Eckdaten:
Für die 77. Sitzung der 24. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 905 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Abg. Ing. Westenthaler: Oje! Großer Verlust!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Von der Bundeswahlbehörde ist die Mitteilung eingelangt, dass Herr Abgeordneter Christian Faul auf sein Mandat verzichtet hat (Abg. Ing. Westenthaler: Oje! Großer Verlust!) und an seiner Stelle Herr Abgeordneter Mag. Michael Schickhofer in den Nationalrat berufen wurde.
Allgemeiner Beifall.
Abgeordneter Mag. Michael Schickhofer (SPÖ): Ich gelobe. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der FPÖ.
Und wir stehen heute im Prinzip vor einer ganz einfachen Entscheidung, nämlich: Sollen diejenigen in Österreich weiterhin zur Ader gelassen werden, die heute schon als Leistungsträger von dieser Höchststeuer belastet werden, nämlich der Mittelstand? Will man den Mittelstand weiter belasten? Oder geht man her und versucht, dieses ungerechte Steuersystem gerechter zu gestalten, und versucht eben, neue Massensteuern zu verhindern und bei den Ausgaben zu sparen, sprich bei der Staats- und Verwaltungsreform anzusetzen? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich habe selbst ein paar Österreich-Gespräche erlebt, wozu man eigentlich nur feststellen kann, das war ein schlechter Witz. (Beifall bei der FPÖ.) Da haben wir uns mehrmals unter Ihrer Führung zusammengesetzt, Herr Bundeskanzler, und da hatte man den Eindruck, so, wie Sie an die Dinge und Probleme in diesem Land herangehen, könnten Sie nicht einmal irgendeinen Kegelverein, der in Schwierigkeiten gerät, sanieren. Das war der Eindruck dieser Österreich-Gespräche. Man hat permanent über Kleingedrucktes gesprochen. Es hat keine einzige konkrete Entscheidung gegeben, keinen einzigen konkreten Punkt, der dort definiert worden wäre, den man umsetzen will, obwohl wir seit ewiger Zeit über die Staats- und Verwaltungsreform reden, obwohl ein Verfassungskonvent ja auch Einigkeit über die notwendigen Schritte gebracht hat, die man umsetzen müsste.
Beifall bei der FPÖ.
Wir sagen, es darf keine zusätzlichen Belastungen geben. Es darf keine neuen Steuern geben. (Beifall bei der FPÖ.) Wir müssen endlich bei den Ausgaben sparen. Wir haben heute die höchsten Ausgaben in der Zweiten Republik, wir haben die höchste Staatsverschuldung, die auch durch diese rot-schwarze Bundesregierung zustande gekommen ist. Und Sie sind offenbar nicht bereit, neue Wege zu gehen.
Beifall bei der FPÖ.
führung von Reformmaßnahmen bei öffentlichen Unternehmungen, nämlich dort, wo heute nach wie vor Privilegien sonder Zahl vorhanden sind, wie bei den ÖBB oder auch bei der Oesterreichischen Nationalbank. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Also in all diesen Bereichen ist Handlungsbedarf gegeben bis hin zur Harmonisierung bei den ÖBB, aber auch des Pensionssystems. Auch im ORF ist es notwendig, dass angesetzt wird; es stellt sich die Frage, ob neun Landesstudios notwendig und überhaupt effizient sind. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Aber was tun Sie, Herr Bundeskanzler? – Sie träumen offensichtlich von neuen Massensteuern, wo schön langsam auch herauskommt, dass Sie offenbar vorhaben, die Mehrwertsteuer zu erhöhen (Zwischenrufe bei der SPÖ), wo abstruse und absurde Ideen herauskommen, dass Sie die Mineralölsteuer weiter erhöhen wollen. Wen trifft denn das? – Immer den kleinen Mann, immer die Schwachen in der Gesellschaft und natürlich die kleinen und mittleren Unternehmen, die das wieder auf die Bürger, sprich auf die Konsumenten, abladen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Kickl: Steuern werden erhöht ...!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Kickl: Steuern werden erhöht ...!
Aber was tun Sie, Herr Bundeskanzler? – Sie träumen offensichtlich von neuen Massensteuern, wo schön langsam auch herauskommt, dass Sie offenbar vorhaben, die Mehrwertsteuer zu erhöhen (Zwischenrufe bei der SPÖ), wo abstruse und absurde Ideen herauskommen, dass Sie die Mineralölsteuer weiter erhöhen wollen. Wen trifft denn das? – Immer den kleinen Mann, immer die Schwachen in der Gesellschaft und natürlich die kleinen und mittleren Unternehmen, die das wieder auf die Bürger, sprich auf die Konsumenten, abladen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Kickl: Steuern werden erhöht ...!)
Anhaltender Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Setzen! Fünf!
richtigen Stellen dieser Republik zu sparen beginnen, nämlich bei den Ausgaben und nicht bei den Bürgern. (Anhaltender Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Setzen! Fünf!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Grünen.
Bundeskanzler Werner Faymann: Frau Präsidentin! Verehrte Mitglieder auf der Regierungsbank! Sehr verehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Ich möchte, da wir über Verwaltungsreform reden, doch auch deutlich machen, dass die Tausenden Mitarbeiter im öffentlichen Dienst – sei es in den Ländern und Gemeinden, in den Spitälern, etwa Krankenschwestern, Krankenpfleger, oder sei es auf Bundesebene, beispielsweise Polizisten, Lehrer – Großartiges in diesem Land leisten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Eine Reform verlangt die Beschäftigung mit den Unternehmenszweigen unter dem Gesichtspunkt – das hat auch der Rechnungshof gemacht –, welche Qualität, welche Leistung man haben möchte und wie man diese Leistung möglichst effizient, sparsam, mit möglichst geringen Kosten erbringen kann. Dazu kommt, dass etwa im Gesundheitsbereich durch die Wissenschaft und die Möglichkeiten, die das Gesundheitssystem zur Verfügung hat, die Leistungen steigen und dadurch natürlich auch die Kosten in allen Bereichen steigen. Aber es ist eben auch ein Verdienst der Wissenschaft, der Forschung, unseres Gesundheitssystems, dass es nicht einigen wenigen vorbehalten ist, in ganz besonders teuren Kliniken behandelt zu werden, sondern dass in unserem Gesundheitssystem jede Bürgerin und jeder Bürger Betreuung erhält, die dem letzten Stand der wissenschaftlichen Möglichkeiten entspricht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Kickl.
Die Vorgabe für das heurige Jahr war eine Kostendämpfung in der Höhe von 200 Millionen €. Man hat aber, das werden die Berichte in den nächsten Tagen zeigen, eine Kostensenkung von 300 Millionen € erreicht. Sagen wir daher auch einmal jenen, die tagtäglich jeden Euro zwei Mal umdrehen, sparsam arbeiten und Verwaltungsreform in der Praxis betreiben, ein Dankeschön dafür! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Es liegen noch viele Hürden vor uns – wir wissen nicht, ob uns die Länder tatsächlich die Daten so zur Verfügung stellen, wie wir sie benötigen; nicht so, wie man sie uns gerne gibt, sondern wie wir sie benötigen, um genau diese Doppelgleisigkeiten festzustellen –, das wird schon noch ein harter Weg, aber Sie können sich darauf verlassen: Wenn wir diesen Weg gemeinsam und mit den Ländern und Gemeinden in der Einsicht gehen, dass Transparenz und Scheinwerferlicht der erste Schritt in der Verwaltungsreform sind, können wir Doppelgleisigkeiten in unserem Förderwesen zwischen Bund, Ländern und Gemeinden beseitigen, effizienter arbeiten und besser gestalten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Kickl: Der Rechnungshof ...!
Milchmädchenrechnungen der Art, dass man 3 Milliarden € einfach irgendwo streichen kann und der Finanzminister diese einspart (Abg. Kickl: Der Rechnungshof ...!), hat der Rechnungshof nicht angestellt. Er hat deutlich gemacht, dass Effizienzsteigerungen gerade im Gesundheits- und im Pflegebereich möglich sind. (Abg. Kickl: Der ist eh schon frustriert, wenn er mit Ihnen zu tun hat!) So auch am Sonntag wieder; für den Fall, dass Sie dem Präsidenten des Rechnungshofes zugehört haben oder die Berichte lesen, verstehen und richtig wiedergeben; drei Voraussetzungen, Herr Kickl, die nicht bei jedem gegeben sind. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Kickl: Der ist eh schon frustriert, wenn er mit Ihnen zu tun hat!
Milchmädchenrechnungen der Art, dass man 3 Milliarden € einfach irgendwo streichen kann und der Finanzminister diese einspart (Abg. Kickl: Der Rechnungshof ...!), hat der Rechnungshof nicht angestellt. Er hat deutlich gemacht, dass Effizienzsteigerungen gerade im Gesundheits- und im Pflegebereich möglich sind. (Abg. Kickl: Der ist eh schon frustriert, wenn er mit Ihnen zu tun hat!) So auch am Sonntag wieder; für den Fall, dass Sie dem Präsidenten des Rechnungshofes zugehört haben oder die Berichte lesen, verstehen und richtig wiedergeben; drei Voraussetzungen, Herr Kickl, die nicht bei jedem gegeben sind. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Milchmädchenrechnungen der Art, dass man 3 Milliarden € einfach irgendwo streichen kann und der Finanzminister diese einspart (Abg. Kickl: Der Rechnungshof ...!), hat der Rechnungshof nicht angestellt. Er hat deutlich gemacht, dass Effizienzsteigerungen gerade im Gesundheits- und im Pflegebereich möglich sind. (Abg. Kickl: Der ist eh schon frustriert, wenn er mit Ihnen zu tun hat!) So auch am Sonntag wieder; für den Fall, dass Sie dem Präsidenten des Rechnungshofes zugehört haben oder die Berichte lesen, verstehen und richtig wiedergeben; drei Voraussetzungen, Herr Kickl, die nicht bei jedem gegeben sind. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Kickl
Bereichen in andere Bereiche möglich sind. Dadurch wird auf der einen Seite Geld gespart, aber – der Rechnungshof sagt das seriöserweise dazu – in anderen Bereichen ist mehr Geld erforderlich. Deshalb nennt er es „Effizienzsteigerung“. Er hat eben keine Milchmädchenrechnungen aufgestellt und eben nicht gesagt, dass man das dem Steuerzahler 1 : 1 weitergeben könne (Zwischenruf des Abg. Kickl), sondern er hat gesagt, in welchen Bereichen Einsparungen möglich sind, allerdings bei Beachtung anderer dringender Notwendigkeiten. Und im Gesundheitsbereich ist das besonders deutlich, weil die stationäre Pflege, die mobile Pflege in unserem Land die Gemeinden besonders belastet und mehr Ausgaben für die Pflege erforderlich sind.
Zwischenrufe beim BZÖ
Die Milchmädchenrechnung, zu sagen, was man bei Ambulanzen oder Spitalsbetten einspart (Zwischenrufe beim BZÖ), kann man zurückgeben, das erspart sich sozusagen der Finanzminister, die ist falsch, weil der Bedarf im Pflegebereich – insbesondere in diesem Bereich! – wesentlich höher ist als das Angebot. Die Regelungen, die wir heute haben, können nur dann verbessert werden, wenn wir auch die mobile, die stationäre Pflege verbessern und da die Gemeinden nicht allein lassen, sondern versuchen, gemeinsam mit ihnen eine hohe Qualität im Pflegestandard zu erreichen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Milchmädchenrechnung, zu sagen, was man bei Ambulanzen oder Spitalsbetten einspart (Zwischenrufe beim BZÖ), kann man zurückgeben, das erspart sich sozusagen der Finanzminister, die ist falsch, weil der Bedarf im Pflegebereich – insbesondere in diesem Bereich! – wesentlich höher ist als das Angebot. Die Regelungen, die wir heute haben, können nur dann verbessert werden, wenn wir auch die mobile, die stationäre Pflege verbessern und da die Gemeinden nicht allein lassen, sondern versuchen, gemeinsam mit ihnen eine hohe Qualität im Pflegestandard zu erreichen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Auseinandersetzung mit Ländern über Kompetenzen, die Auseinandersetzung über die Frage, wie gerechte Steuersysteme zu gestalten sind, wie unsere Ministerien in ihrem Bereich Sparmaßnahmen vorlegen können, werden wir noch ausreichend beim Budget 2011 – und ich bin davon überzeugt: auch bei den Folgebudgets – mit der notwendigen Deutlichkeit und Klarheit zu behandeln und dann zu beschließen haben. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Ich bin froh, dass der Herr Strache mitgeschrieben hat! – Abg. Strache: Bei dem Nullachtfünfzehn-Gerede!
Nun gelangt Frau Abgeordnete Lueger zu Wort. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Ich bin froh, dass der Herr Strache mitgeschrieben hat! – Abg. Strache: Bei dem Nullachtfünfzehn-Gerede!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Angela Lueger (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Herren Staatssekretäre! Werte Kolleginnen und Kollegen des Hohen Hauses! Werte Zuseherinnen und Zuseher an den Bildschirmen! Herr Kollege Strache, zu Ihrer Aussage: „Der rot-schwarze Speck muss weg!“ – Verwaltungsreform statt Belastungskeule und asoziales Sparpaket!, Folgendes: Ich war enttäuscht von Ihrer Rede, Herr Kollege Strache, denn da war einfach nichts drin! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Sonst sind Sie immer so begeistert! – Abg. Dr. Rosenkranz: Also doch Massensteuern!
Spannend finde ich es immer nur, dass die Verwaltungsreform sozusagen als Allheilmittel hergenommen wird, um Einsparungen in Milliardenhöhe tätigen zu wollen (Abg. Dr. Graf: Sonst sind Sie immer so begeistert! – Abg. Dr. Rosenkranz: Also doch Massensteuern!) – und da sofort dabei sind: Personalkosten, Personalaufwand und Pensionskosten, die viel zu hoch seien. Da wird auch sehr, sehr schnell von einer aufgeblähten und viel zu großen Verwaltung gesprochen.
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Mir ist bewusst, dass die Verwaltungsreform eines der Kernprojekte ist, das jetzt seitens der Bundesregierung aufgenommen wird; auch die einzelnen Länder tragen dazu bei. Und was tragen die einzelnen Länder dazu bei? – Das kann ich Ihnen am Beispiel der letzten fünf Jahre von Wien erzählen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Neubauer: Mit wie vielen Jahren gehen die Beamten in Pension? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
In Wien wurde der Personalstand der Verwaltung in den letzten fünf Jahren eindeutig reduziert. Der Personalstand ist zurückgegangen und somit auch der Personalaufwand. (Abg. Neubauer: Mit wie vielen Jahren gehen die Beamten in Pension? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Diese Zahl ist zurückgegangen auf 67 437 Bedienstete, Herr Kollege!
Abg. Neubauer: Warum gehen sie dann im Schnitt mit 54 in Pension?
Und was bedeutet das? – Von jenen Bediensteten, die in der Verwaltung arbeiten, leisten lediglich 15 Prozent einen sozusagen klassischen Verwaltungsdienst; der Rest sind Dienstleister! Und bei diesen 85 Prozent also, die Dienstleister sind, die 365 Tage im Jahr rund um die Uhr Dienst versehen, damit wir über eine hohe Qualität an Leistungen verfügen können, möchte ich wissen, wo Sie von der FPÖ da einsparen möchten. (Abg. Neubauer: Warum gehen sie dann im Schnitt mit 54 in Pension?)
Beifall bei der SPÖ.
Da auch die Themen Gesundheit und Pflege angesprochen wurden: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Wiener Krankenanstaltenverbunds haben – bedingt durch ihre Herkunft, bedingt durch ihren Hintergrund – menschliche Fachkompetenz sozusagen auch über 50 Länder hinweg und haben dadurch die Möglichkeit, die Menschen so zu pflegen, dass das eben in Ordnung geht, egal, ob das im Operationssaal ist, bei der Pflege oder in den Ambulanzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Weiter zum Thema Wien: Es ist nicht selbstverständlich, dass das Hochquellwasser in Wien direkt aus der Wasserleitung kommt! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Es ist nicht selbstverständlich, dass das Kanalsystem so funktioniert wie in Wien, und es ist auch nicht überall so selbstverständlich wie in Wien, dass die Stromversorgung immer funktioniert. (Abg. Strache: Kanal- und Abwassergebühren sind weit überhöht für die Wiener Bevölkerung! Da gibt es die Abzocke! Bei den ...!) Die Müllabfuhr transportiert in Wien Tausende von Tonnen Müll weg! (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Kanal- und Abwassergebühren sind weit überhöht für die Wiener Bevölkerung! Da gibt es die Abzocke! Bei den ...!
Weiter zum Thema Wien: Es ist nicht selbstverständlich, dass das Hochquellwasser in Wien direkt aus der Wasserleitung kommt! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Es ist nicht selbstverständlich, dass das Kanalsystem so funktioniert wie in Wien, und es ist auch nicht überall so selbstverständlich wie in Wien, dass die Stromversorgung immer funktioniert. (Abg. Strache: Kanal- und Abwassergebühren sind weit überhöht für die Wiener Bevölkerung! Da gibt es die Abzocke! Bei den ...!) Die Müllabfuhr transportiert in Wien Tausende von Tonnen Müll weg! (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Weiter zum Thema Wien: Es ist nicht selbstverständlich, dass das Hochquellwasser in Wien direkt aus der Wasserleitung kommt! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Es ist nicht selbstverständlich, dass das Kanalsystem so funktioniert wie in Wien, und es ist auch nicht überall so selbstverständlich wie in Wien, dass die Stromversorgung immer funktioniert. (Abg. Strache: Kanal- und Abwassergebühren sind weit überhöht für die Wiener Bevölkerung! Da gibt es die Abzocke! Bei den ...!) Die Müllabfuhr transportiert in Wien Tausende von Tonnen Müll weg! (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Die Kommunalsteuern in Wien, da sind Sie die Belastungskaiser! Strom ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Da Sie sich jetzt, Herr Strache, aufregen, frage ich Sie: Wollen Sie diese Qualität, die es in Wien gibt, den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt wegnehmen? Ist das Ihr Ziel, Herr Strache? Bekennen Sie doch endlich Farbe! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Die Kommunalsteuern in Wien, da sind Sie die Belastungskaiser! Strom ...! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Ein Unsinn! Ein absoluter Unsinn ist das! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Kommen wir zum Thema Lohnsummen. Da kommt ja von Ihnen von der FPÖ immer die Zahl 10 Milliarden €, die man einsparen könne. – Wissen Sie überhaupt, was das bedeuten würde? – Der Bund müsste sozusagen ein Jahr lang zusperren, um das einsparen zu können! Und was würde das für Wien bedeuten, da Sie das immer eins zu eins auf Wien umlegen? – In Wien müssten wir für diesen Fall 180 000 Bedienstete zusätzlich aufnehmen! – So weit zu Ihren Aussagen, Herr Strache. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Ein Unsinn! Ein absoluter Unsinn ist das! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Neubauer: Wissen Sie, wo das Rathaus ist in Wien?
Weiters zur Behauptung, der Pensionsaufwand sei zu hoch. – Wie schaut es denn da wirklich aus? (Abg. Neubauer: Wissen Sie, wo das Rathaus ist in Wien?) – Zunächst einmal zu den pensionsrechtlichen Nachteilen von öffentlich Bediensteten im Vergleich zu ASVG-Versicherten: Öffentlich Bedienstete zahlen höhere Pensionsbeiträge während ihrer aktiven Zeit, sie zahlen Pensionssicherungsbeiträge während ihrer Pensionszeit, und sie haben ein höheres Pensionsantrittsalter. (Abg. Strache: Den Häupl müsste man kündigen, das wäre ein gutes Einsparungspotenzial!) Und: Wien kennt die Hacklerregelung in der Form für seine Bediensteten nicht – und die Pensionsreform 2005 beginnt zu begreifen; mit Abschlägen bis über 3,36 Prozent.
Abg. Strache: Den Häupl müsste man kündigen, das wäre ein gutes Einsparungspotenzial!
Weiters zur Behauptung, der Pensionsaufwand sei zu hoch. – Wie schaut es denn da wirklich aus? (Abg. Neubauer: Wissen Sie, wo das Rathaus ist in Wien?) – Zunächst einmal zu den pensionsrechtlichen Nachteilen von öffentlich Bediensteten im Vergleich zu ASVG-Versicherten: Öffentlich Bedienstete zahlen höhere Pensionsbeiträge während ihrer aktiven Zeit, sie zahlen Pensionssicherungsbeiträge während ihrer Pensionszeit, und sie haben ein höheres Pensionsantrittsalter. (Abg. Strache: Den Häupl müsste man kündigen, das wäre ein gutes Einsparungspotenzial!) Und: Wien kennt die Hacklerregelung in der Form für seine Bediensteten nicht – und die Pensionsreform 2005 beginnt zu begreifen; mit Abschlägen bis über 3,36 Prozent.
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek
Es geht nicht darum, die Verwaltung so beizubehalten, wie sie ist, denn Verwaltungsreform ist ein Prozess (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek) – und das soll daher nicht nur als Schlagwort verwendet werden, denn: Die Effizienz gehört gesteigert, Doppelgleisigkeiten sind abzuschaffen und Synergien zu erzielen. Dass Wien dabei auf dem richtigen Weg ist, zeigt sich dadurch, dass Wien durch die Mercer-Studie zweimal die Auszeichnung als lebenswerteste Stadt bekommen hat. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Und das ist eindeutig ein Beweis dafür, dass Dr. Michael Häupl auf dem richtigen Weg ist. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Kickl.
Es geht nicht darum, die Verwaltung so beizubehalten, wie sie ist, denn Verwaltungsreform ist ein Prozess (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek) – und das soll daher nicht nur als Schlagwort verwendet werden, denn: Die Effizienz gehört gesteigert, Doppelgleisigkeiten sind abzuschaffen und Synergien zu erzielen. Dass Wien dabei auf dem richtigen Weg ist, zeigt sich dadurch, dass Wien durch die Mercer-Studie zweimal die Auszeichnung als lebenswerteste Stadt bekommen hat. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Und das ist eindeutig ein Beweis dafür, dass Dr. Michael Häupl auf dem richtigen Weg ist. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ.
Es geht nicht darum, die Verwaltung so beizubehalten, wie sie ist, denn Verwaltungsreform ist ein Prozess (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek) – und das soll daher nicht nur als Schlagwort verwendet werden, denn: Die Effizienz gehört gesteigert, Doppelgleisigkeiten sind abzuschaffen und Synergien zu erzielen. Dass Wien dabei auf dem richtigen Weg ist, zeigt sich dadurch, dass Wien durch die Mercer-Studie zweimal die Auszeichnung als lebenswerteste Stadt bekommen hat. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Und das ist eindeutig ein Beweis dafür, dass Dr. Michael Häupl auf dem richtigen Weg ist. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP, FPÖ und BZÖ.
Abgeordneter Dr. Martin Bartenstein (ÖVP): Herr Bundeskanzler! Meine Herren Staatssekretäre! Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren des Hohen Hauses! Zur Wahlrede meiner Vorrednerin zum Thema Wien: Es ist schon richtig, dass Wien in vielen Bereichen lebenswerter sein mag, aber trotzdem wäre es schön, wenn sich Wien aus dem Prozess der Verwaltungsreform nicht ausklinken würde. Und ich darf daher Sie, Frau Kollegin, fragen, warum Wien noch immer ein Sonderpensionsrecht für seine Beamten hat. (Beifall bei ÖVP, FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Warum gibt es denn da keine Harmonisierung mit dem, was in Österreich sonst üblich ist, so zum Beispiel mit dem, was in meinem Heimatbundesland, nämlich der Steiermark, Schützenhöfer schon 2003 umgesetzt hat, damals noch unter der Führung von Waltraud Klasnic?! Wäre es nicht an der Zeit, dass Wien auch dieses Sonderpensionsrecht abschafft, sehr geehrte Frau Kollegin? (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Es reicht eh Kärnten auch schon!
Zuvor aber noch eine schlechte Nachricht: Irland droht ein „zweites Griechenland“ zu werden – und das kann uns vor neue Herausforderungen stellen. Das zum einen; aber die Schirme sind ja gespannt. (Abg. Mag. Kogler: Es reicht eh Kärnten auch schon!) – Sofort, Herr Kogler; Sie sagen dann sicherlich auch gleich zur Steiermark etwas.
Zwischenruf des Abg. Bucher.
Zur Bankenabgabe: Wir hatten Besuch aus Deutschland, und die Kollegen aus dem Deutschen Bundestag haben es nicht gefasst, dass Österreich eine Bankenabgabe in einer Größenordnung von 500 Millionen € vorbereitet. (Zwischenruf des Abg. Bucher.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.
Wissen Sie, wo die Deutschen liegen? – Bei 1 Milliarde €! Die Deutschen sind aber angeblich nicht zweimal, sondern zehnmal so groß wie wir. Na, wer wird denn die Zeche zahlen? – Das ist natürlich der Kunde, der Bankkunde! (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Und wenn ich schon bei ehemaligen SPÖ-Regierungsmitgliedern bin: Ich hielte es insgesamt für eine gute Idee, Herr Staatssekretär und Herr Bundeskanzler, da einmal ihre früheren Kollegen zu konsultieren. Reden Sie einmal mit Herrn Staatssekretär außer Dienst Ruttenstorfer, was er davon hält, dass Sie Managergehälter (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen) nur mehr bis 500 000 € pro Jahr abzugsfähig halten wollen. (Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Und wenn ich schon bei ehemaligen SPÖ-Regierungsmitgliedern bin: Ich hielte es insgesamt für eine gute Idee, Herr Staatssekretär und Herr Bundeskanzler, da einmal ihre früheren Kollegen zu konsultieren. Reden Sie einmal mit Herrn Staatssekretär außer Dienst Ruttenstorfer, was er davon hält, dass Sie Managergehälter (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen) nur mehr bis 500 000 € pro Jahr abzugsfähig halten wollen. (Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.
Reden Sie mit der Siemens-Vorstandsdirektorin Ederer und früheren Staatssekretärin, was sie von der Gruppenbesteuerung hält, und reden Sie vielleicht auch noch einmal mit Herrn Finanzminister außer Dienst Androsch, was er insgesamt von ihrem Acht-Punkte-Steuerpaket hält! Wahrscheinlich das gleiche wie ich, nämlich nichts. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Binder-Maier
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Meine Herren Staatssekretäre! Der Herr Bundeskanzler hat sich ja heute Verstärkung geholt für die Debatte und hat sich begleiten lassen zum einen vom SPÖ-Kompetenzzentrum für soziale Ungerechtigkeit, das ist Staatssekretär Schieder – er ist derjenige, der alle Krankenhäuser zusperren will (Zwischenruf der Abg. Binder-Maier) und der den Reichtum so definiert hat, dass er gleich nach dem Mindestrentner beginnt (Ruf bei der SPÖ: Fällt dir etwas Gescheites auch ein?) –, und das zweite Kompetenzzentrum, das er heute mitgebracht hat, ist Kollege Ostermayer, Spezialist für Postenschacher und Parteiproporz. (Beifall bei der FPÖ.) So viel zum Thema Verwaltungsreform! Das sind nämlich die Dinge, die in Wien so blühen wie sonst gar nichts.
Ruf bei der SPÖ: Fällt dir etwas Gescheites auch ein?
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Meine Herren Staatssekretäre! Der Herr Bundeskanzler hat sich ja heute Verstärkung geholt für die Debatte und hat sich begleiten lassen zum einen vom SPÖ-Kompetenzzentrum für soziale Ungerechtigkeit, das ist Staatssekretär Schieder – er ist derjenige, der alle Krankenhäuser zusperren will (Zwischenruf der Abg. Binder-Maier) und der den Reichtum so definiert hat, dass er gleich nach dem Mindestrentner beginnt (Ruf bei der SPÖ: Fällt dir etwas Gescheites auch ein?) –, und das zweite Kompetenzzentrum, das er heute mitgebracht hat, ist Kollege Ostermayer, Spezialist für Postenschacher und Parteiproporz. (Beifall bei der FPÖ.) So viel zum Thema Verwaltungsreform! Das sind nämlich die Dinge, die in Wien so blühen wie sonst gar nichts.
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Meine Herren Staatssekretäre! Der Herr Bundeskanzler hat sich ja heute Verstärkung geholt für die Debatte und hat sich begleiten lassen zum einen vom SPÖ-Kompetenzzentrum für soziale Ungerechtigkeit, das ist Staatssekretär Schieder – er ist derjenige, der alle Krankenhäuser zusperren will (Zwischenruf der Abg. Binder-Maier) und der den Reichtum so definiert hat, dass er gleich nach dem Mindestrentner beginnt (Ruf bei der SPÖ: Fällt dir etwas Gescheites auch ein?) –, und das zweite Kompetenzzentrum, das er heute mitgebracht hat, ist Kollege Ostermayer, Spezialist für Postenschacher und Parteiproporz. (Beifall bei der FPÖ.) So viel zum Thema Verwaltungsreform! Das sind nämlich die Dinge, die in Wien so blühen wie sonst gar nichts.
Beifall bei der FPÖ.
Und es ist schon in gewisser Weise verräterisch, wenn die SPÖ-Vorredner ausgerechnet die Mercer-Studie zitieren. Das ist ausgezeichnet! Die Mercer-Studie – das muss man den Fernsehzusehern erklären – ist eine Umfrage unter internationalen Führungskräften. Das ist also das, was man ansonsten bei jeder Rede, wenn man irgendwo am Kirtag ist oder sich im Parteizelt oder in der Sektion befindet, als Klassenfeind anprangert: Das sind nämlich die Superreichen mit Einkommen jenseits von Gut und Böse, die draußen wohnen, im Grünen, im bewachten Garten, mit dem Luxusauto und mit Privat-Chauffeuren in die Arbeit fahren und ihre Kinder irgendwo in einem Bereich untergebracht haben, wo von der öffentlichen Hand gar nichts zu merken ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist das Zielpublikum der Befragung der Mercer-Studie, und die SPÖ geht her und zitiert diese Leute, um die Lebensqualität in Wien nachzuweisen. Wenn Sie einmal genau nachschauen würden, dann würden Sie wissen, dass der an Kaufkraft gemessen ärmste Bezirk die Wiener Donaustadt ist. Das ist die Errungenschaft der Sozialdemokratie – aber von den kleinen Leuten haben Sie sich schon lange entfernt! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Der Kollege Wittmann war ja dort!
Ich bin ja froh, dass er zurückgekommen ist – wahrscheinlich nicht geläutert. (Abg. Strache: Der Kollege Wittmann war ja dort!) Ich gehe einmal davon aus, dass Herr Kollege Wittmann ideologisch gefestigt zurückgekommen ist, damit er hier wieder seinen Abwehrkampf führen kann gegen diejenigen, die es angeblich nicht gut meinen mit den Österreicherinnen und Österreichern.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich sage Ihnen: Die Einzigen, die es nicht gut meinen mit der Bevölkerung, sitzen da drüben, die sitzen dort in der linken Ecke. Da ist auf Bundesebene kein Unterschied, und das ist in Wien genau gleich. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Sie sind diejenigen, die sich eigentlich an den Österreicherinnen und Österreichern seit Jahr und Tag im Steuerbereich, im Abgabenbereich vergreifen und die da auch kein Ende machen werden, weil Sie nämlich nicht bereit sind, endlich einmal eine Verwaltungsreform, für die es höchst an der Zeit wäre, durchzuführen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage Ihnen: Die Einzigen, die es nicht gut meinen mit der Bevölkerung, sitzen da drüben, die sitzen dort in der linken Ecke. Da ist auf Bundesebene kein Unterschied, und das ist in Wien genau gleich. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Sie sind diejenigen, die sich eigentlich an den Österreicherinnen und Österreichern seit Jahr und Tag im Steuerbereich, im Abgabenbereich vergreifen und die da auch kein Ende machen werden, weil Sie nämlich nicht bereit sind, endlich einmal eine Verwaltungsreform, für die es höchst an der Zeit wäre, durchzuführen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Eine Verwaltungsreform soll doch in erster Linie Kosten reduzieren, und zwar Kosten, denen keine Leistung gegenübersteht. Wir reden nicht von den Kosten für Leistungen, die wir brauchen, um die notwendigen Bedürfnisse der Bevölkerung sozusagen zu versorgen beziehungsweise abzudecken – diese sind unbestritten! –, sondern wir reden von den Kosten, die nur Ihren Funktionären dienlich sind. Diese müssen nach unten gedrückt und im Idealfall überhaupt wegreduziert werden. Das ist einmal eine Verwaltungsreform! – Das als erster Punkt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Lapp: Woher haben Sie das?
Ich erwähne nur, dass das die Leistungsträger sind, von denen unser Sozialsystem, das Pensionssystem und so weiter lebt. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Lapp: Woher haben Sie das?)
Abg. Strache: Na gute Nacht! Na gute Nacht!
„Kann BMS bezogen werden? – Ja, Herr T. ist Arbeitnehmer“ – ich füge hinzu: Später dann Arbeitsloser! – „in Österreich. Er kann für sich und seine Familie“ selbstverständlich die Aufstockung durch die Bedarfsorientierte Mindestsicherung beanspruchen. (Abg. Strache: Na gute Nacht! Na gute Nacht!)
Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Jawohl!
Was heißt denn das jetzt, meine Damen und Herren? – Das ist doch eine Gebrauchsanweisung zum organisierten Sozialmissbrauch! (Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Jawohl!)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Jetzt schreiben Sie noch hin, dass es sich in diesem Fall um einen Rumänen handelt – es hätte auch ein Bulgare sein können –, weil Sie wissen, für diese öffnet sich der Arbeitsmarkt erst Ende 2013, aber Sie hätten auch schreiben können: ein Pole, ein Ungar, ein Tscheche oder ein Slowake, denn da ist nämlich am 1. Mai des kommenden Jahres Schluss mit den Schutzbestimmungen – und dann droht uns das alles! Dann kommen die Iljas – aus Polen, aus Ungarn, aus der Slowakei und aus Tschechien! (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen)
Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen. – Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich weiß nicht, ob Ihnen das entgangen ist: 400 000 arbeitslose Ungarn, 300 000 arbeitslose Slowaken und 500 000 in Tschechien. Man fragt sich, ob Sie von allen guten Geistern verlassen sind, meine Damen und Herren! (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen. – Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich komme zum letzten Satz: Verwaltungsreform heißt, dass Sie sich ins eigene Fleisch schneiden müssen. – Sie sind nicht dazu bereit, also gehe ich davon aus, dass Ihnen der Wähler diese Diät verordnen wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Nicht mehr zusammenkommen!
In den Österreich-Gesprächen – nur zur Erinnerung: Das ist dort, wo die Parteichefs zusammenkommen (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Nicht mehr zusammenkommen!), die Sie einmal eingeladen haben; mittlerweile ist das alles im Auslaufen begriffen, und ich sage Ihnen auch gleich, warum (Zwischenruf des Abg. Kickl) – hat es ja hervorragende Ansätze gegeben. Ich muss das einmal ausdrücklich loben, Herr Bundeskanzler!
Zwischenruf des Abg. Kickl
In den Österreich-Gesprächen – nur zur Erinnerung: Das ist dort, wo die Parteichefs zusammenkommen (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Nicht mehr zusammenkommen!), die Sie einmal eingeladen haben; mittlerweile ist das alles im Auslaufen begriffen, und ich sage Ihnen auch gleich, warum (Zwischenruf des Abg. Kickl) – hat es ja hervorragende Ansätze gegeben. Ich muss das einmal ausdrücklich loben, Herr Bundeskanzler!
Abg. Scheibner: Das ist lange her!
Es haben sich fast alle Parteien beteiligt. Wir jedenfalls auch – Sie wissen, dass wir da nicht faul sind –, und haben uns mit Ihnen und mit dem Herrn Vizekanzler darauf verständigt, wo wir im Schulbereich, im Gesundheitsbereich, in all diesen sensiblen Materien (Abg. Scheibner: Das ist lange her!) – ja, richtig, das ist schon lange her –, sparen können beziehungsweise mit gleicher Geldmenge noch mehr Leistung erzeugen können für Dienstleistungen für die BürgerInnen.
Beifall bei den Grünen.
Ich werde uns das jetzt ein bisschen Wordrap-mäßig durchgehend vortragen, wo die Landeshauptleute überall in organisierter Weise quer im Stall stehen: bei der Gesundheitsreform, bei der Schulreform, bei der Reform des Finanzausgleichs, bei der die Landeshauptleute die Hand auf dem Geld haben und ihre Bürgermeister wie Lakaien zappeln lassen, weil sie aus der „finsteren Kassa“ dorthin das Geld verteilen, um noch als Ehrenbürger zurückzukommen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
So ist es doch, auch in den Landesregierungen; und die Landeshauptleutekonferenz, das ist überhaupt das Schlimmste. Aus meiner Sicht gehört dieses Blockadegremium aus der Realverfassung eliminiert. Die Landeshauptleutekonferenz ist doch wirklich das organisierte Zentrum der innovationsresistenten Blockadeelite. Das werden wir uns nicht mehr gefallen lassen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen
Betreffend die Schulpolitik kommt von dort jetzt der Vorschlag, dass alle Lehrer – unter Anführungszeichen – „verländert“ werden sollen. – Na gratuliere! Da geht es nicht um Schulpolitik, da geht es um klassische Parteipolitik: die endgültige Machtübernahme des Parteibuchs über die Lehrer. Das planen sie, nämlich die Landeshauptleute (Beifall bei den Grünen), aber Sie wehren sich nicht richtig! Wozu sind Sie denn Bundeskanzler?! Und vom Vizekanzler hört man auch nichts mehr. Das ist wahrscheinlich jetzt so, weil sein Onkel dort der Vorsitzende ist, aber so kann es ja nicht weitergehen!
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
In der Gesundheitspolitik ist es das Gleiche. – Wir trauen uns auch in Landtagswahlkämpfen zu sagen, dass es nicht geht, dass jeder Standort gleich bleiben kann. Eine Standortgarantie kann es nur dann geben, wenn die Standorte auch bereit sind, sich zu verändern, aber Ihre Leute rennen herum und versprechen allen alles. Das ist doch schrecklich! Die Leute werden nur mehr verblödet – das geht so nicht! Sie müssen auch wieder ehrlicher werden in dem Punkt, und dann können wir das organisieren. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Und als Letztes rufe ich Sie in diesem Zusammenhang auf: Fangen wir einmal bei den Bundesländern an, denn dann wird wirklich etwas weitergehen! Da sind über die Jahre und auf Dauer Milliarden zu holen. Und das sollte man sich endlich einmal zu sagen trauen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Ihnen am Höhepunkt der Wirtschaftskrise, am Höhepunkt der Ausgaben in diesem Land gut anstehen, eine neue Demut zu zeigen und endlich eine Verwaltungsreform in diesem Land voranzutreiben, die auch tatsächlich diesen Namen verdient, nämlich die Einsparungsmöglichkeiten im eigenen Bereich zu suchen. Bevor Sie einmal mehr planlos, visionslos, unverfroren und gewissenlos den Griff in die Brieftaschen der Steirerinnen und Steirer, der Österreicherinnen und Österreicher mit Steuererhöhungen wagen, würde ich Ihnen empfehlen, dass Sie in diesen nächsten Tagen diese Verwaltungsreform und das Budget endlich nutzen, um einmal im eigenen Bereich aufzuräumen. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
In jedem anständigen Haushalt in Österreich wird die Stiege auch von oben nach unten gekehrt und nicht von unten nach oben. Und daher bin ich und daher sind wir auch der Meinung, dass in erster Linie Ihre eigenen Bereiche, ihre rot-schwarzen Bereiche, die sich wie das Fettauge auf eine Rindsuppe über alle Institutionen der Republik legen, entschlackt und einer Diät unterzogen werden müssen (Zwischenruf des Abg. Rädler), bevor Sie einmal mehr nach der steirischen und nach der Wiener Landtagswahl einen Belastungsanschlag auf die Österreicherinnen und Österreicher planen – einen Belastungsanschlag, zu dem heute bei dieser Aktuellen Stunde hier Stellung zu nehmen der Finanzminister zu feig ist, einen Belastungsanschlag, der bedeutet, dass nächstes Jahr jeder Staatsbürger dieser Republik 800 € mehr an Steuern, an Gebühren und Abgaben im Jahr zahlen wird – und das am Höhepunkt einer Krise, da die Menschen dieses Landes ohnedies kein Geld mehr haben!
Zwischenruf des Abg. Großruck
Während Sie, sehr geehrte Damen und Herren von Rot und Schwarz, die Fantasie gehabt haben, Ihre eigenen Lebensstandards zu verbessern – wir diskutieren in der Steiermark über die Pension des Herrn Landeshauptmannes Voves, der nach seiner politischen Karriere am 26. September 12 000 € von der Merkur Versicherung bekommen wird, oder über Ihren Herrn Vizelandeshauptmann Schützenhöfer, der mit einer 9 000 €-Pension des alten Politpensionssystems (Zwischenruf des Abg. Großruck) den Menschen die nächsten Jahre auf der Tasche liegen wird –, gehen Sie her und schröpfen einmal mehr alle Menschen in diesem Land.
Zwischenrufe der Abgeordneten Steibl und Hakel.
Allein im meinem Bundesland gibt es 40 000 arbeitslose Steirerinnen und Steirer und leben 100 000 Menschen unter der Armutsgrenze! (Zwischenrufe der Abgeordneten Steibl und Hakel.) Und zu diesem Zeitpunkt erhöhen Sie die Mineralölsteuer, während Ihre roten und schwarzen Funktionäre wie Ruttenstorfer, wie Ederer – herzlichen Dank, Herr Alt-Minister Bartenstein, der von der Krise nicht betroffen war, für die Bemerkung betreffend Frau Ederer – die Gagen bei der OMV und den staatsnahen Betrieben oder bei Siemens kassieren und sich fette Bonuszahlungen auszahlen lassen.
Abg. Hagenhofer: Nur Neid schüren! Nur Neid schüren!
Während Sie, sehr geehrte Damen und Herren von Rot und Schwarz, Spitäler schließen wollen und Beiträge erhöhen wollen, tummeln sich in den 21 Sozialversicherungsanstalten dieses Landes noch immer Ihre rot-schwarzen Funktionäre herum (Abg. Hagenhofer: Nur Neid schüren! Nur Neid schüren!) und verursachen allein am Standort der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse 52 Millionen € an Gehaltskosten im Jahr. Das multiplizieren Sie jetzt einmal mit 21, und dann wissen Sie, wie dieses Defizit auch für die Österreicherinnen und Österreicher zustande kommt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Während Sie, sehr geehrte Damen und Herren von Rot und Schwarz, Spitäler schließen wollen und Beiträge erhöhen wollen, tummeln sich in den 21 Sozialversicherungsanstalten dieses Landes noch immer Ihre rot-schwarzen Funktionäre herum (Abg. Hagenhofer: Nur Neid schüren! Nur Neid schüren!) und verursachen allein am Standort der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse 52 Millionen € an Gehaltskosten im Jahr. Das multiplizieren Sie jetzt einmal mit 21, und dann wissen Sie, wie dieses Defizit auch für die Österreicherinnen und Österreicher zustande kommt. (Beifall beim BZÖ.)
der Redner hält einen Zeitungsartikel mit der Überschrift „Atom: Schüssel casht voll ab“ in die Höhe
Ich lese heute, dass Ihr Herr Altkanzler Schüssel schon genügend Phantasie besessen hat, um sich seinen Lebensstandard zu richten (der Redner hält einen Zeitungsartikel mit der Überschrift „Atom: Schüssel casht voll ab“ in die Höhe): Schüssel casht bei der Atom-Lobby ab. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Heute haben wir Herrn Abgeordneten Faul politisch zu Grabe getragen – seinen Nachfolger begrüße ich! –, der drei Gehälter mit 14 000 € bekommen und null Arbeitsleistung gebracht hat. Sie haben viel Fantasie, wenn es darum geht, die Lebensstandards Ihrer eigenen Funktionäre zu verbessern, sind aber fantasielos und greifen in die Taschen, wenn es um die Österreicherinnen und Österreicher geht.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich lese heute, dass Ihr Herr Altkanzler Schüssel schon genügend Phantasie besessen hat, um sich seinen Lebensstandard zu richten (der Redner hält einen Zeitungsartikel mit der Überschrift „Atom: Schüssel casht voll ab“ in die Höhe): Schüssel casht bei der Atom-Lobby ab. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Heute haben wir Herrn Abgeordneten Faul politisch zu Grabe getragen – seinen Nachfolger begrüße ich! –, der drei Gehälter mit 14 000 € bekommen und null Arbeitsleistung gebracht hat. Sie haben viel Fantasie, wenn es darum geht, die Lebensstandards Ihrer eigenen Funktionäre zu verbessern, sind aber fantasielos und greifen in die Taschen, wenn es um die Österreicherinnen und Österreicher geht.
Zwischenrufe der Abgeordneten Großruck und Binder-Maier.
Es ist daher Zeit für eine neue Demut, auch für eine neue Askese in der Politik. Die 21 Sozialversicherungsanstalten sind zusammenzulegen, bevor man Steuern erhöht, Die Landesschulräte und Bezirksschulräte sind endlich abzuschaffen, wenn man sich zu einer neuen Mittelschule in diesem Land bekennt. Mitglieder von neun Landesregierungen, in den meisten Bundesländern 56 Landtagsabgeordnete und Regierungsbüros mit Hunderten unfähigen Politoffizieren sind in Zeiten eines Sparpakets sinnlos. Und daher sage ich Ihnen: Sparen wir dort ein! (Zwischenrufe der Abgeordneten Großruck und Binder-Maier.)
Beifall beim BZÖ.
Holen wir dort die 3 Milliarden € heraus, bevor Sie einmal mehr als modernes Raubrittertum einen Anschlag auf die Österreicherinnen und Österreicher planen! (Beifall beim BZÖ.) Das wäre sinnvoller als das Gequake aus den letzten Reihen, mit Ihren Gagen, wo Sie sich es ohnehin richten können. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Holen wir dort die 3 Milliarden € heraus, bevor Sie einmal mehr als modernes Raubrittertum einen Anschlag auf die Österreicherinnen und Österreicher planen! (Beifall beim BZÖ.) Das wäre sinnvoller als das Gequake aus den letzten Reihen, mit Ihren Gagen, wo Sie sich es ohnehin richten können. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Hakel: ... hereinkommt! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sie wissen nicht, wie es einem Österreicher geht, der mit 700 € auskommen muss! Zeigen Sie Demut, zeigen Sie Askese, oder Sie bekommen heute am Nachmittag Ihren Misstrauensantrag, wenn sie ihn verdienen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Hakel: ... hereinkommt! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Abgeordneter Mag. Michael Schickhofer (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Meine sehr verehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Wirtschaftskrise stellt uns vor immense Herausforderungen. Ich erlebe dies ständig in der Gemeindepolitik: Allein die steirischen Gemeinden sind mit Einnahmenausfällen von 200 Millionen € konfrontiert und haben Probleme, ihrer Liquidität aufrechtzuerhalten. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) Ihnen fehlt das Geld, Maßnahmen zu setzen, um die Kinderbetreuung auszubauen, um zu investieren. Das ist ganz, ganz zentral und eine Grundvoraussetzung, die wir brauchen.
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Es verwundert mich schon sehr, wenn man jetzt sagt: Banken, Versicherungen, große Konzerne waren „too big to fail“. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) Was heißt das? – Sie waren zu groß, der Staat hat ihnen helfen müssen, hat ihnen beistehen müssen. Und jetzt auf einmal sagt die ÖVP – Herr Bartenstein, ich höre das bei der Bankenabgabe –, diese Großunternehmen sind „too big to pay“. Also ich glaube, es muss eine Selbstverständlichkeit sein, dass auch jene die Zeche zahlen, die sie verursacht haben, und das sind große Finanzunternehmungen, das sind Großunternehmungen in der Republik. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es verwundert mich schon sehr, wenn man jetzt sagt: Banken, Versicherungen, große Konzerne waren „too big to fail“. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) Was heißt das? – Sie waren zu groß, der Staat hat ihnen helfen müssen, hat ihnen beistehen müssen. Und jetzt auf einmal sagt die ÖVP – Herr Bartenstein, ich höre das bei der Bankenabgabe –, diese Großunternehmen sind „too big to pay“. Also ich glaube, es muss eine Selbstverständlichkeit sein, dass auch jene die Zeche zahlen, die sie verursacht haben, und das sind große Finanzunternehmungen, das sind Großunternehmungen in der Republik. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Über 1 Million € Vermögen zu haben, heißt für mich, auch die Fähigkeit zu haben, einen Beitrag zu leisten. (Beifall bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei ÖVP, FPÖ und Grünen.
Sie können aber auch versichert sein: Als Betriebswirt bin ich davon überzeugt, dass wir effizienter arbeiten müssen. Ich habe mir die 315 Vorschläge des Rechnungshofpräsidenten sehr genau angeschaut. Sie haben die Broschüre schon hergezeigt! Auf Seite 11 können Sie lesen, wie reformfreudig diese sozialdemokratische Regierung und überhaupt sozialdemokratische Führung ist. (Ironische Heiterkeit bei ÖVP, FPÖ und Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
40 Prozent der Vorschläge – das bestätigt der Rechnungshofpräsident in seinem Bericht – sind umgesetzt. 22 Prozent der Vorschläge sind in Umsetzung. Ich meine, das ist für drei Jahre sozialdemokratische Arbeit sehr, sehr viel. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Schaumschläger!
Ich glaube, es ist gelungen, durch eine starke Kooperation der Gemeinden in Kleinregionen Dinge effizienter zu erledigen, kostengünstiger zu erledigen. Es muss aber möglich sein, dass Gemeinden in der Kinderbetreuung eine Ganztageskinderbetreuung zur Verfügung stellen, dass sie ihre Infrastruktur ausbauen. Es muss möglich sein, dass sie das alles finanzieren. (Abg. Rädler: Schaumschläger!)
Abg. Kickl: Da sind Sie weit davon entfernt!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, es kann nicht sein, das Sparen zur absoluten Maxime zu machen, ohne jene, die die Verursacher waren, zur Mitfinanzierung heranzuziehen. (Abg. Kickl: Da sind Sie weit davon entfernt!) Ich glaube, das muss unsere zentrale Aufgabe sein. Ich bin immer Partner für starke Reformen. Wir dürfen uns, meine ich, im Bereich der Verwaltung nicht auf Polemik oder Zwischenrufe konzentrieren, sondern wir müssen lösungsorientiert und nachhaltig für Österreich arbeiten.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: ... Schaumschläger! – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
In diesem Bereich freue ich mich auf eine sehr, sehr gute Zusammenarbeit mit Ihnen allen für ein starkes, nachhaltiges Österreich. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: ... Schaumschläger! – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Gaßner: Du brauchst dich nicht zu fürchten! Der ist gut! – Unruhe im Saal. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Meine Herren Staatssekretäre! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die SPÖ ist von diesem Beitrag selbst irritiert. (Abg. Mag. Gaßner: Du brauchst dich nicht zu fürchten! Der ist gut! – Unruhe im Saal. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Meine Damen und Herren, ich glaube, die Diskussion, die wir führen, lauft völlig falsch und gegenwärtig eigentlich nur auf Kosten der Regionen, der Demokratie und auch zulasten der Bürger.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Kollege Schickhofer, Sie haben mich jetzt herausgefordert, sich auch mit der Steiermark auseinanderzusetzen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Was ist in diesen fünf Jahren unter Franz Voves geschehen? – Nichts, meine Damen und Herren! Nichts ist geschehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Schickhofer, Sie haben mich jetzt herausgefordert, sich auch mit der Steiermark auseinanderzusetzen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Was ist in diesen fünf Jahren unter Franz Voves geschehen? – Nichts, meine Damen und Herren! Nichts ist geschehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Hakel: Bürgerservicestellen!
Was will Voves? – Voves will einen Kahlschlag der Regionen. Er will die Schließung von 17 Bezirkshauptmannschaften, meine Damen und Herren (Abg. Hakel: Bürgerservicestellen!), und will sie in sieben Mega-Bezirkshauptmannschaften zusammenführen. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das würde beispielsweise für die Menschen von Murau eine Stunde Fahrzeit bedeuten, um etwa einen Führerschein abzuholen. Das ist Voves: Er will die Menschen belasten, meine Damen und Herren!
Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Was will Voves? – Voves will einen Kahlschlag der Regionen. Er will die Schließung von 17 Bezirkshauptmannschaften, meine Damen und Herren (Abg. Hakel: Bürgerservicestellen!), und will sie in sieben Mega-Bezirkshauptmannschaften zusammenführen. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das würde beispielsweise für die Menschen von Murau eine Stunde Fahrzeit bedeuten, um etwa einen Führerschein abzuholen. Das ist Voves: Er will die Menschen belasten, meine Damen und Herren!
Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Schieder.
Sie, Herr Kollege Schieder, schlagen vor, 300 Spitäler zu schließen. (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Schieder.) Das bedeutet einen Kahlschlag von Arbeitsplätzen auch im ländlichen Raum. Das sind die Vorschläge, die von der SPÖ und von Voves kommen, meine Damen und Herren!
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, all diese Vorschläge, die von Franz Voves kommen – hoffentlich kommen sie nicht mehr lange, ich glaube am Sonntag ist ohnehin Schluss damit –, sind, um das auf Steirisch zu sagen, notwendig wie ein Kropf, denn sie führen nur auseinander, dividieren die Menschen auseinander, und die Menschen werden belastet. Das können wir nicht brauchen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Hakel: Großbauern!
Meine Damen und Herren! Was wir brauchen und was wir machen müssen, ist eine Abschaffung der Pensionsprivilegien bei den ÖBB, bei der Nationalbank, ist eine Pensionsharmonisierung auch in den Ländern. (Abg. Hakel: Großbauern!) Häupl will immer noch nichts davon wissen. Der Staat zahlt derzeit 8 Milliarden € für die Pensionen dazu, und bis zum Jahr 2030 wird diese Zahl auf 19 Milliarden € explodieren, meine Damen und Herren! (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Wir brauchen eine Abschaffung dieser Privilegien.
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Meine Damen und Herren! Was wir brauchen und was wir machen müssen, ist eine Abschaffung der Pensionsprivilegien bei den ÖBB, bei der Nationalbank, ist eine Pensionsharmonisierung auch in den Ländern. (Abg. Hakel: Großbauern!) Häupl will immer noch nichts davon wissen. Der Staat zahlt derzeit 8 Milliarden € für die Pensionen dazu, und bis zum Jahr 2030 wird diese Zahl auf 19 Milliarden € explodieren, meine Damen und Herren! (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Wir brauchen eine Abschaffung dieser Privilegien.
Abg. Petzner: Ihr habt jahrzehntelang den Landeshauptmann gestellt! Was habt ihr gemacht?
und den Wirtschaftsstandort zu stärken. Eine Durchforstung von Bundesrecht und überschüssigen EU-Regelungen wäre nötig. (Abg. Petzner: Ihr habt jahrzehntelang den Landeshauptmann gestellt! Was habt ihr gemacht?) Damit reduzieren wir Verwaltungsaufwand. Unsere Ressorts prüfen das gerade. Das werden wir dann auch entsprechend umsetzen. (Abg. Petzner: Was hat denn die Klasnic gemacht für die Verwaltungsreform?)
Abg. Petzner: Was hat denn die Klasnic gemacht für die Verwaltungsreform?
und den Wirtschaftsstandort zu stärken. Eine Durchforstung von Bundesrecht und überschüssigen EU-Regelungen wäre nötig. (Abg. Petzner: Ihr habt jahrzehntelang den Landeshauptmann gestellt! Was habt ihr gemacht?) Damit reduzieren wir Verwaltungsaufwand. Unsere Ressorts prüfen das gerade. Das werden wir dann auch entsprechend umsetzen. (Abg. Petzner: Was hat denn die Klasnic gemacht für die Verwaltungsreform?)
Abg. Hakel: Donnersbach?
Ich halte auch nichts davon, wenn der Herr Landeshauptmann Voves jetzt hergeht und sagt, wir verkleinern die Landtage. Wissen Sie, was wir brauchen und was in der Steiermark unter Franz Voves dazu geführt hat? – Noch mehr Kontrolltätigkeit brauchen wir. Und diese muss auch der Landtag wahrnehmen. Beispielsweise hat der Landtag den Voves-Vorschlag verhindert, die ESTAG an den französischen Energiekonzern EDF zu verkaufen. Was ist in den Städten und Märkten Fohnsdorf, Trieben, Zeltweg passiert? (Abg. Hakel: Donnersbach?) Wo ist die Kontrolltätigkeit von Franz Voves geblieben? – Sie war nicht vorhanden. Es wurden da Millionen vergeudet, meine Damen und Herren! Und die Menschen werden letztlich wieder mit neuen Abgaben belastet werden. (Abg. Grosz: Hartberg! Das schwarze Hartberg!)
Abg. Grosz: Hartberg! Das schwarze Hartberg!
Ich halte auch nichts davon, wenn der Herr Landeshauptmann Voves jetzt hergeht und sagt, wir verkleinern die Landtage. Wissen Sie, was wir brauchen und was in der Steiermark unter Franz Voves dazu geführt hat? – Noch mehr Kontrolltätigkeit brauchen wir. Und diese muss auch der Landtag wahrnehmen. Beispielsweise hat der Landtag den Voves-Vorschlag verhindert, die ESTAG an den französischen Energiekonzern EDF zu verkaufen. Was ist in den Städten und Märkten Fohnsdorf, Trieben, Zeltweg passiert? (Abg. Hakel: Donnersbach?) Wo ist die Kontrolltätigkeit von Franz Voves geblieben? – Sie war nicht vorhanden. Es wurden da Millionen vergeudet, meine Damen und Herren! Und die Menschen werden letztlich wieder mit neuen Abgaben belastet werden. (Abg. Grosz: Hartberg! Das schwarze Hartberg!)
Abg. Grosz: Deswegen eine Stimme für Gerald Grosz! – Abg. Hakel: Franz Voves!
Daher sage ich: Die Politik braucht nicht Menschen, die Neid säen, die auseinanderdividieren, die Klassenkampf betreiben, die ständig mit neuen Steuerideen herumrennen, wodurch Menschen belastet werden, die die Menschen auseinanderführen, sondern wir brauchen Menschen mit Handschlagqualität, mit Ehrlichkeit, mit Berechenbarkeit. (Abg. Grosz: Deswegen eine Stimme für Gerald Grosz! – Abg. Hakel: Franz Voves!) Deswegen bin ich überzeugt, dass Hermann Schützenhöfer mit der steirischen ÖVP diese Landtagswahlen am Sonntag gewinnen wird. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Eine einzige Peinlichkeit!)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Eine einzige Peinlichkeit!
Daher sage ich: Die Politik braucht nicht Menschen, die Neid säen, die auseinanderdividieren, die Klassenkampf betreiben, die ständig mit neuen Steuerideen herumrennen, wodurch Menschen belastet werden, die die Menschen auseinanderführen, sondern wir brauchen Menschen mit Handschlagqualität, mit Ehrlichkeit, mit Berechenbarkeit. (Abg. Grosz: Deswegen eine Stimme für Gerald Grosz! – Abg. Hakel: Franz Voves!) Deswegen bin ich überzeugt, dass Hermann Schützenhöfer mit der steirischen ÖVP diese Landtagswahlen am Sonntag gewinnen wird. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Eine einzige Peinlichkeit!)
Abg. Kickl: Unglaublich! – Abg. Strache: Unfassbar!
Wenn wir etwa erfahren, dass mit den Hilfsgeldern der Bundesrepublik Deutschland oder Österreichs 86 000 Panzergranaten für die hochgerüstete griechische Armee gekauft werden sollen (Abg. Kickl: Unglaublich! – Abg. Strache: Unfassbar!), die über 1 600 Leopard-1- und Leopard-2-Panzer hat, dann sagen wir: Da spielen wir Freiheitlichen nicht mit! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn wir etwa erfahren, dass mit den Hilfsgeldern der Bundesrepublik Deutschland oder Österreichs 86 000 Panzergranaten für die hochgerüstete griechische Armee gekauft werden sollen (Abg. Kickl: Unglaublich! – Abg. Strache: Unfassbar!), die über 1 600 Leopard-1- und Leopard-2-Panzer hat, dann sagen wir: Da spielen wir Freiheitlichen nicht mit! (Beifall bei der FPÖ.)
Der Redner stellt ein Schild mit unter anderem folgender Aufschrift auf das Rednerpult: „Dafür kämpfen wir: Unser Geld für unsre Leut! Wer das will, wählt FPÖ. Wir sind Heimat!“ – Beifall bei der FPÖ.
Nicht mit uns, meine Damen und Herren! Wir fordern konsequent: Unser Geld für unsere Leut’! (Der Redner stellt ein Schild mit unter anderem folgender Aufschrift auf das Rednerpult: „Dafür kämpfen wir: Unser Geld für unsre Leut! Wer das will, wählt FPÖ. Wir sind Heimat!“ – Beifall bei der FPÖ.) Das Geld, meine Damen und Herren, das Sie im Ausland versenken, nützt unseren Staatbürgern nichts!
Beifall bei der FPÖ.
Es ist bereits angesprochen worden: der 1. Mai nächsten Jahres. Was kommt auf die steirischen Arbeitnehmer zu? – Auf die steirischen Arbeitnehmer kommen Hunderte und Tausende Ungarn und auch Slowenen zu, die derzeit in ihren Ländern arbeitslos sind. Es gibt über 400 000 Arbeitslose im ungarischen Bereich, über 100 000 Arbeitslose im slowenischen Bereich, und Sie waren nicht bereit, in der EU nachzuverhandeln, dass die Schutzfristen für unseren Arbeitsmarkt weiter ausgedehnt werden. Das, meine Damen und Herren, hätten wir Freiheitliche getan! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Grosz: Das ist die nächste Debatte, die Asyldebatte!
Meine Damen und Herren, wir brauchen die Milliarden, die Sie in Griechenland versenkt haben, auch um die Sicherheit in unserem Land zu erhöhen. Seit der Öffnung der Ostgrenzen ist die Sicherheit in unserem Land gesunken und die Kriminalität dramatisch gestiegen. Wir als Freiheitliche sagen: Wir brauchen in der Steiermark zumindest 500 Polizisten sofort, und nicht, wie die Innenministerin gesagt hat, vielleicht im Jahr 2013 oder 2014. (Abg. Grosz: Das ist die nächste Debatte, die Asyldebatte!)
Abg. Strache: Eine Sauerei ist das, wirklich!
