Tages stehen die Leute, die dann wirklich aus dem Arbeitsprozess herausgelöst werden, von Ihnen herausgemobbt werden, weil sie nicht bereit sind, sich dieser sogenannten Freiwilligkeit zu unterwerfen und diesem Zwang auszusetzen, der drohenden Abschaffung der Notstandshilfe gegenüber. Da sagt aktuell nur die FPÖ-Fraktion, dass sie das nicht will, aber selbst der Glaube daran ist bei mir nicht ganz so stark verhaftet, weil ich sehe, was in den letzten Monaten passiert ist, wie oft Sie die Bedingungen, die Sie im Koalitionsübereinkommen festgeschrieben haben wollten (Abg. Kitzmüller: Waren Sie dabei bei den Koalitionsverhandlungen?), mit denen Sie in den Wahlkampf gegangen sind, gebrochen haben: Ceta, 12-Stunden-Tag, kein Ausbau der direkten Demokratie (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und ich möchte
Abg. Belakowitsch: Na, na, bitte! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Ich möchte Sie ersuchen, liebe FPÖ, es gibt auch für Sie noch eine Chance: Stimmen Sie unserem heutigen Antrag zu (Abg. Belakowitsch: Na, na, bitte! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), der den Erhalt der Notstandshilfe als Versicherungsleistung ohne Vermögenszugriff fordert, denn was Ihr Koalitionspartner versucht, ist genau das Gegenteil. (Abg. Lausch: Dem Antrag brauchen wir nicht zustimmen ...!)
Abg. Belakowitsch: Er darf nicht!
Zweite tatsächliche Berichtigung: Frau Bundesminister Hartinger-Klein hat behauptet, aufgrund des Arbeitszeitgesetzes kann ein Arbeitnehmer, wenn er Überstunden verweigert, nicht gekündigt oder entlassen werden. (Abg. Stefan: Was heißt „kann“?) – Das ist unrichtig. (Abg. Belakowitsch: Er darf nicht!)
Sitzung Nr. 49
Abg. Belakowitsch: Und Sie geben es dann an die Medien weiter!
rungsbeteiligung der Freiheitlichen Partei äußern. Wir wissen, was da befürchtet wird: Informationsabfluss von sensiblen Informationen aus dem Innenministerium, aus dem Verteidigungsministerium und insbesondere aus dem Infrastrukturministerium. (Abg. Belakowitsch: Und Sie geben es dann an die Medien weiter!)
Abg. Belakowitsch: Woher wissen Sie denn das überhaupt?
Was ist im Extremismusreferat beschlagnahmt worden? – „CD7: Vorfall unsterblich Kulturverein“. Wissen Sie, was da beschlagnahmt worden ist? (Ruf bei der FPÖ: Wer hat denn beschlagnahmt?) – Ein Mitglied dieses Kulturvereins Unsterblich, der sich in der Nähe der Küssel-Bande befindet, war genau der Neonazi, der im BVT-Untersuchungsausschuss Dienst versehen hat. (Abg. Belakowitsch: Woher wissen Sie denn das überhaupt?) Genau diese CD ist beschlagnahmt worden (Abg. Gudenus: Wer hat es denn beschlagnahmt? – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch), und genau dieses Material ist gezielt gesucht worden. – Ja, Sie finden das lustig, da Sie nach wie vor die Möglichkeiten haben, den Verfassungsschutz zu stürmen. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ja, Sie finden das lustig, weil Sie glauben, dass Sie die Macht in der Polizei
Abg. Gudenus: Wer hat es denn beschlagnahmt? – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch
Was ist im Extremismusreferat beschlagnahmt worden? – „CD7: Vorfall unsterblich Kulturverein“. Wissen Sie, was da beschlagnahmt worden ist? (Ruf bei der FPÖ: Wer hat denn beschlagnahmt?) – Ein Mitglied dieses Kulturvereins Unsterblich, der sich in der Nähe der Küssel-Bande befindet, war genau der Neonazi, der im BVT-Untersuchungsausschuss Dienst versehen hat. (Abg. Belakowitsch: Woher wissen Sie denn das überhaupt?) Genau diese CD ist beschlagnahmt worden (Abg. Gudenus: Wer hat es denn beschlagnahmt? – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch), und genau dieses Material ist gezielt gesucht worden. – Ja, Sie finden das lustig, da Sie nach wie vor die Möglichkeiten haben, den Verfassungsschutz zu stürmen. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ja, Sie finden das lustig, weil Sie glauben, dass Sie die Macht in der Polizei
Allgemeiner Beifall. – Abg. Belakowitsch: Die armen Kinder!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich darf die Schülerinnen und Schüler des Bundesrealgymnasiums Imst bei uns sehr herzlich begrüßen. – Herzlich willkommen! (Allgemeiner Beifall. – Abg. Belakowitsch: Die armen Kinder!)
Sitzung Nr. 51
Abg. Belakowitsch: Das stimmt nicht! – Abg. Gödl: Das entspricht nicht den Fakten!
den sie pflegen müssen, aber in Zukunft ist das anders. Wir schaffen den Pflegeregress ab oder haben ihn schon abgeschafft, und jetzt kann man den Vater oder die Mutter ins Heim geben und muss nicht fürchten, dass man das Haus oder die Wohnung verliert. So ist es auch gekommen. Diese Entwicklung erleben wir jetzt. Menschen müssen ins Heim gehen, auch wenn sie das nicht wollen, weil ihre Angehörigen das Vermögen, das er oder sie hat, sicherstellen wollen. Das ist ein Faktum. (Abg. Belakowitsch: Das stimmt nicht! – Abg. Gödl: Das entspricht nicht den Fakten!) Das kann man nicht schön finden, da kann man sich wünschen, dass das nicht so sein soll, aber es ist ein Faktum. (Abg. Belakowitsch: Das Gegenteil ist der Fall!) Und die Länder klagen darüber, dass die Anfragen nach Pflegeplätzen sprunghaft ansteigen. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch: Sie sagen genau das Gegenteil von dem, was ist! Unglaublich! – Abg. Gödl: Das stimmt so einfach nicht!)
Abg. Belakowitsch: Das Gegenteil ist der Fall!
den sie pflegen müssen, aber in Zukunft ist das anders. Wir schaffen den Pflegeregress ab oder haben ihn schon abgeschafft, und jetzt kann man den Vater oder die Mutter ins Heim geben und muss nicht fürchten, dass man das Haus oder die Wohnung verliert. So ist es auch gekommen. Diese Entwicklung erleben wir jetzt. Menschen müssen ins Heim gehen, auch wenn sie das nicht wollen, weil ihre Angehörigen das Vermögen, das er oder sie hat, sicherstellen wollen. Das ist ein Faktum. (Abg. Belakowitsch: Das stimmt nicht! – Abg. Gödl: Das entspricht nicht den Fakten!) Das kann man nicht schön finden, da kann man sich wünschen, dass das nicht so sein soll, aber es ist ein Faktum. (Abg. Belakowitsch: Das Gegenteil ist der Fall!) Und die Länder klagen darüber, dass die Anfragen nach Pflegeplätzen sprunghaft ansteigen. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch: Sie sagen genau das Gegenteil von dem, was ist! Unglaublich! – Abg. Gödl: Das stimmt so einfach nicht!)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch: Sie sagen genau das Gegenteil von dem, was ist! Unglaublich! – Abg. Gödl: Das stimmt so einfach nicht!
den sie pflegen müssen, aber in Zukunft ist das anders. Wir schaffen den Pflegeregress ab oder haben ihn schon abgeschafft, und jetzt kann man den Vater oder die Mutter ins Heim geben und muss nicht fürchten, dass man das Haus oder die Wohnung verliert. So ist es auch gekommen. Diese Entwicklung erleben wir jetzt. Menschen müssen ins Heim gehen, auch wenn sie das nicht wollen, weil ihre Angehörigen das Vermögen, das er oder sie hat, sicherstellen wollen. Das ist ein Faktum. (Abg. Belakowitsch: Das stimmt nicht! – Abg. Gödl: Das entspricht nicht den Fakten!) Das kann man nicht schön finden, da kann man sich wünschen, dass das nicht so sein soll, aber es ist ein Faktum. (Abg. Belakowitsch: Das Gegenteil ist der Fall!) Und die Länder klagen darüber, dass die Anfragen nach Pflegeplätzen sprunghaft ansteigen. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch: Sie sagen genau das Gegenteil von dem, was ist! Unglaublich! – Abg. Gödl: Das stimmt so einfach nicht!)
Abg. Belakowitsch: Das ist es ja auch!
Es hat mich auch gewundert, dass Frau Abgeordnete Belakowitsch sagt: Das Pflegesystem ist sicher. (Abg. Belakowitsch: Das ist es ja auch!) Wir haben nächste Woche im Rechnungshofausschuss einen Bericht des Rechnungshofes über die 24-Stunden-Betreuung. Ich war beim Rechnungshof. Wir haben das besprochen, und dort sagen die Prüfer, die ja einen Einblick gewonnen haben: Das ist ein Kartenhaus. Das ist eine tickende Zeitbombe, wenn nicht etwas geschieht und ein umfassendes Pflegekonzept erarbeitet wird. (Beifall bei den NEOS.) Dann werden wir dastehen, und die Menschen können dann nicht darauf vertrauen, was Sie ihnen früher so vollmundig versprochen haben, nämlich dass sie wirklich die Pflege haben werden, die sie sich wünschen.
Abg. Belakowitsch: Ist ja eine Versicherungsleistung! – Abg. Wurm: Falsch!
Wer sind denn diese nicht sozial Bedürftigen, die das bekommen? – Ich gebe Ihnen ein Beispiel: 300 000 österreichische Pensionen werden in das Ausland überwiesen, der Großteil nach Deutschland, einige nach Kroatien, Serbien oder in die Türkei. Das sind Menschen, die vielleicht 15 oder 20 Jahre in Österreich gearbeitet haben, aber auch 20 oder 25 Jahre in Deutschland. Sie bekommen einen Teil ihrer Pension von uns, vielleicht 1 000 Euro, weil sie 20 Jahre in Österreich gearbeitet haben, und von der deutschen Rentenversicherung noch einmal 1 500 Euro. Diese erhalten nun 2,6 Prozent Erhöhung. Hätte so jemand 45 Jahre in Österreich gearbeitet, bekäme er 2,0 Prozent Erhöhung. (Abg. Belakowitsch: Ist ja eine Versicherungsleistung! – Abg. Wurm: Falsch!)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch: ... hätte sie gern! – Abg. Meinl-Reisinger: Frau Kollegin! Was heißt, das hätte sie gern?
Ich berichtige tatsächlich: Es geht darum (Abg. Wurm: ... 2,6 Prozent nicht!), dass die Deckelung natürlich auch im öffentlichen Dienst so nachvollzogen wird (Zwischenrufe bei der FPÖ), für alle: für die ASVG-Versicherten und für die öffentlich Bediensteten. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch: ... hätte sie gern! – Abg. Meinl-Reisinger: Frau Kollegin! Was heißt, das hätte sie gern?)
Abg. Rosenkranz: Halt! Frau Präsidentin! – Abg. Belakowitsch: Was ist faschistoid? – Abg. Wittmann: Das ist ein faschistoider Antrag! – Abg. Rosenkranz: Zur Geschäftsordnung! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Rosenkranz: Halt! Frau Präsidentin! – Abg. Belakowitsch: Was ist faschistoid? – Abg. Wittmann: Das ist ein faschistoider Antrag! – Abg. Rosenkranz: Zur Geschäftsordnung! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich möchte gerne zu den - -
Abg. Belakowitsch: Ja, eben! – Ruf bei der FPÖ: Das gilt auch für die Gewerkschaft, weil der Gewerkschaft das wurscht ist!
Nehmen Sie auch zur Kenntnis, dass wir in einem Rechtsstaat leben, und der Rechtsstaat gilt für alle! (Abg. Belakowitsch: Ja, eben! – Ruf bei der FPÖ: Das gilt auch für die Gewerkschaft, weil der Gewerkschaft das wurscht ist!) Das gilt auch für die Sozialministerin, und wenn die Sozialministerin derzeit anscheinend keine rechtliche Ermächtigung hat, an Daten von Versicherten, die den Versicherten gehören und nicht der Sozialministerin, zu kommen, dann ist das auch zur Kenntnis zu nehmen, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Na, eh klar!
Um den nächsten Tagesordnungspunkt zu verstehen, um zu verstehen, was da passiert, muss man, glaube ich, weiter ausholen: Es geht da um die Senkung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge für Lehrlinge und Selbstständige. Wir haben damals dem Gesetz nicht zugestimmt, weil eines passiert ist: Man hat die Arbeitslosenversicherungsbeiträge für Menschen mit niedrigem Einkommen gesenkt, gleichzeitig hat die Frau Ministerin auf 500 Millionen Euro im Arbeitsmarktbudget verzichtet. Es sind dies 500 Millionen Euro für Menschen, die darauf angewiesen sind, dass sie Unterstützung bekommen; 500 Millionen Euro für Menschen, die nicht in der Lage sind, aus eigener Kraft einen Job zu finden, und auf Maßnahmen des AMS angewiesen sind. Darum tun wir uns natürlich auch heute schwer, diesen Antrag zu unterstützen. Wir werden ihn auch ablehnen. (Abg. Belakowitsch: Na, eh klar!)
Abg. Wurm: Nein, Markus, bitte! – Abg. Belakowitsch: Und das ist falsch! – Ruf bei der FPÖ: Das ist das Übelste!
gerecht? – Nein, ist es nicht. (Abg. Wurm: Nein, Markus, bitte! – Abg. Belakowitsch: Und das ist falsch! – Ruf bei der FPÖ: Das ist das Übelste!) Genau das macht ihr mit eurem Antrag.
Abg. Belakowitsch: Das wissen wir auch nicht!
Meine Damen und Herren von der Bundesregierung, abschließend will ich Sie fragen: Warum soll ein Mensch mit Behinderung in Vorarlberg anders gefördert werden als ein Mensch mit Behinderung im Burgenland? (Abg. Belakowitsch: Das wissen wir auch nicht!) Sie wissen darauf keine Antwort? – Ich auch nicht, aber ich hätte eine Lösung anzubieten. Ich sage: Jeder Mensch muss gleich viel wert sein! Deshalb fordern wir als SPÖ einen Inklusionsfonds nach dem Vorbild des Pflegefonds. Ein solcher Inklusionsfonds soll von Bund und Ländern finanziert werden. Das Geld soll für die Förderung
Beifall bei den NEOS sowie der Abg. Zadić. – Abg. Belakowitsch: ... ist ja kein gestohlenes Geld! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Die FPÖ, das ist schon gesagt worden, kommt mit dem Argument: Na, wir haben ja die Wirtschaft angekurbelt! – Man kann damit wirklich alles rechtfertigen. Vielleicht macht das Beispiel Schule und Leute sagen dann – Kollegin Meinl-Reisinger hat es schon gesagt –: Ich habe zwar eingebrochen, etwas gestohlen, aber ich habe das Geld dann ausgegeben (Ruf bei der ÖVP: Na, na, na! – Zwischenruf des Abg. Rädler), ich horte das Geld nicht und daher ist das eigentlich ein Dienst an der Wirtschaft! (Beifall bei den NEOS sowie der Abg. Zadić. – Abg. Belakowitsch: ... ist ja kein gestohlenes Geld! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Sitzung Nr. 57
Abg. Belakowitsch: Richtig!
Versprechen Nummer zwei: Die Bundesregierung hat zu Beginn dieser Vorhaben und auch laufend von deutlich schlankeren Strukturen in der Sozialversicherung gesprochen. (Abg. Belakowitsch: Richtig!)
Abg. Belakowitsch: Ich habe es zurückgenommen! – Abg. Kitzmüller: Sie hat es zurückgenommen, das ist ein Unterschied!
Was aber machen Sie hier? Ich darf Bonzen nicht sagen – ich verstehe eigentlich nicht, warum Kollege Loacker für Agrarbonzen, also schwarze Bonzen, einen Ordnungsruf gekriegt hat, aber rote Bonzen offensichtlich nur eine Rüge wert ist (Abg. Belakowitsch: Ich habe es zurückgenommen! – Abg. Kitzmüller: Sie hat es zurückgenommen, das ist ein Unterschied!) –, sagen wir Funktionäre, schwarze Funktionäre, rote Funktionäre: Rote Funktionäre werden aus den Gebietskrankenkassen rausgenommen, schwarze – vielleicht auch türkise oder blaue, man weiß ja nicht genau, die Einfärbung verschwimmt ja ein bisschen – werden hineingesetzt. Es ist so. (Beifall bei den NEOS sowie der Abgeordneten Holzinger-Vogtenhuber und Zinggl.)
Abg. Belakowitsch: Stimmt auch!
Abgeordneter Alois Stöger, diplômé (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Abgeordneter Klubobmann Wöginger hat behauptet, in Zukunft werden fünf Sozialversicherungsträger übrig bleiben. (Abg. Belakowitsch: Stimmt auch!) Ich habe das Gesetz gelesen: Bitte zählen Sie mit!
Abg. Belakowitsch: Falsch, Sie haben ein altes Gesetz gelesen!
Eins: Pensionsversicherung. Zwei: Allgemeine Unfallversicherungsanstalt. Drei: Sozialversicherung der Selbstständigen. Vier: Sozialversicherungsanstalt für Beamte, Eisenbahnen und Bergbau. Fünf: Versorgungsanstalt des österreichischen Notariates. (Abg. Belakowitsch: Falsch, Sie haben ein altes Gesetz gelesen!) Sechs: Österreichische Gesundheitskasse. Sieben: Betriebskrankenkasse VA Bahnsysteme. Acht: Betriebskrankenkasse Mondi. Neun: Betriebskrankenkasse Kapfenberg. Zehn: Betriebskrankenkasse Zeltweg.
Abg. Belakowitsch: Machen wir auch!
Zum Schluss kommend: Meine sehr geschätzten Damen und Herren von ÖVP und FPÖ! Sie sind gewählt worden, um Politik für die Menschen zu machen. (Abg. Belakowitsch: Machen wir auch!) Sie sind gewählt worden, um sich auch für die Menschen einzusetzen, die jetzt durch diese Reform unter die Räder kommen werden. Sieben Millionen Versicherte – sieben Millionen Versicherte, die Sie einfach wegwischen, und das nur, um den Steigbügel zu halten, um dem Wirtschaftsbund in den Sozialversicherungsträgern mehr Macht zu verleihen; das ist nicht okay.
Abg. Belakowitsch: Die gibt es ja schon!
Fakt ist, Frau Kollegin Belakowitsch (Abg. Belakowitsch: Die gibt es ja schon!), es ist ein großer Unterschied zwischen Tagesklinik und Ambulanz, ein großer Unterschied (Abg. Belakowitsch: Welcher?): Bei der Tagesklinik, da haben Sie recht, gibt es Privatversicherte mit Vorteilen (Abg. Belakowitsch: Genau darum geht es!), aber bei einer Tagesambulanz, wo ein Reicher mit einer Verletzung in Zukunft früher behandelt werden soll (Abg. Schwarz: Darum geht es doch gar nicht!) als ein Armer, obwohl er schwer verletzt ist, das ist letztklassig. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Welcher?
Fakt ist, Frau Kollegin Belakowitsch (Abg. Belakowitsch: Die gibt es ja schon!), es ist ein großer Unterschied zwischen Tagesklinik und Ambulanz, ein großer Unterschied (Abg. Belakowitsch: Welcher?): Bei der Tagesklinik, da haben Sie recht, gibt es Privatversicherte mit Vorteilen (Abg. Belakowitsch: Genau darum geht es!), aber bei einer Tagesambulanz, wo ein Reicher mit einer Verletzung in Zukunft früher behandelt werden soll (Abg. Schwarz: Darum geht es doch gar nicht!) als ein Armer, obwohl er schwer verletzt ist, das ist letztklassig. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Genau darum geht es!
Fakt ist, Frau Kollegin Belakowitsch (Abg. Belakowitsch: Die gibt es ja schon!), es ist ein großer Unterschied zwischen Tagesklinik und Ambulanz, ein großer Unterschied (Abg. Belakowitsch: Welcher?): Bei der Tagesklinik, da haben Sie recht, gibt es Privatversicherte mit Vorteilen (Abg. Belakowitsch: Genau darum geht es!), aber bei einer Tagesambulanz, wo ein Reicher mit einer Verletzung in Zukunft früher behandelt werden soll (Abg. Schwarz: Darum geht es doch gar nicht!) als ein Armer, obwohl er schwer verletzt ist, das ist letztklassig. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Gibt es eh keine!
Glaskugel der SPÖ? (Abg. Hafenecker: ... Pflastersteine geliefert!) Wo wird es hier eine Verschlechterung für die Arbeitnehmer geben? (Abg. Belakowitsch: Gibt es eh keine!) – Wir haben Sie darauf hingewiesen, und Arbeitnehmer sind durch Ihr Arbeitszeitgesetz unter die Räder gekommen.
Abg. Jarolim: Eine hervorragende Rede war das! – Abg. Belakowitsch: Darum hat er einen Ordnungsruf bekommen!
Zu einer persönlichen Erwiderung hat sich Herr Abgeordneter Wöginger zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Jarolim: Eine hervorragende Rede war das! – Abg. Belakowitsch: Darum hat er einen Ordnungsruf bekommen!)
Abg. Belakowitsch – in Richtung Abg. Wöginger weisend, der vor den Bankreihen der ÖVP steht –: Da ist er eh!
Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! (Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Immer dann, wenn ich ihn brauche, ist er nicht da, der Klubobmann der ÖVP! (Abg. Belakowitsch – in Richtung Abg. Wöginger weisend, der vor den Bankreihen der ÖVP steht –: Da ist er eh!) – Wo ist er? (In Richtung Abg. Wöginger:) Auge um Auge, Zahn um Zahn! (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Du hast dich beschwert, dass dich unsere Klubobfrau nicht anschaut. (Ruf: Wir sind ja da nicht bei der Gewerkschaft!) – Ich möchte dir jetzt in die Augen schauen (Abg. Wöginger: Ja, bitte! Bitte!), und sage dir von dieser Stelle aus: Lieber August – ich sage das nicht gern, weil du einmal ein guter Betriebsrat und ein guter Arbeitnehmervertreter warst (Ruf: Ist er!) –, du verrätst heute die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (Bravorufe und Beifall bei der SPÖ), und das möchte ich dir ins Gesicht sagen, lieber August! Das möchte ich dir sagen, während ich dir in die Augen schaue.
Abg. Belakowitsch: Bis jetzt sind alle Selbstbehalte unter Sozialisten eingeführt worden!
Natürlich wird es von der ersten Sekunde an einen Geldmangel geben! Das wissen wir, weil die ÖGK wird ja, bevor man jetzt das Gesetz beschließt, ausgehungert. Die Selbstbehalte sind heute schon angesprochen worden. – Das wird der Dachverband besorgen, Kolleginnen und Kollegen! Der Dachverband, in dem die Arbeitgeber die Mehrheit haben, wird diese Selbstbehalte beschließen, sonst wären wir ja dann die Einzigen in der Gesundheitskasse, die keinen Selbstbehalt haben – alle anderen haben schon einen. Wir können uns darauf verlassen, dass dieser Selbstbehalt eingeführt wird! (Abg. Belakowitsch: Bis jetzt sind alle Selbstbehalte unter Sozialisten eingeführt worden!)
Abg. Belakowitsch: Nichts!
1990 hat das der große Vorsitzende der SPÖ, Franz Vranitzky, erkannt und hat Strukturreformen angekündigt. Was ist geschehen? (Abg. Belakowitsch: Nichts!) – Die roten Versicherungen haben ihm gesagt: Lieber Herr Vranitzky, so geht das sicher nicht! Der Zeitpunkt ist ganz, ganz schlecht. – Frau Kollegin Holzinger-Vogtenhuber, Sie haben zuerst gesagt, es geht um den Zeitpunkt. 1989/90 haben die Sozialversicherungen uns schon ausrichten lassen, der Zeitpunkt ist falsch. Ja, wenn es danach geht, dann wäre der Zeitpunkt laut Sozialversicherungen nie richtig gewesen! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: ... Lüge?!
Ich darf Ihnen mitteilen, Kolleginnen und Kollegen, dass natürlich die neun Gebietskrankenkassen längst in drei Schritten begonnen haben, die Leistungen zu harmonisieren; dass es nicht wahr ist, dass es eine Lüge ist (Abg. Neubauer: Da sind wir wieder!), dass in der Vergangenheit nichts passiert ist - - (Abg. Belakowitsch: ... Lüge?!)
Abg. Belakowitsch: Ich glaube, Kollege Stöger, historisch bringen Sie da jetzt einiges durcheinander!
gebühren einzuführen (Abg. Belakowitsch: Ich glaube, Kollege Stöger, historisch bringen Sie da jetzt einiges durcheinander!) und immer wieder die Mittel für die Krankenkassen der Arbeiter und Angestellten wegzunehmen. (Abg. Belakowitsch: Sie wissen, dass das nicht stimmt!) Ich habe am 1. September 2014 die Gebietskrankenkassen mit einem jährlichen Plus von 218 Millionen Euro weitergegeben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Deimek: ... Vertragsärzte ... unter jeder Kritik! Da ist leicht sparen, am Patienten!)
Abg. Belakowitsch: Sie wissen, dass das nicht stimmt!
gebühren einzuführen (Abg. Belakowitsch: Ich glaube, Kollege Stöger, historisch bringen Sie da jetzt einiges durcheinander!) und immer wieder die Mittel für die Krankenkassen der Arbeiter und Angestellten wegzunehmen. (Abg. Belakowitsch: Sie wissen, dass das nicht stimmt!) Ich habe am 1. September 2014 die Gebietskrankenkassen mit einem jährlichen Plus von 218 Millionen Euro weitergegeben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Deimek: ... Vertragsärzte ... unter jeder Kritik! Da ist leicht sparen, am Patienten!)
Abg. Belakowitsch: Auf eine Antwort kann man nicht antworten!
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Am Ende der Debatte möchte ich feststellen, dass die Vertreter von FPÖ und ÖVP heute nicht darauf geantwortet haben, nämlich auf die Antworten von Experten, von Verfassungsjuristen (Abg. Belakowitsch: Auf eine Antwort kann man nicht antworten!), darauf, was Verfassungsdienst, was Rechnungshof sagen, nämlich dass Ihr Gesetz, das Sie heute beschließen werden, weder in den Zahlen noch in der Funktionalität als rechtskonform und als sozial und fair zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern bewertet wird.
Zwischenrufe der Abgeordneten Keck und Belakowitsch.
Stöger und Keck ist heute überhaupt besonders verhaltensauffällig, muss man wirklich feststellen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Keck und Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Schauen wir uns das an: Die Regelungen führen de facto zu einer Arbeitszeit von 12 Stunden, wobei gleichzeitig die verpflichtende tägliche Ruhezeit auf eine halbe Stunde gekürzt wird. – Da können Sie keinem einreden, dass das dem Wohle der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dient! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: ... die Sozialpartner! – Zwischenruf des Abg. Wurm.
Jetzt gibt es zusätzlich auch noch keinerlei Benachteiligungsverbot bei der Ablehnung von Überstunden. (Abg. Wurm: ... Daniela, du weißt ...!) Das heißt, für jemanden, der im Bereich der Land- und Forstwirtschaft tätig ist, der ein Arbeitnehmer ist, gilt keinerlei Benachteiligungsverbot mehr bei der Ablehnung von Überstunden. (Abg. Belakowitsch: ... die Sozialpartner! – Zwischenruf des Abg. Wurm.) Das ist eigentlich ein Wahnsinn, wenn man sich das anschaut: Man lehnt die 11., 12. Überstunde ab, und es ist nicht mehr gesetzlich geregelt, dass es ein Recht darauf gibt, nicht benachteiligt zu werden.
Abg. Wurm: ... die Landarbeiter, Daniela! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Dass die Leute da draußen das nicht wollen, wissen wir auch. Das sage nicht nur ich, und es gibt nicht nur Umfragen der Arbeiterkammer, nein, es gibt auch eine Umfrage der Wirtschaftskammer dazu. Genau diese Umfrage besagt, dass die Menschen da draußen den 12-Stunden-Tag und auch die Ausweitung der höchstmöglichen Arbeitszeit ablehnen. (Abg. Wurm: ... die Landarbeiter, Daniela! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Das ist schon viel länger! Das war nicht die letzte Regierung!
Genau für diese Menschen haben wir in der Vorgängerregierung Maßnahmen gesetzt, mit der Aktion 20 000, mit dem Beschäftigungsbonus, mit dem Erlass, dass junge Asylwerber in Mangelberufen, wo es nicht gelingt, jemanden unterzubringen, jemanden zu vermitteln, eine Lehre machen können. (Abg. Belakowitsch: Das ist schon viel länger! Das war nicht die letzte Regierung!) Wir haben da auch die Integrationsmaßnahmen stärker gefördert, als es die Regierung jetzt tut, wenn es darum geht, zu versuchen, Menschen, die in unserem System Arbeit suchen, in Jobs zu bringen, bevor wir den Arbeitsmarkt weiter Richtung Drittstaaten außerhalb der Europäischen Union öffnen. (Ruf bei der FPÖ: Wir reparieren das jetzt!)
Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Aber die Löhne machen die Sozialpartner ...!
sondern Sie gehen her und sagen: Wenn sich in Österreich niemand findet – okay, wenn sich im EU-Bereich niemand findet – okay, dann gehen wir in die Drittstatten, bis irgendjemand verzweifelt genug ist, zu den Arbeitsbedingungen und Konditionen zu arbeiten, die Sie in den jeweiligen Wirtschaftsbereichen anbieten. (Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Aber die Löhne machen die Sozialpartner ...!)
Abg. Belakowitsch: Einbettzimmer beispielsweise!
Weiter: „Der Einhebung solcher Sondergebühren haben adäquate Leistungen gegenüber zu stehen.“ Jetzt ist meine Frage: Was sind diese adäquaten Sonderleistungen? (Abg. Belakowitsch: Einbettzimmer beispielsweise!) Was soll künftig in der Ambulanz ermöglicht werden, wenn eine stationäre Behandlung bisher die Hotelkomponente beinhaltet hat, das heißt zum Beispiel ein Einbettzimmer, frei wählbares Essen und freie Arztwahl? All das ist im ambulanten Bereich so nicht möglich. (Abg. Belakowitsch: Sicher! Na selbstverständlich!) Was ist Ihrer Meinung nach die adäquate Gegenleistung, für die die Einhebung der Sondergebühren im Ambulanzbereich möglich sein soll?
Abg. Belakowitsch: Sicher! Na selbstverständlich!
Weiter: „Der Einhebung solcher Sondergebühren haben adäquate Leistungen gegenüber zu stehen.“ Jetzt ist meine Frage: Was sind diese adäquaten Sonderleistungen? (Abg. Belakowitsch: Einbettzimmer beispielsweise!) Was soll künftig in der Ambulanz ermöglicht werden, wenn eine stationäre Behandlung bisher die Hotelkomponente beinhaltet hat, das heißt zum Beispiel ein Einbettzimmer, frei wählbares Essen und freie Arztwahl? All das ist im ambulanten Bereich so nicht möglich. (Abg. Belakowitsch: Sicher! Na selbstverständlich!) Was ist Ihrer Meinung nach die adäquate Gegenleistung, für die die Einhebung der Sondergebühren im Ambulanzbereich möglich sein soll?
Beifall bei der SPÖ.– Abg. Belakowitsch: Ja, vielleicht! – Abg. Leichtfried: Ja, genau! – Heiterkeit bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.
Abgeordneter Kaniak hat uns schon geschildert, wie die Sonderklasse ausschauen soll: Es wird Luxuswartebereiche mit Fast Lane und freier Arztwahl in den Ambulanzen für Patientinnen und Patienten mit Zusatzversicherung beziehungsweise mit großem Geldbörsel geben. Vielleicht wird es sogar so exklusiv, dass es auch einen Rauchersalon geben wird. (Beifall bei der SPÖ.– Abg. Belakowitsch: Ja, vielleicht! – Abg. Leichtfried: Ja, genau! – Heiterkeit bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.)
Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Sie sind auch wirklich ein Profi ... Immunitäts...!
Ich würde sagen: Besprechen wir jetzt in großer Ernsthaftigkeit die Frage, wie mit Immunität in einem derartigen Fall umgegangen werden soll! (Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Sie sind auch wirklich ein Profi ... Immunitäts...!) Steht die Freiheitliche Partei auf dem Standpunkt, dass, wenn ein Mandatar oder ein FPÖ-Generalsekretär eine gefährliche Drohung gegen einen Geschäftsmann ausstößt, er das als Abgeordneter getan hat?
Sitzung Nr. 59
Abg. Belakowitsch: ... voriges Jahr machen sollen!
Letzte Woche waren viele Bürgermeisterinnen und Bürgermeister hier bei uns im Parlament zu Besuch, und ich habe mit ihnen intensive Diskussionen geführt. (Abg. Belakowitsch: ... voriges Jahr machen sollen!) Ich habe zum Beispiel von der Bürgermeisterin aus Sankt Valentin erfahren, dass eine seit Anfang Oktober freie Stelle in Sankt Valentin – seit Anfang Oktober, das ist nicht lange – fünf Mal ausgeschrieben werden musste – fünf Mal! –, und das Ergebnis ist: keine einzige Bewerbung eines Arztes oder einer Ärztin. (Abg. Belakowitsch: Sind keine ausgebildet worden in den letzten Jahren? Haben Sie nicht dafür gesorgt? Also offensichtlich ...!)
Abg. Belakowitsch: Sind keine ausgebildet worden in den letzten Jahren? Haben Sie nicht dafür gesorgt? Also offensichtlich ...!
Letzte Woche waren viele Bürgermeisterinnen und Bürgermeister hier bei uns im Parlament zu Besuch, und ich habe mit ihnen intensive Diskussionen geführt. (Abg. Belakowitsch: ... voriges Jahr machen sollen!) Ich habe zum Beispiel von der Bürgermeisterin aus Sankt Valentin erfahren, dass eine seit Anfang Oktober freie Stelle in Sankt Valentin – seit Anfang Oktober, das ist nicht lange – fünf Mal ausgeschrieben werden musste – fünf Mal! –, und das Ergebnis ist: keine einzige Bewerbung eines Arztes oder einer Ärztin. (Abg. Belakowitsch: Sind keine ausgebildet worden in den letzten Jahren? Haben Sie nicht dafür gesorgt? Also offensichtlich ...!)
Abg. Belakowitsch: Schämen Sie sich!
So, jetzt frage ich mich: Ist Sankt Valentin ein so kleiner Ort, ist das eine so kleine Gemeinde? – Nein, ganz im Gegenteil: Sankt Valentin ist eine gut gelegene, an den Verkehr angebundene Gemeinde, und die Verwunderung ist groß, dass es nicht einmal gelingt, dort Ärzte zu bekommen. Es findet sich kein einziger, der diese Ordination übernehmen möchte. Das bedeutet für die Patientinnen und Patienten in Sankt Valentin, dass sie kilometerlange Wege auf sich nehmen müssen (Abg. Belakowitsch: Schämen Sie sich!), um zu einem Arzt zu kommen. (Abg. Belakowitsch: Und was haben Sie dagegen gemacht? – Zwischenruf des Abg. Zanger.) Wissen Sie, was das für eine achtzigjährige Patientin bedeutet, wissen Sie, was das für Eltern bedeutet, die mit einem hoch fiebernden Kind oft lange Wege auf sich nehmen müssen, um zum Arzt in der nächsten Gemeinde oder in die Ambulanz des nächsten Spitals zu kommen? – Nein, ich denke, Sie wissen es nicht (Abg. Haubner: Wir sind näher ...!), oder Sie wollen es nicht wissen und Sie haben keine Vorstellung davon, wie die Lebensumstände der Menschen in diesem Land sind. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Cox. – Abg. Gudenus: Wer hat regiert? – Abg. Deimek: Dank Herrn Stöger haben wir bei uns im Bezirk ...!)
Abg. Belakowitsch: Und was haben Sie dagegen gemacht? – Zwischenruf des Abg. Zanger.
So, jetzt frage ich mich: Ist Sankt Valentin ein so kleiner Ort, ist das eine so kleine Gemeinde? – Nein, ganz im Gegenteil: Sankt Valentin ist eine gut gelegene, an den Verkehr angebundene Gemeinde, und die Verwunderung ist groß, dass es nicht einmal gelingt, dort Ärzte zu bekommen. Es findet sich kein einziger, der diese Ordination übernehmen möchte. Das bedeutet für die Patientinnen und Patienten in Sankt Valentin, dass sie kilometerlange Wege auf sich nehmen müssen (Abg. Belakowitsch: Schämen Sie sich!), um zu einem Arzt zu kommen. (Abg. Belakowitsch: Und was haben Sie dagegen gemacht? – Zwischenruf des Abg. Zanger.) Wissen Sie, was das für eine achtzigjährige Patientin bedeutet, wissen Sie, was das für Eltern bedeutet, die mit einem hoch fiebernden Kind oft lange Wege auf sich nehmen müssen, um zum Arzt in der nächsten Gemeinde oder in die Ambulanz des nächsten Spitals zu kommen? – Nein, ich denke, Sie wissen es nicht (Abg. Haubner: Wir sind näher ...!), oder Sie wollen es nicht wissen und Sie haben keine Vorstellung davon, wie die Lebensumstände der Menschen in diesem Land sind. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Cox. – Abg. Gudenus: Wer hat regiert? – Abg. Deimek: Dank Herrn Stöger haben wir bei uns im Bezirk ...!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Gut bezahlte Posten, weniger Ärzte, stattdessen schwarze und blaue Generaldirektoren in der Sozialversicherung – sehr geehrte Bundesregierung, das ist Ihr Programm, das ist Ihre Gesundheitspolitik! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Wo liegt das Problem, wenn sie erfolgreich war?
Frau Bundesministerin, in diesem Hohen Haus wurde 2017 – und es waren lange, zähe, intensive Verhandlungen, aber sie waren am Ende erfolgreich – meine Regierungsvorlage als Grundstein der neuen hausärztlichen Versorgung beschlossen. (Abg. Belakowitsch: Wo liegt das Problem, wenn sie erfolgreich war?) Mit diesem neuen Hausarztgesetz aus dem Jahr 2017 haben wir eine wichtige Grundlage geschaffen, eine Grundlage, die seitens der Ärzteschaft inhaltlich schon sehr lange gefordert wurde, Stichwort Arbeiten im Team. Ärzte wollen künftig keine Einzelkämpfer sein, sie wollen im Team, sie wollen vernetzt arbeiten (Abg. Belakowitsch: Können sie eh!), gemeinsam mit anderen Gesundheitsberufen. Sie wollen bessere und sozial verträgliche, familienverträgliche Arbeitszeiten, auch ein geregeltes Familienleben, Stichwort Work-Life-Balance. (Abg. Belakowitsch: ... krank werden!)
Abg. Belakowitsch: Können sie eh!
Frau Bundesministerin, in diesem Hohen Haus wurde 2017 – und es waren lange, zähe, intensive Verhandlungen, aber sie waren am Ende erfolgreich – meine Regierungsvorlage als Grundstein der neuen hausärztlichen Versorgung beschlossen. (Abg. Belakowitsch: Wo liegt das Problem, wenn sie erfolgreich war?) Mit diesem neuen Hausarztgesetz aus dem Jahr 2017 haben wir eine wichtige Grundlage geschaffen, eine Grundlage, die seitens der Ärzteschaft inhaltlich schon sehr lange gefordert wurde, Stichwort Arbeiten im Team. Ärzte wollen künftig keine Einzelkämpfer sein, sie wollen im Team, sie wollen vernetzt arbeiten (Abg. Belakowitsch: Können sie eh!), gemeinsam mit anderen Gesundheitsberufen. Sie wollen bessere und sozial verträgliche, familienverträgliche Arbeitszeiten, auch ein geregeltes Familienleben, Stichwort Work-Life-Balance. (Abg. Belakowitsch: ... krank werden!)
Abg. Belakowitsch: ... krank werden!
Frau Bundesministerin, in diesem Hohen Haus wurde 2017 – und es waren lange, zähe, intensive Verhandlungen, aber sie waren am Ende erfolgreich – meine Regierungsvorlage als Grundstein der neuen hausärztlichen Versorgung beschlossen. (Abg. Belakowitsch: Wo liegt das Problem, wenn sie erfolgreich war?) Mit diesem neuen Hausarztgesetz aus dem Jahr 2017 haben wir eine wichtige Grundlage geschaffen, eine Grundlage, die seitens der Ärzteschaft inhaltlich schon sehr lange gefordert wurde, Stichwort Arbeiten im Team. Ärzte wollen künftig keine Einzelkämpfer sein, sie wollen im Team, sie wollen vernetzt arbeiten (Abg. Belakowitsch: Können sie eh!), gemeinsam mit anderen Gesundheitsberufen. Sie wollen bessere und sozial verträgliche, familienverträgliche Arbeitszeiten, auch ein geregeltes Familienleben, Stichwort Work-Life-Balance. (Abg. Belakowitsch: ... krank werden!)
Abg. Gudenus: Esoteriker engagiert! – Abg. Belakowitsch: Was haben Sie gemacht?
Wie? – Es waren Maßnahmen wie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, wir haben bessere, verträgliche Arbeitszeiten für Ärzte und Ärztinnen geschaffen. Wir haben die Möglichkeit der Gruppenpraxen geschaffen. Wir haben die Erleichterung und Entlastung der Ärzte durch Digitalisierung – Stichwort Elga – in die Wege geleitet. Wir haben die telefonische Gesundheitsberatung eingeführt und damit eine bessere Patientensteuerung ermöglicht. Wir haben die verpflichtenden Lehrpraxen unter Oberhauser in die Ausbildung integriert (Abg. Gudenus: Esoteriker engagiert! – Abg. Belakowitsch: Was haben Sie gemacht?), und wir haben 2017 das neue Hausärztegesetz geschaffen. Und das sind nur einige der Maßnahmen (Abg. Belakowitsch: ... Sie persönlich ...!), sehr geehrte Damen und Herren, die sozialdemokratische Gesundheitsmi-
Abg. Belakowitsch: ... Sie persönlich ...!
Wie? – Es waren Maßnahmen wie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, wir haben bessere, verträgliche Arbeitszeiten für Ärzte und Ärztinnen geschaffen. Wir haben die Möglichkeit der Gruppenpraxen geschaffen. Wir haben die Erleichterung und Entlastung der Ärzte durch Digitalisierung – Stichwort Elga – in die Wege geleitet. Wir haben die telefonische Gesundheitsberatung eingeführt und damit eine bessere Patientensteuerung ermöglicht. Wir haben die verpflichtenden Lehrpraxen unter Oberhauser in die Ausbildung integriert (Abg. Gudenus: Esoteriker engagiert! – Abg. Belakowitsch: Was haben Sie gemacht?), und wir haben 2017 das neue Hausärztegesetz geschaffen. Und das sind nur einige der Maßnahmen (Abg. Belakowitsch: ... Sie persönlich ...!), sehr geehrte Damen und Herren, die sozialdemokratische Gesundheitsmi-
Abg. Belakowitsch: Was haben Sie ...?
Viele von uns fragen sich, was Sie als Ministerin seit Dezember 2017 (Abg. Belakowitsch: Was haben Sie ...?), als Sie dieses Amt übernommen haben, getan haben, um dieser drohenden Versorgungslücke in der Zukunft gegenzusteuern. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker.)
Abg. Belakowitsch: Dann haben die Gebietskrankenkassen wahrscheinlich zu wenig gezahlt! Wie schaut das in der Steiermark aus?
Wir haben in Österreich derzeit 87 Hausarztstellen, die nicht besetzt sind (Abg. Belakowitsch: Dann haben die Gebietskrankenkassen wahrscheinlich zu wenig gezahlt! Wie schaut das in der Steiermark aus?), wir haben aber – das ist das Paradoxe daran – mehr Ärztinnen und Ärzte als jemals zuvor. Woher kommt das Problem? (Abg. Belakowitsch: Weil die Kassenverträge so schlecht sind!) – Da müssen wir nun ein bisschen genauer hinschauen.
Abg. Belakowitsch: Weil die Kassenverträge so schlecht sind!
Wir haben in Österreich derzeit 87 Hausarztstellen, die nicht besetzt sind (Abg. Belakowitsch: Dann haben die Gebietskrankenkassen wahrscheinlich zu wenig gezahlt! Wie schaut das in der Steiermark aus?), wir haben aber – das ist das Paradoxe daran – mehr Ärztinnen und Ärzte als jemals zuvor. Woher kommt das Problem? (Abg. Belakowitsch: Weil die Kassenverträge so schlecht sind!) – Da müssen wir nun ein bisschen genauer hinschauen.
Abg. Belakowitsch: Sie wollen ein bissel mehr verdienen! Das ist es!
Warum aber hat der Beruf Hausarzt so an Attraktivität bei jungen Medizinerinnen und Medizinern verloren? – Sie wollen nicht mehr als EinzelkämpferInnen hinaus aufs Land und in der Praxis stehen, sie wollen im Team arbeiten. (Abg. Belakowitsch: Sie wollen ein bissel mehr verdienen! Das ist es!) Eine junge Medizinerin hat mir erzählt, dass sie natürlich die Praxis am Land als Hausarzt auch nicht kennen, denn der Großteil ihrer Ausbildung wird im Spital absolviert und nicht im niedergelassenen Bereich. (Abg. Belakowitsch: Und weil die Krankenkassen nichts zahlen!) Daher ist ihnen die Praxis fremd. Deshalb haben wir als SPÖ bereits 2012 das Signal der Zeit richtig erkannt und Gruppenpraxen eingeführt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Und weil die Krankenkassen nichts zahlen!
Warum aber hat der Beruf Hausarzt so an Attraktivität bei jungen Medizinerinnen und Medizinern verloren? – Sie wollen nicht mehr als EinzelkämpferInnen hinaus aufs Land und in der Praxis stehen, sie wollen im Team arbeiten. (Abg. Belakowitsch: Sie wollen ein bissel mehr verdienen! Das ist es!) Eine junge Medizinerin hat mir erzählt, dass sie natürlich die Praxis am Land als Hausarzt auch nicht kennen, denn der Großteil ihrer Ausbildung wird im Spital absolviert und nicht im niedergelassenen Bereich. (Abg. Belakowitsch: Und weil die Krankenkassen nichts zahlen!) Daher ist ihnen die Praxis fremd. Deshalb haben wir als SPÖ bereits 2012 das Signal der Zeit richtig erkannt und Gruppenpraxen eingeführt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Da habt ihr aber auch nichts zusammengebracht!
Ebenso war es uns wichtig, dass die jungen Medizinerinnen und Mediziner in Lehrpraxen arbeiten können, und wir haben das bereits seit dem Jahr 2015 forciert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Da habt ihr aber auch nichts zusammengebracht!)
Abg. Belakowitsch: Ein echter Erfolg!
Genauso wichtig ist uns natürlich, dass die Menschen gut versorgt werden, das ist uns ein Anliegen. Die Menschen sollen die Möglichkeit haben, an Tagesrandzeiten ihren Arzt, ihre Ärztin aufzusuchen, und die Ärztinnen und Ärzte sollen die notwendige Zeit haben, ihre Patientinnen und Patienten gut behandeln zu können. Daher sind die Primärversorgungszentren oder Gesundheitszentren ins Leben gerufen worden (Abg. Belakowitsch: Ein echter Erfolg!): damit Ärztinnen und Ärzte im Team arbeiten und mit anderen Gesundheitsberufen gemeinsam arbeiten können. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Und dann finden wir keine, gell?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Und dann finden wir keine, gell?
Genauso wichtig ist uns natürlich, dass die Menschen gut versorgt werden, das ist uns ein Anliegen. Die Menschen sollen die Möglichkeit haben, an Tagesrandzeiten ihren Arzt, ihre Ärztin aufzusuchen, und die Ärztinnen und Ärzte sollen die notwendige Zeit haben, ihre Patientinnen und Patienten gut behandeln zu können. Daher sind die Primärversorgungszentren oder Gesundheitszentren ins Leben gerufen worden (Abg. Belakowitsch: Ein echter Erfolg!): damit Ärztinnen und Ärzte im Team arbeiten und mit anderen Gesundheitsberufen gemeinsam arbeiten können. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Und dann finden wir keine, gell?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Auf Wunsch der Stadt Wien!
Sie tun nichts gegen den Ärztemangel, ganz im Gegenteil: Sie unterstützen Wahlärzte und Privatärzte und treiben die Privatisierung des Gesundheitssystems voran. Das hat man bei der letzten Sitzung schon gesehen, in der die Sonderklasse in den Ambulanzen eingeführt worden ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Auf Wunsch der Stadt Wien!) Ein weiteres Beispiel hat sich ergeben: Es haben sich bereits Interessenten aus der Wirtschaft gemeldet, die die Gesundheitszentren der Wiener Gebietskrankenkasse kaufen möchten. Das bedeutet, in Zukunft werden nur mehr die Behandlungen angeboten, die auch wirtschaftlich rentabel sind. (Abg. Leichtfried: Das ist ja unerhört! – Abg. Rosenkranz – in Richtung Abg. Leichtfried –: Richtig! Das stimmt, ja, wirklich! Endlich erkannt! – Abg. Belakowitsch: Das ist wirklich unerhört! – Abg. Rosenkranz: Ich glaube, die Rede ist von Tal Silberstein konzipiert worden, wird aber nicht mit der nötigen Verve vorgetragen!)
Abg. Leichtfried: Das ist ja unerhört! – Abg. Rosenkranz – in Richtung Abg. Leichtfried –: Richtig! Das stimmt, ja, wirklich! Endlich erkannt! – Abg. Belakowitsch: Das ist wirklich unerhört! – Abg. Rosenkranz: Ich glaube, die Rede ist von Tal Silberstein konzipiert worden, wird aber nicht mit der nötigen Verve vorgetragen!
Sie tun nichts gegen den Ärztemangel, ganz im Gegenteil: Sie unterstützen Wahlärzte und Privatärzte und treiben die Privatisierung des Gesundheitssystems voran. Das hat man bei der letzten Sitzung schon gesehen, in der die Sonderklasse in den Ambulanzen eingeführt worden ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Auf Wunsch der Stadt Wien!) Ein weiteres Beispiel hat sich ergeben: Es haben sich bereits Interessenten aus der Wirtschaft gemeldet, die die Gesundheitszentren der Wiener Gebietskrankenkasse kaufen möchten. Das bedeutet, in Zukunft werden nur mehr die Behandlungen angeboten, die auch wirtschaftlich rentabel sind. (Abg. Leichtfried: Das ist ja unerhört! – Abg. Rosenkranz – in Richtung Abg. Leichtfried –: Richtig! Das stimmt, ja, wirklich! Endlich erkannt! – Abg. Belakowitsch: Das ist wirklich unerhört! – Abg. Rosenkranz: Ich glaube, die Rede ist von Tal Silberstein konzipiert worden, wird aber nicht mit der nötigen Verve vorgetragen!)
Neuerliche allgemeine Heiterkeit. – Abg. Belakowitsch: Die nächste Sitzung ist fertig!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich darf die Vertreter der Faschingsgilde Villach herzlich willkommen heißen. (Allgemeiner Beifall und allgemeine Heiterkeit. – Abg. Rosenkranz: Bravo!) – Sie machen den Faktencheck. (Neuerliche allgemeine Heiterkeit. – Abg. Belakowitsch: Die nächste Sitzung ist fertig!)
Abg. Belakowitsch: Das habe ich Ihnen schon einmal gesagt, 2006 war diese Regierung vorbei!
Ich sage Ihnen etwas: Ich habe im Jahr 2008 von Schwarz-Blau – damals noch mehr schwarz – das Gesundheitssystem mit einem Schuldenstand von 1,1 Milliarden Euro übernommen. (Abg. Belakowitsch: Das habe ich Ihnen schon einmal gesagt, 2006 war diese Regierung vorbei!) 1,1 Milliarden Euro war der Schuldenstand, und das hat sich auch auf die Versorgung gerade im niedergelassenen Bereich ausgewirkt. Das war ein Ergebnis schwarz-blauer Gesundheitspolitik, und, ich gebe es gerne zu, in den letzten zwei Jahren waren es nur Schwarze, die das gemacht haben. (Abg. Belakowitsch: Und Rote! Das war unter Gusenbauer!) Das bedeutet, dass wir hier Maßnahmen gesetzt haben. Ich habe die Kassen entschuldet. Wir haben als Sozialdemokratie die Kassen mit einem sehr positiven Ergebnis übergegeben, und ich bin schon sehr gespannt, was die Ministerin daraus macht. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Und Rote! Das war unter Gusenbauer!
Ich sage Ihnen etwas: Ich habe im Jahr 2008 von Schwarz-Blau – damals noch mehr schwarz – das Gesundheitssystem mit einem Schuldenstand von 1,1 Milliarden Euro übernommen. (Abg. Belakowitsch: Das habe ich Ihnen schon einmal gesagt, 2006 war diese Regierung vorbei!) 1,1 Milliarden Euro war der Schuldenstand, und das hat sich auch auf die Versorgung gerade im niedergelassenen Bereich ausgewirkt. Das war ein Ergebnis schwarz-blauer Gesundheitspolitik, und, ich gebe es gerne zu, in den letzten zwei Jahren waren es nur Schwarze, die das gemacht haben. (Abg. Belakowitsch: Und Rote! Das war unter Gusenbauer!) Das bedeutet, dass wir hier Maßnahmen gesetzt haben. Ich habe die Kassen entschuldet. Wir haben als Sozialdemokratie die Kassen mit einem sehr positiven Ergebnis übergegeben, und ich bin schon sehr gespannt, was die Ministerin daraus macht. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Sie haben überhaupt nichts entschuldet! 1 Milliarde!
Wir haben nicht nur die Kassen entschuldet (Abg. Belakowitsch: Sie haben überhaupt nichts entschuldet! 1 Milliarde!), sondern wir haben auch die Leistungen erweitert, zum Beispiel die Rezeptgebührenobergrenze und die Gratiszahnspange eingeführt. Ich muss Abgeordnetem Zinggl recht geben, es ist tatsächlich so, dass wir betreffend Zahnmedizin im Sozialversicherungsbereich Nachholbedarf haben – überhaupt keine Frage –; das braucht auch die entsprechenden Mittel, und ich freue mich, wenn das gemacht wird. Ich habe aber die Zahnspange für alle Kinder eingeführt und hier den
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Für alle nicht! Auch das haben Sie nicht gemacht! – Zwischenruf der Abg. Steinacker. – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und ÖVP.
ersten Schritt nach 1957 gemacht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Für alle nicht! Auch das haben Sie nicht gemacht! – Zwischenruf der Abg. Steinacker. – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Nein, da war sie Abgeordnete, bei Schwarz-Blau I!
Es ist eine politische Frage, meine sehr verehrten Damen und Herren, ob wir in Zukunft auch ein starkes, für die Menschen wirkendes Gesundheitssystem und eine Gesundheitsversorgung haben wollen. Was macht diese Bundesregierung? – Frau Bundesministerin, so leicht geht es nicht. Du selbst warst gerade in der Zeit von Schwarz-Blau, Schwarz-Blau I, im Hauptverband als stellvertretende Generaldirektorin für die Versorgung zuständig. Da ist nichts weitergegangen. (Abg. Belakowitsch: Nein, da war sie Abgeordnete, bei Schwarz-Blau I!) – Sie war bis 2009 im Hauptverband der Sozialversicherungsträger, und da ist nichts weitergegangen. (Abg. Belakowitsch: Man sollte sich vorbereiten!)
Abg. Belakowitsch: Man sollte sich vorbereiten!
Es ist eine politische Frage, meine sehr verehrten Damen und Herren, ob wir in Zukunft auch ein starkes, für die Menschen wirkendes Gesundheitssystem und eine Gesundheitsversorgung haben wollen. Was macht diese Bundesregierung? – Frau Bundesministerin, so leicht geht es nicht. Du selbst warst gerade in der Zeit von Schwarz-Blau, Schwarz-Blau I, im Hauptverband als stellvertretende Generaldirektorin für die Versorgung zuständig. Da ist nichts weitergegangen. (Abg. Belakowitsch: Nein, da war sie Abgeordnete, bei Schwarz-Blau I!) – Sie war bis 2009 im Hauptverband der Sozialversicherungsträger, und da ist nichts weitergegangen. (Abg. Belakowitsch: Man sollte sich vorbereiten!)
Abg. Belakowitsch: Warum Zerschlagung?
Was man jetzt macht, ist die Zerschlagung der Gebietskrankenkassen. (Abg. Belakowitsch: Warum Zerschlagung?) Wer glaubt, dass man die ärztliche Versorgung in der Region – zum Beispiel in Haslach, in Schwarzenberg, in Braunau oder wo immer – dadurch verbessert, dass es österreichweit den gleichen Vertrag gibt, wenn man die Gebietskrankenkassen zerschlägt, wenn man Gesundheit zentral von einem Platz aus steuert, der irrt gewaltig. Ich kann nur sagen, das geht nicht. (Abg. Belakowitsch: Sie haben geirrt! – Zwischenruf der Abg. Steinacker.)
Abg. Belakowitsch: Sie haben geirrt! – Zwischenruf der Abg. Steinacker.
Was man jetzt macht, ist die Zerschlagung der Gebietskrankenkassen. (Abg. Belakowitsch: Warum Zerschlagung?) Wer glaubt, dass man die ärztliche Versorgung in der Region – zum Beispiel in Haslach, in Schwarzenberg, in Braunau oder wo immer – dadurch verbessert, dass es österreichweit den gleichen Vertrag gibt, wenn man die Gebietskrankenkassen zerschlägt, wenn man Gesundheit zentral von einem Platz aus steuert, der irrt gewaltig. Ich kann nur sagen, das geht nicht. (Abg. Belakowitsch: Sie haben geirrt! – Zwischenruf der Abg. Steinacker.)
Abg. Belakowitsch: Sollen wir es mit SPÖlern weiterbesetzen?
Frau Bundesministerin, mir wäre es wichtig, dass wir von der Idee der Privatisierung des Gesundheitswesens weggehen. Wir brauchen keine goldenen Türklinken in den Privatpraxen. Was wir brauchen, ist eine Gesundheitsversorgung in Wohnortnähe. Wir brauchen keine zusätzlichen 48 Posten in der Sozialversicherung für die FPÖ. (Abg. Belakowitsch: Sollen wir es mit SPÖlern weiterbesetzen?) Wir könnten um dieses Geld 35 zusätzliche Ärzte in Österreich finanzieren. Machen Sie das, dann haben Sie unsere Unterstützung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das war der heutige Tiefpunkt! – Abg. Höbart: Der Abgesang der Sozialdemokratie!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das war der heutige Tiefpunkt! – Abg. Höbart: Der Abgesang der Sozialdemokratie!
Frau Bundesministerin, mir wäre es wichtig, dass wir von der Idee der Privatisierung des Gesundheitswesens weggehen. Wir brauchen keine goldenen Türklinken in den Privatpraxen. Was wir brauchen, ist eine Gesundheitsversorgung in Wohnortnähe. Wir brauchen keine zusätzlichen 48 Posten in der Sozialversicherung für die FPÖ. (Abg. Belakowitsch: Sollen wir es mit SPÖlern weiterbesetzen?) Wir könnten um dieses Geld 35 zusätzliche Ärzte in Österreich finanzieren. Machen Sie das, dann haben Sie unsere Unterstützung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das war der heutige Tiefpunkt! – Abg. Höbart: Der Abgesang der Sozialdemokratie!)
Abg. Belakowitsch: Der redet ja nicht mit allen!
Jetzt, meine Damen und Herren (Zwischenruf bei der SPÖ), möchte ich noch zur Pensionierungswelle kommen, die Sie angesprochen haben: Diese gibt es ja nicht seit gestern oder seit einem Jahr. Was haben Sie hinsichtlich der Pensionierungswelle gemacht? Wissen Sie, ich hätte Ihnen einen Tipp gegeben, wenn Sie mich vorher gefragt hätten: Statt dieser Sondersitzung hätten Sie sich lieber mit dem zuständigen Gesundheitsstadtrat Hacker (Abg. Belakowitsch: Der redet ja nicht mit allen!) und mit der zuständigen Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse Reischl zusammensetzen und besprechen sollen, wie die Hausärzte oder Ärzte im niedergelassenen Bereich finanziert werden. Frau Vorsitzende, es wäre sehr nett, wenn Sie jetzt zuhören, das wäre ganz wichtig für Sie, weil Sie das alles ja nicht gewusst haben dürften.
Sitzung Nr. 60
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Zwischenrufe bei der ÖVP
Sie tun nichts dafür, dass jene, von denen wir alle wissen, dass sie ihre Steuern heute nicht ordentlich zahlen, nämlich die oberen Zehntausend (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Zwischenrufe bei der ÖVP), ihre Steuern in Zukunft ordentlicher zahlen. Sie unternehmen nichts dagegen (Zwischenruf des Abg. Hauser), dass internationale Großkonzerne in Österreich nach wie vor keine Steuern zahlen, während jeder
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Abgeordnete Mag. Beate Meinl-Reisinger, MES (NEOS): Sehr geehrter Herr Minister! Herr Staatssekretär! Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! Ich muss meinen Vorrednern schon auch recht geben – Herrn Gudenus nicht, Herrn Krainer schon (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) –, dass die Aktualität sich mir nicht ganz erschließt.
Abg. Belakowitsch: Das ist so wie Ihre Reden! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Die Selbstverliebtheit dieser Regierung dürfte heute auf die Spitze getrieben worden sein, aber man könnte auch die Rede des Herrn Finanzministers so interpretieren, dass er eine Übungsvorlage für Schülerinnen und Schüler sein soll, die sich in Zukunft im Futursetzen oder vielleicht in Konditionalsätzen üben sollten – falls, dann –: Falls wir keinen Einbruch in der Konjunktur haben, falls wir das nötige Volumen haben, dann haben wir aber wirklich – diesmal wirklich! –, wirklich, wirklich vor, eine Entlastung durchzuführen. Jedenfalls ist es sehr, sehr mutig, sich hierherzustellen und eigentlich auf der Basis von nichts (Abg. Belakowitsch: Das ist so wie Ihre Reden! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), von Absichtserklärungen eine Aktuelle Stunde zu machen. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Wöginger.)
Abg. Belakowitsch: Sehr fair!
Ein Punkt noch zur Generationenfairness: Generationenfairness heißt auch, Lenkungsmaßnahmen auf den Weg zu bringen, die dringend notwendig sind – und das wissen Sie! Dazu zählt eine Ökologisierung des Steuersystems, das heißt eine aufkommensneutrale CO2-Besteuerung. Wir müssen die CO2-Preise in ganz Europa höher machen. Das ist eine Frage der Generationenverantwortung – wie ich es gesagt habe –, nämlich auf der einen Seite Arbeit radikal zu entlasten, aber auf der anderen Seite den Ressourcenverbrauch sehr wohl zu besteuern. (Abg. Wöginger: Was ist das? Ist das eine Dieselsteuer? Was wollt ihr denn? – Ruf bei der FPÖ: Oder eine Eisenbahnsteuer? Weil die Eisenbahn ... so viel Feinstaub! – Zwischenruf der Abg. Winzig.) Diesbezüglich sehe ich gar nichts. Es ist mutlos, es ist kraftlos und es ist der nächsten Generation gegenüber nicht fair. (Abg. Belakowitsch: Sehr fair!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Drei konkrete Schritte sind notwendig: Der erste Schritt ist, dass Europa überlebensfähig ist. Was ist damit gemeint? – Damit ist Umweltpolitik gemeint, damit ist das Klima gemeint, denn ohne saubere Umwelt, sauberes Trinkwasser, saubere Luft, die unser Überleben und auch das der nächsten Generation garantieren, können wir hier eigentlich alles bleiben lassen. Es geht nämlich um den Boden, auf dem wir stehen, es geht um den Boden, auf dem wir unser gemeinsames Europa bauen, und wenn Klima und Umwelt nicht die topeuropäischen Themen werden, dann können wir den Rest eigentlich gleich vergessen. Europa muss beim Thema Klimawandel und bei der Umweltpolitik ein Vorkämpfer werden. (Beifall bei den NEOS.) Das kann man zum Beispiel durch eine europaweite Ökologisierung des Steuersystems erreichen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Drittens muss die Europäische Union in der Lage sein, ihre Werte, ihr Weltbild und ihre Interessen nach innen und auch nach außen zu verteidigen, und dafür brauchen wir eine gemeinsame Verteidigungspolitik, die diesen Namen auch verdient. (Zwischenruf des Abg. Deimek.) Wir brauchen zum Beispiel eine europäische Freiwilligenarmee, die in der Lage ist, unseren Frieden, unsere Sicherheit und unsere Heimat zu beschützen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wenn es jetzt im FPÖ-Sektor schon laut wird, dann sage ich Ihnen: Wenn Sie sich das nicht von einer 30-Jährigen erklären lassen wollen, dann seien Ihnen die Aussagen Wolfgang Schüssels aus dem Jahr 2001 ans Herz gelegt. Er war damals schon viel weiter als seine Kollegen von der ÖVP jetzt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), er hat nämlich gesagt: „Die alten Schablonen – Lipizzaner, Mozartkugeln oder Neutralität – greifen in der komplexen Wirklichkeit des 21. Jahrhunderts nicht mehr.“ – Seit 2001 ist die Welt ein bisschen komplexer geworden, würde ich sagen, und die ÖVP hat es geschafft, betreffend zwei dieser drei alten Schablonen, nämlich Lipizzaner und Neutralität, im Moment akute Glaubwürdigkeitsprobleme zu bekommen. Wie ist das nur passiert? (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Belakowitsch, Stefan und Zanger.
Es braucht auch viele weitere Bausteine, wie beispielsweise die Heranführung der Westbalkanstaaten an die Europäische Union. Das ist ein ganz zentrales Thema. Warum? – Diese Region liegt unmittelbar vor den Toren Europas und ist gerade für Österreich historisch, aber auch wirtschaftlich relevant, und wir können uns entscheiden, ob wir entweder Stabilität in diese Region exportieren, indem wir eine klare Beitrittsperspektive aufzeigen, oder ob wir Instabilität importieren, wenn wir die Tür zuschlagen. Das wollen wir nicht, und deswegen haben wir uns während der Ratspräsidentschaft intensiv dafür eingesetzt, dass die Annäherung stattfindet, und wir werden das auch weiterhin tun. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Belakowitsch, Stefan und Zanger.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Belakowitsch, Stefan und Zanger.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, es braucht ein Europa, das die Probleme im Großen löst, und nicht mehr Zentralismus. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Belakowitsch, Stefan und Zanger.) Es braucht einen Realismus, eine Herangehensweise, die eine handfeste Politik ist, bei der wir genau dort hinschauen, wo die Menschen Nöte, Sorgen und Ängste haben, und diese Probleme lösen. Europa ist kein Traum mehr – zum Glück! –, Europa ist Realität. Wer hier weiterhin träumt, wird diese Realität wieder verlieren. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Belakowitsch, Stefan und Zanger.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Belakowitsch, Stefan und Zanger.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, es braucht ein Europa, das die Probleme im Großen löst, und nicht mehr Zentralismus. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Belakowitsch, Stefan und Zanger.) Es braucht einen Realismus, eine Herangehensweise, die eine handfeste Politik ist, bei der wir genau dort hinschauen, wo die Menschen Nöte, Sorgen und Ängste haben, und diese Probleme lösen. Europa ist kein Traum mehr – zum Glück! –, Europa ist Realität. Wer hier weiterhin träumt, wird diese Realität wieder verlieren. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Belakowitsch, Stefan und Zanger.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Hallo! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Europa ist keine Angelegenheit für Ihre Faulheit, das muss man ganz, ganz offen sagen. Europa gehört gestaltet, Herr Minister! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Hallo! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Deimek: Aber ich kenne es auch! 20 Jahre dort gearbeitet! Danke! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir haben im Ausschuss die Frage massiv diskutiert, was die Verkehrsregeln betrifft, welche Zusatztafeln es gibt, wo diese aufgestellt werden, woran der Straßenverkehrsteilnehmer erkennt, an welcher Kreuzung man bei Rot auch rechts abbiegen kann. Wir haben den Minister gefragt, wie die Versuchsanordnung bei den Versuchskreuzungen ist. Sie sind in Linz, ich kenne diese Kreuzungen auch – nicht alle kennen Linz so gut wie ich. (Abg. Deimek: Aber ich kenne es auch! 20 Jahre dort gearbeitet! Danke! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Da wird man nicht erkennen, wie man damit umgeht. Wie sieht der gesamte Versuch aus, wer evaluiert den Versuch? – Es sind Fragen offengeblieben, daher lehnen wir diese Änderungen in der Straßenverkehrsordnung ab, weil es uns darum geht, Verkehrssicherheit in den Vordergrund zu stellen und weniger Populismus zu betreiben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Das ist aber eine dünne Mappe!
Sehr geehrter Herr Bundesminister, Herr Verkehrsminister, ich bitte Sie, sich verstärkt mit dem Thema Verkehrspolitik auseinanderzusetzen. Ich habe eine Mappe mit (diese zeigend), da haben sehr viele Menschen einen Beitrag dazu geleistet, dass die Verkehrssicherheit größer wird. (Abg. Belakowitsch: Das ist aber eine dünne Mappe!) Wie geht das? – Indem wir ein klares Bekenntnis dazu abgeben, dass der öffentliche Verkehr, der sicherer ist, auch ausgebaut wird.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das ist aber gemein! – Zwischenrufe der Abgeordneten Wurm und Deimek.
Frau Ministerin, Sie sind jetzt mehr als ein Jahr in Amt und Würden; diese jetzige Regierung hat ja beschlossen, dass es auch in den Volksschulen wieder Ziffernnoten geben muss, und ich kann Ihnen nur sagen, für die Arbeit, die Sie im Konsumentenschutzbereich geleistet haben, kann ich Ihnen nur eine glatte Fünf geben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das ist aber gemein! – Zwischenrufe der Abgeordneten Wurm und Deimek.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rosenkranz.
Jetzt wissen wir, dass es in den ersten Klassen noch üblich ist, dass man auch eine verbale Beurteilung bekommt, aber ganz ehrlich - - (Abg. Rosenkranz: Aber wenn’s nach Ihnen geht, dann kann man mit einem Fünfer ja aufsteigen!) – Na ja, eh! (Abg. Rosenkranz: Wenn’s nach Ihnen geht, dürfen wir trotzdem aufsteigen!) – Das ist auch die Hoffnung für die Regierung, dass es nach uns geht, dass die Ministerin noch eine Chance hat; da haben Sie schon vollkommen recht. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rosenkranz.)
Abg. Rendi-Wagner: Die Opposition schweigt nie, Herr Kollege! – Abg. Belakowitsch: Wir schweigen auch jetzt nicht!
Ich darf das zum Abschluss schon noch einmal sagen: Dass du oder die SPÖ der Frau Ministerin hier Versäumnisse vorwerft, wie gerade vorhin in deiner Rede, das ist schon ein starkes Stück. (Zwischenruf des Abg. Vogl. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das erinnert mich ein bissl an deine Vorsitzende, Frau Kollegin Rendi-Wagner, die das gestern im Gesundheitsbereich gemacht hat. (Abg. Rendi-Wagner: Mit Recht, Herr Kollege!) Normalerweise sollte man vonseiten der Sozialdemokratie bei diesen Dingen einfach schweigen und Mea culpa sagen. (Abg. Rendi-Wagner: Die Opposition schweigt nie, Herr Kollege! – Abg. Belakowitsch: Wir schweigen auch jetzt nicht!) In dieser neuen Regierung werden wir auch im Bereich Konsumentenschutz die Dinge wieder in Ordnung bringen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Leichtfried: Wir werden nie schweigen! Nie und nimmer! – Abg. Angerer: Das wollen wir ja nicht!)
Abg. Rosenkranz: Ja! – Abg. Belakowitsch: Ja, ganz richtig!
Für uns alle – einerlei, ob einfache Bürgerin oder Bürger, ob Politikerin oder Politiker – sollte es immer ganz selbstverständlich sein, unsere Gesetze daraufhin zu überprüfen, ob sie der Sache der Gerechtigkeit dienen oder ob sie dieser Sache zuwiderlaufen. (Abg. Rosenkranz: Ja! – Abg. Belakowitsch: Ja, ganz richtig!) Der Maßstab für diese Gerechtigkeit fällt natürlich nicht vom Himmel, sondern er richtet sich nach unseren politischen oder weltanschaulichen Haltungen. (Abg. Steger: Oder nach der Politik!)
Abg. Belakowitsch: Ja!
Wenn einer von uns also meint und auch sagt, dass er bestimmte verfassungsgesetzliche Regelungen vor dem Hintergrund seiner eigenen politischen Haltung nicht für gerecht und deshalb auch nicht für richtig hält (Abg. Steger: Schon wieder wird was unterstellt!), dann ist das das Normalste auf der Welt. Das ist weder absurd noch ist es skandalös, es sollte vielmehr eine nicht weiter erwähnenswerte Selbstverständlichkeit sein. (Abg. Belakowitsch: Ja!)
Abg. Belakowitsch: Aber die Nachkriegsordnung ist schon irgendwie ...!
sein omnipotent sich wähnendes Regierungspouvoir ablösen. (Abg. Belakowitsch: Aber die Nachkriegsordnung ist schon irgendwie ...!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Gudenus.
Die Europäische Menschenrechtskonvention ist Ausdruck einer unverzichtbaren Liberalität, einer offenen Gesellschaft. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Gudenus.) Sie ist die quasi in Stein gemeißelte Egalität, die nicht zu hintergehende Gleichheit aller Menschen, und sie ist die nur um den Preis des Bürgerkriegs aufzugebende Legalität politischer Machtausübung, das Gebot unbedingter Gesetzlichkeit für jegliches Verwaltungshandeln.
Abg. Belakowitsch: Das war gut, ja!
Sie stellen mir jetzt eine gute Frage, und die möchte ich Ihnen mit zwei Tableaus beantworten. (Ruf bei der ÖVP: Wieso bringt die denn nicht ...?) Diese beiden Tableaus zeige ich Ihnen gleich (zwei Tafeln, auf denen Screenshots zu sehen sind, nacheinander in die Höhe haltend): Kennen Sie das noch? – Heinz-Christian Strache, FPÖ-Bundesparteiobmann: „100 FPÖ-Forderungen zur Beseitigung der Fairness-Krise“, präsentiert vom jetzigen Verkehrsminister Hofer am 13. September 2017, kurz vor der Nationalratswahl. (Abg. Belakowitsch: Das war gut, ja!) Da gibt es im Namen des Bundesparteiobmanns und jetzigen Vizekanzlers eine Garantie: „Österreicher verdienen Fairness“, und darunter: „Evaluierung der Europäischen Menschenrechtskonvention und gegebenenfalls Ersatz durch eine ,Österreichische Menschenrechtskonvention‘, die auch das Heimatrecht der Österreicher schützt“. (Abg. Rosenkranz: Bravo!)
Abg. Belakowitsch: 1964, ja?!
Abgeordnete Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, Herr Vizekanzler! Sehr geehrte Bundesministerinnen! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Es war 1964 als genau in diesem Parlament, in diesem Hohen Haus, die heute viel besprochene und diskutierte Europäische Menschenrechtskonvention in Österreich in Verfassungsrang gehoben wurde. Und wissen Sie wie? – Einstimmig, sehr geehrte Damen und Herren, mit den Stimmen aller Parteien, die in diesem Parlament vertreten waren, also auch mit Ihren Stimmen! (Abg. Belakowitsch: 1964, ja?!)
Beifall bei NEOS, SPÖ und JETZT. – Abg. Belakowitsch: Darum geht es ja gerade! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
wollen Sie vielleicht vor mir etwas sagen? (Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrter Herr Vizekanzler! Werte Ministerin und werte Frau Staatssekretärin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Zunächst – aber darauf werde ich noch zu sprechen kommen –: Es macht mich immer wieder betroffen, welche parteipolitische Instrumentalisierung (Zwischenruf des Abg. Stefan) vor allem von Ihrer Seite (in Richtung FPÖ), aber bedauerlicherweise auch von Ihrer Seite (in Richtung ÖVP), dieser furchtbaren Taten hier stattfindet. (Abg. Deimek: Also die dürfen nur Linke ansprechen?) Das ist meines Erachtens wirklich ein schäbiger Missbrauch eines Themas. Bringen Sie Lösungen auf den Tisch und missbrauchen Sie nicht ein Thema aus parteipolitischen Motiven! (Beifall bei NEOS, SPÖ und JETZT. – Abg. Belakowitsch: Darum geht es ja gerade! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Höbart.
Jetzt aber zur Sache: Warum gibt es diesen Misstrauensantrag, den wir initiiert haben? – Wir haben diesen Misstrauensantrag im vollen Bewusstsein dessen initiiert, dass es dazu heute eine sehr lebendige Debatte geben wird, in der insbesondere wieder Relativismus betrieben wird – das ist ja alles nicht so gemeint!, und so weiter; aber darauf werde ich noch zu sprechen kommen –, von der FPÖ, bedauerlicherweise aber auch von der ÖVP. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Höbart.)
Abg. Belakowitsch: Können wir bestätigen! – Zwischenruf des Abg. Wurm
Ich gehe davon aus, dass ein Innenminister dieser Republik die intellektuellen Kapazitäten hat, das zu meinen, was er auch sagt (Abg. Belakowitsch: Können wir bestätigen! – Zwischenruf des Abg. Wurm), und jetzt möchte ich sagen, was er gesagt hat. Der Herr Innenminister hat von der Gefahr gesprochen, dass der Rechtsstaat „gegen sich selbst zur Anwendung gebracht wird, dass man quasi über die eigenen Gesetze stolpert und handlungsunfähig ist“ (Abg. Haider: Ja, so ist es! Das sieht jeder vernünftige Mensch genauso!), dass es „irgendwelche seltsamen rechtlichen Konstruktionen“ – Menschenrechtskonvention –, „teilweise viele, viele Jahre alt aus ganz anderen Situationen heraus entstanden“ gibt, „und die hindern uns daran, das zu tun, was notwendig ist“. Daher schließt er und sagt, „ich glaube immer noch, dass der Grundsatz gilt, dass das Recht der Politik zu folgen hat und nicht die Politik dem Recht.“
Abg. Rosenkranz: Na also dann! Na also dann! Bedenken! Bedenken! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Generell haben wir im Zusammenhang mit dem Umgang der Regierungsparteien mit der Rechtsstaatlichkeit allerdings Bedenken, weil wir wissen, dass es etwa bezüglich der Verfassungskonformität von Bundestrojanern durchaus Bedenken gibt, wie Kollege Scherak angesprochen hat. Wir werden das prüfen lassen (Abg. Rosenkranz: Na also dann! Na also dann! Bedenken! Bedenken! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wegen der Indexierung der Familienbeihilfe, dass diese EU-rechtswidrig ist, gibt es ein Vertragsverletzungsverfahren durch die EU-Kommission. (Zwischenrufe der Abgeordneten Steinacker, Rosenkranz und Schrangl.) Es gibt andere Beispiele, bei denen wir klar sehen, dass Sie Gesetzwidrigkeiten in Kauf nehmen, und das zeigt mir einen sehr saloppen Umgang mit der Verfassung, mit EU-Recht und den Regularien, die es dazu gibt. (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und JETZT sowie bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Neubauer: So haben Sie es nicht gesagt! – Abg. Leichtfried: „Kleine Zeitung“! – Zwischenrufe der Abgeordneten Kirchbaumer und Belakowitsch.
Ich wiederhole meine Rede für Sie gerne noch einmal und bitte, zuzuhören: Ein Chefredakteur einer großen Tageszeitung kommentierte das so – Zitat –: „Dieses Abschätzige im Tonfall gegenüber Recht und Gesetz, einem zivilisatorischen Bauwerk,“ – es ist die EMRK, Frau Kollegin – „das auf den Erfahrungen nationalsozialistischen und stalinistischen Gemetzels“ (Abg. Deimek: ... stalinistische, nicht linke!) „errichtet wurde, war das Widerwärtige am Gesagten“. – Das war das Zitat des Journalisten. – Danke. (Beifall bei SPÖ und JETZT sowie bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Neubauer: So haben Sie es nicht gesagt! – Abg. Leichtfried: „Kleine Zeitung“! – Zwischenrufe der Abgeordneten Kirchbaumer und Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Die Ratspräsidentschaft ist schon wieder vorbei!
Das Störende für mich an dem, wie Herr Kickl argumentiert hat, ist Folgendes: Natürlich kann man darüber reden, ja (Abg. Bösch: Nur nicht der Kickl!): Was machen wir mit straffällig gewordenen Asylberechtigten, mit Flüchtlingen? Was machen wir mit ihnen? Herr Kickl hat jetzt erkannt: Das steht ja gar nicht in der Menschenrechtskonvention, das steht ja in der Statusrichtlinie. (Abg. Rosenkranz: Das hat er schon im Juni 2018 gesagt!) Jetzt ist er draufgekommen und schreibt einen Brief nach Brüssel. Das Schöne daran ist, dass Österreich ja die Ratspräsidentschaft innehatte (Abg. Belakowitsch: Die Ratspräsidentschaft ist schon wieder vorbei!), und wir hören ja immer wieder, wie großartig die Erfolge waren. (Ruf bei der SPÖ: Ja!) Der Herr Innenminister war Vorsitzender im Rat der Innenminister. (Zwischenrufe der Abgeordneten Gudenus, Jarolim und Wittmann.) Warum hat er sich während der Ratspräsidentschaft nicht bemüht, dort zu einer Änderung zu kommen? Das ist rechtsstaatliches Vorgehen. (Beifall bei NEOS, SPÖ und JETZT.)
Abg. Belakowitsch: Das ist unfassbar!
Es ist legitim – wie das Frau Abgeordnete Griss oder Frau Abgeordnete Gamon aktuell auch getan haben –, über einen wesentlichen Eckpfeiler der österreichischen Verfassung zu diskutieren, nämlich die Neutralität, sie infrage zu stellen und zu sagen, sie sei überholt. (Abg. Belakowitsch: Das ist unfassbar!) Es ist auch legitim, eine Volksabstimmung zur Abschaffung der Neutralität zu fordern. (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.) Wir werden alles dazu beitragen, dass die Neutralität für die österreichische Bevölkerung erhalten bleibt, um nie wieder in kriegerische Auseinandersetzungen hineingezogen zu werden. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Das ist es! – Abg. Schieder: Ja, genau! – Zwischenruf des Abg. Krist.
Was Sie tun – und genau das ist jetzt der entscheidende Punkt –, das ist das, was man durchaus als verwerflich empfinden muss: Man geht her und interpretiert Aussagen bewusst falsch. (Abg. Belakowitsch: Das ist es! – Abg. Schieder: Ja, genau! – Zwischenruf des Abg. Krist.) Es gibt eine Missinterpretation, es gibt eine bewusste Fehlinterpretation, und das mit böser Absicht. Das ist genau das Prinzip, das wir im letzten Wahlkampf vonseiten der SPÖ mit den Silberstein-Methoden kennengelernt haben. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Das ist genau das Prinzip von Herrn Silberstein, der auch bei den NEOS schon einmal als Berater tätig gewesen ist und von ihnen engagiert gewesen ist. Herr Leichtfried, das sind Methoden, aufgrund derer sich viele Bürger angewidert abwenden.
Abg. Belakowitsch: Was ist daran skandalös? – Ruf bei der FPÖ: Dürfen sie das nicht?
Was ich aber noch viel skandalöser finde, ist, dass sich hier einige ÖVP-Abgeordnete herstellen und nicht nur (Abg. Belakowitsch: Was ist daran skandalös? – Ruf bei der FPÖ: Dürfen sie das nicht?) – hören Sie zu! – Kickls Verhalten verharmlosen, schönreden, sondern im Grunde genommen Kickls Verhalten auch recht geben (Beifall des Abg. Rosenkranz – Abg. Belakowitsch: Er hat ja auch recht! – Abg. Lausch: Was stimmt daran nicht? – Ruf bei der FPÖ: ... Meinungsfreiheit!), denn wie anders soll ich es verstehen, wenn Sie auf der einen Seite sagen, die Europäische Menschenrechtskonvention darf man nicht infrage stellen, aber gleichzeitig wieder die gleichen Argumente bringen, die der Herr Innenminister gebracht hat? (Abg. Kitzmüller: Wahlen verlieren ist schlimm, Frau Kollegin! – Abg. Rosenkranz: Richtige Argumente bringen!)
Beifall des Abg. Rosenkranz – Abg. Belakowitsch: Er hat ja auch recht! – Abg. Lausch: Was stimmt daran nicht? – Ruf bei der FPÖ: ... Meinungsfreiheit!
Was ich aber noch viel skandalöser finde, ist, dass sich hier einige ÖVP-Abgeordnete herstellen und nicht nur (Abg. Belakowitsch: Was ist daran skandalös? – Ruf bei der FPÖ: Dürfen sie das nicht?) – hören Sie zu! – Kickls Verhalten verharmlosen, schönreden, sondern im Grunde genommen Kickls Verhalten auch recht geben (Beifall des Abg. Rosenkranz – Abg. Belakowitsch: Er hat ja auch recht! – Abg. Lausch: Was stimmt daran nicht? – Ruf bei der FPÖ: ... Meinungsfreiheit!), denn wie anders soll ich es verstehen, wenn Sie auf der einen Seite sagen, die Europäische Menschenrechtskonvention darf man nicht infrage stellen, aber gleichzeitig wieder die gleichen Argumente bringen, die der Herr Innenminister gebracht hat? (Abg. Kitzmüller: Wahlen verlieren ist schlimm, Frau Kollegin! – Abg. Rosenkranz: Richtige Argumente bringen!)
Abg. Belakowitsch: Das stellt ja kein Mensch infrage!
vention ist nach zwei Weltkriegen entstanden, als es auf dem europäischen Kontinent Millionen Tote gab (Abg. Hauser: Wenn Sie schreien, werden die Argumente auch nicht besser!), als es Vertreibung gab, als es die systematische Vernichtung von Millionen Menschen auf europäischem Boden gegeben hat. (Abg. Belakowitsch: Das stellt ja kein Mensch infrage!) Aus dieser Geschichte heraus ist die Europäische Menschenrechtskonvention entstanden. In der Europäischen Menschenrechtskonvention stehen das Recht auf Leben, die unabhängigen Gerichte, das Recht auf freie Meinungsäußerung. Das betrifft uns doch genauso! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das bestimmen Sie?
Vielleicht haben Sie es schon vergessen: Es war ungefähr vor einem Jahr, als der Innenminister gesagt hat, er möchte Menschen in Österreich „konzentriert an einem Ort halten“. – Vor dem Hintergrund unserer Geschichte sagt er so etwas! (Abg. Steger: Und daran sieht man doch, dass Sie alles missinterpretieren! Das ist ein gutes Beispiel!) Daran sieht man doch, dass es nicht um nur eine Aussage geht, das ist doch eine Aneinanderreihung von vielen dieser demokratiefeindlichen Aussagen, die eines Innenministers nicht würdig sind. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das bestimmen Sie?)
Abg. Rosenkranz: Das tut er! – Abg. Belakowitsch: Ja!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, der Innenminister dieser Republik ist nicht irgendwer. (Abg. Rosenkranz: Das ist Herbert Kickl!) Er ist der höchste, der oberste Chef der Exekutive in Österreich (Abg. Gudenus: Sapperlot!), er ist der oberste Sicherheitschef. (Abg. Bösch: Richtig erkannt!) In dieser Funktion muss er sehr viel Verantwortung übernehmen und er hat sehr viel Macht. (Abg. Gudenus: Um auch Sie zu schützen!) Und genau weil er so viel Macht hat, hat er sich gefälligst an die österreichische Bundesverfassung und an die österreichischen Gesetze zu halten (Abg. Rosenkranz: Das tut er! – Abg. Belakowitsch: Ja!), so wie jeder österreichische Bürger und jede österreichische Bürgerin auch. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gudenus: Das macht die SPÖ Wien auch!)
Abg. Belakowitsch: Doch, das hat er schon gemacht!
Herr Kollege Rosenkranz, was der Innenminister gemacht hat, war eben nicht das. (Abg. Belakowitsch: Doch, das hat er schon gemacht!) Er hat gesagt, der Rechtsstaat steht sich selbst im Wege, und es gibt einen massiven Unterschied zwischen dem, ob man politisch darüber diskutiert, dass man die Statusrichtlinie ändert, oder ob man sagt, dass sich der Rechtsstaat selbst im Wege steht. Das sollten gerade Sie als Jurist eigentlich auch verstehen. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Rosenkranz: Und Sie sollten richtig zitieren! Das ist immer das Problem!) – Ich schreibe leider Gottes nicht alle Zitate des Innenministers mit und nehme sie hier mit nach vorne, das ist auch nicht notwendig. (Abg. Rosenkranz: Nein, nein, da braucht man nur beim ORF ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Stimmt ja auch!
Herr Kollege Schellhorn hat behauptet, dass ich ihn der Korruption verdächtigt habe. (Abg. Belakowitsch: Stimmt ja auch!) Ich berichtige tatsächlich: Ich habe ihn nicht der Korruption verdächtigt. Ich habe (Zwischenruf des Abg. Rädler) – hören Sie mir zu! – die Frage gestellt, ob er in diesem von mir genannten Unternehmen eine Rolle spielt. Sollte aber bei Herrn Kollegen Schellhorn der Eindruck entstanden sein, dass ich ihn der Korruption (Abg. Rädler: Rolle rückwärts!) – lassen Sie mich bitte ausreden! – verdächtigt habe, so möchte ich anfügen, dass das nicht meine Absicht war, und stehe auch nicht an, mich dafür zu entschuldigen. – Vielen Dank. (Beifall bei JETZT, ÖVP und NEOS.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollege Kassegger hat heute gesagt, er verstehe einfach nicht, wieso wir da nicht mitgehen können und warum wir die Energiewende nicht vollziehen wollen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.) – Nein, Herr Kollege Kassegger, das kann ich nicht auf mir sitzen lassen, denn wir sind diejenigen, die eine wirkliche Energiewende wollen, nämlich als Antwort auf die Klimakrise. (Ruf bei der FPÖ: Ja, genau! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Kassegger – Abg. Belakowitsch: Nur wenn Sie es nicht wissen ...!
Es ist nicht nur so, dass Sie von der ÖVP einzelne Gruppen fördern, sondern die Spitze des Eisbergs ist in Wirklichkeit, dass uns heute ein Antrag vorliegt, in dem weder steht, wie die Tarife geregelt sind, noch eine Kostendeckelung enthalten ist, es liegen uns weder Berechnungen noch Folgenabschätzungen vor. Wir wissen nicht wohin die Förderungen fließen, in welche Anlagen, ob es effiziente oder ineffiziente Anlagen sind, ob sie stromgeführt oder wärmegeführt sind. Wir wissen nicht, welche Tarife die Anlagen bekommen. Das heißt, wir wissen eigentlich gar nichts (Zwischenruf des Abg. Kassegger – Abg. Belakowitsch: Nur wenn Sie es nicht wissen ...!), außer dass die ÖVP mit den Beiträgen der Stromkunden und Stromkundinnen über Hunderte Millionen Euro intransparent an irgendwen verteilen möchte. Das ist das Einzige, das wir wissen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: O ja, genau deswegen!
Die richtige Antwort war natürlich, dass es zusätzliche Qualifizierungsmaßnahmen gegeben hat. Das Konjunkturpaket der damaligen Regierung hat sehr gut gegriffen, ebenso die 2017 initiierte Aktion 20 000 als Chance für Langzeitarbeitslose. Leider hat die türkis-blaue Regierung diese Aktion nicht verlängert, und das bedeutet, sie steht nicht auf der Seite der Menschen, die fit für neue Jobs gemacht werden sollen. (Abg. Belakowitsch: O ja, genau deswegen!)
Abg. Belakowitsch: Könnten Sie zum Bericht reden? 2011 bis 2015?
Mangelberufsliste macht. (Abg. Belakowitsch: Könnten Sie zum Bericht reden? 2011 bis 2015?) Seitens der Regierung ist es sogar im Bereich der Lohn- und Gehaltsverrechnung wichtig, am österreichischen Arbeitsmarkt für ausländische Konkurrenz zu sorgen. Erklären Sie mir, warum Österreich unter www.migration.gv.at im Ausland auf der Suche nach LohnverrechnerInnen ist! Diese Menschen haben sich noch nie mit den ASVG-Beiträgen beschäftigt, Beiträge berechnet. Österreichische Arbeitslose könnte man sehr gut in diesem Bereich umqualifizieren und schulen. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Holzinger-Vogtenhuber. – Abg. Belakowitsch: Offensichtlich gibt es keine Lohnverrechner!)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Holzinger-Vogtenhuber. – Abg. Belakowitsch: Offensichtlich gibt es keine Lohnverrechner!
Mangelberufsliste macht. (Abg. Belakowitsch: Könnten Sie zum Bericht reden? 2011 bis 2015?) Seitens der Regierung ist es sogar im Bereich der Lohn- und Gehaltsverrechnung wichtig, am österreichischen Arbeitsmarkt für ausländische Konkurrenz zu sorgen. Erklären Sie mir, warum Österreich unter www.migration.gv.at im Ausland auf der Suche nach LohnverrechnerInnen ist! Diese Menschen haben sich noch nie mit den ASVG-Beiträgen beschäftigt, Beiträge berechnet. Österreichische Arbeitslose könnte man sehr gut in diesem Bereich umqualifizieren und schulen. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Holzinger-Vogtenhuber. – Abg. Belakowitsch: Offensichtlich gibt es keine Lohnverrechner!)
Abg. Belakowitsch: Fällt Ihnen auf, dass Sie sich selbst widersprechen?
Mein Appell an die Bundesregierung ist, dass sie die geplanten Qualifizierungsmaßnahmen fortsetzt und verstärkt und die Jobsuchenden fit macht. Jetzt haben wir Hochkonjunktur, die Konjunktur läuft gut und da ist es wichtig, das zu tun (Abg. Belakowitsch: Fällt Ihnen auf, dass Sie sich selbst widersprechen?), denn wenn die Konjunktur wieder zurückgeht, denke ich, ist eine bessere Qualifizierungsmaßnahme wichtig, um die Jobsuchenden besser zu unterstützen. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Neubauer
Die Wirtschaft verlangt nach umfangreichen Maßnahmen in der Orientierung und in der Qualifizierung (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Neubauer), diese wiederum werden immer aufwendiger, komplexer, aber auch teurer. Nehmen wir nur als Beispiel den Bereich der Digitalisierung. Wie toll der Wandel für viele Menschen in unserem Land auch sein mag, man darf nicht darauf vergessen, dass es Menschen gibt, die an diesem Weg leider nicht teilhaben können.
Abg. Belakowitsch: Es geht um 2012 bis 2016!
Wo finden die künftig ihren Platz im Arbeitsleben? – Das alles sind Fragen, auf die die FPÖ-Ministerin keine Antworten geben kann. (Abg. Belakowitsch: Es geht um 2012 bis 2016!) Um diese Fragen zu beantworten, braucht es aber Experten. Diese Experten finden sich im AMS wieder: Das sind die Sozialpartner. Das passt Ihnen von der FPÖ und von der ÖVP nicht, das entspricht nämlich auch nicht dem freiheitlichen machtpolitischen Weg, der lautet: Partei rein und Wissen raus aus allen Gremien! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Sind Sie sicher? Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?
Die Sozialpartner und somit Wissen, Erfahrung und Kompetenz im AMS zu haben (Ruf bei der FPÖ: Aufpassen, dass Sie beim Vorlesen keine Zeile überspringen!), hat dazu geführt, dass in einem internationalen Ranking aller Arbeitsmarktagenturen das AMS Österreich an der Spitze ist und dass das AMS dadurch, dass die Sozialpartner einen anderen Blickwinkel einbringen, auch befähigt wurde, dass es noch bessere Arbeit macht. (Abg. Belakowitsch: Sind Sie sicher? Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?) Das, was Sie vorhaben, nämlich die Sozialpartner hinauszudrängen, was die FPÖ mit dieser Ministerin vorhat, kommt dieser FPÖ-Machtpolitik nach und entspricht de facto eigentlich nur einer Zwangsenteignung der ArbeitnehmerInnen in dem Land, die dafür einzahlen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Einen Satz zum Bericht vielleicht?
Geschätzte Damen und Herren von der FPÖ, ich darf Ihnen nur eines sagen: Sozialkompetenz, wie sie die BeraterInnen im AMS tagtäglich unseren arbeitssuchenden Menschen gegenüber einbringen, lässt sich nicht programmieren und nicht von Computern machen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Einen Satz zum Bericht vielleicht?)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Welche Lösung hätte ich für die Ministerin? – Sie sollte sich vielleicht ganz einfach einmal zum AMS in den Wartebereich begeben, sie sollte sich hinsetzen, sollte vielleicht nicht reden, sondern einfach nur zuhören (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), dann wüsste sie, welche Probleme die Menschen in unserem Land haben, und dann würde sie vielleicht auch wissen, wie man Arbeitsmarktpolitik gestalten könnte. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Krainer: Das Niveau von FPÖ-Zwischenrufen ist erschreckend! – Abg. Belakowitsch: Das Niveau der Reden ist erschreckend!
Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Hauser gemeldet. – Bitte schön, Herr Abgeordneter. (Abg. Krainer: Das Niveau von FPÖ-Zwischenrufen ist erschreckend! – Abg. Belakowitsch: Das Niveau der Reden ist erschreckend!)
Abg. Belakowitsch: Bei der letzten Regierung war es auch so!
Wir haben das seitens der SPÖ gemacht – wir tun uns in diesem Bereich ein bisschen leichter –, wir haben ein umfassendes Pflegekonzept vorgelegt, in dem wir eine Pflegeleistungsgarantie haben wollen, in dem es um die Absicherung der Pflege für die Zukunft geht. Da liegt auch einiges am Tisch. Bei der Bundesregierung warten wir leider noch, da sind bisher leider auch nur Worte und heiße Luft produziert worden. (Abg. Belakowitsch: Bei der letzten Regierung war es auch so!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Jetzt wäre aber ein Danke fällig!
Wir freuen uns aber, wenn man die Anregungen aus diesem kritischen Rechnungshofbericht aufnimmt, auch die Debatte hier im Hohen Haus aufnimmt, um für die älteren Menschen und jene Menschen, die Pflege brauchen, in diesem Land eine bestmögliche Pflege zur Verfügung zu stellen. Es geht vor allem auch darum, für die Menschen, die Tag für Tag im Bereich der Pflege und der Betreuung für die Menschen da sind, das bestmögliche Arbeitsumfeld zu schaffen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Jetzt wäre aber ein Danke fällig!)
Abg. Belakowitsch: Wieso nicht? – Abg. Hauser: Na geh!
Abgeordneter Philip Kucher (SPÖ): Herr Präsident! Frau Rechnungshofpräsidentin! Ich wollte mich eigentlich nicht noch einmal zu diesem Tagesordnungspunkt zu Wort melden, aber Frau Kollegin Belakowitsch, ein paar Dinge, kann man, glaube ich, nicht so stehen lassen. (Abg. Belakowitsch: Wieso nicht? – Abg. Hauser: Na geh!)
Abg. Belakowitsch: Was reden Sie da?
Dann findet man sich plötzlich in einer Koalition mit der ÖVP wieder, in der man sagt: Da ist Arbeitsmarktpolitik ohnehin völlig unnütz, weil es die Eigenverantwortung gibt und jeder schauen soll, wo er bleibt und wie er im Leben irgendwie weiterkommt. (Abg. Belakowitsch: Was reden Sie da?) Das ist ja das Schwierige, und deshalb verstehe ich es, dass Sie eher in der Vergangenheit leben wollen. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ja, sag einmal, lest ihr keine Rechnungshofberichte?)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ja, sag einmal, lest ihr keine Rechnungshofberichte?
Dann findet man sich plötzlich in einer Koalition mit der ÖVP wieder, in der man sagt: Da ist Arbeitsmarktpolitik ohnehin völlig unnütz, weil es die Eigenverantwortung gibt und jeder schauen soll, wo er bleibt und wie er im Leben irgendwie weiterkommt. (Abg. Belakowitsch: Was reden Sie da?) Das ist ja das Schwierige, und deshalb verstehe ich es, dass Sie eher in der Vergangenheit leben wollen. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ja, sag einmal, lest ihr keine Rechnungshofberichte?)
Abg. Belakowitsch: Was hat das mit dem Rechnungshofbericht zu tun?
Ich persönlich kann Ihnen so viele Beispiele von Menschen aufzählen, die einem wirklich voller Verzweiflung sagen: Philip, ich habe COPD diagnostiziert gekriegt, ich bin jetzt Mitte 50, wo soll ich denn einen Job finden? – Es gibt durchaus auch junge Menschen, die ein schweres Herzleiden haben, zu denen gesagt wird: Du kannst irgendwo in einem Wartehäuschen auf einem Parkplatz arbeiten, eine sitzende Tätigkeit machen. (Abg. Belakowitsch: Was hat das mit dem Rechnungshofbericht zu tun?) Es gibt doch ganz viele Menschen, die keinen Job finden. Das kann doch nicht sein, dass wir all diese Schicksale nicht kennen. Jeder von uns, davon bin ich überzeugt, kennt diese Menschen. Die Antwort der jetzigen Bundesregierung ist: Wir streichen das alles! – Was ist denn das für ein Zugang? Was ist denn das für ein Zugang? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das ist eine Themenverfehlung!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das ist eine Themenverfehlung!
Ich persönlich kann Ihnen so viele Beispiele von Menschen aufzählen, die einem wirklich voller Verzweiflung sagen: Philip, ich habe COPD diagnostiziert gekriegt, ich bin jetzt Mitte 50, wo soll ich denn einen Job finden? – Es gibt durchaus auch junge Menschen, die ein schweres Herzleiden haben, zu denen gesagt wird: Du kannst irgendwo in einem Wartehäuschen auf einem Parkplatz arbeiten, eine sitzende Tätigkeit machen. (Abg. Belakowitsch: Was hat das mit dem Rechnungshofbericht zu tun?) Es gibt doch ganz viele Menschen, die keinen Job finden. Das kann doch nicht sein, dass wir all diese Schicksale nicht kennen. Jeder von uns, davon bin ich überzeugt, kennt diese Menschen. Die Antwort der jetzigen Bundesregierung ist: Wir streichen das alles! – Was ist denn das für ein Zugang? Was ist denn das für ein Zugang? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das ist eine Themenverfehlung!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das hat jetzt irgendwie nicht zum Thema gepasst! – Abg. Wöginger: Das rettet den Tag auch nicht mehr!
Die Leute, die es echt schwer haben, die keinen Job finden, denen sagt ihr: Schaut auf euch! Schaut, wo ihr bleibt! – Das ist die Eigenverantwortung der ÖVP. Das ist der neue Weg der Freiheitlichen Partei, das ist eigentlich in Wahrheit asozial. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das hat jetzt irgendwie nicht zum Thema gepasst! – Abg. Wöginger: Das rettet den Tag auch nicht mehr!)
Sitzung Nr. 63
Abg. Gudenus: Seriöses Blatt! – Abg. Belakowitsch: Das ist wirklich das seriöseste Blatt!
Geschätzte Damen und Herren! Wir haben ein gemeinsames Ziel. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Das gemeinsame Ziel ist, Menschenleben zu retten. Das gemeinsame Ziel ist aber auch, ehrlich zu sein. Und wenn eine österreichische Zeitung schreibt (die aktuelle Ausgabe des „Falter“ in die Höhe haltend, auf deren Titelblatt unter der Überschrift „Der Heuchler“ Bundesminister Hofer abgebildet ist), dass es eine Besprechung mit der Industrie- und der Frächterlobby gegeben hat, bei der schon ausgeredet worden ist, was kommt, bevor dieser Gipfel stattgefunden hat, dann würde mich interessieren, ob das stimmt, Herr Minister (Abg. Gudenus: Seriöses Blatt! – Abg. Belakowitsch: Das ist wirklich das seriöseste Blatt!), denn wir müssen uns ehrlich darum kümmern, dass auf Österreichs Straßen weniger Menschen sterben.
Abg. Belakowitsch: Sagt die Chefin ...!
Ich möchte eines vorweg sagen: Die Äußerung, dass Sie persönlich für den Tod jedes weiteren verunfallten Kindes verantwortlich sind, ist unter jeglicher - - Sau sagt man nicht (Abg. Rosenkranz: Unter jeder Kritik!); also ich finde es nicht okay, wirklich nicht okay. Es kam übrigens nicht aus diesem Haus, glaube ich, aber ich muss wirklich sagen: Das tut man nicht. Die Frage, inwieweit Sie da vor einer Lobby eingeknickt sind, müssen Sie sich allerdings gefallen lassen, denn solange Sie – und ich sage das jetzt sehr vornehm (Abg. Belakowitsch: Sagt die Chefin ...!) – die Wahlkampfkosten und Ihre Spender nicht offenlegen, bleibt diese Frage im Raum stehen. – Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten von JETZT. – Abg. Meinl-Reisinger – auf dem Weg zu ihrem Sitzplatz in Richtung Abg. Belakowitsch –: Alles transparent, Frau Kollegin!)
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten von JETZT. – Abg. Meinl-Reisinger – auf dem Weg zu ihrem Sitzplatz in Richtung Abg. Belakowitsch –: Alles transparent, Frau Kollegin!
Ich möchte eines vorweg sagen: Die Äußerung, dass Sie persönlich für den Tod jedes weiteren verunfallten Kindes verantwortlich sind, ist unter jeglicher - - Sau sagt man nicht (Abg. Rosenkranz: Unter jeder Kritik!); also ich finde es nicht okay, wirklich nicht okay. Es kam übrigens nicht aus diesem Haus, glaube ich, aber ich muss wirklich sagen: Das tut man nicht. Die Frage, inwieweit Sie da vor einer Lobby eingeknickt sind, müssen Sie sich allerdings gefallen lassen, denn solange Sie – und ich sage das jetzt sehr vornehm (Abg. Belakowitsch: Sagt die Chefin ...!) – die Wahlkampfkosten und Ihre Spender nicht offenlegen, bleibt diese Frage im Raum stehen. – Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten von JETZT. – Abg. Meinl-Reisinger – auf dem Weg zu ihrem Sitzplatz in Richtung Abg. Belakowitsch –: Alles transparent, Frau Kollegin!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Sind Sie glaubwürdig?
Jetzt haben wir eine Trendumkehr erlebt; ich sage das sehr deutlich. Man geht mit Risiko im Straßenverkehr anders um. Da fällt dem Minister ein, das Risiko zu minimieren, indem er auf der Autobahn 140 km/h zulässt. Ist das glaubwürdig? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Sind Sie glaubwürdig?) Da fällt dem Minister ein, das Risiko zu minimieren, indem er die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von Lkws erhöht; auch in der Nacht. Ist das glaubwürdig? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Deimek: Wie glaubwürdig sind rote Verkehrsminister ...?) Da fällt dem Verkehrsminister ein, Rechtsabbiegen bei Rot zu erlauben. Ganz ehrlich: Ist das im Sinne von Risikominimierung glaubwürdig? – Ich glaube nicht. (Abg. Höbart: Wenn ein Sozialdemokrat von Glaubwürdigkeit spricht, ist das die Quadratur des Kreises!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger.
Wo kann man das nachlesen? – Auf Twitter. Da gibt es einen super Account, der heißt „Led By Donkeys @ByDonkeys“, das heißt angeführt von Eseln, und der sammelt Aussagen britischer Politiker im Vorfeld des Brexit-Votums, packt diese auf riesige Plakate und stellt sie in London hin, wie zum Beispiel jene von Boris Johnson, der gesagt hat: Es gibt keinen Plan für keinen Deal, weil wir einen großartigen Deal bekommen werden!, oder Michael Gove, der gesagt hat: Am Tag, nachdem wir für einen Austritt gestimmt haben, werden wir alle Karten in der Hand haben und den Weg wählen können, den wir wollen!, oder John Redwood, der gesagt hat: Aus der EU rauszukommen kann schnell und einfach sein – Großbritannien hat die besten Karten in jeder Verhandlung! (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger.)
Abg. Belakowitsch: Aber jedes Jahr eine Ersparnis von 30 Millionen!
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Ja, jetzt muss ein Foto auf diese e-card – komme, was wolle! (Ruf bei der FPÖ: Sehr gut! – Abg. Rauch: Eine gute Maßnahme!) 2017, als in diesem Haus mit großer Mehrheit der Pflegeregress abgeschafft worden ist, wollte man mit dieser Maßnahme die Kosten des Pflegeregresses hereinbekommen. Dass sich das nicht ausgeht, kann man mit freiem Auge erkennen. Das hat damals auch schon jeder gewusst, der sich auch nur ein bisschen oberflächlich mit der Materie befasst hat. Jetzt wird einmal nichts hereingespielt, es werden keine Kosten hereingebracht, sondern zuerst wird einmal Geld ausgegeben: In den ersten fünf Jahren kostet das Projekt 32,5 Millionen Euro. (Abg. Belakowitsch: Aber jedes Jahr eine Ersparnis von 30 Millionen!)
Abg. Belakowitsch: Dann fragt halt den Sozialminister, der das beantwortet hat!
ein Salat, wenn die das nicht in die Anfragebeantwortung hineinbekommen. (Abg. Belakowitsch: Dann fragt halt den Sozialminister, der das beantwortet hat!) Ich fürchte eher, dass Sie etwas erfinden. Und wenn Sie sagen, in der Ambulanz kann der Österreicher sehen, was dort für Betrug stattfindet, dann frage ich mich, was er dort sehen kann. Ich glaube, Sie arbeiten hier mit Ressentiments, denn was er in der Ambulanz sieht, sind vielleicht Menschen, die ausschauen, als ob sie von woanders herkommen, sonst sieht der Patient dort nämlich gar nichts. (Beifall bei den NEOS. – Ruf bei den NEOS: Genauso ist es!)
Abg. Belakowitsch: Weil wir für die Bevölkerung arbeiten!
Sie aber haben sich für eine alte Technologie, für die höheren Kosten und für die Verschwendung von Steuergeld entschieden. Warum macht eine Regierung das?, fragen sich die Zuschauer. (Abg. Belakowitsch: Weil wir für die Bevölkerung arbeiten!) Warum entscheiden die sich so schlecht? – Weil es gut klingt, weil es die Leute hören
Abg. Belakowitsch: Das wurde behauptet! Wir wissen ja nicht, ob es stimmt!
Gemäß der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage aus dem Jahr 2017 gab es im Zeitraum zwischen 2014 und 2016, das heißt innerhalb dieser drei Jahre, 812 bestätigte oder vermutete e-card-Missbrauchsfälle (Abg. Belakowitsch: Das wurde behauptet! Wir wissen ja nicht, ob es stimmt!) – in drei Jahren 812 Fälle! (Abg. Gödl: Die Missbräuche melden sich nicht selber!)
Abg. Belakowitsch: Stöger! – Abg. Neubauer – auf die Rednerin weisend –: Da war sie noch in der SPÖ! – Abg. Belakowitsch: Das war Ihr Parteifreund!
Kollege Gödl, die Missbräuche melden sich nicht selber – was ist das für eine Herangehensweise? – Das sind die Auskünfte Ihres Ministeriums! (Abg. Belakowitsch: Stöger! – Abg. Neubauer – auf die Rednerin weisend –: Da war sie noch in der SPÖ! – Abg. Belakowitsch: Das war Ihr Parteifreund!)
Abg. Belakowitsch: Haben Sie da die illegale Weitergabe auch mitgerechnet? Haben Sie die illegale Weitergabe eingerechnet, nämlich das, was der wirkliche Missbrauch ist? Das haben Sie nicht gemacht!
Jetzt möchte ich diese Rechnung, die Sie hier angestellt haben, weiterführen: 812 Fälle – laut Auskunft aus dem Jahr 2017 – innerhalb von drei Jahren. Multipliziere ich jetzt diese 812 Fälle mit der von der Wiener Gebietskrankenkasse angegebenen durchschnittlichen Schadenssumme von 300 Euro pro Fall, dann komme ich für diese drei Jahre auf 250 000 Euro Schaden – und wenn ich jetzt noch alle Dunkelziffern und alle Eventualitäten mit einrechne, sagen wir (Abg. Wurm: Mal hundert!) 300 000 Euro Schaden in drei Jahren (Abg. Wurm: Mal hundert!), dann sind das 100 000 Euro pro Jahr. (Abg. Belakowitsch: Haben Sie da die illegale Weitergabe auch mitgerechnet? Haben Sie die illegale Weitergabe eingerechnet, nämlich das, was der wirkliche Missbrauch ist? Das haben Sie nicht gemacht!)
Abg. Belakowitsch: Das behaupten Sie!
Was Sie machen, ist, durch die unglaublich vielen bürokratischen Maßnahmen, die mit der Einführung dieser Maßnahme einhergehen, Kosten in Höhe von 32,5 Millionen Euro zu verursachen. Schadenssumme pro Jahr 100 000 Euro (Abg. Belakowitsch: Das behaupten Sie!) – das sind die Zahlen, die wir bisher von den Gebietskrankenkassen und von den Ministerien wissen (Abg. Belakowitsch: Das behaupten Sie!) –, und auf der anderen Seite stehen Kosten in der Höhe von 32,5 Millionen Euro.
Abg. Belakowitsch: Das behaupten Sie!
Was Sie machen, ist, durch die unglaublich vielen bürokratischen Maßnahmen, die mit der Einführung dieser Maßnahme einhergehen, Kosten in Höhe von 32,5 Millionen Euro zu verursachen. Schadenssumme pro Jahr 100 000 Euro (Abg. Belakowitsch: Das behaupten Sie!) – das sind die Zahlen, die wir bisher von den Gebietskrankenkassen und von den Ministerien wissen (Abg. Belakowitsch: Das behaupten Sie!) –, und auf der anderen Seite stehen Kosten in der Höhe von 32,5 Millionen Euro.
Abg. Belakowitsch: Sie schützen Missbräuche!
Was die Regierung da vorschlägt und dem Parlament vorlegt, ist meinem Empfinden nach nichts anderes als das Verbrennen von wirklich viel Geld auf einem Haufen. (Abg. Belakowitsch: Sie schützen Missbräuche!) Es wäre so viel wichtiger, diese Mittel in die Hand zu nehmen, den Sozialversicherungen zu geben und damit eine Leistungsharmonisierung nach oben zu ermöglichen, denn das wäre mit diesen 30 Millionen Euro sehr wohl im Sinne der sozialversicherten Menschen möglich.
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Muchitsch. – Heiterkeit der Abgeordneten Wurm und Belakowitsch.
Sie wissen ganz genau, Herr Kollege Muchitsch, dass das eine freiwillige Leistung der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse ist, dass die Selbstverwaltung der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse das entschieden hat. Ich frage mich schon – und ich bitte Sie auch, sich diese Frage zu stellen –: Warum wählen sie jetzt diesen Zeitpunkt? – Nur, damit sie der Regierung etwas vorwerfen können. (Zwischenruf des Abg. Muchitsch.) Ich garantiere, dass das, wenn die Sozialversicherung fusioniert ist, nicht der Fall ist. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Muchitsch. – Heiterkeit der Abgeordneten Wurm und Belakowitsch.)
Zwischenrufe der Abg. Belakowitsch – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Pakttreu zu sein und etwas mitzubeschließen geht dann, wenn man vorher anständig darüber verhandelt, wenn Gesetzentwürfe in Begutachtung gehen. Das war nicht der Fall. Wir haben in der letzten Sozialausschusssitzung zu drei Themen recht heftig diskutiert. Das war zum einen das Foto auf der e-card, zum anderen Ihre Karfreitags-Halbtags-Murksregelung, die jetzt in Wahrheit bedeutet, dass den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein Urlaubstag geraubt wird (Zwischenrufe der Abg. Belakowitsch – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), und das Dritte war ein Rechtsanspruch auf einen Papamonat. Gestern ging es auch um das NichtraucherInnenschutz-Volksbegehren. Dazu kann ich nur so viel sagen: im Liegen umfallen, Herr Kollege Neubauer. Gestern war aber auch das Frauenvolksbegehren ein Thema. In vier Stunden haben wir im Stakkato einige Themen besprochen, Bekenntnisse abgelegt, aber es war im Sozialausschuss nicht möglich, diesen vierwöchigen Rechtsanspruch nach der Geburt für Väter durchzubringen und mit Ihnen – von wegen Pakttreue – gut zu diskutieren.
Abg. Belakowitsch: Sie war ja gar nicht dabei, bei den Verhandlungen!
Abgeordnete Mag. Verena Nussbaum (SPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Bundesministerin! Liebe Zuseher vor den Bildschirmen! Ich möchte vorab in Erinnerung rufen, warum wir im Jahr 2017 die Zustimmung zum Foto auf der e-card gegeben haben (Abg. Belakowitsch: Sie war ja gar nicht dabei, bei den Verhandlungen!): Das war ein Kompromiss im Zuge der Abschaffung des Pflegeregresses. Uns war es sehr wichtig, dass in Österreich der Pflegeregress abgeschafft wird; das war es uns wert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das war ja in der Steiermark ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das war ja in der Steiermark ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordnete Mag. Verena Nussbaum (SPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Bundesministerin! Liebe Zuseher vor den Bildschirmen! Ich möchte vorab in Erinnerung rufen, warum wir im Jahr 2017 die Zustimmung zum Foto auf der e-card gegeben haben (Abg. Belakowitsch: Sie war ja gar nicht dabei, bei den Verhandlungen!): Das war ein Kompromiss im Zuge der Abschaffung des Pflegeregresses. Uns war es sehr wichtig, dass in Österreich der Pflegeregress abgeschafft wird; das war es uns wert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das war ja in der Steiermark ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Das hat der Kollege Muchitsch auch gesagt, 2017!
Immer, wenn es um das Thema e-card geht, sprechen Sie, meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, davon, dass mit dem Foto auf der e-card der Missbrauch im Sozialsystem verhindert werden soll. (Abg. Belakowitsch: Das hat der Kollege Muchitsch auch gesagt, 2017!) Ich möchte Ihnen jedoch sagen: Richtig ist erstens, dass bei Verlust und Diebstahl der e-card diese sofort gesperrt wird und nicht mehr verwendet werden kann. (Beifall bei der SPÖ.) Zweitens, alle Ärztinnen und Ärzte in Österreich sind dazu verpflichtet, zusätzlich zur e-card einen Lichtbildausweis zu verlangen. Anscheinend vertrauen Sie den Ärztinnen und Ärzten nicht. Drittens, der Missbrauch, von dem Sie immer sprechen, macht weniger als 100 000 Euro im Jahr aus (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Zarits), das sind 0,0002 Prozent der gesamten Aufwendungen der Sozialversicherung. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Zarits
Immer, wenn es um das Thema e-card geht, sprechen Sie, meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, davon, dass mit dem Foto auf der e-card der Missbrauch im Sozialsystem verhindert werden soll. (Abg. Belakowitsch: Das hat der Kollege Muchitsch auch gesagt, 2017!) Ich möchte Ihnen jedoch sagen: Richtig ist erstens, dass bei Verlust und Diebstahl der e-card diese sofort gesperrt wird und nicht mehr verwendet werden kann. (Beifall bei der SPÖ.) Zweitens, alle Ärztinnen und Ärzte in Österreich sind dazu verpflichtet, zusätzlich zur e-card einen Lichtbildausweis zu verlangen. Anscheinend vertrauen Sie den Ärztinnen und Ärzten nicht. Drittens, der Missbrauch, von dem Sie immer sprechen, macht weniger als 100 000 Euro im Jahr aus (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Zarits), das sind 0,0002 Prozent der gesamten Aufwendungen der Sozialversicherung. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf: Du kennst die Geschäftsordnung ...! – Abg. Belakowitsch: Die Zeit läuft! – Abg. Wöginger: Was hat er denn falsch gesagt?
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Herr Abgeordneter Hörl, du trittst hier ans Rednerpult und verbreitest Dinge, die erstens nichts mit dem Tagesordnungspunkt zu tun haben und zweitens falsche - - (Abg. Zanger: Wie redest du? Ist das eine Berichtigung?) – Ich berichtige. Regt euch nicht so auf! (Ruf: Du kennst die Geschäftsordnung ...! – Abg. Belakowitsch: Die Zeit läuft! – Abg. Wöginger: Was hat er denn falsch gesagt?) – Ruhig, ruhig.
Abg. Belakowitsch: Wirklich?
Abgeordneter Alois Stöger, diplômé (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren Zuseherinnen und Zuseher! Offenbar ist es notwendig, die Regierungsparteien daran zu erinnern, dass es in Österreich nicht nur Unternehmer gibt (Abg. Belakowitsch: Wirklich?), sondern auch Arbeitnehmer. (Abg. Belakowitsch: Bloß in der SPÖ nicht mehr, da gibt es nur mehr Funktionäre: Gewerkschaftsfunktionäre, Arbeiterkammerfunktionäre, Parteifunktionäre!) Man hat nämlich den Eindruck, dass immer nur die Interessen der Unternehmer vertreten werden und nie jene der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Abg. Belakowitsch: Bloß in der SPÖ nicht mehr, da gibt es nur mehr Funktionäre: Gewerkschaftsfunktionäre, Arbeiterkammerfunktionäre, Parteifunktionäre!
Abgeordneter Alois Stöger, diplômé (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren Zuseherinnen und Zuseher! Offenbar ist es notwendig, die Regierungsparteien daran zu erinnern, dass es in Österreich nicht nur Unternehmer gibt (Abg. Belakowitsch: Wirklich?), sondern auch Arbeitnehmer. (Abg. Belakowitsch: Bloß in der SPÖ nicht mehr, da gibt es nur mehr Funktionäre: Gewerkschaftsfunktionäre, Arbeiterkammerfunktionäre, Parteifunktionäre!) Man hat nämlich den Eindruck, dass immer nur die Interessen der Unternehmer vertreten werden und nie jene der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Abg. Belakowitsch: Von wann?
Ich muss sehr deutlich auf eines hinweisen – und das sage ich ganz bewusst Herrn Abgeordnetem Haubner, und ich sage es auch Herrn Abgeordnetem Karlheinz Kopf –: Mir liegt (eine Kopie eines Schriftstücks in die Höhe haltend) eine Sozialpartnervereinbarung vor (Abg. Belakowitsch: Von wann?) – aus dem Jahr 2017. Die Sozialpartner, nämlich die, die sich dort auskennen – Unternehmerinnen und Unternehmer,
Abg. Belakowitsch: Das ist aber schon alt!
Mittels des Sozial- und Weiterbildungsfonds war man in der Lage, über 20 000 Menschen in der Leiharbeit auszubilden, 500 von ihnen haben auch eine komplette Facharbeiterausbildung abgeschlossen. Genau diese Unternehmer, Herr Fachverbandsobmann Ing. Siegfried Frisch, Herr Fachverbandsgeschäftsführer Thomas Kirchner – das sind wahrscheinlich diejenigen, die sich in der Branche gut auskennen –, haben (neuerlich die Kopie eines Schriftstücks in die Höhe haltend) eine Vereinbarung unterschrieben (Abg. Belakowitsch: Das ist aber schon alt!), und die war die Basis für die Regelung des Gesetzgebers im Jahr 2017. (Abg. Belakowitsch: Wer war denn da Minister?)
Abg. Belakowitsch: Wer war denn da Minister?
Mittels des Sozial- und Weiterbildungsfonds war man in der Lage, über 20 000 Menschen in der Leiharbeit auszubilden, 500 von ihnen haben auch eine komplette Facharbeiterausbildung abgeschlossen. Genau diese Unternehmer, Herr Fachverbandsobmann Ing. Siegfried Frisch, Herr Fachverbandsgeschäftsführer Thomas Kirchner – das sind wahrscheinlich diejenigen, die sich in der Branche gut auskennen –, haben (neuerlich die Kopie eines Schriftstücks in die Höhe haltend) eine Vereinbarung unterschrieben (Abg. Belakowitsch: Das ist aber schon alt!), und die war die Basis für die Regelung des Gesetzgebers im Jahr 2017. (Abg. Belakowitsch: Wer war denn da Minister?)
Abg. Belakowitsch: Na, die Schattenregierung ist halt abgewählt, tut mir leid!
Ihr ändert das heute einseitig. Das wird jetzt beliebig. Ist es in Zukunft so, Herr Generalsekretär, dass alles, was man mit der Wirtschaftskammer ausmacht, dann im Parlament geändert wird? (Abg. Haubner: Das war ja ganz etwas anderes!) Gehen wir in diese Richtung, ist das so? Das (neuerlich die Kopie eines Schriftstücks in die Höhe haltend) war 2017 (Abg. Belakowitsch: Na, die Schattenregierung ist halt abgewählt, tut mir leid!), genau diese Regelung; bis heute hat es keine Verhandlung mit dem Vertragspartner gegeben. (Abg. Haubner: Nicht jammern, arbeiten! Nicht jammern, arbeiten!) Ist das die Vorgangsweise einer Kooperation und einer Zusammenarbeit? – Ich sehe das nicht so! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Tanja Graf.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Fragen Sie einen Mitarbeiter oder einen Unternehmer, ob es Sinn macht, in einem Unternehmen mehr als 10 Prozent der Beschäftigten in Zeitarbeit zu haben, dann wird Ihnen jeder denkende Unternehmer und jeder Arbeitnehmer sagen: 10 Prozent der Beschäftigten in Zeitarbeit ist genug, alles andere ist Umgehung! (Abg. Haubner: Freiheit! Freiheit der Entscheidung, Herr Kollege! Freiheit der Entscheidung!) – In diesem Sinn: Unterstützen Sie unsere Anträge! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Was sehen wir heute? Was sind die besten Lösungen für die Österreicherinnen und Österreicher, sehr geehrte Damen und Herren von ÖVP und FPÖ? – Tatsächlich die Streichung eines Feiertags für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesem Land! (Abg. Wöginger: Was streichen wir denn?) Das nennen Sie ernsthaft die besten Lösungen und Ergebnisse für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer? (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Explodiert!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Finanzminister Löger hat soeben behauptet, dass unter Bundeskanzler Kern im Jahr 2017 der Schuldenstand der Republik gestiegen wäre. Ich berichtige tatsächlich: Er ist im Jahr 2017 gesunken – gesunken! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Explodiert!)
Abg. Belakowitsch: Wo ist er überhaupt?
Herr Drozda, der Amtsvorgänger unseres Ministers Blümel, hat ja in vielen Ausschusssitzungen (Abg. Belakowitsch: Wo ist er überhaupt?) – das hat mir auch Jessi Lintl
Abg. Belakowitsch: Bei wem?!
Das, was Sie hier aber machen, ist Klassenkampf von oben (Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ), und Sie dürfen sich nicht wundern, dass es da immer weiter zu Verbitterungen kommt (Abg. Belakowitsch: Bei wem?!), über die Sie sich dann aufregen, selbst wenn sie in der freundlich-fairen Art und Weise des Kollegen Muchitsch kommen, der eh immer nur darum bittet, doch mit ihm zu sprechen. Das tun Sie aber nicht. Sie stehlen einem Teil der österreichischen Erwerbstätigen 30 Millionen Euro jährlich (Abg. Belakowitsch: Sind das jetzt die Kapitalisten oder sind das nicht die Kapitalisten?), und das ist, finde ich, nicht nur nicht fair – das hat Kollege Muchitsch schon ausgeführt –, es ist Lohnraub; das ist es in Wirklichkeit.
Abg. Belakowitsch: Sind das jetzt die Kapitalisten oder sind das nicht die Kapitalisten?
Das, was Sie hier aber machen, ist Klassenkampf von oben (Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ), und Sie dürfen sich nicht wundern, dass es da immer weiter zu Verbitterungen kommt (Abg. Belakowitsch: Bei wem?!), über die Sie sich dann aufregen, selbst wenn sie in der freundlich-fairen Art und Weise des Kollegen Muchitsch kommen, der eh immer nur darum bittet, doch mit ihm zu sprechen. Das tun Sie aber nicht. Sie stehlen einem Teil der österreichischen Erwerbstätigen 30 Millionen Euro jährlich (Abg. Belakowitsch: Sind das jetzt die Kapitalisten oder sind das nicht die Kapitalisten?), und das ist, finde ich, nicht nur nicht fair – das hat Kollege Muchitsch schon ausgeführt –, es ist Lohnraub; das ist es in Wirklichkeit.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Diskussion in den letzten Tagen war wirklich ein Wahnsinn. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es war in Wirklichkeit ein Trauerspiel. Es gab natürlich eine totale Verunsicherung, und es gibt halt wieder einmal einen Kniefall – einen Kniefall vor der Wirtschaft. Die Wahlspender müssen natürlich befriedigt werden, die haben einen Haufen Geld gezahlt, und die warten natürlich darauf, dass etwas Ordentliches für sie rauskommt. Der Handelsverband hat ja, kurz nachdem das Ergebnis bekannt gegeben wurde, sofort eine Pressesendung ausgeschickt, in der er schreibt: „Wir freuen uns sehr, dass die Bundesregierung unseren Lösungsvorschlag nun aufgegriffen hat.“
Heiterkeit der Abg. Yılmaz. – Abg. Rosenkranz: Was arbeitet so eine Gewerkschaft? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich frage mich schön langsam, Frau Bundesministerin: Was arbeiten Sie den ganzen Tag? (Heiterkeit der Abg. Yılmaz. – Abg. Rosenkranz: Was arbeitet so eine Gewerkschaft? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Was arbeiten Sie und Ihr Kabinett den ganzen Tag? Sie dürfen ja nicht vergessen, das Sozialversicherungsgesetz hat Ihnen Herr Pinggera vorbereitet, die Arbeitszeitgeschichte hat die IV, die Industriellenvereinigung, geschrieben, und jetzt ist es der Handelsverband, der den Karfreitag für die Arbeitnehmer salonfähig macht. Was machen Sie den ganzen Tag, Frau Bundesministerin? (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek.
Kolleginnen und Kollegen, es ist auch angesprochen worden, dass die katholischen und die evangelischen Würdenträger da natürlich sehr einverstanden sind. Ich habe mich auch gewundert – ich sage das ganz offen –, vor allen Dingen über den evangelischen Bischof. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek.) Also wenn alle Würdenträger in Zukunft so auf ihre Schäfchen schauen wie der Herr Bischof, dann werden die in Zukunft am Karfreitag allein am Predigtstuhl sitzen, meine sehr geschätzten Damen und Herren, denn dann wird nämlich überhaupt niemand mehr in die Kirche gehen, so wie das jetzt ausschaut. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Am Karfreitag auch?
Anrechnung Karenzzeit: Ich habe Kollegen Wöginger immer auf meinem Zettel stehen, weil er so viel falsch macht. Der Herr Klubobmann der ÖVP – er ist jetzt eh nicht da – stellt sich ins Ö1-Journal, redet über Karenzanrechnungszeiten und sagt: Es ist so wichtig, dass wir vor allen Dingen den Frauen helfen (Abg. Belakowitsch: Am Karfreitag auch?), es gibt eine Einigung betreffend Karenzanrechnung zwischen Freiheitlicher Partei und der ÖVP! – Nach einer Viertelstunde kommt die Journalistin drauf – und wir, die zugehört haben, natürlich auch, weil wir gedacht haben: Na, das ist eine klasse Geschichte, endlich, endlich haben Sie es überrissen, dass wir die Karenzan-
Abg. Belakowitsch: Freu dich! – Abg. Rosenkranz: Freu dich, dann darfst du auch was arbeiten!
rechnung tatsächlich brauchen! –, dass Sie das nur den Sozialpartnern anschaffen. (Abg. Belakowitsch: Freu dich! – Abg. Rosenkranz: Freu dich, dann darfst du auch was arbeiten!) Na, Kolleginnen und Kollegen, dazu hätten wir den Herrn Wöginger nicht gebraucht, das können wir auch. Das ist den Menschen Sand in die Augen streuen, liebe Kolleginnen und Kollegen, den Menschen Sand in die Augen streuen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rosenkranz: Was ist er?! – Abg. Belakowitsch: Und Sie reden da über Arbeitsrecht!
Noch ein Beispiel für etwas, das auch wirklich super gegriffen hat: der Papamonat (Zwischenruf des Abg. Rosenkranz), Herr Rosenkranz, der Papamonat. Ihr Vizekanzler hat den Papamonat natürlich rechtens in Anspruch genommen, das ist ja klass, er kann sich das ja leicht aussuchen, er ist ja im Beamtenschema, da geht das ja (Abg. Rosenkranz: Was ist er?! – Abg. Belakowitsch: Und Sie reden da über Arbeitsrecht!), da geht das ja viel leichter, meine sehr geschätzten Damen und Herren, und er hat gesagt: Es war so schön zu Hause! Die Frau Ministerin hat dann gleich gesagt: Na ja, da schauen wir, da müssen wir etwas machen, das gehört für alle gemacht! – Sie haben eh recht gehabt, aber Sie haben sich nicht durchgesetzt! (Bundesministerin Hartinger-Klein: Ich habe mich schon durchgesetzt, keine Sorge!) – Nein, Sie haben sich in dieser Angelegenheit nicht durchgesetzt, es wäre nämlich dringend notwendig, dass der Papamonat wirklich als Rechtsanspruch festgelegt wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rosenkranz: Wer sagt das? – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Tanja Graf.
Der EU-Gerichtshof (Zwischenruf des Abg. Rosenkranz) – ich zitiere, Herr Rosenkranz! – verlangt nicht, dass eine von Ihnen so genannte privilegierte Gruppe den Anspruch auf einen Feiertag oder das Entgelt verliert, sondern nach Rechtsansicht der Richter steht der Karfreitag allen österreichischen Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen zu. (Abg. Rosenkranz: Wer sagt das? – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Tanja Graf.) Dafür wurden auch Tausende Unterschriften gesammelt, aber aufgrund der Art und Weise, wie dieses Gesetz wieder einmal rasant und ohne Begutachtung durchgepeitscht wurde (Abg. Deimek: Ihr könnt es eh nicht lesen! Wenn ihr es in einem halben Tag nicht lesen könnt, könnt ihr es in zwei Tagen schon gar nicht!), gab es nicht einmal die Möglichkeit, diese Unterschriften abzugeben.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Welche Rechte?
Was für mich ein absoluter Super-GAU ist, ist der Eingriff nicht nur in den Generalkollektivvertrag, sondern in alle Kollektivverträge mit dieser Regelung. Das ist einmalig und meiner Meinung nach besorgniserregend, das ist ein massiver Bruch der Sozialpartnerschaft. Wie oft greifen Sie noch in die Rechte der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ein? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Welche Rechte?) – Frau Kollegin, haben die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer keine Rechte, weil Sie fragen, welche? (Abg. Belakowitsch: In welche wird eingegriffen? – Abg. Rosenkranz: Sie müssen ja sagen ...! Von Ihren Wahnvorstellungen können wir ja nicht ...!) – Von meinen „Wahnvorstellungen“, das ist nett!
Abg. Belakowitsch: In welche wird eingegriffen? – Abg. Rosenkranz: Sie müssen ja sagen ...! Von Ihren Wahnvorstellungen können wir ja nicht ...!
Was für mich ein absoluter Super-GAU ist, ist der Eingriff nicht nur in den Generalkollektivvertrag, sondern in alle Kollektivverträge mit dieser Regelung. Das ist einmalig und meiner Meinung nach besorgniserregend, das ist ein massiver Bruch der Sozialpartnerschaft. Wie oft greifen Sie noch in die Rechte der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ein? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Welche Rechte?) – Frau Kollegin, haben die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer keine Rechte, weil Sie fragen, welche? (Abg. Belakowitsch: In welche wird eingegriffen? – Abg. Rosenkranz: Sie müssen ja sagen ...! Von Ihren Wahnvorstellungen können wir ja nicht ...!) – Von meinen „Wahnvorstellungen“, das ist nett!
Abg. Belakowitsch: Wie ist das in Nordkorea? – Abg. Zanger: In Osttimor ein Feiertag!
Der Karfreitag ist ein gesetzlicher Feiertag, zum Beispiel in Peru (Ruf bei der FPÖ: In Peru!), in Singapur, sogar in Osttimor und in dem von Ihnen so oft gelobten Ungarn seit 2017 (Abg. Belakowitsch: Wie ist das in Nordkorea? – Abg. Zanger: In Osttimor ein Feiertag!), da werden wir wohl auch in Österreich das Recht auf diesen Feiertag haben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und ÖVP.
Der richtige Sachverhalt lautet: Am 19.1.2019 hat der Europäische Gerichtshof festgestellt, dass die Regelung im Arbeitsruhegesetz und im Feiertagsruhegesetz rechtswidrig ist und dass jeder einen Anspruch auf den Karfreitag als Feiertag hat. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und ÖVP.) Ab 20.1.2019 hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf diesen Feiertag. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
So eine verrückte Regelung! Ein halber Feiertag, ein halber Feiertag war der erste Vorschlag, jetzt machen wir gar keinen Feiertag (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) – gar keinen Feiertag! (Abg. Gudenus: ... Rhetorikseminar machen!) Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen, wenn ihr schon gar keinen Feiertag macht, dann geht vielleicht noch einmal in euch, es gibt nämlich eine andere Möglichkeit auch noch: 26 Urlaubstage für alle. (Beifall bei SPÖ und JETZT.) Gebt allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einen Urlaubstag mehr, das ist überhaupt kein Problem! Die Menschen in diesem Land haben es sich nach 12-Stunden-Tag und 60-Stunden-Arbeitswoche verdient, mehr Freizeit zu haben.
Abg. Belakowitsch: Also ist doch er schuld, wollen Sie damit sagen! – Zwischenruf des Abg. Linder.
Der Bundesminister ist zuständig für die Autobahnen. Bekanntlich gibt es dort keine gefährlichen Kreuzungen, also schiebt er die Schuld auf andere ab. Bürgermeister, passt auf, ob ihr auch das entsprechende Geld dafür kriegt! (Abg. Belakowitsch: Also ist doch er schuld, wollen Sie damit sagen! – Zwischenruf des Abg. Linder.)
Sitzung Nr. 66
Abg. Belakowitsch: Sind ja keine Arbeiter mehr!
Die ehemalige Arbeiterpartei SPÖ verkauft jetzt die arbeitenden Menschen regelrecht (Abg. Belakowitsch: Sind ja keine Arbeiter mehr!), weil man sagt: Na, es ist eh wurscht, ob du etwas arbeitest oder nicht, wichtig ist, dass du im Monat genug Geld kriegst! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Da wird zugesehen, wenn die anderen in der Früh aufstehen und in die Arbeit gehen, und am Ende hat der, der nicht arbeiten geht, mehr
Abg. Belakowitsch: Hallo, „leider“?! – Zwischenruf des Abg. Rosenkranz
Abgeordnete Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Tarnen, täuschen und mit dem Finger auf Menschen zeigen (Ruf bei der FPÖ: SPÖ also!), das ist die schwarz-blaue Regierungspolitik der letzten 15 Monate. (Ruf: ... nicht aufgepasst!) Wenn ich mir den Titel Ihrer heutigen Aktuellen Stunde anschaue und vor allem wenn ich Ihnen in den letzten Minuten zugehört habe – und das musste ich leider, muss ich fast sagen (Abg. Belakowitsch: Hallo, „leider“?! – Zwischenruf des Abg. Rosenkranz) –, dann sehe ich, dass sich genau das heute wieder zeigt: mit dem Finger auf Menschen zeigen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es wäre Aufgabe der Politik, Menschen, die in einer schlechten Situation sind, die Hand zu reichen, statt mit dem Finger auf sie zu zeigen – jenen, die aus den verschiedensten Gründen arbeitslos sind, oder jenen, die nicht genug zum Leben haben, obwohl sie arbeiten gehen. Ja, es wäre Aufgabe der Politik, diesen Menschen eine Perspektive zu geben, wie wir es damals mit der Aktion 20 000 gemacht haben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Sie haben 1 Euro gezahlt!
Schauen wir uns die schwarz-blaue Arbeitsmarktpolitik – und das ist Ihre Zuständigkeit – der letzten 15 Monate an (Abg. Haider: Die ist gut! Die ist hervorragend, diese Politik!): 12-Stunden-Tag, Stopp der Aktion 20 000, Hungerlohn von 1,50 Euro pro Stunde für Asylwerber (Abg. Haider: ... in der Grundversorgung!), Zwangsarbeit für Asylwerber, Kürzungen beim AMS-Budget (Abg. Belakowitsch: Sie haben 1 Euro gezahlt!), Kürzungen bei der Sprachförderung, Personalabbau bei den AMS-Trainerinnen und -trainern. – Der Grund für all diese Kürzungen und Ihre Arbeitsmarktpolitik ist ein einziger: Österreich soll ein Billiglohnland werden, Arbeit soll billiger werden. (Beifall bei der SPÖ.) Das ist nichts anderes als systematisches Lohn- und Sozialdumping auf dem Rücken aller Österreicherinnen und Österreicher. (Abg. Steinacker: Wie soll denn das gehen, bei den bestehenden Gesetzen ...? – Abg. Deimek: Den Kollektivvertrag ... die SPÖ nicht zur Kenntnis!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Sehr geehrte Damen und Herren! Wir sind überzeugt, eine gute Arbeit ist jene, die einen Lohn bietet, von dem man gut leben kann, die Arbeitsbedingungen bietet, die nicht krank machen, die Menschen in ihrem Leben Würde gibt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie wiederum glauben, dass Armut, Hunger und Angst vor Delogierung Menschen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt geben. Ist das Ihr Ernst? Glauben Sie wirklich, dass dieser Druck Menschen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt eröffnet?
Abg. Belakowitsch: Aber in Wien nicht!
Schaut man sich aber die tatsächlichen Zahlen an, dann sieht man, dass 50 bis 60 Prozent – je nach Bundesland – der Mindestsicherungsbezieher alleinstehend sind. Die Alleinstehenden sind mit großem Abstand die größte Gruppe, und die zweitgrößte Gruppe sind Alleinerziehende mit einem Kind. (Abg. Heinisch-Hosek: Genau!) Die Familien mit den vielen Kindern, die in der Erzählung vorkommen, sind eine super, super Minderheit. (Abg. Belakowitsch: Aber in Wien nicht!)
Abg. Belakowitsch: Nein, 42 Prozent, Sie können sich die Zahlen schon einmal anschauen!
Was die Geschichtenerzähler in ihrer Erzählung auch weglassen, ist das Faktum der Aufstocker. 70 Prozent der Mindestsicherungsbezieher bekommen einen Teil Mindestsicherung auf einen anderen Bezug aufgestockt. (Abg. Belakowitsch: Nein, 42 Prozent, Sie können sich die Zahlen schon einmal anschauen!) Das sind sehr oft Bezüge aus der Arbeitslosenversicherung, weil sie Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe bekommen, und liegt das unter dem Mindestsicherungsrichtsatz, dann wird aufgestockt. Das sind 70 Prozent (Abg. Belakowitsch: Also im Jahr 2017 waren es 42 Prozent, neuere Zahlen haben wir nicht!), aber das kommt in der Geschichte unserer Erzählerinnen und Erzähler nicht vor. Das, was uns das Erzählerpaar Kurz und Hartinger-Klein hier vorgaukelt, entspricht einfach nicht der Realität. Es ist eine Geschichte, die viele Bürger gerne hören und deswegen wird sie so gerne erzählt. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Also im Jahr 2017 waren es 42 Prozent, neuere Zahlen haben wir nicht!
Was die Geschichtenerzähler in ihrer Erzählung auch weglassen, ist das Faktum der Aufstocker. 70 Prozent der Mindestsicherungsbezieher bekommen einen Teil Mindestsicherung auf einen anderen Bezug aufgestockt. (Abg. Belakowitsch: Nein, 42 Prozent, Sie können sich die Zahlen schon einmal anschauen!) Das sind sehr oft Bezüge aus der Arbeitslosenversicherung, weil sie Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe bekommen, und liegt das unter dem Mindestsicherungsrichtsatz, dann wird aufgestockt. Das sind 70 Prozent (Abg. Belakowitsch: Also im Jahr 2017 waren es 42 Prozent, neuere Zahlen haben wir nicht!), aber das kommt in der Geschichte unserer Erzählerinnen und Erzähler nicht vor. Das, was uns das Erzählerpaar Kurz und Hartinger-Klein hier vorgaukelt, entspricht einfach nicht der Realität. Es ist eine Geschichte, die viele Bürger gerne hören und deswegen wird sie so gerne erzählt. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Was die Geschichtenerzähler in ihrer Erzählung auch weglassen, ist das Faktum der Aufstocker. 70 Prozent der Mindestsicherungsbezieher bekommen einen Teil Mindestsicherung auf einen anderen Bezug aufgestockt. (Abg. Belakowitsch: Nein, 42 Prozent, Sie können sich die Zahlen schon einmal anschauen!) Das sind sehr oft Bezüge aus der Arbeitslosenversicherung, weil sie Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe bekommen, und liegt das unter dem Mindestsicherungsrichtsatz, dann wird aufgestockt. Das sind 70 Prozent (Abg. Belakowitsch: Also im Jahr 2017 waren es 42 Prozent, neuere Zahlen haben wir nicht!), aber das kommt in der Geschichte unserer Erzählerinnen und Erzähler nicht vor. Das, was uns das Erzählerpaar Kurz und Hartinger-Klein hier vorgaukelt, entspricht einfach nicht der Realität. Es ist eine Geschichte, die viele Bürger gerne hören und deswegen wird sie so gerne erzählt. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Stimmt ja nicht!
Ich muss die Kollegen und Kolleginnen von FPÖ und ÖVP – wenn Sie sich schon hier herausstellen und von Fairness und Gerechtigkeit sprechen – schon fragen: Ist es fair und gerecht, eine Politik zu machen, bei der Arme noch ärmer werden? (Abg. Belakowitsch: Stimmt ja nicht!) Ist es fair und gerecht, eine Politik zu machen, bei der Ihnen eine Sozialleistung ab dem dritten Kind nur mehr 44 Euro wert ist? (Abg. Belakowitsch: Stimmt ja nicht! In welchem Kollektivvertrag gibt es das?)
Abg. Belakowitsch: Stimmt ja nicht! In welchem Kollektivvertrag gibt es das?
Ich muss die Kollegen und Kolleginnen von FPÖ und ÖVP – wenn Sie sich schon hier herausstellen und von Fairness und Gerechtigkeit sprechen – schon fragen: Ist es fair und gerecht, eine Politik zu machen, bei der Arme noch ärmer werden? (Abg. Belakowitsch: Stimmt ja nicht!) Ist es fair und gerecht, eine Politik zu machen, bei der Ihnen eine Sozialleistung ab dem dritten Kind nur mehr 44 Euro wert ist? (Abg. Belakowitsch: Stimmt ja nicht! In welchem Kollektivvertrag gibt es das?)
Abg. Belakowitsch: Sie haben keine Ahnung, welche Probleme es hier gibt! Gehen Sie einmal in einen Gemeindebau!
Die Rede war an Zynismus nicht zu überbieten. Das ist einmal Grundsatz Nummer eins: Wenn Sie – und in Ihrer Rede als Ministerin repräsentieren Sie auch Österreich – von ausländischen Wirtschaftsflüchtlingen sprechen, dann scheint Ihnen nicht bewusst zu sein, welche Probleme in diesem Land wirklich herrschen! (Abg. Belakowitsch: Sie haben keine Ahnung, welche Probleme es hier gibt! Gehen Sie einmal in einen Gemeindebau!)
Abg. Belakowitsch: Welche Angst?
In diesem Land herrschen andere Probleme, auch ein Fachkräftemangel. Wir brauchen einen qualifizierten Zuzug. All das sind Probleme, die die Unternehmen in diesem Land auch beschäftigen. (Abg. Stefan: Das ist doch nicht widersprüchlich!) Wir brauchen hier aber nicht ein Thema, das Sie sozusagen immer wieder aufbringen, nämlich das Thema der Angst und der Angstmache. – Das ist einmal das Grundproblem. (Abg. Belakowitsch: Welche Angst?)
Abg. Belakowitsch – erheitert –: Leider! – Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Hafenecker: Was haben Sie für ein Demokratieverständnis?
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (JETZT): Frau Präsidentin! (Abg. Höbart: Der Mister Alpbach!) Werte Kolleginnen und Kollegen! Morgen in der Nacht, wenn es nach den Regierungsparteien geht – und es geht leider nach den Regierungsparteien (Abg. Belakowitsch – erheitert –: Leider! – Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Hafenecker: Was haben Sie für ein Demokratieverständnis?) –, soll hier über die Erhöhung der Parteienfinanzierung diskutiert werden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Gudenus und Zanger.) Warum, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, nicht bei Tageslicht? Warum scheuen Sie das Tageslicht, wenn über die Erhöhung der Parteienfinanzierung diskutiert wird? (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Warum scheuen Sie das? Das ist die entscheidende Frage. (Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Neubauer.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Gudenus und Zanger.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (JETZT): Frau Präsidentin! (Abg. Höbart: Der Mister Alpbach!) Werte Kolleginnen und Kollegen! Morgen in der Nacht, wenn es nach den Regierungsparteien geht – und es geht leider nach den Regierungsparteien (Abg. Belakowitsch – erheitert –: Leider! – Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Hafenecker: Was haben Sie für ein Demokratieverständnis?) –, soll hier über die Erhöhung der Parteienfinanzierung diskutiert werden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Gudenus und Zanger.) Warum, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, nicht bei Tageslicht? Warum scheuen Sie das Tageslicht, wenn über die Erhöhung der Parteienfinanzierung diskutiert wird? (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Warum scheuen Sie das? Das ist die entscheidende Frage. (Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Neubauer.)
Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Neubauer.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (JETZT): Frau Präsidentin! (Abg. Höbart: Der Mister Alpbach!) Werte Kolleginnen und Kollegen! Morgen in der Nacht, wenn es nach den Regierungsparteien geht – und es geht leider nach den Regierungsparteien (Abg. Belakowitsch – erheitert –: Leider! – Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Hafenecker: Was haben Sie für ein Demokratieverständnis?) –, soll hier über die Erhöhung der Parteienfinanzierung diskutiert werden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Gudenus und Zanger.) Warum, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, nicht bei Tageslicht? Warum scheuen Sie das Tageslicht, wenn über die Erhöhung der Parteienfinanzierung diskutiert wird? (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Warum scheuen Sie das? Das ist die entscheidende Frage. (Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Neubauer.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Nur noch eines: Wissen Sie, Herr Kollege Gudenus, Sie waren seinerzeit der teuerste arbeitslose Politiker im Wiener Gemeinderat (Abg. Gudenus: Sie sind der billigste Gemeindebaubewohner!), der teuerste arbeitslose Politiker! (Beifall bei JETZT. – Ruf bei der FPÖ: Das ist der Rossmann! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wissen Sie, was Sie fordern würden (Abg. Gudenus – in Richtung des mit erhobenem Zeigefinger gestikulierenden Redners –: Geben Sie den Stinkefinger weg, bitte! Stinkefinger weg! Hände weg! Hände weg, Herr Pilz!), wenn Asylwerber, Asylsuchende in Österreich eine so geringe Arbeitsbereitschaft hätten wie freiheitliche Abgeordnete? Wissen Sie, was Sie sagen würden, wenn Asylwerber hergehen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und sagen würden: Wir sind nicht bereit, mehr als zwei Tage pro Monat zu arbeiten!? Wissen Sie, dass Ihr Arbeitsplatz das Plenum des - - (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Was regt Sie so auf?
Ruf bei der FPÖ: Tageslicht in Alpbach für Pilz-Aufklärung! – Abg. Belakowitsch: Geht es jetzt um Sonderzeit?
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Noll. – Bitte. (Ruf bei der FPÖ: Tageslicht in Alpbach für Pilz-Aufklärung! – Abg. Belakowitsch: Geht es jetzt um Sonderzeit?)
Abg. Belakowitsch: Danke!
Abgeordneter Dr. Alfred J. Noll (JETZT): Mir geht es ja nicht ums Tageslicht (Abg. Belakowitsch: Danke!), mir geht es vielmehr um etwas ganz anderes. Ich bin jetzt seit 16 Monaten in diesem Haus und auch als teilnehmender Beobachter in einem Theater, in dem andere schon sehr viel länger sitzen (Abg. Belakowitsch: Ist ja kein Theater! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Ah, Sie sehen das als Theater?! – Abg. Loacker: ... beste Beitrag zur Löwinger-Bühne!), und mich wundert einiges.
Abg. Belakowitsch: Ist ja kein Theater! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Ah, Sie sehen das als Theater?! – Abg. Loacker: ... beste Beitrag zur Löwinger-Bühne!
Abgeordneter Dr. Alfred J. Noll (JETZT): Mir geht es ja nicht ums Tageslicht (Abg. Belakowitsch: Danke!), mir geht es vielmehr um etwas ganz anderes. Ich bin jetzt seit 16 Monaten in diesem Haus und auch als teilnehmender Beobachter in einem Theater, in dem andere schon sehr viel länger sitzen (Abg. Belakowitsch: Ist ja kein Theater! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Ah, Sie sehen das als Theater?! – Abg. Loacker: ... beste Beitrag zur Löwinger-Bühne!), und mich wundert einiges.
Abg. Belakowitsch: Gemeindewohnung!
Abgeordneter Dr. Walter Rosenkranz (fortsetzend): Frau Präsidentin! Im Rahmen der Würde des Hauses darf ich präzisieren: Der Gründer der Liste JETZT, vormals ein anderer Name, wohnt in Wien in einem Sozialbau (Abg. Belakowitsch: Gemeindewohnung!), in einem Gemeindebau zu einer kleinen Miete. Er hat sehr viele Strafverfahren anhängig, die aufgrund seiner Immunität nicht behandelt werden können, und er hat als Parteiobmann seiner Partei, als er kein Mandat hatte, einen Bezug von 8 800 Euro gehabt. Das sind nackte Tatsachen, und ich hoffe diesmal, mit der Würde des Hauses in Einklang zu stehen. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Was heißt „nur“?
Wir hatten eine Mehrheit in diesem Haus, weil wir gesagt haben, wir in diesem Haus sind für die Gesundheit der Menschen in Österreich verantwortlich. Wir haben dieses Gesetz für die Gesundheit der Menschen in Österreich beschlossen. Nur damit die ÖVP den Bundeskanzler in der Regierung stellen kann (Abg. Belakowitsch: Was heißt „nur“?), gibt sie einem Vorschlag des Koalitionspartners nach und fällt zu 100 Prozent bei einem Gesetz um, das die Gesundheit der Menschen in Österreich schützen sollte. (Abg. Belakowitsch: Der einzige Bundeskanzler, der ... , war euer Kern!)
Abg. Belakowitsch: Der einzige Bundeskanzler, der ... , war euer Kern!
Wir hatten eine Mehrheit in diesem Haus, weil wir gesagt haben, wir in diesem Haus sind für die Gesundheit der Menschen in Österreich verantwortlich. Wir haben dieses Gesetz für die Gesundheit der Menschen in Österreich beschlossen. Nur damit die ÖVP den Bundeskanzler in der Regierung stellen kann (Abg. Belakowitsch: Was heißt „nur“?), gibt sie einem Vorschlag des Koalitionspartners nach und fällt zu 100 Prozent bei einem Gesetz um, das die Gesundheit der Menschen in Österreich schützen sollte. (Abg. Belakowitsch: Der einzige Bundeskanzler, der ... , war euer Kern!)
Abg. Belakowitsch: Er hat gesagt, er hat darauf hingewiesen!
Präsidentin Doris Bures: Herr Abgeordneter! Was ist Ihre Berichtigung? (Abg. Belakowitsch: Er hat gesagt, er hat darauf hingewiesen!)
Abg. Belakowitsch: Na sicher war es eine! Das ist ja unglaublich! Da brauche ich nicht mal großzügig zu sein!
Präsidentin Doris Bures: Das war selbst bei großzügiger Auslegung der Geschäftsordnung keine tatsächliche Berichtigung. (Abg. Belakowitsch: Na sicher war es eine! Das ist ja unglaublich! Da brauche ich nicht mal großzügig zu sein!) – Sie sind nicht zu Wort gemeldet, Sie können das später tun. (Abg. Belakowitsch: Das ist jetzt aber schon eine tatsächliche gewesen! Bitte lesen Sie nach!)
Abg. Belakowitsch: Das ist jetzt aber schon eine tatsächliche gewesen! Bitte lesen Sie nach!
Präsidentin Doris Bures: Das war selbst bei großzügiger Auslegung der Geschäftsordnung keine tatsächliche Berichtigung. (Abg. Belakowitsch: Na sicher war es eine! Das ist ja unglaublich! Da brauche ich nicht mal großzügig zu sein!) – Sie sind nicht zu Wort gemeldet, Sie können das später tun. (Abg. Belakowitsch: Das ist jetzt aber schon eine tatsächliche gewesen! Bitte lesen Sie nach!)
Abg. Belakowitsch: Das stimmt nicht!
Abgeordnete Dr. Irmgard Griss (NEOS): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Der ORF hat vor einigen Tagen einige Filme der großartigen Elisabeth Spira gebracht. Ich habe mir zwei davon angeschaut, den Film über den Prater und den Film über die Heurigen, und ehrlich gesagt, ich war ganz weg, wie viel da geraucht wurde. Jeder hat eine Zigarette in der Hand gehabt! Und das liegt nicht so lange zurück, das war in den Neunzigerjahren. (Abg. Stefan: Das ist immer noch so!) Damals war es offenbar noch so: Geselligkeit und Rauchen gehören zusammen, und es gibt keine Geselligkeit ohne Rauchen. (Abg. Stefan: Gehen Sie einmal mit nach Simmering! Kommen Sie einmal mit!) Das hat sich grundlegend geändert. (Abg. Stefan: Nein, nur in gewissen Kreisen!) Ich glaube, man kann wirklich sagen: In der Öffentlichkeit ist Rauchen ein Minderheitenprogramm geworden. (Abg. Belakowitsch: Das stimmt nicht!) Viel weniger Leute rauchen. Es ist einfach gesellschaftlich nicht mehr in dem Maß akzeptiert, in dem das früher der Fall war. (Abg. Stefan: Dort, wo die NEOS ihre Stimmen ...!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Knapp! Knapp vorbei ist auch daneben!
Was machen Sie? – Sie spielen den Kinderschutz herunter. Sie sprechen von direkter Demokratie und Bürgerbeteiligung, aber Sie ignorieren knapp 900 000 Unterschriften. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Knapp! Knapp vorbei ist auch daneben!)
Abg. Belakowitsch: Ein Zigarettenverbot also! – Abg. Stefan: Aha, jetzt kenne ich mich aus! Es geht Ihnen um ein Zigarettenverbot! Jetzt habe ich es verstanden! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
bietet einen tatsächlichen Schutz vor den negativen gesundheitlichen Auswirkungen durch den Tabakrauch. (Abg. Belakowitsch: Ein Zigarettenverbot also! – Abg. Stefan: Aha, jetzt kenne ich mich aus! Es geht Ihnen um ein Zigarettenverbot! Jetzt habe ich es verstanden! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Und die Akzeptanz der Bevölkerung ist da, auch wenn Sie es nicht hören wollen: 881 892 Stimmen der Bevölkerung haben hier ein eindeutiges Zeichen gesetzt. Die Regierung, Sie, die ÖVP und die FPÖ, ignorieren diese Stimmen. Wovor haben Sie Angst? Wovor haben Sie Angst? Sie ignorieren das Instrument der direkten Demokratie. Gerade Sie, meine Damen und Herren der FPÖ, treten hier die direkte Demokratie mit Füßen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Bei Skihütten Kinder abholen?
Frau Bundesminister, in regelmäßigen Abständen bekomme ich Post von Menschen, die sich über Ihre Einstellung als Gesundheitsministerin beschweren – hier (einen Ausdruck in die Höhe haltend) habe ich einen solchen Brief auszugsweise mit. Diese Briefe kommen von LehrerInnen, von ÄrztInnen, von SportlerInnen. Beispielsweise schreibt mir hier, in diesem Brief, ein langjähriger, engagierter Lehrer, der mit vielen Kindern auf Schulskikursen, bei Schwimmwochen, bei Wandertagen unterwegs war, ein Sportfunktionär und auch ein Opa – darauf legt er großen Wert –, und er ärgert sich zu Recht, dass in Skihütten, in Sportplatzkantinen oder in Wartebereichen bei Schwimmbädern – dort, wo die Kinder warten, dass sie abgeholt werden, dort, wo sie sich treffen – geraucht werden darf und die Kinder dort den Passivrauch voll abbekommen. (Abg. Belakowitsch: Bei Skihütten Kinder abholen?)
Beifall bei JETZT. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm. – Abg. Zinggl – in Richtung der das Rednerpult verlassenden Abg. Holzinger-Vogtenhuber –: Entschließungsantrag! – Die Rednerin begibt sich erneut zum Rednerpult.
Sie sagen, es gibt keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Auswirkungen des Passivrauchens. Ich empfehle Ihnen die Seite (Abg. Povysil: Am Handy haben Sie die wissenschaftlichen Erkenntnisse?) – Frau Kollegin Povysil, kurz zuhören, dann erfahren Sie es auch! – des Gesundheitsministeriums, Ihres Gesundheitsministeriums, und zitiere wörtlich: „Beim Rauchen belastet der giftige Schadstoff-Cocktail die Atemluft der Umgebung. Raucherinnen/Raucher gefährden daher nicht nur sich selbst, sondern auch Nichtraucherinnen/Nichtraucher! Täglich sterben“ – und jetzt die wissenschaftliche Erkenntnis – „in Österreich zwei bis drei Personen an den Folgen des Passivrauchens.“ – So viel zur wissenschaftlichen Erkenntnis! Lesen Sie es auf der eigenen Ministeriumshomepage nach! – Danke. (Beifall bei JETZT. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm. – Abg. Zinggl – in Richtung der das Rednerpult verlassenden Abg. Holzinger-Vogtenhuber –: Entschließungsantrag! – Die Rednerin begibt sich erneut zum Rednerpult.)
Beifall bei JETZT. – Abg. Belakowitsch: Mein Gott! – Abg. Rosenkranz: Brauchen wir nicht, wir machen es einfach selbst!
Das ist nichts anderes als das, was die Regierung selbst machen wollte. Vielleicht stimmen Sie irgendwann einmal dem zu, was Sie selbst machen wollten. – Danke. (Beifall bei JETZT. – Abg. Belakowitsch: Mein Gott! – Abg. Rosenkranz: Brauchen wir nicht, wir machen es einfach selbst!)
Abg. Belakowitsch: Was heißt „zu einem weiteren“?
Die Frage ist: Können sich alle Menschen in Zukunft in Österreich darauf verlassen, bei höchster Qualität gepflegt zu werden? Können sie sich sicher sein, dass die Finanzierung der Pflege keine neuen Belastungen, finanzielle Belastungen für sie bringt? Oder wird die Pflegefinanzierung künftig mit einer sogenannten Pflegeversicherung zu einem weiteren schwarz-blauen Belastungspaket für die Menschen? (Abg. Belakowitsch: Was heißt „zu einem weiteren“?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wenn Sie, Herr Klubobmann Wöginger, wie vorhin sagen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Wir wollen die beste Lösung für die Menschen in Österreich! – die beste Lösung: 12-Stunden-Tag (Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Kurz), die beste Lösung: Kürzungen beim AMS (Abg. Nehammer: Beim Thema bleiben!), die beste Lösung: 1,50-Euro-Stundenlohn-Jobs, die beste Lösung: Kürzungen, Kürzungen, Kürzungen (Zwischenruf des Abg. Wöginger) –, dann ist das eine gefährliche Drohung, wenn Sie sagen: Wir wollen die beste Lösung in der Pflege!, dann kann ich dem, ehrlich gesagt, nicht folgen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Es ist wahrscheinlich so, dass Sie Zeit schinden wollen, weil Sie sich nicht einig sind, ob Sie ein staatlich finanziertes Pflegesystem oder ein Pflegesystem auf dem Rücken der SteuerzahlerInnen wollen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), das im Übrigen 1 400 Euro pro Jahr und Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer kosten würde – lassen Sie sich das einmal auf der Zunge zergehen!
Abg. Belakowitsch: Über den Antrag!
Abgeordneter Ing. Markus Vogl (SPÖ): Herr Bundeskanzler! Frau Ministerin! Herr Minister! Hohes Haus! Vielleicht sollten wir uns noch einmal anschauen, worüber wir hier diskutieren. (Abg. Belakowitsch: Über den Antrag!) Der Entschließungstext ist ganz einfach: „Die Bundesregierung wird aufgefordert, entsprechend dem eigenen Regierungsprogramm sicherzustellen, dass in Zukunft alle Pflegeleistungen ausschließlich aus den öffentlichen Budgetmitteln und keinesfalls über eine Pflegeversicherung jedweder Art finanziert werden.“
Abg. Wurm: Bissi schon! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Niemand von der SPÖ ist hier herausgekommen – schon gar nicht unsere Bundesparteivorsitzende – und hat hier Angst geschürt. (Abg. Wurm: Bissi schon! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir haben nur auf ein Thema hingewiesen, nämlich dass wir es für richtig halten, dass das Regierungsprogramm in der bestehenden Form in diesem Punkt umgesetzt wird. Wir haben darauf hingewiesen, dass es natürlich in diesem Bereich riesige Herausforderungen gibt. Der Herr Bundeskanzler (auf den leeren Platz auf der Regierungsbank weisend), der solche Dinge ja immer nur aus der Entfernung verfolgt, ist aber sofort hergegangen und hat die Fakten ins Gegenteil verkehrt. Er macht auch noch etwas immer ganz geschickt: Er stellt sich hin und sagt: Ich moderiere jetzt ein bisschen, denn ich bin da jetzt im Hohen Haus, also moderiere ich ein bisschen, beschreibe ein bisschen das Problem. – Was aber ist die Lösung? (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Vom Beschreiben und Moderieren wird es nämlich
Abg. Belakowitsch: Und was war jetzt mit der Pflege? – Zwischenruf des Abg. Zarits.
Ich habe mich – nachdem ich Sozialminister geworden bin – bemüht, mich innerhalb von fünf Wochen darum zu kümmern, dass die Mindestpension erhöht wird, damit sich Menschen auch Pflege leisten können, und für die Alleinstehenden die Mindestpension um 13 Prozent erhöht. Wir haben den Pflegeregress abgeschafft und den Menschen die Angst genommen, dass sie ihr Einkommen verlieren, dass sie das, was sie aufgebaut haben, verlieren. Das sind sozialdemokratische Maßnahmen. Und wir haben die Mittel für alle behinderten Menschen unterstützt. Wir haben auch die Grundlagen dafür geschaffen – Frau Abgeordnete Rendi-Wagner als Ministerin –, dass Primärversorgungszentren möglich sind; jetzt geht es darum, diese umzusetzen. (Abg. Belakowitsch: Und was war jetzt mit der Pflege? – Zwischenruf des Abg. Zarits.)
Abg. Belakowitsch: Er will nicht ..., als er Sozialminister war!
Und was macht die Bundesregierung? – Sie beginnt eine Diskussion und schiebt das auf die lange Bank. (Abg. Belakowitsch: Er will nicht ..., als er Sozialminister war!) Ich sage Ihnen, meine sehr verehrten Damen und Herren: Wenn in einer Familie ein Pflegefall auftritt, dann geht das ganz schnell. Der Schlaganfall kommt von heute auf morgen, die Pflegebedürftigkeit kommt von heute auf morgen. (Abg. Zanger: Schneller! – Abg. Belakowitsch: Der kommt nicht von heute auf morgen, der kommt schneller!) Wir haben uns darum bemüht, dass man in den Krankenanstalten Remobilisationsmaßnahmen aufbaut. Wir haben uns darum bemüht, dass man das Entlassungsmanagement verbessert. Alles ist gemacht worden, und es ist gut so – danke an die, die es machen! Wenn aber jemand einen Schlaganfall hat und pflegebedürftig wird, haben die Menschen zu Hause keine Chance. Sie brauchen eine Finanzierung, und erst dann können sie die entsprechenden Leistungen auch entwickeln.
Abg. Zanger: Schneller! – Abg. Belakowitsch: Der kommt nicht von heute auf morgen, der kommt schneller!
Und was macht die Bundesregierung? – Sie beginnt eine Diskussion und schiebt das auf die lange Bank. (Abg. Belakowitsch: Er will nicht ..., als er Sozialminister war!) Ich sage Ihnen, meine sehr verehrten Damen und Herren: Wenn in einer Familie ein Pflegefall auftritt, dann geht das ganz schnell. Der Schlaganfall kommt von heute auf morgen, die Pflegebedürftigkeit kommt von heute auf morgen. (Abg. Zanger: Schneller! – Abg. Belakowitsch: Der kommt nicht von heute auf morgen, der kommt schneller!) Wir haben uns darum bemüht, dass man in den Krankenanstalten Remobilisationsmaßnahmen aufbaut. Wir haben uns darum bemüht, dass man das Entlassungsmanagement verbessert. Alles ist gemacht worden, und es ist gut so – danke an die, die es machen! Wenn aber jemand einen Schlaganfall hat und pflegebedürftig wird, haben die Menschen zu Hause keine Chance. Sie brauchen eine Finanzierung, und erst dann können sie die entsprechenden Leistungen auch entwickeln.
Abg. Belakowitsch: Ah ja! Das war bis vor ein paar Jahren in Wien auch so!
Diese Tatsache ist sicherlich einerseits eine Frage der Arbeitsteilung in der Familie, aber vor allem auch die Frage der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Da gibt es doch eklatante Unterschiede. Ich glaube, man kann sagen, es gibt in Österreich neun Geschwindigkeiten. Gestern hat mich eine Frau kontaktiert, die umgezogen ist und ihren Sohn in einer Speckgürtelgemeinde von Wien in einem Kindertagesheim untergebracht hat. Sie muss jetzt für ihr zweijähriges Kind fast 400 Euro pro Monat bezahlen. (Abg. Belakowitsch: Ah ja! Das war bis vor ein paar Jahren in Wien auch so!) Das ist natürlich für einen Landeskindergarten, der nur bis 15 Uhr offen hat, ein enormer Betrag. Das muss man sich einmal vor Augen halten. In Wien gibt es den Gratiskindergarten – dort sind es 360 Euro. Man kann das nämlich noch aufteilen: 13 Euro Beschäftigungsbeitrag und 20 Mal 3,60 Euro für das Essen. Das ist ein enormer Betrag, den man für die Betreuung der Kinder bis 15 Uhr bezahlen muss.
Sitzung Nr. 70
Abg. Belakowitsch: Was? Was? Hallo! – Abg. Wöginger: Ein Wahnsinn! – Abg. Gudenus: Unglaublich, bitte!
Ich möchte mit einem Zitat schließen. Johanna Dohnal hat gesagt: Eine Frauenbewegung, die nicht unangenehm ist, hat keine Existenzberechtigung. – Ich möchte diesen Spruch erweitern: Eine Frauenministerin, die nicht unangenehm ist und parteipolitisches Kalkül vor die Rechte und Interessen der Frauen stellt, hat auch keine Existenzberechtigung. (Abg. Belakowitsch: Was? Was? Hallo! – Abg. Wöginger: Ein Wahnsinn! – Abg. Gudenus: Unglaublich, bitte!) Deshalb fordere ich Sie auf, hier endlich tätig zu werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: Was heißt das, wenn man jemandem die Existenzberechtigung entzieht?)
Abg. Gudenus: Wenn Sie reden, eher nicht! – Abg. Belakowitsch: Ja, es ist so langweilig!
Abgeordneter Mag. Thomas Drozda (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! – Wo auch immer er sein mag. Meine Damen und Herren! Kolleginnen und Kollegen! Nach dem aktuellen Jahresbericht zur Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen befindet sich Österreich hinter Norwegen, Finnland, Schweden, den Niederlanden und einer Reihe von anderen Ländern auf Platz 16; wir waren auf Platz elf. Warum ist das so? Warum sind wir fünf Plätze abgerutscht? Wir wissen, Einschränkungen der Pressefreiheit und Attacken auf unabhängige Journalistinnen und Journalisten bedeuten immer eine Entwicklung in Richtung illiberale Demokratie; im Übrigen nicht die einzige Entwicklung in diese Richtung. (Unruhe im Saal.) – Vielleicht interessiert Sie das Thema illiberale Demokratie eh nicht so (Abg. Gudenus: Wenn Sie reden, eher nicht! – Abg. Belakowitsch: Ja, es ist so langweilig!), dann können Sie natürlich weiter plaudern und sich weiter verbreitern und die Geräuschkulisse weiter in die Höhe treiben.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Mich erschreckt natürlich eine Finanzierung aus dem Budget ganz besonders, denn das ist ein massiver Angriff auf die Unabhängigkeit des Fernsehens, speziell wenn ich dann noch solche Interviews wie das gestrige mit dem Spitzenkandidaten der Freiheitlichen höre, der offen droht, dass das Konsequenzen haben wird, wenn ihm jemand nicht angenehme Fragen stellt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Habt ihr nie gemacht!
Die dritte Freiheit, die Sie angreifen, ist natürlich das Parlament: Zuweisung zu nicht zuständigen Ausschüssen, Verkürzung der Begutachtungsfristen, alles das sind Maßnahmen, die unsere liberale Demokratie infrage stellen und in ein autoritäres System überführen (Abg. Belakowitsch: Habt ihr nie gemacht!); ob Sie es jetzt illiberale Demokratie, die es gar nicht gibt, oder autoritäres System nennen.
Abg. Belakowitsch: Wie ist das in Wiener Neustadt?
Dass Sie natürlich mit Ihren Verbindungen zu den Rechtsradikalen in diese Richtung denken, das hat sich in dieser ganzen Diskussion gezeigt. (Abg. Belakowitsch: Wie ist das in Wiener Neustadt?) – Wiener Neustadt ist ein gutes Stichwort, dort hat man nämlich die Identitären begrüßt und gesagt, sie können jederzeit ins Rathaus kommen.
Abg. Stefan: Was macht er denn jetzt? Wie macht er es denn jetzt? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
reduzieren. Möchte der dänische Rundfunk jetzt zum Beispiel eine Gebührenerhöhung haben, sprich eine Steuererhöhung, mehr Geld von der Regierung, was muss er tun? – Er muss zur Regierung gehen und fragen, ob er mehr Geld haben kann. Dass Ihnen das so in den Kram passen würde (Abg. Stefan: Was macht er denn jetzt? Wie macht er es denn jetzt? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), meine sehr geehrten Damen und Herren von der FPÖ, das glaube ich sehr gerne, denn wenn Ihnen die Berichterstattung des ORF in der jetzigen Form nicht passt, dann würde es von Ihnen kein Geld geben, und dafür stehen wir nicht zur Verfügung. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Ja, die müssten arbeiten gehen!
Sie wissen ganz genau, dass der österreichische Medienmarkt viel zu klein ist, um neben dem deutschen Medienmarkt zu bestehen. Der Wettbewerb wäre nicht gegeben, würde man die Gebühren zur Gänze abschaffen, und wir wären ein Anhängsel der deutschen Medien. Vor allen Dingen eines, meine sehr geehrten Damen und Herren: Die österreichische Kreativwirtschaft wäre tot, denn der ORF mit seinen österreichischen Schauspielern, Kameraleuten, CutterInnen und allen, die dafür zuständig sind (Abg. Belakowitsch: Ja, die müssten arbeiten gehen!), dass österreichische Produktionen passieren, müssten ins Ausland gehen. Es wäre uns nicht mehr möglich, dies zu finanzieren.
Sitzung Nr. 72
Abg. Belakowitsch: Ja, das konnte man beobachten!
Abgeordnete Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Gerade in den letzten Tagen und Wochen konnten wir leider den Verlust des politisch-moralischen Anstands in Österreich sehr deutlich beobachten. (Abg. Belakowitsch: Ja, das konnte man beobachten!) Es ist aber nicht nur der politisch-moralische Anstand, der verloren gegangen ist, sondern es scheint auch so zu sein, dass es der menschliche Anstand ist, der dieser Bundesregierung fehlt. Gerade am Beispiel der Mindestsicherung kann man das sehr gut festmachen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Gerade am Beispiel der neuen Mindestsicherung zeigt sich auch, dass wir in der Sozialdemokratie ein gänzlich anderes Menschenbild als Sie haben, denn Ihr Entwurf lässt nur einen Schluss zu, nämlich dass Sie davon ausgehen, dass Menschen, die Sozialhilfe beziehen, eigentlich nicht arbeiten wollen – Tachinierer, sagt man in Wien (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) –; ja, das ist Ihr Menschenbild! Wir haben ein ganz anderes: Wir sind der festen Überzeugung, dass Menschen arbeiten wollen, dass sie ihren Beitrag leisten wollen – für sich, für andere und für die Gemeinschaft, für die Gesellschaft. Das ist etwas, das in uns allen drinnen ist. Wir glauben daran, dass Menschen genau diese Leistung, diesen Beitrag erbringen wollen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Von der Volkshilfe! – weiterer Ruf bei der FPÖ: SPÖ!
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Ich habe jetzt allen zugehört und mir meine Meinung aufgrund der insgesamt 142 Stellungnahmen gebildet, die ich auch entsprechend analysiert habe. Es ist mehr als bezeichnend, wenn dieses Gesetz in 139 von diesen 142 Stellungnahmen von Organisationen, NGOs, Vereinen, Plattformen als schlecht bezeichnet wird. Wenn es nur drei Stellungnahmen gibt – von Organisationen, die eigentlich nichts mit Armutsbekämpfung zu tun haben (Abg. Belakowitsch: Von der Volkshilfe! – weiterer Ruf bei der FPÖ: SPÖ!) –, die Ihr Gesetz unterstützen, dann ist das mehr als bezeichnend. Diese drei waren die Industriellenvereinigung, die Wirtschaftskammer und das Land Niederösterreich. Das sind drei Organisationen, die sich nicht unbedingt mit Armut befassen, aber das sei einmal dahingestellt. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von NEOS und JETZT. – Abg. Belakowitsch: Eben nicht! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Weil Kollege Wöginger von Klarstellungen gesprochen hat: Ich muss euch ganz ehrlich sagen, ich werde den Eindruck nicht los – vor allem bei dem Hearing am 15. April, in der Osterwoche, ist es zutage getreten –, dass wir uns als Oppositionsparteien mit eurem Verschlechterungsgesetz inhaltlich mehr auseinandergesetzt haben als ihr als zuständige und verantwortliche Abgeordnete der Regierungsfraktionen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von NEOS und JETZT. – Abg. Belakowitsch: Eben nicht! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: ... den gibt es schon ewig nicht mehr in Wien!
Und noch zu Wien, weil das auch passt. (Ruf bei der FPÖ: In Wien gibt es eh schon lange keinen mehr!) – Na das ist ein toller Hinweis! (Abg. Belakowitsch: ... den gibt es schon ewig nicht mehr in Wien!) – Es kommt ständig dieses Argument, da erfolge eine Zuwanderung in unser Sozialsystem, es gebe da Sozialschmarotzer und so weiter. Fakt ist: Keiner von diesen 308 000 Menschen will in der Mindestsicherung bleiben – keiner! Jeder will wieder einen Job haben und arbeiten. (Beifall bei der SPÖ. – Ui-Rufe bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Durchschnitt! Was heißt denn das, Durchschnitt?!
Fakt ist, die Verweildauer beträgt 8,5 Monate – 8,5 Monate! (Abg. Belakowitsch: Durchschnitt! Was heißt denn das, Durchschnitt?!) Wenn die Leute angeblich alle in der Mindestsicherung bleiben wollen, warum gehen sie denn dann aus der Mindestsicherung wieder raus? – Weil sie rauswollen! Das sind die Fakten. Und Fakt ist auch: In Wien ist die Zahl der Mindestsicherungsbezieher um 9 Prozent gesunken: von 143 000 im August 2017 auf 129 000 im August 2018. (Abg. Wurm: Sag die ganze Wahrheit! – Abg. Belakowitsch: Nein, das ist die halbe Wahrheit!) Deswegen: Es gibt da keine Zuwanderung! Die Zahl der Mindestsicherungsbezieher ist rückläufig, weil sie wieder rauswollen. Und was machen Sie? – Sie hauen dort noch einmal ganz kräftig drauf.
Abg. Wurm: Sag die ganze Wahrheit! – Abg. Belakowitsch: Nein, das ist die halbe Wahrheit!
Fakt ist, die Verweildauer beträgt 8,5 Monate – 8,5 Monate! (Abg. Belakowitsch: Durchschnitt! Was heißt denn das, Durchschnitt?!) Wenn die Leute angeblich alle in der Mindestsicherung bleiben wollen, warum gehen sie denn dann aus der Mindestsicherung wieder raus? – Weil sie rauswollen! Das sind die Fakten. Und Fakt ist auch: In Wien ist die Zahl der Mindestsicherungsbezieher um 9 Prozent gesunken: von 143 000 im August 2017 auf 129 000 im August 2018. (Abg. Wurm: Sag die ganze Wahrheit! – Abg. Belakowitsch: Nein, das ist die halbe Wahrheit!) Deswegen: Es gibt da keine Zuwanderung! Die Zahl der Mindestsicherungsbezieher ist rückläufig, weil sie wieder rauswollen. Und was machen Sie? – Sie hauen dort noch einmal ganz kräftig drauf.
Abg. Belakowitsch: Das hat sie nicht gesagt!
Bemerkung Nummer zwei: Es gruselt einem fast ein bisschen angesichts dessen, wie hier Propaganda gemacht wird, Unwahrheiten verbreitet werden, denn Sie wissen genau, in unserem Hearing im Sozialausschuss hat diese Expertin genau erklärt, was sie meint. Ich habe frauen- und arbeitsmarktpolitische Einrichtungen besucht – Sie vielleicht noch nie, das weiß ich nicht – und genau dort wird immer wieder gesagt, dass manche Menschen, Frauen oder Männer, etwas länger benötigen, eine etwas längere Phase brauchen – weil sie vom Elternhaus her gewisse Dinge nicht erlernt haben, weil sie gewisse Dinge vielleicht verlernt haben –, und das sollte gewährleistet sein. Die haben ja alle auch eine Quote zu erbringen im Sinne dessen, diese Menschen wieder in den Arbeitsmarkt einsteigen zu lassen. Wenn Sie nun behaupten, es soll ab jetzt nicht mehr sein, dass man ihnen ein, zwei, drei Monate mehr zugesteht (Abg. Belakowitsch: Das hat sie nicht gesagt!), gruselt es mich daher. Sie machen Schmalspurkurse – und dafür sind auch Sie verantwortlich, Frau Ministerin, da Sie auch für den Arbeitsmarkt verantwortlich sind –, Sie streichen dem AMS Millionen von Euro und kategorisieren die Leute in A-, B- oder C-Bereiche, und die, die im C-Bereich sind – vorwiegend Frauen, darf ich nur sagen –, bekommen nur mehr Vierwochenkurse und dann sollen sie dem Arbeitsmarkt gefälligst zur Verfügung stehen.
Abg. Wurm: Nein, nein, nein! – Abg. Belakowitsch: Was?! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Herr Abgeordneter Wurm hat heute gesagt, das sei der Anfang vom Ende des Sozialstaates (Abg. Wurm: Nein, nein, nein! – Abg. Belakowitsch: Was?! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), und leider muss ich ihm recht geben. (Beifall bei der SPÖ.) – Leider muss ich ihm recht geben.
Zwischenruf des Abg. Neubauer. – Abg. Belakowitsch: Pscht!
Was uns jeden Tag vor Augen geführt wird, ist, dass sich der Rechtsextremismus in der FPÖ nicht ausschließlich auf die Identitären beschränkt. (Zwischenruf des Abg. Neubauer. – Abg. Belakowitsch: Pscht!) Wir haben mitgezählt, Kollege Scherak: 59 rechtsextreme, rassistische, antisemitische Vorfälle seit Regierungsgründung im Dezember 2017. (Abg. Heinisch-Hosek: Unglaublich!) Wo sind die Konsequenzen, Kollege Nehammer, die Sie angesprochen haben, aus diesen 59 Vorfällen? (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Zadić.)
Abg. Belakowitsch: Das stimmt nicht! Wie oft werden Sie das jetzt noch wiederholen?
verletzungsverfahren –, handelt Ihr Parteifreund und Abgeordneter zum Europäischen Parlament Vilimsky wieder einmal gegen alle Vernunft und stimmt im EU-Parlament gegen den Abbiegeassistenten für Lkw ab 2022. (Abg. Belakowitsch: Das stimmt nicht! Wie oft werden Sie das jetzt noch wiederholen?) Es ist schon schlimm genug, weitere drei Jahre an Sicherheit zu verlieren, und Herr Vilimsky ist gleich a priori dagegen. (Beifall bei der SPÖ.)
Sitzung Nr. 74
Abg. Belakowitsch: Das sind die Segnungen der Globalisierung ...!
Beispiel nachzudenken und es auch zu überdenken? – Weil die Situation in diesem ukrainischen Dorf auch durch Österreich, durch österreichische Mittel, durch die Europäische Union und durch Förderungen und Subventionen der Europäischen Entwicklungsbank herbeigeführt wird. (Abg. Belakowitsch: Das sind die Segnungen der Globalisierung ...!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Was wir gleichfalls brauchen, wenn sich die Konjunktur eindämmt und wenn die Weltwirtschaft ein Stück weit langsamer wird, ist ein Investitionspaket: ein Investitionspaket, das Jobs schafft, das Leuten auch wieder Beschäftigung gibt, das in die Infrastruktur investiert, sodass wir dadurch auch den Klimawandel gut bewältigen, indem wir zum Beispiel endlich ein Schnellzugsystem zwischen allen europäischen Hauptstädten ausbauen, und auch eine europäische Wohnbauoffensive, denn viele Menschen in Europa können sich das Wohnen nicht mehr leisten, und darauf müssen wir durch bessere und billigere Wohnungen für alle Menschen in Europa eine Antwort geben. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wohnen ist ein Grundrecht und darf nicht dem Profit der Konzerne geopfert werden.
Abg. Belakowitsch: ... von Wien!
Apropos: Was wir in Europa auch brauchen, ist ein Privatisierungsstopp, denn wir dürfen nicht dabei zuschauen, wie in einzelnen Städten das Wasser verkauft wird, wir dürfen nicht dabei zuschauen, wie in einzelnen Städten die Gemeindewohnungen verkauft werden (Abg. Belakowitsch: ... von Wien!), und wir dürfen auch nicht dabei zuschauen, wie in einzelnen Städten der öffentliche Nahverkehr und die Eisenbahn verkauft werden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Apropos: Was wir in Europa auch brauchen, ist ein Privatisierungsstopp, denn wir dürfen nicht dabei zuschauen, wie in einzelnen Städten das Wasser verkauft wird, wir dürfen nicht dabei zuschauen, wie in einzelnen Städten die Gemeindewohnungen verkauft werden (Abg. Belakowitsch: ... von Wien!), und wir dürfen auch nicht dabei zuschauen, wie in einzelnen Städten der öffentliche Nahverkehr und die Eisenbahn verkauft werden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Das liest keiner!
Was hat das immer mit sich gebracht? – Die Konzerne sind reicher geworden, und die Menschen haben schlechtere Services und Dienstleistungen bekommen. Daher glaube ich, bevor wir das weiterdiskutieren, was hier gerade diskutiert worden ist, ist es notwendig, noch einmal ganz klar eines zu sagen: Bei der Europawahl geht es auch darum, wie wir Europa sozialer machen, wie wir es gerechter machen. Wir haben statt leerer Worthülsen (ein Exemplar des Wahlprogramms in die Höhe haltend) ein 122 Seiten dickes Programm. (Abg. Belakowitsch: Das liest keiner!) – Ja, das liest keiner, weil in Ihrer Partei das Lesen noch nicht angekommen ist (Beifall bei der SPÖ
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Daher hätte ich am Schluss eine Bitte an alle, die uns heute zuschauen: Wenn Ihnen die europäische Demokratie, wenn Ihnen die Demokratie in Europa ein Anliegen ist (Oh-Rufe bei der FPÖ), dann erfüllen Sie sie mit Leben und gehen Sie wählen, denn Europas Demokratie hat es sich verdient, dass wir wählen gehen und dass sie gestärkt wird! (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.) Das ist nämlich die beste Antwort auf die Verzweiflung, die die Rechtsextremen streuen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Jetzt erklär ihm einmal, wie es funktioniert!
Mitglied des Europäischen Parlaments Harald Vilimsky (FPÖ): Frau Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Lassen Sie mich ganz kurz vorab zu meinem Vorredner Stellung beziehen (Abg. Belakowitsch: Jetzt erklär ihm einmal, wie es funktioniert!), der hier in einer burlesken Art und Weise seine politischen Gedanken vorgetragen hat! Fast hätte man den Eindruck, eine politische Kasperliade würde hier veranstaltet werden. (Abg. Steger: Das ist meistens so, wenn ...!)
Abg. Jenewein: Was habt ihr die letzten Jahre gemacht? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordnete Melanie Erasim, MSc (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Geschätzte Zuseherinnen und Zuseher! Herr Bundesminister Blümel, Sie haben ja schon selbst erwähnt, wie Sie Ihre Arbeit einschätzen, nämlich als „Mindestmaß“. Als Mindestmaß sehen wir auch die Aufstockung dieser Förderung von 15 auf 20 Millionen Euro – eine Einzelmaßnahme. Nicht beinhaltet ist eben die nicht kommerzielle Rundfunkförderung. Von dieser hat Abgeordneter Jenewein gemeint, sie gehöre auf komplett neue Beine gestellt. – Wer hindert Sie denn daran? Arbeiten Sie etwas, tun Sie endlich etwas und legen Sie ordentliche Gesetzesvorschläge vor! (Abg. Jenewein: Was habt ihr die letzten Jahre gemacht? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Fake News von der SPÖ! Da kennt sich die SPÖ nicht aus!
Es fehlt ebenso völlig die Förderung von digitalen Medien. Auch was den Bereich Fake News anbelangt: Es gäbe einige Plattformen, die dezidiert dagegen auftreten; zu nennen wären zum Beispiel Kobuk und Mimikama. Förderungsmöglichkeiten für solche Plattformen werden da vollkommen ausgelassen. (Abg. Belakowitsch: Fake News von der SPÖ! Da kennt sich die SPÖ nicht aus!) Was es braucht, ist ein übergreifendes Gesamtpaket, das zum 21. Jahrhundert passt und in dem auch digitale Medien beinhaltet sind, und zwar nicht nur jene Medien, die positiv über die Regierung berichten.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wir sehen ja, wie die Medien permanent angegriffen werden, und das hat auch Folgen. Ich möchte da auf den Bericht der Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen eingehen: Hinsichtlich Pressefreiheit hat sich Österreich laut diesem Bericht alarmierend verschlechtert, nämlich um fünf Ränge. Da möchte ich Sie schon fragen, Herr Bundesminister: Wie geht es Ihnen damit, dass durch Ihr Verhalten (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und durch das Verhalten Ihrer Regierung unter Ihrer Ägide als Medienminister (Bundesminister Blümel greift zu seinem Smartphone und wendet sich von der Rednerin ab) – Sie brauchen jetzt nicht wegzuschauen und so zu tun (Abg. Wöginger: Aber hersetzen darf er sich schon noch?! Sitzen darf er schon?), als ob Sie das nichts angehen würde – ein so wichtiges Gut wie die Pressefreiheit, ein Grundpfeiler der Demokratie, derartig beschädigt wird?! (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Sie gehören genau zu jenen, die diese Grundrechte beschädigen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Leichtfried: Nicht einmal die Frau Belakowitsch, die Fragende, hört Ihnen zu!
Als Beispiele kann ich hier anführen: erstens den Wiedereinsteigerfreibetrag, zweitens den Abbau von Vermittlungshindernissen. Klares Ziel ist es also, Sozialhilfebezieherinnen und -bezieher letztendlich von der Leistung der Sozialhilfe unabhängig zu machen (Abg. Leichtfried: Nicht einmal die Frau Belakowitsch, die Fragende, hört Ihnen zu!), Hilfe zur Selbsthilfe.
Abg. Leichtfried: Ja, das hat man bei der Arbeiterkammerwahl gesehen! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Diese Rückmeldungen bekomme ich – vermutlich auch meine Kollegen –, wenn wir unterwegs sind. (Zwischenruf des Abg. Jarolim.) Die Leute sind mit der Regierungsarbeit extrem zufrieden, speziell Pensionisten, Arbeiter, Angestellte, also alle, von denen Sie immer sprechen. (Abg. Leichtfried: Ja, das hat man bei der Arbeiterkammerwahl gesehen! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Diese Menschen draußen spüren bereits jetzt – und wir sind ja noch nicht allzu lange in der Regierung –, dass sich die Dinge für sie zum Positiven bewegt haben. Die Leute spüren das. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Höchste Arbeitslosigkeit ...!
Sie wissen es genau: Wer war damals in Regierungsverantwortung? (Abg. Hafenecker: ... abgewählte ...!) – Richtig, es waren sozialdemokratische Regierungschefs und es waren sozialdemokratische Sozialminister. Blicken wir zurück, wodurch diese Zeit, nämlich 2008 bis 2017, eigentlich geprägt war! Was ist damals passiert? – Es war die größte Wirtschafts- und Finanzkrise der Zweiten Republik seit dem Zweiten Weltkrieg, mit schweren Folgen für die Wirtschaft, mit wenig Wirtschaftswachstum und finanziell engen Spielräumen, auch was den Staatshaushalt betroffen hat. Trotz alldem haben es die sozialdemokratisch geführten Regierungen in dieser Zeit zustande gebracht, Investitionen in die Menschen und in die Wirtschaft zu tätigen, und es wurde erfolgreich gegen diese Wirtschafts- und Finanzkrise gegengesteuert – mit einem Ziel: den sozialen Ausgleich in Österreich zu erhalten und damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Österreich zu stärken. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Höchste Arbeitslosigkeit ...!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Schauen wir uns jetzt Ihre sogenannte Steuerreform an, sehr geehrte Damen und Herren! Ich nehme jetzt Ihre Zahlen, die Rechnung der Bundesregierung, um mir das genauer anzuschauen. Laut Ihren Angaben beträgt das Volumen der Steuerreform für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 2021 5 Milliarden Euro. Laut Ihren eigenen Angaben, sehr geehrte Damen und Herren, beträgt 2021 über den Zeitraum gerechnet die kalte Progression 7,5 Milliarden Euro. (Abg. Hanger: Das stimmt ja nicht! Die Zahlen stimmen nicht!) Eine Milchmädchenrechnung: Irgendetwas stimmt bei dieser Rechnung nicht, weil Sie von einer Entlastung reden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich kann da für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich nur ein Minus von 2,5 Milliarden Euro sehen, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Loacker und Schellhorn.)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch: Gott sei Dank haben wir den Loacker, der es verstanden hat!
Das Beste ist – da muss ich den Sozialdemokraten einen Punkt geben, den Sie nicht bekommen –, dass Sie es bei Ihrer Pensionserhöhung verabsäumt haben, die Erhöhung der Luxuspensionen zu deckeln. Wenn ein Landesbeamter vielleicht nebenher noch als Sachverständiger selbstständig tätig war – das soll ja vorkommen – und ein selbstständiges Einkommen hatte, dann bekommt er auf seine Selbstständigenpension auch Ihre Sondererhöhung, weil das nicht mit seiner Landesbeamtenpension zusammengerechnet wird. Das ist Ihre supersoziale Politik, weil Sie das System nicht einmal vollständig durchblicken. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch: Gott sei Dank haben wir den Loacker, der es verstanden hat!)
Abg. Belakowitsch: Ist das schlecht?
Ich möchte dies noch genauer ausführen, damit das auch dementsprechend transparent wird: Sie sprechen in Ihrer Anfrage von einer neuen Gerechtigkeit, von einer neuen sozialen Gerechtigkeit. Ich möchte dies anhand von Ereignissen zeigen, die im vergangenen Jahr stattgefunden haben. Sie gehen an die ganze Geschichte heran und sagen, Sie wollen auf der einen Seite der Bevölkerung helfen, die arbeitsfähig ist, die Arbeitswillen zeigt, und auf der anderen Seite jene motivieren, die aktuell nicht dazu bereit sind, endlich einmal einen Job zu finden und in den Arbeitsprozess einzusteigen. (Abg. Belakowitsch: Ist das schlecht?)
Abg. Belakowitsch: Sicher stimmt es!
Es geht noch weiter: Ich habe gesagt, ich werde gerne ausführen, warum Alleinerziehende bei den politischen Lösungen, die Sie anbieten, immer und immer wieder durchfallen. Es geht weiter mit der Sozialhilfe. Kollege Wöginger hat stolz ausgeführt: Wir erhöhen die Beträge und die verpflichtenden Zuschläge für Behinderte und für Alleinerziehende! – Ja, nichts ist passiert. Es stimmt einfach nicht! (Abg. Belakowitsch: Sicher stimmt es!) Ja, es gibt verpflichtende Zuschläge für Menschen mit Behinderung, aber betreffend Alleinerziehende ist plötzlich das Wort verpflichtend weggekommen. (Abg. Heinisch-Hosek: Genau!) Ich kann mir nicht erklären, wo es hingerutscht ist.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das ist nichts, über das ich, wenn ich mich hierherstelle, sagen kann: Ich bin stolz auf unsere Regierungspolitik und darauf, wie positiv wir das alles entwickelt haben! – Nein! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Das sind keine Zahlen von mir, Kollegin Belakowitsch, das sind Zahlen von Eurostat. Die kann ich Ihnen gerne zur Verfügung stellen, aber ich würde mir wünschen, dass sie im Ministerium aufliegen, damit man sich genau mit dieser Problematik, was nämlich Personen über 65 betrifft, auch auseinan-
Abg. Belakowitsch: Das war keine Frage!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Ministerin Hartinger-Klein, ich habe ganz aktuell, vor wenigen Minuten, erfahren, dass diese Verbindungen zwischen den Identitären und den Freiheitlichen auch aus Ihrem Kabinett kommen, das heißt, dass ein Mitarbeiter Ihres Kabinetts auf der Großspenderliste der Identitären auftaucht. Es wundert mich, dass Sie bei Ihrer Beantwortung dieser Dringlichen Anfrage nicht die Gelegenheit genutzt haben, um sich klar davon zu distanzieren (Abg. Belakowitsch: Das war keine Frage!), dass die FPÖ und die FPÖ-Funktionäre und Mitarbeiter aus Ihrem Büro, aus Ihrem engsten Kabinett, die Identitären finanzieren. Das ist etwas, wofür Sie sich schämen sollten und wozu Sie zumindest hier im Hohen Haus klare Worte finden sollten. (Beifall bei SPÖ und JETZT. – Abg. Loacker: Sie hat sich die Mitarbeiter nicht selber aussuchen dürfen!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (JETZT): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Mir ist ein Satz im Antrag der FPÖ aufgefallen, der mir als Ökonomen sehr aufstößt. Er lautet: „Die Arbeitslosigkeit geht seit dem Antritt dieser Bundesregierung kontinuierlich zurück.“ (Beifall bei der FPÖ.) Frau Kollegin Belakowitsch hat sogar gesagt, sie geht massiv zurück. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Also von massiv kann keine Rede sein, aber mit dem Amtsantritt der türkis-blauen Regierung hat das gar nichts, aber schon gar nichts zu tun. (Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Wurm: Mutmaßung Ihrerseits! Mutmaßung Ihrerseits!)
Abg. Belakowitsch: Ja, das können sie auch schwer, wenn sie ...! Das ist ein bisschen schwer! – Zwischenruf des Abg. Bösch.
Wenn in diesem Zusammenhang immer wieder von Entlastung die Rede war und wenn Herr Kollege Wöginger gemeint hat, die Menschen spüren das alles, so muss ich sagen, viele Menschen spüren von den Entlastungen, die Sie gemacht haben, gar nichts. Erstens einmal gibt es auch im Zusammenhang mit dem Familienbonus gar nicht wenige Menschen, die nicht lohnsteuerpflichtig und keine AlleinerzieherInnen sind und die daher vom Familienbonus genau null profitieren. (Abg. Belakowitsch: Ja, das können sie auch schwer, wenn sie ...! Das ist ein bisschen schwer! – Zwischenruf des Abg. Bösch.)
Abg. Belakowitsch: Falsch!
Auch sagen Sie, die Sozialhilfe Neu sei so super. Sie haben bei Maßnahmen für behinderte Menschen wieder Verantwortung auf die Länder abgeschoben. Sie haben wieder bei Familien mit vielen Kindern gespart. (Abg. Belakowitsch: Falsch!) Das ist nicht Sozialpolitik, damit bekämpfen Sie keine soziale Ungerechtigkeit und damit bekämpfen Sie schon gar nicht die Armut!
Abg. Belakowitsch: Könnte man zur Sache einmal was sagen?
Bei Freiheitlichen stellt sich diese Frage nicht. Da stellt sich nur die Frage: Kommt er von den Identitären? Hat er bewusst Rechtsextremisten und Neonazis finanziell unterstützt? Und: Wie kommt die Sozialministerin auf den absurden Gedanken, dass der Identitärenunterstützer und Teil des Sellner-Brenton-Tarrant-Netzwerkes Hansjörg Payr (Abg. Belakowitsch: Könnte man zur Sache einmal was sagen?) – das ist alles ein Netzwerk, ein globales Netzwerk von Christchurch bis ins Sozialministerium, bis ins Kabinett, das ist ein Netzwerk – - - Hat sie das gewusst oder hat sie das nicht gewusst?
Abg. Belakowitsch: Das glaub ich! Sie haben sich noch nie mit Politik auseinandergesetzt!
Es ist immer dasselbe: Wo du hinschaust, tauchen die gleichen Kameraden auf. Deswegen ist es so schwer, sich mit Politik auseinanderzusetzen (Abg. Belakowitsch: Das glaub ich! Sie haben sich noch nie mit Politik auseinandergesetzt!), wenn Beschäftigungspolitik - -
Abg. Belakowitsch: Ob das aber wirklich eine tatsächliche Berichtigung ist? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Präsidentin Doris Bures: Es liegt noch eine Wortmeldung vor. Zuvor aber gibt es eine tatsächliche Berichtigung, und zwar von Herrn Abgeordnetem Dr. Pilz. – Bitte. (Abg. Belakowitsch: Ob das aber wirklich eine tatsächliche Berichtigung ist? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Das stimmt ja auch! – Abg. Belakowitsch: Richtig!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (JETZT): Herr Abgeordneter Rosenkranz hat behauptet, ich und meine Gesinnungsfreundinnen und ‑freunde würden für Gesinnungsschnüffelei und Überwachungsstaat eintreten. (Ruf bei der FPÖ: Das stimmt ja auch! – Abg. Belakowitsch: Richtig!)
Abg. Belakowitsch: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Ich habe vor wenigen Jahren gemeinsam mit Abgeordnetem Rosenkranz (Abg. Belakowitsch: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!) eine Drittelbeschwerde gegen den Überwachungsstaat eingebracht. Wir sind nach wie vor verlässlich gegen den Überwachungsstaat. Umgefallen ist Abgeordneter Rosenkranz, der heute ein Regierungsvertreter für Bespitzelung, Überwachung, Bundestrojaner, Lauschangriff und vieles andere ist. (Abg. Belakowitsch: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!)
Abg. Belakowitsch: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Ich habe vor wenigen Jahren gemeinsam mit Abgeordnetem Rosenkranz (Abg. Belakowitsch: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!) eine Drittelbeschwerde gegen den Überwachungsstaat eingebracht. Wir sind nach wie vor verlässlich gegen den Überwachungsstaat. Umgefallen ist Abgeordneter Rosenkranz, der heute ein Regierungsvertreter für Bespitzelung, Überwachung, Bundestrojaner, Lauschangriff und vieles andere ist. (Abg. Belakowitsch: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!)
Beifall bei JETZT. – Ruf bei der SPÖ: „Pfui“! – Abg. Rosenkranz: Ich bin jetzt so unsicher: War das jetzt eine tatsächliche Berichtigung? – Abg. Belakowitsch: Frau Präsidentin! Sie sind sonst auch so streng!
Ich berichtige tatsächlich: Nicht ich, sondern Abgeordneter Rosenkranz hat sich zu schämen. (Beifall bei JETZT. – Ruf bei der SPÖ: „Pfui“! – Abg. Rosenkranz: Ich bin jetzt so unsicher: War das jetzt eine tatsächliche Berichtigung? – Abg. Belakowitsch: Frau Präsidentin! Sie sind sonst auch so streng!)
Beifall bei SPÖ und JETZT. – Abg. Belakowitsch: Warum?
Das ganz spannende Politische ist nämlich Folgendes: Es geht nicht um eine private Person, es geht um den Herrn Bundeskanzler und es geht um den Herrn Vizekanzler. Der Herr Bundeskanzler hat klar gesagt, es muss eine klare Abgrenzung zu den Identitären geben. Das hat er in dieser Bundesregierung gesagt, und der Herr Vizekanzler hat das bestätigt. Jetzt kommen wir drauf, dass diese beiden Aussagen, die gegenüber der Republik gemacht wurden, von den eigenen Ministern nicht eingehalten werden und dass diese das, was da gesagt wurde, schlichtweg nicht umsetzen. (Beifall bei SPÖ und JETZT. – Abg. Belakowitsch: Warum?)
Abg. Belakowitsch: Was?
Wie war das in Österreich? – Als wir das Jugendaus- - (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Hartinger-Klein.) – Das Ausbildungspflichtgesetz, danke, Frau Bundesministerin, Sie haben es gesagt, ist eine wichtige Maßnahme. Leider, leider, leider haben, als wir das im Parlament beschlossen haben, alle mitgestimmt, nur die FPÖ nicht. (Oh-Rufe bei der SPÖ.) Nur die FPÖ nicht (Abg. Belakowitsch: Was?), damals, 2016 – 2017! (Abg. Höbart: 16, 17?) Das war die Situation: Beim Jugendausbildungsgesetz habt ihr nicht mitgestimmt.
Abg. Belakowitsch: Lesen allein ist zu wenig! Er hat es nicht verstanden!
Ich habe noch eine Frage an die Frau Minister, Ministerin (Abg. Höbart: Fast hätte er es vergessen! – Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ), nämlich: Wie soll das bei der Steuerreform gehen? – Sie sagen, es gibt 900 Millionen Euro weniger Beiträge in der Krankenversicherung. (Bundesministerin Hartinger-Klein: Ja!) 900 Millionen Euro. Ich habe die Gesetze alle gelesen, die da so kommen, und eine Begutachtung. (Abg. Belakowitsch: Lesen allein ist zu wenig! Er hat es nicht verstanden!) Ich finde nirgends einen Beitrag, wo drinnen steht, das kommt aus dem Budget.
Sitzung Nr. 76
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haider: Was haben Sie gegen die Uniform? – Abg. Neubauer: Was haben Sie gegen eine Uniform? – Abg. Belakowitsch: Haben Sie ein Problem mit der Polizei?
Abgeordneter Mag. Jörg Leichtfried (SPÖ): Herr Präsident! Guten Morgen, Herr Bundesminister! Gestatten Sie mir vor der Frage eine Anmerkung: Es beruhigt mich schon, dass Sie im Gegensatz zum Ministerrat zumindest im Hohen Haus noch nicht in Uniform auftreten! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haider: Was haben Sie gegen die Uniform? – Abg. Neubauer: Was haben Sie gegen eine Uniform? – Abg. Belakowitsch: Haben Sie ein Problem mit der Polizei?)
Abg. Plessl: Ich glaube, diese Frage war vorbereitet! – Heiterkeit bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Gegenruf des Abg. Plessl.
stellen. (Abg. Plessl: Ich glaube, diese Frage war vorbereitet! – Heiterkeit bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Gegenruf des Abg. Plessl.)
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und JETZT. – Abg. Belakowitsch: Das ist aber sachlich! – Abg. Hafenecker: Es gibt ja eine Asylindustrie!
Abgeordnete Dr. Irmgard Griss (NEOS): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich finde es sehr schade, dass es so schwierig ist, über ein für viele Menschen so wichtiges Thema sachlich zu diskutieren, denn Ausdrücke wie Asylindustrie und Willkommensklatscher bringen uns da nicht weiter. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und JETZT. – Abg. Belakowitsch: Das ist aber sachlich! – Abg. Hafenecker: Es gibt ja eine Asylindustrie!)
Abg. Belakowitsch: Das ist keine Köstinger-Berichtigung!
(Abg. Belakowitsch: Das ist keine Köstinger-Berichtigung!) Auch Bundesminister Löger hat in der Bundesrechnungsagentur von einem auf zwei Geschäftsführer erhöht. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Das ist der falsche Minister, Frau Yılmaz!
neralsekretär die Weisung gegeben, dass das Eurofighter-Verfahren eingestellt werden soll? (Abg. Belakowitsch: Das ist der falsche Minister, Frau Yılmaz!) – Das macht ja nichts! (Beifall bei der SPÖ.) Ich kann es Ihnen ja sagen, Sie stellen ja die Regierung. Ich will eine Erklärung haben, warum der Korruptionsstaatsanwalt den Generalsekretär anzeigt. (Abg. Belakowitsch: Geh bitte, sprechen Sie zur Tagesordnung! – Abg. Deimek: Zu welchem Thema reden Sie jetzt?) – Na, Sie haben schon verstanden, wozu ich rede. Es geht um Vertrauen, um weisungsgebundene Beamte, die anscheinend einfach angewiesen werden, Verfahren einstellen zu lassen. (Abg. Martin Graf: Die Freimaurer ...!)
Abg. Belakowitsch: Geh bitte, sprechen Sie zur Tagesordnung! – Abg. Deimek: Zu welchem Thema reden Sie jetzt?
neralsekretär die Weisung gegeben, dass das Eurofighter-Verfahren eingestellt werden soll? (Abg. Belakowitsch: Das ist der falsche Minister, Frau Yılmaz!) – Das macht ja nichts! (Beifall bei der SPÖ.) Ich kann es Ihnen ja sagen, Sie stellen ja die Regierung. Ich will eine Erklärung haben, warum der Korruptionsstaatsanwalt den Generalsekretär anzeigt. (Abg. Belakowitsch: Geh bitte, sprechen Sie zur Tagesordnung! – Abg. Deimek: Zu welchem Thema reden Sie jetzt?) – Na, Sie haben schon verstanden, wozu ich rede. Es geht um Vertrauen, um weisungsgebundene Beamte, die anscheinend einfach angewiesen werden, Verfahren einstellen zu lassen. (Abg. Martin Graf: Die Freimaurer ...!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Stefan und Wurm.
Lieber Herr Bundesminister, dass Sie nur einen Geschäftsführer stellen, ist einzig und allein der Tatsache geschuldet, dass sich die ÖVP offensichtlich über den Tisch hat ziehen lassen und nicht mitbekommen hat, dass Sie nur einen bestellen wollen und nicht mehrere. Das brauchen Sie uns nicht vorzuwerfen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Stefan und Wurm.)
Abg. Leichtfried: Das ist ja ein Wahnsinn! – Abg. Belakowitsch: Sicher, der Innenminister ist verantwortlich!
Zum Abschluss möchte ich noch eines anmerken: Wozu es führen kann, wenn nicht ausgeschrieben wird, wie zum Beispiel bei den Generalsekretären, zeigt sehr klar und deutlich die heutige mediale Berichterstattung; ich verweise auf die Homepage des ORF. Dort kann jeder nachlesen, dass hochrangige Justizbeamte, darunter auch der Generalsekretär im Justizministerium, von eigenen Kollegen angezeigt wurden. Der Grund dafür ist der Verdacht der Anstiftung zum Amtsmissbrauch in der Causa Eurofighter. (Abg. Leichtfried: Das ist ja ein Wahnsinn! – Abg. Belakowitsch: Sicher, der Innenminister ist verantwortlich!) Das ist ein weiterer trauriger Baustein dieser Bundesregierung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Die Rede hat mich umgehaut!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Die Rede hat mich umgehaut!
Zum Abschluss möchte ich noch eines anmerken: Wozu es führen kann, wenn nicht ausgeschrieben wird, wie zum Beispiel bei den Generalsekretären, zeigt sehr klar und deutlich die heutige mediale Berichterstattung; ich verweise auf die Homepage des ORF. Dort kann jeder nachlesen, dass hochrangige Justizbeamte, darunter auch der Generalsekretär im Justizministerium, von eigenen Kollegen angezeigt wurden. Der Grund dafür ist der Verdacht der Anstiftung zum Amtsmissbrauch in der Causa Eurofighter. (Abg. Leichtfried: Das ist ja ein Wahnsinn! – Abg. Belakowitsch: Sicher, der Innenminister ist verantwortlich!) Das ist ein weiterer trauriger Baustein dieser Bundesregierung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Die Rede hat mich umgehaut!)
Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Berichtigen Sie sich selbst?
Abgeordneter Mag. Dr. Wolfgang Zinggl (JETZT): Abgeordneter Zinggl hat irrtümlicherweise gesagt, dass das Regionale Weinkomitee aus Mitgliedern der Landwirtschaftskammer besteht. (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Berichtigen Sie sich selbst?)
Abg. Belakowitsch: Das geht sich locker aus für den Wolf!
Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Loacker. – Sie haben noch knapp 3 Minuten. Geht das? (Zwischenruf des Abg. Loacker.) – Hervorragend. – Bitte. (Abg. Belakowitsch: Das geht sich locker aus für den Wolf!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Stefan und Hafenecker.
Es geht um hochrangige Vertreter, die immer wieder die Nähe gesucht haben: Es geht um Ihren Parteiobmann H.-C. Strache, es geht um Herrn Klubobmann Gudenus, es geht auch um Harald Vilimsky, der da in bestem Kontakt ist. Das geht ja so weit, dass Sie mit Einiges Russland, mit der Partei von Wladimir Putin, einen Freundschaftsvertrag geschlossen haben, der im Übrigen – ich glaube, ein Jahr später war das – nahezu wortident auch mit der Lega Nord, also mit Salvini, geschlossen wurde. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Stefan und Hafenecker.)
Beifall bei den NEOS. – Zwischenrufe der Abgeordneten Hafenecker und Belakowitsch. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
So hat es 2015 im Zuge der Bundestagswahlen einen russischen Cyberangriff gegeben, und zwar strahlten die deutsche Ausgabe von Russia Today, vor allem aber Sputniknews immer wieder eine Vielzahl von fremdenfeindlichen Beiträgen aus, in denen vor allem Angela Merkel diffamiert und die AfD gelobt wurde. (Zwischenruf des Abg. Rosenkranz.) Kremltreue Bots – wir wissen aus Berichten von den Sankt Petersburger Trollfabriken – haben diese Geschichten dann verbreitet, ja vertausendfacht. Es geht um Millionen (Ruf bei der FPÖ: Milliarden!) solcher Postings in den sozialen Medien – ja, bei der Europawahl in Wahrheit um Milliarden! Machen Sie sich nicht lustig, da geht es tatsächlich um sehr viel! (Beifall bei den NEOS. – Zwischenrufe der Abgeordneten Hafenecker und Belakowitsch. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Großbritannien, die Leave-Kampagne, Brexit (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Mehr als 150 000 russischsprachige Twitteraccounts haben auf Englisch Zehntausende Messages zugunsten der Leave-Kampagne gepostet, so die Aufmerksamkeit auf dieses Thema gelenkt und natürlich diese Abstimmung, dieses Referendum beeinflusst.
Abg. Belakowitsch: Das war der einzige Grund, warum er gewonnen hat!
Frankreich, Präsidentschaftswahl, Hackerangriff auf das Kampagnenteam rund um Emmanuel Macron: Wir wissen, dass diese Manipulation der Präsidentschaftswahl von russischer Seite erfolgt ist. (Abg. Belakowitsch: Das war der einzige Grund, warum er gewonnen hat!) Die Gegnerin war Marine le Pen – in bestem Kontakt mit Einiges Russland, wie ich noch ausführen werde.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ich will jetzt nicht so weit gehen, zu sagen, dass ich es auch ziemlich blamabel finde, dass unsere Außenministerin bei ihrer Hochzeit vor Wladimir Putin einen Knicks gemacht hat (Zwischenruf des Abg. Stefan), aber eines ist schon klar: Die Russlandnähe der FPÖ in dieser Regierung (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) hilft natürlich dem Kreml – das ist völlig klar.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Dieses Misstrauen geht sehr weit. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie können das auch im Bericht des amerikanischen State-Departments nachlesen; da steht: Unser Missionsziel ist die Stärkung der Rolle Österreichs als ein aktiver und verlässlicher Partner bei der Terrorismusbekämpfung und der polizeilichen Zusammenarbeit. Gleichwohl gibt die russlandfreundliche Haltung der FPÖ uns zu denken, wenn es um den Austausch gewisser Informationen geht. Wir werden den bilateralen Austausch von Informationen weiter forcieren, bei gleichzeitiger Beobachtung von Österreichs Vorgehen beim Austausch von Informationen. – Zitatende.
Abg. Belakowitsch: Wer hat das geschrieben?
Wissen Sie, Sie können das alles nachlesen, Sie können das auch auf der Website nachlesen (Abg. Belakowitsch: Wer hat das geschrieben?), es ist nicht absurd. Es ist nicht absurd! Sie müssen es sich gefallen lassen (Ruf bei der FPÖ: Wir müssen uns gar nichts gefallen lassen!), und Sie sind es den Österreicherinnen und Österreichern schuldig, zu sagen, ob Sie da wirklich im Interesse Österreichs handeln. (Beifall bei den NEOS. – Ruf bei der FPÖ: Wenn Sie noch weiter berichten, schläft der Bundeskanzler ein! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Es ist eh keines, wird wieder gut!
Für die FPÖ ist das offensichtlich kein Problem. (Abg. Belakowitsch: Es ist eh keines, wird wieder gut!) Man hat aber den Eindruck, dass es leider auch für die ÖVP kein Problem ist, dass die Nachrichtendienste unter Parteieinfluss der FPÖ stehen, dass es Berichte gibt, dass Österreich nicht mehr am Austausch von Informationen teilnimmt, und dass Österreich eigentlich nichts oder wenig zur Abwehr von Cyberattacken unternimmt.
Abg. Belakowitsch: Ich glaube, das wäre für Sie wirklich notwendig gewesen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich habe mich an unsere gestrige Debatte erinnert. Wir haben hier gestern über unseren Antrag zur Stärkung der Medienkompetenz von Erwachsenen gesprochen, und da geht es genau darum, Fake News zu erkennen. (Abg. Belakowitsch: Ich glaube, das wäre für Sie wirklich notwendig gewesen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Der Antrag wurde von den Regierungsparteien abgelehnt.
Abg. Belakowitsch: So handlungsfähig wie Frankreich? Die französischen Verhältnisse wollen Sie haben?
Ein letztes Wort noch: Wenn ich mir heute das Interview – ich glaube, in der „NZZ“ – mit Steve Bannon durchlese, der ja – noch einmal: Donald Trump, seine Kampagne, durchaus auch gute Russlandkontakte –, wahrscheinlich auch gemeinsam mit Ihrer Fraktion, davon schwärmt, dass es darum geht, eine „Super Group“ im Europäischen Parlament zu haben, die dann alles blockiert – da gibt es auf der einen Seite Macron mit seiner Vision einer handlungsfähigen Union (Abg. Belakowitsch: So handlungsfähig wie Frankreich? Die französischen Verhältnisse wollen Sie haben?) und, ja, auch der Vision der Vereinigten Staaten, und Sie wollen gemeinsam mit Steve Bannon zurück zum Zerfall in die Nationalstaaten, zum Westfälischen System –, dann frage ich Sie wirklich: Ist das patriotisch, in Österreich im Interesse eines Steve Bannon, eines Donald Trump und eines Putin zu agieren und damit Europa zu schwächen? (Abg. Stefan: Wollen Sie jetzt patriotisch sein? – Abg. Rosenkranz: Einmal will man den Staat abschaffen, das andere Mal will man patriotisch sein!)
Abg. Belakowitsch: Das ist gelungen, so viel Angst, wie Sie haben!
Desinformationskampagnen zielen grundsätzlich immer auf die Gesellschaft ab und wollen die Gesellschaft in einem gewissen Zugang vielleicht sogar zerstören, auf jeden Fall wollen sie Ängste und Unsicherheit schüren und das Vertrauen in die Gesellschaft zerstören. (Abg. Belakowitsch: Das ist gelungen, so viel Angst, wie Sie haben!)
Abg. Belakowitsch: Nein, wir nicht! Ihr redet dauernd von Angst! – Abg. Rosenkranz: Sie haben dauernd Angst!
Ich habe während der ganzen Debatte das Gefühl gehabt, insbesondere bei der Rede von Frau Beate Meinl-Reisinger, unserer Klubobfrau, die FPÖ hat Angst davor, sie schreit die ganze Zeit unqualifiziert dazwischen – und die ÖVP sitzt still in der Ecke und macht nichts. (Abg. Belakowitsch: Nein, wir nicht! Ihr redet dauernd von Angst! – Abg. Rosenkranz: Sie haben dauernd Angst!)
Abg. Belakowitsch: Der Doskozil!
Beschluss gefasst haben, der in dieser Frage an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt, der die Gebührenfinanzierung ganz klar außer Streit stellt. (Unruhe im Saal.) Von den Landeshauptleuten mögen einige schwarz sein, manche mit türkiser Färbung, die anderen sind rot, aber klar ist, sie sind die Stimmen der Vernunft. Ich glaube, Sie sollten auf diese Stimmen der Vernunft hören, Herr Bundeskanzler! (Abg. Belakowitsch: Der Doskozil!)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Aber für ein Bibelzitat bekommt man einen Ordnungsruf!
Abgeordneter Mag. Thomas Drozda (fortsetzend): Ich denke nicht daran, ein Zitat eines der wichtigsten Autoren dieses Landes am Rednerpult des Parlaments zurückzunehmen. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Aber für ein Bibelzitat bekommt man einen Ordnungsruf!)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Da Sie, Herr Bundeskanzler, heute so schöne Worte von sich gegeben haben – Sie haben an die Gemeinsamkeit und an den Zusammenhalt appelliert –: Wer wissen möchte, wie es der Herr Bundeskanzler dieser Republik mit der Gemeinsamkeit und dem Zusammenhalt hält, dem lege ich nahe, doch das Buch „Haltung“ von Reinhold Mitterlehner zu lesen. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei den NEOS. – Oh-Rufe bei der ÖVP.) Mir fallen da nämlich nicht so viele Gemeinsamkeiten oder Zusammenhalt ein. Wissen Sie, was mir da einfällt? (Abg. Rosenkranz: Ich glaube, Frau Duzdar hat ein Exemplar mit Widmung!) Da fallen mir andere Begriffe ein, etwa Rücksichtslosigkeit und Machtbesessenheit. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Der ist ja nicht da!
Ich zähle nun natürlich sehr auf die bewährten Kräfte der FPÖ: ein Mann, ein Wort! Kollege Lausch, Kollege Schrangl (Abg. Belakowitsch: Der ist ja nicht da!) – Entschuldigung! –, die werden das alle natürlich einhalten, was sie damals schon gefordert haben. (Zwischenruf des Abg. Jarolim.)
Sitzung Nr. 82
Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Abgeordneter Mag. Dr. Martin Graf (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Frau Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung! Ich denke nicht, dass wir uns heute hier in einer Feierstunde über 70 Jahre Europarat befinden, sondern ich denke, dass wir eine Debatte anlässlich 70 Jahre Europarat oder Parlamentarische Versammlung des Europarates hier im Hause führen, die etwas abgeglitten ist – bis hin zu Grußbotschaften an die Bezirkspartei und vieles andere mehr. (Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.)
Sitzung Nr. 86
Abg. Belakowitsch: Unwahrheit! ...! Geh bitte!
Das ist ein krasser Unfug! Es ist die Unwahrheit, wie wir das auch so oft von der Freiheitlichen Partei gewohnt sind. (Abg. Belakowitsch: Unwahrheit! ...! Geh bitte!)
Abg. Belakowitsch: Das geht ja nicht! Die Debatte war geschlossen!
Abgeordneter Dr. Nikolaus Scherak, MA (NEOS): Frau Präsidentin! Da es im ursprünglichen Abänderungsantrag, den ich eingebracht habe, ein fehlerhaftes Wort gab, bringe ich ihn jetzt noch einmal ein. (Abg. Belakowitsch: Das geht ja nicht! Die Debatte war geschlossen!) Er wird dann zur Verteilung kommen, ich erläutere ihn jetzt in den Grundzügen. (Abg. Hofer: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Belakowitsch: Heute ist ja kein Freitag! Da haben Sie sich geirrt! Heute ist nicht Freitag!
Abgeordneter Alois Stöger, diplômé (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ja, die Eisenbahn ist das umweltfreundlichste Verkehrsmittel, und mittlerweile ist sie auch das schnellste Verkehrsmittel in Österreich. Gerade wenn es um Klimawandel geht, wenn es um Klimabewusstsein geht, ist es ganz entscheidend, eine Eisenbahnverkehrsinfrastruktur zur Verfügung zu haben, die den Verkehr nachhaltig organisiert. Wenn heute beim Eingang zum Parlament Menschen gestanden sind, die Fridays for Future sagen, die etwas zum Klimawandel sagen (Abg. Belakowitsch: Heute ist ja kein Freitag! Da haben Sie sich geirrt! Heute ist nicht Freitag!), dann ist klar, dass es eine ganz entscheidende Maßnahme ist, Eisenbahnverkehr in Österreich weiterzuentwickeln, ein gemeinsames Bahnsystem zu haben und die CO2-Ziele auch umsetzen zu können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Was Sie denken!
Jetzt wird es LehrerInnen geben, die eine Ausbildung in diesem Bereich nach dem Sexualerziehungserlass haben. Gut so. Aber ehrlich, viele Schülerinnen und Schüler wollen ganz einfach nicht mit ihren LehrerInnen darüber sprechen, nämlich jenen, die sie nachher womöglich prüfen. Erinnern Sie sich doch bitte selbst an Ihre Jugend! Wollten Sie mit den Lehrerinnen und Lehrern über Sexualität, über Ihren Körper und Co sprechen? (Ruf bei der FPÖ: Ja!) – Ich denke, nein. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Was Sie denken!)
Abg. Belakowitsch – auf die Rednerin weisend –: Überhaupt keine Ahnung!
Worum geht es Ihnen eigentlich wirklich? Ich frage Sie das. Soll die Thematik oder das Thema Sexualität immer noch in den Schulen tabuisiert sein? Geht es darum? Ist manchen von Ihnen einfach unangenehm, dass dieses Thema Thema in der Schule ist, weil es ganz einfach ein Recht ist? Wir haben uns auch in den Sustainable Development Goals dem Nachhaltigkeitsziel verschrieben, dass sexuelle Bildung einfach ein Recht sein muss. (Abg. Belakowitsch – auf die Rednerin weisend –: Überhaupt keine Ahnung!)
Abg. Belakowitsch: Ja!
Sie verbannen ExpertInnen aus den Schulen (Abg. Belakowitsch: Ja!), top ausgebildete SexualpädagogInnen, und verwehren damit SchülerInnen ihr Recht, verwehren ihnen Informationen, die sie dringend benötigen (Abg. Belakowitsch: Nein!), nämlich im umfassenden Sinn: erstens Wissen über den eigenen Körper, Wissen über Sexualität und zweitens, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, Schutz vor Übergriffen. (Abg. Belakowitsch: Machen wir die Grenzen zu! Das ist der beste Schutz für ...!) Beratung und Aufklärung sind ganz einfach die besten Mittel, um Nein sagen zu können, wenn man etwas nicht möchte, und damit auch eine selbstbestimmte Sexualität zu erfahren. Und, werte ÖVP und FPÖ, das ist nicht etwas, was nur wir sagen, sondern da stehen ungemein viele Expertinnen und Experten dahinter. (Abg. Mölzer: Die alle ein Geld verdienen damit!)
Abg. Belakowitsch: Nein!
Sie verbannen ExpertInnen aus den Schulen (Abg. Belakowitsch: Ja!), top ausgebildete SexualpädagogInnen, und verwehren damit SchülerInnen ihr Recht, verwehren ihnen Informationen, die sie dringend benötigen (Abg. Belakowitsch: Nein!), nämlich im umfassenden Sinn: erstens Wissen über den eigenen Körper, Wissen über Sexualität und zweitens, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, Schutz vor Übergriffen. (Abg. Belakowitsch: Machen wir die Grenzen zu! Das ist der beste Schutz für ...!) Beratung und Aufklärung sind ganz einfach die besten Mittel, um Nein sagen zu können, wenn man etwas nicht möchte, und damit auch eine selbstbestimmte Sexualität zu erfahren. Und, werte ÖVP und FPÖ, das ist nicht etwas, was nur wir sagen, sondern da stehen ungemein viele Expertinnen und Experten dahinter. (Abg. Mölzer: Die alle ein Geld verdienen damit!)
Abg. Belakowitsch: Machen wir die Grenzen zu! Das ist der beste Schutz für ...!
Sie verbannen ExpertInnen aus den Schulen (Abg. Belakowitsch: Ja!), top ausgebildete SexualpädagogInnen, und verwehren damit SchülerInnen ihr Recht, verwehren ihnen Informationen, die sie dringend benötigen (Abg. Belakowitsch: Nein!), nämlich im umfassenden Sinn: erstens Wissen über den eigenen Körper, Wissen über Sexualität und zweitens, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, Schutz vor Übergriffen. (Abg. Belakowitsch: Machen wir die Grenzen zu! Das ist der beste Schutz für ...!) Beratung und Aufklärung sind ganz einfach die besten Mittel, um Nein sagen zu können, wenn man etwas nicht möchte, und damit auch eine selbstbestimmte Sexualität zu erfahren. Und, werte ÖVP und FPÖ, das ist nicht etwas, was nur wir sagen, sondern da stehen ungemein viele Expertinnen und Experten dahinter. (Abg. Mölzer: Die alle ein Geld verdienen damit!)
Abg. Belakowitsch: Bei acht Millionen ist das jetzt nicht die Hölle!
hat (Abg. Belakowitsch: Bei acht Millionen ist das jetzt nicht die Hölle!), unter dem Hashtag #redmadrüber.
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Mölzer.
Der erste wesentliche Punkt ist, dass Sexualkunde weit über die einzelnen Fächer hinausgehend, fächerübergreifend unterrichtet werden muss – verschiedene Fächer übergreifend. Zweitens: Sie muss über die gesamte Unterrichtszeit unterrichtet werden, von der Volksschule bis zum Ende der Ausbildung. Und drittens ist die Verantwortung in diesem Erlass interessanterweise den Lehrerinnen und Lehrern übertragen worden – und das ist sehr vernünftig! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Mölzer.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Mölzer.
Ich bitte Sie zu bedenken, dass bei den Vereinen gerade diese drei Punkte nicht erfüllt sind: Die kommen kurzfristig. (Abg. Heinisch-Hosek: Aber nie ohne Zustimmung der Lehrer oder Eltern!) Die Vereine behaupten, die Kinder können bei ihnen frei sprechen. Ich muss Ihnen gestehen, es ist die Sexualität natürlich – auch wenn Frau Kollegin Kucharowits gesagt hat, das sei kein heikles Thema – ein Thema, das heikel oder, sagen wir lieber, subtil in der Hinsicht ist, dass es einen öffentlichen und einen privaten Bereich betrifft. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Mölzer.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Mölzer. – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Und das Private ist, bitte schön, nicht vor irgendwelchen externen Experten oder auch nicht vor Lehrern zu diskutieren, sondern das ist eine Sache des Vertrauens der einzelnen Kinder, und wem sie vertrauen, ist bitte ihnen überlassen! Da können Sie nicht sagen: Du gehst zu diesem Experten hin, dort hast du Vertrauen zu haben, und sonst zu niemandem! – Also bitte schön, so einfach ist es mit diesen sogenannten Expertinnen und Experten nicht. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Mölzer. – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Abg. Belakowitsch: Nein, das machen wir nicht, das ist das Parlament!
Abgeordnete Stephanie Cox, BA (JETZT): Herr Präsident! Herr Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Manchmal stelle ich mir echt die Frage, ob ich hier im Hohen Haus wirklich im Jahr 2019 bin. (Beifall bei JETZT sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.) Zu später Stunde habe ich aber natürlich etwas vorbereitet, damit wir im Jahr 2019 ankommen. (Die Rednerin hält ein Plakat in die Höhe, auf dem in der Mitte die grafische Abbildung einer Klitoris und rundherum die Aufschriften „Designerkleiderbügel?“, „Orchidee?“, „Schwangere Taube?“, „Mumu?“, „Hoden?“, „Hintern?“, „Drache?“ zu sehen sind, und geht damit durch die Reihen der Abgeordneten.) So, wir machen ein kleines Ratespiel. (Abg. Belakowitsch: Nein, das machen wir nicht, das ist das Parlament!) Herr Präsident, Herr Minister, Sie können gern mitmachen. (Heiterkeit bei JETZT sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.) Was sieht man hier? (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Beifall bei JETZT.) – Ich komme noch zur ÖVP,
Abg. Belakowitsch: Sie verlassen das Rednerpult! Sie haben das Rednerpult verlassen! – Abg. Schimanek: Was soll das? – Abg. Belakowitsch: Wenn sie das Rednerpult verlässt, ist die Rede beendet, tut mir leid! Herr Präsident, die Rede ist beendet!
keine Sorge. (Abg. Belakowitsch: Sie verlassen das Rednerpult! Sie haben das Rednerpult verlassen! – Abg. Schimanek: Was soll das? – Abg. Belakowitsch: Wenn sie das Rednerpult verlässt, ist die Rede beendet, tut mir leid! Herr Präsident, die Rede ist beendet!)
Abg. Belakowitsch: Gar nicht, meine Tochter ist acht!
Es würde mich an dieser Stelle echt interessieren: Unterrichten Sie so etwas zu Hause? Stellen Sie sich vor Ihre Tochter hin und beschreiben, wie eine Klitoris von innen aussieht (Abg. Mölzer: Ist das Biologieunterricht? – Zwischenruf des Abg. Stefan), nicht nur, wie eine Klitoris funktioniert, sondern dass die Klitoris nicht nur die Klitoriseichel ist, die man sieht, sondern auch innen liegt? Das würde mich echt interessieren. Vorhin hat die Kollegin gesagt, man soll den Kindern das zu Hause erklären. Ich frage mich, wie viele Frauen und Männer, Kolleginnen und Kollegen das ihren Töchtern in dieser Art und Weise bereits erklärt haben, denn das nennt man Sexualkunde. (Abg. Belakowitsch: Gar nicht, meine Tochter ist acht!) Da spricht man nicht nur von einem weiblichen Geschlechtsorgan – und ja, die Klitoris bereitet mir und anderen Frauen Freude! Und wissen Sie was? – Dafür kommt man nicht in die Hölle! (Heiterkeit und Beifall bei JETZT, SPÖ und NEOS.) Und: Nein, es steigert auch nicht meine Ichbezogenheit, darüber kann man im Jahr 2019 auch offen sprechen.
Abg. Belakowitsch: Ich finde Sie krass!
Ich finde es echt krass, ich finde es arg, dass Sie dem ehemaligen Bildungsminister Faßmann so hinterhertreten (Abg. Belakowitsch: Ich finde Sie krass!), denn was hat er gemacht? – Er hat gesagt, es gibt viele Vereine in den Schulen. Es gibt gute, es gibt schlechte. Was hat er gesagt? – Okay, dann schauen wir uns diese Vereine einmal an, schauen uns an, welche Vereine wir überhaupt in den Schulen haben und was sie machen, erstellen wir ein Akkreditierungsverfahren und schauen darauf, dass wir in den Schulen Qualität haben, dass Sexualpädagogen Sexualkunde unterrichten, die standesgemäß ist! (Abg. Mölzer: Schrecklich!)
Abg. Mölzer: Ich hoffe schon, dass sie Pädagogen sind, oder? – Abg. Belakowitsch: Nicht nur sein sollen!
Und was machen Sie? – Sie wollen alle Vereine raushauen und das den Lehrerinnen und Lehrern übergeben!? Unsere Lehrerinnen und Lehrer haben schon so viel zu tun, jetzt sollen sie auch noch SexualpädagogikexpertInnen sein? Sie sollen DigitalisierungsexpertInnen sein, sie sollen PädagogInnen sein, sie sollen SozialarbeiterInnen sein, und jetzt sollen sie auch noch Sexualkunde einfach so nebenbei erwähnen! (Abg. Mölzer: Ich hoffe schon, dass sie Pädagogen sind, oder? – Abg. Belakowitsch: Nicht nur sein sollen!)
Abg. Belakowitsch: Na, das kann man sich nicht anhören, den Quatsch! – Zwischenruf des Abg. Mölzer.
Was wir, glaube ich, brauchen, ist Raum für genau diese Diskussionen, für genau diese peinlichen Momente, die wir hatten, für genau das Gelächter, das wir hier gehört haben – genau dafür brauchen wir Raum mit den Experten und Expertinnen. (Abg. Belakowitsch: Na, das kann man sich nicht anhören, den Quatsch! – Zwischenruf des Abg. Mölzer.) – Herr Kollege, Sie können mir gerne zuhören, damit Sie wissen, was ExpertInnen dazu sagen, nämlich Folgendes: LehrerInnen meiden sehr oft Sexualkunde und haben einen zu biologischen Blickwinkel. So können Jugendliche nicht geeignet in ihrer psychosexuellen Entwicklung unterstützt werden, denn gerade das Sprechen über emotionale und soziale Probleme, Scham, Angst, Geschlechtsidentitäten und Begehren ist ein wesentlicher Teil davon. – Das sagt Barbara Rothmüller, sie ist Bildungssoziologin und Lehrbeauftragte an der Universität Wien.
Beifall bei JETZT, SPÖ und NEOS. – Abg. Belakowitsch: Worüber müssen wir jetzt reden?
Abgeordnete Stephanie Cox, BA (fortsetzend): Gut, dann werde ich jetzt noch die Forderungen platzieren. Letzter Satz: Wir brauchen verbindliche Qualitätskriterien, wir brauchen eine staatliche Finanzierung, wir brauchen eine breite Auseinandersetzung mit Sexualpädagogik in Bildungseinrichtungen und Schulen, die sich autonom für externe ExpertInnen entscheiden können. Wir müssen im Jahr 2019 ankommen und wir müssen darüber reden! (Beifall bei JETZT, SPÖ und NEOS. – Abg. Belakowitsch: Worüber müssen wir jetzt reden?)
Abg. Belakowitsch: Was? Das ist ja ein Widerspruch!
Das Spannende ist: Ich bin überzeugt, die absolute Mehrheit hier in diesem Saal hält das, was ÖVP und FPÖ heute vorschlagen, für absoluten Quatsch. Es ist in Wahrheit so peinlich, was heute hier beschlossen werden soll. Es ist so peinlich, und ihr wisst es. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Noll und Bißmann.) Ihr wisst es, dass es peinlich ist. Na ihr wisst es doch! Bitte, bitte, bitte, lassen wir das Thema einfach! (Abg. Belakowitsch: Was? Das ist ja ein Widerspruch!) Versuchen wir bei dem Ganzen noch einmal einen Neustart miteinander! Ihr wisst alle, dass das ein absoluter Unfug ist; ihr wisst es doch wirklich! (Beifall bei SPÖ und JETZT.)
Abg. Belakowitsch: Nein, wollen sie nicht! Das ist ein Blödsinn!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Wirklich nur ganz kurz: Ich glaube, dass es ganz wichtig ist, dass junge Menschen über Sex reden wollen. Sie wollen wissen - - (Abg. Belakowitsch: Nein, wollen sie nicht! Das ist ein Blödsinn!) – Entschuldigung! Sie klären sich über Pornografie auf – und jetzt sagen Sie nicht, das ist ein Blödsinn –, das wissen wir, und das wissen wir zufällig von Sexualpädagoginnen und -pädagogen. (Abg. Belakowitsch: Ich weiß es auch!) – Ja, aber ich habe mit denen gearbeitet, ich habe selbst 18 Jahre lang Kinder unterrichtet
Abg. Belakowitsch: Ich weiß es auch!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Wirklich nur ganz kurz: Ich glaube, dass es ganz wichtig ist, dass junge Menschen über Sex reden wollen. Sie wollen wissen - - (Abg. Belakowitsch: Nein, wollen sie nicht! Das ist ein Blödsinn!) – Entschuldigung! Sie klären sich über Pornografie auf – und jetzt sagen Sie nicht, das ist ein Blödsinn –, das wissen wir, und das wissen wir zufällig von Sexualpädagoginnen und -pädagogen. (Abg. Belakowitsch: Ich weiß es auch!) – Ja, aber ich habe mit denen gearbeitet, ich habe selbst 18 Jahre lang Kinder unterrichtet
Abg. Belakowitsch: Aber einen Fremden schon, den ich nicht kenne!
Abschließend sei gesagt, dass dann, wenn man sagt: Macht das in der Freizeit, macht das in der Nachmittagsbetreuung!, für Pädagoginnen und Pädagogen diese Stütze, diese Workshops auch mit SexualpädagogInnen von außen zu machen, nicht mehr gegeben ist, womit man den Kindern ein Stück weit auch die Möglichkeit nimmt – und das ist heute auch schon gesagt worden –, Fragen zu stellen, die sie sich der Lehrerin/dem Lehrer gegenüber nie zu stellen gewagt hätten. (Abg. Belakowitsch: Aber einen Fremden schon, den ich nicht kenne!)
Sitzung Nr. 88
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Dieses Gesetz, das wir heute beschließen, nämlich diese Refundierungen an die Gemeinden, zeigt auch, dass die stationäre Pflege natürlich ein sehr kostspieliger Teil der Pflege ist; umso wichtiger ist es – und auch das ist Teil unserer Vorschläge für die Organisation der Pflege, unseres Pflegekonzepts –, dass wir möglichst versuchen, die Pflege zu Hause, die Pflege daheim in den eigenen vier Wänden so gut es geht zu stärken und zu unterstützen. Wir schlagen deswegen auch diesen Pflegebonus, diesen Pflege-daheim-Bonus für die pflegenden Angehörigen, vor (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), denn wir wissen alle ganz genau, die Ausgaben pro Pflegeplatz, die die öffentliche Hand am Ende des Tages abdecken muss, belaufen sich auf zwischen 10 000 bis 20 000 Euro – oft auch mehr – pro Jahr und Pflegeplatz.
Abg. Belakowitsch – in Richtung des neben dem Präsidium stehenden Abg. Pilz –: Da!
Abgeordnete Eva-Maria Himmelbauer, BSc (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Vizekanzler und Justizminister! Hohes Haus! Man fühlt sich heute ein bisschen wie im falschen Film. Die geplante Zweitkarriere nach dem Parlamentsaus des Kollegen Pilz – wo auch immer er jetzt ist (Abg. Belakowitsch – in Richtung des neben dem Präsidium stehenden Abg. Pilz –: Da!) – als IT-Experte hat nach 20 Minuten Redezeit, glaube ich, schon wieder geendet, denn, was auch immer da gesagt worden ist, es war auch sehr viel Falsches dabei. (Abg. Belakowitsch: Auch! – Ruf bei der FPÖ: Auch! Das ist richtig!)
Abg. Belakowitsch: Auch! – Ruf bei der FPÖ: Auch! Das ist richtig!
Abgeordnete Eva-Maria Himmelbauer, BSc (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Vizekanzler und Justizminister! Hohes Haus! Man fühlt sich heute ein bisschen wie im falschen Film. Die geplante Zweitkarriere nach dem Parlamentsaus des Kollegen Pilz – wo auch immer er jetzt ist (Abg. Belakowitsch – in Richtung des neben dem Präsidium stehenden Abg. Pilz –: Da!) – als IT-Experte hat nach 20 Minuten Redezeit, glaube ich, schon wieder geendet, denn, was auch immer da gesagt worden ist, es war auch sehr viel Falsches dabei. (Abg. Belakowitsch: Auch! – Ruf bei der FPÖ: Auch! Das ist richtig!)
Abg. Belakowitsch: Natürlich hebelt es das aus!
Ich glaube, es ist ganz klar – ich möchte das gleich eingangs unterstreichen; für die ÖVP ist das eine ganz klare Positionierung –, dass der Bereich Lehre und das Asylrecht nicht vermengt werden dürfen und das klar zu trennen ist. Wenn jemand Lehrling ist, hebelt das also nicht das Asylrecht aus, und das wird auch so bleiben. (Abg. Belakowitsch: Natürlich hebelt es das aus!) – Es hebelt es nicht aus, und das wird auch so bleiben. (Beifall bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 89
Abg. Belakowitsch: Distanzieren Sie sich jetzt vom Herrn Bürgermeister?
Ehrlich gesagt hatte ich kurz die Hoffnung, dass der Wahlkampf, entgegen eines anderslautenden Zitats, vielleicht doch die Zeit der fokussierten Einsicht wäre. (Abg. Belakowitsch: Distanzieren Sie sich jetzt vom Herrn Bürgermeister?) Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten haben das nicht erst im Wahlkampf gesagt und haben keinen Meinungsschwenk vollzogen, nein, wir haben diese Einsicht und diese Haltung seit vielen, vielen Jahren, wir sagen: Die Maklerprovision sollen jene zahlen, die den Makler beauftragen, nämlich die Vermieter und Vermieterinnen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll.)
Abg. Belakowitsch: Wirklich?
Wie aber ist die Situation in Österreich? Schauen wir uns das an! Wer zahlt die Maklerprovision in der Regel? – Es sind die Mieterinnen und die Mieter. Der Vermieter beauftragt, die Mieter zahlen. (Zwischenruf der Abg. Steinacker.) Sehr geehrte Damen und Herren, das ist eine verkehrte Welt! Das ist nicht gerecht und deswegen werden wir das auch nicht weiter unterstützen. (Abg. Belakowitsch: Wirklich?)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek
schen in Lehre, die von zu Hause ausziehen, um sich ein neues, kleines Zuhause in der Stadt oder in der nächsten Gemeinde zu suchen. Offenbar ist die FPÖ hier nur auf der Seite eines einzigen Mieters, nämlich jener ihres ehemaligen Parteivorsitzenden H.-C. Strache (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek), den sie durch 2 500 Euro bei seiner persönlichen Miete entlastet. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll.)
Heiterkeit und Zwischenrufe bei der FPÖ – Abg. Belakowitsch: Ja, vor allem in Wien!
Daher zeigt sich einmal mehr, dass in der Frage des leistbaren Wohnens wie immer die SPÖ der verlässliche Partner (Heiterkeit und Zwischenrufe bei der FPÖ – Abg. Belakowitsch: Ja, vor allem in Wien!) für die Bürgerinnen und Bürger in Österreich ist. Wir standen immer und wir werden immer auf der Seite der Mieterinnen und der Mieter in Österreich stehen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Schrangl und Wöginger.)
Abg. Belakowitsch: Ist das nicht eine Schande für die SPÖ?
Ich sage Ihnen, bei meiner Tour, bei meinem Wahlkampf in den letzten achteinhalb Wochen durch neun Bundesländer, durch ganz Österreich habe ich vielen Menschen zugehört, und das Thema des leistbaren Wohnens ist eines, das immer wieder kommt. Es sind vor allem junge Familien in Tirol, in Innsbruck, die mir das vermehrt mitgeteilt haben; auch junge Frauen, die sagen, dass sie fast die Hälfte ihres gesamten Familieneinkommens mittlerweile für ihre Wohnkosten und ihre Mietkosten benötigen (Abg. Belakowitsch: Ist das nicht eine Schande für die SPÖ?) und dass kaum mehr Geld fürs tägliche Leben bleibt. Das halbe Familieneinkommen (Zwischenruf des Abg. Wöginger) für ein Dach über dem Kopf im Jahre 2019! Sehr geehrte Damen und Herren, das ist inakzeptabel, weil leistbares Wohnen kein Luxus sein darf! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Und warum haben Sie’s abgeschafft, das Nest in Wien? Warum gibt’s das nicht mehr?
Ich kann das aus eigener Erfahrung sagen, denn meine Ausgangssituation mit einer sehr jungen, 19-jährigen alleinerziehenden Mutter in den Siebzigerjahren war auch nicht die beste. Eines war aber essenziell: Es war das sichere Dach über dem Kopf, das ich in Favoriten durch eine Gemeindebauwohnung hatte. Sie war leistbar für meine Mutter, sie war warm, sie war groß genug und sie war sicher. Das war mein Nest, das war Geborgenheit, sehr geehrte Damen und Herren! Das war mein Start ins Leben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Und warum haben Sie’s abgeschafft, das Nest in Wien? Warum gibt’s das nicht mehr?)
Abg. Belakowitsch: Wissen Sie noch gar nicht!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Haubner: Bitte bei der Wahrheit bleiben!) Ich möchte herzlich für diese wirklich sachlichen Ausführungen danken, die ja in diametralem Gegensatz zu den Ausführungen beispielsweise des Herrn Ottenschläger stehen, aber vermutlich auch der Rednerin nach mir stehen werden. (Abg. Belakowitsch: Wissen Sie noch gar nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das hat auch einen Grund: Wir haben 50 Prozent Grünland, woran sich die Leute erfreuen können. Wir haben leistbares Wohnen. Wenn man vergleicht: In Wien entfallen 13 Prozent des Haushaltseinkommens auf Wohnen. Wenn man das zum Beispiel mit Budapest vergleicht, dann sieht man, dass es dort nicht 13 Prozent wie in Wien, sondern 22 Prozent sind, in Paris sind es vergleichsweise 29 Prozent und in London überhaupt 44 Prozent. Aber Sie stellen sich hier heraus und beschmutzen diese Stadt, während andere uns fragen, wie das denn möglich ist. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Aber nicht wegen dem Heumarkt!
Abgeordneter Dr. Harald Troch (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich möchte zuerst einmal Kollegen Zinggl zu seinem Erfolg in dieser fast innergrünen Auseinandersetzung gratulieren. Beim Thema Heumarkt hat sich ja einiges getan – es gab auch Personalveränderungen in Wien: Frau Vizebürgermeisterin Vassilakou gibt es in politischer Funktion nicht mehr und Herrn Chorherr auch nicht. (Abg. Belakowitsch: Aber nicht wegen dem Heumarkt!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Herr Kollege Troch, das ist keine Sache der Grünen alleine. Die Flächenwidmungen (Zwischenruf des Abg. Troch), um die es da geht – am Gallitzinberg, beim Neustifter Friedhof, vielleicht auch bei Steinhof et cetera – haben die Grünen mit den Roten gemeinsam beschlossen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das waren Sie ganz alleine.
Gesetzgebungsperiode 27
Sitzung Nr. 3
Abg. Belakowitsch: Das hat euch in der Vergangenheit auch nicht interessiert! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich bitte vor allem die Kolleginnen und Kollegen der FPÖ, damit aufzuhören, nur Panik, Gerüchte und Kaffeesudlesereien zu verbreiten, denn aus der Zeitungsente, weder die eine noch die andere Partei wolle das Verteidigungsministerium – was überhaupt noch nicht diskutiert worden ist! –, abzuleiten, das Interesse für die Landesverteidigung sei nicht gegeben, das ist schon sehr hanebüchen. (Abg. Belakowitsch: Das hat euch in der Vergangenheit auch nicht interessiert! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das ist wirklich der Personalvertretungswahl geschuldet und hat mit seriöser Arbeit nichts zu tun. Ich bitte Sie daher, damit aufzuhören. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Damit wir für Herausforderungen, neue Bedrohungslagen, die durchaus vielfältiger werden, auch entsprechend gerüstet sind und auf diese reagieren können, brauchen wir entsprechende finanzielle, personelle und auch materielle Ressourcen. Wir werden das im Rahmen der Regierungsverhandlungen ganz klar einbringen und auch dafür sorgen, dass es für das österreichische Bundesheer – und das ist das Wichtigste – nicht nur mehr Geld gibt, sondern auch die entsprechende Planbarkeit für die nächsten Jahre. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
nur wollten, genau für jene Schulen, die das brauchen, mehr Personal, mehr LehrerInnen, mehr SozialarbeiterInnen zur Verfügung stellen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), um die Chancen für Kinder gerechter zu verteilen. Wir haben aus allen Schulen in ganz Österreich diese Zahlen, Daten und Fakten, weil sie erhoben werden. Wir können hier nicht davor die Augen verschließen, dass manche Kinder vielleicht mehr brauchen und andere Kinder in diesem Zusammenhang vielleicht nicht so viel Unterstützung benötigen.
Abg. Belakowitsch: Ich kann es nicht einmal lesen!
Abgeordnete Eva Maria Holzleitner, BSc (SPÖ): Herr Präsident – zum zweiten Male heute! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Kennen Sie dieses Formular? (Die Rednerin hält ein Schriftstück in die Höhe.) – Das konkret ist jetzt aus Oberösterreich. (Abg. Belakowitsch: Ich kann es nicht einmal lesen!) – Vermutlich viele nicht. Es ist nämlich ein Formular, mit dem man um finanzielle Unterstützung für Schulveranstaltungen ansuchen kann; hinten muss die Schule unterschreiben. Das ist ein Formular, das bei vielen Kindern und Jugendlichen Scham, Exklusion und Stigmatisierung durch andere hervorruft. (Abg. Kickl: Das kenne ich noch aus Zeiten der sozialistischen Regierungsbeteiligung!)
Abg. Belakowitsch: In den Jahren davor!
Viele Kinder und Jugendliche in Österreich sind nach wie vor von Armut betroffen oder bedroht, konkret sogar jedes fünfte. (Abg. Kickl: Eine Errungenschaft der sozialistischen Sozialpolitik!) – Herr Kollege Kickl, wenn Sie zum Beispiel der Bundesjugendvertretung zugehört hätten: In der letzten GP, das war 2018, hat es nämlich eine wirklich hervorragende Kampagne mit dem Titel „Armut ist kein Kinderspiel“ gegeben. (Abg. Belakowitsch: In den Jahren davor!) – Ich rede von dieser Studie, die eben 2018 von der Bundesjugendvertretung herausgegeben wurde. (Abg. Kickl: Hat alles einen Vorlauf!) Als gesetzlich verankerte Vertretung aller Kinder und Jugendlichen in Österreich, glaube ich, kann man ihr durchaus auch zuhören. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schallmeiner.)
Abg. Belakowitsch: Das glauben sie ja selber nicht!
Zum Inhaltlichen möchte ich dennoch etwas Erfreuliches hervorheben: Am 17. Oktober sind die neuen Eurostat-Daten zur Armut in Europa publiziert worden, und für Österreich weisen sie eine sehr schöne Entwicklung auf. Es ist nämlich die Zahl jener Personen, die von erheblicher materieller Deprivation, also von Armut im engeren Sinne betroffen sind, um 50 Prozent zurückgegangen. (Zwischenruf des Abg. Wurm.) Das ist – innerhalb von zehn Jahren – schon eine Leistung, und da könnten sich die Sozialdemokraten natürlich hierherstellen und sagen: Von 2008 bis 2018 – das könnte auf gute sozialdemokratische Politik zurückzuführen sein! (Abg. Belakowitsch: Das glauben sie ja selber nicht!) – Das aber glauben sie selber nicht.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Dabei sollte jedem bewusst sein, dass das Bundesheer schon längst reformfällig ist. Die Mängel und Probleme, die das Heer hat, sind ja auch auf Ihre und auf eure Fehlpolitik zurückzuführen. Da gebe ich nur ein Beispiel: Erinnern Sie sich an den Kauf der Eurofighter! Das beschäftigt uns ja noch immer, bis zum Status quo. Es ist ein Paradebeispiel für die Art der Fehlinvestitionen Ihrer Partei, ein Milliardengrab (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), in dem es nach irgendwelchen Schmiergeldern gerochen hat, etwas, worum sich die Justiz noch immer kümmern muss. Das ist aber eh nichts Neues! Nach einer Regierungsbeteiligung der FPÖ gibt es ja immer ein bisschen Justizskandal, auch da wieder. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Dabei sollte jedem bewusst sein, dass das Bundesheer schon längst reformfällig ist. Die Mängel und Probleme, die das Heer hat, sind ja auch auf Ihre und auf eure Fehlpolitik zurückzuführen. Da gebe ich nur ein Beispiel: Erinnern Sie sich an den Kauf der Eurofighter! Das beschäftigt uns ja noch immer, bis zum Status quo. Es ist ein Paradebeispiel für die Art der Fehlinvestitionen Ihrer Partei, ein Milliardengrab (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), in dem es nach irgendwelchen Schmiergeldern gerochen hat, etwas, worum sich die Justiz noch immer kümmern muss. Das ist aber eh nichts Neues! Nach einer Regierungsbeteiligung der FPÖ gibt es ja immer ein bisschen Justizskandal, auch da wieder. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Sitzung Nr. 5
Abg. Belakowitsch: Warum tun Sie’s dann nicht?
Abgeordnete Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Bundesminister! Sehr geehrte Abgeordnete! Sehr geehrte Damen und Herren! Sie werden sich vorstellen können, dass ich lieber hier – hier, im Hohen Haus, im Parlament – stehen und über die großen Zukunftsherausforderungen unserer Zeit reden würde (Abg. Belakowitsch: Warum tun Sie’s dann nicht?), über die Lösungen, die notwendig sind, über die großen Aufgaben, die das Parlament und die Regierung (Ruf bei der ÖVP: Das glaub’ ich!) zu bewältigen haben – heute, morgen und in den nächsten Jahren. (Abg. Kickl: Allein dazu fällt Ihnen nichts ein! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Belakowitsch: Haben Sie Vorschläge dazu? – Zwischenruf bei der ÖVP.
Wir sollten nämlich eigentlich heute hier im Parlament gemeinsam darüber reden, wie wir der abflauenden Konjunktur mit sinnvollen Maßnahmen begegnen. (Abg. Belakowitsch: Haben Sie Vorschläge dazu? – Zwischenruf bei der ÖVP.) Wir sollten darüber reden, wie wir mit ausreichenden Steuersenkungen die fleißigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in unserem Land endlich gebührend entlasten können. (Abg. Belakowitsch: Haben Sie Vorschläge dazu? – Abg. Wöginger: Waren die nicht fleißig in der SPÖ-Zentrale? – Abg. Haubner: Jetzt wissen wir, warum Sie nicht gewählt wurden!)
Abg. Belakowitsch: Haben Sie Vorschläge dazu? – Abg. Wöginger: Waren die nicht fleißig in der SPÖ-Zentrale? – Abg. Haubner: Jetzt wissen wir, warum Sie nicht gewählt wurden!
Wir sollten nämlich eigentlich heute hier im Parlament gemeinsam darüber reden, wie wir der abflauenden Konjunktur mit sinnvollen Maßnahmen begegnen. (Abg. Belakowitsch: Haben Sie Vorschläge dazu? – Zwischenruf bei der ÖVP.) Wir sollten darüber reden, wie wir mit ausreichenden Steuersenkungen die fleißigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in unserem Land endlich gebührend entlasten können. (Abg. Belakowitsch: Haben Sie Vorschläge dazu? – Abg. Wöginger: Waren die nicht fleißig in der SPÖ-Zentrale? – Abg. Haubner: Jetzt wissen wir, warum Sie nicht gewählt wurden!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Reden wir über die Gebühren in Wien!
sind, zu einem Luxus geworden sind. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Reden wir über die Gebühren in Wien!)
Abg. Belakowitsch: Gut, wenn Sie’s einsehen!
Diesen Schaden kann man natürlich je nach politisch-ideologischer Blickrichtung anders bewerten. Ich sehe schon ein, dass die Kollegen und Kolleginnen der FPÖ oder der ÖVP eine andere Meinung zu dieser politischen Bilanz haben. (Abg. Belakowitsch: Gut, wenn Sie’s einsehen!) Wir haben da eine ganz klare Sichtweise.
Abg. Belakowitsch: Wo ist das Problem?
Ja, und es soll auch kurz vor der Bestellung des FPÖ-Politikers zum Casag-Finanzvorstand ein Gespräch mit Novomatic im Bundeskanzleramt stattgefunden haben – nicht irgendwo, sehr geehrte Damen und Herren, im Bundeskanzleramt! (Abg. Kickl: Dort, wo Tal Silberstein ein- und ausgegangen ist!) Ist so ein Gespräch verwerflich? (Abg. Belakowitsch: Wo ist das Problem?) – Nein, natürlich nicht. Ein Gespräch dieser Art ist per se nicht verwerflich, das kann man klarstellen, aber eines ist verwerflich und eines macht diesen Verdacht schwerwiegend und groß: Das ist der zeitliche Zusammenhang, sehr geehrte Damen und Herren. Jeder Tag, der vergeht, wirft einen Verdacht mehr auf und wirft eine Frage mehr auf. Das alles ist höchst aufklärungsbedürftig, und wir werden dafür sorgen, dass diese Aufklärung erfolgt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Der kann sich ...!
Ein einfacher Blick auf den Lebenslauf von Herrn Sidlo zeigt: Er hat es nicht gelernt! Er hatte nie mehr als zehn Mitarbeiter, jetzt sollen ihm Tausende Mitarbeiter unterstellt sein. Er erfüllt die gesetzlichen Voraussetzungen nicht, das sieht man auf den ersten Blick. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Der kann sich ...!)
Abg. Belakowitsch: Was schreien Sie denn so?
Ein abschließendes Wort zu Herrn Schmid: Das, was wir wissen, ist, dass er Geheimunterlagen zum Thema Glücksspiel, über Konzessionsvergaben fotografiert und an die Novomatic schickt. Das sind Unterlagen, die sind so geheim, die kriegen wir hier alle nicht – so eine Geheimhaltung! Das Parlament darf sie nicht sehen, aber er fotografiert sie und schickt sie an den Chef der Novomatic, den Chef eines Glücksspielkonzerns! (Abg. Belakowitsch: Was schreien Sie denn so?)
Abg. Belakowitsch: Das sind aber zwei Paar Schuhe!
Was mir in der Definition oder in dieser Debatte wichtig ist: Wir reden von Postenschacher und auch von Korruption. Korruption ist nach meiner Definition – Sie können das auch nachlesen –, wenn eine Person oder eine Gruppe einer anderen Person oder einer – auch der eigenen – Gruppe einen Vorteil verschafft, den diese Person oder Gruppe nicht hätte, wenn die eine Person nicht in dieser Position wäre. (Abg. Belakowitsch: Das sind aber zwei Paar Schuhe!) Das ist noch nicht strafbar, und das ist jetzt wichtig. Das heißt, zu sagen, wir haben es jedenfalls mit Korruption zu tun, weil ja nach dieser Definition jeder Postenschacher Korruption ist, heißt noch nicht, dass es strafbar ist.
Abg. Belakowitsch: Verdacht! Sie tun so, als wäre das schon alles ...!
Wir haben den Verdacht der Absprachen. (Abg. Belakowitsch: Verdacht! Sie tun so, als wäre das schon alles ...!) Es ist die Frage – wurde schon diskutiert –: Gab es da ein
Abg. Belakowitsch: Auch das ist ein Verdacht! Das ist alles Konjunktiv!
Quidproquo? Es gibt die Geschichte, dass man sagt – weiß ich nicht –, Novomatic zahlt an einen Verein oder hat eine Verbandelung mit der FPÖ, und dafür gibt es das Einbringen von Novomatic-Interessen in die Verhandlungen. (Abg. Belakowitsch: Auch das ist ein Verdacht! Das ist alles Konjunktiv!) Gibt es im Gegenzug irgendeine Begünstigung bei Gesetzen? – Das müssen wir anschauen, denn es ist den Menschen in diesem Land und dem Vermögen dieses Landes gegenüber untragbar, wenn der Verdacht im Raum steht, dass diese Absprachen, eine Art Quidproquo, bestehen könnten.
Abg. Belakowitsch: Welchen Vorschlag haben Sie?
Es kann doch nicht sein, dass die Aufgabe des Spielerschutzes, also die Kontrolle, die Aufsicht, in der Hand der Eigentümervertretung liegt! Das heißt, die Behörde, die ein Interesse daran hat, dass es möglichst viele spielsüchtige Menschen gibt, damit das Unternehmen gut läuft, sollte gleichzeitig die Tätigkeit kontrollieren! Geht das? – Wahrscheinlich nicht, und das haben wir ja gesehen. (Abg. Belakowitsch: Welchen Vorschlag haben Sie?)
Abg. Belakowitsch: Es war 2008! SPÖ ...! – Zwischenruf des Abg. Kassegger.
Stück für Stück kommt es hervor, die Staatsanwaltschaft ist dran, und Sie werden sich da der politischen Verantwortung stellen müssen. Da wird es Herbert Kickl, der sogar schon die Jahreszahlen durcheinanderbringt, nicht helfen, dass er irgendwelche Anwürfe macht. (Abg. Belakowitsch: Es war 2008! SPÖ ...! – Zwischenruf des Abg. Kassegger.) Wir werden das im Auftrag der Wählerinnen und Wähler abzuhandeln haben und auch Sie, Frau Kollegin, werden das konzedieren müssen. – Vielen Dank, ich freue mich auf die Aufklärung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kassegger: Wir brauchen kein Verfahren! Der Herr Matznetter hat das alles beurteilt!)
Abg. Loacker: Bei manchen Kabaretts sind die Beschuldigten selbst schuld! – Abg. Belakowitsch: Na, genau net! – weiterer Ruf bei der FPÖ: Sicher nicht!
Spät, aber doch reagiert auch die Justiz: Sie sagt, sie möchte das abstellen und das Leak suchen. Spät ist das deshalb, weil es meiner Meinung nach in den letzten zehn, 15 Jahren ja geradezu Praxis war, dass aus Verfahrensakten zitiert wurde, ja, Kabaretts daraus geworden sind und die Beschuldigten keine Chance hatten, sich zu wehren (Abg. Loacker: Bei manchen Kabaretts sind die Beschuldigten selbst schuld! – Abg. Belakowitsch: Na, genau net! – weiterer Ruf bei der FPÖ: Sicher nicht!) – und ich möchte das auch ganz klar in Richtung der Zeitungen und Medien sagen.
Abg. Belakowitsch: „Es stellt sich die Frage“, ob die „Aktivitäten der Verdächtigen“ - -!
Es stellt sich die Frage, ob all diese Aktivitäten der Verdächtigen nur deshalb erfolgt sind, weil ein – laut Personalberater für diese Funktion ungeeigneter – FPÖler einen Spitzenjob erhalten musste. (Abg. Belakowitsch: „Es stellt sich die Frage“, ob die „Aktivitäten der Verdächtigen“ - -!) Oder hatte die Personalbesetzung möglicherweise mit der Vergabe von Glücksspiellizenzen zu tun? (Abg. Belakowitsch: Wo denn? Wo gibt es denn das Gesetz dazu? Wo wird denn das beschlossen worden sein?) Ob strafbare Taten tatsächlich vorliegen, wird von den staatsanwaltschaftlichen Behörden zu prüfen und allenfalls von Gerichten zu klären sein. Wichtig dabei ist, dass die Korruptionsstaatsanwaltschaft vollkommen unbeeinflusst arbeiten kann. (Abg. Belakowitsch: Was reden Sie denn da? Haben Sie das beschlossen in der letzten GP? Haben Sie eigentlich mitbekommen, was Sie beschlossen haben? Das ist ja eine Katastrophe! Sie sind Abgeordnete! Sie müssen wissen, dass es das nicht gibt!)
Abg. Belakowitsch: Wo denn? Wo gibt es denn das Gesetz dazu? Wo wird denn das beschlossen worden sein?
Es stellt sich die Frage, ob all diese Aktivitäten der Verdächtigen nur deshalb erfolgt sind, weil ein – laut Personalberater für diese Funktion ungeeigneter – FPÖler einen Spitzenjob erhalten musste. (Abg. Belakowitsch: „Es stellt sich die Frage“, ob die „Aktivitäten der Verdächtigen“ - -!) Oder hatte die Personalbesetzung möglicherweise mit der Vergabe von Glücksspiellizenzen zu tun? (Abg. Belakowitsch: Wo denn? Wo gibt es denn das Gesetz dazu? Wo wird denn das beschlossen worden sein?) Ob strafbare Taten tatsächlich vorliegen, wird von den staatsanwaltschaftlichen Behörden zu prüfen und allenfalls von Gerichten zu klären sein. Wichtig dabei ist, dass die Korruptionsstaatsanwaltschaft vollkommen unbeeinflusst arbeiten kann. (Abg. Belakowitsch: Was reden Sie denn da? Haben Sie das beschlossen in der letzten GP? Haben Sie eigentlich mitbekommen, was Sie beschlossen haben? Das ist ja eine Katastrophe! Sie sind Abgeordnete! Sie müssen wissen, dass es das nicht gibt!)
Abg. Belakowitsch: Was reden Sie denn da? Haben Sie das beschlossen in der letzten GP? Haben Sie eigentlich mitbekommen, was Sie beschlossen haben? Das ist ja eine Katastrophe! Sie sind Abgeordnete! Sie müssen wissen, dass es das nicht gibt!
Es stellt sich die Frage, ob all diese Aktivitäten der Verdächtigen nur deshalb erfolgt sind, weil ein – laut Personalberater für diese Funktion ungeeigneter – FPÖler einen Spitzenjob erhalten musste. (Abg. Belakowitsch: „Es stellt sich die Frage“, ob die „Aktivitäten der Verdächtigen“ - -!) Oder hatte die Personalbesetzung möglicherweise mit der Vergabe von Glücksspiellizenzen zu tun? (Abg. Belakowitsch: Wo denn? Wo gibt es denn das Gesetz dazu? Wo wird denn das beschlossen worden sein?) Ob strafbare Taten tatsächlich vorliegen, wird von den staatsanwaltschaftlichen Behörden zu prüfen und allenfalls von Gerichten zu klären sein. Wichtig dabei ist, dass die Korruptionsstaatsanwaltschaft vollkommen unbeeinflusst arbeiten kann. (Abg. Belakowitsch: Was reden Sie denn da? Haben Sie das beschlossen in der letzten GP? Haben Sie eigentlich mitbekommen, was Sie beschlossen haben? Das ist ja eine Katastrophe! Sie sind Abgeordnete! Sie müssen wissen, dass es das nicht gibt!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Hanger und Belakowitsch.
Wenn in seinem Umfeld riesengroße Korruptionsskandale aufgetaucht sind, dann hat der arme Sebastian Kurz nichts mitbekommen. Dann hat er nichts mitbekommen und war im Nachhinein immer enttäuscht, was nicht alles passiert ist. Heute habe ich die Erklärung. Es ist leider so, und das dürfte das Geheimnis von erfolgreichen Politikern sein: Immer, wenn es irgendwie happig wird, dann ist er entweder nicht da, ist am Klo, jedenfalls ist er nicht im Saal. (Zwischenrufe der Abgeordneten Hanger und Belakowitsch.) Das kennen wir schon von ihm. Immer, wenn es hier im Parlament um menschliche Schicksale gegangen ist, ist Sebastian Kurz nicht da gewesen. Wenn es um die Aktion 20 000 gegangen ist und man älteren arbeitslosen Menschen gesagt hat: He, wir streichen euch jetzt die Aktion 20 000, schaut, wo ihr bleibt!, dann hat Sebastian Kurz dafür keine Zeit gehabt.
Sitzung Nr. 6
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Doch!
Nein, Kollege Kickl, patriarchale Haltungen und patriarchale Denkmuster, Gewalt als Konfliktlösungsmethode werden nicht importiert. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Doch!)
Ruf bei der FPÖ: Na, klar ...! – Abg. Belakowitsch: Na sicher, die san jo ...!
Es geht jedoch, und auch das festzuhalten ist wichtig, nicht um einen neuen Aufenthaltstitel. (Ruf bei der FPÖ: Na, klar ...! – Abg. Belakowitsch: Na sicher, die san jo ...!) Es geht vielmehr ausschließlich um die Hemmung der Frist für die freiwillige Ausreise zum Zweck des Abschlusses einer begonnenen Lehre.
Abg. Belakowitsch: Ja, wenn ich bei Spar Gemüse einsortiere ...!
Eines ist unbestritten – und wir wollen ja den Rechtsstaat auch wirklich und in allen Bereichen umsetzen, darum auch meine Einleitung –, wir wollen, dass die Personen, die einen rechtskräftig negativen Bescheid haben, nach dem Ende der Lehre das Land verlassen müssen. Die Ausbildung bringt Know-how, das Know-how bringt den Menschen die Möglichkeit, in ihrem Land zum Aufbau beizutragen. (Abg. Belakowitsch: Ja, wenn ich bei Spar Gemüse einsortiere ...!)
Abg. Belakowitsch: Wieso wissen Sie das jetzt schon?
Was die berechtigten Interessen der Wirtschaft betrifft, möchte ich noch einmal wiederholen, meine Damen und Herren: Wir brauchen nicht über 767 Asylwerber – von denen wahrscheinlich nur 200 oder 300 einen rechtskräftig negativen Bescheid erhalten werden – für die Wirtschaft zu diskutieren (Abg. Belakowitsch: Wieso wissen Sie das jetzt schon?), sondern wir sollten betreffend die Wirtschaft darüber diskutieren und am Arbeitsmarkt die entsprechenden Anreize schaffen, damit wir die 30 000 Asylberechtigten, die schon einen positiven Asylbescheid haben, auch tatsächlich in den Arbeits- und in den Lehrlingsmarkt integrieren können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Ihr setzt ihn gerade außer Kraft!
Meine Damen und Herren und Herr Kollege Amesbauer, wie ist für jene 767 Menschen der Unterschied? – Wir stehen zum Rechtsstaat. (Abg. Belakowitsch: Ihr setzt ihn gerade außer Kraft!) Wir stehen aber auch zu den einzelnen Menschen, denn genau für diese 767 Menschen, die wir selbst zur Lehre eingeladen haben (Abg. Kickl: Dann lesen Sie den Erlass vom Hundstorfer durch ...! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), brauchen wir eine Lösung, und wir haben, so glaube ich, eine pragmatische und eine menschliche Lösung getroffen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Ja, schön! – Abg. Amesbauer: Mir kommen die Tränen!
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren des Nationalrates! Ich möchte anders beginnen. Ich möchte mich vorweg bei allen mehr als 1 000 Unternehmen in Österreich bedanken, die bereit waren, junge Asylwerber in eine Beschäftigung zu bringen (Abg. Belakowitsch: Ja, schön! – Abg. Amesbauer: Mir kommen die Tränen!), die bereit waren, junge Asylwerber von Leistungsbeziehern zu Beitragszahlern zu machen. Recht herzlichen Dank! (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der NEOS.) Ich bedanke mich auch bei jenen, die ehrenamtlich viele Stunden geopfert haben, um diese jungen Menschen zu betreuen und positiv in eine Lehre zu begleiten. (Neuerlicher Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der NEOS.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Jetzt möchte ich die Fakten bringen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Kollege Amesbauer kommt hier nach vorne und sagt, diese Menschen in Lehre nehmen den österreichischen Jugendlichen die Lehrplätze weg. – So ein Schwachsinn! Sie sollten es endlich einmal - -
Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das ist ... Gesetzesbruch!
Zur Rede des Kollegen Wurm: Kollege Wurm ist hier gestanden und hat gesagt, die Unternehmen, die junge Asylwerber in eine Lehre bringen, betreiben damit Lohn- und Sozialdumping. (Abg. Wurm: Sozialdemokratie unterstützt Lohn- und Sozialdumping!) – Was ist denn das wieder für ein Unsinn? (Abg. Wurm: Verrat an den Arbeitnehmern!) Wir sollten mit richtigen Zahlen operieren, nämlich dass es noch 767 sind und immer weniger geworden sind, je länger das Parlament gewartet hat. Es ist gut, dass wir hier einen nächsten Schritt setzen. Ich bin auch stolz, einer der 80 000 Unterstützer der Initiative Ausbildung statt Abschiebung von Rudi Anschober zu sein. (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das ist ... Gesetzesbruch!)
Abg. Belakowitsch: Wer will das? – Abg. Wurm: Wollen wir ja nicht! – Abg. Belakowitsch: Das wollt ihr!
Ich möchte auch noch ergänzen, dass es heute zwar ein wichtiger Schritt ist, den Abschiebestopp für Lehrlinge hier in diesem Parlament mit breiter Mehrheit zu beschließen – lediglich ohne Zustimmung der FPÖ, die sich in dieser Frage ja längst in einem Fundament der Unsachlichkeit und Unmenschlichkeit einbetoniert hat –, aber es geht mir noch zu wenig weit. (Abg. Amesbauer: Ja, ihr wollt ja eh alles!) Ich würde daher das machen, was viele Österreicherinnen und Österreicher mit großer Mehrheit sagen: Warum sollen wir neue junge Fachkräfte, die die Sprache noch nicht können, dazu motivieren, nach Österreich zu kommen (Abg. Belakowitsch: Wer will das? – Abg. Wurm: Wollen wir ja nicht! – Abg. Belakowitsch: Das wollt ihr!), anstatt jene junge Fachkräfte, die bei österreichischen Unternehmen ausgebildet worden sind, in Österreich zu behalten?
Abg. Belakowitsch: 80 Prozent!
Wenn ich jetzt in Richtung ÖVP schaue, möchte ich appellieren: 50 Prozent aller Lehrlinge sind jetzt im Gastronomiebereich beschäftigt. (Abg. Belakowitsch: 80 Prozent!) Es muss euch ja ein großes Anliegen sein, wenn euch die Wirtschaft wichtig ist und wenn euch diese mehr als 1 000 Unternehmen wichtig sind, die diese Lehrlinge unterstützt haben, in deren Ausbildung investiert haben, dass sie dann als Fachkräfte in diesem Mangelberuf in Österreich bleiben dürfen! Wenn es euch nicht wichtig ist, dann werdet ihr dem Antrag eh nicht zustimmen, aber das ist ein logischer Antrag (Abg. Belakowitsch: Sehr logisch!), eine Chance, eine praxisorientierte Lösung für all jene zu schaffen, die jetzt schon in unserem System eine Lehre absolvieren, für jene, die wir als zukünftige Fachkräfte brauchen.
Abg. Belakowitsch: Sehr logisch!
Wenn ich jetzt in Richtung ÖVP schaue, möchte ich appellieren: 50 Prozent aller Lehrlinge sind jetzt im Gastronomiebereich beschäftigt. (Abg. Belakowitsch: 80 Prozent!) Es muss euch ja ein großes Anliegen sein, wenn euch die Wirtschaft wichtig ist und wenn euch diese mehr als 1 000 Unternehmen wichtig sind, die diese Lehrlinge unterstützt haben, in deren Ausbildung investiert haben, dass sie dann als Fachkräfte in diesem Mangelberuf in Österreich bleiben dürfen! Wenn es euch nicht wichtig ist, dann werdet ihr dem Antrag eh nicht zustimmen, aber das ist ein logischer Antrag (Abg. Belakowitsch: Sehr logisch!), eine Chance, eine praxisorientierte Lösung für all jene zu schaffen, die jetzt schon in unserem System eine Lehre absolvieren, für jene, die wir als zukünftige Fachkräfte brauchen.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wurm. – Abg. Belakowitsch: Falsch!
Man möchte meinen, dass es doch selbstverständlich wäre, dass Menschen, die sich hier bestens integriert haben, die hier lernen, die hier arbeiten und Steuern zahlen, auch hier bleiben dürfen. Das ist aber leider nicht so. Diese Lehrlinge, von denen wir heute sprechen, haben in den Augen unserer letzten Regierung ein Manko, sie sind nämlich als Asylwerber nach Österreich gekommen. (Abg. Wurm: Tatsache, kein Manko!) Nach einer überlangen Verfahrensdauer haben sie mittlerweile auch einen negativen Asylbescheid. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wurm. – Abg. Belakowitsch: Falsch!) Daher stehen diese Personen, die während dieser überlangen Verfahrensdauer auch einen Job gefunden haben, vor dem großen Problem, dass ihnen die Abschiebung in Länder droht, in denen sie bestenfalls neu starten können, aber im schlimmsten Fall, wie zum Beispiel im Fall von Afghanistan, ihr Leben bedroht ist.
Abg. Amesbauer: Da klatschen nicht einmal die NEOS! – Abg. Belakowitsch: ... verschlafen!
Es geht da ganz klar um nur 800 Personen, die, da ein Erlass das möglich gemacht hat, eine Lehre, eine Ausbildung in einem Mangelberuf anfangen konnten, weil dadurch keinem Österreicher, keiner Österreicherin ein Arbeitsplatz (Zwischenruf des Abg. Wurm), ein Lehrplatz weggenommen wurde. Das heißt, Herr Kollege Amesbauer, es wird durch diese Gesetzesänderung zu keinem Pullfaktor kommen. (Abg. Amesbauer: Da klatschen nicht einmal die NEOS! – Abg. Belakowitsch: ... verschlafen!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
All das, was da jetzt von freiheitlicher Seite gesagt wurde, ist natürlich – ich verwende das Wort Unsinn jetzt nicht – nicht richtig. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es gibt keinen weiteren Zugang, Kollege Amesbauer, weil der Erlass ja seit September letzten Jahres schon außer Kraft ist. Es waren nur Mangelberufe. Es ist daher auch nicht richtig, zu behaupten, dass diese Leute einem lehrplatzsuchenden Inländer einen Job oder einen Lehrplatz wegnehmen. (Abg. Amesbauer: 9 000!) Kollege Muchitsch hat auch schon ausgeführt, wie sich das mit dem behaupteten Lohndumping verhält. (Abg. Belakowitsch: Na dann!) Es gibt Kollektivverträge für alle Lehrberufe, also was soll das? Das alles stimmt nicht und dient nur der Angst- und Panikmache. (Beifall bei ÖVP, Grünen und NEOS sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Na dann!
All das, was da jetzt von freiheitlicher Seite gesagt wurde, ist natürlich – ich verwende das Wort Unsinn jetzt nicht – nicht richtig. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es gibt keinen weiteren Zugang, Kollege Amesbauer, weil der Erlass ja seit September letzten Jahres schon außer Kraft ist. Es waren nur Mangelberufe. Es ist daher auch nicht richtig, zu behaupten, dass diese Leute einem lehrplatzsuchenden Inländer einen Job oder einen Lehrplatz wegnehmen. (Abg. Amesbauer: 9 000!) Kollege Muchitsch hat auch schon ausgeführt, wie sich das mit dem behaupteten Lohndumping verhält. (Abg. Belakowitsch: Na dann!) Es gibt Kollektivverträge für alle Lehrberufe, also was soll das? Das alles stimmt nicht und dient nur der Angst- und Panikmache. (Beifall bei ÖVP, Grünen und NEOS sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Amesbauer: ... aber nicht mit solchen Gesetzen! – Abg. Belakowitsch: ... 70 Prozent ...!
Ich denke, es ist ganz, ganz wichtig für das österreichische Parlament, dass dieses zähe Ringen dazu geführt hat, dass wir einen Kompromiss – mit dem vielleicht nicht alle gänzlich zufrieden sind (Abg. Amesbauer: Wir sind gar nicht zufrieden!) – gefunden haben, weil genau dieser Kompromiss gegen die Politikverdrossenheit ankämpft und wir mit diesem Kompromiss beweisen, dass – auch wenn wir unterschiedliche Einstellungen haben – dieses Parlament in Österreich dazu dient, genau dieses Vertrauen in die Politik wieder zu stärken. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Amesbauer: ... aber nicht mit solchen Gesetzen! – Abg. Belakowitsch: ... 70 Prozent ...!)
Abg. Amesbauer: Wer ist die Zivilgesellschaft, wer oder was? Sind Sie das? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Deswegen ist es uns Grünen ganz, ganz wichtig, genau diese Politik des Möglichen nicht nur zu betonen, sondern wir möchten uns explizit bei allen – angefangen bei den vier Parteien, die den Antrag mittragen (Zwischenruf des Abg. Wurm), über die NGOs und die Zivilgesellschaft bis hin zu den engagierten Einzelpersonen (Abg. Amesbauer: Wer ist die Zivilgesellschaft, wer oder was? Sind Sie das? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) –, die sich dafür einsetzen, dass Lehrlinge ihre Ausbildung, ihre Lehre abschließen können, bedanken. Ich hoffe auf weitere Gespräche, auf ein weiteres Ringen, damit sich die Situation für diese Menschen auch nach der Ausbildung entschärft. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wurm: ... Afghanistan ...!)
Abg. Amesbauer: Der Oberbonze! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Wirtschaftskompetenz hat im Gegensatz zu Ihnen Kollege Muchitsch bewiesen. Er hat nämlich gesagt, das sind Beitragszahler, die zahlen in das System ein. (Abg. Amesbauer: Der Oberbonze! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) Das ist eine ganz einfache Rechnung: Wenn man einen Asylwerber, der in Lehre ist, nicht arbeiten lässt, dann bezieht er aus dem System, in das er sonst einzahlt. Das ist keine schwierige Rechnung, oder? – Nein, das ist eigentlich ganz leicht.
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Ihre Kompetenz ist auch noch eine andere, nämlich die der Xenophobie und sonst gar nichts. Sie sind ausländerfeindlich bis zum Schluss! (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen. – Abg. Amesbauer: Oh!) Um mehr geht es Ihnen gar nicht. Sie glauben, damit noch Kleingeld machen zu können, zulasten dieser 700 Menschen. Wir haben einen Lehrlingsmangel. (Abg. Amesbauer: ... Sie wollen ja mehr und wollen die ... dauerhaft verfestigen!) – Ich nenne Ihnen jetzt eine Zahl – seien Sie einmal ruhig, denken Sie einmal nach! –: 2002 gab es knapp 40 000 Lehrlinge, jetzt gibt es knapp 27 000. Was ruft das hervor? Was haben wir in spätestens drei Jahren? – Einen Fachkräftemangel, und wenn wir jene, die jetzt integrationswillig sind, die Beiträge zahlen, abschieben, haben wir à la longue ein Problem. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.)
Die Abgeordneten Belakowitsch und Wurm: Ja, ja! – Abg. Amesbauer: Also Sie sind da uneigennützig?! Wollen in Ihrem Betrieb keine Österreicher arbeiten ... Arbeitsbedingungen?
Das sind die Themen, die mich als Unternehmer beschäftigen und die viele Hoteliers und jene, die in Mangelberufen ausbilden, beschäftigen. (Die Abgeordneten Belakowitsch und Wurm: Ja, ja! – Abg. Amesbauer: Also Sie sind da uneigennützig?! Wollen in Ihrem Betrieb keine Österreicher arbeiten ... Arbeitsbedingungen?) Die Lehrlinge werden dann abgeschoben, da gibt es keine Rechtssicherheit. Ich pflichte Kollegen Kopf bei und ich pflichte vor allem auch dem Herrn Minister bei, dass wir da auch unterscheiden müssen. Was ist aber in der Vergangenheit nie angegangen worden? – Ein eigenständiges Einwanderungsgesetz, eine Migrationsstrategie. Wohin entwickelt sich unsere Gesellschaft bis 2030, 2040? – Nicht nur in den Mangelberufen, sondern auch aufgrund der demografischen Kurve werden wir ein Problem haben. Wir brauchen ein eigenständiges Gesetz, eine eigenständige Strategie, auch für qualifizierte Zuwanderung. (Beifall bei den NEOS.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Zum letzten Punkt, Kollege Mahrer, ich erwähne das noch einmal: Bei diesem Abänderungsantrag, das gebe ich zu, gehen wir zähneknirschend mit, denn wir haben etwas ganz anderes gefordert, nämlich die Sicherheit (Abg. Amesbauer: Das sagen wir die ganze Zeit ... geht nicht weit genug!) – das wird Sie jetzt überraschen –: drei plus zwei. Das ist die Kompetenz. (Abg. Amesbauer: Das sind fünf Jahre!) – Ja, das sind fünf Jahre. (Abg. Amesbauer: Und danach?) Das sind fünf Jahre, da haben Sie recht, schön gerechnet! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Drei plus zwei, das ist unser Antrag. Wir gehen da zähneknirschend mit – zähneknirschend, denn es wäre ganz anders und einfach gewesen.
Abg. Belakowitsch: Aber Sie dürfen ...!
Kollege Wurm hat auch unterstellt, dass die Rot-Weiß-Rot-Karte in Zukunft dahin gehend geöffnet und sozusagen verwässert wird, dass unqualifizierte Menschen wieder zum Arbeiten zu uns kommen dürfen. – Ich stelle fest, dass ausgebildete Lehrlinge natürlich nicht mehr unqualifiziert sind, sondern zu den qualifizierten Arbeitnehmern gehören. (Abg. Belakowitsch: Aber Sie dürfen ...!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Mache ich dann eh! Mache ich schon!
Das sind die drei Dinge, die mir sehr wichtig sind, und, Frau Belakowitsch, wenn Sie etwas dazu sagen wollen, dann kommen Sie noch einmal heraus! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Mache ich dann eh! Mache ich schon!)
Abg. Belakowitsch: Bauer!
Zu all den Vorschlägen, die Kollege Kopf schon gemacht hat, was die In-Arbeit-Bringung von ansässigen oder einheimischen Arbeitssuchenden und natürlich auch von Asylberechtigten, die ja jetzt bei uns arbeiten dürfen, wo immer sie wollen, betrifft, möchte ich noch einmal betonen: Wir brauchen ganz speziell im Tourismus ein größeres Kontingent für Drittstaatsangehörige. Wir reden da nicht über 100, lieber Kollege Hörl, sondern über weit mehr Menschen, die wir brauchen. Wir müssen uns darüber (Abg. Amesbauer: Vielleicht sollte die Tourismusbranche attraktiver werden!), Herr Kollege Amesberger, einmal in aller Ruhe - - (Abg. Amesbauer: Auch für die einheimischen Arbeitskräfte!) – Ja, bringt sie uns, die einheimischen Kräfte, die kriegen bei uns alle einen Job, wenn sie arbeiten wollen! (Abg. Belakowitsch: Bauer!)
Abg. Belakowitsch: Bauer!
Herr Kollege Amesberger, was mir aber ganz wichtig ist (Abg. Belakowitsch: Bauer!): Wir sollten auch einmal in aller Ruhe darüber reden, dass wir einen bestimmten Zuzug zulassen müssen. Sie brauchen nur die Bevölkerungspyramide in Österreich anzuschauen: Wir werden es nicht mehr stemmen. (Abg. Belakowitsch: Ich wiederhole: Die ÖVP ist für Zuzug!) Da geht es nicht nur um den Tourismus, da geht es zum Beispiel auch um die Pflege. (Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) – Nein, das ist überhaupt keine Offenbarung. Ich rede ja nicht von Asylwerbern. Ich habe explizit nicht von Asylwerbern gesprochen, sondern von qualifiziertem Zuzug. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Ich wiederhole: Die ÖVP ist für Zuzug!
Herr Kollege Amesberger, was mir aber ganz wichtig ist (Abg. Belakowitsch: Bauer!): Wir sollten auch einmal in aller Ruhe darüber reden, dass wir einen bestimmten Zuzug zulassen müssen. Sie brauchen nur die Bevölkerungspyramide in Österreich anzuschauen: Wir werden es nicht mehr stemmen. (Abg. Belakowitsch: Ich wiederhole: Die ÖVP ist für Zuzug!) Da geht es nicht nur um den Tourismus, da geht es zum Beispiel auch um die Pflege. (Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) – Nein, das ist überhaupt keine Offenbarung. Ich rede ja nicht von Asylwerbern. Ich habe explizit nicht von Asylwerbern gesprochen, sondern von qualifiziertem Zuzug. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Wurm: In Afghanistan im Hotel arbeiten! – Abg. Belakowitsch: Im Supermarkt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir wissen aber schon ganz genau, dass in eineinhalb bis zwei Monaten die ersten Lehrlinge ihre Berufsausbildung abschließen werden. Das sind ausgebildete Fachkräfte, gut integriert und mit guten Deutschkenntnissen. Was machen wir mit denen? (Abg. Wurm: In Afghanistan im Hotel arbeiten! – Abg. Belakowitsch: Im Supermarkt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es werden auch die ersten Patinnen und Paten vor unserer Tür stehen und sagen: Das kann es doch nicht sein, dass Menschen, die seit vier, fünf Jahren in Österreich leben und integriert sind, abgeschoben werden, und im gleichen Atemzug verlangt man – wie Kollegin Pfurtscheller – Tausende von ausgebildeten Menschen! (Abg. Amesbauer: Ja, das ist ja eh ein Wahnsinn! Das ist die ÖVP!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ja, was tun wir jetzt, wenn wir es sachlich angehen? Menschen, die schon Deutsch können und ausgebildet sind, dabehalten? (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Da gibt es zwei Vorschläge von den NEOS und von der SPÖ – übrigens sehr interessant ‑, wie man nach dem Abschluss der Lehre mit diesen Menschen umgehen kann. Interessanterweise gibt es von den beiden Parteien, die gerade Koalitionsgespräche führen, überhaupt nichts. Wie soll es im März, April weitergehen, wenn die Leute fertig sind? Hören wir noch irgendetwas außer gute Sonntagsreden, vor allem von den Grünen? Wo ist der Vorschlag, wie man damit umgehen sollte, welche Gespräche man führen sollte?
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Was machen wir im Mai, wenn die Ersten fertig sind? – Die schieben wir einmal ab (Abg. Wurm: Es sind ja schon zahl- -!), und dann suchen wir laut der Wirtschaftskammer neue Kräfte für Pflege, neue Köche und so weiter (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), die brauchen dann Deutschkenntnisse und die müssen dann einmal in unser System integriert werden.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
um Menschen, die sich hier so bemühen, sich zu integrieren (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), es geht um 700 und es fehlen 100 000 (Ruf bei der SPÖ: Das war ... Zählung!), haben wir gehört. – Wir haben 10 000 Asylberechtigte in Österreich, 10 000 Asylberechtigte unter 25 Jahren, die keinen Lehrberuf haben. Wie kann das sein? Wo ist da das Versagen? (Abg. Leichtfried: Weil’s verboten ist! – Abg. Belakowitsch: Ihr habt sie reingebracht!) 10 000, nicht 700 (Zwischenruf der Abg. Yılmaz); 10 000 Asylberechtigte unter 25 Jahren, 30 000 Asylberechtigte in Summe, die keine Arbeit haben! Da müssen wir ansetzen, diese Menschen müssen wir in Arbeit bringen, damit sie sich in unsere Gesellschaft integrieren können. Diese Menschen braucht die Wirtschaft. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Leichtfried: Weil’s verboten ist! – Abg. Belakowitsch: Ihr habt sie reingebracht!
um Menschen, die sich hier so bemühen, sich zu integrieren (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), es geht um 700 und es fehlen 100 000 (Ruf bei der SPÖ: Das war ... Zählung!), haben wir gehört. – Wir haben 10 000 Asylberechtigte in Österreich, 10 000 Asylberechtigte unter 25 Jahren, die keinen Lehrberuf haben. Wie kann das sein? Wo ist da das Versagen? (Abg. Leichtfried: Weil’s verboten ist! – Abg. Belakowitsch: Ihr habt sie reingebracht!) 10 000, nicht 700 (Zwischenruf der Abg. Yılmaz); 10 000 Asylberechtigte unter 25 Jahren, 30 000 Asylberechtigte in Summe, die keine Arbeit haben! Da müssen wir ansetzen, diese Menschen müssen wir in Arbeit bringen, damit sie sich in unsere Gesellschaft integrieren können. Diese Menschen braucht die Wirtschaft. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Die ÖVP ja auch! Was ist mit den ...?
Beenden wir aber auch die permanente Vermischung von Asyl und Migration, denn es tut allen nicht gut! (Abg. Yildirim: Sagen Sie das Ihrem früheren Regierungspartner!) Es tut den Asylwerberinnen und Asylwerbern nicht gut, die eine höchstgerichtliche Entscheidung bekommen haben, dass sie das Land verlassen müssen. Dann gibt es Menschen hier im Hohen Haus, die ihnen permanent noch Hoffnung machen, dass sie vielleicht dennoch bleiben können. (Abg. Belakowitsch: Die ÖVP ja auch! Was ist mit den ...?) Andere machen sich schon wieder auf den Weg, weil sie glauben, sie können damit dann trotzdem bleiben, auch wenn das Verfahren höchstgerichtlich negativ entschieden ist. – Das ist falsch. Trennen wir Asyl von Migration! Die pragmatische Lösung hat es gezeigt und dazu stehen wir auch. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Hauser.)
die Rednerin erblickt Abg. Belakowitsch hinter den Sitzreihen
Frau Kollegin von den Freiheitlichen – sie ist jetzt leider nicht mehr da –: Ich würde Ihnen sagen, im Grunde genommen macht es am Ende des Tages für die Spielsucht keinen Unterschied (die Rednerin erblickt Abg. Belakowitsch hinter den Sitzreihen) – ah, da hinten sind Sie; Entschuldigung, ich habe Sie nicht gesehen! –, ob der Eigentümer des Glücksspielkonzerns privater oder staatlicher Natur ist. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wie wir kürzlich im „Profil“ lesen konnten, gibt es auch bei den Casinos Austria einen Fall, in dem ein Mann 633 000 Euro verspielt hat, bis man ihn endgültig gesperrt hat. (Abg. Wurm: Wollen Sie es verbieten, das Glücksspiel?) Ich meine, das kann man auch nicht von der Hand weisen, dass es solche Fälle dort gibt.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Frau Kollegin von den Freiheitlichen – sie ist jetzt leider nicht mehr da –: Ich würde Ihnen sagen, im Grunde genommen macht es am Ende des Tages für die Spielsucht keinen Unterschied (die Rednerin erblickt Abg. Belakowitsch hinter den Sitzreihen) – ah, da hinten sind Sie; Entschuldigung, ich habe Sie nicht gesehen! –, ob der Eigentümer des Glücksspielkonzerns privater oder staatlicher Natur ist. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wie wir kürzlich im „Profil“ lesen konnten, gibt es auch bei den Casinos Austria einen Fall, in dem ein Mann 633 000 Euro verspielt hat, bis man ihn endgültig gesperrt hat. (Abg. Wurm: Wollen Sie es verbieten, das Glücksspiel?) Ich meine, das kann man auch nicht von der Hand weisen, dass es solche Fälle dort gibt.
Sitzung Nr. 8
Die Abgeordneten Belakowitsch und Hofer: Welche?
Apropos Integration – auch da lese ich das Programm so –: Früher hätte man das wahrscheinlich so übersetzt: Okay, tatsächlich Integration oder mehr Integration vor Zuwanderung! – So wie das Programm angelegt ist, denke ich, trifft das Zweitere sicher auch im Bereich Asyl und Migration zu, aber was die Integration betrifft, gibt es sehr, sehr ambitionierte gemeinsame Vorhaben. (Die Abgeordneten Belakowitsch und Hofer: Welche?) Was die Migration betrifft – das wurde angesprochen –: Fluchtursachen bekämpfen und insbesondere die Hilfe vor Ort ausbauen – Sie finden das explizit unter den Titeln bilaterale humanitäre Hilfe –, und der Auslandskatastrophenfonds soll entsprechend ausgebaut werden. (Ruf bei der FPÖ: Wie viel?)
Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Wurm: Freud’scher Versprecher! – Abg. Belakowitsch: So ganz falsch war es eh nicht! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Ihr Regierungsprogramm liegt nun seit einigen Tagen vor, unser Standpunkt dazu ist weitgehend bekannt: ein schwarzes Regierungsprogramm mit türkiser Tarnfarbe – oder grüner Tarnfarbe, Pardon, ein schwarzes Regierungsprogramm mit grüner Tarnfarbe. (Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Wurm: Freud’scher Versprecher! – Abg. Belakowitsch: So ganz falsch war es eh nicht! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Es ist ein schwarzes Regierungsprogramm mit grüner Tarnfarbe oder, wie politische Kommentatoren schreiben, „mit grünen Farbtupfern“. Und es ist so, dass offenbar über weite Strecken und in wesentlichen Fragen in diesem Regierungsprogramm fortgeschrieben und fortgesetzt wird, was unter Schwarz-Blau begonnen wurde. Die Medien in Österreich sprechen auch von einem schwarz-grünen Experiment, sie sprechen auch von einem Wagnis, und das sehen wir auch so: Es ist ein Wagnis zulasten des sozialen Ausgleichs in Österreich.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Der Standort mag den Standpunkt bestimmen, das wird in diesem Haus schon seit Jahrzehnten diskutiert. Wir strecken aber der Opposition die Hand entgegen, weil wir wollen, dass es auch gemeinsame Beschlussfassungen in diesem Bereich gibt. Suchen Sie sich in diesem Programm mit 326 Seiten Ihre Punkte aus! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es ist – ich bin mir sicher – für alle Fraktionen etwas dabei. Unsere Hand – von beiden Seiten – ist ausgestreckt. Nehmen Sie sie an, damit wir in Zukunft eine gute Politik für die Menschen in Österreich machen können!
Abg. Belakowitsch: Es gibt ein Gerichtsurteil! – Abg. Martin Graf: Jawohl, so ist es!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Herr Klubobmann, nehmen Sie „kommunistische Tarnorganisation“ zurück! (Abg. Belakowitsch: Es gibt ein Gerichtsurteil! – Abg. Martin Graf: Jawohl, so ist es!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Gerichtsurteil, bitte schön! – Abg. Martin Graf: Das ist rechtskräftig! Seit Jahren!
Abgeordneter Herbert Kickl (fortsetzend): Ich nehme es nicht zurück, denn es gibt ein Gerichtsurteil, das das erlaubt. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Gerichtsurteil, bitte schön! – Abg. Martin Graf: Das ist rechtskräftig! Seit Jahren!)
Abg. Kickl: Geh! – Abg. Wurm: Das zweite Mal jetzt schon! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Die Erwartungen waren groß: Ende der Missachtung des Parlamentarismus, Ende der Aushöhlung der Rechtsstaatlichkeit, Ende des bewussten Angriffs auf die Demokratie, ja, und auch die Chance auf mehr Klimagerechtigkeit, auf mehr Kampf gegen die Klimakrise. Sieht man jetzt das Ergebnis der Verhandlungen an, drängt sich zumindest mir persönlich ein Eindruck auf: Es regiert Herr Kurz mit sich selbst und mit seinen Freunden und Weggefährten, und es wird eigentlich der Weg von Schwarz-Blau in vielen Bereichen – da gebe ich sogar Herrn Kickl recht (Abg. Kickl: Geh! – Abg. Wurm: Das zweite Mal jetzt schon! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) – fortgesetzt.
Sitzung Nr. 10
Abg. Belakowitsch: Natürlich haben Sie geschwiegen!
Die Universität ist zuständig. Die Universität ist zuständig, Herr Kollege Kickl! (Abg. Kickl: Aber politisch kommunizieren kann man schon auch, oder?!) – Das tun wir doch hier! (Abg. Kickl: Ja, ja!) Bitte, das ist hier geschehen! Sie dürfen nicht sagen, dass wir hier schweigen, in keiner Weise! (Abg. Belakowitsch: Natürlich haben Sie geschwiegen!) Hier wurde genau gesagt, was Sache ist.
Beifall bei der ÖVP – Abg. Belakowitsch: Im laizistischen Staat spricht ja niemand ...!
Ein Bürgermeister der Stadt Wien hat einmal an den Gott Dionysos geglaubt, ein Leiter einer Partei, die jetzt nicht mehr da ist, hat früher an die Vierte Internationale geglaubt und zum Schluss nur mehr an sich selbst; man glaubt vielleicht an Mutter Natur, es gibt aber auch Glaubensgemeinschaften, die wir anerkennen (Beifall bei der ÖVP – Abg. Belakowitsch: Im laizistischen Staat spricht ja niemand ...!), die wir auch deshalb anerkennen, weil sie sich im öffentlichen Bereich – und das ist ganz entscheidend – den Gesetzen des Staates beugen. (Abg. Kickl: Aber Sie sollten mit Ihrer Integrationsministerin diskutieren! Die sieht das anders! – Abg. Wöginger: Sie müssen ihn einmal reden lassen!) – Herr Kickl, lassen Sie mich bitte ausreden, damit Sie wissen, wie der Gedankengang läuft, sonst wäre das übertrieben. (Abg. Kickl: Das müssen Sie einmal innerparteilich klären! – Abg. Belakowitsch: ... immer über die Missstände ...!)
Abg. Kickl: Das müssen Sie einmal innerparteilich klären! – Abg. Belakowitsch: ... immer über die Missstände ...!
Ein Bürgermeister der Stadt Wien hat einmal an den Gott Dionysos geglaubt, ein Leiter einer Partei, die jetzt nicht mehr da ist, hat früher an die Vierte Internationale geglaubt und zum Schluss nur mehr an sich selbst; man glaubt vielleicht an Mutter Natur, es gibt aber auch Glaubensgemeinschaften, die wir anerkennen (Beifall bei der ÖVP – Abg. Belakowitsch: Im laizistischen Staat spricht ja niemand ...!), die wir auch deshalb anerkennen, weil sie sich im öffentlichen Bereich – und das ist ganz entscheidend – den Gesetzen des Staates beugen. (Abg. Kickl: Aber Sie sollten mit Ihrer Integrationsministerin diskutieren! Die sieht das anders! – Abg. Wöginger: Sie müssen ihn einmal reden lassen!) – Herr Kickl, lassen Sie mich bitte ausreden, damit Sie wissen, wie der Gedankengang läuft, sonst wäre das übertrieben. (Abg. Kickl: Das müssen Sie einmal innerparteilich klären! – Abg. Belakowitsch: ... immer über die Missstände ...!)
Abg. Belakowitsch: Das hat aber auch nichts mit dem Thema zu tun! Ich habe gedacht, Sie wollten doch zum Thema ...!
Schule gestärkt verlässt (Abg. Belakowitsch: Das hat aber auch nichts mit dem Thema zu tun! Ich habe gedacht, Sie wollten doch zum Thema ...!) und alle Türen für sein oder ihr weiteres Leben offen stehen? – Darum geht es doch in dieser Diskussion und darum muss es uns gehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Meinl-Reisinger: Aber in Wien ist es hausgemacht! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Was ist also zu tun? – Bei vielen Punkten bin ich da schon bei Frau Wiesinger und den Aussagen ihres Buches. Eine zentrale Forderung, die ich heute hier wieder einmal aufstelle, die auch im Buch nachzulesen ist: Wir brauchen dringendst die Aufstockung des Unterstützungspersonals in unseren Schulen – Psychologen, Sozialarbeiter. Sie wissen es ganz genau, Herr Minister! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Meinl-Reisinger: Aber in Wien ist es hausgemacht! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kickl: Das war jetzt interessant, hat aber mit dem Thema überhaupt nichts zu tun! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Liebe Abgeordnete von ÖVP und FPÖ, stellen wir unsere Verantwortung wieder in den Mittelpunkt, und stellen wir in den Mittelpunkt, Schule so zu gestalten, dass die Kinder sie so abschließen, dass sie ein selbstbestimmtes, gutes Leben führen und ihre eigene Bildungskarriere gestalten können! Es ist unsere Verantwortung! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kickl: Das war jetzt interessant, hat aber mit dem Thema überhaupt nichts zu tun! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Sagen Sie einmal was zur Universität!
Wenn es hier um die Proteste gegen einen Universitätslehrer geht, kann ich nur sagen: Wer wie er das NS-Verbotsgesetz 1947 im Rahmen des Präsidentschaftswahlkampfs von Frau Rosenkranz, Ihrer Nominierten, als Gesinnungsbestrafung bezeichnet, akzeptiert damit, dass die NSDAP wieder gegründet werden könnte. Wenn jemand in den rechtsextremen Medien „Zur Zeit“ und „Aula“ publiziert (Abg. Amesbauer: So ein Schmarrn!), wenn jemand in einer Festschrift des in zahlreichen Ländern verurteilten Holocaustleugners David Irving schreibt (weiterer Zwischenruf bei der FPÖ), wenn jemand mit rechtsextremen Codes so spielt, dass er immer ganz knapp an der Grenze zum Verbotsgesetz vorbeischrammt – ich habe nur 5 Minuten, ich könnte jetzt noch Unzähliges aufzählen (Abg. Belakowitsch: Sagen Sie einmal was zur Universität!) –, dann kann ich, wenn dann eine universitäre Lehrveranstaltung, auch von jüdischen Hochschülerinnen und -schülern, gestört wird, nur sagen: leider fast zu spät, das hätte man alles schon viel früher machen müssen. (Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Gabriela Schwarz und Niss. – Abg. Kickl: Ach so!)
Zwischenruf der Abgeordneten Belakowitsch.
Die logische Konsequenz daraus, dass wir das vollumfänglich unterstützen, ist auch, dass die Lehre von Herrn Professor Höbelt frei ist. Das ist vollkommen selbstverständlich. Das muss die logische Konsequenz sein. (Abg. Kickl: Je nachdem, wie sich die linke Horde ...!) Der Umkehrschluss ist natürlich nicht, dass wir jede These von ihm unterstützen, jede Aussage und jede Publikation gut finden. (Zwischenruf der Abgeordneten Belakowitsch.) Freiheit ist halt immer auch mit Verantwortung verbunden (Zwischenrufe des Abg. Kickl), und das ist nicht immer angenehm, lustig oder etwas, über das man nicht reden muss – deswegen tun wir das auch heute.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Bedenklich aus meiner Sicht ist allerdings, wenn die Universität, in diesem Fall die Universität Wien, zum Aufmarschort für Rechtsextreme wird. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Durch das Angebot einer Vorlesung von Lothar Höbelt, dem Nähe zum Rechtsextremismus nicht abzusprechen ist (Abg. Fürst: Das waren Linke! – Abg. Kickl: Die Chaoten gehören schon euch!), der Beiträge in rechtsextremen Publikationen veröffentlicht, ist seine Vorlesung zum Aufmarschort der rechtsextremen Identitären geworden (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schallmeiner – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Hafenecker und Kassegger), und zwar nicht, weil die als Hörer, als Studenten (Ruf bei der FPÖ: Da geht es um die Zweite Republik!), aus Interesse an einer Vorlesung teilnehmen, sondern weil die dort als, sagen wir einmal, Fanklub, als ideologischer Fanklub aufmarschieren. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Litschauer und Schallmeiner.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schallmeiner – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Hafenecker und Kassegger
Bedenklich aus meiner Sicht ist allerdings, wenn die Universität, in diesem Fall die Universität Wien, zum Aufmarschort für Rechtsextreme wird. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Durch das Angebot einer Vorlesung von Lothar Höbelt, dem Nähe zum Rechtsextremismus nicht abzusprechen ist (Abg. Fürst: Das waren Linke! – Abg. Kickl: Die Chaoten gehören schon euch!), der Beiträge in rechtsextremen Publikationen veröffentlicht, ist seine Vorlesung zum Aufmarschort der rechtsextremen Identitären geworden (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schallmeiner – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Hafenecker und Kassegger), und zwar nicht, weil die als Hörer, als Studenten (Ruf bei der FPÖ: Da geht es um die Zweite Republik!), aus Interesse an einer Vorlesung teilnehmen, sondern weil die dort als, sagen wir einmal, Fanklub, als ideologischer Fanklub aufmarschieren. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Litschauer und Schallmeiner.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Deswegen ist es gut, dass man auch Professor Höbelt anhört, ihm aber widerspricht, auch an der Universität – mit Worten und ganz sicher nicht mit Steinen oder so einem Geschrei, wie Sie es hier gerne aufführen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), denn das bringt uns auch nicht weiter.
Abg. Bösch: Nichts funktioniert! – Abg. Belakowitsch: Nichts funktioniert! Haben Sie der Frau Wiesinger nicht zugehört? ... Schule nicht, Gesundheit, Infrastruktur ...!
Der Grund, warum wir uns auf dieses System verlassen können und warum dieses System funktioniert, ist eigentlich recht einfach. (Abg. Bösch: Nichts funktioniert! – Abg. Belakowitsch: Nichts funktioniert! Haben Sie der Frau Wiesinger nicht zugehört? ... Schule nicht, Gesundheit, Infrastruktur ...!) Der Grund ist: Jede Frau, jeder Mann und fast jede Firma zahlt Steuern und leistet so einen Beitrag dafür, dass dieses System funktioniert – einen Beitrag für unsere Allgemeinheit, dafür, dass wir uns jeden Tag auf die Ärzte, auf die Krankenhäuser, auf die Sicherheit, auf die Infrastruktur, auf die öffentlichen Verkehrsmittel verlassen können. Was aber passiert, wenn sich jemand weigert, seinen gerechten Anteil und Beitrag zu leisten? – Dann schwächt uns das. Es schwächt uns alle, es schwächt das System und die Gesellschaft, in der wir leben. Wir laufen vor den großen Herausforderungen im Hintergrund auf eine Situation zu, in der die Finanzierung dieses Systems, auf das wir uns jeden Tag verlassen, bald an seine Grenzen kommen könnte.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe der Abg. Belakowitsch und Kassegger.
Mitglied des Europäischen Parlaments Dr. Monika Vana (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Liebe Abgeordnete! Sehr geehrte Zuhörerinnen und Zuhörer! Ich bin es aus dem Wiener Landtag noch gewöhnt – ich habe jahrelang direkt nach Abgeordneten der FPÖ geredet –, und es ist immer wieder eine Herausforderung, auf die sachliche Ebene zurückzukommen. Herr Kollege aus dem Europaparlament, wenn Sie von Klimahysterie reden, haben Sie die Herausforderungen der Zeit nicht verstanden. Ich glaube, Sie sind es, der heute eine Themenverfehlung begangen hat. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe der Abg. Belakowitsch und Kassegger.)
Abg. Belakowitsch: Und was ist bis jetzt herausgekommen?
Zum Thema der heutigen Europastunde, zur Onlinekonzernbesteuerung: Das ist für uns Europaabgeordnete natürlich auch ein aktuelles, wie schon angesprochen wurde, aber auch kein neues Thema. Wir im Europaparlament, und da darf ich für die meisten meiner KollegInnen reden, setzen uns seit Jahren für Steuergerechtigkeit ein (Abg. Belakowitsch: Und was ist bis jetzt herausgekommen?), für eine Digitalsteuer, aber natürlich auch, weil es heute auch angesprochen wurde, für eine Finanztransaktionssteuer (Abg. Kickl: Offenbar sehr effizient!), aber für eine Finanztransaktionssteuer, die kein Etikettenschwindel ist, sondern die ihren Namen auch verdient und wirklich die Verursacher und Verursacherinnen – wobei man sich da das „innen“ fast sparen kann, es sind hauptsächlich Männer – auch zur Kasse bittet.
Abg. Belakowitsch: Wissen Sie alles, was dort gesprochen wurde?
gestern passiert? – Die Mehrheit, die Regierungsmehrheit, unter anderem die Partei, die die zitierten Sätze im Jahr 2014 geäußert hat, schränkt willkürlich und eiskalt das Recht der Minderheit, Inhalte im Untersuchungsausschuss untersuchen zu können, ein. Von den Regierungsparteien wird jetzt Ibiza und alles, was in Ibiza besprochen und dann umgesetzt wurde, eiskalt zugedeckt. Der Untersuchungsausschuss wird torpediert. (Abg. Belakowitsch: Wissen Sie alles, was dort gesprochen wurde?) – Jetzt brauchen Sie sich mit „Regierungsparteien“ nicht mehr angesprochen zu fühlen.
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Heiterkeit der Abg. Krisper. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Weil da jetzt die ganze Zeit behauptet wird, wir würden versuchen, die ÖVP zu schützen: Also für mich ist noch überhaupt nicht geklärt, ob es nicht auch betreffend Casinos ÖVP-Involvierungen gibt. Dazu ist dieser Untersuchungsausschuss da. Da werden wir auch schauen, wer insgesamt dahintersteckt. Auch das ist alles zu untersuchen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Heiterkeit der Abg. Krisper. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Was hat das eine mit dem anderen zu tun? – Zwischenruf des Abg. Leichtfried.
Es war hier die Rede davon, dass die Opposition mundtot gemacht werden sollte. Meine Damen und Herren von der SPÖ! Ich habe viele Jahre lang Oppositionelle aus vielen Staaten vertreten, die tatsächlich mundtot gemacht wurden, die ins Gefängnis gesteckt wurden, deren Familienmitglieder bedroht wurden. (Abg. Belakowitsch: Was hat das eine mit dem anderen zu tun? – Zwischenruf des Abg. Leichtfried.) Ich bitte Sie um eine sorgfältige Wortwahl. Von Mundtotmachen kann nicht die Rede sein (Beifall bei ÖVP und Grünen – Zwischenrufe bei der SPÖ), wenn es möglich ist, einen Verfassungsgerichtshof anzurufen, der innerhalb weniger Wochen eine Entscheidung herbeiführt.
Abg. Belakowitsch: Ja, eh!
Wenn man eine Verteidigungsfähigkeit erst herstellen muss, dann impliziert das, und zwar notwendigerweise, dass diese Verteidigungsfähigkeit nicht existiert (Abg. Belakowitsch: Ja, eh!), und ich werde als Abgeordneter dieses Landes einem Antrag, der dieses Land von vornherein für wehrlos erklärt, nicht zustimmen. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Steinacker: Ja, muss man schon auch denken, was man schreibt!)
Beifall bei Grünen und ÖVP, bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS sowie der Abgeordneten Belakowitsch.
Kurz noch ein letztes Wort: Mein ausdrücklicher Dank geht auch an die GebärdendolmetscherInnen hier im Raum. Es ist mir ja immer eine Riesenfreude, ihnen zuzuschauen. Ich habe das Gefühl, ich lerne dabei auch etwas über unsere Sprache und darüber, wie unsere Sprache funktioniert. Auch das wollte ich einmal gesagt haben. – Herzlichen Dank. (Beifall bei Grünen und ÖVP, bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS sowie der Abgeordneten Belakowitsch.)
Abg. Bösch: Nein, davor war das! – Abg. Belakowitsch: Da verwechseln Sie etwas!
Abgeordnete Eva Maria Holzleitner, BSc (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Kaum ein Plenartag vergeht, ohne dass wir über Bildungspolitik reden. – Gut so, würde ich sagen, war doch gerade die letzte Legislaturperiode durchaus ein bisschen ein Negativbeispiel aus dem Bilderbuch, wie Bildungspolitik eben nicht gemacht werden sollte. (Abg. Bösch: Nein, davor war das! – Abg. Belakowitsch: Da verwechseln Sie etwas!) Dieser Pfad wird anscheinend leider fortgesetzt.
Abg. Taschner: Nein! – Abg. Belakowitsch: Warum wollen Sie das jetzt noch ...? – Ruf bei der ÖVP: Gescheitert ist die SPÖ!
Wie auch mein Kollege Kucher schon gesagt hat: Wir diskutieren hier seit Jahrzehnten über Fortschritte und darüber, wie wir Fortschritte in der Bildungspolitik auf die Beine stellen können. (Abg. Michael Hammer: Das tut ihr immer!) Bis jetzt wurde jeder Schritt von der ÖVP blockiert. Durch die Einführung der Deutschförderklassen wurde sogar ein Rückschritt bewirkt. (Rufe bei der ÖVP: Bitte! Ah geh!) Herr Professor Taschner hat sich vor dem Sommer 2019 – nicht wahr, Herr Professor?; er ist ein sehr reflektierter Abgeordneter – hierhergestellt und gesagt: Die Deutschförderklassen haben nicht das gebracht, was wir uns erwartet haben! (Abg. Taschner: So habe ich es nicht gesagt!) – Das haben Sie nicht gesagt, aber sie sind gescheitert! (Abg. Taschner: Nein! – Abg. Belakowitsch: Warum wollen Sie das jetzt noch ...? – Ruf bei der ÖVP: Gescheitert ist die SPÖ!) Sie waren enttäuscht, dass sie nicht das Ergebnis gebracht haben, das Sie sich erdacht hatten. (Abg. Taschner: Erhofft!) Sie haben halt wirklich niemandem zugehört, der schon vorher gesagt hat, dass das nichts wird.
Beifall bei der SPÖ – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Die Frage ist nur: Wie stellen wir uns die Bildungspolitik im 21. Jahrhundert vor? Gerade für mich, sehr geehrte Damen und Herren, als Integrationssprecherin der SPÖ ist Bildung einer der wichtigsten Aspekte. Meine Erwartung in unser Bildungssystem ist, dass unsere Kinder vom Kindergarten an gefördert werden. Sie müssen Raum haben, sich zu kritischen, mündigen und selbstbestimmten Erwachsenen zu entwickeln. Darüber hinaus müssen sie lernen, sich in der Gesellschaft zu bewegen, das bedeutet auch – und jetzt müsst ihr alle stark sein – ein Ende der Sonderschulen, sehr geehrte Damen und Herren. Die Kinder müssen gemeinsam lernen, sich in unserer Gesellschaft zu bewegen (Beifall bei der SPÖ – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), nur so können wir ein solidarisches Miteinander zusammenbringen.
Abg. Belakowitsch: Nur mehr Belakowitsch!
Abgeordneter Mag. Michael Hammer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Geschätzte Damen und Herren! Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein (Abg. Belakowitsch: Nur mehr Belakowitsch!), es ist halt nicht jedes Thema dazu geeignet, gleich wieder Fundamental- und Radikalopposition zu spielen. Man kann dieses Thema der Sozialhilfe-Grundsatzgesetzgebung nämlich auch sachlich diskutieren und auf das zurückkommen, worum es wirklich geht. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Stefan.)
Abg. Belakowitsch: Das ist keine Legende, ihr habt dagegen gestimmt!
Ich darf aber schon für meine Fraktion eines festhalten, denn Sie haben hier ja wieder in Art einer Legendenbildung etwas vorgetragen (Abg. Belakowitsch: Das ist keine Legende, ihr habt dagegen gestimmt!): Wir bekennen uns nach wie vor zu dem, was auch in der letzten Regierung an Zielsetzungen verfolgt worden ist, nur muss man eben zur Kenntnis nehmen – und wir als Demokraten, die an den Rechtsstaat glauben, nehmen das zur Kenntnis –, dass der Verfassungsgerichtshof ein anderslautendes Erkenntnis getroffen hat. (Abg. Kickl: Wie praktisch für euch! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Kickl: Wie praktisch für euch! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich darf aber schon für meine Fraktion eines festhalten, denn Sie haben hier ja wieder in Art einer Legendenbildung etwas vorgetragen (Abg. Belakowitsch: Das ist keine Legende, ihr habt dagegen gestimmt!): Wir bekennen uns nach wie vor zu dem, was auch in der letzten Regierung an Zielsetzungen verfolgt worden ist, nur muss man eben zur Kenntnis nehmen – und wir als Demokraten, die an den Rechtsstaat glauben, nehmen das zur Kenntnis –, dass der Verfassungsgerichtshof ein anderslautendes Erkenntnis getroffen hat. (Abg. Kickl: Wie praktisch für euch! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Aha!
Eines ist jedoch klar: Wir haben uns immer dazu bekannt, dass es im Bereich der Sozialhilfe eine bundesweit einheitliche Grundsatzregelung geben soll, und das steht jetzt auch nicht infrage. (Abg. Belakowitsch: Aha!) Wir haben immer gesagt – und dazu bekennt sich auch die Regierung –, es braucht Gerechtigkeit im System. Wir haben ja mit einigen Stellschrauben, an denen wir mit der Sozialhilfe Neu gedreht haben, sichergestellt (Abg. Belakowitsch: Dass es nicht umgesetzt wird!), dass es Gerechtigkeit gibt, überhaupt dort, wo es um Menschen im Erwerbsleben mit mehreren Kindern geht, die möglicherweise nicht diese gestaffelten Kinderbeiträge bekommen. Es war uns wichtig,
Abg. Belakowitsch: Dass es nicht umgesetzt wird!
Eines ist jedoch klar: Wir haben uns immer dazu bekannt, dass es im Bereich der Sozialhilfe eine bundesweit einheitliche Grundsatzregelung geben soll, und das steht jetzt auch nicht infrage. (Abg. Belakowitsch: Aha!) Wir haben immer gesagt – und dazu bekennt sich auch die Regierung –, es braucht Gerechtigkeit im System. Wir haben ja mit einigen Stellschrauben, an denen wir mit der Sozialhilfe Neu gedreht haben, sichergestellt (Abg. Belakowitsch: Dass es nicht umgesetzt wird!), dass es Gerechtigkeit gibt, überhaupt dort, wo es um Menschen im Erwerbsleben mit mehreren Kindern geht, die möglicherweise nicht diese gestaffelten Kinderbeiträge bekommen. Es war uns wichtig,
Abg. Belakowitsch: Die müssen umgesetzt werden! Man muss sie umsetzen!
dass die deutsche Sprache und die Integration als Schlüssel für die Sozialhilfe gelten, und es war uns auch wichtig, Wiedereinstiegsanreize zu geben. Außerdem – Sie haben das auch angesprochen, und das tritt ja nicht außer Kraft – gibt es Verbesserungen für Alleinerziehende und vor allem auch für Menschen mit Beeinträchtigungen. (Abg. Belakowitsch: Die müssen umgesetzt werden! Man muss sie umsetzen!)
Abg. Belakowitsch: Ja, genau!
Was ist jetzt rechtlich Sache? – Der Verfassungsgerichtshof hat einmal grundsätzlich festgestellt, dass eine Grundsatzgesetzgebung des Bundes nicht in die Rechte der Länder eingreift, das heißt, das Grundsatzgesetz bleibt aufrecht und in Kraft. Aufgehoben wurden die Staffelung der Kinderbeiträge für Mehrkindfamilien und der Arbeitsqualifizierungsbonus, weil der Verfassungsgerichtshof gesagt hat, es gebe auch Beschäftigungsmöglichkeiten, für die Deutsch- oder Englischkenntnisse auf hohem Niveau nicht essenziell seien. (Zwischenruf des Abg. Wurm.) Die dritte Bestimmung betrifft den Bereich der Sozialhilfestatistik hinsichtlich des Datenschutzes. Es wurden also zwei inhaltliche Regelungen aufgehoben. (Abg. Wurm: Von 13!) Der Rest bleibt weiterhin in Kraft, das heißt, die Diskussion über ein neues Sozialhilfe-Grundsatzgesetz ist damit einmal obsolet. Das Sozialhilfe-Grundsatzgesetz bleibt, abgesehen von diesen zwei Bestimmungen, in Kraft, und es liegt jetzt an den Ländern, die entsprechenden Regelungen zu treffen, das wurde ja auch schon gesagt. (Abg. Belakowitsch: Ja, genau!)
Abg. Belakowitsch: Aber sie machen es nicht!
Weil Sie in diesem Zusammenhang so hyperventilieren, Frau Belakowitsch: Es gibt zwei Bundesländer, Oberösterreich und Niederösterreich, die schon Regelungen getroffen haben, was den Arbeitsqualifizierungsbonus und die Staffelung für Mehrkindfamilien anbelangt. Da hat der Verfassungsgerichtshof auch festgestellt, dass das rechtskonform ist. Die Länder können also in ihrem Wirkungsbereich auch entsprechende Regelungen für diese durch den VfGH aufgehobenen Punkte im Sozialhilfe-Grundsatzgesetz treffen. (Abg. Belakowitsch: Aber sie machen es nicht!)
Abg. Belakowitsch: Die haben es nicht umgesetzt!
Sie sagen immer, wir müssten die Länder zum Handeln auffordern und der Minister müsste mit denen reden. (Abg. Belakowitsch: Die haben es nicht umgesetzt!) Es gibt ein Grundsatzgesetz und die Länder müssen Ausführungsgesetze erlassen. (Abg. Belakowitsch: Sie tun es aber nicht!) – Ja, das können Sie ihnen eh ausrichten, Sie sind ja auch in Wien tätig. (Abg. Belakowitsch: Ist nicht nur Wien – sieben Länder sind säumig!) Sie müssen es tun, vor allem die Stadt oder das Land Wien ist da säumig. Die Gesetzgebung ist da relativ klar, und die Länder werden das auch entsprechend lösen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Sie tun es aber nicht!
Sie sagen immer, wir müssten die Länder zum Handeln auffordern und der Minister müsste mit denen reden. (Abg. Belakowitsch: Die haben es nicht umgesetzt!) Es gibt ein Grundsatzgesetz und die Länder müssen Ausführungsgesetze erlassen. (Abg. Belakowitsch: Sie tun es aber nicht!) – Ja, das können Sie ihnen eh ausrichten, Sie sind ja auch in Wien tätig. (Abg. Belakowitsch: Ist nicht nur Wien – sieben Länder sind säumig!) Sie müssen es tun, vor allem die Stadt oder das Land Wien ist da säumig. Die Gesetzgebung ist da relativ klar, und die Länder werden das auch entsprechend lösen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ist nicht nur Wien – sieben Länder sind säumig!
Sie sagen immer, wir müssten die Länder zum Handeln auffordern und der Minister müsste mit denen reden. (Abg. Belakowitsch: Die haben es nicht umgesetzt!) Es gibt ein Grundsatzgesetz und die Länder müssen Ausführungsgesetze erlassen. (Abg. Belakowitsch: Sie tun es aber nicht!) – Ja, das können Sie ihnen eh ausrichten, Sie sind ja auch in Wien tätig. (Abg. Belakowitsch: Ist nicht nur Wien – sieben Länder sind säumig!) Sie müssen es tun, vor allem die Stadt oder das Land Wien ist da säumig. Die Gesetzgebung ist da relativ klar, und die Länder werden das auch entsprechend lösen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Sie sagen immer, wir müssten die Länder zum Handeln auffordern und der Minister müsste mit denen reden. (Abg. Belakowitsch: Die haben es nicht umgesetzt!) Es gibt ein Grundsatzgesetz und die Länder müssen Ausführungsgesetze erlassen. (Abg. Belakowitsch: Sie tun es aber nicht!) – Ja, das können Sie ihnen eh ausrichten, Sie sind ja auch in Wien tätig. (Abg. Belakowitsch: Ist nicht nur Wien – sieben Länder sind säumig!) Sie müssen es tun, vor allem die Stadt oder das Land Wien ist da säumig. Die Gesetzgebung ist da relativ klar, und die Länder werden das auch entsprechend lösen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Tun wir was dafür!
In Bezug auf die pflegenden Angehörigen möchte ich aber schon festhalten – das hat auch die Kollegin vorhin gesagt –, dass diese zum Teil übermenschliche Arbeit leisten. Es ist so, wie es ist. Diese eben auch übermenschliche Arbeit führt leider oft oder regelmäßig zur Überlastung dieser Menschen. (Abg. Belakowitsch: Tun wir was dafür!) Wenn wir aber Strukturen schaffen wollen – und das wollen wir –, die diese pflegenden Angehörigen, aber natürlich auch die Betroffenen selbst entlasten, dann wird kein Weg an einer Professionalisierung der Pflege vorbeiführen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Woher kommt denn das Geld ...? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
nicht behauptet ...!) Die Pflegeversicherung in Deutschland wird durch Beiträge von ArbeitnehmerInnen finanziert. Das ist nicht geplant. Noch einmal ganz klar: Das ist nicht geplant. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Woher kommt denn das Geld ...? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Mag. Ernst Gödl (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine geschätzten Damen und Herren Kollegen Abgeordneten! Werte ZuhörerInnen zu Hause und hier im Saal! Der Standort bestimmt den Standpunkt. Bei dem zugrunde liegenden Antrag der freiheitlichen Fraktion ist es insofern bemerkenswert, dass gerade du, Frau Abgeordnete Belakowitsch, vor einem Jahr, als wir gemeinsam in der Regierung waren, noch umgekehrt argumentiert hast. Es war völlig klar, dass wir im Bereich der Pflege ein umfassendes neues Konzept brauchen und dass es gar keinen Sinn macht, eine einzelne Maßnahme wie die Erhöhung des Pflegegeldes wieder einmal herauszunehmen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Da gab’s aber keine Pflegeversicherung! – Zwischenruf des Abg. Loacker.
Vielleicht erinnern Sie sich noch, liebe KollegInnen von den Freiheitlichen, dass wir hier den Masterplan Pflege beschlossen haben, nämlich als Roadmap zu einem neuen Pflegekonzept; diese Punkte, die von unseren beiden Fraktionen in diesem Masterplan Pflege damals formuliert wurden, sind alle eins zu eins im Regierungsprogramm. (Abg. Belakowitsch: Da gab’s aber keine Pflegeversicherung! – Zwischenruf des Abg. Loacker.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Ich tu überhaupt nichts schlechtreden!
Das wurde noch mit einigen weiteren Punkten angereichert, zum Beispiel mit den schon genannten Community Nurses, aber die Punkte, die wir gemeinsam erarbeitet haben, sind alle im Regierungsprogramm. Daher ist es eigenartig, wenn du jetzt hier herauskommst und plötzlich eine Kehrtwendung machst, alles schlechtredest. Das schadet ganz besonders eurer eigenen Glaubwürdigkeit. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Ich tu überhaupt nichts schlechtreden!)
Abg. Belakowitsch: Ob das so schön ist, na ja!
Bundesminister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz Rudolf Anschober: Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich habe heute meinen 14. Arbeitstag in dieser schönen Funktion als Sozial- und Gesundheitsminister. Heute ist vielleicht der schönste Tag, denn heute darf ich den ganzen Tag hier bei euch in diesem Haus verbringen (Abg. Belakowitsch: Ob das so schön ist, na ja!) und spannende Reden anhören, den Diskurs mitverfolgen, auch die eine oder andere Bekanntschaft mit Menschen schließen, die ich noch nicht gekannt habe – das ist für mich ein sehr wichtiger Tag, ich meine das sehr, sehr ernst –, und hier mit euch inhaltlich spannende Debatten führen. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP, SPÖ und NEOS.)
Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Gerade im Bereich der Gastronomie gibt es noch einiges zu tun. Neben der Attraktivierung des Arbeitsplatzes und der Ausbildung gibt es noch ein Thema, das auch mir besonders am Herzen liegt, und das ist der Erhalt der Gasthäuser. (Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) Das Gasthaussterben, insbesondere auch der Landgasthäuser, ist eine Entwicklung, die sich schon länger abzeichnet, aber bislang unterschätzt wurde. Dabei geht es nicht nur darum, dass wichtige Arbeitsplätze in den Dörfern verloren gehen, sondern es geht auch um die Infrastruktur. Das soziale Gefüge in den Dörfern ist insbesondere für ältere Personen wichtig, weil es einfach auch vor Vereinsamung im Alter schützt. (Abg. Wurm: In jedem Dorf McDonald’s!) – Herr Kollege Wurm, anstatt ständig Zwischenrufe zu tätigen, könnten Sie sich auch entscheiden, gemeinsam mit uns an konstruktiven Lösungen zu arbeiten. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Sitzung Nr. 12
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Wurm: Dann ist ja alles in Ordnung! – Abg. Belakowitsch: Aktuelle Stunde erledigt!
Zurück zum Brenner: Der raue Wind am Brennersee beim Besuch der EU-Kommissarin war spürbar: eisige Stimmung (Abg. Hörl: Die Ministerin war auch da!) und vollständiges Unverständnis (Abg. Hörl: Die Ministerin war auch dabei!), Unverständnis einer Politik, die eigene Vereinbarungen ignoriert. An dieser Stelle danke ich Frau Bundesministerin Leonore Gewessler (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hörl), dass sie einen Lokalaugenschein organisiert hat, schon zwei Mal in Tirol war und sich die Situation vor Ort angeschaut hat. – Danke, Frau Ministerin! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Wurm: Dann ist ja alles in Ordnung! – Abg. Belakowitsch: Aktuelle Stunde erledigt!)
Abg. Wurm: Was macht ihr jetzt, Hermann? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich will mir nicht ausmalen, welche Situation wir hätten, wenn NGOs wie das Transitforum, wie die Arge Stop Transit, wie die Cipra, all diese NGOs nicht Druck auf die Politik machen, den Druck erhöhen würden – damals wie heute –, damit es – Beispiel Tirol – ein Nachtfahrverbot, Tonnagebeschränkungen, Tempolimits, ein dichtes Kontrollnetz, ein sektorales Fahrverbot für Fahrzeuge bestimmter Schadstoffklassen und für solche, die gewisse Güter transportieren, Wochenendfahrverbote, Fahrverbote auf Landes- und Bundesstraßen gibt. (Abg. Wurm: Was macht ihr jetzt, Hermann? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) All das sind wichtige Maßnahmen, die gesetzt wurden, und dafür hat es eine starke Zivilgesellschaft gebraucht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wurm.)
Abg. Belakowitsch: Genau! Ihr habt ...!
Meine sehr geehrten Abgeordneten der Opposition, wenn Sie genau recherchiert hätten, würden Sie wissen, dass die betroffene Person, die beim Verlassen des Hotels zu sehen war, kontrolliert worden ist und vom Amtsarzt freigegeben worden ist, weil diese betroffene Person keinen Kontakt zu weiteren Personen im Hotel hatte. Ich bitte Sie daher, in einer so sensiblen Situation wie dieser nicht mit Häme und Spott zu reagieren. (Abg. Belakowitsch: Genau! Ihr habt ...!)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Falsch! … ihre Arbeit ...! – Zwischenruf des Abg. Vogl. – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.
Besonnenheit ist jetzt angebracht, das Vertrauen in die Sicherheitsbehörden ist angebracht. Polizistinnen und Polizisten waren dort vor Ort im Einsatz, und ihnen mit Spott, mit Lachen und Gelächter zu begegnen, sehr geehrte Kollegen von der FPÖ, ist genau die falsche Antwort in so einer Situation (Beifall bei ÖVP und Grünen – Abg. Kickl: Warten Sie! Warten Sie ...!), denn wenn wir der Bevölkerung das Gefühl vermitteln wollen, dass wir auch hier im Hohen Haus gemeinsam in der Lage sind, einer herausfordernden Situation für die Republik, für die Gesundheit und Sicherheit der Menschen zu begegnen, dann ist es besser – auch an die Kolleginnen und Kollegen der SPÖ gerichtet, die mit Häme kommentiert haben –: Informieren Sie sich genau – der Einsatzstab steht jederzeit dazu bereit –, bevor Sie hier mit Spott und Hohn auf die Arbeit der Ärztinnen und Ärzte und der Polizistinnen und Polizisten am Einsatzort reagieren! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Falsch! … ihre Arbeit ...! – Zwischenruf des Abg. Vogl. – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Gar nicht war sie notwendig, ... sinnlos ...!
Nun zu der Schule in Wien: Wie Sie wissen, gab es da den Verdacht, eine Lehrkraft könnte infiziert sein. Daraufhin wurde die Schule gesichert, bis abgeklärt werden konnte, dass Gott sei Dank in diesem Fall eine negative Testung auf den Coronavirus vorliegt. Warum war die Sicherung notwendig? – Sie wissen, es gab nachher auch eine Diskussion, ob die Maßnahme sinnvoll und richtig war. (Abg. Belakowitsch: Gar nicht war sie notwendig, ... sinnlos ...!)
Abg. Michael Hammer: Und von Parteimitgliedern! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber in den letzten Tagen wurde ich sehr oft kontaktiert, via Twitter, Facebook, SMS, Whatsapp (Abg. Michael Hammer: Und von Parteimitgliedern! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), wurde auf der Straße angesprochen – spätestens seit dem Wochenende, seit dem starken Ansteigen der italienischen Fallzahlen, und seit gestern natürlich, seit den ersten österreichischen Fällen. Seit wenigen Minuten wissen wir, dass ein dritter Fall in Wien aufgetreten ist.
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch
Wahrscheinlich ist es so, dass Sie sich nicht zu dieser Maßnahme durchringen können, weil als Sicherheitsausrüstung nur die abgelaufenen Vogelschutzmasken (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch) aus dem Jahr 2005 zur Verfügung stehen und Sie mit diesen natürlich die Polizisten nicht guten Gewissens an die Grenze stellen können. Das ist die Wahrheit hinter Ihrer Passivität in dieser Angelegenheit.
Abg. Michael Hammer: Sie tun es aber nicht! – Abg. Belakowitsch: Die sind nicht überparteilich!
Der dritte Antrag, die Verpflichtung zur Überparteilichkeit: Lieber Kollege Loacker! Die AK ist als gesetzliche Interessenvertretung von 3,7 Millionen Menschen in Österreich der Überparteilichkeit verpflichtet und macht das alles. (Abg. Michael Hammer: Sie tun es aber nicht! – Abg. Belakowitsch: Die sind nicht überparteilich!)
Abg. Belakowitsch: Die Kammern sind auch kein Selbstzweck!
Wenn die selbsternannten Kammerjäger und die selbsternannten sozialen Heimatschützer gemeinsam ausreiten, dann geht es in der Regel bekanntlich fast immer gegen die Kammern. Man hat das Gefühl, täglich grüßt das Murmeltier. (Abg. Belakowitsch: Die Kammern sind auch kein Selbstzweck!) Faktum ist es, dass es auch relativ egal ist, was gerade ganz konkret gefordert wird, ob es die Begrenzung der Rücklagen ist, ob es ein Opt-out betreffend eine bestimmte Arbeiterkammer ist oder ob es das Ende der gesetzlichen Mitgliedschaft überhaupt ist. Es geht im Prinzip immer um das eine, und das eine ist: Wie kann man die Arbeiterkammer finanziell schwächen?
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Die finanzielle Schwächung der Arbeiterkammer hat logischerweise zur Folge, dass sie die Leistungen, das Serviceangebot, das sie derzeit in den Bereichen Beratung, Rechtsberatung, Vertretung vor dem Arbeits- und Sozialgericht, KonsumentInnenschutz, Steuerberatung bietet, nicht mehr bieten kann (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), dass sie das reduzieren muss. Das geht natürlich ganz klar zulasten der unselbstständig Beschäftigten, der ArbeitnehmerInnen, die sie zu vertreten hat, denn bekanntlich geht es nicht nur darum, möglichst gute Rechte zu haben, sondern man muss diese Rechte auch durchsetzen können. Dazu braucht es eben Institutionen, und die Arbeiterkammer ist genau eine jener Institutionen, die ArbeitnehmerInnen dabei unterstützen, diese Rechte durchzusetzen.
Abg. Belakowitsch: Dann könnt ihr ja dem Antrag zustimmen!
Einige Arbeiterkammern und vor allem deren Präsidenten kommen in ihrer Arbeits- und Handlungsweise nicht immer dem nach, was man sich von einer überparteilichen und unparteiischen Interessenvertretung erwartet. Salzburg und Oberösterreich wurden angesprochen. Es wurde auch angesprochen, dass die Arbeiterkammern von Gesetzes wegen natürlich grundsätzlich objektiv und überparteilich sein müssen, aber manche Arbeiterkammern wie eben jene in Oberösterreich und Salzburg agieren wie Vorfeldorganisationen der SPÖ. Dort werden Studien in Auftrag gegeben, dort werden Inserate bezahlt, um die Themen, die die SPÖ entsprechend vorantreiben will, aufzuarbeiten. Das ist nicht, was sich die Mitglieder, die Beiträge zahlen, erwarten. (Abg. Belakowitsch: Dann könnt ihr ja dem Antrag zustimmen!)
Abg. Belakowitsch: Na ja, Moment, ich stehe auch drauf! Ganz stimmt es nicht!
Abgeordneter Ing. Markus Vogl (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Hohes Haus! Wir diskutieren heute eigentlich einen Antrag der SPÖ, den wir zur Verfügung gestellt haben (Abg. Belakowitsch: Na ja, Moment, ich stehe auch drauf! Ganz stimmt es nicht!), damit hier das, was im letzten Jahr unter Schwarz-Blau passiert ist, repariert werden kann. (Zwischenruf des Abg. Wurm.) Ich glaube, das Wichtige ist, dass man gerade die Bezieher der kleinsten Einkommen entlastet, nämlich mit dem Familienrichtsatz. Da geht es um 50 Euro im Monat, die diese Menschen mehr bekommen – und vor allem bekommen sie es rückwirkend mehr.
Abg. Belakowitsch – in Richtung der den Saal verlassenden Bundesministerin Aschbacher –: Frau Ministerin! Was ist?
Abgeordneter Dr. Johannes Margreiter (NEOS): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Werte Zuseherinnen und Zuseher auf der Galerie und via Medien! (Abg. Belakowitsch – in Richtung der den Saal verlassenden Bundesministerin Aschbacher –: Frau Ministerin! Was ist?) Die vorliegende Thematik betrifft mich zweifach: Einmal bin ich als Rechtsanwalt tagtäglich damit befasst, Gesetzesbücher in die Hand zu nehmen, damit zu arbeiten. Leider kommt es doch immer wieder vor – und das ist dann sehr ärgerlich –, dass Gesetze, noch bevor sie in Kraft getreten sind, novelliert werden müssen, weil sie nicht anwendbar sind. Da frage ich mich immer – ich bin jetzt erst kurz im Hohen Haus, aber schon lange als Rechtsanwender tätig –: Wie kann so etwas passieren? Wie kann es passieren, dass in diesem Hohen Haus, wo man doch erwarten darf, dass, gerade wenn allgemein verbindliche Normen beschlossen werden, diese mit der notwendigen Sorgfalt beschlossen werden, Gesetze in Kraft gesetzt werden, die nicht vollziehbar sind?
Abg. Belakowitsch: Wir sind im Abstimmungsvorgang!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka (das Glockenzeichen gebend): Darf ich um das Wort bitten? (Abg. Belakowitsch: Wir sind im Abstimmungsvorgang!) Nach § 18 der Geschäftsordnung – ich habe eben nachgesehen, welcher Paragraf das ist – lasse ich unverzüglich (Abg. Belakowitsch: Unverzüglich!) über die Herbeischaffung der Frau Minister abstimmen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ich würde darum bitten, dass Sie zumindest bei der Abstimmung Ruhe bewahren! (Abg. Hauser: Das war Zeit schinden! – Der Präsident gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Belakowitsch: Unverzüglich!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka (das Glockenzeichen gebend): Darf ich um das Wort bitten? (Abg. Belakowitsch: Wir sind im Abstimmungsvorgang!) Nach § 18 der Geschäftsordnung – ich habe eben nachgesehen, welcher Paragraf das ist – lasse ich unverzüglich (Abg. Belakowitsch: Unverzüglich!) über die Herbeischaffung der Frau Minister abstimmen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ich würde darum bitten, dass Sie zumindest bei der Abstimmung Ruhe bewahren! (Abg. Hauser: Das war Zeit schinden! – Der Präsident gibt das Glockenzeichen.)
anhaltender Beifall bei SPÖ und FPÖ – Abg. Belakowitsch: Wo es nicht geht!
Abgeordneter Mag. Jörg Leichtfried (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident, ich glaube, wir haben jetzt ein Beispiel dafür erlebt, wie parteiische Führung dieses Hauses funktioniert (anhaltender Beifall bei SPÖ und FPÖ – Abg. Belakowitsch: Wo es nicht geht!), nämlich so lange zu warten, so lange hinauszuzögern, bis die Kolleginnen und Kollegen der ÖVP – von wo immer sie gewesen sind – herbeizitiert werden konnten, und dann auch noch bei der Abstimmung, als es zweifelhaft war, wie sie ausgegangen ist, sofort zu behaupten, es wäre abgelehnt worden. – Herr Präsident, das ist keine überparteiliche Führung dieses Hauses! (Beifall bei SPÖ und FPÖ.)
Sitzung Nr. 22
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter August Wöginger (fortsetzend): - - und das AMS – das sage ich auch noch dazu, denn die anderen haben auch mehr gesagt – von 20 auf 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgestockt hat, dann, denke ich, soll das auch verdeutlichen, dass wir uns wirklich in einer außergewöhnlichen Situation befinden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ich habe gedacht am Montag ...!
Und daher kann ich jetzt schon ankündigen, dass wir Sie am Montag umfassend über unsere Entscheidungen, die wir am Sonntag treffen, informieren werden. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Ich kann Ihnen versprechen, dass, wenn die Zahlen es hergeben, wir alles tun werden, um schrittweise wieder zur Normalität zurückzukehren. Wir werden bei diesen Schritten mit dem Handel beginnen, aber ich bitte Sie um Verständnis, dass, auch wenn die Entwicklung eine gute ist (Abg. Belakowitsch: Ich habe gedacht am Montag ...!), diese Rückkehr schrittweise und behutsam erfolgen wird, um auch die Gesundheit der Menschen in unserem Land zu schützen.
Abg. Belakowitsch: Schauts lieber, dass die ...!
Diese Rückkehr zur Normalität wird mit Begleitmaßnahmen verbunden sein: zum Ersten mit dem Schutz der Risikogruppen und der besonders gefährdeten Menschen, der älteren Bevölkerung, zum Zweiten durch einen Kulturwandel – Abstand halten und Masken tragen; ich weiß, das ist nicht angenehm, ich weiß, das ist fremd, aber es ist notwendig, um andere zu schützen, und ich finde es gut, dass die Politik hier mit gutem Beispiel vorangeht (Abg. Schnedlitz: Obwohl die … nicht geschützt sind, aber Sie sind geschützt!), denn Politiker stehen nicht über den Regeln, die für die Bevölkerung gelten (Abg. Belakowitsch: Schauts lieber, dass die ...!) –, und zum Dritten durch Containment – Containment im Sinne von Tracking, einer möglichst breiten und schnellen Testung und der Isolation all jener, die sich potenziell angesteckt haben. Ich habe den Gesundheitsminister und die Bundesländer gebeten, alles zu tun, um dieses professionelle Containment so vorzubereiten, dass es funktioniert, sobald wir den Betrieb wieder hochfahren, damit nämlich dann, wenn es Glutnester gibt, diese Glutnester schnell isoliert und gelöscht werden können und nicht auf jeden einzelnen Fall sofort wieder ein Flächenbrand folgt.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Sehr geehrte Damen und Herren, die Coronakrise, dieses Virus bringt Krankheit, Leid und Tod in Österreich und in anderen Ländern der ganzen Welt, und darüber hinaus bringt es eine weltweite Wirtschaftskrise, wie wir sie alle noch nicht erlebt haben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Gesunde Unternehmen stehen vor dem Zusammenbruch, und Menschen, die sich nichts haben zuschulden kommen lassen, verlieren ihren Arbeitsplatz. Wir als Bundesregierung haben daher sofort entschieden, 38 Milliarden Euro in die Hand zu nehmen, um Hilfsgelder für die Unternehmen und für die Menschen zur Verfügung zu stellen, um diese Situation zu entschärfen und sicherzustellen, dass wir durch diese Krise kommen. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Schnedlitz: Wie viel Redezeit gibt es denn noch? … 10 Minuten! – Abg. Belakowitsch: Es sind schon 11 Minuten!
Sehr geehrte Damen und Herren, damit das gelingt, habe ich aber eine große Bitte an Sie, die die Voraussetzung dafür ist (Abg. Schnedlitz: Wie viel Redezeit gibt es denn noch? … 10 Minuten! – Abg. Belakowitsch: Es sind schon 11 Minuten!): Bitte halten Sie durch, damit all das möglich ist. Ich garantiere Ihnen, Österreich wird diese Krise überstehen, Österreich wird besser durch diese Krise kommen als andere Länder, Österreich wird schneller aus dieser Krise herauskommen als andere Länder, aber nur, wenn wir zusammenstehen und wenn wir vor allem eines tun, nämlich in den nächsten Wochen durchhalten. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Sehr geehrte Damen und Herren, damit das gelingt, habe ich aber eine große Bitte an Sie, die die Voraussetzung dafür ist (Abg. Schnedlitz: Wie viel Redezeit gibt es denn noch? … 10 Minuten! – Abg. Belakowitsch: Es sind schon 11 Minuten!): Bitte halten Sie durch, damit all das möglich ist. Ich garantiere Ihnen, Österreich wird diese Krise überstehen, Österreich wird besser durch diese Krise kommen als andere Länder, Österreich wird schneller aus dieser Krise herauskommen als andere Länder, aber nur, wenn wir zusammenstehen und wenn wir vor allem eines tun, nämlich in den nächsten Wochen durchhalten. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Betreffend die Bundesregierung und das Parlament – ich möchte das betonen –: Wir als Österreicherinnen und Österreicher können uns glücklich schätzen, dass wir diese Bundesregierung mit Sebastian Kurz an der Spitze haben, die vom ersten Tag an das Richtige getan hat. Das muss man einmal betonen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich appelliere diesbezüglich auch an die FPÖ, diesen Zickzackkurs zu beenden. (Abg. Amesbauer: Wer macht da einen Zickzackkurs? Wer?!) Kickl hat am 13. März von einem Lockdown gesprochen – also alles zudrehen, nichts geht mehr in diesem Land. Parteiobmann Hofer sagt jetzt, er will die Geschäfte und die Schulen wieder öffnen, Kollegin Belakowitsch hat das vor zwei Tagen am Abend am „Runden Tisch“ auch gesagt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Was ist jetzt die Linie der FPÖ in dieser Angelegenheit?
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Eines möchte ich zum Ausdruck bringen: Es ist großartig, was von vielen Einrichtungen geleistet wird. Sie helfen tagtäglich. Ich möchte besonders die Wirtschaftskammer erwähnen, weil sie hier in der Kritik stand. Was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den letzten Tagen dort leisten, verdient unseren Respekt und unsere volle Anerkennung (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Über 100 000 Anträge sind eingelangt und über 90 Prozent wurden abgearbeitet. – Einen großen Dank auch an diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Sie haben Österreich in die größte Krise gestürzt!
Ich sage es noch einmal: Das ist die größte Krise in Österreich seit dem Zweiten Weltkrieg, aber nicht nur für uns, sondern für sehr, sehr viele Länder auf der gesamten Welt. (Abg. Belakowitsch: Sie haben Österreich in die größte Krise gestürzt!) Ich möchte jenen Danke sagen, die uns tagtäglich versorgen. Das geht von den Bäuerinnen und Bauern über die Chauffeure, die die Lkws fahren, die Postlerinnen und Postler, die Nachbarschaftshilfe, bis hin zu Essen auf Rädern. Das gilt für den gesamten Bereich der Gesundheit, ob es die Spitäler sind, ob es der gesamte Pflegebereich ist.
Abg. Belakowitsch – in Richtung Abg. Kickl, auf die das Rednerpult desinfizierende Abg. Rendi-Wagner weisend –: Schau, das musst auch machen, Herbert! Ah, sie macht’s richtig! – Abg. Meinl-Reisinger: Die Scheibe auch! – Abg. Rendi-Wagner: Nein, das mache ich jetzt nicht!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Klubobfrau Rendi‑Wagner. – Bitte. (Abg. Belakowitsch – in Richtung Abg. Kickl, auf die das Rednerpult desinfizierende Abg. Rendi-Wagner weisend –: Schau, das musst auch machen, Herbert! Ah, sie macht’s richtig! – Abg. Meinl-Reisinger: Die Scheibe auch! – Abg. Rendi-Wagner: Nein, das mache ich jetzt nicht!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es kommt jetzt Ostern. Ja, wir alle würden gerne mit der Familie feiern. – Das spielt es jetzt nicht! Wir werden uns zusammenreißen müssen und weiter daran arbeiten, dass die Infektionszahlen noch weiter runtergehen und dass wir auf mittlere Sicht wieder ein normaleres Leben führen können, auch wenn es noch für längere Zeit nicht so normal sein wird, wie es vor Beginn dieser Krise gewesen ist. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: ... eh schon weg!
Wir werden heute noch ausführlich Gelegenheit haben, über Gesundheit und wirtschaftliche Situation zu diskutieren. Aber ich frage Sie jetzt nur kurz: Was spricht dagegen, den Menschen das Arbeitslosengeld zu geben, das sie jetzt in dieser speziellen Situation brauchen? Was spricht dagegen, das Arbeitslosengeld jetzt zu erhöhen und die Bezugsdauer zu verlängern? (Beifall bei der SPÖ.) Das hat mir hier noch niemand, weder der Bundeskanzler noch der Vizekanzler, bei seinen Ansprachen erklären können. Erklären Sie uns das (Abg. Belakowitsch: ... eh schon weg!), dann gewinnen Sie uns vielleicht für einen Schulterschluss – oder auch nicht, geschätzte Damen und Herren.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Richtig ist vielmehr, dass er mit Verweis darauf, dass die Struktur der österreichischen Wirtschaft aus Klein- und Mittelbetrieben besteht, die das Rückgrat der Wirtschaft darstellen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), gesagt hat, dass Österreich nach der Krise diesen „standfesten Tausendfüßler“ der vielen Tausend Unternehmen – Kleinst- und Kleinunternehmen – zum Aufbau brauchen wird. Daraus abzuleiten, er hätte die einzelnen Unternehmer auf diese Weise betitelt und beleidigt, ist mit Sicherheit eine falsche Aussage. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Richtig ist vielmehr, dass er mit Verweis darauf, dass die Struktur der österreichischen Wirtschaft aus Klein- und Mittelbetrieben besteht, die das Rückgrat der Wirtschaft darstellen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), gesagt hat, dass Österreich nach der Krise diesen „standfesten Tausendfüßler“ der vielen Tausend Unternehmen – Kleinst- und Kleinunternehmen – zum Aufbau brauchen wird. Daraus abzuleiten, er hätte die einzelnen Unternehmer auf diese Weise betitelt und beleidigt, ist mit Sicherheit eine falsche Aussage. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Gebt endlich die Bundesgärten frei! Sperrt auf!
Abgeordneter Lukas Hammer (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Herren Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! In der Stadt ist es oft nicht möglich, auf die Straße zu gehen, rauszugehen und einen Sicherheitsabstand einzuhalten. Es ist einfach oft so: Die Gehsteige sind zu schmal und es gibt auch nicht genug Freiräume, um spazieren zu gehen. Deswegen freut es mich, dass wir heute eine StVO-Novelle beschließen, durch die es Städten und Gemeinden erleichtert wird, per Verordnung für RadfahrerInnen und FußgängerInnen Straßen freizugeben, damit es einfach mehr Platz gibt. (Abg. Belakowitsch: Gebt endlich die Bundesgärten frei! Sperrt auf!) Wir werden uns daher bei unserem Koalitionspartner in Wien – Kai Jan Krainer – dafür einsetzen, dass diese Verordnungsermächtigung auch umgesetzt wird, dass Menschen mehr Platz bekommen (anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen SPÖ und Grünen), und wir werden uns natürlich auch auf Bundesebene bei unserem Koalitionspartner dafür einsetzen, dass wir eine Lösung finden, dass die Menschen auch die Bundesgärten nützen können. Ich bitte aber schon darum, eines zu beachten: Es geht hier immer noch darum, den Zusammenbruch unseres Gesundheitssystems - -
Abg. Belakowitsch: Da hat der Anschober gesagt, das gibt’s schon! – Ruf bei der FPÖ: Das ist ja peinlich!
(Abg. Belakowitsch: Da hat der Anschober gesagt, das gibt’s schon! – Ruf bei der FPÖ: Das ist ja peinlich!)
Sitzung Nr. 24
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Andere Länder sind an ähnliche Situationen gewohnt. Ich habe das als Außenminister in unterschiedlichen Teilen der Welt miterlebt: Was für uns Selbstverständlichkeit ist, das ist anderswo nicht Selbstverständlichkeit. Wer bei uns außer Haus geht, der fühlt sich sicher. Egal ob Mann oder Frau, egal zu welcher Uhrzeit – man kann das Haus verlassen und auf der Straße spazieren gehen. In vielen anderen Ländern dieser Welt überlegen sich Menschen sehr genau: Soll ich hinausgehen, kann ich hinausgehen, ist es draußen sicher? Geht das zu dieser Uhrzeit? In vielen anderen Ländern der Welt fragt man sich, wenn man von einer Gelse gestochen wird: Kann das der Beginn einer tödlichen Krankheit sein oder ist es eh nur ein harmloser Gelsenstich? In anderen Ländern dreht man das Wasser auf, trinkt aus der Leitung – und kann sich nie sicher sein, ob damit nicht eine Krankheit verbunden ist. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Was den Bereich der Wirtschaft betrifft, so bin ich genauso wie im Gesundheitsbereich für Transparenz. Natürlich ist es richtig, dass die Daten, wie es am Arbeitsmarkt aussieht und wie viele Menschen in Kurzarbeit sind, laufend veröffentlicht werden, aber unser gemeinsames Ziel muss ja sein, dass diese Zahlen wieder sinken und dass die Wiederauferstehung unserer Wirtschaft (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) auch dazu führt, dass wir wirtschaftlich besser durch die Krise kommen als andere Länder. Das ist unser Ziel. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Wissen Sie, was Sie da sagen?
Klar ist – was ich gesagt habe –: Die Bildungseinrichtungen sind für jeden, der ein Betreuungsangebot braucht oder möchte, geöffnet, und ich bleibe dabei: Es ist keine Schande, das auch in Anspruch zu nehmen! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Loacker: ... das Wort „Schande“ sagen!) Dass die Schulen nicht von heute auf morgen geöffnet werden, ist im Interesse der Kinder, im Interesse der Eltern und der Großelterngeneration, und ich glaube, es wäre fahrlässig, da anders vorzugehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Wissen Sie, was Sie da sagen?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Was meinen Sie damit? – Meinen Sie die ständige Information der Bevölkerung vonseiten der gesamten Bundesregierung, die eigentlich tägliche Information? (Abg. Meinl-Reisinger: Meinen Sie diese Inszenierung?) Meinen Sie die wöchentlichen Videokonferenzen von Bundeskanzler und Vizekanzler mit den Oppositionsparteiobleuten? Meinen Sie die unzähligen Präsidialkonferenzen, die wir hier im Hohen Haus abhalten? (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Was meinen Sie mit diesem Titel? – Ich sage Ihnen eines: Die Situation ist zu ernst, um einen solchen Titel zu wählen. Das sage ich
Abg. Loacker: Welcher? – weiterer Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ich verstehe nicht, meine Damen und Herren, warum wir uns nicht gemeinsam über diese Schritte verständigen können. Das ist der Weg, der unter Einbeziehung von Erfahrungswerten jener Länder, die diese bereits haben, natürlich auch unter Einbeziehung der Expertinnen und Experten eingeschlagen worden ist (Abg. Loacker: Welcher? – weiterer Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und der dafür sorgen wird, dass wir diese sogenannte zweite Welle so niedrig wie möglich halten können, damit wir schön langsam wieder in eine gewisse Normalität zurückkehren können. Es wird
Abg. Belakowitsch: Welche andere Normalität?
eine andere Normalität sein (Abg. Belakowitsch: Welche andere Normalität?), aber wir wollen natürlich wieder aufmachen, was wir aufmachen können und wo wir uns auch einigermaßen sicher sein können, dass wir letzten Endes unsere Ziele erreichen können. Darum geht es uns, meine Damen und Herren, und um sonst nichts! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Genau!
Sie haben keinen Plan, Sie wollen keinen Plan, Sie wollen die Bürger, die Untertanen in Angst. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Genau!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.
Ähnlich absurd wie diese Aussage ist auch die Diskussion, die SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch vom Zaun gebrochen hat, indem er Sportstätten wie Golfplätze und Tennisplätze mit Schulen verglichen hat. Jeder, der einmal in seinem Leben auf einem Golfplatz war, weiß, wie weit dort die Menschen voneinander entfernt sind; und jeder, der einmal in einer Schulklasse war, weiß, wie eng die Kinder dort zusammensitzen. Das ist an Absurdität wirklich nicht zu übertreffen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Pro Kopf ...!
Dass die österreichische Bundesregierung rasch und konsequent gehandelt hat, beweist der internationale Vergleich. Zum Beispiel Schweden, das immer erwähnt wird: Darf ich Sie bitte daran erinnern, dass es in Schweden pro Kopf dreimal so viele Todesopfer wie in Österreich gibt, um nur eine Zahl zu nennen? Das sollte uns zu denken geben (Abg. Belakowitsch: Pro Kopf ...!) und das sollte die von der Bundesregierung gewählte Vorgangsweise wirklich unterstreichen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Dass die österreichische Bundesregierung rasch und konsequent gehandelt hat, beweist der internationale Vergleich. Zum Beispiel Schweden, das immer erwähnt wird: Darf ich Sie bitte daran erinnern, dass es in Schweden pro Kopf dreimal so viele Todesopfer wie in Österreich gibt, um nur eine Zahl zu nennen? Das sollte uns zu denken geben (Abg. Belakowitsch: Pro Kopf ...!) und das sollte die von der Bundesregierung gewählte Vorgangsweise wirklich unterstreichen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Sie, Frau Kollegin Belakowitsch, haben gesagt, wir machen Angst. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich sage Ihnen etwas: Meine Mutter wird 80 und ja, ich habe Angst, dass sie sich irgendwo infiziert. Diese Angst ist nicht unbegründet. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek.) Dieses Virus ist zehnmal so tödlich wie die Schweinegrippe – auch das sollten Sie bedenken, wenn Sie hier von Angstmacherei reden. Um das zu verhindern, gibt es weitere Schritte. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: ... Studie, die das belegt?) – Nur weil man laut schreit, werden die
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek.
Sie, Frau Kollegin Belakowitsch, haben gesagt, wir machen Angst. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich sage Ihnen etwas: Meine Mutter wird 80 und ja, ich habe Angst, dass sie sich irgendwo infiziert. Diese Angst ist nicht unbegründet. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek.) Dieses Virus ist zehnmal so tödlich wie die Schweinegrippe – auch das sollten Sie bedenken, wenn Sie hier von Angstmacherei reden. Um das zu verhindern, gibt es weitere Schritte. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: ... Studie, die das belegt?) – Nur weil man laut schreit, werden die
Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.
Argumente auch nicht besser, Herr FPÖ-Klubobmann Kickl! (Abg. Kickl: ... Argumente!) – Ich habe schon Argumente, die Argumente heißen Gesundheit und Wirtschaft: Gesundheit geht ohne Wirtschaft nicht, Wirtschaft geht ohne Gesundheit nicht. (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.)
Abg. Meinl-Reisinger: Wer stellt diese Frage? Wer stellt diese Frage? – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Heinisch-Hosek
Wenn ich jetzt die Frage höre: War das alles wirklich notwendig, so viele sind ja gar nicht gestorben?!, dann bitte ich Sie schon (Abg. Meinl-Reisinger: Wer stellt diese Frage? Wer stellt diese Frage? – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Heinisch-Hosek), den Grundregeln der Mathematik zu folgen. Allen, bei denen das nicht funktioniert, mache ich den Vorschlag, in andere Länder in Europa zu schauen – nach Italien zu schauen, nach Frankreich zu schauen, nach Spanien zu schauen –, dann sieht man nämlich sehr schnell, wie die Situation wäre, wenn wir als Österreich nicht gehandelt hätten.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wir hatten vor einigen Wochen, Ende März, ein exponentielles Wachstum mit 1 000 Neuinfizierten pro Tag, Tendenz steigend. Jetzt, einige Wochen später, stehen wir auf einem Level von rund 50 Neuinfizierten pro Tag, in den letzten Tagen war es stets ein Wert unter 100. Das ist ein internationaler Spitzenwert (Zwischenrufe bei der FPÖ), dieser Rückgang ist europaweit so gut wie einzigartig, und insofern bin ich froh, dass wir jetzt in der Lage sind, das Land behutsam, aber doch wieder hochzufahren. Wir tun das so schnell wie möglich (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), aber wir tun es nicht unverantwortlich. Wir wollen ein Maximum an Freiheit, aber ja, ich sage Ihnen ehrlich: Es wird weiterhin Einschränkungen brauchen.
