Eckdaten:
Für die 46. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 843 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Nachdem ich bereits im Rahmen einer Vielzahl von dringlichen Anfragebeantwortungen, schriftlichen Anfragebeantwortungen und verschiedenen Diskussionen im Unterausschuss des Rechnungshofausschusses zu diesem Sachverhalt Stellung genommen habe, verweise ich auf meine diesbezüglichen Aussagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Das soll eine Fragestunde sein?! – Abg. Eder: Geben Sie eine Antwort! – Rufe: Das ist keine Antwort, bitte! Mehr Respekt, bitte! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Zusatzfrage, Herr Kollege? (Abg. Dr. Van der Bellen: Das soll eine Fragestunde sein?! – Abg. Eder: Geben Sie eine Antwort! – Rufe: Das ist keine Antwort, bitte! Mehr Respekt, bitte! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Rufe bei der ÖVP: Frage!
Abgeordneter Mag. Hans Moser (SPÖ): Ich glaube, es ist in diesem Zusammenhang notwendig, dem Hohen Haus die Grundzüge jener Antworten (Rufe bei der ÖVP: Frage!), die Sie im Rahmen dieser Unterausschüsse gegeben haben, zu erläutern. Daher bitte ich Sie, die drei wesentlichen Aussagen dazu dem Hohen Haus noch einmal zu erörtern.
Abg. Eder: Dreck am Stecken oder nicht?
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Hohes Haus! Da es in dieser Frage auch von KollegInnen dieses Hohen Hauses mehrere Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft gibt, bin ich sehr dafür – das würde uns allen gut anstehen –, dass man sagt, unabhängige Behörden, denen bereits im Sommer letzten Jahres alles offen gelegt wurde, sollen sich das im Detail ansehen, sollen das im Detail prüfen und dann das Ergebnis vorstellen. (Abg. Eder: Dreck am Stecken oder nicht?) Ich habe dazu im Hohen Haus ausführlich Stellung genommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Hohes Haus! Da es in dieser Frage auch von KollegInnen dieses Hohen Hauses mehrere Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft gibt, bin ich sehr dafür – das würde uns allen gut anstehen –, dass man sagt, unabhängige Behörden, denen bereits im Sommer letzten Jahres alles offen gelegt wurde, sollen sich das im Detail ansehen, sollen das im Detail prüfen und dann das Ergebnis vorstellen. (Abg. Eder: Dreck am Stecken oder nicht?) Ich habe dazu im Hohen Haus ausführlich Stellung genommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe bei der ÖVP: Frage! Fragen Sie einmal!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sie sind offensichtlich nicht bereit, Fragen (Rufe bei der ÖVP: Frage! Fragen Sie einmal!) zu all den Vorkommnissen, die wir da haben, zu beantworten. Deswegen stelle ich eine ganz einfache Frage an Sie: Sie befolgen hier offensichtlich das Gesetz des Schweigens. Wie heißt die sizilianische Organisation, die dieses Gesetz des Schweigens zu ihrem Prinzip gemacht hat? (Abg. Dr. Fasslabend: Das ist eine Frechheit! – Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Fasslabend: Das ist eine Frechheit! – Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sie sind offensichtlich nicht bereit, Fragen (Rufe bei der ÖVP: Frage! Fragen Sie einmal!) zu all den Vorkommnissen, die wir da haben, zu beantworten. Deswegen stelle ich eine ganz einfache Frage an Sie: Sie befolgen hier offensichtlich das Gesetz des Schweigens. Wie heißt die sizilianische Organisation, die dieses Gesetz des Schweigens zu ihrem Prinzip gemacht hat? (Abg. Dr. Fasslabend: Das ist eine Frechheit! – Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Herr Abgeordneter Pilz! Ich darf Ihnen mit Genossen Lenin antworten, der einmal sinngemäß gesagt hat: Wenn man jemandem mit politischen Argumenten nicht beikommen kann, dann soll man ihn kriminalisieren. – Sie werden keinen Erfolg haben mit dieser Vorgangsweise! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Zur Geschäftsordnung!
Wir kommen zum zweiten Fragenkomplex. (Abg. Dr. Van der Bellen: Zur Geschäftsordnung!) – Herr Kollege Van der Bellen, zur Geschäftsbehandlung, bitte.