Wir brauchen die Milliarden, die Sie in Griechenland verschwendet haben, auch um die Spitalsschließungen abzuwenden. Der Herr Staatssekretär Schieder sitzt ja heute da, er hat im Sommer die Idee geboren: Alle kleinen Spitäler müssen irgendwann geschlossen werden! (Abg. Strache: Eine Sauerei ist das, wirklich!) Meine Damen und Herren, heißt das, dass von 24 steirischen Krankenhäusern 21 geschlossen werden und dann vielleicht nur noch Rottenmann, Bruck/Mur und Graz übrigbleiben? (Abg. Hakel: Drei Krankenhäuser!) Das kann nicht sein, das können wir den kranken Menschen und den Verletzten, die über Hunderte Kilometer transportiert werden, nicht zumuten. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Hakel: Drei Krankenhäuser!
Wir brauchen die Milliarden, die Sie in Griechenland verschwendet haben, auch um die Spitalsschließungen abzuwenden. Der Herr Staatssekretär Schieder sitzt ja heute da, er hat im Sommer die Idee geboren: Alle kleinen Spitäler müssen irgendwann geschlossen werden! (Abg. Strache: Eine Sauerei ist das, wirklich!) Meine Damen und Herren, heißt das, dass von 24 steirischen Krankenhäusern 21 geschlossen werden und dann vielleicht nur noch Rottenmann, Bruck/Mur und Graz übrigbleiben? (Abg. Hakel: Drei Krankenhäuser!) Das kann nicht sein, das können wir den kranken Menschen und den Verletzten, die über Hunderte Kilometer transportiert werden, nicht zumuten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir brauchen die Milliarden, die Sie in Griechenland verschwendet haben, auch um die Spitalsschließungen abzuwenden. Der Herr Staatssekretär Schieder sitzt ja heute da, er hat im Sommer die Idee geboren: Alle kleinen Spitäler müssen irgendwann geschlossen werden! (Abg. Strache: Eine Sauerei ist das, wirklich!) Meine Damen und Herren, heißt das, dass von 24 steirischen Krankenhäusern 21 geschlossen werden und dann vielleicht nur noch Rottenmann, Bruck/Mur und Graz übrigbleiben? (Abg. Hakel: Drei Krankenhäuser!) Das kann nicht sein, das können wir den kranken Menschen und den Verletzten, die über Hunderte Kilometer transportiert werden, nicht zumuten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
völkerung! Da stehen wir als Freiheitliche an der Seite unserer Österreicher! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist wirklich bitter, vor allem deshalb, weil die Menschen, die in diesen Bereichen arbeiten, etwa im Krankenpflegebereich, in den Kindergärten, in den Schulen, sehr viel leisten – das haben Sie zu Recht gesagt –, aber teilweise für sehr wenig Geld diese Arbeit machen. Genau für diese Menschen wäre eine Verwaltungsreform gedacht, zumal parallel dazu in „Betonburgen“ – speziell im Schulsystem und im Gesundheitssystem – die Millionen versickern. Es wäre Ihre Aufgabe gewesen, auf der einen Seite diese Menschen so zu unterstützen, dass Sie Ihre Arbeit besser, leichter, mit mehr Ressourcen machen können, und auf der anderen Seite endlich einmal dort Reformen in Angriff zu nehmen und Initiativen zu ergreifen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Kogler: Jawohl!
Diejenigen, die es verhindern, haben eine Bezeichnung: Österreich erstickt am falsch verstandenen Föderalismus! (Abg. Mag. Kogler: Jawohl!) Jede kleinste Maßnahme, jeder Vorschlag wird schon im Keim erstickt und totgeschlagen von neun Landeshauptleuten, die jeden Vorschlag als Angriff auf ihr Machtgefüge und ihre Kompetenzen sehen und die nicht in der Lage sind, vernünftig Reformen zu diskutieren. Wie gesagt: Österreich erstickt am falsch verstandenen Föderalismus! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Diejenigen, die es verhindern, haben eine Bezeichnung: Österreich erstickt am falsch verstandenen Föderalismus! (Abg. Mag. Kogler: Jawohl!) Jede kleinste Maßnahme, jeder Vorschlag wird schon im Keim erstickt und totgeschlagen von neun Landeshauptleuten, die jeden Vorschlag als Angriff auf ihr Machtgefüge und ihre Kompetenzen sehen und die nicht in der Lage sind, vernünftig Reformen zu diskutieren. Wie gesagt: Österreich erstickt am falsch verstandenen Föderalismus! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kopf: Aber Schulerhalter ist ja die Stadt Wien!
Das ist wirklich bedauerlich – ich möchte das noch einmal betonen –, denn: Wenn Sie sich die Situation in den Kinderbetreuungseinrichtungen, in den Schulen ansehen, dann können Sie feststellen, dass es dort überall an Personal, überall an Geld fehlt. In Wien wird von der ÖVP plakatiert: Keine Container-Klassen! – Ja, ist diese Forderung noch zu toppen, wenn man gleichzeitig das Budget verschiebt, bei der Verwaltungsreform nichts weiterbringt und geradezu provoziert, dass Kinder in Container-Klassen sitzen? Ist das noch weiter zu toppen? (Abg. Kopf: Aber Schulerhalter ist ja die Stadt Wien!)
Beifall bei den Grünen.
Mittlerweile muss man sich die Frage stellen, ob mit Ihnen als Kanzler und mit dem Finanzminister als Vizekanzler ein Duo der absoluten Führungslosigkeit Österreich steuert – der absoluten Führungslosigkeit! Sie sind Marionetten der Landeshauptleute – und nicht mehr! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Grillitsch: Geh, hören S’auf!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Wenn man die Reden, die Wahlkampfreden der Abgeordneten (Abg. Grillitsch: Geh, hören S’auf!) – auch von dir, lieber Fritz Grillitsch – der Regierungsparteien hört – vor allem aus der Steiermark; kandidiert ihr in Wien?, ihr kommt da heute hier gar nicht vor! –, wundert mich das schon: Beide Parteien haben entweder früher jahrzehntelang oder jetzt während der letzten Jahre den Landeshauptmann gestellt und kritisieren die Zustände dort. Da müsst ihr euch wirklich an der Nase nehmen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Wenn man die Reden, die Wahlkampfreden der Abgeordneten (Abg. Grillitsch: Geh, hören S’auf!) – auch von dir, lieber Fritz Grillitsch – der Regierungsparteien hört – vor allem aus der Steiermark; kandidiert ihr in Wien?, ihr kommt da heute hier gar nicht vor! –, wundert mich das schon: Beide Parteien haben entweder früher jahrzehntelang oder jetzt während der letzten Jahre den Landeshauptmann gestellt und kritisieren die Zustände dort. Da müsst ihr euch wirklich an der Nase nehmen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Eine Gesetzesvorlage haben Sie zusammengebracht, meine Damen und Herren! Erzählen Sie uns also hier nicht etwas von einer aktiven Regierung, die in der Verwaltungsreform irgendetwas beitragen und weiterbringen möchte! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Kickl: Das ist schon verjährt!
Das ist ja ein Spiegelbild Ihrer Politik: Wir sitzen 19 Monate im Verfassungskonvent – kein Ergebnis, weil sich die Großen nicht auf eine Verfassungsmehrheit einigen können. Zwei Jahre Sonderausschuss hier im Parlament – keine Einigung. Oder: Österreich-Gespräche – wann war das letzte Österreich-Gespräch? Ich kann mich gar nicht mehr erinnern. (Abg. Kickl: Das ist schon verjährt!) Voriges Jahr irgendwann. Da ist gut diskutiert worden, aber keine Ergebnisse, nichts!
Beifall beim BZÖ.
Und dann lassen wir uns noch von den Landeshauptleuten pflanzen, sage ich auf gut Wienerisch, egal, aus welchem Bundesland, die uns ausrichten: Halbiert einmal den Nationalrat! – Ja, gerne, sind wir auch dafür. Wir fangen ja immer an, mit gutem Beispiel voranzugehen, aber dann kommt ihr auch nach, liebe Kollegen in den Ländern! Wir brauchen keine 100 Landtagsabgeordneten in Wien! Wir brauchen nicht über 1 000 Bezirksräte in Wien, Landesregierungsmitglieder, Stadträte ohne Portefeuille! In den anderen Bundesländern ist die Situation ähnlich. Da könnte man halbieren und über 240 Millionen € im Jahr einsparen. Das ist einmal ein konkreter Vorschlag, wo aber der Bund und die Länder gemeinsam Initiativen setzen müssten. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Oder etwa in der Schuldiskussion, meine Damen und Herren, hören wir die ganze Zeit nur etwas, was eigentlich selbstverständlich sein sollte, nämlich dass die Verwaltung vereinfacht werden soll, dass wir zumindest eine dieser drei Schulebenen streichen, dass nicht Bund, Land und Bezirk hier zuständig sind, sondern dass es eine Bundeskompetenz und eine Kompetenz bei den Schulen geben sollte. (Beifall beim BZÖ.) Die Direktoren sollen einmal selbständig Leistungsstandards erstellen und für einen entsprechenden Wettbewerb sorgen. Das wären interessante Ansätze, haben wir auch schon besprochen – keine Ergebnisse.
Abg. Kickl: Trotzdem!
Oder Wien, meine Damen und Herren, Frau Abgeordnete Lueger: Da ist ja alles so großartig, meinten Sie. Ja, Wien ist eine schöne Stadt, aber nicht wegen Ihrer sozialistischen Regierung (Abg. Kickl: Trotzdem!), sondern weil es tolle Wienerinnen und Wiener gibt, die diese Stadt lebenswert machen.
Ironische Heiterkeit bei SPÖ und FPÖ.
Da wären sehr, sehr viele Aufgaben, über die wir diskutieren könnten, aber Sie haben Angst vor Landtagswahlen – verstehe ich auch, vor allem in Wien, denn wenn das BZÖ einzieht, ist die Absolute vom Herrn Häupl weg. (Ironische Heiterkeit bei SPÖ und FPÖ.) Das ist Ihr Maßstab in der Politik. Das ist aber zu wenig für eine ordnungsgemäße, zukunftsorientierte Regierungspolitik. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Da wären sehr, sehr viele Aufgaben, über die wir diskutieren könnten, aber Sie haben Angst vor Landtagswahlen – verstehe ich auch, vor allem in Wien, denn wenn das BZÖ einzieht, ist die Absolute vom Herrn Häupl weg. (Ironische Heiterkeit bei SPÖ und FPÖ.) Das ist Ihr Maßstab in der Politik. Das ist aber zu wenig für eine ordnungsgemäße, zukunftsorientierte Regierungspolitik. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Jury.
Abgeordneter Dr. Martin Strutz (ohne Klubzugehörigkeit): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Hohes Parlament! Herbert Scheibner hat vollkommen recht: Rot und Schwarz haben heute schöne Wahlkampfreden gehalten, haben aber in ihren Beiträgen keinen einzigen Satz dazu geliefert, wo eine Bereitschaft besteht, ob im Gesundheitsbereich, im Bildungsbereich, im Bereich der öffentlichen Verwaltung, tatsächlich Reformen in Angriff zu nehmen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Jury.)
Beifall und Heiterkeit bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury und Linder.
Herr Abgeordneter Grillitsch, der Führerschein wird seit drei Jahren von der Staatsdruckerei direkt zugeschickt! Da muss mittlerweile niemand mehr zur Bezirkshauptmannschaft fahren! (Beifall und Heiterkeit bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury und Linder.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury und Linder.
Ja, da gehe ich doch nicht her und setze als Sozialdemokrat als ersten Schritt jene Maßnahme, dass ich sage, ich kündige 1 000 Mitarbeiter, sondern da gehe ich einmal her und führe eine Buchhaltung ein, ein Rechnungswesen, Kennzahlen, damit diese grundlegenden Dinge überhaupt einmal zur Verfügung stehen. Aber das ist ja in Ihren Köpfen: Bei Ihnen heißt Verwaltungsreform Personalabbau, in allen Bereichen, und das wollen wir nicht haben! (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury und Linder.)
Beifall bei der FPÖ.
Da sind Ihre Millionen hergekommen, von den vielen kleinen Pensionisten, von den kranken Menschen in Österreich, die auf die Heilbehelfe angewiesen sind. Da haben Sie gespart, aber Sie haben keine einzige Maßnahme gesetzt, was die Zusammenlegung der 22 Krankenkassen betrifft, wo jeder schon seit Jahren sagt, wir müssten sie zusammenlegen, Sie sind in dieser Sache nicht einen Schritt vorangekommen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Neugebauer: Das ist aber ein aufgelegter Blödsinn!
Zweiter Bereich: Bildung. In Wirklichkeit ist es systemimmanent, warum sich diese rot-schwarze Koalitionsregierung auf keine Reformen einigen kann: weil beide in entgegengesetzte Richtungen drängen. Die Frau Bundesminister Schmied, Ihre Parteikollegin, ist ja das klassische Beispiel. Sie hat vernünftige Reformvorschläge im Bildungsbereich gemacht. Sie hat die Unterstützung der Länder, sie hat die Unterstützung der Experten im Bildungsbereich. Aber was geschieht? Die Personalvertretung, der Präsident Neugebauer steht auf und sagt: Keinen Millimeter weiter! (Abg. Neugebauer: Das ist aber ein aufgelegter Blödsinn!)
Beifall bei der FPÖ.
Und Sie, Herr Bundeskanzler, lassen Ihre eigene Bildungsministerin im Regen stehen. (Beifall bei der FPÖ.) Alle wirklich vernünftigen Vorschläge sind damit vom Tisch, weil es halt eine Koalition geben muss. – Herr Präsident Neugebauer, Hochachtung für dein Durchsetzungsvermögen, mir tut nur die Frau Minister Schmied leid, die vernünftige Vorschläge macht und von ihren eigenen Genossen im Regen stehen gelassen wird. Das ist die Proporzregierung. Ich könnte im Gesundheitsbereich ...
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury und Linder. – Bundeskanzler Faymann: Das tun wir eh!
Abgeordneter Dr. Martin Strutz (fortsetzend): Der Schlusssatz lautet: Herr Bundeskanzler! Geschätzte Vertreter der Bundesregierung! Reden Sie nicht, sondern handeln Sie! (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury und Linder. – Bundeskanzler Faymann: Das tun wir eh!)
Abg. Großruck: Bestkontrollierte!
Herr Bundeskanzler, ein ganz kleines Beispiel ist die Agrarstrukturerhebung. Die Bauern sind die wirklich bestkontrollierteste Menschenschicht (Abg. Großruck: Bestkontrollierte!) in Österreich. Wir wissen, wie viele Viecher sie haben, wir wissen über jeden Quadratmeter Grund Bescheid, wir wissen von den Bauern ganz viele Daten. Aber wir Gemeinden müssen noch einmal eine Agrarstrukturerhebung durchführen. Wir müssen noch einmal Daten erheben, wir müssen noch einmal arbeiten. Ich glaube, das kann in der heutigen Zeit nicht sein, dass wir uns diese Doppelgleisigkeit leisten. Das nur als ein kleines Beispiel, aber es gäbe, glaube ich, noch viele, viele Beispiele zu nennen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Bundeskanzler, ein ganz kleines Beispiel ist die Agrarstrukturerhebung. Die Bauern sind die wirklich bestkontrollierteste Menschenschicht (Abg. Großruck: Bestkontrollierte!) in Österreich. Wir wissen, wie viele Viecher sie haben, wir wissen über jeden Quadratmeter Grund Bescheid, wir wissen von den Bauern ganz viele Daten. Aber wir Gemeinden müssen noch einmal eine Agrarstrukturerhebung durchführen. Wir müssen noch einmal Daten erheben, wir müssen noch einmal arbeiten. Ich glaube, das kann in der heutigen Zeit nicht sein, dass wir uns diese Doppelgleisigkeit leisten. Das nur als ein kleines Beispiel, aber es gäbe, glaube ich, noch viele, viele Beispiele zu nennen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury und Dr. Strutz.
Oder: In Österreich haben wir 22 Krankenkassen, jede davon hat ihr eigenes System, ihre eigene Direktion. Ein kleiner Seitenhieb: Wenn wir 100 Millionen € in die Hand nehmen müssen, um diesen Kassen zu helfen, dann gehen sie her und sagen, wir haben ein Plus, weil sie die von uns beschlossene Hilfe in ihre Einnahmen mit einbauen. Und dann weisen sie noch ganz protzig ein Plus aus, statt effizient zu arbeiten und das System zu ändern. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury und Dr. Strutz.)
Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Herr Bundeskanzler, nehmen Sie sich ein Beispiel am Bundesland Kärnten! (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Wir haben ganz bestimmt schlechte Zahlen. Wir haben ganz bestimmt keine guten Zahlen in Kärnten, aber wir sind bereit, Reformen zu machen. Wir sind zum Beispiel das heiße Thema der Krankenanstalten angegangen. Wir wissen, dass man da Reformen machen muss, dass da etwas passieren muss. Viele anderen Bundesländer leiden noch darunter. Wir haben es geschafft, dass endlich von einer Stelle aus gesteuert werden kann und nicht jedes Krankenhaus alleine für sich arbeitet, mit einzelnen Direktoren, die stark sind und nicht bereit sind, für das Bundesland Kärnten gemeinsam zu arbeiten. Wir haben das in Kärnten angegriffen.
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury und Dr. Strutz.
Herr Bundeskanzler, dasselbe erwarten wir von Ihnen! Setzen Sie Reformen um, zeigen Sie Kompetenz, und arbeiten Sie daran, dass dieser Staat schlank wird und das Geld dorthin kommt, wo wir es brauchen, zu den sozial bedürftigen Bürgern, und dass wir nicht in einem dicken Staat untergehen! (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Jury und Dr. Strutz.)
Beifall bei der ÖVP.
Und wenn jemand ein Garant für eine erfolgreiche Migrations-, Asyl- und Fremdenpolitik und Integrationspolitik ist, dann ist das unsere Frau Bundesministerin Dr. Maria Fekter. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Deshalb, Frau Bundesministerin, ist auch Ihre Initiative des „Forum Salzburg“, wo viele Nachbarstaaten involviert sind und wo die Innenminister hier in Mitteleuropa etwa 106 Millionen Bürgerinnen und Bürger gemeinsam vertreten, eine wesentliche Maßnahme, um auf europäischer Ebene erfolgreich zu sein in diesen Fragen, die ich angesprochen habe. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist jetzt aber peinlich!
Es geht darum, dass man das kollektive Sicherheitsbedürfnis, das es in der Bevölkerung gibt, im Sinne eines demokratischen Rechtsstaates sicherstellt und dass auch das subjektive Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung groß ist. Meine Damen und Herren! Ich bin der Frau Bundesministerin, aber insbesondere auch unserem Landeshauptmann-Stellvertreter in der Steiermark, Herrn Hermann Schützenhöfer, dankbar dafür, dass die Frage dieses subjektiven Sicherheitsbedürfnisses sehr ernst genommen worden ist und dass es in zähen Verhandlungen (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist jetzt aber peinlich!) – für Sie ist das peinlich, Frau Glawischnig, wenn Sie sich nicht gemeinsam mit mir darüber freuen – gelungen ist, für die Steiermark 300 zusätzliche Polizistinnen und Polizisten durchzusetzen. (Beifall bei der ÖVP.) Wir halten das für notwendig und für wichtig. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Machen Sie Straßenwahlkampf, aber nicht im Parlament!)
Beifall bei der ÖVP.
Es geht darum, dass man das kollektive Sicherheitsbedürfnis, das es in der Bevölkerung gibt, im Sinne eines demokratischen Rechtsstaates sicherstellt und dass auch das subjektive Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung groß ist. Meine Damen und Herren! Ich bin der Frau Bundesministerin, aber insbesondere auch unserem Landeshauptmann-Stellvertreter in der Steiermark, Herrn Hermann Schützenhöfer, dankbar dafür, dass die Frage dieses subjektiven Sicherheitsbedürfnisses sehr ernst genommen worden ist und dass es in zähen Verhandlungen (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist jetzt aber peinlich!) – für Sie ist das peinlich, Frau Glawischnig, wenn Sie sich nicht gemeinsam mit mir darüber freuen – gelungen ist, für die Steiermark 300 zusätzliche Polizistinnen und Polizisten durchzusetzen. (Beifall bei der ÖVP.) Wir halten das für notwendig und für wichtig. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Machen Sie Straßenwahlkampf, aber nicht im Parlament!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Machen Sie Straßenwahlkampf, aber nicht im Parlament!
Es geht darum, dass man das kollektive Sicherheitsbedürfnis, das es in der Bevölkerung gibt, im Sinne eines demokratischen Rechtsstaates sicherstellt und dass auch das subjektive Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung groß ist. Meine Damen und Herren! Ich bin der Frau Bundesministerin, aber insbesondere auch unserem Landeshauptmann-Stellvertreter in der Steiermark, Herrn Hermann Schützenhöfer, dankbar dafür, dass die Frage dieses subjektiven Sicherheitsbedürfnisses sehr ernst genommen worden ist und dass es in zähen Verhandlungen (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist jetzt aber peinlich!) – für Sie ist das peinlich, Frau Glawischnig, wenn Sie sich nicht gemeinsam mit mir darüber freuen – gelungen ist, für die Steiermark 300 zusätzliche Polizistinnen und Polizisten durchzusetzen. (Beifall bei der ÖVP.) Wir halten das für notwendig und für wichtig. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Machen Sie Straßenwahlkampf, aber nicht im Parlament!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie sind wirklich peinlich!
Frau Abgeordnete Dr. Glawischnig, es geht nicht nur um das subjektive Sicherheitsbedürfnis, sondern es geht auch um die Frage, was sich objektiv in der Sicherheit verändert. Auch diesbezüglich hat Hermann Schützenhöfer Gott sei Dank bewiesen (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie sind wirklich peinlich!), dass man, wenn man sich einsetzt, wenn man sich für mehr Steiermark in positivem Sinn einsetzt, auch einiges bewegen kann. Es ist gelungen, in der Steiermark durch sicherheitspolitische Maßnahmen etwa die Zahl der Wohnungseinbrüche um ein Viertel zu reduzieren. Das ist eine erfolgreiche Sicherheitspolitik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Abgeordnete Dr. Glawischnig, es geht nicht nur um das subjektive Sicherheitsbedürfnis, sondern es geht auch um die Frage, was sich objektiv in der Sicherheit verändert. Auch diesbezüglich hat Hermann Schützenhöfer Gott sei Dank bewiesen (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie sind wirklich peinlich!), dass man, wenn man sich einsetzt, wenn man sich für mehr Steiermark in positivem Sinn einsetzt, auch einiges bewegen kann. Es ist gelungen, in der Steiermark durch sicherheitspolitische Maßnahmen etwa die Zahl der Wohnungseinbrüche um ein Viertel zu reduzieren. Das ist eine erfolgreiche Sicherheitspolitik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist gelungen, durch Sicherheitsmaßnahmen, die seitens des Ressorts Schützenhöfer geleistet worden sind, die Zahl der Hauseinbrüche um 45 Prozent abzusenken, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.) Auch das ist ein Erfolg, der gemeinsam mit Hermann Schützenhöfer und Maria Fekter erreicht werden konnte.
Beifall bei der ÖVP.
Durch die erhöhte Präsenz unserer Polizistinnen und Polizisten in der Steiermark ist es gelungen, bei den Autodiebstählen eine Absenkung um 86 Prozent zu erreichen. Das ist eine erfolgreiche Sicherheitspolitik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es gibt einen großen Unterschied zwischen uns und manchen Oppositionsparteien. Wir haben zwar eines gemein, nämlich dass wir Probleme aufzeigen – es ist notwendig, Probleme aufzuzeigen, die es im Zusammenhang mit sicherheitspolitischen Fragen gibt, es ist notwendig, Probleme aufzuzeigen, die es in Fragen der Migration, der Asyl- und der Fremdenpolitik gibt, das ist alles in Ordnung –, aber der Unterschied zwischen Ihnen und uns ist: Sie zeigen die Probleme nur auf – wir bieten auch Lösungen für diese Probleme an. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist der Unterschied zwischen Ihnen und uns, meine Damen und Herren! (Abg. Kickl: Sie verursachen die Probleme, wir werden sie lösen!)
Abg. Kickl: Sie verursachen die Probleme, wir werden sie lösen!
Es gibt einen großen Unterschied zwischen uns und manchen Oppositionsparteien. Wir haben zwar eines gemein, nämlich dass wir Probleme aufzeigen – es ist notwendig, Probleme aufzuzeigen, die es im Zusammenhang mit sicherheitspolitischen Fragen gibt, es ist notwendig, Probleme aufzuzeigen, die es in Fragen der Migration, der Asyl- und der Fremdenpolitik gibt, das ist alles in Ordnung –, aber der Unterschied zwischen Ihnen und uns ist: Sie zeigen die Probleme nur auf – wir bieten auch Lösungen für diese Probleme an. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist der Unterschied zwischen Ihnen und uns, meine Damen und Herren! (Abg. Kickl: Sie verursachen die Probleme, wir werden sie lösen!)
Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Es hat sich eines gezeigt, und dafür muss man Hermann Schützenhöfer aus der Steiermark besonders dankbar sein: Es hat sich gezeigt, wenn man sich intensiv um sein Heimatbundesland bemüht, wenn man bei den betreffenden Wiener Stellen intensiv vorstellig wird, wenn man ernst genommen wird in der Bundeshauptstadt, dann kann man für sein Bundesland auch sehr viel erreichen, meine Damen und Herren! Das ist, glaube ich, eine Botschaft, die notwendig ist, weil wir augenblicklich sehr viel über Föderalismus diskutieren. (Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Rufe bei FPÖ und BZÖ: Danke, Werner Amon!
Danke, Maria Fekter, danke, Hermann Schützenhöfer, dass für die Sicherheit so viel erreicht werden konnte! (Beifall bei der ÖVP. – Rufe bei FPÖ und BZÖ: Danke, Werner Amon!)
Abg. Mag. Stadler: Maria Schützenhöfer!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Für eine einleitende Stellungnahme hat sich nun Frau Bundesministerin Dr. Fekter zu Wort gemeldet. Die Redezeit soll 10 Minuten nicht überschreiten. – Bitte, Frau Bundesministerin. (Abg. Mag. Stadler: Maria Schützenhöfer!)
Beifallskundgebung auf der Galerie.
Bundesministerin für Inneres Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Hohes Haus! Sehr geehrte Besucher auf der Besuchergalerie, besonders jene aus Tirol! (Beifallskundgebung auf der Galerie.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir brauchen daher erstens eine gemeinsame Asylpolitik. „Gemeinsam“ heißt in diesem Zusammenhang gemeinsame Standards, und nicht ein zentrales System, in dem uns Brüssel sagt, wo es langgeht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Fünftens müssen wir die Interessen Österreichs berücksichtigen, wenn Menschen in unser Land kommen wollen. Wir müssen die Aufnahmekapazitäten der Bevölkerung mit berücksichtigen, und wir müssen darauf achten, dass unsere Sozialsysteme nicht überbelastet werden. Eine Zuwanderung in die Armut kann es nicht geben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Vilimsky: Warum macht ihr es dann?
Sechstens müssen wir die Flüchtlingsströme unbedingt bereits an den Außengrenzen stoppen. Wir dürfen die Schlepper-Organisationen nicht dazu ermuntern, dass sie die Leute zu uns bringen. Es ist inhuman, wenn man den Menschen suggeriert, wenn man ihnen einredet, sie könnten sich bei uns irgendwie eine Zeit lang illegal durchwursteln, danach würden sie dann schon bleiben dürfen. (Abg. Vilimsky: Warum macht ihr es dann?) Das ist eine inhumane Strategie. (Abg. Vilimsky: Aber Sie machen es!) Daher habe ich hier im Parlament ein strengeres Fremdenrecht vorgelegt, das dankenswerterweise mit Mehrheit beschlossen worden ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Vilimsky: Aber Sie machen es!
Sechstens müssen wir die Flüchtlingsströme unbedingt bereits an den Außengrenzen stoppen. Wir dürfen die Schlepper-Organisationen nicht dazu ermuntern, dass sie die Leute zu uns bringen. Es ist inhuman, wenn man den Menschen suggeriert, wenn man ihnen einredet, sie könnten sich bei uns irgendwie eine Zeit lang illegal durchwursteln, danach würden sie dann schon bleiben dürfen. (Abg. Vilimsky: Warum macht ihr es dann?) Das ist eine inhumane Strategie. (Abg. Vilimsky: Aber Sie machen es!) Daher habe ich hier im Parlament ein strengeres Fremdenrecht vorgelegt, das dankenswerterweise mit Mehrheit beschlossen worden ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sechstens müssen wir die Flüchtlingsströme unbedingt bereits an den Außengrenzen stoppen. Wir dürfen die Schlepper-Organisationen nicht dazu ermuntern, dass sie die Leute zu uns bringen. Es ist inhuman, wenn man den Menschen suggeriert, wenn man ihnen einredet, sie könnten sich bei uns irgendwie eine Zeit lang illegal durchwursteln, danach würden sie dann schon bleiben dürfen. (Abg. Vilimsky: Warum macht ihr es dann?) Das ist eine inhumane Strategie. (Abg. Vilimsky: Aber Sie machen es!) Daher habe ich hier im Parlament ein strengeres Fremdenrecht vorgelegt, das dankenswerterweise mit Mehrheit beschlossen worden ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Österreich hat eine ganz lange Tradition, und zwar eine gute Tradition, Schutz suchenden Personen Hilfe zu gewähren. Genau aus dieser Erfahrung heraus mache ich mich in der Europäischen Union enorm stark und artikuliere dort deutlich, was mit uns möglich ist, was in Österreich im Hinblick auf unseren humanitären Auftrag über Jahre Tradition hat und was Missbrauch ist, der effizient bekämpft werden muss. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zuallererst brauchen wir europaweit gleiche Standards und gleiche Verfahren. Ähnliche Fälle müssen in ganz Europa gleich behandelt werden und sie müssen zu einem ähnlichen Ergebnis kommen. Es kann nicht sein, dass wir in Österreich unseren Auftrag erfüllen und unsere Nachbarländer in Deckung gehen. Das kann nicht sein! Verträge, die wir abgeschlossen haben, sind von allen EU-Staaten einzuhalten, auch von Italien, auch von Griechenland, auch von Rumänien und Bulgarien. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wer ist „Brüssel“? Wen meinen Sie?
Ich will aber kein zentrales Asylsystem, von Brüssel verwaltet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Brüssel uns die Welt erklärt in unserem humanitären Auftrag. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wer ist „Brüssel“? Wen meinen Sie?) Quotenverteilungen, die von Brüssel aus gesteuert sind, kann ich nicht akzeptieren. Wir gestalten das Flüchtlingswesen national, wir pochen aber darauf, dass alle EU-Mitgliedstaaten und alle unsere Nachbarn dieselben hohen Standards anwenden wie wir. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich will aber kein zentrales Asylsystem, von Brüssel verwaltet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Brüssel uns die Welt erklärt in unserem humanitären Auftrag. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wer ist „Brüssel“? Wen meinen Sie?) Quotenverteilungen, die von Brüssel aus gesteuert sind, kann ich nicht akzeptieren. Wir gestalten das Flüchtlingswesen national, wir pochen aber darauf, dass alle EU-Mitgliedstaaten und alle unsere Nachbarn dieselben hohen Standards anwenden wie wir. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Wir würden gerne noch mehr selbst entscheiden! Wir hätten bei Griechenland auch gerne selbst entschieden!
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Brüssel Quoten festlegt, wie viele Personen aus Afrika kommen dürfen, wie viele Personen aus den Kriegsregionen Afghanistans oder aus den Krisengebieten Irak-Iran kommen dürfen, und uns dann eine Quote zumisst, so wie Brüssel das bei Guantánamo versucht hat. Damals habe ich gesagt: Nicht mit Österreich! Wir wollen selbst entscheiden, wie wir dieses System gestalten und organisieren. – Und wir haben bewiesen, dass wir es können. Sollen sich doch die anderen ein Beispiel an uns nehmen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Wir würden gerne noch mehr selbst entscheiden! Wir hätten bei Griechenland auch gerne selbst entschieden!)
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Bei den Änderungsvorschlägen in den Rechtsakten der EU sehe ich mehrere Problembereiche. (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Herr Kollege Grosz (Abg. Grosz: Ja!), wir haben eine starke Stimme in Brüssel. Mit dem „Forum Salzburg“ hat ein Viertel der Mitgliedstaaten ein Vetorecht bei Mehrheitsentscheidungen und werden mehr als 106 Millionen Bürger vertreten. Das „Forum Salzburg“ – ich habe alle meine Kollegen eingeladen – hat diese Strategie in Fuschl bereits besprochen. Ich will Lösungen, nicht nur schimpfen, so wie Sie das tun! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Das sehen wir immer, wie ihr umfallt in Brüssel! Wie die Besenstiele!)
Abg. Grosz: Ja!
Bei den Änderungsvorschlägen in den Rechtsakten der EU sehe ich mehrere Problembereiche. (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Herr Kollege Grosz (Abg. Grosz: Ja!), wir haben eine starke Stimme in Brüssel. Mit dem „Forum Salzburg“ hat ein Viertel der Mitgliedstaaten ein Vetorecht bei Mehrheitsentscheidungen und werden mehr als 106 Millionen Bürger vertreten. Das „Forum Salzburg“ – ich habe alle meine Kollegen eingeladen – hat diese Strategie in Fuschl bereits besprochen. Ich will Lösungen, nicht nur schimpfen, so wie Sie das tun! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Das sehen wir immer, wie ihr umfallt in Brüssel! Wie die Besenstiele!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Das sehen wir immer, wie ihr umfallt in Brüssel! Wie die Besenstiele!
Bei den Änderungsvorschlägen in den Rechtsakten der EU sehe ich mehrere Problembereiche. (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Herr Kollege Grosz (Abg. Grosz: Ja!), wir haben eine starke Stimme in Brüssel. Mit dem „Forum Salzburg“ hat ein Viertel der Mitgliedstaaten ein Vetorecht bei Mehrheitsentscheidungen und werden mehr als 106 Millionen Bürger vertreten. Das „Forum Salzburg“ – ich habe alle meine Kollegen eingeladen – hat diese Strategie in Fuschl bereits besprochen. Ich will Lösungen, nicht nur schimpfen, so wie Sie das tun! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Das sehen wir immer, wie ihr umfallt in Brüssel! Wie die Besenstiele!)
Abg. Kickl: Ah da schau her!
Ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen, dass Asylwerber ab dem ersten Tag alle Sozialleistungen, die wir anbieten, lukrieren können. Österreich, meine sehr geehrten Damen und Herren, hat die höchsten Sozialleistungen in Europa. Was würde denn geschehen, wenn solch eine Regelung kommt? – Die Schlepperorganisationen würden alle Flüchtlinge nach Österreich bringen, weil wir die höchsten sozialen Standards haben. Das kann nicht sein (Abg. Kickl: Ah da schau her!), daher: Mindeststandards bis geklärt ist, ob Österreich überhaupt zuständig ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen, dass Asylwerber ab dem ersten Tag alle Sozialleistungen, die wir anbieten, lukrieren können. Österreich, meine sehr geehrten Damen und Herren, hat die höchsten Sozialleistungen in Europa. Was würde denn geschehen, wenn solch eine Regelung kommt? – Die Schlepperorganisationen würden alle Flüchtlinge nach Österreich bringen, weil wir die höchsten sozialen Standards haben. Das kann nicht sein (Abg. Kickl: Ah da schau her!), daher: Mindeststandards bis geklärt ist, ob Österreich überhaupt zuständig ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravoruf des Abg. Dr. Hübner.
Ich kann mir auch nicht vorstellen – und das ist ein No-go –, dass das Wort „Asyl“ gleichzeitig zu vollem Arbeitsmarktzugang berechtigt. Wer wird sich denn dann noch legal um eine Ausländerbeschäftigungsbewilligung kümmern, wenn man nur „Asyl“ sagen muss?! (Beifall und Bravoruf des Abg. Dr. Hübner.) – Das geht nicht. Das überlastet unseren Arbeitsmarkt, und daher kann die Kommission solche Vorschläge nicht bringen. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Ich kann mir auch nicht vorstellen – und das ist ein No-go –, dass das Wort „Asyl“ gleichzeitig zu vollem Arbeitsmarktzugang berechtigt. Wer wird sich denn dann noch legal um eine Ausländerbeschäftigungsbewilligung kümmern, wenn man nur „Asyl“ sagen muss?! (Beifall und Bravoruf des Abg. Dr. Hübner.) – Das geht nicht. Das überlastet unseren Arbeitsmarkt, und daher kann die Kommission solche Vorschläge nicht bringen. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, wir arbeiten gut zusammen, wenn es um die Interessen Österreichs geht. So zum Beispiel werden die Rückführungscharter nach Nigeria, Gambia, Georgien, Armenien oder den Kosovo von der EU finanziert. Wir haben das Know-how aufgebaut. Wir haben über Frontex, die EU-Grenzschutzagentur, als Leading Nation auch im Hinblick auf eine Kooperation mit unseren Nachbarländern all diese Flüge organisiert. Dass uns die EU dabei mit viel Geld unterstützt, halte ich für notwendig, gerechtfertigt, und diese Kooperation werden wir weiter ausbauen. (Beifall bei der ÖVP.)
Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Grosz: Maria Schützenhöfer, die Schutzherrin aller Fleischhauer!
Diese humanitäre Auftragslage: Hilfe für jene, die sie brauchen, Missbrauch verhindern, keine illegale Migration zulassen, nicht der Markt für den Schlepperhandel sein, dient dem Wohl der Österreicherinnen und Österreicher. (Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Grosz: Maria Schützenhöfer, die Schutzherrin aller Fleischhauer!)
Abg. Dr. Rosenkranz: Ist der Schützenhöfer wirklich so gut?
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine geschätzten Damen und Herren! Hohes Haus! Meine Damen und Herren auf der Galerie und vor den Fernsehgeräten! Lassen Sie mich eingangs eine Feststellung treffen (Abg. Dr. Rosenkranz: Ist der Schützenhöfer wirklich so gut?): Ich glaube, wir alle sollten uns, wenn wir über Fremdenpolitik, Migration, Integration, aber auch Asyl reden, immer wieder auch der menschlichen Perspektive bewusst sein, auch unseres humanitären Auftrages und auch dessen, dass wir im Sinne der österreichischen Bundesverfassung, der Menschenrechtskonvention und der Genfer Flüchtlingskonvention zu handeln haben. (Abg. Mag. Stadler: Gilt das auch für die Budgetpolitik?) Machen wir nicht den Fehler – den Sie immer wieder begehen, meine Damen und Herren –, all diese Fragen zu vermischen und nur Ängste zu schüren!
Abg. Mag. Stadler: Gilt das auch für die Budgetpolitik?
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine geschätzten Damen und Herren! Hohes Haus! Meine Damen und Herren auf der Galerie und vor den Fernsehgeräten! Lassen Sie mich eingangs eine Feststellung treffen (Abg. Dr. Rosenkranz: Ist der Schützenhöfer wirklich so gut?): Ich glaube, wir alle sollten uns, wenn wir über Fremdenpolitik, Migration, Integration, aber auch Asyl reden, immer wieder auch der menschlichen Perspektive bewusst sein, auch unseres humanitären Auftrages und auch dessen, dass wir im Sinne der österreichischen Bundesverfassung, der Menschenrechtskonvention und der Genfer Flüchtlingskonvention zu handeln haben. (Abg. Mag. Stadler: Gilt das auch für die Budgetpolitik?) Machen wir nicht den Fehler – den Sie immer wieder begehen, meine Damen und Herren –, all diese Fragen zu vermischen und nur Ängste zu schüren!
Beifall bei der SPÖ.
Unsere Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf, und auch für uns wäre es von Vorteil, dass wir diese zentralen Fragen entsprechend diskutieren und behandeln – auch dann, meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn Landtagswahlen vor der Tür stehen. In diesem Fall haben ja die Diskussionsbeiträge eine Eigendynamik. Ich freue mich zum Beispiel, dass die wunderschöne Bundeshauptstadt Wien mit Bürgermeister Häupl solch eine positive Entwicklung genommen hat. (Beifall bei der SPÖ.) Ich freue mich, dass Franz Voves aus der Grünen Mark ein schönes Land gemacht hat. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Unsere Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf, und auch für uns wäre es von Vorteil, dass wir diese zentralen Fragen entsprechend diskutieren und behandeln – auch dann, meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn Landtagswahlen vor der Tür stehen. In diesem Fall haben ja die Diskussionsbeiträge eine Eigendynamik. Ich freue mich zum Beispiel, dass die wunderschöne Bundeshauptstadt Wien mit Bürgermeister Häupl solch eine positive Entwicklung genommen hat. (Beifall bei der SPÖ.) Ich freue mich, dass Franz Voves aus der Grünen Mark ein schönes Land gemacht hat. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Mitarbeitern gratulieren, Kollege Amon. Das muss man in aller Deutlichkeit sagen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine geschätzten Damen und Herren! So ein wichtiges Thema! Ich glaube, wir sind gemeinsam aufgerufen, hier an die Arbeit zu gehen. Ich darf Sie dazu sehr herzlich einladen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
die auch einmal spät abends nach Hause gehen, sicher nach Hause gehen können, dass sie gut zu Hause ankommen. Das wollen wir als ÖVP, und wir tun auch etwas dafür. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Bundesministerin Dr. Fekter hat es angesprochen: Sie setzt sich auf europäischer Ebene dafür ein, dass wir in Europa zu gemeinsamen Standards und zu gemeinsamen Richtlinien kommen. Unsere Frau Bundesministerin wird auch darauf drängen, dass diese Sicherheitsrichtlinien und die Maßnahmen, die wir auf europäischer Ebene beschließen, auch eingehalten werden, denn es nützt uns überhaupt nichts, wenn nur wir als Land Österreich die Vorzeigeschüler sind, es müssen alle 27 EU-Länder dieselben Richtlinien und dieselben Maßnahmen setzen und einhalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kickl: Das haben wir immer wieder bestätigt!
Es ist ja auch in Österreich dank unserer Bundesministerin schon sehr, sehr viel Positives passiert. Denken wir – sie hat es schon angesprochen – einfach einmal an die Erstaufnahme. Ich bin sehr, sehr froh, dass wir die Anwesenheitspflicht haben. Denn was ist bisher passiert? Leute, die bei uns in Österreich um Asyl angesucht haben, sind in kürzester Zeit, meistens schon nach den ersten 24 Stunden, in die Illegalität abgetaucht. (Abg. Kickl: Das haben wir immer wieder bestätigt!) Und das können wir dadurch verhindern. Danke, Frau Bundesministerin, dass Sie das in Verhandlungen durchsetzen konnten. (Beifall bei der ÖVP. – Rufe bei der FPÖ: Danke!)
Beifall bei der ÖVP. – Rufe bei der FPÖ: Danke!
Es ist ja auch in Österreich dank unserer Bundesministerin schon sehr, sehr viel Positives passiert. Denken wir – sie hat es schon angesprochen – einfach einmal an die Erstaufnahme. Ich bin sehr, sehr froh, dass wir die Anwesenheitspflicht haben. Denn was ist bisher passiert? Leute, die bei uns in Österreich um Asyl angesucht haben, sind in kürzester Zeit, meistens schon nach den ersten 24 Stunden, in die Illegalität abgetaucht. (Abg. Kickl: Das haben wir immer wieder bestätigt!) Und das können wir dadurch verhindern. Danke, Frau Bundesministerin, dass Sie das in Verhandlungen durchsetzen konnten. (Beifall bei der ÖVP. – Rufe bei der FPÖ: Danke!)
Zwischenruf des Abg. Kickl.
Österreich ist auch führend bei den Abschiebungen, bei den Charterflügen, mit denen Leute, die Asyl missbräuchlich verwenden, abgeschoben werden. Das ist – die Frau Ministerin hat es ja auch schon erwähnt – für uns Österreicher ganz, ganz wichtig. Wichtig ist vor allem auch, dass die Kosten in diesem Fall die EU übernimmt. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Also wir müssen das nicht alleine zahlen, Herr Abgeordneter Kickl, weil Sie schon dazwischenrufen.
Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wesentlich für uns ist aber auch, dass die Kriminalitätsstatistik positiv ist. (Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.) Die Kriminalitätsrate ist rückläufig; im Schnitt um 10 Prozent in Österreich. Für mich als Steirerin und Grazerin ist es wichtig, dass das natürlich auch für die Steiermark gilt und auch für Graz. Wir haben in Graz einen Rückgang bei der Kriminalität von 7 Prozent. 7 Prozent, sehr geehrte Damen und Herren, das heißt etwas! (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Wesentlich für uns ist aber auch, dass die Kriminalitätsstatistik positiv ist. (Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.) Die Kriminalitätsrate ist rückläufig; im Schnitt um 10 Prozent in Österreich. Für mich als Steirerin und Grazerin ist es wichtig, dass das natürlich auch für die Steiermark gilt und auch für Graz. Wir haben in Graz einen Rückgang bei der Kriminalität von 7 Prozent. 7 Prozent, sehr geehrte Damen und Herren, das heißt etwas! (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Mein Kollege Amon hat ja schon ausgeführt, wo diese Rückgänge sind. Aber, was für mich auch noch wesentlich ist, es gibt nicht nur einen Rückgang bei der Kriminalität, auch die Aufklärungsrate hat sich erhöht. Ein Plus von 14,8 Prozent in diesem Jahr! (Beifall bei der ÖVP.) Wenn wir das im Vergleich zum Vorjahr nehmen: Wir haben heuer 40 Prozent Aufklärungsquote, im Vorjahr hatten wir nur 32 Prozent. Das zeigt, dass unsere Maßnahmen, nämlich die Maßnahmen der Bundesregierung, die Maßnahmen unserer Ministerin und die Maßnahmen, die wir in der Steiermark setzen, greifen. (Abg. Strache: Aber die Statistik ist so, dass manche Delikte gar nicht aufscheinen!)
Abg. Strache: Aber die Statistik ist so, dass manche Delikte gar nicht aufscheinen!
Mein Kollege Amon hat ja schon ausgeführt, wo diese Rückgänge sind. Aber, was für mich auch noch wesentlich ist, es gibt nicht nur einen Rückgang bei der Kriminalität, auch die Aufklärungsrate hat sich erhöht. Ein Plus von 14,8 Prozent in diesem Jahr! (Beifall bei der ÖVP.) Wenn wir das im Vergleich zum Vorjahr nehmen: Wir haben heuer 40 Prozent Aufklärungsquote, im Vorjahr hatten wir nur 32 Prozent. Das zeigt, dass unsere Maßnahmen, nämlich die Maßnahmen der Bundesregierung, die Maßnahmen unserer Ministerin und die Maßnahmen, die wir in der Steiermark setzen, greifen. (Abg. Strache: Aber die Statistik ist so, dass manche Delikte gar nicht aufscheinen!)
Abg. Strache: Das geht an der Realität vorbei!
Ich darf mich in diesem Rahmen gleich bedanken bei unserem Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer, der sich um die Ängste der Menschen sehr wohl annimmt, der diese Ängste schon erkennt. Er hat das Förderprojekt „Sicher wohnen – Eigentum schützen“ ins Leben gerufen, und das zeigt Wirkung, sehr geehrte Damen und Herren. (Abg. Strache: Das geht an der Realität vorbei!) Sie können die Zahlen hier nicht so einfach wegschieben.
Beifall bei der ÖVP.
Österreicher und die Steirerinnen und Steirer sicher leben können. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren Kollegen – und im Speziellen Herr Kollege Amon! Denn das war schon putzig, wie Sie uns da in Richtung FPÖ vorgeworfen haben, wir würden Probleme aufzeigen. Ja, wir sind Oppositionspartei, und wir werden auch weiter Probleme aufzeigen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Öllinger: Kurzmann!
Aber ich sage Ihnen eines: Probleme aufzeigen heißt, dass Probleme vorhanden sind. Und jetzt frage ich mich: Wer ist denn der Verursacher von Problemen im Bereich Sicherheitspolitik, Zuwanderungspolitik und Integrationspolitik? (Abg. Öllinger: Kurzmann!) Sie sind es, die zuständig sind dafür, Sie sind die Verursacher genau jener Probleme, über die wir heute reden.
Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, nein, das ist sicher nicht so!
Und Ihnen, Frau Bundesminister, möchte ich auch eines ins Stammbuch schreiben, weil Sie in der Tradition Ihrer Vorgänger stehen, ob das jetzt Platter oder Strasser war. Immer vor Wahlen tut die ÖVP so, als wäre sie vielleicht ein Teil der Freiheitlichen Partei, sie spielt die patriotische Karte und tut so, als würde sie auch die Inländer entsprechend vertreten (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, nein, das ist sicher nicht so!) – jetzt bin ich am Wort, Frau Minister, aber Sie können sich nachher noch einmal zu Wort melden –, aber am Tag danach sind Sie wieder im Boot mit dieser SPÖ und machen in Wahrheit dieselbe Politik wie die SPÖ, manchmal noch schlimmer. (Abg. Strache: Zum Beispiel Eberau!) Das zeigte sich ja in den Jahren 2000 bis 2006, als Sie von der ÖVP mit der BZÖ-Gruppe in der Regierung waren. Damals war die Zuwanderungsrate doppelt so hoch wie unter einem SPÖ-Kanzler. Das muss man einmal in aller Deutlichkeit und Offenheit sagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Zum Beispiel Eberau!
Und Ihnen, Frau Bundesminister, möchte ich auch eines ins Stammbuch schreiben, weil Sie in der Tradition Ihrer Vorgänger stehen, ob das jetzt Platter oder Strasser war. Immer vor Wahlen tut die ÖVP so, als wäre sie vielleicht ein Teil der Freiheitlichen Partei, sie spielt die patriotische Karte und tut so, als würde sie auch die Inländer entsprechend vertreten (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, nein, das ist sicher nicht so!) – jetzt bin ich am Wort, Frau Minister, aber Sie können sich nachher noch einmal zu Wort melden –, aber am Tag danach sind Sie wieder im Boot mit dieser SPÖ und machen in Wahrheit dieselbe Politik wie die SPÖ, manchmal noch schlimmer. (Abg. Strache: Zum Beispiel Eberau!) Das zeigte sich ja in den Jahren 2000 bis 2006, als Sie von der ÖVP mit der BZÖ-Gruppe in der Regierung waren. Damals war die Zuwanderungsrate doppelt so hoch wie unter einem SPÖ-Kanzler. Das muss man einmal in aller Deutlichkeit und Offenheit sagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und Ihnen, Frau Bundesminister, möchte ich auch eines ins Stammbuch schreiben, weil Sie in der Tradition Ihrer Vorgänger stehen, ob das jetzt Platter oder Strasser war. Immer vor Wahlen tut die ÖVP so, als wäre sie vielleicht ein Teil der Freiheitlichen Partei, sie spielt die patriotische Karte und tut so, als würde sie auch die Inländer entsprechend vertreten (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, nein, das ist sicher nicht so!) – jetzt bin ich am Wort, Frau Minister, aber Sie können sich nachher noch einmal zu Wort melden –, aber am Tag danach sind Sie wieder im Boot mit dieser SPÖ und machen in Wahrheit dieselbe Politik wie die SPÖ, manchmal noch schlimmer. (Abg. Strache: Zum Beispiel Eberau!) Das zeigte sich ja in den Jahren 2000 bis 2006, als Sie von der ÖVP mit der BZÖ-Gruppe in der Regierung waren. Damals war die Zuwanderungsrate doppelt so hoch wie unter einem SPÖ-Kanzler. Das muss man einmal in aller Deutlichkeit und Offenheit sagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Folgendes möchte ich auch sagen, jetzt wo ich gerade bei der SPÖ bin – es passt nicht ganz zum Thema, ist aber wichtig für das Hohe Haus –: Wissen Sie, was wirklich unanständig ist? Es ist unanständig, dass Sie eine Delegation von Mandataren in ein stalinistisches Regime, in eine Diktatur – nach Pjöngjang – zu einem Parteitag schicken und damit der Republik Österreich schweren Schaden zufügen. Unterlassen Sie Derartiges in der Zukunft! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Genau das ist es, Frau Bundesminister! Das ist die Politik, die Sie vollziehen, weil Sie einer Europa-Idee nachhängen, die nicht unsere ist. Unser Modell ist eine Gemeinschaft souveräner Staaten, zueinander auf Augenhöhe, die kooperieren, aber nicht ein Plan, mit dem man Europa gänzlich in eine Mischmasch-Situation bringt, sämtliche regionalen Unterschiede aufweicht und im Wesentlichen nur Politik für die Industrie macht (Beifall bei der FPÖ), die so ausschaut, dass man einen einheitlichen Absatzmarkt, einen einheitlichen Produktionsmarkt und wahrscheinlich zum Schluss den einheitlichen europäischen Konsumenten macht.
Beifall bei der FPÖ.
Sie sind aber verwoben mit genau dieser Industrie und dieser Finanzwirtschaft. Der politischer Ziehvater Ihres jetzigen Obmannes ist Herr Konrad vom Raiffeisen-Konzern, Ihr ehemaliger ÖVP-Obmann Schüssel sitzt heute im Aufsichtsrat einer deutschen Atomfirma. Er ist heute nicht da. Vielleicht ist er Brennstäbe besichtigen – oder er kann auch krank sein. Das ist halt nicht gesund, diese ganze Radioaktivität. Erlauben Sie mir, das ein bisschen auch mit Polemik zu versehen. Es ist nicht in Ordnung, dass österreichische Parlamentarier im Aufsichtsrat einer deutschen Atomfirma sitzen, während hier im Nationalrat Konsens darüber herrscht, dass Mitteleuropa atomfrei bleiben soll. Das ist etwas mehr als Unanständiges. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage, eine Asylpolitik der Zukunft kann nur so ausschauen, dass man an den Außengrenzen Europas, ob das in Marokko einerseits ist oder in der Ukraine, zentrale Betreuungsstellen einrichtet und Asylwerber künftig nicht mehr nach Europa lässt. Dann haben wir einigermaßen Gewähr dafür, dass wir nicht weiter von kriminellen Banden überrannt werden. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Großruck. – Abg. Grosz: Die kriegen dann politisches Asyl bei euch!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Van der Bellen. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Großruck. – Abg. Grosz: Die kriegen dann politisches Asyl bei euch!)
Abg. Grosz: Was nicht ist, kann noch werden!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Da bin ich mir auch nicht sicher, ob ich bei der ÖVP politisches Asyl bekäme. Das sind nämlich die Zwischenrufe aus diesen Reihen. Bis jetzt habe ich es ja noch nicht vor. (Abg. Grosz: Was nicht ist, kann noch werden!)
Abg. Amon: Da haben Sie nicht zugehört!
Aktuelle Europastunde war, habe ich gedacht, Herr Amon, Aktuelle Europastunde betreffend „Aktuelle Entwicklungen der Asyl- und Migrationspolitik auf europäischer Ebene“. Dazu haben Sie nicht ein Wort gesagt. (Abg. Amon: Da haben Sie nicht zugehört!) Ich habe Ihnen sehr genau zugehört. Nicht ein Wort! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Aktuelle Europastunde war, habe ich gedacht, Herr Amon, Aktuelle Europastunde betreffend „Aktuelle Entwicklungen der Asyl- und Migrationspolitik auf europäischer Ebene“. Dazu haben Sie nicht ein Wort gesagt. (Abg. Amon: Da haben Sie nicht zugehört!) Ich habe Ihnen sehr genau zugehört. Nicht ein Wort! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kopf: Nein, nein! Alles sauber differenziert!
Herr Amon, aber eine persönliche Bemerkung: Speziell in Ihrem Referat – von Frau Fekter sind wir das ja auch schon gewöhnt – wird immer alles durcheinandergemischt: Asylverfahren, Migrationspolitik, wirtschaftliche Migration (Abg. Kopf: Nein, nein! Alles sauber differenziert!) und Kriminalität in allen ihren Schattierungen.
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie dann sagen – was ja richtig ist –, dass speziell in Wien viele Menschen mit Migrationshintergrund leben, dann ist das, für sich genommen, natürlich vollkommen korrekt. Einen solchen Menschen sehen Sie jetzt gerade hier vor sich. Ich bin einer dieser Typen – wie heißt das im Jargon? – der ersten Generation von Neo-Österreichern. Ich habe es echt satt, dauernd mit Kriminellen in einen Topf geworfen zu werden. Was soll das? Was soll das? (Beifall bei den Grünen.) Wir haben Hunderttausende von Leuten in Österreich, die sehr gut integriert sind, die ihre Steuern zahlen et cetera. Und ich bin einer von denen, behaupte ich. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Immer in diesem Zusammenhang. Mir geht das echt auf die Nerven. (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wenn Sie dann sagen – was ja richtig ist –, dass speziell in Wien viele Menschen mit Migrationshintergrund leben, dann ist das, für sich genommen, natürlich vollkommen korrekt. Einen solchen Menschen sehen Sie jetzt gerade hier vor sich. Ich bin einer dieser Typen – wie heißt das im Jargon? – der ersten Generation von Neo-Österreichern. Ich habe es echt satt, dauernd mit Kriminellen in einen Topf geworfen zu werden. Was soll das? Was soll das? (Beifall bei den Grünen.) Wir haben Hunderttausende von Leuten in Österreich, die sehr gut integriert sind, die ihre Steuern zahlen et cetera. Und ich bin einer von denen, behaupte ich. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Immer in diesem Zusammenhang. Mir geht das echt auf die Nerven. (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.)
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.
Wenn Sie dann sagen – was ja richtig ist –, dass speziell in Wien viele Menschen mit Migrationshintergrund leben, dann ist das, für sich genommen, natürlich vollkommen korrekt. Einen solchen Menschen sehen Sie jetzt gerade hier vor sich. Ich bin einer dieser Typen – wie heißt das im Jargon? – der ersten Generation von Neo-Österreichern. Ich habe es echt satt, dauernd mit Kriminellen in einen Topf geworfen zu werden. Was soll das? Was soll das? (Beifall bei den Grünen.) Wir haben Hunderttausende von Leuten in Österreich, die sehr gut integriert sind, die ihre Steuern zahlen et cetera. Und ich bin einer von denen, behaupte ich. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Immer in diesem Zusammenhang. Mir geht das echt auf die Nerven. (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.)
Abg. Amon: Auf Europa-Ebene!
Frau Ministerin Fekter, wir brauchen ein gemeinsames Asylrecht und so weiter, haben Sie ziemlich lang ausgeführt. – Ja, ja, eh! (Abg. Amon: Auf Europa-Ebene!) Auf Europa-Ebene? Das ist ja geltendes Primärrecht. Das wissen Sie hoffentlich genauso gut wie ich. Artikel 61 Lissabon-Vertrag – ich zitiere –:
Bundesministerin Dr. Fekter: Aber Österreich auch!
Nur, was heißt denn das dann im Fall von Malta, Frau Innenministerin Fekter? Ich meine, betreiben wir hier in Österreich die gleiche Kirchturm-Politik, die die Landeshauptleute in Österreich betreiben, also wir gegenüber der Europäischen Union? – Es ist nun einmal so, dass Malta besonders viel an Flüchtlingsströmen zu bewältigen hat. (Bundesministerin Dr. Fekter: Aber Österreich auch!) Österreich auch, aber es hat doch nicht im Entferntesten die gleichen Probleme, die Malta hat. Und ich habe bis jetzt nicht vernommen, dass Österreich sich im Geringsten dafür interessiert, wie im Geiste der Solidarität – und das muss etwas Gemeinsames sein – mit solchen Problemen umgegangen wird.
Beifall bei den Grünen.
Ich hätte erwartet, dass Sie bei dem Thema „Aktuelle Entwicklungen der Asyl- und Migrationspolitik auf europäischer Ebene“ zum Beispiel etwas über die Auseinandersetzung zwischen Präsident Sarkozy und der Kommissarin Reding sagen – irgendetwas! (Beifall bei den Grünen.) Mir ist keine einzige Bemerkung eines österreichischen Ministers oder einer Ministerin bekannt, die zu dieser Frage Stellung nimmt. Lesen Sie sich die Stellungnahme von Frau Reding durch, dann werden Sie
Beifall bei den Grünen.
Noch etwas: Von der ÖVP-Seite wird angeblich das Thema „Migrationspolitik“ vorgestellt. – Über Migration haben wir nichts gehört, nur über Asylverfahren, Asylbewerber und Kriminalität. Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Wir wissen alle, dass der Anteil der hoch qualifizierten Immigranten, also der Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen immigrieren, in Österreich niedrig ist. Geben wir allen Studierenden, die hier ihren Abschluss machen – in den Ingenieurswissenschaften, in Mathematik, in Volkswirtschaft, in Musik, was weiß ich –, automatisch eine Arbeitsgenehmigung, dann wird automatisch der Anteil jener wirtschaftlichen Migranten – ich verwende diesen Ausdruck ungerne – in Österreich steigen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Wissen Sie, wie die Realität aussieht? – 2006 hat diesen Fetzen Papier Herr Bürgermeister Nagl mit dem Amtsvorgänger der Frau Fekter, mit Herrn Platter, unterschrieben, 2006 bereits die 300 Polizisten mehr für die Steiermark versprochen. 2007 sind dann Sie nach Graz gepilgert, haben dieses Klopapier noch einmal unterschrieben, die alten Unterschriften ausgekillert, und jetzt einmal mehr – zwei Wochen vor der Wahl – ziehen sie wieder durch das Land und unterschreiben diese Vereinbarungen ein drittes Mal. Nur mit dem einen Unterschied: dass die Steirerinnen und Steirer nicht so dumm sind und Ihnen nach dem dritten Mal nicht mehr glauben. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. In Ihrer Form stellt sich gar nicht die Frage, ob Sie jemals die Wahrheit sprechen, denn das tun Sie ohnedies nicht. (Beifall beim BZÖ.) Die Steirerinnen und Steirer sind nicht so dumm, dass sie auf Ihre Wahlkampf-Gags hineinfallen.
Beifall beim BZÖ.
Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Durchsetzungsvermögen auf der Regierungsbank, aber wenn es um die Umsetzung geht, knicken Sie ein – wie sonst auch immer, und das wissen die Österreicherinnen und Österreicher. (Beifall beim BZÖ.) 70 Straftaten pro Tag allein in Graz und eine Aufklärungsquote von 7 Prozent bei den Einbrüchen sind eine Schande für Ihre Politik, Frau Innenministerin!
Beifall beim BZÖ.