Abg. Belakowitsch: Am 1. Mai? Echt jetzt?!
Ich bin sehr, sehr froh, dass der Plan, den wir als Regierung ausgearbeitet haben, auf Basis der heutigen Informationen und nach heutigem Stand – es kann sich in einer Zeit wie dieser, in der wir leben, alles sehr schnell ändern – hält. Wir können mit 1. Mai den Handel und einen Großteil der Dienstleistungen wieder hochfahren. (Abg. Belakowitsch: Am 1. Mai? Echt jetzt?!) Wir können mit 15. Mai die Gastronomie, den Parteienverkehr im öffentlichen Bereich, Gotteshäuser und schrittweise auch die Schulen wieder hochfahren.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wir arbeiten auf europäischer Ebene auch mit unseren Partnern an der Frage, wie es mit dem Grenzregime weitergeht (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und wie wir auch die Reisefreiheit schrittweise wieder zurückgewinnen können. Es wird Sie vielleicht nicht überraschen, dass zunächst einmal die besonders erfolgreichen Länder ihre
Abg. Belakowitsch: Wird Jahre dauern!
Wir sind natürlich noch nicht am Ziel, ganz im Gegenteil. Wir müssen in den nächsten Monaten, bis es eine Impfung oder ein Medikament gibt, mit dem Virus leben lernen. (Abg. Belakowitsch: Wird Jahre dauern!) Wir müssen lernen, ein Maximum an Freiheit zu haben, aber gleichzeitig so vorsichtig zu sein, dass es nicht wieder zu einem unkontrollierten Anstieg der Infektionen kommt. Wenn es sogar in einem der diszipliniertesten Länder der Welt, nämlich in Singapur, passieren kann, dass es eine zweite Welle gibt, dass die Zahlen auf einmal wieder schnell steigen, dann zeigt das, wie vorsichtig wir sein müssen.
Abg. Belakowitsch: Nein, nein, nein!
Und ich sage es noch einmal: Das ist kein Horrorszenario, und ich verwehre mich gegen den Vorwurf, dass da Angst geschürt wird! (Abg. Belakowitsch: Nein, nein, nein!) – Frau Kollegin, was wir wirklich nicht wollen – mir sind diese Bilder in die Knochen gefahren, auf denen ich das sehen musste –, ist, dass Särge in Kirchen gestapelt werden oder dass wie in Amerika auf unbewohnten Inseln Massengräber ausgehoben werden, in denen dann die Särge gestapelt werden. (Abg. Belakowitsch: Danke für diese aufbauende ...! – Abg. Kickl: ... die Särge!) Da ist die Politik massiv gefordert, alles zu tun, damit eine derartige Situation in einem Land nicht eintritt, und das machen wir, meine Damen und Herren! Ich bin froh und dankbar, dass ich in diesem Land leben darf! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Danke für diese aufbauende ...! – Abg. Kickl: ... die Särge!
Und ich sage es noch einmal: Das ist kein Horrorszenario, und ich verwehre mich gegen den Vorwurf, dass da Angst geschürt wird! (Abg. Belakowitsch: Nein, nein, nein!) – Frau Kollegin, was wir wirklich nicht wollen – mir sind diese Bilder in die Knochen gefahren, auf denen ich das sehen musste –, ist, dass Särge in Kirchen gestapelt werden oder dass wie in Amerika auf unbewohnten Inseln Massengräber ausgehoben werden, in denen dann die Särge gestapelt werden. (Abg. Belakowitsch: Danke für diese aufbauende ...! – Abg. Kickl: ... die Särge!) Da ist die Politik massiv gefordert, alles zu tun, damit eine derartige Situation in einem Land nicht eintritt, und das machen wir, meine Damen und Herren! Ich bin froh und dankbar, dass ich in diesem Land leben darf! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich bin ein Praktiker und ich kenne meine Wirtshäuser daheim auch: Natürlich wird es dort auch notwendig sein, gewisse - - (Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Na ja, wir sind Regionalpolitiker und wir reden mit den Menschen. Ich weiß nicht, wie es bei Ihnen ist – wir sind bei den Leuten, wenn wir können! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Stammler.)
Abg. Kickl: Zusammengerechnet wird am Schluss, Frau Maurer! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ich möchte auch all jenen, die hier ständig mit Schweden kommen, eines sagen: Die haben dreimal so viele Tote wie Österreich (Abg. Kickl: Zusammengerechnet wird am Schluss, Frau Maurer! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und es ist schon tatsächlich die Frage, ob wir das wollen. Wenn Sie wollen, dass wir dreimal so viele Tote haben – bitte, gerne. Das ist sicher nicht der Weg, den diese Bundesregierung einschlagen wird. Wir haben den richtigen gewählt, wir haben wenige Tote, wir haben wenige Neuinfektionen. Die Zahlen geben uns recht und zeigen, dass die Maßnahmen so funktionieren. (Beifall bei Grünen und ÖVP.) Ich finde es völlig unverantwortlich, wie absolut verharmlosend Sie hier im Übrigen auch mit den Daten umgehen.
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Loacker
Auch das Gesundheitssystem machen wir sozusagen wieder auf (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Loacker), weil alle Menschen in Österreich ein Recht darauf haben, jene Behandlungen zu bekommen, die wir jetzt aufgrund der Coronakrise verschoben haben, die nicht superdringend waren. Alle Menschen haben jedoch ein Recht darauf, dass Sie sie jetzt bekommen, und sie bekommen sie. (Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Loacker.)
Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Loacker.
Auch das Gesundheitssystem machen wir sozusagen wieder auf (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Loacker), weil alle Menschen in Österreich ein Recht darauf haben, jene Behandlungen zu bekommen, die wir jetzt aufgrund der Coronakrise verschoben haben, die nicht superdringend waren. Alle Menschen haben jedoch ein Recht darauf, dass Sie sie jetzt bekommen, und sie bekommen sie. (Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Loacker.)
Abg. Belakowitsch: Sie haben Millionen Menschen ...!
Es war und ist eine gemeinsame Krisensituation. Es ist in dieser Zeit des Ausnahmezustandes viel passiert, und die Krise hat die Art, wie wir leben, radikal verändert. (Abg. Belakowitsch: Sie haben Millionen Menschen ...!) Menschen sind plötzlich viel zu Hause, sie sind isoliert, sie sind auch zurückgeworfen auf die Kleinstfamilie, oft auf sehr engem Raum, und für viele ist auch plötzlich das soziale Netz weg gewesen, das normalerweise hilft und unterstützt: die Lehrerin, die für ein Kind, das in einer Familie Schwierigkeiten hat, das offene Ohr hat; die Freundinnen und Freunde, mit denen man reden kann; aber potenziell auch die Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz, das soziale Netz aus der Nachbarschaft, die erweiterte Familie, Freundinnen und Freunde. Speziell Frauen mit Betreuungspflichten haben in dieser Zeit extrem viel geschultert, haben die letzten Reserven mobilisiert und haben sich dabei oft alleingelassen gefühlt und gefragt, wie lange das noch dauert. Sie haben in diesen letzten Wochen oft einen hohen Preis bezahlt.
Abg. Belakowitsch: Hat ja auch mehr Einwohner! – Abg. Gabriela Schwarz: Pro Kopf, Frau Kollegin! Pro Kopf!
Weil eben immer Schweden als Beispiel herangezogen wird: Wir haben schon gehört, Schweden hat dreimal mehr Tote als Österreich (Abg. Belakowitsch: Hat ja auch mehr Einwohner! – Abg. Gabriela Schwarz: Pro Kopf, Frau Kollegin! Pro Kopf!), obwohl Schweden mehr als 51 Prozent Singlehaushalte hat. – Tun wir bitte nicht so, als wäre Schweden top! Schweden verzeichnet laut IMF genauso ungefähr minus 7 Prozent beim Wirtschaftswachstum. Also bitte hören wir auf, Schweden als Topbeispiel heranzuziehen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Und das muss er genau jetzt machen!?
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Ich habe mittlerweile auch Telefonkontakt gehabt. Es ist so, dass der Herr Bundeskanzler in einer dringenden Telefonkonferenz mit dem kroatischen Premierminister ist. Es geht dabei um das Grenzregime und um die 24-Stunden-Pflegekräfte. (Abg. Belakowitsch: Und das muss er genau jetzt machen!?) Dieses Gespräch findet jetzt statt. Daher ist der Herr Bundeskanzler verhindert, weil er eben an dieser, würde ich sagen, sehr, sehr wichtigen Telefonkonferenz teilnimmt.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Zum Ersten: Sie könnten Abgeordnete gar nicht vom Abstimmungsprozedere fernhalten, daher ist es nicht notwendig, das separat zu erwähnen. Abgeordnete können den Saal betreten, wann und wie sie wollen, und das zu jeder Zeit! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das ist das Erste, was ich festhalten möchte.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Da ist es durchaus notwendig, sich bewusst zu machen, in welcher Situation wir gestanden sind und in welcher wir stehen, und deshalb ist es gerechtfertigt und auch notwendig, den Blick über den nationalen Grenzzaun hinweg zu richten und zu schauen, wie es den Ländern ergangen ist, die nicht oder halbherzig oder zu spät reagiert haben. In Großbritannien gibt es fünfmal so viele Todesopfer wie bei uns, in Frankreich sechsmal so viele, in Italien siebenmal so viele, in Spanien achtmal so viele, in Belgien neunmal so viele und im schon oft zitierten Schweden dreimal so viele wie bei uns, wobei Schweden langsam davonzieht und – das ist vielen nicht bewusst – mit seinen Gesundheitsdaten im Moment schlechter dasteht als die USA. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Diese Länder sind wirklich kein Vorbild.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Meine sehr geehrten Damen und Herren, lassen Sie mich aber angesichts der derzeitigen Situation noch auf einen Punkt zu sprechen kommen, der mir persönlich wirklich sehr am Herzen liegt: Ich höre derzeit immer wieder, die Schulen seien geschlossen, es fände kein Unterricht statt, es fände keine Bildung statt. – Nein, das stimmt nicht, meine Damen und Herren! Alle Schulen in Österreich sind geöffnet (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), es wird hochwertige Betreuung angeboten und es wird hervorragende Arbeit geleistet. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Außerdem findet seit 16.3., seit dem Shutdown, qualitativ wertvoller Unterricht statt. Ich bitte Sie, das auch so zu transportieren!
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, lassen Sie mich aber angesichts der derzeitigen Situation noch auf einen Punkt zu sprechen kommen, der mir persönlich wirklich sehr am Herzen liegt: Ich höre derzeit immer wieder, die Schulen seien geschlossen, es fände kein Unterricht statt, es fände keine Bildung statt. – Nein, das stimmt nicht, meine Damen und Herren! Alle Schulen in Österreich sind geöffnet (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), es wird hochwertige Betreuung angeboten und es wird hervorragende Arbeit geleistet. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Außerdem findet seit 16.3., seit dem Shutdown, qualitativ wertvoller Unterricht statt. Ich bitte Sie, das auch so zu transportieren!
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Der Bund, Sie, Herr Minister, haben bereits zugesagt und in Auftrag gegeben, dass 12 000 Endgeräte bestellt werden (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und in allen Bundesländern ist man jetzt bemüht, das auch auf Landesebene auszurollen. Ich weiß es ganz konkret aus Salzburg, wo Landesrätin Hutter auch bereits etliche digitale Endgeräte angeschafft hat.
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Ich muss gestehen, Frau Präsidentin, ich hätte mir da eigentlich von Ihrem Vorgänger, der dann in ein Ministeramt gekommen ist, in dem es um Deregulierung und um Reformen in diesem Land gegangen ist, mehr erwartet. Ich muss ihn aber entschuldigen, denn es ist halt so, dass es, wenn man bei der ÖVP so ein Amterl annimmt, dann nicht so leicht ist, da sitzt halt die Betonfraktion und tut sich mit Änderungen und Reformen sehr schwer. Das ist halt so in einer solchen eingemauerten Partie, Entschuldigung, Partei. (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.)
Sitzung Nr. 25
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Sollte der Beirat gegen eine finanzielle Maßnahme Bedenken haben, dann kann er, wenn es dort überhaupt eine einfache Mehrheit gibt, was bei drei Oppositionsparteien im Beirat wahrscheinlich nicht der Fall sein wird, lediglich ein suspensives Veto einlegen, und zwar kann er Entscheidungen um 48 Stunden verzögern. (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) Es macht daher ja überhaupt keinen Sinn, Klubobmann Wöginger, dass wir in den Beirat gehen. Erstens haben wir dort sowieso nie die Mehrheit, und selbst wenn wir die Mehrheit zusammenbekommen, dann werden wir vom Aufsichtsrat überstimmt. (Zwischenruf des Abg. Kopf.) Das heißt: Was soll das
Sitzung Nr. 27
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Wöginger: ... Förderungen! – Abg. Belakowitsch: Das habt ihr aber nicht gemacht, erst als es zu spät war! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
Abgeordneter Erwin Angerer (FPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Ministerinnen! Hohes Haus! Geschätzte Damen und Herren! (Der Redner stellt eine Tafel, auf der vor rot-weiß-rotem Hintergrund Coronaviren abgebildet sind und die Aufschrift „Allianz gegen Coronawahnsinn.at – Jetzt reicht’s!“ zu lesen ist, auf das Rednerpult.) Ich muss sagen, es gehört wirklich Mut zu dem, was die ÖVP heute macht. Sich nach wochenlangem schwarz-grünem Coronawahnsinn hierherzustellen und eine Aktuelle Stunde zum Thema „[...] Absicherung für den Standort, die Unternehmen und die Arbeitsplätze“ einzuberufen, dazu gehört wirklich Mut, Herr Wöginger. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Wöginger: ... Förderungen! – Abg. Belakowitsch: Das habt ihr aber nicht gemacht, erst als es zu spät war! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm
Diese Gesundheitskrise bringt aber wirtschaftliche Probleme, potenziell eine Wirtschaftskrise mit sich, und jetzt, nachdem wir die Menschen vor der Gefahr, durch das Virus ihr Leben zu verlieren, geschützt haben (Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm), oder sie sich selbst, ist es unsere Aufgabe, die Menschen vor Arbeitslosigkeit und Armut zu schützen. (Beifall bei Grünen und ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Wir haben Ende April!
Abgeordneter Alexander Melchior (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich habe vor zwei Tagen eine Zeitung in Händen gehalten, die war vom Jänner. Und wenn wir uns überlegen, welche Themen uns im Jänner beschäftigt haben, dann sehen wir, dass sich innerhalb weniger Wochen vieles verändert hat. (Abg. Belakowitsch: Wir haben Ende April!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Uns war allerdings auch wichtig, dass die Lasten fair verteilt sind (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), das heißt, dass die Richtlinien des Corona-Krisenfonds sicherstellen, dass es Hilfen für große Unternehmen nur dann gibt, wenn die MitarbeiterInnen nicht gekündigt werden, sondern maximal in Kurzarbeit geschickt werden, wenn Dividenden nicht ausgeschüttet werden und Managerboni beschränkt werden. (Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Baumgartner und Gabriela Schwarz. – Abg. Leichtfried: Das war jetzt wenig Applaus bei der ÖVP...!) – Danke; dafür vielleicht von Ihnen, Herr Leichtfried!
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Nutzen wir die Erfahrungen und Einsichten, die diese Krise mit sich gebracht hat, und setzen wir gemeinsam ambitionierte Maßnahmen in den Bereichen Verkehr, Gebäude, in der Luftfahrt, in der Pflege und auch im Tourismus! Wir haben gesehen, worauf wir verzichten können und worauf wir auf keinen Fall verzichten wollen. Wir wollen nicht um jeden Quadratmeter Beton kämpfen. Wir haben gesehen, dass es leere Straßen und Parkplätze gegeben hat und wie viel Platz die Autos einnehmen. Ich glaube, dass wir auf den gedrängten Gehsteigen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und bei den engen Eingängen zu den Bundesgärten festgestellt haben, wo wir den Platz dringend brauchen. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich möchte kurz auf das replizieren, was Kollege Muchitsch betreffend Definition der Risikogruppen gesagt hat: Ihre Arbeiterkammerpräsidentin hat gemeinsam mit Karlheinz Kopf und dem Präsidenten der Ärztekammer, Prof. Szekeres, diese Risikogruppendefinition gutgeheißen (Abg. Loacker: Nicht die Kammer ...!), die nichts anderes besagt als die Tatsache, dass Menschen, die dazugehören, zur Ärztin, zum Arzt ihres Vertrauens gehen können, sich ein Attest ausstellen lassen können und dann wirklich nachgesehen wird, ob man den Arbeitsplatz anpassen kann, ob sich Homeoffice empfiehlt oder ob es eine Freistellung gibt – dann werden die Unternehmen entschädigt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Unfassbar, bitte! Was glauben Sie eigentlich?! Was nehmen Sie sich da heraus?!
Worum geht es nach wie vor? – Es geht um Schutz und es geht um die Gesundheit. Ich möchte jetzt allen Verschwörungstheoretikern und Verharmlosern noch einmal ins Stammbuch schreiben: Dieses Virus ist und bleibt gefährlich! Es hat nichts mit Angst- und Panikmache zu tun (Abg. Belakowitsch: Unfassbar, bitte! Was glauben Sie eigentlich?! Was nehmen Sie sich da heraus?!), wenn man sich das Zahlenmaterial anschaut, das uns vorliegt: International gibt es mehr als 200 000 Tote, 20 000 in Großbritannien, und in Schweden, das oftmalig erwähnt wurde, gibt es drei Mal so viele Todesopfer pro Kopf wie bei uns. (Abg. Kickl: Zusammengerechnet wird am Schluss, Frau Kollegin! Am Schluss!)
Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: 700 000 Arbeitslose!
Was gibt es dazu zu sagen? – Unsere Maßnahmen, die die Bundesregierung getroffen hat, haben Wirkung gezeigt. (Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: 700 000 Arbeitslose!) Wer mir nicht glaubt – das kann ich ja verstehen, denn möglicherweise attestiert man mir, dass ich keine Fachfrau bin –, der möge sich bitte das Interview anhören, das Armin Wolf letzte Woche mit dem Virologen Christian Drosten geführt hat, der genauso wie Herwig Kollaritsch gestern vor zu frühen Öffnungen gewarnt hat. (Abg. Kickl: Was der schon alles gesagt hat! – Abg. Belakowitsch: ... kommt im Protokoll vor!)
Abg. Kickl: Was der schon alles gesagt hat! – Abg. Belakowitsch: ... kommt im Protokoll vor!
Was gibt es dazu zu sagen? – Unsere Maßnahmen, die die Bundesregierung getroffen hat, haben Wirkung gezeigt. (Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: 700 000 Arbeitslose!) Wer mir nicht glaubt – das kann ich ja verstehen, denn möglicherweise attestiert man mir, dass ich keine Fachfrau bin –, der möge sich bitte das Interview anhören, das Armin Wolf letzte Woche mit dem Virologen Christian Drosten geführt hat, der genauso wie Herwig Kollaritsch gestern vor zu frühen Öffnungen gewarnt hat. (Abg. Kickl: Was der schon alles gesagt hat! – Abg. Belakowitsch: ... kommt im Protokoll vor!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Wir gehen diesen Weg nach wie vor mit Bedacht, mit Mut und Zuversicht, aber wir halten trotzdem Abstand und wir halten zusammen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) Das ist mein Wunsch. – Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch – auf dem Weg zurück zum Rednerpult, um ihre zurückgelassene Tafel zu holen –: Das ist wichtig! – Abg. Koza: Habe den Aluhut leider vergessen! – Abg. Belakowitsch – auf dem Weg zu ihrem Sitzplatz –: Ich borge es Ihnen gerne, wenn Sie es vergessen haben!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Koza. – Bitte. (Abg. Belakowitsch – auf dem Weg zurück zum Rednerpult, um ihre zurückgelassene Tafel zu holen –: Das ist wichtig! – Abg. Koza: Habe den Aluhut leider vergessen! – Abg. Belakowitsch – auf dem Weg zu ihrem Sitzplatz –: Ich borge es Ihnen gerne, wenn Sie es vergessen haben!)
Abg. Belakowitsch – erheitert –: Oder auch nicht!
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Wenn es um Risikopatienten geht und wenn wir der Meinung sind, dass das Risiko hoch ist, dann muss es schnell gehen. Aber jetzt kommt einmal dieser Brief, aber er kommt nicht gleich. Jetzt beschließen wir einmal ein Gesetz, und dann schreibt der Dachverband der Sozialversicherungsträger einen Brief. (Zwischenruf des Abg. Wurm.) Aber nicht jeder, der einen Brief bekommt, ist auch ein Risikopatient, und nicht jeder, der keinen Brief bekommt, ist kein Risikopatient. Wenn Sie so einen Brief bekommen, dann können Sie damit zum Arzt gehen – oder auch nicht. Und wenn Sie keinen Brief bekommen, dann können Sie auch zum Arzt gehen (Abg. Belakowitsch – erheitert –: Oder auch nicht!) – oder auch nicht.
Abg. Belakowitsch: ... Feinstaubbelastung!
Abgeordnete Mag. Romana Deckenbacher (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher vor den Bildschirmen! Einige von uns werden zugeben, dass sie vor nicht allzu langer Zeit Touristen aus fernöstlichen Ländern, die eine Mund-Nasen-Maske trugen, als ängstlich belächelten, und dachten möglicherweise nicht daran, dass die Personen nicht aus Angst vor einer Ansteckung durch uns die Maske trugen, nein, sie trugen die Maske aufgrund einer eigenen Erkrankung, aus Respekt vor allen Menschen, die in Österreich leben. Sie schützten uns mit ihrem Verhalten. (Abg. Belakowitsch: ... Feinstaubbelastung!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Im internationalen Vergleich wurden wir Gott sei Dank vor Schlimmerem bewahrt. Mit den Covid-19-Gesetzen und allen damit im Zusammenhang stehenden Verordnungen wird unter anderem auch eine wichtige Regelung betreffend Risikogruppen vorgenommen. In vielen Familien gibt es Menschen, die zur Risikogruppe gehören, und die gilt es, bestmöglich zu unterstützen. Um das zu ermöglichen, werden wir heute einen diesbezüglichen Beschluss fassen. Daher möchte ich auch an dieser Stelle die herausragenden Beitragsleistungen vor allem der Familien, der alleinerziehenden Mütter und Väter, der Kinder, Schülerinnen und Schüler aller Schulstufen und aller am Schulleben Beteiligten hervorheben. – Danke für die großartige Unterstützung, die Bereitschaft zur Mitwirkung und für den vorbildhaften Einsatz. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: ... welche Risikogruppen?
Ich habe größtes Vertrauen, dass unsere Bundesregierung unter steter Abwägung aller Vor- und Nachteile auch weiterhin die richtigen Maßnahmen setzen und hinsichtlich aller Risikogruppen für die wichtigen, gesetzlichen Regelungen sorgen wird. (Abg. Belakowitsch: ... welche Risikogruppen?) Wir haben gezeigt: Wir halten zusammen, wenn es darauf ankommt (Abg. Loacker: Um welche Risikogruppen geht es in Ihrer Rede?), wir ziehen an einem Strang. Wir sind das Team Österreich! – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Das ist dumm, hat der Kanzler gesagt!
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollege Stöger hat mich jetzt dazu veranlasst, mich noch zu Wort zu melden, denn wenn er hier rauskommt und sagt, dass Corona mit der Grippe verglichen werden kann – dann sage ich dir, lieber Kollege Stöger (Abg. Belakowitsch: Das ist dumm, hat der Kanzler gesagt!): Das ist eines ehemaligen Gesundheitsministers wirklich nicht würdig! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Glaubst du?
Vielleicht könnt ihr das einmal in eurer Klubsitzung mit eurer Parteivorsitzenden besprechen, weil die das Gott sei Dank anders sieht (Abg. Belakowitsch: Glaubst du?), wenn man den öffentlichen Meldungen folgt. Alle - - (Abg. Belakowitsch: Aber sie hat noch nie die Grippe verharmlost!) – Nein, das, was Sie in der FPÖ aufführen, das sucht seinesgleichen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.) Am 13. März setzt du dich mit Kickl hin und sagst: Lockdown, alles nieder! Warum tut die Regierung nicht alles?, und jetzt geht ihr her und sagt, wir haben alles kaputt gemacht und der
Abg. Belakowitsch: Aber sie hat noch nie die Grippe verharmlost!
Vielleicht könnt ihr das einmal in eurer Klubsitzung mit eurer Parteivorsitzenden besprechen, weil die das Gott sei Dank anders sieht (Abg. Belakowitsch: Glaubst du?), wenn man den öffentlichen Meldungen folgt. Alle - - (Abg. Belakowitsch: Aber sie hat noch nie die Grippe verharmlost!) – Nein, das, was Sie in der FPÖ aufführen, das sucht seinesgleichen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.) Am 13. März setzt du dich mit Kickl hin und sagst: Lockdown, alles nieder! Warum tut die Regierung nicht alles?, und jetzt geht ihr her und sagt, wir haben alles kaputt gemacht und der
Abg. Belakowitsch: Können Sie zur Wahrheit kommen?
Noch einmal zurück aber zu Corona und Grippe (Abg. Belakowitsch: Können Sie zur Wahrheit kommen?): Ich bin wirklich erschüttert darüber, dass das hier von einem Abgeordneten und einem ehemaligen Gesundheitsminister gesagt wird. (Abg. Amesbauer: Ich sage das auch!) Alle anerkannten Experten (Abg. Belakowitsch: Von wem denn anerkannt?!) sind sich einig, dass das zehnmal tödlicher ist als die Schweinegrippe. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Das ist die FPÖ, schaut sie euch an! Schreien, aufregen – das ist die FPÖ! (Beifall bei ÖVP und Grünen.) Sonst könnt ihr nix! Es ist leider so. Es gibt kein Medikament und es gibt keine Impfung, und deshalb, meine Damen und Herren, kann man das nicht mit der Grippe vergleichen.
Abg. Belakowitsch: Von wem denn anerkannt?!
Noch einmal zurück aber zu Corona und Grippe (Abg. Belakowitsch: Können Sie zur Wahrheit kommen?): Ich bin wirklich erschüttert darüber, dass das hier von einem Abgeordneten und einem ehemaligen Gesundheitsminister gesagt wird. (Abg. Amesbauer: Ich sage das auch!) Alle anerkannten Experten (Abg. Belakowitsch: Von wem denn anerkannt?!) sind sich einig, dass das zehnmal tödlicher ist als die Schweinegrippe. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Das ist die FPÖ, schaut sie euch an! Schreien, aufregen – das ist die FPÖ! (Beifall bei ÖVP und Grünen.) Sonst könnt ihr nix! Es ist leider so. Es gibt kein Medikament und es gibt keine Impfung, und deshalb, meine Damen und Herren, kann man das nicht mit der Grippe vergleichen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Die alte Normalität im Bereich des Pflegewesens ist auch in Richtung FPÖ oder insgesamt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), dass viele Anträge der Freiheitlichen vor einigen Wochen noch ganz anders, als sie jetzt hier propagiert werden, geklungen haben. Ich erinnere nochmals eindrücklich daran – das lässt sich im Protokoll nachlesen –, dass sich ein gewisser Herr Klubobmann Kickl am 20. März hier ans Podium gestellt und die Regierung dafür gegeißelt hat, dass nicht ein sofortiger gesamter Lockdown – und nicht nur die Grenzschließungen (Abg. Schnedlitz: Bei den Grenzen und beim Flughafen und nicht nur bei der Bevölkerung!) – durchgeführt wurde. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Da gäbe es noch mehrere andere Anträge, gerade auch betreffend Pflege, betreffend 24-Stunden-Betreuung. Wenn ich Kollegin Belakowitsch hier sehe: Wir haben in der vergangenen Periode – ich habe das schon mehrmals erwähnt – gut zusammengearbeitet. Wir beide waren in der Diskussion für den Bereich Pflege verantwortlich (Zwischenruf des Abg. Wurm), und ich wundere mich immer, wie Sie jetzt, einige Monate später – jetzt freilich in der Opposition (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) –, die Dinge immer komplett verdrehen und ins Gegenteil verkehren.
Abg. Amesbauer: Weil es verpflichtend ist! – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.
Nehmen wir uns ein Beispiel an der Bevölkerung, die diese Krise in jeder Hinsicht hervorragend bewältigt und meistert. Wir Politikerinnen und Politiker sollten in jeder Hinsicht mit gutem Beispiel vorangehen, und es wäre ein positives Signal, wenn auch die Abgeordneten der Freiheitlichen Partei Mund-Nasen-Schutz tragen würden. Das ist etwas, das auch von der Bevölkerung sehr gut angenommen wird. (Abg. Amesbauer: Weil es verpflichtend ist! – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.) Es geht darum, dass Sie andere schützen (Die Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch: Nein!), indem auch Sie eine Maske tragen.
Die Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch: Nein!
Nehmen wir uns ein Beispiel an der Bevölkerung, die diese Krise in jeder Hinsicht hervorragend bewältigt und meistert. Wir Politikerinnen und Politiker sollten in jeder Hinsicht mit gutem Beispiel vorangehen, und es wäre ein positives Signal, wenn auch die Abgeordneten der Freiheitlichen Partei Mund-Nasen-Schutz tragen würden. Das ist etwas, das auch von der Bevölkerung sehr gut angenommen wird. (Abg. Amesbauer: Weil es verpflichtend ist! – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.) Es geht darum, dass Sie andere schützen (Die Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch: Nein!), indem auch Sie eine Maske tragen.
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Völlig falsch! – Abg. Amesbauer: Sicher nicht! – Ruf bei der FPÖ: Unfassbar! – Abg. Amesbauer: Heuchelei, mehr nicht!
In diesem Sinne: Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und helfen Sie mit, damit wir möglichst gut aus dieser Krise kommen! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Völlig falsch! – Abg. Amesbauer: Sicher nicht! – Ruf bei der FPÖ: Unfassbar! – Abg. Amesbauer: Heuchelei, mehr nicht!)
Abg. Belakowitsch: Ja, welche Organisationen? Welche Organisationen?
Ich möchte jetzt noch ganz kurz auf meine Vorrednerin Belakowitsch-Jenewein eingehen: Mit Ihrer Präsentation, was Sie heute hier machen, was Sie sich hier leisten, könnte man von der Aluhutfraktion reden. Wir reden über eine Aufstockung eines Fonds für ehrenamtliches Engagement. (Abg. Belakowitsch: Ja, welche Organisationen? Welche Organisationen?) – Da können Sie schon reinschreien, Frau Jenewein! Sie sagen, ja, das Rote Kreuz bekommt das ganze Geld und wie schlimm das nicht ist! – Das stimmt einfach nicht. (Abg. Belakowitsch: Das hab ich nicht gesagt! – Weitere Zwischenrufe der Abg. Belakowitsch. – Zwischenruf des Abg. Wurm.) Das stimmt ja nicht! (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Das hab ich nicht gesagt! – Weitere Zwischenrufe der Abg. Belakowitsch. – Zwischenruf des Abg. Wurm.
Ich möchte jetzt noch ganz kurz auf meine Vorrednerin Belakowitsch-Jenewein eingehen: Mit Ihrer Präsentation, was Sie heute hier machen, was Sie sich hier leisten, könnte man von der Aluhutfraktion reden. Wir reden über eine Aufstockung eines Fonds für ehrenamtliches Engagement. (Abg. Belakowitsch: Ja, welche Organisationen? Welche Organisationen?) – Da können Sie schon reinschreien, Frau Jenewein! Sie sagen, ja, das Rote Kreuz bekommt das ganze Geld und wie schlimm das nicht ist! – Das stimmt einfach nicht. (Abg. Belakowitsch: Das hab ich nicht gesagt! – Weitere Zwischenrufe der Abg. Belakowitsch. – Zwischenruf des Abg. Wurm.) Das stimmt ja nicht! (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Ja, wer kriegt was?
Ich sage Ihnen zuerst einmal eines: Das Rote Kreuz ist die einzige Rettungsorganisation Österreichs, die fast bundesweit den Rettungsdienst stellt, die auch bundesweit den Katastrophendienst zur Verfügung stellt, die neben der Freiwilligen Feuerwehr genau diese Serviceleistung sicherstellt, die ein engmaschiges Netzwerk an Ehrenamtlichen zur Verfügung stellt. Das ist großartig! Das sind Menschen, die sich sozial engagieren, ja, die freiwillig auf ihre Freizeit verzichten und zu einer Organisation gehen. (Abg. Belakowitsch: Ja, wer kriegt was?) Die hauen Sie jetzt – und da nehme ich auch die SPÖ ein bisschen mit in den Topf –, die hauen Sie in einen Topf mit jenen mit dubiosen Vorgängen. – Das haben sich die Ehrenamtlichen, die sich freiwillig engagieren, nicht verdient, meine sehr geehrten Damen und Herren. Nein, das haben sie nicht. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Welche Organisationen?
Ich bin froh darüber, dass wir das Rote Kreuz haben, das bei dieser App – die unbedenklich ist, die immer wieder als unbedenklich genannt wird – mithilft und diese unterstützt. Das ist großartig und wichtig. Ganz ehrlich: Schämen Sie sich auch, wenn Sie dieses Gesetz schlechtreden! Dabei geht es um Mittelaufstockung zugunsten von Freiwilligenorganisationen, von Trägern von Freiwilligendiensten (Abg. Keck: Wer?), die für deren finanzielle Unterstützung sorgen. Lesen Sie das Gesetz! (Abg. Keck: Wer ist denn ...?) Da geht es um den Auslandszivildienst für Trägerorganisationen, die freiwilliges Engagement ermöglichen – das Freiwillige Sozialjahr ist da ein Thema, das Freiwillige Umweltschutzjahr –, das sind viele Organisationen, das sind die Trägerorganisationen. (Abg. Belakowitsch: Welche Organisationen?) – Das steht alles in dem Gesetz drinnen, wenn Sie es durchlesen würden. Das ist auch gut und wichtig. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Da steht nichts drin!)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Da steht nichts drin!
Ich bin froh darüber, dass wir das Rote Kreuz haben, das bei dieser App – die unbedenklich ist, die immer wieder als unbedenklich genannt wird – mithilft und diese unterstützt. Das ist großartig und wichtig. Ganz ehrlich: Schämen Sie sich auch, wenn Sie dieses Gesetz schlechtreden! Dabei geht es um Mittelaufstockung zugunsten von Freiwilligenorganisationen, von Trägern von Freiwilligendiensten (Abg. Keck: Wer?), die für deren finanzielle Unterstützung sorgen. Lesen Sie das Gesetz! (Abg. Keck: Wer ist denn ...?) Da geht es um den Auslandszivildienst für Trägerorganisationen, die freiwilliges Engagement ermöglichen – das Freiwillige Sozialjahr ist da ein Thema, das Freiwillige Umweltschutzjahr –, das sind viele Organisationen, das sind die Trägerorganisationen. (Abg. Belakowitsch: Welche Organisationen?) – Das steht alles in dem Gesetz drinnen, wenn Sie es durchlesen würden. Das ist auch gut und wichtig. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Da steht nichts drin!)
Abg. Belakowitsch: Was der schon alles gesagt hat!
Ich komme zum Abschluss: Ich schließe mit Sebastian Kurz, der gestern gesagt hat: Gehen wir mit Mut und Zuversicht in die Zukunft! (Abg. Belakowitsch: Was der schon alles gesagt hat!) Wenn die Österreicherinnen und Österreicher mit uns diesen Weg weitergehen, diesen Weg der Sicherheit, auf dem es um die Rettung von Menschenle-
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Abschließend, meine Damen und Herren: Wenn wir etwas vereinbaren – und darauf lege ich großen Wert –, dann halten wir auch Wort! Wir haben am 3. April diesen Entschließungsantrag gemeinsam eingebracht und beschlossen, und mit der heutigen Beschlussfassung dieses Abänderungsantrages, den ich gerade eingebracht habe, erfüllen wir diesen Entschließungsantrag gemeinsam im Sinne der betroffenen Menschen in diesem Lande. Wenn die ÖVP etwas zusagt, dann hält sie es auch ein! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Loacker: Nicht so viele Zahlen auf einmal! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Jetzt heißt es noch, gemeinsam durchzuhalten, die Beschränkungen stufenweise zu lockern, zugleich aber auch die Disziplin – mit den empfohlenen Maßnahmen –einzuhalten! Dementsprechend kämpfen wir auch um jeden Arbeitsplatz und arbeiten hier auf Hochtouren, damit die Menschen, die jetzt vor allem durch die Krise arbeitslos geworden sind, so schnell wie möglich wieder vermittelt werden können. (Abg. Loacker: Nicht so viele Zahlen auf einmal! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir sind als Bundesregierung im Schulterschluss unterwegs, um alles zu machen, was möglich ist, damit wir die Wirtschaft, aber auch die Gesellschaft wieder hochfahren können. – Ich danke Ihnen fürs Durchhalten, gemeinsam packen wir das! Alles Gute! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.
Abgeordneter Mag. Michael Hammer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Es ist einiges notwendig, da sich die freiheitlichen Vorredner, vor allem Kollege Schnedlitz, hier von dem, was sie vor einigen Wochen selbst gefordert haben, wieder distanziert haben. Es ist ja, glaube ich, gut, dass ihr heute diese Sticker mit der Aufschrift „Coronawahnsinn“ tragt, damit jeder auch zum Ausdruck bringt, welchen Wahnsinn ihr in dieser Phase der Coronaaufarbeitung aufführt! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Abgeordneter Mag. Michael Hammer (fortsetzend): Ich darf, da den Medien ja oft misstraut wird, für die vier Kollegen der Freiheitlichen Partei, die gerade herinnen sind – es ist ja, wenn es um sachliche Debatten und um soziale Maßnahmen für unsere Familien geht, anscheinend nicht so üblich, dass man an der Debatte teilnimmt und sich hier einbringt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) –, einfach aus der OTS des Freiheitlichen Parlamentsklubs vom 13. März zitieren: „Coronavirus: Kickl für ‚Lockdown‘ Österreichs“. „Daher“ – um eine Ausbreitung zu verhindern – „sei es notwendig, alles zu unternehmen, um einen Kollaps zu verhindern und die exponentielle Steigerung der Neuinfektionen zu durchbrechen. Daher schlage die FPÖ einen ‚Lockdown‘ vor. Dies wären harte Maßnahmen“.
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.
Wie gesagt, wir haben diese Maßnahmen gesetzt. Wir werden das Comeback für Österreich jetzt schrittweise starten und Österreich wieder hochfahren. Wir werden erfolgreich aus dieser Krise herauskommen, und das Wesentlichste ist, dass wir in dieser Krisenphase niemanden zurücklassen, schon gar nicht die Familien und sozial Schwächere. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.) Wir setzen daher immer wieder Schritte, wir wollen nicht das Prinzip Gießkanne anwenden (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek), sondern dort, wo Bedarf entsteht, gezielt, zielgerichtet entsprechend nachbessern.
Abg. Wurm: Sie sagen es! ... ist ein schlechter Ratgeber! Aufpassen! Das ist eine alte Bauernregel! ... – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Abgeordnete Bettina Zopf (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Ministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseher der heutigen Nationalratssitzung! Vorab, wie schon ganz oft erwähnt heute, möchte ich mich noch einmal recht, recht herzlich bei der Bundesregierung bedanken. Die Maßnahmen zeigen Wirkung, und das kommt nicht von selbst. (Heiterkeit des Abg. Wurm.) Nach dem Motto: Übermut tut selten gut (Abg. Wurm: Sie sagen es! ... ist ein schlechter Ratgeber! Aufpassen! Das ist eine alte Bauernregel! ... – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), hoffe ich, dass wir aufgrund der guten Zahlen nicht übermütig werden und weiterhin aufeinander aufpassen – auch auf Sie werden wir aufpassen, ganz selbstverständlich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Matznetter: Sie kritisieren den Bundeskanzler, Frau Zopf, mit dem Übermut? Das ist ja ...!)
Abg. Matznetter: Wieso darf die arbeiten? – Abg. Wurm: Mit Maske hoffentlich, oder?! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Staatssekretärin im Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport Mag. Ulrike Lunacek: Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Zuerst einmal: Ich freue mich, hier zu sein, gerade auch mit einer guten Nachricht, was die soziale Lage von Künstlerinnen und Künstlern, aber auch von anderen, die Mittel aus dem Härtefallfonds beantragen können, betrifft. Lassen Sie mich aber zuerst sagen – manche sehen es ja –: Ich hatte einen Fahrradunfall, aber ich habe eine super Visagistin, die mir hilft, dass die Verletzungen im Gesicht nicht ganz so sichtbar sind. (Abg. Matznetter: Wieso darf die arbeiten? – Abg. Wurm: Mit Maske hoffentlich, oder?! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Insofern wollte ich heute auch herkommen und mit Ihnen hier diskutieren. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.) – Danke.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Zum Ersten möchte ich einmal festhalten, dass wir selbstverständlich genaue und aussagekräftige Arbeitsmarktdaten benötigen. Das ist unumstritten, genaue Zahlen erleichtern auch Analysen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Nein! Nein!
Zum Zweiten möchte ich aber auch festhalten, dass es diese Daten bereits gibt. (Abg. Belakowitsch: Nein! Nein!) Sie können sie auf der Homepage des AMS, des Sozialministeriums und bei der Statistik Austria einsehen. (Zwischenruf des Abg. Wurm.) Man findet dort detaillierte Aussagen nach Berufen, Branchen, Arbeitsgruppen, Geschlecht und dem Aufenthaltsstatus. (Abg. Belakowitsch: Stimmt nicht!) Diese Daten werden monatlich veröffentlicht. (Zwischenrufe bei den NEOS sowie des Abg. Wurm.)
Abg. Belakowitsch: Stimmt nicht!
Zum Zweiten möchte ich aber auch festhalten, dass es diese Daten bereits gibt. (Abg. Belakowitsch: Nein! Nein!) Sie können sie auf der Homepage des AMS, des Sozialministeriums und bei der Statistik Austria einsehen. (Zwischenruf des Abg. Wurm.) Man findet dort detaillierte Aussagen nach Berufen, Branchen, Arbeitsgruppen, Geschlecht und dem Aufenthaltsstatus. (Abg. Belakowitsch: Stimmt nicht!) Diese Daten werden monatlich veröffentlicht. (Zwischenrufe bei den NEOS sowie des Abg. Wurm.)
Abg. Belakowitsch: Was ist befristet?
Wir haben auch die Änderung im Epidemiegesetz, die ja sehr stark kritisiert worden ist, bei der es um befristete Rahmenbedingungen (Abg. Belakowitsch: Was ist befristet?) – mein Kollege hat es schon angeführt – bezüglich eines Coronascreeningprogrammes geht.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ein weiterer Punkt: Während der Pandemie können auch Veranstaltungen mit besonderen Auflagen abgehalten werden. Ohne diese Abänderung gäbe es nur eine Untersagung der Veranstaltung. So kann man eben Veranstaltungen mit gewissen Auflagen ermöglichen, zum Beispiel die Abhaltung von Kundgebungen nur mit einer Abstandsregelung und einer Maskenpflicht, oder auch mögliche Begrenzungen auf Personengruppen beispielsweise bei Sportveranstaltungen, bei denen zum Beispiel nur Spieler zugelassen sind, keine Zuschauer. Auf diese Weise – und das ist auch im Abänderungsantrag genau geregelt – geht es nicht darum, dass man eine App oder etwas anderes verpflichtend hat oder Risikogruppen ausschließt – das steht genau drinnen –, sondern nur darum, dass man eben Versammlungen überhaupt ermöglicht. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Wie viel Prozent!
Das, was Sie jetzt vorhaben, meine Damen und Herren, wäre aber so, wie wenn jemandem, der mir beim Auto hinten drauffährt, der klar schuld ist und mir den vollen Vermögensschaden zahlen muss – und so steht es im Epidemiegesetz: den vollen Vermögensschaden –, erlaubt wird, festzulegen (Abg. Belakowitsch: Wie viel Prozent!), welche Höhe mein Vermögensschaden hat. Stoßstange? Wozu brauchen Sie die, Herr Doktor? Das ist ja nur eine Schönheitssache, die auch überbewertet ist! – Er setzt fest, wie hoch der Schaden sein darf.
Abg. Belakowitsch: Das war seine erste Rede!
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Kollege Saxinger hat Glück, dass die Sitzungsführung der Frau Präsidentin so großzügig ist, sonst hätte sie ihn schon viel früher unterbrechen und bitten müssen, zur Sache zu sprechen. (Abg. Belakowitsch: Das war seine erste Rede!) Er hat da 4 Minuten schwadroniert, ohne auf den gegenständlichen Antrag einzugehen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Oh, sind wir ein bissi empfindlich bei der ÖVP? (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich habe die großzügige Sitzungsführung der Frau Präsidentin gelobt, das könnten Sie auch anerkennen.
Abg. Belakowitsch: Mit Ischgl!
Der Bundeskanzler hat gesagt, wenn es um die Öffnung unseres Landes geht, dann möchte er nur eine Coronaallianz mit – wörtlich – smarten Ländern. (Abg. Belakowitsch: Mit Ischgl!) – Ja, da kann ich nur allen europäischen Ländern davon abraten,
Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer, Belakowitsch, Loacker und Scherak
Es gibt jedenfalls viele Gründe, warum Fakenews gefährlich sind: Fakenews können die persönliche Meinung beeinflussen, Ängste verstärken (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer, Belakowitsch, Loacker und Scherak) oder dazu beitragen, dass Vorurteile gegenüber bestimmten Menschengruppen entstehen. Sie können Hass schüren und zu Hetzkampagnen führen. Sie gefährden die Demokratie und sie können gerade im Vorfeld von Wahlen dazu beitragen, politische Gegner und Gegnerinnen zu schädigen, beispielsweise über die Verbreitung von Unwahrheiten.
Abg. Belakowitsch: Ist das Staatsgeld?
Es ist wichtig, dass der Staat jetzt wirklich Milliarden in dieses Wirtschaftsgeschehen hineinpumpt, damit es laufen kann, aber man darf vom Staate nicht zu viel erwarten. Das Geld ist ja verbürgte Freiheit für den Einzelnen, damit dieser Einzelne in Eigenverantwortung wirtschaftlich agieren kann. (Abg. Belakowitsch: Ist das Staatsgeld?) Darauf kommt es an.
Sitzung Nr. 30
Die Abgeordneten Belakowitsch und Leichtfried: Grundsätzlich!
Jabloner, immerhin der ehemalige Justizminister, zeigt sich „grundsätzlich zustimmend und einverstanden“. (Die Abgeordneten Belakowitsch und Leichtfried: Grundsätzlich!) Kopetzki, Leiter der Abteilung für Medizinrecht an der Uni Wien: „Gegen die beschlossene Fassung des § 15 Epidemiegesetz“ – und darum handelt es sich – „habe ich keine Einwände, weder aus rechtspolitischer noch aus verfassungsrechtlicher Sicht.“
Abg. Belakowitsch: Es ist der 13. Mai!
Am Anfang – und ich möchte das noch einmal betonen – war es so: Kickl hat am 13. März den Lockdown gefordert (Abg. Belakowitsch: Es ist der 13. Mai!), Rendi-Wagner hat Ende März von diesem Pult aus gesagt, Mitte April könnte es sein, dass wir die 30 000er-Marke an Infizierten überschreiten, und dann wären die Kapazitätsgrenzen sozusagen erreicht, was die Spitäler und auch die Intensivbetten anbelangt. Alle Fraktionen waren sich einig, dass diese Maßnahmen notwendig sind – alle Fraktionen. Jetzt sagt man anderes – weil wir sehr gut durch diese schwierige Situation gekommen sind. Der Dank gilt den Österreicherinnen und Österreichern, dass sie mitgemacht haben, dass sie diese Maßnahmen eingehalten haben (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen), und nur deshalb haben wir diese Gott sei Dank geringe Zahl an Todesopfern.
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Stefan und Wurm.
Ich höre nicht auf, das zu sagen: Schaut rundum, schaut in unsere Nachbarländer, welche Zahlen wir dort haben! (Abg. Amesbauer: Das ist so unseriös!) – Das ist überhaupt nicht unseriös, das ist eine Tatsache. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Stefan und Wurm.) Es ist extrem schwierig, dieses Virus einzudämmen und einzufangen. In Österreich hat es dank der Bevölkerung funktioniert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.) Jetzt gehen wir her, meine Damen und Herren, und öffnen schrittweise, in 14-Tages-Schritten, damit wir auch die Entwicklungen bei den Infiziertenzahlen ganz genau beobachten können.
Abg. Belakowitsch: Wem denn?
Wir machen auf – jetzt am Wochenende die Wirte –, wir unterstützen mit Paketen in alle Richtungen, wir helfen jenen, die arbeitslos sind (Abg. Belakowitsch: Wem denn?), wir unterstützen die Unternehmerinnen und die Unternehmer. Wir öffnen dieses Land schrittweise wieder, weil es die Zahlen hergeben – und das ist das, was wir immer gesagt haben: weil es die Zahlen hergeben.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Immer wieder einmal ein solcher spontaner Sinneswandel, das ist in der Regierung nicht möglich und nicht dienlich, vor allem nicht dienlich zur guten Bewältigung dieser Krise, und deswegen werden wir diesen Weg entschieden weitergehen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie können entscheiden, ob Sie uns dabei mit sinnvoller Kritik unterstützen oder ob Sie nicht argumentierbare Punkte bringen und Ihre Meinung im Hinblick darauf ändern, was Sie vor drei Wochen noch selber gesagt haben. – Vielen Dank. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Warum ist das so?! Erklären Sie das!
Ich bin schon ein bisschen verblüfft, dass viele hier am Rednerpult stehen und so tun, als gäbe es Corona nicht mehr. Das ist weit gefehlt. Es gibt nach wie vor keine Impfung, es gibt kein wirksames Medikament, es gibt nach wie vor weltweit Tausende Tote. Nur weil Österreich besser als sehr, sehr viele andere Länder aus der Krise hervorgegangen ist (Zwischenruf des Abg. Loacker), heißt das ja nicht, dass Corona nicht mehr existiert. Wir reden von einem Virus, das fünf- bis fünfzehnmal öfter mit dem Tod endet als eine normale Grippe, nur um diesen Vergleich wieder zu strapazieren. Wir reden davon, dass in unserem Nachbarland Italien 30 911 Tote zu beklagen sind (Abg. Belakowitsch: Warum ist das so?! Erklären Sie das!) – das ist nicht irgendwo, das ist direkt in unserer Nachbarschaft –, um nur ein Land zu nennen. Da wundert es mich schon, dass man sagt: Na ja.
Abg. Belakowitsch: Nein, das bleibt ...!
Es verwundert mich auch, Frau Kollegin Rendi-Wagner, dass Sie als Ärztin zwar das Gesundheitssystem erwähnen, aber nicht das erwähnen, was wirklich wichtig für unsere Gesundheit ist, nämlich dass wir uns nach wie vor an Grundregeln halten: Mund-Nasen-Schutz, Abstand halten, Händedesinfektion, Hände waschen. Das bleibt uns. Das bleibt uns so lange, bis es eine Impfung gibt und bis es ein wirksames Medikament gibt. (Abg. Belakowitsch: Nein, das bleibt ...!) Das muss uns allen klar sein. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es verwundert mich auch, Frau Kollegin Rendi-Wagner, dass Sie als Ärztin zwar das Gesundheitssystem erwähnen, aber nicht das erwähnen, was wirklich wichtig für unsere Gesundheit ist, nämlich dass wir uns nach wie vor an Grundregeln halten: Mund-Nasen-Schutz, Abstand halten, Händedesinfektion, Hände waschen. Das bleibt uns. Das bleibt uns so lange, bis es eine Impfung gibt und bis es ein wirksames Medikament gibt. (Abg. Belakowitsch: Nein, das bleibt ...!) Das muss uns allen klar sein. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wenn angezweifelt wird – und da unterschreibe ich auch das, was der Herr Gesundheitsminister gesagt hat –, dass es eine zweite Welle geben könnte – ich glaube, Kollege Kickl, der gerade nicht da ist, hat das angedeutet –: Ich glaube, man sollte Menschen Glauben schenken, die es wissen, die Experten auf diesem Gebiet sind (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), nämlich zum Beispiel Prof. Müller, dem Rektor der Med-Uni Wien – ich glaube, seine Expertise steht außer Zweifel (Abg. Belakowitsch: Es gibt auch andere, die es wissen ...!) –, der in einem Interview am Sonntag gesagt hat, die zweite Welle werde sicher kommen (Zwischenruf des Abg. Loacker), es sei nur die Frage, in welchem Ausmaß sie kommt und wie wir ihr begegnen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Es gibt auch andere, die es wissen ...!
Wenn angezweifelt wird – und da unterschreibe ich auch das, was der Herr Gesundheitsminister gesagt hat –, dass es eine zweite Welle geben könnte – ich glaube, Kollege Kickl, der gerade nicht da ist, hat das angedeutet –: Ich glaube, man sollte Menschen Glauben schenken, die es wissen, die Experten auf diesem Gebiet sind (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), nämlich zum Beispiel Prof. Müller, dem Rektor der Med-Uni Wien – ich glaube, seine Expertise steht außer Zweifel (Abg. Belakowitsch: Es gibt auch andere, die es wissen ...!) –, der in einem Interview am Sonntag gesagt hat, die zweite Welle werde sicher kommen (Zwischenruf des Abg. Loacker), es sei nur die Frage, in welchem Ausmaß sie kommt und wie wir ihr begegnen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wenn angezweifelt wird – und da unterschreibe ich auch das, was der Herr Gesundheitsminister gesagt hat –, dass es eine zweite Welle geben könnte – ich glaube, Kollege Kickl, der gerade nicht da ist, hat das angedeutet –: Ich glaube, man sollte Menschen Glauben schenken, die es wissen, die Experten auf diesem Gebiet sind (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), nämlich zum Beispiel Prof. Müller, dem Rektor der Med-Uni Wien – ich glaube, seine Expertise steht außer Zweifel (Abg. Belakowitsch: Es gibt auch andere, die es wissen ...!) –, der in einem Interview am Sonntag gesagt hat, die zweite Welle werde sicher kommen (Zwischenruf des Abg. Loacker), es sei nur die Frage, in welchem Ausmaß sie kommt und wie wir ihr begegnen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Das ist ein Blödsinn!
Wenn wir die Abstandsregeln weiter einhalten, wenn wir die Hygieneregeln weiter einhalten, dann wird es hoffentlich nicht so schlimm werden. (Abg. Belakowitsch: Das ist ein Blödsinn!)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Singapur und Südkorea kämpfen bereits mit der zweiten Welle. Sagen Sie mir einen Grund, warum wir eine Insel der Seligen und nicht betroffen sein sollten! Wir müssen gewappnet sein, wir müssen gerüstet sein. Alle Maßnahmen, die die Bundesregierung getroffen hat, wurden in wirklich beispielloser, unglaublich toller Art und Weise von der österreichischen Bevölkerung mitgetragen. Ich glaube, wir können den Menschen in Österreich nicht oft genug dafür danken, dass sie ermöglicht haben, dass diese Schritte der Lockerungen jetzt möglich sind. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ab kommendem Montag wird in unseren Schulen wieder wesentlich mehr Betrieb sein. Das ist eine große Herausforderung für die Pädagoginnen und Pädagogen (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), für die Eltern und natürlich auch für die Schülerinnen und Schüler, unter ganz anderen Umständen wieder zurückzukehren. Ich wünsche allen alles Gute für diesen Wiedereinstieg und bitte euch: Haltet die Regeln ein!
Abg. Belakowitsch: Sie beurteilen, wer, was ...?
Meine Bitte: Haben Sie vielleicht auch die Aussagen des deutschen Virologen Christian Drosten im Hinterkopf! (Zwischenruf des Abg. Vogl.) Der hat gesagt, er steht nicht da, weil er so gern im Fernsehen ist, sondern weil er als Virologe Experte ist (Zwischenrufe bei der SPÖ), und es tauchen immer mehr Menschen in seinem Umkreis auf, die irgendwann einmal Experten für irgendetwas waren, aber nicht für Virologie, und die gerade einmal ein Studentenlehrbuchwissen haben (Ruf bei der SPÖ: Besser als ...!), und die bilden den Boden für Verschwörungstheoretiker. (Abg. Kickl: ... als Historikerin!) Hören Sie nicht auf die! Hören Sie auf die, die wirklich etwas davon verstehen. (Abg. Belakowitsch: Sie beurteilen, wer, was ...?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich hoffe, wir kommen alle gut durch diese Krise und wir schaffen das Comeback, und dieses Comeback schaffen wir nur, wenn wir alle daran arbeiten. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Danke dafür und bleiben Sie dabei! (Zwischenruf des Abg. Loacker.) Bleiben Sie gesund! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: ... welcher Experte recht hat!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Klubobmann Leichtfried. – Bitte. (Abg. Belakowitsch: ... welcher Experte recht hat!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Zwischenruf bei der ÖVP.
Dann ist es ja kein Wunder, dass erstens die Menschen unzufrieden sind (Ruf bei der ÖVP: Mit euch!) und zweitens ihr langsam ordentlich nervös werdet – (in Richtung ÖVP und Grüne weisend) ihr und ihr. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Zwischenruf bei der ÖVP.) Deshalb ist es auch kein Wunder, und ich verstehe ja Kollegin Maurer, dass ihr das herausgerutscht ist, und ich verstehe es auch als Ausrutscher, ich nehme das nicht so tragisch.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Deshalb bin ich froh, dass diese Sitzung so stattfindet, wie sie heute stattfindet. Ich habe ja zuerst geglaubt, und ich war da vielleicht ein bisschen zu gutgläubig (Abg. Wöginger: Ja!), es war die Eile (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), die Notwendigkeit, schnell zu handeln, weshalb vielleicht nicht auf alles geachtet wurde, was notwendig ist. Ich glaube inzwischen, es war Absicht. Es war Absicht, um diesen Zustand der neuen Normalität als Dauerzustand zu installieren. Ich kann Ihnen, ÖVP und Grüne, eines versprechen: Wir lassen euch das nicht durchgehen! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Fürst.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ich kann Ihnen nur raten, meine sehr verehrten Damen und Herren: Hören Sie auf die Experten (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), nämlich auf die Experten in ihren Fachgebieten und nicht auf die Experten für eh alles, die im Grunde nur Nebelgranaten werfen, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Jakob Schwarz. – Abg. Kickl: Das hätten Sie tun sollen, wenn man die Protokolle liest!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die Weltgesundheitsorganisation hat davon gesprochen, dass wir uns in der größten Gesundheitskrise seit vielen, vielen Jahrzehnten befinden. (Abg. Kickl: Schweden haben sie gelobt!) Eine solche Gesundheitskrise erfordert einen Zusammenhalt. Diese Gesundheitskrise ist die Ursache für Tausende Tote weltweit und in Europa, sie ist die Ursache für Millionen Infizierter auf der Welt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Belakowitsch) für die Freiheit und für das Leben, für den Wohlstand und die Wirtschaft Österreichs weiterhin voranschreiten! – Vielen, vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Wer hat die Verfassungsänderung damals ...?
Das war das Ziel des ESM, europäisches, nordeuropäisches, deutsches, österreichisches, skandinavisches Kapital in Südeuropa abzusichern und Südeuropa dafür aber auch ans Messer zu liefern. Das muss man auch dazusagen. (Abg. Belakowitsch: Wer hat die Verfassungsänderung damals ...?) Es gibt kaum eine europäische Maßnahme, die in Südeuropa so umstritten, so verhasst ist wie der ESM. Was Italien, was Spanien, was Griechenland mit diesem ESM an Maßnahmen auferlegt wurde, hat dort das Gesundheitssystem geschädigt, hat das Pensionssystem geschädigt, hat das öffentliche Verkehrssystem geschädigt, hat die Wirtschaft geschädigt und hat niemandem genutzt, der einen kleinen Betrieb hatte, der ein kleines Unternehmen hatte, der Arbeitnehmer/die Arbeitnehmerin in einer Firma war. Dieser ESM hat ausschließlich den Banken und dem Großkapital genutzt (Abg. Belakowitsch: Die Grünen waren dabei!), und dieser ESM ist mit diesem Beschluss in dieser Form Geschichte, und das ist etwas Wundervolles. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Die Grünen waren dabei!
Das war das Ziel des ESM, europäisches, nordeuropäisches, deutsches, österreichisches, skandinavisches Kapital in Südeuropa abzusichern und Südeuropa dafür aber auch ans Messer zu liefern. Das muss man auch dazusagen. (Abg. Belakowitsch: Wer hat die Verfassungsänderung damals ...?) Es gibt kaum eine europäische Maßnahme, die in Südeuropa so umstritten, so verhasst ist wie der ESM. Was Italien, was Spanien, was Griechenland mit diesem ESM an Maßnahmen auferlegt wurde, hat dort das Gesundheitssystem geschädigt, hat das Pensionssystem geschädigt, hat das öffentliche Verkehrssystem geschädigt, hat die Wirtschaft geschädigt und hat niemandem genutzt, der einen kleinen Betrieb hatte, der ein kleines Unternehmen hatte, der Arbeitnehmer/die Arbeitnehmerin in einer Firma war. Dieser ESM hat ausschließlich den Banken und dem Großkapital genutzt (Abg. Belakowitsch: Die Grünen waren dabei!), und dieser ESM ist mit diesem Beschluss in dieser Form Geschichte, und das ist etwas Wundervolles. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Die Grünen waren da auch dabei!
Italien hat sich Mitte April gewehrt, vehement dagegen gewehrt, dass der ESM das Tool wird, das eingesetzt wird. Dann gab es eine Ratssitzung, eine ESM-Sitzung dazu, und in dieser Ratssitzung hat sich die europäische Politik geändert, haben die europäischen Volksparteien ihre Politik geändert. Die ÖVP, die CDU, die CSU, die Niederländische Volkspartei sind alle von diesem strikten Sparkurs abgegangen und haben sich darauf eingelassen, einen europäischen Solidaritätsmechanismus zu beschließen. Das ist doch wundervoll, endlich haben wir das aufgehoben! Ich wundere mich, dass Kollege Matznetter da herausgeht und das nicht lobt. Das Ganze, dieser harte Sparkurs, wurde 2010, 2011, 2012 während der Faymann-Regierung beschlossen, da war er Wirtschaftssprecher der SPÖ und hat diesem Kurs zugestimmt, weil die ÖVP das damals wollte. (Abg. Belakowitsch: Die Grünen waren da auch dabei!)
Sitzung Nr. 32
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Für die Coronahilfsmaßnahmen ist im Budget eine Überschreitungsermächtigung im Ausmaß von 28 Milliarden Euro vorgesehen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), weil es sich bei den anderen 10 Milliarden Euro um Steuerstundungen handelt. Die Auszahlungen werden im Sinne der Transparenz jeden Monat in einem umfassenden Bericht dargelegt. Zusätzlich hat jetzt auch der Rechnungshof die Prüfung der Covid-Maßnahmen angekündigt, was gut und richtig ist (Zwischenrufe der Abgeordneten Doppelbauer und Meinl-Reisinger), weil ja der Rechnungshof das Kontrollinstrument des Parlaments ist. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir diskutieren derzeit ja auch über einen Unterausschuss auf der parlamentarischen Ebene im Zusammenhang mit dem Cofag-Beirat.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Für die Coronahilfsmaßnahmen ist im Budget eine Überschreitungsermächtigung im Ausmaß von 28 Milliarden Euro vorgesehen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), weil es sich bei den anderen 10 Milliarden Euro um Steuerstundungen handelt. Die Auszahlungen werden im Sinne der Transparenz jeden Monat in einem umfassenden Bericht dargelegt. Zusätzlich hat jetzt auch der Rechnungshof die Prüfung der Covid-Maßnahmen angekündigt, was gut und richtig ist (Zwischenrufe der Abgeordneten Doppelbauer und Meinl-Reisinger), weil ja der Rechnungshof das Kontrollinstrument des Parlaments ist. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir diskutieren derzeit ja auch über einen Unterausschuss auf der parlamentarischen Ebene im Zusammenhang mit dem Cofag-Beirat.
Abg. Belakowitsch: Die haben ja keine Einnahmen!
Ich darf Ihnen diesbezüglich ein paar Zahlen näherbringen (Zwischenruf der Abg. Greiner): Bis dato sind 250 000 Anträge auf Steuerstundungen und Steuerherabsetzungen im Finanzministerium eingegangen (Zwischenruf bei der SPÖ) und im Ausmaß von 6 Milliarden Euro unmittelbar bewilligt worden. (Zwischenruf des Abg. Schellhorn.) Dieses Geld verbleibt als ein Mehr an Liquidität in den Unternehmen, um in dieser Zeit durchkommen zu können. (Abg. Belakowitsch: Die haben ja keine Einnahmen!) Bei den Garantien und Krediten sind bisher über 20 000 Anträge gestellt und bewilligt worden, insgesamt ist ein Volumen von 4 Milliarden Euro an Garantien seitens des Staates übernommen worden. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Das haben wir damals schon kritisiert!
Was die Kurzarbeit betrifft – ursprünglich ja gemeinsam mit der Gewerkschaft mit einem maximalen Ausmaß von 400 Millionen Euro konzipiert (Abg. Belakowitsch: Das haben wir damals schon kritisiert!) –, sind mittlerweile Anträge im Ausmaß von über 10 Milliarden Euro bewilligt worden. Natürlich kann die Kurzarbeit erst im Nachhinein abgerechnet werden – so ist sie auch konzipiert (Abg. Meinl-Reisinger: Falsch konzipiert!) –, wenn man weiß, wie viel tatsächlich gearbeitet worden ist. Das ist seit Anfang Mai möglich, und auch in diesem Bereich sind bisher über 40 000 Anträge abgerechnet worden, das Geld ist geflossen. Ich bitte Sie also, auch das zu berücksichtigen, wenn Sie schon sachliche Kritik äußern wollen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Schellhorn: Wer sagt das? – Abg. Belakowitsch: Wie kommen Sie darauf?
Die Hilfsmaßnahmen, die in Österreich gesetzt worden sind, gehören teilweise zu den besten weltweit. Das Kurzarbeitsmodell ist das attraktivste und flexibelste, das es weltweit gibt. (Abg. Schellhorn: Wer sagt das? – Abg. Belakowitsch: Wie kommen Sie darauf?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Bezüglich der Kredite, die von Ihnen auch immer wieder kritisiert worden sind: Der österreichische Staat ist einer von nur vier in der gesamten Europäischen Union, die für bis zu 100 Prozent von Kreditsummen garantieren. Nur ein Beispiel, weil auch Deutschland genannt worden ist: In Deutschland gab es bisher 8 000 Anträge für diese Kredite, in Österreich knapp 7 000, wovon über 6 000 bereits bewilligt worden sind (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) – und das bei einem Faktor eins zu zehn zwischen Österreich und Deutschland. Auch das ist eine Wahrheit dieser Krise. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Zwischenruf bei der SPÖ
Ich darf zum Budget und den von Ihnen kritisierten Themen kommen. Ich bin der Meinung, dass es sinnvoll ist, das Budget in dieser Form zu beschließen, weil viele gute, wichtige und richtige Maßnahmen darin enthalten sind, egal ob das mehr Geld für die Justiz ist (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Zwischenruf bei der SPÖ) – 30 Staatsanwälte mehr, über 100 Personen mehr beim Supportpersonal –, ein um 70 Prozent erhöhtes Budget in vielen Bereichen für Umwelt, Klima und Energie, mehr als 100 Millionen Euro mehr für die Polizei oder ein Plus von 400 Millionen Euro im Wissenschafts- und Forschungsbereich. Das kann sich sehen lassen. Danke, dass wir dieses Budget diese Woche beschließen können, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: ... unseriös! – Zwischenruf des Abg. Kassegger.
Meine Damen und Herren! Das heißt, es ist absolut seriös, dieses vom Finanzminister auf Basis des Regierungsprogramms verhandelte Budget, so wie es jetzt am Tisch liegt, dem Parlament vorzulegen – alle Ministerien brauchen eine taugliche und rechtlich verbindliche Grundlage für ihre Ausgabentätigkeit; diese orientiert sich weiterhin unter anderem am Regierungsprogramm –, aber es ist auch seriös, die Unwägbarkeiten bei Einnahmen und Ausgaben, die ich gerade geschildert habe, bei all dieser Unklarheit und Unplanbarkeit zunächst einmal mit einer Überschreitungsermächtigung an den Finanzminister zu regeln. (Abg. Belakowitsch: ... unseriös! – Zwischenruf des Abg. Kassegger.)
Abg. Belakowitsch: Dass es irgendwann wieder bergauf geht?
Worum geht es? Was wollen wir? – Wir wollen uns alle, die Menschen, die hier leben, die Unternehmen in Österreich, auch die Gemeinden gut durch die Krise bringen (Abg. Leichtfried: Das sieht der ... aber anders!), und wir wollen, dass es danach wieder bergauf geht. Darüber sprechen wir heute und in den nächsten Tagen. (Abg. Belakowitsch: Dass es irgendwann wieder bergauf geht?) Am Nachmittag beginnt die Debatte über das Budget, jetzt geht es um die Budgetbegleitgesetze, zum Beispiel um jenes, mit dem geregelt wird, dass auch Bilanzbuchhalter, Bilanzbuchhalterinnen neben SteuerberaterInnen und WirtschaftsprüferInnen die Zuschüsse für Unternehmen überprüfen können. (Abg. Matznetter: Die brauch’ ma net, die Überprüfung, das ist bürokratischer Murks!) – Also wieder ein Beispiel: Gejammer! Danke, Herr Kollege Matznetter! (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Matznetter: Wer braucht eine Überprüfung? Erteilen Sie doch ...!)
Abg. Belakowitsch: Das ist viel zu lang, das macht sich auch nicht gut am „Österreich“!
(Abg. Meinl-Reisinger: Ibiza!) – Ibiza, genau. In diesem Jahr wird es wahrscheinlich das Wort Corona werden – aber mir persönlich gefällt ein anderes Wort besser, das in den letzten Wochen oft genannt wurde, mein Favorit ist nämlich der Begriff des Präventionsparadoxons. (Abg. Belakowitsch: Das ist viel zu lang, das macht sich auch nicht gut am „Österreich“!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Glücklicherweise haben viele Maßnahmen gefruchtet, die Infektionszahlen sind derzeit auf einem minimalen Stand. Jetzt sagen aber manche, dass wir das alles nicht gebraucht hätten, da es derzeit ohnehin wenige Infizierte gibt – aber wir haben nur deswegen so wenige Erkrankte, weil wir so rasch und entschlossen gehandelt haben! Das ist das Präventionsparadoxon, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Man verbreitet Angst!
Das Virus ist aber nicht weg, wir haben es derzeit nur im Griff. Die erste Phase haben wir aus medizinischer Sicht sehr gut überstanden. Was tun wir weiter? – Mit den sinkenden Zahlen steigt auch die Zahl der sogenannten Experten, und so viel Wissen über unser Nichtwissen hatten wir noch nie. Was tut man, wenn man etwas nicht genau weiß und nicht genau vorhersagen kann? (Abg. Belakowitsch: Man verbreitet Angst!) – Nein, es sind Vorsicht und vorausschauendes, verantwortungsvolles Handeln gefragt, und so handeln wir auch im Zusammenhang mit dem Budget. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Das diesjährige Budget ist ein in Zahlen gegossenes Werk mit – in Zeiten von Corona – vielen Fragezeichen und Unwägbarkeiten, aber mit dem festen Willen, die Zukunft positiv zu gestalten (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), eine Zukunft, die im heurigen Budget aufgrund der Krise nur mit sehr unsicheren Zahlen und Daten abgebildet werden kann, quasi eine jeden Tag aufs Neue schon wieder veraltete Momentaufnahme. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abschließend ein kleiner Vergleich, um zu verdeutlichen, wie hier mit zweierlei Maß gemessen wird: In der Steiermark hat es zu Beginn der Maßnahmen einen Vorfall mit einem Landtagsabgeordneten der Freiheitlichen Partei gegeben, mit einem jungen Landtagsabgeordneten, der nichts anderes gemacht hat, als sich in einem Vereinsheim zu einer Besprechung mit drei weiteren Funktionären zu treffen. Diese haben dabei ein Bier getrunken. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ja, das war dann der große Lebensgefährder, das war der große Skandal, da gab es auch vonseiten der ÖVP Rücktrittsforderungen. Er musste es sich gefallen lassen, in Zeitungen mehrfach als Idiot und Depp bezeichnet zu werden. Da wurde eine Hetzkampagne gegen einen jungen Menschen losgetreten, der einen Fehler gemacht hat, der sich entschuldigt hat, was aber nicht zur Kenntnis genommen wurde. Es wird heute noch gegen ihn gehetzt, weil er sich erlaubt, noch im Gemeinderat zu sitzen und auch wieder zu kandidieren. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wenn aber Herr Sebastian Kurz gegen alle Verordnungen und Maßnahmen verstößt, wenn es der Herr Bundespräsident macht, ist es egal. Mit dem Finger gezeigt wird nur auf die Freiheitlichen, und das ist schäbig, meine Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin froh, dass wir nach der Phase des Lockdowns schneller als andere wieder in die Phase der Öffnung kommen konnten. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Jetzt nach dieser Phase der Öffnung ist es wichtig, dass wir den nächsten Schritt machen, hin in Richtung Eigenverantwortung, hin in Richtung wenig Regeln, wenig klare Regeln (Abg. Loacker: „Wenig klare Regeln“ stimmt!) und eines Maximums an Freiheit, Eigenverantwortung und Hausverstand. Das wird der nächste Schritt sein, den wir mit Juni setzen wollen, und der wird gut und richtig für unser Land sein. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich kann Ihnen auch sagen, warum das der Fall ist: Zum Ersten, weil wir schnell und rasch reagiert haben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Danke an Sie alle – Sie haben die Maßnahmen, die Sie jetzt kritisieren, alle mitgetragen (Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja nicht!), und ich bin Ihnen nach wie vor dankbar dafür. Zum Zweiten, weil wir ein 38-Milliarden-Euro-Hilfsprogramm geschnürt haben, das vom Volumen her, da
Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja nicht!
Ich kann Ihnen auch sagen, warum das der Fall ist: Zum Ersten, weil wir schnell und rasch reagiert haben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Danke an Sie alle – Sie haben die Maßnahmen, die Sie jetzt kritisieren, alle mitgetragen (Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja nicht!), und ich bin Ihnen nach wie vor dankbar dafür. Zum Zweiten, weil wir ein 38-Milliarden-Euro-Hilfsprogramm geschnürt haben, das vom Volumen her, da
Ruf bei der SPÖ: ... keine Anklage! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich möchte ein Stück weit ins Detail gehen, weil Sie, Herr Abgeordneter Leichtfried, in Ihrer Anklage auch ausgeführt haben (Zwischenrufe bei der SPÖ), niemand habe Hilfe erhalten, bei niemandem sei irgendetwas angekommen. (Ruf bei der SPÖ: ... keine Anklage! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Auch da mache ich, wenn Sie gestatten, kurz den Blick in die Details.
Abg. Belakowitsch: Einige?! Bitte alle! – Ruf bei der SPÖ: Alle!
Ich darf nun noch einige konkrete Fragen beantworten, die uns schriftlich übergeben worden sind. (Abg. Belakowitsch: Einige?! Bitte alle! – Ruf bei der SPÖ: Alle!)
Abg. Belakowitsch: Wir hätten schon noch einige! Ich kann das aber in meine Rede einbauen!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ist noch jemand zu einer tatsächlichen Berichtigung zu Wort gemeldet, den wir übersehen hätten? (Abg. Belakowitsch: Wir hätten schon noch einige! Ich kann das aber in meine Rede einbauen!) – Niemand mehr. (Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Eines noch, Herr Kollege Matznetter: Das muss doch das Herzelement der Sozialdemokratie sein! Man müsste ja in dieser schwierigen Zeit diesen Menschen in den Betrieben freudeströmend gegenübertreten! Ein Staplerfahrer, der rund 1 600 Euro netto hatte, kommt jetzt in der Kurzarbeit auf immerhin 1 350 Euro, egal wie viel dort letzten Endes im Betrieb gearbeitet wird. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Das ist Hilfe, die ankommt, meine Damen und Herren! Das erhält die Kaufkraft der Menschen, und das ist für unseren Wirtschaftskreislauf von enormer Bedeutung. Über eine Million Menschen sind in Kurzarbeit und nicht in der Arbeitslosigkeit! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordnete Sigrid Maurer, BA (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich tue mir immer schwer, wenn jemand von der FPÖ hier ans RednerInnenpult tritt, weil ich nicht mehr verstehen kann, was die FPÖ eigentlich will. Es ist jeden Tag irgendetwas anderes. Einmal gibt es Corona eigentlich überhaupt nicht und ist Corona nur eine Grippe; jetzt geht es wieder darum, groß davor zu schützen. Entscheiden Sie sich bitte endlich! Wir kennen uns nicht mehr aus. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Stimmt! – Abg. Rendi-Wagner: Nein, habe ich nicht gesagt!
Wir debattieren jetzt hier eine Dringliche Anfrage der Sozialdemokratie. Kollegin Rendi-Wagner hat sich bei der letzten Plenarsitzung tatsächlich dazu hinreißen lassen, zu behaupten, diese Regierung hätte mit ihrer Bekämpfung der Coronakrise gegen die Menschlichkeit entschieden. (Zwischenruf der Abg. Rendi-Wagner.) – Das haben Sie gesagt, Frau Rendi-Wagner! (Abg. Belakowitsch: Stimmt! – Abg. Rendi-Wagner: Nein, habe ich nicht gesagt!)
Abg. Belakowitsch: Ah, jetzt ist die nächste Phase!
Umso weniger verstehe ich, warum man nun, nachdem sich das alles etwas lockert, die eigenen Aussagen, die eigenen Forderungen offensichtlich vergessen hat. Ich verstehe natürlich, jetzt befinden wir uns in der Phase der Lockerungen, die erste Phase der Bewältigung dieser Krise ist hoffentlich erfolgreich vorbei und wir treten in die nächste Phase ein, die auf uns zukommt. (Abg. Belakowitsch: Ah, jetzt ist die nächste Phase!) Selbstverständlich, es ist die Aufgabe der Opposition, zu kritisieren, Kritik zu üben, den Finger dort hinzulegen, wo es wehtut, aber ich habe kein Verständnis für diesen absoluten Richtungsschwenk, wenn heute hier zum Beispiel davon gesprochen wird, dass die Regierung auf ganzer Linie versagt hätte. (Ruf bei der SPÖ: Na ja, ...!)
Abg. Belakowitsch – auf Bundeskanzler Kurz, der gerade mit Bundesministerin Edtstadler und Abg. Wöginger spricht, weisend –: Der ist gerade beschäftigt!
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Herr Präsident! Geschätzter Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Weitere Regierungsmitglieder! Hohes Haus! Ja, „den Tod von Menschen zu instrumentalisieren“, hat Klubobfrau Maurer gesagt, und da gibt es einen, der das besonders gut kann (Abg. Belakowitsch – auf Bundeskanzler Kurz, der gerade mit Bundesministerin Edtstadler und Abg. Wöginger spricht, weisend –: Der ist gerade beschäftigt!), der hat uns nämlich gesagt, es wird jeder jemanden kennen, der an Corona verstorben ist. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Jedenfalls mehr als dem Herrn Bundeskanzler!
Jetzt zur nächsten Doktorin, einer Ärztin in der Runde der FPÖ: Frau Dr. Belakowitsch. Bei ihr tue ich mich jetzt ganz schwer. Es ist nicht Ihre heutige Rede, sondern es sind die Reden der letzten Wochen, die mich wirklich zweifeln lassen, ob Sie es mit der Gesundheit der Menschen wirklich ernst nehmen. Und bei Ihrer Kiste, Coronawahnsinn, da dreht sich mir der Magen um. Ich möchte Sie daher fragen, ob Ihnen die Gesundheit der Menschen wirklich ein Anliegen ist. (Abg. Belakowitsch: Jedenfalls mehr als dem Herrn Bundeskanzler!)
Abg. Belakowitsch: Er hat es noch nicht gesehen!
Jetzt bin ich bei Alois Mock. Das (der Redner hält ein Exemplar des Buches mit dem Titel „Alois Mock. Ein Politiker schreibt Geschichte“ in die Höhe) ist ein wunderbares Buch; Herr Bundeskanzler (Abg. Belakowitsch: Er hat es noch nicht gesehen!), ich kann wirklich empfehlen, es zu lesen. Martin Eichtinger und Helmut Wohnout haben es geschrieben und haben diesen für mich sehr beeindruckenden Mann sehr gut beschrieben. Aber sie zitieren ihn auch. (Zwischenruf des Abg. Fürlinger.) – Wie bitte? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Fürlinger.) – Ja, ich schreibe ohnehin gerade wieder ein Buch, ich werde aber erst im Herbst daraus vorlesen; das werde ich aber gerne machen. (Abg. Kirchbaumer: ... Werbung für eigene Zwecke! Frechheit ...! – Unruhe im Saal. – Zwischenruf des Abg. Matznetter.) – Zuhören!
Beifall bei Abgeordneten der Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hafenecker. – Abg. Kassegger: ... AKW Temelín ...! – Abg. Belakowitsch: ... Atomenergie ...!
Abgeordneter Ing. Martin Litschauer (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Minister! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren vor den Fernsehern und via Livestream! Ich muss meinen Einstieg ein bisschen ändern, denn wenn ich jetzt von freiheitlicher Seite höre, dass hier mit der Angst gearbeitet wird, dann sage ich: Ich bin gerne dabei, wenn wir die Angst in der Politik abschaffen, nur habe ich da mit Ihrer Fraktion ein bisschen Probleme. Ich erinnere daran, dass gerade Sie es waren, die vor vielen Jahren unter anderem ein Volksbegehren gegen das AKW Temelín initiiert haben – da sind Sie auch nicht davor zurückgeschreckt, mit Angst zu arbeiten. (Zwischenrufe der Abgeordneten Hafenecker und Hauser.) Als dann später die Regierungsbeteiligung da war, hat es dann aber an konkreten Schritten gefehlt. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hafenecker. – Abg. Kassegger: ... AKW Temelín ...! – Abg. Belakowitsch: ... Atomenergie ...!) Es ist ein sehr gefährlich- - (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ja, aber Sie haben mit der Angst gespielt, haben während Ihrer Regierungsbeteiligung nichts unternommen. Ich weiß, dass Sie das jetzt nicht hören wollen. (Abg. Kassegger: ... wir haben kein Problem! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek.)
Abg. Kassegger: ... wir haben kein Problem! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek.
Abgeordneter Ing. Martin Litschauer (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Minister! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren vor den Fernsehern und via Livestream! Ich muss meinen Einstieg ein bisschen ändern, denn wenn ich jetzt von freiheitlicher Seite höre, dass hier mit der Angst gearbeitet wird, dann sage ich: Ich bin gerne dabei, wenn wir die Angst in der Politik abschaffen, nur habe ich da mit Ihrer Fraktion ein bisschen Probleme. Ich erinnere daran, dass gerade Sie es waren, die vor vielen Jahren unter anderem ein Volksbegehren gegen das AKW Temelín initiiert haben – da sind Sie auch nicht davor zurückgeschreckt, mit Angst zu arbeiten. (Zwischenrufe der Abgeordneten Hafenecker und Hauser.) Als dann später die Regierungsbeteiligung da war, hat es dann aber an konkreten Schritten gefehlt. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hafenecker. – Abg. Kassegger: ... AKW Temelín ...! – Abg. Belakowitsch: ... Atomenergie ...!) Es ist ein sehr gefährlich- - (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ja, aber Sie haben mit der Angst gespielt, haben während Ihrer Regierungsbeteiligung nichts unternommen. Ich weiß, dass Sie das jetzt nicht hören wollen. (Abg. Kassegger: ... wir haben kein Problem! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek.)
Abg. Belakowitsch: Super!
Kollegin Herr, das geht jetzt in Ihre Richtung: Wie sehr man da innerhalb Ihrer Partei noch auf Beton setzt, haben wir zuletzt im 2. Bezirk in Wien beobachten können. Es gab die tolle Diskussion um einen Pop-up-Radweg (Zwischenruf der Abg. Herr), eine grüne Idee für einen temporären Radweg, der in Zeiten von Corona gleichzeitig Social Distancing plus aktive Mobilität fördern wollte. Ihre KollegInnen aus dem Bezirk haben uns ausgerichtet: Mit uns sicher nicht! (Abg. Belakowitsch: Super!)
Abg. Belakowitsch: Sagen Sie es einfach den Grünen!
Daher ganz klar mein Appell an die SPÖ, vielleicht an die Frau Präsidentin – ich kenne mich bei Ihnen nicht so genau aus, wer da gute Beziehungen ins Rathaus hat, das ist bei Ihnen ein bisschen undurchsichtig (Abg. Belakowitsch: Sagen Sie es einfach den Grünen!) –: Rufen Sie Herrn Ludwig an! Vielleicht spielen Sie es über das Burgenland, das ist vielleicht das Gescheiteste. Rufen Sie dort an und geben Sie auch den Wienerinnen und Wienern die Chance, ihren Teil beizutragen, denn die Recyclingquote wird ganz klar nur in Wien nicht erfüllt! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
getragen wird. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es ist aber nicht so, meine Damen und Herren, dass man diese zweieinhalb Seiten mit der einseitigen Begründung nicht in den nächsten 8 Stunden sichten und entscheiden kann, ob man zustimmt oder nicht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Wurm: Falsch! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wurm.
Wir haben von Beginn an alles versucht, um das Schlimmste bezüglich der Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt zu verhindern, und wir haben eines geschafft: ein in Europa einzigartiges Kurzarbeitsmodell. (Abg. Wurm: Falsch! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wurm.) Herr Kollege Muchitsch, wir sind gemeinsam an einem Tisch gesessen, Sie sind gemeinsam mit uns an einem Tisch gesessen. Dafür darf ich auch meinen Dank aussprechen, denn wir haben es gemeinsam geschafft, dass wir da entsprechende Rahmenbedingungen und eben auch ein Modell ermöglicht haben, mit dem wir 1,3 Millionen Menschen in der Arbeit halten konnten – und dafür, dass wir diesen gemeinsamen Tisch hatten, gilt auch mein Dank. (Beifall der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Ach so? – Abg. Loacker: In welcher Welt ...?
Es stimmt, es ist jetzt wichtig – und das ist, glaube ich, für uns alle wichtig –, umgehend die Zahl der Arbeitslosen zu senken. Da darf ich mich auch bei der Frau Ministerin bedanken, dass sie erst gestern mit Start Mitte Juni den Neustartbonus ins Leben gerufen hat, denn mit dieser Maßnahme werden Arbeitsplätze gefördert und der Arbeitsmarkt angekurbelt. (Abg. Belakowitsch: Ach so? – Abg. Loacker: In welcher Welt ...?)
Abg. Belakowitsch: Sie sind zu Hause!
Die Definition von beschäftigungslos ist: ohne Anstellung. Was sie sagte, ist daher nicht korrekt (Abg. Belakowitsch: Sie sind zu Hause!), denn es sind 1,3 Millionen Menschen in Kurzarbeit – mit einem Anstellungsverhältnis – und es sind über 500 000 Menschen ohne Beschäftigung (Abg. Belakowitsch: Ja, passt schon!) und somit arbeitslos. – Danke. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Danke, Frau ...!)
Abg. Belakowitsch: Ja, passt schon!
Die Definition von beschäftigungslos ist: ohne Anstellung. Was sie sagte, ist daher nicht korrekt (Abg. Belakowitsch: Sie sind zu Hause!), denn es sind 1,3 Millionen Menschen in Kurzarbeit – mit einem Anstellungsverhältnis – und es sind über 500 000 Menschen ohne Beschäftigung (Abg. Belakowitsch: Ja, passt schon!) und somit arbeitslos. – Danke. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Danke, Frau ...!)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Danke, Frau ...!
Die Definition von beschäftigungslos ist: ohne Anstellung. Was sie sagte, ist daher nicht korrekt (Abg. Belakowitsch: Sie sind zu Hause!), denn es sind 1,3 Millionen Menschen in Kurzarbeit – mit einem Anstellungsverhältnis – und es sind über 500 000 Menschen ohne Beschäftigung (Abg. Belakowitsch: Ja, passt schon!) und somit arbeitslos. – Danke. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Danke, Frau ...!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Mag. Markus Koza (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte MinisterInnen! Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte ZuseherInnen! Noch einmal kurz: Der Sinn von Kurzarbeit ist genau der, dass Menschen in Beschäftigung bleiben und nicht in Arbeitslosigkeit geraten. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Darum wurde sie eingeführt, darum wurde sie umgesetzt, und sie ist ein wunderbares, tolles Instrument, das in ganz Europa eingesetzt wird. – Punkt eins. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Kickl: Ich warte schon auf den ...! Der wird sich auch bald zu Wort melden!) – Herr Kickl, lassen Sie mich bitte ausreden, ich lasse Sie auch immer ausreden! (Abg. Kickl: Ja, ja!) – Und diese ganzen Versuche, dem Virus ein politisches Mascherl umzubinden oder Klagemöglichkeiten gegen die Republik zu suchen, stoßen mir wirklich sauer auf. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Da das Virus aber keine Zustelladresse hat, scheint es für viele der einzig richtige Weg zu sein. – Wie auch immer.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Durch dieses stärkere Setzen auf Homeofficelösungen können ländliche Regionen wieder vermehrt als Lebensmittelpunkt in Betracht kommen. So können wir dazu beitragen, den Bevölkerungsrückgang in diesen Regionen einzudämmen. Die junge Generation hat eben diese Anforderungen an den Arbeitgeber, damit ihr Lebensmittelpunkt wieder am Land ist. Dazu müssen halt die Rahmenbedingungen passen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Abgeordnete Bettina Zopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Geschätzte Ministerin! Geschätzter Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseher zu Hause vor den Fernsehbildschirmen! Vor allem aber liebe Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer! Ich weiß nicht, ob Sie am Dienstag die Nationalratssitzung aufmerksam verfolgt haben, mir ist aber eines besonders in Erinnerung geblieben: Kollegin Heinisch-Hosek hat vorgestern in ihrer Rede wieder einmal die Erhöhung des Arbeitslosengeldes gefordert (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und Gewerkschaftskollege Muchitsch hat heute zum sechsten Mal die Erhöhung beantragt. (Die Abgeordneten Heinisch-Hosek und Kollross: Richtig!)
Abg. Belakowitsch: ... ist die Krise vorbei! – Abg. Kollross: Wir sind Gott sei Dank ...!
Ihre Forderungen sind einfach überzogen und gegenüber unseren Kindern und Enkelkindern unverantwortlich. Mit diesem Budget sichern wir zahlreiche Projekte, die eine hohe Beschäftigung nach der Krise gewährleisten. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Die ÖVP repräsentiert einen Schulterschluss zwischen Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Landwirtschaft. (Abg. Belakowitsch: ... ist die Krise vorbei! – Abg. Kollross: Wir sind Gott sei Dank ...!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kollross: Ihr habt sie arbeitslos gemacht! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die Bevölkerung versteht es – im Gegensatz zur Opposition (Beifall bei der ÖVP) –: Arbeit ist Perspektive, Arbeit ist Lebensinhalt. Dafür steht die Bundesregierung. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wir werden alles daransetzen, dass nach der Krise wieder möglichst viele Menschen einen Arbeitsplatz haben! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kollross: Ihr habt sie arbeitslos gemacht! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Und dann?
Noch dazu gibt es einen Gesundheitsminister, Herrn Anschober, dem dieses Thema auch sehr wichtig ist, der sich auch dieses Themas angenommen hat, der schon von Anfang seiner Amtszeit an gesagt hat, er möchte in der Pflege etwas voranbringen. (Abg. Belakowitsch: Und dann?) Er hat mit der Pflegereform begonnen. (Zwischenruf des Abg. Kucher.) Durch Corona wurde diese natürlich unterbrochen (Abg. Loacker: ... Es ist nichts passiert!), und im Herbst wird es weitergehen. Er hat auch hier und in den Ausschüssen Sie und euch alle immer wieder eingeladen, ihn bei diesem Vorhaben zu unterstützen, und angeboten, uns bei diesem Vorhaben zu unterstützen.
Abg. Belakowitsch: Ja, dann tut etwas!
Noch einmal: Wir alle wollen Verbesserungen. Was hält uns auf? Die Finanzierung? – Ja, es wird teuer, aber wenn wir nichts tun, wird es noch teurer. (Abg. Belakowitsch: Ja, dann tut etwas!) – Ja dann tun wir gemeinsam etwas, dann tun wir gemeinsam – und ich wiederhole dieses „gemeinsam“ – etwas für die pflegenden Angehörigen, gemeinsam etwas für die Menschen in der Pflege, gemeinsam etwas für die 24-Stunden-BetreuerInnen! Kämpfen wir gemeinsam für sie!
Abg. Belakowitsch: Er war krank!
Abgeordneter Mag. Michael Hammer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Damen und Herren! Ich möchte den Beginn meiner Rede dazu nutzen, besonders den Klubobmann der Freiheitlichen Partei Herbert Kickl zu begrüßen. Er hat jetzt zweieinhalb Tage nicht an dieser Budgetdebatte teilgenommen (Abg. Keck: Der Herr Finanzminister auch nicht!), außer gestern Abend mit einer Presseaussendung. (Abg. Belakowitsch: Er war krank!) Da sieht man auch, wie ernsthaft diese Debatte geführt wird. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Hafenecker und Loacker.)
Beifall und Bravoruf bei den Grünen sowie Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Herr Kollege Loacker! Ja, ich bin keiner, der schnell schießt, weil ich dabei keine ideologischen Motive habe; das unterscheidet uns zwei vielleicht in dieser Frage. (Beifall und Bravoruf bei den Grünen sowie Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich will mich nicht mit sehr, sehr unterschiedlichen Prognosen abspeisen lassen in der von Ihnen angezogenen Frage, die tatsächlich ein Thema ist, die sensibel ist, sondern ich will Fakten am Tisch haben – und Fakten am Tisch haben heißt, dass die tatsächlichen Zahlen auf den Tisch gehören. (Zwischenrufe der Abgeordneten Loacker und Schnedlitz.) Die können wir aber nicht nach zwei, drei Monaten haben, sondern die können wir erst dann haben, wenn es tatsächlich Zahlungen und Zahlen gibt. Dann werden wir bewerten und dann werden wir entscheiden. – So geht das einfach bei uns, und ich stehe dazu, dass das ein guter Weg ist. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Vorhin hat eine Kollegin der SPÖ an Bruno Kreisky erinnert. Bruno Kreisky hat als markante Persönlichkeit in der Geschichte Österreichs ja dann wohlverdient einen Namen bekommen, auch im Bundeskanzleramt, nämlich in einem Arbeitszimmer. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich bin sehr froh, dass dort nun Bundeskanzler Sebastian Kurz (Ruf bei der SPÖ: Sehr witzig! – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ) gemeinsam mit dem Team der Grünen daran arbeitet, dieses Gesellschaftsmodell für Österreich positiv weiterzuentwickeln. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Litschauer.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Wo genau? Wo genau, welche Anregungen?!
Abgeordnete Gabriela Schwarz (ÖVP): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Sehr verehrte Zuseherinnen und Zuseher! Zu Beginn gleich einmal eine Klarstellung gegenüber Herrn Kollegen Kaniak: Du hast gesagt, du würdest, wenn du hier sitzen würdest, nicht mehr so ruhig sein. Ich kann nur eines sagen: Wir alle sind sehr froh, dass Rudolf Anschober als Minister hier sitzt. Das freut mich sehr, denn die Zusammenarbeit mit ihm ist äußerst konstruktiv, wie du ja auch im Gesundheitsausschuss mitbekommen hast, wo sehr wohl auch deine Anregungen und Ideen aufgenommen werden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Wo genau? Wo genau, welche Anregungen?!)
allgemeine Heiterkeit und Beifall der Abg. Belakowitsch
Ich muss Ihnen ganz ehrlich sagen, ich hätte gerne gesagt: Ende gut, alles gut!, aber Sie geben mir keinen Anlass dazu, denn was dieses Budget betrifft, kann man nur sagen, genau das Gegenteil ist der Fall: Der Anfang war vermurkst, die Mitte war vermurkst und das Ende ist erst recht vermurkst. – Das, was Sie, Herr Finanzminister, hier geliefert haben, ist ein budgetpolitischer Offenbarungseid. Um es in Anlehnung an Sebastian Kant, ah, Immanuel Kant zu sagen (allgemeine Heiterkeit und Beifall der Abg. Belakowitsch) – so weit bin ich schon; so weit ist es in diesem Land schon gekommen! –, um es also in Anlehnung an Immanuel Kant zu sagen: Das budgetäre Ding an sich ist Ihrem Erkenntnishorizont verborgen geblieben.
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Kollege Klubobmann Kickl fällt jetzt, in einer Phase, in der der Finanzminister Tag und Nacht daran arbeitet (Zwischenruf des Abg. Kassegger), für Wirtschaftshilfen zu sorgen und zu schauen, dass die Wirtschaft sich stabilisiert und diese Krise irgendwie überwunden werden kann, nichts Besseres ein, als ein Rücktrittsersuchen an den Minister zu richten, einen Misstrauensantrag zu stellen. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Das ist genau das Letzte, was wir in dieser Situation brauchen, wenn, glaube ich, gerade die Arbeitskraft und die Tatkraft des Ministers gefordert sind, damit wir aus dieser Krise herauskommen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Dementsprechend ist der Misstrauensantrag aus meiner Sicht unangebracht. (Abg. Leichtfried: Das Letzte, was wir brauchen, ist ein schlechter Finanzminister!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kickl.
Gut, dann kam Corona, und natürlich hat Corona die Welt verändert, natürlich auch budgetär, auf der Einnahmenseite genauso wie auf der Ausgabenseite. Ich finde es aber nach wie vor wirklich beeindruckend, mit welcher Geschwindigkeit da die Programme seitens des Finanzministeriums aufgesetzt worden sind. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kickl.) Da kann man jetzt eine lange, lange Liste aufzählen. Ich möchte schon auch einmal betonen: Ein wirklich großes Danke gebührt auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Finanzministerium, in den Kabinetten, in den Sektionen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Ruf bei der SPÖ: Der ist gut! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Zu guter Letzt, meine Damen und Herren, weil es jetzt wieder diese rot-blaue Eintracht beim Misstrauensantrag gegenüber einem erfolgreichen und beliebten Finanzminister gibt (Ruf bei der SPÖ: Der ist gut! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Es ist gestern genau ein Jahr gewesen, dass es diese Eintracht in diesem Hause schon einmal gegeben hat. Damals war es ein Misstrauensantrag nicht nur gegen den erfolgreichen Bundeskanzler Sebastian Kurz, nein, man hat gleich die gesamte Regierung aus dem Parlament und aus ihren Ämtern gejagt.(Abg. Vogl: Wir haben sie abgewählt, das ist schon ein Unterschied!) Ich sage Ihnen eines: Überdenken Sie gut, was Sie tun, denn der Finanzminister ist erfolgreich in dieser Situation der Krise (Abg. Belakowitsch: Wobei?), er macht einen tollen Job.(Abg. Belakowitsch: Wobei?) Österreich kann stolz sein auf diese Bundesregierung (Abg. Belakowitsch: Wobei?) und insbesondere auch auf diesen Finanzminister! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Wobei?
Zu guter Letzt, meine Damen und Herren, weil es jetzt wieder diese rot-blaue Eintracht beim Misstrauensantrag gegenüber einem erfolgreichen und beliebten Finanzminister gibt (Ruf bei der SPÖ: Der ist gut! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Es ist gestern genau ein Jahr gewesen, dass es diese Eintracht in diesem Hause schon einmal gegeben hat. Damals war es ein Misstrauensantrag nicht nur gegen den erfolgreichen Bundeskanzler Sebastian Kurz, nein, man hat gleich die gesamte Regierung aus dem Parlament und aus ihren Ämtern gejagt.(Abg. Vogl: Wir haben sie abgewählt, das ist schon ein Unterschied!) Ich sage Ihnen eines: Überdenken Sie gut, was Sie tun, denn der Finanzminister ist erfolgreich in dieser Situation der Krise (Abg. Belakowitsch: Wobei?), er macht einen tollen Job.(Abg. Belakowitsch: Wobei?) Österreich kann stolz sein auf diese Bundesregierung (Abg. Belakowitsch: Wobei?) und insbesondere auch auf diesen Finanzminister! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Wobei?
Zu guter Letzt, meine Damen und Herren, weil es jetzt wieder diese rot-blaue Eintracht beim Misstrauensantrag gegenüber einem erfolgreichen und beliebten Finanzminister gibt (Ruf bei der SPÖ: Der ist gut! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Es ist gestern genau ein Jahr gewesen, dass es diese Eintracht in diesem Hause schon einmal gegeben hat. Damals war es ein Misstrauensantrag nicht nur gegen den erfolgreichen Bundeskanzler Sebastian Kurz, nein, man hat gleich die gesamte Regierung aus dem Parlament und aus ihren Ämtern gejagt.(Abg. Vogl: Wir haben sie abgewählt, das ist schon ein Unterschied!) Ich sage Ihnen eines: Überdenken Sie gut, was Sie tun, denn der Finanzminister ist erfolgreich in dieser Situation der Krise (Abg. Belakowitsch: Wobei?), er macht einen tollen Job.(Abg. Belakowitsch: Wobei?) Österreich kann stolz sein auf diese Bundesregierung (Abg. Belakowitsch: Wobei?) und insbesondere auch auf diesen Finanzminister! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Wobei?
Zu guter Letzt, meine Damen und Herren, weil es jetzt wieder diese rot-blaue Eintracht beim Misstrauensantrag gegenüber einem erfolgreichen und beliebten Finanzminister gibt (Ruf bei der SPÖ: Der ist gut! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Es ist gestern genau ein Jahr gewesen, dass es diese Eintracht in diesem Hause schon einmal gegeben hat. Damals war es ein Misstrauensantrag nicht nur gegen den erfolgreichen Bundeskanzler Sebastian Kurz, nein, man hat gleich die gesamte Regierung aus dem Parlament und aus ihren Ämtern gejagt.(Abg. Vogl: Wir haben sie abgewählt, das ist schon ein Unterschied!) Ich sage Ihnen eines: Überdenken Sie gut, was Sie tun, denn der Finanzminister ist erfolgreich in dieser Situation der Krise (Abg. Belakowitsch: Wobei?), er macht einen tollen Job.(Abg. Belakowitsch: Wobei?) Österreich kann stolz sein auf diese Bundesregierung (Abg. Belakowitsch: Wobei?) und insbesondere auch auf diesen Finanzminister! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Zu guter Letzt, meine Damen und Herren, weil es jetzt wieder diese rot-blaue Eintracht beim Misstrauensantrag gegenüber einem erfolgreichen und beliebten Finanzminister gibt (Ruf bei der SPÖ: Der ist gut! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Es ist gestern genau ein Jahr gewesen, dass es diese Eintracht in diesem Hause schon einmal gegeben hat. Damals war es ein Misstrauensantrag nicht nur gegen den erfolgreichen Bundeskanzler Sebastian Kurz, nein, man hat gleich die gesamte Regierung aus dem Parlament und aus ihren Ämtern gejagt.(Abg. Vogl: Wir haben sie abgewählt, das ist schon ein Unterschied!) Ich sage Ihnen eines: Überdenken Sie gut, was Sie tun, denn der Finanzminister ist erfolgreich in dieser Situation der Krise (Abg. Belakowitsch: Wobei?), er macht einen tollen Job.(Abg. Belakowitsch: Wobei?) Österreich kann stolz sein auf diese Bundesregierung (Abg. Belakowitsch: Wobei?) und insbesondere auch auf diesen Finanzminister! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Heiterkeit bei den NEOS sowie der Abg. Belakowitsch – Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.
Wenn Sie ihm heute hier wieder das Misstrauen aussprechen, was keine Mehrheit finden wird, das hoffe ich auch mit Blick auf den Koalitionspartner - - (Heiterkeit bei den NEOS sowie der Abg. Belakowitsch – Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.) – Ich weiß es, aber ich bevormunde niemanden, Frau Kollegin Meinl-Reisinger, im Gegensatz zu Ihnen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Zwischenrufe bei der SPÖ
Ich würde es mir an Ihrer Stelle gut überlegen, diesem Misstrauensantrag wirklich die Zustimmung zu geben (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Zwischenrufe bei der SPÖ), denn es könnte auch noch weiter nach unten gehen. (Abg. Belakowitsch: Für Sie auch! – Zwischenruf des Abg. Stefan.) Es ist nicht gesagt, dass 21 Prozent und 16 Prozent schon das Ende der Fahnenstange sind.
Abg. Belakowitsch: Für Sie auch! – Zwischenruf des Abg. Stefan.
Ich würde es mir an Ihrer Stelle gut überlegen, diesem Misstrauensantrag wirklich die Zustimmung zu geben (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Zwischenrufe bei der SPÖ), denn es könnte auch noch weiter nach unten gehen. (Abg. Belakowitsch: Für Sie auch! – Zwischenruf des Abg. Stefan.) Es ist nicht gesagt, dass 21 Prozent und 16 Prozent schon das Ende der Fahnenstange sind.
Sitzung Nr. 33
Abg. Belakowitsch: So wie in Dänemark!
Auch auf die Frage der Verhältnismäßigkeit, die Sie immer hinterfragen, gibt es eine Antwort – er hat die Situation rückblickend simuliert –: Wären Geschäfte, Schulen und andere Einrichtungen wesentlich früher geöffnet worden, wie Sie es dann immer im Nachhinein verlangt haben, wäre zum damaligen Zeitpunkt die Kurve rasant in die Höhe gegangen. (Abg. Belakowitsch: So wie in Dänemark!)
Abg. Hauser: Das ist peinlich! – Abg. Belakowitsch: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
„Gleichschaltung bezeichnet im politisch-kulturellen Zusammenhang eine Strategie, die besonders in der Zeit des Nationalsozialismus zentrale Bedeutung erlangte.“ (Heiterkeit bei der FPÖ.) „Ab den 1930er Jahren bezeichnete das Wort den Prozess der Vereinheitlichung des gesamten gesellschaftlichen und politischen Lebens in der Machteroberungsphase im NS-Staat.“ (Abg. Hauser: Das ist peinlich! – Abg. Belakowitsch: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!) „Ziel war es, bis 1934 den als Zerrissenheit verstandenen Pluralismus in Staat und Gesellschaft aufzuheben und eine Diktatur mit nur einem Machtzentrum zu errichten.“
Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Belakowitsch.
Zum Zweiten: Weil ich vorhin argumentiert habe, dass sich ein wesentliches Kontrollinstrument dieses Hauses dieser Sache annimmt, darf ich vielleicht Kollegen Hoyos von den NEOS, einen Oppositionsabgeordneten, zitieren: „Ich bin froh, dass sich der Rechnungshof als Kontrollorgan des Parlaments der Sache annimmt“. Weiters: „Gerade in Krisenzeiten, in denen jeder Euro gebraucht wird, sind Transparenz und sorgfältiger Umgang mit Steuergeld wichtiger denn je.“ (Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Belakowitsch.) Meine Damen und Herren, vielleicht nur ein Satz zur gestrigen Diskussion und deshalb, weil Sie sich über Bürokratie beschweren: Genau deswegen braucht es auch eine entsprechende Dokumentation, die Sie immer so kritisieren, genau deswegen braucht es auch diese mühsamen Formulare. (Zwischenruf des Abg. Deimek.)
Abg. Belakowitsch: Dort und da, da und dort! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abg. Belakowitsch), die untersuchen wird, welche Vorgänge unter welchen Umständen vonstattengegangen sind und ob es dort und da auch Fehler gegeben hat. (Abg. Belakowitsch: Dort und da, da und dort! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Zur angekündigten Prüfung durch den Rechnungshof darf ich hier die Frau Präsidentin zitieren: Sie möchte „den Härtefallfonds“ prüfen, „aber eben auch andere Themen wie die Bedeutung der Verfügbarkeit und der Nutzung von Gesundheitsdaten, das Zusammenwirken zwischen Behörden von Bund und Ländern und eben insbesondere die Krisenfestigkeit von Pflegeeinrichtungen. Viele weitere Prüfungen werden folgen [...]. Ziel der Prüfungen ist es, Verbesserungen für die Zukunft zu erreichen.“ (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Und das sollte doch unser aller gemeinsames Ziel sein: dass wir aus dieser Krise lernen und dass wir es in Zukunft im Sinne der Gesundheit der Österreicherinnen und Österreicher noch besser machen können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Scherak. – Abg. Belakowitsch: Was wollen Sie ...!
Abgeordneter Franz Hörl (ÖVP): Sehr geehrter Präsident! (Abg. Leichtfried: Jetzt hören wir das Flüstern des Hörl! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Abgeordnete Belakowitsch hat gemeint, in Tirol hätte niemand gehandelt – ganz genau war das nicht zu verstehen (Zwischenrufe bei der FPÖ) – und es wäre nur um Geld und Gier gegangen, so in die Richtung haben Sie das gesagt. (Zwischenruf des Abg. Scherak. – Abg. Belakowitsch: Was wollen Sie ...!)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich berichtige tatsächlich: Am Samstag, dem 7., haben wir den ersten Fall in Ischgl gehabt. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Am Montag wurde gehandelt, am Montag wurden die Après-Ski-Lokale in Ischgl für die restliche Saison gesperrt.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Diese Vorsitzführung ist ein Witz!
Am Mittwoch um 17 Uhr gab der Landeshauptmann bekannt, dass das Skigebiet Ischgl für 14 Tage gesperrt ist. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Diese Vorsitzführung ist ein Witz!)
neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kickl
Am Donnerstag und Freitag haben wir die Wintersaison beendet, und dies obwohl in keinem anderen Skigebiet außer in Ischgl und St. Anton, weder im Zillertal noch im Achental noch im Pitztal, in keinem der Skigebiete, ein einziger Coronafall bekannt war. (Abg. Loacker: Also wie kann man nur ...?!) Wir haben durch diese mutige Entscheidung des Herrn Landeshauptmannes 150 000 Gäste (neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kickl), deren Anreise für Samstag und Sonntag geplant war, daran gehindert, anzureisen und weitere 100 000 Gäste, die im Land waren, hinausbegleitet. (Abg. Loacker: Herr Präsident ...!) Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 34
Abg. Belakowitsch: Den Anzug glatt streichen, Herr Bundeskanzler! Haare richten, schön machen!
Bundeskanzler Sebastian Kurz: Herr Präsident! (Abg. Belakowitsch: Den Anzug glatt streichen, Herr Bundeskanzler! Haare richten, schön machen!) Herr Vizekanzler! Liebe Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! (Der Redner streicht sich die Haare hinter die Ohren und schließt den Knopf seines Sakkos. – Abg. Belakowitsch: Danke!) Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Geschätzte Zuseherinnen und Zuseher! Österreich ist eine Kulturnation, das wissen wir, dafür werden wir im eigenen Land, aber auch in aller Welt geschätzt.
Der Redner streicht sich die Haare hinter die Ohren und schließt den Knopf seines Sakkos. – Abg. Belakowitsch: Danke!
Bundeskanzler Sebastian Kurz: Herr Präsident! (Abg. Belakowitsch: Den Anzug glatt streichen, Herr Bundeskanzler! Haare richten, schön machen!) Herr Vizekanzler! Liebe Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! (Der Redner streicht sich die Haare hinter die Ohren und schließt den Knopf seines Sakkos. – Abg. Belakowitsch: Danke!) Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Geschätzte Zuseherinnen und Zuseher! Österreich ist eine Kulturnation, das wissen wir, dafür werden wir im eigenen Land, aber auch in aller Welt geschätzt.
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch
Das wäre einmal ein vernünftiger Ansatz gewesen. Und weil ich weiß, dass das natürlich ein gewisses Ungleichgewicht in diesem koalitionären Gefüge gebracht hätte: Die ÖVP hätte ja nachziehen können und den Staatssekretär im Infrastrukturministerium, dessen Namen ohnehin niemand kennt und der bis jetzt nur in einem Zusammenhang aufgefallen ist, nämlich, ja wie soll man denn sagen, fast als Fanboy in dieser Karawane, in diesem Andachtszug des Kanzlers durchs Kleine Walsertal (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch) – da ist er aufgefallen –, auch gleich mit einsparen können. (Zwischenrufe der Abgeordneten Ottenschläger und Haubner.)
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch
Mit dem gleichen Recht aber, mit dem man Frau Lunacek kritisiert, oder vielleicht sogar noch mit viel mehr Recht kann man diese Kritik an jedem anderen der Regierungsmitglieder anbringen. Ja viel mehr noch ist die Kritik am Bundeskanzler, der immer noch telefoniert – das ist etwas ganz Neues, aber immerhin nicht hier herinnen, immerhin draußen (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch) –, für seine Angstmacherei angebracht, von der wir schon gehört haben – Stichwort die 100 000 Toten –, für sein Geschwafel von Geldern, von Strömen von Finanzflüssen, die sich auf den Weg zu den Hilfsbedürftigen in Österreich gemacht haben, bei denen bis jetzt noch nicht einmal ein Tropfen angekommen ist. Das ist doch alles noch viel, viel schlimmer als das, was Frau Lunacek zu verantworten hat! (Zwischenruf des Abg. Ottenschläger.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek.
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Insbesondere sehr geehrte Frau Staatssekretärin Andrea Mayer! Herr Kollege Kickl, jetzt weiß ich, warum du an den ersten zwei Sitzungstagen krank warst, denn bei diesen Verschwörungstheorien, die du da in 10 oder 15 Minuten dargeboten hast, würden viele Menschen, wenn sie so denken würden, krank werden; schön aber, dass du wieder unter uns bist. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek.)
Abg. Kickl: Ach jetzt, ...! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ulrike Lunacek ist über zwei Jahrzehnte in vielen Kammern gesessen – hier herinnen im Nationalrat, im Europaparlament – und zum Schluss war sie in der Bundesregierung vertreten. Wenn man die demokratiepolitischen Entscheidungen der Wählerinnen und Wähler ernst nimmt, dann ist es keine Schande, Danke zu sagen, auch wenn man inhaltlich anderer Meinung ist. Ich war auch kein persönlicher Freund von Ulrike Lunacek (Abg. Kickl: ... auch nicht! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), aber ich sage ihr Danke dafür, dass sie in den gesetzgebenden Körperschaften als Vertreterin für Österreich gearbeitet hat. Unterschiedliche Meinungen sind ja wohl in einer Demokratie zulässig. (Abg. Kickl: Ach jetzt, ...! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich danke ihr für ihre Tätigkeiten über zwei Jahrzehnte in den unterschiedlichen Kammern und auf den jeweiligen Ebenen! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Ich bin sehr froh, dass wir diese Lockerungen durchführen können. (Zwischenruf des Abg. Schellhorn.) – Na ja, man muss schon eines sagen: Das ist ja gar nicht so lustig und geht wieder dorthin; Kickl, ihr habt ja - - (Abg. Schellhorn: Na, weil es so verschieden ist!) – Ihr habt ja alle, auch Kickl, am 13. März den Lockdown gefordert. Tut doch nicht so, als ob ihr nicht dafür gewesen wäret (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), dass man dieser Gesundheitskrise mit aller Vehemenz entgegentritt! Sich dann hierherstellen und alles zu Tode kritisieren! Alle habt ihr gesagt: Zusperren müssen wir, ist doch klar!, was letzten Endes auch gemacht worden ist. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: ... sofort aufmachen!
Nun öffnen wir in diesem Bereich wieder schrittweise, und das ist gut und richtig so. (Abg. Belakowitsch: ... sofort aufmachen!) Wir haben aber in Oberösterreich einen Fall mit einem Chorverband gehabt. Man hat gesehen, wie das gestreut hat. Man muss wissen, dass das natürlich eine besondere Gefahrenquelle – wenn man das so sagen darf – in diesem Bereich ist, aber die Zahlen lassen es zu, und wir haben immer gesagt, wenn die Zahlen es zulassen, dann wird wieder geöffnet. Ich bin froh, dass diese Lockerungsmaßnahmen da sind.
Abg. Belakowitsch: Na, das kann man schon so sagen!
Ich muss mir da die Frage stellen: Warum nicht gleich? Warum hat das nicht gleich funktioniert? Warum hat man zuerst Frau Lunacek – ich will nicht sagen, verheizt (Abg. Belakowitsch: Na, das kann man schon so sagen!) – im Stich gelassen? (Zwischenruf des Abg. Martin Graf.)
Abg. Belakowitsch: ... Präsident Sobotka!
Präsidentin Doris Bures: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben bei der Vorsitzführung immer eine sehr großzügige Auslegung bei tatsächlichen Berichtigungen. Ich würde nur in der weiteren Debatte doch darum ersuchen, sich bei möglichen tatsächlichen Berichtigungen an die Bestimmungen, die wir uns selbst in der Geschäftsordnung gegeben haben, ein wenig strikter zu halten, als das bei den letzten tatsächlichen Berichtigungen insgesamt der Fall war. (Abg. Belakowitsch: ... Präsident Sobotka!)
Abg. Belakowitsch: Oja! – Rufe bei der FPÖ: Doch! – Abg. Belakowitsch: Hallo!
Ich bin jetzt einigermaßen enttäuscht: Alle, die sich heute mit dem Untersuchungsausschuss beschäftigt haben, sind nicht hier – Kollege Einwallner, Frau Yildirim, Frau Belakowitsch. (Abg. Belakowitsch: Oja! – Rufe bei der FPÖ: Doch! – Abg. Belakowitsch: Hallo!) – Ah, Sie ist hier! Gott sei Dank; da bin ich froh, sehr gut! (Rufe bei der SPÖ: Hörl! ... auch da! ... um Strahlenschutz! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ist auch da, gut wunderbar!
Abg. Belakowitsch: Zu Ischgl?
Ich denke, dass da vieles zu untersuchen ist, beispielsweise wäre ja auch eine Antwort auf die Frage interessant, Frau Belakowitsch: Was hat eigentlich Ihre Ministerin Hartinger-Klein bezüglich dieser Frage (Abg. Belakowitsch: Zu Ischgl?), nämlich Viren, Pandemien (Ruf: Herr Präsident, ... Wortmeldung!), in ihrem Ministerium getan? Oder gibt es eine Antwort auf die interessante Frage, was (in Richtung SPÖ) Ihre Klubobfrau, Frau Dr. Pamela Rendi-Wagner (Abg. Loacker: Ein wildes Ablenkungsmanöver! – Zwischenruf des Abg. Scherak), die ja Expertin auf diesem Gebiet ist – die sich im Übrigen während der Krise sehr gut verhalten hat, das muss ich ihr zugestehen –, getan hat? Sie war seit 2011 Sektionschefin (Zwischenrufe bei der SPÖ) im Ministerium, war dann eineinhalb Jahre lang Ministerin. (Abg. Loacker: ... schwarze Landeshauptleute ...! – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scherak.) Habt ihr einmal etwas von Bill Gates gehört oder von den Berichten im Deutschen Bundestag?
Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Belakowitsch: ... Ministrant ...! – Abg. Heinisch-Hosek: Der Heilige Geist! – Zwischenruf des Abg. Matznetter. – Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.
Zum Abschluss richte ich einen Appell an die ÖVP: Wir feiern jetzt Pfingsten. Pfingsten ist ein christliches Fest, das am 50. Tag nach Ostern begangen wird. Es geht letztendlich um die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die nach Jerusalem zurückgekehrten Apostel, welche auf einmal in verschiedenen Sprachen das Wort Gottes in die ganze Welt tragen konnten. (Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Belakowitsch: ... Ministrant ...! – Abg. Heinisch-Hosek: Der Heilige Geist! – Zwischenruf des Abg. Matznetter. – Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Matznetter: Total nett heute ... Belakowitsch! Das ist nett!
Sie haben sich auch nicht zu Wort gemeldet, das finde ich auch etwas eigenartig: Sie kommen hierher und melden sich zu keinem Tagesordnungspunkt zu Wort, das ist eher ungewöhnlich. Vielleicht sind Sie aber so nett und erklären Sie jenen Kollegen, die nicht im Sozialausschuss sind, und den Damen und Herren vor den Bildschirmen, wie das jetzt genau ist! (Abg. Matznetter: Total nett heute ... Belakowitsch! Das ist nett!)
Abg. Belakowitsch: Ich hab es eh erwähnt!
Leider, Frau Kollegin Belakowitsch, haben Sie mich von meinem Zustand innerer Rührung umgehend in einen Zustand leichter Verwunderung versetzt, weil Sie in den letzten zwei bis drei Tagen mehrfach aus dem Sozialausschuss (Abg. Belakowitsch: Ich hab es eh erwähnt!), in dem ich auch gesessen bin – da haben wir uns getroffen –, zitiert haben, aber keines der Zitate, die Sie hier heraußen gebracht haben, ganz egal ob von mir oder von jemand anderem, war richtig oder vollständig, sodass ich schon ein bisschen den Eindruck habe, dass da vielleicht noch ein anderer Ausschuss war, in dem wir uns nicht getroffen haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Aber gepflanzt!
Die letzten Tage diskutieren wir genau zu diesem Thema Covid-Maßnahmen. (Abg. Maurer: ... das Budget!) Von der Opposition werden Anträge eingebracht, Sie lehnen diese Anträge ab und argumentieren auch noch negativ. Dann kommt heute um 14 Uhr die große Pressekonferenz. – Da müssten Sie sich ja verarscht fühlen! (In Richtung Präsidentin Bures:) Entschuldigung, das nehme ich zurück! (Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Aber gepflanzt!)
Beifall bei FPÖ und NEOS. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Meine Frage ist ernst gemeint! Sie führen dieses Parlament ja vollkommen ad absurdum. Werden jetzt Gesetze bei Pressekonferenzen gemacht? Das ist eine ernste Frage. Da können wir dieses Parlament ja zusperren! (Beifall bei FPÖ und NEOS. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ich schon!
Dann gibt es diese skurrile und unglaubliche Situation, dass wir gegen die jährlich auftretende Grippeepidemie eine wirksame Impfung haben, aber nur wenige davon Gebrauch machen. Zuletzt waren es nur 8 Prozent der österreichischen Bevölkerung. Versteht man so etwas? Ich persönlich verstehe es nicht. (Abg. Belakowitsch: Ich schon!)
Abg. Belakowitsch: ... weitere Coronawelle?!
Liebe Kolleginnen und Kollegen, unser aller Ziel muss es sein, die Durchimpfungsrate bei Grippe zu erhöhen, auch im Hinblick darauf, dass wir bei einer eventuellen weiteren Coronawelle nicht so viele Intensivpatienten wegen Grippeerkrankungen auf unseren Intensivstationen haben. (Abg. Belakowitsch: ... weitere Coronawelle?!)
Sitzung Nr. 36
Abg. Belakowitsch: ... aber, Herr Finanzminister, mit den Zahlen haben Sie’s nicht so!
Die ganze Welt ist ja de facto durch dieses Virus aus der Bahn geworfen worden. Mit der gestern beendeten Regierungsklausur wollen wir Österreich wieder zurück auf die Spur bringen. Wir haben bei der Regierungsklausur Maßnahmen im Volumen von etwa 19 Milliarden Euro auf den Weg gebracht. Insgesamt wird Österreich mit den schon bisher beschlossenen Rettungspaketen den Kampf gegen die Coronakrise mit etwa 50 Milliarden Euro führen. Es ist noch ein steiniger Weg, aber damit haben wir zweifellos den Grundstein für begründeten Optimismus gelegt. (Abg. Belakowitsch: ... aber, Herr Finanzminister, mit den Zahlen haben Sie’s nicht so!)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Bei der Entlastung ist es uns vor allem darum gegangen, die Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen zu entlasten, die Leute, die doppelbelastet sind, die arbeiten gehen, die Steuern zahlen, die Kinder zu versorgen haben. Ich bin daher sehr froh darüber und auch stolz darauf, dass wir es geschafft haben, den Eingangssteuersatz rückwirkend mit Jahresbeginn 2020 von 25 auf 20 Prozent zu senken. Das ist insgesamt ein Volumen von 1,6 Milliarden Euro an Entlastungen und bringt, wie Sie (in Richtung Abg. Rendi-Wagner) schon richtig gesagt haben, bis zu 350 Euro für jeden, den es betrifft. Das ist ein großes Paket, vielen Dank, dass das gelungen ist! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Wurm. – Abg. Belakowitsch: Ein paar Nullen mehr oder weniger!
Noch einmal zur Wiederholung: Es geht um 150 Millionen Euro von der Lufthansa, es geht um 150 Millionen Euro von der Republik Österreich, und es geht um einen 300-Millionen-Euro-Kredit, der über die Banken abgesichert ist. Da geht es nicht um Milliarden, und da geht es schon gar nicht um Hypo-Milliarden (Abg. Kassegger: Peanuts, sozusagen!); also da steckt die Sozialdemokratie noch in der Vergangenheit. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Wurm. – Abg. Belakowitsch: Ein paar Nullen mehr oder weniger!)
Abg. Belakowitsch: Sie auch!
Da Sie, geschätzte Damen und Herren von der FPÖ, diese Europastunde mit Arbeitsplätzen und auch finanzieller Gerechtigkeit tituliert haben, muss ich sagen: Sie hätten ja zwei Jahre lang Gelegenheit gehabt, zu versuchen, das mit Ihrer türkisen Ex umzusetzen! (Abg. Belakowitsch: Sie auch!) Was haben Sie gemacht? – Das Gegenteil haben Sie gemacht. Sie haben dafür gesorgt, dass dieses Europa nationalistischer geworden ist und dass dieses Europa schlechter für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geworden ist – gemeinsam mit Ihrem türkisen Ex-Partner. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Fangen Sie neu an! – Weiterer Zwischenruf bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Sie können es noch mal probieren, der Kurz macht das auch ständig!
Mitglied des Europäischen Parlaments Dr. Monika Vana (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrtes Mitglied der Bundesregierung! Liebe Abgeordnete! Liebe KollegInnen! Hohes Haus! Geht es nach unseren EU-NachbarInnen - - Nein, ich muss anders anfangen, tut mir leid! (Abg. Belakowitsch: Fangen Sie neu an! – Weiterer Zwischenruf bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Sie können es noch mal probieren, der Kurz macht das auch ständig!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Wöginger: Danke, wir haben es noch im Griff! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich würde gern Sebastian Kurz, auch wenn er heute nicht anwesend ist, sozusagen eine Warnung mitgeben: Eines Tages wird auch der Messias gekreuzigt (Abg. Schellhorn: Apostel Gust!), und der ÖVP-Obmann wird meistens durch verärgerte Landeshauptleute abserviert. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Wöginger: Danke, wir haben es noch im Griff! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Ministerinnen! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte eingangs schon ein paar Bemerkungen zu diesem Dringlichen Antrag machen: Wir sind es ja von der FPÖ gewohnt, dass, wenn man bis zum Hals im Skandalsumpf steckt, einmal wild um sich geschlagen wird. (Abg. Vogl: Die ÖVP nicht! – Abg. Kassegger: Die Schwarzen sind super sauber!) Frau Kollegin Belakowitsch hat das wieder einmal eindrucksvoll hier am Rednerpult bewiesen. Ich weise nur ganz entschieden zurück, einen Vergleich der Bundesregierung mit den Dreißigerjahren herzustellen. Frau Kollegin Belakowitsch, das ist völlig inakzeptabel! Wenn Sie das tun, dann können Sie es bei einem Parteitag der FPÖ tun, denn dort haben Sie wenigstens noch welche sitzen, die von dieser Zeit noch etwas halten. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir sind das
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Zum Zweiten: Sie kritisieren nach wie vor den Lockdown. Im Übrigen halte ich es für eine Ärztin für völlig unangebracht, wenn man von Leichenbergen spricht. An und für sich wäre es besser, glaube ich – gerade wenn man als Ärztin einen Beruf im Gesundheitsbereich ausübt –, dass man auch eine andere Wortwahl trifft. Aber Sie waren es mit Klubobmann Kickl, die am 13. März dieses Jahres den völligen Lockdown für Österreich eingefordert haben. (Abg. Kickl: Sie haben schon wieder nicht zugehört!) Das ist durch eine OTS-Aussendung der Freiheitlichen Partei nachweisbar. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Jetzt stellen Sie sich seit Wochen her und kritisieren diese Maßnahme.
in Richtung Abg. Belakowitsch
Zum Dritten: Sie legen uns einen Dringlichen Antrag vor, über den man ja durchaus diskutieren kann. Kollege Angerer hat wenigstens einen sachlichen Beitrag abgegeben; darüber kann man ja diskutieren, Sie (in Richtung Abg. Belakowitsch) aber haben erst in der 14. Minute Ihrer Begründung das Wort Arbeitslosigkeit überhaupt erwähnt. Ich würde Sie ersuchen, Frau Kollegin, wenn Sie einen Dringlichen Antrag einbringen – was ja gut und richtig ist, und das Thema ist diskussionswürdig, keine Frage –, etwas früher Bezug auf Ihren eigenen Antrag, den Sie hier mit Ihren Kollegen einbringen (Zwischenrufe bei der FPÖ), zu nehmen (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen), denn sonst führen wir auch dieses Instrument schön langsam ad absurdum. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kickl.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kickl.
Zum Dritten: Sie legen uns einen Dringlichen Antrag vor, über den man ja durchaus diskutieren kann. Kollege Angerer hat wenigstens einen sachlichen Beitrag abgegeben; darüber kann man ja diskutieren, Sie (in Richtung Abg. Belakowitsch) aber haben erst in der 14. Minute Ihrer Begründung das Wort Arbeitslosigkeit überhaupt erwähnt. Ich würde Sie ersuchen, Frau Kollegin, wenn Sie einen Dringlichen Antrag einbringen – was ja gut und richtig ist, und das Thema ist diskussionswürdig, keine Frage –, etwas früher Bezug auf Ihren eigenen Antrag, den Sie hier mit Ihren Kollegen einbringen (Zwischenrufe bei der FPÖ), zu nehmen (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen), denn sonst führen wir auch dieses Instrument schön langsam ad absurdum. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kickl.)
Abg. Belakowitsch: Na dann machts endlich was!
Das ist natürlich eine gewaltige Herausforderung (Abg. Belakowitsch: Na dann machts endlich was!) für die politisch Verantwortlichen in jedem Land. Ich sage es noch einmal – und ich habe es schon oft von diesem Rednerpult aus gesagt (Zwischenruf des Abg. Leichtfried) –: Ich bin stolz, dass ich in diesem Land leben darf, weil Österreich bis jetzt besser durch die Krise gekommen ist als viele andere Länder. (Abg. Belakowitsch: Stimmt ja gar nicht! – Abg. Leichtfried: Ja, aber die Arbeitslosen ... ! – Ruf bei der SPÖ: Ihr tut gar nichts, das ist das Problem! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.) Mir sind weniger Tote wichtiger als das, dass ich erklären muss, dass wir noch um Geduld ersuchen, wenn die Unterstützungszahlung vielleicht noch nicht angekommen ist. Mir ist es wichtiger, dass wir die Menschen in diesem Land geschützt haben, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Belakowitsch: Stimmt ja gar nicht! – Abg. Leichtfried: Ja, aber die Arbeitslosen ... ! – Ruf bei der SPÖ: Ihr tut gar nichts, das ist das Problem! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.
Das ist natürlich eine gewaltige Herausforderung (Abg. Belakowitsch: Na dann machts endlich was!) für die politisch Verantwortlichen in jedem Land. Ich sage es noch einmal – und ich habe es schon oft von diesem Rednerpult aus gesagt (Zwischenruf des Abg. Leichtfried) –: Ich bin stolz, dass ich in diesem Land leben darf, weil Österreich bis jetzt besser durch die Krise gekommen ist als viele andere Länder. (Abg. Belakowitsch: Stimmt ja gar nicht! – Abg. Leichtfried: Ja, aber die Arbeitslosen ... ! – Ruf bei der SPÖ: Ihr tut gar nichts, das ist das Problem! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.) Mir sind weniger Tote wichtiger als das, dass ich erklären muss, dass wir noch um Geduld ersuchen, wenn die Unterstützungszahlung vielleicht noch nicht angekommen ist. Mir ist es wichtiger, dass wir die Menschen in diesem Land geschützt haben, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Diese Familie kommt auf 2 546 Euro im Monat, das sind 76 Prozent (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) sozusagen Nettoersatzrate, wenn man diese Leistungen dazuzählt. Das sind nicht 55 Prozent, sondern 76 Prozent. Ich ersuche nur, dass man alles in dieses Arbeitslosengeld mit hineinrechnet, weil Österreich eine andere Berechnungsmethode hat (Zwischenrufe bei der SPÖ) als viele andere Länder in Europa. Das muss man auch mitbewerten, meine Damen und Herren. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei Abgeordneten von SPÖ, FPÖ und NEOS.)
Abg. Belakowitsch: Ist es ja! – Abg. Kickl: Das geht vom Öllinger ...!
Wenn ich dann in den sozialen Medien lese, was so manche politische Parteien oder politische Funktionsträger dazu meinen! Da ist von Verhöhnung, Frotzelei (Abg. Belakowitsch: Ist es ja! – Abg. Kickl: Das geht vom Öllinger ...!) und Zynismus die Rede. Von einem Abgeordneten wurden wir sogar Verbrecher genannt, weil wir diese Erhöhung durchführen. (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Ja, das war so.
Abg. Belakowitsch: ... Arbeitslosen!
Im Gegenteil: Was ich sehr amüsant finde, ist, dass die FPÖ heute daherkommt und die Erhöhung des Arbeitslosengeldes fordert (Abg. Belakowitsch: ... Arbeitslosen!), die gleiche FPÖ, die noch vor Kurzem die Notstandshilfe abschaffen wollte, die gleiche FPÖ, die die Mindestsicherung für die Ärmsten in diesem Land radikal gekürzt hat, die gleiche FPÖ (Abg. Heinisch-Hosek: Was?) – in der Regierung, ja –, die in Wirklichkeit ein Zweiklassensystem in der Arbeitslosenversicherung schaffen will, ein System für ausländische Arbeitslose und ein anderes System für inländische Arbeitslose. (Abg. Kickl: Sie sind ja schon ganz schwindlig vor lauter Verrenkungen!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
losengelds (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und einer besseren sozialen Absicherung von arbeitslosen Menschen geht. Wir werden entsprechende Arbeitsmarktpakete verhandeln, und da wird das Arbeitslosengeld wieder ein Teil sein. Wir werden im Herbst entsprechende Maßnahmen und Schritte setzen, ja setzen müssen. (Abg. Schellhorn: ... viel Spaß!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es ist nämlich nicht alles so super. Blickt man auf die Zahlen von Mai und vergleicht die deutschen, die Schweizer und die österreichischen Zahlen (Zwischenruf der Abg. Kirchbaumer), dann muss man halt sagen: In Deutschland ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent gestiegen, in der Schweiz um 53 Prozent und in Österreich um 69,7 Prozent. Es ist also nicht alles so super, wie Sie es da beschreiben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Oja! – Abg. Fürst: Doch!
Abgeordneter Laurenz Pöttinger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Herr Kollege Wurm, „eine selbstgemachte Krise“ – das kann wohl nicht Ihr Ernst sein! (Abg. Belakowitsch: Oja! – Abg. Fürst: Doch!) Wir haben auf der ganzen Welt eine Krise, und Sie tun so, als ob wir das heraufbeschworen hätten. Erklären Sie mir einmal, was wir davon hätten! – Das kann nicht Ihr Ernst sein. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Aber?!
Gerade jetzt, da die Gastronomie, die Hotellerie und der Handel wieder anspringen, werden wir diese Arbeitskräfte auch dringend wieder brauchen. Jeder Arbeitslose ist einer zu viel und viele davon sind sicher ganz unverschuldet in diese Situation geraten, und das tut mir auch für viele sehr, sehr leid. (Abg. Belakowitsch: Aber?!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Viele kommen, um sich vorzustellen. Manche arbeiten zwei, drei Tage. (Ruf bei der SPÖ: Legitim!) – Ja, das ist legitim, es ist alles klar. Es ist aber sehr wohl auch so, dass wir bei manchen Menschen leider feststellen müssen, dass sie das eine oder andere noch erledigen wollen, dass sie eine Teilzeitbeschäftigung beziehungsweise eine geringfügige Beschäftigung haben und erst später wieder anfangen wollen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und daher um Verständnis bitten.
Abg. Belakowitsch: „Unserer Länder“? Wie viele Länder habt ihr? – Abg. Loacker: Schön aufgeschrieben, schlecht vorgelesen!
Bei dieser 450-Euro-Einmalzahlung von Almosen oder Gutsherrenmentalität zu sprechen finde ich absolut nicht in Ordnung. (Abg. Heinisch-Hosek: Aber es ist wahr! – Zwischenruf des Abg. Leichtfried.) Zugegeben, es werden sich viele Arbeitslose wünschen, wieder am Arbeitsleben teilzunehmen. Österreich hat ein sehr gutes Sozialsystem und viele Bewohner unserer Länder wären froh darüber. (Abg. Belakowitsch: „Unserer Länder“? Wie viele Länder habt ihr? – Abg. Loacker: Schön aufgeschrieben, schlecht vorgelesen!) – In den anderen Ländern, Entschuldigung!
Abg. Belakowitsch: Ja, ja! – Abg. Wurm: Was genau?
Liebe Kolleginnen und Kollegen der FPÖ-Fraktion, in Ihrem Dringlichen Antrag steht wortwörtlich, dass die Arbeitslosigkeit bewusst durch Regierungsmaßnahmen produziert worden ist. Sie, Herr Kollege Wurm, haben es gerade noch bestätigt. – Diese Unterstellung finde ich ungeheuerlich und es spiegelt Ihre Verschwörungstheorie wider, die Sie in vielen Bereichen schon von sich gegeben haben! (Abg. Belakowitsch: Ja, ja! – Abg. Wurm: Was genau?) Man braucht sich nur Ihren Segelkurs anzusehen, um zu erkennen, wie Sie mit der Covid-19-Krise umgegangen sind.
Abg. Belakowitsch: Zu spät! Nicht zu wenig – zu spät!
Am Anfang waren alle unsere Maßnahmen zu wenig (Abg. Belakowitsch: Zu spät! Nicht zu wenig – zu spät!), dann wieder alle zu viel, dann wurde uns – insbesondere von Ihnen, Frau Kollegin Belakowitsch – immer wieder Schweden als Vorbild vorgehalten. (Abg. Belakowitsch: Wann? Und wo?) – In vielen Sitzungen, hier in diesem Haus (Abg. Belakowitsch: Wann und wo?) haben Sie das getan, absolut. Diese unglaublichen Kurswechsel würden sogar einen Wetterhahn am Blechdach davonfliegen lassen.
Abg. Belakowitsch: Wann? Und wo?
Am Anfang waren alle unsere Maßnahmen zu wenig (Abg. Belakowitsch: Zu spät! Nicht zu wenig – zu spät!), dann wieder alle zu viel, dann wurde uns – insbesondere von Ihnen, Frau Kollegin Belakowitsch – immer wieder Schweden als Vorbild vorgehalten. (Abg. Belakowitsch: Wann? Und wo?) – In vielen Sitzungen, hier in diesem Haus (Abg. Belakowitsch: Wann und wo?) haben Sie das getan, absolut. Diese unglaublichen Kurswechsel würden sogar einen Wetterhahn am Blechdach davonfliegen lassen.
Abg. Belakowitsch: Wann und wo?
Am Anfang waren alle unsere Maßnahmen zu wenig (Abg. Belakowitsch: Zu spät! Nicht zu wenig – zu spät!), dann wieder alle zu viel, dann wurde uns – insbesondere von Ihnen, Frau Kollegin Belakowitsch – immer wieder Schweden als Vorbild vorgehalten. (Abg. Belakowitsch: Wann? Und wo?) – In vielen Sitzungen, hier in diesem Haus (Abg. Belakowitsch: Wann und wo?) haben Sie das getan, absolut. Diese unglaublichen Kurswechsel würden sogar einen Wetterhahn am Blechdach davonfliegen lassen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Es ist ja schon ein paar Mal so getan worden, als ob das Ganze aus Jux und Tollerei passiert wäre, als ob wir sozusagen absichtlich das ganze Land gegen die Wand gefahren hätten. Ich weiß nicht, aus welchem niedrigen Beweggrund heraus wir das hätten tun sollen. Vielleicht stehen wir sonst total irgendwie auf irgendwelche Krisen oder sonst etwas, aber bitte, liebe Kolleginnen und Kollegen, vor allem der FPÖ: Ich glaube, wir brauchen nur über die Grenzen zu schauen: Italien, Frankreich, Spanien, UK, Großbritannien (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) – also Großbritannien/UK, natürlich –, USA, Brasilien. Ich glaube, wir sehen, was dort überall passiert und was bei uns hätte passieren können, wenn wir nichts getan hätten. Den Lockdown haben wir also nicht aus Spaß und Jux und Tollerei gemacht – übrigens, ihr habt ihn ja selber gefordert, das habt ihr heute eh schon öfters gehört –, sondern wir haben ihn deswegen gemacht, weil es einfach notwendig war. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Abg. Belakowitsch: Was? Können Sie diesen Satz wiederholen?
Zusätzlich gibt es dann noch andere Maßnahmen, wie beispielsweise die 360 Euro als zusätzliche Mittel für Kinder, damit wir eben Familien nicht in die Arbeitslosigkeit abrutschen lassen. (Abg. Belakowitsch: Was? Können Sie diesen Satz wiederholen?)
Abg. Maurer: Sogar die Frau Belakowitsch hat es geschafft, ...!
Jetzt habe ich mir, Frau Kollegin Maurer (Abg. Maurer: Sogar die Frau Belakowitsch hat es geschafft, ...!), gerade zum ersten Mal diese Presseaussendung von damals, vom 13. März, in Ruhe und vollständig durchgelesen. Ich weiß nicht, ob Sie das gemacht haben. In dieser Presseaussendung findet sich eigentlich nichts von dem, was Sie hier ständig behaupten. Ich habe darin nicht gefunden, dass gefordert wurde, für Wochen und Monate der österreichischen Wirtschaft und in Wahrheit dem gesamten öffentlichen Leben den Stecker zu ziehen. Das steht mit keinem Wort drinnen. Es wurde nicht gefordert, dass Geschäfte, Wirtshäuser, Schulen und andere Institutionen gesperrt werden. Es wurde nicht gefordert, dass die Menschen daheim eingesperrt werden oder das Gefühl haben, sich selbst zu Hause einsperren zu müssen, und dass ihnen bei Verstößen oder angeblichen Verstößen gegen angebliche Gesetze und Vorschriften gedroht wird, zum Beispiel vom Herrn Innenminister, der ja vor den Lebensgefährdern gewarnt hat, die er bestrafen wird und die er aus dem Verkehr ziehen wird. – Nur beim Herrn Kurz im Kleinwalsertal hat er dann weggeschaut. Da waren wieder die anderen schuld: Da waren die Journalisten schuld, da waren die Bürger schuld. Bei der ÖVP sind
Abg. Belakowitsch: Das ist ÖVP-Politik, ja!
Ich komme aus einer Region, die so strukturiert ist, dass die Landwirtschaft fast ausschließlich im Nebenerwerb betrieben wird. Das heißt im Volksmund: Zum Leben zweng, zum Sterben zvü! (Abg. Belakowitsch: Das ist ÖVP-Politik, ja!) Oft ist es so, dass diese Menschen schlechter bezahlte Arbeitsplätze in der Nähe ihrer Betriebe annehmen und nach Feierabend nach Hause fahren und in ihrer Landwirtschaft weiterarbeiten. Eine Siebentagewoche ist für jeden tierhaltenden Betrieb normal und ein Arbeitstag mit oft mehr als 12 Stunden ist selbstverständlich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wurm: Das haben Sie nicht verstanden, Frau Kollegin! – Abg. Belakowitsch: Wir können das gerne besprechen!
Spannend finde ich, dass diesen Antrag die FPÖ gestellt hat. Jene Partei, die sich noch in den letzten Wahlkämpfen als die große Arbeitnehmerpartei präsentiert hat, ist nun die große Vertreterin der Arbeitslosen. Die FPÖ erachtet es in ihrem Antrag als „volkswirtschaftspolitisch“ notwendig, dass das Arbeitslosengeld erhöht wird. Was wäre dann das Ergebnis? – Dass jene, die fleißig arbeiten, noch mehr arbeiten müssen, um die Arbeitslosen zu bewirten, ihr Essen zu ernten und sie mit Steuergeldern zu bezahlen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wurm: Das haben Sie nicht verstanden, Frau Kollegin! – Abg. Belakowitsch: Wir können das gerne besprechen!) Um das festzustellen, brauche ich keine Statistik und kein Studium, das sagt mir der Hausverstand.
Abg. Belakowitsch: Er war eh da!
Leider ist der Gesundheitsminister heute nicht hier (Abg. Belakowitsch: Er war eh da!), aber er ist sicherlich einer der Faktoren, die auch mich optimistisch stimmen, dass diese zukunftsorientierte Lösung bald kommen wird. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Sehr geehrte Damen und Herren, wenn wir beim Nichtstun sind: Fragen Sie die Bevölkerung, wer in ihren Augen nichts tut! Zumindest von einer Arbeitsministerin hätten sich viele erwartet, dass sie endlich einmal die Arbeit aufnimmt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und wirklich für geordnete Maßnahmen sorgt, um den Arbeitsmarkt zu stützen und den Betroffenen zu helfen.
Abg. Belakowitsch: Sie schreibt SMS!
Frau Ministerin, wissen Sie, wie sich viele Arbeitslose fühlen (Bundesministerin Aschbacher schaut auf ihr Handy) – es interessiert Sie nicht, ich sehe es eh gerade! (Abg. Belakowitsch: Sie schreibt SMS!) –, die Sie in die Arbeitslosigkeit getrieben haben? Ich meine nicht die, mit denen Sie Fotos gemacht haben, die Sie als Opfer vor die Kamera gezerrt haben. Dazu muss ich Ihnen auch noch sagen: Es dürfte ja so sein, dass Sie ein Naheverhältnis haben, wie „Der Standard“ aufgedeckt hat und richtig schreibt. Ich darf den „Standard“ zitieren: „Die Familienministerin, das Baby und zufällige Connections“. Es wäre für Sie sogar der gute Weg, wenn herauskommt, dass „Der Standard“ recht gehabt hat. Wissen Sie nämlich, was der absolut falsche Weg ist? – Wenn Sie als Ministerin zum Eigennutzen Opfer vor die Kamera zerren, die Hilfe brauchen, und österreichweit durch die Medien treiben, nur damit es Ihnen selbst nützt! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Matznetter. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Dietmar Keck (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Meine Damen und Herren! Kollege Schnedlitz, Kollegen Obernosterer kann man nicht als Nachfolger der Ministerin vorschlagen, denn den haben wir schon als Nachfolger für den Finanzminister vorgeschlagen (Beifall bei der SPÖ – Zwischenruf des Abg. Schnedlitz – Heiterkeit und weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), und mehr Ressorts kann er nicht übernehmen. Das heißt, er ist die einzige Personaldecke, die wir noch in der ÖVP drüben haben, und die muss man wirklich für bessere Positionen aufheben. (Zwischenruf des Abg. Matznetter. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Sitzung Nr. 38
Abg. Belakowitsch: Ist das Protokoll falsch? – Zwischenrufe der Abgeordneten Leichtfried und Matznetter
Bundeskanzler Sebastian Kurz: Da ich bei der Sitzung dabei war, kann ich beurteilen, was ich gesagt habe, und so wie Sie das darstellen, ist das nicht gesagt worden (Abg. Belakowitsch: Ist das Protokoll falsch? – Zwischenrufe der Abgeordneten Leichtfried und Matznetter), sondern es ging um eine Debatte unter Experten, in der Experten darauf hingewiesen haben, dass viele, weil sie die Krankheit weder sehen noch riechen können, im Moment noch zu wenig Bewusstsein diesbezüglich haben. Ich habe darauf hingewiesen, dass es legitim ist, wenn sich Menschen vor einer Ansteckung fürchten, ich habe aber dazugesagt, dass mir wichtig erscheint (Abg. Belakowitsch: Ist das Protokoll falsch?), dass die Menschen sich nicht vor dem Zusammenbruch unserer Systeme oder der Versorgungssicherheit fürchten. Darum ist es gegangen.
Abg. Belakowitsch: Ist das Protokoll falsch?
Bundeskanzler Sebastian Kurz: Da ich bei der Sitzung dabei war, kann ich beurteilen, was ich gesagt habe, und so wie Sie das darstellen, ist das nicht gesagt worden (Abg. Belakowitsch: Ist das Protokoll falsch? – Zwischenrufe der Abgeordneten Leichtfried und Matznetter), sondern es ging um eine Debatte unter Experten, in der Experten darauf hingewiesen haben, dass viele, weil sie die Krankheit weder sehen noch riechen können, im Moment noch zu wenig Bewusstsein diesbezüglich haben. Ich habe darauf hingewiesen, dass es legitim ist, wenn sich Menschen vor einer Ansteckung fürchten, ich habe aber dazugesagt, dass mir wichtig erscheint (Abg. Belakowitsch: Ist das Protokoll falsch?), dass die Menschen sich nicht vor dem Zusammenbruch unserer Systeme oder der Versorgungssicherheit fürchten. Darum ist es gegangen.
Abg. Belakowitsch: Ist das Protokoll falsch?
Ich halte es als Bundeskanzler für verantwortungsvoll (Abg. Belakowitsch: Ist das Protokoll falsch?), wenn ich einen Informationsvorsprung habe, auf die Gefahren einer Ansteckung und einer Erkrankung hinzuweisen. (Abg. Wurm: Wenn die Antwort die Unwahrheit ist!) Und ich bleibe dabei: Die verharmlosenden Vergleiche mit der Grippe waren falsch und gefährlich. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Loacker: Nein, er hat 2! Zusatzfrage hat 1! – Abg. Belakowitsch: Seit wann? – Ruf: Er hat 2!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Das ist ein Hinweis, der falsch ist. Sie haben nur 1 Minute, aber Sie dürfen fortfahren. (Abg. Loacker: Nein, er hat 2! Zusatzfrage hat 1! – Abg. Belakowitsch: Seit wann? – Ruf: Er hat 2!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Bundeskanzler Sebastian Kurz: Zunächst einmal sind Spenden, die eine gewisse Summe überschreiten, laut Gesetz, wenn sie an eine Partei gehen, dem Rechnungshof zu melden. Die ÖVP – und ich gehe davon aus, dass sich auch alle anderen Parteien daran halten – tut das. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Alle weiteren Fragen
Abg. Belakowitsch: Aber ein inhaltlicher Zusammenhang ...!
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Jetzt geht die Geschichte dann doch etwas zu weit (Ah-Rufe bei SPÖ und FPÖ), denn das Zusammenziehen von Tagesordnungspunkten wird letzten Endes in der Präsidialkonferenz entschieden (Abg. Belakowitsch: Aber ein inhaltlicher Zusammenhang ...!), und wir haben uns darauf verständigt, dass diese Punkte zusammengeführt werden.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das Dritte ist, dass der vorsitzführende Präsident oder die vorsitzführende Präsidentin seit Jahrzehnten von den MitarbeiterInnen der Parlamentsdirektion in solchen Angelegenheiten beraten wird. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das ist Usus hier im Haus. Entweder richten Sie Ihren Antrag so her, dass er im Zusammenhang steht, dann wird er auch zugelassen, oder nicht! Bei diesem ist es anscheinend der Fall, dass es keinen Zusammenhang gibt, und daher ist er nicht zuzulassen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Martin Graf: Da wird schon wieder abgemauert! – Abg. Belakowitsch: Ja! Alles abgedreht! – Abg. Martin Graf: ... Freimaurer!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Wir werden uns diesbezüglich in der Präsidiale beraten. (Abg. Martin Graf: Da wird schon wieder abgemauert! – Abg. Belakowitsch: Ja! Alles abgedreht! – Abg. Martin Graf: ... Freimaurer!)
Zwischenrufe bei den Grünen. – Abg. Meinl-Reisinger: Nein, bitte nicht! Ihre Kollegin Belakowitsch klingt ja schon viel progressiver! – Zwischenruf der Abg. Hamann.
Abgeordneter Wolfgang Zanger (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Um vielleicht kurz den Ball aufzunehmen, den Sie, Frau Hamann, da haben liegen lassen: die Kinderbetreuung während der Coronazeit. Da sollten wir uns alle miteinander vielleicht wieder einmal ein bisschen an der Nase nehmen, um jenes zu schätzen, von dem wir Freiheitlichen immer gesagt haben, dass es das Schätzenswerteste ist, nämlich die ursprünglichste aller Betreuungseinrichtungen, und das ist noch immer die Mutter. (Zwischenrufe bei den Grünen. – Abg. Meinl-Reisinger: Nein, bitte nicht! Ihre Kollegin Belakowitsch klingt ja schon viel progressiver! – Zwischenruf der Abg. Hamann.)
Abg. Belakowitsch: Nein, er hat gesagt ...!
Das ging so weit, dass der Herr Bundeskanzler in der Sendung „Frühstück bei mir“ sinngemäß gesagt hat: Die werden halt zu deppert gewesen sein, den Antrag richtig auszufüllen (Abg. Belakowitsch: Nein, er hat gesagt ...!), oder, wer weiß, vielleicht haben sie das ja an der Steuer vorbei gemacht! – Ein Generalverdacht, ausgesprochen gegenüber den Unternehmerinnen und Unternehmern, dass sie alle potenzielle Steuerhinterzieher sind! Mit diesem Misstrauen werden wir nicht aus der Krise kommen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den NEOS.)
Heiterkeit und Beifall bei den NEOS sowie Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Dann kommen wir zu Folgendem – jetzt sitzt der Dritte Nationalratspräsident hinter mir, aber heute Vormittag wurde der Antrag des Kollegen von der FPÖ ja nicht zugelassen ‑: Was sich bei der Öbag abspielt, ist spektakulär. Da muss ich sagen, das ist nicht nur ein Megamurks, sondern – ich darf zitieren, irgendjemand hat das sicher gesagt – das ist eine Riesensauerei. (Heiterkeit und Beifall bei den NEOS sowie Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Meinl-Reisinger: Geh bitte! Machen Sie’s doch besser! Machen Sie’s besser! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es ist heute schon einiges an Vorwürfen gekommen. Ich habe eine Bitte, eine große Bitte: Ich verstehe alles, ich verstehe, dass die Opposition auch ihr Geschäft machen muss (Abg. Schellhorn: „Geschäft“?!), aber bitte machen Sie nicht immer alles schlecht, denn in Österreich ist vieles sehr, sehr gut, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Meinl-Reisinger: Geh bitte! Machen Sie’s doch besser! Machen Sie’s besser! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Maurer. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Loacker: Kompetent ist sie schon! – Weitere Zwischenrufe bei den NEOS.
Ich glaube beziehungsweise ich bin der festen Überzeugung, dass sich die NEOS immer selbst als liberale Partei bezeichnen, und heute rufen sie nach einem weiteren Amt, nach einer weiteren Stelle, nach einer weiteren Stelle für mehr Bürokratie. (Abg. Schellhorn: ... weil Sie’s nicht schaffen! – Abg. Meinl-Reisinger: Das kann auch ehrenamtlich sein! Kann auch ehrenamtlich sein! Sie können auch die Hälfte Ihrer Regierungs...!) Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich sage Ihnen: Wir brauchen keine neue Stelle, wir brauchen kein neues Amt, wir haben eine ausgezeichnete Wirtschaftsministerin und das Wirtschaftsministerium ist das Kompetenzzentrum für unsere Unternehmerinnen und Unternehmer. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Maurer. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Loacker: Kompetent ist sie schon! – Weitere Zwischenrufe bei den NEOS.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Wurm: Um die Berg, habe ich gesagt! – Abg. Belakowitsch: Die beneiden uns nicht um den Bundeskanzler! Das war ...! – Zwischenrufe der Abgeordneten Wöginger und Kollross.
Wirklich, sprechen Sie (in Richtung Abg. Meinl-Reisinger) einmal mit den Unternehmern in Deutschland, Frau Kollegin! Wirklich! Ich war in Deutschland, ich habe mir die deutsche Situation angeschaut, ich habe auch heute noch telefoniert. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Die beneiden uns um das - - (Abg. Wurm: Um die Berg! – Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.) – Die beneiden uns nicht nur um den Bundeskanzler, Herr Kollege Wurm, sondern die beneiden uns auch um unsere Pakete. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Wurm: Um die Berg, habe ich gesagt! – Abg. Belakowitsch: Die beneiden uns nicht um den Bundeskanzler! Das war ...! – Zwischenrufe der Abgeordneten Wöginger und Kollross.)
Abg. Steinacker: Geh bitte! – Abg. Belakowitsch: Stimmt aber!
Reden Sie über das, was man wirklich messen kann: Das sind die (Abg. Meinl-Reisinger: Arbeitslosen!) Arbeitslosen, Frau Ministerin! Gestern saß Ihre Kollegin Aschbacher kalkweiß wie ein abgeschalteter Automat da und hat, während ihr Didi Keck Schicksale vorgehalten hat, nicht mehr gesprochen, nicht reagiert. Man hat sich gefragt: Geht es ihr noch gut? (Abg. Steinacker: Geh bitte! – Abg. Belakowitsch: Stimmt aber!) Und dann fragst du dich, wie die Performance ist?! (Abg. Schmidhofer: Dafür bist du hochrot!) – Ihr seid in einer Situation, dass die fähigsten Minister bei den Grünen sind! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Loacker und Meinl-Reisinger. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch. – Abg. Loacker: Es hält sich ganz gut die Waage!) Das ist doch die Wahrheit!
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Loacker und Meinl-Reisinger. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch. – Abg. Loacker: Es hält sich ganz gut die Waage!
Reden Sie über das, was man wirklich messen kann: Das sind die (Abg. Meinl-Reisinger: Arbeitslosen!) Arbeitslosen, Frau Ministerin! Gestern saß Ihre Kollegin Aschbacher kalkweiß wie ein abgeschalteter Automat da und hat, während ihr Didi Keck Schicksale vorgehalten hat, nicht mehr gesprochen, nicht reagiert. Man hat sich gefragt: Geht es ihr noch gut? (Abg. Steinacker: Geh bitte! – Abg. Belakowitsch: Stimmt aber!) Und dann fragst du dich, wie die Performance ist?! (Abg. Schmidhofer: Dafür bist du hochrot!) – Ihr seid in einer Situation, dass die fähigsten Minister bei den Grünen sind! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Loacker und Meinl-Reisinger. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch. – Abg. Loacker: Es hält sich ganz gut die Waage!) Das ist doch die Wahrheit!
Abg. Belakowitsch: Der Sebastian kommt irgendwie schon vor!
Abgeordneter Peter Wurm (FPÖ): Herr Präsident! Werte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Werte Zuseher! Hohes Haus! Ja, summa summarum, wenn man zusammenfasst, wie Unternehmer in Österreich jetzt nach den vielen Wochen denken, würde ich sagen, kann man es vielleicht so formulieren: Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott!, und: Hilfst du dir selbst nicht, dann hilft dir auch Gott nicht! – Sie werden merken, da kommt das Wort Regierung nicht vor. (Abg. Belakowitsch: Der Sebastian kommt irgendwie schon vor!) Wie die Stimmungslage draußen bei den Unternehmern ist, ist damit, würde ich sagen, ganz gut zusammengefasst.
Abg. Belakowitsch: Gut, dass Sie gesagt haben, dass Sie verwirrt sind!
Danach sprechen Sie von der Gefahr, dass die Mehrwertsteuersenkung die Sparquote erhöht. (Abg. Belakowitsch: Gut, dass Sie gesagt haben, dass Sie verwirrt sind!) – Also jetzt bin ich wiederum verwirrt, denn eigentlich ist die Mehrwertsteuersenkung für die Gastro und für die Kultur und soll bei den Unternehmen bleiben. (Abg. Haubner: Das ist eine Verwechslung!) So war es eigentlich gedacht. (Abg. Haubner: Das ist eine Verwechslung!) Also ich glaube nicht, dass das in die Sparquote geht, aber gut. (Abg. Ottenschläger: Das stimmt ja wirklich nicht!)
Abg. Belakowitsch: Wir sind schnell aus dem Lockdown herausgekommen?! – Es ist alles relativ!
Zur „Stabilität des Preisniveaus“ – also ich weiß nicht, ich habe damals noch gelernt, dass eigentlich Angebot und Nachfrage dazu beitragen, und ich glaube, wir machen alles dafür, dass wir beides stimulieren. Auf der einen Seite das Angebot (Abg. Hoyos-Trauttmansdorff: Gerade in der Forstwirtschaft!): Ich glaube, Österreich ist Gott sei Dank sehr schnell in den Lockdown gegangen, sehr schnell aus dem Lockdown herausgekommen (Abg. Belakowitsch: Wir sind schnell aus dem Lockdown herausgekommen?! – Es ist alles relativ!) und tut jetzt alles, um das Angebot wiederherzustellen. Dafür bin ich sehr dankbar. Die Unternehmen sind dankbar und die Bürger sind dankbar. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Sitzung Nr. 40
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Was aber auch außer Frage steht – und das habe ich nicht nur einmal von den Soldaten vor Ort gehört –: Wir müssen beim Verwaltungsapparat diverse Optimierungen vornehmen. Es kann nicht sein, dass im Bereich Beschaffungen in dem Tempo agiert wird, in dem das in der Vergangenheit der Fall war. Entscheidungen müssen künftig vermehrt dort getroffen werden, wo sie auch zum Tragen kommen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Besonders mit diesem Veränderungsprozess haben wir die Kommandanten der diversen Führungsebenen bereits intensiv befasst. Klar ist – wie bereits erwähnt –, dass wir investieren müssen, und dafür haben Sie, sehr geehrte Damen und Herren, hier im Parlament ja auch gesorgt, indem Sie das höchste Verteidigungsbudget, das wir jemals hatten, beschlossen haben – dafür ein Dankeschön! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Kassegger: Meinen Sie das jetzt wirklich ernst?)
Abg. Belakowitsch: Das hat kein Mensch gesagt!
Eines noch zum Schluss: Wenn der eine oder andere meint, ich habe den undankbarsten Job der Republik (Zwischenruf des Abg. Loacker), dann sage ich Ihnen an dieser Stelle (Abg. Belakowitsch: Das hat kein Mensch gesagt!): Nein, ich habe eine der schönsten und der verantwortungsvollsten Aufgaben in dieser Republik. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kickl: Hoffentlich nimmer lang!)
Abg. Belakowitsch: Das war keine Erklärung, das war ...!
Abgeordneter Mag. Michael Hammer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Verteidigungsministerin! Frau Bundesministerin! Geschätzte Damen und Herren! Gestatten Sie mir nach der Erklärung der Frau Bundesminister (Abg. Belakowitsch: Das war keine Erklärung, das war ...!), bevor ich zum Hauptteil meiner Rede komme, dennoch ein Thema anzusprechen, da das die erste Plenarsitzung nach diesem Vorfall ist: Wir sind grundsätzlich auch für zugespitzte Diskussionen zugänglich, aber das, was sich Frau Abgeordnete Krisper vergangene Woche im Ibiza-Untersuchungsausschuss geleistet hat (Ah-Rufe bei der SPÖ), wo sie durch gezieltes Mobbing die Verfahrensrichterin zum Rücktritt gezwungen hat (Abg. Kickl: Jössas! – Rufe bei der SPÖ: Das ist jetzt aber nicht Thema! Themenverfehlung! – Zwischenruf des Abg. Hoyos-Trauttmansdorff), war eine verbale Entgleisung, die man nicht durchgehen lassen kann. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei SPÖ und NEOS.)
die Abgeordneten Belakowitsch und Kickl: Ach so!
Ja, es lässt sich trefflich darüber diskutieren, ob die Kommunikation der Ministerin Tanner in der Frage der Neustrukturierung oder Reform des Bundesheers strategisch besonders glücklich war. Es hat durchaus Irritationen ausgelöst, aber Irritationen sind ja grundsätzlich etwas Positives, weil sie die Debatte beleben (die Abgeordneten Belakowitsch und Kickl: Ach so!), und diese Debatte haben wir jetzt.
Sitzung Nr. 43
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Bundesminister für Inneres Karl Nehammer, MSc: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Abgeordnete des Hohen Hauses! Sehr geehrte Damen und Herren vor den Fernsehgeräten und auf der Galerie! Ein guter Tag beginnt im Parlament. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich sage das als ehemaliger Abgeordneter, ich habe die Auseinandersetzungen schon vermisst. Ich kenne Herbert Kickl noch aus unserer Koalition als wortgewaltigen Redner und freue mich jetzt, als Innenminister hier stehen zu dürfen und Rede und Antwort zu stehen. Das ist gefordert, das ist das gute Recht der Opposition gegenüber der Regierung.
Beifall bei ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Amesbauer: Ihr habt die alle hereingelassen! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Diesen Menschen sei von dieser Stelle aus etwas ausgerichtet: Die Polizei ist darauf vorbereitet, wir lassen das nicht zu! Wir werden jeden verfolgen, der sich das Recht herausnimmt, einen Versammlungsteilnehmer oder eine -teilnehmerin anzugreifen, Menschen anzugreifen, Sachen zu beschädigen oder gar das Leben der Polizistinnen und Polizisten zu bedrohen. (Beifall bei ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Amesbauer: Ihr habt die alle hereingelassen! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Kickl: Na, den gibt’s, davon können Sie ausgehen! Wie naiv muss man sein? – Abg. Belakowitsch: Den gibt’s doch! ...! – Abg. Amesbauer: Da brauch ich nix zu untersuchen ...!
Eines sage ich auch ganz klar von dieser Stelle: Wenn sich herausstellen sollte, dass es einen türkischen Einfluss auf diese Maßnahmen gibt (Abg. Kickl: Na, den gibt’s, davon können Sie ausgehen! Wie naiv muss man sein? – Abg. Belakowitsch: Den gibt’s doch! ...! – Abg. Amesbauer: Da brauch ich nix zu untersuchen ...!), wenn sich herausstellen sollte, dass von einem anderen Staat versucht wird, in Österreich Unruhe zu stiften, Gewalttaten zu provozieren, dann wird auch dieses Land die volle Konsequenz der Republik Österreich kennenlernen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Jakob Schwarz.)
Abg. Amesbauer: Wir brauchen keine Integration von solchen Leuten! Die sind nicht integrierbar, die gehören abgeschoben! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Zu diesem Zweck gibt es jetzt mehrere Maßnahmen, um auf diese Vorkommnisse in Favoriten zu reagieren. Das eine ist, dass wir einen systemischen Ansatz brauchen. Auch da haben Sie recht, Herr Klubobmann, man muss dort hineinschauen, wo es in den Fragen der Integration nicht gut läuft. (Abg. Amesbauer: Wir brauchen keine Integration von solchen Leuten! Die sind nicht integrierbar, die gehören abgeschoben! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Deswegen sind die Integrationsministerin und ich auch dabei, einen runden Tisch zu formieren, der sich genau dieser Problemstellung widmet.
Abg. Amesbauer: Eben! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Bundesminister für Inneres Karl Nehammer, MSc (fortsetzend): Danke, Herr Präsident! Gleichzeitig muss ich feststellen, dass selbst diese Zwischenrufe kultiviert sind im Vergleich zu dem, was damals in Favoriten passiert ist. (Abg. Amesbauer: Eben! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Ernst-Dziedzic und Maurer. – Abg. Belakowitsch: Wos jetzt?! – Abg. Kickl: Sie haben ein Pulverfass! – Zwischenruf der Abg. Becher.
Meine Damen und Herren, wir haben in Wien noch kein Sicherheitsproblem, wir haben in Wien aber ein ganz massives und seit Jahren andauerndes Integrationsproblem. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Ernst-Dziedzic und Maurer. – Abg. Belakowitsch: Wos jetzt?! – Abg. Kickl: Sie haben ein Pulverfass! – Zwischenruf der Abg. Becher.)
Beifall bei SPÖ und NEOS. – Abg. Wöginger: Für was ist denn der Bürgermeister von Wien überhaupt zuständig? – Abg. Belakowitsch: Nicht nervös werden!
Abgeordneter Mag. Jörg Leichtfried (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! Verblüffend: Kollege Mahrer hat ein leichtes Orientierungsproblem, wenn er beim Thema Integration da (in Richtung SPÖ deutend) hinüberschaut. (Ruf bei der ÖVP: Nein, hat er nicht!) Wer war denn sieben Jahre lang für Integration verantwortlich? Wer ist jetzt für Integration verantwortlich? (Abg. Greiner: Der Kurz!) – Herr Kurz mit seiner ÖVP, Herr Mahrer! Beschweren Sie sich doch bei ihm, das ist das Vernünftigere! (Beifall bei SPÖ und NEOS. – Abg. Wöginger: Für was ist denn der Bürgermeister von Wien überhaupt zuständig? – Abg. Belakowitsch: Nicht nervös werden!)
Abg. Belakowitsch: Ihr habt sie reingeholt, die Leute!
Wir wollen nicht, dass es Gewalt auf unseren Straßen gibt (Abg. Belakowitsch: Ihr habt sie reingeholt, die Leute!), wir wollen nicht, dass es Rechtsextremismus gibt (Zwischenruf bei der FPÖ – Abg. Belakowitsch: Sagen Sie das bitte dem Herrn ...!), und die Sozialdemokratie hat null Toleranz – null Toleranz! – gegenüber Gewalt, null Toleranz gegenüber Rechtsextremismus und null Toleranz gegenüber Menschen, die unseren Rechtsstaat nicht akzeptieren. Das muss auch einmal ganz klar gesagt werden! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei der FPÖ – Abg. Belakowitsch: Sagen Sie das bitte dem Herrn ...!
Wir wollen nicht, dass es Gewalt auf unseren Straßen gibt (Abg. Belakowitsch: Ihr habt sie reingeholt, die Leute!), wir wollen nicht, dass es Rechtsextremismus gibt (Zwischenruf bei der FPÖ – Abg. Belakowitsch: Sagen Sie das bitte dem Herrn ...!), und die Sozialdemokratie hat null Toleranz – null Toleranz! – gegenüber Gewalt, null Toleranz gegenüber Rechtsextremismus und null Toleranz gegenüber Menschen, die unseren Rechtsstaat nicht akzeptieren. Das muss auch einmal ganz klar gesagt werden! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Abgeordnete Mag. Faika El-Nagashi (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Eines vorweg: Lassen Sie mich in klaren und deutlichen Worten sagen, was wir in Wien vor gut einer Woche gesehen haben: Es waren Angriffe von Faschisten auf Antifaschisten und Antifaschistinnen (Abg. Kickl: Also Faschisten gegen Faschisten!), es war Männergewalt, die sich gegen eine feministische Kundgebung gewandt hat (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und es waren Gruppen von Jugendlichen im nationalistischen Gewalttaumel.
Abg. Belakowitsch: Sind sie das?
Es ist kein Wunder, dass die rechtsextremen Identitären aus Österreich mit den rechtsextremen Grauen Wölfen aus der Türkei auf einer Linie sind (Abg. Belakowitsch: Sind sie das?), dass sie deren Forderungen verbreiten und solidarische linke Orte wie das Ernst-Kirchweger-Haus angreifen. (Abg. Belakowitsch: ... rechtsfreier Raum!) Wenn etwas geschlossen werden muss, dann sind es diese rechten Parallelwelten, in denen Faschismus, Rechtsextremismus und Nationalismus Hand in Hand gehen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: ... rechtsfreier Raum!
Es ist kein Wunder, dass die rechtsextremen Identitären aus Österreich mit den rechtsextremen Grauen Wölfen aus der Türkei auf einer Linie sind (Abg. Belakowitsch: Sind sie das?), dass sie deren Forderungen verbreiten und solidarische linke Orte wie das Ernst-Kirchweger-Haus angreifen. (Abg. Belakowitsch: ... rechtsfreier Raum!) Wenn etwas geschlossen werden muss, dann sind es diese rechten Parallelwelten, in denen Faschismus, Rechtsextremismus und Nationalismus Hand in Hand gehen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Die Angriffe auf die prokurdischen, linken, feministischen Gruppen waren Angriffe auf das Demonstrationsrecht (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), auf Frauenrechte, auf die Sichtbarkeit im öffentlichen Raum, auf die politische Meinungsäußerung – und sie dürfen sich nicht wiederholen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Das hat sofort und unmissverständlich auch die Wiener Stadtregierung gesagt, dafür steht sie und arbeitet sie auch. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Nein, können wir nicht! – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek. – Abg. Wöginger: Na, was schreist denn a so! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich würde Sie bitten, die Diskussion nicht mit ständigem Herausrufen zu stören. Sie können sich ja alle zu Wort melden. (Abg. Belakowitsch: Nein, können wir nicht! – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek. – Abg. Wöginger: Na, was schreist denn a so! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Das ist nicht wurscht!
Was es braucht, ist ein effektiver Einsatz gegen Rechtsextremismus – es ist vollkommen wurscht, ob der hausgemacht oder importiert ist (Abg. Belakowitsch: Das ist nicht wurscht!) –, und gegen jede Bewegung, die antisemitisch, die fremdenfeindlich, die rassistisch oder auch frauenfeindlich ist, muss vorgegangen werden; und Frauenfeindlichkeit spielt in dieser Auseinandersetzung eine ganz, ganz große Rolle. Was es zum Beispiel endlich braucht, ist eine gescheit funktionierende Dokumentationsstelle.
Abg. Belakowitsch: ... dankbar! Alle dankbar!
Dass das so ist, habe ich am Sonntag selber erleben dürfen. Ich war bei einer Geburtstagsfeier, da kamen alle wieder zusammen, die sich schon lange nicht mehr gesehen hatten. Es war große Freude dort, das hat man richtig gespürt, trotzdem aber haben sich die Leute daran gehalten, Abstand zu nehmen, sich nicht abzubusseln, sich nicht in die Arme zu nehmen. All das hat super funktioniert, und wir haben dort sehr viel positive Energie erleben können – dass die Leute sehr dankbar dafür sind, wie Österreich durch die Krise gekommen ist, und dankbar auch dafür, wie es jetzt weitergehen soll. (Abg. Belakowitsch: ... dankbar! Alle dankbar!)
Beifall bei Abgeordneten der NEOS. – Heiterkeit und Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: ... die wissen, dass sie schadhaft sind! – Zwischenbemerkung von Bundesministerin Schramböck.
geflogen, die die defekten Masken gebracht hat, die dann nach Tirol und Südtirol gebracht worden sind. Die Frau Ministerin hat publikumswirksam am Flughafen eine Kiste von Hary Raithofer entgegengenommen. – Sie hätten durchaus aufzeigen können! (Beifall bei Abgeordneten der NEOS. – Heiterkeit und Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: ... die wissen, dass sie schadhaft sind! – Zwischenbemerkung von Bundesministerin Schramböck.) – Handschuhe hat sie entgegengenommen, flüstert mir die Frau Ministerin ins Ohr.
Abg. Belakowitsch: Na sicher!
Ich möchte nur eines, Herr Brückl, schon klar sagen, bei aller Offenheit und bei aller Klarheit der politischen Diktion: Es war kein chaotischer Schulbetrieb, der seit dem 16.3. (Abg. Belakowitsch: Na sicher!) oder seit dem 18.5. wieder stattfand. (Abg. Belakowitsch: Ein volles Chaos! Ein Megachaos!) Damit würden Sie wirklich allen Lehrern und Lehrerinnen, allen Direktoren und Direktorinnen unrecht tun. Was wir angesichts der Maßnahmen gemacht haben, das Herunterfahren der Schulen, aber auch das schrittweise Wiedereröffnen der Schulen, ist planvoll abgelaufen (Abg. Belakowitsch: Sehr planvoll! ...!), auch von mir immer in einem sehr großen Zeitabstand, Wochen vorher, angekündigt. Man kann also nicht sagen, dass es zu einem planlosen Schulbetrieb gekommen ist. (Abg. Belakowitsch: Aber wie planlos!)
Abg. Belakowitsch: Ein volles Chaos! Ein Megachaos!
Ich möchte nur eines, Herr Brückl, schon klar sagen, bei aller Offenheit und bei aller Klarheit der politischen Diktion: Es war kein chaotischer Schulbetrieb, der seit dem 16.3. (Abg. Belakowitsch: Na sicher!) oder seit dem 18.5. wieder stattfand. (Abg. Belakowitsch: Ein volles Chaos! Ein Megachaos!) Damit würden Sie wirklich allen Lehrern und Lehrerinnen, allen Direktoren und Direktorinnen unrecht tun. Was wir angesichts der Maßnahmen gemacht haben, das Herunterfahren der Schulen, aber auch das schrittweise Wiedereröffnen der Schulen, ist planvoll abgelaufen (Abg. Belakowitsch: Sehr planvoll! ...!), auch von mir immer in einem sehr großen Zeitabstand, Wochen vorher, angekündigt. Man kann also nicht sagen, dass es zu einem planlosen Schulbetrieb gekommen ist. (Abg. Belakowitsch: Aber wie planlos!)
Abg. Belakowitsch: Sehr planvoll! ...!
Ich möchte nur eines, Herr Brückl, schon klar sagen, bei aller Offenheit und bei aller Klarheit der politischen Diktion: Es war kein chaotischer Schulbetrieb, der seit dem 16.3. (Abg. Belakowitsch: Na sicher!) oder seit dem 18.5. wieder stattfand. (Abg. Belakowitsch: Ein volles Chaos! Ein Megachaos!) Damit würden Sie wirklich allen Lehrern und Lehrerinnen, allen Direktoren und Direktorinnen unrecht tun. Was wir angesichts der Maßnahmen gemacht haben, das Herunterfahren der Schulen, aber auch das schrittweise Wiedereröffnen der Schulen, ist planvoll abgelaufen (Abg. Belakowitsch: Sehr planvoll! ...!), auch von mir immer in einem sehr großen Zeitabstand, Wochen vorher, angekündigt. Man kann also nicht sagen, dass es zu einem planlosen Schulbetrieb gekommen ist. (Abg. Belakowitsch: Aber wie planlos!)
Abg. Belakowitsch: Aber wie planlos!
Ich möchte nur eines, Herr Brückl, schon klar sagen, bei aller Offenheit und bei aller Klarheit der politischen Diktion: Es war kein chaotischer Schulbetrieb, der seit dem 16.3. (Abg. Belakowitsch: Na sicher!) oder seit dem 18.5. wieder stattfand. (Abg. Belakowitsch: Ein volles Chaos! Ein Megachaos!) Damit würden Sie wirklich allen Lehrern und Lehrerinnen, allen Direktoren und Direktorinnen unrecht tun. Was wir angesichts der Maßnahmen gemacht haben, das Herunterfahren der Schulen, aber auch das schrittweise Wiedereröffnen der Schulen, ist planvoll abgelaufen (Abg. Belakowitsch: Sehr planvoll! ...!), auch von mir immer in einem sehr großen Zeitabstand, Wochen vorher, angekündigt. Man kann also nicht sagen, dass es zu einem planlosen Schulbetrieb gekommen ist. (Abg. Belakowitsch: Aber wie planlos!)
Abg. Belakowitsch: Ich hab’ keine erkennen können!
Man kann auch nicht sagen, dass jegliche Strategie gefehlt hat. (Abg. Belakowitsch: Ich hab’ keine erkennen können!) Es war ganz klar, welche Strategie wir angewandt haben, nämlich Bekämpfung der Pandemie. Und als wir eine Chance gesehen haben, wieder Schulen zu öffnen, haben wir es getan, unter Maßgabe von Hygienevorschriften, auch unter Maßgabe des Einhaltens von Distanz.
Abg. Belakowitsch: Sie haben ja nicht aufgesperrt, die Schulen! Sie haben kein Schulkind, Sie wissen ja gar nicht, wie das abgelaufen ist! Jetzt haben die Schulen in Oberösterreich schon wieder zu! Das ist doch alles chaotisch!
sehr konstruktiv ist es nicht. (Abg. Belakowitsch: Sie haben ja nicht aufgesperrt, die Schulen! Sie haben kein Schulkind, Sie wissen ja gar nicht, wie das abgelaufen ist! Jetzt haben die Schulen in Oberösterreich schon wieder zu! Das ist doch alles chaotisch!)
Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Kickl
Nun zur Begrifflichkeit im Buch, Herr Minister: Ich sage es noch einmal: Ich weiß, dass Sie zuhören. Es kann doch einfach nicht sein, dass in der 3. Klasse neue Mittelschule beziehungsweise AHS-Unterstufe der Begriff Heimat negativ dargestellt wird! In diesem Buch wird Folgendes festgehalten – ich zitiere –: „Nationalistinnen und Nationalisten“ (Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Kickl) „verwenden in politischen Debatten oft den Begriff ‚Heimatʼ.“ Und vorher werden Nationalisten negativ dargestellt.
Sitzung Nr. 45
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: 63 000 offene Stellen!
Solange das nicht der Fall ist, solange ein Arbeitsplatz frei ist und wir Arbeitslose haben, werden wir uns nach anderen Lösungen umsehen müssen. Eine einmalige Zahlung an Arbeitslose, Unterstützung für Kinder ja, aber unser Ziel kann nur Vollbeschäftigung sein, nichts anderes, und dahin gehend müssen wir arbeiten. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: 63 000 offene Stellen!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Wöginger – in Richtung der sich zu ihrem Sitzplatz begebenden Abg. Belakowitsch –: Lass getrennt abstimmen, ...!
Wir werden dem Antrag dennoch zustimmen, weil der erste Teil, der überwiegende Teil, nämlich die Erhöhung des Arbeitslosengeldes, mit unserer Vorstellung kompatibel ist, wir das auch möchten, denn ich glaube, dass es in einer Zeit wie dieser tatsächlich notwendig ist, den Leuten Geld in die Hand zu geben, um den Konsum zu stärken. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Wöginger – in Richtung der sich zu ihrem Sitzplatz begebenden Abg. Belakowitsch –: Lass getrennt abstimmen, ...!)
Abg. Belakowitsch: Das frage ich mich schon lange! – Abg. Scherak: Das müssen Sie die ÖVP fragen!
Was mich ein bisschen überrascht hat, war die Rede des Kollegen Drobits, den ich gleichfalls durch die Diskussionen im Ausschuss sehr zu schätzen gelernt habe, der immer sehr kompetente Ausführungen tätigt und seine Argumente auch mit viel Fachinformation einbringt; aber hier und heute in meine Richtung zu sagen: Sie haben eine Pensionserhöhung gemacht und Sie peitschen ein Gesetz durch!, bitte welches Verständnis von Parlamentarismus ist das, frage ich mich. (Abg. Belakowitsch: Das frage ich mich schon lange! – Abg. Scherak: Das müssen Sie die ÖVP fragen!) Wir diskutieren, wir haben im Ausschuss einen Diskurs geführt. Die Entscheidungen fallen hier, in diesem Hohen Haus, und ich anerkenne diese, gleichgültig, wie sie ausfallen. (Beifall bei Grünen und ÖVP.) Ich glaube, es ist wichtig, dass wir schon wissen, wer die Legislative und wer die Exekutive ist!
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Jetzt kommt das Virus dazu, und die Armutsgefährdung der Menschen, die hier leben, nimmt zu und nicht ab. Wo ist denn die Solidarität der Regierungsparteien mit diesen Gruppen? Wo ist denn da die Solidarität mit denen, von denen die FPÖ noch immer Sprachniveau B1 für Deutsch und C1 für Englisch verlangt, obwohl der Verfassungsgerichtshof gesagt hat, es sind ja nicht nur Menschen, die Deutsch nicht als Erstsprache haben, sondern es können ja auch psychisch kranke Menschen, Menschen mit Lern- und Leseschwächen sein, die diese Niveaus nie erreichen können, aber unserem Arbeitsmarkt trotzdem gut zur Verfügung stehen können? Ihr wollt das alles beibehalten – ich verstehe das jetzt überhaupt nicht (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) –, und auch die Mehrkindstaffelung, die vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben wurde, wodurch das dritte Kind und weitere Kinder gerade einmal 1,50 Euro wert sind. Das kann es ja nicht sein, dass man von Solidarität redet, aber in einer solchen Regierung ist und Verantwortung trägt, Herr Bundesminister!
Abg. Belakowitsch: Gott sei Dank!
Abgeordneter Mag. Markus Koza (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Es ist immer wieder schön, dass die FPÖ letztlich einfach doch nicht aus ihrer Haut heraus kann (Abg. Wurm: Das freut mich, wenn du zuhörst!), es geht einfach nicht (Abg. Belakowitsch: Gott sei Dank!), mag sie doch noch so in Schalmeientönen davon sprechen, was sie nicht alles für die arbeitslosen Menschen tun will und tun kann. (Abg. Wurm: Tun wir ja!) Sie war die Kraft, die die Notstandshilfe abschaffen wollte, und sie wettert und hetzt gegen MindestsicherungsbezieherInnen wie eh und je: Das ist die real existierende Freiheitliche Partei Österreichs! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Rufe bei der ÖVP – in Richtung des sich zu seinem Sitzplatz begebenden Abg. Stöger –: Und das Schild da? Tu das Schild da noch weg! Das Schild hat er vergessen! – Abg. Belakowitsch: Das ist ein gutes Schild! – Abg. Vogl: Das ist ein gutes Schild, das ist ein Schutzschild! – Ruf bei der ÖVP: Der ist schon ein bissel vergesslich, der Kollege Stöger! – Abg. Koza entfernt die Tafel vom Rednerpult. – Zwischenruf bei der ÖVP.
Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Mag. Markus Koza. – Bitte schön, Herr Abgeordneter. (Rufe bei der ÖVP – in Richtung des sich zu seinem Sitzplatz begebenden Abg. Stöger –: Und das Schild da? Tu das Schild da noch weg! Das Schild hat er vergessen! – Abg. Belakowitsch: Das ist ein gutes Schild! – Abg. Vogl: Das ist ein gutes Schild, das ist ein Schutzschild! – Ruf bei der ÖVP: Der ist schon ein bissel vergesslich, der Kollege Stöger! – Abg. Koza entfernt die Tafel vom Rednerpult. – Zwischenruf bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Eines sei auch gesagt, weil es ganz aktuell ist: Die Antwort kann leider keine Taskforce sein. (Abg. Loacker: Jetzt mach nicht die 200 Taskforces schlecht!) Die Antwort kann deswegen keine Taskforce sein, weil wir die Daten zur Jugendarbeitslosigkeit bereits haben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) ÖkonomInnen, ExpertInnen und viele mehr zeigen uns seit Wochen und Monaten die Zahlen auf. Es gilt jetzt zu handeln, wir dürfen das nicht mehr auf die lange Bank schieben. Eine Taskforce ist da leider nur ein Mittel zum Zweck für schöne Fotos. Junge Menschen wollen keine Inszenierung, sondern sie wollen Taten, Maßnahmen, Lösungen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
entwickeln, überall mitarbeiten, zu einem besseren Österreich beitragen, nicht verurteilen! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das möchte ich nicht, dass das gesagt wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Loacker: Wenn Sie und die ÖVPler sich Gedanken machen über ...! – Abg. Belakowitsch: ... nur Gedanken!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Loacker: Wenn Sie und die ÖVPler sich Gedanken machen über ...! – Abg. Belakowitsch: ... nur Gedanken!
entwickeln, überall mitarbeiten, zu einem besseren Österreich beitragen, nicht verurteilen! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das möchte ich nicht, dass das gesagt wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Loacker: Wenn Sie und die ÖVPler sich Gedanken machen über ...! – Abg. Belakowitsch: ... nur Gedanken!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – weiterer Zwischenruf bei der FPÖ
Zu Ihrem Redebeitrag, Frau Dr. Belakowitsch: Natürlich schauen wir, dass wir die Lehrlinge zur Ausbildung in die Betriebe bekommen, aber es wird da und dort notwendig sein (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – weiterer Zwischenruf bei der FPÖ), die überbetriebliche Lehre zu organisieren, aber nach (Abg. Belakowitsch: Die Ministerin ist es schuldig geblieben!) – passen Sie auf! – Bedarf. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Loacker.)
Abg. Belakowitsch: Die Ministerin ist es schuldig geblieben!
Zu Ihrem Redebeitrag, Frau Dr. Belakowitsch: Natürlich schauen wir, dass wir die Lehrlinge zur Ausbildung in die Betriebe bekommen, aber es wird da und dort notwendig sein (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – weiterer Zwischenruf bei der FPÖ), die überbetriebliche Lehre zu organisieren, aber nach (Abg. Belakowitsch: Die Ministerin ist es schuldig geblieben!) – passen Sie auf! – Bedarf. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Loacker.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Loacker.
Zu Ihrem Redebeitrag, Frau Dr. Belakowitsch: Natürlich schauen wir, dass wir die Lehrlinge zur Ausbildung in die Betriebe bekommen, aber es wird da und dort notwendig sein (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – weiterer Zwischenruf bei der FPÖ), die überbetriebliche Lehre zu organisieren, aber nach (Abg. Belakowitsch: Die Ministerin ist es schuldig geblieben!) – passen Sie auf! – Bedarf. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Loacker.)
Abg. Belakowitsch: Das ist Ihre Interpretation!
Ich trenne das auch von den Worten, die ich jetzt aber auch noch hinzuzufügen habe, und diese Worte richte ich an Sie, Abgeordnete der FPÖ: Sie haben also beschlossen, nicht für diesen Preis zu stimmen. Es ist ein Projekt, bei dem ich denke, dass es jeder Abgeordnete, jede Partei, die für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und für Anstand steht, eigentlich nur unterstützen kann. Okay, Sie stellen sich also ganz offensichtlich bewusst außerhalb des gesellschaftlichen Grundkonsens. (Abg. Belakowitsch: Das ist Ihre Interpretation!)
Abg. Stögmüller: Der muss man einmal erklären, was das ist! – Abg. Belakowitsch: Das ist kein politisches Thema!
In der Sache geht es nämlich um die Verurteilung der menschenverachtenden Politik in Polen. Da würde ich Sie gerne fragen, vielleicht explizit die Abgeordneten der FPÖ – es sind jetzt nicht mehr viele da, aber vielleicht Frau Belakowitsch –, weil die FPÖ gegen den Antrag gestimmt hat: Wissen Sie, was in Polen mit der LGBT-Community passiert? Oder die anderen Abgeordneten? Viele sind von der FPÖ ja nicht mehr hier. (Abg. Stögmüller: Der muss man einmal erklären, was das ist! – Abg. Belakowitsch: Das ist kein politisches Thema!) Ich frage Sie, weil die FPÖ als einzige Partei sogar diesen Minimalkompromiss zwischen ÖVP und Grünen abgelehnt hat.
Abg. Belakowitsch: Stimmt ja nicht! Ist ja nicht wahr!
Ein Drittel des polnischen Staatsgebietes wurde von Kommunen, wurde von den Regionen als LGBT-freie Zone erklärt. Schauen Sie sich das einmal an, mitten in Europa im Jahr 2020! In Medien – zum Beispiel in der „Bild“-Zeitung, im „Spiegel“ – der vergangenen Woche werden Interviews mit Betroffenen geführt, die sagen, dass sie aus diesen Regionen wegziehen müssen, weil sie dort um ihr Leben fürchten. (Abg. Belakowitsch: Stimmt ja nicht! Ist ja nicht wahr!) – Was? Nicht wahr? (Abg. Belakowitsch: Das stimmt
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Kollegin Holzleitner hat schon angesprochen, dass im Präsidentschaftswahlkampf Kandidat Duda offen gegen Schwule und Lesben hetzt. Deswegen wäre es wichtig, dass wir als österreichischer Nationalrat eine klare, eine deutliche Entschließung fassen, die die Sachen benennt und nicht alles verwässert. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich appelliere daher an die Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ, aber auch an ÖVP und Grüne, dass Sie unserem deutlichen Antrag zustimmen und das, was in Polen passiert, deutlich verurteilen! (Beifall bei den NEOS.)
Allgemeine Heiterkeit. – Zwischenrufe der Abgeordneten Loacker und Belakowitsch.
Abgeordneter Dr. Harald Troch (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Zuerst eine gute Nachricht: Die gute Nachricht ist, ich bin letzter Redner der SPÖ und habe noch 8 Minuten Restredezeit. Das ist erfreulich. (Allgemeine Heiterkeit. – Zwischenrufe der Abgeordneten Loacker und Belakowitsch.)
Sitzung Nr. 47
Abg. Belakowitsch: Richtig!
Abgeordneter Mag. Georg Bürstmayr (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Über verschüttete Milch soll man zwar nicht weinen, aber im Zusammenhang mit dem BVT muss man doch festhalten, dass der großartigste, beste und fantastischste Innenminister aller Zeiten, Herbert Kickl (Abg. Belakowitsch: Richtig!), einen ganzen Milchsee hinterlassen hat. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Das ist wieder falsch! Aber dass er der großartigste, beste und fantastischste Innenminister war, ist richtig! Dass gerade Sie das sagen?!)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Das ist wieder falsch! Aber dass er der großartigste, beste und fantastischste Innenminister war, ist richtig! Dass gerade Sie das sagen?!
Abgeordneter Mag. Georg Bürstmayr (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Über verschüttete Milch soll man zwar nicht weinen, aber im Zusammenhang mit dem BVT muss man doch festhalten, dass der großartigste, beste und fantastischste Innenminister aller Zeiten, Herbert Kickl (Abg. Belakowitsch: Richtig!), einen ganzen Milchsee hinterlassen hat. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Das ist wieder falsch! Aber dass er der großartigste, beste und fantastischste Innenminister war, ist richtig! Dass gerade Sie das sagen?!)
Abg. Kassegger: Was ist jetzt die Richtigstellung zu dem, was Krisper gesagt hat? – Abg. Belakowitsch: Nichts, er sagt es nur schöner!
Weil Frau Abgeordnete Krisper das angesprochen hat: Frau Abgeordnete, ich korrigiere ungern Abgeordnete zum Nationalrat, aber in diesem Fall muss ich es tun: Der Verfassungsschutz steht ganz vielen Herausforderungen gegenüber, da haben Sie völlig recht, aber die Menschen, die dort arbeiten, leisten gerade derzeit ganz intensive Arbeit, ganz viel Gefahrenaufklärung im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen in Favoriten (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger), bei der es auch darum geht, wer die Hintermänner bei diesen Auseinandersetzungen sind. (Abg. Meinl-Reisinger: Sie hat ja nicht das Gegenteil behauptet!) Sie leisten derzeit herausragende Arbeit, wenn es darum geht, Rechtsextremistinnen und Rechtsextremisten zu identifizieren, um genau da auch auf Strukturen draufzukommen, weil wir mit Sorge sehen (Abg. Kassegger: Was ist jetzt die Richtigstellung zu dem, was Krisper gesagt hat? – Abg. Belakowitsch: Nichts, er sagt es nur schöner!), dass die Gewaltbereitschaft in der rechtsextremen Szene über die Bundesrepublik Deutschland auch nach Österreich schwappen kann. Und sie beobachten auch ganz genau – obwohl sie schon schwierige Voraussetzungen haben – die linksextreme Szene und auch die Radikalisierung, wenn es um den politischen Islam geht. Das sind ihre Aufgaben, die sie jetzt wahrnehmen.
Ruf bei der FPÖ: Warum? – Abg. Belakowitsch: Und warum? Begründung?!
Warum ist diese besonnene Vorgangsweise heute so wichtig? (Ruf bei der FPÖ: Warum? – Abg. Belakowitsch: Und warum? Begründung?!) – Es ist nur etwas mehr als ein Jahr her, dass „Der Standard“ getitelt hat: „Deutscher Verfassungsschutz spricht Österreich Misstrauen aus“. Das war ganz kurze Zeit, bevor das Ibizavideo bekannt wurde, ganz knapp davor (Ah-Ruf bei der ÖVP), und das, meine Damen und Herren, lag woran?
Abg. Belakowitsch: Nicht sogenannte!
Blicken wir ganz kurz zurück: Der sogenannte beste Innenminister der Zweiten Republik (Abg. Belakowitsch: Nicht sogenannte!) war ganz kurz im Amt, da gab es einen Anruf des sozialdemokratischen Rechtsanwaltes Lansky im Kabinett des Verteidigungsministers Kickl (Abg. Wöginger: Innenministers! – Abg. Belakowitsch: Der war nie Verteidigungsminister!), um ein Konvolut, das zwei Jahre alt war, wieder hochzubringen und mit diesem Konvolut mithilfe einer vielleicht naiven Staatsanwältin eine rechtswidrige Hausdurchsuchung bei gleichzeitiger Beeinflussung von Zeugen im Kabinett des Innenministers voranzubringen. (Abg. Belakowitsch: Kollege Gerstl, Hochmut kommt vor dem Fall! Aufpassen! Aufpassen, Kollege Gerstl!) Vergessen wir nicht, welche Rolle das Kabinett und der Herr Innenminister der Freiheitlichen Partei damals gespielt haben! Das ist die Grundlage! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Wöginger: Innenministers! – Abg. Belakowitsch: Der war nie Verteidigungsminister!
Blicken wir ganz kurz zurück: Der sogenannte beste Innenminister der Zweiten Republik (Abg. Belakowitsch: Nicht sogenannte!) war ganz kurz im Amt, da gab es einen Anruf des sozialdemokratischen Rechtsanwaltes Lansky im Kabinett des Verteidigungsministers Kickl (Abg. Wöginger: Innenministers! – Abg. Belakowitsch: Der war nie Verteidigungsminister!), um ein Konvolut, das zwei Jahre alt war, wieder hochzubringen und mit diesem Konvolut mithilfe einer vielleicht naiven Staatsanwältin eine rechtswidrige Hausdurchsuchung bei gleichzeitiger Beeinflussung von Zeugen im Kabinett des Innenministers voranzubringen. (Abg. Belakowitsch: Kollege Gerstl, Hochmut kommt vor dem Fall! Aufpassen! Aufpassen, Kollege Gerstl!) Vergessen wir nicht, welche Rolle das Kabinett und der Herr Innenminister der Freiheitlichen Partei damals gespielt haben! Das ist die Grundlage! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Kollege Gerstl, Hochmut kommt vor dem Fall! Aufpassen! Aufpassen, Kollege Gerstl!
Blicken wir ganz kurz zurück: Der sogenannte beste Innenminister der Zweiten Republik (Abg. Belakowitsch: Nicht sogenannte!) war ganz kurz im Amt, da gab es einen Anruf des sozialdemokratischen Rechtsanwaltes Lansky im Kabinett des Verteidigungsministers Kickl (Abg. Wöginger: Innenministers! – Abg. Belakowitsch: Der war nie Verteidigungsminister!), um ein Konvolut, das zwei Jahre alt war, wieder hochzubringen und mit diesem Konvolut mithilfe einer vielleicht naiven Staatsanwältin eine rechtswidrige Hausdurchsuchung bei gleichzeitiger Beeinflussung von Zeugen im Kabinett des Innenministers voranzubringen. (Abg. Belakowitsch: Kollege Gerstl, Hochmut kommt vor dem Fall! Aufpassen! Aufpassen, Kollege Gerstl!) Vergessen wir nicht, welche Rolle das Kabinett und der Herr Innenminister der Freiheitlichen Partei damals gespielt haben! Das ist die Grundlage! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Das ist aber auch spannend, dass Sie genau in den Chor der SPÖ miteinstimmen! Das ist spannend!
Meine Damen und Herren, es ist wichtig, dieses Vertrauen wiederherzustellen. (Abg. Belakowitsch: Das ist aber auch spannend, dass Sie genau in den Chor der SPÖ miteinstimmen! Das ist spannend!) Dazu dient nun der Vorschlag, der eingebracht wurde, und es ist heute wichtig, dass wir und Sie als Opposition hier nicht die Bundesregierung blockieren und behindern wollen (Abg. Einwallner: Das Parlament einbinden! Das ist ganz was anderes! Das Parlament einbinden!), denn die Österreicherinnen und Österreicher wollen etwas ganz anderes: Die wollen, dass alle, die hier sind, gemeinsam für Österreich arbeiten – und nicht gegeneinander, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Jakob Schwarz. – Abg. Belakowitsch: Arbeiten Sie nicht immer gegen die Opposition! Binden Sie die Opposition ein!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Jakob Schwarz. – Abg. Belakowitsch: Arbeiten Sie nicht immer gegen die Opposition! Binden Sie die Opposition ein!
Meine Damen und Herren, es ist wichtig, dieses Vertrauen wiederherzustellen. (Abg. Belakowitsch: Das ist aber auch spannend, dass Sie genau in den Chor der SPÖ miteinstimmen! Das ist spannend!) Dazu dient nun der Vorschlag, der eingebracht wurde, und es ist heute wichtig, dass wir und Sie als Opposition hier nicht die Bundesregierung blockieren und behindern wollen (Abg. Einwallner: Das Parlament einbinden! Das ist ganz was anderes! Das Parlament einbinden!), denn die Österreicherinnen und Österreicher wollen etwas ganz anderes: Die wollen, dass alle, die hier sind, gemeinsam für Österreich arbeiten – und nicht gegeneinander, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Jakob Schwarz. – Abg. Belakowitsch: Arbeiten Sie nicht immer gegen die Opposition! Binden Sie die Opposition ein!)
Lebhafte Heiterkeit des Abg. Gerstl. – Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Was findet ihr so lustig dran?
Zweitens, die Kontaktaufnahme erfolgte nicht über das Kabinett, weder im Verteidigungsministerium noch im Innenministerium, sondern über das Generalsekretariat. (Lebhafte Heiterkeit des Abg. Gerstl. – Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Was findet ihr so lustig dran?) – Ja, wenn wir schon bei der Wahrheit bleiben, dann müssen wir all das auch aufzählen. (Abg. Belakowitsch: Sehr peinlich, Herr Kollege Gerstl!)
Abg. Belakowitsch: Sehr peinlich, Herr Kollege Gerstl!
Zweitens, die Kontaktaufnahme erfolgte nicht über das Kabinett, weder im Verteidigungsministerium noch im Innenministerium, sondern über das Generalsekretariat. (Lebhafte Heiterkeit des Abg. Gerstl. – Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Was findet ihr so lustig dran?) – Ja, wenn wir schon bei der Wahrheit bleiben, dann müssen wir all das auch aufzählen. (Abg. Belakowitsch: Sehr peinlich, Herr Kollege Gerstl!)
Abg. Belakowitsch: Das war mehr tatsächliche Berichtigung als ...!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Das Vierte war keine tatsächliche Berichtigung, sondern ein Redebeitrag. (Abg. Belakowitsch: Das war mehr tatsächliche Berichtigung als ...!)
Abg. Belakowitsch: Das glaub ich nicht!
Abgeordneter Hermann Gahr (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Wir blicken zurück ins Frühjahr 2018. Es begann mit einer Hausdurchsuchung, von der sich ja im Nachhinein herausgestellt hat, dass sie rechtswidrig war. (Abg. Amesbauer: Teilweise!) Es hat eine intensive politische Diskussion in einem Untersuchungsausschuss gegeben, und heute, über zwei Jahre später, dürfen wir ein Gesetz verabschieden, das uns für die Zukunft fit macht und das wieder Vertrauen in den Verfassungsschutz bringen wird (Abg. Belakowitsch: Das glaub ich nicht!) und bringen soll.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Über die eigentliche Situation der Familien zu Hause wissen wir noch viel zu wenig. Wir waren ja auch alle erstaunt, wie viele Kinder für ihre Lehrerinnen und Lehrer nicht erreichbar waren. Das hätten wir alle in dieser Dimension nicht gedacht. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Und wer verbietet das?
Ich habe in den letzten Wochen viele Telefonate und persönliche Gespräche mit Menschen geführt, die zu den Geschehnissen am Loibacher Feld einen besonderen Bezug haben. Dabei habe ich auch Menschen kennengelernt, die keine Schwärmerei in Bezug auf die Uniform haben, sondern den Wunsch hegen, ein Gedenken an ein verstorbenes Familienmitglied oder an einen Angehörigen begehen zu können. Auch der christlichen Tradition kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. (Abg. Belakowitsch: Und wer verbietet das?) Wir anerkennen und respektieren den Wunsch von kroatischen Familien, ein würdiges und angemessenes Totengedenken zu begehen.
Abg. Belakowitsch: Ihr schützt es nicht, ihr schafft es ab!
Gedenken kann nur in einem friedlichen Geist, ohne politische Instrumentalisierung stattfinden. Es ist unsere Verantwortung, dieses Gedenken vor Missbrauch zu schützen, und das tun wir auch! (Abg. Belakowitsch: Ihr schützt es nicht, ihr schafft es ab!) Daher erwarten wir uns auch von den Organisatoren ein klares Bekenntnis und eine Absage an extremistische Kräfte sowie ein klare Distanzierung der teilnehmenden Vereinigungen von rechtsfaschistischer Ideologie und der Zurschaustellung von Ustascha-Symbolen.
Abg. Belakowitsch: ... sicher mit Absicht!
Auch wenn es nicht beabsichtigt war, hat die FPÖ im Innenausschuss die Zustimmung zu diesem Antrag gegeben. (Abg. Belakowitsch: ... sicher mit Absicht!) Mit Ihrer möglichen Ablehnung heute verpassen Sie die Chance, einen gemeinsamen und verantwortungsbewussten Weg in dieser relevanten Angelegenheit einzuschlagen. Unser Ziel ist es, im Jahr 2021 wie auch in den Folgejahren ein Gedenken ohne extremistische Vereinnahmungen zu ermöglichen. (Abg. Belakowitsch: Das könntet ihr machen! Aber nicht verbieten!) Das machen wir aus Überzeugung, gerade weil wir aus unserer Geschichte gelernt haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten von SPÖ, Grünen und NEOS.)
Abg. Belakowitsch: Das könntet ihr machen! Aber nicht verbieten!
Auch wenn es nicht beabsichtigt war, hat die FPÖ im Innenausschuss die Zustimmung zu diesem Antrag gegeben. (Abg. Belakowitsch: ... sicher mit Absicht!) Mit Ihrer möglichen Ablehnung heute verpassen Sie die Chance, einen gemeinsamen und verantwortungsbewussten Weg in dieser relevanten Angelegenheit einzuschlagen. Unser Ziel ist es, im Jahr 2021 wie auch in den Folgejahren ein Gedenken ohne extremistische Vereinnahmungen zu ermöglichen. (Abg. Belakowitsch: Das könntet ihr machen! Aber nicht verbieten!) Das machen wir aus Überzeugung, gerade weil wir aus unserer Geschichte gelernt haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten von SPÖ, Grünen und NEOS.)
Beifall bei Grünen und SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS. – Abg. Belakowitsch: Die Untersagung ist zu untersagen!
Abgeordnete Dipl.-Ing. Olga Voglauer (Grüne): Spoštovana gospa prezidentka! Spoštovani gospod minister! Spoštovane kolegice in kolegi! Dragi poslušalci in gledalci in gledalke! Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuschauerinnen und Zuschauer! Die Untersagung der ultranationalistischen, faschistischen Veranstaltung in Bleiburg/Pliberk ist zu untersagen, und dass wir heute hier diesen Beschluss fassen, ist schon längst überfällig – da gibt es keine Diskussion! (Beifall bei Grünen und SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS. – Abg. Belakowitsch: Die Untersagung ist zu untersagen!)
Abg. Belakowitsch: Wahrscheinlich, ja!
Es hätte eine Einigung aller fünf Parlamentsparteien gegeben, denn die FPÖ-Abgeordneten haben diesem Antrag im Innenausschuss zugestimmt. Wahrscheinlich ist es unmittelbar danach zu einem erbosten Anruf eines schlagenden Burschenschafters oder von ich weiß nicht wem gekommen (Abg. Belakowitsch: Wahrscheinlich, ja!); dann wurde erklärt: Nein, es liegt ein Abstimmungsfehler vor!
Abg. Belakowitsch: Ja, der macht das auch gut!
Zur Situation – noch einmal ganz einfach, Herr Kollege Loacker –: Wir haben das, was ihr im Abänderungsantrag fordert, ja längst als Rechtslage. Wir haben die Rechtslage, dass die Exekutive auf Ersuchen einer Gesundheitsbehörde diese Befragungen, die Identität und die Kontakte betreffend, durchführen kann und das mittlerweile in Österreich in Tausenden Fällen gemacht hat, und wenn die Gesundheitsbehörde das nicht will, dann beauftragt sie das nicht. Deswegen macht die Stadt Wien – und ich akzeptiere und schätze das sehr, was Kollege Hacker da als eigenen Kurs realisiert (Abg. Belakowitsch: Ja, der macht das auch gut!) – das nicht, und das ist legitim. Wenn ein anderes Land das in dieser Situation braucht, dann halte ich es auch für legitim und für gut umsetzbar. – Diese Schritte wurden bisher schon realisiert.
Abg. Belakowitsch: ... ein Lebensgefährder ...!
Meine geschätzten Damen und Herren von der Regierung! Ich bin mir nicht sicher, ob Ihnen bewusst ist, was Sie mit dieser Gesetzesänderung machen. Da kommt in Österreich ein Gefühl hoch, das wir eigentlich nicht wollen. Das beginnt schon bei der Sprache. Die oft zitierten „Glutnester“, die Herr Innenminister Nehammer auslöschen wollte, von denen haben wir immer wieder gehört. Das ist ein Teil dieser Sprache, die ich verurteile. Gestern hat der Herr Bundeskanzler gesagt, es gibt Ausbrecher aus der Quarantäne, die verfolgt werden müssen. Im Gesetzentwurf, den Sie jetzt hier verteidigt haben, Herr Gesundheitsminister, steht das Wort „Ansteckungsverdächtige“. (Abg. Belakowitsch: ... ein Lebensgefährder ...!)
Abg. Belakowitsch: ... sollen es auch nicht tun!
Die Polizistinnen und Polizisten wollen das nicht tun (Abg. Belakowitsch: ... sollen es auch nicht tun!), und ich glaube, sie brauchen das auch nicht zu tun. Das müssen andere tun, damit es auch im Vertrauen der Bevölkerung geschieht. (Bundesminister Anschober: Herr Kollege, wer?!) – Das sollen die Gesundheitsbehörden tun, Herr Bundesminister! Und wenn Oberösterreich da etwas verschlafen hat, dann hat es Oberösterreich verschlafen und nicht jemand anderer. Da müssen wir etwas tun! (Bundesminister Anschober: Das kann ... wurscht sein!) – Nein, es ist uns nicht egal! Wir können hier jetzt
Abg. Belakowitsch: Eine Anamnese zu erheben!
Herr Bundesminister, ich bin der Meinung, dass es nicht die Aufgabe der Polizei ist, Gesundheitsdaten zu sammeln, und auch nicht, Bürgerinnen und Bürger zu fragen, was sie denn eventuell für Krankheitssymptome haben. (Abg. Belakowitsch: Eine Anamnese zu erheben!) Ich stelle mir das sehr spannend vor, Kollege Kucher hat es schön ausgeführt: Haben Sie einen trockenen Husten? Haben Sie einen feuchten Husten?
Abg. Belakowitsch: Steht im Protokoll! – Abg. Gödl: Nein, ist nicht nachzulesen, sicher nicht!
Die Sensibilität bei diesem ganzen Thema haben wir ja – Kollege Kucher hat das kurz angesprochen – bei dieser Taskforce Corona gesehen, wobei dann durch ein Leak mit Zeitverzögerung nach außen gedrungen ist, was dort gesprochen wurde, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz dort in diesen Sitzungen – und davon gibt es ja glücklicherweise Protokolle – gesagt hat, dass er zu wenig Angst in der Bevölkerung verspürt, dass er will, dass die Menschen Angst davor haben, dass ihre Eltern oder Großeltern an Corona sterben. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Da brauche ich nicht aufzupassen, das ist alles nachzulesen. (Abg. Belakowitsch: Steht im Protokoll! – Abg. Gödl: Nein, ist nicht nachzulesen, sicher nicht!) – Na sicher ist das nachzulesen! Das hat er gesagt, und solange das nicht widerlegt wird, bin ich auch davon überzeugt, dass er es gesagt hat. Das passt übrigens auch zu dem, was er öffentlich gesagt hat, er hat nämlich gesagt: Jeder wird jemanden kennen, der an Corona gestorben ist, wir werden 100 000 Tote haben. – Das ist glücklicherweise nicht eingetroffen, aber sicherlich nicht deswegen, weil Herr Kurz der große Heilsbringer ist, und schon gar nicht deswegen, weil er sich über viele Wochen und Monate als Angst-, Panik- und Weltuntergangskanzler präsentiert hat, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Amesbauer: 30 Stimmen ...! – Abg. Belakowitsch: Die Politik hat ein Vertrauensproblem! Das sieht man an der Wahlbeteiligung!
Es war natürlich kein leichtes Unterfangen für jene Parteien, die eben nicht den Bürgermeister stellen. Ich glaube, Kollege Amesbauer kann davon ein Lied singen, denn auch in seiner Gemeinde war es ja so, dass der Bürgermeister zum Beispiel stark von der Bevölkerung unterstützt wurde, großes Vertrauen aufbauen konnte und andere Parteien – und auch du, glaube ich – in seiner Gemeinde eben an Vertrauen verloren haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Amesbauer: 30 Stimmen ...! – Abg. Belakowitsch: Die Politik hat ein Vertrauensproblem! Das sieht man an der Wahlbeteiligung!)
Abg. Belakowitsch: Deshalb haben wir ein Minus von 10 Prozent bei der Wahlbeteiligung! ...!
Das ist auch ein Beweis dafür, dass gutes Krisenmanagement und schnelles Handeln auch Vertrauen schaffen. (Abg. Belakowitsch: Deshalb haben wir ein Minus von 10 Prozent bei der Wahlbeteiligung! ...!) Meine Damen und Herren, die knappste Ressource in der Politik ist das Vertrauen. (Abg. Amesbauer: ... Kurz! Auch sein Tag wird kommen!) Unsere Bundesregierung mit Sebastian Kurz an der Spitze, mit Minister Nehammer und mit Minister Anschober genießt dieses große Vertrauen in der Bevölkerung aufgrund einer sehr guten Performance während dieser Pandemie. (Zwischenruf des Abg. Amesbauer. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Minus 10 Prozent Wahlbeteiligung!
Deswegen, meine Damen und Herren, wird es Ihnen nicht gelingen, an diesem Vertrauen zu kratzen. Es war richtig, dass unsere Bundesregierung entschieden gehandelt hat. Dafür, meine Herren Bundesminister, darf ich Ihnen nochmals ein ganz großes Danke auch im Namen der österreichischen Bevölkerung aussprechen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Minus 10 Prozent Wahlbeteiligung!)
Abg. Lausch: Nein, den befeuern Sie! – Abg. Belakowitsch: ... das ist unglaublich! – Abg. Kassegger: ... von NGOs geleitet!
Auch unser Regierungsprogramm sieht in diesem Bereich vor, durch eine multiprofessionelle Zusammenarbeit unabhängige Aufklärung sicherzustellen und Lernprozesse aus allen eingelangten Beschwerden einzuleiten, damit nicht Anschuldigungen gegen einzelne Polizisten im Raum stehen, Herr Kollege Lausch und Herr Kollege Schnedlitz, die dann auf dem Rücken der gesamten Polizei lasten. (Abg. Schnedlitz: ... das ist ja unfassbar!) Diese Anschuldigungen führen auch dazu, dass Medienberichte, Aktivisten, aber auch manche Politiker (Abg. Schnedlitz: ... Anschuldigungen ...!) die Polizei unter Generalverdacht stellen. Und diesen Generalverdacht müssen wir entkräften (Abg. Lausch: Nein, den befeuern Sie! – Abg. Belakowitsch: ... das ist unglaublich! – Abg. Kassegger: ... von NGOs geleitet!), und wir müssen auch für jene Menschen in Österreich, die kein Vertrauen in unsere Polizei und in unseren Rechtsstaat haben, dieses Vertrauen herstellen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Lausch.)
Abg. Lausch: Österreich ist ein Rechtsstaat ...! – Abg. Belakowitsch: Vernadern und bespitzeln!
Wir begrüßen deshalb das Ansinnen, hier eine Beschwerde- und Untersuchungsstelle bei Misshandlungsvorwürfen gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte zu schaffen. Betroffene müssen die Möglichkeit haben, ihre Beschwerden vorzubringen, Probleme müssen aufgezeigt und angepackt werden, und jedem einzelnen Misshandlungsvorwurf muss konsequent nachgegangen werden. (Abg. Lausch: Österreich ist ein Rechtsstaat ...! – Abg. Belakowitsch: Vernadern und bespitzeln!) Und das, Herr Kollege Lausch, ist genau das Gegenteil von einer Pauschalverurteilung.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Schmiedlechner. – Abg. Belakowitsch: Das weiß sogar ich, dass ...!
Herr Kollege Schmiedlechner, Sie stellen unüberlegte Forderungen und Anträge, die zwar eine schöne Überschrift haben, aber inhaltlich immer gegen die Bäuerinnen und Bauern gehen. Das haben die niederösterreichischen Bäuerinnen und Bauern auch verstanden, als sie bei der letzten Landwirtschaftskammerwahl in Niederösterreich den freiheitlichen Bauern den entsprechenden Zuspruch gegeben haben. Sie haben Ihre Mandate verloren, Herr Kollege Schmiedlechner! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Schmiedlechner. – Abg. Belakowitsch: Das weiß sogar ich, dass ...!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Wie viel kriegt der Mindestsicherungsbezieher in der Steiermark oder in Tirol?
für die Mindestpensionisten der Bauern eine monatliche Entlastung von 36 Euro. Wenn wir diese 36 Euro zu den 850 Euro dazugeben, dann sind das 886 Euro. Der Mindestsicherungsbezieher in Wien bekommt 917 Euro, meine Damen und Herren. (Zwischenruf des Abg. Schmiedlechner.) Warum sind unsere Bauernpensionisten weniger wert als die Mindestsicherungsbezieher in Wien? Wo bleibt da die soziale Gerechtigkeit, meine Damen und Herren von der SPÖ? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Wie viel kriegt der Mindestsicherungsbezieher in der Steiermark oder in Tirol?)
Sitzung Nr. 49
Abg. Belakowitsch: Nein! – Abg. Schellhorn: Das stimmt, ja!
Bundeskanzler Sebastian Kurz: Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Ich bin ja nicht dafür bekannt, dass ich meine Redezeit im Parlament über die Maßen strapaziere oder mich zu oft zu Wort melde. (Abg. Belakowitsch: Nein! – Abg. Schellhorn: Das stimmt, ja!) In diesem Fall ist es mir aber ein Anliegen, noch zwei kurze Bemerkungen zu machen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
„Rund 1 Million Menschen sind arbeitslos oder in Kurzarbeit.“: Wir haben jetzt viel zu viele Menschen, die von Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit betroffen sind, jawohl, das stimmt, aber wir haben mit Stand letzter Woche – Frau Bundesministerin Aschbacher präsentiert ja gemeinsam mit Frau Bundesministerin Schramböck wöchentlich die aktuellen Zahlen – 409 231 Personen in Arbeitslosigkeit oder in Schulung und 399 730 Menschen in Kurzarbeit. Zählt man das zusammen – Herr Professor Taschner gibt Nachhilfe –, ergibt das 808 961. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das sind noch immer zu viele, aber wenn Sie „Rund 1 Million“ schreiben – und da besteht ein Unterschied von etwa 190 000 Menschen –, dann ist das unseriös, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Das Problem ist aber: Es ist ein Marathon. Wir müssen hier einen Marathon laufen, wo wir eine stringente Strategie, einen Plan brauchen und die Menschen mitnehmen müssen. Wir müssen alltagstaugliche Maßnahmen vorschlagen und bitte keinen Sprint machen, wo Sie alle paar Tage politische Haken schlagen – und nichts anderes tun Sie derzeit. Das sind politische Haken, und manche mögen auch dem Wien-Wahlkampf geschuldet sein (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), weil man sehr gerne sagt: Das ist Bund gegen Wien, ÖVP gegen SPÖ, es ist natürlich auch ÖVP gegen Grüne, es ist auch SPÖ gegen Grüne, es sind Bundesländer gegen Bund! – Ja, meine Damen und Herren, das ist ja keine Situation, in der man sich jetzt munter parteipolitischen Spielchen und Wahlkampftaktik hingibt, sondern es ist eine Situation, in der alle an einem Strang ziehen und, wie gesagt, einen stringenten Plan gemeinsam entwickeln sollten, wie wir mit alltagstauglichen Rezepten gut durch diese Krise kommen.
Zwischenrufe der Abgeordneten Heinisch-Hosek und Belakowitsch.
Das ist aber nur ein Grund. Der Arbeitsmarkt hängt auch mit Integration und Bildung zusammen. Ich muss Sie darauf hinweisen: Wenn wir in die Studien blicken, sehen wir, dass Bildungsstandards in Lesekompetenz und Mathematik von 80 Prozent der Wiener NMS-Schüler und Hauptschüler in der 8. Schulstufe nicht erreicht werden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Heinisch-Hosek und Belakowitsch.) Ja wie sollen diese armen Schüler und Schülerinnen dann einen Job finden?
Sitzung Nr. 51
Abg. Belakowitsch: Nein! Das ist nicht normal ...!
Ich darf auch für Sie zu Hause erklären, warum die Veränderungen im Saal (auf die Reihen der Abgeordneten weisend, wo jeweils zwischen zwei Sitzplätzen auf den Pulten eine Glaswand montiert ist) stattgefunden haben. Es war ein großer Wunsch aller Abgeordneten, wieder in der normalen Sitzungsordnung (Abg. Belakowitsch: Nein! Das ist nicht normal ...!), das heißt, nicht mehr dezentral, sondern alle unten im Redoutensaal, zu sitzen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Und noch eines: Moria gehört evakuiert. Die Zustände dort werden bewusst nicht besser gemacht. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das Geld versickert, die griechische Regierung fühlt sich von Europa nicht nur alleine gelassen, sondern sie ist – ja, das muss man sagen – auch von rechtsextremem Gedankengut durchdrungen. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das spiegelt sich bei den Behörden wider, das spiegelt sich bei jenen wider, die eigentlich vor Ort für die entrechteten, entmachteten Menschen (Zwischenruf der Abg. Steger) und für ihren Schutz zuständig sein sollten, deswegen sage ich hier bei dieser Aktuellen Europastunde Grundsätzliches: Flucht war und ist kein Verbrechen und wird keines sein.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir hatten im März eine Situation, in der dieses Haus gemeinsam Gesetze beschlossen hat – auch die FPÖ hat mitgestimmt –, die im Kern dem entsprechen, was wir heute wieder beschließen. (Zwischenruf des Abg. Scherak.) Herr Kickl, Sie haben im März, ein paar Tage bevor die eigentlichen Ausgangsbeschränkungen gekommen sind, selber gefordert, dass es der radikale Lockdown sein muss. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es war Ihnen zu wenig. Sie wollten viel radikalere Maßnahmen als die, die wir eingeführt haben, die letztlich dafür da waren, eine ausgewogene Mischung zwischen Schutz für die Bevölkerung und ausreichend Freiheit, ausreichend Bewegung, ausreichend Einhaltung der Grundrechte zu gewährleisten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Kassegger: Aber nicht für acht Monate! – Abg. Belakowitsch: Was haben Sie die letzten sechs Monate gemacht?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Kassegger: Aber nicht für acht Monate! – Abg. Belakowitsch: Was haben Sie die letzten sechs Monate gemacht?
Wir hatten im März eine Situation, in der dieses Haus gemeinsam Gesetze beschlossen hat – auch die FPÖ hat mitgestimmt –, die im Kern dem entsprechen, was wir heute wieder beschließen. (Zwischenruf des Abg. Scherak.) Herr Kickl, Sie haben im März, ein paar Tage bevor die eigentlichen Ausgangsbeschränkungen gekommen sind, selber gefordert, dass es der radikale Lockdown sein muss. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es war Ihnen zu wenig. Sie wollten viel radikalere Maßnahmen als die, die wir eingeführt haben, die letztlich dafür da waren, eine ausgewogene Mischung zwischen Schutz für die Bevölkerung und ausreichend Freiheit, ausreichend Bewegung, ausreichend Einhaltung der Grundrechte zu gewährleisten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Kassegger: Aber nicht für acht Monate! – Abg. Belakowitsch: Was haben Sie die letzten sechs Monate gemacht?)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das haben wir hier alle gemeinsam mit allen Fraktionen inklusive der FPÖ beschlossen, aber Sie fahren seither einen Zickzackkurs, der atemberaubender nicht sein könnte. (Abg. Amesbauer: Geh bitte!) Sie wissen ja selber nicht, was Sie eigentlich wollen. Ich muss Ihnen auch ganz ehrlich sagen, ich weiß oft nicht: Glauben Sie und Ihre Mitglieder jetzt an die Existenz des Virus? Ja oder nein? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Kickl: Ist das eine Glaubensfrage?) – So wie Sie sich hier regelmäßig aufführen, auch in der Präsidiale, zum Beispiel mit der Missachtung sämtlicher Schutzvorkehrungen, ist das auch eine Frechheit gegenüber allen anderen Abgeordneten hier im Parlament. Das möchte ich auch sagen! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek.
Abgeordnete Sigrid Maurer, BA (fortsetzend): Wir schaffen heute nach über 16 000 Stellungnahmen – das Interesse war sehr groß, wir haben viel darüber diskutiert – eine neue gesetzliche Regelung. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek.) Es ist keine einfache Materie, aber Rudi Anschober hat im Zusammenhang mit der Bearbeitung dieser Krise – eine solche Krise war noch nie da, ist noch niemals zu bewältigen gewesen – von Beginn an Fehlerkultur bewiesen. Er hat von Beginn an Verfassungsjuristinnen und -juristen eingebunden und hat auch von Beginn an den offenen Dialog gesucht.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das ist wirklich originell! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Zum Gesetz möchte ich ein paar Punkte aufzählen: Wir schaffen zusätzliche Klarheit. (Ruf bei der FPÖ: Das ist ja lächerlich!) Wir binden in Zukunft bei gravierenden Maßnahmen den Hauptausschuss, das Parlament ein (Zwischenrufe bei der FPÖ), nämlich zum Beispiel, falls es notwendig werden sollte, neuerlich Ausgangsbeschränkungen zu verhängen. (Zwischenruf des Abg. Scherak.) – Niki Scherak kritisiert hier den österreichischen Föderalismus und die verfassungsmäßig vorgesehene mittelbare Bundesverwaltung. (Weitere Zwischenrufe bei NEOS und FPÖ.) – Das ist originell. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das ist wirklich originell! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Frau Kollegin, Sie reden sich ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wir schaffen mit diesem Gesetz die Balance zwischen den notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus und größtmöglicher persönlicher Freiheit. (Abg. Belakowitsch: Frau Kollegin, Sie reden sich ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wir stellen klar: Der Privatbereich ist privat. Wir schaffen die Basis für die Coronaampel und wir schaffen die Möglichkeit für eine Regionalisierung der Maßnahmen, die dringend notwendig ist, mit präziseren Zuständigkeiten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Hauser: Sperrstunde! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Der Gesundheitsminister ist derzeit der beliebteste Politiker Österreichs (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und Sie stehen alleine auf weiter Flur mit Ihrer Einschätzung, dass er in dieser Krise keine gute Arbeit machen würde. Das Gegenteil ist der Fall. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Wurm: Das ist eine ... Drohung!)
Beifall bei NEOS und FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ja!
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Ich glaube, die Zuschauer haben der Klubobfrau Maurer angesehen, wie sie körperlich mit sich ringt, wenn sie dieses ganze Konvolut schönreden muss, das uns da vorgelegt wird. (Beifall bei NEOS und FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ja!)
Abg. Belakowitsch: ... das wird nix ...!
Abgeordnete Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Bundesregierung! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich beginne auch eher kritisch: Vergangene Woche hat die Bundesregierung wieder bundesweite Coronaverschärfungen eingeführt. Der Grund dafür ist ein viel zu früher, viel zu hoher Anstieg an Neuinfektionen in Österreich. Mittlerweile ist es so, dass wir in Österreich umgerechnet auf die Bevölkerungsgröße fast viermal so viele Neuinfektionen haben wie Italien (Zwischenruf bei der FPÖ) – Italien, das ehemalige europäische Sorgenkind, der ehemalige Hotspot in Europa. Ich kann mich noch gut erinnern, als die Bundesregierung zu Beginn der Pandemie davon gesprochen hat, dass wir alles daran setzen müssen, um italienische Verhältnisse verhindern zu können. (Abg. Belakowitsch: ... das wird nix ...!) Ja, aber es geht ja nicht nur um Italien. Es gibt 20 Länder in der EU, die derzeit alle eine wesentlich niedrigere Neuinfektionsrate haben als wir in Österreich. Es läuft nicht gut, da gebe ich Ihnen in Ihren Stellungnahmen, die Sie hier schon abgegeben haben, völlig recht.
Abg. Belakowitsch: Das unterstützen Sie? Das unterstützen Sie?
an den österreichischen Schulen, das wissen wir alle. (Abg. Belakowitsch: Das unterstützen Sie? Das unterstützen Sie?) Ich habe selbst Kinder, ich weiß, wie schlimm es ist, Klassen tagelang zuzusperren, weil Testergebnisse ausstehen. Viele fragen sich auch, wie Leute, die aus Risikogebieten wie Brasilien anreisen, einfach unbehelligt, ohne Kontrolle am Flughafen landen können, nicht gefragt werden, nicht kontrolliert werden. (Zwischenruf des Abg. Wurm. – Abg. Belakowitsch: Für das gibt es die Wiener Linien, … punktuell!) Niemand wird kontrolliert. Das ist Laissez-faire! Laissez-faire ist ganz angenehm und gibt entspannende Signale. Man darf sich nicht wundern, dass die Bevölkerung da in den letzten Wochen und Monaten auch ein bisschen Laissez-faire gemacht hat. (Zwischenruf des Abg. Wurm.)
Zwischenruf des Abg. Wurm. – Abg. Belakowitsch: Für das gibt es die Wiener Linien, … punktuell!
an den österreichischen Schulen, das wissen wir alle. (Abg. Belakowitsch: Das unterstützen Sie? Das unterstützen Sie?) Ich habe selbst Kinder, ich weiß, wie schlimm es ist, Klassen tagelang zuzusperren, weil Testergebnisse ausstehen. Viele fragen sich auch, wie Leute, die aus Risikogebieten wie Brasilien anreisen, einfach unbehelligt, ohne Kontrolle am Flughafen landen können, nicht gefragt werden, nicht kontrolliert werden. (Zwischenruf des Abg. Wurm. – Abg. Belakowitsch: Für das gibt es die Wiener Linien, … punktuell!) Niemand wird kontrolliert. Das ist Laissez-faire! Laissez-faire ist ganz angenehm und gibt entspannende Signale. Man darf sich nicht wundern, dass die Bevölkerung da in den letzten Wochen und Monaten auch ein bisschen Laissez-faire gemacht hat. (Zwischenruf des Abg. Wurm.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wir hätten es uns leicht machen können, wir sitzen in der Opposition. Ja, die SPÖ hätte es sich ganz leicht machen können (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), aber dennoch haben wir eines gemacht: Wir haben Verantwortung übernommen. Wir haben jetzt Verantwortung übernommen, dieses Gesetz, das seit sieben Monaten wirksam ist, so schnell wie möglich zu reparieren (Abg. Kickl: Das ist keine Reparatur!) und so gut wie möglich zu reparieren, um ein ordentliches (Abg. Belakowitsch: Sie geben ihnen jetzt viel mehr Kompetenz!), ein verfassungskonformes Gesetz zu haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Sie geben ihnen jetzt viel mehr Kompetenz!
Wir hätten es uns leicht machen können, wir sitzen in der Opposition. Ja, die SPÖ hätte es sich ganz leicht machen können (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), aber dennoch haben wir eines gemacht: Wir haben Verantwortung übernommen. Wir haben jetzt Verantwortung übernommen, dieses Gesetz, das seit sieben Monaten wirksam ist, so schnell wie möglich zu reparieren (Abg. Kickl: Das ist keine Reparatur!) und so gut wie möglich zu reparieren, um ein ordentliches (Abg. Belakowitsch: Sie geben ihnen jetzt viel mehr Kompetenz!), ein verfassungskonformes Gesetz zu haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Das Gesetz wurde zeitlich verkürzt, es läuft nun bis Mitte 2021. (Abg. Kickl: Kann es verlängert werden?) Das Parlament ist wesentlich besser eingebunden. Es ist betreffend Maßnahmen klar zeitlich begrenzt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) Überschießende Kontrollbefugnisse, die wir im Moment haben und die alle wirken, meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen (Zwischenrufe bei der FPÖ), wurden herausverhandelt. Der private Wohnbereich ist wesentlich besser geschützt, als es zurzeit der Fall ist. (Abg. Scherak: Der war immer geschützt! Ihr müsst euch mal ...!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Was sagen Sie zu den mittlerweile vorhandenen Studien, die zeigen, dass vollkommen unabhängig davon, welche behördlichen Maßnahmen die verschiedenen Regierungen weltweit getroffen haben (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), die Epidemie in all diesen untersuchten Ländern innerhalb eines gewissen Zeitraums von selbst wieder abgeflacht ist und sich im Endeffekt die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen – rückblickend auf den Frühling betrachtet – als absolut nicht gegeben herausstellt? – Da sagen Sie nichts mehr, scheint mir.
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Nun zu Ihren Vorwürfen, ich hätte als Obmann des Gesundheitsausschusses einen Ausschusstermin verhindert (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Ich sage Ihnen, was eine Abenteuerlichkeit ist, nämlich wenn Sie nach mehrmaliger kurzfristiger Änderung einen neuen Gesetzesvorschlag binnen zwei Tagen in einen - - (Abg. Maurer: ... ausgemacht, was den Zeitablauf betrifft!) – Am Sonntag ist der Vorschlag dagewesen, der am Montag von einem Pseudogesundheitsausschuss hätte behandelt werden sollen, ohne Anwesenheit des Ministers, ohne eine vernünftige Tagesordnung, bei dem es nur darum gegangen wäre, dem Kind ein Mascherl für eine Zweitagesbegutachtung umzuhängen. (Zwischenruf der Abg. Maurer.) Nicht einmal der hauseigene Verfassungsdienst, der den vorausgegangenen Entwurf, an dessen Erstellung er angeblich beteiligt war, mit einer zwölfseitigen Kritik in der Luft zerrissen hat, hat es geschafft (Abg. Maurer: Montag bis Freitag sind genügend Tage!), innerhalb dieser Frist eine Stellungnahme abzugeben. Ja Entschuldigung, dass sich der Gesundheitsausschuss für so eine Instrumentalisierung nicht hergegeben hat! (Beifall bei der FPÖ.) Mit Ihrem Verständnis von Demokratie können Sie sich vielleicht in Nordkorea als Demokratin bezeichnen, aber nicht in diesem Hohen Haus.
Abg. Belakowitsch: Nix!
Was ist daraus geworden, Herr Minister? (Abg. Belakowitsch: Nix!) – Die heute vorgelegten Abänderungen – Sie haben im Ausschuss selber gesagt, man werde das berücksichtigen – betreffen keinen einzigen der zusätzlich angesprochenen Bereiche.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Nur ganz kurz, um es noch einmal klarzustellen: Wir schaffen heute die gesetzlichen Rahmenbedingungen, um einer weltweiten Pandemie besser begegnen zu können. Die Pandemie haben wir uns nicht herbeigewünscht, wie das offensichtlich einige von der FPÖ behaupten, sondern die ist passiert (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), die ist weltweit passiert. Die Johns Hopkins University hat die letzten Zahlen eben veröffentlicht – Kollegin Maurer hat es schon erwähnt –, wir reden da schon von über 30 Millionen Infektionen weltweit. Die Zahlen sind alarmierend.
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ad zwei (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Wenn Sie den Newstickereintrag lesen, der gerade gekommen ist, sehen Sie, dass in Schweden die Infektionszahlen dermaßen ansteigen, dass Schweden wieder über schärfere Maßnahmen nachdenkt. – So viel einmal dazu. (Zwischenruf des Abg. Deimek.)
Abg. Belakowitsch: Das ist aber Tatsache, Ihre Politik macht das!
Ich halte es übrigens in einer Situation wie dieser für ziemlich verzichtbar, in der Wortwahl derartig untergriffig zu sein, dass man zum Beispiel von Coronablockwarten spricht. Das haben wir nicht nötig – das haben Sie offensichtlich nötig (Abg. Belakowitsch: Das ist aber Tatsache, Ihre Politik macht das!) –, weil es darum geht, dass wir eine Politik für Menschen machen wollen. Wir sind alles, nur keine Coronablockwarte, uns geht es um die Gesundheit. (Abg. Belakowitsch: Na selbstverständlich! – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Abg. Belakowitsch: Na selbstverständlich! – Zwischenruf des Abg. Kickl.
Ich halte es übrigens in einer Situation wie dieser für ziemlich verzichtbar, in der Wortwahl derartig untergriffig zu sein, dass man zum Beispiel von Coronablockwarten spricht. Das haben wir nicht nötig – das haben Sie offensichtlich nötig (Abg. Belakowitsch: Das ist aber Tatsache, Ihre Politik macht das!) –, weil es darum geht, dass wir eine Politik für Menschen machen wollen. Wir sind alles, nur keine Coronablockwarte, uns geht es um die Gesundheit. (Abg. Belakowitsch: Na selbstverständlich! – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Abg. Belakowitsch: Sie teilen in Gut und Böse!
Sie wissen ganz genau wie wir, dass Gesundheit ohne Wirtschaft nicht geht und Wirtschaft aber auch nicht ohne Gesundheit geht. (Abg. Belakowitsch: Sie teilen in Gut und Böse!) Alle Maßnahmen, die wir treffen, die die Bundesregierung trifft, die Verordnungen, die in Kraft gesetzt werden, das Covid-19-Maßnahmengesetz, sind dazu angetan (Zwischenruf des Abg. Loacker), genau dieses Gleichgewicht zu halten. Ich halte es für äußerst vernünftig, rechtzeitig Schritte zu setzen, um zum Beispiel den Wintertourismus möglich zu machen. Ich begrüße es, wenn Bundesländer vernünftig agieren. Das ist unser Anliegen.
Abg. Belakowitsch: Sie haben recht, die Grippe ist gefährlicher!
Was mir an dieser Stelle ganz wichtig ist, sind einerseits die gesetzlichen Maßnahmen und andererseits das, worauf ich mich schon nach wie vor verlasse. Dr. Burgmann, der Leiter der Virologie des AKH, hat diese Woche wieder einmal etwas in Bezug auf diesen Vergleich von Grippe und Corona betont – wir wissen es alle und das sagen alle Experten (Abg. Belakowitsch: Sie haben recht, die Grippe ist gefährlicher!) –: Erstens einmal gibt es gegen die Grippe einen Impfstoff und zweitens ist Corona (Abg. Belakowitsch: Das stimmt nicht!) tatsächlich zehnmal so tödlich wie die Grippe, das dürfen wir nie vergessen. (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Das stimmt nicht!
Was mir an dieser Stelle ganz wichtig ist, sind einerseits die gesetzlichen Maßnahmen und andererseits das, worauf ich mich schon nach wie vor verlasse. Dr. Burgmann, der Leiter der Virologie des AKH, hat diese Woche wieder einmal etwas in Bezug auf diesen Vergleich von Grippe und Corona betont – wir wissen es alle und das sagen alle Experten (Abg. Belakowitsch: Sie haben recht, die Grippe ist gefährlicher!) –: Erstens einmal gibt es gegen die Grippe einen Impfstoff und zweitens ist Corona (Abg. Belakowitsch: Das stimmt nicht!) tatsächlich zehnmal so tödlich wie die Grippe, das dürfen wir nie vergessen. (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: ... der Kinder, Sie ruinieren die Wirtschaft!
Darauf verlasse ich mich. Seien Sie mit dabei, wenn wir die gesetzlichen Rahmenbedingungen schaffen (Abg. Belakowitsch: ... der Kinder, Sie ruinieren die Wirtschaft!), und helfen Sie weiterhin mit, wenn Sie draußen sind, behalten Sie einfach das alles im Hinterkopf! Seien Sie mit uns mit dabei! Darauf verlasse ich mich, und ich wünsche uns allen Gesundheit und dass wir das wirklich gut durchstehen. – Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Das Spektakel ...!
Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Rudolf Anschober: Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren hier im Haus und auch zu Hause! Ich persönlich bin ja ein sehr, sehr großer Freund einer lebendigen Debatte in diesem Haus, von daher war das jetzt auch eine sehr spannende Phase. Worüber ich mir aber schon sicher bin, ist, dass sich in dieser Phase die große Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher, aller Bewohner und Bewohnerinnen dieses Landes so etwas wie einen Grundkonsens erwarten würden, bei dem es nicht um Parteispektakel wie dieses geht (Abg. Belakowitsch: Das Spektakel ...!), sondern bei dem der Gesundheitsschutz der Österreicherinnen und Österreicher, der Bevölkerung im Mittelpunkt steht, und zwar zentral im Mittelpunkt. (Beifall
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Meine sehr verehrten Damen und Herren, gleichgültig, wohin auf der Welt Sie sehen, die Probleme in dieser Situation, in dieser Pandemie sind überall dieselben, und auch die Antworten, die Antwortversuche, das Ringen um Lösungen ist überall dasselbe, von Neuseeland bis zu den Philippinen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), von Australien bis zum Beispiel zu unseren Nachbarn in Tschechien. (Abg. Deimek: Da ist ja auch ...!)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: ...! Das ist ja unfassbar! – Abg. Stefan: ... von der Regierungsbank!
Das ist fein! Wie auf Knopfdruck: Wenn er seinen Namen hört, ist er wieder in Kampfstimmung, das ist gut. Sie sind die letzten paar Minuten ziemlich abgetaucht gewesen, aber okay. Also die schwerste - - (Abg. Kickl: Sie haben es gerade notwendig als Volksschullehrer, als ungelernter! Also bitte!) Sie qualifizieren sich mit jedem Zwischenruf mehr, das ist ausgezeichnet. Gut! (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: ...! Das ist ja unfassbar! – Abg. Stefan: ... von der Regierungsbank!)
Abg. Belakowitsch: Es geht um die Überwachung! Um die Überwachung!
Das, wovon ich denke, dass es wichtig ist – und das wurde von mehreren Rednerinnen und Rednern schon sehr treffend herausgearbeitet –, ist, dass es einerseits natürlich um diese schwerste Gesundheitskrise geht (Abg. Belakowitsch: Es geht um die Überwachung! Um die Überwachung!), dass die Lösung dieser Gesundheitskrise aber auch die Grundvoraussetzung dafür ist, dass wir uns wirtschaftlich wieder gut entwickeln (Abg. Belakowitsch: Ja, eh, aber ...!) und dass wir die sozialen Schwierigkeiten gut bewältigen. (Ruf bei der FPÖ: Die haben Sie herbeigeführt!) Das steht in einem engen Zusammenhang und das kann man nicht gegeneinander ausspielen. Das ist die Grundvoraussetzung dafür und daran arbeiten wir sehr, sehr intensiv, dessen können Sie sich sicher sein. (Abg. Kickl: Sie dilettieren durch die ...!) Die Dinge hängen zusammen.
Abg. Belakowitsch: Ja, eh, aber ...!
Das, wovon ich denke, dass es wichtig ist – und das wurde von mehreren Rednerinnen und Rednern schon sehr treffend herausgearbeitet –, ist, dass es einerseits natürlich um diese schwerste Gesundheitskrise geht (Abg. Belakowitsch: Es geht um die Überwachung! Um die Überwachung!), dass die Lösung dieser Gesundheitskrise aber auch die Grundvoraussetzung dafür ist, dass wir uns wirtschaftlich wieder gut entwickeln (Abg. Belakowitsch: Ja, eh, aber ...!) und dass wir die sozialen Schwierigkeiten gut bewältigen. (Ruf bei der FPÖ: Die haben Sie herbeigeführt!) Das steht in einem engen Zusammenhang und das kann man nicht gegeneinander ausspielen. Das ist die Grundvoraussetzung dafür und daran arbeiten wir sehr, sehr intensiv, dessen können Sie sich sicher sein. (Abg. Kickl: Sie dilettieren durch die ...!) Die Dinge hängen zusammen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wir wissen – und das zeigen eigentlich alle internationalen Bewertungen –, Österreich ist im Vergleich sehr, sehr gut durch den ersten Teil der Krise gekommen. Nennen Sie mir eine Industrienation auf der Welt, die weniger Todesfälle zu verzeichnen hatte (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), die weniger schwere Erkrankungen zu verzeichnen hatte! Das sind die Parameter, an denen wir uns messen lassen, das ist nämlich das Entscheidende. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Ruf: Das kann man nicht lesen! – Abg. Belakowitsch: Ist eh wurscht!
Über den Sommer war die Lage in Österreich trotz der Öffnungsschritte stabil. Ja, wir haben viele Öffnungsschritte realisiert, und ich glaube, dass das auch verantwortungsvoll war. Mittlerweile sind wir allerdings in der Situation – und das muss man sehr ehrlich sagen –, dass es in Österreich etwa seit dem 8. September wieder deutliche Steigerungen gibt. Damit Sie das schön nachvollziehen können (der Redner hält ein Kurvendiagramm in die Höhe, mit dem er in der Folge seine Ausführungen illustriert), habe ich das auch grafisch dargestellt und mitgebracht. (Ruf: Das kann man nicht lesen! – Abg. Belakowitsch: Ist eh wurscht!)
Beifall bei den Grünen – Abg. Belakowitsch: Jetzt können Sie ...!
Das war die Situation des großen Höhepunktes unserer Krise, den wir Mitte März hatten. Dann ist die Situation sehr, sehr stabil gewesen – das sind die Zahlen der aktiv Erkrankten –, und dann haben wir ab dem 8. September einen deutlichen Zuwachs erlebt. (Der Redner hält ein anderes Kurvendiagramm in die Höhe.) Was Sie hier am Schluss, in den letzten Tagen sehen (Abg. Stefan: Ist jetzt eine exponentielle Kurve, oder?), das ist jetzt der September, der hier herausgeholt ist, und das zeigt, dass wir es geschafft haben – und zwar alle miteinander: ein starkes Gesundheitssystem, alle, die sich in vielen Bereichen darum bemühen, viele, viele Menschen, die es leben, die die Umsetzung leben –, dass wir in den letzten Tagen wieder eine Stabilisierung und ein Ende dieses starken Wachstums erreicht haben (Beifall bei den Grünen – Abg. Belakowitsch: Jetzt können Sie ...!) – und das ist gut so. Das ist wieder ein erster Schritt in die richtige Richtung.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das Entscheidende ist allerdings, dass die Hospitalisierungszahlen nun auch wieder deutlich zu steigen beginnen, und das ist natürlich eine sehr alarmierende Entwicklung, denn im Mittelpunkt unserer Arbeit steht, die Zahl dieser Hospitalisierungen möglichst stabil zu halten und zu vermeiden, dass es da zu einem deutlichen Zuwachs kommt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Was wollen wir erreichen? – Wir wollen die Zahlen möglichst stabilisieren. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir wollen erreichen, dass es keine weitere Zuspitzung gibt,
Abg. Belakowitsch: ..., ob wir wollen oder nicht!
Ich bin mir sehr sicher, dass wir dann, wenn Impfungen in Europa freigegeben werden, nach einvernehmlichen Risikobewertungen, nach Kontrollen, nach allen Standards, die wir in Europa erarbeitet haben (Abg. Kickl: Im Jänner dann, oder?), ein gesichertes Produkt, wahrscheinlich sogar mehrere gesicherte Impfprodukte am Tisch haben werden. (Abg. Belakowitsch: ..., ob wir wollen oder nicht!)
Die Abgeordneten Belakowitsch und Kickl: Sie haben schon so viel gesagt!
Ich würde Sie nur ersuchen, da nicht mit den Emotionen zu spielen, wenn ich schon wieder den Zwischenruf höre: „ob wir wollen oder nicht“. Jetzt haben wir doch alle miteinander die Garantie gegeben, dass das freiwillig ist. (Die Abgeordneten Belakowitsch und Kickl: Sie haben schon so viel gesagt!) Warum spielen Sie dann trotzdem mit den Emotionen und schüren Ängste in diesem Zusammenhang? (Abg. Belakowitsch: Da redet der Richtige! Da redet der Richtige!) Jeder Mensch in Österreich wird sich frei entscheiden können, und unser Job in der Regierung ist es, sicherzustellen (Abg. Belakowitsch: Sie schüren Ängste seit Monaten!), dass es ausreichend Impfstoff für alle in Österreich gibt, und das werden wir schaffen. Das werden wir schaffen, und dafür werden wir als starke Europäische Union auch sorgen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie schüren die Ängste!)
Abg. Belakowitsch: Da redet der Richtige! Da redet der Richtige!
Ich würde Sie nur ersuchen, da nicht mit den Emotionen zu spielen, wenn ich schon wieder den Zwischenruf höre: „ob wir wollen oder nicht“. Jetzt haben wir doch alle miteinander die Garantie gegeben, dass das freiwillig ist. (Die Abgeordneten Belakowitsch und Kickl: Sie haben schon so viel gesagt!) Warum spielen Sie dann trotzdem mit den Emotionen und schüren Ängste in diesem Zusammenhang? (Abg. Belakowitsch: Da redet der Richtige! Da redet der Richtige!) Jeder Mensch in Österreich wird sich frei entscheiden können, und unser Job in der Regierung ist es, sicherzustellen (Abg. Belakowitsch: Sie schüren Ängste seit Monaten!), dass es ausreichend Impfstoff für alle in Österreich gibt, und das werden wir schaffen. Das werden wir schaffen, und dafür werden wir als starke Europäische Union auch sorgen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie schüren die Ängste!)
Abg. Belakowitsch: Sie schüren Ängste seit Monaten!
Ich würde Sie nur ersuchen, da nicht mit den Emotionen zu spielen, wenn ich schon wieder den Zwischenruf höre: „ob wir wollen oder nicht“. Jetzt haben wir doch alle miteinander die Garantie gegeben, dass das freiwillig ist. (Die Abgeordneten Belakowitsch und Kickl: Sie haben schon so viel gesagt!) Warum spielen Sie dann trotzdem mit den Emotionen und schüren Ängste in diesem Zusammenhang? (Abg. Belakowitsch: Da redet der Richtige! Da redet der Richtige!) Jeder Mensch in Österreich wird sich frei entscheiden können, und unser Job in der Regierung ist es, sicherzustellen (Abg. Belakowitsch: Sie schüren Ängste seit Monaten!), dass es ausreichend Impfstoff für alle in Österreich gibt, und das werden wir schaffen. Das werden wir schaffen, und dafür werden wir als starke Europäische Union auch sorgen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie schüren die Ängste!)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie schüren die Ängste!
Ich würde Sie nur ersuchen, da nicht mit den Emotionen zu spielen, wenn ich schon wieder den Zwischenruf höre: „ob wir wollen oder nicht“. Jetzt haben wir doch alle miteinander die Garantie gegeben, dass das freiwillig ist. (Die Abgeordneten Belakowitsch und Kickl: Sie haben schon so viel gesagt!) Warum spielen Sie dann trotzdem mit den Emotionen und schüren Ängste in diesem Zusammenhang? (Abg. Belakowitsch: Da redet der Richtige! Da redet der Richtige!) Jeder Mensch in Österreich wird sich frei entscheiden können, und unser Job in der Regierung ist es, sicherzustellen (Abg. Belakowitsch: Sie schüren Ängste seit Monaten!), dass es ausreichend Impfstoff für alle in Österreich gibt, und das werden wir schaffen. Das werden wir schaffen, und dafür werden wir als starke Europäische Union auch sorgen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie schüren die Ängste!)
Abg. Kickl: Die Zeit ist nicht stehen geblieben! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Meine sehr verehrten Damen und Herren, nur kurz zwei Sätze zu den kritischen Stimmen, die ich heute noch gehört habe: Das eine: Herr Kickl, Sie waren ja vor wenigen Monaten noch der Vorreiter in Sachen Lockdown, mit einem Höllentempo, haben gefordert, gefordert, gefordert (Abg. Kickl: Die Zeit ist nicht stehen geblieben! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und heute sind Sie der Chefcoronaleugner der Republik. Ich verstehe das wirklich nicht. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Und wie viele wären froh, wenn Sie nicht mehr in der Regierung wären?!
Wissen Sie, ganz viele Menschen in diesem Österreich sind froh darüber, dass Sie nicht mehr in der Regierung vertreten sind, gerade in dieser Krisensituation (Abg. Belakowitsch: Und wie viele wären froh, wenn Sie nicht mehr in der Regierung wären?!), denn viele meinen, das wäre lebensgefährlich. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Hauser: Das ist eine Frechheit! – Abg. Belakowitsch: Alles haben Sie falsch gemacht bisher! Das ist ja unglaublich!)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Hauser: Das ist eine Frechheit! – Abg. Belakowitsch: Alles haben Sie falsch gemacht bisher! Das ist ja unglaublich!
Wissen Sie, ganz viele Menschen in diesem Österreich sind froh darüber, dass Sie nicht mehr in der Regierung vertreten sind, gerade in dieser Krisensituation (Abg. Belakowitsch: Und wie viele wären froh, wenn Sie nicht mehr in der Regierung wären?!), denn viele meinen, das wäre lebensgefährlich. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Hauser: Das ist eine Frechheit! – Abg. Belakowitsch: Alles haben Sie falsch gemacht bisher! Das ist ja unglaublich!)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Selten peinlichere Reden gehört!
Ich bedanke mich abschließend noch einmal für die konstruktiven Stellungnahmen, und ich bin froh darüber, dass wir damit auch Anregungen bekamen, die wir in diesem Gesetz gut umsetzen konnten. – Vielen Dank für eine breite Zustimmung. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Selten peinlichere Reden gehört!)
Abg. Belakowitsch: Wir haben eine Stellungnahme abgegeben!
Wir hätten es auch so machen können, wie es beispielsweise die FPÖ gemacht hat: sich in der permanenten Waldorf- und Statler-Runde zurückzulehnen und ein bisschen zu kommentieren und nicht viel beizutragen (Abg. Belakowitsch: Wir haben eine Stellungnahme abgegeben!) und dann in ihrer Argumentationslosigkeit persönlich angriffig zu werden, aber nicht mehr argumentieren zu können, warum jetzt auch das neue Gesetz so schlecht wäre. (Abg. Kickl: Weil es gleich ist wie das alte!) – Herr Kickl, hallo, ich hätte etwas für Sie: Im Hearing hat Ihr Experte noch einen einzigen Punkt gefunden, der gefährlich wäre: Es droht ein Polizeistaat, hat er gesagt. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Da müssten Sie ja mit tränenden Augen und wehenden Fahnen zustimmen, wenn der Polizeistaat droht, Herr Kickl! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Das ist die Situation. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scherak – Gegenruf der Abg. Belakowitsch
Ich komme zurück zum Punkt betreffend diese Verordnungsermächtigung für die Erstreckung der Befristung eines Gesetzes, den Kollege Scherak angesprochen hat: Genau das haben wir hier im April einstimmig für ein anderes Gesetz beschlossen, mit den NEOS, mit den Freiheitlichen. Dazu fällt mir also nur eines ein: Die NEOS wissen nicht alles (Zwischenruf des Abg. Scherak), aber sie bemühen sich, den Eindruck zu erwecken, in diesem Parlament immer alles besser zu wissen, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Dieses billige Effekthaschen ist nicht unser Zugang (Zwischenruf des Abg. Scherak – Gegenruf der Abg. Belakowitsch), wir sind als Opposition verantwortungsbewusst.
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Abgeordneter Franz Hörl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Herr Staatssekretär! Frau Bundesminister! Frau Bundesminister! Herr Bundesminister! Die gesamte Regierung, welche Ehre! Lieber Herr Kollege Kickl – oder soll ich Primar sagen? (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) Du hast heute in deiner aufbrausenden Rede Grillparzer zitiert. Mir fällt etwas anderes ein: Robert Louis Stevenson (Abg. Kickl: Wer?) – Robert Louis Stevenson und sein Werk (deutsch aussprechend) Dr. Jekyll und Mr. Hyde. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Wie heißt das?) Vom Lockdownforderer bis zum Virusleugner – aber jetzt weg von der Literatur, Herr Kickl, das ist es nicht wert. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Im Westen Österreichs gibt es gerade eine riesige Diskussion, viel Enttäuschung, viel Aufregung natürlich, weil wir in einigen Bundesländern eine Sperrstunde ab 22 Uhr eingeführt haben. Ich gebe zu, ich bin davon auch sehr berührt. Das letzte Mal, als ich eine solche Sperrstunde hatte, war ich 15 Jahre alt und im Internat in der Villa Blanka. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Dass ich das noch einmal erleben muss, ist arg. (Abg. Kickl: Zeit zum Englischlernen!) Es geht aber um die Rettung der Wintersaison, es geht um die Rettung unserer wirtschaftlichen Basis, nämlich der Wintersaison. Wenn das dazu beiträgt, dass wir die Zahl der Neuinfizierten herunterdrücken und damit vielleicht Reisewarnungen verhindern können, dann ist dieser Preis wahrscheinlich auch zu bezahlen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Im Westen Österreichs gibt es gerade eine riesige Diskussion, viel Enttäuschung, viel Aufregung natürlich, weil wir in einigen Bundesländern eine Sperrstunde ab 22 Uhr eingeführt haben. Ich gebe zu, ich bin davon auch sehr berührt. Das letzte Mal, als ich eine solche Sperrstunde hatte, war ich 15 Jahre alt und im Internat in der Villa Blanka. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Dass ich das noch einmal erleben muss, ist arg. (Abg. Kickl: Zeit zum Englischlernen!) Es geht aber um die Rettung der Wintersaison, es geht um die Rettung unserer wirtschaftlichen Basis, nämlich der Wintersaison. Wenn das dazu beiträgt, dass wir die Zahl der Neuinfizierten herunterdrücken und damit vielleicht Reisewarnungen verhindern können, dann ist dieser Preis wahrscheinlich auch zu bezahlen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Und jetzt kommst du da her?! – Abg. Zanger: Willst du uns anstecken?!
Abgeordneter Mag. Martin Engelberg (ÖVP): Herr Präsident! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Es ist noch keine 48 Stunden her, da lag ich im Spital mit Covid. (Abg. Belakowitsch: Und jetzt kommst du da her?! – Abg. Zanger: Willst du uns anstecken?!) Es war nicht lustig. Ich kann Ihnen nur sagen, es ist keine angenehme Zeit, tagelang mit hohem Fieber dazuliegen und dann langsam zu merken, wie einem die Luft ausgeht. Es hat mich ziemlich demütig gemacht. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Mag. Martin Engelberg (ÖVP): Herr Präsident! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Es ist noch keine 48 Stunden her, da lag ich im Spital mit Covid. (Abg. Belakowitsch: Und jetzt kommst du da her?! – Abg. Zanger: Willst du uns anstecken?!) Es war nicht lustig. Ich kann Ihnen nur sagen, es ist keine angenehme Zeit, tagelang mit hohem Fieber dazuliegen und dann langsam zu merken, wie einem die Luft ausgeht. Es hat mich ziemlich demütig gemacht. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Heute beschließen wir das erste Mal die rechtlichen Grundlagen dieser Ampel (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), deswegen bitte ich wirklich, zu versuchen, heute miteinander diese Verbesserungen herbeizuführen (Beifall bei der SPÖ) und nicht – wie es die NEOS und die Freiheitlichen gemacht haben – zu sagen, dass diese fünf Paragrafen, die heute die rechtliche Grundlage für das Hantieren und Herumfuhrwerken der Regierung sind, Weltklasse sind, wo wir doch alle miteinander zu Recht kritisiert haben, dass im Sommer so viel Pfusch passiert ist. Es geht um Existenzen von Menschen, daher – nicht, weil es eine Gaudi ist – bitte ich: Schauen wir doch, dass wir es miteinander reparieren!
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Loacker. – Abg. Schellhorn: Das war keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Belakowitsch: Tatsächliche Bestätigung für Versagen der Regierung!
Ich bitte darum, dass man hier die Tatsache genau darstellt. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Loacker. – Abg. Schellhorn: Das war keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Belakowitsch: Tatsächliche Bestätigung für Versagen der Regierung!)
Abg. Belakowitsch: Es war halt kein Unterricht, macht ja nichts!
Abgeordnete Rebecca Kirchbaumer (ÖVP): Frau Präsidentin! Werte Frau Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher zu Hause und hier bei uns auf der Galerie! Die Schulen waren nicht geschlossen, und das war jetzt auch eine tatsächliche Berichtigung von unserem Unterrichtssprecher, Herrn Taschner. (Abg. Belakowitsch: Es war halt kein Unterricht, macht ja nichts!) Ich glaube, das kann man so stehen lassen. Es wurden alle Kinder betreut, die eine Betreuung gebraucht haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Dementsprechend stimmt es mich zuversichtlich, dass wir mit der Sonderbetreuungszeit, die nochmals möglich ist und zu der wir von Bundesseite unseren Zuschuss von einem Drittel auf die Hälfte erhöht haben, so gut wie möglich durch Herbst und Winter kommen, wenn es zu teilweisen Gruppen-, Klassen- oder – was wir natürlich vermeiden wollen – Schulschließungen kommt. Wir sind vorbereitet, und das ist wichtig. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ich möchte auch noch eines dazusagen, weil Sie angesprochen haben, dass wir nicht vorbereitet sind: Herr Bildungsminister Faßmann und ich und viele in der Bundesregierung haben uns sehr intensiv vorbereitet, auf die unterschiedlichen Bereiche und Zielgruppen (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und da geht es auch darum, dass wir gemeinsam mit den Bundesländern die Testungen noch beschleunigen. Ich verstehe das, ich habe auch selbst ein Schulkind zu Hause: Es gibt natürlich Unsicherheit auf der einen Seite, auf der anderen Seite tun wir alles, damit wir die Schulen, wenn es notwendig ist, nur so kurz, so punktuell und so regional wie möglich oder nur einzelne Klassen schließen müssen. Diese Sonderbetreuungszeit gilt genauso, wenn es zu einzelnen Gruppen- oder Klassenschließungen kommt.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die unzähligen Vorwürfe der Opposition erwecken in mir den Anschein, dass manche wirklich der Meinung sind, dass Österreich alleine und nicht die ganze Welt von dieser Krise betroffen ist und es nur in Österreich böse Maßnahmen, Einschränkungen und wirtschaftliche Probleme gibt. (Zwischenruf des Abg. Stefan.) Je besser es uns gelingt, eine weitere Verbreitung dieses Virus einzudämmen, desto schneller wird ein Zurück in unseren normalen Alltag und ein Aufschwung und die wirtschaftliche Stabilisierung wieder möglich sein. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Dazu wird es die Anstrengung aller brauchen, nicht nur Einzelner.
Sitzung Nr. 53
Beifall bei ÖVP und Grünen sowie der Abg. Yılmaz. – Abg. Belakowitsch: Zur Geschäftsordnung!
Mein Appell an alle Kolleginnen und Kollegen: Viele Menschen draußen tragen diesen Mund-Nasen-Schutz tagtäglich (Abg. Lausch: Frechheit! Zur Geschäftsordnung!), ob das jetzt die Kellnerin ist, der Buschauffeur, die Ärzteschaft, die Apotheker, wer auch immer, beim Einkaufen, in Handel und Gewerbe. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Für sie ist es eine Selbstverständlichkeit geworden, sich selbst und andere zu schützen, denn darum geht es zuletzt. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie können noch so laut schreien – Gott sei Dank ist die Vernunft in Österreich größer als die Verschwörungstheorien der Verharmloser. (Beifall bei ÖVP und Grünen sowie der Abg. Yılmaz. – Abg. Belakowitsch: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Brückl: Eine gute Frage! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir können morgen in der Präsidiale trefflich darüber diskutieren, unter welchen Bedingungen wir letzten Endes zu tagen haben. Warum ich das am Anfang gesagt habe, hat den einfachen Grund, dass wir zahlreiche Zuschriften bekommen und es Diskussionen darüber gibt: Warum müssen wir Masken tragen und die Parlamentarier nicht? – (Abg. Brückl: Eine gute Frage! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Meine Ausführungen haben der Aufklärung der Bevölkerung gedient.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich weiß schon, dass es Sie ärgert, dass Sie bewiesen haben, dass die FPÖ nicht regierungsfähig ist und dass wir deswegen die Einzigen sind, die die Probleme lösen können. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Insofern ist diese Emotion auch entlarvend, und da hätte ich auch einen philosophischen lateinischen Spruch: Si tacuisses, philosophus mansisses. – Sie brauchen das sicher nicht zu googeln. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wenn die FPÖ in diesem Zusammenhang von Maskenzwang spricht oder von der Maske als Symbol der Angst, der Panikmache und Unterdrückung (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), dann finde ich das besorgniserregend und ein wirklich fatales Signal an die österreichische Bevölkerung (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Steger), denn wir alle wissen, dass höhere Infektionszahlen auch eine höhere Arbeitslosigkeit bedeuten, und mit Ihrem Verhalten, meine sehr geehrten Damen und Herren, gefährden Sie nicht
Abg. Belakowitsch: Mehr als 85 Prozent ...!
Wir in der Bundesregierung haben daher nicht nur den Fokus erstens darauf gelegt, Menschenleben zu schützen, wodurch Österreich weniger Tote als vergleichbare Länder zu verzeichnen hat (Abg. Belakowitsch: Mehr als 85 Prozent ...!), sondern zweitens auch darauf, Arbeitsplätze zu sichern und Unternehmen zu retten, und zwar mit einem 50-Milliarden-Euro-Paket, das im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt im internationalen Vergleich eines der größten ist.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Eigentlich bin ich Ihnen aber dankbar für diese Diskussion (Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl und Martin Graf), gibt sie mir doch die Gelegenheit, auch einige Unterschiede zwischen der FPÖ und der Volkspartei herauszuarbeiten (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), wenn es um die Themen Sicherheit und Migration geht. (Zwischenruf des Abg. Martin Graf.)
Abg. Belakowitsch: Nein, der allerbeste!
Ich habe Sie hier, im Hohen Haus, Herr Kickl, mehrfach verteidigt, aber heute weiß ich mehr: Als Innenminister waren Sie rückblickend betrachtet nicht der Bimaz, der beste Innenminister aller Zeiten (Abg. Belakowitsch: Nein, der allerbeste!), sondern, aus meiner Sicht, der Simaz, der schlechteste Innenminister aller Zeiten! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Mit wem? – Abg. Martin Graf: Mit der habe ich auch schon geredet! – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Ich erzähle Ihnen jetzt von einer Frau, mit der ich vor Kurzem gesprochen habe, die Ihnen so (in Richtung Bundesminister Blümel), wie Sie dasitzen, anscheinend egal ist, die Kurz egal ist und die sehr vielen von Ihnen egal zu sein scheint. (Abg. Belakowitsch: Mit wem? – Abg. Martin Graf: Mit der habe ich auch schon geredet! – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) Diese Frau ist jetzt 55. Sie ist in einem Unternehmen, das wahrscheinlich seinen Betrieb einstellt, weil sich niemand darum kümmert. (Abg. Kickl: Lass das nächste Mal die Jungen reden!) Sie wird, wenn sie gekündigt werden wird, wahrscheinlich keinen Arbeitsplatz mehr finden. Ihr Mann arbeitet im selben Betrieb, auch er wird keinen Arbeitsplatz mehr finden.
Abg. Belakowitsch: Bleiben Sie locker, verkrampfen Sie sich nicht so!
Abgeordnete Sigrid Maurer, BA (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Herren Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe ZuseherInnen! (Abg. Belakowitsch: Bleiben Sie locker, verkrampfen Sie sich nicht so!) Was wir heute hier geboten bekommen, ist ein klassisches FPÖ-Stück, nämlich genau genommen das einzige Stück, das die FPÖ kann und beherrscht: fremdenfeindliche Hetze. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Kickl: Bitte einen Ordnungsruf!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie helfen auch niemandem!
unserer Gesellschaft hinzuhauen, die es ohnehin oft am schwersten haben. Kollege Leichtfried hatte denselben Satz in seiner Rede: Keinem einzigen Arbeitslosen, keinem einzigen Kind, keiner Mindestpensionistin, keinem Unternehmen ist durch das, was Sie hier abziehen, geholfen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie helfen auch niemandem!) Es geht Ihnen ausschließlich um das Schüren von Ängsten, Missgunst und Hass. (Abg. Kickl: Sie haben es notwendig!) Wir haben dieses Stück schon sehr oft gesehen, und es wird auch in der 100. Aufführung nicht besser. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
unserer Gesellschaft hinzuhauen, die es ohnehin oft am schwersten haben. Kollege Leichtfried hatte denselben Satz in seiner Rede: Keinem einzigen Arbeitslosen, keinem einzigen Kind, keiner Mindestpensionistin, keinem Unternehmen ist durch das, was Sie hier abziehen, geholfen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie helfen auch niemandem!) Es geht Ihnen ausschließlich um das Schüren von Ängsten, Missgunst und Hass. (Abg. Kickl: Sie haben es notwendig!) Wir haben dieses Stück schon sehr oft gesehen, und es wird auch in der 100. Aufführung nicht besser. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Ruf bei der FPÖ: Alles nur heiße Luft! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich finde es angesichts der langjährigen und vielschichtigen Korruptionsgeschichte Ihrer Partei äußerst mutig, sich hierherzustellen und dieser Regierung derartige Vorhalte zu machen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Ruf bei der FPÖ: Alles nur heiße Luft! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ein Plus von 80 Prozent bei den Herzinfarkten!
Während Sie hier mit Coronaleugnung und dem Schüren von Hass beschäftigt sind, haben wir dafür gesorgt, dass diese Krisen – die Wirtschaftskrise, die Arbeitsmarktkrise und die Gesundheitskrise – bestmöglich bewältigt werden. (Abg. Belakowitsch: Ein Plus von 80 Prozent bei den Herzinfarkten!) Sie setzen sich hierher und führen sich wie Trump auf. Bei ihm war es auch so, dass er die ganze Zeit bei irgendwelchen Reden herumgestanden ist. Jetzt sind er und die halbe republikanische Mannschaft infiziert. Das ist ein absolut verantwortungsloses Verhalten, und Sie verhalten sich hier nicht anders. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Kickl: Wie ist denn das im Kanzleramt gegangen? – Abg. Stefan: Das ist verantwortungslos! – Abg. Kickl: So ein Schwachsinn!)
Abg. Belakowitsch: Warum gibt es dann so viele Arbeitslose?
Während Sie sich mit diesen Dingen beschäftigen und sich nicht an der Bewältigung der Krise beteiligen, haben wir Pakete geschnürt, die tatsächlich helfen, was wir auch in den ersten Studien sehen, die wir dazu haben. (Abg. Belakowitsch: Warum gibt es dann so viele Arbeitslose?) Wir haben den Härtefallfonds für Einpersonenunternehmen von
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir schaffen eine Arbeitsstiftung mit 700 Millionen Euro, das ist ein nie da gewesener Betrag, mit dem wir über 100 000 Menschen ermöglichen, sich am Arbeitsmarkt neu zu orientieren und sich umschulen zu lassen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es gibt einen Bonus von 180 Euro auf das Arbeitslosengeld. Auch das ist noch nie da gewesen. Das sage ich auch deutlich in Richtung SPÖ, denn nach der Wirtschaftskrise 2008 hat es unter roten Regierungen nicht solche sozialen Maßnahmen gegeben wie heute in dieser Coronasituation. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Eines sage ich Ihnen auch: Wir sitzen da nebeneinander. Es gibt jetzt wieder einen Mandatar, der seit Tagen mit Fieber zu Hause liegt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Kollege Engelberg hat das hier letztes Mal eindrucksvoll geschildert. Er war einige Tage im Spital und war froh, dass er mit Sauerstoff versorgt wurde. Das ist nicht einfach irgendetwas, bei dem man sagt: Das geht schon irgendwie vorbei.
Abg. Belakowitsch: An positiven Tests!
Einige Anmerkungen zu Ihren Ausführungen, Herr Kollege Kickl: Zu Corona insgesamt: Es gibt derzeit rund 1 000 Neuinfektionen pro Tag. Das ist viel. (Abg. Belakowitsch: An positiven Tests!) – Na ja, dann sind es positive Tests. Es sind Menschen, die infiziert sind, und es sind zu viele, Frau Kollegin Belakowitsch. (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.) Dass gerade Sie als Ärztin sich hierherstellen und der Parteitreue den Vorzug geben und nicht die Gesundheit der Menschen in den Vordergrund stellen, das ist einer Ärztin nicht würdig, meine Damen und Herren. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.
Einige Anmerkungen zu Ihren Ausführungen, Herr Kollege Kickl: Zu Corona insgesamt: Es gibt derzeit rund 1 000 Neuinfektionen pro Tag. Das ist viel. (Abg. Belakowitsch: An positiven Tests!) – Na ja, dann sind es positive Tests. Es sind Menschen, die infiziert sind, und es sind zu viele, Frau Kollegin Belakowitsch. (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.) Dass gerade Sie als Ärztin sich hierherstellen und der Parteitreue den Vorzug geben und nicht die Gesundheit der Menschen in den Vordergrund stellen, das ist einer Ärztin nicht würdig, meine Damen und Herren. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.
Einige Anmerkungen zu Ihren Ausführungen, Herr Kollege Kickl: Zu Corona insgesamt: Es gibt derzeit rund 1 000 Neuinfektionen pro Tag. Das ist viel. (Abg. Belakowitsch: An positiven Tests!) – Na ja, dann sind es positive Tests. Es sind Menschen, die infiziert sind, und es sind zu viele, Frau Kollegin Belakowitsch. (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.) Dass gerade Sie als Ärztin sich hierherstellen und der Parteitreue den Vorzug geben und nicht die Gesundheit der Menschen in den Vordergrund stellen, das ist einer Ärztin nicht würdig, meine Damen und Herren. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Und dort, wo es keine Nationen gegeben hat, dort war die Sowjetunion!
Dort, wo der Nationalismus gesiegt hat, dort war man immer in einer Sackgasse. Das war am Ende des Tages Krieg, das war am Ende des Tages Zerstörung. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Und dort, wo es keine Nationen gegeben hat, dort war die Sowjetunion!) Diese nationalistischen Vorschläge und Rezepte zu bringen hat noch nie jemanden weitergebracht. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Na, na, na!
Sowohl Kollege Mahrer als auch Kollege Wöginger haben hier wirklich versucht, den Unterschied zwischen der ÖVP und der FPÖ herauszuarbeiten. Man muss sagen, es ist ihnen nicht gelungen, weil die Inhalte, die Sie heute vertreten und die Herr Blümel im Wahlkampf vertritt, eins zu eins die nationalistischen Rezepte der FPÖ sind. (Abg. Belakowitsch: Na, na, na!)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es ist gut und es ist richtig, dass sich in Wien eine Wiener Initiative zusammengefunden hat, um den Hass der FPÖ im Wiener Wahlkampf anzuprangern. Sie sagt das, was sich viele von uns seit dem ersten Tag gedacht haben: Wir wollen diese Plakate der FPÖ nicht auf unseren Straßen, nicht in unserer Stadt. Sie sind gefährlich, sie sind radikal, sie sind rassistisch und sie gehören nicht zu Wien. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie scheinen überhaupt keine Schmerzgrenze zu haben, was Radikalisierung anbelangt. (Heiterkeit des Abg. Brandstätter.) Sie sind eine einzige Parallelgesellschaft, die sich jeden Tag weiter radikalisiert. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Mit wem?
Dabei war Integration nie eine ausgestreckte Hand. Integration ist ein Hürdenlauf zwischen Bevormundung und Bürokratie, zwischen Ausgrenzung und Abwertung, zwischen Ausschluss und Abstellgleis. Integration sollte Chancen und Teilhabe und Zukunft und Zusammenhalt bedeuten. Sie pervertieren Integration zu einem Kampfbegriff und liefern sich dabei noch ein Wettrennen im Spalten und im Diffamieren. (Abg. Belakowitsch: Mit wem?)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wien nimmt Chancen und Teilhabe und Zukunft und Zusammenhalt ernst. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wien hat gesagt: Integration ab Tag eins, und Wien hat gesagt: Stärken und bei den Schwächen fördern. Wien macht das durch Projekte wie Mama lernt Deutsch, Deutschkurse für Mütter in Wiener Schulen und Kindergärten, das Projekt Nachbarinnen, bei dem ausgebildete Sozialassistentinnen Menschen in ihren Wohnungen aufsuchen und Integrationsbegleitung durch die Community anbieten (Abg. Belakowitsch: ... erfolgreich gewesen ...! ... gekostet? Wie war der Output?), oder das Integrationshaus, das seit nunmehr 25 Jahren geflüchteten Menschen Unterkunft, Betreuung und Unterstützung bietet.
Abg. Belakowitsch: ... erfolgreich gewesen ...! ... gekostet? Wie war der Output?
Wien nimmt Chancen und Teilhabe und Zukunft und Zusammenhalt ernst. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wien hat gesagt: Integration ab Tag eins, und Wien hat gesagt: Stärken und bei den Schwächen fördern. Wien macht das durch Projekte wie Mama lernt Deutsch, Deutschkurse für Mütter in Wiener Schulen und Kindergärten, das Projekt Nachbarinnen, bei dem ausgebildete Sozialassistentinnen Menschen in ihren Wohnungen aufsuchen und Integrationsbegleitung durch die Community anbieten (Abg. Belakowitsch: ... erfolgreich gewesen ...! ... gekostet? Wie war der Output?), oder das Integrationshaus, das seit nunmehr 25 Jahren geflüchteten Menschen Unterkunft, Betreuung und Unterstützung bietet.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Es gibt etliche Integrationsinitiativen in Wien, die 2015 entstanden sind und von Freiwilligen und dem Ehrenamt getragen werden: Ankommen in Wien, PatInnen für alle, Fremde werden Freunde, Start with a Friend, Free Girls Movement (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), Train of Hope, die Plattform für eine menschliche Asylpolitik.
Abg. Belakowitsch: ... der Zuwanderer!
2015 war das Jahr der Menschlichkeit, das Jahr der Zivilgesellschaft, des zivilgesellschaftlichen Handelns, des zivilgesellschaftlichen Helfens (Abg. Belakowitsch: ... der Zuwanderer!), das Jahr, zu dem alle einen Bezug und die meisten von uns einen Bezugsmenschen haben. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Diese Zivilgesellschaft kann und will auch jetzt helfen, weil Menschen in Not sind und weil es schändlich ist, das nicht zu tun, denn hässliche Bilder sind kein Schicksal (Beifall bei den Grünen), unsere Solidarität ist nicht flexibel und wir übernehmen Patenschaften für Menschen und nicht für Abschiebungen.
Abg. Belakowitsch: Das hat der Herr Krainer auch gesagt!
Das heißt: Wir helfen vor Ort. (Abg. Kickl: Helfen Sie hier vor Ort in Österreich!) Ihnen ist die Würde eines Menschen egal, wenn er den falschen Pass in der Hand hat, und das können wir als Christlich-Soziale nicht mittragen, denn das ist national, und national hat uns noch nie weitergebracht. (Abg. Belakowitsch: Das hat der Herr Krainer auch gesagt!)
Abg. Belakowitsch: Diskutieren wir das! – Abg. Steger: Der ökologische Fußabdruck! – Abg. Belakowitsch: Die haben alle drei Autos!
Wir wollen nicht ein paar Privilegierte herholen, sondern menschenwürdige Unterkünfte schaffen, aber Sie von der FPÖ wollen nicht helfen. Ich bringe Ihnen ein Beispiel: Es ist Ihnen gar nicht recht, dass wir den Auslandskatastrophenfonds aufstocken. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Ein anderes Beispiel: Ich war nach der Wahl 2015 Wiener Gemeinderätin und im Umweltausschuss. Wissen Sie, was der freiheitliche Kollege dort gesagt hat? – Wir sollten im Umweltausschuss diskutieren, welche Umweltbelastungen in Wien durch die Migranten entstehen. So sehen Sie die Welt! (Abg. Belakowitsch: Diskutieren wir das! – Abg. Steger: Der ökologische Fußabdruck! – Abg. Belakowitsch: Die haben alle drei Autos!)
Abg. Belakowitsch: Wie konnte er das machen?
Ein zweiter Punkt: Wir sind konsequent in unserer Asylpolitik, aber wir lehnen den fremden Menschen an sich nicht ab. Das ist ein ganz, ganz großer Unterschied. In Ihrer Dringlichen Anfrage schreiben Sie, das internationale Asylrecht sei eine falsche Politik. Entschuldigung, aber da geht es um Menschenrechte, da geht es um ein Gastrecht, und dafür, dass es nicht ausgenützt wird, steht die Volkspartei – dafür steht auch unser Innenminister. Sie haben sicher gelesen, dass gestern herausgekommen ist, dass es der Innenminister war, der einen Sozialbetrugsring in Graz aufdecken konnte. (Abg. Belakowitsch: Wie konnte er das machen?) Sozialbetrug darf nicht begangen werden, und dafür stehen wir. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Wir müssen Handlungen setzen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Wir müssen Handlungen setzen!
Ein zweiter Punkt: Wir sind konsequent in unserer Asylpolitik, aber wir lehnen den fremden Menschen an sich nicht ab. Das ist ein ganz, ganz großer Unterschied. In Ihrer Dringlichen Anfrage schreiben Sie, das internationale Asylrecht sei eine falsche Politik. Entschuldigung, aber da geht es um Menschenrechte, da geht es um ein Gastrecht, und dafür, dass es nicht ausgenützt wird, steht die Volkspartei – dafür steht auch unser Innenminister. Sie haben sicher gelesen, dass gestern herausgekommen ist, dass es der Innenminister war, der einen Sozialbetrugsring in Graz aufdecken konnte. (Abg. Belakowitsch: Wie konnte er das machen?) Sozialbetrug darf nicht begangen werden, und dafür stehen wir. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Wir müssen Handlungen setzen!)
Abg. Belakowitsch: Nehmen Sie Verantwortung in Österreich wahr!
Wir haben noch einen dritten Unterschied, denn Sie, liebe freiheitliche Kollegen, wollen sich von der Welt abschotten. Sie meinen, es gebe nur Österreich. Was Sie dabei übersehen, ist, dass es, wenn schlimme Dinge in anderen Teilen der Welt passieren – wobei es ja um Menschen mit eigener Würde geht –, auch Auswirkungen auf Österreich hat. Wir wollen unsere Verantwortung in der ganzen Welt wahrnehmen. Wir leben nicht auf einer Insel. (Abg. Belakowitsch: Nehmen Sie Verantwortung in Österreich wahr!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Letzte Woche im Menschenrechtsausschuss, hier in diesem Saal, haben wir einen Antrag beschlossen – alle miteinander gegen die Stimmen der Freiheitlichen Partei. (Abg. Kickl: Sie haben als große Kosmopoliten die Balkanroute geschlossen!) Es ist eine neue Studie der UNO darüber herausgekommen, dass es viele Länder der Welt gibt, in denen die Strafmündigkeit bei Kindern bei sieben Jahren liegt. Man sagt, dass man Kinder nicht früher als mit 14 vor Gericht und ins Gefängnis bringen sollte. Die FPÖ hat dagegengestimmt – weil es Ihnen egal ist, wie es den Menschen außerhalb von Österreich geht. Das ist nicht unsere Haltung. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ja, wirklich? – Abg. Kassegger: In Graz und Innsbruck ist es genauso!
Es geht aber auch nicht, dass wir sagen – wie es von einigen Teilen der SPÖ kommt –, wir machen die Grenzen auf, und dann sieht man die Probleme mit der Zuwanderung nicht. Es ist heute schon mehrfach gefallen, welche Probleme wir in Wien haben. (Abg. Kickl: Immer das gleiche Gelaber, ihr kommt nicht ins Handeln!) Es gibt in Wien Schulen mit 90 Prozent Kindern mit nicht deutscher Muttersprache. (Zwischenruf der Abg. Herr.) 80 Prozent der Pflichtschulabgänger in Wien erfüllen die Bildungsstandards im Bereich Lesen, Schreiben und Mathematik nicht. Wir haben eine Ghettobildung in Wien, fremde Konflikte, die auf unseren Straßen ausgetragen werden. Wir haben sogar das Phänomen von Zwangs- und Kinderehe in Wien. (Abg. Belakowitsch: Ja, wirklich? – Abg. Kassegger: In Graz und Innsbruck ist es genauso!) Es scheint so, liebe Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ, dass Sie das als kulturelle Vielfalt sogar noch gut finden. Wir werden das nicht so machen. Die Integration in Wien, so wie Sie das machen, ist gescheitert. Wir werden unser geliebtes Wien nicht sukzessive von Ihnen hinunterregieren lassen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es geht aber auch nicht, dass wir sagen – wie es von einigen Teilen der SPÖ kommt –, wir machen die Grenzen auf, und dann sieht man die Probleme mit der Zuwanderung nicht. Es ist heute schon mehrfach gefallen, welche Probleme wir in Wien haben. (Abg. Kickl: Immer das gleiche Gelaber, ihr kommt nicht ins Handeln!) Es gibt in Wien Schulen mit 90 Prozent Kindern mit nicht deutscher Muttersprache. (Zwischenruf der Abg. Herr.) 80 Prozent der Pflichtschulabgänger in Wien erfüllen die Bildungsstandards im Bereich Lesen, Schreiben und Mathematik nicht. Wir haben eine Ghettobildung in Wien, fremde Konflikte, die auf unseren Straßen ausgetragen werden. Wir haben sogar das Phänomen von Zwangs- und Kinderehe in Wien. (Abg. Belakowitsch: Ja, wirklich? – Abg. Kassegger: In Graz und Innsbruck ist es genauso!) Es scheint so, liebe Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ, dass Sie das als kulturelle Vielfalt sogar noch gut finden. Wir werden das nicht so machen. Die Integration in Wien, so wie Sie das machen, ist gescheitert. Wir werden unser geliebtes Wien nicht sukzessive von Ihnen hinunterregieren lassen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: „Koste es, was es wolle“?
Kollegen von der Freiheitlichen Partei: Statt zu lärmen, arbeiten wir für die Menschen, die von Corona betroffen sind! (Abg. Steger: Alltag des Finanzministers!) Unser Finanzminister hat heute Morgen dafür Sorge getragen, dass die Hilfsfonds verlängert werden. Er hat ein differenziertes Konzept – nicht eine Gießkanne, wie Sie es vorschlagen. (Abg. Belakowitsch: „Koste es, was es wolle“?)
Abg. Belakowitsch: Schon öfter!
Ich gebe aber zu, alles andere hätte mich sehr überrascht, kommt die Behauptung doch von einer an sich gegen Fakten sehr resistenten FPÖ, von einer FPÖ, die auch schon einmal die Schließung des Arbeitsmarkts für nicht österreichische StaatsbürgerInnen, auch EU-BürgerInnen, gefordert hat. (Abg. Belakowitsch: Schon öfter!) Das wäre ein glatter Rechtsbruch, für den sich vor allem die Zehntausenden ÖsterreicherInnen bedanken würden, die im EU-Ausland arbeiten. Es wird wohl kein Mensch ernsthaft damit rechnen, dass, wenn Österreich eine derartige Maßnahme setzt, das EU-Ausland – das böse – nicht auch Gegenmaßnahmen setzen würde. Einmal mehr zeigt sich, wie eine besonders patriotische FPÖ-Forderung insbesondere die trifft, die sie angeblich schützen sollte, nämlich die ÖsterreicherInnen. Es ist so wie in Wirklichkeit auch bei vielen anderen FPÖ-Forderungen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Vorerst! Vorerst! Vorerst!
Die FPÖ spricht in ihrer Dringlichen Anfrage davon, dass es für die ÖstereicherInnen im Zuge der Krise angeblich nur Almosen gegeben hätte. Ganz offensichtlich ist es, wenn man der Wissenschaft und nicht irgendwelchen Fakes glaubt, so, dass diese Almosen ganz gut gewirkt haben. Kürzlich ist diese Studie des Wifo, des IHS und anderer Wirtschaftsforschungsinstitute erschienen (ein Exemplar der Studie in die Höhe haltend), aus der ganz klar hervorgeht, dass die Maßnahmen dieser Regierung gegen Armutsgefährdung (Zwischenruf des Abg. Deimek) und gegen eine Verschiebung der Einkommensverteilung gewirkt haben, auch wenn natürlich nicht alle Gruppen gleich betroffen waren. Faktum ist aber: Die soziale Krise ist glücklicherweise vorerst ausgeblieben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Vorerst! Vorerst! Vorerst!)
Sitzung Nr. 55
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Eine Wahrheit von vor der Krise bleibt also auch nach dieser Krise bestehen: Langfristig schaden zu viel Intervention und zu hohe Staatsschulden einer Gesellschaft. – Wer das leugnet, der belügt sich selbst und raubt den nachfolgenden Generationen die Zukunft (Zwischenruf des Abgeordneten Amesbauer), denn solche Schuldenleugner, meine sehr geehrten Damen und Herren, sind den Klimaleugnern sehr, sehr ähnlich (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Beide leben auf Kosten der Zukunft und hinterlassen der nächsten Generation verbrannte Erde. Wir tun beides nicht (Abg. Amesbauer: Schwache Rede!), und das schaffen wir mit diesem Budget, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wir finanzieren uns aktuell so günstig, weil die Finanzmärkte auf eine Fortsetzung unseres nachhaltigen Budgetkurses vertrauen und das auch entsprechend einpreisen. (Zwischenruf des Abg. Wurm.) Diesen Österreichbonus, meine sehr geehrten Damen und Herren (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), den haben wir uns in den letzten Jahren gemeinsam erarbeitet, und jetzt profitieren wir alle davon. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Da ist gar nichts drinnen!
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Kollegin Belakowitsch, ich kann nach dem letzten Sonntag und auch nach der gestrigen Landesparteivorstandssitzung der FPÖ Wien ja verstehen, dass Sie etwas aufgebracht sind (Beifall bei ÖVP und Grünen), das ist alles menschlich und verständlich, aber was ich wirklich zurückweise, ist die Behauptung, dass in diesem Budget für Arbeitsmarkt, für Beschäftigung und für die Menschen, die sich in Arbeitslosigkeit befinden, zu wenig enthalten wäre. Das weise ich entschieden zurück! (Abg. Belakowitsch: Da ist gar nichts drinnen!)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Heuer und nächstes Jahr: 29 Milliarden Euro! Sie sollten vielleicht nicht nur die letzten paar Seiten lesen, Sie sollten vielleicht auch den Beginn und in der Mitte lesen, dort findet sich eine ganze Seite an Maßnahmen, die im Übrigen auch mit den vier Anträgen, die wir aus meiner Sicht im Sozialausschuss zu Recht abgelehnt haben, zusammenhängen. Da steht: 29 Milliarden Euro heuer und nächstes Jahr für Arbeit und Beschäftigung, meine Damen und Herren. Wir nehmen dieses Geld in die Hand, weil es notwendig ist. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Das ist schon vorbei!
Dann gab es eine Einmalzahlung von 450 Euro für arbeitslose Personen. Das macht rund 181 Millionen Euro aus. (Abg. Belakowitsch: Das ist schon vorbei!)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Geh bitte, das stimmt ja nicht! ... es wird nicht wahrer!
Für Kurzarbeit haben wir insgesamt rund 8 Milliarden Euro eingestellt, 6,8 Milliarden Euro für 2020 und 1,5 Milliarden Euro für 2021. Wir haben derzeit noch rund 270 000 Menschen in Kurzarbeit und leider – ja, das stimmt – viel zu viele Menschen, die arbeitslos sind, aber wir haben vorgesorgt. Das Instrument, das die Sozialpartner ausgehandelt haben, das viele Menschen vor der Arbeitslosigkeit bewahrt hat – wir haben über 1,3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Kurzarbeit gehabt; da können Sie rundherum in ganz Europa schauen, so ein Modell gibt es kein zweites Mal –, ist ein Erfolgsmodell, auch in einer Krisensituation. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Geh bitte, das stimmt ja nicht! ... es wird nicht wahrer!) – Die Schreierei hat am Sonntag nicht geholfen, und sie hilft auch heute nicht, Frau Kollegin! Es bringt einfach nichts. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Übrigens waren in der Ausschusssitzung auch die beiden Vorstände des AMS, Johannes Kopf und Herbert Buchinger (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), anwesend, und beide haben bestätigt, dass das jetzt das richtige Instrument ist, dass das jetzt der richtige Weg ist, nämlich Stichwort Qualifizierung und Umschulung. (Abg. Belakowitsch: Waren Sie in einem anderen Ausschuss?) Wir werden damit viele Tausende Menschen aus der Arbeitslosigkeit herausbringen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Frau Kollegin, ich habe Ihnen zugehört, ich weiß nicht, wieso es so schwer ist, dass Sie auch einmal zuhören. Es ist einfach eine Unart, wie Sie sich benehmen, wenn ein anderer zu diesen Sozialthemen spricht. Das muss ich einmal in dieser Entschiedenheit sagen. (Beifall und Bravorufe bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Waren Sie in einem anderen Ausschuss?
Übrigens waren in der Ausschusssitzung auch die beiden Vorstände des AMS, Johannes Kopf und Herbert Buchinger (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), anwesend, und beide haben bestätigt, dass das jetzt das richtige Instrument ist, dass das jetzt der richtige Weg ist, nämlich Stichwort Qualifizierung und Umschulung. (Abg. Belakowitsch: Waren Sie in einem anderen Ausschuss?) Wir werden damit viele Tausende Menschen aus der Arbeitslosigkeit herausbringen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Frau Kollegin, ich habe Ihnen zugehört, ich weiß nicht, wieso es so schwer ist, dass Sie auch einmal zuhören. Es ist einfach eine Unart, wie Sie sich benehmen, wenn ein anderer zu diesen Sozialthemen spricht. Das muss ich einmal in dieser Entschiedenheit sagen. (Beifall und Bravorufe bei ÖVP und Grünen.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Übrigens waren in der Ausschusssitzung auch die beiden Vorstände des AMS, Johannes Kopf und Herbert Buchinger (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), anwesend, und beide haben bestätigt, dass das jetzt das richtige Instrument ist, dass das jetzt der richtige Weg ist, nämlich Stichwort Qualifizierung und Umschulung. (Abg. Belakowitsch: Waren Sie in einem anderen Ausschuss?) Wir werden damit viele Tausende Menschen aus der Arbeitslosigkeit herausbringen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Frau Kollegin, ich habe Ihnen zugehört, ich weiß nicht, wieso es so schwer ist, dass Sie auch einmal zuhören. Es ist einfach eine Unart, wie Sie sich benehmen, wenn ein anderer zu diesen Sozialthemen spricht. Das muss ich einmal in dieser Entschiedenheit sagen. (Beifall und Bravorufe bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Dann war es eh kein Problem!
Die Fakten – und dafür möchte ich mich bedanken – hat der Minister dargelegt. Er hat 45 Fragen gestellt bekommen, manche davon hat er zuvor schon neunmal beantwortet. In Vorbereitung auf die heutige Sitzung habe ich mir das einmal angesehen: Es hat insgesamt neun parlamentarische Anfragen sowohl von der SPÖ als auch von den NEOS gegeben, die meines Erachtens allesamt vollständig beantwortet wurden, und viele, viele Fragen aus diesen neun Anfragen sind auch in der heutigen Dringlichen Anfrage drinnen. (Abg. Belakowitsch: Dann war es eh kein Problem!) Also danke für die Zeit und – wie soll man sagen? – auch für die Geduld, das Ganze heute zum Teil ein zehntes Mal eine Stunde lang hier vorzutragen.
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Und was hat Ministerin Schramböck gesagt?
Eine letzte Bemerkung noch, weil es hier heute einmal geheißen hat, das rosa Einhorn oder – ich glaube – der rosa Elefant, der Lockdown, wird immer und immer wieder ins Spiel gebracht: Also der Minister rennt seit Wochen sozusagen durch die Gegend und sagt in jedes Mikrofon, das ihm unter die Nase gehalten wird: Wir sind meilenweit von einem Lockdown entfernt! Warum? – Er begründet das, indem er sagt: Okay, wir haben zwar steigende Fallzahlen, Infektionszahlen, aber die Kapazitäten im Gesundheitswesen sind entsprechend vorhanden, wir sind wirklich noch auf einem guten Weg, schauen wir, dass wir die Fallzahlen runterbringen! Die Einzigen, die hier herinnen und auch draußen die Bevölkerung verunsichern, seid ihr, liebe Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ, und die Kolleginnen und Kollegen von den NEOS, die ihr euch ständig hinstellt und die ganze Zeit von einem Lockdown redet und die ganze Zeit irgendwelche entsprechenden Gerüchte streut. So schaut’s aus! (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Und was hat Ministerin Schramböck gesagt?)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Martin Graf und Steger.
Ich habe aber auch einen Wunsch, ich hätte den Wunsch, dass man offen mit diesem Thema umgeht. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Martin Graf und Steger.) Sie schüren Angst, indem Sie den Menschen Maulkörbe in Form von Masken umhängen. Ich glaube, dass wir dieses Virus auf Dauer nicht werden töten oder verdrängen – oder sonst etwas – können. Das heißt, wir müssen irgendwann einmal lernen, damit umzugehen, und dazu brauchen wir Mut! Dazu müssen wir den Menschen und dem Volk Mut machen. Ich würde mir wünschen: Mut statt Angst – und zu lernen, mit dem Virus zu leben, mutig, frei, selbstbestimmt, eigenverantwortlich damit umzugehen (Abg. Maurer: Ich habe gedacht ...!), und auch Meinungen anderer zuzulassen.
Sitzung Nr. 57
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Herr Klubobmann Kickl, ich werde auf Ihre Rede sicherlich nicht eingehen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), sondern sage nur: Was die Menschen von der Politik halten, die Sie in der letzten Zeit verkünden, hat sich am Sonntag in Wien gezeigt, dort ist die Rechnung dafür gekommen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Sitzung Nr. 58
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Eines muss ich schon sagen: Frau Ministerin Tanner hat das Landesverteidigungsministerium in einer finanziell echt schwierigen Situation übernommen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und sie hat es geschafft, für dieses Jahr ein gewaltiges Budgetplus zu ergattern, und für das nächste Jahr dürfte ebenfalls ein Plus davor stehen.
Heiterkeit der Abgeordneten Krisper und Belakowitsch.
Dann habe ich in der Verfassung nachgeschaut, habe da etwas vom freien Mandat gelesen und habe mir gedacht: Was ist das für ein freies Mandat? – Eine Ausnahme hat es gegeben. Ich möchte den Namen nicht nennen, weil ich ihm nicht schaden möchte; er sitzt auch heute nicht mehr hier. (Heiterkeit der Abgeordneten Krisper und Belakowitsch.) Ein einziger ÖVP-Abgeordneter hat gesagt: Okay, ich komme – wann geht’s bei Ihnen? Da habe ich Zeit, da habe ich keine Zeit. – Das war der Einzige, sonst war das nicht möglich!
Sitzung Nr. 60
Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja nicht! – Abg. Kickl: Die falsche Information geht weiter!
Der Fall des Attentäters vom vergangenen Montag zeigt es sehr deutlich: Die österreichischen Behörden, von der Justiz über die Polizei bis zum Verfassungsschutz, haben nicht immer die rechtlichen Mittel, um islamistische Extremisten und andere Gefährder zu überwachen und, wenn nötig, zu verwahren beziehungsweise zu sanktionieren. Es ist für die wenigsten Menschen verständlich, dass jemand, der sich dem IS in Syrien anschließen wollte, vorzeitig aus der Haft entlassen wird und weitgehend unbehelligt unter uns leben kann, nur weil er fälschlicherweise vorgibt, sich vom Terror abgewandt zu haben. (Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja nicht! – Abg. Kickl: Die falsche Information geht weiter!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir brauchen aber, meine Damen und Herren, auch Antworten auf unterschiedliche Fragen. Ist die Entlassung auf Bewährung für Straftäter im Zusammenhang mit Terrordelikten das richtige Instrument? Gelingt uns die Deradikalisierung in den Haftanstalten und in der Bewährungshilfe wirklich? Welche Verbesserungen gibt es, um Gefährder besser zu überwachen? Sind wir mit einer möglichen Aberkennung der Staatsbürgerschaft auf dem richtigen Weg? (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Genau! Ah so!
Darüber hinaus, meine sehr geehrten Damen und Herren, geht es natürlich um die konsequente Reform des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung. Damit bin ich schon beim jetzt im Moment nicht anwesenden Klubobmann Kickl. Sie alle wissen, ich versuche immer, Brücken zu bauen und das Gemeinsame zu suchen. (Abg. Belakowitsch: Genau! Ah so!) Da fehlt mir hier bei Herrn Kickl ein Anschlussstück. Richten Sie es Herrn Kickl bitte aus! (Abg. Belakowitsch: Ich richte es ihm aus!) Herr Kickl hat gestern im Rahmen einer Pressekonferenz Details von möglichen Polizeiaktionen zur Bekämpfung des Terrorismus öffentlich bekannt gemacht. (Abg. Amesbauer: Ja, und, stimmt es?)
Abg. Belakowitsch: Ich richte es ihm aus!
Darüber hinaus, meine sehr geehrten Damen und Herren, geht es natürlich um die konsequente Reform des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung. Damit bin ich schon beim jetzt im Moment nicht anwesenden Klubobmann Kickl. Sie alle wissen, ich versuche immer, Brücken zu bauen und das Gemeinsame zu suchen. (Abg. Belakowitsch: Genau! Ah so!) Da fehlt mir hier bei Herrn Kickl ein Anschlussstück. Richten Sie es Herrn Kickl bitte aus! (Abg. Belakowitsch: Ich richte es ihm aus!) Herr Kickl hat gestern im Rahmen einer Pressekonferenz Details von möglichen Polizeiaktionen zur Bekämpfung des Terrorismus öffentlich bekannt gemacht. (Abg. Amesbauer: Ja, und, stimmt es?)
Abg. Belakowitsch: Das war in der Vergangenheit!
Meine Damen und Herren! Wenn die von ihm genannten Aktionen wirklich real wären (Abg. Belakowitsch: Das war in der Vergangenheit!), dann hätte er diese Einsätze massiv behindert und Herr Kickl würde damit auch das Leben von Polizistinnen und Polizisten gefährden. (Abg. Belakowitsch: Aber Blödsinn!) Das ist verantwortungslos! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Ruf: Aber so ein Unsinn! – Abg. Amesbauer: Ist Ihnen das nicht selber peinlich? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Aber Blödsinn!
Meine Damen und Herren! Wenn die von ihm genannten Aktionen wirklich real wären (Abg. Belakowitsch: Das war in der Vergangenheit!), dann hätte er diese Einsätze massiv behindert und Herr Kickl würde damit auch das Leben von Polizistinnen und Polizisten gefährden. (Abg. Belakowitsch: Aber Blödsinn!) Das ist verantwortungslos! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Ruf: Aber so ein Unsinn! – Abg. Amesbauer: Ist Ihnen das nicht selber peinlich? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wir müssen uns, meine Damen und Herren, aber auch an die Wurzel des Problems heranwagen, und die Wurzel des Problems ist ja die Frage, warum Menschen radikalisiert werden. Warum werden sie radikalisiert? – Ich halte meine Aussage, die ich hier im Hohen Haus schon mehrfach getroffen habe, weiter aufrecht und wiederhole sie noch einmal: Wenn ein junger Mensch Defizite in der Bildung und auch im Bekenntnis zu den Werten der Republik Österreich hat, dann hat er keine Chance, tatsächlich ein wertvoller Teil dieser Gesellschaft zu werden (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) – und wenn er keine Chance hat, dann hat er keine Hoffnung, dann hat er keine Perspektive, und das ist der Bodensatz für Kriminalität, Extremismus und Terrorismus.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Aber Sie wissen schon, dass der Attentäter ...?
Wir müssen uns im Bereich der Bildung noch mehr einsetzen (Abg. Kassegger: Wir müssen gar nichts!) und dort ansetzen, und da brauchen wir auch ein klares Bekenntnis dazu, dass wir Integration nicht nur fördern, sondern auch einfordern – konsequent einfordern! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Aber Sie wissen schon, dass der Attentäter ...?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es ist Zeit, meine sehr geehrten Damen und Herren, das Trennende wegzuschieben und das Gemeinsame in den Vordergrund zu stellen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es ist Zeit für eine gemeinsame Kraftanstrengung und, meine Damen und Herren – ich hoffe, wenigstens das eint uns –, es ist Zeit für das gemeinsame Bekenntnis zur Republik Österreich, zu unseren Werten und zu unserer liberalen Demokratie. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) In diesem Sinne: Helfen wir zusammen! Wir, da bin ich mir ganz sicher, auch bei unterschiedlichen Meinungen, wir lassen uns nicht unterkriegen. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Ruf bei der FPÖ: Das war eine peinliche Rede!)
Abg. Belakowitsch: Der hat niemanden getäuscht! – Abg. Kickl: Der hat kein Geheimnis aus seiner Einstellung gemacht!
Herr K. F. hat alle getäuscht, arglistig und sichtlich mit Vorsatz. (Abg. Belakowitsch: Der hat niemanden getäuscht! – Abg. Kickl: Der hat kein Geheimnis aus seiner Einstellung gemacht!) Schon in der Haft hat er sich wohlverhalten, um früh aus der Haft entlassen zu werden. Er hat an Deradikalisierungsprogrammen teilgenommen und offensichtlich in der Bewährungszeit die Auflagen erfüllt.
Abg. Belakowitsch: ... überrascht?
Wir müssen uns fragen: Warum war es möglich, dass trotz Betreuung durch verschiedene Organisationen dieses Attentat tatsächlich passiert ist? (Abg. Belakowitsch: ... überrascht?) Wir müssen uns fragen, und die Aufklärung und die Weiterentwicklung unserer Systeme muss auch die Frage zulassen: Wie berichtet die Deradikalisierungsorganisation Derad? Wie Neustart? Wann erfolgte der letzte Bericht an die Gerichte? Und vor allem: Was wurde berichtet? (Abg. Belakowitsch: Dass er noch nicht deradikalisiert ist!) Wieso war der islamistische Terrorist Herr K. F. bereit, Selbsttötung in Kauf zu nehmen? Gab es dafür keine Anzeichen? – Es gibt vieles aufzuarbeiten.
Abg. Belakowitsch: Dass er noch nicht deradikalisiert ist!
Wir müssen uns fragen: Warum war es möglich, dass trotz Betreuung durch verschiedene Organisationen dieses Attentat tatsächlich passiert ist? (Abg. Belakowitsch: ... überrascht?) Wir müssen uns fragen, und die Aufklärung und die Weiterentwicklung unserer Systeme muss auch die Frage zulassen: Wie berichtet die Deradikalisierungsorganisation Derad? Wie Neustart? Wann erfolgte der letzte Bericht an die Gerichte? Und vor allem: Was wurde berichtet? (Abg. Belakowitsch: Dass er noch nicht deradikalisiert ist!) Wieso war der islamistische Terrorist Herr K. F. bereit, Selbsttötung in Kauf zu nehmen? Gab es dafür keine Anzeichen? – Es gibt vieles aufzuarbeiten.
Abg. Belakowitsch hält eine Tafel mit einem Foto von Bundeskanzler Kurz und der Aufschrift „Kurz im BVT-U-Ausschuss: ‚Keinerlei Beweis, dass Kickl etwas Illegales gemacht hätte‘“ in die Höhe.
Sie, Herr Kickl, haben versucht, sich das BVT gefügig zu machen. (Abg. Belakowitsch hält eine Tafel mit einem Foto von Bundeskanzler Kurz und der Aufschrift „Kurz im BVT-U-Ausschuss: ‚Keinerlei Beweis, dass Kickl etwas Illegales gemacht hätte‘“ in die Höhe.) Sie haben zuerst Ihr eigenes Haus mit von Ihnen inszenierten Hausdurchsuchungen zerstört, um es dann nach Ihrem Gutdünken wieder aufbauen zu können. (Ruf bei der FPÖ: Ihr habts den Sauhaufen geschaffen! – Abg. Belakowitsch: Was reden Sie von Hausdurchsuchungen? ...!) Die von Ihnen eingesetzte Reformgruppe war definitiv nicht dazu tauglich, ein gutes, neu und bestens organisiertes BVT mit neuen Systemen
Ruf bei der FPÖ: Ihr habts den Sauhaufen geschaffen! – Abg. Belakowitsch: Was reden Sie von Hausdurchsuchungen? ...!
Sie, Herr Kickl, haben versucht, sich das BVT gefügig zu machen. (Abg. Belakowitsch hält eine Tafel mit einem Foto von Bundeskanzler Kurz und der Aufschrift „Kurz im BVT-U-Ausschuss: ‚Keinerlei Beweis, dass Kickl etwas Illegales gemacht hätte‘“ in die Höhe.) Sie haben zuerst Ihr eigenes Haus mit von Ihnen inszenierten Hausdurchsuchungen zerstört, um es dann nach Ihrem Gutdünken wieder aufbauen zu können. (Ruf bei der FPÖ: Ihr habts den Sauhaufen geschaffen! – Abg. Belakowitsch: Was reden Sie von Hausdurchsuchungen? ...!) Die von Ihnen eingesetzte Reformgruppe war definitiv nicht dazu tauglich, ein gutes, neu und bestens organisiertes BVT mit neuen Systemen
Abg. Belakowitsch: Na geh?! – Abg. Kickl: Das ist an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten, was Sie da gerade abführen! – Abg. Wöginger: Nach deinem Verhalten? – Zwischenruf des Abg. Lausch.
Ich möchte ohne Scheuklappen in die Diskussion eingehen und alle einbinden. (Abg. Lausch: Na!) Ich möchte auch die einladen, die vielleicht in der Vergangenheit Fehler in ihrer Arbeit gemacht haben – ihre Erfahrung ist uns ja auch wichtig! (Abg. Belakowitsch: Na geh?! – Abg. Kickl: Das ist an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten, was Sie da gerade abführen! – Abg. Wöginger: Nach deinem Verhalten? – Zwischenruf des Abg. Lausch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich stehe hier als eine von 183, die es in der Hand haben, jene Regeln zu gestalten, mit denen unsere Gesellschaft auf solche Verbrechen reagiert. Und als solche frage ich: Was fehlt? Wodurch hätten wir verhindern können, was passiert ist? Hätten wir es mit anderen Gesetzen verhindern können? Hätten wir den Täter davon abhalten können? Hätte es überhaupt eine Möglichkeit gegeben? Was können wir ändern? (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – All diese Fragen müssen wir jetzt klären, und wir müssen es mit Ruhe und Besonnenheit tun, nicht mit Wut im Bauch und nicht getrieben von Aktionismus.
Abg. Belakowitsch: Die gibt es doch schon, oder nicht? – Zwischenruf des Abg. Deimek.
(Abg. Belakowitsch: Die gibt es doch schon, oder nicht? – Zwischenruf des Abg. Deimek.)
Sitzung Nr. 62
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Sie sagen, wir haben nichts für die Kaufkraft getan. Frau Kollegin, ich möchte das wirklich mit Nachdruck widerlegen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Wir haben Einmalzahlungen für Arbeitslose durchgeführt, wir haben die Steuern gesenkt, wir sind mitten drinnen in der Steuerentlastung; das ist umgesetzt, es wurde innerhalb weniger Wochen ausbezahlt. Wir haben, nämlich auch rückwirkend für das Jahr 2020, den Eingangssteuersatz um 5 Prozent, von 25 auf 20 Prozent, abgesenkt. Wir haben Familien unterstützt – nicht nur die, die jetzt sowieso eine schwierige Situation zu bewerkstelligen haben –, wir haben im September für jedes Kind 360 Euro mit der Familienbeihilfe ausbezahlt, meine Damen und Herren. Das ist Hilfe, die ankommt, das ist Hilfe, die rasch erfolgt, und rasche Hilfe hilft bekanntermaßen doppelt. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich nenne die Investitionsprämie mit 2 Milliarden Euro, und ja, wenn es notwendig ist, werden wir diese aufstocken, weil das genau in die regionale Wirtschaft geht, das sichert den Standort und natürlich die Arbeitsplätze insbesondere auch im ländlichen Raum. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Die Gemeindemilliarde möchte ich zusätzlich erwähnen, weil das Geld ist, das letzten Endes direkt vor Ort ankommt und dort auch ausgegeben wird.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Meine Damen und Herren, abschließend möchte ich festhalten, es geht um drei Dinge: den Kampf um jedes Menschenleben, den Kampf um jeden Arbeitsplatz und den Kampf um jeden Betrieb. Finanzminister Blümel schafft mit diesem Budget ein solides Fundament, auf dem wir alle gemeinsam aufbauen können, um die bestehenden und kommenden Herausforderungen erfolgreich meistern zu können. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) In diesem Sinne appelliere ich an Sie: Halten wir zusammen, halten wir durch und beschließen wir dieses Budget, das den Menschen in diesem Land hilft! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Die da wären?
Derzeit sind die Pflegerinnen und Pfleger enorm gefordert, wir hören jeden Tag die Meldungen von den Intensivstationen. Auch die Pflegerinnen und Pfleger in den Altenheimen aber stehen vor extremen Herausforderungen, und wir wissen, wir haben zu wenige von ihnen. Wir brauchen mehr und in diesem Bereich braucht es Nachwuchs, es braucht eine Ausbildungsoffensive, und auch dafür ist in diesem Budget gesorgt. Selbstverständlich steht mit diesem Budget auch das notwendige Geld für die Gesundheit zur Verfügung, um die kommenden Herausforderungen zu meistern. (Abg. Belakowitsch: Die da wären?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
In unserem Bildungssystem gibt es viele Ungerechtigkeiten, und die Aufgabe der Schule – Ungleichheit auszugleichen – erfüllt unser Bildungssystem derzeit nur äußerst unzureichend. Deshalb steht in diesem Budget Geld für das Projekt 100 Schulen zur Verfügung, mit dem wir genau jenen Schülerinnen und Schülern, die es besonders schwer haben, denen die Eltern bei den Hausaufgaben nicht gut helfen können, die bestmögliche Unterstützung bieten können (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), sodass auch sie ausreichend Bildung erlangen und ihre ungleichen Startvoraussetzungen ausgeglichen werden können.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Mag. Dr. Jakob Schwarz, BA (Grüne): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Ich möchte gleich auf die drei wesentlichen Schwerpunkte des Budgets eingehen. Erlauben Sie mir aber kurz noch eine Replik auf die Ausführungen des Abgeordneten Krainer! Ja, dieses Budget 2021 entsteht unter äußerst schwierigen Bedingungen, und – keine Frage –, der Lockdown wird massive Auswirkungen auf das Budget haben, auf das heurige aber. Jetzt diskutieren wir das Budget für 2021, und da ist es wichtig, dass wir es auf Basis des besten Wissensstandes zum jetzigen Zeitpunkt erstellen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Die Wifo-Prognose ist halt der beste Wissensstand, der uns zur Verfügung steht. Das wurde auch aktualisiert – und zwar nicht in einer Nacht-und-Nebel-Aktion, sondern schon letzte Woche. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und NEOS. – Abg. Belakowitsch: ... nicht nur ... Parteichefin!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Frau Präsidentin! Mitglieder der Bundesregierung! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Es wurde heute schon sehr viel von Entgleisungen gesprochen. Auch ich kann nicht hier stehen ohne festzustellen, dass der Respekt hier im Hohen Haus manches Mal zu wünschen übrig lässt. Ich muss und will darauf hinweisen, dass ein fast achtzigjähriger ehemaliger Nationalratspräsident absolut nicht angebrachte Äußerungen getätigt hat (Beifall bei der SPÖ) und sich diese verbale Gewalt und diesen Sexismus sparen kann, und übrigens auch manche Kollegen hier – auch hier ist das schon vorgekommen. Man hat einer Parteivorsitzenden, einer Klubchefin so etwas nicht auszurichten! Punkt! Schluss! (Beifall bei SPÖ und NEOS. – Abg. Belakowitsch: ... nicht nur ... Parteichefin!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sagen Sie das zum Khol auch?
Es hat damals, glaube ich, einen Schulterschluss zwischen Maria Rauch-Kallat und Ihnen gegeben – das ist etwas, was in diesem Haus passiert ist; man kann es gut finden oder nicht –, dass sogar die Bundeshymne umgedichtet wurde, damit das passt. Ich glaube, Sie sind dem Geist, den Sie damals hatten, nicht mehr in diesem Sinne verbunden (Zwischenrufe der Abgeordneten Heinisch-Hosek und Kollross), weil damals ein anderer Schulterschluss unter Frauen vorhanden war. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sagen Sie das zum Khol auch?)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker.
Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen der Opposition, ich sage euch eines: Im Nachhinein weiß immer jeder alles besser. Ihr aber solltet jetzt einmal anfangen, umzudenken! (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker.) Anstatt immer zu kritisieren, könntet ihr euch entsprechend konstruktiv einbringen, damit wir gemeinsam für unser Österreich arbeiten. Jetzt ist Zusammenhalt gefragt, meine sehr geehrten Damen und Herren, und nicht, sich auseinanderdividieren zu lassen. (Zwischenruf des Abg. Zanger.) Jeder und jede da draußen kann einen Beitrag leisten. Mit den Maßnahmen der Bundesregierung und den schon bekannten Maßnahmen – regelmäßiges Händewaschen, Abstand halten und Maske tragen – können wir unser Gesundheitssystem vor einem Kollaps schützen. (Abg. Belakowitsch: ... Lockdown!) Halten wir gerade in dieser schwierigen Zeit zusammen! Schützen wir uns gegenseitig! Österreich hat schon viel durchgestanden, und gemeinsam meistern wir auch diese Krise. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: ... Lockdown!
Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen der Opposition, ich sage euch eines: Im Nachhinein weiß immer jeder alles besser. Ihr aber solltet jetzt einmal anfangen, umzudenken! (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker.) Anstatt immer zu kritisieren, könntet ihr euch entsprechend konstruktiv einbringen, damit wir gemeinsam für unser Österreich arbeiten. Jetzt ist Zusammenhalt gefragt, meine sehr geehrten Damen und Herren, und nicht, sich auseinanderdividieren zu lassen. (Zwischenruf des Abg. Zanger.) Jeder und jede da draußen kann einen Beitrag leisten. Mit den Maßnahmen der Bundesregierung und den schon bekannten Maßnahmen – regelmäßiges Händewaschen, Abstand halten und Maske tragen – können wir unser Gesundheitssystem vor einem Kollaps schützen. (Abg. Belakowitsch: ... Lockdown!) Halten wir gerade in dieser schwierigen Zeit zusammen! Schützen wir uns gegenseitig! Österreich hat schon viel durchgestanden, und gemeinsam meistern wir auch diese Krise. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: ... den Wählern!
Abgeordnete Mag. Meri Disoski (Grüne): Ich melde mich zu einer tatsächlichen Berichtigung, Herr Präsident. Abgeordneter Hauser hat eben gesagt, die grüne Klubobfrau Sigi Maurer habe der gesamten Republik den Stinkefinger gezeigt. (Abg. Belakowitsch: ... den Wählern!) – Das ist nicht richtig.
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch
Einer – jetzt ist August Wöginger nicht da – war immer dabei, wenn es darum gegangen ist, den Arbeitnehmern etwas wegzunehmen: Der oberste schwarze Gewerkschafter wurde vom Bock zum Gärtner gemacht. (Zwischenruf des Abg. Zarits.) Klubobmann Wöginger steht in der ersten Reihe, wenn es darum geht, den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu schaden und ihnen etwas wegzunehmen. (Zwischenruf des Abg. Wurm.) Lieber Klubobmann, ich bin ja Gott sei Dank nicht dabei, wenn Sie sich in der Früh in den Spiegel schauen (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch), aber ich sage das ganz offen: Du hast die Arbeitnehmer nicht nur enttäuscht, du hast die Arbeitnehmer nicht nur einmal bodenlos verraten, und das werden dir die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht vergessen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Er geniert sich!
Lieber August Wöginger, wo immer du dich jetzt versteckt hast (Abg. Belakowitsch: Er geniert sich!), du wirst irgendwann zur Kenntnis nehmen müssen, dass du die Arbeitnehmer nicht wie Sklaven behandeln kannst, sonst werden sie auch dich einmal abwählen!
Zwischenrufe der Abgeordneten Heinisch-Hosek und Belakowitsch.
Warum steht ihr nicht einfach zu dem, was ihr wenige Tage vor der Wahl angerichtet habt? (Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Das war nicht einmal eine Nacht-und-Nebel-Aktion, denn es hat nicht einmal eine Nacht davor gegeben. Der Antrag, ein Abänderungsantrag zur Pensionserhöhung 2020, ist am Vormittag eingebracht worden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Heinisch-Hosek und Belakowitsch.) Das ist die Wahrheit! Ihr habt einen Abänderungsantrag eingebracht, den wir vorher nie gesehen haben, dann habt ihr die Abschläge in den ganzen Bereichen abgeschafft, und am Abend des gleichen Tages habt ihr das beschlossen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Heinisch-Hosek und Stöger. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Und dann erzählt ihr uns, dass wir die Anträge drei, vier Tage früher einbringen sollen. Ihr brecht jegliche Usancen dieses Hauses und fahrt drüber, wenn es euch passt, aber wenn es die anderen tun, dann ist es verboten und darf es nicht sein. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wisst ihr, wer sich im Grabe umdreht und wen ich wirklich immer geschätzt habe? – Es war ein politischer Freund von mir: Rudi Hundstorfer. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das war noch ein Politiker der Sozialdemokratie, auf den man sich verlassen konnte, mit dem man auch noch Dinge vereinbaren konnte. Er hat die Sozialpolitik noch verstanden, meine Damen und Herren, und er würde sich im Grabe umdrehen. Was haben wir damals, 2010, es ist fast zehn Jahre - - (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Nein, es ist nicht möglich, zu reden. Ihr schreit hier herinnen, denn draußen hört euch niemand mehr zu. Das ist das Problem, das ihr habt. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Meine Damen und Herren, diese Regelung führen wir auf das Niveau zurück, das wir mit euch beschlossen haben. Es ist eigentlich eine Hundstorfer-Regelung, die wir jetzt wieder einführen. Wir schaffen es nicht ab, aber was wir einführen und heute vorgestellt haben, ist ein gerechter Bonus (Zwischenruf des Abg. Wimmer) für jene, die nach der Pflichtschule zu arbeiten begonnen haben, die eine Lehre gemacht haben, die zwischen dem 15. und 20. Lebensjahr gearbeitet haben. Ihnen geben wir als Anerkennung eine zusätzliche Unterstützung. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das ist christlich-soziale Politik, das ist eine moderne Politik (Abg. Wurm: Ja, freilich!) und keine Mottenkistenpolitik! (Lebhafter, lang anhaltender Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Das ist eine feministische Frage, keine Pensionsfrage!
Es ist eine Regelung, von der wenige Männer mit sehr hohen Pensionen, mit den höchsten Pensionen profitieren. Wir reden da von einer Pension von 2 845 Euro (Abg. Wurm: Brutto!), fast dem Zweieinhalbfachen der Frauenpension. (Zwischenrufe der Abgeordneten Heinisch-Hosek und Kickl. – Abg. Wurm: Brutto!) Im ersten Halbjahr hat nur eine einzige Frau davon profitiert, und in den nächsten sieben Jahren wird sich das auch nicht ändern. (Beifall bei den Grünen.) Eine einzige Frau hat bisher davon profitiert. Die Sozialdemokratie hat definitiv Verdienste im Bereich Feminismus, aber was diese Frage betrifft, ganz sicher nicht. (Abg. Belakowitsch: Das ist eine feministische Frage, keine Pensionsfrage!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Ah! – Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Keck.
Die Behauptung, die hier aufgestellt wird (Rufe bei der SPÖ: Das ist ein Wahnsinn! ... Ferialpraktikanten!), es würde hier um die klassischen Hackler im Metallbereich gehen, ist ja nicht richtig. Erstens einmal sind 55 Prozent der Menschen, die in der Regelung sind, Angestellte, und zweitens schaffen diejenigen (Zwischenruf des Abg. Stöger), die wirklich diese enorm schwierigen Schwerarbeiterjobs haben, die 45 Jahre doch gar nicht (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Stöger), die sind ja davor schon in der Invaliditätspension. Das ist die Realität. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Ah! – Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Keck.)
Abg. Belakowitsch: Das ist eine billige Lösung!
Wir verteilen mit dem Frühstarterbonus um. (Abg. Belakowitsch: Das ist eine billige Lösung!) Den Betrag, den man für die Abschlagsfreiheit aufgewendet hat, verteilen wir nun auf wesentlich mehr Menschen. (Abg. Belakowitsch: Sie wissen nicht, was Sie da sprechen!) Das sind 840 Euro im Jahr. Bei der niedrigen Frauenpension, bei der durchschnittlichen Frauenpension ist das fast eine 15. Pensionsauszahlung. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Sie wissen nicht, was Sie da sprechen!
Wir verteilen mit dem Frühstarterbonus um. (Abg. Belakowitsch: Das ist eine billige Lösung!) Den Betrag, den man für die Abschlagsfreiheit aufgewendet hat, verteilen wir nun auf wesentlich mehr Menschen. (Abg. Belakowitsch: Sie wissen nicht, was Sie da sprechen!) Das sind 840 Euro im Jahr. Bei der niedrigen Frauenpension, bei der durchschnittlichen Frauenpension ist das fast eine 15. Pensionsauszahlung. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir verteilen mit dem Frühstarterbonus um. (Abg. Belakowitsch: Das ist eine billige Lösung!) Den Betrag, den man für die Abschlagsfreiheit aufgewendet hat, verteilen wir nun auf wesentlich mehr Menschen. (Abg. Belakowitsch: Sie wissen nicht, was Sie da sprechen!) Das sind 840 Euro im Jahr. Bei der niedrigen Frauenpension, bei der durchschnittlichen Frauenpension ist das fast eine 15. Pensionsauszahlung. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Heiterkeit der Abg. Heinisch-Hosek – Abg. Belakowitsch: Um Gottes willen!
Das ist ein Modell, das die Altersarmut von Frauen bekämpft (Zwischenruf des Abg. Stöger), genauso wie im Übrigen auch die Erhöhung der Ausgleichszulage, die wir heuer schon beschlossen haben, die Altersarmut von Frauen bekämpft. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das sind tatsächlich feministische frauenpolitische Ansätze (Heiterkeit der Abg. Heinisch-Hosek – Abg. Belakowitsch: Um Gottes willen!), und nicht wenn Sie (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek) für die offensichtlich männlich dominierte Gewerkschaft immer noch Politik für Männer (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und nicht Politik für Frauen machen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Das ist ein Modell, das die Altersarmut von Frauen bekämpft (Zwischenruf des Abg. Stöger), genauso wie im Übrigen auch die Erhöhung der Ausgleichszulage, die wir heuer schon beschlossen haben, die Altersarmut von Frauen bekämpft. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das sind tatsächlich feministische frauenpolitische Ansätze (Heiterkeit der Abg. Heinisch-Hosek – Abg. Belakowitsch: Um Gottes willen!), und nicht wenn Sie (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek) für die offensichtlich männlich dominierte Gewerkschaft immer noch Politik für Männer (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und nicht Politik für Frauen machen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das ist ein Modell, das die Altersarmut von Frauen bekämpft (Zwischenruf des Abg. Stöger), genauso wie im Übrigen auch die Erhöhung der Ausgleichszulage, die wir heuer schon beschlossen haben, die Altersarmut von Frauen bekämpft. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das sind tatsächlich feministische frauenpolitische Ansätze (Heiterkeit der Abg. Heinisch-Hosek – Abg. Belakowitsch: Um Gottes willen!), und nicht wenn Sie (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek) für die offensichtlich männlich dominierte Gewerkschaft immer noch Politik für Männer (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und nicht Politik für Frauen machen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
In Wirklichkeit ist diese Regelung, die heute wieder bereinigt wird (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), eine Regelung für die oberen Zehntausend im Pensionssystem. Das kann doch niemand wollen, dass man dort, wo es eh schon super ist, noch eins draufpickt, und das haben Sie am 19.9.2019 gemacht, damals mit Zustimmung der ÖVP – aber ich freue mich auch, wenn eine Regierungspartei sich ihrer Verantwortung besinnt.
Abg. Belakowitsch: 1990 ... Kreisky!
Gehen wir 30 Jahre zurück, Herr Kollege Wimmer – frei nach dem großen SPÖ-Kanzler –: Lernen Sie Geschichte, Herr Kollege! – Ich glaube, das Pensionssystem wurde im Jahr 1970 entwickelt und seitdem ist sehr, sehr viel passiert. (Abg. Belakowitsch: 1990 ... Kreisky!) Zum Glück ist die Sozialdemokratie nicht mehr in der Regierung – das ist ein Glücksfall für diese Republik – und die Leute werden zum Glück immer älter, die Lebenserwartung steigt, weil wir ein gutes Gesundheits- und Sozialsystem haben. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Stefan.
bleibt für unsere Kinder, für unsere Enkelkinder nichts mehr übrig, und darum müssen wir eingreifen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Stefan.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Auf diese Fairness, auf diese sozialistische Fairness möchte ich ein bisschen näher eingehen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Heinisch-Hosek und Drozda.) Gerade Sie, Herr Kollege Muchitsch, haben ja immer wieder argumentiert, dass 45 Jahre genug sind. Es ist richtig, 45 Jahre sind wirklich eine lange Zeit, aber ich weiß nicht, ob es gerechtfertigt ist, dass man ohne Abschläge vorzeitig in Pension geht, zumal das einen Nachteil für die nächsten Generationen bringt. Ist das die sozialistische Fairness? – Eure anscheinend schon, unsere ist es nicht. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Grundsätzlich, meine Damen und Herren, waren sich früher die Parteien eigentlich immer einig, dass zumindest das faktische an das gesetzliche Antrittsalter angepasst werden muss, und unter Ihrem Minister Hundstorfer – nennen Sie es, wie Sie wollen, ob er das abgeschafft hat oder ob er ein Bonus-Malus-System eingeführt hat – gab es jedenfalls diese abschlagsfreie Langzeitversichertenregelung nicht mehr; und es ist gut so. (Zwischenruf der Abg. Herr.) Ihr führt das ein – ich kann mir das, ehrlich gesagt, nicht erklären –, ihr schafft es wieder ab. Ich kann mir das nicht erklären und ich finde das eurem früheren Minister gegenüber auch nicht ganz fair. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Weniger kriegen!
zu nehmen – ist genau der richtige Schritt. Wir sind es allen Pensionisten und Pensionistinnen schuldig – auch denen, die zukünftig zu solchen werden –, dass sie in eine verdiente und sichere Alterspension gehen können. Deswegen müssen wir alle (Abg. Belakowitsch: Weniger kriegen!) Hintertüren schließen, die zu so einem vorzeitigen Pensionsantritt führen können. Ich kann, ehrlich gesagt, damit leben, dass wir im Gegenzug dafür einen Frühstarterbonus einführen, weil wir damit die Lehre aufwerten – und die ist für diesen Standort tatsächlich sehr wichtig. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die Hacklerregelung ist nicht nur ein teures Wahlzuckerl, sondern auch insgesamt eine begünstigte und somit ungerechte Form der Frühpension, denn abschlagsfrei in die Frühpension gehen fast ausschließlich Männer, und damit klafft die Pensionsschere zwischen Männern und Frauen nur noch weiter auseinander. Im ersten Halbjahr – wir haben es schon gehört, ich möchte es nur noch einmal kurz wiederholen – profitierten von der Hacklerregelung über 7 200 Männer und lediglich eine einzige Frau. Ebenso ausgenommen von der Hacklerregelung, von dieser begünstigten Form der Frühpension, sind Polizistinnen und Polizisten, und gerade in Wochen wie diesen stellt man sich schon die Frage: Wieso sind die da ausgenommen? Haben die sich das vielleicht nicht verdient? (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Den Leuten das Geld wegzunehmen!
Dasselbe Ziel hat der nun verankerte FrühstarterInnenbonus. Ich bin stolz darauf (Abg. Belakowitsch: Den Leuten das Geld wegzunehmen!), und wir kriegen seit Tagen Gratulationen. (Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Wurm: Na, na bitte ...!) – Herr Kollege Wurm, Sie kriegen keine Gratulationen, das weiß ich. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) Sie wissen wahrscheinlich gar nicht, was das ist, das ist das Problem. (Abg. Belakowitsch: Geh, bitte ...!) Ja, ich sage Ihnen nachher dann im bilateralen Dialog, was eine Gratulation ist. Sie kennen das, glaube ich, nicht. (Heiterkeit bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Wurm und Lausch.) Wir kriegen also Gratulationen aus dem Bereich der Gewerkschaften, aus dem Bereich der Arbeiterkammern und ganz besonders aus dem Bereich der Frauenorganisationen – und die wissen, was notwendig ist in diesem Land, die wissen, was zu tun ist. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Dasselbe Ziel hat der nun verankerte FrühstarterInnenbonus. Ich bin stolz darauf (Abg. Belakowitsch: Den Leuten das Geld wegzunehmen!), und wir kriegen seit Tagen Gratulationen. (Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Wurm: Na, na bitte ...!) – Herr Kollege Wurm, Sie kriegen keine Gratulationen, das weiß ich. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) Sie wissen wahrscheinlich gar nicht, was das ist, das ist das Problem. (Abg. Belakowitsch: Geh, bitte ...!) Ja, ich sage Ihnen nachher dann im bilateralen Dialog, was eine Gratulation ist. Sie kennen das, glaube ich, nicht. (Heiterkeit bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Wurm und Lausch.) Wir kriegen also Gratulationen aus dem Bereich der Gewerkschaften, aus dem Bereich der Arbeiterkammern und ganz besonders aus dem Bereich der Frauenorganisationen – und die wissen, was notwendig ist in diesem Land, die wissen, was zu tun ist. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Geh, bitte ...!
Dasselbe Ziel hat der nun verankerte FrühstarterInnenbonus. Ich bin stolz darauf (Abg. Belakowitsch: Den Leuten das Geld wegzunehmen!), und wir kriegen seit Tagen Gratulationen. (Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Wurm: Na, na bitte ...!) – Herr Kollege Wurm, Sie kriegen keine Gratulationen, das weiß ich. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) Sie wissen wahrscheinlich gar nicht, was das ist, das ist das Problem. (Abg. Belakowitsch: Geh, bitte ...!) Ja, ich sage Ihnen nachher dann im bilateralen Dialog, was eine Gratulation ist. Sie kennen das, glaube ich, nicht. (Heiterkeit bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Wurm und Lausch.) Wir kriegen also Gratulationen aus dem Bereich der Gewerkschaften, aus dem Bereich der Arbeiterkammern und ganz besonders aus dem Bereich der Frauenorganisationen – und die wissen, was notwendig ist in diesem Land, die wissen, was zu tun ist. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Heiterkeit bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Wurm und Lausch.
Dasselbe Ziel hat der nun verankerte FrühstarterInnenbonus. Ich bin stolz darauf (Abg. Belakowitsch: Den Leuten das Geld wegzunehmen!), und wir kriegen seit Tagen Gratulationen. (Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Wurm: Na, na bitte ...!) – Herr Kollege Wurm, Sie kriegen keine Gratulationen, das weiß ich. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) Sie wissen wahrscheinlich gar nicht, was das ist, das ist das Problem. (Abg. Belakowitsch: Geh, bitte ...!) Ja, ich sage Ihnen nachher dann im bilateralen Dialog, was eine Gratulation ist. Sie kennen das, glaube ich, nicht. (Heiterkeit bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Wurm und Lausch.) Wir kriegen also Gratulationen aus dem Bereich der Gewerkschaften, aus dem Bereich der Arbeiterkammern und ganz besonders aus dem Bereich der Frauenorganisationen – und die wissen, was notwendig ist in diesem Land, die wissen, was zu tun ist. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Die Abgeordneten Belakowitsch und Wurm sprechen miteinander.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Die Abgeordneten Belakowitsch und Wurm sprechen miteinander.) – Hören Sie zu, Herr Kollege Wurm und Frau Kollegin Belakowitsch! Schön, wenn man am Morgen dann wieder munter wird, das ist gut. Darum freue ich mich immer sehr über solche Debatten in dieser Morgenstunde. – Der zweite Bereich ist die Pflege. Hören Sie gut zu! Da hat es Vorgängerregierungen gegeben, im Übrigen auch unter Ihrer Regierungsbeteiligung, die seit Jahrzehnten eine umfassende Pflegereform angekündigt haben. Was ist bisher daraus geworden? – Null, nichts ist daraus geworden. (Abg. Belakowitsch: Na, was haben Sie bis jetzt zusammengebracht? Gar nichts!) Wir kündigen nicht an, sondern wir setzen diese Pflegereform um (Abg. Belakowitsch: Ja, wann? Wo?) und wir sind mittendrin, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Na, was haben Sie bis jetzt zusammengebracht? Gar nichts!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Die Abgeordneten Belakowitsch und Wurm sprechen miteinander.) – Hören Sie zu, Herr Kollege Wurm und Frau Kollegin Belakowitsch! Schön, wenn man am Morgen dann wieder munter wird, das ist gut. Darum freue ich mich immer sehr über solche Debatten in dieser Morgenstunde. – Der zweite Bereich ist die Pflege. Hören Sie gut zu! Da hat es Vorgängerregierungen gegeben, im Übrigen auch unter Ihrer Regierungsbeteiligung, die seit Jahrzehnten eine umfassende Pflegereform angekündigt haben. Was ist bisher daraus geworden? – Null, nichts ist daraus geworden. (Abg. Belakowitsch: Na, was haben Sie bis jetzt zusammengebracht? Gar nichts!) Wir kündigen nicht an, sondern wir setzen diese Pflegereform um (Abg. Belakowitsch: Ja, wann? Wo?) und wir sind mittendrin, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Ja, wann? Wo?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Die Abgeordneten Belakowitsch und Wurm sprechen miteinander.) – Hören Sie zu, Herr Kollege Wurm und Frau Kollegin Belakowitsch! Schön, wenn man am Morgen dann wieder munter wird, das ist gut. Darum freue ich mich immer sehr über solche Debatten in dieser Morgenstunde. – Der zweite Bereich ist die Pflege. Hören Sie gut zu! Da hat es Vorgängerregierungen gegeben, im Übrigen auch unter Ihrer Regierungsbeteiligung, die seit Jahrzehnten eine umfassende Pflegereform angekündigt haben. Was ist bisher daraus geworden? – Null, nichts ist daraus geworden. (Abg. Belakowitsch: Na, was haben Sie bis jetzt zusammengebracht? Gar nichts!) Wir kündigen nicht an, sondern wir setzen diese Pflegereform um (Abg. Belakowitsch: Ja, wann? Wo?) und wir sind mittendrin, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Das macht die ÖVP!
Erlauben Sie mir aber, dass ich aus der Sicht der Seniorinnen und Senioren ein paar Anmerkungen mache. Wir kommen nämlich in ein ziemliches Spannungsfeld. Das hat man gestern bemerkt und das bemerke ich auch heute, denn wir, und ich glaube, da waren alle Seniorengruppen gleicher Meinung, wollten eigentlich für die Seniorinnen und Senioren ein neues Bild in dieser Gesellschaft zeichnen. Es ist ganz schlecht, wenn wir wieder als so krank, klapprig und alt dargestellt und auf einen Kostenfaktor reduziert werden. (Abg. Belakowitsch: Das macht die ÖVP!) Wir wollen in dieser Gesellschaft eine neue Positionierung haben, denn mit 60 steht man heute mitten im Leben (Abg. Belakowitsch: Eh!), meine Damen und Herren, und wir leisten einen wichtigen Beitrag (Abg. Loacker: ... der Pension?) – darauf komme ich noch zu sprechen, Herr Kollege Loacker – in der Wirtschaft (Abg. Belakowitsch: ... in der ÖVP-Senioren-Blase unterwegs!), einen wichtigen Beitrag für die Wertschöpfung.
Abg. Belakowitsch: Eh!
Erlauben Sie mir aber, dass ich aus der Sicht der Seniorinnen und Senioren ein paar Anmerkungen mache. Wir kommen nämlich in ein ziemliches Spannungsfeld. Das hat man gestern bemerkt und das bemerke ich auch heute, denn wir, und ich glaube, da waren alle Seniorengruppen gleicher Meinung, wollten eigentlich für die Seniorinnen und Senioren ein neues Bild in dieser Gesellschaft zeichnen. Es ist ganz schlecht, wenn wir wieder als so krank, klapprig und alt dargestellt und auf einen Kostenfaktor reduziert werden. (Abg. Belakowitsch: Das macht die ÖVP!) Wir wollen in dieser Gesellschaft eine neue Positionierung haben, denn mit 60 steht man heute mitten im Leben (Abg. Belakowitsch: Eh!), meine Damen und Herren, und wir leisten einen wichtigen Beitrag (Abg. Loacker: ... der Pension?) – darauf komme ich noch zu sprechen, Herr Kollege Loacker – in der Wirtschaft (Abg. Belakowitsch: ... in der ÖVP-Senioren-Blase unterwegs!), einen wichtigen Beitrag für die Wertschöpfung.
Abg. Belakowitsch: ... in der ÖVP-Senioren-Blase unterwegs!
Erlauben Sie mir aber, dass ich aus der Sicht der Seniorinnen und Senioren ein paar Anmerkungen mache. Wir kommen nämlich in ein ziemliches Spannungsfeld. Das hat man gestern bemerkt und das bemerke ich auch heute, denn wir, und ich glaube, da waren alle Seniorengruppen gleicher Meinung, wollten eigentlich für die Seniorinnen und Senioren ein neues Bild in dieser Gesellschaft zeichnen. Es ist ganz schlecht, wenn wir wieder als so krank, klapprig und alt dargestellt und auf einen Kostenfaktor reduziert werden. (Abg. Belakowitsch: Das macht die ÖVP!) Wir wollen in dieser Gesellschaft eine neue Positionierung haben, denn mit 60 steht man heute mitten im Leben (Abg. Belakowitsch: Eh!), meine Damen und Herren, und wir leisten einen wichtigen Beitrag (Abg. Loacker: ... der Pension?) – darauf komme ich noch zu sprechen, Herr Kollege Loacker – in der Wirtschaft (Abg. Belakowitsch: ... in der ÖVP-Senioren-Blase unterwegs!), einen wichtigen Beitrag für die Wertschöpfung.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Loacker.
Die Seniorinnen und Senioren leisten wichtige Betreuungsarbeit im Kinderbereich, in der Familienarbeit, aber auch in der Pflege. Ich habe gerade mit einem 80-jährigen Klagenfurter telefoniert, der mir erzählt hat – und der mich da auch um Unterstützung gebeten hat –, dass er gerade die Betreuung seiner 98-jährigen Mutter organisiert. Das ist die heutige Realität und das ist gut so. Gott sei Dank werden wir alle älter, und Gott sei Dank, und das wissen wir alle, ist das Pensionssystem in Österreich so angelegt, dass es gesichert ist, dass es treffsicher ist und dass es sozial ist, und daran arbeiten wir gerade. Sie sind anscheinend dagegen – das wundert mich. Sie sind da anscheinend dagegen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Loacker.)
Heiterkeit bei Abgeordneten von FPÖ und NEOS. – Abg. Loacker: Was?! ...! – Abg. Belakowitsch: Bitte schön, wenn Sie es nicht verstehen!
Gestern hat Kollegin Plakolm von der Jungen ÖVP ganz richtig gesagt, wir haben in Österreich diesen ungeschriebenen Generationenvertrag. Gott sei Dank haben wir den. Wir als Seniorinnen und Senioren haben unsere Pension erarbeitet, aber wir übernehmen auch Verantwortung für unsere Kinder und für unsere Enkelkinder. Daher: Alles, was da gestern und heute diskutiert wird, verstehe ich nicht. (Heiterkeit bei Abgeordneten von FPÖ und NEOS. – Abg. Loacker: Was?! ...! – Abg. Belakowitsch: Bitte schön, wenn Sie es nicht verstehen!) Ja, es ist an der Realität vorbei. Wir wollen die Bezieher niedriger Pensionen, wir wollen jene, die oft nicht einmal 1 000 Euro Pension haben, unterstützen. Wir wollen die kleinen und die mittleren Pensionen anheben.
Abg. Belakowitsch: Sie verstehen ja gar nichts! Sie sagen dauernd, dass Sie nichts verstehen! Sie verstehen ja gar nichts!
Wir erhöhen die Ausgleichszulage, und gerade das ist ein ganz wichtiger Aspekt auch für Frauen und gegen Frauenaltersarmut. Die SPÖ und Sie von der Opposition fordern das immer, auf der anderen Seite stimmen Sie dann aber hier nicht mit. Ich verstehe das wirklich nicht, denn das ist unrealistisch! (Abg. Belakowitsch: Sie verstehen ja gar nichts! Sie sagen dauernd, dass Sie nichts verstehen! Sie verstehen ja gar nichts!) Wir werden am Freitag einen Bonus beschließen, nämlich den Frühstarterbonus. (Neuerlicher
Abg. Belakowitsch: Bis zu!
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Auch dagegen sind Sie. Das sind bis zu 840 Euro mehr gerade auch für Frauen (Abg. Belakowitsch: Bis zu!) – ja, bis zu, aber (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) noch einmal: Wir wollen das Pensionssystem langfristig sichern. (Abg. Loacker: Langfristig sichern mit Mehrausgaben?! Denken Sie einmal nach! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir wollen es treffsicher machen, und wir wollen vor allem die kleinen und mittleren Pensionen stärken. Das ist unser Ziel.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Auch dagegen sind Sie. Das sind bis zu 840 Euro mehr gerade auch für Frauen (Abg. Belakowitsch: Bis zu!) – ja, bis zu, aber (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) noch einmal: Wir wollen das Pensionssystem langfristig sichern. (Abg. Loacker: Langfristig sichern mit Mehrausgaben?! Denken Sie einmal nach! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir wollen es treffsicher machen, und wir wollen vor allem die kleinen und mittleren Pensionen stärken. Das ist unser Ziel.
Abg. Loacker: Langfristig sichern mit Mehrausgaben?! Denken Sie einmal nach! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Auch dagegen sind Sie. Das sind bis zu 840 Euro mehr gerade auch für Frauen (Abg. Belakowitsch: Bis zu!) – ja, bis zu, aber (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) noch einmal: Wir wollen das Pensionssystem langfristig sichern. (Abg. Loacker: Langfristig sichern mit Mehrausgaben?! Denken Sie einmal nach! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir wollen es treffsicher machen, und wir wollen vor allem die kleinen und mittleren Pensionen stärken. Das ist unser Ziel.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ich möchte auf noch einen Bereich zu sprechen kommen, weil mir dieser auch sehr wichtig ist, nämlich die Coronaarbeitsstiftung. Es ist heute auch schon einiges zur Pflegereform gesagt worden. Herr Kollege Ragger! In diesem Zusammenhang weise ich etwas ganz entschieden zurück: Du weißt ja auch, dass es nicht stimmt, dass wir vonseiten des Hilfswerks die Pflegereform blockieren, ganz im Gegenteil (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Vieles, was jetzt umgesetzt werden soll, entspricht unserer jahrelangen Forderung – mehr Unterstützung der pflegenden Angehörigen, leistbare Pflege zu Hause und vieles mehr.
Abg. Belakowitsch: ... falsches Ressort! – Zwischenruf des Abg. Loacker
Ich möchte jetzt aber gar nicht auf die Pflegereform im Detail eingehen. (Zwischenruf des Abg. Loacker.) Ich möchte betonen, dass die Coronaarbeitsstiftung (Abg. Belakowitsch: ... falsches Ressort! – Zwischenruf des Abg. Loacker) ganz speziell praxisbezogene Pflegekräfte ausbilden wird (Abg. Belakowitsch: Falsches Ressort! – Zwischenruf der Abg. Baumgartner), und das halte ich für den richtigen Ansatz.
Abg. Belakowitsch: Falsches Ressort! – Zwischenruf der Abg. Baumgartner
Ich möchte jetzt aber gar nicht auf die Pflegereform im Detail eingehen. (Zwischenruf des Abg. Loacker.) Ich möchte betonen, dass die Coronaarbeitsstiftung (Abg. Belakowitsch: ... falsches Ressort! – Zwischenruf des Abg. Loacker) ganz speziell praxisbezogene Pflegekräfte ausbilden wird (Abg. Belakowitsch: Falsches Ressort! – Zwischenruf der Abg. Baumgartner), und das halte ich für den richtigen Ansatz.
Abg. Belakowitsch: Wie setzen Sie sich da ein?
Ich motiviere die jungen Leute, sich das anzuschauen, denn gerade in der Pflege gibt es viele Jobchancen und auch Karrierechancen, es kann der Beruf auch zur Berufung werden. Viele haben leider ihre Arbeit verloren, und ich denke, auch da gibt es viele Chancen, sich umzuorientieren und zu schauen, ob man vielleicht im Pflege- und im Sozialbereich eine neue Aufgabe findet. Ich werde mich jedenfalls weiterhin dafür einsetzen, dass die Rahmenbedingungen gerade auch für Pflegekräfte und für Menschen, die im Sozialbereich arbeiten, weiterhin besser werden. (Abg. Belakowitsch: Wie setzen Sie sich da ein?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Rufe bei den NEOS: Danke!
Ein großes Danke noch einmal, Herr Bundesminister. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Rufe bei den NEOS: Danke!) Ein großes Danke an alle, die konstruktiv im Sozialbereich und im Pflegebereich mitarbeiten und damit auch für die Menschen in unserem Land da sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Bravoruf des Abg. Obernosterer.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Laurenz Pöttinger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Frau Minister! Frau Ministerin, ich muss Ihnen sagen, Sie machen einen tollen Job, und wir können in Österreich stolz sein. Es ist unglaublich, wie fundiert Ihr Wissen ist und welche Maßnahmen Sie setzen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Hafenecker: Wie der Gerstl!
Da muss ich ganz ehrlich sagen: Die Opposition könnte froh sein, wenn sie solche Menschen in ihren Reihen hätte. (Abg. Wurm: Die Kollegen in der Wirtschaft werden das anders sehen!) Ganz ehrlich, aus Unternehmersicht muss ich sagen: Dieses Budget für die Wirtschaft ist hervorragend und großartig. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Hafenecker: Wie der Gerstl!)
Abg. Belakowitsch: Ist das Kabarett oder ist das echt? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Im Bereich von Nachhaltigkeit und Digitalisierung geschieht sehr, sehr viel. Sie wissen auch: Bei der Investitionsprämie wird das mit dieser Förderung toll angenommen. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Insgesamt: Jede Milliarde, die wir hineingeben, bewirkt weitere 10 Milliarden, und die werden uns in Zukunft helfen. (Abg. Belakowitsch: Ist das Kabarett oder ist das echt? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ein ganz großes Dankeschön – Gott sei Dank haben wir in den vergangenen Jahren so gut gewirtschaftet, damit wir uns das jetzt, in dieser schwierigen Zeit, auch leisten können. (Abg. Belakowitsch: Na Gott sei Dank!) Die Wirtschaft braucht es.
Abg. Belakowitsch: Na Gott sei Dank!
Im Bereich von Nachhaltigkeit und Digitalisierung geschieht sehr, sehr viel. Sie wissen auch: Bei der Investitionsprämie wird das mit dieser Förderung toll angenommen. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Insgesamt: Jede Milliarde, die wir hineingeben, bewirkt weitere 10 Milliarden, und die werden uns in Zukunft helfen. (Abg. Belakowitsch: Ist das Kabarett oder ist das echt? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ein ganz großes Dankeschön – Gott sei Dank haben wir in den vergangenen Jahren so gut gewirtschaftet, damit wir uns das jetzt, in dieser schwierigen Zeit, auch leisten können. (Abg. Belakowitsch: Na Gott sei Dank!) Die Wirtschaft braucht es.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Matznetter. – Abg. Belakowitsch: Das war eine selten peinliche Rede! – Abg. Rauch: Was wollen Sie noch werden, Herr Kollege?
Noch einmal – ich hoffe, dass alle hier im Raum mitziehen. (Abg. Matznetter: Zweimal Danke gibt keine Prämie, Herr Kollege! Noch einmal Danke, Danke, dann kriegen Sie’s!) Herr Kollege Matznetter, ab und zu bin ich der Meinung, dass Sie die Unterlagen nicht lesen, denn wenn Sie das Budget anschauen würden, müssten auch Sie Danke sagen und dazu klatschen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Matznetter. – Abg. Belakowitsch: Das war eine selten peinliche Rede! – Abg. Rauch: Was wollen Sie noch werden, Herr Kollege?)
Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch, Brandstötter und Scherak.
Wir hier sagen Gott sei Dank alle noch: Sehr geehrte Damen und Herren! – In vielen deutschen Städten ist das verpönt und gilt als ganz, ganz schlecht. Die Bezeichnung der Zukunft ist: Sehr geehrte Menschen! – Auch in der Verwaltungssprache wird das ausgeführt: Es geht nicht mehr, zu sagen: Herr Schulz, was haben Sie für Anliegen?, oder: Frau Schulz, was möchten Sie bitte von mir? – Ganz falsch! Es sollen nur mehr die Vor- und Nachnamen verwendet werden. In Zukunft soll es dann, um das Geschlecht nicht zum Ausdruck zu bringen, weil das diskriminierend ist, offensichtlich heißen: Sie, Schulz, was woll’n S’? (Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch, Brandstötter und Scherak.)
Abg. Belakowitsch: Das ist jetzt keine Überraschung! Das ist immer so!
Abschließend noch eine Anmerkung zu einem anderen Punkt, gerichtet an die beiden Klubverantwortlichen von ÖVP und Grünen: Sie haben am Dienstag um 9.30 Uhr eine Pressekonferenz zur Abschaffung der Hacklerregelung, der abschlagsfreien Langzeitversichertenregelung, abgehalten. Sie haben bei dieser Pressekonferenz um 9.30 Uhr öffentlich verlautbart: Die Oppositionsparteien bekommen dazu hier rechtzeitig einen Antrag. – Bis heute ist keiner eingelangt. Das ist unfair, das ist undemokratisch! (Abg. Belakowitsch: Das ist jetzt keine Überraschung! Das ist immer so!) Wenn Sie diese Fairness haben und das, was Sie vor laufender Kamera sagen, einhalten wollen, dann übermitteln Sie uns bitte umgehend diesen Antrag! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordnete Bettina Zopf (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Ministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher vor den Fernsehbildschirmen! Da viele Menschen in Österreich arbeiten gehen und Steuern zahlen, ist Österreich ein ausgezeichneter Sozialstaat. Das hat Kollege Muchitsch gerade erwähnt. Eines aber kann ich nicht vertreten: Dass der Staat Österreich nur gemolken wird. Die SPÖ verwechselt etwas bei der Verteilungsgerechtigkeit. Ihr teilt nicht das eigene Geld – so wie der heilige Martin seinen Mantel –, nein, es geht um das Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Na gut, Sie verstehen es halt nicht!
Einkommensschere. Gerade in schwierigen Zeiten und vor allem im Bereich der Niedrigverdiener greift diese Maßnahme so richtig. (Beifall bei der ÖVP.) Warum die Opposition das kritisiert, ist mir einfach unverständlich. (Abg. Belakowitsch: Na gut, Sie verstehen es halt nicht!) Wir helfen, wo wir helfen können, aber bitte bleiben Sie am Boden der Realität! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: ...! Der ist ja zu!
Eines möchte ich abschließend noch sagen: Jeder Einzelne in diesem Land hat nun auch die Möglichkeit, einen Beitrag zur Bewältigung der Krise zu leisten, vor allem jetzt in der Vorweihnachtszeit. Unterstützen wir den österreichischen Handel (Abg. Belakowitsch: ...! Der ist ja zu!), die österreichische Gastronomie und die österreichischen Betriebe (Abg. Belakowitsch: Wenn die Geschäfte zugesperrt sind ...?! Da müssen Sie jetzt selber lachen, bitte! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ sowie Zwischenrufe bei SPÖ und NEOS), denn nur so sichern wir unzählige Arbeitsplätze in den Betrieben, nur so kann unsere Wirtschaft in Schwung kommen (neuerliche Zwischenrufe bei FPÖ und SPÖ – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen) – ein Konjunkturpaket namens Eigenverantwortung aller Österreicherinnen und Österreicher! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Wenn die Geschäfte zugesperrt sind ...?! Da müssen Sie jetzt selber lachen, bitte! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ sowie Zwischenrufe bei SPÖ und NEOS
Eines möchte ich abschließend noch sagen: Jeder Einzelne in diesem Land hat nun auch die Möglichkeit, einen Beitrag zur Bewältigung der Krise zu leisten, vor allem jetzt in der Vorweihnachtszeit. Unterstützen wir den österreichischen Handel (Abg. Belakowitsch: ...! Der ist ja zu!), die österreichische Gastronomie und die österreichischen Betriebe (Abg. Belakowitsch: Wenn die Geschäfte zugesperrt sind ...?! Da müssen Sie jetzt selber lachen, bitte! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ sowie Zwischenrufe bei SPÖ und NEOS), denn nur so sichern wir unzählige Arbeitsplätze in den Betrieben, nur so kann unsere Wirtschaft in Schwung kommen (neuerliche Zwischenrufe bei FPÖ und SPÖ – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen) – ein Konjunkturpaket namens Eigenverantwortung aller Österreicherinnen und Österreicher! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Aber kein Unterricht! Das ist ja genau das, was ich gesagt habe! Das ist ja der miese Trick!
Abgeordnete MMMag. Gertraud Salzmann (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Liebe Frau Belakowitsch, für mich ist es völlig unverständlich, was Sie da vorn von sich geben, was die Schulen anlangt. Es ist keine einzige Schule in Österreich geschlossen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Aber kein Unterricht! Das ist ja genau das, was ich gesagt habe! Das ist ja der miese Trick!) – Hören Sie mir zu! Es ist keine einzige Schule in Österreich geschlossen. (Abg. Kassegger: Kein Schulunterricht! – Abg. Belakowitsch: Aber es ist kein Schulunterricht! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Hört mir zu, ich erkläre es euch! Wenn ihr es nicht wisst, dann hört mir zu! (Abg. Belakowitsch: Das brauchen Sie mir nicht erklären! Glauben Sie eigentlich, alle Leute ...? – Abg. Stefan: Haben Sie keine Kinder, oder was? – Abg. Kassegger: Es gibt keine Schule, die
Abg. Kassegger: Kein Schulunterricht! – Abg. Belakowitsch: Aber es ist kein Schulunterricht! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordnete MMMag. Gertraud Salzmann (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Liebe Frau Belakowitsch, für mich ist es völlig unverständlich, was Sie da vorn von sich geben, was die Schulen anlangt. Es ist keine einzige Schule in Österreich geschlossen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Aber kein Unterricht! Das ist ja genau das, was ich gesagt habe! Das ist ja der miese Trick!) – Hören Sie mir zu! Es ist keine einzige Schule in Österreich geschlossen. (Abg. Kassegger: Kein Schulunterricht! – Abg. Belakowitsch: Aber es ist kein Schulunterricht! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Hört mir zu, ich erkläre es euch! Wenn ihr es nicht wisst, dann hört mir zu! (Abg. Belakowitsch: Das brauchen Sie mir nicht erklären! Glauben Sie eigentlich, alle Leute ...? – Abg. Stefan: Haben Sie keine Kinder, oder was? – Abg. Kassegger: Es gibt keine Schule, die
Abg. Belakowitsch: Aber es gibt keinen Unterricht!
Es ist die Oberstufe seit einigen Wochen im Distancelearning, es sind derzeit, im Lockdown, die Unterstufe, die Sekundarstufe I und die Volksschule auch im Distancelearning, aber diese Schulen sind offen. Lassen Sie das nicht ständig unter den Tisch fallen, das ist völlig ungerecht gegenüber den Lehrerinnen und Lehrern und den Direktorinnen und Direktoren, und auch gegenüber den Schülern! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Stefan: Die wollen das ja gar nicht! Die wollen das ja nicht! – Abg. Rauch: Die Lehrer wollen das gar nicht und die Direktoren! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Diese Schulen sind offen (Abg. Belakowitsch: Aber es gibt keinen Unterricht!) und es kann jede Schülerin und jeder Schüler in die Schule kommen, wenn daheim keine Betreuung zur Verfügung steht, wenn das Kind Lernunterstützung braucht (Abg. Belakowitsch: Das ist ja nicht wahr!), wenn das Kind keine IT-Geräte hat. Dass Ihnen das nicht schmeckt, das verstehe ich ja. (Abg. Rauch: Reden Sie nicht so einen Blödsinn! Das ist ein Blödsinn, was Sie von sich geben!)
Abg. Belakowitsch: Das ist ja nicht wahr!
Es ist die Oberstufe seit einigen Wochen im Distancelearning, es sind derzeit, im Lockdown, die Unterstufe, die Sekundarstufe I und die Volksschule auch im Distancelearning, aber diese Schulen sind offen. Lassen Sie das nicht ständig unter den Tisch fallen, das ist völlig ungerecht gegenüber den Lehrerinnen und Lehrern und den Direktorinnen und Direktoren, und auch gegenüber den Schülern! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Stefan: Die wollen das ja gar nicht! Die wollen das ja nicht! – Abg. Rauch: Die Lehrer wollen das gar nicht und die Direktoren! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Diese Schulen sind offen (Abg. Belakowitsch: Aber es gibt keinen Unterricht!) und es kann jede Schülerin und jeder Schüler in die Schule kommen, wenn daheim keine Betreuung zur Verfügung steht, wenn das Kind Lernunterstützung braucht (Abg. Belakowitsch: Das ist ja nicht wahr!), wenn das Kind keine IT-Geräte hat. Dass Ihnen das nicht schmeckt, das verstehe ich ja. (Abg. Rauch: Reden Sie nicht so einen Blödsinn! Das ist ein Blödsinn, was Sie von sich geben!)
Rufe bei der FPÖ: Keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Belakowitsch: Zeit vorbei! – Zwischenruf des Abg. Loacker.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Frau Abgeordnete, das ist keine tatsächliche Berichtigung. Sie müssen zuerst den Umstand erklären, der falsch war, und es dann richtig sagen. – Bitte. (Rufe bei der FPÖ: Keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Belakowitsch: Zeit vorbei! – Zwischenruf des Abg. Loacker.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Offen schon, aber kein Unterricht! – Abg. Kassegger: Im Distancelearning sind die Schulen offen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordnete MMMag. Gertraud Salzmann (fortsetzend): Zur Sonderbetreuungszeit – das ist der zweite Punkt (Abg. Stefan: Sie erklären uns das jetzt!) –: Die Sonderbetreuungszeit gilt nach wie vor, der Rechtsanspruch besteht nach wie vor für die Fälle, die das Gesetz vorsieht – und Sie kennen das Gesetz, lesen Sie es halt nach! (Abg. Rauch: Sie ruinieren die Chancen unserer Kinder! – Abg. Loacker: ... endlich einmal die Geschäftsordnung! – Abg. Rauch: ... die Geschäftsordnung, Herr Präsident! Sie sind ja unfähig, den Vorsitz zu führen!) Die Sonderbetreuungszeit gilt für die Fälle, in denen aufgrund des Gesetzes eine Schließung durch die Gesundheitsbehörde erklärt worden ist. (Abg. Bernhard – in Richtung Präsident Sobotka –: Ja hallo!) Im Distancelearning sind die Schulen offen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Offen schon, aber kein Unterricht! – Abg. Kassegger: Im Distancelearning sind die Schulen offen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Ja bitte: Machen! Ändern!
Um etwas wirklich Wichtiges anzusprechen: Ich hatte letzte Woche ein Gespräch mit den Verantwortlichen von Rat auf Draht, und wir wissen, dass die Situation im Moment nicht einfach ist – aber die Zahlen, die genannt wurden, sind wirklich dramatisch. Um nur einige zu nennen: Es wurde ein Anstieg von 220 Prozent verzeichnet, was Angstzustände bei Kindern anbelangt, also etwa Zukunftsängste, Angst, dass jemand erkrankt, Angst, dass die Eltern den Job verlieren und so weiter. Ein Anstieg von 240 Prozent, was Schlafprobleme betrifft, ausgelöst durch den veränderten Tagesrhythmus, durch Stress, Überforderung und so weiter. (Abg. Belakowitsch: Ja bitte: Machen! Ändern!)
Abg. Belakowitsch: Das hat der Anschober gesagt!
Abgeordnete Claudia Plakolm (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Bundesministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es wird oft behauptetet, die Jugend hält sich gar nicht an die Maßnahmen bezüglich Corona. Das möchte ich mit aller Klarheit zurückweisen, denn es sind gerade viele Jugendliche, die mit positivem Beispiel vorangehen und die auch zeigen (Abg. Belakowitsch: Das hat der Anschober gesagt!), was Zusammenhalt aller Generationen in unserer Gesellschaft bedeutet. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Ja wo?
Mit vielen Paketen kurbeln wir die Wirtschaft an, die Konjunktur an, unterstützen Arbeitnehmer, Familien und Unternehmen in dieser Ausnahmesituation und ziehen geplante Steuerentlastungen, die wir im Regierungsprogramm festgelegt haben, in dieser Krise vor, weil es notwendig ist. Das größte Konjunkturpaket kann aber, das ist schon angesprochen worden, nur schwer im Budget beziffert werden. Das größte Konjunkturpaket hat jeder Einzelne selbst in der Hand. Machen Sie Ihre Besorgungen, kaufen Sie Ihre Weihnachtsgeschenke bei regionalen Unternehmen. (Abg. Belakowitsch: Ja wo?) – Viele bieten in Zeiten wie diesen einen Onlineshop an. (Abg. Belakowitsch: Ist ja alles gesperrt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Es muss nicht immer Amazon und Co sein. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Bei Zalando, oder wo soll ich es kaufen?)