Abg. Eder: Missbrauch ist das!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich bitte um Aufklärung: Es gibt eine Fragestunde dieses Hohen Hauses. (Abg. Eder: Missbrauch ist das!) Heißt das, dass in dieser Fragestunde nur Fragen gestellt werden dürfen, aber auf die Antworten können wir verzichten? – Ich bin davon ausgegangen, dass ein Minister – schon allein aus Höflichkeit dem Parlament gegenüber – zumindest ein Minimum an Verpflichtung hat, auf eine Frage zu antworten. (Abg. Dr. Fasslabend: Das macht er auch! – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.) Das ist doch ein Witz, was der Finanzminister hier macht! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Fasslabend: Das macht er auch! – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich bitte um Aufklärung: Es gibt eine Fragestunde dieses Hohen Hauses. (Abg. Eder: Missbrauch ist das!) Heißt das, dass in dieser Fragestunde nur Fragen gestellt werden dürfen, aber auf die Antworten können wir verzichten? – Ich bin davon ausgegangen, dass ein Minister – schon allein aus Höflichkeit dem Parlament gegenüber – zumindest ein Minimum an Verpflichtung hat, auf eine Frage zu antworten. (Abg. Dr. Fasslabend: Das macht er auch! – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.) Das ist doch ein Witz, was der Finanzminister hier macht! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich bitte um Aufklärung: Es gibt eine Fragestunde dieses Hohen Hauses. (Abg. Eder: Missbrauch ist das!) Heißt das, dass in dieser Fragestunde nur Fragen gestellt werden dürfen, aber auf die Antworten können wir verzichten? – Ich bin davon ausgegangen, dass ein Minister – schon allein aus Höflichkeit dem Parlament gegenüber – zumindest ein Minimum an Verpflichtung hat, auf eine Frage zu antworten. (Abg. Dr. Fasslabend: Das macht er auch! – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.) Das ist doch ein Witz, was der Finanzminister hier macht! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist doch eine Frechheit, was Pilz gefragt hat!
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Meine Damen und Herren! Hohes Haus! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist doch eine Frechheit, was Pilz gefragt hat!) Ich verweise nur auf die Geschäftsordnung (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Van der Bellen, Sie sollten sich distanzieren von einer solchen Frage!), die das ganz klar regelt, und zwar besagen § 91 GOG beziehungsweise die Erläuterungen dazu, dass es im Ermessen des Befragten steht, wie eine Frage zu beantworten ist.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Van der Bellen, Sie sollten sich distanzieren von einer solchen Frage!
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Meine Damen und Herren! Hohes Haus! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist doch eine Frechheit, was Pilz gefragt hat!) Ich verweise nur auf die Geschäftsordnung (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Van der Bellen, Sie sollten sich distanzieren von einer solchen Frage!), die das ganz klar regelt, und zwar besagen § 91 GOG beziehungsweise die Erläuterungen dazu, dass es im Ermessen des Befragten steht, wie eine Frage zu beantworten ist.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich mache aber darauf aufmerksam, dass die Antwort auf eine Frage selbstverständlich auch von der Qualität der Frage abhängig ist, Herr Kollege Pilz! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich glaube, die Geschäftsordnung gibt ausreichend Auskunft darüber, wie die Fragestunde abzuhalten ist und vor allem auch wie die Beantwortung zu erfolgen hat. Der Minister ist verpflichtet, eine Antwort zu geben. Welchen Inhalt diese Antwort hat, das kann ihm natürlich nicht vorgeschrieben werden. Ich glaube aber, wenn hier schon über die Würde des Hohen Hauses gesprochen wird, dann wäre es auch sinnvoll, dass man gerade die Fragestunde, bei der es darum geht, den Minister über Belange seines Ressorts zu befragen, nicht zu einer politischen Debatte ausarten lässt. Dazu haben wir gestern schon genug Gelegenheiten gehabt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Mag. Moser hat ordnungsgemäß eine Anfrage eingebracht. – Herr Bundesminister Grasser hat die Antwort verweigert. Das ist ein glatter Bruch der Geschäftsordnung! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Genau so ist es!