Mit Ihrer Asylpolitik sind Sie gescheitert, und es ist daher die logische Konsequenz – nicht die ideologische, die manch andere Polterer hier vertreten, sondern die logische Konsequenz –, in der Asylpolitik endlich den Weizen von der Spreu zu trennen. Gegen Zuwanderer der ersten, zweiten und dritten Generation in Österreich, die sich bestens integriert haben, die ihre Steuern abliefern, die straffrei geblieben sind, die ihrer Arbeit nachgehen, hier Kinder bekommen haben, sagt keiner etwas. Gegen diese Menschen richtet sich unsere Politik nicht, nein, wir unterstützen diese Menschen sogar noch, wenn wir von Ihnen endlich verlangen, dass gegen kriminelle Asylwerber härter vorgegangen wird als bisher. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Und daher verlangen wir von Ihnen endlich einmal eine ordentliche Asylpolitik statt Lug und Trug, wie wir sie seit Jahren von Ihnen serviert bekommen, während die Menschen in diesem Land nur mehr in Unsicherheit leben. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Alles die Wahrheit! Geben Sie mir einen Ordnungsruf! Schauen Sie sich die Politik dieser Innenministerin an! Sie versagt auf allen Linien!
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Kollege Grosz, ich habe schon ein bisschen Verständnis für eine emotionalisierte Debatte, aber wir sprechen nachher unter vier Augen. „Lug“, „Trug“, „Lüge“ gehört nicht zu unserem Repertoire! (Abg. Grosz: Alles die Wahrheit! Geben Sie mir einen Ordnungsruf! Schauen Sie sich die Politik dieser Innenministerin an! Sie versagt auf allen Linien!)
Beifall bei der SPÖ.
Diejenigen, die heute am lautesten schreien, waren auch diejenigen, die die größte Zuwanderung in der Zeit ihrer Regierungsverantwortung hatten, und dazu gehört auch die FPÖ beziehungsweise das BZÖ. Ich weiß schon, dass Sie sich immer gegenseitig den Schwarzen Peter zuschieben, aber irgendjemand von Ihnen war in der damaligen Zeit in der Regierung. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe des Abg. Neubauer.
Wir werden das Zuwanderungsproblem beziehungsweise die Asylproblematik oder Kriminalitäts- und Sicherheitsfragen, die getrennt voneinander zu betrachten sind, sicher nicht mit ausländerfeindlichen Slogans lösen können. Was passiert, sind eine Verhetzung und eine Schaffung von feindlichen Lagern. Sie vermischen absichtlich die Begriffe Asyl, Zuwanderung und Kriminalität. Wir müssen daher den Zusehern und Zuseherinnen, den Österreichern und Österreicherinnen erklären, was Asyl ist und was Zuwanderung bedeutet. Mittlerweile kommt es mir ja vor, dass Sie das absichtlich probieren und mit Fehlinformationen arbeiten. (Zwischenrufe des Abg. Neubauer.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Seien wir uns ehrlich: Die Österreicherinnen und Österreicher haben eine zutiefst humanitäre Einstellung. Denken wir an den Jugoslawien-Krieg oder an die humanitäre Hilfe, die wir Österreicher und Österreicherinnen leisten, etwa für die Flutopfer in Pakistan oder die Erdbebenopfer in Haiti. Wir Österreicher und Österreicherinnen haben eine zutiefst humanitäre Einstellung – das macht die österreichische Seele aus. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) Hier sollte man nicht immer mit Gefühlen spielen und Ängste schüren, denn von Fehlinformation (Abg. Kickl: Da ist der Häupl Spezialist! Im Gemeindebau macht er nichts anderes!), von falscher Information kommt Unwissen, und daraus entsteht Angst. Und Sie, meine sehr verehrten Damen und Herren, spielen mit dieser Angst und schüren die Angst vor dem Fremden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Rosenkranz: Das glaubt Ihnen kein Mensch mehr!)
Abg. Kickl: Da ist der Häupl Spezialist! Im Gemeindebau macht er nichts anderes!
Seien wir uns ehrlich: Die Österreicherinnen und Österreicher haben eine zutiefst humanitäre Einstellung. Denken wir an den Jugoslawien-Krieg oder an die humanitäre Hilfe, die wir Österreicher und Österreicherinnen leisten, etwa für die Flutopfer in Pakistan oder die Erdbebenopfer in Haiti. Wir Österreicher und Österreicherinnen haben eine zutiefst humanitäre Einstellung – das macht die österreichische Seele aus. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) Hier sollte man nicht immer mit Gefühlen spielen und Ängste schüren, denn von Fehlinformation (Abg. Kickl: Da ist der Häupl Spezialist! Im Gemeindebau macht er nichts anderes!), von falscher Information kommt Unwissen, und daraus entsteht Angst. Und Sie, meine sehr verehrten Damen und Herren, spielen mit dieser Angst und schüren die Angst vor dem Fremden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Rosenkranz: Das glaubt Ihnen kein Mensch mehr!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Rosenkranz: Das glaubt Ihnen kein Mensch mehr!
Seien wir uns ehrlich: Die Österreicherinnen und Österreicher haben eine zutiefst humanitäre Einstellung. Denken wir an den Jugoslawien-Krieg oder an die humanitäre Hilfe, die wir Österreicher und Österreicherinnen leisten, etwa für die Flutopfer in Pakistan oder die Erdbebenopfer in Haiti. Wir Österreicher und Österreicherinnen haben eine zutiefst humanitäre Einstellung – das macht die österreichische Seele aus. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) Hier sollte man nicht immer mit Gefühlen spielen und Ängste schüren, denn von Fehlinformation (Abg. Kickl: Da ist der Häupl Spezialist! Im Gemeindebau macht er nichts anderes!), von falscher Information kommt Unwissen, und daraus entsteht Angst. Und Sie, meine sehr verehrten Damen und Herren, spielen mit dieser Angst und schüren die Angst vor dem Fremden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Rosenkranz: Das glaubt Ihnen kein Mensch mehr!)
Abg. Kickl: Wie viele sind es von denen, die da sind?
Asylpolitik heißt, dass Flüchtlinge, die in ihrem Land politisch verfolgt worden sind, die um ihr Leben fürchten müssen, um Asyl bei uns ansuchen, und nicht, dass Kriminelle über die Grenze kommen. (Abg. Kickl: Wie viele sind es von denen, die da sind?)
Abg. Neubauer: Ist ja nicht wahr! So ein Blödsinn! Kompletter Unsinn!
Sie versprechen den Österreichern und Österreicherinnen in Ihren Wahlkampftiraden wahrscheinlich das Blaue vom Himmel, Sie versprechen etwas, das nicht einmal rechtsstaatlich möglich und umsetzbar ist. Sie schmeißen alle in einen Topf, Sie kriminalisieren das Thema Asyl absichtlich. (Abg. Neubauer: Ist ja nicht wahr! So ein Blödsinn! Kompletter Unsinn!)
Beifall bei der SPÖ.
Und es wäre viel zu viel der Ehre, über das Minarett-Spiel von der steirischen FPÖ, über dieses verachtenswerte Projekt überhaupt zu sprechen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grosz: Das heißt nicht Österreich, das heißt „Üsterreich“!
Apropos Hut: Herr Kollege Grosz, Sie haben ja auch der Zeitschrift „ÖSTERREICH“ versprochen (Abg. Grosz: Das heißt nicht Österreich, das heißt „Üsterreich“!), dass Sie Ihren Hut nehmen werden, wenn Sie die Wahl verlieren. (Abg. Mag. Rudas: Auf Wiederschauen!) Das bedeutet ja auch das Zurücklegen Ihres Nationalratsmandats, oder? Sie sagen: Adieu, ich nehme meinen Hut!, oder Sie sagen: Ich bin schon weg – ich bin wieder da – ich bin wieder weg. Wie dem auch sei, bei wirklich wichtigen Themen, Entscheidungen, Veränderungen haben die Österreicher und Österreicherinnen einen verlässlichen Partner: die steirische und die österreichische Sozialdemokratie, meine Damen und Herren! (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Rudas: Auf Wiederschauen!
Apropos Hut: Herr Kollege Grosz, Sie haben ja auch der Zeitschrift „ÖSTERREICH“ versprochen (Abg. Grosz: Das heißt nicht Österreich, das heißt „Üsterreich“!), dass Sie Ihren Hut nehmen werden, wenn Sie die Wahl verlieren. (Abg. Mag. Rudas: Auf Wiederschauen!) Das bedeutet ja auch das Zurücklegen Ihres Nationalratsmandats, oder? Sie sagen: Adieu, ich nehme meinen Hut!, oder Sie sagen: Ich bin schon weg – ich bin wieder da – ich bin wieder weg. Wie dem auch sei, bei wirklich wichtigen Themen, Entscheidungen, Veränderungen haben die Österreicher und Österreicherinnen einen verlässlichen Partner: die steirische und die österreichische Sozialdemokratie, meine Damen und Herren! (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
Apropos Hut: Herr Kollege Grosz, Sie haben ja auch der Zeitschrift „ÖSTERREICH“ versprochen (Abg. Grosz: Das heißt nicht Österreich, das heißt „Üsterreich“!), dass Sie Ihren Hut nehmen werden, wenn Sie die Wahl verlieren. (Abg. Mag. Rudas: Auf Wiederschauen!) Das bedeutet ja auch das Zurücklegen Ihres Nationalratsmandats, oder? Sie sagen: Adieu, ich nehme meinen Hut!, oder Sie sagen: Ich bin schon weg – ich bin wieder da – ich bin wieder weg. Wie dem auch sei, bei wirklich wichtigen Themen, Entscheidungen, Veränderungen haben die Österreicher und Österreicherinnen einen verlässlichen Partner: die steirische und die österreichische Sozialdemokratie, meine Damen und Herren! (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Abg. Kickl: Besser hätte es die Rudas auch nicht machen können!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Tamandl. – Bitte. (Abg. Kickl: Besser hätte es die Rudas auch nicht machen können!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Zögernder Applaus!
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Innenministerin! Österreich hat eine lange Tradition, schutzsuchenden Menschen Asyl zu gewähren, und dazu bekennen wir uns. Die Frau Innenministerin bekennt sich dazu nicht nur vor Wahlen, wie ihr vorgeworfen wird, sondern die Frau Innenministerin fährt da einen Kurs, der Schutzsuchenden Asyl gewährt, aber solchen, die Asylmissbrauch betreiben, oder solchen, die über Schlepperbanden zu uns kommen, ganz einfach die Rote Karte zeigt. Diese Menschen müssen abgeschoben werden, und Asylanträge müssen schneller bearbeitet werden. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Zögernder Applaus!)
Abg. Kickl: Hören Sie einmal auf damit! – Abg. Strache: Zitate aus einer Zeitung!
Diese Schwerpunktsetzung von der Frau Innenministerin ist sehr, sehr wichtig. Es wird immer von der FPÖ und auch vom BZÖ, speziell aber von der FPÖ, eine Art Verhetzung betrieben. (Abg. Kickl: Hören Sie einmal auf damit! – Abg. Strache: Zitate aus einer Zeitung!) Herr Vilimsky, Sie haben Worte wie „Bandenkrieg“ und „Massenschlägereien“ gewählt. Das verhetzt und verunsichert die Menschen, und für solch eine Panikmache stehen wir ganz einfach nicht zur Verfügung. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Das sind Zitate aus Zeitungen! Das liest man doch jeden Tag auf den Titelseiten der Zeitungen! Lesen Sie keine Zeitungen? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Neubauer hält eine Zeitschrift in die Höhe; eine Überschrift lautet: „Krieg der Ausländer in Wien“.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Das sind Zitate aus Zeitungen! Das liest man doch jeden Tag auf den Titelseiten der Zeitungen! Lesen Sie keine Zeitungen? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Neubauer hält eine Zeitschrift in die Höhe; eine Überschrift lautet: „Krieg der Ausländer in Wien“.
Diese Schwerpunktsetzung von der Frau Innenministerin ist sehr, sehr wichtig. Es wird immer von der FPÖ und auch vom BZÖ, speziell aber von der FPÖ, eine Art Verhetzung betrieben. (Abg. Kickl: Hören Sie einmal auf damit! – Abg. Strache: Zitate aus einer Zeitung!) Herr Vilimsky, Sie haben Worte wie „Bandenkrieg“ und „Massenschlägereien“ gewählt. Das verhetzt und verunsichert die Menschen, und für solch eine Panikmache stehen wir ganz einfach nicht zur Verfügung. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Das sind Zitate aus Zeitungen! Das liest man doch jeden Tag auf den Titelseiten der Zeitungen! Lesen Sie keine Zeitungen? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Neubauer hält eine Zeitschrift in die Höhe; eine Überschrift lautet: „Krieg der Ausländer in Wien“.)
Abg. Strache: Die Familie Zogaj, die uns jahrelang auf der Nase herumtanzen konnte!
Es gibt seit der Ära schwarzer Innenminister eine Verschärfung im Fremdenrecht. Wir haben den „Asylrucksack“ abgebaut, wir haben das Asyl- und Fremdenrecht ständig weiterentwickelt. (Abg. Strache: Die Familie Zogaj, die uns jahrelang auf der Nase herumtanzen konnte!) Das ist ganz, ganz wichtig, und wenn Sie sich dem nicht anschließen können und lieber verhetzen und lieber keine Problemlösungen bieten, dann tut uns das leid. Aber wir tragen die Verantwortung, und das ist gut und richtig so. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es gibt seit der Ära schwarzer Innenminister eine Verschärfung im Fremdenrecht. Wir haben den „Asylrucksack“ abgebaut, wir haben das Asyl- und Fremdenrecht ständig weiterentwickelt. (Abg. Strache: Die Familie Zogaj, die uns jahrelang auf der Nase herumtanzen konnte!) Das ist ganz, ganz wichtig, und wenn Sie sich dem nicht anschließen können und lieber verhetzen und lieber keine Problemlösungen bieten, dann tut uns das leid. Aber wir tragen die Verantwortung, und das ist gut und richtig so. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich denke, die Sicherheitspolitik ist bei der Frau Innenministerin sehr gut aufgehoben. Wir haben in dieser Legislaturperiode jährlich 1 000 PolizistInnen mehr in Österreich. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Seit 2006 haben wir 200 Polizistinnen und Polizisten mehr
Beifall bei der ÖVP.
in Wien, und zwischen 2009 und 2013 werden insgesamt 2 250 neue Polizistinnen und Polizisten in Wien den Dienst versehen. Das ist nicht wegzureden, das ist Tatsache, und dafür danke ich der Frau Innenministerin ganz herzlich. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Neubauer hält erneut eine Zeitschrift mit der Überschrift „Krieg der Ausländer in Wien“ in die Höhe.
Man kann natürlich nicht immer nur verhetzen und schlechtreden. (Abg. Neubauer hält erneut eine Zeitschrift mit der Überschrift „Krieg der Ausländer in Wien“ in die Höhe.) Herr Kollege, wenn Sie Zeitungen in die Höhe halten, löst das überhaupt keine Probleme. (Abg. Neubauer: Aber Sie verharmlosen!)
Abg. Neubauer: Aber Sie verharmlosen!
Man kann natürlich nicht immer nur verhetzen und schlechtreden. (Abg. Neubauer hält erneut eine Zeitschrift mit der Überschrift „Krieg der Ausländer in Wien“ in die Höhe.) Herr Kollege, wenn Sie Zeitungen in die Höhe halten, löst das überhaupt keine Probleme. (Abg. Neubauer: Aber Sie verharmlosen!)
Beifall bei der ÖVP.
Die Frau Innenministerin hat die SOKO-Ost eingerichtet, und Sie haben das kritisiert. Die SOKO-Ost ist höchst erfolgreich! (Beifall bei der ÖVP.) Es ist die Kriminalität in Wien deutlich zurückgegangen, es sind die Einbrüche deutlich zurückgegangen, um 19,2 Prozent (Abg. Ing. Westenthaler: Weil nichts mehr da ist, es ist schon alles ausgeräumt!), es sind die Einbrüche in Kfz deutlich zurückgegangen, nämlich um 25,7 Prozent. (Abg. Ing. Westenthaler: Weil die Autos schon alle in Polen sind!) – Herr Kollege Westenthaler, Sie können immer nur herausschreien, aber Sie haben sich noch nie mit Zahlen und Fakten beschäftigt! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil nichts mehr da ist, es ist schon alles ausgeräumt!
Die Frau Innenministerin hat die SOKO-Ost eingerichtet, und Sie haben das kritisiert. Die SOKO-Ost ist höchst erfolgreich! (Beifall bei der ÖVP.) Es ist die Kriminalität in Wien deutlich zurückgegangen, es sind die Einbrüche deutlich zurückgegangen, um 19,2 Prozent (Abg. Ing. Westenthaler: Weil nichts mehr da ist, es ist schon alles ausgeräumt!), es sind die Einbrüche in Kfz deutlich zurückgegangen, nämlich um 25,7 Prozent. (Abg. Ing. Westenthaler: Weil die Autos schon alle in Polen sind!) – Herr Kollege Westenthaler, Sie können immer nur herausschreien, aber Sie haben sich noch nie mit Zahlen und Fakten beschäftigt! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil die Autos schon alle in Polen sind!
Die Frau Innenministerin hat die SOKO-Ost eingerichtet, und Sie haben das kritisiert. Die SOKO-Ost ist höchst erfolgreich! (Beifall bei der ÖVP.) Es ist die Kriminalität in Wien deutlich zurückgegangen, es sind die Einbrüche deutlich zurückgegangen, um 19,2 Prozent (Abg. Ing. Westenthaler: Weil nichts mehr da ist, es ist schon alles ausgeräumt!), es sind die Einbrüche in Kfz deutlich zurückgegangen, nämlich um 25,7 Prozent. (Abg. Ing. Westenthaler: Weil die Autos schon alle in Polen sind!) – Herr Kollege Westenthaler, Sie können immer nur herausschreien, aber Sie haben sich noch nie mit Zahlen und Fakten beschäftigt! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Frau Innenministerin hat die SOKO-Ost eingerichtet, und Sie haben das kritisiert. Die SOKO-Ost ist höchst erfolgreich! (Beifall bei der ÖVP.) Es ist die Kriminalität in Wien deutlich zurückgegangen, es sind die Einbrüche deutlich zurückgegangen, um 19,2 Prozent (Abg. Ing. Westenthaler: Weil nichts mehr da ist, es ist schon alles ausgeräumt!), es sind die Einbrüche in Kfz deutlich zurückgegangen, nämlich um 25,7 Prozent. (Abg. Ing. Westenthaler: Weil die Autos schon alle in Polen sind!) – Herr Kollege Westenthaler, Sie können immer nur herausschreien, aber Sie haben sich noch nie mit Zahlen und Fakten beschäftigt! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Autos sind alle in Polen und die Handtaschen in Ungarn!
Auch die Kfz-Diebstähle sind zurückgegangen, und die Aufklärungsrate steigt. Das ist nur der Frau Innenministerin und ihren trefflichen Maßnahmen zu verdanken! (Abg. Ing. Westenthaler: Die Autos sind alle in Polen und die Handtaschen in Ungarn!)
Abg. Strache: Grußworte wird er übermittelt haben beim dortigen Parteitag!
Abschließend, weil wir ja heute auch auf europäischer Ebene über Asyl- und internationale Probleme sprechen: Es ist interessant, dass eine Delegation der SPÖ nach Nordkorea gereist ist, denn Nordkorea ist ja eigentlich ein Sicherheitsrisiko für die ganze Welt. Offensichtlich hat man das zwar privat bezahlt, aber ich frage mich schon, was Herr Kollege Wittmann als Verfassungssprecher und doch sehr hoher Repräsentant der SPÖ in Nordkorea machen wollte. (Abg. Strache: Grußworte wird er übermittelt haben beim dortigen Parteitag!) Die Frage ist: Hat er sich Anregungen geholt für die Wiener Wahl und für Michael Häupl, wie man in Zukunft noch mehr Macht ausübt, oder wollte er die Machtausübungspolitik des Michael Häupl und der SPÖ Wien nach Nordkorea tragen? – Das ist eine Frage, die offen bleibt, aber das würde uns sehr interessieren, vielleicht kann man das bei Gelegenheit beantworten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend, weil wir ja heute auch auf europäischer Ebene über Asyl- und internationale Probleme sprechen: Es ist interessant, dass eine Delegation der SPÖ nach Nordkorea gereist ist, denn Nordkorea ist ja eigentlich ein Sicherheitsrisiko für die ganze Welt. Offensichtlich hat man das zwar privat bezahlt, aber ich frage mich schon, was Herr Kollege Wittmann als Verfassungssprecher und doch sehr hoher Repräsentant der SPÖ in Nordkorea machen wollte. (Abg. Strache: Grußworte wird er übermittelt haben beim dortigen Parteitag!) Die Frage ist: Hat er sich Anregungen geholt für die Wiener Wahl und für Michael Häupl, wie man in Zukunft noch mehr Macht ausübt, oder wollte er die Machtausübungspolitik des Michael Häupl und der SPÖ Wien nach Nordkorea tragen? – Das ist eine Frage, die offen bleibt, aber das würde uns sehr interessieren, vielleicht kann man das bei Gelegenheit beantworten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Asyl- und Fremdenpolitik von Rot und Schwarz ist gescheitert, sie ist weitgehend wirkungslos. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich kann Sie nur auffordern, Frau Bundesminister, nehmen Sie sich ein Beispiel an einem europäischen Staatsmann, der die Asylfragen besser regelt als Sie: Er heißt Sarkozy, das wird Sie nicht überraschen. Nehmen Sie sich am französischen Staatspräsidenten ein Beispiel, wie solche Fragen zu lösen sind! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn wir hören, dass Herr Bundesminister Spindelegger im Sommer dieses Jahres gesagt hat, dass wir noch weitere 100 000 qualifizierte Ausländer nach Österreich hereinlassen sollen, dann ist das der Beweis dafür, wie falsch die bisherige Zuwanderungspolitik in Österreich gelaufen ist. (Beifall bei der FPÖ.) Denn, meine Damen und Herren, Spindelegger hätte nicht 100 000 – das kann man ja hochrechnen: Plus Familien sind das weitere 500 000 Zuwanderer in unser Land! – gefordert, wenn die, die schon hier sind, etwa 1,5 Millionen, qualifiziert wären. Dann hätte sich diese Forderung nämlich erübrigt.
Beifall bei der FPÖ.
Und was das Schubhaftzentrum Vordernberg, das Sie uns in der Steiermark einrichten wollen, angeht: Für 220 abzuschiebende Asylwerber, also Leute, die zu Unrecht in Österreich sind, sollen 20 Millionen € für ein Vier-Sterne-Wellnesshotel ausgegeben werden. Dazu sagen wir, diese 20 Millionen € wären besser investiert, wenn man Polizisten zusätzlich in den Dienst stellen und damit die Sicherheit der steirischen und der österreichischen Bevölkerung erhöhen würde. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Amon: Er ist Präsident, nicht Ministerpräsident!
Nehmen Sie sich ein Beispiel am französischen Ministerpräsidenten! (Abg. Amon: Er ist Präsident, nicht Ministerpräsident!) Wir Freiheitliche fordern seit Monaten einen absoluten Zuwanderungsstopp, solange nicht alle, die hier sind und sich noch nicht integriert haben, wirklich integriert sind. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Nehmen Sie sich ein Beispiel am französischen Ministerpräsidenten! (Abg. Amon: Er ist Präsident, nicht Ministerpräsident!) Wir Freiheitliche fordern seit Monaten einen absoluten Zuwanderungsstopp, solange nicht alle, die hier sind und sich noch nicht integriert haben, wirklich integriert sind. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Wir alle im Hohen Haus müssen uns schon fragen, wie ernst eine angebliche ÖVP-Antiatompolitik zu nehmen ist, wenn gleichzeitig der Exparteichef, Exbundeskanzler und Noch-ÖVP-Abgeordnete Wolfgang Schüssel im Sold eines der größten Atomkonzerne Deutschlands, nämlich von RWE, steht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wie glaubwürdig kann die Antiatompolitik eines ÖVP-Außenministers sein, wie glaubwürdig kann die Politik eines ÖVP-Landwirtschaftsministers sein, wenn gleichzeitig der Exparteichef im Sold eines Atomkonzerns steht? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich möchte eines betonen: Solange wir in 27 EU-Ländern 27 unterschiedliche Asylsysteme haben, wird es nicht gelingen, eine gemeinsame europäische Flüchtlingspolitik, eine gemeinsame Menschenrechtspolitik zu machen. Und solange es so ist, dass ein äthiopischer Flüchtling in Schweden mit 80-prozentiger Sicherheit davon ausgehen kann, dass er Asyl bekommt, während in Griechenland diese Wahrscheinlichkeit auf null Prozent sinkt – 80 Prozent in Schweden, null Prozent in Griechenland! –, lügen wir uns in die eigene Tasche, wenn wir kritisieren, dass Flüchtlinge innerhalb der EU weiterwandern! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Das sind auch die Menschen, die in unseren Diskussionen von manchen Kollegen und Kolleginnen hier im Haus als Kriminelle hingestellt werden, wo dann gesagt wird, der muss etwas angestellt haben, denn der hat ein Aufenthaltsverbot bekommen. Das sind die Schicksale! Und um diesen Schicksalen endlich gerecht zu werden, menschlich gerecht zu werden, brauchen wir eine gemeinsame europäische Asyl- und Migrationspolitik. (Beifall bei den Grünen. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Frau Ministerin, ich fordere Sie auf – das ist mein letzter Satz –, endlich mit der Blockadepolitik bei Asyl und Migration auf EU-Ebene aufzuhören und an konstruktiven Lösungen und an einer guten Vereinheitlichung zu arbeiten! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei BZÖ und ÖVP. – Bundesministerin Dr. Fekter: Danke, dass Sie es auch sagen!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Schützenhöfer muss ja verheerende Meinungsumfragewerte haben. Jeder Schwarze, der hier herauskommt, muss mindestens fünfmal „Schützenhöfer“ sagen. (Zwischenrufe bei BZÖ und ÖVP. – Bundesministerin Dr. Fekter: Danke, dass Sie es auch sagen!)
Beifall beim BZÖ.
Ja, ich wollte Ihnen auch etwas sagen, Frau Maria „Schützenhöfer“. (Beifall beim BZÖ.) Ich muss Ihr Spielchen jetzt leider mitspielen, nachdem Kollege Werner „Amon-Schützenhöfer“ da vom Wunderwuzzi der Kriminalitätsbekämpfung in der Steiermark, vom Herrn Schützenhöfer gesprochen hat. Dafür, dass die Kriminalität so zurückgegangen sei, sei Schützenhöfer verantwortlich.
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe des Abg. Amon.
Bitte, Herr Kollege Werner „Schützenhöfer“, wenn Herr Kollege Hermann Schützenhöfer nicht selbst zum Dieb wird, dann, muss ich sagen, hat er mit der Kriminalität in der Steiermark überhaupt nichts zu tun, überhaupt nichts! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe des Abg. Amon.) Das, meine Damen und Herren, ist noch immer Aufgabe der Polizei und der Sicherheitsexekutive auf der Aufklärungsseite und der Straftäter auf der Täterseite. Wenn Herr Schützenhöfer nicht selbst zum Straftäter wird, dann hat er mit der Kriminalitätsentwicklung in der Steiermark nichts zu tun. (Abg. Amon: Doch!) Nein, überhaupt nicht.
Abg. Amon: Doch!
Bitte, Herr Kollege Werner „Schützenhöfer“, wenn Herr Kollege Hermann Schützenhöfer nicht selbst zum Dieb wird, dann, muss ich sagen, hat er mit der Kriminalität in der Steiermark überhaupt nichts zu tun, überhaupt nichts! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe des Abg. Amon.) Das, meine Damen und Herren, ist noch immer Aufgabe der Polizei und der Sicherheitsexekutive auf der Aufklärungsseite und der Straftäter auf der Täterseite. Wenn Herr Schützenhöfer nicht selbst zum Straftäter wird, dann hat er mit der Kriminalitätsentwicklung in der Steiermark nichts zu tun. (Abg. Amon: Doch!) Nein, überhaupt nicht.
Beifall beim BZÖ.
Ja, ja, ja, richtig, genau, die Kollegin Gabriele „Schützenhöfer“, geborene Tamandl, hat ja gesagt, wie die Aufklärungsquote gestiegen ist und dass die Kriminalität in der Steiermark so sensationell zurückgegangen ist, bundesweit. Da hat aber Frau Kollegin Gabriele „Schützenhöfer“ vergessen zu sagen, dass die Handtaschendiebstähle bei Ministern um 100 Prozent zurückgegangen sind. Meine Damen und Herren, das sollte auch erwähnt werden. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter
Frau Bundesminister (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter), Sie haben es gesagt, ich habe es mitgeschrieben. Anwesenheitspflicht im Asylverfahren – die große Errungenschaft der Frau Bundesminister aus Oberösterreich, die demnächst wahrscheinlich in die Steiermark emigrieren muss, weil der Fleischhacker neben ihr baut. (Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.) Aha, gut. (Beifall beim BZÖ.)
Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.
Frau Bundesminister (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter), Sie haben es gesagt, ich habe es mitgeschrieben. Anwesenheitspflicht im Asylverfahren – die große Errungenschaft der Frau Bundesminister aus Oberösterreich, die demnächst wahrscheinlich in die Steiermark emigrieren muss, weil der Fleischhacker neben ihr baut. (Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.) Aha, gut. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Frau Bundesminister (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter), Sie haben es gesagt, ich habe es mitgeschrieben. Anwesenheitspflicht im Asylverfahren – die große Errungenschaft der Frau Bundesminister aus Oberösterreich, die demnächst wahrscheinlich in die Steiermark emigrieren muss, weil der Fleischhacker neben ihr baut. (Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.) Aha, gut. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Die Anwesenheitspflicht beeindruckt die Österreicher nicht wirklich. Was hat ein Österreicher davon, wenn die Asylanten en masse hereinkommen und dann noch während des Verfahrens anwesend sein sollen? Was hat er davon? – Gar nichts! Im Übrigen auch nicht in der Steiermark, Herr Kollege Werner „Schützenhöfer“! Sie sollten vielmehr endlich dazu übergehen, dass ein Antrag von jemandem, der seinen Antrag gegenüber diesem Staat nicht selbst vertritt und es nicht einmal der Mühe wert findet, während des Antragverfahrens hier zu sein, schlicht und einfach automatisch als zurückgezogen gilt. Was glauben Sie, wie rasch die Erledigungsquoten steigen würden, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Aber allein wenn Sie sich die Stellungnahme der Bundesarbeitskammer vergegenwärtigen – davon hat kein einziger Sozialdemokrat heute gesprochen, auch Otto „Dank“ Pendl nicht –, dann müssen Sie sehen, dass Sie in Brüssel nur mehr Nein sagen können und nur mehr dieses eine Wort dort gebrauchen müssen, aber Sie haben nicht den Mumm dazu. Spielen Sie daher hier nicht die große, starke Ahnfrau der Asylpolitik! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Apropos Sachlichkeit!
Abgeordneter Josef Jury (ohne Klubzugehörigkeit): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Hohes Haus! Am Schluss dieser Europa-Asyldebatte möchte ich zur Versachlichung der ganzen Debatte sagen, dass diese Europapolitik, die auch unsere Bundesregierung in den letzten Jahrzehnten unterstützt hat, eigentlich zum Scheitern verurteilt ist. (Abg. Mag. Molterer: Apropos Sachlichkeit!) Man möge sich nur die europäische Integrationspolitik seit den fünfziger Jahren anschauen, von Schuman weg und Monnet, wo die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, also die wirtschaftliche Zusammenarbeit, als Grundlage für ein Friedensprojekt diente, nämlich Europa zu einen. 1992 kam durch die Maastrichtverträge die politische Dimension in Europa zum Durchbruch und die Intention, aus souveränen Nationalstaaten und Vaterländern Europa zu einem Bundesstaat zu machen. Das ist ein Irrweg dieser europäischen Politik. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Josef Jury (ohne Klubzugehörigkeit): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Hohes Haus! Am Schluss dieser Europa-Asyldebatte möchte ich zur Versachlichung der ganzen Debatte sagen, dass diese Europapolitik, die auch unsere Bundesregierung in den letzten Jahrzehnten unterstützt hat, eigentlich zum Scheitern verurteilt ist. (Abg. Mag. Molterer: Apropos Sachlichkeit!) Man möge sich nur die europäische Integrationspolitik seit den fünfziger Jahren anschauen, von Schuman weg und Monnet, wo die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, also die wirtschaftliche Zusammenarbeit, als Grundlage für ein Friedensprojekt diente, nämlich Europa zu einen. 1992 kam durch die Maastrichtverträge die politische Dimension in Europa zum Durchbruch und die Intention, aus souveränen Nationalstaaten und Vaterländern Europa zu einem Bundesstaat zu machen. Das ist ein Irrweg dieser europäischen Politik. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir haben auf der anderen Seite noch dieses Europa der Konzerne, wo nicht mehr die Menschen, die Bürger im Mittelpunkt des politischen Interesses stehen, sondern Konzerne, Institutionen, damit Europa eine streichelweiche Masse wird, damit die Bevölkerung eine streichelweiche Masse wird, die man lenken kann, wie man es braucht. Das ist nicht das Europa, das wir Freiheitliche uns ursprünglich vorgestellt haben. Dieses Europa wird auch in Zukunft scheitern. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren von der rot-schwarzen Regierung! Kehren Sie um und verlassen Sie den Irrweg der europäischen Politik! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.)
Abg. Grosz: Wenn man das ganze Plenum einsperrt?!
über das Ersuchen des Landesgerichtes für Strafsachen Wien um Zustimmung zur behördlichen Verfolgung der Abgeordneten zum Nationalrat Dr. Gabriela Moser (894 der Beilagen). (Abg. Grosz: Wenn man das ganze Plenum einsperrt?!)
Beifall bei der FPÖ.
man kommen, wenn man sich Ihre Leistung, meine Damen und Herren von SPÖ und ÖVP, angesichts dieser Mini-Novelle anschaut. Das ist eigentlich ein schockierender Ausdruck Ihrer völligen Untätigkeit in jenen Dingen, die Sie tun sollten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das Zweite, das wirklich absurd ist, ist die Regelung, dass Zivildiener, die eben diese Gewissensprüfung abgelegt haben, den Dienst an der Waffe nicht versehen zu können, in den Besitz waffenrechtlicher Dokumente gelangen können. Man hört – ich habe dafür keine Bestätigung erhalten –, dass jemand aus dem Umfeld hoher ÖVP-Politiker den Jagdschein haben möchte, aber blöderweise Zivildienst geleistet hat. Vielleicht ist das die Ursache? Ich kann nicht verstehen, warum man so etwas macht, warum man Menschen, die behördlich bekundet haben, den Dienst an der Waffe nicht versehen zu können, später ein waffenrechtliches Dokument in die Hand gibt – sei es als Sportschütze, sei es, um sich selbst zu schützen oder um als Jäger tätig zu sein. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist der falsche Weg. Aber es ist auch das Einzige, was Sie in den letzten drei Monaten zustande gebracht haben. Schämen Sie sich für das, was Sie alles nicht zustande gebracht haben! – Danke sehr. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Windbüchler-Souschill.
Zum Beispiel beim Rettungs- und Krankentransport wäre es nicht mehr sinnvoll. Würde der Zivildienst nur noch sechs Monate dauern, dann könnten diese Einrichtungen gar keine Zivildiener mehr nehmen. (Zwischenruf der Abg. Windbüchler-Souschill.) Das wollen wir nicht. Wir stehen zum Zivildienst und brauchen diese wichtige Einrichtung auch in Zukunft für unser funktionierendes Sozial- und Gesundheitssystem.
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend darf ich mich ganz herzlich bei unserer Frau Bundesministerin dafür bedanken, dass sie diese Novelle so stark vorangetrieben hat. Diese Novelle ist zukunftsweisend und zukunftsorientiert für die Zivildiener und die Organisationen. Ich bedanke mich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Innenministerium, bei der Verwaltung, im Speziellen bei der Zivildienstserviceagentur, bei den Kolleginnen und Kollegen hier im Hohen Haus, die zustimmen werden, und zu guter Letzt bei allen Zivildienern, die heute im Dienst der Sache stehen, die für die Bevölkerung im Einsatz sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Pendl: Das ist immer gut!
Abgeordnete Tanja Windbüchler-Souschill (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Nennen wir das Kind doch beim Namen (Abg. Pendl: Das ist immer gut!): Es ist Zeitdiebstahl – Zeitdiebstahl in jungen, österreichischen Leben, bei Männern, die den Zwangsdienst – und, sehr verehrter Herr Kollege Wöginger, es gibt den Zwangsdienst –, den Wehrdienst oder den Wehrersatzdienst, absolvieren müssen. Es ist Zeitdiebstahl in einer innovativen, mobilen Welt, in einer mobilen Europäischen Union, in der der Zwangsdienst keine Berechtigung und auch keine Rechtfertigung mehr hat. Kein junger Mensch hat die Verpflichtung, an der Waffe oder nicht an der Waffe seinen Dienst zu leisten.
Beifall bei den Grünen.
Nehmen Sie sich doch ein Beispiel an Deutschland, wo natürlich auch aus Konsolidierungsprozessgründen, aber auch aus der Gewissheit heraus, dass es für junge Männer Zeitdiebstahl ist, eine Diskussion zum Thema der Aussetzung beziehungsweise Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht in Gang gesetzt wurde. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Pendl: Das glaube ich auch!
Es ist noch immer eine unehrliche Debatte (Abg. Pendl: Das glaube ich auch!), weil die Wehrpflicht und somit auch der Zivildienst die zentralen Fragen für die weiteren Schritte in der Entwicklung des österreichischen Bundesheeres, aber auch eines Sozialsystems, das von 13 000 Zivildienern abhängig ist, sein werden und sein müssen. Solange es den Zivildienst gibt – 13 000 Zivildiener pro Jahr –, braucht es auch eine gleichberechtigte Regelung mit den Wehrdienern. Diese Novelle – um wieder zum Thema zurückzukommen – bringt das gar nicht. Sie sieht das auch nicht vor, sondern es gibt eine weitere Ungleichstellung von Zivildienern und Wehrdienern.
Abg. Riepl: Männer zweiter Klasse!
Zusammengefasst sind Zivildiener in Österreich immer noch Menschen zweiter Klasse, Männer zweiter Klasse. (Abg. Riepl: Männer zweiter Klasse!) Es braucht eine weiter gehende und ehrliche Debatte dazu und eine budgetäre Absicherung des Sozialsystems statt dem von der Regierung angekündigten Sozialabbau. Es braucht einen Katastrophenschutz, der auf feste zivile Beine gestellt wird, und es braucht ein flächendeckendes und gesetzlich abgesichertes Volontariat für Frauen und Männer, die gerne im Sozialsystem arbeiten möchten.
Beifall bei den Grünen.
Also: Weg mit den Scheuklappen hin zu einer ehrlichen Diskussion, weg mit dem Zeitdiebstahl und weg mit der allgemeinen Wehrpflicht! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Riepl – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Pendl –: Otto, jetzt klär das mal mit den „Männern zweiter Klasse“!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Pendl. – Bitte. (Abg. Riepl – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Pendl –: Otto, jetzt klär das mal mit den „Männern zweiter Klasse“!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Neubauer.
Ich sage Ihnen, dadurch verunsichern Sie alle Gruppen. Ich denke, wir sollten den Soldatinnen und Soldaten, den Präsenzdienern und den Zivildienern dankbar sein, denn sie leisten Hervorragendes für die Menschen in unserer Heimat, und sie nicht ununterbrochen verunsichern. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Neubauer.)
Abg. Neubauer: Das hätte man aber schon besser machen können!
Wie so vieles im Leben ist diese Novelle ein Kompromiss – ein Kompromiss, der über die Begutachtung auf allen Ebenen besprochen und verhandelt wurde, mit allen Interessenvertretungen, mit den Trägerorganisationen, der Politik. Man kann natürlich überall einen Punkt herausnehmen und sagen, das gefällt mir nicht, und der Nächste sagt, das gefällt mir dort nicht, und der Nächste sagt, das gefällt mir da nicht. Das bedeutet aber Stillstand, liebe Freundinnen und Freunde. Das wissen wir alle. (Abg. Neubauer: Das hätte man aber schon besser machen können!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren, Folgendes dürfen wir nicht aus den Augen verlieren: Wir haben Verantwortung nicht nur für die Republik, sondern für die Menschen in dieser Republik. Ich würde dringend dazu einladen, eine ehrliche, nachvollziehbare, transparente Diskussion zu führen und dann eine Entscheidung herbeizuführen, bevor man sagt, dass man die Wehrpflicht abschaffen will. Dazu lade ich Sie ebenfalls sehr herzlich ein. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Neubauer: Blödsinn! Kompletter Schwachsinn!
Abgeordneter Christoph Hagen (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Minister! Hohes Haus! Herr Kollege Pendl hat etwas Richtiges gesagt: Ja, stellen wir uns her und führen wir eine ehrliche Diskussion! Ehrlich wäre nämlich, dass man die Wehrpflicht abschafft, wie wir vom BZÖ das schon lange fordern, und ein Freiwilligenheer einführt. Dann hat sich das Ganze erledigt und wir können uns diese Tagesordnungspunkte 1 bis 3 sparen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Neubauer: Blödsinn! Kompletter Schwachsinn!)
Beifall beim BZÖ.
Es kann kein Kavaliersdelikt sein, wenn man einen Polizeibeamten, der den Staat vertritt, im Dienst angreift. Da muss durchgegriffen werden, meine Damen und Herren. Diese Aufforderung möchte ich Ihnen mit auf den Weg geben. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
entwicklung ist, und daher lade ich Sie alle ein, dieser Gesetzesnovelle zuzustimmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Das kann nicht der richtige Weg sein, den wir in der österreichischen Sicherheitspolitik gehen sollten. Es ist eigentlich eine beängstigende Bestandsaufnahme der österreichischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik, die diese Bundesregierung in dieser Zivildienstgesetz-Novelle zeigt. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Rufe bei der FPÖ: Aber nicht so!
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Wenn mein Vorredner eigentlich nahezu kein gutes Haar an dieser Gesetzesnovelle gelassen hat und wenn auch die Kollegen von BZÖ beziehungsweise FPÖ sich mit dieser Zivildienstgesetz-Novelle überhaupt nicht anfreunden können, dann wundere ich mich schon und muss sagen: Bei Ihnen herrscht offensichtlich ein bisschen ein Durcheinander, um nicht zu sagen das Chaos, denn Sie waren doch mit dabei, als man im Salzburger Landtag – ich habe die diesbezügliche Unterlage hier – am 13. Jänner 2010 einstimmig beschlossen hat, dass das antiquierte Zivildienstgesetz novelliert werden sollte, und zwar in dem Sinne (Rufe bei der FPÖ: Aber nicht so!), wie es uns nun die Frau Bundesministerin beziehungsweise auch die Verhandler vorgelegt haben. Das negieren Sie jetzt offensichtlich, oder Sie stehen nicht in Kontakt mit Ihren Abgeordneten in den Bundesländern. Das könnte ja sein. (Abg. Weinzinger: Noch einmal: Aber nicht so!)
Abg. Weinzinger: Noch einmal: Aber nicht so!
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Wenn mein Vorredner eigentlich nahezu kein gutes Haar an dieser Gesetzesnovelle gelassen hat und wenn auch die Kollegen von BZÖ beziehungsweise FPÖ sich mit dieser Zivildienstgesetz-Novelle überhaupt nicht anfreunden können, dann wundere ich mich schon und muss sagen: Bei Ihnen herrscht offensichtlich ein bisschen ein Durcheinander, um nicht zu sagen das Chaos, denn Sie waren doch mit dabei, als man im Salzburger Landtag – ich habe die diesbezügliche Unterlage hier – am 13. Jänner 2010 einstimmig beschlossen hat, dass das antiquierte Zivildienstgesetz novelliert werden sollte, und zwar in dem Sinne (Rufe bei der FPÖ: Aber nicht so!), wie es uns nun die Frau Bundesministerin beziehungsweise auch die Verhandler vorgelegt haben. Das negieren Sie jetzt offensichtlich, oder Sie stehen nicht in Kontakt mit Ihren Abgeordneten in den Bundesländern. Das könnte ja sein. (Abg. Weinzinger: Noch einmal: Aber nicht so!)
Abg. Herbert: Aus Gewissensgründen!
Warum denn nicht?, frage ich Sie. (Abg. Herbert: Aus Gewissensgründen!) Wir haben ein strenges Waffengesetz, wir haben ein strenges Waffengebrauchsgesetz, und es geht ja auch kein Polizist – davon gehe ich aus – offensiv auf Verbrecherjagd mit gezogener Waffe. Es geht da um Notwehr und Notwehrhandlungen, wenn die Waffe eingesetzt wird, damit die Bevölkerung geschützt wird.
Abg. Weinzinger: Soldaten kennenlernen können!
Ich glaube, es ist eine sehr wichtige Maßnahme, dass die kleinen Kinder persönlich (Abg. Weinzinger: Soldaten kennenlernen können!) auch mit Vätern, mit Männern konfrontiert werden – im besten Sinne des Wortes –, dass sie nämlich sozusagen auch die zweite Hälfte der Menschheit als Betreuungsperson kennenlernen. Das ist für beide notwendig und wichtig.
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin froh über diese Gesetzesnovelle und stimme ihr begeistert zu. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Herbert: Werden wir sehen!
Das andere ist: Wir brauchen hier keine Wehrpflichtdebatte zu führen, denn Gott sei Dank sind sich die Regierungsparteien darüber einig, dass es auch hinkünftig eine Wehrpflicht geben wird. (Abg. Herbert: Werden wir sehen!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich meine, wir haben jetzt die Chance, gewisse Ungerechtigkeiten auszuräumen, indem wir diese Novelle hier beschließen, damit bestimmte Berufsbilder auch für Zivildiener offenstehen. Alles andere können wir in einem späteren Dialog über die Wehrpflicht-neu, über die die ÖVP jetzt zu diskutieren beginnt, gemeinsam weiterentwickeln. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Im Großen und Ganzen ist es aus meiner Sicht eine gelungene Novelle. Die Kritikpunkte sollte man natürlich auch ernst nehmen. Letztendlich aber soll man darauf verweisen, dass hier doch ein Paradigmenwechsel stattgefunden hat, der zu begrüßen ist. In diesem Sinne bedanke ich mich auch. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ruf bei der FPÖ: Die werden dann Minister!
Mich persönlich stört irgendwo noch, dass es 19 Prozent Untaugliche gibt, die überhaupt keinen Dienst an der Gesellschaft leisten. (Ruf bei der FPÖ: Die werden dann Minister!) – Ich glaube, da müsste man auch einmal den Hebel ansetzen und darüber nachdenken, dass man alle in die gleiche Verantwortung, in die gleiche Pflicht nimmt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Mich persönlich stört irgendwo noch, dass es 19 Prozent Untaugliche gibt, die überhaupt keinen Dienst an der Gesellschaft leisten. (Ruf bei der FPÖ: Die werden dann Minister!) – Ich glaube, da müsste man auch einmal den Hebel ansetzen und darüber nachdenken, dass man alle in die gleiche Verantwortung, in die gleiche Pflicht nimmt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Insgesamt vielen Dank für diese Novelle. Sie ist praxistauglich, praxisgerecht und trägt dazu bei, die soziale Sicherheit in Österreich zu erhöhen. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Als Bürgermeister der Gemeinde Untersiebenbrunn und Regionalpolitiker liegt mir die sichere Versorgung der Blaulichtorganisationen besonders am Herzen. Gerade in diesem Bereich, speziell beim Arbeiter-Samariter-Bund, beim Roten Kreuz, bei der Feuerwehr, aber auch in Krankenhäusern und Seniorenheimen sind die Zivildiener sehr wichtig, die dort ausgezeichnete Arbeit leisten. Ich möchte mich hier einmal recht herzlich dafür bedanken. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich ersuche um Ihre Unterstützung bei dieser Gesetzesvorlage. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Allerdings: Die Zeit bringt Veränderungen, und der Wehrersatzdienst, sprich Zivildienst, ist längst ein wichtiger Bestandteil unseres Gemeinwesens geworden. Während früher tatsächlich die einzige Motivation, Zivildienst zu leisten, darin bestand, dass man eben aus Gewissensgründen keine Waffe verwenden wollte, gibt es heute immer mehr junge Menschen, die zusätzlich sagen: Aus meiner persönlichen Sicht kann ich im Zivildienst für die Gesellschaft noch mehr leisten als sonst. Ich glaube, man sollte diese wertvolle Arbeit, die da tatsächlich geleistet wird, auch entsprechend würdigen, wenn ein junger Mensch sich dafür entscheidet. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In Summe ist es ein modernes Gesetz, und ich glaube, wir sollten dem auch alle zustimmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich ersuche Sie, in einem Erlass dies gegenüber den Bezirksverwaltungsbehörden klarzustellen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Gaßner – in Richtung des Abg. Mag. Johann Maier –: Jacky, jetzt hast du sie herausgefordert!
Präsident Fritz Neugebauer: Nun gelangt Frau Bundesministerin Dr. Fekter zu Wort. – Bitte. (Abg. Mag. Gaßner – in Richtung des Abg. Mag. Johann Maier –: Jacky, jetzt hast du sie herausgefordert!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Jakob Auer: Der Jacky Maier will den Schwindlern helfen! – Jacky, du hast den Schwindlern helfen wollen!
Bundesministerin für Inneres Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Lieber Herr Kollege Maier, was Sie da jetzt dargestellt haben, war eine sehr, sehr verkürzte Darstellung. Eine Strafe, ein Strafbescheid für Krankenstandsschwindler im Zivildienstrecht kommt ganz selten vor, ist aber für jene gedacht, die den gesamten neunmonatigen Zivildienst durch immer wiederkehrende Krankenstände nicht in der Trägerorganisation abwickeln, sondern eben schwindeln und die Trägerorganisation in Schwierigkeiten bringen. Und daher die neue Regelung. Sie war dringend notwendig! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Jakob Auer: Der Jacky Maier will den Schwindlern helfen! – Jacky, du hast den Schwindlern helfen wollen!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Aber ich sage schon dazu: Nur 3 Prozent der Zivildiener wenden derart missbräuchliche Methoden an. 97 Prozent unserer Zivildiener leisten hervorragende Arbeit an der Gesellschaft, und dafür bedanke ich mich einmal sehr, sehr herzlich. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: ... ist die soziale Zwangsarbeit!
Wenn sie also so einen hohen Bedarf im Hinblick auf Unterstützung, im Hinblick auf zusätzliche Hilfsleistungen haben, ja warum lehnen sie dann reflexartig die Gemeinschaftsarbeit der Mindestsicherungsbezieher, die arbeitsfähig sind, ab? Geht es ihnen nur ums Geld? Geht es ihnen nur um die Förderungen? Oder geht es ihnen auch darum, dass diese Hilfsdienste wirklich auch effizient geleistet werden? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: ... ist die soziale Zwangsarbeit!)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Aber, Herr Kollege Maier, keine Toleranz mit jenen Undisziplinierten, die sich nämlich aufgrund ihrer Einstellung ungebührlich gegenüber Patienten und Behinderten benehmen und wo es früher schwierig war, sie dann vom Zivildienst zu entfernen. Wer sich in den Einrichtungen nicht benehmen kann, der soll den Zivildienst nicht wählen. Wir erwarten eine gute Leistung und haben dafür strenge Regeln. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Mag. Gaßner: Es gibt eh zu viel Jagd!
Für einen modernen Zivildienst, den Bedürfnissen der Menschen gerecht werdend, war es für mich kein Problem, die vielen Wünsche jener jungen Männer zu berücksichtigen, die Zivildienst leisten wollen, dann aber doch auch Jäger sein wollen. Vielleicht hatten sie die Jagdprüfung schon lange vor dem Zivildienst gemacht, und aufgrund des Zivildiensts konnten sie plötzlich die Jagd nicht mehr ausüben, weil wir ja ein 15-jähriges Waffenverbot haben. (Abg. Mag. Gaßner: Es gibt eh zu viel Jagd!) Da gibt es in Zukunft eine Möglichkeit. (Abg. Mag. Gaßner: Es gibt zu viele Jäger!)
Abg. Mag. Gaßner: Es gibt zu viele Jäger!
Für einen modernen Zivildienst, den Bedürfnissen der Menschen gerecht werdend, war es für mich kein Problem, die vielen Wünsche jener jungen Männer zu berücksichtigen, die Zivildienst leisten wollen, dann aber doch auch Jäger sein wollen. Vielleicht hatten sie die Jagdprüfung schon lange vor dem Zivildienst gemacht, und aufgrund des Zivildiensts konnten sie plötzlich die Jagd nicht mehr ausüben, weil wir ja ein 15-jähriges Waffenverbot haben. (Abg. Mag. Gaßner: Es gibt eh zu viel Jagd!) Da gibt es in Zukunft eine Möglichkeit. (Abg. Mag. Gaßner: Es gibt zu viele Jäger!)
Ruf bei der SPÖ: Aber gut!
Herr Bürgermeister, Ihren Zwischenruf „Es gibt zu viele Jäger“ halte ich für despektierlich! (Ruf bei der SPÖ: Aber gut!) Die Jagd hat eine gute Tradition in Österreich und ist in der Gesellschaft anerkannt. (Beifall bei der ÖVP.) Sich dermaßen despektierlich gegenüber den Jägern zu äußern, halte ich für nicht gerechtfertigt.
Beifall bei der ÖVP.
Herr Bürgermeister, Ihren Zwischenruf „Es gibt zu viele Jäger“ halte ich für despektierlich! (Ruf bei der SPÖ: Aber gut!) Die Jagd hat eine gute Tradition in Österreich und ist in der Gesellschaft anerkannt. (Beifall bei der ÖVP.) Sich dermaßen despektierlich gegenüber den Jägern zu äußern, halte ich für nicht gerechtfertigt.
Demonstrativer Beifall der Abg. Mag. Wurm.
Ganz besonders wichtig ist mir als Frau, dass wir den Zivildienst auch für Trägerorganisationen öffnen, die Kinder betreuen. Zivildiener haben sich perfekt bewährt bei Behinderten, bei Patienten, bei alten Menschen. Es ist dringend notwendig, dass wir im Kinderbetreuungsbereich auch männliche Betreuung haben. (Demonstrativer Beifall der Abg. Mag. Wurm.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Es tut der Gesellschaft nicht gut, wenn die Kinder nur eine Kindergartentante, nur eine Volksschullehrerin, nur eine Hauptschullehrerin und unter Umständen noch eine alleinerziehende Mutter haben. Diese Kinder haben nie die Möglichkeit, in männlicher Umgebung sozialisiert zu werden. Daher begrüße ich, dass wir in Zukunft Zivildiener auch in Kinderbetreuungseinrichtungen haben werden. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Sie sehen, dass wir den Zivildienst modernisieren, die Verwaltung verschlanken und die Kommunikationswege verkürzen, im Sinne der Gesellschaft, unserer Bürgerinnen und Bürger. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim – in Richtung Bundesministerin Dr. Fekter –: Was ist mit dem armen Fleischhauer da gewesen? – Abg. Neugebauer: Frau Bundesminister, war das lustig? – Bundesministerin Dr. Fekter: Nein!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächste Rednerin zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Lueger. 3 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim – in Richtung Bundesministerin Dr. Fekter –: Was ist mit dem armen Fleischhauer da gewesen? – Abg. Neugebauer: Frau Bundesminister, war das lustig? – Bundesministerin Dr. Fekter: Nein!)
Abg. Dr. Jarolim: Der Herr Vizepräsident ist empört! – Abg. Neugebauer: So eine Unkenntnis, Herr Kollege!
Abgeordnete Angela Lueger (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Werte KollegInnen im Hohen Haus! Der Zivildienst wird gerne als Entweder-oder dargestellt. Aber der Zivildienst ist laut der jetzigen Gesetzeslage ein Wehrersatzdienst, und wir haben schon in vielen Ausschüssen darüber diskutiert, dass es für junge Männer, die sich, aus welchen Gründen auch immer, für den Zivildienst entschieden haben, später auch die Möglichkeit geben soll, zur Polizei zu kommen. (Abg. Dr. Jarolim: Der Herr Vizepräsident ist empört! – Abg. Neugebauer: So eine Unkenntnis, Herr Kollege!)
Abg. Weinzinger: Schade!
Ich bin da der gleichen Meinung wie die Frau Ministerin, dass ich es sehr positiv finde, dass Zivildiener auch in Kindergärten mitarbeiten können. – Herr Kollege Weinzinger, Sie haben vorhin gemeint, dass die Kinder endlich sehen, wie ein Soldat ausschaut. Selbst zu Ihnen sollte sich durchgesprochen haben, dass ein Zivildiener nicht als Soldat herumläuft. Aber das kann ja passieren. (Abg. Weinzinger: Schade!)
Abg. Windbüchler-Souschill begibt sich in Richtung Ausgang. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Aber ich wollte Ihnen nur ganz kurz dazu, dass Sie das im Zuge eines Volontariats haben wollen, etwas sagen. Haben Sie sich schon einmal damit auseinandergesetzt, was ein Volontariat ist? – Frau Kollegin Souschill, schade, dass Sie jetzt weggehen. (Abg. Windbüchler-Souschill begibt sich in Richtung Ausgang. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich danke den Zivildienern, denn sie leisten gute, ja hervorragende Arbeit. Die Blaulichtorganisationen würden sich bei Ihnen bedanken, wenn Sie die Zeit verkürzen wollten. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Der Zivildienst spielt eine wichtige Rolle in der sozialen Landschaft Österreichs. Wehrdienst und Zivildienst sind wichtige Einrichtungen für die Sicherheit in diesem Lande. Ich ersuche Sie um Zustimmung zu dieser Novelle. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Die finanzielle Gerechtigkeit als einen Meilenstein der rot-schwarzen Regierung zu bezeichnen, ist, gelinde gesagt, eine Frechheit! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Es ist eine bodenlose Frechheit, das hier so zu bezeichnen. Sie haben jahrelang die Valorisierung der Familienleistungen vernachlässigt und die Familien und deren Leistungen nicht im Geringsten anerkannt, Sie haben sie als Stiefkinder unserer Gesellschaft und als Untergruppe der Wirtschaft gesehen.
Beifall bei der FPÖ.
Frau Staatssekretärin! Meine Frage dazu ist: Für wie dumm halten Sie die österreichische Bevölkerung? Wollen Sie alle für dumm verkaufen, einmal so zu sagen, einmal so zu sagen? – Es drängt sich hier die Vermutung auf, dass Ihnen der Wiener Wahlkampf etwas über den Kopf wächst, dass Sie etwas überfordert sind und nicht mehr wissen, was Sie im Ausschuss sagen und was für ein Interview Sie dann den Nachrichten geben. (Beifall bei der FPÖ.) Oder sprechen wir hier von einer Art politischem Alzheimer? (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Frau Staatssekretärin! Meine Frage dazu ist: Für wie dumm halten Sie die österreichische Bevölkerung? Wollen Sie alle für dumm verkaufen, einmal so zu sagen, einmal so zu sagen? – Es drängt sich hier die Vermutung auf, dass Ihnen der Wiener Wahlkampf etwas über den Kopf wächst, dass Sie etwas überfordert sind und nicht mehr wissen, was Sie im Ausschuss sagen und was für ein Interview Sie dann den Nachrichten geben. (Beifall bei der FPÖ.) Oder sprechen wir hier von einer Art politischem Alzheimer? (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Ein wirklicher Meilenstein für die Familien, für die finanzielle Gerechtigkeit bei den Familien ist die Einführung der freiheitlichen Forderung, und zwar die Einführung eines Familiensteuersplittings, meine Damen und Herren! Wir bekennen uns zu einer Förderung der Familien. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Lueger: Wenn die Rahmenbedingungen passen ...! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
In der Statistik in dem Familienbericht steht bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf drin, dass lediglich 10 Prozent der Familien tatsächlich wieder voll in die Arbeits- und Erwerbswelt einsteigen wollen. Was ist mit den 90 Prozent, die das gar nicht wollen? (Abg. Lueger: Wenn die Rahmenbedingungen passen ...! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ja, Familiensteuersplitting; kein Problem, wenn Sie darauf eingehen.
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren! In diesem Sinne: Wir lehnen diesen Familienbericht ab. Es ist kein Fortschritt für die Familien, es ist ein Rückschritt, ein Stillstand, und da können wir nicht zustimmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordnete Ridi Maria Steibl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Zur Rede der Abgeordneten Kitzmüller kann ich nur sagen: Diese Sprache entspricht nicht der Würde des Hauses! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Wenn das schon manchmal Männer aus der FPÖ machen müssen, dann müssen wir Frauen gerade im Familienausschuss nicht nachmachen, was andere tun. Ich bin eigentlich wirklich entsetzt, und meiner Meinung nach müsste der Herr Präsident zumindest für den Ausdruck „politischer Alzheimer“ einen Ordnungsruf erteilen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordnete Ridi Maria Steibl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Zur Rede der Abgeordneten Kitzmüller kann ich nur sagen: Diese Sprache entspricht nicht der Würde des Hauses! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Wenn das schon manchmal Männer aus der FPÖ machen müssen, dann müssen wir Frauen gerade im Familienausschuss nicht nachmachen, was andere tun. Ich bin eigentlich wirklich entsetzt, und meiner Meinung nach müsste der Herr Präsident zumindest für den Ausdruck „politischer Alzheimer“ einen Ordnungsruf erteilen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Dieser vorliegende 5. Österreichische Familienbericht zeigt, dass in diesem Jahrzehnt in der Familienpolitik viel getan wurde. Ich möchte hier auch ein Danke an alle sagen, die an dem Bericht gearbeitet haben. Es geht nicht nur um die Seiten, sondern es geht auch um den Inhalt, und da steckt sehr viel Wissen und Know-how dahinter. Dieser Bericht zeigt natürlich auf, was geschehen ist, er weist aber auch ganz klar in die Zukunft, welche Maßnahmen gesetzt werden müssen. Danke an alle, die daran mitgearbeitet haben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich wünsche mir also, dass wir gemeinsam an diesem Bericht weiterarbeiten, aus seinen Ergebnissen heraus Maßnahmen zum Wohle der Österreicherinnen und Österreicher entwickeln. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Musiol: Das ist doch bloße Paranoia! – Abg. Mag. Brunner: Wo sagen wir das? – Abg. Mag. Wurm: Da fehlt jedes Argument!
besser gestellte Familien, um Karrierefrauen geht. Diese versucht, ganz normalen Familien – sage ich jetzt einmal – aufzuschwatzen, ihre Kinder möglichst gleich im Säuglingsalter in Krippen, in Kinderbetreuungseinrichtungen zu stecken. Solchen Entwicklungen müssen wir entgegentreten. (Abg. Mag. Musiol: Das ist doch bloße Paranoia! – Abg. Mag. Brunner: Wo sagen wir das? – Abg. Mag. Wurm: Da fehlt jedes Argument!)