Abg. Belakowitsch: Ist ja alles gesperrt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Mit vielen Paketen kurbeln wir die Wirtschaft an, die Konjunktur an, unterstützen Arbeitnehmer, Familien und Unternehmen in dieser Ausnahmesituation und ziehen geplante Steuerentlastungen, die wir im Regierungsprogramm festgelegt haben, in dieser Krise vor, weil es notwendig ist. Das größte Konjunkturpaket kann aber, das ist schon angesprochen worden, nur schwer im Budget beziffert werden. Das größte Konjunkturpaket hat jeder Einzelne selbst in der Hand. Machen Sie Ihre Besorgungen, kaufen Sie Ihre Weihnachtsgeschenke bei regionalen Unternehmen. (Abg. Belakowitsch: Ja wo?) – Viele bieten in Zeiten wie diesen einen Onlineshop an. (Abg. Belakowitsch: Ist ja alles gesperrt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Es muss nicht immer Amazon und Co sein. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Bei Zalando, oder wo soll ich es kaufen?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Bei Zalando, oder wo soll ich es kaufen?
Mit vielen Paketen kurbeln wir die Wirtschaft an, die Konjunktur an, unterstützen Arbeitnehmer, Familien und Unternehmen in dieser Ausnahmesituation und ziehen geplante Steuerentlastungen, die wir im Regierungsprogramm festgelegt haben, in dieser Krise vor, weil es notwendig ist. Das größte Konjunkturpaket kann aber, das ist schon angesprochen worden, nur schwer im Budget beziffert werden. Das größte Konjunkturpaket hat jeder Einzelne selbst in der Hand. Machen Sie Ihre Besorgungen, kaufen Sie Ihre Weihnachtsgeschenke bei regionalen Unternehmen. (Abg. Belakowitsch: Ja wo?) – Viele bieten in Zeiten wie diesen einen Onlineshop an. (Abg. Belakowitsch: Ist ja alles gesperrt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Es muss nicht immer Amazon und Co sein. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Bei Zalando, oder wo soll ich es kaufen?)
Abg. Belakowitsch: Ist nicht möglich, ihr habt alles gesperrt!
Das ist nicht nur gut für die Umwelt, das stärkt auch unsere Wirtschaft und somit unzählige Arbeitsplätze in der Region. (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.) So freuen sich vielleicht nicht nur die eigenen Kinder auf das bevorstehende Weihnachtsfest, sondern auch die Kinder in anderen Familien, wenn wir durch regionalen Einkauf ganz, ganz viele Arbeitsplätze sichern können. (Abg. Belakowitsch: Ist nicht möglich, ihr habt alles gesperrt!) – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Plakolm – auf dem Weg zu ihrem Sitzplatz in Richtung Abg. Belakowitsch –: Online! – Abg. Belakowitsch: Also doch Zalando!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Plakolm – auf dem Weg zu ihrem Sitzplatz in Richtung Abg. Belakowitsch –: Online! – Abg. Belakowitsch: Also doch Zalando!
Das ist nicht nur gut für die Umwelt, das stärkt auch unsere Wirtschaft und somit unzählige Arbeitsplätze in der Region. (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.) So freuen sich vielleicht nicht nur die eigenen Kinder auf das bevorstehende Weihnachtsfest, sondern auch die Kinder in anderen Familien, wenn wir durch regionalen Einkauf ganz, ganz viele Arbeitsplätze sichern können. (Abg. Belakowitsch: Ist nicht möglich, ihr habt alles gesperrt!) – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Plakolm – auf dem Weg zu ihrem Sitzplatz in Richtung Abg. Belakowitsch –: Online! – Abg. Belakowitsch: Also doch Zalando!)
Abg. Belakowitsch: Weil sie Angst haben vor drakonischen Strafen!
Viele Menschen machen mit – nicht deshalb, weil sie jetzt sagen, das ist alles so super und klasse, nein, sondern weil sie sehen, dass es notwendig ist. (Abg. Belakowitsch: Weil sie Angst haben vor drakonischen Strafen!) Dieser Verantwortung müssen wir uns bewusst sein.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Herr Kollege Amesbauer, gestern haben Sie während der Rede des Kollegen Werner Saxinger, der Arzt ist und geschildert hat, wie es auf einer Intensivstation in einem Krankenhaus ausschaut: Panikmache!, hineingerufen. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Wissen Sie, was der Volksmund dazu sagt? – Etwas hart ausgedrückt: Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen! Etwas höflicher formuliert: Wem es der Herr nicht gegeben hat, von dem soll es der Mensch nicht verlangen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordnete Rebecca Kirchbaumer (ÖVP): Frau Präsidentin! Werte Frau Bundesministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen hier im Saal und liebe Zuseherinnen und Zuseher zu Hause! 376 000 Menschen sind arbeitslos, 170 000 Menschen sind in Kurzarbeit, und davon sind 122 000 Menschen Langzeitarbeitslose. (Abg. Wurm: ...tausend!) 40 000 Menschen haben im letzten Monat wieder Arbeit gefunden. Daher möchte ich Dankeschön sagen, dass Unternehmerinnen und Unternehmer trotz der Krise Menschen anstellen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) 64 700 offene Stellen gibt es in Österreich, also wären diese für Menschen, die arbeitswillig wären, auch zu finden.
Abg. Wurm: Wer sagt das? Wer sagt das? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Zu Kollegen Wurm: Lieber Kollege Wurm, die liebe FPÖ, deine Fraktion, sagt immer: Es ist ja nur eine Grippe!, von Anfang an (Abg. Wurm: Wer sagt das? Wer sagt das? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und das stimmt so einfach nicht! Das Virus wurde auch nicht von dieser Regierung geschaffen, sondern es handelt sich um eine weltweite Krise (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), dieses Virus ist weltweit vorhanden. – Das hast du gesagt. (Abg. Belakowitsch: Das hat niemand gesagt ...!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Zu Kollegen Wurm: Lieber Kollege Wurm, die liebe FPÖ, deine Fraktion, sagt immer: Es ist ja nur eine Grippe!, von Anfang an (Abg. Wurm: Wer sagt das? Wer sagt das? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und das stimmt so einfach nicht! Das Virus wurde auch nicht von dieser Regierung geschaffen, sondern es handelt sich um eine weltweite Krise (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), dieses Virus ist weltweit vorhanden. – Das hast du gesagt. (Abg. Belakowitsch: Das hat niemand gesagt ...!)
Abg. Belakowitsch: Das hat niemand gesagt ...!
Zu Kollegen Wurm: Lieber Kollege Wurm, die liebe FPÖ, deine Fraktion, sagt immer: Es ist ja nur eine Grippe!, von Anfang an (Abg. Wurm: Wer sagt das? Wer sagt das? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und das stimmt so einfach nicht! Das Virus wurde auch nicht von dieser Regierung geschaffen, sondern es handelt sich um eine weltweite Krise (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), dieses Virus ist weltweit vorhanden. – Das hast du gesagt. (Abg. Belakowitsch: Das hat niemand gesagt ...!)
Abg. Belakowitsch: Sachlich zu bleiben!
Abgeordneter Laurenz Pöttinger (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Ministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher! Ich habe mir heute vorgenommen (Abg. Belakowitsch: Sachlich zu bleiben!), dass ich, obwohl ich bei den wortgewaltigen Oppositionspolitikern zum Thema Arbeit eine sehr lange Liste geschrieben habe (Zwischenruf des Abg. Rauch), bei welchen Punkten ich nicht ihrer Meinung bin, das nicht kritisieren will. (Abg. Belakowitsch: Sie haben noch nicht Danke gesagt!)
Abg. Belakowitsch: Sie haben noch nicht Danke gesagt!
Abgeordneter Laurenz Pöttinger (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Ministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher! Ich habe mir heute vorgenommen (Abg. Belakowitsch: Sachlich zu bleiben!), dass ich, obwohl ich bei den wortgewaltigen Oppositionspolitikern zum Thema Arbeit eine sehr lange Liste geschrieben habe (Zwischenruf des Abg. Rauch), bei welchen Punkten ich nicht ihrer Meinung bin, das nicht kritisieren will. (Abg. Belakowitsch: Sie haben noch nicht Danke gesagt!)
Abg. Belakowitsch: Danke nicht vergessen!
Ich hoffe nur, dass Sie beim Statement unserer Ministerin aufgepasst haben (Abg. Belakowitsch: Danke nicht vergessen!), denn es war alles drinnen, bei dem Sie immer gesagt haben, dass dieses und jenes fehle und wir dieses und jenes nicht gemacht hätten. Ich möchte heute sogar Herrn Kollegen Wurm loben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie sagten: Die Wirtschaft schafft die Arbeitsplätze. Da gebe ich Ihnen zu 100 Prozent recht. (Abg. Hafenecker: Die wollen uns schon wieder Leute ...!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich hoffe nur, dass Sie beim Statement unserer Ministerin aufgepasst haben (Abg. Belakowitsch: Danke nicht vergessen!), denn es war alles drinnen, bei dem Sie immer gesagt haben, dass dieses und jenes fehle und wir dieses und jenes nicht gemacht hätten. Ich möchte heute sogar Herrn Kollegen Wurm loben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie sagten: Die Wirtschaft schafft die Arbeitsplätze. Da gebe ich Ihnen zu 100 Prozent recht. (Abg. Hafenecker: Die wollen uns schon wieder Leute ...!)
Abg. Belakowitsch: Im dritten auch!
Jetzt muss ich ganz ehrlich sagen: Wir wissen, was momentan am Arbeitsmarkt los ist. Wir wissen, dass wir die schwerste Wirtschaftskrise seit vielen Jahrzehnten haben. Wir wissen, dass wir über 70 000 Menschen mehr in Arbeitslosigkeit haben als im Vergleichszeitraum 2019, und wir wissen, dass wir die Kurzarbeitsregelung haben, um uns vor einer noch höheren Arbeitslosigkeit zu schützen. (Abg. Kassegger: Die Statistik zu vermeiden!) Diese Kurzarbeitsregelung wird uns auch im zweiten Lockdown helfen (Abg. Belakowitsch: Im dritten auch!), das haben wir schon im ersten Lockdown gesehen. Wenn Sie sich die Kurven ansehen, erkennen Sie, dass das hervorragend gewirkt hat. Wir hatten schlussendlich sehr wenige Menschen in Kurzarbeit, aber das hilft uns auch jetzt wieder.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das Budget für 2021, das dafür mit 1,5 Milliarden Euro ausgestattet ist, hilft uns, Menschen vor Arbeitslosigkeit zu bewahren und Kündigungen zu vermeiden und auch den Betrieben die Sicherheit zu geben, dass dann, wenn dieser Spuk mit dem Coronavirus hoffentlich bald vorbei ist, die Arbeit wieder voll losgeht, die Menschen schlussendlich wieder in ihrer gewohnten Tätigkeit weiterarbeiten können und somit auch zum Aufschwung beitragen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Wurm: Bei wem?
bestätigt, dass die Hilfen angekommen sind. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Wurm: Bei wem?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Was mir ganz besonders wichtig ist: Wenn ich von Familie spreche, spreche ich nicht von den Hochglanzbildern der Werbung in Print und TV, sondern ich spreche von der berufstätigen alleinerziehenden Mutter, die sich eventuell noch berufsbegleitend weiterbildet und ständig an ihrer Belastungsgrenze kratzt – ich gendere das bewusst nicht, denn das ist Lebensrealität für mehr als 90 Prozent der alleinerziehenden Frauen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und ich weiß, wovon ich hier spreche. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
In den letzten Jahren gab es da zwar viele Fortschritte, jedoch wurden diese nicht von der Politik gesetzt, sondern größtenteils von den Betroffenen erkämpft oder durch Gerichtsurteile erzwungen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), sei es zum Beispiel die Öffnung der medizinisch unterstützten Fortpflanzung 2015, die Möglichkeit der Adoption für gleichgeschlechtliche Paare 2016 oder dass solche Paare in allen Bundesländern in Österreich eben auch Pflegeeltern werden dürfen. Ich weiß nicht, ob Sie das wissen: Niederösterreich ließ sich damit gar bis 2017 Zeit.
Abg. Belakowitsch: Haben Sie zum Budget auch was zu sagen? – Ruf und Gegenruf der Abgeordneten Stögmüller und Belakowitsch
Stichwort Kinderrechte: Alle Studien kommen zum Schluss, dass es Kindern nicht schlechter geht (Abg. Belakowitsch: Haben Sie zum Budget auch was zu sagen? – Ruf und Gegenruf der Abgeordneten Stögmüller und Belakowitsch), wenn sie in anderen als den Mehrheitsfamilienformen nicht nur zur Welt kommen, sondern auch aufwachsen. Sie brauchen, das ist ganz wichtig, Bezugspersonen und eine gute Einbettung. So geht es auch immer darum, dass die Rechte aller Familienformen, in dem Fall eben auch von Regenbogenfamilien, von der Politik zu gewährleisten sind, damit die Kinder nicht von der Stigmatisierung der Eltern selbst berührt werden.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sind Sie wieder in Opposition?
diese Schikanen gänzlich zu beenden und für alle Familien in Österreich Rechtssicherheit zu schaffen! – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sind Sie wieder in Opposition?)
Sitzung Nr. 63
Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja gar nicht! Das ist ja gar nicht drinnen! Das ist ja nicht wahr!
Wir schaffen diese Regelung nicht ab, sondern führen das Bonus-Malus-System wieder ein, das wir damals gemeinsam mit der SPÖ beschlossen haben. Zusätzlich schaffen wir einen Frühstarterbonus, der seinesgleichen sucht – das möchte ich betonen – und wirklich eine tolle Maßnahme ist. Warum? – Weil er all jenen hilft, die zwischen dem 15. und dem 20. Lebensjahr gearbeitet haben. Das sind alle Lehrlinge, das ist die Verkäuferin, das ist die Bürokauffrau, das ist die Handelsangestellte (Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja gar nicht! Das ist ja gar nicht drinnen! Das ist ja nicht wahr!), das ist die Friseurin: Genau ihnen geben wir jetzt pro Erwerbsmonat zusätzlich einen Euro dazu. Das ist eine Unterstützung für Zigtausende Frauen, die bis jetzt von dieser Regelung nicht profitiert haben.
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich spreche niemandem, der lange gearbeitet hat, ab, dass er eine ordentliche Pension kriegen soll, nur liegt die Durchschnittspension jener, die die Hacklerregelung in Anspruch genommen haben, derzeit bei 2 900 Euro, und die durchschnittliche Frauenpension liegt bei gut 1 000 Euro. Das ist doch nicht gerecht, meine Damen und Herren! Deshalb führen wir diesen Frühstarterbonus ein. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Amesbauer
Wir haben jetzt hier eine Einwendungsdebatte zu der Debatte, die wir schon vorgestern hatten, die wir auch morgen wieder haben werden. Worum geht es? – Es geht darum, unser Pensionssystem gerechter zu machen (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Amesbauer), eine extreme Bevorzugung einer sehr, sehr kleinen Gruppe auszugleichen und Frauen den Zugang zu einer höheren Pension zu ermöglichen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Wir haben jetzt hier eine Einwendungsdebatte zu der Debatte, die wir schon vorgestern hatten, die wir auch morgen wieder haben werden. Worum geht es? – Es geht darum, unser Pensionssystem gerechter zu machen (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Amesbauer), eine extreme Bevorzugung einer sehr, sehr kleinen Gruppe auszugleichen und Frauen den Zugang zu einer höheren Pension zu ermöglichen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: 1 Euro im Monat?
werden, Menschen, die besonders früh zu arbeiten begonnen haben, eine bessere Pension zu ermöglichen. Es sind 60 Euro pro Monat möglich. Das ist für die Frauen mit den niedrigen Pensionen sehr viel Geld, und es ermöglicht ein faireres Pensionssystem, einen Ausgleich, der jedenfalls angebracht ist. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: 1 Euro im Monat?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Dann kam die Sitzung vom 19.9.2019 und wurde das ohne Diskussion, ohne Begutachtung in einer derartigen Hauruckaktion gemacht, die Jahrgänge vergessend, die mit Abschlägen gegangen sind. Wenn man so etwas sauber machen würde, dann würde man es für den öffentlichen Dienst gleich machen, dann würde man die Bundesheer- und die Zivildienstzeiten miteinrechnen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), dann hätte man sich überlegt, wie man das auf die Frauen abbildet. Das hat man sich alles nicht überlegt, weil, glaube ich, die Kollegen Muchitsch und Wimmer das schnell mit ihren parlamentarischen Mitarbeitern hingefetzt haben. (Zwischenruf des Abg. Koza.) Legistisch war es also wirklich unterste Kategorie – nicht begutachtet, nicht diskutiert, gar nichts. (Beifall bei NEOS, ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich muss mich ja zusammenreißen, dass ich keinen Ordnungsruf kriege, aber wer das in der Schnelle gelesen hat, sieht, diese Regierungspartie hat vor, auch die erste Pensionserhöhung nach dem Pensionsantritt zu killen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das heißt, alle, die hier herinnen sitzen, nehmen für sich in Anspruch, wenn sie die Gelder beziehen, dass sie jährlich eine Erhöhung bekommen, jeder Arbeitnehmer in Österreich will das, nur für diejenigen, die in Pension gehen, ordnet ihr an, dass sie im ersten Jahr keine Erhöhung bekommen. Schämt euch! (Beifall bei SPÖ und FPÖ. – Ruf: Bravo!)
Abg. Belakowitsch: Und jetzt nehmt ihr es ihnen weg! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Diese Personengruppe hat auch relativ hohe Pensionen, um nicht zu sagen, die höchsten Pensionen im Bereich des ASVG, der gewerblichen und der Bauernversicherungen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das ist so. Das sind die höchsten Pensionen, und das steht ihnen zu, natürlich! Sie haben ja 45 Jahre gearbeitet, haben ihre Beiträge gezahlt, und das passt auch. Das will ihnen kein Mensch absprechen. (Abg. Belakowitsch: Und jetzt nehmt ihr es ihnen weg! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Ist das ein Grüner vielleicht?
Ich zitiere noch einmal Kollegen – na ja, Professor – Badelt; er ist Ökonom wie meine Wenigkeit. (Abg. Belakowitsch: Ist das ein Grüner vielleicht?) – Badelt ist sicher ein Grüner, keine Frage, Sie kennen sich wunderbar aus. (Heiterkeit bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Er kommt aus der Caritas, hat immer als ÖVPler gegolten, aber das ist auch wurscht. Ich weiß nicht, was er wirklich ist, und es ist mir vollkommen egal. (Abg. Belakowitsch: Das wissen Sie gar nicht!? Waren Sie bei der Gewerkschaft ... Sekretär? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Heiterkeit bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich zitiere noch einmal Kollegen – na ja, Professor – Badelt; er ist Ökonom wie meine Wenigkeit. (Abg. Belakowitsch: Ist das ein Grüner vielleicht?) – Badelt ist sicher ein Grüner, keine Frage, Sie kennen sich wunderbar aus. (Heiterkeit bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Er kommt aus der Caritas, hat immer als ÖVPler gegolten, aber das ist auch wurscht. Ich weiß nicht, was er wirklich ist, und es ist mir vollkommen egal. (Abg. Belakowitsch: Das wissen Sie gar nicht!? Waren Sie bei der Gewerkschaft ... Sekretär? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Das wissen Sie gar nicht!? Waren Sie bei der Gewerkschaft ... Sekretär? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich zitiere noch einmal Kollegen – na ja, Professor – Badelt; er ist Ökonom wie meine Wenigkeit. (Abg. Belakowitsch: Ist das ein Grüner vielleicht?) – Badelt ist sicher ein Grüner, keine Frage, Sie kennen sich wunderbar aus. (Heiterkeit bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Er kommt aus der Caritas, hat immer als ÖVPler gegolten, aber das ist auch wurscht. Ich weiß nicht, was er wirklich ist, und es ist mir vollkommen egal. (Abg. Belakowitsch: Das wissen Sie gar nicht!? Waren Sie bei der Gewerkschaft ... Sekretär? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Brandstätter.
Innerhalb eines Tages sind 100 Personen gestorben. (Abg. Brandstätter: Wieso hat Deutschland weniger Infizierte bei offenen Schulen? Das ist einfach falsch! – Zwischenrufe bei der SPÖ sowie des Abg. Loacker.) – Wir haben aber jetzt diese Zahl an Infizierten, Herr Kollege Brandstätter, ich kann nichts dagegen machen. Es sind so viele Infizierte da, und wir müssen wirklich dafür sorgen, das ist nämlich die gute Botschaft - - (Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Brandstätter.) – Meine sehr verehrten Damen und Herren, wenn Sie mir noch zuhören wollen, ich bringe Ihnen auch eine gute Botschaft. – Wir haben nämlich die Chance, dass die Zahl der Infizierten wieder abnimmt, und zwar genauso exponentiell. (Zwischenrufe bei NEOS und FPÖ.) Diese Möglichkeit besteht, sie besteht aber nur dann, wenn wir eines machen: wenn wir möglichst physische Kontaktaufnahme in jeder Hinsicht vermeiden – in jeder Hinsicht!
Abg. Belakowitsch: In den Pflegeheimen haben Sie nichts gemacht!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, es ist nicht nur die Schule. (Abg. Belakowitsch: In den Pflegeheimen haben Sie nichts gemacht!) Wir haben allgemein versucht, physische Kontaktaufnahme möglichst zu vermeiden. Damit könnten wir es erreichen, dass diese exponentielle Kurve, die nach oben gegangen ist, wieder exponentiell schnell abfällt (Abg. Kassegger: Eure Kurven glaubt ihr selber nicht! – Zwischenruf des Abg. Brandstätter), sodass wir es am 7. Dezember tatsächlich verantworten können, nicht nur die Schulen, sondern auch andere Wirtschaftszweige zu öffnen. Das ist das Ziel des Gesamten. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch stellt zwei – in Richtung ÖVP gewendete – Tafeln mit der Aufschrift „Schulen wieder aufsperren!!!“ auf das Abgeordnetenpult.
Unser Bildungssprecher, Kollege Brückl, hat ja inhaltlich schon einiges gesagt. Ich möchte und darf heute und hier ergänzen: Das allseits bekannte und geschätzte Münchner Ifo-Institut hat Ende Juni eine Studie mit dem Titel „Folgekosten ausbleibenden Lernens“ herausgebracht – und das Münchner Ifo-Institut ist mit seiner Expertise nicht nur in Deutschland, sondern europaweit anerkannt. Was ist die Grundaussage dieser Studie des Münchner Ifo-Instituts? – Ich zitiere: „Für einen nennenswerten Teil der Schüler[...] fällt das Lernen während der Schulschließungen [...] offensichtlich [...] aus.“ Ich wiederhole: „Für einen nennenswerten Teil der Schüler [...] fällt das Lernen während der Schulschließungen [...] aus.“ (Abg. Belakowitsch stellt zwei – in Richtung ÖVP gewendete – Tafeln mit der Aufschrift „Schulen wieder aufsperren!!!“ auf das Abgeordnetenpult.)
Abg. Belakowitsch: Warum hat man keine Alternativen gesucht?
Da haben wir, wie ich meine, einen wirklich guten Weg gefunden, diese schwierigen Dinge miteinander abzuwägen, das Recht auf Bildung einerseits und das Recht auf Gesundheit andererseits (Abg. Belakowitsch: Warum hat man keine Alternativen gesucht?), und dieser Weg ist, dass Schulen und Kindergärten selbstverständlich weiter für alle offen bleiben, die sie brauchen (Beifall bei Grünen und ÖVP), und zwar, um das noch einmal klar zu sagen, weil es, glaube ich, immer noch nicht alle ganz verstanden haben, nicht nur für jene, die Betreuung brauchen, für die Kinder von arbeitenden Eltern, die das auch zeitweise und tageweise wahrnehmen können, sondern auch für alle, die Lernunterstützung brauchen. (Abg. Belakowitsch: Also alle!) Da haben wir selbstverständlich natürlich an die Kinder gedacht, die zu Hause nicht die notwendige Unterstützung haben, um gut lernen zu können. (Abg. Kickl: Das ist ein heilloses Chaos!) Deswegen haben die Schulen auch gezielt den Auftrag, diese Gruppen in die Schule reinzuholen – die, die daheim nicht lernen können, bei denen es wegen der Sprachkenntnisse schwierig ist, bei denen es wegen Platzproblemen schwierig ist oder aus sonstigen Gründen.
Abg. Belakowitsch: Also alle!
Da haben wir, wie ich meine, einen wirklich guten Weg gefunden, diese schwierigen Dinge miteinander abzuwägen, das Recht auf Bildung einerseits und das Recht auf Gesundheit andererseits (Abg. Belakowitsch: Warum hat man keine Alternativen gesucht?), und dieser Weg ist, dass Schulen und Kindergärten selbstverständlich weiter für alle offen bleiben, die sie brauchen (Beifall bei Grünen und ÖVP), und zwar, um das noch einmal klar zu sagen, weil es, glaube ich, immer noch nicht alle ganz verstanden haben, nicht nur für jene, die Betreuung brauchen, für die Kinder von arbeitenden Eltern, die das auch zeitweise und tageweise wahrnehmen können, sondern auch für alle, die Lernunterstützung brauchen. (Abg. Belakowitsch: Also alle!) Da haben wir selbstverständlich natürlich an die Kinder gedacht, die zu Hause nicht die notwendige Unterstützung haben, um gut lernen zu können. (Abg. Kickl: Das ist ein heilloses Chaos!) Deswegen haben die Schulen auch gezielt den Auftrag, diese Gruppen in die Schule reinzuholen – die, die daheim nicht lernen können, bei denen es wegen der Sprachkenntnisse schwierig ist, bei denen es wegen Platzproblemen schwierig ist oder aus sonstigen Gründen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ich höre ganz viel, was jetzt in den letzten Tagen an Berichten kommt, wie sich die Schulen organisieren: An ganz vielen Schulen läuft das ganz großartig. Ganz viele Lehrer leisten da im Moment großartige Arbeit. Die machen viel dafür, damit sie die Kinder, die es brauchen, reinholen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), sie gezielt fördern und unterrichten und die Kommunikation mit allen aufrechterhalten. Diese Lehrer und Lehrerinnen sollten wir in dieser Ausnahmesituation unterstützen und fördern, statt hier irgendwie mit komischen Drohungen zu kommen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Was? Mit komischen Drohungen?)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Was? Mit komischen Drohungen?
Ich höre ganz viel, was jetzt in den letzten Tagen an Berichten kommt, wie sich die Schulen organisieren: An ganz vielen Schulen läuft das ganz großartig. Ganz viele Lehrer leisten da im Moment großartige Arbeit. Die machen viel dafür, damit sie die Kinder, die es brauchen, reinholen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), sie gezielt fördern und unterrichten und die Kommunikation mit allen aufrechterhalten. Diese Lehrer und Lehrerinnen sollten wir in dieser Ausnahmesituation unterstützen und fördern, statt hier irgendwie mit komischen Drohungen zu kommen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Was? Mit komischen Drohungen?)
Sitzung Nr. 64
Abg. Belakowitsch: Na, der passt eh! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Es geht um Männergesundheit. Es geht um Präventionsarbeit, es geht um psychische Gesundheit bei Männern (Zwischenruf des Abg. Kassegger), es geht aber auch um Dinge wie zum Beispiel Hodenkrebs, Prostatakrebs und dergleichen. Es wäre ein wichtiges Zeichen von uns allen – von uns Männern –, etwas mehr Aufmerksamkeit auf dieses wichtige Thema zu legen, vor allem auch deshalb, weil beispielsweise gerade im Bereich der psychischen Gesundheit immer noch viele Männer der Meinung sind, dass es unmännlich ist, wenn man sich einer Psychologin oder einem Psychotherapeuten anvertraut und das Gespräch sucht. (Beifall der Abg. Götze.) Umso wichtiger ist es, im November das Bewusstsein dafür zu schaffen. Eine Möglichkeit, dieses Bewusstsein zu schaffen, ist eben, in der Öffentlichkeit aufzutreten. Wie schon gesagt, ist ein Zeichen davon der Schnauzer – der dann auch demnächst wieder runterkommt, das habe ich meiner Frau versprochen, und an dieses Versprechen halte ich mich dann auch wieder gerne. (Abg. Belakowitsch: Na, der passt eh! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Das hat er nicht gesagt! Da hätten Sie zuhören müssen!
Abgeordneter Dr. Josef Smolle (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist sehr verlockend, das zu sagen, was Kollege Loacker gesagt hat: Schützen wir die Risikogruppen, dann können wir die anderen in Ruhe lassen! (Abg. Belakowitsch: Das hat er nicht gesagt! Da hätten Sie zuhören müssen!)
Abg. Belakowitsch: Viele!
Es gibt eine rezente internationale Studie (Abg. Belakowitsch: Viele!), die gezeigt hat, dass dieser Schutz der Risikogruppen leider Gottes nirgendwo gegriffen hat. Je breiter die Infektion in der Allgemeinbevölkerung ausgerollt war, umso mehr alte Menschen sind leider verstorben. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das heißt, wir müssen gemeinsam solidarisch sein und auch in den nächsten Wochen solidarisch handeln. (Beifall bei der ÖVP.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es gibt eine rezente internationale Studie (Abg. Belakowitsch: Viele!), die gezeigt hat, dass dieser Schutz der Risikogruppen leider Gottes nirgendwo gegriffen hat. Je breiter die Infektion in der Allgemeinbevölkerung ausgerollt war, umso mehr alte Menschen sind leider verstorben. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das heißt, wir müssen gemeinsam solidarisch sein und auch in den nächsten Wochen solidarisch handeln. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Lass ’s stehen! – Abg. Muchitsch holt die Tafel vom Rednerpult.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Herr Abgeordneter, nehmen Sie Ihr Taferl mit, wenn Sie so lieb sind! (Abg. Belakowitsch: Lass ’s stehen! – Abg. Muchitsch holt die Tafel vom Rednerpult.)
Abg. Wurm: ÖVP-Überläufer! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich bin keinem Menschen in diesem Land neidig, der 45 Beitragsjahre hat und in den vorzeitigen Ruhestand geht. Er soll das bitte tun. Das hat er verdient – ich betone extra er. (Abg. Wurm: ÖVP-Überläufer! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Tun wir aber bitte nicht so, als ob das die Masse wäre. Das sind 7 000 bis 8 000 Menschen im Jahr – 7 000 bis 8 000 Menschen im Jahr! Diese sollen weiter, wie vor 2020, nach 45 Jahren in Pension gehen können. (Beifall der Abg. Blimlinger.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Das wären ... Euro ...! – Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.
Wir haben aber in diesem System schon ein paar Lücken, und diese Lücken lassen zu, dass wir in manchen Bereichen Altersarmut haben, die ganz einfach unerträglich ist, dass wir Altersarmut haben, die wir nicht einfach hinnehmen und akzeptieren können, meine sehr verehrten Damen und Herren! Und ich finde, es ist unsozial, genau diese Altersarmut seit Jahren und Jahrzehnten zu akzeptieren und sich mit einer Frauendurchschnittsalterspension von 1 035 Euro abzufinden. Das ist aus meiner Sicht eine Schande! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Das wären ... Euro ...! – Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.)
Abg. Belakowitsch: Die Schulen bleiben geschlossen, ich weiß!
Zweitens: Wissen Sie, da hier ein paar Schilder in die Höhe gehalten wurden, die ich sehr begrüße, muss man schon feststellen: Ja, es ist so, 45 Jahre sind genug – das sehe ich genauso, absolut (Zwischenruf bei der SPÖ) –, und deswegen ist es auch richtig und wichtig, dass diese Langzeitversichertenregelung in Österreich bleibt. Was wir tun, ist, dass wir zurückkehren. (Abg. Belakowitsch: Die Schulen bleiben geschlossen, ich weiß!) Beppo Muchitsch, den ich wirklich mag und wertschätze, hat das ja auch sichtbar gemacht: Das Leben besteht oft auch aus politischen Kompromissen, das wissen wir auch aufgrund mancher Vieraugengespräche, die wir von Zeit zu Zeit führen. Es war eben auch ein sozialdemokratischer Sozialminister – den ich im Übrigen extrem wertgeschätzt habe und nach wie vor sehr wertschätze, er war ein großartiger Vorgänger, ein hervorragender Politiker –, der das durchgesetzt hat. Wir kehren zu dieser Kompromissregelung zurück – nicht mehr und nicht weniger. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm
Dritter Punkt: Bleiben wir bei dieser Zahl, 1 035 Euro. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Das, was ich Ihnen hier in diesem Haus garantieren kann, ist, dass ich jede Möglichkeit, die sich in diesem Haus und in dieser Legislaturperiode bietet, dafür nützen werde, um Schritte gegen Altersarmut zu setzen (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm), um die Situation von Frauen in diesem Land, was Pensionen betrifft (Zwischenrufe bei der SPÖ), schrittweise deutlich zu verbessern. Wir haben bei der aktuellen Pensionserhöhung, bei der aktuellen Anpassung und mit der Erhöhung der Ausgleichszulagen begonnen; wir realisieren jetzt den Schritt mit dem FrühstarterInnenbonus; und ich kann Ihnen ankündigen, dass es noch viele derartige Schritte zur Verbesserung der Lebenssituation von Menschen (Zwischenruf bei der SPÖ), die in diesem Land in Armutssituationen im Alter sind, wird geben müssen und es sie auch geben wird.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Kollege Loacker hat es gestern schon erwähnt (Abg. Kollross: Der ist aber kein Experte!): Badelt, Kocher, Pöltner – nicht alle Erz-ÖVPler –, alle sagen, dass die sogenannte Hacklerregelung abgeschafft werden soll. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Und warum? – Das ist doch ganz logisch: Sie ist unsinnig, sie ist kontraproduktiv und sie ist ganz einfach nicht fair. (Zwischenruf des Abg. Leichtfried.) Sie ist unfair den Frauen gegenüber, sie ist unfair denen gegenüber, die in den Jahren davor mit Abschlägen in eine Frühpension gegangen sind, und sie ist vor allem der nächsten Generation gegenüber nicht fair. Versteht das doch ganz einfach!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wenn man daran denkt, dass 1970 die Leute durchschnittlich 45 Jahre gearbeitet haben und 14 Jahre in Pension waren und dass jetzt die Leute 20 Prozent kürzer arbeiten (Zwischenruf des Abg. Kollross) und 50 Prozent länger in Pension sind, dann kann sich das ganz einfach nicht ausgehen. Das versteht jeder, das ist eine Milchmädchenrechnung, das versteht sogar meine jüngste Tochter, die noch im Kindergarten ist, aber die SPÖ versteht es einfach nicht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich kann euch nur sagen, die Abschaffung der Hacklerregelung kombiniert mit dem Frühstarterbonus, das ist eine Win-win-Situation. (Ruf bei der SPÖ: Für wen?) Ich weiß, die SPÖ versteht das nicht, die SPÖ hat ganz gern Lose-lose-Situationen, das hat man auch letztes Jahr gemerkt: Auf der einen Seite wurde dieser Abänderungsantrag eingebracht, die Hacklerregelung wieder eingeführt, und auf der anderen Seite die Wahl verloren. Vielleicht solltet ihr eure Strategie ändern, wir erklären es euch gern. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Allein die Versteuerung!
Die mittlere monatliche Alterspension von Frauen liegt bei 982 Euro. EU-Silc sagt, 2018 waren 645 000 Frauen ab 20 von Altersarmut betroffen. Wovon wir jetzt aber ausgehen können, ist eben, dass nicht alle Frauen, die in Pension sind, einen Sechziger im Monat mehr auf dem Konto haben. (Abg. Belakowitsch: Allein die Versteuerung!) Man bedenke die Schulzeit! Was ist, wenn jemand in eine BMHS – HTL, HAK, HBLW – geht? Dann kommt man de facto wahrscheinlich nicht auf diese zwölf Monate Arbeitszeit. Außerdem manifestiert dieser FrühstarterInnenbonus eines auch ganz klar: Sitzenbleiben verboten. Wenn ich einmal sitzenbleibe, dann bin ich sowieso schon 20 und habe gar keinen Anspruch mehr darauf.
Abg. Belakowitsch: Dann sperren Sie sie zu!
Neben den zahlreichen Unterstützungsmaßnahmen, die wir besonders im heurigen Jahr für Familien zur Verfügung stellen – ich will jetzt nicht mehr alle aufzählen, viele davon wurden heute genannt, sind auch schon bekannt –, zeigt sich aber auch beispielsweise bei der Gemeindemilliarde, daran, dass die Gemeinden circa 40 Prozent in Kinderbetreuungseinrichtungen investieren (Abg. Belakowitsch: Dann sperren Sie sie zu!), dass wir damit nachhaltige Investitionen für unsere Familien ermöglichen. Auch durch die Anpassung des einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes für Selbstständige – auch ein Danke für die Anregung aus den verschiedensten Oppositionsparteien –, aber auch für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die nächstes Jahr eine Jungfamilie sein werden (Abg. Hafenecker: Welche Arbeitnehmer?), stellen wir Mittel zur Verfügung und stellen sicher, dass es zu keinen finanziellen Einbußen kommt.
Abg. Belakowitsch: Warum?
Aber nichtsdestotrotz – und mir ist das sehr wohl bewusst, sowohl als dreifacher Mutter als auch aus zahlreichen Gesprächen mit vielen Familien –, jetzt ist Vereinbarkeit mehr denn ja ein Balanceakt. (Abg. Belakowitsch: Warum?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wir haben die Sonderbetreuungszeit vereinbart und sind da auch mit den Sozialpartnern zum Glück in einem Austausch, der sehr konstruktiv vonstattengeht, auch in dieser Hinsicht. Grundsätzlich ist es so, dass in der jetzigen Situation des Lockdowns die Schulen geöffnet sind, eine Betreuung sichergestellt ist und Lernunterstützung vor Ort im vertrauten Umfeld gegeben ist (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) – das ist auch der Unterschied zum Lockdown im Frühjahr. Dementsprechend ist es aber wichtig, dass für all jene Situationen, wo eine Betreuung in der vertrauten Umgebung nicht sichergestellt ist (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker) – nämlich wenn es zu einzelnen Schulschließungen oder auch zu punktuellen Kindergruppenschließungen kommt, weil vielleicht die Pädagoginnen und Pädagogen selbst an dem Virus erkrankt sind und deshalb die Kinder nach Hause in Quarantäne geschickt werden –, die Sonderbetreuungszeit mit einem Rechtsanspruch sichergestellt ist.
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker
Wir haben die Sonderbetreuungszeit vereinbart und sind da auch mit den Sozialpartnern zum Glück in einem Austausch, der sehr konstruktiv vonstattengeht, auch in dieser Hinsicht. Grundsätzlich ist es so, dass in der jetzigen Situation des Lockdowns die Schulen geöffnet sind, eine Betreuung sichergestellt ist und Lernunterstützung vor Ort im vertrauten Umfeld gegeben ist (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) – das ist auch der Unterschied zum Lockdown im Frühjahr. Dementsprechend ist es aber wichtig, dass für all jene Situationen, wo eine Betreuung in der vertrauten Umgebung nicht sichergestellt ist (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker) – nämlich wenn es zu einzelnen Schulschließungen oder auch zu punktuellen Kindergruppenschließungen kommt, weil vielleicht die Pädagoginnen und Pädagogen selbst an dem Virus erkrankt sind und deshalb die Kinder nach Hause in Quarantäne geschickt werden –, die Sonderbetreuungszeit mit einem Rechtsanspruch sichergestellt ist.
Abg. Belakowitsch: Verstehen Sie, was Sie da reden?
Die Familien unseres Landes, die berufstätigen Eltern können sich darauf verlassen (Abg. Rauch: Das ist ein Geschwafel sondergleichen!), dass die Sonderbetreuungszeit mit einem Rechtsanspruch gültig ist (Abg. Belakowitsch: Verstehen Sie, was Sie da reden?), und zugleich ist es selbstverständlich jederzeit möglich, nach Vereinbarung zwischen berufstätigen Eltern, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, und dem Arbeitgeber, dass sie diese in flexibler Art und Weise bis zu vier Wochen in Anspruch nehmen können, nämlich auch einzelne Tage, einzelne Halbtage, und zugleich bekommt aber in beiden Fällen auch der Arbeitgeber statt 50 Prozent 100 Prozent refundiert.
Abg. Belakowitsch: Drum sperren Sie sie weg!
So gut wie möglich durch diese herausfordernde Zeit zu kommen ist jetzt wichtig. Zugleich sind unsere Familien der Ort der Liebe und der Geborgenheit, und wir alle wollen das Beste für unsere Kinder (Abg. Belakowitsch: Drum sperren Sie sie weg!), immer und überall. Dementsprechend noch einmal mein herzlicher Dank fürs Durchhalten, fürs Zusammenhalten und fürs Miteinandersein. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rauch. – Abg. Belakowitsch: Wer hat Ihnen die Rede geschrieben?
Sehr geehrter Herr Kollege Eypeltauer, zu Ihrer diesbezüglichen Äußerung: Wenn man etwas nicht versteht, ist es deswegen nicht gleich absurd, so wie Sie das nennen. Man könnte sich theoretisch auch erkundigen. (Abg. Shetty: So peinlich! – Weiterer Zwischenruf bei den NEOS.) Wenn Sie das getan hätten, dann wüssten Sie, dass das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen die notwendigen Kriterien ganz klar erfüllt. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rauch. – Abg. Belakowitsch: Wer hat Ihnen die Rede geschrieben?)
Abg. Belakowitsch: Oje!
Worum geht es bei diesem Gesetz? – Es ist eine ganz wichtige Weiterentwicklung, sozusagen der Lückenschluss der österreichischen Konsumentenschutzpolitik hin zum europäischen Netzwerk des Verbraucherschutzes. (Abg. Rauch: Herr Minister, sperren Sie die Schulen auf! – Heiterkeit bei der FPÖ.) – Bitte? (Rufe bei der FPÖ: Sperren Sie die Schulen auf!) – Okay, ich weiß ja nicht, was jetzt der Hintergrund dieses Zwischenrufs ist. Da bin ich jetzt ein bisschen überfordert, dem kann ich jetzt intellektuell nicht so ganz folgen, habe ich den Eindruck (Abg. Belakowitsch: Oje!); oder aus einem sonstigen Grund, ich weiß es nicht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Applaus bei der ÖVP, wenn Sie sagen, ...!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Applaus bei der ÖVP, wenn Sie sagen, ...!
Worum geht es bei diesem Gesetz? – Es ist eine ganz wichtige Weiterentwicklung, sozusagen der Lückenschluss der österreichischen Konsumentenschutzpolitik hin zum europäischen Netzwerk des Verbraucherschutzes. (Abg. Rauch: Herr Minister, sperren Sie die Schulen auf! – Heiterkeit bei der FPÖ.) – Bitte? (Rufe bei der FPÖ: Sperren Sie die Schulen auf!) – Okay, ich weiß ja nicht, was jetzt der Hintergrund dieses Zwischenrufs ist. Da bin ich jetzt ein bisschen überfordert, dem kann ich jetzt intellektuell nicht so ganz folgen, habe ich den Eindruck (Abg. Belakowitsch: Oje!); oder aus einem sonstigen Grund, ich weiß es nicht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Applaus bei der ÖVP, wenn Sie sagen, ...!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Sie haben in Ihrer Zuständigkeit in der damaligen Bundesregierung dieses Gesetz fertig vorliegen gehabt (Abg. Rauch: Die Wettbewerbsbehörde ...!), nichts ist weitergegangen. Ich sage Ihnen: Jeder einzelne Monat ohne entsprechende Kooperation mit dem europaweiten Netzwerk ist ein verlorener Monat. So schaut es aus! Genau dieses Vorgehen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), genau dieses Gesetz wird den österreichischen Verbraucherschutz ganz massiv stärken. (Zwischenruf des Abg. Rauch.) Jeder, der sich mit dem Gesetz auch nur ein bisschen auseinandersetzt, reduziert die Debatte nicht auf das eine Stück, nämlich auf die Frage (Zwischenruf des Abg. Deimek): Bundeswettbewerbsbehörde oder Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen?, denn das reduziert die Thematik auf einen viel zu kleinen, engen Punkt. (Abg. Deimek: Sie verlängern die Debatte ...!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wir haben sieben zuständige Behörden beziehungsweise Ressorts, die Amtshilfe leisten, die eine Zuständigkeit haben. Mein Haus – da habe ich großes Vertrauen – hat die gesamte Logistik – Entschuldigung! –, die gesamte Legistik über (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und ist die zentrale Verbindungsstelle in diesem Zusammenhang, hat also den Lead. Alle sieben nominieren Ämter, die für diesen Vollzugsbereich zuständig sind (Zwischenruf des Abg. Deimek), und das Wirtschaftsministerium hat dieses Bundesamt nominiert – ja, so ist das.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich wünsche euch NEOS in Wien alles Gute bei der Umsetzung eurer Radverkehrspolitik. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich glaube, das eint uns, und ich glaube, wir können auch in diesem Hohen Haus noch viel für die Förderung der aktiven Mobilität weiterbringen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Welche Gruppe?
Der FPÖ geht es vorsätzlich darum, eine bestimmte Gruppe aus dieser Branche hinauszuwerfen, hinauszudrängen. Das ist der eigentliche Grund dieses Antrages, Herr Christian Hafenecker! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Welche Gruppe?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Welche Gruppe? – Abg. Hafenecker: Sie betreiben Lohndumping! Sie fördern das Lohndumping!
Hunderte von MietwagenfahrerInnen würden mit diesem Antrag in der Luft hängen, das muss man sich einmal vorstellen! Und dann stellt sich Herr Hafenecker hier heraus und sagt: Wir müssen uns für die kleinen Taxifahrer und für die MietwagenfahrerInnen einsetzen! Gleichzeitig bringt er einen Antrag ein, mit dem man jene Leute in die Luft stellt. Das ist nämlich das, was ihr wollt: Eine bestimmte Gruppe ausgrenzen. Da machen wir nicht mit! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Welche Gruppe? – Abg. Hafenecker: Sie betreiben Lohndumping! Sie fördern das Lohndumping!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Hafenecker: ... Ausbeuter! – Abg. Belakowitsch: ... Lohndumping und Ausbeutung!
Das ist die Aufgabe der Sozialpartner, darüber sollten wir, glaube ich, auch reden und dahin gehend auch unterstützen – und nicht eine Tarifdiskussion führen, bei der wir uns völlig im Klaren darüber sind, dass es in der Digitalisierung Flexibilität braucht, Herr Verkehrssprecher! (Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Diese Flexibilität werden wir herstellen, den heutigen Antrag der Freiheitlichen werden wir ablehnen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Hafenecker: ... Ausbeuter! – Abg. Belakowitsch: ... Lohndumping und Ausbeutung!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker.
Wir halten das auch für sehr wichtig, denn genau in diesem Gewerbebereich finden sich sehr viele Einstiegsmöglichkeiten in das Berufsleben für Menschen mit Migrationshintergrund. Da ist es besonders wichtig, dass ihnen eine Chance gegeben wird, tätig zu sein. Es ist ja auch immer wieder eine Forderung, dass diese Menschen dem Sozialstaat sozusagen nicht auf der Tasche liegen, sondern sich selber ihre Existenz sichern können. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker.) Da würde man sie jetzt, wenn man da plötzlich B1 fordert, schon massiv behindern. – Also so viel zu diesem Antrag.
Ruf: Warum? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Position dazu ist, dass wir glauben, dass das keine gute Idee ist. (Ruf: Warum? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Steger. – Abg. Belakowitsch: Denken Sie ... nach, bevor Sie reden!?
Es ist für dieses Parlament das Um und Auf, dass die Fraktionen ein gemeinsames Miteinander finden und dass es auch die Möglichkeit gibt, in Räumen miteinander zu sprechen, wo nicht jedes einzelne Wort, das gesprochen wird, und jedes einzelne Argument an die Öffentlichkeit dringt, weil nur so überhaupt möglich ist, dass man in bestimmten Punkten zueinander findet und dass wir einen Konsens in Bereichen finden, wo es nicht einfach ist. (Zwischenruf der Abg. Steger. – Abg. Belakowitsch: Denken Sie ... nach, bevor Sie reden!?) Das ist sehr oft eine klassische Verhandlungssituation und dementsprechend ist die Vertraulichkeit dort wichtig und richtig und gut. Ich glaube, wir als Parlament sollten uns diesen Raum auch als solchen bewahren. – Vielen Dank. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Wenn es aber falsch ist!)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Wenn es aber falsch ist!
Es ist für dieses Parlament das Um und Auf, dass die Fraktionen ein gemeinsames Miteinander finden und dass es auch die Möglichkeit gibt, in Räumen miteinander zu sprechen, wo nicht jedes einzelne Wort, das gesprochen wird, und jedes einzelne Argument an die Öffentlichkeit dringt, weil nur so überhaupt möglich ist, dass man in bestimmten Punkten zueinander findet und dass wir einen Konsens in Bereichen finden, wo es nicht einfach ist. (Zwischenruf der Abg. Steger. – Abg. Belakowitsch: Denken Sie ... nach, bevor Sie reden!?) Das ist sehr oft eine klassische Verhandlungssituation und dementsprechend ist die Vertraulichkeit dort wichtig und richtig und gut. Ich glaube, wir als Parlament sollten uns diesen Raum auch als solchen bewahren. – Vielen Dank. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Wenn es aber falsch ist!)
Sitzung Nr. 67
Abg. Belakowitsch: Oh je! – Zwischenruf bei der SPÖ.
Eine besondere Chuzpe will ich Ihnen hier nicht vorenthalten: Während Budget- und Finanzausschuss gelaufen sind, ist das reingekommen, ich habe mir gedacht: Na ja, das wird ja über die Bundesbeschaffungsagentur laufen!, und genau das hat sich auch herausgestellt. Welcher Minister ist für die Bundesbeschaffungsagentur zuständig? – Herr Minister Blümel. Wir haben ihn dann gefragt, was da dran ist. Wissen Sie, was die Antwort war? – Er hat gesagt: Ich weiß davon nichts, ich werde mir die Medienberichte ansehen und dann Stellung nehmen. (Abg. Belakowitsch: Oh je! – Zwischenruf bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Der ist nicht bei irgendwem entstanden, der ist bei euch entstanden! – Zwischenruf bei SPÖ und FPÖ.
wollte. Der Fehler ist hier im Hohen Haus passiert, zu diesem muss man stehen und man muss ihn korrigieren. (Abg. Belakowitsch: Der ist nicht bei irgendwem entstanden, der ist bei euch entstanden! – Zwischenruf bei SPÖ und FPÖ.) Ich halte das insbesondere für sehr wichtig.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich war bei den Ausführungen von Kollegen Krainer ganz überrascht, weil ich vermutet habe, dass er uns wieder erklärt, dass dieses Budget, das wir beschließen werden, eine ganz schlechte Datengrundlage hat. Er hat es gar nicht thematisiert, daher gehe ich davon aus, dass er jetzt nach einer längeren Debatte eingesehen hat, dass wir natürlich eine sehr vernünftige Datengrundlage für das BFG und für den mittelfristigen Finanzrahmen haben, weil – das möchte ich ausdrücklich noch einmal betonen – zu Beginn der Budgetberatungen beim Budgethearing ein Abänderungsantrag auf Basis einer ganz neuen Wifo-Prognose, die natürlich die aktuellsten Entwicklungen berücksichtigt hat, eingebracht worden ist. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Die ganze Regierung ...!
Natürlich ist auf der anderen Seite die Einnahmenseite, und – ich betone es noch einmal – wir haben dem genau zu Beginn der Budgetberatungen eine aktuelle Prognose zugrunde gelegt. Man muss aber auch so ehrlich sein: Die Einnahmenseite ist Mitte September unsicher, sie ist Mitte Oktober unsicher, sie ist Mitte November unsicher, und sie wird auch Mitte Jänner noch unsicher sein (Abg. Belakowitsch: Die ganze Regierung ...!), weil letztlich halt alles davon abhängt, wie wir die Pandemie bekämpfen können und mit dieser Situation umgehen können.
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe eigentlich geglaubt, es sei nicht nötig, mich dazu zu Wort zu melden (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger), aber da es so ist, wie es immer ist, ist es, glaube ich, schon notwendig, einige Dinge festzuhalten. (Abg. Angerer: ... Entschuldigung! Es tut mir leid!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das ist ein Formalfehler, der ausschließlich in diesem Haus von uns beiden Regierungsfraktionen und von sonst niemandem verursacht wurde. Es geht nicht um den Inhalt des Gesetzes, es geht nicht darum, dass, wie Kollege Fuchs gesagt hat, das Budget nicht beschlossen ist. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das Bundesfinanzgesetz ist beschlossen, das Bundesfinanzrahmengesetz haben wir dann über die Bundesregierung erneut einbringen lassen, weil wir uns am Nachmittag bei Folgesonderpräsidialkonferenzen
Abg. Belakowitsch: Ja, genau! Ganz sicher! – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.
Was ich nicht verstehe – und ich maße mir nicht an, dass ich in Zeiten wie diesen, in denen wir seit Monaten jeden Tag darum kämpfen, dieser Pandemie und dieser Wirtschaftskrise entgegenzuwirken - - (Abg. Belakowitsch: Ja, genau! Ganz sicher! – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) – Dass ihr das alles leugnet, wissen wir eh, jetzt schreiben sie es schon in den Zeitungen: Euer Parteiobmann muss zurückrudern, weil von euch einfach nur noch geleugnet wird. Ihr wollt einfach nicht sehen, dass Menschen sterben. Derzeit sterben jeden Tag hundert Leute in unseren Krankenhäusern, und euch ist das einfach wurscht, liebe Freundinnen und Freunde von der FPÖ! So geht es ja auch nicht! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Rauch und Schrangl.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir haben uns auf diese Vorgangsweise verständigt, das ist korrekt. Dieser Fehler ist bei uns passiert, in unseren Klubs, weil wir natürlich unter Dauerdruck stehen – nicht nur wir, sondern auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Vorgehen in der ersten Präsidialkonferenz habe ich sehr, sehr in Ordnung gefunden: dass auch die beiden anderen Präsidenten sofort gesagt haben, das könne passieren. Wir haben uns den Antrag angeschaut, und ja, mein Gott na, die Leute unterschreiben nicht alle gleich. Wir werden uns auch überlegen, da zusätzliche Sicherheitsschleifen einzuziehen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das hätte man wirklich als fünf Unterschriften werten können, und das wurde von den restlichen Mitgliedern der Präsidialkonferenz eigentlich so akzeptiert. Dann haben wir uns am Abend auf diesen Fahrplan geeinigt, und genau so gehen wir jetzt vor.
Zwischenruf des Abg. Wurm. – Abg. Belakowitsch: ... 210 Millionen ...!
Umweltförderungen, Heizkesseltausch – das bringt mich zum Thema Werbung und PR. Gestern hat mir jemand aus dem Ministerium gesagt: Wenn man Heizkessel tauschen will, reicht es nicht, dass wir das Geld zur Verfügung stellen, aber nicht davon erzählen und diese Information nicht zu den Menschen bringen, weil sie sonst nicht davon wissen. (Zwischenruf des Abg. Wurm. – Abg. Belakowitsch: ... 210 Millionen ...!) – Daher geht es darum, transparent darzustellen, wie viel Geld dafür investiert wird. (Abg. Wurm: Peinlich! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Brandstätter: ... nach dem Heizkessel, was macht ihr außer dem Heizkessel? Wofür braucht ihr ...? – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Wurm: Peinlich! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Brandstätter: ... nach dem Heizkessel, was macht ihr außer dem Heizkessel? Wofür braucht ihr ...? – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Umweltförderungen, Heizkesseltausch – das bringt mich zum Thema Werbung und PR. Gestern hat mir jemand aus dem Ministerium gesagt: Wenn man Heizkessel tauschen will, reicht es nicht, dass wir das Geld zur Verfügung stellen, aber nicht davon erzählen und diese Information nicht zu den Menschen bringen, weil sie sonst nicht davon wissen. (Zwischenruf des Abg. Wurm. – Abg. Belakowitsch: ... 210 Millionen ...!) – Daher geht es darum, transparent darzustellen, wie viel Geld dafür investiert wird. (Abg. Wurm: Peinlich! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Brandstätter: ... nach dem Heizkessel, was macht ihr außer dem Heizkessel? Wofür braucht ihr ...? – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Belakowitsch: Brauchen wir nicht, sie sind eh zugesperrt!
Zu Innovationen und Technologie: Ich habe hier schon mehrmals gesagt, dass ich davon überzeugt bin, dass uns Innovationen helfen können, die Klimakrise zu bewältigen. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Das heißt, da werden wir investieren, dafür ist Budget vorgesehen. Um noch etwas zu nennen: Weitere Punkte sind der Breitbandausbau, der Justizbereich und natürlich die Bildung (Abg. Brandstätter: Schulschließungen!) – neue Schulen, Investitionen in die Schulen von morgen (Abg. Belakowitsch: Brauchen wir nicht, sie sind eh zugesperrt!), Endgeräte, und letzte Woche haben wir vom Ethikunterricht gesprochen, der kommt. (Abg. Rauch: Sperren Sie die Schulen auf, das ist besser!)
Abg. Steinacker: Kollegin Belakowitsch hat nicht recht!
Schauen wir uns die Beschaffungsprozesse an: Um Millionen Euro werden Masken angeschafft, die im Übrigen teilweise undicht sind. Wir haben heute schon von Kollegin Belakowitsch gehört: Um Millionen Euro werden Tests angeschafft, freihändig vergeben, die noch dazu sehr, sehr unangenehm für die Menschen sind. (Abg. Steinacker: Kollegin Belakowitsch hat nicht recht!) Sie können sich schon darauf einstellen, es wird Ihnen ordentlich in die Nase gebohrt. Da gäbe es viel, viel bessere und auch viel günstigere Möglichkeiten. Das wird alles freihändig vergeben.
Sitzung Nr. 69
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
So soll es dann sein, denn die sind ja echt kreativ. In den Rankings der besten Argumente, wenn es um Innovation geht, gefällt das den Jungen am besten – vielleicht haben Sie es schon gehört, dann verzeihen Sie, dass ich das hier sage –, sie sagen: Ja, das sind die Chancen. Wir können nicht jeden Kohlenstoff, der irgendwo im Öl verschlammt ist oder in der Kohle steckt, rausbuddeln. Die Steinzeit ist auch nicht deshalb zu Ende gegangen, weil den Menschen die Steine ausgegangen wären. – Das ist ein Ansatz, mit dieser Kreativität muss man reingehen, und so sind die drauf. (Heiterkeit und Beifall bei Grünen und ÖVP.) Deshalb verdienen sie sich auch entsprechende Anwaltschaften. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Steigende Arbeitslosenzahlen! Steigende Insolvenzen!
Bildungsbonus, da geht es genau darum: 180 Euro im Monat bei Aus-, Um- und Weiterbildung; Lehrlingsbonus 3 000 plus 1 000 Euro, wenn es ein kleiner Betrieb ist – das haben viele in Anspruch genommen. – Vielleicht sollten wir Ihnen die Zahlen wirklich öfters schicken, ja, vielleicht ist das ein Defizit, und ich meine das ohne Ironie. (Zwischenruf des Abg. Scherak.) Aber das gibt es: Lehrlingsbonus, Bildungsbonus (Abg. Belakowitsch: Steigende Arbeitslosenzahlen! Steigende Insolvenzen!), weiters: Kinderbonus von 360 Euro, 360 Euro pro Kind. – Das ist nicht nichts! (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Sind Sie noch Schülerin?
Abgeordnete Claudia Plakolm (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Guten Morgen, geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die letzten Monate, fast das gesamte Jahr 2020 waren eine riesengroße Herausforderung für alle Generationen, aber ganz besonders auch für uns Junge. (Abg. Belakowitsch: Sind Sie noch Schülerin?)
Abg. Belakowitsch: Und wer hat es ...?
Jugendliche zählen sicherlich zu den großen Verlierern dieser Coronakrise, unabhängig davon, in welchem Land sie leben. (Ruf: Die großen Verlierer der Regierung!) Fortgehen und Freunde treffen, Klassenfahrten, Maturabälle, Auslandssemester, Sponsionen, Hochzeiten, vieles davon musste heuer abgesagt werden (Abg. Amesbauer: Weil ihr es verboten habt!) und vieles kann leider auch nicht nachgeholt werden, das gilt für eine ganze Generation. (Abg. Belakowitsch: Und wer hat es ...?)
Abg. Belakowitsch: Weil?
Beim Stichwort Risikogruppen denken wir vor allem an ältere und meist vorerkrankte Menschen, an wen wir aber beim Wort Risikogruppen selten denken, sind Kinder und Jugendliche. (Abg. Belakowitsch: Weil?) Jugendliche haben zwar kaum Angst um ihre körperliche Gesundheit, wohl aber um ihre psychische Gesundheit. Das zeigt sich auch im Demokratiemonitor, einer Jugendumfrage der Parlamentsdirektion, die diese Woche veröffentlicht wurde, und diese Sorgen gilt es ernst zu nehmen.
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich verwahre mich aber dagegen, liebe Kollegen der NEOS, eine ganze Generation als lost abzustempeln. – Liebe Kinder und Jugendliche, ihr seid absolut nicht lost! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Im Gegensatz zur Regierung, die hat das nämlich nicht zusammengebracht!
Es sind gerade die jungen Leute, die für Zusammenhalt in unserer Gesellschaft sorgen, die tolle Initiativen ins Leben gerufen haben und mithelfen, Risikogruppen zu schützen und vor allem zu unterstützen. (Abg. Belakowitsch: Im Gegensatz zur Regierung, die hat das nämlich nicht zusammengebracht!) Es sind gerade junge Leute, die heute im Einsatz sind und unser Land am Laufen halten – im Zivildienst, beim Bundesheer, als Freiwillige bei den Blaulichtorganisationen –, und es sind gerade junge Leute, die bravourös die größte Krise der Zweiten Republik meistern. Und deshalb hat unsere Gesellschaft, unsere Jugend auch eine Perspektive, eine Zukunft. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Mir haben in den letzten Wochen ganz, ganz viele Jugendliche geschrieben. Die haben es so satt, irgendwo zu lesen, dass sie lost wären. Ja, sie stehen und standen in den letzten Monaten vor anderen Herausforderungen als in den Jahren zuvor, aber sehen wir bitte auch die positiven Seiten. Viele Jugendliche, Schüler und Maturanten schreiben mir, dass sie in diesen Monaten so viel mehr gelernt haben – und alles Dinge, die in keinem Lehrplan stehen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Da meine ich jetzt nicht, dass man im Lockdown das Backen von Bananenbrot lernt, sondern strukturiertes und selbstständiges Arbeiten an Projekten, an Aufgaben, den Umgang mit digitalen Arbeitstools, Eigenverantwortung und vieles, vieles mehr. (Abg. Belakowitsch: Ja, super!)
Abg. Belakowitsch: Ja, super!
Mir haben in den letzten Wochen ganz, ganz viele Jugendliche geschrieben. Die haben es so satt, irgendwo zu lesen, dass sie lost wären. Ja, sie stehen und standen in den letzten Monaten vor anderen Herausforderungen als in den Jahren zuvor, aber sehen wir bitte auch die positiven Seiten. Viele Jugendliche, Schüler und Maturanten schreiben mir, dass sie in diesen Monaten so viel mehr gelernt haben – und alles Dinge, die in keinem Lehrplan stehen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Da meine ich jetzt nicht, dass man im Lockdown das Backen von Bananenbrot lernt, sondern strukturiertes und selbstständiges Arbeiten an Projekten, an Aufgaben, den Umgang mit digitalen Arbeitstools, Eigenverantwortung und vieles, vieles mehr. (Abg. Belakowitsch: Ja, super!)
Abg. Belakowitsch: Was reden Sie da bitte für einen Blödsinn?!
Eltern schreiben mir, dass sie mit Volksschülern ganz, ganz viel im Bereich Eigenverantwortung gemacht haben, Haushalt und dergleichen. Das kommt im Klassenzimmer ohnehin oft zu kurz, und dafür war jetzt Platz. (Abg. Belakowitsch: Was reden Sie da bitte für einen Blödsinn?!)
Abg. Belakowitsch: Welcher Stammtisch?
Darum sehe ich insbesondere auch für Jugendliche in diesen schwierigen Monaten Chancen: im Bereich der Digitalisierung, im Job, auf der Universität, in den Schulen, am Stammtisch mit Freunden (Abg. Belakowitsch: Welcher Stammtisch?), der halt jetzt ins Internet verlagert wurde. Die Maßnahmen der Regierung sind absolut richtig, um die Digitalisierung voranzutreiben, in den Breitbandausbau weiterhin zu investieren und diesen zu finanzieren. (Abg. Belakowitsch: Also darum machen wir einen Lockdown und schließen die Schulen! Meinen Sie das alles ernst?) Ich bin auch der Meinung, dass Distancelearning und digitale Lernplattformen etwas sind, was uns auch nach der Pandemie begleiten soll.
Abg. Belakowitsch: Also darum machen wir einen Lockdown und schließen die Schulen! Meinen Sie das alles ernst?
Darum sehe ich insbesondere auch für Jugendliche in diesen schwierigen Monaten Chancen: im Bereich der Digitalisierung, im Job, auf der Universität, in den Schulen, am Stammtisch mit Freunden (Abg. Belakowitsch: Welcher Stammtisch?), der halt jetzt ins Internet verlagert wurde. Die Maßnahmen der Regierung sind absolut richtig, um die Digitalisierung voranzutreiben, in den Breitbandausbau weiterhin zu investieren und diesen zu finanzieren. (Abg. Belakowitsch: Also darum machen wir einen Lockdown und schließen die Schulen! Meinen Sie das alles ernst?) Ich bin auch der Meinung, dass Distancelearning und digitale Lernplattformen etwas sind, was uns auch nach der Pandemie begleiten soll.
Abg. Belakowitsch: Wunderschön!
Der Student, der von zu Hause aus Vorlesungen besuchen kann (Abg. Belakowitsch: Wunderschön!), der es leichter unter einen Hut bringt, zu studieren und eine Familie, einen Job nebenbei zu haben; die Schülerin, die ergänzend zum Unterricht zu Hause Inhalte selbstständig wiederholen kann (Abg. Belakowitsch: Großartig!) – und die Bundesregierung hat mit dem Plan zur digitalen Schule, mit einer eigenen digitalen Schulbuchaktion genau da auch den richtigen Schwerpunkt gesetzt. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Unfassbar! Denken Sie bitte nach, bevor Sie sprechen!)
Abg. Belakowitsch: Großartig!
Der Student, der von zu Hause aus Vorlesungen besuchen kann (Abg. Belakowitsch: Wunderschön!), der es leichter unter einen Hut bringt, zu studieren und eine Familie, einen Job nebenbei zu haben; die Schülerin, die ergänzend zum Unterricht zu Hause Inhalte selbstständig wiederholen kann (Abg. Belakowitsch: Großartig!) – und die Bundesregierung hat mit dem Plan zur digitalen Schule, mit einer eigenen digitalen Schulbuchaktion genau da auch den richtigen Schwerpunkt gesetzt. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Unfassbar! Denken Sie bitte nach, bevor Sie sprechen!)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Unfassbar! Denken Sie bitte nach, bevor Sie sprechen!
Der Student, der von zu Hause aus Vorlesungen besuchen kann (Abg. Belakowitsch: Wunderschön!), der es leichter unter einen Hut bringt, zu studieren und eine Familie, einen Job nebenbei zu haben; die Schülerin, die ergänzend zum Unterricht zu Hause Inhalte selbstständig wiederholen kann (Abg. Belakowitsch: Großartig!) – und die Bundesregierung hat mit dem Plan zur digitalen Schule, mit einer eigenen digitalen Schulbuchaktion genau da auch den richtigen Schwerpunkt gesetzt. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Unfassbar! Denken Sie bitte nach, bevor Sie sprechen!)
Abg. Belakowitsch: Das ist eine gefährliche Drohung ...!
Denken wir an die moderne Arbeitswelt, auch darin liegen Chancen für die nächsten Generationen: Homeoffice, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Coworking Spaces und dergleichen. Im März war es in vielen Bereichen noch undenkbar, von zu Hause aus zu arbeiten, mittlerweile ist Homeoffice kein Fremdwort mehr, sondern Alltag für viele Menschen. Arbeitnehmer müssen nicht mehr tagtäglich in den Zentralraum pendeln (Abg. Belakowitsch: Das ist eine gefährliche Drohung ...!), im Stau stehen, können sich flexibler ihre Zeit einteilen, und das kommt auch den Familien zugute.
Zwischenrufe bei den NEOS sowie der Abg. Belakowitsch.
Etwas schmunzeln musste ich, als ich gelesen habe, dass die Aktuelle Stunde zur Jugend- und Zukunftspolitik gerade von den NEOS kommt. Offenbar war das ein Versuch, hier wieder zurückzurudern, da in Wien im Punschkrapferlregierungsprogramm absolut nichts enkelfittes drinnen ist. (Zwischenrufe bei den NEOS sowie der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es ist – Kollege Brückl hat es vorhin richtig gesagt – eigentlich einer ganzen Schülergeneration ein Schuljahr ausgefallen, denn der Betrieb war im Sommersemester 2020 de facto schon geschlossen. Auch, wenn es Kollegin Neßler zum wiederholten Mal schönredet: Die Tatsache, dass jemand in die Schule kommen darf und dort betreut wird, ist nicht gleichbedeutend mit Unterricht und Lernen. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ja, meine auch!
Ja, diese ganze Zeit ist eine Zumutung, für ganz Österreich (Abg. Amesbauer: Wir lassen uns von Ihnen überhaupt nichts sagen!), für alle Menschen in diesem Land, für mich, für meine Familie, die leider auch selbst und direkt betroffen ist (Abg. Belakowitsch: Ja, meine auch!) – so wie viele, viele andere Familien in Österreich. Es ist eine Zumutung für unsere Freiheit (Abg. Belakowitsch: Das ist die Regierung! Die Regierung ist die Zumutung!), für unsere Freundschaften, für unser Familienleben; dieses Virus, das Virus, es raubt Menschenleben, es raubt Arbeitsplätze (Abg. Amesbauer: Die Regierung ist schuld! Die Regierung ist schuld!) und es raubt Chancen, gerade von jungen Menschen. (Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Belakowitsch: Das ist die Regierung! Die Regierung ist die Zumutung!
Ja, diese ganze Zeit ist eine Zumutung, für ganz Österreich (Abg. Amesbauer: Wir lassen uns von Ihnen überhaupt nichts sagen!), für alle Menschen in diesem Land, für mich, für meine Familie, die leider auch selbst und direkt betroffen ist (Abg. Belakowitsch: Ja, meine auch!) – so wie viele, viele andere Familien in Österreich. Es ist eine Zumutung für unsere Freiheit (Abg. Belakowitsch: Das ist die Regierung! Die Regierung ist die Zumutung!), für unsere Freundschaften, für unser Familienleben; dieses Virus, das Virus, es raubt Menschenleben, es raubt Arbeitsplätze (Abg. Amesbauer: Die Regierung ist schuld! Die Regierung ist schuld!) und es raubt Chancen, gerade von jungen Menschen. (Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Das ist ja unglaublich!
Nein, es ist keine böse Verschwörung, dieses Virus. Wir können darüber reden, warum dieses Virus entstanden ist. Wir können über den Umgang mit der Natur reden, über Zoonosen, falls Sie sich vielleicht darüber schon Gedanken gemacht haben, aber diese Pandemie ist keine böse Verschwörung irgendeiner Bundesregierung irgendwo auf der Welt. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Das ist ja unglaublich!)
Abg. Belakowitsch: Überall haben die Schulen offen, nur bei uns nicht!
Und ja, wir kämpfen dagegen. (Abg. Amesbauer: Sie reden ...!) Haben wir alles perfekt gemacht? – Nein, wie keine Regierung auf dieser Welt, weil es so eine Pandemie in unserer Zeit noch nie gab. (Abg. Belakowitsch: Überall haben die Schulen offen, nur bei uns nicht!) Wir haben sicher nicht alles perfekt gemacht, aber wir kämpfen jeden Tag und unermüdlich.
Abg. Belakowitsch: Na wunderbar!
Aber diese Krise, diese Pandemie, sie wird vorübergehen. Wir werden Opfer betrauern, Menschen, die an dem Virus gestorben sind, Menschen, die sich selbst das Leben genommen haben, weil sie verzweifelt waren (Abg. Belakowitsch: Na wunderbar!) – ja, so etwas gibt es auch. (Abg. Belakowitsch: Es ist Aufgabe der Regierung, zu ..., nicht zu fördern!) Wir werden Schäden reparieren. Wir werden die Versäumnisse in der Bildung, so gut, wie es geht, wieder aufholen. Wir werden die Krise mit Zusammenhalt und allen notwendigen Maßnahmen und hoffentlich auch bald mit einem Impfstoff überwinden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Es ist Aufgabe der Regierung, zu ..., nicht zu fördern!
Aber diese Krise, diese Pandemie, sie wird vorübergehen. Wir werden Opfer betrauern, Menschen, die an dem Virus gestorben sind, Menschen, die sich selbst das Leben genommen haben, weil sie verzweifelt waren (Abg. Belakowitsch: Na wunderbar!) – ja, so etwas gibt es auch. (Abg. Belakowitsch: Es ist Aufgabe der Regierung, zu ..., nicht zu fördern!) Wir werden Schäden reparieren. Wir werden die Versäumnisse in der Bildung, so gut, wie es geht, wieder aufholen. Wir werden die Krise mit Zusammenhalt und allen notwendigen Maßnahmen und hoffentlich auch bald mit einem Impfstoff überwinden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Aber diese Krise, diese Pandemie, sie wird vorübergehen. Wir werden Opfer betrauern, Menschen, die an dem Virus gestorben sind, Menschen, die sich selbst das Leben genommen haben, weil sie verzweifelt waren (Abg. Belakowitsch: Na wunderbar!) – ja, so etwas gibt es auch. (Abg. Belakowitsch: Es ist Aufgabe der Regierung, zu ..., nicht zu fördern!) Wir werden Schäden reparieren. Wir werden die Versäumnisse in der Bildung, so gut, wie es geht, wieder aufholen. Wir werden die Krise mit Zusammenhalt und allen notwendigen Maßnahmen und hoffentlich auch bald mit einem Impfstoff überwinden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Schweinegrippe, ja genau! – Heiterkeit und weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Meine ältere Tochter wird sich irgendwann einmal dunkel an dieses verfluchte Jahr 2020 erinnern, mit Homeschooling, mit Lockdown und mit allem, was die Kinder dieses Jahr alles durchmachen mussten. Für meine Enkelkinder wird dieses Jahr hoffentlich einfach eine historische Zäsur sein, so wie für uns heute die Schweinegrippe, ah, die Spanische Grippe. (Abg. Belakowitsch: Schweinegrippe, ja genau! – Heiterkeit und weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Genauso wie die Schweinegrippe!
Unsere Verantwortung ist es, diese Krise so schnell wie möglich zu einem Kapitel in den Geschichtsbüchern zu machen (Abg. Belakowitsch: Genauso wie die Schweinegrippe!), und unsere Verantwortung ist es auch, dass es später einmal überhaupt noch
Abg. Belakowitsch: Weil Sie so gescheit sind!
Ich hatte im letzten Wirtschaftsausschuss eine kleine Diskussion und einen Streit mit Kollegen Matznetter von der SPÖ. (Abg. Belakowitsch: Weil Sie so gescheit sind!) Er wollte einfach nicht verstehen, warum wir kein Fördergeld für den Kauf neuer Dieselautos ausgeben. Herr Kollege, damit husten Sie dieser Generation, die von der Klimakrise betroffen ist, ohne Maske direkt ins Gesicht.
Abg. Belakowitsch: Wir werden, wir haben, wir wollen!
Wir werden - - Wir haben das Budget für die thermische Sanierung (Abg. Belakowitsch: Wir werden, wir haben, wir wollen!) versiebenfacht. Wir werden ab nächstem Jahr jedes Jahr 1 Milliarde Euro für den Ökostromausbau aufstellen, zusätzlich zum Budget, das gibt 100 000 Arbeitsplätze. 100 000 Arbeitsplätze! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Ja genau! ... keine Arbeitslosen! ...!) – Ja, ja.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Ja genau! ... keine Arbeitslosen! ...!
Wir werden - - Wir haben das Budget für die thermische Sanierung (Abg. Belakowitsch: Wir werden, wir haben, wir wollen!) versiebenfacht. Wir werden ab nächstem Jahr jedes Jahr 1 Milliarde Euro für den Ökostromausbau aufstellen, zusätzlich zum Budget, das gibt 100 000 Arbeitsplätze. 100 000 Arbeitsplätze! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Ja genau! ... keine Arbeitslosen! ...!) – Ja, ja.
Abg. Belakowitsch: Ihr werdet gar nichts mehr ...!
Wir stecken mehr Geld als jemals zuvor in die Rettung dieses Planeten, in den Klimaschutz und wir starten heute mit einer Ökosteuerreform, die wir nächstes Jahr mit einer Bepreisung des Klimakillers CO2 vollenden werden. (Abg. Belakowitsch: Ihr werdet gar nichts mehr ...!)
Abg. Belakowitsch: Wo? Wo ist eine Aussendung?
Ihr habt große Panik, dass Neuwahlen kommen werden und macht sogar Aussendungen dazu. (Abg. Belakowitsch: Wo? Wo ist eine Aussendung?) – Ich sage euch eines: Ihr könnt euch ruhig entspannen, es wird keine Neuwahlen geben! Wir sind für die Österreicherinnen und Österreicher da, wir setzen uns ein, wir schauen, dass Maßnahmen gesetzt und eingehalten, dass Menschenleben gerettet werden – es wäre total super, wenn ihr auch einmal einsteigen würdet! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Hafenecker: Keiner hat die Absicht, Neuwahlen auszurufen! – Zwischenruf bei der FPÖ.)
Sitzung Nr. 71
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Lassen Sie mich noch einige Worte zu den bereits laufenden Tests sagen! Wir können stolz auf unser Bundesheer sein, denn Tausende Soldaten und Soldatinnen haben es geschafft, in kürzester Zeit die logistische Abwicklung der Teststraßen auf die Beine zu stellen. Jene, die bereits getestet worden sind, sprechen Lob aus. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Wieder nur vier!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich würde bitten, dass man bei den Unterschriften den Namen dazuschreibt, es ist kaum zu entziffern, ob das wirklich fünf sind oder zusätzliche Kürzel. (Abg. Belakowitsch: Wieder nur vier!) Ich möchte nicht noch einmal
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Ralph Schallmeiner (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren zu Hause vor den Bildschirmen! Liebe Frau Ministerin! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Liebe Kollegin Belakowitsch, ich rede schon! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Na ja, das war schon davor klar, aber ab und zu - - (Abg. Wurm: Jetzt sind wir gespannt, was Sie erzählen!) – Ist egal, kommen wir wieder zurück zu den Fakten.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Ralph Schallmeiner (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren zu Hause vor den Bildschirmen! Liebe Frau Ministerin! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Liebe Kollegin Belakowitsch, ich rede schon! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Na ja, das war schon davor klar, aber ab und zu - - (Abg. Wurm: Jetzt sind wir gespannt, was Sie erzählen!) – Ist egal, kommen wir wieder zurück zu den Fakten.
Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Ja, es stimmt: Es gab gestern einen Entwurf eines Abänderungsantrages, den wir auch allen Parteien zugesandt haben, da war in den Erläuterungen ein entsprechender Passus drinnen. Das war nicht beabsichtigt, das können Sie mir jetzt glauben oder Sie können es mir nicht glauben. Ich habe mich gestern auch persönlich beim Kollegen Leichtfried bedankt, der diesen Lapsus entdeckt hat. Wir haben das umgehend berichtigt und bereinigt – ist so. (Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) – Na ja, Entschuldigung, da kann Kollege Wurm lachen, so viel er will, die Dinge sind so. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Wurm hält sich die Hand vor die Augen.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Er sieht vor, dass die Wohnräumlichkeiten natürlich geschützt sind, so wie wir das ja schon seit Wochen, seit Monaten auch immer und immer und immer wieder gesagt haben. (Abg. Wurm: Wir vertrauen euch!) Und wenn Sie ab und zu auch den Ministern, beispielsweise Rudi Anschober, aber natürlich auch Ministerin Zadić zuhören würden, dann wüssten Sie, dass für uns eigentlich immer klar war (Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ), dass diese Räumlichkeiten eben nicht betreten werden dürfen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
für morgen und übermorgen eine Verköstigung bestellt, damit die Leute, die bei uns die Tests durchführen, und wir als Gemeindebedienstete – meine Mitarbeiter – dort versorgt werden. Wir dürfen das aber laut Ihrem Gesetz im Gemeindeamt nicht verzehren, weil wir im 50-Meter-Umkreis sind. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) Das ist also eine völlig absurde Regelung, wie man an diesen drei Beispielen schön zeigen kann. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Brückl.
Das Wichtigste aber, das wir zur Stärkung unseres Gesundheitssystems tun können und tun müssen, ist, dass wir die Pandemie beherrschen, und zwar vor den Toren unseres Gesundheitssystems. Dazu bedarf es der gemeinsamen Kraftanstrengung und der Solidarität. Wenn ich die letzten Monate Revue passieren lasse, in denen insbesondere vonseiten der FPÖ der Großteil der gesundheitsbehördlichen Maßnahmen abgelehnt oder, wie die Masken, ins Lächerliche gezogen worden ist (Zwischenrufe bei der FPÖ), wo man jeden Versuch einer seriösen Information über das vorhandene Risiko und die Gefahr einer zweiten Welle als Panikmache abgetan hat (Zwischenruf des Abg. Martin Graf), so muss ich wirklich den Appell aussprechen, dass wir hier jetzt an einem Strang ziehen müssen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Brückl.) Vor Kurzem ist noch davon gesprochen worden, die zweite Welle würde herbeigetestet werden. Mittlerweile ist Covid-19 in Europa nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen zur zweithäufigsten Todesursache geworden.
Abg. Belakowitsch: ... PR-Budget ...!
Wir müssen aber die kommenden Impfungen auch kommunikativ gut vorbereiten. (Abg. Belakowitsch: ... PR-Budget ...!) Wir müssen die Menschen sorgfältig, klar und transparent informieren, ihnen die Unsicherheit nehmen (Zwischenruf des Abg. Martin Graf) und auf ihre berechtigten Sorgen und Ängste eingehen. Wir dürfen auch nicht zulassen, dass die sozialen Medien den Impfgegnern mit ihren teilweise absurden Argumenten überlassen werden. Ich sehe mich persönlich als Impfmotivator. Ich werde mich so bald als möglich selbst impfen lassen, aber – zum hundertsten Mal –: Es wird keine Impfpflicht geben, auch wenn das manche nicht glauben. Wir möchten überzeugen. (Abg. Belakowitsch: Der Landeshauptmann Stelzer ...!) Die kommenden Impfstoffe müssen sicher und wirksam sein, und nur dann werden sie zugelassen. Wir können uns da aber auf die Europäische Arzneimittelbehörde verlassen.
Abg. Belakowitsch: Der Landeshauptmann Stelzer ...!
Wir müssen aber die kommenden Impfungen auch kommunikativ gut vorbereiten. (Abg. Belakowitsch: ... PR-Budget ...!) Wir müssen die Menschen sorgfältig, klar und transparent informieren, ihnen die Unsicherheit nehmen (Zwischenruf des Abg. Martin Graf) und auf ihre berechtigten Sorgen und Ängste eingehen. Wir dürfen auch nicht zulassen, dass die sozialen Medien den Impfgegnern mit ihren teilweise absurden Argumenten überlassen werden. Ich sehe mich persönlich als Impfmotivator. Ich werde mich so bald als möglich selbst impfen lassen, aber – zum hundertsten Mal –: Es wird keine Impfpflicht geben, auch wenn das manche nicht glauben. Wir möchten überzeugen. (Abg. Belakowitsch: Der Landeshauptmann Stelzer ...!) Die kommenden Impfstoffe müssen sicher und wirksam sein, und nur dann werden sie zugelassen. Wir können uns da aber auf die Europäische Arzneimittelbehörde verlassen.
Abg. Belakowitsch: Ja, weil die Leute keine Behandlung mehr kriegen!
Wisst ihr, warum wir noch zuwarten? – Weil sich Gott sei Dank die finanzielle Situation bei der ÖGK viel besser entwickelt, als es vor wenigen Wochen noch zu erwarten war. Und ich sage euch auch, warum (Zwischenruf bei der SPÖ): weil die Kurzarbeit dort die Mittel sichert und weil es durch die Lockdowns natürlich zu Verschiebungen von Behandlungen und von Operationen kommt. (Abg. Belakowitsch: Ja, weil die Leute keine Behandlung mehr kriegen!) Das heißt, wir haben die Einnahmen gut gesichert und in vielen Bereichen weniger Ausgaben. Deshalb entwickeln sich die Zahlen besser. (Die Abgeordneten Hafenecker und Belakowitsch: Daran sterben Leute!) – Kannst du einmal auch zuhören? Wir hören ja auch dir zu. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf bei der SPÖ.)
Die Abgeordneten Hafenecker und Belakowitsch: Daran sterben Leute!
Wisst ihr, warum wir noch zuwarten? – Weil sich Gott sei Dank die finanzielle Situation bei der ÖGK viel besser entwickelt, als es vor wenigen Wochen noch zu erwarten war. Und ich sage euch auch, warum (Zwischenruf bei der SPÖ): weil die Kurzarbeit dort die Mittel sichert und weil es durch die Lockdowns natürlich zu Verschiebungen von Behandlungen und von Operationen kommt. (Abg. Belakowitsch: Ja, weil die Leute keine Behandlung mehr kriegen!) Das heißt, wir haben die Einnahmen gut gesichert und in vielen Bereichen weniger Ausgaben. Deshalb entwickeln sich die Zahlen besser. (Die Abgeordneten Hafenecker und Belakowitsch: Daran sterben Leute!) – Kannst du einmal auch zuhören? Wir hören ja auch dir zu. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das alles ist in diesem Land jedenfalls gesichert. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir sind stolz auf unser Gesundheitssystem. – Nimm auch du das zur Kenntnis! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Jetzt kommt wieder: Dank dem Bundeskanzler, dank dem ...!
Abgeordneter Laurenz Pöttinger (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Frau Ministerin! Werter Herr Vizekanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte mit einem Dank beginnen (Abg. Belakowitsch: Jetzt kommt wieder: Dank dem Bundeskanzler, dank dem ...!), einem Dank an die ÖGK, und zwar für die professionelle und gute Zusammenarbeit im Rahmen des Stundungspaketes. Es ist wichtig für unsere Wirtschaft, es ist wichtig für unsere Arbeitsplätze, und es ist auch besonders schön, dass man da einen Gleichklang mit dem Finanzministerium gefunden hat und dass weitere Erleichterungen möglich sind, um den Betrieben das Überleben zu ermöglichen.
Abg. Belakowitsch: Weil die Operationen nicht stattgefunden haben!
Die Opposition verunsichert immer. Da möchte ich schon sagen: Meine Kontakte zur ÖGK sind sehr, sehr gut und ich weiß, dass das Gesundheitssystem absolut gesichert ist. Ich verlasse mich auch darauf, dass die Regierung und wir als Abgeordnete das sicherstellen. Die Zahlen sind absolut nicht so, dass es erschreckend ist, und wir stehen besser da, als das von der Opposition immer dargestellt wird. (Abg. Belakowitsch: Weil die Operationen nicht stattgefunden haben!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Das war eines der Herzensanliegen der Grünen in den Regierungsverhandlungen. Es ist einer der großen Brocken im Regierungsprogramm. (Abg. Wurm: Seit wann habt ihr ein Herz?) Wir freuen uns jetzt auch über einen Antrag der NEOS, der im Ausschuss gelandet ist (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und genau das aufgreift, genau in die Richtung geht, in die wir auch wollten. Wir haben es Gott sei Dank geschafft, einen gemeinsamen Antrag zustande zu bringen, da wir ja alle dasselbe wollen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend Mag. (FH) Christine Aschbacher: Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Abgeordnete! Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! Unsere Familien sind besonders gefordert, waren es heuer schon, sind es heuer weiter und werden es auch noch in den nächsten Wochen und Monaten sein. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Unsere Familien sind ein Ort der Liebe und der Geborgenheit sowie die Basis unserer Gesellschaft. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Insofern möchte ich wie immer am Beginn meiner Rede auch Danke sagen, weil ich mich gar nicht oft genug bei den Familien bedanken kann, nämlich bei den Eltern, bei unseren Jugendlichen, bei unseren Kindern, aber auch bei unseren Großeltern beziehungsweise den Großeltern unserer Kinder. (Anhaltende Zwischenrufe der Abg. Belakowitsch.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend Mag. (FH) Christine Aschbacher: Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Abgeordnete! Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! Unsere Familien sind besonders gefordert, waren es heuer schon, sind es heuer weiter und werden es auch noch in den nächsten Wochen und Monaten sein. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Unsere Familien sind ein Ort der Liebe und der Geborgenheit sowie die Basis unserer Gesellschaft. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Insofern möchte ich wie immer am Beginn meiner Rede auch Danke sagen, weil ich mich gar nicht oft genug bei den Familien bedanken kann, nämlich bei den Eltern, bei unseren Jugendlichen, bei unseren Kindern, aber auch bei unseren Großeltern beziehungsweise den Großeltern unserer Kinder. (Anhaltende Zwischenrufe der Abg. Belakowitsch.)
Anhaltende Zwischenrufe der Abg. Belakowitsch.
Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend Mag. (FH) Christine Aschbacher: Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Abgeordnete! Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! Unsere Familien sind besonders gefordert, waren es heuer schon, sind es heuer weiter und werden es auch noch in den nächsten Wochen und Monaten sein. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Unsere Familien sind ein Ort der Liebe und der Geborgenheit sowie die Basis unserer Gesellschaft. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Insofern möchte ich wie immer am Beginn meiner Rede auch Danke sagen, weil ich mich gar nicht oft genug bei den Familien bedanken kann, nämlich bei den Eltern, bei unseren Jugendlichen, bei unseren Kindern, aber auch bei unseren Großeltern beziehungsweise den Großeltern unserer Kinder. (Anhaltende Zwischenrufe der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Weil Weihnachten ist!
Abgeordneter Mag. Georg Bürstmayr (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Kollege Laimer macht es mir jetzt schwer, da anzuknüpfen, denn ich möchte mit einem Zitat beginnen, das wir alle zumindest noch aus unserer Kindheit kennen, da wir das damals öfter gehört haben: „Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. [...] Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt.“ (Abg. Belakowitsch: Weil Weihnachten ist!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch – erheitert –: Danken!
Wir regeln heute die Erhöhung der Beratungsstunden, wir regeln heute die Kostenübernahme durch den Bund, und wir regeln heute nicht nur irgendeine Evaluierung, sondern eine Evaluierung des gesamten Gewaltschutzpakets bis 30. August 2022, die Innenminister Karl Nehammer unter Einbeziehung der Interventionsstellen, der Gewaltschutzeinrichtungen und auch der neuen Beratungsstellen für Gewaltprävention sicherstellen wird. Das ist viel Arbeit. Ich möchte schon jetzt dem Innenminister und seinem Team ganz herzlich dafür danken. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch – erheitert –: Danken!)
Abg. Martin Graf: Aber Herr Präsident! Das muss doch ein Ordnungsruf sein: rassistischer Populismus unserer Partei! – Abg. Schallmeiner: Na ja ...! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Der vorhin eingebrachte Antrag ist ordnungsgemäß eingebracht, ausreichend unterstützt und steht mit in Verhandlung. (Abg. Martin Graf: Aber Herr Präsident! Das muss doch ein Ordnungsruf sein: rassistischer Populismus unserer Partei! – Abg. Schallmeiner: Na ja ...! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Sitzung Nr. 75
Abg. Belakowitsch: Muss auch niemand freiwillig ...!
Phase drei wird die Möglichkeit der Rückkehr zur Normalität bringen, indem die Impfung stärker und stärker greift. Wir werden am 27. Dezember in ganz Europa zu impfen beginnen können (Abg. Belakowitsch: Muss auch niemand freiwillig ...!) – natürlich zu Beginn aufgrund der Knappheit des Angebots noch eingeschränkt, aber in weiterer Folge doch mehr und mehr. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker. – Ruf bei der FPÖ: Treten Sie zurück!) Mit jeder Impfung, die durchgeführt wird, nähern wir uns wieder ein Stück weit der Normalität (Abg. Belakowitsch: Ist ja nicht wahr!), und insofern bleibe ich bei unserer Einschätzung, dass wir bis zum Sommer auch wieder vollständig zur Normalität zurückkehren können. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Ist ja nicht wahr!
Phase drei wird die Möglichkeit der Rückkehr zur Normalität bringen, indem die Impfung stärker und stärker greift. Wir werden am 27. Dezember in ganz Europa zu impfen beginnen können (Abg. Belakowitsch: Muss auch niemand freiwillig ...!) – natürlich zu Beginn aufgrund der Knappheit des Angebots noch eingeschränkt, aber in weiterer Folge doch mehr und mehr. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker. – Ruf bei der FPÖ: Treten Sie zurück!) Mit jeder Impfung, die durchgeführt wird, nähern wir uns wieder ein Stück weit der Normalität (Abg. Belakowitsch: Ist ja nicht wahr!), und insofern bleibe ich bei unserer Einschätzung, dass wir bis zum Sommer auch wieder vollständig zur Normalität zurückkehren können. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Gestatten Sie mir aber dennoch die Möglichkeit, Danke zu sagen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich möchte bei den im Parlament vertretenen Parteien beginnen, da es in diesem Jahr doch gelungen ist, viele Beschlüsse im Konsens zu fassen, da es, obwohl die Krise länger andauert und mit der Zeit immer belastender geworden ist, gelungen ist, über Parteigrenzen hinweg Lösungen zu finden. Ich möchte mich ausdrücklich beim Koalitionspartner für die Zusammenarbeit bedanken. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass die Zusammenarbeit in einer so angespannten Situation so gut funktioniert. Ich möchte mich aber auch bei anderen Parlamentsparteien – insbesondere bei der Sozialdemokratie – bedanken, die viele wichtige Beschlüsse mitgetragen haben. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Insbesondere möchte ich natürlich allen Menschen, die in Tagen wie diesen im Gesundheitssystem tätig sind, ein großes Danke aussprechen. Ich habe mich in den letzten Monaten sehr viel und deutlich mehr als früher mit Ärztinnen und Ärzten, mit Pflegerinnen und Pflegern unterhalten. Sie leisten immer Großes und einen ganz wesentlichen Beitrag für unsere Gesellschaft, gerade aber in einer Zeit, in der die Intensivstationen sehr gefüllt sind (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), in der viel geleistet werden muss – mehr als sonst – und die Anspannung groß ist, gebührt diesen Menschen unser ganz besonderer Dank. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: ... nicht vorbereitet! – Abg. Kickl: Bestens vorbereitet?!
Was das Jahr 2021 betrifft, blicke ich mit einem starken Optimismus in dieses Jahr. Ich möchte nicht verhehlen, dass wir immer davon ausgegangen sind, dass Herbst und Winter eine schwierige Phase werden. (Abg. Belakowitsch: ... nicht vorbereitet! – Abg. Kickl: Bestens vorbereitet?!) Der Winter ist nicht am 31. Dezember vorbei. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Ja, so wie bei den Tests! – Abg. Kickl: Ja, ja, das kennen wir schon! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
bei der Freiwilligkeit zu belassen, falls Sie da mit Ihren Zwischenrufen etwas anderes behaupten wollten. (Abg. Belakowitsch: Ja, so wie bei den Tests! – Abg. Kickl: Ja, ja, das kennen wir schon! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Aber die Kinder nicht! – Abg. Amesbauer: Sie quälen Kinder!
Der Dank gilt aber natürlich auch vielen anderen, den Beschäftigten an den Supermarktkassen, den Paketzustellerinnen und Paketzustellern, die jetzt aufgrund dieser Situation wesentlich mehr zu tun haben, und Sie wissen, dass uns in der Bundesregierung auch die VolksschullehrerInnen, die KindergärtnerInnen, die Lehrerinnen und Lehrer auch in den oberen Stufen ein besonderes Anliegen sind und wir darauf achten, sie nicht aus dem Auge zu verlieren, weil sie es besonders schwer haben. (Abg. Belakowitsch: Aber die Kinder nicht! – Abg. Amesbauer: Sie quälen Kinder!) Es ist natürlich nicht leicht, sie erbringen unglaubliche Leistungen. Ja, auch das mit den Schulen ist immer ein Abwägen. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.
Deshalb, glaube ich, verdient das einen besonderen Respekt. Es hat aber einfach keinen Sinn, so zu tun, als ob es in den Schulen gar kein Infektionsgeschehen gäbe. Ja, es ist geringer (Beifall bei Grünen und ÖVP), es wird in der Regel von den Erwachsenen hineingetragen, es wird von dort aber auch wieder herausgetragen, und wenn wir insgesamt mit dem Infektionsgeschehen runter müssen, dann ist das ein – ja! – schmerzlicher Kompromiss, aber eben ein Kompromiss, und das ist nicht immer nur schlecht. Das bringt uns weiter, insbesondere in einer Demokratie. (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.) Daran sollten Sie sich ein Beispiel nehmen! (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek
Das hat mit Digitalisierung und mit Ökologisierung zu tun (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek), und ich möchte mich mit den vielen Klimaschutzmilliarden, die budgetiert wurden, gar nicht mehr aufhalten, ich möchte aber neben der Kurzarbeit, die wirklich großartig und in Europa auch einmalig ist (Zwischenruf des Abg. Hafenecker) – das ist aber konservierend, das weiß ich –, ein Instrument herausgreifen: die Investitionsprämie. (Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Bei der Investitionsprämie geht es jetzt bald in Richtung 3 Milliarden Euro staatlicher Unterstützung. Das erzeugt eine Hebelwirkung im zweistelligen Milliardenbereich, und diese würde es nicht geben, wenn das nicht gemacht worden wäre, weil sich alle zurückhalten, weil eben Unsicherheit herrscht – das ist das Grundprinzip in der Ökonomie. (Beifall bei Grünen und ÖVP.) Wir versuchen, indem wir diese Hilfsmaßnahmen setzen, diese Unsicherheit so gut wir können zu beseitigen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Bitte! Die stimmen ja immer mit! – Widerspruch bei der FPÖ
Abschließend aber möchte ich (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ) noch einmal an eine gemeinsame Kraftanstrengung appellieren, auch wenn es hier im Parlament unterschiedliche Meinungen gibt. Ich weiß das, das ist auch gar kein Problem, das muss so sein, das soll so sein. Ich möchte mich auch ausdrücklich bei der sozialdemokratischen Fraktion bedanken, weil es da mehr Austausch gibt (Abg. Belakowitsch: Bitte! Die stimmen ja immer mit! – Widerspruch bei der FPÖ) – ja, dass es Ihnen schadet, weiß ich eh –, namentlich bei Klubobfrau Pamela Rendi-Wagner, mit der wir doch ein halbwegs gutes Einvernehmen haben, obwohl es nicht immer leicht ist, in diesen Zeiten überhaupt regelmäßig Kontakt zu halten. Ich möchte das ausdrücklich positiv erwähnen. – Danke dafür. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Super! 80 Prozent mehr Herzinfarkte! – Zwischenruf des Abg. Hafenecker.
Wir versuchen seit März, unser solidarisches Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Ich sehe schon wieder, dass viele die Augen verdrehen und gleich Kommentare dazu kommen werden. (Abg. Belakowitsch: Super! 80 Prozent mehr Herzinfarkte! – Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Ich stehe auch nicht an, mich noch einmal bei allen zu
Abg. Belakowitsch: Merken Sie den Widerspruch?
bedanken, die dazu beigetragen haben. Das ist auf der einen Seite auf diejenigen zurückzuführen, die in diesem System arbeiten, und auf der anderen Seite auf diejenigen, die die Maßnahmen mittragen – das ist ein Großteil der Bevölkerung, und deswegen sind wir im Moment in der glücklichen Situation, eine Stabilisierung der Lage zu erleben. Der Lockdown hat geholfen. (Abg. Amesbauer: Scheinbar nicht!) Wir wollen uns in Richtung eines weiteren Senkens der Zahlen hinbewegen (Abg. Belakowitsch: Merken Sie den Widerspruch?), wir wollen dieses System nicht bis zum Letzten ausreizen. Das ist uns nach wie vor extrem wichtig, damit unterstützen wir die Ärzteschaft und die Pflege.
Abg. Belakowitsch: Oh ja! – Abg. Amesbauer: Ich mache das so wie immer!
Jeder und jede von uns kann etwas dazu beitragen, indem wir Mund-Nasen-Schutz tragen, Abstand halten, auch wenn es jedem von uns wirklich schwerfällt – gerade jetzt vor Weihnachten. Ich kann das gut nachempfinden, es wird nicht möglich sein, in gewohnter Art und Weise Weihnachten zu feiern (Abg. Belakowitsch: Oh ja! – Abg. Amesbauer: Ich mache das so wie immer!), aber es wird ein nächstes, ein anderes Weihnachten geben. Ich bitte Sie inständig, sich heuer daran zu halten.
Abg. Amesbauer: Das geht ganz super! – Abg. Belakowitsch: 80 Prozent der Österreicher machen das so!
Wir können noch etwas dazu beitragen, nämlich uns testen zu lassen. Ich verstehe eigentlich überhaupt nicht, wie man offenen Auges, ungetestet und nicht wissend, ob man infiziert ist und das Virus weitertragen kann, zu seinen Nächsten gehen kann. (Abg. Amesbauer: Das geht ganz super! – Abg. Belakowitsch: 80 Prozent der Österreicher machen das so!) Gerade die Liebsten gilt es doch, zu schützen. Das verstehe ich nicht. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordnete Sigrid Maurer, BA (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Werte Mitglieder der Regierung! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Zur Wortwahl des Herrn Kickl habe ich auch in meinen letzten Reden schon ausführlich Stellung nehmen müssen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich finde es schon einigermaßen amüsant, dass ausgerechnet von Ihnen, Herr Kickl, Tipps dazu gegeben werden, wie man sich staatsmännisch verhalten soll (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP), denn ausgerechnet Sie haben ja Ihre Vorstellung davon, was staatsmännisch ist, ausführlich mit Fantasieuniformen und dem Einfärben des Ministeriumsteppichs in der Parteifarbe zur Schau gestellt. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich glaube nicht, dass das der Vorstellung von staatsmännisch entspricht. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Kickl: ... Polizeifarbe!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir sind aber nichts anderes gewohnt, Sie wechseln in dieser Coronadiskussion Ihre Position wie die Unterhose. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Es ist jedes Mal etwas anderes, das Sie vorbringen. Einmal ist der Lockdown nicht scharf genug, dann ist der Lockdown zu wenig scharf, manchmal braucht man Massentestungen – wie von Hofer zitiert –, dann sind die Massentestungen das absolute Übel. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das Einzige, das Sie zu dieser ganzen Debatte beitragen, sind Verunsicherung und Schreierei. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Das ist absolut nicht dienlich und aus meiner Sicht auch dieses Parlaments und der parlamentarischen Debatte nicht würdig. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Österreichweit!
Wo stehen wir heute? – Wir haben 5 351 Todesfälle. (Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) Während der zweiten Welle waren über 4 500 Menschen gleichzeitig im Spital. (Abg. Belakowitsch: Österreichweit!) Wir haben während dieser zweiten Welle über 700 Covid-PatientInnen gleichzeitig auf den Intensivstationen gehabt. Wir haben die höchste Ansteckungsrate bei den über 84-Jährigen, und das ist die vulnerabelste, die empfindlichste Gruppe. (Abg. Belakowitsch: Warum schützen Sie die nicht, Frau Maurer?)
Abg. Belakowitsch: Warum schützen Sie die nicht, Frau Maurer?
Wo stehen wir heute? – Wir haben 5 351 Todesfälle. (Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) Während der zweiten Welle waren über 4 500 Menschen gleichzeitig im Spital. (Abg. Belakowitsch: Österreichweit!) Wir haben während dieser zweiten Welle über 700 Covid-PatientInnen gleichzeitig auf den Intensivstationen gehabt. Wir haben die höchste Ansteckungsrate bei den über 84-Jährigen, und das ist die vulnerabelste, die empfindlichste Gruppe. (Abg. Belakowitsch: Warum schützen Sie die nicht, Frau Maurer?)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Warum schützen Sie die nicht?!
Sich angesichts dieser Zahlen hierherzustellen und zu sagen, die Maßnahmen, die wir setzen, sind nicht zielführend und sind ein Anschlag, eine Bombe und ich weiß nicht was alles (Zwischenruf des Abg. Amesbauer), ist absolut ignorant gegenüber jener Bevölkerung, die Sie ständig behaupten, am besten vertreten zu wollen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Warum schützen Sie die nicht?!)
Abg. Belakowitsch: Na ja, Wissenschaft ...!
Es ist ja auch nicht so, als ob Österreich eine Insel wäre, die einzig und allein in ganz Europa oder auf der ganzen Welt solche Maßnahmen setzt. Nein, alle anderen europäischen Länder setzen die gleichen oder sehr ähnliche Maßnahmen zur Bewältigung dieser Krise und Pandemie, weil sie schlichtweg notwendig sind. (Zwischenruf des Abg. Deimek.) Ja, Sie haben eine sehr große Distanz zur Wissenschaft – die hatten Sie schon immer (Abg. Belakowitsch: Na ja, Wissenschaft ...!) –, ein Problem mit der Empirie und eine große Nähe zu Verschwörungstheorien, auch jetzt hier wieder. (Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) Das kennen wir alles von Ihnen, das ist kein seriöser Umgang mit der Gesundheit. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es ist ja auch nicht so, als ob Österreich eine Insel wäre, die einzig und allein in ganz Europa oder auf der ganzen Welt solche Maßnahmen setzt. Nein, alle anderen europäischen Länder setzen die gleichen oder sehr ähnliche Maßnahmen zur Bewältigung dieser Krise und Pandemie, weil sie schlichtweg notwendig sind. (Zwischenruf des Abg. Deimek.) Ja, Sie haben eine sehr große Distanz zur Wissenschaft – die hatten Sie schon immer (Abg. Belakowitsch: Na ja, Wissenschaft ...!) –, ein Problem mit der Empirie und eine große Nähe zu Verschwörungstheorien, auch jetzt hier wieder. (Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) Das kennen wir alles von Ihnen, das ist kein seriöser Umgang mit der Gesundheit. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Die ist schon gut!
Ich sage Ihnen aber Folgendes: Ich mache mir keine Sorgen, denn die österreichische Bevölkerung hat sehr wohl – und das zeigen auch die Umfragen – verstanden, worum es hier geht, und ist auch unterstützend und solidarisch. (Abg. Deimek: Dafür müsste man einmal etwas wissen!) Sie werden mit dieser Politik der Aufwiegelung, mit dieser Politik der Verunsicherung keinen Erfolg haben. (Zwischenruf der Abg. Steger.) Die Menschen werden sich an die Maßnahmen halten, sie werden sich testen lassen. Es gibt jetzt schon Berichte, dass ganz, ganz viele Menschen bei den Teststraßen sind und das tun wollen. (Abg. Amesbauer: Sie machen ja nichts, bei den Tests!) Und wir werden auch, was die Impfungen betrifft, natürlich diesen Erfolg haben. Ich bin da total zuversichtlich, und Sie werden mit Ihrer Linie (Abg. Belakowitsch: Die ist schon gut!), die ein Zickzackkurs ist und jedenfalls nichts dazu beiträgt, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen, scheitern. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich sage Ihnen aber Folgendes: Ich mache mir keine Sorgen, denn die österreichische Bevölkerung hat sehr wohl – und das zeigen auch die Umfragen – verstanden, worum es hier geht, und ist auch unterstützend und solidarisch. (Abg. Deimek: Dafür müsste man einmal etwas wissen!) Sie werden mit dieser Politik der Aufwiegelung, mit dieser Politik der Verunsicherung keinen Erfolg haben. (Zwischenruf der Abg. Steger.) Die Menschen werden sich an die Maßnahmen halten, sie werden sich testen lassen. Es gibt jetzt schon Berichte, dass ganz, ganz viele Menschen bei den Teststraßen sind und das tun wollen. (Abg. Amesbauer: Sie machen ja nichts, bei den Tests!) Und wir werden auch, was die Impfungen betrifft, natürlich diesen Erfolg haben. Ich bin da total zuversichtlich, und Sie werden mit Ihrer Linie (Abg. Belakowitsch: Die ist schon gut!), die ein Zickzackkurs ist und jedenfalls nichts dazu beiträgt, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen, scheitern. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es werden ganz schwierige Wochen, das steht völlig außer Frage. Es ist extrem hart auf sozialer Ebene, es ist extrem hart für die Familien, es ist extrem hart, was die Beschäftigungssituation betrifft, aber wir müssen da durch. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es führt kein Weg daran vorbei, dass wir uns selbst schützen, dass wir unsere Mitmenschen schützen, um diese Pandemie zu bewältigen. Die Impfung ist da. Es ist noch ein weiter Weg, aber es gibt die Hoffnung und es wird diese Pandemie dank des Beitrags vieler seriöser Politikerinnen und Politiker – nicht von der FPÖ – auch irgendwann bewältigt und zu Ende sein. – Vielen Dank. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Amesbauer. – Abg. Hafenecker: Nicht durch Ihre Rede! – Abg. Amesbauer: Mit uns reden Sie nie! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Ersteres!
Wir haben das weitergespielt, nicht nur am Mittwoch im Hauptausschuss, wir hatten am Donnerstag eine Sitzung des Tourismusausschusses, bei der ich dabei war. Wir haben Frau Bundesministerin Köstinger drei Mal gefragt, ob ein Lockdown ansteht, wir haben drei Mal diesbezüglich keine Antwort oder höchstens ausweichende Antworten bekommen. Dann haben wir es am Donnerstag im Bundesrat weitergespielt – Herr Vizekanzler, ich glaube, Sie waren anwesend, der Gesundheitsminister auch –: auch dort keine Rede von einem Lockdown. Das heißt, Sie sagen uns entweder bewusst die Unwahrheit oder Sie verschweigen uns die Wahrheit (Abg. Belakowitsch: Ersteres!), und das halte ich eines lebendigen Parlamentarismus für nicht würdig. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Billig seids, nur billig!
Wenn es jetzt eine Regierungserklärung zu einem, glaube ich, doch (Abg. Belakowitsch: Billig seids, nur billig!) extrem wichtigen Thema und einer Situation, die uns seit zig Monaten begleitet, gibt, dann sagt der liebe Klubobmann Kickl nicht dazu, dass er es war, der das erste Mal seit vielen Legislaturperioden eine Vereinbarung gebrochen hat, die er selber unterschrieben hat. Er hat letzten Mittwochabend unterschrieben, dass es keine Sonderaktionen hier im Hohen Haus geben wird (Abg. Amesbauer: Da war aber die Pressekonferenz noch nicht!), damit wir die Reparatur bei diesem einen Gesetz durchführen können. Das ist eigentlich der Grund, warum wir heute da sind. (Abg. Amesbauer: Da hat es die Pressekonferenz noch nicht gegeben!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Warum verstehen sie sie? – Weil wir eine Situation in unseren Spitälern und auf den Intensivstationen gehabt haben, die die gesamte Bevölkerung mitbekommen hat. Wir waren wirklich an den Kapazitätsgrenzen, zum Teil sogar darüber. Wir haben Spitäler, die eigentlich nicht mehr als Spitäler fungiert haben, aber bei denen sozusagen die Logistik wiederhergestellt werden konnte, aktiviert – zum Beispiel auch in Oberösterreich –, damit wir die notwendigen Kapazitäten für die Menschen, die das gebraucht haben, schaffen konnten. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Das sagt niemand!
Und da hat eines keinen Platz, meine Damen und Herren: dieses Virus zu leugnen, zu sagen, dass es diese Erkrankung nicht gibt (Abg. Hafenecker: Das sagt ja keiner!), und dafür einzutreten (Abg. Belakowitsch: Das sagt niemand!), dass man sagt, das ist alles nicht wahr und unrichtig, was hier (Abg. Hafenecker: Sagt doch niemand! – Abg. Belakowitsch: Das sagt keiner!) auch von zahlreichen Medizinern und Expertinnen und Experten untermauert wird. Das ist eine unseriöse Politik, meine Damen und Herren, die wir entschieden ablehnen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Hafenecker: Sagt doch niemand! – Abg. Belakowitsch: Das sagt keiner!
Und da hat eines keinen Platz, meine Damen und Herren: dieses Virus zu leugnen, zu sagen, dass es diese Erkrankung nicht gibt (Abg. Hafenecker: Das sagt ja keiner!), und dafür einzutreten (Abg. Belakowitsch: Das sagt niemand!), dass man sagt, das ist alles nicht wahr und unrichtig, was hier (Abg. Hafenecker: Sagt doch niemand! – Abg. Belakowitsch: Das sagt keiner!) auch von zahlreichen Medizinern und Expertinnen und Experten untermauert wird. Das ist eine unseriöse Politik, meine Damen und Herren, die wir entschieden ablehnen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Ja, so geht’s mir auch!
unterwegs ist und eigentlich nur ein Stück gehen kann, weil ihm die Luft fehlt. Viele Menschen, die diese Erkrankung gehabt haben, müssen sich, wenn sie über eine Stiege hinaufgehen, niedersetzen (Abg. Belakowitsch: Ja, so geht’s mir auch!), weil sie zu wenig Luft haben, um weiterzugehen. Das sind aber Menschen, die nicht 70 oder 80 Jahre alt sind.
Abg. Amesbauer: Haben Sie schon versaut! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ja, es ist extrem mühsam, es ist extrem herausfordernd, auch für die Familienverbände, auch für die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage (Abg. Amesbauer: Haben Sie schon versaut! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), die wir bitte und hoffentlich nur im ganz kleinen Kreise begehen und feiern werden. Es ist alternativlos. Warum? – Weil wir die Infektionszahlen sonst nicht in den Griff bekommen. (Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.)
Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.
Ja, es ist extrem mühsam, es ist extrem herausfordernd, auch für die Familienverbände, auch für die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage (Abg. Amesbauer: Haben Sie schon versaut! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), die wir bitte und hoffentlich nur im ganz kleinen Kreise begehen und feiern werden. Es ist alternativlos. Warum? – Weil wir die Infektionszahlen sonst nicht in den Griff bekommen. (Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ja!
Wir wollen diese Pandemie, die die größte seit 100 Jahren, seit der Spanischen Grippe ist, gemeinsam bewältigen. Es geht auch nur gemeinsam. Und ich bin froh, wenn sich auch hier im Hohen Haus die Spreu vom Weizen trennt (Abg. Belakowitsch: Ja!), denn es gibt eine konstruktive Opposition, eine konstruktiv-kritische Opposition (Abg. Amesbauer: Wir wollen ja gar nicht mitmachen mit euch!), wenn ich die SPÖ und die NEOS hernehme.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Es zeigt ja auch eines (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), denn worum geht es? – Dass wir die Zahlen nach unten bringen, dass wir jetzt testen, testen, testen (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und dass sich dann hoffentlich so viele Menschen auf freiwilliger Basis - - (Abg. Amesbauer: Ja, genau! – Abg. Steger: Ja, freilich! – Abg. Amesbauer: Das stimmt ja nicht!) – Ja, dass du nur schreist, das wissen wir eh! Also hör einfach einmal zu (Abg. Amesbauer: Das ist ein indirekter Zwang mit Sanktionen! ...!), denn wenn ihr noch mehr von diesen Unwahrheiten in der Bevölkerung verbreitet, dann seid ihr mitverantwortlich, dass sich auch das Virus durch diese Unwahrheiten immer stärker verbreitet! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Es zeigt ja auch eines (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), denn worum geht es? – Dass wir die Zahlen nach unten bringen, dass wir jetzt testen, testen, testen (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und dass sich dann hoffentlich so viele Menschen auf freiwilliger Basis - - (Abg. Amesbauer: Ja, genau! – Abg. Steger: Ja, freilich! – Abg. Amesbauer: Das stimmt ja nicht!) – Ja, dass du nur schreist, das wissen wir eh! Also hör einfach einmal zu (Abg. Amesbauer: Das ist ein indirekter Zwang mit Sanktionen! ...!), denn wenn ihr noch mehr von diesen Unwahrheiten in der Bevölkerung verbreitet, dann seid ihr mitverantwortlich, dass sich auch das Virus durch diese Unwahrheiten immer stärker verbreitet! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Genau!
Ich bin Bürgermeister. In der Steiermark sagt man: wie ein Haftelmacher – so passen wir auf, dass dieses Virus nicht in das Heim kommt. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es ist aber in meiner 1 800-Einwohner-Gemeinde leider gekommen, und da spielen sich Tragödien ab. (Abg. Belakowitsch: Genau!) Ich telefoniere mit der Heimleitung. Sie können schon schreien, aber ich telefoniere (Abg. Belakowitsch: Ja, und?), ich kenne die Tragödien der Bewohnerinnen und Bewohner, der Angehörigen! – Genau, ja, Frau Dr. Belakowitsch! Schreien Sie rein! Sie sind nämlich genau eine derjenigen, die das fördern, denn Sie rufen dazu auf, nicht testen zu gehen, nicht impfen zu gehen! Sie sind diese Gesundheitsgefährder, was Sie immer uns gegenüber behaupten! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Ja, und?
Ich bin Bürgermeister. In der Steiermark sagt man: wie ein Haftelmacher – so passen wir auf, dass dieses Virus nicht in das Heim kommt. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es ist aber in meiner 1 800-Einwohner-Gemeinde leider gekommen, und da spielen sich Tragödien ab. (Abg. Belakowitsch: Genau!) Ich telefoniere mit der Heimleitung. Sie können schon schreien, aber ich telefoniere (Abg. Belakowitsch: Ja, und?), ich kenne die Tragödien der Bewohnerinnen und Bewohner, der Angehörigen! – Genau, ja, Frau Dr. Belakowitsch! Schreien Sie rein! Sie sind nämlich genau eine derjenigen, die das fördern, denn Sie rufen dazu auf, nicht testen zu gehen, nicht impfen zu gehen! Sie sind diese Gesundheitsgefährder, was Sie immer uns gegenüber behaupten! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Ja, ich auch nicht!
Abgeordneter Andreas Kühberger (fortsetzend): Entschuldigung, dass ich emotional werde, aber mein Vorredner, der Herr Apotheker, hat ja gesagt, er kennt keine Menschen, die gestorben sind. (Abg. Belakowitsch: Ja, ich auch nicht!) Ich werde deshalb so emotional, weil ich leider – und ich bin wahrlich nicht stolz darauf – zehn Menschen kenne, die in meiner Region bereits gestorben sind. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich würde gern mit dem Herrn Apotheker tauschen. Ich wünschte, ich würde keinen Einzigen kennen, glauben Sie mir das! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Andreas Kühberger (fortsetzend): Entschuldigung, dass ich emotional werde, aber mein Vorredner, der Herr Apotheker, hat ja gesagt, er kennt keine Menschen, die gestorben sind. (Abg. Belakowitsch: Ja, ich auch nicht!) Ich werde deshalb so emotional, weil ich leider – und ich bin wahrlich nicht stolz darauf – zehn Menschen kenne, die in meiner Region bereits gestorben sind. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich würde gern mit dem Herrn Apotheker tauschen. Ich wünschte, ich würde keinen Einzigen kennen, glauben Sie mir das! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Ja, dann tut es endlich!
Unsere Pflicht hier im Nationalrat ist es wie gesagt, Menschenleben zu schützen. (Abg. Belakowitsch: Ja, dann tut es endlich!) Das Gleiche gilt auch für die Gemeinden. Herr Kollege Angerer! Sie haben am 9. Dezember 1,2 Milliarden Euro mehr für die Gemeinden gefordert. Ich als Bürgermeister und Abgeordneter einer Regierungspartei bin stolz darauf, dass wir gut verhandelt haben. (Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) Es gibt ja 1,5 Milliarden Euro zusätzlich, insgesamt 2,5 Milliarden Euro für die Gemeinden. In meiner Gemeinde, das ist nur ein Beispiel, investieren wir nächstes Jahr 200 000 Euro in Straßen. Das haben wir die letzten Jahre gar nicht investiert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Jedenfalls kein Lockdown!
Wir haben über die Erkrankung in den letzten neun Monaten sehr viel dazugelernt, es gibt mittlerweile international etwa 85 000 Publikationen dazu. Was es aber bisher noch nicht gibt, ist der Stein der Weisen, das Patentrezept, das besagt, was man in einem Land tun muss, damit die Pandemie eins zu eins besiegt ist. (Abg. Belakowitsch: Jedenfalls kein Lockdown!) Man weiß aber viel über Einzelmaßnahmen, kann sie abschätzen, und es hat sich herausgestellt: Einzelne Maßnahmen allein bringen es nicht, sondern es muss ein Bündel an Maßnahmen sein. Das bringt den Erfolg, das sieht man an den internationalen Vergleichen.
Abg. Belakowitsch: Das ist ein Wahnsinn!
Unsere PflichtschülerInnen waren in diesem Jahr mit 59 Tagen die Hälfte der Schultage im Distancelearning. Die Oberstufenschülerinnen und -schüler hat es noch schlimmer getroffen, denn sie waren ganze 90 Tage daheim im Distancelearning. (Abg. Belakowitsch: Das ist ein Wahnsinn!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Belakowitsch: Unglaublich!
Wenn ich jetzt meine Ausschusstage hernehme und die Plenartage dazurechne, dann bin ich öfter hier im Hohen Haus präsent gewesen als die Kinder in der Schule. Das ist eigentlich unglaublich, oder? (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Belakowitsch: Unglaublich!)
Abg. Belakowitsch: In der ÖVP! – Abg. Wurm: In der ÖVP ...!
Kennen Sie einen Infektionscluster, der von Präsenztagungen hier in den Ausschüssen oder im Plenarsaal ausgegangen ist (Abg. Belakowitsch: In der ÖVP! – Abg. Wurm: In der ÖVP ...!), nur einen Infektionscluster? – Ich kenne keinen. Es gab einzelne Infektionen, aber sicher nicht vom Parlament und von den Tagungen hier ausgehend. Warum? Weil wir ausreichend Testmöglichkeiten haben und weil wir die Hygienemaßnahmen einhalten, die hier sehr gut durchdacht eingesetzt werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steinacker: Nicht alle!)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: „Alle möglichen Erreger“! – Abg. Deimek: Es gibt Menschen mit gesundheitlichen Problemen, aber die sind ja den Grünen wurscht!
Es war die Rede davon, man würde „Jagd“ auf Symptomlose machen und Menschen „stigmatisieren“ und in „Schutzhaft“ nehmen, eine „Bombe“ unter den Christbaum legen, und das ausgerechnet von jemandem, der gerade dabei ist, eine neue Kategorie von Politikerprivilegien einzuführen, nämlich hier zu sitzen, ohne Maske, ungetestet, und alle möglichen Erreger in alle möglichen Himmelsrichtungen zu verbreiten, während die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Parlamentsdirektion hier sitzen, die diese Masken tragen müssen und Sie damit schützen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: „Alle möglichen Erreger“! – Abg. Deimek: Es gibt Menschen mit gesundheitlichen Problemen, aber die sind ja den Grünen wurscht!)
Abg. Belakowitsch: „Alle möglichen Erreger“!
Wir standen im März vor dem Problem, dass wir uns einer ansteckenden Krankheit gegenübergesehen haben, die gedroht hat, unser Gesundheitssystem zu überlasten. Damals hatten wir die Möglichkeit, die Infektion mit aufwendigen PCR-Tests festzustellen. Wir wussten nicht, wie viele dieser Tests uns überhaupt zur Verfügung stehen, und es gab nur wenige Labore, die diese Tests überhaupt durchführen konnten. Deshalb war die einzige Möglichkeit, die wir hatten, diesen Lockdown durchzuführen, und da waren wir uns auch alle einig. (Abg. Belakowitsch: „Alle möglichen Erreger“!)
Abg. Kickl: Na was ist jetzt wichtiger, Ihre Moral oder die Regierungsbeteiligung? – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Griechenland treibt ein ganz böses Spiel auf dem Rücken von Familien, von Kindern, von Menschen, die nichts wollen, außer ein Leben in Sicherheit zu führen (Abg. Wurm: ... bitte, Frau Kollegin! Was haben Sie gegen die Griechen, bitte?), eine Behausung, ein Dach über dem Kopf und einen trockenen Boden zum Schlafen zu haben. (Abg. Kickl: Na was ist jetzt wichtiger, Ihre Moral oder die Regierungsbeteiligung? – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) Sie wollen ein Leben in Sicherheit und sie wollen, dass ihre Kinder ausreichend die Möglichkeit haben, sich zu entwickeln und Perspektiven zu haben, so wie Sie und ich, so wie wir alle es uns wünschen. (Abg. Kickl: Besonders ausgeprägt ist Ihre Moral nicht!) Und dafür setzen wir uns auch ein, dafür setzen sich alle grünen Regierungsmitglieder jeden Tag ein. (Abg. Kickl: Es nutzt nur nichts!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ich möchte mit den Ausführungen von Frau Abgeordneter Hammerschmid beginnen und darf Ihnen mitteilen, dass sich seit der Zeit, als Sie Bildungsministerin waren, die Forschung und die Wissenschaft weiterentwickelt haben. Es war unsere Gesundheitssprecherin, Frau Abgeordnete Gaby Schwarz, die Kollegen Philip Kucher noch einmal die Prävalenzstudie übermittelt hat, die Folgendes ganz klar zum Ausdruck bringt – ich darf das Fazit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammenfassen, meine Damen und Herren (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) –: Junge Schulkinder sind
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Wer sagt das? Das ist ja ein Blödsinn! Weil Sie was vorlesen, muss es nicht richtig sein!
genauso häufig mit Sars-Cov-2 infiziert wie ihre erwachsenen Lehrenden. – Das heißt, es ist notwendig, es ist richtig und es ist konsequent, dass auch im Schulbereich diesbezügliche Entscheidungen getroffen werden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Wer sagt das? Das ist ja ein Blödsinn! Weil Sie was vorlesen, muss es nicht richtig sein!)
Abg. Belakowitsch: Welche Gewalt?
Es geht aber ja weiter, meine Damen und Herren, wenn die FPÖ sich hierherstellt und versucht, eine weltweite Pandemie dafür zu verwenden, in Österreich parteipolitisches Kleingeld zu schlagen, weil die Umfragewerte wieder einmal bescheiden sind. Da muss alles herhalten! Denken wir aber einmal an die Identitären, meine Damen und Herren: Kein Wort der Ablehnung von Gewalt, kein Wort von Ablehnung einer Aktion, die vergangene Woche stattgefunden hat, im Zuge derer es einen Angriff von Identitären auf die ÖVP-Zentrale gegeben hat. (Abg. Belakowitsch: Welche Gewalt?) Als im Sommer oder noch vor einigen Monaten die FPÖ Opfer von einem Brandanschlag wurde, hat die ÖVP das selbstverständlich sofort zurückgewiesen, denn wir dulden Gewalt von keiner Seite. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Also bitte!) Das erwarten wir uns auch von Ihnen: eine klare Abgrenzung zu den Identitären und zu den Rechten. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Also bitte!
Es geht aber ja weiter, meine Damen und Herren, wenn die FPÖ sich hierherstellt und versucht, eine weltweite Pandemie dafür zu verwenden, in Österreich parteipolitisches Kleingeld zu schlagen, weil die Umfragewerte wieder einmal bescheiden sind. Da muss alles herhalten! Denken wir aber einmal an die Identitären, meine Damen und Herren: Kein Wort der Ablehnung von Gewalt, kein Wort von Ablehnung einer Aktion, die vergangene Woche stattgefunden hat, im Zuge derer es einen Angriff von Identitären auf die ÖVP-Zentrale gegeben hat. (Abg. Belakowitsch: Welche Gewalt?) Als im Sommer oder noch vor einigen Monaten die FPÖ Opfer von einem Brandanschlag wurde, hat die ÖVP das selbstverständlich sofort zurückgewiesen, denn wir dulden Gewalt von keiner Seite. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Also bitte!) Das erwarten wir uns auch von Ihnen: eine klare Abgrenzung zu den Identitären und zu den Rechten. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Dann erzählen Sie es gar nicht!
Dem nicht genug, Herr Kollege Kickl, Moment, es kommt noch etwas, Sie haben so viel geliefert! Nächstes Bonmot – als solches würden Sie es wahrscheinlich bezeichnen, ich möchte mich davon inhaltlich absolut distanzieren (Abg. Belakowitsch: Dann erzählen Sie es gar nicht!) –: Es war Ihr Parteichef Hofer, der gesagt hat, Identitäre und FPÖ, das gehe nicht. – In Salzburg werden Identitäre in FPÖ-Parteifunktionen gewählt, und es gibt keine Konsequenz. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das funktioniert alles ohne Wenn und Aber, da sind Sie also ganz klar rechts, und das zeigt Ihre Strategie, die Sie in der Coronakrise fahren, die Sie grundsätzlich mit Politik verwechseln: Chaos, Chaos, Chaos. (Abg. Kickl: Also irgendwie sollte man zumindest zum Thema sprechen! Die Debatte wird eh noch ...!) Als Sie in Regierungsverantwortung waren, haben Sie das Innenministerium im Chaos versinken lassen, das diese Regierung jetzt wieder sehr gut aufrichten muss. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Lausch: Jössas! – Abg. Kickl: Jössas! Das wird immer schlechter!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Dem nicht genug, Herr Kollege Kickl, Moment, es kommt noch etwas, Sie haben so viel geliefert! Nächstes Bonmot – als solches würden Sie es wahrscheinlich bezeichnen, ich möchte mich davon inhaltlich absolut distanzieren (Abg. Belakowitsch: Dann erzählen Sie es gar nicht!) –: Es war Ihr Parteichef Hofer, der gesagt hat, Identitäre und FPÖ, das gehe nicht. – In Salzburg werden Identitäre in FPÖ-Parteifunktionen gewählt, und es gibt keine Konsequenz. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das funktioniert alles ohne Wenn und Aber, da sind Sie also ganz klar rechts, und das zeigt Ihre Strategie, die Sie in der Coronakrise fahren, die Sie grundsätzlich mit Politik verwechseln: Chaos, Chaos, Chaos. (Abg. Kickl: Also irgendwie sollte man zumindest zum Thema sprechen! Die Debatte wird eh noch ...!) Als Sie in Regierungsverantwortung waren, haben Sie das Innenministerium im Chaos versinken lassen, das diese Regierung jetzt wieder sehr gut aufrichten muss. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Lausch: Jössas! – Abg. Kickl: Jössas! Das wird immer schlechter!)
Abg. Belakowitsch: Entschuldigen Sie sich einmal!
Sie haben heute die Chance nicht genutzt, sich hier ans Rednerpult zu stellen und sich bei den Österreicherinnen und Österreichern zu entschuldigen (Abg. Belakowitsch: Entschuldigen Sie sich einmal!), die Sie verunsichern, indem Sie immer wieder Verschwörungstheorien in den Raum stellen und vorgeben, dass Menschen richtig handeln, die sich nicht an die Regeln halten, die nicht ihren Beitrag dazu leisten wollen, dass Menschenleben gerettet und geschützt werden. Das ist so wenige Tage vor Weihnachten unerhört, und das hat grundsätzlich bei uns in Österreich keinen Platz! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Diese Bundesregierung und die Parlamentsmehrheit, meine Damen und Herren, haben Rettungspakete auf den Weg gebracht (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und ich möchte unabhängige Institute zitieren, die sagen, gemessen am Bruttoinlandsprodukt war das, was Österreich leistet, die größte finanzielle Anstrengung, die eine Volkswirtschaft in Europa gemacht hat. Gestatten Sie mir aber, Folgendes zu sagen, meine Damen und Herren: Das ist uns nicht genug!
Abg. Belakowitsch: Vollkommen richtig!
Lassen Sie mich noch eines sagen: Im Vorfeld dieser Sitzung wurden vonseiten einer Partei – es gibt eh nur eine Partei, die das regelmäßig macht – Vorwürfe gegenüber BeamtInnen laut, sie würden schlampig arbeiten, sie würden schlecht arbeiten, sie hätten Fehler gemacht. (Zwischenruf des Abg. Wurm.) – Nein, die Fehler liegen tatsächlich letztendlich immer bei der Politik. (Abg. Belakowitsch: Vollkommen richtig!) Die BeamtInnen arbeiten unter Hochdruck und mit bestem Einsatz daran, diese Krise zu bewältigen und die Bevölkerung zu unterstützen. (Abg. Belakowitsch: Völlig richtig!) Die Verantwortung für diese Fehler tragen leider alle politischen Parteien, denn alle hatten diese Gesetzentwürfe vorliegen und trotzdem haben alle zugestimmt. (Zwischenrufe
Abg. Belakowitsch: Völlig richtig!
Lassen Sie mich noch eines sagen: Im Vorfeld dieser Sitzung wurden vonseiten einer Partei – es gibt eh nur eine Partei, die das regelmäßig macht – Vorwürfe gegenüber BeamtInnen laut, sie würden schlampig arbeiten, sie würden schlecht arbeiten, sie hätten Fehler gemacht. (Zwischenruf des Abg. Wurm.) – Nein, die Fehler liegen tatsächlich letztendlich immer bei der Politik. (Abg. Belakowitsch: Vollkommen richtig!) Die BeamtInnen arbeiten unter Hochdruck und mit bestem Einsatz daran, diese Krise zu bewältigen und die Bevölkerung zu unterstützen. (Abg. Belakowitsch: Völlig richtig!) Die Verantwortung für diese Fehler tragen leider alle politischen Parteien, denn alle hatten diese Gesetzentwürfe vorliegen und trotzdem haben alle zugestimmt. (Zwischenrufe
Abg. Belakowitsch: Nein!
Abschließend: Da der Redner vor mir mit einem Märchen begonnen hat, möchte auch ich eine sehr kurze Weihnachtsgeschichte erzählen (Abg. Belakowitsch: Nein!): Es gab einen Klubobmann, der liebte bunte Uniformen. Er bestieg schließlich laut schreiend sein Pony und brüllte in den Raum: I’m a poor lonesome cowboy! Er ritt in die Prärie, ward nicht mehr gesehen und ging keinem ab. – Danke. (Heiterkeit und Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch überreicht Abg. Wurm ein Schriftstück.
Präsident Ing. Norbert Hofer: Frau Abgeordnete, ich glaube, Sie wollten einen Antrag einbringen. (Abg. Belakowitsch überreicht Abg. Wurm ein Schriftstück.) – Wird weitergegeben, gut.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren und vor allem liebe Bürger der Republik Österreich! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir haben heute das zweite Mal das Vergnügen, uns sozusagen von Angesicht zu Angesicht gegenüberzustehen beziehungsweise -zusitzen. Ich halte es für notwendig, Herr Bundeskanzler, dass wir das tun, weil wir uns mit der sogenannten Regierungserklärung, die Sie heute am
Abg. Belakowitsch: Na hoffentlich hören Sie zu!
Bundeskanzler Sebastian Kurz: Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! (Abg. Martin Graf: Der ORF reagiert schon: ist schon wieder live!) Wenn ich Ihnen zuhöre, Herr Klubobmann Kickl (Abg. Belakowitsch: Na hoffentlich hören Sie zu!), und Bemerkungen fallen wie die Vorbereitung eines Apartheidsystems (Abg. Belakowitsch: Na ist es ja!), diktatorische Zustände (Abg. Rauch: Das ist Ihr Naturell!), wir testen jetzt, weil wir nicht wissen, wohin mit den beschafften Tests – vorhin gab es andere Kolleginnen und Kollegen von Ihnen, die gesagt haben, geimpft wird wegen der Pharmakonzerne, mit denen stecken wir unter einer Decke –, das Ziel am Ende ist sowieso die Zwangsimpfung für die gesamte Bevölkerung (Abg. Belakowitsch: Ja, eh! Jetzt haben wir die Zwangstestung und dann die Zwangsimpfung!), wenn ich all das höre, dann fällt es schwer, jetzt auf jedes einzelne Detail einzugehen.
Abg. Belakowitsch: Na ist es ja!
Bundeskanzler Sebastian Kurz: Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! (Abg. Martin Graf: Der ORF reagiert schon: ist schon wieder live!) Wenn ich Ihnen zuhöre, Herr Klubobmann Kickl (Abg. Belakowitsch: Na hoffentlich hören Sie zu!), und Bemerkungen fallen wie die Vorbereitung eines Apartheidsystems (Abg. Belakowitsch: Na ist es ja!), diktatorische Zustände (Abg. Rauch: Das ist Ihr Naturell!), wir testen jetzt, weil wir nicht wissen, wohin mit den beschafften Tests – vorhin gab es andere Kolleginnen und Kollegen von Ihnen, die gesagt haben, geimpft wird wegen der Pharmakonzerne, mit denen stecken wir unter einer Decke –, das Ziel am Ende ist sowieso die Zwangsimpfung für die gesamte Bevölkerung (Abg. Belakowitsch: Ja, eh! Jetzt haben wir die Zwangstestung und dann die Zwangsimpfung!), wenn ich all das höre, dann fällt es schwer, jetzt auf jedes einzelne Detail einzugehen.
Abg. Belakowitsch: Ja, eh! Jetzt haben wir die Zwangstestung und dann die Zwangsimpfung!
Bundeskanzler Sebastian Kurz: Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! (Abg. Martin Graf: Der ORF reagiert schon: ist schon wieder live!) Wenn ich Ihnen zuhöre, Herr Klubobmann Kickl (Abg. Belakowitsch: Na hoffentlich hören Sie zu!), und Bemerkungen fallen wie die Vorbereitung eines Apartheidsystems (Abg. Belakowitsch: Na ist es ja!), diktatorische Zustände (Abg. Rauch: Das ist Ihr Naturell!), wir testen jetzt, weil wir nicht wissen, wohin mit den beschafften Tests – vorhin gab es andere Kolleginnen und Kollegen von Ihnen, die gesagt haben, geimpft wird wegen der Pharmakonzerne, mit denen stecken wir unter einer Decke –, das Ziel am Ende ist sowieso die Zwangsimpfung für die gesamte Bevölkerung (Abg. Belakowitsch: Ja, eh! Jetzt haben wir die Zwangstestung und dann die Zwangsimpfung!), wenn ich all das höre, dann fällt es schwer, jetzt auf jedes einzelne Detail einzugehen.
Abg. Belakowitsch: Was hat das jetzt mit Corona zu tun? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Bevor ich das mache, muss ich mit Ihnen eine Geschichte teilen, an die mich das alles ein Stück weit erinnert hat. Ich möchte den Blick ein bisschen aus Österreich hinaus richten, in die USA. Dort gab es vor einigen Jahren immer wieder Behauptungen, es gebe im Team von Hillary Clinton Kinder, die missbraucht würden, und absurde Theorien von Verbrechen - - (Abg. Belakowitsch: Was hat das jetzt mit Corona zu tun? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Hören Sie mir einmal ganz kurz zu! Ich habe Ihnen zugehört, geben Sie mir die Chance, ganz kurz zu replizieren! Ich verspreche Ihnen, ich werde die Redezeit nicht überschreiten. (Abg. Martin Graf: Märchen sind verboten!)
Abg. Belakowitsch: Das tun Sie ja! – Abg. Rauch: Das ist richtig! – Abg. Kickl: Das steht in Ihrem Strategiepapier!
Sie haben gesagt, die Bundesregierung schüre Ängste. (Abg. Belakowitsch: Das tun Sie ja! – Abg. Rauch: Das ist richtig! – Abg. Kickl: Das steht in Ihrem Strategiepapier!) Ich kann Ihnen nur sagen, das Virus ist real. Ich habe zu Beginn des Jahres den Satz gesagt: Ich hoffe nicht, dass es so weit kommt, aber ich glaube, es wird am Ende jeder jemanden kennen, der an Corona gestorben ist. (Abg. Belakowitsch: Das haben Sie nicht gesagt! Das haben Sie nicht gesagt! – Abg. Kickl: Das ist jetzt Geschichtsverfälschung!) Wir wissen mittlerweile, dass wir über 5 000 Tote haben. Ich persönlich kenne jemanden, der an Corona gestorben ist, und ich kann Ihnen nur sagen: Bitte hören
Abg. Belakowitsch: Das haben Sie nicht gesagt! Das haben Sie nicht gesagt! – Abg. Kickl: Das ist jetzt Geschichtsverfälschung!
Sie haben gesagt, die Bundesregierung schüre Ängste. (Abg. Belakowitsch: Das tun Sie ja! – Abg. Rauch: Das ist richtig! – Abg. Kickl: Das steht in Ihrem Strategiepapier!) Ich kann Ihnen nur sagen, das Virus ist real. Ich habe zu Beginn des Jahres den Satz gesagt: Ich hoffe nicht, dass es so weit kommt, aber ich glaube, es wird am Ende jeder jemanden kennen, der an Corona gestorben ist. (Abg. Belakowitsch: Das haben Sie nicht gesagt! Das haben Sie nicht gesagt! – Abg. Kickl: Das ist jetzt Geschichtsverfälschung!) Wir wissen mittlerweile, dass wir über 5 000 Tote haben. Ich persönlich kenne jemanden, der an Corona gestorben ist, und ich kann Ihnen nur sagen: Bitte hören
Abg. Kickl: Das hat kein Mensch behauptet! – Abg. Belakowitsch: Bleiben Sie bei der Wahrheit!
Sie auf damit, so zu tun, als gäbe es das Virus nicht! (Abg. Kickl: Das hat kein Mensch behauptet! – Abg. Belakowitsch: Bleiben Sie bei der Wahrheit!) Man ist nicht sonderlich männlich, wenn man keine Maske aufsetzt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.) Man ist nicht sonderlich hart im Nehmen, nur weil man sagt: Mir persönlich kann nichts passieren! (Abg. Brandstätter: Wo war der Schutz der Altersheime? Warum haben wir so viele Tote? – Weil Sie die Menschen in den Altersheimen nicht geschützt haben!) – Jetzt wird Herr Brandstätter zum größten Verteidiger von Herbert Kickl, das ist auch interessant. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Haben wir eh für immer! Das werden wir sowieso für immer haben!
Freiwillig! Freiwillig!) Sie sind gegen Impfungen – ich respektiere auch das. (Abg. Kickl: Freiwillig! Nicht das Wort im Mund umdrehen!) Ich frage mich am Ende des Tages nur: Was ist denn dann das Konzept, wenn Sie die Maßnahmen, die Testungen und die Impfungen ablehnen? Dann kann ja nur das Konzept sein: Corona für immer, bis es sich dreifach durch die Bevölkerung durchgefressen hat! – Das kann doch nicht unser Weg sein! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Haben wir eh für immer! Das werden wir sowieso für immer haben!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Sie haben den Boden aufbereitet!
Und zu guter Letzt, Herr Klubobmann Kickl, nachdem wir auch einmal gemeinsam in diesem Land regiert haben, eine Frage – Sie waren selber in der Regierung –: Glauben Sie wirklich, es ist populär für eine Regierung, den Leuten zu sagen, dass es einen Lockdown gibt? Glauben Sie wirklich, es ist populär für eine Regierung, den Menschen zu sagen, dass sie nicht in den Handel einkaufen gehen dürfen? Glauben Sie wirklich, es ist populär, einem Hotelier zu sagen, dass er sein Hotel nicht aufsperren darf? Glauben Sie wirklich, es ist extrem populär, jungen Menschen zu sagen, dass sie am Abend nicht ausgehen dürfen? Oder glauben Sie, es ist total populär, zu sagen: Es gibt Ausgangsbeschränkungen; wir müssen jetzt festschreiben, wann man das Haus verlassen darf!? Glauben Sie wirklich, dass das populär, angenehm oder wünschenswert ist? (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Sie haben den Boden aufbereitet!) Daher meine letzte Frage an Sie: Was hätten wir denn von all diesen Maßnahmen? (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Was bringt denn das einer Regierung, das zu tun, wenn es nicht absolut notwendig ist und diese Maßnahmen gesetzt werden müssen? (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Sie haben sie ja verschlafen! – Widerspruch bei der FPÖ. – Abg. Kickl: Wissen Sie das?
Daher abschließend: Herr Klubobmann, ich respektiere Ihre Kritik. Ich kann nur dazusagen: Ich weiß genau – denn das kann ich antizipieren –, sie wird immer stattfinden, egal was wir tun. Wenn wir Maßnahmen setzen, dann sind die Maßnahmen falsch, wenn wir keine Maßnahmen setzen, dann haben wir verschlafen, wie die Situation ist, und sind schuld daran, dass die Ansteckungszahlen steigen. (Abg. Belakowitsch: Sie haben sie ja verschlafen! – Widerspruch bei der FPÖ. – Abg. Kickl: Wissen Sie das?) – Ich kenne Sie mittlerweile gut genug, Herr Klubobmann. (Heiterkeit des Redners. – Abg. Kickl: Das glaube ich nicht! – Heiterkeit bei der FPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Insofern darf ich abschließend dafür plädieren, dass wir eine etwas sachlichere Form der Auseinandersetzung führen. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es ist total legitim, zu argumentieren, dass Frau Schmid von der Ampelkommission der Meinung sei, dass Schulschließungen nicht notwendig sind. (Zwischenruf des Abg. Kassegger.) Es ist aber genauso legitim, der Leopoldina und Herrn Prof. Drosten zu vertrauen, dass Schulschließungen genauso einen Effekt haben wie andere Schritte, die gesetzt werden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es ist absolut legitim, wenn Sie sich gegen die Schließung des Handels aussprechen, es ist aber genauso legitim, wenn man sagt, ein Lockdown funktioniert eben nur, wenn er möglichst breite Bereiche des Lebens erfasst. (Abg. Hafenecker: Dann kann ich ja gleich der Angela Merkel ...!) Es ist absolut legitim, gegen Maßnahmen einzutreten, aber seien Sie so fair und sagen Sie dann auch dazu, dass das automatisch immer auch mit höheren Ansteckungszahlen Hand in Hand geht!
Abg. Belakowitsch: ... Respekt! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Insofern würde ich mir wünschen, dass die Debatte etwas respektvoller geführt wird (Abg. Belakowitsch: ... Respekt! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), dass sie von unterschiedlichen wissenschaftlichen Thesen getragen ist, denn es gibt mittlerweile Experten, die in die unterschiedlichsten Richtungen argumentieren, und ich würde Sie bitten, dass man vielleicht mit der einen oder anderen Verschwörungstheorie, mit der einen oder anderen Unterstellung etwas behutsamer umgeht. (Abg. Amesbauer: Die einzige Verschwörungstheorie ...! Sie haben jetzt ...! – Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Herr Kickl, ich habe Ihre Dringliche Anfrage auch deshalb mit einem gewissen literaturwissenschaftlichen Interesse gelesen, weil sie voller Mutmaßungen, voller Fakenews, Polemik und falscher Behauptungen ist. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es handelt sich hierbei, wenn man in der literaturwissenschaftlichen Diktion bleiben möchte, um ein fiktionales Werk, ein frei erfundenes Werk, das mit der Realität kaum etwas zu tun hat.
Abg. Belakowitsch: Wie denn?!
Was noch zum Kerngeschäft Ihrer – unter Anführungszeichen – „Einzelfall“-Partei gehört, ist Inkompetenz; das haben Sie als Schlimaz, als schlechtester Innenminister aller Zeiten, bewiesen. (Heiterkeit und Beifall bei Grünen und ÖVP.) Wir erinnern uns exemplarisch an die BVT-Affäre. Inkompetenz hat aber auch FPÖ-Gesundheitsministerin Hartinger-Klein in ihrer Amtszeit an den Tag gelegt. Sie erinnern sich, das war jene – unter Anführungszeichen – „Sozialministerin“ der FPÖ, die gemeint hat, dass man von 150 Euro im Monat leben kann. Gut, dass wir jetzt einen Sozialminister haben – der gerade wieder in den Saal zurückgekommen ist –, dem es ein ehrliches Anliegen ist und für den es oberste Priorität hat, zu verhindern, dass aus dieser Gesundheitskrise eine soziale Krise wird! (Abg. Belakowitsch: Wie denn?!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Beate Hartinger-Klein war auch jene Gesundheitsministerin, die die Generaldirektion für öffentliche Gesundheit abgeschafft hat. Das ist eine für die österreichische Gesundheit im österreichischen Gesundheitssystem zentrale Stelle, die im Fall von Seuchen, im Fall von Pandemien, von Epidemien Strategien entwickelt, um die Ausbreitung dieser Seuchen einzudämmen. Diese zentrale Stelle hat Ihre Parteikollegin abgeschafft (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), die zuständige Sektion ist zerschlagen worden. Wäre die Ministerin so drauf gewesen, dass sie ihr Ressort nicht offensichtlich parteipolitisch motiviert geführt hätte, hätte diese Stelle jedenfalls weiterhin bestehen müssen. Das hätte uns vor allem auch in der Anfangsphase der Epidemiebekämpfung einen sehr großen Vorteil verschafft. (Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Beifall bei NEOS und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich sage Ihnen etwas: Ich habe sicher noch welche vergessen, aber ich wusste bei keiner einzigen Impfung, was da drinnen ist, weil ich Vertrauen in Menschen habe, die vom Fach sind, weil ich überzeugt davon bin, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass Ärztinnen und Ärzte wissen, was sie machen (Abg. Kickl: Ich habe auch nicht gefragt, was drinnen ist, ich habe gefragt, was es bewirkt! Sie waren ja dabei!), und wissen, dass Impfungen, wenn sie entsprechend getestet sind, auch ungefährlich sind. (Beifall bei NEOS und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Dafür ist die Impfung nicht geeignet, Herr Kollege!
Ein letztes Argument – weil ich vorhin den Zwischenruf von Kollegen Wurm gehört habe: Es darf sich eh jeder impfen lassen! –: Das ist richtig, und ich bin auch überzeugt davon, dass es nichts bringt, da Zwang anzuwenden, aber der Punkt ist: Es geht nicht darum, ob ich mich impfen lasse. Schauen Sie, ich bin noch vergleichsweise jung, bin halbwegs gesund. Der Punkt ist: Es geht da nicht um mich, es geht darum, dass ich mich impfen lasse, damit ich andere Menschen, die nicht die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen – weil sie beispielsweise besondere Allergien haben, weil sie eine Vorerkrankung haben, weswegen das nicht geht –, nicht anstecken kann. (Abg. Belakowitsch: Dafür ist die Impfung nicht geeignet, Herr Kollege!) Wir brauchen die Herdenimmunität, dazu braucht es eine gewisse Durchimpfungsrate, und das geht nur, wenn so viele wie möglich dabei mitmachen – und da wünsche ich mir, dass die Bevölkerung da auch entsprechend mittut. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen. – Abg. Kickl: Das wissen Sie schon, dass die Impfung diese Funktion nicht erfüllt!?)
Abg. Belakowitsch: Symptomlose ...!
Ja was ist denn das für eine Haltung? – Das ist nämlich die eigentliche Weihnachtsbombe! Die Weihnachtsbombe sind nicht irgendwelche Maßnahmen, sondern dass ein Freiheitlicher unter dem Christbaum sitzt und seine Verwandten ansteckt, die dann nur noch kurz die Weihnachtsfreude genießen können und dann ganz andere Dinge erleben werden (Beifall bei der ÖVP) – das ist nämlich die Superspreaderbombe. (Abg. Belakowitsch: Symptomlose ...!)
Abg. Belakowitsch: Zwang! Zwang! – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Deimek.
Das, liebe freiheitliche Kollegen, ist egoistisch, diese Haltung ist egoistisch. Im Titel dieser Dringlichen Anfrage heute gibt es die Gegenüberstellung von Freiheit und Massentests. Vielleicht muss man aber etwas anderes gegenüberstellen, nämlich den Freiheitsbegriff auf solidarischer Basis und jenen auf egoistischer Basis. (Zwischenruf des Abg. Deimek.) Ihr Freiheitsbegriff, der sagt: Ich will meine Freiheit, und alle anderen sind mir egal!, und ihre Maskenverweigerung sind Beispiele für Letzteren, aber auch Ihre Empörung darüber, dass man Anreize setzt, damit die Menschen zu den Testungen gehen, ist ein Beispiel für den Freiheitsbegriff auf egoistischer Basis. (Abg. Belakowitsch: Zwang! Zwang! – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Deimek.)
Abg. Belakowitsch: Ich hab kein Bild vorgelegt!
Frau Kollegin Belakowitsch hat uns letztens ein Bild gezeigt, auf dem scheinbar Vertreter der ÖVP auf einem Fest zu sehen sind und die Maßnahmen allen egal sind – und dann sind wir draufgekommen, das Bild ist ja von Weihnachten 2019! Frau Kollegin Belakowitsch, das hätten Sie anhand der Weihnachtspullover auch im Mai, als Sie das vorgelegt haben, sehen können. (Abg. Belakowitsch: Ich hab kein Bild vorgelegt!)
Abg. Belakowitsch: Eh!
Also, Kollegin Fürst – Sie sind Oberösterreicherin –, reden Sie einmal mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im KUK, im Welser Krankenhaus, fragen Sie im Krankenhaus Braunau nach und, und, und! Fragen Sie überall dort nach, wo Coronastationen sind! Reden Sie mit den Pflegerinnen und Pflegern! Wenn Sie das wirklich getan hätten, wie Sie gerade behauptet haben, dann wüssten Sie auch, wie es sich dort wirklich abgespielt hat. Nicht einfach sich hier hinstellen und sagen: Na ja, das ist ja eh normal! (Abg. Belakowitsch: Eh!) Entschuldigung, aber ich finde es nicht normal. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das ist in einer Intensivstation tatsächlich normal!
Zum Zweiten, auch eine wichtige Zahl: Heute ist von Frau Abgeordneter Fürst so salopp gesagt worden: Na ja, eine Grippe, das gibt es doch, und in den Krankenhäusern herrscht eine ganz normale Situation. – Frau Abgeordnete Fürst, das haben schon meine Vorredner gesagt: Ich lade Sie wirklich ein, sprechen Sie mit dem Pflegepersonal in den Intensivstationen! Ich persönlich habe einen guten Freund, der Bürgermeister einer kleinen Landgemeinde und selber Pfleger auf einer Intensivstation ist. Der sagte vorige Woche zu mir: Andreas, du kannst dir nicht vorstellen, wie es bei uns zugeht. Bei uns sterben täglich Menschen. – Dann so salopp zu sagen: Na ja, okay, das ist eine normale Situation!, halte ich tatsächlich für unverantwortlich. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das ist in einer Intensivstation tatsächlich normal!)
Abg. Belakowitsch: Ja, eh!
Zu Frau Kollegin Belakowitsch, die uns, die ÖVP, in ihrer Rede dazu aufgefordert hat, dass wir doch spenden mögen: Frau Kollegin Belakowitsch, wir haben das heuer gemacht. (Abg. Belakowitsch: Ja, eh!) 150 000 Euro haben wir im ÖVP-Klub – unter allen Abgeordneten, allen Bundesräten und allen EU-Abgeordneten – zusammengesammelt, und wir haben je 25 000 Euro für sechs ganz, ganz wichtige und maßgebliche Projekte gespendet: für Lerncafés der Caritas, in denen jungen Menschen, die gerade jetzt Unterstützung beim Lernen brauchen, geholfen wird, für die Lebenshilfe, für das St.-Anna-Kinderspital, für das Hilfswerk, für das Rote Kreuz und für die St.-Elisabeth-Stiftung, die jungen Frauen in Not – sowohl Schwangeren als auch Alleinerziehenden – mit finanzieller Unterstützung hilft.
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abgeordneten Deimek und Kassegger. – Abg. Belakowitsch: Das nennt man Demokratie! – Abg. Kickl: Ich freu mich schon auf den Tag, wo das ... zurückschlägt!
Sie tun genau das Gegenteil. Als parlamentarischer Arm der Coronaleugner und Aluhutträger beschränken sich Ihre konstruktiven Beiträge zur Covid-Bekämpfung darauf, Taferln in die Luft zu halten und den Coronatest ins Colaglas zu strecken. So schaut’s aus! (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abgeordneten Deimek und Kassegger. – Abg. Belakowitsch: Das nennt man Demokratie! – Abg. Kickl: Ich freu mich schon auf den Tag, wo das ... zurückschlägt!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Gute Politik ist, Unpopuläres, aber Notwendiges populär zu machen. Da gäbe es im Moment, bitte, so einiges (weitere Zwischenrufe bei der FPÖ – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen): zum Beispiel die Bitte an die Bevölkerung, sich trotz der großen Versuchung über die Feiertage bitte, bitte an die Maßnahmen zu halten; rauszugehen und jeden Einzelnen draußen davon zu überzeugen, dass die Impfung der einzige Weg ist, das Virus auszurotten (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch); rauszugehen und darum zu kämpfen, dass die Menschen die Testmöglichkeiten in Anspruch nehmen. – Die Liste ist so lang, es gäbe so viel zu tun!
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Und noch einmal: Gute Politik ist, Unpopuläres, aber Notwendiges populär zu machen – und eben nicht, auf den nächsten Populismuszug aufzuspringen, meine Damen und Herren! (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Lassen Sie mich als letzte Rednerin in diesem Jahr und als letzte Rednerin unserer Fraktion zum Abschluss sagen: Es war ein unglaublich anstrengendes Jahr, vor allem für die Österreicherinnen und Österreicher. (Abg. Deimek: Das sind Hasstiraden!) Es war auch für uns ein unglaublich anstrengendes Jahr. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir stecken inmitten einer Pandemie, und ich befürchte, das nächste Jahr wird nicht weniger anstrengend. (Abg. Kickl: Die ÖVP lacht Sie aus für Ihre Rede!)
Sitzung Nr. 76
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Herr Abgeordneter, ich nehme keinen Einfluss, und Sie sollten die Geschäftsordnung kennen! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Schauen wir nach Israel! Sie kennen die Erfolgsgeschichte und die Zahlen aus Israel. Israel hat gezeigt, dass man innerhalb einer Woche 1 Million Menschen impfen kann (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) – mit einer guten Vorbereitung, mit einer klaren
Abg. Belakowitsch: Schulen aufsperren!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich hoffe sehr, dass wir morgen einen weiteren Schritt in diese Richtung gehen, indem Berufsgruppentestungen ermöglicht werden und indem auch Zugangstestungen ermöglicht werden. (Abg. Wurm: Dass der Lockdown beendet wird!) Die Frau Klubobfrau lächelt. Ich hoffe sehr, dass wir da zu einem gemeinsamen guten Ergebnis kommen, weil das Ziel entscheidend ist (Abg. Wurm: Den Lockdown zu beenden ist das Ziel!), dass wir die Testungen weiter ausweiten können und dass wir asymptomatische Personen aus dem Infektionszyklus herausholen können. (Abg. Belakowitsch: Schulen aufsperren!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Die britische Regierung hat am 21. Dezember die ersten großen Forschungsergebnisse zu diesem Virus präsentiert. Wir haben am Tag danach mit entsprechenden Landeverboten für Fluggeräte, für Flugverkehr aus Großbritannien (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und dann auch aus Südafrika reagiert.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Kommen wir aber zum eigentlichen Thema. Ich weiß nicht, ob Sie es wissen, der Minister hat von 52 925 Personen gesprochen, die bis dato geimpft wurden, in der Zwischenzeit stehen wir bei 58 248, das sagt zumindest das Coronaschutzimpfungsdashboard des Gesundheitsministeriums. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Also das heißt, von gestern auf heute wurden zusätzlich 6 000 Personen geimpft, das heißt, wir sind also mittendrin statt nur dabei. (Ruf bei der FPÖ: ... nervös!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Kommen wir aber zum eigentlichen Thema zurück. Sie schreiben ja auch, dass es angeblich momentan ein Chaos gibt, und ziehen, der Minister hat es ja schon erwähnt, da ja im Endeffekt auch immer die Schlüsse aus den Tagen rund um den 30.12. oder um den 31.12. herum. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) In der Zwischenzeit hat sich die Situation schon ein bisschen verändert. Wir haben eine Impfstrategie, die es ja schon seit Wochen gibt, die seit Wochen auf der Webseite des Ministeriums zu lesen ist (Zwischenruf des Abg. Matznetter), eine Impfstrategie, die auch mit den Stakeholdern akkordiert ist – wobei alle Seiten von Anfang an eingebunden waren – und die bekannt ist. Diese Strategie wird jetzt sukzessive umgesetzt, und da ist es eben nicht so, wie Sie in Ihrer Anfrage schreiben, dass die Bundesländer dann plötzlich das Ruder übernommen hätten, sondern die waren ja von Haus aus in diese Impfstrategie mit eingeplant. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Wenn man es sich nämlich genau durchliest – da muss man halt das ganze PDF durchlesen und durchschauen –, wird man erkennen, dass die von vornherein Teil dieser Impfstrategie waren. Warum? – Weil auch unser österreichisches Gesundheitssystem föderal aufgestellt ist.
Abg. Kickl: Schweinegrippeimpfung! Auch ein Meilenstein! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Impfen schützt die Gesundheit, Impfen wird uns hoffentlich auch davor bewahren, dass die Arbeitslosigkeit noch mehr steigt, es wird unsere Wirtschaft hoffentlich auch davor bewahren, noch mehr sozusagen in den Abgrund zu rutschen, und es rettet natürlich auch Leben. Das hat es in der Vergangenheit schon oft gegeben, es wurden die Errungenschaften und Leistungen der Wissenschaft angesprochen, auf die unsere Gesellschaft aufbaut, wenn wir an die Pocken denken, die ausgerottet wurden. Es wurde Polio angesprochen – ich kann mir das gar nicht vorstellen, dass, wenn man sich Dokumentationen dazu anschaut, Eltern Angst hatten, ihre Kinder auf Kinderspielplätzen spielen zu lassen (Abg. Kickl: Schweinegrippeimpfung! Auch ein Meilenstein! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), weil das einfach so gefährlich war. Oder auch HPV, wo zumindest für mich die Impfung leider ein bisschen zu spät gekommen ist, die bekanntlich ja dann auch zu Gebärmutterhalskrebs führen können, da hatte ich auch schon einmal einen Verdachtsfall.
Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Sie haben auch ein bisschen eine Themenverfehlung begangen, denn Sie haben heute darüber schwadroniert, was passiert, wenn es eine Impfpflicht gibt. Wir reden heute darüber, dass wir zu wenig Impfstoffe und zu wenig rasch Impfstoffe im Land haben, dass die, die sich impfen lassen wollen, überhaupt geimpft werden können. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Jetzt mag jemand sagen: 44 000, was ist das schon? Es gibt auch ganz seltene Ereignisse. – Mittlerweile sind weltweit schon fast 30 Millionen Menschen geimpft worden (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) – glücklicherweise 57 000 davon in Österreich –, sodass man sagen kann, die Erfahrung wird immer breiter. Und wir können damit sicher sagen, wir sind auf einem guten Weg.
Abg. Belakowitsch: Das können wir noch gar nicht!
Wie wirksam sind die Impfungen? (Abg. Belakowitsch: Das können wir noch gar nicht!) Die beiden jetzt zugelassenen Impfstoffe schützen zu etwa 95 Prozent vor einer Covid-19-Erkrankung (Abg. Belakowitsch: Zwischen 70 und ... Prozent!), vor einer schweren Erkrankung sogar zu einem noch höheren Prozentsatz.
Abg. Belakowitsch: Zwischen 70 und ... Prozent!
Wie wirksam sind die Impfungen? (Abg. Belakowitsch: Das können wir noch gar nicht!) Die beiden jetzt zugelassenen Impfstoffe schützen zu etwa 95 Prozent vor einer Covid-19-Erkrankung (Abg. Belakowitsch: Zwischen 70 und ... Prozent!), vor einer schweren Erkrankung sogar zu einem noch höheren Prozentsatz.
Abg. Belakowitsch: Die Zahlen steigen!
Zahlen. (Abg. Belakowitsch: Die Zahlen steigen!) Wenn man wirklich weiß, wie das mit den Impfungen im Zeitablauf der Infektionen ist, dann ist einmal völlig klar: Der erste, relative Schutz ist etwa zehn Tage nach der Erstimpfung (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) gegeben, wirklich greift der Impfschutz dann ein bis zwei Wochen nach der Zweitimpfung.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Zahlen. (Abg. Belakowitsch: Die Zahlen steigen!) Wenn man wirklich weiß, wie das mit den Impfungen im Zeitablauf der Infektionen ist, dann ist einmal völlig klar: Der erste, relative Schutz ist etwa zehn Tage nach der Erstimpfung (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) gegeben, wirklich greift der Impfschutz dann ein bis zwei Wochen nach der Zweitimpfung.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Was wir aber jetzt schon sehen können: Mit der klaren Impfstrategie – Bewohner von Altenheimen, Risikopatienten und Hochbetagte zuerst zu impfen – werden wir in den nächsten Monaten als Erstes einen Rückgang bei den Todesereignissen sehen. Das ist ein ganz wesentlicher Punkt. Genau diesen Schutz der Risikogruppen, der so wichtig ist und der bei der körpernahen Dienstleistung Pflege (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) nie hundertprozentig funktioniert, schaffen wir jetzt mit der Impfung. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Das haben wir ja gesagt!
Es sagt sich so leicht: Warum geht es so langsam? Warum wird nicht schneller geimpft? – Um es mit den Worten dieses Herrn (ein Bild in die Höhe haltend) – das ist Dr. Christoph Wenisch, und das ist doch ein Experte – zu sagen: So einfach wie im Supermarkt ist es nicht, dass man einfach ruft: Bitte zweite Kassa aufmachen! Leider ist es nicht so einfach, denn hinter den Impfungen stecken enorme Vorbereitungsarbeiten. (Abg. Belakowitsch: Das haben wir ja gesagt!) Angefangen von logistischen Herausforderungen wie Transport, Lagerung und Kühlung braucht es dann noch weitere Vorbereitungen. Wir wissen, wie das in Österreich mit den Bundesländern ist, vieles muss auch bundesländerübergreifend koordiniert werden.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Es ist normal, dass Klubobmann Kickl hier heraußen steht und die Leute gerne in Panik versetzt, Sie leisten allerdings auch Ihren Beitrag dazu: Wenn Sie ins Fernsehen gehen und sagen: Das am 27.12. war ein Probeimpfen! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), dann müssen sich die Menschen ja wie Versuchskaninchen vorkommen. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Anschober.) – Probeimpfen!
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wir hatten da eine Pilotphase, sagt der Gesundheitsminister (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), eine Pilotphase, um zu schauen, welche Nebenwirkungen es gibt. – Bitte, Sie hätten statt solch eines Unfugs den Menschen sagen müssen: Diese Impfstoffe sind von sämtlichen internationalen Behörden und darüber hinaus von der Ages bestens überprüft worden, und sie sind natürlich sicher. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Belakowitsch: Ja, aber auch keines, wo die Regierung alles falsch macht! Wo ist denn euer Kanzler?
Es ist natürlich eine extrem schwierige Situation, und es wird auch kein Land auf dieser Erde geben, wo die Regierung immer alles richtig macht (Abg. Belakowitsch: Ja, aber auch keines, wo die Regierung alles falsch macht! Wo ist denn euer Kanzler?), aber ich weiß, dass die österreichische Bundesregierung sehr viel richtig gemacht hat, um diese Pandemie bestmöglich bewältigen zu können. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es ist natürlich eine extrem schwierige Situation, und es wird auch kein Land auf dieser Erde geben, wo die Regierung immer alles richtig macht (Abg. Belakowitsch: Ja, aber auch keines, wo die Regierung alles falsch macht! Wo ist denn euer Kanzler?), aber ich weiß, dass die österreichische Bundesregierung sehr viel richtig gemacht hat, um diese Pandemie bestmöglich bewältigen zu können. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Wurm. – Abg. Belakowitsch: Woher wissen Sie das? Woher wissen Sie das? Woher wissen Sie das? – Sie wissen es einfach, weil Sie es behaupten!
Vergangene Woche wurde mir von einem Unternehmer eine Tabelle übermittelt, die mich wirklich schockierte, eine Tabelle (einen Ausdruck in die Höhe haltend), Ersteller unbekannt, mit dem Titel „Sterblichkeit in den verschiedenen Ländern auf Jahressicht“. Die Zahlen stammen offensichtlich vom 13.12. Da ist betreffend Sterblichkeit eine Vermischung der jährlichen Zahlen seit 2012 angeführt. Die Zahlen vom Oktober wurden offensichtlich mit Halbwahrheiten vermischt. Da steht etwas von einer Untersterblichkeit von 7 Prozent, in Deutschland sogar von 10 Prozent, in Italien von 12 Prozent und in Schweden von 4 Prozent. Ich finde das verantwortungslos. Wir wissen alle, dass die Übersterblichkeit bei ungefähr 10 Prozent liegt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Wurm. – Abg. Belakowitsch: Woher wissen Sie das? Woher wissen Sie das? Woher wissen Sie das? – Sie wissen es einfach, weil Sie es behaupten!)
Abg. Belakowitsch: Ehrlich? Wer?
Zur FPÖ möchte ich schon auch ein paar Worte sagen. (Abg. Rauch: Ihre Redezeit ist vorbei, Herr Klubobmann! Ich glaube, Ihre Redezeit ist vorbei, Herr Klubobmann!) Es gibt – das möchte ich von vorneherein sagen – in der FPÖ nach wie vor konstruktive Kräfte. (Abg. Belakowitsch: Ehrlich? Wer?) Es gibt auch Gemeinderäte bei euch, die mit Hausverstand und Sachverstand an diese Pandemiebewältigung herangehen. Das möchte ich einmal betonen. Das kenne ich aus meiner eigenen Gemeinde, das wissen wir auch aus unseren Wahlkreisen, aber es gibt auch Kickl. Erstens ist er schon wieder nicht hier. Er hält hier mit Red Bull gestärkt seine Kampfrede, und dann ist er dahin. Wahrscheinlich muss er sich mit Hofer ausmachen, wer jetzt in der Freiheitlichen Partei Parteiobmann ist, weil das ja nicht so klar ersichtlich ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Das geht euch überhaupt nichts an!
Es gibt aber auch in der FPÖ noch konstruktive Kräfte. Ich habe ja letztes Mal schon gesagt, die Kickl-Truppe - - Jetzt ist er wieder da. Also wenn man ihn ruft, dann kommt er ja doch noch in den Plenarsaal und nicht nur zu seiner eigenen Rede. Ich hoffe, ihr habt euch jetzt ausgemacht, wer die Partei in Zukunft leitet. Ob du es bist oder ob Hofer es ist, wissen wir derzeit nicht. (Abg. Belakowitsch: Das geht euch überhaupt nichts an!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Zum Zweiten solltest du vielleicht einmal Klubobmann Mahr aus Oberösterreich zurückrufen. Ich glaube nämlich nicht, dass er sich verwählt hat, sondern der hat schon bewusst die „Oberösterreichischen Nachrichten“ angerufen und hat dich zu Recht kritisiert, als du gleich wieder mit allem, was dir zur Verfügung steht, gegen einen absoluten Experten ausgefahren bist, der jetzt Arbeitsminister in Österreich ist, nämlich gegen Martin Kocher. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Liebe Kolleginnen und Kollegen, die zur Kickl-Truppe gehören! Ich weiß noch nicht genau, wie man euch auseinanderhalten kann, aber jene, die zur Kickl-Truppe gehören! Werdet euch einmal einig! Sagt dann auch die Wahrheit dazu! Was erklärt ihr den Menschen? Wenn wir alle diese Dinge nicht machen dürfen und können (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), dann ist es euch also wurscht, falls die Kapazitätsgrenzen in
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Kickl: Wo? So ein Schmarren! So ein Schmarren! – Abg. Belakowitsch: So ein Blödsinn! Das ist nicht so!
Es ist aber nun einmal vom Infektionsgeschehen abhängig, und es stimmt einfach nicht, dass es in Schulen keine Ansteckungsgefahr gibt. Das ist jetzt auch durch Studien belegt. In den Schulen ist die gleiche Ansteckungsgefahr gegeben wie außerhalb der Schulen oder auch bei Erwachsenen. Es sind nur die Krankheitsverläufe nicht so schwer, weil die jungen Leute das besser aushalten, aber die Ansteckungsgefahr ist die gleiche, und somit verbreitet man auch das Virus und bringt es sozusagen auch nach Hause in die Wohnungen. Es sei auch ein für alle Mal hier gesagt, dass es so ist und nicht anders. Das ist jetzt auch mit Studien belegt. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Kickl: Wo? So ein Schmarren! So ein Schmarren! – Abg. Belakowitsch: So ein Blödsinn! Das ist nicht so!) – Ja, es geht eh schon wieder los. Damit das auch die Zuseherinnen und Zuseher hören: Kickl schreit: „So ein Schmarren!“
Sitzung Nr. 77
Abg. Belakowitsch: Von einem Antrag steht da nix! – Abg. Kickl: Von einem Antrag steht da gar nix!
Abgeordneter Erwin Angerer (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich muss mich jetzt noch einmal zu Wort melden, denn soweit ich in § 59 der Geschäftsordnung lese, steht unter Absatz 2: „Meldet sich ein Abgeordneter, ohne einen Antrag zu stellen, zur Geschäftsbehandlung zum Wort, so ist der Präsident berechtigt, ihm das Wort erst am Schlusse der Sitzung zu erteilen.“ (Abg. Belakowitsch: Von einem Antrag steht da nix! – Abg. Kickl: Von einem Antrag steht da gar nix!)
Abg. Belakowitsch: Vielleicht lesen Sie einmal die Geschäftsordnung!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Lesen Sie die nächsten Absätze! (Abg. Belakowitsch: Vielleicht lesen Sie einmal die Geschäftsordnung!)
Abg. Belakowitsch: Das haben Sie vor einem Jahr auch schon gesagt! – Abg. Kickl: Sie werden gar nicht mehr fertig mit dem Auferstehen!
Es ist also klar, dass uns die akute Pandemie noch monatelang beschäftigen wird, aber wie schon im Sommer angesprochen: Es gibt Licht am Ende des Tunnels (Abg. Amesbauer: Das haben Sie voriges Jahr schon gesagt!), durch die Impfung werden wir in Richtung Sommer mehr und mehr zur Normalität zurückkehren können. (Abg. Belakowitsch: Das haben Sie vor einem Jahr auch schon gesagt! – Abg. Kickl: Sie werden gar nicht mehr fertig mit dem Auferstehen!)
Abg. Belakowitsch: Welche Arbeit?
Ich möchte mich an dieser Stelle beim gesamten Regierungsteam, insbesondere aber bei Christine Aschbacher, die aus der Regierungsmannschaft ausgeschieden ist, für ihre Arbeit (Abg. Belakowitsch: Welche Arbeit?), für ihren wirklich unermüdlichen Einsatz im letzten Jahr bedanken. Ich kann nur sagen, ich bin der festen Auffassung, dass, wenn Vorwürfe gegen Menschen erhoben werden, öffentlich werden, ganz gleich ob gegen Politiker oder andere, jeder immer ein faires Verfahren verdient hat. Ich respektiere aber ihre Entscheidung, ihr Amt sofort zurückzulegen, auch um ihre Familie zu schützen. Ich danke ihr für ihre Arbeit und wünsche ihr für ihren weiteren Werdegang alles Gute. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Was?! – Beifall bei Grünen und ÖVP.
Apropos Kollege: Ja, auch bei aller Kritik, die jetzt auf Christine Aschbacher einprasselt – ich will das gar nicht bewerten (Abg. Kickl: Was würde der Anstand sagen?) –, möchte ich, weil es so war und weil es aus meiner Sicht der Wahrheit entspricht, Christine Aschbacher ausdrücklich für die Zusammenarbeit danken. Die Zusammenarbeit war nämlich eine sehr gute, es bestand mit ihr – und mit ihrem Kabinett, auch das darf hier einmal erwähnt werden – eine wirklich gute Austauschbasis, und es ist auch sehr viel gelungen! (Abg. Belakowitsch: Was?! – Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Das hat mit Digitalisierung, mit Ökologisierung und da und dort auch wieder zunehmend mit Regionalisierung zu tun; und genau in diesen drei Schritten wollen wir das machen: ökologisieren, digitalisieren, regionalisieren. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) Das führt zur regionalen Wertschöpfung, und das führt wiederum nicht nur zur Sicherung bestehender Arbeitsplätze, sondern wird auch zur Schaffung neuer beitragen. So sehen wir das und so werden wir das auch weiter angehen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) In diesem Bereich sind 100 000 Jobs und mehr drinnen, das wissen wir ja aus allen Studien. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das hat mit Digitalisierung, mit Ökologisierung und da und dort auch wieder zunehmend mit Regionalisierung zu tun; und genau in diesen drei Schritten wollen wir das machen: ökologisieren, digitalisieren, regionalisieren. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) Das führt zur regionalen Wertschöpfung, und das führt wiederum nicht nur zur Sicherung bestehender Arbeitsplätze, sondern wird auch zur Schaffung neuer beitragen. So sehen wir das und so werden wir das auch weiter angehen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) In diesem Bereich sind 100 000 Jobs und mehr drinnen, das wissen wir ja aus allen Studien. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Abschließend zur Struktur der Arbeitslosigkeit: Das wird natürlich nicht einfach. Ich habe ja mit Freude vernommen, dass auch bezüglich der Langzeitarbeitslosigkeit Neues gedacht und angegangen wird. Das ist sicher keine leichte Aufgabe – mit Sicherheit nicht (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) –, aber das Problembewusstsein und die Lösungskompetenz sind vollständig vorhanden, und so gehören die Dinge zusammen.
Abg. Leichtfried: Nicht wider besseres Wissen ...! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Abgeordnete Dipl.-Kffr. (FH) Elisabeth Pfurtscheller (ÖVP): Herr Präsident! Herr Kollege Leichtfried hat wider besseres Wissen behauptet (Abg. Leichtfried: Nicht wider besseres Wissen ...! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), dass Frauenministerin Raab im letzten Jahr nichts für die Frauen getan hat.
Abg. Belakowitsch: Oh, der Kollege Wöginger!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Klubobmann Wöginger. – Bitte. (Abg. Belakowitsch: Oh, der Kollege Wöginger!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Lieber Kollege Leichtfried, du hättest vielleicht Kollegen Muchitsch herausschicken sollen, der würde sich wenigstens in der Arbeits- und Sozialpolitik auskennen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Leichtfried: Der kommt noch!) Christine Aschbacher war nämlich dafür verantwortlich, dass durch die Kurzarbeit über 1,3 Millionen Menschen die Jobs behalten konnten und bei Weitem höhere Einkommen gesichert waren, als dass durch Arbeitslosigkeit möglich gewesen wäre. (Zwischenruf des Abg. Leichtfried.) Wir haben zwei Mal an alle arbeitslosen Menschen Einmalzahlungen ausgegeben. Wir haben das ganze Jahr 2020 über das Niveau des Arbeitslosengeldes auch für Notstandshilfebezieherinnen und -bezieher aufrechterhalten. Wir haben das Personal des AMS um 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ergänzt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Bei der FPÖ weiß man es nicht so genau. Kickl hat es nicht getan; Herwig Mahr, sein Klubobmann in Oberösterreich, hat es schon getan. Ich weiß nicht, ob ihr schon miteinander telefoniert habt, es würde nicht schaden. (Abg. Kickl: Frust-Gust!) Jedenfalls halte ich als Oberösterreicher es mit der oberösterreichischen FPÖ (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), die in Oberösterreich mit uns in einem Regierungsübereinkommen steht. Das ist anscheinend noch eine Partei, die versteht, wie man Verantwortung wahrnimmt, und nicht nur wild um sich schlägt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Wann wird die sein? – Zwischenruf des Abg. Wurm.
Darum sind wir dafür, den Arbeitsmarkt zu gestalten und nicht die Arbeitslosigkeit zu verwalten. Da haben wir nun mit unserem neuen Arbeitsminister Dr. Martin Kocher einen ausgewiesenen Experten, der internationale Erfahrung und langjährige wissenschaftliche Kompetenz und Expertise mitbringt. Der Minister hat bereits anklingen lassen, dass es neben dem vollen Einsatz für die Maßnahmenbündel zur Unterstützung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes auch bereits jetzt um eine Vorbereitung auf die Zeit nach der Pandemie geht. (Abg. Belakowitsch: Wann wird die sein? – Zwischenruf des Abg. Wurm.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Nächster Redner: Herr Abgeordneter Muchitsch. – Bitte. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Sie missbrauchen die Ängste und Sorgen der Bevölkerung (Abg. Kickl: So jung und so unkritisch!), Sie schädigen nachhaltig das Vertrauen in die Wissenschaft (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und damit verunsichern Sie, damit treiben Sie bewusst einen Keil zwischen die österreichische Bevölkerung. (Abg. Belakowitsch: Wer sind Sie überhaupt? – Abg. Kickl: ... Happy Nature!)
Abg. Belakowitsch: Wer sind Sie überhaupt? – Abg. Kickl: ... Happy Nature!
Sie missbrauchen die Ängste und Sorgen der Bevölkerung (Abg. Kickl: So jung und so unkritisch!), Sie schädigen nachhaltig das Vertrauen in die Wissenschaft (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und damit verunsichern Sie, damit treiben Sie bewusst einen Keil zwischen die österreichische Bevölkerung. (Abg. Belakowitsch: Wer sind Sie überhaupt? – Abg. Kickl: ... Happy Nature!)
Abg. Belakowitsch: Bei uns gibt’s keine Parteitaktik!
Aus Parteitaktik (Abg. Belakowitsch: Bei uns gibt’s keine Parteitaktik!) spielen Sie bewusst mit den Ängsten und Sorgen der Bevölkerung, Sie leugnen wissenschaftliche Fakten aufgrund von Youtube-Videos (Abg. Kickl: Gar nicht wahr!) und alternativen Informationen, die Sie daraus gewinnen, und Sie vertrauen in der Pandemiebekämpfung namhaften Coronaleugnern (weiterer Zwischenruf des Abg. Kickl) wie Michael Wendler, Attila Hildmann oder Xavier Naidoo. Das ist absolut nicht wissenschaftlich, was Sie da machen, das verunsichert nur und spaltet die Bevölkerung. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Hauser.)
Abg. Belakowitsch: Es wird immer schneller!
Abgeordneter Philip Kucher (SPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Geschätzte Regierungsmitglieder! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Schade, dass Tourismusministerin Köstinger gerade den Saal verlässt, denn das ist jetzt ein Thema, das für sie sehr, sehr spannend gewesen wäre. (Abg. Belakowitsch: Es wird immer schneller!) – Sie wird immer schneller, und wahrscheinlich leider sogar aus gutem Grund. Wir reden jetzt nämlich über die österreichweite Teststrategie.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Wurm – in Richtung Abg. Haubner –: Bitte klatschen! ...! – Abg. Belakowitsch: Die WHO ...! – Rufe und Gegenrufe zwischen ÖVP und FPÖ.
Zu guter Letzt gibt es noch die Innsbrucker Studie, durchgeführt von Mikrobiologin Lass-Flörl und Günter Weiss. Das sind die Leiter der Inneren Medizin der Medizinischen Universität Innsbruck. Auch sie haben gesagt, Asymptomatische infizieren so gut wie niemanden. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Wurm – in Richtung Abg. Haubner –: Bitte klatschen! ...! – Abg. Belakowitsch: Die WHO ...! – Rufe und Gegenrufe zwischen ÖVP und FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Der ist nicht zugelassen ...!
Abgeordnete Mag. Sibylle Hamann (Grüne): Liebe Frau Präsidentin! Lieber Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen (in Richtung ÖVP und FPÖ), vielleicht kriege ich kurz Ihre Aufmerksamkeit, ich habe Ihnen nämlich etwas mitgebracht. Vielleicht interessiert es auch Sie, Kollegin Belakowitsch! (Die Rednerin hält ein Testkit in die Höhe.) Das ist der neue Schnelltest für die Schulen. (Abg. Belakowitsch: Der ist nicht zugelassen ...!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Fünf Millionen Stück davon sind unterwegs nach Österreich. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie werden morgen hoffentlich in Österreich ankommen, werden über das Wochenende in alle Schulen in diesem Land ausgeliefert (Abg. Belakowitsch: Und die Schulen sind zu!) und werden hoffentlich ab nächstem Montag zur Anwendung kommen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Matznetter und Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Und die Schulen sind zu!
Fünf Millionen Stück davon sind unterwegs nach Österreich. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie werden morgen hoffentlich in Österreich ankommen, werden über das Wochenende in alle Schulen in diesem Land ausgeliefert (Abg. Belakowitsch: Und die Schulen sind zu!) und werden hoffentlich ab nächstem Montag zur Anwendung kommen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Matznetter und Belakowitsch.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Matznetter und Belakowitsch.
Fünf Millionen Stück davon sind unterwegs nach Österreich. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie werden morgen hoffentlich in Österreich ankommen, werden über das Wochenende in alle Schulen in diesem Land ausgeliefert (Abg. Belakowitsch: Und die Schulen sind zu!) und werden hoffentlich ab nächstem Montag zur Anwendung kommen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Matznetter und Belakowitsch.)
Abg. Wurm: Aus China kommen die?! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Dieser Test ist unkompliziert durchzuführen, das ist so einfach wie Nasebohren. (Abg. Wurm: Sind die von Siemens, oder wer hat die produziert?) – Die kommen aus China. (Abg. Wurm: Aus China kommen die?! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Der Test ist schnell, dauert nur wenige Minuten, er ist sehr niederschwellig, man muss nirgendwo hinfahren, und man wird ihn in den Schulen auch gemeinsam durchführen können, als eine Art wöchentliches Ritual, ein- bis zweimal pro Woche. (Abg. Belakowitsch: Der ist nicht zugelassen ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Der ist nicht zugelassen ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Dieser Test ist unkompliziert durchzuführen, das ist so einfach wie Nasebohren. (Abg. Wurm: Sind die von Siemens, oder wer hat die produziert?) – Die kommen aus China. (Abg. Wurm: Aus China kommen die?! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Der Test ist schnell, dauert nur wenige Minuten, er ist sehr niederschwellig, man muss nirgendwo hinfahren, und man wird ihn in den Schulen auch gemeinsam durchführen können, als eine Art wöchentliches Ritual, ein- bis zweimal pro Woche. (Abg. Belakowitsch: Der ist nicht zugelassen ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich habe tatsächlich die Hoffnung, dass es sich bei dieser neuen Art des Testens um einen Gamechanger handelt und dass die Schulen auch für andere Bereiche eine Trendsetterfunktion wahrnehmen können. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ich denke da an die Schulen, die seit Monaten zu sind!
Ich sage auch aus voller Absicht, dass ab nächstem Montag bereits getestet werden kann, denn anders, als viele Leute hier im Raum immer wieder behaupten, sind ja die Bildungseinrichtungen zu einem großen Teil offen. Ich denke da zuerst an die Kindergärten. (Abg. Belakowitsch: Ich denke da an die Schulen, die seit Monaten zu sind!) Sie sind seit Monaten, eigentlich fast seit Beginn der Pandemie, de facto im Vollbetrieb, und die Pädagogen und Pädagoginnen dort leisten extrem wichtige Arbeit. Jetzt bekommen auch sie diese Tests, um mehr Sicherheit für sich haben zu können.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ich denke an die Sonderschulen – sie sind die ganze Zeit über schon im Präsenzunterricht –, wo oft viel Beziehungsarbeit notwendig ist (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), verbunden mit viel Nähe, auch körperlicher Nähe. Auch dort werden die Kinder sowie die Pädagogen und Pädagoginnen diese Tests ab nächster Woche machen können.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
In allen Schulen sind Kinder in Betreuung, 20, 30, 40 Prozent jeden Tag. Es sind Kinder in den Schulen, die die Schule als Lernort brauchen, die dort Sprachpraxis bekommen, zum Beispiel die Kinder der Deutschförderklassen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), Kinder, die dort Förderstunden kriegen, Kinder auch der Oberstufen, die sich auf Prüfungen vorbereiten, die Schularbeiten abhalten (Abg. Belakowitsch: Ohne Unterricht seit den Herbstferien!), in den mittleren und höheren Schulen findet Unterricht in Praxisfächern vor Ort statt – all das jeden Tag auch in Präsenz, und für alle diese Kinder wird es ab nächster Woche die Möglichkeit geben, sich zu testen.
Abg. Belakowitsch: Ohne Unterricht seit den Herbstferien!
In allen Schulen sind Kinder in Betreuung, 20, 30, 40 Prozent jeden Tag. Es sind Kinder in den Schulen, die die Schule als Lernort brauchen, die dort Sprachpraxis bekommen, zum Beispiel die Kinder der Deutschförderklassen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), Kinder, die dort Förderstunden kriegen, Kinder auch der Oberstufen, die sich auf Prüfungen vorbereiten, die Schularbeiten abhalten (Abg. Belakowitsch: Ohne Unterricht seit den Herbstferien!), in den mittleren und höheren Schulen findet Unterricht in Praxisfächern vor Ort statt – all das jeden Tag auch in Präsenz, und für alle diese Kinder wird es ab nächster Woche die Möglichkeit geben, sich zu testen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Warum? – Aus drei Gründen: Der erste ist das subjektive Sicherheitsgefühl. Ich verstehe ja wirklich Lehrkräfte, die sich fürchten, ich verstehe auch Eltern, die sich fürchten, weil man einfach nicht wissen kann, wo überall das Virus ist. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Auch dieser Test gibt natürlich keine Garantie – eine solche kann auch niemand abgeben –, aber er gibt doch mehr Sicherheit als vorher.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Schauen wir jetzt nach Irland: Die Zahlen gehen durch die Decke, das ganze Land muss zusperren. (Abg. Schrangl: ... alles zusperren! Vielleicht liegt’s nicht daran!) Da sieht man einfach, wie schnell es gehen kann, und ich glaube tatsächlich (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), dass wir mithilfe dieser regelmäßigen Tests in den Schulen einen Einblick in das regionale und überregionale Infektionsgeschehen bekommen.
Abg. Belakowitsch: Bei der Regierung!
Abgeordneter Dr. Werner Saxinger, MSc (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Damen und Herren! Es gibt ein Sprichwort: Mir geht das Geimpfte auf! – Das passt sehr gut, und es ist mir in den letzten Tagen auch oft aufgegangen. (Abg. Belakowitsch: Bei der Regierung!) Wir leiden seit Monaten unter dieser Pandemie mit unendlichen Folgen wie Toten, Erkrankten, Leid, gesundheitspolitischen, ökonomischen und auch gesellschaftspolitischen Katastrophen. Jetzt gibt es die Impfung – welch Segen! –, und was machen manche, vor allem auch eine Partei? – Sie lehnen auch die Impfung ab. Sie lehnen einfach alles ab: Sie wollen keine Tests, sie wollen keine Impfung. (Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja nicht, was reden Sie da?) Sie wollen nur dagegen sein, polarisieren, radikalisieren. (Abg. Belakowitsch: Können Sie nicht zuhören?)
Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja nicht, was reden Sie da?
Abgeordneter Dr. Werner Saxinger, MSc (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Damen und Herren! Es gibt ein Sprichwort: Mir geht das Geimpfte auf! – Das passt sehr gut, und es ist mir in den letzten Tagen auch oft aufgegangen. (Abg. Belakowitsch: Bei der Regierung!) Wir leiden seit Monaten unter dieser Pandemie mit unendlichen Folgen wie Toten, Erkrankten, Leid, gesundheitspolitischen, ökonomischen und auch gesellschaftspolitischen Katastrophen. Jetzt gibt es die Impfung – welch Segen! –, und was machen manche, vor allem auch eine Partei? – Sie lehnen auch die Impfung ab. Sie lehnen einfach alles ab: Sie wollen keine Tests, sie wollen keine Impfung. (Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja nicht, was reden Sie da?) Sie wollen nur dagegen sein, polarisieren, radikalisieren. (Abg. Belakowitsch: Können Sie nicht zuhören?)
Abg. Belakowitsch: Können Sie nicht zuhören?
Abgeordneter Dr. Werner Saxinger, MSc (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Damen und Herren! Es gibt ein Sprichwort: Mir geht das Geimpfte auf! – Das passt sehr gut, und es ist mir in den letzten Tagen auch oft aufgegangen. (Abg. Belakowitsch: Bei der Regierung!) Wir leiden seit Monaten unter dieser Pandemie mit unendlichen Folgen wie Toten, Erkrankten, Leid, gesundheitspolitischen, ökonomischen und auch gesellschaftspolitischen Katastrophen. Jetzt gibt es die Impfung – welch Segen! –, und was machen manche, vor allem auch eine Partei? – Sie lehnen auch die Impfung ab. Sie lehnen einfach alles ab: Sie wollen keine Tests, sie wollen keine Impfung. (Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja nicht, was reden Sie da?) Sie wollen nur dagegen sein, polarisieren, radikalisieren. (Abg. Belakowitsch: Können Sie nicht zuhören?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Das ist ...! Das ist ja alt!
Liebe Frau Kollegin, es gibt nur einen Weg aus dem Ganzen – Impfen und/oder Testen ‑, etwas anderes gibt es nicht. Jedem muss klar sein, dass ein normales Leben ohne Impfung und ohne eine Teststrategie nicht möglich ist. Die Antigentests bieten schnelle Ergebnisse und sind auch dazu da, hohe Viruslasten und dadurch das Potenzial, jemanden anderen anzustecken, zu erkennen. Frau Kollegin Belakowitsch, Sie als Medizinerin kennen sicher Dr. Anthony Fauci. Er ist der Experte in den USA und er hat gesagt: Wir haben das alle unterschätzt, bis zu 50 Prozent der Infektionen kommen von Asymptomatischen – nachzulesen im British Medical Journal. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Das ist ...! Das ist ja alt!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die große Mehrheit der Bevölkerung ist nicht laut und geht nicht auf die Straße, aber sie leidet auch unter den Coronabedingungen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Das glaube ich eh, dass Sie sprachlos sind, weil Sie haben ja nichts zu sagen!
Abgeordnete Mag. Elisabeth Scheucher-Pichler (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Wurm, ich habe Sie schon konstruktiver erlebt. (Abg. Wurm: Bitte?) Testungen mit dem Tragen einer Fußfessel zu vergleichen, dazu kann man wirklich nichts mehr sagen. Sie wissen auch, dass Impfungen freiwillig sind. (Abg. Belakowitsch: Das glaube ich eh, dass Sie sprachlos sind, weil Sie haben ja nichts zu sagen!) Ich bin sehr froh darüber, Frau Belakowitsch, dass die Impfbereitschaft bei den Menschen im Land steigt (Abg. Belakowitsch: Ja, die Zwangsimpfungen ...!), aber Gott sei Dank auch bei den Ärzten, beim Pflegepersonal und bei allen, die in diesem Bereich arbeiten (Abg. Belakowitsch: Weil sie Angst haben, dass sie alle gekündigt werden!) Ich glaube, das ist unabdingbar notwendig. Danke auch allen dafür! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ja, die Zwangsimpfungen ...!
Abgeordnete Mag. Elisabeth Scheucher-Pichler (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Wurm, ich habe Sie schon konstruktiver erlebt. (Abg. Wurm: Bitte?) Testungen mit dem Tragen einer Fußfessel zu vergleichen, dazu kann man wirklich nichts mehr sagen. Sie wissen auch, dass Impfungen freiwillig sind. (Abg. Belakowitsch: Das glaube ich eh, dass Sie sprachlos sind, weil Sie haben ja nichts zu sagen!) Ich bin sehr froh darüber, Frau Belakowitsch, dass die Impfbereitschaft bei den Menschen im Land steigt (Abg. Belakowitsch: Ja, die Zwangsimpfungen ...!), aber Gott sei Dank auch bei den Ärzten, beim Pflegepersonal und bei allen, die in diesem Bereich arbeiten (Abg. Belakowitsch: Weil sie Angst haben, dass sie alle gekündigt werden!) Ich glaube, das ist unabdingbar notwendig. Danke auch allen dafür! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Weil sie Angst haben, dass sie alle gekündigt werden!
Abgeordnete Mag. Elisabeth Scheucher-Pichler (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Wurm, ich habe Sie schon konstruktiver erlebt. (Abg. Wurm: Bitte?) Testungen mit dem Tragen einer Fußfessel zu vergleichen, dazu kann man wirklich nichts mehr sagen. Sie wissen auch, dass Impfungen freiwillig sind. (Abg. Belakowitsch: Das glaube ich eh, dass Sie sprachlos sind, weil Sie haben ja nichts zu sagen!) Ich bin sehr froh darüber, Frau Belakowitsch, dass die Impfbereitschaft bei den Menschen im Land steigt (Abg. Belakowitsch: Ja, die Zwangsimpfungen ...!), aber Gott sei Dank auch bei den Ärzten, beim Pflegepersonal und bei allen, die in diesem Bereich arbeiten (Abg. Belakowitsch: Weil sie Angst haben, dass sie alle gekündigt werden!) Ich glaube, das ist unabdingbar notwendig. Danke auch allen dafür! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordnete Mag. Elisabeth Scheucher-Pichler (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Wurm, ich habe Sie schon konstruktiver erlebt. (Abg. Wurm: Bitte?) Testungen mit dem Tragen einer Fußfessel zu vergleichen, dazu kann man wirklich nichts mehr sagen. Sie wissen auch, dass Impfungen freiwillig sind. (Abg. Belakowitsch: Das glaube ich eh, dass Sie sprachlos sind, weil Sie haben ja nichts zu sagen!) Ich bin sehr froh darüber, Frau Belakowitsch, dass die Impfbereitschaft bei den Menschen im Land steigt (Abg. Belakowitsch: Ja, die Zwangsimpfungen ...!), aber Gott sei Dank auch bei den Ärzten, beim Pflegepersonal und bei allen, die in diesem Bereich arbeiten (Abg. Belakowitsch: Weil sie Angst haben, dass sie alle gekündigt werden!) Ich glaube, das ist unabdingbar notwendig. Danke auch allen dafür! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Viele sind gegen Sebastian Kurz! – Gegenruf des Abg. Hörl.
Wenn Sie auch noch so laut schreien, ich muss ehrlich sagen: Das einzige Konzept, das Teile der FPÖ derzeit haben – ich finde das in einer so schwierigen Situation, in solch einer Krise, in der wir uns alle befinden, bedauerlich –, ist, dass Sie gegen alle sind, gegen Sebastian Kurz, gegen die Regierung. (Abg. Belakowitsch: Viele sind gegen Sebastian Kurz! – Gegenruf des Abg. Hörl.) Was immer wir vorschlagen und tun: Alles ist falsch! – Das ist der falsche Weg, Frau Belakowitsch! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wenn Sie auch noch so laut schreien, ich muss ehrlich sagen: Das einzige Konzept, das Teile der FPÖ derzeit haben – ich finde das in einer so schwierigen Situation, in solch einer Krise, in der wir uns alle befinden, bedauerlich –, ist, dass Sie gegen alle sind, gegen Sebastian Kurz, gegen die Regierung. (Abg. Belakowitsch: Viele sind gegen Sebastian Kurz! – Gegenruf des Abg. Hörl.) Was immer wir vorschlagen und tun: Alles ist falsch! – Das ist der falsche Weg, Frau Belakowitsch! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Wie viel Prozent sind krank? Können Sie es nicht beantworten oder wollen Sie es nicht beantworten?!
Leben Sie es vor!) Gesundheit – man kann es nicht oft genug sagen – ist die wichtigste Voraussetzung für alle Bereiche unserer Gesellschaft. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Gesundheit ist die Voraussetzung für unsere Familien, für die Schulen, für die Wirtschaft, für die Arbeitswelt. Gesundheit ist auch die Voraussetzung für Wohlstand, und deswegen gilt es auch alles zu tun, um diese Pandemie einzudämmen. Das wird schwierig genug sein, und daher sollten wir auch alle zusammenarbeiten. (Abg. Belakowitsch: Wie viel Prozent sind krank? Können Sie es nicht beantworten oder wollen Sie es nicht beantworten?!)
Abg. Belakowitsch: Hätten Sie sie geschützt!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn wir jetzt die über 80-Jährigen impfen, dann freue ich mich darüber. Jeder Todesfall ist schmerzlich, speziell auch in den Pflegeheimen. Vor Weihnachten haben Sie uns vorgeworfen, dass wir die alten Menschen wegsperren; dazu muss ich sagen: Das ist eine ganz schwierige Situation gewesen. (Abg. Belakowitsch: Hätten Sie sie geschützt!) Ich weiß, dass die Pflegeheime und auch das Pflegepersonal ihr Bestes getan haben. (Abg. Belakowitsch: Jetzt sind eh schon so viele gestorben!) Ich bin froh darüber, dass wir jetzt auch sehr rasch – ich spreche speziell auch von dem Bereich, in dem ich arbeite – die über 80-Jährigen impfen werden, das medizinische Personal, die Ärzte, das Pflegepersonal. Bitte vergessen wir nicht auf die mobilen Dienste, auch das Personal in diesem Bereich muss möglichst rasch geimpft werden!
Abg. Belakowitsch: Jetzt sind eh schon so viele gestorben!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn wir jetzt die über 80-Jährigen impfen, dann freue ich mich darüber. Jeder Todesfall ist schmerzlich, speziell auch in den Pflegeheimen. Vor Weihnachten haben Sie uns vorgeworfen, dass wir die alten Menschen wegsperren; dazu muss ich sagen: Das ist eine ganz schwierige Situation gewesen. (Abg. Belakowitsch: Hätten Sie sie geschützt!) Ich weiß, dass die Pflegeheime und auch das Pflegepersonal ihr Bestes getan haben. (Abg. Belakowitsch: Jetzt sind eh schon so viele gestorben!) Ich bin froh darüber, dass wir jetzt auch sehr rasch – ich spreche speziell auch von dem Bereich, in dem ich arbeite – die über 80-Jährigen impfen werden, das medizinische Personal, die Ärzte, das Pflegepersonal. Bitte vergessen wir nicht auf die mobilen Dienste, auch das Personal in diesem Bereich muss möglichst rasch geimpft werden!
Abg. Belakowitsch: Was Sie da behaupten ...!
ausgeführt: Es ist noch nie international so intensiv und so konstruktiv zusammengearbeitet worden. (Abg. Belakowitsch: Was Sie da behaupten ...!) Es hat parallele Studien gegeben. Finanzierungen sind international aufgestellt worden. Alle Covid-19-Impfstoffe sind mit Tausenden ProbandInnen auf Sicherheit und Wirksamkeit getestet. Die Impfung, die derzeit hier eingesetzt wird, ist die am drittbesten getestete.
Abg. Belakowitsch: Das sind ja keine Asymptomatischen! – Zwischenruf des Abg. Wurm.
Es gibt einen wesentlichen Punkt, und zwar gibt es natürlich Untersuchungen dazu, dass asymptomatische Personen ansteckend sind, und insbesondere gibt es ganz konkrete Hinweise, dass Personen, die asymptomatisch sind und dann in den nächsten Tagen erkranken, sogar ganz besonders ansteckend sein können. (Abg. Belakowitsch: Das sind ja keine Asymptomatischen! – Zwischenruf des Abg. Wurm.)
Abg. Belakowitsch: Da können Sie den ÖVP-Flügel gleich nehmen!
Jetzt noch ein Wort zur Verharmlosung der Coronakrise, insbesondere an die FPÖ-Fraktion und all jene Menschen in unserem Land gerichtet, die mit Halbwahrheiten und Unwahrheiten eine Polarisierung in unserem Land vorantreiben. (Abg. Belakowitsch: Da können Sie den ÖVP-Flügel gleich nehmen!) In meiner gestrigen Rede berichtete ich über die Sterblichkeit, über die Tabellen, die herumgeschickt werden, die offensichtlich von Coronaleugnern erstellt worden sind, die jeder Grundlage entbehren.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Und wie es der Zufall so haben will, habe ich heute um 9.35 Uhr eine APA-Meldung bekommen, und die bestätigt meine Annahme, die Sie gestern in Zweifel gezogen haben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich habe mir das Protokoll meiner Rede herausgesucht. Ich habe gestern gesagt, dass die Übersterblichkeit im Jahr 2020 bei circa 10 Prozent liegt. Da steht dann im Protokoll: „Beifall“ und dann „Zwischenruf des Abg. Wurm. – Abg. Belakowitsch: Woher wissen Sie das? Woher wissen Sie das? Woher wissen Sie das? – Sie wissen es einfach, weil Sie es behaupten!“ – Das steht schwarz auf weiß hier im Protokoll. Das haben Sie auch gestern gesagt. (Abg. Belakowitsch: Sie haben es mir auch nicht beantwortet, woher Sie es wissen!)
Abg. Belakowitsch: Sie haben es mir auch nicht beantwortet, woher Sie es wissen!
Und wie es der Zufall so haben will, habe ich heute um 9.35 Uhr eine APA-Meldung bekommen, und die bestätigt meine Annahme, die Sie gestern in Zweifel gezogen haben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich habe mir das Protokoll meiner Rede herausgesucht. Ich habe gestern gesagt, dass die Übersterblichkeit im Jahr 2020 bei circa 10 Prozent liegt. Da steht dann im Protokoll: „Beifall“ und dann „Zwischenruf des Abg. Wurm. – Abg. Belakowitsch: Woher wissen Sie das? Woher wissen Sie das? Woher wissen Sie das? – Sie wissen es einfach, weil Sie es behaupten!“ – Das steht schwarz auf weiß hier im Protokoll. Das haben Sie auch gestern gesagt. (Abg. Belakowitsch: Sie haben es mir auch nicht beantwortet, woher Sie es wissen!)
Abg. Belakowitsch: Sie müssen die APA-Meldung ganz lesen, bis hinunter, damit Sie wissen, was da los ist!
Heute gibt es die APA-Meldung, es sind ungefähr 11 Prozent. So leid es mir tut. Es ist viel zu viel, und Sie wissen genau, dass die Coronakrise damit - - (Abg. Belakowitsch: Sie müssen die APA-Meldung ganz lesen, bis hinunter, damit Sie wissen, was da los ist!) – Ja, die habe ich ganz gelesen, Frau Kollegin!
Abg. Belakowitsch: O ja!
Eines möchte ich auch noch zu Ihren tatsächlichen Berichtigungen sagen. Die Menschen zu Hause wissen wahrscheinlich nicht, dass man eine tatsächliche Berichtigung – und sei sie auch noch so falsch und noch so halb wahr – nicht mehr berichtigen kann. (Abg. Belakowitsch: O ja!) – Nein, das kann man nicht! Zumindest ist das die Aussage unseres Klubs, dass man das nicht kann; in einer Wortmeldung ja, aber nicht mehr als Berichtigung. (Abg. Belakowitsch: Nein, das können Sie jederzeit!) Sie stellen sich hier belehrend her und vermischen Themen und nennen Aussagen der WHO, die aus dem Mai stammen. (Abg. Belakowitsch: Juni!) Die aktuellen Zahlen unserer Experten, die ignorieren Sie. – Danke sehr. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Nein, das können Sie jederzeit!
Eines möchte ich auch noch zu Ihren tatsächlichen Berichtigungen sagen. Die Menschen zu Hause wissen wahrscheinlich nicht, dass man eine tatsächliche Berichtigung – und sei sie auch noch so falsch und noch so halb wahr – nicht mehr berichtigen kann. (Abg. Belakowitsch: O ja!) – Nein, das kann man nicht! Zumindest ist das die Aussage unseres Klubs, dass man das nicht kann; in einer Wortmeldung ja, aber nicht mehr als Berichtigung. (Abg. Belakowitsch: Nein, das können Sie jederzeit!) Sie stellen sich hier belehrend her und vermischen Themen und nennen Aussagen der WHO, die aus dem Mai stammen. (Abg. Belakowitsch: Juni!) Die aktuellen Zahlen unserer Experten, die ignorieren Sie. – Danke sehr. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Juni!
Eines möchte ich auch noch zu Ihren tatsächlichen Berichtigungen sagen. Die Menschen zu Hause wissen wahrscheinlich nicht, dass man eine tatsächliche Berichtigung – und sei sie auch noch so falsch und noch so halb wahr – nicht mehr berichtigen kann. (Abg. Belakowitsch: O ja!) – Nein, das kann man nicht! Zumindest ist das die Aussage unseres Klubs, dass man das nicht kann; in einer Wortmeldung ja, aber nicht mehr als Berichtigung. (Abg. Belakowitsch: Nein, das können Sie jederzeit!) Sie stellen sich hier belehrend her und vermischen Themen und nennen Aussagen der WHO, die aus dem Mai stammen. (Abg. Belakowitsch: Juni!) Die aktuellen Zahlen unserer Experten, die ignorieren Sie. – Danke sehr. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Bundesminister für Inneres Karl Nehammer, MSc: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Sehr geehrte ZuschauerInnen zu Hause vor den unterschiedlichsten Geräten! Vielleicht gleich kurz eine Replik auf Abgeordneten Schnedlitz aufgrund seiner Emotionalität und seiner Aufgeregtheit hier am Rednerpult: Vielleicht muss ich ein Missverständnis aufklären, Herr Abgeordneter. In meiner Wirklichkeit sind Sie nicht mein Gegner. Meine Gegner sind Terroristen, Extremisten, Kriminelle, Schlepper. Gegen diese gilt es gemeinsam mit den Polizistinnen und Polizisten, mit den MitarbeiterInnen des Innenministeriums anzukämpfen, und zwar mit voller Kraft – und das tun wir auch. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Na gar keine!
In seiner Aufgeregtheit hat Abgeordneter Schnedlitz auch immer wieder ausgeführt, dass zu wenig Transparenz waltet. (Abg. Belakowitsch: Na gar keine!) – Das Gegenteil ist der Fall. Innerhalb von nicht einmal 48 Stunden hat das Innenministerium gemeinsam mit dem Justizministerium, sprich ich als Innenminister gemeinsam mit der Justizministerin, die Untersuchungskommission ins Leben gerufen (Abg. Belakowitsch: Vertuschungskommission!), mit dem klaren Ziel, sofort für Aufklärung zu sorgen, wo tatsächlich Fehler passiert sind, um nämlich das zu erreichen, was gerade auch für das Innenministerium besonders wichtig ist, wenn es darum geht, den Verfassungsschutz neu aufzubauen. Wir sind mittendrin in diesem Prozess, auch tatsächlich noch weitere Grundlagen zu bekommen, um in Zukunft Fehler bestmöglich zu vermeiden.
Abg. Belakowitsch: Vertuschungskommission!
In seiner Aufgeregtheit hat Abgeordneter Schnedlitz auch immer wieder ausgeführt, dass zu wenig Transparenz waltet. (Abg. Belakowitsch: Na gar keine!) – Das Gegenteil ist der Fall. Innerhalb von nicht einmal 48 Stunden hat das Innenministerium gemeinsam mit dem Justizministerium, sprich ich als Innenminister gemeinsam mit der Justizministerin, die Untersuchungskommission ins Leben gerufen (Abg. Belakowitsch: Vertuschungskommission!), mit dem klaren Ziel, sofort für Aufklärung zu sorgen, wo tatsächlich Fehler passiert sind, um nämlich das zu erreichen, was gerade auch für das Innenministerium besonders wichtig ist, wenn es darum geht, den Verfassungsschutz neu aufzubauen. Wir sind mittendrin in diesem Prozess, auch tatsächlich noch weitere Grundlagen zu bekommen, um in Zukunft Fehler bestmöglich zu vermeiden.
Abg. Lausch: Wie peinlich sind Sie?! – Abg. Belakowitsch: ... sicher kein Generalsekretär!
Jetzt aber zu der tatsächlich verheerenden Bemerkung, wir würden die Grund- und Freiheitsrechte nicht schützen. (Abg. Lausch: Nehammer, der Gütige!) – Herr Abgeordneter, probieren Sie, noch lauter zu rufen, im Fernsehen hört man Sie nämlich nicht, aber wenn Sie lauter schreien, gelingt Ihnen das vielleicht. (Abg. Lausch: Wie peinlich sind Sie?! – Abg. Belakowitsch: ... sicher kein Generalsekretär!) Wenn es also dazu kommt, dass der Vorwurf gemacht wird, dass die Polizei die Grund- und Freiheitsrechte unterdrückt, Herr Abgeordneter Schnedlitz, weise ich das entschiedenst zurück! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Schnedlitz.) Die Polizistinnen und Polizisten leisten tagtäglich ihren schweren Dienst, sei es, wenn es darum geht, die Coronamaßnahmen durchzusetzen, sei es, wenn es darum geht, die Grenzsicherung durchzuführen, sei es, wenn es darum geht, gegen Terroristen zu kämpfen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ja, da sind in den letzten Wochen Erfolge erzielt worden. Denken Sie daran, dass wir einen entschiedenen Schlag gegen die Muslimbruderschaft und gegen die Hamas ausgeführt haben! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Und ja, ich bedaure es zutiefst und sage es auch hier in diesem Plenum, dass die Freiheitliche Partei mit ihrem Klubobmann an der Spitze diese Operation beinahe gefährdet hätte; dennoch ist es gelungen, die Muslimbruderschaft und auch die Hamas nachhaltig zu treffen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Schmiedlechner. – Abg. Belakowitsch: Bleiben Sie bei der Wahrheit!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Schmiedlechner. – Abg. Belakowitsch: Bleiben Sie bei der Wahrheit!
Ja, da sind in den letzten Wochen Erfolge erzielt worden. Denken Sie daran, dass wir einen entschiedenen Schlag gegen die Muslimbruderschaft und gegen die Hamas ausgeführt haben! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Und ja, ich bedaure es zutiefst und sage es auch hier in diesem Plenum, dass die Freiheitliche Partei mit ihrem Klubobmann an der Spitze diese Operation beinahe gefährdet hätte; dennoch ist es gelungen, die Muslimbruderschaft und auch die Hamas nachhaltig zu treffen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Schmiedlechner. – Abg. Belakowitsch: Bleiben Sie bei der Wahrheit!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Schnedlitz.
Das alles leisten die Polizistinnen und Polizisten, von denen Sie sprechen und die Sie gerade in ein so schiefes Licht rücken wollen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Schnedlitz.) Das wirklich Schlimme dabei ist: Das Grundverständnis der Polizei ist der Schutz der Grund- und Freiheitsrechte. (Zwischenruf des Abg. Lausch.) – Ich glaube, Herr Abgeordneter, wenn Sie es noch lauter probieren, schaffen die Menschen zu Hause es dann tatsächlich, Sie auch zu hören. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Lausch: Sie sind der peinlichste Innenminister aller Zeiten! – Abg. Belakowitsch: Bleiben Sie bei der Wahrheit!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Lausch: Sie sind der peinlichste Innenminister aller Zeiten! – Abg. Belakowitsch: Bleiben Sie bei der Wahrheit!
Das alles leisten die Polizistinnen und Polizisten, von denen Sie sprechen und die Sie gerade in ein so schiefes Licht rücken wollen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Schnedlitz.) Das wirklich Schlimme dabei ist: Das Grundverständnis der Polizei ist der Schutz der Grund- und Freiheitsrechte. (Zwischenruf des Abg. Lausch.) – Ich glaube, Herr Abgeordneter, wenn Sie es noch lauter probieren, schaffen die Menschen zu Hause es dann tatsächlich, Sie auch zu hören. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Lausch: Sie sind der peinlichste Innenminister aller Zeiten! – Abg. Belakowitsch: Bleiben Sie bei der Wahrheit!)
Abg. Belakowitsch: Doch! – Abg. Lausch: ... weisungsgebunden! – Zwischenruf des Abg. Schnedlitz.
Ja, die Polizistinnen und Polizisten sind jetzt tagaus, tagein, wenn es um diese Einsätze geht, noch mehr gefordert, aber schauen Sie sich die Bilanz an, schauen Sie sich das letzte Wochenende an, wie viele Demonstrationen mit dem Schutz der Polizei durchgeführt worden sind, weil sie Grund- und Freiheitsrechte schützt! Die Unterstellung, dass sie das nicht tue, ist haltlos. Es gab auch den Vorwurf, die Polizei würde missbraucht werden – das sind rechtschaffene Beamtinnen und Beamte, die würden einen rechtswidrigen Auftrag gar nicht ausführen. (Abg. Belakowitsch: Doch! – Abg. Lausch: ... weisungsgebunden! – Zwischenruf des Abg. Schnedlitz.) – Sie wissen, dass sie das nicht tun würden! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Jakob Schwarz. – Abg. Lausch: Soll heimgehen, der Kollege Mahrer! Arbeitsverweigerer! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Karl Mahrer (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Österreicherinnen und Österreicher! Werter Kollege Schnedlitz, das heute von Ihnen und einigen Abgeordneten eingebrachte Verlangen auf Durchführung einer Debatte über die schriftliche Beantwortung der Anfrage der FPÖ vom 10. November durch den Innenminister ist aus meiner Sicht natürlich ein legitimes Anliegen, gar keine Frage. Im Lichte Ihres Redebeitrags ist das für mich aber eine – verzeihen Sie – ziemlich unnötige und unverständliche Verzögerung und Verlängerung unseres heutigen Parlamentstages. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Jakob Schwarz. – Abg. Lausch: Soll heimgehen, der Kollege Mahrer! Arbeitsverweigerer! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Nein, Sie wollen vertuschen!
Herr Abgeordneter Schnedlitz, Ihr Redebeitrag war eigentlich eine fachlich in vielen Bereichen falsche und inhaltsleere Unterstellungstirade. Sie haben uns zum Beispiel gesagt, Sie können alle Fragen beantworten, denn Sie haben ja Medienberichte und Oppositionsrecherchen zur Hand. – Herr Abgeordneter Schnedlitz, das ist Ihre Art von Politikverständnis, das ist nicht meine. (Abg. Belakowitsch: Nein, Sie wollen vertuschen!) Das ist für viele Abgeordnete der FPÖ der Beweis des traurigen Zustandes der Freiheitlichen Partei Österreichs. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Jakob Schwarz.)
Abg. Belakowitsch: Ja, er hat es nicht mehr vertuschen können!
unabhängige Untersuchungskommission gegründet, binnen einem Monat erfolgte die Vorlage eines Zwischenberichtes, es erfolgte also – wie der Herr Bundesminister ausgeführt hat – eine unmittelbare Vorlage des Zwischenberichtes, der sehr kritisch, sehr detailliert und sehr umfangreich ist (Abg. Belakowitsch: Ja, er hat es nicht mehr vertuschen können!), auf der Homepage des Innenministeriums, für jede Frau, für jeden Mann einsehbar. Das ist die Transparenz des Innenministers. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Jakob Schwarz.)
Abg. Belakowitsch: ...! Die Bürger haben alle ein Recht auf Information!
Der Innenminister, meine Damen und Herren, verweist aber auch auf die Zuständigkeit des Ständigen Unterausschusses des Ausschusses für innere Angelegenheiten, und das, Herr Schnedlitz, ist ja das richtige Forum. (Abg. Belakowitsch: ...! Die Bürger haben alle ein Recht auf Information!) Aufgrund der Geheimhaltungspflicht ist es auch möglich, in diesem Unterausschuss über die besonders sensible Materie der Terrorismusbekämpfung eingehend zu diskutieren.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Meine Damen und Herren, ein verantwortungsvoller Umgang mit einer Krisensituation schaut ganz, ganz anders aus. Die verantwortungsvolle Führung eines Ressorts schaut ganz anders aus. Sie schaffen es nicht, Herr Minister. Inszenierung alleine wird uns nicht helfen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Inszenierung hilft auch den vielen Polizistinnen und Polizisten, die tagtäglich draußen auf der Straße einen guten Job machen, nichts. Sie brauchen einen Innenminister, der das Geschäft versteht und der sich dann auch dementsprechend verhält. (Präsident Hofer gibt das Glockenzeichen.)
Sitzung Nr. 79
Abg. Kickl: In Südtirol ist nicht zu! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir sind damit nicht alleine, meine Damen und Herren, viele Länder, gerade auch unsere Nachbarländer in Europa, müssen ähnliche Entscheidungen treffen. (Abg. Kickl: In Südtirol ist nicht zu! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) In Deutschland zum Beispiel, so lesen und hören wir heute, wird der Lockdown bis zum 15. Februar verlängert.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Herr Bundesminister Kocher ist gerade dabei, die rechtlichen Rahmenbedingungen für Homeoffice zu finalisieren, fußend auf einer Einigung der Sozialpartner. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Da geht es um Arbeitsrecht, Arbeitszeit, Unfallversicherungsschutz und auch darum, was steuerlich absetzbar sein soll, also was Arbeitsmittel anbelangt.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir haben eine Arbeitsstiftung mit 700 Millionen Euro für das heurige und das nächste Jahr eingerichtet; für heuer sind es 400 Millionen Euro. Worum geht es da, meine Damen und Herren? (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es geht um Umschulung und Qualifizierung. Das sind die Schlagworte im heurigen Jahr, was den Arbeitsmarkt anbelangt. Wir müssen dort hineininvestieren und das tun wir mit diesen Stiftungen. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
so rasch als möglich auch gemeinsam meistern. (Abg. Kickl: Das haben Ihre Bürgermeister wörtlich genommen!) – Ja, die FPÖ ist da leider nicht dabei. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das zeugt halt von einer sehr geringen staatspolitischen Verantwortung. Da wird die Parteitaktik vor die Verantwortung gegenüber den Menschen gestellt. – Das lehnen wir ab, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ein herzliches Dankeschön gilt allen, die da mithelfen, auch den Ehrenamtlichen in den Teststraßen, den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), unseren Leuten vor Ort, auch den Rettungssanitätern, die das mittragen. Nur so können wir gemeinsam aus dieser Krise kommen.
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Herr Arbeitsminister, Ihnen wünsche ich alles Gute! Ein absoluter Fachmann an der Spitze des Arbeitsressorts wird das unterstützen (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), dass wir vor allem auch im Sinne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und der Unternehmerinnen und Unternehmer einen guten Weg gehen können, damit wir diese Krise gemeinsam rasch bestehen. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Direkt?!
Sie werfen unseren Unternehmerinnen und Unternehmern von Haus aus Missbrauch vor. Das ist ja direkt verwerflich! (Abg. Belakowitsch: Direkt?!) Wir kontrollieren. Falls es Missbrauch gibt, wird dieser auch bestraft. Wir können aber nicht von Haus aus sagen, dass unsere Unternehmerinnen und Unternehmer nicht ehrlich mit der Kurzarbeit umgehen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Jakob Schwarz. – Abg. Belakowitsch: Das hat der Kurz gesagt!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Jakob Schwarz. – Abg. Belakowitsch: Das hat der Kurz gesagt!
Sie werfen unseren Unternehmerinnen und Unternehmern von Haus aus Missbrauch vor. Das ist ja direkt verwerflich! (Abg. Belakowitsch: Direkt?!) Wir kontrollieren. Falls es Missbrauch gibt, wird dieser auch bestraft. Wir können aber nicht von Haus aus sagen, dass unsere Unternehmerinnen und Unternehmer nicht ehrlich mit der Kurzarbeit umgehen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Jakob Schwarz. – Abg. Belakowitsch: Das hat der Kurz gesagt!)
Abg. Belakowitsch: ... Teilzeitkräfte?!
Gerade nach einer Krise ist klar, dass nicht von null auf hundert gestartet werden kann. Der Neustartbonus setzt auch für den Betrieb Anreize, Teilzeitkräfte einzustellen (Abg. Belakowitsch: ... Teilzeitkräfte?!), und ermöglicht vor allem auch Langzeitarbeitslosen einen stufenweisen Wiedereinstieg in die Arbeitswelt. Unser Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich in Beschäftigung zu bringen beziehungsweise zu halten. Die Aufgabe der Politik – unsere Aufgabe! – ist es, gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Jobs werden nicht von der Politik, sondern von den Unternehmerinnen und Unternehmern gemacht. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Neßler. – Abg. Belakowitsch: ... ist eine gewagte These!)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Neßler. – Abg. Belakowitsch: ... ist eine gewagte These!
Gerade nach einer Krise ist klar, dass nicht von null auf hundert gestartet werden kann. Der Neustartbonus setzt auch für den Betrieb Anreize, Teilzeitkräfte einzustellen (Abg. Belakowitsch: ... Teilzeitkräfte?!), und ermöglicht vor allem auch Langzeitarbeitslosen einen stufenweisen Wiedereinstieg in die Arbeitswelt. Unser Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich in Beschäftigung zu bringen beziehungsweise zu halten. Die Aufgabe der Politik – unsere Aufgabe! – ist es, gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Jobs werden nicht von der Politik, sondern von den Unternehmerinnen und Unternehmern gemacht. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Neßler. – Abg. Belakowitsch: ... ist eine gewagte These!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die Lebensgrundlage eines funktionierenden Sozialstaates ist eine florierende Wirtschaft. Der Bauer braucht einen guten Nährboden für seine Felder; wir schaffen einen guten Boden für die Wirtschaft und die damit verbundenen Arbeitsplätze. Daher reagieren wir auch auf die Veränderung am Arbeitsmarkt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Die Krise hat viele Prozesse beschleunigt, vor allem Homeoffice hat während der Pandemie stark an Bedeutung gewonnen. Es liegt nun an uns, gemeinsam mit den Sozialpartnern eine Regelung zu schaffen, die für Betriebe und Arbeitnehmer funktioniert.
Abg. Belakowitsch: ... der ÖVP-Minister!
Abschließend möchte ich noch unserem neuen Minister, Herrn Kocher, recht herzlich dafür danken, dass er sich als Experte in Zeiten einer Krise auf dieses Amt einlässt und zur Verfügung stellt. (Abg. Belakowitsch: ... der ÖVP-Minister!) Das freut mich sehr. Ich freue mich auch auf die Zusammenarbeit, denn wir werden gemeinsam die Maßnahmen für einen funktionierenden Arbeitsmarkt weiterentwickeln. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Na, ihr stimmt ja immer mit!
Herr Arbeitsminister, ich glaube, alle Parteien sind sich einig, dass wir Arbeitsplätze nur dann sichern, wenn wir diese Pandemie in den Griff bekommen. Es passieren viele Pannen. Dass Skilifte geöffnet bleiben, aber Geschäfte, Gastronomie und Schulen geschlossen bleiben, versteht in diesem Land niemand (Abg. Belakowitsch: Na, ihr stimmt ja immer mit!); von den Unternehmern über die Arbeitnehmer bis hin zu Pensionistinnen und Pensionisten kennt sich niemand mehr aus. Diejenigen Arbeitnehmer, die jetzt noch einen Job haben, fragen sich, wie lange sie diesen Job noch haben. Diejenigen, die keinen Job haben, fragen sich, wie lange sie noch arbeitslos sein werden, und hoffen, dass sie nicht in die Falle der Langzeitarbeitslosigkeit kommen werden.
Abg. Belakowitsch: Sie tun es dem Kanzler gleich, Sie erzählen nur Unwahrheiten! – Abg. Steger: Märchenstunde der ÖVP!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, dass diese Hausdurchsuchung im BVT nicht nur folgenschwer, sondern auch rechtswidrig war, hat inzwischen das Oberlandesgericht Wien festgestellt. Dass bald darauf eine Suspendierung aus einem europäischen Geheimdienstnetzwerk im Raum gestanden ist, ist nicht weiter verwunderlich – meine Herren der FPÖ und auch die Damen, vielleicht hören Sie ein bissel zu, damit Sie das Herrn Kickl auch noch ausrichten können; das ist jetzt ganz wichtig! (Abg. Belakowitsch: Sie tun es dem Kanzler gleich, Sie erzählen nur Unwahrheiten! – Abg. Steger: Märchenstunde der ÖVP!) –, und so musste sich das BVT freiwillig aus den Arbeitsgruppen dieses Expertengremiums, des Geheimdienstnetzwerks herausnehmen (Abg. Stefan: Slowakei?) und mit sehr feinfühligen Methoden sicherstellen, dass die operative Zusammenarbeit mit den europäischen Nachrichtendiensten trotzdem funktioniert. – Ein Dankeschön an dieser Stelle. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Sagen Sie, genieren Sie sich nicht?
Meine Damen und Herren, der Trümmerhaufen, den Herbert Kickl hinterlassen hat, ist einzigartig und bestätigt diese Einschätzung. (Abg. Stefan: Was schreibt die Süddeutsche über den Kurz?) Gott sei Dank, kann ich nur sagen, haben wir jetzt einen Innenminister Karl Nehammer (Abg. Belakowitsch: Sagen Sie, genieren Sie sich nicht?), der Schritt um Schritt das internationale Vertrauen zurückgewinnt. Dafür brauchen wir aber jetzt auch noch die Neuaufstellung des Verfassungsschutzes – Herr Bundesminister Nehammer hat es eingehend geschildert. (Abg. Amesbauer: Reden Sie zur Sache auch? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Na, bitte ned!
(Abg. Belakowitsch: Na, bitte ned!) –, einmal zu zeigen, ob wir es schaffen, gerade bei den Themen Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, die für die Menschen in Österreich so unendlich wichtig sind, eine parteiübergreifende Einigung auf den Weg zu bringen. (Abg. Belakowitsch: Das haben wir ja gesehen, wie erfolgreich er da war!)
Abg. Belakowitsch: Das haben wir ja gesehen, wie erfolgreich er da war!
(Abg. Belakowitsch: Na, bitte ned!) –, einmal zu zeigen, ob wir es schaffen, gerade bei den Themen Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, die für die Menschen in Österreich so unendlich wichtig sind, eine parteiübergreifende Einigung auf den Weg zu bringen. (Abg. Belakowitsch: Das haben wir ja gesehen, wie erfolgreich er da war!)
Abg. Belakowitsch: Der ÖVP!
Ich sage es Ihnen ganz ehrlich, ich werde mich persönlich, ebenso wie der Bundesminister, in meiner Funktion als Obmann des Innenausschusses sehr, sehr bemühen, dass wir da vielleicht eine breite Mehrheit schaffen. Das wäre im Interesse des Parlamentarismus (Abg. Belakowitsch: Der ÖVP!), das wäre im Interesse des Verfassungsschutzes und das ist im Interesse der Österreicherinnen und Österreicher. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Natürlich sind nicht Sie persönlich schuld an diesen Vorgängen, aber es gibt auch eine politische Verantwortung für ein Behördenversagen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), das am Ende des Tages vier Menschenleben kostete.
Abg. Belakowitsch: ... wie viele Grüne dort waren?!
Ein demokratischer Rechtsstaat, ein Staat, der für sich das Gewaltmonopol in Anspruch nimmt und das alleinige Recht, Gesetze durchzusetzen, der muss das auch tun. Wir dürfen diese Aufgabe, uns vor diesen Gefahren für unsere Gesundheit und Demokratie zu schützen, nicht einigen wenigen antifaschistischen AktivistInnen überlassen. (Abg. Belakowitsch: ... wie viele Grüne dort waren?!) Sich solchen Gefahren entgegenzustellen ist Aufgabe unserer Behörden und unserer Polizei. Und was wir schon gar nicht dürfen, ist, den Eindruck entstehen zu lassen, dass unsere Polizei Gesundheits- und Demokratiegefährder schützt und gegen AntifaschistInnen mit Gewalt vorgeht. Das geht nicht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ein demokratischer Rechtsstaat, ein Staat, der für sich das Gewaltmonopol in Anspruch nimmt und das alleinige Recht, Gesetze durchzusetzen, der muss das auch tun. Wir dürfen diese Aufgabe, uns vor diesen Gefahren für unsere Gesundheit und Demokratie zu schützen, nicht einigen wenigen antifaschistischen AktivistInnen überlassen. (Abg. Belakowitsch: ... wie viele Grüne dort waren?!) Sich solchen Gefahren entgegenzustellen ist Aufgabe unserer Behörden und unserer Polizei. Und was wir schon gar nicht dürfen, ist, den Eindruck entstehen zu lassen, dass unsere Polizei Gesundheits- und Demokratiegefährder schützt und gegen AntifaschistInnen mit Gewalt vorgeht. Das geht nicht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Was wir derzeit verfolgen können – und damit komme ich zum BVT –, ist nämlich der Versuch von Rechtsextremen in ganz Europa, eine lose Bewegung von sogenannten Coronakritikern (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), was immer man von denen auch halten mag, zu unterwandern – und das gelingt diesen Rechtsextremen ziemlich gut. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das ist nicht harmlos. Dass die da nur reden, dass die da nur großmäulig wären, das hat man in den USA auch geglaubt und wurde am 6. Januar eines Schlechteren belehrt. Das waren entsetzliche Bilder – und nein, die sind in Österreich nicht unmöglich. (Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Was wir derzeit verfolgen können – und damit komme ich zum BVT –, ist nämlich der Versuch von Rechtsextremen in ganz Europa, eine lose Bewegung von sogenannten Coronakritikern (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), was immer man von denen auch halten mag, zu unterwandern – und das gelingt diesen Rechtsextremen ziemlich gut. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das ist nicht harmlos. Dass die da nur reden, dass die da nur großmäulig wären, das hat man in den USA auch geglaubt und wurde am 6. Januar eines Schlechteren belehrt. Das waren entsetzliche Bilder – und nein, die sind in Österreich nicht unmöglich. (Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Belakowitsch: Oh je!
Rechtsextreme diskutieren Ähnliches auch hier bei uns, und zwar ganz offen und unverblümt. Es braucht nicht einmal besondere technische Mittel oder gar neue Überwachungsinstrumente, um das mitzuverfolgen, denn es passiert ganz offen auf den verschiedensten Social-Media-Kanälen. (Abg. Belakowitsch: Oh je!) Es braucht nur Leute, die hinschauen, die das wahrnehmen und die das verstehen, also Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im BVT und in den LVTs und in der Polizei, die dort nicht sitzen, weil ihnen jemand einmal einen Versorgungsposten verschafft hat, sondern die dafür ausgebildet und in der Lage sind, solche Gefahren zu erkennen, zu benennen und sie abzuwenden.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Heiterkeit der Abgeordneten Fürst und Belakowitsch.
Nicht nur die Gefahr, die von religiösen Extremisten ausgeht, bei denen wir uns fragen, wo sie das eine Gewehr herbekommen haben, sondern auch die Gefahr von Rechtsextremen, die ganze Waffenlager angehäuft haben, mit denen du eine kleine Armee ausrüsten könntest, müssen wir ernst nehmen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Heiterkeit der Abgeordneten Fürst und Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Können Sie zum Thema was sagen?! Zur Aktuellen Stunde?!
Ich weiß nicht, Frau Kollegin, was es da zu lachen gibt. Ich weiß es wirklich nicht, aber ich will Ihrem Humor keinen Abbruch tun. (Abg. Belakowitsch: Können Sie zum Thema was sagen?! Zur Aktuellen Stunde?!) Dieser Gefahr zu begegnen, diesen Gefahren für unsere Demokratie zu begegnen (Abg. Belakowitsch: Ihr seid die Gefahr! Diese Regierung!), dabei, Herr Bundesminister, werden wir Sie unterstützen: kritisch, grundrechtsbewusst, aber entschlossen (Abg. Belakowitsch: Ihr hebelt doch die Grundrechte aus!), denn die tragenden Säulen unserer Demokratie, sie sind nicht unverletzlich. (Abg. Belakowitsch: Das sehen wir seit zehn Monaten!) Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sie stehen bleiben. – Ich danke für’s Zuhören. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Ihr seid die Gefahr! Diese Regierung!
Ich weiß nicht, Frau Kollegin, was es da zu lachen gibt. Ich weiß es wirklich nicht, aber ich will Ihrem Humor keinen Abbruch tun. (Abg. Belakowitsch: Können Sie zum Thema was sagen?! Zur Aktuellen Stunde?!) Dieser Gefahr zu begegnen, diesen Gefahren für unsere Demokratie zu begegnen (Abg. Belakowitsch: Ihr seid die Gefahr! Diese Regierung!), dabei, Herr Bundesminister, werden wir Sie unterstützen: kritisch, grundrechtsbewusst, aber entschlossen (Abg. Belakowitsch: Ihr hebelt doch die Grundrechte aus!), denn die tragenden Säulen unserer Demokratie, sie sind nicht unverletzlich. (Abg. Belakowitsch: Das sehen wir seit zehn Monaten!) Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sie stehen bleiben. – Ich danke für’s Zuhören. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Ihr hebelt doch die Grundrechte aus!
Ich weiß nicht, Frau Kollegin, was es da zu lachen gibt. Ich weiß es wirklich nicht, aber ich will Ihrem Humor keinen Abbruch tun. (Abg. Belakowitsch: Können Sie zum Thema was sagen?! Zur Aktuellen Stunde?!) Dieser Gefahr zu begegnen, diesen Gefahren für unsere Demokratie zu begegnen (Abg. Belakowitsch: Ihr seid die Gefahr! Diese Regierung!), dabei, Herr Bundesminister, werden wir Sie unterstützen: kritisch, grundrechtsbewusst, aber entschlossen (Abg. Belakowitsch: Ihr hebelt doch die Grundrechte aus!), denn die tragenden Säulen unserer Demokratie, sie sind nicht unverletzlich. (Abg. Belakowitsch: Das sehen wir seit zehn Monaten!) Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sie stehen bleiben. – Ich danke für’s Zuhören. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Das sehen wir seit zehn Monaten!
Ich weiß nicht, Frau Kollegin, was es da zu lachen gibt. Ich weiß es wirklich nicht, aber ich will Ihrem Humor keinen Abbruch tun. (Abg. Belakowitsch: Können Sie zum Thema was sagen?! Zur Aktuellen Stunde?!) Dieser Gefahr zu begegnen, diesen Gefahren für unsere Demokratie zu begegnen (Abg. Belakowitsch: Ihr seid die Gefahr! Diese Regierung!), dabei, Herr Bundesminister, werden wir Sie unterstützen: kritisch, grundrechtsbewusst, aber entschlossen (Abg. Belakowitsch: Ihr hebelt doch die Grundrechte aus!), denn die tragenden Säulen unserer Demokratie, sie sind nicht unverletzlich. (Abg. Belakowitsch: Das sehen wir seit zehn Monaten!) Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sie stehen bleiben. – Ich danke für’s Zuhören. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Stimmt ja!
Von Kollegen Amesbauer und von der SPÖ habe ich nichts anderes erwartet, das ist mir schon klar. Wenn hier gesagt wird, 20 Jahre ÖVP-Innenminister (Abg. Belakowitsch: Stimmt ja!), und gleich eineinhalb Jahre Kickl verschwiegen werden, dann sage ich Ihnen: Wenn es 20 Jahre ohne Kickl gewesen wären, dann wäre es gut gewesen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Die SPÖ sagt hier, die Razzia sei eine kleine Episode gewesen (Abg. Amesbauer: Das hat ja mit dem Terroranschlag nichts zu tun!), sozusagen ohne jede Auswirkung – eine rechtswidrige Hausdurchsuchung im BVT, meine geschätzten Damen und Herren dieses Hauses (Zwischenrufe bei der FPÖ), mit der die FPÖ natürlich nichts zu tun hat und hinsichtlich derer es der ehemalige Herr Innenminister nicht einmal der Mühe wert findet, sich anzuhören, was er da angerichtet hat (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), eine Razzia, die zu rechtswidrigen Beschlagnahmen geführt hat! (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Amesbauer.) – Regen Sie sich nicht so auf, Herr Kollege Amesbauer! (Abg. Amesbauer: Ich rege mich nicht auf!) Es schaut halt so aus. (Abg. Belakowitsch: ... die Wahrheit!) – Ich weiß, Frau Kollegin Belakowitsch, Ihre tatsächlichen Berichtigungen führen zu alternativen Fakten. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Amesbauer.
Die SPÖ sagt hier, die Razzia sei eine kleine Episode gewesen (Abg. Amesbauer: Das hat ja mit dem Terroranschlag nichts zu tun!), sozusagen ohne jede Auswirkung – eine rechtswidrige Hausdurchsuchung im BVT, meine geschätzten Damen und Herren dieses Hauses (Zwischenrufe bei der FPÖ), mit der die FPÖ natürlich nichts zu tun hat und hinsichtlich derer es der ehemalige Herr Innenminister nicht einmal der Mühe wert findet, sich anzuhören, was er da angerichtet hat (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), eine Razzia, die zu rechtswidrigen Beschlagnahmen geführt hat! (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Amesbauer.) – Regen Sie sich nicht so auf, Herr Kollege Amesbauer! (Abg. Amesbauer: Ich rege mich nicht auf!) Es schaut halt so aus. (Abg. Belakowitsch: ... die Wahrheit!) – Ich weiß, Frau Kollegin Belakowitsch, Ihre tatsächlichen Berichtigungen führen zu alternativen Fakten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: ... die Wahrheit!
Die SPÖ sagt hier, die Razzia sei eine kleine Episode gewesen (Abg. Amesbauer: Das hat ja mit dem Terroranschlag nichts zu tun!), sozusagen ohne jede Auswirkung – eine rechtswidrige Hausdurchsuchung im BVT, meine geschätzten Damen und Herren dieses Hauses (Zwischenrufe bei der FPÖ), mit der die FPÖ natürlich nichts zu tun hat und hinsichtlich derer es der ehemalige Herr Innenminister nicht einmal der Mühe wert findet, sich anzuhören, was er da angerichtet hat (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), eine Razzia, die zu rechtswidrigen Beschlagnahmen geführt hat! (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Amesbauer.) – Regen Sie sich nicht so auf, Herr Kollege Amesbauer! (Abg. Amesbauer: Ich rege mich nicht auf!) Es schaut halt so aus. (Abg. Belakowitsch: ... die Wahrheit!) – Ich weiß, Frau Kollegin Belakowitsch, Ihre tatsächlichen Berichtigungen führen zu alternativen Fakten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: So ein Blödsinn!
Wie ist es dazu gekommen? Und jetzt sage ich etwas, das mich in der letzten Aussage von Herrn Kickl durchaus überrascht hat. Er hat sich jetzt selber einen Kampfauftrag gegeben, einen Kampfauftrag gegen die Regierung. Gut, er ist in Opposition (Abg. Hörl: Das ist gut so!), es soll so sein, aber sich als Innenminister einen Kampfauftrag gegen das eigene Ministerium zu geben, das ist einmalig! (Abg. Belakowitsch: So ein Blödsinn!) – Sie können es im Bericht des Untersuchungsausschusses zum BVT nachlesen. (Abg. Belakowitsch: So ein Blödsinn! – Abg. Sobotka: Leider richtig!)
Abg. Belakowitsch: So ein Blödsinn! – Abg. Sobotka: Leider richtig!
Wie ist es dazu gekommen? Und jetzt sage ich etwas, das mich in der letzten Aussage von Herrn Kickl durchaus überrascht hat. Er hat sich jetzt selber einen Kampfauftrag gegeben, einen Kampfauftrag gegen die Regierung. Gut, er ist in Opposition (Abg. Hörl: Das ist gut so!), es soll so sein, aber sich als Innenminister einen Kampfauftrag gegen das eigene Ministerium zu geben, das ist einmalig! (Abg. Belakowitsch: So ein Blödsinn!) – Sie können es im Bericht des Untersuchungsausschusses zum BVT nachlesen. (Abg. Belakowitsch: So ein Blödsinn! – Abg. Sobotka: Leider richtig!)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Dort steht drinnen, der Innenminister habe den Auftrag gegeben, „aufzuräumen“. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das Innenministerium sei „so korrupt wie noch nie“. (Abg. Amesbauer: Das ist eine glatte Lüge!) Das war die Ansicht des Bundesministers. Lesen Sie es nach im Bericht des Untersuchungsausschusses! (Abg. Amesbauer: Glatte Lüge! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Lesen Sie es nach!
Abg. Amesbauer: Glatte Lüge! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Dort steht drinnen, der Innenminister habe den Auftrag gegeben, „aufzuräumen“. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das Innenministerium sei „so korrupt wie noch nie“. (Abg. Amesbauer: Das ist eine glatte Lüge!) Das war die Ansicht des Bundesministers. Lesen Sie es nach im Bericht des Untersuchungsausschusses! (Abg. Amesbauer: Glatte Lüge! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Lesen Sie es nach!
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Sogar die Worte kriminelle Organisation sind da im Zusammenhang mit dem Innenministerium gefallen. (Abg. Amesbauer: Sagen Sie etwas zum Thema auch?) Diesen Kampfauftrag hat sich Ihr Innenminister in seiner Zeit, in der er das Ministerium geführt hat, gegeben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das hat dazu geführt, dass wir jetzt einen enormen Reformbedarf haben.
Abg. Belakowitsch: Er ist ja gar nicht das Thema!
Jetzt sage ich Ihnen noch etwas: Er hat ja auch eine Reformkommission eingesetzt. (Abg. Belakowitsch: Er ist ja gar nicht das Thema!) – Und, was hat er denn reformiert, wenn jetzt in der inneren Organisation des Hauses alles so schlecht ist?! (Zwischenruf der Abg. Steger.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Dieser Vertrauensverlust, den Sie verursacht haben, hat zu einer enormen Verunsicherung der Beamtinnen und Beamten geführt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie desavouieren mit Ihren Aussagen, auch Sie, sehr geehrte Frau Krisper, die Arbeit dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich um die Sicherheit dieses Landes bemühen und diese trotz der Wirkenszeit der FPÖ sicherstellen. (Abg. Belakowitsch: ... Mitarbeiter, sagen Sie das auch dazu, bitte!) – Ja, ich weiß eh, Sie regen sich immer so viel auf.
Abg. Belakowitsch: ... Mitarbeiter, sagen Sie das auch dazu, bitte!
Dieser Vertrauensverlust, den Sie verursacht haben, hat zu einer enormen Verunsicherung der Beamtinnen und Beamten geführt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie desavouieren mit Ihren Aussagen, auch Sie, sehr geehrte Frau Krisper, die Arbeit dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich um die Sicherheit dieses Landes bemühen und diese trotz der Wirkenszeit der FPÖ sicherstellen. (Abg. Belakowitsch: ... Mitarbeiter, sagen Sie das auch dazu, bitte!) – Ja, ich weiß eh, Sie regen sich immer so viel auf.
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch
Reden wir über das BVT, reden wir über das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung! Wenn man sich mit der Misere dieses BVT auseinandersetzt, dann muss man einmal zu den Anfängen dieser Behörde zurückgehen. Gegründet worden ist das BVT im Jahr 2002 vom ehemaligen ÖVP-Innenminister Ernst Strasser. Erinnern Sie sich an Ernst Strasser, Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP? – Das ist jener Ex-ÖVP-Innenminister, der dann als EU-Abgeordneter der ÖVP wegen Bestechlichkeit verurteilt worden und ins Gefängnis gekommen ist. Das ist genau jener, der das BVT gegründet hat und der offensichtlich auch seine Unternehmenskultur im BVT (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch), seine Spuren dort bestens hinterlassen hat, der einen schwarzen Sumpf in dieser Institution hinterlassen hat, unter dessen Auswirkungen wir heute immer noch leiden. (Ruf bei der ÖVP: ... Ibiza!)
Abg. Belakowitsch: Nein, mittendrin!
Mitglied des Europäischen Parlaments Dr. Monika Vana (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Wertes Mitglied der Bundesregierung! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Nur ganz kurz zu meinem Vorredner: Dass die FPÖ im Zusammenhang mit der Demonstration am Samstag von Missbrauch spricht, ist mutig. Dass diese Demonstration keine Verteidigung der persönlichen Freiheiten war, sondern vielmehr ein Aufmarsch von AnhängerInnen rechtsextremer und verschwörungstheoretischer Ideologien (Abg. Amesbauer: Schwachsinn! Lüge! Holler!), und dass diese FPÖ auch noch stolz in der ersten Reihe aufgetreten ist (Abg. Belakowitsch: Nein, mittendrin!), sagt mehr als jede fehlgeleitete Rede eines FPÖ-Abgeordneten hier. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Es geht um ... Geheimdienste, Frau Kollegin!
Wie vieles andere auch funktioniert Terrorbekämpfung nur vereint und grenzüberschreitend. Als Europaabgeordnete muss ich einleitend betonen, dass Geheimdienste, um die es ja heute geht (Abg. Belakowitsch: Es geht um ... Geheimdienste, Frau Kollegin!), und auch die Organisation des geheimdienstlichen Nachrichtenaustausches vollständig in nationale Kompetenz fallen, nicht in die der Europäischen Union. Die existierenden grenzüberschreitenden geheimdienstlichen Austauschstrukturen wie der viel zitierte Berner Club oder auch das EU Intelligence Analysis Centre, das ein Organ des Europäischen
Abg. Belakowitsch: Was sind die österreichischen Geheimdienste? Was reden Sie?
Abgeordneter Michel Reimon, MBA (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Der Kollege von der FPÖ hat es richtig gesagt, das BVT spielt in der europäischen Unterliga der Geheimdienste. Und warum ist das so? – Weil die anderen Geheimdienste kein ausreichendes Vertrauen haben. Die formalen Verträge werden eingehalten, was die österreichischen Geheimdienste an Information bekommen müssen, bekommen sie, aber sehr viel mehr bekommen sie freiwillig nicht. (Abg. Belakowitsch: Was sind die österreichischen Geheimdienste? Was reden Sie?)
Abg. Belakowitsch: Sie fangen ja schon falsch an!
Wenn man sich auf europäischer Ebene umhört, versteht man auch, warum das so ist: Da gab es eine Durchsuchung des BVT, ausgelöst vom Innenministerium, da gab es Berichte darüber, was alles unsicher ist. (Abg. Belakowitsch: Sie fangen ja schon falsch an!) Man will ihnen möglichst wenig geben und arbeitet mit ihnen wenig zusammen. Das Vertrauen in die Geheimdienste, in den österreichischen Geheimdienst ist in den letzten Jahren vollkommen verloren gegangen. (Zwischenruf des Abg. Schrangl.) Es wird die Aufgabe des Innenministers sein, das in den nächsten Jahren wieder aufzubauen, und es wird nicht leicht, denn man muss auch gegen einen Haufen Vorurteile ankämpfen.
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Jetzt frage ich mich eines – Herbert Kickl sitzt in diesem Plenum in der ersten Reihe, und wenn nur irgendwo ein Halbsatz zum Thema Sicherheit kommt, dann brüllt er durch die Gegend –: Wo ist der Herr Ex-Innenminister (Beifall bei Grünen und ÖVP) bei der gesamten Diskussion zum Thema Sicherheit, Terrorismus, seinem Versagen und seiner Gefährdung? (Zwischenruf der Abg. Steger.) Ich habe mich extra bei der Präsidentin erkundigt, ob er heute entschuldigt und vielleicht krank ist. Er versteckt sich irgendwo hier im Haus und traut sich nicht zu der Diskussion betreffend seine Verantwortung zu gehen. Einen Minister kann man herzitieren, ich wäre dafür, dass wir jetzt einmal alle den Herrn Ex-Innenminister auffordern – es gibt noch einen Redner nach mir, Sie haben 10 Minuten –: Kommen Sie doch her, treten Sie ans Rednerpult vor das Plenum und legen Sie Rechenschaft über das ab, was Sie im BVT angestellt haben und wie Sie die österreichische Republik gefährden! (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Sie haben schon falsch mit dem ersten Satz angefangen!
Abgeordneter Michel Reimon, MBA (fortsetzend): Das ist hier das Thema. Auf eines möchte ich noch eingehen: Die Art und Weise, wie die Diskussion geführt wurde, ist ja das Problem. (Abg. Belakowitsch: Sie haben schon falsch mit dem ersten Satz angefangen!) Ich habe versucht, jetzt auch auf die europäische Dimension hinzuweisen. Es hat eine europäische Dimension, und die gesamte Diskussion hier wird nur innenpolitisch genutzt. (Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) Natürlich ist dieser innenpolitische Missbrauch dieses Themas genau der Grund, warum diese Daten nicht geliefert werden. Wir sollten damit seriöser umgehen. Wir sollten auch hier im Hohen Haus eine seriösere Debatte führen.
Abg. Belakowitsch: Danke! – Abg. Rauch: Danke! – Zwischenruf des Abg. Loacker.
Abschließend möchte ich mich bei allen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, bei allen Funktionären in den Gemeinden, bei allen Gemeindebediensteten recht herzlich dafür bedanken, dass sie in der Krise ihr Möglichstes leisten. (Abg. Belakowitsch: Danke! – Abg. Rauch: Danke! – Zwischenruf des Abg. Loacker.) Ich glaube, das ist bemerkenswert – sowohl was die Testungen als auch was jetzt die Impfungen betrifft. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Christoph Stark (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Auch ich darf mich heute erfreulicherweise zum Gemeindepaket äußern und beginne diesen Redebeitrag vielleicht ungewöhnlicherweise mit einem Blick ins Alte Testament. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Dort heißt es: „Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: Geboren werden [...]; pflanzen [...], heilen [...], bauen“ und vieles mehr hat seine Zeit. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Christoph Stark (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Auch ich darf mich heute erfreulicherweise zum Gemeindepaket äußern und beginne diesen Redebeitrag vielleicht ungewöhnlicherweise mit einem Blick ins Alte Testament. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Dort heißt es: „Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: Geboren werden [...]; pflanzen [...], heilen [...], bauen“ und vieles mehr hat seine Zeit. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Leider hat beides nicht geklappt!
Warum sage ich das? In diesem Hohen Haus war schon öfter vom Gemeindepaket die Rede. Es wurde aber zu einer Zeit gefordert, als der Staat, das Parlament, die Regierung durch ganz andere Dingen herausgefordert war, nämlich dadurch, die Wirtschaft zu retten, die Gesundheit zu retten (Abg. Belakowitsch: Leider hat beides nicht geklappt!),
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Ruf bei der SPÖ: ... Regierung!
Lieber Herr Präsident – jetzt ist ein anderer da –, lieber Herr Bundesparteiobmann Hofer, Herr Klubobmann Kickl, der momentan auch nicht zugegen ist, werte Abgeordnete der FPÖ! In diesen Wochen geht es nicht nur um die Gemeinden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Ruf bei der SPÖ: ... Regierung!) In diesen Wochen geht es um die Gesundheit Tausender Menschen in unserem Land, und daher appelliere ich an Sie: Es ist jetzt nicht die Zeit für Streit. Es ist auch nicht die Zeit für kleingeistige und kurzsichtige Politik. Es ist nun die Zeit für den Schulterschluss (Abg. Kassegger: ... Meinungs...!) für die Menschen. Nehmen Sie die Mutation des Virus zum Anlass, nun Ihre Politik nur in diesem Sektor zu mutieren, und kommen Sie auf den gemeinsamen Weg im Kampf gegen Corona, Krankheit und Tod! – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Lieber Herr Präsident – jetzt ist ein anderer da –, lieber Herr Bundesparteiobmann Hofer, Herr Klubobmann Kickl, der momentan auch nicht zugegen ist, werte Abgeordnete der FPÖ! In diesen Wochen geht es nicht nur um die Gemeinden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Ruf bei der SPÖ: ... Regierung!) In diesen Wochen geht es um die Gesundheit Tausender Menschen in unserem Land, und daher appelliere ich an Sie: Es ist jetzt nicht die Zeit für Streit. Es ist auch nicht die Zeit für kleingeistige und kurzsichtige Politik. Es ist nun die Zeit für den Schulterschluss (Abg. Kassegger: ... Meinungs...!) für die Menschen. Nehmen Sie die Mutation des Virus zum Anlass, nun Ihre Politik nur in diesem Sektor zu mutieren, und kommen Sie auf den gemeinsamen Weg im Kampf gegen Corona, Krankheit und Tod! – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch: Er ist schon wieder da!
Abgeordneter Josef Schellhorn (NEOS): Mit Verlaub, ich darf warten, bis der Herr Finanzminister im Saal erscheint. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch: Er ist schon wieder da!)
Abg. Belakowitsch: Woher soll er das wissen?
Abgeordneter Mag. Gerhard Kaniak (FPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Es ist ja bezeichnend, dass Sie als für den hier vorliegenden Abänderungsantrag zuständiger Minister in Ihren Ausführungen die geplante Änderung der Bundesabgabenordnung im § 323c Abs. 18 in keinster Art und Weise erwähnt haben, handelt es sich doch um eine Änderung des Medizinproduktegesetzes. Da Sie offensichtlich der zuständige Minister sind, frage ich Sie: Was steht denn im § 113a des Medizinproduktegesetzes? Den ändern Sie ja jetzt über die Bundesabgabenordnung. (Abg. Belakowitsch: Woher soll er das wissen?) Offenbar wissen Sie es nicht. Das ist schlimm, denn es hat auch ganz fatale Auswirkungen.
Abg. Belakowitsch: Der wird jetzt wieder erklären, was alles ... geht ...!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Nächster Redner ist Herr Dr. Josef Smolle. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Belakowitsch: Der wird jetzt wieder erklären, was alles ... geht ...!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Was ist die wichtigste Änderung, die wir jetzt mit diesem Geschäftsordnungsantrag vornehmen? – Wir schaffen die Möglichkeit, dass in Zukunft auch Anträge auf der Parlamentshomepage begutachtet werden können, dass alle Initiativen begutachtet werden können. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir erwarten uns davon auch insofern eine positive Auswirkung, als dass die grundsätzlichen Fragen, ob es eine Regierungsvorlage gibt oder etwas als Initiativantrag eingebracht wird und ob es damit die Möglichkeit einer öffentlichen Begutachtung gibt oder nicht, voneinander entkoppelt werden. Es gibt in Zukunft in jedem Fall die Möglichkeit, eine Begutachtung vorzunehmen und Stellungnahmen auf der Parlamentshomepage einzubringen.
Sitzung Nr. 81
Abg. Belakowitsch: Ja, Sie sind erschütternd! – Abg. Hafenecker: Das machen Sie seit einem Jahr bei jeder Pressekonferenz!
Gerade als Innenminister außer Dienst müsste Herbert Kickl wissen, dass er heute hier vor Ihnen (in Richtung Abgeordnetenbänke weisend) und auch gerade vor Ihnen als Zuseherinnen und Zuseher, weil hier im Parlament ist ja bei Reden, wie wir sie gerade erlebt haben, oft auch sehr viel Inszenierung üblich, sehr oft die Unwahrheit gesagt hat. (Ruf bei der FPÖ: Das sagen gerade Sie! – Zwischenruf des Abg. Schnedlitz.) Das ist insofern erschütternd (Abg. Belakowitsch: Ja, Sie sind erschütternd! – Abg. Hafenecker: Das machen Sie seit einem Jahr bei jeder Pressekonferenz!), als das der Situation nicht gerecht wird.
Abg. Belakowitsch: ... in der Bundesregierung!
Wir haben tatsächlich eine der schwierigsten Situationen in der Zweiten Republik. (Abg. Belakowitsch: ... in der Bundesregierung!) Die Pandemie beherrscht große Teile unseres Lebens und viele Menschen sind davon betroffen (Ruf bei der FPÖ: Das Problem ist, ...!) – sei es, weil sie in ihrem Eigentum beschränkt sind und nicht ihrer normalen Geschäftstätigkeit nachgehen können (Abg. Belakowitsch: Wer ist dafür verantwortlich?), sei es, weil sie selbst durch eine Infektion betroffen sind, sei es, weil sie Menschen durch dieses Virus verloren haben. (Weiterer Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Wer ist dafür verantwortlich?
Wir haben tatsächlich eine der schwierigsten Situationen in der Zweiten Republik. (Abg. Belakowitsch: ... in der Bundesregierung!) Die Pandemie beherrscht große Teile unseres Lebens und viele Menschen sind davon betroffen (Ruf bei der FPÖ: Das Problem ist, ...!) – sei es, weil sie in ihrem Eigentum beschränkt sind und nicht ihrer normalen Geschäftstätigkeit nachgehen können (Abg. Belakowitsch: Wer ist dafür verantwortlich?), sei es, weil sie selbst durch eine Infektion betroffen sind, sei es, weil sie Menschen durch dieses Virus verloren haben. (Weiterer Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Weiterer Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir haben tatsächlich eine der schwierigsten Situationen in der Zweiten Republik. (Abg. Belakowitsch: ... in der Bundesregierung!) Die Pandemie beherrscht große Teile unseres Lebens und viele Menschen sind davon betroffen (Ruf bei der FPÖ: Das Problem ist, ...!) – sei es, weil sie in ihrem Eigentum beschränkt sind und nicht ihrer normalen Geschäftstätigkeit nachgehen können (Abg. Belakowitsch: Wer ist dafür verantwortlich?), sei es, weil sie selbst durch eine Infektion betroffen sind, sei es, weil sie Menschen durch dieses Virus verloren haben. (Weiterer Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Geh bitte! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Herr Innenminister außer Dienst, das ist tatsächlich eine sehr ernste und eine sehr schwerwiegende Situation, aber sich hierherzustellen, den moralischen Zeigefinger zu heben, hier groß zu tönen, den Kampf gegen den Islamismus zu führen, und mir Versagen vorzuwerfen, halte ich deshalb für besonders erwähnenswert, weil gerade der Innenminister außer Dienst Herbert Kickl in einer beispiellosen Aktion in der Geschichte der Zweiten Republik – das hat kein Innenminister davor getan! – eine laufende Operation gegen die Muslimbruderschaft und gegen die Hamas gefährdet hat (Abg. Belakowitsch: Geh bitte! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ) und genau durch dieses Agieren bereit war, für diese politische Agitation, wie wir sie gerade gesehen haben, auch tatsächlich die Sicherheit der Republik zu gefährden. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Kickl: Die vier Toten werden Sie nicht los! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Das machen die Leute, verlassen Sie sich darauf!
Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Meine sehr geehrten Damen und Herren vor den Bildschirmen! Machen Sie sich von den Aussagen betreffend ihre Glaubwürdigkeit selbst ein Bild! (Abg. Belakowitsch: Das machen die Leute, verlassen Sie sich darauf!)
Abg. Belakowitsch: O ja!
Dann kommt noch der Vorwurf, dass wir uns in Richtung gefährliche Zeiten bewegen würden (Abg. Belakowitsch: O ja!), und es werden die Grund- und Freiheitsrechte zitiert. (Abg. Belakowitsch: Völlig richtig!) Um nur auch da wieder das Bild in ein richtiges Licht zu rücken (Ruf bei der FPÖ: 1934 ...!): Von 63 angemeldeten Versammlungen wurden 44 durchgeführt. (Abg. Belakowitsch: Ah ja?! – Abg. Kickl: Weil Sie euch nicht gepasst haben, ja! ..., das ist ja noch skurriler! – Weiterer Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Völlig richtig!
Dann kommt noch der Vorwurf, dass wir uns in Richtung gefährliche Zeiten bewegen würden (Abg. Belakowitsch: O ja!), und es werden die Grund- und Freiheitsrechte zitiert. (Abg. Belakowitsch: Völlig richtig!) Um nur auch da wieder das Bild in ein richtiges Licht zu rücken (Ruf bei der FPÖ: 1934 ...!): Von 63 angemeldeten Versammlungen wurden 44 durchgeführt. (Abg. Belakowitsch: Ah ja?! – Abg. Kickl: Weil Sie euch nicht gepasst haben, ja! ..., das ist ja noch skurriler! – Weiterer Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ah ja?! – Abg. Kickl: Weil Sie euch nicht gepasst haben, ja! ..., das ist ja noch skurriler! – Weiterer Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Dann kommt noch der Vorwurf, dass wir uns in Richtung gefährliche Zeiten bewegen würden (Abg. Belakowitsch: O ja!), und es werden die Grund- und Freiheitsrechte zitiert. (Abg. Belakowitsch: Völlig richtig!) Um nur auch da wieder das Bild in ein richtiges Licht zu rücken (Ruf bei der FPÖ: 1934 ...!): Von 63 angemeldeten Versammlungen wurden 44 durchgeführt. (Abg. Belakowitsch: Ah ja?! – Abg. Kickl: Weil Sie euch nicht gepasst haben, ja! ..., das ist ja noch skurriler! – Weiterer Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Schnedlitz: Nein, nein, Ihnen! – Abg. Belakowitsch: Ihnen! Ihnen!
Das Entscheidende ist aber: Wissen Sie, was das wirkliche Problem dabei ist? – Hier wird den Behörden vom ehemaligen Innenminister Amtsmissbrauch unterstellt. (Abg. Schnedlitz: Nein, nein, Ihnen! – Abg. Belakowitsch: Ihnen! Ihnen!) Auch wenn die Abgeordneten jetzt im Chor – ich würde Sie ersuchen, noch lauter zu rufen, dann verstehen Sie vielleicht auch die Zuschauer zu Hause –, wenn die freiheitlichen Abgeordneten jetzt auch behaupten, ich hätte das getan (Abg. Belakowitsch: Das haben Sie auch!), dann ist das die nächste Unwahrheit, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Nein!)
Abg. Belakowitsch: Das haben Sie auch!
Das Entscheidende ist aber: Wissen Sie, was das wirkliche Problem dabei ist? – Hier wird den Behörden vom ehemaligen Innenminister Amtsmissbrauch unterstellt. (Abg. Schnedlitz: Nein, nein, Ihnen! – Abg. Belakowitsch: Ihnen! Ihnen!) Auch wenn die Abgeordneten jetzt im Chor – ich würde Sie ersuchen, noch lauter zu rufen, dann verstehen Sie vielleicht auch die Zuschauer zu Hause –, wenn die freiheitlichen Abgeordneten jetzt auch behaupten, ich hätte das getan (Abg. Belakowitsch: Das haben Sie auch!), dann ist das die nächste Unwahrheit, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Nein!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Nein!
Das Entscheidende ist aber: Wissen Sie, was das wirkliche Problem dabei ist? – Hier wird den Behörden vom ehemaligen Innenminister Amtsmissbrauch unterstellt. (Abg. Schnedlitz: Nein, nein, Ihnen! – Abg. Belakowitsch: Ihnen! Ihnen!) Auch wenn die Abgeordneten jetzt im Chor – ich würde Sie ersuchen, noch lauter zu rufen, dann verstehen Sie vielleicht auch die Zuschauer zu Hause –, wenn die freiheitlichen Abgeordneten jetzt auch behaupten, ich hätte das getan (Abg. Belakowitsch: Das haben Sie auch!), dann ist das die nächste Unwahrheit, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Nein!)
Ruf bei der FPÖ: Das ist die Unwahrheit! – Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja so überhaupt nicht! Das ist ja eine Lüge!
Bleiben wir aber wieder beim Faktencheck, Herr Innenminister außer Dienst: Ja, es waren tatsächlich Altneonazis dort und – stellen Sie sich vor! – auch die neuen Rechtsextremen. Sie haben noch in einem Facebook-Post dazu aufgefordert: Wenn Sie nicht dem Innenminister in die Falle gehen wollen, dann machen Sie doch einen Spaziergang! – Aha! (Ruf bei der FPÖ: Das ist die Unwahrheit! – Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja so überhaupt nicht! Das ist ja eine Lüge!) Schauen Sie sich das Posting an! Das kann jeder nachlesen (Abg. Belakowitsch: Das ist eine Lüge! – Zwischenruf des Abg. Schnedlitz), auch wenn der Generalsekretär der Freiheitlichen jetzt herausruft. Er muss auch lauter rufen, denn die Menschen verstehen ihn nicht. (Abg. Belakowitsch: Das ist eine Lüge! – Abg. Kickl: Aber Sie kriegen eh Post von meinem Anwalt! – Abg. Stefan: Das ist die glatte Unwahrheit!)
Abg. Belakowitsch: Das ist eine Lüge! – Zwischenruf des Abg. Schnedlitz
Bleiben wir aber wieder beim Faktencheck, Herr Innenminister außer Dienst: Ja, es waren tatsächlich Altneonazis dort und – stellen Sie sich vor! – auch die neuen Rechtsextremen. Sie haben noch in einem Facebook-Post dazu aufgefordert: Wenn Sie nicht dem Innenminister in die Falle gehen wollen, dann machen Sie doch einen Spaziergang! – Aha! (Ruf bei der FPÖ: Das ist die Unwahrheit! – Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja so überhaupt nicht! Das ist ja eine Lüge!) Schauen Sie sich das Posting an! Das kann jeder nachlesen (Abg. Belakowitsch: Das ist eine Lüge! – Zwischenruf des Abg. Schnedlitz), auch wenn der Generalsekretär der Freiheitlichen jetzt herausruft. Er muss auch lauter rufen, denn die Menschen verstehen ihn nicht. (Abg. Belakowitsch: Das ist eine Lüge! – Abg. Kickl: Aber Sie kriegen eh Post von meinem Anwalt! – Abg. Stefan: Das ist die glatte Unwahrheit!)
Abg. Belakowitsch: Das ist eine Lüge! – Abg. Kickl: Aber Sie kriegen eh Post von meinem Anwalt! – Abg. Stefan: Das ist die glatte Unwahrheit!
Bleiben wir aber wieder beim Faktencheck, Herr Innenminister außer Dienst: Ja, es waren tatsächlich Altneonazis dort und – stellen Sie sich vor! – auch die neuen Rechtsextremen. Sie haben noch in einem Facebook-Post dazu aufgefordert: Wenn Sie nicht dem Innenminister in die Falle gehen wollen, dann machen Sie doch einen Spaziergang! – Aha! (Ruf bei der FPÖ: Das ist die Unwahrheit! – Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja so überhaupt nicht! Das ist ja eine Lüge!) Schauen Sie sich das Posting an! Das kann jeder nachlesen (Abg. Belakowitsch: Das ist eine Lüge! – Zwischenruf des Abg. Schnedlitz), auch wenn der Generalsekretär der Freiheitlichen jetzt herausruft. Er muss auch lauter rufen, denn die Menschen verstehen ihn nicht. (Abg. Belakowitsch: Das ist eine Lüge! – Abg. Kickl: Aber Sie kriegen eh Post von meinem Anwalt! – Abg. Stefan: Das ist die glatte Unwahrheit!)
Abg. Belakowitsch: Das wär’ jetzt aber schon genügend gewesen! – Abg. Hafenecker: ... seine ganze Diplomarbeit! – Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ.
Aber auch da: Warum macht er das? (Abg. Belakowitsch: Das wär’ jetzt aber schon genügend gewesen! – Abg. Hafenecker: ... seine ganze Diplomarbeit! – Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ.) Aber vor allem: Was bedeutet es für den Dank, den Herr Innenminister außer Dienst Herbert Kickl jetzt gerade den Polizistinnen und Polizisten entgegengebracht hat?
Abg. Belakowitsch: Die Veranstaltung war online!
Wissen Sie, was am Sonntag passiert ist (Abg. Belakowitsch: Die Veranstaltung war online!) – Herbert, du weißt es ganz genau (Abg. Kickl: Beantworte die Fragen!) –: Gewaltbereite Demonstranten (Ruf: Geh bitte! – Abg. Belakowitsch: Wo?) haben Polizisten verletzt. – Wo war das „Geh bitte!“ jetzt? (Abg. Belakowitsch: Die sind gestolpert bei den Schienen!) – Ah? Macht nur eure Witze auf dem Rücken der Polizisten! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Hör’n S’ auf mit Ihrem Schmäh!)
Ruf: Geh bitte! – Abg. Belakowitsch: Wo?
Wissen Sie, was am Sonntag passiert ist (Abg. Belakowitsch: Die Veranstaltung war online!) – Herbert, du weißt es ganz genau (Abg. Kickl: Beantworte die Fragen!) –: Gewaltbereite Demonstranten (Ruf: Geh bitte! – Abg. Belakowitsch: Wo?) haben Polizisten verletzt. – Wo war das „Geh bitte!“ jetzt? (Abg. Belakowitsch: Die sind gestolpert bei den Schienen!) – Ah? Macht nur eure Witze auf dem Rücken der Polizisten! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Hör’n S’ auf mit Ihrem Schmäh!)
Abg. Belakowitsch: Die sind gestolpert bei den Schienen!
Wissen Sie, was am Sonntag passiert ist (Abg. Belakowitsch: Die Veranstaltung war online!) – Herbert, du weißt es ganz genau (Abg. Kickl: Beantworte die Fragen!) –: Gewaltbereite Demonstranten (Ruf: Geh bitte! – Abg. Belakowitsch: Wo?) haben Polizisten verletzt. – Wo war das „Geh bitte!“ jetzt? (Abg. Belakowitsch: Die sind gestolpert bei den Schienen!) – Ah? Macht nur eure Witze auf dem Rücken der Polizisten! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Hör’n S’ auf mit Ihrem Schmäh!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Hör’n S’ auf mit Ihrem Schmäh!
Wissen Sie, was am Sonntag passiert ist (Abg. Belakowitsch: Die Veranstaltung war online!) – Herbert, du weißt es ganz genau (Abg. Kickl: Beantworte die Fragen!) –: Gewaltbereite Demonstranten (Ruf: Geh bitte! – Abg. Belakowitsch: Wo?) haben Polizisten verletzt. – Wo war das „Geh bitte!“ jetzt? (Abg. Belakowitsch: Die sind gestolpert bei den Schienen!) – Ah? Macht nur eure Witze auf dem Rücken der Polizisten! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Hör’n S’ auf mit Ihrem Schmäh!)
Abg. Belakowitsch: Treten Sie zurück! – Zwischenruf des Abg. Kickl
Die Wahrheit tut weh (Abg. Stefan: Die Wahrheit tut gut!): Es wurde ein Beamter bei einer Identitätsfeststellung (Unruhe im Saal – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen) von einem der Aktivisten und Organisatoren dieses „Spaziergangs“ zu Boden gerissen (Abg. Belakowitsch: Treten Sie zurück! – Zwischenruf des Abg. Kickl), in den Nacken getreten!
Abg. Belakowitsch: Aber Sie nicht!
Ja, man kann wie Herbert Kickl ignorieren, dass wir in diesem Land Mutationen haben, die infektiöser sind als das Virus bisher. (Abg. Stefan: Tirol absperren!) Man kann die Tausenden Toten und die vielen Kranken, die schwere Verläufe haben, ignorieren, aber das ist Realitätsverweigerung. (Abg. Kickl: Man kann auch ignorieren, dass 99,9 Prozent anders reagieren!) Die Polizistinnen und Polizisten schützen das Leben der Österreicherinnen und Österreicher sowie der Menschen, die in Österreich leben. Sie schützen auch die Grund- und Freiheitsrechte (Abg. Belakowitsch: Aber Sie nicht!), aber Grund- und Freiheitsrechte sind kein Selbstzweck. (Heiterkeit des Abg. Bösch. – Abg. Belakowitsch: Haha, das können ...!) Es gibt das Versammlungsrecht und das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Gesundheit. (Abg. Bösch: Ah? ...!) In so einem Spannungsfeld der Grundrechte wird abgewogen, beurteilt (Abg. Hafenecker: Und deshalb haben Sie 2015 die Grenzen aufgemacht!?) und ja, wenn notwendig, auch gestraft – dann, wenn genau dieses Recht auf Gesundheit (Abg. Kickl: Gestraft habt ihr letztes Jahr auch schon!) in Gefahr ist! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Gestraft habt ihr letztes Jahr auch schon, mit demselben Argument!)
Heiterkeit des Abg. Bösch. – Abg. Belakowitsch: Haha, das können ...!
Ja, man kann wie Herbert Kickl ignorieren, dass wir in diesem Land Mutationen haben, die infektiöser sind als das Virus bisher. (Abg. Stefan: Tirol absperren!) Man kann die Tausenden Toten und die vielen Kranken, die schwere Verläufe haben, ignorieren, aber das ist Realitätsverweigerung. (Abg. Kickl: Man kann auch ignorieren, dass 99,9 Prozent anders reagieren!) Die Polizistinnen und Polizisten schützen das Leben der Österreicherinnen und Österreicher sowie der Menschen, die in Österreich leben. Sie schützen auch die Grund- und Freiheitsrechte (Abg. Belakowitsch: Aber Sie nicht!), aber Grund- und Freiheitsrechte sind kein Selbstzweck. (Heiterkeit des Abg. Bösch. – Abg. Belakowitsch: Haha, das können ...!) Es gibt das Versammlungsrecht und das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Gesundheit. (Abg. Bösch: Ah? ...!) In so einem Spannungsfeld der Grundrechte wird abgewogen, beurteilt (Abg. Hafenecker: Und deshalb haben Sie 2015 die Grenzen aufgemacht!?) und ja, wenn notwendig, auch gestraft – dann, wenn genau dieses Recht auf Gesundheit (Abg. Kickl: Gestraft habt ihr letztes Jahr auch schon!) in Gefahr ist! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Gestraft habt ihr letztes Jahr auch schon, mit demselben Argument!)
Abg. Belakowitsch: Nein, das ist nicht launig!
Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man sagen, es sei eine launige Debatte, die hier gerade geführt wird. (Abg. Belakowitsch: Nein, das ist nicht launig!) – Das ist es nicht! (Abg. Belakowitsch: Das ist bitterernst!) Sie wollen negieren, dass dort Rechtsextreme waren, Staatsverweigerer, Hooligans, Altneonazis (Heiterkeit bei der FPÖ – Ruf bei der FPÖ: ÖVPler! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kickl), und beklagen sich dann noch, dass erwähnt und gesagt wird, dass Verharmlosung der Verbrechen des Dritten Reiches betrieben wurde, indem Judensterne getragen wurden. Und ja, diese Vergehen werden alle geahndet, denen wird polizeilich nachgegangen, denn das ist in einem freien Rechtsstaat, in einer Demokratie nicht zu tolerieren. (Ruf bei der FPÖ: Das ist Ihr Problem!)
Abg. Belakowitsch: Das ist bitterernst!
Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man sagen, es sei eine launige Debatte, die hier gerade geführt wird. (Abg. Belakowitsch: Nein, das ist nicht launig!) – Das ist es nicht! (Abg. Belakowitsch: Das ist bitterernst!) Sie wollen negieren, dass dort Rechtsextreme waren, Staatsverweigerer, Hooligans, Altneonazis (Heiterkeit bei der FPÖ – Ruf bei der FPÖ: ÖVPler! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kickl), und beklagen sich dann noch, dass erwähnt und gesagt wird, dass Verharmlosung der Verbrechen des Dritten Reiches betrieben wurde, indem Judensterne getragen wurden. Und ja, diese Vergehen werden alle geahndet, denen wird polizeilich nachgegangen, denn das ist in einem freien Rechtsstaat, in einer Demokratie nicht zu tolerieren. (Ruf bei der FPÖ: Das ist Ihr Problem!)
Heiterkeit bei der FPÖ – Ruf bei der FPÖ: ÖVPler! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kickl
Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man sagen, es sei eine launige Debatte, die hier gerade geführt wird. (Abg. Belakowitsch: Nein, das ist nicht launig!) – Das ist es nicht! (Abg. Belakowitsch: Das ist bitterernst!) Sie wollen negieren, dass dort Rechtsextreme waren, Staatsverweigerer, Hooligans, Altneonazis (Heiterkeit bei der FPÖ – Ruf bei der FPÖ: ÖVPler! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kickl), und beklagen sich dann noch, dass erwähnt und gesagt wird, dass Verharmlosung der Verbrechen des Dritten Reiches betrieben wurde, indem Judensterne getragen wurden. Und ja, diese Vergehen werden alle geahndet, denen wird polizeilich nachgegangen, denn das ist in einem freien Rechtsstaat, in einer Demokratie nicht zu tolerieren. (Ruf bei der FPÖ: Das ist Ihr Problem!)
Abg. Belakowitsch: Die sind gesessen! – Abg. Amesbauer: Einer ÖVP-Wählerin! Einer ehemaligen Kurz-Wählerin! – Abg. Belakowitsch: Die beim letzten Mal Kurz gewählt hat! – Ruf bei der FPÖ: Die zum letzten Mal Kurz gewählt hat!
Und ja, wenn der Klubobmann der FPÖ sich mit einer Organisatorin hinstellt (Abg. Belakowitsch: Die sind gesessen! – Abg. Amesbauer: Einer ÖVP-Wählerin! Einer ehemaligen Kurz-Wählerin! – Abg. Belakowitsch: Die beim letzten Mal Kurz gewählt hat! – Ruf bei der FPÖ: Die zum letzten Mal Kurz gewählt hat!), die eine Bewegung vertritt, die sich „Österreich ist frei“ nennt, dann ist das tatsächlich ein surreales Bild! (Abg. Wurm: Ja, Ihrer Meinung nach! – Abg. Belakowitsch: Die wählt Sie nie wieder!) Diese Worte stammen von Leopold Figl (Abg. Wurm: Da sind wir nicht mehr!), wurden gesprochen nach der Unterzeichnung des Staatsvertrages, als Österreich seine Freiheit erlangt hat (Abg. Wurm: Die verteidigen wir in Österreich!) – nachdem es zuvor besetzt war und davor im Naziterror (Abg. Amesbauer: Was hat das mit der Demo zu tun?! – Abg. Deimek: Was hat das mit euren Spendern zu tun? – Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ) unzählige Millionen Menschen als Opfer zu beklagen waren! Dieses Zitat „Österreich ist frei!“ zu missbrauchen, und das neben einem Klubobmann der Freiheitlichen Partei, einer demokratisch legitimierten Partei hier im Hohen Haus (Abg. Belakowitsch: Der Präsident schläft! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), das ist tatsächlich zynisch, das ist tatsächlich surreal! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kickl: Nur weiter so!)
Abg. Wurm: Ja, Ihrer Meinung nach! – Abg. Belakowitsch: Die wählt Sie nie wieder!
Und ja, wenn der Klubobmann der FPÖ sich mit einer Organisatorin hinstellt (Abg. Belakowitsch: Die sind gesessen! – Abg. Amesbauer: Einer ÖVP-Wählerin! Einer ehemaligen Kurz-Wählerin! – Abg. Belakowitsch: Die beim letzten Mal Kurz gewählt hat! – Ruf bei der FPÖ: Die zum letzten Mal Kurz gewählt hat!), die eine Bewegung vertritt, die sich „Österreich ist frei“ nennt, dann ist das tatsächlich ein surreales Bild! (Abg. Wurm: Ja, Ihrer Meinung nach! – Abg. Belakowitsch: Die wählt Sie nie wieder!) Diese Worte stammen von Leopold Figl (Abg. Wurm: Da sind wir nicht mehr!), wurden gesprochen nach der Unterzeichnung des Staatsvertrages, als Österreich seine Freiheit erlangt hat (Abg. Wurm: Die verteidigen wir in Österreich!) – nachdem es zuvor besetzt war und davor im Naziterror (Abg. Amesbauer: Was hat das mit der Demo zu tun?! – Abg. Deimek: Was hat das mit euren Spendern zu tun? – Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ) unzählige Millionen Menschen als Opfer zu beklagen waren! Dieses Zitat „Österreich ist frei!“ zu missbrauchen, und das neben einem Klubobmann der Freiheitlichen Partei, einer demokratisch legitimierten Partei hier im Hohen Haus (Abg. Belakowitsch: Der Präsident schläft! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), das ist tatsächlich zynisch, das ist tatsächlich surreal! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kickl: Nur weiter so!)
Abg. Belakowitsch: Der Präsident schläft! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Und ja, wenn der Klubobmann der FPÖ sich mit einer Organisatorin hinstellt (Abg. Belakowitsch: Die sind gesessen! – Abg. Amesbauer: Einer ÖVP-Wählerin! Einer ehemaligen Kurz-Wählerin! – Abg. Belakowitsch: Die beim letzten Mal Kurz gewählt hat! – Ruf bei der FPÖ: Die zum letzten Mal Kurz gewählt hat!), die eine Bewegung vertritt, die sich „Österreich ist frei“ nennt, dann ist das tatsächlich ein surreales Bild! (Abg. Wurm: Ja, Ihrer Meinung nach! – Abg. Belakowitsch: Die wählt Sie nie wieder!) Diese Worte stammen von Leopold Figl (Abg. Wurm: Da sind wir nicht mehr!), wurden gesprochen nach der Unterzeichnung des Staatsvertrages, als Österreich seine Freiheit erlangt hat (Abg. Wurm: Die verteidigen wir in Österreich!) – nachdem es zuvor besetzt war und davor im Naziterror (Abg. Amesbauer: Was hat das mit der Demo zu tun?! – Abg. Deimek: Was hat das mit euren Spendern zu tun? – Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ) unzählige Millionen Menschen als Opfer zu beklagen waren! Dieses Zitat „Österreich ist frei!“ zu missbrauchen, und das neben einem Klubobmann der Freiheitlichen Partei, einer demokratisch legitimierten Partei hier im Hohen Haus (Abg. Belakowitsch: Der Präsident schläft! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), das ist tatsächlich zynisch, das ist tatsächlich surreal! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kickl: Nur weiter so!)
Ruf bei der FPÖ: Darum verbieten wir’s! – Abg. Belakowitsch: Ja machen Sie einmal!
Sie haben auch völlig recht: Die Bürgerinnen und Bürger, die ihrem Protest ganz normal Ausdruck verleihen wollen, haben tatsächlich das Recht, nicht von solchen Gruppen missbraucht zu werden. Sie haben tatsächlich das Recht, dass ihre Sorgen ernst genommen werden. (Ruf bei der FPÖ: Darum verbieten wir’s! – Abg. Belakowitsch: Ja machen Sie einmal!) Genau das ist der Punkt, warum wir mit dem Thema Versammlungsfreiheit sorgsam umgehen müssen. (Abg. Kickl: Nein, nicht sorgsam! Nicht sorgsam! – Abg. Belakowitsch: Und warum dürfen sie dann nicht demonstrieren? –
Abg. Belakowitsch: Die Polizisten schon, aber Sie nicht!
Die Verfassung ist ein hohes Gut! Die Polizistinnen und Polizisten stehen dazu, die Grund- und Freiheitsrechte zu verteidigen, sie zu schützen (Abg. Belakowitsch: Die Polizisten schon, aber Sie nicht!), und ja, in der Ausgewogenheit und der Notwendigkeit, wie es Grundrechte verdienen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Steger.) Sorgen wir hier im Hohen Haus gemeinsam dafür – Sie sind die gesetzgebende Körperschaft (Abg. Belakowitsch: Die Sie missbrauchen!) –, dass in einer Pandemie mit Verantwortung, Augenmaß und Vernunft diskutiert und gesprochen wird! (Abg. Hafenecker: Sie lassen ... Verfassungsbrüche zu!) Ermutigen wir nicht die Ränder der Gesellschaft, solche Situationen auszunutzen, um die Sicherheit in diesem Land zu destabilisieren (Abg. Kickl: Inzwischen sind jetzt Sie der Rand der Gesellschaft!), hier Unfrieden zu stiften und die Menschen weiter zu verunsichern! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Rössler und Voglauer.)
Abg. Belakowitsch: Die Sie missbrauchen!
Die Verfassung ist ein hohes Gut! Die Polizistinnen und Polizisten stehen dazu, die Grund- und Freiheitsrechte zu verteidigen, sie zu schützen (Abg. Belakowitsch: Die Polizisten schon, aber Sie nicht!), und ja, in der Ausgewogenheit und der Notwendigkeit, wie es Grundrechte verdienen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Steger.) Sorgen wir hier im Hohen Haus gemeinsam dafür – Sie sind die gesetzgebende Körperschaft (Abg. Belakowitsch: Die Sie missbrauchen!) –, dass in einer Pandemie mit Verantwortung, Augenmaß und Vernunft diskutiert und gesprochen wird! (Abg. Hafenecker: Sie lassen ... Verfassungsbrüche zu!) Ermutigen wir nicht die Ränder der Gesellschaft, solche Situationen auszunutzen, um die Sicherheit in diesem Land zu destabilisieren (Abg. Kickl: Inzwischen sind jetzt Sie der Rand der Gesellschaft!), hier Unfrieden zu stiften und die Menschen weiter zu verunsichern! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Rössler und Voglauer.)
Abg. Belakowitsch: Zeit wird’s! Und bleiben Sie bei der Wahrheit!
Ich komme jetzt zur Beantwortung der Fragen. (Abg. Belakowitsch: Zeit wird’s! Und bleiben Sie bei der Wahrheit!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Für jene Versammlungen, die nicht untersagt wurden, lagen keine Untersagungsgründe vor. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Das geht in der U-Bahn auch nicht!
Die Versammlungsbehörde, im Konkreten hier die LPD Wien, ist für die Prüfung jeder Versammlungsanzeige zuständig. Nach intensiver Prüfung und Einholung der Expertise des Gesundheitsdienstes der Stadt Wien würde die Abhaltung der geplanten Versammlung jedenfalls eine Gefährdung im Hinblick auf das öffentliche Wohl darstellen. Grund dafür ist, dass zu erwarten war, dass an der Versammlung der FPÖ mehrere Tausend Personen teilnehmen und erfahrungsgemäß ein Großteil der Teilnehmer nicht den vorgeschriebenen MNS – sprich: den Mund-Nasen-Schutz – tragen würde. (Abg. Kickl: Das hält nie! Das hält nie!) Die Einhaltung des verordneten Mindestabstandes von zwei Metern zwischen den einzelnen Versammlungsteilnehmern ist bei einer derartigen Großversammlung schlichtweg unmöglich. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Das geht in der U-Bahn auch nicht!) Somit wurde die Versammlung aus Gründen des öffentlichen Wohls untersagt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Es gab auch hier keine Weisungen des Bundesministeriums für Inneres. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Die Versammlungsbehörde, im Konkreten hier die LPD Wien, ist für die Prüfung jeder Versammlungsanzeige zuständig. Nach intensiver Prüfung und Einholung der Expertise des Gesundheitsdienstes der Stadt Wien würde die Abhaltung der geplanten Versammlung jedenfalls eine Gefährdung im Hinblick auf das öffentliche Wohl darstellen. Grund dafür ist, dass zu erwarten war, dass an der Versammlung der FPÖ mehrere Tausend Personen teilnehmen und erfahrungsgemäß ein Großteil der Teilnehmer nicht den vorgeschriebenen MNS – sprich: den Mund-Nasen-Schutz – tragen würde. (Abg. Kickl: Das hält nie! Das hält nie!) Die Einhaltung des verordneten Mindestabstandes von zwei Metern zwischen den einzelnen Versammlungsteilnehmern ist bei einer derartigen Großversammlung schlichtweg unmöglich. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Das geht in der U-Bahn auch nicht!) Somit wurde die Versammlung aus Gründen des öffentlichen Wohls untersagt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Es gab auch hier keine Weisungen des Bundesministeriums für Inneres. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker.)
Abg. Kickl – seine Hände vor dem Gesicht zusammenschlagend –: Die Baustelle! Um Gottes willen! Es ist so lächerlich! – Abg. Belakowitsch: Jetzt wird es peinlich! – Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.
Das ist jetzt übrigens der Punkt, zu dem gerade der Innenminister außer Dienst Kickl behauptet hat, der Parlamentsrampensturm sei nicht wahr, würde nicht den Tatsachen entsprechen. (Abg. Kickl: So ist es ja auch! Ist ja auch so!) Der Einsatzabschnitt Aufklärung meldete um 13.43 Uhr, dass aus der Menge heraus mitgehört wurde, dass das Ziel der Demonstranten die Rampe des Parlaments sei. (Abg. Kickl – seine Hände vor dem Gesicht zusammenschlagend –: Die Baustelle! Um Gottes willen! Es ist so lächerlich! – Abg. Belakowitsch: Jetzt wird es peinlich! – Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ein dementsprechendes Funkprotokoll liegt der LPD Wien vor. Polizeikräfte waren beim Parlament ausreichend vorhanden, um jegliches Eindringen in den Baustellenbereich verhindern zu können. (Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Somit konnte ein Vordringen auf das Gelände verhindert werden. Es kam zu keinen Anzeigen oder Festnahmen. (Abg. Stefan – erheitert –: Verschwörungstheorie! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Verschwörungstheorie!)
Abg. Belakowitsch: Wegen Verstoßes gegen COVID-19 nehmen Sie ihm das Telefon ab?! – Heiterkeit des Abg. Wurm.
Der Aktivist wurde wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt festgenommen. Die Festnahme war weder geplant noch angeordnet. Der genaue Hergang der Festnahme ist Gegenstand des Ermittlungsaktes. Weiters werden ihm Verstöße gegen die COVID-19-Notmaßnahmenverordnung zur Last gelegt. Es wurde der Staatsanwaltschaft ein Anfangsverdacht nach § 246 Strafgesetzbuch mitgeteilt. Das Mobiltelefon wurde nach § 110 StPO sichergestellt. (Abg. Belakowitsch: Wegen Verstoßes gegen COVID-19 nehmen Sie ihm das Telefon ab?! – Heiterkeit des Abg. Wurm.) Der Rechtsanwalt des
Abg. Belakowitsch: Verstoß gegen COVID-19, und Sie nehmen ihm das Telefon ab!
Aktivisten, der auch bei seiner Festnahme anwesend war, war später telefonisch nicht erreichbar. Den rechtsanwaltlichen Journaldienst nahm der Aktivist nicht in Anspruch. (Abg. Belakowitsch: Verstoß gegen COVID-19, und Sie nehmen ihm das Telefon ab!)
Abg. Belakowitsch: Ja, die sind in den Schienen hängen geblieben!
Bei der Amtshandlung wurde massiver Widerstand gegen die einschreitenden Beamten geleistet. Es kam zu mehreren schwereren Verletzungen von Polizistinnen und Polizisten. (Abg. Belakowitsch: Ja, die sind in den Schienen hängen geblieben!)
Abg. Belakowitsch: Festgestellt kann es nicht sein! ...!
Nein. Nach der Judikatur des Verfassungsgerichtshofes ist eine Untersagung einer Versammlung nur Ultima Ratio. Eine bloße allgemeine Befürchtung, es werde zu einer Gefährdung des öffentlichen Wohles kommen, reicht für sich alleine noch nicht aus, um die Untersagung zu rechtfertigen. (Abg. Kickl: Ja, eben! Deswegen waren das alles Sie! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Die Behörde hat ihre Prognoseentscheidung, so wie auch im konkreten Fall, aufgrund von konkret festgestellten, objektiv erfassbaren Umständen getroffen. (Abg. Belakowitsch: Festgestellt kann es nicht sein! ...!) Im Regelfall ist eine derartige Unterscheidung geschulten Polizeikräften zuzumuten. Bei insgesamt 10 000 Demonstrationsteilnehmern gestaltete sich diese Aufgabe durchaus herausfordernd.
Abg. Rauch: Jetzt redet der Mahrer auch schon zurück! – Abg. Hafenecker: Haben Sie Ihre Diplomarbeit mit? – Abg. Belakowitsch: Wie schaut es mit Ihrer Arbeit aus?
Abgeordneter Karl Mahrer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! (Abg. Rauch: Jetzt redet der Mahrer auch schon zurück! – Abg. Hafenecker: Haben Sie Ihre Diplomarbeit mit? – Abg. Belakowitsch: Wie schaut es mit Ihrer Arbeit aus?) Herr Bundesminister! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher! Die heutige Sondersitzung verdanken wir einem Mann, und das ist Herbert Kickl (Zwischenruf des Abg. Hafenecker) – Klubobmann Herbert Kickl, der Regierungsmitglieder beleidigt, sie als Rechtsbrecher bezeichnet und ihnen unter anderem das Quälen von Kindern unterstellt. (Abg. Belakowitsch: ... die Wahrheit ist den Menschen zumutbar! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: ... die Wahrheit ist den Menschen zumutbar! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Karl Mahrer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! (Abg. Rauch: Jetzt redet der Mahrer auch schon zurück! – Abg. Hafenecker: Haben Sie Ihre Diplomarbeit mit? – Abg. Belakowitsch: Wie schaut es mit Ihrer Arbeit aus?) Herr Bundesminister! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher! Die heutige Sondersitzung verdanken wir einem Mann, und das ist Herbert Kickl (Zwischenruf des Abg. Hafenecker) – Klubobmann Herbert Kickl, der Regierungsmitglieder beleidigt, sie als Rechtsbrecher bezeichnet und ihnen unter anderem das Quälen von Kindern unterstellt. (Abg. Belakowitsch: ... die Wahrheit ist den Menschen zumutbar! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Der Gesundheitsdienst, Herr Klubobmann und sehr geehrte Abgeordnete, kam daher zu dem Schluss, dass die Durchführung einer derartigen Veranstaltung das öffentliche Wohl gefährden würde. In diesem Fall, Frau Dr. Fürst, ist die Behörde verpflichtet (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), diese Versammlung wegen der Gefährdung des öffentlichen Wohls – in diesem Fall konkret des Lebens und der Gesundheit – zu untersagen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Meine Damen und Herren, das hat also nicht der Innenminister gemacht, das hat die Landespolizeidirektion Wien gemacht, und das ist eine sehr richtige und rechtmäßige Entscheidung. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: ... ein Teil der Lösung beim Innenminister!
Von Ihnen, Herr Kickl, gibt es dagegen eigentlich – auch in Ihrem heutigen Beitrag – keine Lösungen, keine konstruktiven Beiträge, aber dafür gibt es jede Menge haltlose Anschuldigungen, unwahre Behauptungen und Beleidigungen, gepaart mit Verschwörungstheorien. Das ist gefährlich! (Abg. Belakowitsch: ... ein Teil der Lösung beim Innenminister!)
Abg. Belakowitsch: Am Heldenplatz sind keine Geschäfte!
Eines noch, Herr Kickl: Vor kurzer Zeit – Sie erinnern sich wahrscheinlich – haben Sie noch die Einschränkung des Demonstrationsrechts gefordert und wollten auch Ausländerdemos in Wien verhindern. (Abg. Kickl: An Einkaufssamstagen! Ist ja alles zu!) Erinnern Sie sich noch? Das (eine Tafel, die Abgeordneten Kickl und mehrere Schlagzeilen zeigt, in die Höhe haltend) war noch der Herr Kickl von vor einiger Zeit. (Abg. Kickl: ... keine Geschäfte offen haben!) Wenn aber die Wiener Polizei aufgrund der Expertise des Gesundheitsdienstes der Stadt Wien eine Kundgebung wegen Gefährdung des öffentlichen Wohls untersagt (Abg. Belakowitsch: Am Heldenplatz sind keine Geschäfte!), dann verlangen Sie eine Sondersitzung und stellen einen Misstrauensantrag gegen diesen Innenminister. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Herr Kickl, Sie haben jede Glaubwürdigkeit verloren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Rauch: ... ÖVP, ... Gleisdorf! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Zum Schluss: Ich bin sehr, sehr dankbar dafür, dass unsere gemeinsame Bundesregierung und unser Innenminister Karl Nehammer alles dafür tun (Abg. Rauch: ... ÖVP, ... Gleisdorf! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), uns sicher aus dieser großen Pandemie, der größten Gesundheitskrise der letzten hundert Jahre, zu führen. Das ist nicht immer einfach, da gibt es Herausforderungen, und nur dann, wenn ein Innenministerium mit Besonnenheit, Konsequenz und Kompetenz geführt wird (Zwischenruf des Abg. Hafenecker), lassen sich diese Herausforderungen meistern. Und dafür ist Karl Nehammer der Garant! (Anhaltender Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: ... beste Polizeipräsident aller Zeiten! Beamtendenunziant! – Ruf bei der FPÖ: Maske nicht vergessen, sonst müssen wir Sie anzeigen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Jetzt haben Sie von der Wiener U-Bahn gesprochen, oder? Von der Wiener U-Bahn haben Sie gesprochen! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Das erleben Sie jeden Tag in der Wiener U-Bahn! Indoor! – Abg. Belakowitsch: Was Sie alles wissen!
Wenn Sie behaupten, es gibt keine wissenschaftliche Evidenz dafür, dass Demonstrationen ein höheres Infektionsgeschehen begünstigen, dann muss ich Sie hier tatsächlich berichtigen: Es ist sehr wohl wissenschaftlich belegt, dass das Zusammentreffen von vielen Menschen auf engem Raum zu sehr hohem Ansteckungsrisiko führt, und nichts anderes sind Demonstrationen mit mehr als 10 000 Leuten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Jetzt haben Sie von der Wiener U-Bahn gesprochen, oder? Von der Wiener U-Bahn haben Sie gesprochen! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Das erleben Sie jeden Tag in der Wiener U-Bahn! Indoor! – Abg. Belakowitsch: Was Sie alles wissen!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Eines Ihrer Themen, Herr Kickl, ist die Willkür. Herr Kickl, Sie sprechen von willkürlichen Entscheidungen der Behörde, aber genau das Gegenteil ist richtig. Das wäre nämlich dann der Fall, wenn ohne sachlichen Grund eine staatliche Entscheidung getroffen wird. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Diese Infektionen ... Jänner!
Bei dieser Sachlage muss die Behörde die Demonstrationen untersagen, es gibt da gar keine andere Möglichkeit. Das sind Entscheidungen, die unser Rechtsstaat auf Basis der Gesetze, die Kollege Scherak vorhin genannt hat, zu treffen hat. Recht muss auch in diesem Fall Recht bleiben! Auch Sie können nicht dagegen arbeiten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Diese Infektionen ... Jänner!)
Abg. Belakowitsch: Machen wir eh!
Eines können Sie aber machen – das ist in unserem Rechtstaat auch möglich –: Sie können sich selbstverständlich mit einem Rechtsmittel zur Wehr setzen. (Abg. Belakowitsch: Machen wir eh!) Sie können zum Verwaltungsgericht und in der Folge zum Verfassungsgericht gehen, das steht Ihnen frei. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) – Na, sicher! Wir werden dann sehen, wie die Abwägung erfolgt. (Abg. Kickl: Aber das ist ja wurscht, wie der Bundeskanzler gesagt hat!)
Abg. Belakowitsch: Es ist ein gutes Recht! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Nun zum letzten Thema, nämlich zum Thema Rechtsbruch, das Sie im Titel Ihrer Anfrage erwähnen: Zu Rechtsbruch, Herr Kickl, rufen Sie seit Monaten auf! Sie rufen zu Rechtsbruch in der Hinsicht auf, dass wir auf unsere Mitmenschen nicht Rücksicht nehmen sollen. Wir setzen keine Masken auf, wir wollen keine Tests, wir wollen keine Impfungen!, sagen Sie. Das ist Rechtsbruch, zu dem Sie aufrufen und nicht wir! (Abg. Belakowitsch: Es ist ein gutes Recht! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Und Sie verbieten sie willkürlich!
Wir schützen die Gesundheit der Menschen, der Österreicherinnen und Österreicher, und nutzen nicht die Angstmache, von der Sie zu Beginn Ihrer Rede gesprochen haben, für politische Zwecke. Sie bewerben Demonstrationen (Abg. Belakowitsch: Und Sie verbieten sie willkürlich!), Sie verneinen die Mutationen. Ihnen ist es egal, wer zu diesen Demonstrationen kommt und an ihnen teilnimmt. Sie sind vom ehemaligen Law-and-Order-Innenminister zum Krawall-Kickl geworden. Das ist ganz klar und das ist nachvollziehbar! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wie man bei Ihnen sieht, bestimmt sichtlich der Standort den Standpunkt. Die Polizisten, die bei diesen Demonstrationen in Einsatz sind, leisten Großartiges, setzen gar ihr Leben aufs Spiel. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Bei der Abwicklung der Maßnahmen,
Abg. Belakowitsch: 30 000 waren es!
Am 16. Jänner haben sich mehrere zigtausend Demonstranten in Wien auf den Weg begeben, die sich nicht an die Maßnahmen gehalten haben. (Abg. Belakowitsch: 30 000 waren es!) Daher war es ganz selbstverständlich, dass letztes Wochenende die Versammlungsbehörde genau abwägen musste: Meinungsfreiheit versus Schutz der Bevölkerung. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Am 16. Jänner haben sich mehrere zigtausend Demonstranten in Wien auf den Weg begeben, die sich nicht an die Maßnahmen gehalten haben. (Abg. Belakowitsch: 30 000 waren es!) Daher war es ganz selbstverständlich, dass letztes Wochenende die Versammlungsbehörde genau abwägen musste: Meinungsfreiheit versus Schutz der Bevölkerung. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Aha! – Abg. Kickl: Aah! Aah! ...!
Herr Kollege Kickl, weil Sie sich gerade so aufregen: Sie sind derjenige, der gesetzwidriges Verhalten unterstützt, nämlich das Verhalten von Menschen, die sich nicht an die Covid-Maßnahmen halten. Sie sind derjenige, der sich gerne verfassungswidrig verhält, weil Sie unterstellen, dass diese Regierung die Regierung einer Diktatur wäre. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Sie sind derjenige, der sich heuchlerisch verhält, weil Sie im Jahre 2017 noch an den Grünen kritisiert haben, dass sie für Menschenansammlungen auf Demonstrationen stehen. Da waren Sie noch gegen die Demonstrationen, als es gegen die Grünen gegangen ist. Heute sind Sie derjenige, der die Menschen gegen den Staat aufwiegelt. Heute sind Sie ein Kollaborateur. Heute sind Sie einer, der sich mit den Extremisten verbindet. Heute sind Sie ein Staatsgefährder, Herr Kollege Kickl! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Aha! – Abg. Kickl: Aah! Aah! ...!)
Abg. Belakowitsch: Sie reden sich gerade in einen Strudel, Herr Abgeordneter!
Was tut dem Krawall-Kickl am meisten weh? – Dem Krawall-Kickl tut am meisten weh, dass er heute nicht mehr Innenminister ist. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Nein, gar nicht!) Ich sage Ihnen, meine Damen und Herren, das ist gut so (Abg. Belakowitsch: Sie reden sich gerade in einen Strudel, Herr Abgeordneter!), denn sich mit Extremisten zu verbinden, nur um selber wieder an die Macht zu kommen, ist eines Verfassungsstaates, einer Republik Österreich nicht würdig, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Peinlich!)
Abg. Kickl: Um Gottes willen! Um Gottes willen! Setzen Sie sich nieder! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
In Ihrem Umfeld, Herr Kollege Kickl, wurde sogar zu einen Sturm aufs Parlament aufgerufen. (Abg. Kickl: Um Gottes willen! Um Gottes willen! Setzen Sie sich nieder! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Meine Damen und Herren, wen wundert es, dass da von der Polizei eingegriffen wurde?
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Es ist daher ganz, ganz wichtig, dass die Versammlungsbehörde diese Versammlung nach § 6 des Versammlungsgesetzes und nach Artikel 11 der Menschenrechtskonvention untersagt hat, denn wir wollen nicht, dass die Menschen, die dort sind, sich anstecken (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), die Infektion weiterverbreiten und dass es danach einen Ex-Innenminister Kickl auf der Intensivstation gibt. Nein, solche Leute wollen wir nicht. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Es kann nur besser werden!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordnete Yılmaz. – Bitte. (Abg. Belakowitsch: Es kann nur besser werden!)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch.
Sie, Herr Bundesminister, und Ihr Ministerium sind aber nicht in der Lage, dies alles zu garantieren – ganz im Gegenteil –, Sie sind nicht in der Lage, unser Wien und unser Land vor Terroristen zu schützen. Der Verfassungsschutz spaziert herum, organisiert Flieger für Verbrecher, anstatt verurteilte Islamisten dingfest zu machen. Das muss man sich einmal vorstellen! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch.) Der Verfassungsschutz organisiert Fluchtflieger. Macht mich das sicher? – Nein, sicher nicht!
Abg. Belakowitsch: Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
Abgeordnete Mag. Eva Blimlinger (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Minister und Ministerinnen! Liebe Kollegen und Kolleginnen! Sehr geehrte Damen und Herren! Es ist ja schon ein bisschen kurios, dass wir in eine Situation geraten, in der ein Innenminister – ein Ex-Innenminister, ich bin heute ein bisschen von Ex-Innenministern und Innenministern umzingelt –, ein Ex-Innenminister, der eine berittene Polizei wollte, sich jetzt beschwert, eine Sondersitzung verlangt, weil eine Demonstration untersagt war, die er eigentlich nur zum Schutz von Rechtsextremen – ich wiederhole das hier sehr gerne – angemeldet hat. Das ist eine etwas bizarre Situation. (Abg. Belakowitsch: Was hat das eine mit dem anderen zu tun?)
Zwischenrufe der Abgeordneten Stefan und Belakowitsch.
Lassen Sie mich zum Schluss noch einen Satz in Richtung SPÖ und zu Ihrem Antrag sagen: Seit Herrn Innenminister Löschnak haben Sie dazu beigetragen, dass alle Fremden- und Asylgesetze verschärft wurden. Sie sind mitverantwortlich. Sie haben noch 2013 für solche Gesetzesänderungen – hier sitzen noch einzelne Abgeordnete, die sozusagen die Fremdenbehördengesetzumstrukturierung mitbeschlossen haben – gestimmt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Stefan und Belakowitsch.) Ihr Antrag ist die reine Heuchelei, seien Sie mir nicht böse! Ihnen geht es nicht um die Kinder, sondern Sie wollen in die Regierung. Das ist pretty fair, benützen Sie aber bitte nicht die Kinder dazu, die aufgrund der von Ihnen mitgeschaffenen Beschlusslage und aufgrund Ihrer Innenminister und nicht aufgrund der jetzigen Situation abgeschoben worden sind. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Na sicher, sonst täten wir es ja nicht sagen! – Zwischenruf der Abg. Steger.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung, vor allem aber sehr geschätzter Herr Innenminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren vor den Bildschirmen! Liebe KollegInnen im Hohen Haus, vor allem liebe Kolleginnen und Kollegen der FPÖ! Ich habe mich bei dieser gesamten Debatte gefragt, ob Sie eigentlich glauben, was Sie hier sagen. (Abg. Belakowitsch: Na sicher, sonst täten wir es ja nicht sagen! – Zwischenruf der Abg. Steger.) – Wenn Frau Abgeordnete Belakowitsch sagt: „Na sicher“, dann sage ich Ihnen: Ich habe es befürchtet. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Stimmt nicht!
Ich habe es deshalb befürchtet, weil Sie sich einerseits furchtbar beschweren, dass sich die Regierung (Abg. Steger: ... Ihnen langsam dämmert, wie daneben Sie liegen!) die Kritik an ihren Maßnahmen nicht anhören will; andererseits will sich Ihr Klubobmann die Kritik an seinen Vorträgen nie anhören (Abg. Belakowitsch: Stimmt nicht!), den sehe ich da ganz selten, er ist jetzt wieder nicht da. (Abg. Steger: Er war den ganzen Tag da! – Zwischenruf des Abg. Rauch.)
Abg. Belakowitsch: Bei den Demonstrationen auch ...?!
Letztlich ist es so, liebe Kolleginnen und Kollegen der FPÖ: Herr Kollege Bürstmayr hat hier zur Versammlungsfreiheit viel Richtiges und Wichtiges gesagt. Das, was er als Brand bezeichnet hat, ist die Pandemie; eine Pandemie, die dazu führt, dass nicht nur bei uns, sondern international Menschen erkranken, viele davon auch versterben. (Abg. Belakowitsch: Bei den Demonstrationen auch ...?!) – Und bei den Demonstrationen, die Sie, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen der FPÖ, ansprechen, werden die Sicherheitsmaßnahmen, die Verordnungen und Vorschriften nicht eingehalten. (Abg. Steger: Sagt wer?) Das ist evident. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Da kam aber gar keine Kritik damals von Ihnen!
Im Übrigen, weil sich Ihr Klubobmann um die Evidenzbasierung solche Sorgen macht: Während seiner Zeit als Minister hat er es mit der Evidenzbasierung nicht so gehabt, denn Expertise war nicht das, was ihn ausgezeichnet hätte (Abg. Belakowitsch: Da kam aber gar keine Kritik damals von Ihnen!), und mit Fakenews, liebe Freunde von der FPÖ, haben Sie natürlich viel Erfahrung, das glaube ich Ihnen schon. (Beifall bei der ÖVP.) Wenn Kollege Amesbauer hier Küssel mit der Jungen ÖVP in Verbindung bringt, weiß er natürlich, dass ihm das ein Gerichtsurteil untersagt, es ist aber nichts Neues, dass
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Man weiß auch nicht so genau, was Sie eigentlich wollen: demonstrieren schon, wenn es gegen die Regierung geht, aber nicht mehr, wenn es der FPÖ unangenehm wird. Da ist sofort ein Misstrauensantrag auf dem Tisch (Zwischenruf des Abg. Rauch), ein Misstrauensantrag, meine sehr geehrten Damen und Herren, der Misstrauen ausspricht, weil ein Minister Gesetze vollzieht, weil ein Minister Gerichte respektiert und weil ein Minister Rechtsgüter abwägt und Verhältnismäßigkeit an den Tag legt. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Ah-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Die ganze Rede muss man berichtigen, bitte!
Präsidentin Doris Bures: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Frau Abgeordnete Yildirim zu Wort gemeldet. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Ah-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Die ganze Rede muss man berichtigen, bitte!)
Sitzung Nr. 83
Abg. Belakowitsch: Geht’s da auch um Spenden?
Ich bin mir da auch deswegen so sicher, weil es viele Damen und Herren aus den Reihen der Opposition gibt, die sich in den letzten Monaten mit der Bitte, dem einen oder anderen Unternehmen weiterzuhelfen, an mich gewandt haben. Sie haben ganz konkrete Probleme von österreichischen Unternehmen mit der Bitte, innerhalb der gesetzlichen Möglichkeiten weiterzuhelfen, an uns herangetragen. (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.) Deswegen weiß ich (Abg. Belakowitsch: Geht’s da auch um Spenden?) und kann ich auch sagen, dass wir alle hier dieselbe Meinung haben: Wir sollten österreichischen Unternehmen im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten auch weiterhelfen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Meinl-Reisinger greift sich mit beiden Händen an den Kopf. – Zwischenruf der Abg. Doppelbauer.)
Abg. Kickl: Jetzt red ma einmal über Novomatic! – Abg. Belakowitsch: Das ist eine Themenverfehlung!
Insgesamt sind es nämlich 670 Unternehmen, die sonst am Beihilfenrahmen anstehen würden (Abg. Kickl: Jetzt red ma einmal über Novomatic! – Abg. Belakowitsch: Das ist eine Themenverfehlung!), die bis zu 300 000 Arbeitsplätze geschaffen haben. – Dank an alle, die uns dabei unterstützt haben! (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Meinl-Reisinger
Generell tut mir Präsident Sobotka wirklich leid, denn er ist Novomatic-geplagt, und das muss man auch so zur Kenntnis nehmen. Jetzt hat er ein Konzert mit seinen Freunden vom Kammerorchester Waidhofen gespielt (Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Meinl-Reisinger) – und auch da ist wieder – zack! – einer von der Novomatic da und überweist dort wieder einmal schön in die Kassa hinein. Und das gleiche Pech hat er natürlich auch gehabt, als er beim NÖAAB unterwegs war, als es da die Festl im Palais Niederösterreich gab. – Prack! Da kommt schon wieder eine Erscheinung aus dem Schatten heraus (Heiterkeit und Beifall der Abg. Meinl-Reisinger) und zieht wieder die Kreditkarte – ritsch, ratsch! – durch. So geht es halt bei der ÖVP! Also mir tut Präsident Sobotka wirklich leid. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.)
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch – Zwischenruf des Abg. Wöginger
Ein Dreh- und Angelpunkt dieses ganzen ÖVP-Netzwerks dürften die Norica und die Norica Nova sein. Da gibt es einige interessante personelle Überschneidungen: Finanzminister Blümel ist dort, Herr Spindelegger ist dort, Frau Mag. Steinacker ist dort, und auch Herr Gerstl, dem ich eine eher untergeordnete Rolle zuordne (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch – Zwischenruf des Abg. Wöginger), verkehrt dort. Das sind in Wahrheit die Personen in der ÖVP, die das Spendenkarussell ständig befördern und für die wiederum ständig die Leute ausrücken und sich in der Casinos-Affäre gegenseitig helfen.
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
In der Norica Nova fehlt jetzt noch Herr Mahrer – er ist dort leider nicht Mitglied –, der momentan gerade mit der Wienwert-Geschichte zu tun hat, wo seine Frau, glaube ich, 10 000 Euro gekriegt hat. Man hat dann aber seitens Wienwert gesagt: Na, das müssen wir verkürzen, das Honorar für Karl sind nur 5 000 Euro! Außerdem: Waren Sie vielleicht auch einmal bei der Norica auf einer Kneipe oder so? (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) Vielleicht haben Sie dort ein bissl mitgeredet.
Zwischenrufe der Abgeordneten Rauch, Herr und Belakowitsch – Ruf: Alternative Fakten!
Denn, ganz ehrlich, eure Coronapolitik (Zwischenrufe der Abgeordneten Rauch, Herr und Belakowitsch – Ruf: Alternative Fakten!), euer Misstrauensantrag hat mit Zahlen, Daten, Fakten gar nichts zu tun. Das ist die erste Hauptkritik, die ich äußern möchte. (Zwischenruf des Abg. Brückl.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Rauch und Steger.
Die erste Zahl ist leicht erklärt, der Herr Bundesminister hat es heute schon angeführt: Wir können tatsächlich stolz sein, dass es dem Herrn Finanzminister gelungen ist, den Beihilferahmen beim Fixkostenzuschuss auf 1,8 Millionen Euro zu erhöhen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Rauch und Steger.) Das war ein langer Verhandlungsweg, das ist ein ganz starkes Ergebnis. Ihren Unkenrufen zum Trotz ist es gelungen (Abg. Amesbauer: Zur Sache!), und es gelingt damit (Abg. Kickl: Falschen Zettel mit?!), dass Hunderten Unternehmen geholfen werden kann und Arbeitsplätze gesichert werden können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: ... nicht auf der Tagesordnung!
Die zweite Zahl, 32 (Zwischenruf des Abg. Kickl): Seit Beginn der Coronapandemie hat die Republik Österreich (Abg. Belakowitsch: ... nicht auf der Tagesordnung!) 32 Milliarden Euro an Wirtschaftshilfen zur Verfügung gestellt. (Abg. Rauch: Zur Sache!) Das sind 8,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. (Zwischenruf der Abg. Steger. – Abg. Rauch: Herr Präsident, ein Ordnungsruf!) Wir sind damit europaweit an der Spitze, und das lässt sich auch ganz klar beweisen. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Na ja, da sind wir schon wieder!
Abgeordnete Sigrid Maurer, BA (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Ministerinnen und Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe ZuseherInnen vor den Bildschirmen! Nach Ibiza und einer Phase der ExpertInnenregierung (Abg. Wurm: Muss der Nehammer zurücktreten?) hatten wir Neuwahlen, und wir Grüne sind in diese Regierung eingetreten. (Ruf bei der FPÖ: Das letzte Mal!) Nach einer Phase, in der sich Österreich, die österreichische Politik von ihrer schlechtesten Seite gezeigt hat (Abg. Belakowitsch: Na ja, da sind wir schon wieder!), mit unglaublichen Beispielen aus den Reihen der Freiheitlichen Partei (Zwischenrufe bei der FPÖ – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen), haben wir Regierungsverantwortung übernommen, um auch einen ganz zentralen Punkt unserer grünen DNA umzusetzen (Abg. Belakowitsch: Und zwar?): saubere Umwelt, saubere Politik – das ist das Credo der Grünen seit ihrer Gründung. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Und zwar?
Abgeordnete Sigrid Maurer, BA (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Ministerinnen und Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe ZuseherInnen vor den Bildschirmen! Nach Ibiza und einer Phase der ExpertInnenregierung (Abg. Wurm: Muss der Nehammer zurücktreten?) hatten wir Neuwahlen, und wir Grüne sind in diese Regierung eingetreten. (Ruf bei der FPÖ: Das letzte Mal!) Nach einer Phase, in der sich Österreich, die österreichische Politik von ihrer schlechtesten Seite gezeigt hat (Abg. Belakowitsch: Na ja, da sind wir schon wieder!), mit unglaublichen Beispielen aus den Reihen der Freiheitlichen Partei (Zwischenrufe bei der FPÖ – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen), haben wir Regierungsverantwortung übernommen, um auch einen ganz zentralen Punkt unserer grünen DNA umzusetzen (Abg. Belakowitsch: Und zwar?): saubere Umwelt, saubere Politik – das ist das Credo der Grünen seit ihrer Gründung. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Ja warum auch nicht?
Es ist natürlich legitim, Vorgänge zu kritisieren (Zwischenruf bei der FPÖ) und zu hinterfragen. Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass Finanzminister Blümel selbst darauf verwiesen hat, dass die Vorgangsweise der WKStA bei dieser Hausdurchsuchung freundlich und korrekt war. (Abg. Belakowitsch: Ja warum auch nicht?) Ebenso wurde von der Fachsektion im Justizministerium bestätigt, dass auch das restliche Vorgehen der WKStA absolut korrekt war. (Abg. Belakowitsch: Ja, eben!)
Abg. Belakowitsch: Ja, eben!
Es ist natürlich legitim, Vorgänge zu kritisieren (Zwischenruf bei der FPÖ) und zu hinterfragen. Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass Finanzminister Blümel selbst darauf verwiesen hat, dass die Vorgangsweise der WKStA bei dieser Hausdurchsuchung freundlich und korrekt war. (Abg. Belakowitsch: Ja warum auch nicht?) Ebenso wurde von der Fachsektion im Justizministerium bestätigt, dass auch das restliche Vorgehen der WKStA absolut korrekt war. (Abg. Belakowitsch: Ja, eben!)
Abg. Deimek: Weiß das der Herr Finanzminister? – Abg. Kickl: Nicht uns erzählen! – Abg. Belakowitsch – auf die Reihen der ÖVP weisend –: Da rüber!
Diese Hausdurchsuchung war durch eine unabhängige Richterin genehmigt und entspricht allen Vorgaben unserer Rechtsordnung (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ – Ruf bei der FPÖ: Ja, ja!), und diese gilt für alle Bürgerinnen und Bürger und natürlich auch für die ÖVP. Dementsprechend weise ich die Attacken, die hier geritten werden, zurück. Die WKStA hat nichts weiter getan, als ihre Arbeit zu machen und ihre Aufgabe zu erfüllen. (Abg. Deimek: Weiß das der Herr Finanzminister? – Abg. Kickl: Nicht uns erzählen! – Abg. Belakowitsch – auf die Reihen der ÖVP weisend –: Da rüber!) Ich glaube, dass wir alle gut daran tun, die Arbeit der unabhängigen Justiz zu stützen und zu schützen und sie nicht dafür zu attackieren. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch – neuerlich auf die Reihen der ÖVP weisend –: Das müssen Sie da hinüber erzählen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch – neuerlich auf die Reihen der ÖVP weisend –: Das müssen Sie da hinüber erzählen!
Diese Hausdurchsuchung war durch eine unabhängige Richterin genehmigt und entspricht allen Vorgaben unserer Rechtsordnung (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ – Ruf bei der FPÖ: Ja, ja!), und diese gilt für alle Bürgerinnen und Bürger und natürlich auch für die ÖVP. Dementsprechend weise ich die Attacken, die hier geritten werden, zurück. Die WKStA hat nichts weiter getan, als ihre Arbeit zu machen und ihre Aufgabe zu erfüllen. (Abg. Deimek: Weiß das der Herr Finanzminister? – Abg. Kickl: Nicht uns erzählen! – Abg. Belakowitsch – auf die Reihen der ÖVP weisend –: Da rüber!) Ich glaube, dass wir alle gut daran tun, die Arbeit der unabhängigen Justiz zu stützen und zu schützen und sie nicht dafür zu attackieren. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch – neuerlich auf die Reihen der ÖVP weisend –: Das müssen Sie da hinüber erzählen!)
Abg. Belakowitsch: Woher wissen Sie das?
Ich habe eingangs betont, dass uns der Rechtsstaat wichtig ist. Das gilt auch in diesem Fall. Gernot Blümel ist als Beschuldigter geführt, aber das ist kein Urteil. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Auch die Faktenlage ist nicht so, dass sie dafür ausreichen würde, dass wir hier heute unser Misstrauen aussprechen würden. (Abg. Rauch: Woher wissen Sie das? – Abg. Deimek: Wissen Sie mehr?) Das ist natürlich nicht in Stein gemeißelt. (Abg. Belakowitsch: Woher wissen Sie das?) Sollten neue Vorwürfe auftauchen, sollte sich etwas erhärten oder sollte eine Anklage erfolgen (Abg. Belakowitsch: Frau Maurer, rechnen wir es gemeinsam nach!), dann wäre der Rücktritt natürlich notwendig. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Frau Maurer, rechnen wir es gemeinsam nach!
Ich habe eingangs betont, dass uns der Rechtsstaat wichtig ist. Das gilt auch in diesem Fall. Gernot Blümel ist als Beschuldigter geführt, aber das ist kein Urteil. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Auch die Faktenlage ist nicht so, dass sie dafür ausreichen würde, dass wir hier heute unser Misstrauen aussprechen würden. (Abg. Rauch: Woher wissen Sie das? – Abg. Deimek: Wissen Sie mehr?) Das ist natürlich nicht in Stein gemeißelt. (Abg. Belakowitsch: Woher wissen Sie das?) Sollten neue Vorwürfe auftauchen, sollte sich etwas erhärten oder sollte eine Anklage erfolgen (Abg. Belakowitsch: Frau Maurer, rechnen wir es gemeinsam nach!), dann wäre der Rücktritt natürlich notwendig. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Wollen Sie wissen, was auf ... geschrieben wird?
Wir haben als eines der ganz, ganz wenigen Länder in Europa nach wie vor ein Amtsgeheimnis im Verfassungsrang. (Abg. Rauch: Das ist eine weinerliche Rede!) Dieses Amtsgeheimnis wollen wir abschaffen. (Abg. Belakowitsch: Wollen Sie wissen, was auf ... geschrieben wird?) Es soll für alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit geben, dass sie alle Informationen bekommen, die sie möchten. Dieses Recht auf Information soll auch einklagbar sein. Das wird in den nächsten Tagen in Begutachtung gehen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kickl: Das kostet wieder 2 Prozent!)
Abg. Belakowitsch: Es gibt keine Wochen mehr, Frau Maurer!
Ein weiterer Punkt ist die Parteienfinanzierung. Klubobmann Wöginger und ich stehen da in Verhandlungen. Wir werden in den nächsten Wochen einen Entwurf zur Diskussion vorlegen (Abg. Belakowitsch: Es gibt keine Wochen mehr, Frau Maurer!), der ganz zentral die Einschau des Rechnungshofes und die Prüfung der Parteikassen ermöglicht. Das ist eine Forderung, die seit ganz, ganz langer Zeit besteht und die bis heute nicht umgesetzt wird, die – was das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Politik betrifft – ein ganz wichtiger, zentraler Schritt ist, auch für die Transparenz und die Klarheit der Parteifinanzen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kickl: Welche Farbe sitzt denn an der ... des Rechnungshofes? – Abg. Hafenecker: Eine richtige Freimaurerrede!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Dieses Parteienfinanzierungsgesetz wird auch strengere Strafen bei Überschreiten der Wahlkampfkostenobergrenze, strengere Regelungen für Spenden und vieles andere mehr umfassen. Wir werden das selbstverständlich auch hier im Haus gemeinsam mit allen Parteien diskutieren (Abg. Kickl: Welche Farbe hat denn die Rechnungshofpräsidentin?), denn selbstverständlich ist das Ziel ein breitestmöglich getragenes Gesetz zur Parteienfinanzierung. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Das glaub ich kaum!
Ich möchte abschließend sagen: Ich hoffe, dass wir in den nächsten Wochen wieder in ruhigere Fahrwasser geraten. (Abg. Belakowitsch: Das glaub ich kaum!) Herr Finanzminister, wir erwarten uns, dass Sie sich an den Ermittlungen, wie Sie es auch angekündigt haben, tatkräftig beteiligen, sodass das, was Ihnen vorgeworfen wird, aufgeklärt und hoffentlich auch entkräftet werden kann. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der FPÖ: So jung und schon Freimaurer!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Nehammer war auch Generalsekretär! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Und im Übrigen möchte ich noch sagen: Anscheinend bringt die FPÖ so viele Misstrauensanträge ein, damit der Langzeitrekord des Herrn Kickl gebrochen wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Nehammer war auch Generalsekretär! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – So.
Abg. Belakowitsch: Das hat noch keiner festgestellt!
Frau Kollegin Meinl-Reisinger hat vorhin von einer gerichtlichen Bewilligung für die Hausdurchsuchung gesprochen. Ja, das ist in diesem Rechtsstaat auch richtig und notwendig, das ist nichts Außergewöhnliches. Außergewöhnlich ist aber schon, wenn übergeordnete Gerichte dann entscheiden, dass die Hausdurchsuchung möglicherweise widerrechtlich war, so wie wir es beim BVT-Skandal gehabt haben. Widerrechtliche Hausdurchsuchungen (Abg. Kickl: Vielleicht muss man das auch alles neu bewerten!) haben eine der wichtigsten und sensibelsten Sicherheitsbehörden des Landes beschädigt (Abg. Belakowitsch: Das hat noch keiner festgestellt!) und – noch einmal – Dinge mitgenommen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren.
Abg. Belakowitsch: Hatten die auch alle eine Hausdurchsuchung?
Oder denken wir an Ermittlungsverfahren gegen Landeshauptmann Peter Kaiser, gegen Norbert Hofer, gegen Werner Faymann, Josef Ostermayer und Norbert Darabos! (Abg. Belakowitsch: Hatten die auch alle eine Hausdurchsuchung?) Die wurden jahrelang verfolgt, ohne dass es zu einer entsprechenden Verurteilung kam, und der mediale und persönliche Druck war gewaltig. (Abg. Kickl: Auch Hausdurchsuchung? Ich weiß nicht!) Und dazu kam noch die Vorverurteilung.
Abg. Belakowitsch: ... Wöginger?!
Der Herr Nochklubobmann (Abg. Belakowitsch: ... Wöginger?!) hechelt sich durch einen Ermittlungsakt, den er offensichtlich besser kennt als der Staatsanwalt. Herr Hafenecker macht sich Sorgen um die Kreditkarte der Novomatic – dafür habe ich Verständnis, denn Sie brauchen nur in den Kofferraum Ihres Parteiobmanns zu schauen, da springt Ihnen das Bargeld direkt entgegen. (Beifall bei der ÖVP. – Der Redner stellt die mitgebrachte Tafel auf das Rednerpult, auf der links Abg. Matznetter und rechts ein Novomatic-Werbesujet abgebildet sind. – Abg. Deimek: Das ist ja letztklassig!) Noch bemerkenswerter ist aber, dass Herr Kollege Matznetter sich hier zu Zahlungen der Novomatic äußert.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die WKStA nimmt Einfluss auf Entscheidungen in der Politik, und ich habe großes Vertrauen in die unabhängige Justiz. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich vertraue den Staatsanwaltschaften, aber ich habe kein Vertrauen in Teile der WKStA, sondern ich vertraue gerade in dieser Frage dem Bundesfinanzminister, dir, lieber Gernot, und in dieses Vertrauen nehme ich den Innenminister gerne mit hinein. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Ich hatte keine Wortmeldung!
Abgeordneter Dr. Christian Stocker (fortsetzend): Sehr geehrte Frau Präsidentin, danke für diesen Hinweis! Frau Abgeordnete Belakowitsch hat gesagt (Abg. Belakowitsch: Ich hatte keine Wortmeldung!), dass ich dem amtierenden Parteiobmann vorgeworfen hätte, dass aus seinem Kofferraum das Geld springt. Ich berichtige tatsächlich: Gemeint habe ich den ehemaligen Parteiobmann H.-C. Strache. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Hafenecker: Wie wollen Sie das machen?!
zu untergraben. Wir haben jetzt vier Jahre lang zugesehen, wie Ähnliches in den USA passiert ist und wozu das am Ende führen kann. Das werde ich, das werden wir Grüne nicht zulassen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Hafenecker: Wie wollen Sie das machen?!)
Abg. Belakowitsch: O ja! Das wissen wir schon!
Herr Bundesminister, für Sie gilt die Unschuldsvermutung, und persönlich wünsche ich Ihnen ehrlich nur das Beste. Unsere Klubobfrau Sigi Maurer hat es heute bereits gesagt: Derzeit ist die Lage unklar, zu unklar, um Ihnen heute das Misstrauen auszusprechen. Wir wissen ja noch nicht einmal genau, was Ihnen konkret vorgeworfen wird. (Abg. Belakowitsch: O ja! Das wissen wir schon!) Sie hat aber auch gesagt: Nichts ist in Stein gemeißelt. – Das ganze Verfahren kann weitere Konsequenzen nötig machen oder sich in Wohlgefallen auflösen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Nun, meine Damen und Herren, ist der Vulkan wieder kurz vor dem Ausbruch. (Ruf: Kurz!) Es ist so wie ein Pulverfass – da ist sozusagen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) dieser Satz immer noch drin –, und wenn man ein Zündholz hineinschmeißt, dann zerreißt es die Kiste wieder und der Deckel ist weg. (Zwischenruf des Abg. Deimek.) Das ist die FPÖ. Nun gäbe es aber auch viele Vernünftige in dieser FPÖ. Präsident Hofer, den ich seit vielen Jahren sehr schätze und auch gut kenne, ist hier. (Abg. Kassegger: Wer entscheidet denn das, wer vernünftig ist? – Zwischenruf des Abg. Kickl.) Aus meiner Sicht wäre er der bessere Parteiobmann: Mit ihm kann man reden, mit ihm könnte man auch etwas vereinbaren. Mit Kickl geht das leider nicht (Heiterkeit des Abg. Kickl), denn wenn Kickl da ist, ist immer wieder der Teufel los. Herr Kollege Kickl (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger), ziehen Sie Ihre Misstrauensanträge gegen erfolgreiche Bundesminister zurück! Treten Sie zurück! Damit wäre der FPÖ geholfen – und auch der gesamten Republik Österreich! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Sitzung Nr. 85
Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch
Unser oberstes Ziel war es das ganze Jahr über – und das wird sich auch in den nächsten Monaten nicht ändern –, alles zu tun, um Österreich gut durch diese Krise zu führen, alles zu tun (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch), um die Gesundheit der Österreicherinnen und Österreicher zu schützen und gleichzeitig die wirtschaftlichen und sozialen Folgen dieser Krise so gut als möglich abzufedern. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Und ja, die wirtschaftlichen Auswirkungen sind enorm. (Abg. Amesbauer: Alles Ihre Schuld!) In der Finanzkrise im Jahr 2008 gab es einen Einbruch von 4,3 Prozent der Wirtschaftsleistung. Diese Krise jetzt trifft uns in Europa und auch uns in Österreich deutlich härter. (Abg. Amesbauer: Sie sind schuld!) Sie trifft uns heftiger und sie ist wirtschaftlich und sozial deutlich herausfordernder. (Abg. Amesbauer: Kurz ist schuld! Kurz muss weg! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Amesbauer: Kurz ist schuld! Kurz muss weg! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Unser oberstes Ziel war es das ganze Jahr über – und das wird sich auch in den nächsten Monaten nicht ändern –, alles zu tun, um Österreich gut durch diese Krise zu führen, alles zu tun (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch), um die Gesundheit der Österreicherinnen und Österreicher zu schützen und gleichzeitig die wirtschaftlichen und sozialen Folgen dieser Krise so gut als möglich abzufedern. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Und ja, die wirtschaftlichen Auswirkungen sind enorm. (Abg. Amesbauer: Alles Ihre Schuld!) In der Finanzkrise im Jahr 2008 gab es einen Einbruch von 4,3 Prozent der Wirtschaftsleistung. Diese Krise jetzt trifft uns in Europa und auch uns in Österreich deutlich härter. (Abg. Amesbauer: Sie sind schuld!) Sie trifft uns heftiger und sie ist wirtschaftlich und sozial deutlich herausfordernder. (Abg. Amesbauer: Kurz ist schuld! Kurz muss weg! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Rössler und Schallmeiner. – Abg. Belakowitsch: Deswegen haben wir den Tourismus gesperrt! – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.
Österreich, sehr geehrte Damen und Herren, hat viele Stärken. Eine dieser Stärken ist, dass wir eine Tourismus- und Kulturnation sind. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wir sind einer der schönsten Plätze dieser Welt, und der österreichische Tourismus hat eine unglaubliche Kraft. Wir sind nicht nur im Sommer ein begehrtes Reiseziel, sondern sind eine der ganz starken Wintertourismusnationen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Rössler und Schallmeiner. – Abg. Belakowitsch: Deswegen haben wir den Tourismus gesperrt! – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.)
Abg. Belakowitsch: Wie schaut das in Kroatien aus, in Italien?!
Die Gastronomie und die Beherbergungsbetriebe, die sonst einen ganz wesentlichen Beitrag zu unserer Wertschöpfung leisten, sind gerade in Zeiten einer Pandemie natürlich ganz besonders hart getroffen. Sehr geehrte Damen und Herren, es ist kein Geheimnis, dass Österreich im Bereich Gastronomie und Beherbergung drei Mal so stark ist wie Deutschland oder die Schweiz. Der Anteil an der Wertschöpfung von Gastronomie und Beherbergung ist in Österreich doppelt so hoch wie im Schnitt der Europäischen Union (Abg. Belakowitsch: Wie schaut das in Kroatien aus, in Italien?!), und was sonst unsere Stärke ist, das ist natürlich ein Bereich, der in einer Pandemie ganz besonders gefordert ist.
Abg. Belakowitsch: Warum werden sie denn hochgefahren?!
Wenn der internationale Reiseverkehr einbricht, wenn die Grenzen hochgefahren werden (Abg. Belakowitsch: Warum werden sie denn hochgefahren?!), wenn man aufgrund eines Virus wesentlich schwieriger Geschäftsreisen durchführen kann (Zwischenruf des Abg. Amesbauer) und sich die Verhandlungen auf Videokonferenzen verlagern, und wenn der Urlaub für viele unmöglich wird (Abg. Belakowitsch: Wer hat denn Tirol abgesperrt?! Das ist ja Kindesweglegung!), dann trifft das Gastronomie, Tourismus und Freizeitwirtschaft und alle Beschäftigten in diesem Bereich ganz besonders stark. (Zwischenruf des Abg. Schnedlitz.)
Abg. Belakowitsch: Wer hat denn Tirol abgesperrt?! Das ist ja Kindesweglegung!
Wenn der internationale Reiseverkehr einbricht, wenn die Grenzen hochgefahren werden (Abg. Belakowitsch: Warum werden sie denn hochgefahren?!), wenn man aufgrund eines Virus wesentlich schwieriger Geschäftsreisen durchführen kann (Zwischenruf des Abg. Amesbauer) und sich die Verhandlungen auf Videokonferenzen verlagern, und wenn der Urlaub für viele unmöglich wird (Abg. Belakowitsch: Wer hat denn Tirol abgesperrt?! Das ist ja Kindesweglegung!), dann trifft das Gastronomie, Tourismus und Freizeitwirtschaft und alle Beschäftigten in diesem Bereich ganz besonders stark. (Zwischenruf des Abg. Schnedlitz.)
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Das ist mit ein Grund dafür, warum wir in Österreich stärker helfen als alle anderen. (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) Frau Rendi-Wagner hat vieles aufgezählt, was sie aber nicht erwähnt hat, war, dass Österreich weltweit die Nummer eins ist, wenn es um Unterstützungsleistungen für die Unternehmen und die Beschäftigten geht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Hafenecker: Darum sind wir Vorletzter beim Wirtschaftswachstum! Vorletzter in Europa! – Abg. Belakowitsch: Wir sind das Schlusslicht!
Österreich hat in den letzten Jahren gut gewirtschaftet (Abg. Hafenecker: Darum sind wir Vorletzter beim Wirtschaftswachstum! Vorletzter in Europa! – Abg. Belakowitsch: Wir sind das Schlusslicht!), und wir sind ein erfolgreiches Land mit fleißigen Menschen. Daher haben wir jetzt auch die finanziellen Möglichkeiten, in dieser Zeit der Notwendigkeit stärker zu helfen als andere Staaten in Europa und auf der ganzen Welt. (Abg. Kassegger: Das ist ein völliger Blödsinn! – Zwischenruf bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Das kommt aber nicht an, offenbar!
Euro im Härtefallfonds, insbesondere für Einzelunternehmer, 3 Milliarden Euro Umsatzersatz (Abg. Belakowitsch: Das kommt aber nicht an, offenbar!), gerade für die geschlossenen Branchen im Bereich der Gastronomie und des Tourismus, sowie Stundungen von Steuern und Abgaben.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Danke, danke, danke! – Zwischenruf der Abg. Doppelbauer. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ein Danke an Gernot Blümel, dass er es geschafft hat, den Deckel der Europäischen Union für bestehende Hilfen zu erhöhen und da einen wichtigen Verhandlungserfolg zu erzielen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Danke, danke, danke! – Zwischenruf der Abg. Doppelbauer. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Auf was verzichten Sie eigentlich? – Abg. Leichtfried: Sie könnten auf die 200 Millionen Werbegelder verzichten! Das wäre ein Anfang!
Sehr geehrte Damen und Herren, es ist keine einfache Zeit. Es ist eine extrem herausfordernde Phase für jeden Einzelnen in unserem Land, für jeden Einzelnen in Europa und weit darüber hinaus. Es ist eine Phase des Verzichts (Abg. Belakowitsch: Auf was verzichten Sie eigentlich? – Abg. Leichtfried: Sie könnten auf die 200 Millionen Werbegelder verzichten! Das wäre ein Anfang!), es ist für viele eine Phase der Vereinsamung. Es ist eine Phase, in der wir alle unser Leben nicht so leben können, wie wir es gerne leben würden. (Abg. Amesbauer: Weil Sie sie nicht lassen! Sie sind der größte Pharisäer von allen!) Es ist eine Phase, in der Unternehmer, die fleißig, mutig, innovativ sind, nicht das machen können, wofür sie normalerweise brennen und mit dem sie einen wesentlichen Beitrag in unserem Land leisten. Es ist eine Phase, in der Menschen ihren Job verloren haben, ohne dass sie sich irgendetwas zuschulden haben kommen lassen.
Abg. Kickl: Bei anderen waren sie nie zu! – Abg. Belakowitsch: Was reden Sie? Die Kinder können nicht zur Schule gehen, die sitzen ...! – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Wir haben vor knapp drei Wochen einen sehr mutigen Schritt gemacht und wesentliche Teile der Wirtschaft und des gesellschaftlichen Lebens früher geöffnet als andere Staaten. Wir haben früher als andere die Schulen wieder für den Präsenzunterricht aufgesperrt, damit die Kinder wieder zur Schule gehen können. (Abg. Kickl: Bei anderen waren sie nie zu! – Abg. Belakowitsch: Was reden Sie? Die Kinder können nicht zur Schule gehen, die sitzen ...! – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Wir haben früher als andere Staaten den Handel wieder geöffnet und so viele Menschen wieder in Beschäftigung bringen können.
Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.
Während die körpernahen Dienstleister in anderen Ländern noch geschlossen sind, ist es in Österreich möglich, nach einem Test dorthin zu gehen (Abg. Amesbauer: Und wenn man ohne Test hingehen will?), und das hilft nicht nur den Kunden, sondern vor allem den Betrieben und den Beschäftigten in diesen Branchen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.) Ich bin froh, dass sich mittlerweile auch Tourismus und Gastronomie für diese Teststrategie aussprechen und auch bereit sind, auf intensive Testungen zu setzen.
Abg. Belakowitsch: Das ist Erpressung!
Wir werden in den nächsten Monaten weiterhin behutsam vorgehen müssen, aber eines steht fest: Je mehr wir testen (Abg. Amesbauer: Umso sinnloser ist es!), desto mehr Freiheit wird für uns alle möglich sein. (Abg. Kickl: So ein Schmarrn!) Je stärker wir testen, desto eher werden wir Öffnungsschritte setzen können (Abg. Belakowitsch: Das ist Erpressung!) – sehr behutsam, sehr vorsichtig, aber mit einem klaren Ziel: so viel Freiheit wie möglich, so viel Einschränkung wie notwendig. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Die wollen von Ihnen keinen Dank mehr!
Sehr geehrte Damen und Herren, erlauben Sie mir zum Abschluss, der österreichischen Bevölkerung für den Zusammenhalt in dieser Zeit zu danken (Abg. Belakowitsch: Die wollen von Ihnen keinen Dank mehr!), vor allem aber auch dafür, dass so viele Menschen in diesem Land versuchen, ihren Beitrag zu leisten, indem sie Abstand halten, indem sie Masken tragen, indem sie sich regelmäßig testen lassen (Abg. Belakowitsch: Tausende jeden Tag!), damit wir uns Schritt für Schritt wieder zurück ins normale Leben kämpfen können. (Ruf bei der FPÖ: Gesellschaftsspalter! – Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.) – Danke vielmals. (Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP sowie Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Tausende jeden Tag!
Sehr geehrte Damen und Herren, erlauben Sie mir zum Abschluss, der österreichischen Bevölkerung für den Zusammenhalt in dieser Zeit zu danken (Abg. Belakowitsch: Die wollen von Ihnen keinen Dank mehr!), vor allem aber auch dafür, dass so viele Menschen in diesem Land versuchen, ihren Beitrag zu leisten, indem sie Abstand halten, indem sie Masken tragen, indem sie sich regelmäßig testen lassen (Abg. Belakowitsch: Tausende jeden Tag!), damit wir uns Schritt für Schritt wieder zurück ins normale Leben kämpfen können. (Ruf bei der FPÖ: Gesellschaftsspalter! – Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.) – Danke vielmals. (Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP sowie Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker.
bei der SPÖ: Hahaha! – Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger. – Heiterkeit bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.) Er kämpft für den Erhalt der Arbeitsplätze und für die Unternehmen in diesem Land – das sei hier einmal klargestellt. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker.)
Abg. Belakowitsch: Der spielt mit dem Handy!
Der Herr Bundeskanzler hat es ja schon skizziert (Abg. Belakowitsch: Der spielt mit dem Handy!), auch ich bin seiner Meinung: Die zwei wichtigsten Maßnahmen – auch für den Erhalt der Arbeitsplätze, für die Unternehmen in diesem Land – sind jetzt aktuell testen, testen, testen, und zu schauen, dass wir bis zum Sommer eine hohe Durchimpfungsrate haben. (Abg. Deimek: Wie soll denn ...? – Abg. Hafenecker: Ihr wart ja nicht einmal in der Lage, einen Impfstoff zu besorgen! Ihr führt euch ja selber ad absurdum!) Das gewährleistet eben Öffnungsschritte unter gewissen Rahmenbedingungen, damit unsere Unternehmer wieder selber ihr Geld verdienen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bezahlen können. Das ist der entscheidende Punkt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Zwangstesten!
Wie Sie wissen, macht uns der Vergleich auch da sicher: Was das Testen betrifft, gehören wir zu den Top drei in Europa (Abg. Belakowitsch: Zwangstesten!), und das wird uns viel weiter bringen, auch wenn Sie es vielleicht nicht glauben wollen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Wenn er schon was sagt!
Der Eingangssteuersatz wurde gesenkt, die Familien wurden unterstützt, kleinere Pensionen erhöht, Arbeitslose mit zusätzlichen Zuschüssen unterstützt. Betreffend Wirtschaftshilfen, der Herr Bundeskanzler hat es gesagt (Abg. Belakowitsch: Wenn er schon was sagt!): 32 Milliarden Euro wurden an Unternehmen ausbezahlt und zugesagt, auch da befinden wir uns im europäischen Spitzenfeld. Es war gerade zu Beginn von entscheidender Bedeutung, dass wir die Liquidität in den Betrieben sichern. Dazu hat es garantierte Kredite in Milliardenhöhe gegeben. Der Umsatzersatz wurde erwähnt, der Fixkostenzuschuss in Höhe von über 640 Millionen Euro wurde an 64 000 Antragsteller bezahlt, dazu kommen der Härtefallfonds und jetzt der Ausfallsbonus, der bereits seit letzter Woche beantragt werden kann und sich bereits in Abwicklung befindet.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Abg. Kickl: Palliativmedizin!
Ja, es gibt auch Unternehmer, die noch nicht alle Unterstützungsmaßnahmen bekommen haben, auch diese begleiten wir aber (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Abg. Kickl: Palliativmedizin!), und wir schauen, dass alle die Unterstützung bekommen, die ihnen zusteht. (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ja, es gibt auch Unternehmer, die noch nicht alle Unterstützungsmaßnahmen bekommen haben, auch diese begleiten wir aber (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Abg. Kickl: Palliativmedizin!), und wir schauen, dass alle die Unterstützung bekommen, die ihnen zusteht. (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Bundeskanzler Kurz schaut auf sein Smartphone. – Abg. Belakowitsch: Der muss jetzt einmal auf dem Handy etwas finden!
Herr Bundeskanzler, sogar die Grünen – Ihr Koalitionspartner – sagen, Sie hätten ein gestörtes Verhältnis zur Justiz. (Bundeskanzler Kurz schaut auf sein Smartphone. – Abg. Belakowitsch: Der muss jetzt einmal auf dem Handy etwas finden!) – Herr Bundeskanzler, können Sie einmal das Handy wegtun? Herr Bundeskanzler, können Sie bitte einmal das Handy wegtun? (Beifall bei der SPÖ.) Wir reden über Menschen, die arbeitslos sind, wir reden über die Wirtschaft, die Wirtschaftstreibenden, die nicht wissen, wo das Licht am Ende des Tunnels ist – und Sie spielen auf dem Handy herum! (Bundeskanzler Kurz legt sein Smartphone zur Seite.) – Danke schön.
Abg. Belakowitsch: Das interessiert ihn nicht!
Herr Bundeskanzler, wir haben eine Million Menschen, die jetzt weniger Einkommen haben. (Abg. Belakowitsch: Das interessiert ihn nicht!) Es sind drei Gruppen: Es sind die Arbeitslosen, es sind die arbeitslosen Menschen in Schulungen und es sind die Menschen in Kurzarbeit, Herr Arbeitsminister. Diese drei Gruppen, das sind eine Million Menschen, haben weniger Einkommen. Sie können wöchentlich eine Pressekonferenz machen und diese Zahlen kommentieren: Da sind es ein bisschen mehr geworden, dort sind es ein bisschen weniger geworden, dort schulen wir ein bisschen mehr!, das ist aber kein Plan, um diese eine Million Menschen mit weniger Einkommen aus der Krise zu holen, sodass sie wieder mehr Einkommen haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Aber es stimmt!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Für den Vorhalt des Austrofaschismus darf ich Ihnen einen Ordnungsruf erteilen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Aber es stimmt!) Das ist ein strafrechtswürdiges Delikt. (Abg. Belakowitsch: Aber es ist trotzdem richtig!)
Abg. Belakowitsch: Aber es ist trotzdem richtig!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Für den Vorhalt des Austrofaschismus darf ich Ihnen einen Ordnungsruf erteilen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Aber es stimmt!) Das ist ein strafrechtswürdiges Delikt. (Abg. Belakowitsch: Aber es ist trotzdem richtig!)
Abg. Hörl: Belakowitsch, schämen Sie sich!
Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Götze. – Bitte. (Abg. Hörl: Belakowitsch, schämen Sie sich!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Wurm: Jetzt haben wir beides, Frau Kollegin! – Abg. Belakowitsch: Hundertausende haben wir sogar! – Abg. Wurm: Jetzt haben wir Schulden und Arbeitslose! Das wär dem Kreisky nicht passiert!
Zum Arbeitsmarkt: Wir sind uns ja innerhalb der Koalition nicht immer einig, aber diesbezüglich definitiv, und ich möchte dazu Bruno Kreisky zitieren, der gesagt hat: Mir bereiten „ein paar Milliarden mehr Schulden“ weniger Sorgen, „weniger schlaflose Nächte“ als „hunderttausend Arbeitslose“. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wurm: Jetzt haben wir beides, Frau Kollegin! – Abg. Belakowitsch: Hundertausende haben wir sogar! – Abg. Wurm: Jetzt haben wir Schulden und Arbeitslose! Das wär dem Kreisky nicht passiert!)
Abg. Belakowitsch: Geringfügig?! Ha, ha, ha! – Abg. Wurm: Frau Kollegin, wo leben Sie denn?! – Abg. Belakowitsch: Was ist denn dann nicht geringfügig?
Deswegen haben wir, wie wir bereits gehört haben, im letzten Jahr 6 Milliarden Euro in die Kurzarbeit gesteckt, um eine Million Menschen in Beschäftigung zu halten. Und ja, die Arbeitslosenzahlen sind geringfügig über dem Niveau der gleichen Zeit des letzten Jahres (Abg. Belakowitsch: Geringfügig?! Ha, ha, ha! – Abg. Wurm: Frau Kollegin, wo leben Sie denn?! – Abg. Belakowitsch: Was ist denn dann nicht geringfügig?), und ich sage explizit, mir tut es für jeden Menschen, der keine Arbeit hat und der auf Arbeitsuche ist (Abg. Wurm: Eine halbe Million, Frau Kollegin!), wirklich leid, und dafür wird es auch weiterhin Unterstützung geben. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Und wie viele werden es heuer werden?
Zu den Insolvenzen: Auch da ist es gelungen, die Zahl äußerst niedrig zu halten (Abg. Deimek: Ja, weil es die Antragspflicht nicht gibt! Entschuldigung! Macht zuerst ein Gesetz, und ...!) – 40 Prozent weniger Insolvenzen im vergangenen Jahr (Abg. Belakowitsch: Und wie viele werden es heuer werden?), 2 000 Insolvenzen weniger als üblicherweise. (Abg. Kickl: Um Gottes willen!) Wie ist das gelungen? (Abg. Belakowitsch: Sie sind ein Wirtschaftsphänomen!) – Durch Unterstützungsmaßnahmen – und man sieht, die kommen an, sie kommen zu einem ganz großen Teil an – und auch durch Stundungen von diversen Abgaben, Sozialversicherung und Steuern.
Abg. Belakowitsch: Sie sind ein Wirtschaftsphänomen!
Zu den Insolvenzen: Auch da ist es gelungen, die Zahl äußerst niedrig zu halten (Abg. Deimek: Ja, weil es die Antragspflicht nicht gibt! Entschuldigung! Macht zuerst ein Gesetz, und ...!) – 40 Prozent weniger Insolvenzen im vergangenen Jahr (Abg. Belakowitsch: Und wie viele werden es heuer werden?), 2 000 Insolvenzen weniger als üblicherweise. (Abg. Kickl: Um Gottes willen!) Wie ist das gelungen? (Abg. Belakowitsch: Sie sind ein Wirtschaftsphänomen!) – Durch Unterstützungsmaßnahmen – und man sieht, die kommen an, sie kommen zu einem ganz großen Teil an – und auch durch Stundungen von diversen Abgaben, Sozialversicherung und Steuern.
Abg. Belakowitsch: Geh’n S’ a bissl spazieren!
Frühling liegt in der Luft (Abg. Wurm: Ha, ha, ha! Eine politische Ansage, Frau Kollegin! – Heiterkeit des Abg. Wurm): In den Schulen hat der Präsenzbetrieb wieder begonnen, auch der Schichtbetrieb bei den Größeren (Abg. Belakowitsch: Geh’n S’ a bissl spazieren!), der Handel hat wieder geöffnet, die Museen haben geöffnet (Abg. Belakowitsch: Wir gehen nur im Frühling ins Museum, wenn das Wetter schön ist, ja, dafür im Winter raus bei den Minusgraden!), und es werden in Kürze weitere Schritte folgen. Wir werden unsere Gesundheitskrise in den Griff bekommen, mit Tests – da sind wir sogar unter den Weltbesten! (Abg. Belakowitsch: Weltbesten, ja! Mit den Zwangstests sind wir gut gefahren, ja!) –, einem ganz wichtigen Instrument, auch mit Impfungen, und unsere Bevölkerung ist auch zunehmend immun gegen Corona. (Abg. Hafenecker: ... Verschwörungstheorien ...!)
Abg. Belakowitsch: Wir gehen nur im Frühling ins Museum, wenn das Wetter schön ist, ja, dafür im Winter raus bei den Minusgraden!
Frühling liegt in der Luft (Abg. Wurm: Ha, ha, ha! Eine politische Ansage, Frau Kollegin! – Heiterkeit des Abg. Wurm): In den Schulen hat der Präsenzbetrieb wieder begonnen, auch der Schichtbetrieb bei den Größeren (Abg. Belakowitsch: Geh’n S’ a bissl spazieren!), der Handel hat wieder geöffnet, die Museen haben geöffnet (Abg. Belakowitsch: Wir gehen nur im Frühling ins Museum, wenn das Wetter schön ist, ja, dafür im Winter raus bei den Minusgraden!), und es werden in Kürze weitere Schritte folgen. Wir werden unsere Gesundheitskrise in den Griff bekommen, mit Tests – da sind wir sogar unter den Weltbesten! (Abg. Belakowitsch: Weltbesten, ja! Mit den Zwangstests sind wir gut gefahren, ja!) –, einem ganz wichtigen Instrument, auch mit Impfungen, und unsere Bevölkerung ist auch zunehmend immun gegen Corona. (Abg. Hafenecker: ... Verschwörungstheorien ...!)
Abg. Belakowitsch: Weltbesten, ja! Mit den Zwangstests sind wir gut gefahren, ja!
Frühling liegt in der Luft (Abg. Wurm: Ha, ha, ha! Eine politische Ansage, Frau Kollegin! – Heiterkeit des Abg. Wurm): In den Schulen hat der Präsenzbetrieb wieder begonnen, auch der Schichtbetrieb bei den Größeren (Abg. Belakowitsch: Geh’n S’ a bissl spazieren!), der Handel hat wieder geöffnet, die Museen haben geöffnet (Abg. Belakowitsch: Wir gehen nur im Frühling ins Museum, wenn das Wetter schön ist, ja, dafür im Winter raus bei den Minusgraden!), und es werden in Kürze weitere Schritte folgen. Wir werden unsere Gesundheitskrise in den Griff bekommen, mit Tests – da sind wir sogar unter den Weltbesten! (Abg. Belakowitsch: Weltbesten, ja! Mit den Zwangstests sind wir gut gefahren, ja!) –, einem ganz wichtigen Instrument, auch mit Impfungen, und unsere Bevölkerung ist auch zunehmend immun gegen Corona. (Abg. Hafenecker: ... Verschwörungstheorien ...!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich möchte Ihnen etwas sagen, Frau Kollegin Belakowitsch: Es geht nicht darum, wer hier vom Rednerpult am lautesten schreit. Die, die am lautesten schreien, haben für gewöhnlich nicht die leiseste Ahnung – und da gehören Sie leider Gottes auch dazu. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Das weiß ich! – Abg. Kickl: Obergescheit auch noch!
Ich bin mittlerweile 40 Jahre alt und habe in meinem Leben viele Menschen kennengelernt. Von den meisten Menschen kann man positive Dinge lernen; von Ihnen kann man lernen, wie es sicherlich nicht funktioniert. Das ist einmal klar. (Abg. Belakowitsch: Das weiß ich! – Abg. Kickl: Obergescheit auch noch!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Zu Kollegen Schellhorn: Von Missverständnissen ist hier die Rede gewesen, beziehungsweise hat er diese in seiner Rede angesprochen. Die NEOS – ich weiß nicht, was ich zu den NEOS sagen soll. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie bringen keine konstruktiven Vorschläge zur Krisenbewältigung. – Für mich seid Ihr irgendwie vergleichbar mit der Salatschüssel bei McDonald’s: Die gibt es zwar, aber brauchen tut sie keiner. Das muss man ganz ehrlich sagen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Bernhard zeigt den Vogel. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Konstruktive Vorschläge sind von euch noch überhaupt keine gekommen, das muss man sagen. (Abg. Schellhorn macht die sogenannte Scheibenwischerbewegung.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Bernhard zeigt den Vogel. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Zu Kollegen Schellhorn: Von Missverständnissen ist hier die Rede gewesen, beziehungsweise hat er diese in seiner Rede angesprochen. Die NEOS – ich weiß nicht, was ich zu den NEOS sagen soll. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie bringen keine konstruktiven Vorschläge zur Krisenbewältigung. – Für mich seid Ihr irgendwie vergleichbar mit der Salatschüssel bei McDonald’s: Die gibt es zwar, aber brauchen tut sie keiner. Das muss man ganz ehrlich sagen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Bernhard zeigt den Vogel. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Konstruktive Vorschläge sind von euch noch überhaupt keine gekommen, das muss man sagen. (Abg. Schellhorn macht die sogenannte Scheibenwischerbewegung.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, es gibt da eine einzige Ausnahme, und diese einzige Ausnahme gibt es zwei Millionen Mal am Tag: Beim Außerhausverzehr, bei der Gemeinschaftsverpflegung im Kindergarten, in den Betriebskantinen, in den Großküchen und im Alters- und Pflegeheim fehlt die Transparenz. Da können die Menschen nicht entscheiden – beziehungsweise wissen sie das nicht –, woher das Schnitzelfleisch kommt, woher die Eier für den Kaiserschmarren kommen. Kommen sie in großen Kübeln aus dem Ausland oder sind es echte österreichische Eier? – Meine sehr geehrten Damen und Herren, genau deshalb braucht es für die Gemeinschaftsverpflegung, für die verarbeiteten Produkte eine Herkunftskennzeichnung, wie sie im Regierungsprogramm vor über einem Jahr gemeinsam vereinbart worden ist, und das sofort, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Karl Schmidhofer (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Werte ZuseherInnen zu Hause! Ich kann als Tourismussprecher der Volkspartei zusammenfassen – Gabriel Obernosterer hat es gesagt –: Laut IWF belegt Österreich bei der Coronahilfe Platz eins in Europa. (Abg. Angerer: ... was verwechselt! ...!) Insbesondere der Tourismuswirtschaft wurde mit dem Umsatzersatz, mit dem Fixkostenzuschuss, der Kurzarbeit, der Senkung der Mehrwertsteuer – auch wieder bis zum Jahresende verlängert –, dem Lehrlingsbonus, um nur einiges aufzuzählen, großartig geholfen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Nunmehr kann der Beschluss aus dem Ausschuss heraus einstimmig gefasst werden, dass auch die privaten touristischen Vermieter – ich lege Wert darauf, zu ergänzen: nur jene, die auch die Gästemeldungen abgeben, also in den Gemeindeämtern melden –, in den Genuss der Förderung kommen.
Abg. Belakowitsch: Gerald, sag Ihnen, wie’s war!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Nächster Redner ist Abgeordneter Mag. Gerald Hauser. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Belakowitsch: Gerald, sag Ihnen, wie’s war!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Da frage ich übrigens auch die Kolleginnen und Kollegen von den NEOS: Kennen Sie die Richtlinien, die Kriterien (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), unter welchen Aspekten da Steuergeld investiert wird? Stellen Sie einmal die Anfrage an den zuständigen Stadtrat: Sie bekommen keine Antwort. Wir im Bund haben klare Richtlinien dafür, wer nach welchen Richtlinien Unterstützungsleistungen bekommt – das sei an dieser Stelle auch einmal gesagt. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es wurde die Cofag angesprochen. Es ist ja nichts Neues, dass ausgegliederte Organisationen mit Beiräten geschaffen werden, um in Krisensituationen Finanzierungen schnell abzuwickeln. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich erinnere mich beispielsweise an 2009, da gab es eine ÖVP/SPÖ-Regierung und das Unternehmensliquiditätsstärkungsgesetz in der Bankenkrise, wenn Sie sich erinnern. Auch damals hat es einen Beirat gegeben.
Abg. Belakowitsch: Ja, stimmt!
zusteht, der oder die diese Leistung – die Notstandshilfe – aus der Arbeitslosenversicherung tatsächlich bezieht. Sie ist damit eine wesentliche und zentrale Stärkung der Haushaltseinkommen. (Abg. Belakowitsch: Ja, stimmt!) Damit ist auch die Erhöhung der Notstandshilfe eine wesentliche Stärkung der Haushaltseinkommen, was bei der Sozialhilfe so schlichtweg nicht möglich wäre, weil die Haushaltseinkommen des Partners/der Partnerin angerechnet würden.
Abg. Belakowitsch: Na sieht man ja bei ihm! Am Anfang war er viel innovativer! Messagecontrol nennt man das!
Abgeordneter Laurenz Pöttinger (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Kollegin Belakowitsch, offensichtlich schließen Sie von sich auf andere. In der ÖVP gibt es keine Zangen, in die ein Minister eingeklemmt wird. (Abg. Belakowitsch: Na sieht man ja bei ihm! Am Anfang war er viel innovativer! Messagecontrol nennt man das!) Minister Kocher hat mit Sicherheit eine hohe Reputation und ist sicher toll am Werk. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Aber der Minister sieht’s anders! Man sieht’s ihm an den Augen an!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Aber der Minister sieht’s anders! Man sieht’s ihm an den Augen an!
Abgeordneter Laurenz Pöttinger (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Kollegin Belakowitsch, offensichtlich schließen Sie von sich auf andere. In der ÖVP gibt es keine Zangen, in die ein Minister eingeklemmt wird. (Abg. Belakowitsch: Na sieht man ja bei ihm! Am Anfang war er viel innovativer! Messagecontrol nennt man das!) Minister Kocher hat mit Sicherheit eine hohe Reputation und ist sicher toll am Werk. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Aber der Minister sieht’s anders! Man sieht’s ihm an den Augen an!)
Abg. Belakowitsch: Mitgestimmt habt ihr!
Herr Kollege Muchitsch, ich hoffe nicht, dass die Aktion 40 000 eine Verdoppelung der Aktion 20 000 ist. Ich habe diese damals auf kommunaler Ebene sehr genau mitverfolgt (Abg. Belakowitsch: Mitgestimmt habt ihr!), sie war wirklich nicht gut. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Mitgestimmt! Die ÖVP war dabei!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Mitgestimmt! Die ÖVP war dabei!
Herr Kollege Muchitsch, ich hoffe nicht, dass die Aktion 40 000 eine Verdoppelung der Aktion 20 000 ist. Ich habe diese damals auf kommunaler Ebene sehr genau mitverfolgt (Abg. Belakowitsch: Mitgestimmt habt ihr!), sie war wirklich nicht gut. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Mitgestimmt! Die ÖVP war dabei!)
Abg. Belakowitsch: Die ÖVP war mittendrin statt nur dabei! Der Herr Wöginger hat es verhandelt!
Ich möchte kurz zu Tagesordnungspunkt 11 betreffend leichteren Zugriff auf Abfertigungsgelder bei Arbeitgeberkündigung Stellung nehmen. (Abg. Belakowitsch: Die ÖVP war mittendrin statt nur dabei! Der Herr Wöginger hat es verhandelt!) Es gab 2002 eine Sozialpartnereinigung und einen einstimmigen Beschluss hier im Nationalrat über die sogenannte Abfertigung Neu. Schon damals hat es Diskussionen gegeben, weil die
Abg. Belakowitsch: ... ÖVP-treu!