Präsident Dr. Andreas Khol: Meine Damen und Herren! Wir haben es hier mit einem Fall zu tun, den ich während meiner 20-jährigen Praxis als Abgeordneter immer wieder erlebt habe: Ein Bundesminister wird gefragt; er gibt entsprechend der Geschäftsordnung jene Antwort, die er politisch zu verantworten hat. Das Hohe Haus muss sich mit dieser Anfragebeantwortung zufrieden geben. (Abg. Dr. Van der Bellen: Genau so ist es!)
Abg. Dr. Van der Bellen: § 96 (2
„Das befragte Mitglied der Bundesregierung oder der im Sinne des § 19 Abs. 1 zum Wort gemeldete Staatssekretär ist verpflichtet, die Anfragen mündlich in derselben Sitzung, in der sie aufgerufen werden, zu beantworten. Ist den Genannten die Erteilung der gewünschten Auskunft nicht möglich, so haben sie dies in der Beantwortung zu begründen.“ (Abg. Dr. Van der Bellen: § 96 (2)!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Nein, ich bin nicht Ihrer Ansicht!
Das heißt also: Der Herr/die Frau Minister hat zu antworten, aber was er/sie sagt – um Gender-gerecht zu sprechen –, ist in der Geschäftsordnung nicht geregelt. Wir haben hier eine ständige Praxis. (Abg. Dr. Van der Bellen: Nein, ich bin nicht Ihrer Ansicht!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Zur Geschäftsordnung!
Damit ist diese Runde der Geschäftsordnung unserer Praxis entsprechend beendet. (Abg. Dr. Van der Bellen: Zur Geschäftsordnung!)
Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der SPÖ: Ich mich auch!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Ich beginne mich zu wundern, Herr Präsident! (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der SPÖ: Ich mich auch!) § 94 Abs. 2 ist nicht der einzige Paragraph der Geschäftsordnung, der hier in Frage kommt. Ich verweise auf § 96 Abs. 2, der sich ausdrücklich auf die Fragestunde bezieht.
Abg. Scheibner: Dann solltet ihr eine gescheite Anfrage stellen!
Im § 96 Abs. 2 heißt es: „Die Beantwortung hat so kurz und konkret zu erfolgen, wie es die Anfrage zuläßt.“ (Abg. Scheibner: Dann solltet ihr eine gescheite Anfrage stellen!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich soll hier einen Antrag stellen, dass die Geschäftsordnung des Nationalrates eingehalten wird? Meinen Sie das im Ernst, Herr Präsident? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Puswald: Sie haben verlesen: Nur wenn es nicht möglich ist!
Präsident Dr. Andreas Khol: Über die Einhaltung der Geschäftsordnung wacht der Präsident, das wissen Sie. Sie wissen auch, dass es die ständige und stetige Praxis gibt, dass die Antwort des befragten Regierungsmitgliedes inhaltlich von mir nicht beurteilt wird – und auch von Ihnen nicht beurteilt wird. (Abg. Dr. Puswald: Sie haben verlesen: Nur wenn es nicht möglich ist!) Dass man sich lediglich mit der politischen Verantwortung des betreffenden Regierungsmitgliedes begnügen muss, ist ständige Praxis. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Puswald: Der Herr Finanzminister hat nicht gesagt, dass es nicht möglich ist!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Puswald: Der Herr Finanzminister hat nicht gesagt, dass es nicht möglich ist!
Präsident Dr. Andreas Khol: Über die Einhaltung der Geschäftsordnung wacht der Präsident, das wissen Sie. Sie wissen auch, dass es die ständige und stetige Praxis gibt, dass die Antwort des befragten Regierungsmitgliedes inhaltlich von mir nicht beurteilt wird – und auch von Ihnen nicht beurteilt wird. (Abg. Dr. Puswald: Sie haben verlesen: Nur wenn es nicht möglich ist!) Dass man sich lediglich mit der politischen Verantwortung des betreffenden Regierungsmitgliedes begnügen muss, ist ständige Praxis. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Puswald: Der Herr Finanzminister hat nicht gesagt, dass es nicht möglich ist!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin aber jederzeit bereit, eine Präsidialkonferenz im Laufe des Tages einzuberufen, im Rahmen derer wir diese Frage erneut besprechen, würde jedoch vorschlagen, dass wir jetzt in der Fragestunde weiter fortsetzen, so wie es der Praxis des Hohen Hauses entspricht. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Puswald: Diese Platte kommt immer wieder! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Werter Herr Abgeordneter Auer! Ich möchte zunächst einmal feststellen, dass sich die Konjunktur- und Wachstumspakete selbstverständlich bundeseinheitlich auswirken. Das heißt, alle darin getroffenen Maßnahmen wirken sich selbstverständlich auch auf Kärnten aus. (Abg. Dr. Puswald: Diese Platte kommt immer wieder! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Puswald: Wieso müssen wir uns das immer wieder anhören? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Plätze einzunehmen und dem Herrn Minister zuzuhören! (Abg. Dr. Puswald: Wieso müssen wir uns das immer wieder anhören? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Pilz: Schmiere!