Rufe bei SPÖ und Grünen: Das ist doch völlig absurd! – Was soll das?
Oder zum Beispiel diese ganzen skurrilen Gender-Diskussionen, in denen heute schon versucht wird, Geschlechter, sprich Mann und Frau, zu vereinheitlichen, in denen heute schon abgelehnt wird ... (Rufe bei SPÖ und Grünen: Das ist doch völlig absurd! – Was soll das?) – Selbstverständlich sind das Dinge, die in eine gewisse Richtung weisen. Dass das natürlich in der grünen und roten Reichshälfte nicht gerne gehört wird, ist mir schon klar.
Abg. Mag. Wurm: Sie haben ja keine Ahnung! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.
Wir sagen auch klar: Qualität vor Quantität. Wir lehnen Container-Kinderbetreuung, wie sie vielfach in Wien gesehen wird, ab. Wir wollen auch ganz klar familienorientierte wirtschaftspolitische Akzente sehen und nicht umgekehrt, also keine wirtschaftsorientierte Familienpolitik. (Abg. Mag. Wurm: Sie haben ja keine Ahnung! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.) – Das können wir nachher besprechen. Dieses sinnlose Trommelfeuer perlt an mir ab.
Beifall bei der FPÖ.
In diesem Sinne ist die FPÖ mit Sicherheit die einzige Familienpartei. Das können wir mit Fug und Recht behaupten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Mehr Raum, mehr Zeit, mehr Liebe für unsere Kinder! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordnete Carmen Gartelgruber (FPÖ): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Bevor ich auf den Bericht im Detail eingehe, muss ich eingangs feststellen: Familienpolitik ist offensichtlich Frauensache, denn wenn ich mir nämlich die Rednerliste zum heutigen Familienbericht ansehe, dann habe ich bis auf den einzigen Mann, der aus unserer Fraktion stammt, keinen einzigen Mann auf der Rednerliste feststellen können. Also ich muss sagen: Das bestätigt nach wie vor unseren Standpunkt. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: Weiter haben Sie wohl nicht gelesen!?
Jetzt aber zum Bericht: Im Vorwort zum 5. Österreichischen Familienbericht steht zu lesen: Zukunft ist, wo Familien sind. (Abg. Mag. Wurm: Weiter haben Sie wohl nicht gelesen!?) – Bitte nicht! Darüber reden wir später, ich fange jetzt einmal an.
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, die eine oder andere Maßnahme ist ja auch schon durchgesickert, wenn sowohl der Herr Vizekanzler als auch Sie, Frau Staatssekretärin, durchblicken haben lassen, dass die 13. Familienbeihilfe wahrscheinlich gestrichen werden soll. Da muss ich schon sagen, da muss ich mich ganz entschieden dagegen wehren. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Steibl: Das ist reine Erfindung! Das stimmt ja gar nicht!
Ich erinnere an den Wahlslogan der ÖVP vor den Nationalratswahlen 2008, der gelautet hat: „Es reicht! Familien brauchen Hilfe gegen Teuerung! Familien-Beihilfe jeden September doppelt für alle ...“ Und gerade jetzt denken Sie an die Abschaffung dieser Verdoppelung. Das haben sich die Österreicherinnen und Österreicher nicht verdient! (Abg. Steibl: Das ist reine Erfindung! Das stimmt ja gar nicht!)
Beifall bei der FPÖ.
Vielen Dank! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei Grünen und SPÖ sowie der Abg. Steibl.
Abgeordnete Mag. Daniela Musiol (Grüne): Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte BesucherInnen auf den Galerien! Frau Kollegin Gartelgruber! Ich sehe Sie gerade nicht – doch, da hinten. Es kommt, so glaube ich, nicht darauf an, dass ein Mann spricht, sondern was ein Mann redet. (Beifall bei Grünen und SPÖ sowie der Abg. Steibl.)
Abg. Weinzinger: Ich nicht!
Ich muss als linke Politikerin, Mutter und Teil einer Familie sagen: Auf die Rede des Kollegen Höbart hätte ich gerne verzichten können! (Abg. Weinzinger: Ich nicht!)
Abg. Dr. Hübner: ... Zivildienst!
Wir haben auf unser Verlangen hin heute den Familienbericht hier zur Diskussion, einen sehr hervorragenden Bericht. Es ist schon darüber gesprochen worden, wie umfangreich er ist, mehrere Kilo Papier. Eine sehr wertvolle Grundlage. (Abg. Dr. Hübner: ... Zivildienst!) – Herr Kollege, darüber unterhalten wir uns später.
Beifall bei den Grünen.
Hier sei noch einmal gesagt, Kindergarten ist nicht Familienerweiterung, sondern eine Bildungseinrichtung. Daher sind die Kindergärten auf unser Geld angewiesen und verdienen unsere volle Aufmerksamkeit. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie der Abg. Schenk.
Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend Christine Marek: Herr Präsident! Meine Damen und Herren des Hohen Hauses! In den vergangenen zehn Jahren wurden in nahezu allen familienpolitisch relevanten Bereichen innovative Maßnahmen und familienpolitische Meilensteine gesetzt. Im aktuellen Familienbericht für die vergangenen zehn Jahre wird dies deutlich. Ich möchte mich dabei ganz herzlich bei den Expertinnen und Experten sowie Beamtinnen und Beamten unseres Hauses bedanken, insbesondere bei Herrn Dr. Filler. Sie alle haben durch Ihre sehr intensive Arbeit einen wirklich ausgezeichneten Familienbericht vorgelegt. Dafür danke ich ganz herzlich. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie der Abg. Schenk.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren, auch im europäischen Vergleich stehen wir ausgezeichnet da, wir liegen hier absolut im Spitzenfeld mit einerseits hohen monetären Leistungen und andererseits auch sehr hohen, umfangreichen Leistungen im Sachbereich. Um Ihnen auch ganz konkret eine Vergleichszahl zu geben: Wir liegen an dritter Stelle innerhalb der EU, gemessen am Bruttosozialprodukt betragen die Familienleistungen in Österreich 3 Prozent, der Durchschnitt in Europa liegt bei 2,1 Prozent. Frau Abgeordnete Kitzmüller, das lässt sich selbst mit freiheitlicher Kampfrhetorik nicht wegleugnen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Tatsache ist: Fünf Varianten bringen maximale Wahlfreiheit, nämlich sowohl für die Familien, die mehr Zeit in Anspruch nehmen möchten, als auch für – unter Anführungszeichen – „böse Karrierefrauen“, die nämlich erst dann wieder Mut fassen, ein Kind zu bekommen, meine Damen und Herren. Genau in diese Richtung müssen wir gehen, dass nämlich den Familien echte Wahlfreiheit zur Verfügung steht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren, erste Trends zeigen uns auch ganz klar, dass wir mit der Weiterentwicklung beim Kinderbetreuungsgeld, mit allem, was hier geschehen ist, goldrichtig liegen. Mittlerweile entscheiden sich 16 Prozent aller Eltern für eine der beiden Kurzvarianten. Auch der Väteranteil ist bei den beiden neuen Kurzvarianten bereits dreimal so hoch wie im allgemeinen Durchschnitt für das Kinderbetreuungsgeld. Wir gehen davon aus, dass bei den Kurzvarianten mittelfristig eine Väterbeteiligung von rund 20 Prozent bestehen wird. Wir sind der Meinung, da ein Kind immer zwei Elternteile hat, sollten beide Elternteile auch in die Familienarbeit bestmöglich eingebunden sein. Für uns haben Kinder Mütter und Väter – in allem, was wir tun, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Frau Abgeordnete Musiol, bei den Drei- bis Sechsjährigen haben wir das Barcelona-Ziel erreicht. Da haben wir die 90 Prozent Betreuungsquote sogar überschritten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich darf jedenfalls Folgendes in Erinnerung rufen, meine Damen und Herren: Insgesamt erhalten die Länder in den Jahren 2008 bis 2013 vom Bund rund 370 Millionen € für den Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten, also eine sehr hohe Summe. Da wurde, Frau Abgeordnete Musiol, überhaupt nichts gestoppt, sondern ganz im Gegenteil, wir bekennen uns zu dem, was hier entsprechend an Geldern investiert wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Dass es immer auch schwierige Situationen gibt, ist unbestritten. Wir brauchen gute Rahmenbedingungen, damit eben möglichst viele Kinder beide Eltern zur Verfügung haben und die Obsorge für beide Elternteile möglich ist, auch wenn es nach einer Trennung keinen gemeinsamen Haushalt mehr gibt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das werden wir tun. Das werden wir garantieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Zum Zweiten ist das Kinderbetreuungsgeld nicht von Ihnen eingeführt worden, sondern es wurde während der Regierungsbeteiligung der FPÖ auf maßgebliche Initiative der Freiheitlichen eingeführt. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
sogenannte Familiensteuersplitting wie in Frankreich, dann können sich unsere Familien auch wieder Kinder leisten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir sagen, wo Familien sind, wo Kinder sind, kann sich ein Land erneuern und hat auch eine Zukunft. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordnete Ursula Haubner (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Meine werten Kolleginnen und Kollegen! Der vorliegende Familienbericht ist aus meiner und unserer Sicht ein sehr umfassendes Werk, ein sehr informatives Nachschlagewerk mit Fakten, Daten, Zahlen aus den letzten zehn Jahren. Ich stehe besonders zu den Leistungen, die zwischen den Jahren 2000 und 2006 umgesetzt wurden; dies sind immerhin zwei Drittel der Leistungen, die in diesem Bericht angeführt sind. Ich stehe zu allen Leistungen, nicht nur zum Kinderbetreuungsgeld, das wir damals federführend als Freiheitliche in Regierungsverantwortung – als Pionier hatte es Jörg Haider in Kärnten schon umgesetzt – ebenfalls umsetzen konnten. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Daher, sehr geehrte Frau Staatssekretärin, sage ich: Hände weg von der Kürzung der finanziellen Leistungen, die die Familien derzeit in Österreich bekommen! Hände weg! Gerade die finanziellen Leistungen sind ein Mittel zur Armutsbekämpfung. Herr Mag. Guger hat es im Ausschuss sehr deutlich gesagt: Derzeit sind mit den Familienleistungen 12 Prozent armutsgefährdet, ohne Familienleistungen wären es 27 Prozent. Ich glaube, da ist alles drinnen, dass wir diese Leistungen nicht reduzieren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Tatsache, dass es immer weniger Kinder gibt, aber immer mehr Menschen, die hoffentlich gesund älter werden, birgt die Gefahr, dass unser Sozialsystem in eine Schieflage gerät. Daher ist es uns vom BZÖ sehr wichtig, dass wir mehr denn je das Grundprinzip der Generationengerechtigkeit beachten, denn wir müssen heute die Weichen so stellen, dass zukünftige Generationen die gleichen Lebenschancen haben. Und wenn ich mir den Schuldenstand von 240 Milliarden € im Budget anschaue, dann muss ich sagen: Dieser Schuldenstand schwächt absolut den Spielraum für zukünftige Generationen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Meine werten Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Familien sind Ressourcen für eine Gesellschaft, sind Ressourcen auch in schwierigen wirtschaftlichen Situationen, in der Krise und dürfen nicht Opfer falscher Politik werden. Familien brauchen Verlässlichkeit und nicht Kürzungen von Leistungen und neue steuerliche Belastungen. Familien brauchen auch eine starke Lobby, die ein sehr positives Bild von den Familien verbreitet. Familien brauchen eine Lobby, die ihre Interessen vertritt, die die Familien stärkt, und dafür steht das BZÖ. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dolinschek: Das fragen wir uns auch!
Abgeordnete Adelheid Irina Fürntrath-Moretti (ÖVP): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Ich freue mich auch über den Familienbericht. Es wurde von meinen Vorrednerinnen schon erwähnt, er ist sehr umfangreich und zeigt vor allem, wie viel für die Familien in den letzten Jahren getan wurde – auch mit Beteiligung der Freiheitlichen. Deswegen verstehe ich überhaupt nicht, warum gerade heute die Freiheitlichen diesem Familienbericht nicht zustimmen können. (Abg. Dolinschek: Das fragen wir uns auch!) Das verstehe ich einfach nicht. Sie haben ja damals mitgewirkt. Das ist aus meiner Sicht fast so, als ob Sie Ihre eigene Arbeit nicht anerkennen.
Abg. Mayerhofer: Traurig genug!
Da komme ich gleich zu Ihrem Entschließungsantrag, Frau Kollegin Gartelgruber. Ich empfinde das, was Sie hier mit der 13. Familienbeihilfe machen, als Angstmache, und ich empfinde es auch als Verunsicherung der Familien. Nur weil Wahlkampf ist, bringen Sie das aufs Tapet. Ich finde das nicht richtig. Wir haben noch überhaupt keine Verhandlungen abgeschlossen. (Abg. Mayerhofer: Traurig genug!) Wir sind sozusagen „working in progress“, wir arbeiten daran, wir verhandeln. Wir wissen überhaupt noch nicht, was kommt. Vielleicht kommen wir auch zu einer besseren
Zwischenruf bei der FPÖ.
Lösung als dieser 13. Familienbeihilfe. Wer sagt denn, dass es immer nur das sein muss? (Zwischenruf bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bedanke mich noch einmal bei unserer Frau Staatssekretärin für die tolle Arbeit und wünsche alles Gute für die Zukunft. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Da gratuliere ich ihm dann recht herzlich zur Erklärung, die er dafür hat. Aber vielleicht kommt es dann auch einmal zu einer Sichtweise, in der es nicht nur Schwarz oder Weiß gibt, sondern auch etwas dazwischen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir müssen uns damit auseinandersetzen, wir müssen das durchdiskutieren. Daher werden wir diesen Familienbericht zur Kenntnis nehmen, da wir der Meinung sind, dass er eine sehr gute Diskussionsgrundlage ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Demonstrativer Beifall der Abg. Steibl.
Richtung der Abgeordneten der FPÖ, nämlich wie schizophren und höchst skurril das eigentlich ist, dass sie immer wieder in allen vier Redebeiträgen auf den Familienbericht Bezug nehmen, die Zahlen zitieren, daraus sehr lange zitieren, wie die Kollegin Mühlberghuber, aber dann dem Bericht nicht zustimmen. (Demonstrativer Beifall der Abg. Steibl.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Wurm.
Wie können wir das verstehen? – Das ist höchst eigenartig, weil der Bericht nichts anderes tut, als sehr gut wiederzugeben, wie der Status quo für Familien in Österreich ist; und das kann man wohl zur Kenntnis nehmen, denke ich. Welche Schlüsse wir ziehen, das ist die andere Sache. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Wurm.)
Beifall bei den Grünen.
Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Frau Kollegin Binder-Maier hat auch noch die Verwahrlosung der Kinder angesprochen und gesagt, dass da ein großer Handlungsbedarf besteht. – Ich darf Sie noch einmal einladen: Wir werden unseren Antrag auf Erweiterung des Mutter-Kind-Passes zu einem Mutter-Kind-Jugend-Pass sicher noch einmal stellen, und vielleicht können Sie dann dort Ihre Zustimmung geben, nachdem Sie ja heute selber zugegeben haben, dass ein großer Handlungsbedarf bei der Verwahrlosung von Kindern besteht. – So viel dazu, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich frage Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren: Vielleicht können Sie den Familien erklären, wie diese noch sinnvoll wirtschaften sollen, worauf sie sich noch verlassen können. Auf Ihre Regierungspolitik und Ihre Budgetpolitik können sie sich nicht verlassen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Die Kinderbetreuung und auch der Stellenwert der Vereinbarkeit von Beruf und Familie wurden heute schon einige Male angesprochen. Ich darf in diesem Zusammenhang noch einmal die Regierungsparteien, respektive die Abgeordneten der Regierungsparteien, ansprechen, da weder Landeshauptmann Voves in der Steiermark noch Landeshauptmann-Stellvertreter Schützenhöfer – der eine mit 26 Mitarbeitern, der andere mit 22 Mitarbeitern – bis dato in der Lage waren, das Geld aus der Artikel-15a-Vereinbarung, das beim Bund liegt, für die Kinderbetreuung in der Steiermark abzuholen und dort für die Kinderbetreuung einzusetzen – denn dort wäre es dringend notwendig, und ich werde dann auch gleich sagen, warum. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn das so weitergeht, dann schaut es für die Steiermark aber zappenduster aus. Aber die Wählerinnen und Wähler haben ja am 26. September die Möglichkeit, für eine Veränderung zu sorgen. – Vielen Dank. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf bei der FPÖ.
Abgeordnete Mag. Laura Rudas (SPÖ): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich verstehe die Motivation nicht, gegen einen Bericht zu stimmen, denn das ist ja noch keine politische Maßnahme, sondern eine Bestandsaufnahme, es ist eben ein Bericht – und wenn es unser aller Ziel ist, die Rahmenbedingungen für Familien zu verbessern, dann braucht es eine Bestandsaufnahme. (Zwischenruf bei der FPÖ.) – Wir können uns dann über die einzelnen Maßnahmen streiten und diskutieren und dafür oder dagegen sein, aber wie man gegen eine Bestandsaufnahme, einen Bericht sein kann, ist für mich nicht nachvollziehbar.
Ruf bei der FPÖ: War nicht glaubwürdig!
Ich habe aber natürlich – ich glaube, im Gegensatz zum Kollegen von der FPÖ – den Bericht gelesen (Ruf bei der FPÖ: War nicht glaubwürdig!), und er zeigt auf, dass wir in einzelnen Bereichen schon vieles geleistet haben: die 13. Familienbeihilfe, das Steuersenkungspaket, das besonders Familien geholfen hat, aber auch in anderen Bereichen; aber er zeigt natürlich auch noch Lücken auf.
Ruf bei der FPÖ: Von der Politik!
Als Beispiel – und ich glaube, das hat vielleicht auch die FPÖ provoziert – zeigt er, dass sich Rollenansprüche von Frauen und Männern wandeln. Das heißt, für 86 Prozent der unter vierzigjährigen österreichischen Frauen ist Kind und Beruf kein Widerspruch mehr, und sie verlangen von der Gesellschaft, dass man es auch vereinbaren kann (Ruf bei der FPÖ: Von der Politik!) – und auch von der Politik.
Abg. Zanger: Die Mutter ist notwendig!
Noch einmal an den Kollegen von der FPÖ: Sie haben recht, die ersten drei Jahre sind ganz wichtig in der Entwicklung eines Kindes, und genau da sind qualitativ hochwertige Kinderbetreuungseinrichtungen notwendig, damit Kinder lernen, mit anderen Kindern auszukommen, damit Kinder lernen, dass es unterschiedliche Kinder gibt, damit Kinder mit anderen Kindern gemeinsam lernen. (Abg. Zanger: Die Mutter ist notwendig!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Musiol: Das heißt, Sie stimmen dem Antrag zu, Frau Kollegin?
Noch einmal zusammenfassend: Wenn Österreich das Kinderland Nummer eins werden soll, wofür wir alle sind – glaube ich –, braucht es mehr solche Berichte, die Bestandsaufnahmen machen, und dann braucht es auch eine gemeinsame Anstrengung, um Kinderbetreuungseinrichtungen auszubauen und um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen – und das nicht nur mit Einrichtungen, sondern auch mit einer gesellschaftspolitischen Einstellung, und dazu können wir alle etwas beitragen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Musiol: Das heißt, Sie stimmen dem Antrag zu, Frau Kollegin?)
Abg. Mag. Molterer: Jedes Kind hat Vater und Mutter!
Abgeordnete Tanja Windbüchler-Souschill (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Familie befindet sich im Wandel, das zeigt uns der Bericht ganz klar, schwarz auf weiß, auf. Dieser Wandel bedeutet, dass die traditionellen Familienformen Vater-Mutter-Kind oder mehrere Kinder einfach nicht mehr existent sind (Abg. Mag. Molterer: Jedes Kind hat Vater und Mutter!), und dieser Alltagsrealität müssen wir uns stellen. (Abg. Mag. Molterer: Aber jedes Kind hat Vater und Mutter!)
Abg. Mag. Molterer: Aber jedes Kind hat Vater und Mutter!
Abgeordnete Tanja Windbüchler-Souschill (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Familie befindet sich im Wandel, das zeigt uns der Bericht ganz klar, schwarz auf weiß, auf. Dieser Wandel bedeutet, dass die traditionellen Familienformen Vater-Mutter-Kind oder mehrere Kinder einfach nicht mehr existent sind (Abg. Mag. Molterer: Jedes Kind hat Vater und Mutter!), und dieser Alltagsrealität müssen wir uns stellen. (Abg. Mag. Molterer: Aber jedes Kind hat Vater und Mutter!)
Abg. Mag. Molterer: Fragen Sie die Glawischnig, die weiß, dass Kinder Vater und Mutter haben!
Kinderland Niederösterreich akzeptieren, denn 50 Prozent der Ehen in Niederösterreich sind geschieden, und somit leben auch Vater, Mutter und Kind nicht mehr zusammen, Herr Kollege Molterer. (Abg. Mag. Molterer: Fragen Sie die Glawischnig, die weiß, dass Kinder Vater und Mutter haben!)
Beifall bei den Grünen.
Die Frage der finanziellen Ressourcen und die Frage der Einsparungsmaßnahmen sind auf der Tagesordnung, die sind zu klären, sie sind den Familien in Österreich klar und deutlich darzulegen, sonst wird Familienpolitik sich nie ändern. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ursula Haubner: Der gehört aber nicht zu uns!
Dazu kann ich nur Folgendes sagen – soweit ich mich erinnere, und den Zeitungen war es ja zu entnehmen –: Der Erste, der diese Leistung zurückgenommen hat, war der Kärntner Landeshauptmann Dörfler. Nur zur Erinnerung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ursula Haubner: Der gehört aber nicht zu uns!)
Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Sie haben nicht zugehört!
Also: Nichts ist in Ordnung! (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Sie haben nicht zugehört!)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Abgeordnete Rosemarie Schönpass (SPÖ): Geschätzte Damen und Herren! Erfreulicherweise haben unsere Kinder in Österreich immer länger und häufiger Großeltern. Diese fungieren oft als sogenannte Reservearmee. (Heiterkeit bei der ÖVP.) Sie sind für Kinder ein zusätzliches Sicherheitsnetz, wenn Eltern und öffentliche Einrichtungen nicht zur Verfügung stellen können, was Kinder brauchen. – Weil ich da ein Gelächter gehört habe: Ich bin immerhin auch fünffache Großmutter. (Beifall sowie Ruf bei der ÖVP: Nein, das ist positiv!)
Beifall sowie Ruf bei der ÖVP: Nein, das ist positiv!
Abgeordnete Rosemarie Schönpass (SPÖ): Geschätzte Damen und Herren! Erfreulicherweise haben unsere Kinder in Österreich immer länger und häufiger Großeltern. Diese fungieren oft als sogenannte Reservearmee. (Heiterkeit bei der ÖVP.) Sie sind für Kinder ein zusätzliches Sicherheitsnetz, wenn Eltern und öffentliche Einrichtungen nicht zur Verfügung stellen können, was Kinder brauchen. – Weil ich da ein Gelächter gehört habe: Ich bin immerhin auch fünffache Großmutter. (Beifall sowie Ruf bei der ÖVP: Nein, das ist positiv!)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Aubauer.
Ich kann versichern, dass wir uns gemeinsam dafür einsetzen werden, dass die weitere Förderung zum Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen gesichert wird. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Aubauer.)
Abg. Mag. Musiol: Lesen Sie den Familienbericht!
Wenn Frau Abgeordnete Musiol sagt, dass das Barcelona-Ziel nicht erreicht wurde, dann kann ich ihr nur ganz klar antworten: Das stimmt nicht! (Abg. Mag. Musiol: Lesen Sie den Familienbericht!) Richtig ist: Das Barcelona-Ziel wurde erreicht, nämlich mit 89,3 Prozent. Und rechnet man die Betreuung mit den Tagesmüttern hinzu, ergibt das 90 Prozent. Möglicherweise sind Sie nicht damit einverstanden, dass gute Arbeit auch von den Tagesmüttern geleistet wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn Frau Abgeordnete Musiol sagt, dass das Barcelona-Ziel nicht erreicht wurde, dann kann ich ihr nur ganz klar antworten: Das stimmt nicht! (Abg. Mag. Musiol: Lesen Sie den Familienbericht!) Richtig ist: Das Barcelona-Ziel wurde erreicht, nämlich mit 89,3 Prozent. Und rechnet man die Betreuung mit den Tagesmüttern hinzu, ergibt das 90 Prozent. Möglicherweise sind Sie nicht damit einverstanden, dass gute Arbeit auch von den Tagesmüttern geleistet wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich kann Ihnen versichern, dass wir seitens der Regierungspartei sehr darauf Bedacht nehmen, Familienleistungen bestmöglich zu behalten, damit wir diese Qualität, die wir haben, auch erhalten können. Dazu gehört selbstverständlich auch, dass die 13. Familienbeihilfe steht, beziehungsweise wird es ein Gesamtpaket geben, das verhandelt werden muss. Und Sie kennen den parlamentarischen Vorgang. Wir werden alles mit hineinnehmen, zum Wohle unserer Familien, damit es keine Streichungen in dem Sinn gibt, dass die Qualität darunter leidet. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Oftmals braucht man für jede Einreichung, für jede Stelle die gleichen Unterlagen. Es wäre hier schon eine sehr große Hilfe für die Familien – ich denke hier im Speziellen an die Alleinerzieher, die ja doch ganz alleine diese Strecken hinter sich bringen müssen –, dass man da eine Vereinfachung machen müsste, auch im Sinne einer billigeren und einfacheren Bürokratie. Wir müssen die Bürokratie nicht weiter aufblasen, und im Sinne einer Ersparnis der Steuergelder wäre es leichter, eine einfache Auszahlung zu haben und nicht von Pontius zu Pilatus laufen zu müssen, um die Beihilfen in Anspruch nehmen zu können. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ursula Haubner: Ich bin bei dir!
Im Sinne der hohen Qualität der heimischen Familienleistungen sollten wir uns alle daran halten: Das Geld sollte den Familien und nicht der Bürokratie zugutekommen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ursula Haubner: Ich bin bei dir!)
Abg. Steibl: Sie bekommt ja mehr!
Das ist schon so, dass ich als alleinerziehende Mutter mit dem Gehalt einer Nationalratsabgeordneten gut auskommen kann, wenn ich nur alle zwei Monate Familienbeihilfe erhalte, aber für die alleinerziehende Mutter, die kein Einkommen hat, für die alleinerziehende Mutter, die für 40 Stunden Arbeit nicht einmal 1 000 € verdient (Abg. Steibl: Sie bekommt ja mehr!), für die Familien, die ein geringes Einkommen haben, macht das sehr wohl einen Unterschied, ob sie monatlich Leistungen erhalten oder alle zwei Monate Leistungen erhalten. Dass Sie von der ÖVP das nicht nachvollziehen können und verstehen können, kann ich wiederum verstehen (Zwischenrufe der
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneten Steibl und Praßl), weil das wieder ein Beleg dafür ist, wie weltfremd Sie bezüglich der Lebensrealitäten vieler Menschen in diesem Land, egal ob in Wien, in der Steiermark oder in anderen Bundesländern, sind. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Großruck: Ungefährliche Drohung!
Wir werden uns weiter dafür einsetzen, und wir werden weiterhin diese Anträge stellen. Wir haben sie ja in der Schublade. (Abg. Großruck: Ungefährliche Drohung!) Wir brauchen nur das Datum zu ändern, und wir werden nicht ruhen, bis Sie endlich zustimmen. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Ursula Haubner.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Ursula Haubner.
Wir werden uns weiter dafür einsetzen, und wir werden weiterhin diese Anträge stellen. Wir haben sie ja in der Schublade. (Abg. Großruck: Ungefährliche Drohung!) Wir brauchen nur das Datum zu ändern, und wir werden nicht ruhen, bis Sie endlich zustimmen. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Ursula Haubner.)
Abg. Ursula Haubner – in Richtung FPÖ-Bänke zeigend –: Das ist nicht mein Kaffee! Dort oben in der dritten Reihe!
Über die Art und Weise (Abg. Ursula Haubner – in Richtung FPÖ-Bänke zeigend –: Das ist nicht mein Kaffee! Dort oben in der dritten Reihe!) – ja, ich schaue schon auch in diese Richtung –, also über die Art und Weise lässt sich hier natürlich streiten (Zwischenruf des Abg. Petzner), wenn Schülern oder Familien Hilfe in dieser Form zuteil wird. Eine Umstellung würde bei der derzeitigen Gesetzeslage nicht nur eine Vereinfachung – das wurde ja schon angesprochen –, sondern einen massiven Mehraufwand im Verwaltungsbereich bedeuten. Die Familienbeihilfe auf eine monatliche Auszahlung umzustellen, würde ebenfalls eine Verdoppelung dieses Verwaltungsaufwandes bedeuten.
Zwischenruf des Abg. Petzner
Über die Art und Weise (Abg. Ursula Haubner – in Richtung FPÖ-Bänke zeigend –: Das ist nicht mein Kaffee! Dort oben in der dritten Reihe!) – ja, ich schaue schon auch in diese Richtung –, also über die Art und Weise lässt sich hier natürlich streiten (Zwischenruf des Abg. Petzner), wenn Schülern oder Familien Hilfe in dieser Form zuteil wird. Eine Umstellung würde bei der derzeitigen Gesetzeslage nicht nur eine Vereinfachung – das wurde ja schon angesprochen –, sondern einen massiven Mehraufwand im Verwaltungsbereich bedeuten. Die Familienbeihilfe auf eine monatliche Auszahlung umzustellen, würde ebenfalls eine Verdoppelung dieses Verwaltungsaufwandes bedeuten.
Beifall bei der SPÖ.
Mit der Einführung der Transparenzdatenbank wird ein erster Schritt in Richtung Vereinfachung dieses Bereiches gemacht, und ich gehe davon aus, dass Sie, Frau Staatssekretärin, beziehungsweise das Ministerium auch weiterhin daran arbeiten, für die Familien die Möglichkeit zu schaffen, schnell zu ihrem Geld zu kommen und so einfach wie möglich die Beantragung durchführen zu können. Wir werden seitens unserer Fraktion diesen negativen Ausschussbericht in dieser Form zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen
Ich appelliere daher an die angeblich so reformfreudigen Sozialdemokraten – der junge Kollege, der heute das erste Mal gesprochen hat, hat ja von der Reformfreudigkeit der Sozialdemokratie gesprochen –, endlich zu beginnen (Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen), und zwar dort, wo Menschen besonders betroffen sind, und das sind die Familien. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich appelliere daher an die angeblich so reformfreudigen Sozialdemokraten – der junge Kollege, der heute das erste Mal gesprochen hat, hat ja von der Reformfreudigkeit der Sozialdemokratie gesprochen –, endlich zu beginnen (Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen), und zwar dort, wo Menschen besonders betroffen sind, und das sind die Familien. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grillitsch: Ins Gebet?
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren Abgeordnete! Herr Finanzminister, Sie zwingen uns – da Sie stur daran festhalten, mit Anlauf die Verfassung zu brechen –, Sie heute hier neuerlich ins Gebet zu nehmen zu Ihrem Vorsatz, das Budget nicht verfassungskonform fristgerecht vorzulegen. (Abg. Grillitsch: Ins Gebet?) – Ja, ins Gebet. Ich verwende jetzt bewusst christliche, katholische Ausdrücke, weil er sich damit vielleicht ein bisschen leichter tut. Wie gesagt, wir nehmen Sie heute neuerlich ins Gebet. (Ruf bei der FPÖ: Gebet ist nicht nur ...!)
Ruf bei der FPÖ: Gebet ist nicht nur ...!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren Abgeordnete! Herr Finanzminister, Sie zwingen uns – da Sie stur daran festhalten, mit Anlauf die Verfassung zu brechen –, Sie heute hier neuerlich ins Gebet zu nehmen zu Ihrem Vorsatz, das Budget nicht verfassungskonform fristgerecht vorzulegen. (Abg. Grillitsch: Ins Gebet?) – Ja, ins Gebet. Ich verwende jetzt bewusst christliche, katholische Ausdrücke, weil er sich damit vielleicht ein bisschen leichter tut. Wie gesagt, wir nehmen Sie heute neuerlich ins Gebet. (Ruf bei der FPÖ: Gebet ist nicht nur ...!)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Da wir bereits ungefähr wissen – wir kennen Sie ja jetzt aus den letzten Budgetdiskussionen –, dass Sie ein bisschen zu Vernebelungsreden neigen und manche Dinge nicht zeitgerecht und auch offen und ehrlich ankündigen, wie zum Beispiel Steuererhöhungen, möchte ich gerne ein paar Fakten vorwegnehmen und eines gleich zu Beginn feststellen: Seit gestern ist Schluss! Seit gestern liegen nämlich die Daten, auf die Sie sich immer ausgeredet haben, dass Sie die Budgeterklärung erst nach dem 10., 11. Oktober, machen können, auf dem Tisch. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Großruck: Weil er da sein muss!
Das Wirtschaftsforschungsinstitut wird am Freitag seine September-Prognose veröffentlichen. Sie haben die Eckdaten schon, wir haben sie schon. Es gibt jetzt eigentlich keine einzige Ausrede mehr, warum Sie nicht unverzüglich ins Ministerium eilen und den Budgetentwurf erarbeiten (Abg. Großruck: Weil er da sein muss!) und es in vier Wochen schaffen, ihn auch tatsächlich vorzulegen. Das kann eigentlich kein Problem sein.
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Trotzdem noch einmal zurück zur Faktenlage: Wir haben eine Prognose, die sehr viel optimistischer ist als noch im Juni. Grund dafür ist ein sehr gutes zweites Quartal. Österreich profitiert offensichtlich sehr stark vom deutschen Boom, vom Boom der Exportwirtschaft. Die Deutschen werden dieses Jahr real ein Wachstum von 3 Prozent haben. Allerdings – bevor Sie jetzt in die Jubelchöre ausbrechen, wie wir bereits befürchten – muss man noch etwas vorsichtig sein. Für das zweite Halbjahr wird es jedenfalls wieder zu einer leichten Abschwächung der Weltwirtschaft kommen, weil einfach die Konjunkturprogramme auslaufen. Das gilt für die USA – Barack Obama denkt über ein weiteres Konjunkturpaket nach –, in China ist es auch der Fall. (Zwischenruf des Abg. Hornek.) Das heißt, man muss diese Prognose trotzdem mit einer gewissen Vorsicht betrachten und sollte nicht vollkommen unreflektiert in Jubelchöre ausbrechen. Von einem selbstgetragenen Konjunkturaufschwung kann noch keine Rede sein – also Vorsicht!
Beifall bei den Grünen.
wenden, wer Sie noch an der Vorlage des Budgets hindert. Ein Monat Zeit muss reichen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Damals sind Sie tatsächlich – und das ist blamabel – danebengelegen auf Grund Ihrer Sturheit, unbedingt ein Doppelbudget beschließen zu müssen, und damit haben Sie jegliche Spielräume – auch solche für dieses Jahr –, in manchen Bereichen mehr zu investieren, ausgeschlossen. Es ist eine Wachstumsdifferenz von 4 Milliarden €. Vielleicht hätten Sie die Güte, heute einzugestehen, dass Sie mit diesem Doppelbudget dramatisch danebengelegen sind, nämlich in Relation zum Budget dieses Jahres. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Grosz – in Richtung Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll –: Wie war die Geburtstagsfeier?
Die zweite Ausrede, die Sie jetzt verwenden, ist auch interessant, und das führt mich zu der Frage: Wer hindert Sie denn eigentlich, in diesen vier Wochen ein Budget zu erstellen? Sie haben gestern gemeint, Wahlkämpfe ruinierten das Budget. Landeshauptleute, die um ihr Überleben kämpfen (Abg. Grosz – in Richtung Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll –: Wie war die Geburtstagsfeier?), zerstörten Ihre Vorschläge.
Beifall bei den Grünen. – Ruf: Weniger auf Pröll!
Mein Schluss aus dieser ganzen Geschichte ist folgender: Sie sollten ein bisschen weniger auf die Landeshauptleute hören und ein bisschen mehr Sachverstand walten lassen und ein bisschen mehr Weitblick und Seriosität in der Budgetdebatte an den Tag legen. (Beifall bei den Grünen. – Ruf: Weniger auf Pröll!) – Ja, ein bisschen weniger auf Pröll hören, Ihren Onkel. Ich glaube, zu wissen, dass er tödlich beleidigt ist, weil er nicht als Bundespräsidentschaftskandidat aufgestellt worden ist, aber das hat mit der Budgeterstellung einfach nichts zu tun.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Kogler: Bravo!
Fürchten Sie sich nicht so sehr, sondern machen Sie in den nächsten vier Wochen Dampf! Ich weiß, Sie sind zwar nicht der Schnellste, aber Sie haben ja schon den ganzen Sommer über umfangreiche Vorarbeiten in den Ministerien geleistet, und daher müsste sich das jetzt ausgehen. Also: Her mit dem Budget – oder weg mit Ihnen als Minister! Arbeiten oder aufhören, das ist ganz einfach! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Kogler: Bravo!)
Beifall bei den Grünen.
Herr Finanzminister, ich mache Ihnen einen Vorschlag: Wir Grüne wollen – und das ist unser Ziel – für junge Menschen, für Kinder, für Jugendliche, für junge Erwachsene bis zum Jahr 2014 zusätzlich 2 Milliarden € investieren und dadurch ausschließlich in zukunftsrelevante Bereiche investieren: in die Kindergärten, in die Schulen, in die Fachhochschulen und in die Universitäten, so wie in Deutschland. Diesen Vorschlag machen wir Ihnen. Wir haben jetzt diesen Spielraum, und es gibt kein vernünftiges Argument, das jetzt nicht zu machen. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Grosz: Umfrage Steiermark!
Ich würde mir wünschen: Reden wir über Bildung, aber am besten im Klartext, offen und ehrlich, – egal in welcher Sprache, aber im Klartext! Was Sie im Bereich Bildung vorhaben, bedeutet bis 2014, dass gerade bei der jungen Generation massiv gekürzt wird. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Grosz: Umfrage Steiermark!) Gerade im Jahr 2011 wollen Sie insgesamt über 160 Millionen € einsparen.
Abg. Strache: Das sind die Kinderfreunde! Die Kinderfreunde! Kein einziges mit Migrationshintergrund!
Es geht ja nicht nur darum, dass Bildung eine Wachstumsressource ist, sondern es geht auch um die Lebensqualität der Kinder und Jugendlichen. Meine Söhne gehen beide in einen Wiener Kindergarten. Mein jüngerer Sohn ist 15 Monate alt. Er sitzt mit 16 Kindern gemeinsam in einer Gruppe. Zwei Menschen betreuen diese Kinder. Sie würden es nie im Leben schaffen, Herr Finanzminister (Abg. Strache: Das sind die Kinderfreunde! Die Kinderfreunde! Kein einziges mit Migrationshintergrund!), 16 Kinder in einer Gruppe – Wickelkinder – zu betreuen und ihnen gleichzeitig noch etwas pädagogisch Wertvolles mitzugeben. Mein älterer Sohn ist in einer Gruppe von 25 Kindern in einem Raum. Ich finde, das ist nicht zumutbar. Ich finde, die Situation in unseren Kindergärten ist nicht mehr erträglich. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Amon: Das stimmt doch nicht! – Abg. Strache: ... Multikulti-Bereicherung!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Amon: Das stimmt doch nicht! – Abg. Strache: ... Multikulti-Bereicherung!
Es geht ja nicht nur darum, dass Bildung eine Wachstumsressource ist, sondern es geht auch um die Lebensqualität der Kinder und Jugendlichen. Meine Söhne gehen beide in einen Wiener Kindergarten. Mein jüngerer Sohn ist 15 Monate alt. Er sitzt mit 16 Kindern gemeinsam in einer Gruppe. Zwei Menschen betreuen diese Kinder. Sie würden es nie im Leben schaffen, Herr Finanzminister (Abg. Strache: Das sind die Kinderfreunde! Die Kinderfreunde! Kein einziges mit Migrationshintergrund!), 16 Kinder in einer Gruppe – Wickelkinder – zu betreuen und ihnen gleichzeitig noch etwas pädagogisch Wertvolles mitzugeben. Mein älterer Sohn ist in einer Gruppe von 25 Kindern in einem Raum. Ich finde, das ist nicht zumutbar. Ich finde, die Situation in unseren Kindergärten ist nicht mehr erträglich. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Amon: Das stimmt doch nicht! – Abg. Strache: ... Multikulti-Bereicherung!)
Abg. Strache: Heuchelei! ... Kinderfreunde!
Ich weiß nicht, welchen Kindergarten Ihre Kinder besuchen (Abg. Strache: Heuchelei! ... Kinderfreunde!), aber ich finde es nach wie vor eine Frechheit, dass die Situation der Kinderbetreuung von der Postleitzahl abhängig ist, dass es keine österreichweit einheitlichen Qualitätsstandards gibt (anhaltende Zwischenrufe), ein fixes Betreuungsverhältnis, und auch eine bessere, ordentliche Bezahlung für die Menschen, die in diesem Bereich wahnsinnig viel leisten. Aber Sie wollen da weiter sparen! (Beifall bei den Grünen.)
anhaltende Zwischenrufe
Ich weiß nicht, welchen Kindergarten Ihre Kinder besuchen (Abg. Strache: Heuchelei! ... Kinderfreunde!), aber ich finde es nach wie vor eine Frechheit, dass die Situation der Kinderbetreuung von der Postleitzahl abhängig ist, dass es keine österreichweit einheitlichen Qualitätsstandards gibt (anhaltende Zwischenrufe), ein fixes Betreuungsverhältnis, und auch eine bessere, ordentliche Bezahlung für die Menschen, die in diesem Bereich wahnsinnig viel leisten. Aber Sie wollen da weiter sparen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich weiß nicht, welchen Kindergarten Ihre Kinder besuchen (Abg. Strache: Heuchelei! ... Kinderfreunde!), aber ich finde es nach wie vor eine Frechheit, dass die Situation der Kinderbetreuung von der Postleitzahl abhängig ist, dass es keine österreichweit einheitlichen Qualitätsstandards gibt (anhaltende Zwischenrufe), ein fixes Betreuungsverhältnis, und auch eine bessere, ordentliche Bezahlung für die Menschen, die in diesem Bereich wahnsinnig viel leisten. Aber Sie wollen da weiter sparen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Mit diesem unseligen System der Föderalisierung der Bildung haben Sie unter Umständen für ein Schulgebäude zwei Schulverwalter. Wenn die Steckdosen von der einen Seite angebohrt werden, muss man im Bund anrufen, denn für die andere Seite ist jemand anderer zuständig. Vom Land Vorarlberg gibt es solche Beispiele. Ist es nicht verrückt, dass wir in Mauern, in Verwaltung investieren – und nicht in unsere Kinder?! Und dann wollen Sie bei den Schulen noch weiter sparen?! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Zum Thema Fachhochschulen: Ich mache jetzt keinen Steiermark-Wahlkampf, aber ich war dort unterwegs, und dort haben mich junge Leute angesprochen und mir erzählt, dass vier Bewerberinnen oder Bewerber auf einen Fachhochschulstudienplatz kommen. (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Für einen Platz vier BewerberInnen! Einer oder eine wird genommen. Was machen die anderen? (Abg. Grosz: Das war der Herr Kogler und die Frau Rücker, die mit Ihnen geredet haben! Deswegen fliegen die Grünen aus dem Landtag ...!) Wie ist das tatsächlich, wenn es junge Leute gibt, die sich ausbilden lassen wollen, aber keinen Studienplatz bekommen? Beatrix Karl sagt einfach, aus Budgetgründen sei eben nicht mehr drinnen.
Abg. Grosz: Das war der Herr Kogler und die Frau Rücker, die mit Ihnen geredet haben! Deswegen fliegen die Grünen aus dem Landtag ...!
Zum Thema Fachhochschulen: Ich mache jetzt keinen Steiermark-Wahlkampf, aber ich war dort unterwegs, und dort haben mich junge Leute angesprochen und mir erzählt, dass vier Bewerberinnen oder Bewerber auf einen Fachhochschulstudienplatz kommen. (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Für einen Platz vier BewerberInnen! Einer oder eine wird genommen. Was machen die anderen? (Abg. Grosz: Das war der Herr Kogler und die Frau Rücker, die mit Ihnen geredet haben! Deswegen fliegen die Grünen aus dem Landtag ...!) Wie ist das tatsächlich, wenn es junge Leute gibt, die sich ausbilden lassen wollen, aber keinen Studienplatz bekommen? Beatrix Karl sagt einfach, aus Budgetgründen sei eben nicht mehr drinnen.
Abg. Kopf: Wir geben ja jetzt schon das meiste dafür aus!
Herr Finanzminister, noch einmal unser Angebot: 2 Milliarden € zusätzlich in den Bildungsbereich, für die Kinder, für die Jugendlichen, für die jungen Erwachsenen, direkte Investitionen in unsere Zukunft – jetzt beschließen! (Abg. Kopf: Wir geben ja jetzt schon das meiste dafür aus!) – Sie geben weniger dafür aus, ich habe es Ihnen schon einmal vorgelesen. 162 Millionen € nur für nächstes Jahr. (Abg. Kopf: ... geben wir in ganz Europa pro Kind am meisten aus!)
Abg. Kopf: ... geben wir in ganz Europa pro Kind am meisten aus!
Herr Finanzminister, noch einmal unser Angebot: 2 Milliarden € zusätzlich in den Bildungsbereich, für die Kinder, für die Jugendlichen, für die jungen Erwachsenen, direkte Investitionen in unsere Zukunft – jetzt beschließen! (Abg. Kopf: Wir geben ja jetzt schon das meiste dafür aus!) – Sie geben weniger dafür aus, ich habe es Ihnen schon einmal vorgelesen. 162 Millionen € nur für nächstes Jahr. (Abg. Kopf: ... geben wir in ganz Europa pro Kind am meisten aus!)
Ruf bei der ÖVP: Das ist eine andere Frage!
Guter Einwand: Kollege Kopf sagt, pro Kind gebe Österreich in ganz Europa am meisten aus. Okay – und wohin geht das Geld? (Ruf bei der ÖVP: Das ist eine andere Frage!) Für Bezirksschulräte, Landesschulräte – das ist eine andere Frage, vollkommen richtig! Aber dann revidieren Sie endlich einmal diese Betonposition der ÖVP, die nur mauert und sich weigert, im Bildungssystem endlich Strukturreformen zu machen! Schaffen Sie die Bezirksschulräte ab, die Landesschulräte, und verwirklichen Sie eine regionale Schulverwaltung und Autonomie! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Amon: Steht im Regierungsabkommen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Amon: Steht im Regierungsabkommen!
Guter Einwand: Kollege Kopf sagt, pro Kind gebe Österreich in ganz Europa am meisten aus. Okay – und wohin geht das Geld? (Ruf bei der ÖVP: Das ist eine andere Frage!) Für Bezirksschulräte, Landesschulräte – das ist eine andere Frage, vollkommen richtig! Aber dann revidieren Sie endlich einmal diese Betonposition der ÖVP, die nur mauert und sich weigert, im Bildungssystem endlich Strukturreformen zu machen! Schaffen Sie die Bezirksschulräte ab, die Landesschulräte, und verwirklichen Sie eine regionale Schulverwaltung und Autonomie! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Amon: Steht im Regierungsabkommen!)
Ruf bei der ÖVP: Sie geben die falsche Antwort!
Ja, das steht im Regierungsübereinkommen – der nächste gute Einwand! Da bin ich wieder bei der Grundsatzfrage: Wer hindert Sie denn eigentlich daran, das durchzusetzen? (Ruf bei der ÖVP: Sie geben die falsche Antwort!) Jetzt in den Budgetverhandlungen? (Ruf bei der ÖVP: Sie geben die falsche Antwort! – Abg. Amon: Sie kommen zu spät!) Das sind offensichtlich neun Menschen, die wir heute schon einmal in der Ziehung hatten, nämlich die Landeshauptleute, die zu jeder Kompetenzverschiebung im Bildungsbereich einfach Nein sagen, und sei es noch so vernünftig.
Ruf bei der ÖVP: Sie geben die falsche Antwort! – Abg. Amon: Sie kommen zu spät!
Ja, das steht im Regierungsübereinkommen – der nächste gute Einwand! Da bin ich wieder bei der Grundsatzfrage: Wer hindert Sie denn eigentlich daran, das durchzusetzen? (Ruf bei der ÖVP: Sie geben die falsche Antwort!) Jetzt in den Budgetverhandlungen? (Ruf bei der ÖVP: Sie geben die falsche Antwort! – Abg. Amon: Sie kommen zu spät!) Das sind offensichtlich neun Menschen, die wir heute schon einmal in der Ziehung hatten, nämlich die Landeshauptleute, die zu jeder Kompetenzverschiebung im Bildungsbereich einfach Nein sagen, und sei es noch so vernünftig.
Beifall bei den Grünen.
leute einfach Nein dazu sagen. Wir investieren in Mauern anstatt in unsere Kinder, und da müssen maßgeblich Sie bei Ihren Landeshauptleuten einmal zu arbeiten beginnen, damit sich das ändert. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Strache: Na ja ...!
Nun zu den Universitäten. – Ich kann das nicht so schön zum Ausdruck bringen wie das Van der Bellen immer macht, aber ich möchte einen Satz von ihm wiederholen (Abg. Strache: Na ja ...!), nämlich: Es besteht die massive Gefahr, dass wir, was die Zustände an den Universitäten betrifft, mit Geräten, die mittlerweile 25, 30 Jahre alt sind, in einen Zustand der Sechzigerjahre zurückfallen und jeglichen Anschluss – vor allem im Grundlagenforschungsbereich – wieder verlieren, vollkommen verlieren. Wir verlieren jedes Jahr junge wissenschaftliche Talente, die ins Ausland gehen. Österreich verliert auch wertvollstes Geld, das in diese Personen investiert worden ist.
Abg. Kopf: Es kommen mehr alte Steuern!
Aber was ist jetzt Ihre Antwort auf diese neue Situation, in der es mehr Spielraum im Budget gibt? – Weniger Steuerdruck, haben Sie gestern gesagt, weniger Druck für neue Steuern. Das muss man jetzt einmal dechiffrieren, das muss man jetzt durch die Brille sehen, wie Sie immer argumentieren. (Abg. Kopf: Es kommen mehr alte Steuern!) Finanzminister Pröll hat sich bis jetzt immer, in jeder Diskussion, gegen jede Erhöhung von vermögensbezogenen Steuern ausgesprochen. Das ist Ihr Lieblingshobby: Reiche zu schützen, keine neuen Steuern im vermögensbezogenen Bereich. Sogar bei der Bankenabgabe wird jetzt bei der ÖVP wieder intern diskutiert.
Abg. Grosz: Atom-Lobby!
Das heißt, Sie verfolgen genau Ihr Lieblingshobby: die Reichen, die Superreichen (Abg. Grosz: Atom-Lobby!) und die Atom-Lobby – danke für den Hinweis! – zu schützen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grosz.) Sie nützen diesen Spielraum, der sich jetzt aufgetan hat, dazu, Ihre alte Strategie zu verfolgen, nämlich die Reichen weiterhin zu schützen und nach wie vor bei den Ärmsten der Armen zu kürzen – im Pflegebereich und bei den Behindertenprojekten etwa. (Abg. Grosz: ... Atomkraftwerk!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grosz.
Das heißt, Sie verfolgen genau Ihr Lieblingshobby: die Reichen, die Superreichen (Abg. Grosz: Atom-Lobby!) und die Atom-Lobby – danke für den Hinweis! – zu schützen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grosz.) Sie nützen diesen Spielraum, der sich jetzt aufgetan hat, dazu, Ihre alte Strategie zu verfolgen, nämlich die Reichen weiterhin zu schützen und nach wie vor bei den Ärmsten der Armen zu kürzen – im Pflegebereich und bei den Behindertenprojekten etwa. (Abg. Grosz: ... Atomkraftwerk!)
Abg. Grosz: ... Atomkraftwerk!
Das heißt, Sie verfolgen genau Ihr Lieblingshobby: die Reichen, die Superreichen (Abg. Grosz: Atom-Lobby!) und die Atom-Lobby – danke für den Hinweis! – zu schützen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grosz.) Sie nützen diesen Spielraum, der sich jetzt aufgetan hat, dazu, Ihre alte Strategie zu verfolgen, nämlich die Reichen weiterhin zu schützen und nach wie vor bei den Ärmsten der Armen zu kürzen – im Pflegebereich und bei den Behindertenprojekten etwa. (Abg. Grosz: ... Atomkraftwerk!)
Abg. Grosz: ... Schüssel plant ein Atomkraftwerk in Voitsberg!
Aber die großen Privilegien anzugreifen, lehnen Sie nach wie vor ab, etwa das Gruppensteuerprivileg, das es in ganz Europa nicht gibt, das dazu führt, dass Banken wie Raiffeisen oder die Bank Austria trotz sehr hoher Gewinne keinen einzigen Cent an Steuern in Österreich zahlen. Wie gesagt, ein einzigartiges Privileg, das es nur in Österreich gibt! (Abg. Grosz: ... Schüssel plant ein Atomkraftwerk in Voitsberg!)
Beifall bei den Grünen.
Wir verlangen nichts anderes als europäische Normalität bei dieser Bevorzugung von Konzernen. Nichts anderes! Selbst das lehnen Sie nach wie vor ab. Das werden Sie jetzt weiterhin tun und vermutlich diesen „Segen“ – unter Anführungszeichen –, diesen „Budgetsegen“, diese zusätzlichen 1,5 Milliarden € als Argument dafür verwenden, überhaupt nichts mehr im vermögensbezogenen Bereich zu machen. Stattdessen werden Sie bei der Bildung kürzen. Aber wir werden das nicht zulassen! Das werden wir nicht zulassen! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich habe schon die längste Zeit das Bedürfnis, mit Ihnen, Herr Finanzminister, einmal Ihre Definition von Leistung oder Leistungsträger zu diskutieren. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Welche Leistung ist es denn eigentlich, Begünstigter einer Stiftung zu sein? (Abg. Krainer: Geboren werden!) Was muss man dafür können? Welche besonderen Fähigkeiten muss man haben, dass man für die Erträge so viel weniger
Abg. Krainer: Geboren werden!
Ich habe schon die längste Zeit das Bedürfnis, mit Ihnen, Herr Finanzminister, einmal Ihre Definition von Leistung oder Leistungsträger zu diskutieren. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Welche Leistung ist es denn eigentlich, Begünstigter einer Stiftung zu sein? (Abg. Krainer: Geboren werden!) Was muss man dafür können? Welche besonderen Fähigkeiten muss man haben, dass man für die Erträge so viel weniger
Zwischenruf bei der SPÖ.
Steuern zahlt als ein normaler Sparbuchbesitzer oder eine normale Sparbuchbesitzerin? (Zwischenruf bei der SPÖ.) Welche Leistung ist es denn, die rechtfertigt, dass ein Manager 1,2 Millionen € im Jahr verdient und die Firma das als Betriebsausgabe steuerlich absetzen kann?
Beifall bei den Grünen.
Dafür arbeitet eine Kindergärtnerin 50 Jahre ihres Lebens – und ich sage Ihnen: Das hält keine durch, 50 Jahre, das ist nicht zu schaffen! Welche Leistung ist das denn, dass eine Arbeitsstunde so unterschiedlich viel wert ist? Erklären Sie mir einmal den Unterschied – oder gehen Sie einmal in eine Gruppe mit 16 Wickelkindern! Machen Sie das einmal! Und dann sagen Sie: Die sollen das verdienen, die Betriebe sollen das nach wie vor von der Steuer absetzen können, das ist Leistung! Ich glaube, Sie sollten an Ihrem Leistungsbegriff arbeiten – dringend an Ihrem Leistungsbegriff arbeiten! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Strache: Arbeitskreise!
Ganz konkret: Welche Arbeiten gibt es bis jetzt in Ihrem Ressort? (Abg. Strache: Arbeitskreise!) Gibt es bereits Verhandlungen auf Ministerebene? Hat es bereits Verhandlungen auf Beamtenebene gegeben? Hat es irgendwelche Ergebnisse gegeben? Haben Sie sich bereits mit Ihrem Onkel und seinen Kollegen, den Landeshauptleuten, unterhalten, wie das wirklich ist mit der Föderalismusreform und der Verwaltungsreform? Wann wird das Budgetbegleitgesetz tatsächlich vorgelegt? – Bitte ein konkretes Datum! Das ist eine sehr einfache Frage. – Und welche Ausrede bleibt Ihnen jetzt eigentlich noch übrig – jetzt, wo Sie vier Wochen Zeit haben und die neuen Wirtschaftsdaten auf dem Tisch liegen –, warum Sie uns fristgerecht keinen Entwurf vorlegen können?
Beifall bei den Grünen. – Abg. Grosz: Danke! Mein Misstrauensantrag!
Deswegen werden wir heute dem Misstrauensantrag zustimmen, weil ich nicht glaube, dass Sie hier Einsicht zeigen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Grosz: Danke! Mein Misstrauensantrag!)
Zwischenruf des Abg. Kickl.
Wir erwarten für die nächsten Tage eine der größten Korrekturen im Bereich der Prognosen, verglichen mit Prognosen der Vergangenheit. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Es hat sich in den letzten Wochen in der wirtschaftlichen Entwicklung viel getan, und wir werden sehen, wie hier die Perspektive vorgegeben wird. Und einmal mehr bestätigt auch dieses wichtige Detail, dass es klug war, zu warten und mit der neuen Basis auf den unverzichtbaren Konsolidierungsprozess auch in Zukunft zu setzen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie haben jetzt vier Wochen Zeit! – Abg. Strache: Zwölf Minuten an den Fragen vorbei antworten!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie haben jetzt vier Wochen Zeit! – Abg. Strache: Zwölf Minuten an den Fragen vorbei antworten!
Wir erwarten für die nächsten Tage eine der größten Korrekturen im Bereich der Prognosen, verglichen mit Prognosen der Vergangenheit. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Es hat sich in den letzten Wochen in der wirtschaftlichen Entwicklung viel getan, und wir werden sehen, wie hier die Perspektive vorgegeben wird. Und einmal mehr bestätigt auch dieses wichtige Detail, dass es klug war, zu warten und mit der neuen Basis auf den unverzichtbaren Konsolidierungsprozess auch in Zukunft zu setzen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie haben jetzt vier Wochen Zeit! – Abg. Strache: Zwölf Minuten an den Fragen vorbei antworten!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wann denn?
Ich stehe auch zu meinem Wort. Es wird natürlich eine gründliche politische Diskussion über das Budget (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wann denn?), über den Budgetfahrplan, den die Bundesregierung vorlegen wird, am 1. Dezember auch mit der Budgetrede und mit dem Bundesfinanzgesetz 2011, sichergestellt werden. Das ist eine Aufgabe, die wir – in Respekt auch vor dem Parlament – gemeinsam zu erfüllen haben.
Beifall bei der ÖVP.
Es wird auch sichergestellt sein, dass eine ausreichend lange Begutachtungszeit für das Budgetbegleitgesetz zur Verfügung steht. Und es werden vonseiten des Finanzministeriums und der Regierung alle Vorkehrungen getroffen, damit das Bundesfinanzgesetz 2011 und auch die Budgetbegleitgesetze am 1. Jänner 2011 in Kraft treten können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Moser: Deswegen brauchen wir mehr Zeit!
Lassen Sie mich noch etwas betonen! Die entsprechenden Gesetzentwürfe – Sie wissen das ganz genau – sind von der Bundesregierung vorzubereiten und zu beschließen. Die letztliche Entscheidung liegt aber hier im Hohen Haus (Abg. Dr. Moser: Deswegen brauchen wir mehr Zeit!) und wir sollten nicht so tun, als ob dieser Ablauf nicht sichergestellt werde. (Abg. Mag. Kogler: Legen Sie etwas vor!)
Abg. Mag. Kogler: Legen Sie etwas vor!
Lassen Sie mich noch etwas betonen! Die entsprechenden Gesetzentwürfe – Sie wissen das ganz genau – sind von der Bundesregierung vorzubereiten und zu beschließen. Die letztliche Entscheidung liegt aber hier im Hohen Haus (Abg. Dr. Moser: Deswegen brauchen wir mehr Zeit!) und wir sollten nicht so tun, als ob dieser Ablauf nicht sichergestellt werde. (Abg. Mag. Kogler: Legen Sie etwas vor!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Alle Mitglieder der Bundesregierung sind gefordert, sich einzubringen. Aufgrund des Einstimmigkeitsprinzips im Ministerrat ist ein komplexer Vorbereitungs- und Verhandlungsprozess erforderlich, der auch gründlich durchgeführt werden soll. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Die Vorarbeiten dazu laufen mit Hochdruck in den Ministerien. Ich komme dann in der konkreten Beantwortung der Fragen noch auf einzelne Punkte zurück.
Abg. Mag. Kogler: So ein Unsinn!
Zweitens dient das Budget der Sicherung der Bundesaufgaben, im Besonderen jener, die eine gute Zukunft für unser Land absichern müssen. Hier spielen Bildung und Forschung eine Schlüsselrolle. Daher hat die Bundesregierung, haben wir gemeinsam, auch schon jetzt im Bundesvoranschlag, im Bundesfinanzrahmengesetz eine klare Priorität zugunsten der Bildung und der Forschung formuliert. In diesem Bereich muss also ein geringerer Konsolidierungsbeitrag erbracht werden als in allen anderen Budgetbereichen. Und das ist ein klares, unmissverständliches Signal dafür, dass wir trotz Konsolidierung und großer Herausforderungen bei der Reduzierung der Defizite und des Schuldenstandes im Bereich der Bildung und der Forschung auch zukünftig offensiv bleiben wollen. (Abg. Mag. Kogler: So ein Unsinn!)
Abg. Mag. Kogler: Das ist ungefähr so, wie Salzburg Fußball spielt!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Voraussetzung – und vergessen wir das nicht! – für eine erfolgreiche Konsolidierung wird vor allem ein selbsttragendes Wirtschaftswachstum sein. Dieses Wachstum wird uns die Möglichkeit geben, Offensivmaßnahmen trotz Konsolidierung gemeinsam zu verhandeln, zu beschließen und auch sozial ausgewogen entsprechend vorzugehen. (Abg. Mag. Kogler: Das ist ungefähr so, wie Salzburg Fußball spielt!)