Zu Tagesordnungspunkt 14 darf ich Folgendes sagen: Herr Abgeordneter Loacker, man liest aus Ihrem Antrag eine besondere Liebe zur Wirtschaftskammer heraus. (Abg. Loacker: Jawohl! Dann ist es authentisch!) Aber zur Sache: Die Beitragsstundungen im Bereich der Sozialversicherung und die Steuerstundungen waren und sind in dieser herausfordernden Zeit wichtig. Die Finanz und auch die ÖGK haben dankenswerterweise einer Verlängerung der bis Ende März geltenden Regelungen bis Ende Juni zugestimmt. Dies werden wir heute noch unter Tagesordnungspunkt 23 beschließen. Die SVS hat sich für einen anderen Weg, jenen der individuellen Lösungen, entschieden. (Abg. Belakowitsch: ... ÖVP-treu!) Die Unterstützung wird mit den Betroffenen an die aktuelle Situation angepasst. (Zwischenruf des Abg. Loacker.) Stundungen und Ratenzahlungen werden in der aktuellen Situation sehr großzügig eingesetzt. (Abg. Belakowitsch: Also wer der ÖVP zu Gesicht steht, bekommt die Stundung!)
Abg. Belakowitsch: Also wer der ÖVP zu Gesicht steht, bekommt die Stundung!
Zu Tagesordnungspunkt 14 darf ich Folgendes sagen: Herr Abgeordneter Loacker, man liest aus Ihrem Antrag eine besondere Liebe zur Wirtschaftskammer heraus. (Abg. Loacker: Jawohl! Dann ist es authentisch!) Aber zur Sache: Die Beitragsstundungen im Bereich der Sozialversicherung und die Steuerstundungen waren und sind in dieser herausfordernden Zeit wichtig. Die Finanz und auch die ÖGK haben dankenswerterweise einer Verlängerung der bis Ende März geltenden Regelungen bis Ende Juni zugestimmt. Dies werden wir heute noch unter Tagesordnungspunkt 23 beschließen. Die SVS hat sich für einen anderen Weg, jenen der individuellen Lösungen, entschieden. (Abg. Belakowitsch: ... ÖVP-treu!) Die Unterstützung wird mit den Betroffenen an die aktuelle Situation angepasst. (Zwischenruf des Abg. Loacker.) Stundungen und Ratenzahlungen werden in der aktuellen Situation sehr großzügig eingesetzt. (Abg. Belakowitsch: Also wer der ÖVP zu Gesicht steht, bekommt die Stundung!)
Abg. Belakowitsch: Bitte denken Sie über das nach, was Sie da erzählen!
Einige Fakten zur neuen Lösung: Vereinbarungen von Ratenzahlung sind mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2023 möglich. Das sind fast zweieinhalb Jahre. Die Zinsen können individuell angepasst werden: von den gesetzlich festgelegten 3,38 Prozent auf 0 im Einzelfall. Ziel ist es, all jene Unternehmer und Unternehmerinnen zu unterstützen, die post Corona eine Zukunftsperspektive haben. (Abg. Belakowitsch: Bitte denken Sie über das nach, was Sie da erzählen!) Die laufenden Beiträge können bei den Stundungen mitberücksichtigt werden.
Abg. Belakowitsch: Bitte nicht lachen, es ist so peinlich!
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! (Abg. Belakowitsch: Bitte nicht lachen, es ist so peinlich!) Danke an den Kollegen Pöttinger, der meinen Antrag schon eingeleitet hat. Es ist für die Zuschauer ein bisschen schwer zu verfolgen, denn es wurden da fünf verschiedene Anträge in eine Debatte verwurschtet.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es ist also nicht Zeit für moralische Überhöhungen, sondern es ist Zeit, vor der eigenen Türe zu kehren. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Und wenn Sie da gekehrt haben, dann kommen Sie hierher zurück und dann sprechen wir darüber, wie wir auch auf Bundesebene die Pensionen langfristig sichern können. Wir als Volkspartei stehen genau dafür, dass jeder in der Lage ist (Ruf bei den NEOS: Ja, genau!) und gerne bis zum gesetzlichen Pensionsantrittsalter auch arbeiten kann und will. Wir wollen das auf Bundesebene umsetzen, so steht das auch im Regierungsprogramm. In Wien ist ganz viel Handlungsbedarf. (Abg. Belakowitsch: ... Parlament!)
Abg. Belakowitsch: ... Parlament!
Es ist also nicht Zeit für moralische Überhöhungen, sondern es ist Zeit, vor der eigenen Türe zu kehren. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Und wenn Sie da gekehrt haben, dann kommen Sie hierher zurück und dann sprechen wir darüber, wie wir auch auf Bundesebene die Pensionen langfristig sichern können. Wir als Volkspartei stehen genau dafür, dass jeder in der Lage ist (Ruf bei den NEOS: Ja, genau!) und gerne bis zum gesetzlichen Pensionsantrittsalter auch arbeiten kann und will. Wir wollen das auf Bundesebene umsetzen, so steht das auch im Regierungsprogramm. In Wien ist ganz viel Handlungsbedarf. (Abg. Belakowitsch: ... Parlament!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Stögmüller. – Abg. Belakowitsch: Eine sehr schlechte Rede, Frau Kollegin!
Hier ist nicht Zeit für Verschwörungstheorien, die Alterssicherungskommission wird uns im November einen Bericht vorlegen, und wir werden alles tun, um das Leben im Alter in Österreich in hoher Qualität, in Sorgenfreiheit, mit aktiver Teilhabe abzusichern. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Stögmüller. – Abg. Belakowitsch: Eine sehr schlechte Rede, Frau Kollegin!)
Abg. Belakowitsch: Aber er war eh beim Expertenhearing!
Zum Thema Schwachpunkte im Krisenmanagement: Ich möchte jetzt nicht unhöflich sein und direkt auf Minister Anschober zu sprechen kommen, der nicht da ist. (Abg. Belakowitsch: Aber er war eh beim Expertenhearing!) Sollen wir kurz warten?
Abg. Belakowitsch: ... Schwachsinn, Schwachsinn, ... Schwachsinn!
Übrigens haben sich diese Schultests in der Zwischenzeit als internationales Rolemodel herausgestellt. Der Bayerische Landtag hat heute beispielsweise das österreichische Modell durchdiskutiert. (Abg. Belakowitsch: ... Schwachsinn, Schwachsinn, ... Schwachsinn!) – Nein, Kollegin Belakowitsch, es ist kein Schwachsinn, das ist so: Es ist ein europäisches Rolemodel, es wird mehrere Länder geben, die dieses Modell zu Recht übernehmen werden. Wir schaffen die Möglichkeit, dass Geimpfte Zertifikate bekommen,
Abg. Belakowitsch: Ja, ja, Zweiklassengesellschaft ...!
dass Genesene Zertifikate bekommen. – Sehr, sehr viel davon erfolgt auch mit Zustimmung der SPÖ. (Abg. Belakowitsch: Ja, ja, Zweiklassengesellschaft ...!)
Abg. Belakowitsch: Unpackbar!
Es gibt heute noch einen Antrag der SPÖ betreffend Gratismasken. Diesem Antrag brauchen wir nicht zuzustimmen, weil wir ihn schon längst erledigt haben (Zwischenruf bei der SPÖ), mit 1,7 Millionen Pensionistinnen und Pensionisten ab 65, die zehn Stück Gratis-FFP2-Masken bekommen haben. (Abg. Belakowitsch: Unpackbar!) 52 000 Stück FFP2-Masken wurden an 245 Wohnungslosenvereine abgegeben, 1 Million Stück FFP2-Masken an das Team Österreich zur Verteilung an finanziell schwächer gestellte Personen, 132 000 Stück FFP2-Masken an 66 Sozialmärkte. 14 Millionen Stück FFP2-Masken stehen als Kontingent für die Sozialeinrichtungen der Länder zur Verfügung. Auch dieser Job wurde also bereits erledigt, deswegen können wir diesen Antrag hier heute guten Gewissens ablehnen. (Abg. Belakowitsch: ... zustimmen!)
Abg. Belakowitsch: ... zustimmen!
Es gibt heute noch einen Antrag der SPÖ betreffend Gratismasken. Diesem Antrag brauchen wir nicht zuzustimmen, weil wir ihn schon längst erledigt haben (Zwischenruf bei der SPÖ), mit 1,7 Millionen Pensionistinnen und Pensionisten ab 65, die zehn Stück Gratis-FFP2-Masken bekommen haben. (Abg. Belakowitsch: Unpackbar!) 52 000 Stück FFP2-Masken wurden an 245 Wohnungslosenvereine abgegeben, 1 Million Stück FFP2-Masken an das Team Österreich zur Verteilung an finanziell schwächer gestellte Personen, 132 000 Stück FFP2-Masken an 66 Sozialmärkte. 14 Millionen Stück FFP2-Masken stehen als Kontingent für die Sozialeinrichtungen der Länder zur Verfügung. Auch dieser Job wurde also bereits erledigt, deswegen können wir diesen Antrag hier heute guten Gewissens ablehnen. (Abg. Belakowitsch: ... zustimmen!)
Abg. Belakowitsch: Oje! ...! – Abg. Amesbauer: Das wird jetzt wieder was!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Gabriela Schwarz. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Belakowitsch: Oje! ...! – Abg. Amesbauer: Das wird jetzt wieder was!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordnete Gabriela Schwarz (ÖVP): Ich werde schon begrüßt. Herr Präsident! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen, die Sie sich teilweise schon sehr lautstark zu Wort melden! Also, lieber Kollege Kaniak, ich weiß ja nicht, in welchem Gesundheitsausschuss du warst, aber es muss ein anderer gewesen sein. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Kollegen haben mich gerade gefragt, wo denn da davon die Rede gewesen wäre, dass Masken keinen Sinn machen. Hat das irgendjemand außer dir noch gehört? Also dazu würde mir nichts einfallen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordnete Gabriela Schwarz (ÖVP): Ich werde schon begrüßt. Herr Präsident! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen, die Sie sich teilweise schon sehr lautstark zu Wort melden! Also, lieber Kollege Kaniak, ich weiß ja nicht, in welchem Gesundheitsausschuss du warst, aber es muss ein anderer gewesen sein. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Kollegen haben mich gerade gefragt, wo denn da davon die Rede gewesen wäre, dass Masken keinen Sinn machen. Hat das irgendjemand außer dir noch gehört? Also dazu würde mir nichts einfallen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich empfinde es zum Beispiel als Zumutung allen Risikopatienten gegenüber – und da spreche ich nicht nur für mich, weil ich auch eine bin, sondern auch für alle anderen –, allen gegenüber, denen ihr (in Richtung FPÖ) begegnet, ohne diese Masken zu tragen. Ihr könntet ja unwissentlich auch infektiös sein, ohne Symptome zu haben, und dann steht einer vis-à-vis von euch, dem das wirklich schaden könnte. (Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) Wie ihr das mit eurem Gewissen vereinbaren könnt, weiß ich nicht. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich an eurer Stelle könnte es nicht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Genau das ist passiert: Es wurden immer wieder Dinge evaluiert, überprüft und neu entschieden. Das machen wir selbstverständlich auch weiter so. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) Was es dazu braucht? – Da möchte ich schon auf einiges zu sprechen kommen. Es wird immer davon geredet, dass unser solidarisches Gesundheitssystem so gut funktioniert – Gott sei Dank! –, aber Solidarität ist keine Einbahnstraße. Ich erwarte von uns allen, dass wir diesem System gegenüber und unseren Mitmenschen gegenüber solidarisch sind. Das ist nämlich so, wenn man Masken trägt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.
Genau das ist passiert: Es wurden immer wieder Dinge evaluiert, überprüft und neu entschieden. Das machen wir selbstverständlich auch weiter so. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) Was es dazu braucht? – Da möchte ich schon auf einiges zu sprechen kommen. Es wird immer davon geredet, dass unser solidarisches Gesundheitssystem so gut funktioniert – Gott sei Dank! –, aber Solidarität ist keine Einbahnstraße. Ich erwarte von uns allen, dass wir diesem System gegenüber und unseren Mitmenschen gegenüber solidarisch sind. Das ist nämlich so, wenn man Masken trägt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.)
die Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch: Doch!
Es ist keine Frage der Einschränkung der Freiheit (die Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch: Doch!) – das ist es nicht –, sondern es hat mit der Verantwortung zu tun,
Abg. Belakowitsch: Gut, die kennen sich eh nie aus!
Warum hebt der Verfassungsgerichtshof so vieles auf, was vom Herrn Gesundheitsminister kommt? Weil er so arbeitet, wie er arbeitet. Kollege Kaniak hat es schon angerissen: Wir haben am Montag Gesundheitsausschuss gehabt, und bis zum Freitag waren nur Trägerraketen bekannt. Die gesamten Inhalte sind uns am Freitagnachmittag übermittelt worden, und das war in einer Qualität, dass zum Beispiel im Ausschuss selbst Abgeordnete Tanda nicht erklären konnte, was mit dem Antrag gemeint war, den sie selbst vorgetragen hat. Die eigenen ÖVP-Abgeordneten haben sich also inhaltlich nicht mehr ausgekannt. (Abg. Belakowitsch: Gut, die kennen sich eh nie aus!)
Abg. Belakowitsch: Mit weniger Toten!
Vielleicht zum Schluss – ich will es nicht zu ausführlich machen –: Alle fünf Experten haben auch ganz klar gesagt, es ist Gott sei Dank nicht Pest und Cholera, es ist im Prinzip eine virale, grippeähnliche Erkrankung mit saisonalem Verlauf (Abg. Belakowitsch: Mit weniger Toten!), und wir werden weiterhin mit Corona leben müssen. Das haben alle fünf Experten gesagt.
Abg. Belakowitsch: Schule ... Zwangstestung ..!
Man könnte über das Thema natürlich stundenlang reden. Es ist einfach ganz wichtig, noch einmal zu erwähnen – wir waren die einzige Partei, die das von Anfang an konsequent kommuniziert hat –: Wir sind gegen einen Impfzwang und gegen einen Testzwang. Wir wollen diese Zweiklassengesellschaft nicht haben, Sie führen sie aber ein, Herr Minister. Ich bin als Tiroler gezwungen, mich alle zwei Tage testen zu lassen (Abg. Belakowitsch: Schule ... Zwangstestung ..!), wenn ich das Bundesland verlassen will. Ich komme nicht darum herum, außer ich werde Revolutionär, was ich momentan noch nicht vorhabe.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir haben die Situation, dass – morgiges Datum, wir werden es vermutlich mit dieser Debatte, so erwarte ich es mir jedenfalls, nicht mehr erreichen – der 25. Februar der Termin und der Tag war, als dann das, was wir alle befürchten mussten, vor einem Jahr tatsächlich geschehen ist, nämlich dass die Pandemie mit den beiden ersten Fällen in Österreich angekommen ist. Damals haben wir geglaubt, 100, 200, 300 Fälle sind sehr, sehr viel. Heute wissen wir, dass wir froh wären, wenn wir bei 300 Fällen wären. Wir sind in den letzten 24 Stunden bei über 2 000 Fällen. Das heißt, die Fallzahlen steigen derzeit wieder an, und das war eigentlich auch zu erwarten. Warum war es zu erwarten? – Weil wir seit Anfang Jänner wissen, dass wir in ganz Europa das Auftreten von zwei sehr riskanten Mutationen haben, die vor allem dadurch gekennzeichnet sind, dass sie eine um 30 bis 40 Prozent erhöhte Ansteckungskraft haben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Auf der ganzen Welt sind sich alle Fachexperten einig (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), aber die Professorinnen und Professoren der FPÖ wissen es besser, sie wissen es anders. (Abg. Stefan: Wie viele Südafrikafälle gibt es? – Abg. Deimek: In Tirol gibt es 100!) Ich werde meine Redezeit nicht mit ihren Zwischenrufen verbringen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir sind also in der Situation, dass sich zwei Mutationen in ganz Europa ausbreiten, die um 30 bis 40 Prozent ansteckender sind als das Stammvirus. Das ist das eigentliche Problem. Wir haben gewusst, dass wir dann, wenn diese Varianten, diese Mutationen eine Dominanz im virologischen Geschehen in Österreich einnehmen, auch wieder steigende Fallzahlen haben werden, das ist ja ganz klar. Wenn ich dann einen um das 0,3- oder 0,4-Fache höheren Reproduktionsfaktor habe, dann steigen die Gesamtreproduktionszahl und damit die Infektionszahlen generell an. Wenn wir so wie derzeit einen Reproduktionsfaktor von 1,1 haben, dann bedeutet das, dass von 100 Personen, die eine Infektion haben, 110 andere angesteckt werden. Damit steigt die Kurve an, und das ist derzeit natürlich besorgniserregend. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Könnte es nicht auch daran liegen, dass das Contacttracing völlig versagt hat?
Sie beschließen heute einen wesentlichen Punkt, nämlich dass es Datenübermittlungen aus dem Bereich des Impfpasses an das Kontaktpersonenmanagement geben kann. Stellen Sie sich vor, es gibt einen Menschen, der geimpft ist, und der würde dann möglicherweise, weil er beim Kontaktpersonenmanagement eine Kontaktperson ist, in Quarantäne geschickt. Das wäre völlig verrückt, das wollen wir nicht. (Abg. Belakowitsch: Könnte es nicht auch daran liegen, dass das Contacttracing völlig versagt hat?) Deswegen ist es gut, dass es diesen Informationsfluss gibt.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Der vierte Punkt sind die Tests. Ich glaube wirklich, dass da in Österreich in den letzten Wochen durch ganz unterschiedliche Beteiligte Großartiges passiert ist. Wir haben im Augenblick 1,4 bis 1,5 Millionen Testungen pro Woche. Es arbeiten da im Übrigen – ein Beispiel, das noch wenig in der Öffentlichkeit ist – die österreichischen Betriebe ganz fantastisch mit. Es machen da mittlerweile fast 1 200 – laut meiner Erinnerung 1 164 – mit, machen offizielle Screenings bei ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. 500 000 Mitarbeiter, mehr als 500 000 MitarbeiterInnen werden damit erfasst, haben damit die Möglichkeit, laufend getestet zu werden, und diese Betriebstestungen sind auch offen für Gemeindebürgerinnen und -bürger. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich glaube, das ist ein guter Punkt, bei dem Betriebe auch etwas für die allgemeine Öffentlichkeit anbieten können.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Drittens, last, but not least: Ich kann mich noch erinnern, dass im November, Dezember von einzelnen Abgeordneten ganz kurze Listen vorgetragen worden sind, wie viele Teststraßen es in den Bundesländern bereits gibt. Mittlerweile haben wir über 400 in ganz Österreich. Das heißt, der Zugang zum Gratistest ist mittlerweile hervorragend, und es lassen sich deswegen auch immer mehr Menschen testen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Zwischen 200 000 und 240 000 sind es in dieser Woche bisher gewesen. Das ist sehr, sehr gut, und da ist Österreich ganz vorne mit dabei.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich könnte Ihnen Medienartikel dieser Woche zeigen, zum Beispiel im „Wall Street Journal“, das Österreich als Vorbild für die Schulöffnungen in den USA darstellt. Es waren in der letzten Woche sechs oder sieben deutsche Fernsehteams bei uns in Wien, um sich anzuschauen, wie die Ösis das machen, weil das auch ein Modell ist, das mittlerweile in Deutschland diskutiert wird. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich glaube, in dem Zusammenhang haben wir etwas weitergebracht – dank vieler, die sich engagieren, dank der Teamarbeit, des Zusammenhalts. Das ist halt unsere Vorgangsweise,
Abg. Belakowitsch: Sie können nicht nachempfinden!
Frau Kollegin Belakowitsch, auch wenn Sie das nicht so nachempfinden können. (Abg. Belakowitsch: Sie können nicht nachempfinden!)
Abg. Belakowitsch: Wer hat das gesagt? Wer genau? Wer hat das gesagt, ...?
Abgeordnete Martina Diesner-Wais (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren hier im Nationalrat! Meine Damen und Herren vor den Fernsehschirmen! Sehr geehrte Kollegen Kucher, Kaniak und Wurm, ich war auch bei dem Hearing dabei. Ich habe konstruktive Kritik gehört, aber nicht nur kritische Stimmen, sondern auch viel Zustimmung: dass der Weg, die Kombination von Maßnahmen, ein guter war und dass wir damit gut durch die Krise kommen – besser als manche anderen Länder rund um uns. (Abg. Belakowitsch: Wer hat das gesagt? Wer genau? Wer hat das gesagt, ...?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wieso die FPÖ bei dieser sinnvollen und logischen Novelle nicht mitgeht, entbehrt für mich jeder Logik – aber es ist so. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Sitzung Nr. 87
Abg. Belakowitsch: Zwei Tage die Woche!
ist eine Schule, in der kein Präsenzunterricht stattfindet, egal welche Begleit- und Rahmenbedingungen man schaffen möchte, immer eine Belastung für Familien, und oftmals ganz besonders für Frauen. Daher bin ich froh, dass es vor einigen Wochen möglich war, die Schulen wieder in den Präsenzunterricht zurückzuführen, und möchte mich in diesem Zusammenhang auch ganz herzlich bei Bildungsminister Heinz Faßmann für das innovative Projekt der Selbsttests (Zwischenruf des Abg. Kickl) in den Schulen bedanken, weil das eine Möglichkeit war, früher als in anderen Ländern die Schulen wieder für den Präsenzunterricht zu öffnen (Abg. Belakowitsch: Zwei Tage die Woche!) und die Familien zu entlasten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Zwei Tage die Woche! – Abg. Steger: ... weil Sie sie geschlossen haben!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Zwei Tage die Woche! – Abg. Steger: ... weil Sie sie geschlossen haben!
ist eine Schule, in der kein Präsenzunterricht stattfindet, egal welche Begleit- und Rahmenbedingungen man schaffen möchte, immer eine Belastung für Familien, und oftmals ganz besonders für Frauen. Daher bin ich froh, dass es vor einigen Wochen möglich war, die Schulen wieder in den Präsenzunterricht zurückzuführen, und möchte mich in diesem Zusammenhang auch ganz herzlich bei Bildungsminister Heinz Faßmann für das innovative Projekt der Selbsttests (Zwischenruf des Abg. Kickl) in den Schulen bedanken, weil das eine Möglichkeit war, früher als in anderen Ländern die Schulen wieder für den Präsenzunterricht zu öffnen (Abg. Belakowitsch: Zwei Tage die Woche!) und die Familien zu entlasten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Zwei Tage die Woche! – Abg. Steger: ... weil Sie sie geschlossen haben!)
Abg. Belakowitsch – auf die Regierungsbank weisend –: Wo sind denn die überhaupt?
Sehr geehrte Damen und Herren, neben der Herausforderung in der Familienarbeit sind es aber natürlich oft auch finanzielle Auswirkungen der Krise und insbesondere auch Herausforderungen am Arbeitsmarkt, hinsichtlich derer wir alles versucht haben, um gegenzusteuern. Ich möchte in diesem Bereich die Kurzarbeit erwähnen, die Gott sei Dank einen Beitrag dazu geleistet hat, über eine Million Jobs in dieser Krise zu retten. Ich bin froh, dass wir gemeinsam mit dem Koalitionspartner auch einen Härtefallfonds gegründet haben (Abg. Belakowitsch – auf die Regierungsbank weisend –: Wo sind denn die überhaupt?), im Rahmen dessen fast 100 000 Familien mit im Durchschnitt über 1 000 Euro zusätzlich unterstützt worden sind. Wir sind bei den Hilfen Weltspitze – und das ist gut so. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Ruf: Na nicht schon wieder!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Nachdem in gewissen Branchen, deren Betriebe nach wie vor leider Gottes geschlossen sind (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), wie dem Tourismus oder der Gastronomie, überproportional viele Frauen tätig sind, haben wir insbesondere auch am Arbeitsmarkt diesbezüglich eine herausfordernde Situation. Frauen sind durch die Pandemie überdurchschnittlich oft mit Arbeitslosigkeit konfrontiert worden, von Arbeitslosigkeit betroffen, und auch da hoffe ich sehr, dass es uns gelingt, je mehr wir schrittweise wieder öffnen können, die Folgen dieser Krise reduzieren zu können. Insbesondere die Öffnung von Gastronomie, Tourismus, Sport- und Freizeitwirtschaft, aber auch der Kultur wird ein wesentlicher Schritt zurück zur Normalität sein, wird aber auch ein wesentlicher Schritt am Arbeitsmarkt sein und insbesondere viele Frauen wieder zurück in Beschäftigung bringen. (Abg. Belakowitsch: Die Frauen jubeln schon!)
Abg. Belakowitsch: Die Frauen jubeln schon!
Nachdem in gewissen Branchen, deren Betriebe nach wie vor leider Gottes geschlossen sind (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), wie dem Tourismus oder der Gastronomie, überproportional viele Frauen tätig sind, haben wir insbesondere auch am Arbeitsmarkt diesbezüglich eine herausfordernde Situation. Frauen sind durch die Pandemie überdurchschnittlich oft mit Arbeitslosigkeit konfrontiert worden, von Arbeitslosigkeit betroffen, und auch da hoffe ich sehr, dass es uns gelingt, je mehr wir schrittweise wieder öffnen können, die Folgen dieser Krise reduzieren zu können. Insbesondere die Öffnung von Gastronomie, Tourismus, Sport- und Freizeitwirtschaft, aber auch der Kultur wird ein wesentlicher Schritt zurück zur Normalität sein, wird aber auch ein wesentlicher Schritt am Arbeitsmarkt sein und insbesondere viele Frauen wieder zurück in Beschäftigung bringen. (Abg. Belakowitsch: Die Frauen jubeln schon!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger.
schaut nicht ganz so aus, weil da ist alles leer!), und möchte mich auch beim Arbeitsminister ganz herzlich dafür bedanken, dass er gerade ein Rekordbudget in die Hand nimmt, um die Unterstützung der Frauen am Arbeitsmarkt und beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt sicherzustellen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: So lange Sie halt Zeit dazu haben!
Es muss uns allen klar sein, dass es trotz aller Bemühungen, und auch das muss offen ausgesprochen werden, noch ein weiter Weg zu einer vollständig gleichberechtigten Gesellschaft ist. (Ruf bei der SPÖ: Vorschläge, Vorschläge!) In diesem Sinne darf ich mich ganz herzlich bei unserer Frauenministerin für ihre Arbeit bedanken, kann aber auch garantieren, dass ich mich stets bemühen werde, da meinen Beitrag zu leisten. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: So lange Sie halt Zeit dazu haben!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Leichtfried und Belakowitsch.
Geschätzter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, erlauben Sie mir aus gegebenem Anlass auch noch ein Wort zu den Geschehnissen am vergangenen Wochenende in Wien zu sagen. Ich möchte mich in diesem Zusammenhang nicht verschweigen, weil ich glaube, dass die Geschehnisse vom Wochenende etwas sind, zu dem nicht nur jeder eine Meinung haben sollte, sondern es ist auch notwendig, diese klar auszusprechen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Leichtfried und Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Auch nicht die der Polizei!
Aber, und das ist ein ganz wesentlicher Punkt: Unter keinen Umständen ist Gewalt akzeptabel (Abg. Belakowitsch: Auch nicht die der Polizei!), und unter keinen Umständen ist Antisemitismus akzeptabel. (Anhaltender Beifall bei ÖVP und Grünen sowie Beifall bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Steger: Fakenews!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm
Der Antragstext lautet wie folgt (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm):
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir haben innerhalb eines Jahres grüner Regierungsbeteiligung das Frauenbudget fast verdoppelt. Wir haben in der Armutsbekämpfung zahlreiche Maßnahmen gesetzt, die sicherstellen, dass Frauen, insbesondere alleinerziehende, nicht in die Armut abgleiten. Wir haben beispielsweise die Mindestpension auf 1 000 Euro erhöht. Altersarmut ist ein stark weibliches Phänomen. Wir haben mit dem FrühstarterInnenbonus eine Veränderung im Pensionssystem erreicht, von dem, statt fast ausschließlich Männer, Männer und Frauen gleichermaßen profitieren. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Liebe Frau Kollegin Brandstötter, ich tatsächliche berichtig- - (allgemeine Heiterkeit) – Entschuldigung, ich berichtige tatsächlich: Natürlich sind im österreichischen Feuerwehrwesen Frauen zugelassen. Die machen dort einen hervorragenden Job. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Allein in Niederösterreich sind 8 500 Feuerwehrkameradinnen aktiv. (Abg. Brandstötter: Ich bin selber Feuerwehrfrau, ich war die Fünfte in Österreich, die die Ausbildung gemacht hat!) Ich bitte Sie, tatsächlich bei der Wahrheit zu bleiben! Die Feuerwehrkameradinnen machen in Österreich einen super Job. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Aber die machen da nicht mit!
Wir haben daher in den letzten Monaten umfassende Hilfsmaßnahmen gesetzt, als gesamte Bundesregierung (Abg. Belakowitsch: Aber die machen da nicht mit!), denn Frauenpolitik kann ja nur dann wirklich wirksam sein, wenn sie in allen Ressorts mitgedacht und effektiv umgesetzt wird. Daher möchte ich an dieser Stelle ein großes Dankeschön auch an die Kolleginnen und Kollegen in der Bundesregierung, an den Koalitionspartner richten, dass uns das in den letzten Monaten gut gelungen ist und auch in Zukunft gelingen wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: 50 Prozent sind überproportional?
Was machen wir in dem Bereich? – Ich freue mich, dass die SPÖ in ihrem Antrag ganz viele Maßnahmen aufgezählt hat, die wir schon umgesetzt haben. (Widerspruch bei Abgeordneten der SPÖ.) 50 Prozent der AMS-Fördermittel kommen Frauen zugute; das ist überproportional, aber das ist richtig und wichtig. (Abg. Belakowitsch: 50 Prozent sind überproportional?) – 50 Prozent der Coronaoffensive, der Joboffensive für Frauen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Wären Sie hingegangen!
Ihr Verhalten ist eines Abgeordneten des Hohen Hauses nicht würdig. (Abg. Kickl: Waren Sie dort?!) Doch heute geht es nicht um Sie, Herr Kickl, heute stehen die Frauen im Vordergrund. (Abg. Belakowitsch: Wären Sie hingegangen!) Im realen Leben ist das ja meistens nicht der Fall; Frauen sind die stillen Kämpfer im Hintergrund. (Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Abg. Belakowitsch: Aha!
Die sogenannten Feministinnen der SPÖ haben es geschafft, dass wir gendern. (Ruf bei der SPÖ: Sogenannte?!) Gendern ist wichtig und richtig, denn Sprache schafft Wirklichkeit. (Abg. Belakowitsch: Aha!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Unsere Maßnahmen setzen genau bei dieser Problematik an. Gerade während und nach der Krise ist das ein wirkungsvolles Mittel. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Rauch: ... Blödsinn! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wenn Kollegin Pfurtscheller hier ihre Rede hält, schreist du heraus, sie soll sich wieder auf den Sitzplatz setzen. So weit sind wir mit den Frauenbildern in der FPÖ. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Rauch: ... Blödsinn! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Na, unheimlich!
Die Rückkehr in die Schulen, meine Damen und Herren, ist auch mit einem Vorzeigeprojekt verbunden. Unter Minister Faßmann sind die Selbsttests für die Schüler eingeführt worden – regelmäßig, zweimal in der Woche –, und das ist wirklich ein Vorzeigeprojekt. (Abg. Belakowitsch: Na, unheimlich!)
Abg. Belakowitsch: Dann sperrts die Schulen auf!
Die Bildung, meine Damen und Herren, ist ein wesentlicher Schlüssel in Bezug auf die Gleichberechtigung und die Chancengleichheit. Daher ist es wichtig, dass alle – so wie in Österreich – auch wirklich freien Zugang dazu haben. Wir müssen den Wert der Bildung für den Einzelnen, aber auch für die Gesellschaft noch viel stärker hervorheben (Abg. Belakowitsch: Dann sperrts die Schulen auf!), was den Spracherwerb anlangt, was die Kinderbetreuungseinrichtungen anlangt, in den Schulen, an den Universitäten, an den Fachhochschulen, ganz besonders auch in der Lehrlingsausbildung, aber auch in der betrieblichen Fortbildung und auch was die Ermöglichung des zweiten Bildungsweges vor allem auch für Frauen anlangt. (Abg. Belakowitsch: Vielleicht sollen Sie gleich aktiv ...!) Meine Damen und Herren, in all diesen Bereichen trägt jeder Einzelne von uns Verantwortung dafür, die Frauen zu fördern. Frauen und Karriere, das darf kein Widerspruch sein, und gleiche Arbeit muss auch gleich entlohnt werden.
Abg. Belakowitsch: Vielleicht sollen Sie gleich aktiv ...!
Die Bildung, meine Damen und Herren, ist ein wesentlicher Schlüssel in Bezug auf die Gleichberechtigung und die Chancengleichheit. Daher ist es wichtig, dass alle – so wie in Österreich – auch wirklich freien Zugang dazu haben. Wir müssen den Wert der Bildung für den Einzelnen, aber auch für die Gesellschaft noch viel stärker hervorheben (Abg. Belakowitsch: Dann sperrts die Schulen auf!), was den Spracherwerb anlangt, was die Kinderbetreuungseinrichtungen anlangt, in den Schulen, an den Universitäten, an den Fachhochschulen, ganz besonders auch in der Lehrlingsausbildung, aber auch in der betrieblichen Fortbildung und auch was die Ermöglichung des zweiten Bildungsweges vor allem auch für Frauen anlangt. (Abg. Belakowitsch: Vielleicht sollen Sie gleich aktiv ...!) Meine Damen und Herren, in all diesen Bereichen trägt jeder Einzelne von uns Verantwortung dafür, die Frauen zu fördern. Frauen und Karriere, das darf kein Widerspruch sein, und gleiche Arbeit muss auch gleich entlohnt werden.
Abg. Belakowitsch: Nehammer hat ...!
nimmt billigend in Kauf, dass sich nachher marodierende Leute durch die Leopoldstadt bewegen, einen traditionell jüdischen Bezirk, an einem Sabbat, um dort weiter nazistische Parolen zu schreien, „Sieg Heil!“ zu schreien, „Heil Hitler!“ zu schreien. (Abg. Belakowitsch: Nehammer hat ...!) Das ist ein Tabubruch der letzten 30 Jahre, der zutiefst zu verurteilen ist. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Das hat er nicht gesagt! – Abg. Kickl: Das nennen Sie also tolerieren!
Als wäre das noch nicht genug, stellen Sie sich, nachdem der Bundeskanzler in aller Klarheit gesagt hat, dass wir es selbstverständlich tolerieren und es zur demokratischen Kultur gehört, dass Menschen gegen die Regierungspolitik demonstrieren, auch noch hierher - - (Abg. Belakowitsch: Das hat er nicht gesagt! – Abg. Kickl: Das nennen Sie also tolerieren!) – Was tun Sie? Sie nehmen die Tausenden Demonstranten, die mit Ihrer Politik nichts am Hut haben, die mit Nationalsozialismus, mit Antisemitismus nichts am Hut haben, hier, an dieser Stelle auch noch in Geiselhaft. (Heftiger Widerspruch bei der FPÖ.)
Sitzung Nr. 89
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Bundeskanzler Sebastian Kurz: Geschätzter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Herr Klubobmann Kickl, Sie haben mich aufgefordert, die Zettel stecken zu lassen und Ihnen einfach zu antworten. Das mache ich sehr gern, denn es ist mir ohnehin schon länger ein Anliegen, Ihnen einmal klar zu sagen, was ich im Moment von Ihrer Art und Weise, Politik zu betreiben, halte. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Heiterkeit bei der FPÖ – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Sie wollen mit mir über Verantwortung reden. Das können wir gern machen. Ich sage Ihnen etwas: Ich bin ein absoluter Verfechter der Meinungsfreiheit (Heiterkeit bei der FPÖ – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), ich bin ein absoluter Verfechter, dass es im Parlament unterschiedliche und auch kritische Debatten gibt. Was Sie aber machen, Herr Klubobmann, ist: Sie halten sich nicht an die Regeln. (Abg. Belakowitsch: An welche?) Sie verführen andere Menschen, sich auch nicht an die Regeln zu halten (Abg. Belakowitsch: An welche?), und Sie gefährden dadurch Menschen in unserem Land. (Abg. Kickl: Unglaublich!) Das ist es, was Sie gerade machen. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Kickl: Unglaublich! Beantworten Sie einfach meine Fragen!)
Abg. Belakowitsch: An welche?
Sie wollen mit mir über Verantwortung reden. Das können wir gern machen. Ich sage Ihnen etwas: Ich bin ein absoluter Verfechter der Meinungsfreiheit (Heiterkeit bei der FPÖ – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), ich bin ein absoluter Verfechter, dass es im Parlament unterschiedliche und auch kritische Debatten gibt. Was Sie aber machen, Herr Klubobmann, ist: Sie halten sich nicht an die Regeln. (Abg. Belakowitsch: An welche?) Sie verführen andere Menschen, sich auch nicht an die Regeln zu halten (Abg. Belakowitsch: An welche?), und Sie gefährden dadurch Menschen in unserem Land. (Abg. Kickl: Unglaublich!) Das ist es, was Sie gerade machen. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Kickl: Unglaublich! Beantworten Sie einfach meine Fragen!)
Abg. Belakowitsch: An welche?
Sie wollen mit mir über Verantwortung reden. Das können wir gern machen. Ich sage Ihnen etwas: Ich bin ein absoluter Verfechter der Meinungsfreiheit (Heiterkeit bei der FPÖ – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), ich bin ein absoluter Verfechter, dass es im Parlament unterschiedliche und auch kritische Debatten gibt. Was Sie aber machen, Herr Klubobmann, ist: Sie halten sich nicht an die Regeln. (Abg. Belakowitsch: An welche?) Sie verführen andere Menschen, sich auch nicht an die Regeln zu halten (Abg. Belakowitsch: An welche?), und Sie gefährden dadurch Menschen in unserem Land. (Abg. Kickl: Unglaublich!) Das ist es, was Sie gerade machen. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Kickl: Unglaublich! Beantworten Sie einfach meine Fragen!)
Abg. Belakowitsch: Einsperren! Ja, das ist eine tolle Lösung!
Jetzt gerade im Moment versuchen die Landeshauptleute aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland gemeinsam mit dem Gesundheitsminister, mit Medizinern und Experten, alles zu unternehmen, dass die Intensivkapazitäten in Wien nicht überbelastet werden. Jetzt im Moment versucht der Gesundheitsminister mit den Zuständigen in der Ostregion, Lösungen zu finden (Abg. Belakowitsch: Einsperren! Ja, das ist eine tolle Lösung!), sodass jeder, der erkrankt, in Österreich auch eine ordentliche Behandlung erhält. Was Sie machen, ist, die ganze Zeit Leute anzustiften, sich möglichst wenig regelkonform zu verhalten, damit sich möglichst viele anstecken (Abg. Kickl: Legen Sie einen Beleg vor!) und dann möglichst viele auch in den Genuss kommen, auf der Intensivstation behandelt werden zu müssen. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Kickl: Legen Sie einen Beleg vor!)
Abg. Belakowitsch: Sie verunsichern!
Wenn nur Sie selber sich so verhalten würden, dann würde es das Land ja tragen können, dass Sie aber die ganze Zeit versuchen, Leute nicht nur zu verunsichern (Abg. Belakowitsch: Sie verunsichern!), sondern sie zu ermutigen (Abg. Hauser: Das stimmt ja nicht!), alles zu tun, was sie gefährdet, ist aus meiner Sicht verantwortungslos, und insofern können wir gern über die Frage der Verantwortung diskutieren. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: ... sollten Sie sich einmal ... eigene Beratung...!
Jetzt sage ich Ihnen ein paar Punkte zur FFP2-Maske (Abg. Kickl: Beantworten Sie die drei ganz einfachen Fragen! So schwer war es ja nicht zu verstehen! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen), die Sie ganz bewusst nicht tragen: Alle Medizinerinnen und Mediziner, die uns in Österreich beraten, sind der klaren Auffassung (Abg. Belakowitsch: ... sollten Sie sich einmal ... eigene Beratung...!), dass Menschen, die miteinander in Kontakt kommen, einen sehr, sehr hohen Schutzstandard genießen, wenn sie eine FFP2-Maske tragen. Und ja, ich glaube, es ist sinnvoll, das zu tun (Abg. Belakowitsch: Das ist keine Glaubensfrage!), und wenn wir merken, dass die Mutationen immer ansteckender und aggressiver werden und auch jüngere Menschen immer gefährdeter sind, sind hoffentlich möglichst viele Menschen bereit (Abg. Belakowitsch: Was sagen Sie zum ...?), sich mit einer FFP2-Maske zu schützen. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Das ist keine Glaubensfrage!
Jetzt sage ich Ihnen ein paar Punkte zur FFP2-Maske (Abg. Kickl: Beantworten Sie die drei ganz einfachen Fragen! So schwer war es ja nicht zu verstehen! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen), die Sie ganz bewusst nicht tragen: Alle Medizinerinnen und Mediziner, die uns in Österreich beraten, sind der klaren Auffassung (Abg. Belakowitsch: ... sollten Sie sich einmal ... eigene Beratung...!), dass Menschen, die miteinander in Kontakt kommen, einen sehr, sehr hohen Schutzstandard genießen, wenn sie eine FFP2-Maske tragen. Und ja, ich glaube, es ist sinnvoll, das zu tun (Abg. Belakowitsch: Das ist keine Glaubensfrage!), und wenn wir merken, dass die Mutationen immer ansteckender und aggressiver werden und auch jüngere Menschen immer gefährdeter sind, sind hoffentlich möglichst viele Menschen bereit (Abg. Belakowitsch: Was sagen Sie zum ...?), sich mit einer FFP2-Maske zu schützen. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Was sagen Sie zum ...?
Jetzt sage ich Ihnen ein paar Punkte zur FFP2-Maske (Abg. Kickl: Beantworten Sie die drei ganz einfachen Fragen! So schwer war es ja nicht zu verstehen! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen), die Sie ganz bewusst nicht tragen: Alle Medizinerinnen und Mediziner, die uns in Österreich beraten, sind der klaren Auffassung (Abg. Belakowitsch: ... sollten Sie sich einmal ... eigene Beratung...!), dass Menschen, die miteinander in Kontakt kommen, einen sehr, sehr hohen Schutzstandard genießen, wenn sie eine FFP2-Maske tragen. Und ja, ich glaube, es ist sinnvoll, das zu tun (Abg. Belakowitsch: Das ist keine Glaubensfrage!), und wenn wir merken, dass die Mutationen immer ansteckender und aggressiver werden und auch jüngere Menschen immer gefährdeter sind, sind hoffentlich möglichst viele Menschen bereit (Abg. Belakowitsch: Was sagen Sie zum ...?), sich mit einer FFP2-Maske zu schützen. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Ist es ja! – Abg. Kickl: ... was Sie immer bestritten haben! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Zum Testen: Das, was Sie als Testzwang bezeichnen (Abg. Belakowitsch: Ist es ja! – Abg. Kickl: ... was Sie immer bestritten haben! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), ist in Wahrheit der Grund dafür, dass wir in Österreich etwas mehr Freiheit erleben als viele unserer Nachbarländer. Wir haben vor sechs Wochen Öffnungsschritte gesetzt, und es ist gelungen, dass das Wachstum der Ansteckungszahlen nicht sofort ein explosionsartiges war. Die Experten sind sich einig (Abg. Kickl: Dass Ihnen das nicht zu blöd wird!), dass der Hauptgrund dafür ist, dass wir in Österreich mehr testen als die meisten anderen Länder dieser Welt. Es ist ein Erfolgsmodell (Abg. Belakowitsch: Ja, genau!), dass sich in Österreich jeder gratis testen lassen kann (Beifall bei ÖVP und Grünen – neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und ich bedanke mich bei allen. Ich bedanke mich bei den Ärzten, bei den Apothekern, bei den Bundesländern, bei allen Freiwilligen, die in den Teststraßen mitarbeiten. (Abg. Belakowitsch: Können Sie jetzt einmal eine Antwort geben?!)
Abg. Belakowitsch: Ja, genau!
Zum Testen: Das, was Sie als Testzwang bezeichnen (Abg. Belakowitsch: Ist es ja! – Abg. Kickl: ... was Sie immer bestritten haben! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), ist in Wahrheit der Grund dafür, dass wir in Österreich etwas mehr Freiheit erleben als viele unserer Nachbarländer. Wir haben vor sechs Wochen Öffnungsschritte gesetzt, und es ist gelungen, dass das Wachstum der Ansteckungszahlen nicht sofort ein explosionsartiges war. Die Experten sind sich einig (Abg. Kickl: Dass Ihnen das nicht zu blöd wird!), dass der Hauptgrund dafür ist, dass wir in Österreich mehr testen als die meisten anderen Länder dieser Welt. Es ist ein Erfolgsmodell (Abg. Belakowitsch: Ja, genau!), dass sich in Österreich jeder gratis testen lassen kann (Beifall bei ÖVP und Grünen – neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und ich bedanke mich bei allen. Ich bedanke mich bei den Ärzten, bei den Apothekern, bei den Bundesländern, bei allen Freiwilligen, die in den Teststraßen mitarbeiten. (Abg. Belakowitsch: Können Sie jetzt einmal eine Antwort geben?!)
Beifall bei ÖVP und Grünen – neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Zum Testen: Das, was Sie als Testzwang bezeichnen (Abg. Belakowitsch: Ist es ja! – Abg. Kickl: ... was Sie immer bestritten haben! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), ist in Wahrheit der Grund dafür, dass wir in Österreich etwas mehr Freiheit erleben als viele unserer Nachbarländer. Wir haben vor sechs Wochen Öffnungsschritte gesetzt, und es ist gelungen, dass das Wachstum der Ansteckungszahlen nicht sofort ein explosionsartiges war. Die Experten sind sich einig (Abg. Kickl: Dass Ihnen das nicht zu blöd wird!), dass der Hauptgrund dafür ist, dass wir in Österreich mehr testen als die meisten anderen Länder dieser Welt. Es ist ein Erfolgsmodell (Abg. Belakowitsch: Ja, genau!), dass sich in Österreich jeder gratis testen lassen kann (Beifall bei ÖVP und Grünen – neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und ich bedanke mich bei allen. Ich bedanke mich bei den Ärzten, bei den Apothekern, bei den Bundesländern, bei allen Freiwilligen, die in den Teststraßen mitarbeiten. (Abg. Belakowitsch: Können Sie jetzt einmal eine Antwort geben?!)
Abg. Belakowitsch: Können Sie jetzt einmal eine Antwort geben?!
Zum Testen: Das, was Sie als Testzwang bezeichnen (Abg. Belakowitsch: Ist es ja! – Abg. Kickl: ... was Sie immer bestritten haben! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), ist in Wahrheit der Grund dafür, dass wir in Österreich etwas mehr Freiheit erleben als viele unserer Nachbarländer. Wir haben vor sechs Wochen Öffnungsschritte gesetzt, und es ist gelungen, dass das Wachstum der Ansteckungszahlen nicht sofort ein explosionsartiges war. Die Experten sind sich einig (Abg. Kickl: Dass Ihnen das nicht zu blöd wird!), dass der Hauptgrund dafür ist, dass wir in Österreich mehr testen als die meisten anderen Länder dieser Welt. Es ist ein Erfolgsmodell (Abg. Belakowitsch: Ja, genau!), dass sich in Österreich jeder gratis testen lassen kann (Beifall bei ÖVP und Grünen – neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und ich bedanke mich bei allen. Ich bedanke mich bei den Ärzten, bei den Apothekern, bei den Bundesländern, bei allen Freiwilligen, die in den Teststraßen mitarbeiten. (Abg. Belakowitsch: Können Sie jetzt einmal eine Antwort geben?!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Stefan und Wurm.
Es kommen Deutsche aus Bayern über die Grenze, um sich im Grenzgebiet in Österreich testen zu lassen, weil sie das Angebot so nicht haben. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Stefan und Wurm.) Ich kann Ihnen nur sagen, dieses Angebot ist einzigartig (Abg. Belakowitsch: Was erzählen Sie denn für Märchen?!), und wir sollten froh sein, dass es in Österreich jetzt vorhanden ist. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Jetzt wird es aber peinlich!)
Abg. Belakowitsch: Was erzählen Sie denn für Märchen?!
Es kommen Deutsche aus Bayern über die Grenze, um sich im Grenzgebiet in Österreich testen zu lassen, weil sie das Angebot so nicht haben. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Stefan und Wurm.) Ich kann Ihnen nur sagen, dieses Angebot ist einzigartig (Abg. Belakowitsch: Was erzählen Sie denn für Märchen?!), und wir sollten froh sein, dass es in Österreich jetzt vorhanden ist. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Jetzt wird es aber peinlich!)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Jetzt wird es aber peinlich!
Es kommen Deutsche aus Bayern über die Grenze, um sich im Grenzgebiet in Österreich testen zu lassen, weil sie das Angebot so nicht haben. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Stefan und Wurm.) Ich kann Ihnen nur sagen, dieses Angebot ist einzigartig (Abg. Belakowitsch: Was erzählen Sie denn für Märchen?!), und wir sollten froh sein, dass es in Österreich jetzt vorhanden ist. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Jetzt wird es aber peinlich!)
Abg. Belakowitsch: Das tun Sie ja dauernd!
Jetzt zum dritten Punkt: Wie kann man hinsichtlich des Impfens nur sagen, wir missbrauchen die Großeltern? (Abg. Belakowitsch: Das tun Sie ja dauernd!) Ich kann Ihnen nur sagen - - (Abg. Kickl: Ja, natürlich machen Sie das! – Abg. Belakowitsch: Warum sind die Kinder alle schon so fertig?)
Abg. Kickl: Ja, natürlich machen Sie das! – Abg. Belakowitsch: Warum sind die Kinder alle schon so fertig?
Jetzt zum dritten Punkt: Wie kann man hinsichtlich des Impfens nur sagen, wir missbrauchen die Großeltern? (Abg. Belakowitsch: Das tun Sie ja dauernd!) Ich kann Ihnen nur sagen - - (Abg. Kickl: Ja, natürlich machen Sie das! – Abg. Belakowitsch: Warum sind die Kinder alle schon so fertig?)
Abg. Belakowitsch: ... Lärmpegel! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich würde Sie bitten: Könnten Sie so höflich sein und ausreden lassen?! Wir haben den Klubobmann vorhin auch ungestört reden lassen. (Abg. Belakowitsch: ... Lärmpegel! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich würde Sie darum bitten, denn es macht doch kein gutes Bild im Fernsehen, wenn Sie permanent unterbrechen. (Abg. Belakowitsch: Dann soll er einmal eine Antwort geben!) Sie haben ja genügend Möglichkeit. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Dann soll er einmal eine Antwort geben!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich würde Sie bitten: Könnten Sie so höflich sein und ausreden lassen?! Wir haben den Klubobmann vorhin auch ungestört reden lassen. (Abg. Belakowitsch: ... Lärmpegel! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich würde Sie darum bitten, denn es macht doch kein gutes Bild im Fernsehen, wenn Sie permanent unterbrechen. (Abg. Belakowitsch: Dann soll er einmal eine Antwort geben!) Sie haben ja genügend Möglichkeit. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Voll!
Bundeskanzler Sebastian Kurz (fortsetzend): Ich kann Sie nur ersuchen: Hören Sie doch einmal in die Bevölkerung hinein! Die Masse der Menschen ist doch froh, dass es einen Impfstoff gibt (Abg. Belakowitsch: Voll!), die Masse der Menschen ist doch der Wissenschaft dankbar, dass in kürzester Zeit ein Impfstoff entwickelt wurde, und die Masse der Menschen freut sich darauf, wenn wir durch die Impfung wieder zur Normalität zurückkehren können. (Abg. Kickl: Beantworten Sie die drei ganz einfachen Fragen!)
Abg. Belakowitsch: Ja, bitte!
Wer hat denn Interesse daran, mit der Eltern- oder Großelterngeneration zusammenzutreffen und sich die ganze Zeit zu fragen: Hoffentlich stecke ich sie dabei nicht an!? – Insofern kann ich Ihnen Ihre Fragen gerne - - (Abg. Kickl: Ist das jetzt gesichert, dass es keine Ansteckung gibt? Ist das jetzt gesichert? Das ist ja nicht so schwer!) – Herr Klubobmann, beruhigen Sie sich! (Abg. Kickl: Das ist eine ganz einfache Frage: Ist das jetzt gesichert!) Ich kann Ihnen Ihre Frage gerne beantworten. (Abg. Belakowitsch: Ja, bitte!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Natürlich sind die Mutationen eine Herausforderung für die Wissenschaft und insbesondere auch für die Impfstoffe. Natürlich ist es notwendig – und es wird auch in den nächsten Jahren immer wieder notwendig sein –, die Impfstoffe anzupassen, aber schauen wir doch in Länder mit einer hohen Durchimpfungsrate wie Israel und andere! Was endet dort? – Das Sterben endet. Was geht dort zurück? – Die Zahl der Menschen auf den Intensivstationen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Was wird dort weniger? – Die Zahl der Menschen im Spital. (Abg. Kickl: ... gehen in Schweden auch zurück!) Und das
Anhaltender Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Es wurde keine einzige Frage beantwortet! – Abg. Kickl: Frei von Evidenz! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Wie immer!
ist es doch, was wir alle wollen sollten, und zwar über die Parteigrenzen hinweg. (Abg. Kickl: Es ist unglaublich, keine einzige Antwort!) – Vielen Dank. (Anhaltender Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Es wurde keine einzige Frage beantwortet! – Abg. Kickl: Frei von Evidenz! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Wie immer!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kickl.
In Österreich sind in den letzten zwölf Monaten auch über 9 000 Menschen an Covid verstorben; alleine in den letzten sieben Tagen waren es 133 Menschen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kickl.) Ich denke, die Politik darf diese Zahlen nicht beiseitewischen. Wir dürfen uns an diese Zahlen nicht gewöhnen, nein, wir dürfen uns damit nicht abfinden!
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Sie kampagnisieren gegen die Impfung. Ihre eigene stellvertretende Klubobfrau hat erst letzte Woche wieder Fakenews verbreitet, indem sie von 4 000 Impftoten schwadroniert hat, davon angeblich 200 alleine in Deutschland. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie verunsichern die Menschen in einer Tour, Sie kampagnisieren in einer Tour, ohne jegliche Vernunft, ohne jegliche Demut – Demut, die Sie von anderen einfordern! (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Na ja, deswegen!
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Bundeskanzler, Sie haben das Impfen zur Chefsache erklärt – und was für ein Pallawatsch ist daraus geworden! (Abg. Belakowitsch: Na ja, deswegen!) Die Beschaffung von Impfstoffen ist von vorne bis hinten ein Chaos, obwohl es sich um eines der wichtigsten Projekte in der Zweiten Republik handelt. (Ruf: Das Schließen der Impfstoffroute!)
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Sollte wahr sein, was Sie behaupten, nämlich dass Sektionschef Auer Ihnen das nicht zeigen wollte, na, dann würde ich als Kanzler dermaßen ausflippen, dass der die Verträge aber schnell herüberschiebt. Ein Beamter, der dem Regierungschef mit Verweis auf die Geheimhaltung sagt: Ich zeige dir das nicht!? (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) – Das glaubt einfach kein Mensch, was Sie da für eine Geschichte auftischen. (Zwischenruf der Abg. Steinacker.)
Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja auch!
Und was tun Sie? – Sie zweifeln alles an, auch betreffend den Impfstoff, ob er wirkt. Vor ein paar Wochen hast du (in Richtung Abg. Kickl) in Fernsehdiskussionen gesagt, es sei überhaupt nicht gewährleistet, wie sicher der Impfstoff ist. (Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja auch!) – Ja, kapiert ihr nicht, dass es die einzige Möglichkeit ist, dass wir impfen, impfen, impfen und parallel dazu testen, testen, testen, damit wir diese Krise bewältigen können? Es gibt keinen anderen Weg, meine Damen und Herren, als zu impfen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Na ja?
Jetzt kommen die Supervorschläge betreffend die Frage, ob der Impfstoff wirkt. (Abg. Belakowitsch: Na ja?) Ich nenne nicht den oberösterreichischen Landeshauptmannstellvertreter (Zwischenruf des Abg. Kickl), weil ich mit ihm seit Langem eine politische Freundschaft pflege (Zwischenrufe der Abgeordneten Kassegger und Stefan) und weil ich ihn zu den Vernünftigen in der FPÖ zähle – die gibt es nämlich noch! Das ist nicht die Kickl-Truppe, sondern es gibt auch Vernünftige in der FPÖ, und da zähle ich jenen, der so schwer erkrankt ist, jedenfalls dazu. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger
Aber dann red wenigstens mit Landesrat Steinkellner! Der ist geimpft – er ist Hochrisikopatient und hat sich impfen lassen –, ist an Corona erkrankt und hat dadurch einen leichteren Verlauf. Vielleicht bringt ihr das in eure Köpfe hinein, liebe FPÖlerinnen und FPÖler (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger), dass es hilft, dass es nützt – vor allem auch jenen, die Hochrisikopatienten sind. Das ist doch ein Wahnsinn, was hier von eurer Fraktion betrieben wird! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kassegger: Er ist geimpft und hat es trotzdem? Das verstehe ich jetzt nicht!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das ist die Voraussetzung dafür, dass wir unser Leben – zumindest so, wie wir es letzten Sommer hatten – wieder zurückbekommen, meine Damen und Herren. Anders geht es nicht. Es ist die einzige Möglichkeit, es ist der einzige Weg, den wir haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Fragen darf man auch nicht mehr, aha!
Hören Sie bitte mit diesen Verunsicherungen, mit diesen Verunglimpfungen, mit diesem Infragestellen auf! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Fragen darf man auch nicht mehr, aha!) Jeder Mensch kann selber entscheiden, ob er sich impfen lassen will oder nicht. Jeder Mensch kann selber entscheiden, ob er sich testen lassen will oder nicht. (Abg. Kickl: Das stimmt ja gar nicht! – Abg. Kassegger: Das stimmt ja nicht! – Abg. Kickl: Erstunken und erlogen! – Abg. Belakowitsch: ... Kinder müssen sich testen lassen!) Aber eines sage ich dazu: Es macht Sinn! Es macht das Testen Sinn und es macht natürlich auch das Impfen Sinn, weil es die einzige Möglichkeit ist, wie wir diese Krise gemeinsam bewältigen können. (Abg. Belakowitsch: ... Tests in den Schulen schon! Was erzählst du da?!)
Abg. Kickl: Das stimmt ja gar nicht! – Abg. Kassegger: Das stimmt ja nicht! – Abg. Kickl: Erstunken und erlogen! – Abg. Belakowitsch: ... Kinder müssen sich testen lassen!
Hören Sie bitte mit diesen Verunsicherungen, mit diesen Verunglimpfungen, mit diesem Infragestellen auf! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Fragen darf man auch nicht mehr, aha!) Jeder Mensch kann selber entscheiden, ob er sich impfen lassen will oder nicht. Jeder Mensch kann selber entscheiden, ob er sich testen lassen will oder nicht. (Abg. Kickl: Das stimmt ja gar nicht! – Abg. Kassegger: Das stimmt ja nicht! – Abg. Kickl: Erstunken und erlogen! – Abg. Belakowitsch: ... Kinder müssen sich testen lassen!) Aber eines sage ich dazu: Es macht Sinn! Es macht das Testen Sinn und es macht natürlich auch das Impfen Sinn, weil es die einzige Möglichkeit ist, wie wir diese Krise gemeinsam bewältigen können. (Abg. Belakowitsch: ... Tests in den Schulen schon! Was erzählst du da?!)
Abg. Belakowitsch: ... Tests in den Schulen schon! Was erzählst du da?!
Hören Sie bitte mit diesen Verunsicherungen, mit diesen Verunglimpfungen, mit diesem Infragestellen auf! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Fragen darf man auch nicht mehr, aha!) Jeder Mensch kann selber entscheiden, ob er sich impfen lassen will oder nicht. Jeder Mensch kann selber entscheiden, ob er sich testen lassen will oder nicht. (Abg. Kickl: Das stimmt ja gar nicht! – Abg. Kassegger: Das stimmt ja nicht! – Abg. Kickl: Erstunken und erlogen! – Abg. Belakowitsch: ... Kinder müssen sich testen lassen!) Aber eines sage ich dazu: Es macht Sinn! Es macht das Testen Sinn und es macht natürlich auch das Impfen Sinn, weil es die einzige Möglichkeit ist, wie wir diese Krise gemeinsam bewältigen können. (Abg. Belakowitsch: ... Tests in den Schulen schon! Was erzählst du da?!)
Abg. Belakowitsch: Uh! ... der Kanzler schaut schon wieder ins Handy!
Hygiene Austria, das soll nicht unerwähnt bleiben, ist das beste Beispiel. (Abg. Belakowitsch: Uh! ... der Kanzler schaut schon wieder ins Handy!) Ob das Vorzeigeprojekt der österreichischen Massenproduktion ein Kriminalfall ist – sehr wahrscheinlich –, müssen die Gerichte noch klären. Fix ist aber schon, dass die dortigen Verantwortlichen gleich
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das Problem war: Es hat dann halt nicht funktioniert. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es war dann halt einfach eine wirklich Panne, die Ihnen passiert ist, und dann waren plötzlich – das ist das, was Sie am besten können: Schuldzuweisungen machen – oben die Europäische Union und unten ein einzelner Beamter schuld. Was ist das für eine Verantwortung eines Bundeskanzlers – das muss man sich schon fragen –, wenn man sich einfach hinstellt, immer nur die anderen schuld sind und man als Chef in der Chefsache vollkommen versagt hat?
Abg. Belakowitsch: Merkel hat sich schon entschuldigt!
Ich bin Salzburgerin, ich höre immer wieder die Fragen aus dem bayerischen Raum: Wie macht ihr das? Wie schafft ihr das? In Deutschland sind die Schulen ja zu einem Großteil zu, da denkt man jetzt erst daran. (Abg. Belakowitsch: Merkel hat sich schon entschuldigt!) Meine Damen und Herren, wir haben das seit 8. Februar. Ein taugliches und strenges Hygienekonzept, das auch eingehalten wird, macht unsere Schulen bis jetzt möglichst sicher. Wir sehen natürlich aufgrund der Infektionszahlen, dass es dieses Hygienekonzept auch braucht und dass es auch erfolgreich ist.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Bevor ich drei Entschließungsanträge einbringe, darf ich noch anmerken – Herr Bundesminister, bitte teilen Sie das auch Ihren Regierungskollegen mit –: Frau Bundeskanzler Merkel hat die Osterruhe, die sie verordnet hatte, zurückgenommen, wie gerade in den Medien verkündet wurde. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es stünde auch der Bundesregierung gut an, einmal einen Schritt nach hinten zu gehen und zu sehen, wie die Lage im Land ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
(Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ja, dann sperrt die Schulen wieder auf ..., Koalition ...!
Diese Einschränkungen und Unsicherheiten des letzten Jahres haben eben deutliche Spuren hinterlassen – und ich rede jetzt auch nicht nur von irgendwelchen Ausgeherlebnissen. Die Kinderpsychiatrien sind überfüllt (Abg. Belakowitsch: Ja, dann sperrt die Schulen wieder auf ..., Koalition ...!), die Suizidgedanken haben sich verstärkt, und auch die depressiven Symptomatiken haben zugenommen. Viele Kinder und Jugendliche haben das Gefühl, dass sie in dieser ganzen Diskussion irgendwie vergessen worden sind. Ich finde, wenn Kinder und Jugendliche das Gefühl haben, dass sie nicht gesehen werden, dass sie nicht gehört werden und dass auf ihre Bedürfnisse zu wenig eingegangen wird, müssen wir das ernst nehmen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wir werden ja, wenn es die Pandemie in einigen Monaten nicht mehr geben wird, das, was diese Kinder nicht nur fachlich, sondern auch in ihren Erfahrungen gelernt haben, brauchen können, das werden sie verwerten können. Wir brauchen das (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), damit wir vorwärts kommen können. (Abg. Belakowitsch: Das wissen Sie schon ...?) – Andere Staaten sind uns schon davongelaufen. China kennt Corona gar nicht mehr, Amerika ist stark geworden, Israel und die arabischen Staaten, mit denen es zusammenarbeitet, bilden einen neuen Wirtschaftsraum, Europa humpelt hinterher. Wir müssen aber schauen, dass wir bei diesem Hinterherlaufen möglichst an die Spitze kommen.
Abg. Belakowitsch: Das wissen Sie schon ...?
Wir werden ja, wenn es die Pandemie in einigen Monaten nicht mehr geben wird, das, was diese Kinder nicht nur fachlich, sondern auch in ihren Erfahrungen gelernt haben, brauchen können, das werden sie verwerten können. Wir brauchen das (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), damit wir vorwärts kommen können. (Abg. Belakowitsch: Das wissen Sie schon ...?) – Andere Staaten sind uns schon davongelaufen. China kennt Corona gar nicht mehr, Amerika ist stark geworden, Israel und die arabischen Staaten, mit denen es zusammenarbeitet, bilden einen neuen Wirtschaftsraum, Europa humpelt hinterher. Wir müssen aber schauen, dass wir bei diesem Hinterherlaufen möglichst an die Spitze kommen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Was glauben Sie eigentlich, wer Sie sind, dass Sie das ..., unfassbar!
Darum sage ich Ihnen: Seien wir empfindsam!, und vor allem: Seien wir wachsam – wachsam und vorsichtig im Umgang mit unserer Sprache, unserer Wortwahl und vor allem damit, wie wir etwas sagen! Es macht noch immer der Ton die Musik. Ich muss das an dieser Stelle sagen: Frau Kollegin Belakowitsch, wenn Sie sich ein bisserl bemühen, dann schaffen auch Sie das. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Was glauben Sie eigentlich, wer Sie sind, dass Sie das ..., unfassbar!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich möchte hier den großen Stellenwert der Bildung und die wichtige Rolle aller Bildungseinrichtungen klarstellen. Als ehemalige Geschichtelehrerin weiß ich, wie wichtig es ist, Kindern und Jugendlichen historische Zusammenhänge zu vermitteln (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen sowie der Abg. Yılmaz) –, Geschichte begreifbar und erlebbar zu machen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich war mit allen meinen Klassen im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen und ich kenne auch die berührenden Begegnungen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Bildung ist mehr als Wissensvermittlung. Bildung ist Herzensbildung, Persönlichkeitsbildung und Bewusstseinsbildung, und darum ist es ungemein wichtig, dass jede Generation eine wissende, eine wachsame ist, eine, die Erinnerungskultur aufrechterhält, die hinschaut. Wegschauen, meine Damen und Herren, geht gar nicht! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Natürlich!
Niemand verunglimpft diejenigen, die mittlerweile der Coronamaßnahmen müde sind, die da ihre Kritik zum Ausdruck bringen wollen. (Abg. Belakowitsch: Natürlich!) Demonstrationsfreiheit zu haben ist eines der höchsten Güter in einer Demokratie – unter den entsprechenden Maßnahmen, dass man niemanden anderen gefährdet. Sich als FPÖ aber im Windschatten sozusagen angegriffen zu fühlen, wenn man das hier aufbringt und sagt, dass es diese Probleme gibt, das, mit Verlaub, verstehe ich nicht. (Beifall bei ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS. – Abg. Stefan: Nicht außer Haus gehen können, das ist das Problem!)
Abg. Belakowitsch: Das geht gar nicht! – Abg. Wöginger: Ein schlechtes Kabarett!
Klar, wenn Kurz die Geschichte zur Chefsache erklärt, dann ist es schwierig für Sie, weil er es eigentlich an sich zieht, und dann muss es auch er machen. (Zwischenruf des Abg. Haubner.) – Kollege Haubner ist nicht zufrieden mit dem, was ich sage, das habe ich aber auch nicht erwartet. Ich habe auch nicht erwartet, dass ich von der ÖVP Applaus kriege. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haubner.) Wo kommen wir denn da hin, wenn auch noch jemand Kurz kritisiert? Also wirklich! (Abg. Belakowitsch: Das geht gar nicht! – Abg. Wöginger: Ein schlechtes Kabarett!) – Ja, ja, ein schlechtes Kabarett, aber für dein Schärdinger Niveau reicht mein Kabarett gerade noch. (Heiterkeit und Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ. – Abg. Wöginger: Hauptsache, du kannst alles!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es gab in den Alten- und Pflegeheimen noch vor wenigen Monaten, im November, an einem einzigen Tag 4 300 Infektionsfälle. Inzwischen, Kollege Loacker, sind diese auf 130 gesunken. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das heißt, es gibt kaum mehr Todesfälle in den Alten- und Pflegeheimen, und das ist der erste Bereich, der durchgeimpft ist. Das wäre heute eigentlich die wichtigste zentrale Antwort: Ja, lassen Sie sich impfen, der Impfstoff wirkt! (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Ein Mal oder zwei Mal? Ein Mal oder zwei Mal?
Eine spannende Fragestellung wäre auch gewesen: Wann sind denn die Bevölkerungsgruppen, die in Sachen Covid das größte Risiko haben, durchgeimpft? – Da kann ich Ihnen eine gute Nachricht überbringen: Das wird bei Menschen über 65 Jahre Ende April der Fall sein – das ist auch (Abg. Belakowitsch: Ein Mal oder zwei Mal? Ein Mal oder zwei Mal?) eine hervorragende Nachricht für die Intensivstationen in Österreich, die wir damit akut entlasten können. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Hörl.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir sind ja in diesem Land nicht am Jahrmarkt der Eitelkeiten (Zwischenruf des Abg. Wurm), sondern wir sind mitten in der schwersten Pandemie, die wir jemals gehabt haben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Da heißt es, zusammenzuarbeiten (Abg. Wöginger: Das ist ja Haselsteiner-würdig!), da heißt es, Teamgeist zu verwirklichen – und da sollten wir das, was wir von der Bevölkerung erwarten, nämlich Zusammenhalt zu realisieren, das eine oder andere Mal auch ein bisschen intensiver in der Politik verwirklichen. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Zurück zum konkreten Inhalt: Schauen wir einmal kurz zurück! Hätten wir den Diskurs zum Thema Impfung hier vor einem Jahr geführt, hätte wahrscheinlich jeder gesagt – da werden Sie mir recht geben, Herr Kollege Loacker –: Völlige Illusion! Was redet ihr von einer Impfung? Früher als in vier, fünf Jahren: überhaupt keine Chance! – Ich muss dazusagen: Das ist keine politische Leistung, sondern das war die Leistung von Wissenschaft und Forschung sowie von großen Konzernen, Pharmafirmen, die das, was wir für eine Illusion, für einen Traum gehalten haben, innerhalb nicht einmal eines Jahres wahr gemacht haben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Bei ihnen sollten wir uns bedanken! (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: 27. Dezember ...! Wir konnten Sie alle beobachten beim Impfen!
Wie hätten wir vor einem halben Jahr hier im Saal über diese Frage der Covid-Schutzimpfung diskutiert? – Ich kann mich erinnern, ich habe vor einem halben Jahr bei mir im Gesundheitsministerium eine Rede gehalten und habe gesagt: Ich glaube daran, dass wir im Jänner eine Impfung haben werden. – Alle haben mich angeschaut, haben den Kopf geschüttelt und haben sich gedacht: Na, jetzt hat er was (Heiterkeit des Redners), dieser ältere Herr, der da vorne steht, das kann ja nicht die Wahrheit sein. (Heiterkeit der Abg. Maurer.) Wir haben im Jänner tatsächlich die erste Lieferung – ich gebe zu: in kleinen Mengen, aber es war doch ein Start – bekommen (Zwischenruf der Abg. Wurm), und es hat das erste Genehmigungsverfahren gegeben (Abg. Belakowitsch: 27. Dezember ...! Wir konnten Sie alle beobachten beim Impfen!), das positiv ausgegangen ist. Das ist eine gute Entwicklung.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Da komme ich gleich zum nächsten Punkt, auch dazu hat Kollege Loacker – er ist da ja wirklich ein Profi – einen spannenden Satz eingeflochten. Es gibt eine Firma – ich nenne keinen Namen, Sie kennen sie eh alle –, bei der wir derzeit wirklich häufige Schwankungen haben, was die Liefermengen und die Lieferzeitpunkte betrifft, möglicherweise auch deswegen, weil diese Firma einen einzigen Produktionsstandort in ganz Europa hat. Da ist man natürlich fehleranfällig und hat damit ein Riesenrisiko in der Produktion und in den Zulieferungen, deswegen hatten wir von dieser Firma bisher massiv weniger Lieferungen, als uns eigentlich zugesagt worden waren. Das ist ein Riesenproblem, wenn man zum Beispiel am Freitag erfährt, am Dienstag kommen statt 50 000 Dosen 40 000 Dosen. Dann heißt das für vier Bundesländer, sie können die geplanten Impftermine wieder schmeißen, daher ist das ein ganz großes Problem. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich muss dazusagen, es gibt zwei andere Firmen, die perfekt kontinuierlich die richtigen Mengen liefern. Da merkt man möglicherweise, dass da ein gewisser Erfahrungswert gegeben ist, wenn jemand direkt aus der Branche kommt.
Abg. Belakowitsch: Die werden das halt auch nicht schaffen!
Schließlich war ein dritter Grundsatz die Abschätzung und Annahme, welche Impfstoffe die ersten Zulassungen erhalten würden und bei welchen eine Lieferung im ersten Halbjahr möglich sein würde, denn es war stets unser ambitioniertes Ziel, bis zum Herbst 2021 jedem Bewohner und jeder Bewohnerin ein Impfangebot machen zu können. Deutschland sagt zum Beispiel, dieses Impfangebot solle dort bis zum 21. September erstellt werden, wir sind in unserer Zielorientierung also eh sehr ambitioniert unterwegs. (Abg. Belakowitsch: Die werden das halt auch nicht schaffen!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es haben unter dem Kovorsitz von Clemens Martin Auer seit 18. Juni 2020 – das war die Startsitzung – 59 Sitzungen des Steeringboards sowie zahlreiche Besprechungen mit dem wissenschaftlichen Beraterstab der EU stattgefunden. Auer war als Kovorsitzender nicht Teil – da habt ihr einen Fehler in der Anfragebegründung – des Joint-Negotiation-Teams. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Warum? – Weil das bewusst geteilt wurde: die einen, die in die Verhandlungen gegangen sind, und die anderen, die quasi die Begleitung und das Spiegeln der Verhandlungen durchgeführt haben, weil dieses Team an das Board berichtet hat.
Abg. Wurm: Warum? – Abg. Belakowitsch: Das war doch sehr ausführlich!
Abgeordneter Dr. Nikolaus Scherak, MA (NEOS): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Das lässt mich einigermaßen ratlos zurück. (Abg. Wurm: Warum? – Abg. Belakowitsch: Das war doch sehr ausführlich!) Wir diskutieren hier den
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Herr Bundesminister, am Anfang Ihres Einleitungsstatements haben Sie gesagt, Sie wünschen sich andere Fragen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), Sie würden lieber darüber diskutieren, ob der Impfstoff wirkt. Also da stelle ich mir einmal die Frage, welche Fragen Sie sich stellen. Ich hoffe doch stark, dass der Impfstoff wirkt, und bin auch überzeugt davon, dass er das tut (Beifall bei den NEOS – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und zweitens ist das hier ja keine Belangsendung der Bundesregierung. Das ist das österreichische Parlament und hier haben Oppositionsparteien das Recht, Fragen im Zusammenhang mit schwerwiegenden Diskussionen zu stellen, die wir seit Wochen führen, nämlich: Wieso haben wir weniger Impfstoff, als wir hätten haben können? (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Schallmeiner.)
Beifall bei den NEOS – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Herr Bundesminister, am Anfang Ihres Einleitungsstatements haben Sie gesagt, Sie wünschen sich andere Fragen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), Sie würden lieber darüber diskutieren, ob der Impfstoff wirkt. Also da stelle ich mir einmal die Frage, welche Fragen Sie sich stellen. Ich hoffe doch stark, dass der Impfstoff wirkt, und bin auch überzeugt davon, dass er das tut (Beifall bei den NEOS – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und zweitens ist das hier ja keine Belangsendung der Bundesregierung. Das ist das österreichische Parlament und hier haben Oppositionsparteien das Recht, Fragen im Zusammenhang mit schwerwiegenden Diskussionen zu stellen, die wir seit Wochen führen, nämlich: Wieso haben wir weniger Impfstoff, als wir hätten haben können? (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Schallmeiner.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wenn Sie diese Belangsendung haben wollen, dann gebe ich Ihnen einen Tipp: Reden Sie mit Frau Klubobfrau Maurer! Auch Regierungsparteien haben die Möglichkeit, Dringliche Anfragen an Minister zu stellen, dann kriegen Sie vielleicht Fragen wie: Funktioniert der Impfstoff? (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) In welchen Dosen wird er abgefüllt? – Wir kennen das ja aus Fragestunden: Da fragen Angehörige von Regierungsparteien oft die Minister, wieso sie so großartige Arbeit leisten. Das kann man sich wünschen; das, was wir hier machen, ist die Arbeit der Opposition. Wir versuchen hier, Licht ins Dunkel zu bringen. (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Hauser.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich möchte an dieser Stelle schon darauf verweisen, dass Rudi Anschober ein Minister ist, der sich permanent mit dem Parlament beschäftigt, der hier sehr oft bei Sitzungen anwesend ist, obwohl er nicht müsste, der permanent für Nachfragen zur Verfügung steht, für die Opposition, und der sehr bemüht ist, alles so gut wie möglich zu gestalten. Und das ist keine Selbstverständlichkeit. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Greiner: Genau! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Sie haben zu Recht in Ihrer Rede gesagt: Reden wir doch darüber, was die Menschen interessiert! (Abg. Greiner: Genau! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Die Menschen interessiert, wann sie ihre Impfung kriegen und wie es weitergeht; und ja, die
Abg. Belakowitsch: McDonald’s hat es aufgenommen!
Wir werden, wie auch andere Länder, mit der Situation konfrontiert sein, die der Kanzler als Ketchupeffekt bezeichnet hat. (Zwischenruf des Abg. Deimek.) Ich glaube, erfunden hat diesen Begriff eine skandinavische Ministerin. (Abg. Belakowitsch: McDonald’s hat es aufgenommen!) Es wird zu einem bestimmten Zeitpunkt sehr viel Impfstoff verfügbar sein, und wir müssen darauf vorbereitet sein, diesen schnell verimpfen zu können; und das sind wir.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Danke für die Info!
Abgeordneter Ralph Schallmeiner (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren zu Hause vor den Bildschirmen! Vorneweg: Als Landesvorstandsmitglied der Grünen in Oberösterreich kann ich bestätigen: Rudi Anschober ist immer noch Mitglied der Grünen Oberösterreichs. Also, Kollegin Belakowitsch, ich weiß nicht, wie Sie darauf kommen, dass Rudi Anschober ein ehemaliger Grüner wäre. Er ist immer noch Mitglied der Grünen und wird es hoffentlich auch bis an sein Lebensende bleiben – damit das gleich einmal richtiggestellt ist. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Danke für die Info!)
Abg. Belakowitsch: Stimmt ja!
Es ist in Summe eine total spannende Sache, nach Ihnen zu reden, das macht die Sache ganz eigen. Sie kommen heraus, stellen sich hin und schwadronieren von einer Zwangstestung. (Abg. Belakowitsch: Stimmt ja!) – Also Entschuldigung, der Test, den meine Kinder – und jetzt komme ich wieder mit meinen Kindern – zwei- beziehungsweise dreimal in der Woche vornehmen, ist eine sehr harmlose Sache, die von der ganzen Klasse gut angenommen wird. (Abg. Belakowitsch: Wenn sie ihn nicht machen? Was passiert, wenn die Kinder ihn nicht machen? Wenn sie ihn nicht machen? – Ruf bei der FPÖ: Zwang ist der größte Feind der Freiheit!) Es gibt auch andere Beispiele und Sie negieren diese Beispiele einfach tagtäglich. Es ist immer dasselbe. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Wenn sie ihn nicht machen? Was passiert, wenn die Kinder ihn nicht machen? Wenn sie ihn nicht machen? – Ruf bei der FPÖ: Zwang ist der größte Feind der Freiheit!
Es ist in Summe eine total spannende Sache, nach Ihnen zu reden, das macht die Sache ganz eigen. Sie kommen heraus, stellen sich hin und schwadronieren von einer Zwangstestung. (Abg. Belakowitsch: Stimmt ja!) – Also Entschuldigung, der Test, den meine Kinder – und jetzt komme ich wieder mit meinen Kindern – zwei- beziehungsweise dreimal in der Woche vornehmen, ist eine sehr harmlose Sache, die von der ganzen Klasse gut angenommen wird. (Abg. Belakowitsch: Wenn sie ihn nicht machen? Was passiert, wenn die Kinder ihn nicht machen? Wenn sie ihn nicht machen? – Ruf bei der FPÖ: Zwang ist der größte Feind der Freiheit!) Es gibt auch andere Beispiele und Sie negieren diese Beispiele einfach tagtäglich. Es ist immer dasselbe. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Es gibt keine Lösungen!
Sie tun so, als ob das der Untergang der Welt wäre. Wenn man vernünftig mit den Kindern umgeht und wenn man vernünftig mit den Kindern redet, dann nehmen die das auch ganz gut an. Es gibt natürlich auch Ausnahmen – keine Frage –, und für die gibt es auch Lösungen. (Abg. Belakowitsch: Es gibt keine Lösungen!) – Na ja, Entschuldigung, aber diese Möglichkeit haben diejenigen, die Verordnungen et cetera umsetzen, eben auch in den Händen. Dafür kann man nicht den Minister alleine verantwortlich machen. (Abg. Belakowitsch: Ich habe ihn nicht verantwortlich gemacht! – Zwischenruf des Abg. Brückl.)
Abg. Belakowitsch: Ich habe ihn nicht verantwortlich gemacht! – Zwischenruf des Abg. Brückl.
Sie tun so, als ob das der Untergang der Welt wäre. Wenn man vernünftig mit den Kindern umgeht und wenn man vernünftig mit den Kindern redet, dann nehmen die das auch ganz gut an. Es gibt natürlich auch Ausnahmen – keine Frage –, und für die gibt es auch Lösungen. (Abg. Belakowitsch: Es gibt keine Lösungen!) – Na ja, Entschuldigung, aber diese Möglichkeit haben diejenigen, die Verordnungen et cetera umsetzen, eben auch in den Händen. Dafür kann man nicht den Minister alleine verantwortlich machen. (Abg. Belakowitsch: Ich habe ihn nicht verantwortlich gemacht! – Zwischenruf des Abg. Brückl.)
Abg. Belakowitsch: Nein, Herr Präsident, das ist eine tatsächliche Berichtigung! – Ruf bei der FPÖ: Das ist eine tatsächliche Berichtigung!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Das ist keine tatsächliche Berichtigung, das ist eine politische Bewertung, die letzte Meinung. (Abg. Belakowitsch: Nein, Herr Präsident, das ist eine tatsächliche Berichtigung! – Ruf bei der FPÖ: Das ist eine tatsächliche Berichtigung!) Es ist so. (Abg. Belakowitsch: Haben Sie nicht zugehört? – Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Die erste habe ich gelten lassen, die zweite nicht, Frau Abgeordnete. (Abg. Belakowitsch: ... in der Präsidiale!) – Ja, ist schon in Ordnung, das können wir dann noch einmal diskutieren.
Abg. Belakowitsch: Haben Sie nicht zugehört? – Zwischenruf des Abg. Matznetter.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Das ist keine tatsächliche Berichtigung, das ist eine politische Bewertung, die letzte Meinung. (Abg. Belakowitsch: Nein, Herr Präsident, das ist eine tatsächliche Berichtigung! – Ruf bei der FPÖ: Das ist eine tatsächliche Berichtigung!) Es ist so. (Abg. Belakowitsch: Haben Sie nicht zugehört? – Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Die erste habe ich gelten lassen, die zweite nicht, Frau Abgeordnete. (Abg. Belakowitsch: ... in der Präsidiale!) – Ja, ist schon in Ordnung, das können wir dann noch einmal diskutieren.
Abg. Belakowitsch: ... in der Präsidiale!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Das ist keine tatsächliche Berichtigung, das ist eine politische Bewertung, die letzte Meinung. (Abg. Belakowitsch: Nein, Herr Präsident, das ist eine tatsächliche Berichtigung! – Ruf bei der FPÖ: Das ist eine tatsächliche Berichtigung!) Es ist so. (Abg. Belakowitsch: Haben Sie nicht zugehört? – Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Die erste habe ich gelten lassen, die zweite nicht, Frau Abgeordnete. (Abg. Belakowitsch: ... in der Präsidiale!) – Ja, ist schon in Ordnung, das können wir dann noch einmal diskutieren.
Abg. Belakowitsch: Das ist ja peinlich für einen Präsidenten!
Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Fiedler. – Bitte. (Abg. Belakowitsch: Das ist ja peinlich für einen Präsidenten!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
30 000 Menschen werden in Österreich täglich geimpft, 1,3 Millionen Menschen sind in Österreich erstgeimpft. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Die Vorwürfe der Opposition muss ich hier tatsächlich auf das Schärfste zurückweisen. (Abg. Wurm: Alle begründet!) Diese Regierung arbeitet seit Beginn dieser Pandemie auf Hochtouren, um die Pandemie zu bekämpfen. Die ständigen Zurufe der Opposition (Abg. Wurm: Sind hilfreich!) sind nicht hilfreich – nein, sie sind nur verunsichernd, und Verunsicherung ist das Stichwort.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die FPÖ ist mit ihren Aussagen verantwortungslos und verunsichert die Bevölkerung. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das ist Ihnen aber nicht wirklich gelungen, das zeigt das Beispiel Bezirk Schwaz in Tirol: Wir haben dort 50 000 Menschen, die hätten geimpft werden können, 48 000 Menschen wurden geimpft. 12 000 Menschen haben sich für die Studie zur Verfügung gestellt – so viele konnten wir gar nicht einmal nehmen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die Impfung ist der Weg aus der Krise und Verunsicherung ist der falsche Weg. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Die Zurufe von der Opposition, auch von der SPÖ, sind für mich schon sehr bedenklich. Der Deckel in Höhe von 200 Millionen Euro stimmt einfach nicht. (Abg. Lercher: ... der stimmt! – Zwischenruf der Abg. Kucharowits.) Es gibt keinen Deckel! (Zwischenruf des Abg. Schroll.) – Und, Herr Kollege Schroll, das können Sie sich hinter die Ohren schreiben: Das wird sicher nicht so kommen! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Widerspruch bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Verunsichert die Leute ...!
Meine Damen und Herren! Bundeskanzler Kurz (Abg. Belakowitsch: Verunsichert die Leute ...!) verunsichert die Menschen nicht. Er nimmt in der Europäischen Union eine Vorreiterrolle ein, schaut darauf, dass wir in Österreich so schnell wie möglich Impfdosen erhalten (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und stellt sich solidarisch mit allen anderen Ländern dar – und das ist wichtig. Solidarität anderen Menschen und anderen Ländern gegenüber ist da wichtig und richtig. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Wurm: ... Worte! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Meine Damen und Herren! Bundeskanzler Kurz (Abg. Belakowitsch: Verunsichert die Leute ...!) verunsichert die Menschen nicht. Er nimmt in der Europäischen Union eine Vorreiterrolle ein, schaut darauf, dass wir in Österreich so schnell wie möglich Impfdosen erhalten (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und stellt sich solidarisch mit allen anderen Ländern dar – und das ist wichtig. Solidarität anderen Menschen und anderen Ländern gegenüber ist da wichtig und richtig. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Wurm: ... Worte! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Heinisch-Hosek.
Ich möchte wirklich sagen, wenn sich der Herr Bundeskanzler da einmischt und etwas zur Chefsache macht, war das früher manchmal sehr konstruktiv, aber in letzter Zeit, das müssen Sie selber zugeben, geht die Performance mit der EU (Abg. Hanger: Sie können das blitzschnell ändern in ...!) – ich habe sehr lange für die EU gearbeitet und ich kann Ihnen das sagen – gar nicht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hanger.) Es gibt die Diplomatie. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Heinisch-Hosek.) Wenn der Herr Bundeskanzler es nicht kann, dann soll er sich beraten lassen. (Zwischenruf des Abg. Angerer.) Empathie, Umsetzung, Krisenmanagement und gute Politik kann er nicht, es tut mir leid. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Niemand hat je behauptet, dass alles fehlerfrei laufen würde, was mich bei der ganzen Debatte allerdings stört, ist, dass vor lauter Kritik wirklich überhaupt keine Zeit gefunden wird, um auch auf Dinge hinzuweisen, die gut laufen und die es auch gibt. Schauen wir uns zum Beispiel die jetzige Situation in den Alters- und Pflegeheimen an: Das Impfen von BewohnerInnen und MitarbeiterInnen in den Alten- und Pflegeheimen stand auf der Prioritätenliste ganz hoch oben, und das war gut so. Alle, die wollten, haben bis Ende Februar eine Impfung bekommen, und das waren viele. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Loacker.) Bei den BewohnerInnen liegt die Durchimpfungsrate bei über 80 Prozent, in einigen Heimen sogar bei über 95 Prozent. Bei den MitarbeiterInnen sind es 50 Prozent bis 60 Prozent. Die Auswirkungen der Impfkampagne bei älteren Menschen sind bereits deutlich spürbar. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das ist doch etwas Gutes!
Abg. Belakowitsch: Aber die wählen euch nie mehr!
Das Jahr war für alle schwierig genug. Es war ein extrem schwieriges Jahr. Viele haben ihre Jobs verloren, viele haben ihre Freunde oder Familienmitglieder verloren. Das Letzte, das die Leute draußen brauchen, ist, dass wir hier politisches Kleingeld wechseln. Die Leute draußen, die Menschen, die uns gewählt haben (Abg. Belakowitsch: Aber die wählen euch nie mehr!), brauchen Politik der Zuversicht und der Zusammenarbeit! Und
Abg. Belakowitsch: Ist sie ja auch!
Wenn im Gesundheitsausschuss von einer bestimmten Partei – es ist leider immer die gleiche – die Impfung als riesiger Feldversuch geschildert wird (Abg. Belakowitsch: Ist sie ja auch!), bezeichne ich das als Wahnsinn, oder wenn Klubobmann Kickl – er ist jetzt leider nicht im Saal – am 6. März sagt – ich zitiere –: „Wir alle haben ein intaktes Immunsystem, und ein intaktes Immunsystem macht den Menschen stark gegen jede Art von Virus und all die Mutationen, die jetzt von“ irgendwelchen Leuten plötzlich entdeckt werden. – Zitatende.
Abg. Belakowitsch: O ja, da ist er!
Der liebe Kollege Loacker ist jetzt leider nicht im Saal (Abg. Belakowitsch: O ja, da ist er!) – Entschuldigung, lieber Gerald. Die NEOS werfen im Gesundheitsausschuss der Regierung und dem Minister auch ein Abdriften ins Autoritäre vor und kritisieren zu wenige Freiheiten für Geimpfte. Nicht vergessen: Die Pandemie ist eine Sondersituation und bedarf gewisser Regeln und Einschränkungen, aber wir können uns sicher sein, dass die Einschränkungen rasch gelockert werden, sobald es epidemiologisch möglich ist. Die Freiheiten für Geimpfte werden kommen, sobald ausreichend Personen geimpft sind, und der grüne Pass – ob es einem gefällt oder nicht – wird das regeln. Geimpfte, Getestete und Genesene erhalten in den nächsten Wochen die gegebenen Freiheiten, und das werden wir morgen auch beschließen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Sitzung Nr. 91
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Mag. Klaus Fürlinger (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ich will Ihnen nicht verhehlen, dass ich es interessant finde, welch innige Beziehung Kollegin Belakowitsch im Sozialausschuss zu mir aufbaut. Sie nützt jeden Sozialausschuss, um mich später im Plenum zu zitieren – manchmal sinngemäß, manchmal anders. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Diesmal aber, Frau Kollegin, haben Sie mir einen Beweis Ihrer innigen Zuneigung dadurch gegeben, dass Sie eine OTS-Aussendung gemacht haben, in der Sie mich doch glatt geziehen haben, ich hätte in bewusstem und gewolltem Zusammenwirken mit dem hier anwesenden Bundesminister Martin Kocher in sinister Art und Weise das Amtsgeheimnis verletzt. (Abg. Belakowitsch: Falsch!)
Abg. Belakowitsch: Falsch!
Abgeordneter Mag. Klaus Fürlinger (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ich will Ihnen nicht verhehlen, dass ich es interessant finde, welch innige Beziehung Kollegin Belakowitsch im Sozialausschuss zu mir aufbaut. Sie nützt jeden Sozialausschuss, um mich später im Plenum zu zitieren – manchmal sinngemäß, manchmal anders. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Diesmal aber, Frau Kollegin, haben Sie mir einen Beweis Ihrer innigen Zuneigung dadurch gegeben, dass Sie eine OTS-Aussendung gemacht haben, in der Sie mich doch glatt geziehen haben, ich hätte in bewusstem und gewolltem Zusammenwirken mit dem hier anwesenden Bundesminister Martin Kocher in sinister Art und Weise das Amtsgeheimnis verletzt. (Abg. Belakowitsch: Falsch!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich darf Sie in diesem Zusammenhang höflich darauf hinweisen, dass der Herr Bundesminister am 9.3., also acht Tage vor dem Ausschuss, im „Morgenjournal“, im „Mittagsjournal“ und in der „ZIB 2“ auf Fragen von Journalisten – ich glaube, es war Frau Maiwald – geantwortet hat, dass es routinemäßige Überprüfungen und gesonderte Überprüfungen durch das Arbeitsinspektorat gegeben hat. Ihrer lyrischen Ader entsprechend, dass ich also – wie es in der OTS-Aussendung so schön heißt – „die Maske des Biedermanns“ verloren hätte, darf ich antworten: Ich darf die Maske des Biedermanns wieder aufsetzen und werde nach Max Frisch weiterhin gemeinsam mit Ihnen im Sozialausschuss als Biedermann – und Sie hoffentlich nicht als Brandstifterin – tätig sein. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Lausch und Belakowitsch.
Abgeordneter Mag. Michael Hammer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Ich habe ja gestern angekündigt, an diesen Plenartagen nur bei den Abstimmungen und dann, wenn ich Redebeiträge abgebe, physisch dabei zu sein, und ich kann berichten, dass mein gestriger Auszug extrem viel Resonanz in der Öffentlichkeit ausgelöst hat. Ich habe extrem viele Zuschriften bekommen, die sagen: Endlich wurde das auch einmal thematisiert (Zwischenruf des Abg. Lausch), weil wir diese Verantwortungslosigkeit und diese Respektlosigkeit, die die freiheitlichen Abgeordneten an den Tag legen, überhaupt nicht einsehen! (Zwischenrufe der Abgeordneten Lausch und Belakowitsch.) Endlich wurde das einmal gesagt! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Lausch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ein besonderes Schmankerl möchte ich Ihnen nicht vorenthalten: Der Start des Testbetriebs erfolgte unter der FPÖ-Ministerin Beate Hartinger-Klein. Offenbar ist das Erinnerungsvermögen der Abgeordneten Belakowitsch, die federführend diesen Skandal erfand, sehr lückenhaft. Der Verwaltungsrat des AMS wird hoffentlich bald beschließen, dieses System neu zu starten. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Der Algorithmus ist eine wirkungsvolle Unterstützung in der Vermittlung, und all jenen, die Angst vor Neuentwicklungen haben, sei nochmals gesagt: Die Letztentscheidung liegt nach wie vor bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des AMS. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Greiner: Na, was war das? Das ist peinlich! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Stefan.
Abgeordneter Mag. Dr. Rudolf Taschner (ÖVP): Es ist nur eine tatsächliche Berichtigung. Das Zitat lautet richtig: „Kein Wind ist demjenigen günstig, der nicht weiß, wohin er segeln will.“ – Es stammt von Michel de Montaigne. (Abg. Greiner: Na, was war das? Das ist peinlich! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Stefan.)
Abg. Belakowitsch: Ist das ein neuer Abänderungsantrag, Herr Kollege, oder ist das der von gestern Nacht?
Der Abänderungsantrag müsste in der Zwischenzeit verteilt worden sein. In diesem Sinne bitte ich um breite Zustimmung. (Abg. Belakowitsch: Ist das ein neuer Abänderungsantrag, Herr Kollege, oder ist das der von gestern Nacht?) Ich glaube, die Änderungen sind notwendig, insbesondere auch hinsichtlich der Aufnahme der Geimpften und der Anpassungen an die neue Situation seitens der EU. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Dr. Josef Smolle (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Heute stehen Änderungen des Epidemiegesetzes und des COVID-19-Maßnahmengesetzes an. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Obwohl er relativ kurz war, hat es im Rahmen des Begutachtungsprozesses zahlreiche Rückmeldungen gegeben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich danke dem Herrn Bundesminister und seinem Team, die das alles gesichtet haben und einiges davon auch einarbeiten konnten.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Viele Missverständnisse hat es zum Thema Veranstaltungen gegeben: Das sind keine Veranstaltungen im herkömmlichen Sinn, wie man sich das vielleicht vorstellt. Es geht um Zusammenkünfte und darum, wie man da einen Rahmen schaffen kann. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das ist im Covid-19-Maßnahmengesetz, und zwar – wieder weise ich darauf hin – mit Ablaufdatum, festgehalten. Auch das ist eine Basis, auf der Verordnungen rechtskonform aufbauen können.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Sehr passend! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Werner Saxinger, MSc (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Lieber Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Damen und Herren! Als Replik auf Kollegen Kucher fällt mir ein Aphorismus von Marie von Ebner-Eschenbach ein, der lautet: „Wer nichts weiß, muss alles glauben.“ (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Sehr passend! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Ha, ha, ha!
überstandenen Infekten haben sollen – dies im Zusammenhang mit dem grünen Pass, der in den nächsten Monaten auch als Eintrittspforte für Reisen gelten soll. Nochmals klarzustellen ist, für alle die zuhören: Es wird in Österreich keine Impfpflicht geben. (Abg. Belakowitsch: Ha, ha, ha!) Das heißt aber nicht, dass es diskriminierend ist, Personen weniger einzuschränken, die geimpft oder getestet sind oder auch erkrankt waren. Dieser Unterschied ist eine sachliche Differenzierung und daher nicht diskriminierend. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ich versuche, ein Beispiel zu geben: Wir waren im Dezember eigentlich ganz gut unterwegs. Im Dezember sind die Zahlen in Österreich sehr gut runtergegangen, sie waren stabil. Meine Erwartung, meine Hoffnung war: Wir schaffen es ganz gut bis Ostern (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und danach geht es leichter, weil wir dann die Impfung deutlich vorangetrieben haben. Wir wissen ja auch, dass uns die saisonale Situation grundsätzlich unterstützt. Wenn wir nicht drinnen sein müssen, reduziert sich das Ansteckungsrisiko.
Abg. Belakowitsch: Sie haben nichts dazu zu sagen!
gemeinsamen Tun und Handeln gefunden. Es ist in dieser Situation gelungen - - (Abg. Wurm: Na, was?! Was ist passiert?!) – Kollege Wurm, wir haben schon so oft über diese Geschichte diskutiert, lassen Sie mich ganz einfach ausreden (Abg. Belakowitsch: Sie haben nichts dazu zu sagen!) und ich höre Ihnen dann auch mit großer Andacht zu. (Abg. Belakowitsch: Was ist passiert?!) – Was ist passiert? – Ich erzähle das gerne, geschätzte Frau Belakowitsch.
Abg. Belakowitsch: Was ist passiert?!
gemeinsamen Tun und Handeln gefunden. Es ist in dieser Situation gelungen - - (Abg. Wurm: Na, was?! Was ist passiert?!) – Kollege Wurm, wir haben schon so oft über diese Geschichte diskutiert, lassen Sie mich ganz einfach ausreden (Abg. Belakowitsch: Sie haben nichts dazu zu sagen!) und ich höre Ihnen dann auch mit großer Andacht zu. (Abg. Belakowitsch: Was ist passiert?!) – Was ist passiert? – Ich erzähle das gerne, geschätzte Frau Belakowitsch.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wir haben erstmals in Österreich Ausreisetestungen durchgeführt. Am Beginn war dies eine sehr überraschende Situation für die Bevölkerung in Tirol. Es hat aber grandios funktioniert: Alle haben mitgemacht, alle haben das perfekt durchgezogen. Die Bevölkerung hat sich (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) nach wenigen Tagen sehr gut daran gewöhnt.
Abg. Belakowitsch: Welche?!
Zweitens sind viele, viele Detailmaßnahmen in Tirol gesetzt worden. (Abg. Belakowitsch: Welche?!) – Frau Kollegin, das steht sogar in den Presseaussendungen des Landes Tirol. Das könnte man alles im Detail nachlesen, aber ich gebe ein paar Stichwörter (Zwischenruf des Abg. Rauch): Wir haben in Tirol zum Beispiel eine massive Veränderung beim Contacttracing durchgeführt, wir haben statt zehn Tagen 14 Tage realisiert. Wir haben deutlich mehr Beobachtungen realisiert, was die Ansteckungssituation betrifft. Es gibt, wie Sie wissen, wegen dieser Situation Zutrittstests zu den Seilbahnen und damit zum Skifahren – auch das, gerade in Tirol, wie wir mittlerweile gesehen haben, ein sehr einschneidender Schritt, er hat auch funktioniert.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Es ist das Gegenteil dessen eingetreten, was uns alle Experten prophezeit haben: Wenn man einen Riesencluster hat – und den hatten wir in Tirol –, geht es sehr schnell, sehr dynamisch in Richtung Ausbreitung. Wir haben zugemacht und (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) – dafür ich möchte mich bei der Europäischen Union ganz herzlich bedanken – einen Pilotversuch, ein Forschungsprojekt Impfung durchgeführt, um in einer zentralen Region – Bezirk Schwaz – der Bevölkerung anzubieten, dass man den Impfstoff zusätzlich vorgezogen verwendet, von dem unsere Expertinnen und Experten wissen, dass er, was die Immunisierung betrifft, auch bei der Südafrikavariante funktioniert. Ich glaube, das ist genau das, was wir brauchen. Europa hilft zusammen, die Regionen helfen zusammen, und wir versuchen, unser Bestes dazu beizutragen. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
aber dort, wo die britische Variante schon deutlicher ausgebreitet ist. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Gegen die Menschen, gegen die Bevölkerung, gegen die Wirtschaft!
Ich bin wirklich froh und glücklich darüber, dass wir es gestern miteinander geschafft haben, in einer sehr ungewöhnlichen Konstellation von Politikerinnen und Politikern, die aus sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen und parteipolitischen Bereichen kommen, mit – noch vor wenigen Tagen – sehr unterschiedlichen Einschätzungen, was jetzt zu tun ist, einen gemeinsamen Pakt für die Ostregion zu realisieren. (Abg. Belakowitsch: Gegen die Menschen, gegen die Bevölkerung, gegen die Wirtschaft!) – Ich glaube, Frau Kollegin Belakowitsch, Sie täuschen sich absolut. (Abg. Belakowitsch: Nein, Sie täuschen sich!) Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass Menschen, die wissen, dass es darum geht, dass wir eine medizinische Betreuung noch sicherstellen (Abg. Belakowitsch: Sie haben die Menschen längst verloren!), diesen Weg dann mitgehen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das glaube ich nicht!) Ich merke an den ersten Reaktionen, dass Sie hier in einer völligen Minderheitsposition sind.
Abg. Belakowitsch: Nein, Sie täuschen sich!
Ich bin wirklich froh und glücklich darüber, dass wir es gestern miteinander geschafft haben, in einer sehr ungewöhnlichen Konstellation von Politikerinnen und Politikern, die aus sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen und parteipolitischen Bereichen kommen, mit – noch vor wenigen Tagen – sehr unterschiedlichen Einschätzungen, was jetzt zu tun ist, einen gemeinsamen Pakt für die Ostregion zu realisieren. (Abg. Belakowitsch: Gegen die Menschen, gegen die Bevölkerung, gegen die Wirtschaft!) – Ich glaube, Frau Kollegin Belakowitsch, Sie täuschen sich absolut. (Abg. Belakowitsch: Nein, Sie täuschen sich!) Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass Menschen, die wissen, dass es darum geht, dass wir eine medizinische Betreuung noch sicherstellen (Abg. Belakowitsch: Sie haben die Menschen längst verloren!), diesen Weg dann mitgehen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das glaube ich nicht!) Ich merke an den ersten Reaktionen, dass Sie hier in einer völligen Minderheitsposition sind.
Abg. Belakowitsch: Sie haben die Menschen längst verloren!
Ich bin wirklich froh und glücklich darüber, dass wir es gestern miteinander geschafft haben, in einer sehr ungewöhnlichen Konstellation von Politikerinnen und Politikern, die aus sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen und parteipolitischen Bereichen kommen, mit – noch vor wenigen Tagen – sehr unterschiedlichen Einschätzungen, was jetzt zu tun ist, einen gemeinsamen Pakt für die Ostregion zu realisieren. (Abg. Belakowitsch: Gegen die Menschen, gegen die Bevölkerung, gegen die Wirtschaft!) – Ich glaube, Frau Kollegin Belakowitsch, Sie täuschen sich absolut. (Abg. Belakowitsch: Nein, Sie täuschen sich!) Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass Menschen, die wissen, dass es darum geht, dass wir eine medizinische Betreuung noch sicherstellen (Abg. Belakowitsch: Sie haben die Menschen längst verloren!), diesen Weg dann mitgehen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das glaube ich nicht!) Ich merke an den ersten Reaktionen, dass Sie hier in einer völligen Minderheitsposition sind.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das glaube ich nicht!
Ich bin wirklich froh und glücklich darüber, dass wir es gestern miteinander geschafft haben, in einer sehr ungewöhnlichen Konstellation von Politikerinnen und Politikern, die aus sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen und parteipolitischen Bereichen kommen, mit – noch vor wenigen Tagen – sehr unterschiedlichen Einschätzungen, was jetzt zu tun ist, einen gemeinsamen Pakt für die Ostregion zu realisieren. (Abg. Belakowitsch: Gegen die Menschen, gegen die Bevölkerung, gegen die Wirtschaft!) – Ich glaube, Frau Kollegin Belakowitsch, Sie täuschen sich absolut. (Abg. Belakowitsch: Nein, Sie täuschen sich!) Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass Menschen, die wissen, dass es darum geht, dass wir eine medizinische Betreuung noch sicherstellen (Abg. Belakowitsch: Sie haben die Menschen längst verloren!), diesen Weg dann mitgehen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das glaube ich nicht!) Ich merke an den ersten Reaktionen, dass Sie hier in einer völligen Minderheitsposition sind.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Die Menschen wollen helfen. Die Menschen wollen sicherstellen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), dass es diese medizinische Absicherung in unseren Spitälern für jeden von uns (Abg. Kickl: ... Sie bringen es nicht zusammen, das ist das Problem!), für jeden Bewohner, für jede Bewohnerin in diesem Land, auch weiterhin gibt. Da gibt es und da kann es keine Parteigrenzen geben, liebe Kolleginnen und Kollegen. Wenn der Landeshauptmann des Burgenlandes, der Landeshauptmann von Wien und die Landeshauptfrau von Niederösterreich mit mir gemeinsam diesen Pakt realisieren, dann bin ich mir
Abg. Belakowitsch: Pakt, ja!
ganz, ganz sicher (Abg. Belakowitsch: Pakt, ja!), dass die ganz große Mehrheit in dieser Ostregion mitgehen wird (Abg. Belakowitsch: Das glaube ich nicht!), dass wir diese Osterruhe gemeinsam verwirklichen werden und dass wir damit die Werte wieder etwas eindämmen können (Abg. Belakowitsch: Das wünschen Sie sich vom Osterhasen! – Zwischenruf des Abg. Loacker), damit wir diese Behandlungsressourcen weiterhin haben. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Das glaube ich nicht!
ganz, ganz sicher (Abg. Belakowitsch: Pakt, ja!), dass die ganz große Mehrheit in dieser Ostregion mitgehen wird (Abg. Belakowitsch: Das glaube ich nicht!), dass wir diese Osterruhe gemeinsam verwirklichen werden und dass wir damit die Werte wieder etwas eindämmen können (Abg. Belakowitsch: Das wünschen Sie sich vom Osterhasen! – Zwischenruf des Abg. Loacker), damit wir diese Behandlungsressourcen weiterhin haben. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Das wünschen Sie sich vom Osterhasen! – Zwischenruf des Abg. Loacker
ganz, ganz sicher (Abg. Belakowitsch: Pakt, ja!), dass die ganz große Mehrheit in dieser Ostregion mitgehen wird (Abg. Belakowitsch: Das glaube ich nicht!), dass wir diese Osterruhe gemeinsam verwirklichen werden und dass wir damit die Werte wieder etwas eindämmen können (Abg. Belakowitsch: Das wünschen Sie sich vom Osterhasen! – Zwischenruf des Abg. Loacker), damit wir diese Behandlungsressourcen weiterhin haben. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Alle freiwillig! Trotzdem steigen die Zahlen!
Im Übrigen – kurzer Zwischenpunkt –: Wissen Sie, wie viele Testungen die österreichischen Behörden in den letzten 24 Stunden realisiert haben? – 420 000. (Beifall bei Grünen und ÖVP.) Stellen Sie sich das einmal vor, 420 000 Testungen! Das ist eine Situation, in der uns halb Europa – zum Beispiel gerade die Kollegen in Deutschland – derzeit fragt, wie das möglich ist. Da leisten wir wirklich Hervorragendes. Ein Danke an die Ärztinnen und Ärzte, die dazu einen großen Beitrag leisten, an die ApothekerInnen, wir machen alleine in den Apotheken 380 000 Testungen in der Woche (Abg. Wurm: Alle gratis, Herr Minister!), ein Danke an die Tausenden Mitglieder und ehrenamtlichen Freiwilligen bei den Blaulichtorganisationen, die das mit ermöglichen. (Abg. Belakowitsch: Alle freiwillig! Trotzdem steigen die Zahlen!) – Liebe Kollegin Belakowitsch, danke für die Unterstützung!
Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.
Ich kann Ihnen versprechen, mir ist auch das Thema Datenschutz ein extrem wichtiges. (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.) Ich kann diesbezüglich anbieten, dass wir, bevor wir in diese Phase kommen, selbstverständlich auch noch FachexpertInnen anhören (Abg. Belakowitsch: Ja, ja!), Hearings et cetera machen. Was immer ihr euch von der parlamentarischen Ebene wünscht, ich bin da gerne dabei, unterstütze das sehr, sehr gern. Wir wollen garantieren, wir wollen sicherstellen, dass die Lösung, die dann kommt, auch datenschutzrechtlich korrekt und unangreifbar ist.
Abg. Belakowitsch: Ja, ja!
Ich kann Ihnen versprechen, mir ist auch das Thema Datenschutz ein extrem wichtiges. (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.) Ich kann diesbezüglich anbieten, dass wir, bevor wir in diese Phase kommen, selbstverständlich auch noch FachexpertInnen anhören (Abg. Belakowitsch: Ja, ja!), Hearings et cetera machen. Was immer ihr euch von der parlamentarischen Ebene wünscht, ich bin da gerne dabei, unterstütze das sehr, sehr gern. Wir wollen garantieren, wir wollen sicherstellen, dass die Lösung, die dann kommt, auch datenschutzrechtlich korrekt und unangreifbar ist.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Herr Bundesminister! Vielleicht werden Sie oder vielleicht auch die Parlamentsfraktion der Grünen mir jetzt wieder erklären: Ja, das wird gar nicht passieren, der Herr Bundesminister wird das ja nicht machen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Das ist halt nur leider falsch, denn jedes Mal, wenn Sie neue Macht dazubekommen haben, haben Sie diese bis zur letzten Möglichkeit ausgenützt. (Beifall bei NEOS und FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
So – aufpassen, ohne große Aufregung, aufpassen! (anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ) –, wir schreiben den Juli 2020, und klar war schon zu diesem Zeitpunkt: Wenn es mehr Geld braucht, wird es mehr Geld geben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir haben mittlerweile 380 Millionen Euro budgetiert, und wir haben parallel dazu auch einen Krisenbewältigungsfonds (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), auf den die Regierung jederzeit zugreifen kann.
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
So – aufpassen, ohne große Aufregung, aufpassen! (anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ) –, wir schreiben den Juli 2020, und klar war schon zu diesem Zeitpunkt: Wenn es mehr Geld braucht, wird es mehr Geld geben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir haben mittlerweile 380 Millionen Euro budgetiert, und wir haben parallel dazu auch einen Krisenbewältigungsfonds (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), auf den die Regierung jederzeit zugreifen kann.
Abg. Belakowitsch: ... Vertrauen verspielt!
Ebenso liegt ein Antrag vor, mit dem man einem angeblichen Aufsichtsversagen des Ministers beim Impfen entgegenwirken möchte. Auch das wurde bereits erledigt. Am 15.3. hat es einen entsprechenden Erlass an die Bundesländer gegeben (Abg. Loacker: Nach drei Monaten schon! Oh!), in dem es darum geht, dass die Impfstrategie auch dementsprechend umgelegt und umgesetzt wird. (Abg. Belakowitsch: ... Vertrauen verspielt!) Schließlich existiert in diesem Land keine Risikogruppe Magistratsdirektoren oder Bürgermeister, sondern es gibt eine klare Impfstrategie, die erstmalig am 25.11. als Ministerratsvortrag beschlossen und abgesegnet wurde. Diese wurde bisher zweimal angepasst und wird dementsprechend auch ausgerollt und umgesetzt. Auch das ist Fakt, deswegen kann man auch diesem Antrag ohne Probleme nicht zustimmen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das ist eine ...! – Abg. Kickl: Das glaube ich, dass Ihnen da die Worte fehlen!
Worte. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das ist eine ...! – Abg. Kickl: Das glaube ich, dass Ihnen da die Worte fehlen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Jetzt machen Sie sich doch nicht lächerlich!
Covid-19 erhöht generell das Thromboserisiko, bis zu 16 Prozent der stationären Patienten, also jeder Sechste, hat eine Thrombose, und bei Intensivpatienten, die an Covid erkrankt sind, ist es sogar jeder Vierte, mehr als 28 Prozent im Vergleich. Die Gefahr durch das Virus ist also unvergleichlich größer als durch die Impfung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Jetzt machen Sie sich doch nicht lächerlich!)
Abg. Belakowitsch: Das ist eine Zutrittskarte!
Warum ist Bargeld überhaupt so wichtig? – Wenn ich mit meiner siebenjährigen Tochter Kaufmannsladen spiele, kann ich natürlich (eine Chipkarte in die Höhe haltend) meine Bankomatkarte zücken. (Abg. Belakowitsch: Das ist eine Zutrittskarte!) – Ja, ich wollte nicht für eine bestimmte Bank Werbung machen. Es ist meine Abgeordnetenkarte. Wir spielen also Einkaufen, und wenn man dabei ein paar Münzen hat (ein Glas mit Münzen schüttelnd), ist das etwas zum Angreifen, und so soll es auch sein.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Oi ...! – Zwischenruf des Abg. Wurm.
Abgeordneter Peter Weidinger (ÖVP):Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Menschen, die in Österreich leben! Liebe Österreicherinnen und Österreicher! Liebe Zuseherinnen und Zuseher zu Hause! Ich halte fest: Die ÖVP ist ein Garant für den Bestand des Bargeldes! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Oi ...! – Zwischenruf des Abg. Wurm.) Meine Damen und Herren, Bargeld bedeutet Freiheit. (Abg. Rauch: ... Herr Präsident! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Beschützen wir das Prinzip der Wahlfreiheit, damit die Menschen selbst aussuchen können, ob sie von digitalen Bezahlmöglichkeiten Gebrauch machen oder mit Bargeld bezahlen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Rauch: ... Herr Präsident! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Peter Weidinger (ÖVP):Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Menschen, die in Österreich leben! Liebe Österreicherinnen und Österreicher! Liebe Zuseherinnen und Zuseher zu Hause! Ich halte fest: Die ÖVP ist ein Garant für den Bestand des Bargeldes! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Oi ...! – Zwischenruf des Abg. Wurm.) Meine Damen und Herren, Bargeld bedeutet Freiheit. (Abg. Rauch: ... Herr Präsident! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Beschützen wir das Prinzip der Wahlfreiheit, damit die Menschen selbst aussuchen können, ob sie von digitalen Bezahlmöglichkeiten Gebrauch machen oder mit Bargeld bezahlen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Meine Damen und Herren, gestatten Sie mir, zum Abschluss noch etwas Wesentliches zur Konsumentenschutzpolitik in der Republik zu sagen: Das Wichtigste ist, dass die Einkommen der Österreicherinnen und Österreicher gesichert sind. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Deswegen haben die österreichische Bundesregierung und die Parlamentsmehrheit ganz klare Maßnahmen gesetzt. Wir unterstützen die Wirtschaft und sorgen dafür, dass die betrieblichen Strukturen erhalten bleiben, um nach der Krise, die nicht mehr lang andauern wird, voll durchstarten zu können. (Abg. Belakowitsch: Welche Krise? Von welcher Krise reden Sie gerade?) Wir unterstützen mit der Kurzarbeit, dass es Gehälter für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gibt (Abg. Belakowitsch: Das ist der falsche ...!), um ein Auskommen zu finden, und wir unterstützen mit dem Familienhärteausgleichfonds (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) Familien, damit sie mit ihrem Einkommen ein Auskommen finden, um ihr Leben gut zu bestreiten.
Abg. Belakowitsch: Welche Krise? Von welcher Krise reden Sie gerade?
Meine Damen und Herren, gestatten Sie mir, zum Abschluss noch etwas Wesentliches zur Konsumentenschutzpolitik in der Republik zu sagen: Das Wichtigste ist, dass die Einkommen der Österreicherinnen und Österreicher gesichert sind. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Deswegen haben die österreichische Bundesregierung und die Parlamentsmehrheit ganz klare Maßnahmen gesetzt. Wir unterstützen die Wirtschaft und sorgen dafür, dass die betrieblichen Strukturen erhalten bleiben, um nach der Krise, die nicht mehr lang andauern wird, voll durchstarten zu können. (Abg. Belakowitsch: Welche Krise? Von welcher Krise reden Sie gerade?) Wir unterstützen mit der Kurzarbeit, dass es Gehälter für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gibt (Abg. Belakowitsch: Das ist der falsche ...!), um ein Auskommen zu finden, und wir unterstützen mit dem Familienhärteausgleichfonds (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) Familien, damit sie mit ihrem Einkommen ein Auskommen finden, um ihr Leben gut zu bestreiten.
Abg. Belakowitsch: Das ist der falsche ...!
Meine Damen und Herren, gestatten Sie mir, zum Abschluss noch etwas Wesentliches zur Konsumentenschutzpolitik in der Republik zu sagen: Das Wichtigste ist, dass die Einkommen der Österreicherinnen und Österreicher gesichert sind. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Deswegen haben die österreichische Bundesregierung und die Parlamentsmehrheit ganz klare Maßnahmen gesetzt. Wir unterstützen die Wirtschaft und sorgen dafür, dass die betrieblichen Strukturen erhalten bleiben, um nach der Krise, die nicht mehr lang andauern wird, voll durchstarten zu können. (Abg. Belakowitsch: Welche Krise? Von welcher Krise reden Sie gerade?) Wir unterstützen mit der Kurzarbeit, dass es Gehälter für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gibt (Abg. Belakowitsch: Das ist der falsche ...!), um ein Auskommen zu finden, und wir unterstützen mit dem Familienhärteausgleichfonds (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) Familien, damit sie mit ihrem Einkommen ein Auskommen finden, um ihr Leben gut zu bestreiten.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Meine Damen und Herren, gestatten Sie mir, zum Abschluss noch etwas Wesentliches zur Konsumentenschutzpolitik in der Republik zu sagen: Das Wichtigste ist, dass die Einkommen der Österreicherinnen und Österreicher gesichert sind. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Deswegen haben die österreichische Bundesregierung und die Parlamentsmehrheit ganz klare Maßnahmen gesetzt. Wir unterstützen die Wirtschaft und sorgen dafür, dass die betrieblichen Strukturen erhalten bleiben, um nach der Krise, die nicht mehr lang andauern wird, voll durchstarten zu können. (Abg. Belakowitsch: Welche Krise? Von welcher Krise reden Sie gerade?) Wir unterstützen mit der Kurzarbeit, dass es Gehälter für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gibt (Abg. Belakowitsch: Das ist der falsche ...!), um ein Auskommen zu finden, und wir unterstützen mit dem Familienhärteausgleichfonds (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) Familien, damit sie mit ihrem Einkommen ein Auskommen finden, um ihr Leben gut zu bestreiten.
Abg. Belakowitsch: Die sind eh schon heimgegangen, die ÖVPler!
welche zuschauen! (Abg. Belakowitsch: Die sind eh schon heimgegangen, die ÖVPler!) Der russische Schriftsteller Fjodor Dostojewski aus dem 19. Jahrhundert hat über seine Zeit im Straflager geschrieben: „Geld ist geprägte Freiheit.“ Die Bürgerinitiative gegen Bankomatgebühren spiegelt klar und deutlich die emotionale Bedeutung von Bargeld für uns wider. Ich danke dieser Bürgerinitiative, denn wie Kollege Weidinger schon gesagt hat: Bargeld ist gelebte Freiheit. Es ist daher wichtig, dass der Zugang zu Bargeld nicht eingeschränkt wird – und genauso wichtig ist es, dass keine Gebühren für Behebungen fällig sind und es somit nicht zu einer indirekten Beschränkung des Zugangs kommt. Daher plädiere ich natürlich für ein klares Nein zu Bankomatgebühren, wo dies vermeidbar ist, wie es bei den meisten österreichischen Banken und Finanzdienstleistern der Fall ist.
Abg. Belakowitsch: Wirklich? Na gut, ihr habt ja genug Angst gemacht!
Zu Beginn des Lockdowns wurde dreimal so viel Bargeld behoben wie üblicherweise. Die Menschen hatten offensichtlich Angst (Abg. Belakowitsch: Wirklich? Na gut, ihr habt ja genug Angst gemacht!), aber im Laufe der Pandemie ist aufgrund der kontaktlosen und somit in Pandemiezeiten sichereren Bezahlung der Bargeldbedarf wieder gesunken. Immer wieder muss ich aber betonen, dass man den Leuten trotzdem weiterhin ein Anrecht auf ihr eigenes Bargeld bewahren muss. Bargeldlose, digitale und kontaktlose Zahlungsmöglichkeiten sind zwar ein wesentlicher Bestandteil unseres Umgangs mit Geld geworden, wenn aber der Fokus ausschließlich auf bargeldlosem und digitalem Zahlungsverkehr liegt, werden viele Menschen, wie zum Beispiel ältere oder behinderte Menschen, die etwas sehen müssen, um es begreifen zu können, faktisch abgehängt.
Sitzung Nr. 93
Abg. Belakowitsch: Nach Maßgabe ihrer Möglichkeiten! Da gibt es Spielraum!
in der Lage sind, nach ihrer Maßgabe und ihren Möglichkeiten zu helfen und tatsächlich ihren Beitrag zu leisten. (Abg. Belakowitsch: Nach Maßgabe ihrer Möglichkeiten! Da gibt es Spielraum!) Alle anderen Möglichkeiten, eine Einigung in der Europäischen Union herzustellen, sind geradezu unmöglich. Es gibt ganz klare Ablehnungen. Was uns alle aber eint – ganz egal ob Visegrádstaaten oder nicht, von Frankreich bis nach Bulgarien –, ist, dass es wichtig ist, klarzumachen, dass wir, wenn wir eine geschlossene gemeinsame Asyl- und Migrationspolitik vorantreiben und beginnen, uns dort zu finden, wo Einigung besteht, eine Chance haben, voranzukommen. (Zwischenruf der Abg. Yılmaz.) – Doch, Frau Abgeordnete!
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Failed States und Diktaturen leben und dass wir davon weit entfernt sind. Das ist mir ganz wichtig. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: ... müssen schon sehr nervös sein! – Unruhe im Saal.
fürchte ...!) – Es tut mir leid, Herr Abgeordneter, es ist 15 Uhr - - (Abg. Belakowitsch: ... müssen schon sehr nervös sein! – Unruhe im Saal.)
Abg. Belakowitsch: Das geht jetzt nicht!
Abgeordneter Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident (Abg. Belakowitsch: Das geht jetzt nicht!), dieser Anfrage liegt der dringende
Abg. Belakowitsch: Was für eine Achse?! Das ist die Opposition! – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Damit komme ich zur Dringlichen Anfrage, Herr Kollege Leichtfried. Nach einem Jahr Corona hat sich, wie man gestern gesehen hat, hier im Parlament eine sehr interessante Achse aus NEOS, SPÖ und FPÖ gebildet. (Abg. Belakowitsch: Was für eine Achse?! Das ist die Opposition! – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Es ist eine Achse der Angstmacherei in sehr schwierigen Zeiten. Schämen Sie sich, Herr Leichtfried, das haben sich die Menschen in diesem Land nicht verdient! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Lausch: Sie sind schon sehr verzweifelt! – Zwischenruf des Abg. Deimek. – Abg. Silvan: ... Spielchen!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Was Sie hier tun, hat mit Oppositionspolitik und Kritik nichts mehr zu tun (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), das ist bewusste Politik zur Verunsicherung der Bevölkerung, das ist ein bewusstes Verbreiten von Unwahrheit in schwierigen Situationen. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Nun ist man von der FPÖ vielleicht gar nichts anderes gewohnt, aber dass die NEOS da mitmachen, verwundert mich wirklich, denn zumindest von diesen war ich ab und zu auch Sachpolitik gewohnt. (Zwischenruf des Abg. Loacker.) Frau Klubobfrau der SPÖ, auch Sie sollten es eigentlich besser wissen. (Zwischenruf der Abg. Rendi-Wagner.) Ich finde nicht, dass das der Redlichkeit entspricht. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Das ist unwahr!
Wahr ist, dass es von Anfang an das oberste Ziel der Bundesregierung war, die Gesundheit der Österreicherinnen und Österreicher zu schützen, so gut es geht (Abg. Belakowitsch: Das ist unwahr!), und alle notwendigen Schritte zu setzen, um sowohl Arbeitsplätze zu sichern als auch die Unternehmen möglichst gut durch diese Krise zu bekommen. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Dafür haben wir bewusst die Formulierung: „Koste es, was es wolle“, gewählt. Auch ich selbst habe hier im Parlament bei diversen Debatten immer wieder erklärt: Wenn es mehr Geld braucht, wird es mehr Geld geben! Deswegen wurden bisher knapp 34 Milliarden Euro mehr ausgegeben oder rechtsverbindlich zugesagt. Teilweise sind sie auch bereits geflossen. Warum? – Weil es für die Bekämpfung der Covid-Krise notwendig war. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Silvan: Themenverfehlung! – Ruf bei der FPÖ: Das ist die Unwahrheit!)
Abg. Belakowitsch: ... mit kuriosen Auftritten!
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Herren Bundesminister! Vor allem aber: Sehr geehrter Herr Finanzminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen in diesem Haus! Liebe Zuseherinnen und Zuseher zu Hause! (Abg. Belakowitsch: ... mit kuriosen Auftritten!) Diese Debatte führt eindrucksvoll vor Augen, warum der Superlativ von billig Oppositionspolitik in diesem Haus heißt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Loacker.) Hier wird allen Ernstes behauptet, dass beim Budget für die Impfstoffe, die wir alle so dringend benötigen, ein Deckel von 200 Millionen Euro eingezogen worden sei.
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Loacker.
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Herren Bundesminister! Vor allem aber: Sehr geehrter Herr Finanzminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen in diesem Haus! Liebe Zuseherinnen und Zuseher zu Hause! (Abg. Belakowitsch: ... mit kuriosen Auftritten!) Diese Debatte führt eindrucksvoll vor Augen, warum der Superlativ von billig Oppositionspolitik in diesem Haus heißt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Loacker.) Hier wird allen Ernstes behauptet, dass beim Budget für die Impfstoffe, die wir alle so dringend benötigen, ein Deckel von 200 Millionen Euro eingezogen worden sei.
Abg. Belakowitsch: Ich glaube, beim Finanzminister finden sich noch andere Gründe! – Ruf bei der SPÖ: Eine schlechte Rede! – Zwischenruf des Abg. Deimek.
Das ist billige Polemik (Zwischenrufe der Abgeordneten Loacker und Shetty), geschätzte Kolleginnen und Kollegen von der Opposition – ich nehme die Freiheitliche Partei gleich mit dazu, denn sie hat aus den gerade hier besprochenen Gründen ja wieder einmal einen Misstrauensantrag gegen den Finanzminister gestellt; das muss man sich auch auf der Zunge zergehen lassen! (Abg. Belakowitsch: Ich glaube, beim Finanzminister finden sich noch andere Gründe! – Ruf bei der SPÖ: Eine schlechte Rede! – Zwischenruf des Abg. Deimek.) – Frau Kollegin Belakowitsch, sich als Gesundheitssprecherin nicht testen zu lassen und dann hier eine Performance abzulegen, aus der ich den Eindruck gewinne, Sie und die FPÖ seien die besten Freunde des Virus hier herinnen – das ist ein starkes Stück! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Ich bin keine Gesundheitssprecherin!)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Ich bin keine Gesundheitssprecherin!
Das ist billige Polemik (Zwischenrufe der Abgeordneten Loacker und Shetty), geschätzte Kolleginnen und Kollegen von der Opposition – ich nehme die Freiheitliche Partei gleich mit dazu, denn sie hat aus den gerade hier besprochenen Gründen ja wieder einmal einen Misstrauensantrag gegen den Finanzminister gestellt; das muss man sich auch auf der Zunge zergehen lassen! (Abg. Belakowitsch: Ich glaube, beim Finanzminister finden sich noch andere Gründe! – Ruf bei der SPÖ: Eine schlechte Rede! – Zwischenruf des Abg. Deimek.) – Frau Kollegin Belakowitsch, sich als Gesundheitssprecherin nicht testen zu lassen und dann hier eine Performance abzulegen, aus der ich den Eindruck gewinne, Sie und die FPÖ seien die besten Freunde des Virus hier herinnen – das ist ein starkes Stück! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Ich bin keine Gesundheitssprecherin!)
Abg. Belakowitsch: Warum fallen Sie dem Minister in den Rücken?
Daran anschließend kam es zur Zulassung von Moderna – auch nach dieser Zulassung wurde eine zusätzliche Option gezogen, bei Moderna eine in der Größenordnung von 73 Millionen Euro on top. Bei Biontech/Pfizer die 115 Millionen Euro on top, bei Moderna die 73 Millionen Euro on top (Abg. Belakowitsch: Warum fallen Sie dem Minister in den Rücken?), außerdem ist dann eben auch die Zulassung von Astra Zeneca erfolgt.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Was man in diesem Zusammenhang dann vielleicht betreffend dieses unterschwellige: Na ja, der billige Impfstoff, es wurde immer nur auf den billigen Impfstoff gesetzt!, auch noch sagen sollte: – Also Entschuldigung, der Impfstoff von Astra Zeneca ist nicht schlechter als der von Moderna (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), als der von Biontech/Pfizer oder der von den anderen. Er ist genauso wichtig, und er ist genauso ein integraler Bestandteil unserer Impfstrategie, die helfen soll, das Risiko, an Covid-19 zu erkranken, zu minimieren. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Warum stellen Sie sich vor den Minister?)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Warum stellen Sie sich vor den Minister?
Was man in diesem Zusammenhang dann vielleicht betreffend dieses unterschwellige: Na ja, der billige Impfstoff, es wurde immer nur auf den billigen Impfstoff gesetzt!, auch noch sagen sollte: – Also Entschuldigung, der Impfstoff von Astra Zeneca ist nicht schlechter als der von Moderna (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), als der von Biontech/Pfizer oder der von den anderen. Er ist genauso wichtig, und er ist genauso ein integraler Bestandteil unserer Impfstrategie, die helfen soll, das Risiko, an Covid-19 zu erkranken, zu minimieren. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Warum stellen Sie sich vor den Minister?)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Ries
Wir bekommen im April zwei Millionen Impfdosen, das heißt übrigens, wir werden dann im April die Geschwindigkeit verdoppeln müssen, um überhaupt das zu verimpfen, was uns da geliefert wird (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Ries), weil die eine Million Impfdosen in etwa die 32 000 Impfungen pro Tag und in etwa die 2,7 Sekunden pro Impfung sind. Ich habe mir das ausgerechnet: Wenn wir wirklich zwei Millionen Impfdosen bekommen – und das werden wir (Zwischenruf des Abg. Lausch) –, dann darf es maximal 1,3 Sekunden dauern, bis wir eine Impfung durchgeführt haben. Auch das ist Fakt. (Abg. Lausch: ... Schallmeiner, 27 Stunden der Tag dauert, geht sich das aus!)
Abg. Lausch: Das macht nichts! Alles wird gut! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Rechnen Sie es nach! Ich zeige Ihnen nachher, wie man einen Taschenrechner benutzt, und dann haben wir das. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Lausch.) Okay, Herr Kollege? (Beifall bei Grünen und ÖVP.) Alles kein Problem, alles kein Problem! Wir können es auch gerne mit einem Abakus machen, falls Sie doch noch so rückwärtsgewandt sind, das ist auch kein Problem! (Abg. Lausch: Das macht nichts! Alles wird gut! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Das heißt, unser Hauptthema ist momentan nicht die Bestellmenge, sondern unser Hauptthema ist einerseits die Anlieferung, die Lieferlogistik, und andererseits die Verimpfungsgeschwindigkeit – und da sind alle gefordert. Da ist nicht nur der Bund gefordert, da sind die Bundesländer gefordert (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), die ja die Impfstrategie, die der Bund vorgibt und die am 25.11. bekanntermaßen als Ministerratsvortrag auch beschlossen wurde (Zwischenruf des Abg. Loacker), jetzt eben umsetzen müssen. (Abg. Belakowitsch: Jetzt muss man sie umsetzen?) Das ist die Aufgabe, und das ist
Abg. Belakowitsch: Jetzt muss man sie umsetzen?
Das heißt, unser Hauptthema ist momentan nicht die Bestellmenge, sondern unser Hauptthema ist einerseits die Anlieferung, die Lieferlogistik, und andererseits die Verimpfungsgeschwindigkeit – und da sind alle gefordert. Da ist nicht nur der Bund gefordert, da sind die Bundesländer gefordert (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), die ja die Impfstrategie, die der Bund vorgibt und die am 25.11. bekanntermaßen als Ministerratsvortrag auch beschlossen wurde (Zwischenruf des Abg. Loacker), jetzt eben umsetzen müssen. (Abg. Belakowitsch: Jetzt muss man sie umsetzen?) Das ist die Aufgabe, und das ist
Abg. Belakowitsch: Im November haben wir geschlafen, im April umgesetzt!
unsere Aufgabe, die wir eben momentan haben. (Abg. Belakowitsch: Im November haben wir geschlafen, im April umgesetzt!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Kollege Schallmeiner ist ja in der misslichen Lage, immer das schönreden zu müssen, was die Regierung, insbesondere das Gesundheitsministerium, vereiert. Er sagt, ja, es sind 31 Millionen Impfdosen bestellt, aber die Frage ist ja, wann das Zeug kommt – denn das, was 2022 kommt, interessiert doch niemanden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Der Punkt ist: Durch das Herumgeeiere der Bundesregierung – egal welches Ministeriums – kommen im zweiten Quartal 750 000 Impfdosen von Johnson & Johnson nicht, die hätten kommen können und die hätten kommen müssen. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Wer ist „unser“? Wer ist „unser“?
Abgeordneter Dr. Josef Smolle (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte vorausschicken, sehr geehrter Herr Finanzminister: Sie und die gesamte Bundesregierung haben unser volles Vertrauen und Sie verdienen es auch. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Wer ist „unser“? Wer ist „unser“?)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Ich auch, Herr Smolle, ich auch!
Es ist jetzt bald auf den Tag genau 40 Jahre her, dass ich zu arbeiten begonnen habe, es sind jetzt vier Jahrzehnte, in denen ich ärztlich-wissenschaftlich tätig war. Ich komme aus einer Welt, in der es nicht in erster Linie darum geht, wer am lautesten oder am aggressivsten ist, sondern in der man sich bemüht, sachliche Argumente in Ruhe auszutauschen, sie zu bewerten und zu Schlüssen zu kommen. Ich habe viele, viele Politikerinnen und Politiker aller Fraktionen kennengelernt, die genau diesen Stil pflegen. Gerade deshalb bin ich über den Ablauf der heutigen Debatte etwas befremdet. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Ich auch, Herr Smolle, ich auch!)
Abg. Belakowitsch: Ja, eben nicht!
Wir haben uns als Mitglied der europäischen Gemeinschaft dazu bekannt, dass es sinnvoll ist, dass die EU gemeinsam in der Impfstoffbeschaffung auftritt. Wir haben uns dazu committet, da mitzuziehen und natürlich auch – „Koste es, was es wolle“ – das nötige Geld in die Hand zu nehmen. (Abg. Belakowitsch: Ja, eben nicht!)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es war nicht bekannt, wann welche Firma wie liefern kann (Abg. Loacker: Eben!), darum war es vernünftig, dass man sich warm angezogen hat. Das, was man um 388 Millionen Euro geordert hat, entspricht mehr als 30 Millionen Impfdosen. Wir sind im Rahmen der Europäischen Union da absolut gut unterwegs. Man kann sich die Zahlen anschauen. Wir sind jetzt laut Statistik – von gestern – auf Platz sieben in der Europäischen Union, aber das ist kein Wettrennen. (Abg. Loacker: „Es ist ein Wettlauf der [...] Staaten“, hat der Kurz gesagt!) Ich will etwas anderes betonen: Wir als Österreich gehören zu der großen Gruppe von EU-Staaten, die sich an die ursprünglichen Abmachungen – an die gerechte Verteilung – halten, genau danach auch beliefert werden und wirklich gelebte Solidarität in einem gemeinsamen Europa zeigen. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: ... sicher ...!
entsprechenden Untersuchungen, Prüfungen und Zulassungsverfahren abgewickelt. (Abg. Belakowitsch: ... sicher ...!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Mein letzter Satz: Ich verstehe nicht, warum sich die FPÖ hier herausstellt und nun verkündet: Da ist nichts gemacht worden, ja, 200 Millionen Euro, es wurde nicht geimpft, da ist viel mehr möglich! – Eine FPÖ, die sich gegen Testen ausspricht, die allgemein Behauptungen aufstellt wie jene gestern von Abgeordnetem Wurm, der gesagt hat: In Schwaz, da gibt es den Impfzwang! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Natürlich wurde freiwillig geimpft, 12 500 Leute haben sich freiwillig für eine Studie von Biontech/Pfizer gemeldet (Abg. Belakowitsch: Ja, eh! Ja, eh!), für Erkenntnisse, die wir in der Zukunft brauchen, um zu wissen, wie diese Impfung auch wirklich wirkt und was zu tun ist. Die FPÖ ist gegen Testen, gegen Impfen, gegen Eingrenzen, gegen Eindämmen – und das alles am besten ohne Maske. Das ist die Strategie der FPÖ! (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Ja, eh! Ja, eh!
Mein letzter Satz: Ich verstehe nicht, warum sich die FPÖ hier herausstellt und nun verkündet: Da ist nichts gemacht worden, ja, 200 Millionen Euro, es wurde nicht geimpft, da ist viel mehr möglich! – Eine FPÖ, die sich gegen Testen ausspricht, die allgemein Behauptungen aufstellt wie jene gestern von Abgeordnetem Wurm, der gesagt hat: In Schwaz, da gibt es den Impfzwang! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Natürlich wurde freiwillig geimpft, 12 500 Leute haben sich freiwillig für eine Studie von Biontech/Pfizer gemeldet (Abg. Belakowitsch: Ja, eh! Ja, eh!), für Erkenntnisse, die wir in der Zukunft brauchen, um zu wissen, wie diese Impfung auch wirklich wirkt und was zu tun ist. Die FPÖ ist gegen Testen, gegen Impfen, gegen Eingrenzen, gegen Eindämmen – und das alles am besten ohne Maske. Das ist die Strategie der FPÖ! (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Zwischenruf bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: ... kannst du dich erinnern?
Das Zweite, was wir lernen – und das nicht zum ersten Mal –, ist, dass Herr Blümel immer nur das zugibt, was man ihm unmittelbar nachweisen kann. (Ruf bei der SPÖ: Genau!) Wir kennen das ja alle. Die, die im Untersuchungsausschuss waren, haben das ja erlebt, wie er im Untersuchungsausschuss befragt worden ist; im Juni, glaube ich, war das. Da ist er gefragt worden: Ist Ihnen eine Spende von einem Glücksspielkonzern angeboten worden? – Daran kann ich mich nicht erinnern! Sind Anliegen von Glücksspielkonzernen an Sie herangetragen worden? – Da kann ich mich nicht mehr erinnern! (Zwischenruf bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: ... kannst du dich erinnern?)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Zur ÖVP: Ihr wisst, ich könnte die ganzen Verfehlungen der ÖVP ja gar nicht aufzählen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Beginnen wir nur einmal im Oktober. (Zwischenruf des Abg. Hörl.) Da mussten die Gastwirte um 22 Uhr zusperren, und was hat der ÖVP-Landtagsklub um 23 Uhr in der Cafeteria des Landtages getan, unter Anwesenheit von Landesrat Tratter, Landtagspräsidentin Rossmann und so weiter? (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Sie sind bei vollen Gläsern zusammengesessen (ein Bild, auf dem die Überschrift „Wasser predigen, aber Wein trinken“ sowie eine Gruppe von Menschen, die gemeinsam am Tisch sitzend Wein trinkt, zu sehen ist, in die Höhe haltend), haben gefeiert (Oh-Rufe bei der FPÖ) und ihr Leben genossen. (Beifall bei der FPÖ.)
anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ich habe es schon gesagt: Der Misstrauensantrag richtet sich auch von selbst. Kollege Reimon hat die Begründung für Ihre Nichtbegründung abgegeben. Es ist so, meine Damen und Herren, er baut halt auf dieser Dringlichen Anfrage, auf Unwahrheiten, auf Verunsicherungen und dann noch auf manipulierten Dokumenten auf (anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und er ist alleine deshalb schon abzulehnen.
Abg. Belakowitsch: Das haben Sie schon einmal gesagt!
Es ist also eine schauspielerische Leistung, denn wenn eins und eins zwei ist, dann geht der Krainer heraus und dann ist es vier! (Zwischenruf des Abg. Loacker.) Das ist ja in Ordnung und das hat er heute hier auch gemacht. Wofür ich, meine Damen und Herren, aber im Sinne des Osterfriedens schon werben möchte, ist: Wir tun der Politik insgesamt nichts Gutes, wenn wir in dieser Situation ständig Löcher in das Boot bohren, in dem wir alle sitzen (Abg. Belakowitsch: Das haben Sie schon einmal gesagt!), denn das Wasser dringt ein und wir sinken alle miteinander, wenn wir es nicht schaffen, ein bisschen am eigenen Strang zu ziehen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Sitzung Nr. 95
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben seit zwei Tagen eine neue Hausordnung, die besagt, dass im gesamten Haus, in allen Parlamentsgebäuden, von allen eine FFP2-Maske zu tragen ist. Ausgenommen sind jene, die gesundheitlich eingeschränkt sind, Kinder sowie alle hier während ihrer Debattenbeiträge. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich halte es für eine Zumutung – und es ist eigentlich auch unfassbar, das ist das erste Mal –, dass eine Hausordnung von einer Fraktion nicht eingehalten wird. Es ist nämlich die FFP2-Maske hier bei uns am Sitzplatz zu tragen. Und es ist eine Zumutung gegenüber den Bediensteten, gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und auch gegenüber uns Abgeordneten und den Regierungsmitgliedern. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Daher werde ich auf alle Fraktionen zugehen, damit wir eine Änderung in der Geschäftsordnung herbeiführen, nämlich dass es – analog dazu, wie es in der Verfahrensordnung für den Untersuchungsausschuss vorgesehen ist – zu einer Strafe von mindestens 500 Euro kommt, wenn dieses Nichttragen der Maske hier anscheinend bewusst und polarisierend praktiziert wird.
Abg. Belakowitsch: Fünf Tage!
Ich war selbst K1, weil wir am Präsidium keine seitlichen Plexiglasscheiben hatten, und sieben Mitarbeiter, die alle im Nationalratsdienst sind, waren auch K1. (Abg. Belakowitsch: Fünf Tage!) Das war der Grund dafür, dass ich von der freiwilligen Selbstverpflichtung abgegangen bin und auf Basis der Hausordnung eine Anordnung getroffen habe – und nichts anderes. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich war selbst K1, weil wir am Präsidium keine seitlichen Plexiglasscheiben hatten, und sieben Mitarbeiter, die alle im Nationalratsdienst sind, waren auch K1. (Abg. Belakowitsch: Fünf Tage!) Das war der Grund dafür, dass ich von der freiwilligen Selbstverpflichtung abgegangen bin und auf Basis der Hausordnung eine Anordnung getroffen habe – und nichts anderes. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Diese Wehleidigkeit!
Oder die NEOS: Da sollte die Fraktionsvorsitzende der NEOS im Untersuchungsausschuss auch festhalten, dass die erste Verfahrensrichterin im Untersuchungsausschuss zurückgetreten ist, weil – Zitat –: „Die höchst abfällige Äußerung einer Fraktionsführerin“ – in Klammern: Krisper von den NEOS – „und der darauf folgende öffentliche Diskurs sind für mich ohne Beispiel. So etwas habe ich in meiner jahrzehntelangen Laufbahn als Richterin noch nie erlebt“ (Abg. Belakowitsch: Diese Wehleidigkeit!) „und so etwas hätte ich auch niemals erwartet.“ – Das ist der Ton, der dort herrscht! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: So ein armes Hascherl, der Blümel!)
Abg. Belakowitsch: Wann? Wann?
Hohes Haus! Seit ein paar Tagen wird vor allem innerhalb der Freiheitlichen Partei über die Maskenpflicht im Hohen Haus diskutiert. (Abg. Hafenecker: Das steht aber nicht in der Anfrage! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich kann Ihnen sagen, die Maske der Opposition im Untersuchungsausschuss, die ist bereits gefallen. Ihnen geht es schon lange nicht mehr um Aufklärung, sondern um Skandalisierung und öffentliche Diffamierung. Ich bin jederzeit gerne bereit, die falschen Vorwürfe aufzuklären (Abg. Belakowitsch: Wann? Wann?), gerne dort, wo das passiert, bei den zuständigen Behörden. Ich bezweifle allerdings, dass das im Untersuchungsausschuss oder heute bei der Dringlichen Anfrage der richtige Kreis ist. (Abg. Kickl: ... einen Putschisten ...! – Abg. Belakowitsch: Wann wo? Wann ist der richtige Zeitpunkt?) Dennoch komme ich jetzt gerne zu den an mich gerichteten Fragen, die ich wie folgt beantworten darf:
Abg. Kickl: ... einen Putschisten ...! – Abg. Belakowitsch: Wann wo? Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Hohes Haus! Seit ein paar Tagen wird vor allem innerhalb der Freiheitlichen Partei über die Maskenpflicht im Hohen Haus diskutiert. (Abg. Hafenecker: Das steht aber nicht in der Anfrage! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich kann Ihnen sagen, die Maske der Opposition im Untersuchungsausschuss, die ist bereits gefallen. Ihnen geht es schon lange nicht mehr um Aufklärung, sondern um Skandalisierung und öffentliche Diffamierung. Ich bin jederzeit gerne bereit, die falschen Vorwürfe aufzuklären (Abg. Belakowitsch: Wann? Wann?), gerne dort, wo das passiert, bei den zuständigen Behörden. Ich bezweifle allerdings, dass das im Untersuchungsausschuss oder heute bei der Dringlichen Anfrage der richtige Kreis ist. (Abg. Kickl: ... einen Putschisten ...! – Abg. Belakowitsch: Wann wo? Wann ist der richtige Zeitpunkt?) Dennoch komme ich jetzt gerne zu den an mich gerichteten Fragen, die ich wie folgt beantworten darf:
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch. – Zwischenruf des Abg. Melchior.
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich weiß eigentlich gar nicht so recht, wie ich den Herrn zu meiner Linken korrekt ansprechen oder betiteln soll: als Herr Finanzminister, aber dann wäre wahrscheinlich Herr Nochfinanzminister besser (Zwischenrufe bei der ÖVP), oder ist Ihnen vielleicht Danilo Kunhar lieber, oder haben Sie vielleicht noch irgendwelche anderen Identitäten, unter denen Sie in der Weltgeschichte herumgeistern und Ihr korruptives Unwesen treiben? (Zwischenruf des Abg. Melchior.) Jedenfalls eines möchte ich Ihnen sagen: Der Wehleidigkeitsauftritt, den Sie heute mit dieser angeblichen Fragenbeantwortung hier hingelegt haben, wird Sie den Heldenstatus bei Herrn Schmid kosten. Vorsicht, Vorsicht, Sie kriegen keine Bussis mehr geschickt! (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch. – Zwischenruf des Abg. Melchior.)
Abg. Belakowitsch: Wegen der Verunglimpfung eines Namens?
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Für Ihre Ausdrücke des „korruptiven Unwesens“, der Verunglimpfung des Namens, des „Misthaufens“ und der Vergleiche mit der Mafia erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. Sie haben sämtliche Grenzen überschritten. (Abg. Belakowitsch: Wegen der Verunglimpfung eines Namens?) – Denken Sie doch vielleicht endlich auch in Ihrer Wortwahl an die Würde des Hauses! (Abg. Kickl: Sie sind der Letzte, der das in den Mund nehmen darf! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Bleiben Sie ruhig, es nutzt nichts.
Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker
Zu meinem sachlichen Beitrag: Ich habe mir die Frage gestellt, was wir in Österreich derzeit brauchen. Wir brauchen meiner Meinung nach drei Dinge: Wir brauchen einen stärkeren Zusammenhalt (Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker) – und das ist ein Appell an die Oppositionsparteien –, denn wir haben noch einige wirklich schwierige Wochen vor uns. Gemeinsam dieser Pandemie entgegenzutreten wäre doch die Aufgabe, die wir hier herinnen gemeinsam hätten.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Zu den Oppositionsparteien: Ich habe von dieser Stelle aus schon einmal zur FPÖ gesagt, Ihre Coronapolitik ist verantwortungslos. Ich sage Ihnen in aller Deutlichkeit, ich gehe einen Schritt weiter: Diese Coronapolitik ist skandalös! (Zwischenruf bei der FPÖ.) Lieber Herr Kickl, bitte, seien Sie doch nicht wie ein kleines trotziges Kind: Nein, ich trage die Maske nicht, ich trage die Maske nicht! Wir sind hier im österreichischen Parlament und nicht in einem Kindergarten. Das sei Ihnen in aller Deutlichkeit ins Stammbuch geschrieben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Was? Eine Therapie?! – Zwischenruf bei den Grünen.
Dieses langjährige Gesetz der intransparenten Postenbesetzungen ist natürlich schwer einzufangen, denn einerseits sind es Abmachungen, die nicht in der Öffentlichkeit getroffen werden, andererseits braucht es auch eine langwierige Therapie für dieses Problem. (Abg. Belakowitsch: Was? Eine Therapie?! – Zwischenruf bei den Grünen.)
Abg. Hafenecker: Schlechter! Schlechter! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Auch in dieser Debatte wird durchsichtigerweise gerne behauptet, die Grünen in der Regierung wären ja genau gleich wie alle anderen (Abg. Hafenecker: Schlechter! Schlechter! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), aber neben den Maßnahmen, die ich jetzt gerade aufgezählt habe, die die Transparenz und die Korruptionsbekämpfung stärken werden, kann man sich auch einfach ansehen, wie Grüne das machen.
Abg. Belakowitsch: Die ist jetzt gar nicht das Thema! – Abg. Kickl: Da schaut es finster aus, wenn ihr jemand nicht zu Gesicht steht!
Leonore Gewessler hat 19 Unternehmensbeteiligungen in ihrem Ressort, dem Klimaressort. (Abg. Belakowitsch: Die ist jetzt gar nicht das Thema! – Abg. Kickl: Da schaut es finster aus, wenn ihr jemand nicht zu Gesicht steht!) Ich zitiere jetzt den „Kurier“, der die Bestellungen beim größten Unternehmen des Landes, nämlich den ÖBB, folgendermaßen kommentiert hat: „ÖBB-Aufsichtsrat: Die clevere Taktik der grünen Ministerin.
Abg. Belakowitsch: Oje! – Abg. Kickl: Aber nicht deshalb!
Probieren wir es einmal zur Abwechslung auch für die Opposition mit der Wahrheit! Die Wahrheit ist, dass die Öbag für die Republik und für die Steuerzahler eine Erfolgsgeschichte ist. (Abg. Belakowitsch: Oje! – Abg. Kickl: Aber nicht deshalb!) Die Wahrheit ist, dass die Bestellung des Vorstandes von den zuständigen Organen im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen erfolgt ist. Die Wahrheit ist, dass die Aufsichtsräte von der Regierung im Rahmen der Usancen und Gepflogenheiten nominiert worden sind und hoch qualifizierte Personen als Kapitalvertreter ausgesucht wurden. (Abg. Belakowitsch: Lenkbar müssen sie halt sein!) Die Wahrheit ist, dass während der Vorstandstätigkeit von Herrn Mag. Schmid nach dem ÖIAG-Gesetz die Performance der Öbag eine hervorragende ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Lenkbar müssen sie halt sein!
Probieren wir es einmal zur Abwechslung auch für die Opposition mit der Wahrheit! Die Wahrheit ist, dass die Öbag für die Republik und für die Steuerzahler eine Erfolgsgeschichte ist. (Abg. Belakowitsch: Oje! – Abg. Kickl: Aber nicht deshalb!) Die Wahrheit ist, dass die Bestellung des Vorstandes von den zuständigen Organen im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen erfolgt ist. Die Wahrheit ist, dass die Aufsichtsräte von der Regierung im Rahmen der Usancen und Gepflogenheiten nominiert worden sind und hoch qualifizierte Personen als Kapitalvertreter ausgesucht wurden. (Abg. Belakowitsch: Lenkbar müssen sie halt sein!) Die Wahrheit ist, dass während der Vorstandstätigkeit von Herrn Mag. Schmid nach dem ÖIAG-Gesetz die Performance der Öbag eine hervorragende ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: „Kriegst eh alles, was du willst“!
Wem immer Sie das dann zuschreiben wollen, letztlich ist es eine Verantwortung von Vorstand und Aufsichtsrat und damit ist es auch ein Erfolg dieser Organe. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: „Kriegst eh alles, was du willst“!)
Abg. Belakowitsch: Sie wissen gar nicht, was Opposition ist!
Damit komme ich zur Opposition. Den tiefen Staat, den Sie der ÖVP unterstellen, gibt es nicht. (Abg. Kickl: Da sind Sie noch zu wenig lange drin!) Tief, Herr Noch-Klubobmann Kickl, tief ist das, was hier vor allem von Ihrer Fraktion geboten wurde. Ich weiß schon, dass Opposition Dagegensein heißt. (Abg. Belakowitsch: Sie wissen gar nicht, was Opposition ist!) Ich weiß, dass Sie das in Ihrer Partei so verinnerlicht haben, dass Sie sogar in Opposition zu Ihrem Parteiobmann sind. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Jetzt ist die Redezeit auch schon wieder um!
Dass dann im Rahmen dieser Diskussion von der Opposition in großer Entrüstung, dass hier politische Bestellungen vorgenommen werden, in der Sekunde eine politische Abberufung gegen das Aktienrecht verlangt wird – so etwas habe ich auch noch nicht gehört. Die Wirtschaftskompetenz der NEOS und der SPÖ ist etwas, angesichts dessen ich – frei nach Sepp Schellhorn – frage: Was ist mit Ihnen?, wenn Sie das verlangen, was Sie gerade in der Anfrage kritisieren. (Abg. Belakowitsch: Jetzt ist die Redezeit auch schon wieder um!) – Ich komme schon zum Schluss.
Abg. Belakowitsch: Nichts Neues?! Die Chats! Vielleicht lesen Sie einmal nach, Frau Kollegin!
Und die Suppe, die Sie kochen, wird immer dünner. Seit zwei Monaten Anklage ist nichts Neues hervorgekommen. (Abg. Belakowitsch: Nichts Neues?! Die Chats! Vielleicht lesen Sie einmal nach, Frau Kollegin!) Diese Suppe ist so dünn, dass sie keine Nährstoffe hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Politiker sind auch kein Freiwild. Wir wollen nicht besser behandelt werden, aber wir wollen auch nicht schlechter behandelt werden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Jeder von uns, jeder von Ihnen und jeder der Zuschauer hat sich irgendwann schon einmal in einer privaten Konversation so geäußert, dass er es nicht in der Zeitung lesen will. Wenn einige nicht sicher sind, dann ist aber niemand mehr sicher. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir wollen sensible nachrichtendienstliche Daten schützen. Was wir sicher nicht schützen wollen, sind korrupte PolitikerInnen und korrupte BeamtInnen – darauf können Sie sich verlassen! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wie geht es weiter? – Es geht um die nachhaltige Sicherung des Wirtschaftsstandortes. Durch die Öbag möchte Österreich zum Vorreiter, zum Treiber der Ökologisierung und der Digitalisierung werden, beispielsweise durch erneuerbare Energien. Eine Anregung: Der Verbund bietet noch nicht – ich hoffe bald – UZ-46-zertifizierten Strom an. Warum noch nicht? (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Was hat das mit dem Verhandlungsgegenstand zu tun? Was soll das?
Bei E-Mobilität sind wir auf einem ganz guten Weg, zum Thema Wasserstoff wird geforscht, nachhaltiges Bauen und nicht zuletzt auch Kreislaufwirtschaft sind ein großer Auftrag, der, glaube ich, noch nicht ausreichend erfüllt wurde. Wir wünschen uns zum Beispiel ressourcenschonendere Produktion, längere Lebensdauer der Produkte – dazu kann die Borealis, die Tochter der OMV, durch neue, innovative Materialien beitragen (Abg. Belakowitsch: Was hat das mit dem Verhandlungsgegenstand zu tun? Was soll das?) –, Digitalisierung und dadurch bedarfsgerechte Wartung, auch durch das Internet of Things, nachhaltige Logistik, der Abfall muss wieder eingesammelt und auch zurückgebracht werden – da hat die Post einen guten Auftrag.
Abg. Belakowitsch: Das interessiert die Zuschauer!
Das heißt, es ist ersichtlich, dass das wichtige Unternehmen sind, die für Österreich viel voranbringen können, und das brauchen wir. Wer soll das tun?(Abg. Belakowitsch: Das interessiert die Zuschauer!) – Wir haben schon davon gehört, dass die Ablöse Thomas Schmids bevorsteht – je früher, desto besser, würde ich meinen, im Sinne dieser wichtigen Veränderungsprozesse, die anstehen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Muss er ...!
Da der Aufsichtsrat, obwohl er das alles weiß, nicht abberufen hat, was seine Pflicht wäre (Abg. Belakowitsch: Muss er ...!), gibt es nur noch einen, der das machen muss, nämlich Minister Blümel. Er kann gesetzlich – Kollege Schellhorn hat das klargestellt – sowohl den Aufsichtsrat als auch den Vorstand abberufen. Wenn der Aufsichtsrat nicht ein Teil der Lösung ist, dann ist er ein Teil des Problems und gehört genauso entfernt.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Wöginger. – Bitte. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Interessant wäre auch, wo Herr Kollege Drozda jetzt landet. Er ist ja ein ausgewiesener Kulturexperte. Jetzt landet er im Vorstand der Arwag – Wohnbauexperte. Man ist als Kulturminister für die Kultur zuständig, morgen ist man der beste Mensch im Wohnbaubereich. Ich wünsche ihm alles Gute, aber ihr braucht uns nichts von Postenbesetzungen zu erzählen! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Sitzung Nr. 97
Abg. Belakowitsch: Und Niederösterreich die zweitniedrigsten! Und trotzdem werden die Leute eingesperrt!
Welle zu verhindern, und zwar durch intensives Testen, durch FFP2-Masken, durch Ausreisetestungen und andere innovative Konzepte. In drei Bundesländern war ein Lockdown notwendig, wobei ein Bundesland diesen auch schon wieder verlassen konnte. Das Burgenland hat heute die niedrigsten Ansteckungszahlen aller Bundesländer. (Abg. Belakowitsch: Und Niederösterreich die zweitniedrigsten! Und trotzdem werden die Leute eingesperrt!) Zwei Bundesländer, nämlich Wien und Niederösterreich, werden mit Anfang Mai den Lockdown verlassen können. Wir haben dann eine gute Ausgangsbasis, um mit entsprechendem Impffortschritt Mitte Mai auch weitere Öffnungsschritte durchzuführen. (Abg. Belakowitsch: Die Inzidenz ist in Niederösterreich niedriger als in Vorarlberg!)
Abg. Belakowitsch: Die Inzidenz ist in Niederösterreich niedriger als in Vorarlberg!
Welle zu verhindern, und zwar durch intensives Testen, durch FFP2-Masken, durch Ausreisetestungen und andere innovative Konzepte. In drei Bundesländern war ein Lockdown notwendig, wobei ein Bundesland diesen auch schon wieder verlassen konnte. Das Burgenland hat heute die niedrigsten Ansteckungszahlen aller Bundesländer. (Abg. Belakowitsch: Und Niederösterreich die zweitniedrigsten! Und trotzdem werden die Leute eingesperrt!) Zwei Bundesländer, nämlich Wien und Niederösterreich, werden mit Anfang Mai den Lockdown verlassen können. Wir haben dann eine gute Ausgangsbasis, um mit entsprechendem Impffortschritt Mitte Mai auch weitere Öffnungsschritte durchzuführen. (Abg. Belakowitsch: Die Inzidenz ist in Niederösterreich niedriger als in Vorarlberg!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das können Sie sich jetzt überall rausdestillieren – etwa bei der Investitionsprämie, die jetzt schon öfter genannt wurde –: Das hat einen Lenkungseffekt, das hat Vorzieheffekte, und darum geht es. Natürlich gibt es auch Mitnahmeeffekte – wir sind ja nicht blöd, wir kennen uns da schon aus! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Nur: Es ist in dieser Situation total richtig und wichtig, dass wir entsprechend Sicherheit geben, das Investitionsklima verbessern, dass Dinge vorgezogen werden. Es werden in den nächsten Monaten Projekte angegangen und in den nächsten Jahren ausgerollt, die sonst in diesen Modernisierungsbereichen nicht gekommen wären – ganz sicher! (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Zur Pandemie möchte ich schon auch einige Worte sagen, weil ja auch viel diskutiert und kritisiert wird. Niemand macht alles richtig, meine Damen und Herren, aber eines können wir in Österreich sagen: Wir sind Weltmeister beim Testen, und wenn man nur den Blick über die Grenze wagt, wenn man an der bayerischen und deutschen Grenze zu Hause ist, was haben wir da für eine Situation? (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Die Spitäler in vielen Orten in Deutschland, vor allem in Bayern, sind voll, getestet wird ein Drittel von dem, was wir testen, das heißt, die Dunkelziffer ist sehr hoch, und den Lockdown gibt es dort jetzt seit Dezember. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Da macht uns der Vergleich sicher, meine Damen und Herren, denn wir haben eine Teststrategie
Abg. Belakowitsch: ... normal?
Da braucht es diesen Schulterschluss, meine Damen und Herren. (Abg. Belakowitsch: ... normal?) – Ja, nicht schreien, liebe Frau Kollegin Belakowitsch! Eine Maske aufzusetzen ist einmal das Erste, was wichtig wäre, und zwar nicht nur beim Einkaufen, sondern auch hier herinnen (Beifall bei ÖVP und Grünen) – Masken aufsetzen und mitarbeiten, damit wir gemeinsam diese Pandemie bewältigen, so wie es diese Regierung vorgeschlagen hat, denn auf diese Bundesregierung ist Verlass, meine Damen und Herren.
Abg. Belakowitsch: Na ja ...! ... wofür auch? ... überhaupt nicht!
Wenn man ihm zugehört und auch aufmerksam verfolgt hat, was er in seiner letzten Erklärung nicht gesagt hat, dann hat man auch bemerkt, dass er sich seltsamerweise nicht beim Koalitionspartner bedankt hat (Abg. Belakowitsch: Na ja ...! ... wofür auch? ... überhaupt nicht!), und er hat sich auch bei Ihnen persönlich, Herr Bundeskanzler, nicht für die Zusammenarbeit bedankt – wofür auch?
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Belakowitsch, Kickl und Meinl-Reisinger.
Sie, Herr Bundeskanzler, haben jetzt vor wenigen Minuten in Ihrer Rede vor allem eines eingefordert, nämlich Respekt. Sie fordern von uns und von der Bevölkerung und von uns allen hier in der Politik Respekt ein – dem kann ich nur zustimmen, auch wir fordern Respekt ein –, aber ich frage mich: Wo war denn Ihr Respekt gegenüber Gesundheitsminister Rudolf Anschober, als dieser vor wenigen Wochen das erste Mal im Spital gelegen ist – ein Kreislaufkollaps war die Ursache – und Sie hinter seinem Rücken in dieser Abwesenheit nichts anderes zu tun hatten, als sein Haus, seine Beamtinnen und Beamten zu attackieren? – Sie sind ihm in den Rücken gefallen. Das ist nicht Respekt. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Belakowitsch, Kickl und Meinl-Reisinger.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordnete Sigrid Maurer, BA (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Regierungsmitglieder! Sehr geehrter Herr Minister Mückstein! Werte KollegInnen und liebe ZuseherInnen! Kollege Kickl spricht hier vom dümmlichen Impfplan oder von dümmlichen Impfbewerbungen – ich muss sagen, wir haben leider wieder eine dümmliche Rede Ihrerseits hören müssen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wenn Sie von Eigenverantwortung sprechen, meinen Sie eigentlich Rücksichtslosigkeit (Zwischenruf des Abg. Schnedlitz), wie man bei Ihrem Klub und Ihrem Verhalten hier im Hohen Haus leider täglich beobachten muss. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kickl: ... mit der Maske!)
Abg. Belakowitsch: ... Gesundheit ...!
Dankesworte sind in der Politik selten, sie kommen meistens erst, nachdem jemand abgetreten ist. Es ist unfair. Es war schwierig, es war unwägbar, niemand hat zu Beginn dieser Regierungsbeteiligung mit einer Pandemie gerechnet, und Rudi Anschober hat in den letzten 15 Monaten alles gegeben. Er hat die Gesundheit der Menschen in Österreich an erste Stelle gesetzt, jetzt musste er seine eigene Gesundheit an erste Stelle setzen. (Abg. Belakowitsch: ... Gesundheit ...!) Wir wünschen dir, lieber Rudi, alles Gute, viel Kraft und gute Erholung! (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Da müssen wir warten! – Zwischenrufe bei der SPÖ
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! – Wo ist er denn? Wo ist der Bundeskanzler, wenn es um Arbeitsplätze geht? (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen hier im Hohen Haus (Abg. Belakowitsch: Da müssen wir warten! – Zwischenrufe bei der SPÖ), sollen wir auf den Herrn Bundeskanzler warten? (Zwischenrufe bei ÖVP, SPÖ und FPÖ.) Wird das nicht zu lange? (Abg. Leichtfried: Herr Präsident, wenn der Herr Bundeskanzler ...! Es ist eigentlich Ihre Aufgabe, sich darum zu kümmern! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Leichtfried und Belakowitsch.
Sehr geehrter Herr Abgeordneter, es wäre schön, wenn das Thema ein so einfaches wäre, das sich mit einer Parlamentsrede von Ihnen, mit einer Pressekonferenz von Ihrer Parteivorsitzenden oder auch mit der Verstaatlichung lösen lassen würde. (Zwischenruf des Abg. Rainer Wimmer.) Die Situation am Standort Steyr, die Situation im MAN-Werk ist ernst, sie ist angespannt, und die Lösung ist keine leichte. Die Bundesregierung ist entschlossen, alles zu tun, was wir beitragen können, um die Arbeitsplätze an diesem Standort zu schützen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Leichtfried und Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Die Herausforderung, sehr geehrte Damen und Herren – und das ist die Realität –, ist: Wenn man sich mit der Sache im Detail beschäftigt, so sieht man, dass die Zahl der Interessenten leider derzeit überschaubar ist. Gott sei Dank gibt es Interessenten, und wichtig ist jetzt, dass alle Interessenten die Möglichkeit haben, ihre Konzepte vorzulegen. Ich bin der oberösterreichischen Landesregierung, den Sozialpartnern, aber auch den zuständigen Ministern dankbar, dass da der stetige Austausch mit allen potenziellen Interessenten geführt wird (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), um zu erarbeiten und zu bewerten, ob es geeignete Konzepte gibt, den Standort in einer wettbewerbsfähigen Art und Weise weiterzuführen, den Betrieb zu erhalten und die Arbeitsplätze zu sichern.
Abg. Belakowitsch: Glauben Sie das, was Sie da sagen?
Wir haben Hunderttausende Menschen, die nach wie vor in Kurzarbeit sind, und zu viele, die derzeit arbeitslos sind. Mit den Öffnungsschritten Mitte Mai haben wir die Chance, viele dieser Menschen wieder in Beschäftigung zu bringen. (Abg. Belakowitsch: Glauben Sie das, was Sie da sagen?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Nun zitiere ich aus den PR-Gags der Bundesregierung, aus der Zeitung „Heute“ vom 5. Oktober 2020: „Kurz macht das Thema Arbeit zur Chefsache“, es gibt „einfach zu wenig Arbeit“. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) „Nun will Bundeskanzler Kurz“ von der ÖVP „die Sicherung von Arbeitsplätzen in den Fokus der nächsten Monate setzen. Damit will er gleich am Dienstag in Oberösterreich beginnen.“
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch sowie Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Bundeskanzler, was ist seit Dienstag, 6. Oktober letzten Jahres, passiert? (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch sowie Zwischenrufe bei der SPÖ.) Was haben Sie gemacht? Herr Bundeskanzler, ich habe die Befürchtung, Sie sind ein Ankündigungsriese, aber leider ein Umsetzungszwerg! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Nichts!
Was ist zur Entbürokratisierung passiert? – Auch eine Forderung der ÖVP. Was passiert zur Forschungsförderung (Abg. Belakowitsch: Nichts!) und zur Entwicklung neuer Technologien? (Abg. Belakowitsch: Nichts!) – Ich weiß nichts, ich weiß nur, dass der Finanzminister die Entwicklungsmittel kürzt. Was haben Sie konkret im Fall von MAN gemacht?
Abg. Belakowitsch: Nichts!
Was ist zur Entbürokratisierung passiert? – Auch eine Forderung der ÖVP. Was passiert zur Forschungsförderung (Abg. Belakowitsch: Nichts!) und zur Entwicklung neuer Technologien? (Abg. Belakowitsch: Nichts!) – Ich weiß nichts, ich weiß nur, dass der Finanzminister die Entwicklungsmittel kürzt. Was haben Sie konkret im Fall von MAN gemacht?
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: ...plan!
Sie haben eigentlich nur Folgendes geantwortet: „Von den den Demonstrationszug begleitenden Kriminalbeamten wurde wahrgenommen, dass aus einer Gruppe von Demonstrationsteilnehmern heraus offensichtlich spontan artikuliert wurde, dass die Rampen des Parlaments als konkretes Ziel anzustreben wären.“ – Na bumm! (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: ...plan!)
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Herr Minister, das könnte auch eine Ortsangabe gewesen sein, indem man sagt: Gehen wir weiter Richtung Parlament! – Unsere Klubräumlichkeiten in der Reichsratsstraße sind hinter dem historischen Parlamentsgebäude. Wenn ich jemandem den Weg zu meinem Büro beschreibe, sage ich auch: Na ja, Richtung Parlament! (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) Bisher hat aber keiner, der mich besucht hat, versucht, diese Baustelle zu stürmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Moment, am 6.3. ...!
Bundesminister für Inneres Karl Nehammer, MSc: Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren des Hohen Hauses! Ich war richtig erstaunt, als ich gesehen habe, dass ich zur Kurzdebatte geladen bin und die FPÖ mir Gelegenheit gibt, genau das, was sich damals am 31.1. und auch am 6.3. zugetragen hat, noch einmal zu beschreiben. (Abg. Belakowitsch: Moment, am 6.3. ...!)
Abg. Belakowitsch: Die war harmlos!
Herr Abgeordneter Amesbauer, ich bin besonders erstaunt darüber, dass Sie eine Demonstration als harmlos bezeichnen (Abg. Belakowitsch: Die war harmlos!) – das wird im Protokoll dieses Hohen Hauses nachzulesen sein –, bei der vier Polizisten zum Teil schwer verletzt worden sind (Abg. Belakowitsch: Beim Parlamentssturm?), zu der heute sogar ein Prozess stattgefunden hat und einer der Gewalttäter verurteilt worden ist.
Abg. Belakowitsch: Beim Parlamentssturm?
Herr Abgeordneter Amesbauer, ich bin besonders erstaunt darüber, dass Sie eine Demonstration als harmlos bezeichnen (Abg. Belakowitsch: Die war harmlos!) – das wird im Protokoll dieses Hohen Hauses nachzulesen sein –, bei der vier Polizisten zum Teil schwer verletzt worden sind (Abg. Belakowitsch: Beim Parlamentssturm?), zu der heute sogar ein Prozess stattgefunden hat und einer der Gewalttäter verurteilt worden ist.
Abg. Belakowitsch: Welche Gefahr?
Was wirklich peinlich ist, Herr Abgeordneter Amesbauer (Zwischenruf des Abg. Amesbauer – Ruf bei der FPÖ: Warum antworten Sie nicht?), was in Ihren Ausführungen jetzt noch peinlicher wird: In der Nähe des Kriminalpolizisten und nicht des verdeckten Ermittlers - - Wenn Sie den Unterschied nicht kennen, können Sie den Innenminister außer Dienst Herbert Kickl fragen, der sollte es Ihnen erklären können. (Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) Die Kriminalpolizisten, die bei solch einer Demonstration zivil ermitteln, haben diesen Hinweis gegeben – die Polizisten, denen Sie angeblich so sehr danken, die sich da in Gefahr begeben. (Abg. Belakowitsch: Welche Gefahr?) Wissen Sie, warum in Gefahr? – Weil in der Nähe des einen Kriminalpolizisten eine Hooligangruppe war, die sogenannten Unsterblichen. Der Name richtet sich ohnehin selbst, das aber sind die Fakten, die Sie hier verschweigen, Herr Abgeordneter! (Ruf bei der FPÖ: Die richtigen Fakten verschweigen Sie!) Nein, Sie werden in mir keinen Verbündeten finden, um Gewalt gegen die Polizei zu rechtfertigen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Stefan: ... vergleicht mit dem Kapitol! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Das war doch alles kein ...!
Bei der Demonstration, bei der Herbert Kickl sich auf der Bühne gezeigt hat – Frau Kollegin Belakowitsch war auch am Heldenplatz und hat noch das Ihre dazu beigetragen (Abg. Belakowitsch: Das war doch alles kein ...!), dass die Stimmung so richtig zum Kochen gekommen ist (Abg. Steger: Wo hat sie gekocht, bitte? – Zwischenruf des Abg. Michael Hammer) –, gab es bei und nach dieser Versammlung, die die FPÖ mitinitiiert hat, 3 200 Anzeigen, 42 Festnahmen und leider auch Festnahmen wegen des Verstoßes gegen das Verbotsgesetz. (Zwischenrufe der Abgeordneten Stefan und Steger.) – So laut kann der FPÖ-Klub gar nicht schreien, dass er diese Wahrheiten nicht zur Kenntnis nehmen muss! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wir wissen, dass in der rechtsextremen Szene bereits der Satz gilt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Das ist die Jahrhundertchance, wir haben eine neue Möglichkeit! (Abg. Stefan: Sie machen sie groß!) – Ich habe von Ihnen im FPÖ-Klub nicht erlebt, dass Sie genau das aufzeigen und kritisieren, wer sich da aller unter den Demonstrantinnen und Demonstranten befindet. Es macht den Polizeieinsatz massiv schwierig. Weil die Gruppe der Demonstrantinnen und Demonstranten so heterogen ist, muss mit aller Umsicht und Verhältnismäßigkeit vorgegangen werden.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das ist es, was Bürgerinnen und Bürger oft verstört. Sie fragen: Warum löst die Polizei eine untersagte Versammlung nicht einfach auf? – Weil das Verhältnismäßigkeitsgebot gilt, weil es wichtig ist, dass keine Unbeteiligten zu Schaden kommen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Jeder hat Verständnis, wenn die Polizei einen gewaltbereiten, renitenten 120-Kilo-Hooligan zu Boden bringt und festnimmt, es hat aber dann niemand Verständnis, wenn bei der Festnahme eine Frau und ein Kind zu Schaden kommen und blutüberströmt danebenstehen. Das macht diesen Dienst der Polizistinnen und Polizisten so schwierig – von meiner Seite ein großes Danke für ihren Einsatz. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf des Abg. Deimek.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek.
Kommen wir aber zu einer Bilanz, die die FPÖ vielleicht interessiert, denn sie lobt ja diese Demonstrationen so, und vor allem anscheinend auch die Gewaltbereiten, die darunter sind! (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek.) Wir haben bisher 249 Festnahmen und 17 verletzte Polizistinnen und Polizisten im Dienst, und der Herr Abgeordnete zum Nationalrat, der auf die Verfassung vereidigte Abgeordnete Amesbauer, sagt, vier oder fünf verletzte Polizisten sind ja kein Problem, da ist nichts passiert. (Abg. Amesbauer: Wann habe ich das gesagt? – Abg. Stefan: Wann hat er das gesagt? Das ist unglaublich! – Ruf bei der FPÖ: Das hat er nie gesagt!)
Abg. Belakowitsch: Aber nicht sehr viel gesagt!
Abgeordneter Karl Mahrer (ÖVP): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen im Haus! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher! Sehr geehrter und eigentlich von mir sehr geschätzter Herr Abgeordneter Amesbauer, Sie haben Fragen an den Bundesminister gestellt (Abg. Kickl: Keine wurde beantwortet!), der Bundesminister hat Antworten gegeben (Abg. Belakowitsch: Aber nicht sehr viel gesagt!) und heute hier im Hohen Haus noch einmal eingehend dazu Stellung genommen. (Ruf bei der FPÖ: Keine einzige hat er beantwortet! – Abg. Bösch: Schaumschlägerei! – Abg. Kickl: Vielleicht weiß er nicht, dass er dem Parlament ...!)
Abg. Belakowitsch: Um was geht es denn?
Aber bitte, meine sehr geehrten Damen und Herren, bedenken Sie: Es geht um viel mehr. (Abg. Belakowitsch: Um was geht es denn?) Ich möchte daher heute einen Aspekt dieses Themas, der mir besonders am Herzen liegt, der auch den Menschen in Österreich besonders am Herzen liegt, ansprechen, und zwar die politische Stimmung in unserem Land. (Zwischenruf des Abg. Amesbauer.)
Abg. Belakowitsch: ... wird untersagt, dürfen sie ja nicht!
Ja, meine sehr geehrten Damen und Herren, es gibt Menschen, die Kritik an den Coronamaßnahmen üben, und ja, es gibt Menschen, die Sorgen und Ängste haben. (Abg. Steger: Viele sogar!) Diese Menschen möchten ihre Sorgen und Ängste auch auf den Straßen zum Ausdruck bringen. (Abg. Belakowitsch: ... wird untersagt, dürfen sie ja nicht!) Das ist ihr gutes Recht!
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Bösch.
Wir sehen das an bestimmten Fahnen, an bestimmten Symbolen, an bestimmten Aussagen. Wissen Sie, ich bin sehr betroffen gewesen, als ich gesehen habe, dass Kundgebungsteilnehmer unter Hochhalten von Judensternen mit den Begriffen Impfgegner und Coronaleugner auch durch jüdische Viertel der Leopoldstadt gegangen sind. Das hat mich fassungslos gemacht. Diese Kundgebungen, meine Damen und Herren, haben für diese Gruppe der Teilnehmer nur ein Ziel: provokant die Coronaschutzbestimmungen zu missachten, rechtsradikale Sprüche zu klopfen und – leider zuletzt auch – die Opfer des Nationalsozialismus zu verhöhnen. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Bösch.)
Abg. Belakowitsch: Selbstkritik ist nicht Ihres!
Meine Damen und Herren, Herbert Kickl hat sich durch seine Art von Politik in den letzten Wochen eigentlich schon disqualifiziert. (Abg. Belakowitsch: Selbstkritik ist nicht Ihres!) Ich wollte heute gar nichts mehr zu Ihnen sagen (Abg. Kickl: Dann schlucken Sie es runter!), ich muss aber leider beim heutigen Thema aus sachlichen Gründen auch auf die Bilder in Ihrem Zusammenhang eingehen: Wir haben auch Bilder von Ex-Innenminister Herbert Kickl gesehen, der in Aussendungen, Aufrufen und vor allem auch, wenn er bei Kundgebungen selbst auftritt, Mut macht, an untersagten Demos teilzunehmen oder zumindest auf der Straße – unter Anführungszeichen – „spazieren zu gehen“, im Wissen, welche Gewaltakte gesetzt werden. (Abg. Stefan: Das ist Anarchie! Das ist Irrsinn, wirklich! – Abg. Kickl: Unglaublich!)
Abg. Kickl: Unglaublich! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger.
Das Aufheizen der politischen Stimmung in Österreich verantworten Sie, und leider ist das in der Zwischenzeit Ihr trauriges politisches Geschäftsmodell geworden. Dass das Aufheizen – und jetzt sind wir beim Punkt – der politischen Stimmung auch zu Gewalttaten und zur Stürmung von symbolträchtigen Einrichtungen führen kann, das haben wir bei den Ereignissen rund um das Kapitol in Washington live im Fernsehen erlebt. (Abg. Kickl: Unglaublich! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger.)
Abg. Steger: Dann müsste die ganze Regierung zurücktreten! – Abg. Kickl: Die Staatsgefährder sitzen bei uns in der Regierung! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Da müssen wir alle gemeinsam aufpassen. (Abg. Stefan: Deswegen darf man es nicht verharmlosen!) Wir wollen diese Bilder in Österreich nicht sehen. Wir wollen keine Bilder von Rechtsradikalen auf den Straßen sehen und wir wollen keine Bilder von Politikern in verantwortungsloser Form, ohne Rücksicht auf Verluste, sehen, die die politische Stimmung in Österreich anheizen und die Menschen gegeneinander aufhetzen. (Abg. Steger: Dann müsste die ganze Regierung zurücktreten! – Abg. Kickl: Die Staatsgefährder sitzen bei uns in der Regierung! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Mit Ausnahme einiger Ihrer Getreuen, Herr Kickl, arbeiten hier in diesem Hohen Haus alle Fraktionen miteinander und verantwortungsvoll, auch wenn es manchmal völlig unterschiedliche Meinungen gibt – aber es gibt ein Miteinander. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Und so haben es auch der Bundeskanzler, der Gesundheitsminister und der Innenminister zuletzt geschafft, dass die Polizistinnen und Polizisten, denen wir alle danken, früher – wesentlich früher als vorgesehen – geimpft werden können und damit ihre Einsätze auch bei voller Gesundheit überstehen. (Ruf bei der FPÖ: Kann man sich gegen Gewalt impfen lassen? – Abg. Angerer: Schlusssatz, bitte!)
Sitzung Nr. 99
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Matznetter.
Für einen guten Weg aus der Krise braucht es eine florierende Wirtschaft und eine groß angelegte politische Initiative. Mit der heutigen Erhöhung der Notstandshilfe bis Ende Juni wollen wir allen Menschen, die sich bereits in einer schwierigen Lage befinden, helfen. Diese Maßnahme ist sozial und vor allem jetzt noch notwendig. Unser langfristiges Ziel ist es aber, Arbeit zu schaffen und attraktiv zu gestalten – aus Verantwortung für Österreich. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Matznetter.)
Abg. Belakowitsch: Nein, ich nicht!
Frau Kollegin Großbauer, zu Ihren Anwürfen, die Sie in Ihrer Rede vorhin an meine Person gerichtet haben: Wir können im nächsten Kulturausschuss gerne inhaltlich darüber reden, aber ein bisschen mehr Humor hätte ich Ihnen schon zugetraut, der würde Ihnen guttun. (Abg. Belakowitsch: Nein, ich nicht!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Nein, wir investieren in die Zukunft. Wenn wir ins Volkskundemuseum investieren (Zwischenruf des Abg. Matznetter), dann ist das die Zukunft, denn ein Museum der Stadt Wien verfällt – das Museum gehört ja der Stadt Wien, nicht dem Bund –, aber wir sind es, die sich darum kümmern, dass aus dem was wird, weil dort gemeinsam mit dem Bund etwas Neues (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), etwas Zukunftsträchtiges entstehen soll.
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Dann gibt es 15 Millionen Euro für Infrastruktur der kleineren, der freien Gruppen, 15 Millionen Euro für Digitalisierung. Also wenn das nicht in die Zukunft gerichtet ist, dann weiß ich nicht so recht. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Heiterkeit bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Kassegger und Belakowitsch. – Abg. Kickl: Wie kann man sich nur so blamieren?! Das ist ja unglaublich!
Ein Wort noch zur FPÖ und zu Kollegen Reifenberger: eine herbeigeführte Pandemie – das ist eigentlich unglaublich –; sinnloser Maskenzwang – das ist ebenfalls unglaublich. Ganz ehrlich: Ihre Partei fordert immer wieder, dass wir die Intensivbetten aufrüsten sollen. Sie wissen genau, dass ungefähr ein Drittel all jener, die auf einer Intensivstation liegen, diese Krankheit nicht überlebt. Das heißt, Ihre Aufstockung wäre dann in Wirklichkeit auch noch eine Erhöhung, eine wesentliche Erhöhung der Zahl der Toten in diesem Land. (Heiterkeit bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Kassegger und Belakowitsch. – Abg. Kickl: Wie kann man sich nur so blamieren?! Das ist ja unglaublich!) Ich finde es einfach unglaublich, wenn Sie in diesen Tagen auch noch der Kollegin Humorlosigkeit vorwerfen, so wie Sie das Parlament beschäftigen. Sie haben einen ganz, ganz schrägen Humor, der für Österreich eigentlich unglaublich und unsagbar ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Darum geht es ja nicht, es geht um einen politischen Zusammenhang! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Bei dieser Versammlung hat es wahrscheinlich mehrere Menschen gegeben, die sich nicht daran gehalten haben, und alle können verfolgt werden – alle, nur Herbert Kickl nicht, weil er immun ist. (Abg. Belakowitsch: Darum geht es ja nicht, es geht um einen politischen Zusammenhang! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Deshalb sind wir der Meinung, da das allgemeingültige Maßnahmen im Sinne des Gesundheitsschutzes für alle sind, dass kein Zusammenhang mit der politischen Tätigkeit besteht. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Auf einer politischen Kundgebung!
Wir haben diesen Zusammenhang wegen der Art der Vorschrift, die Abgeordneter Kickl übertreten hat, verneint. (Abg. Belakowitsch: Auf einer politischen Kundgebung!) Kollegin Yildirim hat vorhin ausgeführt, Herbert Kickl hätte im Sinn seiner Partei gehandelt, seine Handlung wäre in diesem Sinne politisch beziehungsweise, wenn ich sie richtig verstanden habe, Äußerung einer politischen Gesinnung gewesen. (Abg. Deimek: ...wenn der Herr Stögmüller ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Hafenecker: Wenn der Herr Stögmüller vom Kran gefallen wäre ...! – Abg. Belakowitsch: Auf einer politischen Kundgebung!
Wenn Sie nämlich hergehen und sagen, es ist eine politische Äußerung (Abg. Hafenecker: Wenn der Herr Stögmüller vom Kran gefallen wäre ...! – Abg. Belakowitsch: Auf einer politischen Kundgebung!), bewusst gegen Vorschriften zu verstoßen, die Leib und Leben unbeteiligter Dritter schützen (Abg. Amesbauer: ... Blödsinn! – Abg. Deimek: Genau! Stögmüller ..., aber das waren die eigenen! – Zwischenruf des Abg. Hafenecker), dann können Sie als Nächstes eine politische Äußerung setzen, indem Sie sich mit 20 Menschen und brennenden Zigarren in ein Wirtshaus setzen (Abg. Amesbauer: Ja, ja, genau ...! – Ruf bei der FPÖ: Darum geht es!) oder indem Sie ganz andere Vorschriften bewusst (neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen) – ja, Ihnen würde das gefallen, Kollege Amesbauer (Abg. Amesbauer: Sicher, mit einer Pfeife dazu ...! – Zwischenruf des Abg. Deimek) – missachten, die die Gesundheit und das Leben von Dritten schützen. (Abg. Wurm: Es bleibt Politjustiz! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Und das kann nicht Form einer politischen Äußerung, einer politischen Willensbekundung sein. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Wurm: Es bleibt Politjustiz! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wenn Sie nämlich hergehen und sagen, es ist eine politische Äußerung (Abg. Hafenecker: Wenn der Herr Stögmüller vom Kran gefallen wäre ...! – Abg. Belakowitsch: Auf einer politischen Kundgebung!), bewusst gegen Vorschriften zu verstoßen, die Leib und Leben unbeteiligter Dritter schützen (Abg. Amesbauer: ... Blödsinn! – Abg. Deimek: Genau! Stögmüller ..., aber das waren die eigenen! – Zwischenruf des Abg. Hafenecker), dann können Sie als Nächstes eine politische Äußerung setzen, indem Sie sich mit 20 Menschen und brennenden Zigarren in ein Wirtshaus setzen (Abg. Amesbauer: Ja, ja, genau ...! – Ruf bei der FPÖ: Darum geht es!) oder indem Sie ganz andere Vorschriften bewusst (neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen) – ja, Ihnen würde das gefallen, Kollege Amesbauer (Abg. Amesbauer: Sicher, mit einer Pfeife dazu ...! – Zwischenruf des Abg. Deimek) – missachten, die die Gesundheit und das Leben von Dritten schützen. (Abg. Wurm: Es bleibt Politjustiz! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Und das kann nicht Form einer politischen Äußerung, einer politischen Willensbekundung sein. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Martin Graf
Wäre Kollege Kickl belangt worden, weil er etwa an einer untersagten Demonstration teilgenommen hätte, dann hätte ich mit Vehemenz dafür gekämpft, dass er nicht ausgeliefert wird (Heiterkeit bei der FPÖ), dass die Immunität aufrechterhalten wird. (Abg. Wurm: Ein Wahnsinn!) Ich sage Ihnen auch, warum: weil es da um das Rechtsgut, um das geschützte Rechtsgut von Ruhe, Ordnung und Sicherheit geht (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Martin Graf), nicht aber um das Rechtsgut Leib und Leben Dritter. – Das ist der Unterschied. (Abg. Wurm: Super erklärt ...!)
Sitzung Nr. 101
Abg. Kickl: Warum sprechen Sie ohne Maske? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Abgeordneter Ralph Schallmeiner (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren zu Hause vor den Bildschirmen! Kommen wir wieder zurück in die Realität und raus aus den was auch immer für Vorstellungen, die Kollege Kickl und seine Partei offensichtlich von der Realität haben! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Kommen wir wieder dorthin, worum es heute hier wirklich geht, denn das waren ja gerade Ausführungen (Abg. Kickl: Warum sprechen Sie ohne Maske? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), die mich eher an ein Marvel-Comic erinnern als an das, was wir heute hier besprechen!
Abg. Belakowitsch: Totalüberwachung ...!
Es ist uns heute etwas gelungen, an dem wir seit März arbeiten (Abg. Belakowitsch: Totalüberwachung ...!), das wir in immer wieder verschiedenen Konstellationen und Anläufen versucht haben, nämlich dass wir es hier in Österreich endlich schaffen, dass getestete, genesene und geimpfte Personen gleichgestellt werden – und das schaut jetzt gut aus. Es schaut jetzt so aus, dass wir das heute hier endlich mit einer breiten Mehrheit beschließen, die wir dafür auch brauchen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Gar nichts heißt das!
Was ist die Ausgangssituation? – Die Ausgangssituation ist, dass rund um den 19. Mai herum – das ist ja dieses avisierte Datum, an dem wir einen Schritt zurück in die Normalität kommen wollen – in etwa 50 Prozent der Impfwilligen in Österreich zumindest den ersten Stich bekommen haben werden. Das heißt (Abg. Belakowitsch: Gar nichts heißt das!), das sind Menschen, die versuchen, sich durch eine Impfung aktiv gegen Covid zu schützen. Da braucht es jetzt entsprechende rechtliche Rahmenbedingungen, um diesen Menschen diesen Schritt zurück in die Normalität, in die gesellschaftliche Normalität zu ermöglichen.
Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer, Belakowitsch und Schnedlitz.
Wir setzen geimpft, genesen, getestet gleich. Es ist wichtig, dass es keine Diskriminierung gibt, auch wenn Kollege Kickl hier etwas gänzlich anderes sagt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer, Belakowitsch und Schnedlitz.) Es gibt nämlich keine Diskriminierung, weil es für diejenigen, die nicht geimpft oder nicht genesen sind, eben eine Ersatzhandlung in Form des Testens gibt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.) Das Testen tut nicht weh, das ist nicht schlimm, das ist auch keine Herausforderung. Kapieren Sie es bitte endlich einmal! (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Schnedlitz. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.
Wir setzen geimpft, genesen, getestet gleich. Es ist wichtig, dass es keine Diskriminierung gibt, auch wenn Kollege Kickl hier etwas gänzlich anderes sagt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer, Belakowitsch und Schnedlitz.) Es gibt nämlich keine Diskriminierung, weil es für diejenigen, die nicht geimpft oder nicht genesen sind, eben eine Ersatzhandlung in Form des Testens gibt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.) Das Testen tut nicht weh, das ist nicht schlimm, das ist auch keine Herausforderung. Kapieren Sie es bitte endlich einmal! (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Schnedlitz. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Stefan
Der Umgang mit dieser Krankheit in diesem Land wird auch weiterhin eine Herausforderung für uns bleiben! (Zwischenrufe der Abgeordneten Stefan und Schnedlitz.) Schauen Sie sich international um, schauen Sie sich an, was passiert (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Stefan), wenn man eben nichts tut, wenn man es so macht, wie Sie es gerne hätten! (Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ.) Schauen Sie sich an, was sich momentan in Indien abspielt (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer, Belakowitsch, Kickl und Stefan), schauen Sie sich an, was sich in Brasilien abspielt –
Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer, Belakowitsch, Kickl und Stefan
Der Umgang mit dieser Krankheit in diesem Land wird auch weiterhin eine Herausforderung für uns bleiben! (Zwischenrufe der Abgeordneten Stefan und Schnedlitz.) Schauen Sie sich international um, schauen Sie sich an, was passiert (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Stefan), wenn man eben nichts tut, wenn man es so macht, wie Sie es gerne hätten! (Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ.) Schauen Sie sich an, was sich momentan in Indien abspielt (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer, Belakowitsch, Kickl und Stefan), schauen Sie sich an, was sich in Brasilien abspielt –
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es wird auch weiterhin Maßnahmen brauchen, ob Sie wollen oder nicht. Es wird auch weiterhin Vorsicht brauchen (Zwischenruf des Abg. Stefan), damit wir wirklich vorsichtig diese Öffnungsschritte setzen können. Ein Schritt dafür ist eben das, was wir hier heute auch beschließen wollen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Es geht darum, dass wir Perspektiven ermöglichen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), Perspektiven für Kunst und Kultur, für die Gastro, für das gesellschaftliche Leben in diesem Land, angesichts einer Pandemie (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), die uns unser Gesundheitswesen zerstören kann, die für Leid sorgen kann, die auch dafür sorgt, dass Menschen sterben – ist so! (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Menschen sind schon immer gestorben, ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Es geht darum, dass wir Perspektiven ermöglichen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), Perspektiven für Kunst und Kultur, für die Gastro, für das gesellschaftliche Leben in diesem Land, angesichts einer Pandemie (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), die uns unser Gesundheitswesen zerstören kann, die für Leid sorgen kann, die auch dafür sorgt, dass Menschen sterben – ist so! (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Menschen sind schon immer gestorben, ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Menschen sind schon immer gestorben, ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Es geht darum, dass wir Perspektiven ermöglichen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), Perspektiven für Kunst und Kultur, für die Gastro, für das gesellschaftliche Leben in diesem Land, angesichts einer Pandemie (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), die uns unser Gesundheitswesen zerstören kann, die für Leid sorgen kann, die auch dafür sorgt, dass Menschen sterben – ist so! (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Menschen sind schon immer gestorben, ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Was ist das? ... sperrt alle ein, ihr überwacht alle!
Nichtsdestotrotz möchte ich hier auch noch die Möglichkeit nutzen, noch ein anderes Thema kurz anzuschneiden (Zwischenruf des Abg. Martin Graf); es ist mir ein persönliches Anliegen. Ich war letzte Woche ziemlich schockiert, als ich das vom neunten Femizid in diesem Land mitbekommen habe, dem neunten Mord an einer Frau durch einen Mann – alle zwei Wochen gibt es in diesem Land einen Mord. (Abg. Belakowitsch: Was ist das? ... sperrt alle ein, ihr überwacht alle!)
Abg. Belakowitsch: Zum Thema habt ihr eh nix zu sagen! Genieren Sie sich!
Es geht darum, dass wir uns darüber klar werden, dass es nicht nur die Angebote braucht, für die die Politik sorgt. Gestern ist auch der Herr Minister gemeinsam mit unserer Klubobfrau vor die Presse getreten. Es gibt heute Nachmittag auch einen Gipfel dazu (Abg. Belakowitsch: Zum Thema habt ihr eh nix zu sagen! Genieren Sie sich!), bei dem es um entsprechende Maßnahmen geht. Es geht aber auch darum, was wir als Männer – und da spreche ich ganz konkret uns als Männer an – machen müssen. Wir müssen Vorbilder sein, wir müssen eingreifen, wir müssen diese Angebote auch wahrnehmen, wenn es sie gibt. Es gilt vor allem auch: Wir als Männer – als Väter – sind dafür verantwortlich, dass wir unsere Söhne so erziehen, dass sie eben anders werden und nicht ein falsches, ein toxisches Männlichkeitsbild an den Tag legen. Auch das möchte ich hier an dieser Stelle gesagt haben. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir wissen aus Studien, dass rund 20 Prozent der Bevölkerung Impfungen gegenüber doch sehr skeptisch eingestellt sind. Unser gemeinsames Ziel – und ich sage bewusst: unser gemeinsames Ziel – muss es sein, genau dieses wichtige Fünftel in der Bevölkerung zu überzeugen, und zwar – da bin ich vollkommen auf Ihrer Linie – nicht mit Impfzwang (Abg. Kickl: Ach!), sondern mit klaren und ehrlichen Antworten auf die Fragen der Bevölkerung. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Länger?!
Der Besuch beim Wirten, beim Friseur, von Konzerten oder Theateraufführungen oder das Reisen – alles ist künftig möglich, wenn man genesen, negativ getestet oder geimpft ist. Das ist ein Prinzip, das uns, glaube ich, leider länger begleiten wird. (Abg. Belakowitsch: Länger?!) Daher muss es gut durchdacht sein, wenn es um die Umsetzung dieses Prinzips geht. Wichtig ist aus unserer Sicht dabei, dass es eine praktische, eine praktikable Lösung für alle in Österreich gibt, auch für die älteren Menschen, die kein Hightechsmartphone für das Auslesen von QR-Codes besitzen. Wichtig ist eine Lösung mit Weitsicht, bei der im Sinne unserer Reisefreiheit weit über unsere nationalen Grenzen hinaus gedacht wird. Wichtig ist, eine Lösung zu haben, bei der natürlich vorsichtig und sorgsam mit den persönlichen Daten der Bevölkerung umgegangen wird.
Abg. Belakowitsch: Warum habt ihr den Sport überhaupt zugesperrt?
Ich komme zum zweiten Punkt. Das Wesentliche dieses Entwurfs ist es, die Voraussetzungen für diese Öffnungen, die ab 19. Mai bevorstehen, zu schaffen. Das sind sehr breite Öffnungen: Die Schulen werden wieder in einen generellen Präsenz- und Regelbetrieb übergeführt, Sport, Kultur werden geöffnet (Abg. Belakowitsch: Warum habt ihr den Sport überhaupt zugesperrt?), Gastronomie, Tourismus werden wieder zugänglich gemacht, körpernahe Dienstleistungen werden weitergeführt. Das sind sehr ambitionierte Schritte, und es ist gut, dass sie gesetzt werden.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wovon reden wir heute? – Wir sagen, dass Menschen, die bereits geimpft sind, sich in Zukunft nicht in der Teststraße anstellen müssen, sondern gleich (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) wie getestete Menschen und genesene Menschen behandelt werden. Das ist das Einzige, worüber wir heute reden.
Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
wovor? – Diese Regierung mit unserem Kanzler und Vizekanzler und ihrem Team hat uns so durch diese Pandemie gebracht! (Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) Lest die deutschen Zeitungen – die wären froh, wenn sie so eine Regierung hätten –, lest die italienischen Zeitungen, fragt die Südtiroler! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.) Die würden sich alle zehn Finger ablecken, wenn sie so eine Regierung hätten wie wir, die der Wirtschaft und dem Arbeitsmarkt so drüberhilft. Wir sind ein Beispiel! (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Kickl.)
Abg. Amesbauer: Warum? Was ist ihr Zustand? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Sechs Monate ist es her, dass die Gastronomie erneut schließen musste (Abg. Amesbauer: Warum? Was ist ihr Zustand? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), sechs harte Monate, in denen die Tourismusbetriebe, die Gastronomie, die Kunst- und Kulturschaffenden ihrer Erwerbstätigkeit nicht nachgehen konnten und auch nicht gewusst haben, wie es weitergeht. Kollege Obernosterer hat schon gefragt, wie es dem Tourismus geht, und da geht es nicht nur um die Existenz oder um den finanziellen Aspekt – ich glaube, wir haben zahlreiche gute Maßnahmen aufgestellt –, sondern es geht auch darum, dass es nicht lustig ist, ohne Beschäftigung zu Hause zu sitzen. Wir haben in der Krise gemerkt, was es heißt, wenn ein wichtiger Wirtschaftszweig, wie es der Tourismus ist, stillsteht: was es für das BIP heißt (Abg. Wurm: Das BIP kennt ihr nur vom Hörensagen!), was es für den Arbeitsmarkt heißt – in Tirol ist beispielsweise jeder dritte Arbeitsplatz vom Tourismus abhängig (Abg. Belakowitsch: Und das haben Sie erst nach 15 Monaten erkannt!?) –, was es für die indirekte Wertschöpfungskette heißt, vom Bauer im Ort bis hin zur Bergführerin, aber auch was es für unser soziales Leben heißt.
Abg. Belakowitsch: Und das haben Sie erst nach 15 Monaten erkannt!?
Sechs Monate ist es her, dass die Gastronomie erneut schließen musste (Abg. Amesbauer: Warum? Was ist ihr Zustand? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), sechs harte Monate, in denen die Tourismusbetriebe, die Gastronomie, die Kunst- und Kulturschaffenden ihrer Erwerbstätigkeit nicht nachgehen konnten und auch nicht gewusst haben, wie es weitergeht. Kollege Obernosterer hat schon gefragt, wie es dem Tourismus geht, und da geht es nicht nur um die Existenz oder um den finanziellen Aspekt – ich glaube, wir haben zahlreiche gute Maßnahmen aufgestellt –, sondern es geht auch darum, dass es nicht lustig ist, ohne Beschäftigung zu Hause zu sitzen. Wir haben in der Krise gemerkt, was es heißt, wenn ein wichtiger Wirtschaftszweig, wie es der Tourismus ist, stillsteht: was es für das BIP heißt (Abg. Wurm: Das BIP kennt ihr nur vom Hörensagen!), was es für den Arbeitsmarkt heißt – in Tirol ist beispielsweise jeder dritte Arbeitsplatz vom Tourismus abhängig (Abg. Belakowitsch: Und das haben Sie erst nach 15 Monaten erkannt!?) –, was es für die indirekte Wertschöpfungskette heißt, vom Bauer im Ort bis hin zur Bergführerin, aber auch was es für unser soziales Leben heißt.
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Stefan: Aber nur für die mit grünem Pass! Nur für bestimmte Menschen! – Abg. Belakowitsch: Aber nur für Geimpfte, oder!?
Nicht nur die Gastronomie, sondern, glaube ich, vor allem auch Kunst und Kultur haben uns wahnsinnig gefehlt, und das nicht nur wegen des wirtschaftlichen Aspekts. (Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) Auf dem Weg hierher habe ich ein Plakat von Kulturschaffenden gelesen, mit der Aufschrift: „Ohne [...]uns[...] wird’s still“. Ich glaube, wir sind froh, wenn diese Stille vorbei ist und endlich wieder Veranstaltungen stattfinden können. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Stefan: Aber nur für die mit grünem Pass! Nur für bestimmte Menschen! – Abg. Belakowitsch: Aber nur für Geimpfte, oder!?)
Abg. Belakowitsch: Wo ist der Gamechanger? Wann kommt der?
Ich weiß, dass die Planungssicherheit in dieser schwierigen Zeit wahnsinnig schwierig ist. Wir haben es in der Vergangenheit gesehen, als uns die Pandemie immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Wir haben aber jetzt unsere Testkapazitäten massiv aufgestockt, und mit der Impfung greift ein absoluter Gamechanger. (Abg. Belakowitsch: Wo ist der Gamechanger? Wann kommt der?) Darum wollen wir im Mai auf die Öffnungen fokussieren, weil das der Tourismus, die Gastronomie im Hinblick auf Vorbereitung und auch im Hinblick auf die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen brauchen. (Abg. Stefan: Das hätten sie schon ein paarmal gebraucht!)
Zwischenruf des Abg. Kickl. – Abg. Belakowitsch: ... internationale Pharmakonzerne ...!
Ich muss aber gleich dazusagen, dass wir schon noch mit angezogener Handbremse fahren. Die Pandemie endet nämlich nicht am 19.5., und darum müssen wir alle, denke ich, damit verantwortlich umgehen, wenn es um die Öffnungsschritte geht. Unser Weg aus der Krise heißt Sicherheitskonzepte einhalten, die Vorsichtsmaßnahmen noch einhalten, testen und impfen, impfen, impfen. (Zwischenruf des Abg. Kickl. – Abg. Belakowitsch: ... internationale Pharmakonzerne ...!)
Abg. Belakowitsch: ... privatisieren ...!
Was ich aber nicht unerwähnt lassen möchte, ist – wir haben heute schon von allen Bereichen, die geöffnet werden sollen, etwas gehört (Abg. Belakowitsch: ... privatisieren ...!) –, dass es noch einen Teilbereich im Tourismus gibt, der nicht geöffnet wird, der sich noch in der Warteschleife befindet, und das ist die Nachtgastronomie. Das ist vor allem die Klubszene. Das war der erste Bereich, der geschlossen wurde, und es wird auch der letzte sein, der öffnen wird, und ich denke, dass es wichtig ist, dass man diese Branche finanziell gut absichert, damit es sie auch noch gibt, wenn sie wieder aufsperren kann. Wie wichtig die Nachtgastronomie ist, muss ich hier, glaube ich, nicht extra betonen. Ich hoffe, wir haben alle schon Nächte erlebt, an die wir uns heute noch gerne zurückerinnern.
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Ich erinnere an das Kaufhaus Österreich. (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) Ich glaube, es ist mittlerweile in ganz Österreich ein Begriff. In der Genese waren das Harald Mahrer, Präsident der Präsidenten, und Frau Ministerin Schramböck, die sich hingestellt und gesagt haben: Wir haben eine Lösung für die Pandemie, und das ist das Kaufhaus Österreich. Alle Unternehmen werden boomen, Amazon hat am österreichischen Markt keine Chance mehr, und damit haben wir alle Probleme gelöst. – Das Problem war, es wurde zum Millionengrab, weil es eine Insellösung war, von Anfang an nicht konzipiert und einfach schlecht durchgedacht. (Beifall bei den NEOS sowie der Abg. Fürst.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordnete Dr. Elisabeth Götze (Grüne): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! Ich spreche einmal vom Osten Österreichs: viereinhalb Wochen harter Lockdown, und er hat sich gelohnt. Ab heute haben die Geschäfte wieder offen und – ganz wichtig – auch Kulturbetriebe wie Museen; körpernahe Dienstleistungen sind wieder möglich. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Die Albertina, die am Weg hierher liegt, hat seit heute wieder offen. Darüber freue ich mich wirklich sehr. Es haben übrigens auch Büchereien und der Zoo wieder offen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Meine geschätzten Damen und Herren, ich möchte schon eines festhalten: Es war unser Kanzler, der im Sommer 2020 angekündigt hat, dass wir bereits im Jänner 2021 zu impfen beginnen. Wir haben bereits am 27. Dezember zu impfen begonnen! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es war unser Kanzler, der vor ein paar Monaten angekündigt hat, dass es große Öffnungsschritte im Mai geben wird – und am 19. Mai ist es so weit: Wir werden mit unseren Entscheidungen, die wir getroffen haben, und mit der Hilfe der Bevölkerung öffnen können, und das ist gut und richtig so! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Wir sind nicht weiter als andere Länder, Herr Kollege!
Meine geschätzten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Was ist ein weiterer Grund dafür, dass wir am 19. Mai öffnen können, und warum sind wir weiter als andere Länder? (Abg. Belakowitsch: Wir sind nicht weiter als andere Länder, Herr Kollege!) Weil wir in Österreich ein Testsystem etabliert haben, das in Europa seinesgleichen sucht. Wir sind Weltmeister beim Testen, und das ist gut so. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Bleiben Sie bei der Wahrheit!) – Frau Kollegin Belakowitsch, ich versuche, es Ihnen zu erklären, das Problem ist, ich kann es nicht für Sie verstehen. Das ist das Problem. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Bleiben Sie bei der Wahrheit!
Meine geschätzten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Was ist ein weiterer Grund dafür, dass wir am 19. Mai öffnen können, und warum sind wir weiter als andere Länder? (Abg. Belakowitsch: Wir sind nicht weiter als andere Länder, Herr Kollege!) Weil wir in Österreich ein Testsystem etabliert haben, das in Europa seinesgleichen sucht. Wir sind Weltmeister beim Testen, und das ist gut so. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Bleiben Sie bei der Wahrheit!) – Frau Kollegin Belakowitsch, ich versuche, es Ihnen zu erklären, das Problem ist, ich kann es nicht für Sie verstehen. Das ist das Problem. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Amesbauer: Das ist ja der Wahnsinn! – Abg. Belakowitsch: Hören Sie auf damit!
Wir testen in den Schulen, wir testen in den Apotheken, wir testen in den Gemeinden, in den Teststraßen. (Abg. Amesbauer: Das ist ja der Wahnsinn! – Abg. Belakowitsch: Hören Sie auf damit!) Die Gemeinden, die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, sind dabei die starken Partner dieser Bundesregierung in der Pandemiebekämpfung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Heiterkeit bei der FPÖ – Abg. Belakowitsch: Geh bitte!
Die Gemeinden, die Länder setzen die Teststrategie der Bundesregierung eins zu eins um (Ruf bei der FPÖ: Leider, leider!), und man sieht, dass sehr, sehr vieles in diesem Land gut funktioniert. Jetzt und heute geht es darum, dass wir die Rahmenbedingungen schaffen, um in bestimmten Bereichen, in vielen Bereichen öffnen zu können: im Sport – ein Herzensanliegen von mir (Heiterkeit bei der FPÖ – Abg. Belakowitsch: Geh bitte!) ‑, im Tourismus, in der Gastronomie und in Kunst und Kultur.
Abg. Belakowitsch: Wir sind überall Schlusslicht! Schlusslicht beim Öffnen, Schlusslicht in der Wirtschaft!
Wir wollen auch da Vorreiter sein, so wie wir das in vielen anderen Bereichen auch sind. (Abg. Belakowitsch: Wir sind überall Schlusslicht! Schlusslicht beim Öffnen, Schlusslicht in der Wirtschaft!) Es braucht natürlich Konzepte, damit wir sicher öffnen können, und mit dieser Novelle stellen wir heute sicher, dass es eine Gleichstellung getesteter, geimpfter und natürlich von Corona genesener Personen gibt, die als Zeichen der Immunität Antikörper gebildet haben. (Abg. Amesbauer: Das ist so dumm! Das ist so dämlich!)
Abg. Belakowitsch: Na, machen wir auf!
Es ist vor allem für den Wirtschaftsstandort Österreich wichtig, dass wir aufmachen, es ist wichtig für die Arbeitsplätze, dass wir aufmachen. (Abg. Belakowitsch: Na, machen wir auf!) Die Arbeitslosenzahlen gehen zum Glück bereits zurück. Daran sieht man, dass die Maßnahmen, die diese Bundesregierung gesetzt hat, auch funktionieren und wirken. Und, meine geschätzten Damen und Herren, wir werden auch weitere Maßnahmen mit dem Ziel, Menschen wieder in Beschäftigung zu bringen, setzen. Das ist uns ein großes
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
300 Millionen Euro (Abg. Martin Graf: Um Gottes willen! Noch ... Maßnahmen!) für die Aktion Sprungbrett: Wir werden 300 Millionen Euro investieren. Unser Ziel ist es, dass wir in den nächsten Jahren 50 000 Langzeitarbeitslose wieder in Beschäftigung bekommen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.) Wir wollen die Arbeitslosigkeit nicht verwalten, so wie andere es wollen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), sondern wir wollen Menschen in Beschäftigung bekommen.
Zwischenruf der Abgeordneten Belakowitsch und Steger.
Wichtig ist auch, meine geschätzten Damen und Herren – weil ich Kollegen Martin Graf sehe, der ja auch sportbegeistert ist –, dass wir am 19. März mit dem Sport durchstarten. (Zwischenruf der Abgeordneten Belakowitsch und Steger.) 15 000 Vereine atmen auf. Die Funktionärinnen und Funktionäre haben vor allem in dieser schwierigen Zeit gezeigt, dass sie es können Wir waren ein starker Partner mit der finanziellen Unterstützung (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Steger), mit dem NPO-Fonds, und wir werden auch weiterhin ein starker Partner für die Ehrenamtlichen und für die Sportvereine in diesem Land sein. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ich möchte den heutigen Beschluss in den Vordergrund stellen, da ich glaube, dass es für die Menschen in diesem Land sehr wichtig ist, dass wir sie gleichstellen, egal ob sie geimpft, getestet oder genesen sind (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Martin Graf), und dass sie damit sozusagen die Eintrittskarte ins Café, ins Gasthaus (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), in ein Hotel oder auch in eine Kultur- oder Sportveranstaltung haben. Diese Gleichstellung ist, glaube ich, absolut mit einem sozialen Ausgleich und mit Gerechtigkeit vor allem jenen Menschen gegenüber verbunden, die auch bereit sind, diese Pandemie mit zu bekämpfen – und das tun, Gott sei Dank, sehr viele in diesem Land. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.)
Beifall bei ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Nur so wird es gehen – das kapiert fast die ganze Welt, nur nicht die Freiheitliche Partei in Österreich. (Beifall bei ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Na, du!
Am Ende trennt sich halt auch die Spreu vom Weizen. Es ist auch für eine regierende Partei nicht einfach, durch eine solche Krisenzeit zu kommen – ja! – (Ruf bei der FPÖ: ... auch noch ...!), und der, der ohne Fehler ist, der werfe den ersten Stein. (Abg. Belakowitsch: Na, du!) Es gibt keine Checkliste oder kein Handbuch für die Bewältigung einer Pandemie, wie es sie seit 100 Jahren nicht gegeben hat, oder für eine wirtschaftliche Situation, wie wir sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht hatten, aber eines kann ich Ihnen sagen: Wir haben alles getan – und beinahe rund um die Uhr –, um den Schutz der Bevölkerung, den Schutz der Menschen in diesem Lande in den Vordergrund zu stellen, wir haben alles getan, damit wir diese Krisensituation wirtschaftlich so gut wie möglich bestehen und damit wir allen unter die Arme greifen, die sich in einer schwierigen Situation befinden. Das haben wir gemacht, meine Damen und Herren (Beifall bei ÖVP und Grünen), bis zum heutigen Tag, und wir werden es auch noch darüber hinaus tun. (Abg. Kickl: ... andere!)
Abg. Belakowitsch: ... vor Ostern? Was ihr schon alles versprochen habt!
Jetzt ist es so weit: Das, was angekündigt wurde, wird umgesetzt. Wir haben gesagt: Mitte Mai werden wir große Öffnungsschritte setzen. (Abg. Belakowitsch: ... vor Ostern? Was ihr schon alles versprochen habt!) Das wird jetzt zu Papier gebracht, meine Damen und Herren. Wir öffnen die Wirtshäuser (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), wir öffnen den Tourismus, wir öffnen die Kulturveranstaltungen, wir öffnen den Sport. Warum? – Weil genau das Impfen und die erfolgreiche Teststrategie, die wir in unserem Land umgesetzt haben, die Grundvoraussetzungen dafür sind, dass wir das tun können. Wir können das mit einer bisherigen Bilanz, die in Ordnung ist, tun, meine Damen und Herren.
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Jetzt ist es so weit: Das, was angekündigt wurde, wird umgesetzt. Wir haben gesagt: Mitte Mai werden wir große Öffnungsschritte setzen. (Abg. Belakowitsch: ... vor Ostern? Was ihr schon alles versprochen habt!) Das wird jetzt zu Papier gebracht, meine Damen und Herren. Wir öffnen die Wirtshäuser (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), wir öffnen den Tourismus, wir öffnen die Kulturveranstaltungen, wir öffnen den Sport. Warum? – Weil genau das Impfen und die erfolgreiche Teststrategie, die wir in unserem Land umgesetzt haben, die Grundvoraussetzungen dafür sind, dass wir das tun können. Wir können das mit einer bisherigen Bilanz, die in Ordnung ist, tun, meine Damen und Herren.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Meidet jenen Besuch! Ihr könnt nicht ins Wirtshaus gehen! – All diese Dinge sind uns nicht leicht gefallen (Abg. Amesbauer: Na sicher!), weil wir das auch nicht wollen, es ist aber einzig und allein der Pandemie geschuldet. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Sitzung Nr. 103
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich kann Ihnen nur sagen, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, als Regierungsmitglied, insbesondere als Bundeskanzler, gerade in Zeiten einer Pandemie, in Zeiten einer Weltwirtschaftskrise, da trifft man täglich schwierige Entscheidungen. (Moi-Rufe bei der SPÖ.) Man hat täglich die Aufgabe, abzuwiegen: zwischen dem Gesundheitsschutz auf der einen Seite und dem Recht von Schülerinnen und Schülern, in die Schule zu gehen, auf der anderen Seite. Man hat die Aufgabe, zwischen dem Schutz von Risikogruppen und auf der anderen Seite dem Eingriff in Freiheitsrechte abzuwiegen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Hafenecker und Belakowitsch. – Abg. Kickl: Das ist jetzt die alte Rede ...!
Dass man persönlich attackiert wird, dass man persönlich angegriffen wird (Ruf bei der FPÖ: Das ist neu!), das gehört anscheinend auch dazu. Und ich gebe zu, man muss einiges aushalten, aber ich habe mich in all den Jahren der Spitzenpolitik ganz gut daran gewöhnt. (Abg. Kickl: Na, das glaub ich nicht!) Aber die letzten Tage, Wochen und Monate haben aus meiner Sicht einen neuen Höhepunkt in der Art und Weise der Debatte gebracht, denn es geht überhaupt nicht mehr um den Wettbewerb der besten Ideen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Hafenecker und Belakowitsch. – Abg. Kickl: Das ist jetzt die alte Rede ...!) Es geht nicht einmal mehr darum, die Entscheidungen anderer zu kritisieren, sondern es geht absolut und ausschließlich nur darum, andere zu diffamieren, zu beschädigen und irgendwie zu vernichten. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP. – Moi-Rufe bei SPÖ und FPÖ.)
Abg. Kickl: Ich sage es Ihnen ...! – Zwischenruf des Abg. Scherak. – Abg. Belakowitsch: Was geht Sie das an, wer da redet?!
Die Taktik ist ja eine eindeutige. (Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker.) Sehr geehrte Damen und Herren, es ist doch offensichtlich, dass so etwas sogar schon manchen Parteiobleuten der Opposition selbst zu schmutzig ist. Es ist nicht einmal mehr die Parteiobfrau Rendi-Wagner, die selbst diese Rede hält (Zwischenruf bei der SPÖ), sondern es werden Personen wie Abgeordneter Krainer ausgewählt, die dann über andere sagen: „ohne Anstand, ohne Respekt und ohne Moral. Das ist Ihr Charakter“. (Abg. Kickl: Ich sage es Ihnen ...! – Zwischenruf des Abg. Scherak. – Abg. Belakowitsch: Was geht Sie das an, wer da redet?!) – Eine Art und Weise der Selbsterhöhung der eigenen Person, der eigenen Partei, die nichts mehr mit demokratischem Diskurs zu tun hat. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Rauch. – Abg. Kickl: Kafkaesk!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Rauch. – Abg. Kickl: Kafkaesk!
Die Taktik ist ja eine eindeutige. (Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker.) Sehr geehrte Damen und Herren, es ist doch offensichtlich, dass so etwas sogar schon manchen Parteiobleuten der Opposition selbst zu schmutzig ist. Es ist nicht einmal mehr die Parteiobfrau Rendi-Wagner, die selbst diese Rede hält (Zwischenruf bei der SPÖ), sondern es werden Personen wie Abgeordneter Krainer ausgewählt, die dann über andere sagen: „ohne Anstand, ohne Respekt und ohne Moral. Das ist Ihr Charakter“. (Abg. Kickl: Ich sage es Ihnen ...! – Zwischenruf des Abg. Scherak. – Abg. Belakowitsch: Was geht Sie das an, wer da redet?!) – Eine Art und Weise der Selbsterhöhung der eigenen Person, der eigenen Partei, die nichts mehr mit demokratischem Diskurs zu tun hat. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Rauch. – Abg. Kickl: Kafkaesk!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Pandemie zu überwinden? (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wie schaffen wir es, gut das wirtschaftliche Comeback zustande zu bringen?, und vor allem: Wie schaffen wir es, Menschen, die ihren Job verloren haben, wieder in Beschäftigung zu bringen? (Zwischenruf des Abg. Loacker.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Trotzdem beschäftigen wir uns hier im Parlament mit dem sogenannten Ibiza-Untersuchungsausschuss. Obwohl ich zugeben muss, dass mich diese Thematik mittlerweile ein Stück weit emotionalisiert, versuche ich trotzdem, zunächst einmal das anzusprechen, was uns verbindet. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es verbindet uns meiner Meinung nach parteiübergreifend ein klares Bekenntnis zum Rechtsstaat und ein klares Bekenntnis zur parlamentarischen Kontrolle. (Abg. Leichtfried: Ach so!) Und ja, U-Ausschüsse können ein wesentlicher Beitrag zur parlamentarischen Kontrolle sein. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Bösch: Ganz was Neues!)
Abg. Belakowitsch: Das ist eine Unterstellung, Herr Bundeskanzler!
Was uns trennt, sehr geehrte Damen und Herren, ist die Art und Weise, wie der Ausschuss angelegt wird. (Abg. Kickl: Sie haben es unterschätzt! – Zwischenruf des Abg. Bösch.) Es geht nämlich – und ich war dort selbst als Auskunftsperson geladen – nicht mehr um Wahrheitsfindung, sondern einzig und allein um Diffamierung des politischen Gegners. (Abg. Belakowitsch: Das ist eine Unterstellung, Herr Bundeskanzler!) Ich bin selbstverständlich meiner Pflicht nachgekommen, dort als Auskunftsperson zur Verfügung zu stehen. Ich habe wahrheitsgemäß geantwortet und nach bestem Wissen und Gewissen dort agiert. (Abg. Kassegger: Was ist Ihr Zugang ...?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abschließend, sehr geehrte Damen und Herren, ist mir eines wichtig: Herr Abgeordneter Krainer hat am Ende gesagt, er kann sich vorstellen, dass das nicht ganz angenehm ist, wenn man Beschuldigter ist. Er hat nicht dazugesagt, wer mich angezeigt hat. Er hat dann weiter ausgeführt, dass er mir persönlich alles Gute wünscht. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ob ich ihm das abnehmen kann, das weiß ich nicht, aber mir ist schon wichtig, eines festzuhalten (Abg. Belakowitsch: So weinerlich sind Sie heute!):
Abg. Belakowitsch: So weinerlich sind Sie heute!
Abschließend, sehr geehrte Damen und Herren, ist mir eines wichtig: Herr Abgeordneter Krainer hat am Ende gesagt, er kann sich vorstellen, dass das nicht ganz angenehm ist, wenn man Beschuldigter ist. Er hat nicht dazugesagt, wer mich angezeigt hat. Er hat dann weiter ausgeführt, dass er mir persönlich alles Gute wünscht. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ob ich ihm das abnehmen kann, das weiß ich nicht, aber mir ist schon wichtig, eines festzuhalten (Abg. Belakowitsch: So weinerlich sind Sie heute!):
Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ – Abg. Belakowitsch: Ja, sicher!
So mühsam und so schwierig die letzten Tage auch waren, so dankbar bin ich für die unzähligen Rückmeldungen, die ich erhalten habe, nicht nur von Wählerinnen und Wählern der Volkspartei, sondern auch von vielen, die eigentlich Ihre Parteien gewählt haben (Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ – Abg. Belakowitsch: Ja, sicher!) und die mir gesagt haben, dass sie diesen Stil in der Politik weder gutheißen noch unterstützen wollen, sehr geehrte Damen und Herren. (Anhaltender Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Was ist da unterstellend?
Dazu möchte ich festhalten (Abg. Kickl: ... vorsichtig formulieren!), dass bereits Ihre Frage unterstellend ist. Ich habe im Untersuchungsausschuss nach bestem Wissen und Gewissen die Wahrheit gesagt. (Abg. Belakowitsch: Was ist da unterstellend?)
Abg. Belakowitsch: Haben Sie was zu sagen? – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Ruf: Nur auf der persönlichen, diffamierenden Ebene!
Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Frau Klubobfrau, ich möchte Ihnen etwas ausrichten: Für mich ist es gar nicht so relevant, ob Sie eine gute oder eine schlechte Rede halten. Aus meiner Sicht war das wieder eine sehr schlechte Rede. (Ruf bei der SPÖ: Geh bitte! – Ruf bei den NEOS: ... persönliche Angriffe, das ist die ÖVP!) Sie haben in Ihrer Partei ja sowieso nichts zu sagen, insofern ist das nicht sonderlich relevant. (Abg. Belakowitsch: Haben Sie was zu sagen? – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Ruf: Nur auf der persönlichen, diffamierenden Ebene!)
Abg. Belakowitsch: Wieder aufgenommen!
Zu Herrn Kollegen Krainer: Aus meiner Sicht war das wieder eine Märchenstunde, wie wir sie aus dem Untersuchungsausschuss kennen. Recht viel mehr ist es nicht. Ich sage ja seit Wochen, wir haben dort keinen Erkenntnisgewinn. (Abg. Kassegger: Lästig, das Parlament!) Seine Aussagen haben das wieder einmal mehr bewiesen. Wir diskutieren zum 25. Mal die Schredderaffäre. Ich möchte die Schredderaffäre kurz aufgreifen, weil ich damit wirklich sehr gut aufzeigen kann, wie dort mit Auskunftspersonen umgegangen wird. Wir wissen, die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen zur Schredderaffäre längst eingestellt. (Abg. Belakowitsch: Wieder aufgenommen!) Was passiert? – Immer die, die nach der unabhängigen Justiz rufen, nämlich Frau Krisper und Herr Krainer, können das natürlich nicht akzeptieren. Sie müssen neuerlich eine Anzeige einbringen. (Abg. Hörl: Aha!)
Abg. Belakowitsch: Dann heben wir sie auf!
ganz einfach ungerecht ist, dass die Auskunftsperson unter strenger Wahrheitspflicht steht. (Abg. Belakowitsch: Dann heben wir sie auf!) Sie muss dort wahnsinnig aufpassen, dass sie sich nicht in Widersprüche verheddert. Das ist nämlich das einzige Ziel dieser Befragung. Das muss man in aller Deutlichkeit sagen. (Zwischenruf der Abg. Krisper.) Und der Herr Abgeordnete Krainer darf dort alles: Er darf dort die Unwahrheit sagen, er darf unterstellen, er darf beleidigen. Ich würde mir also schon eine Geschäftsordnungsdebatte wünschen, wo wir zumindest ein bisschen einen Gleichstand herstellen können. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Meinl-Reisinger und Melchior.)
Zwischenruf des Abg. Loacker. – Abg. Belakowitsch: ... Konvolut geschrieben!
Ich hätte noch so viele Themen, über die ich gerne berichten würde, wie Frau Krisper und ihr unmögliches Verhalten im Untersuchungsausschuss. (Zwischenruf des Abg. Loacker. – Abg. Belakowitsch: ... Konvolut geschrieben!) Danke noch einmal, dass Sie das Dossier aufgegriffen haben. Das ist ja der beste Beweis dafür, mit welchen Unterstellungen, Untergriffen und rhetorischen Fallen hier gearbeitet wird.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Das ist aber heute nicht das Thema!
Ich möchte mich einem Thema zuwenden, das, glaube ich, die Österreicherinnen und Österreicher wirklich interessiert, nämlich, dass wir Gott sei Dank sehr gut aus der Coronapandemie kommen. Ich möchte ausdrücklich festhalten, dass wir beim Testen Weltmeister sind. Die Strategie, die federführend vom Herrn Bundeskanzler angetrieben worden ist – testen, testen, testen –, ist ein Erfolgsgarant. Das muss und kann man nicht oft genug sagen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Das ist aber heute nicht das Thema!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker.
Ja, das Parlament und seine Abgeordneten können nervig und lästig sein und sicher manches Mal auch ungerecht. Nicht jede Anfrage ist gerechtfertigt oder sinnvoll. Ich erinnere mich da beispielsweise an Anfragen zu den gelagerten Klopapierrollen in den Regierungsressorts seitens der Freiheitlichen oder auch an Anfragen, die in einer Tonalität und mit inhaltlichen Fehlern gespickt gestellt werden, die sicher nicht der Würde des Hauses entsprechen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
All das, dass das Parlament lästig sein kann, ist keine Entschuldigung dafür, ihm mit Respektlosigkeit zu begegnen. Selbstverständlich müssen alle Anfragen beantwortet werden, seien sie noch so deppert (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), denn nicht die Regierenden bestimmen darüber, was gefragt werden darf und was nicht – das machen wir!
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Mag. Klaus Fürlinger (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren Ministerinnen und Minister! Lassen Sie mich vielleicht ein Beispiel nennen: Sie arbeiten in einer Firma mit mehreren Tausend Personen. Sie kommen am Montagmorgen in Ihr Büro, machen Kaffee, fahren den Computer hoch, und zu Beginn der Woche gibt es einen kleinen Chat mit einem Freund in einer anderen Abteilung, der vielleicht weit weg sitzt: Wie war das Wochenende? Wie geht es? Wie geht es den Kindern? Was habt ihr gemacht? Was habt ihr für Urlaubspläne? (Abg. Kassegger: Was ist denn das für ein Unternehmen?) – Man plaudert und chattet 10, 15 Minuten, und dann geht es an die Arbeit. Das passiert mehrere Wochen: Montags immer der Montagsauftaktplausch bis hin zu: Seid ihr alle gesund? (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ist jemand krank? Geht jemand auf Kur? Ihr führt einen persönlichen Kalender – alles Daten, die ihr zulässigerweise auf diesem Computer führt.
Abg. Belakowitsch: Welches Studium meinen Sie? – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Ich beobachte des Weiteren, dass Sebastian Kurz seit dem Tag, an dem er Bundeskanzler geworden ist, persönlich angegriffen und diffamiert wurde. Vom ersten Tag an war es nie ein Angriff in der Sache, es war immer ein Angriff auf seine Person. Vom ersten Tag an ging es darum, ihm sein jugendliches Alter, sein Studium, seinen Anzug bis hin zu seiner Physiognomie vorzuwerfen (Abg. Belakowitsch: Welches Studium meinen Sie? – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), und bis zum heutigen Tage gipfelt es in dem Slogan, den die Opposition jetzt verwendet: „Kurz muss weg!“ – als ob das ein Programm wäre, als ob das ein inhaltliches Statement wäre. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Kickl. – Abg. Belakowitsch: Verbrennen Sie sich nicht!
Als Parlamentarier sage ich hier und jetzt gegenüber der Regierung: Hier sitzen ehrenwerte Leute auf der Regierungsbank (Beifall bei der ÖVP), die sich in den Dienst der Republik gestellt haben. (Zwischenruf des Abg. Kickl. – Abg. Belakowitsch: Verbrennen Sie sich nicht!) Es sind Persönlichkeiten, die für Demokratie, für Rechtsstaatlichkeit stehen und sich in unserem Land dafür einsetzen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl.) Sie verdienen dafür von uns allen ein Mindestmaß an Respekt, auch wenn wir politisch anders denken. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Haben Sie vergessen, was das Thema des heutigen Tages ist?
Zweitens bin ich etwas überrascht: Kein einziger meiner Vorredner hat eigentlich darüber gesprochen, wer wir als Parlament sind, außer: Kontrollorgan! Kontrollorgan! – Das ist richtig, es ist eine unserer Funktionen, dass wir einen Untersuchungsausschuss bilden können, aber haben wir vergessen, was unsere eigentliche Funktion ist? Wir sind die Legislative! (Abg. Belakowitsch: Haben Sie vergessen, was das Thema des heutigen Tages ist?)
Abg. Belakowitsch: Sie sind ja nicht christlich-sozial!
Zweitens: Ich bin zusammengezuckt, als Matznetter aus der Bibel zitiert hat. Herr Kollege, das ist für einen echten christlich-sozialen Politiker echt ein starkes Stück, wenn man sich so etwas anhören muss. (Abg. Belakowitsch: Sie sind ja nicht christlich-sozial!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.
Haus – auf einen Spitzenpolitiker, irgendein Patzerl wird immer hängen bleiben. (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.) Und wenn das immer und immer wieder geschieht, bringt das dann natürlich mit sich, dass man hier auch als Person, als redlicher Politiker in Mitleidenschaft gezogen wird.
Abg. Belakowitsch: Seit wann?
Ich sage Ihnen aber auch Folgendes: Wenn man am Wochenende unterwegs ist – Kickl rennt Marathon und will Triathlet werden oder ist es eh schon –, trifft man wenige Menschen, die da mithalten können. Der Großteil der Bevölkerung ist woanders unterwegs. Wir reden aber mit den Leuten. (Abg. Belakowitsch: Seit wann?) Und wenn wir mit ihnen reden, dann sagen sie: Was ist das für eine Allianz gegen einen Bundeskanzler, der sich tagtäglich bemüht, das Beste zu geben, damit wir gut aus dieser Pandemie und aus dieser Wirtschaftskrise herauskommen? Das ist es, ja! Das ist es, worauf es ankommt, und auf nichts anderes! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Viele Bürgerinnen und Bürger verstehen auch überhaupt nicht, warum der Bundeskanzler angezeigt wird. Sie wollen, dass gearbeitet wird. Die Menschen wollen, dass wir gemeinsam gut durch diese Krise kommen, und die Menschen haben das Recht, dass wir das auch tun. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Und Österreich kommt gut durch diese Krise, wenn wir zusammenstehen, wenn wir zusammenhalten und wenn wir uns nicht gegenseitig anzeigen und diffamieren. (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.)
Sitzung Nr. 105
Abg. Kickl: Sie patzen sich selber an! – Abg. Belakowitsch: Sogar der Präsident lacht Sie schon aus!
Ich bin seit 20 Jahren politisch aktiv – ich bin erst 35, keine Sorge, aber einfach schon so lange politisch interessiert – und für mich war Politik immer der Wettbewerb der besten Ideen. Liebe Zuseherinnen und Zuseher, in dieser Legislaturperiode vermisse ich diesen Wettbewerb der besten Ideen in der Politik. (Rufe bei der SPÖ: Ja, wir auch! Vertagungen im Ausschuss!) Es geht seit Beginn dieser Legislaturperiode nur darum, andere anzupatzen (Ruf bei den NEOS: Na geh, jetzt hör auf!), zu sagen, welche Dinge zu wenig, zu schlecht sind oder welche Institution nicht ausreichend genug ist, aber es geht nie um die besten Ideen. (Abg. Kickl: Sie patzen sich selber an! – Abg. Belakowitsch: Sogar der Präsident lacht Sie schon aus!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich war jetzt wegen einer Schulterverletzung sechs Wochen ambulant auf Reha, und da war natürlich das Impfen auch ein großes Thema, auch Sätze, die so gefallen sind und die immer wieder für Aufmerksamkeit sorgen, wie zum Beispiel jener des bekannten Infektiologen Primarius Wenisch, der gesagt hat: „Wenn Sie sich nicht impfen lassen, ist ihr Risiko 100 Prozent, also ganz garantiert, dass Sie die Krankheit kriegen werden irgendwann in Ihrem Leben“, oder auch jener von Professor Kollaritsch, der gesagt hat: „Wenn Sie die Impfung nicht mögen, versuchen Sie es mit der Krankheit!“ (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Darauf haben immer weniger Menschen in Österreich Lust, und das ist auch gut so. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
den Menschen, vielleicht wird es dann für Sie erklärbarer, warum wir für das Impfen eintreten, für jede Art von Schutz, die uns durch diese Pandemie weiter begleitet! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Sagen sie irgendwas zum Volksbegehren?
Die Impfstoffe, die in Österreich zugelassen sind, sind sicher, sind überprüft und sind zuverlässig, darauf können Sie sich verlassen. Glauben Sie nicht all das, was an Unwahrheiten und wirklicher Gefährdung im Netz kursiert (Zwischenruf des Abg. Amesbauer), sondern glauben Sie Ihrer Hausärztin, Ihrem Hausarzt, da sind Sie auf jeden Fall besser beraten! (Abg. Belakowitsch: Sagen sie irgendwas zum Volksbegehren?)
Abg. Amesbauer: Und alle anderen sind unsolidarisch! – Abg. Belakowitsch: So viel zum Thema Freiwilligkeit!
Einen Appell lassen Sie mich zum Schluss auch noch aussprechen: Niemand muss, alle können und viele wollen sich impfen lassen. Das ist für mich auch ein Zeichen der Freiwilligkeit, das ist für mich ein Zeichen der Solidarität und des Verantwortungsbewusstseins. (Abg. Amesbauer: Und alle anderen sind unsolidarisch! – Abg. Belakowitsch: So viel zum Thema Freiwilligkeit!) Das sollte uns vor allem als gutes Vorbild auszeichnen.
Abg. Belakowitsch: Gibt es sie denn nicht?!
Abgeordneter Ralph Schallmeiner (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren zu Hause an den Bildschirmen! Dieses Volksbegehren für Impffreiheit kommt aus meiner Sicht ein bisschen wie eine Mogelpackung daher, weil es in Zeiten wie diesen, in Zeiten einer gewissen Aufgeregtheit auch in unserem Land suggeriert, dass es hier in Österreich so etwas gäbe wie eine Impfpflicht, ob eine direkte oder indirekte, sei dahingestellt, aber es suggeriert eben, dass es diese Impfpflicht geben würde. (Abg. Belakowitsch: Gibt es sie denn nicht?!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wie schon gesagt: Wir reden hier über dieses Volksbegehren, das aus meiner Sicht wie eine Mogelpackung daherkommt. (Abg. Wurm: Das ist sehr abschätzig!) So ehrlich muss man nämlich auch sein: Ja. Es gibt in gewissen Gesundheitsberufen eine Vorgabe, beispielsweise dass man sich gegen Hepatitis C prophylaktisch impfen lässt, und es ist auch gut so, dass es das gibt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ansonsten würde man nämlich in den Krankenhäusern ganz schön blöd dreinschauen, wie man bei uns in Oberösterreich so schön sagt. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Wurm.)
Abg. Belakowitsch: Warum nicht?
Ja. Ich wäre auch froh, würden wir die Impfung nicht brauchen. Wir haben aber gerade eine Pandemie, und jetzt brauchen wir die Impfung, denn sonst können wir die Pandemie nicht überwinden. Viele Bürger schreiben uns Mails: Die einen wollen die Impfungen nicht, die anderen wollen die Tests nicht und wieder andere wollen die Masken nicht. Ja. Das Ganze geht uns allen schon gewaltig auf die Nerven, und es geht auch mir auf die Nerven, aber ohne Impfung, ohne Test, ohne Maske, ohne all das wird es nicht gehen. (Abg. Belakowitsch: Warum nicht?) Nichts von alledem: Das kann man sich wünschen, wie man sich auch warme Eislutscher wünschen kann. Das wird aber nicht gehen! Schön wäre, wenn es ginge! (Abg. Belakowitsch: Natürlich geht es!)
Abg. Belakowitsch: Natürlich geht es!
Ja. Ich wäre auch froh, würden wir die Impfung nicht brauchen. Wir haben aber gerade eine Pandemie, und jetzt brauchen wir die Impfung, denn sonst können wir die Pandemie nicht überwinden. Viele Bürger schreiben uns Mails: Die einen wollen die Impfungen nicht, die anderen wollen die Tests nicht und wieder andere wollen die Masken nicht. Ja. Das Ganze geht uns allen schon gewaltig auf die Nerven, und es geht auch mir auf die Nerven, aber ohne Impfung, ohne Test, ohne Maske, ohne all das wird es nicht gehen. (Abg. Belakowitsch: Warum nicht?) Nichts von alledem: Das kann man sich wünschen, wie man sich auch warme Eislutscher wünschen kann. Das wird aber nicht gehen! Schön wäre, wenn es ginge! (Abg. Belakowitsch: Natürlich geht es!)
Abg. Belakowitsch: Na, na, na!
Ich möchte auf zwei Punkte eingehen, die in dem Volksbegehren angesprochen werden. Erstens wird auch gefordert, dass nicht zwangsweise elektronische Chips implantiert werden können. – Das ist völlig aus der Luft gegriffen! Das lässt an Verschwörungstheorien denken. (Abg. Belakowitsch: Na, na, na!) Das bedaure ich, denn das entwertet das Grundanliegen des Volksbegehrens ein wenig, und das ist schade. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Gesundheit der Menschen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Schauen wir, dass wir aus dieser Krise rauskommen, dass wir in Österreich wirklich wieder einen guten Weg gehen können, dass die Menschen wieder Arbeit haben und dass wir endlich diese Coronakrise hinter uns lassen!
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker.
Er hätte dir über die Doppelbesteuerungsabkommen erzählt. Er hätte dir erzählt, dass es die Möglichkeit gibt, dass ein Unternehmen, das in zwei Staaten einen Sitz hat, versehentlich von beiden für denselben Umsatz besteuert wird. Um das zu vermeiden, gibt es Abkommen, zum Beispiel zwischen der Republik Österreich und Italien, weil es EU-Staaten sind. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker.) Wenn es passiert, dass ein österreichisches Unternehmen im Ausland zu Unrecht ein zweites Mal besteuert wird, wird ein Verständigungsverfahren eingeleitet.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Dieses Verständigungsverfahren, meine Damen und Herren, ist etwas, das gesetzlich geregelt ist und das auf Ebene der Finanzbehörden beider Länder passiert. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wenn dann herauskommt, dass 40 Millionen Euro zu viel Steuern bezahlt worden sind, dann ist da niemand durch Veruntreuung geschädigt, sondern es wird ein gesetzlicher Zustand hergestellt, sodass ein österreichisches Unternehmen nicht mehr Steuern bezahlt, weil es im Ausland auch eine Betriebsstätte hat. Das ist alles. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker.
Euch ist es aber halt auch lieber, über die Zeit, die wir gemeinsam regiert haben, irgendwelche zweitklassigen Krimis zu erzählen, irgendwelche unlogischen Verknüpfungen zu schaffen und Dinge zu kriminalisieren, die vollkommen normal sind. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker.)
Sitzung Nr. 107
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Bevor ich auf die Kurzarbeit und die Veränderungen, die der Herr Minister ja auch schon skizziert hat, noch im Detail eingehe: Frau Kollegin Belakowitsch, es ist immer ein bisschen mühsam – das war es im Ausschuss auch schon –, wenn uns irgendetwas unterstellt und dann gesagt wird: Mit uns gibt es das nicht, dieses und jenes, und das ist Sozialabbau! – Es wird in dieser Republik ja noch erlaubt sein, dass sich Organisationen, die sich im unternehmerischen Bereich betätigen, Gedanken darüber machen, wie es uns wieder gelingt, Menschen leichter in den Arbeitsmarkt zu bringen, wieder Beschäftigung anzunehmen. Sowohl der Herr Minister als auch unsere Fraktion in meiner Person haben im Ausschuss ganz klar gesagt, dass es im Regierungsprogramm nicht so vorgesehen ist und diese Vorschläge derzeit auch nicht diskutiert werden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie können dieses Mantra weiter verbreiten, aber es ist, glaube ich, ganz klar – der Minister hat es ja auch gesagt –, dass das derzeit nicht auf der Agenda steht. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Bevor ich auf die Kurzarbeit und die Veränderungen, die der Herr Minister ja auch schon skizziert hat, noch im Detail eingehe: Frau Kollegin Belakowitsch, es ist immer ein bisschen mühsam – das war es im Ausschuss auch schon –, wenn uns irgendetwas unterstellt und dann gesagt wird: Mit uns gibt es das nicht, dieses und jenes, und das ist Sozialabbau! – Es wird in dieser Republik ja noch erlaubt sein, dass sich Organisationen, die sich im unternehmerischen Bereich betätigen, Gedanken darüber machen, wie es uns wieder gelingt, Menschen leichter in den Arbeitsmarkt zu bringen, wieder Beschäftigung anzunehmen. Sowohl der Herr Minister als auch unsere Fraktion in meiner Person haben im Ausschuss ganz klar gesagt, dass es im Regierungsprogramm nicht so vorgesehen ist und diese Vorschläge derzeit auch nicht diskutiert werden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie können dieses Mantra weiter verbreiten, aber es ist, glaube ich, ganz klar – der Minister hat es ja auch gesagt –, dass das derzeit nicht auf der Agenda steht. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: ... sind Sie sich sicher, Frau Kollegin?
Eine weitere Tatsache – diese Zahl wurde heute auch nicht genannt –, die mir sehr wichtig ist: Am Gipfel der Pandemie wurden über eine Milliarde Arbeitsplätze abgesichert. Diese Zahl kann sich sehen lassen. (Abg. Belakowitsch: ... sind Sie sich sicher, Frau Kollegin?) Ich möchte mich auch bei der Bundesregierung dafür bedanken, dass wir das geschafft haben. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Wurm: Drei Nullen! – Abg. Belakowitsch: Es waren eh nur drei Nullen!
Abgeordnete Tanja Graf (ÖVP): Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Minister! Geschätzte Kollegen und Kolleginnen! Liebe Zuschauer! Bevor ich starte, noch kurz zu Kollegen Loacker: Ja, ich habe mich wegen des Wortes „Milliarde“ statt Million in meinem letzten Redebeitrag dann selbst korrigiert (Abg. Wurm: Drei Nullen! – Abg. Belakowitsch: Es waren eh nur drei Nullen!), die Zuschauer haben das nicht mehr gehört, und ich habe gesagt: wurden „abgesichert“, und nicht: geschaffen – das nur zur Korrektur.
Abg. Belakowitsch: Ja!
Bei all den hier vorliegenden Anträgen kann ich eines ganz genau erkennen: Wir haben ein gemeinsames Anliegen, und dieses gemeinsame Anliegen liegt eben darin, Menschen zu fördern und zu unterstützen, um wieder in Beschäftigung zu kommen. Allerdings ist halt bei der Thematik des Zugangs, wie wir das schaffen könnten, schon ein wesentlicher Unterschied zwischen Regierungs- und Oppositionsparteien vorhanden. Die SPÖ springt eben von der Aktion 20 000 auf die Aktion 40 000, die FPÖ, Frau Kollegin Belakowitsch – wenn ich Sie direkt ansprechen darf –, springt sogar auf 100 000. Sie möchten die Anträge der SPÖ eindeutig toppen. Und weil Sie es vorhin auch angesprochen haben: Sie haben gesagt, dass wir Ihre Vorschläge einmal anschauen sollen. Die habe ich mir angeschaut (Abg. Belakowitsch: Ja!), und eines ist ganz klar: Ihre Vorschläge sind eine Bündelung von bereits bestehenden Arbeitsmarktinstrumenten. Das ist nichts Neues, das ist eine Überschrift, Frau Kollegin. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Ribo. – Abg. Belakowitsch: Nicht nur lesen! ... verstehen, was Sie lesen ... sinnerfassend lesen!) Da ist keine Strategie dahinter.
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Ribo. – Abg. Belakowitsch: Nicht nur lesen! ... verstehen, was Sie lesen ... sinnerfassend lesen!
Bei all den hier vorliegenden Anträgen kann ich eines ganz genau erkennen: Wir haben ein gemeinsames Anliegen, und dieses gemeinsame Anliegen liegt eben darin, Menschen zu fördern und zu unterstützen, um wieder in Beschäftigung zu kommen. Allerdings ist halt bei der Thematik des Zugangs, wie wir das schaffen könnten, schon ein wesentlicher Unterschied zwischen Regierungs- und Oppositionsparteien vorhanden. Die SPÖ springt eben von der Aktion 20 000 auf die Aktion 40 000, die FPÖ, Frau Kollegin Belakowitsch – wenn ich Sie direkt ansprechen darf –, springt sogar auf 100 000. Sie möchten die Anträge der SPÖ eindeutig toppen. Und weil Sie es vorhin auch angesprochen haben: Sie haben gesagt, dass wir Ihre Vorschläge einmal anschauen sollen. Die habe ich mir angeschaut (Abg. Belakowitsch: Ja!), und eines ist ganz klar: Ihre Vorschläge sind eine Bündelung von bereits bestehenden Arbeitsmarktinstrumenten. Das ist nichts Neues, das ist eine Überschrift, Frau Kollegin. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Ribo. – Abg. Belakowitsch: Nicht nur lesen! ... verstehen, was Sie lesen ... sinnerfassend lesen!) Da ist keine Strategie dahinter.
Abg. Belakowitsch: Ja, macht was! ... noch nichts zusammengebracht!
Wenn man sich die Anträge genauer anschaut, dann muss man sagen: Begrenzte Jobs zu schaffen, die nicht nachhaltig sind, das kann nicht unser Zugang sein. Kollege Koza hat es gesagt: Wir schaffen Jobs in jeder Rechtsform. Dann eine Auflistung von Nullachtfünfzehn-Ideen, in Form von Schlagwörtern: Das kann auch nicht der richtige Zugang sein. – Noch einmal: Es muss uns ein gemeinsames Anliegen sein – und es ist auch der ÖVP ein Anliegen –, Menschen in Beschäftigung zu bringen. (Abg. Belakowitsch: Ja, macht was! ... noch nichts zusammengebracht!) Das muss unser gemeinsames Anliegen sein, und das können wir nur schaffen, wenn wir eine Gesamtstrategie entwickeln!
Abg. Belakowitsch: Wer von der ÖVP? Wirklich, wer? Wer genau hat das aufgezählt? – Abg. Wurm: Wer?
Die Aufgabe der Politik ist es, die Menschen in diesem Land gut durch die Krise zu bringen – und nichts anderes machen wir. Kollege Koza, aber auch Minister Kocher und auch die KollegInnen von der ÖVP haben hier wirklich detailliert aufgezählt, welche Maßnahmen gesetzt wurden und gesetzt werden. (Abg. Belakowitsch: Wer von der ÖVP? Wirklich, wer? Wer genau hat das aufgezählt? – Abg. Wurm: Wer?) – Kollege Wurm, Sie sind, glaube ich, nach mir dran, dann können Sie Ihre Standpunkte aufzeigen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Können Sie sagen, wer ...?) Nicht zu vergessen sind die vielen Unterstützungshilfen in der Wirtschaftskrise.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Können Sie sagen, wer ...?
Die Aufgabe der Politik ist es, die Menschen in diesem Land gut durch die Krise zu bringen – und nichts anderes machen wir. Kollege Koza, aber auch Minister Kocher und auch die KollegInnen von der ÖVP haben hier wirklich detailliert aufgezählt, welche Maßnahmen gesetzt wurden und gesetzt werden. (Abg. Belakowitsch: Wer von der ÖVP? Wirklich, wer? Wer genau hat das aufgezählt? – Abg. Wurm: Wer?) – Kollege Wurm, Sie sind, glaube ich, nach mir dran, dann können Sie Ihre Standpunkte aufzeigen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Können Sie sagen, wer ...?) Nicht zu vergessen sind die vielen Unterstützungshilfen in der Wirtschaftskrise.
Abg. Belakowitsch: Ja dann macht halt was! Hallo!
ÄrztInnen, PflegerInnen, BetreuerInnen, Reinigungsdamen in der Pflege, RettungssanitäterInnen, Zivildiener – all diese Personen haben ihr Leben riskiert, um andere Leben zu retten. All diese Personen haben bis zur Erschöpfung für uns gearbeitet. Was gab es dafür? – Einen Applaus. (Abg. Belakowitsch: Ja dann macht halt was! Hallo!) Ich habe damals gesagt und sage auch heute, dass ein Applaus allein nicht reicht. (Abg. Belakowitsch: ... Frau Kollegin!) Vom Applaus kann man keine Miete zahlen, vom Applaus kann man auch keine Kinder ernähren. Wir haben immer gesagt: Es muss mehr kommen!, und es wird mehr kommen.
Abg. Belakowitsch: ... Frau Kollegin!
ÄrztInnen, PflegerInnen, BetreuerInnen, Reinigungsdamen in der Pflege, RettungssanitäterInnen, Zivildiener – all diese Personen haben ihr Leben riskiert, um andere Leben zu retten. All diese Personen haben bis zur Erschöpfung für uns gearbeitet. Was gab es dafür? – Einen Applaus. (Abg. Belakowitsch: Ja dann macht halt was! Hallo!) Ich habe damals gesagt und sage auch heute, dass ein Applaus allein nicht reicht. (Abg. Belakowitsch: ... Frau Kollegin!) Vom Applaus kann man keine Miete zahlen, vom Applaus kann man auch keine Kinder ernähren. Wir haben immer gesagt: Es muss mehr kommen!, und es wird mehr kommen.
Abg. Belakowitsch: Bei den Handelsangestellten? Bei denen bleibt es beim Applaus, oder?
den Handelsangestellten?) Wir haben heute den Initiativantrag ordnungsgemäß eingebracht, und um das klarzustellen: Der Bonus ist von allen bundesgesetzlichen Abgaben befreit. Wenn die Länder sich entscheiden sollten, mehr als 500 Euro auszuzahlen – was mich sehr freuen würde –, wäre das auch abgabenfrei. (Abg. Belakowitsch: Bei den Handelsangestellten? Bei denen bleibt es beim Applaus, oder?)
Beifall bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Kindesweglegung!
Wir brauchen die Pflegereform – wir brauchen sie. Warum brauchen wir sie? – Weil die Pflege über Jahre und Jahrzehnte vernachlässigt wurde. Da schaue ich bewusst auch in Richtung SPÖ: Ihr wart da auch in der Verantwortung. Heute regt ihr euch manchmal darüber auf, dass in der Pflege nichts weitergeht, aber ihr habt es in der Pflege so weit kommen lassen. Ihr wart die, die für die Pflege verantwortlich waren. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Kindesweglegung!)
Abg. Belakowitsch: Ihr seid schon eineinhalb Jahre in der Regierung!
Trotzdem möchte ich mit einem Danke abschließen (Abg. Belakowitsch: Ihr seid schon eineinhalb Jahre in der Regierung!) – ich zähle sie noch einmal auf –: Danke an die ÄrztInnen, Danke an die PflegerInnen, Danke an die BetreuerInnen, Danke an die Reinigungsfrauen, Danke an die Zivildiener, Danke auch an die RettungssanitäterInnen – ihr habt diesen Bonus mehr als verdient. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Sie sind christlich-sozial?
Als christlich-soziale Gewerkschafterin bin ich stolz auf diese Errungenschaft (Abg. Belakowitsch: Sie sind christlich-sozial?) und sehe es als unseren Auftrag, dass wir die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die vor der Pension stehen, darüber informieren.
Abg. Belakowitsch: Im Ausschuss wollen Sie die Arbeitslosigkeit bekämpfen? Wie wollen Sie das machen?
Schließen möchte ich mit folgendem Statement: Nutzen wir doch die Zeit in den zahlreichen Ausschüssen für Arbeit und Soziales, um gemeinsam die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen (Abg. Belakowitsch: Im Ausschuss wollen Sie die Arbeitslosigkeit bekämpfen? Wie wollen Sie das machen?), denn nur so können wir Österreich wieder vorwärtsbringen, und nur so haben auch wir Gewerkschafter, egal ob sozialdemokratische, freiheitliche, die konsequente Interessenvertretung von den Grünen oder wir, die christlich-sozialen Gewerkschafter (Abg. Belakowitsch: Sie sind ja nicht sozial!), die Möglichkeit, auch in Zukunft Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bestens zu vertreten! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Sie sind ja nicht sozial!
Schließen möchte ich mit folgendem Statement: Nutzen wir doch die Zeit in den zahlreichen Ausschüssen für Arbeit und Soziales, um gemeinsam die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen (Abg. Belakowitsch: Im Ausschuss wollen Sie die Arbeitslosigkeit bekämpfen? Wie wollen Sie das machen?), denn nur so können wir Österreich wieder vorwärtsbringen, und nur so haben auch wir Gewerkschafter, egal ob sozialdemokratische, freiheitliche, die konsequente Interessenvertretung von den Grünen oder wir, die christlich-sozialen Gewerkschafter (Abg. Belakowitsch: Sie sind ja nicht sozial!), die Möglichkeit, auch in Zukunft Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bestens zu vertreten! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich bedanke mich ausdrücklich bei dir, Frau Bundesminister, für die Vorausschau. Ich möchte schon daran erinnern und vielleicht auch Kollegen Hauser ansprechen, weil wir vor drei, vier Wochen darüber geredet haben, wie es mit der Sommersaison ausschaut: Es war noch nicht klar, ob die internationalen Grenzen aufgehen, es war auch bei Weitem nicht absehbar, dass Deutschland die Grenzen aufmacht, dass wir von diesen Quarantänebestimmungen loskommen werden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es gab auch bei uns die Diskussion, die Quarantänebestimmungen bis zum Ende dieses Monats beizubehalten, und (in Richtung Bundesministerin Köstinger) deinem Einsatz ist es zu verdanken, dass wir diese Geißel des Tourismus der letzten Monate losgeworden sind. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich bedanke mich ausdrücklich bei dir, Frau Bundesminister, für die Vorausschau. Ich möchte schon daran erinnern und vielleicht auch Kollegen Hauser ansprechen, weil wir vor drei, vier Wochen darüber geredet haben, wie es mit der Sommersaison ausschaut: Es war noch nicht klar, ob die internationalen Grenzen aufgehen, es war auch bei Weitem nicht absehbar, dass Deutschland die Grenzen aufmacht, dass wir von diesen Quarantänebestimmungen loskommen werden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es gab auch bei uns die Diskussion, die Quarantänebestimmungen bis zum Ende dieses Monats beizubehalten, und (in Richtung Bundesministerin Köstinger) deinem Einsatz ist es zu verdanken, dass wir diese Geißel des Tourismus der letzten Monate losgeworden sind. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Auch betreffend den grünen Pass ein Danke an Sie, Frau Bundesminister, und an den Herrn Bundeskanzler; er sieht zwar noch nicht ganz dem digitalen Österreich entsprechend aus (ein foliertes Schriftstück in die Höhe haltend), aber immerhin, ich konnte heute mit diesem grünen Pass schon etwas konsumieren. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das ist die Voraussetzung, und wir müssen scharf darauf schauen, dass die drei Gs eingehalten werden – getestet, geimpft oder genesen. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Und die, die sich nicht impfen lassen wollen, sollen sich eines Besseren belehren lassen – oder eben nicht ins Gasthaus gehen (Abg. Belakowitsch: Eh nicht!) –, dann bekommen wir vielleicht bis zum Herbst eine Impfrate zustande, mithilfe derer wir nicht wieder mit einem großen Risiko in den nächsten Winter hineingehen. (Zwischenruf der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.)
Abg. Belakowitsch: Eh nicht!
Auch betreffend den grünen Pass ein Danke an Sie, Frau Bundesminister, und an den Herrn Bundeskanzler; er sieht zwar noch nicht ganz dem digitalen Österreich entsprechend aus (ein foliertes Schriftstück in die Höhe haltend), aber immerhin, ich konnte heute mit diesem grünen Pass schon etwas konsumieren. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das ist die Voraussetzung, und wir müssen scharf darauf schauen, dass die drei Gs eingehalten werden – getestet, geimpft oder genesen. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Und die, die sich nicht impfen lassen wollen, sollen sich eines Besseren belehren lassen – oder eben nicht ins Gasthaus gehen (Abg. Belakowitsch: Eh nicht!) –, dann bekommen wir vielleicht bis zum Herbst eine Impfrate zustande, mithilfe derer wir nicht wieder mit einem großen Risiko in den nächsten Winter hineingehen. (Zwischenruf der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.)
Zwischenruf der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.
Auch betreffend den grünen Pass ein Danke an Sie, Frau Bundesminister, und an den Herrn Bundeskanzler; er sieht zwar noch nicht ganz dem digitalen Österreich entsprechend aus (ein foliertes Schriftstück in die Höhe haltend), aber immerhin, ich konnte heute mit diesem grünen Pass schon etwas konsumieren. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das ist die Voraussetzung, und wir müssen scharf darauf schauen, dass die drei Gs eingehalten werden – getestet, geimpft oder genesen. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Und die, die sich nicht impfen lassen wollen, sollen sich eines Besseren belehren lassen – oder eben nicht ins Gasthaus gehen (Abg. Belakowitsch: Eh nicht!) –, dann bekommen wir vielleicht bis zum Herbst eine Impfrate zustande, mithilfe derer wir nicht wieder mit einem großen Risiko in den nächsten Winter hineingehen. (Zwischenruf der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Kasperl!), egal, ob aus politischen Erwägungen, egal, ob mit der Intention, zu polarisieren. Das tut uns weh. Sie haben demonstrativ keine Masken getragen und damit die Kolleginnen und Kollegen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Parlamentsdirektion und der Klubs auch dementsprechend gefährdet. Ihnen war es egal. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen, meine sehr geehrten Damen und Herren: Die Debatten werden rauer, ich habe gar nichts dagegen, dass sie rauer werden, aber ich würde schon bitten, dass wir die Debatten auf einem bestimmten Niveau halten (Abg. Kassegger: Ja, ja, passt schon!), die politische Kultur auf einem bestimmten Niveau halten. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich glaube, dass wir uns auch dementsprechend gegenseitigen Respekt entgegenbringen sollten, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Kassegger.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ und bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Die SPÖ hat vergessen, zu klatschen!
Mein Zugang dazu ist, dass für Abgeordnete die Regeln eigentlich im selben Ausmaß gelten müssen wie für alle anderen Menschen. Es gibt zwei Ausnahmen: Eine Ausnahme ist, wenn das freie Mandat dadurch eingeschränkt wird – das geht natürlich nicht. Die zweite Ausnahme ist, wenn das passive Wahlrecht eingeschränkt wird – auch das geht nicht, das ist nicht akzeptabel. Ich sage Ihnen offen: Das prinzipielle Tragen von Masken schränkt weder das freie Mandat noch das passive Wahlrecht ein, und deshalb ist es auch zulässig, es im österreichischen Nationalrat vorzuschreiben. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ und bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Die SPÖ hat vergessen, zu klatschen!)
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Ich startete daher eine persönliche Befragung von Parlamentsmitarbeitern – vertraulich. Ein gutes Dutzend habe ich bis jetzt geschafft – vielleicht nicht ganz repräsentativ, aber immerhin. Das Ergebnis ist: Kein Einziger hat Angst vor uns oder hat sich irgendwo, zu irgendeinem Zeitpunkt oder bei irgendjemandem über uns beschwert, weil wir Freiheitlichen, auch wenn wir überhaupt keine Manieren haben, den Parlamentsmitarbeitern auch nie aufgelauert haben, um ihnen dann ins Gesicht zu husten. (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) Es gab nun einmal Abstand, und sie vertrauen darauf, dass wir uns auch die Hände waschen, nachdem wir irgendwelche Anlagen benutzt haben. Es gab also keine Beschwerden, sondern – im Gegenteil – sie fühlen sich von den anderen Fraktionen etwas vereinnahmt, weil es pausenlos heißt, sie hätten solche Angst und würden sich über uns beschweren.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Zweitens brauchen wir ein klares Prozedere in Fragen der Aktenlieferung. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Der Verfassungsgerichtshof hat uns einen neuen Rechtsrahmen gegeben. Wir sprechen ja teilweise nicht mehr nur von abstrakter Relevanz, sondern es ist alles zu liefern. Ich halte aber schon auch deutlich fest: Wir müssen auch die persönlichen Rechte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ministerien schützen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es kann nicht sein, dass persönliche Daten übermittelt werden, die dann sofort wieder an die Medien hinausgespielt werden, damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diffamiert werden. Da braucht es auch ein ordentliches Prozedere. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Hafenecker und Hoyos-Trauttmansdorff.
Ich sage Ihnen, Herr Kollege Krainer: Ich habe elendslange Geschäftsordnungsdebatten erlebt, in denen Sie die Dinge ganz einfach nicht zur Kenntnis genommen haben. Für Sie hat der Verfahrensrichter null Autorität. Da muss ich leider auch Sie, Frau Kollegin Krisper, anschauen. Sie wissen, wie Sie mit der sehr erfahrenen Verfahrensrichterin umgegangen sind – das war letztklassig, das möchte ich schon auch festhalten. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Hafenecker und Hoyos-Trauttmansdorff.) Sie haben gesagt: Das nehme ich mit Bedauern zurück!, aber Sie haben sich bis zum heutigen Tag nicht bei Frau Verfahrensrichterin Dr. Ilse Huber entschuldigt, und das sollten Sie längst einmal machen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Stögmüller: Das ist auch unterstellend! – Zwischenruf des Abg. Deimek. – Ruf bei der FPÖ: Unterstellungspolitik!)
Abg. Belakowitsch: Eben!
Abgeordnete Sigrid Maurer, BA (fortsetzend): Okay, zum eigentlichen Gegenstand: Ich habe am Montag hier eine Rede gehalten, in der ich auf unsere Verantwortung als Abgeordnete hier im Parlament verwiesen habe: unverbrüchliche Treue auf die Republik, auf die Verfassungsgesetze und alle anderen Gesetze – darauf sind wir angelobt worden. (Abg. Hafenecker: Das ist schon der erste Widerspruch!) Die Verfassung und dieser Auftrag gelten für alle Abgeordneten dieses Hauses. (Ruf bei der SPÖ: Anstand!) Die Kontrolle der Exekutive ist nicht ausschließlich eine Aufgabe der Opposition, sondern aller Abgeordneter. (Abg. Belakowitsch: Eben!) Das wichtigste oder stärkste Instrument, das wir zur Kontrolle der Exekutive haben, ist der Untersuchungsausschuss. (Abg. Hafenecker: Warum drehen Sie ihn ab?! – Weitere Zwischenrufe bei Abgeordneten von SPÖ, FPÖ und NEOS.)
Abg. Belakowitsch: Na sicher, genau!
Ich möchte an dieser Stelle auch noch sagen, weil es hier Sorge wegen der Bäume gibt: Ich bin mir sicher, dass es, sollte der Untersuchungsgegenstand gleich oder ähnlich ausfallen und dieselben Akten zu liefern sein, möglich sein wird, einen pragmatischen Weg zu finden, die bereits gedruckten Akten zu versperren und dann wieder herauszuholen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Eypeltauer.) Ich bin mir sicher, dass uns das gelingen kann, das gemeinsam in der Präsidiale zu diskutieren (Abg. Belakowitsch: Na sicher, genau!), auch mit den Ministerien, denen die Akten gehören und die sie zurückbekommen könnten. Also das ist sicher nicht ein Hindernis, das unüberwindbar ist.
Sitzung Nr. 109
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Abgeordneter Ralph Schallmeiner (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrte Damen und Herren zu Hause vor den Bildschirmen! Zuvor muss ich kurz auf das replizieren, was Klubobmann Kickl eben von sich gegeben hat. Zum einen: Wenn man das, was sich derzeit oder was sich in den letzten 15 Monaten weltweit abgespielt hat, als „sogenannte Pandemie“ bezeichnet (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), dann weiß man eh, dass man offensichtlich in einem Paralleluniversum lebt. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Amesbauer: Genau! Genau!) Und wer Gesundheit und die Auswirkungen auf andere mit schuldig oder unschuldig verquickt oder die Bedrohung des Gesundheitswesens einfach negiert, disqualifiziert sich aus meiner Sicht von selber. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Die dritte Herausforderung, die es gibt, oder die dritte Dimension, wenn Sie so möchten, ist eben die EU-Dimension. Es geht darum, dass wir da eine Lösung brauchen, die europaweit einheitlich und anerkannt ist, und auch das haben wir jetzt mit dem heute vorliegenden Abänderungsantrag geschaffen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) – eine Lösung, die sehr, sehr leicht mit den EU-Vorgaben, mit dem grünen Pass der EU adaptierbar ist. Somit sind wir europaweit nicht nur entsprechend Vorreiter, indem wir eben als erstes Land innerhalb der EU mit einer dementsprechenden Lösung kommen, sondern wir stellen gleichzeitig auch sicher, dass wir keine Parallelstrukturen, wie von vielen befürchtet, aufbauen, und wir können damit am Ende des Tages auch eine EU-weite Expertise ablegen.
Abg. Belakowitsch: ... Beschlussfassung geht!
In Summe ist das Ganze eine durchaus komplexe Materie, auch wenn es immer ganz gerne mit irgendwelchen Unterdrückungsfantasien des Herrn Klubobmann Kickl verquickt wird. Es ist halt alles nicht ganz so einfach, wie man es sich vorstellt, deswegen auch eine kurze, leider Gottes, aber doch einwöchige Begutachtungszeit (Abg. Belakowitsch: ... Beschlussfassung geht!), in der man das Ganze noch einmal hat anschauen lassen, zu der man auch die NGOs, die Zivilgesellschaft, Expertinnen und Experten eingeladen hat. Es gab 16 000 Stellungnahmen, von denen sehr, sehr viele wortgleich waren, aber auch für diese Beteiligung ein Danke. (Zwischenruf des Abg. Martin Graf.) Wir haben sehr, sehr viele Ansätze mitnehmen können, insbesondere von den NGOs.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Auch ein ganz besonderes Danke an die Kolleginnen und Kollegen von der Opposition, nämlich von der konstruktiven Opposition, denn es gibt sie, die Kolleginnen und Kollegen der konstruktiven Opposition. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es gibt die NEOS, es gibt die SPÖ, die durchaus bereit sind, aktiv mit uns zusammenzuarbeiten (Beifall bei den Grünen), die eben gerne schauen wollen, dass wir Lösungen für dieses Land zustande bringen. Der FPÖ hingegen geht es nur um Destruktivismus (Zwischenruf des Abg. Martin Graf) und den eigenen Machtkampf, den Herr Kickl mit Herrn Hofer eben momentan führt, bei dem es eigentlich um nichts anderes mehr geht, als den anderen sozusagen zu überflügeln.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das haben wir in den letzten 16 Monaten gesehen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Heute gehen wir wieder einen Schritt weiter, heute geht es wieder um einen Schritt mehr hinaus aus der Pandemiebekämpfung in die Normalität. (Abg. Belakowitsch: „Normalität“! Von was reden Sie überhaupt?) Es geht darum, gleiche Chancen für alle in diesem Land zu schaffen. Ich denke, eine breite Zustimmung scheint heute hier sicher zu sein, dafür möchte ich mich bedanken.
Abg. Belakowitsch: „Normalität“! Von was reden Sie überhaupt?
Das haben wir in den letzten 16 Monaten gesehen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Heute gehen wir wieder einen Schritt weiter, heute geht es wieder um einen Schritt mehr hinaus aus der Pandemiebekämpfung in die Normalität. (Abg. Belakowitsch: „Normalität“! Von was reden Sie überhaupt?) Es geht darum, gleiche Chancen für alle in diesem Land zu schaffen. Ich denke, eine breite Zustimmung scheint heute hier sicher zu sein, dafür möchte ich mich bedanken.
Abg. Belakowitsch: Sie haben überhaupt nichts umrissen!
Zu guter Letzt noch, um sozusagen der ganzen Sache auch noch dienlich zu sein, bringe ich jetzt hier noch den gesamtändernden Abänderungsantrag ein, den ich in meiner Rede gerade kurz umrissen habe. (Abg. Belakowitsch: Sie haben überhaupt nichts umrissen!) Er ist in der Zwischenzeit an die Fraktionen ergangen beziehungsweise ist er auch hier im Haus verteilt worden, und ich bitte um größtmögliche Zustimmung. – In diesem Sinne: Danke schön. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Kickl: Rückhaltloses Wesen! – Zwischenruf des Abg. Martin Graf.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Es wird nach 15 Monaten Pandemie immer noch alles im Hau-ruck-Verfahren durch das Parlament durchgedrückt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und da fragt man sich schon: Warum ist dieser Zeitdruck nötig? Ist dieser Zeitdruck nötig? – Das weiß in Wirklichkeit niemand. Derzeit haben wir unter dem Titel grüner Pass – wir haben ja in diesem Monat schon eine Sondersitzung unter dem Titel grüner Pass gehabt – diese Zettelwirtschaft, und zwar seit dem 19.5.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich bin überzeugt davon, Herr Kollege Graf, dass der Wegfall des § 4 Abs. 8 auch notwendig ist, damit man jetzt nicht mehr fürchten muss, dass jemand, wenn man beim Friseur oder im Gasthaus ist, nachverfolgt, wie lange und mit wem man dort ist. Diese Änderung – dass die Bewegungsprofile nicht mehr nachverfolgt werden können – ist gelungen, das gibt es mit uns nicht. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Kassegger: Nein, das ist falsch! – Abg. Belakowitsch: Das Gegenteil! – Abg. Kassegger: Das kommt alles am Verordnungswege ...!
Das heißt, wir haben den Überwachungsstaat durch unser gemeinsames Mitwirken, durch unsere konstruktive Arbeit gemeinsam mit vielen anderen verhindert. Wir wollen ihn auch zukünftig nicht. (Abg. Kassegger: Nein, das ist falsch! – Abg. Belakowitsch: Das Gegenteil! – Abg. Kassegger: Das kommt alles am Verordnungswege ...!) Deshalb sage ich, wenn am 4. Juni dieser Pass steht, dass natürlich auch danach getrachtet werden muss, dass er richtig umgesetzt wird. Frau Bundesminister, Herr Bundesminister, Sie sind dafür verantwortlich, dass die Umsetzung dieses grünen Passes dann auch erfolgen wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kassegger: ... umgefallen!)
Abg. Kassegger: Dann dürft ihr aber nicht zustimmen! – Abg. Belakowitsch: Dann müssen Sie dagegen stimmen! – Zwischenruf des Abg. Kickl.
Wir vertrauen Ihnen, wir schenken Ihnen Vertrauen. Wir bieten auch unsere konstruktive Mitarbeit an, aber wir sagen klipp und klar dazu: Diese Umsetzung ist ein eigener Schritt. Wir werden das beobachten. Es ist für uns ganz, ganz wichtig, dass die Umsetzung dieser Lösung natürlich auch entsprechend harmonisch und EU-kompatibel stattfinden wird. (Zwischenruf des Abg. Martin Graf.) Unser Ansinnen ist: keine Überwachung. Wir wollen keinen Datenmoloch, wir wollen keine Datenkrake. Wir wollen eine österreichische Lösung, bei der die Menschen wissen, dass sie nicht überwacht werden. (Abg. Kassegger: Dann dürft ihr aber nicht zustimmen! – Abg. Belakowitsch: Dann müssen Sie dagegen stimmen! – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Abg. Belakowitsch: War’s das?
Ich möchte mich aber weiters auch bei den Kolleginnen und Kollegen von den betroffenen Ressorts der Bundesregierung für ihre Beiträge und die Unterstützung bedanken. Es war eine gute Zusammenarbeit. (Abg. Belakowitsch: War’s das?) Auch die Systempartner sind dabei zu erwähnen, vor allem die Bundesländer, die Sozialversicherung – vor allem den Technikern und Technikerinnen von der ITSV, von der Elga GmbH, aber auch vom Bundesrechenzentrum möchte ich recht herzlich danken. Das ist eine ganze Menge Arbeit gewesen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Österreich zeigt einmal mehr, dass es auch innerhalb der Europäischen Union Tempomacher ist. Ich erinnere mich ganz gut, als ich zu Beginn des Jahres unterwegs war und in Paris, in Berlin und in Ljubljana für ein grünes Zertifikat geworben habe, war die Skepsis noch sehr groß. Es wäre eine Ungleichbehandlung, wenn nicht alle gleich geimpft werden könnten. Genau deshalb habe ich dem als Verfassungsministerin entgegengesetzt, dass es natürlich eine Dreiteilung braucht: geimpft, getestet, genesen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kickl.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir werden auch in den nächsten Monaten noch die Notwendigkeit haben – das geht jetzt insbesondere auch an die Adresse des Klubobmanns der FPÖ –, nachzuweisen, dass keine Gefahr von uns ausgeht, wenn wir verantwortungsvoll handeln wollen, wenn wir verantwortungsvoll auch die Wirtschaft wieder nach oben bringen wollen, den Tourismus. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kickl.) Selbstverständlich ist es auch im Interesse der Tourismusministerin, hier gemeinsam in der Bundesregierung und gemeinsam mit dem Gesundheitsminister eine Lösung auf den Weg zu bringen, die Mobilität auf sichere Art und Weise ermöglichen wird. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Ja, weil es um Überwachung gegangen ist!
Es ist schnell gegangen, denn es ist wirklich eines der Themen, bei dem es auf europäischer Ebene eine unglaubliche Einigkeit gegeben hat – und ich bin jetzt schon relativ lang mit Europapolitik befasst. (Abg. Belakowitsch: Ja, weil es um Überwachung gegangen ist!) Am 17. März hat die Europäische Kommission den Vorschlag vorgelegt, am 20. Mai, also vor wenigen Tagen, gab es dann die Einigung im Europäischen Parlament, im Rat, mit der Kommission im sogenannten Trilog. Jetzt werden in allen Mitgliedstaaten die Vorbereitungen getroffen, dass ab 1. Juli dieses grüne Zertifikat auch tatsächlich Verwendung finden kann. Es ermöglicht uns tatsächlich wieder auf eine sichere Art und Weise Mobilität. Das muss man einmal als positiv hervorheben, und das möchte ich hier auch tun. An dieser Stelle möchte ich auch dem Gesundheitsminister danken, der alles tut, um dabei auch datenschutzrechtlichen Bedenken zu begegnen. Wir haben damit ein sicheres Zertifikat, mit dem wir wieder reisen können.
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Stefan.
Ich darf darüber hinaus aber auch auf eine Anfragebeantwortung der Bundesministerin Zadić verweisen, die auf Anfrage von Ihnen zu der gleichen Thematik geantwortet hat: „Ich habe keine Wahrnehmungen zu allfälligen Auskunftsersuchen des Herrn Bundeskanzlers Sebastian Kurz über laufende Strafverfahren“. (Abg. Wöginger – in Richtung FPÖ –: Da sagt’s genau das Falsche!) – Auch das ist, glaube ich, eine korrekte Beantwortung. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Stefan.)
Abg. Belakowitsch: Das hat er gesagt!
Zur Thematik der Vorwürfe an Spitzenbeamte des Innenministeriums, die Sie angesprochen haben, sehr geehrter Herr Abgeordneter Hafenecker, möchte ich noch eines erwähnen, weil ich die Bemerkung als eher unredlich empfinde: Ich möchte festhalten, dass es – entgegen dem, was Sie hier versucht haben, zu unterstellen – zu einem Gerichtsverfahren gekommen ist und die beschuldigten Beamten freigesprochen worden sind. (Abg. Belakowitsch: Das hat er gesagt!) Das heißt, alle Vorwürfe, die ihnen unterstellt worden sind, haben sich als falsch herausgestellt. Auch das ist, glaube ich, einmal wichtig zu betonen. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Nein!
Sehr geehrte Damen und Herren, da ich schon hier bin, erlauben Sie mir vielleicht noch einige Sekunden auf ein anderes Thema einzugehen. (Abg. Belakowitsch: Nein!) Ich möchte mich ganz herzlich bei all jenen bedanken, die die Bemühungen zur Schaffung des grünen Passes unterstützt haben. Wir haben Gott sei Dank auf europäischer Ebene mittlerweile eine Einigung, dass der europäische grüne Pass mit 1. Juli Wirklichkeit werden kann. (Abg. Hafenecker: Wo ist der ...? Herr Präsident!) Wir sind sehr froh darüber, dass Österreich hier schon Vorarbeit geleistet hat, dass die Vorbereitungen gut laufen. Das ist einerseits für die österreichische Bevölkerung eine massive Erleichterung, weil wir endlich wieder im Sommer die Freiheit haben werden, frei zu reisen. (Abg. Hafenecker: Nur weil Sie der Kanzler sind, können Sie hier nicht reden, was sie wollen! – Ruf bei der FPÖ: Herr Präsident! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es ist aber auch für den österreichischen Tourismus positiv. Daher ein herzliches Danke! Bevor Sie sich beklagen: Ich bin schon am Ende meiner Rede und danke Ihnen für die Unterstützung beim grünen Pass. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf des Abg. Martin Graf.)
Heiterkeit und Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Was manch einer hier insinuiert, meine Damen und Herren (Abg. Kickl: Na was?!), würde ja bedeuten, man gelobt nicht nur seinen Eid auf die Verfassung, sondern legt auch ein Schweigegelübde ab, wenn man beim Bundespräsidenten den Handschlag macht. Meine Damen und Herren, die Politik ist kein Trappistenorden. Wir sind hier nicht in Monty Python’s Flying Circus, im Leben des Brian, wo einer schwört, dass er 20 Jahre schweigt, sondern die Politik löst Probleme dadurch, dass man miteinander spricht. (Heiterkeit und Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Belakowitsch: Vor allem der ÖVP!
Was ihr da jeden Tag bringt und was dieser Wahnsinnsuntersuchungsausschuss, der sich mittlerweile auch hier im Plenum abspielt, mit sich bringt, Leute, das ist schlecht. Das hilft der Politik nicht. Das wird uns allen schaden – allen miteinander. (Abg. Belakowitsch: Vor allem der ÖVP!) Wir sind für gemeinsame Lösungen gewählt worden und nicht für permanente Wadennagerei und sonstige Blödheiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Kickl. – Abg. Belakowitsch: Wer hat jetzt die Unwahrheit gesagt?
Bundeskanzler sagt: Habe ich nie getan. (Zwischenruf des Abg. Kickl. – Abg. Belakowitsch: Wer hat jetzt die Unwahrheit gesagt?)
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Das, was wir in so einem Fall in einem Untersuchungsausschuss machen, ist, dass wir jetzt Ex-Minister Moser – denn er ist das Missing Link zwischen den beiden – vorladen. Aber beide können nicht die Wahrheit sprechen. Das geht nicht. (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) Einer der drei muss die Unwahrheit gesagt haben. Wir werden es herausfinden. Und Sie als Bundeskanzler können hier natürlich auch immer reinen Tisch machen, zu jedem Zeitpunkt, zu jeder Frage. Sie bleiben dabei. Ich kann das eh nur zur Kenntnis nehmen, Sie werden ja auch noch einmal vor den Untersuchungsausschuss vorgeladen. Dort werden wir Sie vielleicht auch noch dazu unter Wahrheitspflicht – und nicht wie hier im Plenum, wo die Wahrheit nicht verpflichtend vorgeschrieben ist, aber im Untersuchungsausschuss schon – einmal befragen.
Abg. Belakowitsch: Er will nicht!
Es ist die Frage, ob Sie das dann erfahren haben. War das in Ihrem Auftrag zum Beispiel, dass der angerufen hat? War das mit Ihrem Wissen? Und wie kommt der auf die Idee, genau von dieser Person diese Akten und Unterlagen anzufordern – und zwar nur von ihr, obwohl es um 40 Personen geht? Vielleicht könnten Sie (in Richtung Bundesminister Nehammer) auch einmal, wenn Sie schon hier sind, einfach aufklären – Sie können sich gleich zu Wort melden –, ob das in Ihrem Auftrag war oder mit Ihrem Wissen und ob Sie der Sache schon nachgegangen sind (Abg. Belakowitsch: Er will nicht!), dass da ein Polizist über Leute, die bei Ihnen im Büro arbeiten, Unterlagen von der Finanz anfordert.
Abg. Kickl: Ah! – Abg. Belakowitsch: Das ist aber spannend!
Und jetzt kommt der Treppenwitz: Am nächsten Tag war sie nicht mehr bei Ihnen im Büro. Sie hat dann am nächsten Tag einvernehmlich mit Ihnen die Arbeit dort beendet. (Abg. Kickl: Ah! – Abg. Belakowitsch: Das ist aber spannend!) Diese Sachen, wie die ÖVP funktioniert, wie hier mit und ohne Auftrag agiert wird, und die Kirchenchats, Kollege - -
Abg. Belakowitsch: Was reden Sie da überhaupt für ...?
Dass ich eine Verfechterin des Impfens bin, daraus habe ich nie ein Hehl gemacht, und genauso geht es mir beim Testen. Jetzt erleben wir, dass dank aller Maßnahmen, die wir in den vergangenen Wochen und Monaten gesetzt haben, diese Dinge möglich werden. (Abg. Belakowitsch: Was reden Sie da überhaupt für ...?) Diese Dinge sind nur möglich, weil sie – mit einigen Ausnahmen – sehr viele Menschen mitgetragen haben. Dafür sei einmal unser Dank ausgesprochen. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: ... 2020 erinnern?!)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: ... 2020 erinnern?!
Dass ich eine Verfechterin des Impfens bin, daraus habe ich nie ein Hehl gemacht, und genauso geht es mir beim Testen. Jetzt erleben wir, dass dank aller Maßnahmen, die wir in den vergangenen Wochen und Monaten gesetzt haben, diese Dinge möglich werden. (Abg. Belakowitsch: Was reden Sie da überhaupt für ...?) Diese Dinge sind nur möglich, weil sie – mit einigen Ausnahmen – sehr viele Menschen mitgetragen haben. Dafür sei einmal unser Dank ausgesprochen. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: ... 2020 erinnern?!)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Eines möchte ich noch fragen, weil ich es nicht ganz verstehe: Wo liegt denn eigentlich das Problem, Gerald Loacker, wenn man einen Impfpass in der Geldbörse mithat? Ich verstehe das nicht ganz. Es haben nicht alle Menschen ein Smartphone oder Zugang zum Internet, aber die können doch durchaus auch den Impfpass herzeigen, das ist nämlich auch ein grüner Pass – das nur als Erklärung dazu. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Wie war es denn im letzten Jahr?
Ich wundere mich wirklich darüber, dass Herr Klubobmann Kickl offensichtlich dem Präventionsparadoxon anheimfällt. Was heißt das? – Wir treffen Maßnahmen, die Wirkung zeigen – und die, die das nicht sehen wollen und alles leugnen, sagen im Nachhinein: Es war ja eh klar, dass das gar nicht notwendig war. – Ich meine, geht es noch? Diese Maßnahmen haben dazu geführt, dass jetzt vieles wieder möglich ist! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Wie war es denn im letzten Jahr?)
Abg. Belakowitsch: Die ganze Welt nicht, das ist nicht ...!
Wenn Sie von einer „sogenannten Pandemie“ sprechen, Herr Klubobmann Kickl: „sogenannten“?! – Diese Pandemie hält die ganze Welt in Atem, und das nicht erst seit gestern (Abg. Belakowitsch: Die ganze Welt nicht, das ist nicht ...!), es gibt Hunderttausende Tote. Und wenn Sie Ihre Berechnungen anstellen, von wegen es seien nur so wenige
Abg. Belakowitsch: Merken Sie den Widerspruch?
Das ist unser oberstes Anliegen, und unser oberstes Anliegen in diesem Zusammenhang ist auch, dass vieles wieder möglich gemacht wird: Wir können ins Kino gehen, Veranstaltungen besuchen, Sport ausüben, Kultur genießen – alles wird wieder möglich sein. Das Einzige, was wir dafür tun müssen, ist, die Maßnahmen zu beachten. Ich bitte Sie daher, das auch weiterhin zu tun. (Abg. Belakowitsch: Merken Sie den Widerspruch?)
Abg. Belakowitsch: Da sind wir jetzt alle dankbar!
Im Übrigen war ich auch am Wochenende mit meinem Sohn essen, er hat sich schon lange gewünscht, in ein bestimmtes Restaurant zu gehen. Auch das haben wir jetzt tun können, und ich bin froh, dass es so war. (Abg. Belakowitsch: Da sind wir jetzt alle dankbar!)
Abg. Belakowitsch: Das würde ich auch gerne wissen, warum man vorher nicht Fußball spielen konnte!
Warum geht das alles jetzt und warum ist es vorher nicht gegangen? (Abg. Belakowitsch: Das würde ich auch gerne wissen, warum man vorher nicht Fußball spielen konnte!) – Es gibt immer noch eine Pandemie, es ist immer noch ein Virus auf der Welt, der sich ungebremst verbreiten kann, es ist immer noch kein zuverlässiges Medikament dagegen erfunden. Warum ist jetzt vieles möglich, und warum ist es vorher nicht gegangen? Warum können wir jetzt unser Gesundheitssystem vor Überlastung schützen und trotzdem viele Bereiche aufsperren, während es vorher nicht gegangen ist? Warum ist das so? (Abg. Belakowitsch: Na warum?) – Es ist deshalb so, weil wir uns weiterentwickelt haben, weil wir mehr wissen, und weil es Methoden gibt, die trotz dieser Virusbelastung sicherstellen können, dass eine Ansteckung nicht in einem solchen Maße erfolgt, dass es für das Gesundheitssystem gefährlich wäre. (Abg. Belakowitsch: Was sind das für Methoden?) Mit diesen Mitteln stellen wir eben sicher, dass Personen, die sich treffen, einander mit großer Wahrscheinlichkeit nicht anstecken. (Abg. Belakowitsch: Welche Mittel sind das jetzt?)
Abg. Belakowitsch: Na warum?
Warum geht das alles jetzt und warum ist es vorher nicht gegangen? (Abg. Belakowitsch: Das würde ich auch gerne wissen, warum man vorher nicht Fußball spielen konnte!) – Es gibt immer noch eine Pandemie, es ist immer noch ein Virus auf der Welt, der sich ungebremst verbreiten kann, es ist immer noch kein zuverlässiges Medikament dagegen erfunden. Warum ist jetzt vieles möglich, und warum ist es vorher nicht gegangen? Warum können wir jetzt unser Gesundheitssystem vor Überlastung schützen und trotzdem viele Bereiche aufsperren, während es vorher nicht gegangen ist? Warum ist das so? (Abg. Belakowitsch: Na warum?) – Es ist deshalb so, weil wir uns weiterentwickelt haben, weil wir mehr wissen, und weil es Methoden gibt, die trotz dieser Virusbelastung sicherstellen können, dass eine Ansteckung nicht in einem solchen Maße erfolgt, dass es für das Gesundheitssystem gefährlich wäre. (Abg. Belakowitsch: Was sind das für Methoden?) Mit diesen Mitteln stellen wir eben sicher, dass Personen, die sich treffen, einander mit großer Wahrscheinlichkeit nicht anstecken. (Abg. Belakowitsch: Welche Mittel sind das jetzt?)
Abg. Belakowitsch: Was sind das für Methoden?
Warum geht das alles jetzt und warum ist es vorher nicht gegangen? (Abg. Belakowitsch: Das würde ich auch gerne wissen, warum man vorher nicht Fußball spielen konnte!) – Es gibt immer noch eine Pandemie, es ist immer noch ein Virus auf der Welt, der sich ungebremst verbreiten kann, es ist immer noch kein zuverlässiges Medikament dagegen erfunden. Warum ist jetzt vieles möglich, und warum ist es vorher nicht gegangen? Warum können wir jetzt unser Gesundheitssystem vor Überlastung schützen und trotzdem viele Bereiche aufsperren, während es vorher nicht gegangen ist? Warum ist das so? (Abg. Belakowitsch: Na warum?) – Es ist deshalb so, weil wir uns weiterentwickelt haben, weil wir mehr wissen, und weil es Methoden gibt, die trotz dieser Virusbelastung sicherstellen können, dass eine Ansteckung nicht in einem solchen Maße erfolgt, dass es für das Gesundheitssystem gefährlich wäre. (Abg. Belakowitsch: Was sind das für Methoden?) Mit diesen Mitteln stellen wir eben sicher, dass Personen, die sich treffen, einander mit großer Wahrscheinlichkeit nicht anstecken. (Abg. Belakowitsch: Welche Mittel sind das jetzt?)
Abg. Belakowitsch: Welche Mittel sind das jetzt?
Warum geht das alles jetzt und warum ist es vorher nicht gegangen? (Abg. Belakowitsch: Das würde ich auch gerne wissen, warum man vorher nicht Fußball spielen konnte!) – Es gibt immer noch eine Pandemie, es ist immer noch ein Virus auf der Welt, der sich ungebremst verbreiten kann, es ist immer noch kein zuverlässiges Medikament dagegen erfunden. Warum ist jetzt vieles möglich, und warum ist es vorher nicht gegangen? Warum können wir jetzt unser Gesundheitssystem vor Überlastung schützen und trotzdem viele Bereiche aufsperren, während es vorher nicht gegangen ist? Warum ist das so? (Abg. Belakowitsch: Na warum?) – Es ist deshalb so, weil wir uns weiterentwickelt haben, weil wir mehr wissen, und weil es Methoden gibt, die trotz dieser Virusbelastung sicherstellen können, dass eine Ansteckung nicht in einem solchen Maße erfolgt, dass es für das Gesundheitssystem gefährlich wäre. (Abg. Belakowitsch: Was sind das für Methoden?) Mit diesen Mitteln stellen wir eben sicher, dass Personen, die sich treffen, einander mit großer Wahrscheinlichkeit nicht anstecken. (Abg. Belakowitsch: Welche Mittel sind das jetzt?)
Abg. Belakowitsch: Wie war das im Jahr 2020?
Ich habe es hier schon oft gesagt: Es ist grundsätzlich so, dass wir in bestimmten Situationen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen können, dass keine Ansteckung erfolgt. Das ist einerseits der Fall, wenn Personen die Krankheit schon durchgemacht haben und daher Antikörper in sich haben, das ist andererseits, wenn Personen geimpft sind, und es ist auch der Fall, wenn Personen vor Kurzem negativ getestet wurden. (Abg. Kickl: Oder wenn sie gesund sind!) In diesen Situationen ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie die Krankheit übertragen und das Virus weitergeben können, sehr gering. Das ist der Grund dafür, warum man in solchen Situationen wieder das Zusammenkommen vieler Menschen erlauben kann. (Abg. Belakowitsch: Wie war das im Jahr 2020?)
Abg. Belakowitsch: Wovor? Wovor wollen Sie jetzt noch ... schützen? Was reden Sie denn da?!
im Umlauf, und nach wie vor ist es so, dass Personen, die Symptome haben, bitte die 1450 anrufen und sich testen lassen müssen. Das ist also immer noch so, daran hat sich nichts geändert. Wir müssen aber, wenn wir Grundrechte einschränken – und das müssen wir, um das Gesundheitssystem zu schützen –, das geringste invasive Mittel wählen. (Abg. Belakowitsch: Wovor? Wovor wollen Sie jetzt noch ... schützen? Was reden Sie denn da?!)
Abg. Belakowitsch: Warum reden Sie dann darüber?
Kurz noch zu diesem Vergleich mit Florida: Ich kenne die dortige Regelung nicht genau (Abg. Belakowitsch: Warum reden Sie dann darüber?), aber wenn Sie sagen, man möchte nicht, dass Personen sagen müssen beziehungsweise sollen, ob sie geimpft sind oder nicht, so stellt dieser grüne Pass ja genau das sicher. Der grüne Pass sagt ja nur aus: Von mir geht eine geringe Gefahr einer Krankheitsübertragung aus!, aber nicht, aus welchem Grund. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Kickl: Das wird Ihnen alles noch einmal ziemlich leidtun!)
Abg. Belakowitsch: Hätten wir vorher auch können! – Zwischenruf des Abg. Kickl.
Wie gesagt können wir jetzt dadurch, dass wir mehr wissen, mehr Erfahrungen und mehr Möglichkeiten haben, den nächsten Schritt setzen. Wir können wieder sämtliche Sportstätten öffnen, wir können uns wieder sportlich betätigen. (Abg. Belakowitsch: Hätten wir vorher auch können! – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie haben gar nichts verstanden!
Wir können Kunst- und Kultureinrichtungen wieder öffnen, wir können die Gastronomie wieder öffnen, wir können wieder auf Urlaub fahren, und das ist es doch, was uns wieder einen Schritt in Richtung normales Leben bringt. Es ist daher gut, richtig und wichtig, dass wir diesen Schritt jetzt setzen, und ich bin froh, dass wir das mit einer sehr, sehr großen Mehrheit tun können. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie haben gar nichts verstanden!)
Abg. Belakowitsch: Das ist immer noch ein Murks!
Die Frage ist, wie wir damit umgehen, wenn es eben offensichtlich Pannen gibt und Gesetze nicht so funktionieren, wie es sein soll. (Abg. Kickl: Redet es euch nur schön!) Da können wir uns gegenseitig erzählen, dass die Regierung unfähig ist, dass es Patzer im Krisenmanagement gegeben hat – das haben wir ja alle mitbekommen –, aber unsere Hauptaufgabe ist schließlich, dass wir miteinander auch Lösungen erarbeiten. Gerade beim grünen Pass war das Vorgehen war ja ein ziemlicher Murks – das können wir ja offen sagen, da wird niemand widersprechen. (Abg. Belakowitsch: Das ist immer noch ein Murks!)
Abg. Belakowitsch: Und ihr macht mit!
Die Frage ist eben: Kämpfen wir dafür, dass es gute Gesetze gibt und man Fehler korrigiert? Oder schimpfen wir einfach nur darüber, dass das alles irgendwie ein Chaos ist? (Abg. Belakowitsch: Und ihr macht mit!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir merken jetzt auch in den letzten Tagen, wie schnell es gehen kann. Sobald man also den Mund aufmacht, kommt ordentlich Gegenwind von der ÖVP. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich glaube aber, es ist wichtig, dass Sie auch ein bisschen dafür kämpfen, dass es Respekt gibt. (Abg. Kickl: Und wenn es schiefgeht, steht die SPÖ parat!) So etwas wie Fair Play und Zusammenarbeit ist ja nichts Unanständiges. Deswegen ist es, glaube ich, auch wichtig, Herr Gesundheitsminister, dass Sie da einen kleinen Anflug von Mut gehabt haben. Was dann leider nicht passiert ist, ist, dass Frau Klubobfrau Maurer oder so jemand Ihnen noch zur Seite gesprungen ist. Das war dann eher sehr hoppertatschig. Von der ÖVP haben wir das ganze Wochenende nichts anderes erlebt, als dass die halbe ÖVP auf Sie losgegangen ist. Die Grünen haben dann leider eher geschwiegen. Vielleicht hilft es ja, dass dieser kleine Anflug von Mut sich irgendwie in Richtung grüne Partei überträgt, sodass auch die Grünen vielleicht in Zukunft den Mut haben, Sebastian Kurz zu sagen, er ist nicht nur Gottkanzler, sondern wenn es Fehler gibt, kann man das offen ansprechen.
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Was wir heute hier machen, ist nichts anderes als Gott sei Dank die Gastronomie wieder in Schwung zu bringen, vorsichtig zu sein bis in den Sommer hin, damit wir einfach wirklich wieder zu dieser Normalität, die wir kennen, zurückkommen, wenn man durchgeimpft ist. Wir machen das nicht, weil es lustig ist. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Dann kommen am Abend ein paar junge Leute daher, die auch nicht getestet sind – das Lesachtal ist ja nicht gerade im Zentrum –, sie sitzen vor der Tür zusammen, jemand von uns ist dabei, macht die Selbsttests und sie können bis zur Sperrstunde sitzen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) So einfach ist das. Wenn wir alle durchgeimpft sind, dann fällt das weg. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Bissl Wissenslücken, Herr Kollege!
Danke schön. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Bissl Wissenslücken, Herr Kollege!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Eines sollte uns besonders nach Ischgl klar sein, nämlich dass die Sicherheit die oberste Priorität hat und dass sicheres, verantwortungsvolles Handeln für die Gäste wichtig ist. Wenn wir jetzt zum Beispiel daran denken, unseren Urlaub zu planen, werden wir wahrscheinlich nicht in ein Land fahren, wo man die Pandemie auf die leichte Schulter genommen hat, sondern in ein sicheres Land. Darum ist es jetzt eine Chance für unseren Tourismus, die Sicherheit zu garantieren. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Da bin ich schon bei der FPÖ: Die Reden von Herrn Kickl oder von Abgeordneten der FPÖ generell haben ja in gewisser Weise – relativ wenig, aber doch – Unterhaltungswert. Mir vergeht aber schon das Lachen, wenn ich daran denke, dass nach wie vor jeden Tag Personen an dieser „sogenannten Pandemie“ sterben, wie Sie es genannt haben, an einer Krankheit, die Sie permanent verharmlosen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Derzeit kämpfen 203 Personen auf der Intensivstation um ihr Leben, und es sind Hunderte Ärzte und Ärztinnen, Hunderte Menschen vom Pflegepersonal, die ihnen zur Seite stehen. Allein darum sind wir es ihnen schuldig, dass wir jetzt nicht fahrlässig mit der Pandemie umgehen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Deimek. – Abg. Kickl: Wer war denn vorher in den Krankenhäusern?) – Ich vermisse bei der FPÖ quasi – wie soll ich sagen? – ein Mindestmaß an Respekt, aber vielleicht schaffen wir es, dass wir uns jetzt gegenseitig kurz zuhören können. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Kickl: Man fragt sich, wer vorher in den Krankenhäusern war!) – Herr Kickl, Sie können gerne nachher selber sprechen!
Abg. Belakowitsch: Nein, sondern? Sondern?
Ich respektiere wirklich, wenn Menschen Ängste, wenn Menschen Vorbehalte gegenüber der Impfung haben, solange es einen Grundkonsens gibt, dass wir alle gemeinsam in dieser Krise stecken und alle gemeinsam aus dieser Krise herauskommen, denn das ist keine individuelle Entscheidung, die sonst niemanden betrifft. (Abg. Belakowitsch: Nein, sondern? Sondern?) Es ist eine Infektionskrankheit, die die ganze Gesellschaft betrifft, und zwar weltweit. (Abg. Belakowitsch: Ei, ei, ei, das sind die Wissenslücken!) Wir haben in den letzten Jahrzehnten fast noch nie eine solche Situation erlebt, dass wir derart auf das Gemeinwohl, auf die Rücksichtnahme, auf das Gemeinsame angewiesen sind, wie jetzt in dieser Krise. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ei, ei, ei, das sind die Wissenslücken!
Ich respektiere wirklich, wenn Menschen Ängste, wenn Menschen Vorbehalte gegenüber der Impfung haben, solange es einen Grundkonsens gibt, dass wir alle gemeinsam in dieser Krise stecken und alle gemeinsam aus dieser Krise herauskommen, denn das ist keine individuelle Entscheidung, die sonst niemanden betrifft. (Abg. Belakowitsch: Nein, sondern? Sondern?) Es ist eine Infektionskrankheit, die die ganze Gesellschaft betrifft, und zwar weltweit. (Abg. Belakowitsch: Ei, ei, ei, das sind die Wissenslücken!) Wir haben in den letzten Jahrzehnten fast noch nie eine solche Situation erlebt, dass wir derart auf das Gemeinwohl, auf die Rücksichtnahme, auf das Gemeinsame angewiesen sind, wie jetzt in dieser Krise. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich respektiere wirklich, wenn Menschen Ängste, wenn Menschen Vorbehalte gegenüber der Impfung haben, solange es einen Grundkonsens gibt, dass wir alle gemeinsam in dieser Krise stecken und alle gemeinsam aus dieser Krise herauskommen, denn das ist keine individuelle Entscheidung, die sonst niemanden betrifft. (Abg. Belakowitsch: Nein, sondern? Sondern?) Es ist eine Infektionskrankheit, die die ganze Gesellschaft betrifft, und zwar weltweit. (Abg. Belakowitsch: Ei, ei, ei, das sind die Wissenslücken!) Wir haben in den letzten Jahrzehnten fast noch nie eine solche Situation erlebt, dass wir derart auf das Gemeinwohl, auf die Rücksichtnahme, auf das Gemeinsame angewiesen sind, wie jetzt in dieser Krise. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Geh bitte, dann machen Sie einmal was Gescheites! Das ist ja alles falsch!
Was ich allerdings nicht akzeptieren kann, ist, wenn Menschen mit Falschinformationen gefüttert werden, wenn Menschen mit Falschinformationen aufgehetzt werden. (Abg. Belakowitsch: Geh bitte, dann machen Sie einmal was Gescheites! Das ist ja alles falsch!) Was ich nicht akzeptieren kann, sind auch diverse Gruppierungen auf Social Media, die sich gegenseitig hochpushen, sodass es sogar zu Morddrohungen kommt. Zu dieser Radikalisierung tragen Sie als FPÖ bei, und das wissen Sie ganz genau! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Unsere Sorgen hättet ihr gerne!
Das tun Sie nur – und zwar tun Sie das bewusst –, damit Sie von Ihrem Ibizadesaster, von Ihren Wahlschlappen oder von Ihren innerparteilichen Konflikten ablenken können. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Unsere Sorgen hättet ihr gerne!) Dafür nehmen Sie wirklich die Gesundheit von Menschen in Kauf. Sie spielen mit der Wirtschaft, und das ist Ihnen auch völlig wurscht (Abg. Deimek: Ihr spielt mit der Wahrheit!), und das ist nicht nur absurd, das ist schäbig. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Das war aber kein ...! Das hat es früher nicht gegeben!
Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Dr. Wolfgang Mückstein: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um mich am Ende trotzdem für das konstruktive Vorgehen hier zu bedanken, weil Sie heute ein Gesetz beschließen werden, das den Weg zurück in unser altes Leben ermöglicht. Es ermöglicht, dass Getestete, Geimpfte und Genesene – und diese Trias (Abg. Belakowitsch: Das war aber kein ...! Das hat es früher nicht gegeben!) beinhaltet die Möglichkeit für alle Österreicherinnen und Österreicher – wieder in die Gastronomie dürfen, wieder ins Theater dürfen, wieder reisen dürfen.
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
wieder in einem Bereich sind, in dem wir Leute, die zum Beispiel einen Autounfall haben, wieder sicher versorgen können. Heute ist ein guter Tag. Wir schauen eigentlich in den nächsten Wochen Zeiten entgegen, auf die wir uns alle seit 15 Monaten (Abg. Kickl: Das haben Sie vor ein paar Tagen noch ganz anders gesagt!) gefreut haben. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Deswegen möchte ich mich noch einmal bei den Kolleginnen und Kollegen in der Regierung bedanken. Ich möchte mich bei den Systempartnern bedanken, die den grünen Pass ermöglicht haben. Ich möchte mich auch bei Ihnen herzlich bedanken. Wir gehen nun in einen hoffentlich ruhigen Sommer. Ich möchte auch sagen, dass es weitergeht: Wir haben auch einen Herbst und einen Winter vor uns (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), wir werden noch weiter impfen und vorsichtig sein müssen. Jetzt freuen wir uns einmal, dass wir nach 16 Monaten Pandemie doch einen wirklich guten Ausblick haben. – Danke. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Sitzung Nr. 111
Abg. Amesbauer: Na geh, komm! Schon wieder Panikmache! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Eines sage ich euch auch: Schaut nach England – gestern Abend war es in den Nachrichten zu hören –, schaut nach England! (Abg. Wurm: Fahren wir in Urlaub nach Italien ...! – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) Vier Wochen wurden die Öffnungsschritte wieder nach hinten geschoben, und bei uns besteht wirklich die Hoffnung, dass wir mit 1. Juli wieder zur Normalität zurückkommen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Amesbauer) – unter einer Voraussetzung, nämlich dass wir uns daran halten, dass es sicher bleibt. Und wie bleibt es sicher? – Indem wir uns nicht gegenseitig anstecken (Abg. Amesbauer: Na geh, komm! Schon wieder Panikmache! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), sondern uns alle impfen lassen, so wie drei Viertel der Bevölkerung; und das restliche Viertel wird wohl auch noch so gescheit werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Amesbauer: Na geh, komm! – Ruf bei der FPÖ: So ein Unsinn!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus Elisabeth Köstinger: Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren Abgeordnete! Liebe Zuseherinnen und Zuseher vor den Fernsehern oder online! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich freue mich sehr, dass das Hohe Haus heute Tourismus zum Thema der Aktuellen Stunde gewählt hat und – vor allem – das Thema „Sichere Gastfreundschaft: Comeback des österreichischen Tourismus“ debattiert. (Abgeordnete der SPÖ halten Tafeln mit der Aufschrift: „Corona-Bonus für alle!“ in die Höhe und entrollen auf der Galerie ein Transparent mit der Aufschrift: „Für Österreich: KrisenheldInnen – Für die Kurz-Partei: Pöbel“, „Corona-Bonus für alle!“ – Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) Die letzten Monate der Coronapandemie haben vor allem dem Tourismus in Österreich, der Gastronomie, der Freizeitwirtschaft, den Reiseveranstaltern, aber vor allem eben auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die von den massiven Einschränkungen und vom – nahezu – Erliegenkommen der internationalen Reisefreiheit betroffenen waren, wirklich sehr viel abgerungen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Geschätzte Damen und Herren! Das Aufsperren war insofern auch sehr bemerkenswert, weil wir nach wie vor, obwohl wir jetzt schon seit drei Wochen alle Bereiche wieder offen haben, ständig sinkende Coronazahlen sehen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und der Hintergrund ist, dass wir nicht leichtfertig geöffnet haben, sondern nach wie vor Sicherheitsmaßnahmen und die 3G-Regelung – getestet, geimpft, genesen – haben. Wir sehen einfach, dass das wirklich die richtige Strategie ist. Auch wenn es aktuell wieder Berichte wie beispielsweise jene aus Großbritannien gibt, wo wieder eine Virusmutation auftritt, die um ein Vielfaches infektiöser als der Mutant, den wir bisher kannten, ist, so zeigt das dennoch, dass das der richtige Weg ist. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Österreich ist ein Tourismusland, der Tourismus hängt davon ab, dass es jetzt im Sommer, aber vor allem dann auch im Herbst und im Winter eine stabile Coronasituation gibt, und wir werden alles dafür tun, dass das in unserem Land auch so bleibt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Geschätzte Damen und Herren! Das Aufsperren war insofern auch sehr bemerkenswert, weil wir nach wie vor, obwohl wir jetzt schon seit drei Wochen alle Bereiche wieder offen haben, ständig sinkende Coronazahlen sehen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und der Hintergrund ist, dass wir nicht leichtfertig geöffnet haben, sondern nach wie vor Sicherheitsmaßnahmen und die 3G-Regelung – getestet, geimpft, genesen – haben. Wir sehen einfach, dass das wirklich die richtige Strategie ist. Auch wenn es aktuell wieder Berichte wie beispielsweise jene aus Großbritannien gibt, wo wieder eine Virusmutation auftritt, die um ein Vielfaches infektiöser als der Mutant, den wir bisher kannten, ist, so zeigt das dennoch, dass das der richtige Weg ist. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Österreich ist ein Tourismusland, der Tourismus hängt davon ab, dass es jetzt im Sommer, aber vor allem dann auch im Herbst und im Winter eine stabile Coronasituation gibt, und wir werden alles dafür tun, dass das in unserem Land auch so bleibt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Sehr geehrte Damen und Herren! Der Urlaub braucht aber vor allem die Wiederherstellung der Reisefreiheit. Das war der Grund unseres großen Engagements, europaweite Regelungen zu schaffen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), dass man nicht nur – und ich bitte, da auch wirklich gut zuzuhören – als Geimpfter wieder reisen kann – diese
Abg. Belakowitsch: ... wie kommen Sie da drauf?
Im Jahr 2019 erwirtschaftete die Tourismusbranche direkt und indirekt 28,3 Milliarden Euro. Das entspricht 7,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Sichere Gastfreundschaft ist nicht nur ein Spruch, sondern wir in Österreich leben das. Österreich ist das gastfreundlichste Land der Welt. Der Tourismus, die Gastronomie, die Hotellerie haben einen hohen Stellenwert in Österreich und weit über unsere Grenzen hinaus. (Abg. Belakowitsch: ... wie kommen Sie da drauf?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wir liegen auch im europäischen Vergleich gut. Wir sind unter den Ländern mit den niedrigsten Infektionszahlen, wir sind unter den Ländern, die einen guten Impffortschritt haben (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), wir liegen bei allen Vergleichswerten immer im besten Drittel und können insofern zufrieden sein, dass wir uns als Republik Österreich gut machen.
Abg. Belakowitsch: Aber leider haben Sie es nicht durchgesetzt!
Was die Europäische Union betrifft: Da gab es harte Verhandlungen, Sie haben das mitverfolgt. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Ich habe gemeinsam mit den frugalen vier dafür gekämpft, dass es nicht zu einer Schuldenunion in der Europäischen Union kommt. (Abg. Belakowitsch: Aber leider haben Sie es nicht durchgesetzt!) Wir haben dafür gekämpft, dass unser österreichischer Rabatt auf ein massives Ausmaß erhöht wird; wir haben dafür gekämpft, dass, wenn Geld ausgegeben wird, es richtig investiert wird – in Digitalisierung, in die grüne Transformation, in Bereiche, die uns nachhaltiger und resilienter machen (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm) –, und ich bin sehr froh, dass wir uns so intensiv eingesetzt haben. Es war anstrengend, es war kräfteraubend, es war mit sehr viel Reibung verbunden, es war aber ein richtiger, notwendiger und guter Kampf, und ich bin mit dem Ergebnis sehr, sehr zufrieden. (Abg. Belakowitsch: Das meinen Sie jetzt aber nicht ernst, oder?) Wir haben uns in die Verhandlungen eingebracht, wir haben vieles in die richtige Richtung bewegt – und ja, ich stehe auch dazu, dass es in einer Jahrhundertkrise wie dieser wichtig ist, dass auch auf europäischer Ebene zur Krisenbewältigung (Abg. Steger: ... EZB ...!) und zum Wiederaufbau der europäischen Wirtschaft Geld in die Hand genommen wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm
Was die Europäische Union betrifft: Da gab es harte Verhandlungen, Sie haben das mitverfolgt. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Ich habe gemeinsam mit den frugalen vier dafür gekämpft, dass es nicht zu einer Schuldenunion in der Europäischen Union kommt. (Abg. Belakowitsch: Aber leider haben Sie es nicht durchgesetzt!) Wir haben dafür gekämpft, dass unser österreichischer Rabatt auf ein massives Ausmaß erhöht wird; wir haben dafür gekämpft, dass, wenn Geld ausgegeben wird, es richtig investiert wird – in Digitalisierung, in die grüne Transformation, in Bereiche, die uns nachhaltiger und resilienter machen (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm) –, und ich bin sehr froh, dass wir uns so intensiv eingesetzt haben. Es war anstrengend, es war kräfteraubend, es war mit sehr viel Reibung verbunden, es war aber ein richtiger, notwendiger und guter Kampf, und ich bin mit dem Ergebnis sehr, sehr zufrieden. (Abg. Belakowitsch: Das meinen Sie jetzt aber nicht ernst, oder?) Wir haben uns in die Verhandlungen eingebracht, wir haben vieles in die richtige Richtung bewegt – und ja, ich stehe auch dazu, dass es in einer Jahrhundertkrise wie dieser wichtig ist, dass auch auf europäischer Ebene zur Krisenbewältigung (Abg. Steger: ... EZB ...!) und zum Wiederaufbau der europäischen Wirtschaft Geld in die Hand genommen wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Das meinen Sie jetzt aber nicht ernst, oder?
Was die Europäische Union betrifft: Da gab es harte Verhandlungen, Sie haben das mitverfolgt. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Ich habe gemeinsam mit den frugalen vier dafür gekämpft, dass es nicht zu einer Schuldenunion in der Europäischen Union kommt. (Abg. Belakowitsch: Aber leider haben Sie es nicht durchgesetzt!) Wir haben dafür gekämpft, dass unser österreichischer Rabatt auf ein massives Ausmaß erhöht wird; wir haben dafür gekämpft, dass, wenn Geld ausgegeben wird, es richtig investiert wird – in Digitalisierung, in die grüne Transformation, in Bereiche, die uns nachhaltiger und resilienter machen (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm) –, und ich bin sehr froh, dass wir uns so intensiv eingesetzt haben. Es war anstrengend, es war kräfteraubend, es war mit sehr viel Reibung verbunden, es war aber ein richtiger, notwendiger und guter Kampf, und ich bin mit dem Ergebnis sehr, sehr zufrieden. (Abg. Belakowitsch: Das meinen Sie jetzt aber nicht ernst, oder?) Wir haben uns in die Verhandlungen eingebracht, wir haben vieles in die richtige Richtung bewegt – und ja, ich stehe auch dazu, dass es in einer Jahrhundertkrise wie dieser wichtig ist, dass auch auf europäischer Ebene zur Krisenbewältigung (Abg. Steger: ... EZB ...!) und zum Wiederaufbau der europäischen Wirtschaft Geld in die Hand genommen wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger.
Es ist wieder einmal etwas aus der Kickl-Sudelküche, kann ich nur sagen. Was macht die FPÖ? – Halbwahrheiten, unrichtige Behauptungen aneinanderreihen, um die Bevölkerung, die in den letzten Monaten durch Corona wirklich belastet war, weiterhin zu verunsichern. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger.) Schade, dass Ihnen nicht mehr einfällt!
Abg. Belakowitsch: Ja eh! – Zwischenruf des Abg. Lausch.
Nicht die Europäische Union gefährdet die Grundrechte, nicht wir, das sind Sie und Ihre Schwesterparteien, mit denen Sie in einer Fraktion sind. (Abg. Kickl: Sie haben es so weit gebracht, dass wir ein Korruptionsvolksbegehren in unserem Land brauchen! Sie brauchen nicht ...!) – Ja, Kollege Kickl, Sie haben uns 2008 schon gesagt, das Ende des Euro ist gekommen. (Abg. Belakowitsch: Ja eh! – Zwischenruf des Abg. Lausch.) Was Sie da gesagt haben, ist völlig falsch. Bei meiner letzten Rede haben Sie hier dazwischengerufen – ich zitiere Sie jetzt, Sie können es in den Protokollen nachlesen –, es gebe für den Euro nur mehr eine „künstliche Lebensverlängerung“ – absolut falsch! Der Euro hat sich in der Krise bewährt. Wir haben 2008 aus der Schuldenkrise gelernt. Der Euro ist jetzt besser aufgestellt als jemals zuvor. (Abg. Steger: Das glauben Sie doch selber nicht!) Es ist so, auch wenn Sie es nicht hören wollen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Falsch! – Zwischenruf der Abg. Steger.
ich als Klubobmann den Antrag gestellt, dass wir es in die Verfassung schreiben. (Abg. Belakowitsch: Falsch! – Zwischenruf der Abg. Steger.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
nicht abgeschafft werden kann. Darauf können Sie sich verlassen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das Bargeld ist bei Kleinstbeträgen das schnellste und am häufigsten verwendete Zahlungsmittel. Das Bargeld ist bei Kleinstbeträgen auch das billigste Zahlungsmittel. Das Bargeld kann von allen Menschen gleichermaßen verwendet werden, egal ob man ein Konto hat oder nicht. Das Bargeld erleichtert einem, einen Überblick zu haben, ob man schon genügend Ausgaben getätigt oder ob man auch genügend Mittel verfügbar hat. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das Bargeld ist ein Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel, um da und dort auch vor Banken flüchten zu können, wenn man sich ein Guthaben auf die Seite legen möchte. Und vor allem ist das Bargeld fälschungssicher und auch ziemlich betrugssicher.
Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja gar nicht!
Daher hat, meine Damen und Herren – und jetzt die Überraschung! –, Kollege Lopatka nicht nur bereits 2016 die Initiative gesetzt, das Bargeld bei uns entsprechend gesetzlich abzusichern (Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja gar nicht!), als er keine Zusage vonseiten der SPÖ bekommen hat. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Ja, aber wogegen?) – Ja, Frau Kollegin Belakowitsch! Herr Kollege Kickl (Abg. Kickl: Gegen wen wollen Sie es denn absichern? Gegen wen wollen Sie es denn absichern? ... offenbar doch bedroht, oder?), offenbar ist Ihnen das entgangen, als Sie, Herr Kollege Kickl, noch nicht in Verantwortung für die FPÖ waren. Damals, unter Ihrem Vorgänger, hat Kollege Hofer sich sehr wohl noch für das Bargeld in der Verfassung eingesetzt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und ich habe mit Kollegen Harald Stefan (Zwischenruf der Abg. Steger), Ihrem Verfassungssprecher, gemeinsam einen Antrag gemacht, liebe Kolleginnen und Kollegen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl): Am 25. September 2019 haben wir einen gemeinsamen Antrag gemacht – gemeinsam! Sie wollen sich heute davon distanzieren. Ich verstehe Sie nicht mehr. Sie müssen Kollegen Hofer nicht so sehr leugnen, dass Sie sogar Ihren eigenen Antrag vergessen! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Ja, aber wogegen?
Daher hat, meine Damen und Herren – und jetzt die Überraschung! –, Kollege Lopatka nicht nur bereits 2016 die Initiative gesetzt, das Bargeld bei uns entsprechend gesetzlich abzusichern (Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja gar nicht!), als er keine Zusage vonseiten der SPÖ bekommen hat. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Ja, aber wogegen?) – Ja, Frau Kollegin Belakowitsch! Herr Kollege Kickl (Abg. Kickl: Gegen wen wollen Sie es denn absichern? Gegen wen wollen Sie es denn absichern? ... offenbar doch bedroht, oder?), offenbar ist Ihnen das entgangen, als Sie, Herr Kollege Kickl, noch nicht in Verantwortung für die FPÖ waren. Damals, unter Ihrem Vorgänger, hat Kollege Hofer sich sehr wohl noch für das Bargeld in der Verfassung eingesetzt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und ich habe mit Kollegen Harald Stefan (Zwischenruf der Abg. Steger), Ihrem Verfassungssprecher, gemeinsam einen Antrag gemacht, liebe Kolleginnen und Kollegen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl): Am 25. September 2019 haben wir einen gemeinsamen Antrag gemacht – gemeinsam! Sie wollen sich heute davon distanzieren. Ich verstehe Sie nicht mehr. Sie müssen Kollegen Hofer nicht so sehr leugnen, dass Sie sogar Ihren eigenen Antrag vergessen! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Daher hat, meine Damen und Herren – und jetzt die Überraschung! –, Kollege Lopatka nicht nur bereits 2016 die Initiative gesetzt, das Bargeld bei uns entsprechend gesetzlich abzusichern (Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja gar nicht!), als er keine Zusage vonseiten der SPÖ bekommen hat. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Ja, aber wogegen?) – Ja, Frau Kollegin Belakowitsch! Herr Kollege Kickl (Abg. Kickl: Gegen wen wollen Sie es denn absichern? Gegen wen wollen Sie es denn absichern? ... offenbar doch bedroht, oder?), offenbar ist Ihnen das entgangen, als Sie, Herr Kollege Kickl, noch nicht in Verantwortung für die FPÖ waren. Damals, unter Ihrem Vorgänger, hat Kollege Hofer sich sehr wohl noch für das Bargeld in der Verfassung eingesetzt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und ich habe mit Kollegen Harald Stefan (Zwischenruf der Abg. Steger), Ihrem Verfassungssprecher, gemeinsam einen Antrag gemacht, liebe Kolleginnen und Kollegen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl): Am 25. September 2019 haben wir einen gemeinsamen Antrag gemacht – gemeinsam! Sie wollen sich heute davon distanzieren. Ich verstehe Sie nicht mehr. Sie müssen Kollegen Hofer nicht so sehr leugnen, dass Sie sogar Ihren eigenen Antrag vergessen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Wahnhaft ist ein Schimpfwort!
Lassen Sie mich aber noch zu einem anderen Thema kommen, das ich im Moment ja eigentlich viel spannender finde – denn üblicherweise halte ich im Europäischen Parlament Reden zu Tatsachen, zu Realitäten und nicht zu meiner Meinung nach wahnhaften Vorstellungen einer angeblich geplanten Abschaffung des Bargelds. (Abg. Belakowitsch: Wahnhaft ist ein Schimpfwort!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abg. Kickl) oder irgendwelche Goldschätze in Alpenpensionen zu verstecken. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich weiß nicht, vielleicht verstecken Sie dort auch Taschen voller Bargeld, das Sie loswerden wollen.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Kickl: Sie haben Schaum vorm Mund, ...! – Zwischenruf der Abg. Steger. – Abg. Belakowitsch: ... ist eine schwere Erkrankung! Das weisen wir zurück!
Es geht um eine Beschränkung von Bargeldzahlungen auf eine Höhe von 10 000 Euro! Ich weiß nicht, wie weit Sie von der Realität von Bürgerinnen und Bürgern entfernt sind, ob Sie noch wissen, wie viel Geld 10 000 Euro für einen normalen Menschen in diesem Land sind. (Abg. Kickl: Das weiß ich besser als Sie!) Ich kann absolut nicht nachvollziehen, was Sie hier machen. Sie leiten die Bevölkerung in die Irre. Sie zeichnen ein Bild in die Luft, das keinen Bezug zur Realität hat. Schämen Sie sich! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kickl: Sie haben Schaum vorm Mund, ...! – Zwischenruf der Abg. Steger. – Abg. Belakowitsch: ... ist eine schwere Erkrankung! Das weisen wir zurück!)
Abg. Belakowitsch: Eine bravouröse Leistung des Kanzlers!
Dies ist Ihnen aber auch vor allem bei der schleppenden Impfstoffversorgung gelungen. Astra Zeneca würde uns heute noch auf der Nase herumtanzen, wenn Sie nicht entsprechenden Druck ausgeübt hätten. (Abg. Belakowitsch: Eine bravouröse Leistung des Kanzlers!) Mit dem gestrigen Tag haben wir bereits 6,5 Millionen Impfdosen aus
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Niemand hat ...! Niemand ..., Frau Kollegin!
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Ich muss Ihnen, Kollege Wurm, und den anderen Kollegen von der FPÖ schon sagen: Ihre Reden, die Sie hier heute preisgegeben haben, sind schon etwas launig. Mich begeistert irgendwie Ihre Darstellung, dass Sie sozusagen als mutige Krieger in die Schlacht ziehen und unter widrigsten Umständen gegen die Feinde in Brüssel kämpfen. Die FPÖ ist quasi Robin Hood, der für Münzen und Scheine (Abg. Wurm: Gut erkannt, Frau Kollegin, gut erkannt!) sowie für die Entrechteten und Unterworfenen kämpft. Das ist vor allem eines: Es ist ein Schauspiel und hat mit der Realität leider gar nichts zu tun, denn niemand, auch wirklich niemand, hat die Absicht, das Bargeld abzuschaffen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Niemand hat ...! Niemand ..., Frau Kollegin!)
Abg. Belakowitsch: Sind Sie denn ...?
Wir wissen ja schon, was dahintersteckt, liebe FPÖ: Sie haben wieder in Ihre Trickkiste gegriffen, und Sie setzen, wie so oft, auf das Konzept Angst. Sie wollen den Menschen einreden, dass ihnen irgendjemand verbieten will (Abg. Belakowitsch: Sind Sie denn ...?), mit Bargeld zu zahlen. Das ist selbstverständlich nicht der Fall; das will die EU-Kommission nicht, das hat sie nie gefordert, und sie wird es auch nie fordern. (Abg. Steger: Woher wissen Sie das?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie haben recht, bei der Österreichischen Volkspartei zahlt es sich nicht aus!
Diese Versuche sind das, was mich wirklich irritiert und was auch die Menschen draußen zusehends irritiert, nämlich in diesem Hohen Haus einen politischen Ton anzuschlagen, bei dem es nur mehr darum geht, zu diskreditieren, vorzuverurteilen, mit Argumenten zu kommen, die hanebüchen sind. (Zwischenruf des Abg. Krainer.) Glauben Sie denn allen Ernstes, dass das draußen gut ankommt? Wie sollen wir denn bitte jungen Menschen klarmachen, dass es sich auszahlt, in der Politik zu arbeiten, Politikerin oder Politiker zu werden und die Interessen der Bevölkerung zu vertreten, wenn hier in diesem Haus so miteinander umgegangen wird? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie haben recht, bei der Österreichischen Volkspartei zahlt es sich nicht aus!)
Abg. Belakowitsch: Wo sind die Werte des Ministers Blümel?!
Ich muss mich schon wundern: In Brüssel geht es um die Zukunft der EU, und somit geht es auch um unsere Zukunft. Dass dieses Thema von der SPÖ so lapidar weggewischt und abgetan wird, das wundert mich wirklich; von der FPÖ wundert mich das schon lange nicht mehr, denn die sind ja auf einem Anti-EU-Kurs, dass es nur so rauscht, aber von der SPÖ hätte ich mir da wirklich etwas anderes erwartet. Welches Bild geben wir denn international ab, wenn wir sagen: Europa ist uns nichts wert, wir diskutieren das irgendwann!? Wo sind denn da unsere Werte und unsere Wertigkeiten? (Abg. Belakowitsch: Wo sind die Werte des Ministers Blümel?!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Fest steht, dass in diesem Haus in der politischen Debatte und auch im Untersuchungsausschuss ein Ton eingekehrt ist, der alles andere als dazu angetan ist, uns gegenüber Wertschätzung zu empfinden – die Wertschätzung, die wir gegenüber der Bevölkerung empfinden. Wir liefern ein Bild nach außen, in dem es nur darum geht, wer das angerichtet hat und Vorverurteilungen zu treffen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ja, allen Ernstes, bitte: Wir sind für Rechtsstaatlichkeit (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), keine Frage, wir sind für eine Stärkung der Justiz. Das hat auch der Kanzler gestern ganz klar gesagt, deshalb: Ja zu dem Volksbegehren! Wir sind für eine Stärkung der Persönlichkeitsrechte. Wofür wir nicht zu haben sind, ist dieser unterirdische Ton, der nur mehr abgründig ist. Da unterscheiden wir uns ganz klar. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Es geht um den Herrn Blümel! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Was wir und die Bevölkerung seit geraumer Zeit erleben, ist ganz klar: SPÖ, NEOS und FPÖ: Kurz muss weg! (Abg. Belakowitsch: Es geht um den Herrn Blümel! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich sage Ihnen eines, dieser Versuch von SPÖ und FPÖ 2019 ist kläglich gescheitert. Es wären alle gut beraten (Zwischenrufe bei der FPÖ), das nicht noch einmal zu versuchen. Dieser Versuch wird wieder scheitern, denn Kurz bleibt da, das sage ich und bin da sehr zuversichtlich. (Rufe bei SPÖ und FPÖ: Nicht mehr lang!) Dieser Bundeskanzler und diese Bundesregierung begleiten uns gut durch die Pandemie und sichern Österreich eine wirklich gute Zukunft. Vergessen Sie das nicht und vergessen Sie, noch einmal, bitte nicht, welches Bild wir draußen in der Öffentlichkeit abgeben! Das ist im Moment letztklassig.
Abg. Belakowitsch: Ach so?!
Abgeordneter Dr. Christian Stocker (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen im Hohen Haus! Verehrte Zuseherinnen und Zuseher zu Hause! Das, was wir hier gerade erleben, ist alles andere als eine Sternstunde des Parlamentarismus. (Abg. Belakowitsch: Ach so?!) Es werden jetzt die fragwürdigen Methoden des Untersuchungsausschusses in das Plenum verlegt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Ihr verhindert das!
Ich bin wirklich überrascht, dass sich die SPÖ gemeinsam mit der FPÖ zu dieser Einwendungsdebatte einfindet und dann sagt, dass wir verhindern wollen, dass zu einer guten Zeit – zu einer Sendezeit mit möglichst vielen Zusehern – eine Debatte über eine Ministeranklage – über die wir schon noch reden werden – stattfindet, und damit gleichzeitig verhindert, dass diese Debatte früher stattfindet. (Abg. Belakowitsch: Ihr verhindert das!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Frau Kollegin Belakowitsch, ich weiß schon, mit der Gefährdung hat Ihre Partei große Erfahrung. Ihr designierter Parteiobmann hat als Innenminister die Sicherheit gefährdet, Stichwort BVT. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Im Zusammenhang mit den Coronamaßnahmen gefährden sie gemeinsam die Gesundheit von uns allen und der Bevölkerung (Zwischenrufe der Abgeordneten Brückl und Belakowitsch), und Sie gefährden nun gemeinsam mit der SPÖ das Vertrauen in dieses Parlament. (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Brückl und Belakowitsch
Frau Kollegin Belakowitsch, ich weiß schon, mit der Gefährdung hat Ihre Partei große Erfahrung. Ihr designierter Parteiobmann hat als Innenminister die Sicherheit gefährdet, Stichwort BVT. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Im Zusammenhang mit den Coronamaßnahmen gefährden sie gemeinsam die Gesundheit von uns allen und der Bevölkerung (Zwischenrufe der Abgeordneten Brückl und Belakowitsch), und Sie gefährden nun gemeinsam mit der SPÖ das Vertrauen in dieses Parlament. (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Frau Kollegin Belakowitsch, ich weiß schon, mit der Gefährdung hat Ihre Partei große Erfahrung. Ihr designierter Parteiobmann hat als Innenminister die Sicherheit gefährdet, Stichwort BVT. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Im Zusammenhang mit den Coronamaßnahmen gefährden sie gemeinsam die Gesundheit von uns allen und der Bevölkerung (Zwischenrufe der Abgeordneten Brückl und Belakowitsch), und Sie gefährden nun gemeinsam mit der SPÖ das Vertrauen in dieses Parlament. (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Eine Scheinanklage heißt ...!
Worum geht es eigentlich? – Das ist doch eine Scheindebatte der Sonderklasse. Es wird wieder die Geschäftsordnung dazu benutzt, um eine Scheindebatte zu führen. Es geht überhaupt nicht um den Inhalt (Abg. Belakowitsch: Eine Scheinanklage heißt ...!) – diesen werden wir in der Debatte zu dieser Ministeranklage schon diskutieren –, es geht um Show, es geht um Bühne, es geht um Kulisse (Zwischenruf des Abg. Amesbauer), das ist Ihr Anliegen und sonst gar nichts. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Worum geht es eigentlich? – Das ist doch eine Scheindebatte der Sonderklasse. Es wird wieder die Geschäftsordnung dazu benutzt, um eine Scheindebatte zu führen. Es geht überhaupt nicht um den Inhalt (Abg. Belakowitsch: Eine Scheinanklage heißt ...!) – diesen werden wir in der Debatte zu dieser Ministeranklage schon diskutieren –, es geht um Show, es geht um Bühne, es geht um Kulisse (Zwischenruf des Abg. Amesbauer), das ist Ihr Anliegen und sonst gar nichts. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja nicht! ...! – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.
Ich sage Ihnen jetzt noch etwas: Bei dieser Debatte geht es ja eigentlich nur darum, ob Tagesordnungspunkt 2 der erste sein soll. Wenn Sie sich aber schon mit dem Herrn Finanzminister beschäftigen, dann darf ich Ihnen eines sagen: Recht wird von ihm nicht gebrochen, sondern respektiert (Beifall bei der ÖVP – Ah-Rufe bei der SPÖ); ja, wird respektiert. Ich sage Ihnen auch – das sage ich Ihnen als Jurist –: Diese Aktenlieferungen haben ein neues Rechtsumfeld betroffen. So etwas hat es in dieser Dimension und in dieser Allgemeinheit noch nicht gegeben. (Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja nicht! ...! – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) Wer sich die Finanzprokuratur als Ratgeber sucht (weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), ist bereit, das, was der Verfassungsgerichtshof erkennt, zu erfüllen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Dass da ein Rechtsbruch vorliegt, weise ich zurück. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich sage Ihnen jetzt noch etwas: Bei dieser Debatte geht es ja eigentlich nur darum, ob Tagesordnungspunkt 2 der erste sein soll. Wenn Sie sich aber schon mit dem Herrn Finanzminister beschäftigen, dann darf ich Ihnen eines sagen: Recht wird von ihm nicht gebrochen, sondern respektiert (Beifall bei der ÖVP – Ah-Rufe bei der SPÖ); ja, wird respektiert. Ich sage Ihnen auch – das sage ich Ihnen als Jurist –: Diese Aktenlieferungen haben ein neues Rechtsumfeld betroffen. So etwas hat es in dieser Dimension und in dieser Allgemeinheit noch nicht gegeben. (Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja nicht! ...! – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) Wer sich die Finanzprokuratur als Ratgeber sucht (weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), ist bereit, das, was der Verfassungsgerichtshof erkennt, zu erfüllen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Dass da ein Rechtsbruch vorliegt, weise ich zurück. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Glauben Sie!
Dass Sie mit dem Herrn Finanzminister über eine Ministeranklage reden wollen, spricht für sich; das entbehrt jeder Grundlage. (Abg. Belakowitsch: Glauben Sie!) Wir können aber gerne darüber reden, wie diese Republik durch die Coronakrise gekommen ist. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Das, was Sie herbeigeredet haben und was Sie sich offensichtlich teilweise wünschen, meine geschätzten Damen und Herren von der Opposition, nämlich dass die Einkommen gesunken wären, ist nicht der Fall. (Zwischenruf des Abg. Krainer.) Durchschnittlich 1 Prozent: Das ist minimal für diese Krise. (Zwischenruf bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Herr Kollege, das ist eine Einwendungsdebatte! – Zwischenruf des Abg. Deimek.
Die Pleitewelle, von der immer die Rede ist, ist gar nicht in Sicht, im Gegenteil. (Abg. Belakowitsch: Herr Kollege, das ist eine Einwendungsdebatte! – Zwischenruf des Abg. Deimek.) Es ist so, dass dieser Wirtschaftsstandort prosperiert, dass das Vertrauen in die Wirtschaft groß ist, dass die Unternehmer investieren. (Abg. Belakowitsch: Aber Sie kennen die Geschäftsordnung schon?! – Zwischenruf des Abg. Deimek.) Wir sind aufgrund der Hilfen durch das Finanzministerium, die wir hier beschlossen haben, besser durch die Krise gekommen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) als die meisten anderen Länder in Europa und auf der Welt. Das ist ein Verdienst des Finanzministers, und darüber reden wir gerne mit Ihnen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Aber Sie kennen die Geschäftsordnung schon?! – Zwischenruf des Abg. Deimek.
Die Pleitewelle, von der immer die Rede ist, ist gar nicht in Sicht, im Gegenteil. (Abg. Belakowitsch: Herr Kollege, das ist eine Einwendungsdebatte! – Zwischenruf des Abg. Deimek.) Es ist so, dass dieser Wirtschaftsstandort prosperiert, dass das Vertrauen in die Wirtschaft groß ist, dass die Unternehmer investieren. (Abg. Belakowitsch: Aber Sie kennen die Geschäftsordnung schon?! – Zwischenruf des Abg. Deimek.) Wir sind aufgrund der Hilfen durch das Finanzministerium, die wir hier beschlossen haben, besser durch die Krise gekommen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) als die meisten anderen Länder in Europa und auf der Welt. Das ist ein Verdienst des Finanzministers, und darüber reden wir gerne mit Ihnen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Die Pleitewelle, von der immer die Rede ist, ist gar nicht in Sicht, im Gegenteil. (Abg. Belakowitsch: Herr Kollege, das ist eine Einwendungsdebatte! – Zwischenruf des Abg. Deimek.) Es ist so, dass dieser Wirtschaftsstandort prosperiert, dass das Vertrauen in die Wirtschaft groß ist, dass die Unternehmer investieren. (Abg. Belakowitsch: Aber Sie kennen die Geschäftsordnung schon?! – Zwischenruf des Abg. Deimek.) Wir sind aufgrund der Hilfen durch das Finanzministerium, die wir hier beschlossen haben, besser durch die Krise gekommen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) als die meisten anderen Länder in Europa und auf der Welt. Das ist ein Verdienst des Finanzministers, und darüber reden wir gerne mit Ihnen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Wirklich?! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich sage Ihnen noch etwas: Ich als Parlamentarier halte Oppositionspolitik für richtig und wichtig. (Abg. Belakowitsch: Wirklich?! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ein hoher Vertreter der SPÖ hat gesagt: Opposition
Abg. Loacker: Ach geh! – Abg. Belakowitsch: Seit wann? – Zwischenrufe bei der SPÖ
Ich sage Ihnen: Wir achten dieses Parlament, wir respektieren das Parlament (Abg. Loacker: Ach geh! – Abg. Belakowitsch: Seit wann? – Zwischenrufe bei der SPÖ), und wir werden die Ministeranklage, die unberechtigt ist (Zwischenrufe bei FPÖ und NEOS), an dem Tagesordnungspunkt diskutieren, an dem es vorgesehen ist, und nicht, wann Sie es sich wünschen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abschließend möchte ich schon noch einmal darauf hinweisen, dass der Herr Bundesminister natürlich Kompromissvarianten gebracht hat, um einerseits die Aktenlieferung sicherzustellen und andererseits Persönlichkeitsrechte zu schützen. Das wurde natürlich vom Tisch gewischt, das wollte man nicht. Daran sieht man, es geht Ihnen nicht um Aufklärung, es geht Ihnen um Skandalisierungen, Unterstellungen, Anpatzen. Mehr ist es nicht! – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Sitzung Nr. 113
Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl und Belakowitsch.
Natürlich waren viele Kritikpunkte zu hören. Ich möchte das damit vergleichen, dass man wie auf einem Schiff gefahren ist, und dann war man vor einer Enge, zwischen Skylla und Charybdis, und man musste durch. Zunächst einmal wurde gesagt – das war gleich am Anfang, so im März, als die Krise begonnen hatte –: Der Anker, der Anker muss raus, wir müssen alles stoppen! – Das ist gerade von Ihrer Seite gekommen, Herr Klubobmann Kickl, ich kann mich noch daran erinnern, als Sie gesagt haben: Der Anker muss fallen, wir müssen sofort alles stoppen! – Dann kam plötzlich die Kehrtwendung, und es hat geheißen: Volle Kraft voraus, wir müssen durch, egal was es kostet, also egal ob Testung oder nicht, die Schule muss offen bleiben! – All diese Wortmeldungen sind an den Bundesminister ergangen, und er musste dann trotzdem als Odysseus zwischen Skylla und Charybdis hindurchkommen. (Abg. Kickl: ... nichts dazugelernt!) Und er hat es wunderbar gemacht. (Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl und Belakowitsch.)
Abg. Kickl: Na bitte, ...! – Abg. Belakowitsch: Ja genau! International anerkannt!
In gewisser Hinsicht war es auch sehr wichtig, dass wir diese Meldungen von Ihrer Seite bekommen haben, denn wir brauchen ja einen gewissen dunklen Hintergrund, damit die Lichtgestalt des Durchkommens – also dieses Odysseus – besser zum Ausdruck kommen kann. Das ist wirklich international anerkannt worden. (Abg. Kickl: Na bitte, ...! – Abg. Belakowitsch: Ja genau! International anerkannt!)
Abg. Belakowitsch: Wo denn? Wo ist sie denn offengeblieben?
das gemacht worden ist, zusammengebracht, dass die Schule offenbleiben konnte! (Abg. Belakowitsch: Wo denn? Wo ist sie denn offengeblieben?) – Jetzt kommt vielleicht noch die Sache mit: Da hat ja ein positiver Test 16 000 Euro gekostet. – Also eine derartige Rechnung, Kollege Brückl, können Sie mir als Mathematiker nicht vorrechnen, Sie können mir nicht mit diesem Trick kommen und erklären, die Tests seien unnötig gewesen. (Abg. Belakowitsch: Die waren vollkommen unnötig!) Die Tests waren sozusagen wirklich der Goldmaßstab, dass wir zwischen Skylla und Charybdis hindurchgekommen sind und nun wieder ins offene Feld kommen, höchstwahrscheinlich – hoffen wir! – in einen normalen Schulalltag.
Abg. Belakowitsch: Die waren vollkommen unnötig!
das gemacht worden ist, zusammengebracht, dass die Schule offenbleiben konnte! (Abg. Belakowitsch: Wo denn? Wo ist sie denn offengeblieben?) – Jetzt kommt vielleicht noch die Sache mit: Da hat ja ein positiver Test 16 000 Euro gekostet. – Also eine derartige Rechnung, Kollege Brückl, können Sie mir als Mathematiker nicht vorrechnen, Sie können mir nicht mit diesem Trick kommen und erklären, die Tests seien unnötig gewesen. (Abg. Belakowitsch: Die waren vollkommen unnötig!) Die Tests waren sozusagen wirklich der Goldmaßstab, dass wir zwischen Skylla und Charybdis hindurchgekommen sind und nun wieder ins offene Feld kommen, höchstwahrscheinlich – hoffen wir! – in einen normalen Schulalltag.
Abg. Belakowitsch: Wir haben aber gar keinen!
Sie wollen Planungssicherheit? – Meine sehr verehrten Damen und Herren, alle wollen Planungssicherheit, aber das Virus kann unter Umständen unsere Pläne ziemlich durcheinanderbringen, und darum ist es wichtig, dass man nicht nur einen Plan, sondern mehrere Pläne hat (Abg. Belakowitsch: Wir haben aber gar keinen!) und weiß, wo man entlanggehen kann. Sie dürfen nicht böse sein, wenn plötzlich der eine Plan durch einen anderen Plan ersetzt wird, weil es die Umstände einfach erfordern.
Abg. Belakowitsch: Wow! Jetzt wird alles gut! Das wird eine Supersache werden, Frau Kollegin! – Zwischenruf des Abg. Rauch.
Ein ganz griffiges Beispiel vielleicht: Wir ändern die Fächerbezeichnungen. Die Fächerbezeichnungen, die wir alle noch in unseren Zeugnissen stehen haben, werden in den Zeugnissen unserer Kinder bald anders lauten. Statt des komischen Wortes Musikerziehung dürfen die Kinder jetzt einfach Musik machen. Wir rücken damit vom Zeigefinger ab – der schwingt bei mir bei dem Wort Erziehung immer mit – und kommen zum Begriff der Bildung hin. (Abg. Belakowitsch: Wow! Jetzt wird alles gut! Das wird eine Supersache werden, Frau Kollegin! – Zwischenruf des Abg. Rauch.) Beispielsweise wird bildnerische Erziehung zu Kunst und Gestaltung, technisches und textiles Werken wird zu Technik und Design, und zum Fach Geschichte kommt endlich gleichrangig die politische Bildung hinzu. Das ist ein extrem wichtiger Schritt, auch in der Außenwirkung. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Das hat mit Kompetenzen ...!
Das Ganze wird natürlich auch noch mit Inhalten gefüllt und unterlegt. Die neuen Lehrpläne sind in Arbeit – ein Großprojekt. Sie werden sich an den Kompetenzen orientieren (Abg. Belakowitsch: Das hat mit Kompetenzen ...!): Was sollen Kinder lernen und warum? Da kommt in den nächsten Monaten noch einiges, auf das ich mich sehr freue.
Abg. Wurm: Das wundert mich nicht! – Abg. Belakowitsch: Eh klar!
Was wir hier heute abseits des Legistikpakets außerdem noch machen: Wir werden einige FPÖ-Anträge ablehnen (Abg. Wurm: Das wundert mich nicht! – Abg. Belakowitsch: Eh klar!), in denen von Zwangstestungen die Rede ist oder ähnliche Ausdrücke gebraucht werden. Das kommt alles von einer Partei, die eigentlich alle vernünftigen Sicherheitskonzepte – von Masken über Tests bis hin zum Impfen – bisher immer nur pauschal abgelehnt hat (Abg. Belakowitsch: Es ist ja auch nichts Vernünftiges dabei gewesen!) und deswegen nicht sehr viel zur Lösung dieser Krise im Schulwesen beigetragen hat. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Was soll dabei vernünftig sein?! – Zwischenruf des Abg. Rauch.)
Abg. Belakowitsch: Es ist ja auch nichts Vernünftiges dabei gewesen!
Was wir hier heute abseits des Legistikpakets außerdem noch machen: Wir werden einige FPÖ-Anträge ablehnen (Abg. Wurm: Das wundert mich nicht! – Abg. Belakowitsch: Eh klar!), in denen von Zwangstestungen die Rede ist oder ähnliche Ausdrücke gebraucht werden. Das kommt alles von einer Partei, die eigentlich alle vernünftigen Sicherheitskonzepte – von Masken über Tests bis hin zum Impfen – bisher immer nur pauschal abgelehnt hat (Abg. Belakowitsch: Es ist ja auch nichts Vernünftiges dabei gewesen!) und deswegen nicht sehr viel zur Lösung dieser Krise im Schulwesen beigetragen hat. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Was soll dabei vernünftig sein?! – Zwischenruf des Abg. Rauch.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Was soll dabei vernünftig sein?! – Zwischenruf des Abg. Rauch.
Was wir hier heute abseits des Legistikpakets außerdem noch machen: Wir werden einige FPÖ-Anträge ablehnen (Abg. Wurm: Das wundert mich nicht! – Abg. Belakowitsch: Eh klar!), in denen von Zwangstestungen die Rede ist oder ähnliche Ausdrücke gebraucht werden. Das kommt alles von einer Partei, die eigentlich alle vernünftigen Sicherheitskonzepte – von Masken über Tests bis hin zum Impfen – bisher immer nur pauschal abgelehnt hat (Abg. Belakowitsch: Es ist ja auch nichts Vernünftiges dabei gewesen!) und deswegen nicht sehr viel zur Lösung dieser Krise im Schulwesen beigetragen hat. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Was soll dabei vernünftig sein?! – Zwischenruf des Abg. Rauch.)
Abg. Belakowitsch: Na geh! Freuen Sie sich nicht?
Die Lehrkräfte und die Kinder hingegen haben das – anders als Sie – in diesem letzten Jahr wesentlich verantwortungsvoller hingekriegt. Die freuen sich, dass mit dieser Woche die Maskenpflicht im Unterricht gefallen ist (Abg. Belakowitsch: Na geh! Freuen Sie sich nicht?) – so wie auch für alle Menschen im Wirtshaus –, dass es weiterhin Tests gibt, die den Schulbetrieb bis zum Schulende noch sicher machen, dass es jetzt auch ein Impfangebot für die über Zwölfjährigen geben wird und dass sie, was mich besonders freut, im Klassenraum und nicht nur draußen auch wieder singen dürfen. (Abg. Belakowitsch: Das ist sehr wichtig! Sie haben den Sport vergessen!)
Abg. Belakowitsch: Das ist sehr wichtig! Sie haben den Sport vergessen!
Die Lehrkräfte und die Kinder hingegen haben das – anders als Sie – in diesem letzten Jahr wesentlich verantwortungsvoller hingekriegt. Die freuen sich, dass mit dieser Woche die Maskenpflicht im Unterricht gefallen ist (Abg. Belakowitsch: Na geh! Freuen Sie sich nicht?) – so wie auch für alle Menschen im Wirtshaus –, dass es weiterhin Tests gibt, die den Schulbetrieb bis zum Schulende noch sicher machen, dass es jetzt auch ein Impfangebot für die über Zwölfjährigen geben wird und dass sie, was mich besonders freut, im Klassenraum und nicht nur draußen auch wieder singen dürfen. (Abg. Belakowitsch: Das ist sehr wichtig! Sie haben den Sport vergessen!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Loacker.
Das Schuljahr ist herausfordernd, das ist es auch jetzt noch, aber wir haben durch die regelmäßigen und verpflichtenden Tests für die Schüler und für die Lehrer wirklich ein Erfolgsmodell, um einen sicheren Schulbetrieb gewährleisten zu können. Seit 8. Februar testen wir alle Schüler zweimal in der Woche und jetzt, seit Mitte Mai, dreimal in der Woche. Ich bin Salzburgerin und sehe, was in Deutschland los ist, wie viel später die deutschen Schulen überhaupt geöffnet wurden, wie lange man noch überlegt hat, die Schulen wirklich aufzusperren und den Präsenzunterricht aufzunehmen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Loacker.) Wir haben einen sicheren Schulbetrieb und sind damit Vorreiter in ganz Europa. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Dass die Kinder ausgesperrt sind! Danke!
Herr Bundesminister Faßmann – auch wenn es die FPÖ nicht wahrhaben will, es ist so ‑, es ist Ihr Verdienst (Abg. Belakowitsch: Dass die Kinder ausgesperrt sind! Danke!), Sie haben diese sichere Schule mit den Testungen möglich gemacht; allein letzte Woche, meine Damen und Herren: 3,6 Millionen Tests. Das gibt sehr viel Sicherheit. (Abg. Belakowitsch: Für wen?)
Abg. Belakowitsch: Für wen?
Herr Bundesminister Faßmann – auch wenn es die FPÖ nicht wahrhaben will, es ist so ‑, es ist Ihr Verdienst (Abg. Belakowitsch: Dass die Kinder ausgesperrt sind! Danke!), Sie haben diese sichere Schule mit den Testungen möglich gemacht; allein letzte Woche, meine Damen und Herren: 3,6 Millionen Tests. Das gibt sehr viel Sicherheit. (Abg. Belakowitsch: Für wen?)
Abg. Belakowitsch: Den Teufel werde ich tun!
Von dieser Stelle aus: Was nehmen wir aus diesem Schuljahr mit? – Hinter uns liegen große Herausforderungen, aber wir haben ganz viel Erfahrung, meine Damen und Herren, und diese Erfahrung wird uns einen sicheren Herbst und ein gutes Schuljahr 2021/2022 ermöglichen. Was wir nicht in der Tasche haben, ist, welche Infektionszahlen wir haben werden, aber das liegt auch an uns. Es liegt an uns, die Menschen dazu zu ermutigen, sich impfen lassen, die 3G-Regel einzuhalten. (Abg. Belakowitsch: Den Teufel werde ich tun!) Da nehme ich euch als FPÖ wirklich sehr, sehr in die Pflicht: Leistet auch euren Beitrag dazu! (Abg. Belakowitsch: Das Gegenteil werden wir tun!)
Abg. Belakowitsch: Das Gegenteil werden wir tun!
Von dieser Stelle aus: Was nehmen wir aus diesem Schuljahr mit? – Hinter uns liegen große Herausforderungen, aber wir haben ganz viel Erfahrung, meine Damen und Herren, und diese Erfahrung wird uns einen sicheren Herbst und ein gutes Schuljahr 2021/2022 ermöglichen. Was wir nicht in der Tasche haben, ist, welche Infektionszahlen wir haben werden, aber das liegt auch an uns. Es liegt an uns, die Menschen dazu zu ermutigen, sich impfen lassen, die 3G-Regel einzuhalten. (Abg. Belakowitsch: Den Teufel werde ich tun!) Da nehme ich euch als FPÖ wirklich sehr, sehr in die Pflicht: Leistet auch euren Beitrag dazu! (Abg. Belakowitsch: Das Gegenteil werden wir tun!)
Abg. Belakowitsch schüttelt den Kopf.
Nicht mitnehmen werden wir eine lost generation, denn unsere jungen Menschen haben in diesem Schuljahr sehr viel geleistet, haben sehr viel dazugelernt und haben sich sehr engagiert. Auch die Eltern haben ihre Kinder an der Hand genommen, haben sie durch diese schwierige Zeit begleitet, haben ihnen viel Mut zugesprochen. (Abg. Belakowitsch schüttelt den Kopf.) – Frau Kollegin von der FPÖ, auch wenn Sie Nein sagen, bin ich überzeugt davon, dass die Eltern das getan haben (Beifall des Abg. Haubner) und dass sie ihre Kinder im Glauben an sich selbst gestärkt haben. Das fehlt einigen hier herinnen leider. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Na sicher waren Sie es! Wer sonst?!
Herr Brückl, Konsens ist auch, dass Schulschließungen die Ultima Ratio sind, gar keine Frage. Herr Hauser, Sie haben die Rechnung des IHS und des Wifo über Bildungsverluste zitiert, die erheblich sind, und ich habe nie leichtfertig entschieden – das finde ich ja eh schön, dass man mir jetzt schon vorwirft, ich war der Schulschließer (Abg. Belakowitsch: Na sicher waren Sie es! Wer sonst?!) –, ganz im Gegenteil, ich habe mein Gewicht eingesetzt, damit die Schule möglichst lange offen bleibt. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das ist aber leider nicht gelungen!) – Frau Belakowitsch, ich komme schon auf Ihre Argumente zu sprechen, einen kleinen Augenblick, wenn es möglich ist!
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das ist aber leider nicht gelungen!
Herr Brückl, Konsens ist auch, dass Schulschließungen die Ultima Ratio sind, gar keine Frage. Herr Hauser, Sie haben die Rechnung des IHS und des Wifo über Bildungsverluste zitiert, die erheblich sind, und ich habe nie leichtfertig entschieden – das finde ich ja eh schön, dass man mir jetzt schon vorwirft, ich war der Schulschließer (Abg. Belakowitsch: Na sicher waren Sie es! Wer sonst?!) –, ganz im Gegenteil, ich habe mein Gewicht eingesetzt, damit die Schule möglichst lange offen bleibt. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das ist aber leider nicht gelungen!) – Frau Belakowitsch, ich komme schon auf Ihre Argumente zu sprechen, einen kleinen Augenblick, wenn es möglich ist!
Abg. Belakowitsch: Wir uns auch!
Ich würde mir manchmal eine ein bisschen mehr sachbezogene Debatte erwarten, auch hier im Haus. (Abg. Belakowitsch: Wir uns auch!) Es ist gar keine Frage, dass die hohe Testintensität, Herr Brückl, extrem wichtig war, um die dritte Welle zu durchbrechen. (Abg. Belakowitsch: Wie kommen Sie da drauf? Wie viele waren denn falsch positiv, Herr Minister?) Herr Brückl, Sie wissen auch - - (Abg. Belakowitsch: Sie reden irgendwas! Sie behaupten das!) – Frau Belakowitsch, können Sie sich nachher zu Wort melden, oder ist das nicht möglich? (Abg. Belakowitsch: Sie reden irgendwas! Wer glaubt das?)
Abg. Belakowitsch: Wie kommen Sie da drauf? Wie viele waren denn falsch positiv, Herr Minister?
Ich würde mir manchmal eine ein bisschen mehr sachbezogene Debatte erwarten, auch hier im Haus. (Abg. Belakowitsch: Wir uns auch!) Es ist gar keine Frage, dass die hohe Testintensität, Herr Brückl, extrem wichtig war, um die dritte Welle zu durchbrechen. (Abg. Belakowitsch: Wie kommen Sie da drauf? Wie viele waren denn falsch positiv, Herr Minister?) Herr Brückl, Sie wissen auch - - (Abg. Belakowitsch: Sie reden irgendwas! Sie behaupten das!) – Frau Belakowitsch, können Sie sich nachher zu Wort melden, oder ist das nicht möglich? (Abg. Belakowitsch: Sie reden irgendwas! Wer glaubt das?)
Abg. Belakowitsch: Sie reden irgendwas! Sie behaupten das!
Ich würde mir manchmal eine ein bisschen mehr sachbezogene Debatte erwarten, auch hier im Haus. (Abg. Belakowitsch: Wir uns auch!) Es ist gar keine Frage, dass die hohe Testintensität, Herr Brückl, extrem wichtig war, um die dritte Welle zu durchbrechen. (Abg. Belakowitsch: Wie kommen Sie da drauf? Wie viele waren denn falsch positiv, Herr Minister?) Herr Brückl, Sie wissen auch - - (Abg. Belakowitsch: Sie reden irgendwas! Sie behaupten das!) – Frau Belakowitsch, können Sie sich nachher zu Wort melden, oder ist das nicht möglich? (Abg. Belakowitsch: Sie reden irgendwas! Wer glaubt das?)
Abg. Belakowitsch: Sie reden irgendwas! Wer glaubt das?
Ich würde mir manchmal eine ein bisschen mehr sachbezogene Debatte erwarten, auch hier im Haus. (Abg. Belakowitsch: Wir uns auch!) Es ist gar keine Frage, dass die hohe Testintensität, Herr Brückl, extrem wichtig war, um die dritte Welle zu durchbrechen. (Abg. Belakowitsch: Wie kommen Sie da drauf? Wie viele waren denn falsch positiv, Herr Minister?) Herr Brückl, Sie wissen auch - - (Abg. Belakowitsch: Sie reden irgendwas! Sie behaupten das!) – Frau Belakowitsch, können Sie sich nachher zu Wort melden, oder ist das nicht möglich? (Abg. Belakowitsch: Sie reden irgendwas! Wer glaubt das?)
Abg. Belakowitsch: Schauen wir in die Schweiz, nach Dänemark und Norwegen!
Es ist ganz klar, und wir sehen das auch im internationalen Vergleich – das ist ja mein Punkt –: Mit der hohen Testintensität haben wir signifikant mehr offene Schulen gehabt. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.) Sie brauchen nur nach Deutschland zu schauen, wo die Schulen geschlossen waren (Abg. Belakowitsch: Schauen wir in die Schweiz, nach Dänemark und Norwegen!), erst in den letzten 14 Tagen hat man angefangen, in Deutschland die Schulen zu öffnen; ein Blick ins ZDF-Archiv würde da, glaube ich, ganz guttun.
Abg. Belakowitsch: Die gibt es nicht!
Das Wesentliche bei der Testung war auch, dass wir jene erreicht haben, die normalerweise gar nicht zu Teststraßen gehen und sich nicht testen lassen. Herr Brückl, auch Herr Amesbauer hat gefragt, wo die Evidenz bleibt, dass Masken etwas bewirken. (Abg. Belakowitsch: Die gibt es nicht!) Ich kann Ihnen gerne die Literaturliste schicken, gar keine Frage, Masken helfen natürlich gegen die Aerosoltransmission. (Abg. Belakowitsch: Schicken Sie es dem VfGH, da wird’s vielleicht wieder behoben!)
Abg. Belakowitsch: Schicken Sie es dem VfGH, da wird’s vielleicht wieder behoben!
Das Wesentliche bei der Testung war auch, dass wir jene erreicht haben, die normalerweise gar nicht zu Teststraßen gehen und sich nicht testen lassen. Herr Brückl, auch Herr Amesbauer hat gefragt, wo die Evidenz bleibt, dass Masken etwas bewirken. (Abg. Belakowitsch: Die gibt es nicht!) Ich kann Ihnen gerne die Literaturliste schicken, gar keine Frage, Masken helfen natürlich gegen die Aerosoltransmission. (Abg. Belakowitsch: Schicken Sie es dem VfGH, da wird’s vielleicht wieder behoben!)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Unfassbar! Unglaublich! – Abg. Amesbauer: Das ist ein Unfug!
Herr Hauser, darf ich noch etwas zu Ihnen sagen? (Abg. Hauser: Gerne!) Sie sind kurz auf die Bildungsverluste eingegangen. Wir haben die Bildungsverluste – das sage ich Ihnen auch – gering halten können, geringer als die benachbarten Staaten, weil wir viel getestet haben, und das Testen war um vieles billiger als das, was die Bildungsverluste ausmachen, denn diese Beträge sind erheblich, wie wir auch alle wissen. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Unfassbar! Unglaublich! – Abg. Amesbauer: Das ist ein Unfug!)
Abg. Belakowitsch: Aber Zwangstests haben wir schon! Das machen wir über Druck! Sie haben ja auch keine Zwangstests verordnet! Nein, es gibt keine Zwangstests!
Herr Hauser, auch von Zwangsimpfung habe ich nie gesprochen (Zwischenruf des Abg. Hauser), es gibt keine Zitierung in diese Richtung. (Abg. Belakowitsch: Aber Zwangstests haben wir schon! Das machen wir über Druck! Sie haben ja auch keine Zwangstests verordnet! Nein, es gibt keine Zwangstests!) Ich sage, eine Impfung ist eine Option, die Eltern für ihre Kinder unter 15 wählen können oder auch nicht. Mehr ist dazu von meiner Seite aus nicht zu sagen.
Beifall bei der FPÖ. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Wenn man über Aufstockungen in diesem Bereich redet, dann sollte man natürlich auch den tatsächlichen Istzustand kennen, und ich frage Sie, Herr Bundesminister: Wissen Sie eigentlich, wie es mit den Kapazitäten in unserem Spitalswesen tatsächlich ausschaut, wie viele Amtsärzte wir in Österreich haben, wie die Gesundheitsbehörden tatsächlich aufgestellt sind? – Wenn ich mir die Anfragebeantwortung von vor gut einer Woche anschaue, in der Sie schreiben, dass Sie keine Ahnung haben, wie viele Amtsärzte oder wie viele offene Stellen wir in Österreich haben, dann habe ich daran irgendwie Zweifel. (Beifall bei der FPÖ. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich möchte aber auch sagen, dass gerade die PflegemitarbeiterInnen und die MitarbeiterInnen im Gesundheitsbereich nicht nur während dieser Pandemie großartige Arbeit geleistet haben, sondern sie haben schon vorher großartige Arbeit geleistet, und ich bin überzeugt davon, sie werden das auch in Zukunft tun – und dafür gebührt ihnen wirklich ein großes Danke, Respekt und Wertschätzung. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Völlig richtig!
Abgeordneter Dr. Werner Saxinger, MSc (ÖVP): Coronaapartheid, herbeigetestete Pandemie, neue Mutationen, die erfunden werden (Abg. Wurm: Er hat aufgepasst!), oder die Impfung als Feldversuch der Pharmaindustrie (Abg. Belakowitsch: Völlig richtig!): Das sind ein paar absurde Coronaschmankerl der FPÖ in diesem Pandemiejahr.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Damen und Herren! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Die FPÖ forderte in der letzten Sitzung des Gesundheitsausschusses eine Änderung der Strategie zur Pandemiebekämpfung. Welche Strategie hat die FPÖ? – Dagegen sein. Dagegen sein ist für mich aber keine Strategie. (Abg. Wurm: Da hat er nicht aufgepasst! – Abg. Belakowitsch: Ja, und das ist nicht richtig!) Unsere Strategie war immer, gemeinsam gegen das Virus, gegen die Pandemie zu kämpfen, und der Erfolg gibt uns auch recht. (Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.)