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser (fortsetzend): Es war dazu notwendig, Herr Abgeordneter, dass wir zuerst einen Weg der Sanierung, sprich: der Konsolidierung des Haushaltes beschritten haben, um die Möglichkeit eines finanziellen Spielraums zu haben, um gegensteuern zu können. Genau das haben wir gemacht mit zwei Konjunkturbelebungspaketen (Abg. Dr. Pilz: Schmiere!), mit einem Wachstums- und Standortpaket (Abg. Dr. Pilz: Schmiere!) sowie mit der ersten beziehungsweise der zweiten Etappe der Steuerreform. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Hören Sie nicht, was Kollege Pilz sagt? Sonst sind Sie immer so heikel!)
Abg. Dr. Pilz: Schmiere!
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser (fortsetzend): Es war dazu notwendig, Herr Abgeordneter, dass wir zuerst einen Weg der Sanierung, sprich: der Konsolidierung des Haushaltes beschritten haben, um die Möglichkeit eines finanziellen Spielraums zu haben, um gegensteuern zu können. Genau das haben wir gemacht mit zwei Konjunkturbelebungspaketen (Abg. Dr. Pilz: Schmiere!), mit einem Wachstums- und Standortpaket (Abg. Dr. Pilz: Schmiere!) sowie mit der ersten beziehungsweise der zweiten Etappe der Steuerreform. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Hören Sie nicht, was Kollege Pilz sagt? Sonst sind Sie immer so heikel!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Hören Sie nicht, was Kollege Pilz sagt? Sonst sind Sie immer so heikel!
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser (fortsetzend): Es war dazu notwendig, Herr Abgeordneter, dass wir zuerst einen Weg der Sanierung, sprich: der Konsolidierung des Haushaltes beschritten haben, um die Möglichkeit eines finanziellen Spielraums zu haben, um gegensteuern zu können. Genau das haben wir gemacht mit zwei Konjunkturbelebungspaketen (Abg. Dr. Pilz: Schmiere!), mit einem Wachstums- und Standortpaket (Abg. Dr. Pilz: Schmiere!) sowie mit der ersten beziehungsweise der zweiten Etappe der Steuerreform. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Hören Sie nicht, was Kollege Pilz sagt? Sonst sind Sie immer so heikel!)
Beifall bei der ÖVP.
Ein anderes Beispiel: Von Produzenten wie Infineon, also im Bereich der Mikroelektronik, sind der Forschungsfreibetrag und der Bildungsfreibetrag sehr positiv angenommen worden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pilz: Schmiere!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Klaus Hubert Auer (ÖVP): Herr Bundesminister! Im Rahmen des Konjunkturpaketes II wurde ein Sonderprogramm für Jugendliche beschlossen. (Abg. Dr. Pilz: Schmiere!) Wie hat sich dieses Sonderprogramm in Kärnten entwickelt? (Abg. Dr. Pilz: Schmiere!)
Abg. Dr. Pilz: Schmiere!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Klaus Hubert Auer (ÖVP): Herr Bundesminister! Im Rahmen des Konjunkturpaketes II wurde ein Sonderprogramm für Jugendliche beschlossen. (Abg. Dr. Pilz: Schmiere!) Wie hat sich dieses Sonderprogramm in Kärnten entwickelt? (Abg. Dr. Pilz: Schmiere!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Wieso ist das kein Ordnungsruf, wenn Pilz andauernd „Schmiere“ schreit? Sonst sind Sie so empfindlich, was die Ordnungsrufe betrifft!
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Dieses Programm richtet sich (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Wieso ist das kein Ordnungsruf, wenn Pilz andauernd „Schmiere“ schreit? Sonst sind Sie so empfindlich, was die Ordnungsrufe betrifft!), wie Sie wissen, schwerpunktmäßig an weniger qualifizierte Jugendliche unter 25 Jahren, die länger als drei Monate beim Arbeitsmarktservice Österreich vorgemerkt sind.