Abg. Krainer: Drei!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, zu Ihren Fragen. Ich möchte hier auch sagen, ich bedanke mich sehr dafür, dass die Fragen schon gestern vorgelegt wurden. Im Vergleich zum letzten Mal: 190 Fragen, zwei Stunden (Abg. Krainer: Drei!), drei Stunden Vorbereitungszeit. Jetzt knapp 30 Fragen am Tag davor, deswegen ist es mir auch möglich, detaillierter auf die einzelnen Fragen einzugehen. (Zwischenruf des Abg. Grosz. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen feiern mit euch schon die Feste!)
Zwischenruf des Abg. Grosz. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen feiern mit euch schon die Feste!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, zu Ihren Fragen. Ich möchte hier auch sagen, ich bedanke mich sehr dafür, dass die Fragen schon gestern vorgelegt wurden. Im Vergleich zum letzten Mal: 190 Fragen, zwei Stunden (Abg. Krainer: Drei!), drei Stunden Vorbereitungszeit. Jetzt knapp 30 Fragen am Tag davor, deswegen ist es mir auch möglich, detaillierter auf die einzelnen Fragen einzugehen. (Zwischenruf des Abg. Grosz. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen feiern mit euch schon die Feste!)
Beifall des Abg. Hörl.
Wie ich bereits mehrfach betont habe, ist die Bundesverfassung der Maßstab meines Handelns. Ich muss mich zu ihrer Einhaltung nicht durchringen. Im Gegenteil! Ich richte mich uneingeschränkt nach ihr. (Beifall des Abg. Hörl.) Lassen Sie mich deswegen auch detailliert ausführen! Die Bundesverfassung sieht seit 1929 vor, dass die Bundesregierung zehn Wochen vor Ablauf des Finanzjahres, also am 22. Oktober, dem Nationalrat den Entwurf eines Bundesfinanzgesetzes vorzulegen hat. Mit der Haushaltsrechtsreform 1986 wurde diese Bestimmung wesentlich geändert und ergänzt, und zwar insbesondere im Hinblick auf die genannte Fristsetzung. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das haben wir schon diskutiert!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das haben wir schon diskutiert!
Wie ich bereits mehrfach betont habe, ist die Bundesverfassung der Maßstab meines Handelns. Ich muss mich zu ihrer Einhaltung nicht durchringen. Im Gegenteil! Ich richte mich uneingeschränkt nach ihr. (Beifall des Abg. Hörl.) Lassen Sie mich deswegen auch detailliert ausführen! Die Bundesverfassung sieht seit 1929 vor, dass die Bundesregierung zehn Wochen vor Ablauf des Finanzjahres, also am 22. Oktober, dem Nationalrat den Entwurf eines Bundesfinanzgesetzes vorzulegen hat. Mit der Haushaltsrechtsreform 1986 wurde diese Bestimmung wesentlich geändert und ergänzt, und zwar insbesondere im Hinblick auf die genannte Fristsetzung. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das haben wir schon diskutiert!)
Abg. Mag. Kogler: Ja, eh!
„Hat die Bundesregierung dem Nationalrat nicht zeitgerecht den Entwurf eines Bundesfinanzgesetzes vorgelegt, so kann ein Entwurf eines Bundesfinanzgesetzes im Nationalrat auch durch Antrag seiner Mitglieder eingebracht werden. Legt die Bundesregierung den Entwurf eines Bundesfinanzgesetzes später vor“ – Zitat: „später vor“ –, „so kann der Nationalrat beschließen, diesen Entwurf seinen Beratungen zugrunde zu legen.“ (Abg. Mag. Kogler: Ja, eh!)
Abg. Mag. Kogler: Halten Sie sich an die Verfassung!
Diese Bestimmungen gelten auch im Rahmen der Haushaltsrechtsreform 2009 weiterhin. (Abg. Mag. Kogler: Halten Sie sich an die Verfassung!) Die Verfassung selbst enthält also ausdrücklich Bestimmungen für den Fall, dass von der Bundesregierung eine Fristüberschreitung als notwendig erachtet wird. (Abg. Dr. Pirklhuber: Diese Notwendigkeit bestreiten wir!) Hiernach kann die Bundesregierung einen Antrag auch nach der in der Verfassung genannten Frist vorlegen, allerdings liegt es dann am Nationalrat zu bestimmen, ob dieser Regierungsentwurf in Behandlung genommen wird.
Abg. Dr. Pirklhuber: Diese Notwendigkeit bestreiten wir!
Diese Bestimmungen gelten auch im Rahmen der Haushaltsrechtsreform 2009 weiterhin. (Abg. Mag. Kogler: Halten Sie sich an die Verfassung!) Die Verfassung selbst enthält also ausdrücklich Bestimmungen für den Fall, dass von der Bundesregierung eine Fristüberschreitung als notwendig erachtet wird. (Abg. Dr. Pirklhuber: Diese Notwendigkeit bestreiten wir!) Hiernach kann die Bundesregierung einen Antrag auch nach der in der Verfassung genannten Frist vorlegen, allerdings liegt es dann am Nationalrat zu bestimmen, ob dieser Regierungsentwurf in Behandlung genommen wird.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neubauer – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Das sieht der Verfassungsgerichtshof ein bisschen anders!
Es kann überhaupt kein Zweifel daran bestehen, dass auch ein nach der Frist vorgelegter Entwurf der Bundesregierung zu einem verfassungskonformen Bundesfinanzgesetz führt, wenn die Abgeordneten diesen Entwurf ihren Beratungen zugrundelegen. Die Entscheidung, ob sie das tun wollen, liegt hier im Hohen Haus und nicht bei uns. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neubauer – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Das sieht der Verfassungsgerichtshof ein bisschen anders!)
Abg. Strache: Der Verfassungsgerichtshof sieht das anders!
Die verfassungsgesetzliche Terminsetzung für den Budgetentwurf erweist sich somit im Wesentlichen als Ordnungsvorschrift, die dazu dient, das Initiativmonopol der Bundesregierung vom subsidiären Antragsrecht des Nationalrates abzugrenzen. (Abg. Strache: Der Verfassungsgerichtshof sieht das anders!)
Abg. Strache: Das sehen der Herr Bundespräsident und der Verfassungsgerichtshofpräsident anders!
Was das Budgetbegleitgesetz betrifft, sieht die Verfassung im Übrigen keinerlei Frist vor. (Abg. Strache: Das sehen der Herr Bundespräsident und der Verfassungsgerichtshofpräsident anders!) Da viele grundlegende Entscheidungen für die nächsten Jahre im Budgetbegleitgesetz zu treffen sein werden (Abg. Kickl: Weniger Juristerei, mehr Ökonomie!), besteht selbst bei strengster Sichtweise kein Zweifel daran, dass sich die Bundesregierung auf dem Boden der Verfassung bewegt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ihre Interpretation!)
Abg. Kickl: Weniger Juristerei, mehr Ökonomie!
Was das Budgetbegleitgesetz betrifft, sieht die Verfassung im Übrigen keinerlei Frist vor. (Abg. Strache: Das sehen der Herr Bundespräsident und der Verfassungsgerichtshofpräsident anders!) Da viele grundlegende Entscheidungen für die nächsten Jahre im Budgetbegleitgesetz zu treffen sein werden (Abg. Kickl: Weniger Juristerei, mehr Ökonomie!), besteht selbst bei strengster Sichtweise kein Zweifel daran, dass sich die Bundesregierung auf dem Boden der Verfassung bewegt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ihre Interpretation!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ihre Interpretation!
Was das Budgetbegleitgesetz betrifft, sieht die Verfassung im Übrigen keinerlei Frist vor. (Abg. Strache: Das sehen der Herr Bundespräsident und der Verfassungsgerichtshofpräsident anders!) Da viele grundlegende Entscheidungen für die nächsten Jahre im Budgetbegleitgesetz zu treffen sein werden (Abg. Kickl: Weniger Juristerei, mehr Ökonomie!), besteht selbst bei strengster Sichtweise kein Zweifel daran, dass sich die Bundesregierung auf dem Boden der Verfassung bewegt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ihre Interpretation!)
Abg. Neubauer: Der Haus- und Hofjurist ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein toller Experte! Gratuliere! – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
Ich bin mir natürlich auch dessen bewusst, dass manche Verfassungsjuristen der Ansicht sind, wir würden nicht den verfassungsrechtlichen Vorgaben entsprechend handeln, aber – und das ist wichtig – es gibt auch gewichtige andere Stimmen. Professor Hengstschläger bemerkt nämlich zu dieser Frage im Standardwerk des österreichischen Verfassungsrechts, dem Verfassungskommentar von Karl Korinek und Michael Holoubek – ich darf noch einmal zitieren ... (Abg. Neubauer: Der Haus- und Hofjurist ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein toller Experte! Gratuliere! – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Frau Abgeordnete Glawischnig, kein Grund zur Unruhe! (Zwischenrufe bei den Grünen.) Ich zitiere Verfassungsrechtler.
Abg. Ing. Westenthaler: Als Parteiobmann nennen Sie ...?! ... ein Parteisoldat sondergleichen! Das ist unter Ihrem Niveau! – Unruhe in Saal. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Den Äußerungen in der Literatur, dass die Bundesregierung dann, wenn sie dieser Verpflichtung ... (Abg. Ing. Westenthaler: Als Parteiobmann nennen Sie ...?! ... ein Parteisoldat sondergleichen! Das ist unter Ihrem Niveau! – Unruhe in Saal. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nennen Sie das Experten?! Das hat es auf der ganzen Welt noch nicht gegeben! Gehen Sie wieder Geburtstag feiern!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Dipl.-Ing. Josef Pröll (fortsetzend): Herr Abgeordneter Westenthaler, zurück zur Verfassung und zu den Tatsachen! (Abg. Ing. Westenthaler: Nennen Sie das Experten?! Das hat es auf der ganzen Welt noch nicht gegeben! Gehen Sie wieder Geburtstag feiern!)
Abg. Mag. Kogler: Ha!
Die Bundesregierung plant, den Entwurf des Bundesfinanzgesetzes 2011 so rechtzeitig zu beschließen, dass er dem Hohen Haus am 1. Dezember 2010 vorgelegt werden kann. Die Regierung wird daher alles Nötige dafür tun, dass das Bundesfinanzgesetz rechtzeitig zum 1. Jänner 2011 in Kraft treten kann und somit kein Budgetprovisorium notwendig wird. (Abg. Mag. Kogler: Ha!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Sehr vernünftig! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Expertise von Hengstschläger!
Darüber hinaus bin ich natürlich dazu bereit, in der Plenarwoche im Oktober einen Zwischenbericht über den aktuellen Stand der Arbeiten zum Budget 2011 und zum Konsolidierungsprogramm hier abzugeben. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Sehr vernünftig! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Expertise von Hengstschläger!)
Abg. Dr. Rosenkranz: In einem schönen Rahmen kann ein schiarches Bild sein! – Abg. Dr. Moser: Wir brauchen Inhalt! ... ohne Inhalt ist leeres Gewäsch!
Die innerstaatlichen Vorgaben für den Budgetprozess, sogar bis 2014, wurden ebenfalls im Frühjahr 2010 getroffen. Sie alle waren anwesend. Ich wundere mich darüber, dass dieses Faktum negiert wird. Sie alle waren nämlich anwesend, als am 19. Mai 2010 hier im Hohen Haus das Bundesfinanzrahmengesetz für die Jahre 2010 bis 2014 diskutiert und auch beschlossen wurde und der Strategiebericht der Bundesregierung zur Kenntnis genommen wurde. Die Karten liegen zum jetzigen Zeitpunkt detailliert auf dem Tisch wie nie zuvor. Das Bundesfinanzrahmengesetz gibt die Leitlinie, gibt den Deckel vor. (Abg. Dr. Rosenkranz: In einem schönen Rahmen kann ein schiarches Bild sein! – Abg. Dr. Moser: Wir brauchen Inhalt! ... ohne Inhalt ist leeres Gewäsch!) Hier beschlossen in einer Qualität, Rechtsqualität, wie keine Bundesregierung zuvor bei der Diskussion rund um ganz konkrete Maßnahmen gebunden war.
Abg. Bucher: Genau um das geht es!
Die Ausgabenobergrenzen für alle Ressorts sind damit gesetzlich verbindlich bis 2014 festgelegt. Alle Abgeordneten wissen genau, denn sie haben es ja auch entschieden, dass die Sparvorhaben für die nächsten Jahre konkret pro Ministerium umgesetzt sind. Und wir werden jetzt natürlich die Einzelmaßnahmen auch gemeinsam diskutieren und das Gesamtpaket dann dem Parlament präsentieren. (Abg. Bucher: Genau um das geht es!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek
Dafür wurden in den Budgets 2009 und 2010 insgesamt folgende Ressourcen zur Verfügung gestellt, Frau Abgeordnete Glawischnig (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek):
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Mag. Lapp. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Warum plakatiert dann die ÖVP: Keine Container-Klassen!?
Es ist das eine positive Dynamik mit den richtigen Maßnahmen in der Bildungspolitik, die sich gut auf die Kinder auswirkt und für die wir auch nachweislich Geld in die Hand genommen haben. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Mag. Lapp. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Warum plakatiert dann die ÖVP: Keine Container-Klassen!?)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Bereich Forschung und Wissenschaft: Österreich hat auch bei den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung die Weltspitze erreicht. Für das laufende Jahr 2010 rechnet die Statistik Austria – das kommt nicht von uns im Finanzministerium – mit einer Forschungsquote von 2,76 Prozent. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) Österreich liegt damit auf dem Niveau der USA, Dänemarks und noch vor Deutschland, England und den Niederlanden. Reden wir nicht immer unsere Erfolge klein, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das sind die Zahlen, Fakten und Daten. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Hagenhofer.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Hagenhofer.
Bereich Forschung und Wissenschaft: Österreich hat auch bei den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung die Weltspitze erreicht. Für das laufende Jahr 2010 rechnet die Statistik Austria – das kommt nicht von uns im Finanzministerium – mit einer Forschungsquote von 2,76 Prozent. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) Österreich liegt damit auf dem Niveau der USA, Dänemarks und noch vor Deutschland, England und den Niederlanden. Reden wir nicht immer unsere Erfolge klein, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das sind die Zahlen, Fakten und Daten. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Hagenhofer.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir sind also in diesem Bereich aufgrund wichtiger und richtiger politischer, finanz- und wirtschaftspolitischer Weichenstellungen der letzten Jahre sehr erfolgreich unterwegs. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Das ist schon wie beim Grasser ...!
Neubau der Wirtschaftsuniversität: Die politische Entscheidung über den Neubau der Wirtschaftsuniversität erfolgte im Jahr 2009. Die Wirtschaftsuni wird in das Programm der BIG aufgenommen. Die Baukosten betragen, meine sehr geehrten Damen und Herren, 420 Millionen €. Die Einrichtung wird sich auf zirka 42 Millionen € belaufen. Das sind Investitionen in die Zukunft unserer Studentinnen und Studenten in einem wichtigen Sektor, in die Wirtschaftsuniversität, für den Standort Österreich. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Das ist schon wie beim Grasser ...!)
Abg. Grosz: Hermann Schützenhöfer, eh klar!
Bauprogramm LKH-Universitätsklinikum Graz 2020: Auch damit setzen wir einen klaren Trend und ein klares Zeichen. (Abg. Grosz: Hermann Schützenhöfer, eh klar!) Mit diesem wichtigen Universitätsklinikum in Graz hat die Bundesregierung mit Hermann Schützenhöfer, mit den steirischen Freunden ein großes Projekt erfolgreich auf den Weg gebracht. (Abg. Grosz: Mit Schützenhöfer ...! Alles Schützenhöfer! Die Familie Schützenhöfer!) Die Gesamtkosten dieses Projekts betragen 477 Millionen €. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grosz: Mit Schützenhöfer ...! Alles Schützenhöfer! Die Familie Schützenhöfer!
Bauprogramm LKH-Universitätsklinikum Graz 2020: Auch damit setzen wir einen klaren Trend und ein klares Zeichen. (Abg. Grosz: Hermann Schützenhöfer, eh klar!) Mit diesem wichtigen Universitätsklinikum in Graz hat die Bundesregierung mit Hermann Schützenhöfer, mit den steirischen Freunden ein großes Projekt erfolgreich auf den Weg gebracht. (Abg. Grosz: Mit Schützenhöfer ...! Alles Schützenhöfer! Die Familie Schützenhöfer!) Die Gesamtkosten dieses Projekts betragen 477 Millionen €. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bauprogramm LKH-Universitätsklinikum Graz 2020: Auch damit setzen wir einen klaren Trend und ein klares Zeichen. (Abg. Grosz: Hermann Schützenhöfer, eh klar!) Mit diesem wichtigen Universitätsklinikum in Graz hat die Bundesregierung mit Hermann Schützenhöfer, mit den steirischen Freunden ein großes Projekt erfolgreich auf den Weg gebracht. (Abg. Grosz: Mit Schützenhöfer ...! Alles Schützenhöfer! Die Familie Schützenhöfer!) Die Gesamtkosten dieses Projekts betragen 477 Millionen €. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die dankenswerterweise einstimmig in diesem Haus beschlossene Haushaltsrechtsreform des Bundes hat gesetzliche mittelfristig geltende Ausgabenobergrenzen für den Bund eingeführt. Dieses System hat den Zweck, ausgabenseitig konsequent Disziplin zu bewahren und gleichzeitig mitzuhelfen, die Konjunktur zu stabilisieren. Weil konjunkturabhängige Ausgaben variabel mit dem Konjunkturverlauf gestaltet, also antizyklisch ausgerichtet werden, wird ein solcher Stabilisierungsbeitrag erreicht. Dies bedeutet, dass bei schlechter werdender Konjunktur mehr Geld ausgegeben werden kann, aber bei besser werdender Konjunktur das eingesparte Geld wirklich auch eingespart wird und nicht für andere Zwecke sofort ausgegeben werden kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Grosz
Wir diskutieren das im ECOFIN. Ich weiß schon, dass Sie das nicht gerne hören und die Ohren davor verschließen: Es wurde hier einstimmig ein Haushaltsgesetz beschlossen (Zwischenruf des Abg. Grosz) – das wurde einstimmig hier beschlossen –, das international für Furore sorgt. (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.
Wir diskutieren das im ECOFIN. Ich weiß schon, dass Sie das nicht gerne hören und die Ohren davor verschließen: Es wurde hier einstimmig ein Haushaltsgesetz beschlossen (Zwischenruf des Abg. Grosz) – das wurde einstimmig hier beschlossen –, das international für Furore sorgt. (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.)
Beifall bei der ÖVP.
Nur dann, wenn wir heute klug und nachhaltig mit unserer Umwelt umgehen, können wir sie langfristig für kommende Generationen sichern. Wir setzen uns daher für eine Ökologisierung des Steuersystems ein, um so den Umweltschutz zu forcieren, steigende CO2-Belastungen in den Griff zu bekommen, aber auch einen Beitrag für das Budget zu liefern und Freiraum für offensive Maßnahmen zu organisieren. Das ist eine ökologische Steuerreform, wie wir sie uns vorstellen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grosz: Zu Atomkraftwerken!
Gestatten Sie mir zum Abschluss noch eine grundsätzliche Bemerkung. (Abg. Grosz: Zu Atomkraftwerken!) Ich verstehe, dass es für die Opposition verlockend ist, einen Aspekt nach dem anderen abzufragen, ob man nun dieses oder jenes ausschließen könne oder nicht, ich möchte aber klar sagen: Die Diskussion von Einzelaspekten, so wichtig sie vielleicht aus der Sicht der möglicherweise Betroffenen sein kann, macht derzeit keinen Sinn. Es geht um ein in sich stimmiges und ausgewogenes Gesamtpaket (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler), auch in Anerkennung von substanziell veränderten Wirtschaftsdaten, die wir in den nächsten Tagen erwarten.
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler
Gestatten Sie mir zum Abschluss noch eine grundsätzliche Bemerkung. (Abg. Grosz: Zu Atomkraftwerken!) Ich verstehe, dass es für die Opposition verlockend ist, einen Aspekt nach dem anderen abzufragen, ob man nun dieses oder jenes ausschließen könne oder nicht, ich möchte aber klar sagen: Die Diskussion von Einzelaspekten, so wichtig sie vielleicht aus der Sicht der möglicherweise Betroffenen sein kann, macht derzeit keinen Sinn. Es geht um ein in sich stimmiges und ausgewogenes Gesamtpaket (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler), auch in Anerkennung von substanziell veränderten Wirtschaftsdaten, die wir in den nächsten Tagen erwarten.
Anhaltender Beifall bei der ÖVP sowie Beifall bei der SPÖ.
Die Bundesregierung wird dieses Paket rechtzeitig vorlegen, sodass das Budget 2011 noch heuer im Hohen Haus behandelt werden kann und mit 1. Jänner 2011 das Budget für das Jahr 2011, die Budgetbegleitgesetze, das Konsolidierungspaket und auch die Teile der Verwaltungsreform, die wir mit den Ländern beschließen werden, am 1. Jänner in Kraft treten können. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP sowie Beifall bei der SPÖ.)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Jetzt ist er bald aus, der Wahlkampf!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Meine Herren auf der Regierungsbank! (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Jetzt ist er bald aus, der Wahlkampf!) Herr Vizekanzler, es ist ja nie zu spät zur Umkehr! (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Ja eben!)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Ja eben!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Meine Herren auf der Regierungsbank! (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Jetzt ist er bald aus, der Wahlkampf!) Herr Vizekanzler, es ist ja nie zu spät zur Umkehr! (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Ja eben!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Seit Jänner?
Heute ist der 22. September, und bis zum 22. Oktober ist noch Zeit. Und wenn Sie und alle anderen in Ihrem Ministerium seit Jänner dieses Jahres ohnehin so supertüchtig gearbeitet haben (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Seit Jänner?) – das haben Sie ja gerade wieder gesagt; die Beamten und Beamtinnen dort sind ja durchaus tüchtig. Gerade habe ich den Sektionschef dort hinten sitzen gesehen, vielleicht sollten wir ihn einmal fragen, so wie im Ausschuss, wenn die Herren Staatssekretäre und Sie nicht weiter wissen, dann darf er auch immer reden. Vielleicht fragen wir ihn einmal im Plenum, was er dazu zu sagen hat, wie weit die Arbeiten fortgeschritten sind. Ich glaube nämlich, er würde, wenn er ehrlich ist, hier sagen: Ja, wir sind durchaus in der Lage, den Minister so zu briefen, dass er am 22. Oktober – es geht um den 22. Oktober – hier steht und Manns genug ist, wie das bei euch heißt, das Mikrophon in der Hand zu halten und zu sagen: Ich halte jetzt eine Budgetrede! (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wie heißt es bei euch?) Das ist ja nicht so schwierig – oder doch? (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Für ihn schon!) Das sollten Sie einfach machen!
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wie heißt es bei euch?
Heute ist der 22. September, und bis zum 22. Oktober ist noch Zeit. Und wenn Sie und alle anderen in Ihrem Ministerium seit Jänner dieses Jahres ohnehin so supertüchtig gearbeitet haben (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Seit Jänner?) – das haben Sie ja gerade wieder gesagt; die Beamten und Beamtinnen dort sind ja durchaus tüchtig. Gerade habe ich den Sektionschef dort hinten sitzen gesehen, vielleicht sollten wir ihn einmal fragen, so wie im Ausschuss, wenn die Herren Staatssekretäre und Sie nicht weiter wissen, dann darf er auch immer reden. Vielleicht fragen wir ihn einmal im Plenum, was er dazu zu sagen hat, wie weit die Arbeiten fortgeschritten sind. Ich glaube nämlich, er würde, wenn er ehrlich ist, hier sagen: Ja, wir sind durchaus in der Lage, den Minister so zu briefen, dass er am 22. Oktober – es geht um den 22. Oktober – hier steht und Manns genug ist, wie das bei euch heißt, das Mikrophon in der Hand zu halten und zu sagen: Ich halte jetzt eine Budgetrede! (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wie heißt es bei euch?) Das ist ja nicht so schwierig – oder doch? (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Für ihn schon!) Das sollten Sie einfach machen!
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Für ihn schon!
Heute ist der 22. September, und bis zum 22. Oktober ist noch Zeit. Und wenn Sie und alle anderen in Ihrem Ministerium seit Jänner dieses Jahres ohnehin so supertüchtig gearbeitet haben (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Seit Jänner?) – das haben Sie ja gerade wieder gesagt; die Beamten und Beamtinnen dort sind ja durchaus tüchtig. Gerade habe ich den Sektionschef dort hinten sitzen gesehen, vielleicht sollten wir ihn einmal fragen, so wie im Ausschuss, wenn die Herren Staatssekretäre und Sie nicht weiter wissen, dann darf er auch immer reden. Vielleicht fragen wir ihn einmal im Plenum, was er dazu zu sagen hat, wie weit die Arbeiten fortgeschritten sind. Ich glaube nämlich, er würde, wenn er ehrlich ist, hier sagen: Ja, wir sind durchaus in der Lage, den Minister so zu briefen, dass er am 22. Oktober – es geht um den 22. Oktober – hier steht und Manns genug ist, wie das bei euch heißt, das Mikrophon in der Hand zu halten und zu sagen: Ich halte jetzt eine Budgetrede! (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wie heißt es bei euch?) Das ist ja nicht so schwierig – oder doch? (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Für ihn schon!) Das sollten Sie einfach machen!
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Königshofer.
Es gibt ja Hinweise – die Hinweise zur Umkehr kommen nicht nur aus der Bibel, es gibt ja auch andere Schriftwerke – auf den 22. Oktober, zum Beispiel jene, auf die Sie vereidigt sind und Ihren Eid geleistet haben, nämlich in der österreichischen Bundesverfassung. Wenn Sie schon nicht mehr den biblischen Glauben aufbringen, dann halten Sie sich wenigstens an die Bundesverfassung! Das wäre ja nicht so schlecht. Auch das stärkt das Rückgrat. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Königshofer.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Da sind sie einer Meinung! Normalerweise sind sie ...!
entspricht nicht den Ordnungsvorschriften der Verfassung! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Da sind sie einer Meinung! Normalerweise sind sie ...!) Diese ist an dieser Stelle völlig klar und eindeutig, und so weiter.
Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer
Gott sei Dank ist die Nationalratspräsidentin hier auch eindeutig und sagt (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer) – Bezug nehmend auf den Legislativdienst –, dass das, was Sie hier ankündigen und vorhaben, einer Nichteinhaltung der Verfassung entspreche, und weiter: Das steht außer Streit! – Ja was wollen Sie denn? Wollen Sie sich jetzt mit der Präsidentin anlegen, oder was? Das geht so nicht!
Beifall bei Grünen und FPÖ.
Hier ist das Parlament. Sie sind auf die Verfassung vereidigt und können dem Parlament nicht erklären, dass alles anders ist. (Beifall bei Grünen und FPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Die Unterschrift darunter!
Vorigen Herbst haben wir – noch dazu zu meinem Ärgernis – wochenlang über diesen „Fahrplan“ verhandelt. Wochenlang! Die Kollegen Budgetsprecher sind ständig herumgewuselt und haben uns irgendwohin eingeladen – meistens zu ihnen im Klub; da sind wir halt hinaufgegangen –, und wir haben uns nach sehr langen Gesprächen auf diesen „Fahrplan“ verständigt. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Die Unterschrift darunter!) Und der gilt jetzt auch! Der trägt die Unterschrift der Klubobleute, und da können Sie sich auch nicht so ohne Weiteres davonstehlen. Nur damit einmal klar ist, dass Sie im letzten Jahr selbst noch daran geglaubt haben, dass die Verfassung einzuhalten ist. Mittlerweile haben Sie sich offensichtlich auf einen anderen Pfad begeben.
Abg. Mag. Wurm: Na, na!
Die SPÖ ist aber auch nicht viel besser. (Abg. Mag. Wurm: Na, na!) Sie spielen hier bei diesem Spiel mit, offensichtlich deshalb, weil Sie selbst nicht daran glauben, dass Sie nach diesen Landtagswahlen das durchsetzen, was Sie sich auf Ihren Parteitagen gegenseitig vormurmeln: Reichensteuer hinauf, hinunter, hinüber. – Das ist offensichtlich der Hintergrund.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Auf den letzten Tag!
Und wie zum Beweis hat die rote Mehrheit im Wiener Rathaus folgende Vorgangsweise vorgezogen: Es gibt dort den Antrag auf Sondersitzung – der zwingend erfüllt werden muss, aber innerhalb bestimmter Fristbereiche – zur Auswirkung der budgetären Vorgaben des Bundes auf das Wiener Budget. Was hat die sozialdemokratische Mehrheit dort gemacht? Sie setzt diese Sondersitzung am letztmöglichen Termin an (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Auf den letzten Tag!), auf den letzten Tag. Und
Abg. Krainer: 12. Oktober!
wissen Sie, wann der ist? (Abg. Krainer: 12. Oktober!) – Zwei Tage nach den Wiener Landtagswahlen. Das ist doch erbärmlich, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist echt nicht okay! – Abg. Krainer: ... ernsthafte Diskussion sein!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist echt nicht okay! – Abg. Krainer: ... ernsthafte Diskussion sein!
wissen Sie, wann der ist? (Abg. Krainer: 12. Oktober!) – Zwei Tage nach den Wiener Landtagswahlen. Das ist doch erbärmlich, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist echt nicht okay! – Abg. Krainer: ... ernsthafte Diskussion sein!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Das ist der beste Beweis dafür, dass Sie selbst ganz genau wissen, dass es wieder genauso sein wird, wie sonst auch immer: dass Sie in Wahrheit nicht wirklich darum kämpfen, wofür Sie jetzt in den Wahlkämpfen herumrennen, nämlich endlich ein gerechteres Steuersystem erkämpfen zu wollen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Das tun Sie einfach nicht! (Abg. Grosz: ... feige, mutlose Regierung! – Zwischenruf des Abg. Krainer.)
Abg. Grosz: ... feige, mutlose Regierung! – Zwischenruf des Abg. Krainer.
Das ist der beste Beweis dafür, dass Sie selbst ganz genau wissen, dass es wieder genauso sein wird, wie sonst auch immer: dass Sie in Wahrheit nicht wirklich darum kämpfen, wofür Sie jetzt in den Wahlkämpfen herumrennen, nämlich endlich ein gerechteres Steuersystem erkämpfen zu wollen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Das tun Sie einfach nicht! (Abg. Grosz: ... feige, mutlose Regierung! – Zwischenruf des Abg. Krainer.)
Abg. Krainer: Acht! Acht! Acht Punkte!
Sie haben ja dazu beigetragen, dass in Österreich jetzt Millionenerben steuerfrei gehen. Das ist mit Ihr Werk! Der Verfassungsgerichtshof hat ein Erkenntnis zur Reform der Erbschaftssteuer veröffentlicht. Das war ein klarer Auftrag, diese zu reformieren. Sie haben aber in Tateinheit mit der ÖVP darauf hingewirkt, dass gar nichts mehr gemacht wird. Jetzt rennen die Landeshauptleute Häupl und Voves durch die Landschaft und erklären ein Sieben-Punkte-Programm für mehr Steuergerechtigkeit. (Abg. Krainer: Acht! Acht! Acht Punkte!) Das ist doch komplett unglaubwürdig! Das geht sich nicht mehr aus, und deshalb stecken Sie offensichtlich bei dieser ganzen Budgetverzögerei mit der ÖVP unter einer Decke. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
Sie haben ja dazu beigetragen, dass in Österreich jetzt Millionenerben steuerfrei gehen. Das ist mit Ihr Werk! Der Verfassungsgerichtshof hat ein Erkenntnis zur Reform der Erbschaftssteuer veröffentlicht. Das war ein klarer Auftrag, diese zu reformieren. Sie haben aber in Tateinheit mit der ÖVP darauf hingewirkt, dass gar nichts mehr gemacht wird. Jetzt rennen die Landeshauptleute Häupl und Voves durch die Landschaft und erklären ein Sieben-Punkte-Programm für mehr Steuergerechtigkeit. (Abg. Krainer: Acht! Acht! Acht Punkte!) Das ist doch komplett unglaubwürdig! Das geht sich nicht mehr aus, und deshalb stecken Sie offensichtlich bei dieser ganzen Budgetverzögerei mit der ÖVP unter einer Decke. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.)
Beifall bei den Grünen.
Auch die ganze Behandlung hier im Haus ist ja ähnlich abgelaufen: Das letzte Mal sind die Fragen der FPÖ nicht beantwortet worden, weil es 190 waren, und das war zu viel. Eine parlamentarische Anfrage der Grünen, für deren Beantwortung zwei Monate lang Zeit war, hat die völlig gleichen Antworten ergeben, nämlich nichtssagende, obwohl dafür, wie gesagt, zwei Monate Zeit war. Auch dort ist man sich in Belehrungen ergangen, wie man den Verfassungsbruch noch am besten schönschreibt. So geht das eben nicht, und deshalb werden wir Ihnen das auch so nicht durchgehen lassen! (Beifall bei den Grünen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Das geht einfach nicht zusammen! Ich sage Ihnen auch, warum: weil Sie bei den Steuereinnahmen an einem Punkt schwächeln. Sie wollen weiter Ihre soziale Inkompetenz dort unter Beweis stellen (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen) und legalisierte Steuerfluchthilfe für Superreiche machen. Es passt ja dazu, dass die Banken jetzt auch nichts mehr zahlen sollen. Es geht ja schon los: Bartenstein und Co.
Beifall bei den Grünen.
Also so wird das nicht gehen: zuerst groß reden und dann die Banken laufen lassen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Und jetzt sind wir neugierig!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Herr Klubobmann Dr. Cap zu Wort. Ich stelle die Uhr wunschgemäß auf 8 Minuten. – Bitte. (Abg. Öllinger: Und jetzt sind wir neugierig!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Vom Minister kam nichts Neues!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Na ja, das Problem ist, dass ich im Laufe dieser Dringlichen der Grünen immer müder und müder geworden bin, weil einfach nichts Neues kam. (Abg. Dr. Pirklhuber: Vom Minister kam nichts Neues!) Das haben wir schon gehört, als wir uns zur Sondersitzung getroffen haben. Ich habe erwartet, dass es Vorschläge gibt, ich habe mir gedacht, dass es wenigstens einen Abriss eines eigenen Budgetentwurfes gibt, aber es war eigentlich das gleiche Jammern und Lamentieren, wie wir es das letzte Mal bei der Sondersitzung hier auch hatten. (Abg. Strache: Hat die Rede der Kollege Jarolim geschrieben? – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... schlechte Demokraten ...!)
Abg. Strache: Hat die Rede der Kollege Jarolim geschrieben? – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... schlechte Demokraten ...!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Na ja, das Problem ist, dass ich im Laufe dieser Dringlichen der Grünen immer müder und müder geworden bin, weil einfach nichts Neues kam. (Abg. Dr. Pirklhuber: Vom Minister kam nichts Neues!) Das haben wir schon gehört, als wir uns zur Sondersitzung getroffen haben. Ich habe erwartet, dass es Vorschläge gibt, ich habe mir gedacht, dass es wenigstens einen Abriss eines eigenen Budgetentwurfes gibt, aber es war eigentlich das gleiche Jammern und Lamentieren, wie wir es das letzte Mal bei der Sondersitzung hier auch hatten. (Abg. Strache: Hat die Rede der Kollege Jarolim geschrieben? – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... schlechte Demokraten ...!)
Abg. Mag. Kogler: ... alles in Ordnung!
Das Zweite ist – auch etwas, das wir uns noch vor zwei Monaten oder vor einem Monat nicht gedacht haben –, dass die Einnahmen so sind, dass das gleichfalls Auswirkungen haben wird, dass es vielleicht mehr Geld für Zukunftsinvestitionen gibt. Am Verhältnis 60 : 40 wird sich ja nichts ändern: auf der einen Seite bei den sozial gerechten Ausgaben sparen und auf der anderen Seite bei den sozial gerechten Einnahmen, wie wir es immer formulieren. Also hat sich das als richtig herausgestellt. (Abg. Mag. Kogler: ... alles in Ordnung!)
Abg. Weinzinger: Das ist ja lächerlich!
Sie werden natürlich ein gewisses Niveau nicht verlieren, wenn Sie sich nicht dazu bereit erklären, diese Arbeit auch zu leisten. Sie haben sich entschlossen, es nicht zu tun. (Abg. Weinzinger: Das ist ja lächerlich!)
Abg. Weinzinger: Das ist ja lächerlich!
Was mich wundert – meine sozialdemokratischen Nachrednerinnen und Nachredner werden dann noch auf viele Punkte im Detail eingehen –, ist, dass wir heute auf einen anderen Aspekt, der in der Öffentlichkeit diskutiert wird, nicht eingehen, und zwar den ganzen Tag lang nicht, nämlich auf sogenannte Einsparungen beim Parlament. (Abg. Weinzinger: Das ist ja lächerlich!)
Abg. Neubauer: Wir haben auch keine Regierung, wenn die Opposition das Budget macht! – Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler
Es verwundert mich deswegen, weil dieser Diskurs – es geht auch mit der halben Anzahl von Abgeordneten im Nationalrat, es ginge auch mit der halben Anzahl von Mitgliedern der Bundesregierung (Abg. Neubauer: Wir haben auch keine Regierung, wenn die Opposition das Budget macht! – Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler), es geht ohne Bundesrat und so weiter – bedeutet, dass es nicht nur zahlenmäßig weniger Abgeordnete gibt, sondern dass das auf Kosten der Bürgernähe geht, dass man dann andere Wahlkreise hat, dass man weniger Bürgerkontakte hat, dass das, was dem Haus als Arbeitsparlament zugewachsen ist, weniger erfüllt werden kann. Das verwundert mich!
Zwischenruf des Abg. Weinzinger
Eigentlich sagt man damit – in dieser Form, wie es Herr Klubobmann Strache gemeint hat: reduzieren von 183 auf 100, und wie es Herr Klubobmann Bucher gesagt hat: überhaupt reduzieren auf die Hälfte (Zwischenruf des Abg. Weinzinger) –, dass von Ihren beiden Fraktionen jeweils die Hälfte überflüssig ist. Das ist ja genau das, was sie sagen! Jetzt sollte langsam Nachdenklichkeit bei Ihnen einkehren, denn es sollte sich jeder fragen, wer gemeint ist und auf wen Herr Klubobmann Strache und Herr Klubobmann Bucher verzichten können (Abg. Strache: Na Sie zum Beispiel! Sie zum Beispiel, Herr Klubobmann! Sie sind ein gutes Beispiel! – Zwischenruf des Abg. Bucher), denn das war die Aussage, die sie getätigt haben.
Abg. Strache: Na Sie zum Beispiel! Sie zum Beispiel, Herr Klubobmann! Sie sind ein gutes Beispiel! – Zwischenruf des Abg. Bucher
Eigentlich sagt man damit – in dieser Form, wie es Herr Klubobmann Strache gemeint hat: reduzieren von 183 auf 100, und wie es Herr Klubobmann Bucher gesagt hat: überhaupt reduzieren auf die Hälfte (Zwischenruf des Abg. Weinzinger) –, dass von Ihren beiden Fraktionen jeweils die Hälfte überflüssig ist. Das ist ja genau das, was sie sagen! Jetzt sollte langsam Nachdenklichkeit bei Ihnen einkehren, denn es sollte sich jeder fragen, wer gemeint ist und auf wen Herr Klubobmann Strache und Herr Klubobmann Bucher verzichten können (Abg. Strache: Na Sie zum Beispiel! Sie zum Beispiel, Herr Klubobmann! Sie sind ein gutes Beispiel! – Zwischenruf des Abg. Bucher), denn das war die Aussage, die sie getätigt haben.
Abg. Bucher: ... Landeshauptmann ...!
Herr Klubobmann Bucher, gehen Sie heraus und sagen Sie, wen aus Ihrer Fraktion Sie hier nicht mehr sehen wollen, und Herr Klubobmann Strache kann das genauso machen! Das ist ein Anti-Demokratie-Diskurs, den Sie hier in Wirklichkeit führen. (Abg. Bucher: ... Landeshauptmann ...!) Das läuft im Hintergrund ab! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Bucher.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Bucher.
Herr Klubobmann Bucher, gehen Sie heraus und sagen Sie, wen aus Ihrer Fraktion Sie hier nicht mehr sehen wollen, und Herr Klubobmann Strache kann das genauso machen! Das ist ein Anti-Demokratie-Diskurs, den Sie hier in Wirklichkeit führen. (Abg. Bucher: ... Landeshauptmann ...!) Das läuft im Hintergrund ab! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Bucher.)
Abg. Strache: ... dann doch Herr Jarolim geschrieben, die Rede!
Dazu muss ich Ihnen Folgendes sagen: Wenn Sie die Tagesarbeitspläne der Regierungsmitglieder sehen, dann ist es ein Hohn, zu erwarten, dass das die Hälfte von jenen, die wir haben, leisten kann. Wenn wir das Parlamentarismusmodell diskutieren, das wir jetzt haben – nämlich jenes der Regierungsfraktionen auf Augenhöhe mit der Bundesregierung, also Parlament/Regierung auf Augenhöhe, dass diese am Gesetzwerdungsprozess teilnehmen, mitwirken an den Vorlagen, mitwirken hier im Haus (Abg. Strache: ... dann doch Herr Jarolim geschrieben, die Rede!) –, wenn man will, dass hier wie bisher die Opposition bei der Mehrheit der Gesetze in den Ausschüssen mitwirkt und dann die Beschlüsse gemeinsam gefasst werden, und wenn Sie dann sagen: All das ist nichts wert, wir bringen sowieso nichts ein, das sind sowieso nur formale Beschlüsse!, dann, muss ich sagen, wundere ich mich, ehrlich gesagt, denn das ist eigentlich eine Verabschiedung von Ihren Aufgaben und es ist irgendwo eine Missachtung des Wunsches der Wählerinnen und Wähler, möglichst viel mit Abgeordneten in Kontakt zu treten, denn diese würden größere Wahlkreise haben und sie würden doppelt so viel herumfahren, wenn sie überhaupt herumfahren. (Abg. Grosz: ... Kontaktperson! Herr Klubobmann, der Herr Faul war auch ...!)
Abg. Grosz: ... Kontaktperson! Herr Klubobmann, der Herr Faul war auch ...!
Dazu muss ich Ihnen Folgendes sagen: Wenn Sie die Tagesarbeitspläne der Regierungsmitglieder sehen, dann ist es ein Hohn, zu erwarten, dass das die Hälfte von jenen, die wir haben, leisten kann. Wenn wir das Parlamentarismusmodell diskutieren, das wir jetzt haben – nämlich jenes der Regierungsfraktionen auf Augenhöhe mit der Bundesregierung, also Parlament/Regierung auf Augenhöhe, dass diese am Gesetzwerdungsprozess teilnehmen, mitwirken an den Vorlagen, mitwirken hier im Haus (Abg. Strache: ... dann doch Herr Jarolim geschrieben, die Rede!) –, wenn man will, dass hier wie bisher die Opposition bei der Mehrheit der Gesetze in den Ausschüssen mitwirkt und dann die Beschlüsse gemeinsam gefasst werden, und wenn Sie dann sagen: All das ist nichts wert, wir bringen sowieso nichts ein, das sind sowieso nur formale Beschlüsse!, dann, muss ich sagen, wundere ich mich, ehrlich gesagt, denn das ist eigentlich eine Verabschiedung von Ihren Aufgaben und es ist irgendwo eine Missachtung des Wunsches der Wählerinnen und Wähler, möglichst viel mit Abgeordneten in Kontakt zu treten, denn diese würden größere Wahlkreise haben und sie würden doppelt so viel herumfahren, wenn sie überhaupt herumfahren. (Abg. Grosz: ... Kontaktperson! Herr Klubobmann, der Herr Faul war auch ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Verdoppeln! Verdoppeln!
Wenn man sich die Infrastruktur des Hauses ansieht – wir haben keinen Legislativdienst; der Deutsche Bundestag hat eine viel bessere Infrastruktur als das österreichische Parlament – und wenn man will, dass es wirklich ein Arbeitsparlament ist, weil man erkennt, dass aufgrund der Mitgliedschaft in der Europäischen Union die Aufgaben hier gewachsen sind, wenn man das alles sieht und weiß, dann muss man eigentlich in die umgekehrte Richtung gehen. Dann ist nämlich in Wirklichkeit der Service, die Kommunikation ... (Abg. Ing. Westenthaler: Verdoppeln! Verdoppeln!) – Man kann sich auch ins Bett legen, nichts tun und warten, bis der Wahltag kommt. Mag sein, dass das dort die Prämisse ist. (Abg. Strache: Auf 300 Abgeordnete aufstocken!) Jedenfalls sage ich, es ist ein Diskurs gegen die Demokratie.
Abg. Strache: Auf 300 Abgeordnete aufstocken!
Wenn man sich die Infrastruktur des Hauses ansieht – wir haben keinen Legislativdienst; der Deutsche Bundestag hat eine viel bessere Infrastruktur als das österreichische Parlament – und wenn man will, dass es wirklich ein Arbeitsparlament ist, weil man erkennt, dass aufgrund der Mitgliedschaft in der Europäischen Union die Aufgaben hier gewachsen sind, wenn man das alles sieht und weiß, dann muss man eigentlich in die umgekehrte Richtung gehen. Dann ist nämlich in Wirklichkeit der Service, die Kommunikation ... (Abg. Ing. Westenthaler: Verdoppeln! Verdoppeln!) – Man kann sich auch ins Bett legen, nichts tun und warten, bis der Wahltag kommt. Mag sein, dass das dort die Prämisse ist. (Abg. Strache: Auf 300 Abgeordnete aufstocken!) Jedenfalls sage ich, es ist ein Diskurs gegen die Demokratie.
Abg. Ing. Westenthaler: 500 Abgeordnete!
Das betrifft auch andere Ebenen, nicht nur die Ebene hier im Haus. (Abg. Ing. Westenthaler: 500 Abgeordnete!) Sie können das heruntermachen, Sie können auch sagen, der Populismus soll keine Grenzen kennen, er soll von mir aus auch die Demokratie in Fragen stellen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Dann stellen Sie sich hier her und stellen Sie sich wenigstens der Diskussion und gehen Sie nicht beim nächstbesten Zuruf, der hier getätigt wird, darauf in dieser Form ein, weil ich glaube, dass Demokratie natürlich auch ihren Preis hat.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Das betrifft auch andere Ebenen, nicht nur die Ebene hier im Haus. (Abg. Ing. Westenthaler: 500 Abgeordnete!) Sie können das heruntermachen, Sie können auch sagen, der Populismus soll keine Grenzen kennen, er soll von mir aus auch die Demokratie in Fragen stellen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Dann stellen Sie sich hier her und stellen Sie sich wenigstens der Diskussion und gehen Sie nicht beim nächstbesten Zuruf, der hier getätigt wird, darauf in dieser Form ein, weil ich glaube, dass Demokratie natürlich auch ihren Preis hat.
Abg. Bucher: Budgetverschiebung! Budgetverschiebung ist das Thema! Budgetverschiebung!
Ich sage Ihnen Folgendes: Ich bin dafür, dass man hier über Effizienzen, über Doppelgleisigkeiten nachdenkt, wie überall sonst auch. (Abg. Bucher: Budgetverschiebung! Budgetverschiebung ist das Thema! Budgetverschiebung!) Wenn einem all das wurscht ist, wenn es Ihnen nur um die kurzfristige APA-Meldung geht, dann machen Sie weiter so, aber halten Sie uns hier keinen Vortrag mehr über demokratische Qualität, über demokratische Kultur, über Parlamentarismus, über Selbstwert des Parlaments (Abg. Bucher: Budgetverschiebung!), sonst werden Sie der Stimmung, die teilweise in der Bevölkerung herrscht und die manchmal zu Recht mit viel Kritik verbunden ist, nicht wirklich entgegentreten können. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das eigentlich die Abschiedsrede?) Das kann ich Ihnen heute schon prophezeien.
Abg. Bucher: Budgetverschiebung!
Ich sage Ihnen Folgendes: Ich bin dafür, dass man hier über Effizienzen, über Doppelgleisigkeiten nachdenkt, wie überall sonst auch. (Abg. Bucher: Budgetverschiebung! Budgetverschiebung ist das Thema! Budgetverschiebung!) Wenn einem all das wurscht ist, wenn es Ihnen nur um die kurzfristige APA-Meldung geht, dann machen Sie weiter so, aber halten Sie uns hier keinen Vortrag mehr über demokratische Qualität, über demokratische Kultur, über Parlamentarismus, über Selbstwert des Parlaments (Abg. Bucher: Budgetverschiebung!), sonst werden Sie der Stimmung, die teilweise in der Bevölkerung herrscht und die manchmal zu Recht mit viel Kritik verbunden ist, nicht wirklich entgegentreten können. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das eigentlich die Abschiedsrede?) Das kann ich Ihnen heute schon prophezeien.
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das eigentlich die Abschiedsrede?
Ich sage Ihnen Folgendes: Ich bin dafür, dass man hier über Effizienzen, über Doppelgleisigkeiten nachdenkt, wie überall sonst auch. (Abg. Bucher: Budgetverschiebung! Budgetverschiebung ist das Thema! Budgetverschiebung!) Wenn einem all das wurscht ist, wenn es Ihnen nur um die kurzfristige APA-Meldung geht, dann machen Sie weiter so, aber halten Sie uns hier keinen Vortrag mehr über demokratische Qualität, über demokratische Kultur, über Parlamentarismus, über Selbstwert des Parlaments (Abg. Bucher: Budgetverschiebung!), sonst werden Sie der Stimmung, die teilweise in der Bevölkerung herrscht und die manchmal zu Recht mit viel Kritik verbunden ist, nicht wirklich entgegentreten können. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das eigentlich die Abschiedsrede?) Das kann ich Ihnen heute schon prophezeien.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Neubauer: Wenn Sie wüssten, was die Leute denken, würden Sie seit zehn Jahren eine andere Politik machen!
Daher, sage ich Ihnen, sollten Sie diese Positionen überdenken, auch in den Diskussionen über Einsparungen und Budgetsanierung. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Neubauer: Wenn Sie wüssten, was die Leute denken, würden Sie seit zehn Jahren eine andere Politik machen!)
Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Trotzdem aber: Gratulation an die grüne Fraktion, Gratulation zum Zeitpunkt der Dringlichen Anfrage! (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Das Timing muss einem gelingen: Sie an jenem Tag einzubringen, an dem alle Zeitungen den Aufmacher haben, dass das Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr voraussichtlich nicht 1,2, sondern 2 Prozent betragen wird. Eine Bestätigung unserer Vorgangsweise. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Es ist gescheit, die letzten Prognosen abzuwarten, denn ob ein Budget auf 1,2 Prozent Wirtschaftswachstum aufbaut oder auf 2 Prozent, die Differenz möchte ich Klavier spielen können, Herr Kollege! Also insofern: Gratulation! Ein hervorragendes Timing, besser hätte es nicht sein können! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Trotzdem aber: Gratulation an die grüne Fraktion, Gratulation zum Zeitpunkt der Dringlichen Anfrage! (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Das Timing muss einem gelingen: Sie an jenem Tag einzubringen, an dem alle Zeitungen den Aufmacher haben, dass das Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr voraussichtlich nicht 1,2, sondern 2 Prozent betragen wird. Eine Bestätigung unserer Vorgangsweise. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Es ist gescheit, die letzten Prognosen abzuwarten, denn ob ein Budget auf 1,2 Prozent Wirtschaftswachstum aufbaut oder auf 2 Prozent, die Differenz möchte ich Klavier spielen können, Herr Kollege! Also insofern: Gratulation! Ein hervorragendes Timing, besser hätte es nicht sein können! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Trotzdem aber: Gratulation an die grüne Fraktion, Gratulation zum Zeitpunkt der Dringlichen Anfrage! (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Das Timing muss einem gelingen: Sie an jenem Tag einzubringen, an dem alle Zeitungen den Aufmacher haben, dass das Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr voraussichtlich nicht 1,2, sondern 2 Prozent betragen wird. Eine Bestätigung unserer Vorgangsweise. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Es ist gescheit, die letzten Prognosen abzuwarten, denn ob ein Budget auf 1,2 Prozent Wirtschaftswachstum aufbaut oder auf 2 Prozent, die Differenz möchte ich Klavier spielen können, Herr Kollege! Also insofern: Gratulation! Ein hervorragendes Timing, besser hätte es nicht sein können! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Mag. Kogler: Na dann legt es vor!
Herr Kollege Brosz, weil Sie so skeptisch schauen, muss ich wirklich eines sagen: Diese Regierung hat – mit unserer Unterstützung – immer gesagt: Nach der größten Wirtschafts- und Finanzkrise der letzten 80 Jahre, wo die Unsicherheit so groß ist, wie sie noch nie war, wäre es klug und gescheit zu sagen, wir warten die letzten Prognosen ab. – Jetzt haben wir sie, jetzt können wir von der Basis einer besseren Prognose ausgehen. (Abg. Mag. Kogler: Na dann legt es vor!)
Beifall bei der ÖVP.
Diese Prognose zeigt auch eines: die erfolgreiche Wirtschafts- und Finanzpolitik der letzten Monate. Gratulation, Herr Finanzminister! (Beifall bei der ÖVP.) Das ist für mich intelligente Finanzpolitik: nicht einfach nur Steuern zu erhöhen, sondern mehr Steuern durch Wachstumspolitik zu generieren, meine Damen und Herren. Intelligente Finanzpolitik heißt für mich, eine Politik für Wachstum und Beschäftigung zu betreiben. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Diese Prognose zeigt auch eines: die erfolgreiche Wirtschafts- und Finanzpolitik der letzten Monate. Gratulation, Herr Finanzminister! (Beifall bei der ÖVP.) Das ist für mich intelligente Finanzpolitik: nicht einfach nur Steuern zu erhöhen, sondern mehr Steuern durch Wachstumspolitik zu generieren, meine Damen und Herren. Intelligente Finanzpolitik heißt für mich, eine Politik für Wachstum und Beschäftigung zu betreiben. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Abg. Scheibner: Du passt nicht auf!
Eines muss man natürlich schon auch sagen: Diese Philosophie – stecken wir wachstumsfördernde Beträge hinein, nämlich 6 Milliarden €: 3 Milliarden war der Umfang der großen Steuersenkung zur Kaufkraftstärkung, 3 Milliarden Wachstumspakete, also insgesamt 6 Milliarden, wobei wir das Geld zum Teil jetzt schon wieder durch höhere Steuereinnahmen aufgrund des Wachstums zurückbekommen (Abg. Scheibner: Du passt nicht auf!) – und diese beiden Grundsätze – erstens: mehr Steuern durch Wachstumspolitik und nicht durch neue und Steuererhöhungen; und zweitens: wer mehr spart, braucht weniger Steuern – sind goldrichtig! Das sind goldrichtige Regeln für die Finanzpolitik, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Bucher: Na, werden wir sehen! – Abg. Mag. Kogler: Und die Unis?) – Du weißt das selbst auch, lieber Kollege Bucher: Das ist wirklich intelligente Finanzpolitik! (Abg. Mag. Kogler: Ja, aber bei den Unis fällt die Decke herunter!)
Abg. Bucher: Na, werden wir sehen! – Abg. Mag. Kogler: Und die Unis?
Eines muss man natürlich schon auch sagen: Diese Philosophie – stecken wir wachstumsfördernde Beträge hinein, nämlich 6 Milliarden €: 3 Milliarden war der Umfang der großen Steuersenkung zur Kaufkraftstärkung, 3 Milliarden Wachstumspakete, also insgesamt 6 Milliarden, wobei wir das Geld zum Teil jetzt schon wieder durch höhere Steuereinnahmen aufgrund des Wachstums zurückbekommen (Abg. Scheibner: Du passt nicht auf!) – und diese beiden Grundsätze – erstens: mehr Steuern durch Wachstumspolitik und nicht durch neue und Steuererhöhungen; und zweitens: wer mehr spart, braucht weniger Steuern – sind goldrichtig! Das sind goldrichtige Regeln für die Finanzpolitik, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Bucher: Na, werden wir sehen! – Abg. Mag. Kogler: Und die Unis?) – Du weißt das selbst auch, lieber Kollege Bucher: Das ist wirklich intelligente Finanzpolitik! (Abg. Mag. Kogler: Ja, aber bei den Unis fällt die Decke herunter!)
Abg. Mag. Kogler: Ja, aber bei den Unis fällt die Decke herunter!
Eines muss man natürlich schon auch sagen: Diese Philosophie – stecken wir wachstumsfördernde Beträge hinein, nämlich 6 Milliarden €: 3 Milliarden war der Umfang der großen Steuersenkung zur Kaufkraftstärkung, 3 Milliarden Wachstumspakete, also insgesamt 6 Milliarden, wobei wir das Geld zum Teil jetzt schon wieder durch höhere Steuereinnahmen aufgrund des Wachstums zurückbekommen (Abg. Scheibner: Du passt nicht auf!) – und diese beiden Grundsätze – erstens: mehr Steuern durch Wachstumspolitik und nicht durch neue und Steuererhöhungen; und zweitens: wer mehr spart, braucht weniger Steuern – sind goldrichtig! Das sind goldrichtige Regeln für die Finanzpolitik, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Bucher: Na, werden wir sehen! – Abg. Mag. Kogler: Und die Unis?) – Du weißt das selbst auch, lieber Kollege Bucher: Das ist wirklich intelligente Finanzpolitik! (Abg. Mag. Kogler: Ja, aber bei den Unis fällt die Decke herunter!)
Abg. Bucher: Ich bedanke mich bei der Wirtschaft!
Und eines noch: Wir verfallen trotzdem nicht in Euphorie! Ich sage ganz offen, diese Zahl, die heute bekannt wurde, diese höhere Wachstumsrate, ist zweifellos ein Erfolg einer erfolgreichen Wirtschaftspolitik (Abg. Bucher: Ich bedanke mich bei der Wirtschaft!), und trotzdem sind wir nicht euphorisch, denn wir sind keine Insel der Seligen.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Herr Kollege Kogler, ich muss ehrlich sagen – und ich habe es das letzte Mal schon gesagt –, ich bin auch viel unterwegs und stecke auch oft Kritik ein, aber eine Kritik habe ich nie gehört, nämlich die Kritik: Warum ist die Budgetrede nicht am 22. Oktober, sondern erst am 1. Dezember? – Die Leute sagen: Wenn es am 1. Jänner in Kraft tritt, ist das korrekt, ist das in Ordnung. Qualität hat Vorrang vor dem Terminplan. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Abg. Scheibner: Wir auch!
Abgeordneter Alois Gradauer (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Damen und Herren Minister auf der Regierungsbank! Irgendwie bin ich schon von dieser heutigen Debatte enttäuscht (Abg. Scheibner: Wir auch!), weil ich doch angenommen hätte, es ändere sich seit der letzten Sondersitzung etwas. Leider ist das nicht der Fall. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Stillstand!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Stillstand!
Abgeordneter Alois Gradauer (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Damen und Herren Minister auf der Regierungsbank! Irgendwie bin ich schon von dieser heutigen Debatte enttäuscht (Abg. Scheibner: Wir auch!), weil ich doch angenommen hätte, es ändere sich seit der letzten Sondersitzung etwas. Leider ist das nicht der Fall. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Stillstand!)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des BZÖ.
Wieder einmal wird bestätigt, dass speziell wegen der Wahl in Wien ein Verfassungsbruch stattfindet. Dieser Verfassungsbruch wird bestätigt vom Hüter der Verfassung, Herrn Präsidenten Holzinger, vom Herrn Bundespräsidenten und von der Frau Präsidentin dieses Hauses, wobei ich hier doch anmerke, dass die Frau Präsidentin sich etwas mehr ins Zeug hätte legen können, um den Nationalrat gegen diese Entscheidung der Regierung in Stellung zu bringen. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des BZÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... vielleicht auf Jänner warten! ... verlässlichere Daten! – Abg. Dr. Rosenkranz: Im Jahr 2012 ...!
Wir freuen uns auch über die neuesten Daten dahin gehend, dass sich das Wirtschaftswachstum entsprechend positiv entwickelt. Das ist erfreulich. Es wäre schlecht, würden wir das bedauern. Das ist aber kein Grund, das Budget nicht rechtzeitig vorzulegen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... vielleicht auf Jänner warten! ... verlässlichere Daten! – Abg. Dr. Rosenkranz: Im Jahr 2012 ...!)
Abg. Dr. Cap: Sind Sie Steuerberater?
Es genügt nicht, Herr Finanzminister, dass Sie sagen, bis zum Jahr 2013 kommen wir auf ein Defizit von 3 Prozent, denn das ist noch immer ein Defizit in der Höhe von 7 Milliarden €. (Abg. Dr. Cap: Sind Sie Steuerberater?)
Beifall bei der FPÖ.
Längst fällige Reformen in den Bereichen Gesundheit und Verwaltung wurden nicht durchgeführt, eine Staatsreform, Bürokratieabbau et cetera haben nicht stattgefunden. Immer steht Parteiinteresse vor Allgemeininteresse – das ist das Traurige. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Großruck: Welches?
Wie es um den Bund finanziell ausschaut, beschreibt ein Buch von Mirko Kovats, jemand von Ihrer Seite! (Abg. Großruck: Welches?)
Beifall bei der FPÖ.
„These 19: Als Unternehmen wäre Österreich ein eindeutiger Insolvenzfall, weil die Rückzahlung der Schulden aus dem ordentlichen Geschäftsbetrieb innerhalb einer vernünftigen Zeit nicht möglich ist. Die Einnahmen reichen nicht einmal zur Deckung der laufenden Ausgaben und stehen schon gar nicht zum Abzahlen der Schulden zur Verfügung: Wäre das bei einem Wirtschaftsbetrieb der Fall, wäre alles andere als der sofortige Weg zum Konkursrichter strafbar.“ – So schaut es aus. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Scheibner: Steuererhöhung!
Mirko Kovats hat diese Bilanzzahlen maßstabgetreu auf sein Unternehmen umgelegt und ist zu folgendem Schluss gekommen (Abg. Scheibner: Steuererhöhung!):
Beifall bei der FPÖ.