Abg. Wurm: Da hat er nicht aufgepasst! – Abg. Belakowitsch: Ja, und das ist nicht richtig!
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Damen und Herren! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Die FPÖ forderte in der letzten Sitzung des Gesundheitsausschusses eine Änderung der Strategie zur Pandemiebekämpfung. Welche Strategie hat die FPÖ? – Dagegen sein. Dagegen sein ist für mich aber keine Strategie. (Abg. Wurm: Da hat er nicht aufgepasst! – Abg. Belakowitsch: Ja, und das ist nicht richtig!) Unsere Strategie war immer, gemeinsam gegen das Virus, gegen die Pandemie zu kämpfen, und der Erfolg gibt uns auch recht. (Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.)
Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Damen und Herren! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Die FPÖ forderte in der letzten Sitzung des Gesundheitsausschusses eine Änderung der Strategie zur Pandemiebekämpfung. Welche Strategie hat die FPÖ? – Dagegen sein. Dagegen sein ist für mich aber keine Strategie. (Abg. Wurm: Da hat er nicht aufgepasst! – Abg. Belakowitsch: Ja, und das ist nicht richtig!) Unsere Strategie war immer, gemeinsam gegen das Virus, gegen die Pandemie zu kämpfen, und der Erfolg gibt uns auch recht. (Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Die neue! Wir wollen aber nicht die neue, wir wollen die alte!
Es war und ist herausfordernd. Fast alles war neu und noch nie da gewesen. Wir hatten keine Blaupause. Es wurde von der Regierung vieles gemacht und vieles auch richtig. Die FPÖ hat sich selbst zur Zornsammelstelle für alle Coronaleugner und -gegner gemacht, und ich finde, sie ist gegen alles: gegen Maske, gegen Test, gegen Impfung. Aber noch einmal: Dagegen sein ist keine Strategie und auch sehr einfach. Unsere Strategie lässt sich in Zahlen ablesen. Die Impfung ist mittlerweile eine Erfolgsstory, ob Sie das wollen oder nicht, dank der Mithilfe der Bevölkerung. Beim Testen sind wir in Europa ebenfalls ganz vorne dabei, und die neue, heiß ersehnte Normalität ist angekommen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Die neue! Wir wollen aber nicht die neue, wir wollen die alte!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Klubobmann Kickl hat einmal gesagt: Wir alle haben ein intaktes Immunsystem, und das macht den Menschen stark gegen das Virus. – Ich vergleiche das Immunsystem mit einem Hirn. Ein Immunsystem gehört trainiert, und die Impfung ist ein Training für ein Immunsystem. Das Gleiche gilt für ein Hirn. Ein Hirn muss auch trainiert werden, und darum gehe ich in die Schule, darum lerne ich. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Lernen ist also Training für das Hirn, Impfen ist Training für das Immunsystem.
Abg. Belakowitsch: Vielleicht geht es ohne Sexismus! – Abg. Martin Graf: ... hat gesagt: Europa ist größer als Deutschland!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt nun Herr Dr. Werner Saxinger. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Belakowitsch: Vielleicht geht es ohne Sexismus! – Abg. Martin Graf: ... hat gesagt: Europa ist größer als Deutschland!)
Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Die Grünen schlafen noch, die tun es dem Minister gleich, der macht Mittagspause!
Wir sind bei den Tagesordnungspunkten 22 und 23. (Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Die Grünen schlafen noch, die tun es dem Minister gleich, der macht Mittagspause!)
Heiterkeit und Zwischenrufe bei der FPÖ – Abg. Belakowitsch: Muss man nicht!
Abgeordneter Ralph Schallmeiner (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren zu Hause! Sehr geehrte Herren Minister! Vorneweg ganz kurz, Herr Kollege von der FPÖ – ich weiß jetzt leider den Namen nicht mehr (Heiterkeit und Zwischenrufe bei der FPÖ – Abg. Belakowitsch: Muss man nicht!) – muss ich auch nicht wirklich wissen, stimmt. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Mich der Lüge zu bezichtigen, nur weil man einfach Zusammenhänge nicht versteht: Dafür kann ich leider nichts, also das möchte ich schon zuerst einmal darlegen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Ralph Schallmeiner (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren zu Hause! Sehr geehrte Herren Minister! Vorneweg ganz kurz, Herr Kollege von der FPÖ – ich weiß jetzt leider den Namen nicht mehr (Heiterkeit und Zwischenrufe bei der FPÖ – Abg. Belakowitsch: Muss man nicht!) – muss ich auch nicht wirklich wissen, stimmt. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Mich der Lüge zu bezichtigen, nur weil man einfach Zusammenhänge nicht versteht: Dafür kann ich leider nichts, also das möchte ich schon zuerst einmal darlegen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Amesbauer
Wir kennen das aber, das ist der übliche Populismus der FPÖ (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Amesbauer); wir kennen es ja nicht anders. Es wäre übrigens einmal recht nett, wenn vielleicht der Klubobmann der FPÖ auch den Debatten hier herinnen folgen würde (Abg. Belakowitsch: Das ist unfassbar!), aber der ist ja eigentlich lieber immer drüben in seinen Klubräumlichkeiten, anstatt hier im Plenum zu sitzen (Abg. Belakowitsch: Woher wollen Sie das wissen?! Das ist eine Frechheit!) – aber das ist eine andere Geschichte.
Abg. Belakowitsch: Das ist unfassbar!
Wir kennen das aber, das ist der übliche Populismus der FPÖ (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Amesbauer); wir kennen es ja nicht anders. Es wäre übrigens einmal recht nett, wenn vielleicht der Klubobmann der FPÖ auch den Debatten hier herinnen folgen würde (Abg. Belakowitsch: Das ist unfassbar!), aber der ist ja eigentlich lieber immer drüben in seinen Klubräumlichkeiten, anstatt hier im Plenum zu sitzen (Abg. Belakowitsch: Woher wollen Sie das wissen?! Das ist eine Frechheit!) – aber das ist eine andere Geschichte.
Abg. Belakowitsch: Woher wollen Sie das wissen?! Das ist eine Frechheit!
Wir kennen das aber, das ist der übliche Populismus der FPÖ (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Amesbauer); wir kennen es ja nicht anders. Es wäre übrigens einmal recht nett, wenn vielleicht der Klubobmann der FPÖ auch den Debatten hier herinnen folgen würde (Abg. Belakowitsch: Das ist unfassbar!), aber der ist ja eigentlich lieber immer drüben in seinen Klubräumlichkeiten, anstatt hier im Plenum zu sitzen (Abg. Belakowitsch: Woher wollen Sie das wissen?! Das ist eine Frechheit!) – aber das ist eine andere Geschichte.
Abg. Belakowitsch: Wissen Sie eh ...!
Ich weiß schon, nach mir wird dann jemand von der FPÖ reden und alles verteufeln, wird auch davon sprechen, wie schlimm diese Tests sind und wie sie sozusagen die Kinder und auch die Erwachsenen schädigen oder was auch immer – das kennen wir ja schon zur Gänze. (Abg. Belakowitsch: Wissen Sie eh ...!)
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Ich möchte noch einmal darauf hinweisen – auch Kollegen Schallmeiner, weil er das immer so bestreitet –: Natürlich gibt es diese Probleme mit Masken, Tests und so weiter (ein Blatt Papier mit einem Medienbericht und der Abbildung einer FFP2-Maske in die Höhe haltend), und wenn Sie mir schon nicht glauben, dann vielleicht dem europäischen Schnellwarnsystem Rapex – das sollten Sie als EU-Fanatiker ja kennen. (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) Die warnen auch vor FFP2-Masken (neuerlich das zuvor beschriebene Blatt Papier in die Höhe haltend), die es im Übrigen, wie wir alle wissen, nur in Österreich und in Teilen Deutschlands gibt, auch aus dubiosen Gründen. Jetzt soll mir einmal jemand erklären: Die Regierung hat damals vom Mund-Nasen-Schutz auf die FFP2-Masken umgestellt, weil der normale Mund-Nasen-Schutz laut Aussage der Experten und der Regierung eigentlich nichts nützt. Jetzt führen Sie ihn wieder ein, weil Sie halt nicht in der Lage sind, das einfach abzuschaffen und zu sagen: Es gibt in Wahrheit keinen Nachweis, dass das signifikant etwas gebracht hat, weder die FFP2-Maske noch der Mund-Nasen-Schutz. – Sie wollen es halt fortsetzen, gut, das ist ja Ihr Thema. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich möchte noch einmal darauf hinweisen – auch Kollegen Schallmeiner, weil er das immer so bestreitet –: Natürlich gibt es diese Probleme mit Masken, Tests und so weiter (ein Blatt Papier mit einem Medienbericht und der Abbildung einer FFP2-Maske in die Höhe haltend), und wenn Sie mir schon nicht glauben, dann vielleicht dem europäischen Schnellwarnsystem Rapex – das sollten Sie als EU-Fanatiker ja kennen. (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) Die warnen auch vor FFP2-Masken (neuerlich das zuvor beschriebene Blatt Papier in die Höhe haltend), die es im Übrigen, wie wir alle wissen, nur in Österreich und in Teilen Deutschlands gibt, auch aus dubiosen Gründen. Jetzt soll mir einmal jemand erklären: Die Regierung hat damals vom Mund-Nasen-Schutz auf die FFP2-Masken umgestellt, weil der normale Mund-Nasen-Schutz laut Aussage der Experten und der Regierung eigentlich nichts nützt. Jetzt führen Sie ihn wieder ein, weil Sie halt nicht in der Lage sind, das einfach abzuschaffen und zu sagen: Es gibt in Wahrheit keinen Nachweis, dass das signifikant etwas gebracht hat, weder die FFP2-Maske noch der Mund-Nasen-Schutz. – Sie wollen es halt fortsetzen, gut, das ist ja Ihr Thema. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Versprechen Sie nicht zu viel, der Bundeskanzler ...!
Es wird im Herbst – das ist meine Prognose – sicher nicht mehr so wie im vorigen Jahr sein, aber damit wir nicht in ein Problem rutschen, wird eine hohe Durchimpfungsrate ganz, ganz sicher notwendig sein. (Abg. Belakowitsch: Versprechen Sie nicht zu viel, der Bundeskanzler ...!) Auch jetzt glaube ich, dass die gewissen Maßnahmen, die wir noch aufrechterhalten, notwendig sind, damit wir gut in die Zukunft schauen können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Als Vater kann ich Ihnen sagen, sein Kind mit einem Leuchten in den Augen mitfiebern zu sehen, wenn der Ball dem Tor näherrollt, ist unbezahlbar. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Darum brauchen wir Bestrebungen wie dieses Übereinkommen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Eigentlich hatte ich eine Rede vorbereitet, in der es darum geht, wie wichtig es ist, mit Kindern ins Stadion gehen zu können, wie wichtig es ist, dass es dort sicher ist, wie wichtig es ist, dass internationale Polizeizusammenarbeit gut funktioniert, wie wichtig es ist, dass Sicherheitssysteme gut funktionieren, wie wichtig es ist, dass interdisziplinäre Zusammenarbeit gut funktioniert, wie wichtig es ist, dass Fanarbeit gut funktioniert, dass Stadien sicher gebaut werden, dass Sicherheitskonzepte bei An- und Abreise gut funktionieren, aber die Rede meiner Vorrednerin wirft dieses Konzept jetzt etwas über den Haufen, denn ich möchte hier an etwas ganz, ganz Wichtiges erinnern (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Die Uefa, die jetzt gerade diese Euro veranstaltet, der wir alle zusehen, hat ein ganz wichtiges Programm, und dieses wichtige Programm der Uefa heißt Unite Against Racism. (Beifall bei Grünen, ÖVP, SPÖ und NEOS.)
Beifall bei Grünen und ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe der Abg. Belakowitsch.
Diesem Programm entspricht es voll und ganz, auf allen Ebenen, in jeder Art und Weise und immer gegen Rassismus aufzutreten. Gegen Rassismus aufzutreten ist keine Politisierung irgendeiner Sportveranstaltung; gegen Rassismus aufzutreten ist die Pflicht einer jeden Person, die an Sport interessiert ist, die an der Gesellschaft interessiert ist und die an Menschen interessiert ist! (Beifall bei Grünen und ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf des Abg. Leichtfried. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Die Abstimmung verlege ich wie vereinbart an das Ende der Verhandlungen über die Vorlagen des Ausschusses für innere Angelegenheiten. (Zwischenruf des Abg. Leichtfried. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Miteinander funktioniert nicht, Herr Kollege!
Lassen Sie mich ganz zum Schluss noch zum Wort miteinander kommen. Wir wünschen uns doch so sehr, dass wir im Parlament miteinander arbeiten, also ich zumindest wünsche es mir sehr, und ich sage auch offen, in den letzten Wochen und Monaten geht mir dieses Miteinander ein wenig ab. Ich glaube aber, dieses Miteinander ist gerade beim Thema Gewaltschutz ganz entscheidend, und darum wünsche ich mir dieses Miteinander von uns allen. (Abg. Belakowitsch: Miteinander funktioniert nicht, Herr Kollege!) Danke für dieses Miteinander an unseren Innenminister und an Sie alle hier im Hohen Haus, an jeden, an jede von Ihnen, der/die dieses Miteinander aktiv mitträgt. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Wann können wir das?
Abgeordneter Ing. Manfred Hofinger (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist sehr erfreulich, dass sich in der Coronapandemie die Infektionszahlen nach unten entwickeln und wir zu dem normalen Leben zurückkehren können, das wir vor der Coronakrise gehabt haben. (Abg. Belakowitsch: Wann können wir das?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
sehen das ja anscheinend ähnlich, denn Sie waren dort. Gestern war schönes Wetter in Kopenhagen, hat man gehört. Dänemark hat mittlerweile auch die Maskenpflicht abgeschafft, und zwar vollständig, FFP2-Maskenpflicht hatten die nie – vielleicht auch eine interessante Anregung, die Sie für Ihre Regierungskollegen mitnehmen können. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch – in Richtung des in ein Gespräch vertieften Bundesministers Nehammer –: Das interessiert ihn nicht!
Man hat ja geglaubt, in der ganzen Coronasituation ist das Asylthema in den Hintergrund getreten, es ist nicht mehr wichtig, aber die Zahlen und die Bewegungen entlang der Balkanroute sprechen eine andere Sprache: Laut Auskunft des Innenministeriums sind rund 100 000 irreguläre und illegale Migranten unterwegs, starke Bewegungen gibt es auch auf der Mittelmeerroute. Dazu kommt die fragile Situation mit dem unsäglichen EU-Türkei-Deal, durch den jederzeit die Gefahr besteht, dass die Schleusen geöffnet werden. (Abg. Belakowitsch – in Richtung des in ein Gespräch vertieften Bundesministers Nehammer –: Das interessiert ihn nicht!) Erdoğan hat uns in Europa ja schon gezeigt, wie er agiert, wenn seine Forderungen, die Milliardenzahlungen umfassen, nicht erfüllt sind: Dann macht er auf, dann macht er Druck, und er hat jederzeit die Möglichkeit, Europa mit weiteren Asylanten zu belasten.
Abg. Belakowitsch: Was heißt „auch“? Ihr macht es nur!
In dieser Hinsicht ist auch schon einiges passiert. Seit etwa einem Jahr gibt es die Dokumentationsstelle Politischer Islam, und diese ist auch bereits sehr aktiv. Mit diesem Antrag wollen wir heute ein Statement zum Ausdruck bringen, dass wir auch gegen den Rechtsextremismus mit aller Entschiedenheit vorgehen (Abg. Belakowitsch: Was heißt „auch“? Ihr macht es nur!), und das ist auch durchaus berechtigt, denn wenn man die Statistik betrachtet, dann sieht man, dass es im Vorjahr, im Jahr 2020, etwa 697 Tathandlungen in Österreich gab, die ein rechtsextremes Motiv hatten, davon ungefähr 255 im Internet. Dagegen muss man ganz entschieden und klar auftreten.
Abg. Belakowitsch: Die sind nicht fadenscheinig! – Abg. Amesbauer: Wir haben es ... beschlossen!
Deswegen ist es auch wirklich gut und richtig, dass wir da mit großer Mehrheit vorgehen. Es ist mir völlig unverständlich, meine geschätzten Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, dass Sie aus diesen fadenscheinigen Gründen, die Herr Amesbauer genannt hat – weil es ihm zu wenig wäre –, nicht zustimmen. (Abg. Belakowitsch: Die sind nicht fadenscheinig! – Abg. Amesbauer: Wir haben es ... beschlossen!) Ich sage Ihnen eines, meine Damen und Herren: Diese Kehrtwende, die Sie hier vollziehen, hat mit Ihrem neuen Parteiobmann Herbert Kickl zu tun. (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der FPÖ: Richtig!)
Abg. Belakowitsch: Ja, eh, wir ... schon!
Ich zitiere, meine Damen und Herren, Ihren ehemaligen Generalsekretär Hafenecker – er ist heute nicht mehr da, oder er ist woanders –: Er hat vor zwei Jahren in einer Presseaussendung geschrieben, dass sich die FPÖ ganz klar den Beschluss gibt, mit der Identitären Bewegung zum Beispiel in keiner Weise zu kooperieren. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Damals hat er auch geschrieben – ich zitiere wörtlich –: Die FPÖ tritt unmissverständlich gegen jede Form des Extremismus auf und bezieht für Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit Position. – Zitatende. (Abg. Belakowitsch: Ja, eh, wir ... schon!) Position beziehen heißt auch, hier Beschlüsse zu fassen.
Abg. Belakowitsch: Sie sind nicht in der Lage, sinnerfassend ...! Langsam! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: ... nicht aufmerksam!
Meine Damen und Herren, was erleben wir heute? Wir erleben heute, was Ihr jetziger Generalsekretär Schnedlitz vor einem halben Jahr angekündigt hat. (Abg. Belakowitsch: Sie sind nicht in der Lage, sinnerfassend ...! Langsam! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: ... nicht aufmerksam!) Was hat er in einem Youtube-Video angekündigt? – Er hat wörtlich angekündigt: Mit dieser Distanziererei ist es nun vorbei! (Ruf bei der FPÖ: Ja, Gott sei Dank!) Er hat das angekündigt, und Ihr neuer Parteiobmann hat Taten folgen lassen, in dem Sinne, dass Sie mit wehenden Fahnen bei Coronademonstrationen, bei denen viele Leute dabei waren, die nicht rechtsextrem sind, aber bei denen sich die Rechtsextremen unter die Leute gemischt haben, Seite an Seite mit ihnen durch die Stadt gezogen sind, meine Damen und Herren.
Abg. Belakowitsch: Wo? Was reden Sie denn? – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Amesbauer.
Viele derer hier, die nicht meinen, dass es gut wäre, einen Nationalen Aktionsplan zu verabschieden, waren auch Teil der Coronademonstrationen heuer im März. Ich will nur eine herausheben, nämlich die Demonstration am 6. März, als ein rechtsextremer Mob durch den 2. Wiener Gemeindebezirk spaziert ist und gemeint hat, mit Sieg-Heil-Rufen könnte man sich in Österreich weiterhin frei bewegen (Abg. Amesbauer: Und den Polizeischutz ...!), und als Jüdinnen und Juden dann nicht mehr die Möglichkeit hatten, sich in ihrem Gemeindebezirk frei zu bewegen – und noch heute müssen sie mit viel Angst in ihrem eigenen Gemeindebezirk durch die Straßen gehen. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Krisper.) Das war ein Tag, an dem es zu 33 Festnahmen und 3 183 Anzeigen kam. (Abg. Belakowitsch: Wo? Was reden Sie denn? – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Amesbauer.)
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Und da fragen wir uns noch, ob so ein Nationaler Aktionsplan überhaupt notwendig ist? – Ja, er ist notwendig, denn letztendlich geht es darum, jetzt dem Rechtsextremismus, dem Faschismus, dem Antisemitismus und dem Rassismus in Österreich eine Strategie entgegenzusetzen (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), ihm etwas entgegenzuhalten. Wir setzen auf Prävention und Aufklärungsmaßnahmen, weil es uns darum geht, Menschen von dieser Szene wegzuhalten, die massiv vernetzt ist, die gerade in den sozialen Medien immer wieder und jeden Tag, jede Stunde auf den Fang junger Menschen aus ist, die dann in diese Szene abdriften.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Da richtet sich schon auch meine Botschaft an meinen Vorredner: Beim nächsten Mal denken, wenn man mit einer Partei eine Koalition macht, in deren Reihen derartig viele Menschen sind, die dem Rechtsextremismus nicht abgeneigt sind! Sagen wir es einmal so. (Abg. Amesbauer: Das ist eine Frechheit! – Zwischenrufe bei den Grünen.) Mit Ihnen ist einfach kein Staat zu machen, und genau deshalb, weil es solche Fraktionen wie Sie gibt, brauchen wir einen ganz detaillierten Plan, einen Nationalen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Mit Ihnen ist einfach kein Staat zu machen, das ist das Problem! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Sitzung Nr. 115
Abg. Wöginger: Jetzt wissen wir, warum es nur 75 Prozent waren! – Abg. Belakowitsch: Bissl mehr Respekt, der Kanzler spricht! – Zwischenruf des Abg. Leichtfried.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu einer einleitenden Stellungnahme zu Wort gemeldet ist der Herr Bundeskanzler. Ich darf ihm das Wort erteilen. – Bitte sehr. (Abg. Wöginger: Jetzt wissen wir, warum es nur 75 Prozent waren! – Abg. Belakowitsch: Bissl mehr Respekt, der Kanzler spricht! – Zwischenruf des Abg. Leichtfried.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Bundeskanzler Sebastian Kurz: Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen in der Bundesregierung! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Ich freue mich, dass ich heute zu Beginn des Sommers mit einem sehr optimistischen Ausblick auf die nächsten Monate und Jahre vor Ihnen stehen darf. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir haben in den letzten eineinhalb Jahren eine Pandemie erlebt, die in ihrem Ausmaß historisch war, die uns alle massiv gefordert hat und die natürlich neben der gesundheitlichen Herausforderung auch eine massive Herausforderung für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt gebracht hat.
Abg. Belakowitsch: Das sieht man gerade in Israel!
Wir alle wissen, dass Corona nicht vorbei ist. Das Virus ist nicht verschwunden, aber durch den Impffortschritt gelingt es uns, das Virus immer weiter zurückzudrängen, es gelingt uns, immer mehr Menschen zu schützen. (Abg. Belakowitsch: Das sieht man gerade in Israel!) Das sind gute Nachrichten für unser aller Gesundheit, das sind vor allem aber auch gute Nachrichten für Wirtschaftsstandort und Arbeitsmarkt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
stolz darauf, dass wir nach 60 Jahren Schuldenpolitik als Bundesregierung diese Schuldenpolitik beendet haben und sogar zwei Jahre lang einen Budgetüberschuss zustande gebracht haben. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Kickl: Na, na! – Abg. Belakowitsch: Nein, das haben wir uns nicht gewünscht!
Wir sehen auch, dass es Erfolg hat. Wir sind dank der Bundesregierung, dank der Menschen, die da mitgewirkt haben, dank des großen Einsatzes von ganz vielen Menschen besser durch diese Krise gekommen und stehen jetzt besser da. Der Bundeskanzler hat es angekündigt: Wir haben jetzt wieder die Normalität, die wir uns gewünscht haben (Abg. Kickl: Na, na! – Abg. Belakowitsch: Nein, das haben wir uns nicht gewünscht!), die wir aber nicht erwartet haben. Wir erleben jetzt, dass es wieder zu einem Aufschwung kommt: 4 Prozent Wirtschaftswachstum, nächstes Jahr 5 Prozent Wirtschaftswachstum. Es ist ein enormer Boom, eine enorme Kraft und Energie, die hier entsteht. Man kann sich jetzt entscheiden: Will man den Klassenkampf, will man das Gegeneinanderausspielen oder will man eine Aufstiegsgesellschaft, wie es der Bundeskanzler beschrieben hat? Ich für meinen Teil weiß, was wir wollen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch – in Richtung Abg. Disoski –: Das habt ihr beschlossen!
Herr Bundeskanzler, Sie haben mit Unterstützung der Grünen Pensionskürzungen beschlossen – in einem Krisenjahr! Sie waren es, der mitten im Coronajahr 2020 die Kürzungen für angehende Pensionisten beschlossen hat. (Abg. Disoski: Das stimmt ja nicht!) Alle zukünftigen Pensionistinnen und Pensionisten bekommen dank Ihnen nicht die volle Anpassung der aliquoten Pensionserhöhung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch – in Richtung Abg. Disoski –: Das habt ihr beschlossen!)
Abg. Belakowitsch: Warum?
Weil das Symbole-Gesetz angesprochen worden ist: Ich halte es für absolut richtig und gerechtfertigt, dass wir jetzt auch die Symbole der politischen Hisbollah verboten haben und damit auch diejenigen, die sie tragen, strafrechtlich verfolgen können. Ich finde es auch richtig, dass wir die Symbole der Identitären verboten haben. (Abg. Belakowitsch: Warum?) Warum ist das wichtig? – Wir sind in Österreich derzeit von zwei Seiten bedroht (Abg. Belakowitsch: Ah so?): vom radikal-islamistischen Terror (Abg. Amesbauer: Und von der ÖVP! – Abg. Bösch: Von der Schnöseltruppe!) und vom rechtsextremen Terror. Es gab und gibt aus dem rechtsextremen Milieu laufend Waffenfunde, die zutiefst besorgniserregend sind. Wir reden nicht von Einzelfällen. Wir reden von Waffenfunden in der Dimension von mehreren hundert vollautomatischen Waffen, Kilogramm an Sprengstoff und Millionen Schuss Munition. (Abg. Kickl: Wo haben Sie die gefunden?) Wir sehen in Deutschland, wozu es führen kann, wenn man den rechtsextremistischen Terror nicht ernst nimmt. (Abg. Steger: So wie die Erstürmung des Parlaments! – Abg. Belakowitsch: Die Erstürmung der ÖVP-Zentrale!) Daher müssen wir auf beiden Seiten besonders wachsam sein, und der neue Verfassungsschutz wird seine Aufgabe damit auch erfüllen können.
Abg. Belakowitsch: Ah so?
Weil das Symbole-Gesetz angesprochen worden ist: Ich halte es für absolut richtig und gerechtfertigt, dass wir jetzt auch die Symbole der politischen Hisbollah verboten haben und damit auch diejenigen, die sie tragen, strafrechtlich verfolgen können. Ich finde es auch richtig, dass wir die Symbole der Identitären verboten haben. (Abg. Belakowitsch: Warum?) Warum ist das wichtig? – Wir sind in Österreich derzeit von zwei Seiten bedroht (Abg. Belakowitsch: Ah so?): vom radikal-islamistischen Terror (Abg. Amesbauer: Und von der ÖVP! – Abg. Bösch: Von der Schnöseltruppe!) und vom rechtsextremen Terror. Es gab und gibt aus dem rechtsextremen Milieu laufend Waffenfunde, die zutiefst besorgniserregend sind. Wir reden nicht von Einzelfällen. Wir reden von Waffenfunden in der Dimension von mehreren hundert vollautomatischen Waffen, Kilogramm an Sprengstoff und Millionen Schuss Munition. (Abg. Kickl: Wo haben Sie die gefunden?) Wir sehen in Deutschland, wozu es führen kann, wenn man den rechtsextremistischen Terror nicht ernst nimmt. (Abg. Steger: So wie die Erstürmung des Parlaments! – Abg. Belakowitsch: Die Erstürmung der ÖVP-Zentrale!) Daher müssen wir auf beiden Seiten besonders wachsam sein, und der neue Verfassungsschutz wird seine Aufgabe damit auch erfüllen können.
Abg. Steger: So wie die Erstürmung des Parlaments! – Abg. Belakowitsch: Die Erstürmung der ÖVP-Zentrale!
Weil das Symbole-Gesetz angesprochen worden ist: Ich halte es für absolut richtig und gerechtfertigt, dass wir jetzt auch die Symbole der politischen Hisbollah verboten haben und damit auch diejenigen, die sie tragen, strafrechtlich verfolgen können. Ich finde es auch richtig, dass wir die Symbole der Identitären verboten haben. (Abg. Belakowitsch: Warum?) Warum ist das wichtig? – Wir sind in Österreich derzeit von zwei Seiten bedroht (Abg. Belakowitsch: Ah so?): vom radikal-islamistischen Terror (Abg. Amesbauer: Und von der ÖVP! – Abg. Bösch: Von der Schnöseltruppe!) und vom rechtsextremen Terror. Es gab und gibt aus dem rechtsextremen Milieu laufend Waffenfunde, die zutiefst besorgniserregend sind. Wir reden nicht von Einzelfällen. Wir reden von Waffenfunden in der Dimension von mehreren hundert vollautomatischen Waffen, Kilogramm an Sprengstoff und Millionen Schuss Munition. (Abg. Kickl: Wo haben Sie die gefunden?) Wir sehen in Deutschland, wozu es führen kann, wenn man den rechtsextremistischen Terror nicht ernst nimmt. (Abg. Steger: So wie die Erstürmung des Parlaments! – Abg. Belakowitsch: Die Erstürmung der ÖVP-Zentrale!) Daher müssen wir auf beiden Seiten besonders wachsam sein, und der neue Verfassungsschutz wird seine Aufgabe damit auch erfüllen können.
Abg. Belakowitsch: Na mit denen sitzen Sie in der Koalition! – Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Steger.
Jetzt könnte der Vorwurf kommen: Warum reden wir nicht von linksextremistischem Terror? (Abg. Belakowitsch: Na mit denen sitzen Sie in der Koalition! – Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Steger.) – Keine Sorge, der Verfassungsschutz wird entsprechend seinem Auftrag jede extremistische Entwicklung in diesem Land im Auge behalten; aber wenn es besondere Gefahren gibt, dann sind diese auch zu benennen und die Sicherheitsbehörden mit den notwendigen Gesetzen auszustatten, damit wir tatsächlich dagegen vorgehen können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Abg. Belakowitsch: Haben Sie zum Fall Leonie auch was zu sagen oder ist das kein Thema für die ÖVP?
Ich rede heute über eine Regierungsvorlage, die Teil des Antiterrorpakets ist. (Abg. Belakowitsch: Haben Sie zum Fall Leonie auch was zu sagen oder ist das kein Thema für die ÖVP?) Herr Kollege Margreiter von den NEOS, es steht schon im Regierungsprogramm, dass der politische Islam im Rahmen des demokratischen Rechtsstaates umfassend bekämpft werden soll, weil er unsere Gesellschaft spaltet, weil er eine massive Gefahr für unsere Grund- und Freiheitsrechte ist und weil wir nicht über dieses Thema reden können, ohne auch über den 2. November 2020 zu reden.
Abg. Belakowitsch: Das habt ihr schon 2016 ...! – Abg. Steger: Ihr macht einfach gar nichts!
Durch mehr Transparenz bei der Besetzung der Imame kann gezielt gegen Hassprediger vorgegangen werden, durch eine effektive Kontrolle des Auslandsfinanzierungsverbotes kann der Einfluss aus dem Ausland unterbunden werden und durch die Möglichkeit, radikale Moscheen schneller zu schließen, kann auf Missstände besser reagiert werden. (Abg. Belakowitsch: Das habt ihr schon 2016 ...! – Abg. Steger: Ihr macht einfach gar nichts!)
Abg. Belakowitsch: Ja!
Abgeordnete Mag. Johanna Jachs (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuseherinnen und Zuseher! Wissen Sie, was Sie am Abend des 2. November des Vorjahres gemacht haben? (Abg. Belakowitsch: Ja!) – Ich weiß es noch ganz genau: Ich war auf der Ringstraße, als auf einmal unzählige Polizeiautos und Hubschrauber aufgetaucht sind und mir auf Höhe der Oper wirklich viele Menschen entgegengelaufen sind, die sich aus der Innenstadt vor dem Attentäter geflüchtet haben. Dieser Abend hat uns gezeigt, dass wir in Österreich auf keiner Insel der Seligen leben, sondern dass der Terrorismus leider auch bei uns in Österreich angekommen ist. Deswegen danke ich der Bundesregierung, die sofort nach dem Anschlag klargemacht hat, dass wir doch gemeinsam weiter gegen die Terroristen, gegen diese Netzwerke ankämpfen müssen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich habe wirklich verinnerlicht, was er gesagt hat, meine Damen und Herren, und ich bin entsetzt über die Diskussion, die heute stattfindet. Anscheinend soll hier wieder die Demokratie infrage gestellt werden. Wenn jetzt Beispiele kommen, dass Leonidas mit 300 Spartanern gegen 120 000 Perser gekämpft hat, weil er verhindert hat, dass bewaffnete Soldaten einrücken, und man das mit der jetzigen Situation vergleicht, meine Damen und Herren, weiß ich nicht mehr, wie ich das mit all dem, was meiner Familie passiert ist, vereinbaren soll. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich kann wirklich nur eines sagen, meine Damen und Herren: Es ist traurig für Österreich, wenn man versucht, die Demokratie infrage zu stellen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Na geh! – Zwischenruf der Abg. Steger.
Das, was Sie von der Freiheitlichen Partei heute hier geboten haben, auch schon bei der Einwendungsdebatte, bestärkt mich in meiner Ansicht, dass Sie eine Partei der Gefährder geworden sind, sofern Sie es nicht schon waren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Na geh! – Zwischenruf der Abg. Steger.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ein letztes Wort auch zum Inhalt (Abg. Steger: Das einzige Wort zum Inhalt, würde ich sagen!): Dieses Paket geht Ihnen zu wenig weit. Dieses Paket ist für Sie nur Showpolitik. Der Antrag, den Sie in der Einwendungsdebatte vorreihen wollten, beinhaltet einen Erschwerungsgrund – einen, der null ändert. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ihr Antragsteller hat hier ausgeführt, dass die Erschwerungsgründe gar nicht notwendig sind, weil bei den verwerflichen Beweggründen alles abgebildet ist – ja dann doch auch bei diesem Erschwerungsgrund!
Abg. Belakowitsch: Sagen Sie das bitte dem Minister! – Zwischenruf des Abg. Bürstmayr.
Zum Asylrecht, weil da ein Systemfehler erkannt wurde – es ist ganz einfach: Jeder, der hier keinen Aufenthaltstitel hat und nicht freiwillig ausreist, ist abzuschieben – so oder so (Abg. Kickl: Na geh! – Zwischenruf der Abg. Steger), im Jänner und auch jetzt. (Abg. Belakowitsch: Sagen Sie das bitte dem Minister! – Zwischenruf des Abg. Bürstmayr.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich trage sie nämlich, weil es hier im Haus eine Ansteckung gegeben hat, und ich glaube, es ist gut, die Maske zu tragen, damit man sich nicht ansteckt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das ist meine Meinung, deswegen lasse ich sie lieber noch auf, ich möchte aber auch, dass Sie mich verstehen.
Abg. Belakowitsch: Jetzt sagen Sie nichts dazu! Sprachlos sind Sie!
Abgeordneter Ralph Schallmeiner (Grüne): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren zu Hause vor den Bildschirmen! Es ist immer wieder erstaunlich - - (Abg. Belakowitsch: Jetzt sagen Sie nichts dazu! Sprachlos sind Sie!) – Ja, da kann man nur mehr sprachlos sein, weil es in der Welt der FPÖ immer noch keine Pandemie gibt, auch nach 17 Monaten nicht. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Ralph Schallmeiner (Grüne): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren zu Hause vor den Bildschirmen! Es ist immer wieder erstaunlich - - (Abg. Belakowitsch: Jetzt sagen Sie nichts dazu! Sprachlos sind Sie!) – Ja, da kann man nur mehr sprachlos sein, weil es in der Welt der FPÖ immer noch keine Pandemie gibt, auch nach 17 Monaten nicht. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Es ist eigentlich jedes Mal das gleiche Ritual: Kollegin Belakowitsch geht hinaus (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), Kollegin Belakowitsch schmeißt mit irgendwelchen Halbwahrheiten (Abg. Wurm: Wahrheiten! Wahrheiten!) oder nicht nachweisbaren Dingen – keinen Evidenzen – herum (Abg. Belakowitsch: Wahrheiten, keine Halbwahrheiten!), geht wieder rein, und dann muss man das Ganze wiederholt einfangen. Das sind wir aber schon gewöhnt, das ist ja seit bald 17 Monaten nichts Neues in diesem Hohes Haus, leider Gottes! (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Wahrheiten, keine Halbwahrheiten!
Es ist eigentlich jedes Mal das gleiche Ritual: Kollegin Belakowitsch geht hinaus (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), Kollegin Belakowitsch schmeißt mit irgendwelchen Halbwahrheiten (Abg. Wurm: Wahrheiten! Wahrheiten!) oder nicht nachweisbaren Dingen – keinen Evidenzen – herum (Abg. Belakowitsch: Wahrheiten, keine Halbwahrheiten!), geht wieder rein, und dann muss man das Ganze wiederholt einfangen. Das sind wir aber schon gewöhnt, das ist ja seit bald 17 Monaten nichts Neues in diesem Hohes Haus, leider Gottes! (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Kommen wir zum eigentlichen Thema, kommen wir zu dem, um was es bei diesen Tagesordnungspunkten geht (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) – auch diesen Satz kenne ich in der Zwischenzeit schon zur Genüge, weil ich meistens, wenn ich nach Kollegin Belakowitsch rausgehe, immer wieder erst einmal zur Sache kommen muss! In diesem Fall geht es hier heute zum einen um Anpassungen im grünen Pass. Es geht darum, dass jene, die bereits genesen sind und den einen Stich, diese Boosterimpfung, haben, dementsprechend abgebildet werden, damit sie dann nicht nach drei Monaten plötzlich durchrutschen und es plötzlich heißt: Na ja, du hast ja nur eine Boosterimpfung, und deswegen könntest du im Endeffekt nicht mehr die Reisefreiheit haben! – Das werden wir hier heute reparieren.
Abg. Belakowitsch: ... tatsächliche Berichtigung!
Ich weiß schon, jetzt geht gleich wieder die Kollegin hier heraus und behauptet genau das Gegenteil; aber noch einmal: Das, was wirklich hilft, ist die Impfung – beide Impfungen! (Abg. Belakowitsch: ... tatsächliche Berichtigung!) Bitte, liebe Kolleginnen und Kollegen, nehmen Sie diese wahr! Auch die Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ sollten sich impfen lassen, das würde uns allen etwas mehr Schutz gewähren. – Danke. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Schallmeiner. – Abg. Belakowitsch: Zur Geschäftsordnung!
unsolidarisch, wenn man am Freitag davon weiß und am Montag die anderen verständigt. Das ist Egoismus. Ich würde mir von der FPÖ – zumindest von einem großen Teil – etwas mehr Redlichkeit erwarten. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Schallmeiner. – Abg. Belakowitsch: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Belakowitsch: Ja!
Präsidentin Doris Bures: Frau Abgeordnete, haben Sie sich zur Geschäftsbehandlung zu Wort gemeldet? (Abg. Belakowitsch: Ja!) – Bitte, dann liegt mir eine Wortmeldung zur Geschäftsbehandlung vor.
Abg. Belakowitsch: So weit sind wir d’accord!
Abgeordneter Laurenz Pöttinger (ÖVP): Abgabenhinterziehung, Lohn- und Sozialdumping, Sozialbetrug und Schwarzarbeit verzerren den Wettbewerb (Abg. Wurm: Meine Rede!) und sind kein Kavaliersdelikt. (Abg. Belakowitsch: So weit sind wir d’accord!) Eine EuGH-Entscheidung ist zu respektieren und darauf zu reagieren, ist unsere Pflicht.
Zwischenruf der Abg. Herr. – Abg. Belakowitsch: Wie war denn das beim ...? – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich wundere mich aber ehrlich gesagt über den Verlängerungsantrag, weil die Abschlussparty ja offenbar stattgefunden hat und der eine oder andere noch verkatert ist. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) Der eine oder andere dürfte daher auch von dieser Sitzung ferngeblieben sein. (Zwischenruf der Abg. Herr. – Abg. Belakowitsch: Wie war denn das beim ...? – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Martin Graf. – Abg. Belakowitsch: Berührt! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und ÖVP.
Abgeordnete Nurten Yılmaz (SPÖ): Frau Kollegin Fürst, wurden Sie attackiert? (Zwischenruf des Abg. Martin Graf. – Abg. Belakowitsch: Berührt! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und ÖVP.) Ich will das von Ihnen wissen und nicht von - - (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) – Schreien Sie doch nicht dauernd raus, das gibt es ja nicht!
Sitzung Nr. 117
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Daher: Der Ausschussvorsitzende Karl Mahrer hat hier einen Satz gesagt, der heute über allem stehen sollte, nämlich: „vom Gegeneinander zum Miteinander“. Und dies sollten wir heute hochhalten, das Zweitere, nicht nur die Vergangenheit beleuchten, die dazu geführt hat. (Abg. Leichtfried: Ja, genauso ... angefangen! Da kannst du dir was ...!) Da gäbe es viele Punkte – auch für Sie, Herr Kollege Leichtfried, weil Sie mich gerade ansprechen –: Wenn ich nur an den sozialdemokratischen Rechtsanwalt Lansky denke, der damals gemeinsam mit Kollegen Kickl eine illegale Hausdurchsuchung beim BVT veranlasst hat (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) – Herr Kollege Leichtfried, davon sollten wir uns verabschieden. Wir sind jetzt beim Miteinander, das ist mir das Wichtigere. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Abgeordneter Ing. Manfred Hofinger (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Innenminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Mit der Neuausrichtung des Verfassungsschutzes in der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst ist dir, Herr Sicherheitsminister Karl Nehammer (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), ein Meilenstein für die Sicherheit der österreichischen Bevölkerung gelungen, und dazu möchte ich dir recht herzlich gratulieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Kickl: Da wart ihr noch auf der anderen Seite! – Abg. Belakowitsch: Da wart ihr noch klatschen am Westbahnhof!
Das ist die Aufgabe eines Rechtsstaates. Da sind wir uns einig. (Abg. Wurm: Genau!) Das hast du gerade jetzt in deinem Zwischenruf gesagt. Das ist Verpflichtung. Da stimmen wir überein. Wenn ich die Fragen zusammenfasse, die die FPÖ mir gestellt hat – ich werde sie dann noch im Detail beantworten –, dann geht es darin gleichzeitig um das Thema: Was hat zu diesem Verbrechen geführt? Was sind die Umstände? Ja, da gilt es, sich ein Stück weit auch mit der Geschichte auseinandersetzen, nämlich der neueren Zeitgeschichte: 2015 – uns allen bekannt als das schwierigste Jahr für die Republik Österreich, als im wahrsten Sinne des Wortes eine unglaubliche Migrationswelle über sie hereingebrochen ist. (Abg. Kickl: Da wart ihr noch auf der anderen Seite! – Abg. Belakowitsch: Da wart ihr noch klatschen am Westbahnhof!)
Abg. Belakowitsch: Nachbarstaat!
Und ja: Seitdem, aber nicht erst seitdem ist die Republik besonders gefordert. Die Republik Österreich und die Menschen, die in Österreich leben, die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler haben seit den Fünfzigerjahren Großes geleistet, wenn es darum gegangen ist, Menschen Schutz zu gewähren, die Schutz brauchen: die Ungarnkrise in den Fünfzigerjahren (Abg. Belakowitsch: Nachbarstaat!), die Tschechenkrise in den Sechzigerjahren (Abg. Belakowitsch: Nachbarstaat!), der Jugoslawienkrieg in den Neunzigerjahren. Zu all dem kam 2015 mit den Jahren davor und den Jahren danach noch dazu. Das stellt uns tatsächlich vor große Herausforderungen.
Abg. Belakowitsch: Nachbarstaat!
Und ja: Seitdem, aber nicht erst seitdem ist die Republik besonders gefordert. Die Republik Österreich und die Menschen, die in Österreich leben, die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler haben seit den Fünfzigerjahren Großes geleistet, wenn es darum gegangen ist, Menschen Schutz zu gewähren, die Schutz brauchen: die Ungarnkrise in den Fünfzigerjahren (Abg. Belakowitsch: Nachbarstaat!), die Tschechenkrise in den Sechzigerjahren (Abg. Belakowitsch: Nachbarstaat!), der Jugoslawienkrieg in den Neunzigerjahren. Zu all dem kam 2015 mit den Jahren davor und den Jahren danach noch dazu. Das stellt uns tatsächlich vor große Herausforderungen.
Abg. Kickl: Das macht ihr in die umgekehrte Richtung auch! Sag uns bitte ...! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ist das ein Trost für die Eltern? – Nein, das ist es nicht. Ich sage hier aber auch ganz klar: Jeder Mord, begangen in Österreich, ist einer zu viel, jede Vergewaltigung, unabhängig von der Nationalität des Täters, ist eine zu viel. Da nach Nationalitäten, nach Ethnien zu differenzieren, ist ein ganz gefährlicher Weg. Da müssen wir sehr vorsichtig sein! (Abg. Kickl: Das macht ihr in die umgekehrte Richtung auch! Sag uns bitte ...! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS. – Abg. Kickl: Sag uns bitte, wie ...! – Abg. Belakowitsch: Das müsstest du!
Das, was wir tun müssen, ist, dafür Sorge zu tragen, dass eine Gesellschaft sicher bleibt und nicht kippt, und wir müssen dafür Sorge tragen, dass die, die hier keine Bleibeberechtigung haben, auch wieder gehen müssen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS. – Abg. Kickl: Sag uns bitte, wie ...! – Abg. Belakowitsch: Das müsstest du!)
Abg. Kickl: Sie haben sich heute schon selbst entzaubert! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich würde Sie bitten: Rufen Sie nicht ständig hinaus! Man hat Ihnen auch zugehört, Herr Klubobmann Kickl, dann würde dasselbe auch dem Innenminister gebühren. (Abg. Kickl: Sie haben sich heute schon selbst entzaubert! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Da, wo sie herkommen ...!
Wenn sie die österreichische Staatsgrenze überqueren, gibt es ein Eintrittsticket, und das heißt Asyl. (Abg. Belakowitsch: Da, wo sie herkommen ...!) Es gibt dann ein Asylverfahren, und daraus entstehen verschiedene Umstände der Bleibeberechtigung. Warum ist es so? – Wie ich schon vorher erläutert habe: weil internationales Recht es so vorschreibt. (Ruf bei der FPÖ: Dann ändern wir es!)
Abg. Belakowitsch: Und? – Zwischenrufe der Abgeordneten Steger und Martin Graf
Wir haben in allen EU-Innenministerräten die Stimme Österreichs erhoben. Wir suchen Verbündete, um die Kommission genau dahin zu bringen. Wir kritisieren die Kommission dafür, dass sie das Trennende vor das Einende stellt (Abg. Belakowitsch: Und? – Zwischenrufe der Abgeordneten Steger und Martin Graf), denn was ist derzeit in den Vorschlägen im Pakt für Asyl- und Migration der Europäischen Union das Einende? – Schnellere Verfahren, schnellere Rückführungen, starker Grenzschutz. (Abg. Kickl: Mehr legale Migration!)
Abg. Belakowitsch: Die haben Sie eh schon angekündigt!
Und ja, weil immer wieder der Vorwurf erhoben wird, die Westbalkanstaaten seien nicht sicher oder deren Grenzen seien gegen irreguläre Migration nicht geschlossen: Meine sehr geehrten Damen und Herren, angesichts der Zehntausenden, die in Griechenland warten, und der zum Teil Zehntausenden, die am Westbalkan stehen, sehen wir gemeinsam, dass die Grenzen tatsächlich halten, denn sonst hätten wir schon wieder die nächste große Migrationswelle vor uns. (Abg. Belakowitsch: Die haben Sie eh schon angekündigt!)
Abg. Belakowitsch: Was?
Abgeordneter Karl Mahrer (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher! Ich bin auch noch ein bisschen betroffen von den Minuten vorhin. (Abg. Belakowitsch: Was?) Ich glaube, jeder von uns Abgeordneten gedenkt auf seine Art Opfern von Gewalt und Opfern von Verbrechen. (Abg. Kickl: Das fällt Ihnen jetzt das erste Mal ein?) Ich gedenke auch auf meine Art der 13-jährigen Leonie, und ich glaube, darin sind wir uns wenigstens einig: Das, was dieses Mädchen in dieser Nacht mitgemacht und erlitten hat, können wir uns gar nicht vorstellen.
Ja-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ja, genau!
Das muss Europa schaffen. Meine Damen und Herren, wir sagen es ja immer: Wir reden nicht nur von Europa, wir als Österreich sind Europa. Jetzt frage ich aber Sie: Wer soll denn die konsequente Linie beim Thema Asyl und Migration in Europa vertreten? Ist das die FPÖ? Ist das Herbert Kickl, der in Europa in Zukunft verhandeln würde? (Ja-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ja, genau!) Ein Herbert Kickl, der Hass sät, sich nicht von Rechtsextremen distanziert und sich in Europa längst isoliert hat? (Abg. Kickl: Ich habe zumindest keine peinlichen Fotos auf meinem Handy!) Ein Herbert Kickl, der als Innenminister 2018 und 2019, wie wir heute gehört haben, drei der vier – möglicherweise – Tatverdächtigen nicht abgeschoben hat? Ein Herbert Kickl, der in Europa 2018 und 2019 trotz unseres EU-Vorsitzes, vielleicht wegen seiner forschen, manchmal auch menschenverachtenden Art, gescheitert ist? Ein Herbert Kickl, der den Zehnpunkteplan in seiner Amtszeit nicht umgesetzt hat? – Nein, verzeihen Sie, Herbert Kickl, mit Ihnen ist kein Staat zu machen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Deimek: Die Rede ist so ...!)
Abg. Belakowitsch: Ja, der Innenminister! Da sitzt der Fehler!
Abgeordneter Ing. Reinhold Einwallner (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ja, der schreckliche Mord an dem 13-jährigen Mädchen in Wien macht betroffen, macht auch zornig, und er macht uns verständnislos, weil er leider erneut aufzeigt, dass offenbar etwas bei uns im System falsch läuft, dass wir einen Fehler im System haben. (Abg. Belakowitsch: Ja, der Innenminister! Da sitzt der Fehler!) Wie kann es sonst sein, dass gut integrierte Schülerinnen und Schüler mitten in der Nacht abgeschoben werden? Wie kann es sonst sein, dass in Lehrberufen, die wir dringend brauchen, ausgebildete Lehrlinge abgeschoben werden und gleichzeitig straffällig gewordene Asylwerber, wie dieser Afghane in Wien, der für den Mord verantwortlich gemacht wird, frei herumlaufen? Meine Damen und Herren, da läuft etwas falsch! (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Abg. Belakowitsch: Ja, weil eure Aktivisten immer ...!
Herr Innenminister, es ist zu wenig, immer nur Ankündigungen zu machen – das ist zu wenig –, sondern wir müssen ins Handeln kommen. Die ÖVP hat seit vielen, vielen Jahren das Innenministerium, aber es passiert offenbar nichts – es passiert offenbar nichts! (Abg. Belakowitsch: Ja, weil eure Aktivisten immer ...!)
Abg. Belakowitsch: Welches Schauspiel ziehen Sie hier ab?!
Wenn man sich hier dieses Schauspiel von Karl Nehammer und Herbert Kickl anschaut (Abg. Belakowitsch: Welches Schauspiel ziehen Sie hier ab?!), die sich wechselseitig attackieren, dann denken wir doch daran – und alle, die schon 2017 da waren, wissen es noch –, wie Karl Nehammer Herbert Kickl bei jedem Thema schützend zur Seite gesprungen ist und hier alles verteidigt hat, was passiert ist. (Zwischenruf des Abg. Kickl. – Ruf bei der ÖVP: Das haben wir bei euch auch ...!) Na ja, folgende Erkenntnis haben wir heute gewonnen: Offenbar hat die ÖVP nicht die Kompetenz, Lösungen für dieses Thema anzubieten, und in der kurzen Zeit, als Herr Kickl Innenminister war, hat es auch keine Lösungen gegeben. Das haben Sie uns gerade wechselseitig bestätigt. Weder ÖVP noch FPÖ schaffen es, Lösungen aufzuzeigen, meine Damen und Herren! In der Zeit von 2017 bis 2019 ist ganz offenbar auch nichts passiert. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wenn man sich hier dieses Schauspiel von Karl Nehammer und Herbert Kickl anschaut (Abg. Belakowitsch: Welches Schauspiel ziehen Sie hier ab?!), die sich wechselseitig attackieren, dann denken wir doch daran – und alle, die schon 2017 da waren, wissen es noch –, wie Karl Nehammer Herbert Kickl bei jedem Thema schützend zur Seite gesprungen ist und hier alles verteidigt hat, was passiert ist. (Zwischenruf des Abg. Kickl. – Ruf bei der ÖVP: Das haben wir bei euch auch ...!) Na ja, folgende Erkenntnis haben wir heute gewonnen: Offenbar hat die ÖVP nicht die Kompetenz, Lösungen für dieses Thema anzubieten, und in der kurzen Zeit, als Herr Kickl Innenminister war, hat es auch keine Lösungen gegeben. Das haben Sie uns gerade wechselseitig bestätigt. Weder ÖVP noch FPÖ schaffen es, Lösungen aufzuzeigen, meine Damen und Herren! In der Zeit von 2017 bis 2019 ist ganz offenbar auch nichts passiert. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Wir haben beschlossen ...!
Es gibt also einen Missstand, weil Verantwortung abgeschoben wird. Es muss endlich etwas passieren. Es braucht rasche Verfahren: Wir müssen schauen, dass die Verfahrenszeiten kürzer werden. Dafür braucht es auch die personelle Ausstattung, finanzielle Ausstattung, sodass es rasche Verfahren gibt. (Abg. Belakowitsch: Wir haben beschlossen ...!) Wir müssen schauen, dass Abschiebeentscheidungen schnell getroffen und Straffällige konsequent abgeschoben werden. (Abg. Kickl: ... gar keine mehr rein! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Kickl: ... gar keine mehr rein! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es gibt also einen Missstand, weil Verantwortung abgeschoben wird. Es muss endlich etwas passieren. Es braucht rasche Verfahren: Wir müssen schauen, dass die Verfahrenszeiten kürzer werden. Dafür braucht es auch die personelle Ausstattung, finanzielle Ausstattung, sodass es rasche Verfahren gibt. (Abg. Belakowitsch: Wir haben beschlossen ...!) Wir müssen schauen, dass Abschiebeentscheidungen schnell getroffen und Straffällige konsequent abgeschoben werden. (Abg. Kickl: ... gar keine mehr rein! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Mein Gott! – Abg. Kickl: ... weltoffener Mensch!
Abgeordneter Mag. Georg Bürstmayr (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Es ist ein Verbrechen geschehen, und wir sind entsetzt und zornig und wütend. Unser Instinkt schreit nach Rache, und die Stimme der Vernunft ist leise. Wir wissen noch nicht einmal genau, was geschehen ist, die Ermittlungen laufen noch, die Anklage ist noch nicht erhoben, über die Schuld ist noch kein Urteil gesprochen, aber unsere Gefühle verlangen heute schon nach Vergeltung – Auge um Auge, Zahn um Zahn. (Zwischenruf des Abg. Deimek.) Alles in uns schreit nach Rache, und die Stimme der Vernunft ist leise. Wir haben Angst, denn die wahrscheinlichen Täter, das waren doch andere von ganz woanders, und von denen gibt es noch mehr, und die sehen alle irgendwie so anders aus – und womöglich sind die alle so. (Abg. Belakowitsch: Mein Gott! – Abg. Kickl: ... weltoffener Mensch!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
der Demokratie. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir bekommen nicht 9 000 Euro brutto im Monat dafür, dass wir auf unsere Ängste, unsere Gefühle oder unseren Zorn hören, sondern dafür, dass wir nüchtern bleiben, selbst wenn es hoch hergeht; dass wir die Verfassung, das Völkerrecht und die Gesetze beachten, auf die wir alle angelobt sind; dass wir einen Schritt zurück machen, tief durchatmen und, so gut wir das können, gemeinsam Regeln für unser aller Zusammenleben schaffen.
Abg. Belakowitsch: Haben Sie das der Hebein gesagt?
Lassen Sie mich in aller Deutlichkeit noch ein Zweites sagen: Wer in Österreich schwere Straftaten begeht, wer diese Gesellschaft gefährdet, hat kein Recht auf Schutz in diesem Land und muss dieses Land verlassen. (Abg. Belakowitsch: Haben Sie das der Hebein gesagt?) Das ist nicht nur österreichische Rechtslage und Völkerrechtslage, sondern auch klare grüne Position. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Kickl: Ist das die einheitliche Position? Das glaube ich nicht! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Kickl: Ist das die einheitliche Position? Das glaube ich nicht! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Lassen Sie mich in aller Deutlichkeit noch ein Zweites sagen: Wer in Österreich schwere Straftaten begeht, wer diese Gesellschaft gefährdet, hat kein Recht auf Schutz in diesem Land und muss dieses Land verlassen. (Abg. Belakowitsch: Haben Sie das der Hebein gesagt?) Das ist nicht nur österreichische Rechtslage und Völkerrechtslage, sondern auch klare grüne Position. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Kickl: Ist das die einheitliche Position? Das glaube ich nicht! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei ÖVP und Grünen sowie des Abg. Wurm. – Abg. Belakowitsch: ... Täter!
In den letzten Tagen hat medial eine Täter-Opfer-Umkehr-Diskussion stattgefunden, das ist total unangebracht. Total unangebracht ist es aber auch, dass wir hier herinnen, wenn auch aus verschiedenen Blickwinkeln, immer wieder Diskussionen über Schuldfragen führen, denn ich halte ganz, ganz klar fest – und das unterstreiche ich mit aller Deutlichkeit –: Schuld sind einzig und allein die Täter. (Beifall bei ÖVP und Grünen sowie des Abg. Wurm. – Abg. Belakowitsch: ... Täter!)
Abg. Belakowitsch: Die können es nicht respektieren!
Ich lade Sie also ein: Machen wir einen Schritt zurück auf die Sachebene und schauen wir uns die Situation noch einmal an! Österreich ist ein vielfältiger Staat. Unsere Toleranz, unsere Verfassung, unser Rechtsstaat, das Leben der Menschen in diesem Land, das Recht auf körperliche Unversehrtheit (Zwischenruf des Abg. Deimek) – das alles sind Grundwerte, die es zu verteidigen gilt. Die müssen wir respektieren, und wir müssen auch respektieren – und all jene, die in unser Land kommen, müssen das respektieren –, dass bei uns Männer und Frauen gleichberechtigt sind. (Abg. Belakowitsch: Die können es nicht respektieren!) Alle, die diese Werte nicht respektieren, müssen auch damit rechnen, konsequent in ihre Herkunftsländer abgeschoben zu werden.
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ und bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ja, genau! – Abg. Sieber: Ihr seid für einen Abschiebestopp! – Zwischenruf des Abg. Michael Hammer.
Ich möchte mit einem konkreten Fall beginnen. Ende letzter Woche: Ein rechtskräftig Verurteilter ist in Schubhaft, er soll nach Nordafrika in sein Herkunftsland abgeschoben werden. Das Urteil zur Abschiebung liegt vor. Der Abschiebecharterflieger ist bestellt, die Flugkarte gebucht, das Flugzeug steht bereit. Der Abzuschiebende verweigert den PCR-Test und bleibt in Österreich – das versteht niemand in diesem Land. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ und bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ja, genau! – Abg. Sieber: Ihr seid für einen Abschiebestopp! – Zwischenruf des Abg. Michael Hammer.) Ich glaube, dass man da von einem Versagen – Sie brauchen sich gar nicht aufzuregen! – sprechen kann, das ist ein Versagen in der Asylpolitik. (Abg. Sieber: Sie haben den Abschiebestopp beschlossen! – Zwischenruf des Abg. Michael Hammer.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ganz konkret: Selbst der vorbestrafte Terrorist vom 2. November ist ein Fall, in dem die Behörden versagt haben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich kann nur sagen: Die bösen Buben bleiben im Land – wer nicht im Land bleiben darf, sind brave Mädchen. Das ist zum Beispiel Tina. Tina war eine Schülerin am Wiener Gymnasium Stubenbastei. Tina ist zwölf Jahre alt. Tina ist ein braves und bestens integriertes Mädchen. Tina und ihre Schwester Lea, vier Jahre alt, wurden mit ihrer Familie abgeschoben. (Abg. Taschner: Aber rechtskonform sollen wir schon sein, Herr Kollege, gell?) – Ja, da schreien Sie dazwischen, aber da geht es um eine menschliche Tragödie. Wenn das wirklich Ihr Kommentar zu dieser menschlichen Tragödie ist, ist der Kommentar überflüssig. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Sieber.)
Abg. Belakowitsch: ... Afghanen ..., das ist bekannt!
Es ist widerlich, Herr Kickl, wie Sie versuchen, aus einem furchtbaren Mord an einer 13-Jährigen politisches Kleingeld zu schlagen (Abg. Belakowitsch: ... Afghanen ..., das ist bekannt!), es ist widerlich, wie Sie versuchen, mit einem Mord Hass zu schüren, es ist widerlich und schäbig und sonst nichts. (Abg. Martin Graf: Ein bissel mehr Emotion, dann wird es glaubhafter, das nicht so ...!) – Ich höre Sie nicht, ich kann Sie nicht verstehen. Ich glaube, obwohl ich fünf Sprachen spreche, kann ich nicht verstehen, was Sie mir hier entgegenbrüllen. Ich weiß nicht, wieso das so ist. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Kickl: Das heißt nicht, dass Sie was zu sagen haben!) – Ich habe sicher mehr zu sagen als Sie, das werden Sie gleich hören.
Abg. Belakowitsch: Der ist aber ein bissl anders wie die anderen! ...!
Es ist leicht, zu durchschauen, was Sie hier machen. Wieso? – Der Mord an der 13-jährigen Leonie ist laut Statistik des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser der 15. Frauen- beziehungsweise Mädchenmord, den wir heuer in Österreich leider schon erleben mussten. (Abg. Belakowitsch: Der ist aber ein bissl anders wie die anderen! ...!) 14 getötete Frauen waren Ihnen, Herr Kickl, keine einzige Wortmeldung wert – nichts, kein Mucks, kein Pieps, nichts, ganz zu schweigen von einer Dringlichen Anfrage, keine einzige Reaktion. 14 Morde – nichts! (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es ist leicht, zu durchschauen, was Sie hier machen. Wieso? – Der Mord an der 13-jährigen Leonie ist laut Statistik des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser der 15. Frauen- beziehungsweise Mädchenmord, den wir heuer in Österreich leider schon erleben mussten. (Abg. Belakowitsch: Der ist aber ein bissl anders wie die anderen! ...!) 14 getötete Frauen waren Ihnen, Herr Kickl, keine einzige Wortmeldung wert – nichts, kein Mucks, kein Pieps, nichts, ganz zu schweigen von einer Dringlichen Anfrage, keine einzige Reaktion. 14 Morde – nichts! (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Kickl: Sie haben es notwendig! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
haben Sie öffentlich reagiert. Es ist so durchschaubar, was Sie hier machen! (Abg. Kickl: Sie haben es notwendig! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Danach haben Sie Ihre ganze spalterische Hetzmaschinerie, Ihr ganzes rassistisches Feuerwerk gezündet, und seither machen Sie genau eines: Sie benutzen diesen Mord und Sie instrumentalisieren ihn für eine Asyldebatte, und das ist letztklassig! (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Kickl: Da habe ich das erste Mal Mitleid mit der ÖVP! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Sie lenken damit vom eigentlichen Problem ab (Zwischenruf des Abg. Deimek), und darauf weisen heute die Asylkoordination Österreich, der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser und auch Zara – Zivilcourage und Antirassismusarbeit – in einer gemeinsamen Erklärung, die hier schon genannt worden ist und die von 30 NGOs unterstützt wird, hin. (Abg. Kickl: Da habe ich das erste Mal Mitleid mit der ÖVP! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das eigentliche Problem, über das wir reden sollten, ist die hohe Zahl der Frauenmorde in unserem Land, ist das hohe Ausmaß an Gewalt gegen Frauen in Österreich. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek.
Sie lenken damit vom eigentlichen Problem ab (Zwischenruf des Abg. Deimek), und darauf weisen heute die Asylkoordination Österreich, der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser und auch Zara – Zivilcourage und Antirassismusarbeit – in einer gemeinsamen Erklärung, die hier schon genannt worden ist und die von 30 NGOs unterstützt wird, hin. (Abg. Kickl: Da habe ich das erste Mal Mitleid mit der ÖVP! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das eigentliche Problem, über das wir reden sollten, ist die hohe Zahl der Frauenmorde in unserem Land, ist das hohe Ausmaß an Gewalt gegen Frauen in Österreich. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek.)
Abg. Lausch: Lauter Stehsätze! – Abg. Kassegger: Wer ist „wir“? – Abg. Belakowitsch: Die ÖVP, ja! – Abg. Michael Hammer – in Richtung FPÖ –: Ihr habt gar nichts getan!
Meine Damen und Herren, wir haben sehr wohl das Problem, wir haben mit der Flüchtlingswelle auch eine Kultur hereingelassen - - (Abg. Lausch: Lauter Stehsätze! – Abg. Kassegger: Wer ist „wir“? – Abg. Belakowitsch: Die ÖVP, ja! – Abg. Michael Hammer – in Richtung FPÖ –: Ihr habt gar nichts getan!) Wir alle in der Politik haben seinerzeit eine Kultur hereingelassen (Abg. Kickl: Nicht wir alle!), die unter Frauen etwas anderes
Abg. Belakowitsch: Wann?
Ungeachtet dessen haben die österreichischen Behörden – ganz egal, unter welcher Farbe, unter welchem Minister – immer alles versucht, um solche Dinge, wie sie hier passieren, zu verhindern. Es ist kein einziger Beamter, an dem man sich abputzen muss, es ist kein einziger Richter, an dem man sich abputzen muss, wir werden Gesetze schaffen können oder müssen, wir werden über einige nachdenken müssen (Abg. Belakowitsch: Wann?), ohne dass wir zu 100 Prozent sicher sein werden, ein Verbrechen dieser oder anderer Art verhindern zu können.
Sitzung Nr. 119
Unruhe im Saal. – Abg. Belakowitsch: Herr Präsident, können Sie für Ruhe sorgen?
Wir alle wissen, Demokratie braucht Vertrauen: Vertrauen der Wählerinnen und Wähler in die Institutionen, Vertrauen der Institutionen zueinander, Vertrauen von Parlament (Abg. Höfinger: Von Doskozil! – Zwischenruf der Abg. Kirchbaumer), Regierung, Verfassungsgerichtshof zueinander, und es braucht auch das Vertrauen, dass die obersten Organe, die Ministerinnen, die Minister fachlich geeignet sind, ihr Ressort zu führen, charakterlich geeignet sind, ihr Ressort zu führen, und vor allem braucht es auch das Vertrauen, dass sie sich an die Gesetze und an die Verfassung halten – etwas, wofür sie explizit angelobt werden. (Unruhe im Saal. – Abg. Belakowitsch: Herr Präsident, können Sie für Ruhe sorgen?) Die Gründerväter und Gründermütter unserer Demokratie haben natürlich auch eines gewusst: Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker.
Wir alle wissen, Demokratie braucht Vertrauen: Vertrauen der Wählerinnen und Wähler in die Institutionen, Vertrauen der Institutionen zueinander, Vertrauen von Parlament (Abg. Höfinger: Von Doskozil! – Zwischenruf der Abg. Kirchbaumer), Regierung, Verfassungsgerichtshof zueinander, und es braucht auch das Vertrauen, dass die obersten Organe, die Ministerinnen, die Minister fachlich geeignet sind, ihr Ressort zu führen, charakterlich geeignet sind, ihr Ressort zu führen, und vor allem braucht es auch das Vertrauen, dass sie sich an die Gesetze und an die Verfassung halten – etwas, wofür sie explizit angelobt werden. (Unruhe im Saal. – Abg. Belakowitsch: Herr Präsident, können Sie für Ruhe sorgen?) Die Gründerväter und Gründermütter unserer Demokratie haben natürlich auch eines gewusst: Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Krisper.
Das Parlament kann Ihnen nicht mehr vertrauen, da Sie Ihren Verpflichtungen, die Ihnen gesetzlich aufgetragen sind, nämlich mit Untersuchungsausschüssen zu kooperieren und ihnen Akten und Unterlagen zur Verfügung zu stellen, nicht nachkommen. Wir können Ihnen nicht mehr vertrauen, dass Sie dem nachkommen. Sie haben bewiesen, dass Sie es nicht wollen oder nicht können. Und am Ende des Tages ist es egal, ob Sie nur nicht wollen oder auch nicht können, weil das Parlament darauf vertrauen können muss, dass Minister ihrer gesetzlichen Pflicht nachkommen. Sie haben bewiesen, dass Sie es nicht können. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Krisper.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Nationalrat noch nie zuvor so oft zusammengetreten ist und dass noch nie zuvor so viele Gesetze beschlossen worden sind. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es gab viele außertourliche Sitzungen, die notwendig geworden sind, um im Zuge von Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronakrise Gesetze noch rechtzeitig in Kraft zu setzen. Das ist es auch, was die Menschen aus meiner Sicht zu Recht von der Regierung und vom Parlament erwarten: Arbeit zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker. – Zwischenruf der Abg. Pfurtscheller.
Was ich aber ganz entschieden zurückweisen will, ist die Art und Weise, wie Sie jetzt wiederum versuchen, die Ihnen als Behördenleiter anvertrauten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als quasi lebende Schutzschilde zu benützen. Sie haben uns schon wieder hier gesagt, die seien schuld! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker. – Zwischenruf der Abg. Pfurtscheller.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Meine Damen und Herren! So eine Frage wischen Sie jetzt weg und sagen, dass ein anderes Ministerium zuständig sei, womöglich die dortigen Bediensteten. – Nein! Es war der Kabinettsleiter des ÖVP-geführten Finanzministeriums, der sich mit eben jenem Thomas Schmid – das ist der mit den Kussmündchen und „Ich liebe meinen Kanzler“, der ist das – darüber unterhalten hat, wie sie aktiv in die Verwaltung eingegriffen hätten. Der gratuliert ihm dazu, wie er eingegriffen hat – rechtswidrigerweise! Ehrlich, meine Damen und Herren, hier haben sich andere zu entschuldigen, und zwar insbesondere Sie, Herr Mag. Blümel! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.)
Abg. Wurm – in Richtung des zum Rednerpult gehenden Abg. Hanger ‑: ... seriös! – Abg. Hanger: Ich werde mich bemühen! – Abg. Belakowitsch: Kann ja nicht seriös sein, ist ja nicht seine Rolle!
Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Hanger. Das Wort steht bei ihm. – Bitte sehr, Herr Abgeordneter. (Abg. Wurm – in Richtung des zum Rednerpult gehenden Abg. Hanger ‑: ... seriös! – Abg. Hanger: Ich werde mich bemühen! – Abg. Belakowitsch: Kann ja nicht seriös sein, ist ja nicht seine Rolle!)
Abg. Belakowitsch: Das ist aber gar nicht das Thema!
Österreich hat am Wochenende eine schwere Hochwasserkatastrophe erleiden müssen. (Abg. Belakowitsch: Das ist aber gar nicht das Thema!) Viele Menschen sind im Einsatz, und es wurde nicht einmal erwähnt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Für mich ist das der deutlichste Beweis: Vom wirklichen Leben haben die beiden überhaupt keine Ahnung! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Drittens, und das lasse ich mir auch nicht nehmen, bedanke ich mich sehr herzlich bei allen Menschen in Österreich, die so spontan Hilfe geleistet haben, damit man diese Hochwasserkatastrophe bestmöglich bewerkstelligen kann. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Das stimmt auch!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Abgeordneter Hafenecker hat vorhin dem Herrn Finanzminister vorgeworfen, dieser habe die Abwicklung eines wichtigen Hilfsinstrumentes in der Krisenzeit an die Wirtschaftskammer übertragen. – Das ist soweit noch richtig, aber er hat auch behauptet, es hätten noch sehr, sehr viele Menschen kein Geld bekommen. (Abg. Belakowitsch: Das stimmt auch!)
Abg. Belakowitsch: Na und? Das sind ja nicht viele?! – Zwischenruf des Abg. Matznetter.
Ich stelle tatsächlich richtig, dass in der Zwischenzeit 1 655 367 Menschen einen Antrag gestellt haben und derzeit gerade einmal noch 24 000 Anträge – das sind 1,4 Prozent – in Bearbeitung sind und kurz vor der Auszahlung stehen. (Abg. Belakowitsch: Na und? Das sind ja nicht viele?! – Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Das heißt, 1,9 Milliarden Euro wurden an 227 000 Menschen ausbezahlt, und, wie gesagt, gerade einmal 1,4 Prozent der Anträge sind seit ein paar Tagen in Bearbeitung und stehen demnächst zur Auszahlung an. – So viel zum Wahrheitsgehalt der Aussage von Herrn Hafenecker. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Matznetter: Das ist aber ganz schön viel, 24 000! – Abg. Martin Graf: So viele Unternehmer gibt es ja gar nicht ...! Eine Million Unternehmer gibt es ...! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Belakowitsch: Er tut am Handy spielen! Es interessiert ihn eh nicht!
Wir wissen alle – und das weiß vor allem auch Finanzminister Blümel, das weiß die ÖVP, das weiß das gesamte Umfeld –, ein Untersuchungsausschuss hat nur eine begrenzte Tätigkeitsdauer – wir würden gerne verlängern, aber es wird nicht zugelassen –, und genau deswegen werden ja Aktenlieferungen verzögert, genau deswegen werden ja Akten zurückgehalten, und zwar nicht von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – ich möchte es noch einmal betonen –, sondern vom Bundesminister selbst. (Abg. Belakowitsch: Er tut am Handy spielen! Es interessiert ihn eh nicht!) Die Akten wurden vom Bundesminister selbst, trotz VfGH-Erkenntnisses, trotz Eingriffs des Bundespräsidenten, zurückgehalten – und das ist eigentlich wirklich extrem schändlich. Sie wurden zu hoch eingestuft geliefert, sie wurden tonnenweise als Papiermaterial geliefert – und auch das war nur Schikane, weil es viel zu spät heruntergestuft worden ist, als dass wir als Abgeordnete überhaupt damit hätten arbeiten können.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Stögmüller, Loacker und Belakowitsch.
Abgeordneter Dr. Christian Stocker (ÖVP): Sehr geehrter Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen im Hohen Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eines hat mir diese Sitzung ganz deutlich gezeigt, nämlich weshalb wir hier sind: Wir sind hier, weil die Opposition, die Fraktion Krainer, Krisper mit freundlicher Unterstützung der Abgeordneten Tomaselli, eine Bühne zur Selbstdarstellung braucht. Das ist der einzige Grund, warum wir heute hier sind. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Stögmüller, Loacker und Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Blümel! Da haben Sie sich versprochen!
Der Zweck heiligt die Mittel. – Das ist die Maxime der Opposition, nicht nur im Untersuchungsausschuss, sondern auch hier in diesem Haus. Der Zweck ist nicht Ibiza, nicht die mutmaßliche Käuflichkeit der türkis-blauen Bundesregierung, auch nicht Aufklärung, sondern der Zweck ist ganz einfach, der Zweck der Opposition heißt: Kurz muss weg! (Abg. Belakowitsch: Blümel! Da haben Sie sich versprochen!) – Frau Kollegin, Kurz muss weg, das ist Ihre Maxime (Abg. Belakowitsch: Es geht um Blümel!), und die Mittel, die Sie anwenden, sind skandalisieren, diffamieren, die Verletzung von Persönlichkeitsrechten. Da werden Chatverläufe öffentlich gemacht, die nie in die Öffentlichkeit gehört hätten, die dazu dienen, dass die Betroffenen vernichtet werden (Abg. Lausch: Seid nicht so wehleidig! Wenn es um andere geht, seid ihr auch nicht so!), dass sie diskreditiert werden, dass sie ihr berufliches, politisches, gesellschaftliches und privates Leben verlieren. Das ist das, was in diesem Untersuchungsausschuss als Ergebnis festzuhalten ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Es geht um Blümel!
Der Zweck heiligt die Mittel. – Das ist die Maxime der Opposition, nicht nur im Untersuchungsausschuss, sondern auch hier in diesem Haus. Der Zweck ist nicht Ibiza, nicht die mutmaßliche Käuflichkeit der türkis-blauen Bundesregierung, auch nicht Aufklärung, sondern der Zweck ist ganz einfach, der Zweck der Opposition heißt: Kurz muss weg! (Abg. Belakowitsch: Blümel! Da haben Sie sich versprochen!) – Frau Kollegin, Kurz muss weg, das ist Ihre Maxime (Abg. Belakowitsch: Es geht um Blümel!), und die Mittel, die Sie anwenden, sind skandalisieren, diffamieren, die Verletzung von Persönlichkeitsrechten. Da werden Chatverläufe öffentlich gemacht, die nie in die Öffentlichkeit gehört hätten, die dazu dienen, dass die Betroffenen vernichtet werden (Abg. Lausch: Seid nicht so wehleidig! Wenn es um andere geht, seid ihr auch nicht so!), dass sie diskreditiert werden, dass sie ihr berufliches, politisches, gesellschaftliches und privates Leben verlieren. Das ist das, was in diesem Untersuchungsausschuss als Ergebnis festzuhalten ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Ja, ja!
Ich sage Ihnen auch etwas zur Aktenlieferung: Zu dieser Aktenlieferung, die Sie thematisieren, zu der immer der Verfassungsgerichtshof apostrophiert wird, gibt es ein Zitat – und das ist nicht von mir –: Der Verfassungsgerichtshof ist mitverantwortlich für das Schlamassel. – Zitatende. Bevor jetzt alle aufschreien und sagen, wir haben ein gestörtes Verhältnis zur Justiz: Dieses Zitat stammt vom Professor für Strafrecht Manfred Burgstaller, einem unverdächtigen Zeugen. (Abg. Belakowitsch: Ja, ja!) Wenn der das sagt, sollten wir uns ein wenig überlegen, ob er nicht vielleicht recht hat.
Abg. Hanger: Ich bin dafür, dass Reden zukünftig auch abgegeben werden! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Bundesminister Blümel legt sein Smartphone aus der Hand.
Sie als Finanzminister - - (Abg. Hanger: Ich bin dafür, dass Reden zukünftig auch abgegeben werden! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Bundesminister Blümel legt sein Smartphone aus der Hand.) – Danke. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Wir erinnern daran, dass Sie Akten erst bei Androhung der Exekution durch den Bundespräsidenten (Abg. Schmuckenschlager: ... Meinl-Reisinger schreibt, ob der Urlaub schön ist!) und dann erst recht wieder in viel zu hoher Klassifizierungsstufe, nämlich geheim, liefern ließen. Nun kam es also zur Exekution durch das Landesgericht für Strafsachen Wien im Auftrag des Bundespräsidenten, und wieder weichen die Akten ab.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Kollegin Yılmaz, wissen Sie, was die Republik interessiert, ist der Zustand dieser Sozialdemokratie. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Seit Wochen wird die Bevölkerung mit Ihren internen Streitereien bemüht.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch.
Meine Damen und Herren, wissen Sie was? Verschonen Sie uns! Verschonen Sie uns mit Ihren innerparteilichen Querelen und machen Sie sich das in Ihren Parteigremien selber aus! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Wo habt ihr das abfragen lassen? – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hafenecker.
Ich habe es abfragen lassen. 62 Prozent der Österreicher sagen (Abg. Hafenecker: Nein, nur die ÖVP!), was den Untersuchungsausschuss anbelangt: Außer Spesen nichts gewesen! – Genau das ist es! (Abg. Belakowitsch: Wo habt ihr das abfragen lassen? – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hafenecker.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Eines sage ich euch: Das Minderheitsrecht haben wir gemeinsam vereinbart. Das ist okay, das ist gut. Es ist das Minderheitsrecht. Ursprünglich haben wir ausgemacht, dass ein abgeschlossener Vorgang der Bundesverwaltung zu untersuchen ist. Was wir jetzt alles beieinander haben, hat damit nichts mehr zu tun. Es hat ja nichts mehr damit zu tun, dass die zwei Obergescheiten von den Blauen auf Ibiza waren. Es geht doch nur darum, dem Bundeskanzler zu schaden, weil man ihn mit politischen Wahlen nicht wegbringt. Darum geht es, meine Damen und Herren! Das ist das einzige Kalkül, das Sie haben, und sonst nichts! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Gebt halt Antworten!
Wissen Sie was? – Die Menschen haben das satt! Die Bevölkerung will das nicht! Die Bevölkerung erwartet sich zu Recht von uns Antworten (Abg. Belakowitsch: Gebt halt Antworten!), gerade in Tagen wie diesen, in denen wir eine Hochwasserkatastrophe haben, in denen die halbe Republik – Salzburg, Tirol, Oberösterreich, Niederösterreich – Land unter steht, in denen zu dieser Stunde Zigtausende Einsatzkräfte im Einsatz sind und der Bevölkerung, die notleidend und von der Katastrophe betroffen ist, helfen. Das ist es, was wir als Politikerin und Politiker zu tun haben, meine Damen und Herren! Dafür sind wir gewählt! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Lausch: Setzt es um, da sitzt der Finanzminister! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Kassegger und Hafenecker.
„Die Bundesregierung, insbesondere der Bundesminister für Finanzen, wird aufgefordert (Abg. Lausch: Der Wöginger fordert sich selber auf! Das ist ja lächerlich! – Ruf bei der FPÖ: ... selber auffordern!), gemeinsam mit den Ländern den Opfern der Unwetterkatastrophe aus dem Katastrophenfonds rasch und unbürokratisch Hilfe zur Beseitigung der Schäden nach der Unwetterkatastrophe im Juli 2021 zur Verfügung zu stellen.“ (Abg. Lausch: Setzt es um, da sitzt der Finanzminister! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Kassegger und Hafenecker.)
Abg. Belakowitsch: Gewessler?
Abschließend: Es ist unsere Aufgabe, dass wir bestmöglich aus dieser schweren Zeit, aus dieser Krise kommen. Das Wachstum stellt sich mit 4 bis 5 Prozent ein, die Wirtschaft boomt, Gott sei Dank geht die Arbeitslosigkeit zurück. Es gibt einen Minister, der maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass wir so gut wie möglich aus dieser Situation herauskommen (Abg. Belakowitsch: Gewessler?), der allen geholfen hat, die diese Hilfe benötigt haben. Das ist unser Finanzminister Gernot Blümel (Ruf bei der FPÖ: Dann brauche ich den Entschließungsantrag nicht!), und daher hat er unser vollstes Vertrauen! (Anhaltender Beifall bei der ÖVP. – Abg. Leichtfried: Das war trotzdem eine schlechte Rede! – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Hafenecker: Sehr peinlich! – Abg. Belakowitsch: Das muss ein Klubobmann nicht wissen! – Abg. Lausch: Er ist ja noch nicht so lange Klubobmann!
Präsidentin Doris Bures: Herr Klubobmann Wöginger, was wir zu tun haben, ist, uns natürlich auch an die Geschäftsordnung zu halten. Daher ist die Zulässigkeit des Entschließungsantrages, den Sie gerade eingebracht haben, nur dem geschuldet, dass wir in letzter Zeit eine sehr breite Auslegung und Praxis hatten, was den inhaltlichen Zusammenhang betrifft. Ich wollte das erwähnen, weil das für das Protokoll wichtig ist. Ich erkläre den Antrag unter diesen Vorgaben für eingebracht, und er steht somit mit in Verhandlung. (Abg. Hafenecker: Sehr peinlich! – Abg. Belakowitsch: Das muss ein Klubobmann nicht wissen! – Abg. Lausch: Er ist ja noch nicht so lange Klubobmann!)
Abg. Belakowitsch: Zudecken! Ihr steht fürs Zudecken!
Wir stehen hier für Verantwortung im Umgang mit Steuergeld. (Abg. Belakowitsch: Zudecken! Ihr steht fürs Zudecken!) Wir stehen hier für Verantwortung im Umgang mit öffentlichen Finanzen. (Zwischenruf des Abg. Wurm.) Wir stehen hier für Verantwortung im Sinne von Allgemeininteressen vor Einzelinteressen. Wir haben auf allen Ebenen Verantwortung im Umgang mit allen Ressourcen. (Abg. Hafenecker: ... Blitzschlag!) Das ist der politische Auftrag, sehr geehrter Herr Abgeordneter: ein schonender Umgang mit unseren Ressourcen auf allen Ebenen. Das ist mittlerweile auch die Grundlage für einen wirkungsvollen aktiven Klimaschutz. Kontrolle und Transparenz braucht es auf allen Ebenen. Auch diese Tatsache unterliegt den Kontrollinstrumenten des Parlaments. Ob es der Rechnungshof ist, ob es die Untersuchungsausschüsse sind – das sind wichtige Kontrollinstrumente, die mit uns Grünen leben und die wir auf den Weg gebracht haben, damit sie so funktionieren, wie sie heute funktionieren. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Sitzung Nr. 121
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Bleiben wir in der Herbert Kickl’schen Welt, die er gerade gezeichnet hat: Corona ist also nicht gefährlich, man soll sich nicht impfen lassen. Ich habe gehört, der Generalsekretär hat sich auch angeschlossen: besser frische Luft als impfen. (Abg. Schnedlitz: Das würde dir auch nicht schaden!) Wissen Sie, was erbärmlich ist, Herr Klubobmann und ehemaliger Innenminister? (Ruf bei der FPÖ: Sie!) – Das gilt auch für jene, die gerade herausgerufen haben. Ich glaube, es war Kollege Lausch, der schreit immer so gerne, oder vielleicht auch nicht. (Abg. Lausch: Ja, aber richtig! Parteitag sage ich nur! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Schau! Das wirklich Erbärmliche ist – führen Sie die Gespräche mit den Patienten auf den Intensivstationen, hören Sie denen zu (anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ), hören Sie Ihrem eigenen Landesobmann in Oberösterreich zu, der gesagt hat, dass die Krankheit eine seiner schlimmsten Erfahrungen war! –, sich hierherzustellen, zu sagen, dass das alles Lug und Trug sei, denn das wird weder den Opfern dieses schrecklichen Viruses (Abg. Bösch: Virus!) gerecht, die daran gestorben sind, noch ihren Angehörigen noch den Menschen, die an den Langzeitfolgen von Covid leiden. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das ist dieses Hauses unwürdig – und das sage ich als Minister. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Schnedlitz.
Wir sind jetzt tatsächlich damit konfrontiert, dass wir allesamt in Europa mit einer völlig neuen Form, einer Welle der illegalen, irregulären Migration konfrontiert sind. (Abg. Hafenecker: Sind Sie jetzt auch schon Kabarettist?) Das beginnt im Norden Europas. Weißrussland macht gerade Druck auf Litauen und Polen (Abg. Kickl: Komisch, dass die Zahlen woanders nicht so steigen!), und bei uns ist es so, dass wir über die Balkanroute auch wieder durch irreguläre Migration massiv Druck spüren. (Abg. Kickl: War die nicht geschlossen?) Jetzt kommt ein wichtiger Punkt: Wenn wir tatsächlich gegen irreguläre Migration erfolgreich sein wollen, dann hilft es nicht, mit Drohgebärden durch die Gegend zu laufen, wissend, dass man die Drohungen nicht umsetzen kann, aber damit schnell die Emotionen der Menschen trifft. (Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl und Schnedlitz.) Die Emotionen der Menschen verstehe ich. (Abg. Meinl-Reisinger: Das ist genau eure Politik!) Das, was wir aber tun, ist: Wir suchen Verbündete in Europa (Ruf bei der FPÖ: Ja, genau! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), denn Sie haben recht: Aus meiner Sicht ist das Asylprojekt, die Asylpolitik der Europäischen Union genauso gescheitert. (Abg. Kassegger: ... Verteilungsmanagement! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es braucht jetzt neue Allianzen in Europa – das stimmt! –, um tatsächlich dagegen vorgehen zu können. (Abg. Kickl: Der Orbán ...!) – Weil Klubobmann Kickl herausgeschrien hat, wir sind da sozusagen allein auf weiter Flur: Nein, das stimmt nicht. Verbündete Österreichs sind Deutschland, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Polen, Litauen, Estland, die baltischen Staaten insgesamt, um genau diese Politik zu ändern. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Schnedlitz.)
Abg. Belakowitsch: Wo genau ...?! – Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl und Kassegger.
Das bedeutet das Bohren harter Bretter und nicht nur das Ummontieren von Taferln – und sich dabei wohlfühlen. Das heißt eben, dass man in dieser Allianz zweierlei versucht (Abg. Kickl: ... Taferln ummontieren würden!): Das eine ist die Außengrenze, der Schutz der Außengrenze funktioniert nicht (Abg. Kickl: Ja, der österreichischen, das stimmt!), sonst hätten wir nicht so viele irreguläre Migranten in Österreich. Das ist der Grund, warum Österreich in seiner Dreisicherheitsnetzstrategie die eigene Grenze mit mittlerweile mehr als 1 800 Polizistinnen und Polizisten, Soldatinnen und Soldaten schützt. (Abg. Belakowitsch: Wo genau ...?! – Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl und Kassegger.) Das ist auf der anderen Seite der Grund, warum wir die Plattform gegen illegale Migration gegründet haben, um am Balkan eine Stabilität zu erzeugen und bereits vor der EU-Außengrenze zu beginnen, irreguläre Migranten zurückzuführen. Das ist aktive Politik und das Gegenteil von dem, was Sie behaupten. Zuschauen und Taferln abmontieren – das nutzt nämlich nichts. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.
Genau dafür sucht Österreich Verbündete: um diese Politik zu ändern, um Einfluss auf die Kommission zu nehmen und den Weg Österreichs fortzusetzen. Was bedeutet der Weg Österreichs? (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.) – Der Weg Österreichs bedeutet auf der einen Seite einen starken, effizienten Grenzschutz und gleichzeitig, die Zahl der Rückführungen deutlich zu erhöhen und diese zu beschleunigen (Abg. Kickl: Schön für die Menschen am Semmering! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ) – und sich da auch nicht aus dem Konzept bringen zu lassen.
Abg. Belakowitsch: Sie haben nichts zu sagen, das ist das Problem!
Wissen Sie, was das wahre Problem ist? (Abg. Belakowitsch: Sie haben nichts zu sagen, das ist das Problem!) – Abgeordneter Kickl sagt jetzt: Wir sollen Asylwerber nicht aufnehmen. Denken wir zu Ende, was das heißt: Herbert Kickl, in seiner Welt lebend, ruft zum Rechtsbruch auf, führt Rechtsbruch durch (Abg. Kickl: Ach Gott!) und findet es auch noch gut. (Abg. Kassegger: Rechtsbruch?!) Herbert Kickl als Klubobmann dieses Hauses und Parteiobmann einer Partei ruft also zu Rechtsbruch und Staatsverweigerung auf – eigentlich das, was er früher den Linken vorgeworfen hat. (Abg. Steger: Das ist aber sehr absurd! – Heiterkeit des Abg. Kickl. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Genau diese Form der Politik ist eine Luftblasen- und Seifenblasenpolitik, weil sie gar keine Substanz hat. (Abg. Kickl: Jessas na! Jessas na! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das Entscheidende aber ist: Dieses hämische Gelächter der freiheitlichen Fraktion (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) wird der echten, ernsten Situation, dem Kampf gegen irreguläre Migration, dem Kampf gegen Schlepperei, dem Kampf gegen organisierte Kriminalität nicht gerecht. (Abg. Kickl: Kein einziges Instrument in der Hand ...!) Wir werden ihn konsequent weiterführen. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Oje! – Abg. Kickl: Erzählen Sie uns einmal, welche Asylverschärfungen Sie vorgenommen haben! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Mahrer gelangt zu Wort. – Bitte. (Abg. Belakowitsch: Oje! – Abg. Kickl: Erzählen Sie uns einmal, welche Asylverschärfungen Sie vorgenommen haben! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.
Abgeordneter Karl Mahrer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Werte Zuseherinnen und Zuseher! Wer die Rede des Herbert Kickl gehört hat, spürt: Wir haben es hier mit einem Dilemma, ja, ich würde fast sagen, mit einem Trauma zu tun. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.) Herbert Kickl ist nicht mehr Innenminister und das kann er offensichtlich nicht verwinden.
Abg. Belakowitsch: ... endlich eine Pressekonferenz?
Wir sind weg von der Umverteilungsdiskussion und konzentrieren uns auf die wirklichen Herausforderungen in Europa. (Abg. Kickl: Sie haben doch gerade wieder zugestimmt im EU-Parlament, der Karas und Ihre Fraktion! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wir konzentrieren uns auf Hilfe vor Ort, auf die europäische Außengrenzschutzsicherung und auf den Kampf gegen Schlepperei und Terrorismus. Der Unterschied zu Ihnen, Herr Kickl, ist: Sie schreien herum (Abg. Belakowitsch: ... endlich eine Pressekonferenz?), Sie fordern es, und die Bundesregierung und unser Innenminister, die tun es, weil der Innenminister in Europa nicht isoliert ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: 30 000, Herr Mahrer! 30 000!
Innenminister Karl Nehammer – er hat es teilweise ausgeführt – hat aktive Beiträge zur Hilfe vor Ort und zur Grenzsicherung gesetzt. (Abg. Kickl: Wie erklären Sie dann die Zahlen? Dann erklären Sie uns die Zahlen!) Von Griechenland über die Balkanstaaten bis hin nach Litauen (Abg. Kickl: Erklären Sie uns den Anstieg!), vom Personaleinsatz bis zur finanziellen Unterstützung (Abg. Belakowitsch: 30 000, Herr Mahrer! 30 000!), von den Hilfsgüterlieferungen bis zum politischen Flankenschutz: Dieser Innenminister
Abg. Belakowitsch: Na Gott sei Dank verstehen Sie das, Herr Mahrer!
Herr Kickl, vielleicht noch zum Schluss, weil Sie das Abstimmungsverhalten unserer Abgeordneten im Europäischen Parlament angesprochen haben: Wissen Sie, als ich mir das so angehört habe, habe ich mir gedacht: Er war Innenminister, jetzt ist er Klubobmann, aber er versteht die europäische Dimension der Themen Asyl und Migration noch immer nicht (Abg. Belakowitsch: Na Gott sei Dank verstehen Sie das, Herr Mahrer!), oder er informiert die Bevölkerung wissentlich falsch. Die Resolution des Europäischen Parlaments zur Lage in Afghanistan – schauen Sie sich die genau an! – hat die Hilfe vor Ort, den Schutz der gemeinsamen Außengrenzen sowie den Kampf gegen organisierte Schlepperei und Terrorismus zum Mittelpunkt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und fordert weitere humanitäre Hilfe im Land. (Abg. Kickl: Achtung, Sie reiten sich in die nächste Sache rein!) Das ist genau das, was wir auch wollen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Herr Kickl, vielleicht noch zum Schluss, weil Sie das Abstimmungsverhalten unserer Abgeordneten im Europäischen Parlament angesprochen haben: Wissen Sie, als ich mir das so angehört habe, habe ich mir gedacht: Er war Innenminister, jetzt ist er Klubobmann, aber er versteht die europäische Dimension der Themen Asyl und Migration noch immer nicht (Abg. Belakowitsch: Na Gott sei Dank verstehen Sie das, Herr Mahrer!), oder er informiert die Bevölkerung wissentlich falsch. Die Resolution des Europäischen Parlaments zur Lage in Afghanistan – schauen Sie sich die genau an! – hat die Hilfe vor Ort, den Schutz der gemeinsamen Außengrenzen sowie den Kampf gegen organisierte Schlepperei und Terrorismus zum Mittelpunkt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und fordert weitere humanitäre Hilfe im Land. (Abg. Kickl: Achtung, Sie reiten sich in die nächste Sache rein!) Das ist genau das, was wir auch wollen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Was aber die Neuansiedlung von Menschen aus Afghanistan in Europa betrifft – und da sind wir uns schon wieder einmal einig –, sind wir der Ansicht, dass die Mitgliedstaaten das nur auf freiwilliger Basis tun dürfen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), denn eine Verpflichtung halten wir für unmöglich, gerade im Lichte der Situation in Österreich, wo wir ja sehr viele Menschen aufgenommen haben und auf diesem Gebiet sehr viel geleistet haben. (Abg. Kickl: Ein Plädoyer für die Freiwilligkeit aus der ÖVP!)
Abg. Belakowitsch: Das geht nicht auf Augenhöhe! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Herr Kickl, meine sehr geehrten Damen und Herren, es war uns daher wichtig, dass die Resolution – und bitte merken Sie sich das, Herr Kickl, damit wir auch einmal auf Augenhöhe reden können! (Abg. Belakowitsch: Das geht nicht auf Augenhöhe! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ) – für die Mitgliedstaaten eben keine Verpflichtung zur Aufnahme von Migranten in Europa enthält. Unsere Abgeordneten im Europäischen Parlament haben daher in den entsprechenden Einzelabstimmungen gegen all jene Bestimmungen gestimmt, die falsche Anreize für illegale und irreguläre Migration setzen. (Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Abg. Belakowitsch: Das hat ihm nicht gefallen!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordnete Ernst-Dziedzic. – Bitte sehr. (Abg. Belakowitsch: Das hat ihm nicht gefallen!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Stellen wir fest: Gewalt ist kein Kavaliersdelikt, und zwar ungeachtet dessen, von wem sie ausgeht, und Femizide sind Auswüchse einer besitzergreifenden patriarchalen Gesellschaftsstruktur, die es aufzubrechen gilt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Da gibt es zweifelsohne Handlungsbedarf und dafür haben Sie sich nie stark gemacht. Während mein Beileid tatsächlich allen Angehörigen der Opfer gilt, missbrauchen Sie hier einige der Fälle, um Angst zu schüren, ohne darauf Antworten zu haben.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Zum Zweiten: Politisch sind Ihre Vorschläge auch nicht sinnvoll, Herr Klubobmann Kickl! Es braucht nämlich bessere Koordination – das wissen wir –, bessere Kommunikation und auch bessere Kooperation zwischen all diesen staatlichen Stellen, bei denen die Schrauben, die heute schon mehrmals erwähnt worden sind, zu drehen sind, und das in Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft, mit den ausländischen Communities. (Abg. Kickl: ... weiß nicht, was das ist!) Natürlich braucht es genauso einen ordentlichen Gewaltschutz, echte Prävention und auch Aufklärung und vor allem Ressourcen für die Aufklärung, Investition in diese. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Da sind wir dran. Es ist aber ein Versäumnis von Ihnen und findet sich auch in den zehn Punkten nicht wieder. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Humanität ...!
Außenpolitisch besteht zweifelsohne die Notwendigkeit zu einer weltweiten Zusammenarbeit. Die UNO-Konferenz findet gerade statt, ich weiß nicht, ob Sie das verfolgen. (Abg. Kickl: Ja, ja!) Natürlich braucht es da eine bessere Kooperation und Koordination. Ohne diese werden wir als Österreich, als Europa diese Herausforderungen nicht bewältigen können. (Abg. Kickl: Die Menschen in Steinhaus sitzen gebannt vor dem Fernseher!) Was ist dabei – um auch das festzustellen – der rechtliche Rahmen? Humanität und Ordnung, gleichzeitig, beides geht sich aus. (Abg. Belakowitsch: Humanität ...!) Das eine funktioniert ohne das andere auch nicht.
Abg. Belakowitsch: Die Zeit ist um! – Abg. Zanger: Aus!
In einem gebe ich Ihnen recht, eines stimmt nämlich tatsächlich: Die Zahl der Menschen, die gezwungen sind, ihr Zuhause zu verlassen und sich auf den Weg zu machen, steigt alarmierend und kontinuierlich. (Abg. Belakowitsch: Die Zeit ist um! – Abg. Zanger: Aus!) Nur Frieden, tatsächlich nur Frieden kann diesen Trend stoppen (Abg. Deimek: Ich finde es lässig, dass ...!), nicht nur Frieden, sondern auch Nahrung, Bildung, Empowerment für Frauen, aber vor allem auch Perspektiven. Das sind Dinge, mit denen Sie sich gar nicht beschäftigen. (Abg. Zanger: Schlusssatz!) Wir haben Kriege. Wir haben eine hohe Komplexität an globalen Herausforderungen, in denen sich Migrationsbewegungen abspielen. (Abg. Deimek: Ich freue mich schon auf Kaineder!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Deimek und Zanger.
Ich bin sehr froh, dass es uns gelingt, abseits der FPÖ, eine sachliche, besonnene Debatte darüber zu führen, was es braucht – was Menschen auf der Flucht brauchen und was es in Österreich braucht, um Sicherheit zu garantieren. (Abg. Kickl: Nur zusammenbringen tut ihr nichts! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich fürchte, mit Ihren Beiträgen wird das aber schlicht nicht möglich sein. Insofern: Gut, dass es die Möglichkeit für andere Ausführungen gibt, schlecht für Sie, weil Sie da sozusagen keinen Beitrag leisten können. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Deimek und Zanger.) – Danke. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Belakowitsch
Sie merken, dass Sie mit Ihrer komplett destruktiven Coronapolitik komplett im Eck stehen, dass hier alle anderen Parteien gemeinsam – übrigens gemeinsam mit der Wissenschaft – einer Meinung sind (Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Belakowitsch), nämlich dass die Impfung der Weg aus der Pandemie ist. (Abg. Kickl: ... einer Meinung ...!) Und weil Sie merken, wie die Umfragen in Oberösterreich in den Keller gehen (Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen), weil Sie merken, wie der Unmut größer wird (Beifall bei den NEOS), ziehen Sie die einzige Karte, die Sie wirklich können: Ängste schüren und spalten. (Abg. Kickl: In der DDR waren auch alle Parteien einer Meinung! – Präsident Sobotka gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Sie profitieren nämlich davon, wenn die Probleme groß sind und nicht die Lösungen. (Abg. Belakowitsch: Einheits...!)
Abg. Belakowitsch: Einheits...!
Sie merken, dass Sie mit Ihrer komplett destruktiven Coronapolitik komplett im Eck stehen, dass hier alle anderen Parteien gemeinsam – übrigens gemeinsam mit der Wissenschaft – einer Meinung sind (Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Belakowitsch), nämlich dass die Impfung der Weg aus der Pandemie ist. (Abg. Kickl: ... einer Meinung ...!) Und weil Sie merken, wie die Umfragen in Oberösterreich in den Keller gehen (Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen), weil Sie merken, wie der Unmut größer wird (Beifall bei den NEOS), ziehen Sie die einzige Karte, die Sie wirklich können: Ängste schüren und spalten. (Abg. Kickl: In der DDR waren auch alle Parteien einer Meinung! – Präsident Sobotka gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Sie profitieren nämlich davon, wenn die Probleme groß sind und nicht die Lösungen. (Abg. Belakowitsch: Einheits...!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich möchte heute aber ein explizites Angebot machen, ein Angebot von uns NEOS an Sie, verehrte Wählerinnen und Wähler, die ÖVP oder FPÖ wählen möchten, die vielleicht schon einmal ÖVP oder FPÖ gewählt haben, weil ich der Überzeugung bin, dass die allermeisten von Ihnen ja ein tatsächliches Interesse haben, dass ihnen die Ängste genommen und dass ihre Probleme gelöst werden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich bin überzeugt, dass Sie, wenn Sie FPÖ wählen, weil in Wels der Ausländeranteil in der Volksschule Ihrer Tochter zu hoch ist, doch wollen, dass es zu einer besseren Durchmischung kommt. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wenn Sie ÖVP wählen, weil Sie Angst vor einer neuen Fluchtbewegung haben, dann wollen Sie doch, dass sich Österreich auf EU-Ebene für ein moderneres und sicheres Asylrecht einsetzt, und wenn Sie eine rechte Partei wählen, weil Sie wollen, dass zu uns kommende Menschen unsere Werte akzeptieren, unsere Werte leben, dann wollen Sie doch, dass Werte- und Orientierungskurse ausgebaut werden. Ich will mit Ihnen also darüber sprechen, was wir tatsächlich tun müssten, um nach Österreich geflüchtete Menschen besser zu integrieren, und ich möchte mit Ihnen darüber sprechen, was ÖVP und FPÖ in Regierungsverantwortung tatsächlich gemacht haben.
Abg. Belakowitsch: Haben wir jetzt gerade gehört ...!
Wir als NEOS stehen für eine echte, lösungsorientierte und sachliche Politik der Mitte, die nicht wegschaut, die die Probleme benennt (Abg. Belakowitsch: Haben wir jetzt gerade gehört ...!), Klartext spricht, aber diese Probleme eben auch löst, die nicht Öl ins Feuer gießt, sondern Brände stilllegt und, um in diesem Sprachbild zu bleiben, eben kein Brandbeschleuniger ist, sondern eine Feuerwehr für die Brandherde.
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Stefan.
Ich verstehe das gut, dass sich die FPÖ-Prominenz impfen lässt, meine Damen und Herren, aber warum sagen Sie es denn dann nicht nach außen? Sie brauchen es ja nur zu sagen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Stefan.)
Abg. Belakowitsch: Welchen Beitrag haben Sie dazu geleistet?
Welche Bereiche sind für unseren Wirtschaftsstandort Österreich besonders wichtig? – Das ist die Bildung, das ist Forschung und Entwicklung, das ist die Digitalisierung, das sind die Infrastruktur, Klimaschutz, Innovation, Umwelt, Lebensqualität, die Gesundheitsversorgung und Arbeitsplätze und Arbeitskräfte. Ich glaube, in all diesen Bereichen haben wir sehr großes Potenzial. Ich denke an die Bildung: Denken Sie an unser duales System, an die Lehre, denken Sie an die HTLs, die Großartiges leisten, denken Sie an die Universitäten, die auch im Ranking nach oben gekommen sind (Abg. Belakowitsch: Welchen Beitrag haben Sie dazu geleistet?), und denken Sie auch an die neue TU für Digitalisierung in Linz! Ich glaube, das ist ein richtiger Schritt, daher danke Herrn Landeshauptmann Thomas Stelzer, dass wir das zusammenbringen und dass wir in Oberösterreich eine neue TU machen können. (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Welche Bereiche sind für unseren Wirtschaftsstandort Österreich besonders wichtig? – Das ist die Bildung, das ist Forschung und Entwicklung, das ist die Digitalisierung, das sind die Infrastruktur, Klimaschutz, Innovation, Umwelt, Lebensqualität, die Gesundheitsversorgung und Arbeitsplätze und Arbeitskräfte. Ich glaube, in all diesen Bereichen haben wir sehr großes Potenzial. Ich denke an die Bildung: Denken Sie an unser duales System, an die Lehre, denken Sie an die HTLs, die Großartiges leisten, denken Sie an die Universitäten, die auch im Ranking nach oben gekommen sind (Abg. Belakowitsch: Welchen Beitrag haben Sie dazu geleistet?), und denken Sie auch an die neue TU für Digitalisierung in Linz! Ich glaube, das ist ein richtiger Schritt, daher danke Herrn Landeshauptmann Thomas Stelzer, dass wir das zusammenbringen und dass wir in Oberösterreich eine neue TU machen können. (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: ... traditionelle Verkehrswege ...!
Im Bereich Infrastruktur sind die Stromnetze wichtig, ist Glasfaser wichtig. Es ist ganz wichtig, dass wir da schnell vorankommen – es sind jetzt unzählige Mittel zum Einsatz gekommen –, aber vergessen wir auch nicht die Verkehrswege: die traditionellen Verkehrswege auch für unsere Industrie, auch für unsere Betriebe und natürlich auch die Schiene. (Abg. Belakowitsch: ... traditionelle Verkehrswege ...!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Denken Sie auch an die hohe Lebensqualität! Ich glaube, wichtig für einen Standort sind das touristische Angebot, das kulturelle Angebot, die Nahversorgung, die Gesundheitsversorgung, Arbeitskräfte, Arbeitsplätze – das haben wir heute schon gehört. Das ist eine Herausforderung, und wir müssen wirklich alles versuchen, um die Menschen, die bis jetzt entweder nicht die Chance dazu gehabt haben oder nicht wollen, in Beschäftigung zu bringen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Loacker und Belakowitsch.
Präsidentin Doris Bures: Herr Abgeordneter, Sie müssen nun den Schlusssatz formulieren. – Bitte. (Zwischenrufe der Abgeordneten Loacker und Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Man versteht Sie nicht!
Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Insbesondere möchte ich auch die beiden Verfahrensrichter, die ich heute schon im Haus gesehen habe, und die Verfahrensanwälte begrüßen: Herzlich willkommen bei uns im österreichischen Parlament! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Man versteht Sie nicht!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Nach diesem Motto, nach dieser Methode ist dieser Untersuchungsausschuss abgelaufen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), mit einer zutiefst respektlosen Kampagne gegen den Präsidenten dieses Hauses Wolfgang Sobotka, der mit Anzeigen eingedeckt und in diesem Ausschuss beflegelt worden ist. – Du hast menschlich einiges aushalten müssen; ich zolle dir tiefen Respekt, auch wenn du gerade nicht im Saal bist. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Hafenecker.)
Abg. Belakowitsch: Was heißt Respekt erwiesen?! Er war Auskunftsperson!
Wenn Sie sich an den alten Herrn Ortner erinnern, ein 76-jähriger Mann, der trotz seiner Erkrankung dem Parlament den Respekt erwiesen hat, von Innsbruck hierher zu fahren und das auf sich zu nehmen (Abg. Belakowitsch: Was heißt Respekt erwiesen?! Er war Auskunftsperson!): Dem hat doch glatt eine Abgeordnete am Schluss seiner Einvernahme hingeworfen: Na ja, Sie haben doch mit Ihrer Spende eine Aufsichtsratsposition für Ihre Tochter gekauft! (Abg. Bösch: Stimmt es so oder nicht? – Abg. Belakowitsch: Die Zufälle in der ÖVP! – Abg. Stögmüller: Na ja, eine Spende hat es gegeben! – Zwischenrufe der Abgeordneten Hafenecker und Leichtfried.) – Der ist dagesessen und hat gesagt: Frau Abgeordnete, wissen Sie, was meine Tochter für eine Qualifikation hat? Da muss doch die Öbag dankbar sein, wenn sie ihre Expertise im Aufsichtsrat zur Verfügung stellt! (Abg. Leichtfried: Die Öbag war auch beim Schmid dankbar!)
Abg. Bösch: Stimmt es so oder nicht? – Abg. Belakowitsch: Die Zufälle in der ÖVP! – Abg. Stögmüller: Na ja, eine Spende hat es gegeben! – Zwischenrufe der Abgeordneten Hafenecker und Leichtfried.
Wenn Sie sich an den alten Herrn Ortner erinnern, ein 76-jähriger Mann, der trotz seiner Erkrankung dem Parlament den Respekt erwiesen hat, von Innsbruck hierher zu fahren und das auf sich zu nehmen (Abg. Belakowitsch: Was heißt Respekt erwiesen?! Er war Auskunftsperson!): Dem hat doch glatt eine Abgeordnete am Schluss seiner Einvernahme hingeworfen: Na ja, Sie haben doch mit Ihrer Spende eine Aufsichtsratsposition für Ihre Tochter gekauft! (Abg. Bösch: Stimmt es so oder nicht? – Abg. Belakowitsch: Die Zufälle in der ÖVP! – Abg. Stögmüller: Na ja, eine Spende hat es gegeben! – Zwischenrufe der Abgeordneten Hafenecker und Leichtfried.) – Der ist dagesessen und hat gesagt: Frau Abgeordnete, wissen Sie, was meine Tochter für eine Qualifikation hat? Da muss doch die Öbag dankbar sein, wenn sie ihre Expertise im Aufsichtsrat zur Verfügung stellt! (Abg. Leichtfried: Die Öbag war auch beim Schmid dankbar!)
Abg. Stögmüller: Einen Beweis hat es ja gegeben! – Abg. Belakowitsch: Zufälle in der ÖVP! – Zwischenruf des Abg. Matznetter.
Da sitzt Kollegin Niss: Im Zuge des gleichen Redebeitrags – nur damit Sie ein bisschen wissen, was es auch gegeben hat – fiel auch der Satz: Na ja, Herr Mitterbauer hat auch gespendet, darum sitzt seine Tochter jetzt im Nationalrat! (Abg. Stögmüller: Einen Beweis hat es ja gegeben! – Abg. Belakowitsch: Zufälle in der ÖVP! – Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Abg. Belakowitsch: Aber wo sind jetzt die Spender?
Das, meine Damen und Herren, sind die Parteien, deren Frontleute hier heraußen die Menschenrechte, die Grundrechte und die Frauenrechte ganz hoch halten und gleichzeitig aber sagen, die Rechte kommen nur den einen zu, aber nicht den anderen. (Abg. Belakowitsch: Aber wo sind jetzt die Spender?) Das ist dieses etwas pervertierte Toleranzversprechen, wie es Martin Kolozs, ein katholischer Publizist, zuletzt in der „Presse“ einmal geschrieben hat: „als Beobachter und Mitglied einer Gesellschaft, die sich nach außen hin als tolerant, vorurteilsfrei und auf die Würde und Rechte des/der Einzelnen bedacht gibt, stelle ich fest, dass das Meiste davon nur müde Versprechen, leere Worthülsen und ohne eine Gültigkeit für diejenigen ist, die auf der anderen Seite einer ideologischen Demarkationslinie stehen.“ (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Nein, wir haben die Verantwortung für die Bürger!
Bei uns in Österreich ist das anders. Ich habe eingangs über Verantwortung gesprochen, und ich spreche jetzt davon, dass eine Partei dieser Verantwortung nicht gerecht wird. (Abg. Belakowitsch: Nein, wir haben die Verantwortung für die Bürger!)
Abg. Belakowitsch: Wir stehen auf der Seite der Bürger!
Die FPÖ stellt sich bei der Pandemiebekämpfung nämlich nicht auf die Seite der Vernunft, nicht auf die Seite der Wissenschaft und der notwendigen gemeinsamen Anstrengungen (Abg. Belakowitsch: Wir stehen auf der Seite der Bürger!), genauso übrigens wie sich die FPÖ auch in der Klimakrise nicht auf die Seite der Wissenschaft und der Vernunft stellt.
Zwischenruf des Abg. Wurm – Abg. Belakowitsch: Aha, die Impftoten gibt’s nicht? Aha?
Für politisches Kleingeld wird die Wissenschaft auch schon einmal desavouiert, man schwadroniert lieber von Bitterstoffen und angeblich alternativen Behandlungsmöglichkeiten. Man negiert die Gefahr. Man verbreitet auf der anderen Seite Behauptungen über Impftote, die es nicht gibt. Man spielt mit der Angst der Menschen (Zwischenruf des Abg. Wurm – Abg. Belakowitsch: Aha, die Impftoten gibt’s nicht? Aha?), nutzt selber aktiv Fakenews für die eigene Agenda – und die FPÖ macht das, was sie am besten kann: die Gesellschaft spalten und die Menschen gegeneinander aufhetzen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Die Impftoten gibt’s nicht?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Die Impftoten gibt’s nicht?
Für politisches Kleingeld wird die Wissenschaft auch schon einmal desavouiert, man schwadroniert lieber von Bitterstoffen und angeblich alternativen Behandlungsmöglichkeiten. Man negiert die Gefahr. Man verbreitet auf der anderen Seite Behauptungen über Impftote, die es nicht gibt. Man spielt mit der Angst der Menschen (Zwischenruf des Abg. Wurm – Abg. Belakowitsch: Aha, die Impftoten gibt’s nicht? Aha?), nutzt selber aktiv Fakenews für die eigene Agenda – und die FPÖ macht das, was sie am besten kann: die Gesellschaft spalten und die Menschen gegeneinander aufhetzen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Die Impftoten gibt’s nicht?)
Abg. Belakowitsch: Muss? Müssen? Das würde Ihnen so gefallen!
In Oberösterreich ist die letzte Ibizakoalition des Landes an der Macht. Diese muss am kommenden Sonntag abgewählt werden (Abg. Belakowitsch: Muss? Müssen? Das würde Ihnen so gefallen!), nicht nur weil wir es in der Sache Klimaschutz den uns nachfolgenden Generationen schuldig sind, sondern auch weil wir jetzt Politikerinnen und Politiker in diesem Land brauchen, die Verantwortung übernehmen wollen. (Zwischenruf bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Ihre Sprache hat schon etwas ...!
Die FPÖ in Oberösterreich kann noch so oft versuchen, sich als gemäßigte bürgerliche Partei rechts der Mitte zu präsentieren, doch wer mit Kickl und Co durchs Land tingelt, der ist es nicht. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen.) Wer mit Kickl und Co durchs Land tingelt und wider besseres Wissen gegen die Impfung polemisiert, der ist Teil einer radikalen Partei, einer Partei der Unvernunft (Abg. Belakowitsch: Ihre Sprache hat schon etwas ...!), einer Partei, die mit dieser Haltung Leben gefährdet.
Abg. Belakowitsch: Die Einzigen, die Menschenleben gefährden, das seid ihr! Ihr Minister! ...!
Wer nicht bereit ist, die eigene Verantwortung in der Pandemiebekämpfung zu übernehmen, der ist nichts anderes als verantwortungslos und gefährdet mit dieser Haltung Menschenleben – egal ob hier im Nationalrat, bei uns in Oberösterreich, in meiner Bezirkshauptstadt Wels oder in meinem Heimatort Thalheim bei Wels. (Abg. Belakowitsch: Die Einzigen, die Menschenleben gefährden, das seid ihr! Ihr Minister! ...!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer stellt Sie das natürlich vor eine sehr große Herausforderung; der Organisationsstress bricht aus: Wie bekomme ich das jetzt organisiert? Wie kann ich das mit meinem Arbeitgeber vereinbaren? Ich habe meinen Urlaub heuer schon aufgebraucht, und meine Kinder waren im Winter einmal krank, hatten Brechdurchfall. Ich habe meine Pflegefreistellung, wenn Kinder krank sind, daher auch schon aufgebraucht. In diesem Fall greift Gott sei Dank die Sonderbetreuungszeit, die wir während der Coronakrise eingeführt haben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Der Ärztekammerpräsident hat den Experten im Hearing gesagt, hat ausdrücklich gesagt: Die Impfung ist sicher, und sie ist nicht gefährlich. – Da müssen Sie mir auch nicht damit kommen, dass jetzt alle auf einmal anaphylaktische Schocks kriegen und umfallen, denn der Ärztekammerpräsident hat gesagt: Die Impfung ist sicher, und sie ist nicht gefährlich. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) – Deswegen sollte man den Apotheken, wenn der Apotheker eine einschlägige Ausbildung vorweisen kann – und das ist bei 1 000 Apothekern der Fall – und wenn er die Räumlichkeit hat, das Impfen in den Apotheken erlauben, um einen niederschwelligen Zugang zu ermöglichen. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Er hat vorgelesen, wie viele Geimpfte irgendwo in einem Spital sind, und hat daraus geschlossen: Hm, wenn 50 Prozent der Spitalspatienten geimpft sind, dann ist es gleich gefährlich, wie wenn ich ungeimpft bin! – Dann hat ihm der Experte erklärt: Schauen Sie, in der Altersgruppe ist die Menge der Geimpften über 80 Prozent, natürlich schlägt sich das dann auch in den Belegszahlen nieder! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: ... Kinder einfach schützen!
Dazu möchte ich noch sagen: Ich verstehe wirklich Eltern, die Sorgen haben, dass sich ihr Kind infiziert. Ich verstehe allerdings Eltern nicht, die ihr Kind zu Hause lassen, nur weil sie das Kind nicht testen wollen, wegen der Maskenpflicht und so weiter. (Abg. Belakowitsch: ... Kinder einfach schützen!) Dafür habe ich wirklich kein Verständnis. Warum? – Für ein Kind ist es kein Problem (Abg. Belakowitsch: Oh doch!), wenn es sich testen lassen muss. Für ein Kind ist es auch kein Problem, eine Maske zu tragen. Das Problem entsteht, wenn zu Hause dagegen gewettert wird und in der Schule quasi alle das machen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Dann hat das Kind eine innerliche Zerrissenheit, und das ist das Problem dabei. Daher appelliere ich ganz klar: Bitte tun Sie dem Kind das nicht an! (Beifall bei Abgeordneten von Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Oh doch!
Dazu möchte ich noch sagen: Ich verstehe wirklich Eltern, die Sorgen haben, dass sich ihr Kind infiziert. Ich verstehe allerdings Eltern nicht, die ihr Kind zu Hause lassen, nur weil sie das Kind nicht testen wollen, wegen der Maskenpflicht und so weiter. (Abg. Belakowitsch: ... Kinder einfach schützen!) Dafür habe ich wirklich kein Verständnis. Warum? – Für ein Kind ist es kein Problem (Abg. Belakowitsch: Oh doch!), wenn es sich testen lassen muss. Für ein Kind ist es auch kein Problem, eine Maske zu tragen. Das Problem entsteht, wenn zu Hause dagegen gewettert wird und in der Schule quasi alle das machen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Dann hat das Kind eine innerliche Zerrissenheit, und das ist das Problem dabei. Daher appelliere ich ganz klar: Bitte tun Sie dem Kind das nicht an! (Beifall bei Abgeordneten von Grünen und ÖVP.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Dazu möchte ich noch sagen: Ich verstehe wirklich Eltern, die Sorgen haben, dass sich ihr Kind infiziert. Ich verstehe allerdings Eltern nicht, die ihr Kind zu Hause lassen, nur weil sie das Kind nicht testen wollen, wegen der Maskenpflicht und so weiter. (Abg. Belakowitsch: ... Kinder einfach schützen!) Dafür habe ich wirklich kein Verständnis. Warum? – Für ein Kind ist es kein Problem (Abg. Belakowitsch: Oh doch!), wenn es sich testen lassen muss. Für ein Kind ist es auch kein Problem, eine Maske zu tragen. Das Problem entsteht, wenn zu Hause dagegen gewettert wird und in der Schule quasi alle das machen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Dann hat das Kind eine innerliche Zerrissenheit, und das ist das Problem dabei. Daher appelliere ich ganz klar: Bitte tun Sie dem Kind das nicht an! (Beifall bei Abgeordneten von Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Dann brauchen wir keine Lehrer mehr!
Noch eines: Kinder lernen am besten von Kindern (Abg. Belakowitsch: Dann brauchen wir keine Lehrer mehr!), und nicht nur den Schulstoff, sondern auch die soziale Interaktion. Also isolieren Sie bitte Ihr Kind nicht, wenn es nicht sein muss!
Abg. Belakowitsch: Das ist durch Langzeitstudien widerlegt!
Ich habe gesagt: Anna, das stimmt einfach nicht. Das ist wirklich längst widerlegt. Viele Frauen, die im letzten Jahr Kinder bekommen haben, waren geimpft. (Abg. Belakowitsch: Das ist durch Langzeitstudien widerlegt!) Es gibt auch eine aktuelle Studie über mehr als 200 000 Schwangere. Eine Gruppe war geimpft, eine ungeimpft, und man hat null Unterschied gesehen. Das heißt, die Sache mit den Fehlgeburten ist ein Fake.
Abg. Belakowitsch: Na da gratuliere ich!
Dann hat Anna gesagt – das Gespräch hat natürlich länger gedauert –, sie fühle sich jetzt besser aufgeklärt, und sie hat sich dann auch impfen lassen, meine lieben Kolleginnen und Kollegen. (Abg. Belakowitsch: Na da gratuliere ich!)
Abg. Belakowitsch: Super!
Oder man kann es auch prosaisch machen, wie zum Beispiel ein Wiener Hotel. Dort gibt es einen Button für die Gäste, auf dem steht: Ich bin von der Impfung geküsst. – Vielleicht ist das eine Möglichkeit. (Abg. Belakowitsch: Super!) Ziehen wir gemeinsam an einem Strang, dann schaffen wir es! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS.)
Abg. Belakowitsch: Ordnungsruf!
Besonders hart trifft diese Situation, das Ergebnis dieses chaotischen Pandemiemanagements und des Nichtbereitseins, zusammenzuarbeiten, die Kinder und Jugendlichen. Liebe Freiheitliche, ich habe heute den ganzen Tag den Eindruck, dass es sozusagen eine billige Taktik der Regierungsparteien ist, sich ausschließlich an euch abzuputzen und zu behaupten, dass ihr für die Durchimpfungsrate verantwortlich seid. Ich meine, ich habe euch durchaus, glaube ich, klar und deutlich gesagt, was ich davon halte, so gegen diese Impfung zu agitieren. Ich halte das für (Abg. Wurm: Eine Entschuldigung wäre angebracht!) fetzendeppert, und dabei bleibe ich auch, aber es ist sicherlich nicht eure alleinige Schuld, dass die Durchimpfungsrate so ist. (Abg. Belakowitsch: Ordnungsruf!)
Abg. Wurm: Herr Präsident! Ordnungsruf! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Kinder zahlen den Preis dafür, dass so wenige Erwachsene geimpft sind. (Abg. Wurm: Herr Präsident! Ordnungsruf! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Jetzt ist es so, dass jeder Bursche, jeder junge Mann in Österreich sofort einen Brief der Stellungskommission bekommt, wenn er das entsprechende Alter erreicht. Warum bekommt ein nicht geimpfter Mensch in Österreich keinen Brief der Gesundheitskasse, der sagt: Liebe Frau XY, lieber Herr XY, wir haben gesehen, Sie sind noch nicht geimpft, wir laden Sie herzlich ein, weil die Impfung super ist und wirkt, gleich bei Ihnen um die Ecke wird in drei Tagen ein Impftermin angeboten. (Abg. Wurm: Das passiert ja!) Dann geben Sie noch ein Goodie dazu. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Was hindert Sie daran, das zu machen? Ein fixer Impftermin mit einer netten Einladung: Wir wissen aus der Verhaltensökonomie, dass das hilft.
Abg. Belakowitsch: Sehr solidarisch!
Dritter Vorschlag, und das ist natürlich auch ein Anreiz: ein Ende der Gratistests. Das entspricht auch unserem solidarischen Gedanken. (Abg. Belakowitsch: Sehr solidarisch!) Also ich finde Ideen wie beispielsweise Selbstbehalte für Ungeimpfte im Krankenhaus zu fordern, haarsträubend. Es ist ein Teil eines solidarischen Gesundheitssystems, dass wir sozusagen auch Kosten übernehmen, die dadurch entstehen, dass sich jemand nicht gesundheitsbewusst verhält. Wenn wir damit anfangen, wo hören wir dann auf? Aber zum Thema Gratistests: Warum eigentlich (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) muss die Allgemeinheit ewig dafür zahlen, wenn Leute nicht bereit sind, sich impfen zu lassen? Das verstehe ich nicht. Den Mut haben Sie aber halt vor der Oberösterreichwahl nicht, und so geht wieder eine Woche ins Land, in der Sie nichts tun.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Dritter Vorschlag, und das ist natürlich auch ein Anreiz: ein Ende der Gratistests. Das entspricht auch unserem solidarischen Gedanken. (Abg. Belakowitsch: Sehr solidarisch!) Also ich finde Ideen wie beispielsweise Selbstbehalte für Ungeimpfte im Krankenhaus zu fordern, haarsträubend. Es ist ein Teil eines solidarischen Gesundheitssystems, dass wir sozusagen auch Kosten übernehmen, die dadurch entstehen, dass sich jemand nicht gesundheitsbewusst verhält. Wenn wir damit anfangen, wo hören wir dann auf? Aber zum Thema Gratistests: Warum eigentlich (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) muss die Allgemeinheit ewig dafür zahlen, wenn Leute nicht bereit sind, sich impfen zu lassen? Das verstehe ich nicht. Den Mut haben Sie aber halt vor der Oberösterreichwahl nicht, und so geht wieder eine Woche ins Land, in der Sie nichts tun.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Im Rahmen der Impfkommunikation handeln wir als Bundesregierung seit Beginn gemeinsam mit den Bundesländern. Dabei werden sogar speziell dort, wo die Impfquoten niedrig sind, eigene Impfaktionen veranstaltet. Da sind zum Beispiel Impfbusse oder Pop-up-Impfstraßen in den Gemeinden zu erwähnen. Davon konnte ich mir auch selbst ein Bild machen: Ich habe vor wenigen Wochen im Mühlviertel Impfungen durchgeführt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Echt super! ...!
Bundesweit sind derzeit 60,06 Prozent der Gesamtbevölkerung durch zwei Impfungen vollimmunisiert. Die höchste Impfquote weist dabei das Burgenland mit 67,58 Prozent auf. Oberösterreich hat einen Wert von 55,23 Prozent Vollimmunisierter. (Abg. Belakowitsch: Echt super! ...!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Weil Kollegin Meinl-Reisinger gesagt hat, sie greift in ihrer Geschichte zurück und wiederholt, was sie schon einmal gesagt hat: Ich kann auch wiederholen, was ich gesagt habe. Vor vielen Monaten habe ich meinen Impfpass hergezeigt, mit Stolz, weil ich das erste Mal geimpft war, und ich war auch sehr beruhigt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), weil ich mich gefreut habe, besser geschützt zu sein. Mittlerweile bin ich zweimal immunisiert, habe aber leider Gottes sehr, sehr wenige Antikörper und warte auf den dritten Stich. (Abg. Belakowitsch: Ich schenke dir meinen noch dazu!)
Abg. Belakowitsch: Ich schenke dir meinen noch dazu!
Weil Kollegin Meinl-Reisinger gesagt hat, sie greift in ihrer Geschichte zurück und wiederholt, was sie schon einmal gesagt hat: Ich kann auch wiederholen, was ich gesagt habe. Vor vielen Monaten habe ich meinen Impfpass hergezeigt, mit Stolz, weil ich das erste Mal geimpft war, und ich war auch sehr beruhigt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), weil ich mich gefreut habe, besser geschützt zu sein. Mittlerweile bin ich zweimal immunisiert, habe aber leider Gottes sehr, sehr wenige Antikörper und warte auf den dritten Stich. (Abg. Belakowitsch: Ich schenke dir meinen noch dazu!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich bin schon ganz bei Ihnen, wenn Sie sagen, die Kommunikation ist extrem wichtig, was die Skepsis betrifft. Jeder und jede von uns hat die Möglichkeit, diese Aufklärungsarbeit zu leisten. (Ruf: Aber das stimmt ja nicht!) Als ich diese Rede gehalten habe, waren auf der einen Seite viele - - (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.) – Ich weiß, dass Sie applaudiert haben. (Abg. Meinl-Reisinger: Gute Rede!) – Es waren viele, die gesagt haben, es ist völlig in Ordnung, es waren viele dabei, die Fragen hatten, und es ist ein wahrer Shitstorm losgegangen, von Menschen, die ihre Informationen auf eine Art und Weise beziehen, die unterirdisch ist. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich wundere mich schon ein bisschen, dass die NEOS da die FPÖ so in Schutz nehmen und sagen, die sind nicht alleine schuld – das habe ich auch nicht behauptet. (Zwischenrufe der Abgeordneten Meinl-Reisinger und Steger.) Was ich aber schon behaupte, ist, dass es kurzsichtig ist, was die FPÖ macht, nämlich mit völlig faktenbefreiten Angaben zur Impfung, die definitiv nicht stimmen, auf die Schnelle Wählerstimmen lukrieren zu wollen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich bin schon ganz bei Ihnen, wenn Sie sagen, die Kommunikation ist extrem wichtig, was die Skepsis betrifft. Jeder und jede von uns hat die Möglichkeit, diese Aufklärungsarbeit zu leisten. (Ruf: Aber das stimmt ja nicht!) Als ich diese Rede gehalten habe, waren auf der einen Seite viele - - (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.) – Ich weiß, dass Sie applaudiert haben. (Abg. Meinl-Reisinger: Gute Rede!) – Es waren viele, die gesagt haben, es ist völlig in Ordnung, es waren viele dabei, die Fragen hatten, und es ist ein wahrer Shitstorm losgegangen, von Menschen, die ihre Informationen auf eine Art und Weise beziehen, die unterirdisch ist. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich wundere mich schon ein bisschen, dass die NEOS da die FPÖ so in Schutz nehmen und sagen, die sind nicht alleine schuld – das habe ich auch nicht behauptet. (Zwischenrufe der Abgeordneten Meinl-Reisinger und Steger.) Was ich aber schon behaupte, ist, dass es kurzsichtig ist, was die FPÖ macht, nämlich mit völlig faktenbefreiten Angaben zur Impfung, die definitiv nicht stimmen, auf die Schnelle Wählerstimmen lukrieren zu wollen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die Zweite: Es ist nach wie vor verantwortungslos, Nachrichten zu verbreiten, die aus Diskussionsforen stammen, in denen die Wissenschaftlichkeit aber so etwas von hintangestellt ist. Heuchlerisch ist es auch, gegen die Impfung zu wettern, und das in aller Deutlichkeit: Da ist auf der einen Seite der Bitterstoffe-Herbert-Kickl, der Herr Generalsekretär, der sagt, mit Bewegung geht eh alles. Ich bin auch sehr sportlich, ich achte auf mein Immunsystem und ernähre mich vernünftig, trotzdem bin ich froh, dass ich geimpft bin, denn dann bin ich nämlich wirklich geschützt. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Eigentlich schon!
In eine Politik der Angstmache einzusteigen und Menschen, die sich aus gesundheitlichen oder persönlichen Gründen nicht impfen lassen wollen, Angst zu machen und Drohungen in den Raum zu stellen, das hört sich gar nicht nach Ihnen an (Abg. Belakowitsch: Eigentlich schon!), genausowenig wie plumpes FPÖ-Bashing, was wir in den letzten Wochen sonst nur aus den Reihen der ÖVP gehört haben.
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hauser.
Ich kann auch nicht glauben, dass Sie sich als Mediziner tatsächlich hinstellen und sagen, dass Menschen, die nachweislich genesen sind, weil sie einen entsprechenden Antikörperstatus haben, keinerlei Schutz genießen, da es mehrere internationale und auch nationale Studien gibt, die zeigen, dass natürlich ein Schutz, auch ein lang anhaltender Schutz besteht, der möglicherweise dem Impfschutz nicht nur gleichwertig, sondern ihm vielleicht sogar überlegen ist. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hauser.)
Abg. Belakowitsch: Kommt auch nicht! – Zwischenruf des Abg. Deimek.
Wir haben über die Problematik der Falldefinitionen gesprochen, darüber, dass wir seit November letzten Jahres durch Ihren Amtsvorgänger eine nicht WHO-konforme Falldefinition haben. Haben Sie es in der Zwischenzeit geändert? – Nein. Wir haben darüber gesprochen, dass wir in Österreich die Möglichkeit hätten, die Verstorbenen tatsächlich zu obduzieren, um transparente Zahlen zu bekommen und die Glaubwürdigkeit zu erhöhen. Haben Sie das umgesetzt? – Nein. Wir haben uns darüber unterhalten, dass wir in der Steuerung dieser Krise ein völliges Zahlenchaos haben, dass die Bettenzahlen, die Kapazitätszahlen nicht stimmen. Haben Sie das bislang bereinigt? – Leider Gottes noch immer nicht. (Abg. Belakowitsch: Kommt auch nicht! – Zwischenruf des Abg. Deimek.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek.
Wir haben uns auch über die Testpolitik unterhalten, darüber, dass die Testungen gratis sein müssen, dass aber die Massentests und die Laientests nicht sehr sinnvoll sind. Wir haben uns über Antikörpertestungen und Immunitätstestungen und über entsprechende Studien unterhalten. Sie haben keine einzige der Anregungen aufgenommen. Wir haben uns auch über die Impfpolitik unterhalten, und ich habe Ihnen gesagt: Ganz entscheidend wird sein, dass da die Freiwilligkeit sowie Aufklärung und Beratung im Vordergrund stehen und kein Zwang. Wo sind wir heute gelandet? – Genau beim Gegenteil. Über die Maskenpflicht, die kurz nach dem damaligen Termin aufgehoben wurde und jetzt vor einer Wiedereinführung steht, brauche ich, glaube ich, gar nichts mehr zu sagen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek.)
Abg. Belakowitsch: Die Beatmungsgeräte finden wir nicht mehr!
Wenn wir dann schon beim Spital sind: Im Spital hat es, zumindest nach offizieller Darstellung, auch keine Aufstockung der Behandlungskapazitäten gegeben. Wir haben in Ihrer aktuellen Verordnung als Maßzahl für die Behandlungskapazitäten im intensivmedizinischen Bereich noch immer dieselben 2 000 Betten, die Sie seit 18 Monaten propagieren. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen und ich weiß auch, dass es nicht der Realität entspricht, dass es österreichweit tatsächlich seit 18 Monaten eine intensivmedizinische Behandlungskapazität von exakt 2 000 Betten gibt und keinem einzigen mehr. Wozu haben wir denn mehrere Hundert Beatmungsgeräte gekauft? (Abg. Belakowitsch: Die Beatmungsgeräte finden wir nicht mehr!) Ich hoffe, dass innerhalb von 18 Monaten auch personelle Anpassungen durchgeführt wurden, um die Kapazitäten zu erhöhen.
Abg. Belakowitsch: Falsch! Ich habe Sie gar nicht ...!
Abgeordneter Ralph Schallmeiner (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Frau Minister! Sehr geehrte Damen und Herren zu Hause vor den Bildschirmen! Bevor ich zu meiner eigentlichen Rede komme, möchte ich noch kurz die Zeit nutzen und auf die tatsächliche Berichtigung der Kollegin Belakowitsch von vorhin eingehen. In ihrer tatsächlichen Berichtigung hat sie so getan, als würden wir behaupten, dass es keine Impftodesfälle gäbe. Kollegin Belakowitsch hat ja vorhin eine tatsächliche Berichtigung zu meiner Rede gehalten, sie ist herausgegangen und hat gesagt: Nein, natürlich gibt es Impftote, natürlich gibt es Nebenwirkungen. (Abg. Belakowitsch: Falsch! Ich habe Sie gar nicht ...!) – Das hat auch keiner infrage gestellt.
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Liebe Kollegin Belakowitsch, ich habe mich in meiner Rede beispielsweise auf den „Standard“ vom 21. März 2021, 16.01 Uhr (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), bezogen: „FPÖ-Politikerin Belakowitsch teilte Fake-News zu Impftodesfällen“, „Dagmar Belakowitsch teilte eine auf Telegram verbreitete Tabelle, laut der EU-weit bereits 3.963 an einer Corona-Impfung gestorben seien“. – Sorry, Frau Kollegin, ich habe Ihnen das damals schon gesagt, ich sage Ihnen das jetzt wieder: Das war falsch, das ist falsch, das ist das Verbreiten von Fakenews. Darauf habe ich mich in meiner Rede bezogen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie verbreiten Fakenews!)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie verbreiten Fakenews!
Liebe Kollegin Belakowitsch, ich habe mich in meiner Rede beispielsweise auf den „Standard“ vom 21. März 2021, 16.01 Uhr (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), bezogen: „FPÖ-Politikerin Belakowitsch teilte Fake-News zu Impftodesfällen“, „Dagmar Belakowitsch teilte eine auf Telegram verbreitete Tabelle, laut der EU-weit bereits 3.963 an einer Corona-Impfung gestorben seien“. – Sorry, Frau Kollegin, ich habe Ihnen das damals schon gesagt, ich sage Ihnen das jetzt wieder: Das war falsch, das ist falsch, das ist das Verbreiten von Fakenews. Darauf habe ich mich in meiner Rede bezogen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie verbreiten Fakenews!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Ein drittes Beispiel, weil es in meinem persönlichen familiären Umfeld dazu gekommen ist: Ich habe jetzt circa ein Dreivierteljahr lang wirklich wie auf ein krankes Pferd auf Familienmitglieder von mir eingeredet, dass sie sich doch bitte impfen lassen sollen – beide gehören zu absoluten Risikogruppen, beide haben sich immer wieder hingestellt und gesagt: Na ja, wir wissen nicht, und da gibt es ja diese Information, dass es die Impftoten gibt, und all das. – Ich habe immer und immer wieder aufgezeigt, dass es eben nicht so ist. Zum Schluss – ich hatte in dieser Debatte ehrlicherweise schon aufgegeben – haben sie sich vor zwei Wochen von selbst impfen lassen. Warum? – Sie waren in Bosnien-Herzegowina bei einer Hochzeit. Bei dieser Hochzeit kam es zu einem Covid-Cluster. Die Personen, die nicht geimpft waren, waren dann diejenigen, die erkrankt sind, und die Geimpften waren es eben nicht. Meine Familienangehörigen kamen zum Glück noch rechtzeitig weg, die hat es nicht erwischt, aber vom Rest dort hat es den Großteil erwischt. Das heißt, sie haben auch gesehen, dass diese Impfung funktioniert. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.)
Abg. Belakowitsch: Das war jetzt die klassische Überzeugungsarbeit!
Es sind drei Beispiele, die zeigen, wie unterschiedlich der Weg zu einer guten Information und zu guter Aufklärung sein kann. (Abg. Belakowitsch: Das war jetzt die klassische Überzeugungsarbeit!) Ja, es braucht Kampagnen auf Augenhöhe, ja, es braucht Kampagnen in den Sprachen, die verstanden werden, und es braucht Kampagnen in den Medien, die auch konsumiert werden. – Liebe Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ, weil es vorhin gefallen ist, ein Wort noch in eure Richtung, und in diesem Fall auch ein bisschen in Richtung der NEOS: Wenn wir schon über einen gemeinsamen Schulterschluss sprechen, reden wir auch von Wien! Umgekehrt: Bitte redet mit der Wiener Landesregierung, denn seit Beginn der neuen Legislaturperiode gibt es in Wien beim Pandemiemanagement genau null Einbindung der Opposition! Das sage nicht ich, sondern das sagt unser Landtagsabgeordneter Georg Prack. (Abg. Belakowitsch: Der ist sehr glaubwürdig!)
Abg. Belakowitsch: Der ist sehr glaubwürdig!
Es sind drei Beispiele, die zeigen, wie unterschiedlich der Weg zu einer guten Information und zu guter Aufklärung sein kann. (Abg. Belakowitsch: Das war jetzt die klassische Überzeugungsarbeit!) Ja, es braucht Kampagnen auf Augenhöhe, ja, es braucht Kampagnen in den Sprachen, die verstanden werden, und es braucht Kampagnen in den Medien, die auch konsumiert werden. – Liebe Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ, weil es vorhin gefallen ist, ein Wort noch in eure Richtung, und in diesem Fall auch ein bisschen in Richtung der NEOS: Wenn wir schon über einen gemeinsamen Schulterschluss sprechen, reden wir auch von Wien! Umgekehrt: Bitte redet mit der Wiener Landesregierung, denn seit Beginn der neuen Legislaturperiode gibt es in Wien beim Pandemiemanagement genau null Einbindung der Opposition! Das sage nicht ich, sondern das sagt unser Landtagsabgeordneter Georg Prack. (Abg. Belakowitsch: Der ist sehr glaubwürdig!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Hören Sie auf damit!
In diesem Zusammenhang möchte ich damit enden, dass ich sage: Helfen wir uns gegenseitig! Ich glaube, diese Anfrage heute hier ist ein guter Anlass. Ich glaube, wir können noch mehr informieren. Bekämpfen wir gemeinsam Fakenews! Dieser Schulterschluss – ich, wir als Grüne sind dazu bereit. Machen wir das, bitte schön! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Hören Sie auf damit!)
Abg. Belakowitsch: Was ist eine heimliche Impfung? Was reden Sie da?
Vitamine statt Spritze, das ist ja das von der FPÖ hochgehaltene Motto, aber schön langsam lautet das Motto eher: Laut schimpfen und geheim impfen! Monatelang hat uns die FPÖ weismachen wollen, die Impfung schütze sowieso nicht, die bringe gar nix. (Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Steger.) Sie verbreiten wirre Verschwörungstheorien, Sie verunsichern und Sie spalten die Gesellschaft. FPÖ-Spitzenfunktionäre – wir kennen sie alle, denn sie waren in der Zeitung – lassen sich heimlich impfen, treten aber nach außen weiterhin als Coronagegner, als Coronaverharmloser und als Impfgegner auf. (Abg. Belakowitsch: Was ist eine heimliche Impfung? Was reden Sie da?) Damit gefährden Sie die Gesundheit vieler, vieler Menschen, nämlich genau derjenigen, die Ihnen vertrauen und die Sie wählen. Mit dieser Lüge gefährden Sie alle, die sich wegen Ihrer Fakenews weiterhin nicht impfen lassen. (Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Steger.)
Abg. Belakowitsch: Ja, eh, aber das machen Sie ja nicht!
Einige Parteien – und das mache ich Ihnen schon zum Vorwurf – mobilisieren gerade für diese Schulabmeldungen und machen bei den Eltern auch Werbung dafür. Umgekehrt haben aber viele Parteien – ich glaube, sogar alle da herinnen – monatelang gefordert, dass die Schulen offen bleiben müssen und der Bildungsminister und die gesamte Bundesregierung alles unternehmen müssen, dass die Schulen auch weiterhin offen bleiben. (Abg. Belakowitsch: Ja, eh, aber das machen Sie ja nicht!) Das tun wir auch: Wir sind Spitzenreiter beim Testen in den Schulen, 82 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer sind geimpft, es wird alles unternommen, dass der Unterricht in den Schulen weiterhin stattfinden kann. Aber, liebe FPÖ, liebe Frau Dr. Belakowitsch, dann nehmen Sie bitte auch die Pandemie ernst und verbreiten Sie nicht Verschwörungstheorien über Ihre Plattformen, denn das können wir absolut nicht brauchen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.) Kinder und Jugendliche brauchen das soziale Umfeld im Klassenzimmer und einen lehrplanmäßigen Unterricht durch Lehrerinnen und Lehrer und nicht irgendwelche willkürlichen Schulabmeldungen.
Abg. Belakowitsch: Und wenn Sie jetzt das Virus weitergeben? Oje!
Abschließend möchte ich noch eines festhalten: Auch ich als junge Frau bin geimpft, und ich mache das nicht wegen der Bundesregierung und schon gar nicht, weil irgendwelche Influencer in den sozialen Medien empfehlen, sich impfen zu lassen. (Abg. Deimek: Da sollten Sie mit dem Braunauer ÖVP-Bürgermeister reden, der ist nämlich dagegen!) Ich mache das für mich selbst und für mein Umfeld, für meine Familie, für meine Oma, für meine Nichte, für meine Neffen, für alle Kinder, die sich noch nicht impfen lassen können. (Abg. Belakowitsch: Und wenn Sie jetzt das Virus weitergeben? Oje!) Und ich appelliere an alle da herinnen, die noch nicht geimpft sind, und insbesondere auch an junge Frauen: Bitte redet mit euren Ärzten! Sie kennen euch, ihnen würde ich mehr vertrauen als irgendwelchen Verschwörungstheoretikern – meinem Arzt vertraue ich auch mehr als der FPÖ oder als der Dr. Belakowitsch (Beifall des Abg. Schallmeiner) –, ihnen kann man Glauben schenken, sie beraten einen ganz ernsthaft.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Blimlinger, Belakowitsch und Michael Hammer.
Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Blimlinger, Belakowitsch und Michael Hammer.)
Abg. Belakowitsch: Ja, aber vom Szekeres!
Zu Kollegen Wurm – ich weiß nicht, ob er jetzt hier ist –: Ich bin im Gesundheitsausschuss 2 Meter daneben gesessen und mein HNO-Arzt hat mir attestiert, dass ich noch gut höre, und ich habe das schon gehört – nur, weil da gleich eine Entgegnung war –, ich habe das Wort „Lüge“ gehört, Peter, das hast du gesagt. (Abg. Belakowitsch: Ja, aber vom Szekeres!) – Nein, ich habe es auch gehört! (Abg. Belakowitsch: Es gibt ja sogar ein Video, schaut euch das Video an! – Zwischenruf des Abg. Wurm.)
Abg. Belakowitsch: Es gibt ja sogar ein Video, schaut euch das Video an! – Zwischenruf des Abg. Wurm.
Zu Kollegen Wurm – ich weiß nicht, ob er jetzt hier ist –: Ich bin im Gesundheitsausschuss 2 Meter daneben gesessen und mein HNO-Arzt hat mir attestiert, dass ich noch gut höre, und ich habe das schon gehört – nur, weil da gleich eine Entgegnung war –, ich habe das Wort „Lüge“ gehört, Peter, das hast du gesagt. (Abg. Belakowitsch: Ja, aber vom Szekeres!) – Nein, ich habe es auch gehört! (Abg. Belakowitsch: Es gibt ja sogar ein Video, schaut euch das Video an! – Zwischenruf des Abg. Wurm.)
Abg. Belakowitsch: So einfach ist die Welt nicht!
Kommen wir zum Mathematischen, in das auch Ihr Beispiel hineinfällt: Herr Kickl sagt: Siehe da, zwei Drittel derer, die an Covid gestorben sind, sind doppelt Geimpfte!, und damit will er belegen, dass die Impfung nicht wirkt. Machen wir ein vereinfachtes Rechenbeispiel: Wenn von 1 Million Menschen in einem Land zwei Personen nicht geimpft sind und von den beiden Ungeimpften eine Person stirbt und von den fast 1 Million Geimpften zwei sterben, dann hätten wir im Grunde das gleiche Verhältnis von zwei Dritteln geimpften Coronatoten zu einem Drittel ungeimpften (Abg. Belakowitsch: So einfach ist die Welt nicht!), aber eine Wirksamkeit des Impfstoffes von fast 100 Prozent. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Mit den Statistiken tun Sie sich schwer, glaube ich, aber es macht nichts!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Mit den Statistiken tun Sie sich schwer, glaube ich, aber es macht nichts!
Kommen wir zum Mathematischen, in das auch Ihr Beispiel hineinfällt: Herr Kickl sagt: Siehe da, zwei Drittel derer, die an Covid gestorben sind, sind doppelt Geimpfte!, und damit will er belegen, dass die Impfung nicht wirkt. Machen wir ein vereinfachtes Rechenbeispiel: Wenn von 1 Million Menschen in einem Land zwei Personen nicht geimpft sind und von den beiden Ungeimpften eine Person stirbt und von den fast 1 Million Geimpften zwei sterben, dann hätten wir im Grunde das gleiche Verhältnis von zwei Dritteln geimpften Coronatoten zu einem Drittel ungeimpften (Abg. Belakowitsch: So einfach ist die Welt nicht!), aber eine Wirksamkeit des Impfstoffes von fast 100 Prozent. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Mit den Statistiken tun Sie sich schwer, glaube ich, aber es macht nichts!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie können sich auch den Impftoten stellen!
So viel zu Ihrem manipulativen Zahlenspiel, in dem bewusst Relationen und Bedingungen verschwiegen werden. So einfach ist das, so traurig ist das. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie können sich auch den Impftoten stellen!)
Abg. Belakowitsch: Sie könnten sich auch den Impfopfern stellen!
Das, was Sie wollen, ist, dass Sie den Schutzherrn spielen von allen Verunsicherten (Abg. Belakowitsch: Sie könnten sich auch den Impfopfern stellen!), von allen Hardcoreimpfgegnern und nicht zuletzt auch von allen Rechtsextremen, die nur daran interessiert sind, unser Land zu destabilisieren. Das ist die traurige Wahrheit! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Wovor?
Meine Familie und ich, darunter ein paar weitere Ärztinnen und Ärzte, ältere Menschen, sehr junge Menschen, wir haben uns impfen lassen, sobald wir dran waren, weil wir uns schützen möchten, unsere Umgebung schützen möchten. (Abg. Belakowitsch: Wovor?) Wir möchten dazu etwas beitragen.
Abg. Belakowitsch: Ihr seid mit dabei!
Wir alle kennen doch die Beispiele. Das Einzige, was Kurz rund um das Impfen wichtig war, war doch die Vorbereitung und die Marketingkampagne, dass er sagt, er möchte beim allerersten Foto dabeisein. Erinnern wir uns zurück an die ersten Interviews: Sebastian Kurz, der große Krisenmanager, der immer gesagt hat, er ist der Held, der Österreich rettet. (Abg. Belakowitsch: Ihr seid mit dabei!) Wo ist er denn jetzt? Warum versteckt er sich denn jetzt?
Abg. Belakowitsch: War er vorher auch schon!
Das ist ein bissel ein Punkt, wo ich schon sagen muss, das ist eine Charakterfrage, nämlich ob man auch dann steht, wenn der Gegenwind da ist, und ob man den Mut hat, auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Kassegger.) Sebastian Kurz ist ein Schönwetterpolitiker, der so lange das Krisenmanagement betrieben hat, solange es ihm und seinem eigenen Ego genutzt hat, und kaum ist der Gegenwind da gewesen, ist Sebastian Kurz ein Kapitän gewesen, der sich in Wahrheit versteckt hat, der unter Deck gesessen ist und das Ruder losgelassen hat. (Abg. Belakowitsch: War er vorher auch schon!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wir haben heute über Dänemark diskutiert. Wenn man die Unwahrheit sagt, wenn man ganz bewusst diese Strategie wählt – da bin ich wieder bei der Messagecontrol, Herr Generalsekretär –, wenn man ganz bewusst von der ÖVP ausgibt, dass man die Unwahrheit sagen muss (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), dass man den eigenen Menschen Angst macht, dass man sagt, man muss erzählen, dass Oma und Opa sterben werden, dass man von 100 000 Toten redet, wenn man so agiert, dann darf man sich nicht wundern, wenn Vertrauen auch verlorengeht. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das alles hier – weil wir über Marketing reden – ist doch keine Spielerei, da geht es um das Schicksal von Menschen! Wenn wir den letzten Herbst hernehmen: Da ist Österreich bei der Zahl der Neuinfektionen an der Weltspitze gelegen – an der Weltspitze! –, und den ganzen Sommer über – ihr erinnert euch sicher alle – hat es geheißen: „Licht am Ende des Tunnels“. Da hat Sebastian Kurz sich dafür feiern lassen, dass er ein solch großartiger Krisenmanager ist. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ihr seid immer dabei!
Wir haben dasselbe jetzt wieder erlebt: Er lässt sich plakatieren und sagt: Wir haben die Krise gemeistert! – Tausende Schülerinnen und Schüler sitzen jetzt jedoch zu Hause, und wir alle erleben, dass Österreich leider deutlich schlechter durch diese Krise gekommen ist. (Abg. Belakowitsch: Ihr seid immer dabei!)
Abg. Belakowitsch: Immer!
So, nun kommen wir zur Rolle der FPÖ – Frau Kollegin Belakowitsch ist da heute sehr, sehr emotional unterwegs (Abg. Belakowitsch: Immer!) –: Ich finde das wirklich unterirdisch, nämlich diesen neuen Kurs von Kickl, diesen Paarlauf gemeinsam mit Kurz (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP), dieses aus meiner Sicht unwürdige Aufputschen, diesen Populismus. Auf der einen Seite steht ein Kickl, der Schmähgeschichten erzählt (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) – ihr glaubt doch das alles selber nicht, was ihr heute den ganzen Tag dahergeredet habt! Das sind ja Dinge. Und wenn dann im Gesundheitsausschuss Expertinnen und Experten so lange befragt werden, nur weil ihr irgendwie beweisen wollt, dass das mit den Impfungen alles ein Wahnsinn ist, muss ich sagen: Bitte macht euch doch nicht selber lächerlich!
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
So, nun kommen wir zur Rolle der FPÖ – Frau Kollegin Belakowitsch ist da heute sehr, sehr emotional unterwegs (Abg. Belakowitsch: Immer!) –: Ich finde das wirklich unterirdisch, nämlich diesen neuen Kurs von Kickl, diesen Paarlauf gemeinsam mit Kurz (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP), dieses aus meiner Sicht unwürdige Aufputschen, diesen Populismus. Auf der einen Seite steht ein Kickl, der Schmähgeschichten erzählt (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) – ihr glaubt doch das alles selber nicht, was ihr heute den ganzen Tag dahergeredet habt! Das sind ja Dinge. Und wenn dann im Gesundheitsausschuss Expertinnen und Experten so lange befragt werden, nur weil ihr irgendwie beweisen wollt, dass das mit den Impfungen alles ein Wahnsinn ist, muss ich sagen: Bitte macht euch doch nicht selber lächerlich!
Abg. Belakowitsch: ..., soll ich es dir weiterleiten? Soll ich dir die Mails weiterleiten?
Das ist ein Weg, der in Wahrheit doch eurer Partei nicht würdig sein kann. Das habt ihr alles nicht notwendig. (Abg. Belakowitsch: ..., soll ich es dir weiterleiten? Soll ich dir die Mails weiterleiten?)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es geht um Österreich, es geht um Menschenleben und es geht darum, dass wir endlich aus dieser Krise herauskommen. Deswegen: Spart euch wirklich dieses Hin und Her zwischen Blau und Türkis, das ist unwürdig! Machen wir lieber ein gutes Krisenmanagement! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Sitzung Nr. 124
Abg. Belakowitsch: Sagen Sie das bitte dem ...!
Last, but not least – ein schwieriges Thema, ich weiß es –: die Institutionen der Justiz und die Einrichtung der unabhängigen Justiz überhaupt. Ich kann nur sagen: Lassen wir die Justiz arbeiten! (Abg. Belakowitsch: Sagen Sie das bitte dem ...!) Lassen wir sie unabhängig ermitteln! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) – Sie tut es ja und sie lässt sich offensichtlich auch nicht besonders beeinflussen, und das ist gut so.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Er wird natürlich weiterhin als Partei- und als Klubobmann seinen Beitrag für die Republik und für die Menschen in diesem Land leisten. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Was bitte? Das habe ich jetzt nicht verstanden!
Meine Damen und Herren! Sebastian Kurz hat als Staatsmann seine Verantwortung wahrgenommen (Abg. Belakowitsch: Was bitte? Das habe ich jetzt nicht verstanden!), ist zur Seite getreten und hat damit Chaos und Stillstand für die Republik und für die Menschen in diesem Lande verhindert, und dafür gilt ihm unser Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Martin Graf
Diese Krise ist nun überwunden. Wir debattieren heute anlässlich der Angelobung eines neuen Bundeskanzlers, Alexander Schallenberg. – Das Parlament ist Ihnen nicht neu, aber Ihre Funktion ist es (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Martin Graf), und in dieser neuen Funktion möchte ich Sie hier im Abgeordnetenhaus herzlich willkommen heißen. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Martin Graf – Abg. Belakowitsch: Was ist da neu?!
Wir schlagen heute mit dieser Erklärung der Bundesregierung, mit Ihrer Erklärung, Herr Bundeskanzler Schallenberg, ein neues Kapitel in der österreichischen Innenpolitik auf (Zwischenruf des Abg. Martin Graf – Abg. Belakowitsch: Was ist da neu?!), ein Kapitel,
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Innenpolitische Debatten sind oft laut und schrill. Ich bin der Überzeugung, dass jetzt eine Phase des Zur-Ruhe-Kommens folgen muss. Stabilität und Aufklärung waren die leitenden Motive für uns Grüne in den letzten Tagen. Wir haben mit Alexander Schallenberg nun einen neuen Bundeskanzler, mit dem die wichtigen Projekte in der Regierungsarbeit fortgesetzt werden können. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir haben eine Justiz, die konsequent und unabhängig die im Raum stehenden Vorwürfe aufarbeiten und beurteilen wird, und wir werden einen Untersuchungsausschuss haben, der die politische Verantwortung zu klären hat. Diese Dreiteilung zwischen der Regierung – der Exekutive –, dem Parlament und der Justiz zeigt, dass unsere Verfassung die notwendigen Instrumente bereithält. Wir haben die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Stabilität gewährleisten, auch Checks and Balances, die Kontrolle der Macht. (Beifall bei den Grünen.)
die Abgeordneten Bösch und Kassegger: Das war einmal! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Die Entscheidung der Grünen, die heute von der SPÖ und von der FPÖ so kritisiert wird, bedeutet nicht mehr, als das Wählervotum von 2019 zu respektieren (Zwischenruf des Abg. Hoyos-Trauttmansdorff), denn dass die mit Abstand stimmenstärkste Partei, stärker als die vermeintliche SPÖ-FPÖ-Koalition zusammen (die Abgeordneten Bösch und Kassegger: Das war einmal! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), das Recht hat, einen Bundeskanzler vorzuschlagen, ist ja wohl demokratiepolitisch, glaube ich, sehr eindeutig, auch wenn Sie es nicht zur Kenntnis nehmen wollen! (Ruf: Schüssel? – Zwischenruf bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Es ist aber gut, dass unabhängige Medien – sie sind heute schon angesprochen worden – das eigentlich sehr klar beurteilen, ob das „Der Standard“ ist, der meint, ein Profi folge einem anderen Profi (Zwischenruf der Abg. Krisper), oder die „Kleine Zeitung“, die heute schreibt, mit Michael Linhart übernehme ein erfahrener Profi – wieder dieses Wort – das Außenamt. (Zwischenruf des Abg. Kassegger.) – Ja, er kann sofort mit der Arbeit beginnen, er ist morgen schon unterwegs. (Zwischenruf des Abg. Loacker.) Der Herr Bundespräsident, der da eine wichtige Rolle hat, konnte sogar auf das Vieraugengespräch verzichten, weil er – jetzt zitiere ich eine andere Tageszeitung, „Die Presse“ (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) –, einen fachlich hoch qualifizierten Karrierediplomaten als Außenminister angeloben konnte. Ja, das ist es, was wir heute hier präsentieren: Profis in einer herausfordernden Zeit mit riesigen Aufgaben, die auf sie zukommen.
Abg. Belakowitsch: ... Klubobmann!
Diese viele Arbeit, die daraus folgt, aber auch die Diplomatie, die wir alle heute bemühen, soll den klaren Blick auf das Wesentliche aber nicht verschleiern. Die Fakten, werte Kollegen und Kolleginnen, liegen nämlich auf dem Tisch, und ja, sie sprechen eine klare Sprache: Falschaussagen und Fakenews, Steuergeld für Schlagzeilen, frisierte Umfragen auf Staatskosten. Es geht dabei um Straftaten, die nach dem österreichischen Strafgesetzbuch als Verbrechen bestraft werden. Wegen solcher Straftaten wurden einem früher die bürgerlichen Ehrenrechte, also das Wahlrecht und die Wählbarkeit, entzogen und das nicht von ungefähr. (Abg. Belakowitsch: ... Klubobmann!) Die Manipulation der öffentlichen Meinung stellt nämlich eine Gefährdung des öffentlichen Diskurses dar.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Deshalb können wir natürlich nicht zur Tagesordnung übergehen. Was uns da nämlich – abseits der rechtlichen Komponente – vorliegt, ist tatsächlich eine moralische Bankrotterklärung, und ich gestehe, dass ich gegenüber der nun erzielten Lösung des Sesselrückens skeptisch bleibe. Ja, ich verstehe die Bedenken der Bevölkerung, der Opposition und auch der politischen BeobachterInnen, aber bekanntlich trifft der kluge Prophet seine Vorhersagen immer erst im Nachhinein. Sicher ist, dass es die vom Bundespräsidenten erwähnten Argusaugen brauchen wird, denn eines muss uns allen klar sein: Im sogenannten House of Kurz ist Kevin nicht allein zu Haus (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und natürlich agiert da niemand voneinander getrennt, das hat ein Netzwerk so an sich.
Abg. Belakowitsch: Er ist eh schon weg! Oder ist er noch da? – Zwischenruf des Abg. Leichtfried.
Meine Damen und Herren, Sie sehen also, wir haben im Sinne Österreichs gehandelt. Was haben Sie von der Opposition gemacht, meine Damen und Herren? Sie von der Opposition haben Ihre parteitaktischen Spielchen gespielt, um an die Macht zu kommen (Abg. Deimek: Das ist der Unterschied zur ÖVP: Die spielt das die ganze Zeit! – Abg. Hauser: Ihr habt noch nichts zur Verhaftung von Beinschab gesagt!), mit einem Vierparteienexperiment mit Pamela Rendi-Wagner und Herbert Kickl an der Spitze und einem einzigen Programmpunkt, und dieser einzige Programmpunkt dieser Vierparteienallianz lautet: Kurz muss weg! (Abg. Belakowitsch: Er ist eh schon weg! Oder ist er noch da? – Zwischenruf des Abg. Leichtfried.) Das ist für ein Programm in einer Demokratie eigentlich eine einzige Bankrotterklärung, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Das ist nichts, was ich erfunden habe – Sie alle kennen ja das, was in den Akten steht (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Sebastian Kurz hat, weil es zu seinem Vorteil war, die Abschaffung der kalten Progression aufgehalten. Deswegen finde ich es so spannend, dass Klubobmann Wöginger und auch Kollege Haubner jetzt gesagt haben, dass sie für die Menschen arbeiten, etwas weiterbringen wollen. – Na ganz im Gegenteil: Sebastian Kurz hat gegen die Menschen gearbeitet! (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Zarits: Geh, hör auf!) Es ging ihm einzig und allein um sein Machtkalkül. Er hat verhindert, dass alle Österreicherinnen und Österreicher durch die Abschaffung der kalten Progression entlastet werden.
Abg. Belakowitsch: ... was genau?
Die letzten Tage waren innenpolitisch alles andere als einfach, aber was mich in den letzten Tagen auch massiv gestört hat, ist die moralische Überheblichkeit der Opposition. Ich erinnere an Werner Faymann: Inseratenaffäre, Ermittlungen wegen Amtsmissbrauchs und Untreue von 2011 bis 2013 – da war ein Rücktritt als Bundeskanzler offenbar nicht notwendig. (Abg. Hörl: Aha!) Die WKStA ermittelt auch gegen Burgenlands Landeshauptmann Doskozil – auch da gilt die Unschuldsvermutung, ein Rücktritt stand nicht einmal zur Diskussion. (Abg. Belakowitsch: ... was genau?) Das Untreueverfahren
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Da etwas weiterzubringen ist eines der wichtigsten Vorhaben dieser Regierung – egal was in irgendwelchen Chats stand. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.)
Abg. Belakowitsch: Ja, was denn sonst?!
alles nicht wiederholen: korrupte Partie, Buberlpartei (Abg. Belakowitsch: Ja, was denn sonst?!), diese Regierung schaut nur auf sich, die ÖVP schaut nur auf sich et cetera et cetera. (Beifall bei SPÖ, FPÖ und NEOS. – Rufe bei SPÖ und FPÖ: Bravo! – Ruf: Messerscharf erkannt!)
Beifall bei der FPÖ. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Es stellt sich aber trotzdem die Frage, warum die Regierung – ich habe es heute schon einmal gesagt, die Regierung ist auf Fetzen hin – noch weiterwurschtelt. Ich kann Ihnen sagen, warum das passiert: Ganz einfach deshalb, weil es zwei Interessenlagen gibt: Zum einen ist die Interessenlage der ÖVP da, die die nächsten Tage und Wochen noch dazu nutzen möchte, Beweismittel zu unterdrücken, die die Zeit dazu nützen möchte, die Schredderanlagen anzuwerfen. Eines sage ich Ihnen: Wenn wir hier im Hohen Haus, im Parlament, und auch sonst in Wien immer wieder Lichtschwankungen haben, so ist der Zeitpunkt, wenn es flackert, immer jener, zu dem wieder irgendein Ministerium der ÖVP den Schredder anwirft. Das ist es, was wir gerade miterleben, und das ist der Grund dafür, dass Sie überhaupt noch weitertun. (Beifall bei der FPÖ. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.)
Sitzung Nr. 125
Abg. Belakowitsch: Warum?
Abgeordneter Philip Kucher (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzter Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, nach dem heutigen Vormittag ist es an der Zeit, dass wir über alle Parteigrenzen hinweg Bundesminister Mückstein den Rücken stärken (Abg. Belakowitsch: Warum?), dass wir mitten in der Coronakrise jetzt wirklich miteinander aufstehen und ihm helfen, weil heute in der Früh etwas passiert ist, was in der Gesundheitskrise eigentlich unfassbar ist. Wir haben einen Finanzminister erlebt, der in seiner Budgetrede ganz offensichtlich auf den Gesundheits- und Pflegebereich vergessen hat. Ich weiß nicht, es wäre vielleicht wichtig, dass wir noch persönlich besprechen, wie das passieren konnte. (Abg. Belakowitsch: Weil er schlecht verhandelt hat!)
Abg. Belakowitsch: Weil er schlecht verhandelt hat!
Abgeordneter Philip Kucher (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzter Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, nach dem heutigen Vormittag ist es an der Zeit, dass wir über alle Parteigrenzen hinweg Bundesminister Mückstein den Rücken stärken (Abg. Belakowitsch: Warum?), dass wir mitten in der Coronakrise jetzt wirklich miteinander aufstehen und ihm helfen, weil heute in der Früh etwas passiert ist, was in der Gesundheitskrise eigentlich unfassbar ist. Wir haben einen Finanzminister erlebt, der in seiner Budgetrede ganz offensichtlich auf den Gesundheits- und Pflegebereich vergessen hat. Ich weiß nicht, es wäre vielleicht wichtig, dass wir noch persönlich besprechen, wie das passieren konnte. (Abg. Belakowitsch: Weil er schlecht verhandelt hat!)
Abg. Belakowitsch: Das ist falsch, was Sie sagen!
Kommen wir aber zum eigentlichen Thema, denn unter diesen Tagesordnungspunkten wird ja etwas ganz anderes diskutiert. Eigentlich geht es um Maßnahmen in der Pandemiebekämpfung. Es geht um die Verlängerung diverser Maßnahmen. Es geht darum, dass die Pandemie eben leider noch nicht vorbei ist. Aktuell haben wir in Österreich mehr als 12 000 Menschen, die an Covid erkrankt sind, die zu Hause sind. In den letzten sieben Tagen sind es im Durchschnitt 1 800 neue Fälle pro Tag gewesen. (Abg. Belakowitsch: Das ist falsch, was Sie sagen!) Knapp 10 Prozent der Intensivkapazitäten in den Krankenhäusern sind mit Covid-PatientInnen belegt, der Großteil davon ist ungeimpft. Je jünger sie sind, desto länger liegen diese Menschen auf der Intensivstation, bis zu 35 Tage sind es laut entsprechender Statistik.
Abg. Belakowitsch: Was Sie alles wissen!
Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass die beste Möglichkeit aktuell gegen die Pandemie zu kämpfen jene ist, sich impfen zu lassen. Das sehen wir tagtäglich an den Zahlen. Ich weiß schon, dass Kollegin Belakowitsch gleich herauskommen und wahrscheinlich das Gegenteil behaupten wird. (Abg. Belakowitsch: Was Sie alles wissen!) Wenn wir eine hohe Durchimpfungsrate haben, können wir die vielen, leider notwendigen Maßnahmen auch früher wieder beenden, das sehen wir an Ländern wie Dänemark und Norwegen. Dementsprechend wäre es einfach wichtig, sich impfen zu lassen, impfen zu gehen.
Abg. Belakowitsch: Wo steigt es denn?
Doch das epidemiologische Geschehen ist noch nicht zu Ende, es ist wieder im Steigen, und der Winter steht vor der Tür. (Abg. Belakowitsch: Wo steigt es denn?) Wir verbringen wieder mehr Zeit in Innenräumen, und wir werden auch nachlässiger in den Abstandsmaßnahmen und in den Hygienemaßnahmen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Die notwendige Durchimpfungsrate ist auch noch immer nicht erreicht; aktuell stehen wir, wie Dr. Smolle gesagt hat, bei circa 65 Prozent. Genau deshalb müssen wir die bewährten Eindämmungsmethoden weiter anwenden und die Zuschüsse des Bundes bis 31. März 2022 verlängern, denn andernfalls wiederholt sich die Geschichte des letzten Winters, und das wollen wir alle zusammen mit Sicherheit nicht. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Doch das epidemiologische Geschehen ist noch nicht zu Ende, es ist wieder im Steigen, und der Winter steht vor der Tür. (Abg. Belakowitsch: Wo steigt es denn?) Wir verbringen wieder mehr Zeit in Innenräumen, und wir werden auch nachlässiger in den Abstandsmaßnahmen und in den Hygienemaßnahmen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Die notwendige Durchimpfungsrate ist auch noch immer nicht erreicht; aktuell stehen wir, wie Dr. Smolle gesagt hat, bei circa 65 Prozent. Genau deshalb müssen wir die bewährten Eindämmungsmethoden weiter anwenden und die Zuschüsse des Bundes bis 31. März 2022 verlängern, denn andernfalls wiederholt sich die Geschichte des letzten Winters, und das wollen wir alle zusammen mit Sicherheit nicht. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Doch das epidemiologische Geschehen ist noch nicht zu Ende, es ist wieder im Steigen, und der Winter steht vor der Tür. (Abg. Belakowitsch: Wo steigt es denn?) Wir verbringen wieder mehr Zeit in Innenräumen, und wir werden auch nachlässiger in den Abstandsmaßnahmen und in den Hygienemaßnahmen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Die notwendige Durchimpfungsrate ist auch noch immer nicht erreicht; aktuell stehen wir, wie Dr. Smolle gesagt hat, bei circa 65 Prozent. Genau deshalb müssen wir die bewährten Eindämmungsmethoden weiter anwenden und die Zuschüsse des Bundes bis 31. März 2022 verlängern, denn andernfalls wiederholt sich die Geschichte des letzten Winters, und das wollen wir alle zusammen mit Sicherheit nicht. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Thema Armutsbekämpfung: Die Bundesregierung hat eine Reihe von Sofortmaßnahmen gesetzt, um die sozialen Folgen der Pandemie abzufedern. Die aktuellen Zahlen betreffend Sozialhilfe und Mindestsicherung zeigen uns, dass wir mit diesem Weg der raschen Unterstützung erfolgreich waren. Wir gehen aber davon aus, dass die sozialen Folgen der Pandemie noch weiter anhalten werden, und daher wird es auch weitere Mittel geben, um diese abzufedern (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Sonderrichtlinie betreffend Covid-19-Armutsbekämpfung – 2 Millionen Euro; EU, Internationales, Senioren, Freiwillige – 37 Millionen Euro, davon 8 Millionen Euro für die Delogierungsprävention und Wohnungssicherung, 4 Millionen Euro für die Gewaltprävention und 3 Millionen Euro für die Extremismusprävention.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Meine Damen und Herren, ja, die Pandemie ist nicht zu Ende. Herr Kollege Kaniak, sie ist eben nicht zu Ende – der Herr Bundesminister ist auch darauf eingegangen –, das ist einfach eine Tatsache, und daher ist es auch notwendig, bestehende Covid-19-Maßnahmen zu verlängern. Der Winter kommt, es muss alles getan werden, um Infektionen zu verhindern. Niemand möchte noch einmal einen Lockdown. Und wenn ich es vor allem aus der Sicht der Seniorinnen und Senioren sage: Wir wollen so schnell als möglich Normalität! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Gerade die ältere Generation wünscht sich das und braucht das auch so dringend.
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hauser.
Tatsache ist aber, dass die Impfung gegen einen schweren Verlauf hilft. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hauser.) Herr Kollege Hauser, das ist Tatsache! Und ich appelliere wirklich gerade auch an die ältere Generation: Wenn es jetzt um den dritten Stich geht, informieren Sie sich beim Arzt, bei der Ärztin Ihres Vertrauens! Ich glaube, es geht vor allem darum. Es wird niemand gezwungen. Informieren Sie sich! Da geht es um Vertrauensaufbau, da geht es um Sicherheit. (Abg. Belakowitsch: Natürlich gibt es einen ... Zwang!)
Abg. Belakowitsch: Natürlich gibt es einen ... Zwang!
Tatsache ist aber, dass die Impfung gegen einen schweren Verlauf hilft. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hauser.) Herr Kollege Hauser, das ist Tatsache! Und ich appelliere wirklich gerade auch an die ältere Generation: Wenn es jetzt um den dritten Stich geht, informieren Sie sich beim Arzt, bei der Ärztin Ihres Vertrauens! Ich glaube, es geht vor allem darum. Es wird niemand gezwungen. Informieren Sie sich! Da geht es um Vertrauensaufbau, da geht es um Sicherheit. (Abg. Belakowitsch: Natürlich gibt es einen ... Zwang!)
Abg. Belakowitsch: Der 13.!
Das Zweite: Ihr habt das Zweckzuschussgesetz mit dem Fernrezept und allem Drumherum bis zum 31. März verlängert. Ich frage mich: Warum nicht bis zum 30. Juni? Ihr habt die Freistellung von Schwangeren bis zum 31. Dezember verlängert. Wieder: Warum nicht – wenn man glaubt, dass Corona so lange dauert – bis zum 30. Juni? Und jetzt komme ich zum Punkt: Ihr habt das Betriebliche Testungs-Gesetz bis zum 31. Oktober verlängert – um einen Monat! Heute ist, wenn ich es richtig sehe, der 12. (Abg. Belakowitsch: Der 13.!) – der 13. schon. Also das Gesetz wird erst in Kraft treten und nur wenige Tage in Kraft sein. Das kann nicht richtig sein, und daher verzweifeln die Leute.
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch.
Ihre Antwort, Herr Bundesminister Kocher, war folgende Annahme: Da sind dann ohnehin schon viele Kinder geimpft und dann brauchen wir das nicht länger. – Das ist ein bisschen wenig gewesen. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch.) Das wollte ich Ihnen noch einmal mitgeben, weil wir ja auch beantragt haben, dass es eigentlich eine niederschwellige Informationskampagne zu dieser Kinderimpfung geben sollte. Eltern sollen verstehen können, was es bedeutet und welche Vorteile es hat, wenn Kinder zwischen sechs und zwölf, in Folge aber auch noch jüngere, die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordnete MMMag. Gertraud Salzmann (ÖVP): Liebe Frau Kollegin Heinisch-Hosek! Ja, ich teile so manche Sorge, die Sie hier am Rednerpult geäußert haben. Geschätzter Herr Arbeitsminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Und auch verehrte Zuseher daheim, die Sie dieser Debatte heute hoffentlich interessiert folgen! Es ist aber so, dass wir die Familien in der Pandemie unterstützen und zeitnah auf das reagieren, was erforderlich ist, meine Damen und Herren! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Die Pandemie hat gezeigt, dass gerade Frauen und Familien in dieser Zeit vieles geschultert haben, und umso wichtiger ist es, dass wir gut auf die Familien und besonders auch auf die Frauen schauen und Unterstützungsmaßnahmen anbieten. Das, meine Damen und Herren, steht nun zur Debatte.
Abg. Belakowitsch: Belasten! ...!
Meine Damen und Herren, wir werden die Familien mit der ökosozialen Steuerreform massiv entlasten! (Abg. Belakowitsch: Belasten! ...!) Wir werden den arbeitenden Menschen und den Familien ein Entlastungspaket bringen, von dem wirklich jeder profitieren kann. Der Familienbonus wird auf 2 000 Euro erhöht. Wir werden die Familien auch weiterhin unterstützen. Gerade gestern haben wir einen Entschließungsantrag eingebracht und damit Minister Faßmann aufgefordert, gemeinsam mit den Ländern ein zukunftsfähiges
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Meine Damen und Herren, lassen Sie mich zum Abschluss auf eine Situation eingehen, die, so denke ich, für uns alle hier zum Teil sehr belastend ist! Die letzten Tage waren mehr als fordernd. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Für mich als Juristin ist ganz klar, dass die im Raum stehenden Vorwürfe aufgeklärt werden müssen. Für mich ist aber auch klar: Es gilt ohne Ansehen der Person die Unschuldsvermutung. (Abg. Belakowitsch: Die Unschuldsvermutung!) Sie gilt natürlich auch für die jetzt Beschuldigten, egal wie sie heißen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Die Unschuldsvermutung!
Meine Damen und Herren, lassen Sie mich zum Abschluss auf eine Situation eingehen, die, so denke ich, für uns alle hier zum Teil sehr belastend ist! Die letzten Tage waren mehr als fordernd. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Für mich als Juristin ist ganz klar, dass die im Raum stehenden Vorwürfe aufgeklärt werden müssen. Für mich ist aber auch klar: Es gilt ohne Ansehen der Person die Unschuldsvermutung. (Abg. Belakowitsch: Die Unschuldsvermutung!) Sie gilt natürlich auch für die jetzt Beschuldigten, egal wie sie heißen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Bösch: Sagen Sie das der Kurz-Truppe! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Aber: Es gilt jetzt auch, das Vertrauen in die Politik wiederherzustellen. Wir alle sind draußen unterwegs und wir hören, was die Menschen, die Bürger uns sagen. Der politische Diskurs kann nicht mehr in dieser Schärfe, mit dieser Geringschätzung, mit dieser zum Teil untergriffigen Wortwahl und mit dieser Respektlosigkeit geführt werden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Bösch: Sagen Sie das der Kurz-Truppe! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Können Sie das belegen?
Ich muss aber sagen, und ich kann es gar nicht oft genug betonen: Die Gefahren, die eine Covid-19-Erkrankung mit sich bringt, sind deutlich höher als etwaige Nebenwirkungen (Abg. Belakowitsch: Können Sie das belegen?), und leider setzt man sich und sein Kind einem Risiko aus, das wirklich vermeidbar wäre. (Abg. Belakowitsch: Falsch ...!)
Abg. Belakowitsch: Falsch ...!
Ich muss aber sagen, und ich kann es gar nicht oft genug betonen: Die Gefahren, die eine Covid-19-Erkrankung mit sich bringt, sind deutlich höher als etwaige Nebenwirkungen (Abg. Belakowitsch: Können Sie das belegen?), und leider setzt man sich und sein Kind einem Risiko aus, das wirklich vermeidbar wäre. (Abg. Belakowitsch: Falsch ...!)
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Zur Kollegin von der FPÖ beziehungsweise zur FPÖ kann ich nur sagen: Sie könnten einen konstruktiven Beitrag leisten, indem sich Personen aus Ihrer Partei herausstellen würden und sagen würden, warum sie sich haben impfen lassen – um sich zu schützen. Das wäre ein konstruktiver Beitrag, eine Vorbildwirkung, und gerade wenn es von Ihnen käme (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), wäre das etwas sehr Konstruktives im Kampf gegen die Pandemie, denn dass Sie munter sind, sehen wir jetzt alle. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Wissenschaftlich gut ...!
Auch wenn andere das Gegenteil behaupten, gibt es wohl keine Impfung, die wissenschaftlich in kürzester Zeit so gut untersucht worden ist wie die Covid-Impfung. (Abg. Belakowitsch: Wissenschaftlich gut ...!) Daher appelliere ich wirklich: Hören wir bitte auf die Experten und Expertinnen, die ganz klar eine Empfehlung dafür ausgesprochen haben, dass sich schwangere Frauen impfen lassen sollen, dass sich auch Frauen mit Kinderwunsch dringend impfen lassen sollen, und hören wir nicht auf Personen ohne Fachwissen, die irgendwelche Horrorszenarien verbreiten! – Danke. (Beifall bei Grünen, ÖVP und SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Die Impfung ermöglicht es uns jetzt glücklicherweise, in gewissen Bereichen wieder zu einer Normalität zurückzukehren. Ich rufe noch einmal alle dazu auf, verantwortlich und vernünftig mit dieser Möglichkeit umzugehen, weil es für diesen Winter wichtig sein wird. Wir haben uns zwar am Arbeitsmarkt weitgehend von der Pandemie erholt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), wir haben wieder eine Arbeitsmarktlage, die besser ist als 2019 – dazu werde ich beim nächsten Tagesordnungspunkt etwas sagen –,wir müssen uns aber auf die Zeit im Winter vorbereiten, wenn die Infektionslage möglicherweise wieder etwas schlechter sein wird. Diese Vorbereitung umfasst zwei Maßnahmen, die heute beschlossen werden sollen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Laurenz Pöttinger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Gesundheitsminister! Herr Arbeitsminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Hätten Sie vor einem halben Jahr geglaubt, dass wir jetzt im Oktober de facto Vollbeschäftigung haben? (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Hätten Sie vor einem halben Jahr gedacht, dass wir wieder einen derart großen Wirtschaftsaufschwung verspüren?
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Ja, ein bissel Druck habts schon gebraucht!
Nun zur Sonderbetreuungszeit: Wir haben jetzt schon viel darüber gehört. Ich möchte nur erwähnen, dass wir da schon über 27 000 Personen helfen konnten. Ich glaube, es ist sehr gut, dass wir damals, im November, auch den Unternehmerinnen und Unternehmern 100 Prozent Erstattung haben zuteilwerden lassen, denn es ist nicht einfach für einen Betrieb, alle Fäden richtig zu ziehen und die Arbeitskräfte zu ersetzen. Auch das ist, glaube ich, sehr gut gelungen. Frau Kollegin Belakowitsch, es ist nicht immer Druck, den man ausüben muss, sondern die Regierung sieht es sehr wohl, wenn es notwendig ist, eine Maßnahme zu verlängern. Das werden wir auch tun, wenn es so weit ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Ja, ein bissel Druck habts schon gebraucht!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Einige Sätze noch zum Antrag betreffend Energiearmut, den wir in Kürze im Ausschuss für Wirtschaft, Industrie und Energie behandeln werden: Gott sei Dank ist die Energiearmut in Österreich, vor allem auch im internationalen Vergleich, wenig verbreitet – das hat E-Control Austria vor Kurzem festgestellt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ja, es stimmt aber: Wir werden mit Bedacht auf die betroffenen Menschen auch darauf achten müssen, dass die ökologische Wende gelingt. Die Anreize für die Umstellung auf erneuerbare Energieformen müssen so attraktiv sein, dass es zum Beispiel auch den Vermietern möglich ist, die notwendigen Investitionen zu tätigen. Nur so wird es gelingen, leistbare Energie für die Mieter zur Verfügung stellen zu können.
Ruf bei der ÖVP: Die Frau Belakowitsch!
Die Menschen spüren auch die Geringschätzung der Politik für die Leistungen, die sie erbringen. Wenn sie arbeitslos sind, dann werden sie von Ihnen jetzt auch noch so abgekanzelt: Na ja, wenn sie arbeiten wollen, kriegen sie eh ein Angebot – so quasi: die wollen ja nicht –, und jeder, der kann, muss! Wer bestimmt denn, wer was kann? Wer bestimmt das? Bestimmen Sie das? Bestimmt das der Herr Minister? Bestimmt das das AMS? (Ruf bei der ÖVP: Die Frau Belakowitsch!)
Abg. Belakowitsch: Ah, interessant ...!
Die Folge war relativ klar: Es ist uns tatsächlich gelungen, in dieser Krise die Einkommen einigermaßen zu stabilisieren. Ich möchte nur daran erinnern: Wir haben einen Wirtschaftseinbruch von knapp 6 Prozent gehabt, die Einkommen der ArbeitnehmerInnen sind allerdings nur um 1,8 Prozent eingebrochen. Das sind Zahlen von der Statistik Austria, Zahlen, die sicher nicht manipuliert sind, Zahlen, die sicher nicht irgendwie umgeschrieben wurden, das sind ganz offizielle, öffentliche Zahlen der Statistik Austria. (Abg. Belakowitsch: Ah, interessant ...!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Heiterkeit und Zwischenrufe bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Sehr gut!
Ich habe aber noch eine Frage an den Herrn Bundesminister, weil ja zutage getreten ist, dass möglicherweise – es gilt die Unmutsverschuldung und es gilt die Unschuldsvermutung – ein Zusammenhang zwischen publizierten Umfragen und Geldern, die geflossen sind, und der politischen Kommunikation der ÖVP besteht. (Abg. Scherak: Ja!) Sie waren als Bundesminister für Arbeit am 4. Juli in der „ZIB 2“ und haben dort gesagt, dass der Druck auf die Arbeitslosen erhöht werden sollte und dass da Maßnahmen kommen werden, und zufällig am 10. Juli publiziert Frau Beinschab eine Umfrage mit der Überschrift „ÖsterreicherInnen sprechen sich klar für Druck auf unwillige Arbeitslose aus“, mit sechs Tagen Abstand. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Heiterkeit und Zwischenrufe bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Sehr gut!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Dieser Antrag ist nicht gerecht, das ist nicht sozial und ganz klar der falsche Weg. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Den Altkanzler nicht vergessen!
Wir werden weiter daran arbeiten, die Hilfe zur Selbsthilfe zu unterstützen und auszubauen. In den vergangenen Wochen und Monaten und nicht zuletzt anhand des Budgets haben wir ganz deutlich aufgezeigt, wie erfolgreiche Sozialpolitik funktioniert. Während ihr nur fordert und kritisiert, haben wir zielführende Lösungen bereits umgesetzt. Gott sei Dank haben wir eine Regierung, die diesen mühsamen Weg wählt. Auf lange Sicht gesehen ist dies der richtige Weg, daher möchte ich mich nochmals bei der gesamten Regierung, insbesondere bei unserem Arbeitsminister Kocher und bei Finanzminister Blümel, für den immensen Einsatz bedanken. (Abg. Belakowitsch: Den Altkanzler nicht vergessen!)
Abg. Belakowitsch: Woran liegt das jetzt?
Notstandshilfebezieher sind arbeitsfähig, arbeitswillig und trotzdem arbeitslos. (Abg. Belakowitsch: Woran liegt das jetzt?) Helfen wir ihnen, Arbeit zu finden! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch.
Herr Bundesminister, ich fordere Sie deshalb auf, schleunigst danach zu trachten, dass der Personalstand beim AMS bedeutend erhöht wird. Wir haben beim AMS momentan eine Quote von einer Beraterin zu 250 Kundinnen und Kunden, und diese Quote ist weit höher als jene in anderen Ländern. Die Forderung muss also sein: Das AMS braucht mehr Personal! Wir brauchen keine Algorithmen, und wir brauchen schon gar nicht diese Fragebögen, die meiner Meinung nach menschenunwürdig sind. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch.)
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Mag. Christian Ragger (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Ministerin! Geschätzter Herr Minister! Kollege Gödl, wann fangt ihr endlich damit an, dass ihr gute Politik macht? (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) Ich glaube nämlich, die einzigen Jobs, die wirklich sicher sind – das hat Altbundeskanzler Kreisky, glaube ich, einmal gesagt –, sind jene beim Rundfunk oder im öffentlichen Dienst. Das sind die einzigen sicheren Jobs, alle anderen sind marktpolitisch zu erarbeiten.
Abg. Belakowitsch: Das ist aber eher unwahrscheinlich!
eingegangen sind, an denen permanent Menschen geladen worden sind, die keinerlei Beitrag leisten konnten, wenn die ÖVP die Befragungen nicht durch Geschäftsordnungsdebatten stört und zerstört und die Auskunftspersonen nicht - - (Abg. Hanger: Geh bitte! – Abg. Scherak: Schau! Sie wachen auf!) – Jaja, sie sind eh munter! – Wenn also die Auskunftspersonen nicht alle plötzlich das Gefühl haben, sie müssen nicht mehr kommen, weil die ÖVP das abdreht, wie wir es ja am Ende erlebt haben, dann glauben wir, dass wir es – wenn es auch wirklich ausreichend Termine gibt – vielleicht sogar schaffen, im ersten Halbjahr 2022 fertig zu werden. (Abg. Belakowitsch: Das ist aber eher unwahrscheinlich!) Das ist unser Angebot. Natürlich müssen dazu auch die Akten und die Unterlagen kommen.
Sitzung Nr. 127
Abg. Belakowitsch: Welche Highlights?!
Wir wollen in unseren Reden insbesondere aber auch unsere Highlights aus diesem Budget hervorheben. (Abg. Belakowitsch: Welche Highlights?!) Wie und worin die österreichische Bundesregierung investiert, wofür das Steuergeld verwendet wird, betrifft nämlich alle – das Kindergartenkind, die Schülerin oder den Schüler, die UnternehmerInnen, die Künstler, die Künstlerinnen, die Pflegenden oder die PensionistInnen, die Großfamilien, die AlleinerzieherInnen, einfach alle. Ihnen allen gegenüber haben wir die Verantwortung, aus diesen Zahlen in diesem großen Budgetziegel Zukunft zu machen. Wir investieren, wir modernisieren und wir reformieren. Das alles tun wir aus Verantwortung für Österreich, aus Verantwortung gegenüber der Bevölkerung, aus Verantwortung
Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Kickl
Ich darf noch zwei Beispiele anführen – (auf das bereits leuchtende rote Lämpchen auf dem Rednerpult blickend) wenn es die Zeit erlaubt, nur eines, okay –: die CO2-Strafsteuer. In Wirklichkeit wissen wir, es ist lediglich eine Mineralölsteuererhöhung unter dem Deckmantel des Klimaschutzes, und da frage ich mich schon: Warum muss man extra eine eigene Steuer erfinden? Ihr hättet auch die Mineralölsteuer erhöhen können – aber das klingt natürlich nicht sexy (Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Kickl), deshalb muss man eine eigene Steuer erfinden.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die erneuerbaren Energien sind die Antwort darauf, dass Energie langfristig leistbar ist. Deshalb ist es aus meiner Sicht völlig unverständlich, dass die FPÖ den Ausbau der erneuerbaren Energien überall dort, wo sie regiert, verhindern will. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Ein „Experiment“!
Noch ein schönes Erfolgsprojekt ist das Projekt 100 Schulen, das bereits in Umsetzung ist. Ich habe mir das an einigen Standorten angeschaut, es ist eine Freude: Das ist Selbstreflexion, Ideen entwickeln, eine Vision entwickeln, was man konkret am jeweiligen Standort machen kann. Dort passiert jetzt gezielte Schulentwicklung mit maßgeschneiderten Ressourcenpaketen. Auch das ist mit 15 Millionen Euro budgetiert, und ich bin sehr gespannt, was bei diesem Experiment herauskommt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Ein „Experiment“!)
Abg. Belakowitsch: Ja, wer?
Das Dritte betrifft zum Schluss die Kinderbetreuung. 1,6 Milliarden Euro sind in die Kinderbetreuung geflossen. Wenn Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, nun fordern, noch mehr in die Kinderbetreuung zu investieren, dann unterstreiche ich das. Bitte bedenken Sie aber auch eines: Wenn wir noch mehr in Kinderbetreuung investieren, in Gebäude, in Hüllen, bedenken Sie bitte auch, wer darin arbeiten soll. (Abg. Belakowitsch: Ja, wer?) Auch wenn wir den Betreuungsschlüssel, der Ländersache ist, um einen Deut verschieben: Uns gehen die Kindergartenpädagoginnen und Kindergartenpädagogen aus. (Zwischenrufe der Abgeordneten Heinisch-Hosek und Greiner.) Wir haben sie nicht mehr, jene Menschen, die auf die Kinder schauen, von denen Sie meinen, man müsste ein Recht, ein Anrecht darauf haben, dass sie zwangsläufig in eine Kinderbetreuung gehen müssten. (Zwischenrufe der Abg. Greiner. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
dem Familien mit einem durchschnittlichen Einkommen gar keine Steuern mehr bezahlen werden. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Das ist gut und richtig, denn die Familien leisten einen doppelten Beitrag: einerseits, indem sie arbeiten gehen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und andererseits, indem sie Kinder großziehen und somit auch unsere Zukunft gewährleisten. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch
Sehr geehrte Damen und Herren, es ist heute auch darüber diskutiert worden, dass in dieser Steuerreform auch Maßnahmen zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes beinhaltet sind. (Zwischenruf des Abg. Deimek.) Natürlich kann man das als Unterstützung für die Unternehmen kritisieren – aber ich glaube, wir haben im letzten Jahr der Pandemie alle gesehen, was es für Auswirkungen hat, wenn es der Wirtschaft nicht gut geht (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch), und wie schnell eine schwierige Situation für ein Unternehmen dazu führen kann, dass Hunderttausende keine Arbeit mehr haben.
Abg. Belakowitsch: Welche niedrigsten Arbeitslosenzahlen?
Das bedeutet nicht nur, noch den einen oder anderen zu gewinnen, der sich noch nicht hat impfen lassen, sondern das bedeutet auch – und ich bin der Bundesregierung dankbar dafür, dass darauf ein Schwerpunkt gelegt wird (Ruf bei der SPÖ: ... Wöginger!) –, dass all jene ihre dritte Impfung erhalten, die sie brauchen, damit die Normalität, die wir jetzt erleben, das Wirtschaftswachstum, das wir jetzt erleben, und die niedrigsten Arbeitslosenzahlen, die wir jetzt erleben (Abg. Belakowitsch: Welche niedrigsten Arbeitslosenzahlen?), nicht nur eine kurzfristige Phase sind, sondern auch mittelfristig so bleiben. – Vielen Dank. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Ah so einfach ist das! – Abg. Matznetter: Cyberabwehr gegen ...!
Wenn Sie noch einmal nachlesen wollen: Das Projekt heißt „Stärkung der Cyberabwehrfähigkeiten im BKA“ – im Bundeskanzleramt. Dafür ist eine „Leitlinie Informationssicherheit“ geschaffen worden. (Abg. Belakowitsch: Ah so einfach ist das! – Abg. Matznetter: Cyberabwehr gegen ...!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
so manche Berichterstattung in den Medien. Wir können aber davon ausgehen (Zwischenruf des Abg. Scherak), dass die Justiz ihrer Aufgabe nachkommt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Was ist Konstruktion? – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Klaus Fürlinger (ÖVP): Hohes Präsidium! Sehr geehrter Herr Vizekanzler! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Ich habe mich eigentlich schon sehr auf das Comeback der Politik im Herbst gefreut – auf Sacharbeit, auf Steuerreform, Budget, Arbeitsmarkt, viele besondere Dinge, die anstehen, die in unserem Regierungsprogramm drinnen sind. Mit dieser Motivation bin ich hierher nach Wien gefahren, aber wie es so schön bei Schiller heißt, meine Damen und Herren: „Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben, / Wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.“ (Ruf bei der SPÖ: Jetzt sind die anderen schuld! Wir haben nicht geschreddert!) Leider ist die Stunde der Misanthropen wieder angebrochen, leider sind jene Damen und Herren, die es vereinzelt in diesem Haus gibt, die die Destruktion vor die Konstruktion setzen, wieder unter uns. (Abg. Belakowitsch: Was ist Konstruktion? – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Sitzung Nr. 129
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir haben bei diesem Gipfel gemeinsame Lösungen erarbeitet, die sofort helfen sollen, denn Menschen brauchen das Geld jetzt. (Ruf bei der ÖVP: Das war der Gipfel ...!) Gelingen kann das zum Beispiel mit einer Halbierung der Mehrwertsteuer auf Strom und Gas – das ist ein Vorschlag der Europäischen Kommission, wir haben ihn aufgegriffen ‑, zeitlich befristet für ein Jahr, oder mit einem einmaligen 300‑Euro-Winterzuschuss für die Niedrigverdiener. Gelingen kann das aber auch mit einer echten, mit einer spürbaren und rückwirkenden Steuerreform für arbeitende Menschen ab Juli dieses Jahres und nicht, wie von Ihnen geplant, für einen kleinen Teil und das erst nächstes Jahr. Diese Maßnahmen würden sofort helfen, und sie wären auch fair, denn je höher der Preis, desto höher die Steuern und desto höher sind Ihre Einnahmen, Herr Finanzminister. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir machen den öffentlichen Verkehr aber nicht nur attraktiver, sondern wir bauen ihn auch aus. In den kommenden sechs Jahren werden 18,2 Milliarden Euro in ein modernes Eisenbahnnetz investiert. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Möglichst viele Menschen sollen an möglichst vielen Orten in Österreich möglichst bequem von A nach B kommen. (Zwischenruf des Abg. Leichtfried.) Mit dem Ticket tut man sich selber etwas Gutes, aber vor allem auch der Umwelt.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Frau Kollegin Rendi-Wagner, Sie stellen sich hier heraus und treten gegen die Teuerung auf, die es zweifelsohne gibt. Ich würde Ihnen aber raten, die Rede, die Sie hier gehalten haben, auch anderswo zu halten. Reden Sie bitte mit Bürgermeister Ludwig in Wien und versuchen Sie, das Wort im Wiener Rathaus zu ergreifen! (Oh-Rufe bei der SPÖ.) Dort werden nämlich gerade die Gebühren für Wasser, Müll und Kanal angehoben, und zwar um über 5 Prozent. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das ist die Wiener Stadtregierung unter SPÖ-Bürgermeister Ludwig, die gerade den Wienerinnen und Wienern das Geld für eine Erhöhung der Gebühren aus der Tasche zieht. Das ist das, was Sie machen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Fuchs: ... steht ja im Regierungsprogramm! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Zur FPÖ: Herr Kollege Fuchs, du bist an und für sich wirklich ein sachlicher und seriöser Politiker. Da Kickl ja zu Hause ist, weil er an Corona erkrankt ist – wir wünschen ihm alles Gute –, müsstest du ja keine solche Rede halten und Dinge erwähnen, die nicht in diesem Budget stehen. Du sprichst immer das Pendlerpauschale an, du sprichst immer auch die Dienstwägen an. Das findet sich nicht in diesem Budget, auch nicht in der ökosozialen Steuerreform. Für die Pendlerinnen und Pendler bleibt es gleich. (Abg. Fuchs: ... steht ja im Regierungsprogramm! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ja zu Klimaschutz mit Hausverstand (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), ja zu einem regionalen Klimabonus und ja zu einer großen Entlastung für die Bürgerinnen und Bürger auf allen Ebenen mit einem Volumen von 18 Milliarden Euro! 18 Milliarden Euro geben wir den Menschen zurück, und das ist gut so, meine Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf des Abg. Kassegger.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.
Wir entlasten die Menschen, und ich bin gespannt, ob die FPÖ diesen Dingen zustimmen wird, die wir beide eigentlich auch im Regierungsprogramm stehen hatten. Es ist der zweite und dritte Steuersatz enthalten, wir senken auf 30 und 40 Prozent ab, was in Summe eine Entlastung von bis zu 1 230 Euro pro Person pro Jahr ausmacht. Beim Familienbonus – von mir aus auch Plus; jetzt gibt es nämlich ein Plus, plus 500 Euro kommen dazu – sind es 2 000 Euro pro Kind pro Jahr. (Zwischenruf des Abg. Kassegger.) Auch der Kindermehrbetrag wird auf 450 Euro angehoben. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.) Das ist doch das, was wir gemeinsam ausgemacht haben, ich bin also gespannt, ob die FPÖ diesen Dingen zustimmen wird, die wir gemeinsam im letzten Regierungsprogramm stehen hatten, ob ihr euch weiterhin dazu bekennt, die Menschen mit dem Absenken der Steuerstufen und auch mit der Erhöhung des Familienbonus zu entlasten. Das kommt nämlich bei den Menschen an, meine Damen und Herren, die Menschen werden diese Entlastung spüren, und es ist auch notwendig, gerade in Zeiten wie diesen, dass wir diese große Entlastung umsetzen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Jakob Schwarz.)
Abg. Belakowitsch: Das war der Bundesminister Mückstein!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich bitte Sie, jegliche Anspielungen auf den Holocaust durch Worte wie Separation, Stacheldraht und andere Dinge zu unterlassen. (Abg. Belakowitsch: Das war der Bundesminister Mückstein!) Ich bitte Sie, das zu unterlassen, und sage ganz bewusst: Wir sollten mit diesen Dingen nicht spielen. (Beifall bei ÖVP, SPÖ, Grünen und NEOS. – Abg. Belakowitsch: Zur Geschäftsordnung!)
Beifall bei ÖVP, SPÖ, Grünen und NEOS. – Abg. Belakowitsch: Zur Geschäftsordnung!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich bitte Sie, jegliche Anspielungen auf den Holocaust durch Worte wie Separation, Stacheldraht und andere Dinge zu unterlassen. (Abg. Belakowitsch: Das war der Bundesminister Mückstein!) Ich bitte Sie, das zu unterlassen, und sage ganz bewusst: Wir sollten mit diesen Dingen nicht spielen. (Beifall bei ÖVP, SPÖ, Grünen und NEOS. – Abg. Belakowitsch: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Belakowitsch: Das ist jetzt der Unterschied oder was? – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Der Bundesminister hat das Wort separieren gesagt, aber nicht „Separationslager“ und „mit Stacheldraht“ (Abg. Belakowitsch: Das ist jetzt der Unterschied oder was? – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), aber ich möchte Sie alle in der Gesamtheit bitten: Es ist für uns ganz wichtig, dass wir auch eine sehr kontroverse Diskussion wie diese mit dem nötigen Respekt abhalten, darum habe ich Sie vorhin auch nicht unterbrochen.
Abg. Belakowitsch: Nein, Sie haben getratscht!
Bundeskanzler Mag. Alexander Schallenberg, LL.M.: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Liebe Regierungsmitglieder! Hohes Haus! Frau Abgeordnete, ich habe Ihnen ganz genau zugehört (Abg. Belakowitsch: Nein, Sie haben getratscht!), und ich muss dazu eine Sache ganz offen sagen: Der Vergleich mit der DDR und mit Stasimethoden (Abg. Steger: Angemessen!), den Sie angestellt haben, ist Ihrer unwürdig und er ist eine Verhöhnung der Opfer des Kommunismus. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Rufe bei der FPÖ: Das sagen die Leute!) Es ist erstaunlich, dass das gerade Ihnen geschieht.
Abg. Belakowitsch: Die sind nicht getestet! – Ruf bei der FPÖ: Weil die Geimpften nicht testen müssen!
Zum Vergleich: Bei Geimpften (Abg. Brückl: Weil die nicht testen müssen!) liegt der Inzidenzwert unter 350, ist damit also viermal geringer. (Abg. Belakowitsch: Die sind nicht getestet! – Ruf bei der FPÖ: Weil die Geimpften nicht testen müssen!) – Alle werden getestet, unterschiedslos. (Abg. Belakowitsch: Das ist falsch! – Zwischenrufe bei der FPÖ.) Frau Abgeordnete, diese Zahlen sprechen für sich und sie sprechen eine ganz deutliche Sprache: die Sprache der Mathematik. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Brückl und Wurm.)
Abg. Belakowitsch: Das ist falsch! – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Zum Vergleich: Bei Geimpften (Abg. Brückl: Weil die nicht testen müssen!) liegt der Inzidenzwert unter 350, ist damit also viermal geringer. (Abg. Belakowitsch: Die sind nicht getestet! – Ruf bei der FPÖ: Weil die Geimpften nicht testen müssen!) – Alle werden getestet, unterschiedslos. (Abg. Belakowitsch: Das ist falsch! – Zwischenrufe bei der FPÖ.) Frau Abgeordnete, diese Zahlen sprechen für sich und sie sprechen eine ganz deutliche Sprache: die Sprache der Mathematik. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Brückl und Wurm.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Brückl und Wurm.
Zum Vergleich: Bei Geimpften (Abg. Brückl: Weil die nicht testen müssen!) liegt der Inzidenzwert unter 350, ist damit also viermal geringer. (Abg. Belakowitsch: Die sind nicht getestet! – Ruf bei der FPÖ: Weil die Geimpften nicht testen müssen!) – Alle werden getestet, unterschiedslos. (Abg. Belakowitsch: Das ist falsch! – Zwischenrufe bei der FPÖ.) Frau Abgeordnete, diese Zahlen sprechen für sich und sie sprechen eine ganz deutliche Sprache: die Sprache der Mathematik. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Brückl und Wurm.)
Abg. Belakowitsch: Die Geimpften auch, Herr Bundeskanzler!
Bereits seit Monaten warnen wir immer und immer wieder davor, dass sich jeder ungeimpfte Mensch in diesem Land früher oder später anstecken wird, und leider Gottes bewahrheitet sich das. (Abg. Belakowitsch: Die Geimpften auch, Herr Bundeskanzler!) Ich darf an dieser Stelle auch ausdrücklich Klubobmann Herbert Kickl und seiner Familie eine rasche Genesung und einen hoffentlich milden Verlauf ihrer Covid-Infektion wünschen.
Abg. Belakowitsch: Sie sollten die neuesten Studien lesen! Hätten Sie mir zugehört!
(Abg. Belakowitsch: Sie sollten die neuesten Studien lesen! Hätten Sie mir zugehört!) Es ist bis zu 95 Prozent weniger wahrscheinlich, dass sie einen schweren Krankheitsverlauf haben. (Abg. Martin Graf: Wie ist das beim Kogler?) Meine sehr geehrten Damen und Herren, es ist klar: Die Zahlen sprechen für sich. Und die Ungeimpften – das ist auch klar – sind derzeit die wesentlichen Treiber des Infektionsgeschehens in unserem Land. (Abg. Belakowitsch: Nein, falsch! Selbst Drosten sagt das! – Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Nein, falsch! Selbst Drosten sagt das! – Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.
(Abg. Belakowitsch: Sie sollten die neuesten Studien lesen! Hätten Sie mir zugehört!) Es ist bis zu 95 Prozent weniger wahrscheinlich, dass sie einen schweren Krankheitsverlauf haben. (Abg. Martin Graf: Wie ist das beim Kogler?) Meine sehr geehrten Damen und Herren, es ist klar: Die Zahlen sprechen für sich. Und die Ungeimpften – das ist auch klar – sind derzeit die wesentlichen Treiber des Infektionsgeschehens in unserem Land. (Abg. Belakowitsch: Nein, falsch! Selbst Drosten sagt das! – Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Oh doch ...!
Ich muss ganz klar sagen, dass wir diese Entscheidung nicht leichten Herzens getroffen haben. (Abg. Belakowitsch: Oh doch ...!) Niemand wünscht sich solch gravierende Einschränkungen. Niemand wünscht sich, für rund 2 Millionen Menschen die Freiheit des Ausgangs aus den eigenen vier Wänden einzuschränken. In Anbetracht der Lage in diesem Land war dieser Schritt aber leider notwendig. (Ruf bei der FPÖ: Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!) Es ist mein Ziel und ich stehe ausdrücklich dazu, dass wir in dieser Situation gemeinsam alles dafür tun, die Ungeimpften zur Impfung zu bringen, statt die Geimpften einzuschränken. (Ruf bei der FPÖ: Zu zwingen!) Das ist in der Politik, die wir betreiben, mein ganz klares Ziel. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Wer gemeinsam?
Mit der Maßnahme, die wir am Sonntag gemeinsam getroffen haben (Abg. Belakowitsch: Wer gemeinsam?), haben wir eine einheitliche bundesweite Unterkante geschaffen: 3G gilt am Arbeitsplatz, 2G gilt in der Freizeit und es gibt Ausgangsbeschränkungen für die Ungeimpften. (Abg. Deimek: ... wie es funktioniert hat!) Wie wir schon wiederholt festgestellt haben, liegt es aber natürlich in der Hand der Bundesländer (Abg. Amesbauer: Das ist gefährlich ...!), und es steht ihnen dementsprechend auch frei, strengere Maßnahmen einzuführen. Wir stehen diesbezüglich laufend mit den Landeshauptleuten in Kontakt. Ich habe heute in der Früh mit dem Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer über die angespannte Situation in seinem Bundesland gesprochen, und ich habe ihm zugesagt, dass vonseiten des Bundes in diesem Fall – wie auch in jedem anderen Fall – alles getan wird und wir mit aller Kraft helfen und unterstützen werden, wenn es in Salzburg notwendig und gebraucht wird. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Na dann sofort weg damit! Dann weg damit!
Eines will ich auch klarstellen, weil das manchmal infrage gestellt wird: Wir werden keine der Maßnahmen, die wir in der Bundesregierung gesetzt haben, auch nur eine Stunde länger aufrechterhalten, als es absolut notwendig ist. (Abg. Belakowitsch: Na dann sofort weg damit! Dann weg damit!) Wir haben keine dieser Stufen leichten Herzens ausgelöst, aber wir werden sie in dem Moment leichten Herzens zurücknehmen, in dem sich die Impfquote erhöht und sich das Infektionsgeschehen in diesem Land beruhigt hat. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das ist Erpressung!)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das ist Erpressung!
Eines will ich auch klarstellen, weil das manchmal infrage gestellt wird: Wir werden keine der Maßnahmen, die wir in der Bundesregierung gesetzt haben, auch nur eine Stunde länger aufrechterhalten, als es absolut notwendig ist. (Abg. Belakowitsch: Na dann sofort weg damit! Dann weg damit!) Wir haben keine dieser Stufen leichten Herzens ausgelöst, aber wir werden sie in dem Moment leichten Herzens zurücknehmen, in dem sich die Impfquote erhöht und sich das Infektionsgeschehen in diesem Land beruhigt hat. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das ist Erpressung!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Was reden Sie da? Das ist ja inhaltlich falsch!
Eines ist auch ganz klar: Wir werden natürlich die Situation weiterhin sehr genau beobachten. Sie ist natürlich volatil, sie ist in Bewegung, sie ist dynamisch. Wir werden die Vorgangsweise auch laufend aus gesundheitspolitischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Sicht evaluieren. Falls notwendig, werden wir natürlich gemeinsam als Bundesregierung in Absprache mit den Bundesländern dort, wo es notwendig ist, nachschärfen, aber noch einmal – und das ist für mich entscheidend –: Bei all jenen Menschen in diesem Land, die einen Beitrag geleistet haben, die sich haben impfen lassen, die damit sich und ihr Umfeld geschützt haben, sehe ich nicht ein, dass wir ihre Freiheit weiterhin oder in Zukunft wieder einschränken. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Was reden Sie da? Das ist ja inhaltlich falsch!)
Abg. Belakowitsch: Durch Zwang, ja!
Sehr geehrte Damen und Herren! Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass das Virus nicht verschwinden wird. Wir werden lernen müssen, damit zu leben und damit umzugehen. Das ist möglich, und zwar dank der Impfung. (Abg. Belakowitsch: Durch Zwang, ja!) Sie hat schon Hunderttausende Leben gerettet, auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen, sie hat Hunderttausende Menschenleben gerettet. (Abg. Belakowitsch: Wie kommen Sie da drauf?) Sie ist das einzige Mittel, damit wir diesen Spuk endgültig hinter uns lassen können.
Abg. Belakowitsch: Wie kommen Sie da drauf?
Sehr geehrte Damen und Herren! Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass das Virus nicht verschwinden wird. Wir werden lernen müssen, damit zu leben und damit umzugehen. Das ist möglich, und zwar dank der Impfung. (Abg. Belakowitsch: Durch Zwang, ja!) Sie hat schon Hunderttausende Leben gerettet, auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen, sie hat Hunderttausende Menschenleben gerettet. (Abg. Belakowitsch: Wie kommen Sie da drauf?) Sie ist das einzige Mittel, damit wir diesen Spuk endgültig hinter uns lassen können.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
das sind Fakten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich kann Ihnen eines versprechen: Diese Bundesregierung wird auch in Zukunft, so wie das schon in den letzten 20 Monaten der Fall war, ihre Politik auf Fakten und nicht auf Fakenews aufbauen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das wird weiterhin der Fall sein.
Zwischenruf des Abg. Hauser. – Abg. Rauch: Hören Sie auf, die Gesellschaft zu spalten! – Abg. Belakowitsch: Hören Sie bitte auf, die Leute gegeneinander aufzuhetzen!
Ich habe diesbezüglich eine ganz große Bitte an alle in diesem Haus, aber insbesondere an Sie, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete der FPÖ: Bei allen Auffassungsunterschieden, die wir haben, bei allen Diskussionen müssen wir doch alle anerkennen: Das ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, eine Herausforderung, die jeden einzelnen Menschen in diesem Land betrifft, nicht nur die Personen, die in diesem Haus sind. (Zwischenruf des Abg. Hauser. – Abg. Rauch: Hören Sie auf, die Gesellschaft zu spalten! – Abg. Belakowitsch: Hören Sie bitte auf, die Leute gegeneinander aufzuhetzen!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Rauch: ... Ihr Versagen in der Gesundheitspolitik, in der Personalpolitik in den letzten 20, 22 ...!
Wenn man auf politischer Ebene versucht, sich damit zu profilieren, politisches Kleingeld zu schlagen, dann bewirkt man nur eines: die Verwirrung von Menschen, die Verunsicherung von Menschen. Was bewirken Verwirrung und Verunsicherung von Menschen? – Sie bewirken, dass die Maßnahmen langsamer greifen, dass die Impfungen weniger schnell voranschreiten und dass die Situation in den Spitälern sich weiter zuspitzt. Das kann doch in niemandes Interesse sein! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Rauch: ... Ihr Versagen in der Gesundheitspolitik, in der Personalpolitik in den letzten 20, 22 ...!) Daher lautet meine nachdrückliche Bitte und auch Einladung an Sie: Leisten Sie einen Beitrag! Arbeiten wir zusammen, um diese Pandemie endgültig hinter uns lassen zu können! – Danke sehr. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Ruf bei der ÖVP: Ein Schwachsinn! – Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch
Die zweite unrichtige Aussage, Herr Bundeskanzler: Sie haben sich (Ruf bei der ÖVP: Ein Schwachsinn! – Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch) – darf ich weitersprechen, Herr Präsident? – auf eine beschämende Impfquote bezogen, die Österreich anscheinend hat. Das ist Ihre Aussage, die Sie als Bundeskanzler Österreichs über das eigene Volk tätigen – eine beschämende Impfquote, haben Sie wortwörtlich gesagt und in diesem Zusammenhang auch Israel als leuchtendes Beispiel verwendet. Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, Herr Bundeskanzler – ich gebe Ihnen gerne die Zahlen mit, wenn Sie sie nicht kennen sollten –: Israel hat eine um 2 Prozent niedrigere Impfquote als Österreich. – Danke, der Rest folgt dann in meiner Rede. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Na selbstverständlich, was denn sonst?!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Das Letzte war keine tatsächliche Berichtigung, sondern eine politische Feststellung. Ich halte fest, dass es keine tatsächliche Berichtigung im Sinne (Abg. Belakowitsch: Na selbstverständlich, was denn sonst?!) der Geschäftsordnung gewesen ist. (Zwischenruf des Abg. Rauch.)
Abg. Belakowitsch: Herr Präsident, Sie wissen nicht einmal, was Sie da oben machen! – Abg. Martin Graf: Das war eine notwendige Richtigstellung!
Frau Abgeordnete Schwarz ist zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Belakowitsch: Herr Präsident, Sie wissen nicht einmal, was Sie da oben machen! – Abg. Martin Graf: Das war eine notwendige Richtigstellung!)
Ruf bei der FPÖ: Ist angebracht! – Abg. Belakowitsch: ... Bürger der DDR ..., würde Ihnen nicht schaden ... mit Leuten zu reden! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Nun komme ich zu den Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ: Erstens ist der Vergleich mit der Stasi und mit einer kommunistischen Diktatur unterirdisch. (Ruf bei der FPÖ: Ist angebracht! – Abg. Belakowitsch: ... Bürger der DDR ..., würde Ihnen nicht schaden ... mit Leuten zu reden! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Das tun sie nicht, die Leute werden einfach nur abgesondert!
Meine Damen und Herren, glauben Sie bitte allen Ernstes, dass Ärzte und Ärztinnen in Österreich das nicht ohnehin tun (Zwischenruf des Abg. Deimek) – auf die Gesundheit der Menschen zu achten und bei Krankheit die Medikamente zu verschreiben, die der oder die Einzelne braucht? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Deimek.) Es ist eine Unterstellung, dass die Ärzteschaft da nicht nach den wirklichen Gesetzen der Medizin handelt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Das tun sie nicht, die Leute werden einfach nur abgesondert!)
Abg. Belakowitsch: Das ist keine - -, also eine Pflicht, die Impfung, ach so! Na, sagen S’ das doch gleich!
Der Verlauf der Pandemie ist schwierig, die Wissenschaft war sich auch nicht immer einig, wie sie verlaufen wird, aber ich sage Ihnen ganz einfach: Passen Sie bitte auf sich und auf Ihre Umgebung auf! Das geht nach wie vor am besten, indem Sie sich impfen lassen. Darum bitte ich Sie: Seien Sie solidarisch! (Abg. Amesbauer: Nein, das ist keine Solidarität!) Wir pochen immer so auf unser solidarisches Gesundheitssystem, aber die Solidarität ist keine Einbahnstraße, sie ist ein Geben und Nehmen, und die Demokratie besteht nicht nur aus Rechten, sondern auch aus Pflichten. Bitte gehen Sie impfen, schützen Sie sich (Abg. Belakowitsch: Das ist keine - -, also eine Pflicht, die Impfung, ach so! Na, sagen S’ das doch gleich!), schützen Sie Ihre Nächsten! – Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten von Grünen und NEOS. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die nächste Kollegin, von der ich sagen muss: Irgendetwas passt hier in diesem Hohen Haus anscheinend in der Krise nicht mehr!, ist Frau Kollegin Belakowitsch. Ich wünsche Herbert Kickl persönlich alles Gute und gute Besserung, aber in einer Rede irgendwelche komischen Vergleiche zu bringen, dass Herbert Kickl eigentlich so etwas wie Ignaz Semmelweis oder ein Albert Einstein des 21. Jahrhunderts sei? – Nein, das ist er ganz, ganz sicher nicht! Er weiß ja selbst, dass er einen Topfen daherredet. Er weiß es ja selbst. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten von Grünen und NEOS. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Aber nicht verpflichtend! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Zum Zweiten: Die Behauptung von Peter Wurm, dass nicht jeder in Österreich getestet wird, ist auch falsch. Natürlich wird jeder oder jede in Österreich getestet. Ich selbst – zweimal geimpft – bin in den letzten zehn Tagen, würde ich mal sagen, sechsmal getestet worden. Das ist gar kein Problem. Es wird jeder und jede in diesem Land getestet, wenn er oder sie möchte. (Abg. Belakowitsch: Aber nicht verpflichtend! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ja, und zum Dritten doch noch einmal zu Kollegen Kaniak: Lieber Kollege Kaniak, ich würde dir empfehlen, sprich einmal mit der neuen Gemeindeärztin von Seewalchen! Vielleicht hast du dieses 24-minütige Video gesehen (Zwischenruf des Abg. Deimek) – normalerweise bin ich nicht sehr gut auf „Österreich“ zu sprechen, also auf die Zeitung „Österreich“ –, dann wüsstest du, was sich wirklich abspielt, und würdest dich nicht hier hinstellen und so tun, als ob ja eigentlich in unserem Gesundheitswesen eh alles kein Problem wäre, als ob wir aktuell eh keine Belastung hätten. – So, das vorneweg. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: ... Daten?
Wir sehen das auch anhand der Daten der Ages. Die Ages hat zum Beispiel für den 9.11. dieses Jahres geschrieben, 25,7 Prozent der Menschen auf den Intensivstationen in diesem Land seien geimpft, 74,3 Prozent seien ungeimpft. (Abg. Belakowitsch: ... Daten?) – Liebe Kollegin Belakowitsch, das war in den Unterlagen zum Hauptausschuss vom Sonntag, bei dem es eben um die Lockdownverordnung gegangen ist. Das sind die Zahlen, Daten und Fakten der Ages. Diese Daten, Zahlen und Fakten werden uns auch international bestätigt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir sehen das auch anhand der Daten der Ages. Die Ages hat zum Beispiel für den 9.11. dieses Jahres geschrieben, 25,7 Prozent der Menschen auf den Intensivstationen in diesem Land seien geimpft, 74,3 Prozent seien ungeimpft. (Abg. Belakowitsch: ... Daten?) – Liebe Kollegin Belakowitsch, das war in den Unterlagen zum Hauptausschuss vom Sonntag, bei dem es eben um die Lockdownverordnung gegangen ist. Das sind die Zahlen, Daten und Fakten der Ages. Diese Daten, Zahlen und Fakten werden uns auch international bestätigt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: 37 Prozent der Intensivbetten sind frei!
Sehr geehrte Damen und Herren, das alles geschieht vor dem Hintergrund einer dramatischen und sich zuspitzenden Situation. In Salzburg – das haben wir heute schon gehört – melden die Krankenhäuser eine Überlastung, ein Triageteam wird gerade gebildet. (Abg. Belakowitsch: 37 Prozent der Intensivbetten sind frei!) Auch überall anders füllen sich Intensiv- und Normalstationen. Es vergeht kein Tag ohne Berichte von den Intensivstationen, von Ärztinnen und Ärzten aus ihren Ordinationen, von Pflegepersonal, das überfordert ist, weil es einfach nicht mehr geht, das fünfmal am Tag Menschen wenden muss, damit Patienten auf der Intensivstation überhaupt eine Chance haben, zu überleben. Das alles negiert die FPÖ. (Zwischenruf des Abg. Deimek. – Ruf bei der FPÖ: Blödsinn!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte mit einem Impfaufruf, der sehr persönlich ist, abschließen. Ich habe gesagt, dass ich in den letzten zehn Tagen insgesamt sechsmal getestet worden bin, meistens mit einem PCR-Test. Warum? – Weil sich meine Tochter – mit elf Jahren ungeimpft – angesteckt hat. Sie hat uns die Krankheit nach Hause gebracht. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Meine Tochter hat leichte Symptome gehabt, ich war die ganze Zeit bei ihr. Ich habe direkten Kontakt mit ihr gehabt, denn bei einer Elfjährigen es ist halt eher schwer, sich komplett voneinander zu separieren. Ich bin in dieser Zeit kein einziges Mal positiv getestet worden. Ich bin doppelt geimpft, bei mir hat die Impfung gewirkt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Hauser.) Das zeigt, dass diese Impfung sehr, sehr gut funktioniert und sehr, sehr gut wirkt. Auch alle anderen Verwandten in meinem direkten Umfeld, die direkten Kontakt mit meiner Tochter hatten und geimpft sind, sind nicht erkrankt. Das ist die Wirkung der
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hauser.
Sehr geehrte Damen und Herren! Die FPÖ gefährdet Leben – dazu stehe ich –, indem sie hier einen angeblichen Plan B präsentiert, der keiner ist. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hauser.) Sehr geehrte Damen und Herren, seien Sie nicht so wie die FPÖ! Gehen Sie impfen, schützen Sie sich selbst, schützen Sie die anderen, seien Sie solidarisch! (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Alles schon widerlegt!
Diese Abgeordnetenkollegen von der FPÖ sind geimpft, weil sie Folgendes wissen: Die Impfung schützt nicht zu 100 Prozent, aber sie reduziert das Risiko, dass man sich ansteckt. Wenn man sich ansteckt, dann ist man weniger ansteckend gegenüber anderen, wenn man sich ansteckt und ansteckend ist, ist man weniger lange ansteckend. Wenn man sich ansteckt, hat man einen milderen Krankheitsverlauf (Abg. Belakowitsch: Alles schon widerlegt!), und die Wahrscheinlichkeit, dass man ins Spital muss, ist viel niedriger. Deswegen haben sich auch viele Freiheitliche, der gesamte Wiener Gemeinderatsklub der FPÖ, impfen lassen. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Diese Abgeordnetenkollegen von der FPÖ sind geimpft, weil sie Folgendes wissen: Die Impfung schützt nicht zu 100 Prozent, aber sie reduziert das Risiko, dass man sich ansteckt. Wenn man sich ansteckt, dann ist man weniger ansteckend gegenüber anderen, wenn man sich ansteckt und ansteckend ist, ist man weniger lange ansteckend. Wenn man sich ansteckt, hat man einen milderen Krankheitsverlauf (Abg. Belakowitsch: Alles schon widerlegt!), und die Wahrscheinlichkeit, dass man ins Spital muss, ist viel niedriger. Deswegen haben sich auch viele Freiheitliche, der gesamte Wiener Gemeinderatsklub der FPÖ, impfen lassen. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Warum ist das so?
voraus. (Abg. Belakowitsch: Warum ist das so?) Damit ist es ihnen gelungen, diese vierte Welle zu brechen. (Abg. Belakowitsch: Warum haben wir nicht vor der vierten Welle die Auffrischung geimpft?)
Abg. Belakowitsch: Warum haben wir nicht vor der vierten Welle die Auffrischung geimpft?
voraus. (Abg. Belakowitsch: Warum ist das so?) Damit ist es ihnen gelungen, diese vierte Welle zu brechen. (Abg. Belakowitsch: Warum haben wir nicht vor der vierten Welle die Auffrischung geimpft?)
Abg. Belakowitsch: Warum erst jetzt?!
Warum ist diese Auffrischungsimpfung so wichtig? (Abg. Belakowitsch: Warum erst jetzt?!) – Es hat sich mittlerweile herausgestellt, dass der Schutz gegen eine schwere Erkrankung zu etwa 90 Prozent sehr gut über sechs Monate und auch noch darüber hinaus anhält, dass aber der Schutz vor einer milden Erkrankung etwas rascher nachlässt, und genau das beschert die vierte Welle. Deshalb ist jetzt die dritte Impfung so wichtig.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Es gibt aber eine Reihe von Handlungssträngen, von denen jener mit der Impfung entscheidend ist. Es gibt aber auch – es ist wiederholt angesprochen worden – die Frage, welche therapeutischen Möglichkeiten es gibt. Da will ich einmal eines festhalten: Bislang waren die Behandlungsmöglichkeiten für diese Erkrankung äußerst bescheiden. Es bringt nichts, irgendwelche Therapien, die vielleicht eine marginale Wirksamkeit haben, gar nicht wirken oder potenziell gefährlich sind, zu hypen, weil sie die anderen Maßnahmen nicht ersetzen. Die österreichische Ärztinnen- und Ärzteschaft hat sich mit den anderen Gesundheitsberufen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) vom ersten Tag der Pandemie an mit den bescheidenen therapeutischen Möglichkeiten, die es bis jetzt gegeben hat, um die Patientinnen und Patienten gekümmert. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen, die dieser Aufgabe verantwortungsbewusst nachgekommen sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es gibt aber eine Reihe von Handlungssträngen, von denen jener mit der Impfung entscheidend ist. Es gibt aber auch – es ist wiederholt angesprochen worden – die Frage, welche therapeutischen Möglichkeiten es gibt. Da will ich einmal eines festhalten: Bislang waren die Behandlungsmöglichkeiten für diese Erkrankung äußerst bescheiden. Es bringt nichts, irgendwelche Therapien, die vielleicht eine marginale Wirksamkeit haben, gar nicht wirken oder potenziell gefährlich sind, zu hypen, weil sie die anderen Maßnahmen nicht ersetzen. Die österreichische Ärztinnen- und Ärzteschaft hat sich mit den anderen Gesundheitsberufen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) vom ersten Tag der Pandemie an mit den bescheidenen therapeutischen Möglichkeiten, die es bis jetzt gegeben hat, um die Patientinnen und Patienten gekümmert. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen, die dieser Aufgabe verantwortungsbewusst nachgekommen sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Sicher so gut wie die Impfung!
Es gibt nun zwei Präparate in der Entwicklung, in der Pipeline, für die es die ersten sehr, sehr guten klinischen Studien gibt, die wirklich Hoffnung bringen, dass man, wenn man sie frühzeitig verwendet, damit schwere Verläufe weitgehend oder zumindest teilweise verhindern kann. (Abg. Belakowitsch: Sicher so gut wie die Impfung!) Natürlich ist es auch unsere Aufgabe, diese, sobald sie zugelassen sind, zu verwenden (Abg. Belakowitsch: Warum ist es nicht zugelassen?), und wir werden das mit großer Selbstverständlichkeit und Begeisterung tun. (Abg. Belakowitsch: Warum ist es in Großbritannien zugelassen und in Europa nicht?)
Abg. Belakowitsch: Warum ist es nicht zugelassen?
Es gibt nun zwei Präparate in der Entwicklung, in der Pipeline, für die es die ersten sehr, sehr guten klinischen Studien gibt, die wirklich Hoffnung bringen, dass man, wenn man sie frühzeitig verwendet, damit schwere Verläufe weitgehend oder zumindest teilweise verhindern kann. (Abg. Belakowitsch: Sicher so gut wie die Impfung!) Natürlich ist es auch unsere Aufgabe, diese, sobald sie zugelassen sind, zu verwenden (Abg. Belakowitsch: Warum ist es nicht zugelassen?), und wir werden das mit großer Selbstverständlichkeit und Begeisterung tun. (Abg. Belakowitsch: Warum ist es in Großbritannien zugelassen und in Europa nicht?)
Abg. Belakowitsch: Warum ist es in Großbritannien zugelassen und in Europa nicht?
Es gibt nun zwei Präparate in der Entwicklung, in der Pipeline, für die es die ersten sehr, sehr guten klinischen Studien gibt, die wirklich Hoffnung bringen, dass man, wenn man sie frühzeitig verwendet, damit schwere Verläufe weitgehend oder zumindest teilweise verhindern kann. (Abg. Belakowitsch: Sicher so gut wie die Impfung!) Natürlich ist es auch unsere Aufgabe, diese, sobald sie zugelassen sind, zu verwenden (Abg. Belakowitsch: Warum ist es nicht zugelassen?), und wir werden das mit großer Selbstverständlichkeit und Begeisterung tun. (Abg. Belakowitsch: Warum ist es in Großbritannien zugelassen und in Europa nicht?)
Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja nicht!
Ich möchte aber jetzt noch etwas zur FPÖ sagen: Sie haben – zumindest Ihre Parteispitze – vor etwa vier Wochen eine 180-Grad-Wendung vollzogen, denn Sie haben über 20 Monate hinweg die Krankheit und die Pandemie kleingeredet. (Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja nicht!) Da war die Rede: Das ist ja nur eine kleine Grippe. (Ruf bei der FPÖ: Das stimmt ja gar nicht! – Abg. Belakowitsch: Wer hat das gesagt? Können Sie das belegen?) Dann hat es geheißen: Es gibt ja gar keine Welle, die wird ja nur herbeigetestet. (Abg. Hörl: Genau!) Es hat geheißen: die sogenannte Pandemie. – Da muss ich schon sagen: Wie man bei mehr als fünf Millionen Todesfällen weltweit und mehr als 11 000 davon in Österreich von einer sogenannten Pandemie reden kann, ist mir unverständlich. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Deimek: Reden Sie jetzt auch von sogenannten ...? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Das stimmt ja gar nicht! – Abg. Belakowitsch: Wer hat das gesagt? Können Sie das belegen?
Ich möchte aber jetzt noch etwas zur FPÖ sagen: Sie haben – zumindest Ihre Parteispitze – vor etwa vier Wochen eine 180-Grad-Wendung vollzogen, denn Sie haben über 20 Monate hinweg die Krankheit und die Pandemie kleingeredet. (Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja nicht!) Da war die Rede: Das ist ja nur eine kleine Grippe. (Ruf bei der FPÖ: Das stimmt ja gar nicht! – Abg. Belakowitsch: Wer hat das gesagt? Können Sie das belegen?) Dann hat es geheißen: Es gibt ja gar keine Welle, die wird ja nur herbeigetestet. (Abg. Hörl: Genau!) Es hat geheißen: die sogenannte Pandemie. – Da muss ich schon sagen: Wie man bei mehr als fünf Millionen Todesfällen weltweit und mehr als 11 000 davon in Österreich von einer sogenannten Pandemie reden kann, ist mir unverständlich. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Deimek: Reden Sie jetzt auch von sogenannten ...? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Oh mein Gott! Wir waren immer schon bei der Realität!
Ich finde diese 180-Grad-Kehrtwendung positiv, weil sie eine Annäherung an die Realität ist. (Abg. Belakowitsch: Oh mein Gott! Wir waren immer schon bei der Realität!) Ich erwarte jetzt eigentlich, dass Sie dann ganz selbstverständlich die Maßnahmen, die zur
Abg. Belakowitsch: Kennen Sie das Ages-Dashboard?
Eindämmung der Pandemie getroffen werden, auch entsprechend mittragen, dass Sie sie nicht mehr kleinreden. Heute war am Rande wieder zu hören, dass es mit der Überlastung der Intensivstationen gar nicht so sei. (Abg. Belakowitsch: Kennen Sie das Ages-Dashboard?) Reden Sie mit den Spitälern! Reden Sie mit den Chirurginnen und Chirurgen, die tagtäglich um das Intensivbett für angesetzte Operationen ringen müssen! Das ist eine ernste Situation. (Abg. Martin Graf: ... Patienten behandeln! ... Zeit!)
Abg. Belakowitsch: Wann hat irgendwer von uns etwas gegen Abstandhalten gesagt? Ich kann mich nicht erinnern!
Wenn ich jetzt Revue passieren lasse, dass Sie fast jede Maßnahme gegen die Pandemie, jede oder fast jede Maßnahme zur Bekämpfung der Pandemie – Maskentragen, Impfen, Abstandhalten und so weiter (Abg. Belakowitsch: Wann hat irgendwer von uns etwas gegen Abstandhalten gesagt? Ich kann mich nicht erinnern!) – hintertrieben und torpediert haben und jetzt mit dem Finger auf die Bundesregierung zeigen, dann ist das einfach skurril. (Abg. Belakowitsch: Ja, die haben die Verantwortung!) Das ist das Höflichste, was mir dazu einfällt. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Martin Graf: Ethisch verantwortungslos ist es, in der Pandemie nur Privatpatienten zu operieren! Das ist verantwortungslos!)
Abg. Belakowitsch: Ja, die haben die Verantwortung!
Wenn ich jetzt Revue passieren lasse, dass Sie fast jede Maßnahme gegen die Pandemie, jede oder fast jede Maßnahme zur Bekämpfung der Pandemie – Maskentragen, Impfen, Abstandhalten und so weiter (Abg. Belakowitsch: Wann hat irgendwer von uns etwas gegen Abstandhalten gesagt? Ich kann mich nicht erinnern!) – hintertrieben und torpediert haben und jetzt mit dem Finger auf die Bundesregierung zeigen, dann ist das einfach skurril. (Abg. Belakowitsch: Ja, die haben die Verantwortung!) Das ist das Höflichste, was mir dazu einfällt. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Martin Graf: Ethisch verantwortungslos ist es, in der Pandemie nur Privatpatienten zu operieren! Das ist verantwortungslos!)
Abg. Belakowitsch: Wo?
Meine Damen und Herren, glauben Sie mir, es braucht diese Maßnahmen. Es ist noch nicht vorbei. Die Pandemie ist so präsent wie leider noch nie zuvor und hält uns fest im Griff. Die letzten Tage waren sehr hart. Die Zahlen der letzten Tage sprechen für sich. Pro Tag gab es fast 12 000 Infizierte, so viele wie noch nie. Dabei treten 83 Prozent der symptomatischen Erkrankungen in der ungeimpften Bevölkerung auf. Was macht die FPÖ? – Die FPÖ schlägt einen Plan B vor: Antikörpertestungen und eine frühzeitige Behandlung zur Schonung des Gesundheitssystems. Was denken Sie, was jetzt gerade passiert? Glauben Sie, dass die ÄrztInnen die Leute so lange warten lassen, bis sie eine Intensivbetreuung brauchen? – Nein, auch jetzt werden die Leute betreut. (Abg. Belakowitsch: Wo?) Eine frühzeitige Behandlung reicht aber nicht aus. Es braucht mehr.
Abg. Belakowitsch: Aha! Sehr medizinisch!
Schutz wirkt, als bei einer einmaligen Antikörpertestung, bei der man nicht einmal weiß, wann die Infektion stattfand. (Abg. Belakowitsch: Aha! Sehr medizinisch!)
Abg. Belakowitsch: Wer sagt das? Sagen das Sie?
Was heißt es weiter: Ich will mich nicht impfen lassen! Ich bin eh gesund! Ich nehme genug Vitamin C! Ich lasse mich doch von der Politik nicht veräppeln! – Noch immer heißt es: Ich, ich und noch einmal ich!(Abg. Belakowitsch: Wer sagt das? Sagen das Sie?) – Da geht es aber nicht um die eigene Person, da geht es um uns alle. Egoismus ist da fehl am Platz! (Abg. Belakowitsch: Da haben Sie recht! Da haben Sie ausnahmsweise ...!)
Abg. Belakowitsch: Da haben Sie recht! Da haben Sie ausnahmsweise ...!
Was heißt es weiter: Ich will mich nicht impfen lassen! Ich bin eh gesund! Ich nehme genug Vitamin C! Ich lasse mich doch von der Politik nicht veräppeln! – Noch immer heißt es: Ich, ich und noch einmal ich!(Abg. Belakowitsch: Wer sagt das? Sagen das Sie?) – Da geht es aber nicht um die eigene Person, da geht es um uns alle. Egoismus ist da fehl am Platz! (Abg. Belakowitsch: Da haben Sie recht! Da haben Sie ausnahmsweise ...!)
Abg. Belakowitsch: Die Grünen!
Eine Partei hat das aber leider noch nicht kapiert. Eine Partei handelt weiterhin egoistisch und wissenschaftsfeindlich. (Abg. Belakowitsch: Die Grünen!) Bei der FPÖ heißt es – genau, Herr Kollege Wurm (in Richtung des an die Decke schauenden Abg. Wurm), schauen Sie einfach rauf! –: Wissenschaft, was ist denn das, es gibt eh Entwurmungsmittel, wozu braucht es da bitte Expertinnen und Experten?! (Abg. Deimek: Ignoranz und Eigenwilligkeit ...! – Zwischenruf der Abg. Steger.)
Abg. Belakowitsch: Hallo?! So ist Österreich! So ist die Bundesregierung!
Wie unser Bundespräsident aber sagte: So ist unsere Gesellschaft nicht. So ist Österreich Gott sei Dank nicht. (Abg. Belakowitsch: Hallo?! So ist Österreich! So ist die Bundesregierung!) In Österreich schaut man aufeinander. Solidarität ist jetzt gefragt, vor allem auch Solidarität – wie heute schon mehrfach erwähnt – mit den Menschen (Abg. Deimek: Solidarität mit den ...!), die Tag und Nacht an vorderster Front für uns alle kämpfen, für die Menschen auf den Intensivstationen in den Krankenhäusern. (Abg. Amesbauer: Sollen Sie einmal einen Corona ...!)
Abg. Belakowitsch: Und jetzt?
Diese Menschen gehen zum Teil ein- bis zweimal aufs WC. Sie kommen freiwillig vom Urlaub zurück, um zu arbeiten (Abg. Deimek: Genau!), um für uns die Versorgung sicherzustellen (Abg. Belakowitsch: Und jetzt?) – die Versorgung, die für uns alle eigentlich selbstverständlich ist, weil sie uns ja zusteht. (Abg. Belakowitsch: Und was ist jetzt mit dem 500-Euro-Bonus?!) Selbstverständlich ist sie nur deshalb, weil diese Tausenden Personen im Gesundheits- und Pflegebereich tagtäglich für uns da sind. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Und was ist jetzt mit dem 500-Euro-Bonus?!
Diese Menschen gehen zum Teil ein- bis zweimal aufs WC. Sie kommen freiwillig vom Urlaub zurück, um zu arbeiten (Abg. Deimek: Genau!), um für uns die Versorgung sicherzustellen (Abg. Belakowitsch: Und jetzt?) – die Versorgung, die für uns alle eigentlich selbstverständlich ist, weil sie uns ja zusteht. (Abg. Belakowitsch: Und was ist jetzt mit dem 500-Euro-Bonus?!) Selbstverständlich ist sie nur deshalb, weil diese Tausenden Personen im Gesundheits- und Pflegebereich tagtäglich für uns da sind. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Wieso soll Ihnen jemand was glauben?!
Kurz noch zu all den Personen, die sich noch nicht haben impfen lassen: Glauben Sie mir (Abg. Belakowitsch: Wieso soll Ihnen jemand was glauben?!), ich verstehe jeden und jede, der beziehungsweise die Angst hat. Ich selber hatte auch Angst vor der Impfung. (Abg. Belakowitsch: Warum?) Es war so viel geschrieben worden, ich hatte Angst, dass ich einen allergischen Schock bekomme, weil ich davor einen hatte. Ich habe dann mit meinem Hausarzt gesprochen (Abg. Amesbauer: Es gibt auch Hausärzte, die abraten! – Abg. Belakowitsch: Mein Hausarzt rät mir ab!), er hat mich gut aufgeklärt, er hat mir meine Angst nehmen können, und ich bin jetzt so was von froh, dass ich mich habe impfen lassen.
Abg. Belakowitsch: Warum?
Kurz noch zu all den Personen, die sich noch nicht haben impfen lassen: Glauben Sie mir (Abg. Belakowitsch: Wieso soll Ihnen jemand was glauben?!), ich verstehe jeden und jede, der beziehungsweise die Angst hat. Ich selber hatte auch Angst vor der Impfung. (Abg. Belakowitsch: Warum?) Es war so viel geschrieben worden, ich hatte Angst, dass ich einen allergischen Schock bekomme, weil ich davor einen hatte. Ich habe dann mit meinem Hausarzt gesprochen (Abg. Amesbauer: Es gibt auch Hausärzte, die abraten! – Abg. Belakowitsch: Mein Hausarzt rät mir ab!), er hat mich gut aufgeklärt, er hat mir meine Angst nehmen können, und ich bin jetzt so was von froh, dass ich mich habe impfen lassen.
Abg. Amesbauer: Es gibt auch Hausärzte, die abraten! – Abg. Belakowitsch: Mein Hausarzt rät mir ab!
Kurz noch zu all den Personen, die sich noch nicht haben impfen lassen: Glauben Sie mir (Abg. Belakowitsch: Wieso soll Ihnen jemand was glauben?!), ich verstehe jeden und jede, der beziehungsweise die Angst hat. Ich selber hatte auch Angst vor der Impfung. (Abg. Belakowitsch: Warum?) Es war so viel geschrieben worden, ich hatte Angst, dass ich einen allergischen Schock bekomme, weil ich davor einen hatte. Ich habe dann mit meinem Hausarzt gesprochen (Abg. Amesbauer: Es gibt auch Hausärzte, die abraten! – Abg. Belakowitsch: Mein Hausarzt rät mir ab!), er hat mich gut aufgeklärt, er hat mir meine Angst nehmen können, und ich bin jetzt so was von froh, dass ich mich habe impfen lassen.
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Was ist, wenn der Hausarzt ...! Es gibt genug Hausärzte, die abraten!
Noch einmal mein Appell an alle (Ruf bei der FPÖ: Reden Sie mit Ihrem Hausarzt!): Bitte reden Sie mit Ihrem Arzt, mit Ihrer Ärztin! Lassen Sie sich impfen, denn die Impfung ist die einzige Lösung! – Danke. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Was ist, wenn der Hausarzt ...! Es gibt genug Hausärzte, die abraten!)
Abg. Belakowitsch: Wie schaut’s jetzt aus? Der Herr Bundeskanzler beobachtet Sie genau!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Herr Bundesminister Mückstein. – Bitte sehr. (Abg. Belakowitsch: Wie schaut’s jetzt aus? Der Herr Bundeskanzler beobachtet Sie genau!)
Abg. Belakowitsch: Die Hilferufe hören wir auch!
Siebentageinzidenz ist seit letzter Woche bis heute von 653 auf 916 gestiegen. In der jüngeren Altersgruppe beträgt die Inzidenz bei den Ungeimpften 2 000 und im Vergleich dazu bei den Geimpften 350. Seit einer Woche liegen 58 Personen mehr auf den Intensivstationen, und seit einer Woche liegen mehr als 350 Menschen mehr auf den Normalstationen. Wir hören die Hilferufe von den Ärztinnen und Ärzten, von den Pflegekräften aus den Spitälern (Abg. Belakowitsch: Die Hilferufe hören wir auch!) – das sind die Zahlen, das sind sehr technische Sachen –, die können dort nicht mehr.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
In Salzburg wurde ein Triageteam aufgestellt. Das sind sechs Personen, die im Einzelfall darüber entscheiden, wer ein Intensivbett bekommt und wer nicht. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das ist nicht der einzige Beweis dafür, dass wir in einer sehr ernsten Situation sind. In den letzten Tagen wurden in vielen Bundesländern Stück für Stück Verschärfungen gemacht, zum Beispiel die Ausweitung der FFP2-Masken-Pflicht oder auch die Absage von Veranstaltungen.
Abg. Rauch: Herr Bundeskanzler, hast gehört? Das ist das Gegenteil von dem, was Sie gesagt haben! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Halten wir uns bitte alle an die Maßnahmen, tragen wir Maske, waschen wir uns die Hände, halten wir Abstand, reduzieren wir Kontakte, wo immer das möglich ist! (Abg. Rauch: Herr Bundeskanzler, hast gehört? Das ist das Gegenteil von dem, was Sie gesagt haben! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Motivieren wir, motivieren Sie bitte die Menschen, sich impfen zu lassen! Das ist unser Weg, so bekommen wir die Zahlen wieder runter, und so entlasten wir gemeinsam die Intensivstationen. – Danke. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Rauch.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Rauch.
Halten wir uns bitte alle an die Maßnahmen, tragen wir Maske, waschen wir uns die Hände, halten wir Abstand, reduzieren wir Kontakte, wo immer das möglich ist! (Abg. Rauch: Herr Bundeskanzler, hast gehört? Das ist das Gegenteil von dem, was Sie gesagt haben! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Motivieren wir, motivieren Sie bitte die Menschen, sich impfen zu lassen! Das ist unser Weg, so bekommen wir die Zahlen wieder runter, und so entlasten wir gemeinsam die Intensivstationen. – Danke. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Rauch.)
Abg. Belakowitsch: Können Sie nicht lesen? Frühzeitig!
Was aber an Dreistigkeit nicht zu überbieten ist, sind Ihre Handlungsempfehlungen an Ärztinnen und Ärzte und auch an die Pflegerinnen und Pfleger, an das medizinische Fachpersonal. Ich lese aus Ihrem Antrag vor: „[...] das Herzstück des ,Plan B‘ ist die frühzeitige Behandlung Corona-positiver Menschen, damit ein schwerer Krankheitsverlauf mit Hospitalisierung verhindert werden kann.“ – Was glauben Sie denn, was Ärzte und Pfleger im Krankenhaus den ganzen Tag machen? (Abg. Belakowitsch: Können Sie nicht lesen? Frühzeitig!) Sie haben absolut den Blick für die Realität verloren. Sie haben den Blick für die Realität verloren, die sich auf unseren Intensivstationen mittlerweile abspielt. (Abg. Belakowitsch: Das ist es: zu spät!)
Abg. Belakowitsch: Das ist es: zu spät!
Was aber an Dreistigkeit nicht zu überbieten ist, sind Ihre Handlungsempfehlungen an Ärztinnen und Ärzte und auch an die Pflegerinnen und Pfleger, an das medizinische Fachpersonal. Ich lese aus Ihrem Antrag vor: „[...] das Herzstück des ,Plan B‘ ist die frühzeitige Behandlung Corona-positiver Menschen, damit ein schwerer Krankheitsverlauf mit Hospitalisierung verhindert werden kann.“ – Was glauben Sie denn, was Ärzte und Pfleger im Krankenhaus den ganzen Tag machen? (Abg. Belakowitsch: Können Sie nicht lesen? Frühzeitig!) Sie haben absolut den Blick für die Realität verloren. Sie haben den Blick für die Realität verloren, die sich auf unseren Intensivstationen mittlerweile abspielt. (Abg. Belakowitsch: Das ist es: zu spät!)
Abg. Belakowitsch: Das ist genau das Problem: Erst im Krankenhaus werden sie behandelt! Das ist das Problem!
Ich möchte ein weiteres Mal die Gelegenheit nutzen, allen zu danken, die im Gesundheitsbereich arbeiten, in den Spitälern, bei Rettungsorganisationen, in den Test- und Impfstraßen und bei vielen anderen Einrichtungen: Danke für Ihre Arbeit! Sie leisten seit Anbeginn dieser Pandemie Unglaubliches, und das rund um die Uhr, Tag und Nacht. (Abg. Belakowitsch: Das ist genau das Problem: Erst im Krankenhaus werden sie behandelt! Das ist das Problem!)
Abg. Amesbauer: Die werden dann kündigen! – Abg. Belakowitsch: Sehr verantwortungsvoll!
Die Beschränkungen sind hausgemacht von denjenigen, die die Wirksamkeit der Impfung nicht wahrhaben wollen, die sich aus Egoismus über das Gemeinwohl stellen und den Freiheitsbegriff missbrauchen. Sie agieren unsolidarisch mit denjenigen, die Vorerkrankungen haben und die auf eine hohe Durchimpfungsrate angewiesen sind. Deshalb plädiere ich auch für eine Impfpflicht für Berufsgruppen mit unausweichlich vielen Sozialkontakten, wie zum Beispiel im Gesundheits- oder auch im Bildungsbereich. (Abg. Amesbauer: Die werden dann kündigen! – Abg. Belakowitsch: Sehr verantwortungsvoll!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Deimek: Was sagen Sie zu dem Cluster der Jungen ÖVP beim Oktoberfest? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das Weiterwurschteln von Welle zu Welle muss jetzt endlich ein Ende haben, deswegen appelliere ich ein weiteres Mal: Lassen Sie sich impfen, egal ob zum ersten, zum zweiten oder zum dritten Mal! Nur die Impfung wirkt und bringt uns auch aus dieser Pandemie. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Deimek: Was sagen Sie zu dem Cluster der Jungen ÖVP beim Oktoberfest? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Wurm: Hoffentlich keine! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Jetzt bringe ich Ihnen noch einmal das Buch „Factfulness“ mit. (Der Redner hält das genannte Buch von Hans Rosling in die Höhe.) Ich stelle Ihnen eine Frage, damit Sie sehen, wie das mit dem Hausverstand ist – die, die es gelesen haben, bitte nicht mitspielen –: Wie viel Prozent der einjährigen Kinder weltweit haben schon zumindest eine Impfung bekommen? Wie viel Prozent? (Abg. Wurm: Hoffentlich keine! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Herr Dr. Mückstein wird das vielleicht wissen. Na, was glauben Sie? Nicht sehr viele. Die Europäerinnen und Europäer, die befragt wurden, sagen: Na, etwa 5 Prozent, 10 Prozent, 20 Prozent! – Nein, 80 Prozent der Kinder weltweit haben bereits eine Impfung bekommen. Das Buch ist im Jahr 2018 geschrieben worden. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Das heißt, die Menschen, auch die Gebildeten, liegen völlig daneben mit dem sogenannten Hausverstand. Wir haben dankbar zu sein, dass wir die Wissenschafterinnen und Wissenschafter haben, die uns aufklären.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wissen Sie, was Sie den Kindern und Jugendlichen mit dieser verfehlten Politik antun? Sie haben monatelang gehört, dass sie solidarisch sein müssen, dass Isolation, Schulschließungen und Distancelearning notwendig sind, um ältere Menschen und Risikogruppen zu schützen. Das haben sie ohne Mucks akzeptiert, sie haben sich an ganz viele Dinge im großen Stil gehalten. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie aber haben in dieser Zeit nichts zusammengebracht und es mit Ihrer verfehlten Politik geschafft, dass wir bei den Schulschließungen im weltweiten Spitzenfeld sind. Sie haben es im Gegensatz zu vielen anderen Ländern nicht geschafft, Einschränkungen zuerst bei Kindern und Jugendlichen zurückzunehmen – im Gegenteil.
Abg. Wurm: Doch, seit Monaten! – Abg. Belakowitsch: Oh ja!
Sie kennen auch die Auswirkungen: Bildungsverluste und vergebene Lebenschancen, psychische und körperliche Belastungen und Krankheiten, besonders stark bei denen, die es bereits vor der Pandemie schwer hatten. Erst nach und nach wird deutlich, welche Begleitschäden es gibt. Die Triagierung auf den Kinder- und Jugendpsychiatrien ist seit Monaten gegeben und eine Tatsache. Die Wartefrist auf einen Therapieplatz beträgt Monate – und da reden wir von schweren Essstörungen oder Suizidversuchen. Darüber wird hier überhaupt nicht gesprochen. (Abg. Wurm: Doch, seit Monaten! – Abg. Belakowitsch: Oh ja!) Hauptsache aber Sie plakatieren: Die Pandemie ist gemeistert!
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Auf der einen Seite: die FPÖ mit unglaublichen Redebeiträgen, die von Stasimethoden spricht, von Separierungslagern spricht. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Meine Damen und Herren von der FPÖ, der Plan B steht wahrscheinlich für beschämend. Was anderes kann es nicht sein, wenn das Ihr Plan B ist. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Österreich GmbH hat berechnet, was die Impfung in den letzten acht Monaten bewirkt hat. Ein paar Zahlen – Sie berufen sich immer auf Zahlen; das sind Fakten, keine Fakenews (Abg. Wurm: Da hat der Kollege Kurz was anderes gesagt! Da hast du nicht aufgepasst!) –: In den letzten acht Monaten hat die Impfung 19 203 Krankenhausaufenthalte verhindert. Die Impfung hat 6 200 Aufenthalte auf der Intensivstation verhindert und die Impfung hat 6 118 Todesfälle verhindert. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Danke an alle, die dazu beigetragen haben. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS.)
Abg. Belakowitsch: Das ist Ihr Niveau!
Beim sogenannten Plan B ist sehr viel Nonsens dabei, „Nonstop Nonsens“ möchte ich sagen, eine beliebte Serie von Dieter Hallervorden vor vielen Jahren. (Abg. Belakowitsch: Das ist Ihr Niveau!) Vor allem Klubobmann Kickl hat sich da als Anführer der Peinlichkeiten besonders hervorgetan: der Sager vom unverwundbarem Immunsystem zum Beispiel. – Dem Virus ist das völlig wurscht. Wie töricht diese Aussage ist, sieht er jetzt selbst. Ich wünsche ihm an dieser Stelle alles Gute, ich hoffe, er sieht zu.
Abg. Belakowitsch: Lachen ist die beste Medizin!
Weitere Empfehlungen von Chefarzt und Dr.-Google-Nobelpreisträger Kickl: die Bitterstoffe – das war schon sehr unterhaltsam, wenn es nicht so traurig wäre –, dann Vitamin C, Zink, Paracetamol, Ibuprofen. (Abg. Belakowitsch: Lachen ist die beste Medizin!) Den Vogel hat er dann wirklich mit dem Wurmmittel abgeschossen. Ich kann Ihnen sagen, ich bin Dermatologe, ich verwende das Wurmmittel Ivermectin gegen die Krätzmilbe sehr häufig. Ich habe viel Erfahrung damit. (Abg. Belakowitsch: Aha! Doch ein Humanmedikament?!) Wenn es wirklich helfen soll, dann muss man es in Dosen nehmen, bei denen es zu Leberschädigung und Nierenschädigung kommt. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Aha! Doch ein Humanmedikament?!
Weitere Empfehlungen von Chefarzt und Dr.-Google-Nobelpreisträger Kickl: die Bitterstoffe – das war schon sehr unterhaltsam, wenn es nicht so traurig wäre –, dann Vitamin C, Zink, Paracetamol, Ibuprofen. (Abg. Belakowitsch: Lachen ist die beste Medizin!) Den Vogel hat er dann wirklich mit dem Wurmmittel abgeschossen. Ich kann Ihnen sagen, ich bin Dermatologe, ich verwende das Wurmmittel Ivermectin gegen die Krätzmilbe sehr häufig. Ich habe viel Erfahrung damit. (Abg. Belakowitsch: Aha! Doch ein Humanmedikament?!) Wenn es wirklich helfen soll, dann muss man es in Dosen nehmen, bei denen es zu Leberschädigung und Nierenschädigung kommt. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Weitere Empfehlungen von Chefarzt und Dr.-Google-Nobelpreisträger Kickl: die Bitterstoffe – das war schon sehr unterhaltsam, wenn es nicht so traurig wäre –, dann Vitamin C, Zink, Paracetamol, Ibuprofen. (Abg. Belakowitsch: Lachen ist die beste Medizin!) Den Vogel hat er dann wirklich mit dem Wurmmittel abgeschossen. Ich kann Ihnen sagen, ich bin Dermatologe, ich verwende das Wurmmittel Ivermectin gegen die Krätzmilbe sehr häufig. Ich habe viel Erfahrung damit. (Abg. Belakowitsch: Aha! Doch ein Humanmedikament?!) Wenn es wirklich helfen soll, dann muss man es in Dosen nehmen, bei denen es zu Leberschädigung und Nierenschädigung kommt. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Habt ihr ...?
Schauen wir gemeinsam, dass wir die Impfquote weiter steigern! Vergessen wir Kickl und Co! (Abg. Belakowitsch: Habt ihr ...?) Die Impfung ist das Tor zum Ende der Pandemie. – Herzlichen Dank. (Anhaltender Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Wurm: Das war eine schwache Rede!)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Ich sage auch noch etwas deutlich: Es ist und es muss unser Pensionssystem so abgesichert werden, dass Menschen, die 45 Jahre lang gearbeitet haben, abschlagsfrei in Pension gehen können. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.)
Abg. Belakowitsch: Sie auch!
Daher zurück zur Pflege. Um die Probleme in der Pflege wissen wir nicht erst seit gestern. Das ist etwas, was eine Regierung nach der anderen vor sich herschiebt – seit Jahrzehnten! (Abg. Belakowitsch: Sie auch!) Man schwindelt sich irgendwie mit kleinen Reförmchen durch, man hofft, dass es für die eine Legislaturperiode reichen wird, und insgeheim hofft man, dass man in der nächsten Regierung für das Thema nicht zuständig sein wird.
Abg. Belakowitsch: Da bringt er aber auch nichts zusammen!
Abgeordneter Peter Wurm (FPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Schönen guten Morgen allen Zusehern und dem Hohen Haus! Ich möchte mich heute dem Konsumentenschutzbudget widmen. Minister Mückstein ist ja auch für Konsumentenschutz zuständig, zumindest formal. De facto, glaube ich, wissen wir alle, dass da wenig passiert, auch im Bereich Soziales wenig bis gar nichts. Natürlich gibt es jetzt seit zwei Jahren Corona und deshalb ist er als Gesundheitsminister ausgelastet (Abg. Belakowitsch: Da bringt er aber auch nichts zusammen!), aber das ist natürlich kein Vorteil für den Konsumentenschutz.
Abg. Belakowitsch: Ich glaube, alle vier Monate! Oder alle zwei!
Es zeichnet sich leider ab, dass wir möglicherweise in einen Rhythmus kommen, bei dem wir alle sechs bis zwölf Monate eine Art Auffrischungsimpfung brauchen könnten. (Abg. Belakowitsch: Ich glaube, alle vier Monate! Oder alle zwei!) Das weiß man noch nicht mit Bestimmtheit, aber es ist möglich. Dann wäre es doch einmal angebracht vorauszuschauen: Was heißt denn das, und was muss die Republik tun, wenn es so weit kommt?
Abg. Belakowitsch: Das ist nicht wirklich überraschend!
Was ich auch noch anmerken möchte, weil wir ja grundsätzlich gerne kooperieren, aber das Gefühl haben, dass bei dem Schulterschluss immer eine Schulter fehlt, mit der man schließen möchte (Heiterkeit des Abg. Wurm): Es wurde medial angekündigt, es wird ein Impfpflichtgesetz geben. Meine Fraktion unterstützt Impfpflicht in Gesundheitsberufen. Aber wenn ich dann lesen muss, dass Experten diesen Entwurf schon haben und die Parlamentsklubs diesen Entwurf nicht haben, muss ich sagen: Das ist keine Form der Zusammenarbeit. (Abg. Belakowitsch: Das ist nicht wirklich überraschend!) Das ist einfach ein Weiterwurschteln und Improvisieren, wie wir es vom Gesundheitsministerium seit den letzten 20 Monaten kennen. (Abg. Wurm: Ihr seid naiv, Gerald! – Abg. Belakowitsch: „Oe24“ anrufen!) – Ich habe den Entwurf über Twitter von einer Expertin bekommen. Aber das kann es ja nicht sein, dass ich mir über „Oe24“ und Twitter Entwürfe organisieren muss, weil das Gesundheitsministerium nicht in der Lage ist, fünf Parlamentsklubs das zuzustellen, was es anderen Leuten auch zustellt! Das ist einfach keine Zusammenarbeit. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Wurm: Ihr seid naiv, Gerald! – Abg. Belakowitsch: „Oe24“ anrufen!
Was ich auch noch anmerken möchte, weil wir ja grundsätzlich gerne kooperieren, aber das Gefühl haben, dass bei dem Schulterschluss immer eine Schulter fehlt, mit der man schließen möchte (Heiterkeit des Abg. Wurm): Es wurde medial angekündigt, es wird ein Impfpflichtgesetz geben. Meine Fraktion unterstützt Impfpflicht in Gesundheitsberufen. Aber wenn ich dann lesen muss, dass Experten diesen Entwurf schon haben und die Parlamentsklubs diesen Entwurf nicht haben, muss ich sagen: Das ist keine Form der Zusammenarbeit. (Abg. Belakowitsch: Das ist nicht wirklich überraschend!) Das ist einfach ein Weiterwurschteln und Improvisieren, wie wir es vom Gesundheitsministerium seit den letzten 20 Monaten kennen. (Abg. Wurm: Ihr seid naiv, Gerald! – Abg. Belakowitsch: „Oe24“ anrufen!) – Ich habe den Entwurf über Twitter von einer Expertin bekommen. Aber das kann es ja nicht sein, dass ich mir über „Oe24“ und Twitter Entwürfe organisieren muss, weil das Gesundheitsministerium nicht in der Lage ist, fünf Parlamentsklubs das zuzustellen, was es anderen Leuten auch zustellt! Das ist einfach keine Zusammenarbeit. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: ... Blödsinn!
Helfen Sie bitte dabei mit, die Pandemie zu überwinden und dadurch Menschenleben zu retten und die Pflegeberufe zu entlasten! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: ... Blödsinn!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Scherak und Belakowitsch.
Ich sage es auch noch einmal, weil es immer wieder kommt: Was war die Position der Freiheitlichen? – Wir haben immer gesagt, wenn jemand für sich entscheidet, er will sich impfen lassen: selbstverständlich gerne! Wir haben nie jemandem verboten, sich impfen zu lassen, das war nie die Aussage. (Zwischenruf des Abg. Schallmeiner.) Wenn Sie mir eine Aussage bringen, dann sage ich: Mea culpa! (Zwischenrufe der Abgeordneten Scherak und Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Nicht eine neue Rede!
Präsidentin Doris Bures: Herr Abgeordneter, Sie müssen damit beginnen, welche Aussage der Herr Abgeordnete getätigt hat (Abg. Wurm: Eben! Welche hab ich getroffen?), um dann sozusagen zu erläutern, warum (Abg. Belakowitsch: Nicht eine neue Rede!) dieser Sachverhalt berichtigt werden muss.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Apropos Spiel: Es wundert uns ja, dass Sie, Herr Innenminister, aus dem Symptom dieses Managementversagens – Bilder von Menschen in Hallen – nicht längst Profit schlagen wollten, um das Schreckgespenst der Migrationskrise zu ventilieren; aber vielleicht fürchtet man ja mittlerweile auch in den türkisen Sphären, dass die Menschen sich dann langsam doch vermehrt fragen, warum plötzlich wieder so furchtbar viele – das würden diese Bilder ja insinuieren – in Traiskirchen und ähnlichen Einrichtungen sind. Ist die Balkanroute doch nicht geschlossen? Man kann Grenzen nicht völlig schließen. Ist der Innenminister überfordert, weil er das nicht kommen sah, genauso wie die Regierung generell die vierte Coronawelle nicht kommen sah? (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: „Überschaubare Zahl“, was sagen Sie dazu, Herr Minister?
Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu einer Stellungnahme hat sich Herr Bundesminister Karl Nehammer zu Wort gemeldet. – Bitte, Herr Bundesminister. (Abg. Belakowitsch: „Überschaubare Zahl“, was sagen Sie dazu, Herr Minister?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Die Entwicklung betreffend Weißrussland ist tatsächlich besorgniserregend, Kollege Amesbauer hat dazu auch viel gesagt. Im Unterschied zu Ihnen – Sie sind in der Opposition – obliegt es uns, zu handeln. Ich bin im engen Austausch mit dem polnischen Innenminister, mit den Verbündeten, den Innenministern Litauens und der anderen baltischen Staaten, der Europäischen Union, die genau diese Bedrohungslage erkannt haben. Ja, es war auch Österreich, das die Kommission dazu gebracht hat, umzudenken. Mittlerweile denkt die Kommission ernsthaft darüber nach, Polen tatsächlich zu helfen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), den Grenzschutz tatsächlich zu ermöglichen und nicht nur über das Thema Aufnahmezentren zu diskutieren.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Jetzt kommen wir zu einem Aspekt, der mir ebenso wichtig ist. Wir haben gehört, dass es gerade sehr viel Leid an der Grenze zwischen Weißrussland und Polen gibt. Das stimmt, und das ist eigentlich unerträglich. Es ist aufs Schärfste zurückzuweisen, dass es heute noch immer möglich ist, dass Potentaten glauben, mit Menschenleben Politik machen zu können. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Meine sehr geehrten Damen und Herren, machen wir einen Fehler nicht: Schieben wir nicht dieses Problem, das ausschließlich von Lukaschenka herbeigeführt worden ist, jetzt in die Hände der Europäischen Union, denn das ist die Vollendung des Werks Lukaschenkas. Unsere Aufgabe
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir müssen diese Frage schon vor der EU-Außengrenze zu klären beginnen, denn da hat Kollege Amesbauer völlig recht: Es verpflichten uns derzeit die Europäische Union, die internationalen Gesetze dazu, Menschen aufzunehmen, von denen wir wissen, dass sie gar keine Bleibeberechtigung haben werden, nämlich dann, wenn es ihnen gelingt, die Grenze zu überschreiten, sie: Asyl!, sagen und damit ein Asylverfahren beginnt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Damit wir uns schon über die Dimension im Klaren sind, worüber wir hier sprechen: Wir brauchen gar keine Migrationsbewegung aus Afghanistan nach Österreich, um eine Migrationskrise in Österreich oder der Europäischen Union zu erreichen. Denken wir daran, dass sich 2,4 Millionen Afghanen im Iran aufhalten, 1,2 Millionen Afghanen in Pakistan – und nur ein Bruchteil dieser Menschen, wenn sie sich auf den Weg machen, ist in der Lage dazu, die Sozialsysteme der Europäischen Union zu destabilisieren. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich bin hier in guter Gesellschaft des dänischen Migrationsministers, ehemaliger Kommunist, mittlerweile Sozialist, der gesagt hat: Es ist die Pflicht eines Politikers, der einen Wohlfahrtsstaat vertritt, auch dafür zu sorgen, dass der Wohlfahrtsstaat erhalten bleibt. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die Pandemie ist keine Privatsache! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) In der Politik geht es darum – Frau Kollegin Belakowitsch, lassen Sie mich ausreden! –, die richtigen Entscheidungen zu treffen, und das sind nicht immer die populärsten Entscheidungen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Schön, dass Sie zumindest heute anwesend sind, denn gestern bei der Dringlichen Anfrage zum Coronachaos haben Sie sich ja, wie so oft, davor gedrückt (Zwischenruf bei der ÖVP), hier Verantwortung zu übernehmen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) – auch für die aktuellen Reisewarnungen, die einen Wintertourismus so gut wie verunmöglichen. Ergebnislos, skandalös und realitätsfern – das sind die Worte, die mir unzählige Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Gastro- und Tourismusbranche über Sie und die aktuelle Coronasituation mit großer Verzweiflung sagen. (Abg. Baumgartner: ... unterwegs?)
Abg. Belakowitsch: ... Anspielung?
Wenn man sich in einer Wirtschaftsregion befindet, in der 500 Millionen Menschen leben, in der es Länder gibt, in denen die Jugendarbeitslosigkeit über 25 Prozent beträgt, kann das die Lösung von allem sein? – Ja verstehen Sie nicht, dass es in dieser Branche ein Bezahlungs- und Ausbildungsproblem gibt und das nur ein bisschen Schminke auf großen Problemen ist? Tausende stehen vor den Scherben ihrer Existenz. (Abg. Belakowitsch: ... Anspielung?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
5 Milliarden Euro sind in der Ermächtigung im Budget drinnen, das wisst ihr genau. Alle Hilfsprogramme des letzten Jahres brauchen wir nicht neu aufzusetzen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Also eines erwarte ich mir auch von einer Dame: Wenn eine Dame spricht, lasse ich sie ausreden. (Abg. Belakowitsch: Sie sind ja keine Dame, Herr Kollege!) Und von Ihnen: Wenn ein Herr spricht, lassen Sie auch den Herrn aussprechen im Sinne der Gleichberechtigung. Das sage ich auch ganz klar dazu. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Sie sind ja keine Dame, Herr Kollege!
5 Milliarden Euro sind in der Ermächtigung im Budget drinnen, das wisst ihr genau. Alle Hilfsprogramme des letzten Jahres brauchen wir nicht neu aufzusetzen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Also eines erwarte ich mir auch von einer Dame: Wenn eine Dame spricht, lasse ich sie ausreden. (Abg. Belakowitsch: Sie sind ja keine Dame, Herr Kollege!) Und von Ihnen: Wenn ein Herr spricht, lassen Sie auch den Herrn aussprechen im Sinne der Gleichberechtigung. Das sage ich auch ganz klar dazu. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Ist das die ÖVP-Parteizeitung? – Ruf bei der FPÖ: Wer hat das geschrieben? – Abg. Belakowitsch: Die ÖVP-Parteizeitung! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Herr Kollege Hauser, Ihnen sage ich eines: Sie sind Tourismussprecher der Freiheitlichen Partei und Vorsitzender unseres Tourismusausschusses. Ich lese Ihnen jetzt etwas vor, denn mir glauben Sie es ohnehin nicht: „Massiv zur katastrophalen Situation trage die FPÖ mit ihrer billigen Agitation bei [...]. ,Die Partei hat nichts Besseres zu tun, als die Impfmoral aus politischem Kalkül zu untergraben und der Regierung dabei zuzusehen, wie sie ihre Energie in die Reparatur dieser Sabotage steckt. [...]ʻ Selbst massiv am zweiten Totalschaden der Wintersaison in Folge mitzuwirken und den anderen die Schuld dafür zuschieben sei verantwortungslos.“ (Abg. Belakowitsch: Ist das die ÖVP-Parteizeitung? – Ruf bei der FPÖ: Wer hat das geschrieben? – Abg. Belakowitsch: Die ÖVP-Parteizeitung! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Das ist nicht von mir, das ist aus einer Aussendung der Österreichischen Hoteliervereinigung. Nehmt das einmal zur Kenntnis! Helft dem Tourismus und schadet ihm nicht! Das ist politische Verantwortung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Auch ich stehe unter dem Eindruck der heutigen Meldungen. Auch ich stehe unter dem Eindruck, dass die gesundheitliche Situation ganz schwierig ist, und die notwendigen Schritte zu tun fällt mehr als schwer. Frau Abgeordnete Belakowitsch, wenn Sie hier zwei-, dreimal von Verantwortung sprechen, gehen Sie bitte einmal in sich (Abg. Hörl: Genau!) und denken Sie über Ihre Verantwortung nach! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Bitte! Sie gehen wirklich mit geschlossenen Augen durch die Welt!
Ja, wir sprechen von guten Zahlen. Bis vor ungefähr einer Woche war ich auch noch total motiviert und positiv gestimmt. Die Zahlen waren unglaublich gut: 50 000 mehr Menschen in Beschäftigung als vor der Krise. (Abg. Belakowitsch: Bitte! Sie gehen wirklich mit geschlossenen Augen durch die Welt!) Wie es der Wirtschaftsbund ausgerechnet hat, haben wir in Summe fast gleich viele offene Stellen wie Arbeitsuchende, wenn man alle Plattformen mitberechnet – und die Aktion Sprungbrett wirkt.
Abg. Belakowitsch: Na, seid zufrieden!
Ich glaube, wir können (Abg. Wurm: Zufrieden sein!) mit der Zahl zufrieden sein, mit 34 000 Personen weniger in der Langzeitbeschäftigungslosigkeit als zum Höhepunkt im April. (Abg. Belakowitsch: Na, seid zufrieden!) Das Ziel, bis 2023 wieder unter 95 000 zu kommen, ist ambitioniert, aber es ist erreichbar. – Ich glaube, mit Ihren Maßnahmen, Herr Minister, und den Maßnahmen, die noch folgen, werden wir auch am Arbeitsmarkt eine gute Zukunft haben.
Sitzung Nr. 131
Abg. Belakowitsch hebt die Hand.
Erhebt sich dagegen ein Einwand? (Abg. Belakowitsch hebt die Hand.) – Frau Abgeordnete Belakowitsch hat einen Einwand.
Abg. Belakowitsch: Zu einem angemessenen Zeitpunkt, habe ich aber gesagt!
die Debatte findet nicht statt. (Abg. Belakowitsch: Zu einem angemessenen Zeitpunkt, habe ich aber gesagt!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: ... Nicht die Wissenschaft der ganzen Welt! Das wissen Sie! Unglaublich!
Abgeordneter Dr. Werner Saxinger, MSc (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Damen und Herren! Diese Botschaft ist jetzt ganz besonders wichtig: Wir sind wie die Wissenschaft der gesamten Welt der Meinung, dass die Impfung hilft, wirkt und schützt – und nicht das Wurmmittel der FPÖ! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: ... Nicht die Wissenschaft der ganzen Welt! Das wissen Sie! Unglaublich!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
In diesem Sinne möchte ich mich jetzt direkt an die Sportfans wenden, weil sich in den letzten Wochen zwei bekannte Sportler zum Impfthema geäußert haben oder dazu gefragt wurden. Der eine ist Dominic Thiem, unser Tennisass, und ein zweiter ist ein deutscher Fußballspieler, den Fußballfans kennen, Joshua Kimmich. Beide sind intelligente junge Männer, die reflektieren, die überlegen, also keine Impfleugner. Sie sind einfach unsicher. Dominic Thiem hat gesagt, er wartet lieber auf den Totimpfstoff. Das hören wir heutzutage sehr, sehr häufig. Es wird auch einen Totimpfstoff eines französisch-österreichischen Biotechunternehmens geben, der wahrscheinlich im ersten Quartal 2022 auf den Markt kommt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Unglaublich! Schämen Sie sich!
Das zweite Thema, das wir auch oft hören, ist, was der Fußballer Joshua Kimmich, den ich sehr verehre, artikuliert hat, nämlich dass er unsicher bezüglich der Langzeitfolgen ist. Dazu gibt es auch ganz klare Aussagen: Langzeitnebenwirkungen, die erst nach Jahren auftreten, gibt es bei Impfungen de facto nicht. Diese Angst ist völlig unbegründet. Die meisten Nebenwirkungen treten innerhalb von Stunden und Tagen auf. (Zwischenruf des Abg. Kassegger.) Wenn man von Langzeitnebenwirkungen spricht, dann meint man seltene Nebenwirkungen, die erst nach längerer oder häufiger Anwendung auftreten. Bei milliardenfacher Anwendung weiß man schon alles über diese Impfung. (Abg. Belakowitsch: Unglaublich! Schämen Sie sich!)
Abg. Belakowitsch: Bleiben Sie zu Hause!
Liebe Sportler, die Fragen des Totimpfstoffs und der Langzeitnebenwirkungen sind also geklärt. Gehen Sie bitte impfen! (Abg. Belakowitsch: Bleiben Sie zu Hause!) Sie
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich weiß auch nicht, wie viele sich bis zum Schluss wehren und diese Beugehaft dann antreten werden. Ich weiß nicht: Gibt es dafür in den Justizanstalten den nötigen Platz? Ich bin nicht ganz auf dem Laufenden, aber wir haben ja einige Justizsprecher da, die das sicher aufklären können. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das sollte man vielleicht der Bevölkerung erklären.
Abg. Belakowitsch: Danke, dass sich auch die Abgeordneten dafür einsetzen! – Zwischenruf des Abg. Kassegger.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort ist zum Tagesordnungspunkt betreffend das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz, das Gewerbliche Sozialversicherungsgesetz, das Bauern-Sozialversicherungsgesetz und das Beamten-Kranken- und Unfallversicherungsgesetz niemand mehr gemeldet. Das erwähne ich auch für die Damen und Herren ZuseherInnen. Es erscheint nicht angebracht, den Herrn Minister aufzufordern, eine Stellungnahme zu diesem Tagesordnungspunkt abzugeben. Das kann man dann vielleicht bei den anderen Tagesordnungspunkten organisieren. (Abg. Belakowitsch: Danke, dass sich auch die Abgeordneten dafür einsetzen! – Zwischenruf des Abg. Kassegger.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Das ist ja die nächste Lüge, bitte! Können Sie nicht ...?
Impfen senkt das Risiko, sich zu infizieren, senkt weiters das Risiko, symptomhaft zu erkranken, senkt weiters das Risiko, im Spital zu landen und senkt ganz, ganz besonders das Risiko, auf der Intensivstation zu landen, während das Testen eine Momentaufnahme von dem Moment ist, an dem eben die Probe entnommen wurde. Es ist aber trotzdem auch wichtig, sich auch als geimpfte Person dann und wann kontrollieren zu lassen, testen zu lassen, auf Nummer sicher zu gehen. Das Entscheidende in der Pandemiebekämpfung ist aber die Impfung, weil sie verhindert, dass Menschen erkranken. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Das ist ja die nächste Lüge, bitte! Können Sie nicht ...?)
Zwischenruf des Abg. Deimek. – Abg. Belakowitsch: Ja, wenn Sie bei der Wahrheit blieben, vielleicht schon, aber das, was Sie hier erzählen ...!
Wichtiger wäre es mir, dass wir alle miteinander hier herinnen dafür kämpfen, dass möglichst viele Menschen sich den Erst- und den Drittstich holen. (Zwischenruf des Abg. Deimek. – Abg. Belakowitsch: Ja, wenn Sie bei der Wahrheit blieben, vielleicht schon, aber das, was Sie hier erzählen ...!)
Abg. Belakowitsch: Na! Zur Geschäftsordnung! Jetzt reicht’s aber!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Das ist natürlich keine tatsächliche Berichtigung, sondern ein politisches Statement. (Abg. Belakowitsch: Na! Zur Geschäftsordnung! Jetzt reicht’s aber!) – Ich habe genau zugehört: „hilft“ ist nicht ein Tatsachenbeweis, ja? (Heftiger Widerspruch bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Zur Geschäftsordnung!) – Zur Geschäftsbehandlung, bitte.
Heftiger Widerspruch bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Zur Geschäftsordnung!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Das ist natürlich keine tatsächliche Berichtigung, sondern ein politisches Statement. (Abg. Belakowitsch: Na! Zur Geschäftsordnung! Jetzt reicht’s aber!) – Ich habe genau zugehört: „hilft“ ist nicht ein Tatsachenbeweis, ja? (Heftiger Widerspruch bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Zur Geschäftsordnung!) – Zur Geschäftsbehandlung, bitte.
Abg. Belakowitsch: Das werden wir in der Präsidiale das nächste Mal besprechen! So geht das nicht! – Abg. Deimek: Tatsächliche Berichtigung nur mehr für Regierungsparteien! – Abg. Belakowitsch: Regierungsmitglieder haben immer recht!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Gibt es noch eine Wortmeldung zur Geschäftsbehandlung? (Abg. Belakowitsch: Das werden wir in der Präsidiale das nächste Mal besprechen! So geht das nicht! – Abg. Deimek: Tatsächliche Berichtigung nur mehr für Regierungsparteien! – Abg. Belakowitsch: Regierungsmitglieder haben immer recht!) – Noch einmal: Ich glaube, es ist in der Präsidiale sehr klar geworden, was tatsächliche Berichtigungen sind, wenn es dementsprechend hier auch klargelegt wird. Wir können uns das gerne in der Präsidiale noch einmal ansehen, wenn das nicht korrekt ist. (Abg. Belakowitsch: Hilft den Menschen vor Erkrankung! Es stimmt einfach nicht! Können Sie nicht lesen?) – Schauen Sie, noch einmal: Das ist eine politische Bewertung in dieser Diskussion und nicht mehr und nicht weniger, und daher habe ich diese Situation nicht akzeptiert.
Abg. Belakowitsch: Hilft den Menschen vor Erkrankung! Es stimmt einfach nicht! Können Sie nicht lesen?
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Gibt es noch eine Wortmeldung zur Geschäftsbehandlung? (Abg. Belakowitsch: Das werden wir in der Präsidiale das nächste Mal besprechen! So geht das nicht! – Abg. Deimek: Tatsächliche Berichtigung nur mehr für Regierungsparteien! – Abg. Belakowitsch: Regierungsmitglieder haben immer recht!) – Noch einmal: Ich glaube, es ist in der Präsidiale sehr klar geworden, was tatsächliche Berichtigungen sind, wenn es dementsprechend hier auch klargelegt wird. Wir können uns das gerne in der Präsidiale noch einmal ansehen, wenn das nicht korrekt ist. (Abg. Belakowitsch: Hilft den Menschen vor Erkrankung! Es stimmt einfach nicht! Können Sie nicht lesen?) – Schauen Sie, noch einmal: Das ist eine politische Bewertung in dieser Diskussion und nicht mehr und nicht weniger, und daher habe ich diese Situation nicht akzeptiert.
Abg. Belakowitsch: Und warum liegen dann so viele ...? – Rufe und Gegenrufe zwischen ÖVP und FPÖ.
Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Pöttinger. – Bitte. (Abg. Belakowitsch: Und warum liegen dann so viele ...? – Rufe und Gegenrufe zwischen ÖVP und FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Aber Sie als Schlosser wissen’s sicher!
Eines ist klar: Die Impfung ist unsere einzige Chance, die wir haben, und, Herr Abgeordneter Kaniak, Sie wissen sehr viel, Sie wissen oft sehr viel viel besser, es fehlt mir bei Ihnen nur der Aufruf zur Impfung, denn das wäre heute angebracht. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf des Abg. Deimek.) Sie als Apotheker müssten das wissen, und es tut mir sehr leid, dass Sie das hier nicht getan haben. (Abg. Belakowitsch: Aber Sie als Schlosser wissen’s sicher!)
Abg. Belakowitsch: Glauben Sie der Regierung kein Wort!
Eine große Bitte an all jene, die sich bisher noch nicht entschieden haben (Abg. Belakowitsch: Glauben Sie der Regierung kein Wort!): Denken Sie an uns, denken Sie an die gesamte Gesellschaft hier in unserem Land, und entscheiden Sie sich! Holen Sie sich den ersten Stich ab! Holen Sie sich dann den zweiten Stich ab, und – ganz wichtig! – der dritte Stich kann auch entscheidend sein! Aus heutiger Sicht wissen wir, wie wichtig er ist, und bitte folgen Sie diesen Aufforderungen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Steger: ... Sie sich da auch zur Verfügung bei so etwas?)
Abg. Belakowitsch: Der Kollege Schallmeiner schon, gerade vorhin, das hat er wörtlich gesagt! Das hat er wörtlich gesagt!
Ich möchte das Rednerpult, wenn ich zum Thema Gesundheit spreche, nicht verlassen, ohne noch einmal kurz darauf einzugehen: Wir wissen, dass die Impfung vor schwerer Erkrankung schützt. Wir haben nie behauptet, dass es ein 100-prozentiger Schutz ist. (Abg. Belakowitsch: Der Kollege Schallmeiner schon, gerade vorhin, das hat er wörtlich gesagt! Das hat er wörtlich gesagt!) Diesen 100-prozentigen Schutz kann keine Impfung erbringen. Die Impfung schützt vor schwerer Erkrankung. Das wissen wir, das ist statistisch belegbar – so viele Zettel, Taferl und Sachen von Kollegen Hauser können hier gar nicht stehen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Es ist eine Schande, dass Sie das betonen müssen! Das sollte selbstverständlich sein!
Klar ist auch – und das möchte ich hier im Hohen Haus natürlich besonders unterstreichen –, dass ein ordentliches Begutachtungsverfahren gemacht wird. Das ist hierbei extrem wichtig. (Abg. Belakowitsch: Es ist eine Schande, dass Sie das betonen müssen! Das sollte selbstverständlich sein!)
Abg. Belakowitsch: ... Medikamente?! Ich habe über Ärzteteams gesprochen!
Da die Bestellung von Covid-Medikamenten heute schon zweimal, von Kollegin Belakowitsch und auch von Abgeordnetem Kaniak, angesprochen worden ist: Wir bestellen natürlich. (Abg. Belakowitsch: ... Medikamente?! Ich habe über Ärzteteams gesprochen!) Ich kann Ihnen auch die Mengen sagen: Von MSD wird Molnupiravir für 80 000 Therapiezyklen bestellt, und das Pfizer-Medikament im Umfang von 270 000 Therapiezyklen. Das ist sicherlich eine sehr interessante Option, die wir natürlich ziehen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Wie schaut es aus mit einem Bonus?!
Jetzt braucht es Solidarität mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Krankenhäusern. (Abg. Belakowitsch: Wie schaut es aus mit einem Bonus?!) Das erwarte ich von allen hier herinnen, insbesondere auch von den Kolleginnen und Kollegen der Freiheitlichen Partei. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die Hacklerregelung, meine Damen und Herren – nur für die, die es nicht wissen, vor allem auch die Zuseher daheim – wurde – Beppo Muchitsch, du weißt es genau! – 2010 unter eurem Sozialminister Rudi Hundstorfer gemeinsam mit der ÖVP abgeschafft. Warum? – Weil diese Hacklerregelung ungerecht ist, und ich sage euch auch, warum. Du weißt es ja, wir haben vorhin darüber gesprochen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie ist ungerecht, weil die Präsenzdienstzeiten, weil die Zivildienstzeiten nicht eingerechnet werden. Sie ist ungerecht, weil der öffentliche Dienst ausgeschlossen ist, und, was mich als ÖAAB-Bundesfrauenvorsitzende natürlich sehr stört, fast alle Frauen sind davon ausgenommen. Daher ist diese Regelung nicht fair, und darum wurde sie auch abgeschafft. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch.
Männer können dann mit 60 in Pension gehen, wenn sie eine Schwerarbeitsregelung haben, oder sie können frühestens mit 62 in eine Korridorpension gehen. Da gibt es manche, die 45 Jahre lang Beiträge geleistet haben, und denen nimmt man jetzt etwas weg – und das ist ein Fehler, den man ausbessern sollte. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch.)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall der Abg. Belakowitsch. – Ruf bei der ÖVP: Das war aber keine Berichtigung, das war eine Rede!
Der Sachverhalt lautet richtig: Ich habe zehn Jahre am Bau gearbeitet. Ich bin sechsmal unverschuldet im Winter arbeitslos geworden. Ich habe keine Möglichkeit, in den Genuss dieser Langzeitversichertenregelung zu kommen, sondern ich kämpfe für jene, die 45 Jahre lang gearbeitet haben – und nicht alle haben wie du, Kollegin Zopf, das Glück, dass sie einen Job bei der Gemeinde haben! (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall der Abg. Belakowitsch. – Ruf bei der ÖVP: Das war aber keine Berichtigung, das war eine Rede!)
Sitzung Nr. 133
Ruf bei der FPÖ: Stimmt ja nicht! – Abg. Belakowitsch: ... jetzt schon falsch!
Der Prozess des Zuhörens war notwendig, weil wir uns bereits am Mittwoch mit den Landeshauptleuten und den Expertinnen und Experten zusammengesetzt haben, um ein gemeinsames Versprechen der Landeshauptleute und der Regierung einzulösen, nämlich das Versprechen, dass der Lockdown für alle enden wird. Ich bin froh und freue mich darüber, dass es uns gelungen ist, ab dem 12.12. den Lockdown für alle zu beenden (Ruf bei der FPÖ: Stimmt ja nicht! – Abg. Belakowitsch: ... jetzt schon falsch!) und vor allem alle Öffnungsschritte und all das, was passiert, mit dem Sicherheitsgurt der Vorsicht und des Schutzes zu setzen und gemeinsam weiterzuentwickeln.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich habe gelesen, dass manche die Regelung, die gefunden worden ist, einen Fleckerlteppich nennen und sie etwas abschätzig bewerten. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Meine sehr geehrten Damen und Herren, aus meiner Sicht ist das Gegenteil der Fall: Wir haben ein maßgeschneidertes Sicherheitsnetz angeboten und entwickelt, das für die ganze Bundesrepublik Österreich gilt und aus starken Seilen geflochten worden ist. Weil aber das Virus so heimtückisch und flexibel ist, sich ständig verändert und Regionen in Österreich unterschiedlich bedroht, haben die Länder selbstverständlich das Recht, über dieses Mindestmaß an Schutz hinauszugehen. Wenn uns die Pandemie etwas gelehrt hat, dann das, dass man nicht alles über einen Kamm scheren darf, dass Österreich vielfältig ist und dass die Bedürfnisse einer Millionenhauptstadt wie Wien andere sind als jene in einem Bundesland wie dem Burgenland, wo die Impfquote beispielhaft hoch ist.
Abg. Belakowitsch: Der darf ja nicht einmal sagen, was er sich denkt!
Meine Bitte an Sie ist: Suchen Sie das Gespräch mit denjenigen, die Sie auf Ihrem Lebensweg vielleicht schon lange begleiten, mit dem Arzt Ihres Vertrauens oder der Ärztin Ihres Vertrauens! (Abg. Belakowitsch: Der darf ja nicht einmal sagen, was er sich denkt!) Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Arzt, der Sie kennt, der Sie begleitet und der für Sie in Ihrem Leben schon wichtig war, bevor das Thema Impfen für Sie solch ein zentrales war! Nehmen Sie die Gelegenheit wahr und konfrontieren Sie die Ärztin, den Arzt, der dafür ausgebildet ist, mit Ihren Fragen! Er wird Ihnen Sicherheit geben, und wenn Sie sich dann impfen lassen, ist das Schönste daran, dass wir gemeinsam in unser aller Freiheit leben können. (Beifall bei ÖVP und Grünen sowie der Abgeordneten Oberrauner und Doppelbauer.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Gestatten Sie mir von dieser Stelle aus auch als Vater von zwei Kindern, der das gerade in der ersten Lockdownphase erlebt hat, ein großes Danke an die Kinder dieses Landes zu richten. Es war zutiefst beeindruckend, wie sehr sie die Gesundheitsmaßnahmen umgesetzt haben (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) – wenn ich an dieses Abstandhalten, an das Auf-die-Großeltern-Aufpassen denke –, wie sehr sie bemüht waren und noch immer bereit sind, Masken im Unterricht zu tragen – eigentlich etwas völlig Absurdes, wenn man das als junger Mensch, der gerne im Schulgang und im Pausenhof spielt und sich miteinander bewegt, tun muss –, und welche Disziplin sie haben. Sie haben es am stärksten gespürt und sie haben oft Erwachsene darauf hingewiesen, wenn diese sich nicht an diese Gesundheitsmaßnahmen, nämlich zum Schutz des anderen, gehalten haben. Geben Sie ein großes Signal des Dankes an die Kinder unseres Landes! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Ja, ja, da ist er sehr kompetent! Da kennt er sich aus!
Der dritte große Themenkomplex, der aus meiner Sicht wichtig ist – und da laufen die Gespräche schon intensiv –, ist soziale Sicherheit und Pflege. Da steht natürlich gerade auch der Sozial- und Gesundheitsminister vor einer besonderen Herausforderung, weil auf der einen Seite das Pandemiemanagement in seiner ursprünglichen Kompetenz liegt (Abg. Belakowitsch: Ja, ja, da ist er sehr kompetent! Da kennt er sich aus!), er genauso aber als Sozialminister – und ich weiß auch, dass es ihm persönlich wichtig ist – das Thema der Pflege voranzutreiben hat.
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Jetzt möchte ich etwas erwähnen, was beim Herr Bundeskanzler sonst immer deutlich herauskommt, wenn auch heute weniger. Wir haben in diesen wenigen Tagen schon eine gewisse Übung darin entwickelt, was die Arbeitsteilung betrifft, auch trotz der Wechsel. Man merkt schon an der Länge der Reden die Annäherung. (Heiterkeit bei Abgeordneten der Grünen.) Jetzt aber tatsächlich zu etwas Ernstem: Bei allem Verständnis für das Gemeinsame und das Suchen danach dürfen wir die Augen nicht vor dem verschließen, was vor sich geht. Wir brauchen klare Sicht, wir brauchen Klarheit, Klarstellungen, wir müssen Stellung beziehen. Wovon rede ich? – Es ist eben nicht egal, wenn berechtigte – wie es so oft heißt, aber in diesem Fall stimmt es wirklich – Sorgen und Ängste der Menschen missbraucht werden. Diesen Missbrauch sollten wir missachten und wir sollten auch entsprechend dagegen auftreten. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Martin Graf: Lauter Sesselkleber! – Abg. Belakowitsch: Nix mit ausgestreckter Hand!
Was sicherlich gewiss ist, das kann ich nur unterstützen: Das größte Potenzial an Ansteckungen geht von Situationen aus, wo Ungeimpfte ungeschützt auf Ungeimpfte treffen. Das ist das Schlimmste, das können wir einfach nicht wegdiskutieren, und deshalb werden sich genau an solchen Erkenntnissen – ich verweise auf das Prinzip, das ich vorhin erwähnt habe – die Ziele und auch die Lösungsmaßnahmen orientieren. (Abg. Martin Graf: Lauter Sesselkleber! – Abg. Belakowitsch: Nix mit ausgestreckter Hand!)
Abg. Belakowitsch: Was denn? – Ruf bei der FPÖ: Was?
Wenn wir schon dabei sind, zu reflektieren, was gelungen ist und was weniger gelungen ist: Vieles ist gelungen (Abg. Belakowitsch: Was denn? – Ruf bei der FPÖ: Was?), vieles ist in der Praxis erreicht worden. Ich sage das deshalb, weil es jetzt darum geht, auf etwas aufzubauen, die Ärmel aufzukrempeln und nach vorne zu arbeiten, weil das alles ein Fundament braucht. (Abg. Belakowitsch: ... mit ausgestreckter Hand!) Ich habe Ihnen ja schon öfter die rhetorische Frage gestellt: Reicht das bereits Erzählte oder zählt das Erreichte? – Es ist eben sehr viel erreicht worden. (Abg. Kassegger: Nichts! Null! – Abg. Wurm: Schulden aufzubauen!) Die Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Krise haben wir als Regierungsparteien gemeinsam dazu genutzt, durch diese massiven Förderprogramme die Wirtschaft zu modernisieren, zu digitalisieren, zu regionalisieren (Ruf bei der FPÖ: Mit der Gießkanne!), und das ist genau das, was es braucht. (Zwischenrufe der Abgeordneten Martin Graf und Hafenecker. – Ruf bei der FPÖ: Schulden haben Sie gemacht! Das Einzige, was Sie gemacht haben, sind Schulden!)
Abg. Belakowitsch: ... mit ausgestreckter Hand!
Wenn wir schon dabei sind, zu reflektieren, was gelungen ist und was weniger gelungen ist: Vieles ist gelungen (Abg. Belakowitsch: Was denn? – Ruf bei der FPÖ: Was?), vieles ist in der Praxis erreicht worden. Ich sage das deshalb, weil es jetzt darum geht, auf etwas aufzubauen, die Ärmel aufzukrempeln und nach vorne zu arbeiten, weil das alles ein Fundament braucht. (Abg. Belakowitsch: ... mit ausgestreckter Hand!) Ich habe Ihnen ja schon öfter die rhetorische Frage gestellt: Reicht das bereits Erzählte oder zählt das Erreichte? – Es ist eben sehr viel erreicht worden. (Abg. Kassegger: Nichts! Null! – Abg. Wurm: Schulden aufzubauen!) Die Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Krise haben wir als Regierungsparteien gemeinsam dazu genutzt, durch diese massiven Förderprogramme die Wirtschaft zu modernisieren, zu digitalisieren, zu regionalisieren (Ruf bei der FPÖ: Mit der Gießkanne!), und das ist genau das, was es braucht. (Zwischenrufe der Abgeordneten Martin Graf und Hafenecker. – Ruf bei der FPÖ: Schulden haben Sie gemacht! Das Einzige, was Sie gemacht haben, sind Schulden!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir stecken in einem vierten Lockdown – ein vierter Lockdown, der unausweichlich wurde, obwohl Sie als Bunderegierung, vor allem vonseiten der ÖVP, in den letzten Wochen und Monaten immer wieder betont haben, dass es in Österreich keinen weiteren Lockdown geben wird. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie haben betont, die Krise wäre gemeistert. Wertvolle Zeit ist in den letzten Wochen aufgrund diverser Regierungskrisen verloren gegangen. Und mitten in dieser Situation, mitten in einem Lockdown, mitten in einer Situation, in der Unternehmen dringend und schnell Wirtschaftshilfen benötigen, mitten in einer Situation, in der das Leben für die Menschen in Österreich immer teurer wird, die Gas- und Stromkosten explodieren, mitten in dieser Situation tritt nicht nur der ÖVP-Chef zurück, sondern auch der Bundeskanzler, der Finanzminister und der Bildungsminister. (Abg. Belakowitsch: Ja, der wurde gegangen!) Heute haben wir daher im Nationalrat wieder eine Regierungserklärung gehört: die zweite eines neuen Bundeskanzlers binnen 59 Tagen!
Abg. Belakowitsch: Ja, der wurde gegangen!
Wir stecken in einem vierten Lockdown – ein vierter Lockdown, der unausweichlich wurde, obwohl Sie als Bunderegierung, vor allem vonseiten der ÖVP, in den letzten Wochen und Monaten immer wieder betont haben, dass es in Österreich keinen weiteren Lockdown geben wird. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie haben betont, die Krise wäre gemeistert. Wertvolle Zeit ist in den letzten Wochen aufgrund diverser Regierungskrisen verloren gegangen. Und mitten in dieser Situation, mitten in einem Lockdown, mitten in einer Situation, in der Unternehmen dringend und schnell Wirtschaftshilfen benötigen, mitten in einer Situation, in der das Leben für die Menschen in Österreich immer teurer wird, die Gas- und Stromkosten explodieren, mitten in dieser Situation tritt nicht nur der ÖVP-Chef zurück, sondern auch der Bundeskanzler, der Finanzminister und der Bildungsminister. (Abg. Belakowitsch: Ja, der wurde gegangen!) Heute haben wir daher im Nationalrat wieder eine Regierungserklärung gehört: die zweite eines neuen Bundeskanzlers binnen 59 Tagen!
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir haben unser Versprechen eingelöst, was die Öffnungsschritte anbelangt. Ich danke auch der SPÖ und den NEOS ganz besonders, dass wir das Impfen gemeinsam weiterbringen wollen. Das ist keine leichte Sache, und es ist auch nicht so, dass wir das aus Jux und Tollerei machen, sondern nur deshalb, weil wir es als Ultima Ratio sehen, sozusagen als letztes Mittel und letzten Weg, mit der Impfung weiterzukommen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Für den Ausdruck „Partei der Korruption und des Machtmissbrauchs“, für den Ausdruck „Laufhaus“ der Politik – Sie wissen, was das bedeutet –, für das wirklich unter jeder Kritik stehende „schwarz-grüner Volkssturm“ (Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl und Deimek) – ich habe Ihnen zugehört, und ich würde von Ihnen erwarten, dass Sie die gleiche Toleranz wenigstens diesmal aufbringen – und für die „moralische Verwahrlosung“ erteile ich Ihnen vier Ordnungsrufe. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek, Belakowitsch, Hafenecker und Martin Graf.
Hauses ist. Der Herr Vizekanzler hat die Demonstrierenden nicht pauschal ver- - (Zwischenruf bei der FPÖ) – ich gehe noch einmal das Protokoll durch –, in dem Sinn apostrophiert, sondern gesagt, dass Nazis und Identitäre hintendrein laufen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek, Belakowitsch, Hafenecker und Martin Graf.) Ich bin selbst von diesen Herrschaften attackiert worden (Ruf bei der FPÖ: Sie Armer!), also ich weiß schon, was in dieser Situation auch passiert. Er hat nie all die, die Angst und Sorgen haben, so bezeichnet.
Abg. Hafenecker: ... Realität! – Abg. Belakowitsch: Waren Sie auf der Demo? – Abg. Hafenecker: Und genau deswegen brauchen wir auch gleich einen neuen Präsidenten!
Wir gehen jetzt in der Rednerliste weiter. Zu Wort gemeldet ist Abgeordnete Klubobfrau Beate Meinl-Reisinger. (Abg. Hafenecker: ... Realität! – Abg. Belakowitsch: Waren Sie auf der Demo? – Abg. Hafenecker: Und genau deswegen brauchen wir auch gleich einen neuen Präsidenten!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch. – Zwischenruf des Abg. Angerer.
Gernot Blümel war für uns im Finanzbereich somit ein toller Partner. Wer es mir nicht glauben will, der möge doch bitte noch einmal nachlesen, welches Lob der Oppositionelle Sepp Schellhorn über Gernot Blümel bei dessen Ausscheiden in seinem Brief ausgeschüttet hat. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch. – Zwischenruf des Abg. Angerer.)
Abg. Belakowitsch: Natürlich!
Meine Damen und Herren, ich bin mit und nach dieser Regierungsumbildung insgesamt sehr, sehr zuversichtlich, um nicht zu sagen sicher, dass wir für die Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft bestens gerüstet sind. (Abg. Belakowitsch: Natürlich!) Das gilt für die Pandemiebekämpfung genauso wie für die Schaffung von wirtschaftlicher Stabilität. Es gilt für die Sicherung der Beschäftigung, für die Wahrung der sozialen Sicherheit in unserem Land, für die notwendigen Maßnahmen in den Bereichen Bildung und Wissenschaft sowie Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit, und nicht zuletzt natürlich auch für die finanzielle Stabilität in Budgetfragen, die wir in diesem Land auch bisher gewohnt waren. Diese Bundesregierung wird Garant dafür sein, dass das auch in Zukunft so sein wird. – Vielen herzlichen Dank und alles Gute. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch – in Richtung des den Saal verlassenden Bundeskanzlers Nehammer –: Der Kanzler geht schon!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch – in Richtung des den Saal verlassenden Bundeskanzlers Nehammer –: Der Kanzler geht schon!
Meine Damen und Herren, ich bin mit und nach dieser Regierungsumbildung insgesamt sehr, sehr zuversichtlich, um nicht zu sagen sicher, dass wir für die Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft bestens gerüstet sind. (Abg. Belakowitsch: Natürlich!) Das gilt für die Pandemiebekämpfung genauso wie für die Schaffung von wirtschaftlicher Stabilität. Es gilt für die Sicherung der Beschäftigung, für die Wahrung der sozialen Sicherheit in unserem Land, für die notwendigen Maßnahmen in den Bereichen Bildung und Wissenschaft sowie Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit, und nicht zuletzt natürlich auch für die finanzielle Stabilität in Budgetfragen, die wir in diesem Land auch bisher gewohnt waren. Diese Bundesregierung wird Garant dafür sein, dass das auch in Zukunft so sein wird. – Vielen herzlichen Dank und alles Gute. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch – in Richtung des den Saal verlassenden Bundeskanzlers Nehammer –: Der Kanzler geht schon!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich darf Sie, geschätzte Damen und Herren, daran erinnern, dass ungefähr acht oder neun von Ihnen, die hier sitzen – man verliert ja langsam den Überblick, wie viele das wirklich sind, aber ich schätze einmal, acht oder neun –, versprochen haben, wenn Herr Kurz geht, gehen Sie auch. – Na, was ist jetzt? Was ist jetzt? Sie sitzen ja noch immer da. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Das haben wir schon gehört!
Das, was den Alltag von Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrerinnen und Lehrern derzeit aber am meisten prägt, haben nicht wir bestimmt. Eine Pandemie ist über unsere Gesellschaft und damit auch die Schulen hereingebrochen. Derzeit befinden wir uns mittendrin, in einer ganz entscheidenden Phase der Pandemie. (Abg. Belakowitsch: Das haben wir schon gehört!) Oberstes Ziel muss es sein, im Sinne der Schülerinnen und Schüler die Schulen offen zu halten, gestützt durch ein enges Sicherheitsnetz.
Sitzung Nr. 135
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir wissen auch – das muss man auch dazusagen –, dass uns die Impfquote von zwei Dritteln leider nicht hilft. Das ist einfach zu wenig, und angesichts der Zahlen, die momentan auf dem Tisch liegen, und in Anbetracht dessen, was uns Omikron im Jänner eventuell noch bescheren wird, sage ich Ihnen auch ganz offen und ehrlich: Wir brauchen die Impfpflicht. Wir brauchen nicht nur zwei Impfungen, sondern wir brauchen auch die Boosterung, weil dann nämlich der aktuell zugelassene Impfstoff mit zumindest 75 Prozent Wirkungsfähigkeit gegen schwere Verläufe auch bei Omikron funktioniert. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Das wissen Sie, Frau Kollegin Belakowitsch, auch wenn Sie hier dann sicherlich wieder das Gegenteil behaupten werden, obwohl es faktenwidrig ist. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich verstehe, wenn Menschen verunsichert sind, wenn sie Angst haben, wenn sie nicht mehr wissen, wem sie glauben sollen. Und dann kommen die KollegInnen von der FPÖ und nutzen aus purem, gewissenlosem Populismus diese Unsicherheit aus. Da kommt Frau Belakowitsch auf Demonstrationen und behauptet – Zitat –: „Das sind nämlich nicht die bösen Ungeimpften, oh nein, das sind ganz, ganz viele Geimpfte, die aufgrund eines Impfschadens behandelt werden müssen.“ (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Könnts stolz drauf sein, ja!
Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Dr. Wolfgang Mückstein: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Werte Zuseherinnen und Zuseher! Wir haben vergangene Woche einen Gesetzentwurf zur allgemeinen Impfpflicht in Begutachtung geschickt. Dieser Begutachtungsentwurf wird nicht nur von den Grünen und der ÖVP unterstützt, sondern auch von den NEOS und den Sozialdemokraten. (Abg. Wurm: Wir sind dagegen!) Somit steht tatsächlich eine breite Mehrheit hinter diesem Begutachtungsentwurf. (Abg. Belakowitsch: Könnts stolz drauf sein, ja!)
Abg. Belakowitsch: Ach so?! Wie? Wie genau?
Warum ist das notwendig? – Weil wir eine breite gesellschaftliche Mehrheit für diesen Entwurf brauchen. Warum ist es inhaltlich notwendig? – Weil wir eine Impfung haben, die nicht nur uns selber, sondern auch unsere Mitmenschen schützt. (Abg. Belakowitsch: Ach so?! Wie? Wie genau?) Nur eine hohe Durchimpfungsrate schützt am Ende auch unser Gesundheitssystem. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: So wie in Portugal!
die Pensionisten- und JugendvertreterInnen eingeladen. Aus diesen zahlreichen Gesprächen, die geführt worden sind, ist eines ganz klar herausgekommen: Das waren sehr konstruktive Gespräche. Wir haben Anregungen, Wünsche und Kritik einfließen lassen, und wir haben alle gemeinsam eine klare Richtung aufgezeigt: Wir brauchen in Österreich eine allgemeine Impfpflicht, um eine Perspektive zu geben. Wir brauchen einen Weg heraus aus der Pandemie. Diesen werden wir nur erreichen, wenn wir in Österreich eine ausreichend hohe Durchimpfungsrate erreichen können. (Abg. Belakowitsch: So wie in Portugal!)
Abg. Belakowitsch: Ja ja!
Irgendwann seid ihr in die Situation gekippt, dass ihr eure eigenen Schmähs geglaubt habt, denn zur Geschichte mit dem Wurmmittel: In Wahrheit habt ihr am Anfang selber gewusst, dass das ein Schmäh ist, nachdem der Hersteller gesagt hatte, das funktioniert nicht, es treten Vergiftungserscheinungen auf. Ihr wart selber überzeugt, dass das alles ein Schmäh ist, wenn man aber immer wieder dieselben Märchen erzählt, glaubt man sie irgendwann auch. (Abg. Belakowitsch: Ja ja!) Irgendwann glaubt man das, was Dagmar Belakowitsch sagt – das ist ein guter Punkt –, irgendwann glaubt man auch die eigenen Schmähs.
Abg. Belakowitsch: Nein, falsch! ... was da steht!
Es war die FPÖ, nämlich Dagmar Belakowitsch, die eine Impfpflicht bei den Kindern gefordert hat (ein Blatt Papier in die Höhe haltend). Sie hat damals gesagt: Wir brauchen für Hepatitis A eine verpflichtende Impfung im Kinderimpfprogramm – eine verpflichtende Impfung! (Abg. Belakowitsch: Nein, falsch! ... was da steht!) „[...] verpflichtend in das Kinderimpfprogramm aufgenommen wird“. Dagmar Belakowitsch – ich kann die Unterschrift sehen (mit dem Finger auf das Blatt deutend, auf dem fünf Unterschriften zu sehen sind). Das dürfte Norbert Hofer sein – Herr Hofer hat übrigens eine wunderbare
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker.
Zur Aufklärung also: Dagmar Belakowitsch hat jedenfalls diesen Antrag auf Verpflichtung unterschrieben, und vielleicht kann man nachschauen: Hinten, ja, das könnte Herbert heißen, glaube ich, oder? Vielleicht kann man das aber noch aufklären. Auf jeden Fall hat die FPÖ schon einige Positionen vertreten, und das Schlimme ist: Es geht um Menschenleben, und ihr macht eins zu eins dieselbe Politik wie die ÖVP! (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker.) Die ÖVP hat uns mit einem Marketingblabla in dieses Drama hineingetrieben, und ihr erzählt jetzt Märchen, obwohl ihr ganz genau wisst, dass es um Menschenleben geht. Ihr wollt euch einfach nicht eingestehen, dass ihr uns damit auch hineintreibt. Das ist leider unanständig! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Heiterkeit und Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die Einführung der Impfpflicht, liebe Kolleginnen und Kollegen, ist eine harte Maßnahme in einer liberalen Gesellschaft. Ich habe selber nie geglaubt, dass es so weit kommt, aber es ist eine Ultima Ratio – das haben wir schon oft betont –, und ich befürworte es auch. Wir wollten diese Impfpflicht nicht, aber die Maßnahme ist notwendig, wenn wir nicht von Lockdown zu Lockdown gehen wollen, und das wollen wir alle nicht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ja, dann ist es eh kein Problem, wenn sie nur so klein ist!
Medizin und Verfassung, und wenn man hinhört, dann hört man diese Mehrheit. Während an einem Tag zahlreiche Menschen demonstrieren, lassen sich allein an diesem selben Tag doppelt so viele Personen impfen. Es sind keine gleich großen Gruppen, wie oft vorgegaukelt wird. Es ist nur eine kleine Minderheit, die schreit, tobt und lärmt. (Abg. Belakowitsch: Ja, dann ist es eh kein Problem, wenn sie nur so klein ist!) Danke an diese schweigende, sich impfen lassende Mehrheit – die Pandemie ist nämlich keine Privatsache.
Abg. Belakowitsch: Lesen Sie einfach den Antrag vor!
Das ist natürlich unrichtig, und deswegen darf ich auch tatsächlich berichtigen, dass Frau Abgeordnete Belakowitsch gefordert hat (Abg. Belakowitsch: Lesen Sie einfach den Antrag vor!), dass (von einem Ausdruck ablesend) „die Hepatitis-A- Impfung [...] verpflichtend“ in das Kinderimpfprogramm aufgenommen wird. (Abg. Belakowitsch: Ja! – Ruf bei der FPÖ: Das hat sie gesagt!)
Abg. Belakowitsch: Ja! – Ruf bei der FPÖ: Das hat sie gesagt!
Das ist natürlich unrichtig, und deswegen darf ich auch tatsächlich berichtigen, dass Frau Abgeordnete Belakowitsch gefordert hat (Abg. Belakowitsch: Lesen Sie einfach den Antrag vor!), dass (von einem Ausdruck ablesend) „die Hepatitis-A- Impfung [...] verpflichtend“ in das Kinderimpfprogramm aufgenommen wird. (Abg. Belakowitsch: Ja! – Ruf bei der FPÖ: Das hat sie gesagt!)
Abg. Belakowitsch: Lesen Sie es vor! – Ruf bei der FPÖ: Lesen! Probier es einmal mit lesen!
Da steht also nichts von Empfehlung (Zwischenrufe bei der FPÖ) – da steht nichts von einer Empfehlung! –, sondern ihr wart ganz klar für eine Verpflichtung, so ehrlich muss man sein. (Abg. Belakowitsch: Lesen Sie es vor! – Ruf bei der FPÖ: Lesen! Probier es einmal mit lesen!) Was Sie mir schuldig bleiben, Frau Kollegin, nein, was Sie mir schuldig bleiben - - (Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Jetzt haben wir Sie ertappt – da brauchen Sie nicht nervös zu werden! –, denn Empfehlung haben Sie nicht geschrieben. Da ist ganz klar die Verpflichtung herausgekommen, das kann man Gott sei Dank auch alles nachlesen.
Abg. Belakowitsch: Lies es einfach vor! Lies es vor!
Ich weiß nur noch immer nicht, ob (auf den Ausdruck weisend) das L da hinten für Kickl steht und ob das oben nicht unter Umständen Herbert heißt. (Abg. Belakowitsch: Lies es einfach vor! Lies es vor!) Vielleicht kann man da, bitte, auch schauen, wer das wirklich unterschrieben hat. Auf jeden Fall gab es keine Empfehlung, verpflichtend war der Weg der FPÖ – verpflichtend! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Einmal vorlesen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Einmal vorlesen!
Ich weiß nur noch immer nicht, ob (auf den Ausdruck weisend) das L da hinten für Kickl steht und ob das oben nicht unter Umständen Herbert heißt. (Abg. Belakowitsch: Lies es einfach vor! Lies es vor!) Vielleicht kann man da, bitte, auch schauen, wer das wirklich unterschrieben hat. Auf jeden Fall gab es keine Empfehlung, verpflichtend war der Weg der FPÖ – verpflichtend! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Einmal vorlesen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich bin selber Mutter. Es ist schon einige Zeit her, dass meine Tochter in ihrem ersten Lebensjahr geimpft wurde. Ich glaube, dass die meisten nicht einmal wissen, was wirklich geimpft wird beziehungsweise was eine Sechsfachimpfung ist, was das Rotavirus ist, gegen das man impfen kann. Es ist aus meiner Sicht grob fahrlässig, wenn man diese Impfung nicht annimmt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wenn man eine Reise nach Afrika oder sonst wohin macht, dann muss man doch impfen gehen. – Ja, eh klar! Das ist ja überhaupt kein Problem. (Zwischenruf des Abg. Stefan.) Na bitte, hoffentlich kann ich es gleich machen, denn ich möchte ja unbedingt diese Reise machen. Und dann geht es auch nicht um Nebenwirkungen, dann geht es auch nicht darum, wie der Hersteller heißt, da geht es um gar nichts. Nur bei der Covid-Impfung wissen wir genau, wo sie herkommt, wie sie heißt, die Transparenz ist also relativ groß. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Stefan: Die Leute entscheiden sich freiwillig!
Abschließend: Lassen Sie sich nicht von der FPÖ einschüchtern! Gehen Sie diesen Weg nicht mit, denn diese Angstmacherei ist in keinster Art und Weise mehr akzeptabel. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Stefan: Die Leute entscheiden sich freiwillig!)
Abg. Belakowitsch: Genau!
Man muss die Ängste ernst nehmen und darf keine Angst schüren. Wichtig ist: Wenn Sie Angst davor haben, sich aber impfen lassen wollen, gehen Sie zu Ihrem Arzt des Vertrauens und lassen Sie es sich in Ruhe erklären! (Abg. Belakowitsch: Genau!) Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass Ihnen die Angst dann genommen wird. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Stefan.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Stefan.
Man muss die Ängste ernst nehmen und darf keine Angst schüren. Wichtig ist: Wenn Sie Angst davor haben, sich aber impfen lassen wollen, gehen Sie zu Ihrem Arzt des Vertrauens und lassen Sie es sich in Ruhe erklären! (Abg. Belakowitsch: Genau!) Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass Ihnen die Angst dann genommen wird. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Stefan.)
Abg. Belakowitsch: 1,8 Prozent!
Betreffend den Antrag der Freiheitlichen bin ich jetzt etwas ratlos. Grundsätzlich ist den Freiheitlichen immer alles zu wenig – wünsch dir was! –, die Pensionen sollen um 3,7 Prozent angepasst werden. Was meiner Meinung nach aber nicht ganz zusammengeht: Wir haben heute Vormittag die Anpassung der Gehälter im öffentlichen Dienst besprochen, sie beträgt zwischen 2,91 und 3,22 Prozent – wir waren uns alle einig, dass das eine ordentliche Anpassung, eine ordentliche Wertsicherung ist –, und die Freiheitlichen haben mitgestimmt. Es wäre für die arbeitenden Menschen nicht nachvollziehbar, wenn man dann die Pensionen deutlich stärker erhöhen würde. Da müsst ihr ein bisschen an der Gerechtigkeit und an der Kongruenz eurer Anträge arbeiten. (Abg. Belakowitsch: 1,8 Prozent!) – Danke sehr. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Zuletzt möchte ich noch auf die zwei durchaus sehr guten Anträge von NEOS und SPÖ eingehen (Heiterkeit des Abg. Wurm), denen wir auch in der letzten Ausschusssitzung zugestimmt haben. Kollege Wurm findet es lustig, ich finde es nicht so lustig. Kinder zu impfen ist wichtig (Abg. Wurm: Ich bin traurig, Herr Kollege! Ich bin traurig!), Kinder zu impfen hilft uns. Die Impfung schützt nicht nur die Kinder, sondern sie schützt uns alle. Durch eine hohe Impfquote wird das Infektionsgeschehen gedämpft und gesenkt – alleine das ist schon ein Grund. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wurm.) Ein anderer Grund ist natürlich, dass wir auch die Kinder damit schützen. Kollege Wurm weiß es vielleicht noch nicht, aber auch Kinder können schwer erkranken, auch Kinder können Long Covid bekommen, auch Kinder können durchaus unter Covid leiden – abseits von dem, was Sie tagtäglich an Fakenews verbreiten. (Beifall bei den Grünen. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.)
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch
Wenn wir schon von Fakenews reden, reden wir auch von dem Antrag der Kolleginnen und Kollegen der NEOS: Wir brauchen eine Kampagne gegen Fakenews. Liebe Damen und Herren zu Hause vor den Bildschirmen (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch), meine Empfehlung ist: Trauen Sie eher Mimikama und Correctiv als der FPÖ! Die FPÖ verzapft im Gegensatz zu Mimikama und Correctiv ziemlich viel Blödsinn. Dort bekommen Sie zumindest wirklich geprüfte Informationen.
Abg. Belakowitsch: Wurscht!
Herr Bundesminister, halten Sie diese Mindeststrafen und überhaupt diese Strafrahmen für zweckmäßig? Glauben Sie tatsächlich, dass Sie mehr Verständnis und mehr Mitwirkung in der österreichischen Bevölkerung bekommen werden, wenn Sie die Daumenschrauben noch weiter anziehen (Abg. Belakowitsch: Wurscht!) und auch den Gesundheitsbehörden und den Sicherheitsdiensten, die in Assistenz für die Gesundheitsbehörden arbeiten, jeglichen Handlungsspielraum nehmen, um beratend und aufklärend zu wirken, sodass diese jetzt sofort strafen müssen? – Ich persönlich glaube nicht, dass das der Sache dienlich ist. Ich bin auch überzeugt davon, dass die Gesamtakzeptanz aller Maßnahmen damit noch weiter schwinden wird, und da braucht es keine FPÖ dazu, das alles haben Sie ganz alleine zusammengebracht.
Beifall bei ÖVP und Grünen – Abg. Belakowitsch: Jo, mei! – Abg. Stefan: Und deswegen sind wir jetzt in der wissenschaftlichen ...!
Kollege Hauser hat heute gesagt, er kommt mit wissenschaftlichen Fakten. Ich möchte ihm nur zwei Dinge entgegenhalten: Betreffend diese 150 Ärzte, die er heute zitiert hat, wobei er einen explizit namentlich genannt hat, nämlich Dr. Sönnichsen, und im gleichen Atemzug von der Med-Uni Wien gesprochen hat, möchte ich schon festhalten, dass die Med-Uni Wien sich von den Aussagen des Herrn Dr. Sönnichsen explizit distanziert hat (Beifall bei ÖVP und Grünen – Abg. Belakowitsch: Jo, mei! – Abg. Stefan: Und deswegen sind wir jetzt in der wissenschaftlichen ...!) und gesagt hat, dass dies ausschließlich seine Privatmeinung sei. – Das ist die eine Sache.
Abg. Belakowitsch: Na klar, weil er ein neues Medikament am Markt hat! – Zwischenruf des Abg. Amesbauer
Und glauben Sie mir, Herr Kollege Hauser, es macht herzlich wenig Eindruck, wenn Sie mit dem Beipackzettel eines Wurmmittels wacheln und behaupten, es sind weltweit über 20 Prozent damit geheilt worden. Es sei nochmals festgehalten: Der Produzent hat eindeutig festgestellt, dass das kein Mittel zur Covid-Behandlung ist (Abg. Belakowitsch: Na klar, weil er ein neues Medikament am Markt hat! – Zwischenruf des Abg. Amesbauer), sondern bei Pferden eines gegen Würmer und bei Menschen eines gegen Krätzmilbe – und wenn man die Dosierung falsch anwendet, ist es hochgiftig.
Abg. Belakowitsch: Also nicht auf die ÖVP!
Meine Damen und Herren, verlassen Sie sich auf wirkliche Wissenschaft und nicht auf Pseudowissenschaft! (Abg. Belakowitsch: Also nicht auf die ÖVP!) – Damit bin ich auch bei etwas, was Kollege Loacker heute schon gesagt hat, nämlich bei den Telegram-Gruppen und bei den Facebook-Gruppen: Bitte sich auch davon zu verabschieden! (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch. – Abg. Stefan: Nur offizielle Informationen! Nur noch offizielle! „1984“ hat es gezeigt: Nur noch offizielle Informationen entgegennehmen! Bitte keine anderen ...!) Eine Informationskampagne gegen Fakenews mit fundierten Daten ist wirklich, wirklich wichtig (Zwischenrufe bei der FPÖ) – und Sie merken schon, meine Damen und Herren, anhand der Reaktionen der FPÖ: Da herrscht große Aufregung. Warum wohl? – Weil dort nämlich die Fakenews zu Hause sind und nicht bei der Wissenschaft. Das möchte ich eindeutig festhalten. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Stefan: ... autorisiert! Abgesegnete Informationen im wahrsten Sinne des Wortes!)
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch. – Abg. Stefan: Nur offizielle Informationen! Nur noch offizielle! „1984“ hat es gezeigt: Nur noch offizielle Informationen entgegennehmen! Bitte keine anderen ...!
Meine Damen und Herren, verlassen Sie sich auf wirkliche Wissenschaft und nicht auf Pseudowissenschaft! (Abg. Belakowitsch: Also nicht auf die ÖVP!) – Damit bin ich auch bei etwas, was Kollege Loacker heute schon gesagt hat, nämlich bei den Telegram-Gruppen und bei den Facebook-Gruppen: Bitte sich auch davon zu verabschieden! (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch. – Abg. Stefan: Nur offizielle Informationen! Nur noch offizielle! „1984“ hat es gezeigt: Nur noch offizielle Informationen entgegennehmen! Bitte keine anderen ...!) Eine Informationskampagne gegen Fakenews mit fundierten Daten ist wirklich, wirklich wichtig (Zwischenrufe bei der FPÖ) – und Sie merken schon, meine Damen und Herren, anhand der Reaktionen der FPÖ: Da herrscht große Aufregung. Warum wohl? – Weil dort nämlich die Fakenews zu Hause sind und nicht bei der Wissenschaft. Das möchte ich eindeutig festhalten. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Stefan: ... autorisiert! Abgesegnete Informationen im wahrsten Sinne des Wortes!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Noch etwas – und das möchte ich auch in dieser Deutlichkeit sagen –: Ich halte dieses Skandieren von: Lügenpresse!, für letztklassig. Die Journalistinnen und Journalisten (Abg. Stefan: Bemühen sich so um die Wahrheit! Die bemühen sich ja so um die Wahrheit!), die bei der Demonstration Bericht erstatten, körperlich anzugreifen, sexualisiert und sexistisch im Falle einer Kollegin von Puls 4 (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und sie noch dazu mit Eisbrocken zu bewerfen, ist auf das Schärfste zu verurteilen. Bitte, das geht nicht! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Genau! Weil wenn die etwas sagen, dann ...! – Abg. Stefan: Dürfen die frei reden, die Ärzte? Dürfen die frei reden oder nur bestimmte Informationen geben?
Wie gesagt, Ängste und Nöte sind ernst zu nehmen, man sollte mit den Experten, mit den Hausärztinnen und Hausärzten sprechen, sich dort beraten lassen. (Abg. Belakowitsch: Genau! Weil wenn die etwas sagen, dann ...! – Abg. Stefan: Dürfen die frei reden, die Ärzte? Dürfen die frei reden oder nur bestimmte Informationen geben?) Weltweit ist der Impfstoff bereits 8 Milliarden Mal verimpft worden. Mit dem Gesundheitsminister, der selbst Arzt ist, sind wir wirklich immer, wenn Sie so wollen, am Puls der Zeit, und mein Kollege Werner Saxinger wird noch einige Beispiele nennen, wie gut man den unterschiedlichen Gruppen Information vermitteln kann.
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Gut gewappnet?! – Abg. Amesbauer: Reine Panikmache!
Damit sich jetzt die Aufregung bei den Freiheitlichen wieder legen kann, wünsche ich uns allen, dass wir möglichst gesund ins neue Jahr gehen und dass möglichst viele noch die Möglichkeit wahrnehmen und impfen gehen und damit einen Weg aus der Pandemie finden. Sie wissen, Omikron ist in aller Munde, das ist etwas, das auf uns zukommen wird. Wir müssen Omikron möglichst gut gewappnet entgegentreten. Darum bitte ich Sie alle: Bleiben Sie gesund! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Gut gewappnet?! – Abg. Amesbauer: Reine Panikmache!)
Ruf: Dagmar Belakowitsch!
Ich habe noch etwas für die FPÖ (Abg. Wurm: Ein Geschenk zu Weihnachten!), das ich gefunden habe – Herr Wurm, ich hoffe, Sie hören gut zu –: „Es gilt zu bedenken, dass das Unterlassen von Impfungen nicht nur auf den Einzelnen, sondern auch auf die gesamte Gesellschaft Auswirkung hat.“ – Von wem kommt der Spruch? (Ruf: Dagmar Belakowitsch!) Nicht von den Grünen, nicht von der ÖVP, nicht von den NEOS, nicht von der SPÖ. Er kommt von der FPÖ, und das ist noch gar nicht so lange her. Das war 2019 ein Dringlichkeitsantrag mit dem Titel „Informationskampagne über die Folgen des Nicht-
Abg. Belakowitsch: Na wirklich nicht? Das ist ja ein Verbrechen!
Es hat leider wieder eine Partei gegeben, die betreffend Kinderimpfkampagne nicht mitgestimmt hat (Abg. Belakowitsch: Na wirklich nicht? Das ist ja ein Verbrechen!), die FPÖ. Ich habe mir aber vorgenommen, viel Positives zu berichten, passend zur Adventzeit, lieber Kollege Wurm.
Abg. Belakowitsch: Ich halte die ganze Hartinger-Klein für letztklassig!
Positivmeldung Nummer drei: Beate Hartinger-Klein, ehemalige Gesundheitsministerin: Kickls Empfehlung, ein Wurmmittel zur Behandlung einer Covid-Infektion einzunehmen, hält sie für „letztklassig und indiskutabel“. Weiters sagt sie: „Wer für Selbstbestimmung eintritt, muss aufklären und Ängste nehmen.“ (Abg. Belakowitsch: Ich halte die ganze Hartinger-Klein für letztklassig!)
Abg. Belakowitsch: Was heißt gemeingefährlich?!
Parlamentspartei herum, die ein ganz gemeingefährliches Spiel treibt, die Gesellschaft spaltet und verunsichert. (Abg. Belakowitsch: Was heißt gemeingefährlich?!)
Abg. Wurm: Das ist das Wahrheitsministerium, Frau Kollegin! Das Wahrheitsministerium! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Was sind meine drei Forderungen? – Erstens brauchen wir endlich Medienkompetenzunterricht an unseren Schulen. Unsere Kinder müssen den Unterschied zwischen Fakenews und echten Nachrichten kennenlernen, auch um sich selbst in sozialen Netzwerken davor zu schützen, Opfer von Desinformation zu werden. (Abg. Wurm: Das ist das Wahrheitsministerium, Frau Kollegin! Das Wahrheitsministerium! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Das „Profil“! Das „Profil ...!
Zweitens brauchen wir Faktenchecks, Faktenchecks, Faktenchecks. Wir müssen Faktenchecks wie zum Beispiel jene von Mimikama, auch das „Profil“ hat mittlerweile einen sehr guten Faktencheck, ordentlich subventionieren und finanzieren. (Abg. Belakowitsch: Das „Profil“! Das „Profil ...!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Lausch und Belakowitsch.
Abgeordneter Philip Kucher (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Abgeordneter Graf hat uns jetzt vorgeführt, dass er den Unterschied zwischen Entschließungsantrag und Initiativantrag kennt. Danke für den Bildungsbeitrag am Abend. Es wäre natürlich schön gewesen, wenn Sie ein paar Worte zum inhaltlichen Punkt dieses Antrages gefunden hätten. (Zwischenrufe der Abgeordneten Lausch und Belakowitsch.) Man hätte auch sagen können, dass man es nicht in Ordnung findet.
Zwischenrufe der Abgeordneten Rauch und Belakowitsch
Was nicht hilft, ist, wenn wir Steuergeld für Gießkannenprojekte ausgeben, wenn wir sagen, wir geben allen Menschen (Zwischenrufe der Abgeordneten Rauch und Belakowitsch) – aber nein, der Antrag zielt gar nicht auf alle Menschen ab, er zielt nur auf die Österreicherinnen und Österreicher ab –, wir geben allen Österreicherinnen und Österreichern eine bestimmte Summe Geld, egal ob sie 10 000 Euro oder 500 Euro im Monat verdienen. – Das ist nicht gerecht, das ist ungerecht. (Ruf bei der SPÖ: Einkommensschwachen Haushalten!) Wenn ich hier als Abgeordnete rausgehe und einen 1 000-Euro-Gutschein bekomme, dann kann ich ihn zwar verschenken – aber ist das gescheit? – Nein. Es braucht einen Teuerungsausgleich für die sozial Schwachen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Was nicht hilft, ist, wenn wir Steuergeld für Gießkannenprojekte ausgeben, wenn wir sagen, wir geben allen Menschen (Zwischenrufe der Abgeordneten Rauch und Belakowitsch) – aber nein, der Antrag zielt gar nicht auf alle Menschen ab, er zielt nur auf die Österreicherinnen und Österreicher ab –, wir geben allen Österreicherinnen und Österreichern eine bestimmte Summe Geld, egal ob sie 10 000 Euro oder 500 Euro im Monat verdienen. – Das ist nicht gerecht, das ist ungerecht. (Ruf bei der SPÖ: Einkommensschwachen Haushalten!) Wenn ich hier als Abgeordnete rausgehe und einen 1 000-Euro-Gutschein bekomme, dann kann ich ihn zwar verschenken – aber ist das gescheit? – Nein. Es braucht einen Teuerungsausgleich für die sozial Schwachen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Sitzung Nr. 137
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die Land- und Forstwirtschaft erhält und pflegt 6 Millionen Hektar Wiesen, Äcker und Wald. Das sind 70 Prozent der Fläche in Österreich. Ich denke, darauf können wir sehr stolz sein und dahin gehend unseren Bäuerinnen und Bauern für ihre tägliche Arbeit danken. Am besten können wir sie unterstützen, indem wir in unserem Kaufverhalten auf Regionalität setzen, besonders zu Weihnachten. – Damit möchte ich Ihnen und allen ein schönes und frohes Weihnachtsfest wünschen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Ja, ja, wir haben alle ...!
Zu Kollegin Belakowitsch: Ich weiß nicht, warum sie sich so negativ äußert, aber vielleicht sollten wir einmal darüber reden. Wir haben auch sehr gute Ärzte in unseren Reihen; sie kann gerne einmal mit ihnen Kontakt aufnehmen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Ja, ja, wir haben alle ...!)
Abg. Belakowitsch: Das ist bei der ÖVP ganz normal!
Abgeordnete Rebecca Kirchbaumer (fortsetzend): In Österreich haben wir einen Kollektivvertrag, den die Sozialpartner ausverhandeln. Da sind Sie dabei, da sind wir dabei, aber anscheinend ist bei euch keiner dabei. Also ich verstehe die Welt nicht mehr! (Abg. Belakowitsch: Das ist bei der ÖVP ganz normal!) Wo ist da Sozialdumping? Also bei aller Wertschätzung, aber wir suchen händeringend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wir haben zu wenige Arbeitskräfte in Österreich – und dann dürfen wir nicht Arbeitskräfte aus dem Ausland hereinholen?! Ja sind das andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Haben diese Menschen kein Recht auf Arbeit? (Beifall bei ÖVP und Grünen.) Also bei aller Wertschätzung!
Abg. Belakowitsch: ... Arbeitskräfte das ganze Jahr über!
Meiner Meinung nach ist das heute ein Freudentag, besonders für die Tourismusbranche. Seit vielen Jahren suchen die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Tourismusbranche händeringend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wollen ihre langjährigen Saisonkräfte halten. (Abg. Belakowitsch: ... Arbeitskräfte das ganze Jahr über!) Herr Kollege Stöger, wir machen in der Hotellerie und in der Gastronomie so viel für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dass sie bei uns bleiben wollen und gerne bei uns arbeiten. Wir schaffen Anreize wie zum Beispiel ganz moderne Personalhäuser, Zugänge zu den Wellnessbereichen, zu den Fitnessbereichen. Es wird auch darauf geachtet, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine freizeitfreundliche Diensteinteilung haben. (Abg. Belakowitsch: Was ist eine „freizeitfreundliche Diensteinteilung“?)
Abg. Belakowitsch: Was ist eine „freizeitfreundliche Diensteinteilung“?
Meiner Meinung nach ist das heute ein Freudentag, besonders für die Tourismusbranche. Seit vielen Jahren suchen die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Tourismusbranche händeringend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wollen ihre langjährigen Saisonkräfte halten. (Abg. Belakowitsch: ... Arbeitskräfte das ganze Jahr über!) Herr Kollege Stöger, wir machen in der Hotellerie und in der Gastronomie so viel für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dass sie bei uns bleiben wollen und gerne bei uns arbeiten. Wir schaffen Anreize wie zum Beispiel ganz moderne Personalhäuser, Zugänge zu den Wellnessbereichen, zu den Fitnessbereichen. Es wird auch darauf geachtet, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine freizeitfreundliche Diensteinteilung haben. (Abg. Belakowitsch: Was ist eine „freizeitfreundliche Diensteinteilung“?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Also noch einmal: Wir schauen auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – das Fundament jedes Unternehmens in Österreich und auf der ganzen Welt sind seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ohne diese können wir nicht erfolgreich sein. Österreich ist das Tourismusland Nummer eins. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es ist das Gebot der Stunde, dass wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch dementsprechend
Abg. Belakowitsch: Manche Wünsche werden nicht erfüllt!
Das ist meine letzte Rede vor Weihnachten. Ich möchte allen ein schönes Weihnachtsfest wünschen. Liebe Gabi, alles Gute zu deinem runden Geburtstag und Gesundheit! (Abg. Heinisch-Hosek: Danke!) Wenn ich mir zu Weihnachten etwas wünschen darf (Abg. Wurm: Ah, jetzt kommt etwas! Nächstes ...!), dann wünsche ich mir von der FPÖ, dass sie einen hundertprozentigen Kurswechsel macht, und von all denjenigen da draußen, die noch nicht geimpft sind, dass sie sich impfen lassen. (Abg. Belakowitsch: Manche Wünsche werden nicht erfüllt!) – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Sitzung Nr. 141
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Zu den Zahlen im Detail: Derzeit sind – der Herr Bundesminister hat gestern die Zahlen präsentiert – 380 000 Menschen arbeitslos gemeldet oder in Schulungen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wenn ich zum Beispiel mein Heimatbundesland Oberösterreich
Abg. Belakowitsch: Besser als wer?
Zusammengefasst: Österreich ist besser durch die Krise gekommen. (Abg. Belakowitsch: Besser als wer?) Wir haben einen sehr positiven Arbeitsmarkt. Wir haben Herausforderungen, bei denen wir gute Ansätze verfolgen. Ich bin froh, dass wir derzeit diese Situation haben, und ich bin auch froh, dass wir mit unserem Bundesminister Martin Kocher einen wirklichen Vollprofi an dieser Stelle haben. Damit werden wir auch in Zukunft für Beschäftigung und Wohlstand in unserem Land sorgen. – Danke sehr. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Kassegger und Belakowitsch.
Abgeordnete Dr. Ewa Ernst-Dziedzic (Grüne): Herr Nationalratspräsident! Werte Frau Ministerin! Kollegen und Kolleginnen! Zuerst vielleicht eine kurze Richtigstellung zum FPÖ-Redebeitrag: Kobaltmineralien gibt es in allen Autos, nicht nur in Elektroautos, und Batterien enthalten auch keine seltenen Erden, genauso wie Öl, Fracking, Gasöl, Ölsand die eigentlichen Umweltsünder zum Beispiel in Kanada, im Golf von Mexiko, in Nigeria oder in Kasachstan sind. (Zwischenrufe der Abgeordneten Kassegger und Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Was ist? Segensreich?!
Todesfälle, und darüber hinaus – und mindestens ebenso wichtig – bedeutet eine hohe Impfquote eine geringe Gesamtübersterblichkeit bezogen auf alle Todesursachen. Sehr gut passt dazu auch ein Ergebnis der Statistik Austria aus den letzten Monaten, nämlich dass in allen Altersgruppen die Geimpften eine niedrigere Sterblichkeit aufweisen als die Ungeimpften, wiederum auf alle Todesursachen bezogen. Wir sprechen da also von einem Instrument, das sehr, sehr segensreich wirkt und für uns ganz wichtig ist. (Abg. Belakowitsch: Was ist? Segensreich?!)
Abg. Kickl: Wortklauberei! – Ruf bei der ÖVP: Nein, das ist die Wahrheit! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir haben in den letzten zwei Jahren sehr viele Einschränkungen auf uns nehmen müssen. Das Ziel all der gesetzlichen Maßnahmen ist, dass wir ein möglichst hohes Maß an Freiheit zurückgewinnen können. Was das COVID-19-Impfpflichtgesetz konkret betrifft, möchte ich als Erstes einmal betonen, dass eine Zwangsimpfung in diesem Gesetz explizit ausgeschlossen ist! (Abg. Kickl: Wortklauberei! – Ruf bei der ÖVP: Nein, das ist die Wahrheit! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordnete Eva Maria Holzleitner, BSc (SPÖ): Herr Präsident! Die von Kollegen Smolle angesprochene ExpertInnenkommission, die auch die Rechtmäßigkeit dieser Impfpflicht kontinuierlich überprüft, war uns als SPÖ sehr wichtig. Ich glaube, es ist aber ein Affront der Bundesregierung, dass der Bericht der ExpertInnenkommission – nachdem man schon einmal zwei Wochen damit gewartet hat, sie einzurichten – genau am 8. März präsentiert wird, am Weltfrauentag! Frauen haben in diesen zwei Jahren der Pandemie Unglaubliches geleistet, aber nicht einmal den 8. März vergönnt man ihnen, indem man als Bundesregierung ein gescheites Frauenpaket auf die Beine stellt! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Ruf: ... an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten!) – Lächerlich sind nur Sie, werte Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP, die einfach keine Handschlagqualität haben! Nehmen wir das COVID-19-Impfpflichtgesetz her: Zwei Wochen haben Sie für die Kommission gebraucht, und ausgemachte Vorhaben wie Impfanreize haben Sie gar nicht erst auf die Beine stellen können – also die Einzigen, die in diesem Haus lächerlich sind, sind leider Sie! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
die Impfung schützt aber auch das Gegenüber, das ist extrem wichtig. Wie gesagt, ich glaube, fast alle Abgeordneten in diesem Haus sind sich da einig. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Schauen wir uns das Bildungsministerium an: Das Bildungsministerium setzt jetzt auf Durchseuchung bei Kindern und Jugendlichen, und auch das ist wirklich eine Zumutung. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Auch der gendermedizinische Aspekt bei Long Covid darf nicht außer Acht gelassen werden. Die Uni Innsbruck hat festgestellt, dass Männer zu 35 bis 55 Prozent weniger wahrscheinlich an Long Covid erkranken. Dieser Aspekt ist ein extrem wesentlicher und wichtiger, deswegen muss bei der Bekämpfung von Long Covid und vor allem auch beim Schaffen von Therapieplätzen dieser gendermedizinische Aspekt ganz dringend in den Fokus rücken. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ganz sicher!
Es gibt jetzt eine Impfpflicht. Die gilt. Es gibt auch eine Regelung, wie damit umgegangen werden soll. Es gibt diese Expertenkommission. Da bin ich anderer Meinung als Frau Kollegin Fürst: Ich glaube, dass die das sehr objektiv machen werden. (Abg. Belakowitsch: Ganz sicher!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Abgeordneter Philip Kucher (SPÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Meine Kollegin Evi Holzleitner hat heute das Schicksal einer 35-jährigen Frau geschildert, die vor einem Jahr an Long Covid erkrankt ist (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), die ihr geschildert hat, wie es ihr seitdem geht und wie sie verzweifelt um Unterstützung bittet, und ähnlich ergeht es 10 000 Menschen in Österreich mit dieser Erkrankung. Da reden wir von Organschädigungen, da reden wir teils auch von jungen Menschen, die keine Luft mehr kriegen, Konzentrations- und Schlafstörungen, Angststörungen oder neurologische Ausfälle haben. Bis heute müssen diese Menschen darum betteln, dass sie von der Regierung Unterstützung kriegen. (Zwischenruf des Abg. Angerer.) Bis heute lässt die Regierung diese Menschen im Stich. Bis heute gibt es für all diese Menschen keine existenzielle Absicherung.
Abg. Kickl: Ihr habt euch über den Tisch ...! – Abg. Belakowitsch: ... bei jedem Lockdown!
Wir alle miteinander können stundenlang über die Fehler und das dramatische Versagen der Regierung reden. (Abg. Kickl: Ihr habt euch über den Tisch ...! – Abg. Belakowitsch: ... bei jedem Lockdown!) Das ist, glaube ich, etwas, was wir alle miteinander wissen: Österreich ist viel, viel schlechter durch die Krise gekommen. Das ist kein Naturgesetz, das ist leider auch im Regierungsversagen begründet. Das wissen wir alle miteinander. Die Beispiele kennen wir, und die Leidtragenden sind die Menschen in Österreich. (Abg. Wurm: Dann helft uns!)
Abg. Belakowitsch: Was sagst du einem 17-Jährigen mit einer Herzmuskelentzündung?
Das aber, was die FPÖ macht – der 35-jährigen Frau zu sagen: Eigentlich ist das gar nicht so schlimm! (Abg. Belakowitsch: Was sagst du einem 17-Jährigen mit einer Herzmuskelentzündung?) –, nichts zu tun, weil nicht ist, was nicht sein darf, weil es euch nicht in eure Gschichterldruckerei passt, das ist dieser Frau gegenüber entwürdigend. Ihr helft uns allen miteinander damit nicht, aus dieser Krise rauszukommen. (Abg. Belakowitsch: Da sind wir gerade beim Thema!) Man muss doch den Menschen helfen, wenn es Probleme gibt. (Abg. Kickl: Ihr Problem war, glaube ich, der Weltfrauentag!)
Abg. Belakowitsch: Da sind wir gerade beim Thema!
Das aber, was die FPÖ macht – der 35-jährigen Frau zu sagen: Eigentlich ist das gar nicht so schlimm! (Abg. Belakowitsch: Was sagst du einem 17-Jährigen mit einer Herzmuskelentzündung?) –, nichts zu tun, weil nicht ist, was nicht sein darf, weil es euch nicht in eure Gschichterldruckerei passt, das ist dieser Frau gegenüber entwürdigend. Ihr helft uns allen miteinander damit nicht, aus dieser Krise rauszukommen. (Abg. Belakowitsch: Da sind wir gerade beim Thema!) Man muss doch den Menschen helfen, wenn es Probleme gibt. (Abg. Kickl: Ihr Problem war, glaube ich, der Weltfrauentag!)
Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Man hat auf der einen Seite die Regierung, die völlig versagt hat, und auf der anderen Seite eine FPÖ, die dann beim Brand anrückt und mit Benzin noch ordentlich löscht. Das ist keine Antwort, die sich die Menschen in Österreich verdient haben. (Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: ÖVP, SPÖ ...!
dasselbe an Wissenschaftsfeindlichkeit und an Chaos im Krisenmanagement. Da könnt ihr einander die Hand geben, das ist Not gegen Elend, das sind FPÖ und ÖVP, die uns miteinander nicht aus dieser Krise hinausbringen. (Abg. Hörl: Hallo, hallo! – Abg. Kickl: Ich glaube, du hast da was verwechselt, ihr habt mitgestimmt!) – Ja, da wird Kollege Hörl auch wieder munter. Du gehörst ja auch dazu: zick, zack, hin und her, Chaos, dass ihr alles besser wisst. (Abg. Belakowitsch: ÖVP, SPÖ ...!) Du passt ja auch perfekt in diese Truppe hinein. Man hört eben nicht auf die Wissenschaft, man verspottet Ärztinnen und Ärzte, und deswegen kommen wir aus dieser Krise ja auch nicht hinaus. Deswegen müsst ihr euch auch die Hand geben. Das ist genau dieselbe Politik, die uns allen miteinander in Österreich schadet. (Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hörl.) Ja, das ist genau dieselbe Politik.
Abg. Belakowitsch: Der SPÖ hat auch niemand ...!
Deswegen habe ich persönlich volles Verständnis (Abg. Kickl: Gott sei Dank ist die Wissenschaft nicht auf dich angewiesen!) für alle Menschen, die Sorgen haben und vielleicht sagen, sie vertrauen dieser Regierung hinten und vorne nicht mehr, weil alles, was die Regierung angreift, im Chaos endet. (Abg. Belakowitsch: Der SPÖ hat auch niemand ...!) Das haben wir ja jetzt auch jeden Tag erlebt: Sie schaffen es nicht, das Krisenmanagement auf solide Beine zu stellen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Meine Damen und Herren, in die Elga wurde in den letzten Jahren viel über ebendiesen Finanzausgleich investiert. Man muss sich vorstellen, 56 Millionen Befunde wurden digitalisiert – 56 Millionen Befunde! 98 Prozent aller radiologischen Befunde wurden in dieser Art und Weise digitalisiert und stehen damit anderen Institutionen maschinenlesbar zur Verfügung. Meine Damen und Herren, das ist ein Meilenstein in der Medizin, ein Meilenstein für die Patientinnen und Patienten in unserem Land, weil so Daten zur Verfügung stehen, über die sich Expertinnen und Experten dann auf digitalem Wege austauschen können. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich weiß nicht, ob es die SPÖ mitbekommen hat, aber seit der letzten Regierungsumbildung gibt es wieder eine Staatssekretärin im Bundeskanzleramt, die verfassungsmäßig den Bundeskanzler im Parlament vertreten kann. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Aber sie ist noch nicht Kanzlerin, oder?
Das tut sie mit dem heutigen Besuch hier im Parlament bei diesem Dringlichen Antrag. (Abg. Belakowitsch: Aber sie ist noch nicht Kanzlerin, oder?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Die Staatssekretärin vertritt heute verfassungskonform den Bundeskanzler. Warum? – Weil es mit dem Ukraine-Russland-Konflikt gerade eine extrem kritische Situation gibt und der Bundeskanzler derzeit als österreichischer Regierungschef ganz, ganz wichtige Gespräche zu führen hat. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir gelangen nun zur dringlichen Behandlung des Selbständigen Antrages 2238/A(E). (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich darf auf der Regierungsbank Frau Staatssekretärin Plakolm und die Bundesministerinnen Tanner und Schramböck recht herzlich begrüßen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Die Verteidigungsministerin soll in die Ukraine fahren!
Abgeordneter Mag. Jörg Leichtfried (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren Regierungsmitglieder! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Präsident, Sie haben gesagt, es solle hier wieder „Ruhe einkehren“ – ich bin ja prinzipiell dafür, dass hier Ruhe einkehrt, auch wenn Sie selbst manchmal ein Vertreter des Nicht-so-Ruhe-einkehren-Lassens sind. (Abg. Belakowitsch: Die Verteidigungsministerin soll in die Ukraine fahren!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Eines muss ich aber schon sagen: Den Menschen in Österreich geht das Geld aus und dem Bundeskanzler ist das sowas von wurscht – das ist ein Skandal, geschätzte Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Aber an die Unterschrift nicht mehr!
Geschätzte Damen und Herren, Frau Ministerin Schramböck und Frau Verteidigungsministerin, Sie sind leider die Einzigen, die ich jetzt schon öfters gefragt habe, warum Sie eigentlich noch da sitzen, da Sie ja unterschrieben haben, dass Sie gehen, wenn Herr Kurz geht. Sie können sich wahrscheinlich erinnern, dass ich diese Frage gestellt habe. (Abg. Belakowitsch: Aber an die Unterschrift nicht mehr!) Sie könnten sich diese Fragen in Zukunft ersparen, wenn Sie einmal wieder Politik für die Menschen in Österreich machen, denen es nicht gut geht.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Das ist eine weltweite Entwicklung. Sie hängt von zahlreichen Faktoren ab, die wir hier in Österreich nur begrenzt beeinflussen können. Das sind zum einen die Niedrig- und Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank und internationale Lieferengpässe in wichtigen Branchen, aber genauso auch geopolitische Ereignisse, wie wir sie insbesondere dieser Tage in der Ukraine beobachten und erleben (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), die niedrigen Inflationsraten während der Coronakrise und – Gott sei Dank – die starke wirtschaftliche Erholung seitdem. All diese Faktoren kann Österreich alleine, wie gesagt, nicht ausreichend beeinflussen. Was die österreichische Bundesregierung jedoch macht, ist, die Menschen in dieser Situation nicht alleine zu lassen. Niemand soll in Österreich in einer kalten Wohnung sitzen müssen, weil die Heizkosten zu hoch sind. (Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch.) Niemand soll Existenzängste haben, weil die Preise für Grundnahrungsmittel steigen, und niemand soll sich überlegen müssen, ob er sein Auto für den Weg zur Arbeit tanken kann.
Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch.
Das ist eine weltweite Entwicklung. Sie hängt von zahlreichen Faktoren ab, die wir hier in Österreich nur begrenzt beeinflussen können. Das sind zum einen die Niedrig- und Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank und internationale Lieferengpässe in wichtigen Branchen, aber genauso auch geopolitische Ereignisse, wie wir sie insbesondere dieser Tage in der Ukraine beobachten und erleben (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), die niedrigen Inflationsraten während der Coronakrise und – Gott sei Dank – die starke wirtschaftliche Erholung seitdem. All diese Faktoren kann Österreich alleine, wie gesagt, nicht ausreichend beeinflussen. Was die österreichische Bundesregierung jedoch macht, ist, die Menschen in dieser Situation nicht alleine zu lassen. Niemand soll in Österreich in einer kalten Wohnung sitzen müssen, weil die Heizkosten zu hoch sind. (Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch.) Niemand soll Existenzängste haben, weil die Preise für Grundnahrungsmittel steigen, und niemand soll sich überlegen müssen, ob er sein Auto für den Weg zur Arbeit tanken kann.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen. Bereits im Jahr 2020 haben wir die erste Stufe der Lohn- und Einkommensteuer von 25 auf 20 Prozent gesenkt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Heuer sowie nächstes Jahr folgen die zweite und dritte Tarifstufe von 35 auf 30 Prozent beziehungsweise von 42 auf 40 Prozent. Die Senkung der Lohn- und Einkommensteuer hätte ursprünglich jeweils erst zur Jahresmitte erfolgen sollen, aber damit die Entlastung für die Menschen möglichst früh und rasch spürbar ist, kommen bereits von Jahresbeginn an die ersten Schritte zum Tragen.
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Krisper. – Abg. Haubner: Da haben Sie nicht aufgepasst! – Weiterer Ruf bei der ÖVP: Falsche Rede!
Abgeordnete Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Bundesregierung! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Staatssekretärin, mit Ihrer Rede haben Sie ein bisschen den Nagel auf den Kopf getroffen. Offenbar ist das verkehrte Rollenverständnis die Ursache der schlimmen Situation Österreichs. Denn eines ist klar: Es ist nicht Ihre Aufgabe, auf Probleme aufmerksam zu machen, es ist Ihre Aufgabe und Verantwortung, Probleme zu lösen. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Krisper. – Abg. Haubner: Da haben Sie nicht aufgepasst! – Weiterer Ruf bei der ÖVP: Falsche Rede!)
Abg. Belakowitsch: ... Gutschein ...!
Gießkanne drüberzugehen, denn wir setzen echte, wirksame und spürbare Entlastungen (Abg. Belakowitsch: ... Gutschein ...!) durch unsere Maßnahmen, die Maßnahmen der Bundesregierung. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Aber es blinkt!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Frau Abgeordnete, Sie haben 4 Minuten eingemeldet und Sie haben 3:36 Minuten Ist-Redezeit (Abg. Belakowitsch: Aber es blinkt!) – also ja, das Licht beginnt zu blinken. Sie können auch 10 Minuten verbrauchen, Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, dass Sie in der Redezeit in irgendeiner Form beschränkt werden. – Bitte.
Abg. Belakowitsch: Aber es hat geblinkt!
Frau Abgeordnete Belakowitsch, ich darf Sie nur informieren: Sie haben die Ihnen zugestandene Redezeit von 10 Minuten ausgeschöpft. Sie haben nur 4 Minuten eingemeldet, und am Anfang war ich mit Ihrem Entschließungsantrag beschäftigt, darum habe ich die Uhr zu spät eingestellt. Es gibt zwei Uhren, Sie werden nie um Ihre Redezeit umfallen (Abg. Belakowitsch: Aber es hat geblinkt!), das gibt es nicht. Ihre Unterstellung, dass ich jemandem das Wort wegnehme, möchte ich deutlich zurückweisen. (Abg. Angerer: Sicher ist sicher!)
Zwischenruf bei der SPÖ – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ich darf Ihnen zeigen (eine Tafel mit einem Balkendiagramm in die Höhe haltend), wo Sie in Wien – wenn Sie sich die Vergleiche anschauen – im Verhältnis zur Inflation noch stärker abkassieren: und zwar beim Parken, seit 2010 um 83,3 Prozent mehr (Abg. Höfinger: Unglaublich!), mit 1. Jänner weitere 9,1 Prozent mehr, meine Damen und Herren. (Abg. Höfinger: Das rote Wien!) Heute können Sie in jeder Tageszeitung nachlesen, wie die Stadt Wien da abkassiert. (Abg. Höfinger: Frau Heinisch-Hosek!) Bei den Büchereien – da geht es um die Kinder und viele belesene Leute (Zwischenruf bei der SPÖ) –: 66,6 Prozent. Bei den Hunden: 65,1 Prozent – nirgendwo ist das Halten eines Hundes teurer als in Wien. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Zanger.) Beim Wasser: 55,4 Prozent innerhalb von zehn Jahren, meine Damen und Herren. Bei den Gräbern – es geht wirklich so weit, dass sogar betreffend Gräber eine Preiserhöhung ins Haus steht (Zwischenruf bei der SPÖ – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), vergleichen Sie einmal! –: Was kostet eine Aufbahrungshalle in Wien und was kostet sie in Innsbruck? – In Innsbruck kostet sie 53 Euro, in Wien 440 Euro. Was haben Sie in zwei Monaten vor? – Sie wollen sie in Wien sogar erhöhen. Wien ist sogar zu teuer zum Sterben, meine Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Abgeordneter Peter Wurm (FPÖ): Herr Präsident! Werte Regierungsmitglieder! Ein spannendes Match zwischen ÖVP und SPÖ (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Wer in den letzten Jahren mehr Schaden angerichtet hat, darüber will ich mir kein Urteil anmaßen (Zwischenrufe der Abgeordneten Lukas Hammer und Kollross), aber ich glaube, für den Zuseher ist ganz klar (Zwischenrufe bei der SPÖ): Sehr toll war das nicht.
Sitzung Nr. 143
Abg. Kassegger: USA! – Abg. Belakowitsch: Frackinggas!
Das erste Wichtige ist: Versorgungssicherheit ist gegeben. Das Zweite: Präsidentin von der Leyen hat zugesichert, Verhandlungen mit Alternativanbietern aufzunehmen – und hat das auch schon getan –, damit Lieferengpässe sofort kompensiert werden können. (Abg. Kassegger: USA! – Abg. Belakowitsch: Frackinggas!) Das Dritte und Allerwichtigste ist: Selbst bei einer Nulllieferung ist Versorgungssicherheit bis in den April hinein garantiert. Keine Wohnung in Österreich wird nach Einschätzungen und der Garantie des Energieministeriums kalt sein, wenn es darum geht, Versorgungssicherheit für die Österreicherinnen und Österreicher und Menschen, die in Österreich leben, zu leisten.
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Rauch und Stefan.
Daher bin ich sehr froh, dass heute der Bundeskanzler und der Vizekanzler ganz klar gesagt haben, dass wir eine Herrschaft des Rechts wollen und nie das Recht des Stärkeren akzeptieren können. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Rauch und Stefan.)
Abg. Belakowitsch: Da hat er aber eh recht!
Kommen wir zum eigentlichen Tagesordnungspunkt, zu dem Kollege Kucher ja die Debatte begonnen hat, dann aber schon über den nächsten Tagesordnungspunkt gesprochen hat und nicht über das, worum es geht. (Zwischenruf des Abg. Kucher.) Ich möchte aber trotzdem kurz Stellung zu dem nehmen, was Kollege Kucher gerade gesagt hat. Ich weiß nicht, mir kommt es immer ein bisschen schizophren vor, wenn sich Kollege Kucher hier herausstellt und uns erklärt, dass in Wien alles funktioniert, aber über Kärnten, über sein eigenes Heimatbundesland, redet er nicht, oder eben über das Burgenland, wo man es sich offensichtlich nicht abgeschaut hat. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Kollege Kucher redet immer alles schlecht und tut immer so, als ob in diesem Land nichts funktionieren würde (Abg. Belakowitsch: Da hat er aber eh recht!), als ob wir alle miteinander sozusagen in Mordor leben würden, alle darben würden und angeblich auch nichts funktionieren würde. – Also ganz so ist es auch nicht.
Beifall bei ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten der NEOS. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Dr. Werner Saxinger, MSc (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Damen und Herren! Angesichts der Situation in der Ukraine fällt es mir persönlich heute sehr schwer, Emotionen für Alltagsdiskussionen zu entfachen. Meine Gedanken sind derzeit bei den Menschen in der Ukraine. (Beifall bei ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten der NEOS. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Aber nicht mehr ...!
Das wesentliche Mittel zur Pandemiebekämpfung, sehr geehrte Damen und Herren, ist und bleibt die Impfung, und die Impfung wird immer kostenlos sein. Das ist ganz wichtig, vernünftig, und dazu stehen auch die Bundesregierung und die Koalition. (Abg. Belakowitsch: Aber nicht mehr ...!)
Abg. Belakowitsch: Wo ist denn die wirksam? – Abg. Wurm: Vor einem Jahr hat es geheißen: testen, testen, testen!
Eines ist klar: Coronatests sind nach wie vor ein wichtiger Bestandteil in der Pandemiebekämpfung, und die Tests haben ihre Berechtigung und Bedeutung, ersetzen aber natürlich keine Impfung, keine Händehygiene, keinen Mund-Nasen-Schutz. Meine Frage ist aber: Müssen wir wirklich Testweltmeister sein, wenn es eine wirksame, kostenlose Impfung gibt? Bringt uns das so viel? (Abg. Belakowitsch: Wo ist denn die wirksam? – Abg. Wurm: Vor einem Jahr hat es geheißen: testen, testen, testen!) Der Slogan vom
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es braucht keine Massentests, um das Infektionsgeschehen im Auge zu behalten. Es gibt mittlerweile andere Instrumente wie Abwasseranalysen oder Sequenzierungen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Und es ist durchaus legitim und auch vernünftig und nötig, die Teststrategie jetzt, nach zwei Jahren, zu überdenken, und mit diesem Antrag, den wir heute einbringen, und einem positiven Beschluss wird eine Änderung ermöglicht. Das ist gut so.
Abg. Belakowitsch: Bitte lassts die Kinder in Frieden!
Um eines gleich klar zu sagen und um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen: Es gibt Gruppen, für die Tests mit Sicherheit weiterhin kostenlos bleiben müssen. Das sind medizinische Institutionen wie Krankenhäuser, das sind Alters- und Pflegeheime, das sind Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und Kindergärten (Abg. Belakowitsch: Bitte lassts die Kinder in Frieden!), und das sind auch Tests von symptomatischen Patienten und behördliche Tests.
Abg. Belakowitsch: Wir haben K1 zu Hause sitzen!
Falls Sie den Nachdenkprozess beginnen, würde ich Ihnen gerne noch ein Anliegen mitgeben, worüber man auch nachdenken muss: Das sind die Quarantäneregeln, weil wir ganz viele Leute über Wochen in Quarantäne halten, und das hält diese Menschen vom Arbeitsmarkt fern. Kinder werden in Quarantäne geschickt, das hält deren Eltern vom Arbeitsmarkt fern, und zwar viel zu lange. Wir haben symptomfreie Leute zu Hause sitzen (Abg. Belakowitsch: Wir haben K1 zu Hause sitzen!), die weder gefährdend noch gefährdet sind und am Arbeitsprozess teilnehmen könnten. Weil die Regeln zu streng sind, nehmen sie nicht teil, und das bewirkt einen volkswirtschaftlichen Schaden, der auf Ihre Kappe geht. Die Schulden, die Sie mit dem sinnlosen Massentesten und mit der überzogenen Quarantäne aufhäufen, sind Schulden, die die nächsten Generationen bezahlen müssen. Und Sie machen sich dafür verantwortlich. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Belakowitsch: Erst jetzt?
Lassen Sie mich das auch mit Zahlen untermauern: Wir wissen, dass die Omikronvariante im Vergleich zu Delta zu um 90 Prozent weniger Aufnahmen auf Intensivstationen führt. (Abg. Belakowitsch: Erst jetzt?) Wir wissen auch, dass die Omikronvariante im Vergleich zu Delta um 70 Prozent weniger Aufnahmen auf Normalstationen verursacht. Wir haben seit Anfang Jänner gute Prognosen, die sich zwei, drei Wochen später sehr exakt bewahrheitet haben. Wir haben seit Mitte Jänner stabile Zahlen auf österreichischen Intensivstationen. Wir haben eine Auslastung von 9, 10, 11 Prozent vom ICU-Belag mit Covid-19-Patienten – im Vergleich zur Deltavariante, bei der im Dezember die Auslastung bei 33 Prozent lag. Es sind also jetzt 10 Prozent versus 33 Prozent Anfang Dezember – und das vor dem Hintergrund, dass wir in den letzten Wochen Positivtestungen von 30 000 Menschen pro Tag verzeichnet haben. (Abg. Belakowitsch: Mit welchem Ct-Wert? Das ist auch ...!)