Beifall bei der ÖVP.
Zwecke des Sonderprogramms Jugendliche in den Jahren 2002 und 2003 rund 6,4 Millionen € eingesetzt. Das heißt, wir konnten damit auf vorläufiger Basis in etwa 1 300 Jugendliche fördern. Ich glaube, das ist ein wichtiger Erfolg für das Bundesland Kärnten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Im Rahmen dieser Initiative werden neue Beschäftigungsmöglichkeiten für rund 6 000 junge Menschen geschaffen. Die Bundesregierung stellt dafür mehr als 66 Millionen zusammen mit Zusatzfinanzierungen des AMS zur Verfügung. Dem AMS Kärnten werden im Rahmen dieses Programms im Jahr 2004 rund 3,6 Millionen € zur Verfügung stehen. Für das Jahr 2005 sind laut Planungen des AMS 1,38 Millionen € für Kärnten vorgesehen. Ich dachte, das interessiert Sie, da Sie auch aus Kärnten kommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe bei der ÖVP: Frage!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ich würde gerne etwas anderes hören als Werbesprüche. Ich möchte Sie daher konkret fragen: Sie sagen immer, alle profitieren von der Steuerreform. In Kärnten gibt es über 28 000 Betriebe, davon profitieren 4 000 nur theoretisch von der Steuerreform. Sie sagen außerdem, man profitiere von den nicht entnommenen Gewinnen. (Rufe bei der ÖVP: Frage!) – Lassen Sie mich vielleicht einmal in Ruhe meine Frage formulieren!
Rufe bei der ÖVP: Frage!
Herr Bundesminister! Alle werden gewinnen, haben Sie gesagt. Ich glaube, Sie kennen die Situation nicht: Die meisten dieser Betriebe kämpfen ums Überleben und haben nicht die geringste Chance, überhaupt darüber nachzudenken, Gewinne zu machen. (Rufe bei der ÖVP: Frage!) Ich möchte Sie daher endlich einmal ernsthaft fragen: Wieso sagen Sie immer nur plakatförmige Werbesprüche, und wieso sagen Sie nie etwas ernsthaft zu den Fakten, so wie auch schon bei der ersten Frage? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist keine Wahlveranstaltung!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist keine Wahlveranstaltung!
Herr Bundesminister! Alle werden gewinnen, haben Sie gesagt. Ich glaube, Sie kennen die Situation nicht: Die meisten dieser Betriebe kämpfen ums Überleben und haben nicht die geringste Chance, überhaupt darüber nachzudenken, Gewinne zu machen. (Rufe bei der ÖVP: Frage!) Ich möchte Sie daher endlich einmal ernsthaft fragen: Wieso sagen Sie immer nur plakatförmige Werbesprüche, und wieso sagen Sie nie etwas ernsthaft zu den Fakten, so wie auch schon bei der ersten Frage? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist keine Wahlveranstaltung!)
Abg. Mag. Posch: Erfolglos!
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrte Frau Abgeordnete Glawischnig! Da ich in Kärnten unter anderem vier Jahre lang als Tourismusreferent, als Gewerbereferent, als Wirtschaftsreferent der Kärntner Landesregierung tätig war (Abg. Mag. Posch: Erfolglos!), glaube ich, dass ich die Situation der Betriebe und die wirtschaftliche Situation in Kärnten ganz gut einschätzen kann. (Abg. Mag. Hans Moser: So schaut es auch aus!) Gleichzeitig weiß ich, wie sich die erste und die zweite Etappe der Steuerreform auswirken. Seien Sie versichert, dass mit der ersten Etappe, 100 000 € Gewinngrenze, der Gewinn im Unternehmen bleibt, denn bis
Abg. Mag. Hans Moser: So schaut es auch aus!