„Kein österreichischer Privathaushalt würde je so verantwortungslos wirtschaften, wie es unsere Politiker seit Jahren tun. Umgelegt auf ein Haushaltseinkommen von 4 000 Euro netto im Monat würde das 4 738 Euro an Ausgaben bedeuten, 72 000 Euro Schulden sowie Haftungen für Kredite in Höhe von weiteren 66 340 Euro. Jede Privatperson würde erkennen, dass es so nicht weitergehen kann.“ – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie, Frau Glawischnig, haben eine Vizebürgermeisterin in Graz, nämlich die Frau Lisa Rücker, die vor wenigen Tagen mit den Belastungs- und Sparplänen der Bundesregierung, aber auch der steirischen Landesregierung gleichgezogen ist, die in einer Stadt mit einem Schuldenstand von 1,4 Milliarden € und Bundesrechnungshofberichten, die besagen, dass die Abgabenleistung schon längst nicht mehr der Leistung der öffentlichen Hand entspricht – laut Bundesrechnungshofbericht über die Finanzleistungen der Stadt Graz –, angekündigt hat, dass sie selbstverständlich überhaupt kein Problem damit hat, die Gebühren, die Abgaben in der Stadt ein weiteres Mal zu erhöhen, die Menschen in dieser Stadt ein weiteres Mal zu belasten, nur um das kaputte Budget, das sie mit dem ÖVP-Bürgermeister Nagl zu verantworten hat – 1,4 Milliarden €, vergegenwärtigen Sie sich das! –, nur um dieses kaputte Budget, für das die Grünen auch ihre Handschrift tragen, einmal mehr zu sanieren. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das Fernsehen ist schon abgeschaltet!
Sie stellen sich jetzt heraus, haben selbst Butter am Kopf, dass die Hälfte reicht, und kritisieren den nächsten Schuldenmacher in diesem Land. Sie, deren Vizebürgermeisterin eine Stadt mit dem im Vergleich höchsten Schuldenstand unter allen Kommunen Mitteleuropas verwaltet, stellen sich ans Rednerpult und sagen: Das, was der Pröll macht, ist eigentlich ganz grauslich! Aber die eigene Vizebürgermeisterin, die eigene grüne Fraktion macht das ganz Gleiche. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das Fernsehen ist schon abgeschaltet!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Schwarz-Grün, sehr geehrte Damen und Herren, belastet die Menschen dort, wo es auftritt, dort, wo es zuschlägt, um das gleich einmal am Beginn zu sagen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das Fernsehen ist schon weggeschaltet!
Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin – „Vizebürgermeisterin“ sage ich schon! –, sehr geehrte Frau Klubobfrau, Sie stellen sich mit bebender und kritischer Stimme hier hin ... (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das Fernsehen ist schon weggeschaltet!) – Sie können noch so schreien, ich habe Gott sei Dank das Mikrophon zur Hand! – Sie stellen sich hier hin und kritisieren den Finanzminister mit bebenden und aggressiven Worten und tanzen mit Ihrer halben Fraktion vor einer Woche noch beim 42. Geburtstag bei der Buffet-Orgie des Finanzministers herum, auf Bussi-Bussi! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin – „Vizebürgermeisterin“ sage ich schon! –, sehr geehrte Frau Klubobfrau, Sie stellen sich mit bebender und kritischer Stimme hier hin ... (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das Fernsehen ist schon weggeschaltet!) – Sie können noch so schreien, ich habe Gott sei Dank das Mikrophon zur Hand! – Sie stellen sich hier hin und kritisieren den Finanzminister mit bebenden und aggressiven Worten und tanzen mit Ihrer halben Fraktion vor einer Woche noch beim 42. Geburtstag bei der Buffet-Orgie des Finanzministers herum, auf Bussi-Bussi! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Hör auf zu lügen!
nicht dort!) – Na, selbstverständlich ist das so, Frau Klubobfrau! Erklären Sie uns das! (Abg. Mag. Kogler: Hör auf zu lügen!)
Beifall beim BZÖ.
Und erklären Sie uns gemeinsam mit dem Finanzminister, wie es sich denn so anfühlt, wenn man die höchsten Gebühren- und Abgabenerhöhungen in der Geschichte der Zweiten Republik am Höhepunkt einer Wirtschaftskrise plant, aber zeitgleich zu einem opulenten Fest der Marke Federico Fellini, des Dolce Vita Italiens einlädt – 1 700 Leute, die Buffettische haben sich gebogen, der Steuerzahler durfte brennen – und Sie, Herr Finanzminister, drei Monate auf Urlaub waren und bis heute aus parteipolitischen Gründen nicht in der Lage sind, diesem Haus ordnungsgemäß ein Budget vorzulegen! (Beifall beim BZÖ.) Weil Sie versagt haben, weil Sie ein Gesetzesbrecher sind!
Beifall beim BZÖ
Wissen Sie, was das besonders Schlimme an Ihnen ist? – Dass Sie Ihre Parteiinteressen vor die Interessen des Landes stellen (Beifall beim BZÖ), dass Sie den billigen Populismus Ihrer Parteipolitik und die Angst vor zwei Watschen bei einer Wahl vor die Interessen der Bürgerinnen und Bürger stellen! Das ist verantwortungslos.
Ruf bei der ÖVP: Abschiedsrede! – Abg. Eßl: 2 Prozent!
Herr Finanzminister samt der gesamten ÖVP-Fraktion, nicht Sie, aber die Sachlage, die ist charakterlos! Das werden Ihnen die Wählerinnen und Wähler am 26. September und am 10. Oktober in Wien heimzahlen. Davon können Sie ausgehen, da können Sie Gift nehmen. (Ruf bei der ÖVP: Abschiedsrede! – Abg. Eßl: 2 Prozent!) – Ich werde Ihnen noch länger auf den Nerv gehen, als Ihnen lieb ist! Da können Sie auf meine Abschiedsrede noch lange warten. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Finanzminister samt der gesamten ÖVP-Fraktion, nicht Sie, aber die Sachlage, die ist charakterlos! Das werden Ihnen die Wählerinnen und Wähler am 26. September und am 10. Oktober in Wien heimzahlen. Davon können Sie ausgehen, da können Sie Gift nehmen. (Ruf bei der ÖVP: Abschiedsrede! – Abg. Eßl: 2 Prozent!) – Ich werde Ihnen noch länger auf den Nerv gehen, als Ihnen lieb ist! Da können Sie auf meine Abschiedsrede noch lange warten. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Es braucht ja offenbar einen, der Ihnen die Wahrheit sagt! Sie fahren da mit dem Dienstwagen, mit Ihrer Sänfte durchs Land – das ist alles wunderschön –, fahren ein bisschen mit Christian Konrads Learjet durch die Weltgeschichte herum und vergolden den Banken ihre dreckigen Gewinne, die sie durch die Wirtschaftskrise gemacht haben, mit einem Bankenpaket. Sie haben in Ihren Reihen einen ehemaligen Bundeskanzler sitzen, der das Geld der deutschen Atom-Lobby abkassiert, abcasht, um seine internationalen Kontakte als Bundeskanzler zu nutzen, um deren dreckiges Geschäft gegen die Umwelt und gegen Österreich zu machen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Krainer: Das stimmt ja gar nicht! Wovon spricht der?
Sie zeigen keinerlei Askese, verlangen aber, dass jeder Bürger, jede Bürgerin dieses Landes im künftigen Jahr 2011 im Durchschnitt 800 € mehr pro Jahr an Sie an Steuerleistung und Abgabenleistung bezahlt, weil Sie vorne und hinten mit Ihrem Budget nicht zurande kommen und selbst keine Demut zeigen und selbst nicht in der Lage sind, endlich einmal zu erkennen, welche Sparpotentiale im Bereich der öffentlichen Hand liegen! (Abg. Krainer: Das stimmt ja gar nicht! Wovon spricht der?)
Abg. Mag. Gaßner: ... nicht in den Landtag!
Sie planen die Abschaffung der Hacklerregelung. Menschen mit 45 Beitragsjahren bestrafen Sie, indem Sie die Hacklerregelung abschaffen, und zwar mit irgendwelchen hanebüchenen Argumenten. Und wer dann schlussendlich draufzahlt, sind nicht Ihre Beamten – die geschützt durch den „Kanzleramtspräsidenten“ Neugebauer sind, durch den mächtigsten Mann unseres Landes –, sondern mit der Abschaffung der Hacklerregelung bestrafen Sie jene Menschen, die anständig und tapfer 45 Beitragsjahre lang tatsächlich gearbeitet haben! (Abg. Mag. Gaßner: ... nicht in den Landtag!) Egal, wann sie zu arbeiten begonnen haben, aber nach 45 Arbeitsjahren muss es genug sein und soll der Übertritt in einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Das ist sozial.
Beifall beim BZÖ.
Was Sie aber machen, ist asozial – und das wissen Sie ganz genau. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ist das die Abschiedsrede?
Sie leben weiterhin in Ihren aufgeblähten Apparaten mit Ihren politischen Funktionären, mit einer aufgeblähten Bundesregierung, mit Ihren Hunderten von Ministersekretären, mit Ihren 120 Millionen € an Inseratenkosten, Dienstreisekosten et cetera. Aber Sie gehen her und sagen, 26 Prozent sollen die Menschen unseres Landes an Mehrwertsteuer zahlen! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ist das die Abschiedsrede?)
Abg. Krainer: Das Niveau im Haus wird schlagartig steigen!
Das können Sie von mir aus in Ihrem stillen Kämmerlein planen, aber wir werden es verhindern, dass Sie das tun, und zwar so, wie Seppi Bucher als einziger Klubobmann, Frau Klubobfrau Glawischnig, darauf gedrungen hat, und zwar auch in der Präsidiale, dass der Budgetplan eingehalten und nicht umgestoßen wird. (Abg. Krainer: Das Niveau im Haus wird schlagartig steigen!)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Hör auf, bitte! Das ist ja unter jedem Niveau!
Wir haben in Österreich die Situation – das sage ich Ihnen auch noch –, dass nicht nur Gemeinden mit den Abgaben in die Höhe fahren, sondern auch Bundesländer. Ich komme aus einem Bundesland, wo wir kein Budget mehr zusammenbringen und wo wir ein Einsparungspotential von 700 Millionen € brauchen, um das nächste Budget überhaupt noch auf die Reise zu bringen: dank Ihres Herrn Landesrates Buchmann, dank Ihres Herrn Vize-Landeshauptmannes Schützenhöfer, der sich ab dem 26. September überhaupt keine Sorgen mehr zu machen braucht, denn der bekommt 9 000 € an Pension und feiert mit seiner Frau fröhliche Urständ’. Das ist es. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Hör auf, bitte! Das ist ja unter jedem Niveau!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Da stimmt irgendetwas mit der Uhr nicht!
Sie haben auch in den Ländern vor, die Steuern und Abgaben zu erhöhen. Ebenso haben Sie in den Gemeinden vor, die Steuern und Abgaben zu erhöhen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Da stimmt irgendetwas mit der Uhr nicht!)
Abg. Krainer: Dafür zahlen sie Gebühren, nicht Steuern! Aber das ist wahrscheinlich zu viel!
Und was besonders schlimm ist: Die Steuerleistung, die Sie hier in unserem Land einzunehmen gedenken, steht keiner realen Leistung der öffentlichen Hand gegenüber. Die Menschen unseres Landes zahlen Steuer, damit die Infrastruktur in Ordnung gehalten wird. Die Menschen unseres Landes zahlen Steuer, damit die Sicherheit in unserem Land gegeben ist und damit die Polizisten bezahlt werden. Die Menschen zahlen Steuer, dass der Müll abgeholt wird, dass das Wasser kommt, dass die Elektrizität funktioniert, dass die Schulen und Kindergärten funktionieren. (Abg. Krainer: Dafür zahlen sie Gebühren, nicht Steuern! Aber das ist wahrscheinlich zu viel!) Die Leistung jedoch, die Sie anbieten und die Sie in zwei Monaten kürzen werden, steht der realen Steuerleistung in Österreich in keinem Vergleich mehr gegenüber, um auch das einmal in aller Deutlichkeit zu sagen. (Beifall beim BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Wir haben 25 Minuten.
Beifall beim BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Und was besonders schlimm ist: Die Steuerleistung, die Sie hier in unserem Land einzunehmen gedenken, steht keiner realen Leistung der öffentlichen Hand gegenüber. Die Menschen unseres Landes zahlen Steuer, damit die Infrastruktur in Ordnung gehalten wird. Die Menschen unseres Landes zahlen Steuer, damit die Sicherheit in unserem Land gegeben ist und damit die Polizisten bezahlt werden. Die Menschen zahlen Steuer, dass der Müll abgeholt wird, dass das Wasser kommt, dass die Elektrizität funktioniert, dass die Schulen und Kindergärten funktionieren. (Abg. Krainer: Dafür zahlen sie Gebühren, nicht Steuern! Aber das ist wahrscheinlich zu viel!) Die Leistung jedoch, die Sie anbieten und die Sie in zwei Monaten kürzen werden, steht der realen Steuerleistung in Österreich in keinem Vergleich mehr gegenüber, um auch das einmal in aller Deutlichkeit zu sagen. (Beifall beim BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Wir haben 25 Minuten.
Zwischenrufe beim BZÖ.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: 10 Minuten, Herr Abgeordneter. Ihre 10 Minuten sind aufgebraucht. Es tut mir leid. (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich bringe den Antrag der Abgeordneten Grosz, Kolleginnen und Kollegen ein, dem Bundesminister für Finanzen gemäß Bundesverfassung das Vertrauen zu versagen, und ich hoffe auf Ihre Zustimmung, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe beim BZÖ. – Rufe bei der ÖVP: Wie „bedauerlich“!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, Sie machen mir gleich doppelt Probleme. Erstens: Sie haben den Antrag leider nicht ordnungsgemäß eingebracht. (Zwischenrufe beim BZÖ. – Rufe bei der ÖVP: Wie „bedauerlich“!) Ich ersuche einen nachfolgenden Redner, diesen Antrag noch einmal einzubringen und ordnungsgemäß zu verlesen. Es ist nicht nur ein Kommentar darüber abzugeben, sondern der Antrag ist zu verlesen. (Bundesministerin Dr. Fekter – in Richtung des Abg. Grosz –: Lernen Sie Parlamentarismus! – Abg. Amon: Frau Präsidentin, wie viele Ordnungsrufe wären da möglich gewesen bei dieser Rede?)
Bundesministerin Dr. Fekter – in Richtung des Abg. Grosz –: Lernen Sie Parlamentarismus! – Abg. Amon: Frau Präsidentin, wie viele Ordnungsrufe wären da möglich gewesen bei dieser Rede?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, Sie machen mir gleich doppelt Probleme. Erstens: Sie haben den Antrag leider nicht ordnungsgemäß eingebracht. (Zwischenrufe beim BZÖ. – Rufe bei der ÖVP: Wie „bedauerlich“!) Ich ersuche einen nachfolgenden Redner, diesen Antrag noch einmal einzubringen und ordnungsgemäß zu verlesen. Es ist nicht nur ein Kommentar darüber abzugeben, sondern der Antrag ist zu verlesen. (Bundesministerin Dr. Fekter – in Richtung des Abg. Grosz –: Lernen Sie Parlamentarismus! – Abg. Amon: Frau Präsidentin, wie viele Ordnungsrufe wären da möglich gewesen bei dieser Rede?)
Zwischenruf des Abg. Weinzinger.
Was aber macht diese Bundesregierung? – Sie versucht, die Qualität der Lehre nur dadurch zu retten, indem sie sagt: Bitte kommt nicht alle, bleibt draußen, halbieren wir die Zahl der Studierenden, senken wir sie jedenfalls drastisch – und dann müsste es ja wieder halbwegs passen. – Die OECD ist anderer Meinung. (Zwischenruf des Abg. Weinzinger.)
Bundesminister Dr. Mitterlehner: Was? Na so ein Blödsinn!
Wir haben Sparvorschläge gebracht, und ich werde sie Ihnen schicken. Sie wissen, dass die BIG ganz gut an den Unis verdient. Und dieses Geld der BIG kriegen Sie. (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Was? Na so ein Blödsinn!) Die Bundesimmobiliengesellschaft verdient an den Unis 200 Millionen € pro Jahr und hat ein Alleinstellungsmerkmal. (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Die investieren ihnen ja dafür! – Bundesministerin Dr. Fekter: Ja, aber dafür müssen sie ja bauen!) – Müssen sie bauen? (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Na sicher!) Wissen Sie, wie viel von den 200 Millionen verbaut werden? 38 Millionen! (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Geh, so ein Blödsinn!) Ja, haben wir alles da, es hat ja eine Anfrage gegeben!
Bundesminister Dr. Mitterlehner: Die investieren ihnen ja dafür! – Bundesministerin Dr. Fekter: Ja, aber dafür müssen sie ja bauen!
Wir haben Sparvorschläge gebracht, und ich werde sie Ihnen schicken. Sie wissen, dass die BIG ganz gut an den Unis verdient. Und dieses Geld der BIG kriegen Sie. (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Was? Na so ein Blödsinn!) Die Bundesimmobiliengesellschaft verdient an den Unis 200 Millionen € pro Jahr und hat ein Alleinstellungsmerkmal. (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Die investieren ihnen ja dafür! – Bundesministerin Dr. Fekter: Ja, aber dafür müssen sie ja bauen!) – Müssen sie bauen? (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Na sicher!) Wissen Sie, wie viel von den 200 Millionen verbaut werden? 38 Millionen! (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Geh, so ein Blödsinn!) Ja, haben wir alles da, es hat ja eine Anfrage gegeben!
Bundesminister Dr. Mitterlehner: Na sicher!
Wir haben Sparvorschläge gebracht, und ich werde sie Ihnen schicken. Sie wissen, dass die BIG ganz gut an den Unis verdient. Und dieses Geld der BIG kriegen Sie. (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Was? Na so ein Blödsinn!) Die Bundesimmobiliengesellschaft verdient an den Unis 200 Millionen € pro Jahr und hat ein Alleinstellungsmerkmal. (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Die investieren ihnen ja dafür! – Bundesministerin Dr. Fekter: Ja, aber dafür müssen sie ja bauen!) – Müssen sie bauen? (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Na sicher!) Wissen Sie, wie viel von den 200 Millionen verbaut werden? 38 Millionen! (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Geh, so ein Blödsinn!) Ja, haben wir alles da, es hat ja eine Anfrage gegeben!
Bundesminister Dr. Mitterlehner: Geh, so ein Blödsinn!
Wir haben Sparvorschläge gebracht, und ich werde sie Ihnen schicken. Sie wissen, dass die BIG ganz gut an den Unis verdient. Und dieses Geld der BIG kriegen Sie. (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Was? Na so ein Blödsinn!) Die Bundesimmobiliengesellschaft verdient an den Unis 200 Millionen € pro Jahr und hat ein Alleinstellungsmerkmal. (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Die investieren ihnen ja dafür! – Bundesministerin Dr. Fekter: Ja, aber dafür müssen sie ja bauen!) – Müssen sie bauen? (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Na sicher!) Wissen Sie, wie viel von den 200 Millionen verbaut werden? 38 Millionen! (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Geh, so ein Blödsinn!) Ja, haben wir alles da, es hat ja eine Anfrage gegeben!
Beifall bei den Grünen.
Die BIG hat ein Alleinstellungsmerkmal und ein Monopol. Muss das sein? Ich sage: nein! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir sollten in diesem Zusammenhang auch wirklich sehr ernst nehmen, dass die Zukunftsforscher jetzt auch angesichts dieser möglichen neuen Entwicklung empfehlen, wichtige Zukunftsinvestitionen vorzunehmen und im Bereich Bildung und Forschung nicht zu sparen – oder, um mit den Worten des Wiener Bürgermeisters zu sprechen: Wir müssen uns aus der Krise hinausinvestieren und nicht in die Krise hineinsparen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Wir bekennen uns ganz eindeutig zu einem öffentlich finanzierten Bildungssystem und auch zu öffentlich finanzierten Universitäten. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
vor allem in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Forschung nutzen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Ruf bei der FPÖ: Der ist umziehen gegangen!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Vizekanzler! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Vielleicht kann ein Kollege des BZÖ den Kollegen Grosz bitten, in den Saal zu kommen. (Ruf bei der FPÖ: Der ist umziehen gegangen!) Ich hätte mich sehr gerne an ihn gewandt. – Zunächst aber zur Dringlichen selbst. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Er ist schon da!)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Er ist schon da!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Vizekanzler! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Vielleicht kann ein Kollege des BZÖ den Kollegen Grosz bitten, in den Saal zu kommen. (Ruf bei der FPÖ: Der ist umziehen gegangen!) Ich hätte mich sehr gerne an ihn gewandt. – Zunächst aber zur Dringlichen selbst. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Er ist schon da!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, dass der Herr Finanzminister heute sehr plausibel dargelegt hat, warum es durchaus Sinn gemacht hat, mit dem Budget zuzuwarten, weil eben in einer sehr unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung Zahlen und Fakten nicht in der Art und Weise auf dem Tisch lagen, wie wir das üblicherweise bei einer Budgetplanung gewohnt sind. Herr Finanzminister, die letzten Darlegungen der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung geben Ihnen und der Bundesregierung absolut recht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich habe überlegt, meine Damen und Herren, ob ich auf den Kollegen Grosz eingehen soll oder, so wie das meine beiden unmittelbaren Vorredner gemacht haben, ob es nicht vielleicht wirklich besser ist, das zu ignorieren. Ich habe mich anders entschieden, und zwar auch deshalb, weil – und, Frau Präsidentin, ich würde Sie bitten, dass Sie sich das Protokoll kommen lassen – ich glaube, dass diese Rede eine Fülle von Ordnungsrufen verdient hätte und dass wir gemeinsam im angeblich Hohen Haus darauf achten sollten, dass nicht permanent von Einzelnen die Würde dieses Hauses in einer Art und Weise verletzt wird, wie wir das auch gegenüber der österreichischen Bevölkerung nicht mehr vertreten können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Grosz: Danke, weil das wollte ich in der Rede noch alles unterbringen!
Lieber Kollege Grosz, ich möchte Ihnen hier ein paar Dinge schon in aller Deutlichkeit sagen. Sie haben vor wenigen Tagen eine Aussendung gemacht, die wahrscheinlich noch ein wenig üppiger ausformuliert war als Ihre heutige Rede hier im Saal. Wenn Sie dem Finanzminister unterstellen, eine Veranstaltung im Stile Ludwigs XIV. mit 1 700 Gästen zu machen, mag es sein, dass der Neid aus Ihnen spricht. Wenn Sie auf leeren Hauptplätzen Ihre Wahlkampfreden halten und zu Veranstaltungen des Herrn Vizekanzlers 1 700 Menschen offensichtlich gerne kommen, kann ich das ja noch nachvollziehen. Wenn Sie aber davon sprechen, dass er – wörtlich – „wahrliche Fressorgien“ veranstalte, wenn Sie schreiben, dass es sich bei dieser Veranstaltung um „ein Sammelsurium von roten, schwarzen und blauen Nichtsnutzen, gepaart mit Vertretern der kleinkriminellen österreichischen Bankenlandschaft, Steuergeldvernichtern und prominenten Tagedieben“ handelt (Abg. Grosz: Danke, weil das wollte ich in der Rede noch alles unterbringen!), dann, lieber Kollege Grosz, ist das schlicht und einfach inakzeptabel. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abgeordneten Ing. Hofer und Mag. Kogler.)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abgeordneten Ing. Hofer und Mag. Kogler.
Lieber Kollege Grosz, ich möchte Ihnen hier ein paar Dinge schon in aller Deutlichkeit sagen. Sie haben vor wenigen Tagen eine Aussendung gemacht, die wahrscheinlich noch ein wenig üppiger ausformuliert war als Ihre heutige Rede hier im Saal. Wenn Sie dem Finanzminister unterstellen, eine Veranstaltung im Stile Ludwigs XIV. mit 1 700 Gästen zu machen, mag es sein, dass der Neid aus Ihnen spricht. Wenn Sie auf leeren Hauptplätzen Ihre Wahlkampfreden halten und zu Veranstaltungen des Herrn Vizekanzlers 1 700 Menschen offensichtlich gerne kommen, kann ich das ja noch nachvollziehen. Wenn Sie aber davon sprechen, dass er – wörtlich – „wahrliche Fressorgien“ veranstalte, wenn Sie schreiben, dass es sich bei dieser Veranstaltung um „ein Sammelsurium von roten, schwarzen und blauen Nichtsnutzen, gepaart mit Vertretern der kleinkriminellen österreichischen Bankenlandschaft, Steuergeldvernichtern und prominenten Tagedieben“ handelt (Abg. Grosz: Danke, weil das wollte ich in der Rede noch alles unterbringen!), dann, lieber Kollege Grosz, ist das schlicht und einfach inakzeptabel. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abgeordneten Ing. Hofer und Mag. Kogler.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Aber die Frisur passt nicht ganz!
Herrn Finanzminister zutreffen. Das eine ist, sie haben das gleiche Sternzeichen. Die Statur Ludwigs XIV. war kräftig, er war gut gebaut, breitschultrig, insgesamt ziemlich gut aussehend. Ich glaube, das trifft auch auf unseren Herrn Finanzminister zu. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Aber die Frisur passt nicht ganz!) Seine Art war es, sich beherrscht, liebenswürdig und besonders gegenüber Damen sehr korrekt zu verhalten. Auch das trifft auf unseren Herrn Finanzminister zu. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.
Herrn Finanzminister zutreffen. Das eine ist, sie haben das gleiche Sternzeichen. Die Statur Ludwigs XIV. war kräftig, er war gut gebaut, breitschultrig, insgesamt ziemlich gut aussehend. Ich glaube, das trifft auch auf unseren Herrn Finanzminister zu. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Aber die Frisur passt nicht ganz!) Seine Art war es, sich beherrscht, liebenswürdig und besonders gegenüber Damen sehr korrekt zu verhalten. Auch das trifft auf unseren Herrn Finanzminister zu. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Krainer: Da muss er erst einmal den Thron besteigen! Da muss er 120 Jahre alt werden!
In einer anderen Recherche habe ich gefunden: Er führte wichtige Reformen im Land durch, insbesondere im Zusammenhang mit der Wirtschaftspolitik. Er förderte die Künste, die Wissenschaften, was eine Blütezeit für die französische Kultur bedeutete. Und letztlich: Mit 72 Jahren auf dem Thron war er das am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Geschichte in Europa. – Lieber Herr Finanzminister, das wünschen wir Ihnen natürlich auch. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Krainer: Da muss er erst einmal den Thron besteigen! Da muss er 120 Jahre alt werden!)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Heiterkeit bei Abgeordneten von ÖVP, SPÖ und FPÖ.
Das war ja heute möglicherweise die Abschiedsrede des Gerald Grosz. Wir wissen es ja nicht, aber er hat ja angekündigt – ich zitiere aus der „Kleinen Zeitung“ –: Ich werde Adieu sagen, wenn ich nicht in den Landtag einziehe. Auf Nachfrage präzisierte der 33-Jährige, dann werde er auch sein Nationalratsmandat zurücklegen. Bemerkenswert ist, dass noch niemand aus dem BZÖ Grosz aufgefordert hat, er möge der Bewegung erhalten bleiben. – Ich verstehe Sie, meine Damen und Herren. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Heiterkeit bei Abgeordneten von ÖVP, SPÖ und FPÖ.)
Lebhafte Heiterkeit bei FPÖ, SPÖ und ÖVP. – Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Dr. Walter Rosenkranz (FPÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Kollege Amon, es wäre, glaube ich, wirklich nicht notwendig gewesen, sich mit den Äußerungen eines Abgeordnetenkollegen von vorhin auseinanderzusetzen. Es gibt da so etwas im Strafrecht, das nennt sich „milieubedingte Unmutsäußerung“, und das würde hier zutreffen. (Lebhafte Heiterkeit bei FPÖ, SPÖ und ÖVP. – Beifall bei FPÖ und ÖVP.) Man sollte hier auf diese Aussagen gar nicht eingehen, noch dazu, wenn sie von jemandem stammen, der sein Steirertum so wie seinen Steireranzug nach Ende der Fernsehzeit wieder ablegt. (Heiterkeit und Beifall bei FPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei FPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Walter Rosenkranz (FPÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Kollege Amon, es wäre, glaube ich, wirklich nicht notwendig gewesen, sich mit den Äußerungen eines Abgeordnetenkollegen von vorhin auseinanderzusetzen. Es gibt da so etwas im Strafrecht, das nennt sich „milieubedingte Unmutsäußerung“, und das würde hier zutreffen. (Lebhafte Heiterkeit bei FPÖ, SPÖ und ÖVP. – Beifall bei FPÖ und ÖVP.) Man sollte hier auf diese Aussagen gar nicht eingehen, noch dazu, wenn sie von jemandem stammen, der sein Steirertum so wie seinen Steireranzug nach Ende der Fernsehzeit wieder ablegt. (Heiterkeit und Beifall bei FPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es ist eine Tatsache, da im Rahmen dieser Dringlichen Anfrage besonders der Komplex Bildung behandelt wird, dass Abschreiben auch etwas sehr Schönes und Wichtiges zum Lernen ist, und wir bedanken uns bei den Grünen, dass sie den Antrag von der Sondersitzung zu 90 Prozent wortident abgeschrieben und eingebracht haben. Wir würden auch noch weitere Punkte aus unserem Programm haben, die wir den Grünen zum Abschreiben dringend empfehlen würden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber Kollege Cap hat auch noch andere Dinge gesagt, und zwar hat er gemeint, eine Reduktion von Abgeordneten wäre ein Verlust von Demokratie. Im Umkehrschluss würden 300 Nationalratsabgeordnete ein Mehr an Demokratie bedeuten. Ich glaube, das ist auch nicht der Fall. Und, Herr Kollege Cap, machen Sie sich keine Sorgen um die Qualität freiheitlicher Abgeordneter, darum, was diese hier im Hohen Haus oder in ihren Wahlkreisen tun. Schauen Sie lieber bei sich selbst nach! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich glaube, es scheitert auch deshalb, weil es in diesen Parteien Persönlichkeiten wie Schärf, Pittermann oder Kreisky beziehungsweise Figl oder Raab nicht mehr gibt. Wo wäre unser Staat seit 1945, wenn man in den Lebensfragen der Republik, in so wichtigen Dingen wie eben Verwaltungsreform zwischen Bundesstaat und Bundesländern mit einem derartigen Hickhack vorgegangen wäre? Das ist das Problem. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
weiter, wir wollen nämlich Bildung und Ausbildung haben; da ist nämlich ein kleiner Unterschied. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Zwischen der Chancengleichheit beim Start und der Garantie zum Abschluss soll es nach freiheitlicher Ansicht schon noch etwas geben, nämlich die Leistung, die Anstrengung, um das Ziel zu erreichen. Das kann man nicht allen von vornherein gleich „schenken“ – unter Anführungszeichen –, so nach dem Motto: kein Sitzenbleiben mehr, keine Noten mehr oder Ähnliches. Das ist keine Vorbereitung für das Leben. Leistung muss es geben. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir glauben auch, dass die große Koalition aus Rot und Schwarz die denkbar schlechteste Regierungsform ist, um eine Verwaltungsreform zum Beispiel im Schulwesen voranzutreiben. Es gibt eine linke Auffassung, und es gibt eine rechte Auffassung, wie sie zu gestalten wäre, aber auf jeden Fall würde uns nur eine solche weiterbringen. Ich persönlich muss sagen, ich gebe natürlich der linken nicht den Vorzug. Es gibt einige, die mehr Abfahrt fahren, und andere fahren mehr Slalom; Teile der ÖVP neigen auch zum Slalomfahren. Tatsache ist, dass es bei beiden Sportarten immer bergab geht. Wir wollen an sich auf dem Gipfel bleiben und dort für unsere Kinder für die Leistungsfähigkeit des Bildungssystems eintreten. Dafür suchen wir Partner. Leistung in Österreich muss sich lohnen. Man muss wissen, 20 Prozent der Leistungsfähigen und Leistungswilligen sorgen für 70 Prozent der Steuern, damit wir sie eben nach diesen Vorstellungen verteilen können. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich werde Ihnen in der Folge auch sagen, warum. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Krainer: Deswegen haben Sie die Parteienförderungen in Kärnten verdoppelt!
Die Haltung des BZÖ ist eindeutig. Wir wollen nämlich weder das eine noch das andere. Wir sagen: keine neuen Steuern. Wir wollen aber auch keine Leistungskürzungen bei den Schwächsten der Gesellschaft und sagen daher: sparen dort, wo es sinnvoll ist, sparen im Apparat, sparen im Staat, sparen bei der Verwaltung, sparen bei den Politikern. Das ist das, was sich die Menschen in Zeiten der Krise erwarten. Das ist das, was wir vom BZÖ auch verfolgen und als einzige Partei in diesem Hohen Haus vertreten. (Abg. Krainer: Deswegen haben Sie die Parteienförderungen in Kärnten verdoppelt!)
Beifall beim BZÖ.
Wir sagen, dass sich Leistung wieder lohnen muss. Wir sagen, dass der Mittelstand nicht noch einmal zusätzlich belastet werden soll. Wir erinnern daran, dass Österreich bereits jetzt eines der Länder mit den höchsten Steuersätzen in Europa ist, und es wäre unverantwortlich, diese Steuerschraube noch einmal anzuziehen. Wir haben die Befürchtung, dass durch solche Maßnahmen der ohnehin schon steuergeplagte Mittelstand völlig zusammenbricht. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das wäre auch ein Modell für Österreich. Wir müssen den Mittelstand entlasten, wir müssen die kleinen und mittleren Einkommen entlasten. Wir müssen auf diese Art die Kaufkraft stärken und dürfen nicht das Gegenteil machen, nämlich jene, die ohnehin schon am wenigsten haben, durch das Anziehen der Steuerschraube noch einmal zusätzlich zur Kassa zu bitten. Das ist das eine. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Nächster Bereich: Bildungsbereich. – Gehen wir endlich die Reform im Bereich der Schulverwaltung an! Frau Ministerin Schmied hat vollkommen recht, wenn sie sagt, es muss eine einzige zuständige Kompetenz für die Lehrer geben. Wir sagen, ja, das ist richtig, die Lehrer sollen ausschließlich der Bundeskompetenz unterliegen. Es gehören die Bezirksschulinspektoren abgeschafft, und es gehört der Landesschulrat abgeschafft, weil das eine Verwaltungseinheit ist, die nicht notwendig ist und die nicht mehr gebraucht wird. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.
Das heißt, wir servieren Ihnen auch heute Lösungsvorschläge – setzen Sie sie um! Erinnern Sie sich auch daran, was Sie in Ihrer Rede für Österreich, oder wie diese Pseudoveranstaltung auch immer geheißen hat, versprochen haben: dass Sie ein Konklave einberufen und so lange tagen wollen, bis weißer Rauch aufsteigt! (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.) Sie haben bis heute nicht einmal das Feuerchen angezündet. Sie haben überhaupt nichts getan in diesem Bereich, und Sie werden auch nichts tun, weil Sie nichts zustande bringen (Beifall beim BZÖ) und sich vor Ihrem Onkel in Niederösterreich fürchten.
Beifall beim BZÖ
Das heißt, wir servieren Ihnen auch heute Lösungsvorschläge – setzen Sie sie um! Erinnern Sie sich auch daran, was Sie in Ihrer Rede für Österreich, oder wie diese Pseudoveranstaltung auch immer geheißen hat, versprochen haben: dass Sie ein Konklave einberufen und so lange tagen wollen, bis weißer Rauch aufsteigt! (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.) Sie haben bis heute nicht einmal das Feuerchen angezündet. Sie haben überhaupt nichts getan in diesem Bereich, und Sie werden auch nichts tun, weil Sie nichts zustande bringen (Beifall beim BZÖ) und sich vor Ihrem Onkel in Niederösterreich fürchten.
Beifall beim BZÖ.
In diesem Sinne darf ich mir zum Abschluss erlauben zu sagen, dass ich zusagen kann, dass das BZÖ seinen Beitrag leisten kann und leisten wird, damit der Reformstau, der in Österreich ansteht, endlich angegangen wird, als verantwortungsvolle Bewegung für den Mittelstand, für jene Leute, die etwas arbeiten, die etwas leisten und die es sich auch verdient haben, dafür entsprechenden Lohn zu bekommen. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Krainer: Wird ihm fälschlicherweise zugesprochen!
Abgeordneter Dr. Harald Walser (Grüne): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Herr Kollege Amon, wir sind in den letzten zwei Jahren selten einer Meinung gewesen, heute aber muss ich Sie loben. Sie haben ein wunderschönes Bild für den Herrn Finanzminister gefunden. Der Vergleich mit Ludwig XIV. passt wirklich exakt. Die Arroganz, die uns in den letzten Jahren und Monaten entgegengetreten ist, ist genau das, was Ludwig XIV. ausgestrahlt hat. „Der Staat bin ich!“ – wenn ich erinnern darf (Abg. Krainer: Wird ihm fälschlicherweise zugesprochen!) –, genau das signalisiert uns der Herr Finanzminister.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Sie sicherlich wissen. Ich nehme an, dass Sie Ihren Herrn Finanzminister auch aus diesem Grund gelobt haben. Ich darf Sie aber auch daran erinnern, dass es nicht zuletzt die Maßnahmen Ludwigs XIV. waren, die Frankreich schlussendlich in den Staatsbankrott getrieben und die Französische Revolution hervorgerufen haben. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Finanzminister, Sie haben heute viel geredet – und wenig gesagt. Sie haben ein bisschen gelernt aus der desaströsen Berichterstattung über die Sondersitzung und haben um den heißen Brei herumgeredet. Man kann es auf den Punkt bringen, Sie haben gesagt: Ich schließe nichts aus, ich schließe nichts ein. – Na danke, das sind Aussagen gegenüber dem Hohen Haus, die sich ja wohl mit der Konfrontation auf Augenhöhe, die von Ihrem Koalitionspartner eingefordert wird, nicht ganz in Übereinstimmung bringen lassen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Krainer: Nein!
Eine Schule in Imst, ebenso die Schule in der Wenzgasse in Wien haben recht bekommen. (Abg. Krainer: Nein!) Sie haben recht bekommen (Abg. Krainer: Nein!) – doch, sie haben recht bekommen! Das wird jetzt rückgängig gemacht. Das heißt, Sie werden verpflichtet, die Senkung der Klassenschülerhöchstzahl nicht nur propagandistisch zu verbreiten, sondern auch die finanziellen Rahmenbedingungen bereitzustellen, damit die Schulen in die Lage versetzt werden, das durchzuführen.
Abg. Krainer: Nein!
Eine Schule in Imst, ebenso die Schule in der Wenzgasse in Wien haben recht bekommen. (Abg. Krainer: Nein!) Sie haben recht bekommen (Abg. Krainer: Nein!) – doch, sie haben recht bekommen! Das wird jetzt rückgängig gemacht. Das heißt, Sie werden verpflichtet, die Senkung der Klassenschülerhöchstzahl nicht nur propagandistisch zu verbreiten, sondern auch die finanziellen Rahmenbedingungen bereitzustellen, damit die Schulen in die Lage versetzt werden, das durchzuführen.
Abg. Krainer: Das ist falsch!
haben und nicht 25. (Abg. Krainer: Das ist falsch!) Natürlich ist das wahr, reden Sie mit den Leuten vor Ort. Sie verweigern die Realität. Wir hören das. (Abg. Krainer: Aber nicht in der Mehrheit der Klassen 30 oder mehr! Das ist sicher falsch!)
Abg. Krainer: Aber nicht in der Mehrheit der Klassen 30 oder mehr! Das ist sicher falsch!
haben und nicht 25. (Abg. Krainer: Das ist falsch!) Natürlich ist das wahr, reden Sie mit den Leuten vor Ort. Sie verweigern die Realität. Wir hören das. (Abg. Krainer: Aber nicht in der Mehrheit der Klassen 30 oder mehr! Das ist sicher falsch!)
Abg. Krainer: Aber nicht in der Mehrheit der Klassen!
Dasselbe gilt für die Senkung der Teilungsziffern. Dasselbe gilt für die Eröffnungszahlen. (Abg. Krainer: Aber nicht in der Mehrheit der Klassen!) Reden Sie mit den Lehrerinnen und Lehrern vor Ort, reden Sie mit den Eltern, dann werden Sie das hören, Herr Kollege Krainer, Sie können die Realität nicht wegreden! Das, was ich gesagt habe, ist die Realität. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Krainer.) Die Klassenschülerzahl geht bis 30, und das bitte ... (Abg. Krainer: Aber bestimmt nicht in der Mehrheit der Klassen!) Informieren Sie sich!
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Krainer.
Dasselbe gilt für die Senkung der Teilungsziffern. Dasselbe gilt für die Eröffnungszahlen. (Abg. Krainer: Aber nicht in der Mehrheit der Klassen!) Reden Sie mit den Lehrerinnen und Lehrern vor Ort, reden Sie mit den Eltern, dann werden Sie das hören, Herr Kollege Krainer, Sie können die Realität nicht wegreden! Das, was ich gesagt habe, ist die Realität. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Krainer.) Die Klassenschülerzahl geht bis 30, und das bitte ... (Abg. Krainer: Aber bestimmt nicht in der Mehrheit der Klassen!) Informieren Sie sich!
Abg. Krainer: Aber bestimmt nicht in der Mehrheit der Klassen!
Dasselbe gilt für die Senkung der Teilungsziffern. Dasselbe gilt für die Eröffnungszahlen. (Abg. Krainer: Aber nicht in der Mehrheit der Klassen!) Reden Sie mit den Lehrerinnen und Lehrern vor Ort, reden Sie mit den Eltern, dann werden Sie das hören, Herr Kollege Krainer, Sie können die Realität nicht wegreden! Das, was ich gesagt habe, ist die Realität. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Krainer.) Die Klassenschülerzahl geht bis 30, und das bitte ... (Abg. Krainer: Aber bestimmt nicht in der Mehrheit der Klassen!) Informieren Sie sich!
Beifall bei den Grünen.
Ich kann nur das wiederholen, was Eva Glawischnig schon gesagt hat: Arbeiten oder Aufhören – das ist die Alternative, vor der Sie stehen. Mit Arbeitsverweigerung werden Sie bestimmt nicht die Probleme der Gegenwart und schon gar nicht die Probleme der Zukunft lösen können. Machen Sie das, was Werner Kogler in der Steiermark angekündigt hat: Sparen mit Herz und Investieren mit Hirn! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Rufe beim BZÖ: Na geh!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Zum Misstrauensantrag, der jetzt eingebracht worden ist: Wieso ist der jetzt vorgelegt worden? – Es ist relativ einfach: Die Freiheitlichen haben die Aktuelle Stunde, die Grünen die Dringliche, für das BZÖ ist nichts mehr übrig geblieben, also hat es schnell einen Misstrauensantrag eingebracht, sonst wäre es nämlich in der medialen Berichterstattung nur aufgrund der Auslieferung des Kollegen Petzner erwähnt worden. (Rufe beim BZÖ: Na geh!) Das macht keinen schlanken Fuß ein paar Tage vor der Landtagswahl, also wird ein Misstrauensantrag gestellt.
Rufe beim BZÖ: Von wem?
Die Begründung dafür war mehr als schwach. Die Hauptbegründung ist: weil der Minister verantwortlich ist für die höchste Staatsverschuldung der Geschichte. – No na net! Wenn Sie jetzt Finanzminister wären, glauben Sie, Sie wären in zwei Monaten oder in einem Jahr nicht verantwortlich für die höchste Staatsverschuldung? Er hat diese Staatsverschuldung doch geerbt (Rufe beim BZÖ: Von wem?) von seinem Vorgänger, und mitten in der größten Wirtschaftskrise ist sie natürlich größer geworden. Also dieser Vorwurf ist wirklich mehr als lächerlich.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Besonders interessant war der Vorschlag, wir mögen uns an Schweden orientieren, und zwar deswegen, weil Schweden so gut aus der Krise rausgekommen sei. Nur zur Information: Was Arbeitslosigkeit betrifft, ist Österreich besser herausgekommen als Schweden. Diesbezüglich sind wir nämlich die besten in der Europäischen Union. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Sowohl vor als auch nach der Krise, sowohl relativ als auch absolut steht Österreich besser da.
Zwischenrufe beim BZÖ.
Das ist das, was wir gemacht haben. (Zwischenrufe beim BZÖ.) Klein war die Steuerreform, die Sie gemacht haben, als Sie in der Regierung waren. Das stimmt. Sie war so klein, dass überhaupt niemand etwas davon gemerkt hat. 7 € war die durchschnittliche Entlastung bei Ihrer Steuerreform, der größten aller Zeiten, wie es damals hieß. 7 € im Monat!
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Und wie war das bei unserer Steuerreform jetzt im Schnitt? – 360 € im Jahr! Das ist der Unterschied zwischen dem, was Sie in der Regierung gemacht haben, und dem, was diese Bundesregierung hier gemacht hat. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend auch von mir ein kleiner Hinweis, wo man sparen könnte: Ich glaube, wir können uns auch die ÖIAG einsparen; da sind auch mehrere Millionen im Jahr möglich. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler – in Richtung des sich zu seinem Sitzplatz begebenden Abg. Krainer –: Sie hätten mit dem Schluss anfangen und mehr Beispiele bringen sollen ...!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Mag. Cortolezis-Schlager. – Bitte. (Abg. Mag. Stadler – in Richtung des sich zu seinem Sitzplatz begebenden Abg. Krainer –: Sie hätten mit dem Schluss anfangen und mehr Beispiele bringen sollen ...!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: So ein Unsinn!
Abgeordnete Mag. Katharina Cortolezis-Schlager (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Vizekanzler! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Werte Kolleginnen und Kollegen! Mit der Dringlichen Anfrage der Grünen ist es wie mit einem Luftballon: Man sticht hinein – viel heiße Luft, und übrig bleibt eine schlappe Hülle. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: So ein Unsinn!)
Abg. Mag. Kogler: Das liegt aber an Ihnen!
Ich habe jetzt aufmerksam zugehört: WählerInnentäuschung habe ich bis jetzt nicht erkennen können, Verfassungsbruch habe ich keinen erkennen können. (Abg. Mag. Kogler: Das liegt aber an Ihnen!) WählerInnentäuschung ist aber, Kollege Grünewald, in der Begründung des Antrags drinnen. Und Sie haben Ihr Statement eingeleitet mit der Begründung, Sie kennen sich gut aus. Ich respektiere Sie als Bildungs- und/oder Wissenschaftssprecher, aber es gibt einen Teil in der Begründung, in dem Sie sich nicht auskennen.
Abg. Dr. Grünewald: ... verhandeln!
Sie schreiben hier, bis zum Jahr 2011 betragen die Einsparungen in den Unis 50 Millionen. – Herr Kollege Grünewald, Sie kennen die Leistungsvereinbarungen, die bis zum Jahr 2012 gültig sind. Es kann daher vertraglich gar nicht eingespart werden an den Universitäten bis zum Jahr 2012. Nehmen Sie diese gesetzliche Lage zur Kenntnis! Diese Stunde entpuppt sich als Nachhilfestunde für die Grünen. (Abg. Dr. Grünewald: ... verhandeln!) Das ist nicht verhandelbar, sondern die Leistungsvereinbarungen sind abgeschlossen – aus, Schluss. Daher: Es kann erst ab 2013 verhandelt werden.
Beifall bei der ÖVP.
Daher: Kehren wir dorthin zurück, wo es um seriöse Planung geht! Wir haben Ihnen dafür den Unterausschuss zur Verfügung gestellt. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, die Hochschulen zu unterstützen, und das ist jetzt unsere Aufgabe. Machen wir das, was 26 andere europäische Staaten machen: Zugangsmanagement, Ausbau des Stipendiensystems und eine klare kompetitive Forschung. Das ist die künftige Hochschulpolitik Österreichs. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ
Der Finanzminister sagte, es geht um ein in sich sinniges Budget, das alle Aspekte umfasst. – No na! Was ist das für eine Aussage? Gegangen ist es schlicht und einfach darum, dass man sich einfach nicht getraut hat, die heißen Eisen anzugreifen (Beifall bei der FPÖ), und dass man so lange wie möglich zugewartet hat in der Hoffnung,
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, wenn das die intelligente Finanzpolitik ist, von welcher der Herr Abgeordnete Stummvoll, den ich grundsätzlich sehr schätze, gesprochen hat, dann weiß ich nicht, was intelligente Finanzpolitik ist. Es kann doch nicht intelligente Finanzpolitik sein, dass ich abwarte und hoffe und vielleicht jeden Tag in die Kirche gehe und bete: Lieber Gott, lasse die Wirtschaftslage besser werden! Das kann es doch nicht sein! Die Aufgabe eines Finanzministers und die Aufgabe einer Regierung und die Aufgabe der nachgeordneten Organisationen und Bürokratieapparate ist es, zu planen, vorzusehen und die Möglichkeiten zu schaffen, dass bei allem, was eintritt, trotzdem ein Budget steht, und zwar zu einer Zeit steht, wie es die Verfassung vorschreibt. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Neubauer: Vor dem Bürger!
Aber warum können Sie das nicht? – Weil Sie eine schwache Regierung sind? Na gut, das wollen wir einmal dahingestellt sein lassen nach dem, was wir heute miterlebt haben: Eine einzige Regierungsvorlage und sonst nichts anderes als Berichte für einen Plenartag, der, wenn die Opposition nicht einige Dinge eingebracht hätte, fürchterlich fad um 18.45 Uhr zu Ende ginge. Was bringen Sie zustande? – Gar nichts! Sie fürchten sich vor den Wahlen, die jetzt auf uns zukommen. (Abg. Neubauer: Vor dem Bürger!) Sie fürchten sich vor dem Bürger, Sie fürchten sich, dass der Bürger es Ihnen übel nimmt, wenn Sie tatsächlich einmal die Reformen angreifen, die grundsätzlich notwendig sind.
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren – Hohe Regierung!, möchte ich fast sagen –: Reißt euch endlich am Riemen, überwindet eure Feigheit! Entschuldigen Sie, Herr Präsident, vielleicht ist „Feigheit“ ein falsches Wort. Überwindet eure Mutlosigkeit! – sagen wir es so. Überwindet eure Mutlosigkeit, nehmt euren Mut zusammen, greift die Reformen an, damit wir diesen Staat endlich einmal aus seiner furchtbaren wirtschaftlichen und finanziellen Lage herausbringen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich berichtige tatsächlich und zitiere aus den Tabellen des Bundesfinanzrahmengesetzes alt und neu: 2011 eine Differenz von minus 49,4 Millionen, 2012 minus 79,5 Millionen und 2013 minus 92,2 Millionen €. – Das ist richtig, das ist das Bundesfinanzrahmengesetz. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Herr Abgeordneter Grünewald, ich darf das vielleicht aufklären. Du hast die Gesamtposition für das Ressort vorgelesen, und die Kollegin Cortolezis-Schlager hat dir vorgehalten, dass es bei den Universitäten eine fixe Vereinbarung bis 2012 gibt. Beides ist richtig, ihr müsst euch jetzt nicht mit entsprechenden Berichtigungen duellieren. Die Universitäten bekommen ihr Geld nach Vereinbarung bis 2012. Können wir uns darauf einigen? (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Dann können wir den Rest auch gleich klären. Der Kollege Walser hat vorhin gemeint, dass die Klassenschülerhöchstzahlen nicht gesenkt worden sind, mit der Begründung, es dürfen 20 Prozent mehr drinnen sitzen. Ja, das war immer schon so, nur: Wenn wir von 30 Regelrichtwert auf 25 herabsetzen, dann war vorher bis zu 36 möglich und gab es auch viele Klassen mit 36 Schülern. Jetzt sind es maximal 30, und das ist ein Fortschritt, den diese Regierung möglich gemacht hat. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Was machen wir damit?
Jeder, der die Zeitung aufschlägt, sieht, dass wir überraschende Ergebnisse haben. Die Bundesrepublik Deutschland, die vor kurzer Zeit noch als Problemfall gesehen wurde mit einem enormen Einbruch 2009, hat plötzlich Wachstumsraten, die so weder erwartet noch prognostiziert waren, und unserer Wirtschaft geht es zum Glück im Exportbereich deutlich besser, als wir erwartet haben. Das kann dazu führen, dass wir schon für das heurige Jahr 2010, aber erst recht für 2011 viel mehr Spielräume haben, als wir bisher erwartet haben. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Was machen wir damit?)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie haben noch vier Wochen Zeit!
Was hätten sich die Damen und Herren auch der Oppositionsparteien denn gewünscht? Dass wir die Kürzungen im vollen Umfang nach den Prognosen des Sommers machen? Das ist doch genau der falsche Weg! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie haben noch vier Wochen Zeit!) Der richtige Weg ist, wir nehmen die neuesten Prognosen, wir schöpfen die Möglichkeiten in dem Schlüssel 60 : 40 aus, und wir werden die Offensivmaßnahmen, die zusätzlich möglich sind, nützen. Das heißt, auf der Einnahmenseite 60 : 40, vielleicht ein bisschen weniger, aber vor allem auf der Ausgabenseite kann man in den entscheidenden Kapiteln – sie wurden vom Abgeordneten Krainer bereits genannt: Forschung, Wissenschaft, Infrastruktur, thermische Sanierung – dann mehr einsetzen, wenn der budgetäre Rahmen es erlaubt.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das kann ich in vier Wochen da einarbeiten! Da brauchen Sie nicht so zu tun, als ob Sie in vier Wochen kein Budget zustande brächten! Können Sie wenigstens so ehrlich dazusagen, es sind Wiener Landtagswahlen?
Maßen ... (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das kann ich in vier Wochen da einarbeiten! Da brauchen Sie nicht so zu tun, als ob Sie in vier Wochen kein Budget zustande brächten! Können Sie wenigstens so ehrlich dazusagen, es sind Wiener Landtagswahlen?)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
Aber Frau Dr. Glawischnig, wir beide haben gemeinsam, als wir in Opposition waren, genau das eingefordert. Bleiben Sie doch konsistent in Ihrer Argumentation und versuchen wir, das zu nützen! – Ich hoffe, dass wir jetzt das Formalgeplänkel erledigt haben. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Formalfrage?!
Was brauchen wir? – Die Gemeinden investieren immer weniger. Wir brauchen in diesem Bereich weitere entscheidende, zündende Maßnahmen. Das wird uns vielleicht genau mit der neuen finanziellen Unterfütterung möglich werden. Wir brauchen – und daran besteht kein Zweifel – im Bereich der thermischen Sanierung neue Initiativen. Da werden wir vielleicht nicht mehr allein mit Förderung arbeiten können, sondern wir werden uns neue Modelle einfallen lassen. Da könnten Sie mitarbeiten, aber doch nicht drei Parlamentssitzungen für eine Formalfrage verbrauchen! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Formalfrage?!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Und der Osterhase kommt zu Weihnachten!
Glauben Sie mir, bei den Landtagswahlen, die nächste Woche und in drei Wochen stattfinden, haben wir als Regierungsparteien keinerlei Nutzen daraus, dass das Budget noch nicht fertig ist. Im Gegenteil, die Angstpropaganda könnte sich sogar nachteilig auswirken. Der Grund waren nicht die Landtagswahlen, es gibt Gründe, die vernünftig sind: das endgültige Ergebnis abwarten, die richtigen Maßnahmen und die notwendigen Schwerpunkte setzen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Und der Osterhase kommt zu Weihnachten!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wir werden es durchführen, Frau Klubobmann! Und auch bei Ihrer fünften Formalsitzung lassen wir uns nicht davon abhalten, ein gutes Budget mit den neuesten Werten hier in diesem Haus zu beschließen. Ich freue mich, wenn Sie dann auch mitstimmen werden. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Grosz: Jetzt geht es los! Trenzbarterl umlegen!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mag. Stadler. – Bitte. (Abg. Grosz: Jetzt geht es los! Trenzbarterl umlegen!)
Abg. Grosz: Wer weiß?
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Zunächst eine Vorbemerkung in Richtung „Soziale Heimatpartei“: Herr Kollege Gradauer, wenn Sie wieder einmal einen Kronzeugen zitieren, dann bitte nicht ausgerechnet Mirko Kovats. 26 Prozent Mehrwertsteuer verlangt Mirko Kovats! Das erklären Sie einmal Ihren Wählerinnen und Wählern von der „Sozialen Heimatpartei“! 26 Prozent Mehrwertsteuer, das traut sich nicht einmal der Finanzminister nach den Landtagswahlen in Wien zu fordern. (Abg. Grosz: Wer weiß?) Für so mutig, für so selbstmörderisch halte ich ihn nicht. Einen Rest Vernunft wollen wir ihm ja zubilligen.
Abg. Grosz: „Werner Schützenhöfer“!
gemacht!) Nein, nein, Amon, Werner Amon (Abg. Grosz: „Werner Schützenhöfer“!), „Werner Schützenhöfer-Amon“.
Abg. Dr. Rosenkranz: Ist das der Kopf vom Faul?
Denn Ludwig XIV. war, wie Kollege Walser schon richtig gesagt hat, nicht nur für den ganzen Staatsbankrott verantwortlich, der dann später seinen Nachnachfolger einen Kopf kürzer gemacht hat (Abg. Dr. Rosenkranz: Ist das der Kopf vom Faul?) – ich möchte nicht unbedingt Ihr Nachnachfolger sein, wenn der Vergleich stimmt –, sondern er hatte auch eine beispiellose Mätressenwirtschaft – Frau Kollegin Fekter, ich weiß nicht, wer da gemeint ist –, die Madame de Montespan, die Madame de Maintenon. (Beifall beim BZÖ.) Ja, auch ein besonders unpassender Vergleich. Das sollten Sie zurückweisen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Was wollen Sie damit sagen?)
Beifall beim BZÖ.
Denn Ludwig XIV. war, wie Kollege Walser schon richtig gesagt hat, nicht nur für den ganzen Staatsbankrott verantwortlich, der dann später seinen Nachnachfolger einen Kopf kürzer gemacht hat (Abg. Dr. Rosenkranz: Ist das der Kopf vom Faul?) – ich möchte nicht unbedingt Ihr Nachnachfolger sein, wenn der Vergleich stimmt –, sondern er hatte auch eine beispiellose Mätressenwirtschaft – Frau Kollegin Fekter, ich weiß nicht, wer da gemeint ist –, die Madame de Montespan, die Madame de Maintenon. (Beifall beim BZÖ.) Ja, auch ein besonders unpassender Vergleich. Das sollten Sie zurückweisen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Was wollen Sie damit sagen?)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Was wollen Sie damit sagen?
Denn Ludwig XIV. war, wie Kollege Walser schon richtig gesagt hat, nicht nur für den ganzen Staatsbankrott verantwortlich, der dann später seinen Nachnachfolger einen Kopf kürzer gemacht hat (Abg. Dr. Rosenkranz: Ist das der Kopf vom Faul?) – ich möchte nicht unbedingt Ihr Nachnachfolger sein, wenn der Vergleich stimmt –, sondern er hatte auch eine beispiellose Mätressenwirtschaft – Frau Kollegin Fekter, ich weiß nicht, wer da gemeint ist –, die Madame de Montespan, die Madame de Maintenon. (Beifall beim BZÖ.) Ja, auch ein besonders unpassender Vergleich. Das sollten Sie zurückweisen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Was wollen Sie damit sagen?)
Abg. Kopf zeigt in Richtung BZÖ.
Aber er war jener Politiker, der zum ersten Mal Selbstherrlichkeit, Selbstgefälligkeit und Selbstverliebtheit in der Politik zur beherrschenden Methode, zum beherrschenden Stilelement gemacht hat. Da hat Kollege Amon schon eher wieder ins Schwarze getroffen, Herr Kollege Kopf. (Abg. Kopf zeigt in Richtung BZÖ.) Das war Kollege Amon, wirklich, das war er. Sie müssen es nachlesen. Sie müssen aufpassen, was Ihre Leute sagen. Vor allem ein bisserl mehr Geschichtsunterricht schadet nicht. Dann würde man nicht mit solchen Vergleichen den eigenen Vizekanzler in Verlegenheit bringen.
Beifall beim BZÖ.
Nun, meine Damen und Herren, Kollege Amon hat sich auch noch darüber alteriert, dass die Würde des Hauses wegen des Kollegen Grosz gefährdet sei. Mag sein, dass das seine Welt ist. Ich sage Ihnen, ich mache mir weniger Sorgen um die Würde des Hauses als um die Einhaltung unserer Bundesverfassung. Das ist nämlich wichtiger! (Beifall beim BZÖ.)
Bundesministerin Dr. Fekter: Säumniszuschlag!
Was wird ihm dann passieren, meine Damen und Herren? (Bundesministerin Dr. Fekter: Säumniszuschlag!) – Genau, Säumniszuschlag, sagt Madame de Fekter. Säumniszuschlag, Verzugszinsen, meine Damen und Herren! (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Bitte?
Zwischenruf bei der ÖVP.
Was wird ihm dann passieren, meine Damen und Herren? (Bundesministerin Dr. Fekter: Säumniszuschlag!) – Genau, Säumniszuschlag, sagt Madame de Fekter. Säumniszuschlag, Verzugszinsen, meine Damen und Herren! (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Bitte?
in Richtung des Abg. Mag. Molterer
Nun, der Vergleich kam von eurem Abgeordneten (in Richtung ÖVP), meine Damen und Herren! Bitte, der Vergleich kam von eurem Abgeordneten! Bitte, Willi (in Richtung des Abg. Mag. Molterer), nicht aufregen! Du bist der Vorgänger von ihm gewesen, du hast mit verursacht, was er demnächst den Bürger wird ausbaden lassen, meine Damen und Herren! Wie erklärst du das dem Bürger draußen, wenn er sagt, ich muss die Termine einhalten, aber der Chef, der mir das Geld abnimmt, der hält nichts ein? (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Ärger als der Grosz!) – Aber was heißt da „ärger als der Grosz“? Das trifft natürlich.
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Ärger als der Grosz!
Nun, der Vergleich kam von eurem Abgeordneten (in Richtung ÖVP), meine Damen und Herren! Bitte, der Vergleich kam von eurem Abgeordneten! Bitte, Willi (in Richtung des Abg. Mag. Molterer), nicht aufregen! Du bist der Vorgänger von ihm gewesen, du hast mit verursacht, was er demnächst den Bürger wird ausbaden lassen, meine Damen und Herren! Wie erklärst du das dem Bürger draußen, wenn er sagt, ich muss die Termine einhalten, aber der Chef, der mir das Geld abnimmt, der hält nichts ein? (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Ärger als der Grosz!) – Aber was heißt da „ärger als der Grosz“? Das trifft natürlich.
Beifall beim BZÖ.