Abg. Belakowitsch: Mit welchem Ct-Wert? Das ist auch ...!
Lassen Sie mich das auch mit Zahlen untermauern: Wir wissen, dass die Omikronvariante im Vergleich zu Delta zu um 90 Prozent weniger Aufnahmen auf Intensivstationen führt. (Abg. Belakowitsch: Erst jetzt?) Wir wissen auch, dass die Omikronvariante im Vergleich zu Delta um 70 Prozent weniger Aufnahmen auf Normalstationen verursacht. Wir haben seit Anfang Jänner gute Prognosen, die sich zwei, drei Wochen später sehr exakt bewahrheitet haben. Wir haben seit Mitte Jänner stabile Zahlen auf österreichischen Intensivstationen. Wir haben eine Auslastung von 9, 10, 11 Prozent vom ICU-Belag mit Covid-19-Patienten – im Vergleich zur Deltavariante, bei der im Dezember die Auslastung bei 33 Prozent lag. Es sind also jetzt 10 Prozent versus 33 Prozent Anfang Dezember – und das vor dem Hintergrund, dass wir in den letzten Wochen Positivtestungen von 30 000 Menschen pro Tag verzeichnet haben. (Abg. Belakowitsch: Mit welchem Ct-Wert? Das ist auch ...!)
Abg. Belakowitsch: Ihr habts eine Vertagung!
Abgeordnete Ing. Mag. (FH) Alexandra Tanda (ÖVP): „Kein Verschenken von Medizinprodukten und Arzneimitteln [...] an das Ausland“ – das ist die Überschrift eines Antrages der FPÖ zu Tagesordnungspunkt 4. (Abg. Belakowitsch: Ihr habts eine Vertagung!)
Abg. Belakowitsch: Vor allem!
Nach dem, was wir am Vormittag gehört haben, bitte ich Sie, geschätzte ZuhörerInnen und ZuseherInnen zu Hause und hier im Plenum, sich diesen Satz einmal auf der Zunge zergehen zu lassen und, wenn es geht, auch ins Herz fallen zu lassen. (Abg. Belakowitsch: Vor allem!)
Abg. Belakowitsch: Die eigenen, ah so!
Was soll eigentlich das Ziel des Antrages sein? Mir erschließt es sich nicht zur Gänze, denn inzwischen kennen wir alle die Transfer- und Reisefreudigkeit und auch die Wandelbarkeit dieses Virus. Die Pandemie ist global und erfordert daher eine globale Solidarität. (Abg. Deimek: Haben Sie zum Thema auch was zu sagen oder geht es da nur um ...?) Solidarität bedeutet, Impfstoffe und andere Arzneimittel an die Länder zu spenden, die sie dringend benötigen. Diese Zusammenarbeit im Rahmen der Entwicklungshilfe ist unabdingbar, um die Pandemie zum Ende zu führen und sie in den Griff zu bekommen. Solidarität bedeutet nicht, aus sozial Schwachen und der Notlage anderer Länder Gewinn zu schlagen. (Abg. Belakowitsch: Die eigenen, ah so!)
Abg. Belakowitsch: Ja, zu Recht!
Zudem muss ich sagen: Seit Monaten kämpft ihr immer wieder gegen die Maßnahmen der Regierung (Abg. Belakowitsch: Ja, zu Recht!), gegen den Erhalt unseres Gesundheitssystems und vor allem gegen die Impfung – mit lautem Gebrüll von den Bänken heraus, was man vor dem Fernseher eh nicht hört. (Abg. Deimek: Es reicht eh, wenn es im Protokoll steht! Ihre Rede ist noch peinlicher ...!) Ihr wollt die Impfung nicht in Österreich, nein – aber nun sollen wir den Impfstoff auch nicht mehr verschenken, sondern verkaufen, obwohl Ersteres im Rahmen der Entwicklungshilfe vorgesehen ist.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die persönliche Freiheit – auch die eines Staates – endet da, wo unsere Entscheidungen und Handlungen die Gemeinschaft beeinträchtigen. Die FPÖ zeigt mit diesem Antrag, dass ihr Freiheitsbegriff nicht über den Tellerrand oder die Staatsgrenze hinausragt, wie wir auch schon heute Vormittag in einigen Beiträgen von Ihnen gehört haben. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Die wollen es ja gar nicht!
Abgeordneter Michel Reimon, MBA (fortsetzend): Jedenfalls werden wir spenden. Wir werden so viel wie möglich machen, um Covid weltweit zu bekämpfen, und wir werden uns auch dafür einsetzen, dass über die Patente der Impfstoffe gesprochen wird. Die müssen in absehbarer Zeit so verfügbar gemacht werden, dass die ganze Welt Zugang zu diesen Impfstoffen bekommt. Afrika, Asien, Südamerika (Abg. Belakowitsch: Die wollen es ja gar nicht!), alle armen Regionen dieser Welt müssen die Möglichkeit haben, billig, am besten kostenlos, Zugang zu Impfstoffen zu bekommen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wer zusieht, kennt sich vielleicht nicht aus, denn irgendwie hat der Herr Bundeskanzler dazwischen ja auch schon angedeutet, dass die Impfpflicht vielleicht gar nicht so in Kraft treten wird. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Zum anderen Thema, die psychosoziale Versorgung von Kindern und Jugendlichen: Ich glaube, Kollegin Heinisch-Hosek hat die Pressekonferenz des Ministers gemeinsam mit Staatssekretärin Plakolm und Minister Polaschek letzte Woche versäumt, denn da ist es ganz genau darum gegangen, nämlich um ein eigenes Paket (Zwischenruf des Abg. Stöger) – Kollege Stöger, man hört dich hier heraußen leider eh nicht – für die psychosoziale Versorgung von Kindern und Jugendlichen durch Psychotherapeutinnen und -therapeuten und Psychologinnen und Psychologen. Also wir tun da schon einiges. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Die wir gewohnt sind!
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Nun werden zu diesen Tagesordnungspunkten die Abänderungsanträge verteilt, und es ist mehr Substanz in den Abänderungsanträgen als in den eigentlichen Anträgen. Das ist eine Arbeitsweise (Abg. Belakowitsch: Die wir gewohnt sind!), die des Hohen Hauses nicht würdig ist. Wir sollten uns nicht daran gewöhnen, so weiterzuschludern, wie sich das in der Pandemie eingeschlichen hat. Wenn zum Beispiel nun im Impfpflichtgesetz eine neue Datenbank aufgenommen wird, dann muss das gesetzlich dem Datenschutzrat zur Stellungnahme vorgelegt werden – und das haben Sie nicht getan. Sie haben das Gesetz nicht eingehalten. Wir können einer solchen Vorgangsweise dann auch nicht zustimmen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die Lockerungen sind zwar schon spürbar, aber wir wissen nicht genau, wie es im Herbst weitergeht. Gleichzeitig wissen wir, dass die Impfung schützt, und zwar dann, wenn die Durchimpfungsrate hoch genug ist. Es ist die Rede von 90 Prozent als Zielwert, dann funktioniert das gesellschaftlich. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Aber was ist eine Impfprämie?
Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Aber was ist eine Impfprämie?)
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Abgeordnete Martina Diesner-Wais (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren im Hohen Haus! Liebe Fernsehzuseher! Frau Kollegin Heinisch-Hosek und Herr Kollege Wurm, wenn Sie bekritteln, dass wir das Impfpflichtgesetz abändern, so hat uns die Pandemie, glaube ich, gelehrt, dass es ständig neue Herausforderungen und Situationen gibt. (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) Daher sind Abänderungen, glaube ich, wichtig.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir haben dieses Gesetz so gemacht, dass es auf viele Fragen Antworten gibt, und so bedarf es auch heute dieser Abänderung. Wie Sie wissen, können seit Montag jene Leute, die eine Impfbefreiung brauchen oder wollen, sich auf Plattformen der jeweiligen Bundesländer entsprechend anmelden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Da braucht es einfach noch technische Anpassungen, nämlich – der Herr Minister hat es schon angesprochen – konkrete Formulierungen (Abg. Wurm: ...Datenschutz!), was den Datenschutz und die Datenplattform betrifft. So ist das, glaube ich, eine gute Sache. (Abg. Belakowitsch: Sie glauben oder Sie wissen, dass es eine gute Sache ist? Sie glauben es nur!)
Abg. Belakowitsch: Sie glauben oder Sie wissen, dass es eine gute Sache ist? Sie glauben es nur!
Wir haben dieses Gesetz so gemacht, dass es auf viele Fragen Antworten gibt, und so bedarf es auch heute dieser Abänderung. Wie Sie wissen, können seit Montag jene Leute, die eine Impfbefreiung brauchen oder wollen, sich auf Plattformen der jeweiligen Bundesländer entsprechend anmelden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Da braucht es einfach noch technische Anpassungen, nämlich – der Herr Minister hat es schon angesprochen – konkrete Formulierungen (Abg. Wurm: ...Datenschutz!), was den Datenschutz und die Datenplattform betrifft. So ist das, glaube ich, eine gute Sache. (Abg. Belakowitsch: Sie glauben oder Sie wissen, dass es eine gute Sache ist? Sie glauben es nur!)
Abg. Belakowitsch: Für Umfragen! – Abg. Wurm: Umfragen auch! Umfragen!
Ein Abänderungsantrag soll nun aber sicherstellen, dass wir die Impfkampagnen in den Gemeinden hier auch gesetzlich verankern können; danach sollen die 75 Millionen Euro den Gemeinden eben für die verschiedenen Dinge ausbezahlt werden: für Gedrucktes, für Onlinekampagnen, Informationen durch Ärzte, Vereine und andere Dinge. (Abg. Belakowitsch: Für Umfragen! – Abg. Wurm: Umfragen auch! Umfragen!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Präsidentin Doris Bures: Zum Schluss sind wir schon in die Nähe einer Wortmeldung gekommen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), aber sonst war es eine richtige und auch geschäftsordnungsgemäße tatsächliche Berichtigung.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir als Österreicher mussten es lernen! Im Staatsvertrag, der unsere Unabhängigkeit bedeutete, wurden wir verpflichtet, die Minderheitenrechte samt Sprache einzuhalten. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Pfurtscheller.) Wir haben uns schwer genug damit getan, wenn ich nur an den Ortstafelkonflikt erinnern darf. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir haben die Lektion gelernt, und es wird Aufgabe eines ehrlichen Maklers sein, auch unserer Spitzendiplomaten, Vereinbarungen zustande zu bringen, in denen Menschenrechte als westliche Werte auch von allen Alliierten eingehalten werden. Das könnte unser Personal erreichen, würde es nicht durch Fehlentscheidungen, die aus dem Chaos der Bundesregierung kommen, beschädigt werden. Pleiten-, Pech- und Pannendienst: Es tut mir leid für das Land, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das sind jetzt schon 6 Minuten!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das sind jetzt schon 6 Minuten!
Wir als Österreicher mussten es lernen! Im Staatsvertrag, der unsere Unabhängigkeit bedeutete, wurden wir verpflichtet, die Minderheitenrechte samt Sprache einzuhalten. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Pfurtscheller.) Wir haben uns schwer genug damit getan, wenn ich nur an den Ortstafelkonflikt erinnern darf. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir haben die Lektion gelernt, und es wird Aufgabe eines ehrlichen Maklers sein, auch unserer Spitzendiplomaten, Vereinbarungen zustande zu bringen, in denen Menschenrechte als westliche Werte auch von allen Alliierten eingehalten werden. Das könnte unser Personal erreichen, würde es nicht durch Fehlentscheidungen, die aus dem Chaos der Bundesregierung kommen, beschädigt werden. Pleiten-, Pech- und Pannendienst: Es tut mir leid für das Land, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das sind jetzt schon 6 Minuten!)
Beifall bei ÖVP, SPÖ, Grünen und NEOS. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordnete Mag. Elisabeth Scheucher-Pichler (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Gesundheitsminister! Sehr geehrter Herr Arbeitsminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren hier im Plenum, aber auch zu Hause! Es ist traurig, wenn eine ausgebildete Ärztin ständig Studien falsch zitiert. Frau Dr. Belakowitsch, Sie wissen ganz genau, dass in diesen Studien steht, dass die Impfung gegen einen schweren Verlauf der Krankheit schützt. Es gibt derzeit keine einzige Person in Österreich, die dreifach geimpft ist und intubiert auf einer Intensivstation liegt. Darum geht es: Die Impfung schützt vor einem schweren Verlauf. (Beifall bei ÖVP, SPÖ, Grünen und NEOS. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ihre Aussagen sind ja mittlerweile in Österreich bekannt und ich möchte sie jetzt gar nicht weiter kommentieren (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), möchte aber doch noch auf Kollegin Rosa Ecker von der FPÖ kurz eingehen, die vorhin gemeint hat, die Grünen und auch wir von der ÖVP wären nur für professionelle Pflege. Das ist zwar nicht das Thema, aber ich muss es trotzdem sagen: Ja, natürlich sind wir für professionelle Pflege. Auch für zu Hause, als Unterstützung der pflegenden Angehörigen, gibt es natürlich mobile Dienste und Vereine, die zu 33 Prozent pflegende Angehörige unterstützen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich ersuche die Damen und Herren, die dafür sind, um entsprechende Zustimmung. (Rufe bei der ÖVP: Acht!) – Tagesordnungspunkt 8: Gesundheitstelematikgesetz. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Sitzung Nr. 145
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Das heißt, unsere Neutralität ist mehr als hilfreich, wenn es darum geht, auch Brücken bauen zu können, den Dialog anzubieten, aber machen wir uns nichts vor und seien wir nicht naiv: Wir reden von Opfer und Täter und wir reden davon, dass wir ein Gegenüber haben. Ich werde auch nicht müde, das zu tun, den Dialog einzufordern, daran zu appellieren, dass der Dialog besser als das Töten ist (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), aber dafür ist es notwendig, dass die Waffen aus der Hand gegeben werden. Der, der jetzt in den Dialog eintreten soll, hat gerade beide Hände voll (die Hände nacheinander hebend): Panzer, Gewehre, Flugzeuge, Raketen, Artillerie. Und irgendetwas davon muss aus den Händen verschwinden, denn sonst ist kein Dialog möglich.
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker.
Morgen kommt der polnische Ministerpräsident zu uns. Polen hat zweimal gelitten: einmal unter dem Naziterror und einmal unter dem Terror der Sowjets. Die Polen haben im Rat der Regierungschefs klar bekannt: Sie werden sich nie wieder teilen und besetzen und ihre Mitmenschen ermorden lassen, sondern sie werden sich dagegen zur Wehr setzen. Das ist nicht meine Rhetorik, sondern die unserer polnischen Freunde – und die entsteht nicht aus Überheblichkeit, die entsteht aus Angst vor einem Aggressor. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Das geht immer nur, wenn man sich auf Augenhöhe begegnet, wenn man Vertrauen als Handelspartner signalisiert. Weil ich schon gehört habe, dass es hier im Plenum Bedenken gibt, dass auch das keine Regierungsformen sind, die unseren Standards in der Europäischen Union entsprechen: Das stimmt, aber das Thema ist das Ziel der Energieunabhängigkeit, das müssen wir erreichen, nämlich wenn wir an die fossilen Brennstoffe denken. Betreffend die Produktionsländer werden Sie diesen Befund ganz oft vorfinden. Entscheidend ist jetzt: erste Phase: Energiesicherheit für die Menschen herstellen, dass wir auch für den nächsten Winter Sicherheit haben, Einlagerung von Gas (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch); zweite Phase: mehr Energieanbieter und damit strukturelle Reduzierung von Abhängigkeit vom russischen Gas (Abg. Hafenecker: Wo kommen die her?); dritter Schritt: Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Elf Monate sind jetzt keine lange Zeit, mag man meinen. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Es gibt aber eine sehr, sehr herzeigbare Erfolgsbilanz, die wir zum Teil über die Fraktionen hinweg, jedenfalls aber mit dem Regierungspartner und im Gesundheitsressort an der Spitze mit Wolfgang Mückstein erreicht haben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir wissen, dass die Pflegereform eine riesige Aufgabe ist, aber es sind - - (Abg. Belakowitsch: Wo ist sie? Ja, wo ist sie?) – Danke für die Bemerkung. Die Pflegereform wird immer so etwas sein, das man nur an vielen Bausteinen erkennt, und aus diesen wird ein Gebäude gebaut. Eine Pflegereform, die wie ein Urknall auf uns herabkommt und dann alles löst, wird es nicht geben.
Abg. Belakowitsch: Wo ist sie? Ja, wo ist sie?
Elf Monate sind jetzt keine lange Zeit, mag man meinen. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Es gibt aber eine sehr, sehr herzeigbare Erfolgsbilanz, die wir zum Teil über die Fraktionen hinweg, jedenfalls aber mit dem Regierungspartner und im Gesundheitsressort an der Spitze mit Wolfgang Mückstein erreicht haben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir wissen, dass die Pflegereform eine riesige Aufgabe ist, aber es sind - - (Abg. Belakowitsch: Wo ist sie? Ja, wo ist sie?) – Danke für die Bemerkung. Die Pflegereform wird immer so etwas sein, das man nur an vielen Bausteinen erkennt, und aus diesen wird ein Gebäude gebaut. Eine Pflegereform, die wie ein Urknall auf uns herabkommt und dann alles löst, wird es nicht geben.
Abg. Belakowitsch: Ja!
Ich weiß es und Sie wissen es, dass Sie die Möglichkeit haben, da noch gegenzusteuern, und ich hoffe, dass Sie das tun werden. Wien zeigt vor, wie es geht (Abg. Belakowitsch: Ja!), und Sie können es für ganz Österreich in die Hand nehmen, Herr Gesundheitsminister!
Abg. Belakowitsch: Natürlich! – Oh-Rufe bei der SPÖ.
Abgeordnete Gabriela Schwarz (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! (In Richtung des den Saal verlassenden Bundeskanzlers Nehammer:) Ich möchte auch erklären, warum der Bundeskanzler gerade den Saal verlässt: Der Kiewer Bürgermeister hat bereits mehrmals versucht, ihn dringend telefonisch zu erreichen. (Abg. Belakowitsch: Natürlich! – Oh-Rufe bei der SPÖ.) Wenn Sie das anzweifeln, dann entbehrt das für mich jeder Grundlage, und ich verstehe das Raunen überhaupt nicht.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Jetzt zur Pandemiebekämpfung: Es wird Sie natürlich interessieren: Wie mache ich denn das, mich – oder uns – bestmöglich auf den Herbst vorzubereiten? – Ich sage das deshalb, weil ich ja nicht zu denen gehören, die sagen: Die Pandemie ist vorbei! – Ich würde davor dringend warnen. Ich würde schon gerne den Zugang wählen: so viele Maßnahmen wie notwendig, und so wenige wie möglich. Das heißt: diese Balance und diese Ausgewogenheit zu behalten und die Akzeptanz der Menschen ein Stück weit wieder zurückzugewinnen. Diese ist aufgrund der Länge der Pandemie und vielleicht auch durch die eine oder andere nicht ganz nachvollziehbare Maßnahme ein Stück weit verloren gegangen, und es wird notwendig sein, diesen Konsens wieder zustande zu bekommen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Das fängt gut an!
Das heißt, damit bin ich dann beim Thema der Impfung: Morgen wird der Bericht der Kommission präsentiert. Da sage ich ganz klar dazu, mein Zugang ist, es gibt zwei Leitplanken, die für mich maßgeblich sind: Das eine ist die Wissenschaftlichkeit, die Wissenschaft, die Expertise – auf die ist zu bauen –, und das Zweite ist die Verfassungsmäßigkeit und das Einbetten in die Verfassung der Republik Österreich. Diese beiden Leitplanken stehen, und zwischen diesen beiden Leitplanken werden sich die Maßnahmen der Bundesregierung, was die weitere Vorgangsweise angeht, befinden müssen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Das fängt gut an!)
Heiterkeit und Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ein Satz noch zur Rolle der Parlamentsparteien: Ich möchte mich ausdrücklich bei der SPÖ und bei den NEOS bedanken, die in diesem Parlament die Impfpflicht mitbeschlossen haben. Das war bei Gott keine leichte Übung für Sie. Ich kenne auch die innerparteilichen Diskussionen in meiner eigenen Partei. Sie haben das getan, Sie haben staatspolitische Verantwortung übernommen (Heiterkeit und Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und Sie können sicher sein, dass ich mich bemühe, Sie in weiterer Folge in die Entscheidungen auch einzubeziehen, weil das keine Einbahn sein kann.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Um nur ein paar Beispiele zu nennen: Vucić hat in Serbien seine Medien die Fakenews, die Putin verbreitet, drucken lassen, und es gab dort Massendemonstrationen, bei denen der Krieg gegen die Ukraine gutgeheißen wurde. Dodik, der sagt, Srebrenica war kein Völkermord, hat sich mit Lawrow, mit dem russischen Außenminister, zwei Tage nach Kriegsbeginn ausgetauscht. In Bosnien sind bald Wahlen, und wenn wir übersehen, wie all diese despotischen Autokraten rund um Russland Putin nicht nur die Hand reichen, sondern diesen unterstützen, dann werden wir sehr von einem verheerenden Dominoeffekt überrascht sein, der jetzt einsetzen wird und der dann womöglich tatsächlich nicht mehr aufzuhalten ist. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Und ich sage gezielt nur „die vier Parteien“, denn eines muss man schon sagen: Die Rolle der Freiheitlichen heute hier war wieder klar. Ihr seid der verlängerte Arm Putins in diesem Parlament (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und wenn irgendjemand hier nicht neutral ist, dann sind das die Freiheitlichen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) Von euch, von der FPÖ-Spitze, gibt es Fotos in Moskau, es gibt die Fotos der Außenministerin, die den Knicks macht – wenn die jetzt im Rat sitzen würde, könnte sie ein Veto aussprechen. Macht doch ihr einmal etwas, macht es einmal transparent! (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ein guter Sozialminister muss darauf achten, dass die Sozialsysteme so aufgebaut sind, dass sie auch in 40, 50 Jahren noch solide Leistungen bieten können. Ein guter Sozialminister muss in der Regierung auch auf den Tisch hauen, damit die Republik nicht Milliarden an Steuergeld für Unfug wie Energiegutscheine, Einmalzahlungen und Impflotterien verbläst. Und wenn wir für Coronatests mehr als doppelt so viel ausgeben wie für die gesamte Mindestsicherung, müssen sich der Sozialminister und der Gesundheitsminister gleichzeitig aufregen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ja, es relativiert sich alles sonst. Wie unzufrieden sind wir eigentlich sehr oft? Gerade deswegen, meine sehr geehrten Damen und Herren, halte ich es auch für besonders wichtig, dass wir zusammenstehen, dass wir das Konstruktive in den Mittelpunkt stellen, auch hier in Österreich, in unserer Arbeit im Parlament für die Menschen in Österreich (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), dass wir alles tun, um Gräben zuzuschütten, um Risse zu kitten, um Spaltungen zu verhindern, über die in der letzten Zeit sehr oft gesprochen und diskutiert wurde – und zwar in allen Bereichen unseres Lebens, in allen Bereichen der Gesellschaft. Gerade jetzt gilt es, zusammenzustehen, den Menschen Sicherheit zu geben, Zusammenhalt, Vertrauen in unsere Gesellschaft in Österreich, aber auch Vertrauen in Europa. Geben wir den Österreicherinnen und Österreichern Halt, Zuversicht und Sicherheit, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Maurer und Zorba.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Du hast heute den hohen Stellenwert des Sozialstaats betont, die Wichtigkeit des Sozialstaats. Tatsächlich ist es diesem Sozialstaat zu verdanken, dass wir ohne gröbere soziale Verwerfungen durch diese Krise gekommen sind, dass wir mit einem funktionierenden Gesundheitssystem durch diese Krise gekommen sind, das in der Lage war, Impfungen für sehr viele Menschen aufzustellen, die Betreuung und Versorgung von sehr vielen kranken Menschen sicherzustellen, und das sich als ausgesprochen widerstandsfähig gegen die enormen Belastungen, die wir gehabt haben, erwiesen hat. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: ... OTS hinausgeschickt! – Abg. Hafenecker: Schauen Sie die „Pressestunde“ nach in der TVthek!
Ich glaube, was ganz, ganz wesentlich ist, wenn wir jetzt schauen, was unser Weg sein kann, als Europa, als Österreich damit umzugehen: Hört auf mit dieser Nato-Buttons- oder Sonst-was-Welt! Ja, bitte, hauen Sie sie einfach irgendwo hin! Das hat jetzt keinen Wert. Der einzige Wert, den wir jetzt haben, ist zu sagen: Wir sind offen, wir sind der Neutralität verpflichtet. – Das hat nie jemand angezweifelt. Das wurde unterstellt. Das hat weder unser Sicherheitssprecher noch sonst jemand angezweifelt. (Ruf bei der FPÖ: Der Nehammer!) Nie, das wurde unterstellt. (Abg. Belakowitsch: ... OTS hinausgeschickt! – Abg. Hafenecker: Schauen Sie die „Pressestunde“ nach in der TVthek!) – Ich verstehe Sie leider so schwer.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Österreich, das an sich den Anspruch stellt, selbst Architekt dieser neuen Welt zu sein – das müssen wir machen, und zwar gemeinsam. Und das vermisse ich. Das war vor zwei Wochen so, und ich hätte das gerne wieder, und zwar Entschlossenheit, Klarheit und dass wir diese Angriffe auf unsere Art zu leben, auf unsere Demokratie gemeinsam – gemeinsam! – (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) abwehren.
Sitzung Nr. 147
Abg. Rendi-Wagner – auf dem Weg zum Rednerpult –: 10 Minuten! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Zu Wort gemeldet ist Frau Klubobfrau Rendi-Wagner. – Sie wissen, 20 Minuten ist die Erstredezeit. (Abg. Rendi-Wagner – auf dem Weg zum Rednerpult –: 10 Minuten! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) – Entschuldigung, 10 Minuten, nicht 20 Minuten. Ich hätte Ihnen mehr zugeteilt. – Bitte, Frau Klubobfrau.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Sie haben recht, die Energiepreise waren schon zu Jahresbeginn ein Problem. Das war sichtbar und spürbar für die Menschen. Zu all dem kam noch ein Krieg dazu. Das ist tatsächlich eine unglaubliche Katastrophe für Europa, aber vor allem für die Menschen in der Ukraine. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Aus den Kriegsfolgen heraus entstehen große Herausforderungen für die europäische Wirtschaft wie die Weltwirtschaft. (Ruf bei der ÖVP – in Richtung SPÖ –: Es reicht!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wie komme ich zu dem Punkt? (Abg. Hafenecker: Das weiß ich auch nicht!) Das Thema, das uns alle beschäftigt, ist (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Was sind die Konsequenzen des Krieges? (Abg. Belakowitsch: Nein, das ist nicht das Thema!), und die Konsequenzen des Krieges sind unter anderem hohe Energiepreise und Zuliefererausfälle (Abg. Belakowitsch: Nein, Sie haben gerade gesagt ...!), die noch weit über das Maß hinausgehen, das Klubobfrau Pamela Rendi-Wagner angesprochen hat. (Abg. Kassegger: Beides falsch!) Die Ukraine ist einer der größten Autozulieferer (Abg. Belakowitsch: Falsche Analyse, keine Lösung!), und der Einmarsch der Russischen Föderation und der Krieg führen dazu, dass die Produktion ausfällt, das führt dazu, dass BMW nicht produziert, und das führt dazu, dass in Oberösterreich Autozuliefererbetriebe nicht mehr produzieren können und bereits wieder Kurzarbeit beantragt haben. (Abg. Belakowitsch: Na, genau!)
Abg. Belakowitsch: Nein, das ist nicht das Thema!
Wie komme ich zu dem Punkt? (Abg. Hafenecker: Das weiß ich auch nicht!) Das Thema, das uns alle beschäftigt, ist (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Was sind die Konsequenzen des Krieges? (Abg. Belakowitsch: Nein, das ist nicht das Thema!), und die Konsequenzen des Krieges sind unter anderem hohe Energiepreise und Zuliefererausfälle (Abg. Belakowitsch: Nein, Sie haben gerade gesagt ...!), die noch weit über das Maß hinausgehen, das Klubobfrau Pamela Rendi-Wagner angesprochen hat. (Abg. Kassegger: Beides falsch!) Die Ukraine ist einer der größten Autozulieferer (Abg. Belakowitsch: Falsche Analyse, keine Lösung!), und der Einmarsch der Russischen Föderation und der Krieg führen dazu, dass die Produktion ausfällt, das führt dazu, dass BMW nicht produziert, und das führt dazu, dass in Oberösterreich Autozuliefererbetriebe nicht mehr produzieren können und bereits wieder Kurzarbeit beantragt haben. (Abg. Belakowitsch: Na, genau!)
Abg. Belakowitsch: Nein, Sie haben gerade gesagt ...!
Wie komme ich zu dem Punkt? (Abg. Hafenecker: Das weiß ich auch nicht!) Das Thema, das uns alle beschäftigt, ist (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Was sind die Konsequenzen des Krieges? (Abg. Belakowitsch: Nein, das ist nicht das Thema!), und die Konsequenzen des Krieges sind unter anderem hohe Energiepreise und Zuliefererausfälle (Abg. Belakowitsch: Nein, Sie haben gerade gesagt ...!), die noch weit über das Maß hinausgehen, das Klubobfrau Pamela Rendi-Wagner angesprochen hat. (Abg. Kassegger: Beides falsch!) Die Ukraine ist einer der größten Autozulieferer (Abg. Belakowitsch: Falsche Analyse, keine Lösung!), und der Einmarsch der Russischen Föderation und der Krieg führen dazu, dass die Produktion ausfällt, das führt dazu, dass BMW nicht produziert, und das führt dazu, dass in Oberösterreich Autozuliefererbetriebe nicht mehr produzieren können und bereits wieder Kurzarbeit beantragt haben. (Abg. Belakowitsch: Na, genau!)
Abg. Belakowitsch: Falsche Analyse, keine Lösung!
Wie komme ich zu dem Punkt? (Abg. Hafenecker: Das weiß ich auch nicht!) Das Thema, das uns alle beschäftigt, ist (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Was sind die Konsequenzen des Krieges? (Abg. Belakowitsch: Nein, das ist nicht das Thema!), und die Konsequenzen des Krieges sind unter anderem hohe Energiepreise und Zuliefererausfälle (Abg. Belakowitsch: Nein, Sie haben gerade gesagt ...!), die noch weit über das Maß hinausgehen, das Klubobfrau Pamela Rendi-Wagner angesprochen hat. (Abg. Kassegger: Beides falsch!) Die Ukraine ist einer der größten Autozulieferer (Abg. Belakowitsch: Falsche Analyse, keine Lösung!), und der Einmarsch der Russischen Föderation und der Krieg führen dazu, dass die Produktion ausfällt, das führt dazu, dass BMW nicht produziert, und das führt dazu, dass in Oberösterreich Autozuliefererbetriebe nicht mehr produzieren können und bereits wieder Kurzarbeit beantragt haben. (Abg. Belakowitsch: Na, genau!)
Abg. Belakowitsch: Na, genau!
Wie komme ich zu dem Punkt? (Abg. Hafenecker: Das weiß ich auch nicht!) Das Thema, das uns alle beschäftigt, ist (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Was sind die Konsequenzen des Krieges? (Abg. Belakowitsch: Nein, das ist nicht das Thema!), und die Konsequenzen des Krieges sind unter anderem hohe Energiepreise und Zuliefererausfälle (Abg. Belakowitsch: Nein, Sie haben gerade gesagt ...!), die noch weit über das Maß hinausgehen, das Klubobfrau Pamela Rendi-Wagner angesprochen hat. (Abg. Kassegger: Beides falsch!) Die Ukraine ist einer der größten Autozulieferer (Abg. Belakowitsch: Falsche Analyse, keine Lösung!), und der Einmarsch der Russischen Föderation und der Krieg führen dazu, dass die Produktion ausfällt, das führt dazu, dass BMW nicht produziert, und das führt dazu, dass in Oberösterreich Autozuliefererbetriebe nicht mehr produzieren können und bereits wieder Kurzarbeit beantragt haben. (Abg. Belakowitsch: Na, genau!)
Abg. Belakowitsch: Was ist daran zynisch?
Die Ukraine ist darüber hinaus einer der größten Weizenexporteure. Diese Weizenlieferungen werden dieses Mal ausfallen. Das heißt, dass die Welt sich bereits Sorgen macht, wie das kompensiert werden kann. (Ruf bei der SPÖ: Was machen Sie?! – Weiterer Zwischenruf bei der SPÖ.) Das Zynische an all dem ist noch (Abg. Belakowitsch: Was ist daran zynisch?), der nächst größere Weizenproduzent nach der Ukraine ist die Russische Föderation.
Abg. Belakowitsch: Auf was denn?!
Die Bundesregierung hat jeweils darauf reagiert, auf jede Herausforderung. (Abg. Belakowitsch: Auf was denn?!) Die Energiekosten waren wie gesagt schon zum Jahresanfang hoch, und ja, gerade die BezieherInnen von kleinen Pensionen haben sich große Sorgen gemacht. Die Seniorinnen- und Seniorenvertreter haben bei der Bundesregierung für die Anliegen der Pensionistinnen und Pensionisten vorgesprochen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die Bundesregierung hat jeweils darauf reagiert, auf jede Herausforderung. (Abg. Belakowitsch: Auf was denn?!) Die Energiekosten waren wie gesagt schon zum Jahresanfang hoch, und ja, gerade die BezieherInnen von kleinen Pensionen haben sich große Sorgen gemacht. Die Seniorinnen- und Seniorenvertreter haben bei der Bundesregierung für die Anliegen der Pensionistinnen und Pensionisten vorgesprochen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Nichts hat sie gemacht!
Und ja, auch die sozial Schwachen sind besonders von den hohen Energiekosten betroffen. Die Bundesregierung hat reagiert. (Abg. Belakowitsch: Nichts hat sie gemacht!) Wir haben das erste Antiteuerungspaket in diesem Jahr beschlossen – das erste –, mit einem Wert von 1,7 Milliarden Euro. Was heißt das für die Betroffenen? – Für die Betroffenen heißt das, wenn sie einkommensschwach sind (Abg. Kickl – mit den Händen einen sich öffnenden Kreis formend –: Puff!), eine Entlastung von 800 Euro im Jahr bei den Energiekosten – 800 Euro im Jahr! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Null! 140 Euro!
Darüber hinaus senken wir die Abgabe für Erdgas und Elektrizität. Das klingt technisch, was heißt das in der Auswirkung? (Abg. Belakowitsch: Null! 140 Euro!) – Mit 900 Millionen Euro werden Unternehmen durch diese Senkung entlastet. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Leichtfried: Ja die Thermenhotels und die Seilbahnen! Der Herr Hörl freut sich drauf!) – Meine Damen und Herren, Sie werden vor den Fernsehgeräten die Zwischenrufe nicht hören können, aber es ist ja geradezu so: Je lauter oft die Opposition kritisiert, desto richtiger handelt die Regierung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kickl – erheitert –: Das ist heute aber auch sehr laut!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Also: Entlastung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, Entlastung der Wirtschaft, Entlastung auch derer, die für unsere Lebensmittel sorgen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), für die Bäuerinnen und Bauern. Auch da wurde Vorsorge getroffen, indem eine Reduzierung beim Agrardiesel auf ein Jahr erreicht worden ist. Das ist übrigens eine Maßnahme, die deutlich weiter geht als die Maßnahmen der so oft erwähnten Nachbarstaaten. Weil Sie schon so oft über die Nachbarstaaten reden, Frau Abgeordnete und Klubobfrau (in Richtung Abg. Rendi-Wagner): Danke für die Gelegenheit, es hilft auch immer wieder der Blick in die internationalen Medien! Wenn die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ sagt, Österreich hilft zehnmal mehr als die Bundesrepublik Deutschland, dann wird sie das nicht tun, weil sie ein Sprachrohr der österreichischen Bundesregierung ist. Das ist der Faktenbeweis, dass diese Bundesregierung gegen die Krise investiert und den Menschen tatsächlich hilft. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Diese betroffene Gruppe wird jetzt besonders entlastet, und zwar spürbar, das heißt bei der Pendlerpauschale bis zu 1 200 Euro, und da ist egal, ob die in Kärnten leben und weit fahren müssen – mit dem kleinen Pauschale – oder sogar das große Pauschale brauchen, weil sie im Waldviertel sind. Das Entscheidende ist, dass die Menschen entlastet werden, und zwar spürbar und nicht irgendwie theoretisch. Beim kleinen Pauschale reden wir von 1 200 Euro im Jahr, beim großen Pendlerpauschale – das hängt immer von der Entfernung ab (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) – von 1 600 Euro im Jahr. Das heißt also auch da konkrete und tatsächliche Hilfe. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich möchte nur das Beispiel einer MindestpensionistIn, von denen wir 240 000, 250 000 in Österreich haben, bringen: 150 Euro wurden bereits überwiesen, mit der Februarpension ausbezahlt – der erste Teil. Weitere 150 Euro kommen; es sind noch einmal 150 Euro in diesem Paket vorgesehen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Dann kommt die Ökostrompauschale mit 100 Euro, die sich da zu Buche schlägt. Die Länder haben einen Heizkostenzuschuss zwischen 170 und 270 Euro beschlossen und wir haben einen Gutschein für den Stromausgleich, für die steigenden Kosten im Strombereich, der dann bei der nächsten Stromabrechnung abgezogen wird. Wissen Sie, was das ist, Frau Kollegin Rendi-Wagner? – Wenn man das zusammenzählt, dann ist das eine 15. Pension für eine MindestpensionistIn – eine 15. Pension! Die Mindestpension liegt bei 1 000 Euro und inklusive des Heizkostenzuschusses durch das jeweilige Bundesland kommt diese MindestpensionistIn auf eine 15. Monatspension. So hilft man den Menschen, die das auch brauchen! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Wo leben Sie eigentlich? – Zwischenruf des Abg. Kassegger.
Die Senkung der Elektrizitätsabgabe und der Gasverbrauchsabgabe – das hat der Bundeskanzler schon geschildert –: Das geht natürlich in Unternehmen, die energieintensiver sind. Auch von der Höhe her wird dort natürlich mehr rückvergütet und es schlägt sich stärker nieder. In einem normalen Haushalt sind es in etwa 100, 150 Euro, aber natürlich sind das in einem energieintensiven Betrieb Tausende von Euro. (Abg. Belakowitsch: Wo leben Sie eigentlich? – Zwischenruf des Abg. Kassegger.) Insgesamt sind das 900 Millionen Euro. Das ist das größte Paket von diesen 2 Milliarden Euro.
Abg. Belakowitsch: In der Zwischenzeit ...!
Die Treibstoffrückvergütung für KMUs und auch für die Bäuerinnen und Bauern, ein Paket zum Umstieg auf E-Mobilität für unsere Betriebe, eine Liquiditätshilfe für die Unternehmerinnen und Unternehmer durch Herabsetzung der Einkommensteuer- und Körperschaftsteuervorauszahlungen, der Ausgleich für steigende Energiekosten im öffentlichen Verkehr und zusätzlich 250 Millionen Euro für Windkraft- und Fotovoltaikprojekte: Das ist dieses Paket – 2 Milliarden Euro! Wir werden das heute und morgen einbringen, damit wir es möglichst rasch im parlamentarischen Prozess beschließen können. (Abg. Belakowitsch: In der Zwischenzeit ...!)
Abg. Belakowitsch: Da wird ...!
Was kommt dazu? – Frau Kollegin Rendi-Wagner, weil Sie von einer breiten Entlastung gesprochen haben: Dazu kommt eine ökosoziale Steuerreform mit einem Volumen von 18 Milliarden Euro – von 18 Milliarden Euro! (Abg. Leichtfried: Was ist an einer Körperschaftsteuersenkung ökologisch oder sozial?) Nur, um es noch einmal in Erinnerung zu rufen: Eine Familie mit einem Kind – Verdienst 1 489 Euro netto und 1 544 Euro netto; das ist die breite Bevölkerung –: eine Entlastung von über 1 500 Euro für diese Familie mit einem Kind. Das ist spürbar! (Abg. Belakowitsch: Da wird ...!) Das Geld kommt in den Geldtaschen der Menschen auch an. Das haben wir beschlossen, das ist in Umsetzung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Kassegger.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir haben aber nicht nur diese klimapolitischen Maßnahmen getroffen, beispielsweise ist auch die weitere Vergünstigung von Öffitickets enthalten; auch das ist eine Maßnahme, die sozial extrem treffsicher ist. Warum? (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Weil Menschen mit geringem Einkommen die Öffis stärker benutzen, weil sie seltener ein Auto haben; deshalb geht die Senkung der Ticketpreise ganz klar verstärkt in diese Schichten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Rauch: Das größte Blödsinnpaket, das es jemals gegeben hat, das größte Blödsinnpaket!
Sozial ist es auch, einen Energiekostenscheck in der Höhe von 150 Euro auszustellen. Das ist auch sozial. Es ist auch sozial, den Ökostromförderbeitrag und die Pauschale runterzusetzen, weil das den Haushalten und den Betrieben zugutekommt. Das ist auch ein sozialer Weg. (Beifall des Abg. Haubner.) Und es ist sozial, ein Pilotprojekt zu starten, in dem wir 10 Millionen Euro investieren, um genau die einkommensschwachen Haushalte, die derzeit einen Kühlschrank zu Hause haben (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Rauch: Das größte Blödsinnpaket, das es jemals gegeben hat, das größte Blödsinnpaket!), der energieintensiv ist, zu bewegen, diesen zu tauschen, sodass wir weniger energieintensive Kühlschranke in den Haushalten haben. Das ist auch sozial.
Abg. Belakowitsch: Die Bundesländer ...! Aber was macht die Bundesregierung besser?
zwar mehr als in anderen Bundesländern, dass auch die Abgaben und der Wasserpreis erhöht werden. (Abg. Belakowitsch: Die Bundesländer ...! Aber was macht die Bundesregierung besser?) Das ist nicht sozial! Machen Sie etwas in Wien und schimpfen Sie nicht immer Richtung Bundesregierung! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Was macht die Bundesregierung besser?)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Was macht die Bundesregierung besser?
zwar mehr als in anderen Bundesländern, dass auch die Abgaben und der Wasserpreis erhöht werden. (Abg. Belakowitsch: Die Bundesländer ...! Aber was macht die Bundesregierung besser?) Das ist nicht sozial! Machen Sie etwas in Wien und schimpfen Sie nicht immer Richtung Bundesregierung! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Was macht die Bundesregierung besser?)
Abg. Belakowitsch – erheitert –: Ins Bodenlose? In den Himmel!
Die Energiepreise schießen ins Bodenlose, Tanken wird zum Luxus. (Abg. Belakowitsch – erheitert –: Ins Bodenlose? In den Himmel!) Als Nächstes werden die Mieten, die Energiepreise und die Lebensmittelpreise kräftig ansteigen – und die Regierung schaut nach wie vor zu. Über die aktuellen Probleme im Energiebereich zu reden ist eine Sache, den
Abg. Belakowitsch: Und was machen Sie?
Ich möchte aber noch kurz – abgesehen von der Voodooökonomie der Freiheitlichen – auf ein paar Vorschläge und Maßnahmen, die von anderen Fraktionen gekommen sind, eingehen. Viele davon, glaube ich, sind auch sinnvoll – und man kann auch versuchen, diese in zukünftige Pakete einzuweben –, aber teilweise fragt man sich schon, was damit bezweckt wird. Zum Beispiel scheinen FPÖ und SPÖ anzunehmen, dass diejenigen, denen man jetzt am stärksten unter die Arme greifen muss, die man in dieser Krise wirklich unterstützen muss, die Mineralölkonzerne sind. (Zwischenruf der Abg. Holzleitner.) Von einer Mehrwertsteuersenkung und von einer Mineralölsteuersenkung, wie Sie sie vorschlagen, haben nämlich in erster Linie – vor allem in einem Verkäufermarkt, wie der Treibstoffmarkt einer ist – natürlich die Verkäufer etwas – das sind die Mineralölkonzerne. Wenn Sie das wollen, dann ist das sicher eine treffsichere Maßnahme. (Abg. Belakowitsch: Und was machen Sie?)
Abg. Belakowitsch: Langsamer fahren!
Deshalb – auch gerichtet an den Abgeordneten Loacker –: Die Pendlerpauschale und insbesondere der Pendlereuro sind natürlich die treffsicheren Instrumente. Wenn man weit fahren muss – das betrifft aber auch die, die mit den Öffis fahren –, dann kriegt man eine Unterstützung vom Staat – das ist auch sinnvoll, weil die ja stärker betroffen sind –, gleichzeitig bleibt aber der Anreiz aufrecht, umzusteigen. Man kann langsamer fahren, Sprit einsparen, man kann umsteigen. (Abg. Belakowitsch: Langsamer fahren!) Quasi alles, was man macht, um den Ausstoß zu senken, hilft und man profitiert davon. Das ist sozusagen ein Anreiz, eigentlich eine zusätzliche CO2-Bepreisung, und in dem Sinn sowohl treffsicher, es unterstützt, und ist gleichzeitig auch ökologisch quasi halbwegs treffsicher.
Sitzung Nr. 149
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch. – Abg. Wurm: Ha, ha!
Genau deshalb auch noch ein paar Worte zum Antrag der Abgeordneten Angerer, Kolleginnen und Kollegen betreffend Lehrabschlussprämie: Ich weiß nicht, wie oft uns als Volkspartei bereits vorgeworfen wurde, wir würden über die Sozialpartner drüberfahren. (Zwischenruf des Abg. Wurm.) Die vereinte Opposition wildert aber in der Zwischenzeit selbst im Revier der Sozialpartner. Auf dieser Ebene müsste nämlich das Einführen eines Bonus für einen Lehrabschluss ausverhandelt werden. Es ist ganz klar eine Vereinbarung zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern auf Basis von Kollektivverträgen. (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch. – Abg. Wurm: Ha, ha!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Diese Regierung ist die erste, die Arbeitslosengeld und Notstandshilfe in Form von Einmalzahlungen inzwischen dreimal erhöht hat, einmal als Teuerungsausgleich. Diese Regierung ist diejenige, die erstmals tatsächlich versucht hat, in der Pandemie, in einer Krise – das hat keine sozialdemokratisch geführte Regierung gemacht, schon gar keine Regierung mit blauer Beteiligung (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) – diese wichtigen Einrichtungen und sozialen Absicherungen, Arbeitslosengeld und Notstandshilfe, noch besser auszustatten. Darauf sind wir stolz und darüber freuen wir uns, und das Instrument der Notstandshilfe hat sich in der Krise derartig bewährt, dass es vonseiten der Regierung, von unserer Seite, von grüner Seite sowieso dezidiert keine Überlegungen gibt, diese auch abzuschaffen.
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wissen Sie, was das bedeutet hätte? – Dass 121 000 Menschen ausgesteuert gewesen wären, das war das Aussteuerungsprogramm einer türkis-blauen Regierung unter einer Arbeitsministerin Hartinger-Klein. So schaut es nämlich aus! Und die FPÖ ist halt wie immer, sie schreit: Haltet den Dieb! – Das kennen wir, das sind wir gewohnt, das ist nichts Neues: die FPÖ mit der fetten Kassa unterm Arm. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Jetzt noch einmal zur Notstandshilfe: Es wäre richtig gewesen, das umzusetzen, was seit 2017 im schwarz-blauen Regierungsprogramm gestanden ist (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), nämlich die Notstandshilfe und die Mindestsicherung zu einem System der sozialen Absicherung zusammenzuführen. Das Wort Aussteuerung, das Kollege Koza verwendet hat, kommt ja aus den Dreißigerjahren – er ist da einfach in der Zeit ein bisschen zurückgeblieben –, damals hat es keine Sozialhilfe und Mindestsicherung gegeben.
Abg. Belakowitsch: Das Papier ist geschmacklos!
Der erste Antrag ist von der FPÖ und hat die Nummer 1672. Da geht es darum, dass die FPÖ einen Antrag eingebracht hat, der für meinen Geschmack eigentlich entbehrlich und geschmacklos ist. Wir sprechen von einem Antrag, in dem Sie ein Arbeitspapier des Wirtschaftsbundes kritisieren, das sich mit der Frage der degressiven Arbeitslosenversicherung auseinandergesetzt hat, und das mit der Aussteuerung von 1933 vergleichen. Diesen Vergleich zu bringen ist entbehrlich und geschmacklos (Abg. Belakowitsch: Das Papier ist geschmacklos!) – mehr kann ich dazu nicht sagen. (Beifall bei der ÖVP.) Ich weise diese Kritik aufs Schärfste zurück. Das ist eine bodenlose Frechheit. (Abg. Belakowitsch: Na dann war’s richtig!)
Abg. Belakowitsch: Na dann war’s richtig!
Der erste Antrag ist von der FPÖ und hat die Nummer 1672. Da geht es darum, dass die FPÖ einen Antrag eingebracht hat, der für meinen Geschmack eigentlich entbehrlich und geschmacklos ist. Wir sprechen von einem Antrag, in dem Sie ein Arbeitspapier des Wirtschaftsbundes kritisieren, das sich mit der Frage der degressiven Arbeitslosenversicherung auseinandergesetzt hat, und das mit der Aussteuerung von 1933 vergleichen. Diesen Vergleich zu bringen ist entbehrlich und geschmacklos (Abg. Belakowitsch: Das Papier ist geschmacklos!) – mehr kann ich dazu nicht sagen. (Beifall bei der ÖVP.) Ich weise diese Kritik aufs Schärfste zurück. Das ist eine bodenlose Frechheit. (Abg. Belakowitsch: Na dann war’s richtig!)
Abg. Belakowitsch: Dann kann es ja in Salzburg keinen Facharbeitermangel mehr geben!
Wir können uns gerne auch einmal bilateral darüber unterhalten, wie wir das in Salzburg machen. Vielleicht können wir gemeinsam ein Projekt starten, durch das wir die Lehre attraktiver gestalten können. (Abg. Belakowitsch: Dann kann es ja in Salzburg keinen Facharbeitermangel mehr geben!) Ich lade Sie gerne dazu ein. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Dazu kommt noch, und das freut mich schon besonders, dass endlich auch manche Bundesländer nachgezogen und ihre Sozialleistungen entsprechend umgestellt, intensiviert oder erhöht haben. Ich möchte Tirol lobend erwähnen, das jetzt einen Energiekostenzuschuss beschlossen hat; 250 Euro zusätzlich zu einem bereits hohen Heizkostenzuschuss von 250 Euro, das heißt, die bekommen bis zu 500 Euro. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Diese Auszahlungen laufen genau jetzt. Da hat die Bundesregierung bereits im letzten Jahr Maßnahmen gesetzt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Die Auszahlungen folgen heuer. Wir sind da auf einem guten Weg, und Sie können sich darauf verlassen, wir suchen entlang des Sozialpartnergipfels auch das Gespräch mit den Verbänden, um da allenfalls nachzubessern.
Abg. Belakowitsch: Das stimmt auch! Das hast du auch gesagt! Wörtlich hast du es gesagt!
Abgeordneter Mag. Markus Koza (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Abgeordneter Wurm hat behauptet, ich hätte im Sozialausschuss irgendetwas von Sofaherumrücken, um es wärmer zu haben, behauptet. Weiters hat Herr Abgeordneter Wurm behauptet, ich hätte im Sozialausschuss ernsthaft behauptet, diese Regierung wäre linker als jene in Deutschland. (Abg. Belakowitsch: Das stimmt auch! Das hast du auch gesagt! Wörtlich hast du es gesagt!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Weiters habe ich darauf hingewiesen, dass die Entlastungspakete in Österreich aktuell deutlich höher ausfallen als in Deutschland (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), was freiheitliche MandatarInnen sich dazu hinreißen lassen hat, zu sagen: Na, die Regierung in Österreich ist ja linker als die in Deutschland! Das war der Fakt. So war es. Alles andere ist ein Scherz. – Danke. (Beifall bei Abgeordneten von Grünen und ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei Abgeordneten von Grünen und ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Weiters habe ich darauf hingewiesen, dass die Entlastungspakete in Österreich aktuell deutlich höher ausfallen als in Deutschland (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), was freiheitliche MandatarInnen sich dazu hinreißen lassen hat, zu sagen: Na, die Regierung in Österreich ist ja linker als die in Deutschland! Das war der Fakt. So war es. Alles andere ist ein Scherz. – Danke. (Beifall bei Abgeordneten von Grünen und ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Die Abstimmungen? Wo sind die Abstimmungen?
Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Muchitsch. – Bei Ihnen steht das Wort, Herr Abgeordneter. Bitte sehr. (Abg. Belakowitsch: Die Abstimmungen? Wo sind die Abstimmungen?)
Abg. Belakowitsch: Die sinken eh!
Seit der vollmundigen Ankündigung der Bundesregierung über die Aufhebung von Coronamaßnahmen sind die Infektionszahlen in Österreich gestiegen, ja, und nach den Lockerungen sogar explodiert. Alle Expertinnen und Experten waren anderer Meinung, alle haben gesagt: Bei sinkenden Fallzahlen lockern, aber nicht bei steigenden Infektionszahlen! (Abg. Belakowitsch: Die sinken eh!) Die Regierung hat dennoch diese Schutzmaßnahmen aufgehoben, hat die Impfpflicht ausgesetzt, und jetzt wollen Sie auch noch die kostenlosen Tests limitieren. (Abg. Gödl: Warst du gegen die Impfung? Hast du gegen die Impfung gestimmt? Hast du gegen die Impfung gestimmt?)
Abg. Belakowitsch: Nein, weil alle in Quarantäne sind!
Die Zeche für dieses Missmanagement zahlen die Menschen, die zahlt das Personal in den Spitälern. Die Hilferufe sind nicht zu überhören. Wenn wir uns die Meldungen ansehen – ganz aktuell aus den Pflegeeinrichtungen in Wiener Neustadt, in Baden, in Mödling –, dann sehen wir, dass diese Einrichtungen auf einen Notbetrieb umgestellt sind, Herr Gesundheitsminister, und all das nur deshalb, weil die Regierung viel zu früh gelockert hat. (Abg. Belakowitsch: Nein, weil alle in Quarantäne sind!) Erst jetzt reagieren Sie und machen eine Maskenpflicht in Innenräumen – das ist eine Maßnahme, die schon viel früher hätte starten können –, um letztendlich erst jetzt eine Verordnung auf dem Tisch zu haben, nämlich die 121. Verordnung in den letzten zwei Jahren betreffend Coronamaßnahmen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
- Gezielte Impfanreize und Impfkampagnen durchführen, um die Durchimpfungsrate rasch zu erhöhen, damit wir gegen eine Welle im Herbst geschützt sind.“ (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Noch ein Punkt ist mir wichtig: Freitesten, behördliches Testen, Testen bei Symptomen ist weiterhin möglich und hat mit diesen fünf oder zehn Gratistests nichts zu tun. Auch in jenen Bereichen, in denen vulnerable Gruppen vorkommen – Pflegeheime, Krankenhäuser –, ist Testen weiterhin möglich, das hat auch nichts mit diesen fünf Gratistests zu tun. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Zusammengefasst: Es braucht niemand – wirklich niemand – Angst zu haben, dass man nicht getestet werden kann. Ein Grundangebot ist da.
Abg. Belakowitsch: Man hat sich nicht geirrt! Von Anfang an haben wir recht gehabt!
Wenn man der Meinung ist, heute hat es genau die gleiche Dramatik wie vor zwei Jahren – da schaue ich ein bisschen in Richtung SPÖ (Abg. Leichtfried: Ah geh!) –, dann irrt man sich vielleicht heute ein wenig. (Abg. Belakowitsch: Man hat sich nicht geirrt! Von Anfang an haben wir recht gehabt!) Es ist noch nicht harmlos geworden, und ich weiß nicht, wann es das wird, aber die Situation ist eine andere. (Zwischenrufe der Abgeordneten Leichtfried und Belakowitsch.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Leichtfried und Belakowitsch.
Wenn man der Meinung ist, heute hat es genau die gleiche Dramatik wie vor zwei Jahren – da schaue ich ein bisschen in Richtung SPÖ (Abg. Leichtfried: Ah geh!) –, dann irrt man sich vielleicht heute ein wenig. (Abg. Belakowitsch: Man hat sich nicht geirrt! Von Anfang an haben wir recht gehabt!) Es ist noch nicht harmlos geworden, und ich weiß nicht, wann es das wird, aber die Situation ist eine andere. (Zwischenrufe der Abgeordneten Leichtfried und Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Blindflug, das haben wir seit zwei Jahren!
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Kollege Smolle hat gesagt, wenn sich die Verhältnisse ändern, dann muss die Regierung dynamisch reagieren. Man hat jetzt mit dem Wiedereinführen der Maskenpflicht aber so lange zugewartet, bis die Zahlen wieder sinken. Der Peak war am 17. März, und jetzt, am 24., tritt die Verordnung in Kraft, dass man wieder überall Masken tragen muss. Wir wissen nicht, was das Ziel dieser Verordnung ist. Wie lange wird die gelten? Was muss sinken: die Spitalszahlen oder die Infektionszahlen oder was überhaupt? (Abg. Kickl: Bis es wieder steigt! Das gilt, bis es wieder steigt!) Das ist eigentlich Blindflug, dynamischer Blindflug, aber Blindflug. (Abg. Belakowitsch: Blindflug, das haben wir seit zwei Jahren!)
Abg. Belakowitsch: Massentests! Da waren wir immer dagegen!
Jetzt zu dieser Teststrategie: Ich frage mich, welche Strategie das ist. (Abg. Belakowitsch: Massentests! Da waren wir immer dagegen!) Wenn ich also jetzt einfach frage: Fünf plus fünf Tests für wen wofür? – Sie können es gar nicht kontrollieren, wer sich nicht fünf Tests abholt, sondern zehn, weil das System so aufgebaut ist, dass es sich für viele Personengruppen gar nicht nachvollziehen lässt. Das ist eine Augenauswischerei.
Abg. Belakowitsch: ... sinnlos!
Was machen wir? – Wir schauen uns sehr genau an: Was hat die letzten beiden Jahre funktioniert und was nicht? Was ist gelernt worden? Was hat auch in unterschiedlichen Ländern funktioniert? (Abg. Belakowitsch: ... sinnlos!) Ich habe schon mehrfach gesagt, das Testregime in Wien ist ein gutes, hat funktioniert, in anderen Bundesländern haben andere Dinge funktioniert. Die sollte man mitnehmen. (Abg. Loacker: Was ist der Nutzen?) – Entschuldigen Sie, das Testsystem in Wien (Abg. Loacker: Nutzen?) hat von der Systematik her, wie es aufgesetzt ist, funktioniert. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Muchitsch.) Was wir jetzt gemacht haben, Kollege Loacker, ist, eine Anpassung vorzunehmen, was die Menge der Tests angeht, da wir natürlich wissen, dass wir nicht endlos Geld für das Testen ausgeben können. – So viel einmal dazu.
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das Lamperl leuchtet schon rot, deswegen nur ein Satz noch: Auch das Basiskonto funktioniert und die Infokampagne dazu auch. Danke an dieser Stelle! (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: ... spüren nicht alle, ja ... alle Taschen voll ... die Konsumentenschutz-Taschen sind voll ...! – Zwischenruf des Abg. Wurm.
Das haben wir mit der ökosozialen Steuerreform, der größten Entlastung der Zweiten Republik mit 18,5 Milliarden Euro, zum Ausdruck gebracht. Was wir tun, ist nicht, einfach Kosmetik zu machen, sondern unser System grundsätzlich zu verändern, die Menschen zu entlasten. So haben wir ein Gesetz geschaffen, durch das wir die Einkommensteuertarife senken. Das bedeutet 650 Euro mehr für die Menschen, was spürbar jetzt schon in ihre Taschen kommt. Das heißt, wir schaffen auch gesetzliche Regelungen, damit das Leben günstiger wird, damit es leistbar wird, damit sich die Menschen das auch leisten können. (Abg. Belakowitsch: ... spüren nicht alle, ja ... alle Taschen voll ... die Konsumentenschutz-Taschen sind voll ...! – Zwischenruf des Abg. Wurm.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir haben den Familienbonus eingeführt, der von 1 500 Euro auf 2 000 Euro erhöht wird. Wir haben einen Kindermehrbetrag eingeführt, und wir haben mit all den Sozialleistungen eine 15. Mindestpension geschaffen – ein sozialpolitischer Meilenstein in der Zweiten Republik. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Ries: ... das ist bezeichnend! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Natürlich bleiben wir aber dort nicht stehen. Wir haben reagiert. Wir haben die Zeichen der Zeit erkannt. Die Teuerung ist eine große Herausforderung dieser Zeit, das sehen wir alle (Abg. Ries: ... das ist bezeichnend! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), deswegen haben wir schnell ein Paket von 2 Milliarden Euro auf den Weg gebracht. Wo haben wir gespart? – Beim Staat: indem wir Gas- und Elektrizitätsabgaben gesenkt haben, sodass den Menschen mehr Geld bleibt, damit sie es zu Hause nicht kalt haben (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), damit sie sich Lebensmittel leisten können und damit es für uns ein besseres, gutes Österreich gibt. (Beifall bei der ÖVP. – Heiterkeit und Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Natürlich bleiben wir aber dort nicht stehen. Wir haben reagiert. Wir haben die Zeichen der Zeit erkannt. Die Teuerung ist eine große Herausforderung dieser Zeit, das sehen wir alle (Abg. Ries: ... das ist bezeichnend! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), deswegen haben wir schnell ein Paket von 2 Milliarden Euro auf den Weg gebracht. Wo haben wir gespart? – Beim Staat: indem wir Gas- und Elektrizitätsabgaben gesenkt haben, sodass den Menschen mehr Geld bleibt, damit sie es zu Hause nicht kalt haben (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), damit sie sich Lebensmittel leisten können und damit es für uns ein besseres, gutes Österreich gibt. (Beifall bei der ÖVP. – Heiterkeit und Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Wahnsinn ... schon wieder Geld! ... Geld!
Wir haben den nächsten Schritt gesetzt: 1,7 Milliarden Euro. Was aber bedeutet das konkret? – 150 Euro für fast jeden Haushalt in Österreich, und für besonders betroffene Gruppen noch einmal 150 Euro als Soforthilfe. Das war richtig, das war wichtig, und da ist jeder Steuerzahlereuro gut verwendet. (Abg. Belakowitsch: Wahnsinn ... schon wieder Geld! ... Geld!)
Abg. Belakowitsch: Ihr Kollege Weidinger sollte Bundeskanzler werden ...!
Wir setzen auch wieder den nächsten Schritt. Wir bauen unsere Gesellschaft weiter positiv mit dem Klimabonus um, wobei wir darauf Wert legen – leider hat es in der Vergangenheit nicht diese Priorität gegeben –, den öffentlichen Verkehr auszubauen. (Abg. Belakowitsch: Ihr Kollege Weidinger sollte Bundeskanzler werden ...!) Wir geben den Menschen Geld in die Hand, damit es kein Nachteil ist, wenn man in einer ländlichen Region lebt, sondern man bleibt in den Regionen zu Hause und man kann sich das Leben leisten. Das ist wertorientierte, grundsätzliche Arbeit dieser Bundesregierung. Große Wertschätzung und Respekt für diesen Einsatz, auch für alle Parlamentarier, die daran arbeiten, dass wir diese Gesetzeswerke gemeinsam umsetzen!
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Der nächste Schritt, den wir setzen – und da lade ich Sie alle heute ein, mitzustimmen und Ihrer politischen Verantwortung auch gerecht zu werden –, ist ein Nationaler Aktionsplan gegen Übergewicht bei Kindern in Österreich. Wir wissen natürlich, dass wir nicht nur seit der Pandemie, sondern dank der Segnungen der Digitalisierung und anderer gesellschaftlicher Entwicklungen junge Menschen haben, die den Weg zum Sport und zur gesunden Ernährung noch nicht gefunden haben. Auch denen helfen wir mit einer nationalen Strategie. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Danke, Herr Bundesminister, dass Sie sich ganz klar dazu bekennen! Das wird ein wertvoller Schritt auch für die Ernährung und für die Jugendpolitik in Österreich werden. (Abg. Rauch: Was du alles aufzählst ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: ... noch amal, noch ein Packerl, unglaublich!
Jetzt noch zur Energieberatung, die wir gesetzt haben: Das ist halt ein Unterschied, Herr Kollege Drobits. Wir machen nicht Einzelmaßnahmen, sondern wir haben gesamtheitliche Strategien. Nehmen Sie den Teuerungsausgleich her, nehmen Sie die Politik her, dass wir im System einsparen, damit die Menschen mehr Geld bekommen, und setzen Sie noch eins drauf – nämlich die Hilfe zur Selbsthilfe mit der Energieberatung, die wir gemeinsam mit dem Koalitionspartner, mit Kollegin Fischer, auf die Reise gebracht haben. (Abg. Belakowitsch: ... noch amal, noch ein Packerl, unglaublich!) Da wird noch den Schwächsten in der Gesellschaft geholfen. Es werden individuelle Konzepte erstellt, und am Ende des Tages wird auch noch das Heizsystem kostenlos ausgewechselt – ein sozialpolitischer Meilenstein, der richtig und notwendig ist, weil er mithilft, die ökosoziale Transformation für die Menschen in Österreich umzusetzen. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Ach so, drum die Kabaretteinlage! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Unsere Hand bleibt aber ausgestreckt. Wir haben so viele ernste Themen, die uns heute beschäftigen (Abg. Belakowitsch: Ach so, drum die Kabaretteinlage! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ): der Krieg, das Thema des sozialen Wandels der Gesellschaft. Gehen wir den Weg gemeinsam! Wir strecken beide Hände aus – zur Sozialdemokratie, zu den Freiheitlichen, zu den NEOS. Wir tun es schon, gemeinsam mit unserem Koalitionspartner: Übernehmen wir gemeinsam Verantwortung für die Österreicherinnen und Österreicher!
Abg. Belakowitsch: Das war ein Kabarett!
Abgeordneter Klaus Köchl (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Geschätzter Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Peter Weidinger (Abg. Belakowitsch: Das war ein Kabarett!), jetzt habe ich gehört, was du uns da erzählt hast, und das bestätigt mich ganz einfach in der Annahme, dass sich die ÖVP beim Konsumentenschutz noch nie ausgekannt hat und noch nie gewollt hat, dass in dieser Richtung etwas weitergeht. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Noch etwas ganz kurz zum Antrag betreffend „Ausbau der Energieberatung und zusätzliche Maßnahmen gegen Energiearmut“. Meine Damen und Herren! Es gibt nach wie vor Haushalte, die vielleicht nicht immer genau wissen, wie man schnell, effizient Energie und zugleich auch CO2 einsparen kann, nämlich indem man vielleicht das Thermostat des Heizkörpers richtig einstellt. Ich komme manchmal in Haushalte, da haut es mich, wenn ich bei der Haustür hineingehe, fast wieder zurück vor lauter Wärme. Es wäre also gut, wenn wir uns das einmal anschauen würden. Man zieht das ins Lächerliche, so quasi: Ja, dann rücken wir halt die Couch ein bissel vom Heizkörper weg! – Ja, das hilft, meine Damen und Herren, genau solche Maßnahmen helfen! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Und da kann man schnell helfen, denn: Schnelle Hilfe ist genauso wichtig wie finanzielle Unterstützung. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Noch etwas ganz kurz zum Antrag betreffend „Ausbau der Energieberatung und zusätzliche Maßnahmen gegen Energiearmut“. Meine Damen und Herren! Es gibt nach wie vor Haushalte, die vielleicht nicht immer genau wissen, wie man schnell, effizient Energie und zugleich auch CO2 einsparen kann, nämlich indem man vielleicht das Thermostat des Heizkörpers richtig einstellt. Ich komme manchmal in Haushalte, da haut es mich, wenn ich bei der Haustür hineingehe, fast wieder zurück vor lauter Wärme. Es wäre also gut, wenn wir uns das einmal anschauen würden. Man zieht das ins Lächerliche, so quasi: Ja, dann rücken wir halt die Couch ein bissel vom Heizkörper weg! – Ja, das hilft, meine Damen und Herren, genau solche Maßnahmen helfen! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Und da kann man schnell helfen, denn: Schnelle Hilfe ist genauso wichtig wie finanzielle Unterstützung. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: O ja! Haben wir schon! O ja, schon!
In einer Kreislaufwirtschaft braucht es auf der einen Seite Unternehmen und auf der anderen Seite Konsumentinnen und Konsumenten. Wenn man sich das Buch „Kreislaufwirtschaft“ von Sepp Eisenriegler durchliest, wird einem bewusst, dass wir vor 20 Jahren nicht darüber nachgedacht haben, dass wir mit unserem Konsumverhalten Elektroschrott ohne Ende produzieren. (Abg. Belakowitsch: O ja! Haben wir schon! O ja, schon!) Wer sich den Film „Welcome to Sodom“ über Elektroschrottdeponien in Ghana angesehen hat, weiß, was wir getan haben.
Abg. Belakowitsch: Wo gibt’s die?
Ich meine, wir alle sollten bei unserem Konsumverhalten ansetzen und Produkte kaufen, die reparierbar sind (Abg. Belakowitsch: Wo gibt’s die?), Produkte, die länger haltbar sind. Man kann sich im Mediamarkt heutzutage beispielsweise ein I-Phone oder ein Fairphone kaufen; ein Fairphone ist sogar günstiger, ich kann es einfach reparieren lassen und es werden keine seltenen Erden dafür verwendet. Ich kann mir bei Sepp Eisenriegler im Rusz eine Waschmaschine mieten. (Abg. Belakowitsch: Mieten?!) Es gibt viele Modelle, die da helfen. (Abg. Belakowitsch: ... in die Wäscherei gehen wie in den Sechzigerjahren oder in den Siebzigerjahren!)
Abg. Belakowitsch: Mieten?!
Ich meine, wir alle sollten bei unserem Konsumverhalten ansetzen und Produkte kaufen, die reparierbar sind (Abg. Belakowitsch: Wo gibt’s die?), Produkte, die länger haltbar sind. Man kann sich im Mediamarkt heutzutage beispielsweise ein I-Phone oder ein Fairphone kaufen; ein Fairphone ist sogar günstiger, ich kann es einfach reparieren lassen und es werden keine seltenen Erden dafür verwendet. Ich kann mir bei Sepp Eisenriegler im Rusz eine Waschmaschine mieten. (Abg. Belakowitsch: Mieten?!) Es gibt viele Modelle, die da helfen. (Abg. Belakowitsch: ... in die Wäscherei gehen wie in den Sechzigerjahren oder in den Siebzigerjahren!)
Abg. Belakowitsch: ... in die Wäscherei gehen wie in den Sechzigerjahren oder in den Siebzigerjahren!
Ich meine, wir alle sollten bei unserem Konsumverhalten ansetzen und Produkte kaufen, die reparierbar sind (Abg. Belakowitsch: Wo gibt’s die?), Produkte, die länger haltbar sind. Man kann sich im Mediamarkt heutzutage beispielsweise ein I-Phone oder ein Fairphone kaufen; ein Fairphone ist sogar günstiger, ich kann es einfach reparieren lassen und es werden keine seltenen Erden dafür verwendet. Ich kann mir bei Sepp Eisenriegler im Rusz eine Waschmaschine mieten. (Abg. Belakowitsch: Mieten?!) Es gibt viele Modelle, die da helfen. (Abg. Belakowitsch: ... in die Wäscherei gehen wie in den Sechzigerjahren oder in den Siebzigerjahren!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: ... einen guten Schneider!
Um die Details zusammenzufassen: Als ersten Schritt haben wir bei kleinen Reparaturen die Umsatzsteuer von 20 Prozent auf 10 Prozent gesenkt. Das macht sich vor allem bei der Reparatur von Fahrrädern oder bei Leistungen von kleinen Schneidereien, Werkstätten und auch Schustern bemerkbar. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: ... einen guten Schneider!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Die wichtigen Worte dazu sind: vermeiden, wiederverwerten, verwenden – und nicht glauben, dass der Einzelne, die Einzelne ausgenommen ist. Wenn wir uns Kleidung kaufen, muss sie nicht immer neu sein, man kann auch in ein Secondhandgeschäft gehen. Ich zum Beispiel habe meine Jacke aus dem Laden in unserer Ortschaft und ich werde sie später an meine Tochter weitergeben. Es muss nicht immer alles neu sein (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und wir müssen uns nicht immer, auch nicht hier im Haus, die neuesten Geräte kaufen. Manchmal muss man sich im Sinne des Klimaschutzes und der Umwelt ein bisschen zurücknehmen.
Abg. Belakowitsch: In den letzten Monaten? Das glaub ich weniger!
Abgeordneter Mag. (FH) Kurt Egger (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Der Antrag der Freiheitlichen gibt mir die Möglichkeit, auf drei Dinge einzugehen. Erstens: Es ist immer wieder faszinierend, dieses blaue Werben um die rote Liebe zu sehen, wenn es darum geht, rote Ideen umzusetzen. (Heiterkeit des Abg. Weidinger.) Das hat sich über die letzten Monate ganz gut manifestiert und das dürfen wir nicht aus den Augen verlieren (Abg. Belakowitsch: In den letzten Monaten? Das glaub ich weniger!), weil das besser zu funktionieren scheint, als manche zugeben wollen.
Abg. Belakowitsch: Nein, unter den Maßnahmen der Regierung!
Die Kinder und Jugendlichen, die in den letzten beiden Jahren besonders unter der Pandemie gelitten haben (Abg. Belakowitsch: Nein, unter den Maßnahmen der Regierung!), haben es sich verdient, dass endlich etwas passiert und dass es nicht nur bei Ankündigungen und Plänen auf dem Reißbrett bleibt.
Abg. Belakowitsch: Aber es ist verstärkt worden!
bei Kindern und Jugendlichen gibt es nicht erst seit der Pandemie. Es hat das auch schon früher gegeben. (Abg. Belakowitsch: Aber es ist verstärkt worden!) – Bitte? (Abg. Belakowitsch: Aber es ist verstärkt worden!) Es hat sich aber durch die Pandemie verstärkt. (Abg. Belakowitsch: Aber nicht durch die Pandemie, sondern durch Ihre Maßnahmen, weil Sie die Kinder eingesperrt haben!)
Abg. Belakowitsch: Aber es ist verstärkt worden!
bei Kindern und Jugendlichen gibt es nicht erst seit der Pandemie. Es hat das auch schon früher gegeben. (Abg. Belakowitsch: Aber es ist verstärkt worden!) – Bitte? (Abg. Belakowitsch: Aber es ist verstärkt worden!) Es hat sich aber durch die Pandemie verstärkt. (Abg. Belakowitsch: Aber nicht durch die Pandemie, sondern durch Ihre Maßnahmen, weil Sie die Kinder eingesperrt haben!)
Abg. Belakowitsch: Aber nicht durch die Pandemie, sondern durch Ihre Maßnahmen, weil Sie die Kinder eingesperrt haben!
bei Kindern und Jugendlichen gibt es nicht erst seit der Pandemie. Es hat das auch schon früher gegeben. (Abg. Belakowitsch: Aber es ist verstärkt worden!) – Bitte? (Abg. Belakowitsch: Aber es ist verstärkt worden!) Es hat sich aber durch die Pandemie verstärkt. (Abg. Belakowitsch: Aber nicht durch die Pandemie, sondern durch Ihre Maßnahmen, weil Sie die Kinder eingesperrt haben!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das ist Zynismus pur!
Mein aufrichtiger Dank gilt wirklich diesem Teil unserer Bevölkerung, den jungen Erwachsenen, die mit ihrem Verhalten in den letzten beiden Jahren einen großen Beitrag dazu geleistet haben, dass gerade die ältere Generation vor schweren Erkrankungen und vielem mehr verschont geblieben ist. Deshalb mein aufrichtiges Danke allen unseren jungen Erwachsenen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das ist Zynismus pur!)
Abg. Belakowitsch: Weil?
Erstens würde ich Wert auf die Unterscheidung zwischen Adipositas und Essstörung legen, weil (Abg. Belakowitsch: Weil?) nicht alle Kinder, die adipös sind, an einer Essstörung leiden. Eine Essstörung ist eine massive Erkrankung im Sinne des Krankheitsbildes und bedarf einer ärztlichen Behandlung (Abg. Belakowitsch: Adipositas auch!), die weit schwieriger zu bewerkstelligen ist, als das Gegensteuern bei Adipositas. Unbestritten ist aber auch, dass die Ernährung und Ernährungsgewohnheiten ein maßgeblicher Schlüssel dafür sind, gegenzusteuern. Deshalb bin ich dankbar für diesen Antrag, der absolut in die richtige Richtung geht.
Abg. Belakowitsch: Adipositas auch!
Erstens würde ich Wert auf die Unterscheidung zwischen Adipositas und Essstörung legen, weil (Abg. Belakowitsch: Weil?) nicht alle Kinder, die adipös sind, an einer Essstörung leiden. Eine Essstörung ist eine massive Erkrankung im Sinne des Krankheitsbildes und bedarf einer ärztlichen Behandlung (Abg. Belakowitsch: Adipositas auch!), die weit schwieriger zu bewerkstelligen ist, als das Gegensteuern bei Adipositas. Unbestritten ist aber auch, dass die Ernährung und Ernährungsgewohnheiten ein maßgeblicher Schlüssel dafür sind, gegenzusteuern. Deshalb bin ich dankbar für diesen Antrag, der absolut in die richtige Richtung geht.
Abg. Belakowitsch: Ist das eine Selbsttherapie, was Sie da treiben?
In der Schule müssen die Noten stimmen, es geht ja schließlich um nichts Geringeres als um die Zukunft, später im Studium detto, daneben müssen noch einige Praktika absolviert werden, denn es heißt ja schließlich Kontakte knüpfen. Dazu kommt Liebeskummer, Unsicherheit mit sich selber, mit dem eigenen Körper und der finanzielle Druck. Wer weiß schon, was er oder sie später einmal werden will – die berühmte Frage: Was will ich werden?, statt: Wer will ich werden? (Abg. Belakowitsch: Ist das eine Selbsttherapie, was Sie da treiben?)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie sehen das Parlament zur Selbsttherapie!
Noch kurz zur FPÖ: Bezüglich Ängste schüren sollten, glaube ich, genau Sie gar nichts sagen. – Danke schön. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie sehen das Parlament zur Selbsttherapie!)
Abg. Belakowitsch: Nein, die waren nicht notwendig! Die gab es ja auch ...!
Ganz besondere Herausforderungen hatten sie Covid-bedingt. Das Distancelearning, die soziale Isolation, alles Maßnahmen, die zum Schutz der Gesundheit aller notwendig waren (Abg. Belakowitsch: Nein, die waren nicht notwendig! Die gab es ja auch ...!), gingen und gehen natürlich nicht spurlos an manchen von ihnen vorüber.
Abg. Belakowitsch: Weil Sie es den Jugendlichen verbieten!
Meine Damen und Herren, wir leben in einer bewegungsarmen Zeit. (Abg. Belakowitsch: Weil Sie es den Jugendlichen verbieten!) Dies betrifft nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene, aber besonders junge Menschen müssen wir dazu bringen, dass sie mehr Freude an der Bewegung haben. (Abg. Belakowitsch: Dann verbietet es ihnen halt nicht! Das ist ja unglaublich!)
Abg. Belakowitsch: Dann verbietet es ihnen halt nicht! Das ist ja unglaublich!
Meine Damen und Herren, wir leben in einer bewegungsarmen Zeit. (Abg. Belakowitsch: Weil Sie es den Jugendlichen verbieten!) Dies betrifft nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene, aber besonders junge Menschen müssen wir dazu bringen, dass sie mehr Freude an der Bewegung haben. (Abg. Belakowitsch: Dann verbietet es ihnen halt nicht! Das ist ja unglaublich!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Als Pädagogin und Schulleiterin weiß ich, dass an unseren Schulen in diesem Bereich sehr viel getan wird. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Neben den allgemeinen Stunden für Bewegung und Sport werden an vielen Schulen zahlreiche unverbindliche Übungen, zum Beispiel Fußball oder Volleyball, angeboten. Außerdem gibt es auch sehr gute Kooperationsprojekte mit lokalen Sportvereinen. Ich bin froh darüber, dass auch die Abhaltung von mehrtägigen Schulveranstaltungen wie Winter- und Sommersportwochen wieder möglich ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 151
Abg. Belakowitsch: Ihr wart ja dabei!
Genau von denselben Worten reden wir eigentlich seit zwei Jahren, aber in einem anderen Kontext, nämlich betreffend Coronamanagement, sehr geehrte Bundesregierung (Abg. Belakowitsch: Ihr wart ja dabei!): genau dieselbe Hilflosigkeit, Planlosigkeit, Zögerlichkeit; zu wenig und zu spät! (Abg. Belakowitsch: Ihr wart ja überall dabei!)
Abg. Belakowitsch: Ihr wart ja überall dabei!
Genau von denselben Worten reden wir eigentlich seit zwei Jahren, aber in einem anderen Kontext, nämlich betreffend Coronamanagement, sehr geehrte Bundesregierung (Abg. Belakowitsch: Ihr wart ja dabei!): genau dieselbe Hilflosigkeit, Planlosigkeit, Zögerlichkeit; zu wenig und zu spät! (Abg. Belakowitsch: Ihr wart ja überall dabei!)
Abg. Belakowitsch: ... eh 1,8 Prozent!
Reden wir von den viel zitierten Pensionistinnen und Pensionisten, ein Beispiel: Er bekommt brutto 1 300 Euro Pension und sie bekommt brutto 1 100 Euro Pension. (Abg. Belakowitsch: ... eh 1,8 Prozent!) Das ist nicht viel Geld (Abg. Belakowitsch: Na o ja!), aber es ist für die Gesellschaft und auch für die Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, ein Einkommen, mit dem sie auch fortkommen müssen – im wahrsten Sinne des Wortes –, mit dem sie die Belastungen des Alltags stemmen müssen. Genau dieses Ehepaar, diese Pensionistin und dieser Pensionist, wird mit über 1 200 Euro im Jahr
Abg. Belakowitsch: Na o ja!
Reden wir von den viel zitierten Pensionistinnen und Pensionisten, ein Beispiel: Er bekommt brutto 1 300 Euro Pension und sie bekommt brutto 1 100 Euro Pension. (Abg. Belakowitsch: ... eh 1,8 Prozent!) Das ist nicht viel Geld (Abg. Belakowitsch: Na o ja!), aber es ist für die Gesellschaft und auch für die Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, ein Einkommen, mit dem sie auch fortkommen müssen – im wahrsten Sinne des Wortes –, mit dem sie die Belastungen des Alltags stemmen müssen. Genau dieses Ehepaar, diese Pensionistin und dieser Pensionist, wird mit über 1 200 Euro im Jahr
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
entlastet. (Beifall bei ÖVP und Grünen.) Das ist nicht geredet, das ist nicht angekündigt, das ist tatsächlich umgesetzt worden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Die da wären?
Das heißt: weg mit alten Konzepten, hin zu kreativen Lösungen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer! (Abg. Belakowitsch: Die da wären?) Diese Kreativität, auf die Menschen ausgerichtet und fokussiert, das ist Selbstanspruch und Verpflichtung dieser Bundesregierung, und mit aller Leidenschaft und Nachdruck genau das zu machen, was heute in dieser Sondersitzung Thema ist: nämlich die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen, zu spüren, wo Hilfe notwendig ist, von jenen mit Kleinsteinkommen bis zu denen, die für unseren Wohlstand sorgen – das ist Auftrag und Verpflichtung dieser Bundesregierung. (Anhaltender Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Wollen Sie nicht arbeiten, Frau Kollegin?
Abgeordnete Sigrid Maurer, BA (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte VertreterInnen auf der Regierungsbank! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Also wenn ich so vorgehen würde wie die SPÖ heute hier (Zwischenrufe bei der SPÖ) und jeden einzelnen Punkt der Märchenstunde mit einer tatsächlichen Berichtigung kontern würde, dann sitzen wir heute bis 18 Uhr hier. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Wollen Sie nicht arbeiten, Frau Kollegin?)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: ... zur Teuerung gesagt? – Abg. Leichtfried: Wieso bringt er eine Sachverhaltsdarstellung ein?
Was die Faktenbefreitheit der Aussagen hier betrifft, so nenne ich nur ein Beispiel: Frau Rendi-Wagner, Sie behaupten, der Vizekanzler hätte kein einziges Wort zur Teuerung gesagt. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) – 14.3.: Interview Werner Kogler, 21.3.: Kogler bringt Sachverhaltsdarstellung ein (Abg. Leichtfried: Was für eine Sachverhaltsdarstellung?), 25.3.: Kogler thematisiert Lebensmittel- und Brotpreise, 3.4., dieses Wochenende, das „Presse“-Interview vom Wochenende haben Sie auch nicht gelesen. – Also das ist faktisch alles falsch, aber das kann man ja machen, wenn man einmal Oppo ist. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: ... zur Teuerung gesagt? – Abg. Leichtfried: Wieso bringt er eine Sachverhaltsdarstellung ein?)
Abg. Belakowitsch: Das wäre wo?
Wir haben bereits rund 4 Milliarden Euro in die Hand genommen, um die Menschen dort zu entlasten, wo sie es am dringendsten brauchen (Abg. Belakowitsch: Das wäre wo?), insbesondere auch Menschen mit niedrigem Einkommen, und das als eines der ersten Länder in Europa. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Das haben wir bereits im letzten Jahr begonnen, und die ersten Gelder sind schon auf den Konten der Menschen angekommen. (Ruf bei der SPÖ: Das stimmt nicht!) Das ist einfach Fakt! (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: ...! Diese Aussage ist nicht so gut!
Das lässt sich auch nicht durch noch so empörte Reden der Sozialdemokratie hier wegreden. (Ruf bei der SPÖ: Es ist eh alles super!) Auch wenn es einfach nicht in die SPÖ-Erzählung passt (Abg. Leichtfried: Das ist so gut, dass alles super ist! Der Papa vom Gust hat seinen Gutschein, und alles ist ...!): Sie können einfach einmal auf den Konten nachschauen. (Abg. Belakowitsch: ...! Diese Aussage ist nicht so gut!) – Ich behaupte im Übrigen nicht, dass die E-Mails, die Sie bekommen, nicht echt wären. Ihre Märchen allerdings, die Sie über das, was Sie mit grünen Kolleginnen und Kollegen hier besprochen hätten, erzählen, Herr Leichtfried (Ruf: Das tut weh!), die glaube ich Ihnen ganz sicher nicht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich nenne Ihnen nur zwei kurze Beispiele für 2022: Eine Familie, zwei Erwachsene mit einem Kind in Wien, wird durch unsere Maßnahmen mit circa 1 350 Euro entlastet. Eine Studentin mit Studienbeihilfe in Linz wird mit circa 780 Euro entlastet. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Und Sie stellen sich hierher und sagen, das ist nichts?! – Nein, das ist ganz viel Geld, reales Geld, das diese Menschen brauchen (Ruf: Es ist zu wenig!):
Abg. Belakowitsch: Was denn? – Ruf bei der ÖVP: Teurer habt ihr es gemacht!
Was kann und muss Österreich aber tun? – Eines ganz zuvorderst, nämlich diese Preissteigerungen für die Menschen abfedern, die sozial nicht in der Lage sind, das aus Eigenem zu tragen, und die am meisten davon betroffen sind. Es ist nämlich nicht so, dass alle gleich davon betroffen sind. Die Frage der Energiekosten, der Wohnkosten, der gestiegenen Preise der Dinge des täglichen Bedarfs, also vor allem auch der Lebensmittel, trifft natürlich gerade die sozial Schwächsten am meisten. Da muss ganz zielgerichtet, temporär, klug unterstützt werden, und da ist auch schon etwas passiert. Es ist durchaus in diversen Bundesländern auch etwas unternommen worden, unter anderem auch in Wien, wo wir in der Verantwortung sind. (Abg. Belakowitsch: Was denn? – Ruf bei der ÖVP: Teurer habt ihr es gemacht!)
Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordnete Mag. Beate Meinl-Reisinger, MES (fortsetzend): Glaubwürdig sind sie nur dann, wenn man auch bereit ist, selber Einbußen in Kauf zu nehmen. Ansonsten ist es nur ein Zeichen der Schwäche. Es ist völlig klar, dass wir den Krieg derzeit mitfinanzieren. Wir müssen alles unternehmen, dass wir jetzt Frieden schaffen und den Weg zum Verhandlungstisch für Putin wieder erzwingen. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Wimmer. – Bitte. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Doch, auch!
Abgeordnete Tanja Graf (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Regierungsmitglieder! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Die SPÖ versucht hier wieder einmal, den Eindruck zu vermitteln, dass es diese Teuerungen nur in Österreich gibt, obwohl ganz Europa mit den Teuerungen zu kämpfen hat und die SPÖ genau weiß, dass nicht die Bundesregierung an diesen Teuerungen schuld ist. (Abg. Belakowitsch: Doch, auch!) Sie tut aber so, als wäre sie es. Tatsache ist, dass wir durch einen Krieg (Abg. Belakowitsch: Nein, falsch!), der in der Ukraine stattfindet, der durch Putin ausgelöst worden ist, gerade im Energie- und Rohstoffbereich starke Preissteigerungen haben.
Abg. Belakowitsch: Nein, falsch!
Abgeordnete Tanja Graf (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Regierungsmitglieder! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Die SPÖ versucht hier wieder einmal, den Eindruck zu vermitteln, dass es diese Teuerungen nur in Österreich gibt, obwohl ganz Europa mit den Teuerungen zu kämpfen hat und die SPÖ genau weiß, dass nicht die Bundesregierung an diesen Teuerungen schuld ist. (Abg. Belakowitsch: Doch, auch!) Sie tut aber so, als wäre sie es. Tatsache ist, dass wir durch einen Krieg (Abg. Belakowitsch: Nein, falsch!), der in der Ukraine stattfindet, der durch Putin ausgelöst worden ist, gerade im Energie- und Rohstoffbereich starke Preissteigerungen haben.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Nun zu einer Forderung von Frau Kollegin Rendi-Wagner, die leider jetzt nicht hier ist. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie fordern eine Senkung der Steuer auf Arbeit. Da sind wir uns einig, aber das haben wir schon auf den Weg gebracht. Mit der Senkung der Einkommensteuer in der ökosozialen Steuerreform bleiben nämlich einer Familie mit zwei Kindern im Jahr 2022 bis zu 2 700 Euro (Abg. Silvan: ... kalte Progression ...!), im Jahr 2023 sogar bis zu 2 900 Euro. Eine alleinverdienende Frau bekommt durch die ökosoziale Steuerreform 850 Euro netto pro Jahr. Bitte diese Zahl aufschreiben, denn Sie werden es bis zum nächsten Mal wieder vergessen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Während wir heute unsere Sitzung haben und während ich hier spreche, rückt die Polizei gerade wieder gegen KlimaschützerInnen aus, weil der Wiener SPÖ-Bürgermeister wie besessen seine Stadtautobahn bauen will. Eure Klimaziele – und ich habe heute Julia Herr mit dem Schild schon gesehen – werden gerade in Wien von Bulldozern niedergemäht, weil sie eine Stadtstraße bauen wollen, die ausschaut wie eine Autobahn! – So schaut es aus! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: ... war schon im Dezember ...!
Es wird teurer werden. Alles wird teurer werden. Die Lebensmittel werden teurer werden, die Energie wird teuer bleiben. Das ist die Realität. Daran ist der Krieg schuld (Zwischenrufe bei der SPÖ) und nicht die Innenpolitik. Daran ist der Krieg schuld. (Abg. Belakowitsch: ... war schon im Dezember ...!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Ist Ihnen eh wurscht! ... alles teurer!
Ihr sagt immer wieder: Ihr macht nichts, nichts ist passiert, euch ist das alles wurscht! – Ganz ehrlich, wir haben zwei Pakete mit insgesamt 4 Milliarden Euro geschnürt, und ihr stellt euch da heraus und sagt: Ihr macht nichts! – In einer solchen Situation den Menschen auch noch Angst zu machen und so zu tun, als ob der Politik das alles wurscht wäre, anstatt zu versuchen, gemeinsame Lösungen zu erarbeiten, das finde ich unnötig! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Ist Ihnen eh wurscht! ... alles teurer!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir haben eine gemeinsame Verantwortung, alles dafür zu tun, dass wir auch diese extrem schwierige Situation lösen, dass wir gut drüberkommen, dass wir schauen, dass niemand zurückbleibt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir haben hier aber eine genauso große Verantwortung, endlich die richtigen Lehren aus dieser Krise zu ziehen, und das kann nur heißen: Raus aus Öl und Gas (Beifall bei den Grünen), raus aus dieser Abhängigkeit von diktatorischen Regimen, und stellen wir unser Energiesystem ein für alle Mal auf Erneuerbare um!
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wenn sich immer weniger Menschen ihr tägliches Leben leisten können, so bedeutet das eine massive Verschlechterung der Lebensqualität. Hier sprühen nicht nur einige Funken, hier lodern die Flammen im Haus, und die Regierung hat die Aufgabe, dieses Feuer zu löschen! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Wer ist denn noch da?
Auch interessant: Wenn man jetzt auf die Regierungsbank schaut, so ist in dieser dramatischen Situation zumindest die ÖVP mit dem Bundeskanzler vertreten, von den grünen zuständigen Ministern ist aber niemand da. Der Sozialminister muss ja brennen vor Leidenschaft, ist aber bei dieser Sondersitzung nicht einmal anwesend. Der grüne Sozialminister Rauch, der dritte, den wir mittlerweile haben, ist nicht einmal anwesend. (Abg. Belakowitsch: Wer ist denn noch da?)
Abg. Belakowitsch: Ihr helft überhaupt niemandem, das ist ja das Problem!
Zum Schluss noch zum vorhin eingebrachten Antrag der FPÖ, beispielsweise was die Steuersenkungen betrifft: Er kommt spät. Sie wissen, meine Damen und Herren, es wurde heute schon erwähnt: Zahlreiche Maßnahmen sind bereits beschlossen, werden beschlossen, sind bereits in Wirkung, Steuerentlastungen in umfangreichen Summen (Zwischenruf des Abg. Wurm) bei der ökosozialen Steuerreform. Wir helfen jenen, die jetzt massiv von dieser Situation betroffen sind (Abg. Belakowitsch: Ihr helft überhaupt niemandem, das ist ja das Problem!), Heizkostenzuschüsse werden ausbezahlt, die Ökostrompauschale ist gestrichen et cetera, et cetera. Ihr Antrag kommt also, glaube ich, in diesem Zusammenhang viel zu spät. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Sitzung Nr. 153
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Unser Ziel als Bundesregierung ist es, die Menschen in unserem Land mit der Teuerung nicht alleinzulassen. (Abg. Leichtfried: Können Sie das bitte dem Herrn Bundeskanzler ausrichten? Wo ist denn der?) Niemand soll in einer kalten Wohnung sitzen, weil er sich das Heizen nicht leisten kann. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Niemand soll Existenzängste haben, weil er sich die Lebensmittel nicht mehr leisten kann, weil die Preise so stark steigen. Das verlangt nach gut durchdachten, nachhaltig wirkenden und vor allem treffsicheren Maßnahmen (Abg. Kickl: ... falsche Adresse!) und zusätzlich auch nach strukturellen Veränderungen statt wöchentlich neuen Forderungen und Vorschlägen der Opposition, wie Sie sie jetzt auch gebracht haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Statt populistische Forderungen zu erheben, kommen wir unserer Verantwortung nach, denn wir müssen speziell jene Menschen, die besonders hart von der Teuerung betroffen sind, unterstützen. Mit der ökosozialen Steuerreform ist uns die größte Steuerreform in der Geschichte der Zweiten Republik mit einem Entlastungsvolumen von insgesamt 18 Milliarden Euro gelungen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Damit sorgen wir dafür, dass besonders Bezieher von mittleren (Zwischenrufe bei der FPÖ) und kleineren Einkommen sowie Familien mehr Unterstützung bekommen, sodass ihnen mehr zum Leben bleibt.
Abg. Belakowitsch: ... witzig, oder?
Lassen Sie mich nur ganz kurz auf drei konkrete Punkte der Steuerreform eingehen (Zwischenruf des Abg. Deimek): Zum Ersten werden mit dem erhöhten Familienbonus bis zu 2 000 Euro pro Kind und Jahr steuerfrei gestellt (Ruf: Was gibt’s da zu lachen? Ist das lustig für die ÖVP?) und wir erhöhen auch den Kindermehrbetrag. (Abg. Belakowitsch: ... witzig, oder?) Wir senken die Lohn- und Einkommensteuertarife bereits seit Jahresbeginn, bereits seit Jänner ist dies spürbar, und nicht erst zur Jahresmitte wie ursprünglich geplant. Zum Dritten: Auch mit dem Klimabonus – bis zu 200 Euro pro Jahr – unterstützen wir, dass besonders in den ländlichen Regionen die notwendigen Ökologisierungsschritte im Steuersystem ausgeglichen werden. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf des Abg. Hauser.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
geschnürt, die gezielt die steigenden Preise abfedern sollen. Im Speziellen konnten wir mit einem Gesamtvolumen von 4 Milliarden Euro zahlreiche Maßnahmen für die Menschen in unserem Land setzen und diese auch bereits effektiv entlasten. Vorschläge, wie wir sie gerade eben auch gehört haben – es waren nicht sehr viele –, die nun von der Opposition immer wieder kommen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), mögen zwar aufs Erste sehr, sehr gut klingen, sie sind vielfach aber rechtlich in der Umsetzung nicht möglich oder bringen nicht den gewünschten Effekt – ganz im Gegenteil: Diese zu kurzfristig gedachten Maßnahmen befeuern die Inflation noch einmal zusätzlich.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Die Entlastung und Unterstützung der Österreicherinnen und Österreicher wird weiterhin ganz oben auf der Tagesordnung der Bundesregierung stehen. Die Expertengruppe der Bundesregierung und die Sozialpartner beobachten gemeinsam die Inflation sehr, sehr genau (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und legen vor, welche Gegenmaßnahmen wir setzen können und welche Gegenmaßnahmen notwendig sind. Es ist auch klar, dass es aller Voraussicht nach noch weitere Entlastungsschritte brauchen wird.
Abg. Belakowitsch: ... Cofag!
war für den Bundeshaushalt äußerst belastend. (Zwischenruf des Abg. Hauser.) Alleine in den letzten beiden Jahren haben wir für die Hilfen und Garantien rund 42 Milliarden Euro ausgegeben (Abg. Belakowitsch: ... Cofag!), und viele, gerade junge Menschen haben das Gefühl, dass dieser Schuldenberg alleine auf ihren Schultern lastet. Wir dürfen diesen jungen Menschen in unserem Land nicht das Gefühl geben, diese Sorgen in der Teuerungsdebatte zu vergessen oder nicht ernst zu nehmen. Jede Entscheidung in der Politik ist Jugendpolitik, weil es wir Jungen sind, die am längsten von den Folgen betroffen sind, die diese Folgen tragen müssen und die vor allem auch die Kosten dafür tragen müssen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Offensichtlich sind Sie kein Volkswirt; ich weiß gar nicht genau, was Sie in Ihrer Ausbildung eigentlich gemacht haben, das muss ich einmal googeln. Volkswirt sind Sie keiner (Abg. Kickl: Da hab ich was mit dem Kanzler gemeinsam!), und ich schätze, dass Sie auch nicht Unternehmer sind. Sie haben schon einiges Richtiges betreffend die Situation der Menschen gesagt – auch wir bekommen diese Briefe –, allerdings liegt unsere Inflation immer noch weit unter dem EU-Durchschnitt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Da ein Versagen der Regierung zu attestieren, finde ich offen gesagt extrem unredlich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Hafenecker und Kassegger.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Die harte Wahrheit ist (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Ein Wohlstandsverlust kann nicht von einer einzelnen Regierung aufgehalten werden. Und zu Ihrer Headlinepolitik: Das geht nicht. Sie behaupten da ununterbrochen Dinge, die nicht gehen. Der
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kickl – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen
Jetzt in die Zukunft: Was sind die nächsten Schritte, die wir setzen können und sollen? – Eine Steuerreform, die wir jetzt durchziehen, und aktuell wird gerade von Bundesminister Brunner die Abschaffung der kalten Progression, strategisch als strukturelle Maßnahme, in einer sinnvollen Ausgestaltung diskutiert. (Abg. Deimek: Sie glauben doch selber nicht, dass ....!?) Dabei geht es aber um die Treffsicherheit: Die muss man prüfen, es geht um die Entfaltung der kompletten Entlastungswirkung, das ist eine höchst komplexe Materie. Sie tun so, als wäre das etwas ganz Einfaches. Ich verlasse mich da auf unsere Ökonominnen und Ökonomen – wir haben hervorragende (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kickl – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen): eine Monika Köppl-Turyna, einen Herrn Felbermayr, einen Herrn Badelt. (Abg. Kickl: Ja, ja! – Zwischenruf des Abg. Rauch.) Wir müssen uns auf das verlassen, was sie uns raten, dass wir daraus einen perfekten Mix machen können.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Zudem braucht es jetzt Maßnahmen, die unseren Standort sichern. Die hohen, hohen Energiekosten sind eine der Hauptursachen. An dieser Stelle bitte auch ein Appell an Frau Bundesministerin Gewessler betreffend die UVP-Verfahren: Wir brauchen sofort Turboverfahren. Diese Energieverordnungen gehören endlich auf den Tisch gelegt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir müssen da weiterkommen, damit wir saubere Energie aus Österreich produzieren können. – Das bitte weiter ausrichten: ganz, ganz schnell notwendig! (Zwischenruf des Abg. Loacker. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: ... ganzen Corona...! – Ruf bei der FPÖ: ... Koalition!
Zu guter Letzt: Welche Schritte setzen wir nicht? – Das ist auch wichtig. Ihre DDR-Fantasien, Kickls DDR-Fantasien, die Sie da jetzt skizziert haben (Abg. Belakowitsch: ... ganzen Corona...! – Ruf bei der FPÖ: ... Koalition!): kein Preisdeckel – das ist kommunistisch, und wir wollen weiterhin in einer freien Marktwirtschaft leben.
Abg. Belakowitsch: Dann machen Sie es einfach!
Abgeordnete Mag. Carmen Jeitler-Cincelli, BA (fortsetzend): Also: Wir sind gegen eine Geldverteilung mit der Gießkanne, Arbeit gehört entlastet (Abg. Belakowitsch: Dann machen Sie es einfach!) – Vollkasko auf Kosten unserer Kinder, nein, danke. Schluss mit einer Headlinepolitik, sondern her mit einer Experteneinbindung! Daher: Ein Hoch auf die freie Marktwirtschaft (Abg. Meinl-Reisinger: ... Arbeitskreise! Wir brauchen keine Arbeitskreise mehr!), die auch diese Krise meistern wird! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordnete Mag. Carmen Jeitler-Cincelli, BA (fortsetzend): Also: Wir sind gegen eine Geldverteilung mit der Gießkanne, Arbeit gehört entlastet (Abg. Belakowitsch: Dann machen Sie es einfach!) – Vollkasko auf Kosten unserer Kinder, nein, danke. Schluss mit einer Headlinepolitik, sondern her mit einer Experteneinbindung! Daher: Ein Hoch auf die freie Marktwirtschaft (Abg. Meinl-Reisinger: ... Arbeitskreise! Wir brauchen keine Arbeitskreise mehr!), die auch diese Krise meistern wird! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Kassegger und Wurm.
Die Inflation beträgt inzwischen fast 7 Prozent. Die Bürgerinnen und Bürger können beim Wocheneinkauf förmlich zuschauen, wie die Preise in die Höhe gehen – und ja, dafür kann die Regierung in einem ersten Schritt nichts. Kollegin Belakowitsch hat eine wichtige Frage gestellt: Warum ist die Inflation in der Schweiz so niedrig und bei uns so hoch? – Ja die Schweiz hat die Schweizerische Nationalbank, Herrn Jordan sowie den Schweizer Franken, und wir haben die EZB und Lagarde. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Kassegger und Wurm.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Was heißt das in einem Beispiel? – Eine Familie mit einem Durchschnittseinkommen mit zwei Kindern – also Mann, Frau, zwei Kinder –, Pendler, auf dem Land lebend, kommt, wenn man alles zusammenzählt, heuer und nächstes Jahr auf 5 700 Euro Entlastung (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch); heuer sind es 2 700 Euro, nächstes Jahr 3 000 Euro.
Abg. Belakowitsch: Nichts!
gehen, gut einzukaufen –, und ein Bekannter, eigentlich ein guter Freund, hat mich angesprochen (Zwischenruf bei der ÖVP) und gesagt: Bah, es wird alles immer teurer! (Zwischenruf des Abg. Zarits.) Was tut eigentlich diese Bundesregierung dagegen? (Abg. Belakowitsch: Nichts!)
Abg. Belakowitsch: Aber der Kanzler hat schon wieder ...!
Meinung ist, dass das gesenkt werden muss. (Abg. Belakowitsch: Aber der Kanzler hat schon wieder ...!) Sie haben jetzt die Chance, das zu tun. Sie brauchen mir nicht mit Kosten und nicht mit nicht sozial treffsicher zu kommen. Ihr habt mit einem Fingerschnipsen die Körperschaftsteuer reduziert und die Spekulationssteuer abgeschafft, das sind genau diese 1,5 Milliarden Euro (Ruf bei der SPÖ: Genau!), die das kosten würde. Mir wäre es lieber, die Menschen würden günstig Lebensmittel bekommen, als dass die Superreichen weniger Körperschaftsteuer zahlen. Das habt ihr zu verantworten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Nein, das will keiner, das will nur ... vielleicht, aber der Rest ...!
Viele wollen jetzt – beispielsweise nur – die Mehrwertsteuer pauschal erhöht haben. (Abg. Belakowitsch: Nein, das will keiner, das will nur ... vielleicht, aber der Rest ...!) Da sollte man schon einmal auch seriös darüber nachdenken, ob die soziale Treffsicherheit dieser Maßnahmen gegeben ist. Ich finde es schon spannend, wenn jetzt unmittelbar vor dem 1. Mai Ideen ventiliert werden, von denen vor allem die Besserverdienenden und jene, die sich mehr und auch teurere Lebensmittel leisten können, profitieren. (Abg. Belakowitsch: Das ist immer vor dem 1. Mai!) Das ist interessant, gerade jetzt vor dem 1. Mai. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Das ist immer vor dem 1. Mai!
Viele wollen jetzt – beispielsweise nur – die Mehrwertsteuer pauschal erhöht haben. (Abg. Belakowitsch: Nein, das will keiner, das will nur ... vielleicht, aber der Rest ...!) Da sollte man schon einmal auch seriös darüber nachdenken, ob die soziale Treffsicherheit dieser Maßnahmen gegeben ist. Ich finde es schon spannend, wenn jetzt unmittelbar vor dem 1. Mai Ideen ventiliert werden, von denen vor allem die Besserverdienenden und jene, die sich mehr und auch teurere Lebensmittel leisten können, profitieren. (Abg. Belakowitsch: Das ist immer vor dem 1. Mai!) Das ist interessant, gerade jetzt vor dem 1. Mai. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Ja, ich auch!
Abgeordneter Mag. Ernst Gödl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Finanzminister! Frau Bundesministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen hier im Plenum und alle Damen und Herren, die zu Hause oder an ihren Arbeitsplätzen heute zuhören! Ich bin jetzt etwas perplex über die Rede von Herrn Kollegen Loacker (Abg. Belakowitsch: Ja, ich auch!), weil sie doch eine extreme Themenverfehlung darstellt. Ich bin das von einem Politiker wie ihm, der prinzipiell sehr sachlich argumentiert und immer auch treffsichere Argumente hat, wenn es um politische Themen im Hohen Haus geht, gar nicht gewohnt, dass er hier eine völlige Themenverfehlung setzt und ein Thema, das in Vorarlberg tatsächlich diskutiert wird und auch zu Recht diskutiert wird (Zwischenruf der Abg. Krisper), als einziges Thema nennt, bei einem so wichtigen Punkt, den noch dazu Sie mit dieser Dringlichen Anfrage auf die Tagesordnung gebracht haben, nämlich der Frage der Teuerung. Das ist eine Themenverfehlung. – Danke, Nicht genügend, setzen! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Krisper.)
Abg. Hoyos-Trauttmansdorff: ... der Arbeitspreis? – Abg. Meinl-Reisinger: Was machen Sie denn? Was machen Sie denn? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wenn Sie dann zu diesem Studenten sagen, wir befassen uns jetzt im Parlament aber mit der kalten Progression, dann sagt der: Wisst ihr was? Ihr seid völlig daneben! (Abg. Hoyos-Trauttmansdorff: ... der Arbeitspreis? – Abg. Meinl-Reisinger: Was machen Sie denn? Was machen Sie denn? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Jetzt müssen wir uns damit befassen, wie wir die Teuerung abfedern können, nämlich bei jenen abfedern, die geringere - - (Abg. Meinl-Reisinger: Dann machen Sie das endlich, Herrgott noch einmal! Sie machen gar nichts!) – Das machen wir! (Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Wir haben inzwischen so eine lange Liste (mit den Händen etwa einen halben Meter andeutend), Frau Klubobfrau, wir haben eine so lange Liste an Maßnahmen, die wir bereits in den letzten Monaten und auch heute wieder gesetzt haben – so eine lange Liste (mit den Händen erneut einen Abstand andeutend) –, ich habe sie hier mit. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Unser Klubobmann Gust Wöginger hat heute schon in der Aktuellen Stunde ein sehr schönes Beispiel gebracht, da Klubobmann Kickl ein E-Mail von einer Pensionistin vor-gelesen hatte. Er hat aufgelistet, dass diese Mindestpensionistin mit all den Maßnahmen, die wir jetzt gesetzt haben, nämlich die Antiteuerungsmaßnahmen und die Steuerreform, quasi bereits eine 15. Pension erhält, nämlich 1 300 Euro, als Ausgleich, als Hilfe in dieser schwierigen Situation der gestiegenen Preise. Genau das ist unsere Aufgabe, meine Damen und Herren: dass wir jenen unter die Arme greifen, die es jetzt besonders schwer haben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Die ÖVP ist schuld! – Zwischenruf des Abg. Krainer.
Was ich persönlich nicht nachvollziehen kann, ist auch der eine oder andere Redebeitrag, den wir heute hier hatten. Ich glaube, es ist jetzt, in der Zeit, in der wir uns befinden, die falsche Antwort, darüber zu diskutieren, ob wir einen Klassenkampf brauchen oder ob Flüchtlinge, die zu uns kommen und Schutz suchen, die Schuldigen sind und ich weiß nicht für was noch alles verantwortlich gemacht werden, so wie wir es heute in der Früh von Kollegen Kickl von den Freiheitlichen gehört haben. (Abg. Belakowitsch: Die ÖVP ist schuld! – Zwischenruf des Abg. Krainer.) Ich glaube, dass es jetzt wichtig ist, das Steuergeld, das da ist, treffsicher zu verwenden.
Abg. Belakowitsch: Sicher stimmt das! Natürlich!
Wie geht es dem Staat darüber hinaus? – Er profitiert von dieser Krise. Die Inflation spült Milliarden in die Staatskassen. (Abg. Hörl: Na, na, na, na!) – Na, na, na, na? – Na sicher! (Abg. Belakowitsch: Sicher stimmt das! Natürlich!) Aber sehr wohl, und sehr wohl bis zu 3 Milliarden Euro oder mehr! Was machen Sie mit diesen Milliarden? Wie entlasten Sie damit die Arbeitnehmer?
Sitzung Nr. 156
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ich schaue bei dieser Frage auch in die Reihen der Sozialdemokratie und richte den eindeutigen Appell an Sie: Seien auch Sie PartnerInnen bei dieser Reform und helfen Sie in den Bundesländern, in denen Sie regieren, mit, Ihren Anteil zum Erfolg beizutragen! Kollege Hacker aus Wien hat ja die Reform auch schon sehr begrüßt und gelobt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), genauso wie im Übrigen alle Hilfsorganisationen, angefangen bei der Caritas. Heute ist im „Falter“ ein großer Artikel darüber, dass die Pflegereform tatsächlich der große Wurf ist, den man sich viele, viele Jahre erwartet hat. Ich denke, wir können auch ein bisschen stolz darauf sein. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Eine Reform dieses Ausmaßes kann nicht nur im Interesse einer Partei oder einer Koalition sein, eine Reform dieses Ausmaßes muss in unser aller Interesse sein. Dementsprechend hoffe ich auf breite Unterstützung der anderen Fraktionen hier im Parlament. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Zweiter wichtiger Punkt: Wir brauchen in den nächsten Jahren eine Vielzahl an neuen Pflegekräften. Im Übrigen braucht jede Berufsgruppe eine Vielzahl an neuen Arbeitskräften. Das heißt, es existiert ein Konkurrenzkampf am Arbeitsmarkt um jede einzelne Person. Da jetzt in der Ausbildung, berufsbegleitend Maßnahmen zu setzen war ein Gebot der Stunde, weil es nur so gelingen kann, junge Menschen dazu zu animieren, in den Pflegeberuf, in die Pflegeausbildung einzusteigen, mit den 600 Euro, die wir da jetzt vorsehen, und auch mit dem Pflegestipendium, das auf den Weg gebracht wird. (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.)
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
(Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) Ich habe eine Riesenfreude damit, dass wir vor allem den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und auch den pflegenden Angehörigen unsere Wertschätzung und Anerkennung zum Ausdruck bringen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Danke, Herr Minister, dass wir das gemeinsam auf den Weg bringen – ein großes Paket, ein großer Wurf! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
(Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) Ich habe eine Riesenfreude damit, dass wir vor allem den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und auch den pflegenden Angehörigen unsere Wertschätzung und Anerkennung zum Ausdruck bringen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Danke, Herr Minister, dass wir das gemeinsam auf den Weg bringen – ein großes Paket, ein großer Wurf! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Pflege geht uns alle an. Wir haben 460 000 PflegegeldbezieherInnen. Bund, Länder, Gemeinden und Städte zahlen pro Jahr insgesamt rund 6,5 Milliarden Euro in das Pflegesystem ein; jetzt kommt 1 Milliarde Euro in den nächsten beiden Jahren dazu. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es sind 20 Maßnahmen, die hier gesetzt werden, die zum Teil lange eingefordert wurden und auch wirklich notwendig sind, weil vor allem die Pandemie das Personal gewaltig gefordert hat, sowohl in den Spitälern als auch in den Alten- und Pflegeheimen. Und eine halbe Milliarde Euro auf die Gehälter zu geben ist spürbar. Wir reden da von einem zusätzlichen durchschnittlichen Monatsgehalt, das pro Mitarbeiterin und Mitarbeiter dazukommt. Die Sozialpartner, die Kollektivvertragspartner werden das in die Hand nehmen, damit das auch zur Verteilung kommt.
Abg. Belakowitsch: Wie viele kommen in den Genuss?
Die pflegenden Angehörigen, meine Damen und Herren, leisten insgesamt einen unverzichtbaren Beitrag in unserer Gesellschaft. Gerade in den ländlichen Gebieten werden bis zu 80 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause betreut und gepflegt. Daher ist es notwendig, auch da ein Zeichen der Wertschätzung zu setzen. Wir führen den Angehörigenbonus ab der Pflegestufe 4 ein (Abg. Belakowitsch: Wie viele kommen in den Genuss?), für jene, die da auch sozialversichert sind. Wir bezahlen ja hier die Pensionsbeiträge für diese pflegenden Angehörigen. Da wird es 1 500 Euro pro Jahr als Angehörigenbonus geben. Beim Pflegekarenzgeld wird der Rechtsanspruch auf drei Monate erweitert. Beim Demenzzuschlag gibt es 20 Stunden in der Betreuung zum Pflegegeld dazu. Das sind enorm wichtige Maßnahmen für die pflegenden Angehörigen. Sie verdienen die volle Anerkennung, die Wertschätzung und auch den Respekt der Politik, den wir damit auch zum Ausdruck bringen. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Angerer: Wo ist sie? Wo ist die Milliarde? – Abg. Belakowitsch: Das ist eine Luftmilliarde! – Abg. Angerer: Wo ist der Finanzminister? – Abg. Belakowitsch: Bloß der Finanzminister weiß davon noch nichts! – Ruf bei der FPÖ: Der hat sich gar nicht hergetraut! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Pflege. – Danke. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Angerer: Wo ist sie? Wo ist die Milliarde? – Abg. Belakowitsch: Das ist eine Luftmilliarde! – Abg. Angerer: Wo ist der Finanzminister? – Abg. Belakowitsch: Bloß der Finanzminister weiß davon noch nichts! – Ruf bei der FPÖ: Der hat sich gar nicht hergetraut! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Was genau?
Abgeordneter Mag. Ernst Gödl (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzter Herr Bundesminister! Meine geschätzten Damen und Herren und alle, die unsere Sitzung zu Hause mitverfolgen! Diese Regierung liefert, und diese Regierung liefert die größte Pflegereform der letzten Jahrzehnte. (Abg. Belakowitsch: Was genau?) Und Sie, meine geschätzten Damen und Herren von der Opposition, Sie stehen im Schmollwinkerl, Sie verhalten sich trotzig. (Abg. Krainer: Absurd!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich habe vor zehn Jahren eine Institution in der mobilen Betreuung von Menschen übernommen. Wir hatten damals 200 Bedienstete, derzeit haben wir gut 300 Bedienstete und ich weiß, wie schwierig es ist, Personal zu finden, und ich weiß, wie hoch der Druck ist, dass Menschen den Beruf wechseln wollen, weil vielleicht die Rahmenbedingungen nicht stimmen, aber das, was jetzt im Rahmen der Pflegereform auf den Tisch gelegt wurde, kann sich mehr als sehen lassen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Nein!
Es ist ja hanebüchen, mit welchen Argumenten hier gearbeitet wird. Frau Kollegin Belakowitsch, Sie monieren, dass im Budget 2023 diese Mehrausgaben für die Pflege nicht vorgesehen sind. (Abg. Belakowitsch: Nein!) Ja, na klar, das Budget 2023 ist noch gar nicht beschlossen. (Abg. Belakowitsch: Zuhören!) Das müssen wir uns erst erarbeiten, und natürlich werden die Punkte vorgesehen, die wir in der Pflegereform zur Umsetzung bringen – und bitte sagen Sie doch nicht: 1 Milliarde Euro ist nichts!
Abg. Belakowitsch: Zuhören!
Es ist ja hanebüchen, mit welchen Argumenten hier gearbeitet wird. Frau Kollegin Belakowitsch, Sie monieren, dass im Budget 2023 diese Mehrausgaben für die Pflege nicht vorgesehen sind. (Abg. Belakowitsch: Nein!) Ja, na klar, das Budget 2023 ist noch gar nicht beschlossen. (Abg. Belakowitsch: Zuhören!) Das müssen wir uns erst erarbeiten, und natürlich werden die Punkte vorgesehen, die wir in der Pflegereform zur Umsetzung bringen – und bitte sagen Sie doch nicht: 1 Milliarde Euro ist nichts!
Abg. Belakowitsch: Die gibt’s aber nicht, die Milliarde!
1 Milliarde Euro zielgerichtet für die Pflege (Abg. Belakowitsch: Die gibt’s aber nicht, die Milliarde!) ist sehr viel Geld, und wir investieren es in die richtige Richtung, denn, wie schon gesagt, das Hauptaugenmerk liegt auf dem Personal, der Personalausbildung und
Abg. Belakowitsch: Die stellen sich schon in Schlangen an!
auch auf den Arbeitsbedingungen. Zum Beispiel, weil Sie, Frau Belakowitsch, auch gesagt haben, wir tun nichts für die Ausbildung: No na, wir führen im nächsten Jahr ein Stipendium ein, mit dem Umsteiger oder WiedereinsteigerInnen sich einfach auch die Ausbildung leisten können, indem sie ein Stipendium erhalten. (Abg. Belakowitsch: Die stellen sich schon in Schlangen an!)
Abg. Belakowitsch: Das ist leider das Problem!
Er ist ein ausgewiesener Sozialpolitiker über Jahrzehnte. Er war Betriebsrat beim Roten Kreuz und er hat auch viele, viele wichtige Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Länder geführt, weil wir nur gemeinsam (Abg. Belakowitsch: Das ist leider das Problem!) diese Herausforderung Pflege schaffen können.
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
So werden wir das Projekt umsetzen. Die Regierung liefert, und Sie sollten sich aus dem Schmollwinkel herausbegeben. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: ... Kanzler herbeischaffen! – Abg. Kickl: Wo sind die Hauptdarsteller? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Wir gelangen nun zum 1. Punkt der Tagesordnung. (Abg. Belakowitsch: ... Kanzler herbeischaffen! – Abg. Kickl: Wo sind die Hauptdarsteller? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Kickl: Da kann man schon durcheinanderkommen! – Abg. Belakowitsch: Einmal so, einmal so!
Ich darf den Herrn Bundeskanzler um seine Erklärung bitten, die 10 Minuten nicht übersteigen soll. – Bitte, Herr Bundesminister – Bundeskanzler! (Abg. Kickl: Da kann man schon durcheinanderkommen! – Abg. Belakowitsch: Einmal so, einmal so!)
Abg. Belakowitsch: ... auf Facebook! A Wahnsinn!
Letzte Woche war tatsächlich eine Woche, die von zahlreichen Veränderungen geprägt war. Elli Köstinger und Margarete Schramböck haben ihren Rücktritt erklärt (Abg. Belakowitsch: ... auf Facebook! A Wahnsinn!) und haben das auch nicht leichten Herzens gemacht. (Abg. Belakowitsch: Warum sind Sie geblieben?) Sie haben für sich selbst schwere Zeiten erlebt, haben mit vollem Einsatz in der Frage der Pandemie, der Krisen, die auf uns zukommen, ihre Ressorts vertreten und gekämpft. Von meiner Seite als Bundeskanzler ein großes Danke an Elli Köstinger und Margarete Schramböck für ihren Einsatz! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Warum sind Sie geblieben?
Letzte Woche war tatsächlich eine Woche, die von zahlreichen Veränderungen geprägt war. Elli Köstinger und Margarete Schramböck haben ihren Rücktritt erklärt (Abg. Belakowitsch: ... auf Facebook! A Wahnsinn!) und haben das auch nicht leichten Herzens gemacht. (Abg. Belakowitsch: Warum sind Sie geblieben?) Sie haben für sich selbst schwere Zeiten erlebt, haben mit vollem Einsatz in der Frage der Pandemie, der Krisen, die auf uns zukommen, ihre Ressorts vertreten und gekämpft. Von meiner Seite als Bundeskanzler ein großes Danke an Elli Köstinger und Margarete Schramböck für ihren Einsatz! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Aha!
Bezüglich Arbeit und Wirtschaft war in der Vergangenheit schon oft die Frage polarisierend, ob man daraus tatsächlich ein Ressort, ein Ministerium bilden soll, da es doch unterschiedliche Interessenlagen gibt. Meine sehr geehrten Damen und Herren, genau aus diesem Grund ist es wichtig, das Thema Arbeit und Wirtschaft zusammenzuführen, denn für den Wirtschaftsstandort Österreich braucht es auf der einen Seite Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die gut ausgebildet, die motiviert ihrer Arbeit nachgehen (Abg. Belakowitsch: Aha!), und auf der anderen Seite braucht es mutige Unternehmerinnen und Unternehmer, die bereit sind, in den Wirtschaftsstandort Österreich zu investieren, unternehmerisches Risiko auf sich zu nehmen, durch ihr Tun Arbeitsplätze zu schaffen und damit in diesem Land für Wohlstand und Prosperität, also Wachstum, zu sorgen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Scherak
Das Landwirtschaftsministerium an sich ist jetzt klarer strukturiert (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Scherak), es widmet sich vollumfänglich seinen Aufgaben. Die Frage, warum es das braucht, lässt sich leicht beantworten: Lebensmittelversorgungssicherheit ist gerade seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine ein wesentliches Thema, nicht nur für uns in Österreich, sondern derzeit weltweit. Wir erleben gerade, dass Weizenexporte von großen produzierenden Ländern zurückgehalten werden. Der Weizen, die Ölsaaten, der Mais aus der Ukraine sind auf der einen Seite für die Lebensmittelversorgungssicherheit auf der ganzen Welt wichtig, vor allem in Nordafrika, Pakistan und Indien (Zwischenruf des Abg. Schmiedlechner), und auf der anderen Seite ist es genauso wichtig, dass in Österreich Lebensmittelversorgungssicherheit herrscht – das ist dank der Bäuerinnen und Bauern, dank der hohen Qualitätsstandards in der Produktion möglich –, und damit das auch so bleibt, braucht es einen erfahrenen Profi an der Spitze des Ministeriums. Das ist Norbert Totschnig. – Lieber Norbert, herzlich willkommen bei uns im Team! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Kassegger: Ihr braucht nicht glauben, ihr sollt tun! Ihr seid die Regierung! – Abg. Belakowitsch: Ihr habt die Krise verursacht!
In diesen bewegten und turbulenten Zeiten sollten wir, glaube ich, einfach auch einmal so weit innehalten, um anzuerkennen, dass mehrere Krisen gleichzeitig aufeinandertreffen, und jede für sich hat eine Dimension, die es in den letzten Jahrzehnten nicht gegeben hat. (Abg. Kassegger: Ihr braucht nicht glauben, ihr sollt tun! Ihr seid die Regierung! – Abg. Belakowitsch: Ihr habt die Krise verursacht!) – Das stellt uns – und zwar alle gemeinsam; wir sind in konstruktiver Absicht hier – natürlich alle vor eine gewisse Prüfung. Es geht um die Widerstandsfähigkeit, um unsere Anpassungsfähigkeit
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es ist auch für Politikerinnen und Politiker – das möchte ich schon erwähnen – eine wirklich herausfordernde Zeit, und da kommt es auch zu persönlichen Entscheidungen, im Zuge derer man sagt: Nein, ich verlasse jetzt die Politik, ich will einen anderen Weg weitergehen! Ich stehe als Klubobmann der Volkspartei nicht an, mich bei den beiden Ministerinnen für die letzten mehr als vier Jahre herzlich zu bedanken, auch was die Zusammenarbeit anbelangt, vor allem aber auch für das, was sie geleistet haben – in den Bereichen Landwirtschaft, Tourismus, auch Wirtschaft und Digitalisierung: ein großes Dankeschön an Elli Köstinger und Margarete Schramböck für ihr Wirken! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Bösch: Schutzbehauptung! Schutzbehauptung! – neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Das Zweite: Dass diese Regierung voll handlungsfähig ist (Abg. Bösch: Schutzbehauptung! Schutzbehauptung! – neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), hat Bundeskanzler Karl Nehammer bewiesen, weil er diese Regierung innerhalb weniger Stunden umgebildet hat. Innerhalb eines Tages war diese Regierung – mit neuen Persönlichkeiten, mit Expertinnen und Experten – umgebildet. Das alleine ist der Beweis dafür, dass diese Regierung handlungsfähig ist. Der Bundeskanzler hat rasch und gut gehandelt. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kickl
kennt, der beruflich auch durch den Klub der Volkspartei marschiert ist (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kickl) und einfach ein absoluter Kenner der Materie ist: Lieber Norbert, wir wünschen dir alles Gute für diese wichtige Aufgabe im Sinne unserer Landwirtschaft; die Bäuerinnen und Bauern sind bei dir gut aufgehoben. Alles Gute! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Kickl: Hoch gewinnen werdet ihr es nimmer! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das alles macht diese Regierung möglich, weil diese Regierung handlungsfähig ist, weil wir wissen, was die Menschen brauchen – und daher, lieber Kollege Leichtfried, kannst du mit deinem Neuwahlantrag daheimbleiben in der SPÖ, den braucht kein Mensch! Wir arbeiten weiter. Wir haben jetzt Halbzeit, und wir werden diese zweite Halbzeit zu Ende spielen, und zwar gemeinsam (Abg. Bösch: Vielleicht, vielleicht!), als diese türkis-grüne Bundesregierung. (Abg. Kickl: Hoch gewinnen werdet ihr es nimmer! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ob ihr mitspielt oder nicht, ist eure Sache. Diese Regierung arbeitet für Österreich und für die Menschen in diesem Lande. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Da muss er selber lachen!)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Da muss er selber lachen!
Das alles macht diese Regierung möglich, weil diese Regierung handlungsfähig ist, weil wir wissen, was die Menschen brauchen – und daher, lieber Kollege Leichtfried, kannst du mit deinem Neuwahlantrag daheimbleiben in der SPÖ, den braucht kein Mensch! Wir arbeiten weiter. Wir haben jetzt Halbzeit, und wir werden diese zweite Halbzeit zu Ende spielen, und zwar gemeinsam (Abg. Bösch: Vielleicht, vielleicht!), als diese türkis-grüne Bundesregierung. (Abg. Kickl: Hoch gewinnen werdet ihr es nimmer! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ob ihr mitspielt oder nicht, ist eure Sache. Diese Regierung arbeitet für Österreich und für die Menschen in diesem Lande. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Da muss er selber lachen!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordnete Sigrid Maurer, BA (fortsetzend): Wir haben hier heute vonseiten der Opposition natürlich einiges an Kritik an der Arbeit der Regierung gehört. Das ist ihr gutes Recht, und das gilt es in einer Demokratie selbstverständlich hochzuhalten, aber jene – und das richtet sich an die Sozialdemokratie –, die jetzt hier eine vermeintliche Untätigkeit der Regierung kritisieren, möchte ich gerne auf den Boden der Tatsachen zurückholen und sie einladen, sich die Faktenlage anzuschauen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das ist nämlich das, woran wir uns messen lassen müssen – und nicht Personaldiskussionen –, und da möchte ich an dieser Stelle schon auch sagen: Es liegt auch in Ihrer Verantwortung – egal von welcher Partei –, wir haben in diesem Land riesige Herausforderungen zu bewältigen! (Abg. Rauch: Die Sie nicht bewältigen, weil Sie nicht in der Lage sind dazu!)
Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch
anlässlich einer Regierungsumbildung ausschließlich beschäftigen, sind Beschimpfungen in alle Richtungen und ganz sicher nichts, was in irgendeiner Weise zukunftsgerichtet ist (Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch), was die Lösungen für die großen Probleme dieser Zeit beinhaltet. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Ruf bei der FPÖ: ... keine Lösungen!)
Abg. Belakowitsch: Was löst ihr?
Die Verantwortung für ganz viele Probleme, die wir Grüne jetzt lösen müssen (Abg. Belakowitsch: Was löst ihr?), mit einem Pflegeminister Rauch beispielsweise, sind auch durch Sie und durch Ihre Untätigkeit verschuldet! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Ich möchte an dieser Stelle auch noch einmal sagen: Danke, Elli Köstinger und Margarete Schramböck! (Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) Ich möchte an dieser Stelle auch sagen – bei aller berechtigten Kritik an der Performance von Ministerinnen und Ministern –: Wir haben einen doppelten Standard, was Frauen betrifft, was die Frage betrifft, woran Frauen in welcher Art und Weise gemessen werden – und das gilt auch hier.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wir als Parlament sind die ganze Pandemie hindurch unserer Verpflichtung als Legislative nachgekommen. Wir als Opposition kommen nicht nur unserer Verpflichtung zur Kontrolle nach, sondern insbesondere auch wir als NEOS kommen unserer Verpflichtung, wie wir sie verstehen, nach, konstruktive Oppositionspolitik zu machen und stets Vorschläge zu bringen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Vorschläge, was die Sicherheitspolitik angeht, was die Energieversorgung angeht, was die Unterstützung des Mittelstands angeht, was die Entlastung der Menschen angeht, was vor allem auch die Abfederung der Teuerung angeht und was den Zukunftsbereich Bildung angeht.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um kurz meine Ziele und Werte zu formulieren. Wie Sie wissen, bin ich ein Bauernsohn und Familienmensch. Die Landwirtschaft hat mich also seit frühester Kindheit geprägt, und diese Erfahrungen werde ich natürlich auch in das Amt mit einbringen. (Zwischenruf des Abg. Rauch.) Was meine ich damit? – Erstens, dass die Arbeit am Hof keine Arbeitszeiten oder Wochentage kennt, Arbeit fällt an und muss erledigt werden (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), weiters dass wir auf unsere Tiere schauen und – ganz wesentlich – dass nur eine nachhaltige Wirtschaftsweise im Stall, auf den Feldern (Ruf bei der FPÖ: Was brauche ich im 7. Bezirk?!), auf den Wiesen, im Wald bis zu den Almen wirklich Zukunft sichert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Lausch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Der Klimawandel mit Trockenheit, Starkregen und Schädlingen wie dem Borkenkäfer – der Herr Bundespräsident hat es bei der Angelobung angesprochen – fordert uns enorm. Der Klimawandel trifft die Land- und Forstwirtschaft als Erstes und am härtesten, und deswegen wollen wir auch Teil der Lösung sein. Hinzu kommt der steigende Anspruch der Gesellschaft und der Märkte im Hinblick auf Tier- und Umweltschutz. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Gleichzeitig muss die Wettbewerbsfähigkeit steigen. Die Märkte sind durch hohe Preissensibilität bei Unternehmen und Konsumenten gekennzeichnet. Wer zu teuer ist, fliegt aus dem Regal, nur: Qualität gibt es eben nicht zum Nulltarif. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Danke für die engagierte Rede für die Lehre, Frau Staatssekretärin Plakolm. Wir brauchen auch beim Übergang vom Arbeitsleben in das Pensionsleben finanzielle Anreize, damit wir die Leute länger in Beschäftigung halten können. 270 000 offenen Stellen, davon allein 36 000 im Bereich Tourismus, stehen 260 000 Arbeitslose gegenüber. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: O ja! Wie oft haben wir das schon vertagt!
Kollege Stöger hat jetzt gerade etwas behauptet, und das muss ich jetzt gleich einmal zu Beginn richtigstellen: Eine Vertagung bedeutet nicht, dass wir nicht darüber diskutieren. (Abg. Belakowitsch: O ja! Wie oft haben wir das schon vertagt!) Ganz im Gegenteil: Wir haben im letzten Ausschuss alle 33 Tagesordnungspunkte diskutiert, haben uns bei der einen oder anderen Sache durchaus auch das angehört, was du zu sagen hattest, und nicht nur du, sondern ich glaube, wir haben da durchaus sehr lebhafte Diskussionen geführt, aber eine Vertagung bedeutet nicht automatisch, dass etwas nicht diskutiert wird. (Abg. Matznetter: Eine öffentliche ...?) Ich bitte also, das vielleicht in Zukunft wieder korrekt und richtig zu sagen. (Abg. Matznetter: War das öffentlich?) – Kollege Matznetter, wenn du etwas zu sagen hast, geh bitte heraus! (Beifall der Abg. Ribo sowie bei der ÖVP. – Abg. Matznetter: War es öffentlich? – Nein!)
Abg. Belakowitsch: Das kann schon keiner mehr hören, deine Experten!
Für vier Szenarien bereitet man sich momentan vor, man hat sehr, sehr viele Expertinnen und Experten, Wissenschafter und Wissenschafterinnen eingeladen, die ihren Input geliefert haben. (Abg. Belakowitsch: Das kann schon keiner mehr hören, deine Experten!) Man ist damit auch nochmals in die Länder, in die ganzen Institutionen gegangen, um sich dort Feedback zu holen.
Abg. Belakowitsch: Die erwarten sich, dass sie jetzt einmal in Ruhe gelassen werden!
Warum machen wir das? – Wie schon gesagt: Ich glaube, die Menschen draußen erwarten sich, dass wir einen guten Plan haben. (Abg. Belakowitsch: Die erwarten sich, dass sie jetzt einmal in Ruhe gelassen werden!) Dafür braucht es Rechtsnormen, dafür braucht es auch dementsprechend die gesetzlichen Ausgestaltungen, dafür braucht es Gesetze, die eben auch diese Maßnahmen dann am Ende des Tages decken.
Abg. Belakowitsch: Ja, ich habe ihn eh vorgelesen!
ihn eingebracht! Frau Abgeordnete, haben Sie den Entschließungsantrag eingebracht? (Abg. Belakowitsch: Ja, ich habe ihn eh vorgelesen!) – Ja. Wir haben nur kurz eine Absprache gehalten.
Abg. Belakowitsch: Nein, habe ich nicht behauptet! Die Medien haben das gesagt!
Abgeordneter Dr. Werner Saxinger, MSc (ÖVP): Kollegin Belakowitsch hat in ihrer Rede behauptet, dass die Impfung wirkungslos ist. (Abg. Belakowitsch: Nein, habe ich nicht behauptet! Die Medien haben das gesagt!) – Ich berichtige tatsächlich, dass die Impfung vor schweren Verläufen im Regelfall sehr gut schützt. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das habe ich aber nicht gesagt! ... Unwirksamkeit! Das war übrigens keine tatsächliche Berichtigung! – Ruf bei den Grünen: Doch!)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das habe ich aber nicht gesagt! ... Unwirksamkeit! Das war übrigens keine tatsächliche Berichtigung! – Ruf bei den Grünen: Doch!
Abgeordneter Dr. Werner Saxinger, MSc (ÖVP): Kollegin Belakowitsch hat in ihrer Rede behauptet, dass die Impfung wirkungslos ist. (Abg. Belakowitsch: Nein, habe ich nicht behauptet! Die Medien haben das gesagt!) – Ich berichtige tatsächlich, dass die Impfung vor schweren Verläufen im Regelfall sehr gut schützt. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das habe ich aber nicht gesagt! ... Unwirksamkeit! Das war übrigens keine tatsächliche Berichtigung! – Ruf bei den Grünen: Doch!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Abgeordneter Ralph Schallmeiner (Grüne): Herr Präsident, zur tatsächlichen Berichtigung: Kollegin Belakowitsch hat gesagt oder hat in ihrer Rede ausgeführt, sie kenne keine Studie und wüsste von keiner wissenschaftlichen Unterlage (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), die die Wirkungsweise oder die positive Wirkung der Maske unterstreichen oder eben beweisen würde.
Abg. Belakowitsch: Das ist ja keine medizinische Studie! So ein Quatsch!
Ich berichtige tatsächlich: Kollegin Belakowitsch müsste zumindest die fachliche Begründung zur 5. COVID-19-Notmaßnahmenverordnung – das ist die, die ich jetzt auf die Schnelle gefunden habe – vom 19.11.2021 kennen, in der ab Seite 18 über mehrere Seiten hinweg die entsprechenden Unterlagen, Studien et cetera zitiert wurden (Abg. Belakowitsch: Das ist ja keine medizinische Studie! So ein Quatsch!), internationale Studien, die die positive Wirkung sowohl von FFP2-Masken als auch vom normalen Mund-Nasen-Schutz dementsprechend belegen. (Abg. Belakowitsch: Das ist eine Vergleichsstudie, mit einer medizinischen Studie hat das überhaupt nichts zu tun!)
Abg. Belakowitsch: Das ist eine Vergleichsstudie, mit einer medizinischen Studie hat das überhaupt nichts zu tun!
Ich berichtige tatsächlich: Kollegin Belakowitsch müsste zumindest die fachliche Begründung zur 5. COVID-19-Notmaßnahmenverordnung – das ist die, die ich jetzt auf die Schnelle gefunden habe – vom 19.11.2021 kennen, in der ab Seite 18 über mehrere Seiten hinweg die entsprechenden Unterlagen, Studien et cetera zitiert wurden (Abg. Belakowitsch: Das ist ja keine medizinische Studie! So ein Quatsch!), internationale Studien, die die positive Wirkung sowohl von FFP2-Masken als auch vom normalen Mund-Nasen-Schutz dementsprechend belegen. (Abg. Belakowitsch: Das ist eine Vergleichsstudie, mit einer medizinischen Studie hat das überhaupt nichts zu tun!)
Abg. Belakowitsch: ... aber Blödsinn!
Bitte, liebe Kollegin Belakowitsch (Abg. Belakowitsch: ... aber Blödsinn!), ich würde darum bitten, korrekt zu bleiben! Genauso wie du damals eben fälschlicherweise irgendetwas
Abg. Belakowitsch: Ich habe noch nie von Tausenden Impftoten geredet! Was soll denn das überhaupt! – Zwischenruf des Abg. Zanger
von Tausenden Impftoten daherschwadroniert hast, die es nicht gegeben hat (Abg. Belakowitsch: Ich habe noch nie von Tausenden Impftoten geredet! Was soll denn das überhaupt! – Zwischenruf des Abg. Zanger), ist auch das, was du hier behauptet hast, falsch. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Das ist ja unglaublich, aber wirklich!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Das ist ja unglaublich, aber wirklich!
von Tausenden Impftoten daherschwadroniert hast, die es nicht gegeben hat (Abg. Belakowitsch: Ich habe noch nie von Tausenden Impftoten geredet! Was soll denn das überhaupt! – Zwischenruf des Abg. Zanger), ist auch das, was du hier behauptet hast, falsch. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Das ist ja unglaublich, aber wirklich!)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abg. Belakowitsch und dem sich zu seinem Sitzplatz begebenden Abg. Schallmeiner. – Der Präsident gibt das Glockenzeichen.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Loacker. – Bitte. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abg. Belakowitsch und dem sich zu seinem Sitzplatz begebenden Abg. Schallmeiner. – Der Präsident gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Belakowitsch: Wir haben auch die schlechtere Regierung!
Dann kommen wir noch zur Maskenpflicht: Eine FFP2-Maskenpflicht in der ganzen Nation gibt es nur in Österreich; das hat es einmal in Bayern gegeben, aber flächendeckend in keinem anderen europäischen Land. Und wenn man sich anschaut, wie die Pandemie in anderen Ländern verlaufen ist, in denen ein normaler Mund-Nasen-Schutz vorgeschrieben war, dann wird man zu dem Ergebnis kommen, dass uns die FFP2-Masken keinen Vorteil verschafft haben. Wir sind nicht besser – wir sind schlechter als die Schweizer, schlechter als die Dänen, schlechter als die Schweden und schlechter als die Deutschen gefahren. (Abg. Belakowitsch: Wir haben auch die schlechtere Regierung!) Man könnte das also auch lassen, weil die FFP2-Masken noch dazu erstens teuer sind und zweitens Müll fabrizieren, den man bei einer waschbaren Stoffmaske vermeiden könnte.
Abg. Belakowitsch: ... Milliarde!
Es ist kein Geheimnis, dass wir einen Pflegenotstand, einen Personalnotstand in der Pflege haben. Bis 2030, und ich glaube, ich habe das hier schon sehr, sehr oft gesagt, brauchen wir circa 100 000 Pflegekräfte in Österreich. (Abg. Belakowitsch: ... Milliarde!) Das heißt, jeder, der eins und eins zusammenzählen kann, wird wissen, dass wir auf gut qualifiziertes Personal aus dem Ausland angewiesen sind. Eigentlich müssten wir dem Personal aus dem Ausland den roten Teppich ausrollen, so dringend brauchen wir dieses. Leider ist es ja auch so, dass Österreich jetzt nicht unbedingt das attraktivste Land für diese Menschen, also für Fachkräfte ist. (Abg. Lausch: Das ist ein Wahnsinn!) Da machen uns andere EU-Länder wie Deutschland, aber auch Skandinavien ordentlich Konkurrenz.
Sitzung Nr. 158
Abg. Belakowitsch: ... gibt es halt nicht!
Worum geht es? Oder vielleicht ein bisschen anders gesagt: Ich möchte Sie ein bisschen in eine Art Gedankenexperiment mitnehmen. Stellen Sie sich vor, es wütet eine extrem ansteckende Krankheit, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit lebensgefährlich für die Infizierten sein kann! Stellen Sie sich vor, gegen diese Krankheit gibt es eine Impfung, die dafür sorgt, dass die Infektionsketten unterbrochen werden, dass Leid gelindert wird! (Abg. Belakowitsch: ... gibt es halt nicht!) Stellen Sie sich weiters vor, dass diese Impfung aber nur dann Sinn macht, wenn möglichst viele Menschen oder möglichst alle Menschen geimpft werden, weil nur dann die erwähnten Infektionsketten unterbrochen werden können! Und stellen Sie sich weiters vor, dass es eine Verfassungsbestimmung gibt, wonach es keine Verpflichtung zur Impfung gibt! Stellen Sie sich vor, wie dann unser Gesundheitssystem, das darunter zu leiden hat, in die Knie geht – ein resilientes Gesundheitssystem, ein robustes System, eines, das dann kaputt gemacht wird. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Worum geht es? Oder vielleicht ein bisschen anders gesagt: Ich möchte Sie ein bisschen in eine Art Gedankenexperiment mitnehmen. Stellen Sie sich vor, es wütet eine extrem ansteckende Krankheit, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit lebensgefährlich für die Infizierten sein kann! Stellen Sie sich vor, gegen diese Krankheit gibt es eine Impfung, die dafür sorgt, dass die Infektionsketten unterbrochen werden, dass Leid gelindert wird! (Abg. Belakowitsch: ... gibt es halt nicht!) Stellen Sie sich weiters vor, dass diese Impfung aber nur dann Sinn macht, wenn möglichst viele Menschen oder möglichst alle Menschen geimpft werden, weil nur dann die erwähnten Infektionsketten unterbrochen werden können! Und stellen Sie sich weiters vor, dass es eine Verfassungsbestimmung gibt, wonach es keine Verpflichtung zur Impfung gibt! Stellen Sie sich vor, wie dann unser Gesundheitssystem, das darunter zu leiden hat, in die Knie geht – ein resilientes Gesundheitssystem, ein robustes System, eines, das dann kaputt gemacht wird. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Welche?
Die Impfung, ganz allgemein gesprochen, ist eine der wichtigsten Innovationen der modernen Medizin, insbesondere der letzten 200 Jahre. Durch Impfstoffe konnten Krankheiten ausgerottet werden (Abg. Belakowitsch: Welche?), Stichwort Pocken, oder zumindest so weit in den Griff bekommen werden, dass sie ihren Schrecken verloren haben, Stichwort Masern. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die Impfung, ganz allgemein gesprochen, ist eine der wichtigsten Innovationen der modernen Medizin, insbesondere der letzten 200 Jahre. Durch Impfstoffe konnten Krankheiten ausgerottet werden (Abg. Belakowitsch: Welche?), Stichwort Pocken, oder zumindest so weit in den Griff bekommen werden, dass sie ihren Schrecken verloren haben, Stichwort Masern. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die Impfungen sind aber auch ein Opfer ihres Erfolges. Immer mehr Menschen glauben, weil es weniger Opfer dieser Krankheiten gibt, gegen die geimpft wird, hätten diese Krankheiten auch ihren Schrecken verloren. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Immer mehr Eltern lassen ihre Kinder nicht mehr gegen Masern oder andere Krankheiten impfen. Vernunft wird von Emotion abgelöst. Krude unwissenschaftliche Theorien sorgen dafür, dass sich immer mehr Menschen vor jeglicher Impfung, ohne sachliche Begründung, fürchten.
Abg. Belakowitsch: „Angebliche“!
Die Nebenwirkungen und die Auswirkungen durchgemachter Krankheiten werden kleingeredet, angebliche Impfnebenwirkungen großgemacht. (Abg. Belakowitsch: „Angebliche“!) Ja, es gibt in seltenen Fällen Nebenwirkungen bei Impfungen. (Abg. Belakowitsch: „In seltenen Fällen“!) Bei allen in Österreich vollständig oder bedingt zugelassenen Impfstoffen kommen diese Nebenwirkungen, gemessen an der Zahl der verimpften
Abg. Belakowitsch: „In seltenen Fällen“!
Die Nebenwirkungen und die Auswirkungen durchgemachter Krankheiten werden kleingeredet, angebliche Impfnebenwirkungen großgemacht. (Abg. Belakowitsch: „Angebliche“!) Ja, es gibt in seltenen Fällen Nebenwirkungen bei Impfungen. (Abg. Belakowitsch: „In seltenen Fällen“!) Bei allen in Österreich vollständig oder bedingt zugelassenen Impfstoffen kommen diese Nebenwirkungen, gemessen an der Zahl der verimpften
Abg. Belakowitsch: Oje! – Abg. Wurm: Bei der Wahrheit bleiben!
Impfdosen, äußerst selten vor. (Abg. Belakowitsch: Oje! – Abg. Wurm: Bei der Wahrheit bleiben!) Das ist Fakt. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: O ja, es geht nur um Covid!
Was hat das Ganze mit dem uns vorliegenden Volksbegehren zu tun? – Dieses Volksbegehren zielt darauf ab, mit den Ängsten der Menschen, mit den vorhandenen Ängsten der Menschen zu spielen. Es hilft nicht mit, Menschen davon zu überzeugen, dass es gescheit ist, sich impfen zu lassen, egal gegen welche Krankheit – und ich rede jetzt dezidiert nicht nur von Covid (Abg. Belakowitsch: O ja, es geht nur um Covid!), ich rede allgemein davon, sich impfen zu lassen. – Nein, es geht eben nicht nur um Covid (Abg. Belakowitsch: Na, o ja!), denn, liebe Kollegin Belakowitsch, im Einleitungstext dieses Volksbegehrens heißt es: „Weder Corona [...] noch andere Ereignisse rechtfertigen einen Zwang zu Impfungen.“ – Anmerkung: Es gibt keinen Zwang zur Impfung, es gibt aktuell eine Pflicht zur Impfung (Rufe bei der FPÖ: Aha! Ach so! Ah! – Abg. Belakowitsch: Aha! Das ist ja ein großer Unterschied!), aber auch das können die Kolleginnen und Kollegen offensichtlich nicht unterscheiden. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Na, o ja!
Was hat das Ganze mit dem uns vorliegenden Volksbegehren zu tun? – Dieses Volksbegehren zielt darauf ab, mit den Ängsten der Menschen, mit den vorhandenen Ängsten der Menschen zu spielen. Es hilft nicht mit, Menschen davon zu überzeugen, dass es gescheit ist, sich impfen zu lassen, egal gegen welche Krankheit – und ich rede jetzt dezidiert nicht nur von Covid (Abg. Belakowitsch: O ja, es geht nur um Covid!), ich rede allgemein davon, sich impfen zu lassen. – Nein, es geht eben nicht nur um Covid (Abg. Belakowitsch: Na, o ja!), denn, liebe Kollegin Belakowitsch, im Einleitungstext dieses Volksbegehrens heißt es: „Weder Corona [...] noch andere Ereignisse rechtfertigen einen Zwang zu Impfungen.“ – Anmerkung: Es gibt keinen Zwang zur Impfung, es gibt aktuell eine Pflicht zur Impfung (Rufe bei der FPÖ: Aha! Ach so! Ah! – Abg. Belakowitsch: Aha! Das ist ja ein großer Unterschied!), aber auch das können die Kolleginnen und Kollegen offensichtlich nicht unterscheiden. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Rufe bei der FPÖ: Aha! Ach so! Ah! – Abg. Belakowitsch: Aha! Das ist ja ein großer Unterschied!
Was hat das Ganze mit dem uns vorliegenden Volksbegehren zu tun? – Dieses Volksbegehren zielt darauf ab, mit den Ängsten der Menschen, mit den vorhandenen Ängsten der Menschen zu spielen. Es hilft nicht mit, Menschen davon zu überzeugen, dass es gescheit ist, sich impfen zu lassen, egal gegen welche Krankheit – und ich rede jetzt dezidiert nicht nur von Covid (Abg. Belakowitsch: O ja, es geht nur um Covid!), ich rede allgemein davon, sich impfen zu lassen. – Nein, es geht eben nicht nur um Covid (Abg. Belakowitsch: Na, o ja!), denn, liebe Kollegin Belakowitsch, im Einleitungstext dieses Volksbegehrens heißt es: „Weder Corona [...] noch andere Ereignisse rechtfertigen einen Zwang zu Impfungen.“ – Anmerkung: Es gibt keinen Zwang zur Impfung, es gibt aktuell eine Pflicht zur Impfung (Rufe bei der FPÖ: Aha! Ach so! Ah! – Abg. Belakowitsch: Aha! Das ist ja ein großer Unterschied!), aber auch das können die Kolleginnen und Kollegen offensichtlich nicht unterscheiden. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Ja, aber ihr diskutiert ja nicht, ihr verpflichtet nur!
Es ist, und das möchte ich schon auch noch feststellen, natürlich das gute Recht der Betreiber des Volksbegehrens – die männliche Form ist hier angebracht, denn ich glaube, es war keine Frau unter den ProponentInnen (Zwischenruf des Abg. Wurm) –, dieses Volksbegehren zu starten und eben um Unterstützung zu werben. Es ist auch gut so, dass wir darüber diskutieren. Ich finde es auch richtig, dass wir über die Impfung diskutieren, dass wir generell über Impfungen diskutieren – ich finde das absolut in Ordnung (Abg. Belakowitsch: Ja, aber ihr diskutiert ja nicht, ihr verpflichtet nur!) –, aber ich kann dieses Volksbegehren so leider nicht unterstützen.
Lebhafte Heiterkeit des Abg. Wurm. – Abg. Belakowitsch: Ja, ja, ...!
Abschließend sei noch auf Folgendes hingewiesen: Es gibt eine Einschätzung der WHO aus dem Jahr 2019 betreffend die Frage, was die größten Herausforderungen für Gesundheitssysteme weltweit sind. Und laut Einschätzung der WHO sind eine der größten Herausforderungen, eines der größten Gefahrenpotenziale für Gesundheitssysteme weltweit Impfgegnerinnen und Impfgegner. (Lebhafte Heiterkeit des Abg. Wurm. – Abg. Belakowitsch: Ja, ja, ...!) Das eingangs erwähnte Szenario wird nämlich dann realistisch. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Wurm: Was machst du mit den Impfgegnern? Was machst du mit denen? – Abg. Belakowitsch: Einsperren! – Abg. Schallmeiner – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz ‑: Man muss die Leute überzeugen ...!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Wurm: Was machst du mit den Impfgegnern? Was machst du mit denen? – Abg. Belakowitsch: Einsperren! – Abg. Schallmeiner – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz ‑: Man muss die Leute überzeugen ...!
Abschließend sei noch auf Folgendes hingewiesen: Es gibt eine Einschätzung der WHO aus dem Jahr 2019 betreffend die Frage, was die größten Herausforderungen für Gesundheitssysteme weltweit sind. Und laut Einschätzung der WHO sind eine der größten Herausforderungen, eines der größten Gefahrenpotenziale für Gesundheitssysteme weltweit Impfgegnerinnen und Impfgegner. (Lebhafte Heiterkeit des Abg. Wurm. – Abg. Belakowitsch: Ja, ja, ...!) Das eingangs erwähnte Szenario wird nämlich dann realistisch. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Wurm: Was machst du mit den Impfgegnern? Was machst du mit denen? – Abg. Belakowitsch: Einsperren! – Abg. Schallmeiner – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz ‑: Man muss die Leute überzeugen ...!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Zanger: ... Blödsinn!
Wurm: Viagra!) Das war nicht Viagra – aber danke; die FPÖ ist auch da wieder sozusagen mit Fakenews unterwegs –, es war das Medikament Ivermectin, das Herbert Kickl hier im Parlament mehrfach groß angepriesen hat, von dem eine dramatisch angestiegene Menge an der Grenze sichergestellt wurde. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Zanger: ... Blödsinn!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Jetzt kann man darüber lachen, so wie Sie es machen, aber der Punkt ist, dass uns diese gesamte Debatte ja nicht einen Millimeter weitergebracht hat. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich weiß nicht, ob es formell schon eine Entschuldigung der FPÖ gegeben hat, denn ihr habt ja nicht nur den Zöllnerinnen und Zöllnern Zeit gestohlen, sondern es gab Anrufe in den Vergiftungszentralen, wo man dann eben genau über dramatische Folgen für Menschen, über Vergiftungserscheinungen reden musste. (Zwischenruf des Abg. Zanger. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) – Frau Kollegin Belakowitsch, da können Sie jetzt darüber lachen, aber ein Mittel, das unwirksam ist, ein Pferdeentwurmungsmittel, und Herbert Kickl hat sich sozusagen hingestellt - - (Abg. Belakowitsch: Geh bitte!) – Nein, reden wir genau darüber! (Abg. Belakowitsch: Was redest denn du für einen Blödsinn?) Der Punkt ist: Ihr habt mit dieser Debatte in Österreich - - (Abg. Belakowitsch: ... hat es sogar einen Nobelpreis gegeben! Also was ...! Bleib bei der Wahrheit!)
Zwischenruf des Abg. Zanger. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Jetzt kann man darüber lachen, so wie Sie es machen, aber der Punkt ist, dass uns diese gesamte Debatte ja nicht einen Millimeter weitergebracht hat. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich weiß nicht, ob es formell schon eine Entschuldigung der FPÖ gegeben hat, denn ihr habt ja nicht nur den Zöllnerinnen und Zöllnern Zeit gestohlen, sondern es gab Anrufe in den Vergiftungszentralen, wo man dann eben genau über dramatische Folgen für Menschen, über Vergiftungserscheinungen reden musste. (Zwischenruf des Abg. Zanger. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) – Frau Kollegin Belakowitsch, da können Sie jetzt darüber lachen, aber ein Mittel, das unwirksam ist, ein Pferdeentwurmungsmittel, und Herbert Kickl hat sich sozusagen hingestellt - - (Abg. Belakowitsch: Geh bitte!) – Nein, reden wir genau darüber! (Abg. Belakowitsch: Was redest denn du für einen Blödsinn?) Der Punkt ist: Ihr habt mit dieser Debatte in Österreich - - (Abg. Belakowitsch: ... hat es sogar einen Nobelpreis gegeben! Also was ...! Bleib bei der Wahrheit!)
Abg. Belakowitsch: Geh bitte!
Jetzt kann man darüber lachen, so wie Sie es machen, aber der Punkt ist, dass uns diese gesamte Debatte ja nicht einen Millimeter weitergebracht hat. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich weiß nicht, ob es formell schon eine Entschuldigung der FPÖ gegeben hat, denn ihr habt ja nicht nur den Zöllnerinnen und Zöllnern Zeit gestohlen, sondern es gab Anrufe in den Vergiftungszentralen, wo man dann eben genau über dramatische Folgen für Menschen, über Vergiftungserscheinungen reden musste. (Zwischenruf des Abg. Zanger. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) – Frau Kollegin Belakowitsch, da können Sie jetzt darüber lachen, aber ein Mittel, das unwirksam ist, ein Pferdeentwurmungsmittel, und Herbert Kickl hat sich sozusagen hingestellt - - (Abg. Belakowitsch: Geh bitte!) – Nein, reden wir genau darüber! (Abg. Belakowitsch: Was redest denn du für einen Blödsinn?) Der Punkt ist: Ihr habt mit dieser Debatte in Österreich - - (Abg. Belakowitsch: ... hat es sogar einen Nobelpreis gegeben! Also was ...! Bleib bei der Wahrheit!)
Abg. Belakowitsch: Was redest denn du für einen Blödsinn?
Jetzt kann man darüber lachen, so wie Sie es machen, aber der Punkt ist, dass uns diese gesamte Debatte ja nicht einen Millimeter weitergebracht hat. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich weiß nicht, ob es formell schon eine Entschuldigung der FPÖ gegeben hat, denn ihr habt ja nicht nur den Zöllnerinnen und Zöllnern Zeit gestohlen, sondern es gab Anrufe in den Vergiftungszentralen, wo man dann eben genau über dramatische Folgen für Menschen, über Vergiftungserscheinungen reden musste. (Zwischenruf des Abg. Zanger. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) – Frau Kollegin Belakowitsch, da können Sie jetzt darüber lachen, aber ein Mittel, das unwirksam ist, ein Pferdeentwurmungsmittel, und Herbert Kickl hat sich sozusagen hingestellt - - (Abg. Belakowitsch: Geh bitte!) – Nein, reden wir genau darüber! (Abg. Belakowitsch: Was redest denn du für einen Blödsinn?) Der Punkt ist: Ihr habt mit dieser Debatte in Österreich - - (Abg. Belakowitsch: ... hat es sogar einen Nobelpreis gegeben! Also was ...! Bleib bei der Wahrheit!)
Abg. Belakowitsch: ... hat es sogar einen Nobelpreis gegeben! Also was ...! Bleib bei der Wahrheit!
Jetzt kann man darüber lachen, so wie Sie es machen, aber der Punkt ist, dass uns diese gesamte Debatte ja nicht einen Millimeter weitergebracht hat. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich weiß nicht, ob es formell schon eine Entschuldigung der FPÖ gegeben hat, denn ihr habt ja nicht nur den Zöllnerinnen und Zöllnern Zeit gestohlen, sondern es gab Anrufe in den Vergiftungszentralen, wo man dann eben genau über dramatische Folgen für Menschen, über Vergiftungserscheinungen reden musste. (Zwischenruf des Abg. Zanger. – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) – Frau Kollegin Belakowitsch, da können Sie jetzt darüber lachen, aber ein Mittel, das unwirksam ist, ein Pferdeentwurmungsmittel, und Herbert Kickl hat sich sozusagen hingestellt - - (Abg. Belakowitsch: Geh bitte!) – Nein, reden wir genau darüber! (Abg. Belakowitsch: Was redest denn du für einen Blödsinn?) Der Punkt ist: Ihr habt mit dieser Debatte in Österreich - - (Abg. Belakowitsch: ... hat es sogar einen Nobelpreis gegeben! Also was ...! Bleib bei der Wahrheit!)
Abg. Belakowitsch: Ja, ja, permanentes ... ist verboten!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka (das Glockenzeichen gebend): Bitte! Ich bitte, das ständige Zwischenrufen etwas zu reduzieren. (Abg. Belakowitsch: Ja, ja, permanentes ... ist verboten!) Es besteht ja die Möglichkeit, dass jeder sich zu Wort meldet. (Ruf: Zur Sache!) – Bitte sehr. (Abg. Belakowitsch: Das ist ja lächerlich!)
Abg. Belakowitsch: Das ist ja lächerlich!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka (das Glockenzeichen gebend): Bitte! Ich bitte, das ständige Zwischenrufen etwas zu reduzieren. (Abg. Belakowitsch: Ja, ja, permanentes ... ist verboten!) Es besteht ja die Möglichkeit, dass jeder sich zu Wort meldet. (Ruf: Zur Sache!) – Bitte sehr. (Abg. Belakowitsch: Das ist ja lächerlich!)
Abg. Belakowitsch: Aber die Impfung auch nicht!
Abgeordneter Philip Kucher (fortsetzend): Vielleicht bekommen wir ja zwischenzeitlich eine Erklärung und eine Entschuldigung vonseiten der FPÖ. Was ich damit sagen möchte: Ihr habt ja nicht nur den Zöllnerinnen und Zöllnern, den Menschen, die in der Vergiftungszentrale arbeiten, und der Republik Österreich die Zeit gestohlen, sondern dieses Politikgeschwurbel hat uns nicht einen Millimeter weitergebracht (Abg. Belakowitsch: Aber die Impfung auch nicht!), und das wisst ihr selber, nicht einen einzigen Millimeter! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Ja was bringt uns denn die Impfung weiter? Null!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Ja was bringt uns denn die Impfung weiter? Null!
Abgeordneter Philip Kucher (fortsetzend): Vielleicht bekommen wir ja zwischenzeitlich eine Erklärung und eine Entschuldigung vonseiten der FPÖ. Was ich damit sagen möchte: Ihr habt ja nicht nur den Zöllnerinnen und Zöllnern, den Menschen, die in der Vergiftungszentrale arbeiten, und der Republik Österreich die Zeit gestohlen, sondern dieses Politikgeschwurbel hat uns nicht einen Millimeter weitergebracht (Abg. Belakowitsch: Aber die Impfung auch nicht!), und das wisst ihr selber, nicht einen einzigen Millimeter! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Ja was bringt uns denn die Impfung weiter? Null!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ich bin durchaus auch bekannt dafür – das ist ja vielleicht auch das eine oder andere Mal vorgekommen; die Kollegin Schwarz von der ÖVP nickt –, also es kann ja sein, dass ich durchaus auch in dem einen oder anderen Nebensatz einmal das Krisenmanagement der ÖVP kritisiert habe – nur: die Parallele ist eben, und ich glaube, daran sollten wir uns alle orientieren, das bringt uns nicht einen Millimeter weiter (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) –, dass Österreich eben so viel schlechter durch diese Coronakrise gekommen ist, dass Politik und Parteipolitik und Hickhack und Märchenerzählen oftmals wichtiger waren als gute, rationale Entscheidungen. Das ist das, was andere Staaten besser gemacht haben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich bin durchaus auch bekannt dafür – das ist ja vielleicht auch das eine oder andere Mal vorgekommen; die Kollegin Schwarz von der ÖVP nickt –, also es kann ja sein, dass ich durchaus auch in dem einen oder anderen Nebensatz einmal das Krisenmanagement der ÖVP kritisiert habe – nur: die Parallele ist eben, und ich glaube, daran sollten wir uns alle orientieren, das bringt uns nicht einen Millimeter weiter (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) –, dass Österreich eben so viel schlechter durch diese Coronakrise gekommen ist, dass Politik und Parteipolitik und Hickhack und Märchenerzählen oftmals wichtiger waren als gute, rationale Entscheidungen. Das ist das, was andere Staaten besser gemacht haben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Aha!
Heute wäre, glaube ich, der richtige Zeitpunkt dafür, dass ihr von der FPÖ euch hier herausstellt – ihr habt ja heute ohnedies vier Redner dazu gemeldet – und einfach einmal sagt, dass ihr einen Anteil dazu geleistet habt, dass Österreich mit Geschwurbel auf der falschen Fahrbahn unterwegs war, sodass nichts weitergegangen ist und wir deswegen schlechter durch diese Krise gekommen sind. (Abg. Belakowitsch: Aha!)
Abg. Belakowitsch: Welcher Eiertanz?
SPÖ), dass es diesen verfassungsrechtlichen, medizinischen Schutzmechanismus gibt, auch dass man nicht irgendwie von Parteitagen aus ausrichtet, ob Maskenpflicht ja oder nein. Und was die Impfempfehlungen betrifft, die Herr Kickl hier von der ersten Reihe abgibt, bezüglich deren er dann in Wahrheit eh peinlicherweise zurückrudern muss, so war dieser Eiertanz von Herbert Kickl ja für uns alle beschämend (Abg. Belakowitsch: Welcher Eiertanz?): Ivermectin ja, nein; in der Petrischale funktioniert es, daher wird es so auch nicht schaden. – Das war ja unwürdig. (Abg. Belakowitsch: ... eine eigene Meinung auch in der SPÖ?)
Abg. Belakowitsch: ... eine eigene Meinung auch in der SPÖ?
SPÖ), dass es diesen verfassungsrechtlichen, medizinischen Schutzmechanismus gibt, auch dass man nicht irgendwie von Parteitagen aus ausrichtet, ob Maskenpflicht ja oder nein. Und was die Impfempfehlungen betrifft, die Herr Kickl hier von der ersten Reihe abgibt, bezüglich deren er dann in Wahrheit eh peinlicherweise zurückrudern muss, so war dieser Eiertanz von Herbert Kickl ja für uns alle beschämend (Abg. Belakowitsch: Welcher Eiertanz?): Ivermectin ja, nein; in der Petrischale funktioniert es, daher wird es so auch nicht schaden. – Das war ja unwürdig. (Abg. Belakowitsch: ... eine eigene Meinung auch in der SPÖ?)
Abg. Belakowitsch: Mit Covid!
Wenn wir uns fragen, wie dieses Impfpflichtgesetz zustande gekommen ist, dann müssen wir in dieser schnelllebigen Zeit einmal kurz zurückblicken: Zu Beginn des Jahres 2020 ist ein neues Virus über eine immunologisch und auch ansonsten unvorbereitete Weltbevölkerung hereingebrochen. Es war in manchen Gegenden zum Teil dramatisch, was sich dort abgespielt hat, in manchen Ländern, wie bei uns, hat man rasch reagiert, und daher war gerade die erste Welle relativ gut abzufangen. Es hat sich aber dramatisch weiterentwickelt, und trotz zum Teil eingreifender Präventionsmaßnahmen hatten wir zum Beispiel Ende 2020 eine Phase, an der jeden Tag zwischen 100 und 200 Menschen in unserem Land mit Covid verstorben sind. (Abg. Belakowitsch: Mit Covid!) Das war eine ganz starke Belastung und Herausforderung.
Abg. Belakowitsch: Sie sollten sich dafür entschuldigen, nicht bedanken!
Mir ist klar – das hat jemand anderer formuliert, nicht ich –, dass eine Pandemie auch eine demokratiepolitische Zumutung ist, gerade einem Parlament gegenüber. Gesetze, Verordnungen und Maßnahmen sind in einem unglaublich hohen Tempo und nicht immer unter Bedachtnahme auf die sonst üblichen parlamentarischen Vorgänge erlassen beziehungsweise beschlossen worden, und das ist eine demokratiepolitische Zumutung. (Abg. Belakowitsch: Sie sollten sich dafür entschuldigen, nicht bedanken!) Ich weiß das, und auch dafür möchte ich mich im Namen der Regierung bedanken, auch das ist nicht selbstverständlich. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie sollten sich dafür entschuldigen!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie sollten sich dafür entschuldigen!
Mir ist klar – das hat jemand anderer formuliert, nicht ich –, dass eine Pandemie auch eine demokratiepolitische Zumutung ist, gerade einem Parlament gegenüber. Gesetze, Verordnungen und Maßnahmen sind in einem unglaublich hohen Tempo und nicht immer unter Bedachtnahme auf die sonst üblichen parlamentarischen Vorgänge erlassen beziehungsweise beschlossen worden, und das ist eine demokratiepolitische Zumutung. (Abg. Belakowitsch: Sie sollten sich dafür entschuldigen, nicht bedanken!) Ich weiß das, und auch dafür möchte ich mich im Namen der Regierung bedanken, auch das ist nicht selbstverständlich. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie sollten sich dafür entschuldigen!)
Abg. Belakowitsch: Das sagt aber eh schon alles!
Frau Kollegin, ich wüsste nicht, wofür ich mich jetzt entschuldigen sollte. (Abg. Belakowitsch: Das sagt aber eh schon alles!) Frau Kollegin, das wüsste ich nicht. (Abg. Belakowitsch: Für das Aushebeln der Demokratie zum Beispiel! – Ruf bei der ÖVP: Beruhigen Sie sich! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Ich versuche, seriös mit den Argumenten umzugehen und die Debatte in aller Ruhe zu bestreiten. Die bisherigen Debattenbeiträge haben das getan: in wohltuender Art und Weise, sehr konstruktiv, sehr differenziert die Sache zu betrachten. Darüber bin ich sehr froh und dafür bin ich sehr dankbar. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Für das Aushebeln der Demokratie zum Beispiel! – Ruf bei der ÖVP: Beruhigen Sie sich! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Frau Kollegin, ich wüsste nicht, wofür ich mich jetzt entschuldigen sollte. (Abg. Belakowitsch: Das sagt aber eh schon alles!) Frau Kollegin, das wüsste ich nicht. (Abg. Belakowitsch: Für das Aushebeln der Demokratie zum Beispiel! – Ruf bei der ÖVP: Beruhigen Sie sich! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Ich versuche, seriös mit den Argumenten umzugehen und die Debatte in aller Ruhe zu bestreiten. Die bisherigen Debattenbeiträge haben das getan: in wohltuender Art und Weise, sehr konstruktiv, sehr differenziert die Sache zu betrachten. Darüber bin ich sehr froh und dafür bin ich sehr dankbar. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Wurm: Wer sagt das? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Klar ist: Nein, eine Impfung schützt nicht vor Ansteckung. Nein, eine Impfung schützt nicht davor, vollkommen unbeschadet durch die Pandemie zu kommen, aber sie schützt nachweisbar davor, auf der Intensivstation zu landen, an Long Covid zu erkranken oder schwer zu erkranken. Das ist so. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Wurm: Wer sagt das? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das ist inzwischen der Wissensstand der Wissenschaft weltweit. (Abg. Belakowitsch: Es gibt Studien ...!)
Abg. Belakowitsch: Es gibt Studien ...!
Klar ist: Nein, eine Impfung schützt nicht vor Ansteckung. Nein, eine Impfung schützt nicht davor, vollkommen unbeschadet durch die Pandemie zu kommen, aber sie schützt nachweisbar davor, auf der Intensivstation zu landen, an Long Covid zu erkranken oder schwer zu erkranken. Das ist so. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Wurm: Wer sagt das? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das ist inzwischen der Wissensstand der Wissenschaft weltweit. (Abg. Belakowitsch: Es gibt Studien ...!)
Abg. Belakowitsch: Sehr unwissenschaftlicher ...!
Es gibt keine andere Impfung, die in diesem Ausmaß milliardenfach durchgeführt worden ist und deren Wirkung in der Weise, wie ich es jetzt dargelegt habe, erwiesen ist. Das ist Wissenschaft. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Diese Wissenschaftserkenntnis muss man bitte einfach einmal zur Kenntnis nehmen. (Abg. Belakowitsch: Sehr unwissenschaftlicher ...!) – Wissen Sie, mit der Wissenschaftlichkeit ist es so, dass inzwischen 98 Prozent der Wissenschafterinnen und Wissenschafter diese von mir hier vertretene Meinung teilen. Die sagen das so, 2 Prozent tun das nicht. (Abg. Belakowitsch: Glauben Sie das wirklich? Das ist, wenn man nur ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Glauben Sie das wirklich? Das ist, wenn man nur ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Es gibt keine andere Impfung, die in diesem Ausmaß milliardenfach durchgeführt worden ist und deren Wirkung in der Weise, wie ich es jetzt dargelegt habe, erwiesen ist. Das ist Wissenschaft. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Diese Wissenschaftserkenntnis muss man bitte einfach einmal zur Kenntnis nehmen. (Abg. Belakowitsch: Sehr unwissenschaftlicher ...!) – Wissen Sie, mit der Wissenschaftlichkeit ist es so, dass inzwischen 98 Prozent der Wissenschafterinnen und Wissenschafter diese von mir hier vertretene Meinung teilen. Die sagen das so, 2 Prozent tun das nicht. (Abg. Belakowitsch: Glauben Sie das wirklich? Das ist, wenn man nur ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Fürst: Geh bitte! – Abg. Belakowitsch: Das mit dem Klimawandel ...!
Das erinnert mich in gewisser Weise an die Debatte um den Klimawandel, die Klimaveränderung, da war es genau gleich. (Abg. Fürst: Geh bitte! – Abg. Belakowitsch: Das mit dem Klimawandel ...!) Inzwischen ist es Common Sense: Das ist so, die Auswirkungen sind spürbar. Jetzt treten in der Wissenschaft diejenigen den Rückzug an, die gesagt haben, der Klimawandel findet nicht statt, weil inzwischen milliardenfach in den Kosten dargelegt ist, was das ausmacht. Es ist bei der Pandemie genau dasselbe. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Aber nicht der Bevölkerung!
Ich würde einfach ersuchen – das ist die Bitte: Ich weiß, es gibt Teile der Bevölkerung, die das komplett ablehnen, aber der überwiegende Teil trägt das mit. Auch der überwiegende Teil des Nationalrates, des Parlaments trägt diese Haltung mit (Abg. Belakowitsch: Aber nicht der Bevölkerung!) – auch der größte Teil der Bevölkerung. Dafür bin ich dankbar. Das ist der Weg, wie wir die Pandemie weiter bewältigen werden. Ich bin sehr dankbar für die weitgehend sachliche und korrekte Diskussion in dieser Frage. – Ich bedanke mich. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Sie klauben schon wieder in Ihrer Mappe herum, anstatt dass Sie sich endlich einmal diese Argumente anhören. (Zwischenrufe der Abgeordneten Ottenschläger und Pfurtscheller. – Ruf: Das kann man nicht anhören!) Wissen Sie, Herr Minister, mir fehlt die Zeit, und ich höre mit Prof. Radbruch auf. (Der Redner stellt eine Tafel auf das Rednerpult, auf der unter dem Titel „Stellungnahme Prof. Dr. Andreas Radbruch“ Zitate von Prof. Dr. Radbruch zu sehen sind.) Herr Prof. Radbruch ist im Deutschen Bundestag als Experte aufgetreten (Zwischenruf des Abg. Stögmüller), und er hat mit seiner Expertise im Deutschen Bundestag – ob euch das jetzt passt oder nicht passt – wesentlich dazu beigetragen, dass der Deutsche Bundestag eine Impfpflicht abgelehnt hat. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wissen Sie, Herr Prof. Andreas Radbruch ist weltweit einer der bekanntesten Immunologen überhaupt, die es gibt. Er hat folgende Kernsätze festgestellt, und das solltet ihr euch endlich einmal in euer Stammbuch hineinschreiben – und Sie, Herr Minister, sollten zuhören und nicht so arrogant wegschauen und weghören! Passen Sie auf, was ich Ihnen jetzt von Herrn Professor Radbruch zitiere!
Abg. Belakowitsch: Das glaub ich nicht ...!
sich bereits mehrmals in der Öffentlichkeit distanziert (Abg. Belakowitsch: Das glaub ich nicht ...!) und gesagt, dass Ivermectin bei Covid ein völlig untaugliches Arzneimittel ist – Punkt. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
sich bereits mehrmals in der Öffentlichkeit distanziert (Abg. Belakowitsch: Das glaub ich nicht ...!) und gesagt, dass Ivermectin bei Covid ein völlig untaugliches Arzneimittel ist – Punkt. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Aber freiwillig bitte!
Es tut mir leid, mein Kollege Philip Kucher hat eine Entschuldigung eingefordert, die ist nicht gekommen. Wir werden uns nicht dafür entschuldigen, dass wir sagen, dass die Impfung nützt und schützt. Das wird auch so bleiben. Ja, die Hoffnungen waren groß, dass die Infektionsketten mehr unterbrochen werden können, als es de facto war, aber Fakt ist auch, dass wie gesagt die Impfung vor einer schweren Erkrankung und Hospitalisierung schützen kann. Das betrifft vor allem ältere Menschen, und ich persönlich überlege mir auch gerade, ob ich eine vierte Impfung nehmen soll oder nicht, weil ich mich eben besser schützen möchte. (Abg. Belakowitsch: Aber freiwillig bitte!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Was mir in der Diskussion im Laufe der Zeit so ein bisserl abhandengekommen ist, ist das, was der Minister auch erwähnt hat und was selbstverständlich auch die ExpertInnen im Expertenhearing im Gesundheitsausschuss erwähnt haben: Die Impfung wirkt deshalb so gut oder noch besser, je mehr Menschen sich impfen lassen. Es muss uns klar sein: Die Impfung ist auch ein Akt der Solidarität (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und es ist auch ganz klar, dass dieses Impfpflichtgesetz, das wir mit 80 Prozent Zustimmung hier in diesem Hohen Haus – außer dem Sektor der Freiheitlichen waren nämlich alle dafür – eingeführt haben, ein Werkzeugkoffer ist, wobei immer die Verhältnismäßigkeit und die verfassungsrechtliche Grundlage geprüft werden, und das ist auch jetzt der Fall. Das heißt, es ist kein Zwang (Abg. Belakowitsch: Sicher ist es Zwang!), es ist ein Impfpflichtgesetz, das ausgesetzt und eingesetzt werden kann, und dabei bleibt es auch. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Sicher ist es Zwang!
Was mir in der Diskussion im Laufe der Zeit so ein bisserl abhandengekommen ist, ist das, was der Minister auch erwähnt hat und was selbstverständlich auch die ExpertInnen im Expertenhearing im Gesundheitsausschuss erwähnt haben: Die Impfung wirkt deshalb so gut oder noch besser, je mehr Menschen sich impfen lassen. Es muss uns klar sein: Die Impfung ist auch ein Akt der Solidarität (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und es ist auch ganz klar, dass dieses Impfpflichtgesetz, das wir mit 80 Prozent Zustimmung hier in diesem Hohen Haus – außer dem Sektor der Freiheitlichen waren nämlich alle dafür – eingeführt haben, ein Werkzeugkoffer ist, wobei immer die Verhältnismäßigkeit und die verfassungsrechtliche Grundlage geprüft werden, und das ist auch jetzt der Fall. Das heißt, es ist kein Zwang (Abg. Belakowitsch: Sicher ist es Zwang!), es ist ein Impfpflichtgesetz, das ausgesetzt und eingesetzt werden kann, und dabei bleibt es auch. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Mein Appell an Sie – egal, welche Zettel da vorne von Herrn Kollegen Hauser hingestellt werden –: Informieren Sie sich, reden Sie mit Ihrer Hausärztin, reden Sie mit Ihrem Hausarzt, reden Sie mit Menschen, die tatsächlich Expertise haben und nicht irgendwelche ominösen Dinge aus irgendwelchen Beipackzetteln oder sonst irgendetwas herausziehen! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Sitzung Nr. 160
Abg. Kickl: Wirklich?! – Abg. Wöginger: Keine Sorge! – Abg. Belakowitsch: Ich hoffe nicht, dass ...!
Diese drei Dinge waren immer unser Anliegen: Unterstützung der ärmsten Haushalte, Abschaffung der kalten Progression – bitte rückwirkend, damit das heuer noch gilt – und eben eine deutliche Senkung der Lohnnebenkosten. Ich erkenne es sehr an, was da heute passiert ist, das ist nicht nichts! Hoffen wir, dass die Regierung hält (Abg. Kickl: Wirklich?! – Abg. Wöginger: Keine Sorge! – Abg. Belakowitsch: Ich hoffe nicht, dass ...!) und wir nicht am 1.1.2023 dastehen, und dann dieser Traum erst recht wieder geplatzt ist (Beifall bei den NEOS), denn das ist ja in der Vergangenheit auch schon das eine oder andere Mal passiert. Insofern kann man sagen: „Die Botschaft hörʼ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“. – Ich glaube es erst, wenn das wirklich umgesetzt ist und die Entlastung auch wirklich da ist.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
die Fehler, die der Schweizer Finanzminister, wie er uns gesagt hat, gemacht hat, vermeiden können – Gott sei Dank, weil wir in gutem Austausch waren (Abg. Kickl: Aber die Schweizer haben das schon ohne Teuerung! Stellen Sie sich vor!) –, und wir haben uns auch Deutschland angeschaut. Unser System ist ja viel ehrlicher, weil wir eben alles zurückgeben. (Abg. Meinl-Reisinger: Nein!) – Doch, wir geben 100 Prozent zurück. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Wieso ...?
Noch ein Nebensatz: Der Kampf gegen die Teuerung kann auch nicht allein Aufgabe der Bundesregierung sein. (Abg. Belakowitsch: Wieso ...?) Da sind alle politischen Entscheidungsträger gefragt, auf allen politischen Ebenen. Auch in Wien, sehr geehrte Damen und Herren, könnte man da schauen – auch die NEOS beispielsweise –, dass bei gewissen Dingen (Abg. Kickl: Da hat er recht! – Abg. Wöginger: Sheriff von Nottingham! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) vom Zugang her vielleicht ein anderes Verständnis besteht. So wie es meinem Verständnis entspricht, dass der Staat und auch staatsnahe Unternehmen nicht von der Krise profitieren sollen, so sollte es auch für die Städte sein, so sollte es auch für die Unternehmen in Städten sein. Eigentlich sollte das eine Selbstverständlichkeit sein. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Kickl: Da hat er recht! – Abg. Wöginger: Sheriff von Nottingham! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Noch ein Nebensatz: Der Kampf gegen die Teuerung kann auch nicht allein Aufgabe der Bundesregierung sein. (Abg. Belakowitsch: Wieso ...?) Da sind alle politischen Entscheidungsträger gefragt, auf allen politischen Ebenen. Auch in Wien, sehr geehrte Damen und Herren, könnte man da schauen – auch die NEOS beispielsweise –, dass bei gewissen Dingen (Abg. Kickl: Da hat er recht! – Abg. Wöginger: Sheriff von Nottingham! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) vom Zugang her vielleicht ein anderes Verständnis besteht. So wie es meinem Verständnis entspricht, dass der Staat und auch staatsnahe Unternehmen nicht von der Krise profitieren sollen, so sollte es auch für die Städte sein, so sollte es auch für die Unternehmen in Städten sein. Eigentlich sollte das eine Selbstverständlichkeit sein. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Frau Kollegin Meinl-Reisinger, Ihre Forderung ist erstens erfüllt, die kalte Progression wird nämlich abgeschafft (Abg. Meinl-Reisinger: Teilweise! Teilweise!), und zum Zweiten beginnt die Steuersenkung, mit der wir den Steuersatz von 35 auf 30 Prozent senken, was bis zu 650 Euro pro Jahr ausmacht, mit 1. Juli. Das heißt, die Steuersenkung durch die Steuerreform beginnt im heurigen Jahr (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und ab nächstem Jahr wird die kalte Progression zu 100 Prozent abgeschafft. Das ist Entlastung durch diese Bundesregierung, die bei den Menschen ankommt, meine Damen und Herren. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Es ist aber auch ein großes Paket, das mit der Teuerung und mit der hohen Inflation, die die Menschen in Österreich gewaltig belastet, zusammenhängt, daher haben wir mehrere Punkte auf den Weg gebracht – ich darf sie auch kurz erläutern –: Das Wichtigste ist der Klimabonus, der Anfang Oktober ausbezahlt wird und der jetzt mit einem Bonus gegen die Teuerung erhöht wird: 500 Euro. (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) – Wenn das für Sie zum Lachen ist, Frau Kollegin Belakowitsch: Ich weiß nicht, was daran so lustig ist. (Abg. Belakowitsch: Ja, im Oktober kommt dann die CO2-Abgabe!) 500 Euro, die in den Taschen der Menschen ankommen, 500 Euro pro Erwachsenem, 250 Euro pro Kind: Eine vierköpfige Familie wird Anfang Oktober 1 500 Euro überwiesen bekommen. (Abg. Kickl: ... selber noch aus, oder?) Das spüren die Menschen in den Brieftaschen, auch die Freiheitlichen, ob ihr es glaubt oder nicht. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Kickl: ... selber noch aus, oder? – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Belakowitsch: Ja, im Oktober kommt dann die CO2-Abgabe!
Es ist aber auch ein großes Paket, das mit der Teuerung und mit der hohen Inflation, die die Menschen in Österreich gewaltig belastet, zusammenhängt, daher haben wir mehrere Punkte auf den Weg gebracht – ich darf sie auch kurz erläutern –: Das Wichtigste ist der Klimabonus, der Anfang Oktober ausbezahlt wird und der jetzt mit einem Bonus gegen die Teuerung erhöht wird: 500 Euro. (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) – Wenn das für Sie zum Lachen ist, Frau Kollegin Belakowitsch: Ich weiß nicht, was daran so lustig ist. (Abg. Belakowitsch: Ja, im Oktober kommt dann die CO2-Abgabe!) 500 Euro, die in den Taschen der Menschen ankommen, 500 Euro pro Erwachsenem, 250 Euro pro Kind: Eine vierköpfige Familie wird Anfang Oktober 1 500 Euro überwiesen bekommen. (Abg. Kickl: ... selber noch aus, oder?) Das spüren die Menschen in den Brieftaschen, auch die Freiheitlichen, ob ihr es glaubt oder nicht. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Kickl: ... selber noch aus, oder? – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Belakowitsch: Und was passiert dann im November? Bleibt die CO2-Abgabe im November?
Die CO2-Bepreisung wird auf Anfang Oktober verschoben, damit auch die Entlastung zeitgleich in Kraft treten kann. (Abg. Belakowitsch: Und was passiert dann im November? Bleibt die CO2-Abgabe im November?) Zusätzlich wird es im August eine 13. Familienbeihilfe geben. Familien mit Kindern sind von der Teuerung besonders betroffen, daher gibt es 180 Euro pro Kind dazu. Im August wird das ausbezahlt. Ja, wir sind natürlich auch Familienpartei. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Kickl: Family, ja, ich weiß! – Abg. Belakowitsch: ... Jugendliche!)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Kickl: Family, ja, ich weiß! – Abg. Belakowitsch: ... Jugendliche!
Die CO2-Bepreisung wird auf Anfang Oktober verschoben, damit auch die Entlastung zeitgleich in Kraft treten kann. (Abg. Belakowitsch: Und was passiert dann im November? Bleibt die CO2-Abgabe im November?) Zusätzlich wird es im August eine 13. Familienbeihilfe geben. Familien mit Kindern sind von der Teuerung besonders betroffen, daher gibt es 180 Euro pro Kind dazu. Im August wird das ausbezahlt. Ja, wir sind natürlich auch Familienpartei. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Kickl: Family, ja, ich weiß! – Abg. Belakowitsch: ... Jugendliche!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Belakowitsch.
Es gibt einen erhöhten Absetzbetrag von 500 Euro für Menschen zwischen - - (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Belakowitsch.) – Hören Sie einmal zu! Frau Kollegin Belakowitsch, Sie werden es schaffen, einmal 5 Minuten zuzuhören, es wird Ihnen nicht schaden. Hören Sie sich an, was die Regierung macht! Es trifft auch Ihre Mitglieder. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Kickl: Aber einmal nur: kalte Progression!, sagen, einmal! – Abg. Belakowitsch: ... hat er elfmal gesagt!
300 Euro geben wir noch einmal jenen Gruppen, die besonders betroffen sind (Abg. Kickl: Aber einmal nur: kalte Progression!, sagen, einmal! – Abg. Belakowitsch: ... hat er elfmal gesagt!), das sind die sozial Schwächsten in unserer Gesellschaft: die Mindestsicherungsbezieher, die Mindestpensionistinnen und Mindestpensionisten, die es extrem schwer haben und extrem unter dieser Teuerung leiden. Sie bekommen noch einmal 300 Euro. Das sind 5 Milliarden Euro, die jetzt rasch hier umgesetzt werden. Die Anträge werden wir morgen einbringen, und ich hoffe, ihr seid dann auch alle dabei, damit das auch rechtzeitig vor dem Sommer in Kraft treten kann. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Die Leute werden nicht wissen, was sie mit dem Geld machen sollen!)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Die Leute werden nicht wissen, was sie mit dem Geld machen sollen!
300 Euro geben wir noch einmal jenen Gruppen, die besonders betroffen sind (Abg. Kickl: Aber einmal nur: kalte Progression!, sagen, einmal! – Abg. Belakowitsch: ... hat er elfmal gesagt!), das sind die sozial Schwächsten in unserer Gesellschaft: die Mindestsicherungsbezieher, die Mindestpensionistinnen und Mindestpensionisten, die es extrem schwer haben und extrem unter dieser Teuerung leiden. Sie bekommen noch einmal 300 Euro. Das sind 5 Milliarden Euro, die jetzt rasch hier umgesetzt werden. Die Anträge werden wir morgen einbringen, und ich hoffe, ihr seid dann auch alle dabei, damit das auch rechtzeitig vor dem Sommer in Kraft treten kann. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Die Leute werden nicht wissen, was sie mit dem Geld machen sollen!)
Abg. Meinl-Reisinger: Nein! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Und was überhaupt der größte Brocken ist – das hat der Finanzminister ausgeführt –: Ja, wir schaffen die kalte Progression ab, und zwar zu 100 Prozent. (Abg. Meinl-Reisinger: Nein! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Ja, zwei Drittel auf die Stufen, ein Drittel wird verteilt. Wissen Sie, was der Unterschied ist, Frau Kollegin Meinl-Reisinger? (Abg. Meinl-Reisinger: Und warum machen ...?) – Uns sind auch die Menschen bis zu einem Einkommen von 1 200 Euro wichtig (Abg. Meinl-Reisinger: Na eh! Aber dann ...!), die zahlen nämlich keine Steuer und die profitieren nicht von der Abschaffung der kalten Progression. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Und wir wollen auch Möglichkeiten wie beim Familienbonus haben, einen familien- oder einen sozialpolitischen Schwerpunkt zu setzen. (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Daher: zwei Drittel auf die Stufe, ein Drittel für sozial schwache Menschen, die das brauchen, Frau Kollegin Meinl-Reisinger, die sind uns wichtig. (Abg. Meinl-Reisinger: Ihr wollt weiter ...!) Wenn sie Ihnen nicht wichtig ist, dann ist das Ihre Sorge. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Und was überhaupt der größte Brocken ist – das hat der Finanzminister ausgeführt –: Ja, wir schaffen die kalte Progression ab, und zwar zu 100 Prozent. (Abg. Meinl-Reisinger: Nein! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Ja, zwei Drittel auf die Stufen, ein Drittel wird verteilt. Wissen Sie, was der Unterschied ist, Frau Kollegin Meinl-Reisinger? (Abg. Meinl-Reisinger: Und warum machen ...?) – Uns sind auch die Menschen bis zu einem Einkommen von 1 200 Euro wichtig (Abg. Meinl-Reisinger: Na eh! Aber dann ...!), die zahlen nämlich keine Steuer und die profitieren nicht von der Abschaffung der kalten Progression. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Und wir wollen auch Möglichkeiten wie beim Familienbonus haben, einen familien- oder einen sozialpolitischen Schwerpunkt zu setzen. (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Daher: zwei Drittel auf die Stufe, ein Drittel für sozial schwache Menschen, die das brauchen, Frau Kollegin Meinl-Reisinger, die sind uns wichtig. (Abg. Meinl-Reisinger: Ihr wollt weiter ...!) Wenn sie Ihnen nicht wichtig ist, dann ist das Ihre Sorge. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Und was überhaupt der größte Brocken ist – das hat der Finanzminister ausgeführt –: Ja, wir schaffen die kalte Progression ab, und zwar zu 100 Prozent. (Abg. Meinl-Reisinger: Nein! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Ja, zwei Drittel auf die Stufen, ein Drittel wird verteilt. Wissen Sie, was der Unterschied ist, Frau Kollegin Meinl-Reisinger? (Abg. Meinl-Reisinger: Und warum machen ...?) – Uns sind auch die Menschen bis zu einem Einkommen von 1 200 Euro wichtig (Abg. Meinl-Reisinger: Na eh! Aber dann ...!), die zahlen nämlich keine Steuer und die profitieren nicht von der Abschaffung der kalten Progression. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Und wir wollen auch Möglichkeiten wie beim Familienbonus haben, einen familien- oder einen sozialpolitischen Schwerpunkt zu setzen. (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Daher: zwei Drittel auf die Stufe, ein Drittel für sozial schwache Menschen, die das brauchen, Frau Kollegin Meinl-Reisinger, die sind uns wichtig. (Abg. Meinl-Reisinger: Ihr wollt weiter ...!) Wenn sie Ihnen nicht wichtig ist, dann ist das Ihre Sorge. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Die Zeit ist aus!
Und wir valorisieren – man kommt mit 5 Minuten gar nicht aus, auch wenn man schnell redet (Abg. Belakowitsch: Die Zeit ist aus!) – die Familienbeihilfe, das Kinderbetreuungsgeld, die Studienbeihilfe und das Reha- und Krankengeld, und wir senken die Lohnnebenkosten um 0,3 Prozent: 0,1 bei der UV und 0,2 beim Flaf. (Abg. Belakowitsch: Die Zeit ist vorbei!)
Abg. Belakowitsch: Die Zeit ist vorbei!
Und wir valorisieren – man kommt mit 5 Minuten gar nicht aus, auch wenn man schnell redet (Abg. Belakowitsch: Die Zeit ist aus!) – die Familienbeihilfe, das Kinderbetreuungsgeld, die Studienbeihilfe und das Reha- und Krankengeld, und wir senken die Lohnnebenkosten um 0,3 Prozent: 0,1 bei der UV und 0,2 beim Flaf. (Abg. Belakowitsch: Die Zeit ist vorbei!)
Abg. Belakowitsch: „Großmutter bis zum Baby“: Nur brauchen die keinen Sprit! – Abg. Meinl-Reisinger: Gutschein! Ja, Gutscheine! – Abg. Kickl: Was hat das mit dem Klima zu tun?! Ich frage ja nur! Was hat das mit dem Klima zu tun?
Es ist natürlich unbestritten, dass wir parallel dazu auch unmittelbar entlasten müssen. Die Menschen sind jetzt von der Teuerung betroffen, sie können nicht unmittelbar aus den fossilen Energieträgern aussteigen. Deshalb gibt es jetzt eben dieses Megapaket mit zwei Teilen: einmal Einmalzahlungen, die sofort wirken und so schnell wie möglich draußen sind. (Abg. Leichtfried: Pflegen müssen sie auch, die Leute, und Pflegegeld beziehen!) Wir haben das vor allem mit dem Klimabonus, der ja im Oktober schon wirksam ist, geschafft (Abg. Leichtfried: Da hilft kein Klimabonus!), indem alle in Österreich lebenden Leute Geld bekommen – Erwachsene 500 Euro und Kinder die Hälfte –, und das von der Großmutter bis zum Baby. Das ist eine Zahlung, die auch schon im Oktober sofort auf die Konten kommt – bei den meisten Leuten unmittelbar und bei den anderen über einen Gutschein. (Abg. Belakowitsch: „Großmutter bis zum Baby“: Nur brauchen die keinen Sprit! – Abg. Meinl-Reisinger: Gutschein! Ja, Gutscheine! – Abg. Kickl: Was hat das mit dem Klima zu tun?! Ich frage ja nur! Was hat das mit dem Klima zu tun?) – Weil es zu einem Teil über die CO2-Bepreisung finanziert wird, bleibt denen, die sich klimafreundlich verhalten, mehr davon. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das ist auch der Sinn von diesem Klimabonus. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es ist natürlich unbestritten, dass wir parallel dazu auch unmittelbar entlasten müssen. Die Menschen sind jetzt von der Teuerung betroffen, sie können nicht unmittelbar aus den fossilen Energieträgern aussteigen. Deshalb gibt es jetzt eben dieses Megapaket mit zwei Teilen: einmal Einmalzahlungen, die sofort wirken und so schnell wie möglich draußen sind. (Abg. Leichtfried: Pflegen müssen sie auch, die Leute, und Pflegegeld beziehen!) Wir haben das vor allem mit dem Klimabonus, der ja im Oktober schon wirksam ist, geschafft (Abg. Leichtfried: Da hilft kein Klimabonus!), indem alle in Österreich lebenden Leute Geld bekommen – Erwachsene 500 Euro und Kinder die Hälfte –, und das von der Großmutter bis zum Baby. Das ist eine Zahlung, die auch schon im Oktober sofort auf die Konten kommt – bei den meisten Leuten unmittelbar und bei den anderen über einen Gutschein. (Abg. Belakowitsch: „Großmutter bis zum Baby“: Nur brauchen die keinen Sprit! – Abg. Meinl-Reisinger: Gutschein! Ja, Gutscheine! – Abg. Kickl: Was hat das mit dem Klima zu tun?! Ich frage ja nur! Was hat das mit dem Klima zu tun?) – Weil es zu einem Teil über die CO2-Bepreisung finanziert wird, bleibt denen, die sich klimafreundlich verhalten, mehr davon. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das ist auch der Sinn von diesem Klimabonus. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Leichtfried: Und was ist im Oktober?
angewiesen sind?) Am stärksten betroffen sind aber natürlich die Menschen mit geringem Einkommen, deshalb gibt es zusätzliche Maßnahmen in diesem Bereich, nämlich 300 Euro Teuerungsausgleich für jene, die es am dringendsten brauchen. Das sind Mindestsicherungsempfänger, Arbeitslose, StudienbeihilfenempfängerInnen und viele mehr, die dann mit diesen 300 Euro sofort – auch im September schon – auszahlungswirksam unterstützt werden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Leichtfried: Und was ist im Oktober?) Und für diejenigen, die geringe Erwerbseinkommen in der Größenordnung von 1 100 bis 1 800 Euro brutto monatlich haben, gibt es 500 Euro zusätzlichen Absetzbetrag, der auch wirksam wird. (Abg. Leichtfried: Wann?)
Abg. Belakowitsch: Einmalig! Sehr nachhaltig!
Insbesondere sind von dieser Teuerung die Familien betroffen, für sie gibt es in diesem massiven Paket jetzt mehrere Maßnahmen: Zum einen gibt es einmalig eine Zusatzzahlung von 180 Euro mit der Familienbeihilfe (Abg. Belakowitsch: Einmalig! Sehr nachhaltig!), der Kindermehrbetrag wird angehoben und im strukturellen Paket kommt die langfristige Valorisierung der Familienleistungen. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Gabriela Schwarz. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Gabriela Schwarz. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Insbesondere sind von dieser Teuerung die Familien betroffen, für sie gibt es in diesem massiven Paket jetzt mehrere Maßnahmen: Zum einen gibt es einmalig eine Zusatzzahlung von 180 Euro mit der Familienbeihilfe (Abg. Belakowitsch: Einmalig! Sehr nachhaltig!), der Kindermehrbetrag wird angehoben und im strukturellen Paket kommt die langfristige Valorisierung der Familienleistungen. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Gabriela Schwarz. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Oder auf Lebensmittel!
Zum Schluss möchte ich noch einmal auf die Maßnahmen eingehen, die nicht gesetzt worden sind. Da denke ich insbesondere an die Senkung der Mineralölsteuer oder der Mehrwertsteuer auf fossile Energieträger (Abg. Belakowitsch: Oder auf Lebensmittel!), die gerade vorhin von Kollegen Krainer noch einmal gefordert worden ist. Wir sehen bei unserem Nachbarn, in Deutschland, wie erfolgreich dieses Modell geklappt hat. Da werden 3 Milliarden Euro einfach den Ölkonzernen hinterhergeworfen. (Abg. Leichtfried: Na ja, wenn man es halt gscheit machen würde!) Das machen wir nicht. Wir stützen direkt die Einkommen der Menschen in Österreich, das heißt, wir machen die wirksamen Maßnahmen und wir machen die nicht wirksamen nicht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Leichtfried.) Das ist ein gutes Paket. – Vielen Dank für Ihre Unterstützung. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Rauch: ... ist wirklich ein Endgerät, ja! – Abg. Belakowitsch: Sie haben echt eine Energie!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Herr Finanzminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren an den Endgeräten zu Hause oder unterwegs! (Abg. Rauch: ... ist wirklich ein Endgerät, ja! – Abg. Belakowitsch: Sie haben echt eine Energie!) Lieber Herr Loacker! Wenn man die steigenden Immobilien- und Grundstückspreise mit der Grunderwerbsteuer begründet, dann fehlt mir die Ernsthaftigkeit in deinen Ausführungen, sodass ich mit dir lieber nicht über diese ganze Thematik diskutiere. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Meinl-Reisinger und Deimek.)
Abg. Belakowitsch: Die haben wir ja eh schon! – Ruf bei der FPÖ: Das haben wir gerade, falls es dir nicht aufgefallen ist!
Aber auch die immer wieder geforderten Preisdeckelungen, Kollege Krainer, hätten enorm nachteilige Effekte, denn sie führen unweigerlich zu einem Ausweichen auf andere Märkte, zu einem Ausweichen der Lieferanten auf andere Märkte, und damit zu einer Angebotsverknappung im Inland. Wollen Sie das? (Abg. Belakowitsch: Die haben wir ja eh schon! – Ruf bei der FPÖ: Das haben wir gerade, falls es dir nicht aufgefallen ist!) – Das kann doch niemand wollen. Das heißt, alle Ökonomen, die meisten Ökonomen raten von Eingriffen in die Preisbildung dringend ab (Abg. Hauser: ... derselbe Ökonom ...!)
Abg. Belakowitsch: Sonst haben Sie nichts ...! Denken Sie einmal nach!
Deshalb haben wir schon bisher zwei große Entlastungspakete im Umfang von 4 Milliarden Euro beschlossen (Abg. Belakowitsch: Sonst haben Sie nichts ...! Denken Sie einmal nach!), noch heuer werden Unterstützungen in Höhe von 5 Milliarden Euro für die besonders betroffene Bevölkerung und die Unternehmen wirksam, darüber hinaus können Betriebe ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch noch steuer- und sozialversicherungsfrei heuer und auch nächstes Jahr jeweils 3 000 Euro ausbezahlen und in weiterer Folge wird eine ganze Reihe von Sozialleistungen – was immer wieder auch gefordert wird, wird jetzt endlich umgesetzt – jährlich valorisiert. (Abg. Belakowitsch: Was genau? – Abg. Meinl-Reisinger: ... die Familienbehilfe, aber das ist keine Sozialleistung! – Abg. Belakowitsch: Das ist nur die Familienbeihilfe!)
Abg. Belakowitsch: Was genau? – Abg. Meinl-Reisinger: ... die Familienbehilfe, aber das ist keine Sozialleistung! – Abg. Belakowitsch: Das ist nur die Familienbeihilfe!
Deshalb haben wir schon bisher zwei große Entlastungspakete im Umfang von 4 Milliarden Euro beschlossen (Abg. Belakowitsch: Sonst haben Sie nichts ...! Denken Sie einmal nach!), noch heuer werden Unterstützungen in Höhe von 5 Milliarden Euro für die besonders betroffene Bevölkerung und die Unternehmen wirksam, darüber hinaus können Betriebe ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch noch steuer- und sozialversicherungsfrei heuer und auch nächstes Jahr jeweils 3 000 Euro ausbezahlen und in weiterer Folge wird eine ganze Reihe von Sozialleistungen – was immer wieder auch gefordert wird, wird jetzt endlich umgesetzt – jährlich valorisiert. (Abg. Belakowitsch: Was genau? – Abg. Meinl-Reisinger: ... die Familienbehilfe, aber das ist keine Sozialleistung! – Abg. Belakowitsch: Das ist nur die Familienbeihilfe!)
Abg. Belakowitsch: Nur die Familienbeihilfe, Herr Kollege, nicht eine ganze Reihe! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen
Meine Damen und Herrn, auch energieintensive Unternehmen werden über eine Strompreiskompensation (Abg. Belakowitsch: Nur die Familienbeihilfe, Herr Kollege, nicht eine ganze Reihe! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen), über Direktzuschüsse für existenzgefährdende Zusatzkosten im Umfang von insgesamt über 1 Milliarde Euro entlastet. Dazu kommt noch eine Lohnnebenkostensenkung in Höhe einer weiteren halben Milliarde Euro. All das ist nachhaltig wirksam für die betroffene Bevölkerung und die Unternehmen. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Das ist aber nicht das erste Regierungsprogramm!
Zu guter Letzt – das ist ja das Thema dieser Aktuellen Stunde, meine Damen und Herren –: Wir schaffen die kalte Progression ab. Wir haben in der Vergangenheit immer wieder versucht – und es ist auch gelungen –, über regelmäßige Steuersenkungen die Auswirkungen der kalten Progression abzuschaffen. Bei diesen extremen Steigerungen der Inflation ist das kaum mehr möglich, und wir tun daher das einzig Richtige – es ist im Regierungsprogramm schon angekündigt und versprochen, es wird jetzt umgesetzt (Abg. Belakowitsch: Das ist aber nicht das erste Regierungsprogramm!) –, und damit kommt jetzt jene schleichende Entwertung von Einkommen tatsächlich weg und wird eine Ungerechtigkeit beseitigt.
Abg. Belakowitsch: Setzen, Nicht genügend! – Abg. Wurm: Eine historische Panne! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Wurm) umso bedeutender und auch Vorbild für eine friedliche Konfliktlösung. (Abg. Belakowitsch: Setzen, Nicht genügend! – Abg. Wurm: Eine historische Panne! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Belakowitsch: Das ist Ihnen das größte Problem, ja?!
Nicht minder emotional ist ein anderes Thema, das vor allem die Bevölkerung in Tirol und in Südtirol beschäftigt, und das ist der Transit (Abg. Belakowitsch: Das ist Ihnen das größte Problem, ja?!), der Verkehr am Brenner. (Abg. Wurm: Die Luegbrücke!) Da gibt es Bewegung auf europäischer Ebene. Auch in meinen Gesprächen ist das immer Bestandteil, zuletzt am 16. Mai, als Europastaatssekretär Vincenzo Amendola in Wien zu Gast war.
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Tirol und Südtirol tragen die Hauptlast am Transitverkehr über die Alpen. 2021 waren das 2,5 Millionen Lkws, die den Brenner überquert haben, mehr Güterverkehr als auf den anderen fünf Alpenübergängen zusammen – das muss man sich schon einmal auf der Zunge zergehen lassen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.)
Abg. Belakowitsch: Hauptsache, es gibt einen Grund zu feiern!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Jahr 2022 stellt uns vor noch nie dagewesene Herausforderungen. Wir sollten die Feierlichkeiten anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Zweiten Autonomiestatuts und des 30-jährigen Jubiläums der Streitbeilegung vor der UNO (Abg. Belakowitsch: Hauptsache, es gibt einen Grund zu feiern!) als Anlass, aber auch als Aufforderung sehen und nehmen, Frieden in Europa wieder herzustellen, Frieden in Europa wieder zu fördern. (Abg. Belakowitsch: Die Doppelstaatsbürgerschaft haben Sie noch gar nicht erwähnt! Das ist keine Herzensangelegenheit der ÖVP! – Abg. Wurm: Sehr emotionslos, die Rede!) Es ist ein klares Bekenntnis für die Zusammenarbeit mit Südtirol, auch die folgende Diskussion hier im Parlament, bei der ja auch alle zu Wort kommen werden.
Abg. Belakowitsch: Die Doppelstaatsbürgerschaft haben Sie noch gar nicht erwähnt! Das ist keine Herzensangelegenheit der ÖVP! – Abg. Wurm: Sehr emotionslos, die Rede!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Jahr 2022 stellt uns vor noch nie dagewesene Herausforderungen. Wir sollten die Feierlichkeiten anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Zweiten Autonomiestatuts und des 30-jährigen Jubiläums der Streitbeilegung vor der UNO (Abg. Belakowitsch: Hauptsache, es gibt einen Grund zu feiern!) als Anlass, aber auch als Aufforderung sehen und nehmen, Frieden in Europa wieder herzustellen, Frieden in Europa wieder zu fördern. (Abg. Belakowitsch: Die Doppelstaatsbürgerschaft haben Sie noch gar nicht erwähnt! Das ist keine Herzensangelegenheit der ÖVP! – Abg. Wurm: Sehr emotionslos, die Rede!) Es ist ein klares Bekenntnis für die Zusammenarbeit mit Südtirol, auch die folgende Diskussion hier im Parlament, bei der ja auch alle zu Wort kommen werden.
Abg. Belakowitsch: Ihnen ist ja Brüssel wichtiger als Südtirol! – Abg. Wurm: Freiheit!
Geschätzte Abgeordnete, Damen und Herren auch von der FPÖ, im Sinne eines geeinten Europas sage ich Ihnen (Abg. Wurm: Wir wollen ein geeintes Tirol!), dass es unsere Aufgabe ist, diese gemeinsamen Werte weiterzutragen und im Sinne von Freiheit, Wohlstand und Frieden konstruktiv zusammenzuarbeiten. (Abg. Belakowitsch: Ihnen ist ja Brüssel wichtiger als Südtirol! – Abg. Wurm: Freiheit!) Wir sollen niemals aufhören, aus der Geschichte zu lernen. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Das liegt wohl eher an den Italienern!
wirtschaftlich stärkste Region in Italien. Südtirol hat eine sehr hohe Lebensqualität. (Abg. Belakowitsch: Das liegt wohl eher an den Italienern!) – Frau Kollegin Belakowitsch, ich beobachte Sie jetzt schon die ganze Zeit. Sie quatschen die ganze Zeit herein, und ich möchte Sie einfach bitten: Melden Sie sich zu Wort, teilen Sie uns Ihre Weisheiten mit und halten Sie sich bis dahin einfach ein bisschen zurück. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Das ist halt so im Parlament!
Damit sich Südtirol weiterentwickeln kann, haben die Länder Südtirol, Tirol und der Trentino auch beschlossen, diese Region, die zusammengehört – geschichtlich und von der Ethnie her zusammengehört –, in eine Euregio einzubetten. (Abg. Wurm: Ah, die Euregio! Genau! Die funktioniert super!) – Jetzt fängt Kollege Wurm an! Die FPÖ ist heute wirklich interessant. (Abg. Belakowitsch: Das ist halt so im Parlament!) Zuerst sind Sie eine Stunde lang überhaupt nicht hier, wenn es um ein wichtiges Thema geht, und dann schreien Sie nur herein. Sie sind heute wieder einmal so unerträglich wie fast immer! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Deimek: Herr Präsident! Die Rednerin überzeugt vollends! Sie sollte im Büro bleiben!)
Abg. Belakowitsch: Das ist ganz wichtig!
Es gibt schon seit 1995 ein Euregio-Büro in Brüssel (Abg. Belakowitsch: Das ist ganz wichtig!), und ich kann Ihnen allen nur empfehlen, wenn Sie in Brüssel sind, das auch - - (Abg. Wurm: Der Korruptionsvorwurf an die ÖVP!) – Sie wissen ganz genau, dass der Kollege, den Sie jetzt ansprechen, freigesprochen worden ist und sich nichts hat zuschulden kommen lassen (Abg. Belakowitsch: Diesseits und jenseits des Brenner ...!), und ich möchte, dass Sie das jetzt gleich zurücknehmen, was Sie gesagt haben. (Abg. Deimek: Neben dem Strafrecht gibt es auch ...!) Ich kann jeden von den Kolleginnen und Kollegen nur einladen, sich dieses Büro in Brüssel anzuschauen, zu schauen, wie dort gearbeitet wird, und sich einen Eindruck zu verschaffen - -
Abg. Belakowitsch: Diesseits und jenseits des Brenner ...!
Es gibt schon seit 1995 ein Euregio-Büro in Brüssel (Abg. Belakowitsch: Das ist ganz wichtig!), und ich kann Ihnen allen nur empfehlen, wenn Sie in Brüssel sind, das auch - - (Abg. Wurm: Der Korruptionsvorwurf an die ÖVP!) – Sie wissen ganz genau, dass der Kollege, den Sie jetzt ansprechen, freigesprochen worden ist und sich nichts hat zuschulden kommen lassen (Abg. Belakowitsch: Diesseits und jenseits des Brenner ...!), und ich möchte, dass Sie das jetzt gleich zurücknehmen, was Sie gesagt haben. (Abg. Deimek: Neben dem Strafrecht gibt es auch ...!) Ich kann jeden von den Kolleginnen und Kollegen nur einladen, sich dieses Büro in Brüssel anzuschauen, zu schauen, wie dort gearbeitet wird, und sich einen Eindruck zu verschaffen - -
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
weiterentwickeln kann, ohne ständig Sand ins Getriebe zu streuen, wie das andere sehr gerne tun. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Rauch: Vielleicht trägt er jetzt zur Aufklärung bei! – Abg. Belakowitsch: Immerhin hat sich Kreisky ...!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist der Abgeordnete zum Europäischen Parlament Andreas Schieder. – Bitte. (Abg. Rauch: Vielleicht trägt er jetzt zur Aufklärung bei! – Abg. Belakowitsch: Immerhin hat sich Kreisky ...!)
Abg. Belakowitsch: Ja, die Bundesregierung in den letzten zwei Jahren!
Vielleicht aber zum Abschluss noch: Der Brenner ist nicht mehr die Grenze. (Zwischenruf bei der FPÖ.) – Ja, durch manche, die gerne die Grenzzäune immer wieder hochfahren und jede Gelegenheit dazu wahrnehmen, wird sie immer wieder hochgezogen. (Abg. Belakowitsch: Ja, die Bundesregierung in den letzten zwei Jahren!) Das ist meiner Meinung nach ein schwerer Fehler. (Beifall bei der SPÖ.) Übrigens habe ich ein Beispiel vergessen, das man auch erwähnen könnte: Auch für Irland, Nordirland wäre die Südtirollösung natürlich ein gutes Vorbild, nur schlägt der britische Populist und Premierminister Boris Johnson da auch wieder den anderen Weg ein.
Abg. Belakowitsch: Die Ladiner haben Sie vergessen ...!
Abgeordneter Hermann Weratschnig, MBA MSc (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Abgeordnete! Sehr geehrte Frau Ministerin! Liebe BesucherInnen! Liebe ZuseherInnen! Liebe VertreterInnen der ladinischen Sprachgruppe! Liebe VertreterInnen der italienischen Sprachgruppe! Liebe SüdtirolerInnen! Liebe deutschsprachige Sprachgruppe! Liebe BewohnerInnen von Südtirol! (Abg. Belakowitsch: Die Ladiner haben Sie vergessen ...!) Liebe SüdtirolerInnen auch außerhalb von Südtirol! Um sich die historischen Fakten anzuschauen, empfehle ich, Herr Abgeordneter Peter Wurm, das Institut
Abg. Hauser: Erfolgreich selber gemacht! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir sind mitten in der größten Energie- und Teuerungskrise seit Jahrzehnten. (Abg. Hauser: Erfolgreich selber gemacht! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) An der EU-Außengrenze führt Russland einen brutalen Angriffskrieg. Das ist im Übrigen auch ein Thema, das für Südtirol relevant ist. Das alles sind Themen, die für Südtirol relevant sind, weil Südtirol ein Teil der Europäischen Union ist. Das ist aber auch für mich ein Grund, der uns dazu bringen sollte, in der Europastunde darüber zu reden. Das alles sind Themen, die die BürgerInnen der Union bewegen, das sind Herausforderungen, die die ganze Welt bewegen. (Abg. Wurm – erheitert –: Die ganze Welt ...! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Wurm – erheitert –: Die ganze Welt ...! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir sind mitten in der größten Energie- und Teuerungskrise seit Jahrzehnten. (Abg. Hauser: Erfolgreich selber gemacht! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) An der EU-Außengrenze führt Russland einen brutalen Angriffskrieg. Das ist im Übrigen auch ein Thema, das für Südtirol relevant ist. Das alles sind Themen, die für Südtirol relevant sind, weil Südtirol ein Teil der Europäischen Union ist. Das ist aber auch für mich ein Grund, der uns dazu bringen sollte, in der Europastunde darüber zu reden. Das alles sind Themen, die die BürgerInnen der Union bewegen, das sind Herausforderungen, die die ganze Welt bewegen. (Abg. Wurm – erheitert –: Die ganze Welt ...! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die Bürgerinnen und Bürger Österreichs haben sich eine Regierung verdient, die sich dieser Mammutaufgabe der Weiterentwicklung der Europäischen Union wirklich bewusst ist und sich proaktiv dafür einsetzt. Österreich hat wirklich nur in einem geeinten Europa eine erfolgreiche Zukunft. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) In einem geeinten, in einem stärker vereinten Europa wachsen auch Nord-, Ost- und Südtirol wieder näher zusammen. Das ist ein Europa, so wie wir es uns vorstellen. – Danke schön. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Belakowitsch: Ja eh!
In diesem Fall waren es italienische und österreichische Politiker, aber vor allem Südtiroler, die mit diplomatischer Unterstützung im Rahmen der UNO die Voraussetzungen dafür geschaffen haben, dass – das haben alle Redner angesprochen, das musste selbst der Redner der Freiheitlichen Partei sagen – die Entwicklung in Südtirol eine gute und keine schlechte ist. (Abg. Belakowitsch: Ja eh!) – Ja eh, ich komme schon auf das „Ja eh“.
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Meine Damen und Herren, eines möchte schon auch ansprechen, damit es zu keiner Legendenbildung kommt: Das Hauptverdienst für all das liegt bei der Stabilität der großen Südtiroler Volkspartei. (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) – Sie mögen lachen, aber ich weiß nicht, ob Sie es wissen, Kollegin Belakowitsch: Die Südtiroler Volkspartei ist die einzige Partei Italiens, die seit 1948 ununterbrochen im italienischen Parlament vertreten war. Das hat keine zweite Partei geschafft. Italien ist anders, Italien ist nicht so stabil wie Österreich, was die politische Landschaft betrifft. (Abg. Belakowitsch: Wir reden auch von Südtirol! Sie vergleichen Südtirol mit Italien!) Südtirol hat es unter den schwierigsten Voraussetzungen geschafft, egal welche Regierung in Rom im Amt war, immer dort vertreten zu sein und den Südtirolern entsprechendes Gehör zu verschaffen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Wir reden auch von Südtirol! Sie vergleichen Südtirol mit Italien!
Meine Damen und Herren, eines möchte schon auch ansprechen, damit es zu keiner Legendenbildung kommt: Das Hauptverdienst für all das liegt bei der Stabilität der großen Südtiroler Volkspartei. (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) – Sie mögen lachen, aber ich weiß nicht, ob Sie es wissen, Kollegin Belakowitsch: Die Südtiroler Volkspartei ist die einzige Partei Italiens, die seit 1948 ununterbrochen im italienischen Parlament vertreten war. Das hat keine zweite Partei geschafft. Italien ist anders, Italien ist nicht so stabil wie Österreich, was die politische Landschaft betrifft. (Abg. Belakowitsch: Wir reden auch von Südtirol! Sie vergleichen Südtirol mit Italien!) Südtirol hat es unter den schwierigsten Voraussetzungen geschafft, egal welche Regierung in Rom im Amt war, immer dort vertreten zu sein und den Südtirolern entsprechendes Gehör zu verschaffen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Das ist das Thema heute!
Doch gehen wir weiter! Es wurde heute schon angesprochen: 1946 der Gruber-De-Gasperi-Vertrag, das Abkommen von Paris, 1960 diese Agenda letztendlich vor die UNO zu bringen, 1972 das Zweite Autonomiestatut und der Name Südtirol – Südtirol hat 1972 seinen Namen zurückbekommen, und wie bedeutend das ist, habe ich mir sehr oft von Südtiroler Kolleginnen und Kollegen erzählen lassen –, 1992 die Streitbeilegung. All das waren keine ruhigen Zeiten, und sie waren nicht nur durch Ihre viel zitierten Freiheitskämpfer geprägt, liebe KollegInnen der FPÖ. (Abg. Belakowitsch: Das ist das Thema heute!) Nein, das waren Zeiten, die in ganz Europa davon geprägt waren, dass sich nationale Minderheiten um ihre Rechte bemüht haben (Abg. Belakowitsch: Die Südtiroler sind keine Minderheit!), um ihre Rechte gekämpft haben, und es ist zu wenig weit gegriffen, nur auf Südtirol zu schauen. Schauen wir auf die Korsen, schauen wir auf die Basken, schauen wir zum Beispiel auf die Kärntner Sloweninnen und Slowenen! (Abg. Belakowitsch: Es ist trotzdem Südtirol das Thema!) 1972, eine Zeit, in der Kärnten pogromartig im Ortstafelsturm versunken ist: Das war auch eine politische Stimmung in Österreich. Was ist da gelungen? – Es ist gelungen, sich auch über die Mehrheiten der Regierungsparteien hinweg hier in diesem Parlament für die Südtirolerinnen und Südtiroler einzusetzen. Das ist vorbildlich, und wir sehen das auch europaweit.
Abg. Belakowitsch: Die Südtiroler sind keine Minderheit!
Doch gehen wir weiter! Es wurde heute schon angesprochen: 1946 der Gruber-De-Gasperi-Vertrag, das Abkommen von Paris, 1960 diese Agenda letztendlich vor die UNO zu bringen, 1972 das Zweite Autonomiestatut und der Name Südtirol – Südtirol hat 1972 seinen Namen zurückbekommen, und wie bedeutend das ist, habe ich mir sehr oft von Südtiroler Kolleginnen und Kollegen erzählen lassen –, 1992 die Streitbeilegung. All das waren keine ruhigen Zeiten, und sie waren nicht nur durch Ihre viel zitierten Freiheitskämpfer geprägt, liebe KollegInnen der FPÖ. (Abg. Belakowitsch: Das ist das Thema heute!) Nein, das waren Zeiten, die in ganz Europa davon geprägt waren, dass sich nationale Minderheiten um ihre Rechte bemüht haben (Abg. Belakowitsch: Die Südtiroler sind keine Minderheit!), um ihre Rechte gekämpft haben, und es ist zu wenig weit gegriffen, nur auf Südtirol zu schauen. Schauen wir auf die Korsen, schauen wir auf die Basken, schauen wir zum Beispiel auf die Kärntner Sloweninnen und Slowenen! (Abg. Belakowitsch: Es ist trotzdem Südtirol das Thema!) 1972, eine Zeit, in der Kärnten pogromartig im Ortstafelsturm versunken ist: Das war auch eine politische Stimmung in Österreich. Was ist da gelungen? – Es ist gelungen, sich auch über die Mehrheiten der Regierungsparteien hinweg hier in diesem Parlament für die Südtirolerinnen und Südtiroler einzusetzen. Das ist vorbildlich, und wir sehen das auch europaweit.
Abg. Belakowitsch: Es ist trotzdem Südtirol das Thema!
Doch gehen wir weiter! Es wurde heute schon angesprochen: 1946 der Gruber-De-Gasperi-Vertrag, das Abkommen von Paris, 1960 diese Agenda letztendlich vor die UNO zu bringen, 1972 das Zweite Autonomiestatut und der Name Südtirol – Südtirol hat 1972 seinen Namen zurückbekommen, und wie bedeutend das ist, habe ich mir sehr oft von Südtiroler Kolleginnen und Kollegen erzählen lassen –, 1992 die Streitbeilegung. All das waren keine ruhigen Zeiten, und sie waren nicht nur durch Ihre viel zitierten Freiheitskämpfer geprägt, liebe KollegInnen der FPÖ. (Abg. Belakowitsch: Das ist das Thema heute!) Nein, das waren Zeiten, die in ganz Europa davon geprägt waren, dass sich nationale Minderheiten um ihre Rechte bemüht haben (Abg. Belakowitsch: Die Südtiroler sind keine Minderheit!), um ihre Rechte gekämpft haben, und es ist zu wenig weit gegriffen, nur auf Südtirol zu schauen. Schauen wir auf die Korsen, schauen wir auf die Basken, schauen wir zum Beispiel auf die Kärntner Sloweninnen und Slowenen! (Abg. Belakowitsch: Es ist trotzdem Südtirol das Thema!) 1972, eine Zeit, in der Kärnten pogromartig im Ortstafelsturm versunken ist: Das war auch eine politische Stimmung in Österreich. Was ist da gelungen? – Es ist gelungen, sich auch über die Mehrheiten der Regierungsparteien hinweg hier in diesem Parlament für die Südtirolerinnen und Südtiroler einzusetzen. Das ist vorbildlich, und wir sehen das auch europaweit.
Abg. Belakowitsch: Die ÖVP ...!
Ich glaube, dass gerade diese Sprachkompetenz der künftigen Generationen, die sich jetzt auch bei uns, im Burgenland genauso wie in Südtirol, klar abzeichnet, die Basis dafür ist, dass man Hürden überwindet. (Abg. Belakowitsch: Die ÖVP ...!) Eines möchte ich dazu auch sagen: Im Austausch von Kultur und Sprache gemeinsam voneinander zu lernen ist die Basis für all diese Dinge. Da heute auch Kärnten angesprochen worden ist: Meinem Bundesland ist das Gott sei Dank erspart geblieben. Dieser Streit und dieser Konflikt wurden zwar ausgetragen, aber Gott sei Dank um einiges friedlicher, als das in Kärnten oder gar in Südtirol der Fall war.
Abg. Belakowitsch: Schauen wir uns den einmal ganz genau an!
Es ist darum gegangen, dass man den Pensionistinnen und Pensionisten Einkaufsmöglichkeiten, Einkaufsdienste, Botendienste und Beratungen zur Verfügung gestellt hat. (Abg. Krainer: Ja, aber das ist nicht förderungsfähig!) Da gibt es auf der einen Seite die Diskussion um den Seniorenbund. (Abg. Belakowitsch: Schauen wir uns den einmal ganz genau an!) Wenn wir uns den anschauen: Der ist ja von einem Wirtschaftsprüfer überprüft worden. Es gibt ein Gutachten, und dementsprechend wurde der Seniorenbund auch vom Sozialministerium angeschrieben, diese Hilfen in Anspruch zu nehmen. (Abg. Hoyos-Trauttmansdorff: Aber der Rechnungshof sieht das anders!) Herr Kollege Krainer, weil auch Sie hier immer reinschreien: Ich würde mir schon erwarten, dass man sich auch den Pensionistenverband anschaut, der übrigens wie der Seniorenbund eine tolle Arbeit in den Gemeinden und Städten leistet. Bei dem ist es natürlich egal und in Ordnung, wenn der 111 349 Euro über eine GmbH, über ein Reisebüro, dass zu 100 Prozent dem Pensionistenverband gehört, bekommt. (Abg. Scherak: Hört, hört!)
Abg. Belakowitsch: Dann fangt einmal damit an!
Ich würde mir also schon auch von der Sozialdemokratie Ehrlichkeit in der Diskussion erwarten. Ich würde mir auch in der öffentlichen Diskussion Ehrlichkeit wünschen, ich würde mir auch in der medialen Berichterstattung Ehrlichkeit wünschen, und ich würde mir wünschen, dass alle Vereine, die Hilfen beantragt haben, gleich behandelt werden. (Abg. Belakowitsch: Dann fangt einmal damit an!) Ich würde mir wünschen, dass alle Vereine, die zu diesem Bereich gehören, auch in gleicher Weise überprüft werden. Nicht mehr und nicht weniger wünsche ich mir! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Dann fangen Sie einmal an mit der Ehrlichkeit!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Dann fangen Sie einmal an mit der Ehrlichkeit!
Ich würde mir also schon auch von der Sozialdemokratie Ehrlichkeit in der Diskussion erwarten. Ich würde mir auch in der öffentlichen Diskussion Ehrlichkeit wünschen, ich würde mir auch in der medialen Berichterstattung Ehrlichkeit wünschen, und ich würde mir wünschen, dass alle Vereine, die Hilfen beantragt haben, gleich behandelt werden. (Abg. Belakowitsch: Dann fangt einmal damit an!) Ich würde mir wünschen, dass alle Vereine, die zu diesem Bereich gehören, auch in gleicher Weise überprüft werden. Nicht mehr und nicht weniger wünsche ich mir! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Dann fangen Sie einmal an mit der Ehrlichkeit!)
Abg. Belakowitsch: Ja, die ÖVP!
Wir haben aber ein Problem in Österreich (Abg. Belakowitsch: Ja, die ÖVP!), ein großes Problem, ein fundamentales Problem: Kaum gibt es einen Fördertopf, überlegen sich die Altparteien sofort, wie sie sich daraus bedienen können, wie sie das Steuergeld in ihre Taschen umleiten können. Perfektioniert hat das die ÖVP. Durch ein verworrenes Konstrukt von Vereinen, die, wie es gerade praktisch ist, mal Teil der Partei sind und mal nicht. Ausgegeben wird das Geld für kleine Aufmerksamkeiten: ein Gratisschnitzerl, ein Blumenstrauß, Kaffee und Kuchen – so werden die Wähler und Wählerinnen im wahrsten Sinn des Wortes angefüttert. Ungerechtigkeitsbewusstsein: Fehlanzeige!
Abg. Belakowitsch: Das steht aber anders im Entwurf!
Abgeordneter Peter Weidinger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Frau Bundesministerin! Geschätzte Kolleginnen! Geschätzte Kollegen! Liebe Österreicherinnen! Liebe Österreicher und alle Menschen, die in unserem wunderbaren Land leben! Ich selbst stamme ja aus Kärnten, bin ein Villacher (Abg. Belakowitsch: Das steht aber anders im Entwurf!), und ich werde nie vergessen, was für ein Glücksgefühl es für uns alle war, als 2011 der Streit in der Ortstafelfrage endlich beigelegt wurde. Meine Damen und Herren, ich darf Ihnen versichern, es war ein Tag der Freude, dass wir endlich ein Kapitel abgeschlossen haben, das Kärnten belastet hat, und uns den Weg freigemacht haben, für die Zukunft zu arbeiten. Ich danke allen politisch Verantwortlichen dafür, dass sie einen Beitrag dazu geleistet haben. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Das funktioniert ja gut bei euch in der Koalition!
Lassen Sie mich deswegen auch ein paar Punkte festhalten! Die Frau Bundesministerin hat ausgeführt, dass es sich da um ein erstes Arbeitspapier gehandelt hat. Dieses erste Arbeitspapier wurde mit den Expertinnen und Experten des Justizministeriums unter Einbeziehung der von der Frau Bundesministerin genannten Personen erstellt. Es war kein ÖVP-Vertreter, sei es auf Landes- oder auf Bundesebene, miteingebunden. Der Koalitionspartner hat uns dieses Arbeitspapier auch nicht übermittelt, das heißt, wir kennen dieses Papier aus den Medien. (Abg. Wurm: Ein unfreundlicher Akt!) Ich schlage Richtung Freiheitliche Partei vor, dass man dieses Thema nicht dazu verwendet (Abg. Belakowitsch: Das funktioniert ja gut bei euch in der Koalition!), um in Vorbereitung für eine Landtagswahl politisches Kleingeld zu machen, sondern dass man ihm mit Sachlichkeit und mit Augenmaß begegnet. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Aber da steht was anderes drinnen!
Für uns ist unverhandelbar, dass das nur auf Grundlage des Staatsvertrages von Wien gemäß Artikel 7 sein kann, wonach auch Slowenisch als zusätzliche Amtssprache dort in Verwendung kommt, wo es auch in der Bevölkerung slowenischsprachige und gemischtsprachige Bevölkerung gibt. (Abg. Belakowitsch: Aber da steht was anderes drinnen!) Das möchte ich ganz klar festhalten. (Abg. Kickl: Wie ist denn das in Beljak?) Weiters halte ich auch fest – Sie haben sicher auch das Regierungsprogramm gelesen ‑, dass im Regierungsprogramm nicht vorgesehen ist, dass Bezirksgerichte geschlossen werden. Das sei hier auch ganz klar artikuliert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Der Präsident ist schon eingeschlafen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Der Präsident ist schon eingeschlafen!
Für uns ist unverhandelbar, dass das nur auf Grundlage des Staatsvertrages von Wien gemäß Artikel 7 sein kann, wonach auch Slowenisch als zusätzliche Amtssprache dort in Verwendung kommt, wo es auch in der Bevölkerung slowenischsprachige und gemischtsprachige Bevölkerung gibt. (Abg. Belakowitsch: Aber da steht was anderes drinnen!) Das möchte ich ganz klar festhalten. (Abg. Kickl: Wie ist denn das in Beljak?) Weiters halte ich auch fest – Sie haben sicher auch das Regierungsprogramm gelesen ‑, dass im Regierungsprogramm nicht vorgesehen ist, dass Bezirksgerichte geschlossen werden. Das sei hier auch ganz klar artikuliert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Der Präsident ist schon eingeschlafen!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Grünen und SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich möchte vorschlagen, werter Kollege Erwin Angerer – du bringst ja auch immer wieder sehr viele sachliche Beiträge hier in Diskussionen ein (Abg. Leichtfried: Na ja!) –: Ich glaube, vor einer Slowenisierung von Kärnten zu warnen und zu versuchen, irgendwelche alten Feindbilder, die längst in der Geschichte eingemottet gehören, zu formulieren, halte ich einfach für unredlich. (Abg. Angerer: Du kommst ja aus Beljak! Das steht da drinnen!) Es ist im 21. Jahrhundert nicht der Würde des Hauses entsprechend, das hier so zu artikulieren. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Grünen und SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ich hätte gedacht, ihr seid gar nicht informiert!
Entscheidender Punkt ist für uns – und das ist auch der Geist dieser Bundesregierung ‑, dass der Zugang zum Recht, zur Justiz für alle Menschen, egal ob sie im urbanen oder im ländlichen Raum leben, uneingeschränkt und niedrigschwellig sein muss. (Abg. Belakowitsch: Ich hätte gedacht, ihr seid gar nicht informiert!) Da gibt es das klare Bekenntnis, und das setzt diese Bundesregierung gemeinsam im Team mit der Frau Bundesministerin um. (Abg. Belakowitsch: Wenn sie euch das gar nicht gibt? Wie wollt ihr das gemeinsam umsetzen?)
Abg. Belakowitsch: Wenn sie euch das gar nicht gibt? Wie wollt ihr das gemeinsam umsetzen?
Entscheidender Punkt ist für uns – und das ist auch der Geist dieser Bundesregierung ‑, dass der Zugang zum Recht, zur Justiz für alle Menschen, egal ob sie im urbanen oder im ländlichen Raum leben, uneingeschränkt und niedrigschwellig sein muss. (Abg. Belakowitsch: Ich hätte gedacht, ihr seid gar nicht informiert!) Da gibt es das klare Bekenntnis, und das setzt diese Bundesregierung gemeinsam im Team mit der Frau Bundesministerin um. (Abg. Belakowitsch: Wenn sie euch das gar nicht gibt? Wie wollt ihr das gemeinsam umsetzen?)
Abg. Belakowitsch: Die patzen sich schon selber an! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ, FPÖ und NEOS.
Ich bin den NEOS aber sehr dankbar (Zwischenruf des Abg. Hoyos-Trauttmansdorff), sie haben ja sogar auf Verlangen diesen Tagesordnungspunkt hier ins Hohe Haus gebracht – dafür muss ich wirklich dankbar sein. Die NEOS haben das nicht gemacht, um dieses tolle Instrument für die Vereine zu loben, um die Bundesregierung dafür zu loben (Abg. Hoyos-Trauttmansdorff: O ja, doch!), dass wir den Vereinen geholfen haben. Sie wollen natürlich die Volkspartei anpatzen, den Seniorenbund Oberösterreich anpatzen, und das ist unredlich. (Abg. Belakowitsch: Die patzen sich schon selber an! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ, FPÖ und NEOS.)
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Der Status quo ist folgender: Der Anstand ist auf der Flucht, er wird gerade über „Aktenzeichen XY“ gesucht, er hat mit den Grünen schon längst nichts mehr zu tun. (Heiterkeit bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.) Die politische Verantwortung ist aus meiner Sicht geklärt, sie sitzt (in Richtung ÖVP deutend) dort drüben und schreit meistens herein. (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) Die juristischen Folgen werden wir demnächst sehen, und ich bin überzeugt davon, dass das noch ein ordentliches Erdbeben in dieser Republik geben wird.
Abg. Belakowitsch – erheitert –: Da sind Sie der Richtige! So schauen Sie eh aus! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.
Es ist notwendig, die Information, die man bekommt, zu verstehen. (Abg. Belakowitsch – erheitert –: Da sind Sie der Richtige! So schauen Sie eh aus! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.) Daher darf man über das, was gesagt wurde, auch einmal nachdenken. Nur weil man immer versucht, die ÖVP zu bashen: Viele Tausende ehrenamtliche Seniorenbundfunktionärinnen und -funktionäre schlechtzumachen, die in Tausenden Ortsgruppen in ganz Österreich großartige Arbeit leisten (Ruf bei der FPÖ: Für die ÖVP!), die für die Menschen da sind, die ihnen zur Seite stehen, wenn es ihnen schlecht geht, und die einfach versuchen, sehr viel zur Gesellschaft beizutragen – ich verstehe das schon, dass man das schlechtmachen muss. (Abg. Belakowitsch: Na wenn Sie es eh verstehen, dann!) Das muss man nämlich dann schlechtmachen, wenn man diese Struktur selber nicht hat. (Heiterkeit bei der FPÖ.) Das muss man deswegen schlechtmachen, weil man das Ohr nicht beim Bürger hat (Abg. Lausch: Da haben Sie völlig recht – und da sind wir jetzt stolz drauf? – Heiterkeit und weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), weil es einem selber über Jahrzehnte nicht gelingt, solche Strukturen zu schaffen. (Ruf bei der FPÖ: Das ist ja auch gut so! – Abg. Deimek: Mafiaparagraf ...! – Ruf bei der FPÖ: Fürs Protokoll: ...! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und NEOS. – Abg. Leichtfried: Das ist ein besonders lustiges ...!) Herr Präsident, offenbar stimmen meine Worte, weil die Aufregung relativ groß ist. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scherak: Das ist ja ein Geständnis! – Zwischenruf des Abg. Wurm. – Abg. Zanger: Sie haben überhaupt keinen Genierer mehr! – Abg. Leichtfried: Der Einzige, der da aufgeregt ist, ist der Präsident! – Abg. Matznetter: Das wird nichts mehr!)
Abg. Belakowitsch: Na wenn Sie es eh verstehen, dann!
Es ist notwendig, die Information, die man bekommt, zu verstehen. (Abg. Belakowitsch – erheitert –: Da sind Sie der Richtige! So schauen Sie eh aus! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.) Daher darf man über das, was gesagt wurde, auch einmal nachdenken. Nur weil man immer versucht, die ÖVP zu bashen: Viele Tausende ehrenamtliche Seniorenbundfunktionärinnen und -funktionäre schlechtzumachen, die in Tausenden Ortsgruppen in ganz Österreich großartige Arbeit leisten (Ruf bei der FPÖ: Für die ÖVP!), die für die Menschen da sind, die ihnen zur Seite stehen, wenn es ihnen schlecht geht, und die einfach versuchen, sehr viel zur Gesellschaft beizutragen – ich verstehe das schon, dass man das schlechtmachen muss. (Abg. Belakowitsch: Na wenn Sie es eh verstehen, dann!) Das muss man nämlich dann schlechtmachen, wenn man diese Struktur selber nicht hat. (Heiterkeit bei der FPÖ.) Das muss man deswegen schlechtmachen, weil man das Ohr nicht beim Bürger hat (Abg. Lausch: Da haben Sie völlig recht – und da sind wir jetzt stolz drauf? – Heiterkeit und weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), weil es einem selber über Jahrzehnte nicht gelingt, solche Strukturen zu schaffen. (Ruf bei der FPÖ: Das ist ja auch gut so! – Abg. Deimek: Mafiaparagraf ...! – Ruf bei der FPÖ: Fürs Protokoll: ...! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und NEOS. – Abg. Leichtfried: Das ist ein besonders lustiges ...!) Herr Präsident, offenbar stimmen meine Worte, weil die Aufregung relativ groß ist. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scherak: Das ist ja ein Geständnis! – Zwischenruf des Abg. Wurm. – Abg. Zanger: Sie haben überhaupt keinen Genierer mehr! – Abg. Leichtfried: Der Einzige, der da aufgeregt ist, ist der Präsident! – Abg. Matznetter: Das wird nichts mehr!)
Abg. Belakowitsch: Ah, Sie meinen die kalte Progression! Das ist ein schweres Fremdwort, klar!
Bei dem Antrag, der jetzt von Kollegen Scherak kommt (Abg. Belakowitsch: Ah, Sie meinen die kalte Progression! Das ist ein schweres Fremdwort, klar!), sind wir in einer ähnlichen Kategorie unterwegs, weil damit genau das passiert oder genau das passieren soll, was Vizekanzler Kogler ohnehin in die Wege geleitet hat. (Zwischenruf des Abg. Leichtfried.) Wir werden das abwarten, und dann werden wir es beurteilen. Ich möchte mich in diesem Zusammenhang ausdrücklich bei Vizekanzler Kogler für die rasche (Abg. Belakowitsch – erheitert –: Umsetzung?) Abwicklung dieser Ansuchen für Sportvereine, Kulturvereine, Feuerwehren und sonstige Institutionen bedanken (Abg. Leichtfried: Der schaut gar nicht mehr hin, wenn Sie sich bedanken!), weil wir in schwierigen Zeiten (Abg. Leichtfried: Der Vizekanzler wendet sich mit Grausen ab!) sofort geholfen haben. Und wir lassen uns das nicht schlechtreden, auch nicht von verärgerten Oppositionsparteien. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch – erheitert –: Umsetzung?
Bei dem Antrag, der jetzt von Kollegen Scherak kommt (Abg. Belakowitsch: Ah, Sie meinen die kalte Progression! Das ist ein schweres Fremdwort, klar!), sind wir in einer ähnlichen Kategorie unterwegs, weil damit genau das passiert oder genau das passieren soll, was Vizekanzler Kogler ohnehin in die Wege geleitet hat. (Zwischenruf des Abg. Leichtfried.) Wir werden das abwarten, und dann werden wir es beurteilen. Ich möchte mich in diesem Zusammenhang ausdrücklich bei Vizekanzler Kogler für die rasche (Abg. Belakowitsch – erheitert –: Umsetzung?) Abwicklung dieser Ansuchen für Sportvereine, Kulturvereine, Feuerwehren und sonstige Institutionen bedanken (Abg. Leichtfried: Der schaut gar nicht mehr hin, wenn Sie sich bedanken!), weil wir in schwierigen Zeiten (Abg. Leichtfried: Der Vizekanzler wendet sich mit Grausen ab!) sofort geholfen haben. Und wir lassen uns das nicht schlechtreden, auch nicht von verärgerten Oppositionsparteien. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: „Ich und wir“ sagt man nicht!
Ich möchte hinzufügen: Ich und wir haben (Abg. Belakowitsch: „Ich und wir“ sagt man nicht!) tatsächlich großen Respekt vor den Kontrollinstanzen in dieser Republik (Heiterkeit bei SPÖ und NEOS. – Abg. Hoyos-Trauttmansdorff: Insbesondere vor der Justiz! – Zwischenruf des Abg. Matznetter), vor dem, was der Herr Vizekanzler jetzt skizziert hat, vor dem Rechnungshof und allen anderen Institutionen. (Ruf bei der SPÖ: Es kann ja nicht sein, dass alle Kontrollinstanzen ihre Arbeit für die ÖVP aufwenden müssen! Die hätten ja auch etwas anderes zu tun!)
Abg. Belakowitsch – in Richtung Bundesminister Kocher –: Aber es ist so!
Wir reden über Vorlagen des Gesundheitsausschusses, und jetzt reden wir über ein Gesetz, das nicht in den Bereich des Gesundheitsministeriums fällt, das nicht in den Gesundheitsausschuss, sondern eigentlich in den Ausschuss für Arbeit und Soziales gehört. Und als wir dieses Gesetz im Ausschuss behandelt haben, hat jemand gefehlt, nämlich der zuständige Minister. (Abg. Belakowitsch – in Richtung Bundesminister Kocher –: Aber es ist so!) Meine sehr verehrten Damen und Herren und sehr geehrter Herr Präsident, wenn man die Geschäftsordnung des Nationalrates nicht einhält, wenn man die Zuweisungen an die Ausschüsse entgegen den Regeln macht, dann kann eine qualitätsvolle Auseinandersetzung mit den Themen nicht stattfinden.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Daher werden wir diesem Gesetzesantrag die Zustimmung erteilen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Oder Termine!
Ausschuss, der gerade tagt, genommen und hat die Arbeitsmaterie in den Gesundheitsausschuss gekickt, wo dann der nicht zuständige Gesundheitsminister bei den Abgeordneten gesessen ist, die fachlich auch nur teilweise aus diesem Ressort gekommen sind. Mein Anliegen, sowohl an den Sozial- und Gesundheitsminister als auch an den Arbeits- und Wirtschaftsminister, wäre es also, einmal das Kalenderführen mit den Mitarbeitern eine Runde zu üben. (Abg. Belakowitsch: Oder Termine!)
Abg. Belakowitsch: O ja, weil woanders sind Sie ja nicht! – Abg. Leichtfried: Ja, wenn’s sonst nicht funktioniert! Muss einmal gesagt werden!
Bundesminister für Arbeit, betraut mit der Leitung des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort Mag. Dr. Martin Kocher: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Werte Abgeordnete! Sehr geehrte Zuschauerinnen und Zuschauer! Ich glaube, wir müssen jetzt nicht die Terminfindung im Plenum besprechen. (Abg. Belakowitsch: O ja, weil woanders sind Sie ja nicht! – Abg. Leichtfried: Ja, wenn’s sonst nicht funktioniert! Muss einmal gesagt werden!) Ich bin jemand, der praktisch keine Sitzungen versäumt und immer alles versucht, auch bei Ausschusssitzungen, vollinhaltlich informiert zu sein, Auskunft zu geben und Fragen zu beantworten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Leichtfried: Interessant, dass es für eine Selbstverständlichkeit Applaus gibt! ... ist nicht immer so!)
Abg. Belakowitsch: Wie schaut es mit der Energieknappheit aus? Für das sind Sie zuständig!
Es wäre auch unfair gegenüber allen Betrieben, die unverschuldet in diese missliche Lage geraten sind, wenn wir ihnen nicht helfen. Herr Kollege Loacker, Sie sagen, die Sozialpartner haben ihre „Pfoten drauf“. Seien wir froh, dass die Sozialpartner darauf schauen und eine gute Regelung (Abg. Loacker – die Hände über dem Kopf zusammenschlagend –: Nein!) gemeinsam mit unserem Minister schaffen, damit die Unternehmen legitim und korrekt gut weiterarbeiten können. Kein Unternehmen schickt absichtlich und gerne die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Kurzarbeit. Aufgrund der strukturellen und wirtschaftlich schwierigen Situation, insbesondere aufgrund des Krieges in der Ukraine und der damit verbundenen Materialknappheit, ist dieser Beschluss zur erhöhten Kurzarbeitshilfe wichtig und richtig. (Abg. Belakowitsch: Wie schaut es mit der Energieknappheit aus? Für das sind Sie zuständig!)
Abg. Belakowitsch: Treibstoffpreis!
Die Lieferschwierigkeiten verschiedenster Komponenten, gerade im produzierenden Bereich, machen es manchen Betrieben unmöglich (Abg. Belakowitsch: Treibstoffpreis!), die Mitarbeiter im vollen Umfang arbeiten zu lassen. Oft sind es nur einige Wochen der Überbrückung, um die Lieferketten wieder in Gang zu bringen.
Sitzung Nr. 162
Abg. Belakowitsch: Juristische ...!
Vielleicht wird die SPÖ für die ÖVP nicht so glaubwürdig sein, daher möchte ich hier nur zwei Berichte ins Treffen führen. Das eine ist der Bericht des Rechnungshofes. In der Analyse wurde gefragt: Was waren denn die größten Probleme der Bezirksverwaltungsbehörden im Krisenmanagement? Ausgeführt wird: Das waren „Unklare Rechtsvorschriften, deren kurzfristiges Inkrafttreten und unkoordiniert angekündigte Maßnahmen“ (Abg. Belakowitsch: Juristische ...!), also unklare Rechtsvorschriften und kurzfristiges Inkrafttreten. – Daraus könnte man doch lernen und sagen: nicht mehr husch, pfusch, sondern ordentlich!
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek.
Durchwurschteln, dahinlavieren – das ist kein Krisenmanagement. Deswegen bin ich bei Kollegin Schwarz, ich bin der Erste, der sagt: Wir sparen uns die Kritik, wenn man nicht immer wieder die gleichen Fehler wiederholt! – Leider wäre da auch die ÖVP gefordert, wenn sie wieder vollständig anwesend ist. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Deimek.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Damit wir das Ganze aber auch machen können, braucht es einen rechtlichen Rahmen, Rahmenbedingungen: Das ist eben das Epidemiegesetz und das COVID-19-Maßnahmengesetz, und das muss so ausgestaltet sein, dass wir auch möglichst flexibel und schnell auf sich ändernde Rahmenbedingungen reagieren können. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Wurm: Stümper seid ihr! Stümper! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Eine der heute zu beschließenden Änderungen stellt beispielsweise die Flexibilisierung im Contacttracing dar. (Abg. Wurm: Stümper seid ihr! Stümper! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Durch Priorisierung soll in Zukunft dieses Instrument besser und zielgerichteter eingesetzt werden. Ein anderes Thema sind die Erinnerungsschreiben an eine mögliche Auffrischungsimpfung, die wir verankern wollen. Impfzertifikate bleiben auch länger im System abrufbar, sodass man beispielsweise, wenn man eine Auslandsreise unternehmen möchte, bei der man vielleicht alle Impfzertifikate vorlegen muss – wie es beispielsweise aktuell bei den USA der Fall ist –, diese Auslandsreise dann eben auch antreten kann. (Abg. Belakowitsch: Der Minister schaut schon traurig ...!)
Abg. Belakowitsch: Der Minister schaut schon traurig ...!
Eine der heute zu beschließenden Änderungen stellt beispielsweise die Flexibilisierung im Contacttracing dar. (Abg. Wurm: Stümper seid ihr! Stümper! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Durch Priorisierung soll in Zukunft dieses Instrument besser und zielgerichteter eingesetzt werden. Ein anderes Thema sind die Erinnerungsschreiben an eine mögliche Auffrischungsimpfung, die wir verankern wollen. Impfzertifikate bleiben auch länger im System abrufbar, sodass man beispielsweise, wenn man eine Auslandsreise unternehmen möchte, bei der man vielleicht alle Impfzertifikate vorlegen muss – wie es beispielsweise aktuell bei den USA der Fall ist –, diese Auslandsreise dann eben auch antreten kann. (Abg. Belakowitsch: Der Minister schaut schon traurig ...!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Zusätzlich möchte ich noch einen Abänderungsantrag zu Tagesordnungspunkt 9 einbringen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), der noch ein redaktionelles Versehen ausbessern soll, und zwar:
Abg. Wurm: Ihr seid Stümper! Stümperhaft! Stümper! – Abg. Belakowitsch: Was glauben Sie, verstehen ...?
(Abg. Wurm: Ihr seid Stümper! Stümperhaft! Stümper! – Abg. Belakowitsch: Was glauben Sie, verstehen ...?)
Abg. Belakowitsch: Ja, genau, das war ...! – Abg. Wurm: Stümper!
Begründung: Wie schon gesagt, es handelt sich da um ein redaktionelles Versehen, das wir damit ausbügeln. (Abg. Belakowitsch: Ja, genau, das war ...! – Abg. Wurm: Stümper!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abschließend: Die Abänderungen stellen in Summe keine inhaltlichen Neuerungen dar. Es sind sinnvolle Adaptierungen aus der Erfahrung der letzten Monate. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Vieles davon – vieles davon! – kam insbesondere aus den Erfahrungen der Bundesländer, aus den Verwaltungen direkt heraus, die ja wirklich selber am besten wissen, was sich in den letzten zweieinhalb Jahren da abgespielt hat, wo es eben Nachbesserungen braucht und wo man vor allem mit den Learnings, insbesondere durch die Omikronvariante, dann entsprechende Abänderungen braucht. (Abg. Belakowitsch: Learning ...! ... Dann nennen wir’s halt Learning!) Noch immer nach dem Motto: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.
Abg. Belakowitsch: Learning ...! ... Dann nennen wir’s halt Learning!
Abschließend: Die Abänderungen stellen in Summe keine inhaltlichen Neuerungen dar. Es sind sinnvolle Adaptierungen aus der Erfahrung der letzten Monate. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Vieles davon – vieles davon! – kam insbesondere aus den Erfahrungen der Bundesländer, aus den Verwaltungen direkt heraus, die ja wirklich selber am besten wissen, was sich in den letzten zweieinhalb Jahren da abgespielt hat, wo es eben Nachbesserungen braucht und wo man vor allem mit den Learnings, insbesondere durch die Omikronvariante, dann entsprechende Abänderungen braucht. (Abg. Belakowitsch: Learning ...! ... Dann nennen wir’s halt Learning!) Noch immer nach dem Motto: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Aber der Schaden ist schon angerichtet!
massiv reduziert hat. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Aber der Schaden ist schon angerichtet!)
Abg. Belakowitsch: Und er greift auf unsere Daten!
Der Minister muss auf die Gesundheitsdaten zugreifen, damit er weiß, ob Sie dreimal geimpft sind, denn sonst kann er Ihnen den Brief nicht schreiben. Früher gab es eine Chinese Wall zwischen den Gesundheitsdaten und der Regierung; die Regierung sollte nicht auf Gesundheitsdaten zugreifen dürfen. (Abg. Belakowitsch: Und er greift auf unsere Daten!) Und für die Impfpflicht hat man diese Chinesische Mauer aufgehoben. Damals hat es geheißen, das sei einmalig. Und jetzt macht man es für ein läppisches Schreiben wieder. Das ist erledigt. Künftig wird die Regierung auf Ihre Gesundheitsdaten zugreifen, und es wird nicht immer ein grüner Minister sein, es kann auch wieder einmal ein freiheitlicher Gesundheitsminister sein. Ich weiß nicht, ob Sie das dann wollen, dass die auf Ihre Gesundheitsdaten zugreifen. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Belakowitsch: Nein!
Das betrifft im Übrigen auch verkehrsbeschränkende Maßnahmen. Und nein, mir ist nicht daran gelegen, mit irgendwelchen Verordnungsermächtigungen nach Belieben tun und lassen zu können, was ich gerade will. (Abg. Belakowitsch: Nein!) – Nein, Frau Kollegin Belakowitsch, ist es nicht. Ich habe mich auf der Grundlage der Verfassung zu bewegen, das habe ich schon mehrfach ausgeführt. Die Maßnahmen müssen verhältnismäßig sein, sie müssen auf dem Boden der Verfassung stattfinden und sie müssen fachlich argumentiert sein. Genau das ist der Rahmen, in dem ich mich bewege, und das tue ich. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Christian Hafenecker, MA (FPÖ): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Innenminister! Ja, es ist schon bemerkenswert: Der Herr Bundeskanzler entzieht sich dem Parlament, er schickt seine Staatssekretärin, er schickt noch den flankierenden Innenminister dazu. Ich bin aber froh, dass Minister Karner heute da ist, denn vielleicht können wir dann endlich einmal direkt mit Ihnen über die Cobra-Libre-Affäre sprechen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Und die Grünen machen das, was sie immer tun: Sie lassen den Anstand im Eck stehen und machen den Schwarzen die Räuberleiter und die Mauer. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Das ist aber nicht das Thema! – Abg. Wöginger: Hat er aber angesprochen, also wird sie auch replizieren dürfen!
Staatssekretärin im Bundeskanzleramt Claudia Plakolm (fortsetzend): Wir sollten uns bei jeder einzelnen dieser Handlungen sehr genau überlegen, wem es am Ende nützt, und vor allem, was es dann am Ende des Tages auch bringt und wie es schadet. Ein gutes Beispiel dafür ist das gerade erst gestern präsentierte Entlastungspaket. (Abg. Belakowitsch: Das ist aber nicht das Thema! – Abg. Wöginger: Hat er aber angesprochen, also wird sie auch replizieren dürfen!)
Ruf bei der FPÖ: Der Seniorenbund müsste ...! – Abg. Belakowitsch: Falsche Rede!
Was machen die Politikerinnen und Politiker (Abg. Matznetter: Sie hat das falsche Redemanuskript, ... wurde vertauscht!), die meine Vertretung sind, genau in dieser Situation, um die Menschen in Österreich zu unterstützen? (Ruf bei der FPÖ: Der Seniorenbund müsste ...! – Abg. Belakowitsch: Falsche Rede!) Wer in der Politik sieht meine Sorgen und kümmert sich darum? (Ruf: Die ÖVP!) Und vor allem: Wer bringt die Dinge gemeinsam auf den Boden? – Das sind die Dinge, die in Wahrheit die Österreicherinnen und Österreicher beschäftigen, und nicht Ihre Dringliche Anfrage. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Falsche Antwort! – Abg. Kickl: Herr Präsident! Kann man da alles machen? Es gibt schon ein Thema, oder?
In meinen Augen befinden wir uns aktuell auf einem sehr, sehr schmalen Grat, was das betrifft (Abg. Belakowitsch: Falsche Antwort! – Abg. Kickl: Herr Präsident! Kann man da alles machen? Es gibt schon ein Thema, oder?), das Vertrauen in die Politik bricht links und rechts weg, und genau dieser Ton hier herinnen ist bezeichnend für diese Situation. (Beifall bei der ÖVP. – Unruhe im Saal.)
Abg. Belakowitsch: Geh bitte, das ist ja eine Verhöhnung des Parlaments!
Für das eingebüßte Vertrauen haben viele hier Verantwortung. (Abg. Krainer: 4 Minuten und kein Wort zur Sache! Herr Präsident, wie lange schauen Sie noch zu?) Herr Klubobmann Kickl, wir können es nur mit harter Sacharbeit auch zurückgewinnen. Da werden wir uns alle miteinander massiv anstrengen müssen und – eines sage ich auch ganz klar – einen Weg der Zusammenarbeit auch wieder neu finden müssen. (Unruhe im Saal.) Wir werden beweisen müssen, dass es anders geht, dass Gerichte klären, was eben zu klären ist, und dass wir Politikerinnen und Politiker in unserem jeweiligen Wirkungsbereich von Herzen nur das Beste für die Menschen (Abg. Belakowitsch: Geh bitte, das ist ja eine Verhöhnung des Parlaments!), die in unserem Land leben, ganz einfach tun. (Abg. Krainer: Herr Präsident, wie lange schauen Sie noch zu? – Abg. Kickl: Da geniert sich schon der Wöginger!) Da gehört auch einmal dazu – und da hören Sie jetzt ganz besonders zu, liebe Oppositionspolitikerinnen und Oppositionspolitiker –,
Abg. Belakowitsch: ... soweit sie halt gekommen wären ...!
Es ist weder vom Umfang des Interpellationsrechtes umfasst noch faktisch möglich, in der Zeit, die für die Vorbereitung der Beantwortung der hier gestellten Fragen zur Verfügung stand, Zahlungen an knapp 900 Vereine einer Liste zu überprüfen. (Abg. Belakowitsch: ... soweit sie halt gekommen wären ...!) Sofern diese Zahlungen im Vollzugsbereich des Bundeskanzleramtes (Abg. Leichtfried: Ja, ihr rechnet ja noch händisch im Bundeskanzleramt!) bereits im Rahmen der parlamentarischen Interpellation zulässig abgefragt wurden, wurden die entsprechenden Informationen auch bereits erteilt. (Abg. Belakowitsch: ... die ersten 100 ...! Sie könnten es auch schriftlich nachreichen!) Dies gilt auch für zukünftige Anfragen und deren Beantwortung.
Abg. Belakowitsch: ... die ersten 100 ...! Sie könnten es auch schriftlich nachreichen!
Es ist weder vom Umfang des Interpellationsrechtes umfasst noch faktisch möglich, in der Zeit, die für die Vorbereitung der Beantwortung der hier gestellten Fragen zur Verfügung stand, Zahlungen an knapp 900 Vereine einer Liste zu überprüfen. (Abg. Belakowitsch: ... soweit sie halt gekommen wären ...!) Sofern diese Zahlungen im Vollzugsbereich des Bundeskanzleramtes (Abg. Leichtfried: Ja, ihr rechnet ja noch händisch im Bundeskanzleramt!) bereits im Rahmen der parlamentarischen Interpellation zulässig abgefragt wurden, wurden die entsprechenden Informationen auch bereits erteilt. (Abg. Belakowitsch: ... die ersten 100 ...! Sie könnten es auch schriftlich nachreichen!) Dies gilt auch für zukünftige Anfragen und deren Beantwortung.
Abg. Belakowitsch: Der Vizekanzler ist aber nicht gefragt! – Rufe bei der SPÖ: Hallo! Aber hallo!
Dazu hat der Vizekanzler bereits öffentlich Stellung genommen. (Abg. Belakowitsch: Der Vizekanzler ist aber nicht gefragt! – Rufe bei der SPÖ: Hallo! Aber hallo!)
Abg. Belakowitsch: Ja, aber Sie müssen darauf hinweisen, dass sie zu beantworten sind!
beanfragten Stelle – ad Nummer eins. (Abg. Belakowitsch: Ja, aber Sie müssen darauf hinweisen, dass sie zu beantworten sind!)
Abg. Belakowitsch: Bitte reden Sie doch nicht von Respekt! – Zwischenruf des Abg. Wurm
Das zeigt vielleicht auch die Rednerliste: Frau Kollegin Fürst hat gerade gesprochen, das zeigt, dass Sie das vielleicht auch schon für den Bundespräsidentenwahlkampf nutzen wollen. (Abg. Hafenecker: Ich trete nicht an!) Ich finde das respektlos gegenüber dem Bundespräsidenten, also ihm gegenüber und vor allem auch dem Amt gegenüber (Abg. Belakowitsch: Bitte reden Sie doch nicht von Respekt! – Zwischenruf des Abg. Wurm), dass Sie versuchen, ihn da hineinzuziehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Der Arme, wenn er Sie braucht! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Ruf bei der FPÖ: Keinen Genierer! – Abg. Belakowitsch: Das ist der Nächste mit einer Themenverfehlung!
Ich finde es auch bemerkenswert, meine Damen und Herren – die Frau Staatssekretärin hat mit ihrer Einleitung sehr wohl auf Ihre Dringliche Anfrage reagiert (Abg. Deimek: Ja, aber nur für die Landjugend! Alle anderen haben gewusst, dass ...!) –, dass Sie in Ihrer Begründung der Bundesregierung die Handlungsfähigkeit absprechen. (Abg. Hafenecker: 14 Umbildungen! Gratuliere!) Der Gegenbeweis ist da, sie hat ihn skizziert. Ich kann es wiederholen. (Ruf bei der FPÖ: Keinen Genierer! – Abg. Belakowitsch: Das ist der Nächste mit einer Themenverfehlung!) Es gibt ein umfangreiches Entlastungspaket, um die Menschen in Österreich durch diese Teuerung zu begleiten. Die kalte Progression wird abgeschafft und viele weitere Maßnahmen für die Menschen in Österreich sind auf den Weg gebracht worden. (Abg. Kickl: Wart ihr gemeinsam bei der Hypnose?) Das zeigt die Handlungsfähigkeit der österreichischen Bundesregierung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich finde es auch bemerkenswert, meine Damen und Herren – die Frau Staatssekretärin hat mit ihrer Einleitung sehr wohl auf Ihre Dringliche Anfrage reagiert (Abg. Deimek: Ja, aber nur für die Landjugend! Alle anderen haben gewusst, dass ...!) –, dass Sie in Ihrer Begründung der Bundesregierung die Handlungsfähigkeit absprechen. (Abg. Hafenecker: 14 Umbildungen! Gratuliere!) Der Gegenbeweis ist da, sie hat ihn skizziert. Ich kann es wiederholen. (Ruf bei der FPÖ: Keinen Genierer! – Abg. Belakowitsch: Das ist der Nächste mit einer Themenverfehlung!) Es gibt ein umfangreiches Entlastungspaket, um die Menschen in Österreich durch diese Teuerung zu begleiten. Die kalte Progression wird abgeschafft und viele weitere Maßnahmen für die Menschen in Österreich sind auf den Weg gebracht worden. (Abg. Kickl: Wart ihr gemeinsam bei der Hypnose?) Das zeigt die Handlungsfähigkeit der österreichischen Bundesregierung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Billige Ausrede! – Abg. Hafenecker: Das ist gegenüber Herrn Sobotka nicht in Ordnung, was Sie da sagen! – Heiterkeit bei der FPÖ.
Ich versuche, auf ein paar Punkte dieser Dringlichen Anfrage einzugehen. (Abg. Hafenecker: Korruption wäre interessant!) Sie haben zum Beispiel die Rücktritte von zwei sehr verdienten Landeshauptleuten erwähnt, nämlich dem Landeshauptmann der Steiermark, Hermann Schützenhöfer, und dem Landeshauptmann von Tirol, Günther Platter. Der eine ist 68, der andere ist 70. Ich denke, viele in der Bevölkerung sind der Meinung, dass man in diesem Alter in Pension gehen darf. (Abg. Belakowitsch: Billige Ausrede! – Abg. Hafenecker: Das ist gegenüber Herrn Sobotka nicht in Ordnung, was Sie da sagen! – Heiterkeit bei der FPÖ.) Beide sind sehr verdiente Politiker – an dieser Stelle auch ein Dank für ihren Einsatz. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Hafenecker – in Richtung Präsident Sobotka –: Der Herr Ottenschläger will Sie loswerden!)
Abg. Belakowitsch: ... spät!
Sie als Anfragesteller haben die Chronologie dieses Prüfungsvorgangs, den ja grundsätzlich alle Parteien durchlaufen müssen, selber skizziert. Wir haben diesen Bericht Ende 2020 abgegeben. (Abg. Belakowitsch: ... spät!) Die erste Nachfrage kam nach sechs Monaten. Daraufhin haben wir in der vorgegebenen Frist unsere Antworten geliefert. Nach weiteren fünf Monaten kam eine weitere Anfrage, und so weiter und so fort. Ich will damit nur dokumentieren, dass das ein Prüfvorgang ist und dass es entgegen vieler Behauptungen nicht so ist, dass die ÖVP den Bericht nicht abgegeben hätte, sondern: Es gab Nachfragen. (Abg. Rauch: Weil Sie nicht ehrlich sind!) Vielleicht bei der Gelegenheit eine Gegenfrage: Hat es bei allen anderen nie Nachfragen gegeben? – Das denke ich nicht. (Abg. Hoyos-Trauttmansdorff: Aber keine Wirtschaftsprüfer! – Abg. Belakowitsch: Die haben wir beantwortet!) Man könnte sich auch hinstellen und sagen: Ja, auch bei uns hat es Nachfragen gegeben!
Abg. Hoyos-Trauttmansdorff: Aber keine Wirtschaftsprüfer! – Abg. Belakowitsch: Die haben wir beantwortet!
Sie als Anfragesteller haben die Chronologie dieses Prüfungsvorgangs, den ja grundsätzlich alle Parteien durchlaufen müssen, selber skizziert. Wir haben diesen Bericht Ende 2020 abgegeben. (Abg. Belakowitsch: ... spät!) Die erste Nachfrage kam nach sechs Monaten. Daraufhin haben wir in der vorgegebenen Frist unsere Antworten geliefert. Nach weiteren fünf Monaten kam eine weitere Anfrage, und so weiter und so fort. Ich will damit nur dokumentieren, dass das ein Prüfvorgang ist und dass es entgegen vieler Behauptungen nicht so ist, dass die ÖVP den Bericht nicht abgegeben hätte, sondern: Es gab Nachfragen. (Abg. Rauch: Weil Sie nicht ehrlich sind!) Vielleicht bei der Gelegenheit eine Gegenfrage: Hat es bei allen anderen nie Nachfragen gegeben? – Das denke ich nicht. (Abg. Hoyos-Trauttmansdorff: Aber keine Wirtschaftsprüfer! – Abg. Belakowitsch: Die haben wir beantwortet!) Man könnte sich auch hinstellen und sagen: Ja, auch bei uns hat es Nachfragen gegeben!
Abg. Belakowitsch: Vielleicht wollen Sie inhaltlich auch etwas sagen!
Abgeordnete Sigrid Maurer, BA (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Sehr geehrter Herr Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher auch auf der Galerie – gerade auf der Galerie. (Abg. Hafenecker: Da haben Sie früher Ihre Blätter runtergeworfen, von der Galerie!) Das war jetzt eine besondere parlamentarische Situation (Zwischenrufe bei der FPÖ – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen), Stehungen während einer Debatte sind nicht so häufig. Eine Stehung heißt, dass sich die Fraktionschefs und -chefinnen hier im Parlament zusammenstellen und darüber debattieren, wie in der Sitzung weiter vorgegangen wird. (Abg. Belakowitsch: Vielleicht wollen Sie inhaltlich auch etwas sagen!)
Abg. Belakowitsch: Sie stehen nicht vor einer Volksschulklasse!
An dieser Stelle muss ich schon sagen, dass es legitim war, diese Stehung zu machen, und auch von der Opposition, diese Einwände vorzubringen. Wir als Abgeordnete haben hier im Parlament die Gelegenheit, zu debattieren, zu beschließen, zu reden, und die Regierungsmitglieder haben die Aufgabe, Rede und Antwort zu stehen, darüber zu informieren, was in der Regierung passiert. (Abg. Belakowitsch: Sie stehen nicht vor einer Volksschulklasse!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Die Dringliche Anfrage - - (Das Mikrofon fällt aus. – Zwischenrufe bei FPÖ und NEOS. – Abg. Hafenecker: Das interessiert nicht einmal den Herrn Präsidenten!) Die Dringliche Anfrage ist ja eigentlich das zentralste Instrument der Opposition (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), mit dem man an einem Tag ein Thema setzen kann und eben auch Antworten, die innerhalb von 3 Stunden vom jeweiligen Kabinett erarbeitet werden müssen (Abg. Belakowitsch: Wem erzählen Sie das eigentlich?!), erhalten kann. (Abg. Hafenecker: Das ist nicht die Demokratiewerkstatt!) An dieser Stelle muss ich sagen, dass die Beantwortung dieser Dringlichen Anfrage leider wirklich ungenügend war. (Beifall bei Grünen, SPÖ und NEOS.)
Abg. Belakowitsch: Wem erzählen Sie das eigentlich?!
Die Dringliche Anfrage - - (Das Mikrofon fällt aus. – Zwischenrufe bei FPÖ und NEOS. – Abg. Hafenecker: Das interessiert nicht einmal den Herrn Präsidenten!) Die Dringliche Anfrage ist ja eigentlich das zentralste Instrument der Opposition (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), mit dem man an einem Tag ein Thema setzen kann und eben auch Antworten, die innerhalb von 3 Stunden vom jeweiligen Kabinett erarbeitet werden müssen (Abg. Belakowitsch: Wem erzählen Sie das eigentlich?!), erhalten kann. (Abg. Hafenecker: Das ist nicht die Demokratiewerkstatt!) An dieser Stelle muss ich sagen, dass die Beantwortung dieser Dringlichen Anfrage leider wirklich ungenügend war. (Beifall bei Grünen, SPÖ und NEOS.)
Rufe bei der FPÖ: Geh bitte! – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
gesagt hat, und sagen: Diese Regierung ist stabil. Dafür, dass sie stabil ist, sorgen auch wir Grüne konsequent seit zwei Jahren. (Rufe bei der FPÖ: Geh bitte! – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) Das große, das riesengroße Antiteuerungspaket (Abg. Belakowitsch: Drei Gesundheitsminister!), das wir die letzten Tage präsentiert haben (Abg. Kickl: ... heißt nicht gesund und gut! – Zwischenruf bei der SPÖ), ist ein Ausdruck der Stabilität dieser Regierung und ihrer Arbeitswilligkeit (Ruf bei der SPÖ: Eine Inszenierung!) und auch der Arbeitsfähigkeit. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Drei Gesundheitsminister!
gesagt hat, und sagen: Diese Regierung ist stabil. Dafür, dass sie stabil ist, sorgen auch wir Grüne konsequent seit zwei Jahren. (Rufe bei der FPÖ: Geh bitte! – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) Das große, das riesengroße Antiteuerungspaket (Abg. Belakowitsch: Drei Gesundheitsminister!), das wir die letzten Tage präsentiert haben (Abg. Kickl: ... heißt nicht gesund und gut! – Zwischenruf bei der SPÖ), ist ein Ausdruck der Stabilität dieser Regierung und ihrer Arbeitswilligkeit (Ruf bei der SPÖ: Eine Inszenierung!) und auch der Arbeitsfähigkeit. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Ich glaube, die Einzige, die Show macht, sind Sie! – Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.
Das ist letztlich die Aufgabe, die wir hier zu bewältigen haben. Klar, die Opposition kann Anfragen stellen, die die Partei betreffen, aber man kann hier im Parlament nicht die Regierenden fragen, was die Parteien tun. Die Regierenden sind hier, um Auskunft zum Vollzug zu geben. Das wissen alle Beteiligten hier auch. Dringliche Anfragen, Dringliche Anträge (Zwischenruf der Abg. Yılmaz) sind auch ein Stück weit natürlich Teil der dynamischen Debatte und Show im Parlament – auch das gehört alles dazu. (Abg. Belakowitsch: Ich glaube, die Einzige, die Show macht, sind Sie! – Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Sind Sie wirklich ..., dass Sie glauben, ...?! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen
Das Gesetz, das wir beschließen werden (anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ), das Parteiengesetz, damit der Rechnungshof besser kontrollieren kann (Abg. Belakowitsch: Sind Sie wirklich ..., dass Sie glauben, ...?! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen), dient auch dazu, die Freiheitliche Partei besser durchleuchten zu können, denn wir wissen aus der Geschichte und dieser - - (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ja, ich verstehe schon, dass Sie das jetzt ein bisschen aufregt, weil es nämlich die Wahrheit und sehr unangenehm ist. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Deimek.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Douglas Hoyos-Trauttmansdorff (NEOS): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Innenminister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuschauer auf der Galerie und auch zu Hause! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir hätten alle gerne den Herrn Bundeskanzler hier gehabt, der ja auch für vieles Verantwortung trägt, was aktuell in den Medien ist. Es ist sehr traurig, denn angeblich ist er bei Puls 4 und präsentiert dort das, was uns die Staatssekretärin jetzt hier präsentiert hat, nämlich das sogenannte größte Entlastungspaket aller Zeiten. Ich hoffe, Frau Staatssekretärin, der Herr Bundeskanzler hat jetzt nicht Ihre Zettel und Sie die seinen, weil er dann bei Puls 4 ein bisschen aufgeschmissen ist. (Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Martin Graf.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Frau Maurer ist leider nicht mehr im Saal, sie hat davon erzählt, wie großartig stabil die Regierung ist (Zwischenrufe bei der FPÖ): eine stabile Regierung mit 14 Ministerwechseln (Abg. Hafenecker: Die Frau Maurer entschuldigt sich gerade beim Anstand!), zwei davon jetzt hier auf der Regierungsbank. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ist das die stabile Regierung, die den Österreicherinnen und Österreichern nutzt? Das ist die Frage, die man sich stellen muss. Wem nutzt das? – Ich glaube auch nicht, dass es der ÖVP nutzt, by the way, bei den Umfragen (Abg. Ottenschläger: Der Inhalt zählt!), aber sicher nicht den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern, und denen seid ihr verpflichtet. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Abschaffung der kalten Progression! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Ja, aber das ist auch Steuergeld!
und 2019 die Wahlkampfkostenobergrenze überschritten hat – von der ÖVP. Die Frage, die ich mir da wieder stelle, ist: Wem nutzt das? In dem Fall muss man sagen, ein bisschen nutzt es dem Steuerzahler – leider zu wenig –, weil ihr immerhin Strafe dafür habt zahlen müssen. (Abg. Belakowitsch: Ja, aber das ist auch Steuergeld!)
Zwischenruf des Abg. Martin Graf. – Abg. Belakowitsch: Er hat Sie drücken lassen!
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Herr Abgeordneter Schnedlitz! Sie haben gerade gesagt, dass Herr Vizekanzler Kogler „Millionen Euro an Steuergeld [...] der ÖVP und den Vorfeldorganisationen überwiesen“ beziehungsweise „den Überweisungsknopf gedrückt hat.“ – Das ist falsch. (Zwischenruf des Abg. Martin Graf. – Abg. Belakowitsch: Er hat Sie drücken lassen!) – Bitte hören Sie mir zu! Bitte nicht aufgeregt dreinschreien! Einfach zuhören, Herr Kollege Graf!
Abg. Belakowitsch: Es gibt noch Fernsehgeräte! Die haben Sie vergessen!
Abgeordneter Mag. (FH) Kurt Egger (ÖVP): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuseherinnen und Zuseher auf der Galerie und via Livestream! (Abg. Belakowitsch: Es gibt noch Fernsehgeräte! Die haben Sie vergessen!) Herr Klubobmann Leichtfried hat vorhin von einer Farce gesprochen. So ist es, aber wissen Sie, was wirklich eine Farce ist? – Wie man mit einer jungen Staatssekretärin umgeht, mit welcher Respektlosigkeit dieses Hohe Haus ihr gegenübertritt! (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Zu Recht! – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen. – Abg. Matznetter: Das ist unerträglich, ...!)
Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Zu Recht! – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen. – Abg. Matznetter: Das ist unerträglich, ...!
Abgeordneter Mag. (FH) Kurt Egger (ÖVP): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuseherinnen und Zuseher auf der Galerie und via Livestream! (Abg. Belakowitsch: Es gibt noch Fernsehgeräte! Die haben Sie vergessen!) Herr Klubobmann Leichtfried hat vorhin von einer Farce gesprochen. So ist es, aber wissen Sie, was wirklich eine Farce ist? – Wie man mit einer jungen Staatssekretärin umgeht, mit welcher Respektlosigkeit dieses Hohe Haus ihr gegenübertritt! (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Zu Recht! – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen. – Abg. Matznetter: Das ist unerträglich, ...!)
Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das überfordert sie jetzt!
Was ist das Problem? (Abg. Hoyos-Trauttmansdorff: Die ÖVP ist das Problem!) Jung? Frau? Junge Frau? Wir haben eine großartige Staatssekretärin, die das ausgezeichnet macht, und daher kann man ihr den notwendigen Respekt entgegenbringen. Ganz einfach, unemotional, ganz einfach. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das überfordert sie jetzt!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hoyos-Trauttmansdorff.
Zum Antragsteller Hafenecker: Er hat gestern schon geübt, heute hat er noch einmal das Gleiche gebracht, und ich bin überzeugt davon, dass er nächste Woche im U-Ausschuss noch einmal das Gleiche sagen wird. Das ist ziemlich einfach, da braucht man die Redeunterlage nicht zu wechseln, aber wenn man es wiederholt – und ich habe es gestern schon gesagt –, wird es nicht besser. Es wird nicht besser. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hoyos-Trauttmansdorff.)
Abg. Hoyos-Trauttmansdorff: Das ist der Unterschied! Das ist gesetzlich gedeckt! – Abg. Belakowitsch: Ist alles transparent!
Was passiert, nachdem man die Spenden für die Parteien verboten hat? – Man spendet an die NEOS-Parteiakademie, 100 000 Euro. Das ist kein Problem. (Abg. Hoyos-Trauttmansdorff: Das ist der Unterschied! Das ist gesetzlich gedeckt! – Abg. Belakowitsch: Ist alles transparent!) – Nein, ist eh okay. Die Menschen sollen das ja auch wissen. Es ist ja gut so, passt eh alles. (Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und NEOS. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) – Alles okay, Sie brauchen sich nicht so aufzuregen. (Abg. Hoyos-Trauttmansdorff: Ich rege mich nicht auf!) – Anscheinend doch.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Hoyos-Trauttmansdorff: Wenn ich nicht mehr weiterweiß, dann schick ich den Egger!
In diesem Sinne: Eigene Haustür! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Hoyos-Trauttmansdorff: Wenn ich nicht mehr weiterweiß, dann schick ich den Egger!)
Abg. Belakowitsch: Das habt ihr auch gehabt!
Was auch schon erwähnt wurde: Es gibt eine Reihe von Verurteilungen vor dem Unabhängigen Parteien-Transparenz-Senat gegen Ihre Partei, gegen die FPÖ. Ich möchte sie nur kurz skizzieren, zum Beispiel: Nichtausweisung von Spenden im Rechenschaftsbericht, Strafe 15 000 Euro; unzulässige Spende Innenministerium an die Partei; Facebook-Posting Kickl, Strafe 500 Euro (Abg. Kickl: Wahnsinn! – Oh-Rufe bei der FPÖ); unzulässige Spenden vom Parlamentsklub an die Partei (Abg. Belakowitsch: Das habt ihr auch gehabt!), Strafe 185 000 Euro; unzulässige Spende von der Parteiakademie an die Partei, Strafe 103 000 Euro; fehlende Ausweisung von Inserateneinnahmen (Zwischenruf des Abg. Deimek); Überschreitung der Wahlkampfkostenobergrenze
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich sage Ihnen noch etwas: Die Personen, die Sie da vor den Vorhang bitten, und die Personen, die Sie öffentlich an den Pranger stellen (Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen), haben durch Ihr Verhalten finanzielle Nachteile, wirtschaftliche Nachteile, berufliche, auch politische, das kann bis zum Ruin gehen. Ich halte das für rechtsstaatlich unmöglich. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei den NEOS sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Fürst.
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Herr Präsident! Sehr geehrte Regierungsmitglieder! Frau Staatssekretärin! Als man Ihnen diese Antwort in die Hand gedrückt hat, hätten Sie natürlich als erwachsene Frau sagen können: Bitte, seid ihr deppert? Mit dem könnt ihr mich nicht ins Parlament schicken! (Beifall bei den NEOS sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Fürst.)
Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Scherak.
Der Seniorenbundobmann von Vorarlberg, Werner Huber, stellt sich ins Fernsehen und sagt: Ich weiß gar nicht, was Sie haben, wir machen das seit 1976 so. (Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Scherak.) – Ja, 50 Jahre in diesem System: Sie kennen es nur korrumpiert, Sie kennen es nicht anders! (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.)
Beifall bei Grünen und NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich sage das deshalb, weil die Menschen da draußen das nicht mehr wollen, die möchten wissen, wie sich Ihre Politik finanziert, wer sie finanziert und wieso. So ein Selbstreinigungsprozess ist schmerzhaft, vor allem für jene integren Personen in der ÖVP, die nie mit von der Partie waren – die gibt es auch, das wissen wir! Noch einmal: Der Selbstreinigungsprozess ist notwendig. In aller Klarheit: Ein Weiter-wie-bisher kann es und wird es nicht geben! (Beifall bei Grünen und NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Kollege Saxinger oder die ÖVP als Verantwortliche – immer die Grünen im Beiboot oder vorneweg –, ich sage Ihnen etwas zum Thema Hausverstand: Sie haben die Kinderspielplätze zugesperrt! – Hausverstand, okay, so verstehen die ÖVP und die Grünen Hausverstand! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Sitzung Nr. 167
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Schauen Sie nicht so böse, Frau Kollegin, das kommt nicht gut!
Ich nehme da Bezug auf den Antrag des Kollegen Loacker. Kollege Loacker stellt immer wieder das Kammernsystem in Frage. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wir seitens der ÖVP stehen ganz klar zu unserem Kammernsystem mit der Selbstverwaltung. Das heißt in der Praxis, dass die Pflichtmitglieder in einer demokratischen Wahl ihre Interessenvertretung wählen. Diese Interessenvertretung kommt in der Wirtschaftskammer aus der Wirtschaft, in der Landwirtschaftskammer aus der Landwirtschaft, in der Arbeiterkammer aus der Arbeitnehmerschaft, somit aus den eigenen Reihen, und somit sind das Experten in ihren Bereichen. Sie sind im politischen Diskurs dann auch unsere Sozialpartner, und wir stehen auch ganz klar zur Sozialpartnerschaft. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Schauen Sie nicht so böse, Frau Kollegin, das kommt nicht gut!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Belakowitsch.
Abgeordnete Ing. Mag. (FH) Alexandra Tanda (fortsetzend): Ich möchte klar und deutlich festhalten (Beifall bei SPÖ und FPÖ): Ich verwehre mich. (Abg. Rauch: Ich glaube, Sie sind die letzte Türkise!) Ich verwehre mich gegen Verallgemeinerungen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Belakowitsch.) Ich bin ein Mensch und ich vertraue der Regierung (Zwischenrufe der Abg. Cornelia Ecker. – Abg. Leichtfried: Ja, wenn Sie auch nicht mehr vertrauen täten!), und ich kenne eine Vielzahl von Menschen persönlich, die der Regierung ebenso vertrauen. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Michael Hammer: Lösungen? – Abg. Belakowitsch: ... das war ja Aufgabe der ...!
Gleichzeitig könnte das Gas noch knapp werden. Das Gas könnte bald knapp werden, was zu gefährlichen Versorgungsproblemen führen kann. Genau diese Versorgungsprobleme und diese Knappheit führen in weiterer Folge zu einer weiteren Preisexplosion, spätestens im Herbst (Abg. Michael Hammer: Lösungen? – Abg. Belakowitsch: ... das war ja Aufgabe der ...!), aber auch da wurde beschwichtigt und wurde gesagt, das Gas in den Speichern reiche aus. Tatsächlich reicht es nicht aus, wie wir seit wenigen Tagen wissen. (Abg. Litschauer: Gasmarktliberalisierung!)
Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Also es ist unglaublich, welche Geschäftsordnungsdebatten wir in letzter Zeit hier führen. Ich bin 20 Jahre im Hohen Haus, so etwas hat man noch nicht erlebt: Der Bundeskanzler ist anwesend, hört der Rednerin zu, es sind weitere drei Regierungsmitglieder da – und die SPÖ hat nichts anderes zu tun, als zu diffamieren, als auf eine Person loszugehen, die Tag und Nacht für dieses Land arbeitet (Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch), nämlich auf unseren Bundeskanzler, nur aus ihrer Unverfrorenheit heraus nirgends mitzustimmen, alles besser zu wissen (Ruf: Zur Geschäftsordnung!) und auch die Geschäftsordnung überzustrapazieren. Lassen Sie das zu Hause, das braucht niemand, Herr Kollege Leichtfried! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Michael Hammer – in Richtung Abg. Leichtfried –: Das war eine schlechte Rede! Das ist halt so!)
Abg. Belakowitsch: Wo?
Wir müssen die Sorgen der Menschen ernst nehmen und wir müssen ihre Probleme lösen, und wir machen das mehrfach. (Abg. Belakowitsch: Wo?) Die große Steuerreform, die beschlossen worden ist, mit einem Volumen von 18 Milliarden Euro beginnt jetzt zu wirken. Wir senken die Tarifstufe. Das ist etwas, worüber man gar nicht mehr spricht, das aber für das Einkommen der Menschen wichtig ist. Wir haben mehrfach – und da zeigt sich die Realitätsverweigerung der SPÖ – Antiteuerungspakete beschlossen, schon zu Beginn des Jahres, als Sie noch gar nicht gewusst haben, dass die Teuerung tatsächlich ein großes innenpolitisches Thema wird (Ruf bei der SPÖ: Ha, ha!), das Sie dann für eine Neuwahlpolemik nützen wollen.
Abg. Michael Hammer: Die Dringliche habt ihr vergeigt, ja! – Abg. Belakowitsch: Aber er hat seine Rede auch vergeigt!
beziehen. (Abg. Michael Hammer: Die Dringliche habt ihr vergeigt, ja! – Abg. Belakowitsch: Aber er hat seine Rede auch vergeigt!)
Abg. Belakowitsch: Na, was passiert? Dann wird alles billiger!
Was passiert, wenn wir einen Preisdeckel einziehen? (Abg. Belakowitsch: Na, was passiert? Dann wird alles billiger!) – Der Bäcker bekommt einen fixierten Preis. Das Grundnahrungsmittel wird aber teurer. Das heißt, er kann das Brot um diesen Preis in Wahrheit gar nicht (Abg. Wöginger: Herstellen!) produzieren! (Abg. Belakowitsch: Geh bitte!) Das heißt, durch diese Preisdeckelidee helfen Sie den Menschen nicht, weil es zu einer Verknappung des Angebotes kommt, und Sie gefährden Arbeitsplätze. Das ist das, was der Spruch so treffend bezeichnet: komplexe Fragen, einfache Lösungen, die nicht funktionieren. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Geh bitte!
Was passiert, wenn wir einen Preisdeckel einziehen? (Abg. Belakowitsch: Na, was passiert? Dann wird alles billiger!) – Der Bäcker bekommt einen fixierten Preis. Das Grundnahrungsmittel wird aber teurer. Das heißt, er kann das Brot um diesen Preis in Wahrheit gar nicht (Abg. Wöginger: Herstellen!) produzieren! (Abg. Belakowitsch: Geh bitte!) Das heißt, durch diese Preisdeckelidee helfen Sie den Menschen nicht, weil es zu einer Verknappung des Angebotes kommt, und Sie gefährden Arbeitsplätze. Das ist das, was der Spruch so treffend bezeichnet: komplexe Fragen, einfache Lösungen, die nicht funktionieren. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Und dann gibt’s noch die Kanzlerwirklichkeit!
Es dürfte offensichtlich jeder in seiner Wirklichkeit leben – also es gibt die SPÖ-Wirklichkeit, und es gibt die reale Wirklichkeit. (Abg. Belakowitsch: Und dann gibt’s noch die Kanzlerwirklichkeit!)
Abg. Belakowitsch: Wer sind diese Aktionäre?
Dann ist es so, dass wir auch sehen müssen: Dort, wo der Staat tatsächlich Einfluss nimmt, ist auch dem Beispiel gefolgt worden. (Abg. Steinacker: Also Zuhören wäre angebracht!) Der Verbund steht im Mehrheitseigentum der Republik Österreich, und ich bin den Aktionärinnen und Aktionären und dem Vorstand dankbar für die Maßnahmen, die der Verbund getroffen hat. (Abg. Belakowitsch: Wer sind diese Aktionäre?)
Abg. Leichtfried: Es kommt keine zur Geschäftsordnung! – Abg. Belakowitsch: Wieso glauben Sie, dass es zur Geschäftsordnung ...? – Ruf: Woher wollen Sie denn das wissen?
Weil ich gerade den lachenden Steuerexperten Matznetter direkt beim Mikrofon sehe (Zwischenrufe bei der ÖVP): Sie müssen sich noch ein wenig mit der Wortmeldung zur Geschäftsordnung gedulden – ich bin neugierig, was dann tatsächlich folgt. (Abg. Leichtfried: Es kommt keine zur Geschäftsordnung! – Abg. Belakowitsch: Wieso glauben Sie, dass es zur Geschäftsordnung ...? – Ruf: Woher wollen Sie denn das wissen?)
Ruf bei der SPÖ: Ja, wegen der Regierung! – Abg. Belakowitsch: Er ist der nächste Redner! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Wir sind und leben in einer Zeit der totalen Verunsicherung. (Ruf bei der SPÖ: Ja, wegen der Regierung! – Abg. Belakowitsch: Er ist der nächste Redner! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) – Abgeordnete Belakowitsch – Sie können das nicht hören, wenn sie herausruft (Abg. Belakowitsch: Nein, ... der nächste Redner!) – hat mich darauf hingewiesen, dass ich nicht voraussehen kann, was der Wortmeldung des Kollegen Matznetter denn ist. (Abg. Leichtfried: Nein, ich melde mich nicht zur Geschäftsordnung! Ich melde mich wirklich nicht!)
Abg. Belakowitsch: Nein, ... der nächste Redner!
Wir sind und leben in einer Zeit der totalen Verunsicherung. (Ruf bei der SPÖ: Ja, wegen der Regierung! – Abg. Belakowitsch: Er ist der nächste Redner! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) – Abgeordnete Belakowitsch – Sie können das nicht hören, wenn sie herausruft (Abg. Belakowitsch: Nein, ... der nächste Redner!) – hat mich darauf hingewiesen, dass ich nicht voraussehen kann, was der Wortmeldung des Kollegen Matznetter denn ist. (Abg. Leichtfried: Nein, ich melde mich nicht zur Geschäftsordnung! Ich melde mich wirklich nicht!)
Abg. Belakowitsch: Na sicher!
Lassen Sie mich eines bezogen auf ein Narrativ der FPÖ sagen – eine Erzählung der FPÖ, die sie so gerne gemeinsam mit der SPÖ pflegt –: Der Finanzminister macht sich ein Körberlgeld (Abg. Belakowitsch: Na sicher!), der Finanzminister hat Mehreinnahmen durch die Steuern. (Abg. Belakowitsch: Mehreinnahmen von 25 Milliarden!) – Wissen Sie, was wir tun? (Rufe bei der SPÖ: Na?) – Wir geben exakt dieses Geld den Menschen auch wieder zurück. (Beifall bei ÖVP und Grünen.) Genau das ist der Punkt!
Abg. Belakowitsch: Mehreinnahmen von 25 Milliarden!
Lassen Sie mich eines bezogen auf ein Narrativ der FPÖ sagen – eine Erzählung der FPÖ, die sie so gerne gemeinsam mit der SPÖ pflegt –: Der Finanzminister macht sich ein Körberlgeld (Abg. Belakowitsch: Na sicher!), der Finanzminister hat Mehreinnahmen durch die Steuern. (Abg. Belakowitsch: Mehreinnahmen von 25 Milliarden!) – Wissen Sie, was wir tun? (Rufe bei der SPÖ: Na?) – Wir geben exakt dieses Geld den Menschen auch wieder zurück. (Beifall bei ÖVP und Grünen.) Genau das ist der Punkt!
Abg. Belakowitsch: Ja, bei der Regierung!
Auch da will ich aber nicht undifferenziert sein. Die Frau Klubobfrau hat gesagt: Wir brauchen Zuversicht. – Nun, wenn ich Ihnen zuhöre, dann geht diese leicht verloren. Auch da ist es, glaube ich, wichtig, entgegenzuhalten. Dieses Land und die Menschen, die in diesem Land leben, haben tatsächlich eine schwere Zeit hinter sich gebracht. (Abg. Belakowitsch: Ja, bei der Regierung!) Wir sind im dritten Jahr der Pandemie, wir haben den Krieg, wir haben die Inflation, wir haben die Teuerung. Das, was ich aber den Österreicherinnen und Österreichern und den Menschen, die in Österreich leben, von dieser Stelle aus mitgeben möchte, ist: Wir sind bisher aus diesen Krisen stärker hervorgegangen, als wir in sie hineingegangen sind. (Abg. Rendi-Wagner: Aber mit anderen Regierungen!)
Anhaltender Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: ... Debattenbeitrag, kein ... Geschäftsordnung!
Und ja, wenn es um Zuversicht geht, dann geht es ganz klar darum, Krisen zu benennen, sie nicht wegzureden, sie nicht kleinzureden, aber den Österreicherinnen und Österreichern und den Menschen, die in Österreich leben, auch klar zu sagen: Wir werden auch diese Krise meistern und wir werden stärker daraus herauskommen, als wir in sie hineingegangen sind. (Anhaltender Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: ... Debattenbeitrag, kein ... Geschäftsordnung!)
Abg. Belakowitsch: Aber der Nehammer auch nicht mehr!
Die Rede des Kollegen Matznetter ist mehr als entlarvend, sie ist nämlich von Hass angetrieben. Es geht nur noch um eines, meine sehr geehrten Damen und Herren: Es darf keinen ÖVP-Bundeskanzler in dieser Republik geben. Die SPÖ glaubt, es gibt eine Erbpacht darauf. Nur, meine Damen und Herren, wir werden uns anschauen, wer in zwei Jahren bei euch in der ersten Reihe sitzt. Ich könnte mir vorstellen, dass es nicht mehr Frau Rendi-Wagner ist. (Abg. Belakowitsch: Aber der Nehammer auch nicht mehr!) Wir werden jedenfalls bis zu diesem Tage mit dieser Bundesregierung für die Menschen in Österreich weiterarbeiten. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Da am Rednerpult!
Herr Kollege Matznetter, ich kenne dich schon einige Jahre. Man könnte die Protokolle all deiner Reden ausgraben, bei denen du dagestanden bist und gefragt hast, wo die kleinen Leute sind (Abg. Belakowitsch: Da am Rednerpult!), wo die Menschen mit niedrigem Einkommen sind. Wir haben sie berücksichtigt: Wir haben 50 Milliarden Euro vorgesehen, mit einem besonderen Schwerpunkt auf die sozial Schwächeren. Was macht ihr? – Ihr stimmt nicht mit. (Zwischenrufe der Abgeordneten Matznetter und Stöger.) Ihr stimmt bei zweimal 300 Euro Soforthilfe für sozial Schwächere, für Mindestpensionisten, für Mindestsicherungsbezieher nicht mit. Die SPÖ stimmt bei 600 Euro für die sozial Schwächsten in unserer Gesellschaft nicht mit (Ruf bei der ÖVP: Unglaublich!) – das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Sieber: Unglaublich! – Zwischenruf des Abg. Kollross.)
Abg. Belakowitsch: Bei uns gibt es auch keinen Diesel mehr!
Krainer hat gesagt: Die Steuerzahler zahlen sich das selbst! – Wir haben nur Steuergeld im Staat, das heißt, es ist alles Steuergeld. Das Geld, mit dem wir Steuerentlastungen finanzieren oder andere soziale Hilfen gewähren, ist Steuergeld. Auch der Deckel hin zum Marktpreis wird aus Steuergeldern finanziert. Wenn man nach Ungarn schaut: Was war der Erfolg? – Eine Verknappung von Diesel. Jetzt wird die Menge reduziert, die man täglich tanken darf, weil kein Diesel mehr da ist (Abg. Belakowitsch: Bei uns gibt es auch keinen Diesel mehr!), und es dürfen nur mehr Leute mit ungarischem Autotaferl tanken.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Na da gratuliere ich den Deutschen, den Belgiern und den Holländern, die zu uns ins Zillertal und ins Großarltal kommen: Die sind da, zahlen das Hotel (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), aber beim Tanken sagen wir: Nein, fahrt über die Grenze, bei uns kriegt ihr den Sprit nicht! – Das ist doch Irrsinn, meine Damen und Herren, das kann man doch so nicht umsetzen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Neuwahlen!
Das schlägt dem Fass dem Boden aus, und ich verstehe ehrlicherweise die Triebfeder der Sozialdemokratie nicht mehr. Es kann aber nur die sein, dass man schnell an die Macht will. (Abg. Lausch: ... ihr vertragt euch eh gut!) Nur das kann der einzige Antrieb sein, so auf die Tour: Alles, was im Weg steht, muss jetzt beiseite geräumt werden, damit es endlich zu Neuwahlen kommt! (Zwischenrufe der Abgeordneten Erasim und Matznetter.) Wissen Sie, was wir in Krisenzeiten brauchen? (Abg. Belakowitsch: Neuwahlen!) – Wir brauchen eine Einheit, wir brauchen den Zusammenhalt in der Gesellschaft (Ruf bei der SPÖ: Keine ÖVP!) und wir brauchen eine Bundesregierung wie diese, die den Menschen rasch und wirkungsvoll unter die Arme greift, nämlich mit Soforthilfen, mit Geld, das auf den Konten der Menschen auch wirklich ankommt, und zwar in einer Höhe, die es möglich macht, diese Teuerung abzufedern. Das brauchen wir in Österreich und nicht diese Zwistigkeiten und auch nicht diese Spekulationen in Richtung Neuwahlen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Kommt wieder ein neuer Kanzler? Es wäre wieder mal Zeit! – Zwischenruf des Abg. Lausch.
Wir werden diese zweite Halbzeit fertigspielen, meine Damen und Herren. (Abg. Belakowitsch: Kommt wieder ein neuer Kanzler? Es wäre wieder mal Zeit! – Zwischenruf des Abg. Lausch.) Wir haben uns in dieser Krisenzeit bewährt und auch gut behauptet. Es sind keine einfachen Zeiten. Es hat in den letzten Jahrzehnten keine Regierung gegeben, die eine derartige Situation bewältigen musste. Das muss man schon einmal sagen. Wir in dieser türkis-grünen Bundesregierung stehen dazu und arbeiten weiter für die Menschen, und wir werden das bis zum Ende der Legislaturperiode tun. (Abg. Stöger: Ja, das glauben wir! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Da können Sie machen, was Sie wollen, meine Damen von der SPÖ. Wir bleiben! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Sitzung Nr. 168
Abg. Belakowitsch: Wie in Schweden!
Es gibt den Begriff des Präventionsparadoxons, der Folgendes beschreibt: Durch die Maßnahmen wie Hygiene, Abstand, Impfen wurde noch Schlimmeres verhindert. Jetzt glauben aber manche, weil noch Schlimmeres nicht eingetreten ist, hätten wir diese Maßnahmen gar nicht gebraucht. (Abg. Belakowitsch: Wie in Schweden!) Das ist eben nicht so. Das ist ein Irrtum.
Abg. Belakowitsch: ... der erste Teil schon!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Das ist keine tatsächliche Berichtigung, Herr Abgeordneter! Das ist eine politische Wertung und keine tatsächliche Berichtigung. (Abg. Belakowitsch: ... der erste Teil schon!)
Abg. Belakowitsch – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Wöginger –: Aber kritisieren dürfen wir es schon! – Abg. Wöginger: Aber sicher! Das tust ja sowieso!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Klubobmann Wöginger. – Bitte. (Abg. Belakowitsch – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Wöginger –: Aber kritisieren dürfen wir es schon! – Abg. Wöginger: Aber sicher! Das tust ja sowieso!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Da ich mich seit längerer Zeit mit dem Thema Pflege intensiv auseinandersetze, kann ich jetzt sagen – und Kollege Kaniak hat meiner Meinung nach wenigstens einen guten Zugang, weil er sagt: okay, es sind einmal erste Schritte!; vieles habe ich mit Sozialministerin Hartinger-Klein auch in unserer gemeinsamen Regierungszeit niedergeschrieben und vereinbart –: Heute finden sich zum Beispiel die Pflegelehre, der Demenzzuschlag und die Kompetenzausweitungen für die Pflegeberufe darin. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie sind natürlich schon auch in unserem Papier gemeinsam verfasst gewesen (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), aber das geht weit darüber hinaus.
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Da ich mich seit längerer Zeit mit dem Thema Pflege intensiv auseinandersetze, kann ich jetzt sagen – und Kollege Kaniak hat meiner Meinung nach wenigstens einen guten Zugang, weil er sagt: okay, es sind einmal erste Schritte!; vieles habe ich mit Sozialministerin Hartinger-Klein auch in unserer gemeinsamen Regierungszeit niedergeschrieben und vereinbart –: Heute finden sich zum Beispiel die Pflegelehre, der Demenzzuschlag und die Kompetenzausweitungen für die Pflegeberufe darin. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie sind natürlich schon auch in unserem Papier gemeinsam verfasst gewesen (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), aber das geht weit darüber hinaus.
Abg. Belakowitsch: Ich stell’ einmal fest, das Sakko passt besser!
Abgeordneter Mag. Ernst Gödl (ÖVP): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen! Alle Zuseherinnen und Zuseher zu Hause seien auch herzlich begrüßt! (Abg. Belakowitsch: Ich stell’ einmal fest, das Sakko passt besser!) Es gibt Tage als Abgeordneter, an denen man sich fragt, ob es Sinn macht, in diesem Haus zu sein; dann gibt es viele Tage, an denen man prinzipiell gerne da ist; und dann gibt es Tage wie den heutigen, an denen man besonders stolz sein kann, dass man dabei ist (Zwischenruf der Abg. Erasim), bei einer derartig großen Reform, die wir heute beschließen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Michael Hammer.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Meine geschätzten Damen und Herren, tatsächlich beschließen wir heute die größte Pflegereform seit 1993. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.) Ja, 1993 erfolgte ein großer Schritt, als nämlich das Bundespflegegeld eingeführt wurde. Nun nimmt diese Bundesregierung gemeinsam mit dem Parlament mehr als 1 Milliarde Euro in die Hand, um die Rahmenbedingungen in der Pflege maßgeblich zu verbessern. Genau zu dieser Stunde, meine geschätzten Damen und Herren, wollte ich eigentlich zu Hause sein. In meiner Gemeinde wird genau in diesem Moment um 11 Uhr ein Pflegeheim mit 150 Pflegeplätzen eröffnet. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich wäre als Vizebürgermeister gerne dabei gewesen und ich wäre auch als Sozialhilfeverbandsobmann gerne dabei gewesen (Abg. Belakowitsch: Multifunktionär!) – alles ehrenamtlich, also der Sozialhilfeverband ist ehrenamtlich –, weil der Sozialhilfeverband die Aufgabe hat (Abg. Erasim: ... beliebt!), jene Kosten abzudecken, die der Einzelne bei den Pflegekosten nicht stemmen kann. (Abg. Rauch: Sozial ...! – Zwischenruf der Abg. Erasim.)
Abg. Belakowitsch: Multifunktionär!
Meine geschätzten Damen und Herren, tatsächlich beschließen wir heute die größte Pflegereform seit 1993. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.) Ja, 1993 erfolgte ein großer Schritt, als nämlich das Bundespflegegeld eingeführt wurde. Nun nimmt diese Bundesregierung gemeinsam mit dem Parlament mehr als 1 Milliarde Euro in die Hand, um die Rahmenbedingungen in der Pflege maßgeblich zu verbessern. Genau zu dieser Stunde, meine geschätzten Damen und Herren, wollte ich eigentlich zu Hause sein. In meiner Gemeinde wird genau in diesem Moment um 11 Uhr ein Pflegeheim mit 150 Pflegeplätzen eröffnet. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich wäre als Vizebürgermeister gerne dabei gewesen und ich wäre auch als Sozialhilfeverbandsobmann gerne dabei gewesen (Abg. Belakowitsch: Multifunktionär!) – alles ehrenamtlich, also der Sozialhilfeverband ist ehrenamtlich –, weil der Sozialhilfeverband die Aufgabe hat (Abg. Erasim: ... beliebt!), jene Kosten abzudecken, die der Einzelne bei den Pflegekosten nicht stemmen kann. (Abg. Rauch: Sozial ...! – Zwischenruf der Abg. Erasim.)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sind da Inserate drin?
Umso mehr richte ich auch das Ersuchen an beide Parteien, Klarheit zu verbreiten, statt mit irgendwelchen Wortspielereien den Menschen nicht reinen Wein einzuschenken. Heute in der Früh habe ich auf der Straße einen Folder mit türkisem Layout und dem Schriftzug „Kostenbremse“ bekommen. Darunter steht: „Die Volkspartei“ und „Geld zurück. Für Österreich.“ – Ich meine, ich habe das jetzt fünfmal durchgeschaut, aber alles, was da drinsteht, hat nichts mit einer Kostenbremse zu tun. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sind da Inserate drin?)
Abg. Belakowitsch: Ja, schon!
Kollege Muchitsch, wenn du sagst, dass alle diese Einmalzahlungen verpuffen (Abg. Belakowitsch: Ja, schon!), aber eine 6-prozentige Erhöhung im Monat von 60 Euro nicht verpuffen soll, dann weiß ich nicht, warum das so sein sollte. – Wir haben uns die Sachen durchgerechnet. Ich finde es ja total legitim und auch richtig und wichtig, dass man darüber diskutiert, ob vielleicht das Vorziehen einer prozentuellen Erhöhung sinnvoller ist als die Maßnahmen, die wir beschlossen haben – darüber kann man reden, darüber haben auch wir gesprochen.
Abg. Belakowitsch: Was ist „relativ hoch“? Was ist das?
(Abg. Belakowitsch: Was ist „relativ hoch“? Was ist das?), und eigentlich war unser Zugang, dass wir vor allem die unteren und die mittleren Pensionen stärken wollen.
Abg. Belakowitsch: Welche? Welche?
Abgeordneter Mag. Ernst Gödl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Alle Zuseherinnen und Zuseher zu Hause und hier auf der Galerie! Mit Verlaub, Frau Kollegin Belakowitsch, aber derart viele, ja, Falschmeldungen wie in Ihrer Rede vorhin, das kommt selten vor (Abg. Belakowitsch: Welche? Welche?), und ich möchte auch noch auf die vorhergegangene Debatte zur Pflege kurz replizieren.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Vielleicht ein Wort zum Pflegegeld: Es gibt ja verschiedene Systeme (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und es gibt auch verschiedene Höhen, man kann es europaweit vergleichen.
Abg. Belakowitsch: Sie reden über das Pflegegeld, es geht aber um die Pensionen!
Schauen Sie nach Deutschland! In Deutschland gibt es ein fünfstufiges Pflegegeld (Abg. Belakowitsch: Sie reden über das Pflegegeld, es geht aber um die Pensionen!), und die letzte, die höchste Stufe beträgt in Deutschland 951 Euro – in Österreich übrigens 1 770 Euro, die Pflegestufe 7.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Weil mein Kollege Koza vorhin einige Berechnungen mit verschiedenen Pensionshöhen angestellt hat und nachgewiesen hat, dass diese Zahlungen, die die Regierung auf den Weg gebracht hat, mehr ausmachen als eine zeitweilige prozentuelle Erhöhung der Pensionen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) – ich habe ein weiteres Beispiel, auch ganz in deinem Sinne, Frau Kollegin Belakowitsch –: Wenn jemand zum Beispiel 1 800 Euro brutto Pension bekommt – es gibt viele Pensionisten in diesem Segment –, so profitiert er heuer allein aufgrund der vielen Maßnahmen der Bundesregierung in Summe mit 1 611 Euro. Diese Pensionisten haben heuer 1 611 Euro mehr aufgrund der vielen Maßnahmen, die wir bereits beschlossen haben. Das ist mehr als die von euch, liebe SPÖ, geforderte Anpassung, Erhöhung der Pension im Sinne der Inflation.
Abg. Belakowitsch: ... Falschmeldung!
Es ist wirklich schade, liebe SPÖ, dass Sie sich gegen all diese Antiteuerungspakete verwahrt haben, dass Sie sich weggedreht haben, dass Sie weggeschaut haben, dass Sie nicht mitgestimmt haben (Abg. Belakowitsch: ... Falschmeldung!), dass Ihnen offensichtlich völlig egal ist, wie es den Menschen in den Gemeinden, in den Städten geht.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das ist schon eine Mischung aus ein bisschen Realitätsverdrängung und ein bisschen Marie-Antoinette gewesen, was wir da gehört haben. Die ÖVP stellt sich hin und sagt moralisierend: Die Lebensmittel sind in Österreich viel zu billig, die Menschen sollten viel, viel mehr für die Lebensmittel ausgeben! – Da könnte man natürlich als Politik auch einen Beitrag leisten. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wenn die Kollegen vom Bauernbund sich jetzt groß beschweren, dann könnten sie auch einmal einen intensiven Diskurs mit den Kollegen vom Wirtschaftsbund führen – Gabriel Obernosterer verkörpert ja beides – und durchaus auch schauen, dass man dafür sorgt, dass die Menschen auch ein bisschen Geld im Brieftaschl haben.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ähnlich ist es leider auch beim Themenbereich Impfen und Coronamanagement. Ich sage es euch ganz ehrlich: Ich habe gar keine Lust mehr, da hinüberzuschimpfen und zu diskutieren, was in Österreich im Bereich Krisenmanagement alles falsch läuft. (Zwischenruf des Abg. Wurm.) Ich möchte das gar nicht ansprechen. Ich glaube, dass die Menschen in Österreich doch andere Sorgen haben. Die Leute sind verzweifelt, sie wissen nicht mehr, wie sie die Gasrechnung bezahlen sollen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), sie wissen nicht, wie es wirtschaftlich weitergeht. Die Menschen haben andere Sorgen und würden sich erwarten, dass dieser Regierungspfusch irgendwann einmal ein Ende nimmt, dass das, was seit zwei Jahren dilettantisch abgearbeitet wird (Abg. Belakowitsch: Zweieinhalb sind es schon!), dass dieses Herumdilettieren und Herumpfuschen irgendwann einmal zu Ende geht (Zwischenruf des Abg. Wurm) und zumindest das Coronakrisenmanagement so läuft, dass man sagt, da ist eine Strategie erkennbar, nicht ein Zickzackkurs. (Abg. Belakowitsch: So wie in Wien!)
Abg. Belakowitsch: Zweieinhalb sind es schon!
Ähnlich ist es leider auch beim Themenbereich Impfen und Coronamanagement. Ich sage es euch ganz ehrlich: Ich habe gar keine Lust mehr, da hinüberzuschimpfen und zu diskutieren, was in Österreich im Bereich Krisenmanagement alles falsch läuft. (Zwischenruf des Abg. Wurm.) Ich möchte das gar nicht ansprechen. Ich glaube, dass die Menschen in Österreich doch andere Sorgen haben. Die Leute sind verzweifelt, sie wissen nicht mehr, wie sie die Gasrechnung bezahlen sollen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), sie wissen nicht, wie es wirtschaftlich weitergeht. Die Menschen haben andere Sorgen und würden sich erwarten, dass dieser Regierungspfusch irgendwann einmal ein Ende nimmt, dass das, was seit zwei Jahren dilettantisch abgearbeitet wird (Abg. Belakowitsch: Zweieinhalb sind es schon!), dass dieses Herumdilettieren und Herumpfuschen irgendwann einmal zu Ende geht (Zwischenruf des Abg. Wurm) und zumindest das Coronakrisenmanagement so läuft, dass man sagt, da ist eine Strategie erkennbar, nicht ein Zickzackkurs. (Abg. Belakowitsch: So wie in Wien!)
Abg. Belakowitsch: So wie in Wien!
Ähnlich ist es leider auch beim Themenbereich Impfen und Coronamanagement. Ich sage es euch ganz ehrlich: Ich habe gar keine Lust mehr, da hinüberzuschimpfen und zu diskutieren, was in Österreich im Bereich Krisenmanagement alles falsch läuft. (Zwischenruf des Abg. Wurm.) Ich möchte das gar nicht ansprechen. Ich glaube, dass die Menschen in Österreich doch andere Sorgen haben. Die Leute sind verzweifelt, sie wissen nicht mehr, wie sie die Gasrechnung bezahlen sollen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), sie wissen nicht, wie es wirtschaftlich weitergeht. Die Menschen haben andere Sorgen und würden sich erwarten, dass dieser Regierungspfusch irgendwann einmal ein Ende nimmt, dass das, was seit zwei Jahren dilettantisch abgearbeitet wird (Abg. Belakowitsch: Zweieinhalb sind es schon!), dass dieses Herumdilettieren und Herumpfuschen irgendwann einmal zu Ende geht (Zwischenruf des Abg. Wurm) und zumindest das Coronakrisenmanagement so läuft, dass man sagt, da ist eine Strategie erkennbar, nicht ein Zickzackkurs. (Abg. Belakowitsch: So wie in Wien!)
Abg. Belakowitsch: Ihr wart dabei!
In diesem Sinne ist es, glaube ich, wichtig, dass man diesen Regierungspfusch auch im Zusammenhang mit der Impfpflicht heute beendet. Das war sozusagen ein Meisterstück der türkis-grünen Regierungszusammenarbeit (Abg. Belakowitsch: Ihr wart dabei!), man hat es geschafft, ganz deutlich zu sagen: Österreich ist in einer Situation, in der nur noch das funktioniert! (Zwischenrufe der Abgeordneten Wurm und Hauser.)
Abg. Belakowitsch: Ja, ja! Machen wir es wie in Wien! Lassen wir ...! – neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wurm
Die Freiheitlichen waren ja in der Partnerschaft ganz vorne mit dabei, ihr seid ja neben Sebastian Kurz die Hauptschuldigen, dass wir in Österreich in diesem Bereich so schlecht unterwegs sind! (Abg. Wurm: Mea culpa! Mea culpa, Philip!) Das eine war die Bundesregierung, die wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Coronakrisenmanagement einen Weltrekord an Inkompetenz aufgestellt hat (Abg. Belakowitsch: Ja, ja! Machen wir es wie in Wien! Lassen wir ...! – neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wurm), aber da ist die Opposition in Form der Freiheitlichen partnerschaftlich ganz vorne mit dabei gewesen. (Zwischenruf des Abg. Hauser.) – Herr Ivermectin, Sie waren da in Tirol ganz vorne mit dabei! (Heiterkeit des Abg. Wurm.) Da brauchen wir nicht lange zu diskutieren, das weißt du ganz genau, denn diese Debatte hat uns nicht weitergebracht. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Fürst.)
Abg. Belakowitsch: SPÖ ...! Wenn man mitgestimmt hat ...!
Es ist wichtig, dass wir in der Politik jetzt diesen Schlussstrich ziehen, dass wir sagen, dieser Regierungspfusch muss jetzt enden. Jetzt wären wir so weit, dass wir fragen, wie es denn im Krisenmanagement weitergehen soll, damit wir über die Teuerung reden können. Praktischerweise ist der Bundesminister für beides zuständig, und von beiden Seiten kommt nicht viel (Abg. Belakowitsch: SPÖ ...! Wenn man mitgestimmt hat ...!); deswegen ist es wichtig, dass wir jetzt zumindest das Krisenmanagement im Bereich von Corona professionalisieren.
Abg. Belakowitsch: Also was jetzt? Impfpflicht abschaffen oder nicht abschaffen?
Wir werden einen Plan für den Herbst brauchen. Was nicht geht, möchte ich hier in dieser Runde sagen: Als Bundesminister für Gesundheit einen Plan vorzulegen und zu sagen, wir planen mehrere Varianten, entweder wird es schlimm oder es wird super oder irgendetwas dazwischen, das ist kein Plan, das ist bestenfalls würfeln und hoffen, dass irgendetwas rauskommt. Krisenmanagement und Maßnahmenplanung auf Basis unterschiedlicher Szenarien sehen natürlich anders aus. Wir erleben leider, dass es noch immer keinen Plan gibt. (Abg. Belakowitsch: Also was jetzt? Impfpflicht abschaffen oder nicht abschaffen?) – Frau Kollegin Belakowitsch, ich weiß gar nicht, warum Sie jetzt so aufgeregt sind, Sie können sich ja durchaus vielleicht irgendwann einmal sachlich einbringen. Es wäre doch schön gewesen, wenn die FPÖ außer Pferdewurmmitteln oder irgendeinem Plan B (Ruf bei der FPÖ: Geh hör doch auf mit dem Blödsinn!), der nicht funktioniert, auch irgendwann einmal aktiv mitgearbeitet hätte. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Falsches Thema! Mein Gott! Du warst dabei, dein Problem!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Falsches Thema! Mein Gott! Du warst dabei, dein Problem!
Wir werden einen Plan für den Herbst brauchen. Was nicht geht, möchte ich hier in dieser Runde sagen: Als Bundesminister für Gesundheit einen Plan vorzulegen und zu sagen, wir planen mehrere Varianten, entweder wird es schlimm oder es wird super oder irgendetwas dazwischen, das ist kein Plan, das ist bestenfalls würfeln und hoffen, dass irgendetwas rauskommt. Krisenmanagement und Maßnahmenplanung auf Basis unterschiedlicher Szenarien sehen natürlich anders aus. Wir erleben leider, dass es noch immer keinen Plan gibt. (Abg. Belakowitsch: Also was jetzt? Impfpflicht abschaffen oder nicht abschaffen?) – Frau Kollegin Belakowitsch, ich weiß gar nicht, warum Sie jetzt so aufgeregt sind, Sie können sich ja durchaus vielleicht irgendwann einmal sachlich einbringen. Es wäre doch schön gewesen, wenn die FPÖ außer Pferdewurmmitteln oder irgendeinem Plan B (Ruf bei der FPÖ: Geh hör doch auf mit dem Blödsinn!), der nicht funktioniert, auch irgendwann einmal aktiv mitgearbeitet hätte. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Falsches Thema! Mein Gott! Du warst dabei, dein Problem!)
Abg. Belakowitsch: Also war es jetzt ein Pfusch oder war es nicht falsch? War es ein Pfusch oder war es sinnvoll?
Als SPÖ haben wir das immer getan, wir haben gesagt: Wenn es sinnvolle Maßnahmen gibt, dann sind wir mit dabei (Zwischenruf des Abg. Schallmeiner), und wenn es einen Pfusch gibt, dann sind wir nicht mit dabei. Das ist der klare Weg. (Abg. Belakowitsch: Also war es jetzt ein Pfusch oder war es nicht falsch? War es ein Pfusch oder war es sinnvoll?) Die Freiheitlichen waren gleich im Zickzack unterwegs wie die ÖVP, da hat die ehemalige Koalition zwischen ÖVP und FPÖ schon Nachwirkungen hinterlassen – Hartinger-Klein lässt grüßen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das war jetzt schwach, Philip!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das war jetzt schwach, Philip!
Als SPÖ haben wir das immer getan, wir haben gesagt: Wenn es sinnvolle Maßnahmen gibt, dann sind wir mit dabei (Zwischenruf des Abg. Schallmeiner), und wenn es einen Pfusch gibt, dann sind wir nicht mit dabei. Das ist der klare Weg. (Abg. Belakowitsch: Also war es jetzt ein Pfusch oder war es nicht falsch? War es ein Pfusch oder war es sinnvoll?) Die Freiheitlichen waren gleich im Zickzack unterwegs wie die ÖVP, da hat die ehemalige Koalition zwischen ÖVP und FPÖ schon Nachwirkungen hinterlassen – Hartinger-Klein lässt grüßen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das war jetzt schwach, Philip!)
Abg. Belakowitsch: Können Sie es uns sagen? War es ein Pfusch oder war es sinnvoll? – Abg. Wurm: Philip, das war sehr ...! – Abg. Belakowitsch: Der Philip hat es nicht beantworten können! – Abg. Wöginger: Der Kakao war stark heute in der Früh! Starker Kakao!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt nun Ralph Schallmeiner. – Bitte schön. (Abg. Belakowitsch: Können Sie es uns sagen? War es ein Pfusch oder war es sinnvoll? – Abg. Wurm: Philip, das war sehr ...! – Abg. Belakowitsch: Der Philip hat es nicht beantworten können! – Abg. Wöginger: Der Kakao war stark heute in der Früh! Starker Kakao!)
Abg. Belakowitsch: Was ist mit ihm? Warum reden Sie im Imperfekt?
Abgeordneter Ralph Schallmeiner (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren zu Hause vor den Bildschirmen und hier im Haus auf der Galerie! Vizekanzler Kogler pflegte immer zu sagen, dass er all jene beglückwünscht, die es immer schon gewusst haben, insbesondere jene, die im Vorhinein schon so gescheit waren, dass sie alles ganz genau gewusst haben. (Abg. Belakowitsch: Was ist mit ihm? Warum reden Sie im Imperfekt?) So kommt mir das auch gerade ein bisschen vor.
Abg. Belakowitsch: Lasst die Leute einfach in Ruhe!
Aber niemand kann ja im Vorhinein zu 100 Prozent genau sagen, wie sich die Pandemie im Detail entwickeln wird. Die Expertinnen und Experten können uns immer nur Pfade aufzeigen, wohin sich etwas wahrscheinlich entwickeln wird. (Abg. Belakowitsch: Lasst die Leute einfach in Ruhe!) Entsprechend müssen wir auch mit Annahmen arbeiten, entsprechend braucht es Szenarien, die verschiedene Rahmenbedingungen durchdeklinieren. (Abg. Belakowitsch: Nehmt einfach an, es ist vorbei!)
Abg. Belakowitsch: Nehmt einfach an, es ist vorbei!
Aber niemand kann ja im Vorhinein zu 100 Prozent genau sagen, wie sich die Pandemie im Detail entwickeln wird. Die Expertinnen und Experten können uns immer nur Pfade aufzeigen, wohin sich etwas wahrscheinlich entwickeln wird. (Abg. Belakowitsch: Lasst die Leute einfach in Ruhe!) Entsprechend müssen wir auch mit Annahmen arbeiten, entsprechend braucht es Szenarien, die verschiedene Rahmenbedingungen durchdeklinieren. (Abg. Belakowitsch: Nehmt einfach an, es ist vorbei!)
Abg. Belakowitsch: War weniger als im Oktober 2020! Die Leute haben schon noch ein Hirn zum Nachdenken!
Das Ziel ist ein besserer gesamtgesellschaftlicher Umgang mit Covid und den Belastungen durch die Pandemie. Nie wieder darf unser Gesundheitswesen so derart hart an den Rand der Belastung und des Kippens kommen wie im Oktober und im November 2021. Ich glaube, darin sind wir uns auch alle miteinander einig. (Abg. Belakowitsch: War weniger als im Oktober 2020! Die Leute haben schon noch ein Hirn zum Nachdenken!)
Abg. Belakowitsch: Aber keine Gesunden!
haben wir ja beispielsweise auch vor Kurzem die Vorgangsweise der Verkehrsbeschränkungen für einen Teil der Betroffenen gefunden, anstatt weiterhin auf strikte Absonderungen zu setzen. Auch wenn die Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ das immer ein bisschen anders zu framen versuchen, ist das aber beispielsweise ein gelinderes Mittel in der Pandemiebekämpfung. (Abg. Belakowitsch: Aber keine Gesunden!)
Abg. Belakowitsch: Also keine!
Wenn Sie sich tatsächlich auf den Herbst vorbereiten wollen, dann sollten wir leichte Subtypen wie Omikron B1, B4, B5, wie sie momentan zirkulieren, gar nicht mehr vom Epidemiegesetz erfassen, sondern aufpassen und wachsam sein, ob vielleicht in Zukunft eine neue schwere Variante kommt, die vielleicht dann auch wieder Maßnahmen rechtfertigen würde – aber nur Maßnahmen, die sich wirklich als evidenzbasiert wirksam erwiesen haben. (Abg. Belakowitsch: Also keine!) Das ist momentan sehr schwierig zu sagen, da gebe ich Ihnen recht, ja. Und jene Dinge, die notwendig sind, um das Gesundheitssystem in Österreich auf eine neue schwere Erkrankungswelle vorzubereiten, gehören eben auch einmal umgesetzt: die Stärkung der Gesundheitsbehörden, die Stärkung des
Abg. Belakowitsch: Das war sie aber nicht!
Das hat sich jetzt massiv geändert, dies ist dargelegt worden, und wir haben uns entlang der Empfehlung der Impfpflichtkommission auch daran gehalten, was möglich ist – und ich sage es jetzt noch einmal: Eine Impfpflicht kann nicht einfach aus der hohlen Hand heraus umgesetzt werden. Sie muss verhältnismäßig sein (Abg. Belakowitsch: Das war sie aber nicht!) und sie muss durch die Verfassung abgedeckt sein. Das war sie nicht, zwei Mal nicht, und die Empfehlung der Impfpflichtkommission hat das dann auch so bestätigt und dargelegt. Alles andere wäre ein Verfassungsbruch gewesen und hätte zu Schwierigkeiten vor dem Verfassungsgerichtshof geführt.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Seien Sie vorsichtig, ich habe Ihre Rede vom 20. Jänner da liegen, Herr Kollege!
Wenn ich diesen Ausführungen zuhöre, bin ich eigentlich immer sprachlos, und dann denke ich mir immer: Eigentlich haben wir zwei Ohren und einen Mund, und man sollte mehr zuhören und weniger reden! (Abg. Michael Hammer: Da braucht man ein Hirn auch dazu! – Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.) Das wäre oft ganz gut angebracht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Seien Sie vorsichtig, ich habe Ihre Rede vom 20. Jänner da liegen, Herr Kollege!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Ich glaube, Sie sind froh, dass Sie haben lesen dürfen!
So, jetzt gehe ich wieder in den normalen Modus. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Ich glaube, Sie sind froh, dass Sie haben lesen dürfen!)
Abg. Belakowitsch: Falsch, leider falsch! Sie haben etwas anderes gesagt, da drinnen! Da reden Sie von der derzeitigen ...! Das ist peinlich! – Zwischenruf des Abg. Bösch
Zurück zum Impfpflichtgesetz: Warum schaffen wir das ab? – Wie hat es Anfang 2022 ausgesehen, meine Damen und Herren, als wir die Impfpflicht eingeführt haben? Wir haben es heute schon oft gehört: Die Deltavariante war dominant (Abg. Belakowitsch: Falsch, leider falsch! Sie haben etwas anderes gesagt, da drinnen! Da reden Sie von der derzeitigen ...! Das ist peinlich! – Zwischenruf des Abg. Bösch) und die Spitäler waren am Rand der Überlastung. Was ist heute, lieber Kollege Wurm, liebe Kollegin Belakowitsch? – Wir haben die Omikronvarianten mit milderen Verläufen, und die Krankenhäuser und Intensivstationen sind trotz hoher Infektionszahlen weniger belastet. (Abg. Wurm: Werner, sag, du hast dich geirrt!) Wir haben also insgesamt eine etwas entspanntere Situation.
Abg. Belakowitsch: Glauben Sie, werden Sie auch noch gescheiter?
Sehr geehrte Damen und Herren! Die Impfpflicht wird abgeschafft. Was wir aber auch nicht vergessen sollten, was ganz wichtig ist, ist die sogenannte Eigenverantwortung. Die kann man lernen, dafür ist es nie zu spät. Händewaschen, in Innenräumen mit vielen Personen Masken tragen und die Impfung: Das wäre ganz, ganz wichtig. (Abg. Belakowitsch: Glauben Sie, werden Sie auch noch gescheiter?)
Abg. Belakowitsch: Der Erdoğan ist aber euer bester Freund! – Bundesminister Karner: Beim Innenminister war ich, nicht bei Erdoğan!
Ich verstehe nicht, warum Sie alle Maßnahmen, die vorgeschlagen werden, meistens diskussionslos vom Tisch wischen. Sie waren ja – zusammen mit dem Außenminister – vor Kurzem beim türkischen Präsidenten Erdoğan und haben Herrn Erdoğan und die Türkei als große Partner in der Asylfrage genannt. (Bundesminister Karner: Innenminister!) Na, das ist schon spannend, denn wir wissen ja, dass dieser EU-Türkei-Deal nicht funktioniert (Abg. Belakowitsch: Der Erdoğan ist aber euer bester Freund! – Bundesminister Karner: Beim Innenminister war ich, nicht bei Erdoğan!), dass er die EU Milliarden kostet, dass Erdoğan das als Drohkulisse und als Faustpfand nutzt (Abg. Belakowitsch: Der Präsident, der Kanzler, alle fahren zum Erdoğan! – Bundesminister Karner: ... Innenminister, Sie wissen das, Frau Abgeordnete!) und jederzeit die Grenze aufmachen kann, wie er das auch schon gemacht hat, meine Damen und Herren!
Abg. Belakowitsch: Der Präsident, der Kanzler, alle fahren zum Erdoğan! – Bundesminister Karner: ... Innenminister, Sie wissen das, Frau Abgeordnete!
Ich verstehe nicht, warum Sie alle Maßnahmen, die vorgeschlagen werden, meistens diskussionslos vom Tisch wischen. Sie waren ja – zusammen mit dem Außenminister – vor Kurzem beim türkischen Präsidenten Erdoğan und haben Herrn Erdoğan und die Türkei als große Partner in der Asylfrage genannt. (Bundesminister Karner: Innenminister!) Na, das ist schon spannend, denn wir wissen ja, dass dieser EU-Türkei-Deal nicht funktioniert (Abg. Belakowitsch: Der Erdoğan ist aber euer bester Freund! – Bundesminister Karner: Beim Innenminister war ich, nicht bei Erdoğan!), dass er die EU Milliarden kostet, dass Erdoğan das als Drohkulisse und als Faustpfand nutzt (Abg. Belakowitsch: Der Präsident, der Kanzler, alle fahren zum Erdoğan! – Bundesminister Karner: ... Innenminister, Sie wissen das, Frau Abgeordnete!) und jederzeit die Grenze aufmachen kann, wie er das auch schon gemacht hat, meine Damen und Herren!
Abg. Belakowitsch: ... nicht eindrucksvoll!
Vor knapp vier Wochen habe ich den Schlepperbericht präsentiert, und es waren leider – leider! – eindrucksvolle Zahlen (Abg. Belakowitsch: ... nicht eindrucksvoll!), die wir präsentieren mussten, nämlich dass die organisierte Schlepperkriminalität im Jahr 2021 dramatisch zugenommen hat: Die Zahl der aufgegriffenen Schlepper hat sich von 311 auf 441 erhöht, das ist eine Steigerung von 40 Prozent.
Abg. Belakowitsch: Ja, und wer hat davor gewarnt?
Faktum ist auch – auch darauf weise ich immer wieder hin –, dass der Angriffskrieg Putins auf die Ukraine letztendlich Auswirkungen auf das Schleppergeschäft hat. Ich muss das auch klar sagen und verdeutlichen. Warum? – Weil Schlepperbanden, weil Schlepperbosse mittlerweile damit Werbung machen, dass Europa und eben auch Österreich, wo die Richtlinie über den temporären Schutz für die ukrainischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger – überwiegend Staatsbürgerinnen – gilt, offen wären: Du kannst sofort arbeiten, du hast die Möglichkeit, ins Sozialsystem, ins Bildungssystem zu kommen. (Abg. Belakowitsch: Ja, und wer hat davor gewarnt?) Mit dieser Sache wird bewusst brutales Marketing gemacht.
Abg. Belakowitsch: Welche Logik Sie da haben!
Ja, auch das sei deutlich angesprochen: Es werden durch diese verstärkten Kontrollen mehr Schlepper aufgegriffen, aber mehr Kontrollen bedeuten auch einen Anstieg von Aufgriffen an illegalen Migranten, ein Mehr an Asylanträgen. Das heißt, je mehr Kontrollen, je mehr Aufgriffe es gibt, desto mehr Asylanträge gibt es letztendlich. Das ist akribische Kleinarbeit, ich habe es gesagt, aber es führt auch dazu (Abg. Belakowitsch: Welche Logik Sie da haben!), dass unser System entsprechend belastet wird.
Abg. Belakowitsch: Ende des Sommers haben wir 50 000!
Wir haben in den ersten fünf Monaten dieses Jahres fast 22 000 Asylanträge gehabt, und es sind mit Juni – geschätzt – fast 31 000 Asylanträge; das ist eine Steigerung von 185 Prozent gegenüber dem Vorjahr. (Abg. Belakowitsch: Ende des Sommers haben wir 50 000!)
Abg. Belakowitsch: Nein, da muss man gar nicht reden! Reden ist zu wenig!
Ja, das sind die Fakten, über die soll man reden, über die muss man reden (Abg. Belakowitsch: Nein, da muss man gar nicht reden! Reden ist zu wenig!), und da müssen wir auch konsequente Maßnahmen setzen – was wir auch tun! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravoruf des Abg. Amesbauer. – Abg. Belakowitsch: Ja, was tun Sie dafür? Nicht: Wir brauchen!
Ich kann auch einiges von dem unterstreichen – wie gesagt: nicht in der Polemik, aber durchaus im Inhalt –, was Kollege Amesbauer gesagt hat, nämlich zum europäischen Asylrecht: Da müssen wir auch einen Schritt weiter kommen. Es kann nicht sein, dass ein Binnenland der Europäischen Union wie Österreich die zweithöchste Anzahl an Asylanträgen pro Kopf hat (Abg. Amesbauer: Das kann es nicht sein!), daher brauchen wir neue Richtlinien auch auf europäischer Ebene. (Beifall und Bravoruf des Abg. Amesbauer. – Abg. Belakowitsch: Ja, was tun Sie dafür? Nicht: Wir brauchen!) Das ist richtig, daher wird es auch in diesem Bereich weitere Akzente geben müssen, und dafür werden wir auch kämpfen, weil es notwendig ist – weniger Polemik, mehr Inhalte, dann werden wir auch da etwas zusammenbringen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg.
Abg. Belakowitsch: Leider nein!
Wir haben seit Beginn 2020 eine türkis-grüne Bundesregierung. Es hat geheißen, das Versprechen hat gelautet: Ausländer-, Asyl-, Migrationspolitik bleibt in der Kompetenz der ÖVP. Das war die eine Welt. Da wird der restriktive Kurs der Vorgängerregierung mit der FPÖ fortgesetzt. (Abg. Belakowitsch: Leider nein!)
Abg. Belakowitsch: Das hat sie gesagt! Wörtlich!
Sie haben dann erst im Mai, zwei, drei Monate später, begonnen und haben in Interviews festgestellt: Ja, die Schlepper nutzen die Situation in der Ukraine aus, um ihr Geschäftsfeld neu zu definieren, die Zahl der Aufgriffe ist gestiegen! Es kommen jetzt auch viele Nichtukrainer, Menschen aus Tunesien, Marokko und Indien, die eigentlich keine Chance auf Asyl hätten! – Ja, richtig, das haben Sie jetzt auch bestätigt, aber Ihre Kollegin Edtstadler hat halt auch gesagt, dass nicht nur die Ukrainer mit ukrainischem Pass kommen dürfen, sondern auch Drittstaatler, die nur aus der Ukraine kommen. (Abg. Belakowitsch: Das hat sie gesagt! Wörtlich!) Wozu führt das? – In der Ukraine haben offensichtlich unzählige Menschen aus Nigeria, aus Afghanistan und Somalia studiert, und die kommen da jetzt aus der Ukraine herüber. Ich meine, das sind eben ganz, ganz fatale Signale.
Abg. Belakowitsch: Das ist Aufgabe des Außenministers!
Sie haben dann Anfang Juni noch gesagt, dass jetzt im Innenministerium schon laut darüber nachgedacht wird, Flüchtlinge in ihre Herkunftsländer zurückzuschicken, auch wenn das Asylverfahren hier noch läuft. Wir wissen natürlich alle, dass die viele Jahre laufen, und es wäre einmal höchst an der Zeit, dazu überzugehen. Sie haben aber auch gemeint, dass wir da ganz am Anfang stehen, es wäre einmal sinnvoll. – Ehrlich gesagt, da fragt man sich schon, was das soll. Ich weiß nicht, wie lange wir das schon im Parteiprogramm haben, auch im Regierungsprogramm von Türkis-Blau hatten wir das eigentlich schon festgeschrieben. Natürlich ist das schwierig, ja. Sie stellen auch fest, dass die Drittstaaten die Flüchtlinge nicht zurücknehmen. – Ja, aber wo stehen wir? Sie haben uns jetzt auch erklärt, Sie stehen in Verhandlungen über Rückübernahmeabkommen. – Ja, aber das muss doch alles schon passiert sein! Und wo machen Sie Druck in der EU? (Abg. Belakowitsch: Das ist Aufgabe des Außenministers!) Das ist ja unglaublich, dass da nichts zustande kommt.
Abg. Belakowitsch – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Stocker –: Bitte keine Schönwetterrede!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Stocker. – Bitte. (Abg. Belakowitsch – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Stocker –: Bitte keine Schönwetterrede!)
Abg. Belakowitsch: Ach so! Weil es Ihnen wurscht ist! – Ruf bei der SPÖ: Das passt euch nicht, gell?
Abgeordneter Dr. Christian Stocker (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Meine geschätzten Damen und Herren, die Sie diese Sitzung vor den Bildschirmen beziehungsweise hier im Saal verfolgen! Was wir hier heute erleben, ist die Fortsetzung der Debatten des gestrigen Tages und dessen, was die Opposition offensichtlich für Politik hält. (Abg. Belakowitsch: Ach so! Weil es Ihnen wurscht ist! – Ruf bei der SPÖ: Das passt euch nicht, gell?)
Abg. Belakowitsch: Ach so!
Heute, meine geschätzten Damen und Herren, wird das Asylthema von der FPÖ dazu verwendet, um hier einmal mehr Lösungen anzubieten, die keine sind. (Abg. Belakowitsch: Ach so!) – Nein, die keine sind. (Abg. Belakowitsch: Glauben Sie das? – Abg. Amesbauer: Der Minister hat uns ja recht gegeben! – Abg. Belakowitsch: Haben Sie Ihrem Minister zugehört? Er hat gemeint, er stimmt uns zu!) Das, was Sie hier anbieten, und das, was Sie hier der Bevölkerung vortragen, das trägt zur Lösung der Probleme genau nichts bei. Sie lassen die Menschen auch bei diesem Thema im Stich, das sage ich Ihnen ganz offen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Ja, wie genau?)
Abg. Belakowitsch: Glauben Sie das? – Abg. Amesbauer: Der Minister hat uns ja recht gegeben! – Abg. Belakowitsch: Haben Sie Ihrem Minister zugehört? Er hat gemeint, er stimmt uns zu!
Heute, meine geschätzten Damen und Herren, wird das Asylthema von der FPÖ dazu verwendet, um hier einmal mehr Lösungen anzubieten, die keine sind. (Abg. Belakowitsch: Ach so!) – Nein, die keine sind. (Abg. Belakowitsch: Glauben Sie das? – Abg. Amesbauer: Der Minister hat uns ja recht gegeben! – Abg. Belakowitsch: Haben Sie Ihrem Minister zugehört? Er hat gemeint, er stimmt uns zu!) Das, was Sie hier anbieten, und das, was Sie hier der Bevölkerung vortragen, das trägt zur Lösung der Probleme genau nichts bei. Sie lassen die Menschen auch bei diesem Thema im Stich, das sage ich Ihnen ganz offen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Ja, wie genau?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Ja, wie genau?
Heute, meine geschätzten Damen und Herren, wird das Asylthema von der FPÖ dazu verwendet, um hier einmal mehr Lösungen anzubieten, die keine sind. (Abg. Belakowitsch: Ach so!) – Nein, die keine sind. (Abg. Belakowitsch: Glauben Sie das? – Abg. Amesbauer: Der Minister hat uns ja recht gegeben! – Abg. Belakowitsch: Haben Sie Ihrem Minister zugehört? Er hat gemeint, er stimmt uns zu!) Das, was Sie hier anbieten, und das, was Sie hier der Bevölkerung vortragen, das trägt zur Lösung der Probleme genau nichts bei. Sie lassen die Menschen auch bei diesem Thema im Stich, das sage ich Ihnen ganz offen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Ja, wie genau?)
Abg. Belakowitsch: Wir sind die FPÖ!
Vergegenwärtigen wir uns ein bisschen, was die SPÖ hier anzubieten hat. (Abg. Belakowitsch: Wir sind die FPÖ!) Kollege Amesbauer hat ja ein paar Dinge schamhaft verschwiegen, die in seiner Anfrage noch drinnen stehen. Da steht zum Beispiel zu diesem Thema drinnen: „Es braucht eine ‚Festung Europa‘“, und es braucht eine Festung Österreich. (Abg. Belakowitsch: Ja! Das hat er ohnehin gesagt!) – Die Zeit der Festungen, Herr Kollege, ist schon so lange vorbei (Abg. Belakowitsch: Die ÖVP will natürlich alle hereinholen!), dass auch Sie wissen sollten, dass sie in Wirklichkeit zur Lösung nichts beigetragen hat und auch nichts beitragen kann. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Amesbauer: Das haben Kollegen von der ÖVP auch schon gesagt!)
Abg. Belakowitsch: Ja! Das hat er ohnehin gesagt!
Vergegenwärtigen wir uns ein bisschen, was die SPÖ hier anzubieten hat. (Abg. Belakowitsch: Wir sind die FPÖ!) Kollege Amesbauer hat ja ein paar Dinge schamhaft verschwiegen, die in seiner Anfrage noch drinnen stehen. Da steht zum Beispiel zu diesem Thema drinnen: „Es braucht eine ‚Festung Europa‘“, und es braucht eine Festung Österreich. (Abg. Belakowitsch: Ja! Das hat er ohnehin gesagt!) – Die Zeit der Festungen, Herr Kollege, ist schon so lange vorbei (Abg. Belakowitsch: Die ÖVP will natürlich alle hereinholen!), dass auch Sie wissen sollten, dass sie in Wirklichkeit zur Lösung nichts beigetragen hat und auch nichts beitragen kann. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Amesbauer: Das haben Kollegen von der ÖVP auch schon gesagt!)
Abg. Belakowitsch: Die ÖVP will natürlich alle hereinholen!
Vergegenwärtigen wir uns ein bisschen, was die SPÖ hier anzubieten hat. (Abg. Belakowitsch: Wir sind die FPÖ!) Kollege Amesbauer hat ja ein paar Dinge schamhaft verschwiegen, die in seiner Anfrage noch drinnen stehen. Da steht zum Beispiel zu diesem Thema drinnen: „Es braucht eine ‚Festung Europa‘“, und es braucht eine Festung Österreich. (Abg. Belakowitsch: Ja! Das hat er ohnehin gesagt!) – Die Zeit der Festungen, Herr Kollege, ist schon so lange vorbei (Abg. Belakowitsch: Die ÖVP will natürlich alle hereinholen!), dass auch Sie wissen sollten, dass sie in Wirklichkeit zur Lösung nichts beigetragen hat und auch nichts beitragen kann. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Amesbauer: Das haben Kollegen von der ÖVP auch schon gesagt!)
Abg. Belakowitsch: Zu einer Gesetzesänderung haben wir ihn aufgefordert!
Ihr Klubobmann Kickl hat dazu gesagt: Eine Festung, das ist doch ein schöner Begriff, denn die schützt jene, die drinnen sind. – Ich sage Ihnen etwas: Sie haben den Bundesminister heute offen zum Rechtsbruch aufgefordert (Abg. Belakowitsch: Zu einer Gesetzesänderung haben wir ihn aufgefordert!), das ist Ihr Ansatz zur Lösung des Asylproblems. (Abg. Amesbauer: Und was ist Ihr Ansatz?) Wenn die Richtigen in der Festung drinnen sind, schützt das auch jene, die draußen sind (Abg. Amesbauer: Und was ist mit der Sonderbestimmung?), das sage ich Ihnen dazu auch.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Was ist Ihre Politik? Das haben die Bürger entschieden! – Abg. Amesbauer: Ja, was ist Ihre Lösung?
in Traiskirchen hinhängt und draufschreibt: Ausreisezentrum. – Ja, hängen Sie halt ein Taferl an die Grenze, auf dem draufsteht: geschlossen; vielleicht nutzt es auch etwas. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Was ist Ihre Politik? Das haben die Bürger entschieden! – Abg. Amesbauer: Ja, was ist Ihre Lösung?)
Abg. Amesbauer: Ja, hab’ ich auch gesagt! – Abg. Belakowitsch: Ja, ist ja klar, weil die EU macht ja nichts!
Dieses Thema ist viel zu ernst und die Herausforderung viel zu groß, als dass es auf diesem Niveau diskutiert werden sollte. Wir wissen, dass wir es nur international im Rahmen der EU werden lösen können. (Abg. Amesbauer: Ja, hab’ ich auch gesagt! – Abg. Belakowitsch: Ja, ist ja klar, weil die EU macht ja nichts!) Wir wissen, dass wir es bilateral lösen werden. Und das, was wir im Inland tun können, hat der Herr Bundesminister, dem ich dafür herzlich danke, ausführlich dargestellt, nämlich die Schlepperei zu bekämpfen, damit dieses Leid vermindert wird.
Abg. Belakowitsch: Nein!
Das, was Sie hier vorschlagen, sind Scheinlösungen (Abg. Belakowitsch: Nein!): ein Taferl aufhängen, einen Rechtsbruch begehen, Push-backs machen, die verboten sind. Sie verweigern sich ja den Bestimmungen der Rechtsordnung und den Entscheidungen der Gerichte. (Abg. Amesbauer: Nein! – Abg. Belakowitsch: Die sind aber nicht vorgegeben! Gesetze kann man ändern!)
Abg. Amesbauer: Nein! – Abg. Belakowitsch: Die sind aber nicht vorgegeben! Gesetze kann man ändern!
Das, was Sie hier vorschlagen, sind Scheinlösungen (Abg. Belakowitsch: Nein!): ein Taferl aufhängen, einen Rechtsbruch begehen, Push-backs machen, die verboten sind. Sie verweigern sich ja den Bestimmungen der Rechtsordnung und den Entscheidungen der Gerichte. (Abg. Amesbauer: Nein! – Abg. Belakowitsch: Die sind aber nicht vorgegeben! Gesetze kann man ändern!)
Abg. Belakowitsch: Lassen Sie das die Bevölkerung entscheiden!
Es hat ja noch so einen kuriosen Vorschlag des Herrn Kickl gegeben: Nachtruhe für Asylwerber. Das war auch so etwas. Zwischen 22 Uhr und 6 Uhr Nachtruhe für Asylwerber. (Zwischenruf der Abg. Fürst.) Auf diesem Qualitätsniveau bewegen sich Ihre Vorschläge. Aus meiner Sicht sind sie sinnbefreit (Abg. Belakowitsch: Lassen Sie das die Bevölkerung entscheiden!) und mittlerweile auch rechtsbefreit. (Abg. Amesbauer: Was ist mit der Sonderbestimmung?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Amesbauer: Der war echt gut! – Abg. Belakowitsch: Dabei sagt der Minister, was die eigenen Abgeordneten ...! – Abg. Amesbauer: Das war jetzt ein Schenkelklopfer! – Abg. Belakowitsch: Das zeigt, wie die ÖVP hier handeln will, nämlich gar nicht!
Ich schließe hier mit dem berühmten Schmetterlingsvergleich – Sie werden ihn ja vielleicht kennen (Abg. Martin Graf: Sie verhängen Chaos!) –: Wer glaubt, dass die FPÖ beim Asylthema zur Lösung beiträgt, der glaubt auch, dass der Zitronenfalter Zitronen faltet. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Amesbauer: Der war echt gut! – Abg. Belakowitsch: Dabei sagt der Minister, was die eigenen Abgeordneten ...! – Abg. Amesbauer: Das war jetzt ein Schenkelklopfer! – Abg. Belakowitsch: Das zeigt, wie die ÖVP hier handeln will, nämlich gar nicht!)
Abg. Belakowitsch: Dänemark macht es gut!
Ich sage eines: Der Glaube daran, dass wir diese Frage, die Frage des Asyls, national lösen können, ist ein Irrglaube. Wir brauchen europäische Lösungen, und ich glaube – ich nenne Ihnen ein Beispiel –, wir brauchen auch Verfahrenszentren mit UNHCR-Standards und ‑Qualität an den EU-Außengrenzen. Es ist daher wichtig, in der Europäischen Union um Partner zu werben; wir brauchen gemeinsame Partner auf europäischer Ebene. (Abg. Amesbauer: Zum Beispiel das rote Dänemark!) Wir brauchen eine Koalition auf europäischer Ebene mit den besonders betroffenen Staaten. (Abg. Belakowitsch: Dänemark macht es gut!) Das ist wichtig. Wenn man in der gleichen Lage ist und sich zusammenschließt, ist man stark und hat auch eine stärkere Stimme in Europa. (Rufe bei der FPÖ: Richtig! Ja!) Das brauchen wir in diesen Fragen und das müssen wir anstreben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Trotzdem haben wir die meisten ...!
Ja, es ist richtig, im Jahr 2022 hat Österreich deutlich mehr AsylwerberInnen aufgenommen als in den Jahren davor. – Na, Kunststück! In den Jahren 2019 und 2020 (Abg. Belakowitsch: Trotzdem haben wir die meisten ...!) sind diese Zahlen wegen Corona ja komplett eingebrochen. (Abg. Belakowitsch: Nein, „komplett eingebrochen“ nicht! 20 000 waren es!) Jetzt haben wir einen Nachholeffekt. Das war erwartbar und das ist europaweit so.
Abg. Belakowitsch: Nein, „komplett eingebrochen“ nicht! 20 000 waren es!
Ja, es ist richtig, im Jahr 2022 hat Österreich deutlich mehr AsylwerberInnen aufgenommen als in den Jahren davor. – Na, Kunststück! In den Jahren 2019 und 2020 (Abg. Belakowitsch: Trotzdem haben wir die meisten ...!) sind diese Zahlen wegen Corona ja komplett eingebrochen. (Abg. Belakowitsch: Nein, „komplett eingebrochen“ nicht! 20 000 waren es!) Jetzt haben wir einen Nachholeffekt. Das war erwartbar und das ist europaweit so.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Amesbauer: ... das sind keine Islamisten, das sind Europäer! – Abg. Belakowitsch: Das versteht er nicht, er verdient Geld damit!
Und ja, es ist richtig, es sind viele Asylwerberinnen und Asylwerber in Grundversorgung in Österreich, aber – und Sie haben das heute in der Anfragebeantwortung deutlich gehört – auf einen Asylwerber, auf eine Asylwerberin in Grundversorgung kommen zwei Geflüchtete aus der Ukraine. Das ist genau das Verhältnis. Wir haben über 60 000 Menschen aus der Ukraine aufgenommen. Und jetzt sage ich Ihnen einmal etwas: Sie und ich und wir alle in diesem Haus haben das noch nicht einmal gemerkt. Wissen Sie, warum? – Weil es in diesem Land eine Zivilgesellschaft gibt (Zwischenrufe bei der FPÖ), die das leistet! (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Krisper.) Natürlich sind das genauso Geflüchtete, natürlich sind das genauso Flüchtlinge (Zwischenruf des Abg. Amesbauer), ihnen fallen genau dieselben Bomben derselben Armee auf den Kopf wie den Flüchtlingen aus Syrien; die haben dieselbe Aufschrift, denselben Hersteller, denselben Absender, nämlich Russland. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Amesbauer: ... das sind keine Islamisten, das sind Europäer! – Abg. Belakowitsch: Das versteht er nicht, er verdient Geld damit!)
Abg. Belakowitsch: Billig ist das nicht! – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.
Zu Asyl: Seit vielen Jahren wird da von ÖVP und FPÖ, die sich als Heilsbringer inszenieren, Angst geschürt. Warum? – Weil das ein billiges Erfolgsrezept ist. (Abg. Belakowitsch: Billig ist das nicht! – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) Ich erinnere nur an den Wahlkampf und das vermeintliche Schließen der Westbalkanroute – vermeintlich, weil das ein unredliches, fiktives Versprechen war.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die Prozentzahl ist irreführend, Kollege Bürstmayr hat das schon ausgeführt. Warum? – Die Zahl für den Vergleich kommt natürlich aus dem Innenministerium, das diesen Vergleich auch angestellt hat, der unredlich ist, weil der Vergleich mit dem Vorjahr gezogen wird, als es strengste Restriktionen in der Reisebewegung und dadurch viel weniger Einreisen gab. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wenn man sich die Entwicklung redlich ansehen möchte, nimmt man das Quartal des letzten Jahres her, 2021, und dann sieht man, dass die Anzahl der Anträge sogar um 30 Prozent gesunken ist. (Abg. Amesbauer: Stimmt ja nicht!)
Abg. Belakowitsch: Alle, das ist ja das Problem!
Aber was belastet denn, was verursacht Kosten? – Doch nicht der Antrag, sondern die Versorgung bei uns in der Grundversorgung und durch andere Leistungen. Das heißt, Sie müssen sich redlich anschauen: Wer bleibt denn wirklich? (Abg. Belakowitsch: Alle, das ist ja das Problem!) – Wenn man sich das anschaut, so stellt man fest, es sind im Vergleich zum Vorjahr – ausgenommen die Vertriebenen aus der Ukraine – wiederum weniger Personen als jetzt. Es ist also alles Angstmacherei. (Beifall bei NEOS und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Haben Sie ihm nicht zugehört? – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Abgeordneter Mag. Ernst Gödl (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Geschätzter Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Geschätzte Damen und Herren hier im Haus und zu Hause vor den Bildschirmen! Wenn man die letzten beiden Rednerinnen jetzt nebeneinanderstellt und ihre Argumente betrachtet, kann man, glaube ich, sagen, dass unser Bundesminister mit seiner Art, Politik zu betreiben, und auch mit den Vorstößen, die er unternommen hat, genau richtig liegt, nämlich genau in der Mitte. Er liegt mit seiner Politik in der Mitte zwischen den Forderungen einerseits und den Forderungen andererseits, er liegt in der Mitte (Abg. Belakowitsch: Haben Sie ihm nicht zugehört? – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), wenn es einerseits um ein Handeln im Sinne von Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit geht, andererseits aber natürlich auch um ein wichtiges Handeln im Sinne des österreichischen Staates. (Beifall bei der ÖVP.) Das garantiert unser Innenminister und das hat er in seiner Antwort auch eindeutig gesagt.
Abg. Belakowitsch: Immer noch! Nicht „war“! Ist immer noch!
Ja, Österreich war in den letzten Jahren ein absolutes Zielland innerhalb der Europäischen Union in Fragen der Asylsuche. (Abg. Belakowitsch: Immer noch! Nicht „war“! Ist immer noch!) Wir haben seit 2015, wenn man nur diese Zahlen betrachtet, etwa 258 000 Asylanträge in Österreich verzeichnet, und etwa 153 000 von diesen erhielten Schutz in Österreich – Schutz aus gutem Grund, weil sie nachweisen konnten, dass sie zu Hause, dort, wo sie herkommen, tatsächlich auch persönlich verfolgt werden. Trotzdem gibt es in mancherlei Hinsicht eine gewisse Schieflage, die wir hier auch klar ansprechen müssen und die auch unser Bundesminister klar angesprochen hat.
Abg. Belakowitsch: Die lassen wir gar nicht rein! Das Beste ist, gar nicht reinzulassen!
Dazu braucht es natürlich ein besseres Außengrenzenmanagement (Abg. Angerer: Das erzählt ihr schon seit Jahren!) der Europäischen Union, dazu braucht es in Zukunft andere Verfahren innerhalb der Europäischen Union. Dazu braucht es Überlegungen, ob wir nicht die Asylprüfungen tatsächlich an den Außengrenzen machen, damit diese teuren Kosten für eine Schlepperei nach Mitteleuropa gar nicht erst in Kauf genommen werden müssen, und dann folgt möglicherweise in vielen Fällen ein negativer Asylbescheid; denn das ist die größte Frustration auch für diejenigen, die sich auf die Reise gemacht haben (Abg. Bösch: Wirkungslos! Wirkungslos!): viel Geld ausgegeben, die Schlepper haben profitiert, am Schluss haben sie einen negativen Asylbescheid, und wir haben alle Hände voll zu tun, sie in ihre Herkunftsländer zurückzuführen. Das heißt, ja, es gibt Handlungsbedarf. (Abg. Belakowitsch: Die lassen wir gar nicht rein! Das Beste ist, gar nicht reinzulassen!)
Abg. Belakowitsch: ... Asylthema ...!
Und dann frage ich parlamentarisch an (Abg. Belakowitsch: ... Asylthema ...!): Was wissen wir denn, was die tun? – Und: Das AMS weiß original gar nichts. Laut Anfragebeantwortung wissen wir es nicht. Dann frage ich mich: Warum schickt man die zum AMS? Warum müssen die Unternehmen noch eine Beschäftigungsbewilligung einholen, wenn wir mit der Information dann eh nichts machen? Man sollte lieber die bürokratische Hürde herunterschrauben.
Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch: Ja, aber das Problem ist, die sind dann in der Mindestsicherung!
Damit halten wir nicht nur Asylwerber draußen, sondern Menschen, die hier arbeiten wollen, und das ist ein Fehler. Wir werden sie nämlich brauchen. Wir haben jetzt schon einen Arbeitskräftemangel, und wenn man ein bisschen die Zahlen anschaut, wer denn da in nächster Zeit in Pension geht und wer neu auf den Arbeitsmarkt kommt, dann sieht man, dass geburtenstarke Jahrgänge in Pension gehen und geburtenschwache Jahrgänge, die auch ein ganz anderes Verhältnis zur Work-Life-Balance haben, nachkommen. Das heißt, da fehlen uns Zehntausende Arbeitskräfte allein aufgrund der Demografie. Wir werden, ob uns das schmeckt oder nicht, die Zuwanderung brauchen, damit unsere Wirtschaft weiter funktionieren kann, und dafür brauchen wir eine gezielte Zuwanderungspolitik, die dieses Land nicht hat. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch: Ja, aber das Problem ist, die sind dann in der Mindestsicherung!)
Abg. Belakowitsch: War ich aufgeregt?
Abgeordnete Mag. Johanna Jachs (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Sehr geehrte Damen und Herren! Für die Dringlichkeit des antragstellenden Kollegen von der FPÖ bin ich zwar nicht mehr zuständig, auch nicht für die Aufgeregtheit der Kollegin Belakowitsch (Abg. Belakowitsch: War ich aufgeregt?), aber ich versuche dennoch, ein bisserl zu beruhigen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Na da muss er erst einmal anfangen zu kämpfen!
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich habe bei der Begründung der Dringlichen Anfrage wirklich gut aufgepasst – und war ein bissel überrascht. Ich war nicht überrascht darüber, dass die FPÖ den Grund allen Übels immer darin sieht, dass es Zuwanderung gibt, aber ich war dann schon überrascht, dass die FPÖ auch dieses Mal den Grund für die Teuerung in der Zuwanderung sieht. Das ist einfach nicht logisch. Ich kann Sie aber auch da beruhigen, um wieder zum Anfang meiner Rede zurückzukommen: Die Bundesregierung macht nicht nur etwas gegen die Teuerung – wir stellen den Österreicherinnen und Österreichern in den nächsten Jahren 28 Milliarden Euro zur Verfügung und helfen ihnen –, unser Bundesminister kämpft auch weiterhin gegen illegale Migration. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Na da muss er erst einmal anfangen zu kämpfen!)
Abg. Belakowitsch: Auch die Frau Präsidentin Bures ist da!
Abgeordnete Nurten Yılmaz (SPÖ): Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! (Abg. Michael Hammer: Es sind gerade zwei Präsidenten oben!) – Was? (Abg. Belakowitsch: Auch die Frau Präsidentin Bures ist da!) – Ah, Frau Präsidentin – oh Gott! (Heiterkeit der Rednerin sowie bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grünen und NEOS.) Muss ich jetzt meine Rede umschreiben? (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Lausch: Wir wollen sie wieder wegschicken! Ist das jetzt besser? – Abg. Belakowitsch: Wir wollen sie gar nicht hereinlassen, Frau Kollegin!
Diese menschenverachtende Sprache hier herinnen, die wir heute wieder von Kolleginnen und Kollegen der FPÖ gehört haben, ist wirklich unglaublich und ist eines Wirtschaftsstandorts Österreich, der auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen ist, auch nicht würdig. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Lausch: Wir wollen sie wieder wegschicken! Ist das jetzt besser? – Abg. Belakowitsch: Wir wollen sie gar nicht hereinlassen, Frau Kollegin!)
Abg. Belakowitsch: Das mach ich selber! Das mache ich alles selber!
Wenn Sie sich einmal überlegen, wer Ihr Schnitzel, von dem Sie wollen, dass es jeder Österreicher jede Woche am Tisch hat, zubereitet, wer das Mise en Place gemacht hat (Abg. Belakowitsch: Das mach ich selber! Das mache ich alles selber!), wer den Teller abwäscht, wer die Schwarzwäsche wäscht, dann möchte ich wissen, wie das im Tourismus in Zukunft funktionieren soll. Wenn Sie sagen, dass wir niemanden aus dem Ausland brauchen, der in Österreich arbeitet, dann verkennen Sie die Wirklichkeit. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Amesbauer: Wer sagt denn das? Wer sagt das?)
Abg. Belakowitsch: Jetzt geht es um Asyl!
Abschließend, weil mich das wirklich ärgert (Abg. Belakowitsch: Jetzt geht es um Asyl!) – ich sage es noch einmal –: 29 000 ehemalige Asylwerber arbeiten mittlerweile in Österreich, 29 000 Syrer und Afghanen. (Abg. Lausch: Aber nicht die Illegalen!) Wissen Sie, wie viel das ist? (Abg. Belakowitsch: Jössas na, die ...!) Ich möchte wissen, wie viele FPÖler statt ihnen den Job im Tourismus machen würden – nämlich genau niemand. Genau niemand! (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Lausch: Aber nicht die Illegalen!)
Abg. Belakowitsch: Jössas na, die ...!
Abschließend, weil mich das wirklich ärgert (Abg. Belakowitsch: Jetzt geht es um Asyl!) – ich sage es noch einmal –: 29 000 ehemalige Asylwerber arbeiten mittlerweile in Österreich, 29 000 Syrer und Afghanen. (Abg. Lausch: Aber nicht die Illegalen!) Wissen Sie, wie viel das ist? (Abg. Belakowitsch: Jössas na, die ...!) Ich möchte wissen, wie viele FPÖler statt ihnen den Job im Tourismus machen würden – nämlich genau niemand. Genau niemand! (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Lausch: Aber nicht die Illegalen!)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Lausch: Ein Illegaler kann ja nicht arbeiten, weil er ist ja illegal! – Abg. Belakowitsch: Das ist ja unser Ziel, dass weniger kommen, Illegale!