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrte Frau Abgeordnete Glawischnig! Da ich in Kärnten unter anderem vier Jahre lang als Tourismusreferent, als Gewerbereferent, als Wirtschaftsreferent der Kärntner Landesregierung tätig war (Abg. Mag. Posch: Erfolglos!), glaube ich, dass ich die Situation der Betriebe und die wirtschaftliche Situation in Kärnten ganz gut einschätzen kann. (Abg. Mag. Hans Moser: So schaut es auch aus!) Gleichzeitig weiß ich, wie sich die erste und die zweite Etappe der Steuerreform auswirken. Seien Sie versichert, dass mit der ersten Etappe, 100 000 € Gewinngrenze, der Gewinn im Unternehmen bleibt, denn bis
Abg. Mag. Hans Moser: Wenn sie Gewinn haben!
Alle produzierenden Betriebe, alle Gewerbebetriebe, alle Handelsbetriebe werden von diesen Maßnahmen profitieren. (Abg. Mag. Hans Moser: Wenn sie Gewinn haben!) Damit darf ich Ihnen sagen: Ohne diese spezifische Treffsicherheit für die Klein- und Mittelbetriebe hätten wir diese Steuerreform niemals auf den Weg geschickt. Ich komme aus einem Klein- und Mittelbetrieb, der weniger als 20 Mitarbeiter gehabt hat, und daher sind mir diese Klein- und Mittelbetriebe ein großes Anliegen. (Abg. Dr. Pilz: Magna!) Diese Steuerreform dient der breiten Masse der Klein- und Mittelbetriebe und ist wichtig für den Wirtschafts- und Arbeitsstandort.
Abg. Dr. Pilz: Magna!
Alle produzierenden Betriebe, alle Gewerbebetriebe, alle Handelsbetriebe werden von diesen Maßnahmen profitieren. (Abg. Mag. Hans Moser: Wenn sie Gewinn haben!) Damit darf ich Ihnen sagen: Ohne diese spezifische Treffsicherheit für die Klein- und Mittelbetriebe hätten wir diese Steuerreform niemals auf den Weg geschickt. Ich komme aus einem Klein- und Mittelbetrieb, der weniger als 20 Mitarbeiter gehabt hat, und daher sind mir diese Klein- und Mittelbetriebe ein großes Anliegen. (Abg. Dr. Pilz: Magna!) Diese Steuerreform dient der breiten Masse der Klein- und Mittelbetriebe und ist wichtig für den Wirtschafts- und Arbeitsstandort.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich darf Ihnen sagen, wir haben eine Grenzlandförderung mit dem Land Kärnten vereinbart, und ich denke, wir alle sollten gemeinsam daran arbeiten, dass dieses Bundesland den guten Weg, auf dem es ist, weiter fortsetzen kann. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe bei der ÖVP: Frage!
Abgeordnete Mag. Melitta Trunk (SPÖ): Herr Finanzminister! In Ihrer bisherigen Beantwortung haben Sie sich auf Projekte bezogen, insbesondere auf die Lehrlingsförderung. Diese Förderung gilt für ganz Österreich und ist keine explizit für Kärnten getroffene Maßnahme. (Rufe bei der ÖVP: Frage!)
Abg. Scheibner: Sie kann doch nicht ein ganzes Referat halten!
Präsident Dr. Andreas Khol: Sie haben kein Recht, aber es ist die Praxis, einen Einleitungssatz zu machen. Diesen haben Sie gemacht. Ich gestehe Ihnen gern einen zweiten zu, aber dann kommen Sie bitte zur Frage! (Abg. Scheibner: Sie kann doch nicht ein ganzes Referat halten!)
Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung SPÖ –: Ihr glaubt alle, ihr könnt eine Wahlveranstaltung abhalten!
Welche Ihnen vorgelegten, vom Kärntner Landtag einstimmig beschlossenen Maßnahmen und Projekte, wie etwa die angesprochene Grenzlandförderung, wird der Bund unterstützen und woher nehmen Sie die Mittel für die Grenzlandförderung? In zwei Anfragebeantwortungen haben Sie sich gegen eine Grenzlandförderung ausgesprochen, in der Pressekonferenz mit Jörg Haider vorige Woche allerdings dafür. (Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung SPÖ –: Ihr glaubt alle, ihr könnt eine Wahlveranstaltung abhalten!)
Abg. Mag. Posch: Sie sollen die Fragen beantworten! – Herr Präsident, jetzt reicht es aber wirklich! Er soll die Fragen beantworten und keine Propagandareden halten!