Wollen wir in Zukunft die Probe aufs Exempel machen, wenn der Bürger die gleiche Argumentation dem Finanzamt mitteilt, meine Damen und Herren? In wessen Namen wird er dann gestraft? – Im Namen seiner Majestät „Ludwig“ Pröll. Ja, so schaut es nämlich aus, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Bundesminister, wenn man so Misstrauen beim Bürger sät, darf man sich nicht wundern, dass man Misstrauensanträge erntet. Mit diesem Stil, dass sich die Mächtigen aussuchen, ob sie das Gesetz einhalten oder nicht, erzeugt man Frustration beim Wähler, mit diesem Stil erzeugt man Misstrauen. Die Menschen misstrauen Ihnen nämlich. Wenn Sie nicht den Mumm haben, dem Bürger vor Wahlterminen zu sagen, was auf ihn zukommt, dann hat der Bürger ein vernünftiges Misstrauen hinsichtlich dessen, was ihm wahrscheinlich droht, und zwar mit Recht, es dräut ihm Böses. Aber niemand hat den Mut, ihm das vor der Wahl zu sagen. Das ist das Problem, warum die Leute im Hinblick auf Politik immer mehr verdrossen sind, das ist das Problem, warum die Politiker ein immer schlechteres Image bekommen! (Beifall beim BZÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Im Mai!
Insoweit hat der Vergleich des Kollegen Amon schon wieder ins Schwarze getroffen, meine Damen und Herren. Die Abgabenquote war auch unter Ludwig XIV. sensationell hoch. Ludwig XIV. hat den Staatsbankrott – das hat Kollege Walser schon richtig erwähnt – vorbereitet, aber noch nicht herbeigeführt, er hatte ihn vorbereitet. Wir werden demnächst eine Abgabenquote von 45 Prozent haben. Das heißt, der sogenannte Tax Free Day oder der Tag, an dem zum ersten Mal die Steuerbefreiung für den Bürger eintritt, wird irgendwann – derzeit ist es, glaube ich, der 28. Juli – in die zweite Jahreshälfte gehen. Bitte, wo ist er? (Rufe bei der SPÖ: Im Mai!) – Das glaube ich nicht, da können Sie nachrechnen. Der ist irgendwo in der Jahresmitte, meine Damen und Herren, und der wird demnächst über die Jahresmitte drübergehen. Dann können Sie schon den Staatsfeiertag, den 26. Oktober, zum Tax Free Day machen, weil das Neutralitätsgesetz ohnehin keinen Gehalt mehr hat.
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren, das kann nicht das Ziel sein! Wenn Sie so Politik weiterbetreiben ... – Herr Kollege Molterer, schütteln Sie nicht den Kopf, Sie sind einer der Hauptverantwortlichen, Sie und Ihre Partei, denn Sie sitzen schon die ganze Zeit im Finanzministerium und sind verantwortlich für die Politik, die hier dem Bürger droht! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ihnen misstrauen. Der Bürger weiß, wenn Sie nicht den Mumm haben, vor Wahlterminen zu sagen, was auf ihn zukommen wird, dass Böses auf ihn zukommen wird. Und davor wollen wir den Bürger jetzt schon warnen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Er hat keinen Antrag gestellt!
Ein solcher Antrag wäre ein Fristverlängerungsantrag, und wenn er begründet ist, wird er auch genehmigt werden. – In diesem Sinne danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Er hat keinen Antrag gestellt!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Kopf –: Wie ist das mit der deutschen Atomlobby? Wo kommt das Atomkraftwerk hin?
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Klubobmann Kopf. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Kopf –: Wie ist das mit der deutschen Atomlobby? Wo kommt das Atomkraftwerk hin?)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP – Rufe beim BZÖ: Amon!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren! Ich habe wenig Interesse und Lust, mich inhaltlich mit Dingen des Kollegen Stadler auseinanderzusetzen, aber eines, Kollege Stadler, ist eine Ungeheuerlichkeit: Wie Sie hier den Herrn Vizekanzler und im Besonderen die Frau Innenministerin angesprochen haben, ist eine derartige Schweinerei (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP – Rufe beim BZÖ: Amon!) – nein, nein, nein, nein, nein, nein –, in welch ungebührlicher Art und Weise Sie die Damen und Herren auf der Regierungsbank, insbesondere die Innenministerin, angesprochen haben. Schämen Sie sich und entschuldigen Sie sich dafür! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren! Ich habe wenig Interesse und Lust, mich inhaltlich mit Dingen des Kollegen Stadler auseinanderzusetzen, aber eines, Kollege Stadler, ist eine Ungeheuerlichkeit: Wie Sie hier den Herrn Vizekanzler und im Besonderen die Frau Innenministerin angesprochen haben, ist eine derartige Schweinerei (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP – Rufe beim BZÖ: Amon!) – nein, nein, nein, nein, nein, nein –, in welch ungebührlicher Art und Weise Sie die Damen und Herren auf der Regierungsbank, insbesondere die Innenministerin, angesprochen haben. Schämen Sie sich und entschuldigen Sie sich dafür! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bitte jene Damen und Herren, die sich für den gegenständlichen Misstrauensantrag aussprechen, um ein Zeichen der Zustimmung. – Der Antrag findet keine Mehrheit, er ist abgelehnt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Der Vizekanzler hat gesagt, das ist eine Bagage! – Rufe beim BZÖ: Der Vizekanzler hat Abgeordnete als Bagage beschimpft!
Wir wissen ja, dass wir in Österreich seit Jahren viel zu hohe Feinstaubbelastungen haben, und auch an verschiedenen Orten in Österreich, an viel zu vielen Orten, nicht nur in den Großstädten. Die Maßnahmen bleiben allerdings aus, und auch die Gesundheitsbelastung für die Bevölkerung steigt tatsächlich. (Abg. Mag. Stadler: Der Vizekanzler hat gesagt, das ist eine Bagage! – Rufe beim BZÖ: Der Vizekanzler hat Abgeordnete als Bagage beschimpft!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Vizekanzler hat Abgeordnete als Bagage beschimpft!
Präsident Fritz Neugebauer: Liebe Kolleginnen und Kollegen! Fairness für die Kollegin! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Vizekanzler hat Abgeordnete als Bagage beschimpft!) – Ich nehme das einmal so zur Kenntnis. Wir sind aber beim nächsten Tagesordnungspunkt. Wenn Sie der Kollegin die Chance geben wollen, sich zu artikulieren. (Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ.) Na gar nichts ist das.
Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ.
Präsident Fritz Neugebauer: Liebe Kolleginnen und Kollegen! Fairness für die Kollegin! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Vizekanzler hat Abgeordnete als Bagage beschimpft!) – Ich nehme das einmal so zur Kenntnis. Wir sind aber beim nächsten Tagesordnungspunkt. Wenn Sie der Kollegin die Chance geben wollen, sich zu artikulieren. (Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ.) Na gar nichts ist das.
Abg. Amon: Energiewirtschaftskonzern!
Einen Punkt – abgesehen vom Feinstaub – hätte ich auch gerne von Ihnen erklärt. Wir haben heute schon quasi die privaten Initiativen des Kollegen Schüssel angesprochen, der Abgeordneter in diesem Haus ist und der gleichzeitig bei einem Atomkonzern ist. (Abg. Amon: Energiewirtschaftskonzern!) Sie haben im „Standard“ verlauten lassen, dass das Ihrer Meinung nach seine Privatsache sei. (Abg. Amon: Ja!)
Abg. Amon: Ja!
Einen Punkt – abgesehen vom Feinstaub – hätte ich auch gerne von Ihnen erklärt. Wir haben heute schon quasi die privaten Initiativen des Kollegen Schüssel angesprochen, der Abgeordneter in diesem Haus ist und der gleichzeitig bei einem Atomkonzern ist. (Abg. Amon: Energiewirtschaftskonzern!) Sie haben im „Standard“ verlauten lassen, dass das Ihrer Meinung nach seine Privatsache sei. (Abg. Amon: Ja!)
Abg. Hörl: Das ist scheinheilig!
Für mich ist klar: Wenn ein Abgeordneter hier in diesem Haus sitzt, in dem es einen Anti-Atom-Konsens gibt, und dieser Abgeordnete von Steuergeldern bezahlt wird, dann ist es sicher nicht seine Privatsache, gleichzeitig in einem Atomkonzern zu sitzen und dort sozusagen Kohle abzukassieren. (Abg. Hörl: Das ist scheinheilig!) Ihre Anti-Atom-Politik ist scheinheilig, denn das funktioniert nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Für mich ist klar: Wenn ein Abgeordneter hier in diesem Haus sitzt, in dem es einen Anti-Atom-Konsens gibt, und dieser Abgeordnete von Steuergeldern bezahlt wird, dann ist es sicher nicht seine Privatsache, gleichzeitig in einem Atomkonzern zu sitzen und dort sozusagen Kohle abzukassieren. (Abg. Hörl: Das ist scheinheilig!) Ihre Anti-Atom-Politik ist scheinheilig, denn das funktioniert nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Das hat man in Deutschland gemacht!
Herr Minister, ich frage Sie, wie Ihre Anti-Atom-Politik funktionieren soll, wie Ihr Protest gegenüber Deutschland bei den Laufzeitverlängerungen funktionieren soll, wenn Sie einen Abgeordneten in Ihren Reihen haben, der persönlichen Profit daraus zieht, dass diese Laufzeitverlängerungen stattfinden (Abg. Rädler: Das hat man in Deutschland gemacht!) und unsichere Atomkraftwerke in Deutschland weiter am Netz gehalten werden? – Ich finde, das ist eine Ungeheuerlichkeit! (Abg. Amon: Aber überhaupt nicht!) Und wenn Wolfgang Schüssel einen Funken politischen Anstand hat, dann muss er sofort sein Mandat zurücklegen. Ich fordere ihn dazu auf! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Amon: Können Sie ausschließen, dass Sie einmal Atomstrom bezogen haben?)
Abg. Amon: Aber überhaupt nicht!
Herr Minister, ich frage Sie, wie Ihre Anti-Atom-Politik funktionieren soll, wie Ihr Protest gegenüber Deutschland bei den Laufzeitverlängerungen funktionieren soll, wenn Sie einen Abgeordneten in Ihren Reihen haben, der persönlichen Profit daraus zieht, dass diese Laufzeitverlängerungen stattfinden (Abg. Rädler: Das hat man in Deutschland gemacht!) und unsichere Atomkraftwerke in Deutschland weiter am Netz gehalten werden? – Ich finde, das ist eine Ungeheuerlichkeit! (Abg. Amon: Aber überhaupt nicht!) Und wenn Wolfgang Schüssel einen Funken politischen Anstand hat, dann muss er sofort sein Mandat zurücklegen. Ich fordere ihn dazu auf! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Amon: Können Sie ausschließen, dass Sie einmal Atomstrom bezogen haben?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Amon: Können Sie ausschließen, dass Sie einmal Atomstrom bezogen haben?
Herr Minister, ich frage Sie, wie Ihre Anti-Atom-Politik funktionieren soll, wie Ihr Protest gegenüber Deutschland bei den Laufzeitverlängerungen funktionieren soll, wenn Sie einen Abgeordneten in Ihren Reihen haben, der persönlichen Profit daraus zieht, dass diese Laufzeitverlängerungen stattfinden (Abg. Rädler: Das hat man in Deutschland gemacht!) und unsichere Atomkraftwerke in Deutschland weiter am Netz gehalten werden? – Ich finde, das ist eine Ungeheuerlichkeit! (Abg. Amon: Aber überhaupt nicht!) Und wenn Wolfgang Schüssel einen Funken politischen Anstand hat, dann muss er sofort sein Mandat zurücklegen. Ich fordere ihn dazu auf! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Amon: Können Sie ausschließen, dass Sie einmal Atomstrom bezogen haben?)
Abg. Amon: Können Sie eben nicht ausschließen!
Ich kann es ausschließen, weil ich Ökostrom beziehe. Aber in Österreich kann man es leider nicht ausschließen (Abg. Amon: Können Sie eben nicht ausschließen!), weil wir auch viel zu wenig Aktivitäten setzen, um erneuerbare Energie zu fördern. In dieser Hinsicht sollten Sie sich mit Deutschland zusammentun! (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich kann es ausschließen, weil ich Ökostrom beziehe. Aber in Österreich kann man es leider nicht ausschließen (Abg. Amon: Können Sie eben nicht ausschließen!), weil wir auch viel zu wenig Aktivitäten setzen, um erneuerbare Energie zu fördern. In dieser Hinsicht sollten Sie sich mit Deutschland zusammentun! (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Bartenstein: Was sagen Sie zu Siemens?
Das zeigt, wodurch die österreichische Umweltpolitik bestimmt wird, und deshalb bin ich der Meinung, Österreich braucht unbedingt ein eigenständiges, starkes und engagiertes Umweltministerium. (Abg. Dr. Bartenstein: Was sagen Sie zu Siemens?) Bis vor Kurzem war mir nicht bewusst, dass man auch dazusagen muss: ein von Atomkonzernen unabhängiges Umweltministerium. (Abg. Dr. Bartenstein: Polit-Theater!) Das muss, denke ich, in Österreich eine Selbstverständlichkeit sein.
Abg. Dr. Bartenstein: Polit-Theater!
Das zeigt, wodurch die österreichische Umweltpolitik bestimmt wird, und deshalb bin ich der Meinung, Österreich braucht unbedingt ein eigenständiges, starkes und engagiertes Umweltministerium. (Abg. Dr. Bartenstein: Was sagen Sie zu Siemens?) Bis vor Kurzem war mir nicht bewusst, dass man auch dazusagen muss: ein von Atomkonzernen unabhängiges Umweltministerium. (Abg. Dr. Bartenstein: Polit-Theater!) Das muss, denke ich, in Österreich eine Selbstverständlichkeit sein.
Beifall bei den Grünen.
Ich erwarte Ihre Erklärungen, Herr Minister. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
daherreden. Ich meine, das entbehrt jeder Grundlage und fällt in die Kategorie „lächerlich“, nämlich zu sagen, dass das Lebensministerium von Atomkonzernen abhängig ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Ich weiß nicht, wo Sie Derartiges hernehmen. Im Gegenteil: Gerade im Lebensministerium, im Umweltministerium gibt es ausgewiesene Experten für die Atomkraft, die absolut auf der Linie der österreichischen Bundesregierung sind, nämlich, dass für uns Atomkraft keine Option ist, für eine nachhaltige Energieversorgung keine Option ist, auch als Maßnahme für den Klimaschutz. So steht es auch im Regierungsübereinkommen – und danach handeln wir! (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Eines möchte ich hier auch klar sagen, weil immer wieder gesagt wird – das ist zuletzt vor wenigen Tagen angesprochen worden –, wir wären gegenüber Tschechien und der Slowakei härter als gegenüber Deutschland. Das stimmt in gar keiner Weise. Für uns, für mich ist ganz klar, dass wir uns allen unseren Nachbarn gegenüber gleich verhalten. Wir erwarten nicht nur von den Tschechen und den Slowaken klare und transparente Information, sondern auch von Deutschland. Sie sehen es an den Reaktionen der Mitglieder der deutschen Schwesterpartei, die gestern hier in Wien waren. Die haben mir mitgeteilt, ich soll mich weniger um Deutschland kümmern als um die osteuropäischen Reaktoren. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Dafür, dass ich darauf verwiesen habe, dass Sie das im IG-Luft-Bericht nachlesen können, bitte ich um Verständnis, aber das ist ein großer Bericht, der ja auch Ihnen zur Verfügung steht, und daher können Sie sich auch dort die Information herausholen. Das ist keine Bösartigkeit, sondern nur ein Verweis darauf, wo Sie die Information finden können, um nicht eine ellenlange Beantwortung machen zu müssen. Das hat einen rein praktischen Grund. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: Und der Voves!
Abgeordneter Gerhard Köfer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Geschätzte Damen und Herren! In einer Nationalratssitzung im Juli dieses Jahres wurde eine Novelle des Immissionsschutzgesetzes IG-Luft beschlossen. Damit wurden den Landeshauptleuten in Österreich mehr Kompetenzen im Luftschutzbereich zugestanden. Das ist auch gut so – vorausgesetzt, der Landeshauptmann/die Landeshauptfrau ist auch an Lösungen interessiert und arbeitet sachorientiert und ist nicht ein Landesstreithansl, wie wir einen solchen in Kärnten vorfinden (Ruf bei der ÖVP: Und der Voves!), der sich ausschließlich mit einem Bankendesaster, mit Stadionpleiten, mit Ortstafelverrückungen, mit Fotoshootings und mit dem Ausrichten von „10. Oktober-Feiern“ beschäftigt.
demonstrativer Beifall bei der FPÖ
Aber nicht nur Atommüll stellt ein riesiges Problem dar, viel direkter betrifft alle Bürger unseres Staates das Problem mit den neuen Energiesparlampen, die eigentlich wegen des Quecksilberanteils als Sondermüll entsorgt werden müssten. In meinen Augen waren die Verantwortlichen bei der Einführung dieser Energiesparlampen reichlich naiv (demonstrativer Beifall bei der FPÖ), denn in den meisten europäischen Ländern muss aufgrund der Erfahrungen befürchtet werden, dass diese gefährlichen Lampen mit dem ganz normalen Hausmüll entsorgt werden, was natürlich für unsere Umwelt künftig Schlimmes befürchten lässt.
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren, allein diese drei Aspekte – nämlich Atommüllendlagerung, Entsorgung von Energiesparlampen und Feinstaubbekämpfung – zeigen, dass die Grünen zwar mit ihrer Thematik langsam zu ihren Wurzeln zurückfinden, aber thematisch möglicherweise nicht oder nicht mehr ganz den Nerv der Zeit treffen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Brunner: Sie haben die Fragen nicht verstanden!
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Geschätzter Herr Bundesminister! Herr Präsident! Hohes Haus! Schulanfang ist, die Ferien sind vorbei – und Frau Abgeordnete Brunner ist draufgekommen, dass sie im letzten Juli nicht wirklich mitgearbeitet hat, das IG-Luft nicht mitdiskutiert und nicht mitbeschlossen und irgendwie Nachlernbedarf hat. (Abg. Mag. Brunner: Sie haben die Fragen nicht verstanden!) Jetzt hat Frau Abgeordnete Brunner Anfragen gestellt, und die hat sie selbst nicht verstanden, weil sie sich halt leider die Grundlagen dazu nicht erarbeitet hat, und jetzt müssen wir das alles noch einmal diskutieren. Das ist das ganze Thema.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Das ist die ganze grüne Kreativität in der Politik! Ich kann nur sagen: Peinlich, peinlich, peinlich, weit habt Ihr es gebracht, da werdet Ihr nichts mehr gewinnen! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Ihre Sorgen möchten wir haben!
Meine Damen und Herren, es ist wirklich ärgerlich: Wir haben in Österreich gute Lösungen für viele Herausforderungen. Wir haben in Europa sehr viele Herausforderungen und brauchen jeden guten Kopf. Schade, dass die grünen Chefpolitiker hier im Haus nicht imstande sind, das, was durchaus interessierte Menschen draußen formulieren, hier in dieses Haus hereinzubringen. Das ist wirklich ärgerlich! Und ich muss ehrlich sagen: Wir hätten uns eine bessere grüne Partei in diesem Haus verdient. Dieser Zustand ist unerträglich! (Abg. Öllinger: Ihre Sorgen möchten wir haben!)
Abg. Mag. Schatz: Sollen wir jetzt über die Qualität Ihrer politischen Arbeit und die Qualität Ihrer Rede reden?!
Wir haben hier auch das Thema „Anti-Atompolitik“. Wenn den Grünen immer nur ... (Abg. Mag. Schatz: Sollen wir jetzt über die Qualität Ihrer politischen Arbeit und die Qualität Ihrer Rede reden?!) Ja, können Sie ruhig.
Abg. Mag. Schatz: Sie brauchen nur eine Taste zu drücken, dann finden Sie unsere Konzepte!
Ihr seid entweder total dagegen oder nur dagegen. Das ist das „Spannende“ an Eurer Politik! (Abg. Mag. Schatz: Sie brauchen nur eine Taste zu drücken, dann finden Sie unsere Konzepte!)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist enttäuschend, dass das alles ist, was Ihr hier beizutragen habt. Ich würde mir wünschen – weil heute der erste Tag der neuen Tagungsperiode ist –, dass Ihr wieder von vorne anfangt, dass man mit Euch wieder über gesetzliche Materien ordentlich diskutieren kann, dass hier ein Input von Euch kommt, dass man dann wieder gemeinsam etwas beschließen kann, damit die Wähler draußen wissen, wozu Ihr überhaupt hier herinnen sitzt. Das ist meine Bitte an Euch! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich freue mich schon auf das kommende Arbeitsjahr, das nur mehr besser werden kann. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Lichtenecker: Das stimmt ja auch nicht, Herr Hofer!
Das heißt, wenn man Umweltpolitik wirklich glaubhaft macht – und ich verlange das nicht von jedem, ... (Abg. Dr. Lichtenecker: Das stimmt ja auch nicht, Herr Hofer!)
Beifall bei der FPÖ.
Aber ich sage noch einmal: Viele hier oder die meisten in den Reihen der Grünen leben das auch. Frau Glawischnig tut das mit Sicherheit nicht! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Steibl – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Moser –: Mit dem Fahrrad, bitte!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Dr. Moser. – Bitte. (Abg. Steibl – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Moser –: Mit dem Fahrrad, bitte!)
Abg. Mag. Brunner: Nicht einmal in der eigenen Partei!
Atompolitik: Ja, Sie können immer appellieren. Sie können zu Ihren Nachbarn fahren. Sie können versuchen, Allianzen zu schließen. – Sie schaffen es ja nicht einmal, in Ihrer Bruderpartei in Deutschland, der CDU, ein wirkliches Bekenntnis zu entwickeln (Abg. Mag. Brunner: Nicht einmal in der eigenen Partei!) und eine Handlungsstringenz durchzusetzen, die Abschied nimmt von der veralteten Atommeiler-Fortführungspolitik. Nein, Umsetzungskompetenz haben Sie keine – Durchsetzungskraft hier auch nicht!
Zwischenruf des Abg. Ing. Schultes
Konkrete Umweltpolitik (Zwischenruf des Abg. Ing. Schultes) – sofort, Herr Schultes –: Unsere Vorschläge liegen auf dem Tisch. Greifen Sie zu, und reden Sie nicht so einen Blödsinn hier! – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Das ist eine Frechheit! – Die das Rednerpult verlassende Abg. Dr. Moser: Ist ja wahr!)
Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Das ist eine Frechheit! – Die das Rednerpult verlassende Abg. Dr. Moser: Ist ja wahr!
Konkrete Umweltpolitik (Zwischenruf des Abg. Ing. Schultes) – sofort, Herr Schultes –: Unsere Vorschläge liegen auf dem Tisch. Greifen Sie zu, und reden Sie nicht so einen Blödsinn hier! – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Das ist eine Frechheit! – Die das Rednerpult verlassende Abg. Dr. Moser: Ist ja wahr!)
Beifall beim BZÖ.
Aber dieses Thema werden wir nicht lösen können, wenn jetzt die SPÖ auf die Grünen losgeht und auch die ÖVP, und zwar in einer etwas derben Art, auf die Grünen beziehungsweise auf die Opposition losgeht, oder wer auch immer, sondern dieses Thema können wir nur dann lösen, wenn wir hier wirklich Politik mit Maß und Ziel machen, denn es geht dabei um eine Symbiose von Umweltpolitik und Wirtschaftspolitik. Und wer das nicht versteht, der gefährdet letztlich auch den Standort hier in Österreich. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Lichtenecker: Das ist ja unglaublich! – Abg. Neubauer: Das ist echt ein Wahnsinn!
Ja stellen Sie sich das einmal vor (Abg. Dr. Lichtenecker: Das ist ja unglaublich! – Abg. Neubauer: Das ist echt ein Wahnsinn!): Wir haben dann in Österreich und in der EU den freien Warenverkehr, und wir haben den „freien Strahlenverkehr“ in der EU, und keiner kümmert sich mehr darum! – Da erwarte ich mir einen Aufschrei von dieser Bundesregierung, und da erwarte ich mir auch, dass diese Regierung nicht zusieht, wie ihr ehemaliger Bundeskanzler einen tollen Job bei einem Atomkonzern hat. Es sei ihm unbenommen – das ist das eine. Ob es moralisch vereinbar ist, hier zu sitzen und zugleich Regierungsprogramme mitzubeschließen, die die Anti-Atom-Politik propagieren (Zwischenruf des Abg. Amon), ist eine zweite Frage, Herr Kollege.
Zwischenruf des Abg. Amon
Ja stellen Sie sich das einmal vor (Abg. Dr. Lichtenecker: Das ist ja unglaublich! – Abg. Neubauer: Das ist echt ein Wahnsinn!): Wir haben dann in Österreich und in der EU den freien Warenverkehr, und wir haben den „freien Strahlenverkehr“ in der EU, und keiner kümmert sich mehr darum! – Da erwarte ich mir einen Aufschrei von dieser Bundesregierung, und da erwarte ich mir auch, dass diese Regierung nicht zusieht, wie ihr ehemaliger Bundeskanzler einen tollen Job bei einem Atomkonzern hat. Es sei ihm unbenommen – das ist das eine. Ob es moralisch vereinbar ist, hier zu sitzen und zugleich Regierungsprogramme mitzubeschließen, die die Anti-Atom-Politik propagieren (Zwischenruf des Abg. Amon), ist eine zweite Frage, Herr Kollege.
Beifall beim BZÖ.
Ein Satz noch zum Janecek-Urteil. Hier wird gesagt, Herr Minister, das wäre der Ermessensspielraum bei der Umsetzung der EU-Richtlinien. Aber da geht es um fundamentale Bürgerrechte. Es gibt ja ohnedies nicht viele Möglichkeiten, das IG-L umzusetzen. Aber wenn es Möglichkeiten gibt, die Bürgerrechte zu stärken, dann soll man das auf allen Ebenen tun. Das sagt ja auch die Aarhus-Konvention. Machen Sie das bei der Gen-Politik, machen Sie das bei der Atompolitik, und machen Sie das auch bei der Luft- und IG-L-Politik! – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Tadler.
Und wenn ich daran denke, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass heute durch die Medien gegeistert ist, dass Herr Profumo die Bank in Österreich verlassen muss und dafür mit 40 Millionen € abgefertigt wird, dann kommt mir wirklich das Grausen, wenn man noch dazu bedenkt, dass die eigenen Menschen in diesem Lande – 750 000 an der Zahl – von dieser Bundesregierung im Stich gelassen werden. Dafür sollten Sie sich schämen! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Tadler.)
Beifall bei der SPÖ.
An dieser Stelle noch einmal ein Dankeschön an die Parlamentsdirektion für diesen interessanten Austausch mit den KollegInnen in Deutschland! Dadurch ergaben sich Anregungen, die nun in unserem Arbeitsbereich auch Beachtung finden können, vor allem dahin gehend, das Petitionsrecht als verstärkten Austausch zwischen BürgerInnen und Abgeordneten auszubauen, denn mit den eingebrachten Petitionen und Bürgerinitiativen bringen die Menschen ja ihre tatsächliche Anliegen und Sorgen zum Ausdruck. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Strutz
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Meine Damen und Herren! Kollegin Lohfeyer, Sie haben ja schon auf den Austauschbesuch mit dem Deutschen Bundestag hingewiesen. Wenn wir über Petitionen und Bürgerinitiativen sprechen, dann geschieht das in diesem Haus meistens zu später Stunde, meistens ohne öffentliche Aufmerksamkeit, und das sollte uns wirklich ganz entschieden zu denken geben, weil der Unterschied, meine Damen und Herren, werte Kolleginnen und Kollegen, dermaßen frappant ist (Zwischenruf des Abg. Dr. Strutz), nämlich der Unterschied, Kollege Strutz, zwischen der Vorgangsweise im Deutschen Bundestag und der Vorgangsweise bei uns.
Abg. Amon: Nein, stimmt nicht!
Ich nenne Ihnen ganz konkret ein Hauptproblem aus meiner Sicht. Ein Hauptproblem ist, dass jede Petition in Österreich Abgeordnete benötigt, um überhaupt hier in das Haus eingebracht zu werden. Das ist einfach nicht zeitgemäß. Tut mir leid, zu Zeiten Franz Josephs und des ersten Parlaments hier ... (Abg. Amon: Nein, stimmt nicht!) Das stimmt sehr wohl! (Abg. Amon: Bei 500 Unterschriften ...!) Das ist eine Bürgerinitiative! Herr Kollege Amon, das ist keine Petition, sondern eine Bürgerinitiative. Diese Möglichkeit gibt es, da können 500 Bürgerinnen und Bürger eine Initiative starten. (Abg. Amon: Genau!) Ich komme darauf noch zu sprechen.
Abg. Amon: Bei 500 Unterschriften ...!
Ich nenne Ihnen ganz konkret ein Hauptproblem aus meiner Sicht. Ein Hauptproblem ist, dass jede Petition in Österreich Abgeordnete benötigt, um überhaupt hier in das Haus eingebracht zu werden. Das ist einfach nicht zeitgemäß. Tut mir leid, zu Zeiten Franz Josephs und des ersten Parlaments hier ... (Abg. Amon: Nein, stimmt nicht!) Das stimmt sehr wohl! (Abg. Amon: Bei 500 Unterschriften ...!) Das ist eine Bürgerinitiative! Herr Kollege Amon, das ist keine Petition, sondern eine Bürgerinitiative. Diese Möglichkeit gibt es, da können 500 Bürgerinnen und Bürger eine Initiative starten. (Abg. Amon: Genau!) Ich komme darauf noch zu sprechen.
Abg. Amon: Genau!
Ich nenne Ihnen ganz konkret ein Hauptproblem aus meiner Sicht. Ein Hauptproblem ist, dass jede Petition in Österreich Abgeordnete benötigt, um überhaupt hier in das Haus eingebracht zu werden. Das ist einfach nicht zeitgemäß. Tut mir leid, zu Zeiten Franz Josephs und des ersten Parlaments hier ... (Abg. Amon: Nein, stimmt nicht!) Das stimmt sehr wohl! (Abg. Amon: Bei 500 Unterschriften ...!) Das ist eine Bürgerinitiative! Herr Kollege Amon, das ist keine Petition, sondern eine Bürgerinitiative. Diese Möglichkeit gibt es, da können 500 Bürgerinnen und Bürger eine Initiative starten. (Abg. Amon: Genau!) Ich komme darauf noch zu sprechen.
Abg. Öllinger: Das wollen sie ja nicht, weil dann einiges Unangenehme herauskäme!
Hier gehe ich auf eine Petition ein, nämlich die Petition betreffend Reform des Pensionskassengesetzes. Meine Damen und Herren, das sind so wesentliche Fragestellungen – Kollege Neubauer hat das auch schon releviert –, dass Hunderttausende von Menschen betroffen sind und es unverständlich ist, warum wir das hier einfach enderledigen. Das wäre ein ganz klassisches Beispiel für ein Experten-Hearing gewesen, für ein Hearing im Petitionsausschuss. Wenn das nicht ausreicht, hätte man das eben weiterhin im Parlament, in den jeweiligen Ausschüssen vertiefend konstruktiv weiterdiskutieren müssen. (Abg. Öllinger: Das wollen sie ja nicht, weil dann einiges Unangenehme herauskäme!)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Ursula Haubner.
Last but not least: Ich bin davon überzeugt, wir sollten im Petitionsausschuss Usancen entwickeln, um effizienter mit BürgerInnenanliegen umzugehen. Ich bin auch davon überzeugt, dass wir eine Geschäftsordnungsänderung in diesem Bereich benötigen. Wir werden weiterhin darüber beraten und uns diesbezüglich, hoffe ich, auch konstruktiv miteinander austauschen, um im Rahmen der nächsten Petitionsrunde mit der Volksanwaltschaft zum Beispiel auch zu prüfen, wie da die Zusammenarbeit weiterhin vertieft werden kann, im Interesse der Bürgerinnen und Bürger in diesem Land. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Ursula Haubner.)
Abg. Mag. Brunner: Was heißt das?
Auch bei der Bürgerinitiative zur Verbesserung der tierschutzgesetzlichen Situation der Schweinehaltung in Österreich wurden von den Ministerien bedeutende Stellungnahmen vorgelegt. Auch daraus geht deutlich hervor, dass man für Diskussionen und Vorschläge zur Weiterentwicklung der Tierschutzangelegenheiten offen ist – immer mit Berücksichtigung der ökonomischen Möglichkeiten der Landwirtschaft, denn die Bäuerinnen und Bauern haben solche Maßnahmen natürlich umzusetzen. (Abg. Mag. Brunner: Was heißt das?)
Ruf bei der ÖVP: Ein Skandal!
Ich bin tief enttäuscht davon, dass eine Frauenministerin die Landwirtschaft (Ruf bei der ÖVP: Ein Skandal!), auch das Gastgewerbe und die Hausfrauen, also zwei Berufsgruppen und die Hausfrauen, auf eine Art und Weise vorführt, die vollkommen unwürdig ist, die diskriminierend ist. Selbstverständlich ist die Aufarbeitung eines Themas, das bestimmt ein wichtiges Frauenthema ist, notwendig, aber auf diese Weise ist sie auf keinem Fall gerechtfertigt! (Beifall bei der ÖVP.) Ich verwahre mich gegen solche Aussagen der Frauenministerin, auch hier an dieser Stelle, und ich denke, dass eine Rücknahme dieser Aussage auf jeden Fall angebracht wäre. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Warum?)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin tief enttäuscht davon, dass eine Frauenministerin die Landwirtschaft (Ruf bei der ÖVP: Ein Skandal!), auch das Gastgewerbe und die Hausfrauen, also zwei Berufsgruppen und die Hausfrauen, auf eine Art und Weise vorführt, die vollkommen unwürdig ist, die diskriminierend ist. Selbstverständlich ist die Aufarbeitung eines Themas, das bestimmt ein wichtiges Frauenthema ist, notwendig, aber auf diese Weise ist sie auf keinem Fall gerechtfertigt! (Beifall bei der ÖVP.) Ich verwahre mich gegen solche Aussagen der Frauenministerin, auch hier an dieser Stelle, und ich denke, dass eine Rücknahme dieser Aussage auf jeden Fall angebracht wäre. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Warum?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Warum?
Ich bin tief enttäuscht davon, dass eine Frauenministerin die Landwirtschaft (Ruf bei der ÖVP: Ein Skandal!), auch das Gastgewerbe und die Hausfrauen, also zwei Berufsgruppen und die Hausfrauen, auf eine Art und Weise vorführt, die vollkommen unwürdig ist, die diskriminierend ist. Selbstverständlich ist die Aufarbeitung eines Themas, das bestimmt ein wichtiges Frauenthema ist, notwendig, aber auf diese Weise ist sie auf keinem Fall gerechtfertigt! (Beifall bei der ÖVP.) Ich verwahre mich gegen solche Aussagen der Frauenministerin, auch hier an dieser Stelle, und ich denke, dass eine Rücknahme dieser Aussage auf jeden Fall angebracht wäre. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Warum?)
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Abgeordnete Dr. Susanne Winter (FPÖ): Herr Präsident! Werte Kollegen! Ich möchte auch ausdrücklich die leeren Sitze auf der Regierungsbank begrüßen, denn das ist einfach ganz unerhört. Aber es ist jedes Mal so, wenn es um den Petitionsausschuss geht. Man muss bedenken, dass es wirklich ein direkt demokratiepolitisches Instrument ist, und es interessiert niemanden von der Regierung, welche Vorwürfe, welche Anregungen, welche Beschwerden hier von der Bevölkerung kommen. So kann das einfach nicht gehen! (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Ich hoffe sehr, dass dieser Ausschuss tatsächlich aufgewertet wird. So wie jetzt gibt es keine Bürgernähe, und so gibt es auch keine Serviceleistung für die Bevölkerung. (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Eine Möglichkeit wäre, zu hinterfragen, warum lebende Tiere überhaupt als Ware bezeichnet werden. Ich sehe keinen Grund dafür, Lebewesen als Ware zu bezeichnen. Wir sollten in der EU eine Änderung der Begriffsbestimmung für lebende Tiere durchsetzen. Dann wären Tiere keine Ware, wir könnten dadurch die Verordnung umgehen und Bestimmungen zur Limitierung der Transportzeiten durchsetzen. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Gahr.
In der EU gibt es sehr wohl Gemeinschaftsbestimmungen, die verhindern sollen, dass Tieren beim Transport Schaden oder Leid zugefügt wird. Dafür gibt es in Österreich eine Reihe von Kontrollen. Nur trifft es bei diesen Kontrollen meistens die einheimischen Tiertransporte, die sich meist streng an die Regeln halten, die internationalen Tiertransporte machen da meist einen sehr geringen Prozentsatz aus. (Zwischenruf des Abg. Gahr.) Ein Grund dafür ist sicher, dass die Kontrollen meist an den Schlachtstätten durchgeführt werden, wo nur heimische Transporte ankommen, und die Strafe bei diesen Transporten ist dann schon für kleinste Vergehen sehr hoch.
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren! Nehmen wir die Petition dieser jungen Leute ernst, und befassen wir uns in Zukunft eingehend mit diesem Problem. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Mir ist das wichtig – egal, ob ich eine Bürgerinitiative oder Petition inhaltlich befürworte oder nicht. Ich denke, jede Bürgerin und jeder Bürger, die oder der sich die Mühe macht, ein Thema aufzugreifen, sich zu engagieren und Unterschriften zu sammeln, hat es verdient, dass wir uns hier im Nationalrat oder in den Ausschüssen darüber unterhalten, und wir haben dann sicherlich auch den Mut, unsere ablehnende Haltung zu bekunden, wenn das sein muss. (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Sie diskutieren gleich gar nicht, nur damit Sie es nicht ablehnen müssen!
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Wenn ich mir jetzt ein paar Petitionen oder Bürgerinitiativen anschaue, dann sehe ich zum Beispiel eine, bei der es darum geht, die Geschwindigkeitsbeschränkung auf einer Schnellstraße von 50 km/h auf 70 km/h zur erhöhen. – Das halte ich aus Gründen, die wir schon vorher diskutiert haben – Feinstaub, Gesundheitsbelastung und so weiter – für nicht sehr positiv. Ich meine aber trotzdem, dass wir das hier auch diskutieren sollen, wenn jemand Unterschriften sammelt und eine Petition einbringt. Wir werden unsere Meinung dazu auch kundtun. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Die Menschen haben zu Recht eine gewisse Erwartung, dass ihre Anliegen ernst genommen werden, und damit sollten wir sehr sensibel umgehen und diesen Erwartungen auch gerecht werden. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das geht nicht! Um 15 Uhr wäre sich das nie ausgegangen!
Abgeordneter Dietmar Keck (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wären heute nicht die Dringliche der Grünen und die kurze Debatte gewesen, dann hätte der Tagesordnungspunkt Petitionen um 15 Uhr stattgefunden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das geht nicht! Um 15 Uhr wäre sich das nie ausgegangen!) Das heißt, dieser Punkt wäre einmal zu einer Zeit behandelt worden, die wirklich angemessen ist, denn früher wurden die Tagesordnungspunkte, die Petitionen zum Gegenstand hatten, in diesem Haus immer um etwa 23 Uhr oder 24 Uhr behandelt. Das heißt, es ist schon ein gewaltiger Fortschritt, dass wir es geschafft haben, dass der Tagesordnungspunkt, bei welchem Petitionen und Bürgerinitiativen behandelt werden, in der Tagesordnung wirklich einmal vorgezogen wurde.
Beifall bei der SPÖ.
Man kann nur sagen: Die Tiertransportkontrollen in Österreich sind wirklich sehr streng. Im Jahr 2000 hat es 1 500 Tiertransportkontrollen auf der Straße gegeben. Das bedeutet, es finden viele Tiertransportkontrollen statt. Österreich ist wirklich bemüht, darauf zu schauen. Wir haben diesbezüglich darauf geachtet, einen hohen Level zu erreichen und das beste Tiertransportgesetz weltweit zu haben, auch zu halten und entsprechend zu kontrollieren. Es ist aber wirklich wichtig, was auch Kollege Spadiut gesagt hat – und da gebe ich auch den Schülerinnen und den Schülern der Bundeshandelsakademie in Graz recht –, nämlich innerhalb der EU darauf zu achten, dass Subventionen für Langestrecken-Tiertransporte gestrichen werden, dass es das in Zukunft in der EU und weltweit nicht mehr geben kann und darf. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Weinzinger: Wer ist das?
So kann man etwa vor Wahlen wie jener in der Steiermark, die bevorsteht, am Tag von dieser Richtung (in Richtung SPÖ) 20 Mal „Voves!“ und von dieser Richtung (in Richtung ÖVP) 20 Mal „Schützenhöfer!“ schreien. Das ist eigentlich egal. (Abg. Weinzinger: Wer ist das?)
Beifall bei der FPÖ.
Ich hoffe nur, dass in wenigen Tagen die Regierungsparteien von den Wählerinnen und Wählern die Quittung erhalten und nur wenige Stimmen einhamstern können. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner. – Abg. Lausch: Da müssen Sie selbst schmunzeln!
Abgeordnete Mag. Gertrude Aubauer (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Gleich zu meinem geschätzten Vorredner: Sie haben gesagt, dass im Ausschuss die Anliegen der Bürger schubladisiert werden. Meine Wahrnehmung ist, dass das nicht der Fall ist! Natürlich können nicht alle Wünsche positiv erledigt werden. Warum? – Weil wiederum Interessen anderer Bürger dagegen stehen. Wir hier tragen die Verantwortung, abzuwägen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner. – Abg. Lausch: Da müssen Sie selbst schmunzeln!)
Abg. Öllinger: Die werden auch gleich weg sein!
Wir haben wenigstens noch einige wenige Zuhörer auf der Galerie. (Abg. Öllinger: Die werden auch gleich weg sein!) Herzlich willkommen! Es geht nämlich um Sie. Es geht um alle Bürgerinnen und Bürger, und ich hoffe, Sie werden nicht gleich weg sein!
Zwischenruf des Abg. Weinzinger.
An die Adresse der FPÖ, und zwar zur Kritik Ihres Abgeordneten Neubauer – er geht mir jetzt leider ab –, der gemeint hat, wir hätten uns erst für die Petition des Schutzverbandes der Pensionskassenberechtigten interessiert, als sich der ORF angesagt hat. – Davon kann gar keine Rede sein, wenn ich das so salopp sagen darf. Das Gegenteil ist der Fall! Seit mehr als einem Jahr kämpft der Seniorenbund für die Interessen der Pensionskassenberechtigten. Der überparteiliche Seniorenrat hat dazu sogar eine Resolution verabschiedet, in der diese Anliegen gestützt werden. (Zwischenruf des Abg. Weinzinger.)
Beifall bei der ÖVP.
Moment! Sie wollen wissen, wo dieses Anliegen steckt. Gut. Wo liegt die Lösung? – Wir brauchen faire und klare Regeln, wir wollen mehr Transparenz, wir wollen das System möglichst krisenfest machen. Wie weit sind die Beratungen? Das ist wohl die wichtigste Frage. – Im Sommer wurden die Daten gesammelt. Sie werden jetzt analysiert, und – ganz aktuell – die Gespräche des Seniorenrats mit den Pensionskassenverbänden gehen ins Finale. Wir erwarten in nächster Zeit auf dieser Ebene eine Einigung. Das ist positiv. Dann bedarf es schnell einer Reform des Pensionskassengesetzes. Dann sind die Politiker im Interesse einer fairen Altersvorsorge für möglichst viele Österreicher am Zug. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage jetzt: Wenn wir so mit den Interessen der Bürger umgehen und diese so behandeln oder, genauer gesagt, nicht behandeln, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn die Bürger das Vertrauen in die Politik verlieren! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wo ist die Lösung?
Wenn wir uns die Stellungnahmen des Finanzministeriums und des Sozialministeriums vom April 2010 anschauen, dann ist festzustellen, dass es darin wortidentisch heißt: Es wird „an einer baldigen und zufrieden stellenden Lösung“ für die Pensionistinnen und Pensionisten gearbeitet. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wo ist die Lösung?) Was haben wir jetzt? Es ist fast Oktober, und man hört nichts, und man sieht nichts!
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: So ist es!
Kollege Pirklhuber hat es schon angesprochen, dass das Recht der Bürger, eine Petition, nicht eine Bürgerinitiative, über einen Abgeordneten einzubringen, aus der Zeit der Monarchie stammt, als es nicht üblich war, dass der Bürger direkt an den Kaiser herantritt. Ich meine aber, dass die Zeiten der Monarchie nun längst vorbei sind. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: So ist es!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Ich habe den leisen Verdacht, dass wir über die Hintertür so manches wieder einführen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Daher sollten wir gemeinsam, alle fünf Parteien, bestrebt sein, den Petitionsausschuss aufzuwerten und wirklich zu einer Plattform zu machen, auf der Themen aufs Tapet gebracht und erörtert werden, die dann auch an die Öffentlichkeit kommen, damit die Menschen gewisse Situationen auch verstehen. In diesem Sinn sollten wir schleunigst eine Änderung vornehmen.
Beifall bei BZÖ, SPÖ und Grünen.
Ich habe nachgeschaut: Im Jahre 2006 hat es von Kollegin Wurm – ich weiß nicht, ob Sie sich erinnern, Frau Kollegin – einen Antrag bezüglich elektronischer Einreichung von Petitionen gegeben. Ich habe mir auch die damalige Stellungnahme durchgelesen, und ich denke, wir werden wieder einen Anlauf nehmen, und hoffe, dass dabei wirklich alle unterstützend eingreifen. (Beifall bei BZÖ, SPÖ und Grünen.)
Beifall bei BZÖ und Grünen sowie der Abg. Mag. Wurm.
Wir kommen, wie gesagt, um eine Reform der Geschäftsordnung nicht herum. Es ist in unser aller Interesse, eine Plattform zu schaffen, wo Anliegen eingebracht werden können, wo man zuhört, wo man Probleme erkennt, wo Lösungen vorgeschlagen werden, damit der Bürger nicht das Gefühl bekommt, dass er sich zwar sehr engagiert hat, das aber im Endeffekt nichts genutzt hat. Das will ich nicht! – Danke schön. (Beifall bei BZÖ und Grünen sowie der Abg. Mag. Wurm.)
Beifall beim BZÖ.
Wie ist es bei uns in Österreich? – Wer ein Anliegen hat, das haben wir auch gehört, braucht das richtige Formular, die vielen Unterschriften, und es bringt nichts. Es werden Erledigungsvorschläge ausgearbeitet, Beschlussempfehlungen verabschiedet. Dabei wäre eine E-Petition die Grundlage einer schnellen und transparenten Verbindung zwischen der Bevölkerung und dem Parlament, meine Damen und Herren! Es ginge also einfach. Warum packen wir es nicht an? Warum machen wir es nicht effizienter und transparenter? Warum machen wir das nicht? – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend, meine Damen und Herren: Die Rede der Frau Kollegin Höllerer hat mich tief getroffen. Ich bin ebenso schockiert über Ihre Ausführungen, wie Sie vorgegeben haben, über die Ausführungen der Frauenministerin schockiert zu sein. Ich habe bisher angenommen, dass es im Hohen Haus und in der österreichischen Politik einen politischen Grundkonsens gibt, dass wir uns alle gemeinsam gegen Menschenhandel, gegen Ausbeutung, gegen Sklaverei, in welchem Bereich auch immer, in Österreich, in Europa und weltweit aussprechen. Dafür steht die Sozialdemokratie, und ich appelliere an die ÖVP, diese Position mitzuvertreten. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Binder-Maier: Das stimmt doch gar nicht!
Kollege Weninger, Sie haben die Ausführungen von Frau Höllerer angesprochen. Ich glaube, wir sind uns schon darin einig, dass wir alle diese Taten verurteilen. Es geht hier jedoch darum, dass die Frau Staatssekretärin oder auch die Frau Bundesministerin für Frauenangelegenheiten gewisse Bevölkerungsgruppen und Branchen dieser Tätigkeiten bezichtigt, und das ist es, wofür sie sich zu entschuldigen haben. (Abg. Binder-Maier: Das stimmt doch gar nicht!) Doch! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Kollege Weninger, Sie haben die Ausführungen von Frau Höllerer angesprochen. Ich glaube, wir sind uns schon darin einig, dass wir alle diese Taten verurteilen. Es geht hier jedoch darum, dass die Frau Staatssekretärin oder auch die Frau Bundesministerin für Frauenangelegenheiten gewisse Bevölkerungsgruppen und Branchen dieser Tätigkeiten bezichtigt, und das ist es, wofür sie sich zu entschuldigen haben. (Abg. Binder-Maier: Das stimmt doch gar nicht!) Doch! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Leider entspricht aber momentan die Stadt Wien mit einem der größten Verwaltungskörper in unserer Republik eher dem „Schloß“ von Franz Kafka als einem öffentlichen Dienstleister im modernen Sinne, wie wir ihn bräuchten. Oft verspürt man auch eher politische Willkür als den politischen Gestaltungswillen, eine Region nachhaltig zu entwickeln. Vielleicht weht jedoch schon bald ein frischer Wind im Rathaus von Wien, und mit einer neuen Vizebürgermeisterin haben dann auch die Anrainergemeinden wieder einen starken Ansprechpartner. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir alle wissen, dass es einfach in vielen anderen Bereichen diese – ich möchte sagen – Zwangsarbeit gibt, wobei aus Billigländern Frauen – insbesondere Frauen! – nach Österreich gebracht werden. Das gibt es in der Pflege, das gibt es im ländlichen Bereich, das gibt es in der Kinderbetreuung. Die Zustände in diesem Bereich gehören einfach aufgezeigt und abgestellt, denn da gehören Frauen beziehungsweise jene Menschen, die unter Sklaverei und Ausbeutung leiden, geschützt. Ich wollte also nur anmerken, dass es sich dabei um einen Vergleich gehandelt hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Da heute immer wieder die Reform des Pensionskassengesetzes andiskutiert wurde, möchte ich nur noch kurz hinzufügen, dass sich im Regierungsübereinkommen ein klares Bekenntnis findet, dieses zu verändern. Das ist derzeit in Diskussion. Wichtig aus meiner Sicht ist, dass der Seniorenrat, der Schutzverband der Pensionskassen und die Sozialpartner mit eingebunden sind. Diese werden gemeinsam mit dem zuständigen Ministerium die Arbeit erledigen und ein neues Gesetz vorlegen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zeit. Politik ist hie und da mit großer Geduld verbunden, und dies manchmal eben auch in diesen Fällen, leider Gottes, aber es geschieht etwas, und es ist nicht so, dass die BürgerInneninteressen nicht wahrgenommen würden. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Zuständig ist hier der Lebens- und Umweltminister, also der aus dem Burgenland stammende Niki Berlakovich. (Zwischenruf des Abg. Hornek.) Ich hoffe sehr, dass er im Sinne der Burgenländerinnen und Burgenländer handelt, sich gegen dieses Monsterprojekt ausspricht und es stoppt, denn eines darf man auch nicht vergessen: Diese Fläche liegt inmitten des Natura 2000-Gebietes, in unmittelbarer Nähe der UNESCO-Welterbe-Kulturlandschaft Neusiedler See/Fertő beziehungsweise des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren, diese Beispiele zeigen deutlich, wie sehr wir die Anliegen von Petitionen und Bürgerinitiativen ernst nehmen, diese in den parlamentarischen Prozess einfließen lassen und per Gesetz auch umsetzen. Wir werden den vorliegenden Sammelbericht mit positiver Gewissheit zur Kenntnis nehmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ich glaube, der Petitionsausschuss hat eine wichtige Funktion hier im Haus. Es kann natürlich noch viel hinsichtlich der Arbeitsmöglichkeiten verbessert werden. Ich biete meine Zusammenarbeit in diesem Sinne an. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Daher darf ich mich auch im Namen der Bürgerinnen und Bürger, die die Volksanwaltschaft als unverzichtbare Anlaufstelle sehen können, nochmals recht herzlich für die hervorragende Arbeit und vor allem auch für die gute Zusammenarbeit bedanken und möchte auch Ihnen, sehr geehrte Volksanwältinnen und Herr Volksanwalt, und Ihrem Team zu dieser Arbeit gratulieren. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
weitergeben und großen Einsatz für all jene oft älteren Menschen zeigen. – Vielen Dank an die Volksanwaltschaft! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Harald Stefan (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frauen Volksanwältinnen! Sehr geehrter Herr Volksanwalt! Hohes Haus! Wir haben in den vorhergehenden Ausführungen und auch bereits im Ausschuss gehört – und es ist auch meine Überzeugung sowie diejenige unserer Fraktion –, dass die Volksanwaltschaft eine echte Erfolgsgeschichte ist – eine sehr sinnvolle Institution, die sehr viele gute Anregungen gebracht hat, sehr viele Missstände aufgezeigt hat und daher sehr nützlich in dieser Republik ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich ersuche Sie um Zustimmung und danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Cortolezis-Schlager.
Zum Abschluss – weil mich das sehr geärgert hat – eine Berichtigung an die Kollegin Cortolezis-Schlager, wenn Sie mir kurz das Ohr leihen: Sie können sich sicherlich daran erinnern, im Petitionsausschuss habe ich davon berichtet, dass die Volksanwaltschaft im Zusammenhang mit dem Bau einer Konzerthalle im Augarten tatsächlich Missstände festgestellt hat. – Sie, Frau Kollegin, haben das dementiert und gesagt, das genaue Gegenteil sei eingetroffen. So, dann hatten wir das im Plenum und haben diese Auseinandersetzung weitergeführt. Heute sind die Volksanwältinnen und der Volksanwalt da, Sie können sie fragen: Gibt es solche Feststellungen von Missständen, ja oder nein? (Zwischenruf der Abg. Mag. Cortolezis-Schlager.) – Wenn Sie nicht fragen, frage ich das. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Zum Abschluss – weil mich das sehr geärgert hat – eine Berichtigung an die Kollegin Cortolezis-Schlager, wenn Sie mir kurz das Ohr leihen: Sie können sich sicherlich daran erinnern, im Petitionsausschuss habe ich davon berichtet, dass die Volksanwaltschaft im Zusammenhang mit dem Bau einer Konzerthalle im Augarten tatsächlich Missstände festgestellt hat. – Sie, Frau Kollegin, haben das dementiert und gesagt, das genaue Gegenteil sei eingetroffen. So, dann hatten wir das im Plenum und haben diese Auseinandersetzung weitergeführt. Heute sind die Volksanwältinnen und der Volksanwalt da, Sie können sie fragen: Gibt es solche Feststellungen von Missständen, ja oder nein? (Zwischenruf der Abg. Mag. Cortolezis-Schlager.) – Wenn Sie nicht fragen, frage ich das. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall der Abgeordneten Huber und Mayerhofer.
Wenn man sich dann noch im Bericht ansieht, wie viele Polizisten es auf 80 Kilometern Autobahn gibt – wo immer gesagt wird, das ist der Brennpunkt, da gehören Kontrollen –, und man draufkommt, dass sich vier Beamte im Außendienst befinden, dann kann ich nur an die Regierungsparteien gewendet sagen: Beenden Sie das Schönreden! Die Polizei, die Exekutive braucht umgehend mehr Personal! (Beifall der Abgeordneten Huber und Mayerhofer.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Meine Damen und Herren! Minister Darabos soll sich dafür genieren, dass er jahrelang tatenlos zusieht und von dieser Bundesregierung kein Geld zur Verfügung gestellt wird. Die größten Befürworter der Wehrpflicht müssen, wenn sie den Bericht lesen, eigentlich zu dem Schluss kommen: Beenden wir die Wehrpflicht! Das ist ja unseren jungen Rekruten nicht zumutbar! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Königshofer.
Wenn sie die eigenen Kollegen einschüchtern, damit sie nicht zum Volksanwalt gehen, und zu disziplinarrechtlich ungesetzlichen Maßnahmen greifen, dann ist es an der Zeit, dass man disziplinarrechtlich zurückschlägt. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Königshofer.)
Beifall beim BZÖ sowie der Abg. Mag. Wurm.
Wir sind selbstverständlich auch für die Ausweitung von Prüfagenden, aber zuallererst – und das hat für mich höchste Priorität – sind die Regierungsparteien aufgefordert, das, was die Volksanwaltschaft aufzeigt, tatsächlich auch umzusetzen zum Wohle der Republik und unserer Mitbürger. (Beifall beim BZÖ sowie der Abg. Mag. Wurm.)
Zwischenruf des Abg. Windholz.
Aber nun zum Ernst, sehr geehrte Damen und Herren, zum Pflegegeld. 420 000 Menschen, das sind 5 Prozent der österreichischen Bevölkerung, beziehen Pflegegeld. (Zwischenruf des Abg. Windholz.) Die Einführung des Pflegegeldes ist eine große Sozialleistung der neunziger Jahre gewesen, die auf sozialdemokratische Initiative zurückzuführen ist. Ich rufe in diesem Zusammenhang den, leider nicht sehr lang, aber doch als Reformer in die Sozialpolitik eingegangenen Minister „Jolly“ Hesoun in Erinnerung, dem wir das zu verdanken haben.
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend: Zum Wohle von 420 000 Pflegegeldbeziehern, sehr geehrte Damen und Herren, wollen wir auch im Hinblick auf eine allgemeine Verbesserung der Pflegequalität in Österreich für gleiche Standards in allen Bundesländern sorgen und uns dafür einsetzen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Es sind noch eine Reihe von Einzelfällen, die diesen Bericht vervollständigen. Diese geben einen guten Eindruck von der Alltagsarbeit der Volksanwaltschaft, und sie bestätigen vor allem auch das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger, das in die Volksanwaltschaft gelegt wird. Auch dafür ein herzliches Dankeschön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
In diesem Sinne noch einmal herzlichen Dank an die Volksanwaltschaft. Ich wünsche mir, dass diese unsere Forderungen der Freiheitlichen, nämlich die Erweiterung der Prüfkompetenz, aber auch die Erweiterung des Handwerkzeugs für die Volksanwaltschaft, auf Resonanz stoßen und zur Umsetzung gelangen werden, nach Möglichkeit noch heuer. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Entschuldigung, dazu haben wir den Verfassungsgerichtshof!
In solchen Fällen wäre es schon gut, wenn dann auch eine Gesetzesprüfung – ob zum Beispiel der Gleichheitsgrundsatz erfüllt ist – auch durch die Volksanwaltschaft angeregt werden könnte. (Abg. Mag. Molterer: Entschuldigung, dazu haben wir den Verfassungsgerichtshof!) Na ja, schauen Sie: Eine Verordnungsprüfung, Herr Kollege Molterer, ist eben etwas anderes, denn das ist eine Vollziehungsgeschichte.
Abg. Mag. Molterer: Sie haben aber von der Gesetzesprüfung geredet!
Eine Gesetzesprüfung beim Verfassungsgerichtshof wäre eine Initiative, die nicht nur das Parlament, sondern auch die Volksanwaltschaft .... (Abg. Mag. Molterer: Sie haben aber von der Gesetzesprüfung geredet!) Ja, natürlich, völlig richtig. Sie haben mich richtig verstanden, Herr Kollege Molterer.
Abg. Mag. Molterer: Ist Ihnen bewusst, was Sie sagen?
Das will ich auch, dass die Volksanwaltschaft das machen kann. (Abg. Mag. Molterer: Ist Ihnen bewusst, was Sie sagen?) Ja, natürlich ist mir bewusst, was ich ... (Abg. Mag. Molterer: Offensichtlich nicht!) Ja, selbstverständlich, wir im Hause können das machen; und die Volksanwaltschaft, da sind wir fest überzeugt, sollte dieses Recht auch haben und ihre Kompetenz ausgeweitet bekommen. (Abg. Mag. Molterer: Der Holzinger wird sich freuen! – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Abg. Mag. Molterer: Offensichtlich nicht!
Das will ich auch, dass die Volksanwaltschaft das machen kann. (Abg. Mag. Molterer: Ist Ihnen bewusst, was Sie sagen?) Ja, natürlich ist mir bewusst, was ich ... (Abg. Mag. Molterer: Offensichtlich nicht!) Ja, selbstverständlich, wir im Hause können das machen; und die Volksanwaltschaft, da sind wir fest überzeugt, sollte dieses Recht auch haben und ihre Kompetenz ausgeweitet bekommen. (Abg. Mag. Molterer: Der Holzinger wird sich freuen! – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Abg. Mag. Molterer: Der Holzinger wird sich freuen! – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Das will ich auch, dass die Volksanwaltschaft das machen kann. (Abg. Mag. Molterer: Ist Ihnen bewusst, was Sie sagen?) Ja, natürlich ist mir bewusst, was ich ... (Abg. Mag. Molterer: Offensichtlich nicht!) Ja, selbstverständlich, wir im Hause können das machen; und die Volksanwaltschaft, da sind wir fest überzeugt, sollte dieses Recht auch haben und ihre Kompetenz ausgeweitet bekommen. (Abg. Mag. Molterer: Der Holzinger wird sich freuen! – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Ruf bei der ÖVP: Na he! – Unruhe bei der ÖVP.
Sie haben die Wahrheit nicht mit dem Löffel gefressen, wie wir auch aus verschiedensten konkreten politischen Ergebnissen Ihres Handelns wissen. (Ruf bei der ÖVP: Na he! – Unruhe bei der ÖVP.) Das muss man auch einmal klipp und klar sagen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Aber Sie schon!) Das habe ich nicht behauptet! (Abg. Mag. Molterer: Oh ja, die ganze Zeit! – Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Aber Sie schon!
Sie haben die Wahrheit nicht mit dem Löffel gefressen, wie wir auch aus verschiedensten konkreten politischen Ergebnissen Ihres Handelns wissen. (Ruf bei der ÖVP: Na he! – Unruhe bei der ÖVP.) Das muss man auch einmal klipp und klar sagen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Aber Sie schon!) Das habe ich nicht behauptet! (Abg. Mag. Molterer: Oh ja, die ganze Zeit! – Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Abg. Mag. Molterer: Oh ja, die ganze Zeit! – Zwischenruf des Abg. Hornek.
Sie haben die Wahrheit nicht mit dem Löffel gefressen, wie wir auch aus verschiedensten konkreten politischen Ergebnissen Ihres Handelns wissen. (Ruf bei der ÖVP: Na he! – Unruhe bei der ÖVP.) Das muss man auch einmal klipp und klar sagen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Aber Sie schon!) Das habe ich nicht behauptet! (Abg. Mag. Molterer: Oh ja, die ganze Zeit! – Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Beifall bei den Grünen.
Ein Dankeschön an dieser Stelle auch für Ihr Engagement, was die Öffentlichmachung dieser BürgerInnenanliegen betrifft, gerade auch über die entsprechende Sendung. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Steibl: Wie lange dauert die gute Hoffnung?
erinnern, dass man zu Taten schreitet. (Abg. Steibl: Wie lange dauert die gute Hoffnung?)
Beifall beim BZÖ.
(Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zusammengefasst: Die Problemdarstellung im Bericht ist sehr umfassend. An der Umsetzung von praktikablen und kindgerechten Maßnahmen wird gearbeitet, und wir werden demnächst über mögliche Vorschläge diskutieren können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, dass die Volksanwaltschaft eine hervorragende Arbeit macht, und möchte mich auch bei den Damen und Herren der Volksanwaltschaft und bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedanken. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: ... Stadion!