Ich möchte Sie wirklich im Sinne der österreichischen Wirtschaft und im Sinne des österreichischen Tourismus bitten, aufzuhören, über die ausländischen Arbeitskräfte derart zu sprechen, sodass wir in Zukunft noch größere Schwierigkeiten haben werden, sie nach Österreich zu bringen. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Lausch: Ein Illegaler kann ja nicht arbeiten, weil er ist ja illegal! – Abg. Belakowitsch: Das ist ja unser Ziel, dass weniger kommen, Illegale!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Na, gratuliere! Kann man unterschreiben! Bitte mit dem Kollegen Stocker reden!
alle unsere Hausaufgaben machen, dann wird in der Integrationspolitik auch endlich etwas besser. Sich aber immer nur auf irgendjemanden auszureden und die eigenen Aufgaben, die so fundamental sind, nicht zu erfüllen, ist wirklich ein Teil dieses Problems. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Na, gratuliere! Kann man unterschreiben! Bitte mit dem Kollegen Stocker reden!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das ist mein Vorwurf an die FPÖ (Zwischenruf des Abg. Lausch), dass halt immer wieder Migration, Zuwanderung, Asyl, Arbeitsmigration, aber auch die Frage der Arbeitskräfte, die Österreich braucht, in einen Topf geworfen und populistisch verwendet werden. (Beifall bei der SPÖ.) Für diesen Populismus der FPÖ sind die Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen nicht zu haben. (Abg. Lausch: Bis jetzt war die Rede gut! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wir brauchen schließlich Arbeitskräfte, die unsere älteren Menschen und kranke Menschen pflegen und heilen – medizinisches Personal. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ja, die dürfen alle gratis parken!
Abschließend: Was ich auch nicht mag und wovor ich warne, ist ein Zweiklassensystem bei Flüchtlingen: jene, bei denen man ganz streng auf die Bestimmungen schaut, sie sogar behindert und sie nicht will; und jene Flüchtlinge, die kommen, und es gibt sofort alles. Ich sage auch zum Thema Ukraine (Abg. Belakowitsch: Ja, die dürfen alle gratis parken!): Es kann nur eine Kategorie von Flüchtlingen geben. (Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Jeder Flüchtling, der zu Recht hierherkommt, der verfolgt wird, der durch den Krieg verfolgt wurde, ist gleich zu behandeln.
Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abschließend: Was ich auch nicht mag und wovor ich warne, ist ein Zweiklassensystem bei Flüchtlingen: jene, bei denen man ganz streng auf die Bestimmungen schaut, sie sogar behindert und sie nicht will; und jene Flüchtlinge, die kommen, und es gibt sofort alles. Ich sage auch zum Thema Ukraine (Abg. Belakowitsch: Ja, die dürfen alle gratis parken!): Es kann nur eine Kategorie von Flüchtlingen geben. (Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Jeder Flüchtling, der zu Recht hierherkommt, der verfolgt wird, der durch den Krieg verfolgt wurde, ist gleich zu behandeln.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Dieses Zweiklassensystem wird nun offensichtlich auch ein bisschen auf den EU-Beitritt und den Westbalkan angewendet. Es kann nicht sein, dass Menschen aus dem Westbalkan, woher viele Kräfte nach Wien gekommen sind, um da zu arbeiten, und enorm gute Arbeit leisten – egal ob Kroaten, Serben, Bosnier, Mazedonier oder Albaner –, als Menschen zweiter Klasse behandelt werden. Auch die Länder, aus denen sie kommen und die diese Arbeitskräfte mitunter selbst für ihre Weiterentwicklung brauchen würden, dürfen nicht als Länder zweiter Klasse behandelt werden. Das betrifft nicht im Speziellen Sie als Innenminister, ich darf es aber in die politische Debatte einbringen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es kann nur eine Kategorie von Flüchtlingen geben und es gibt nur eine Bestimmung für die Aufnahme von Ländern in die EU – und die muss für alle gelten, egal ob Ukraine, Nordmazedonien, Albanien, Serbien oder Montenegro. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Abgeordneter Mag. Yannick Shetty (NEOS): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ, man muss sich eigentlich wirklich fragen, was mit Ihnen los ist! (Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) Die Menschen in Österreich haben gerade wirklich eine harte Zeit. (Abg. Lausch: Kollege Shetty, besuch mal das Burgenland!) Die Preise steigen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), die Menschen haben Angst, dass das Versprechen von Frieden in Europa nicht mehr gehalten werden kann. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Viele Menschen spüren das erste Mal wirklich die realen Auswirkungen des Klimawandels.
Abg. Belakowitsch: Die haben wir schon gehabt!
30 000 Asylberechtigten! – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) Sie machen das nicht, Sie machen keine Dringliche Anfrage zur Rekordinflation (Abg. Belakowitsch: Die haben wir schon gehabt!), Sie machen keine Dringliche Anfrage zur Gemeinsamen Europäischen Verteidigungs- und Sicherheitspolitik. Sie machen auch keine zur Pandemie. (Abg. Belakowitsch: Weil wir im Gegensatz zu euch ...! – Abg. Lausch: Das nächste Mal fragen wir die NEOS!) Nein, Sie machen hier eine Dringliche Anfrage mit dem Titel Maßnahmen gegen Zuwanderungswahnsinn und Migrationskostenexplosion. Was ist denn das überhaupt für ein Wort – „Migrationskostenexplosion“? Sie reden ja immer über Deutschkenntnisse, vielleicht sollten Sie da einmal bei sich anfangen. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Belakowitsch: Weil wir im Gegensatz zu euch ...! – Abg. Lausch: Das nächste Mal fragen wir die NEOS!
30 000 Asylberechtigten! – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) Sie machen das nicht, Sie machen keine Dringliche Anfrage zur Rekordinflation (Abg. Belakowitsch: Die haben wir schon gehabt!), Sie machen keine Dringliche Anfrage zur Gemeinsamen Europäischen Verteidigungs- und Sicherheitspolitik. Sie machen auch keine zur Pandemie. (Abg. Belakowitsch: Weil wir im Gegensatz zu euch ...! – Abg. Lausch: Das nächste Mal fragen wir die NEOS!) Nein, Sie machen hier eine Dringliche Anfrage mit dem Titel Maßnahmen gegen Zuwanderungswahnsinn und Migrationskostenexplosion. Was ist denn das überhaupt für ein Wort – „Migrationskostenexplosion“? Sie reden ja immer über Deutschkenntnisse, vielleicht sollten Sie da einmal bei sich anfangen. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Belakowitsch: ...für Sie, oder was?
Wenn wir uns allerdings fragen, warum Sie das hier heute machen, ist die Antwort eine ganz einfache: weil es das Einzige ist, was Sie wirklich können (Zwischenrufe der Abgeordneten Wurm und Krisper) – spalten, spalten, spalten. Das ist nämlich Ihre Geschäftsgrundlage: ohne Spaltung keine Angst, und ohne Angst keine Stimmen. (Zwischenruf des Abg. Deimek.) Ich möchte allerdings zu Ihrer Anfrage sprechen und vor allem zu Ihnen, Herr Amesbauer (Abg. Belakowitsch: ...für Sie, oder was?): Sie haben hier 20 Minuten unserer wertvollen Zeit in Anspruch genommen (Zwischenruf des Abg. Amesbauer), um zu erklären, was für eine Anfrage Sie heute hier stellen. Ich habe Ihnen genau zugehört und ich habe bei Ihrer Anfrage, bei Ihrer Rede keinen einzigen Vorschlag gehört, wie Sie die Integration in Österreich verbessern wollen. Sie sagen, es stimmt nicht. (Abg. Belakowitsch: O ja, o ja, sogar der Kollege Stocker hat es kritisiert!) – Dann nennen Sie mir drei Vorschläge, nennen Sie mir drei Vorschläge, wie Sie die Integration in Österreich verbessern wollen! (Abg. Belakowitsch: Na was jetzt, einen oder drei? ... zugehört hätten! Hätten S’ zugehört ...!) – Ja, ich habe sehr genau zugehört, aber da war leider nichts dabei. (Abg. Belakowitsch: Offenbar nicht, offenbar nicht!) Ihre einzige Lösung ist Stacheldraht rund um Österreich, und ich sage Ihnen: Das wird das Zusammenleben in Österreich nicht verbessern. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Amesbauer: ... was hast du zugehorcht?)
Abg. Belakowitsch: O ja, o ja, sogar der Kollege Stocker hat es kritisiert!
Wenn wir uns allerdings fragen, warum Sie das hier heute machen, ist die Antwort eine ganz einfache: weil es das Einzige ist, was Sie wirklich können (Zwischenrufe der Abgeordneten Wurm und Krisper) – spalten, spalten, spalten. Das ist nämlich Ihre Geschäftsgrundlage: ohne Spaltung keine Angst, und ohne Angst keine Stimmen. (Zwischenruf des Abg. Deimek.) Ich möchte allerdings zu Ihrer Anfrage sprechen und vor allem zu Ihnen, Herr Amesbauer (Abg. Belakowitsch: ...für Sie, oder was?): Sie haben hier 20 Minuten unserer wertvollen Zeit in Anspruch genommen (Zwischenruf des Abg. Amesbauer), um zu erklären, was für eine Anfrage Sie heute hier stellen. Ich habe Ihnen genau zugehört und ich habe bei Ihrer Anfrage, bei Ihrer Rede keinen einzigen Vorschlag gehört, wie Sie die Integration in Österreich verbessern wollen. Sie sagen, es stimmt nicht. (Abg. Belakowitsch: O ja, o ja, sogar der Kollege Stocker hat es kritisiert!) – Dann nennen Sie mir drei Vorschläge, nennen Sie mir drei Vorschläge, wie Sie die Integration in Österreich verbessern wollen! (Abg. Belakowitsch: Na was jetzt, einen oder drei? ... zugehört hätten! Hätten S’ zugehört ...!) – Ja, ich habe sehr genau zugehört, aber da war leider nichts dabei. (Abg. Belakowitsch: Offenbar nicht, offenbar nicht!) Ihre einzige Lösung ist Stacheldraht rund um Österreich, und ich sage Ihnen: Das wird das Zusammenleben in Österreich nicht verbessern. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Amesbauer: ... was hast du zugehorcht?)
Abg. Belakowitsch: Na was jetzt, einen oder drei? ... zugehört hätten! Hätten S’ zugehört ...!
Wenn wir uns allerdings fragen, warum Sie das hier heute machen, ist die Antwort eine ganz einfache: weil es das Einzige ist, was Sie wirklich können (Zwischenrufe der Abgeordneten Wurm und Krisper) – spalten, spalten, spalten. Das ist nämlich Ihre Geschäftsgrundlage: ohne Spaltung keine Angst, und ohne Angst keine Stimmen. (Zwischenruf des Abg. Deimek.) Ich möchte allerdings zu Ihrer Anfrage sprechen und vor allem zu Ihnen, Herr Amesbauer (Abg. Belakowitsch: ...für Sie, oder was?): Sie haben hier 20 Minuten unserer wertvollen Zeit in Anspruch genommen (Zwischenruf des Abg. Amesbauer), um zu erklären, was für eine Anfrage Sie heute hier stellen. Ich habe Ihnen genau zugehört und ich habe bei Ihrer Anfrage, bei Ihrer Rede keinen einzigen Vorschlag gehört, wie Sie die Integration in Österreich verbessern wollen. Sie sagen, es stimmt nicht. (Abg. Belakowitsch: O ja, o ja, sogar der Kollege Stocker hat es kritisiert!) – Dann nennen Sie mir drei Vorschläge, nennen Sie mir drei Vorschläge, wie Sie die Integration in Österreich verbessern wollen! (Abg. Belakowitsch: Na was jetzt, einen oder drei? ... zugehört hätten! Hätten S’ zugehört ...!) – Ja, ich habe sehr genau zugehört, aber da war leider nichts dabei. (Abg. Belakowitsch: Offenbar nicht, offenbar nicht!) Ihre einzige Lösung ist Stacheldraht rund um Österreich, und ich sage Ihnen: Das wird das Zusammenleben in Österreich nicht verbessern. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Amesbauer: ... was hast du zugehorcht?)
Abg. Belakowitsch: Offenbar nicht, offenbar nicht!
Wenn wir uns allerdings fragen, warum Sie das hier heute machen, ist die Antwort eine ganz einfache: weil es das Einzige ist, was Sie wirklich können (Zwischenrufe der Abgeordneten Wurm und Krisper) – spalten, spalten, spalten. Das ist nämlich Ihre Geschäftsgrundlage: ohne Spaltung keine Angst, und ohne Angst keine Stimmen. (Zwischenruf des Abg. Deimek.) Ich möchte allerdings zu Ihrer Anfrage sprechen und vor allem zu Ihnen, Herr Amesbauer (Abg. Belakowitsch: ...für Sie, oder was?): Sie haben hier 20 Minuten unserer wertvollen Zeit in Anspruch genommen (Zwischenruf des Abg. Amesbauer), um zu erklären, was für eine Anfrage Sie heute hier stellen. Ich habe Ihnen genau zugehört und ich habe bei Ihrer Anfrage, bei Ihrer Rede keinen einzigen Vorschlag gehört, wie Sie die Integration in Österreich verbessern wollen. Sie sagen, es stimmt nicht. (Abg. Belakowitsch: O ja, o ja, sogar der Kollege Stocker hat es kritisiert!) – Dann nennen Sie mir drei Vorschläge, nennen Sie mir drei Vorschläge, wie Sie die Integration in Österreich verbessern wollen! (Abg. Belakowitsch: Na was jetzt, einen oder drei? ... zugehört hätten! Hätten S’ zugehört ...!) – Ja, ich habe sehr genau zugehört, aber da war leider nichts dabei. (Abg. Belakowitsch: Offenbar nicht, offenbar nicht!) Ihre einzige Lösung ist Stacheldraht rund um Österreich, und ich sage Ihnen: Das wird das Zusammenleben in Österreich nicht verbessern. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Amesbauer: ... was hast du zugehorcht?)
Abg. Belakowitsch: O ja, die Kollegin Krisper hat das gesagt!
Verstehen Sie mich nicht falsch! Wir gehören nicht zu denjenigen, die sagen, es gibt keine Probleme in der Integrationspolitik. (Abg. Belakowitsch: O ja, die Kollegin Krisper hat das gesagt!) Es gibt sie; es ist ein Problem, wenn in vielen Gemeinden und Städten – auch außerhalb von Wien, zum Beispiel in Wels, in Innsbruck oder in Telfs – Schulklassen existieren, in denen weit mehr als die Hälfte der Kinder Migrationshintergrund hat. Das ist ein Problem, weil das einfach die Chancen der jungen Menschen behindert. Wenn wir über die Probleme reden, müssen wir aber auch über die Lösungen reden. Lösungen wären zum Beispiel ein Chancenindex, der für mehr Durchmischung in den Schulen sorgt, oder mehr Schulsozialarbeiterinnen und mehr Schulsozialarbeiter. (Abg. Belakowitsch: Sollen alle Kinder ... lernen, oder was?!)
Abg. Belakowitsch: Sollen alle Kinder ... lernen, oder was?!
Verstehen Sie mich nicht falsch! Wir gehören nicht zu denjenigen, die sagen, es gibt keine Probleme in der Integrationspolitik. (Abg. Belakowitsch: O ja, die Kollegin Krisper hat das gesagt!) Es gibt sie; es ist ein Problem, wenn in vielen Gemeinden und Städten – auch außerhalb von Wien, zum Beispiel in Wels, in Innsbruck oder in Telfs – Schulklassen existieren, in denen weit mehr als die Hälfte der Kinder Migrationshintergrund hat. Das ist ein Problem, weil das einfach die Chancen der jungen Menschen behindert. Wenn wir über die Probleme reden, müssen wir aber auch über die Lösungen reden. Lösungen wären zum Beispiel ein Chancenindex, der für mehr Durchmischung in den Schulen sorgt, oder mehr Schulsozialarbeiterinnen und mehr Schulsozialarbeiter. (Abg. Belakowitsch: Sollen alle Kinder ... lernen, oder was?!)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch: Das ist ein toller Stehsatz!
Ich sage Ihnen auch: Es ist ein Problem, dass wir vorgeblich – und ich betone: vorgeblich – progressive Parteien in Österreich haben, die sich jahrzehntelang weggeduckt und die Probleme ignoriert haben. (Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) Ich sage Ihnen schon auch ganz klar: Eine offene, liberale Gesellschaft darf gegenüber der Intoleranz niemals tolerant sein. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch: Das ist ein toller Stehsatz!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Also sage ich Ihnen: Es ist notwendig, über die Probleme zu reden; aber wenn wir das tun, dann müssen wir im zweiten Satz immer über die Lösungen reden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) Wir tun das, wir machen ganz konkrete Vorschläge, das kann man sich anschauen (ein Schriftstück in die Höhe haltend): Wir haben letztes Jahr einen 50-Punkte-Plan für eine gelungene Integration mit 50 ganz konkreten Einzelmaßnahmen in der Bildung, am Arbeitsmarkt und in anderen Bereichen vorgelegt. Schauen Sie sich das an! (Abg. Belakowitsch: Na, da wird was rauskommen!)
Abg. Belakowitsch: Na, da wird was rauskommen!
Also sage ich Ihnen: Es ist notwendig, über die Probleme zu reden; aber wenn wir das tun, dann müssen wir im zweiten Satz immer über die Lösungen reden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) Wir tun das, wir machen ganz konkrete Vorschläge, das kann man sich anschauen (ein Schriftstück in die Höhe haltend): Wir haben letztes Jahr einen 50-Punkte-Plan für eine gelungene Integration mit 50 ganz konkreten Einzelmaßnahmen in der Bildung, am Arbeitsmarkt und in anderen Bereichen vorgelegt. Schauen Sie sich das an! (Abg. Belakowitsch: Na, da wird was rauskommen!)
Abg. Belakowitsch: Mir nicht!
Abgeordnete Fiona Fiedler, BEd (NEOS): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen, Zuseherinnen und Zuseher! (Die Begrüßung auch in Gebärdensprache ausführend:) Liebe gehörlose Menschen! Die FPÖ und die Androhung der Asylwelle kennen wir alle seit Jahren nur zu gut. Wenn wir uns aber die Fakten ansehen, stellen wir fest: Es fehlen uns Menschen. (Abg. Belakowitsch: Mir nicht!)
Sitzung Nr. 171
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir haben die höchste Inflation seit 1975, das ist so. Viele Menschen leiden unter der Teuerung, das ist auch klar. Die Teuerung bringt viele Menschen mit geringem Einkommen in Bedrängnis – Energie, Lebensmittel, Wohnen, die Preise sind in allen Bereichen gestiegen. Es stimmt, wir haben auch Schlangen vor den Sozialmärkten. Wir haben in den Beratungseinrichtungen Menschen, die bislang dort nicht vorstellig geworden sind, die sich das auch nie haben vorstellen können. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir haben Hunderttausende, die auch von den hohen Wohnkosten insgesamt betroffen sind. Die Sorgen sind spürbar, die Unsicherheit ist groß. Das betrifft übrigens jene, die ohnehin am unteren Rand der Einkommen angesiedelt sind, in ganz besonderer Art und Weise – die Mindestpensionistin, die Alleinerzieherin mit zwei Kindern, die nur Teilzeit arbeiten kann, die Kassiererin im Supermarkt und so weiter.
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm
Das sind Beträge (Beifall bei Grünen und ÖVP), die diese Menschen in die Lage versetzen, ihre Rechnungen zu bezahlen, meine Damen und Herren. Das ist Soforthilfe, die jetzt wirkt, jetzt ankommt, und die lassen wir uns nicht kleinreden. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Reden Sie mit den Menschen! Reden Sie mit den Leuten, die diese Zahlungen jetzt bekommen (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm), die jetzt in der Lage sind, ihre Rechnungen zu bezahlen! (Präsident Sobotka gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Und ja, die Erhöhung, die Anpassung der Sozialleistungen an die Teuerung, die Valorisierung der Sozialleistungen, die kein roter Sozialminister in dieser Republik in den
Abg. Belakowitsch: Bei einer Inflationsrate von 9,3!
Zur Pensionserhöhung: Die Pensionserhöhung in Zeiten der Teuerung ist eine berechtigte, notwendige Forderung, die auch in einer Höhe stattfinden muss, die die Inflation abgilt, und genau das ist im gesetzlichen Modus auch vorgesehen. Es gibt einen Durchrechnungszeitraum für die Inflation von der Mitte des vergangenen Jahres bis zu Mitte des heurigen Jahres, daraus ergibt sich ein Anpassungsfaktor von 5,8 Prozent. (Abg. Belakowitsch: Bei einer Inflationsrate von 9,3!) Die Forderung der Pensionistinnen und Pensionisten ist höher, das wissen wir. Es sind die Gespräche dort auch im Gange, bei den Ausgleichszulagenbezieher:innen, bei den kleinen Pensionen die Anpassungen auch höher zu machen. Diese Gespräche laufen.
Abg. Belakowitsch: Da wart ihr ja dabei!
2,8 Prozent war, wurden die Pensionen um 1,8 Prozent erhöht (Abg. Belakowitsch: Da wart ihr ja dabei!); 2014 – bei 2,4 Prozent – wurde um 1,6 Prozent angepasst. Seit die Volkspartei den Kanzler stellt, wurde folgendermaßen angehoben: 2018 zum Beispiel lag der gesetzliche Anpassungsfaktor bei 1,6 Prozent, angehoben wurde um 1,9 Prozent; 2020, schon in dieser Bundesregierung (Abg. Deimek: Wann kommt jetzt die Erhöhung des Kilometergeldes? Von dir versprochen! Was meinst?), wurde bei 1,8 Prozent Anpassungsfaktor um 2,7 Prozent angehoben; und voriges Jahr – gesetzlich vorgesehen 1,5 Prozent – wurde um 1,8 Prozent angehoben. Meine Damen und Herren, Herr Kollege Muchitsch – der Vergleich macht uns hier wirklich sicher! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Haubner: So doppelzüngig! – Abg. Melchior: Unerhört! Wahnsinn!)
Abg. Belakowitsch: Aber Bayern ist schon noch schwarz!
Herr Kollege Muchitsch, weil du Deutschland angesprochen hast: Du lebst ja auf der anderen Seite von Österreich, du grenzt an Slowenien und nicht an Deutschland. Ich lebe an der bayerischen Grenze. Was haben die Deutschen gemacht? – Sie haben die Mehrwertsteuer für drei Monate gesenkt, dann ist der Sprit gleich teuer gewesen wie bei uns. So. Das hat drei Monate gedauert, und jetzt ist die Steuer wieder dazugekommen. Roter Kanzler, nicht wahr? Roter Kanzler! (Abg. Belakowitsch: Aber Bayern ist schon noch schwarz!) Jetzt ist die Steuer wieder dazugekommen, und wisst ihr, wie das jetzt ausschaut? – 2,20 Euro für Diesel. Bei uns kostet er ungefähr 1,90 Euro. Wir haben wieder zwischen 25 und 30 Cent Unterschied, was den Spritpreis anbelangt. Das ist sozialdemokratische Politik ohne Hausverstand, ohne Hirn und ohne dass man die Dinge so erledigt, dass das auch bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Leichtfried: Geh bitte! – Abg. Belakowitsch: Nichts unternehmts!
Zu der ÖGB-Demonstration: In Zeiten, in denen die Regierung alles unternimmt, um den Menschen zu helfen, in denen gerade die 500 Euro überwiesen werden (Abg. Leichtfried: Geh bitte! – Abg. Belakowitsch: Nichts unternehmts!), zerren Sie die Menschen auf die Straße, hauen Sie 735 000 Euro für nichts und wieder nichts beim Fenster hinaus. (Abg. Leichtfried: Was haut ihr raus jeden Tag?) Die Stromkostenbremse ist gerade in Abarbeitung; Herr Katzian hat sogar weniger gefordert, als wir machen – wir machen mit den 2 900 Kilowattstunden mehr. Die kalte Progression wird abgeschafft und die Sozialleistungen werden valorisiert. (Abg. Belakowitsch: Herr Präsident, die Redezeit ist überfällig!)
Abg. Belakowitsch: Herr Präsident, die Redezeit ist überfällig!
Zu der ÖGB-Demonstration: In Zeiten, in denen die Regierung alles unternimmt, um den Menschen zu helfen, in denen gerade die 500 Euro überwiesen werden (Abg. Leichtfried: Geh bitte! – Abg. Belakowitsch: Nichts unternehmts!), zerren Sie die Menschen auf die Straße, hauen Sie 735 000 Euro für nichts und wieder nichts beim Fenster hinaus. (Abg. Leichtfried: Was haut ihr raus jeden Tag?) Die Stromkostenbremse ist gerade in Abarbeitung; Herr Katzian hat sogar weniger gefordert, als wir machen – wir machen mit den 2 900 Kilowattstunden mehr. Die kalte Progression wird abgeschafft und die Sozialleistungen werden valorisiert. (Abg. Belakowitsch: Herr Präsident, die Redezeit ist überfällig!)
Abg. Belakowitsch: Ist okay!
Zu Wort gemeldet - - (Abg. Belakowitsch: Ist okay!) – Nein, das ist nicht okay, Frau Abgeordnete! (Abg. Kassegger: Sie hat ja gemeint, der Ordnungsruf ist okay!)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Disoski und Maurer. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
wiederholen: Sie kritisieren die Einmalzahlungen als punktuelle Maßnahmen, aber gerade diese sind jetzt in dieser Situation ein wichtiger Beitrag. Sie bringen Spielraum für die Einzelnen, die Menschen können damit ihre Rechnungen zahlen. Und noch einmal: Wer rasch hilft, hilft doppelt! Das war unser Ansatz, das war der Ansatz dieser Regierung: Wer rasch hilft, hilft doppelt! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Disoski und Maurer. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Genieren Sie sich nicht?
Diese Interessenvertretung, von der das Anfang dieses Monats kam, war leider der Pensionistenverband, der gesagt hat: Eine Pensionistin mit 1 000 Euro kriegt gerade einmal 57 Euro Entlastung!, oder: Die kriegt so viel Entlastung und das ist total unfair! – Ja, wenn einzelne Maßnahmen herausgepickt werden und nicht das Gesamtbild gesehen wird. Wir haben das alles nachgerechnet, wie denn die Entlastung in diesen Beispielen, die der Pensionistenverband da heranzieht, tatsächlich ist. Ein sehr schönes Beispiel (eine Tafel mit der Aufschrift „400 Euro Eigenpension + 630 AZ“ und einem Säulendiagramm in die Höhe haltend): 400 Euro Eigenpension, 630 Euro Ausgleichszulage. Da hat der Pensionistenverband behauptet, die Entlastung betrage, ich glaube, 57 Euro. – Ja, weil er ganz einfach den Teuerungsausgleich von 600 Euro, der heuer schon für vulnerable Gruppen geleistet worden ist, nicht berücksichtigt hat; weil er einfach den erhöhten Klimabonus von 500 Euro nicht berücksichtigt hat (Abg. Belakowitsch: Genieren Sie sich nicht?); weil er einfach den Energieausgleich nicht berücksichtigt hat; weil er die reduzierten Energieabgaben, nämlich die gesenkte Elektrizitätsabgabe und Erdgasabgabe, nicht berücksichtigt hat. Und siehe da, aus den 57 Euro werden auf einmal 1 500 Euro. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Nächstes Beispiel (eine Tafel mit der Aufschrift „1.050 Euro Eigenpension“ und einem Säulendiagramm in die Höhe haltend): 1 050 Euro Eigenpension. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Da sagt der Pensionistenverband: knapp über 200 Euro Entlastung. – Ja, auch da fehlen der erhöhte Klimabonus, der Energiekostenausgleich, der erhöhte Pensionistenabsetzbetrag im Rahmen der ökosozialen Steuerreform – auch in diesem Haus beschlossen – und die reduzierten Energieabgaben. Auch da: 1 300 Euro Entlastung. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kickl: Jetzt fehlt noch der dritte ...!)
Ruf bei der FPÖ: Ja, das ist ein sehr guter Titel! – Abg. Belakowitsch: Das ist ein wichtiger Titel!
Bundesministerin für EU und Verfassung im Bundeskanzleramt Mag. Karoline Edtstadler: Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren Abgeordnete! Geschätzte Zuseherinnen und Zuseher! Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Klubobmann, Sie stellen die Aktuelle Europastunde unter den Titel – ich darf es noch einmal vorlesen – „Wohlstand und Sicherheit für Österreich statt EU-Sanktionen und Masseneinwanderung“ (Ruf bei der FPÖ: Ja, das ist ein sehr guter Titel! – Abg. Belakowitsch: Das ist ein wichtiger Titel!) und wollen damit offenbar einen Widerspruch aufzeigen. Ich sage Ihnen: Das Gegenteil ist der Fall. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Hauser: Hoffentlich schauen viele zu! Hoffentlich schauen viele zu bei dieser Rede!)
Abg. Bösch: Das sieht man! – Abg. Belakowitsch: ... Sie vernichten ihn ja gerade! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen – Abg. Hafenecker: Jetzt wird gleich der Blitz einschlagen!
Österreich und die gesamte Europäische Union stehen für eine regelbasierte Weltordnung, also eine Welt, die auf Völkerrecht basiert, eine Welt, in der Rechtsstaatlichkeit oberste Maxime ist (Abg. Bösch: Leere Worte! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), eine Welt, die Frieden, Stabilität und Wohlstand garantiert (Abg. Bösch: Das sieht man! – Abg. Belakowitsch: ... Sie vernichten ihn ja gerade! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen – Abg. Hafenecker: Jetzt wird gleich der Blitz einschlagen!), und nicht eine Welt, meine sehr geehrten Damen und Herren, in der Raketen und Panzer Fakten schaffen, eine Welt, wo sich der Stärkere einfach holt, wovon er glaubt, dass es ihm zusteht. (Beifall bei ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Kassegger: Außer es ist die USA, die holen ...!)
Abg. Belakowitsch: Das glaube ich eh, dass Sie das nicht verstehen! – Abg. Kickl: ... dass Sie das nicht verstehen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Eines ist auch klar: Instabilität und Chaos sind Gift für unsere Wirtschaft. Unsere Wirtschaft ist es aber, die für unseren Wohlstand sorgt (Abg. Hafenecker: ... treten Sie sofort zurück! – Ruf bei der FPÖ: Neuwahlen jetzt!), wenn – ja, wenn! – Völkerrecht und Rechtsstaat gelten. Daher frage ich Sie, Herr Klubobmann: Was wollen Sie mit dem Titel dieser Aktuellen Europastunde und Ihren Ausführungen bezwecken? (Abg. Belakowitsch: Das glaube ich eh, dass Sie das nicht verstehen! – Abg. Kickl: ... dass Sie das nicht verstehen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich unterstelle Ihnen nicht, dass es nur darum geht, Unfrieden zu schaffen und die Gesellschaft zu spalten. (Abg. Kickl – erheitert –: Trotzki, Trotzki! – Heiterkeit und weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das ist nämlich genau das, was Putin versucht.
Abg. Rauch: Ja, machen wir es ...! – Abg. Belakowitsch: Sie machen eh, was Sie wollen! – Rufe bei der FPÖ: Bitte! – Unruhe im Saal.
unterbrechen, wenn Sie es wollen. (Abg. Rauch: Ja, machen wir es ...! – Abg. Belakowitsch: Sie machen eh, was Sie wollen! – Rufe bei der FPÖ: Bitte! – Unruhe im Saal.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Bundesministerin für EU und Verfassung im Bundeskanzleramt Mag. Karoline Edtstadler (fortsetzend): Was will Putin? (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Putin will uns als Gesellschaft schwächen. Er will uns schwächen, er will uns angreifbar machen. (Abg. Kickl: Was will Biden?)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hauser.
Ich frage Sie jetzt, geschätzte Damen und Herren von der FPÖ, und Sie, Herr Klubobmann: Was hätten wir denn Ihrer Meinung nach tun sollen? Hätten wir die Hände in den Schoß legen und zusehen sollen, wie da auf brutalste Art und Weise auf europäischem Grund und Boden Völkerrecht gebrochen wird? (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hauser.) Hätten wir die Zivilbevölkerung da wie dort hoffnungslos im Stich lassen sollen, die Augen vor Kriegsverbrechen verschließen sollen?
Abg. Belakowitsch: Das hat mit Demokratie nichts zu tun ...!
Ich stelle hier und heute fest: Die Sanktionen sind alternativlos. (Heftiger Widerspruch bei der FPÖ. – Beifall bei ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten der NEOS.) Putin hat fälschlicherweise angenommen, dass wir uns in unserer pluralistischen und offenen Demokratie (Abg. Belakowitsch: Das hat mit Demokratie nichts zu tun ...!), wie wir sie in Europa erleben, auseinanderdividieren lassen. (Zwischenruf des Abg. Martin Graf.) Er hat uns nicht den Willen und das Durchhaltevermögen zugetraut, dass wir dem Druck standhalten. Und ich sage Ihnen auch (Abg. Belakowitsch: Die Bevölkerung muss dem Druck standhalten!): Ja,
Abg. Belakowitsch: Die Bevölkerung muss dem Druck standhalten!
Ich stelle hier und heute fest: Die Sanktionen sind alternativlos. (Heftiger Widerspruch bei der FPÖ. – Beifall bei ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten der NEOS.) Putin hat fälschlicherweise angenommen, dass wir uns in unserer pluralistischen und offenen Demokratie (Abg. Belakowitsch: Das hat mit Demokratie nichts zu tun ...!), wie wir sie in Europa erleben, auseinanderdividieren lassen. (Zwischenruf des Abg. Martin Graf.) Er hat uns nicht den Willen und das Durchhaltevermögen zugetraut, dass wir dem Druck standhalten. Und ich sage Ihnen auch (Abg. Belakowitsch: Die Bevölkerung muss dem Druck standhalten!): Ja,
Abg. Belakowitsch: Er reagiert!
Und bitte verwechseln wir nicht Ursache und Wirkung! Es ist ganz klar ein russisches Narrativ – ja, ich sage Propaganda –, wenn verbreitet wird, dass die Sanktionen gegen Putin nicht wirken würden. (Abg. Hafenecker: Fragt bitte die Leute ...!) Putin hat selbst in einer Rede in Wladiwostok gesagt: Hört mit den Sanktionen auf, dann liefere ich euch weiter Gas! – Er macht Energie zur Waffe. (Abg. Belakowitsch: Er reagiert!) Er führt uns eiskalt unsere Abhängigkeit vor Augen – darauf haben Sie zu Recht hingewiesen, Herr Kickl –, und er hält sich nicht an bestehende Verträge. (Abg. Rauch: Jeder Satz bringt Sie näher an den Abgrund, jeder Satz! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Sie haben uns dort hineinmanövriert! – Zwischenruf des Abg. Hafenecker. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
Es muss uns klar sein: Wir befinden uns in einem Wirtschaftskrieg und in einem Informationskrieg mit Putin. (Abg. Belakowitsch: Sie haben uns dort hineinmanövriert! – Zwischenruf des Abg. Hafenecker. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.) Wenn wir jetzt nachgeben, dann haben wir nichts erreicht, dann haben wir nichts zur Verbesserung der völkerrechtlichen Situation erreicht und wir würden nicht das erreichen können, was wir mit den Sanktionen wollen, nämlich eine Haltungsänderung bei unserem Gegenüber. (Abg. Belakowitsch: Ja, was denn? Wenn einer weniger gestorben ist, hat der Krieg ...! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Wenn wir jetzt aufgeben würden, hätten wir weder für die Bevölkerung noch für einen souveränen Staat wie die Ukraine noch für unsere westlichen Demokratien etwas erreicht. (Abg. Hafenecker: Wie souverän ist denn die Ukraine? – Abg. Belakowitsch: Wer hat Ihnen denn das aufgeschrieben, den Schwachsinn?)
Abg. Belakowitsch: Ja, was denn? Wenn einer weniger gestorben ist, hat der Krieg ...! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Es muss uns klar sein: Wir befinden uns in einem Wirtschaftskrieg und in einem Informationskrieg mit Putin. (Abg. Belakowitsch: Sie haben uns dort hineinmanövriert! – Zwischenruf des Abg. Hafenecker. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.) Wenn wir jetzt nachgeben, dann haben wir nichts erreicht, dann haben wir nichts zur Verbesserung der völkerrechtlichen Situation erreicht und wir würden nicht das erreichen können, was wir mit den Sanktionen wollen, nämlich eine Haltungsänderung bei unserem Gegenüber. (Abg. Belakowitsch: Ja, was denn? Wenn einer weniger gestorben ist, hat der Krieg ...! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Wenn wir jetzt aufgeben würden, hätten wir weder für die Bevölkerung noch für einen souveränen Staat wie die Ukraine noch für unsere westlichen Demokratien etwas erreicht. (Abg. Hafenecker: Wie souverän ist denn die Ukraine? – Abg. Belakowitsch: Wer hat Ihnen denn das aufgeschrieben, den Schwachsinn?)
Abg. Hafenecker: Wie souverän ist denn die Ukraine? – Abg. Belakowitsch: Wer hat Ihnen denn das aufgeschrieben, den Schwachsinn?
Es muss uns klar sein: Wir befinden uns in einem Wirtschaftskrieg und in einem Informationskrieg mit Putin. (Abg. Belakowitsch: Sie haben uns dort hineinmanövriert! – Zwischenruf des Abg. Hafenecker. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.) Wenn wir jetzt nachgeben, dann haben wir nichts erreicht, dann haben wir nichts zur Verbesserung der völkerrechtlichen Situation erreicht und wir würden nicht das erreichen können, was wir mit den Sanktionen wollen, nämlich eine Haltungsänderung bei unserem Gegenüber. (Abg. Belakowitsch: Ja, was denn? Wenn einer weniger gestorben ist, hat der Krieg ...! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Wenn wir jetzt aufgeben würden, hätten wir weder für die Bevölkerung noch für einen souveränen Staat wie die Ukraine noch für unsere westlichen Demokratien etwas erreicht. (Abg. Hafenecker: Wie souverän ist denn die Ukraine? – Abg. Belakowitsch: Wer hat Ihnen denn das aufgeschrieben, den Schwachsinn?)
Abg. Belakowitsch: Sie sind auch eiskalt!
Wenn wir diesem eiskalten Treiben Putins nichts entgegensetzen (Abg. Belakowitsch: Sie sind auch eiskalt!) – und es ist ein eiskaltes, brutales Treiben, das er hier macht: erst heute wieder verkündet er eine Generalmobilmachung (Abg. Meinl-Reisinger: Teilmobilisierung! – Zwischenrufe bei der FPÖ) –, dann würden wir ein verheerendes Signal senden, dass Putin ohne irgendwelche Konsequenzen weiter Gewalt einsetzen und uns unter Druck setzen kann. Genau das würde
Abg. Belakowitsch: Ja, in Österreich, jeden Tag! – Abg. Hafenecker: Die Sanktionen wirken gegen Österreich! – Ruf bei der FPÖ: Gegen die eigene Bevölkerung! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Beifall bei ÖVP und Grünen.
Die Sanktionen wirken, sie wirken jeden Tag – und das ist auch belegt. (Abg. Belakowitsch: Ja, in Österreich, jeden Tag! – Abg. Hafenecker: Die Sanktionen wirken gegen Österreich! – Ruf bei der FPÖ: Gegen die eigene Bevölkerung! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Beifall bei ÖVP und Grünen.) – Wissen Sie, man muss sich immer mit beiden Seiten auseinandersetzen! Sie wirken auf der Seite der Russen. Wir sehen, dass die Wirtschaft empfindlich getroffen ist. (Ruf bei der FPÖ: Unsere! – Abg. Belakowitsch: Ja, aber unsere!) Wir wissen aber auch, dass nicht jede Sanktion à la minute und sofort wirkt, denn manche wirken mittel- und langfristig. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es ist auch klar, dass wir immer wieder auch evaluieren müssen, ob die Sanktionen auch weiterhin wirken. Derzeit wirken sie. (Widerspruch bei der FPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Unsere! – Abg. Belakowitsch: Ja, aber unsere!
Die Sanktionen wirken, sie wirken jeden Tag – und das ist auch belegt. (Abg. Belakowitsch: Ja, in Österreich, jeden Tag! – Abg. Hafenecker: Die Sanktionen wirken gegen Österreich! – Ruf bei der FPÖ: Gegen die eigene Bevölkerung! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Beifall bei ÖVP und Grünen.) – Wissen Sie, man muss sich immer mit beiden Seiten auseinandersetzen! Sie wirken auf der Seite der Russen. Wir sehen, dass die Wirtschaft empfindlich getroffen ist. (Ruf bei der FPÖ: Unsere! – Abg. Belakowitsch: Ja, aber unsere!) Wir wissen aber auch, dass nicht jede Sanktion à la minute und sofort wirkt, denn manche wirken mittel- und langfristig. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es ist auch klar, dass wir immer wieder auch evaluieren müssen, ob die Sanktionen auch weiterhin wirken. Derzeit wirken sie. (Widerspruch bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die Sanktionen wirken, sie wirken jeden Tag – und das ist auch belegt. (Abg. Belakowitsch: Ja, in Österreich, jeden Tag! – Abg. Hafenecker: Die Sanktionen wirken gegen Österreich! – Ruf bei der FPÖ: Gegen die eigene Bevölkerung! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Beifall bei ÖVP und Grünen.) – Wissen Sie, man muss sich immer mit beiden Seiten auseinandersetzen! Sie wirken auf der Seite der Russen. Wir sehen, dass die Wirtschaft empfindlich getroffen ist. (Ruf bei der FPÖ: Unsere! – Abg. Belakowitsch: Ja, aber unsere!) Wir wissen aber auch, dass nicht jede Sanktion à la minute und sofort wirkt, denn manche wirken mittel- und langfristig. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es ist auch klar, dass wir immer wieder auch evaluieren müssen, ob die Sanktionen auch weiterhin wirken. Derzeit wirken sie. (Widerspruch bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Ja, bei uns auch! – Abg. Hafenecker: Ja, bei uns in Österreich!
Es sind rund 1 200 Einzelpersonen betroffen, es sind 100 Entitäten, also Unternehmen und Institutionen, betroffen, und zwar in einem gewaltigen Ausmaß. Ganze Industriezweige stehen vor dem Aus. (Abg. Belakowitsch: Ja, bei uns auch! – Abg. Hafenecker: Ja, bei uns in Österreich!) Wir hören, dass 97 Prozent der russischen (Abg. Hafenecker: In Österreich! – Abg. Rauch: In Österreich, Sie reden eigentlich von Österreich! – Ruf bei der FPÖ: Was ist das für ein Argument, wenn es uns schlecht geht?) Automobilindustrie stillstehen. (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Man kann auch die Augen vor den Fakten verschließen. Drei Viertel der russischen zivilen Luftfahrt sind betroffen: Auch die Luftfahrt dort wird bald stillstehen, denn sie ist auf Ersatzteile angewiesen und ihre Flugzeuge können nicht mehr gewartet werden.
Abg. Belakowitsch: Nur Österreich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Letzte Studien belegen, dass die Sanktionen Russland enorm treffen. (Abg. Belakowitsch: Nur Österreich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Nur ein paar wenige Zahlen: Die russische Wirtschaft schrumpft um mindestens 6 Prozent. (Abg. Belakowitsch: Und die österreichische um wie viel? Frau Minister, wissen Sie das auch? – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Wenn Sie mir zuhören, dann hören Sie auch den nächsten Satz: Die Europäische Kommission erwartet in der Europäischen Union ein Wachstum von zumindest rund 2,7 Prozent. (Abg. Belakowitsch: Geh bitte! – Ruf bei der FPÖ: Das gibt’s ja net! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es gilt jetzt also, durchzuhalten und die Sanktionen wirken zu lassen, und dafür brauchen wir auch strategische Geduld. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS.)
Abg. Belakowitsch: Und die österreichische um wie viel? Frau Minister, wissen Sie das auch? – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Letzte Studien belegen, dass die Sanktionen Russland enorm treffen. (Abg. Belakowitsch: Nur Österreich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Nur ein paar wenige Zahlen: Die russische Wirtschaft schrumpft um mindestens 6 Prozent. (Abg. Belakowitsch: Und die österreichische um wie viel? Frau Minister, wissen Sie das auch? – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Wenn Sie mir zuhören, dann hören Sie auch den nächsten Satz: Die Europäische Kommission erwartet in der Europäischen Union ein Wachstum von zumindest rund 2,7 Prozent. (Abg. Belakowitsch: Geh bitte! – Ruf bei der FPÖ: Das gibt’s ja net! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es gilt jetzt also, durchzuhalten und die Sanktionen wirken zu lassen, und dafür brauchen wir auch strategische Geduld. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS.)
Abg. Belakowitsch: Geh bitte! – Ruf bei der FPÖ: Das gibt’s ja net! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Letzte Studien belegen, dass die Sanktionen Russland enorm treffen. (Abg. Belakowitsch: Nur Österreich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Nur ein paar wenige Zahlen: Die russische Wirtschaft schrumpft um mindestens 6 Prozent. (Abg. Belakowitsch: Und die österreichische um wie viel? Frau Minister, wissen Sie das auch? – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Wenn Sie mir zuhören, dann hören Sie auch den nächsten Satz: Die Europäische Kommission erwartet in der Europäischen Union ein Wachstum von zumindest rund 2,7 Prozent. (Abg. Belakowitsch: Geh bitte! – Ruf bei der FPÖ: Das gibt’s ja net! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es gilt jetzt also, durchzuhalten und die Sanktionen wirken zu lassen, und dafür brauchen wir auch strategische Geduld. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS.)
Abg. Belakowitsch: Das hört man ja eh raus! Sie plappern ja auch nur nach! – Zwischenruf des Abg. Hafenecker
Gleichzeitig, und da gebe ich Ihnen recht, sind die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und der Sanktionen auch in Europa spürbar. Ich sage Ihnen aber auch: Es war bereits vorher so, dass wir steigende Preise hatten. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Wir haben mit der Lieferkettenproblematik nach dem Wiederhochfahren der Wirtschaft (Abg. Hauser: Weil ihr die vollkommen falsche Coronapolitik gemacht habt! Alles selbst verschuldet!) nach Corona und der Pandemie zu kämpfen gehabt. Der Krieg fungiert hier als ein Brandbeschleuniger. Ich selbst bin in unzähligen Sitzungen auf europäischer Ebene gesessen, in denen wir bereits vor dem Krieg (Abg. Belakowitsch: Das hört man ja eh raus! Sie plappern ja auch nur nach! – Zwischenruf des Abg. Hafenecker) über diese Problematik geredet haben. Wir dürfen nicht außer Acht lassen, dass auch vor dem 24. Februar die Inflation bereits hoch war und zu Jahresbeginn bei ungefähr 5 Prozent gelegen ist. (Abg. Kickl: Umso schlimmer!) Deshalb ist es wichtig, hier in Österreich auch tatsächlich Maßnahmen zu setzen, die die Menschen entlasten.
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger
viele Menschen heute enorme Sorgen haben, nicht wissen, wie sie die Heizkostenrechnung zahlen (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger), und Mitte des Monats nicht wissen, wie sie den nächsten Lebensmitteleinkauf finanzieren sollen. (Abg. Kickl: Na für die war das jetzt alles sehr tröstlich, was Sie gesagt haben bisher!)
Abg. Belakowitsch: Was alles? Was ist alles?
Die Bundesregierung tut alles (Abg. Belakowitsch: Was alles? Was ist alles?), um dieser Teuerungswelle hier auch entsprechend entgegenzuwirken. Bereits im Jänner, also vor dem russischen Angriffskrieg, haben wir die ersten Maßnahmen getroffen und mit dem Klimabonus, mit der ökosozialen Steuerreform ein Entlastungspaket geschnürt. Jetzt, in diesem Monat, folgt das nächste milliardenschwere Entlastungspaket, und ich gebe Ihnen nur einzelne Stichwörter (Abg. Kickl: CO2-Steuer!): Teuerungsausgleich, Teuerungsabsetzbetrag, Stromkostenbremse – Sie haben davon gehört –, Valorisierung der Sozial- und Familienleistungen ab Jänner 2023 (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), Abschaffung der kalten Progression in einem Gesamtausmaß von rund 20 Milliarden Euro.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Die Bundesregierung tut alles (Abg. Belakowitsch: Was alles? Was ist alles?), um dieser Teuerungswelle hier auch entsprechend entgegenzuwirken. Bereits im Jänner, also vor dem russischen Angriffskrieg, haben wir die ersten Maßnahmen getroffen und mit dem Klimabonus, mit der ökosozialen Steuerreform ein Entlastungspaket geschnürt. Jetzt, in diesem Monat, folgt das nächste milliardenschwere Entlastungspaket, und ich gebe Ihnen nur einzelne Stichwörter (Abg. Kickl: CO2-Steuer!): Teuerungsausgleich, Teuerungsabsetzbetrag, Stromkostenbremse – Sie haben davon gehört –, Valorisierung der Sozial- und Familienleistungen ab Jänner 2023 (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), Abschaffung der kalten Progression in einem Gesamtausmaß von rund 20 Milliarden Euro.
Abg. Belakowitsch: Danke für Ihr Demokratieverständnis!
Ich weiß, meine sehr geehrten Damen und Herren, und ich wende mich an alle außer an die Abgeordneten der FPÖ, weil die es ohnehin nicht hören wollen (Abg. Belakowitsch: Danke für Ihr Demokratieverständnis!), dass wir damit nicht alle Probleme lösen können. (Abg. Belakowitsch: Na gar keines lösen Sie! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich kann Ihnen aber sagen, dass die österreichische Bundesregierung alles tut, um für Wohlstand und Sicherheit (Zwischenruf des Abg. Hafenecker) in diesem Land zu sorgen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kickl: Fast zynisch! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Na gar keines lösen Sie! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich weiß, meine sehr geehrten Damen und Herren, und ich wende mich an alle außer an die Abgeordneten der FPÖ, weil die es ohnehin nicht hören wollen (Abg. Belakowitsch: Danke für Ihr Demokratieverständnis!), dass wir damit nicht alle Probleme lösen können. (Abg. Belakowitsch: Na gar keines lösen Sie! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich kann Ihnen aber sagen, dass die österreichische Bundesregierung alles tut, um für Wohlstand und Sicherheit (Zwischenruf des Abg. Hafenecker) in diesem Land zu sorgen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kickl: Fast zynisch! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kickl: Fast zynisch! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich weiß, meine sehr geehrten Damen und Herren, und ich wende mich an alle außer an die Abgeordneten der FPÖ, weil die es ohnehin nicht hören wollen (Abg. Belakowitsch: Danke für Ihr Demokratieverständnis!), dass wir damit nicht alle Probleme lösen können. (Abg. Belakowitsch: Na gar keines lösen Sie! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich kann Ihnen aber sagen, dass die österreichische Bundesregierung alles tut, um für Wohlstand und Sicherheit (Zwischenruf des Abg. Hafenecker) in diesem Land zu sorgen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kickl: Fast zynisch! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch
Es ist gleichzeitig notwendig, eine klare Haltung gegenüber einem unglaublichen Völkerrechtsbruch an den Tag zu legen und unsere Werte zu schützen, denn der Angriff Russlands auf die Ukraine ist ein Angriff auf unsere westlichen, europäischen Werte (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch), die Generationen vor uns erkämpft haben. Es sind nicht die Sanktionen, die den
Abg. Belakowitsch: Nein, nein, nein!
Wohlstand und die Sicherheit Österreichs gefährden! (Abg. Belakowitsch: Nein, nein, nein!)
Abg. Belakowitsch: Was Sie wissen oder glauben, zu wissen!
Es sind Sie, Herr Kickl (Heiterkeit bei der FPÖ), der hier den Wohlstand und die österreichische Gesellschaft spalten will. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kickl: Wenn Sie das glauben! Wenn Sie das glauben! Da draußen glaubt das niemand!) Das ist eine brandgefährliche Entwicklung. (Abg. Hafenecker: Die Werte der ÖVP basieren auf Korruption!) Ich kenne Sie und ich weiß, dass Sie, wenn Sie in sich gehen, das genauso sehen. (Abg. Belakowitsch: Was Sie wissen oder glauben, zu wissen!) Deshalb fordere ich Sie auf: Kommen Sie zurück zu Ihrer politischen, staatspolitischen Verantwortung! Hören Sie auf, Unwahrheiten zu verbreiten, und hören Sie auf, die österreichische Gesellschaft zu spalten! (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der Grünen sowie der Abg. Meinl-Reisinger. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Hafenecker: Danke, dass es wiederholt wurde! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ebenso Herrn Abgeordneten Hafenecker: Das ist kein Herausrufen, das ist ein ständiges Stören der Rednerin, und noch dazu: „Die Werte der ÖVP“ beruhen „auf Korruption“ – dafür erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Hafenecker: Danke, dass es wiederholt wurde! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Viele Menschen haben in diesen Tagen Sorgen und Ängste, diese Verunsicherung aber, Herr Klubobmann Kickl, hier so schamlos auszunützen, wie Sie das gemacht haben, ist zutiefst unseriös. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Mit den Ängsten der Menschen spielt man nicht, Herr Klubobmann Kickl! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Stefan: Seit wann? Seit Covid oder seit wann denn? Seit Covid macht ihr das nicht mehr? Seit wann macht ihr das nicht mehr?)
Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen. – Abg. Belakowitsch: Wir müssen den Menschen ja Angst machen, weil es die ÖVP ...!
Um mit Ihren Schlussworten zu sprechen: Das ist erbärmlich, Herr Klubobmann Kickl! Das ist erbärmlich! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Ruf bei der FPÖ: Was habt ihr in der Coronakrise gemacht? Hunderttausende Tote ...! Sie Spalter!) Aber es ist eine nahtlose Fortsetzung Ihrer Politik. Sie können es nicht anders. Sie können sich noch erinnern - - (Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen. – Abg. Belakowitsch: Wir müssen den Menschen ja Angst machen, weil es die ÖVP ...!)
Abg. Belakowitsch: Macht nichts, die Bevölkerung ...! – Abg. Kickl: Sie mit Ihrer Alternativlosigkeit für dieses Land ...!
Sie können sich noch erinnern, als Sie den Menschen in der Coronazeit Pferdewurmmittel empfohlen haben. (Abg. Hauser: Bitte! Ein so ein Blödsinn!) Genau diese Seriosität haben Sie heute hier wieder an den Tag gelegt. (Abg. Hauser: Einen so einen Blödsinn verbreiten!) Das bringt uns aber in diesen ernsten Zeiten keinen Schritt weiter. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie damit Ihre Fraktion hier im Parlament immer stärker isolieren! (Abg. Belakowitsch: Macht nichts, die Bevölkerung ...! – Abg. Kickl: Sie mit Ihrer Alternativlosigkeit für dieses Land ...!) Das ist es, was Sie erreichen. Wir können dieser Art von Politik von Ihrer Seite nur eine Abfuhr erteilen, Klubobmann Kickl! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Hafenecker: Sie sind auch nicht mehr populär! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich sage Ihnen etwas, was die Sanktionen betrifft: Wenn Putin so weit geht, dass er sein Erdgas abfackelt, bevor er es exportiert, wenn er so weit geht, dass er jede Form der Souveränität der Ukraine in Abrede stellt: Was anderes als Sanktionen zu verhängen hätten wir da tun sollen?! Herr Abgeordneter Hafenecker, weil Sie vorhin einen Zwischenruf betreffend die Sanktionen gemacht haben: Ja, Sanktionen sind nicht populär, aber sie zeigen Wirkung. (Abg. Hafenecker: Sie sind auch nicht mehr populär! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie zeigen Wirkung, die Wirtschaft Russlands schrumpft zwischen 6 und 10 Prozent. (Abg. Hafenecker: Und wir? – Abg. Hauser: Deswegen ist der ... um 30 Prozent gestiegen! – Rufe bei der FPÖ: Das ist doch ein Blödsinn! Das stimmt doch überhaupt nicht!)
Abg. Kickl: Das kommt mir bekannt vor, mit der Alternativlosigkeit! – Abg. Hafenecker: Ihre Abwahl ist alternativlos! – Abg. Belakowitsch: ... alternativlos, Sanktionen sind alternativlos! – Zwischenrufe der Abg. Steger.
Es ist so, dass diese Sanktionen der russischen Wirtschaft natürlich schaden. Wir müssen eines klarstellen: Diese Sanktionen müssen fortgesetzt werden, es gibt keine Alternative dazu! (Abg. Kickl: Das kommt mir bekannt vor, mit der Alternativlosigkeit! – Abg. Hafenecker: Ihre Abwahl ist alternativlos! – Abg. Belakowitsch: ... alternativlos, Sanktionen sind alternativlos! – Zwischenrufe der Abg. Steger.)
Abg. Kickl: Vielleicht können die Grünen mit ihren Leuten reden! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Präsidentin Doris Bures: Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Galerie! Ich habe Sie darum ersucht, davon Abstand zu nehmen, Flugzettel herunterzuwerfen oder sonstige Sprechchöre zu eröffnen. (Abg. Kickl: Vielleicht können die Grünen mit ihren Leuten reden! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch.
Weißt du, was die österreichische Bevölkerung noch nicht will? – Sie will nicht, dass sich Kühe in ihrer Gülle hinlegen müssen (eine Tafel, auf der drei in Gülle liegende Kühe abgebildet sind, vor sich auf das Redner:innenpult stellend), dass die Ställe nicht geräumt werden. Das sind keine Einzelfälle. Wir haben dieses Jahr schon fünf Fälle von wirklich Not leidenden Tieren in den Ställen gehabt. Wir haben hier herinnen auch diskutiert – aber es ändert sich nichts! Da brauche ich mir nur den letzten Horrorstall in Niederösterreich anzusehen. – Kollege Hechenberger, du kannst schon lachen (Abg. Hechenberger schüttelt den Kopf), aber das Lachen wird dir noch vergehen bei den nächsten Wahlen, das verspreche ich dir, wenn ihr so mit dem Tierschutz umgeht. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Vollkommen falsch! Stimmt ja nicht!
Ich selbst bin keine Ärztin oder Virologin und daher ist die Expertise der Wissenschaft natürlich eine wichtige Entscheidungshilfe. Damals war die Annahme der Wissenschaft, dass wir mit einer Impfung, einer gewissen Durchimpfungsrate die Pandemie relativ schnell und gut bewältigen könnten, was zu dieser Zeit damals auch stimmte. (Abg. Belakowitsch: Vollkommen falsch! Stimmt ja nicht!)
Abg. Belakowitsch: Jaaa, genau! Sie sind ja immer noch nicht einsichtig! – Abg. Loacker: Man kann sich langsam entschuldigen!
Mit der Impfpflicht stieg natürlich die Verbreitung von Verschwörungstheorien, Angstmachereien. (Abg. Belakowitsch: Jaaa, genau! Sie sind ja immer noch nicht einsichtig! – Abg. Loacker: Man kann sich langsam entschuldigen!) Es wurde in der Bevölkerung eine Aggressivität hervorgerufen, und dies führte regelrecht zu einer Spaltung der Gesellschaft und auch zu einem Rückgang der Impfbereitschaft. (Abg. Belakowitsch: Warum wohl?)
Abg. Belakowitsch: Warum wohl?
Mit der Impfpflicht stieg natürlich die Verbreitung von Verschwörungstheorien, Angstmachereien. (Abg. Belakowitsch: Jaaa, genau! Sie sind ja immer noch nicht einsichtig! – Abg. Loacker: Man kann sich langsam entschuldigen!) Es wurde in der Bevölkerung eine Aggressivität hervorgerufen, und dies führte regelrecht zu einer Spaltung der Gesellschaft und auch zu einem Rückgang der Impfbereitschaft. (Abg. Belakowitsch: Warum wohl?)
Abg. Belakowitsch: Philip, ihr wart dabei! – Zwischenruf der Abg. Jeitler-Cincelli.
Es ist kein Zufall, muss ich sagen, dass sowohl Herbert Kickl als auch August Wöginger beide heute nicht da sind, denn es steht heute noch etwas auf der Tagesordnung, was beiden extrem peinlich ist. (Abg. Belakowitsch: Philip, ihr wart dabei! – Zwischenruf der Abg. Jeitler-Cincelli.) Deswegen hat man das in Richtung Mitternacht verschoben. Es gibt nämlich einen Rechnungshofbericht zum Coronakrisenmanagement, der sich wie ein Krimi liest und heute Nacht noch diskutiert wird. (Zwischenrufe der Abgeordneten Jeitler-Cincelli und Baumgartner.) Es ist kein Zufall, dass sich jetzt vor allem die Freiheitlichen und die ÖVP genieren, weil es um das Coronakrisenmanagement geht.
Abg. Belakowitsch: Welcher? Es hat ja mehrere gegeben!
Ein weiterer Punkt war das Datenchaos. Ihr erinnert euch alle noch: Am Beginn der Herbstwelle im ersten Jahr, am Beginn der Herbstwelle, kurz vor dem Lockdown (Abg. Belakowitsch: Welcher? Es hat ja mehrere gegeben!), hat man angefangen, Betten zu zählen – man hat nicht einmal gewusst, wie viele Intensivbetten es gibt! –, und da gab es eine Doppelstruktur zwischen Innenministerium und Gesundheitsministerium. Danke an den Rechnungshof, dass man das auch aufgedeckt hat.
Abg. Belakowitsch: Sag was zur Impfpflicht!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Mag. Gerhard Kaniak. – Bitte schön, Herr Abgeordneter. (Abg. Belakowitsch: Sag was zur Impfpflicht!)
Abg. Belakowitsch: ..., es war eine falsche Entscheidung!
Abgeordneter Ralph Schallmeiner (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen hier im Haus! Sehr geehrte Damen und Herren zu Hause vor den Bildschirmen beziehungsweise auch hier auf der Galerie! Ich bin kurz vor der Sitzungspause heuer im Sommer einmal von einer Journalistin gefragt worden: Was war eigentlich die schwierigste Entscheidung oder was war das, wo Sie am meisten mit sich gerungen haben? – Da ist mir natürlich sofort die Impfpflicht eingefallen, und die habe ich auch sofort genannt. Das war keine leichte Entscheidung. Das war keine Entscheidung, die man aus Jux und Tollerei gefällt hat. (Abg. Wurm: Es war eine falsche Entscheidung! Eine falsche!) Das war keine Entscheidung, die man anno dazumal einfach nur so gemacht hat, weil es eben gerade lustig war. (Abg. Belakowitsch: ..., es war eine falsche Entscheidung!)
Abg. Belakowitsch: Sie war falsch!
Das war eine Entscheidung, die wir getroffen haben (Abg. Belakowitsch: Sie war falsch!), und, liebe Kollegin Belakowitsch, natürlich waren wir dabei – natürlich, und ich stehe auch dazu –, aber ich sage auch, dass es eben keine leichte
Abg. Belakowitsch: Es geht weiter!
Ich glaube, wir können dann auch darüber im Gesundheitsausschuss sehr gut auf fachlicher Ebene miteinander diskutieren. Ich freue mich auf diese Debatte. Heute bin ich auf jeden Fall einmal froh, dass die Situation so ist, wie sie ist. Ich hoffe darauf, dass wieder möglichst viele Menschen das Angebot zum Boostern, zur zusätzlichen Impfung annehmen werden, sodass wir gut durch den Herbst und gut durch den Winter kommen. (Abg. Belakowitsch: Es geht weiter!) – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Kucher: Wo war die Entschuldigung für die Hartinger-Klein? –Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abschließend: Wir als Freiheitliche Partei waren in den letzten zweieinhalb Jahren aufseiten der Bevölkerung. (Abg. Kucher: Nein, aber - -!) Wir waren die einzige Partei, die die Interessen der Bevölkerung vertreten hat (Abg. Kucher: Mit der Hartinger-Klein?), und die einzige Partei, die geschlossen im österreichischen Parlament gegen diese faktenwidrige Impfpflicht aufgetreten ist. Wir werden weiterhin die Interessen der Bevölkerung vertreten. – Ich danke. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Kucher: Wo war die Entschuldigung für die Hartinger-Klein? –Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Beschlossen haben wir es nicht, abgeschafft!
Auch beim Volksbegehren Nein zur Impflicht, das wir im Vorfeld schon behandelt haben, waren es 246 878 Unterstützungserklärungen, also eine ähnlich hohe Zustimmung. Wir wissen aber alle, dass wir im Juli dieses Gesetz wieder abgeschlossen haben (Abg. Belakowitsch: Beschlossen haben wir es nicht, abgeschafft!) – abgeschafft haben.
Abg. Belakowitsch: Ja, das war im Jänner schon so, Frau Kollegin!
Ich habe es schon angesprochen, das Virus hat sich verändert, die Verläufe sind anders geworden und so ist auch die Entscheidung dahin gehend anders geworden. (Abg. Belakowitsch: Ja, das war im Jänner schon so, Frau Kollegin!) Wir konnten auch sehen, dass tiefe Gräben in der Bevölkerung geschaffen worden sind, und man merkt auch heute noch, dass diese Gräben vorhanden sind, denn die Diskussion ist sehr angeheizt. (Abg. Belakowitsch: Die hat’s schon vorher gegeben, Frau Kollegin!)
Abg. Belakowitsch: Die hat’s schon vorher gegeben, Frau Kollegin!
Ich habe es schon angesprochen, das Virus hat sich verändert, die Verläufe sind anders geworden und so ist auch die Entscheidung dahin gehend anders geworden. (Abg. Belakowitsch: Ja, das war im Jänner schon so, Frau Kollegin!) Wir konnten auch sehen, dass tiefe Gräben in der Bevölkerung geschaffen worden sind, und man merkt auch heute noch, dass diese Gräben vorhanden sind, denn die Diskussion ist sehr angeheizt. (Abg. Belakowitsch: Die hat’s schon vorher gegeben, Frau Kollegin!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Na sicher! – Abg. Wurm: Das war die UsA-Krise!
Eine Befragung vom Austrian Corona Panel Project hat uns gezeigt, dass 13 Prozent der Österreicher sich nicht impfen lassen wollen, auch wenn sie Strafen zahlen, und dieser Anteil ist natürlich auch gestiegen. Wenn Herr Kollege Kaniak hier am Rednerpult steht und sagt, dass die Impfbereitschaft auch für die anderen Impfungen geringer geworden ist, so ist Ihre Partei nicht ganz unschuldig daran. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Na sicher! – Abg. Wurm: Das war die UsA-Krise!)
Abg. Belakowitsch: ... kein Corona gegeben!
ÖVP und FPÖ tragen beide gleichermaßen gleich viel Verantwortung dafür, dass das Coronamanagement in Österreich so desaströs war. Da im Nachhinein eure Rolle jetzt schönzureden! Es ist nicht nur die Rolle von Hartinger-Klein gewesen, wovon ihr heute sozusagen nichts mehr wissen wollt. (Abg. Belakowitsch: ... kein Corona gegeben!) Es war die FPÖ, die das Gesundheitsressort zerschlagen und zerstört hat, kurz und klein geschlagen hat. Ihr habt für die Menschen in dem Bereich nichts weitergebracht, auch nicht sozialpolitisch. Ich erinnere an
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: ... erwachsen werden!
politisch gefordert, Strukturen zu schaffen, dass jede und jeder die Unterstützung bekommt, die er oder sie braucht. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: ... erwachsen werden!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Das Volksbegehren von der Schülerunion soll Bewusstsein schaffen, enttabuisieren und ermutigen. Wir werden das Volksbegehren im zuständigen Ausschuss für Jugendfragen ernsthaft behandeln (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), ich glaube, es ist ein sehr, sehr wichtiges Thema, und darauf freue ich mich auch schon. Danke auch an jene, die sich für das Volksbegehren eingesetzt haben.
Abg. Belakowitsch: Stimmt ja auch!
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (ÖVP): Herr Präsident! Frau Rechnungshofpräsidentin! Herr Finanzminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren auf der Galerie und zu Hause vor den Fernsehbildschirmen! Es gehört zwar jetzt nicht zum Rechnungsabschluss 2021, aber, Herr Kollege Stöger: Ich habe heute schon des Öfteren gehört, die Ministerin oder der Minister oder der Bundespräsident seien nicht da, um in der Weltgeschichte herumzufahren. (Abg. Belakowitsch: Stimmt ja auch!) Glaubt ihr wirklich, dass die das zum Spaß machen? (Abg. Matznetter: Nein, ...!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Warum steht jetzt ein Minus von fast 18 Milliarden Euro drinnen? Das ist ein Haufen Geld, darüber brauchen wir gar nicht zu reden, im Kleinen gleich wie im Großen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Das deshalb, weil wir, wenn ihr euch vielleicht noch erinnert, eine weltweite Pandemie gehabt haben. Ich kann mich noch erinnern: Jeder von den Oppositionsparteien hat hier heraußen am Rednerpult davon gesprochen und in den Medien, in OTS-Aussendungen geschrieben, dass die Regierung handeln muss. Die Regierung müsse helfen, sie müsse schnell helfen. Dann haben wir geholfen, dann haben wir auch schnell geholfen, und wisst ihr, was ihr gesagt habt? – Wir helfen zu wenig und wir helfen zu langsam. Wenn wir heute den internationalen Vergleich heranziehen, wissen wir, dass wir mit unseren Hilfen in Europa an der Spitze liegen.
Abg. Belakowitsch: Das sehen wir eh!
Was war denn die Auswirkung davon, dass wir damals so schnell – so schnell – und ordentlich geholfen haben? – Es hat bei uns keinen Absacker gegeben. Die Wirtschaft ist voll angesprungen. (Abg. Belakowitsch: Das sehen wir eh!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Reden wir in einem halben Jahr weiter!
Und jetzt sind wir dort, warum eigentlich das Minus gegenüber dem Voranschlag um 12,8 Milliarden Euro geringer ist. Herr Kollege Stöger, ich weiß, Sie sind kein Wirtschaftler, aber trotzdem müssen Sie das verstehen. Sie haben gesagt, es gibt mehr Einnahmen, weil es mehr Steuereinnahmen gibt. . Wisst ihr, warum es mehr Einnahmen gibt? – Weil die Österreicher und Österreicherinnen arbeiten, weil so viele Menschen in Arbeit sind, mehr Leute als vor der Pandemie. Deswegen schaut das nun so gut aus. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Reden wir in einem halben Jahr weiter!)
Abg. Belakowitsch: Manche haben ein bisschen mehr gekriegt!
Und warum ist das passiert? – Weil wir eben schnell geholfen haben, ob jetzt dem Arbeitnehmer oder dem Arbeitgeber; wir haben jedem gleich geholfen. (Abg. Belakowitsch: Manche haben ein bisschen mehr gekriegt!) Wenn wir die Statistik über Konkurse und Privatkonkurse anschauen, wissen wir, dass es in dieser Zeit wesentlich weniger Privatkonkurse gegeben hat, aber auch weniger Firmenkonkurse.
Abg. Belakowitsch: Wohnbauförderung!
Die Verpflichtung, staatliche Transferzahlungen wie den Ausfallsbonus, den Verlustersatz, den Fixkostenzuschuss und den Lockdownumsatzersatz, die nach dem 31. Dezember 2019 ausbezahlt wurden, in die Transparenzdatenbank einzuspeisen, gibt es schon bisher bei über 100 000 Euro. Diese Grenze setzen wir herab, weil uns Transparenz in der Koalition eben sehr, sehr wichtig ist – mir persönlich und der ÖVP ganz besonders –, darum senken wir diese jetzt auf 10 000 Euro. (Abg. Belakowitsch: Wohnbauförderung!)
Abg. Belakowitsch: Ich bin eh ganz ruhig!
Mir ist aber, wenn wir über Transparenz sprechen, noch ein anderes Thema wichtig, das Frau Belakowitsch heute angeschnitten hat. Zu Ihrer Beruhigung, Frau Belakowitsch (Abg. Belakowitsch: Ich bin eh ganz ruhig!): In Tirol weiß jedes Kind, dass die Tiwag und die Hypo Tirol Bank dem Land Tirol und damit allen Tirolerinnen und Tirolern gehören!
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Liebe Kollegen und Kolleginnen, wir waren immer für den Rechtsanspruch und wir werden immer für den Rechtsanspruch sein. Mich freut es insbesondere auch, dass die ÖVP in Tirol während des Wahlkampfs die Wichtigkeit dessen, dass sie für den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ist, erkannt hat (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und wir werden sie beim Wort nehmen; denn ohne ausreichende Kinderbetreuung gibt es keine Chancengleichheit und keine Gleichberechtigung. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Smolle.)
Sitzung Nr. 174
Abg. Belakowitsch: Wer hat die Diagnose gestellt?
Ich habe versucht, es so zu formulieren, dass wir gerade alle noch mitkommen, denn ich verstehe ja die Gründe und die Ursache, und es ist ja auch viel Wahres dran. Im Übrigen bin ich jedenfalls der Überzeugung – und der Bundeskanzler auch, er hat es ja in Wahrheit gelebt –, dass die Sprechkanäle, der Kontakt immer offen bleiben müssen. Ich glaube aber, dazu werden wir noch etwas im europäischen Rahmen hören. Das muss immer sein, selbst wenn man es mit einem diagnostizierten verbrecherischen Regime zu tun hat. (Abg. Belakowitsch: Wer hat die Diagnose gestellt?) Das ist dann kein Widerspruch, sondern man erkennt daran das Bemühen, in dieser ganz, ganz schwierigen Situation etwas vorwärtszubringen, auch von einem kleinen Land oder gerade auch von einem kleinen Land. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Wurm: Aha! – Abg. Belakowitsch: Aber erst zum Schluss!
Wenn diese Friedensbemühungen laufen sollen, dann geht es da ganz klar darum, dass wir am Schluss natürlich die Waffen zum Schweigen bringen müssen. Das ist doch logisch, ja selbstverständlich. (Abg. Wurm: Aha! – Abg. Belakowitsch: Aber erst zum Schluss!) Aber wie geht das? Das ist auch völlig klar, unter welchen Bedingungen – so, wie das jetzt absehbar ist – dort einmal die Waffen ruhen können und man sich dem Frieden annähern kann: Putin muss sich mit seinen Truppen zurückziehen, das ist doch völlig klar. Wenn Putin aufhört, dann ist der Krieg beendet, wenn die Ukraine aufhört, ist die Ukraine ausgelöscht – und das macht den Unterschied, und das sollte man verstehen. (Beifall bei Grünen, ÖVP und NEOS.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Also: Klar war, es müssen die Sanktionen kommen, finde ich, weil eine direkte militärische Konfrontation und damit Eskalation niemand wollte; umso bedeutender sind die Sanktionen – darum geht es ja jetzt –, umso bedeutender sind die Sanktionen. (Abg. Wurm: Wirksam!) Und sie sind auch wirksam. Da kommen wir genau zu dem Punkt: Sie sind auch wirksam. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Das sind, glaube ich, die Coronaexperten, oder?
Ich habe Ihnen das extra mitgebracht (mehrere Schriftstücke in die Höhe haltend): In der Berechnung aller Wirtschaftsforschungsinstitute von Rang und Namen, die sich jedenfalls diesbezüglich äußern (Abg. Belakowitsch: Das sind, glaube ich, die Coronaexperten, oder?), ist das das Ergebnis – ob Sie jetzt die Europäische Bank für Entwicklung nehmen, ob Sie den IWF nehmen, ob Sie die Institute in fast allen europäischen Ländern nehmen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Für Sie habe ich extra eine dickere Studie mitgebracht, da können wir dann schauen. Aber was ist das Ergebnis? – Selbst die Russen selber, die ja alle Daten verdecken wollen, sagen, dass es 6 Prozent Minus in der
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich habe Ihnen das extra mitgebracht (mehrere Schriftstücke in die Höhe haltend): In der Berechnung aller Wirtschaftsforschungsinstitute von Rang und Namen, die sich jedenfalls diesbezüglich äußern (Abg. Belakowitsch: Das sind, glaube ich, die Coronaexperten, oder?), ist das das Ergebnis – ob Sie jetzt die Europäische Bank für Entwicklung nehmen, ob Sie den IWF nehmen, ob Sie die Institute in fast allen europäischen Ländern nehmen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Für Sie habe ich extra eine dickere Studie mitgebracht, da können wir dann schauen. Aber was ist das Ergebnis? – Selbst die Russen selber, die ja alle Daten verdecken wollen, sagen, dass es 6 Prozent Minus in der
Abg. Belakowitsch: Und bei uns?
Wirtschaftsleistung sind. (Abg. Belakowitsch: Und bei uns?) Es sind aber in Wahrheit knapp 10 Prozent in diesem Jahr, und das wird so weitergehen.
Abg. Belakowitsch: Bei uns auch!
Wie muss man sich das vorstellen? Das ist doch völlig logisch (Abg. Kassegger: Und bei uns haben wir 8 Prozent, also sind wir die Sieger! Was ist das für eine Logik?): Wenn wir Hochtechnologieteile – und darum geht es – nicht mehr liefern, dann haben die im Übrigen von der Rüstungsindustrie abwärts Probleme, diesen Wirtschaftskreislauf aufrechtzuerhalten. Das ist im Übrigen der Grund – das kann man sich ja haptisch vorstellen –, warum die Autoindustrie dort völlig zusammengebrochen ist, da passiert gar nichts mehr. (Abg. Belakowitsch: Bei uns auch!) Die haben ihre alte Marke Moskwitsch reaktiviert und bauen jetzt mit den Standards der Siebzigerjahre. Außerdem müssen sie dort auch noch jedes zweite Auto in der Werkstatt stehen lassen, weil sie diese kannibalisieren, wie das heißt, um dann die Ersatzteile von einem Auto ins andere zu bringen. Bei den Flugzeugen ist es das Gleiche, die Hälfte ist am Boden. Und das wird so weitergehen. – So kann man sich das vorstellen. Die Rüstungsindustrie ist geschwächt.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Im Übrigen – aktuell, kleines Angebot – kursiert jetzt ganz groß, dass selbstverständlich nur die USA infrage kommen, die beiden Pipelines in die Luft gesprengt zu haben. Das ist doch völlig logisch, versteht sich ja von selbst. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Ich sage ja nicht einmal, dass es jemand anderer war, die Russen oder sonst jemand, weil es ja noch nicht erwiesen ist, aber es gibt schon ausreichend viele, die in den sozialen Netzwerken herumhirschen – wir werden ja sehen, wo die besonders verbreitet sind – und diesen unbewiesenen Unfug verbreiten. (Abg. Belakowitsch: Wie peinlich ist denn das? – Abg. Kickl: Wir wissen auf jeden Fall, wem es schadet!)
Abg. Belakowitsch: Wie peinlich ist denn das? – Abg. Kickl: Wir wissen auf jeden Fall, wem es schadet!
Im Übrigen – aktuell, kleines Angebot – kursiert jetzt ganz groß, dass selbstverständlich nur die USA infrage kommen, die beiden Pipelines in die Luft gesprengt zu haben. Das ist doch völlig logisch, versteht sich ja von selbst. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Ich sage ja nicht einmal, dass es jemand anderer war, die Russen oder sonst jemand, weil es ja noch nicht erwiesen ist, aber es gibt schon ausreichend viele, die in den sozialen Netzwerken herumhirschen – wir werden ja sehen, wo die besonders verbreitet sind – und diesen unbewiesenen Unfug verbreiten. (Abg. Belakowitsch: Wie peinlich ist denn das? – Abg. Kickl: Wir wissen auf jeden Fall, wem es schadet!)
Abg. Belakowitsch: Bitte!
Deshalb gebe ich dem Bundeskanzler recht, der da sagt: Haltung zeigen! – Das ist halt auch etwas in der Situation (Abg. Belakowitsch: Bitte!), auch wenn es schwierig ist. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Putin wird nicht aufhören. Putin wird nur dann irgendwo am Verhandlungstisch teilnehmen, wenn mit der Sprache gesprochen wird, die er versteht (Abg. Hafenecker: Aber ihr Pazifisten habt ...!), und wenn er sieht, dass er den Krieg nicht gewinnen kann. Und Putin darf den Krieg nicht gewinnen, denn dann geht es in Moldawien, im Baltikum, an der Nato-Grenze weiter. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Habts ihr euch eh noch nie gemacht!
Da kann man aber nicht alles machen. An all jene, die glauben, es nützt etwas, wenn man sagt: Gas darf nur mehr 10 Prozent von dem kosten, was es jetzt kostet! – Das wird dazu führen, dass fast gar keines mehr da ist. Und bei einem Gut, das nicht da ist, brauche ich mir um einen Preisdeckel keine Sorgen mehr zu machen (Abg. Belakowitsch: Habts ihr euch eh noch nie gemacht!), das ist doch völlig logisch.
Abg. Belakowitsch: Euch ist es eh wurscht, wenn die Preise explodieren!
Richtig allerdings ist, dass wir, gerade auf europäischer Ebene, anständig eingreifen sollten. (Abg. Belakowitsch: Euch ist es eh wurscht, wenn die Preise explodieren!) Da ist jetzt beim letzten Energieminister:innenrat einiges weitergegangen, ja, aber da braucht es noch mehr (Abg. Kickl: ... der Vizekanzler eines
Abg. Belakowitsch: Ihr macht ja nix! – Abg. Kickl: Eine halbe Kriegswirtschaft!
Dann abschließend (Abg. Kickl: Wie lang ist denn da Redezeit?) – danke für den Hinweis! - noch einmal: Aus all dem heraus ist doch völlig klar, dass wir die Energiewende ins Zentrum unserer Bemühungen setzen müssen! Und das passiert auch – im Übrigen mit allen Chancen –, weil es eben zu mehr Sicherheit führt, und diese Transformation bringt riesige Chancen. Deshalb sagen wir ja an dieser Stelle öfter: Auch wenn es schwierig ist – der Energiebereich befindet sich halb in einer Kriegswirtschaft –, aber umso mehr müssen wir etwas tun! (Abg. Belakowitsch: Ihr macht ja nix! – Abg. Kickl: Eine halbe Kriegswirtschaft!) Wir sind da geschwächt, das ist richtig, weil wir uns abhängig gemacht haben, aber wir können innerhalb von wenigen Jahren diese Schwäche auch zu einer Stärke machen, und das sollten wir tun! Und deshalb: diese Chancen nützen!, und deshalb: alles für diese Transformation! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Feig sind schon Sie!
All das wird nur gehen, wenn wir beherzigen: Haltung statt Feigheit! Und das braucht Durchhaltevermögen. (Abg. Belakowitsch: Feig sind schon Sie!) Die Zeitenwende ist offensichtlich ein Marathonlauf – nicht so überraschend für diejenigen, die sich länger damit beschäftigt haben.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Was aber die Zukunft betrifft: Besser wir gestalten sie, als wir erleiden sie! (Abg. Kickl: Na Sie sind ja ganz ein großer Player! – Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Und diese Zukunft ist eben auch zu erarbeiten und zu erkämpfen, am besten gemeinsam. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Deshalb bin ich schon gespannt
Abg. Belakowitsch: Was sagt Frau von der Leyen?
Bundesministerin für EU und Verfassung im Bundeskanzleramt Mag. Karoline Edtstadler: Herr Präsident! Meine sehr geschätzten Damen und Herren Abgeordnete! Geschätzte Zuseherinnen und Zuseher auf der Galerie, aber auch zu Hause vor den Endgeräten! (Abg. Belakowitsch: Was sagt Frau von der Leyen?) Hohes Haus! Es ist gut, richtig und vor allem auch wichtig, dass wir uns heute hier über die Herausforderungen der Gegenwart und über die großen Fragestellungen der Zukunft unterhalten; und es ist vor allem wichtig, dass wir es hier tun, hier im Hohen Haus, im Parlament.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Gerade in Krisenzeiten ist dieses Herz unglaublich gefordert. Denken wir gemeinsam zurück an den Beginn der Pandemie! Denken wir daran zurück, als es hier im Hohen Haus am Wochenende Zusammenkünfte gegeben hat und über alle Parteigrenzen hinweg Beschlüsse gefasst worden sind, um die Pandemie – gerade am Anfang, in einer so entscheidenden Phase – zu bekämpfen! Da ist die ganze Kraft der Demokratie auch tatsächlich zum Ausdruck gekommen (Abg. Wurm – erheitert –: Der Irrtum!), und das braucht es auch jetzt in so herausfordernden Zeiten ganz dringend. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ja dann sagen Sie es doch!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich könnte jetzt darüber sprechen, warum wir in dieser Krise sind, seit wann wir in dieser Krise sind (Abg. Belakowitsch: Ja dann sagen Sie es doch!), ich könnte aufzeigen, vor wie vielen Herausforderungen wir in Österreich und in Europa noch stehen. Ich könnte spekulieren, wie lang (Abg. Erasim: Hoffentlich nicht ...!) wir noch in diesem Krisenmodus, auch in der Regierung, arbeiten müssen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Aber erstens habe ich keine Glaskugel, und zum Zweiten, meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten, insbesondere von der FPÖ – wenn Sie einmal zuhören und nicht immer reinschreien würden (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Deimek und Wurm), dann würden Sie auch hören, was ich zu sagen habe –, sage ich Ihnen, dass die Problembetrachtung alleine und Pessimismus (Ruf bei der FPÖ: Das ist ja das Problem, dass genau Sie ...!) uns gerade in einer Zeit, wie wir sie jetzt erleben, nirgendwo hinbringen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das ist ja alles ...! – Zwischenruf des Abg. Hafenecker.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich könnte jetzt darüber sprechen, warum wir in dieser Krise sind, seit wann wir in dieser Krise sind (Abg. Belakowitsch: Ja dann sagen Sie es doch!), ich könnte aufzeigen, vor wie vielen Herausforderungen wir in Österreich und in Europa noch stehen. Ich könnte spekulieren, wie lang (Abg. Erasim: Hoffentlich nicht ...!) wir noch in diesem Krisenmodus, auch in der Regierung, arbeiten müssen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Aber erstens habe ich keine Glaskugel, und zum Zweiten, meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten, insbesondere von der FPÖ – wenn Sie einmal zuhören und nicht immer reinschreien würden (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Deimek und Wurm), dann würden Sie auch hören, was ich zu sagen habe –, sage ich Ihnen, dass die Problembetrachtung alleine und Pessimismus (Ruf bei der FPÖ: Das ist ja das Problem, dass genau Sie ...!) uns gerade in einer Zeit, wie wir sie jetzt erleben, nirgendwo hinbringen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das ist ja alles ...! – Zwischenruf des Abg. Hafenecker.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Deimek und Wurm
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich könnte jetzt darüber sprechen, warum wir in dieser Krise sind, seit wann wir in dieser Krise sind (Abg. Belakowitsch: Ja dann sagen Sie es doch!), ich könnte aufzeigen, vor wie vielen Herausforderungen wir in Österreich und in Europa noch stehen. Ich könnte spekulieren, wie lang (Abg. Erasim: Hoffentlich nicht ...!) wir noch in diesem Krisenmodus, auch in der Regierung, arbeiten müssen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Aber erstens habe ich keine Glaskugel, und zum Zweiten, meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten, insbesondere von der FPÖ – wenn Sie einmal zuhören und nicht immer reinschreien würden (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Deimek und Wurm), dann würden Sie auch hören, was ich zu sagen habe –, sage ich Ihnen, dass die Problembetrachtung alleine und Pessimismus (Ruf bei der FPÖ: Das ist ja das Problem, dass genau Sie ...!) uns gerade in einer Zeit, wie wir sie jetzt erleben, nirgendwo hinbringen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das ist ja alles ...! – Zwischenruf des Abg. Hafenecker.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das ist ja alles ...! – Zwischenruf des Abg. Hafenecker.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich könnte jetzt darüber sprechen, warum wir in dieser Krise sind, seit wann wir in dieser Krise sind (Abg. Belakowitsch: Ja dann sagen Sie es doch!), ich könnte aufzeigen, vor wie vielen Herausforderungen wir in Österreich und in Europa noch stehen. Ich könnte spekulieren, wie lang (Abg. Erasim: Hoffentlich nicht ...!) wir noch in diesem Krisenmodus, auch in der Regierung, arbeiten müssen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Aber erstens habe ich keine Glaskugel, und zum Zweiten, meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten, insbesondere von der FPÖ – wenn Sie einmal zuhören und nicht immer reinschreien würden (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Deimek und Wurm), dann würden Sie auch hören, was ich zu sagen habe –, sage ich Ihnen, dass die Problembetrachtung alleine und Pessimismus (Ruf bei der FPÖ: Das ist ja das Problem, dass genau Sie ...!) uns gerade in einer Zeit, wie wir sie jetzt erleben, nirgendwo hinbringen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das ist ja alles ...! – Zwischenruf des Abg. Hafenecker.)
Abg. Belakowitsch: Wahnsinn! ...
Lassen Sie mich an dieser Stelle einmal hervorheben, was es an Positivem hervorzuheben gibt: zum Beispiel den Zusammenhalt auf europäischer Ebene, der derzeit größer ist als jemals zuvor (Abg. Belakowitsch: Wahnsinn! ...); die Stärke unseres Landes, die wir über Generationen nicht beweisen mussten, aber jetzt tatsächlich an den Tag legen; die Resilienz unserer Institutionen, ja, auch dieses Hohen Hauses, des Parlaments, die auch Sie jeden Tag demonstrieren und demonstrieren müssen; und das Durchhaltevermögen der Menschen, das auch in den nächsten Wochen und Monaten gefragt ist. (Abg. Wurm: Zähne zusammenbeißen!) All diese Komponenten sind es, die unsere Demokratie, den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft ausmachen (Abg. Belakowitsch: Ja, Sie spalten ja eh dauernd!) und uns auch in herausfordernden Zeiten bestehen lassen, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Abg. Belakowitsch: Ja, Sie spalten ja eh dauernd!
Lassen Sie mich an dieser Stelle einmal hervorheben, was es an Positivem hervorzuheben gibt: zum Beispiel den Zusammenhalt auf europäischer Ebene, der derzeit größer ist als jemals zuvor (Abg. Belakowitsch: Wahnsinn! ...); die Stärke unseres Landes, die wir über Generationen nicht beweisen mussten, aber jetzt tatsächlich an den Tag legen; die Resilienz unserer Institutionen, ja, auch dieses Hohen Hauses, des Parlaments, die auch Sie jeden Tag demonstrieren und demonstrieren müssen; und das Durchhaltevermögen der Menschen, das auch in den nächsten Wochen und Monaten gefragt ist. (Abg. Wurm: Zähne zusammenbeißen!) All diese Komponenten sind es, die unsere Demokratie, den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft ausmachen (Abg. Belakowitsch: Ja, Sie spalten ja eh dauernd!) und uns auch in herausfordernden Zeiten bestehen lassen, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Abg. Belakowitsch: Das ist ...!
Bundeskanzleramt (Abg. Belakowitsch: Das ist ...!) von Karl Nehammer auch der erste frei gewählte Bundeskanzler der Zweiten Republik, Leopold Figl, gewürdigt – einer, der es wie wohl kaum ein anderer geschafft hat, die Sorgen der Menschen zu adressieren, aber auch Hoffnung zu geben. Und genau darauf möchte auch ich den Fokus legen.
Abg. Belakowitsch: Wissen Sie, wie viele Leute schon in den kalten Wohnungen sitzen, weil sie es sich nicht leisten können?
Die Gasspeicher sind zu 79 Prozent gefüllt (Abg. Belakowitsch: Wissen Sie, wie viele Leute schon in den kalten Wohnungen sitzen, weil sie es sich nicht leisten können?), und erstmals, Frau Abgeordnete von der FPÖ, haben wir auch eine strategische Gasreserve angelegt (Abg. Belakowitsch: Es kann sich aber keiner leisten!), die es vorher nicht gegeben hat, und das haben wir gemeinsam zustande gebracht, als Regierung, als Parlament und als Gesellschaft. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Es kann sich aber keiner leisten!
Die Gasspeicher sind zu 79 Prozent gefüllt (Abg. Belakowitsch: Wissen Sie, wie viele Leute schon in den kalten Wohnungen sitzen, weil sie es sich nicht leisten können?), und erstmals, Frau Abgeordnete von der FPÖ, haben wir auch eine strategische Gasreserve angelegt (Abg. Belakowitsch: Es kann sich aber keiner leisten!), die es vorher nicht gegeben hat, und das haben wir gemeinsam zustande gebracht, als Regierung, als Parlament und als Gesellschaft. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Wo ist der denn überhaupt?
Ich verhehle nicht, dass wir seit Beginn dieser Regierung, also knapp nach unserer Angelobung, mit Krisen konfrontiert sind. (Abg. Hafenecker: Sie sind die Krise!) Wir schaffen das jetzt auch in dieser Situation, weil wir mit Karl Nehammer einen Krisenmanager an der Spitze haben (Abg. Belakowitsch: Wo ist der denn überhaupt?), der das möglich macht, weil wir einen Vizekanzler haben, auch eine Bundesministerin Leonore Gewessler, die täglich für die Energiesicherheit sorgt. Ich traue mich ja zu behaupten, Herr Vizekanzler, dass Leonore Gewessler mit ihrem breiten Portfolio wohl nicht gedacht hätte, dass Energie ihr Hauptfokus in diesem Jahr sein würde. (Abg. Belakowitsch: ... Parlament, vorsätzlich mit der Unwahrheit ...!) Wir haben einen Finanzminister, der sich tagtäglich dafür einsetzt, dass es Erleichterungen für die Menschen gibt (Ruf bei der SPÖ: Gutscheine!) – kurzfristig, aber auch mittel- und langfristig, mit der
Abg. Belakowitsch: ... Parlament, vorsätzlich mit der Unwahrheit ...!
Ich verhehle nicht, dass wir seit Beginn dieser Regierung, also knapp nach unserer Angelobung, mit Krisen konfrontiert sind. (Abg. Hafenecker: Sie sind die Krise!) Wir schaffen das jetzt auch in dieser Situation, weil wir mit Karl Nehammer einen Krisenmanager an der Spitze haben (Abg. Belakowitsch: Wo ist der denn überhaupt?), der das möglich macht, weil wir einen Vizekanzler haben, auch eine Bundesministerin Leonore Gewessler, die täglich für die Energiesicherheit sorgt. Ich traue mich ja zu behaupten, Herr Vizekanzler, dass Leonore Gewessler mit ihrem breiten Portfolio wohl nicht gedacht hätte, dass Energie ihr Hauptfokus in diesem Jahr sein würde. (Abg. Belakowitsch: ... Parlament, vorsätzlich mit der Unwahrheit ...!) Wir haben einen Finanzminister, der sich tagtäglich dafür einsetzt, dass es Erleichterungen für die Menschen gibt (Ruf bei der SPÖ: Gutscheine!) – kurzfristig, aber auch mittel- und langfristig, mit der
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Abg. Kickl: Da passt ja die CO2-Steuer perfekt! Die passt ja bestens! – Abg. Belakowitsch: Ist ja unglaublich! – Abg. Kickl: Vollstes Verständnis: CO2-Steuer! Passt!
Ich verstehe nämlich jeden, der sich da draußen Sorgen macht, Sorgen, wenn Putin seine Sprache weiter und weiter eskaliert und wenn er mit Atomwaffen droht. Ich verstehe jeden, der sich Sorgen macht, weil er nicht weiß, wie er den nächsten Einkauf finanzieren soll oder die Tankfüllung bezahlen soll (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Abg. Kickl: Da passt ja die CO2-Steuer perfekt! Die passt ja bestens! – Abg. Belakowitsch: Ist ja unglaublich! – Abg. Kickl: Vollstes Verständnis: CO2-Steuer! Passt!), und ich kenne viele Unternehmerinnen und Unternehmer, die aufgrund der gestiegenen Energiekosten wirklich darum kämpfen, ihren Betrieb aufrechtzuerhalten. Genau aus diesem Grund tun wir als Bundesregierung alles, um da gegenzusteuern (Abg. Belakowitsch: ..., super! CO2-Steuer habt ihr eingeführt, genau!), um dieser Teuerungswelle bestmöglich zu begegnen. (Abg. Kickl: Gerade letztes Wochenende! Alles unternommen! – Abg. Belakowitsch: Am Samstag: CO2-Steuer!)
Abg. Belakowitsch: ..., super! CO2-Steuer habt ihr eingeführt, genau!
Ich verstehe nämlich jeden, der sich da draußen Sorgen macht, Sorgen, wenn Putin seine Sprache weiter und weiter eskaliert und wenn er mit Atomwaffen droht. Ich verstehe jeden, der sich Sorgen macht, weil er nicht weiß, wie er den nächsten Einkauf finanzieren soll oder die Tankfüllung bezahlen soll (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Abg. Kickl: Da passt ja die CO2-Steuer perfekt! Die passt ja bestens! – Abg. Belakowitsch: Ist ja unglaublich! – Abg. Kickl: Vollstes Verständnis: CO2-Steuer! Passt!), und ich kenne viele Unternehmerinnen und Unternehmer, die aufgrund der gestiegenen Energiekosten wirklich darum kämpfen, ihren Betrieb aufrechtzuerhalten. Genau aus diesem Grund tun wir als Bundesregierung alles, um da gegenzusteuern (Abg. Belakowitsch: ..., super! CO2-Steuer habt ihr eingeführt, genau!), um dieser Teuerungswelle bestmöglich zu begegnen. (Abg. Kickl: Gerade letztes Wochenende! Alles unternommen! – Abg. Belakowitsch: Am Samstag: CO2-Steuer!)
Abg. Kickl: Gerade letztes Wochenende! Alles unternommen! – Abg. Belakowitsch: Am Samstag: CO2-Steuer!
Ich verstehe nämlich jeden, der sich da draußen Sorgen macht, Sorgen, wenn Putin seine Sprache weiter und weiter eskaliert und wenn er mit Atomwaffen droht. Ich verstehe jeden, der sich Sorgen macht, weil er nicht weiß, wie er den nächsten Einkauf finanzieren soll oder die Tankfüllung bezahlen soll (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Abg. Kickl: Da passt ja die CO2-Steuer perfekt! Die passt ja bestens! – Abg. Belakowitsch: Ist ja unglaublich! – Abg. Kickl: Vollstes Verständnis: CO2-Steuer! Passt!), und ich kenne viele Unternehmerinnen und Unternehmer, die aufgrund der gestiegenen Energiekosten wirklich darum kämpfen, ihren Betrieb aufrechtzuerhalten. Genau aus diesem Grund tun wir als Bundesregierung alles, um da gegenzusteuern (Abg. Belakowitsch: ..., super! CO2-Steuer habt ihr eingeführt, genau!), um dieser Teuerungswelle bestmöglich zu begegnen. (Abg. Kickl: Gerade letztes Wochenende! Alles unternommen! – Abg. Belakowitsch: Am Samstag: CO2-Steuer!)
Abg. Belakowitsch: CO2-Steuer, ...!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, bei aller Kritik (Abg. Belakowitsch: CO2-Steuer, ...!), die in einer Demokratie immer auch Platz haben muss, ob sie berechtigt ist oder ob sie überzogen ist (Abg. Belakowitsch: Nein, CO2-Steuer ist nicht berechtigt! – Abg. Deimek: CO2-Steuer ist zynisch!), eines kann man dieser Bundesregierung nicht vorwerfen: Untätigkeit. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Nein, CO2-Steuer ist nicht berechtigt! – Abg. Deimek: CO2-Steuer ist zynisch!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, bei aller Kritik (Abg. Belakowitsch: CO2-Steuer, ...!), die in einer Demokratie immer auch Platz haben muss, ob sie berechtigt ist oder ob sie überzogen ist (Abg. Belakowitsch: Nein, CO2-Steuer ist nicht berechtigt! – Abg. Deimek: CO2-Steuer ist zynisch!), eines kann man dieser Bundesregierung nicht vorwerfen: Untätigkeit. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Das hat man gar nicht g’spürt!
Ich möchte schlaglichtartig auf die Maßnahmen, die bereits gesetzt worden sind, eingehen: Bereits im Jänner dieses Jahres ist das erste Antiteuerungspaket verabschiedet worden. (Abg. Belakowitsch: Das hat man gar nicht g’spürt!) Ich möchte darauf hinweisen, dass das vor dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine war.
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Diese Bundesregierung lässt niemanden im Stich (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch), weder Einzelpersonen noch Unternehmerinnen und Unternehmer, und ich kann Ihnen zusichern, dass wir 24 Stunden, sieben Tage die Woche daran arbeiten, dass Sie entlastet werden (Abg. Belakowitsch: Bitte nicht solche Floskeln! Das glaubt eh keiner!) und durch diese Krise kommen. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Bitte nicht solche Floskeln! Das glaubt eh keiner!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Diese Bundesregierung lässt niemanden im Stich (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch), weder Einzelpersonen noch Unternehmerinnen und Unternehmer, und ich kann Ihnen zusichern, dass wir 24 Stunden, sieben Tage die Woche daran arbeiten, dass Sie entlastet werden (Abg. Belakowitsch: Bitte nicht solche Floskeln! Das glaubt eh keiner!) und durch diese Krise kommen. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: CO2-Abgabe, ja, große Entlastung!
Österreich ist Vorreiter, wenn es darum geht, Maßnahmen zu setzen und die Menschen zu entlasten. (Abg. Belakowitsch: CO2-Abgabe, ja, große Entlastung!) Auch das kann man zur Kenntnis nehmen – muss man nicht, wie ich auch sehe, wenn ich in die Reihen der FPÖ schaue –, aber es ist auch klar: Wenn man erwartet – und das erwarten die Menschen zu Recht –, dass rasch reagiert und schnelle Hilfe geleistet wird, und gleichzeitig davon ausgeht, dass alles zu 100 Prozent korrekt ist, dann hat man das Leben noch nicht erlebt. 100 Prozent gibt
Abg. Belakowitsch: Gott sei Dank!
Ich komme bereits zu meinem Schlussappell (Abg. Belakowitsch: Gott sei Dank!), und der wird Sie vielleicht verwundern – oder auch nicht –: Ich weiß, dass mit all den Maßnahmen, die wir gesetzt haben – und ich sage es Ihnen ganz deutlich: diese Maßnahmen könnten viele Regierungserklärungen füllen, was Sie auch an der zeitlichen Dimension unserer Reden ermessen können (Abg. Kickl: Nehmen Sie sich nur Zeit! – Zwischenruf des Abg. Hafenecker) –, dennoch nicht alle Probleme gelöst sind. Ich weiß aber, dass wir alles dafür tun werden, um Wohlstand und Sicherheit in Österreich auch weiterhin zu garantieren, und ich kann Sie nur auffordern, dass auch Sie als Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger der Republik Österreich dabei mithelfen, ich kann Sie einladen, dass wir gemeinsam, geeint und Hand in Hand die Zukunft Österreichs und auch Europas gestalten.
Abg. Belakowitsch: ... stolz drauf sein!
Lassen Sie mich zum Schluss kommen, meine Damen und Herren! Ja, die österreichische Bundesregierung mit Bundeskanzler Karl Nehammer ist in diesen Tagen massiv gefordert, keine Frage. Wir anerkennen diese Scheinreferenden selbstverständlich nicht. Wir anerkennen die Zwangsannexion dieser vier Regionen nicht. (Abg. Belakowitsch: ... stolz drauf sein!) Das ist für uns glasklar ein Völkerrechtsbruch, da brauchen wir gar keine Diskussion mit Ihnen zu führen. (Ruf bei der FPÖ: Warum führen Sie ...? – Zwischenruf des Abg. Wurm.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Was uns aber interessiert, ist, wie Sie in dieser Frage stehen, denn das ist für mich ganz entscheidend. Präsident Putin hat schon – das sagen auch wieder sehr anerkannte internationale Beobachter – mindestens 50 000, vielleicht 70 000 junge russische Soldaten in den Tod geschickt – dramatisch! Mich wundert es nicht, dass die, die können, jetzt mit den Füßen abstimmen und fluchtartig ihr Land verlassen – fluchtartig, sage ich Ihnen! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Dass die anderen zwangsweise an die Front geführt werden, muss meines Erachtens rasch ein Ende finden.
Abg. Kassegger: Ein Highlight des Parlamentarismus! – Abg. Belakowitsch: ... wissʼ ma eh!
wir alle hier – oder zumindest vier von fünf Parteien – gebannt die neuesten Meldungen aus der Ukraine. (Abg. Kassegger: Ein Highlight des Parlamentarismus! – Abg. Belakowitsch: ... wissʼ ma eh!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Auf der Suche nach immer billigerem Gas haben wir uns in diese Abhängigkeit gebracht – und diese Abhängigkeit muss enden. (Abg. Wurm: Das ist eine armselige Rede, armselige Rede! – Abg. Hafenecker: Ganz schlechte Rede!) Wir haben vom ersten Tag unserer Regierungsbeteiligung an als grünes Ziel festgesetzt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), dass wir aus dieser Abhängigkeit herauskommen müssen, aus der Abhängigkeit von russischem Gas, aber natürlich mittelfristig aus der Abhängigkeit von den Fossilen ganz grundsätzlich. (Abg. Hafenecker: Ich hoffe, Sie haben damals auf Ihrem Foto keinen russischen Champagner getrunken! – Ruf bei der FPÖ: Krimsekt!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Allen voran Energieministerin Leonore Gewessler ist es zu verdanken, Schritt für Schritt, Speicherstand für Speicherstand, dass wir für diesen Winter einen Teil unserer Freiheit und Unabhängigkeit sichern können. Wir sind selbstverständlich noch lange nicht am Ende dieser Reise angekommen, und es wird noch schwierig genug werden (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), aber wir sind auf einem vielversprechenden Weg.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Und was lösen Sie? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
sehen wir jeden Tag: Das ist die Freiheitliche Partei (Abg. Martin Graf: Blödsinn! – Ruf bei der FPÖ: Das ist eine Unterstellung!), die Freiheitliche Partei, die nichts zur Lösung der Krise beiträgt, sondern im Gegenteil, die russische Propaganda weitertreibt (Ruf bei der FPÖ: ... ein Schwachsinn!) und damit auch aktiv die Spaltung betreibt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Und was lösen Sie? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Durchhalteparolen ...!
Vor diesem Hintergrund müssen uns auch die Erfolge rechter und rechtsextremer Parteien in Europa Sorgen bereiten, denn wir wissen: Wer die europäische Idee angreift, wer Europa angreift, der greift auch den Frieden in unseren Ländern an. Wir brauchen Durchhaltevermögen und keinen Alarmismus (Abg. Belakowitsch: Durchhalteparolen ...!), denn die Sanktionen zeigen Wirkung. Die Wirtschaft in Russland bricht ein: 6 Prozent Minus, 10 Prozent Minus. (Abg. Belakowitsch: Ja, aber unsere auch!) Die russische Kriegswirtschaft funktioniert nicht mehr (Abg. Deimek: Und wir sind in der Kriegswirtschaft! Aber das ist Ihnen zu hoch, da fehlt es am Intellekt! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ) so, wie sie es sollte, wenn es nach Putin ginge, weil die technischen Komponenten für die Nachrüstung für diesen Krieg fehlen. (Zwischenruf des Abg. Deimek.) Diese Sanktionen haben starke Wirkung, und sie schwächen Russland massiv. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Und uns mehr!)
Abg. Belakowitsch: Ja, aber unsere auch!
Vor diesem Hintergrund müssen uns auch die Erfolge rechter und rechtsextremer Parteien in Europa Sorgen bereiten, denn wir wissen: Wer die europäische Idee angreift, wer Europa angreift, der greift auch den Frieden in unseren Ländern an. Wir brauchen Durchhaltevermögen und keinen Alarmismus (Abg. Belakowitsch: Durchhalteparolen ...!), denn die Sanktionen zeigen Wirkung. Die Wirtschaft in Russland bricht ein: 6 Prozent Minus, 10 Prozent Minus. (Abg. Belakowitsch: Ja, aber unsere auch!) Die russische Kriegswirtschaft funktioniert nicht mehr (Abg. Deimek: Und wir sind in der Kriegswirtschaft! Aber das ist Ihnen zu hoch, da fehlt es am Intellekt! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ) so, wie sie es sollte, wenn es nach Putin ginge, weil die technischen Komponenten für die Nachrüstung für diesen Krieg fehlen. (Zwischenruf des Abg. Deimek.) Diese Sanktionen haben starke Wirkung, und sie schwächen Russland massiv. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Und uns mehr!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Und uns mehr!
Vor diesem Hintergrund müssen uns auch die Erfolge rechter und rechtsextremer Parteien in Europa Sorgen bereiten, denn wir wissen: Wer die europäische Idee angreift, wer Europa angreift, der greift auch den Frieden in unseren Ländern an. Wir brauchen Durchhaltevermögen und keinen Alarmismus (Abg. Belakowitsch: Durchhalteparolen ...!), denn die Sanktionen zeigen Wirkung. Die Wirtschaft in Russland bricht ein: 6 Prozent Minus, 10 Prozent Minus. (Abg. Belakowitsch: Ja, aber unsere auch!) Die russische Kriegswirtschaft funktioniert nicht mehr (Abg. Deimek: Und wir sind in der Kriegswirtschaft! Aber das ist Ihnen zu hoch, da fehlt es am Intellekt! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ) so, wie sie es sollte, wenn es nach Putin ginge, weil die technischen Komponenten für die Nachrüstung für diesen Krieg fehlen. (Zwischenruf des Abg. Deimek.) Diese Sanktionen haben starke Wirkung, und sie schwächen Russland massiv. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Und uns mehr!)
Abg. Belakowitsch: Ja, nicht wirklich!
Zum Abschluss darf ich Ihnen etwas Erfreuliches sagen, das Ihnen vielleicht die Möglichkeit gibt (Abg. Kickl: Es kann doch wirklich nicht der Mahrer der einzige Vernünftige bei Ihnen sein!), hier im Hohen Haus auch Applaus zu spenden. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Sie haben den Bundeskanzler in dieser Debatte vermisst. Ich darf Ihnen - - (Abg. Belakowitsch: Ja, nicht wirklich!) – Ja, nicht wirklich. Ich glaube eh, dass Sie ihn nicht vermissen. (Abg. Belakowitsch: Er hätte nichts beizutragen gehabt ...!) Ich darf Ihnen eines sagen: Der Bundeskanzler hat heute (Ruf bei der FPÖ: Was Wichtigeres zu tun!) sich nicht nur dafür eingesetzt,
Abg. Belakowitsch: Er hätte nichts beizutragen gehabt ...!
Zum Abschluss darf ich Ihnen etwas Erfreuliches sagen, das Ihnen vielleicht die Möglichkeit gibt (Abg. Kickl: Es kann doch wirklich nicht der Mahrer der einzige Vernünftige bei Ihnen sein!), hier im Hohen Haus auch Applaus zu spenden. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Sie haben den Bundeskanzler in dieser Debatte vermisst. Ich darf Ihnen - - (Abg. Belakowitsch: Ja, nicht wirklich!) – Ja, nicht wirklich. Ich glaube eh, dass Sie ihn nicht vermissen. (Abg. Belakowitsch: Er hätte nichts beizutragen gehabt ...!) Ich darf Ihnen eines sagen: Der Bundeskanzler hat heute (Ruf bei der FPÖ: Was Wichtigeres zu tun!) sich nicht nur dafür eingesetzt,
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Rauch.
Das ist schon einmal die Frage, die man stellen muss, und ich glaube, die kann man so oder so beantworten. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Vielleicht hat er keine Erklärung für die ganzen Probleme, die wir derzeit in Österreich haben. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Rauch.) Vielleicht hat er keine Erklärung, was die Teuerung betrifft. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Vielleicht hat er keine Erklärung, was die Energieversorgung betrifft. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Vielleicht hat er keine Erklärung für die Sorgen der Menschen in diesem Land und ist deshalb lieber bei Herrn Orbán in Ungarn, wo er vielleicht eh nicht so schlecht hinpasst, geschätzte Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Mellach? Mellach? ...! – Abg. Deimek: Wer sperrt Mellach auf? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich habe immer gedacht: heimische Wertschöpfung, heimische erneuerbare Energien, heimische Windenergie, heimische Fotovoltaik (Abg. Kickl: Genau! Das wird ja alles bei uns gebaut!), Biomasse – das müsste ja eigentlich etwas für die FPÖ sein. (Abg. Kickl: Das wird ja alles bei uns produziert!) – Ja, genau! (Abg. Kickl – erheitert –: Ja eh! Ja, natürlich!) Und Sie sind immer dagegen. Die Landesregierung - - (Abg. Kickl: Sie sind ein Träumer!) – Genau, das höre ich immer wieder: „Sie sind ein Träumer!“ (Abg. Kickl: Sie sind ein Träumer!) Der Traum, den früher viele von der Energiewende hatten, ist jetzt die Hoffnung von uns allen, dass wir endlich wegkommen von fossilen Energieträgern. Wenn man sich anschaut, was Sie zum Beispiel in der oberösterreichischen Landesregierung machen (Zwischenruf des Abg. Amesbauer), dass Sie im Regierungsprogramm festgeschrieben haben (Abg. Stefan: Wasserkraft!), dass es keine neuen Windenergiestandorte gibt (Abg. Hafenecker: Warum sperrt ihr dann Mellach wieder auf?), dann kann man sich wirklich fragen, was Sie eigentlich für ein Interesse haben. (Abg. Belakowitsch: Mellach? Mellach? ...! – Abg. Deimek: Wer sperrt Mellach auf? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Schauen Sie sich das einmal an! Kollege Brandstätter von den NEOS hat vor ein paar Monaten den Vizeenergieminister der Ukraine zu uns ins Parlament eingeladen, und der hat uns erklärt, Russland hat vor der Annexion der Krim genau das Gleiche gemacht wie letztes Jahr. (Abg. Hafenecker: ... Energiepolitik!) Er hat, bevor er den Krieg angefangen hat, damit begonnen, die Gaslieferungen nach Europa zu drosseln. Das können Sie sich im Nachhinein anschauen. Russland hat im letzten Quartal 2021 24 Prozent weniger Gas nach Europa geliefert. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Was ist die Folge? – Die Gaspreise steigen. Ich kann mich noch an Kollegen Walter Rauch von der FPÖ erinnern: „grüne Inflation“! (Abg. Rauch: Was sonst? Preistreiber! Ihr seid Preistreiber! Das ist das Ergebnis dieser Politik ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ja, genau! In Wahrheit war es das knappe Gas, weil Putin in der Kriegsvorbereitung angefangen hat, den Gashahn zuzudrehen. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Weidinger. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Weidinger. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Schauen Sie sich das einmal an! Kollege Brandstätter von den NEOS hat vor ein paar Monaten den Vizeenergieminister der Ukraine zu uns ins Parlament eingeladen, und der hat uns erklärt, Russland hat vor der Annexion der Krim genau das Gleiche gemacht wie letztes Jahr. (Abg. Hafenecker: ... Energiepolitik!) Er hat, bevor er den Krieg angefangen hat, damit begonnen, die Gaslieferungen nach Europa zu drosseln. Das können Sie sich im Nachhinein anschauen. Russland hat im letzten Quartal 2021 24 Prozent weniger Gas nach Europa geliefert. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Was ist die Folge? – Die Gaspreise steigen. Ich kann mich noch an Kollegen Walter Rauch von der FPÖ erinnern: „grüne Inflation“! (Abg. Rauch: Was sonst? Preistreiber! Ihr seid Preistreiber! Das ist das Ergebnis dieser Politik ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ja, genau! In Wahrheit war es das knappe Gas, weil Putin in der Kriegsvorbereitung angefangen hat, den Gashahn zuzudrehen. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Weidinger. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Hat die Energieministerin das gemacht?
Das Problem – wenn ich höre Gaspreisdeckel, was es in Deutschland übrigens nicht gibt (Abg. Belakowitsch: Hat die Energieministerin das gemacht?), die diskutieren so etwas Ähnliches, wie wir es jetzt mit dem Strom gemacht haben, eine Preisbremse – ist, und da müssen wir einfach sehr vorsichtig sein (Abg. Rauch: Ihr tut Kohle abbauen! ... Green Jobs!), Kollegin Meinl-Reisinger hat es ja richtig erwähnt: Die Preise spiegeln einfach eine Knappheit und eine Unsicherheit auf den Märkten wider. (Abg. Kickl: Ja, und woher kommt denn die Unsicherheit?) Wenn wir in einer Situation, wo Gas am Markt knapp ist, den Verbrauch künstlich subventionieren, dann ist trotzdem das Gas knapp. Was passiert? – Uns wird das Gas irgendwann einmal ausgehen. Deswegen
Abg. Belakowitsch: Alles sehr kompliziert, ja! – Abg. Angerer: In die ihr uns gebracht habt!
Wir sind in einer verdammt schwierigen Situation, in der wir uns hier alle befinden. (Abg. Belakowitsch: Alles sehr kompliziert, ja! – Abg. Angerer: In die ihr uns gebracht habt!) Ich würde mir in der Diskussion wirklich mehr Sachlichkeit wünschen. Sie sehen auch, dass dort, wo die Sozialdemokrat:innen auf europäischer Ebene in Regierungsverantwortung sind, diese Diskussion sachlicher geführt wird. Ich würde mir das auch hier wünschen, denn ich glaube, wir sind uns einig, dass wir uns in der schwersten Energiekrise seit Ende des Zweiten Weltkrieges befinden, und wir müssen diesen Winter gut überstehen. (Abg. Belakowitsch: Nach dem Winter kommt wieder ein Winter!)
Abg. Belakowitsch: Nach dem Winter kommt wieder ein Winter!
Wir sind in einer verdammt schwierigen Situation, in der wir uns hier alle befinden. (Abg. Belakowitsch: Alles sehr kompliziert, ja! – Abg. Angerer: In die ihr uns gebracht habt!) Ich würde mir in der Diskussion wirklich mehr Sachlichkeit wünschen. Sie sehen auch, dass dort, wo die Sozialdemokrat:innen auf europäischer Ebene in Regierungsverantwortung sind, diese Diskussion sachlicher geführt wird. Ich würde mir das auch hier wünschen, denn ich glaube, wir sind uns einig, dass wir uns in der schwersten Energiekrise seit Ende des Zweiten Weltkrieges befinden, und wir müssen diesen Winter gut überstehen. (Abg. Belakowitsch: Nach dem Winter kommt wieder ein Winter!)
Abg. Kickl: Ach bitte! Da haben Sie aber einiges verschlafen! – Abg. Stefan: Wirklich? Am Balkan? – Abg. Kickl: Und in Belgrad? Das war nichts? – Abg. Belakowitsch: Hat der Balkan nicht zu Europa gehört?
Bundesminister für Arbeit und Wirtschaft Mag. Dr. Martin Kocher: Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Frau Bundesministerin! Werte Abgeordnete! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir erleben den ersten Angriff auf eine souveräne Republik in Europa seit 1945. Das ist 500 Kilometer vor unserer Haustür. (Abg. Kickl: Ach bitte! Da haben Sie aber einiges verschlafen! – Abg. Stefan: Wirklich? Am Balkan? – Abg. Kickl: Und in Belgrad? Das war nichts? – Abg. Belakowitsch: Hat der Balkan nicht zu Europa gehört?) – Dann werden wir Gegenbeispiele gerne hören. Es ist tatsächlich der erste seit 1945. Das war ein Krieg innerhalb eines Landes, aber darüber können wir - - (Abg. Kickl: Ach wirklich? Die amerikanischen Bomben auf Belgrad, das war ein Krieg innerhalb eines Landes? – Ruf bei der FPÖ: Die US-Luftwaffe war Teil der kroatischen Armee! – Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Da ist aber einiges passiert in der Zwischenzeit!
Es war ein Angriff auf ein Land, das 1991 mit über 90 Prozent für seine Unabhängigkeit gestimmt hat – übrigens auch in den Regionen, die jetzt von der Annexion durch Russland bedroht sind. (Abg. Belakowitsch: Da ist aber einiges passiert in der Zwischenzeit!) Ich glaube, das ist eine Zäsur, die wir da erleben, und es wird vieles nicht mehr so werden, wie es vor dem 24.2.2022 der Fall war. (Abg. Belakowitsch: Bei uns auch nicht dank Ihrer ...!)
Abg. Belakowitsch: Bei uns auch nicht dank Ihrer ...!
Es war ein Angriff auf ein Land, das 1991 mit über 90 Prozent für seine Unabhängigkeit gestimmt hat – übrigens auch in den Regionen, die jetzt von der Annexion durch Russland bedroht sind. (Abg. Belakowitsch: Da ist aber einiges passiert in der Zwischenzeit!) Ich glaube, das ist eine Zäsur, die wir da erleben, und es wird vieles nicht mehr so werden, wie es vor dem 24.2.2022 der Fall war. (Abg. Belakowitsch: Bei uns auch nicht dank Ihrer ...!)
Abg. Belakowitsch: Wie war das mit den Klein- und Großverdienern? Wollen Sie das einmal erklären? – Ruf bei der ÖVP: Jetzt hören Sie doch zu und schreien Sie nicht immer hinein!
Europa hat auf diesen Angriffskrieg reagiert. Es hat klug reagiert. Es gab ganz klar die europäische Antwort, was rote Linien und die Sanktionen betrifft. (Abg. Belakowitsch: Wie war das mit den Klein- und Großverdienern? Wollen Sie das einmal erklären? – Ruf bei der ÖVP: Jetzt hören Sie doch zu und schreien Sie nicht immer hinein!) Es war auch klar, dass man sich nicht in einen Krieg hineinziehen lässt, aber es ist auch klar, dass es sowohl wirtschaftliche als auch moralische Voraussetzungen gibt, um auf eine solche Aggression zu reagieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Bitte reden Sie nicht von Moral!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Bitte reden Sie nicht von Moral!
Europa hat auf diesen Angriffskrieg reagiert. Es hat klug reagiert. Es gab ganz klar die europäische Antwort, was rote Linien und die Sanktionen betrifft. (Abg. Belakowitsch: Wie war das mit den Klein- und Großverdienern? Wollen Sie das einmal erklären? – Ruf bei der ÖVP: Jetzt hören Sie doch zu und schreien Sie nicht immer hinein!) Es war auch klar, dass man sich nicht in einen Krieg hineinziehen lässt, aber es ist auch klar, dass es sowohl wirtschaftliche als auch moralische Voraussetzungen gibt, um auf eine solche Aggression zu reagieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Bitte reden Sie nicht von Moral!)
Abg. Belakowitsch: Für Österreich ...!
Wir kommen zu den Sanktionen. Es wurde schon erwähnt, es gibt sieben Sanktionspakete: sechs und ein halbes siebtes. Was machen diese Sanktionen? – Sie machen zwei Dinge. Es sind Sanktionen gegen Individuen, die im Umfeld der Elite, der russischen Elite, von diesem Krieg profitieren (Abg. Belakowitsch: Für Österreich ...!) – dagegen kann niemand etwas haben –, und es sind Sanktionen, die die Möglichkeit Russlands einschränken, weiter Krieg zu führen: auf Hochtechnologie, auf militärische Güter, auf Dual-Use-Güter. Auch dagegen kann niemand etwas haben, weil alles, was wir hier nicht tun würden, zu mehr Leid, zu mehr Zerstörung und zu mehr Vernichtung in der Ukraine führen würde. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Das wünschen Sie sich!
Währungsfonds. Es wird also ein Schrumpfen um 3 bis 12 Prozent geben. (Abg. Belakowitsch: Das wünschen Sie sich!)
Abg. Belakowitsch: Unglaublich!
Ungefähr 1 100 internationale Firmen haben Russland verlassen. Die haben ungefähr 30 Prozent der Beschäftigten von Russland beschäftigt. (Abg. Belakowitsch: Unglaublich!) Es gibt einen Braindrain. Viele junge Leute verlassen Russland. Die Sanktionen treffen Russland wirtschaftlich hart.
Abg. Belakowitsch: Auch wirtschaftlich hart! – Abg. Wurm: Lose-lose nennt man das!
Was passiert derzeit in der Europäischen Union? (Abg. Belakowitsch: Auch wirtschaftlich hart! – Abg. Wurm: Lose-lose nennt man das!) – Ja, es gibt massive Folgen. Allerdings wächst die Wirtschaft in der Europäischen Union dieses Jahr um 2,7 Prozent, und in Österreich wird sie – die neuen Prognosen werden diese Woche präsentiert – nach den letzten Prognosen um 4 Prozent wachsen. (Abg. Belakowitsch: Wie war das mit ... Prognosen? Wie oft haben Sie die revidieren müssen?)
Abg. Belakowitsch: Wie war das mit ... Prognosen? Wie oft haben Sie die revidieren müssen?
Was passiert derzeit in der Europäischen Union? (Abg. Belakowitsch: Auch wirtschaftlich hart! – Abg. Wurm: Lose-lose nennt man das!) – Ja, es gibt massive Folgen. Allerdings wächst die Wirtschaft in der Europäischen Union dieses Jahr um 2,7 Prozent, und in Österreich wird sie – die neuen Prognosen werden diese Woche präsentiert – nach den letzten Prognosen um 4 Prozent wachsen. (Abg. Belakowitsch: Wie war das mit ... Prognosen? Wie oft haben Sie die revidieren müssen?)
Abg. Belakowitsch: Ist sie nicht gegeben, wenn Sie sie herstellen müssen?
Der erste Punkt ist, alles zu tun, um die Energieversorgungssicherheit in Österreich herzustellen. (Abg. Belakowitsch: Ist sie nicht gegeben, wenn Sie sie herstellen müssen?) Wir haben heute einen Speicherstand von 79,77 Prozent (Abg. Leichtfried: Haben Sie schon gesagt!), Kollege Hammer hat das schon gesagt. Es gibt eine Reihe von anderen Maßnahmen. (Präsident Sobotka übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Belakowitsch: ... Wettkampf, wer der nächste Kanzler wird! – Abg. Loacker: ... Gießkanne!
Der Energiekostenzuschuss wird auf alle Unternehmen anwendbar sein. (Abg. Kickl: Wie lange wird denn die schwierige Phase dauern?) Wir werden im Rahmen dieses Paketes einen Teil der Mehrkosten für Unternehmen in allen Größen abfedern können. (Abg. Belakowitsch: ... Wettkampf, wer der nächste Kanzler wird! – Abg. Loacker: ... Gießkanne!) Es wird für die ganz Kleinen Speziallösungen geben, es wird auch für diejenigen, die es besonders schwer haben – wir reden von einer Verfünffachung der Energiekosten! –, die aber vielleicht nicht ganz so energieintensiv arbeiten, trotzdem eine kleine Unterstützung geben. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Ich glaube, dass angesichts der disruptiven Entwicklung, die wir erleben, eine Förderung für unsere Unternehmen absolut gerechtfertigt ist. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Leichtfried: Ja, das ist aber neu! Das war Monate ganz anders! Da gibt es Protokolle dafür! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ich teile die Befürchtung, die die Frau Klubobfrau der NEOS am Pult auch geäußert hat, dass wir mit diesen hohen Energiekosten auf Dauer die europäische Wettbewerbsfähigkeit gefährden. Umso wichtiger ist es jetzt, gemeinsam – auch der Herr Vizekanzler hat es gesagt, die Frau Europaministerin hat es gesagt, der Bundeskanzler setzt sich massiv dafür ein – auf europäischer Ebene zu einer Entkoppelung von Strom- und Gaspreis zu kommen, um damit die Preise zu senken (Abg. Leichtfried: Ja, das ist aber neu! Das war Monate ganz anders! Da gibt es Protokolle dafür! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und das
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich glaube, dass diese Zeiten, die durchaus für viele schwierig sind, ein Anlass sein sollten, bei diesen Fragen auch gemeinsam an dieser Entkoppelung zu arbeiten. (Abg. Leichtfried: Ja, so wie ... Energiesprecher der Regierungsparteien! Genau!) Ich hoffe sehr, dass wir dafür Partner finden, und genauso natürlich auch dafür, wenn wir daran arbeiten, dass wir die Lage in der Ukraine befrieden. Alle wollen Frieden, alle wünschen sich Frieden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das ist natürlich das, was wir alle wollen, aber im Moment müssen wir in Österreich und in Europa die Folgen dieses schrecklichen Angriffskriegs abfedern. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Oje!
beim Wirtschaftswachstum verzeichnen, allerdings sehen wir, wenn wir nach Deutschland schauen, ganz deutlich, dass dort kein Wachstum mehr vorhanden ist. (Abg. Belakowitsch: Oje!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Diese Maßnahmen zeigen ganz deutlich, dass diese Bundesregierung ihre Verantwortung sehr wohl wahrnimmt. Mit unseren Paketen brauchen wir uns in Europa nämlich wirklich nicht zu verstecken, sondern ganz im Gegenteil: Wir sind Spitzenreiter in der Geschwindigkeit und in der Wirkung der Entlastungsmaßnahmen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es gibt nur ein Land in ganz Europa, das mehr Unterstützung auszahlt als Österreich, und das ist Luxemburg. Wenn ich mir aber die Berichterstattung im „Kurier“ anschaue, wonach wir in Österreich 4 000 Euro pro Kopf ausgeben – im Vergleich dazu Deutschland nur 2 000 Euro –, brauchen wir uns auch da nicht zu verstecken. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Diese Maßnahmen zeigen ganz deutlich, dass diese Bundesregierung ihre Verantwortung sehr wohl wahrnimmt. Mit unseren Paketen brauchen wir uns in Europa nämlich wirklich nicht zu verstecken, sondern ganz im Gegenteil: Wir sind Spitzenreiter in der Geschwindigkeit und in der Wirkung der Entlastungsmaßnahmen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es gibt nur ein Land in ganz Europa, das mehr Unterstützung auszahlt als Österreich, und das ist Luxemburg. Wenn ich mir aber die Berichterstattung im „Kurier“ anschaue, wonach wir in Österreich 4 000 Euro pro Kopf ausgeben – im Vergleich dazu Deutschland nur 2 000 Euro –, brauchen wir uns auch da nicht zu verstecken. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Morgen wollen Sie hier eine Sondersitzung abhalten, eine Sondersitzung im Interesse von Wladimir Putin (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch); Sie als angelobter Abgeordneter dieser Republik, angelobt auf diese Republik und aufs Wohl dieser Bevölkerung! Wenn Sie das machen, Herr Kickl, dann machen Sie sich hier morgen zum Agenten einer ausländischen Kraft (Abg. Kickl: Herr Reimon, bei Ihnen fällt das schon unter ...! – Abg. Amesbauer: Sie sind ja nicht zurechnungsfähig! – Abg. Kickl: Bei Ihnen fällt das schon unter mangelnde Zurechnungsfähigkeit! – Abg. Amesbauer: Lassen Sie Ihren Geisteszustand untersuchen!), dann sind Sie rücktrittsreif, Herr Kickl! (Präsident Sobotka gibt erneut das Glockenzeichen.)
Abg. Belakowitsch: Ach so, wirklich? – Abg. Leichtfried: Da war gar nichts klar!
Bundesminister Martin Kocher hat klar festgehalten, dass die Summen, die hier beschlossen werden, bei den Menschen ankommen (Abg. Belakowitsch: Ach so, wirklich? – Abg. Leichtfried: Da war gar nichts klar!): 1,3 Milliarden Euro für die Wirtschaft, für energieintensive Unternehmen; für die Haushalte gibt es ein
Abg. Belakowitsch: Sie sind nicht einmal in der Lage zuzuhören! – Abg. Rauch: Sinnerfassend zuhören! Sinnerfassend zuhören!
Kollege Kassegger hat vorhin wortreich darzustellen versucht, warum der russische Weg der richtige für Österreich wäre, nur ist er Antworten ganz klar schuldig geblieben. (Abg. Belakowitsch: Sie sind nicht einmal in der Lage zuzuhören! – Abg. Rauch: Sinnerfassend zuhören! Sinnerfassend zuhören!) – Sie vertrauen Wladimir Putin – demjenigen, der noch im Februar dieses Jahres gesagt hat, es handle sich nur um eine Truppenübung; einen Tag später sind dann die Truppen in die Ukraine eingefallen –, der gesagt hat, nein, er werde Energie niemals als Waffe einsetzen. Jetzt erfreut er sich daran, dass die europäischen Strommärkte verrücktspielen. (Abg. Belakowitsch: Schade, dass Sie nicht zuhören ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Schade, dass Sie nicht zuhören ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Kollege Kassegger hat vorhin wortreich darzustellen versucht, warum der russische Weg der richtige für Österreich wäre, nur ist er Antworten ganz klar schuldig geblieben. (Abg. Belakowitsch: Sie sind nicht einmal in der Lage zuzuhören! – Abg. Rauch: Sinnerfassend zuhören! Sinnerfassend zuhören!) – Sie vertrauen Wladimir Putin – demjenigen, der noch im Februar dieses Jahres gesagt hat, es handle sich nur um eine Truppenübung; einen Tag später sind dann die Truppen in die Ukraine eingefallen –, der gesagt hat, nein, er werde Energie niemals als Waffe einsetzen. Jetzt erfreut er sich daran, dass die europäischen Strommärkte verrücktspielen. (Abg. Belakowitsch: Schade, dass Sie nicht zuhören ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.
Das, was die FPÖ vorschlägt, führt dazu, dass Österreich zu einem Vasallenstaat wird. Damit unterstützen Sie nur innere Konflikte in Österreich. Sie schwächen die Position Österreichs innerhalb Europas. Sie vertreten nicht die österreichischen Interessen, sondern Sie verkaufen sie an Wladimir Putin. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.)
Abg. Belakowitsch: Wer hat die beachtet?
Der Bundeskanzler hat gestern in einer vielbeachteten Rede anlässlich des Festaktes zu Leopold Figls 120. Geburtstag daran erinnert (Abg. Belakowitsch: Wer hat die beachtet?), dass die Katastrophe des Zweiten Weltkrieges dadurch ausgelöst wurde, dass demokratisch gewählte Parteien in einem solchem Konflikt miteinander waren, dass sie nicht mehr in der Lage waren, gemeinsam Lösungen für die Menschen zusammenzubringen. (Abg. Belakowitsch: Wer hat diese Rede überhaupt beachtet? – Zwischenruf des Abg. Rauch.) Es wurde Misstrauen gesät. Leopold Figl und die Gründergeneration der Zweiten Republik haben das Miteinander, den Austausch und die Partnerschaft zu einem Prinzip erhoben, dank dessen Österreich auf eine Erfolgsspur gekommen ist. (Abg. Belakowitsch: Die würden sich im Grab umdrehen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Wer hat diese Rede überhaupt beachtet? – Zwischenruf des Abg. Rauch.
Der Bundeskanzler hat gestern in einer vielbeachteten Rede anlässlich des Festaktes zu Leopold Figls 120. Geburtstag daran erinnert (Abg. Belakowitsch: Wer hat die beachtet?), dass die Katastrophe des Zweiten Weltkrieges dadurch ausgelöst wurde, dass demokratisch gewählte Parteien in einem solchem Konflikt miteinander waren, dass sie nicht mehr in der Lage waren, gemeinsam Lösungen für die Menschen zusammenzubringen. (Abg. Belakowitsch: Wer hat diese Rede überhaupt beachtet? – Zwischenruf des Abg. Rauch.) Es wurde Misstrauen gesät. Leopold Figl und die Gründergeneration der Zweiten Republik haben das Miteinander, den Austausch und die Partnerschaft zu einem Prinzip erhoben, dank dessen Österreich auf eine Erfolgsspur gekommen ist. (Abg. Belakowitsch: Die würden sich im Grab umdrehen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Die würden sich im Grab umdrehen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Der Bundeskanzler hat gestern in einer vielbeachteten Rede anlässlich des Festaktes zu Leopold Figls 120. Geburtstag daran erinnert (Abg. Belakowitsch: Wer hat die beachtet?), dass die Katastrophe des Zweiten Weltkrieges dadurch ausgelöst wurde, dass demokratisch gewählte Parteien in einem solchem Konflikt miteinander waren, dass sie nicht mehr in der Lage waren, gemeinsam Lösungen für die Menschen zusammenzubringen. (Abg. Belakowitsch: Wer hat diese Rede überhaupt beachtet? – Zwischenruf des Abg. Rauch.) Es wurde Misstrauen gesät. Leopold Figl und die Gründergeneration der Zweiten Republik haben das Miteinander, den Austausch und die Partnerschaft zu einem Prinzip erhoben, dank dessen Österreich auf eine Erfolgsspur gekommen ist. (Abg. Belakowitsch: Die würden sich im Grab umdrehen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Das ist keine Fragestunde!
Wir benötigen alle demokratisch legitimierten Kräfte dieses Hauses, um diesen Weg gemeinsam zu gehen, und daher erneuere ich die Einladung, die Abgeordneter Lopatka hier ausgesprochen hat. Ich möchte die drei Fragen noch einmal stellen, weil sie von der FPÖ nicht beantwortet wurden. (Abg. Belakowitsch: Das ist keine Fragestunde!) Ich beginne mit der ersten Frage: Herr Klubobmann Kickl, haben auch Sie, wie der Chef der bosnisch-serbischen
Abg. Belakowitsch: Wer ist Johannes Gudenus? Den kenne ich nicht!
Meine zweite Frage, also die zweite Frage von Kollegen Lopatka: Sehen Sie die Referenden der letzten Woche auch so positiv, wie Ihr Vorgänger Johannes Gudenus jenes auf der Krim gesehen hat? (Abg. Belakowitsch: Wer ist Johannes Gudenus? Den kenne ich nicht!) Laut ihm gab es keinen Druck, keine Einschüchterungen und kein Zwang. Entspricht das auch Ihrer Sicht der vier Referenden der letzten Woche?
Abg. Rauch: Musst du jetzt die ÖVP korrigieren? – Abg. Belakowitsch: Korrigierst du die ÖVP?
Abgeordneter Lukas Hammer (Grüne): Herr Präsident! (Abg. Rauch: Musst du jetzt die ÖVP korrigieren? – Abg. Belakowitsch: Korrigierst du die ÖVP?) Kollege Schroll hat vorhin sinngemäß behauptet, dass unter dieser Bundesregierung bei den Erneuerbaren nichts weitergeht und kein Wind- und kein Fotovoltaikpark gebaut wurde, also dass beim Ökostromausbau nichts weitergeht. (Abg. Leichtfried: Herr Präsident, das ist keine tatsächliche Berichtigung! – Zwischenruf des Abg. Schroll.)
Abg. Belakowitsch: Das war nicht an der Grenze, das war gar nichts! – Abg. Leichtfried: Also Herr Präsident, das war keine, bei aller Liebe! Das war das, was wir in der letzten Präsidiale besprochen haben!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Das war an der Grenze zur tatsächlichen Berichtigung. (Abg. Belakowitsch: Das war nicht an der Grenze, das war gar nichts! – Abg. Leichtfried: Also Herr Präsident, das war keine, bei aller Liebe! Das war das, was wir in der letzten Präsidiale besprochen haben!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Fürst und Belakowitsch. – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Quatsch!
Wladimir Putin führt einen rücksichtslosen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Wie jedes andere Land auf dieser Welt hat auch die Ukraine ein Recht auf Selbstverteidigung. Sie, Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ, stellen sich gegen dieses Recht auf Selbstverteidigung. Sie lehnen die EU-Sanktionen gegen Russland ab. Sie stellen sich auch gegen die militärischen Hilfen für die Ukraine und damit einmal mehr direkt an die Seite von Putin. (Zwischenrufe der Abgeordneten Fürst und Belakowitsch. – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Quatsch!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: ... Wissenschaftsleugner!
Sie wollen, dass wir die Ukraine wehrlos dem Aggressor überlassen, einem Diktator, der Verwüstung, Leid und Tod über dieses Land bringt (Abg. Hafenecker: Der hat auf Sie gewartet ...! Genau auf Sie!), einem Despoten, der die Bürger und Bürgerinnen dieses Landes als Kanonenfutter in den Tod schickt, der nach Scheinreferenden die Annexion ukrainischer Gebiete verkündet und offen mit dem Einsatz von Atomwaffen droht. Sie wollen, dass wir die Ukraine diesem Despoten überlassen. Ich will das nicht. Wir im österreichischen Parlament wollen das nicht. Europa will das nicht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: ... Wissenschaftsleugner!)
Abg. Belakowitsch: Nein, das macht ihr eben nicht!
Das Hohe Haus, das österreichische Parlament und Europa – wir stehen Seite an Seite mit den mutigen Ukrainerinnen und Ukrainern, die ihr Land tagtäglich verteidigen. (Abg. Wurm: Seite an Seite? Nein, Sie sitzen in Österreich!) Wir stehen auf der Seite der couragierten Demonstrantinnen und Demonstranten in Russland (Abg. Belakowitsch: Nein, das macht ihr eben nicht!), die jeden Tag gegen Putins Krieg und für den Frieden auf die Straße gehen. Wir stehen auf der Seite derer, die in einem Krieg von diesem Despoten nicht als Kanonenfutter missbraucht werden und den Tod finden wollen.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS. – Abg. Belakowitsch: Aber Sie sind nicht mutig!
All diese Menschen riskieren ihre Freiheit, sie riskieren ihr eigenes Leben. Wir sehen das, wir stehen an ihrer Seite und wir verneigen uns vor ihrer Courage und vor ihrem Mut. Das tun wir heute im Hohen Haus. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS. – Abg. Belakowitsch: Aber Sie sind nicht mutig!) – Frau Belakowitsch, wenn Sie etwas zu sagen haben, melden Sie sich gerne zu Wort!
Abg. Belakowitsch: Falsch! Auch falsch!
Auf der anderen Seite stehen Tod, Schmerz, Zerstörung, eine drohende globale Hungersnot und ein skrupelloser Diktator, der all das verantwortet. Ich muss Sie, Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ, erst gar nicht fragen, auf welcher Seite Sie stehen, denn ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Ich habe es Ihnen mitgebracht. Wir erinnern uns alle daran (ein Foto, auf dem Karin Kneissl in ihrem Hochzeitskleid, einen Knicks vor Wladimir Putin machend, abgebildet ist, in die Höhe haltend), wie FPÖ-Außenministerin Karin Kneissl (Abg. Belakowitsch: Falsch! Auch falsch!) vor Putin auf die Knie gefallen ist. (Ruf bei der FPÖ: Da war der Kurz auch dabei!) Die Freiheitliche Partei liegt dem russischen Diktator wortwörtlich zu Füßen (Ruf bei der FPÖ: Haben Sie jemals einen Tanzkurs gemacht?) und apportiert brav die Propaganda, die vom Kreml gestreut wird, direkt nach Österreich hinein. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Das Nächste – leider ist Herr Kickl nicht da –: Herr Kickl spielt ja gerne den Intellektuellen. Also er hat die großen Ideen und er weiß, wie man was macht. Wissen Sie, was Sie mit Herrn Kickl machen? – Sie plappern das nach, was in den Trollfabriken des Herrn Putin ausgedacht wird. (Der Redner hält ein Buch von Jessikka Aro mit dem Titel „Putins Armee der Trolle · Der Informationskrieg des Kreml gegen die demokratische Welt“ in die Höhe.) Das plappern Sie nach. Ich sage Ihnen ein paar Beispiele: Die Sanktionen schaden der EU mehr; die Russen, die leben in der Ukraine, und die armen Russen – nein, das sind Ukrainer und Ukrainerinnen, die russisch sprechen! –; es gibt keine ukrainische Nation; die Nato, die USA sind schuld, die haben angegriffen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch); der liberale Westen ist dekadent. – Das lese ich alles bei Ihnen auf Facebook. (Abg. Rauch: Wer schreibt denn das?)
Abg. Belakowitsch: Ja, sind wir eh!
Nein, meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie können gegen die Amerikaner sagen, was Sie wollen, aber seien Sie froh, dass es einen amerikanischen Atomschirm gibt! (Abg. Belakowitsch: Ja, sind wir eh!) Die würden uns im Zweifel noch beschützen und sonst niemand – und sonst niemand! (Abg. Stefan: ... Atombomben runterfallen! Wir sind das Zielgebiet Nummer eins für diese Atombomben ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Und deswegen müssen wir dafür sorgen, dass wir uns in Europa gemeinsam verteidigen können. Wir in Österreich können es nicht alleine. Das können wir nur gemeinsam. (Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ja, ist schon gut.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Also wir machen heute eine Sondersitzung, bei der das Thema Energie ist und der Kanzler eine Erklärung abgeben will. Es ist kein Kanzler da, es ist keine Bundesministerin für Energie da, und der Herr Nationalratspräsident war auch nicht da, darum ist die Sitzung auf 15 Uhr verschoben worden. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Also das ist der Stil, das passiert, wenn die niederösterreichische ÖVP und der Stil der niederösterreichischen ÖVP im Bund (Mei-Rufe bei der ÖVP) um sich greifen. (Abg. Zarits: ... SPÖ Niederösterreich!) – Ja, genau. Danke schön. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Wöginger: Jetzt dürfts ihr euch einmal ein wenig zusammenreißen! – in Richtung Abg. Belakowitsch –: Ja, gerade du! Schreit den ganzen Tag!
Abgeordneter Scherak wäre am Wort. (Abg. Leichtfried: Er ist sogar am Wort!) Es wäre schön, wenn Sie alle zuhören würden. – Bitte. (Abg. Wöginger: Jetzt dürfts ihr euch einmal ein wenig zusammenreißen! – in Richtung Abg. Belakowitsch –: Ja, gerade du! Schreit den ganzen Tag!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
wird, und eine Flüchtlingskrise, die in vielen Ländern, vor allem in den unsolidarisch betroffenen Ländern, eigentlich einen gesellschaftlichen Umbau zur Folge hatte? Haben Sie das gemeint, Frau Bundesminister? Oder haben Sie die Coronakrise gemeint, in der die Europäische Union bis zum heutigen Tag herumdilettiert, dass die Tür nicht zugeht? Haben Sie das gemeint? Also wo ist die Krisenlösungskompetenz der Europäischen Union? – Ich habe sie bis jetzt noch nicht gefunden, vielleicht können Sie sie noch nachliefern! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ja! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter August Wöginger (fortsetzend): Ist es okay, wenn wir uns darauf einigen: Es hat eine Abstimmung gegeben, ob die allgemeine Wehrpflicht in Österreich weiterhin beibehalten wird oder nicht. (Abg. Lausch: Das ist etwas anderes! Aber nicht die ÖVP!) Können wir uns auf das verständigen? (Abg. Belakowitsch: Ja! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Und wir als ÖVP haben
Abg. Belakowitsch: Ja, ja, alle!
das unterstützt (Abg. Belakowitsch: Ja, ja, alle!), sowohl in Richtung Wehrdienst als auch in Richtung Wehrersatzdienst.
Sitzung Nr. 176
Abg. Belakowitsch: Beeindruckend! Hat nur keiner mitgekriegt! – Abg. Leichtfried: Ja, aber die Redezeit ist schon aus!
Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Meine sehr geehrten Damen und Herren vor den Fernsehschirmen! Wir werden und müssen als Bundesregierung auch in Zukunft alles tun, um Wohlstand und Sicherheit in Österreich bestmöglich zu gewährleisten und zu garantieren. Wir haben uns mit den Sanktionen für eine klare Haltung gegenüber dem Wahnsinn Putins entschieden. Und auch das – und damit komme ich wieder auf diese beeindruckende Rede unseres Bundeskanzlers (Abg. Belakowitsch: Beeindruckend! Hat nur keiner mitgekriegt! – Abg. Leichtfried: Ja, aber die Redezeit ist schon aus!) letzten Sonntag zum 120. Geburtstag von Leopold Figl – hat unser Bundeskanzler gesagt: Haltung zeigen! Gerade in einer Zeit, in der Menschen Angst und Sorge haben, gerade jetzt wird von uns verlangt, Haltung zu zeigen und auch Haltung klarzumachen. Die Verwechslung von Ursache und Wirkung ist reine Propaganda, und leider wird diese simple Erzählung allzu leicht von Populisten aufgegriffen und weitergegeben. Genau dagegen müssen wir gemeinsam geschlossen auftreten, denn es ist gleichermaßen gefährlich für Freiheit, Sicherheit und Demokratie.
Abg. Belakowitsch: Ein Wahnsinn!
Wie ich schon ausgeführt habe, stehen wir für eine sehr klare und konsequente Politik im Asyl- und Migrationsbereich und für eine strikte Trennung zwischen dem Grundrecht auf Asyl und Migration. Wir haben heuer bereits einen Rekordwert an abgelehnten und eingestellten Anträgen, nämlich mit 31 500 mehr als die Hälfte, wie ich bereits ausgeführt habe. Gemeinsam mit unseren Nachbarländern treten wir für einen verstärkten Außengrenzschutz und für Verfahren in sicheren Drittstaaten ein, und der Kampf gegen die Schleppermafia stellt einen wesentlichen Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit dar. Mehr als 400 Schlepper wurden in diesem Jahr bereits festgenommen. (Abg. Belakowitsch: Ein Wahnsinn!)
Abg. Belakowitsch: „Auf Schutz verzichtet“ ...!
Gemeint war, dass sich 15 000 Asylwerber dem behördlichen Verfahren entzogen haben und damit auf Schutz verzichtet haben. (Abg. Belakowitsch: „Auf Schutz verzichtet“ ...!)
Abg. Belakowitsch: Die haben einfach nur auf ihren Schutz verzichtet, hat der Minister gesagt!
haben sich dem Asylverfahren entzogen, sind weg. (Abg. Kickl: Auf Schutz verzichtet!) Niemand weiß, wo die sind, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Belakowitsch: Die haben einfach nur auf ihren Schutz verzichtet, hat der Minister gesagt!) – Die haben auf ihren Schutz verzichtet, genau. Die sind irgendwo als U-Boote unterwegs.
Abg. Belakowitsch: Ja, wir sind auch neutral!
Ich komme damit auch zum Thema Ukrainekriegssanktionen. Ich kenne kein einziges Argument von Putin, das die FPÖ hier nicht wiederholt. Sie erzählen die Geschichte Putins zu diesem Krieg, und somit weiß man auch, auf wessen Seite Sie stehen. (Abg. Kickl: Ich glaub’, Sie haben schon wieder nicht zugehört! Das linke Ohr ist das gegenüberliegende vom rechten, und beide sollte man offen haben! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ich höre Ihnen sehr genau zu und ich höre von Ihnen nur ein großes Verständnis für Putin. Sie sagen nur, was alles nicht funktionieren soll (Zwischenruf der Abg. Steger): Sanktionen funktionieren nicht, Sie sind gegen Waffenlieferung (Abg. Belakowitsch: Ja, wir sind auch neutral!) – ja, ja (Abg. Belakowitsch: Nichts ja, ja! Sie täten ja gerne die Neutralität abschaffen, das wissen wir ja!) –, Sie sind dagegen, dass der Bundeskanzler Gespräche aufnimmt. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) – Nein, doch. Als er mit Putin gesprochen hat, haben Sie laut geschrien: Das kann alles nicht sein! (Ruf bei der FPÖ: Gar nicht!)
Abg. Belakowitsch: Nichts ja, ja! Sie täten ja gerne die Neutralität abschaffen, das wissen wir ja!
Ich komme damit auch zum Thema Ukrainekriegssanktionen. Ich kenne kein einziges Argument von Putin, das die FPÖ hier nicht wiederholt. Sie erzählen die Geschichte Putins zu diesem Krieg, und somit weiß man auch, auf wessen Seite Sie stehen. (Abg. Kickl: Ich glaub’, Sie haben schon wieder nicht zugehört! Das linke Ohr ist das gegenüberliegende vom rechten, und beide sollte man offen haben! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ich höre Ihnen sehr genau zu und ich höre von Ihnen nur ein großes Verständnis für Putin. Sie sagen nur, was alles nicht funktionieren soll (Zwischenruf der Abg. Steger): Sanktionen funktionieren nicht, Sie sind gegen Waffenlieferung (Abg. Belakowitsch: Ja, wir sind auch neutral!) – ja, ja (Abg. Belakowitsch: Nichts ja, ja! Sie täten ja gerne die Neutralität abschaffen, das wissen wir ja!) –, Sie sind dagegen, dass der Bundeskanzler Gespräche aufnimmt. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) – Nein, doch. Als er mit Putin gesprochen hat, haben Sie laut geschrien: Das kann alles nicht sein! (Ruf bei der FPÖ: Gar nicht!)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Ich komme damit auch zum Thema Ukrainekriegssanktionen. Ich kenne kein einziges Argument von Putin, das die FPÖ hier nicht wiederholt. Sie erzählen die Geschichte Putins zu diesem Krieg, und somit weiß man auch, auf wessen Seite Sie stehen. (Abg. Kickl: Ich glaub’, Sie haben schon wieder nicht zugehört! Das linke Ohr ist das gegenüberliegende vom rechten, und beide sollte man offen haben! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ich höre Ihnen sehr genau zu und ich höre von Ihnen nur ein großes Verständnis für Putin. Sie sagen nur, was alles nicht funktionieren soll (Zwischenruf der Abg. Steger): Sanktionen funktionieren nicht, Sie sind gegen Waffenlieferung (Abg. Belakowitsch: Ja, wir sind auch neutral!) – ja, ja (Abg. Belakowitsch: Nichts ja, ja! Sie täten ja gerne die Neutralität abschaffen, das wissen wir ja!) –, Sie sind dagegen, dass der Bundeskanzler Gespräche aufnimmt. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) – Nein, doch. Als er mit Putin gesprochen hat, haben Sie laut geschrien: Das kann alles nicht sein! (Ruf bei der FPÖ: Gar nicht!)
Abg. Kickl: Dieses oberlehrerhafte Getue! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Schauen wir uns den Titel an! Worum geht es? – Es geht um Sanktionen gegen Russland (Zwischenruf des Abg. Hafenecker), und es geht in Wahrheit eigentlich, wie bereits ausgeführt wurde, um den Präsidentschaftswahlkampf, aber es ist eine Sondersitzung, wie wir sie schon viele Male hier hatten, und es ist eine Diskussion, die wir auch schon viele Male hatten. (Abg. Kickl: Dieses oberlehrerhafte Getue! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Eine gute!
Aber kommen wir zurück zum eigentlichen Thema oder zu dem Thema, das zumindest im Titel dieser Sitzung vorkommt, und lassen wir uns nicht täuschen: Klubobmann Kickl hat heute hier versucht, ein paar Krokodilstränen zu vergießen, um den schlechten Eindruck, den man von der gestrigen Sitzung noch hat, nämlich dass der Freiheitlichen Partei das Schicksal der Ukrainer:innen nicht wichtig ist, sondern eigentlich egal ist, und dass es in Ihrer Stellungnahme zu diesem schrecklichen Krieg nie vorkommt, vergessen zu machen. Er hat jetzt ein paar Krokodilstränen vergossen, aber das darf nicht darüber hinwegtäuschen, welche Politik die Freiheitliche Partei hier eigentlich macht. (Abg. Belakowitsch: Eine gute!)
Abg. Belakowitsch: Sie wissen ja gar nichts!
Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen! Schauen wir der Realität ins Auge: Die Freiheitliche Partei kann und muss guten Gewissens als fünfte Kolonne Putins in Österreich bezeichnet werden. (Abg. Hafenecker: Das sagen ausgerechnet Sie als Kommunistin!) Wir erinnern uns an das Selfie aus Moskau vor dem Kreml, wo vier hochrangige FPÖ-Politiker mit stolzgeschwellter Brust ihr Foto, ihr Selfie gemacht haben, bevor oder nachdem, das weiß ich nicht genau (Abg. Belakowitsch: Sie wissen ja gar nichts!), sie den Freundschaftsvertrag mit Putins Partei Einiges Russland unterzeichnet haben. Ganz stolz waren sie darauf. (Abg. Wurm: Ein intellektuelles Armutszeugnis Ihrerseits!)
Abg. Belakowitsch: ..., sie war keine FPÖ-Ministerin!
Aber den vorläufigen Höhepunkt der Unterwerfung hat die ehemalige FPÖ-Außenministerin Karin Kneissl bei ihrer Hochzeit 2018 geliefert. (Abg. Belakowitsch: ..., sie war keine FPÖ-Ministerin!) Für den Fall, dass es jemand vergessen hat: Sie hat nicht nur Putin höchstpersönlich zu ihrer Hochzeit in die Steiermark eingeladen, nein, sie hat es auch für notwendig erachtet, vor ihm einen Knicks, ich würde sagen, nicht einmal einen Knicks, sondern einen bodentiefen Kniefall zu machen – wir erinnern uns (den Ausdruck des entsprechenden Fotos zeigend) an dieses Bild. (Rufe bei der FPÖ: Oje, oje, oje!) Diese Unterwerfungsgeste zeigt ganz genau, wes Geistes Kind diese FPÖ ist. (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der FPÖ: Sie sind ja wirklich ahnungslos!)
Abg. Kickl: Haben Sie eigentlich das Buch von Van der Bellen gelesen? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die Freiheitliche Partei ist die Partei Putins in Österreich. (Abg. Kickl: Haben Sie eigentlich das Buch von Van der Bellen gelesen? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Und Putin vertritt ein ganz klares Weltbild: Er steht für reaktionäre Werte (Abg. Stefan: Van der Bellen: 2018 Putin gratuliert und gehofft, er trifft ihn bald! Kann das sein?), er will sich ein Reich an Satellitenstaaten schaffen und tut das mit brutaler Gewalt gegen Zivilistinnen und Zivilisten, er lehnt die liberale Demokratie und die pluralistische Gesellschaft ab. (Abg. Stefan: Gratuliert Putin, Van der Bellen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Kassegger: Wir stellen uns auf die Seite der Österreicher, im Gegensatz zu euch! – Abg. Belakowitsch: Das erinnert mich an das Studentenparlament! – Rufe bei der FPÖ: Kriegstreiber!
Es ist gut so, dass Sie in Opposition sind (Beifall bei den Grünen), und es ist gut so, dass Sie in dieser Frage in der Minderheit bleiben. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kassegger: Wir stellen uns auf die Seite der Österreicher, im Gegensatz zu euch! – Abg. Belakowitsch: Das erinnert mich an das Studentenparlament! – Rufe bei der FPÖ: Kriegstreiber!)
Abg. Belakowitsch: Wenn sie überhaupt geliefert werden!
Dieser Arbeitskräftemangel führt dazu, dass Gastwirte zusätzliche Schließtage einlegen müssen, dass Unternehmen Aufträge ablehnen, dass Fotovoltaikanlagen nicht montiert werden können (Abg. Belakowitsch: Wenn sie überhaupt geliefert werden!), weshalb wir energiepolitisch auch später unabhängig sein werden. Der Arbeitskräftemangel ist also eine echte Wohlstandsbremse geworden.
Abg. Belakowitsch: Qualifizierte, das ist ...!
In den nächsten Jahren gehen geburtenstarke Jahrgänge in den Ruhestand und geburtenschwächere Jahrgänge rücken auf den Arbeitsmarkt nach. Allein dadurch werden uns noch einmal Zehntausende Arbeitskräfte fehlen. Wenn wir diese Arbeitskräfte im eigenen Land nicht haben, dann brauchen wir qualifizierte Zuwanderung. (Abg. Belakowitsch: Qualifizierte, das ist ...!) Dieses Land hat aber gar keine Zuwanderungspolitik – das ist ein Versäumnis vieler Jahre. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Belakowitsch: Wir kriegen nur keine Antworten! – Zwischenruf des Abg. Wurm.
Im Stapo-Ausschuss sind nicht nur unsere Ministerinnen und Minister anwesend, sondern auch die Nachrichtendienste, und da können wir Abgeordnete auch Fragen stellen. (Abg. Belakowitsch: Wir kriegen nur keine Antworten! – Zwischenruf des Abg. Wurm.) Das Problem ist halt, dass wir Abgeordnete da unter Geheimhaltungspflicht stehen. Wir haben heute Nachmittag, nach der Sondersitzung, noch einen Innenausschuss. (Abg. Belakowitsch: Ja, schön!) Im Innenausschuss wird es sogar eine aktuelle Aussprache mit dem Herrn Bundesminister geben.
Abg. Belakowitsch: Ja, schön!
Im Stapo-Ausschuss sind nicht nur unsere Ministerinnen und Minister anwesend, sondern auch die Nachrichtendienste, und da können wir Abgeordnete auch Fragen stellen. (Abg. Belakowitsch: Wir kriegen nur keine Antworten! – Zwischenruf des Abg. Wurm.) Das Problem ist halt, dass wir Abgeordnete da unter Geheimhaltungspflicht stehen. Wir haben heute Nachmittag, nach der Sondersitzung, noch einen Innenausschuss. (Abg. Belakowitsch: Ja, schön!) Im Innenausschuss wird es sogar eine aktuelle Aussprache mit dem Herrn Bundesminister geben.
Abg. Belakowitsch: Was wisst ihr von der ...! – Abg. Kickl: Müssts halt selber ausprobieren! – neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Österreich steht nicht allein da. Sie haben erst unlängst wieder die Wahlsiege Ihrer Schwesterpartei in Italien beklatscht, zumindest auf Social Media, das habe ich mitbekommen. Ich weiß, dass Kollege Ragger aus Ihren Reihen hervorragend italienisch spricht. Vielleicht rufen Sie Ihre Schwesterparteien einfach einmal an, vielleicht ist Ihnen einfach einmal wirklich daran gelegen, Lösungen, gemeinsame europäische Lösungen zu finden. Ich glaube, das steht Ihnen jederzeit frei und das würde auch dem entsprechen, was wir darunter verstehen, die Oppositionsrolle ernst zu nehmen (Abg. Belakowitsch: Was wisst ihr von der ...! – Abg. Kickl: Müssts halt selber ausprobieren! – neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): nämlich auch aktiv an der Sicherheit Österreichs mitzuarbeiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kickl: Na servas! – Abg. Belakowitsch: Und das ist alles, was herauskommt?
Wir machen das, sehr geehrte Damen und Herren, wir arbeiten tagtäglich an der Sicherheit der österreichischen Bevölkerung. (Abg. Kickl: Na servas! – Abg. Belakowitsch: Und das ist alles, was herauskommt?) Gestern war der Migrationsgipfel, da sind diverse Maßnahmen beschlossen worden. Zum Beispiel das, was auch Sie immer im Innenausschuss fordern, liebe Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ, nämlich dass die Visafreiheit der Serben an die europäischen Regelungen angepasst werden sollte. Ja, das wurde gestern bei dem Gipfel besprochen.
Abg. Belakowitsch: Ich glaube, Sie brauchen einen Arzt! – Zwischenruf des Abg. Wurm. – Abg. Kickl: Warten Sie ein bisschen!
Ehrlich gestanden: Ich weiß nicht, was schlimmer ist. Ich weiß nur eines: Es ist sehr, sehr gut, dass Sie in diesem Land nicht mehr regieren. (Abg. Belakowitsch: Ich glaube, Sie brauchen einen Arzt! – Zwischenruf des Abg. Wurm. – Abg. Kickl: Warten Sie ein bisschen!) – Danke fürs Zuhören. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Könnte man lüften, Herr Präsident, weil offensichtlich haben wir zu wenig Sauerstoff?! – Ruf bei der ÖVP: Hallo, hallo, hallo!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Könnte man lüften, Herr Präsident, weil offensichtlich haben wir zu wenig Sauerstoff?! – Ruf bei der ÖVP: Hallo, hallo, hallo!
Ehrlich gestanden: Ich weiß nicht, was schlimmer ist. Ich weiß nur eines: Es ist sehr, sehr gut, dass Sie in diesem Land nicht mehr regieren. (Abg. Belakowitsch: Ich glaube, Sie brauchen einen Arzt! – Zwischenruf des Abg. Wurm. – Abg. Kickl: Warten Sie ein bisschen!) – Danke fürs Zuhören. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Könnte man lüften, Herr Präsident, weil offensichtlich haben wir zu wenig Sauerstoff?! – Ruf bei der ÖVP: Hallo, hallo, hallo!)
Abg. Belakowitsch: Na dann reden Sie halt!
Abgeordneter Michael Bernhard (NEOS): Herr Präsident! Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Kickl: Immer dazusagen, das ist der Herr Asylanwalt! Das muss man immer dazusagen!) – Herr Kickl, Sie waren vorhin am Wort, jetzt bin ich es. (Abg. Belakowitsch: Na dann reden Sie halt!)
Abg. Belakowitsch: Ah!
Ich möchte eines gleich am Anfang sagen: Wenn ich der Debatte hier zuhöre, habe ich tatsächlich das Gefühl, dass wir nicht mehr repräsentativ sind für das, was die Menschen da draußen beschäftigt. (Abg. Belakowitsch: Ah!) Damit meine ich Sie, Herr Kickl, mit dieser Anfrage, die an Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist. Ich meine aber auch die Reaktionen darauf: dass man der FPÖ Dinge aus den letzten Jahren vorwirft, die sie falsch gemacht haben möge oder auch nicht, geht ja genauso sehr am Problem der Menschen und der Unternehmerinnen und Unternehmer vorbei, wie der Antrag, der das Asylwesen betrifft, selbst. (Abg. Belakowitsch: Neue Weltordnung!)
Abg. Belakowitsch: Neue Weltordnung!
Ich möchte eines gleich am Anfang sagen: Wenn ich der Debatte hier zuhöre, habe ich tatsächlich das Gefühl, dass wir nicht mehr repräsentativ sind für das, was die Menschen da draußen beschäftigt. (Abg. Belakowitsch: Ah!) Damit meine ich Sie, Herr Kickl, mit dieser Anfrage, die an Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist. Ich meine aber auch die Reaktionen darauf: dass man der FPÖ Dinge aus den letzten Jahren vorwirft, die sie falsch gemacht haben möge oder auch nicht, geht ja genauso sehr am Problem der Menschen und der Unternehmerinnen und Unternehmer vorbei, wie der Antrag, der das Asylwesen betrifft, selbst. (Abg. Belakowitsch: Neue Weltordnung!)
Abg. Belakowitsch: Ist das ein Regenbogen?
Nehmen wir einmal ganz kurz die Perspektive eines Unternehmers ein: (Abg. Belakowitsch: Ist das ein Regenbogen?) Ich bin selbst Unternehmer, und wir haben Sorge vor diesem Herbst und Winter wegen der hohen Energiekosten; wir haben Sorge vor Herbst und Winter wegen der nach wie vor fehlenden Arbeitskräfte; wir haben auch Sorge, wie wir die künftigen Lohn- und Gehaltsanpassungen aus dem, was die Unternehmen derzeit an Ertrag haben, finanzieren sollen; und wir haben auch Sorge, dass in vielen anderen Bereichen, in denen die Regierung derzeit säumig ist – Stichwort Verwaltungsabbau –, viel zu wenig vorangeht. (Abg. Belakowitsch: Und da sind wir schuld, oder?)
Abg. Belakowitsch: Und da sind wir schuld, oder?
Nehmen wir einmal ganz kurz die Perspektive eines Unternehmers ein: (Abg. Belakowitsch: Ist das ein Regenbogen?) Ich bin selbst Unternehmer, und wir haben Sorge vor diesem Herbst und Winter wegen der hohen Energiekosten; wir haben Sorge vor Herbst und Winter wegen der nach wie vor fehlenden Arbeitskräfte; wir haben auch Sorge, wie wir die künftigen Lohn- und Gehaltsanpassungen aus dem, was die Unternehmen derzeit an Ertrag haben, finanzieren sollen; und wir haben auch Sorge, dass in vielen anderen Bereichen, in denen die Regierung derzeit säumig ist – Stichwort Verwaltungsabbau –, viel zu wenig vorangeht. (Abg. Belakowitsch: Und da sind wir schuld, oder?)
Abg. Belakowitsch: Ja, ja! Warum tragen Sie kein Kopftuch?
Der Bundespräsident ist eine wirklich wichtige Institution der Stabilität. (Abg. Kickl: 14 Umbildungen – und redet von Stabilität!) Wir haben in den vergangenen sechs Jahren gesehen, dass der Amtsinhaber das sehr, sehr gut gemacht hat. (Abg. Belakowitsch: Ja, ja! Warum tragen Sie kein Kopftuch?) Uns allen – nochmals, den Fraktionen, die diese Sitzung heute nicht einberufen haben – ist es wichtig, dass ein Demokrat in der Hofburg ist, ein Politiker der Vernunft, einer, der auch
Abg. Hafenecker: Ja, das sagen sie ja selber! – Abg. Kickl – in Richtung Bundesminister Karner –: Das hat er ja gesagt! – Abg. Hafenecker: Ein Minister wird ja nicht lügen! – Abg. Belakowitsch: Na ja!
Beginnen wir aber mit dem Falsifizieren der FPÖ-Hysterie: Im Titel findet sich der Begriff „Asylantenansturm“. Zunächst zum Wort Asylant: Die FPÖ tut so, als kämen so viele ohne Bedarf an Schutz. (Abg. Hafenecker: Ja, das sagen sie ja selber! – Abg. Kickl – in Richtung Bundesminister Karner –: Das hat er ja gesagt! – Abg. Hafenecker: Ein Minister wird ja nicht lügen! – Abg. Belakowitsch: Na ja!)
Abg. Belakowitsch: Die sollten eigentlich daheim bleiben!
Die Menschen könnten und sollten eigentlich in Erstaufnahmezentren wie zum Beispiel Traiskirchen kommen. (Abg. Belakowitsch: Die sollten eigentlich daheim bleiben!) Traiskirchen ist aber voll. (Abg. Hafenecker: Mit Indern!) Warum ist Traiskirchen voll, da es eigentlich nicht mehr Leute in der Grundversorgung gibt? – Weil insbesondere die ÖVP-Bundesländer ihr Versprechen nicht halten, zugelassene Asylwerber in die Bundesländer aufzunehmen. Wie viele Prozent davon sind da schon in Traiskirchen? – Mittlerweile 75. Traiskirchen sollte also nur zu 25 Prozent ausgelastet sein. Die nun Ankommenden sollten dort untergebracht werden können und ein Dach über dem Kopf bekommen.
Abg. Belakowitsch: Das sollten wir nachmachen!
Kinder betteln schicken müssen, weil sie nicht versorgt sind, wenn Flüchtlinge in Ungarn keinen Asylantrag stellen können, weil es keinen Zugang zum Asylsystem gibt (Abg. Belakowitsch: Das sollten wir nachmachen!), dann versuchen sie weiterzukommen, liebe FPÖ – einfach für ein menschenwürdiges Leben.
Abg. Belakowitsch: Das ist ja keine Fragestunde, Herr Kollege!
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Keine Sorge, Kollege Hafenecker. In Wirklichkeit ist die Debatte auch bei Ihnen heute recht lustlos abgelaufen. Es ist gut, Kollege Hafenecker, dass du nach mir noch zu Wort kommst. Warum? Ich habe ja gestern den Versuch unternommen, von der FPÖ eine klare Antwort zu erhalten, nach dieser Eskalation, die letzte Woche erfolgt ist, in zweifacher Hinsicht. (Abg. Belakowitsch: Das ist ja keine Fragestunde, Herr Kollege!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich sage Ihnen etwas: Ich habe gestern nachgezählt, da hat es an die 30 Zwischenrufe von Ihnen gegeben. Geben Sie mir die Möglichkeit - - (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Nein, von der Fraktion. Sie sind nicht allein auf der Welt, Frau Kollegin Belakowitsch (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten von Grünen und NEOS), es gibt auch noch ein paar andere freiheitliche Abgeordnete.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir werden im österreichischen Nationalrat ein Zeichen setzen, ich habe mit den Kolleginnen und Kollegen gesprochen – hier ist der Ort der Demokratie, an dem wir darüber sprechen, was der Republik nützt, was der Bevölkerung hier nützt –: Alle vier Parteien werden diesem Antrag zustimmen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Dafür brauchen Sie jetzt einen Antrag?
(Abg. Belakowitsch: Dafür brauchen Sie jetzt einen Antrag?)
Zwischenruf der Abg. Steger. – Abg. Belakowitsch: Selten schlechter Antrag!
(Zwischenruf der Abg. Steger. – Abg. Belakowitsch: Selten schlechter Antrag!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es kann einem aber wirklich fast schon ein bisschen leidtun, es war nämlich so armselig. (Beifall bei Grünen, ÖVP und NEOS sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Hätten Sie heute hier nämlich tatsächlich konkrete Lösungsansätze vorgebracht, hätten wir sogar zugehört, mitdiskutiert und diese aufgenommen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir hätten gemeinsam überlegt, wie wir hier als Parlament tatsächlich daran arbeiten können, die Situation zu verbessern. Die Herausforderungen sind ja weitgehend bekannt. (Abg. Steger: ... dass man alle hereinlässt!)
Sitzung Nr. 178
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Angerer: Deshalb die CO2-Steuer? – Abg. Belakowitsch: Die CO2-Abgabe?! – Zwischenruf des Abg. Loacker.
Waren es während der Pandemie einzelne Branchen, die besonders hart getroffen wurden, betreffen die Probleme insbesondere im Energiebereich und die Teuerungen jeden Bereich und auch alle Betriebe in Österreich. Wenn die äußeren Rahmenbedingungen schwieriger werden, müssen wir es für Bürgerinnen und Bürger und auch für Unternehmen leichter machen. Die Antworten auf globale Krisen können nicht mehr Bürokratie und auch nicht mehr Steuern sein. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Angerer: Deshalb die CO2-Steuer? – Abg. Belakowitsch: Die CO2-Abgabe?! – Zwischenruf des Abg. Loacker.) – Darauf komme ich noch.
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Angerer: Was ist mit Kärnten? – Abg. Belakowitsch: ... Hochwasser in Kärnten, Herr Minister?
Es ist gute Tradition in Österreich, dass der Staat bei Katastrophen und außergewöhnlichen Krisen hilft. Das gilt beim Hochwasser in Salzburg, das gilt beim Ernteausfall im Burgenland und bei Lawinenabgängen im Westen, und es gilt eben auch, wenn das Leben für die Menschen nicht mehr leistbar ist. Die aktuelle Teuerung hält sich nämlich nicht an Bundesländergrenzen, sie trifft alle von Westen nach Osten. Deshalb mein Appell auch an dieser Stelle: Lassen wir uns in der Krise nicht spalten! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Angerer: Was ist mit Kärnten? – Abg. Belakowitsch: ... Hochwasser in Kärnten, Herr Minister?)
Abg. Belakowitsch: Toll! Und die CO2-Abgabe?
Wichtig ist, das sich die Bürger, Bürgerinnen, die Betriebe, die Gemeinden in allen Bundesländern auf den Staat verlassen können, denn es ist unser aller Steuergeld, mit dem wir helfen. Das werden wir auch im kommenden Jahr tun: Wir haben 2023 8,4 Milliarden Euro unmittelbar für den Kampf gegen die Teuerung budgetiert. (Abg. Belakowitsch: Toll! Und die CO2-Abgabe?) Wir helfen den Unternehmen heuer und im nächsten Jahr mit einem Energiekostenzuschuss mit einem Volumen von 1,3 Milliarden Euro und einer Strompreiskompensation in der Höhe von 233,3 Millionen Euro. Wir unterstützen die Autofahrerinnen und Autofahrer noch bis inklusive Juni 2023 mit einem höheren Pendlerpauschale und einem höheren Pendlereuro, das sind rund 220 Millionen Euro nur im Jahr 2023. In Summe entlasten wir Pendlerinnen und Pendler mit insgesamt 420 Millionen Euro. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Milliarden! Milliarden steht da!
Für den Bereich Gesundheit sehen wir im kommenden Jahr 1,2 Millionen Euro für die Bekämpfung der Covid-19-Pandemie vor. (Abg. Belakowitsch: Milliarden! Milliarden steht da!) Das soll unter anderem auch zur weiteren Finanzierung der Beschaffung von Impfstoffen und für Zahlungen aus bereits umgesetzten Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung nach dem Epidemiegesetz oder auch dem COVID-19-Zweckzuschussgesetz verwendet werden.
Abg. Belakowitsch: Na ja, zwischen 8,2 und ...!
Der zweite Schritt ist: Wir wissen natürlich, dass sich die Einkommenssituation und die Inflation weiter verschärfen, und genau deswegen haben wir eben auch diese Einmalzahlung, diese Direktzahlung von einem Drittel der Pension bis zu 500 Euro – abschleifend bis 2 500 Euro – für die durchschnittlichen, für die niedrigen und für die mittleren Pensionen im nächsten Jahr vorgesehen. Wenn wir diese Einmalzahlung zur Pensionserhöhung dazuzählen, kommen wir interessanterweise auf eine durchschnittliche Pensionserhöhung von 8,2 Prozent. (Abg. Belakowitsch: Na ja, zwischen 8,2 und ...!) Das entspricht in etwa der Inflation.
Abg. Belakowitsch: Peter, erklär es ihm einmal!
Abgeordneter Peter Wurm (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Minister! Hohes Haus! Werte Zuseher! Ja, Herr Kollege Koza (Abg. Belakowitsch: Peter, erklär es ihm einmal!), den Grünen fehlt nicht nur in der Sozialpolitik die Kompetenz, sondern generell in der Regierungsarbeit. Das kann ich auch kurz erklären, und nicht alles, was ein Vergleich ist, hinkt – oder umgekehrt.
Abg. Belakowitsch: Nein!
Ich möchte Ihnen das erläutern: Wir haben ein gestaffeltes System vorgelegt. 5,8 Prozent ist der gesetzliche Anpassungsfaktor. Wann wird dieser ermittelt? – Von Juli bis Juli. Seit vielen, vielen Jahren ist das gesetzlich verankert. Und weil es von Kollegen Wurm gerade gesagt wurde: Müssen tut das die Regierung nicht! Es ist gescheit, das zu tun, und in den letzten Jahren haben wir das übererfüllt. Diese Bundesregierung schließt jedes Jahr (Abg. Belakowitsch: Nein!) für die Pensionistinnen und Pensionisten – für einen Teil der Pensionistinnen und Pensionisten – höher ab, als der gesetzliche Anpassungsfaktor aussagt. Es hat aber Jahre gegeben, unter SPÖ-Bundeskanzlern und SPÖ-Sozialministern, in denen das nicht der Fall war (Abg. Belakowitsch: Unter ÖVP-Beteiligung!), in denen man die diesem Wert entsprechende Erhöhung nicht gegeben hat. (Abg. Belakowitsch: Wer war denn damals Sozialsprecher? 11, 12!)
Abg. Belakowitsch: Unter ÖVP-Beteiligung!
Ich möchte Ihnen das erläutern: Wir haben ein gestaffeltes System vorgelegt. 5,8 Prozent ist der gesetzliche Anpassungsfaktor. Wann wird dieser ermittelt? – Von Juli bis Juli. Seit vielen, vielen Jahren ist das gesetzlich verankert. Und weil es von Kollegen Wurm gerade gesagt wurde: Müssen tut das die Regierung nicht! Es ist gescheit, das zu tun, und in den letzten Jahren haben wir das übererfüllt. Diese Bundesregierung schließt jedes Jahr (Abg. Belakowitsch: Nein!) für die Pensionistinnen und Pensionisten – für einen Teil der Pensionistinnen und Pensionisten – höher ab, als der gesetzliche Anpassungsfaktor aussagt. Es hat aber Jahre gegeben, unter SPÖ-Bundeskanzlern und SPÖ-Sozialministern, in denen das nicht der Fall war (Abg. Belakowitsch: Unter ÖVP-Beteiligung!), in denen man die diesem Wert entsprechende Erhöhung nicht gegeben hat. (Abg. Belakowitsch: Wer war denn damals Sozialsprecher? 11, 12!)
Abg. Belakowitsch: Wer war denn damals Sozialsprecher? 11, 12!
Ich möchte Ihnen das erläutern: Wir haben ein gestaffeltes System vorgelegt. 5,8 Prozent ist der gesetzliche Anpassungsfaktor. Wann wird dieser ermittelt? – Von Juli bis Juli. Seit vielen, vielen Jahren ist das gesetzlich verankert. Und weil es von Kollegen Wurm gerade gesagt wurde: Müssen tut das die Regierung nicht! Es ist gescheit, das zu tun, und in den letzten Jahren haben wir das übererfüllt. Diese Bundesregierung schließt jedes Jahr (Abg. Belakowitsch: Nein!) für die Pensionistinnen und Pensionisten – für einen Teil der Pensionistinnen und Pensionisten – höher ab, als der gesetzliche Anpassungsfaktor aussagt. Es hat aber Jahre gegeben, unter SPÖ-Bundeskanzlern und SPÖ-Sozialministern, in denen das nicht der Fall war (Abg. Belakowitsch: Unter ÖVP-Beteiligung!), in denen man die diesem Wert entsprechende Erhöhung nicht gegeben hat. (Abg. Belakowitsch: Wer war denn damals Sozialsprecher? 11, 12!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wir sehen, dass die Ausgleichszulage auch heuer deutlich erhöht wurde. Mit Direktzahlungen reden wir da von einem Plus von 10,2 Prozent. Pensionist:innen, die eine Ausgleichszulage beziehen, sind am stärksten von Armut betroffen, das wissen wir. Wir Grüne schauen nicht weg, auch die Regierung schaut nicht weg (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Gerade in schwierigen Zeiten – und das sind im Moment schwierige Zeiten – können sich die Pensionist:innen auf uns verlassen. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Sieber.)
Abg. Belakowitsch: Das ist ja genau das Problem!
Ich kann zum Schluss sagen: Zum Glück zählt am Ende des Tages nicht die Empörung, es zählt auch nicht das große Geschrei. Für die Pensionist:innen zählt, was am Konto ankommt (Abg. Belakowitsch: Das ist ja genau das Problem!), und wir zeigen, dass auf uns Verlass ist. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Unsere Pensionisten haben ihre Arbeitsleistung schon erbracht. Sie haben ein Leben lang gearbeitet und sich darauf verlassen, dass wir als Gesellschaft in der Zeit danach für sie sorgen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) Das ist das Versprechen unseres Generationenvertrages. Darauf vertrauen die Menschen und wir lassen sie nicht im Stich. Es ist wichtig, dass wir auch bei den Pensionen dafür sorgen, dass die Teuerung auch in einer Krise wie heute verlässlich ausgeglichen wird, damit wir unseren pensionierten Eltern und Großeltern weiterhin den Lebensabend, auf den sie viele Jahre hingearbeitet haben, ermöglichen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Unsere Pensionisten haben ihre Arbeitsleistung schon erbracht. Sie haben ein Leben lang gearbeitet und sich darauf verlassen, dass wir als Gesellschaft in der Zeit danach für sie sorgen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.) Das ist das Versprechen unseres Generationenvertrages. Darauf vertrauen die Menschen und wir lassen sie nicht im Stich. Es ist wichtig, dass wir auch bei den Pensionen dafür sorgen, dass die Teuerung auch in einer Krise wie heute verlässlich ausgeglichen wird, damit wir unseren pensionierten Eltern und Großeltern weiterhin den Lebensabend, auf den sie viele Jahre hingearbeitet haben, ermöglichen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.)
Abg. Belakowitsch: 10,5 Prozent haben wir schon!
Zusätzlich wissen wir, dass dieses Jahr, besonders im zweiten Halbjahr, die Teuerung noch – auf derzeit prognostizierte 8,2 Prozent – gestiegen ist. (Abg. Belakowitsch: 10,5 Prozent haben wir schon!) Auch darauf haben wir reagiert. (Abg. Wurm: Ist das eine alte Unterlage? – Abg. Belakowitsch: Ist das noch vom Vorjahr?) Uns ist es wichtig, sozial treffsicher zu handeln, deshalb erhöhen wir vor allem die kleineren Pensionen.
Abg. Wurm: Ist das eine alte Unterlage? – Abg. Belakowitsch: Ist das noch vom Vorjahr?
Zusätzlich wissen wir, dass dieses Jahr, besonders im zweiten Halbjahr, die Teuerung noch – auf derzeit prognostizierte 8,2 Prozent – gestiegen ist. (Abg. Belakowitsch: 10,5 Prozent haben wir schon!) Auch darauf haben wir reagiert. (Abg. Wurm: Ist das eine alte Unterlage? – Abg. Belakowitsch: Ist das noch vom Vorjahr?) Uns ist es wichtig, sozial treffsicher zu handeln, deshalb erhöhen wir vor allem die kleineren Pensionen.
Abg. Wurm: Kann man! – Abg. Belakowitsch: Man muss es aber nicht sagen!
sind rund 1 120 Euro im Jahr, man kann sagen, ein 15. Pensionsgehalt. (Abg. Wurm: Kann man! – Abg. Belakowitsch: Man muss es aber nicht sagen!) Die mittleren Pensionen bis 1 700 Euro bekommen 8,2 Prozent, also die prognostizierte Inflation. Wir fangen die Teuerung für jene, die wenig haben, zur Gänze ab. Das werden wir auch im nächsten Jahr wieder tun, wenn der nächste Satz der Inflation fixiert ist, denn auf uns ist Verlass.
Abg. Belakowitsch: So wie voriges Jahr!
Ich brauche jetzt nicht auf all die Details einzugehen – Kollegin Zopf hat das ja sehr ausführlich getan –, Tatsache ist, und das ist ganz besonders wichtig, dass die reale Teuerung für niedrige und für mittlere Pensionen abgedeckt ist. Darauf kommt es an, das ist ganz entscheidend. Ich sage es nur noch einmal ganz kurz: Rund 200 000 Pensionen werden um rund 10,2 Prozent erhöht. 1,2 Millionen Pensionisten erhalten rund 8,2 Prozent mehr, und das ist der Mittelstand. Auch das zu betonen ist mir wichtig, dass wir dabei auch auf den Mittelstand ganz besonders schauen. – Und ja, Frau Kollegin Belakowitsch, wir müssen uns natürlich im Frühjahr noch einmal anschauen, wie sich das mit den Energiepreisen weiter entwickelt (Abg. Belakowitsch: So wie voriges Jahr!) – da werden sich sicher auch die Seniorenvertreter wieder zu Wort melden –, denn niemand darf frieren, keine Frage.
Abg. Belakowitsch: Müssen!
Ich möchte auch noch auf den Antrag 2670/A(E) eingehen. Darin geht es um die Arbeit von Menschen, die schon in Pension sind, die das Pensionsalter erreicht haben. Ich kann da vieles nachvollziehen, der Antrag ist nur in dieser Form nicht beschlussreif. Da muss verhandelt werden, aber ich denke, dass es ganz wichtig ist, dass wir ein Angebot an die ältere Generation, an die Pensionistinnen und Pensionisten machen, denn viele möchten weiter arbeiten (Abg. Belakowitsch: Müssen!), sie sehen das als Bereicherung, viele müssen auch weiter arbeiten, weil sie sich etwas dazuverdienen wollen – keine Frage –, einen Tag, zwei Tage, geringfügig, wie auch immer. Ich denke, da sollten wir wirklich ein Angebot
Abg. Belakowitsch: Aber den Antrag lehnt ihr ab!
Wir brauchen die Seniorinnen und Senioren, sie leisten Wichtiges in unserer Gesellschaft, in den Familien, in der Wirtschaft, in der Freiwilligenarbeit, in vielen Bereichen. Wir brauchen sie, sie leisten Wichtiges, sie können sich aber auch auf diese Regierung verlassen. Wir lassen die Seniorinnen und Senioren nicht im Stich (Abg. Belakowitsch: Aber den Antrag lehnt ihr ab!), das beweisen wir nicht nur bei dieser Pensionsanpassung, sondern das haben wir auch mit zusätzlichen Maßnahmen in der letzten Zeit bewiesen, beispielsweise mit der Valorisierung der Sozialleistungen, mit dem großen Pflegepaket, mit der Finanzierung der Hospizarbeit, und ich könnte da noch einiges mehr nennen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Haben wir nicht! Das ist falsch, Frau Kollegin!
Heizen, Strom, Wohnen, Lebensmittel – wir merken alle, dass die Preise steigen. Das merken wir spätestens beim Einkaufen. Was heißt das? – Die Steigerung der Preise führt unweigerlich zur Abnahme der Kaufkraft, und das ist dann die Inflation oder die Teuerung, von der wir jetzt täglich hören. Die Inflation ist aber kein neues Phänomen, sondern die Preise steigen Jahr für Jahr, derzeit sind sie aber so stark gestiegen wie schon lange nicht mehr. Ich glaube, nur die wenigsten hier im Saal oder zu Hause vor den Bildschirmen können sich an derart hohe Inflationszahlen, wie wir sie derzeit haben, erinnern. Wir haben sie derzeit aufgrund der Folgen des brutalen Angriffskriegs. (Abg. Belakowitsch: Haben wir nicht! Das ist falsch, Frau Kollegin!)
Beifall bei Abgeordneten von Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Zögerlicher Applaus bei den Grünen – nur für das Protokoll!
Das heißt: Wenn die Preise steigen, dann steigen auch die Familien- und Sozialleistungen, eben beispielsweise im Familienbereich das Kinderbetreuungsgeld, der Familienzeitbonus, die Familienbeihilfe, der Mehrkindzuschlag oder der Kinderabsetzbetrag. Die Menschen in Österreich bekommen endlich Sicherheit und wir machen den Sozialstaat langfristig krisenfest. (Beifall bei Abgeordneten von Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Zögerlicher Applaus bei den Grünen – nur für das Protokoll!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das war halt vor der Teuerung!
Abgeordnete Mag. Meri Disoski (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Sehr geehrter Herr Minister! Kollege Wurm, sich hier als FPÖler herauszustellen und der Bundesregierung vorzuwerfen, sie habe den Bezug zur Realität verloren, ist so, als würde sich der Papst von der katholischen Kirche distanzieren. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Ich darf dich daran erinnern, dass die FPÖ-„Sozialministerin“ – unter Anführungszeichen – Hartinger-Klein einst der Meinung war (Ruf bei der FPÖ – in Richtung der in Blau gekleideten Rednerin –: Ich finde es schön, dass Sie heute blau sind! Ein schönes Blau haben Sie heute!), man könne von 150 Euro monatlich leben – so viel zum Realitätsbezug der FPÖ. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das war halt vor der Teuerung!) – Da sind wir eh schon beim Thema.
Abg. Belakowitsch: Was, 2016?
Ich möchte Sie auf eine Zeitreise ins Jahr 2016 mitnehmen. Die schwarz-blaue Bundesregierung unter Wolfgang Schüssel ist zu diesem Zeitpunkt seit zehn Jahren (Abg. Belakowitsch: Was, 2016?) glücklicherweise nicht mehr im Amt, sondern Geschichte. Ebenso lange bilden SPÖ und ÖVP bereits in gewohnter großkoalitionärer Stillstandsmanier eine Koalition. In diesem Jahr verhandeln sie beispielsweise über einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung, sie verhandeln über eine Abschaffung der kalten Progression. Nichts davon gelingt, nichts davon bringt diese SPÖ-ÖVP-Regierung zustande. Statt dringend notwendiger Reformen für die österreichische Bevölkerung gibt es vor allem eines: großkoalitionären Stillstand.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Das bleibt im Börsel? Das glauben Sie wirklich?
Was bedeutet diese automatische Anpassung der Sozial- und Familienleistungen jetzt konkret für die alleinerziehende Mutter Anna und ihre Tochter Lara? – Sie bedeutet, in Zahlen gegossen, dass ihnen ab 1. Jänner 2023 308 Euro mehr im Börsel bleiben, und wenn man die bisherigen Entlastungspakete – die ökosoziale Steuerreform, die Negativsteuer – auch dazuzählt, dann sind das um 1 186 Euro mehr. Wenn sich Sozialdemokraten heute hierherstellen und das als Tropfen auf den heißen Stein bezeichnen, dann kann ich wirklich nur meinen Kopf schütteln und Sie fragen: Wie abgehoben sind Sie bitte? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Das bleibt im Börsel? Das glauben Sie wirklich?)
Abg. Belakowitsch: Es hat keine Budgetdebatte gegeben, Herr Kollege!
Abgeordneter Philip Kucher (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Erlauben Sie mir, dass ich kurz auf die zahlreichen Reden rund um die Budgetdebatte eingehe. (Abg. Belakowitsch: Es hat keine Budgetdebatte gegeben, Herr Kollege!) Was ich heute erlebt habe – das betrifft vor allem die Redebeiträge der Grünen –, habe ich persönlich in dieser Form in diesem Hohen Haus noch nie erlebt. Ich habe mir am Anfang gedacht, dass es vorgefertigte Reden sind, dass Sigrid Maurer und August Wöginger gemeinsam ein Wording zum Budget ausgegeben haben – was an und für sich ja vielleicht normal wäre, denn es ist verständlich, dass ÖVP und Grüne ihr eigenes Budget loben wollen.
Abg. Belakowitsch: Geht’s eigentlich noch?
Die Pandemie hat sich verändert, aber sie ist nicht vorbei, auch wenn die Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ uns das immer wieder ganz gerne glauben machen wollen. Wahrscheinlich wird uns später der Sonderbeauftragte für alternative Fakten, Wissenschaftsfeindlichkeit und unleserliche Taferl, Kollege Hauser, ohnehin hier heraußen noch etwas komplett anderes erklären. (Abg. Belakowitsch: Geht’s eigentlich noch?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Abgeordneter Laurenz Pöttinger (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Geschätzter Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Frau Kollegin Belakowitsch, wenn man Ihnen zuhört, müsste man glauben, wir sind in einem furchtbaren Land. Ich glaube, die Österreicherinnen und Österreicher sind sehr froh, hier zu leben. Es ist ein schönes und gutes Land (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und man kann in unserem Land sehr angenehm leben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Notwendig!
bei steigenden Fallzahlen (Abg. Belakowitsch: Notwendig!), wäre riskant und grob fahrlässig. (Abg. Belakowitsch: Geh bitte! Geh bitte!) – Wenn Sie es nicht hören wollen: Ich sage es noch einmal: zum jetzigen Zeitpunkt riskant und grob fahrlässig. (Abg. Belakowitsch: Ja, ich weiß schon! In Österreich ...! – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.)
Abg. Belakowitsch: Geh bitte! Geh bitte!
bei steigenden Fallzahlen (Abg. Belakowitsch: Notwendig!), wäre riskant und grob fahrlässig. (Abg. Belakowitsch: Geh bitte! Geh bitte!) – Wenn Sie es nicht hören wollen: Ich sage es noch einmal: zum jetzigen Zeitpunkt riskant und grob fahrlässig. (Abg. Belakowitsch: Ja, ich weiß schon! In Österreich ...! – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.)
Abg. Belakowitsch: Ja, ich weiß schon! In Österreich ...! – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.
bei steigenden Fallzahlen (Abg. Belakowitsch: Notwendig!), wäre riskant und grob fahrlässig. (Abg. Belakowitsch: Geh bitte! Geh bitte!) – Wenn Sie es nicht hören wollen: Ich sage es noch einmal: zum jetzigen Zeitpunkt riskant und grob fahrlässig. (Abg. Belakowitsch: Ja, ich weiß schon! In Österreich ...! – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.)
Abg. Belakowitsch: Ah, das müssen wir jetzt betonen! Ist das nicht eine Selbstverständlichkeit eigentlich?
So, und nun zum Antrag 2320/A(E) der FPÖ-Fraktion: Der Verfassungsgerichtshof hat den von der Bundesregierung gewählten Zugang, Folgen von Coronamaßnahmen mittels Rechtsansprüchen und Förderungen zu begegnen, als verfassungskonform erkannt. (Abg. Belakowitsch: Ah, das müssen wir jetzt betonen! Ist das nicht eine Selbstverständlichkeit eigentlich?) Es besteht daher keine rechtliche Notwendigkeit, die Ausdehnung, wie im Antrag gewünscht, vorzunehmen. Im Übrigen steht zur Geltendmachung behaupteter Ansprüche bereits jetzt der Rechtsweg offen, und das wissen Sie auch. Wir werden auch diesen Antrag ablehnen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.
So, und nun zum Antrag 2320/A(E) der FPÖ-Fraktion: Der Verfassungsgerichtshof hat den von der Bundesregierung gewählten Zugang, Folgen von Coronamaßnahmen mittels Rechtsansprüchen und Förderungen zu begegnen, als verfassungskonform erkannt. (Abg. Belakowitsch: Ah, das müssen wir jetzt betonen! Ist das nicht eine Selbstverständlichkeit eigentlich?) Es besteht daher keine rechtliche Notwendigkeit, die Ausdehnung, wie im Antrag gewünscht, vorzunehmen. Im Übrigen steht zur Geltendmachung behaupteter Ansprüche bereits jetzt der Rechtsweg offen, und das wissen Sie auch. Wir werden auch diesen Antrag ablehnen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ja, dann können ... auch gleich streichen!
Zum Antrag 2685/A(E) der FPÖ-Fraktion bezüglich bundesweiter Antikörpertests gibt es Folgendes zu sagen: Es ist leider weiterhin keine Schwelle an Antikörpern bekannt, ab der ein genereller Schutz eintritt. (Abg. Belakowitsch: Ja, dann können ... auch gleich streichen!) Deshalb ist ein Feststellen eines sicheren Schutzstatus leider nicht möglich. Auch diesem Antrag werden wir nicht zustimmen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ja, meine Damen und Herren, wir haben im Kampf gegen die Pandemie viele Maßnahmen getroffen und treffen sie noch weiter (Zwischenruf des Abg. Amesbauer), um unsere Bevölkerung bestmöglich zu schützen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), eine Herausforderung, die wir auch im internationalen Vergleich sehr gut gemeistert haben und weiter gut meistern.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ein Wort noch zum Budget: Das Budget ist ein hervorragendes, und es ist in Anbetracht der schwierigen Situation exzellent gestaltet. Ich gratuliere Magnus Brunner dazu. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ihr habt zugestimmt damals!
Bis zum Sommer 2022 sind knapp 3 Milliarden Euro für Covid-Tests ausgegeben worden. Das muss man sich genau vor Augen halten: 2,9 Milliarden Euro für Tests. (Abg. Belakowitsch: Ihr habt zugestimmt damals!) 2021 gab es insgesamt 3,1 Milliarden Euro für das gesamte Gesundheitswesen im Budget. Sie können sich jetzt also alle selbst überlegen, ob das die richtige Prioritätensetzung ist, besonders unter der Prämisse, dass im Gesundheitssystem ein riesiger Stapel längst überfälliger Reformen liegt, die auch etwas kosten. Wir alle in diesem Haus wissen das.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Alles haben Sie mitgetragen!
Herr Bundesminister, wir haben in der Vergangenheit als Sozialdemokratie zähneknirschend manche Maßnahme mitgetragen. Diese werden wir nicht mittragen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Alles haben Sie mitgetragen!)
Abg. Belakowitsch: Aber so war es immer!
Zur aktuellen Debatte um die Maskenpflicht: Wir alle kennen die Bilder von der Wahlparty am Sonntag, wo die grüne Hautevolee – oder ich weiß nicht, wie man es sonst bezeichnen kann: zunächst die beiden Ministerinnen Zadić und Gewessler, dann Vizekanzler Kogler und Klubobfrau Maurer – vor der Kamera brav mit den Masken posiert hat. (Ruf bei der ÖVP: Wie war es bei euch?) Als sie geglaubt hat, die Kameras sind weg, waren die Masken nicht mehr da. (Abg. Belakowitsch: Aber so war es immer!) Ein Bild sagt tausend Worte, der Vergleich dieser zwei Bilder sagt mehr als tausend Worte.
Abg. Lercher: Das stimmt schon! – Abg. Belakowitsch: Sind Sie nicht in der Landesregierung in Wien?
Herr Kollege Keck, sich dann hierherzustellen und so zu tun, als hätte die SPÖ nichts damit zu tun, das muss man nicht machen. (Abg. Lercher: Das stimmt schon! – Abg. Belakowitsch: Sind Sie nicht in der Landesregierung in Wien?) Es waren drei Bundesländer, die dieses Gesetz gekippt haben. – Kollegin Belakowitsch redet die ganze Zeit herein, ich kann mich schlecht konzentrieren, aber das ist in Ordnung. (Abg. Belakowitsch: Das glaube ich eh! – Abg. Michael Hammer: ... Du bist auch in der Regierung in Wien! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) – Na ja, haben es andere Bundesländer auch so gemacht, auch dieses Gesetz gekippt? – Ja.
Abg. Belakowitsch: Das glaube ich eh! – Abg. Michael Hammer: ... Du bist auch in der Regierung in Wien! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Herr Kollege Keck, sich dann hierherzustellen und so zu tun, als hätte die SPÖ nichts damit zu tun, das muss man nicht machen. (Abg. Lercher: Das stimmt schon! – Abg. Belakowitsch: Sind Sie nicht in der Landesregierung in Wien?) Es waren drei Bundesländer, die dieses Gesetz gekippt haben. – Kollegin Belakowitsch redet die ganze Zeit herein, ich kann mich schlecht konzentrieren, aber das ist in Ordnung. (Abg. Belakowitsch: Das glaube ich eh! – Abg. Michael Hammer: ... Du bist auch in der Regierung in Wien! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) – Na ja, haben es andere Bundesländer auch so gemacht, auch dieses Gesetz gekippt? – Ja.
Abg. Belakowitsch: ... Koalition in Wien!
Die Tatsache, dass die Länder diese Blockade zusätzlich nicht einmal wirklich begründen, sondern sagen: Na ja, eigentlich haben wir keine Lust, das wirklich umzusetzen, so gefällt uns das nicht!, das ist schon wirklich, wirklich besonders. Wenn das in Österreich so weitergeht – das ist ja nicht das einzige Gesetz, bei dem das so läuft –, brauchen wir uns wirklich nicht zu wundern, wenn sich die Menschen da draußen zu Recht die Frage stellen: Wieso dauert alles so lange? Wieso ist alles so langsam und wieso wird in den Hinterzimmern von irgendwelchen SPÖ-Landesregierungen entschieden, welche Gesetze beschlossen werden? (Abg. Belakowitsch: ... Koalition in Wien!)
Abg. Belakowitsch: Aber wer sitzt oben und wer ist unten, Herr Kollege?
Das hat euch Julia Herr ausgerichtet (Abg. Michael Hammer: Wer ist das überhaupt, die Julia Herr?), und ich werde es heute wiederholen: Nach oben buckeln und nach unten treten (Abg. Belakowitsch: Aber wer sitzt oben und wer ist unten, Herr Kollege?), weil ihr letztlich nicht bereit seid, dorthin zu schauen, wo wir wirklich etwas ändern müssen, nämlich in unserem wirtschaftlichen System. (Beifall bei der SPÖ. –Abg. Belakowitsch: Wer ist oben?! – Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. –Abg. Belakowitsch: Wer ist oben?! – Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.
Das hat euch Julia Herr ausgerichtet (Abg. Michael Hammer: Wer ist das überhaupt, die Julia Herr?), und ich werde es heute wiederholen: Nach oben buckeln und nach unten treten (Abg. Belakowitsch: Aber wer sitzt oben und wer ist unten, Herr Kollege?), weil ihr letztlich nicht bereit seid, dorthin zu schauen, wo wir wirklich etwas ändern müssen, nämlich in unserem wirtschaftlichen System. (Beifall bei der SPÖ. –Abg. Belakowitsch: Wer ist oben?! – Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Nein, das glauben wir nicht! Das schließe ich aus!
Die Zweite ist: Sie glauben, Minister Kocher kann es besser als Sie. (Abg. Belakowitsch: Nein, das glauben wir nicht! Das schließe ich aus!) Ich glaube das. Dass Sie das glauben, dass Sie die Kompetenz erkennen könnten, glaube ich Ihnen aber nicht. (Abg. Belakowitsch: Nein, das glauben wir nicht! Da möchte ich jetzt gleich sagen: Nein!)
Abg. Belakowitsch: Nein, das glauben wir nicht! Da möchte ich jetzt gleich sagen: Nein!
Die Zweite ist: Sie glauben, Minister Kocher kann es besser als Sie. (Abg. Belakowitsch: Nein, das glauben wir nicht! Das schließe ich aus!) Ich glaube das. Dass Sie das glauben, dass Sie die Kompetenz erkennen könnten, glaube ich Ihnen aber nicht. (Abg. Belakowitsch: Nein, das glauben wir nicht! Da möchte ich jetzt gleich sagen: Nein!)
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch. – Zwischenruf des Abg. Kassegger.
Sie sind in Wahrheit als Parlamentarier und als Volksvertreter rücktrittsreif. (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch. – Zwischenruf des Abg. Kassegger.) Die
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Verfassung, auf die Sie vereidigt sind, brechen Sie die ganze Zeit. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie sind der russische Spion hier in diesem Haus, so schaut’s aus. (Abg. Belakowitsch: Sie haben echt ein Problem!)
Abg. Belakowitsch: Sie haben echt ein Problem!
Verfassung, auf die Sie vereidigt sind, brechen Sie die ganze Zeit. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie sind der russische Spion hier in diesem Haus, so schaut’s aus. (Abg. Belakowitsch: Sie haben echt ein Problem!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
soll! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Sie glauben, das Volk lässt sich so leicht verführen! – Abg. Kassegger: Sie haben nicht zugehört! Das ist Ihr Problem: dass Sie nicht zuhören, wenn ich rede! Das war nicht so ..., das habe ich nie gesagt!
Zur Analyse: Ich kann jetzt nicht die Analyse des Kollegen Lercher teilen – ich meine, die Schweiz hat einen völlig anderen Warenkorb, die Burschenschafter sind es auch nicht –, aber eines muss man schon sagen: Mit den Problemen, vor denen wir heute stehen, hat das ganz wenig zu tun. Herr MMMag. Dr. Kassegger, Sie verführen mit einer Simplifizierung von wahnsinnig komplexen Zusammenhängen ganz bewusst das Volk! (Abg. Belakowitsch: Sie glauben, das Volk lässt sich so leicht verführen! – Abg. Kassegger: Sie haben nicht zugehört! Das ist Ihr Problem: dass Sie nicht zuhören, wenn ich rede! Das war nicht so ..., das habe ich nie gesagt!)
Abg. Belakowitsch: Zum Glück lässt sich die Bevölkerung nicht verführen! Die Leute sind gescheiter ...!
Sie schüren vor allem Ängste gerade bei Menschen (Abg. Belakowitsch: Zum Glück lässt sich die Bevölkerung nicht verführen! Die Leute sind gescheiter ...!), die sich ohnehin schon mit der Komplexität dieser Welt, mit Wirtschaftskreisläufen,
Abg. Belakowitsch: Kann er das bitte öffentlich wiederholen?!
Ich habe mit Christoph Leitl vorhin telefoniert und ich sage Ihnen jetzt – ich darf das auch zitieren –, was er gesagt hat. Er sagt: Sanktionen schaden immer beiden Seiten, das war klar. Wir haben uns als Europa und Österreich aber für diesen Weg entschieden. Diesen Pfad jetzt zu verlassen, wäre völlig falsch. (Abg. Belakowitsch: Kann er das bitte öffentlich wiederholen?!) Das wäre, als würde man während eines Rennens das Pferd wechseln. Wir müssen diese Sanktionen tragen (Abg. Kassegger: Durchziehen, bis zum bitteren Ende!), bis am Schluss eine friedliche Lösung stehen wird. – Zitatende. Das sagt Christoph Leitl. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.
Ich habe mit Christoph Leitl vorhin telefoniert und ich sage Ihnen jetzt – ich darf das auch zitieren –, was er gesagt hat. Er sagt: Sanktionen schaden immer beiden Seiten, das war klar. Wir haben uns als Europa und Österreich aber für diesen Weg entschieden. Diesen Pfad jetzt zu verlassen, wäre völlig falsch. (Abg. Belakowitsch: Kann er das bitte öffentlich wiederholen?!) Das wäre, als würde man während eines Rennens das Pferd wechseln. Wir müssen diese Sanktionen tragen (Abg. Kassegger: Durchziehen, bis zum bitteren Ende!), bis am Schluss eine friedliche Lösung stehen wird. – Zitatende. Das sagt Christoph Leitl. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.)
Abg. Belakowitsch: Es ist kein Alleingang!
nicht möglich. (Abg. Kassegger: Jetzt wird’s aber ...!) Das würde dem gleichkommen, und das wissen Sie ganz genau. (Abg. Belakowitsch: Es ist kein Alleingang!) Dieser Antrag ist reiner Populismus! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kassegger: Aber da geht die Fantasie jetzt mit Ihnen schon ein bisschen durch, Frau Kollegin!)
Abg. Belakowitsch: Ja und?!
Das beste Beispiel: die Abstimmung über den Brexit, vor allem entschieden in ländlichen Regionen mit geringen Einkommen, mit niedrigem Bildungsgrad. (Abg. Belakowitsch: Ja und?!) Dort wurde mobilisiert, dort wurde manipuliert und dort wurden Entscheidungen getroffen. Wissen Sie, was heute ist? – Der Großteil der Briten würde gerne wieder zurück, vor allem die Jungen. (Zwischenruf des Abg. Kassegger.) 77 Prozent der jungen Briten wüschen sich nichts anderes, als in eine Europäische Union zurückzukommen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.
Das beste Beispiel: die Abstimmung über den Brexit, vor allem entschieden in ländlichen Regionen mit geringen Einkommen, mit niedrigem Bildungsgrad. (Abg. Belakowitsch: Ja und?!) Dort wurde mobilisiert, dort wurde manipuliert und dort wurden Entscheidungen getroffen. Wissen Sie, was heute ist? – Der Großteil der Briten würde gerne wieder zurück, vor allem die Jungen. (Zwischenruf des Abg. Kassegger.) 77 Prozent der jungen Briten wüschen sich nichts anderes, als in eine Europäische Union zurückzukommen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kassegger.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Macht ja nix, Frau Kollegin! – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.
Sie gießen Öl ins Feuer. Sie polarisieren. Sie versuchen, die Gesellschaft auseinanderzudividieren, in einer Zeit, in der wir genau das Gegenteil brauchen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Macht ja nix, Frau Kollegin! – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Maßnahmen mehr, wie sie für den Krieg neue Leute rekrutieren können. – Es funktioniert. Nur: Jetzt heißt es Linie halten! Jetzt heißt es, gemeinschaftlich zu stehen und das gemeinschaftlich durchzuziehen! Jetzt gibt es da kein Zurück. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das heißt, dass wir gemeinschaftlich die Auswirkungen minimieren, so gut es geht.
Abg. Belakowitsch: Ja, vier Parteien, 55 Prozent – großartiger Erfolg!
Wenn man das vergangene Wochenende, die Bundespräsidentenwahl, anschaut: Da haben Sie eigentlich das Ergebnis gesehen. (Abg. Belakowitsch: Ja, vier Parteien, 55 Prozent – großartiger Erfolg!) Ganz einfach: Der Erfolg Ihrer rechten Gemeinschaft, Ihrer Kandidatengemeinschaft, die sich da gefunden hat, war überschaubar. (Abg. Amesbauer: Das war der Erfolg der ÖVP?!) Was haben sich die Menschen gewünscht? – Sie haben sich Stabilität gewünscht! Österreich hat unaufgeregte Stabilität gewählt. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wenn man das vergangene Wochenende, die Bundespräsidentenwahl, anschaut: Da haben Sie eigentlich das Ergebnis gesehen. (Abg. Belakowitsch: Ja, vier Parteien, 55 Prozent – großartiger Erfolg!) Ganz einfach: Der Erfolg Ihrer rechten Gemeinschaft, Ihrer Kandidatengemeinschaft, die sich da gefunden hat, war überschaubar. (Abg. Amesbauer: Das war der Erfolg der ÖVP?!) Was haben sich die Menschen gewünscht? – Sie haben sich Stabilität gewünscht! Österreich hat unaufgeregte Stabilität gewählt. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Kassegger: Damit hast du mich verteidigt! Vielen Dank, danke! – Abg. Belakowitsch: Na, jetzt muss ich mich zu Wort melden, das geht ja nicht ...!
Ohne inhaltlich Kollegen Kassegger verteidigen zu wollen: Vorhin war es auch bei Kollegen Lercher das Gleiche, der sich einfach hierhergestellt und ihm etwas unterstellt hat, was überhaupt nicht gesagt worden ist, denn es wurde das Gegenteil behauptet. (Abg. Kassegger: Damit hast du mich verteidigt! Vielen Dank, danke! – Abg. Belakowitsch: Na, jetzt muss ich mich zu Wort melden, das geht ja nicht ...!) Auch beim Budget war es heute das Gleiche: Es ist gleich bei Kollegen Krainer losgegangen. Er hat von irgendetwas, nur nicht von diesem Budget geredet und irgendwelche Dinge in den Raum gestellt, die so nicht da sind. Das ist ein Stil, der echt entbehrlich und zum Schämen ist. Das muss man wirklich sagen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Wurm: Bravo! – Abg. Belakowitsch: Das wäre schon einmal ein guter Ansatz!
brauchen. (Abg. Wurm: Bravo! – Abg. Belakowitsch: Das wäre schon einmal ein guter Ansatz!)
Abg. Belakowitsch: Was ist mit den Ungeimpften, die einen milden Verlauf haben?
Die Impfung hat gezeigt, dass sie wirkt, dass viele Menschen, Gott sei Dank die meisten Menschen, einen sehr milden Verlauf haben (Abg. Belakowitsch: Was ist mit den Ungeimpften, die einen milden Verlauf haben?), dass sie sozusagen nicht so krank werden, wie wir das in der Anfangszeit der Pandemie gesehen haben. (Abg. Wurm: Jeder, wie er will!)
Abg. Belakowitsch: Aha!
Liebe Kollegen und Kolleginnen, ich glaube, das ist genau unser Job: Sorgen zu verringern, wo wir sie verringern können. Apropos Sorgen verringern: Wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben, die Zukunftsaussichten sind jetzt nicht gerade rosig (Abg. Belakowitsch: Aha!) – Corona, Klimakrise, Teuerung, Krieg in Europa –, und gerade als Elternteil macht man sich noch einmal mehr Gedanken darüber, in welche Welt man sein Kind entlässt. (Abg. Belakowitsch: Na ja, mit einer gscheiten Regierung geht’s dann wieder!)
Abg. Belakowitsch: Na ja, mit einer gscheiten Regierung geht’s dann wieder!
Liebe Kollegen und Kolleginnen, ich glaube, das ist genau unser Job: Sorgen zu verringern, wo wir sie verringern können. Apropos Sorgen verringern: Wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben, die Zukunftsaussichten sind jetzt nicht gerade rosig (Abg. Belakowitsch: Aha!) – Corona, Klimakrise, Teuerung, Krieg in Europa –, und gerade als Elternteil macht man sich noch einmal mehr Gedanken darüber, in welche Welt man sein Kind entlässt. (Abg. Belakowitsch: Na ja, mit einer gscheiten Regierung geht’s dann wieder!)
Abg. Belakowitsch: Das glaube ich!
Genau das ist der Punkt, liebe Kollegen und Kolleginnen: Wir sollten uns auch immer wieder die Frage stellen, welche Welt wir unseren Kindern übergeben wollen. Wir wissen, die Herausforderungen sind groß. Wir befinden uns schon die ganze Regierungsperiode hindurch quasi im permanenten Krisenmodus, und was leicht passiert, ist, dass dann eine Krise gegen die andere Krise aufgewogen wird, was alles andere als zielführend ist. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Liebe Kollegen und Kolleginnen von der FPÖ, also wenn Sie jetzt irgendetwas zur Pandemie zu sagen haben, dann will ich es, glaube ich, lieber nicht wissen. (Abg. Belakowitsch: Das glaube ich!) Schade.
Abg. Belakowitsch: Die Kinder!
Eines möchte ich noch sagen: Ich glaube, wir können die Klimakrise leider nicht aufschieben, und wir sollten niemals vergessen, wer die Konsequenzen für unsere politischen Entscheidungen schlussendlich tragen muss. (Abg. Belakowitsch: Die Kinder!) – Das sind junge Menschen, das sollten wir niemals vergessen, liebe Kollegen und Kolleginnen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Ja, das sollten Sie nie aus den Augen verlieren!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Ja, das sollten Sie nie aus den Augen verlieren!
Eines möchte ich noch sagen: Ich glaube, wir können die Klimakrise leider nicht aufschieben, und wir sollten niemals vergessen, wer die Konsequenzen für unsere politischen Entscheidungen schlussendlich tragen muss. (Abg. Belakowitsch: Die Kinder!) – Das sind junge Menschen, das sollten wir niemals vergessen, liebe Kollegen und Kolleginnen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Ja, das sollten Sie nie aus den Augen verlieren!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Erstens: Wir sind in der Europäischen Union, und da gibt es nun einmal die Grundfreiheit der Arbeitnehmerfreizügigkeit. Das heißt, Menschen, die in der Europäischen Union leben, können prinzipiell auch in anderen Ländern einer Beschäftigung nachgehen. Das gilt übrigens vice versa auch: An die 300 000 Menschen aus Österreich arbeiten in anderen EU-Staaten und nutzen diese Freizügigkeit. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Diesen Arbeitsmarktzugang können wir ja, wie gesagt, aus europarechtlichen Gründen gar nicht einschränken.
Abg. Belakowitsch: Nein!
Abgeordneter Mag. Georg Bürstmayr (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Kollegin Belakowitsch, dieses Gesetz haben Sie, ob absichtlich oder nicht, aber wirklich gründlich missverstanden, denn es geht nicht darum, irgendwelche Vorschriften weiß Gott wie liberaler zu machen oder aufzuweichen (Abg. Belakowitsch: Nein!) oder gar um Billigstarbeitskräfte. Nein, lesen Sie das Gesetz! (Abg. Belakowitsch: Genau darum geht es!) Sie haben das Gesetz offensichtlich nicht gelesen!
Abg. Belakowitsch: Genau darum geht es!
Abgeordneter Mag. Georg Bürstmayr (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Kollegin Belakowitsch, dieses Gesetz haben Sie, ob absichtlich oder nicht, aber wirklich gründlich missverstanden, denn es geht nicht darum, irgendwelche Vorschriften weiß Gott wie liberaler zu machen oder aufzuweichen (Abg. Belakowitsch: Nein!) oder gar um Billigstarbeitskräfte. Nein, lesen Sie das Gesetz! (Abg. Belakowitsch: Genau darum geht es!) Sie haben das Gesetz offensichtlich nicht gelesen!
Abg. Belakowitsch: Nein, darum geht es nicht!
Es geht schlicht und einfach darum, eine bislang im Ausländerbeschäftigungsgesetz bestehende Regelung, eine ziemlich strenge Regelung, verfassungskonform zu machen. (Abg. Belakowitsch: Nein, darum geht es nicht!) Warum? – Weil die bisherige Rechtslage vorgesehen hat, dass ein Arbeitgeber, der innerhalb von zwölf Monaten zwei Mal dabei betreten wurde, Ausländer nicht regelkonform beschäftigt zu haben - - (Abg. Belakowitsch: Genau, zwei Mal!) – Ja, zwei Mal schon, ja! (Abg. Belakowitsch: Ein Wiederholungstäter!) Wenn Sie ein entsprechend großer Arbeitgeber sind, kann Ihnen das schon einmal passieren (Abg. Belakowitsch: Das ist ein Wiederholungstäter!) und wenn Sie ein Non-Profit-Unternehmen sind oder eine NGO (Abg. Wurm: Hat die auch Schwarzarbeiter?!) ohne eigene HR-Abteilung und ohne Hausjuristen, kann Ihnen das auch passieren. (Abg. Belakowitsch: Bei den NGOs auch!) Zwölf Monate sind ein langer Zeitraum. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Genau, zwei Mal!
Es geht schlicht und einfach darum, eine bislang im Ausländerbeschäftigungsgesetz bestehende Regelung, eine ziemlich strenge Regelung, verfassungskonform zu machen. (Abg. Belakowitsch: Nein, darum geht es nicht!) Warum? – Weil die bisherige Rechtslage vorgesehen hat, dass ein Arbeitgeber, der innerhalb von zwölf Monaten zwei Mal dabei betreten wurde, Ausländer nicht regelkonform beschäftigt zu haben - - (Abg. Belakowitsch: Genau, zwei Mal!) – Ja, zwei Mal schon, ja! (Abg. Belakowitsch: Ein Wiederholungstäter!) Wenn Sie ein entsprechend großer Arbeitgeber sind, kann Ihnen das schon einmal passieren (Abg. Belakowitsch: Das ist ein Wiederholungstäter!) und wenn Sie ein Non-Profit-Unternehmen sind oder eine NGO (Abg. Wurm: Hat die auch Schwarzarbeiter?!) ohne eigene HR-Abteilung und ohne Hausjuristen, kann Ihnen das auch passieren. (Abg. Belakowitsch: Bei den NGOs auch!) Zwölf Monate sind ein langer Zeitraum. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ein Wiederholungstäter!
Es geht schlicht und einfach darum, eine bislang im Ausländerbeschäftigungsgesetz bestehende Regelung, eine ziemlich strenge Regelung, verfassungskonform zu machen. (Abg. Belakowitsch: Nein, darum geht es nicht!) Warum? – Weil die bisherige Rechtslage vorgesehen hat, dass ein Arbeitgeber, der innerhalb von zwölf Monaten zwei Mal dabei betreten wurde, Ausländer nicht regelkonform beschäftigt zu haben - - (Abg. Belakowitsch: Genau, zwei Mal!) – Ja, zwei Mal schon, ja! (Abg. Belakowitsch: Ein Wiederholungstäter!) Wenn Sie ein entsprechend großer Arbeitgeber sind, kann Ihnen das schon einmal passieren (Abg. Belakowitsch: Das ist ein Wiederholungstäter!) und wenn Sie ein Non-Profit-Unternehmen sind oder eine NGO (Abg. Wurm: Hat die auch Schwarzarbeiter?!) ohne eigene HR-Abteilung und ohne Hausjuristen, kann Ihnen das auch passieren. (Abg. Belakowitsch: Bei den NGOs auch!) Zwölf Monate sind ein langer Zeitraum. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Das ist ein Wiederholungstäter!
Es geht schlicht und einfach darum, eine bislang im Ausländerbeschäftigungsgesetz bestehende Regelung, eine ziemlich strenge Regelung, verfassungskonform zu machen. (Abg. Belakowitsch: Nein, darum geht es nicht!) Warum? – Weil die bisherige Rechtslage vorgesehen hat, dass ein Arbeitgeber, der innerhalb von zwölf Monaten zwei Mal dabei betreten wurde, Ausländer nicht regelkonform beschäftigt zu haben - - (Abg. Belakowitsch: Genau, zwei Mal!) – Ja, zwei Mal schon, ja! (Abg. Belakowitsch: Ein Wiederholungstäter!) Wenn Sie ein entsprechend großer Arbeitgeber sind, kann Ihnen das schon einmal passieren (Abg. Belakowitsch: Das ist ein Wiederholungstäter!) und wenn Sie ein Non-Profit-Unternehmen sind oder eine NGO (Abg. Wurm: Hat die auch Schwarzarbeiter?!) ohne eigene HR-Abteilung und ohne Hausjuristen, kann Ihnen das auch passieren. (Abg. Belakowitsch: Bei den NGOs auch!) Zwölf Monate sind ein langer Zeitraum. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Bei den NGOs auch!
Es geht schlicht und einfach darum, eine bislang im Ausländerbeschäftigungsgesetz bestehende Regelung, eine ziemlich strenge Regelung, verfassungskonform zu machen. (Abg. Belakowitsch: Nein, darum geht es nicht!) Warum? – Weil die bisherige Rechtslage vorgesehen hat, dass ein Arbeitgeber, der innerhalb von zwölf Monaten zwei Mal dabei betreten wurde, Ausländer nicht regelkonform beschäftigt zu haben - - (Abg. Belakowitsch: Genau, zwei Mal!) – Ja, zwei Mal schon, ja! (Abg. Belakowitsch: Ein Wiederholungstäter!) Wenn Sie ein entsprechend großer Arbeitgeber sind, kann Ihnen das schon einmal passieren (Abg. Belakowitsch: Das ist ein Wiederholungstäter!) und wenn Sie ein Non-Profit-Unternehmen sind oder eine NGO (Abg. Wurm: Hat die auch Schwarzarbeiter?!) ohne eigene HR-Abteilung und ohne Hausjuristen, kann Ihnen das auch passieren. (Abg. Belakowitsch: Bei den NGOs auch!) Zwölf Monate sind ein langer Zeitraum. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es geht schlicht und einfach darum, eine bislang im Ausländerbeschäftigungsgesetz bestehende Regelung, eine ziemlich strenge Regelung, verfassungskonform zu machen. (Abg. Belakowitsch: Nein, darum geht es nicht!) Warum? – Weil die bisherige Rechtslage vorgesehen hat, dass ein Arbeitgeber, der innerhalb von zwölf Monaten zwei Mal dabei betreten wurde, Ausländer nicht regelkonform beschäftigt zu haben - - (Abg. Belakowitsch: Genau, zwei Mal!) – Ja, zwei Mal schon, ja! (Abg. Belakowitsch: Ein Wiederholungstäter!) Wenn Sie ein entsprechend großer Arbeitgeber sind, kann Ihnen das schon einmal passieren (Abg. Belakowitsch: Das ist ein Wiederholungstäter!) und wenn Sie ein Non-Profit-Unternehmen sind oder eine NGO (Abg. Wurm: Hat die auch Schwarzarbeiter?!) ohne eigene HR-Abteilung und ohne Hausjuristen, kann Ihnen das auch passieren. (Abg. Belakowitsch: Bei den NGOs auch!) Zwölf Monate sind ein langer Zeitraum. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Frau Kollegin! Das bisherige Gesetz hat vorgesehen, dass es darauf nur eine Reaktion gibt, nämlich zwölf weitere Monate keine Beschäftigungsbewilligung, ganz egal, wie der Einzelfall gelegen ist (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), ob es sich um einen ganz kurzfristigen Zeitraum gehandelt hat, ob sich der Arbeitgeber fahrlässigerweise auf Angaben der Arbeitnehmerin, des Arbeitnehmers verlassen
Abg. Wurm: Tun Sie sich mäßigen in Ihrem Ton, Herr Kollege! – Abg. Belakowitsch: Jetzt reicht’s aber langsam! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Dass Sie, Frau Kollegin, sich um die österreichische Bundesverfassung nicht sonderlich kümmern (Abg. Wurm: Tun Sie sich mäßigen in Ihrem Ton, Herr Kollege! – Abg. Belakowitsch: Jetzt reicht’s aber langsam! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), das beweist auch Ihr Entschließungsantrag (Abg. Wurm: Gehen Sie mit dem Ton runter!), in dem Sie es fertigbringen, auf gerade einmal vier Zeilen den Sukkus der derzeitigen Politik dieses Klubs der Freiheitlichen Partei festzuschreiben – ausländerfeindlich, eine Verneinung des Unionsrechts, eine Verneinung des österreichischen Rechts –, und die Maßnahmen gegen Covid-19 – eh nur die schlimmste Pandemie, die dieser Planet seit 100 Jahren gesehen hat – sind auch blöd. (Abg. Belakowitsch: Ja, ist schon recht! ... Verstand draußen abgeben!)
Abg. Belakowitsch: Ja, ist schon recht! ... Verstand draußen abgeben!
Dass Sie, Frau Kollegin, sich um die österreichische Bundesverfassung nicht sonderlich kümmern (Abg. Wurm: Tun Sie sich mäßigen in Ihrem Ton, Herr Kollege! – Abg. Belakowitsch: Jetzt reicht’s aber langsam! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), das beweist auch Ihr Entschließungsantrag (Abg. Wurm: Gehen Sie mit dem Ton runter!), in dem Sie es fertigbringen, auf gerade einmal vier Zeilen den Sukkus der derzeitigen Politik dieses Klubs der Freiheitlichen Partei festzuschreiben – ausländerfeindlich, eine Verneinung des Unionsrechts, eine Verneinung des österreichischen Rechts –, und die Maßnahmen gegen Covid-19 – eh nur die schlimmste Pandemie, die dieser Planet seit 100 Jahren gesehen hat – sind auch blöd. (Abg. Belakowitsch: Ja, ist schon recht! ... Verstand draußen abgeben!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Fürs Protokoll, Kollege Gödl hat ... applaudiert! Bitte ins Protokoll aufnehmen!
Das schaffen Sie, in Ihrem Antrag auf vier Zeilen zusammenzufassen, und dazu kann ich Ihnen eigentlich nur gratulieren. – Danke fürs Zuhören. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Fürs Protokoll, Kollege Gödl hat ... applaudiert! Bitte ins Protokoll aufnehmen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Das ist ja sein Job! Da muss man nicht Danke sagen!
Man muss natürlich ganz klar fragen: Woher kommen denn gute Zeiten? – Wir haben viele Wirtschaftstreibende, dadurch viele Wirtschaftskammerumlagen, dadurch viele Arbeitnehmer und dadurch viele Arbeiterkammerbeiträge. Der Wohlstand kommt nicht von selbst, sondern der Wohlstand ist indirekte Politik. Der Dank gilt da unserem Arbeitsminister, der sich dafür einsetzt, dass wir hohe Beschäftigungszahlen haben, dass unsere Wirtschaftsbetriebe funktionieren und dass der ganze Kreislauf läuft. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Das ist ja sein Job! Da muss man nicht Danke sagen!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ihre Kritik betreffend die Kollektivverträge, Herr Kollege Loacker, nehmen wir uns natürlich mit. Wir haben dort ja auch andere Instrumente, wie wir in der Selbstverwaltung das Ganze überprüfen. Wir müssen uns sehr wohl anschauen, ob auch in der Arbeiterkammer Spitzenverdiener sind, die ja seitens der SPÖ immer kritisiert werden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wenn es wirklich der Fall sein sollte, dass dort hausgemachte Spitzenverdiener beschäftigt sind, dann finde ich das sehr spannend.
Abg. Belakowitsch: Na ja, aber der Minister ...!
Du bist auch derjenige, der im Endeffekt versucht, das UGB und die Haushaltsordnung zu vergleichen. Das sind Birnen und Äpfel. Eigentlich müsstest du als gelernter Steuerberater wissen, dass es Unterschiede gibt. Du unterscheidest aber nicht, weil dich die Sache nicht interessiert. Es interessiert dich nur der Angriff auf die Selbstverwaltung, der Angriff auf die Kammern und mittlerweile auch der Angriff auf das Bundesministerium, denn du sagst mittlerweile auch in derbem Ton, dass das Ministerium oder die Aufsichtsbehörde schleißig sei. Auch das ist ein neuer Angriff, eine neue Waffe, die du einsetzt, um endlich einmal das Kammersystem zu zerstören. (Abg. Belakowitsch: Na ja, aber der Minister ...!)
Sitzung Nr. 179
Abg. Belakowitsch: Das Gegenteil macht ihr!
Wir stemmen uns mit diesem Budget nicht nur gegen die Krise, sondern wir investieren uns aus ihr heraus. Wir investieren in zukünftige Chancen und setzen gezielt Schwerpunkte, die uns langfristig stärken. Wir investieren in die soziale, in die wirtschaftliche und in die militärische Sicherheit des Landes. Das ist das, was die Menschen von uns auch erwarten. Österreich soll stärker, sicherer und unabhängiger aus dieser Krise herauskommen. (Abg. Belakowitsch: Das Gegenteil macht ihr!) Dieses Budget bildet die Grundlage dafür. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Chaoten, ja! Die sollen in die Schule gehen und etwas lernen!
Wir alle hier wissen, dass vergangene Bundesregierungen, insbesondere auch sozialdemokratisch geführte, die Klimakrise schlichtweg verschlafen haben. Es wurde nichts getan. Die Abhängigkeit von Putin wurde weiter verschärft, anstatt etwas für den Klimaschutz zu tun – bis Kinder und Jugendliche auf die Straße gegangen sind. Fridays for Future: Vielen Dank an dieser Stelle an die Jugendbewegung, wir lassen sie nicht allein. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Chaoten, ja! Die sollen in die Schule gehen und etwas lernen!)
Abg. Belakowitsch: Na bitte! ...!
Ich habe heute in der Früh ganz kurz die Zeitungen durchgelesen. Was sagt die Opposition? – Die FPÖ sagt, viel zu viele Schulden. (Abg. Wurm: Ja, stimmt ja auch!) Da habt ihr recht, darüber brauchen wir überhaupt nicht zu reden. (Abg. Belakowitsch: Na bitte! ...!) Jetzt sage ich euch als Unternehmer noch etwas: Meine Familie und ich haben in unserem Leben viele Schulden gemacht, auch alles zurückgezahlt, auf Heller und Cent, aber etwas sage ich euch auch dazu: Wisst ihr, wann wir die meisten Schulden gemacht haben? – In den schwierigsten Zeiten! Da haben wir in die Zukunft investiert, und das haben Sie, Herr Finanzminister, mit Ihrer Aussage gestern, dass wir mit diesem Budget nicht verwalten, sondern die Zukunft gestalten, ganz klar gemacht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Der Finanzminister hat das gestern in seiner Budgetrede gesagt: In diesem Budget tun wir das Notwendige – das, was notwendig ist, um die Teuerungen abzufedern, aber auch das, was notwendig ist, um das Problem endlich an der Wurzel zu packen. Die Wurzel des Problems, Frau Belakowitsch von der FPÖ, und die Wurzel für die hohen Preise sind nicht die von Ihnen erwähnten Sanktionen gegen den Diktator und auch nicht Klimaschutzmaßnahmen, sondern es sind die hohen Gaspreise. Es ist das Gas, das wir, weil wir es nicht selber haben, eben von außen zukaufen müssen, genauso wie das Öl von den Saudis. Wir haben ein Problem mit der Abhängigkeit von Despoten, und dieses Budget wird dazu beitragen, diese Abhängigkeit zu beenden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Wahnsinn!
Das ist wichtig, weil wir damit einmal mehr die Arbeit der Gewaltschutzzentren, der Interventionsstellen, der Mädchen- und Frauenberatungsstellen stützen und stärken. (Abg. Belakowitsch: Wahnsinn!) – Das ist deshalb Wahnsinn, Kollegin Belakowitsch, weil es vorher nicht gemacht worden ist. Wir machen das und das ist gut und wichtig so. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Michael Hammer.)
Abg. Michael Hammer: Die SPÖ redet nicht einmal zum Frauenbudget! – Abg. Belakowitsch: Wir auch nicht!
Wir stellen auch das dringend benötigte Geld für die Start- und Übergangswohnungen für jene Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffen sind und eine andere Wohnung brauchen, um sich aus dieser Gewaltbeziehung lösen zu können, zur Verfügung. All das machen wir. Vorhergegangene Regierungen haben es nicht getan, wir tun es. (Abg. Michael Hammer: Die SPÖ redet nicht einmal zum Frauenbudget! – Abg. Belakowitsch: Wir auch nicht!) Das ist gut, wichtig, längst überfällig und wir machen das jetzt. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Scharzenberger.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das heißt, wenn man eine Maschine reparieren will, Frau Kollegin Maurer – stellvertretend jetzt an ihre Kollegen –, dann muss man vorher die Austaste drücken und die Energie abschalten. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Man muss dort den Stecker ziehen, dann kann man die Maschine reparieren.
Abg. Belakowitsch: Nein, falsch!
Die Entlastungen können sich sehen lassen: Abschaffung der kalten Progression, Erhöhung der Pensionen (Abg. Belakowitsch: Nein, falsch!), jährliche Erhöhung der Finanzleistungen, Stromkostenbremse für Haushalte, Energiekostenzuschuss für Betriebe. Die Liste ließe sich erweitern, unser Herr Klubobmann hat es in seiner Rede wirklich schon sehr ausführlich gesagt.
Abg. Belakowitsch: Eingesperrt habt ihr sie!
Wenn ich hier auf die Galerie schaue und da sehr viele junge Menschen sitzen sehe (Abg. Belakowitsch: Eingesperrt habt ihr sie!): Diese Menschen hätten sich einen Schulterschluss verdient. Sie verweigern einfach alles, liebe Opposition. Wir arbeiten weiter für unsere Zukunft und für die Zukunft dieser Generation auf der Galerie. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Einwallner und Zanger.)
Abg. Belakowitsch: Ja, das war das Urteil ...!
Warum wir das machen, ist auch ganz klar: wegen eines Erkenntnisses des VfGH. Der VfGH hat 2018 entschieden, dass Personen, die weder männlichen noch weiblichen Geschlechts sind, ein Recht darauf haben, auch dementsprechend eine Eintragung im Personenstandsregister vorzunehmen. (Abg. Belakowitsch: Ja, das war das Urteil ...!)
Abg. Belakowitsch: ... katholischen Familien ...! – Abg. Hafenecker: ... katholischen Familie!
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher! Wir leben in einer Demokratie und ein entscheidendes Merkmal der Demokratie ist der Pluralismus. (Abg. Belakowitsch: ... katholischen Familien ...! – Abg. Hafenecker: ... katholischen Familie!) Ein entscheidendes Merkmal ist auch, dass wir als Nationalratsabgeordnete, als Legislative die Entscheidungen des VfGH, des Höchstgerichts der Justiz, berücksichtigen und respektieren. Es liegt in der Natur der Sache, dass wir manche Entscheidungen der Justiz aufgrund unserer höchstpersönlichen politischen Überzeugungen leichter nachvollziehen können und manche weniger leicht, aber wir haben sie eben zu respektieren, und deswegen ändern wir auch das Meldegesetz.
Abg. Belakowitsch: ... ablenken von den sechs Geschlechtern!
Es geht ja in diesem Meldegesetz, das wir heute ändern, nicht nur um die Auswahl der Geschlechtseintragungen, es beinhaltet mehr. Es geht nämlich auch darum, dass wir die Möglichkeit schaffen, sonstige Namen, wie etwa den Vaternamen, eintragen zu lassen. Das ist jetzt auch bei der Registrierung von ukrainischen Vertriebenen wichtig geworden (Abg. Belakowitsch: ... ablenken von den sechs Geschlechtern!), und es geht auch darum, dass wir die Schnittstelle der Datenmeldung zwischen dem Register und der anerkannten Religionsgemeinschaften und Kirchen in Bezug auf das Religionsbekenntnis vereinfachen, weil es auch da in Einzelfällen zu irreführenden Angaben gekommen ist.
Abg. Belakowitsch: Was hat das ... mit den sechs Geschlechtern zu tun?
Ich möchte mich jetzt explizit bei den Kolleginnen und Kollegen bedanken (Abg. Belakowitsch: Was hat das ... mit den sechs Geschlechtern zu tun?), die sich in der Vergangenheit sehr konstruktiv in die Diskussion eingebracht haben, weil uns nicht nur der VfGH ein Erkenntnis geliefert hat, das zu berücksichtigen war, sondern weil es auch eine Entscheidung eines Landesverwaltungsgerichtes gibt. Das Landesverwaltungsgericht hat auch gesagt, dass wir neben den jetzt fünf Möglichkeiten ein weiteres Möglichkeitenfeld eröffnen müssen – nämlich das der „keine Angabe“.
Abg. Belakowitsch: Ja, genau! Das ist das Urteil, genau!
Nach dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes vom 15. Juni 2018 haben Menschen, die der herkömmlichen Geschlechtszuordnung von Mann und Frau nicht entsprechen, ebenfalls ein Recht auf die Berücksichtigung durch das Gesetz. (Abg. Belakowitsch: Ja, genau! Das ist das Urteil, genau!) Das liegt nun einmal vor, das ist nicht ideologiegetrieben, sondern das ist ein Urteil des Verfassungsgerichtshofes.
Abg. Belakowitsch: Und was heißt divers und offen?
Ich sehe keinen Grund, wieso etwas so Selbstverständliches so hart erkämpft werden musste. Dabei richte ich mein Augenmerk besonders auf die Fraktion, die sich hier ans Rednerpult stellt, Geschlechter und Personenstand vermischt und von der Thematik überhaupt keine Ahnung hat und wissenschaftsfeindlich ist. Das hat sich nicht erst jetzt herausgestellt. Frau Kollegin, Sie sind selber Ärztin und wissen, was Intersexualität heißt. (Abg. Belakowitsch: Und was heißt divers und offen?) Nichtsdestotrotz: Kommen Sie endlich im 21. Jahrhundert an! Die Kollegin hat es bereits gesagt: Kommen Sie im 21. Jahrhundert an! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Nein, ich habe keine Angst davor! Eher vor eurer Ideologie der Gesellschaftszersetzung und -zerstörung!
Wenn Sie Angst vor dieser Personengruppe haben, dann will ich es Ihnen erklären (Abg. Belakowitsch: Nein, ich habe keine Angst davor! Eher vor eurer Ideologie der Gesellschaftszersetzung und -zerstörung!): Es geht nicht darum, dass man von Geschlecht zu Geschlecht wechseln kann, sondern es geht um Personen, um Neugeborene, die intersexuell auf die Welt kommen und nicht einem Geschlecht zugeordnet werden können. Das kann nur anhand der Chromosomen bestimmt werden. Da kann man sich nicht einfach da oder dort eintragen lassen. Es muss ein ärztliches Attest eingebracht werden. Das ist eine wesentliche Hürde für viele Menschen. Darin muss die Intersexualität festgestellt werden. Da ist keine Willkür dabei oder sonst etwas, sondern es geht um Gerechtigkeit, um Menschenwürde. Da erwarten wir uns, dass das hier auch umgesetzt wird. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Um das geht es da aber nicht! Da geht es ja nicht um sexuelle Ausrichtung, da geht es um Geschlecht!
Diese Realität, die Sie mit Ihrem Widerstand auch immer wieder schaffen, liebe FPÖ, bewirkt, dass noch immer viel zu viele LGBTIQ-Personen in Österreich regelmäßig Diskriminierung ausgesetzt werden, zum Teil auch Hass und Gewalt – viel zu viele. (Abg. Belakowitsch: Um das geht es da aber nicht! Da geht es ja nicht um sexuelle Ausrichtung, da geht es um Geschlecht!)
Abg. Belakowitsch: Aber da geht es um was anderes!
Jetzt möchte ich auch an etwas erinnern: Letzte Nacht wurden in Bratislava wieder zwei Menschen vor einer Schwulenbar, vor einer LGBTIQ-Bar erschossen, eine Kellnerin wurde angeschossen, aufgrund von Homosexuellenfeindlichkeit und Homofeindlichkeit (Abg. Belakowitsch: Aber da geht es um was anderes!), und das ist tragisch. Das ist diese Gewalt, die geschürt wird, aber die es in Österreich nicht geben soll und nicht geben darf. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist zutiefst widerwärtig und abzulehnen, dass Menschen aufgrund ihrer Sexualität noch immer Hass und Gewalt ausgesetzt werden. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.) Ihre Partei schürt diese leider. Sie helfen nicht, sondern Sie spalten.
Abg. Belakowitsch: Ihr zerstört die Gesellschaft, und die ÖVP ist mit dabei!
Mit dieser Neugestaltung, Herr Minister, wird das Meldegesetz künftig vorsehen (Abg. Belakowitsch: Ihr zerstört die Gesellschaft, und die ÖVP ist mit dabei!), dass neben „männlich“ und „weiblich“ auch die Bezeichnungen „divers“, „inter“, „offen“ und „keine Angabe“ stehen – ein kleiner, aber wichtiger queerpolitischer Schritt, mit dem wir die Politik wieder näher an die Lebensrealität und auch an die Menschen, an die Österreicherinnen und Österreicher heranrücken.
Abg. Belakowitsch: Darüber haben wir ja nicht geredet heute! Frau Kollegin, darüber habe ich gar nicht gesprochen, sondern über die Geschlechter!
Werte Frau Kollegin Belakowitsch! LGBTIQ-Personen, die LGBTIQ-Community beziehungsweise deren Unterstützerinnen und Unterstützer sind nicht per se links. Glauben Sie es mir! Es gibt auch Personen in den Reihen der FPÖ, die dieser Community angehören. (Abg. Belakowitsch: Darüber haben wir ja nicht geredet heute! Frau Kollegin, darüber habe ich gar nicht gesprochen, sondern über die Geschlechter!) Weil Sie da von links und von in die Knie gehen sprechen: Sie haben da so ein Schachteldenken. Kommen Sie aus diesem raus! Vielleicht kann man dann auch besser miteinander über die Probleme, die wir haben, diskutieren. (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei SPÖ und Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Werte Frau Kollegin Belakowitsch! LGBTIQ-Personen, die LGBTIQ-Community beziehungsweise deren Unterstützerinnen und Unterstützer sind nicht per se links. Glauben Sie es mir! Es gibt auch Personen in den Reihen der FPÖ, die dieser Community angehören. (Abg. Belakowitsch: Darüber haben wir ja nicht geredet heute! Frau Kollegin, darüber habe ich gar nicht gesprochen, sondern über die Geschlechter!) Weil Sie da von links und von in die Knie gehen sprechen: Sie haben da so ein Schachteldenken. Kommen Sie aus diesem raus! Vielleicht kann man dann auch besser miteinander über die Probleme, die wir haben, diskutieren. (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Die sind aber vertagt worden!
Das Zweite ist: In diesem Ausschuss hat mein Kollege Mario Lindner auch zwei Entschließungsanträge eingebracht (Abg. Belakowitsch: Die sind aber vertagt worden!), einen betreffend „LGBTIQ-Feindlichkeit und Hassverbrechen stoppen“ (Abg. Belakowitsch: Die sind vertagt worden!) und einen Entschließungsantrag zu „entschiedenes Vorgehen zur Bekämpfung von LGBTIQ-feindlicher Hasskriminalität“. Diese beiden Anträge von meinem Kollegen Mario Lindner wurden abgelehnt, und zwar mit der Begründung: weil wir jetzt einen Arbeitskreis einrichten und uns dessen Vorschläge anschauen. (Ruf: Genau!)
Abg. Belakowitsch: Die sind vertagt worden!
Das Zweite ist: In diesem Ausschuss hat mein Kollege Mario Lindner auch zwei Entschließungsanträge eingebracht (Abg. Belakowitsch: Die sind aber vertagt worden!), einen betreffend „LGBTIQ-Feindlichkeit und Hassverbrechen stoppen“ (Abg. Belakowitsch: Die sind vertagt worden!) und einen Entschließungsantrag zu „entschiedenes Vorgehen zur Bekämpfung von LGBTIQ-feindlicher Hasskriminalität“. Diese beiden Anträge von meinem Kollegen Mario Lindner wurden abgelehnt, und zwar mit der Begründung: weil wir jetzt einen Arbeitskreis einrichten und uns dessen Vorschläge anschauen. (Ruf: Genau!)
Abg. Belakowitsch: Ach, die ist schon so weit, die ÖVP, ...!
Ich gehe davon aus, dass die ÖVP nicht zu mehr bereit war. (Abg. Belakowitsch: Ach, die ist schon so weit, die ÖVP, ...!) Deswegen haben wir gesagt: Okay, machen wir es!, aber, Herr Bundesminister, Ihr Ministerium hat im Sommer 2021 einen Projektauftrag für eine Untersuchung zum Thema Hatecrime in Österreich gegeben, und auf diesen 168 Seiten stehen so viele Sachen, die man jetzt schon umsetzen kann!
Abg. Belakowitsch: Ja, seit 2015 vor allem!
Wenn wir über Hassverbrechen sprechen, müssen wir sagen, die Zahlen steigen. Sie steigen seit zwei, drei Jahren, nachdem sie eigentlich jahrelang gesunken sind. (Abg. Belakowitsch: Ja, seit 2015 vor allem!) – Frau Belakowitsch, bitte! Wir hören uns hier den ganzen Tag sehr viele Ihrer Reden an. Vielleicht schaffen Sie es, auch einfach einmal zuzuhören und nicht immer dazwischenzurufen. (Abg. Hafenecker: Das ist lebendiger Parlamentarismus!) Wissen Sie, eine der häufigsten Nachrichten, die ich auf Social Media während meiner Reden bekomme, ist, warum Frau Belakowitsch immer so reinbrüllen muss. Ich verstehe das nicht, vielleicht können Sie einfach einmal zuhören. (Beifall bei NEOS und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die Zahlen steigen also seit Jahren. 10 Prozent der Mitglieder der LGBTIQ-Community haben in den letzten fünf Jahren einen physischen Übergriff erleben müssen – 10 Prozent, jede zehnte Person. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) 40 Prozent erleben Diskriminierung im Arbeitsleben, und 60 Prozent der schwulen und lesbischen Pärchen trauen sich aus Angst vor Übergriffen nicht, in der Öffentlichkeit Händchen zu halten. Das sind die Zahlen der Europäischen Grundrechteagentur. Auch die Kriminalstatistik weist aus, dass die einschlägig motivierten Hassverbrechen, nämlich Verhetzung, Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, in den letzten Jahren zugenommen haben.
Abg. Belakowitsch: So viele Sitzungen haben wir gar nicht!
Sehen wir uns jetzt einmal an, wie viele parlamentarische Anfragen in den rund zehn Monaten der Amtszeit unseres Innenministers gestellt worden sind! Das sind sage und schreibe 521 parlamentarische Anfragen, davon 271 von der FPÖ und 131 von der SPÖ. Die sind alle beantwortet worden, und wenn man damit nicht zufrieden ist, dann hat man hier im Haus die Möglichkeit, eine kurze Debatte darüber abzuführen und weitere Auskünfte zu verlangen. (Abg. Belakowitsch: So viele Sitzungen haben wir gar nicht!) Das ist gängige parlamentarische Praxis und alles andere als ein Grund für einen Misstrauensantrag, durch den ein Innenminister, der alle diese Anfragen beantwortet hat, sein Amt verlieren soll.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Widerspruch bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Der beste!
Eines hat dieser Misstrauensantrag ganz eindeutig gezeigt: Es soll davon abgelenkt werden, dass der Rekord oder die hohe Zahl der Misstrauensanträge, die Herr Innenminister Kickl in seiner Amtszeit bekommen hat, das Gewicht behält. Das können Sie jetzt mit vielen Misstrauensanträgen vielleicht egalisieren, aber eines werden Sie nicht egalisieren können: dass Ihr Innenminister Kickl der schlechteste Innenminister dieser Republik war. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Widerspruch bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch: Der beste!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ihnen geht es auch gar nicht um die Person des Herrn Innenministers. Ihnen geht es darum, dass dieser Innenminister stellvertretend für seine Partei für eine Haltung steht, die sich zwar in vielen Punkten von unserer, der grünen Haltung, unterscheidet, aber in einem Punkt nicht (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Diese Regierung und beide Koalitionsparteien sind nicht bereit, Unionsrecht, Verfassungsrecht und Völkerrecht einfach außer Kraft zu setzen. (Ruf bei der FPÖ: Ja dann tun Sie das!) Diese Regierung besteht darauf, dass menschenrechtliche Mindeststandards eingehalten werden, auch wenn das eine Herausforderung ist. Wir stehen gemeinsam dafür, dass kein Mensch an den österreichischen Grenzen in den Dreck gestoßen, mit Füßen getreten, gedemütigt und misshandelt werden darf, weil alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechten geboren sind. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Ja eh!
Für Sie, meine Damen und Herren von der FPÖ, für Sie, Kollege Amesbauer, ist das anders. Woher ich das weiß? – Weil Sie, Kollege Amesbauer, in der letzten Innenausschusssitzung, in der wir Ihren unsinnigen Misstrauensantrag schon abgewiesen haben, tatsächlich zu Protokoll genommen haben wollten, dass Sie und Ihre Partei für Push-backs wären. (Abg. Belakowitsch: Ja eh!) Das wollten Sie ausdrücklich zu Protokoll genommen haben. (Abg. Amesbauer: Das sagen wir eh oft!) Also genau das: dass Menschen getreten und über Grenzen geprügelt werden, als wären sie ein Stück Vieh. (Abg. Belakowitsch: Das haben wir nicht gesagt!) Push-backs sind ein Verstoß gegen das Völkerrecht, gegen das Unionsrecht, gegen die Menschenrechte und damit gegen unsere Verfassung. All das ist Ihnen egal. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Ihnen ist halt die Wahrheit egal! – Zwischenruf des Abg. Hafenecker.)
Abg. Belakowitsch: Das haben wir nicht gesagt!
Für Sie, meine Damen und Herren von der FPÖ, für Sie, Kollege Amesbauer, ist das anders. Woher ich das weiß? – Weil Sie, Kollege Amesbauer, in der letzten Innenausschusssitzung, in der wir Ihren unsinnigen Misstrauensantrag schon abgewiesen haben, tatsächlich zu Protokoll genommen haben wollten, dass Sie und Ihre Partei für Push-backs wären. (Abg. Belakowitsch: Ja eh!) Das wollten Sie ausdrücklich zu Protokoll genommen haben. (Abg. Amesbauer: Das sagen wir eh oft!) Also genau das: dass Menschen getreten und über Grenzen geprügelt werden, als wären sie ein Stück Vieh. (Abg. Belakowitsch: Das haben wir nicht gesagt!) Push-backs sind ein Verstoß gegen das Völkerrecht, gegen das Unionsrecht, gegen die Menschenrechte und damit gegen unsere Verfassung. All das ist Ihnen egal. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Ihnen ist halt die Wahrheit egal! – Zwischenruf des Abg. Hafenecker.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Ihnen ist halt die Wahrheit egal! – Zwischenruf des Abg. Hafenecker.
Für Sie, meine Damen und Herren von der FPÖ, für Sie, Kollege Amesbauer, ist das anders. Woher ich das weiß? – Weil Sie, Kollege Amesbauer, in der letzten Innenausschusssitzung, in der wir Ihren unsinnigen Misstrauensantrag schon abgewiesen haben, tatsächlich zu Protokoll genommen haben wollten, dass Sie und Ihre Partei für Push-backs wären. (Abg. Belakowitsch: Ja eh!) Das wollten Sie ausdrücklich zu Protokoll genommen haben. (Abg. Amesbauer: Das sagen wir eh oft!) Also genau das: dass Menschen getreten und über Grenzen geprügelt werden, als wären sie ein Stück Vieh. (Abg. Belakowitsch: Das haben wir nicht gesagt!) Push-backs sind ein Verstoß gegen das Völkerrecht, gegen das Unionsrecht, gegen die Menschenrechte und damit gegen unsere Verfassung. All das ist Ihnen egal. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Ihnen ist halt die Wahrheit egal! – Zwischenruf des Abg. Hafenecker.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ja, wir Grüne und die Volkspartei haben in vielen Dingen unterschiedliche ideologische Ansätze und Ansichten, aber darüber sind wir uns einig – hoffentlich auch mit zwei weiteren Parteien in diesem Haus –: dass alle Menschen gleich sind und dass die Menschenwürde unantastbar ist – und das stört Sie an diesem Minister, stellvertretend für diese Bundesregierung und diese Koalition. Das ist der Grund, warum wir Ihren Misstrauensantrag abgelehnt haben und warum wir das hier Plenum bestätigen werden. – Danke fürs Zuhören. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Seit wann?
Meine Damen und Herren, es gibt keinen Grund zur Panik! Unser Bundesminister steht in jedem Ausschuss bei aktuellen Aussprachen Rede und Antwort, er beantwortet parlamentarische Anfragen, bis zu 1 000 im Jahr, und es gibt auch das Instrument einer kurzen Debatte, in der unser Bundesminister jederzeit Auskunft gibt. (Zwischenruf des Abg. Loacker.) Wer mit Aussagen unzufrieden ist, dem sei eines gesagt: Die bisherige Kriminalitätsstatistik war durchaus in manchen Bereichen wenig aussagekräftig. (Abg. Amesbauer: Um das geht es nicht!) Es braucht mehr Qualität, es braucht eine wissenschaftliche Prüfung (Abg. Belakowitsch: Seit wann?), und daher wurde sie von Experten, Frau Kollegin, neu aufgestellt. Zukünftig wird die Kriminalitätsstatistik aussagekräftig sein.
Sitzung Nr. 181
Ruf bei der SPÖ: Ah geh! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kickl.
Bundeskanzler Karl Nehammer, MSc: Sehr geehrte Österreicherinnen und Österreicher! Liebe Menschen, die in unserem Land leben! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Sehr geehrter Herr Präsident! Vor allem auch ein herzliches Willkommen an alle, die auf der Galerie an dieser Sitzung teilnehmen! Die Ereignisse der letzten Tage und Wochen haben tatsächlich ein schlechtes Bild der Politik und unserer Institutionen gezeichnet. (Ruf bei der SPÖ: Ah geh! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Kickl.) Trotz multipler Krisen haben wir uns mit Vorgängen, die Jahre zurückliegen, zu beschäftigen und beschäftigen wir uns noch damit. Dennoch möchte ich hier in aller Klarheit und Deutlichkeit sagen: Wenn es diese Vorgänge gegeben hat, dann verurteile ich sie auf das Schärfste! (Abg. Schnedlitz: Sie waren Generalsekretär!) Es ist nicht zu verteidigen, es ist zu verurteilen, wenn mit Steuergeld parteipolitische Umfragen gekauft werden
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Dann macht es endlich!
noch nicht überwunden ist, der Krieg in der Ukraine, die Teuerung, die Energiekrise, die Klimakrise, die Migrationskrise und (Abg. Hafenecker: Die ÖVP-Krise!) – heute wurde es schon angesprochen –, ja, auch immer wieder die Gefahr eines Terroranschlags, wie es ihn vor zwei Jahren in Österreich gegeben hat und dem wir heute gedacht haben, all das sind Auftrag und Verpflichtung dieser Bundesregierung, dieser Koalitionsmehrheit in diesem Land, in diesem Parlament, die für eine Legislaturperiode gewählt wurde und nicht für so lange, wie es das Gutdünken der Opposition zulässt. (Abg. Amesbauer: Die haben Kurz gewählt und nicht Sie!) Unsere Aufgabe ist es, die Sorgen und Ängste ernst zu nehmen und für die Menschen in diesem Land zu arbeiten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Dann macht es endlich!)
Abg. Belakowitsch: Aber die ... Unternehmen ...!
Die Strompreisbremse wird demnächst greifen, und das bedeutet Entlastung für die Menschen, denn Strom braucht jeder. Die Entlastungsmaßnahmen – wie Energiekostenzuschuss oder Strompreiskompensation – gelten für die Haushalte genauso wie für Industrie und Unternehmen. (Abg. Belakowitsch: Aber die ... Unternehmen ...!)
Beifall der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das hat nichts mit Schlechtrederei zu tun, 11 Prozent Inflation!
Investitionen in die Transformation. Das ist ein sperriges Wort, was aber steckt dahinter? – Über 5 Milliarden Euro werden den Unternehmen, der Industrie zur Verfügung gestellt, um die Unabhängigkeit von fossiler Energie zu erreichen, die uns auch wieder ein Stück mehr Freiheit bringt. Das ist verantwortungsvolles Handeln für die Zukunft dieses Landes, trotz Krise und auch trotz Schlechtrederei. (Beifall der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das hat nichts mit Schlechtrederei zu tun, 11 Prozent Inflation!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ich darf Sie auf eine Zeitreise mitnehmen: Denken Sie zurück an den 24.2.! Da ist der Krieg ausgebrochen, die Russische Föderation hat die Ukraine überfallen. Wie oft wurde hier im Hohen Haus davon gesprochen, dass die Bundesregierung, dass diese Koalition es nicht schaffen werde, die Speicher in Österreich vollzukriegen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), zum ersten Mal in der Geschichte der Zweiten Republik eine strategische Reserve anzulegen. Heute darf ich Ihnen verkünden: Die strategische Reserve ist eingelagert, unsere Speicher sind zu über 90 Prozent voll (Zwischenrufe bei der FPÖ), dieser Winter ist energieversorgungsmäßig gesichert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Hafenecker.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir sind schon längst an einem Punkt angelangt, an dem die Probleme der ÖVP zu den Problemen unseres Landes geworden sind, und das – auch das soll heute hier gesagt werden – mit Duldung der Grünen, weil Sie, sehr geehrte Damen und Herren von den Grünen, einfach nur zusehen, anstatt die Reißleine zu ziehen (Beifall bei der SPÖ – Zwischenruf des Abg. Wurm), weil Sie, sehr geehrte Damen und Herren von den Grünen, nicht den Mut haben, diesem politischen Stillstand, dieser Planlosigkeit, diesem unwürdigen Schauspiel endlich ein Ende zu setzen (Beifall bei der SPÖ), sondern dieser ÖVP weiter die Mauer machen, während sie in einem noch nie da gewesenen Korruptionssumpf versinkt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Die Demokratie!
Wie groß war diese Entrüstung? – Eine Sondersitzung, ein Neuwahlantrag, ein Misstrauensantrag, und das alles gegründet (Abg. Belakowitsch: Die Demokratie!) auf Emotionen. (Abg. Belakowitsch: Nein!) Fakten werden zunehmend negiert (Ruf: Das ist ein Wahnsinn!) oder wollen gar nicht mehr gehört werden. (Abg. Stöger: Schon was von Thomas Schmid gehört?!) – Ja, was haben wir von Schmid gehört? – Was wir von Schmid gehört haben – in einem Protokoll –, ist viel Altes und sehr wenig Neues. (Abg. Leichtfried: Schon wieder die Selbsterkenntnis, das greift heute um sich!) Und das, was neu war, war falsch. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Leichtfried: Die ÖVP ist erfüllt von Selbsterkenntnis heute, das ist gut so! – Ruf: Alles supersauber!)
Abg. Belakowitsch: Nein!
Wie groß war diese Entrüstung? – Eine Sondersitzung, ein Neuwahlantrag, ein Misstrauensantrag, und das alles gegründet (Abg. Belakowitsch: Die Demokratie!) auf Emotionen. (Abg. Belakowitsch: Nein!) Fakten werden zunehmend negiert (Ruf: Das ist ein Wahnsinn!) oder wollen gar nicht mehr gehört werden. (Abg. Stöger: Schon was von Thomas Schmid gehört?!) – Ja, was haben wir von Schmid gehört? – Was wir von Schmid gehört haben – in einem Protokoll –, ist viel Altes und sehr wenig Neues. (Abg. Leichtfried: Schon wieder die Selbsterkenntnis, das greift heute um sich!) Und das, was neu war, war falsch. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Leichtfried: Die ÖVP ist erfüllt von Selbsterkenntnis heute, das ist gut so! – Ruf: Alles supersauber!)
Abg. Belakowitsch: Impfpflicht! Genau!
Neben all diesen Aufgaben, die wir selbstverständlich zu erledigen haben, geht es aber auch darum, das zu tun, was sich die Menschen in diesem Land erwarten, und die Menschen erwarten sich von dieser Bundesregierung, aber auch von der Politik allgemein, dass die Krise bewältigt wird. Ich sage Ihnen eines: Dank dieser Bundesregierung ist keine der Befürchtungen, die es während der Covid-Krise gegeben hat (Abg. Belakowitsch: Impfpflicht! Genau!) – nämlich: es wird eine unendliche Arbeitslosigkeit geben, es wird eine Pleitewelle geben –, eingetreten. (Abg. Wurm: 100 Milliarden Euro!) Sie sind deshalb nicht eingetreten, weil die Hilfen schnell und unbürokratisch waren. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie haben die Menschen ebenso wie die Wirtschaft gut durch die Krise gebracht. (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.) Das ist dieser Regierung gelungen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Neben all diesen Aufgaben, die wir selbstverständlich zu erledigen haben, geht es aber auch darum, das zu tun, was sich die Menschen in diesem Land erwarten, und die Menschen erwarten sich von dieser Bundesregierung, aber auch von der Politik allgemein, dass die Krise bewältigt wird. Ich sage Ihnen eines: Dank dieser Bundesregierung ist keine der Befürchtungen, die es während der Covid-Krise gegeben hat (Abg. Belakowitsch: Impfpflicht! Genau!) – nämlich: es wird eine unendliche Arbeitslosigkeit geben, es wird eine Pleitewelle geben –, eingetreten. (Abg. Wurm: 100 Milliarden Euro!) Sie sind deshalb nicht eingetreten, weil die Hilfen schnell und unbürokratisch waren. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie haben die Menschen ebenso wie die Wirtschaft gut durch die Krise gebracht. (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.) Das ist dieser Regierung gelungen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
die Teuerung hat es Hilfen gegeben, sowohl für die Wirtschaft als auch für die Menschen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das ist es, was von der Bundesregierung und von der Politik allgemein erwartet wird.
Abg. Belakowitsch: Das würde ich eher nicht mehr so bestätigen!
Die Arbeitslosigkeit ist Stand jetzt so niedrig, wie sie vor der Krise nicht war. Das ist die Leistung dieser Regierung, und ich sage Ihnen ganz offen: Dafür ist diese Regierung gewählt. Sie ist handlungsfähig, sie ist handlungswillig (Abg. Belakowitsch: Das würde ich eher nicht mehr so bestätigen!), und dafür stehen der Kanzler, die Bundesregierung und die Volkspartei. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Schwarz.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Matznetter. – Ruf bei der FPÖ: Na, was jetzt? – Abg. Belakowitsch: Ein leeres Paket? An einem leeren Paket arbeiten Sie? – Abg. Stefan: Interessante Argumentation! Da müssen Sie selbst lachen!
Was Sie gemacht haben, ist, genau die Projekte, die wir gerade umsetzen, als Schlagworte aufzuzählen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) All das, woran wir gerade arbeiten, haben Sie aufgezählt. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Matznetter. – Ruf bei der FPÖ: Na, was jetzt? – Abg. Belakowitsch: Ein leeres Paket? An einem leeren Paket arbeiten Sie? – Abg. Stefan: Interessante Argumentation! Da müssen Sie selbst lachen!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Beinahe täglich! – Abg. Haubner: Beim Haider?!
(Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Beinahe täglich! – Abg. Haubner: Beim Haider?!) Fakt ist: Ihr Vorgänger hat auf Ibiza eindrucksvoll erklärt, wie man für entsprechende Aufträge oder für Parteispenden Gegenleistungen bekommen kann.
Abg. Belakowitsch: Den kennt sie gar nicht!
Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! (Ruf bei der SPÖ: Ah, jetzt ist er wieder da!) Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Worum geht es denn aktuell? – Schauen wir uns einmal die Ausgangslage an: Es geht um ein Einvernahmeprotokoll eines – mir immer noch unbekannten – Herrn Schmid, der sich mit der WKStA einen Sonderstatus als Kronzeuge ausverhandeln möchte. (Abg. Belakowitsch: Den kennt sie gar nicht!)
Abg. Belakowitsch: Nein, sie versuchen ... Wortmeldungen zur Geschäftsordnung!
Die zweite Ebene ist jene der politischen Verantwortung, und die politische Verantwortung klären wir im Untersuchungsausschuss. (Abg. Belakowitsch: Nein, sie versuchen ... Wortmeldungen zur Geschäftsordnung!) Da ich bisher noch keine einzige Stunde in diesem Untersuchungsausschuss gefehlt habe, weiß ich auch, dass keiner dieser Vorwürfe nachgewiesen werden kann. (Abg. Loacker: Dann müssten Sie halt nicht nur anwesend sein, sondern auch aufpassen!) Wir sprechen also immer noch von reinen Vorwürfen, insofern war der Output dieses Untersuchungsausschusses bescheiden. Wir wissen nämlich immer noch nicht, was wahr ist. (Abg. Belakowitsch: Dann kritisieren Sie doch nicht noch die Fragen von ...!) Und wenn wir morgen laut WKStA auch nur begrenzt dazu fragen dürfen, was wahr ist, wird sich dieser Zustand auch nicht ändern. Wir standen von Anfang an für volle Aufklärung, diese will man jetzt offenbar verhindern.
Abg. Belakowitsch: Dann kritisieren Sie doch nicht noch die Fragen von ...!
Die zweite Ebene ist jene der politischen Verantwortung, und die politische Verantwortung klären wir im Untersuchungsausschuss. (Abg. Belakowitsch: Nein, sie versuchen ... Wortmeldungen zur Geschäftsordnung!) Da ich bisher noch keine einzige Stunde in diesem Untersuchungsausschuss gefehlt habe, weiß ich auch, dass keiner dieser Vorwürfe nachgewiesen werden kann. (Abg. Loacker: Dann müssten Sie halt nicht nur anwesend sein, sondern auch aufpassen!) Wir sprechen also immer noch von reinen Vorwürfen, insofern war der Output dieses Untersuchungsausschusses bescheiden. Wir wissen nämlich immer noch nicht, was wahr ist. (Abg. Belakowitsch: Dann kritisieren Sie doch nicht noch die Fragen von ...!) Und wenn wir morgen laut WKStA auch nur begrenzt dazu fragen dürfen, was wahr ist, wird sich dieser Zustand auch nicht ändern. Wir standen von Anfang an für volle Aufklärung, diese will man jetzt offenbar verhindern.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Wurm: Das war eine gute Rede! – Zwischenruf der Abg. Ribo. – Abg. Belakowitsch: Widerlich sind schon Sie! – Abg. Maurer: Verwirrt, nicht widerlich! – Zwischenruf des Abg. Wurm.
Apropos Neutralität: Die Verletzung dieses verfassungsrechtlichen Grundsatzes wäre ein weiterer Grund für den Misstrauensantrag. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Wurm: Das war eine gute Rede! – Zwischenruf der Abg. Ribo. – Abg. Belakowitsch: Widerlich sind schon Sie! – Abg. Maurer: Verwirrt, nicht widerlich! – Zwischenruf des Abg. Wurm.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Kickl: Das zeigt, dass Sie den Misstrauensantrag nicht gelesen haben, aber das wundert mich ja nicht! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordnete Mag. Meri Disoski (Grüne): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Werte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher! Das war eine sehr skurrile Rede, die das wahre Gesicht der FPÖ offenbart hat: Es geht überhaupt nicht um Antikorruption oder Transparenz, sondern um das, was ihr am besten könnt, nämlich das Schüren rassistischer Ressentiments. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Kickl: Das zeigt, dass Sie den Misstrauensantrag nicht gelesen haben, aber das wundert mich ja nicht! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Kickl: Was sind Ressentiments? Das sind Ressentiments, was in Linz stattgefunden hat? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das Schüren rassistischer Ressentiments ist das, was die FPÖ am besten kann. Das lässt mich den Kopf schütteln, aber gut, etwas anderes ist man von Ihnen nicht gewöhnt. (Abg. Kickl: Was sind Ressentiments? Das sind Ressentiments, was in Linz stattgefunden hat? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Aber es ist ziemlich peinlich, was Sie da abliefern!
All das habt ihr gemacht, das war kein Problem für die sogenannte soziale Heimatpartei. Ihr meidet Antikorruption und Transparenz wie der Teufel das Weihwasser, und die kleinen Leute sind euch so etwas von wurscht, so schaut es aus! Uns Grünen sind diese Menschen aber nicht wurscht, und deswegen - - (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Wurm: Diese Rede wird nicht besser, Frau Kollegin!) – Wenn Sie etwas sagen wollen, Herr Kollege, können Sie sich gern zu Wort melden. Dort, wo ich herkomme, lässt man einander ausreden, ich weiß nicht, wie das bei der FPÖ ist. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Aber es ist ziemlich peinlich, was Sie da abliefern!)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Wer zahlt denn das alles?
Ab 1. Jänner 2023 werden wichtige Familien- und Sozialleistungen an die Inflation angepasst. Das heißt, sie steigen künftig automatisch gemeinsam mit den höheren Preisen mit an. Für viele Menschen heißt das, dass sie künftig mit diesem Geld ein besseres Auskommen haben. Insbesondere für Geringverdienende und Alleinerziehende ist das eine große Unterstützung. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: Wer zahlt denn das alles?) – Das zahlen wir mit unserem Steuergeld, Herr Kollege Kickl.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Ach so, darum haben wir so wenig Pflegepersonal, darum kündigt einer nach dem anderen!
Wir haben die schon seit Jahrzehnten versprochene Pflegereform umgesetzt. Menschen, die in Pflegeberufen arbeiten, fordern das schon seit Jahren, seit Jahrzehnten: mehr Einkommen, bessere Arbeitsbedingungen, spürbare Entlastung. Passiert ist nichts. Damit ist jetzt endlich Schluss: Sie bekommen endlich mehr Lohn, mehr Gehälter und endlich auch bessere Arbeitsbedingungen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Ach so, darum haben wir so wenig Pflegepersonal, darum kündigt einer nach dem anderen!) – Kollegin Belakowitsch, ich weiß nicht, was Sie mir hier entgegenbrüllen; aber ich kann mich daran erinnern, dass die FPÖ-Sozialministerin Hartinger-Klein einst der Meinung war, dass man mit 150 Euro monatlich auskommt. Die Sozialpolitik der FPÖ ist in diesem Satz, glaube ich, auf den Punkt gebracht. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Rechnen ist auch nicht Ihr Schwerpunkt!
erhöht werden. So geht nachhaltige Sozialpolitik. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Rechnen ist auch nicht Ihr Schwerpunkt!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das ist unrichtig, es gibt keine doppelte Familienbeihilfe! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Zusätzlich zu diesen nachhaltig strukturell wirkenden Maßnahmen haben wir eine Vielzahl von Sofortmaßnahmen gesetzt, um die Folgen dieser fossilgetriebenen Inflation, die uns beschäftigen, abzufedern, zum Beispiel die doppelte Familienbeihilfe, den 300-Euro-Teuerungsausgleich für vulnerable Gruppen oder auch die 500 Euro als Klima- und Antiteuerungsbonus. Wir nennen das nachhaltige Sozialpolitik und Handlungsfähigkeit. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das ist unrichtig, es gibt keine doppelte Familienbeihilfe! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Wer hat denn das gemacht? War das der Koalitionspartner?
Auch in anderen Bereichen haben wir viele Maßnahmen umgesetzt, die längst überfällig waren. Vorbei sind die Zeiten, als die Justiz kaputtgespart, Verfahren daschlogn und Förderungen intransparent vergeben worden sind. (Abg. Belakowitsch: Wer hat denn das gemacht? War das der Koalitionspartner?) Wir sorgen jetzt für gläserne Parteikassen und dafür, dass Transparenz und Nachvollziehbarkeit Einzug ins österreichische Förderwesen halten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Hauser: Das glaubst selber nicht!)
Ruf bei der FPÖ: Nein! Nein! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Schmiedlechner.
Was sich die Menschen von der Opposition erwarten (Zwischenruf der Abg. Rendi-Wagner): Lassen Sie Bundeskanzler Karl Nehammer und sein Regierungsteam arbeiten! (Ruf bei der FPÖ: Nein! Nein! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Schmiedlechner.) – Sie können Nein sagen, doch das Vertrauen der Österreicherinnen und Österreicher wird es nicht zulassen, dass Sie hier eine Mehrheit bekommen (Abg. Kickl: Na, warten Sie es ab!), wenn wir zur Abstimmung kommen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Treten Sie dann zurück, wenn es so ist? Gehen Sie dann?)
Sitzung Nr. 183
Abg. Belakowitsch: ... Sanktionen!
Was es hingegen wirklich braucht, sind nachhaltige, kluge und wirksame Maßnahmen, damit die Preise in diesem Land endlich zu sinken beginnen. Kurzfristig – weil es rasch Hilfe braucht – braucht es vor allem angesichts der explodierenden Energiepreise und des bevorstehenden harten Winters – so wie gerade letzte Woche für Deutschland im Bundestag beschlossen – endlich einen Gaspreisdeckel für Österreich, sehr geehrte Bundesregierung. (Beifall bei der SPÖ.) Es braucht einen Gaspreisdeckel, um endlich schnell die Preise zu senken, um soziale Verwerfungen, die drohen, wenn das nicht passiert, zu verhindern, um zu verhindern, dass aus einer Energiekrise eine soziale Krise in Österreich wird, und auch um zu verhindern, dass es in Österreich Deindustrialisierung gibt, wenn die Industrie nicht mehr mithalten kann und nicht mehr wettbewerbsfähig ist. (Abg. Belakowitsch: ... Sanktionen!)
Abg. Belakowitsch: Kinder wegsperren!
Ich verstehe das aber auch, weil das Problem, das Sie haben, ist das, dass diese Bundesregierung die Menschen seit drei Jahren unterstützt. (Abg. Matznetter: Sie haben ein Problem!) Sei es bei der Pandemie (Abg. Belakowitsch: Kinder wegsperren!), sei es bei der Teuerung, der hohen Inflation, auch bei der Energiesituation: Die Menschen werden unterstützt – nicht nur die Menschen, auch die Betriebe, die Wirtschaft bis hin zur Landwirtschaft. Wir unterstützen die Österreicherinnen und Österreicher und begleiten sie bestmöglich in dieser herausfordernden Zeit. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Wurm: Viel zu viele! Eine Elfjährige ...! – Abg. Belakowitsch: Wer sind eigentlich die Tätergruppen?
Ich beginne beim Offensichtlichen, nämlich beim Budget des Frauenministeriums. Zehn Jahre lang, unter sozialdemokratischen Kanzlern, ist dieses Budget bei circa 10 Millionen Euro stagniert, dann kam die – wie soll ich sagen? – frauenpolitische Geisterbahnfahrt von Türkis-Blau, Kürzungen beim Frauenbudget inklusive. Mit grüner Regierungsbeteiligung gibt es nach einer langen, langen Durststrecke endlich wieder mehr Geld für Frauenpolitik. Wir haben das Frauenbudget konkret um 140 Prozent auf mittlerweile 24,3 Millionen Euro erhöht. Ein Großteil davon fließt in den Gewaltschutz, in die Gewaltprävention und in den Opferschutz. Das ist deshalb besonders wichtig, weil es in diesem Land leider traurige Realität ist, dass nach wie vor jede fünfte Frau von Gewalt betroffen ist. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wurm: Viel zu viele! Eine Elfjährige ...! – Abg. Belakowitsch: Wer sind eigentlich die Tätergruppen?)
Abg. Belakowitsch: ... keiner!
Sehr geehrte Damen und Herren, es gibt viele, die sagen, Herr Bundesminister Polaschek ist der Verlierer in diesem Budgetprozess. (Abg. Belakowitsch: ... keiner!) Ich sage, die Schulen bekommen de facto weniger Geld, die Unis befürchten Insolvenz, die Fachhochschulen bekommen die Fördersätze nicht in der Höhe, in der sie sie brauchen würden: Die Verlierer sind also – auch wenn Sie begonnen haben, sich zu bewegen, Herr Bundesminister, aber das ist nicht genug, das kann nur ein Anfang sein —, sehr geehrte Damen und Herren, die jungen Menschen und die Wissenschafter in unserem Land. Und das ist ein trauriges Kapitel in Ihrem zukunftsvergessenden Budget. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Künsberg Sarre. – Abg. Salzmann: 1 Milliarde ...!)
Abg. Belakowitsch: Es ist alles super!
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Finanzminister! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! (Abg. Belakowitsch: Es ist alles super!) Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuschauer auf der Galerie und zu Hause vor den Fernsehbildschirmen! Wir debattieren jetzt die Tagesordnungspunkte 1 bis 9 und wir werden uns die nächsten drei Tage, also bis Donnerstagabend, mit jedem einzelnen Kapitel, sprich mit jedem einzelnen Ministerium, tiefgreifend auseinandersetzen.
Abg. Belakowitsch: Alles falsch!
Wir kennen das von der Coronakrise. Zuerst hat es geheißen, alles zu langsam, alles zu wenig. Dann waren wir schnell. (Abg. Belakowitsch: Alles falsch!) – Was andere alles falsch machen, habt ihr auch noch gesagt. (Abg. Belakowitsch: War es auch! – Ruf bei der FPÖ: Ist es ja auch!) In Summe ist aber herausgekommen, dass diese Hilfen in der Coronazeit Österreich sehr gut, und zwar als eines der besten Länder europaweit, aus der Krise herausgeführt haben (Abg. Belakowitsch: Können Sie keine Statistiken lesen? ...! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), und nur deswegen war es möglich, dass wir jetzt auch so stark helfen können, und zwar denjenigen, die es am meisten brauchen. (Abg. Belakowitsch: ... Kollege Hörl!)
Abg. Belakowitsch: War es auch! – Ruf bei der FPÖ: Ist es ja auch!
Wir kennen das von der Coronakrise. Zuerst hat es geheißen, alles zu langsam, alles zu wenig. Dann waren wir schnell. (Abg. Belakowitsch: Alles falsch!) – Was andere alles falsch machen, habt ihr auch noch gesagt. (Abg. Belakowitsch: War es auch! – Ruf bei der FPÖ: Ist es ja auch!) In Summe ist aber herausgekommen, dass diese Hilfen in der Coronazeit Österreich sehr gut, und zwar als eines der besten Länder europaweit, aus der Krise herausgeführt haben (Abg. Belakowitsch: Können Sie keine Statistiken lesen? ...! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), und nur deswegen war es möglich, dass wir jetzt auch so stark helfen können, und zwar denjenigen, die es am meisten brauchen. (Abg. Belakowitsch: ... Kollege Hörl!)
Abg. Belakowitsch: Können Sie keine Statistiken lesen? ...! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Wir kennen das von der Coronakrise. Zuerst hat es geheißen, alles zu langsam, alles zu wenig. Dann waren wir schnell. (Abg. Belakowitsch: Alles falsch!) – Was andere alles falsch machen, habt ihr auch noch gesagt. (Abg. Belakowitsch: War es auch! – Ruf bei der FPÖ: Ist es ja auch!) In Summe ist aber herausgekommen, dass diese Hilfen in der Coronazeit Österreich sehr gut, und zwar als eines der besten Länder europaweit, aus der Krise herausgeführt haben (Abg. Belakowitsch: Können Sie keine Statistiken lesen? ...! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), und nur deswegen war es möglich, dass wir jetzt auch so stark helfen können, und zwar denjenigen, die es am meisten brauchen. (Abg. Belakowitsch: ... Kollege Hörl!)
Abg. Belakowitsch: ... Kollege Hörl!
Wir kennen das von der Coronakrise. Zuerst hat es geheißen, alles zu langsam, alles zu wenig. Dann waren wir schnell. (Abg. Belakowitsch: Alles falsch!) – Was andere alles falsch machen, habt ihr auch noch gesagt. (Abg. Belakowitsch: War es auch! – Ruf bei der FPÖ: Ist es ja auch!) In Summe ist aber herausgekommen, dass diese Hilfen in der Coronazeit Österreich sehr gut, und zwar als eines der besten Länder europaweit, aus der Krise herausgeführt haben (Abg. Belakowitsch: Können Sie keine Statistiken lesen? ...! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), und nur deswegen war es möglich, dass wir jetzt auch so stark helfen können, und zwar denjenigen, die es am meisten brauchen. (Abg. Belakowitsch: ... Kollege Hörl!)
Abg. Wurm: Schlecht! – Abg. Belakowitsch: Katastrophal! – Zwischenruf des Abg. Loacker, der sich mit den Händen an den Kopf greift.
Wie schaut es denn mit unserer Schuldenpolitik aus? (Abg. Wurm: Schlecht! – Abg. Belakowitsch: Katastrophal! – Zwischenruf des Abg. Loacker, der sich mit den Händen an den Kopf greift.) – Ich sage euch jetzt eines dazu: Ein Würstelstand wird weniger Schulden haben als ein großer Industriebetrieb. (Abg. Hafenecker: Ich habe immer gesagt ...!) Jetzt sage ich euch, wie wir mit den Schulden europaweit dastehen: Wir stehen nicht als die Besten da, das weiß ich (Zwischenruf des Abg. Rauch), aber wir können aufgrund der großen Hilfen stolz darauf sein (Abg. Hoyos-Trauttmansdorff: Dass wir besser dastehen als Spanien, Italien, Griechenland?), dass wir noch so finanzstark sind.
Abg. Hoyos-Trauttmansdorff: Herr Obernosterer bereitet sich mit seiner Rede auf ... vor! – Zwischenrufe der Abgeordneten Loacker und Belakowitsch.
Die 27 EU-Staaten haben eine durchschnittliche Verschuldung von 87 Prozent des BIP. (Abg. Hoyos-Trauttmansdorff: Herr Obernosterer bereitet sich mit seiner Rede auf ... vor! – Zwischenrufe der Abgeordneten Loacker und Belakowitsch.) In der Eurozone haben die 19 Staaten, die den Euro haben, eine durchschnittliche Verschuldungsquote von 93 bis 94 Prozent, und Österreich hat trotz dieser vie-
Abg. Belakowitsch: Warum tragen Sie eine rote Krawatte?
Herr Finanzminister, ich gratuliere Ihnen und allen Ministerinnen und Ministern zu diesem Budget. (Abg. Belakowitsch: Warum tragen Sie eine rote Krawatte?) Wir können wirklich positiv in die Zukunft schauen. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Hat Ihnen das gefallen, Herr Finanzminister? – Abg. Hoyos-Trauttmansdorff: Mäßig!)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Hat Ihnen das gefallen, Herr Finanzminister? – Abg. Hoyos-Trauttmansdorff: Mäßig!
Herr Finanzminister, ich gratuliere Ihnen und allen Ministerinnen und Ministern zu diesem Budget. (Abg. Belakowitsch: Warum tragen Sie eine rote Krawatte?) Wir können wirklich positiv in die Zukunft schauen. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Hat Ihnen das gefallen, Herr Finanzminister? – Abg. Hoyos-Trauttmansdorff: Mäßig!)
Abg. Belakowitsch: Ich habe mir keine Skikarte kaufen dürfen, ich bin ungeimpft!
entwickelt, als ihr euch das vorgestellt hattet. Und da hat der Verein für Konsumenteninformation dafür gesorgt (Abg. Belakowitsch: Ich habe mir keine Skikarte kaufen dürfen, ich bin ungeimpft!), da hat der VKI dafür gesorgt, dass man das Geld für die Skikarte, das Geld für das Fitnesscenter zurückbekommen hat. (Abg. Belakowitsch: Ich habe mir keine kaufen dürfen!)
Abg. Belakowitsch: Ich habe mir keine kaufen dürfen!
entwickelt, als ihr euch das vorgestellt hattet. Und da hat der Verein für Konsumenteninformation dafür gesorgt (Abg. Belakowitsch: Ich habe mir keine Skikarte kaufen dürfen, ich bin ungeimpft!), da hat der VKI dafür gesorgt, dass man das Geld für die Skikarte, das Geld für das Fitnesscenter zurückbekommen hat. (Abg. Belakowitsch: Ich habe mir keine kaufen dürfen!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Meine Damen und Herren! Es wurde schon so viel über die Pensionen gesagt. Sie, Herr Kollege Wurm, reden von einem Plus von 5,8 Prozent. – Ja, das ist die gesetzliche Vorgabe, aber 1,2 Millionen Pensionisten bekommen 8,2 Prozent plus. Sie wissen das, Sie sagen es nur nicht. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Die Ausgleichszulagenbezieher bekommen 10,2 Prozent, und mit dem Antiteuerungspaket wurden auch viele andere Maßnahmen umgesetzt.
Abg. Belakowitsch: Das ist der falsche Tagesordnungspunkt! Jetzt geht es um Soziales, der Tagesordnungspunkt Arbeit kommt erst!
Wir haben als ÖVP nun mit den Grünen viele Herausforderungen angenommen. Das ist in einigen Bereichen eine große Aufgabe, aber wir schaffen es und sind ein Garant dafür, dass es funktioniert. Auf unsere Regierung ist Verlass. Wir als Kanzlerpartei sorgen mit einem absolut fähigen Arbeitsminister für eine hohe Beschäftigung (Abg. Belakowitsch: Das ist der falsche Tagesordnungspunkt! Jetzt geht es um Soziales, der Tagesordnungspunkt Arbeit kommt erst!), und der Sozialminister wagt es, große und komplexe Themen anzugehen.
Abg. Belakowitsch: Ja, ihr habt Teuerungspakete!
Herr Drobits und Kollege Ries haben vorhin die Teuerung angesprochen: Ja, die spüren wir alle, alle Menschen, alle Österreicher und Österreicherinnen, aber was Sie vergessen haben, sind die vielen Maßnahmenpakete, die die Bundesregierung umgesetzt hat. Das beginnt bei der Pensionserhöhung, bei der Einmalzahlung von 300 Euro für die Mindestpensionistinnen und -pensionisten, bei unseren Familien: Die einmalige Familienbeilhilfe wurde extra ausbezahlt, der Familienbonus und viele, viele Teuerungspakete. (Abg. Belakowitsch: Ja, ihr habt Teuerungspakete!) Ich erwähne vielleicht noch den Klima- und den Teuerungsbonus.
Abg. Belakowitsch: Teuerungspakete!
Ja, Frau Kollegin, auch zukünftig haben wir vieles vor. (Abg. Belakowitsch: Teuerungspakete!) Ich denke da an die Stromdeckelbremse (Abg. Belakowitsch: Stromdeckelbremse? Wird ja immer besser!), die ab 1. Dezember kommt, oder an die Abschaffung der kalten Progression, was mit den Freiheitlichen und mit der SPÖ nicht gegangen ist. Das spüren die Menschen nächstes Jahr bereits in ihren Geldbörsen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Matznetter: Wir brauchen einen Strompreisdeckel und keine Stromdeckelbremse, Herr Kollege!)
Abg. Belakowitsch: Stromdeckelbremse? Wird ja immer besser!
Ja, Frau Kollegin, auch zukünftig haben wir vieles vor. (Abg. Belakowitsch: Teuerungspakete!) Ich denke da an die Stromdeckelbremse (Abg. Belakowitsch: Stromdeckelbremse? Wird ja immer besser!), die ab 1. Dezember kommt, oder an die Abschaffung der kalten Progression, was mit den Freiheitlichen und mit der SPÖ nicht gegangen ist. Das spüren die Menschen nächstes Jahr bereits in ihren Geldbörsen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Matznetter: Wir brauchen einen Strompreisdeckel und keine Stromdeckelbremse, Herr Kollege!)
Abg. Belakowitsch: Jetzt gibt es weder das eine noch das andere!
Abgeordnete Mag. Ulrike Fischer (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Minister! Verein für Konsumenteninformation und Gesetz: Ja, kann man machen, muss man nicht machen, haben wir für drei Jahre einjährig gemacht. Mir kommt es aber ein bisschen so vor: Wenn wir etwas machen, ist es schlecht. Wenn wir dann etwas anderes machen, ist es auch schlecht. (Abg. Wurm: Ihr macht ja gar nichts! – Abg. Drobits: Ihr habt nichts gemacht!) Ich habe mir hier jedes Jahr anhören können: Wir brauchen dieses Gesetz nicht, wir brauchen eine ausreichende Finanzierung! (Abg. Belakowitsch: Jetzt gibt es weder das eine noch das andere!)
Abg. Belakowitsch: Der ist gar nicht da!
Ja, liebe Kolleginnen und Kollegen und insbesondere Abgeordneter Muchitsch, Sie haben sich massiv geirrt. (Abg. Loacker: Der ist ...! Der kann leider nicht antworten!) Sie sprachen damals noch von der Aktion 20 000 (Abg. Belakowitsch: Der ist gar nicht da!) – ja, leider ist er nicht da, aber Sie können es ihm ausrichten –, dann von der Aktion 40 000 (Zwischenruf des Abg. Matznetter), und Aktion Sprungbrett war genau das Richtige. (Abg. Heinisch-Hosek: Das ist ja nicht wahr! Das hat es ja vorher auch schon gegeben!) Muchitsch sprach damals von „Rohrkrepierer“ und aufgelegtem „Schmäh“ und sagte, Kochers Sprungbrett sei schon vor dem Beginn morsch. – Also so kann man sich irren. Jetzt haben Sie die Bestätigung: Diese Maßnahme war die korrekte und die richtige. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Mein Kollege Koza hat schon sehr ausführlich ausgeführt, warum das Budget jetzt so ist, wie es ist, ich darf hier aber trotzdem noch einmal die einen oder anderen Punkte erwähnen, weil die Opposition meiner Meinung nach die Fakten komplett ignoriert oder nicht hören möchte, nicht sehen möchte. Ich möchte schon festhalten, dass wir erstens einmal die niedrigste Arbeitslosigkeit seit 14 Jahren haben – das hat Kollege Loacker sehr ausführlich erzählt. Wir haben zum Glück nur noch 6 000 Menschen in Kurzarbeit. Wir werden pro Kopf mehr als 3 800 Euro investieren. Und, Herr Kollege Wurm, ja, wir investieren in Menschen, die wir in Beschäftigung bringen wollen, und wir differenzieren zum Glück nicht so wie Sie übers Herkunftsland. Ich finde das unappetitlich. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Unser oberstes Gebot sollte nämlich sein, Menschen in Beschäftigung zu bringen. Das sollte unser oberstes Gebot sein! (Abg. Belakowitsch: ... nicht ..., Frau Kollegin!)
Abg. Belakowitsch: ... nicht ..., Frau Kollegin!
Mein Kollege Koza hat schon sehr ausführlich ausgeführt, warum das Budget jetzt so ist, wie es ist, ich darf hier aber trotzdem noch einmal die einen oder anderen Punkte erwähnen, weil die Opposition meiner Meinung nach die Fakten komplett ignoriert oder nicht hören möchte, nicht sehen möchte. Ich möchte schon festhalten, dass wir erstens einmal die niedrigste Arbeitslosigkeit seit 14 Jahren haben – das hat Kollege Loacker sehr ausführlich erzählt. Wir haben zum Glück nur noch 6 000 Menschen in Kurzarbeit. Wir werden pro Kopf mehr als 3 800 Euro investieren. Und, Herr Kollege Wurm, ja, wir investieren in Menschen, die wir in Beschäftigung bringen wollen, und wir differenzieren zum Glück nicht so wie Sie übers Herkunftsland. Ich finde das unappetitlich. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Unser oberstes Gebot sollte nämlich sein, Menschen in Beschäftigung zu bringen. Das sollte unser oberstes Gebot sein! (Abg. Belakowitsch: ... nicht ..., Frau Kollegin!)
Abg. Belakowitsch: Ja, eh! – Abg. Wurm: Eben! Ja, eben!
Es sollte uns allen am Herzen liegen (Abg. Belakowitsch: Ja, eh! – Abg. Wurm: Eben! Ja, eben!), dass wir diese Mittel in Höhe von 3 800 Euro pro Kopf in die Hand nehmen, um Menschen in Beschäftigung zu bringen, um eben den Wirtschaftsstandort Österreich und den heimischen Tourismus zu stärken. Ich kann Ihnen schon eines sagen, meine Damen und Herren: Es kann nicht sein, dass wir unsere Gäste in unserem schönen Land Österreich hungrig nach Hause schicken, weil der Koch in der Küche fehlt.
Abg. Belakowitsch: Bloß nicht für die Familien!
Abgeordneter Norbert Sieber (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Minister! Frau Staatssekretär! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Das diesjährige Familienbudget ist für mich als Familiensprecher meiner Fraktion und, ich glaube, für uns alle wahrlich schon ein Grund zur Freude (Abg. Belakowitsch: Bloß nicht für die Familien!), denn, meine Damen und Herren, es gibt nicht nur eine namhafte Erhöhung bei diesem Familienbudget, sondern wir haben es nach vielen Jahren der Forderung geschafft, dass Familienleistungen valorisiert werden. Das ist sicherlich ein Meilenstein in der Familienpolitik.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Alle nicht!
Neben der Erhöhung und Stärkung der Unterstützungsstrukturen für die Familien wollen wir schlichtweg, dass die Familien am Ende des Tages mehr Geld am Konto haben. Daher passen wir alle Familienleistungen an die Inflation an. Ich sage: alle – von der Familienbeihilfe über den Mehrkindzuschlag, den Kinderabsetzbetrag, das Kinderbetreuungsgeld bis hin zum Familienzeitbonus und zum Schulstartgeld. Alle Familienleistungen werden steigen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Alle nicht!)
Abg. Belakowitsch: Wer hindert sie daran?
Darüber hinaus ist die Stärkung von Frauen und besonders von Mädchen in allen Lebenslagen selbstverständlich ein Schwerpunkt meiner Frauenpolitik und auch ein Schwerpunkt dieses Frauenbudgets, beispielsweise mit einem neuen Frauenfonds, den wir gegründet haben. Dieser heißt LEA und soll sich speziell an junge Frauen wenden. Wir wollen, dass Rollenklischees aufgebrochen werden, dass Rolemodels, die das bereits geschafft haben, in die Schulen gehen und dort Mädchen ab einem sehr frühen Alter darin bestärken, dass sie alles erreichen können, was sie möchten – dass sie auch jeden Beruf, den sie möchten, ausüben können (Abg. Belakowitsch: Wer hindert sie daran?) und dass sie schlichtweg ihre Träume verwirklichen können. Das ist das Ziel dieses Frauenfonds, daher stärken wir diesen Frauenfonds im kommenden Jahr auch budgetär. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Nein!
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich habe schon gesagt, dieses Budget enthält ganz wesentliche strukturelle Änderungen. Ich lade Sie ein, mitzustimmen. (Abg. Belakowitsch: Nein!) Ich verstehe, dass Sie aus parteipolitischen Gründen (Abg. Belakowitsch: Nein, aus Überzeugung!) das Budget kritisieren und auch ablehnen. Es ist noch viel schlimmer, Frau Kollegin Belakowitsch, wenn Sie es aus Überzeugung ablehnen, dass wir Familien unterstützen (Abg. Zanger: Das werd’ ich dann noch erklären, warum wir das aus Überzeugung ablehnen!), aber dann müssen Sie den Familien auch erklären (Abg. Belakowitsch: Familien sind ... im Budget! Das
Abg. Belakowitsch: Nein, aus Überzeugung!
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich habe schon gesagt, dieses Budget enthält ganz wesentliche strukturelle Änderungen. Ich lade Sie ein, mitzustimmen. (Abg. Belakowitsch: Nein!) Ich verstehe, dass Sie aus parteipolitischen Gründen (Abg. Belakowitsch: Nein, aus Überzeugung!) das Budget kritisieren und auch ablehnen. Es ist noch viel schlimmer, Frau Kollegin Belakowitsch, wenn Sie es aus Überzeugung ablehnen, dass wir Familien unterstützen (Abg. Zanger: Das werd’ ich dann noch erklären, warum wir das aus Überzeugung ablehnen!), aber dann müssen Sie den Familien auch erklären (Abg. Belakowitsch: Familien sind ... im Budget! Das
Abg. Belakowitsch: Wissen Sie eigentlich, dass das gar nicht möglich war, dass das alles zu war?
Jugendvereine und -organisationen sind Orte zum Aufwachsen, zum Lernen, aber gleichzeitig auch zum Schließen von Freundschaften fürs Leben. Die Pandemie hat diese Systemrelevanz des Ehrenamts und der Vereine in Österreich noch einmal deutlicher gemacht. Diese letzten beiden Jahre waren definitiv nicht einfach, und aus diesem Grund möchte ich auch all denjenigen ein ausdrückliches und herzliches Dankeschön aussprechen, die es auch in schwierigen Zeiten, in Zeiten von Lockdown und Homeschooling geschafft haben, eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung für junge Menschen zu ermöglichen, oftmals mit viel Kreativität (Abg. Belakowitsch: Wissen Sie eigentlich, dass das gar nicht möglich war, dass das alles zu war?), die aber gleichzeitig auch dafür gesorgt haben, dass auch in Zeiten der Pandemie ein Miteinander in der Gesellschaft, ein Miteinander der Generationen möglich ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Die werden in Geld schwimmen!
Mir ist aber natürlich völlig bewusst, dass schöne Worte alleine keinen Sprit und keine Miete bezahlen werden. Genau aus diesem Grund war es mir als Zivildienststaatssekretärin wichtig, auch erstmalig in der Geschichte eine deutliche Erhöhung der Grundvergütung vorzunehmen. Wir erhöhen das Entgelt für Zivildiener und gleichzeitig auch für Grundwehrdiener um 140 Euro auf insgesamt 500 Euro. Das sind knapp 140 Euro mehr im Monat, und das ist gerade im Leben eines jungen Menschen ein ordentliches Geld. Aufsummiert auf neun Monate Zivildienst ist das sogar ein Plus von 1 260 Euro, also eine Erhöhung um 40 Prozent. (Abg. Belakowitsch: Die werden in Geld schwimmen!)
Abg. Belakowitsch: Und was ist für Sie ... Familienpolitik?
Eine gute Familienpolitik (Abg. Belakowitsch: Und was ist für Sie ... Familienpolitik?), Herr Kollege, heißt, denjenigen zu helfen, die es ohnehin schon nicht einfach haben, und gerade im Kontext der multiplen Krisen, die wir haben, wissen wir, dass jede Krise diejenigen trifft, die es davor schon nicht einfach hatten. (Zwischenruf des Abg. Zanger.) Wir wissen, dass Armut erhöht wird, wenn Krisen eintreten. Armut, speziell Kinderarmut, darf kein Schicksal sein, und die Bekämpfung von Armut, von Kinderarmut, ist unser täglicher politischer Auftrag.
Beifall bei Abgeordneten von Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
geht, aber das ist wirklich ein sozialpolitischer Meilenstein. (Beifall bei Abgeordneten von Grünen und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ihr wart auch dabei!
Gleichermaßen enttäuscht, wenn man ins Budget schaut, ist man im Hinblick auf die Pandemie der psychischen Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen. Die Kinder und Jugendlichen leiden immer noch, weil Sie zugesperrt haben (Abg. Belakowitsch: Ihr wart auch dabei!), weil Sie sie während der Pandemie weggesperrt haben, und Sie tun nichts, um das abzufedern (neuerlicher Zwischenruf der
Abg. Belakowitsch: Aha!
Vielleicht können wir die letzten zweieinhalb Jahre Revue passieren lassen – die Coronapandemie und leider, seit dem 24. Februar heuer, den Angriffskrieg Putins in der Ukraine – und ein wenig in uns gehen und uns anschauen, wie wir für uns selber, jeder und jede für sich persönlich, definieren: Was heißt Solidarität für mich? Wie definieren wir Frieden? Ich habe einmal in der Schule das Folgende über den Frieden oder die Freiheit – das hängt ja ganz eng zusammen – gehört: Meine persönliche Freiheit hört dort auf, wo ich die Freiheit des anderen eingrenze. (Abg. Belakowitsch: Aha!)
Abg. Kickl: Jetzt erklärst du uns einmal, was das genau heißt – das ist das Spannende! – Abg. Belakowitsch: Reden wir gleich mit Freiheit weiter!
Wie definieren wir das? (Abg. Kickl: Jetzt erklärst du uns einmal, was das genau heißt – das ist das Spannende! – Abg. Belakowitsch: Reden wir gleich mit Freiheit weiter!) Wie wertvoll ist Demokratie für mich, wenn in der Demokratie Entscheidungen getroffen werden, die nicht meiner persönlichen Fasson oder Wertehaltung entsprechen, und was heißt wertschätzender Umgang für mich?
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kickl: Räumts einmal euren Sauhaufen zusammen! – Abg. Wöginger: Genau dort fängt es an ...! – Abg. Kickl: Ja, das ist der Pöbel! Das ist das, was ihr als Pöbel bezeichnet habt! – Abg. Ottenschläger: Hallo, hallo, hallo! Was heißt „ihr“?! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Wöginger: Man muss nicht alles wiederholen! – Abg. Kickl: Solche Heuchler, echt!
wertvoll und, glaube ich, bringt uns insgesamt ein bisschen mehr Respekt bei der Bevölkerung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kickl: Räumts einmal euren Sauhaufen zusammen! – Abg. Wöginger: Genau dort fängt es an ...! – Abg. Kickl: Ja, das ist der Pöbel! Das ist das, was ihr als Pöbel bezeichnet habt! – Abg. Ottenschläger: Hallo, hallo, hallo! Was heißt „ihr“?! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Wöginger: Man muss nicht alles wiederholen! – Abg. Kickl: Solche Heuchler, echt!)
Abg. Belakowitsch: Sondern? Was haben Sie noch in dem Programm außer Mann und Frau? Können Sie das erklären? Mann, Frau, was gibt es da noch?
Ja, ich stimme einigen meiner Vorredner zu: Man kann mit Geld keine direkte Gewalt verhindern oder eine absolute Gleichstellung aller Menschen – denn wir sprechen nicht mehr nur von Mann und Frau – erreichen. (Abg. Belakowitsch: Sondern? Was haben Sie noch in dem Programm außer Mann und Frau? Können Sie das erklären? Mann, Frau, was gibt es da noch?) Wir können aber in die positive Bewusstseinsbildung dieser sowie kommender Generationen einwirken, um die gesetzten Gleichstellungsziele zu erreichen. Das tun wir, und das geht nur im wertschätzenden Miteinander, Frau Kollegin.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP, SPÖ und NEOS. – Abg. Belakowitsch: Das ist eine politische Wertung! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
nicht richtig. Jede Familie ist normal, egal ob sie aus Mutter, Mutter, Kind oder Vater, Vater, Kind oder in welcher Form sonst auch immer besteht. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP, SPÖ und NEOS. – Abg. Belakowitsch: Das ist eine politische Wertung! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das beweisen wir auch mit dem nun vorliegenden Budget, das mit über 8 Milliarden Euro veranschlagt ist. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Sie sind noch immer aufgeregt, Frau Belakowitsch, es besteht aber keine Notwendigkeit dazu. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) – Das ist eine Steigerung um über 38 Millionen Euro. Diese Gelder werden vorwiegend zur Finanzierung von Familienleistungen verwendet, wobei wesentliche Familienleistungen ab 2023 auch valorisiert werden.
Sitzung Nr. 185
Abg. Belakowitsch: Woran sind sie wirklich gestorben, Herr Kollege?
Nun, blicken wir einmal zurück: Mitte 2021. Wir hatten etwa eineinhalb Jahre Pandemie hinter uns, eine durchaus oft schwer verlaufende Erkrankung, eine grenzwertige Belastung von Spitälern und Intensivstationen. Es gab Tage, an denen mehr als 100 Covid-19-Todesopfer zu beklagen waren. (Abg. Belakowitsch: Woran sind sie wirklich gestorben, Herr Kollege?) Dann ist die Impfung gekommen, und im Zuge der Ausrollung der Impfung (Abg. Belakowitsch: Mit Covid-19, nicht an, Herr Kollege! Das haben Sie damals schon gewusst! Das war damals schon klar!) sind dann zunehmend die Todesfallzahlen zurückgegangen, und zu Beginn (Abg. Belakowitsch: Das hat Ihnen Ihre Reputation zusammengeschlagen!), in den ersten Monaten hat die Impfung auch eindeutig gezeigt, dass sie auch eine bremsende Wirkung auf die Ausbreitung der Erkrankung hat. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Mit Covid-19, nicht an, Herr Kollege! Das haben Sie damals schon gewusst! Das war damals schon klar!
Nun, blicken wir einmal zurück: Mitte 2021. Wir hatten etwa eineinhalb Jahre Pandemie hinter uns, eine durchaus oft schwer verlaufende Erkrankung, eine grenzwertige Belastung von Spitälern und Intensivstationen. Es gab Tage, an denen mehr als 100 Covid-19-Todesopfer zu beklagen waren. (Abg. Belakowitsch: Woran sind sie wirklich gestorben, Herr Kollege?) Dann ist die Impfung gekommen, und im Zuge der Ausrollung der Impfung (Abg. Belakowitsch: Mit Covid-19, nicht an, Herr Kollege! Das haben Sie damals schon gewusst! Das war damals schon klar!) sind dann zunehmend die Todesfallzahlen zurückgegangen, und zu Beginn (Abg. Belakowitsch: Das hat Ihnen Ihre Reputation zusammengeschlagen!), in den ersten Monaten hat die Impfung auch eindeutig gezeigt, dass sie auch eine bremsende Wirkung auf die Ausbreitung der Erkrankung hat. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Das hat Ihnen Ihre Reputation zusammengeschlagen!
Nun, blicken wir einmal zurück: Mitte 2021. Wir hatten etwa eineinhalb Jahre Pandemie hinter uns, eine durchaus oft schwer verlaufende Erkrankung, eine grenzwertige Belastung von Spitälern und Intensivstationen. Es gab Tage, an denen mehr als 100 Covid-19-Todesopfer zu beklagen waren. (Abg. Belakowitsch: Woran sind sie wirklich gestorben, Herr Kollege?) Dann ist die Impfung gekommen, und im Zuge der Ausrollung der Impfung (Abg. Belakowitsch: Mit Covid-19, nicht an, Herr Kollege! Das haben Sie damals schon gewusst! Das war damals schon klar!) sind dann zunehmend die Todesfallzahlen zurückgegangen, und zu Beginn (Abg. Belakowitsch: Das hat Ihnen Ihre Reputation zusammengeschlagen!), in den ersten Monaten hat die Impfung auch eindeutig gezeigt, dass sie auch eine bremsende Wirkung auf die Ausbreitung der Erkrankung hat. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Nun, blicken wir einmal zurück: Mitte 2021. Wir hatten etwa eineinhalb Jahre Pandemie hinter uns, eine durchaus oft schwer verlaufende Erkrankung, eine grenzwertige Belastung von Spitälern und Intensivstationen. Es gab Tage, an denen mehr als 100 Covid-19-Todesopfer zu beklagen waren. (Abg. Belakowitsch: Woran sind sie wirklich gestorben, Herr Kollege?) Dann ist die Impfung gekommen, und im Zuge der Ausrollung der Impfung (Abg. Belakowitsch: Mit Covid-19, nicht an, Herr Kollege! Das haben Sie damals schon gewusst! Das war damals schon klar!) sind dann zunehmend die Todesfallzahlen zurückgegangen, und zu Beginn (Abg. Belakowitsch: Das hat Ihnen Ihre Reputation zusammengeschlagen!), in den ersten Monaten hat die Impfung auch eindeutig gezeigt, dass sie auch eine bremsende Wirkung auf die Ausbreitung der Erkrankung hat. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Das hättet ihr schon wissen müssen, aber ihr habt es ja unbedingt ...!
Als man dann gesehen hat, dass das nicht nur ein vorübergehendes Abflauen der Intensität war (Abg. Belakowitsch: Das hättet ihr schon wissen müssen, aber ihr habt es ja unbedingt ...!), sondern die Pandemie offensichtlich längerfristig in einen milderen endemischen Verlauf übergegangen ist, hat man folgerichtig auch das Impfpflichtgesetz als Ganzes wieder abgeschafft. (Abg. Belakowitsch: Das war ein Fehler vom ersten Tag an!)
Abg. Belakowitsch: Das war ein Fehler vom ersten Tag an!
Als man dann gesehen hat, dass das nicht nur ein vorübergehendes Abflauen der Intensität war (Abg. Belakowitsch: Das hättet ihr schon wissen müssen, aber ihr habt es ja unbedingt ...!), sondern die Pandemie offensichtlich längerfristig in einen milderen endemischen Verlauf übergegangen ist, hat man folgerichtig auch das Impfpflichtgesetz als Ganzes wieder abgeschafft. (Abg. Belakowitsch: Das war ein Fehler vom ersten Tag an!)
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Die Zeit ist nicht stehengeblieben, das Impfpflichtgesetz, das nie wirksam gewesen ist, ist Geschichte (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), nichtsdestotrotz werden wir uns im Gesundheitsausschuss intensiv mit dem Volksbegehren auseinandersetzen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die Zeit ist nicht stehengeblieben, das Impfpflichtgesetz, das nie wirksam gewesen ist, ist Geschichte (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), nichtsdestotrotz werden wir uns im Gesundheitsausschuss intensiv mit dem Volksbegehren auseinandersetzen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Kostenfrei?
Es ist, glaube ich, wichtig, dass man die Bevölkerung motiviert, das kostenfreie Gesundheitssystem (Abg. Belakowitsch: Kostenfrei?) in Anspruch zu nehmen, und nicht durch Verunsicherung die Bevölkerung auf den Plan ruft, die sich nicht mehr anders zu helfen weiß, außer einem Volksbegehren die Zustimmung zu erteilen, einem Volksbegehren, das wir wirklich hier auch mit aller Ernsthaftigkeit diskutieren wollen. Das möchte ich Ihnen (in Richtung Besucher:innengalerie) auch noch mitgeben: Wir nehmen das ernst! Das Vertrauen in uns Politikerinnen und Politiker – das ja allgemein gesunken ist – wieder zu heben, das wäre natürlich nicht nur mein Anspruch, sondern, so hoffe ich, unser aller Anspruch. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Woher wissen Sie das?
aber auch so sehen, dass es ein sehr umfangreiches Verlangen für die Zukunft unseres Landes ist. Das hat auch sehr weitreichende Auswirkungen, die wir uns auch einmal kurz klarmachen sollten, denn: Wenn wir davon ausgehen, dass die Zoonosen zunehmen werden (Abg. Belakowitsch: Woher wissen Sie das?), wenn wir davon ausgehen, dass neue Erkrankungen zunehmen werden (Abg. Belakowitsch: Woher wissen Sie ...?), wenn wir davon ausgehen, dass in den nächsten Jahren Covid nicht die einzige Pandemie gewesen sein wird, wenn wir davon ausgehen, dass unser robustes Gesundheitswesen immer und immer wieder dementsprechend unter Druck geraten wird, dann sind das eben, wie schon gesagt, sehr weitreichende Forderungen, die da erhoben werden.
Abg. Belakowitsch: Woher wissen Sie ...?
aber auch so sehen, dass es ein sehr umfangreiches Verlangen für die Zukunft unseres Landes ist. Das hat auch sehr weitreichende Auswirkungen, die wir uns auch einmal kurz klarmachen sollten, denn: Wenn wir davon ausgehen, dass die Zoonosen zunehmen werden (Abg. Belakowitsch: Woher wissen Sie das?), wenn wir davon ausgehen, dass neue Erkrankungen zunehmen werden (Abg. Belakowitsch: Woher wissen Sie ...?), wenn wir davon ausgehen, dass in den nächsten Jahren Covid nicht die einzige Pandemie gewesen sein wird, wenn wir davon ausgehen, dass unser robustes Gesundheitswesen immer und immer wieder dementsprechend unter Druck geraten wird, dann sind das eben, wie schon gesagt, sehr weitreichende Forderungen, die da erhoben werden.
Abg. Belakowitsch: Sie wissen das alles schon, aha?
Ich sage auch gleich dazu: Das, was ich gerade geschildert habe, ist nicht das, was ich mir ausgedacht habe, sondern das ist das, was Expertinnen und Experten (Abg. Kickl: Ah! Die Experten! Ah!), Wissenschafterinnen und Wissenschafter weltweit immer und immer wieder auf den Punkt bringen (Abg. Kickl – erheitert ‑: Wenn ich groß bin, werde ich Experte!) und uns eben auch angesichts von Klimawandel, angesichts der Situation, wie sich die Menschheit in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat, vorzeichnen, dass uns das erwarten wird. Das können wir nicht vom Tisch wischen (Abg. Belakowitsch: Sie wissen das alles schon, aha?), das ist wahrscheinlich die Zukunft. (Beifall bei Abgeordneten von Grünen und ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei Abgeordneten von Grünen und ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich sage auch gleich dazu: Das, was ich gerade geschildert habe, ist nicht das, was ich mir ausgedacht habe, sondern das ist das, was Expertinnen und Experten (Abg. Kickl: Ah! Die Experten! Ah!), Wissenschafterinnen und Wissenschafter weltweit immer und immer wieder auf den Punkt bringen (Abg. Kickl – erheitert ‑: Wenn ich groß bin, werde ich Experte!) und uns eben auch angesichts von Klimawandel, angesichts der Situation, wie sich die Menschheit in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat, vorzeichnen, dass uns das erwarten wird. Das können wir nicht vom Tisch wischen (Abg. Belakowitsch: Sie wissen das alles schon, aha?), das ist wahrscheinlich die Zukunft. (Beifall bei Abgeordneten von Grünen und ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Dann wäre das gut!
Würden wir heute hergehen und ein allgemeines Verbot von Pflichtimpfungen beschließen (Abg. Belakowitsch: Dann wäre das gut!), dann wäre das ein Blick in die Kristallkugel, dann wäre das aus meiner Sicht auch durchaus unseriös. Überlegen Sie einmal – gehen wir dazu kurz in die Vergangenheit zurück (Abg. Belakowitsch: Also Sie wollen weitermachen wie bisher?) –: Wie haben wir die Pocken ausgerottet? – Indem wir eine Pflichtimpfung hatten. (Abg. Kickl: Da waren Sie nicht dabei!) Wie haben wir im Endeffekt auch andere Krankheiten durchaus ausrotten können? (Abg. Belakowitsch: Welche denn? Welche haben Sie ausgerottet?) – Dadurch, dass es in den jeweiligen
Abg. Belakowitsch: Also Sie wollen weitermachen wie bisher?
Würden wir heute hergehen und ein allgemeines Verbot von Pflichtimpfungen beschließen (Abg. Belakowitsch: Dann wäre das gut!), dann wäre das ein Blick in die Kristallkugel, dann wäre das aus meiner Sicht auch durchaus unseriös. Überlegen Sie einmal – gehen wir dazu kurz in die Vergangenheit zurück (Abg. Belakowitsch: Also Sie wollen weitermachen wie bisher?) –: Wie haben wir die Pocken ausgerottet? – Indem wir eine Pflichtimpfung hatten. (Abg. Kickl: Da waren Sie nicht dabei!) Wie haben wir im Endeffekt auch andere Krankheiten durchaus ausrotten können? (Abg. Belakowitsch: Welche denn? Welche haben Sie ausgerottet?) – Dadurch, dass es in den jeweiligen
Abg. Belakowitsch: Welche denn? Welche haben Sie ausgerottet?
Würden wir heute hergehen und ein allgemeines Verbot von Pflichtimpfungen beschließen (Abg. Belakowitsch: Dann wäre das gut!), dann wäre das ein Blick in die Kristallkugel, dann wäre das aus meiner Sicht auch durchaus unseriös. Überlegen Sie einmal – gehen wir dazu kurz in die Vergangenheit zurück (Abg. Belakowitsch: Also Sie wollen weitermachen wie bisher?) –: Wie haben wir die Pocken ausgerottet? – Indem wir eine Pflichtimpfung hatten. (Abg. Kickl: Da waren Sie nicht dabei!) Wie haben wir im Endeffekt auch andere Krankheiten durchaus ausrotten können? (Abg. Belakowitsch: Welche denn? Welche haben Sie ausgerottet?) – Dadurch, dass es in den jeweiligen
Abg. Belakowitsch: Gar nichts!
Was bedeutet es für den Gesundheitsbereich, wenn wir für bestimmte Krankheiten keine Pflichtimpfung haben? Was würde das bedeuten (Abg. Belakowitsch: Gar nichts!) für Menschen, die mit vulnerablen Menschen arbeiten? (Abg. Kickl: Sie haben aber wenig Vertrauen in die Überzeugungskraft von erprobten Stoffen!) Was ist, wenn der Arbeitgeber dann nicht mehr sagen kann: Ich mache es zur Voraussetzung, dass du gegen diese und diese und diese ansteckende Krankheit geimpft bist!, wenn das nicht mehr möglich ist?
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
All das sind also Aspekte, die wir werden diskutieren müssen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), die wir im Gesundheitsausschuss gerne diskutieren werden und mit denen wir uns dort auch gerne auseinandersetzen werden.
Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch – Rufe bei der FPÖ: Ja, genau!
Abgeordneter Franz Hörl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Bitte ein wenig zur Sachlichkeit zurück (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ – Heiterkeit der Abg. Belakowitsch – Rufe bei der FPÖ: Ja, genau!), und an Frau Belakowitsch und auch an die freiheitliche Fraktion (Abg. Bayr: Sachlichkeit, komm rein!): Wenn uns unterstellt wird, dass irgendjemand etwas Böses für die Bevölkerung wollte, so weise ich das entschieden zurück, und ich glaube, ich spreche hier schon auch im Sinne von fast allen Kollegen in diesem Haus.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Zugestimmt hast du schon!
Es ist bekannt, wie mein Verhältnis zu Herrn Minister Mückstein war, aber ich unterstelle nicht einmal dem Herrn Gesundheitsminister, dass er irgendjemandem Schaden zufügen wollte. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Zugestimmt hast du schon!)
Abg. Belakowitsch: Ja, genau, alle haben sich impfen lassen müssen! – Abg. Leichtfried: Der Kurz ist nicht mehr Bundeskanzler!
Nun zu den Fakten im Bezirk Schwaz, weil Herr Hauser in seiner hysterischen Art, wie er das immer darstellt, sagt, dass die Impfung quasi völliger Blödsinn war. (Ruf bei der FPÖ: Alle Leute niederspritzen?) Ich halte fest: Sie erinnern sich, im März 2021 gab es eine Sonderaktion für den Bezirk Schwaz im Zusammenhang mit der Südafrikamutante, und da konnten wir 100 000 Impfdosen – auch mit Unterstützung des Bundeskanzlers Kurz – für den Bezirk Schwaz haben. (Abg. Belakowitsch: Ja, genau, alle haben sich impfen lassen müssen! – Abg. Leichtfried: Der Kurz ist nicht mehr Bundeskanzler!)
Abg. Belakowitsch – erheitert –: Ja, genau! Darum hast du so gewonnen bei den Wahlen, weil die Leute so begeistert sind in Schwaz!
Das Ergebnis ist inzwischen in einer Reduce-Studie belegt, und es zeigt eindeutig, die Impfung hat gewirkt. (Abg. Belakowitsch – erheitert –: Ja, genau! Darum hast du so gewonnen bei den Wahlen, weil die Leute so begeistert sind in Schwaz!) Wir hätten ohne die Impfung, und das belegt diese Studie der Universität, eine zehnfach höhere Infektionsrate gehabt. Die täglich hereinkommenden Infektionsmeldungen haben eine Reduktion von 90 Prozent gezeigt, von 44 000 Personen im Bezirk Schwaz, die diese Impfung in Anspruch genommen haben, kam nur eine einzige Person ins Krankenhaus Schwaz und wurde dort behandelt, und es gab keinen Todesfall. Die Impfung hat gewirkt, merken Sie sich das! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Bravo, super, hätten Sie ... Redezeit ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Bravo, super, hätten Sie ... Redezeit ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Das Ergebnis ist inzwischen in einer Reduce-Studie belegt, und es zeigt eindeutig, die Impfung hat gewirkt. (Abg. Belakowitsch – erheitert –: Ja, genau! Darum hast du so gewonnen bei den Wahlen, weil die Leute so begeistert sind in Schwaz!) Wir hätten ohne die Impfung, und das belegt diese Studie der Universität, eine zehnfach höhere Infektionsrate gehabt. Die täglich hereinkommenden Infektionsmeldungen haben eine Reduktion von 90 Prozent gezeigt, von 44 000 Personen im Bezirk Schwaz, die diese Impfung in Anspruch genommen haben, kam nur eine einzige Person ins Krankenhaus Schwaz und wurde dort behandelt, und es gab keinen Todesfall. Die Impfung hat gewirkt, merken Sie sich das! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Bravo, super, hätten Sie ... Redezeit ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Was glaubts, wie nachhaltig ihr noch weg sein werdet?! – Abg. Lausch: Jetzt ist einmal die ÖVP weg!
Abgeordneter Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben gerade wieder ein übliches Schauspiel erlebt, wie wir es schon unter Jörg Haider gehabt haben: Einmal ist er weg, dann ist er wieder da. Jetzt war er drei Tage nicht da, der Kickl, hat einen kurzen Auftritt gehabt, und jetzt ist er schon wieder weg. (Zwischenruf des Abg. Lausch.) – So ist das, wenn man auf einen FPÖ-Obmann setzt: Dann ist er einfach ganz schnell wieder weg, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Was glaubts, wie nachhaltig ihr noch weg sein werdet?! – Abg. Lausch: Jetzt ist einmal die ÖVP weg!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es ist ja nicht verwunderlich, dass die Oppositionsparteien sich immer irgendwo einen Gegner suchen, in diesem Fall sind es die Bäuerinnen und Bauern in Österreich; gestern war schon Thema, dass wir Agrargelder in soziale Dienstleistungen umschichten sollen, gekommen von den Kolleg:innen von der SPÖ, und heute kommt die FPÖ mit verschiedenen Anforderungen und Verschärfungen, so wie beim Tiertransportvolksbegehren, das von Landesrat Waldhäusl initiiert ist. – Das sind alles Schläge ins Gesicht. Oben drauf kommen dann auch noch die NGOs, die auf Kosten jener, die dreimal am Tag den Tisch mit den besten Lebensmitteln decken, Spenden lukrieren wollen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Die helfen alle zusammen.
Sitzung Nr. 187
Abg. Belakowitsch: Alle sind wichtig!
Von der Vielzahl seiner Punkte, die der Klubobmann erwähnt hat, aus der Seitenrandposition des Hineinrufens, möchte ich einen herausgreifen, der tatsächlich wichtig ist. (Abg. Belakowitsch: Alle sind wichtig!) Wir haben es uns in Österreich nicht leicht gemacht, der Schengenraumerweiterung gegenüber Bulgarien und Rumänien nicht zuzustimmen. (Abg. Kickl: Gespannt, wie lange Sie es durchhalten!) Das Thema, das uns dabei plagt, ist nicht ein parteipolitisches oder eine schnelle Schlagzeile, die man erreichen will, sondern die Herausforderung, dass wir über hunderttausend irreguläre Migrantinnen und Migranten, in der Regel Migranten, in Österreich aufgegriffen haben und mehr als 75 000 davon nicht registriert waren.
Abg. Belakowitsch: Wird er aber nicht!
Was bedeutet der Schengenraum? Der Schengenraum bedeutet: Europa hat Außengrenzen, und nach innen gibt es keine Grenzen mehr. – Eine zutiefst positive europäische Vision, ein zutiefst positiver europäischer Ansatz, manche haben sogar von einer zutiefst europäischen Vision gesprochen, aber die Realität schaut längst anders aus. Seit 2015 kontrolliert die Bundesrepublik Deutschland die Grenzen zu Österreich. Jeder Österreicher, jede Österreicherin, der beziehungsweise die Deutschland bereist, kann von deutschen Bundespolizisten kontrolliert werden. (Abg. Belakowitsch: Wird er aber nicht!)
Abg. Belakowitsch: Der soll nicht Forderungen aufstellen ...!
Der Innenminister hat klare Forderungen aufgestellt, wie man dem Problem begegnen kann. (Abg. Belakowitsch: Der soll nicht Forderungen aufstellen ...!) Das Thema ist der Außengrenzschutz, der tatsächlich einmal funktionieren muss. Das Thema ist, dass wir Rückführungen nicht nur nationalstaatlich regeln, sondern tatsächlich europäisch organisiert, sodass wir Kooperationen mit den Herkunftsstaaten haben, damit ein schnelleres, effizienteres Zurückbringen auch möglich ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Also was jetzt? ...!
Darin liegt viel Potenzial. Im Fünfpunkteplan ist auch die Zurückweisungsrichtlinie enthalten – diese gibt es noch nicht, Österreich setzt sich dafür ein, dass sie entwickelt wird –, die die Möglichkeit gibt, dass man, wenn man große Kontingente an Menschen aufgreift und weiß, dass sie keine Asylberechtigung bekommen werden, sie auch schnell zurückweisen und damit auch zurückführen kann. (Abg. Belakowitsch: Also was jetzt? ...!)
Abg. Belakowitsch: Welche?
Es war unsere Initiative, jetzt gemeinsam mit Ungarn und Serbien einen Plan zu entwickeln, wie wir gegen die illegale Migration an unseren Grenzen vorgehen können (Abg. Kickl: Es ist so hilflos!), und die Wahrheit dabei ist, dass wir erste Erfolge verzeichnen können (Abg. Belakowitsch: Welche?): Der Präsident Serbiens hat die Visaliberalisierung betreffend Tunesien und Burundi sowie mit Jahresende Indien zurückgenommen. (Abg. Meinl-Reisinger: Den Druck hat ja die EU-Kommission gemacht! ...! Das ist ja lächerlich!) Tunesien ist für uns jetzt schon besonders sichtbar, weil wir gesehen haben, dass die Zahl von 100 Asylanträgen pro Tag derzeit gegen null tendiert, und genau so erwarten wir es uns auch gegenüber Indien. (Abg. Kickl: Weil’s kalt ist draußen!)
Abg. Belakowitsch: Ja weil ... 3 000 Asylanträge!
Zur Kooperation mit Ungarn: Ungarn ist unser Nachbar. Gegen Ungarn werden vonseiten der EU verschiedene rechtsstaatliche Verfahren geführt, weil Ungarn immer wieder gegen EU-Recht verstößt. Österreich unterstützt diese Verfahren, weil Rechtsbruch in der Union tatsächlich ein Problem ist. (Abg. Belakowitsch: Ja weil ... 3 000 Asylanträge!) Gleichzeitig ist es unser Nachbar, und gleichzeitig haben wir 100 000 Aufgriffe an dieser Grenze zu Österreich, und deshalb braucht es die Kooperation auf Polizeiebene, um gegen die illegale Migration, gegen die Schlepperei, gegen die organisierte Kriminalität vorzugehen. Genau deshalb hat heute der Innenminister mit dem ungarischen Innenminister eine große Sicherheitsoperation in Ungarn gestartet. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Ja hoffentlich! – Abg. Wöginger: Wenn du einmal eine Ruhe geben würdest, hättest du auch zuhören können! Die ganze Zeit: qua, qua, qua!
Ich habe Ihnen sehr genau zugehört, Herr Klubobmann. (Abg. Belakowitsch: Ja hoffentlich! – Abg. Wöginger: Wenn du einmal eine Ruhe geben würdest, hättest du auch zuhören können! Die ganze Zeit: qua, qua, qua!) Sie haben davon gesprochen, dass wir uns einseitig positionieren. Herr Klubobmann, ich gehe davon aus, dass Sie als Vertreter einer im Parlament vertretenen Partei nicht dem Krieg das Wort reden möchten (Abg. Kickl: Das machen Sie!), denn der Krieg, den wir gerade erleben, ist von der Russischen Föderation gegen die Ukraine ausgelöst worden. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Wer sagt das?
Aus dieser Haltung – durch Ihre Brille gesehen auch nachvollziehbar – sind dann die Sanktionen schuld an dem, was unser aller Leben erschwert. (Abg. Belakowitsch: Wer sagt das?) Die Wahrheit ist aber: Das Gegenteil ist der Fall. Gäbe es keinen Krieg, so gäbe es keine Sanktionen. (Abg. Kickl: Ja, nicht bei jedem Krieg gibt es Sanktionen!) Gäbe es keinen Krieg, so gäbe es keine brutale Spekulation im Energiebereich. (Abg. Steger: ... bei jedem Krieg Sanktionen ausgesprochen, oder?) Und ohne diesen Krieg – das auszusprechen, meine sehr geehrten Damen und Herren, erachte ich für das Wichtigste, gerade hier im Hohen Haus –, ohne diesen Krieg gäbe es auch kein Leid, kein Morden, kein Vergewaltigen, kein Töten. Ursache und Wirkung auseinanderzuhalten, dazu sollte jeder hier im Hohen Haus in der Lage sein, und gerade das
Abg. Belakowitsch: Ja, die Lebensgefährder!
In unsicheren Zeiten ist es wichtig, nicht Panik zu verbreiten, keine Angst zu schüren, keinen Zwiespalt in der Gesellschaft zu säen (Zwischenruf des Abg. Amesbauer), sondern miteinander die Krise zu bewältigen. (Abg. Belakowitsch: Ja, die Lebensgefährder!) Ich trete vor Ihnen den Faktenbeweis an und lade Sie dazu ein, doch noch Ihren Weg ein Stück weit zu überdenken.
Abg. Belakowitsch: ... frieren eh!
Bei Ausbruch des Krieges, am 24.2., und in den Folgemonaten war die größte Angst, war das dominierende Thema in Österreich, dass wir zu wenig Gas haben werden, dass die Menschen in diesem Winter frieren werden und dass die Industrie nicht produzieren kann. (Abg. Belakowitsch: ... frieren eh!)
Abg. Belakowitsch: Wo haben Sie entlastet?
Wo spüren die Menschen die Wirkung davon, denn das Gas im Speicher allein ist ja an sich noch zu wenig? – Wir haben den Menschen auch dabei geholfen, durch diese Teuerungswelle zu kommen. Seit 1. Dezember gilt die Stromkostenbremse. Wir haben den Energiebonus ausgezahlt. Wir haben den Antiteuerungs- und Klimabonus in der Höhe von 500 Euro pro Erwachsenem und 250 Euro pro Kind pro Haushalt ausgezahlt. (Abg. Kickl: Nein, das ist nicht richtig!) Wir haben gezeigt und werden das weiterhin zeigen, dass wir die Menschen, gerade die, die besonders davon betroffen sind, wie die Bezieher:innen von kleinen Pensionen, von geringen Einkommen, in einem besonderen Ausmaß entlastet haben, damit sie durch diese Teuerung kommen können. (Abg. Belakowitsch: Wo haben Sie entlastet?) Aber im Gegensatz zu denen, die alles versprechen und dann nichts halten müssen, weil sie eben am Spielfeldrand stehen, haben wir auch immer ehrlich zugegeben, dass wir nicht alle Folgen lindern können, aber es dort zu tun, wo es notwendig ist.
Abg. Belakowitsch: Was ist da politisch ...?!
Und wieder ein Faktenbeweis: Im Jahr 2022 – und das ist tatsächlich, das kann ich Ihnen als politisch Verantwortlicher sagen, eines der besten Gefühle, das man erleben kann (Abg. Belakowitsch: Was ist da politisch ...?!), wenn man großen Investoren gegenübersteht, die bereit sind, in die Zukunft und in Arbeitsplätze zu investieren –: BMW in Steyr, 1 Milliarde Euro, jeder zweite Elektromotor kommt demnächst aus Österreich; Boehringer Ingelheim, ein großer Pharmakonzern, 1 Milliarde Euro in Bruck an der Leitha und viele Arbeitsplätze. Gestern war ich bei Infineon in Kärnten, einem der größten Arbeitgeber, innovativ und deswegen wichtig für Österreich, weil Infineon Forschung und Produktion in Österreich weiterentwickeln will. (Abg. Kickl: ... ist eine Haider-Erfindung! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: War ein guter Landeshauptmann! – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Kickl und Wöginger.) Das ist Halbleiterproduktion, das ist Zukunft, das wird für die Frage der Energieeffizienz notwendig sein.
Abg. Kickl: ... ist eine Haider-Erfindung! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: War ein guter Landeshauptmann! – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Kickl und Wöginger.
Und wieder ein Faktenbeweis: Im Jahr 2022 – und das ist tatsächlich, das kann ich Ihnen als politisch Verantwortlicher sagen, eines der besten Gefühle, das man erleben kann (Abg. Belakowitsch: Was ist da politisch ...?!), wenn man großen Investoren gegenübersteht, die bereit sind, in die Zukunft und in Arbeitsplätze zu investieren –: BMW in Steyr, 1 Milliarde Euro, jeder zweite Elektromotor kommt demnächst aus Österreich; Boehringer Ingelheim, ein großer Pharmakonzern, 1 Milliarde Euro in Bruck an der Leitha und viele Arbeitsplätze. Gestern war ich bei Infineon in Kärnten, einem der größten Arbeitgeber, innovativ und deswegen wichtig für Österreich, weil Infineon Forschung und Produktion in Österreich weiterentwickeln will. (Abg. Kickl: ... ist eine Haider-Erfindung! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Kickl: War ein guter Landeshauptmann! – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Kickl und Wöginger.) Das ist Halbleiterproduktion, das ist Zukunft, das wird für die Frage der Energieeffizienz notwendig sein.
Abg. Belakowitsch: Schon 21 Minuten!
auf 20 Prozent gesenkt. Und immer, wenn wir eine Steuerreform beschlossen haben, kam sofort die Kritik, dass durch die kalte Progression, durch die sogenannte schleichende Steuererhöhung, dieser Vorteil der Steuerreform aufgefressen wird. (Abg. Kickl: ... leuchtet noch kein Lamperl nach 20 Minuten!) Wir haben die kalte Progression abgeschafft (Abg. Belakowitsch: Schon 21 Minuten!), mit dem Ziel, auch da für nächstes Jahr den Menschen konstant mehr Geld zur Verfügung zu stellen, weil diese schleichende Steuererhöhung eben nicht stattfindet. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Gott sei Dank ist jetzt einmal die ÖVP ...! – Abg. Amesbauer: Wie lange sind Sie schon in der Regierung?
Weil das alles zu tun und das andere nicht zu vergessen ist: Wir leben in einer Zeit der großen Herausforderungen im Bereich der Sicherheit. Viel ist darüber in Österreich schon seit Jahrzehnten gesprochen worden, vieles ist falsch gemacht worden; wenn ich an die militärische Landesverteidigung denke. (Abg. Amesbauer: Hallo ...!) Dieser Regierung, dieser Koalition gelingt es zum ersten Mal, der militärischen Landesverteidigung nachhaltig mehr Geld zur Verfügung zu stellen. (Abg. Belakowitsch: Gott sei Dank ist jetzt einmal die ÖVP ...! – Abg. Amesbauer: Wie lange sind Sie schon in der Regierung?) Das heißt tatsächlich mehr Sicherheit, mehr Katastrophenschutz und -einsatz, den unsere Soldatinnen und Soldaten täglich leisten, und es bedeutet vor allem auch in die Zukunft gerichtet eine Investition für ein sicheres, freies Österreich. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es gibt sicher viele gute Gelegenheiten für die Opposition, die Regierungsarbeit zu kritisieren, schlechtzureden (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), aber ich werde den Versuch nicht aufgeben, Sie gerade in einer Zeit der größten Bewährungsphase dieses Landes, eine der größten Bewährungsphasen für die Menschen in diesem Land, einzuladen, ein Stück weit den Weg mitzugehen, ohne Angst, parteipolitisch etwas zu verlieren, ohne Angst, dadurch vielleicht in den Umfragewerten auch wieder zu sinken (Heiterkeit des Abg. Kickl), sondern den Mut zu haben, den Menschen in einer Zeit der Krise Sicherheit zu geben, mit Zuversicht für unser Land. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Aber!
Natürlich haben wir schwierige Situationen in unserem Land, und natürlich wissen wir, dass es viele Menschen in unserem Land sehr schwer haben in diesen Zeiten (Abg. Belakowitsch: Aber!), aber wenn wir eine Regierung beurteilen, dann gibt es ein paar Parameter, an denen wir uns orientieren können. Einer dieser Parameter wäre zum Beispiel das Wirtschaftswachstum: 5 Prozent im Jahr 2022 im Durchschnitt – das ist in dieser krisenhaften Entwicklung herzeigbar. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich sage Ihnen ganz offen: Ich halte das für eine unmenschliche Herangehensweise. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das ist zynisch und kalt. Das ist ohne jedes Mitgefühl. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Wer war denn damals Innenminister, Herr Kollege?
Natürlich ist das Asylthema auch eine sozialpolitische Frage. Weil der Kollege aus Leibnitz, Beppo Muchitsch, vorhin darüber gesprochen hat, was sich zwischen 2015 und heute geändert hat: Was sich massiv geändert hat, ist die Tatsache, dass bei uns die Menschen, die kommen, registriert werden. – Du weißt, wie es 2015 war. Ich wohne ja auch in der Nähe der slowenischen Grenze. Da sind Menschen in Scharen durch die Dörfer gezogen und wurden nicht gefragt: Wo willst du hin, wo kommst du her? (Abg. Belakowitsch: Wer war denn damals Innenminister, Herr Kollege?) – Das ist abgestellt. Sie werden registriert, weil es eine Pflichtaufgabe des Staates ist, zu wissen, wer sich in unserem Staatsgebiet aufhält, zu fragen, was sie wollen und woher sie kommen. Deswegen ist es, glaube ich, auch wichtig, dass wir diese Regeln auch weiterentwickeln.
Abg. Belakowitsch: Hat er schon eine Antwort gekriegt?
Der Herr Innenminister hat vor etwa einem Monat einen Brief an die EU-Kommission geschrieben (Heiterkeit bei der FPÖ) und diese wichtigen fünf Punkte, die unser Bundeskanzler heute auch angesprochen hat (Abg. Belakowitsch: Hat er schon eine Antwort gekriegt?), damals schon formuliert: Wir brauchen eine Zurückweisungsrichtlinie; die muss verhandelt werden. Wir brauchen Asylverfahren in sicheren Drittstaaten. (Abg. Leichtfried: Was ist mit der Redezeit? Die Zeit ist aus!) Wir brauchen eine leichtere Aberkennung von straffälligen Asylwerbern und Asylberechtigten, wenn es eben darum geht, sie abzuschieben. Deswegen, meine Damen und Herren: Taten statt Worte! (Abg. Kassegger: Wer ist in der Regierung, Herr Kollege?)
Abg. Belakowitsch: Geh bitte!
Wissen Sie, wer gegen solche Anlassgesetzgebungen am stärksten aufgetreten ist? – Als es um Ihren Nationalratspräsidenten Martin Graf ging (Abg. Kickl: Wir werden es Ihnen gleich erklären! Es ist nicht schwierig, das zu verstehen, selbst für Sie!), als es um die Abwahlmöglichkeit von Martin Graf ging, da stand Ihr Klubobmann, Herr Kollege Kickl – das war noch ein Klubobmann, der war noch ein Jurist, der hat sich noch ausgekannt –, am Rednerpult und hat gesagt (Abg. Belakowitsch: Geh bitte!): Niemals lassen wir eine Lex Graf zu! Und jetzt wollen Sie mit einer Lex Sobotka genau das Gleiche machen, was Ihr Klubobmann damals in jedem Fall ausgeschlossen hat. Schämen Sie sich, Sie von der FPÖ! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Was reden Sie da überhaupt?! – Abg. Kickl: Das ist nicht so schwer zu verstehen, selbst für Sie!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Was reden Sie da überhaupt?! – Abg. Kickl: Das ist nicht so schwer zu verstehen, selbst für Sie!
Wissen Sie, wer gegen solche Anlassgesetzgebungen am stärksten aufgetreten ist? – Als es um Ihren Nationalratspräsidenten Martin Graf ging (Abg. Kickl: Wir werden es Ihnen gleich erklären! Es ist nicht schwierig, das zu verstehen, selbst für Sie!), als es um die Abwahlmöglichkeit von Martin Graf ging, da stand Ihr Klubobmann, Herr Kollege Kickl – das war noch ein Klubobmann, der war noch ein Jurist, der hat sich noch ausgekannt –, am Rednerpult und hat gesagt (Abg. Belakowitsch: Geh bitte!): Niemals lassen wir eine Lex Graf zu! Und jetzt wollen Sie mit einer Lex Sobotka genau das Gleiche machen, was Ihr Klubobmann damals in jedem Fall ausgeschlossen hat. Schämen Sie sich, Sie von der FPÖ! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Was reden Sie da überhaupt?! – Abg. Kickl: Das ist nicht so schwer zu verstehen, selbst für Sie!)
Abg. Belakowitsch: Weil er parteiisch ist!
Wenn Sie in Ihrem Antrag schreiben: „An“ den „Verantwortungsbereich“ des Nationalratspräsidenten „knüpft sich eine moralische Verantwortlichkeit“, dann kann ich Sie, Herr Kollege Kickl, nur fragen – das ist erst vor Kurzem medial veröffentlicht worden –: Welche ist die rüdeste Partei hier in diesem Hohen Haus? Wer hat die meisten Ordnungsrufe bekommen? (Abg. Belakowitsch: Weil er parteiisch ist!) Und: Wer stand an der Spitze von allen Personen hier? – Das waren Sie, Herr Kollege Kickl, mit 29 Ordnungsrufen! Sie vergreifen sich ständig im Ton, daher: Halten Sie sich doch einmal zurück! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kickl: Er muss sich ja seine Gehaltserhöhung verdienen, der Herr Präsident!)
Sitzung Nr. 193
Abg. Belakowitsch: Die war gut!
Zum Schluss, Herr Kickl, möchte ich Sie persönlich ansprechen. In Ihrer gestrigen Presseaussendung (Abg. Belakowitsch: Die war gut!) haben Sie wieder einmal die
Abg. Belakowitsch – auf die Galerie deutend –: Können Sie sich noch erinnern, wie Sie von da oben die Zettel runtergeschmissen haben?
Abgeordnete Sigrid Maurer, BA (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Regierungsmitglieder! Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen hier im Saal! Werte Zuseherinnen und Zuseher! Es ist heute hier im Parlament natürlich ein bisschen ein aufregender Tag – es ist der erste Tag, seit wir in dieses neue Haus zurückgekommen sind, an dem wir hier in diesem Saal eine richtige Debatte führen, und die eine oder andere Kinderkrankheit werden wir sicher noch erleben. (Abg. Belakowitsch – auf die Galerie deutend –: Können Sie sich noch erinnern, wie Sie von da oben die Zettel runtergeschmissen haben?) Es ist zum Beispiel sehr viel lauter als in der Hofburg drüben; ich glaube, beim Ton werden wir noch ein bisschen justieren müssen. Wir bemühen uns aber alle, die Vorsätze, die wir alle gemeinsam ausgesprochen haben, nämlich nach der Rückkehr in dieses neue alte Haus auch wieder ein bisschen mehr zueinanderzufinden und eine stilvolle, gute Debatte mit Inhalt zu führen, umzusetzen. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Kickl: Wie wäre es mit einer gscheiten Politik?)
Abg. Belakowitsch: Seit wann?
Im Wahlkampf wird oft verkürzt, gestrichen, weggelassen, populistisch argumentiert – wenn man dazu überhaupt argumentieren sagen kann –, wir regieren hier aber gemeinsam mit der ÖVP und wir kümmern uns um die Anliegen der Menschen im Land (Abg. Belakowitsch: Seit wann?), aus Verantwortung diesen Menschen gegenüber, und deswegen möchte ich gerne erläutern, worum es denn in diesem Gesetz geht.
Abg. Belakowitsch: Die anderen kriegen einen Gutschein oder wie?!
Es werden alle Haushalte mit mehr als drei Personen von 105 Euro pro zusätzlicher Person profitieren, wir erweitern also die Stromkostenbremse um diese Mehrpersonenregelung. (Abg. Wurm: Wann und wie?) Das sind für einen Fünfpersonenhaushalt weitere 210 Euro pro Jahr zusätzliche Einsparung. Von jeder Stromrechnung, an deren Adresse mehr als drei Personen ihren Hauptwohnsitz haben, wird eine zusätzliche Entlastung von 105 Euro pro zusätzlicher Person pro Jahr zum Abzug gebracht. Mehr als die Hälfte der Adressen, die von dieser neuen Maßnahme profitieren, können automatisch erfasst werden und bekommen den Zuschuss somit automatisch und ohne Antrag. (Abg. Belakowitsch: Die anderen kriegen einen Gutschein oder wie?!) Sie wissen –Sie erinnern sich an die gesamte Diskussion –, technisch ist das alles nicht ganz einfach – aus Datenschutzgründen, aus Gründen fehlender Daten et cetera. Die Basis ist eben die Stromkostenbremse, die bereits seit Dezember in Kraft ist, deren Wirkung bei den Menschen bereits spürbar ist und die auch inflationsdämpfend wirkt.
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Scherak und Stöger.
Kollege Jörg Leichtfried, ich muss es an dieser Stelle auch noch sagen: Ja, ich ärgere mich selber auch, dass der Antrag so spät gekommen ist, das soll nicht passieren. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Scherak und Stöger.) Es hat ein paar technische Schwierigkeiten gegeben, die in letzter Sekunde aufgetreten sind. (Abg. Hafenecker: Ja, die heißen ... diese Schwierigkeiten! – Abg. Belakowitsch: Bei euch gibt’s immer technische Schwierigkeiten!)
Abg. Hafenecker: Ja, die heißen ... diese Schwierigkeiten! – Abg. Belakowitsch: Bei euch gibt’s immer technische Schwierigkeiten!
Kollege Jörg Leichtfried, ich muss es an dieser Stelle auch noch sagen: Ja, ich ärgere mich selber auch, dass der Antrag so spät gekommen ist, das soll nicht passieren. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch, Scherak und Stöger.) Es hat ein paar technische Schwierigkeiten gegeben, die in letzter Sekunde aufgetreten sind. (Abg. Hafenecker: Ja, die heißen ... diese Schwierigkeiten! – Abg. Belakowitsch: Bei euch gibt’s immer technische Schwierigkeiten!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Geschätzte Zuschauerinnen und Zuschauer! Jetzt hat das Parlament sein Zuhause wieder zurück, und die Vorsätze, die in den Medien kolportiert worden sind, sind groß: Einen neuen Umgang wollen wir pflegen, einen neuen Stil. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Es wurde einem Antrag eine Frist gesetzt, schon vor vielen Wochen ist die Fristsetzung eingebracht worden, und gestern Abend um neun ist dann ein 13-seitiger Abänderungsantrag eingelangt. Geschätzte Zuschauerinnen und Zuschauer, ich weiß nicht, wie Sie es in Ihrer Arbeit handhaben, ob Sie in der Nacht noch 13-seitige Gesetzesanträge anschauen, ob Sie das nebeneinanderlegen: Wie ist es heute? In § 7 Abs. 5 kommt das rein, und § 7 Abs. 6 entfällt!, oder ob Sie das in der Nacht eher nicht machen, und welche Qualität das hat. Welche Qualität es wirklich hat, sieht man daran, dass heute früh zu diesem Antrag von gestern Abend noch eine Korrektur nachgereicht werden musste. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Also raus aus Meritorder! Eine ordentliche Übergewinnabschöpfung muss her, genauso wie ein Energiepreisdeckel, ein temporäres Aussetzen der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel und ein Mietpreisstopp! Orientieren Sie sich endlich an den Besten der Welt! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Nehmen Sie sich Spanien als Beispiel! Dort hat man schon im vergangenen Frühjahr all das getan, was so bitter und dringend notwendig ist. (Zwischenrufe bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Wo?
Galerie! Ich möchte eingangs – bevor ich auf den berüchtigten Abänderungsantrag, von dem wir heute ja schon gehört haben, dass er um 20.30 Uhr eingebracht worden ist, näher eingehe – noch einmal zu den Entlastungsmaßnahmen kommen, die im Energiebereich gut angekommen sind und auch wirklich gegriffen haben. (Abg. Belakowitsch: Wo?)
Beifall bei Grünen, ÖVP, SPÖ und Neos. – Ruf: Jawohl! – Abg. Amesbauer: Die Amtssprache hier ist Deutsch! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Herr Kollege, ich möchte Sie erinnern, die Slowenen sind in Österreich eine anerkannte Minderheit. (Beifall bei Grünen, ÖVP, SPÖ und Neos. – Ruf: Jawohl! – Abg. Amesbauer: Die Amtssprache hier ist Deutsch! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Slowenisch ist in vielen Gemeinden Österreichs eine anerkannte Amtssprache. Und im Jahr 2023 wird es Zeit, dass auch Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen der FPÖ, diese Vielfalt, die in unserer Bundesverfassung niedergeschrieben ist (Abg. Amesbauer: Ja eh!), eine Vielfalt, auf die wir stolz sind, anerkennen! (Neuerlicher Beifall bei Grünen, ÖVP, SPÖ und Neos. – Abg. Amesbauer: Was ist die Amtssprache im Parlament? – Die Amtssprache ist Deutsch! Es wird Deutsch gesprochen und sonst nichts! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Ruf: Geschäftsordnung! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Belakowitsch: ... des Herrn Rauch!
wohnschirm.at können sich alle Menschen darüber informieren. (Abg. Belakowitsch: ... des Herrn Rauch!) Der Wohnschirm hilft auch Menschen, wenn sie mit ihren Energiekosten in Verzug sind. Ich wiederhole es für alle, die das brauchen: Auf wohnschirm.at gibt es alle Informationen. Falls jemand wirklich seine Gas- oder Stromrechnung nicht bezahlen kann, wird der Wohnschirm einspringen. Ich glaube, wir haben sehr viele Maßnahmen getroffen, um allen Menschen, die es wirklich brauchen, zu helfen. – Danke schön. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich meine, ich sehe jetzt eh die Reaktion auch bei der FPÖ (Zwischenruf des Abg. Matznetter – Rufe bei der SPÖ: Zur Sache!), bei Ihnen ist man Chauvinismus grundsätzlich gewohnt. Ich meine, mit einer Quote von 16 Prozent an weiblichen Abgeordneten im Parlament streben Sie auch die 40 Prozent für eine extra Klubförderung gar nicht an. (Abg. Stöger: Zur Sache! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ihnen ist so etwas egal, Sie gehen damit auch ganz offen um. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Bei der SPÖ finde ich es schade, dass man das eine predigt und das andere tut. Das ist unehrlich, und ich kenne auch viele unter Ihnen, die das übrigens nicht gutheißen, sondern die das genauso sehen wie ich. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Stöger: Zur Sache! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Stöger: Zur Sache! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich meine, ich sehe jetzt eh die Reaktion auch bei der FPÖ (Zwischenruf des Abg. Matznetter – Rufe bei der SPÖ: Zur Sache!), bei Ihnen ist man Chauvinismus grundsätzlich gewohnt. Ich meine, mit einer Quote von 16 Prozent an weiblichen Abgeordneten im Parlament streben Sie auch die 40 Prozent für eine extra Klubförderung gar nicht an. (Abg. Stöger: Zur Sache! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ihnen ist so etwas egal, Sie gehen damit auch ganz offen um. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Bei der SPÖ finde ich es schade, dass man das eine predigt und das andere tut. Das ist unehrlich, und ich kenne auch viele unter Ihnen, die das übrigens nicht gutheißen, sondern die das genauso sehen wie ich. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Stöger: Zur Sache! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Keine Wahlaufrufe, Herr Präsident!
Geschätzte Damen und Herren! In stürmischen Zeiten braucht es eine verlässliche Kapitänin und keine Piratenexperimente, und daher bitte ich Sie am Sonntag, dem 29. Jänner (Abg. Belakowitsch: Keine Wahlaufrufe, Herr Präsident!),
Abg. Belakowitsch: Aber bitte nicht die Frau Landeshauptfrau vergessen!
Abgeordneter Ing. Klaus Lindinger, BSc (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! (Abg. Belakowitsch: Aber bitte nicht die Frau Landeshauptfrau vergessen!) Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Wir haben jetzt einiges über die Novelle dieses Stromkostenzuschussgesetzes gehört, und eines ist ganz klar: Was die Regierung schon in den letzten Wochen und Monaten versprochen hat, wird heute hier mit dieser Novelle umgesetzt. Wir erweitern dieses Gesetz um Mehrpersonenhaushalte, das heißt, ab der vierten Person mit demselben Hauptwohnsitz gibt es zusätzlich 105 Euro pro Person und Jahr. Das ist so verspochen worden, und hier und heute wird es so umgesetzt und beschlossen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Schwarz.)
Beifall bei der SPÖ – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
wird. Wir fordern weiter Gaspreisdeckel für die Wirtschaft, für Haushalte, für die Industrie. Wir fordern endlich das Aussetzen der Mieterhöhungen bis 2025 (Beifall bei der SPÖ – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und wir fordern eine Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel. Sie haben später noch Gelegenheit, auch diesem Antrag zuzustimmen.
Abg. Belakowitsch: ... Gemeinde ...!
Kommen wir zu den Mieten, einem ganz wichtigen Thema: Es war das Sozialministerium, das grüne Sozialministerium, das in einer Studie kürzlich festgestellt hat, dass die Wohnkosten bereits jetzt für 1,4 Millionen Menschen eine schwere finanzielle Belastung darstellen. Mehr als zwei Millionen Menschen rechnen in den nächsten Monaten mit Zahlungsschwierigkeiten im Hinblick auf die Wohnkosten. Das ist mehr als ein Viertel der Menschen in Österreich – mehr als ein Viertel! (Abg. Belakowitsch: ... Gemeinde ...!)
Abg. Wöginger: Was passiert in Wien? In Wien? – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Was passiert in Österreich mit den Mieten? (Abg. Wöginger: Was passiert in Wien? In Wien? – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Ich kann es Ihnen sagen: Am 1. April – und das ist entscheidend – wird die nächste Erhöhung der Kategoriemieten schlagend. (Abg. Becher: Es gibt ein Bundesgesetz! – Abg. Wöginger: Nix Bund, das sind Gemeindewohnungen!) Wissen Sie, um wie viel? – Um weitere 8,6 Prozent werden mit 1. April die Kategoriemieten in Österreich steigen, weil Sie gegen all unsere Anträge zur Aussetzung der Mieterhöhung in diesem Bereich gestimmt haben – genau deswegen. Und wissen Sie, um wie viel sie gestiegen sind, weil Sie dagegen gestimmt haben? (Abg. Leichtfried: Das ist ihm doch wurscht, dem Wöginger!) – Die Mieten wurden im letzten Jahr dreimal erhöht, insgesamt um 17 Prozent. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Darum schicken sie Panzer in die Ukraine!
Es ist einleuchtend, dass in dieser Situation, unter diesen Rahmenbedingungen, österreichische Unternehmen natürlich massiv an internationaler Wettbewerbsfähigkeit verlieren. In Reaktion darauf hat die deutsche Bundesregierung gehandelt – mutig, vorausschauend, ökonomisch klug, verantwortungsvoll, schlüssig (Abg. Belakowitsch: Darum schicken sie Panzer in die Ukraine!) – und eine Gaspreisbremse für die Wirtschaft und die deutschen Haushalte eingeführt. (Abg. Wöginger: Wo ist denn die? Wo ist denn das Gesetz in Deutschland? – Weiterer Ruf bei der ÖVP: Das gibt’s ja überhaupt nicht!) Das ist entscheidend: Bis Mitte 2024, Herr Wöginger, hat die deutsche Bundesregierung einen Gaspreisdeckel eingeführt. (Abg. Wöginger: Wo ist er? Wo ist er? – Abg. Leichtfried: Dass du das nicht findest, wundert mich nicht!) Wissen Sie, warum es entscheidend ist, dass es bis 2024 ist? – Weil das echte Planungssicherheit für die Wirtschaft und die Unternehmen schafft. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: ... ist relativ! – Abg. Hafenecker: Der übt gerade am Klavier!
Bundeskanzler Karl Nehammer, MSc: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zunächst einmal herzliche Gratulation zu Ihrem schönen neuen alten Haus der Demokratie, der Keimzelle der parlamentarischen Demokratie in diesem Land, und herzliche Gratulation an alle dafür verantwortlichen Nationalratspräsidentinnen und -präsidenten und im besonderen Maße jetzt für die Bauausführung an Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: ... ist relativ! – Abg. Hafenecker: Der übt gerade am Klavier!)
Abg. Belakowitsch: Sie wird deswegen ... dabei sein!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Gerade auch an die Sozialdemokratie ein Danke gerichtet: Durch diesen Dringlichen Antrag, durch diese Sondersitzung ist tatsächlich die Möglichkeit gegeben, ein sehr ernstes Thema ernsthaft zu diskutieren. Frau Vorsitzende, ich möchte das ganz klar sagen: Ich schätze Ihren klaren und ruhigen Stil der Diskussion sehr – hart in der Sache, aber wertschätzend im Umgang. (Abg. Belakowitsch: Sie wird deswegen ... dabei sein!) Demokratie zeichnet sich nämlich dadurch aus, dass man miteinander diskutiert und um die besten Lösungen ringt. Die Lösungsansätze können da durchaus verschieden sein, aber auch das macht den Wert von einem Mehrparteiensystem – im wahrsten Sinne des Wortes – in einer pluralistischen Demokratie aus. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Aber in Wahrheit geht es dir ja ...! – Abg. Kickl: Beim Boxen heißt das ...!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Aber in Wahrheit geht es dir ja ...! – Abg. Kickl: Beim Boxen heißt das ...!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Gerade auch an die Sozialdemokratie ein Danke gerichtet: Durch diesen Dringlichen Antrag, durch diese Sondersitzung ist tatsächlich die Möglichkeit gegeben, ein sehr ernstes Thema ernsthaft zu diskutieren. Frau Vorsitzende, ich möchte das ganz klar sagen: Ich schätze Ihren klaren und ruhigen Stil der Diskussion sehr – hart in der Sache, aber wertschätzend im Umgang. (Abg. Belakowitsch: Sie wird deswegen ... dabei sein!) Demokratie zeichnet sich nämlich dadurch aus, dass man miteinander diskutiert und um die besten Lösungen ringt. Die Lösungsansätze können da durchaus verschieden sein, aber auch das macht den Wert von einem Mehrparteiensystem – im wahrsten Sinne des Wortes – in einer pluralistischen Demokratie aus. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Aber in Wahrheit geht es dir ja ...! – Abg. Kickl: Beim Boxen heißt das ...!)
Abg. Belakowitsch: Welche Angst?
Die Klubobfrau der SPÖ hat etwas sehr Wesentliches gesagt, das aus der Sicht der Opposition natürlich leicht gesagt ist, aber für uns in der Regierung ein schweres Ringen war: Uns hat seit dem 24.2., als der Krieg ausgebrochen ist, alle die Angst umgetrieben (Abg. Belakowitsch: Welche Angst?) – und zwar jede Partei hier im Hohen Haus –, dass wir zu wenig Gas haben werden, dass wir den richtigen Umgang mit dem Krieg finden, dass wir, wenn wir die Sanktionen der Europäischen Union gegen die Russische Föderation unterstützen, zu fürchten haben, dass es keine Gaslieferungen gibt, und dieses Land, diese Demokratie hat sich wahrhaft bewährt und als wehrhaft erwiesen.
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Kassegger: Das habe ich nie gesagt! – Abg. Belakowitsch: Wer hat das gesagt? – Abg. Kickl: Welches Gas befindet sich denn in den Speichern? – Abg. Belakowitsch: ... dass die Speicher voll sind, aber das kann sich ...!
In dieser Zeit gab es die Prognosen, dass wir es nicht schaffen werden, unsere Energiespeicher mit Gas zu füllen, und es gab vor allem die Prognosen einer hier anwesenden Partei, dass die klare Haltung gegen den russischen Angriffskrieg damit bestraft wird, dass wir keine Gaslieferungen mehr erhalten werden und dass die Menschen diesen Winter frieren müssen, dass die Industrie nicht mehr produzieren kann. – All das ist nicht eingetreten. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Kassegger: Das habe ich nie gesagt! – Abg. Belakowitsch: Wer hat das gesagt? – Abg. Kickl: Welches Gas befindet sich denn in den Speichern? – Abg. Belakowitsch: ... dass die Speicher voll sind, aber das kann sich ...!)
Abg. Belakowitsch: Die Leute sehen es am Kontoauszug! – Abg. Hafenecker: Die Bürger zahlen ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wir haben die Abhängigkeit drastisch reduziert, wir haben sie von 80 auf 20 Prozent reduziert. (Abg. Belakowitsch: Die Leute sehen es am Kontoauszug! – Abg. Hafenecker: Die Bürger zahlen ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wir reden hier von Milliarden von Kubikmetern an Gas, und das ist deshalb so wichtig, weil man sieht, dass man auch den Untergangspropheten nicht trauen muss und soll, sondern dass man mit Zuversicht, Klugheit und Klarheit sehr wohl in der Lage ist, auch schwere Herausforderungen zu meistern. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Hafenecker: Wer zahlt ...?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Eines will ich hier fix nicht: Ich will jetzt niemandem Sand in die Augen streuen oder Probleme verharmlosen. Die Belastung durch die Teuerung und die Belastung durch die Inflation ist ein großes Thema für die Menschen in diesem Land. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Gleichzeitig wird es aber durch die ökosoziale Steuerreform, durch die Abschaffung der kalten Progression, durch das gute Verhandlungsergebnis der Sozialpartner mit hohen Lohnabschlüssen gelingen, auch diese Teuerung abzufedern, sodass die Menschen der Krise besser begegnen können.
Abg. Belakowitsch: Gibt es unechtes auch?!
Wir haben deshalb den Familienbonus Plus erhöht, es waren vorher 1 500 Euro pro Jahr pro Kind, wir haben ihn auf 2 000 Euro pro Jahr pro Kind erhöht. (Beifall bei ÖVP und Grünen.) Wo wirkt sich das aus? – Das ist echtes Geld, denn es wirkt sich unmittelbar aus, weil um das weniger Lohnsteuer bezahlt werden muss. (Abg. Belakowitsch: Gibt es unechtes auch?!)
Abg. Belakowitsch: Ui! Oje!
Das Wesentliche in der Politik ist – und daran werden wir uns messen lassen müssen –, dass man das, was man verspricht, auch tatsächlich hält, und dass das, was man ankündigt, auch tatsächlich umgesetzt wird. (Abg. Belakowitsch: Ui! Oje!) Auch da wird der Faktencheck dazu verhelfen, aus Regierungssicht auch eine intensive politische Diskussion zu bestehen. (Abg. Belakowitsch: Oje!)
Abg. Belakowitsch: Oje!
Das Wesentliche in der Politik ist – und daran werden wir uns messen lassen müssen –, dass man das, was man verspricht, auch tatsächlich hält, und dass das, was man ankündigt, auch tatsächlich umgesetzt wird. (Abg. Belakowitsch: Ui! Oje!) Auch da wird der Faktencheck dazu verhelfen, aus Regierungssicht auch eine intensive politische Diskussion zu bestehen. (Abg. Belakowitsch: Oje!)
Abg. Belakowitsch: Der hat den eigenen Mantel ...!
Ich möchte Ihnen ein Bespiel aus unserer Ideologie geben, von unseren ideologischen Werten her geprägt. Im November noch haben wir das Martinsfest gefeiert. Der heilige Martin ist ein gutes Beispiel für christlich-soziale Politik (Abg. Belakowitsch: Der hat den eigenen Mantel ...!), denn erstens hat der heilige Martin seinen Mantel geteilt (Abg. Belakowitsch: Aber ihr ...!) und nicht den eines anderen, und zum anderen – und das ist jetzt das Wichtige –: Er hat nicht seinen ganzen Mantel hergegeben, weil er sonst nicht mehr weiter helfen hätte können. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das ist der Unterschied zwischen uns und manchen anderen, aber vor allem ist es die Mahnung, dass wir unser Budget nicht überfordern dürfen, dass wir dann, wenn die Krise halbwegs abgefedert ist, auch schon wieder darüber nachdenken müssen (Zwischenruf des Abg. Lercher), wie wir nachhaltige Budgetpolitik für die nächsten Generationen gestalten können (Abg. Scherak: Seit 1986 schwarze Finanzminister!): verantwortungsvoll und klar. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Aber ihr ...!
Ich möchte Ihnen ein Bespiel aus unserer Ideologie geben, von unseren ideologischen Werten her geprägt. Im November noch haben wir das Martinsfest gefeiert. Der heilige Martin ist ein gutes Beispiel für christlich-soziale Politik (Abg. Belakowitsch: Der hat den eigenen Mantel ...!), denn erstens hat der heilige Martin seinen Mantel geteilt (Abg. Belakowitsch: Aber ihr ...!) und nicht den eines anderen, und zum anderen – und das ist jetzt das Wichtige –: Er hat nicht seinen ganzen Mantel hergegeben, weil er sonst nicht mehr weiter helfen hätte können. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das ist der Unterschied zwischen uns und manchen anderen, aber vor allem ist es die Mahnung, dass wir unser Budget nicht überfordern dürfen, dass wir dann, wenn die Krise halbwegs abgefedert ist, auch schon wieder darüber nachdenken müssen (Zwischenruf des Abg. Lercher), wie wir nachhaltige Budgetpolitik für die nächsten Generationen gestalten können (Abg. Scherak: Seit 1986 schwarze Finanzminister!): verantwortungsvoll und klar. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: ... vor zehn Jahren!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, weil wir auch über Zusammenarbeit und den neuen Umgang hier im Hohen Haus gesprochen haben, möchte ich noch eine Bitte in einer anderen, aber aus meiner Sicht sehr wesentlichen und wichtigen Sache an Sie richten. Es ist ein aktueller Anlass, der uns alle schockiert hat und der uns vor Augen geführt hat, wie wichtig es ist, dass politische Verantwortung heißt, auch dort nachzuschärfen und nachzubessern, wo es notwendig ist. (Abg. Belakowitsch: ... vor zehn Jahren!) Ich spreche hier vom dramatischen Fall Teichtmeister, der jetzt aufzeigt, wie dramatisch es ist, wenn die Darstellung
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Abgeordneter Mag. Markus Koza (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher! Kehren wir nach einem Beitrag von Radio Moskau zurück in die österreichische Realität (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP – Heiterkeit der Abg. Pfurtscheller), ins österreichische Parlament (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) und setzen wir uns wirklich mit den Fragestellungen auseinander, die uns derzeit tatsächlich befassen.
Abg. Belakowitsch: War es ja auch! – Abg. Kickl: Kommt eh, der Winter ist noch nicht vorbei! Warten Sie, was am 5. März passiert!
Herr Kickl, wer soll Ihnen glauben, nachdem Sie im Juli gesagt haben, dass im Winter „viele Wohnungen [...] gänzlich kalt bleiben“ würden (Abg. Kickl: Das ist aber so! Das ist doch so! – Abg. Kassegger: Weil die Leute sich das Heizen nicht mehr leisten können!), nachdem Sie im September „ein Desaster in der Versorgung mit Diesel-Treibstoff“ vorausgeahnt haben (Abg. Belakowitsch: War es ja auch! – Abg. Kickl: Kommt eh, der Winter ist noch nicht vorbei! Warten Sie, was am 5. März passiert!) und nachdem Sie, Herr Klubobmann Kickl, im Juli gesagt haben, die Regierung plane einen Lockdown für September? Wo sind all die Dinge, die Sie angekündigt haben? (Abg. Belakowitsch: Haben Sie das Desaster der Dieselversorgung nicht mitbekommen?)
Abg. Belakowitsch: Haben Sie das Desaster der Dieselversorgung nicht mitbekommen?
Herr Kickl, wer soll Ihnen glauben, nachdem Sie im Juli gesagt haben, dass im Winter „viele Wohnungen [...] gänzlich kalt bleiben“ würden (Abg. Kickl: Das ist aber so! Das ist doch so! – Abg. Kassegger: Weil die Leute sich das Heizen nicht mehr leisten können!), nachdem Sie im September „ein Desaster in der Versorgung mit Diesel-Treibstoff“ vorausgeahnt haben (Abg. Belakowitsch: War es ja auch! – Abg. Kickl: Kommt eh, der Winter ist noch nicht vorbei! Warten Sie, was am 5. März passiert!) und nachdem Sie, Herr Klubobmann Kickl, im Juli gesagt haben, die Regierung plane einen Lockdown für September? Wo sind all die Dinge, die Sie angekündigt haben? (Abg. Belakowitsch: Haben Sie das Desaster der Dieselversorgung nicht mitbekommen?)
Abg. Belakowitsch: Das ist auch Stärke der ÖVP ...!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, wir wurden nicht zum Streiten hierher gewählt. Für die betroffenen Menschen ist die Frage, was die Parteien gegeneinander haben, komplett irrelevant. (Zwischenruf des Abg. Schnedlitz.) Das soll vielleicht auch ein Credo für unsere Arbeit hier sein: gemeinsam Lösungen suchen. Aber gemeinsam Lösungen suchen geht nicht, wenn Bund und Länder hier gegeneinander ausgespielt werden (Abg. Belakowitsch: Das ist auch Stärke der ÖVP ...!), und das geht auch nicht, wenn man faktenbefreit den Menschen Angst macht, Schlimmstes prophezeit und dann das torpediert, was hier vonseiten der Bundesregierung an Gutem gemacht wird, um die Menschen zu entlasten. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Zarits und Belakowitsch
Wenn man dann noch den Bürgermeister von Ziersdorf in Niederösterreich, im Weinviertel, Hermann Fischer, hört, der in einem ORF-Interview erklärt hat, dass die Leute zuerst einmal bei sich selbst zu sparen anfangen sollen und dann erst jammern sollen, und das dann dem Preismonitoring der Arbeiterkammer gegenüberstellt, in dem drinnen steht (Zwischenrufe der Abgeordneten Zarits und Belakowitsch): 77 Prozent Preiserhöhung bei Butter, 194 Prozent Erhöhung beim Sonnenblumenöl, 118 Prozent für Mehl (Abg. Hörl: ... Österreich!), dann sieht man, diese Aussage ist mehr als abgehoben und mehr als realitätsfremd, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Das glaubt der nie ...!
Kollege Wöginger hat heute gesagt, man soll einmal rausgehen aus dem Parlament und zu den Leuten gehen. Ich nehme an, das wird jeder von uns im Wahlkreis tun. Ich möchte sagen: Eine Baufirma im Waldviertel, 113 Arbeiter, hat im Jahr 2022 Mehrkosten aufgrund der Teuerung bei Diesel und Benzin für die Bagger, für die Lastwagen, für die Mannschaftsbusse, für die Pritschen von sage und schreibe 205 000 Euro – 205 000 Euro für einen Mittelbetrieb! (Zwischenruf des Abg. Schmuckenschlager.) Die Konsequenz daraus ist, dass genau der Betrieb 2023 nicht mehr mit 113 Arbeitern weiterarbeitet, sondern mit 80 Arbeitern (Abg. Belakowitsch: Das glaubt der nie ...!) und Leute freisetzt. (Ruf bei der ÖVP: ... ein Blödsinn ist!) Genau so ist es, und das wird sich durch alle Branchen durchziehen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Zum Schluss: Während wir hier debattieren, legen russische Bomben ukrainische Kindergärten und Schulen in Schutt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), sie töten Kinder. Russische Drohnen lassen Wohnhäuser in Flammen aufgehen, drinnen verbrennen Zivilist:innen qualvoll. Russische Soldaten vergewaltigen Frauen und sexualisierte Gewalt wird als systematische Kriegswaffe angewendet. Und statt Russlands Krieg gegen die Ukraine klar zu verurteilen, spricht die FPÖ heute mehrfach in ihren Reden im Zusammenhang mit den EU-Sanktionen von einem Wirtschaftskrieg. (Abg. Belakowitsch: Ja, ist es ja auch!) – Sie haben einmal mehr gezeigt, dass Sie auf Putins Schoß sitzen und dass Sie seine Propaganda ins österreichische Parlament bringen. Schämen Sie sich! (Beifall und Bravoruf bei den Grünen sowie Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Wir sitzen auf gar keinem Schoß ...! Das wird noch lustig werden im Archiv, die Grünen als ...kriegstreiber!)
Abg. Belakowitsch: Ja, ist es ja auch!
Zum Schluss: Während wir hier debattieren, legen russische Bomben ukrainische Kindergärten und Schulen in Schutt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), sie töten Kinder. Russische Drohnen lassen Wohnhäuser in Flammen aufgehen, drinnen verbrennen Zivilist:innen qualvoll. Russische Soldaten vergewaltigen Frauen und sexualisierte Gewalt wird als systematische Kriegswaffe angewendet. Und statt Russlands Krieg gegen die Ukraine klar zu verurteilen, spricht die FPÖ heute mehrfach in ihren Reden im Zusammenhang mit den EU-Sanktionen von einem Wirtschaftskrieg. (Abg. Belakowitsch: Ja, ist es ja auch!) – Sie haben einmal mehr gezeigt, dass Sie auf Putins Schoß sitzen und dass Sie seine Propaganda ins österreichische Parlament bringen. Schämen Sie sich! (Beifall und Bravoruf bei den Grünen sowie Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Wir sitzen auf gar keinem Schoß ...! Das wird noch lustig werden im Archiv, die Grünen als ...kriegstreiber!)
Sitzung Nr. 195
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Und zur FPÖ: Wir haben einen Scherbenhaufen im Gewaltschutzbereich übernommen, und das ist Ihre Verantwortung. Unter Ihrer Regierungsbeteiligung (Zwischenruf des Abg. Deimek) wurden die Mittel für den Gewaltschutzbereich massiv gekürzt. Unter Ihrer Regierungsbeteiligung wurden Frauenhäuser finanziell ausgehungert. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Unter Ihrer Regierungsbeteiligung wurde Kinder- und Jugendhilfe verländert, trotz massiver Kritik von Volksanwaltschaft und Co. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Deimek.) – Das war unsere Ausgangssituation, und wir haben trotzdem etwas richtig Gutes geschaffen, obwohl Sie den Karren in den Dreck gefahren haben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch: ... das ist Ihr Parteiprogramm!
Kindesmissbrauch zieht sich durch alle gesellschaftlichen Schichten. Auch in Ihrer Partei gab es Verurteilungen von Funktionären, was Kindesmissbrauch anbelangt, darum ist das keine linke Romantik und sonst irgendetwas. Wir müssen vermehrt hinschauen und sensibilisieren. (Abg. Belakowitsch: ... das ist Ihr Parteiprogramm!) Und so brutal dieses Thema auch ist, ich bin wahnsinnig froh, dass wir in der Öffentlichkeit darüber reden, dass wir hier darüber sprechen, denn wir wissen, dass in fast jeder Klasse ein Kind sitzt, das von sexueller Gewalt betroffen ist.
Abg. Belakowitsch: Was hat das jetzt mit Kindesmissbrauch zu tun?
Wir haben eine Klimaschutzministerin, die seit Jahren das Klimaschutzgesetz verspricht und das Versprechen nicht einhält, eine Justizministerin, die seit Jahren verspricht, Homoumpolungstherapien an schwulen und lesbischen Jugendlichen zu verbieten, und das nicht tut, ich weiß nicht, warum (Abg. Belakowitsch: Was hat das jetzt mit Kindesmissbrauch zu tun?), und wir haben einen Gesundheitsminister, der verspricht, sich des Themas der psychischen Gesundheit ernsthaft anzunehmen, wovon aber nur wenig bis nichts zu sehen ist. Deswegen werden wir genau darauf schauen, dass das, was hier versprochen wird, auch gut umgesetzt wird. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kassegger: Das ist jetzt aber sehr sachlich! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordneter Lukas Hammer (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ja, bei dem Titel dieser Aussprache „Schluss mit der Spekulation [...]“ vonseiten der SPÖ wäre es natürlich verlockend gewesen, so eine Rede wie Kollegin Steger zu halten (Abg. Wurm: Die war gut! – Abg. Steger: Können Sie nicht!), aber ich glaube, dieses Thema ist zu ernst, als dass wir das jetzt mit so parteipolitischem Geplänkel hier abhandeln sollten. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kassegger: Das ist jetzt aber sehr sachlich! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Das alte haben wir uns schon leisten können, Herr Kollege!
Aber lassen Sie mich vielleicht noch ein paar Gedanken ausführen, weil es ja um ein leistbares Energiesystem geht. Was heißt denn: ein leistbares Energiesystem der Zukunft? (Zwischenruf bei der FPÖ.) Aus meiner Sicht basiert das Energiesystem der Vergangenheit – ich habe es schon erwähnt – in ganz Europa auf vergleichsweise billigem Öl und Gas, das wir fast ausschließlich aus dem Ausland zukaufen müssen, und wir alle können uns dieses alte Energiesystem schon lange nicht mehr leisten. (Abg. Belakowitsch: Das alte haben wir uns schon leisten können, Herr Kollege!) Es bläst jährlich Milliarden Tonnen CO2 in die Luft, verursacht Milliarden Euro an Folgekosten. (Abg. Belakowitsch: Das
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Was wir in Österreich und auch in ganz Europa dafür tun: Wir haben uns dafür entschieden, sehr viel Geld in die Hand zu nehmen, um Haushalten und auch Betrieben zu helfen. (Abg. Kassegger: Wessen Geld ist das denn? Ist das Ihr Geld, Herr Kollege?) Wir haben eine Strompreisbremse eingeführt, wir haben einen Energiekostenzuschuss für Unternehmen eingeführt und so weiter. Wir können tatsächlich viele der Effekte abfedern, aber nicht alle. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Also soll es teurer werden?!
Bei einem leistbaren Energiesystem der Zukunft geht es nicht darum –und nun schaue ich wieder zur SPÖ –, Öl und Gas weiterhin so billig haben zu wollen, wie ihr das wollt, mit einem Gaspreisdeckel irgendwo bei 50 Euro. (Abg. Belakowitsch: Also soll es teurer werden?!) Darum geht es nicht. Wir können es uns auch nicht weiter leisten, derart verschwenderisch mit Energie umzugehen. (Abg. Belakowitsch: Also wird es teurer?! –Zwischenruf des Abg. Wurm.) Es kann, darf und wird auch kein Zurück in dieses alte, teure Energiesystem geben. Wir brauchen mehr Energieeffizienz und vor allem einen Umstieg auf Erneuerbare. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Steger: Was heizen Sie?) Dieser Umstieg ist keine Schocktherapie, es geht um einen gerechten Übergang, bei dem wir niemanden zurücklassen. Deswegen haben wir auch sehr viele
Abg. Belakowitsch: Also wird es teurer?! –Zwischenruf des Abg. Wurm.
Bei einem leistbaren Energiesystem der Zukunft geht es nicht darum –und nun schaue ich wieder zur SPÖ –, Öl und Gas weiterhin so billig haben zu wollen, wie ihr das wollt, mit einem Gaspreisdeckel irgendwo bei 50 Euro. (Abg. Belakowitsch: Also soll es teurer werden?!) Darum geht es nicht. Wir können es uns auch nicht weiter leisten, derart verschwenderisch mit Energie umzugehen. (Abg. Belakowitsch: Also wird es teurer?! –Zwischenruf des Abg. Wurm.) Es kann, darf und wird auch kein Zurück in dieses alte, teure Energiesystem geben. Wir brauchen mehr Energieeffizienz und vor allem einen Umstieg auf Erneuerbare. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Steger: Was heizen Sie?) Dieser Umstieg ist keine Schocktherapie, es geht um einen gerechten Übergang, bei dem wir niemanden zurücklassen. Deswegen haben wir auch sehr viele
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Das, was Sie hier vorschlagen, ist das, was wir immer schon von der FPÖ gehört haben: Wenn wir uns nur genug anbiedern, dann wird er schon mit dem Preis runtergehen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das ist nicht die Strategie, die ein selbstbestimmtes, freiheitsliebendes Europa umsetzen sollte. In diesem Sinne betreiben wir nämlich unsere Energiepolitik. (Abg. Steger: Und wie erklären Sie sich die Steigerung der Energiepreise vor dem Krieg?)
Abg. Kassegger: Es hat euch ja keiner gesagt, dass ihr alles zusperren müsst! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Was wäre die Alternative in damals stark betroffenen Branchen, im Tourismus, in Teilen des Handels, aber durchaus auch Teilen von Gewerbe und Handwerk gewesen? – Wir hätten nicht nur bei einzelnen Unternehmen existenzielle Probleme bekommen, sondern wir hätten strukturelle Probleme bekommen. (Abg. Kassegger: Es hat euch ja keiner gesagt, dass ihr alles zusperren müsst! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wenn man sich vor Augen führt, wie
Abg. Belakowitsch: Wohnt die in Wien bei Wiener Wohnen?
Ich möchte nur eine zitieren. Frau Waltraud S., 53, schreibt mir: „Es ist nicht mehr auszuhalten, wie soll ich die Miete noch aufbringen?“ (Abg. Belakowitsch: Wohnt die in Wien bei Wiener Wohnen?) „Ich kann meine Wohnung nicht mehr angemessen heizen, Gas habe ich bereits abgedreht und heize mit einem kleinen Holzofen. Ich spare sogar beim Essen und ich versuche so oft wie möglich bei Verwandten zu Besuch zu sein, um Heizkosten zu sparen.“ (Abg. Belakowitsch: Die wohnt wahrscheinlich bei Wiener Wohnen!) „Aber nicht nur mir geht es so! Meine Nachbarn, ein Student und eine Studentin, haben eine sehr kalte Wohnung und sind oft krank.“
Abg. Belakowitsch: Die wohnt wahrscheinlich bei Wiener Wohnen!
Ich möchte nur eine zitieren. Frau Waltraud S., 53, schreibt mir: „Es ist nicht mehr auszuhalten, wie soll ich die Miete noch aufbringen?“ (Abg. Belakowitsch: Wohnt die in Wien bei Wiener Wohnen?) „Ich kann meine Wohnung nicht mehr angemessen heizen, Gas habe ich bereits abgedreht und heize mit einem kleinen Holzofen. Ich spare sogar beim Essen und ich versuche so oft wie möglich bei Verwandten zu Besuch zu sein, um Heizkosten zu sparen.“ (Abg. Belakowitsch: Die wohnt wahrscheinlich bei Wiener Wohnen!) „Aber nicht nur mir geht es so! Meine Nachbarn, ein Student und eine Studentin, haben eine sehr kalte Wohnung und sind oft krank.“
Abg. Steinacker: Dann holt die Leute wieder ...! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: ... denn ausgesetzt?
Zum Problem der hohen Inflation: Da hat die SPÖ in der Vergangenheit mit dem Inflationslinderungsgesetz bewiesen, dass es möglich ist; die SPÖ hat gezeigt, dass man die Erhöhung aussetzen kann – und nicht wie Türkis-Grün: einfach aufschieben. (Abg. Steinacker: Dann holt die Leute wieder ...! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: ... denn ausgesetzt?) Wie das funktioniert, hat die SPÖ im Antrag 3090/A auch vorgelegt.
Abg. Belakowitsch: Setzen Sie das Inflationsanpassungsgesetz einmal aus!
Das 3. Inflationslinderungsgesetz (Abg. Belakowitsch: Setzen Sie das Inflationsanpassungsgesetz einmal aus!) sieht ein Aussetzen der gesetzlichen Mieterhöhung bis in das Jahr 2025 vor. Das sollte der Bundesregierung auch die nötige Zeit geben, endlich eine grundlegende Mietrechtsreform auszuverhandeln. (Abg. Belakowitsch: ... Wiener Wohnen mit gutem Beispiel voran ...!) Danach sollte es eine jährliche Mieterhöhung, die angemessen ist, geben, die sich in etwa um beziehungsweise unter 2 Prozent entwickelt.
Abg. Belakowitsch: ... Wiener Wohnen mit gutem Beispiel voran ...!
Das 3. Inflationslinderungsgesetz (Abg. Belakowitsch: Setzen Sie das Inflationsanpassungsgesetz einmal aus!) sieht ein Aussetzen der gesetzlichen Mieterhöhung bis in das Jahr 2025 vor. Das sollte der Bundesregierung auch die nötige Zeit geben, endlich eine grundlegende Mietrechtsreform auszuverhandeln. (Abg. Belakowitsch: ... Wiener Wohnen mit gutem Beispiel voran ...!) Danach sollte es eine jährliche Mieterhöhung, die angemessen ist, geben, die sich in etwa um beziehungsweise unter 2 Prozent entwickelt.
Beifall bei NEOS und Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Wir haben bei der ganzen Rede nicht geklatscht, Herr Kollege!
geführt hat. Wir sprechen davon, dass bei der Angelobung des Bundespräsidenten bei seiner Rede, als er gesagt hat, dass wir gemeinsam an dem Niemals-Wieder jeden Tag aufs Neue arbeiten müssen, indem in unserer Gesellschaft etwas wie der Nationalsozialismus keinen Platz haben darf, eine Fraktion im Hohen Haus nicht applaudiert hat, eine Fraktion im Hohen Haus sitzen geblieben ist. Und wir sehen, es ist der Keim in der Gesellschaft und der Keim in der Politik, der am Ende des Tages solche Verbrechen auch möglich macht. (Beifall bei NEOS und Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Wir haben bei der ganzen Rede nicht geklatscht, Herr Kollege!)
Abg. Belakowitsch: Ich habe nur gesagt, dass wir die ganze Rede nicht geklatscht haben!
Wenn die Freiheitlichen sich jetzt lautstark aufregen: Das Aufregen über den Vorwurf, dass Sie nicht mitmachen in einer Koalition derjenigen, die nicht vergessen wollen, regt Sie anscheinend weniger auf als der Vorwurf, dass Sie einmal nicht geklatscht haben. (Abg. Belakowitsch: Ich habe nur gesagt, dass wir die ganze Rede nicht geklatscht haben!)
Abg. Belakowitsch: Sollte man als Abgeordnete können! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Präsidentin Doris Bures: Frau Abgeordnete, auf der zweiten Seite, es beginnt mit „Der Nationalrat möge beschließen“! Sie müssen den Text aufmachen, Sie brauchen jetzt nicht die Begründung zu verlesen. (Abg. Belakowitsch: Sollte man als Abgeordnete können! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) So, und da beginnt es mit „Entschließungsantrag“, „Der Nationalrat möge beschließen“, und das müssen Sie uns mitteilen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Bevor ich das tue, möchte ich Ihnen aber einen Auszug aus einer parlamentarischen Anfrage aus dem Jahr 1996 von meiner Kollegin, der grünen Sprecherin für Menschen mit Behinderung, Theresia Haidlmayr, die leider im letzten Jahr verstorben ist, an den damaligen Innenminister Dr. Caspar Einem, der 2021 verstorben ist, vorlesen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Undemokratisch! – Abg. Lausch: Demokratie ist ja nicht Ihr Thema!
Meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, ich kann noch irgendwie nachvollziehen, dass Sie diese Worte – das ist ein Zitat unseres Herrn Bundespräsidenten anlässlich seiner Angelobung – während dessen Rede nicht mit Applaus bedacht haben, denn der Herr Bundespräsident hat in einem Interview am Tag davor Dinge gesagt, die als unfreundlich gegenüber der Freiheitlichen Partei ausgelegt oder verstanden werden können. (Abg. Belakowitsch: Undemokratisch! – Abg. Lausch: Demokratie ist ja nicht Ihr Thema!) – Von mir aus auch als undemokratisch, aber heute stehe ich als Abgeordneter dieses Hauses vor Ihnen und zitiere den Grundkonsens dieser Zweiten Republik, und es gelingt Ihnen wieder nicht, keinem Einzigen von Ihnen, dazu auch nur eine Hand zu bewegen. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP, SPÖ und NEOS. – Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Daher ist das das Konstrukt, das wir uns selbst gewählt haben. Es liegt an uns und an niemand anderem, Frau Kollegin Meinl-Reisinger. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Sitzung Nr. 197
Abg. Belakowitsch: Warum ist der Kanzler ...? – neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Meinl-Reisinger und Kassegger
Unsere Position ist ganz klar, wir sind gegen den Abschluss des Mercosur-Abkommens, denn eines muss man sagen (Abg. Belakowitsch: Warum ist der Kanzler ...? – neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Meinl-Reisinger und Kassegger): Man versucht, Industriegüter nach Südamerika zu exportieren, und überschwemmt damit den europäischen Markt mit Rindfleisch, was wiederum die Landwirtschaft in ganz Europa massiv trifft und gegen die Tiere und das Tierwohl spricht.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Deshalb meine Bitte: Herr Kollege Keck, such den Kontakt zu deinem Parteifreund Bundeskanzler Scholz (Heiterkeit bei der SPÖ), überzeug ihn davon, dass das Mercosur-Abkommen negativ für Europa, negativ für die Landwirtschaft ist (Abg. Meinl-Reisinger: Sie irren!), weil wir davon ausgehen müssen, dass wir auch zukünftig die Versorgungssicherheit gewährleisten müssen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Ja, Frau Kollegin, jetzt brauchen Sie nicht so irritiert reagieren. Ich denke, es hat ja jeder die Möglichkeit, dass er seine Positionen beziehungsweise Meinungen entsprechend zum Ausdruck bringt.
Abg. Belakowitsch: Unglaublich!
Das war insofern spannend, weil – jetzt kommt gleich die große Aufregung bei den Kolleginnen und Kollegen von den Freiheitlichen (Ruf bei der FPÖ: Zu Recht!); man hört es hier wahrscheinlich nicht so; aber Sie haben nachher eh die Möglichkeit, sich hier herauszustellen (Abg. Belakowitsch: Unglaublich!) und selbst zu reden – der damals eingeladene Experte, der anwesend war, Dr. Karl Stöger – das ist ja nicht irgendjemand, sondern das ist ein Medizinrechtsexperte –, durchaus der Meinung war, dass eine Differenzierung keine Diskriminierung ist. (Abg. Amesbauer: Dann ist das eine falsche Meinung! Er hat sich ...!) Und er hat es eigentlich recht anschaulich und gut dargelegt, er hat auch dargelegt, dass es eben darum gegangen ist, dass, solange etwas sachlich und fachlich begründet ist (Abg. Wurm: Macht nur weiter so!), solange es darum geht, dass man das österreichische Gesundheitswesen schützt, es sich dabei eben um eine Differenzierung handelt. (Abg. Amesbauer: Das war ein totalitäres Regime! Ein gewalttätiges Regime!)
Abg. Belakowitsch: Es gibt auch andere Experten!
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Bitte anerkennen Sie das! Sie können das ja immer noch nachschauen, das war ein öffentliches Hearing. Sie brauchen sich nur sein Statement anzuhören. (Abg. Belakowitsch: Es gibt auch andere Experten!) – Das sagt ja nicht nur Dr. Karl Stöger, sondern das sagt auch der VfGH, der ja alle entsprechenden Verordnungen, die es damals gegeben hat, als rechtens erachtet hat und eben nicht aufgehoben hat (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), auch wenn die Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ hier immer noch nicht müde werden (Abg. Amesbauer: Das war falsch!), Gegenteiliges zu behaupten, aber das ist halt faktenwidrig, wie so vieles von den Kolleginnen und Kollegen von den Freiheitlichen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Bitte anerkennen Sie das! Sie können das ja immer noch nachschauen, das war ein öffentliches Hearing. Sie brauchen sich nur sein Statement anzuhören. (Abg. Belakowitsch: Es gibt auch andere Experten!) – Das sagt ja nicht nur Dr. Karl Stöger, sondern das sagt auch der VfGH, der ja alle entsprechenden Verordnungen, die es damals gegeben hat, als rechtens erachtet hat und eben nicht aufgehoben hat (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), auch wenn die Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ hier immer noch nicht müde werden (Abg. Amesbauer: Das war falsch!), Gegenteiliges zu behaupten, aber das ist halt faktenwidrig, wie so vieles von den Kolleginnen und Kollegen von den Freiheitlichen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Bitte anerkennen Sie das! Sie können das ja immer noch nachschauen, das war ein öffentliches Hearing. Sie brauchen sich nur sein Statement anzuhören. (Abg. Belakowitsch: Es gibt auch andere Experten!) – Das sagt ja nicht nur Dr. Karl Stöger, sondern das sagt auch der VfGH, der ja alle entsprechenden Verordnungen, die es damals gegeben hat, als rechtens erachtet hat und eben nicht aufgehoben hat (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), auch wenn die Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ hier immer noch nicht müde werden (Abg. Amesbauer: Das war falsch!), Gegenteiliges zu behaupten, aber das ist halt faktenwidrig, wie so vieles von den Kolleginnen und Kollegen von den Freiheitlichen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm.)
Abg. Belakowitsch: Ja, ja!
Wichtiges und etwas Großartiges. (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. Meinl-Reisinger. – Rufe bei der FPÖ: Coronaimpfung!) Mit der HPV-Impfung haben wir ein wichtiges Instrument in der Hand, Gebärmutterhalskrebs in den Griff zu bekommen, vielleicht sogar auszurotten. Das ist eines unserer wichtigsten Instrumente in der Prävention, so wie jede Impfung ein gutes Präventionsinstrument ist. (Ruf: Zur Sache!) Und ich werde nicht müde, darauf hinzuweisen: Liebe Jugendliche hier in Österreich, ab 14 ist es eure alleinige Entscheidung, euch impfen zu lassen. (Abg. Belakowitsch: Ja, ja!) Nutzt dieses Präventionsinstrument! – Danke. (Beifall bei Grünen und ÖVP.– Abg. Belakowitsch: Eine peinliche Rede! – Abg. Schallmeiner – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Eine sehr gute Rede, Frau Kollegin!)
Beifall bei Grünen und ÖVP.– Abg. Belakowitsch: Eine peinliche Rede! – Abg. Schallmeiner – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Eine sehr gute Rede, Frau Kollegin!
Wichtiges und etwas Großartiges. (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. Meinl-Reisinger. – Rufe bei der FPÖ: Coronaimpfung!) Mit der HPV-Impfung haben wir ein wichtiges Instrument in der Hand, Gebärmutterhalskrebs in den Griff zu bekommen, vielleicht sogar auszurotten. Das ist eines unserer wichtigsten Instrumente in der Prävention, so wie jede Impfung ein gutes Präventionsinstrument ist. (Ruf: Zur Sache!) Und ich werde nicht müde, darauf hinzuweisen: Liebe Jugendliche hier in Österreich, ab 14 ist es eure alleinige Entscheidung, euch impfen zu lassen. (Abg. Belakowitsch: Ja, ja!) Nutzt dieses Präventionsinstrument! – Danke. (Beifall bei Grünen und ÖVP.– Abg. Belakowitsch: Eine peinliche Rede! – Abg. Schallmeiner – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Eine sehr gute Rede, Frau Kollegin!)
Abg. Amesbauer: Das hätte nie beschlossen werden dürfen! – Abg. Belakowitsch: Aber ihr wart auch dabei!
Die Bundesregierung hat die Menschen in Österreich verunsichert, anstatt sie zur Impfung zu motivieren und sinnvolle Aufklärungsarbeit zu leisten. Das COVID-19-Impflichtgesetz wurde bereits abgeschafft und ist auch durch das chaotische Vorgehen gar nie angewandt worden. (Abg. Amesbauer: Das hätte nie beschlossen werden dürfen! – Abg. Belakowitsch: Aber ihr wart auch dabei!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Außer Streit steht aber, dass die Impfung immer noch ein wichtiges Mittel im Kampf gegen das Coronavirus ist (Abg. Amesbauer: Das steht überhaupt nicht außer Streit!) und dass Leben gerettet werden können. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Es freut mich, dass Sie mir zustimmen, Kollege Amesbauer, dass die Impfung nach wie vor ein wichtiges Instrument ist. (Zwischenruf bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Dass sie Ulbricht zitiert hat! Das sagt viel über sie aus!
Abgeordneter Michael Bernhard (NEOS): Ich bin meiner Vorrednerin, Frau Kollegin Tomaselli, sogar sehr dankbar, dass sie (Abg. Belakowitsch: Dass sie Ulbricht zitiert hat! Das sagt viel über sie aus!) das so deutlich ausgesprochen hat.
Abg. Belakowitsch: Können Sie ... bitte?!
Ich erinnere an die Chats zwischen dem ORF-Fernsehchefredakteur Schrom und dem damaligen Vizekanzler Strache, in denen politische Umfärbungen ganz schamlos besprochen wurden. (Abg. Belakowitsch: Können Sie ... bitte?!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Sehr geehrte Damen und Herren! Können Sie sich noch an das „ZIB 2“-Interview vom 11. Jänner dieses Jahres erinnern? (Abg. Reimon: Ja!) Im Studio zu Gast bei Martin Thür war Bundeskanzler Karl Nehammer. Wissen Sie auch noch, warum dieses Interview nachher auch so breit diskutiert worden ist? – Weil Martin Thür offenbar sehr konkret und auch konsequent gefragt und auch nachgefragt hat und der Bundeskanzler sehr emotional und auch aggressiv geantwortet hat. Und, sehr geehrte Damen und Herren, wissen Sie, warum das überhaupt möglich ist? – Weil der ORF als öffentlich-rechtlicher Sender eben nicht ausschließlich von willkürlicher Budgetfinanzierung der Bundesregierung abhängig ist, sondern als Sender der Zuseherinnen und Zuseher, der Bürgerinnen und Bürger, der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler auch diese breite Information möglich machen muss (Abg. Loacker: Also das glauben Sie aber nicht, dass ...!), und das gilt es, auch in Zukunft abzusichern. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Machen Sie nur so weiter!
Zeiten von Social-Media-Plattformen mit Echokammern, in Zeiten von entsprechenden Algorithmen. (Abg. Belakowitsch: Machen Sie nur so weiter!) In solchen Zeiten braucht es eine wirklich hochqualitative informative Plattform wie den ORF. (Abg. Belakowitsch: Das ist aber leider der ORF ... hat da auch ziemlich versagt!) – Frau Kollegin, da haben wir offenbar unterschiedliche Ansichten, inhaltlich und auch, was den ORF betrifft. (Abg. Belakowitsch: Na sicher sogar!)
Abg. Belakowitsch: Das ist aber leider der ORF ... hat da auch ziemlich versagt!
Zeiten von Social-Media-Plattformen mit Echokammern, in Zeiten von entsprechenden Algorithmen. (Abg. Belakowitsch: Machen Sie nur so weiter!) In solchen Zeiten braucht es eine wirklich hochqualitative informative Plattform wie den ORF. (Abg. Belakowitsch: Das ist aber leider der ORF ... hat da auch ziemlich versagt!) – Frau Kollegin, da haben wir offenbar unterschiedliche Ansichten, inhaltlich und auch, was den ORF betrifft. (Abg. Belakowitsch: Na sicher sogar!)
Abg. Belakowitsch: Na sicher sogar!
Zeiten von Social-Media-Plattformen mit Echokammern, in Zeiten von entsprechenden Algorithmen. (Abg. Belakowitsch: Machen Sie nur so weiter!) In solchen Zeiten braucht es eine wirklich hochqualitative informative Plattform wie den ORF. (Abg. Belakowitsch: Das ist aber leider der ORF ... hat da auch ziemlich versagt!) – Frau Kollegin, da haben wir offenbar unterschiedliche Ansichten, inhaltlich und auch, was den ORF betrifft. (Abg. Belakowitsch: Na sicher sogar!)
Abg. Belakowitsch: Der ORF mit seinen Verschwörungstheorien und seinen Fehlinformationen!
Ja, der ORF hat Reformbedarf – das streitet ja auch von der SPÖ niemand ab –, und ja, der ORF muss, gerade was die Digitalisierung betrifft, zukunftsfit gemacht werden (Abg. Belakowitsch: Der ORF mit seinen Verschwörungstheorien und seinen Fehlinformationen!), unsere konkreten Vorschläge dazu liegen auch auf dem Tisch. Für uns ist aber klar, dass wir den öffentlich-rechtlichen Rundfunk als maßgebliche, verlässliche Informationsplattform in Österreich abzusichern haben. (Beifall bei der SPÖ.) Dafür braucht es auch ein Finanzierungsmodell, das eine unabhängige, eine qualitativ hochwertige Plattform sicherstellt. (Abg. Belakowitsch: Zuerst hat er einmal ein Qualität...! Genau! ... Vereinbarungen beim ORF!)
Abg. Belakowitsch: Zuerst hat er einmal ein Qualität...! Genau! ... Vereinbarungen beim ORF!
Ja, der ORF hat Reformbedarf – das streitet ja auch von der SPÖ niemand ab –, und ja, der ORF muss, gerade was die Digitalisierung betrifft, zukunftsfit gemacht werden (Abg. Belakowitsch: Der ORF mit seinen Verschwörungstheorien und seinen Fehlinformationen!), unsere konkreten Vorschläge dazu liegen auch auf dem Tisch. Für uns ist aber klar, dass wir den öffentlich-rechtlichen Rundfunk als maßgebliche, verlässliche Informationsplattform in Österreich abzusichern haben. (Beifall bei der SPÖ.) Dafür braucht es auch ein Finanzierungsmodell, das eine unabhängige, eine qualitativ hochwertige Plattform sicherstellt. (Abg. Belakowitsch: Zuerst hat er einmal ein Qualität...! Genau! ... Vereinbarungen beim ORF!)
Abg. Belakowitsch: ... einen Podcast machen ...!
Abgeordneter Dr. Werner Saxinger, MSc (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Damen und Herren! Ich nehme die beiden Volksbegehren Covid-Maßnahmen abschaffen und Wiedergutmachung der Covid-19-Maßnahmen zum Anlass, die Covid-Pandemie aus heutiger – meiner subjektiven – Sicht mit ein paar Gedanken Revue passieren zu lassen, quasi ein Sax-Podcast. (Abg. Belakowitsch: ... einen Podcast machen ...!)
Abg. Belakowitsch: Ja, Herr Kollege Saxinger, Sie hätten es wissen müssen!
Meiner Meinung nach haben wir die Pandemie im Großen und Ganzen bisher ganz gut bewältigt und gemeistert, auch im internationalen Vergleich. Wir haben aber natürlich auch Fehler gemacht, keine Frage, und aus denen sollten wir auch lernen. In Österreich ist die Fehlerkultur leider nicht sehr gut ausgeprägt, dabei lernt man aus Fehlern am meisten. Nur wer nichts tut, macht keine Fehler. (Abg. Belakowitsch: Ja, Herr Kollege Saxinger, Sie hätten es wissen müssen!)
Abg. Belakowitsch: Ah geh!
Am Anfang der Pandemie, im Frühjahr 2020, wurden auch Maßnahmen gesetzt, die aus damaliger Sicht richtig waren, die wir aber retrospektiv, aus heutiger Sicht, so wahrscheinlich nicht mehr machen würden. Ich denke da zum Beispiel an die Schließung der Bundesgärten (Abg. Belakowitsch: Ah geh!) oder auch die Maskenpflicht im Freien. (Abg. Belakowitsch: Ah geh! – Abg. Kaniak: Ostererlass! – Abg. Belakowitsch: Ostererlass!)
Abg. Belakowitsch: Ah geh! – Abg. Kaniak: Ostererlass! – Abg. Belakowitsch: Ostererlass!
Am Anfang der Pandemie, im Frühjahr 2020, wurden auch Maßnahmen gesetzt, die aus damaliger Sicht richtig waren, die wir aber retrospektiv, aus heutiger Sicht, so wahrscheinlich nicht mehr machen würden. Ich denke da zum Beispiel an die Schließung der Bundesgärten (Abg. Belakowitsch: Ah geh!) oder auch die Maskenpflicht im Freien. (Abg. Belakowitsch: Ah geh! – Abg. Kaniak: Ostererlass! – Abg. Belakowitsch: Ostererlass!)
Abg. Belakowitsch: Das haben Sie immer noch nicht gelernt!
Dann kam glücklicherweise sehr rasch die Covid-Impfung – für mich einer der Gamechanger, auch noch immer (Ruf bei der FPÖ: ... zugeben!) –, eine Impfung, die nachweislich schwere Verläufe (Abg. Belakowitsch: Das haben Sie immer noch nicht gelernt!), Krankenhauseinweisungen, Todesfälle verhindern kann. Diesen Anspruch hat die Impfung auch gehalten und viele Todesfälle verhindert.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Was sich nicht erfüllt hat, von manchen aber erwartet wurde, war das Eintreten der sogenannten sterilen Immunität, das heißt, einer Form der Immunität, bei der Krankheitserreger durch eine immune Person nicht übertragen werden können. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das war immer ein Hauptargument der Impfgegner, die ja auch die hauptsächlichen Proponenten dieses Volksbegehrens sind. Es geht aber darum, dass man einen leichteren Verlauf hat, nicht
Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja nicht!
ins Krankenhaus muss (Abg. Belakowitsch: Das stimmt ja nicht!), und das war und ist ein Segen im Kampf gegen die Pandemie.
Abg. Belakowitsch: Und?! Das macht es nicht ungeschehen!
Wir haben dann aber auch rasch auf neue Entwicklungen reagiert, auf die Mutation von Delta zu Omikron, und ich wiederhole noch einmal: Das Impfpflichtgesetz wurde nie aktiviert, auch wieder zurückgenommen. (Abg. Belakowitsch: Und?! Das macht es nicht ungeschehen!) Ich sage es aber auch ganz ehrlich: Auch wenn es damals logisch, schlüssig und sinnvoll schien, würden wir es aus heutiger Sicht so nicht mehr machen. (Abg. Belakowitsch: Ah geh! Was ihr alles nimmer machen tätet!)
Abg. Belakowitsch: Ah geh! Was ihr alles nimmer machen tätet!
Wir haben dann aber auch rasch auf neue Entwicklungen reagiert, auf die Mutation von Delta zu Omikron, und ich wiederhole noch einmal: Das Impfpflichtgesetz wurde nie aktiviert, auch wieder zurückgenommen. (Abg. Belakowitsch: Und?! Das macht es nicht ungeschehen!) Ich sage es aber auch ganz ehrlich: Auch wenn es damals logisch, schlüssig und sinnvoll schien, würden wir es aus heutiger Sicht so nicht mehr machen. (Abg. Belakowitsch: Ah geh! Was ihr alles nimmer machen tätet!)
Abg. Belakowitsch: Die laufen aus!
Sehr geehrte Damen und Herren! Das Volksbegehren Covid-Maßnahmen abschaffen führt auch teilweise Maßnahmen an, die aktuell gar nicht mehr bestehen. Natürlich werden alle Maßnahmen beendet werden, die nicht mehr nötig sind. (Abg. Belakowitsch: Die laufen aus!) Maßnahmen sind ja kein Selbstzweck und müssen auch gut begründet werden. Es ist geplant, die Covid-Maßnahmen mit ordentlichen Gesetzesvorlagen in den nächsten Monaten abzuschaffen. (Abg. Belakowitsch: Das braucht’s nicht, weil die laufen aus!)
Abg. Belakowitsch: Das braucht’s nicht, weil die laufen aus!
Sehr geehrte Damen und Herren! Das Volksbegehren Covid-Maßnahmen abschaffen führt auch teilweise Maßnahmen an, die aktuell gar nicht mehr bestehen. Natürlich werden alle Maßnahmen beendet werden, die nicht mehr nötig sind. (Abg. Belakowitsch: Die laufen aus!) Maßnahmen sind ja kein Selbstzweck und müssen auch gut begründet werden. Es ist geplant, die Covid-Maßnahmen mit ordentlichen Gesetzesvorlagen in den nächsten Monaten abzuschaffen. (Abg. Belakowitsch: Das braucht’s nicht, weil die laufen aus!)
Abg. Belakowitsch: Hören Sie auf ...!
Das Volksbegehren wird nun nach der ersten Lesung an den Gesundheitsausschuss zugewiesen. (Abg. Belakowitsch: Hören Sie auf ...!) Ich kann Ihnen versichern, sehr geehrte Damen und Herren: Wir lernen aus der Vergangenheit zum Wohle der Gesundheit. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: Waren alles nur Fakenews! – Abg.
Abg. Belakowitsch: Geh bitte!
würden. Und was waren die einzigen Vorschläge der Freiheitlichen Partei? – Nachdem ihr am Anfang die Leute sozusagen mit der Peitsche züchtigen wolltet, ähnlich wie die Flex Karl Nehammer, waren doch bitte die einzigen Vorschläge, die danach gekommen sind – erinnert euch –, ein Pferdeentwurmungsmittel, Sonnenlicht und Bitterstoffe. (Abg. Belakowitsch: Geh bitte!) Pferdeentwurmungsmittel, Sonnenlicht und Bitterstoffe: Glaubt ihr das wirklich? (Abg. Belakowitsch: Ihr seids überall dabei gewesen! Ihr warts überall dabei ...!)
Abg. Belakowitsch: Ihr seids überall dabei gewesen! Ihr warts überall dabei ...!
würden. Und was waren die einzigen Vorschläge der Freiheitlichen Partei? – Nachdem ihr am Anfang die Leute sozusagen mit der Peitsche züchtigen wolltet, ähnlich wie die Flex Karl Nehammer, waren doch bitte die einzigen Vorschläge, die danach gekommen sind – erinnert euch –, ein Pferdeentwurmungsmittel, Sonnenlicht und Bitterstoffe. (Abg. Belakowitsch: Geh bitte!) Pferdeentwurmungsmittel, Sonnenlicht und Bitterstoffe: Glaubt ihr das wirklich? (Abg. Belakowitsch: Ihr seids überall dabei gewesen! Ihr warts überall dabei ...!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Und wenn wir von Entschuldigungen reden, sage ich: Niemand in diesem Saal hat alles richtig gemacht, und ich bin auch gerne bereit, mich als Erster zu entschuldigen, da wir in gewissen Punkten vielleicht zu wenig gekämpft haben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich habe immer gesagt, Fehler können passieren, aber es macht einen Unterschied, wenn Fehler passieren, weil Parteipolitik wichtiger ist, als es Menschenleben sind, und wenn man sich in der Frage profilieren möchte, dann ist das einfach nur schäbig (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen), und das war vor allem die Freiheitliche Partei.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ja, die Pandemie geht (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und die Baustellen im Gesundheitssystem bleiben. Reden wir darüber, über all das, was wir versprochen haben: über die Maßnahmen für die Pflege, das Kämpfen gegen den Ärztemangel. Wir haben einen großen Plan betreffend Pharmastandortstrategie für Österreich gehabt. – Jetzt gibt es einen Medikamentenmangel in Österreich. Es gibt nicht einmal mehr einen Hustensaft für Kinder und es gibt Probleme bei den Antibiotika.
Abg. Belakowitsch: Wer hat denn die EU ... entschieden?
Wo sind denn die Maßnahmen gewesen? (Abg. Belakowitsch: Wer hat denn die EU ... entschieden?) – Reden wir nicht nur über die Dinge, sondern setzen wir sie gemeinsam um! Frau Kollegin Belakowitsch, der erste Schritt wäre aber – damit können wir alle miteinander anfangen –, dass wir nicht nur darüber reden und Populismus betreiben – ihr könnt das am allerbesten –, sondern etwas tun, damit die Menschen in der Pflege bessere Arbeitsbedingungen haben, damit wir genug Ärzte und Ärztinnen haben und die Medikamente in Österreich auch vorhanden sind.
Beifall bei der SPÖ. – Ruf: Gute Rede! – Abg. Belakowitsch: Das weiß er selber nicht, was er da ... hat!
Dieses politische Blabla bringt niemanden weiter. Es ist Zeit für Lösungen und auch Zeit dafür, dass wir endlich aus den Fehlern lernen. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf: Gute Rede! – Abg. Belakowitsch: Das weiß er selber nicht, was er da ... hat!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Die Abermilliarden Euro, die diese Bundesregierung und diese vier anderen Fraktionen hier herinnen gegen die Stimmen der Freiheitlichen an die Wirtschaft ausgeschüttet haben (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), an Entschädigungszahlungen ausgeschüttet haben, an Subventionen ausgezahlt haben, sind leider Gottes nicht im System angekommen, sie sind auch nicht bei den Beschäftigten im Gesundheitssystem angekommen, sondern da sind Milliarden ausgegeben worden – die wir gar nicht haben, es sind Schulden gemacht worden, die die nächsten Generationen noch belasten –, ohne dass das Gesundheitssystem signifikant gestärkt worden wäre. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: März 2020!
Ich darf Sie daran erinnern, dass Ihre Behauptung, Sie wären bei den Covid-Maßnahmen nicht dabei gewesen, unrichtig ist, und darf tatsächlich korrigieren, dass beim COVID-19 Gesetz im März 2020 wie folgt abgestimmt wurde – Sie können nachschauen, Sie werden wissen, was die Abkürzungen bedeuten. Da steht dabei: das V für Volkspartei, S für SPÖ, G für Grüne, N für NEOS und dieses F wie Friedrich steht wahrscheinlich für die Freiheitliche Partei. Das heißt, ihr wart selbstverständlich mit dabei, ihr wart an vorderster Front. (Abg. Belakowitsch: März 2020!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das war kein Maßnahmengesetz, ...! Schau einmal nach, was ...! ... Einrichtungsgesetz, nicht Maßnahmengesetz, Kollege Kucher! – Abg. Rauch: Ich habe ja gesagt, das ist ein tatsächlicher Unsinn! – Abg. Kucher – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Unterste Schublade!
Ich habe vorhin Kollegen Kickl sozusagen zitiert, der eingemahnt hat, dass man da eher mit der Peitsche vorgehen muss. Also nicht im Nachhinein verstecken! Stehen Sie dazu, Herr Abgeordneter Kaniak, und tun Sie nicht im Nachhinein so, als wären Sie nicht der Erste gewesen, der aufgezeigt hat! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Das war kein Maßnahmengesetz, ...! Schau einmal nach, was ...! ... Einrichtungsgesetz, nicht Maßnahmengesetz, Kollege Kucher! – Abg. Rauch: Ich habe ja gesagt, das ist ein tatsächlicher Unsinn! – Abg. Kucher – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Unterste Schublade!)
Abg. Belakowitsch: Ja, Entschuldigung, ... gibt ja schon erste Entwürfe!
Umso spannender finde ich es dann, wenn ich noch auf die bereits heute in der Früh abgehaltene Debatte hier herinnen zurückverweise, wie dann die Kolleginnen und Kollegen der Freiheitlichen Partei herauskommen und jetzt schon wissen wollen – oder so tun, als ob sie es jetzt schon wüssten –, was in weiterer Zukunft kommt (Abg. Belakowitsch: Ja, Entschuldigung, ... gibt ja schon erste Entwürfe!), nämlich ein schlimmes Epidemiegesetz, das uns alle sozusagen nach Herr-der-Ringe-Manier dann wieder knechten soll (Abg. Belakowitsch: Ihr habt ja die Entwürfe schon hergegeben!), denn das ist die Ankündigung gewesen, die hier heute gemacht wurde.
Abg. Belakowitsch: Ihr habt ja die Entwürfe schon hergegeben!
Umso spannender finde ich es dann, wenn ich noch auf die bereits heute in der Früh abgehaltene Debatte hier herinnen zurückverweise, wie dann die Kolleginnen und Kollegen der Freiheitlichen Partei herauskommen und jetzt schon wissen wollen – oder so tun, als ob sie es jetzt schon wüssten –, was in weiterer Zukunft kommt (Abg. Belakowitsch: Ja, Entschuldigung, ... gibt ja schon erste Entwürfe!), nämlich ein schlimmes Epidemiegesetz, das uns alle sozusagen nach Herr-der-Ringe-Manier dann wieder knechten soll (Abg. Belakowitsch: Ihr habt ja die Entwürfe schon hergegeben!), denn das ist die Ankündigung gewesen, die hier heute gemacht wurde.
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Ja, ja! Macht nur weiter! Aber danke für die Wahlunterstützung!
keine Lösungen. Das Einzige, was ihr könnt, ist, Angst zu schüren und mit der Angst zu leben. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Ja, ja! Macht nur weiter! Aber danke für die Wahlunterstützung!)
Abg. Belakowitsch: Ja, wirklich!
Was war die Devise bei den Covid-Maßnahmen? – So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Es war oft schwierig, ich habe das schon oft erwähnt, eine Balance zu finden. Maßnahmen wie Lockdowns, Tests, Impfungen und Quarantäne haben extrem polarisiert. (Abg. Belakowitsch: Ja, wirklich!) Manche wurden gar zu Staatsverweigerern, was mich sehr betroffen gemacht hat und für mich vorher unvorstellbar war. (Abg. Belakowitsch: Sagen Sie einmal! Hören Sie einmal auf! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Sagen Sie einmal! Hören Sie einmal auf! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Was war die Devise bei den Covid-Maßnahmen? – So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Es war oft schwierig, ich habe das schon oft erwähnt, eine Balance zu finden. Maßnahmen wie Lockdowns, Tests, Impfungen und Quarantäne haben extrem polarisiert. (Abg. Belakowitsch: Ja, wirklich!) Manche wurden gar zu Staatsverweigerern, was mich sehr betroffen gemacht hat und für mich vorher unvorstellbar war. (Abg. Belakowitsch: Sagen Sie einmal! Hören Sie einmal auf! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: In allen Ländern, Herr Kollege! – Zwischenruf des Abg. Kassegger
Eine Frage habe ich mir oft gestellt, so auch bei diesem Volksbegehren: Warum haben eigentlich die Covid-Maßnahmen bei uns in Österreich so große Aufregung und solchen Widerstand hervorgerufen (Abg. Belakowitsch: In allen Ländern, Herr Kollege! – Zwischenruf des Abg. Kassegger), viel mehr als in anderen Staaten? Es gibt für mich zwei Antworten auf diese Frage. (Ruf bei der FPÖ: Weil ihr viel ärger wart als die anderen! – Abg. Belakowitsch: Weil wir das einzige Land mit Impfpflicht waren!) – Frau Kollegin, melden Sie sich dann zu Wort! Es ist unmöglich, auch für die Zuseher, wenn Sie immer herausbrüllen. Wenn Sie etwas zu sagen haben – das ist essenziell –, dann melden Sie sich bitte zu Wort! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Ruf bei der FPÖ: Weil ihr viel ärger wart als die anderen! – Abg. Belakowitsch: Weil wir das einzige Land mit Impfpflicht waren!
Eine Frage habe ich mir oft gestellt, so auch bei diesem Volksbegehren: Warum haben eigentlich die Covid-Maßnahmen bei uns in Österreich so große Aufregung und solchen Widerstand hervorgerufen (Abg. Belakowitsch: In allen Ländern, Herr Kollege! – Zwischenruf des Abg. Kassegger), viel mehr als in anderen Staaten? Es gibt für mich zwei Antworten auf diese Frage. (Ruf bei der FPÖ: Weil ihr viel ärger wart als die anderen! – Abg. Belakowitsch: Weil wir das einzige Land mit Impfpflicht waren!) – Frau Kollegin, melden Sie sich dann zu Wort! Es ist unmöglich, auch für die Zuseher, wenn Sie immer herausbrüllen. Wenn Sie etwas zu sagen haben – das ist essenziell –, dann melden Sie sich bitte zu Wort! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Interessant! Das müssen Sie jetzt erklären!
Einen weiteren Punkt möchte ich auch noch gerne erwähnen, nämlich die mangelhafte Datenlage im österreichischen Gesundheitswesen. Man kann bei einer Pandemie ohne gute Daten nicht agieren und auch nicht reagieren. Der Datenschutz wird da meiner Ansicht nach völlig falsch verstanden. (Abg. Belakowitsch: Interessant! Das müssen Sie jetzt erklären!)
Abg. Belakowitsch: Ja! Völlig richtig! Wir auch! – Abg. Wurm: Alois, du hast es kritisiert, nicht deine Fraktion!
Das haben wir als Sozialdemokratie immer kritisiert. (Abg. Belakowitsch: Ja! Völlig richtig! Wir auch! – Abg. Wurm: Alois, du hast es kritisiert, nicht deine Fraktion!) Das halte ich für den größten Fehler. Diese Kosten, die da entstanden sind, sind eigentlich Demokratiekosten, sind eigentlich auch Kosten, vor denen wir gewarnt haben. (Abg. Wurm: Du! Du hast gewarnt, aber deine Fraktion nicht!)
Abg. Wurm: Du schon, aber deine Fraktion nicht! – Abg. Belakowitsch: Nein, Alois!
Ich erinnere daran, wir haben als Sozialdemokratie – meine Fraktion hat da dagegengestimmt – ganz deutlich davor gewarnt. (Abg. Wurm: Du schon, aber deine Fraktion nicht! – Abg. Belakowitsch: Nein, Alois!) Damit sollte man sich auseinandersetzen. Als eine weitere Gesundheitsmaßnahme wünsche ich mir, dass wir dieses Prinzip, wonach die Gesellschaft den Schaden trägt, wenn man von einer einzelnen Person etwas verlangt, wieder beachten. Das hätte uns viel erspart. Die ganze Cofag hätten wir nicht gehabt. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Ja?
Abgeordnete Mag. Agnes Sirkka Prammer (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Staatssekretärin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Es ist schon sagenhaft (erheitert), wie man sagen kann, man rede an einem Gesetz vorbei, und redet dann aber so etwas von daran vorbei. (Abg. Belakowitsch: Ja?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das wäre ja auch nicht die Wahrheit!
Ich werde Ihnen hier sicher nicht erzählen, dass wir heute das beste Whistleblowinggesetz der Welt beschließen werden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das wäre ja auch nicht die Wahrheit!) Das wird es nicht.
Abg. Belakowitsch: Zehn Jahrgänge?
Jetzt kann man sagen, gut, dann gehen diese Menschen halt sechs Monate früher in Pension. Das sind zehn Jahrgänge, die jeweils zu einem Sechstel (Abg. Belakowitsch: Zehn Jahrgänge?), nämlich die im Dezember und im Juni Geborenen - - (Abg. Belakowitsch: Da hast dich jetzt verrechnet!) – Zehn Jahrgänge, von 2024 bis 2033 sind es zehn Jahrgänge, Kollegin Belakowitsch, und davon geht ein Sechstel, weil es zwei Monate sind, die betroffen sind, entsprechend früher.
Abg. Belakowitsch: Da hast dich jetzt verrechnet!
Jetzt kann man sagen, gut, dann gehen diese Menschen halt sechs Monate früher in Pension. Das sind zehn Jahrgänge, die jeweils zu einem Sechstel (Abg. Belakowitsch: Zehn Jahrgänge?), nämlich die im Dezember und im Juni Geborenen - - (Abg. Belakowitsch: Da hast dich jetzt verrechnet!) – Zehn Jahrgänge, von 2024 bis 2033 sind es zehn Jahrgänge, Kollegin Belakowitsch, und davon geht ein Sechstel, weil es zwei Monate sind, die betroffen sind, entsprechend früher.
Abg. Belakowitsch: Sei doch nicht so asozial! Wer will, kann eh bleiben!
Zur geblockten Altersteilzeit: Was heißt denn geblockte Altersteilzeit? – Geblockte Altersteilzeit bedeutet, Sie arbeiten zwei Jahre voll, zwei Jahre gar nicht und bekommen 75 Prozent bezahlt. Wir nehmen Geld der Arbeitslosenversicherten in die Hand, um mit diesem Modell Menschen zwei Jahre früher aus dem Arbeitsmarkt herauszukaufen. Wie gscheit ist das in Zeiten von Arbeitskräftemangel, die Frauen sechs Monate früher in Pension zu schicken und für die Altersteilzeit zusätzliches Geld in die Hand zu nehmen, um mit der geblockten Altersteilzeit gesuchte Arbeitskräfte aus dem Arbeitsmarkt herauszukaufen?! (Abg. Belakowitsch: Sei doch nicht so asozial! Wer will, kann eh bleiben!)
Abg. Belakowitsch: Nein, nichts von sozialer Gerechtigkeit!
versuchen, warum wir bei der Pensionsanpassung und auch bei den Teuerungsabgeltungen versuchen, die Balance zwischen sozialer Gerechtigkeit (Abg. Belakowitsch: Nein, nichts von sozialer Gerechtigkeit!) und Hilfe für jene zu halten, die sie brauchen, aber auch auf das Budget zu schauen.
Abg. Belakowitsch: Hält leider nicht nachhaltig!
Es ist unbestritten, dass bei Pensionserhöhungen – und darum geht es ja bei der Frage der Aliquotierungen – bei einer hohen Inflation die Aliquotierungsregelung zu Benachteiligungen führen kann. Das war exakt der Grund, warum wir das im heurigen Jahr bei der Pensionserhöhung berücksichtigt haben, zur Hälfte abgegolten haben (Abg. Belakowitsch: Hält leider nicht nachhaltig!) und zusätzlich noch im heurigen März eine Auszahlung von bis zu 400 Euro erfolgt, um die zusätzlichen Inflationskosten und auch die Heizkosten abzugelten.
Abg. Belakowitsch: So schaust du eh aus, so ernsthaft!
Abgeordneter Mag. Michael Hammer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzter Herr Kollege Leichtfried, weil Sie mich schon mehrfach durch Zwischenrufe mehr oder weniger zu Zwischenrufen auffordern oder anstacheln, darf ich sagen: Wir nehmen das sehr ernst (Abg. Belakowitsch: So schaust du eh aus, so ernsthaft!); das sind die ersten regulären Sitzungen mit neuem Stil. Wir werden uns entsprechend mäßigen. (Abg. Leichtfried: Das ist sehr gut!) Folgen Sie diesem Beispiel!
Abg. Belakowitsch: Wir sind auch heute nicht dabei!
Daher, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, als Erinnerung für alle, die sich hierherstellen und über das Frauenpensionsantrittsalter sprechen – wir haben nichts dagegen, dass es mit nächstem Jahr schrittweise angehoben wird, das ist ja verfassungsrechtlich abgesichert, das ist ja keine Frage –: 1991 hat Johanna Dohnal, damals Frauenministerin, mit dem ÖGB, mit der AK, hauptsächlich mit den Frauen in diesen Organisationen, mit NGOs und mit allen im Parlament vertretenen Parteien – außer der FPÖ, die war damals bedauerlicherweise nicht dabei (Abg. Belakowitsch: Wir sind auch heute nicht dabei!) – ein Gleichstellungspaket geschnürt, das diese sozusagen langen Übergangszeiten abgesichert hat. Jetzt schreiben wir das Jahr 2023 und wir brauchen immer noch – ich weiß nicht – 100 Jahre, bis Gleichstellung beim Lohn erreicht ist. 30 Jahre haben nicht ausgereicht, um Lohngleichheit herzustellen und den Abbau der Schlechterstellung von Frauen zu bewerkstelligen.
Abg. Belakowitsch: Green Jobs? Ich habe geglaubt, für die Pflege braucht’s das! So kann man sich irren!
Ich denke da speziell an Zukunftsbereiche wie die Green Jobs, deren Zahl wir ja ausbauen wollen. (Abg. Belakowitsch: Green Jobs? Ich habe geglaubt, für die Pflege braucht’s das! So kann man sich irren!) Ich denke aber auch an einen anderen Bereich, in dem wir dringend Fachkräfte brauchen, und das sind die Kindergärten.
Abg. Belakowitsch: Das haben wir ja schon gehabt!
Zum Zweiten ist es mir als jemand, der zwei Jahrzehnte diesem Hohen Haus angehört, wichtig, dass man schon einmal auch die Faktenlage darlegt: Wie hat sich denn die Situation überhaupt ergeben? Warum findet die Valorisierung von Menschen, die heuer in Pension gehen, im Folgejahr nicht zur Gänze statt? (Abg. Belakowitsch: Das haben wir ja schon gehabt!) – Das waren Pakete, die nach extremen Finanz- und Wirtschaftskrisen beschlossen wurden. Es geschah 2008, es geschah 2011, dass ausgesetzt wurde, dass es, wenn man in Pension geht, überhaupt eine Anpassung im Folgejahr gibt. Diese Beschlüsse haben wir damals gemeinsam mit der Sozialdemokratie herbeigeführt. Sie waren damals notwendig, damit im Budget und in der Pensionsfinanzierung überhaupt eine Stabilität gewährleistet werden konnte.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Deshalb haben wir die Aliquotierung in dieser Regierungskonstellation eingeführt und gesagt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Wenn man im Jänner geht, kriegt man im darauffolgenden Jänner die volle Anpassung; wenn man in der Mitte des Jahres geht, die halbe; und wenn man halt erst im August oder im September geht, dann bekommt man je Monat um ein Zehntel weniger. (Abg. Heinisch-Hosek: Das kann man sich nicht aussuchen!) Das hat diese Koalitionsregierung beschlossen, weil es aus unserer Sicht gerechter ist.
Abg. Michael Hammer: Reiner Populismus! Wahlzuckerl, mehr war es nicht! – Zwischenrufe der Abgeordneten Eßl, Belakowitsch, Scherak und Stögmüller.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Muchitsch. (Abg. Michael Hammer: Reiner Populismus! Wahlzuckerl, mehr war es nicht! – Zwischenrufe der Abgeordneten Eßl, Belakowitsch, Scherak und Stögmüller.) – Dürften wir wieder? Abgeordneter Muchitsch ist am Wort. Belassen wir die Aufregung wieder etwas! (Unruhe im Saal.) – Warten Sie noch ein bissel, bis sich die Sache beruhigt. Herr Abgeordneter Muchitsch, Sie sind am Wort. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Muchitsch. (Abg. Michael Hammer: Reiner Populismus! Wahlzuckerl, mehr war es nicht! – Zwischenrufe der Abgeordneten Eßl, Belakowitsch, Scherak und Stögmüller.) – Dürften wir wieder? Abgeordneter Muchitsch ist am Wort. Belassen wir die Aufregung wieder etwas! (Unruhe im Saal.) – Warten Sie noch ein bissel, bis sich die Sache beruhigt. Herr Abgeordneter Muchitsch, Sie sind am Wort. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Sitzung Nr. 200
Abg. Belakowitsch: Sondern?!
Wir sehen nichts anderes als einen Neoimperialismus, und deshalb sage ich es auch sehr oft: Es ist nicht nur – aber natürlich auch, angesichts der Ermordungen, Vergewaltigungen, Folterungen, Deportationen von Kindern, der massiven Zerstörung von Häusern, von Wohnhäusern, von Infrastruktur; was wir tagtäglich sehen, die Bilder aus der Ukraine können uns nicht unberührt lassen – eine moralische Frage, jetzt die Ukraine zu unterstützen (Abg. Belakowitsch: Sondern?!), es ist unser ureigenstes Interesse, gerade als ein kleines Land wie Österreich (Zwischenruf des Abg. Hafenecker), ein kleines Land, das darauf bauen muss, dass Verträge Gültigkeit haben und nicht das Recht des Stärkeren gilt. Putin muss in der Ukraine gestoppt werden, um nachhaltig Freiheit und Frieden zu sichern. (Beifall bei NEOS und Grünen.)
Abg. Kickl: Sie wissen gar nicht, was Freiheit bedeutet! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker
Neutralität, wie Sie sie oft bedienen, ist ein Deckmantel für klar prorussische Interessen. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Sie sind willfährige Propagandagehilfen Putins, und ich finde das sehr schade, denn angesichts einer Politik in Österreich, bei der die beiden Parteien ÖVP und SPÖ komplett den Kopf in den Sand stecken und keine Reformen wagen, bräuchten wir eine weitere Kraft in unserem Land, die entschlossen für Freiheit, Selbstbestimmung und Sicherheit sorgt (Abg. Kickl: Sie wissen gar nicht, was Freiheit bedeutet! – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker) und auch entschlossen Reformen einmahnt, mit unseren starken Partnern in Europa.
Abg. Belakowitsch: Wirklich?!
Sie haben Finnland erwähnt. Die finnische Premierministerin war erst bei mir, und die Geschichte Finnlands ist tatsächlich eine ganz andere. (Abg. Belakowitsch: Wirklich?!) Und auch die Betroffenheit Finnlands, Nachbar zu sein, unmittelbarer Nachbar eines kriegsführenden Landes, hat eine völlig andere Diskussion ausgelöst (Abg. Meinl-Reisinger: Ja wollen Sie darauf warten? Das ist doch fahrlässig!) und hat auch eine völlig andere parlamentarische Diskussion ausgelöst. Nur um es auch da mit Klarheit zu sagen: In Finnland sind acht im Parlament vertretene Parteien für den Nato-Beitritt, das heißt, Sie sehen, dass die Bevölkerung an sich einen anderen Diskussionsprozess hat als in Österreich.
Abg. Belakowitsch: Sind Sie sicher, dass Sie in drei Jahren noch ... überzeugt sind?
Eines ist mir aber auch ganz wichtig: Wenn wir aus der Pandemiebekämpfung etwas lernen wollen, dann haben wir auch daraus zu lernen, dass wir alles dafür tun müssen, die Menschen auf den Weg mitzunehmen, ihnen unsere Politik der klaren Haltung gegen den Krieg zu erklären (Abg. Hafenecker: Koste es, was es wolle!) – auch jenen Menschen, die daran zweifeln, die Sorgen haben, wenn wir Sanktionen mittragen (Abg. Belakowitsch: Sind Sie sicher, dass Sie in drei Jahren noch ... überzeugt sind?), weil sie Angst haben, dass der Krieg damit auch nach Österreich kommt.
Abg. Belakowitsch: Die höchste seit 71 Jahren!
Wie man sieht, ist da auch noch viel zu tun, da ist Österreich anders als andere EU-Mitgliedstaaten, auch das müssen wir ernsthaft zur Kenntnis nehmen. Wir müssen den Menschen erklären, warum es eben ganz besonders wichtig ist – auch darauf haben Sie hingewiesen –, Ursache und Wirkung nicht zu verwechseln. Die Ursache für die Teuerung der Energie, das Treiben der Inflation (Abg. Belakowitsch: Die höchste seit 71 Jahren!) ist nicht, dass Sanktionen beschlossen worden sind, sondern dass der Krieg begonnen worden ist, weil die russische Armee in die Ukraine eingefallen ist.
Abg. Belakowitsch: Hat eh genug gegeben!
Wissen Sie, wann ich von den 20 Prozent gesprochen habe, davon, dass es uns gelungen ist, die Abhängigkeit von russischem Gas zu reduzieren? (Abg. Meinl-Reisinger: Wir haben gedrosselt! Das war eine Momentaufnahme!) – Als die russische Seite begonnen hat, die Lieferungen von Gas bis auf 30 Prozent des Zugesagten zu reduzieren, während wir dringend Gas gebraucht haben, um einzuspeichern, um für diesen Winter vorzusorgen: 70 Prozent weniger Gas, aber trotzdem Einspeicherziele, trotzdem Angst, ob Energieversorgungssicherheit gegeben ist (Abg. Meinl-Reisinger: Und Sie haben sich auf die Schulter geklopft!), trotzdem Angst davor, dass dieser Winter dazu führt, dass Menschen frieren, dass es keinen Strom gibt. (Abg. Belakowitsch: Hat eh genug gegeben!) Unsere Aufgabe war es und ist es, dafür Sorge zu tragen, dass das nicht passiert – und das ist gelungen. Es ist gelungen! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wenn ich daran denke (Abg. Kickl: ... die Leute nur noch zahlen können!), dass uns in der Zeit ganz viele gesagt haben, wir werden das nicht schaffen, wir werden kein anderes Gas in die Speicher bekommen: Natürlich ist anderes Gas in diesen Speichern! (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Sie haben aber mit einem recht, das ist tatsächlich so: Wenn die Russische Föderation, sprich Gazprom, vollumfänglich liefert, dann wird die OMV aufgrund ihrer Verträge dieses Gas auch nehmen. Wenn Sie das verbieten wollen (Abg. Meinl-Reisinger: Leadership, Herr Kanzler! Treffen Sie Entscheidungen!), dann müssen Sie es auch ersetzen.
Abg. Belakowitsch: Familien!
Eines noch: Ein großes Danke von dieser Seite an die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Unternehmerinnen und Unternehmer, Bäuerinnen und Bauern, Studentinnen und Studenten, Familien (Abg. Belakowitsch: Familien!), an alle, die sich nicht durch die Angst beschränken haben lassen, an alle, die weiter an dieses Land geglaubt haben und weiter investieren! Wir haben 2022 ein Wirtschaftswachstum von 4,7 Prozent, wir haben eine Rekordbeschäftigung, die Unternehmen suchen händeringend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, und das trotz all dieser Angst, die gestreut worden ist, trotz all dieser Unsicherheit, die gesät worden ist!
Beifall bei den NEOS. – Zwischenrufe der Abgeordneten Schmuckenschlager und Belakowitsch.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, der Herr Bundeskanzler kann sich öfter zu Wort melden, ich habe ihm noch eine Ukrainefahne mitgebracht. – Ich glaube, es würde uns allen guttun, wenn Sie diesen Kriegsverbrecher Putin und seine Kriegsverbrechen hier noch sehr deutlich verurteilen würden und das auch noch einmal deutlich sagen würden. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Der Redner überreicht Bundeskanzler Nehammer eine kleine Schleife in den Nationalfarben der Ukraine.) Das schenke ich Ihnen gerne. – Danke schön. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenrufe der Abgeordneten Schmuckenschlager und Belakowitsch.)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das ist eine Lüge! – Rufe bei der FPÖ: Lügner! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Es ist für mich unvorstellbar, wie sich Russland verändert hat. Es ist noch nicht einmal ein Jahr her, als Russland noch Mitglied im Europarat und somit der Europäischen Menschenrechtskonvention verpflichtet war. Jetzt setzt Putin Zehntausende Schwerverbrecher im Krieg direkt gegen die Zivilbevölkerung der Ukraine ein, und jetzt wird nicht nur in der Ukraine das Menschenrecht, das Recht auf Leben missachtet, sondern auch in Russland sind in Wirklichkeit alle Menschenrechte außer Kraft gesetzt. Was macht die Kickl-FPÖ? – Sie applaudiert Putin – schändlich. (Rufe bei der FPÖ: Wo? Wann denn?) – Sie applaudieren Putin: ständig, am Aschermittwoch, und Sie werden auch heute der Rede von Kickl wieder applaudieren. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das ist eine Lüge! – Rufe bei der FPÖ: Lügner! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie sind der verlängerte Arm dieses Kriegsverbrechers. (Abg. Kickl: Ein schäbiger Lügner sind Sie! – Abg. Hafenecker: Dafür müssen Sie am Sonntag in den Beichtstuhl, das war gelogen!)
Abg. Belakowitsch: Schön, dass Sie das gemacht haben! – Abg. Kickl: Da müssten Sie einen Jesuiten ...!
Meine Damen und Herren, gleichzeitig müssen wir uns natürlich gerade als neutraler Staat für Deeskalation einsetzen. Ich bin von der Parlamentarischen Versammlung der OSZE beauftragt worden, solche Gespräche zu führen. Ich habe im letzten Jahr mehr als 30 solcher Verhandlungen mit ukrainischen Abgeordneten – die sitzen ja heute auch hier –, aber auch mit russischen Abgeordneten und vor allem auch mit Abgeordneten der Türkei geführt. (Abg. Belakowitsch: Schön, dass Sie das gemacht haben! – Abg. Kickl: Da müssten Sie einen Jesuiten ...!)
Abg. Belakowitsch: Jetzt reicht es schön langsam! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
nenführers Kadyrow auf. (Abg. Belakowitsch: Jetzt reicht es schön langsam! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Genau so agieren Sie. Sie peitschen Ihre Leute ein – verantwortungslos! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Der schläft nicht schlecht, der hat ja kein Gewissen!
Der Tiefpunkt war ja dieser Aschermittwoch, tiefer geht es nicht mehr. Vielleicht kommen Sie einmal zum Nachdenken. (Abg. Hafenecker: Hast du schlecht geschlafen? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Nein, ich habe nicht schlecht geschlafen (Abg. Belakowitsch: Der schläft nicht schlecht, der hat ja kein Gewissen!), aber vielleicht kommt Klubobmann Kickl einmal zum Nachdenken dahin gehend, wie weit es noch nach unten gehen soll. (Abg. Hafenecker: Ohne Gewissen schläft man besser!) Ich verweise nur auf Mumien und sonstige niveaulose Äußerungen. (Beifall bei ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS. – Abg. Stögmüller: Sehr gut! – Zwischenruf des Abg. Matznetter. – Abg. Hafenecker: Ihr könnt euch den Van der Bellen schon behalten, den nimmt euch keiner weg! – Abg. Stögmüller – in Richtung Abg. Hafenecker –: Jetzt gib eine Ruh! Schämen Sie sich!)
Anhaltender Beifall bei ÖVP und Grünen sowie Beifall bei SPÖ und NEOS. – Abg. Belakowitsch steht am Mikrofon in den Bankreihen und hebt die Hand.
Gerne habe ich diese Botschaft vor dem österreichischen Parlament verlesen. Arbeiten wir gemeinsam für Frieden und Freiheit in der Ukraine! (Anhaltender Beifall bei ÖVP und Grünen sowie Beifall bei SPÖ und NEOS. – Abg. Belakowitsch steht am Mikrofon in den Bankreihen und hebt die Hand.)
Abg. Belakowitsch: Menschenrechtsverletz...!
Ja, heute jährt sich der Beginn dieses brutalen russischen Angriffskrieges auf die Ukraine zum ersten Mal und – wie wir alle hoffen – hoffentlich zum letzten Mal, und aus diesem Anlass fand bereits gestern hier im Hohen Haus eine gemeinsame Aussprache des Außenpolitischen Ausschusses und des EU-Unterausschusses statt, an der auch der ukrainische Botschafter Chymynez und der Russlandexperte Prof. Gerhard Mangott teilgenommen haben. (Abg. Belakowitsch: Menschenrechtsverletz...!) Und heute, am Jahrestag selbst, findet auch diese Sondersitzung hier im Parlament statt. Das sind sehr wichtige Zeichen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Richtig!
Da kommt jetzt sicher von den NEOS: Nein, so einfach ist das alles nicht, wir würden uns das sehr einfach vorstellen. – Nein, einfach wird es nicht, das ist uns allen klar, und einfach war es noch nie in der Geschichte Europas und weltweit, Kriege zu beenden. Die Geschichte lehrt uns aber dabei auch, dass die meisten Kriege und Konflikte nicht auf dem Schlachtfeld beendet wurden, sehr geehrte Damen und Herren, sondern am Verhandlungstisch, und dorthin müssen wir auch in dieser Frage zurück. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Richtig!)
Abg. Wöginger: Was ist denn jetzt schon wieder? – Abg. Belakowitsch: Zur Geschäftsordnung! – Abg. Wöginger: Nein, er hat schon aufgerufen! Wir sind ja da nicht irgendwo! Fertig! Das Wort ist erteilt, du kannst dich danach melden! Was ist das für ein Saustall? Jetzt melde ich mich einmal! So tun wir nicht weiter! Wir haben eine Geschäftsordnung zum Einhalten! – Abg. Hafenecker – in Richtung Abg. Wöginger –: Ich bin mit der Vorsitzführung auch nicht zufrieden, genauso wie du! – Abg. Wöginger: Ja, weil ihr es nie vertragts - -! Ihr seids immer - -! Immer seidenweich, aber austeilen!
Moment! Zur Geschäftsordnung, Frau Abgeordnete Belakowitsch. (Abg. Wöginger: Was ist denn jetzt schon wieder? – Abg. Belakowitsch: Zur Geschäftsordnung! – Abg. Wöginger: Nein, er hat schon aufgerufen! Wir sind ja da nicht irgendwo! Fertig! Das Wort ist erteilt, du kannst dich danach melden! Was ist das für ein Saustall? Jetzt melde ich mich einmal! So tun wir nicht weiter! Wir haben eine Geschäftsordnung zum Einhalten! – Abg. Hafenecker – in Richtung Abg. Wöginger –: Ich bin mit der Vorsitzführung auch nicht zufrieden, genauso wie du! – Abg. Wöginger: Ja, weil ihr es nie vertragts - -! Ihr seids immer - -! Immer seidenweich, aber austeilen!)
Abg. Belakowitsch: Bei uns hat keiner einen Wirbel gemacht!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich darf Ihnen jetzt etwas sagen: Wenn Sie den Tumult weiter so führen - - Erstens einmal hat es nicht einmal der Stenograf gehört (Rufe bei der FPÖ: Aber wir haben es alle gehört! Wir alle!), weil Sie ja permanent so schreien, weil Sie permanent so lärmen. Wir haben uns bemüht, mit einem neuen Respekt hier hereinzukommen, der offenbar sehr gut ist. (Abg. Hafenecker: Treten Sie zurück!) Wenn wieder Ruhe eingekehrt ist, dann kann man auch etwas verstehen (Abg. Belakowitsch: Bei uns hat keiner einen Wirbel gemacht!) und auch etwas hören. (Rufe bei der FPÖ: Wir haben es alle verstanden! – Abg. Hafenecker: Alle haben es gehört! Jeder hat es gehört!)
Abg. Belakowitsch: Na Moment! Ich habe keinen Vergleich mit Hitler gebracht! – Rufe bei den Freiheitlichen – in Richtung Abg. Belakowitsch –: Nein, das war der Brandstätter! – Nein, für Brandstätter.
Ich erteile Abgeordnetem Lopatka für „der verlängerte Arm dieses Kriegsverbrechers“ Kadyrow, Abgeordnetem Kickl für „schäbiger Lügner“, auch Frau Abgeordneter Belakowitsch, und Abgeordnetem Brandstätter für den Vergleich mit Hitler einen Ordnungsruf. (Abg. Belakowitsch: Na Moment! Ich habe keinen Vergleich mit Hitler gebracht! – Rufe bei den Freiheitlichen – in Richtung Abg. Belakowitsch –: Nein, das war der Brandstätter! – Nein, für Brandstätter.)
Abg. Belakowitsch: Stimmt ja auch!
Sie argumentieren ganz genau wie Putin, der diese Woche in seiner Propagandarede fantasierte, die Sanktionen schaden nicht Russland, sondern nur dem Westen. (Abg. Belakowitsch: Stimmt ja auch!) In Wahrheit treffen die Sanktionen die russische Wirtschaft natürlich massiv. Sie leeren Putins Kriegskassen, sie machen tödliche Waffen unschädlich, Kampfflugzeuge bleiben am Boden, weil Russland keine Ersatzteile mehr bekommt. Das ist die richtige Politik, die wir hier machen – in Solidarität mit der ukrainischen Bevölkerung. Die Sanktionen sind unser wirksamstes Mittel, um Putin zum Einlenken zu bringen und diesen Krieg zu beenden, und sie sind Europas gewaltfreie Antwort auf Russlands kriegerische Aggression. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Kickl: Ich glaub’, ihr brauchts einen Parteitag! Euer Programm ist nichts mehr wert! – Abg. Hafenecker: Das war wieder eine extrem schlechte Rede! – Abg. Stögmüller: Das war eine gute Rede! – Abg. Schallmeiner: Sehr gute Rede! – Abg. Belakowitsch: Nein, die war eher schwach! – Abg. Hafenecker: Nicht einmal die Grünen haben geklatscht bei dieser Rede!
Die Ukrainer:innen verteidigen in diesem brutalen Krieg Putins auch die europäischen Werte, und nur gemeinsam werden wir an unserer sicheren und unabhängigen Zukunft arbeiten können. Vier Parteien in diesem Parlament tun das, die Europäische Union tut das, die internationale Staatengemeinschaft tut das. Auch wenn Ihnen das nicht passt, Herr Kickl: Wir stehen solidarisch hinter der Ukraine. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Kickl: Ich glaub’, ihr brauchts einen Parteitag! Euer Programm ist nichts mehr wert! – Abg. Hafenecker: Das war wieder eine extrem schlechte Rede! – Abg. Stögmüller: Das war eine gute Rede! – Abg. Schallmeiner: Sehr gute Rede! – Abg. Belakowitsch: Nein, die war eher schwach! – Abg. Hafenecker: Nicht einmal die Grünen haben geklatscht bei dieser Rede!)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch: Weil der Haselsteiner nie Geld von Russland gekriegt hat! – Abg. Hafenecker: Gott sei Dank hat der Haselsteiner seinen moralischen Kompass ... zum Beispiel!
schem Gas geführt hat. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch: Weil der Haselsteiner nie Geld von Russland gekriegt hat! – Abg. Hafenecker: Gott sei Dank hat der Haselsteiner seinen moralischen Kompass ... zum Beispiel!)
Abg. Belakowitsch: Das sind nur Schattierungen!
und auch der ÖVP durchaus unterschiedliche Auffassungen (Abg. Belakowitsch: Das sind nur Schattierungen!) – zu erkennen – das ist das Wichtige –, dass es hier eine gemeinsame Herausforderung gibt.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Doppelbauer. – Abg. Belakowitsch: Zeigen Sie mal die dunkelblauen ...!
70 Prozent von russischem Gas abhängig, im Dezember waren es wieder 71 Prozent, und daher ist nichts passiert. Was Sie nicht dazusagen, ist (eine Tafel mit einem Säulendiagramm – mit an der Basis dunkelblau und an der Spitze hellblau gefärbten Säulen – in die Höhe haltend), wie viel wir insgesamt importiert haben. Im Mai waren es 72 Prozent, da haben wir sehr viel importiert. Heute sind es 71 Prozent. – Skandal! Wir importieren aber nur 47 Prozent der Menge, wir importieren gerade halb so viel. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Doppelbauer. – Abg. Belakowitsch: Zeigen Sie mal die dunkelblauen ...!) Ja, das ist einfach unredlich, wenn Sie so argumentieren, es ist unredlich!
Abg. Belakowitsch: Wann früher, Herr Vizekanzler?
Ich darf Ihnen Folgendes anbieten – das haben wir noch schnell von der E-Control bekommen, das ganze Jahr 2021 verglichen mit dem Jahr 2022 –: Früher (Abg. Belakowitsch: Wann früher, Herr Vizekanzler?) haben wir 100 Terawattstunden und noch viel mehr – das sind jetzt absolute Mengen – Gas aus Russland importiert, dann nur mehr 55 bis 65. Das ist momentan nur zu schätzen, das würde natürlich eine deutliche Verringerung bedeuten. Wenn man das jetzt auf März bis Jahresende eingrenzt, wird es noch weniger sein, und siehe da, es ist leicht auszurechnen, dass das eine deutliche Verringerung ist. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Hafenecker: Van der Bellen hat ein Buch geschrieben! – Abg. Belakowitsch: Distanzieren Sie sich von ihm? – Zwischenruf des Abg. Deimek.
Der Weg war von der Annexion der Krim an klar – die Ostukraine wurde de facto auf eine perverse Art und Weise okkupiert, mit kleinen grünen Männchen; Putin hat alle verhöhnt, die darauf hingewiesen haben, und gesagt, seine Soldaten sind irgendwelche Leute, die dort auf Urlaub sind und spazieren gehen. (Abg. Hafenecker: Aber Van der Bellen hat Verständnis gehabt dafür!) Das war sein Umgang mit der Welt, vor – na, rechnen Sie zurück! – über acht Jahren. (Abg. Hafenecker: Van der Bellen hat ein Buch geschrieben! – Abg. Belakowitsch: Distanzieren Sie sich von ihm? – Zwischenruf des Abg. Deimek.) – Herr Hafenecker, Sie haben sich entgegen den sonstigen Aschermittwochsbräuchen, die jetzt bei Ihnen herrschen, eh sehr bemüht. Ich möchte das anerkennen, also verscherzen Sie sich Ihren Ruf jetzt nicht durch völlig unpassende Zwischenrufe. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker.
Der Weg war von der Annexion der Krim an klar – die Ostukraine wurde de facto auf eine perverse Art und Weise okkupiert, mit kleinen grünen Männchen; Putin hat alle verhöhnt, die darauf hingewiesen haben, und gesagt, seine Soldaten sind irgendwelche Leute, die dort auf Urlaub sind und spazieren gehen. (Abg. Hafenecker: Aber Van der Bellen hat Verständnis gehabt dafür!) Das war sein Umgang mit der Welt, vor – na, rechnen Sie zurück! – über acht Jahren. (Abg. Hafenecker: Van der Bellen hat ein Buch geschrieben! – Abg. Belakowitsch: Distanzieren Sie sich von ihm? – Zwischenruf des Abg. Deimek.) – Herr Hafenecker, Sie haben sich entgegen den sonstigen Aschermittwochsbräuchen, die jetzt bei Ihnen herrschen, eh sehr bemüht. Ich möchte das anerkennen, also verscherzen Sie sich Ihren Ruf jetzt nicht durch völlig unpassende Zwischenrufe. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Hafenecker.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Belakowitsch: Na ja! – Zwischenruf des Abg. Deimek.
Das hat mit Neutralität im Übrigen gar nichts zu tun, da stimmen ja alle vier Parteien hier, die nicht blau sind, überein, und das lobe ich mir sehr. Es ist doch klar erkennbar, worum es da geht, möchte man meinen. Putin ist ein größenwahnsinniger Diktator mit imperialen Gelüsten – das stimmt so weit, nur eines stimmt dabei nicht, nämlich der Wahnsinn: Putin ist sehr berechnend, und er hat das über viele Jahre angekündigt. Er ist also kalkulierend und berechnend, er hat sich nur in einem verrechnet: Die Geschlossenheit des Westens ist da. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Belakowitsch: Na ja! – Zwischenruf des Abg. Deimek.)
Abg. Belakowitsch: ... im österreichischen Parlament! – Abg. Deimek: Das sind bei uns anerkannte Flüchtlinge ...!
Abschließend kommen wir noch zu dem, was sich in der Ukraine abspielt: Meine Damen und Herren von der FPÖ, es ist unerträglich, was im österreichischen Parlament im Angesicht des ukrainischen Botschafters dargeboten wird. (Abg. Belakowitsch: ... im österreichischen Parlament! – Abg. Deimek: Das sind bei uns anerkannte Flüchtlinge ...!) Wissen Sie, was Sie hier mitverteidigen? Wissen Sie das?! – Massenmord, Vergewaltigung, Kinderverschleppung! Das passiert! Es hilft nichts, wenn ausgerechnet aus Ihrem Mund die Worte:
Abg. Hafenecker: Wenn wir weiter Waffen liefern, dann gibt es einen Atomkrieg! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Was aber ist denn die Logik hinter all dem? Denken Sie einmal nach, von wo der Angriff herkommt! Der völkerrechtswidrige Angriff kommt von Putin. Über die Vorgeschichte kann man schon auch diskutieren, das will ich nicht abstreiten, aber die Gegenwart – was jetzt passiert – ist völlig klar. Schauen Sie auch in die Zukunft, was passieren würde, wenn Putin aufhört! (Abg. Meinl-Reisinger: Dann ist Frieden!) – Dann herrscht Frieden. (Abg. Hafenecker: Wenn wir weiter Waffen liefern, dann gibt es einen Atomkrieg! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Frieden, ja, das ist Ihr Ding. Wenn die Ukraine aufhört, dann ist sie ausgelöscht – das ist der Unterschied! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS. – Abg. Hafenecker: Atomares Säbelrasseln passiert gerade!) Das muss doch selbst in Ihren Kopf rein!
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Hafenecker: Sie sind aber Gast in diesem Haus! – Abg. Belakowitsch: Sie sind Gast in diesem Haus! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
lassen –: Wenn Putin aufhört, ist dieser Krieg beendet; er muss sich natürlich auch zurückziehen. Wenn die Ukraine aufhört, dann ist sie Geschichte, ist sie ausgelöscht. (Abg. Stögmüller: Jawohl!) Das ist so stark, dass ich mir hier das Wort nicht verbieten lasse. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Hafenecker: Sie sind aber Gast in diesem Haus! – Abg. Belakowitsch: Sie sind Gast in diesem Haus! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Meine Damen und Herren, zur Neutralität: Die Neutralität ist nicht nur eine sicherheitspolitische, sondern grundsätzlich eine politische Entscheidung, die das österreichische Volk in einem Verfassungsgesetz getroffen hat. Wir stehen zu dieser Neutralität, weil wir auch auf dem Boden dieser Neutralität unsere Verteidigung im Inland mit der Erhöhung des Verteidigungsbudgets gewährleisten werden und weil wir mit dieser Neutralität in der Europäischen Union auch solidarisch sein können – und wir werden in der Europäischen Union auch mit der Ukraine solidarisch sein. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Vergessen Sie auch nicht: Es gibt auch eine Beistandsklausel in den EU-Verträgen, nicht nur in den Nato-Verträgen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Lukas Hammer und Maurer.)
Abg. Belakowitsch: Ja!
Putin droht jetzt auch noch mit Atomschlägen. Er will das New-Start-Abkommen kündigen, jenes Abkommen, das zur Abrüstung oder zur Verminderung der Anzahl an nuklearen Sprengsätzen dienen würde. Das führt unter anderem dazu, dass es auf der sogenannten Doomsday Clock – das ist die Atomkriegsuhr oder Weltuntergangsuhr, die anzeigt, wie nahe die Welt eigentlich einer kriegerischen nuklearen Katastrophe kommt – 90 Sekunden vor Mitternacht ist; so spät war es auf dieser Welt noch nie! (Abg. Belakowitsch: Ja!)
Abg. Belakowitsch: Ja?
Obacht, FPÖ, das ist jetzt der Einsatz für inszenierte Erregung (Abg. Belakowitsch: Ja?): Vor all diesen Tatsachen steht die FPÖ unverbrüchlich zu Putin, auf der Seite Putins und hat das gerade unter anderem mit einem Antrag wieder bestätigt und bestätigt das mit Reden. Ich frage mich: Warum tun Sie das? (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Tun Sie das, weil der Rubel rollt? Sind Sie deswegen Verfechter von Bargeld, weil es da irgendwelche Zusammenhänge geben könnte? (Zwischenruf des Abg. Ries.) Warum tun Sie das? Erklären Sie sich einfach!
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Obacht, FPÖ, das ist jetzt der Einsatz für inszenierte Erregung (Abg. Belakowitsch: Ja?): Vor all diesen Tatsachen steht die FPÖ unverbrüchlich zu Putin, auf der Seite Putins und hat das gerade unter anderem mit einem Antrag wieder bestätigt und bestätigt das mit Reden. Ich frage mich: Warum tun Sie das? (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Tun Sie das, weil der Rubel rollt? Sind Sie deswegen Verfechter von Bargeld, weil es da irgendwelche Zusammenhänge geben könnte? (Zwischenruf des Abg. Ries.) Warum tun Sie das? Erklären Sie sich einfach!
Abg. Belakowitsch: 1990 ...!
Jörg Haider sagt 1990: Die Neutralität braucht eine neue Beurteilung! – Hat das Herr Kickl damals geschrieben? (Abg. Belakowitsch: 1990 ...!)
Abg. Belakowitsch: Gott sei Dank!
Präsidentin Doris Bures: Zu Wort ist dazu nun niemand mehr gemeldet. (Abg. Belakowitsch: Gott sei Dank!)
Sitzung Nr. 202
Abg. Loacker: Schweiz! – Abg. Meinl-Reisinger: Schweden, Dänemark, Finnland, Deutschland! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Was ich eingangs schon sagen möchte, weil auch die Inflation im Vergleich zu anderen Ländern angesprochen wurde: Also ich möchte das nicht vergleichen. Das sind zwar Länder, die auch einen guten Standard haben, aber in Österreich herrscht sicher ein höherer Lebensstandard als in Spanien, in südosteuropäischen Ländern oder in unserem Nachbarland Ungarn. (Abg. Loacker: Schweiz! – Abg. Meinl-Reisinger: Schweden, Dänemark, Finnland, Deutschland! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir haben sicher einen höheren Lebensstandard. Wir haben im vergangenen Jahr 5 Prozent Wachstum gehabt, wir haben Rekordbeschäftigung. Die Situation in unserem Land ist also gut und nicht so, wie sie da dargestellt und mit anderen verglichen wird. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Meinl-Reisinger: Also seid dankbar, dass ihr ... Steuern zahlt!)
Abg. Meinl-Reisinger: Da müsst ihr die Kinderbetreuung auch ausbauen! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ein Beispiel: Wenn jemand, der ein Kind hat, 3 000 Euro brutto verdient – Vollzeit –, dann hat er ein Jahresnetto von 32 000 Euro – die Steuerentlastungsmaßnahmen inklusive der Abschaffung der kalten Progression und natürlich auch des Familienbonus eingepreist. Das ist auch ein Ansatz, um zu erreichen, dass die Menschen wieder Ja zum Kind sagen, dass wir wieder Menschen dazu bewegen, sich für Kinder zu entscheiden. Das ist eigentlich die Grundlage dafür, dass unser gesamtes System funktioniert. (Abg. Meinl-Reisinger: Da müsst ihr die Kinderbetreuung auch ausbauen! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ich gehe davon aus, der Herr Bürgermeister wird das ...!
Sehr geehrte Bundesregierung (Abg. Leichtfried: Der Herr Oberlehrer ...!), Sie verwehren sich seit Monaten gegen jeden Vorschlag (Zwischenruf bei der FPÖ), gegen alle Vorschläge der Opposition, um die Preise, um die Inflation nachhaltig, nicht nur einmalig oder zweimalig, in den Griff zu bekommen. (Abg. Belakowitsch: Ich gehe davon aus, der Herr Bürgermeister wird das ...!)
Abg. Belakowitsch: Ja, ... ich hab’s auch gekriegt ...!
gen und Boni selbst bekommen (Abg. Belakowitsch: Ja, ... ich hab’s auch gekriegt ...!), obwohl keiner und keine hier herinnen diese Unterstützung in Zeiten wie diesen so sehr braucht wie Tausende, Hunderttausende, Millionen von Menschen in Österreich. (Beifall der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Kirchbaumer.)
Abg. Belakowitsch: ... Wien Energie ...!
Es sind Einmalzahlungen und Boni, die, wenn überhaupt, nur sehr kurz geholfen haben. Gerade jetzt – Klubobfrau Meinl-Reisinger hat es erwähnt –, wenn die Menschen ihre Strom- und Gasrechnungen bekommen, die sich verdreifacht, vervierfacht haben (Abg. Belakowitsch: ... Wien Energie ...!), wissen viele einfach nicht mehr, wie sie diese Rechnungen bezahlen sollen, wie sie die Miete bezahlen sollen. Da helfen ihnen die Einmalzahlungen von vor ein paar Wochen und Monaten sicher auch nicht. All das ist das Ergebnis Ihrer verfehlten, gescheiterten Politik der Einmalzahlungen. All das ist das Ergebnis Ihres planlosen Geldausgebens. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: SPÖ!
Dann gibt es die weiteren großen Gewinner: Das sind die Konzerne und deren Manager. Schauen wir uns einmal die Gehälter dieser Manager an! (Der Redner stellt eine Tafel mit der Aufschrift „Strompreise explodieren, Kelag-Vorstände kassieren! Monatsgehalt Kelag-Vorstand 46.567 Euro“ vor sich auf das Redner:innenpult. – Abg. Pfurtscheller: Mein Gott, jetzt kommt die Neiddebatte, wie schön!) Ein Manager in Kärnten bei der Kelag (Abg. Belakowitsch: SPÖ!) – und das ist das Monatsgehalt von dem Herrn Vorstand bei der Kelag –, verdient 46 000 Euro. (Abg. Wurm: Frechheit!) Sechs Millionen Menschen verdienen im Jahr weniger als dieser Kelag-Vorstand in Kärnten, einem von der SPÖ geführten Bundesland. Die werden dafür belohnt, dass sie den Menschen mit explodierenden Strompreisen das Geld aus der Tasche ziehen. (Abg. Belakowitsch: Sehr sozial!) Das ist schäbig gegenüber der eigenen Bevölkerung – und dann wird hier von einer Leistungsgesellschaft geredet. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Sehr sozial!
Dann gibt es die weiteren großen Gewinner: Das sind die Konzerne und deren Manager. Schauen wir uns einmal die Gehälter dieser Manager an! (Der Redner stellt eine Tafel mit der Aufschrift „Strompreise explodieren, Kelag-Vorstände kassieren! Monatsgehalt Kelag-Vorstand 46.567 Euro“ vor sich auf das Redner:innenpult. – Abg. Pfurtscheller: Mein Gott, jetzt kommt die Neiddebatte, wie schön!) Ein Manager in Kärnten bei der Kelag (Abg. Belakowitsch: SPÖ!) – und das ist das Monatsgehalt von dem Herrn Vorstand bei der Kelag –, verdient 46 000 Euro. (Abg. Wurm: Frechheit!) Sechs Millionen Menschen verdienen im Jahr weniger als dieser Kelag-Vorstand in Kärnten, einem von der SPÖ geführten Bundesland. Die werden dafür belohnt, dass sie den Menschen mit explodierenden Strompreisen das Geld aus der Tasche ziehen. (Abg. Belakowitsch: Sehr sozial!) Das ist schäbig gegenüber der eigenen Bevölkerung – und dann wird hier von einer Leistungsgesellschaft geredet. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Wurm. – Abg. Belakowitsch: Ausgezeichnete Rede!
Für die Wähler und für die Bevölkerung draußen – damit alle wissen, was sie am Sonntag in Kärnten tun (Heiterkeit des Abg. Taschner) –: Abwählen, bitte, FPÖ ankreuzeln! Am 24. ist dann in Salzburg die nächste Gelegenheit, diese Politik abzuwählen (die Abgeordneten Haubner und Wöginger: Am 23.!), und dann kommt die Nationalratswahl – das ist so wie Weihnachten, wenn man auf Weihnachten wartet. Ihr könnt euch auf euren Sesseln festkleben, aber mit jedem Mal schlafen kommt man einen Tag näher an die nächste Nationalratswahl. Wir freuen uns schon darauf, die Wähler auch, und dann wird abgerechnet. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Wurm. – Abg. Belakowitsch: Ausgezeichnete Rede!)
Abg. Belakowitsch: Klimabonus!
Eines ist klar: Ohne Fleiß kein Preis! (Beifall und Bravoruf des Abg. Hörl.) Aber, und jetzt kommt das große Aber, wir brauchen auch soziale Gerechtigkeit. Es kann nicht sein, dass wir die ganze Welt mitfinanzieren. Ich sage es noch einmal: Ukrainekrieg, Waffenlieferungen, EU (Abg. Belakowitsch: Klimabonus!) – das sind Milliarden, die wir eh nicht haben, die ihr links, rechts ausgebt.
Abg. Rauch: Sinnerfassend zuhören! – Abg. Belakowitsch: Hat der Minister gesagt! – Abg. Wurm: Seid ihr nicht mehr zusammen?
Ich finde es ja lustig, dass es der FPÖ nicht peinlich ist, sich hierherzustellen und zu sagen, es gäbe Pläne zur Kürzung von Sozialleistungen dieser Bundesregierung. (Abg. Rauch: Sinnerfassend zuhören! – Abg. Belakowitsch: Hat der Minister gesagt! – Abg. Wurm: Seid ihr nicht mehr zusammen?) Die Einzigen, die immer dann, wenn sie in Regierungsverantwortung sind, Sozialleistungen kürzen, seid ihr. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Ich erinnere an Sozialministerin Hartinger-Klein, die gemeint hat, dass man von 150 Euro monatlich leben kann. Also bitte, das ist einfach peinlich, was ihr macht, hört auf damit! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Ich habe gedacht, der Herr Bundeskanzler möchte die Aussöhnung! Haben Sie das schon gehört? ...!
versachlichen und auch konstruktiv mit uns als Politik zusammenzuarbeiten, um zu Lösungen zu kommen. (Abg. Belakowitsch: Ich habe gedacht, der Herr Bundeskanzler möchte die Aussöhnung! Haben Sie das schon gehört? ...!) Das war damals viel wichtiger und viel notwendiger, als es das Gott sei Dank heute ist. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
Abg. Wurm: Ja, genau! – Abg. Belakowitsch: Stimmt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ihr habt das wider besseres Wissen gemacht. Wir als Freiheitliche Partei haben unzählige Initiativen und Anträge eingebracht, ich erwähne nur einige wenige: Wir haben eine komplette Rückkehr zum Präsenzunterricht gefordert. Wir waren immer gegen Schulschließungen. Wir wurden ausgelacht. (Abg. Michael Hammer: Für nix?!) Wir haben eine sichere Präsenzschule ohne Masken-, Test- und Impfzwang eingefordert. Wir haben Initiativen gegen den Maskenzwang im Unterricht eingebracht und auch gefordert, dass das Budget für die sündhaft teuren Covid-Tests, bisher 4,3 Milliarden Euro, für Fördermaßnahmen ausgegeben wird. Wisst ihr, was passiert ist? – Wir wurden hier am Rednerpult stehend ausgelacht, unsere Initiativen wurden abgelehnt. (Abg. Wurm: Ja, genau! – Abg. Belakowitsch: Stimmt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Gezwungen!
Was ist denn der Klassiker? – Drei Mal geimpft, drei Mal Corona. Wir wissen das mittlerweile. Und was habt ihr getan? – Ihr habt die Kinder, die Jugendlichen in die Impfung hineingetrieben (Abg. Belakowitsch: Gezwungen!), mit dem Argument: Die Kinder müssen geimpft werden, damit die alten Leute sicher sind. Spätestens seit 6. August 2021 hättet ihr wissen müssen, dass auch geimpfte Personen den Virus weitergeben können, denn das haben die CDC festgestellt. Ihr wart aber weiterhin mit Vollgas faktenwidrig in die völlig falsche Richtung unterwegs. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Abg. Wurm: Was heißt da „grindig“! – Abg. Belakowitsch: „Grindig“ ist aber bitte, seien Sie mir nicht böse - -! Was soll denn das?! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordnete Barbara Neßler (Grüne): Kollege Hauser, es ist schlichtweg einfach nur grindig, wenn Sie ein Volksbegehren zur mentalen Gesundheit von jungen Menschen für Ihre total skurrile Coronashow mit Tafeln, die schon vor zwei Jahren faktenwidrig waren, zu instrumentalisieren versuchen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Abg. Wurm: Was heißt da „grindig“! – Abg. Belakowitsch: „Grindig“ ist aber bitte, seien Sie mir nicht böse - -! Was soll denn das?! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Nein, respektlos wart ihr, ihr habt sie ja aus der Schule rausgesperrt! Das ist respektlos gewesen! Ganz einfach, es war ...! – Abg. Amesbauer: Ihr seid ja schuld! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Das ist nicht nur peinlich, das ist extrem respektlos. Es ist respektlos gegenüber den jungen Menschen, die diesem wichtigen Thema mittels Volksbegehren Aufmerksamkeit geben. (Abg. Belakowitsch: Nein, respektlos wart ihr, ihr habt sie ja aus der Schule rausgesperrt! Das ist respektlos gewesen! Ganz einfach, es war ...! – Abg. Amesbauer: Ihr seid ja schuld! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es ist extrem respektlos denjenigen gegenüber, die von diesem Thema betroffen sind, und es ist extrem respektlos, dass Sie ein solch wichtiges Thema zu instrumentalisieren versuchen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Sagen Sie einfach, es war falsch! – Abg. Deimek: ... die Gesundheit von jungen Kindern! – Abg. Amesbauer: Eine grindige Rede! – Rufe bei den Grünen: Hallo! – Abg. Leichtfried: Also der Einzige, der da grindig ist, seid ihr! – Abg. Amesbauer: Sie hat es ja zuerst gesagt!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Sagen Sie einfach, es war falsch! – Abg. Deimek: ... die Gesundheit von jungen Kindern! – Abg. Amesbauer: Eine grindige Rede! – Rufe bei den Grünen: Hallo! – Abg. Leichtfried: Also der Einzige, der da grindig ist, seid ihr! – Abg. Amesbauer: Sie hat es ja zuerst gesagt!
Das ist nicht nur peinlich, das ist extrem respektlos. Es ist respektlos gegenüber den jungen Menschen, die diesem wichtigen Thema mittels Volksbegehren Aufmerksamkeit geben. (Abg. Belakowitsch: Nein, respektlos wart ihr, ihr habt sie ja aus der Schule rausgesperrt! Das ist respektlos gewesen! Ganz einfach, es war ...! – Abg. Amesbauer: Ihr seid ja schuld! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es ist extrem respektlos denjenigen gegenüber, die von diesem Thema betroffen sind, und es ist extrem respektlos, dass Sie ein solch wichtiges Thema zu instrumentalisieren versuchen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Sagen Sie einfach, es war falsch! – Abg. Deimek: ... die Gesundheit von jungen Kindern! – Abg. Amesbauer: Eine grindige Rede! – Rufe bei den Grünen: Hallo! – Abg. Leichtfried: Also der Einzige, der da grindig ist, seid ihr! – Abg. Amesbauer: Sie hat es ja zuerst gesagt!)
Abg. Belakowitsch: Da müsst ihr die Schulen offen lassen!
Ich glaube, wir alle sind gefordert, dass wir psychische Probleme nicht kleinreden. Wir hier herinnen sind gefordert, dass wir Strukturen schaffen, damit alle die Unterstützung bekommen, die sie brauchen. Wir alle hier wissen, dass wir aufgrund großen Reformstaus in der Vergangenheit massive Defizite haben. Wir sind dabei, dieses kränkelnde, unterfinanzierte System auf sichere Beine zu bekommen, mit wichtigen Punkten – der Kollege von der ÖVP hat es schon angesprochen – wie eben auch, dass mentale Gesundheit ab dem Schuljahr 2023/24 als Unterrichtskompetenz in allen Schulformen in allen Lehrplänen verankert wird (Abg. Belakowitsch: Da müsst ihr die Schulen offen lassen!), dass das Supportpersonal aufgestockt wird, die Finanzierungsvereinbarung fixiert wird und – das freut mich ganz besonders – dass das Erfolgsprojekt Gesund aus der Krise, das wir wieder mit 20 Millionen Euro aufgestockt haben, fortgeführt wird, durch das sich wirklich jeder und jede anonym niederschwellig Hilfe holen kann, die er oder sie braucht. Da bekommt man wirklich Psychotherapie, unabhängig vom Geldbörsl.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Dann wird halt alles teurer!
Wir Grüne haben in dieser Bundesregierung das durchgesetzt, was viele, viele Jahre rote und von der Sozialdemokratie geführte Bundesregierungen nicht zustande gebracht haben, nämlich die Abschaffung der Maklergebühren. (Abg. Kassegger: Eine Wende um 360 Grad!) Ich verstehe schon die Rolle der Opposition und so, aber ich finde es schade, wie sehr man hier Haare in der Suppe zu finden versucht. Warum kann man bei aller Kritik nicht einfach sagen: Es ist gut, dass in Zukunft die Mieterinnen und Mieter keine Makler:innengebühren mehr zahlen, weil in Zukunft der zahlt, der bestellt?! Das finde ich schade, insbesondere angesichts Ihrer Vita. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Dann wird halt alles teurer!)
Heiterkeit der Rednerin sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS. – Abg. Belakowitsch: Was soll denn das? Was ist da so lustig?
Eltern. (Heiterkeit der Rednerin sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS. – Abg. Belakowitsch: Was soll denn das? Was ist da so lustig?)
Abg. Belakowitsch: Entschuldigung, könnten Sie auch etwas zum Thema sagen? – Abg. Matznetter: Und heute müssen Sie mit der ÖVP zusammenleben!
Ich kann mich beispielsweise noch gut an mein erstes WG-Zimmer in Wien erinnern. Das war nicht groß, es hatte nur 8 Quadratmeter und einen Wandverbau und ein Klappbett. Das Problem bei dem Klappbett war, dass man es nicht mehr zurückklappen konnte, das heißt, ein Teil der Fläche wurde vom Bett verbraucht. (Abg. Kassegger: Eine typische Baerbock-Rede!) Die Dusche war in der Küche, aber es ist mir trotzdem toll vorgekommen, denn es war damals halt mein erstes Zimmer in Wien. (Abg. Belakowitsch: Entschuldigung, könnten Sie auch etwas zum Thema sagen? – Abg. Matznetter: Und heute müssen Sie mit der ÖVP zusammenleben!)
Abg. Kassegger: Die Zeit ist aus, Frau Kollegin! – Abg. Belakowitsch: Gott sei Dank blinkt es!
Was damals wie auch heute immer noch eine große Rolle spielt, ist, dass auch bei der Vermittlung solcher Substandardwohnungen oder kleiner WG-Zimmer Maklerinnen und Makler ihre Arbeit machen und Provision gezahlt werden muss. Das war damals so und das ist heute so. Das kann natürlich für Mieter:innen sehr viel Geld ausmachen, insbesondere für junge Menschen und Menschen mit niedrigem Einkommen. Man kennt das, man schaut 1 000 Anzeigen auf den Plattformen durch, dann findet man etwas, dann bekommt man einen Slot, in dem man die Wohnung besichtigen kann. Der Makler oder die Maklerin sperrt die Tür auf und sagt: Das ist die Wohnung! (Abg. Kassegger: Die Zeit ist aus, Frau Kollegin! – Abg. Belakowitsch: Gott sei Dank blinkt es!) Und dann zahlt man für diese Leistung eine hohe Gebühr, dann zahlt man zwei Monatsmieten, manchmal mehr, um diese Wohnung zu bekommen.
Abg. Belakowitsch: Haben wir schon alles gehört! – Abg. Michael Hammer: Na dann braucht’s eh keine Dringliche zu machen!
Ich möchte gerne damit beginnen, Ihnen zu erklären, warum wir diese Debatte überhaupt führen, warum wir überhaupt vor der Herausforderung stehen, eine neue Finanzierungsform erstellen zu müssen. (Abg. Belakowitsch: Haben wir schon alles gehört! – Abg. Michael Hammer: Na dann braucht’s eh keine Dringliche zu machen!)
Abg. Belakowitsch: Nein, es ist eine politische!
Die derzeitige Regelung ist also verfassungswidrig. Der Gesetzgeber hat bis Ende 2023 Zeit, eine neue Regelung umzusetzen, sodass auch jene, die den ORF nicht nur über TV und Radio beziehen, sondern auch über das Handy, über das Tablet, über den Laptop, also über das Internet, dafür zahlen müssen. Das ist eine Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes. Es ist keine politische Entscheidung, sondern eine höchstgerichtliche Entscheidung. (Abg. Belakowitsch: Nein, es ist eine politische!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
In der Umsetzung dieses Urteils ist es für mich aber sehr wohl wichtig, dass wir eine Lösung finden, mit der wir für die Österreicherinnen und Österreicher, die mit ihrem GIS-Beitrag über viele Jahre, ja Jahrzehnte brav den ORF finanziert haben, eine spürbare finanzielle Entlastung zustande bringen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), sodass es günstiger wird. Das ist für mich eine absolute Vorbedingung in der Lösung dieser Finanzierungsfrage. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Sparen müssen nur die Menschen!
Dass der ORF jetzt selbst Sparmaßnahmen setzt, ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung, und wir werden uns das im Zuge der Überlegungen zu einer neuen Finanzierungsform auch genau ansehen, denn der Sparkurs ist die Grundlage dafür (Abg. Belakowitsch: Sparen müssen nur die Menschen!), dass es für die Menschen günstiger werden kann und dass es am Ende einen ORF-Rabatt für die Menschen gibt. (Abg. Belakowitsch: Was für ein ORF-Rabatt? – Abg. Kassegger: ... ORF-Rabatt gibt’s von ...!)
Abg. Belakowitsch: Was für ein ORF-Rabatt? – Abg. Kassegger: ... ORF-Rabatt gibt’s von ...!
Dass der ORF jetzt selbst Sparmaßnahmen setzt, ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung, und wir werden uns das im Zuge der Überlegungen zu einer neuen Finanzierungsform auch genau ansehen, denn der Sparkurs ist die Grundlage dafür (Abg. Belakowitsch: Sparen müssen nur die Menschen!), dass es für die Menschen günstiger werden kann und dass es am Ende einen ORF-Rabatt für die Menschen gibt. (Abg. Belakowitsch: Was für ein ORF-Rabatt? – Abg. Kassegger: ... ORF-Rabatt gibt’s von ...!)
Abg. Belakowitsch: Hat er das getan?
Wo und wie der ORF sparen will, ist letztlich Sache des ORF und des ORF-Managements. Seine Aufgabe ist es, den öffentlich-rechtlichen Auftrag zu erfüllen (Abg. Belakowitsch: Hat er das getan?) und innerhalb dieses Rahmens effizient und kostengünstig sowie eben sparsam zu wirtschaften. Gerade wenn es um Steuergeld geht, ist die Sparsamkeit die oberste Prämisse. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Krisper: Hört, hört!)
Abg. Belakowitsch: Heißt das, dass Sie ORF 1 auflösen?
dere regionale und österreichische Inhalte transportiert und nah bei den Menschen ist, bei ihrem täglichen Leben, und darüber auch berichtet. (Abg. Belakowitsch: Heißt das, dass Sie ORF 1 auflösen?)
Abg. Belakowitsch: War noch nie zeitgemäß!
Ein Wort möchte ich auch gerne noch zur GIS generell sagen: Unabhängig vom Verfassungsgerichtshoferkenntnis ist die GIS aus meiner Sicht ein schlichtweg nicht mehr zeitgemäßes Modell. Dass GIS-Kontrolleure an Wohnungstüren läuten, um dort zu kontrollieren, ob Geräte im Haus oder in der Wohnung sind, ist in Wahrheit ein Wahnsinn, das ist jedenfalls nicht mehr zeitgemäß. (Abg. Belakowitsch: War noch nie zeitgemäß!) Die Österreicherinnen und Österreicher zahlen Zigmillionen Euro für dieses veraltete Kontroll- und Strafsystem, und deshalb ist es mehr als legitim, darüber nachzudenken, wie man das verändern kann.
Abg. Belakowitsch: Wirklich?
Worum geht es den Freiheitlichen? Sie machen viel Lärm, sie versuchen, den Menschen Sand in die Augen zu streuen (Abg. Deimek: Es hat aber jeder aufgepasst, ...!), sie versuchen, Menschen zu diffamieren (Abg. Wurm: Stimmen die Gehaltszahlen nicht?), aber sie überraschen mich auch (Abg. Belakowitsch: Wirklich?): Ich habe es sehr beachtlich gefunden, dass Frau Kollegin Steger sich hierherstellt und über die Arbeit ihres Vaters als Stiftungsratsvorsitzenden so schlecht redet (Abg. Amesbauer: Hallo!) – das finde ich schon entspannt. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weratschnig.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Wurm: Genau, ja natürlich! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Und dass die Freiheitlichen, die ja von Fakenews und Echokammern leben, überhaupt kein Interesse an einem starken öffentlichen Rundfunk haben, überhaupt kein Interesse daran haben, den Medienstandort zu stärken, verstehe ich, weil das das Geschäftsmodell ist. Da werden wir dagegenhalten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Wurm: Genau, ja natürlich! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Brandstötter: Das ist ein Blödsinn! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Der Wettbewerb – auch das wurde bereits ausgeführt – ist auch international zu sehen. Daher sind wir alle gefordert, unsere Medienhäuser und auch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in diese Richtung zu unterstützen. (Abg. Brandstötter: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk steht in keinem internationalen Wettbewerb!) – Sie können dann reden, Frau Kollegin. (Abg. Brandstötter: Das ist ein Blödsinn! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Heinisch-Hosek.
Wir haben es uns nicht ausgesucht, dass wir uns mit der Finanzierungsfrage beschäftigen müssen, das können Sie wegdiskutieren, wie Sie wollen. Der Verfassungsgerichtshof hat uns diesen Auftrag erteilt, und dem werden wir nachkommen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Heinisch-Hosek.)
Abg. Belakowitsch: Haben Sie schon gesagt!
Mit Ihrem Antrag stellen Sie ganz klar unter Beweis: Ich richte mir die Welt, wie ich sie gerne hätte! Echokammern, Fakenews (Abg. Belakowitsch: Haben Sie schon gesagt!), Alternativinformationen: immer dasselbe, einfach freiheitlich – das geht nicht! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Wurm: Die Rede verlängern, jede Minute bringt 1 Prozent für uns! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Wurm: Die Rede verlängern, jede Minute bringt 1 Prozent für uns! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Mit Ihrem Antrag stellen Sie ganz klar unter Beweis: Ich richte mir die Welt, wie ich sie gerne hätte! Echokammern, Fakenews (Abg. Belakowitsch: Haben Sie schon gesagt!), Alternativinformationen: immer dasselbe, einfach freiheitlich – das geht nicht! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Wurm: Die Rede verlängern, jede Minute bringt 1 Prozent für uns! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Brückl, Deimek und Belakowitsch.
Regionalität. (Zwischenrufe der Abgeordneten Brückl, Deimek und Belakowitsch.) Sie wollen das nicht, da können Sie noch so schreien! (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Zwischenruf des Abg. Loacker.)
Abg. Belakowitsch: Beim ORF! Prekäre Verhältnisse ...! – Zwischenruf des Abg. Deimek.
Im Zusammenhang damit werden 10 000 Arbeitsplätze gesichert werden. Sie wollen das nicht. Ist auch okay, nehmen wir zur Kenntnis. (Abg. Amesbauer: Na geh, bitte! Netflix-Abo ist billiger!) 10 000 Arbeitsplätze, die Sie nicht wollen – sagen Sie es! (Abg. Belakowitsch: Beim ORF! Prekäre Verhältnisse ...! – Zwischenruf des Abg. Deimek.)
Abg. Belakowitsch: Auf ORF 1, ja, das ist Qualität!
Klar ist für uns: Wir stehen für einen starken öffentlichen Rundfunk, der zukunftsfit ist und digitaler wird, der ein vielfältiges Angebot bietet: von Nachrichten über Sport, Unterhaltung bis hin zu Kultur mit Qualität (Abg. Belakowitsch: Auf ORF 1, ja, das ist Qualität!), und österreichischer wird. Wir wollen einen schlanken und zeitgemäßen österreichischen Rundfunk und wir werden dafür sorgen, dass die Gebühren gesenkt werden. – Danke. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Deimek: Das kann man nur sagen, wenn einen keiner kennt, dann kann man mutig sein! – Abg. Wurm: Danke für die Rede! – Abg. Belakowitsch: Das bringt uns ein weiteres Plus!)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Deimek: Das kann man nur sagen, wenn einen keiner kennt, dann kann man mutig sein! – Abg. Wurm: Danke für die Rede! – Abg. Belakowitsch: Das bringt uns ein weiteres Plus!
Klar ist für uns: Wir stehen für einen starken öffentlichen Rundfunk, der zukunftsfit ist und digitaler wird, der ein vielfältiges Angebot bietet: von Nachrichten über Sport, Unterhaltung bis hin zu Kultur mit Qualität (Abg. Belakowitsch: Auf ORF 1, ja, das ist Qualität!), und österreichischer wird. Wir wollen einen schlanken und zeitgemäßen österreichischen Rundfunk und wir werden dafür sorgen, dass die Gebühren gesenkt werden. – Danke. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Deimek: Das kann man nur sagen, wenn einen keiner kennt, dann kann man mutig sein! – Abg. Wurm: Danke für die Rede! – Abg. Belakowitsch: Das bringt uns ein weiteres Plus!)
Abg. Belakowitsch: Die Gattin sitzt bei euch!
Es gibt ja die Chats von Herrn Strache zum Beispiel – dem ehemaligen Parteivorsitzenden; den kennt ihr schon noch, nehme ich an (Abg. Belakowitsch: Die Gattin sitzt bei euch!); das ist nicht wie bei der ÖVP der Herr Schmid, den keiner mehr kennt. Herr Strache also: „Deshalb braucht es ein ORF-Gesetz, wo totale Personalrochaden, Neubesetzungen möglich werden!“ – Ihr wolltet da die totale blaue Einfärbung, liebe Freundinnen und Freunde von der FPÖ. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Maurer und Weratschnig.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Sie zäumen vor allem das Pferd ja von hinten auf. Bevor man über die Finanzierung sinnvoll diskutiert, muss man ja einmal diskutieren: Was soll der ORF eigentlich können? Was ist die Aufgabe des öffentlichen Rundfunks? – Dazu habe ich von Ihnen überhaupt noch nichts gehört, außer, dass jetzt alles Mögliche eingespart werden soll, dass ORF Sport plus eingespart werden soll, dass das Orchester eingespart werden soll. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ist es das, was wir vom ORF wollen, dass alles, was interessant ist und einen gewissen öffentlich-rechtlichen Sinn macht, eingespart wird? Ist es das, was Sie wollen, Frau Bundesministerin?
Abg. Maurer übernimmt – auf dem Weg zum Redner:innenpult – einen Zettel von Abg. Leichtfried. – Abg. Belakowitsch: Wie weinerlich ist das denn? Rot-grüner ORF, da seids euch wieder einig! – Der Präsident gibt das Glockenzeichen.
Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Klubobfrau Maurer. – Bitte. (Abg. Maurer übernimmt – auf dem Weg zum Redner:innenpult – einen Zettel von Abg. Leichtfried. – Abg. Belakowitsch: Wie weinerlich ist das denn? Rot-grüner ORF, da seids euch wieder einig! – Der Präsident gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Belakowitsch: Reden wir etwas über den Pius Strobl!
Die Ibiza-Partei möchte also nun auch dem ORF seine finanzielle Grundlage entziehen. Wir erinnern uns: Wie war denn das? (Abg. Wurm: Reden wir wieder über Ibiza oder über was reden wir jetzt?) Ihr Parteichef, der auch die vom Kollegen vorgelesenen SMS zur politischen Umfärbung des ORF geschrieben hat (Abg. Belakowitsch: Reden wir etwas über den Pius Strobl!), Ihr Parteichef Heinz-Christian Strache hat versucht, die größte Tageszeitung des Landes zu verscherbeln (Abg. Belakowitsch: Bleiben wir beim ORF, es geht um den ORF!) und sich Zeitungen und Medien zu kaufen. (Abg. Belakowitsch: Reden wir über den ORF!) – Ja, ich verstehe schon, dass das sehr unangenehm ist, Frau Belakowitsch. Da können Sie jetzt ganz viel dazwischenschreien.
Abg. Belakowitsch: Bleiben wir beim ORF, es geht um den ORF!
Die Ibiza-Partei möchte also nun auch dem ORF seine finanzielle Grundlage entziehen. Wir erinnern uns: Wie war denn das? (Abg. Wurm: Reden wir wieder über Ibiza oder über was reden wir jetzt?) Ihr Parteichef, der auch die vom Kollegen vorgelesenen SMS zur politischen Umfärbung des ORF geschrieben hat (Abg. Belakowitsch: Reden wir etwas über den Pius Strobl!), Ihr Parteichef Heinz-Christian Strache hat versucht, die größte Tageszeitung des Landes zu verscherbeln (Abg. Belakowitsch: Bleiben wir beim ORF, es geht um den ORF!) und sich Zeitungen und Medien zu kaufen. (Abg. Belakowitsch: Reden wir über den ORF!) – Ja, ich verstehe schon, dass das sehr unangenehm ist, Frau Belakowitsch. Da können Sie jetzt ganz viel dazwischenschreien.
Abg. Belakowitsch: Reden wir über den ORF!
Die Ibiza-Partei möchte also nun auch dem ORF seine finanzielle Grundlage entziehen. Wir erinnern uns: Wie war denn das? (Abg. Wurm: Reden wir wieder über Ibiza oder über was reden wir jetzt?) Ihr Parteichef, der auch die vom Kollegen vorgelesenen SMS zur politischen Umfärbung des ORF geschrieben hat (Abg. Belakowitsch: Reden wir etwas über den Pius Strobl!), Ihr Parteichef Heinz-Christian Strache hat versucht, die größte Tageszeitung des Landes zu verscherbeln (Abg. Belakowitsch: Bleiben wir beim ORF, es geht um den ORF!) und sich Zeitungen und Medien zu kaufen. (Abg. Belakowitsch: Reden wir über den ORF!) – Ja, ich verstehe schon, dass das sehr unangenehm ist, Frau Belakowitsch. Da können Sie jetzt ganz viel dazwischenschreien.
Abg. Belakowitsch: Sie kommen jetzt zum Thema! Gratuliere!
Kommen wir aber zum eigentlichen Thema dieses heutigen Dringlichen Antrages! (Abg. Belakowitsch: Sie kommen jetzt zum Thema! Gratuliere!) Worum geht es hier eigentlich? Nach dem Ende der Schreckensdiktaturen von Nationalsozialismus und Faschismus sind öffentlich-rechtliche Medien, die der freien und unabhängigen Berichterstattung verpflichtet waren, ganz essenzielle Bausteine der Demokratie. (Abg. Belakowitsch: Reden Sie nicht über Demokratie!) Und es wundert mich natürlich nicht, dass die Freiheitliche Partei, die es nicht einmal geschafft hat, bei der Rede des Bundespräsidenten bei den Worten „nie wieder“ zu klatschen, diese Tradition in Europa, diese demokratische Errungenschaft nicht verteidigt und anstrebt, diese weiter zu stützen. Es ist letztlich nicht nur feindlich gegenüber der Presse-, der Medienfreiheit, es ist feindlich der Demokratie gegenüber. Das ist der wahre Geist der Freiheitlichen, er war es damals und er ist es bis heute. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Deimek: ... schlecht! Wird nicht besser!)
Abg. Belakowitsch: Reden Sie nicht über Demokratie!
Kommen wir aber zum eigentlichen Thema dieses heutigen Dringlichen Antrages! (Abg. Belakowitsch: Sie kommen jetzt zum Thema! Gratuliere!) Worum geht es hier eigentlich? Nach dem Ende der Schreckensdiktaturen von Nationalsozialismus und Faschismus sind öffentlich-rechtliche Medien, die der freien und unabhängigen Berichterstattung verpflichtet waren, ganz essenzielle Bausteine der Demokratie. (Abg. Belakowitsch: Reden Sie nicht über Demokratie!) Und es wundert mich natürlich nicht, dass die Freiheitliche Partei, die es nicht einmal geschafft hat, bei der Rede des Bundespräsidenten bei den Worten „nie wieder“ zu klatschen, diese Tradition in Europa, diese demokratische Errungenschaft nicht verteidigt und anstrebt, diese weiter zu stützen. Es ist letztlich nicht nur feindlich gegenüber der Presse-, der Medienfreiheit, es ist feindlich der Demokratie gegenüber. Das ist der wahre Geist der Freiheitlichen, er war es damals und er ist es bis heute. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Deimek: ... schlecht! Wird nicht besser!)
Abg. Belakowitsch: Das fällt auch nur der Frau Maurer ein!
Auch die anderen Medien brauchen den ORF. Es ist ein Irrtum, zu glauben, dass ein schwacher ORF den privaten Medien nutzt. Das Gegenteil ist der Fall. Es gibt sehr viel belastbare, international erhobene Evidenz, dass der Medienkonsum insgesamt stark leidet, wenn es keinen relevanten öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt. (Abg. Amesbauer: Mit Evidenz haben Sie ja nichts zu tun!) Letztlich braucht es den ORF auch für die Stabilität am Werbemarkt. Große Player wie Ö3 sind unersetzlich, wenn es darum geht, das Preisniveau für Werbebuchungen zu halten. Das wissen und betonen auch private Sender wie zum Beispiel Kronehit. (Abg. Belakowitsch: Das fällt auch nur der Frau Maurer ein!)
Abg. Belakowitsch: Passt schon! – Abg. Amesbauer: Schauen Sie sich die Umfragen an!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, es ist damit wohl deutlich geworden wie in vielen ganz anderen politischen Bereichen: Man sollte auch bei der Medienpolitik keinesfalls auf die Freiheitliche Partei hören. Sie konzentrieren sich lieber auf Propagandasender wie FPÖ TV, Russia Today und Fox News, wo Sie Radio Moskau rauf und runter spielen können, Ihre Propaganda, völlig faktenbefreit, wie Sie das in den letzten drei Jahren sehr deutlich gezeigt haben. (Abg. Belakowitsch: Passt schon! – Abg. Amesbauer: Schauen Sie sich die Umfragen an!)
Abg. Belakowitsch: Auch nicht, wie Sie sich das vorstellen!
Tatsache ist: Eine starke, unabhängige und freie Medienlandschaft – nicht so, wie sich das Heinz-Christian Strache in seinen SMS vorstellt – ist essenziell für eine demokratische Gesellschaft. (Abg. Belakowitsch: Auch nicht, wie Sie sich das vorstellen!) Ohne sie funktioniert es nicht, und da gehört der öffentlich-rechtliche Rundfunk dazu. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Wird Zeit, dass die Grünen wieder aus dem Parlament fliegen! Reden Sie nur weiter! – Abg. Amesbauer: Besser ein Haus im Grünen als Grüne im Haus!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Wird Zeit, dass die Grünen wieder aus dem Parlament fliegen! Reden Sie nur weiter! – Abg. Amesbauer: Besser ein Haus im Grünen als Grüne im Haus!
Tatsache ist: Eine starke, unabhängige und freie Medienlandschaft – nicht so, wie sich das Heinz-Christian Strache in seinen SMS vorstellt – ist essenziell für eine demokratische Gesellschaft. (Abg. Belakowitsch: Auch nicht, wie Sie sich das vorstellen!) Ohne sie funktioniert es nicht, und da gehört der öffentlich-rechtliche Rundfunk dazu. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Wird Zeit, dass die Grünen wieder aus dem Parlament fliegen! Reden Sie nur weiter! – Abg. Amesbauer: Besser ein Haus im Grünen als Grüne im Haus!)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch: Das ist ja beim ORF ein bissel schwierig!
Ich lese Ihnen einen Satz vor, der auf auf1.tv existiert: „Die neue Weltordnung, die immer mehr mit subtiler Gewaltandrohung von den öko-kommunistischen linken Globo-Homo-Eliten durchgesetzt werden soll, beinhaltet nicht nur die Corona-Plandemie und den Klimaschwindel, sondern auch die Transgender Ideologie.“ – Gesendet werden übrigens auch Inhalte von auf1.tv auf dem steirischen Sender RTV. Bei all dem ist die FPÖ immer herzlich gerne gesehen und zu Gast. Es sind aber nur zwei von vielen Beispielen, die verdeutlichen, dass wir eine funktionierende Medienlandschaft in Österreich brauchen. Wir brauchen Qualitätsmedien, wir brauchen eine Berichterstattung, bei der wir uns darauf verlassen können, dass das stimmt, was berichtet wird. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Belakowitsch: Das ist ja beim ORF ein bissel schwierig!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch – in Richtung des sich zu seinem Sitzplatz begebenden Abg. Spalt –: Du musst uns auch klatschen lassen! Du musst auch manchmal Pausen machen!
Geschätzte Damen und Herren! Wir Freiheitlichen sagen ganz klar Nein zu dieser neuen geplanten Zwangsabgabe. Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung, gehen Sie noch einmal in sich! Hören Sie auf die österreichische Bevölkerung! Hören Sie auf die österreichischen Steuerzahler und nehmen Sie Abstand von der Einführung dieser neuen ORF-Zwangsgebühr! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch – in Richtung des sich zu seinem Sitzplatz begebenden Abg. Spalt –: Du musst uns auch klatschen lassen! Du musst auch manchmal Pausen machen!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wir unterstützen diesen öffentlichen Auftrag. Solange es Grüne in der Regierung gibt, wird es auch ein klares Ziel für uns Grüne sein, diesen öffentlichen Auftrag des unabhängigen ORF zu erhalten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Sind die großartig!
Werte Abgeordnete, der ORF hat gespart, der ORF hat in den letzten fünf Jahren gespart: circa eine halbe Milliarde Euro, 200 Millionen Euro beim Personalaufwand – niedrigster Lohnabschluss (Abg. Belakowitsch: Sind die großartig!); in den letzten 15 Jahren wurden 25 Prozent der Mitarbeiter:innen nicht mehr nachbesetzt. Es wurde da viel getan, das muss man ganz klar und deutlich sagen. (Abg. Belakowitsch: Bei den jetzigen prekären Verhältnissen arbeiten ...!) Natürlich gibt es auch weitere Potenziale, und ich glaube auch, dass wir über Gagen und Strukturen im ORF auch transparent und öffentlich diskutieren und reden müssen.
Abg. Belakowitsch: Bei den jetzigen prekären Verhältnissen arbeiten ...!
Werte Abgeordnete, der ORF hat gespart, der ORF hat in den letzten fünf Jahren gespart: circa eine halbe Milliarde Euro, 200 Millionen Euro beim Personalaufwand – niedrigster Lohnabschluss (Abg. Belakowitsch: Sind die großartig!); in den letzten 15 Jahren wurden 25 Prozent der Mitarbeiter:innen nicht mehr nachbesetzt. Es wurde da viel getan, das muss man ganz klar und deutlich sagen. (Abg. Belakowitsch: Bei den jetzigen prekären Verhältnissen arbeiten ...!) Natürlich gibt es auch weitere Potenziale, und ich glaube auch, dass wir über Gagen und Strukturen im ORF auch transparent und öffentlich diskutieren und reden müssen.
Abg. Belakowitsch – erheitert –: ...unabhängig und äquidistant zu allen Parteien!
Parteien herausbringen; denn – und das ist der Fehler, den wir teilweise auch hier in der Debatte hören – es ist nicht das Problem der ORF an sich, es sind nicht die Journalisten (Abg. Belakowitsch – erheitert –: ...unabhängig und äquidistant zu allen Parteien!), sondern das Problem des ORF sind rein die parteipolitischen Einflussnahmen, die wir über die letzten Jahrzehnte gesehen haben. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger.
Frau Kollegin Steger, sich einerseits als die Retterin des Sports hierherzustellen und andererseits gleichzeitig die Abschaffung von Gebühren für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu fordern geht sich, glaube ich, ganz einfach nicht aus – das hatscht ein bissl. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Steger.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Wurm und Belakowitsch.
Jetzt sage ich Ihnen etwas: Man muss sich als Politiker vor den öffentlich-rechtlichen Rundfunk stellen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Wurm und Belakowitsch.) Man muss sagen (ein Exemplar des Antrages in die Höhe haltend und zerreißend): Eine Parlamentspartei, die Journalist:innen im Parlament ausrichten möchte, was sie zu berichten haben, ist untragbar. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Der Antrag ist inakzeptabel. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Sie haben Journalist:innen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht auszurichten (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), wie sie in einer Sendung zu reden haben, welche Fragen sie zu stellen haben oder sonst etwas. Sie haben sich um das alles gar nicht zu kümmern. (Abg. Wurm: Da haben Sie jetzt das wahre Gesicht gezeigt!) Das geht Sie nichts an. Da hat man sich vor den ORF zu stellen. (Abg. Wurm: Die Diktatur der Grünen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Was Sie thematisieren sollten, was thematisiert gehört und was ich thematisieren möchte, ist, dass so etwas überhaupt nicht mehr passiert. Im ORF arbeiten Journalistinnen und Journalisten seit Jahren prekär, mittlerweile seit zehn Jahren, zwölf Jahren (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), verdienen kaum etwas, haben keine Chance auf eine feste Anstellung, haben keine Chance darauf, sich diesen Job langfristig abzusichern, eine Familie zu haben. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das gehört geändert.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Was Sie thematisieren sollten, was thematisiert gehört und was ich thematisieren möchte, ist, dass so etwas überhaupt nicht mehr passiert. Im ORF arbeiten Journalistinnen und Journalisten seit Jahren prekär, mittlerweile seit zehn Jahren, zwölf Jahren (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), verdienen kaum etwas, haben keine Chance auf eine feste Anstellung, haben keine Chance darauf, sich diesen Job langfristig abzusichern, eine Familie zu haben. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das gehört geändert.
Zwischenruf des Abg. Deimek – Abg. Belakowitsch: Herr Strobl ...!
Wenn es Ihnen um eine seriöse Finanzierung des ORF gehen würde, um eine seriöse Entpolitisierung, um eine seriöse Berichterstattung (Zwischenruf des Abg. Wurm), dann würden Sie sich darum kümmern, dass Journalist:innen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sauber bezahlt werden, sauber angestellt sind, abgesichert sind und sauberen Journalismus machen können (Zwischenruf des Abg. Deimek – Abg. Belakowitsch: Herr Strobl ...!), dass sie dann keinerlei Sorgen haben müssen, ob, wenn eine Parlamentspartei Anträge stellt, um ihnen in die Berichterstattung reinzureden, solche Leute je wieder in die Regierung kommen und aus dem ORF ein Russia Today machen wollen. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Pfurtscheller. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Pfurtscheller. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wenn es Ihnen um eine seriöse Finanzierung des ORF gehen würde, um eine seriöse Entpolitisierung, um eine seriöse Berichterstattung (Zwischenruf des Abg. Wurm), dann würden Sie sich darum kümmern, dass Journalist:innen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sauber bezahlt werden, sauber angestellt sind, abgesichert sind und sauberen Journalismus machen können (Zwischenruf des Abg. Deimek – Abg. Belakowitsch: Herr Strobl ...!), dass sie dann keinerlei Sorgen haben müssen, ob, wenn eine Parlamentspartei Anträge stellt, um ihnen in die Berichterstattung reinzureden, solche Leute je wieder in die Regierung kommen und aus dem ORF ein Russia Today machen wollen. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Pfurtscheller. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: ... bei Rot-Schwarz hat es so was ...! – Abg. Kickl: Bei euch, Philip, gibt es nur Pfostenschacher! Pfostenschacher!
Also all die Fragen, zu denen wir jetzt in Sonntagsreden gehört haben, wie wichtig ein unpolitischer und entpolitisierter ORF ist, genau diese Fragen sind offengeblieben. (Abg. Belakowitsch: ... bei Rot-Schwarz hat es so was ...! – Abg. Kickl: Bei euch, Philip, gibt es nur Pfostenschacher! Pfostenschacher!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Bundesministerin für EU und Verfassung im Bundeskanzleramt Mag. Karoline Edtstadler: Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren Abgeordnete! Geschätzte Zuseherinnen und Zuseher! Hohes Haus! Ich weiß, es ist für Ministerinnen und Minister nicht üblich, sich am Beginn der Debatte als Erste zu melden. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich tue das aber zum einen, weil Sie schon einen langen Tag hinter sich haben, und zum anderen, weil jetzt gerade eine Abstimmung war und ich hoffe, dass möglichst viele im Raum bleiben (Abg. Wurm: Ja! Ja!), denn es geht um ein sehr, sehr wichtiges Thema. Es geht um den Umsetzungsbericht 2022 zur Nationalen Strategie gegen Antisemitismus (den Bericht in die Höhe haltend), das ist der zweite Umsetzungsbericht, den ich
Abg. Belakowitsch: Ist die Welt untergegangen! Ja, ja!
Lieber Kollege Rauch und liebe Kollegen von der FPÖ, die Sie immer und immer wieder die Klimakrise verharmlosen und in Abrede stellen! In 30 Jahren (Abg. Belakowitsch: Ist die Welt untergegangen! Ja, ja!): Wird man uns danach fragen, ob wir Klimaaktivist:innen härter bestraft haben oder noch härter
Abg. Belakowitsch: Das sichert sicher viele Arbeitsplätze!
Oder: Bei der NoVA kritisieren die Studienautor:innen, dass wir da einige Ausnahmen machen. Wir haben bei der ökosozialen Steuerreform die NoVA angepasst und zu einem Klimaschutzinstrument gemacht. Wir haben auch Schlupflöcher gestopft. Wenn man jetzt einen SUV kauft, zahlt man sehr viel Geld. (Abg. Belakowitsch: Das sichert sicher viele Arbeitsplätze!) Ich kann Ihnen ein Beispiel bringen: Früher hat man für einen Dodge Ram – Sie kennen das, das ist so ein großer Pick-up – 0 Euro NoVA beim Kauf gezahlt. Nächstes Jahr zahlt man nicht 0, sondern 26 000 Euro für diese CO2-Schleuder.
Sitzung Nr. 241
Abg. Belakowitsch: Ja, ja, ja, treffsicher!
Als Mitglied des Kulturausschusses darf ich dennoch anmerken, dass mit den Unterstützungen den Künstlerinnen und Künstlern in größter Schnelle treffsicher (Abg. Belakowitsch: Ja, ja, ja, treffsicher!) geholfen werden konnte, und das in einer Zeit, in der die schnelle Hilfe sehr, sehr notwendig war.
Abg. Belakowitsch: Oh, danke! Danke für ...! – Abg. Zanger: Wahnsinn! Mit absoluter Mehrheit ausgestattet! Und alles ..., weil da drinnen steht, überhaupt keiner hat’s! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen!
Ich berichtige tatsächlich: Der Bürgermeister kann keine einzige Umwidmung vornehmen. Es ist eine Aufgabe des Gemeinderates, eine Umwidmung mit Zweidrittelmehrheit vorzunehmen. (Abg. Belakowitsch: Oh, danke! Danke für ...! – Abg. Zanger: Wahnsinn! Mit absoluter Mehrheit ausgestattet! Und alles ..., weil da drinnen steht, überhaupt keiner hat’s! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen!) – Herr Kollege Zanger, das ist das kleine Einmaleins des politischen Wissens, das fehlt Ihnen aber genauso wie das kleine Einmaleins des guten Benehmens. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Stögmüller. – Abg. Michael Hammer: Benehmen hat er keines! – Abg. Stögmüller: Die Rolle des Bürgermeisters, oder wie? – Unruhe im Saal. – Präsident Sobotka gibt neuerlich das Glockenzeichen. )
Abg. Belakowitsch: ... ist die Mehrheit!
Ich glaube, damit würden wir unseren Südtiroler Kolleginnen und Kollegen mehr helfen. Es gibt immer wieder Umfragen – und ich nehme diese Umfragen auch sehr ernst –, und die Sorge der Bevölkerung ist natürlich die, dass vielleicht gar nicht so viele, wie die nationalistischen Parteien jetzt glauben, die österreichische Staatsbürgerschaft anstreben (Abg. Belakowitsch: ... ist die Mehrheit!), und das kann natürlich auch die Autonomie gefährden. Es gibt so viele ungeklärte Fälle, die wir behandeln sollten, bevor wir hier über den Kopf vieler Leute entscheiden und womöglich Konflikte, die es nicht gibt, auslösen könnten. Das ist wichtig.
Abg. Belakowitsch: Weil es ein freiheitlicher ist!
Bis dahin können wir einem Antrag der Freiheitlichen Partei nicht zustimmen. (Abg. Belakowitsch: Weil es ein freiheitlicher ist!) Es braucht da Geschlossenheit und Einstimmigkeit, und bevor diese nicht gegeben sind (Abg. Belakowitsch: Ja, sehr witzig!), gibt es da eigentlich auch keine andere Entscheidung.
Abg. Belakowitsch: Ja, sehr witzig!
Bis dahin können wir einem Antrag der Freiheitlichen Partei nicht zustimmen. (Abg. Belakowitsch: Weil es ein freiheitlicher ist!) Es braucht da Geschlossenheit und Einstimmigkeit, und bevor diese nicht gegeben sind (Abg. Belakowitsch: Ja, sehr witzig!), gibt es da eigentlich auch keine andere Entscheidung.
Abg. Belakowitsch: Das ist nicht unsere Schwesterpartei!
Kollege Wurm, Sie haben eine Partei genannt, aber eigentlich haben Sie in Südtirol ja eine andere Schwesterpartei, nämlich die Freiheitlichen (Abg. Belakowitsch: Das ist nicht unsere Schwesterpartei!), und, das haben Sie vergessen, die sind unter 5 Prozent gefallen. (Abg. Wurm: Ich habe keine Zahlen genannt!) – Nein, Sie haben keine Zahlen genannt? (Abg. Wurm: Der Kollege Hauser war das!) – Oder der Kollege Hauser, danke. – Ihre Schwesterpartei waren bisher aber eigentlich die Freiheitlichen. (Abg. Belakowitsch: Das ist nicht unsere Schwesterpartei! – Abg. Hauser: Acht Mandate! Acht Mandate!) Vielleicht sind sie es nicht mehr. Jedenfalls sind die Freiheitlichen in Südtirol unter 5 Prozent gefallen, und sie waren auch die Einzigen, die im Wahlkampf dieses Thema hochziehen wollten.
Abg. Belakowitsch: Das ist nicht unsere Schwesterpartei! – Abg. Hauser: Acht Mandate! Acht Mandate!
Kollege Wurm, Sie haben eine Partei genannt, aber eigentlich haben Sie in Südtirol ja eine andere Schwesterpartei, nämlich die Freiheitlichen (Abg. Belakowitsch: Das ist nicht unsere Schwesterpartei!), und, das haben Sie vergessen, die sind unter 5 Prozent gefallen. (Abg. Wurm: Ich habe keine Zahlen genannt!) – Nein, Sie haben keine Zahlen genannt? (Abg. Wurm: Der Kollege Hauser war das!) – Oder der Kollege Hauser, danke. – Ihre Schwesterpartei waren bisher aber eigentlich die Freiheitlichen. (Abg. Belakowitsch: Das ist nicht unsere Schwesterpartei! – Abg. Hauser: Acht Mandate! Acht Mandate!) Vielleicht sind sie es nicht mehr. Jedenfalls sind die Freiheitlichen in Südtirol unter 5 Prozent gefallen, und sie waren auch die Einzigen, die im Wahlkampf dieses Thema hochziehen wollten.
Abg. Belakowitsch: Als wäre er, genau! Als wäre er!
Abgeordneter Alexander Melchior (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Minister! Wir merken, dass Südtirol immer ein sehr emotionales Thema für uns in Österreich ist. Wir merken bei diesem Thema auch, dass wir eine starke Verbundenheit mit Südtirol haben. Wir haben eine Schutzfunktion, aber wir merken es auch im täglichen Leben: Viele von uns fahren nach Südtirol auf Urlaub, und Südtiroler kommen gern zu uns. Wenn ein Südtiroler in der Wiener Stadthalle spielt, dann feuern wir ihn an, als wäre er ein Österreicher. (Abg. Belakowitsch: Als wäre er, genau! Als wäre er!) Es gibt da also eine ganz starke Verbundenheit.
Abg. Belakowitsch: Die Bevölkerung!
Herr Kollege Lopatka! Den Wohlstand in Südtirol hat nicht die SVP gemacht, auch nicht Kompatscher, den Wohlstand in Südtirol (Abg. Belakowitsch: Die Bevölkerung!) haben die Südtiroler gemacht. (Beifall bei der FPÖ.) Genauso wie in Nordtirol die Nordtiroler den Wohlstand gemacht haben und in Osttirol die Osttiroler. Die Menschen haben den Wohlstand gemacht. (Abg. Lopatka: Aber die Regierung hat ...!)
Abg. Scherak: Eigentlich nicht! – Abg. Belakowitsch: Nein! Eigentlich nein!
Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Ich darf mich in meinem Debattenbeitrag mit zwei Verlangen auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses auseinandersetzen (Abg. Scherak: Eigentlich nicht! – Abg. Belakowitsch: Nein! Eigentlich nein!), wie ja bereits medial bekannt ist. (Abg. Scherak: Eigentlich nicht, der Geschäftsordnung folgend!) – Herr Kollege Scherak, ganz ruhig bleiben! Ich werde mich in erster Linie natürlich ohnedies mit dem beschäftigen (Abg. Scherak: Nein, ich sage es dem Präsidenten, gar nicht dir, denn er muss ...! – Abg. Matznetter: Weil der muss den Ruf zur Sache machen!), was die SPÖ und die FPÖ gemeinsam einbringen. (Abg. Belakowitsch: Ausschließlich, Herr Kollege!) – Danke dafür, dass Sie sich wieder beruhigt haben. (Abg. Leichtfried: Das ist typisch Hanger! – Ruf bei der SPÖ: Die ist in einem Zustand, die ÖVP!)
Abg. Belakowitsch: Ausschließlich, Herr Kollege!
Abgeordneter Mag. Andreas Hanger (ÖVP): Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Ich darf mich in meinem Debattenbeitrag mit zwei Verlangen auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses auseinandersetzen (Abg. Scherak: Eigentlich nicht! – Abg. Belakowitsch: Nein! Eigentlich nein!), wie ja bereits medial bekannt ist. (Abg. Scherak: Eigentlich nicht, der Geschäftsordnung folgend!) – Herr Kollege Scherak, ganz ruhig bleiben! Ich werde mich in erster Linie natürlich ohnedies mit dem beschäftigen (Abg. Scherak: Nein, ich sage es dem Präsidenten, gar nicht dir, denn er muss ...! – Abg. Matznetter: Weil der muss den Ruf zur Sache machen!), was die SPÖ und die FPÖ gemeinsam einbringen. (Abg. Belakowitsch: Ausschließlich, Herr Kollege!) – Danke dafür, dass Sie sich wieder beruhigt haben. (Abg. Leichtfried: Das ist typisch Hanger! – Ruf bei der SPÖ: Die ist in einem Zustand, die ÖVP!)
Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.
Zum Zweiten, und da lasse ich mir jetzt das Wort auch nicht nehmen, dahin gehend, dass ich festhalte, dass wir einen eigenen Untersuchungsgegenstand einbringen, und zwar mit dem Titel: SPÖ-FPÖ-„Rot-blauer-Machtmissbrauch-Untersuchungsausschuss“. (Heiterkeit der Abg. Belakowitsch.) Diesen setzen wir
Sitzung Nr. 243
Abg. Heinisch-Hosek: Da waren auch rote Minister:innen im Amt! – Abg. Wöginger: Wieso kritisiert ihr das? – Abg. Heinisch-Hosek: Es ist noch immer zu wenig! – Abg. Steinacker: Wir haben gesagt, wir machen keine Parteipolitik! – Abg. Belakowitsch: Könnt ihr das draußen weiter bereden?
Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Zahl der Studienplätze seit 2014 nicht gleich geblieben ist, sondern vonseiten des Bundes von 1 500 auf 2 000 sukzessive ausgebaut wurde. (Abg. Heinisch-Hosek: Da waren auch rote Minister:innen im Amt! – Abg. Wöginger: Wieso kritisiert ihr das? – Abg. Heinisch-Hosek: Es ist noch immer zu wenig! – Abg. Steinacker: Wir haben gesagt, wir machen keine Parteipolitik! – Abg. Belakowitsch: Könnt ihr das draußen weiter bereden?) Es ist gut, dass sie ausgebaut worden sind. (Abg. Kucher: Johanna Mikl-Leitner, Christopher Drexler: Alle unserer Meinung! – Abg. Wöginger: Wenn ich dir vorlese, was der Doskozil fordert, dann wirst du krank!) An der Zahl der Ärztinnen und Ärzte liegt es in Österreich nicht.
Abg. Belakowitsch: Die Sterbekommission führts ein!
Dass es mit diesem heute zu beschließenden VUG echte Gesundheitsreformen in diesem Land geben wird, ist, glaube ich, unwidersprochen. (Abg. Belakowitsch: Die Sterbekommission führts ein!) Zumindest sind sich darüber fast alle Kommentatoren und Kommentatorinnen im Land einig, die sich mit Gesundheitspolitik auseinandersetzen. (Abg. Belakowitsch: Vielleicht sollten Sie sich auch einmal mit der Gesundheit auseinandersetzen, ja!) Es geht darum, dass erstmalig Geld aus dem Finanzausgleich vom Bund an die Sozialversicherungen fließt. (Zwischenruf des Abg. Loacker.) Das hat es davor nie gegeben, das hat es nicht unter sozialdemokratischen Ministerinnen und Ministern gegeben, das hat es nicht unter ÖVP-Ministerinnen und -Ministern gegeben, das hat es natürlich auch nicht unter freiheitlichen Ministerinnen und Ministern gegeben.
Abg. Belakowitsch: Vielleicht sollten Sie sich auch einmal mit der Gesundheit auseinandersetzen, ja!
Dass es mit diesem heute zu beschließenden VUG echte Gesundheitsreformen in diesem Land geben wird, ist, glaube ich, unwidersprochen. (Abg. Belakowitsch: Die Sterbekommission führts ein!) Zumindest sind sich darüber fast alle Kommentatoren und Kommentatorinnen im Land einig, die sich mit Gesundheitspolitik auseinandersetzen. (Abg. Belakowitsch: Vielleicht sollten Sie sich auch einmal mit der Gesundheit auseinandersetzen, ja!) Es geht darum, dass erstmalig Geld aus dem Finanzausgleich vom Bund an die Sozialversicherungen fließt. (Zwischenruf des Abg. Loacker.) Das hat es davor nie gegeben, das hat es nicht unter sozialdemokratischen Ministerinnen und Ministern gegeben, das hat es nicht unter ÖVP-Ministerinnen und -Ministern gegeben, das hat es natürlich auch nicht unter freiheitlichen Ministerinnen und Ministern gegeben.
Beifall bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: An die Wand fahren Sie es!
Wir stärken damit den niedergelassenen Bereich, und das ist ein echter Vorteil für die Patientinnen und Patienten, für die Versicherten. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: An die Wand fahren Sie es!)
Beifall bei den Grünen sowie Beifall und Bravoruf des Abg. Hörl. – Abg. Belakowitsch: Meilensteine, ja!
Davon haben die Patientinnen und Patienten, davon haben die Versicherten in diesem Land am meisten etwas. Wir haben auch mit dem Budgetbegleitgesetz, das wir bereits beschlossen haben, dafür gesorgt, dass die psychosoziale Versorgung in diesem Land entsprechend gestärkt wird. Wir nehmen die klinischen Psychologinnen und Psychologen ins ASVG auf. Wir sichern Gesund aus der Krise ab. Das sind alles Meilensteine, und die kann die FPÖ kleinreden, wenn sie möchte, die können andere hier im Haus kleinreden, aber das sind Meilensteine in der Gesundheitsversorgung in diesem Land. (Beifall bei den Grünen sowie Beifall und Bravoruf des Abg. Hörl. – Abg. Belakowitsch: Meilensteine, ja!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Abgeordnete Mag. Dr. Juliane Bogner-Strauß (ÖVP): Herr Präsident! Werte Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen Abgeordnete! Werte Zuhörerinnen, Zuhörer, Zuseherinnen und Zuseher! Das Gesundheitssystem in Österreich gehört zu den teuersten der Welt – das wissen wir – und es ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten auch immer teurer geworden. Das zeigen die Zahlen, die Daten und die Fakten. Was wir aber auch sehen, ist: Geld alleine hat unser Gesundheitssystem nicht besser gemacht. (Abg. Kucher: Aber kein Geld auch nicht!) Deshalb braucht es mehr Geld (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) – danke, Herr Finanzminister – und es braucht die richtigen Reformen – danke, Herr Gesundheitsminister (Beifall bei ÖVP und Grünen) –, denn dieses Gesundheitsbudget und diese Gesundheitsreformen sind wichtig und richtig für die Gesundheit der Österreicherinnen und Österreicher.
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das selektive Erinnern ...!
Wir haben auch eine der höchsten Dichten im Pflegepersonalbereich. Bitte schauen Sie sich das genau an! Schauen Sie sich die Fakten an! Ich habe das letztes Mal schon gesagt: Offensichtlich herrscht bei der Sozialdemokratie ein selektives Erinnern und ein selektives Vergessen. (Zwischenruf der Abg. Erasim.) Das ist nicht gut für die Gesundheit der Österreicherinnen und Österreicher. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Das selektive Erinnern ...!)
Abg. Belakowitsch: Was für Impfungen?
man kann Vorsorgeuntersuchungen machen, auch wenn man eine halbe Stunde darauf warten muss. Man kann Impfungen genießen, die gegen Krebs schützen. (Abg. Belakowitsch: Was für Impfungen?) – Die HPV-Impfung, die trotzdem nur von 40 Prozent wahrgenommen wird. (Abg. Lindner: Ist aber nur bis 21 gratis!) Ob es um die psychische Gesundheit – auch da ist die Prävention ganz wichtig – oder den Eltern-Kind-Pass geht: Es wird so viel getan, und deswegen müssen wir darüber sprechen, damit es auch wahrgenommen und gesehen wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Das ist auch so! – Zwischenruf des Abg. Schallmeiner.
Kollege Smolle, Kollege Kaniak und Kollege Schallmeiner haben in ihren Reden wieder einmal Wienbashing betrieben, wie schlimm nicht alles in Wien ist. (Abg. Belakowitsch: Das ist auch so! – Zwischenruf des Abg. Schallmeiner.) Ich bin aus Niederösterreich, und ich könnte euch Sachen erzählen: Zum Beispiel steht in Mistelbach das Spital vor dem Kollaps. Es gibt in ganz Mistelbach keinen Kassenkinderarzt. Kollegin Erasim kämpft gerade dagegen an, damit da Verbesserungen stattfinden. Es ist in jedem Bundesland eine Katastrophe, egal wo man hinschaut. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Na, das ist nicht wirklich aufregend ...!
So viel hätten Sie aber schon entdecken können, vor allem die Kolleginnen und Kollegen von den NEOS, dass das dort eigentlich eh schon drinnen gestanden ist. (Zwischenruf des Abg. Deimek.) Insofern darf ich noch einmal auf die gewisse logische Herleitung dieses Ergebnisses verweisen. Ob und inwieweit dann differenziert wird zwischen denen, die weniger - - (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Deimek.) – Aufregung bei der FPÖ (Abg. Belakowitsch: Na, das ist nicht wirklich aufregend ...!), bei den Hinteren. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Na, die diskutieren die Reisekostenabrechnung zu den Taliban. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Es ist ja noch nicht einmal die zu Putin öffentlich zugänglich (Abg. Michael Hammer: Jetzt werden sie auch plakatieren: Taliban statt Daham!), nicht einmal die Kremlreise ist öffentlich ausgewiesen. (Zwischenruf des Abg. Schwarz.)
Abg. Belakowitsch: Ja, Sie schon!
Warum? – Darum geht es zum Schluss, darum ist das wichtig: Wenn wir schon von Bürgerinnen und Bürgern reden, geht es ja darum, was die sich mit ihrem Geld kaufen können, und nicht um irgendwelche statistischen Zahlen. Da sind wir vorne dabei. (Abg. Belakowitsch: Ja, Sie schon!) Das wird halt weiter ein Diskurs bleiben, und für den bedanke ich mich hier. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Kickl: Kommt jetzt eine Reform?! – Abg. Belakowitsch: Na, aber warum ändert ihr dann nicht ...?!
Das heißt, was jetzt passiert ist, ist, dass diese Bezügepyramide vollkommen durcheinandergekommen ist. Sie passt nicht mehr mit dem System zusammen. Früher wollte man, dass der Minister ungefähr das Doppelte wie die höchstverdienenden Beamten verdient, und heute verdient er gerade einmal 39,4 Prozent mehr als die höchsten Beamten. Das müssen sich, glaube ich, alle Politiker fragen, ob sie dieses System weiterhin so aufrechterhalten wollen. Ich sage, es ist heute jedenfalls nicht mehr durchdacht. (Abg. Kickl: Kommt jetzt eine Reform?! – Abg. Belakowitsch: Na, aber warum ändert ihr dann nicht ...?!)
Ruf bei der FPÖ: ... euer Problem! – Abg. Belakowitsch: Müsste euer Hacker auch verzichten ...!
Es gibt einen Antrag der FPÖ zur Änderung der Bundesverfassung. Die Bundesverfassung soll geändert werden, weil sich Herr Kickl in der eigenen Partei nicht durchsetzt. So sollen wir hier beschließen, dass es in allen Landesregierungen in Österreich keine Gehaltserhöhungen gibt. (Ruf bei der FPÖ: ... euer Problem! – Abg. Belakowitsch: Müsste euer Hacker auch verzichten ...!) Das ist de facto die Entmündigung der Landtage. Ich frage mich, ob wir das hier tun sollen. Ich sage, das sollen wir hier nicht tun! (Abg. Kickl: Warum nicht? – Abg. Michael Hammer: Ah, er will die Landtage abschaffen, sehr gut! ...! – Zwischenruf der Abg. Steinacker.)
Abg. Belakowitsch: Sie sind demütig?!
Wertschätzende Politik, meine Damen und Herren, ist es, wenn man sich damit beschäftigt, wie unsere Zukunft ausschauen soll, wie Rahmenbedingungen verhandelt werden sollen. Das ist unsere Aufgabe. Sich mit den Rahmenbedingungen zu beschäftigen, heißt auch, jeden Tag Verantwortung zu tragen und das Amt einer Politikerin auch mit Demut zu erfüllen. (Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Ganz viele hier im Raum von den anderen Fraktionen tun das. Für diese Personen setzen wir uns ein, und deshalb sind auch Gehaltserhöhungen für Politikerinnen und Politiker etwas Normales, wenn man sein Amt so ausübt, nämlich in Demut und in Achtung und Wertschätzung der Bevölkerung. (Abg. Belakowitsch: Sie sind demütig?!) Sie tun das nicht, und Sie beweisen das jeden Tag aufs Neue. (Beifall bei Grünen, ÖVP und SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Noch ein Wort: Frau Präsidentin, es sei mir gestattet, ein paar Sätze nicht nur zu den Politikergehältern, sondern auch zu Corona zu sagen. (Abg. Kickl: Wenn du das Vertrauen wiederherstellen willst, dann zieht einmal euren Präsidenten ab!) Wissen Sie, was Sie getan haben? – Sie haben das Volk aufgehetzt, nachdem Sie den ersten Lockdown als Erster gefordert haben. Die sind mit Aluhüten und Gummistiefeln herumgerannt, weil sie geglaubt haben (Abg. Amesbauer: Macht nur weiter so! Nur weiter so!), dass die Regierung etwas herunterspritzt und es aus den Kanaldeckeln herausstinkt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Lausch
Meine Damen und Herren, Frau Svazek fliegt jetzt mit ihrer Gehaltserhöhung mit Vilimsky im Gepäck zu Herrn Trump zur Gala (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Lausch), und Mölzer und Hübner waren bei den Taliban. Also ich bin auch dagegen, dass es Gehaltserhöhungen für diese Politikerinnen und Politiker gibt.
Abg. Belakowitsch: Zur Dienstrechts-Novelle!
Die Rede, die du da gehalten hast, hättest du besser in den eigenen Parteigremien gehalten. (Abg. Belakowitsch: Zur Dienstrechts-Novelle!) Du stellst dich hin und stempelst die eigenen Regierungsmitglieder in Oberösterreich, Niederösterreich und Salzburg zu Hascherln ab. Du tust so, als hätten sich Frau Svazek, Herr Haimbuchner und Herr Landbauer nicht dagegen wehren können, dass die ÖVP ihnen Geld gibt. – Das wäre schon in der Verantwortung der FPÖ gewesen. Die Hand vor Ort in den Bundesländern aufzuhalten und hier große Reden zu halten: Das geht nicht zusammen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Nein, werden wir nicht!
Wir werden in der Pflege Zuwanderung brauchen. (Abg. Belakowitsch: Nein, werden wir nicht!) Das ist ein Punkt, den man nicht beiseiteschieben kann. Es wird uns nicht gelingen, keinem einzigen europäischen Mitgliedstaat wird es gelingen, das Pflegekräftepotenzial, das wir brauchen, aus Eigenem oder innerhalb von Europa zu gewinnen. Wer – ich sage das dazu – eine Festung Österreich errichten will (Abg. Belakowitsch: Ja, das wollen wir!), muss den Menschen auch dazusagen: In dieser Festung Österreich wird dann keine angemessene Pflege mehr stattfinden, weil die Leute nicht da sein werden. (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. Holzleitner.)
Abg. Belakowitsch: Ja, das wollen wir!
Wir werden in der Pflege Zuwanderung brauchen. (Abg. Belakowitsch: Nein, werden wir nicht!) Das ist ein Punkt, den man nicht beiseiteschieben kann. Es wird uns nicht gelingen, keinem einzigen europäischen Mitgliedstaat wird es gelingen, das Pflegekräftepotenzial, das wir brauchen, aus Eigenem oder innerhalb von Europa zu gewinnen. Wer – ich sage das dazu – eine Festung Österreich errichten will (Abg. Belakowitsch: Ja, das wollen wir!), muss den Menschen auch dazusagen: In dieser Festung Österreich wird dann keine angemessene Pflege mehr stattfinden, weil die Leute nicht da sein werden. (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. Holzleitner.)
Abg. Belakowitsch: Es geht um die Grundkompetenzen!
haben, wenn die Kinder in der Früh das Haus verlassen. Es geht natürlich, wie ich schon gesagt habe, um nötige Grundfertigkeiten, aber es geht doch vor allem auch um eines: Leidenschaft zu wecken, Neugier zu wecken, Talente zu entdecken. (Abg. Belakowitsch: Es geht um die Grundkompetenzen!) Jedes Kind kann etwas. Jedes Kind kann etwas! Es kann doch nicht sein, dass wir in den Schulen Flügel brechen, anstatt sie zu heben. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm. – Abg. Belakowitsch: Hören Sie, Wiederkehr!
Da kommt dann natürlich auch Pisa zur Sprache, denn das ist ja in Wirklichkeit – und die NEOS nennen das gar nicht, sie wissen das – der Elefant, der große, schnaubende, weiße Elefant, der im Raum steht; Sie wollen ihn bei Pisa aber nicht benennen: Es ist die Migration, die da mitspielt. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm. – Abg. Belakowitsch: Hören Sie, Wiederkehr!) Ja! Das wird aber auch von der sozialistischen Seite nicht benannt. (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger. – Widerspruch bei der SPÖ.) – Nein, das wird von Ihnen nicht genannt. Sie glauben, da ganz woanders das Glück zu finden.
Abg. Wurm: Doch! – Abg. Belakowitsch: Doch! Festung Österreich!
Festung Österreich draufsteht. Sie geben keine Lösungen. (Abg. Wurm: Doch! – Abg. Belakowitsch: Doch! Festung Österreich!)
Abg. Belakowitsch: Und die funktionieren nicht! – Abg. Kickl: Integrationsverwalter!
Wir von der ÖVP haben zum Beispiel die Deutschförderklassen gegen Widerstand von der sozialistischen Seite eingeführt. (Abg. Belakowitsch: Und die funktionieren nicht! – Abg. Kickl: Integrationsverwalter!) Diese Deutschförderklassen waren aber der erste Schritt dahin, dass wir dafür sorgen, dass die Kinder mit der deutschen Sprache bekannt werden. Und wir werden das auch weiterhin tun. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: So eine Überraschung! – Abg. Taschner: Und wo ist Finnland?
Andere Länder – Polen, Tschechien, die USA – sind mittlerweile vor uns, und Länder wie Estland sind an die Spitze vorgerückt. (Abg. Belakowitsch: So eine Überraschung! – Abg. Taschner: Und wo ist Finnland?) Es wird nicht lange brauchen, bis auch andere Länder uns überholt haben werden.
Abg. Belakowitsch: Na ja!
Es machen mich auch die Teilergebnisse nicht zufrieden, sei das der Geschlechtsunterschied in Mathematik, der Unterschied zwischen Migranten und Nichtmigranten und auch jener in sozioökonomischer Hinsicht. (Abg. Belakowitsch: Na ja!) Allerdings – um dem Bashing einmal entgegenzuwirken –: Natürlich vergleicht man sich mit anderen Ländern, und wenn man sieht, dass es Länder gibt, die im Vergleich vor allem auch in Mathematik stärker zurückfallen als Österreich – denn alle fallen zurück –, ist das ein Faktum, das man erwähnen muss und auch kann. Entscheidend ist aber – das ist wichtig –, überall in die Analyse zu gehen und zu schauen, was man tun muss und was man tun kann.
Abg. Belakowitsch: ... nie hin!
Ja, wir sind noch nicht dort, wo wir sein wollen. (Abg. Belakowitsch: ... nie hin!) Unser Anspruch muss definitiv ein anderer sein, aber Sie sehen, es wurde einiges gemacht, und das trotz der und in der Pandemie – dafür schon auch einmal ein großer Dank an die Eltern, an die Lehrer, aber auch an die Schüler und Schülerinnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Erasim: Welche Note bekommen Sie, Frau Belakowitsch? Wenn Sie auf Noten stehen: Wollen Sie eine Note von mir haben?
Ich glaube, die Lehrer, die Direktoren, die Schüler, die Kinder brauchen eine Kontinuität, aber sie brauchen auch etwas, woran sie sich messen können, und das sind nun einmal Noten. Die Schule soll doch bitte schön unsere Kinder auf das Leben vorbereiten! Was haben wir denn davon, wenn wir sie in Watte packen, wenn der Leistungsgedanke - - (Abg. Erasim: Welche Note bekommen Sie, Frau Belakowitsch? Wenn Sie auf Noten stehen: Wollen Sie eine Note von mir haben?) – Sie können sich gerne zu Wort melden. Sie können sich sehr gerne zu
Abg. Erasim: Das eine hängt mit dem anderen nicht zusammen! Bringen Sie keine Leistung, nur weil Sie keine Noten bekommen, Frau Belakowitsch?
Wort melden. Ich weiß schon, in Ihre Ideologie passt das nicht hinein. Keine Noten mehr für die Kinder, keine Leistung mehr, das ist wunderbar (Abg. Erasim: Das eine hängt mit dem anderen nicht zusammen! Bringen Sie keine Leistung, nur weil Sie keine Noten bekommen, Frau Belakowitsch?), 32 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich – es ist Ihre Idee, das können Sie gerne hier heraußen propagieren, wenn Sie das wollen.
Abg. Belakowitsch: Vielleicht den Kindern?
Damit sind wir beim Punkt: Ziel muss es sein, jedem Kind eine Chance zu geben. Das fängt beim ersten Bildungsweg an, und das ist der Elementarbereich, das haben wir schon gehört. Seit Jahrzehnten hören wir jetzt schon, dass der Kinderbildungsbereich ausgebaut wird, dass die Kinderbetreuung ausgebaut werden soll – und seit Jahrzehnten sind wir nicht vom Fleck gekommen. Wir haben uns auch viel zu lange auf das alte Denken verlassen: Die Mama bleibt eh daheim! Es gibt nach wie vor Öffnungszeiten mit 3 Stunden am Vormittag, 3 Stunden am Nachmittag, bei denen man sich fragt, wem das etwas bringen soll. (Abg. Belakowitsch: Vielleicht den Kindern?) Zu wenig Kinderbetreuung, zu wenig Kinderbildung ist nicht nur Chancenraub an Frauen, das ist auch Chancenraub an Kindern.
Abg. Belakowitsch: Wegen der! Verwenden Sie den Genitiv, wenn Sie schon in der Bildungsdebatte mitreden!
Zum Personal noch ganz kurz: Es werden genug Pädagogen und Pädagoginnen ausgebildet, aber viele verlassen nach kürzester Zeit wegen den Arbeitsbedingungen das Berufsfeld wieder (Abg. Belakowitsch: Wegen der! Verwenden Sie den Genitiv, wenn Sie schon in der Bildungsdebatte mitreden!): zu große Gruppen, zu wenig Bezahlung. Wir dürfen nicht vergessen – das haben wir heute auch schon mehrfach gehört –: Der elementarpädagogische Bereich ist die erste Bildungseinrichtung, also brauchen wir da auch die besten Leute.
Abg. Belakowitsch: Weil sie vielleicht keine Migration haben?
Was man aber wissen muss, ist, dass bei dieser Statistik etliche Länder vor uns liegen, die zum Beispiel den Bereich Migration völlig ausklammern, und das verzerrt natürlich dieses Ergebnis. (Abg. Belakowitsch: Weil sie vielleicht keine Migration haben?) Darauf möchte ich hinweisen.
Abg. Belakowitsch: Geh bitte, na!
Was zeigt uns das, meine Damen und Herren? Ich bleibe da bei den Fakten, denn mir ist der Faktencheck wichtig. Wenn wir bei Weitem nicht so verlieren wie Deutschland oder Finnland, das immer als das Vorzeigeland im Bereich der Bildung gepriesen wird, dann zeigt das, lieber Herr Bildungsminister, dass unsere Lehrerinnen und Lehrer genau in diesen Jahren der Coronazeit herausragende Arbeit geleistet haben (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP), in diesen schwierigen Jahren, in denen auch Distancelearning notwendig war – wobei aber bei uns die Schulen niemals geschlossen waren, in den Schulen war immer eine Betreuungsmöglichkeit da. (Abg. Belakowitsch: Geh bitte, na!) Dieses Ergebnis zeigt, dass wir mit diesen Coronamaßnahmen richtig gelegen sind und dass wir damit die besseren Ergebnisse zustande gebracht haben. Das haben wir auf Schiene gebracht, meine Damen und Herren. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Ah, wirklich? – Abg. Wurm: Geh!
Zum Schluss möchte ich noch einen Punkt erwähnen, meine Damen und Herren, der ein sehr gravierender Punkt bei diesen Pisa-Ergebnissen ist: Wir haben ein Viertel aller Schüler mit Migrationshintergrund, deren Umgangssprache nicht Deutsch ist. Das ist ein großes Problem (Abg. Belakowitsch: Ah, wirklich? – Abg. Wurm: Geh!) – na, hört zu, dann wisst ihr es! –, weil diese Schülerinnen und Schüler tatsächlich mit einem Nachteil in die Schulen kommen. (Heiterkeit des Abg. Wurm.) Wir wollen diesen Nachteil ausgleichen, wir wollen diesen Nachteil aufholen. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Abg. Taschner: Oh! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die meisten von Ihnen werden das Schulwissen, das wir erworben haben, nicht mehr parat haben. Die meisten von uns werden gelernt haben, was eine Amplitude ist, sie werden es aber wahrscheinlich nicht mehr wissen. (Abg. Taschner: Oh! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Die Frage ist: Was ist der Inhalt von Bildung und was ist das Ziel von Bildung?, und genau in diesem Sinne geht es natürlich darum, wer welche Möglichkeiten, welche Chancen kriegt. Das müssen wir für alle Kinder und Jugendlichen in diesem
Abg. Belakowitsch: ... einmal statistisch ...!
Dann gibt es die FPÖ, die sagt: Na ja, Ausländer sind ja überhaupt blöd, und am besten wäre es, sie wären gar nicht da, dann wäre das Bildungssystem besser! – Auch absolut falsch. (Abg. Belakowitsch: ... einmal statistisch ...!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Lieber Kollege Wurm, weißt du, wie hoch die Strafe derzeit ist, wenn das Unternehmen das nicht ausschreibt? – Zwischen 20 und 400 Euro, also eine lächerliche Strafe, da ist sogar der Schadenersatz deutlich höher, vor allem kommt der jedem und jeder zugute. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Sitzung Nr. 245
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Bundesminister für Inneres Mag. Gerhard Karner: Sie haben die Statistik Jänner bis September gebracht, ich habe davor schon die Statistik Jänner bis Oktober skizziert (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), was die Außerlandesbringungen
Abg. Belakowitsch: Unternehmen Sie was dagegen!
betrifft. Ich sehe das völlig wertfrei: Sie haben völlig recht, der Großteil wird Richtung europäische Staaten außer Landes gebracht. Sie wissen auch, dass wir in manche Staaten gar nicht abschieben können. (Abg. Belakowitsch: Unternehmen Sie was dagegen!) Ich habe das ja zuletzt auch immer wieder bei den Europäischen Räten angesprochen, dass wir mittelfristig auch darüber diskutieren sollten (Abg. Belakowitsch: ..., dann brauchen Sie sie nachher nicht abschieben!): Wie können wir beispielsweise wieder Richtung Syrien, in die Region um Damaskus Menschen zurückbringen? (Abg. Kickl: Schaut nach Abschiebebremse aus!) Wie diskutieren wir auch Afghanistan – Taliban, beispielsweise, gibt es nicht die Möglichkeit, die auch zurückzubringen? Die sind möglicherweise dort sicherer als hier. (Abg. Belakowitsch: Na, gar nicht reinlassen!) Das sind aber Diskussionen, die auf europäischer Ebene geführt werden müssen.
Abg. Belakowitsch: ..., dann brauchen Sie sie nachher nicht abschieben!
betrifft. Ich sehe das völlig wertfrei: Sie haben völlig recht, der Großteil wird Richtung europäische Staaten außer Landes gebracht. Sie wissen auch, dass wir in manche Staaten gar nicht abschieben können. (Abg. Belakowitsch: Unternehmen Sie was dagegen!) Ich habe das ja zuletzt auch immer wieder bei den Europäischen Räten angesprochen, dass wir mittelfristig auch darüber diskutieren sollten (Abg. Belakowitsch: ..., dann brauchen Sie sie nachher nicht abschieben!): Wie können wir beispielsweise wieder Richtung Syrien, in die Region um Damaskus Menschen zurückbringen? (Abg. Kickl: Schaut nach Abschiebebremse aus!) Wie diskutieren wir auch Afghanistan – Taliban, beispielsweise, gibt es nicht die Möglichkeit, die auch zurückzubringen? Die sind möglicherweise dort sicherer als hier. (Abg. Belakowitsch: Na, gar nicht reinlassen!) Das sind aber Diskussionen, die auf europäischer Ebene geführt werden müssen.
Abg. Belakowitsch: Na, gar nicht reinlassen!
betrifft. Ich sehe das völlig wertfrei: Sie haben völlig recht, der Großteil wird Richtung europäische Staaten außer Landes gebracht. Sie wissen auch, dass wir in manche Staaten gar nicht abschieben können. (Abg. Belakowitsch: Unternehmen Sie was dagegen!) Ich habe das ja zuletzt auch immer wieder bei den Europäischen Räten angesprochen, dass wir mittelfristig auch darüber diskutieren sollten (Abg. Belakowitsch: ..., dann brauchen Sie sie nachher nicht abschieben!): Wie können wir beispielsweise wieder Richtung Syrien, in die Region um Damaskus Menschen zurückbringen? (Abg. Kickl: Schaut nach Abschiebebremse aus!) Wie diskutieren wir auch Afghanistan – Taliban, beispielsweise, gibt es nicht die Möglichkeit, die auch zurückzubringen? Die sind möglicherweise dort sicherer als hier. (Abg. Belakowitsch: Na, gar nicht reinlassen!) Das sind aber Diskussionen, die auf europäischer Ebene geführt werden müssen.
Abg. Belakowitsch: Ja, die sprechen für sich! Leider!
Ich weiß, Sie sind ein Experte, Sie kennen sich da aus, aber andere Möglichkeiten gibt es rechtlich einfach nicht. Wir tun alles Menschenmögliche (Abg. Kassegger: Null!), um möglichst viele außer Landes zu bringen (Ruf bei der FPÖ: Aber nicht sehr erfolgreich!), vor allem natürlich diejenigen, die straffällig geworden sind. Ich denke, die Zahlen sprechen wertfrei für sich (Abg. Belakowitsch: Ja, die sprechen für sich! Leider!), und auf diesem Weg müssen wir auch weiterarbeiten und werden wir auch sehr intensiv weiterarbeiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Ja, aber nur definitiv, genau! – Abg. Kassegger: Ja, aber nur bis zum Betrag von 3,70 Euro!
Darum gibt es auch auf europäischer Ebene kein definitives - - (Abg. Wurm: Achtung, aufpassen, Kollege Haubner!) – Kollege Wurm, auf europäischer Ebene gibt es ein definitives Bekenntnis zum Bargeld (Abg. Belakowitsch: Ja, aber nur definitiv, genau! – Abg. Kassegger: Ja, aber nur bis zum Betrag von 3,70 Euro!), und es ist auch da nicht an die Abschaffung des Bargeldes gedacht.
Abg. Belakowitsch: Aber! – Abg. Kassegger: Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu ...!
Aber (Abg. Belakowitsch: Aber! – Abg. Kassegger: Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu ...!) als gelernte Europäer wissen wir zwei Dinge: zum einen, dass es gut ist, wenn wir das gleiche Ansinnen haben wie die europäische Ebene (Abg. Belakowitsch: Das haben wir aber nicht!), und zum anderen, dass es große Sicherheit gibt, wenn wir uns auch auf nationaler Ebene klar zum Bargeld bekennen; und das tun wir auch, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kassegger: Ja, dann stimmt dagegen, gegen die Abschaffung!)
Abg. Belakowitsch: Das haben wir aber nicht!
Aber (Abg. Belakowitsch: Aber! – Abg. Kassegger: Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu ...!) als gelernte Europäer wissen wir zwei Dinge: zum einen, dass es gut ist, wenn wir das gleiche Ansinnen haben wie die europäische Ebene (Abg. Belakowitsch: Das haben wir aber nicht!), und zum anderen, dass es große Sicherheit gibt, wenn wir uns auch auf nationaler Ebene klar zum Bargeld bekennen; und das tun wir auch, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kassegger: Ja, dann stimmt dagegen, gegen die Abschaffung!)
Abg. Belakowitsch: Das brauchen Sie uns ja nicht erzählen!
Dass das Bargeld hohe Akzeptanz hat, beweisen die Zahlen (Abg. Belakowitsch: Das brauchen Sie uns ja nicht erzählen!): Die Zahl der im Umlauf befindlichen Banknoten ist seit dem Jahr 2002, seit der Einführung des Euro, kontinuierlich gestiegen, und es ist nach wie vor das am häufigsten verwendete Zahlungsmittel.
Abg. Belakowitsch: Ah wirklich?! – Abg. Wurm: Peter, komm zu uns! – Abg. Kassegger: Richtig!
Persönlich kann ich auch sagen: Ich bin nicht für eine Obergrenze, ganz einfach deshalb, weil sie, wenn sie einmal eingeführt ist, dann wahrscheinlich permanent abgesenkt werden wird (Abg. Belakowitsch: Ah wirklich?! – Abg. Wurm: Peter, komm zu uns! – Abg. Kassegger: Richtig!), und damit ist uns auch nicht geholfen.
Abg. Belakowitsch: Also in der EU nicht zustimmen! – Abg. Kassegger: ... der Herr Finanzminister dazu!
Das Bargeld ist das beste Mittel zum Umgang mit den eigenen Finanzen. (Abg. Belakowitsch: Also in der EU nicht zustimmen! – Abg. Kassegger: ... der Herr Finanzminister dazu!) Ich glaube, es ist besser, wenn man dem Kind Taschengeld gibt, nicht eine Kreditkarte – bei Taschengeld merkt man rechtzeitig, dass man nur das ausgeben kann, was man in seiner Tasche hat, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Abg. Belakowitsch: Nicht Vorsicht! Wir lehnen es ab!
Ich sage: Bargeld: ja; digitaler Euro: Seien wir vorsichtig! Setzen wir auf Bewährtes, setzen wir also auf Bargeld, meine Damen und Herren! (Abg. Belakowitsch: Nicht Vorsicht! Wir lehnen es ab!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Haben Sie gesehen, was das Volksbegehren fordert? Haben Sie das gelesen?
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher! Was man feststellen kann: Bargeld bleibt. Und übrigens: Es gibt überhaupt keine Diskussion zur Abschaffung von Bargeld, weder in Europa noch in Österreich. (Abg. Amesbauer: Aber über eine Obergrenze!) Viele verwechseln – bewusst oder unbewusst – die Schaffung von Obergrenzen für die Barzahlung mit der Abschaffung des Bargelds. Das stimmt natürlich nicht und das dient einzig und allein zur Verunsicherung der Österreicherinnen und Österreicher. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Haben Sie gesehen, was das Volksbegehren fordert? Haben Sie das gelesen?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Eben nicht! – Abg. Kassegger: Das ist ein Blödsinn! – Ruf bei den Grünen: Da fühlt sich jemand angesprochen! – Abg. Stögmüller: ... Goldobergrenze! ... legt jetzt alles in Gold an! – Zwischenruf des Abg. Wurm.
Eine Bargeldobergrenze führt dazu, dass dieser Parteichef (Abg. Brandstätter: Wer war das?) – ich nenne keine Namen, das ist ja nur ein theoretisches Beispiel, es ist natürlich nicht praktisch –, obwohl er jetzt stapelweise Bargeld hat, dieses Bargeld nicht so leicht in den Verkehr bringen kann, um es waschen zu können. Genau dafür ist die Bargeldobergrenze da, Herr Kollege Wurm. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch: Eben nicht! – Abg. Kassegger: Das ist ein Blödsinn! – Ruf bei den Grünen: Da fühlt sich jemand angesprochen! – Abg. Stögmüller: ... Goldobergrenze! ... legt jetzt alles in Gold an! – Zwischenruf des Abg. Wurm.) – Ich gebe Ihnen vollkommen recht.
Abg. Belakowitsch: Was hat das mit altmodisch zu tun?
Ja, Österreich ist ein bissel altmodisch. (Abg. Belakowitsch: Was hat das mit altmodisch zu tun?) In Österreich werden 50 Prozent aller Transaktionen – also: ich kaufe etwas – mit Bargeld gemacht. (Abg. Belakowitsch: Na grandios! Willkommen in der Zukunft!) Ich war jetzt gerade in Brünn – hören Sie bitte zu, Frau Kollegin – und war in einem Supermarkt, und in diesem Supermarkt konnte man nur mit Karte bezahlen. Das ist ärgerlich. Natürlich, für Geschäfte des täglichen Lebens muss es die Möglichkeit geben, sowohl in bar als auch mit Karte zu bezahlen.
Abg. Belakowitsch: Na grandios! Willkommen in der Zukunft!
Ja, Österreich ist ein bissel altmodisch. (Abg. Belakowitsch: Was hat das mit altmodisch zu tun?) In Österreich werden 50 Prozent aller Transaktionen – also: ich kaufe etwas – mit Bargeld gemacht. (Abg. Belakowitsch: Na grandios! Willkommen in der Zukunft!) Ich war jetzt gerade in Brünn – hören Sie bitte zu, Frau Kollegin – und war in einem Supermarkt, und in diesem Supermarkt konnte man nur mit Karte bezahlen. Das ist ärgerlich. Natürlich, für Geschäfte des täglichen Lebens muss es die Möglichkeit geben, sowohl in bar als auch mit Karte zu bezahlen.
Abg. Wurm: Falsch, haben wir nicht! – Abg. Belakowitsch: Haben wir ja gar nicht!
Österreich bereits eine Annahmepflicht. Wir haben eine gesetzliche Annahmepflicht in Österreich. (Abg. Wurm: Falsch, haben wir nicht! – Abg. Belakowitsch: Haben wir ja gar nicht!) – Ja, dann führen Sie die Gespräche mit dem Professor in Salzburg (Abg. Wurm: Wer ist das?), der wörtlich sagt: „Zum einen sei der Zwang zur Annahme von Bargeld bereits in § 907a ABGB (Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch [...]) geregelt. ‚Selbstverständlich gibt es in Österreich [...] eine Annahmepflicht‘“ – so der Salzburger Professor Johannes Flume.
Abg. Belakowitsch: Da muss es ja ganz super toll laufen im Land!
Bundesminister für Finanzen Dr. Magnus Brunner, LL.M.: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher! Das ist heute wirklich ein spezieller Tag im Parlament – das wird eigentlich zu wenig gewürdigt und kommt fast zu kurz –: Es ist heute ein historischer Finanzausgleich beschlossen worden. Es ist ein riesiges Start-up-Paket beschlossen worden. Die globale Mindestbesteuerung ist umgesetzt worden. Und jetzt folgt noch einmal ein riesengroßes Paket (Abg. Belakowitsch: Da muss es ja ganz super toll laufen im Land!), bei dem es um das Ehrenamt, um die Gemeinnützigkeit und um die Spendenabsetzbarkeit geht.
Abg. Belakowitsch: Aus aller Herren Länder!
Abgeordneter Mag. Markus Koza (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher! Ja, heute ist ein sehr wichtiger Tag für Menschen (Abg. Belakowitsch: Aus aller Herren Länder!) mit Behinderung.
Abg. Belakowitsch: Darf ich sie Ihnen geben, die Antwort?
Grundsätzlich stellt sich für mich schon die Frage, ob man da nicht Äpfel mit Birnen vertauscht. Die Kurzarbeit, die Kollegin Belakowitsch gerade erwähnt hat, war ein Instrument, damit Menschen in Beschäftigung bleiben können, damit Mitarbeiter:innen ihre Beschäftigung, ihren Arbeitsplatz behalten können. Damit hat sich kein einziges Unternehmen bereichern können. (Abg. Belakowitsch: Darf ich sie Ihnen geben, die Antwort?)
Abg. Belakowitsch: Ich habe ja gar nicht behauptet, dass sich wer bereichert hat!
Es war ein gutes Instrument, ein wichtiges Instrument, dass wir die Arbeitsplätze in Österreich haben erhalten können, dass die Menschen ihren Arbeitsplatz haben behalten können. Das war weder Sozialdumping noch eine Bereicherung für Unternehmerinnen und Unternehmer. Ich bitte wirklich inständig, mit dieser Falschaussage aufzuhören, denn sonst erkläre ich Ihnen ganz gerne noch einmal bilateral, wie das genau funktioniert hat, wenn Sie es nicht verstanden haben. (Abg. Belakowitsch: Ich habe ja gar nicht behauptet, dass sich wer bereichert hat!) – Das haben Sie jetzt mehrfach behauptet (Abg. Belakowitsch: Nein, schade, dass Sie nicht zugehört haben!), und immer wieder wird behauptet, dass sich Unternehmen an der Kurzarbeit bereichert haben. Das möchte ich vehement zurückweisen, weil es einfach nicht stimmt. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Schade, dass Sie nicht zugehört haben!)
Abg. Belakowitsch: Nein, schade, dass Sie nicht zugehört haben!
Es war ein gutes Instrument, ein wichtiges Instrument, dass wir die Arbeitsplätze in Österreich haben erhalten können, dass die Menschen ihren Arbeitsplatz haben behalten können. Das war weder Sozialdumping noch eine Bereicherung für Unternehmerinnen und Unternehmer. Ich bitte wirklich inständig, mit dieser Falschaussage aufzuhören, denn sonst erkläre ich Ihnen ganz gerne noch einmal bilateral, wie das genau funktioniert hat, wenn Sie es nicht verstanden haben. (Abg. Belakowitsch: Ich habe ja gar nicht behauptet, dass sich wer bereichert hat!) – Das haben Sie jetzt mehrfach behauptet (Abg. Belakowitsch: Nein, schade, dass Sie nicht zugehört haben!), und immer wieder wird behauptet, dass sich Unternehmen an der Kurzarbeit bereichert haben. Das möchte ich vehement zurückweisen, weil es einfach nicht stimmt. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Schade, dass Sie nicht zugehört haben!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Schade, dass Sie nicht zugehört haben!
Es war ein gutes Instrument, ein wichtiges Instrument, dass wir die Arbeitsplätze in Österreich haben erhalten können, dass die Menschen ihren Arbeitsplatz haben behalten können. Das war weder Sozialdumping noch eine Bereicherung für Unternehmerinnen und Unternehmer. Ich bitte wirklich inständig, mit dieser Falschaussage aufzuhören, denn sonst erkläre ich Ihnen ganz gerne noch einmal bilateral, wie das genau funktioniert hat, wenn Sie es nicht verstanden haben. (Abg. Belakowitsch: Ich habe ja gar nicht behauptet, dass sich wer bereichert hat!) – Das haben Sie jetzt mehrfach behauptet (Abg. Belakowitsch: Nein, schade, dass Sie nicht zugehört haben!), und immer wieder wird behauptet, dass sich Unternehmen an der Kurzarbeit bereichert haben. Das möchte ich vehement zurückweisen, weil es einfach nicht stimmt. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Schade, dass Sie nicht zugehört haben!)
Abg. Wurm: Wo kommt denn der Busfahrer her, Rebecca? Wo kommt der her? Äthiopien, oder? – Abg. Belakowitsch: Kambodscha!
Zum Thema: Es geht heute darum, dass wir versuchen, mit einem Instrument – der Rot-Weiß-Rot-Karte – unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlasten. Ich möchte ein plakatives Beispiel bringen: Wenn ein Busfahrer 40 Stunden fährt, der Kollege krank ist und der dritte Bus nicht besetzt werden kann, weil man keine Mitarbeiter hat, was ist das Resultat daraus? (Abg. Wurm: Wo kommt denn der Busfahrer her, Rebecca? Wo kommt der her? Äthiopien, oder? – Abg. Belakowitsch: Kambodscha!) – Der Mitarbeiter macht Überstunden und versucht, mit Gemeinschaftlichkeit diese Linie abzudecken.
Abg. Belakowitsch: Hoffentlich liegt dann kein Schnee!
Wenn wir mehr Mitarbeiter:innen rekrutieren können, entlasten wir auch dadurch unsere Buslenker:innen (Abg. Belakowitsch: Hoffentlich liegt dann kein Schnee!) – wir veranstalten kein Sozialdumping, sondern wir entlasten unsere Mitarbeiter:innen.
Abg. Belakowitsch: Dann schaffts halt die Pendlerpauschale nicht ab!
Was bedeutet es für den Einzelnen zu Hause (Abg. Wurm: Dass die Regierung am Ende ist, Rebecca, wenn ihr keine Busfahrer mehr habt!), dass wir Linien ausfallen lassen müssen, dass der öffentliche Verkehr nicht mehr funktioniert, dass Pendlerinnen und Pendler (Abg. Belakowitsch: Dann schaffts halt die Pendlerpauschale nicht ab!), die von A nach B zu ihrer Arbeit fahren müssen, nicht mehr rechtzeitig zur Arbeitsstätte kommen, weil der Bus ausfällt, dass die Schüler:innen nicht in die Schule kommen, weil der Bus ausfällt?
Abg. Belakowitsch: Gibt ja keine mehr!
Wenn wir am Arbeitsmarkt keine Mitarbeiter:innen finden, müssen wir uns so behelfen, dass wir versuchen, Arbeitskräfte aus Drittstaaten zu finden, die selbstverständlich den Kriterien der Rot-Weiß-Rot-Karte unterliegen. (Abg. Belakowitsch: Gibt ja keine mehr!) – Selbstverständlich gibt es diese Richtlinien, ich kann sie Ihnen gerne mailen und Sie können Sie gerne lesen, wenn Sie lesen und verstehen können. (Abg. Belakowitsch: Wir können sie jetzt aber auch den Zuhörern hier erzählen, diese Kriterien!)
Abg. Belakowitsch: Wir können sie jetzt aber auch den Zuhörern hier erzählen, diese Kriterien!
Wenn wir am Arbeitsmarkt keine Mitarbeiter:innen finden, müssen wir uns so behelfen, dass wir versuchen, Arbeitskräfte aus Drittstaaten zu finden, die selbstverständlich den Kriterien der Rot-Weiß-Rot-Karte unterliegen. (Abg. Belakowitsch: Gibt ja keine mehr!) – Selbstverständlich gibt es diese Richtlinien, ich kann sie Ihnen gerne mailen und Sie können Sie gerne lesen, wenn Sie lesen und verstehen können. (Abg. Belakowitsch: Wir können sie jetzt aber auch den Zuhörern hier erzählen, diese Kriterien!)
Abg. Belakowitsch: ... Vorarlberg!
Nun zur Frage der Beschäftigung von Mitarbeitern aus Drittstaaten im Personenverkehr und im Güterverkehr – praktisch Rot-Weiß-Rot-Karte für einen Busfahrer, auf Deutsch gesprochen –: Wir finden das gut – anders, als die SPÖ das sieht. Warum finden wir das gut? (Abg. Belakowitsch: ... Vorarlberg!) – Es gibt die österreichischen Busfahrer nicht. (Beifall der Abgeordneten Jeitler-Cincelli und Kirchbaumer.) Wenn ein Unternehmen die bekommen würde, dann würde es sie sofort nehmen. (Abg. Hörl: ... Deutsch! Es gibt auch keine Kellner!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS. – Abg. Belakowitsch: Ja, das glaube ich schon!
Und wenn von der FPÖ die verschiedenen Aspekte wie Scheinfirmen, qualifizierte Zuwanderung und Kurzarbeit in einen Topf geworfen werden, dann zeigt das, welche wirtschaftliche Kompetenz dort vorhanden ist. Ich hoffe sehr, dass alle, die zuhören, das auch einschätzen können. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS. – Abg. Belakowitsch: Ja, das glaube ich schon!)
Sitzung Nr. 247
Abg. Belakowitsch: Das ist selbstverständlich, nicht positiv!
Positiv ist, dass wir in unserem Gesetz am Begriff Vater festhalten; das machen nicht alle Länder. (Abg. Belakowitsch: Das ist selbstverständlich, nicht positiv!) Positiv ist, dass wir einen Allparteienkonsens haben, am Verbot der Leihmutterschaft festzuhalten; auch das gehört in diesen Themenkomplex hinein. (Abg.
Abg. Belakowitsch: Richtig!
Ein zweiter Kommentar noch zu Kollegen Stefan, der das jetzt für FPÖ-Verhältnisse mit feiner Klinge umschrieben hat, warum die FPÖ als einzige Partei nicht mitstimmt. Eigentlich ist es eine Selbstverständlichkeit, mitzustimmen, weil es darum geht, einen verfassungskonformen Zustand herzustellen. Herr Kollege Stefan hat sehr elegant umschrieben, worum es der FPÖ eigentlich geht, nämlich den Kulturkampf gegen alles, was nicht in Ihr Weltbild passt, zu verlängern; und Ihr Weltbild ist relativ eng, nämlich: Vater, Mutter, Kind (Abg. Belakowitsch: Richtig!), der Vater geht arbeiten (Zwischenruf des Abg. Amesbauer), die Mutter bleibt am Herd, und alles, was da nicht reinpasst, ist schlecht. – Darum geht es Ihnen eigentlich. (Beifall bei den NEOS, bei Abgeordneten der Grünen sowie des Abg. Kucher.)
Abg. Belakowitsch: Dann schreib’s bitte auf einen Zettel ...!
Was ich mir jetzt vom Christkind wünsche, ist ein Sinneswandel bei den ÖBB (Abg. Belakowitsch: Dann schreib’s bitte auf einen Zettel ...!) – denn ich glaube, von Ihnen aus (in Richtung Bundesministerin Gewessler) gäbe es ja sogar großes Interesse, etwas zu tun –: zum einen, was den Bahnhof Steyr betrifft, aber vor allem, was die Haltung zur Barrierefreiheit betrifft. – Danke. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Belakowitsch: Worthülsen!
Was passiert mit diesem Steuergeld? – Der Rahmenplan 2024 bis 2029 sieht insgesamt ein Investitionsvolumen von rund 21,15 Milliarden Euro innerhalb dieser Rahmenplanperiode vor. Das sind in Summe, wenn Sie sich den Rahmenplan anschauen, 200 Zeilen, die voller ganz konkreter Projekte stehen, die den öffentlichen Verkehr in unserem Land besser machen. (Abg. Deimek: Das sagt gar nichts, sinnvoll müssen sie sein, sonst ist es vergebene Liebesmüh!) Ziel ist es ja, mehr Güter, mehr Personen auf die Bahn zu bringen. Dazu brauchen wir vor allem auch mehr Kapazitäten und bessere Auslastung auch auf bereits bestehenden Strecken. (Abg. Belakowitsch: Worthülsen!) Deswegen machen wir mit den Investitionen neue Bahnhöfe, moderne Zugstrecken, schnellere Verbindungen und wirklich ein Upgrade für den öffentlichen Verkehr in unserem Land, und es ist wirklich ein Meilenstein, ein weiterer Meilenstein im Bahnbau in Österreich für eine ambitionierte Verkehrswende. (Abg. Deimek: Sie sagt immer dasselbe!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Stögmüller
Äußerungen wie: Nicht schon wieder!, oder: Interessiert das noch irgendwen?, sind ständig gefallen. (Abg. Scherak: Du hast ja noch so super ...!) Auf die Nachfrage, meine Damen und Herren, warum denn das so sei (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch und Stögmüller), fiel immer wieder: Streit in der Politik, Zank, ein überschaubares Niveau in der Politik, das für das Leben der Menschen draußen nicht beispielgebend ist.
Abg. Belakowitsch: Also untersuchen wir ...!
Das ist das Resümee und das Resultat von zwei Untersuchungsausschüssen, und das haben wir in dieser Form, meine Damen und Herren, bis zu einem gewissen Grad alle miteinander zu verantworten, denn das sicherste Resultat der Untersuchungsausschüsse, die wir hatten, ist ein Gesamtschaden für die gesamte Politik. (Abg. Belakowitsch: Also untersuchen wir ...!) Wer immer also geglaubt hat, er könne an dieser Stelle etwas gewinnen, hat auch mit verloren, weil wir alle im gleichen Boot sitzen (Zwischenruf des Abg. Matznetter) und es nie gut ist, wenn einer das Boot, in dem alle sitzen, anbohrt und versenken möchte. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Da sind Sie leider fehlinformiert! Das ist ja ein völliger Blödsinn!
Abgeordnete Mag. Meri Disoski (Grüne): Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Hafenecker, der letzte Volkskanzler, den es gegeben hat, war ein gewisser Adolf Hitler (Abg. Belakowitsch: Da sind Sie leider fehlinformiert! Das ist ja ein völliger Blödsinn!), und ich bin mir nicht sicher, ob Sie sich Gutes damit tun (Abg. Hafenecker: Alfred Gusenbauer!), darauf zu referenzieren. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Da sind Sie ganz schön falsch informiert!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Da sind Sie ganz schön falsch informiert!
Abgeordnete Mag. Meri Disoski (Grüne): Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Hafenecker, der letzte Volkskanzler, den es gegeben hat, war ein gewisser Adolf Hitler (Abg. Belakowitsch: Da sind Sie leider fehlinformiert! Das ist ja ein völliger Blödsinn!), und ich bin mir nicht sicher, ob Sie sich Gutes damit tun (Abg. Hafenecker: Alfred Gusenbauer!), darauf zu referenzieren. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Da sind Sie ganz schön falsch informiert!)
Abg. Belakowitsch: Da haben Sie ja einen gewissen Anteil daran!
Ich muss Ihnen ganz ehrlich sagen, ich verstehe das total. Wir haben ohnehin ein massives Problem mit dem Vertrauen. (Abg. Belakowitsch: Da haben Sie ja einen gewissen Anteil daran!) Das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Politik, das bricht ein. Wenn wir uns in zwei Untersuchungsausschüssen beflegeln, dann wird das nicht besser.
Sitzung Nr. 249
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ich glaube auch, es hat einen Wert für eine Demokratie, dass es Meinungsvielfalt gibt, dass es Pluralismus gibt, dass es unterschiedliche Medien gibt (Abg. Kickl: Ah! Ah!) und dass es einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt. Und ich denke, wenn Sie schon sagen, Sie sind gegen den ORF, dann sollten Sie die ganze Wahrheit sagen, dann sollten Sie auch sagen, dass Sie nicht nur gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind, sondern auch gegen die privaten Medien, die sogenannten Systemmedien, wie Sie sie in gewissen Reden immer bezeichnen, die ich von den freiheitlichen Funktionären höre, dann sollten Sie den Menschen draußen auch die Wahrheit sagen, dann sollten Sie auch sagen, dass Sie dagegen waren, dass es eine Qualitätsjournalismusförderung gibt, dass Sie dagegen gestimmt haben, dass es eine Digitale-Transformation-Förderung für einen privaten Medienstandort gibt, für einen dualen, wo es eine Vielfalt an Medien gibt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und dann sollten Sie auch sagen, warum Sie da überall dagegen sind: weil Sie Ihre eigenen Kanäle aufgebaut haben (Ruf: Fakenews-Fabrik!) über Telegram, über Whatsapp, über FPÖ-TV (Abg. Belakowitsch: Das ist eine Frechheit ...! – Ruf bei der ÖVP: Unzensuriert! „Info-direkt“!), weil Sie keine Freiheit des Journalismus wollen (Abg. Kickl: Schauen Sie sich das an!), sondern einen Mainstream, der durch Ihre Meinung bestimmt ist. (Beifall bei ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Michael Hammer: FPÖ-TV, das seichteste Programm!)
Abg. Belakowitsch: Das ist eine Frechheit ...! – Ruf bei der ÖVP: Unzensuriert! „Info-direkt“!
Ich glaube auch, es hat einen Wert für eine Demokratie, dass es Meinungsvielfalt gibt, dass es Pluralismus gibt, dass es unterschiedliche Medien gibt (Abg. Kickl: Ah! Ah!) und dass es einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt. Und ich denke, wenn Sie schon sagen, Sie sind gegen den ORF, dann sollten Sie die ganze Wahrheit sagen, dann sollten Sie auch sagen, dass Sie nicht nur gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind, sondern auch gegen die privaten Medien, die sogenannten Systemmedien, wie Sie sie in gewissen Reden immer bezeichnen, die ich von den freiheitlichen Funktionären höre, dann sollten Sie den Menschen draußen auch die Wahrheit sagen, dann sollten Sie auch sagen, dass Sie dagegen waren, dass es eine Qualitätsjournalismusförderung gibt, dass Sie dagegen gestimmt haben, dass es eine Digitale-Transformation-Förderung für einen privaten Medienstandort gibt, für einen dualen, wo es eine Vielfalt an Medien gibt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), und dann sollten Sie auch sagen, warum Sie da überall dagegen sind: weil Sie Ihre eigenen Kanäle aufgebaut haben (Ruf: Fakenews-Fabrik!) über Telegram, über Whatsapp, über FPÖ-TV (Abg. Belakowitsch: Das ist eine Frechheit ...! – Ruf bei der ÖVP: Unzensuriert! „Info-direkt“!), weil Sie keine Freiheit des Journalismus wollen (Abg. Kickl: Schauen Sie sich das an!), sondern einen Mainstream, der durch Ihre Meinung bestimmt ist. (Beifall bei ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Michael Hammer: FPÖ-TV, das seichteste Programm!)
Abg. Belakowitsch: ... jetzt mehr Geld! – Abg. Hafenecker: ... bekommt der „Wecker“-Moderator 400 000!
Das wurde viele Jahrzehnte lang nicht angegangen, wir aber haben das getan. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird nun auch durch gesetzliche Maßnahmen gezwungen, einen Sparkurs einzuschlagen. Bis zu 325 Millionen Euro muss er in den nächsten Jahren einsparen, damit die Gebühr für die Menschen in diesem Ausmaß gesenkt werden kann. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat einen Wert – aber wie gesagt, wir wollen ihn schlanker, sparsamer und effizienter. (Abg. Belakowitsch: ... jetzt mehr Geld! – Abg. Hafenecker: ... bekommt der „Wecker“-Moderator 400 000!)
Abg. Belakowitsch: Na sind Sie die zuständige Ministerin? – Abg. Michael Hammer: Na soll sie eingreifen, oder wie? – Abg. Strasser: Zensur, oder wie? So denkt die FPÖ! – Abg. Kickl: Ha, haben lauter schwarze Handlanger drinnen sitzen!
Ich denke, auch die Zahlen zeigen uns, dass die Menschen grundsätzlich einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk haben wollen. Bin ich mit allem einverstanden, was im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gezeigt oder berichtet wird? – Nein, auch nicht (Abg. Belakowitsch: Na sind Sie die zuständige Ministerin? – Abg. Michael Hammer: Na soll sie eingreifen, oder wie? – Abg. Strasser: Zensur, oder wie? So denkt die FPÖ! – Abg. Kickl: Ha, haben lauter schwarze Handlanger drinnen sitzen!), aber ich sehe, dass er einen Mehrwert für die Demokratie hat,
Abg. Kickl: Ah! – Abg. Belakowitsch: Das ist ja ein grandioses Programm!
Als Familienpartei war es uns auch wichtig, für die Kinder ein Angebot zu schaffen. (Abg. Kickl: Ah! – Abg. Belakowitsch: Das ist ja ein grandioses Programm!) Wir wollten ein hochwertiges Familien- und Kinderprogramm für alle Sechs- bis 14-Jährigen ins Leben rufen und das dementsprechend gesetzlich im öffentlich-rechtlichen Auftrag abbilden.
Abg. Schnedlitz: Das ist eine Forderung an den Kanzler, oder? – Ruf bei der FPÖ: Genau! – Abg. Belakowitsch: Das haben Sie im Text vergessen!
Klar muss natürlich Folgendes sein: Der ORF ist kein Selbstzweck. Er muss für die Menschen einen Mehrwert bringen und er muss viel transparenter werden. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) Es war wichtig, dass wir den öffentlich-rechtlichen Rundfunk auch transparenter aufstellen, dass die Menschen wirklich wissen, was mit ihrem Gebührengeld passiert (Abg. Schnedlitz: Das ist eine Forderung an den Kanzler, oder? – Ruf bei der FPÖ: Genau! – Abg. Belakowitsch: Das haben Sie im Text vergessen!), dass es ein Ende der überschießenden Privilegien – in Bezug auf Sonderpensionen, Wohnungszulagen, überschießende Gehälter – gibt, die sich über Jahrzehnte eingeschlichen
Abg. Kickl: Na servas! – Abg. Belakowitsch: ... umsetzen? Wann denn? 2030?
Sehr geehrte Damen und Herren, ich und wir in der Regierung wollen – offensichtlich im Gegensatz zu Ihnen – einen lebendigen Medienstandort. Wir wollen einen dualen Rundfunk. Wir wollen eine öffentlich-rechtliche und auch eine private Medienlandschaft. Wir wollen einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der schlank ist, der sparsam ist und der selbstverständlich objektiv berichtet. (Abg. Kickl: Na servas! – Abg. Belakowitsch: ... umsetzen? Wann denn? 2030?) Wir wollen, dass Sonderprivilegien, die sich über viele Jahre eingeschlichen haben, gestrichen werden. (Ruf bei den NEOS: Das stimmt doch nicht!) Wir wollen ein zukunftsträchtiges Programm des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu den besten Konditionen für die Menschen in unserem Land – und das haben wir im ORF-Gesetz verwirklicht. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Sehr peinlich! – Abg. Hafenecker: Ich hätte nicht gedacht, dass Sie so ahnungslos sind!)
Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Sehr peinlich! – Abg. Hafenecker: Ich hätte nicht gedacht, dass Sie so ahnungslos sind!
Sehr geehrte Damen und Herren, ich und wir in der Regierung wollen – offensichtlich im Gegensatz zu Ihnen – einen lebendigen Medienstandort. Wir wollen einen dualen Rundfunk. Wir wollen eine öffentlich-rechtliche und auch eine private Medienlandschaft. Wir wollen einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der schlank ist, der sparsam ist und der selbstverständlich objektiv berichtet. (Abg. Kickl: Na servas! – Abg. Belakowitsch: ... umsetzen? Wann denn? 2030?) Wir wollen, dass Sonderprivilegien, die sich über viele Jahre eingeschlichen haben, gestrichen werden. (Ruf bei den NEOS: Das stimmt doch nicht!) Wir wollen ein zukunftsträchtiges Programm des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu den besten Konditionen für die Menschen in unserem Land – und das haben wir im ORF-Gesetz verwirklicht. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Belakowitsch: Sehr peinlich! – Abg. Hafenecker: Ich hätte nicht gedacht, dass Sie so ahnungslos sind!)
Abg. Belakowitsch: Sicher!
Entscheidung nicht ausgesucht (Abg. Belakowitsch: Sicher!), aber wir haben in verantwortungsvollem Umgang mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine Entscheidung getroffen, und die war gut so. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Sie haben auch überhaupt keine Ahnung, ... reden, oder?
Was macht die FPÖ? – Sie nennt den ORF-Beitrag eine Zwangssteuer und möchte den ORF selbst mit Steuergeld aus dem Budget finanzieren. Würde das die Finanzierung billiger machen? – Nein, natürlich nicht. Hätte es irgendeinen Vorteil für die Menschen? – Nein, natürlich nicht. Im Gegenteil: Die Gebührenbefreiung für niedrige Einkommen wäre dann zum Beispiel nicht gegeben. Das wäre natürlich sozial weniger gerecht, aber um den sogenannten kleinen Mann, wie die Freiheitliche Partei das so gerne ausdrückt (Abg. Belakowitsch: Sie haben auch überhaupt keine Ahnung, ... reden, oder?), oder die kleine Frau – das sagt sie weniger oft – geht es der FPÖ ja bekanntlich nicht.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Dafür müsste sie den öffentlich-rechtlichen Auftrag im Gesetz bis zur Unkenntlichkeit umkrempeln. Was bedeutet das eigentlich? – Viele Inhalte würden komplett aus der österreichischen Medienlandschaft verschwinden, weil sie sich nicht kommerziell verwerten lassen. (Abg. Hafenecker: ... Beispiel?) Das wäre das Aus für ein vielfältiges Kulturprogramm, für Bildungsinhalte (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), für Sendungen in den Volksgruppensprachen oder barrierefreie Information. Und dass die FPÖ bei kritischer Satire schon gar keinen Spaß versteht, das musste Peter Klien bei ihrem Oktoberfest am eigenen Leib spüren. (Abg. Amesbauer: Mah!) So weit ist es schon gekommen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Falsch!
Deswegen ist es ja auch endlich Zeit, dass wir dieses Sky Shield bekommen. Es sind jetzt alle für Sky Shield – auch die Schweizer – außer der FPÖ, denn die FPÖ will ja, dass wir uns an Putin ausliefern – Sie müssen das ja, weil Sie den Vertrag haben, und deswegen stellen Sie auch immer wieder Anträge, die genau so formuliert sind, wie Putin das will. (Abg. Belakowitsch: Falsch!)
Abg. Belakowitsch: Das sieht man eh in der Ukraine!
Meine Damen und Herren, die Europäische Union hat uns in den letzten 30 Jahren – mehr als 30 Jahren – nicht nur wirtschaftlichen Wohlstand, sondern vor allem auch ein friedliches Zusammenleben gebracht. (Abg. Belakowitsch: Das sieht man eh in der Ukraine!) Die EU war so erfolgreich, dass wir uns an eine friedliche Konfliktlösung gewöhnt haben, nämlich eine Konfliktlösung, die auf Konsens und auf Kompromiss aufgebaut ist.
Abg. Belakowitsch: Als Grüne täte ich das Wort ... nicht in den Mund nehmen!
Das gemeinsame Europa ist als Friedensunion gegründet worden und bildet das Gegenmodell zu Diktatur, zu Krieg, zu Tyrannei. Unter der Europafahne sind wir geschützt!, hört man LGBTIQ-plus-Personen bei Prides in Polen und Ungarn oft sagen. Gerade auch die Umsetzung von Grundrechten und Gleichstellung, der Kampf gegen Gewalt gegen Frauen (Abg. Belakowitsch: Als Grüne täte ich das Wort ... nicht in den Mund nehmen!) und die Bildung einer Sozialunion sind wesentlich für das Sicherheitsniveau der Bürger und Bürgerinnen. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Brandstätter.)
Abg. Belakowitsch: Was?
Wir leben aber in Österreich natürlich keinesfalls auf der Insel der Seligen und müssen uns daher auch dafür einsetzen, unsere Demokratie und Verfassung vor Gefahren, zum Beispiel von Klubobmann Kickl (Abg. Belakowitsch: Was?), zu sichern und zu schützen, denn sie bilden das Fundament unseres Lebens und auch unserer Gesellschaftsstruktur. (Abg. Stögmüller: Die Verfassung muss geschützt werden!) Latente Sicherheitsbedrohungen stellen aber auch Herausforderungen auf nationaler Ebene dar, die wir alleine nicht lösen können. (Abg. Belakowitsch: Sie ist eine Lehrerin!) Um diesen Bedrohungsszenarien entgegenwirken zu können, braucht es ein modernes, ein schlagkräftiges und bestens ausgerüstetes österreichisches Bundesheer. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Sie ist eine Lehrerin!
Wir leben aber in Österreich natürlich keinesfalls auf der Insel der Seligen und müssen uns daher auch dafür einsetzen, unsere Demokratie und Verfassung vor Gefahren, zum Beispiel von Klubobmann Kickl (Abg. Belakowitsch: Was?), zu sichern und zu schützen, denn sie bilden das Fundament unseres Lebens und auch unserer Gesellschaftsstruktur. (Abg. Stögmüller: Die Verfassung muss geschützt werden!) Latente Sicherheitsbedrohungen stellen aber auch Herausforderungen auf nationaler Ebene dar, die wir alleine nicht lösen können. (Abg. Belakowitsch: Sie ist eine Lehrerin!) Um diesen Bedrohungsszenarien entgegenwirken zu können, braucht es ein modernes, ein schlagkräftiges und bestens ausgerüstetes österreichisches Bundesheer. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Ja, Österreich!
Im weltweit größten Datensatz zur Demokratie wird von der Universität Göteborg aufgezeigt, dass im vergangenen Jahrzehnt über 40 Länder autokratischer geworden sind. Die Fortschritte in der weltweiten Entwicklung der Demokratie in den vorangegangenen drei Jahrzehnten sind wieder weg. Erstmals seit über 20 Jahren gibt es mehr geschlossene Autokratien als liberale Demokratien. 42 Länder sind im vergangenen Jahrzehnt autokratischer geworden. (Abg. Belakowitsch: Ja, Österreich!) Die machen zusammen 43 Prozent der Weltbevölkerung aus.
Abg. Belakowitsch: Aber fossile Diktatur geht? Ja, dann ist es ja eh klar! Fossile Diktatur ist gut, die Ökodiktatur ist böse! – Abg. Hafenecker: Fossile Diktatur geht, Frau Präsident?
Präsidentin Doris Bures: Frau Abgeordnete Fürst, für den Ausdruck: sie wollen „eine Ökodiktatur errichten“, erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Abg. Belakowitsch: Aber fossile Diktatur geht? Ja, dann ist es ja eh klar! Fossile Diktatur ist gut, die Ökodiktatur ist böse! – Abg. Hafenecker: Fossile Diktatur geht, Frau Präsident?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Nun hat der Generalsekretär der Freiheitlichen Partei Österreichs, Herr Hafenecker, ohne Not, ohne gefragt worden zu sein, diesen Herren und Menschen letztlich zugestimmt, sie verteidigt, diese wahnwitzigen Ideen verteidigt. Er nennt diese Herrenmenschen „patriotische Politiker“, er nennt diese Ideen „unsere Pflicht“. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Darauf, meine Damen und Herren, gibt es nur eine klare Antwort: Nein!
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Salzmann. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Wenn Sie Derartiges wollen, die Vertreibung von Millionen Menschen, selbst jene deutscher und österreichischer Staatsbürgerschaft, aus Deutschland und Österreich, dann müssen Sie an uns vorbei. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Salzmann. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Das hat sie aber nicht gesagt! – Abg. Hafenecker: Außer beim Kollegen Reimon! Das ist ja genau der Punkt!
Ich mache noch einmal darauf aufmerksam – da alle Abgeordneten hier im Haus auf die österreichische Bundesverfassung und damit auf unser politisches System und die Demokratie angelobt sind und diese Gelöbnisformel ausgesprochen haben –, wenn ganz konkret Abgeordneten im Haus vorgeworfen beziehungsweise unterstellt wird, sie würden eine Diktatur errichten, dass ich auch in Zukunft einen Ordnungsruf erteilen werde. (Abg. Belakowitsch: Das hat sie aber nicht gesagt! – Abg. Hafenecker: Außer beim Kollegen Reimon! Das ist ja genau der Punkt!)
Abg. Belakowitsch: Das ist jetzt eine billige Ausrede! – Abg. Hafenecker: Und der Kollege Reimon, bitte? – Abg. Belakowitsch: Er hat gesagt, ...! – Abg. Hafenecker: Schauen Sie noch einmal ins Protokoll von mir aus! – Abg. Belakowitsch: Lassen Sie sich beide ...!
Aber wir können das in der Präsidialkonferenz gerne diskutieren. (Abg. Belakowitsch: Das ist jetzt eine billige Ausrede! – Abg. Hafenecker: Und der Kollege Reimon, bitte? – Abg. Belakowitsch: Er hat gesagt, ...! – Abg. Hafenecker: Schauen Sie noch einmal ins Protokoll von mir aus! – Abg. Belakowitsch: Lassen Sie sich beide ...!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Was bringt dieses Gesetz? – Dieses Gesetz bringt mir, und ich bin eine Nutznießerin als Bürgermeisterinanwärterin, als Vizebürgermeisterin, den Vorteil (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen – Oh-Rufe bei der SPÖ – Zwischenruf des Abg. Eßl – Zwischenrufe bei den NEOS), dass ich die Verpflichtung habe, alles auf der Informationsebene zu veröffentlichen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), wenn dem nicht irgendeine Geheimhaltung entgegensteht. Ich habe das
Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Fürst
dreht (Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Fürst) und die Umfragen, an denen Sie immer schnuppern und an denen Sie sich ergötzen, sich nicht so entwickeln. Es geht etwas nach unten, wie man merkt. Das Prädikat Volkskanzler, das Sie so gerne verwenden – ich kann mich an Plenarsitzungen erinnern, in denen jeder Abgeordnete fünfmal Volkskanzler gesagt hat – (Abg. Lausch: ... Funktionäre von euch ...!), sagt ihr jetzt gar nicht mehr, weil ihr wisst, niemand will diesen Volkskanzler und schon gar nicht Kickl. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Entlastung? – Ruf bei der FPÖ: Die CO2-Steuer!
Die Bevölkerung sieht es ja wie wir, es stellt sich überhaupt nicht die Frage, wann gewählt wird. Die Bürgerinnen und Bürger lehnen diese Wahlen ab, sie wollen keine Neuwahlen. Es geht vielmehr darum, wohin die Reise geht und wohin sich Österreich entwickelt. Ich möchte gar nicht aufzählen, was die Erfolge der Regierung in den letzten Jahren waren: Wir haben ein großes Projekt dieser Regierung, die ökosoziale Steuerreform, die Entlastung der Österreicherinnen und Österreicher (Abg. Kaniak: ... CO2-Bepreisung!), die Abschaffung der kalten Progression umgesetzt, das wird auch international gesehen. (Abg. Belakowitsch: Entlastung? – Ruf bei der FPÖ: Die CO2-Steuer!) Zum Beispiel wurde ganz bezeichnend gerade heute Finanzminister Brunner mit dem
Abg. Belakowitsch: ... aber ihr werdet das machen, ...!
Sicherheit gewährleisten wir, indem wir Maßnahmen umsetzen, und nicht indem wir – wie ihr das immer macht – große Sprüche klopfen. Als Kickl Innenminister war, hat er überhaupt nichts zustande gebracht, außer den Verfassungsschutz zu zerstören (Abg. Belakowitsch: ... aber ihr werdet das machen, ...!) und sich auf ein Ross zu setzen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Ja, haben wir, Gott sei Dank! Gut! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Sie haben bei allem dagegengestimmt. Ein gewisses Muster ist da erkennbar. Genauso haben Sie gegen sämtliche Klimaschutzgesetze, gegen sämtliche Gesetze, die wir hier beschlossen haben, wie das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz zur Förderung von heimischen erneuerbaren Energien, gestimmt. (Abg. Belakowitsch: Ja, haben wir, Gott sei Dank! Gut! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie wollen das nicht. Inhaltlich wollen Sie es nicht. (Abg. Belakowitsch: Völlig richtig!) Die Antikorruptionsgesetze wollen Sie natürlich nicht, weil Sie ein massives Korruptionsproblem haben – jedes Mal, wenn Sie in der Regierung waren, haben wir das eindrucksvoll bewiesen bekommen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Steger. – Abg. Belakowitsch: Was denn? Was habt ihr denn bewiesen gekriegt?)
Abg. Belakowitsch: Völlig richtig!
Sie haben bei allem dagegengestimmt. Ein gewisses Muster ist da erkennbar. Genauso haben Sie gegen sämtliche Klimaschutzgesetze, gegen sämtliche Gesetze, die wir hier beschlossen haben, wie das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz zur Förderung von heimischen erneuerbaren Energien, gestimmt. (Abg. Belakowitsch: Ja, haben wir, Gott sei Dank! Gut! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie wollen das nicht. Inhaltlich wollen Sie es nicht. (Abg. Belakowitsch: Völlig richtig!) Die Antikorruptionsgesetze wollen Sie natürlich nicht, weil Sie ein massives Korruptionsproblem haben – jedes Mal, wenn Sie in der Regierung waren, haben wir das eindrucksvoll bewiesen bekommen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Steger. – Abg. Belakowitsch: Was denn? Was habt ihr denn bewiesen gekriegt?)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Steger. – Abg. Belakowitsch: Was denn? Was habt ihr denn bewiesen gekriegt?
Sie haben bei allem dagegengestimmt. Ein gewisses Muster ist da erkennbar. Genauso haben Sie gegen sämtliche Klimaschutzgesetze, gegen sämtliche Gesetze, die wir hier beschlossen haben, wie das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz zur Förderung von heimischen erneuerbaren Energien, gestimmt. (Abg. Belakowitsch: Ja, haben wir, Gott sei Dank! Gut! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie wollen das nicht. Inhaltlich wollen Sie es nicht. (Abg. Belakowitsch: Völlig richtig!) Die Antikorruptionsgesetze wollen Sie natürlich nicht, weil Sie ein massives Korruptionsproblem haben – jedes Mal, wenn Sie in der Regierung waren, haben wir das eindrucksvoll bewiesen bekommen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Steger. – Abg. Belakowitsch: Was denn? Was habt ihr denn bewiesen gekriegt?)
Abg. Belakowitsch: Das machen Sie, glaube ich!
Neben dieser inhaltlichen Ebene gibt es aber auch noch eine andere: Sie bauen eine Parallelwelt auf (Abg. Belakowitsch: Das machen Sie, glaube ich!), fern von allen Fakten. Sie haben kein Interesse an einer konstruktiven Debatte hier und an irgendwelchen konstruktiven Lösungen. Sie haben überhaupt kein Interesse daran, gesellschaftliche Probleme zu lösen. Die Spitze des Eisbergs ist dann Kollege Hauser, der auf Pressekonferenzen erzählt, dass die Weltgesundheitsorganisation eine Organisation ist, die die Weltherrschaft an sich reißen will. (Heiterkeit der Abg. Voglauer. – Abg. Strasser: Der Herr Kickl glaubt das auch!) Es wäre eigentlich unglaublich lustig, wenn er nicht ein Abgeordneter dieses Hauses wäre, der eigentlich auch Verantwortung trägt. Von Ihnen
Abg. Belakowitsch: Oje, oje!
Als noch ausständiges Projekt – sein Lieblingsprojekt, sagt er, er möchte es unbedingt noch umsetzen – nennt Vizekanzler Kogler heute die Maßnahmen gegen die Krise der Bauwirtschaft mittels Initiativen im sozialen und ökologischen Wohnbau. (Abg. Belakowitsch: Oje, oje!) Bitte nicht! Lassen Sie die Baubranche in Ruhe, die hat es schon schwer genug! Lasst sie in Ruhe mit euren Auflagen, ihr ruiniert alles! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Voglauer: Ende der Rede!) Die Wohnungen, die gebaut werden, können sich die Leute aufgrund eurer Politik ohnehin nicht mehr leisten.
Sitzung Nr. 252
Abg. Belakowitsch: Sie haben uns eingeschränkt!
Aus Krisen können wir auch viel lernen. Ich habe mir das überlegt: Die Coronakrise zum Beispiel hatte auch sehr viel mit dem Thema Inklusion und Selbstbestimmung zu tun. Da waren wir auf einmal alle in unserer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. (Abg. Belakowitsch: Sie haben uns eingeschränkt!) Wir konnten nicht dorthin gehen, wo wir wollten (Abg. Belakowitsch: Sie haben das gemacht, Sie haben uns eingeschränkt!), die Cafés und Restaurants waren tabu, es war gewissermaßen eine kollektive Erfahrung von Behinderung. (Abg. Belakowitsch: Aha! Interessant ..., das waren die Maßnahmen dieser Bundesregierung!)
Abg. Belakowitsch: Sie haben das gemacht, Sie haben uns eingeschränkt!
Aus Krisen können wir auch viel lernen. Ich habe mir das überlegt: Die Coronakrise zum Beispiel hatte auch sehr viel mit dem Thema Inklusion und Selbstbestimmung zu tun. Da waren wir auf einmal alle in unserer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. (Abg. Belakowitsch: Sie haben uns eingeschränkt!) Wir konnten nicht dorthin gehen, wo wir wollten (Abg. Belakowitsch: Sie haben das gemacht, Sie haben uns eingeschränkt!), die Cafés und Restaurants waren tabu, es war gewissermaßen eine kollektive Erfahrung von Behinderung. (Abg. Belakowitsch: Aha! Interessant ..., das waren die Maßnahmen dieser Bundesregierung!)
Abg. Belakowitsch: Aha! Interessant ..., das waren die Maßnahmen dieser Bundesregierung!
Aus Krisen können wir auch viel lernen. Ich habe mir das überlegt: Die Coronakrise zum Beispiel hatte auch sehr viel mit dem Thema Inklusion und Selbstbestimmung zu tun. Da waren wir auf einmal alle in unserer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. (Abg. Belakowitsch: Sie haben uns eingeschränkt!) Wir konnten nicht dorthin gehen, wo wir wollten (Abg. Belakowitsch: Sie haben das gemacht, Sie haben uns eingeschränkt!), die Cafés und Restaurants waren tabu, es war gewissermaßen eine kollektive Erfahrung von Behinderung. (Abg. Belakowitsch: Aha! Interessant ..., das waren die Maßnahmen dieser Bundesregierung!)
Abg. Belakowitsch: Na, falsch!
Dann kamen auch die Demonstrationen. (Abg. Belakowitsch: Na, falsch!) – Ja, dann kamen die Demonstrationen, in denen es hieß: Was ist mit unseren Grundrechten? Was ist mit der Versammlungsfreiheit? – Wo aber waren Sie? Sie sind dann immer sehr still, wenn es um Grundrechte und Freiheiten für Menschen mit Behinderung geht. (Abg. Belakowitsch: Ach so! Glauben Sie das wirklich? Was reden Sie da überhaupt, haben Sie überhaupt eine Ahnung?) Als es um die körperliche Integrität im Zusammenhang mit der Impfung ging, da waren Sie ganz laut. (Abg. Belakowitsch: Ja!) Es ist aber so, dass man nur dann, wenn es einen selbst betrifft, laut ist, aber wenn es die anderen betrifft, nicht. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Diese Frage habe ich mir da schon sehr oft gestellt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Ach so! Glauben Sie das wirklich? Was reden Sie da überhaupt, haben Sie überhaupt eine Ahnung?
Dann kamen auch die Demonstrationen. (Abg. Belakowitsch: Na, falsch!) – Ja, dann kamen die Demonstrationen, in denen es hieß: Was ist mit unseren Grundrechten? Was ist mit der Versammlungsfreiheit? – Wo aber waren Sie? Sie sind dann immer sehr still, wenn es um Grundrechte und Freiheiten für Menschen mit Behinderung geht. (Abg. Belakowitsch: Ach so! Glauben Sie das wirklich? Was reden Sie da überhaupt, haben Sie überhaupt eine Ahnung?) Als es um die körperliche Integrität im Zusammenhang mit der Impfung ging, da waren Sie ganz laut. (Abg. Belakowitsch: Ja!) Es ist aber so, dass man nur dann, wenn es einen selbst betrifft, laut ist, aber wenn es die anderen betrifft, nicht. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Diese Frage habe ich mir da schon sehr oft gestellt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Ja!
Dann kamen auch die Demonstrationen. (Abg. Belakowitsch: Na, falsch!) – Ja, dann kamen die Demonstrationen, in denen es hieß: Was ist mit unseren Grundrechten? Was ist mit der Versammlungsfreiheit? – Wo aber waren Sie? Sie sind dann immer sehr still, wenn es um Grundrechte und Freiheiten für Menschen mit Behinderung geht. (Abg. Belakowitsch: Ach so! Glauben Sie das wirklich? Was reden Sie da überhaupt, haben Sie überhaupt eine Ahnung?) Als es um die körperliche Integrität im Zusammenhang mit der Impfung ging, da waren Sie ganz laut. (Abg. Belakowitsch: Ja!) Es ist aber so, dass man nur dann, wenn es einen selbst betrifft, laut ist, aber wenn es die anderen betrifft, nicht. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Diese Frage habe ich mir da schon sehr oft gestellt. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Dann kamen auch die Demonstrationen. (Abg. Belakowitsch: Na, falsch!) – Ja, dann kamen die Demonstrationen, in denen es hieß: Was ist mit unseren Grundrechten? Was ist mit der Versammlungsfreiheit? – Wo aber waren Sie? Sie sind dann immer sehr still, wenn es um Grundrechte und Freiheiten für Menschen mit Behinderung geht. (Abg. Belakowitsch: Ach so! Glauben Sie das wirklich? Was reden Sie da überhaupt, haben Sie überhaupt eine Ahnung?) Als es um die körperliche Integrität im Zusammenhang mit der Impfung ging, da waren Sie ganz laut. (Abg. Belakowitsch: Ja!) Es ist aber so, dass man nur dann, wenn es einen selbst betrifft, laut ist, aber wenn es die anderen betrifft, nicht. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Diese Frage habe ich mir da schon sehr oft gestellt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Wissen Sie eigentlich, was Sie da reden?! Denken Sie manchmal nach, ... Sie reden?
Sie waren auch recht still, als es darum ging, dass Menschen mit Behinderung Assistenz bekommen (Abg. Belakowitsch: Wissen Sie eigentlich, was Sie da reden?! Denken Sie manchmal nach, ... Sie reden?), damit sie ein Restaurant besuchen und dort zum WC können. Dann hieß es eher: Sollen sie doch Windeln tragen, ein Katheter soll angesetzt werden! (Abg. Belakowitsch: Wer sagt das?!) Also das kam – eher von dieser Richtung (in Richtung FPÖ) – sehr oft. (Abg. Belakowitsch: Sagen Sie einmal, geht es Ihnen überhaupt noch?!)
Abg. Belakowitsch: Wer sagt das?!
Sie waren auch recht still, als es darum ging, dass Menschen mit Behinderung Assistenz bekommen (Abg. Belakowitsch: Wissen Sie eigentlich, was Sie da reden?! Denken Sie manchmal nach, ... Sie reden?), damit sie ein Restaurant besuchen und dort zum WC können. Dann hieß es eher: Sollen sie doch Windeln tragen, ein Katheter soll angesetzt werden! (Abg. Belakowitsch: Wer sagt das?!) Also das kam – eher von dieser Richtung (in Richtung FPÖ) – sehr oft. (Abg. Belakowitsch: Sagen Sie einmal, geht es Ihnen überhaupt noch?!)
Abg. Belakowitsch: Sagen Sie einmal, geht es Ihnen überhaupt noch?!
Sie waren auch recht still, als es darum ging, dass Menschen mit Behinderung Assistenz bekommen (Abg. Belakowitsch: Wissen Sie eigentlich, was Sie da reden?! Denken Sie manchmal nach, ... Sie reden?), damit sie ein Restaurant besuchen und dort zum WC können. Dann hieß es eher: Sollen sie doch Windeln tragen, ein Katheter soll angesetzt werden! (Abg. Belakowitsch: Wer sagt das?!) Also das kam – eher von dieser Richtung (in Richtung FPÖ) – sehr oft. (Abg. Belakowitsch: Sagen Sie einmal, geht es Ihnen überhaupt noch?!)
Abg. Hauser: Ja, sie hat uns eingesperrt ...! – Abg. Belakowitsch: Unglaublich ...!
Wie gesagt: Die Regierung hat wesentliche Schritte gesetzt (Abg. Hauser: Ja, sie hat uns eingesperrt ...! – Abg. Belakowitsch: Unglaublich ...!), so nimmt der Bund zum Beispiel 100 Millionen Euro in die Hand, um persönliche Assistenz außerhalb des Arbeitsplatzes mit den Ländern kozufinanzieren. Dadurch können Menschen mit Behinderung selbst entscheiden, wer sie wo und wie unterstützt – in der Wohnung, beim Kinobesuch, an ihrem Feierabend. Das ist Selbstbestimmung, das ist Inklusion! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Falsch!
Wir haben seit dem 1. März 2023 eine Verwaltungsvereinfachung umgesetzt, Herr Minister, wobei es jetzt so ist, dass die Daten aus dem Behindertenpass – einmalig erfasst – reichen; man muss eben nicht jedes Jahr wieder neue Daten bringen. (Abg. Belakowitsch: Falsch!)
Abg. Belakowitsch: Na ja!
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eines ist für mich schwer verständlich: Alle Parteienvertreter haben hier klargemacht, dass niemand die Neutralität in Österreich infrage stellt. (Abg. Belakowitsch: Na ja!) Wer das immer wieder versucht (Abg. Belakowitsch: Na ja!), ist die Freiheitliche Partei. (Abg. Belakowitsch: Für euch ist das ...! – Zwischenruf des Abg. Wurm.) – Sie sagen Nein. Ich sage Ihnen etwas: Wenn jemand unsere Neutralität infrage stellt, dann sind Sie es! (Abg. Wurm: Aha!) Ich werde Ihnen jetzt sagen, warum. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Na ja!
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eines ist für mich schwer verständlich: Alle Parteienvertreter haben hier klargemacht, dass niemand die Neutralität in Österreich infrage stellt. (Abg. Belakowitsch: Na ja!) Wer das immer wieder versucht (Abg. Belakowitsch: Na ja!), ist die Freiheitliche Partei. (Abg. Belakowitsch: Für euch ist das ...! – Zwischenruf des Abg. Wurm.) – Sie sagen Nein. Ich sage Ihnen etwas: Wenn jemand unsere Neutralität infrage stellt, dann sind Sie es! (Abg. Wurm: Aha!) Ich werde Ihnen jetzt sagen, warum. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Für euch ist das ...! – Zwischenruf des Abg. Wurm.
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eines ist für mich schwer verständlich: Alle Parteienvertreter haben hier klargemacht, dass niemand die Neutralität in Österreich infrage stellt. (Abg. Belakowitsch: Na ja!) Wer das immer wieder versucht (Abg. Belakowitsch: Na ja!), ist die Freiheitliche Partei. (Abg. Belakowitsch: Für euch ist das ...! – Zwischenruf des Abg. Wurm.) – Sie sagen Nein. Ich sage Ihnen etwas: Wenn jemand unsere Neutralität infrage stellt, dann sind Sie es! (Abg. Wurm: Aha!) Ich werde Ihnen jetzt sagen, warum. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Gut so! Gut, dass Sie uns recht geben!
Das heißt, Sie mögen Ihre Feindbilder pflegen und Ihren Freundschaftsvertrag mit Putin aufrechterhalten (Zwischenrufe bei Grünen und NEOS), aber wir sehen Freunde in der Europäischen Union – das ist ein fundamentaler Unterschied zu Ihnen, ich gebe Ihnen recht. (Abg. Belakowitsch: Gut so! Gut, dass Sie uns recht geben!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Da sind wir froh!
Daher ist für uns von der ÖVP klar: Wir verwenden die vollständige Paarform und geschlechtsneutrale Formulierungen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Da sind wir froh!)
Abg. Belakowitsch: Ja, gut ist es!
Sehr geehrte Damen und Herren! Die Debatten über das Gendern oder das Antigendern, wie es im Volksbegehren gefordert wird, kommen für uns nicht überraschend, nein, diese Debatten begleiten uns, seitdem darüber diskutiert wird, ob Frauen oder andere Geschlechter in Schrift und Sprache sichtbar und hörbar gemacht werden sollen. Ich erinnere beispielsweise an die emotional geführte Debatte darüber, ob auch die großen Töchter Platz in unserer Bundeshymne haben oder ob ausschließlich die großen Söhne weiter besungen werden sollen. Ja, diese Debatten werden immer sehr populistisch und polarisierend geführt. In Niederösterreich, ich erinnere daran, war vor allem eine der wichtigsten Forderungen des Koalitionspaktes zwischen FPÖ und ÖVP, das Binnen-I aus den offiziellen Dokumenten zu verbannen. (Abg. Belakowitsch: Ja, gut ist es!)
Abg. Belakowitsch: Das ist ja ein Volksbegehren, Frau Kollegin! Sie reden sogar zu dem Volksbegehren!
Als grüne Frauensprecherin wundere ich mich schon sehr über Schrödingers Genderwahn der Rechten und auch von so manchen Konservativen. Sie beklagen in Dauerschleife – es ist wie bei „Und täglich grüßt das Murmeltier“ –, wie unwichtig denn nicht das Gendern sei, und gleichzeitig machen sie es ständig zum Thema. Permanent machen sie das zum Thema! (Abg. Belakowitsch: Das ist ja ein Volksbegehren, Frau Kollegin! Sie reden sogar zu dem Volksbegehren!)
Abg. Belakowitsch: Völlig richtig!
Da steht drinnen, die Sprache solle nicht verfremdet, eingeschränkt oder verstümmelt werden. (Abg. Belakowitsch: Völlig richtig!) Sprachterror würde der Bevölkerung aufgezwungen werden. Verbot, Verbot: Verbietet das Gendern, verbietet geschlechtergerechte Sprache! Wir fürchten uns davor. –
Abg. Belakowitsch: Nein, die Klimakrise wollen wir nicht!
richtig am Herzen liegt. Man könnte ja glauben, dass wir in Zeiten wie diesen über die Teuerung, über den Ärzt:innenmangel oder die Klimakrise reden. (Abg. Belakowitsch: Nein, die Klimakrise wollen wir nicht!) Aber nein!
Abg. Belakowitsch: ... Prioritäten!
Geschätzte Kolleg:innen, was mich wirklich aufregt, ist etwas anderes: Vor zwei Wochen haben wir wieder einmal gesehen, wo die Prioritäten der Frauenministerin wirklich liegen. (Abg. Belakowitsch: ... Prioritäten!) Sie steckt nämlich lieber Ressourcen und Zeit in einen neuen Sprachleitfaden des Kanzleramtes, sie verbietet lieber Binnen-I und Genderstern, als sich um die echten Gleichstellungsfragen in Österreich, in unserem Land, zu kümmern.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Stecken Sie lieber endlich mehr Geld, mehr Ressourcen und vor allem mehr politischen Willen in den Kampf gegen Gewalt an Frauen! Das Gebot der Stunde ist ein Nationaler Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das wäre eigentlich Ihr Job, nicht peinlicher Kulturkampf vor den nächsten Wahlen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Sehr konsequent? ... konsequent die Tore auf!
Daher möchte ich auf die Fakten zu sprechen kommen: Wie sieht es denn in Österreich mit sogenannten Abschiebungen aus? Wie sieht es denn in Österreich mit Außerlandesbringungen aus? (Abg. Wurm: Schlecht! Schlecht! Schlecht!) Wenn wir auf das vergangene Jahr zurückblicken, Herr Wurm, sieht es nicht schlecht aus. (Abg. Wurm: Das hat man bei dem Afghanen gesehen!) Österreich ist dank Innenminister Karner und Bundeskanzler Nehammer sehr konsequent. (Abg. Belakowitsch: Sehr konsequent? ... konsequent die Tore auf!)
Abg. Belakowitsch: Wohin?
Im vorigen Jahr haben 12 600 Menschen Österreich verlassen müssen (Abg. Belakowitsch: Wohin?), weil sie einen negativen Aufenthaltsstatus hatten, weil sie zum Beispiel einen negativen Asylbescheid bekommen haben. 53 Prozent davon sind freiwillig gegangen, sie bekommen auch einige Anreize, um freiwillig zu gehen; 47 Prozent von diesen 12 600 Menschen – also in der Zahl 5 900 – wurden im Vorjahr mit einem großen Aufwand zwangsweise aus Österreich verabschiedet. (Abg. Belakowitsch: Ja, in ein anderes EU-Land!) Umgerechnet sind das pro Tag circa 20 Personen.
Abg. Belakowitsch: Ja, in ein anderes EU-Land!
Im vorigen Jahr haben 12 600 Menschen Österreich verlassen müssen (Abg. Belakowitsch: Wohin?), weil sie einen negativen Aufenthaltsstatus hatten, weil sie zum Beispiel einen negativen Asylbescheid bekommen haben. 53 Prozent davon sind freiwillig gegangen, sie bekommen auch einige Anreize, um freiwillig zu gehen; 47 Prozent von diesen 12 600 Menschen – also in der Zahl 5 900 – wurden im Vorjahr mit einem großen Aufwand zwangsweise aus Österreich verabschiedet. (Abg. Belakowitsch: Ja, in ein anderes EU-Land!) Umgerechnet sind das pro Tag circa 20 Personen.
Die Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch: Nein!
Weil Sie, meine geschätzten Damen und Herren der FPÖ, immer suggerieren, da passiert nichts: Es passiert sehr viel! (Die Abgeordneten Amesbauer und Belakowitsch: Nein!) Und von diesen 5 900, Herr Kollege Amesbauer, waren es 2 600 straffällige Menschen, die Österreich zwangsweise verlassen mussten. 2 600 straffällige Menschen (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Wurm), die einen negativen Aufenthaltsstatus hatten, mussten Österreich im Vorjahr zwangsweise verlassen beziehungsweise wurden sie zwangsweise
Abg. Belakowitsch: Und wie viele davon sind nach Afghanistan gegangen?
außer Landes geschafft. (Abg. Belakowitsch: Und wie viele davon sind nach Afghanistan gegangen?) Auch der Chef des BFA hat bei der Anhörung zum Volksbegehren ganz klar ausgesprochen: Die Außerlandesbringung von Straftätern hat höchste Priorität und wird in Österreich auch konsequent durchgezogen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Das heißt: Das, was Sie hier suggerieren, meine Damen und Herren der FPÖ, das ist ein Märchen. Im Vorjahr gab es im Übrigen 20 Prozent mehr Abschiebungen in Österreich als in den Jahren zuvor, also die Bundesregierung ist sehr wohl sehr aktiv, wenn es keinen positiven Aufenthaltsstatus gibt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), auch im heurigen Jahr. Im Jänner 2024 wurden beispielsweise weitere vier straffällige Nigerianer mit einem Frontex-Flug, gemeinsam mit Deutschland, in ihr Land zurückgebracht. Auch laut Österreichplan von Bundeskanzler Nehammer ist ein restriktives Management im Fremdenrecht ein absolutes Muss.
Abg. Belakowitsch: Super Präsident da drüben!
Ich sage Ihnen: Ganz im Gegenteil! Wenn in Amerika innerhalb eines Jahres 64 565 Frauen (Abg. Wurm: ... sollte man boykottieren!) – 64 565 Frauen! – nach Vergewaltigungen ungewollt schwanger geworden sind und der Staat ihnen verunmöglicht, diese ungewollten Schwangerschaften abzubrechen (Abg. Wurm: Der Biden! Präsident Biden!), dann sollte uns das alle nicht nur hoch emotionalisieren (Abg. Belakowitsch: Super Präsident da drüben!), sondern dann sollte das für uns hier in Österreich ein klarer Handlungsauftrag sein – für legale, für sichere Abbrüche in allen öffentlichen Spitälern. (Beifall bei Grünen und SPÖ.) Dafür werden wir Grüne uns und auch andere Fraktionen sich hier im Haus weiterhin einsetzen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kickl: Weiß das der Abgeordnete Kollross auch, was Selbstbestimmungsrecht der Frauen ist? Sind schon alle durch die Schulung! – Abg. Heinisch-Hosek: Das haben wir besprochen, ja! – Abg. Belakowitsch: Ja genau, habts besprochen ...! – Abg. Schroll: Machts euch keine Sorgen! Ihr braucht euch keine Sorgen machen!
Für uns ist klar, Selbstbestimmungsrecht von Frauen beginnt beim eigenen Körper – aus Prinzip, ganz klar. (Abg. Kickl: Weiß das der Abgeordnete Kollross auch, was Selbstbestimmungsrecht der Frauen ist? Sind schon alle durch die Schulung! – Abg. Heinisch-Hosek: Das haben wir besprochen, ja! – Abg. Belakowitsch: Ja genau, habts besprochen ...! – Abg. Schroll: Machts euch keine Sorgen! Ihr braucht euch keine Sorgen machen!) Offenbar gibt es hier mindestens zwei Parteien, die nicht unterstützen, dass Frauen ihre Rechte auch bekommen.
Abg. Wurm: Eine Selbstanklage, Frau Kollegin, wenn dem so sein sollte! – Abg. Belakowitsch: Falsch versorgt ...!
Wir wissen, dass in Österreich Frauen durchschnittlich älter als Männer werden, aber leider haben sie weniger gesunde Jahre. Frauen haben durchschnittlich 20 nicht gesunde Jahre, meist am Ende ihres Lebens – deutlich mehr als Männer. Man kann daher vermuten, Frauen werden schlechter oder falsch medizinisch versorgt; man kann es auch anders sagen: Frauen sind anders krank als Männer. (Abg. Wurm: Eine Selbstanklage, Frau Kollegin, wenn dem so sein sollte! – Abg. Belakowitsch: Falsch versorgt ...!) Leider interessiert das noch zu wenige Wissenschaftler, zu wenige Ärzte, zu wenige Menschen in diesem Land.
Abg. Belakowitsch: Schade eigentlich!
Bevor ich gleich auf zwei Themenkreise aus diesem Frauengesundheitsbericht eingehe, möchte ich vorab nur kurz gerne ein Thema anreißen beziehungsweise etwas zum Thema Abtreibung sagen, weil meine Vorrednerinnen auch dazu gesprochen haben. Ich möchte schon festhalten, dass es seit 50 Jahren die Fristenlösung (Ruf bei der SPÖ: Regelung!) gibt. Es wird immer so dargestellt, als würden wir an den Grundfesten dieser Regelung rütteln wollen, als würden wir in Richtung amerikanische Verhältnisse gehen wollen. Ich möchte das jetzt noch einmal ein für alle Mal ausräumen: Wir rütteln nicht an der Fristenlösung. (Abg. Belakowitsch: Schade eigentlich!) Wir haben nicht
Abg. Kickl: Was sollte man denn da tun? Das tät mich jetzt interessieren! – Abg. Belakowitsch: Digitaler Ordnungsruf!
Jetzt noch ganz kurz zu zwei Themen, die auch sehr wichtig sind – Kollegin Holzleitner hat es vorhin auch schon gesagt –: Das ist zum einen das Körper- und Selbstbild von Mädchen. Du hast schon sehr gut beschrieben, warum sich das aufgrund der sozialen Medien jetzt so verändert. Ich wollte nur noch ergänzen – ich finde es eigentlich schon fast absurd, liebe Kolleginnen und Kollegen –: Wo sind wir da mit dem Selbstbild von jungen Frauen eigentlich gelandet? Früher haben sich Frauen oft einmal von ihren Männern oder von ihren Freunden definieren lassen. Dann haben wir es geschafft, uns zu befreien und wirklich so zu sein, wie wir wollen, aber jetzt lassen sich junge Mädchen von den sozialen Medien definieren. Das halte ich für extrem schädlich und ich bin total bereit – ich glaube, wir alle –, da so schnell wie möglich etwas zu ändern, denn das kann es einfach nicht sein. (Abg. Heinisch-Hosek: Machen wir einen gemeinsamen Antrag, oder? Das wäre nicht schlecht!) Junge Mädchen und Frauen müssen so sein dürfen, wie sie sind, und sich in ihrem Körper wohlfühlen dürfen. (Abg. Kickl: Was sollte man denn da tun? Das tät mich jetzt interessieren! – Abg. Belakowitsch: Digitaler Ordnungsruf!)
Zwischenruf bei den NEOS. – Beifall von Bundesminister Rauch in Richtung NEOS. – Abg. Belakowitsch: Ein bissel mehr Respekt von der Regierungsbank könnte man sich schon erwarten! – Abg. Michael Hammer: Aber für so einen Unsinn braucht man nicht viel Respekt, oder?
Herr Minister, wieso gehen Sie auf diese Thematik nicht ein? Herr Minister, wieso (die genannte Tafel in Richtung Bundesminister Rauch haltend) interessiert Sie das nicht? Die Frauen draußen wären natürlich daran interessiert, zu wissen, wieso das so ist, aber Sie interessiert das nicht. Sie sprechen von einer fehlenden Datenlage. (Zwischenruf bei den NEOS. – Beifall von Bundesminister Rauch in Richtung NEOS. – Abg. Belakowitsch: Ein bissel mehr Respekt von der Regierungsbank könnte man sich schon erwarten! – Abg. Michael Hammer: Aber für so einen Unsinn braucht man nicht viel Respekt, oder?)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen sowie des Abg. Loacker. – Abg. Belakowitsch: Aber deines auch!
Abgeordneter Philip Kucher (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzter Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist schon schwer zu ertragen, sich dieses Geschwurbel von Herrn Hauser anhören zu müssen. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen sowie des Abg. Loacker. – Abg. Belakowitsch: Aber deines auch!)
Abg. Belakowitsch: ... trotz... geimpft!
Mir hat letzte Woche eine Ärztin, eine Gynäkologin, erzählt, dass eine 30-jährige Frau – die eine kleine Tochter hat – schwer an Gebärmutterhalskrebs erkrankt ist, der nicht mehr therapierbar ist (Abg. Belakowitsch: ... trotz... geimpft!), und dass das eine Krankheit ist, gegen die wir viel, viel machen könnten (Abg. Belakowitsch: Ja, sagen Sie einmal, dass die Impfung die Zahlen in die Höhe schnellen lässt!), der Länder wie Australien längst mit der HPV-Impfung gegengesteuert haben. Das sind die wahren Schicksale, die wir in Wahrheit erleben (Abg. Michael Hammer: 289 Impftote, die alle gestorben sind, hat er gesagt!), die Ärztinnen und Ärzte auch berichten – und Sie reden halt irgendetwas von Frauen im gebärfähigen Alter und bringen hier Ihre Schwurblerei vor. Es ist unerträglich, was Sie bringen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS.)
Abg. Belakowitsch: Ja, sagen Sie einmal, dass die Impfung die Zahlen in die Höhe schnellen lässt!
Mir hat letzte Woche eine Ärztin, eine Gynäkologin, erzählt, dass eine 30-jährige Frau – die eine kleine Tochter hat – schwer an Gebärmutterhalskrebs erkrankt ist, der nicht mehr therapierbar ist (Abg. Belakowitsch: ... trotz... geimpft!), und dass das eine Krankheit ist, gegen die wir viel, viel machen könnten (Abg. Belakowitsch: Ja, sagen Sie einmal, dass die Impfung die Zahlen in die Höhe schnellen lässt!), der Länder wie Australien längst mit der HPV-Impfung gegengesteuert haben. Das sind die wahren Schicksale, die wir in Wahrheit erleben (Abg. Michael Hammer: 289 Impftote, die alle gestorben sind, hat er gesagt!), die Ärztinnen und Ärzte auch berichten – und Sie reden halt irgendetwas von Frauen im gebärfähigen Alter und bringen hier Ihre Schwurblerei vor. Es ist unerträglich, was Sie bringen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS.)
Abg. Belakowitsch: Erzählen Sie einmal was von den Statistiken, von den Krebszahlen – nach der Impfung!
Es ist nämlich schon auch eine Frage des Respekts, ob man den Ärztinnen und Ärzten zuhört, ob man die Schicksale von Menschen wahrnimmt oder nicht. (Abg. Belakowitsch: Erzählen Sie einmal was von den Statistiken, von den Krebszahlen – nach der Impfung!) Das ist leider die neue Linie der FPÖ. Das passt zu eurer Linie in der Gesundheitspolitik. (Zwischenruf des Abg. Hauser.)
Abg. Belakowitsch: Die sozialdemokratische Vorgehensweise, ja!
Wir werden auch mehr Ärztinnen und Ärzte ausbilden müssen. Das sage nicht nur ich als Sozialdemokrat, sondern das ist eine Forderung aller Landesgesundheitsreferentinnen und -gesundheitsreferenten. Das fordert Landeshauptmann Drexler, er hat unsere Position inzwischen übernommen, auch Landeshauptfrau Mikl-Leitner hat unsere Position übernommen. (Abg. Michael Hammer: Aber der Doskozil nicht, oder?) Wir haben gerade nachgelesen, dass es eine Frau Dr. Juliane Bogner-Strauß gegeben hat, die als Gesundheitslandesrätin ebenfalls das sozialdemokratische Modell übernommen hat (Abg. Belakowitsch: Die sozialdemokratische Vorgehensweise, ja!) und gesagt hat (Abg. Belakowitsch: Die Todesengel, die ungeimpften Pfleger!), wir müssen in Österreich schrittweise die Zahl der Medizinstudienplätze verdoppeln. Das wäre eine wichtige Forderung.
Abg. Belakowitsch: Die Todesengel, die ungeimpften Pfleger!
Wir werden auch mehr Ärztinnen und Ärzte ausbilden müssen. Das sage nicht nur ich als Sozialdemokrat, sondern das ist eine Forderung aller Landesgesundheitsreferentinnen und -gesundheitsreferenten. Das fordert Landeshauptmann Drexler, er hat unsere Position inzwischen übernommen, auch Landeshauptfrau Mikl-Leitner hat unsere Position übernommen. (Abg. Michael Hammer: Aber der Doskozil nicht, oder?) Wir haben gerade nachgelesen, dass es eine Frau Dr. Juliane Bogner-Strauß gegeben hat, die als Gesundheitslandesrätin ebenfalls das sozialdemokratische Modell übernommen hat (Abg. Belakowitsch: Die sozialdemokratische Vorgehensweise, ja!) und gesagt hat (Abg. Belakowitsch: Die Todesengel, die ungeimpften Pfleger!), wir müssen in Österreich schrittweise die Zahl der Medizinstudienplätze verdoppeln. Das wäre eine wichtige Forderung.
Abg. Belakowitsch: Warum ist denn das so, Herr Kollege?
Mir tut es persönlich immer leid, wenn es jedes Jahr Tausende junge Menschen gibt, deren Traum es wäre, irgendwann einmal Menschenleben zu retten, die beim Roten Kreuz, beim Arbeiter-Samariter-Bund tätig sind, die sich dort ehrenamtlich engagieren, und man diesen jungen Menschen die Chance nicht geben möchte. (Abg. Belakowitsch: Warum ist denn das so, Herr Kollege?) Davor warne ich, weil – wie wir sehen, wenn wir uns heute die Altersstatistik ansehen – in Summe die Hälfte aller Kassenärztinnen und Kassenärzte über 55 Jahre alt sind und zu wenige junge Kolleginnen und Kollegen nachkommen.
Abg. Belakowitsch: Ja, wir schon! Wir schon! – Abg. Michael Hammer: Die haben keine! Die haben keine!
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ, insbesondere Kollege Hauser! Ihr wisst schon, welche Verantwortung ihr als Politikerinnen und Politiker in diesem Land habt (Abg. Belakowitsch: Ja, wir schon! Wir schon! – Abg. Michael Hammer: Die haben keine! Die haben keine!), und vor allem, welche Verantwortung ihr zu übernehmen habt, wenn langsam, aber sicher die Masernimpfrate nach unten geht und immer mehr Menschen in Österreich beispielsweise notwendige Impfungen gegen Krankheiten nicht mehr durchführen lassen. Ihr wisst schon, welche Verantwortung ihr habt, wenn Wissenschaftsfeindlichkeit in diesem Land um sich greift und wenn im Endeffekt die Menschen eher an Ivermectin (Abg. Amesbauer: Bla, bla, bla!) als an Medizin und Wissenschaft glauben. Ihr wisst schon, welche Verantwortung ihr habt – ihr! –, ganz konkret für jeden einzelnen dieser Fälle. (Abg. Kassegger: Lernkurve null! Null Lernkurve!)
Abg. Belakowitsch: Ja, ja, ja, ja, ja, ja!
Es gibt in Österreich aber zum Glück so etwas wie Wissenschafterinnen und Wissenschafter, die uns gute, evidenzbasierte Medizin liefern. (Abg. Belakowitsch: Ja, ja, ja, ja, ja, ja!) Dazu gehören eben auch Ärztinnen und Ärzte, und
Abg. Kassegger: Tun Sie nicht schwurbeln, Herr Kollege! Schauen Sie einmal ...! – Abg. Belakowitsch – in Richtung SPÖ –: In den „letzten 20, 30 Jahren“? Da würde ich mich wehren an eurer Stelle!
wir reformieren jetzt mit dem hier vorliegenden Gesetzentwurf die Ausbildung der Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner. Das ist – da widerspreche ich jetzt Kollegen Kucher – eben nicht eine für sich allein zu sehende Maßnahme, sondern es ist eine Maßnahme von vielen, die wir in den letzten Monaten gesetzt haben und mit denen wir versuchen, das marode gewordene Gesundheitswesen in Österreich zu reformieren, das Gesundheitswesen, das über 20, 30 Jahre hinweg eigentlich niemanden hier herinnen wirklich interessiert hat – außer die Freiheitlichen, wenn es darum gegangen ist, irgendwelche Pseudoreformen zu machen und vielleicht für sich selbst zu wirtschaften. (Abg. Wurm: Fakenews! Fakenews!) Ansonsten aber hat es in den letzten 20, 30 Jahren in diesem Haus leider Gottes wenig Aktivität gegeben, wenn es um den Reformbedarf im österreichischen Gesundheitswesen gegangen ist. (Abg. Kassegger: Tun Sie nicht schwurbeln, Herr Kollege! Schauen Sie einmal ...! – Abg. Belakowitsch – in Richtung SPÖ –: In den „letzten 20, 30 Jahren“? Da würde ich mich wehren an eurer Stelle!)
Abg. Belakowitsch: Schauen wir uns Wien an!
Schauen wir uns die Steiermark 2023 an (Abg. Belakowitsch: Schauen wir uns Wien an!), und wir sehen, dort ist es noch dramatischer: 14 000 Pflegeheimbetten, 3 000 nicht belegt, weil das Personal fehlt.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Bei euch aber auch nicht!
Der Rechnungshof bestätigt auch das Versagen der ÖVP und der FPÖ bei der Patientenmilliarde. Man hat den Patienten eine Milliarde genommen, anstatt sie ihnen zu geben. Das sind die Erfolge der Regierung seit 2017. Gesundheit und Pflege sind nicht die Stärke und nicht das Hauptanliegen der ÖVP und der FPÖ, das kommt da ganz klar zum Vorschein. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Bei euch aber auch nicht!)
Abg. Belakowitsch: Wer sagt das?
Diese Leermeldung der ÖVP wird ja von der FPÖ noch unterboten, indem man sagt: Ja, dann müssen halt die Leute in den Pflegeberufen mehr arbeiten. (Abg. Belakowitsch: Wer sagt das?) Macht mehr Stunden, macht mehr Überstunden, vielleicht machen wir die Überstunden noch steuerfrei. (Zwischenruf des Abg. Kucher.) Das geht nicht, dass man das Pflegepersonal noch mehr auspresst, als es jetzt schon passiert. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Sinnerfassend lesen ist in der SPÖ auch schon ...!
Der nächste Punkt: Pflege ist weiblich. 80 Prozent der Beschäftigten sind Frauen, die es jetzt nicht schaffen, ihre Pension aus diesem Beruf heraus anzutreten (Abg. Belakowitsch: Sinnerfassend lesen ist in der SPÖ auch schon ...!), und im Wissen, dass das Pensionsantrittsalter der Frauen ab 2024 schrittweise bis 2033 auf 65 Jahre steigen wird, werden es noch weniger Frauen schaffen. Ich glaube, diese psychischen und physischen Belastungen sind klar erwiesen. Je älter man in diesem Job wird, umso schwieriger wird es. Deswegen noch
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Was nicht passt, ist, dass man das in der Pflege nicht macht. In der Pflege gibt es den Ausbildungsbonus mit 600 Euro, zwölf Mal im Jahr, nicht dementsprechend sozialversichert, und die Fachhochschulbeiträge in der Höhe von 400 Euro pro Semester, also im Jahr 800 Euro, müssen die Studierenden auch noch selbst bezahlen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)
Abg. Belakowitsch: Ja, bitte nicht!
Bevor jetzt alle anderen wieder hier zum Rednerpult rauskommen, höre ich schon die erste Frage, die wahrscheinlich von den Regierungsparteien kommt: Was hat denn die SPÖ in ihrer Regierungsverantwortung in der Pflege alles gemacht? Diese Frage wird kommen. Ich mache einen kleinen Geschichtsunterricht und sage euch das. (Abg. Belakowitsch: Ja, bitte nicht!)
Abg. Belakowitsch: Da fehlen ein paar!
2016: Anhebung des Pflegegelds: SPÖ-Bundesminister Alois Stöger. (Abg. Belakowitsch: Da fehlen ein paar!)
Abg. Belakowitsch: ... reduziert, zwei Mal sogar! Das hast du vergessen! Das hast du vergessen!
Das sind Maßnahmen – und das unterscheidet sie von euren Dingen –, die nicht befristet sind, die nachhaltig sind. (Abg. Belakowitsch: ... reduziert, zwei Mal sogar! Das hast du vergessen! Das hast du vergessen!) Das unterscheidet sie von euren Reformen. Das ist in Wirklichkeit aber sozialdemokratische Handschrift: nachhaltig, unbefristet beschlossen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Leichtfried: Das war eine ziemlich schlechte Rede! – Abg. Belakowitsch: Aber jetzt wird es noch schlimmer!
Zu Wort gemeldet ist Klubobmann Kucher. – Bitte. (Abg. Leichtfried: Das war eine ziemlich schlechte Rede! – Abg. Belakowitsch: Aber jetzt wird es noch schlimmer!)
Abg. Belakowitsch: 2 775, haben S‘ geschrieben!
Es gibt in Österreich inzwischen fast 3 000 gesperrte Betten (Abg. Belakowitsch: 2 775, haben S‘ geschrieben!), und das heißt ganz konkret, dass Leute nach Hause geschickt werden, weil die Betten einfach nicht da sind. Operationen müssen verschoben werden, weil das Pflegepersonal fehlt. Das sind menschliche Schicksale. Ein junger Notarzt hat mir erzählt, dass er mit einem reanimierten Patienten eine halbe Stunde auf ein freies Intensivbett warten musste. Das sind die konkreten Schicksale, das kann uns alle treffen.
Abg. Belakowitsch: Wer hat das eingeführt?
Wo ist die Ausbildungsoffensive? Wo geben wir den jungen Menschen die Chance, dass sie in der Pflege arbeiten können? Wo passiert denn da ganz konkret etwas? Wer kann denn bitte auf die Idee kommen, dass uns dasselbe, was Polizistinnen und Polizisten in Österreich kriegen – 2 300 Euro während der Ausbildung –, die Pflege nicht wert ist? (Abg. Gödl: Pflegelehre!) Warum stehen wir weiterhin vor der absurden Situation, dass wir dringend Menschen für die Pflege brauchen und die jungen Leute dann 800 Euro Studiengebühren pro Jahr zahlen müssen? Wie unsinnig ist das? Warum wird das nicht endlich abgeschafft? (Abg. Belakowitsch: Wer hat das eingeführt?) Das sind ganz reale Forderungen, die wir sofort umsetzen können.
Zwischenrufe der Abgeordneten Hafenecker und Belakowitsch.
nicht mehr können, gegeben hat, um den Pflegebereich in Zukunft zu stabilisieren: Dann hackelt halt mehr! Das ist die einzige Botschaft, die die Freiheitlichen den Pflegekräften in Österreich ausrichten. (Zwischenrufe der Abgeordneten Hafenecker und Belakowitsch.) Der Bundesparteivorsitzende, der immer vom kleinen Mann redet, ist nicht einmal da. (Zwischenruf bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch: War das die Zeit, wo ihr euch so angedirndlt habts?
Im Bereich der Pflege sind eigentlich die Länder mit den Gemeinden und ihren Verbänden, sofern sie da sind, zuständig, dennoch haben wir vor zwei Jahren – noch in der Coronaintensivphase – ein Maßnahmenbündel geschnürt, vor allem für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege, weil wir wissen, dass diese in der täglichen Arbeit natürlich auch einem besonderen Druck ausgesetzt sind. (Abg. Belakowitsch: War das die Zeit, wo ihr euch so angedirndlt habts?) Deshalb haben wir diesen Gehaltsbonus umgesetzt, den ihr
Abg. Hörl: Da hat er recht! – Abg. Belakowitsch: Stimmt!
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Herr Präsident! Tatsächliche Berichtigung: Klubobmann August Wöginger hat hier wortwörtlich behauptet, dass wir „mit falschen Zahlen“ hantieren. (Abg. Hörl: Da hat er recht! – Abg. Belakowitsch: Stimmt!) Es gibt mehr Personal, darum können unsere Zahlen nicht passen.
Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm. – Ruf bei der ÖVP: Aber es war trotzdem eine gute Rede! – Abg. Wurm: Ich sage nichts! Ich sage nichts!
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Geschätzte Zuschauerinnen und Zuschauer! Sie haben jetzt erlebt, wie Abgeordneter Koza nach 25 Jahren Gewerkschaftsmitgliedschaft draufkommt, dass die Gewerkschaft eigentlich eine rote Vorfeldorganisation und gar nicht überparteilich ist. (Heiterkeit und Beifall bei NEOS und FPÖ.) Dass er selber als grüner Gewerkschafter ja auch nicht wirklich überparteilich ist, muss man auch dazusagen. (Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm. – Ruf bei der ÖVP: Aber es war trotzdem eine gute Rede! – Abg. Wurm: Ich sage nichts! Ich sage nichts!)
Abg. Belakowitsch: Das ist jetzt eine Überraschung!
Abgeordneter Mag. Markus Koza (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Im Gegensatz zu Kollegin Fiedler bin ich ausgesprochen erfreut, dass wir heute dieses Gesetz beschließen (Abg. Belakowitsch: Das ist jetzt eine Überraschung!), weil es nämlich tatsächlich ein Gesetz ist, das die Qualität der Sozialarbeit absichert, das die Ausbildung in der Sozialarbeit absichert und das garantiert, dass sich Menschen, die von der Sozialarbeit abhängig sind – Klientinnen und Klienten aus vulnerablen Gruppen, mit denen Sozialarbeiter:innen sehr oft arbeiten –, darauf verlassen können, dass, wenn sie von Sozialarbeiter:innen und Sozialpädagog:innen betreut werden, unterstützt werden, wenn ihnen von diesen geholfen wird, die Qualität stimmt. Wenn diese den Titel Sozialarbeiter:in oder Sozialpädagog:in tragen, steckt dann nämlich eine entsprechende Ausbildung drinnen. Darum geht es, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Beifall der Abg. Belakowitsch. – Abg. Haubner: Sehr mangelnder Applaus!
Darauf zielt die Regelung ab, das ist die gesetzliche Bestimmung, die wir heute festlegen wollen, und das war, glaube ich, ein guter Weg, das gemeinsam – auf Initiative der Freiheitlichen – gemacht zu haben. (Beifall der Abg. Belakowitsch. – Abg. Haubner: Sehr mangelnder Applaus!)
Abg. Belakowitsch: Für die Betroffenen schon!
Abgeordneter Mag. Ernst Gödl (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine geschätzten Damen und Herren! Sie merken an der Länge der Reden, dass es sich um ein anscheinend nicht so großes Thema handelt. (Abg. Belakowitsch: Für die Betroffenen schon!) Trotzdem auch von meiner und von unserer Seite dazu ein paar Ausführungen: Ich rede jetzt nur zum Thema Bildungsbonus, Schulungszuschlag im Bereich des Sozialhilfe-Grundsatzgesetzes und möchte da ganz klar die Position unserer Fraktion darlegen. Sie haben sicher, nehme ich an, den Österreichplan von Bundeskanzler Karl Nehammer gelesen. Eines der Grundprinzipien, das wir da vorantragen, ist das Thema Leistung. Unser christlich-soziales Verständnis von einer Gesellschaft ist, dass jeder, der kann, seine Leistung in dem Sinne erbringt, dass er damit auch ein eigenes Einkommen erwirtschaften kann und auch möglicherweise das Auskommen für seine Familie, für seine Angehörigen verdienen kann.
Abg. Belakowitsch: Wird noch weiter steigen!
Was allerdings auffällig ist – und das wäre eine ganz große Bitte auch an alle Damen und Herren, die aus der Bundeshauptstadt Wien kommen –: Es zeigt sich da ein äußerst differenziertes Gefälle, nämlich ist die Zahl in acht Bundesländern – außer Wien – teilweise zurückgegangen oder konstant geblieben. Die Zahl der Mindestsicherungsbezieher in Wien ist in diesen zehn Jahren um 23 Prozent gestiegen. (Abg. Belakowitsch: Wird noch weiter steigen!) Ich denke, dass sich Wien das ganz genau anschauen muss: Was ist der Grund? Was sind die Gründe dafür, dass in Wien so viele Menschen in der Mindestsicherung sind, mehr denn je? (Abg. Belakowitsch: Illegale Migration! Illegale Migration, Herr Kollege!) Warum ist dieses Gefälle österreichweit so extrem groß, dass sich fast drei Viertel der Mindestsicherungsbezieher in der Stadt Wien befinden? (Abg. Loacker: Wenn ein Syrer herkommt, geht er nicht nach Kötschach-Mauthen! Das ist ja logisch!)
Abg. Belakowitsch: Illegale Migration! Illegale Migration, Herr Kollege!
Was allerdings auffällig ist – und das wäre eine ganz große Bitte auch an alle Damen und Herren, die aus der Bundeshauptstadt Wien kommen –: Es zeigt sich da ein äußerst differenziertes Gefälle, nämlich ist die Zahl in acht Bundesländern – außer Wien – teilweise zurückgegangen oder konstant geblieben. Die Zahl der Mindestsicherungsbezieher in Wien ist in diesen zehn Jahren um 23 Prozent gestiegen. (Abg. Belakowitsch: Wird noch weiter steigen!) Ich denke, dass sich Wien das ganz genau anschauen muss: Was ist der Grund? Was sind die Gründe dafür, dass in Wien so viele Menschen in der Mindestsicherung sind, mehr denn je? (Abg. Belakowitsch: Illegale Migration! Illegale Migration, Herr Kollege!) Warum ist dieses Gefälle österreichweit so extrem groß, dass sich fast drei Viertel der Mindestsicherungsbezieher in der Stadt Wien befinden? (Abg. Loacker: Wenn ein Syrer herkommt, geht er nicht nach Kötschach-Mauthen! Das ist ja logisch!)
Abg. Belakowitsch: Das glaube ich eh! Sie verstehen viel nicht!
Ganz ehrlich von meiner Seite: Ich kann diese emotionale Diskussion eigentlich gar nicht verstehen. (Abg. Belakowitsch: Das glaube ich eh! Sie verstehen viel nicht!) Es ist eine Erleichterung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Gemeinden sind eingebunden worden, sie haben zugestimmt. Es ist kein Muss, sondern es ist den Gemeinden so vorgegeben, dass sie es tun können, wenn sie es möchten. Sie können es anbieten, sie müssen es nicht anbieten. Ich glaube, das ist ein guter Zugang, und daher habe ich auch im Ausschuss um breite Zustimmung gebeten.
Abg. Belakowitsch: Massentests, Zwangsimpfungen ...!
Frau Belakowitsch hat davon gesprochen, dass es zahlreiche E-Card-Betrüge gab. Schauen wir uns das genauer an (Abg. Belakowitsch: Massentests, Zwangsimpfungen ...!): Laut Gebietskrankenkassa gab es in den letzten paar Jahren in Wien lediglich vier Fälle, in Tirol gab es in den letzten paar Jahren lediglich vier Fälle, im Burgenland beispielsweise gab es keinen einzigen Fall. Der groß behauptete Sozialbetrug hat sich also in Luft aufgelöst. (Abg. Belakowitsch: Na Gott sei Dank!)
Abg. Belakowitsch: Na Gott sei Dank!
Frau Belakowitsch hat davon gesprochen, dass es zahlreiche E-Card-Betrüge gab. Schauen wir uns das genauer an (Abg. Belakowitsch: Massentests, Zwangsimpfungen ...!): Laut Gebietskrankenkassa gab es in den letzten paar Jahren in Wien lediglich vier Fälle, in Tirol gab es in den letzten paar Jahren lediglich vier Fälle, im Burgenland beispielsweise gab es keinen einzigen Fall. Der groß behauptete Sozialbetrug hat sich also in Luft aufgelöst. (Abg. Belakowitsch: Na Gott sei Dank!)
Abg. Belakowitsch: Da reden wir von absurd viel Steuergeld ...!
Was ist vom sinnbefreiten FPÖ-Projekt geblieben, außer dass es uns absurd viel Steuergeld gekostet hat? (Abg. Belakowitsch: Da reden wir von absurd viel Steuergeld ...!) Da verstehe ich auch die SPÖ nicht, denn eine Saisonarbeitskraft aus Deutschland, die zum Beispiel auf einer Skihütte in Tirol arbeitet, muss dann nach Innsbruck zur Landespolizeidirektion fahren, um dort das E-Card-Foto zu machen. (Abg. Amesbauer: Na und?) Das Gleiche gilt auch für Skilehrer und Skilehrerinnen. (Abg. Belakowitsch: Ja und?) Das ist also eine komplett unnötige Schikane für dringend benötigtes Personal. (Abg. Wurm: Was du in Amerika alles machen musst, Barbara! Geh einmal in die USA, was du dort machen musst!)
Abg. Belakowitsch: Ja und?
Was ist vom sinnbefreiten FPÖ-Projekt geblieben, außer dass es uns absurd viel Steuergeld gekostet hat? (Abg. Belakowitsch: Da reden wir von absurd viel Steuergeld ...!) Da verstehe ich auch die SPÖ nicht, denn eine Saisonarbeitskraft aus Deutschland, die zum Beispiel auf einer Skihütte in Tirol arbeitet, muss dann nach Innsbruck zur Landespolizeidirektion fahren, um dort das E-Card-Foto zu machen. (Abg. Amesbauer: Na und?) Das Gleiche gilt auch für Skilehrer und Skilehrerinnen. (Abg. Belakowitsch: Ja und?) Das ist also eine komplett unnötige Schikane für dringend benötigtes Personal. (Abg. Wurm: Was du in Amerika alles machen musst, Barbara! Geh einmal in die USA, was du dort machen musst!)
Abg. Wurm: Das sind ja keine Gemeindebürger! – Abg. Belakowitsch: Das sind überhaupt keine Bürger!
Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten in Österreich wertvolle Arbeit und müssten zur Landespolizeidirektion fahren. Wir finden das unzumutbar. Warum sollten wir das Service nicht in unseren Gemeinden anbieten, wenn es möglich ist? Es versteht im Grunde genommen niemand, warum man diese E-Card-Antragstellung – die E-Card ist ja ein Lichtbildausweis; man weiß ja, dass man auch einen Pass bei der Gemeinde beantragen kann – nicht genauso bei der Gemeinde erledigen können soll, wie man dort einen Pass beantragen kann. (Abg. Wurm: Das sind ja keine Gemeindebürger! – Abg. Belakowitsch: Das sind überhaupt keine Bürger!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ich muss natürlich auch dazusagen, Herr Kollege Wurm, Frau Kollegin Belakowitsch – nach der Märchenstunde von euch beiden –: Ihr erzählt hier ein Märchen, das einfach faktisch nicht stimmt. Bleiben wir doch sachlich! Es geht doch darum, dass man diesen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Service möglichst nahe zur Verfügung stellt, und das wollen wir damit machen. (Abg. Wurm: Es geht um die Kontrolle, kein Service!) Das ist einfach ein Bürgerservice, das man ihnen zur Verfügung stellt. Der Ausweis wird ja nach wie vor von der Landespolizeidirektion ausgestellt. Es wird ihnen nur das Service angeboten, damit sie nicht so weit fahren müssen, um die Antragstellung zu erledigen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir unterstützen natürlich alle, die bei uns wichtige Arbeit leisten. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Neßler. – Abg. Belakowitsch: Jetzt muss der Sozialbetrüger auch noch einen weiten Weg fahren!)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Neßler. – Abg. Belakowitsch: Jetzt muss der Sozialbetrüger auch noch einen weiten Weg fahren!
Ich muss natürlich auch dazusagen, Herr Kollege Wurm, Frau Kollegin Belakowitsch – nach der Märchenstunde von euch beiden –: Ihr erzählt hier ein Märchen, das einfach faktisch nicht stimmt. Bleiben wir doch sachlich! Es geht doch darum, dass man diesen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Service möglichst nahe zur Verfügung stellt, und das wollen wir damit machen. (Abg. Wurm: Es geht um die Kontrolle, kein Service!) Das ist einfach ein Bürgerservice, das man ihnen zur Verfügung stellt. Der Ausweis wird ja nach wie vor von der Landespolizeidirektion ausgestellt. Es wird ihnen nur das Service angeboten, damit sie nicht so weit fahren müssen, um die Antragstellung zu erledigen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Wir unterstützen natürlich alle, die bei uns wichtige Arbeit leisten. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Neßler. – Abg. Belakowitsch: Jetzt muss der Sozialbetrüger auch noch einen weiten Weg fahren!)
Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm
einen Zettel vom anderen in der Hand hat (Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm), in einem Stadium des Arbeitsverhältnisses, in dem es eh schon nicht mehr funktioniert – also super, wirklich großartig gemacht!
Neuerliche Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm. – Abg. Koza: Nein! Es ist eine EU-Richtlinie!
Jetzt noch für den juristischen Purismus: Verwaltungsstrafen dafür zu verhängen, dass sich jemand nicht an zivilrechtliche Regelungen hält, ist nicht sauber. Ich weiß nicht, ob man bei den Grünen keinen Schmerz hat, denn: Wir wissen, was gut für dich ist, sonst strafen wir dich! (Neuerliche Heiterkeit der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm. – Abg. Koza: Nein! Es ist eine EU-Richtlinie!) – Man kann nicht EU draufschreiben und dann glauben, es wäre sakrosankt (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Koza), das befreit nicht vom selbstständigen Denken, ich sage es nur. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Sitzung Nr. 255
Abg. Belakowitsch: Peinlich! – Zwischenruf der Abg. Himmelbauer
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das zeigt, wie die ÖVP tickt (Abg. Belakowitsch: Peinlich! – Zwischenruf der Abg. Himmelbauer): Am Abend wird der Faule fleißig – jetzt, vor den Wahlen, muss man Presseartikel hinausschicken und
Abg. Belakowitsch: Ja und? – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.
Allein die drei Anfragen aus dem November letzten Jahres der Herren Abgeordneten Amesbauer und Schnedlitz sind über 2 Zentimeter dick. Das sind nur drei Anfragen aus dem November. (Abg. Belakowitsch: Ja und? – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) In Summe sind es 1 335 derartige parlamentarische Anfragen. (Abg. Belakowitsch: Ja, und Sie beantworten sie nicht! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Ja, und Sie beantworten sie nicht! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen.
Allein die drei Anfragen aus dem November letzten Jahres der Herren Abgeordneten Amesbauer und Schnedlitz sind über 2 Zentimeter dick. Das sind nur drei Anfragen aus dem November. (Abg. Belakowitsch: Ja und? – Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) In Summe sind es 1 335 derartige parlamentarische Anfragen. (Abg. Belakowitsch: Ja, und Sie beantworten sie nicht! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Kollege Marchetti hat ...!
Diese Beispiele, die ich hier genannt habe, die ich hier gezeigt habe, unterstreichen, mit welcher Seriosität, mit welcher Konsequenz und mit welcher Genauigkeit das tagtäglich durch die Beamten des Innenministeriums vollzogen wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Kollege Marchetti hat ...!)
Abg. Belakowitsch: Warum war das so?
Faktum ist – und darüber wurde zuletzt leider auch intensiv berichtet –, dass das Thema Jugendkriminalität eines ist, das uns besonders herausfordert, weil es in den letzten Jahren, im letzten Jahrzehnt massiv gestiegen ist. (Abg. Belakowitsch: Warum war das so?) Bei den unter 14-Jährigen hat sich in den letzten zehn Jahren die Zahl der Tatverdächtigen auf über 10 400 im Jahr 2022 verdoppelt. Bei den 14- bis 18-Jährigen gab es ebenfalls eine Steigerung, bei den jungen Erwachsenen, 18 bis 21 Jahre, gab es einen leichten Rückgang. Das sind leider die nackten Zahlen aus der aktuellen Statistik.
Abg. Belakowitsch: Von welchen Monaten reden wir?
dass sich gerade in den letzten Wochen, in den letzten Monaten besondere Brennpunkte herauskristallisiert haben. (Abg. Belakowitsch: Von welchen Monaten reden wir?) Daher wurde bereits vor Jahren die sogenannte EGS, Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität, eingesetzt, die in vielen Bereichen exzellent arbeitet, auf unterschiedlichen Brennpunkten. (Abg. Michael Hammer: Und nicht zum Stürmen vom BVT! – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Weidinger: Bissl zuhorchen! – Abg. Belakowitsch: Er sagt ja nichts! – Abg. Kickl: Sind hervorragende Polizisten, EGS!)
Abg. Michael Hammer: Und nicht zum Stürmen vom BVT! – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Weidinger: Bissl zuhorchen! – Abg. Belakowitsch: Er sagt ja nichts! – Abg. Kickl: Sind hervorragende Polizisten, EGS!
dass sich gerade in den letzten Wochen, in den letzten Monaten besondere Brennpunkte herauskristallisiert haben. (Abg. Belakowitsch: Von welchen Monaten reden wir?) Daher wurde bereits vor Jahren die sogenannte EGS, Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität, eingesetzt, die in vielen Bereichen exzellent arbeitet, auf unterschiedlichen Brennpunkten. (Abg. Michael Hammer: Und nicht zum Stürmen vom BVT! – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Weidinger: Bissl zuhorchen! – Abg. Belakowitsch: Er sagt ja nichts! – Abg. Kickl: Sind hervorragende Polizisten, EGS!)
Abg. Belakowitsch: Und die Medienvertreter waren auch dabei!
Wir haben eine Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Jugendkriminalität als Sofortmaßnahme eingesetzt. Ja, und es gibt Schwerpunktaktionen, beispielsweise in Favoriten, beispielsweise am Reumannplatz, auch zuletzt am Montag dieser Woche. (Abg. Belakowitsch: Und die Medienvertreter waren auch dabei!) Ich habe nur eine Bitte dazu: Ich bin – das ist völlig richtig – nach dieser Schwerpunktaktion zur „Zeit im Bild 2“ gefahren, um auch vor der Öffentlichkeit Stellung zu beziehen.
Abg. Belakowitsch: Ja dann setzen Sie sich nieder, weil Sie sind nicht seriös!
Ich würde einfach darum bitten, dass wir, gerade vor dem Hintergrund der Abscheulichkeit der Verbrechen, die wir in den letzten Wochen gesehen haben, diese Debatte weiter seriös führen. (Abg. Belakowitsch: Ja dann setzen Sie sich nieder, weil Sie sind nicht seriös!) Das haben die Opfer am allermeisten verdient.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Deimek: Nicht bei dieser Kuscheljustiz!
Faktum ist: Ja, es ist auch eine seriöse Debatte über das Thema Strafmündigkeit zu führen, ich bekenne mich dazu, und es gibt einen Auftrag des Bundeskanzlers dazu, dass wir das tun. Wir schauen dazu internationale Vergleiche an, und ich sehe das ganz genauso: Wenn ein Zwölf- oder 13-Jähriger etwas verbricht, dann muss es auch Konsequenzen geben. Es ist auch Aufgabe dieser Arbeitsgruppe, die wir eingesetzt haben, dass bei solch abscheulichen Verbrechen, die vorgefallen sind, diese Kinder, diese jungen Männer zur Verantwortung gezogen werden. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Deimek: Nicht bei dieser Kuscheljustiz!)
Abg. Belakowitsch: Ja, dann sagen Sie nicht ...! – Abg. Michael Hammer: ... mit Kickl seiner Truppe!
Ich bitte einfach darum: Versuchen wir, meine Damen und Herren Abgeordneten, die Debatte weiter seriös zu führen! (Abg. Belakowitsch: Ja, dann sagen Sie nicht ...! – Abg. Michael Hammer: ... mit Kickl seiner Truppe!) Ich habe noch einen weiteren Vorschlag in die Diskussion eingebracht (Abg. Kickl: Na, wir werden ja morgen sehen, wer abstürzt!), zu dem es auch unterschiedliche Stellungnahmen gibt – das ist natürlich legitim in der parlamentarischen Diskussion –, nämlich wenn es darum geht, Waffenverbote und vor allem Messerverbote auf Plätzen auszusprechen. (Abg. Belakowitsch: Wie wollen Sie das exekutieren?) Wir haben derzeit Waffenverbotszonen in Österreich. Wir haben sie am Praterstern und in der angrenzenden Venediger Au. Wir haben sie in Innsbruck. Die Erfahrung der Polizisten zeigt, die Polizisten sagen: Es wäre sinnvoll, dass wir das flächendeckend in ganz Österreich einführen, damit wir Hieb- und Stichwaffen aus dem Verkehr ziehen.
Abg. Belakowitsch: Wie wollen Sie das exekutieren?
Ich bitte einfach darum: Versuchen wir, meine Damen und Herren Abgeordneten, die Debatte weiter seriös zu führen! (Abg. Belakowitsch: Ja, dann sagen Sie nicht ...! – Abg. Michael Hammer: ... mit Kickl seiner Truppe!) Ich habe noch einen weiteren Vorschlag in die Diskussion eingebracht (Abg. Kickl: Na, wir werden ja morgen sehen, wer abstürzt!), zu dem es auch unterschiedliche Stellungnahmen gibt – das ist natürlich legitim in der parlamentarischen Diskussion –, nämlich wenn es darum geht, Waffenverbote und vor allem Messerverbote auf Plätzen auszusprechen. (Abg. Belakowitsch: Wie wollen Sie das exekutieren?) Wir haben derzeit Waffenverbotszonen in Österreich. Wir haben sie am Praterstern und in der angrenzenden Venediger Au. Wir haben sie in Innsbruck. Die Erfahrung der Polizisten zeigt, die Polizisten sagen: Es wäre sinnvoll, dass wir das flächendeckend in ganz Österreich einführen, damit wir Hieb- und Stichwaffen aus dem Verkehr ziehen.
Abg. Belakowitsch: Setzen Sie sie, Sie sind der zuständige Minister!
Um diese Diskussion ersuche ich, aber nicht um die Diskussion, sondern darum, dass wir ganz konkret in diese Richtung Schritte setzen. (Abg. Belakowitsch: Setzen Sie sie, Sie sind der zuständige Minister!) Wir müssen manche Plätze wieder sicherer machen. Wir müssen danach trachten – das ist unsere Verantwortung, unsere Aufgabe –, dass sich die Menschen an allen Plätzen in diesem Land sicher fühlen. Wir leben nach wie vor in einem der sichersten Länder dieser Welt, aber wir haben Herausforderungen, und die werden wir mit aller Vehemenz, mit aller Konsequenz annehmen und Jugendliche entwaffnen. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Amesbauer: Die haben eh Waffenverbot!)
Abg. Belakowitsch: Na geh bitte!
Kindergarten ist Landeskompetenz, Jugendbetreuung ist Landeskompetenz (Abg. Belakowitsch: Na geh bitte!), die Deutschförderung in der Schule. (Abg. Belakowitsch: Wer ist gestanden, am Westbahnhof, 2015?) Wir beschließen Deutschförderklassen, die Stadt Wien ist dagegen. (Zwischenrufe des Abg. Matznetter.) Jede Lösung, die wir von Bundesebene bringen, damit in Wien bei der Integration irgendetwas passiert, wird nur sabotiert, sie wird nicht unterstützt, und eigene Ideen gibt es in Wien nicht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Matznetter: ... ist ja unglaublich! – Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.)
Abg. Belakowitsch: Wer ist gestanden, am Westbahnhof, 2015?
Kindergarten ist Landeskompetenz, Jugendbetreuung ist Landeskompetenz (Abg. Belakowitsch: Na geh bitte!), die Deutschförderung in der Schule. (Abg. Belakowitsch: Wer ist gestanden, am Westbahnhof, 2015?) Wir beschließen Deutschförderklassen, die Stadt Wien ist dagegen. (Zwischenrufe des Abg. Matznetter.) Jede Lösung, die wir von Bundesebene bringen, damit in Wien bei der Integration irgendetwas passiert, wird nur sabotiert, sie wird nicht unterstützt, und eigene Ideen gibt es in Wien nicht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Matznetter: ... ist ja unglaublich! – Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Überhaupt zur linken Reichshälfte: Ich bin wirklich weit davon entfernt, ein FPÖler zu sein – wer mich kennt, weiß das (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch) –, aber zu sagen, dass ein Kind Deutsch lernen muss, ist nicht rechtsextrem. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Dass man sagt, dass religiöser Extremismus keinen Platz hat, ist nicht rechtsextrem. (Abg. Schnedlitz – auf Bundesminister Karner weisend –: Dem musst es sagen, neben dir sitzt er!) Ihr Framing macht die ganze Debatte kaputt. Das, was wir tun, muss endlich auch in Wien umgesetzt werden, damit einmal irgendetwas passiert. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wir sind Teil der Lösung, wir wollen als Polizei, als Innenministerium etwas tun. Wir machen Vorschläge, was in Wien passieren müsste, damit sich bei der Integration endlich etwas tun. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Wir wollen Teil der Lösung sein, nur: Solange die Stadt Wien nichts tut (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), solange die Integration nicht funktioniert, sobald man mit falschen Narrativen arbeitet, so lange wird sich in der Integrationspolitik nichts ändern. (Zwischenrufe der Abgeordneten Matznetter und Holzleitner.)
Abg. Belakowitsch: Sprechen wir doch über die ausländischen Jugendlichen!
Sprechen wir über Jugendkriminalität (Abg. Belakowitsch: Sprechen wir doch über die ausländischen Jugendlichen!) und über die Entwicklung, dass es zum Teil schon Kinder sind, die Taten begehen, die ab 14 strafbar und als kriminell zu werten sind! Das ist ein Problem. Natürlich sehen wir das und natürlich sehen wir, dass das in Österreich – ansonsten in vielerlei Hinsicht eines der sichersten Länder der Welt – zugenommen hat.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Wurm: Ein alter Hut, seit 30 Jahren erzählen Sie das!
Wir haben pro Jahr 8 Millionen Euro für Deradikalisierungsarbeit, Fortbildungsarbeit, Beratungsarbeit (Abg. Wurm: ... das ist ja alles schon passiert!), Jugendarbeit und Arbeit in Sportverbänden freigemacht. Wir haben in dieser Bundesregierung ein Kinderschutzpaket präsentiert und verfolgen das weiter. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Wurm: Ein alter Hut, seit 30 Jahren erzählen Sie das!)
Abg. Belakowitsch: ... und weiter?
Deshalb finden wir es auch gut, sehr geehrter Herr Bundesminister, dass das Verbot für Jugendliche, Waffen im öffentlichen Raum mit sich zu führen, bereits geltendes Recht ist – das wurde schon mehrere Male erwähnt. Das gilt für Jugendliche aller Nationalitäten (Abg. Belakowitsch: ... und weiter?) und jeder Herkunft. (Zwischenruf des Abg. Lausch)
Abg. Belakowitsch: Wer macht denn das?
Ja, es ist grüne Position, dass es nicht unbedingt notwendig ist, sich in einer der sichersten Städte der Welt – nämlich Wien, aber das gilt auch für die anderen österreichischen Städte und Orte – im öffentlichen Raum mit solchen Messern (mit beiden Händen eine Länge von circa 0,5 Metern andeutend), mit Macheten oder mit Schwertern zu bewegen, auch nicht als Erwachsener. (Abg. Belakowitsch: Wer macht denn das?) Warum soll das notwendig sein? (Zwischenruf des Abg. Amesbauer.) Wir brauchen keine Machete, um einen
Abg. Belakowitsch: ... aber nix im ...!
Das bedeutet aber nicht (Abg. Belakowitsch: ... aber nix im ...!), dass es notwendig sein muss, diese Waffen an öffentlichen Orten mit sich zu führen. Es wäre tatsächlich ein vernünftiger Beitrag, in aller Ruhe darüber zu diskutieren und dann auch in aller Ruhe unaufgeregt zu beschließen, dass das Mit-sich-Führen von Hieb- und Stichwaffen in diesem Land zumindest deutlich eingeschränkt wird. (Abg. Lausch: Ist für Jugendliche verboten ...! – Zwischenruf des Abg. Obernosterer.) Auch das wäre ein Beitrag zu einer allgemeinen Kultur der Deradikalisierung und ein Stück weit einer Kultur der Gewaltlosigkeit.
Abg. Belakowitsch: Ich hab’ noch nie eine Machete gehabt!
Ich komme auf das Zitat zurück. Es betrifft auch uns Volljährige, auch uns Erwachsene, diesen Jugendbanden Vorbild zu sein (Abg. Belakowitsch: Ich hab’ noch nie eine Machete gehabt!), die aus irgendwelchen Überlegungen oder hanebüchenen Ideen heraus, was auch immer, glauben, sie müssen mit Messern in Auseinandersetzungen gehen. (Abg. Amesbauer: Ausländerbanden, Ausländerbanden!) Ja, wo lernen sie es denn? – Sie lernen es von uns Großen. (Abg. Kickl: Na, von uns lernen sie’s nicht! – Abg. Belakowitsch: Na, von uns ...! Ich hab’ noch nie eine Machete besessen!) Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen. – Danke fürs Zuhören. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kickl: Na, von uns lernen sie’s nicht! – Abg. Belakowitsch: Na, von uns ...! Ich hab’ noch nie eine Machete besessen!
Ich komme auf das Zitat zurück. Es betrifft auch uns Volljährige, auch uns Erwachsene, diesen Jugendbanden Vorbild zu sein (Abg. Belakowitsch: Ich hab’ noch nie eine Machete gehabt!), die aus irgendwelchen Überlegungen oder hanebüchenen Ideen heraus, was auch immer, glauben, sie müssen mit Messern in Auseinandersetzungen gehen. (Abg. Amesbauer: Ausländerbanden, Ausländerbanden!) Ja, wo lernen sie es denn? – Sie lernen es von uns Großen. (Abg. Kickl: Na, von uns lernen sie’s nicht! – Abg. Belakowitsch: Na, von uns ...! Ich hab’ noch nie eine Machete besessen!) Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen. – Danke fürs Zuhören. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Er hat – obwohl wir hier im Nationalrat sitzen und über die Verantwortung des Innenministers und der Bundesregierung sprechen – ausschließlich über Wien gesprochen. Das kann man machen. Das ist zwar eine Themenverfehlung, aber okay. (Abg. Fürlinger: Das ist unangenehm für euch, das versteh’ ich!) Das macht er in einem Monat, in dem der Wiener Vizebürgermeister und Integrationsstadtrat Wiederkehr ganz konkret gefordert hat, worum es hier auch geht (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch): Sanktionen für Eltern zu ermöglichen, die bei der Integration nicht mitwirken, deren Kinder mehrfach gewalttätig geworden sind. Er fordert das, und wer blockiert es? – Bildungsminister Polaschek über die Medien. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Belakowitsch: Sie gehen aber auch nicht oft einkaufen!
Abgeordnete Bedrana Ribo, MA (Grüne): Herr Präsident! Geschätzter Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseher:innen auf der Galerie und zu Hause vor den Bildschirmen! Ja, die Mogelpackungen sind natürlich ein Problem. Man kennt das: Preiserhöhungen, die auf den ersten Blick erkennbar sind. Man geht einkaufen, die Butter ist auf einmal um 50 Cent teurer, am nächsten Tag vielleicht um 1 Euro teurer. (Abg. Belakowitsch: Sie gehen aber auch nicht oft einkaufen!) Dann gibt es eben diese versteckten Preiserhöhungen, bei denen man das nicht gleich auf den ersten Blick erkennt. Jeder von uns hat das wahrscheinlich, vor allem in den letzten paar Monaten, auch selbst erfahren können. Ich kann mich erinnern: Man macht sich einen schönen Fernsehabend und nimmt Chips, die man eh immer nimmt, und weiß,
Abg. Belakowitsch: Ja, genau!
Abgeordneter Mag. Peter Weidinger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Dieser Tagesordnungspunkt gibt mir die Gelegenheit, auch ganz grundsätzlich darzulegen, worauf unsere Politik fußt. Wir spalten nicht, wir verbinden. Wir haben das Ohr am Volk (Abg. Belakowitsch: Ja, genau!), und wir nehmen die Sorgen und die Anliegen der Bevölkerung ernst. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Bei welchem Volk?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Bei welchem Volk?
Abgeordneter Mag. Peter Weidinger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Dieser Tagesordnungspunkt gibt mir die Gelegenheit, auch ganz grundsätzlich darzulegen, worauf unsere Politik fußt. Wir spalten nicht, wir verbinden. Wir haben das Ohr am Volk (Abg. Belakowitsch: Ja, genau!), und wir nehmen die Sorgen und die Anliegen der Bevölkerung ernst. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Bei welchem Volk?)
Abg. Schnedlitz: Was jetzt: Breite oder Mitte? – Abg. Belakowitsch: Die breite Mitte!
Wir verfolgen eine Politik, die die Bedürfnisse und Interessen einer breiten Mehrheit der Bevölkerung berücksichtigt (Abg. Schnedlitz: Was jetzt: Breite oder Mitte? – Abg. Belakowitsch: Die breite Mitte!), anstatt extreme Positionen einzunehmen. Wir analysieren, wir evaluieren geeignete Maßnahmen und setzen diese dann auch europarechtskonform um. Wir sehen dabei Österreich und unsere Institutionen und Europa als Partner und nicht als Feinde. Dabei stellen wir die Interessen der österreichischen Wirtschaft, der Arbeitsplätze und der Konsumentinnen und Konsumenten in unserer Heimat in den Vordergrund. Wir sprechen dann von einer Lösung, wenn sie pragmatisch und unbürokratisch ist.
Sitzung Nr. 257
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Abg. Schnedlitz: Man hört ... dass es so wichtig ist!
In der Regel sind diese Volksbegehren in der Sache begründet und haben auch einen sachlichen Hintergrund: einen Gesetzeswunsch, der hier im Hohen Haus diskutiert und beraten werden soll. Bei diesem Volksbegehren ist es etwas anders, weil es einen ganz persönlichen Hintergrund hat: Nehammer muss weg. Das heißt, in der Begründung des Volksbegehrens wird zwar angegebenen, dass im Wege der direkten Demokratie auch ein Bundeskanzler gewählt oder abgewählt werden können soll, aber das hat ja mit Karl Nehammer an sich nichts zu tun (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Abg. Schnedlitz: Man hört ... dass es so wichtig ist!), sondern dann wäre erwartbar gewesen, dass dieses Volksbegehren heißt: Direktwahl des Bundeskanzlers. (Abg. Kickl: Das ist ein bisscherl schief – so wie euer U-Ausschuss!) – Ja, ich weiß schon. (Abg. Kickl – erheitert –: Na ja! – Abg. Belakowitsch: Warum der Nehammer weg muss, das steht schon drinnen, warum genau!) Ich komme dann noch auf die FPÖ, die Freunde Putins in Österreich, zurück. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Kickl – erheitert –: Ja, ja! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Ihr kriegts einen Putin-Verfolgungswahn, oder?)
Abg. Kickl – erheitert –: Na ja! – Abg. Belakowitsch: Warum der Nehammer weg muss, das steht schon drinnen, warum genau!
In der Regel sind diese Volksbegehren in der Sache begründet und haben auch einen sachlichen Hintergrund: einen Gesetzeswunsch, der hier im Hohen Haus diskutiert und beraten werden soll. Bei diesem Volksbegehren ist es etwas anders, weil es einen ganz persönlichen Hintergrund hat: Nehammer muss weg. Das heißt, in der Begründung des Volksbegehrens wird zwar angegebenen, dass im Wege der direkten Demokratie auch ein Bundeskanzler gewählt oder abgewählt werden können soll, aber das hat ja mit Karl Nehammer an sich nichts zu tun (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch – Abg. Schnedlitz: Man hört ... dass es so wichtig ist!), sondern dann wäre erwartbar gewesen, dass dieses Volksbegehren heißt: Direktwahl des Bundeskanzlers. (Abg. Kickl: Das ist ein bisscherl schief – so wie euer U-Ausschuss!) – Ja, ich weiß schon. (Abg. Kickl – erheitert –: Na ja! – Abg. Belakowitsch: Warum der Nehammer weg muss, das steht schon drinnen, warum genau!) Ich komme dann noch auf die FPÖ, die Freunde Putins in Österreich, zurück. (Beifall bei ÖVP und Grünen. – Abg. Kickl – erheitert –: Ja, ja! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Ihr kriegts einen Putin-Verfolgungswahn, oder?)
Beifall der Abgeordneten Hofer und Schnedlitz. – Abg. Belakowitsch: Das stimmt jetzt! Das stimmt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wer in dieser Republik Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin ist, entscheiden die Menschen bei einer Wahl; bei einer Wahl (Abg. Wurm: Eigentlich nicht! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ – Abg. Loacker: Haben Sie Jus studiert, Frau Kollegin? – Abg. Wurm: Haben Sie nicht aufgepasst, Frau Kollegin? – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen) – zuhören! –, bei der wir den Nationalrat wählen und bei der wir der Partei die Stimme geben, von der wir möchten, dass sie dieses Land gestaltet. (Beifall der Abgeordneten Hofer und Schnedlitz. – Abg. Belakowitsch: Das stimmt jetzt! Das stimmt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch – erheitert –: So weit schon, ja!
Unser System ist so aufgebaut, dass die Partei, der die meisten Menschen in diesem Land das zutrauen (Ruf bei der FPÖ: Soll den Bundeskanzler stellen!), mit dem Auftrag versehen wird, eine Regierung zu bilden. (Beifall der Abgeordneten Kaniak und Schnedlitz. – Ah-Rufe bei der FPÖ.) – Ja, sind Sie auch dabei? (Abg. Belakowitsch – erheitert –: So weit schon, ja!) Na Gott sei Dank! Zum Glück sind wir uns da jetzt einig. (Abg. Leichtfried: Wie war das bei Schüssel ...? – Abg. Stöger: Bei Schüssel war das nicht so!) So funktioniert unser System der repräsentativen Demokratie.
Abg. Belakowitsch: Das habe ich ja gar nicht gemacht!
Zum Thema: Frau Kollegin Belakowitsch, Sie stehen hier und bejammern, wie garstig wir zu Ihnen sind. (Abg. Belakowitsch: Das habe ich ja gar nicht gemacht!) Die FPÖ, Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen, die hier von der Mumie in der Hofburg, von Eseln und Rennpferden auf der Regierungsbank schwadronieren und sich sonst ja auch nicht davor scheuen, tief in die rhetorische Kiste hineinzugreifen, beklagen sich dann und sagen: Fairness für die FPÖ! Bitte nicht so garstig sein! Gerechtigkeit! (Abg. Singer: Immer am Jammern!) – Das passt nicht zusammen. Wenn man austeilt, muss man auch einstecken können und darf nicht zimperlich und wehleidig sein. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kassegger: Geh bitte! Welche Rede hast du gehört? Hat ja keiner gejammert! Du hast eine andere Rede gehört! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kassegger: Geh bitte! Welche Rede hast du gehört? Hat ja keiner gejammert! Du hast eine andere Rede gehört! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Zum Thema: Frau Kollegin Belakowitsch, Sie stehen hier und bejammern, wie garstig wir zu Ihnen sind. (Abg. Belakowitsch: Das habe ich ja gar nicht gemacht!) Die FPÖ, Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen, die hier von der Mumie in der Hofburg, von Eseln und Rennpferden auf der Regierungsbank schwadronieren und sich sonst ja auch nicht davor scheuen, tief in die rhetorische Kiste hineinzugreifen, beklagen sich dann und sagen: Fairness für die FPÖ! Bitte nicht so garstig sein! Gerechtigkeit! (Abg. Singer: Immer am Jammern!) – Das passt nicht zusammen. Wenn man austeilt, muss man auch einstecken können und darf nicht zimperlich und wehleidig sein. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kassegger: Geh bitte! Welche Rede hast du gehört? Hat ja keiner gejammert! Du hast eine andere Rede gehört! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Belakowitsch: Frau Edtstadler!
Zum konkreten Volksbegehren Nehammer muss weg: Natürlich ist ein Volksbegehren legitim. Was für mich sehr irritierend ist, ist, dass es sich auf einen Menschen bezieht: Karl Nehammer muss weg. Wo endet das? Muss das nächste Mal Frau Müller weg und dann Herr Meier? (Abg. Belakowitsch: Frau Edtstadler!) Ich halte das persönlich nicht für richtig. Man kann eine Bundesregierung kritisieren und sagen, die gehört weg, aber es gezielt auf einen Menschen anzulegen halte ich nicht für gut. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kickl – erheitert –: Na geh!)
Abg. Belakowitsch: Aber du bist eine Ausnahme! Bei dir merkt ...! – Ruf bei der FPÖ: Das ist es ja! Das ist ja was ganz anderes!
Jedenfalls ist es so, dass wir klare Regelungen in der Bundesverfassung haben. Die Bundesregierung oder einzelne Mitglieder sind Nationalrat und Bundesrat verantwortlich, auch in der politischen Verantwortung, wie wir das immer wieder diskutieren. (Abg. Belakowitsch: Aber du bist eine Ausnahme! Bei dir merkt ...! – Ruf bei der FPÖ: Das ist es ja! Das ist ja was ganz anderes!) Das Volksbegehren bietet aber eine gute Möglichkeit und Gelegenheit, die Arbeit von Bundeskanzler Nehammer und der Bundesregierung zu beleuchten.
Abg. Michael Hammer: Ihr seid immer angerührt! Das sind Tatsachen! – Abg. Holzleitner: Ich weiß nicht, was für ein Problem Sie mit Frauen haben, Herr Kollege! Jedes Mal schreien Sie bei Frauen rein! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Abg. Michael Hammer: Wenn sie sagt, Nehammer muss gehen, dann kann man auch sagen, dass sie geht! – Ruf bei der ÖVP: Was machst du mit dem Kollross? – Abg. Belakowitsch: Ihr wollt doch zusammen regieren!
Abgeordneter Christian Oxonitsch (SPÖ): Frau Präsidentin! Liebe Zuhörerinnen, liebe Zuhörer! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Liste von Kollegin Duzdar ließe sich ja noch lange fortsetzen: das Versagen in der Bildungspolitik, das Zerschlagen des Gesundheitssystems und vieles andere mehr. (Abg. Michael Hammer: Ihr seid immer angerührt! Das sind Tatsachen! – Abg. Holzleitner: Ich weiß nicht, was für ein Problem Sie mit Frauen haben, Herr Kollege! Jedes Mal schreien Sie bei Frauen rein! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Abg. Michael Hammer: Wenn sie sagt, Nehammer muss gehen, dann kann man auch sagen, dass sie geht! – Ruf bei der ÖVP: Was machst du mit dem Kollross? – Abg. Belakowitsch: Ihr wollt doch zusammen regieren!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordnete MMag. Katharina Werner, Bakk. (NEOS): Herr Präsident! Frau Ministerin! Liebe Menschen hier im Haus und zu Hause! Stellen Sie sich vor: Sie leben in Graz-Umgebung, feiern eine Hochzeit, die Party ist in vollem Gange. Es ist 23.30 Uhr, als es der Oma plötzlich zu viel wird und sie einen Herzinfarkt bekommt. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Die schnellste Möglichkeit, sie optimal zu versorgen, wäre der Notarzthubschrauber, aber dieser müsste den Flugplatz in Graz-Thalerhof in Anspruch nehmen, und die Oma hätte Pech gehabt, weil der Tower zwar bis 23.30 besetzt ist, aber danach ist es zu Ende.
Abg. Belakowitsch: Ein drittes?
Dann gibt es noch einen Trend, der sich in den letzten Jahren verstärkt hat. Ich habe das gegenüber den jeweils zuständigen Ministern seit 2018 zur Sprache gebracht: Immer mehr Personen verwenden die Bildungskarenz als Verlängerung der Elternkarenz. Da kann man einfach noch ein Jahr länger zu Hause bleiben. Das haben Unternehmen als Marktlücke entdeckt und auch genauso beworben: Verlängere deine Babykarenz um ein Jahr! Bleib ein drittes Jahr zu Hause! (Abg. Belakowitsch: Ein drittes?) Dann vereinbaren diese Leute mit dem Arbeitgeber statt des Wiedereintritts nach der Karenz eine Bildungskarenz und lassen sich ein drittes Jahr zu Hause zahlen. – Dafür war das Instrument nicht gedacht.
Heiterkeit bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Belakowitsch: Was? – Abg. Hörl: Ja, Gott sei Dank!
Die Menschen optimieren, weil sie schlau sind und weil der Homo ein Homo oeconomicus und nicht ein Homo Sozi ist. (Heiterkeit bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Belakowitsch: Was? – Abg. Hörl: Ja, Gott sei Dank!) Sie denken: Wie kann ich mein Leben optimieren? – Dann verstehen sie: Aha! Ich nehme das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld für ein Jahr, nehme im zweiten Jahr Bildungskarenz und bin zwei Jahre zu Hause; und da bekomme ich viel mehr Geld, als wenn ich von vornherein das zweijährige Kinderbetreuungsgeld nähme. (Abg. Belakowitsch: Ja!) Die Menschen optimieren, aber sie optimieren auf Kosten der anderen, und das war nicht der Plan bei der Einführung der Bildungskarenz.
Abg. Belakowitsch: Ja!
Die Menschen optimieren, weil sie schlau sind und weil der Homo ein Homo oeconomicus und nicht ein Homo Sozi ist. (Heiterkeit bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Belakowitsch: Was? – Abg. Hörl: Ja, Gott sei Dank!) Sie denken: Wie kann ich mein Leben optimieren? – Dann verstehen sie: Aha! Ich nehme das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld für ein Jahr, nehme im zweiten Jahr Bildungskarenz und bin zwei Jahre zu Hause; und da bekomme ich viel mehr Geld, als wenn ich von vornherein das zweijährige Kinderbetreuungsgeld nähme. (Abg. Belakowitsch: Ja!) Die Menschen optimieren, aber sie optimieren auf Kosten der anderen, und das war nicht der Plan bei der Einführung der Bildungskarenz.
Abg. Belakowitsch: Eh nicht!
Es ist ja nicht so, dass die Verantwortlichen das nicht sähen. Die von der roten Seite besetzte Vorständin des AMS, Frau Draxl, beispielsweise sagt, „Bildungskarenz sollte nicht verlängerte Elternkarenz sein“. (Abg. Belakowitsch: Eh nicht!) Es hat sich aber bis in die SPÖ-Fraktion noch nicht durchgesprochen, dass das aus arbeitsmarktpolitischer Sicht eigentlich keine gescheite Maßnahme ist. Wir kaufen damit ja in Zeiten des Arbeitskräftemangels hoch qualifizierte, junge Akademiker aus dem Arbeitsmarkt heraus, damit die ein Jahr zu Hause bleiben; und die fehlen auf dem Arbeitsmarkt und haben eine längere Pause in der Erwerbsbiographie, was das Lebenseinkommen senkt.
Sitzung Nr. 259
Der Redner stellt eine Tafel mit der Aufschrift „FPÖ-Russland-Affäre“ und den Bildern der Abgeordneten Kickl, Hafenecker und Belakowitsch sowie von Elke N., Egisto Ott und Hans-Jörg Jenewein auf das Redner:innenpult, wobei Verbindungspfeile zwischen den abgebildeten Personen verlaufen. – Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Kickl: Ah, das nächste Taferl! – Abg. Belakowitsch: Oh mein Gott! Ist das alles? – Abg. Wurm: Na Sdorowje!
Der Nächste ist Christian Hafenecker, Ihr Generalsekretär, Frau Belakowitsch, stellvertretende Klubobfrau, und dann noch Frau N., Ihre Kabinettsmitarbeiterin. Weil Sie nicht so genau wissen, wie Sie das alles einordnen sollen und können, habe ich Ihnen ein Taferl mitgebracht. (Der Redner stellt eine Tafel mit der Aufschrift „FPÖ-Russland-Affäre“ und den Bildern der Abgeordneten Kickl, Hafenecker und Belakowitsch sowie von Elke N., Egisto Ott und Hans-Jörg Jenewein auf das Redner:innenpult, wobei Verbindungspfeile zwischen den abgebildeten Personen verlaufen. – Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Kickl: Ah, das nächste Taferl! – Abg. Belakowitsch: Oh mein Gott! Ist das alles? – Abg. Wurm: Na Sdorowje!)
Abg. Belakowitsch: Woher haben Sie denn die überhaupt?
Diese Chats stammen von Ihrem ehemaligen Sicherheitssprecher und Abgeordneten (Abg. Belakowitsch: Woher haben Sie denn die überhaupt?), der in Kontakt mit dem mutmaßlichen Spion Egisto Ott ist, den Sie natürlich nicht kennen. (Abg. Kickl: Ja, natürlich nicht!) Sie haben mit all dem natürlich auch nichts zu tun. (Abg. Michael Hammer: Er grinst nur blöd!) Wie könnte man das auch meinen? Sie waren ja nur Innenminister, Sie sind ja nur Chef der FPÖ, Sie haben keinen Bezug zu Russland, aber einen Vertrag mit den Freunden in Russland. (Abg. Kassegger: Jetzt sagt er das zum 15. Mal!) – Ja, das sagen wir noch öfter (Abg. Kassegger: Längst aufgelöst! – Abg. Kickl: Ich habe ihn nicht abgeschlossen, ich habe ihn gekündigt! – Abg. Kassegger: Zum 15. Mal die Unwahrheit!), weil die
Abg. Kickl: Ja, das ist Ihnen unangenehm! – Abg. Belakowitsch: Das wollen Sie nicht! – Abg. Kickl: Das glaube ich, dass Sie das nicht wollen!
Nur eines sage ich Ihnen auch: Wenn Sie sich jetzt für einen Untersuchungsausschuss starkmachen - - (Abg. Kickl: Ja, das ist Ihnen unangenehm! – Abg. Belakowitsch: Das wollen Sie nicht! – Abg. Kickl: Das glaube ich, dass Sie das nicht wollen!) – Nein, gar nicht, gar nicht. Es gibt ja schon einen. (Abg. Kickl: Der Herr Peterlik, das wird ganz interessant! Oder der Herr Spindelegger, das wird ganz interessant werden!) Es gibt ja den Rot-blauer Machtmissbrauch-Ausschuss. Sie werden ja Gelegenheit haben, dort Rede und Antwort zu stehen. Sie müssen gar nicht auf die nächste Periode warten. (Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen. – Abg. Kickl: Spindelegger, Peterlik, das wird ganz interessant für Sie werden!) Sie können in diesem Untersuchungsausschuss das alles aufklären, was hier an Fragen aufgeworfen wurde. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit des Redners. – Abg. Belakowitsch: Warum? Der ist ja gar nicht drauf!
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Herr Präsident! (Der Redner stellt eine Tafel auf das Redner:innenpult, auf der Harald Vilimsky, Heinz-Christian Strache und Norbert Hofer auf dem Roten Platz in Moskau sowie die vor Wladimir Putin knicksende Karin Kneissl zu sehen sind. – Abg. Disoski: Fürs Familienalbum der FPÖ! – Abg. Kickl: Die Edtstadler haben S’ vergessen!) – Klubobmann Kickl ist übernervös. (Heiterkeit des Redners. – Abg. Belakowitsch: Warum? Der ist ja gar nicht drauf!)
Abg. Amesbauer: Haben Sie sich nicht mit dem Chef vom FSB getroffen in Moskau ...? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Amesbauer: Da gibt’s auch ein Foto!
Sie sind schmerzbefreit in Bezug auf das Bild, das Sie hier abgeben – wir nicht! (Abg. Amesbauer: Haben Sie sich nicht mit dem Chef vom FSB getroffen in Moskau ...? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch. – Abg. Amesbauer: Da gibt’s auch ein Foto!) Ja, Sie sind da schmerzbefreit, meine Damen und Herren, wir nicht. Ob am Roten Platz, wo Sie den Freundschaftsvertrag gefeiert haben – ich hoffe, dass Präsident Hofer sich noch daran erinnern kann (Abg. Kickl: Die größten Pharisäer auf dieser Welt sind die ÖVPler! Es darf gegähnt werden!) –, oder auch beim Tanz mit Putin, Ihnen ist das egal, aber es zeigt einfach: Tag für Tag, von früh bis spät, machen Sie die Europäische Union zu Ihrem Feindbild.
Abg. Belakowitsch: Das können S’ auch sicher ...! – Zwischenruf der Abg. Steger.
Als Zerstörer haben Sie ja schon einen Ruf, denn Sie haben bewusst das BVT zerstört. Sie wissen es, denn Sie sind in Wirklichkeit damals hinter dieser widerrechtlichen Hausdurchsuchung gestanden. (Abg. Belakowitsch: Das können S’ auch sicher ...! – Zwischenruf der Abg. Steger.)
Abg. Belakowitsch: ... kein Wort ...!
Ich kann eine lange Liste aufzählen, die in allen internationalen Medien immer wieder genannt wird: Ihre offiziellen Reisen, immer wieder nach Russland (Abg. Amesbauer: Was? ...! – Zwischenruf des Abg. Kickl), zum Beispiel 2017 von Jenewein, Ihrem engen Mitarbeiter, damals Sicherheitssprecher Jenewein (Abg. Belakowitsch: ... kein Wort ...!), der eine offizielle Reise auf die Krim unternommen hat. Lesen Sie in der „Washington Post“ nach, da ist das genau nachgezeichnet! (Heiterkeit des Abg. Wurm. – Abg. Kickl: Sie waren ja noch nie in Moskau! – Zwischenruf des Abg. Deimek.) Diese renommierte Zeitung nimmt Bezug auf Hunderte Seiten von Dokumenten. (Anhaltender Widerspruch bei der FPÖ.) – Ja, das ärgert Sie sehr. Jenewein: Das war eine offizielle Reise auf die Krim! Na, was wollte man damit signalisieren? – Natürlich dass die Krim immer schon ein Teil von Russland war!
Abg. Belakowitsch: Er hat alles beantwortet!
Aber Sie wissen natürlich von nichts. Herr Kickl ist heute sehr nervös, aber Sie hätten – das haben Sie natürlich nicht können, weil wir keinen Livestream im Untersuchungsausschuss haben – Herrn Kickl im Untersuchungsausschuss sehen müssen. So nervös habe ich Herrn Kickl überhaupt noch nie gesehen. (Abg. Belakowitsch: Er hat alles beantwortet!) Er hat sich an nichts mehr erinnern können. (Abg. Holzleitner: Die größten Erinnerungslücken waren bei Treuhandverträgen!)
Abg. Belakowitsch: Das frage ich mich ... auch!
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Außenminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Manchmal frage ich mich schon: In welcher Welt leben Sie eigentlich, Frau Kollegin Steger? (Abg. Belakowitsch: Das frage ich mich ... auch!)
Abg. Belakowitsch: ... Livestream!
Das Zweite: In der Sprache sind Sie richtigerweise von der Präsidentin ermahnt worden. Da sind Sie in einem Wettlauf mit Ihrem Spitzenkandidaten Vilimsky. Er geht ja noch viel weiter. Was hat er vor einer Woche beim Wiener FPÖ-Parteitag gesagt? – Stellen wir uns „einen roten Knopf vor“, den zu drücken bedeuten würde, uns in der Sekunde „herauszuholen“. (Abg. Belakowitsch: ... Livestream!) Was sagt er dann? – Ich hoffe, ich bekomme keinen Ordnungsruf, ich zitiere: „aus dem“ ganzen „EU-Irrsinn“ und aus dem ganzen
Abg. Belakowitsch: Nein!
Also: Wir, mit Ausnahme der Freiheitlichen, haben, glaube ich, hier im österreichischen Parlament einen klaren Kompass. Wir stehen immer auf der Seite der Demokratie (Abg. Belakowitsch: Nein!), der Rechtstaatlichkeit (Abg.
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Die Abgeordneten Belakowitsch und Reifenberger: Wir stehen auf der Seite der Österreicher! – Abg. Steinacker: Die müssen sich aber auch an die rechtsstaatlichen Gesetze halten!
Kassegger: Der Freiheiten!) – Sie nicht, sage ich Ihnen, Sie nicht! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Die Abgeordneten Belakowitsch und Reifenberger: Wir stehen auf der Seite der Österreicher! – Abg. Steinacker: Die müssen sich aber auch an die rechtsstaatlichen Gesetze halten!) Sie unterstützen totalitäre Systeme von Putin – das ist eines, meine Damen und Herren! Erst kürzlich wieder hat Ihr Abgeordneter im Europäischen Parlament Haider einem Propagandaorgan Russlands ein solches Interview gegeben, Voice of Europe nennt sich das. Im Übrigen sollen über dieses Voice of Europe auch Mittel nach Europa fließen (Abg. Brandstätter: Geld!) – Geld; mit Mitteln habe ich Geldmittel gemeint –, um solche rechten Parteien zu unterstützen. (Abg. Deimek: Da seid ihr keine Minute besser!)
Abg. Belakowitsch: Ist eh besser, Sie schaffen’s eh nicht!
das funktioniert leider in diesem Saal nicht. Ich kann nicht darauf eingehen; ich würde es gerne, aber ich höre es akustisch leider nicht. (Abg. Belakowitsch: Ist eh besser, Sie schaffen’s eh nicht!)
Abg. Belakowitsch: Na, das ist eine Überzeugung!
Frau Steger, ich wünsche mir von Ihnen eines: dass Sie, wenn andere Menschen etwas sagen, vielleicht auch etwas Positives daran sehen. Ich weiß, das ist eine Haltung, die wahrscheinlich dem Wahlkampf geschuldet ist (Abg. Belakowitsch: Na, das ist eine Überzeugung!); aber im Grunde genommen sitzen wir hier alle in einem Boot. Machen wir den Menschen nicht Europa schlecht! Die Europäische Union ist das größte Friedensprojekt (Abg. Steger: Leider nicht mehr! Leider nicht mehr!) – und wir sollten sie als das auch bewahren und das nicht nutzlos für irgendeinen Wahlkampf aufs Spiel setzen. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Für Sie aber auch nicht! – Abg. Kassegger: Stimmen wir dem zu oder nicht? Herr Kollege, stimmen wir zu?
Wir reden jetzt genau vom Gegenteil. Dass Wien für internationale Organisationen ein so wichtiger Amtssitz ist, dürfte Ihnen vielleicht nicht bewusst sein (Abg. Kassegger: Ist uns schon bewusst!), aber das muss man den Österreichern und Österreicherinnen sagen: Wir profitieren von dieser internationalen Zusammenarbeit direkt; weil Sie das Geld angesprochen haben: allein durch Steuereinnahmen – das IHS hat dazu eine Studie gemacht – mehr als 500 Millionen Euro pro Jahr. (Abg. Lausch: ... Job in der EU! Ihr profitiert!) Wir haben hier von der Opec - - Schauen Sie, Sie können noch so viel zwischenrufen, das macht es nicht besser für Sie, sage ich Ihnen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Für Sie aber auch nicht! – Abg. Kassegger: Stimmen wir dem zu oder nicht? Herr Kollege, stimmen wir zu?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Die Opec hat es schon gegeben, bevor Wien ihr Amtssitz war; die Opec hatte zuerst den Amtssitz in Genf, aber ein äußerst smarter österreichischer Politiker hat die Opec abgeworben, von Genf nach Wien, von der Schweiz nach Österreich. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Damals sind noch wirklich bedeutende relevante internationale Organisationen, echte Schwergewichte, nach Wien gezogen. Es war niemand anderer als Bruno Kreisky, der als Außenminister der Republik Österreich dieses Amtssitzabkommen vorbereitet, ausgehandelt und schließlich am 1. September 1965 gemeinsam mit dem aus Kuwait stammenden Generalsekretär der Opec unterzeichnet hat.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Impfungen retten Leben. Ich wiederhole mich, ich habe das hier an dieser Stelle bereits gesagt, und ich würde das x-mal wiederholen. Weltweit werden Millionen von Menschenleben durch Impfungen gerettet. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP, SPÖ und Grünen.) Allein in der Pandemie wurden in Österreich um die 25 000 Menschenleben durch die Coronaimpfung gerettet. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Die HPV-Impfung schützt nachweislich bei Frauen und Männern vor Krebs, deshalb haben wir auch das Alter für die Gratisimpfung für Jugendliche angehoben.
Abg. Belakowitsch: Die kriegen HPV? Wie kriegen die HPV?
Eine hohe Durchimpfungsrate schützt jene, die sich selbst noch nicht oder gar nicht impfen lassen können. Das sind meistens die Babys, die Kleinkinder (Abg. Belakowitsch: Die kriegen HPV? Wie kriegen die HPV?) oder die Älteren und die Schwachen. (Abg. Belakowitsch: Was haben Sie eigentlich für eine Fantasie?) Und trotzdem sterben leider nach wie vor Menschen in Österreich, weil es keinen Impfschutz für sie gibt oder die Umgebung nicht ausreichend geimpft ist. (Abg. Belakowitsch: Wie viele Babys sind an HPV gestorben? Können Sie da bitte eine Statistik herzeigen?) Weltweit sterben viel zu viele, wie ich es schon gesagt habe, vor allem Babys und Kleinkinder. Genau deshalb braucht es dieses Internationale Impfstoffinstitut.
Abg. Belakowitsch: Was haben Sie eigentlich für eine Fantasie?
Eine hohe Durchimpfungsrate schützt jene, die sich selbst noch nicht oder gar nicht impfen lassen können. Das sind meistens die Babys, die Kleinkinder (Abg. Belakowitsch: Die kriegen HPV? Wie kriegen die HPV?) oder die Älteren und die Schwachen. (Abg. Belakowitsch: Was haben Sie eigentlich für eine Fantasie?) Und trotzdem sterben leider nach wie vor Menschen in Österreich, weil es keinen Impfschutz für sie gibt oder die Umgebung nicht ausreichend geimpft ist. (Abg. Belakowitsch: Wie viele Babys sind an HPV gestorben? Können Sie da bitte eine Statistik herzeigen?) Weltweit sterben viel zu viele, wie ich es schon gesagt habe, vor allem Babys und Kleinkinder. Genau deshalb braucht es dieses Internationale Impfstoffinstitut.
Abg. Belakowitsch: Wie viele Babys sind an HPV gestorben? Können Sie da bitte eine Statistik herzeigen?
Eine hohe Durchimpfungsrate schützt jene, die sich selbst noch nicht oder gar nicht impfen lassen können. Das sind meistens die Babys, die Kleinkinder (Abg. Belakowitsch: Die kriegen HPV? Wie kriegen die HPV?) oder die Älteren und die Schwachen. (Abg. Belakowitsch: Was haben Sie eigentlich für eine Fantasie?) Und trotzdem sterben leider nach wie vor Menschen in Österreich, weil es keinen Impfschutz für sie gibt oder die Umgebung nicht ausreichend geimpft ist. (Abg. Belakowitsch: Wie viele Babys sind an HPV gestorben? Können Sie da bitte eine Statistik herzeigen?) Weltweit sterben viel zu viele, wie ich es schon gesagt habe, vor allem Babys und Kleinkinder. Genau deshalb braucht es dieses Internationale Impfstoffinstitut.
Abg. Belakowitsch: Viel Geld!
Wofür steht dieses Internationale Impfstoffinstitut? (Abg. Belakowitsch: Viel Geld!) – Ich zitiere: Es „ist eine gemeinnützige internationale Organisation, die sich die Erforschung, Entwicklung und Bereitstellung sicherer, wirksamer und erschwinglicher Impfstoffe zur Verbesserung“ (Abg. Wurm: Frau Kollegin! Ist die Bill-Gates-Stiftung dabei?) – Sie können gerne später rauskommen und dazu sprechen (Abg. Wurm: Ich frag’ Sie aber, Frau Kollegin!) – „der öffentlichen Gesundheit weltweit zum Ziel gesetzt hat.“ – Weltweit!
Abg. Belakowitsch: Sie vielleicht, aber das nutzt den Steuerzahlern gar nichts!
Ich denke, wir können stolz sein, dass wir ein Büro hier in Wien bekommen. (Abg. Belakowitsch: Sie vielleicht, aber das nutzt den Steuerzahlern gar nichts!) Das stärkt den Amtssitz, das ist aus politischer und wissenschaftlicher Sicht ein großer Gewinn für Österreich. Warum? – Da gibt es mehrere Punkte zur Erklärung: Erstens gibt es Kooperationsmöglichkeiten. Die Kollegin von der FPÖ hat gesagt, es kostet 800 000 Euro im Jahr. – Ja, aber mit welchem Gewinn für Österreich? (Abg. Belakowitsch: Na gar keinen, das ist es ja!) – Zusammenarbeit mit Universitäten; Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch); Studierende, die Stipendien bekommen und ins Ausland gehen können; natürlich auch Zusammenarbeit mit Biotech- und Pharmaunternehmen.
Abg. Belakowitsch: Na gar keinen, das ist es ja!
Ich denke, wir können stolz sein, dass wir ein Büro hier in Wien bekommen. (Abg. Belakowitsch: Sie vielleicht, aber das nutzt den Steuerzahlern gar nichts!) Das stärkt den Amtssitz, das ist aus politischer und wissenschaftlicher Sicht ein großer Gewinn für Österreich. Warum? – Da gibt es mehrere Punkte zur Erklärung: Erstens gibt es Kooperationsmöglichkeiten. Die Kollegin von der FPÖ hat gesagt, es kostet 800 000 Euro im Jahr. – Ja, aber mit welchem Gewinn für Österreich? (Abg. Belakowitsch: Na gar keinen, das ist es ja!) – Zusammenarbeit mit Universitäten; Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch); Studierende, die Stipendien bekommen und ins Ausland gehen können; natürlich auch Zusammenarbeit mit Biotech- und Pharmaunternehmen.
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Ich denke, wir können stolz sein, dass wir ein Büro hier in Wien bekommen. (Abg. Belakowitsch: Sie vielleicht, aber das nutzt den Steuerzahlern gar nichts!) Das stärkt den Amtssitz, das ist aus politischer und wissenschaftlicher Sicht ein großer Gewinn für Österreich. Warum? – Da gibt es mehrere Punkte zur Erklärung: Erstens gibt es Kooperationsmöglichkeiten. Die Kollegin von der FPÖ hat gesagt, es kostet 800 000 Euro im Jahr. – Ja, aber mit welchem Gewinn für Österreich? (Abg. Belakowitsch: Na gar keinen, das ist es ja!) – Zusammenarbeit mit Universitäten; Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch); Studierende, die Stipendien bekommen und ins Ausland gehen können; natürlich auch Zusammenarbeit mit Biotech- und Pharmaunternehmen.
Abg. Belakowitsch: Vielleicht, wahrscheinlich, eventuell! Aber zahlen müssen wir sicher!
Und wir sind in die vorklinische Erprobung und in die klinische Erprobung eingebunden und vermutlich, sehr wahrscheinlich bekommen wir in Österreich Fördermittel, um Impfstoffe zu entwickeln, um Menschenleben zu retten. (Abg. Belakowitsch: Vielleicht, wahrscheinlich, eventuell! Aber zahlen müssen wir sicher!) Aber was sind 800 000 Euro im Vergleich zu den großen, riesengroßen Vorteilen, riesengroßen Chancen (Abg. Belakowitsch: Na nichts! 800 000 Euro sind ja
Abg. Pfurtscheller: Würden Sie das bitte einmal dazusagen, dass Sie hier deutsche Daten zitieren?! – Abg. Belakowitsch: Unsere sind ja nicht veröffentlicht!
Wissen Sie, Sie haben eine politisch inszenierte Covid-19-Pandemie gegen die Bevölkerung gemacht und durchgeführt. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.) Die Geschichte von Corona muss neu geschrieben werden. (Abg. Pfurtscheller: Würden Sie das bitte einmal dazusagen, dass Sie hier deutsche Daten zitieren?! – Abg. Belakowitsch: Unsere sind ja nicht veröffentlicht!)
Abg. Belakowitsch: Das stimmt!
Herausforderungen nicht alleine lösen können. Corona hat uns eindrucksvoll gezeigt, worum es wirklich geht (Abg. Belakowitsch: Das stimmt!): Zusammenarbeit, Austausch und internationale Solidarität. Es ist auch kein Geheimnis, dass diese Grundsätze in der Pandemie und vor allem bei der Beschaffung von Coronaimpfstoff nicht immer reibungslos funktioniert haben. Nutzen wir deshalb diese Chance und setzen wir mit dem Internationalen Impfstoffinstitut in Wien alles daran, aus den Fehlern der letzten Jahre zu lernen.
Abg. Belakowitsch: Wir müssen den Leuten mehr Angst machen – was ist da die Intention dahinter?!
Natürlich gab es Fragen: Was ist richtig? Was ist falsch? – Wir fragen natürlich Wissenschaftler – einige sagen dies, andere sagen das. (Abg. Belakowitsch: Wir müssen den Leuten mehr Angst machen – was ist da die Intention dahinter?!) Zum Schluss müssen wir eine politische Entscheidung treffen, und diese Entscheidung müssen wir nach bestem Wissen und Gewissen treffen: Auf diese Expertenmeinung setze ich mein Vertrauen und auf die andere nicht. – Dass wir uns bemüht haben, das ist unbestritten. Dass die Impfungen dafür gesorgt haben, dass wirklich Menschenleben in diesem Land gerettet worden sind, ist hoffentlich auch unbestritten. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Dass hier unter Umständen überschießend gehandelt worden ist, sei zugegeben, das ist durchaus möglich. (Zwischenruf des Abg. Linder.)
Abg. Belakowitsch: Kriegt mehr Geld! – Abg. Amesbauer: 18 Prozent plus!
Abschließend möchte ich ein weiteres Mal zusammenfassen, weil die FPÖ hier sehr viele falsche Nachrichten verbreitet: Durch die neue Finanzierung des ORF werden 3,2 Millionen Haushalte weniger an ORF-Beitrag zahlen. Diese neue Finanzierung ist durch ein Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes notwendig geworden, und der ORF muss bei sich selbst den Sparstift ansetzen (Abg. Belakowitsch: Kriegt mehr Geld! – Abg. Amesbauer: 18 Prozent plus!) – und nicht zulasten der Zuseherinnen und Zuseher. Der ORF wird schlanker, sparsamer und transparenter. Ich denke, das kann nur in unser aller Interesse liegen, dass wir in einer Demokratie einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk genau unter die Lupe nehmen, aber natürlich auch beibehalten – im Sinne des Funktionierens einer Demokratie. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der FPÖ: Eine super ausführliche Stellungnahme!)
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: ..., aber nicht jeder Mindestrentner bezieht Ausgleichszulage!
Ich berichtige tatsächlich: Es heißt erstens Ausgleichszulagenbezieher, -bezieherinnen und sie zahlen selbstverständlich keine Haushaltsabgabe. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Belakowitsch: ..., aber nicht jeder Mindestrentner bezieht Ausgleichszulage!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sehr zaghafter Applaus! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich kann mich gut an einige Reden des Kollegen Hafenecker erinnern, der sich immer wieder über die Wiederholungen im ORF aufgeregt hat. Nach den Ausführungen meiner beiden freiheitlichen Kollegen muss ich aber sagen (Zwischenruf des Abg. Martin Graf), das sind nichts anderes als Wiederholungen über ihre Abneigung gegenüber dem ORF, also sogenannte blaue Sitcoms (Zwischenrufe der Abgeordneten Amesbauer und Martin Graf), allerdings mit ganz schlechten Schauspielern. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sehr zaghafter Applaus! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Beantworten Sie’s! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Frau Belakowitsch, diese Fragen, die Sie heute gestellt haben, könnte Ihnen wahrscheinlich ganz einfach der ehemalige Stiftungsratsvorsitzende Steger beantworten. (Abg. Belakowitsch: Beantworten Sie’s! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: ... Partei der Mitte! Wissen Sie, was in der Mitte ist?
Die blaue oder FPÖ-Sitcom gibt mir aber die Möglichkeit, unseren Standpunkt im Bereich der Medienpolitik als Partei der Mitte darzulegen. (Abg. Belakowitsch: ... Partei der Mitte! Wissen Sie, was in der Mitte ist?) Wir stehen für Pluralismus. Wir stehen für unabhängigen Journalismus. (Abg. Wurm: Ah!) Wir stehen für die Medien- und Pressefreiheit und wir stehen dafür, dass wir die Medienhäuser hinsichtlich Innovation und Entwicklung unterstützen. Uns ist es wichtig, dass es einen starken öffentlichen Rundfunk gibt, aber auch starke private Medienhäuser. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Stefan: Zahlen, zahlen, zahlen!)
Abg. Belakowitsch: Sehr sorgfältig, ja!
Deswegen sind wir auch in der Umsetzung dieses VfGH-Erkenntnisses sehr sorgfältig vorgegangen. (Abg. Belakowitsch: Sehr sorgfältig, ja!) Wir sind dafür, dass der ORF zukunftsfit und digitaler wird, vielfältiger wird – von der Unterhaltung bis zur Kultur –, dass er schlanke und zeitgemäße Strukturen hat und – wie bereits von Staatssekretärin Plakolm ausgeführt – dass er für einen Großteil der Seherinnen und Seher in Zukunft günstiger sein wird und transparenter.
Abg. Belakowitsch: Doch schon!
Abgeordneter Mag. Jörg Leichtfried (SPÖ): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! Aufgrund der bisherigen Debatte und des bildhaften Gesamtverhaltens der Freiheitlichen Partei ist, glaube ich, eines klarzustellen (Abg. Wurm: Wir sind die Besten!): Es geht in dieser Debatte und der FPÖ überhaupt nicht wirklich um Medienpolitik. (Abg. Belakowitsch: Doch schon!) Es geht der FPÖ auch nicht um die Menschen in unserem Land. Es geht der FPÖ in Wahrheit auch nicht um die Gebühren für den öffentlichen Rundfunk. (Zwischenruf des Abg. Martin Graf.) Die FPÖ hat ein Interesse in diesem Land, und das ist, die Medienfreiheit anzugreifen, einzuschränken und am Ende abzuschaffen. Geschätzte Damen und Herren, das ist das Ziel der FPÖ in dieser Debatte. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Ruf bei der FPÖ: Mann oh Mann oh Mann!)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Ein paar Beispiele: Ein Herr Jelinek schreibt: „Lieber Heinz, der Kuchen wird jetzt verteilt ... wir müssen dringend die Weichen [...] stellen.“ (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) – Da geht es nicht um faire Berichterstattung, Herr Amesbauer, da geht es um einen Kuchen, den er gerne hätte. (Abg. Wurm: Ein Vorturner, oder was?!) Oder der Herr Strache schreibt: „Wenn Christian Wehrschütz nicht OÖ-Landesdirektor werden kann, dann würde er gerne als Unterhaltungschef im ORF ausmisten!“ – Ist das faire Berichterstattung, Herr Amesbauer, oder ist das Doppelmoral?, frage ich Sie. (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ah-Rufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm
Das ist nicht Meinungsfreiheit, das ist nicht Pressefreiheit. Das, was Sie wollen, ist Meinungsdiktatur (Ah-Rufe der Abgeordneten Belakowitsch und Wurm), und dafür steht außer Ihnen in diesem Haus niemand zur Verfügung, das sage ich Ihnen auch! (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Kickl: ... jedes Jahr diskutieren! Das habe ich dafür bekommen, dass wir stark und Sie schwach geworden ...! – Abg. Belakowitsch: Er war jeden Cent wert!
Frau Belakowitsch hat das Thema Gehälter angesprochen. Es ist schon etwas kühn, Frau Belakowitsch, wenn Sie das Thema Gehälter ansprechen. Ich kann mich gut erinnern, in einer der letzten Sitzungen hat unser Klubobmann Philip Kucher erwähnt, dass Sie so nebenbei vergessen haben, dass Sie zusätzlich, Herr Kickl, zu Ihrem Abgeordnetengehalt noch 10 000 Euro extra im Monat bekommen. (Abg. Kickl: ... jedes Jahr diskutieren! Das habe ich dafür bekommen, dass wir stark und Sie schwach geworden ...! – Abg. Belakowitsch: Er war jeden Cent wert!) – Ja, das haben Sie dafür bekommen - -, eigentlich für nichts haben Sie es bekommen, aber bitte, ist Ihre Sache.
Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch.
Wenn man das Ganze jetzt noch für jetzt anschaut (der Redner dreht die Tafel um, auf der dieselben Inhalte mit anderen Zahlen abgebildet sind), ergibt sich – Respekt, Herr Kickl –: Es sind um 40 000 Euro weniger, also ungefähr 326 000 Euro. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich finde, wenn man Gehälter kritisiert, dann sollte man einmal bei sich selbst zuerst schauen. (Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch.) Das ist ein bisschen wie, nein, nicht einmal wie Wasser predigen und Wein trinken (Rufe bei den Grünen: Wodka trinken!), es ist wie Wasser predigen und 80-prozentigen Rum exen, Herr Kickl. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Amesbauer: Da klatscht schon die neue Koalition! – Abg. Martin Graf: Du bleib in deinem Schrebergarten! – Abg. Belakowitsch: Vielleicht lädt dich die Kollegin Bayr ein!)
Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Amesbauer: Da klatscht schon die neue Koalition! – Abg. Martin Graf: Du bleib in deinem Schrebergarten! – Abg. Belakowitsch: Vielleicht lädt dich die Kollegin Bayr ein!
Wenn man das Ganze jetzt noch für jetzt anschaut (der Redner dreht die Tafel um, auf der dieselben Inhalte mit anderen Zahlen abgebildet sind), ergibt sich – Respekt, Herr Kickl –: Es sind um 40 000 Euro weniger, also ungefähr 326 000 Euro. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich finde, wenn man Gehälter kritisiert, dann sollte man einmal bei sich selbst zuerst schauen. (Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abg. Belakowitsch.) Das ist ein bisschen wie, nein, nicht einmal wie Wasser predigen und Wein trinken (Rufe bei den Grünen: Wodka trinken!), es ist wie Wasser predigen und 80-prozentigen Rum exen, Herr Kickl. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Amesbauer: Da klatscht schon die neue Koalition! – Abg. Martin Graf: Du bleib in deinem Schrebergarten! – Abg. Belakowitsch: Vielleicht lädt dich die Kollegin Bayr ein!)
Abg. Belakowitsch: Woher wissen Sie das ...?
Meine sehr geehrten Damen und Herren, jetzt will die FPÖ über den ORF diskutieren, genauer gesagt über den ORF-Beitrag. Man wundert sich da ja schon ein bisschen, denn eigentlich hat man bei den Kolleginnen und Kollegen der Freiheitlichen Partei eher den Eindruck, dass sie außer FPÖ-TV, Russia Today und Radio Moskau eigentlich kaum andere Medien konsumieren. (Abg. Wurm: Netflix! Netflix schauen wir auch!) Eine demokratische Gesellschaft braucht eine starke, unabhängige und vielfältige Medienlandschaft wie die Luft zum Atmen. (Abg. Belakowitsch: Woher wissen Sie das ...?) Nach Jahrzehnten des medienpolitischen Stillstands fördert diese Bundesregierung die privaten Medien in Österreich stärker als jemals zuvor, und für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk haben wir ein Paket beschlossen, mit dem wir die Zukunft auf sichere Beine stellen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Das erkennen die Leute, die sind alle so zufrieden! Wieso gibt es eigentlich keine Bescheide?
und wird für jede und jeden Einzelnen günstiger, weil mehr Menschen und Unternehmen sich gerecht daran beteiligen. (Abg. Wurm: Das erzählen Sie der Bevölkerung, Frau Kollegin!) Haushalte mit wenig Einkommen, Menschen mit Behinderungen, Studierende und Lehrlinge bleiben selbstverständlich wie bisher befreit. (Abg. Belakowitsch: Das erkennen die Leute, die sind alle so zufrieden! Wieso gibt es eigentlich keine Bescheide?)
Abg. Wurm: Ah! – Abg. Belakowitsch: Unabhängig!
Es ist die zentrale Aufgabe von unabhängigen Medien, die Arbeit der Politik zu kontrollieren. (Abg. Wurm: Ah! – Abg. Belakowitsch: Unabhängig!) Ich möchte in einem Land leben, in dem ich mich den kritischen Fragen eines unabhängigen Journalismus, wie er auch im ORF praktiziert wird, stellen muss. (Abg. Wurm: Das hätten wir auch gern! – Abg. Belakowitsch: Ich würde auch gern in so einem Land leben! – Abg. Kassegger: Welches Land ist denn das?) Ja, das ist nicht immer lustig.
Abg. Wurm: Das hätten wir auch gern! – Abg. Belakowitsch: Ich würde auch gern in so einem Land leben! – Abg. Kassegger: Welches Land ist denn das?
Es ist die zentrale Aufgabe von unabhängigen Medien, die Arbeit der Politik zu kontrollieren. (Abg. Wurm: Ah! – Abg. Belakowitsch: Unabhängig!) Ich möchte in einem Land leben, in dem ich mich den kritischen Fragen eines unabhängigen Journalismus, wie er auch im ORF praktiziert wird, stellen muss. (Abg. Wurm: Das hätten wir auch gern! – Abg. Belakowitsch: Ich würde auch gern in so einem Land leben! – Abg. Kassegger: Welches Land ist denn das?) Ja, das ist nicht immer lustig.
Abg. Wurm: Wohl, ja! – Abg. Belakowitsch: Oh ja, genau so ein Land hätten wir gern!
Sie, Herr Kickl, wollen das aber nicht (Abg. Wurm: Wohl, ja! – Abg. Belakowitsch: Oh ja, genau so ein Land hätten wir gern!), Sie entziehen sich den kritischen Fragen der Journalist:innen. Sie fürchten den kritischen Journalismus, genauso wie Sie eine offene und liberale Gesellschaft fürchten. (Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Bogner-Strauß und Steinacker.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Bogner-Strauß. – Abg. Amesbauer: Wer zahlt denn ...? – Abg. Belakowitsch: Wer zahlt denn das Rezept für den Rhabarberkuchen via Tiktok?
Sie stellen sich gerne den Fragen von Ihrem eigenen Sender FPÖ-TV, einem Sender, der - - Hm, von wem wird der eigentlich bezahlt? – Von uns allen, den Steuerzahler:innen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Hauser und Steger.) Damit finanzieren Sie Ihre Fakenews, Ihre Propaganda und Ihre völlig unkritischen Fragen. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Bogner-Strauß. – Abg. Amesbauer: Wer zahlt denn ...? – Abg. Belakowitsch: Wer zahlt denn das Rezept für den Rhabarberkuchen via Tiktok?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Kickl: Der Lockl ist der oberste Chef dort oben, und Ihr grüner Herr Strobl ist der Bestverdiener! – Abg. Belakowitsch: Wie viel kriegt der Herr Strobl jeden Monat? Mehr als der Kanzler!
Die Spielregeln einer Demokratie sind klar: Die Politik hat sich in den unabhängigen Journalismus nicht einzumischen, sie hat nichts zu bestellen (Abg. Kickl: Dann soll der Lockl zurücktreten! Dann soll der Lockl als Erstes zurücktreten! Ihr kühner Lockl! Der ist Chef von diesem Laden!), sie hat nichts zu wünschen, sie hat nichts auszumisten, sie hat sich nicht einzumischen. – Sie haben diese ganzen Chats, Herr Kickl - - Na ich verstehe schon, dass Sie aufgeregt sind, den ganzen Tag schon (Abg. Wurm: Er ist ja gar nicht aufgeregt!), denn es ist ja ein bisschen peinlich, was Sie hier aufführen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kickl: Der Lockl ist der oberste Chef dort oben, und Ihr grüner Herr Strobl ist der Bestverdiener! – Abg. Belakowitsch: Wie viel kriegt der Herr Strobl jeden Monat? Mehr als der Kanzler!)
Abg. Kickl: Was ist denn das für ein Vokabular? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Meine Damen und Herren, der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist relevant für unsere Demokratie, er ist wichtig. Dass ein öffentlich-rechtliches Medienhaus zu einer demokratischen Infrastruktur zählt, muss man leider immer wieder betonen, weil es dann eben populistische Parteien wie die FPÖ gibt, die einfach versuchen, den ORF sturmreif zu schießen. (Abg. Kickl: Was ist denn das für ein Vokabular? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Dann entsteht eine toxische Situation, dass immer mehr Menschen glauben, dass der ORF überflüssig ist, dass auch immer mehr Menschen den Glauben an den Wert eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks und auch generell an die Medien verlieren. (Abg. Kickl: Vielleicht liegt es am Programm!)
Heiterkeit des Abg. Silvan – Abg. Wurm: Wahnsinn! – Abg. Belakowitsch: Wahnsinn, Verbrechen!
Es gab Flirts mit Philipp – Chats zwischen Strache und dem Vorturner mit der Bitte um Hilfe bei Postenbesetzungen. Es ging um bessere Jobs für Christian Wehrschütz. Es ging darum, dass man Moderator Martin Thür als „ZIB“-Moderator verhindern wollte. Es wurde interveniert, dass mehr Gabalier auf Ö3 gespielt wird (Heiterkeit des Abg. Silvan – Abg. Wurm: Wahnsinn! – Abg. Belakowitsch: Wahnsinn, Verbrechen!) – also das wird ja immer absurder. (Abg. Stögmüller: Was macht man als Vizekanzler, wenn man den ganzen Tag frei hat?)
Abg. Belakowitsch: Man kann nur gescheiter werden!
Strache hat ebenfalls in Chats geschrieben, es brauche „ein ORF-Gesetz, wo totale Personalrochaden, Neubesetzungen möglich werden“, zum Beispiel um Generaldirektor Wrabetz loszuwerden – den man aber vorher gewählt hat. (Abg. Belakowitsch: Man kann nur gescheiter werden!) Auch Steger – (in Richtung Abg. Steger) also der Papa, nicht Sie – berichtet in einem Chat: „Radio ist derzeit feindselig, ein neuer Chef ändert weniger als die Zerschlagung der Struktur! FM4 gehört weg, die Journalisten müssen nicht übernommen werden!“ – So geht es dahin. (Zwischenruf der Abg. Steger.)
Abg. Belakowitsch: ... NEOS auch!
Wir brauchen keinen kreativen Umgang von Ihnen – von der FPÖ – mit der Wahrheit, wo man dann: Haltet den Dieb!, schreit. (Abg. Belakowitsch: ... NEOS auch!) Wir brauchen auch keine ÖVP, die dieses Spiel mitspielt, wir brauchen keine Grünen, die sich selbst als „korrupte Idioten“ bezeichnen, wir brauchen aber auch keine Mutlosigkeit der SPÖ.
Die Rednerin stellt die Tafel neuerlich auf das Redner:innenpult. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! (Die Rednerin will eine Tafel mit der Aufschrift „Gagenkaiser Kickl“, auf der ein Foto des Abg. Kickl und eine Tabelle mit Geldbeträgen unter der Überschrift „Bezüge von Herbert Kickl“ abgebildet sind, auf das Redner:innenpult stellen, doch die Tafel fällt um. – Abg. Höfinger: Da sollte man wirklich eine Schraube hineindrehen, dass die Taferl halten! – Abg. Leichtfried: Was ist?) Sehr geehrter Herr Minister! Werte Zuseher und Zuseherinnen auf der Galerie! (Die Rednerin stellt die Tafel neuerlich auf das Redner:innenpult. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich habe ein Déjà-vu. (Abg. Belakowitsch: Ja, ich auch! Sie verstecken sich hinter der Immunität!) Es vergeht in diesem Haus kein Monat, in dem die FPÖ nicht über den öffentlichen Rundfunk herzieht; nämlich über jenen öffentlichen Rundfunk (Abg. Belakowitsch: Ich sage Ihnen, ich verspreche Ihnen: Wir werden nicht aufhören damit, wir machen weiter!), den Ihre Partei, Herr Kickl – er ist nämlich jetzt gerade nicht im Saal –, laut veröffentlichten Chatprotokollen ja selbst zu einem Blaufunk umfärben
Abg. Belakowitsch: Ja, ich auch! Sie verstecken sich hinter der Immunität!
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! (Die Rednerin will eine Tafel mit der Aufschrift „Gagenkaiser Kickl“, auf der ein Foto des Abg. Kickl und eine Tabelle mit Geldbeträgen unter der Überschrift „Bezüge von Herbert Kickl“ abgebildet sind, auf das Redner:innenpult stellen, doch die Tafel fällt um. – Abg. Höfinger: Da sollte man wirklich eine Schraube hineindrehen, dass die Taferl halten! – Abg. Leichtfried: Was ist?) Sehr geehrter Herr Minister! Werte Zuseher und Zuseherinnen auf der Galerie! (Die Rednerin stellt die Tafel neuerlich auf das Redner:innenpult. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich habe ein Déjà-vu. (Abg. Belakowitsch: Ja, ich auch! Sie verstecken sich hinter der Immunität!) Es vergeht in diesem Haus kein Monat, in dem die FPÖ nicht über den öffentlichen Rundfunk herzieht; nämlich über jenen öffentlichen Rundfunk (Abg. Belakowitsch: Ich sage Ihnen, ich verspreche Ihnen: Wir werden nicht aufhören damit, wir machen weiter!), den Ihre Partei, Herr Kickl – er ist nämlich jetzt gerade nicht im Saal –, laut veröffentlichten Chatprotokollen ja selbst zu einem Blaufunk umfärben
Abg. Belakowitsch: Ich sage Ihnen, ich verspreche Ihnen: Wir werden nicht aufhören damit, wir machen weiter!
Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! (Die Rednerin will eine Tafel mit der Aufschrift „Gagenkaiser Kickl“, auf der ein Foto des Abg. Kickl und eine Tabelle mit Geldbeträgen unter der Überschrift „Bezüge von Herbert Kickl“ abgebildet sind, auf das Redner:innenpult stellen, doch die Tafel fällt um. – Abg. Höfinger: Da sollte man wirklich eine Schraube hineindrehen, dass die Taferl halten! – Abg. Leichtfried: Was ist?) Sehr geehrter Herr Minister! Werte Zuseher und Zuseherinnen auf der Galerie! (Die Rednerin stellt die Tafel neuerlich auf das Redner:innenpult. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Ich habe ein Déjà-vu. (Abg. Belakowitsch: Ja, ich auch! Sie verstecken sich hinter der Immunität!) Es vergeht in diesem Haus kein Monat, in dem die FPÖ nicht über den öffentlichen Rundfunk herzieht; nämlich über jenen öffentlichen Rundfunk (Abg. Belakowitsch: Ich sage Ihnen, ich verspreche Ihnen: Wir werden nicht aufhören damit, wir machen weiter!), den Ihre Partei, Herr Kickl – er ist nämlich jetzt gerade nicht im Saal –, laut veröffentlichten Chatprotokollen ja selbst zu einem Blaufunk umfärben
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Wenn ihr – der Herr Kollege – euch hierher stellt und dann irgendwie sagt, die gleichgeschalteten Medien werden vom ORF bevorzugt: Was soll denn das heißen? Da sind vier Parteien, die die Wissenschaft und eine wissenschaftliche Vorgangsweise in der Bekämpfung einer Pandemie akzeptieren. (Ah-Rufe bei der FPÖ. – Heiterkeit des Abg. Wurm.) Die werden von einem öffentlich-rechtlichen Rundfunk korrekt behandelt, und dann gibt es eine (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), die auf die Wissenschaft pfeift, und dann sagt der öffentlich-rechtliche Rundfunk: Was die machen, ist Schwurbelei! – No na! Deswegen habt ihr das Interesse, da vier gegen eins zu machen. (Abg. Stefan: ... eine Wissenschaft, das sagt schon viel, ja, ja! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Hätte!
Abgeordneter Josef Schellhorn (NEOS): Herr Präsident! Geschätzter Herr Minister! Frau Staatssekretärin! Ich muss noch einmal auf die Grundrede von Kollegin Belakowitsch eingehen. Sie hat ja sozusagen bekrittelt, dass der ORF eigentlich einen Informationsauftrag hat. (Abg. Belakowitsch: Hätte!) Ich muss sagen – hätte, ja! –, das stimmt eigentlich. Ich habe jetzt in der letzten Zeit ganz aufmerksam die Informationssendungen gesehen, und erstaunlicherweise hat sich die FPÖ immer, wenn es um Russland, Marsalek und die Spione ging, entschuldigen lassen oder sie konnten nichts sehen.
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.
Allein Ihr Redebeitrag war so, dass ich auf ein Zitat von Michael Häupl gestoßen bin (Ruf bei der FPÖ: Na!): lauter mieselsüchtige Koffer. (Zwischenruf.) Vollkoffer? (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Neid schüren (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger), das können Sie. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Abg. Wurm: Was ist da falsch dran? – Abg. Belakowitsch: Na und, was ist da jetzt falsch?
Wie doppelbödig die FPÖ eigentlich ist, zeigt sich aber daran, dass Kollegin Steger in der Nationalratssitzung vor einem Jahr, am 1. März 2023, noch einen Antrag an die Bundesregierung gestellt hat, dass ORF Sport plus jedenfalls erhalten bleiben muss und dass sich die Bundesregierung für Sportübertragungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk einsetzen soll. (Abg. Wurm: Was ist da falsch dran? – Abg. Belakowitsch: Na und, was ist da jetzt falsch?) – Es zeigt, wie wichtig es ist. Frau Kollegin, wenn Sie Sport plus haben wollen, dann brauchen Sie einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk. (Abg. Belakowitsch: Ja, eh! Aber nicht solche Luxusgagen!) Ohne öffentlich-rechtlichen Rundfunk wird es diese Spartensender nicht geben, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Steger.)
Abg. Belakowitsch: Ja, eh! Aber nicht solche Luxusgagen!
Wie doppelbödig die FPÖ eigentlich ist, zeigt sich aber daran, dass Kollegin Steger in der Nationalratssitzung vor einem Jahr, am 1. März 2023, noch einen Antrag an die Bundesregierung gestellt hat, dass ORF Sport plus jedenfalls erhalten bleiben muss und dass sich die Bundesregierung für Sportübertragungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk einsetzen soll. (Abg. Wurm: Was ist da falsch dran? – Abg. Belakowitsch: Na und, was ist da jetzt falsch?) – Es zeigt, wie wichtig es ist. Frau Kollegin, wenn Sie Sport plus haben wollen, dann brauchen Sie einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk. (Abg. Belakowitsch: Ja, eh! Aber nicht solche Luxusgagen!) Ohne öffentlich-rechtlichen Rundfunk wird es diese Spartensender nicht geben, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Steger.)
Heiterkeit bei der FPÖ – Abg. Belakowitsch: Oh mein Gott!
Gut, dass es unabhängige Berichterstattung in Österreich gibt, wie beispielsweise beim „Falter“ (Heiterkeit bei der FPÖ – Abg. Belakowitsch: Oh mein Gott!), wo dieser Fall Herbert Kickl heute wieder allumfassend dargelegt wurde; allumfassend.
Abg. Belakowitsch: Wahrscheinlich!
Was ist in dieser Berichterstattung neben dubiosen Treuhandverträgen des Herbert Kickl auch aufgekommen? – Geldkoffer, die weggetragen wurden, die Unterdrückung weiterer Ermittlungen per Weisung (Zwischenruf des Abg. Schnedlitz), mögliche dokumentierte Kick-back-Zahlungen, durch Aufträge bezahlt von der öffentlichen Hand für die FPÖ, für Herbert Kickl, den großen Big Spender Herbert Kickl, der den Hals ja gar nicht voll bekommen kann. (Abg. Belakowitsch: Wahrscheinlich!)
Abg. Belakowitsch: Warum?
„Die Bundesministerin für Frauen, Familie, Integration und Medien wird aufgefordert, ehestmöglich dem Nationalrat eine Regierungsvorlage zur Ausweitung der Befreiungen vom ORF-Beitrag vorzulegen. Abgestellt werden soll dabei nur auf die Einkommenshöhe, um Geringverdiener:innen in Zeiten der Teuerung zu entlasten und zu mehr Gerechtigkeit beizutragen. Wohnkosten sollen auch nach dem 1.1.2026 auf die Einkommensgrenzen angerechnet werden. Darüber hinaus sollen junge Menschen bis zum 24. Lebensjahr vom ORF-Beitrag ausgenommen werden, wenn sie im eigenen Haushalt wohnen.“ (Abg. Belakowitsch: Warum?) „Die dadurch fehlenden Mittel sollen dem ORF aus dem Budget refundiert werden.“
Abg. Wurm: Na, beim Seniorenbund aber auch! – Zwischenrufe der Abgeordneten Matznetter und Belakowitsch.
den Menschen natürlich helfen mag, gibt man auch gleich eine Bedienungsanleitung dazu, und siehe da: Wer kommt da jetzt ins Rennen? – Der Pensionistenverband Burgenland, die SPÖ-Parteivorfeldorganisation, denn da gibt es zum günstigen Vertrag gleich eine Parteimitgliedschaft dazu. Das ist Ihr Modell! (Abg. Wurm: Na, beim Seniorenbund aber auch! – Zwischenrufe der Abgeordneten Matznetter und Belakowitsch.) Ja, jetzt haben wir verstanden, was ihr wollt – also: selbst entlarvt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Matznetter: Das ist die Begründung ...?! – Abg. Kollross: Kommt da noch was oder war das schon alles?)