Ich komme zum Schluss: Wir haben heute einen Vorwahlkampftag gehabt – das sehen wir, jetzt sind die Reihen der Wahlkämpfer leer, die sind draußen vor Ort. Aber ich habe mir natürlich auch angesichts der Situation vor Ort ... (Abg. Dr. Cap: ... Stadion!) Im Stadion sind sie? Kann sein, ja, vielleicht haben es die Fußballmannschaften notwendig, dass sie von Westenthaler und Co unterstützt werden. Ich weiß nicht, ob es viel hilft.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Dr. Cap: Das war fast ein Schüttelreim!
Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Dr. Cap: Das war fast ein Schüttelreim!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe nur eine Anmerkung oder Frage: Im Artikel 18 des OPCAT steht eben zu diesen nationalen Präventionsmechanismen, die vorgesehen sind, dass die Institutionen unabhängig sein müssen und entsprechende Sachkompetenz brauchen und die Personengruppe, die das macht, angemessene Anteile der ethnischen Gruppen aber auch eine ausgeglichene Vertretung der Geschlechter repräsentieren muss. Ich glaube, da müsste man in Hinblick auf die Geschlechterverteilung, jedenfalls was den jetzigen Menschenrechtsbeirat betrifft, noch ein bisschen nachbessern, und auch dabei hätten sie natürlich unsere Unterstützung. Ich danke schön! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Dafür ein herzliches Dankeschön, und wir sind natürlich froh, wenn diese Tätigkeit auch im neuen Berichtsjahr positiv für die betroffenen Bürger fortgesetzt wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Frauen Volksanwältinnen, sehr geehrter Herr Volksanwalt, ich danke Ihnen. Ich danke der Volksanwaltschaft für ihre für die Menschen so wichtige Tätigkeit und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: Jawohl! Zu Recht!
Sie zeigen Missstände auf, zum Beispiel die ungleichen Seniorentarife bei den Wiener Linien. Worum geht es? Frauen erhalten Seniorenermäßigung ab 60, Männer jedoch erst ab 65 Jahren. (Abg. Mag. Wurm: Jawohl! Zu Recht!) Wie sieht das die Volksanwaltschaft? – Dr. Kostelka bezeichnete die ungleichen Seniorentarife der Wiener Linien im Ausschuss als eklatanten Fall der Diskriminierung der Männer. (Beifall des Abg. Hornek. – Zwischenrufe des Abg. Neubauer.) Frau Dr. Brinek sprach in einer Presseaussendung von einem glatten Gesetzesbruch. Danke für Ihre klaren Worte, geschätzte Volksanwälte!
Beifall des Abg. Hornek. – Zwischenrufe des Abg. Neubauer.
Sie zeigen Missstände auf, zum Beispiel die ungleichen Seniorentarife bei den Wiener Linien. Worum geht es? Frauen erhalten Seniorenermäßigung ab 60, Männer jedoch erst ab 65 Jahren. (Abg. Mag. Wurm: Jawohl! Zu Recht!) Wie sieht das die Volksanwaltschaft? – Dr. Kostelka bezeichnete die ungleichen Seniorentarife der Wiener Linien im Ausschuss als eklatanten Fall der Diskriminierung der Männer. (Beifall des Abg. Hornek. – Zwischenrufe des Abg. Neubauer.) Frau Dr. Brinek sprach in einer Presseaussendung von einem glatten Gesetzesbruch. Danke für Ihre klaren Worte, geschätzte Volksanwälte!
Beifall bei der ÖVP.
Es besteht also Handlungsbedarf. ÖBB und Wiener Linien sind aufgefordert, das Gleichbehandlungsgesetz einzuhalten. Schluss mit einer Diskriminierung der Männer. Danke, werte Volksanwälte, für das Aufzeigen von Problemen, danke für Ihre detaillierten Berichte, eine wichtige Herausforderung für unsere Arbeit hier im Parlament! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Hornek: Wie viel bekommt der Hundstorfer?
Zum Beispiel erhält der Aufsichtsratsvorsitzende von Porsche zirka 55 000 € jährlich an Agrarsubventionen (Abg. Hornek: Wie viel bekommt der Hundstorfer?) mit der Begründung: Direktzahlung zur Gewährleistung eines stabilen Einkommens. So könnte man die Liste fortsetzen. Da gibt es Topverdiener in den Landwirtschaftskammern, die im Durchschnitt 56 000 € bekommen. (Abg. Hornek: Hören Sie doch auf mit den Klassenkämpfen!)
Abg. Hornek: Hören Sie doch auf mit den Klassenkämpfen!
Zum Beispiel erhält der Aufsichtsratsvorsitzende von Porsche zirka 55 000 € jährlich an Agrarsubventionen (Abg. Hornek: Wie viel bekommt der Hundstorfer?) mit der Begründung: Direktzahlung zur Gewährleistung eines stabilen Einkommens. So könnte man die Liste fortsetzen. Da gibt es Topverdiener in den Landwirtschaftskammern, die im Durchschnitt 56 000 € bekommen. (Abg. Hornek: Hören Sie doch auf mit den Klassenkämpfen!)
Abg. Tamandl: Haben Sie die falsche Rede mit?
Abschließend möchte ich sagen, viele Anregungen der Volksanwaltschaft, die Verbesserungen für die Bevölkerung bringen würden, werden derzeit nicht umgesetzt, weil es eben die Budgetsituation nicht zulässt. Nur wenn wir das nächste Budget so erstellen, dass die, die es sich leisten können, auch ihren Beitrag leisten müssen (Abg. Tamandl: Haben Sie die falsche Rede mit?), nur dann werden wir in Zukunft die Vorschläge der Volksanwaltschaft tatsächlich umsetzen können.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hornek: Der Ruttenstorfer war es! – Abg. Mag. Auer – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Nein, der Brecht!
Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hornek: Der Ruttenstorfer war es! – Abg. Mag. Auer – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Nein, der Brecht!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap.
Das ist kein rhetorischer Dank. Das ist ein Dank, den ich wirklich so empfinde, denn ich bin tatsächlich der Meinung, Sie alle drei führen Ihr Amt so, wie es vom Gesetzgeber gedacht war, nämlich parteifern und bürgernah. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Es ist natürlich nicht verwunderlich, wenn gerade zu Wahlkampfzeiten dieses Thema aufs Tapet kommt. Tatsache ist, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass Mindestsicherungsbezieher ohnehin dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen müssen, und jede zumutbare Arbeit, die vermittelt wird, muss auch angenommen werden. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Falls Sie es noch nicht mitbekommen haben, es liegt ein Entschließungsantrag dazu vor.
Abg. Neubauer: Von welchem Bundesland sprechen Sie?
Falls Hilfsorganisationen wie Caritas, Volkshilfe oder auch Gemeinden freie Stellen anbieten, werden auch da die Langzeitmindestsicherungsbezieher selbstverständlich an diese weitervermittelt und gefördert. Wer eine zumutbar Stelle ablehnt, hat mit Sanktionen zu rechnen, und im Extremfall geht das bis zur Streichung der Mindestsicherung. Tatsache ist, mit dem Beschluss und der Einführung der Mindestsicherung ist natürlich eines auch geschehen, sie ist wesentlich missbrauchssicherer als die bisherige Sozialhilfe. (Abg. Neubauer: Von welchem Bundesland sprechen Sie?)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend möchte ich mich auch recht herzlich für die tolle Arbeit der Volksanwaltschaft bedanken und alles Gute für die Zukunft wünschen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: „Ordnungsgemäß“ können sie nicht sein!
Aufgabe der Volksanwaltschaft ist es auf der einen Seite – das ist in 10 bis 15 Prozent der Fälle tatsächlich notwendig –, Fehlentwicklungen in der Verwaltung oder, wie es die Bundesverfassung sagt, Missstände in der Verwaltung zu beheben, aber andererseits auch, wie Herr Abgeordneter Großruck vorhin gesagt hat, in den anderen Fällen zu erklären, dass die Gesetze so sind, wie sie sind, und dass diese ordnungsgemäß von den Beamten umgesetzt wurden. (Abg. Scheibner: „Ordnungsgemäß“ können sie nicht sein!) Auch das ist letztendlich ein sehr wichtiges Element, weil ein unzufriedener Bürger einer Verwaltung gegenübersteht, die nicht in der Lage ist, zu erklären, warum so zu entscheiden war – und eben nicht anders entschieden werden konnte.
Abg. Scheibner: Da haben wir etwas bewirkt, wenn wir ein gutes Gefühl haben!
Danke vielmals für die Bemerkungen im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der Rechtsstellung der Volksanwaltschaft. Jedes Mal, wenn man im Hohen Haus ist, geht man hier mit dem Gefühl weg, dass sich jetzt doch etwas tun wird. (Abg. Scheibner: Da haben wir etwas bewirkt, wenn wir ein gutes Gefühl haben!) Ich hoffe, wir müssen nicht bis zum nächsten Mal warten. Ich bin davon überzeugt, dass in absehbarer Zeit im Zusammenhang mit dem OPCAT ein Begutachtungsverfahren durchgeführt wird, bei dem der Volksanwaltschaft die Aufgabe des Nationalen Präventionsmechanismus nach dem OPCAT übergeben werden soll.
Allgemeiner Beifall.
Dass wir dazu in der Lage sind, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist nicht zuletzt auch dem Nationalrat zu verdanken. Es war ein einstimmiger Beschluss des Nationalrates, mit dem die Vertreter der österreichischen Volksanwaltschaft bei der Vergabesitzung auftreten konnten. Und dieser hat ganz deutlich gezeigt, dass wirklich die gesamte Republik haben möchte, dass diese Einrichtung nach Wien kommt. Das war ein nicht unwesentliches Argument, sich für Wien und nicht für ein anderes europäisches oder außereuropäisches Land beziehungsweise eine andere Stadt zu entscheiden. – Herzlichen Dank auch dafür! (Allgemeiner Beifall.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Ähnlich ist es mit der Frage des Strafvollzugs. Sie haben es zum Teil angesprochen und zum Teil im Ausschuss schon artikuliert: So, wie sich Wirtschaft globaler abspielt, wie Wirtschaftskooperationen anders stattfinden als noch vor 20 oder 30 Jahren, ist auch Kriminalität anders unterwegs, entfaltet ihre Vernetzungen auf eine Weise, wodurch auch Strafvollzug, Justiz und Richterschaft in einem hohen Maße herausgefordert sind. Ich denke, da muss einerseits das getan werden, was jetzt vonseiten der Regierung, von der Ministerin getan wird, nämlich Wirtschaftskompetenz dorthin zu bringen, Prüfkompetenz in die Staatsanwaltschaft, Erhebungs- und Verfolgungskompetenz dorthin zu bringen, aber gleichzeitig auch Aufklärung durch die Volksanwaltschaft erfolgen. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Allgemeiner Beifall.
Wenn Sie, meine Damen und Herren, der Volksanwaltschaft weiterhin kooperativ begegnen, dann kann das Stück weiter gelingen. Ich freue mich darauf und bedanke mich. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Schönen Abend noch! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall des Abg. Hornek
Als Niederösterreicher freut es mich, dass zum Beispiel das Bundesland Niederösterreich sein Ziel erreicht hat. Ich möchte aber schon darauf verweisen, dass die Basis dazu noch zu einem Zeitpunkt gelegt wurde, als es in Niederösterreich eine gute, funktionierende Zusammenarbeit gegeben hat, während man in letzter Zeit aus Niederösterreich leider nur Poltern und Donnergrollen hört (Beifall des Abg. Hornek), um von den wirklichen Problemen abzulenken.
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend möchte ich Frau Bundesministerin Heinisch-Hosek danken, dass es ihr zum Beispiel gelungen ist, eine erfolgreiche Harmonisierung durch die Einbindung von 150 000 Vertragsbediensteten, Beamten und Landeslehrern in die Bundespensionsvorsorge zu erreichen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: ... gib Gas!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Singer. – Bitte. (Ruf bei der ÖVP: ... gib Gas!)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Dr. Glawischnig-Piesczek. – Abg. Kopf: Einsager!
Vor allem dem Präsidenten muss man danken!) – Die Mitarbeiter haben es geleistet. – Danke dem Präsidenten und den Mitarbeitern! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Dr. Glawischnig-Piesczek. – Abg. Kopf: Einsager!)
Abg. Mag. Gaßner: Du bist ein Oberösterreicher, du brauchst ...!
Für mich ist es nicht nachvollziehbar, wenn Bürgermeister Häupl die Umsetzung des auch von der Stadt Wien unterzeichneten Pakts (Abg. Mag. Gaßner: Du bist ein Oberösterreicher, du brauchst ...!) derzeit als Pensionsraub bezeichnet. Ich kann daher die Forderung von Staatssekretär Lopatka an die säumigen Bundesländer zur Vereinheitlichung der Pensionssysteme im Landes- und Gemeindebereich nur unterstützen.
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Wenn man in diesen Tagen mit der Bevölkerung über Pensionen und insbesondere über das Pensionsantrittsalter diskutiert, dann kommt eigentlich nur eine Forderung, nämlich: Gleiches Pensionsantrittsalter für alle. Das muss für alle gelten, auch für die Oesterreichische Nationalbank und für die Österreichischen Bundesbahnen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Gestern war keine ...!
Nicht lockerlassen ist dennoch die Devise. Steuermittel sind sparsamst und effizientest einzusetzen. Es ist nicht einzusehen, dass es noch immer drei Bundesländer gibt – Wien, Kärnten und Salzburg, wie wir bereits gehört haben –, die in der Anpassung der Pensionssysteme an das ASVG-System säumig sind, wobei ich gestern vernommen habe – oder heute – in der Plenardebatte (Abg. Scheibner: Gestern war keine ...!), dass Kärnten dabei ist, heute die Entscheidung zu ändern und hier etwas zu verbessern.
Beifall bei der FPÖ.
Ich verstehe auch nicht, dass es Landeshauptleute gibt, die es angesichts dieses Riesenschuldenberges, den der Bund hat und damit ja auch die Länder, zulassen, dass die Einsparpotenziale, die in der Höhe von 714 Millionen € nur in diesem einen Bereich wirken, nicht gehoben werden. Ich darf noch einmal daran erinnern, dass der Bund 180 Milliarden € Schulden hat und jeder Euro gebraucht wird, um die Staatshaushalte zu sanieren. Diese Vorgehensweise, die die Landeshauptleute hier decken, ist meiner Meinung nach unsozial und auch unverantwortlich allen anderen Steuerzahlern gegenüber. Ich hoffe, es wird sich da etwas ändern. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.
Wem ist damit geholfen? – Und da beginnt für mich die politische Erzählung der Geschichte. Hätten Sie 2003, 2004 eine Pensionsreform so gemacht und so geplant, dass sie in ihren Konsequenzen nicht erst im Jahr 2050 wirksam wird, hätten Sie sich so, wie das in den skandinavischen Ländern, Schweden vor allem, üblich ist, Zeit genommen, ein oder zwei Jahre darüber zu verhandeln, die Reform sauber zu machen, alle mit einzubeziehen und alle die Reform verstehen zu lassen, dann wäre das Ergebnis vermutlich ein wesentlich besseres. (Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.
Harmonisierung schaut anders aus. Leider wurde diese Chance vertan, und wir werden sie vermutlich in den nächsten fünf bis zehn Jahren – das sieht man leider an den Schwierigkeiten, die Sie miteinander haben – nicht so schnell wieder haben. (Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.) Das ist das eigentlich Tragische, denn die Menschen würden sich das erwarten, was der Kollege von der ÖVP gesagt hat: Ja, ein gemeinsames Pensionsrecht für alle, das gleiche Leistungen und gleiche Parameter für alle gewährleistet. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Harmonisierung schaut anders aus. Leider wurde diese Chance vertan, und wir werden sie vermutlich in den nächsten fünf bis zehn Jahren – das sieht man leider an den Schwierigkeiten, die Sie miteinander haben – nicht so schnell wieder haben. (Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.) Das ist das eigentlich Tragische, denn die Menschen würden sich das erwarten, was der Kollege von der ÖVP gesagt hat: Ja, ein gemeinsames Pensionsrecht für alle, das gleiche Leistungen und gleiche Parameter für alle gewährleistet. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Hakl: Nein! ...! – Ruf bei der ÖVP: Das Gegenteil hat er gesagt!
Unser Job wird es sein, darüber nachzudenken, wie wir da Gerechtigkeit schaffen. Man stelle sich vor, dass die größte Wirtschafts- und Finanzkrise in der Zweiten Republik viele dazu veranlasst hat, die sinnvolle Frage zu stellen: Wann geht es los mit der Staatsreform? Wann geht es los mit der Verwaltungsreform? Da könnten wir etwas hereinbringen! – Heute sind sie eigentlich enttäuscht. Heute konnte man dem Finanzminister zuhören, der offensichtlich im Hinterkopf hat, dass es höhere Steuereinnahmen gibt, und das heißt: Da kann man sich wieder drücken, da kann man sein Klientel schützen. (Abg. Mag. Hakl: Nein! ...! – Ruf bei der ÖVP: Das Gegenteil hat er gesagt!)
Beifall beim BZÖ.
Und es wird auch dazu kommen, dass man sich hier drückt. Das, was aus meiner Sicht kommen muss, ist ein einheitliches Pensionsrecht. Es ist nicht einzusehen, dass es solch eklatante Unterschiede gibt. Aus meiner Sicht ist unerheblich, ob jemand im Landesdienst oder im Gemeindedienst in einem Bundesland, vom Burgenland bis Vorarlberg, ist. Es muss dasselbe Pensionssystem gelten, und dafür gilt es sich nun einmal einzusetzen. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie vergeben damit eine Riesenchance. Die Verwaltungsreform und Staatsreform wird mittlerweile seit Jahrzehnten diskutiert, und das Ergebnis ist gleich null. Wenn die Frau Bundesministerin Schmied sagt, der Bund hat die volle Zuständigkeit, kommt die Antwort aus Niederösterreich: Nein, das Land macht das alles viel besser. Was sagt unser Gewerkschaftspräsident Neugebauer, das Sinnbild dieses alten Systems? Der hat einen Satz gesagt: Am gescheitesten ist, es bleibt alles, wie es ist. (Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Beifall beim BZÖ.
Nochmals: Ich darf Ihnen, Herr Präsident, und Ihren Mitarbeitern recht herzlich gratulieren. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Lapp: Die Bauern ...!
Es ist nicht richtig, wenn wir von der ÖVP so hingestellt werden, als wären wir gegen die ÖBB-Bediensteten! Das ist nicht richtig, sondern es geht, wie bereits gesagt, um dieses ganze System – und es geht auch darum, dass ein Ausgleich innerhalb der Berufsgruppen hergestellt werden muss. Dafür stehen wir von der ÖVP. (Abg. Mag. Lapp: Die Bauern ...!)
Beifall bei der ÖVP.
Kollege Öllinger ist jetzt zwar hinausgegangen, er hat aber die Langzeitversichertenregelung angesprochen. Ich kann Ihnen nur sagen, meine Damen und Herren: Sie alle hätten am 24. September 2008 die Möglichkeit gehabt, einer Regelung zuzustimmen, die der ÖAAB, die die ÖVP vorgelegt hat: ein Ausschleifen bei der Hacklerregelung, aber nicht Gratiszeiten im Bereich Krankenstand, im Bereich von Ausübungsersatzzeiten, die man ja ohnehin und ohne Weiteres nachkaufen kann. Das gratis herzugeben bedeutet beispielsweise, dass im vorigen Jahr nur aufgrund dieses Beschlusses aus dem Jahr 2008 25 Prozent diese Regelung in Anspruch genommen haben. Das macht diese Regelung unfinanzierbar, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Wir von der ÖVP sind auch da gesprächsbereit und fordern weiterhin Nachhaltigkeit in diesem System ein. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich fordere daher, dass im Zuge des nächsten Finanzausgleiches Mechanismen festgelegt werden, die spürbare Konsequenzen ermöglichen, wenn sich Vertragspartner – auch wenn es Bundesländer sind – nicht an Vereinbarungen halten. (Zwischenruf bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrter Herr Präsident Dr. Moser, ich bedanke mich bei Ihnen und Ihren Beamten für die kompetente Aufbereitung dieses heiklen Themas, das in diesem Bericht detailliert dargestellt wurde. Dank dieser Vorbereitungen sind wir einen wesentlichen und richtigen Schritt in die richtige Richtung weitergekommen – aber es ist dennoch ein Weg, der noch eine lange Distanz hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Der Rechnungshof kann daher nur darauf hinweisen, dass aus Gründen der Beitrags- und auch der Leistungsgerechtigkeit sowie zur Aufrechterhaltung der Finanzierbarkeit die Bemühungen in Richtung Harmonisierung weiter voranzutreiben sind. Harmonisierung bedeutet keine Schlechterstellung, sondern eine Gleichstellung mit anderen Beamten. – Ich danke Ihnen. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Entwicklungszusammenarbeit ist wichtig und notwendig. Wir haben ärmeren Staaten gegenüber nicht nur eine moralische Verpflichtung, zahlreiche Experten sind sich auch darin einig, dass eine mangelnde Unterstützung für die Entwicklungsländer auch die wohlhabenden Industriestaaten schädigt. Ich bitte, das zu bedenken. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Empfehlungen des Rechnungshofes durchaus zu einer weiteren Qualitätssteigerung geführt haben. Man braucht sich also auch weiterhin um die Effizienz der österreichischen Justiz keine Sorgen zu machen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Das heißt: klassisches Beispiel einer Verwaltungsreform im österreichischen Sinne. 250-prozentige Kostensteigerung für gleiche Leistung. Weiterer Kommentar überflüssig. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich glaube, wir sollten dringend dorthin schauen und nicht nachrechnen, ob jetzt zehn Personen mehr oder weniger in der ADA arbeiten. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Zufällig natürlich!
Verfahren gegen Politiker von ÖVP und SPÖ weisen ebenfalls eine lange Schreibtischverweildauer auf. Und da kann es dann schon vorkommen, dass unter den türmenden Aktenbergen die eine oder andere Sache verschwindet, wie wir das im Zuge des Spitzel-Untersuchungsausschusses ja bei einem ÖVP-Innenminister schon miterlebt haben. (Abg. Scheibner: Zufällig natürlich!) – Zufällig natürlich.
Beifall beim BZÖ.
Es ist, wie gesagt, sehr erfreulich, dass die wissenschaftlichen Mitarbeiter bei den Höchstgerichten gut und effizient arbeiten und auf ihren Schreibtischen auch Ordnung halten können. Aber gute, effiziente und vor allem zügige Arbeit sollte man in allen Rechtsbereichen erwarten können. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Mayerhofer.
Herr Kollege Lettenbichler, ich hoffe, Sie haben mir zugehört: So eitel Wonne ist es in der Justiz nicht, wie Sie es vorhin angeführt haben. – Danke. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Mayerhofer.)
Beifall bei der SPÖ.
Zusammenfassend kann man sagen, dass sowohl bei den Höchstgerichten als auch bei den vorgelagerten Instanzen der Justizbereich gefordert ist. Und ich denke, da sind Optimierungsvorschläge auch noch zu erwarten. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Es gibt zum Beispiel ein neues Unternehmenskonzept der ADA. Es gibt ein neues Drei-Jahres-Programm, das besser gegliedert ist. Es gibt zusätzliche Möglichkeiten, die man geschaffen hat, zum Beispiel im Bereich der Akquirierung von EU-Projekten. Mehr als 10 Millionen werden durch die ADA umgesetzt. Es gibt die zunächst als fehlend kritisierten Wirtschaftspartnerschaften, an die 70 an der Zahl, die ebenfalls bereits ein Volumen von 30 Millionen umsetzen, sodass man, glaube ich, wirklich sagen kann, die ADA arbeitet gut mit ihren Mitarbeitern, gut in der Sache und gut für Österreich, und ich möchte ihr sehr herzlich für diese Arbeit auch danken. – Das zum Rechnungshofbericht. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
überrascht bin, welch restriktive Rolle gerade die Frauen im Bereich Entwicklungszusammenarbeit in der SPÖ spielen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend möchte ich ganz einfach sagen, wir alle – und gerade alle Minister – sind aufgefordert, im Bereich Millenniumsziele und Entwicklungszusammenarbeit unseren Teil zu leisten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist eben sehr schwierig, mit einem Sparpaket von 520 Millionen € die Bundesheerreform fertigzustellen, aber ich denke, dass 80 Prozent davon bereits umgesetzt werden konnten und die restlichen Punkte sicherlich auf einem positiven Weg der Umsetzung sind. Daher werden wir diesen Bericht zur Kenntnis nehmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Zusammengefasst hat der Rechnungshof gesagt, dass die Schulaufsicht zu einer wirkungsvollen Controlling-Organisation weiterentwickelt werden muss, und die Frau Bundesminister hat sich eigentlich hier im Ausschuss bemüht und erklärt, hier Abhilfe zu schaffen und möglichst rasch Verbesserungen umzusetzen. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube – aber die Follow-up-Überprüfung wird es ans Licht bringen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kopf: Aber teuer ist ...!
Noch ein zweiter Aspekt, jenseits der Umsatzsteuerrückerstattung: Es gibt in diesem Bericht ja auch das Kapitel Sanitätswesen im Bundesheer – darüber hat bis jetzt noch niemand gesprochen: Spitäler, Heeresspitäler, Sanitätswesen –, das eine doppelte Schiene darstellt. Wir leisten uns im Heer eine Doppelstruktur, die aber qualitativ, das war ja auch das Erkenntnis des Rechnungshofberichtes, hinter der bestehenden Struktur von normalen Spitälern steht. (Abg. Kopf: Aber teuer ist ...!) Und diese Doppelstruktur hat der Rechnungshof sehr stark hinterfragt, vor allem auch, weil es zum Teil bis zu einer Gefährdung der Soldatinnen und Soldaten geht, der Menschen, deren Krankheiten dann behandelt werden müssen.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Danke, Herr Präsident Dr. Moser, für Ihre guten Berichte! Ich hoffe auf Follow-up-Berichte, genauso wie mein Kollege das artikuliert hat, denn darin besteht die echte Qualität des Rechnungshofes: dass er nicht nachlässt, sondern immer wieder seinen Finger in die Effizienzwunden der Republik legt. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Weninger.
Bei der medizinischen Versorgung der Präsenzdiener im Inland liegt keine entsprechende Planung vor, sagt der Rechnungshof. Und wenn schon im Inland kein Plan vorliegt, wenn es hier keinen Plan gibt, wie schaut das dann erst bei Auslandseinsätzen aus, meine sehr geehrten Damen und Herren? (Zwischenruf des Abg. Weninger.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Neubauer: Ihr seid eh für die Abschaffung des ...!
Momentan ist weder eine ordentliche Ausbildung unserer Grundwehrdiener gewährleistet noch, wie der Rechnungshofbericht zeigt, eine entsprechende medizinische Versorgung. – Herzlichen Dank! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Neubauer: Ihr seid eh für die Abschaffung des ...!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Matznetter: Den hat aber nicht der Kickl geschrieben!
(Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Matznetter: Den hat aber nicht der Kickl geschrieben!)
Die Tonanlage des Plenarsaals beginnt laute knackende Geräusche zu machen. – Abg. Dr. Jarolim: Frau Präsidentin, hören Sie bitte auf!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete ... (Die Tonanlage des Plenarsaals beginnt laute knackende Geräusche zu machen. – Abg. Dr. Jarolim: Frau Präsidentin, hören Sie bitte auf!) – Was ist da los? (Präsidentin Mag. Prammer ist nicht mehr über die Tonanlage zu hören. – Abg. Weinzinger: Kaum ist der Rechnungshof da, geht nichts mehr im Haus! – Heiterkeit.) Der Ton ist weg! Sie hören mich nicht mehr, glaube ich. – (Präsidentin Mag. Prammer ist wieder klar zu verstehen.) Geht es wieder?
Präsidentin Mag. Prammer ist nicht mehr über die Tonanlage zu hören. – Abg. Weinzinger: Kaum ist der Rechnungshof da, geht nichts mehr im Haus! – Heiterkeit.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete ... (Die Tonanlage des Plenarsaals beginnt laute knackende Geräusche zu machen. – Abg. Dr. Jarolim: Frau Präsidentin, hören Sie bitte auf!) – Was ist da los? (Präsidentin Mag. Prammer ist nicht mehr über die Tonanlage zu hören. – Abg. Weinzinger: Kaum ist der Rechnungshof da, geht nichts mehr im Haus! – Heiterkeit.) Der Ton ist weg! Sie hören mich nicht mehr, glaube ich. – (Präsidentin Mag. Prammer ist wieder klar zu verstehen.) Geht es wieder?
Präsidentin Mag. Prammer ist wieder klar zu verstehen.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete ... (Die Tonanlage des Plenarsaals beginnt laute knackende Geräusche zu machen. – Abg. Dr. Jarolim: Frau Präsidentin, hören Sie bitte auf!) – Was ist da los? (Präsidentin Mag. Prammer ist nicht mehr über die Tonanlage zu hören. – Abg. Weinzinger: Kaum ist der Rechnungshof da, geht nichts mehr im Haus! – Heiterkeit.) Der Ton ist weg! Sie hören mich nicht mehr, glaube ich. – (Präsidentin Mag. Prammer ist wieder klar zu verstehen.) Geht es wieder?
Beifall bei der SPÖ.
Mehr Personal ist ein wichtiger Forderungspunkt, den wir aufgrund des Rechnungshofberichtes auch aufnehmen werden, weil wir wissen, je mehr der Bereich der Finanzämter mit Personal ausgestattet ist, umso mehr kommt auch an Steuerschulden herein und wirken sonstige Maßnahmen. Dadurch wäre ein wichtiger Beitrag zu leisten, um Geld ins Budget zu bringen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall der Abg. Mag. Aubauer.
Der Rechnungshof hat einen Frauenanteil von 42,4 Prozent unter seinen Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern. (Beifall der Abg. Mag. Aubauer.) 30 Prozent der leitenden Funktionen sind von Frauen besetzt, und auch die Sektionen sind mit 40 Prozent von Frauen besetzt.
Allgemeiner Beifall.
Warum nehme ich das heute heraus? – Weil seit Juli dieses Jahres eine ganz tüchtige, ausgezeichnete Mitarbeiterin des Herrn Präsidenten zur Sektionschefin berufen wurde. Ich darf sehr, sehr herzlich Frau Mag. Helga Berger zur Sektionschefin im Rechnungshof gratulieren: herzliche Gratulation und Glückwunsch! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne, wie gesagt, hoffe ich sehr, dass der Herr Bundesminister Darabos, der dafür zuständig und verantwortlich ist, diese Empfehlung des Rechnungshofes nicht nur liest, sondern auch die Umsetzung vornimmt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich kenne Finanzamtsprüfungen anderer Art bei Kleinunternehmen, wo sich der Finanzbeamte für eine Belegprüfung von drei A4-Ordnern mehr als eine Woche Zeit nehmen kann. Dass dort Ressourcenmangel vorhanden ist, mag schon stimmen, aber auf der anderen Seite gibt es Ressourcen genug. Die Beamten müssten vielleicht von der Qualität her etwas nachgeschult werden oder müssten andere Dienstplätze einnehmen. Also wir brauchen nicht nur neue Beamte, wir brauchen flexible Beamte, qualifizierte Beamte für unser Steuergeld. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Also: herzlichen Dank für Ihre Arbeit! Ich hoffe, gemeinsam werden wir in den nächsten Jahren vielleicht doch das eine oder andere ein ganz klein wenig in Bewegung bringen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher der Hinweis an all jene, die sich in dieser Frage immer zu Wort melden: Es wäre gescheit, einmal mit den Gemeinden zu reden. Wir werden die Gelegenheit haben. Der Verfassungsgerichtshof wird uns das Thema auf den Tisch bringen. Ich hoffe, dass die Gemeinden dann in diese Diskussion eingebunden werden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei ÖVP und BZÖ: Restredezeit?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Mag. Gaßner gelangt nun zu Wort. – Bitte. (Rufe bei ÖVP und BZÖ: Restredezeit?)
Abg. Dr. Moser: Das ist ganz einfach: Da Rot und dort Schwarz!
Wenn man die Schulaufsicht und den Bericht des Rechnungshofes betrachtet, dann verwundert es, dass sich gerade die Schulaufsicht nicht an die Aufsichtsbehörde hält. Wenn man dem nachgeht, stellt sich allerdings heraus: Das Problem liegt in den beiden Ebenen, hier Bund/Bundesgesetzgebung, dort Land/Durchführung. (Abg. Dr. Moser: Das ist ganz einfach: Da Rot und dort Schwarz!) Daran scheitert es.
Beifall bei SPÖ, BZÖ und Grünen
Ich bin dem Herrn Präsidenten sehr dankbar dafür, dass er in seinen Ausführungen in der „Pressestunde“ sehr deutlich gesagt hat: Die Schule gehört in eine Hand, in Bundeshand! – Das ist entscheidend und sollte auch so durchgeführt werden (Beifall bei SPÖ, BZÖ und Grünen), wenn endlich die Einsicht kommt, dass es für Österreich nicht neun verschiedene Schulen geben kann.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Zentralist sondergleichen!
Weil ich schon dabei bin: Wenn wir die Schulen in Bundeshand geben, dann geben wir auch gleich die landwirtschaftliche Schule zur Bildungspolitik dazu, damit dann nicht wieder solche Schulbesetzungen passieren wie in Kematen in Tirol. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Zentralist sondergleichen!)
Abg. Weinzinger: Wie kommst du zu Milizsoldaten, wenn du keine Wehrpflicht mehr hast?
Ich sage Ihnen: Wenn Sie sich anschauen, wie viele Arztgeher es gibt, wenn eine Grundwehrdienerkompanie einrückt, und wie wenige Arztgeher es gibt, wenn eine Milizkompanie aus Freiwilligen einrückt, dann merken Sie, welchen Unterschied diese Einrichtungen dann zu verzeichnen hätten. (Abg. Weinzinger: Wie kommst du zu Milizsoldaten, wenn du keine Wehrpflicht mehr hast?)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Weinzinger: Aber du weißt ganz genau, dass das ein Traum ist!
Wie kommt man zu Milizsoldaten? – Indem man endlich dafür sorgt, dass der Grundsatz, dass man einen freiwilligen Beitrag zur Sicherheit der eigenen Heimat leistet, etwas Besonderes ist und nicht etwas Lästiges, das man nach hinten schiebt. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Weinzinger: Aber du weißt ganz genau, dass das ein Traum ist!)
Abg. Dr. Moser: Das stimmt ja gar nicht! – Abg. Dr. Walser: Wo haben Sie das her? Wo haben Sie das gelesen?
Also insgesamt ist das nur ein Symptom für ein Grundproblem, dass man es bis jetzt nicht geschafft hat, eine ernsthafte Diskussion über die Zukunft der militärischen Landesverteidigung zu führen. Wir wollen das, allerdings nicht so, wie das die Grünen wollen, die in Wirklichkeit die Abschaffung der militärischen Landesverteidigung zum Ziel haben. (Abg. Dr. Moser: Das stimmt ja gar nicht! – Abg. Dr. Walser: Wo haben Sie das her? Wo haben Sie das gelesen?) Das wollen wir nicht, sondern wir wollen eine effektive, eine schlagkräftige, eine moderne Landesverteidigung im internationalen Kontext haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Also insgesamt ist das nur ein Symptom für ein Grundproblem, dass man es bis jetzt nicht geschafft hat, eine ernsthafte Diskussion über die Zukunft der militärischen Landesverteidigung zu führen. Wir wollen das, allerdings nicht so, wie das die Grünen wollen, die in Wirklichkeit die Abschaffung der militärischen Landesverteidigung zum Ziel haben. (Abg. Dr. Moser: Das stimmt ja gar nicht! – Abg. Dr. Walser: Wo haben Sie das her? Wo haben Sie das gelesen?) Das wollen wir nicht, sondern wir wollen eine effektive, eine schlagkräftige, eine moderne Landesverteidigung im internationalen Kontext haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das wäre eine interessante Grundlage für eine wirklich fundierte Heeresreform. Ich hoffe, dass wir irgendwann einmal dazu kommen und nicht nur komisch lachen, wie es der Kollege von den Grünen macht, denn die führen ja ganz anderes im Schilde. (Beifall beim BZÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Bei den Follow-up-Prüfungen, die heute auf der Tagesordnung stehen, zeigte sich, dass 75 Prozent der Empfehlungen umgesetzt wurden. Bitte helfen Sie mit im Sinne einer effizienten Verwaltung, dass auch die restlichen 25 Prozent der Empfehlungen umgesetzt werden! – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der FPÖ.
recht. – Solchen Missbrauch wollen wir nicht zulassen. Daher diese erste Lesung. Ich freue mich auf die Debatte. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Das ist ja ausgenommen! Lesen Sie das Gesetz! Das ist ja unglaublich! Das Gesetz hat ein paar Paragraphen mehr!
Wenn Sie, Herr Dr. Rosenkranz – und da habe ich mich schon ein wenig gewundert –, in Ihrer Begründung ausführen, dass dieses sechsjährige Kind „ohne ausreichende Kenntnis der deutschen Sprache, Lebensweise, Kultur, Gesellschaft und Werte sowie des europäischen Verständnisses zu Toleranz, Rechtsstaat, Demokratie und Trennung von Staat und Religion und somit auch ohne integriert zu sein die österreichische Staatsbürgerschaft“ bekommt, „ja sogar einen Rechtsanspruch darauf“ hat, dann frage ich Sie: Stellen Sie da nicht zu große Anforderungen an ein sechsjähriges Kind? Montesquieu’sche Gewaltentrennung und, und, und! (Abg. Dr. Rosenkranz: Das ist ja ausgenommen! Lesen Sie das Gesetz! Das ist ja unglaublich! Das Gesetz hat ein paar Paragraphen mehr!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Ich habe es gelesen, ich habe auch Ihre Begründung gelesen, selbstverständlich, aber ich sage Ihnen eines: In unseren Augen ist hier kein Handlungsbedarf. Sie haben irgendeinen Fall konstruiert, und ich habe hier das vorgelesen, was Sie selber geschrieben haben. Das ist ungefähr gleich zynisch wie das, was Sie hier beschrieben haben, Herr Dr. Rosenkranz. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.
Abgeordneter Nikolaus Prinz (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Den vorliegenden Antrag der FPÖ zum Staatsbürgerschaftsgesetz darf ich dazu benutzen, um der FPÖ für ihre Anregungen und Bemühungen im Bereich der Integration und Einbürgerungen sehr herzlich zu danken. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.) Das Thema ist zweifellos ein wichtiges, und es verdient unsere Aufmerksamkeit.
Beifall bei der ÖVP.
Es besteht also kein Anlass, hier jetzt sozusagen übereilt tätig zu werden. Und von einer Verschenkung der Staatsbürgerschaft kann wirklich keine Rede sein. Hysterie, Übertreibung, Panikmache, wie es vonseiten der FPÖ geschieht, sind eigentlich nicht angebracht. Ich und auch andere vertrauen auf die wohlüberlegte, verantwortungsvolle Politik unserer Innenministerin. Da ist es in guten Händen. Diskutieren wir im Ausschuss weiter! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Vorstellungen der FPÖ, was das Zusammenleben betrifft, würden uns leider in eine katastrophale Situation bringen, und ich hoffe, dass die Regierungsparteien klug genug sind, diesem absurden Theater nicht zuzustimmen. – Danke vielmals. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Meine Fraktion sieht eher eine Notwendigkeit, das Staatsbürgerschaftsgesetz im Bereich der Widerrufsmöglichkeiten zu ändern. Die müssen ausgeweitet werden. (Beifall beim BZÖ.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Die gegenwärtige Regelung würde es bereits gestatten, zu sagen: Jawohl, dieses Kind ist aufgefunden worden auf Bundesgebiet, daher steht die rechtliche Vermutung für die Staatsbürgerschaft. Das könnte man in einer generösen Form jedenfalls so sehen, denn das Kind musste von der Großmutter schlicht und einfach übernommen werden. Es ist unter fragwürdigen Umständen aufgewachsen, ist natürlich auf die schiefe Bahn gelangt, weil es einfach überall überflüssig war; ein lediges Kind von einer polnischen Zwangsarbeiterin, das man einfach zurückgelassen hat. Eine von A bis Z gescheiterte Existenz, ein wirklich armer Mensch, dem das ganze Leben irgendwie verpfuscht wurde. Er ist mehrfach straffällig geworden und versucht jetzt, eine Pension oder zumindest eine sozialrechtliche Absicherung zu bekommen. Er hat sein ganzes Leben, nicht einfach nur sechs Jahre, sondern sein ganzes Leben nur in Österreich verbracht – entweder in Freiheit oder in Haftanstalten –, ist nachweislich hier gewesen, zum Teil so hier gewesen, dass man seine Anwesenheit auch amtlich feststellen kann. Aber glauben Sie, dass die Stadt Wien auch nur eine Sekunde lang bereit gewesen wäre, diesem Mann eine Staatsbürgerschaft zuzuerkennen? – Nein. Man spekuliert damit, dass er vielleicht sowieso bald stirbt, weil er mittlerweile schwer krank ist. Das, meine Damen und Herren, ist die Praxis! (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall beim BZÖ.
Mein Appell jetzt an Sie, Sozialdemokraten aus Wien: Bitte reden Sie noch einmal mit Ihren Genossen in Wien, dass dieser Fall anständig erledigt wird! (Beifall beim BZÖ.) Weil Sie immer sagen, dass Sie die Vergangenheit und die Hypotheken der Vergangenheit aufarbeiten: Das ist eine Hypothek! Das Kind ist nicht von irgendeinem bösen Russen gezeugt worden – die gab es auch –, nein, von einem hochanständigen Österreicher. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Ich vermute es halt einmal, aber jedenfalls ist er im Bundesgebiet aufgefunden worden. Es ist auch wurscht, wenn er kein anständiger Österreicher war. Er war Österreicher, die Vaterschaft steht zweifelsfrei fest. (Neuerlicher Zwischenruf bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Mein Appell jetzt an Sie, Sozialdemokraten aus Wien: Bitte reden Sie noch einmal mit Ihren Genossen in Wien, dass dieser Fall anständig erledigt wird! (Beifall beim BZÖ.) Weil Sie immer sagen, dass Sie die Vergangenheit und die Hypotheken der Vergangenheit aufarbeiten: Das ist eine Hypothek! Das Kind ist nicht von irgendeinem bösen Russen gezeugt worden – die gab es auch –, nein, von einem hochanständigen Österreicher. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Ich vermute es halt einmal, aber jedenfalls ist er im Bundesgebiet aufgefunden worden. Es ist auch wurscht, wenn er kein anständiger Österreicher war. Er war Österreicher, die Vaterschaft steht zweifelsfrei fest. (Neuerlicher Zwischenruf bei der SPÖ.)
Neuerlicher Zwischenruf bei der SPÖ.
Mein Appell jetzt an Sie, Sozialdemokraten aus Wien: Bitte reden Sie noch einmal mit Ihren Genossen in Wien, dass dieser Fall anständig erledigt wird! (Beifall beim BZÖ.) Weil Sie immer sagen, dass Sie die Vergangenheit und die Hypotheken der Vergangenheit aufarbeiten: Das ist eine Hypothek! Das Kind ist nicht von irgendeinem bösen Russen gezeugt worden – die gab es auch –, nein, von einem hochanständigen Österreicher. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Ich vermute es halt einmal, aber jedenfalls ist er im Bundesgebiet aufgefunden worden. Es ist auch wurscht, wenn er kein anständiger Österreicher war. Er war Österreicher, die Vaterschaft steht zweifelsfrei fest. (Neuerlicher Zwischenruf bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Wien ist anders!
Noch einmal, ich fingiere das jetzt schlicht und einfach einmal. Es spielt auch keine Rolle, ob der Vater anständig war oder nicht. Tatsache ist, dass er auf Bundesgebiet aufgefunden wurde, und er wurde von niemandem so schofel behandelt wie vom Magistrat der Stadt Wien, die nämlich für ihn zuständig ist, nachdem jahrelang sogar behauptet wurde, gar nicht zuständig für ihn zu sein. (Abg. Rädler: Wien ist anders!) Man hat ihn hin- und hergereicht zwischen einer niederösterreichischen Bezirkshauptmannschaft und Wien, aber Wien ist mittlerweile zweifelsfrei zuständig. Ich will das nicht polemisch sehen, sondern ich will sagen, dass man diesem Menschen spät aber doch wenigstens die Genugtuung zukommen lassen und ihm dort, wo er sein ganzes Leben verbracht hat, wo ihn das Schicksal hingestellt hat – er hat es sich ja nicht ausgesucht –, wo ihn das Schicksal hingespült hat, am Schluss seines Lebens wenigstens noch die Staatsbürgerschaft verleihen sollte.
Beifall beim BZÖ.
Zweimal im ORF aufgezeigt, zweimal rührt in der Stadt Wien kein Beamter mit dem Ohrwaschel, weil man die Hoffnung hat, Herr Szklarski überlebt es nicht. – Das ist der zynische Umgang der Bürokratie. Genau so funktioniert Bürokratie, wenn sie zynisch über Menschen drüberfährt. Das ist der glatte Zynismus der Bürokratie, den man in allen Systemen immer wieder findet. Nun ist es aber Aufgabe von Politikern, genau dieser Bürokratie dann auf die Zehen zu steigen, wenn sie mit Zynismus Menschen fertig macht, und deswegen habe ich Ihnen heute diesen Fall vorgetragen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Da hat er nichts davon, da stirbt er vorher!
Abgeordnete Mag. Alev Korun (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Keine Sorge, es wird nicht lange dauern; es ist eigentlich eine tatsächliche Berichtigung. Kollege Stadler hat behauptet, keine Fraktion im Haus hätte sich um diese Person gekümmert. – Das ist unwahr. Kollege Steinhauser und ich haben einen Antrag gestellt, dass das Staatsbürgerschaftsgesetz in diesem Punkt geändert (Abg. Mag. Stadler: Da hat er nichts davon, da stirbt er vorher!) und Personen, die seit 30 Jahren oder länger hier leben – und genau davon wäre diese Person betroffen –, die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen wird, wenn sie staatenlos sind. (Abg. Mag. Stadler: Wenn das Gesetz geändert wird, ist er schon längst woanders!)
Abg. Mag. Stadler: Wenn das Gesetz geändert wird, ist er schon längst woanders!
Abgeordnete Mag. Alev Korun (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Keine Sorge, es wird nicht lange dauern; es ist eigentlich eine tatsächliche Berichtigung. Kollege Stadler hat behauptet, keine Fraktion im Haus hätte sich um diese Person gekümmert. – Das ist unwahr. Kollege Steinhauser und ich haben einen Antrag gestellt, dass das Staatsbürgerschaftsgesetz in diesem Punkt geändert (Abg. Mag. Stadler: Da hat er nichts davon, da stirbt er vorher!) und Personen, die seit 30 Jahren oder länger hier leben – und genau davon wäre diese Person betroffen –, die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen wird, wenn sie staatenlos sind. (Abg. Mag. Stadler: Wenn das Gesetz geändert wird, ist er schon längst woanders!)
Beifall bei den Grünen.
den Stimmen von SPÖ und ÖVP vertagt. – Danke vielmals für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Das ist ja wohl vom Redakteur das Besonderste, was es überhaupt gibt. Im Organ der Republik Österreich kennt man nicht einmal die funktionierenden Mechanismen im Parlamentarismus. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Wahrscheinlich, Herr Kollege Stadler, die Realverfassung wird es so sehen. Aber das kann man sich nicht bieten lassen. Meiner Meinung nach wäre es Angelegenheit sowohl der Präsidentin dieses Hauses als auch des Vorsitzenden des Immunitätsausschusses, der Redaktion der „Wiener Zeitung“ eine kleine Nachhilfestunde in Richtung Auslieferungsverfahren zu geben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist ja wohl vom Redakteur das Besonderste, was es überhaupt gibt. Im Organ der Republik Österreich kennt man nicht einmal die funktionierenden Mechanismen im Parlamentarismus. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Wahrscheinlich, Herr Kollege Stadler, die Realverfassung wird es so sehen. Aber das kann man sich nicht bieten lassen. Meiner Meinung nach wäre es Angelegenheit sowohl der Präsidentin dieses Hauses als auch des Vorsitzenden des Immunitätsausschusses, der Redaktion der „Wiener Zeitung“ eine kleine Nachhilfestunde in Richtung Auslieferungsverfahren zu geben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Damit komme ich jetzt zur Auslieferungssache Strache; das ist ein ganz besonderes Stückerl. Zunächst muss man einmal schauen – man weiß das ja überhaupt nicht –, in welcher Funktion H.-C. Strache in Wiener Neustadt gesprochen hat: als Privatperson, als Bundesparteiobmann der Bundes-FPÖ, vielleicht als Landesparteiobmann der Wiener FPÖ, zufälligerweise als Nationalratsabgeordneter, noch dazu in einem Wahlkampf von Wiener Neustadt! Man ist sich eigentlich gar nicht sicher, ob er als Nationalrat eine politische Tätigkeit ausgeübt hat. Es stellt sich aufgrund dieser Vorgangsweise die Frage, ob Freiheitliche überhaupt irgendetwas in einem politischen Zusammenhang machen oder ob man diesen von vornherein negiert, nach dem Motto, was Freiheitliche tun, ist ausschließlich kriminell, hat mit Politik nichts zu tun. – Das ist Ihre Denkweise! (Beifall bei der FPÖ.) Weil ich Sie lächeln sehe, Herr Öllinger: Es ist besonders die Ihrige!
Beifall bei der FPÖ.
Grundsätzlich sieht man an der Auslieferungspraxis – und darin dürften sich die große Koalition und die Grünen einig sein –, es geht dabei nur gegen eine Seite, die Sie am liebsten hinter Gittern hätten, aber das sieht der Rechtsstaat letztlich nicht vor. Das Einzige, das Sie machen können, ist, einen medialen Wirbel zu verursachen, der sich in Nichts auflöst. Aber mit diesen kleinen Dingen führen Sie halt Ihre kleine politische Schlammschlacht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Strutz, Linder und Tadler.
gegen bestimmte Oppositionsfraktionen vorzugehen, und zwar medial. Wegen dieser medialen Vorverurteilung richtet sich dieses Instrument gegen Oppositionsabgeordnete. (Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Strutz, Linder und Tadler.)
in Richtung Präsidentin Mag. Prammer
Daher sage ich Ihnen, Frau Präsident, meine Damen und Herren: Wenn wir in der „Arbeitsgruppe Immunität“ weiterkommen wollen, dann müssen wir auch klarlegen, und zwar zu Beginn einer Gesetzgebungsperiode oder am besten gleich für eine längere Zeit, wie die Entscheidungspraxis dieses Ausschusses auszusehen hat: einheitlich! Ich weiß, dass Sie (in Richtung Präsidentin Mag. Prammer) nichts dafür können, ich sage es nur, weil Sie diese Arbeitsgruppe leiten. Es sind übrigens Ihre Klubsekretäre, die dort Widerstand leisten. Das ist eigenartig, es wird nämlich auch Ihr Klubmitarbeiter in diesem Hofberichterstattungs-Artikel der „Wiener Zeitung“ zitiert. Das passt irgendwie auch zusammen mit dem Debattenverlauf in diesem Ausschuss.
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
All das zeigt: Sie missbrauchen das Immunitätsrecht gegen die Oppositionsfraktionen. Schaffen wir es daher einfach ab, meine Damen und Herren! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Burgtheater!
Aber genau das will der Apparat nicht! Da ist der Widerstand hier besonders groß, weil offensichtlich hier am meisten zu befürchten ist. Die ÖVP will das unter keinen Umständen, weil Sie nicht haben wollen, dass Beamte zu einem feindlichen Abgeordneten gehen und dem erzählen, was sich im eigenen Ministerium an Missständen abspielt. Das können Sie nicht brauchen, das ist ja klar, denn das hieße ja, es würden zu viele Kontrollaufgaben durch das Parlament wahrgenommen. So ein Parlament will man sich wirklich nicht leisten. Ein Parlament, das die Regierung mit Fällen konfrontiert, die auch wahr sind, kann man nicht brauchen, daher will man das nicht. (Ruf bei der ÖVP: Burgtheater!) – Nein, überhaupt nicht „Burgtheater“!
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich sehe nur nicht ein, weshalb ein Redakteur mehr Schutz haben soll als ein Abgeordneter, wenn ihm was erzählt wird, meine Damen und Herren. Oder muss sich jeder von uns einen Redakteursausweis holen? (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Heiterkeit beim BZÖ.
Aber man hört ohnehin schon den Zwischenruf „Burgtheater“ aus der ÖVP-Ecke, ausgerechnet von Abgeordneten, die selber noch gar nicht im Burgtheater waren, die es nur von außen kennen. (Heiterkeit beim BZÖ.)
Abg. Dr. Graf: Aber da ist ja kein politischer Zusammenhang!
Ich glaube nicht, dass der Kollege Pilz so viel Reputation bei der ÖVP genießt, dass man ihn deswegen jetzt nicht ausgeliefert hat. Man traut sich einfach nicht, obwohl es einen Sektionschef des Innenministeriums betrifft. Hätte das Gleiche der Kollege Kurzmann gemacht oder der Kollege Petzner ... (Abg. Dr. Graf: Aber da ist ja kein politischer Zusammenhang!) – Nein, eh nicht, eh klar! Das ist ja die keusche Argumentation; ich sage, sie ist unehrlich. Auf diese Argumentation pfeife ich, weil sie unehrlich ist und weil sie einfach nicht der Praxis des Ausschusses entspricht. (Abg. Rädler: Sie sind aber gar nicht im Ausschuss!)
Abg. Rädler: Sie sind aber gar nicht im Ausschuss!
Ich glaube nicht, dass der Kollege Pilz so viel Reputation bei der ÖVP genießt, dass man ihn deswegen jetzt nicht ausgeliefert hat. Man traut sich einfach nicht, obwohl es einen Sektionschef des Innenministeriums betrifft. Hätte das Gleiche der Kollege Kurzmann gemacht oder der Kollege Petzner ... (Abg. Dr. Graf: Aber da ist ja kein politischer Zusammenhang!) – Nein, eh nicht, eh klar! Das ist ja die keusche Argumentation; ich sage, sie ist unehrlich. Auf diese Argumentation pfeife ich, weil sie unehrlich ist und weil sie einfach nicht der Praxis des Ausschusses entspricht. (Abg. Rädler: Sie sind aber gar nicht im Ausschuss!)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Ich bringe Ihnen eine Blanko-Erklärung und fordere Sie auf, immer dann, wenn irgendein Staatsanwalt den Ewald Stadler auszuliefern begehrt, bitte sofort auszuliefern! Bitte, machen Sie das! Ich brauche diesen Ausschuss nicht mehr! Ich brauche ihn nicht mehr und habe daher gesagt, am besten ist, wir gehen dort nur mehr hin und stimmen einfach jeder Auslieferung zu. Liefern Sie doch einfach aus und bekennen Sie sich dazu, dass Sie mit der Opposition so verfahren wollen, wie Sie es schon die ganze Zeit tun! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Sie haben in diesem Ausschuss längst gezeigt, dass Sie dieses Instrument mit bestimmten Medien gegen bestimmte Abgeordnete missbrauchen, und dieser Missbrauch soll Ihnen jedes Mal vorgehalten werden. Daher sage ich Ihnen: Weg mit der Immunität, weg mit der außerberuflichen Immunität der Abgeordneten! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Der Verteidiger der Regierung spricht!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Brosz. – Bitte. (Abg. Dr. Graf: Der Verteidiger der Regierung spricht!)
Abg. Dr. Graf: Auch ein Fehler!
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Man kann das Ganze ja von mehreren Seiten betrachten. Das eine ist, wie wir momentan Immunitätsfälle handhaben, und es lässt sich ziemlich leicht aufklären, sowohl das, was der Herr Kollege Rosenkranz gesagt hat, als auch das, was der Herr Kollege Stadler gesagt hat. Ich erinnere nur an den Fall Obernosterer, wo es zur Auslieferung gekommen ist, und an den Fall Köfer in dieser Periode, wo es zur Auslieferung gekommen ist (Abg. Dr. Graf: Auch ein Fehler!), oder an den Fall Öllinger, wo es zur Auslieferung gekommen ist. Also: So zu tun, als würde hier nach Fraktionen vorgegangen werden und als würden die einen ausgeliefert werden, die anderen aber nicht, ist eine reichlich absurde Darstellung.
Abg. Dr. Graf: Man wird ja nicht ausgeliefert, weil ja kein politischer Zusammenhang ist! – Aber wo steht denn das?
Wenn man sich das anschaut, so muss man das erst einmal trennen – und es wundert mich immer, dass Sie das so ausblenden. Im Immunitätsgesetz heißt es, dass es einen Zusammenhang mit der Tätigkeit als Abgeordneter dieses Hauses geben muss. (Abg. Dr. Graf: Man wird ja nicht ausgeliefert, weil ja kein politischer Zusammenhang ist! – Aber wo steht denn das?) Na im Gesetz, Entschuldigung! Jetzt haben wir es im Ausschuss zitiert, es ist offenbar mehrfach zitiert, aber es ist nicht drinnen: mit der Tätigkeit als Abgeordneter.
Abg. Dr. Rosenkranz: Das war ein politischer Zusammenhang – ja, ausliefern! – Abg. Dr. Graf: Da gehört eine Anzeige gemacht!
Bei Fällen falscher Zeugenaussage ist, soweit ich mich erinnern kann, grundsätzlich ausgeliefert worden. Ich kann mich beim Vorwurf einer falscher Zeugenaussage an keinen Fall erinnern – Kollege Auer ist schon lange im Ausschuss, er wird es wissen –, wo der Ausschuss beschlossen hätte, hier wird nicht ausgeliefert, und zwar unabhängig davon ... (Abg. Dr. Rosenkranz: Das war ein politischer Zusammenhang – ja, ausliefern! – Abg. Dr. Graf: Da gehört eine Anzeige gemacht!)
Abg. Dr. Graf: Und wer zieht die Grenze? Sie?
Das ist genau die Absurdität, die es in mehreren Fällen schon gegeben hat. Das Stichwort Keppelmüller ist schon öfter gefallen. Keppelmüller hat seinerzeit in einer Pressekonferenz aus einer Anfrage zitiert, die er selbst gestellt hat, und daraufhin wurde er geklagt. Also, wenn man das nicht als Kern der Abgeordnetentätigkeit nimmt, dann kann man es wirklich lassen. (Abg. Dr. Graf: Und wer zieht die Grenze? Sie?) Dann wird es aber problematisch, vor allem was politische Aufklärung betrifft, und da wundert mich dann, dass der Kollege Stadler oder die Kollegen von der FPÖ auf einmal so frank hergehen und sagen: Brauchen wir alles nicht!
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Aber wer zieht die Grenze?
Ich würde allerdings in diesem Fall auch die Kolleginnen und Kollegen der Regierungsfraktionen vor dem Vorwurf in Schutz nehmen, dass sie hier nach parteipolitischen Kriterien agieren. Aus meiner Sicht ist die Auslieferungspraxis nachvollziehbar. Man kann über das Prinzip diskutieren, aber was man nicht machen kann, ist, zu sagen, hier wird nach parteipolitischen Kriterien ausgeliefert. Ob man die Praxis verändert, ist eine andere Diskussion, die man in der Arbeitsgruppe auch noch weiter führen kann. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Aber wer zieht die Grenze?)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Wenn die Grünen beginnen, die Regierungsfraktionen in Schutz zu nehmen, dann ist Alarm angesagt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Wenn es auch eine andere Praxis gibt, dann hätte sie beim Kollegen Strache jetzt nämlich anders angewendet werden müssen, aber Sie haben hier ganz eindeutig – und das zeigt der Vergleich – willkürlich entschieden. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Das ist doch ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wer sich diesem Antrag anschließt, den bitte ich um ein Zeichen. – Das ist mit Mehrheit angenommen. (Abg. Dr. Graf: Das ist doch ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.
Präsident Fritz Neugebauer: Wir kommen nun zum 15. Punkt der Tagesordnung. (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Weinzinger: Man muss sich fürchten vor der Justiz, schreibt die „Kronen Zeitung!“ – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
In Behandlung des Ersuchens des Landesgerichtes für Strafsachen Wien um Zustimmung zur behördlichen Verfolgung der Abgeordneten zum Nationalrat Dr. Gabriela Moser wird im Sinne des Artikels 57 Abs. 3 B-VG festgestellt, dass ein Zusammenhang zwischen der vom Privatankläger behaupteten strafbaren Handlung und der politischen Tätigkeit der Abgeordneten zum Nationalrat Dr. Gabriela Moser besteht. (Abg. Weinzinger: Man muss sich fürchten vor der Justiz, schreibt die „Kronen Zeitung!“ – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Spreche ich zu leise? (Rufe: Ja!) – Dann lese ich den Antrag gerne noch einmal vor. (Heiterkeit bei der ÖVP.)
Rufe: Ja!
In Behandlung des Ersuchens des Landesgerichtes für Strafsachen Wien um Zustimmung zur behördlichen Verfolgung der Abgeordneten zum Nationalrat Dr. Gabriela Moser wird im Sinne des Artikels 57 Abs. 3 B-VG festgestellt, dass ein Zusammenhang zwischen der vom Privatankläger behaupteten strafbaren Handlung und der politischen Tätigkeit der Abgeordneten zum Nationalrat Dr. Gabriela Moser besteht. (Abg. Weinzinger: Man muss sich fürchten vor der Justiz, schreibt die „Kronen Zeitung!“ – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Spreche ich zu leise? (Rufe: Ja!) – Dann lese ich den Antrag gerne noch einmal vor. (Heiterkeit bei der ÖVP.)
Heiterkeit bei der ÖVP.
In Behandlung des Ersuchens des Landesgerichtes für Strafsachen Wien um Zustimmung zur behördlichen Verfolgung der Abgeordneten zum Nationalrat Dr. Gabriela Moser wird im Sinne des Artikels 57 Abs. 3 B-VG festgestellt, dass ein Zusammenhang zwischen der vom Privatankläger behaupteten strafbaren Handlung und der politischen Tätigkeit der Abgeordneten zum Nationalrat Dr. Gabriela Moser besteht. (Abg. Weinzinger: Man muss sich fürchten vor der Justiz, schreibt die „Kronen Zeitung!“ – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Spreche ich zu leise? (Rufe: Ja!) – Dann lese ich den Antrag gerne noch einmal vor. (Heiterkeit bei der ÖVP.)