Ich darf Ihnen auch sagen, dass sowohl das Land Kärnten als auch die Bundesregierung beispielsweise mit Infineon verhandelt hat – ein sehr wichtiger Arbeitgeber in Kärnten in der Region, aus der Sie kommen, also rund um Villach –, damit zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden, damit aus Deutschland Arbeitsplätze nach Kärnten verlagert werden. Wir sind hier auf einem sehr, sehr positiven Weg. (Abg. Mag. Posch: Sie sollen die Fragen beantworten! – Herr Präsident, jetzt reicht es aber wirklich! Er soll die Fragen beantworten und keine Propagandareden halten!) Dieser Betrieb kommt sogar steuerlich nach Österreich.
Beifall bei der ÖVP.
Insofern, denke ich, sind dies sehr, sehr wichtige Schwerpunktsetzungen zum Wohle des Landes Kärnten und damit Österreichs. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Posch: Das färbt sehr auf Ihre Objektivität der Geschäftsführung ab!
Präsident Dr. Andreas Khol: Wir kommen jetzt zur Behandlung des dritten Fragekomplexes, das ist die Anfrage des Abgeordneten Mag. Kogler. – Ich bitte Sie, Herr Abgeordneter Kogler, Ihre Anfrage zu formulieren. (Abg. Mag. Posch: Das färbt sehr auf Ihre Objektivität der Geschäftsführung ab!)
Beifall bei den Grünen.
(Beifall bei den Grünen.)
Ironische Heiterkeit bei den Grünen.
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Erstens, sehr geehrter Herr Abgeordneter, gibt es nicht den geringsten Wirkungszusammenhang. (Ironische Heiterkeit bei den Grünen.) Zweitens sollte diese Frage, wenn ich mir diese Bemer-
Zwischenrufe bei den Grünen und der SPÖ.
kung erlauben darf, eigentlich unter Ihrer Würde sein. Ich möchte sie auch sehr scharf zurückweisen, denn Sie unterstellen ... (Zwischenrufe bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wenn Sie sich strafrechtlich relevante Unterstellungen gefallen lassen – ich tue das nicht. Ich weise diese Unterstellung, die damit implizit zum Ausdruck kommt, auf das Schärfste zurück. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich bin jetzt schon sehr lange hier im Parlament (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen), aber dass hier eine Beschimpfung eines Regierungsmitgliedes gegenüber dem Fragesteller mit der Qualifizierung „diese Frage ist unter Ihrer Würde“ erfolgt, ist ein Skandal. Das möchte ich Ihnen schon sagen. Und ich erwarte von Ihnen als Präsident, dass Sie dazu, bitte, eine ordnende Meinung äußern. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich bin jetzt schon sehr lange hier im Parlament (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen), aber dass hier eine Beschimpfung eines Regierungsmitgliedes gegenüber dem Fragesteller mit der Qualifizierung „diese Frage ist unter Ihrer Würde“ erfolgt, ist ein Skandal. Das möchte ich Ihnen schon sagen. Und ich erwarte von Ihnen als Präsident, dass Sie dazu, bitte, eine ordnende Meinung äußern. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Bundesminister! Wie erklären Sie sich den nunmehrigen Zusammenhang zwischen einer Aussage einer Anti-Korruptionsbroschüre, die von Ihnen und Herrn Staatssekretär Finz herausgegeben wurde, wonach schon geringfügige Geschenkannahmen zum Verdacht der Korruption führen können, und dass Sie mit Ihrem Verhalten hier nicht nur sich selbst, sondern die ganze Bundesregierung in diesen Verdacht der Korruption gebracht haben? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Ich denke, es besteht ein großer Unterschied, ob man sich selbst in den Verdacht der Korruption bringt oder ob von der politischen Opposition im Sinne einer Polit-Kampagne behauptet wird, dass man sich der Korruption verdächtig macht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Kogler: Ich habe gar nichts gesagt von der Staatsanwaltschaft! Jetzt beantwortet er wieder etwas, was gar nicht gefragt wurde!
Herr Abgeordneter! Ich habe niemals Druck, wie Sie das auch gesagt haben – nicht Sie jetzt, aber Kollegen –, auf die Staatsanwaltschaft ausgeübt. (Abg. Mag. Kogler: Ich habe gar nichts gesagt von der Staatsanwaltschaft! Jetzt beantwortet er wieder etwas, was gar nicht gefragt wurde!) Ich habe nur gesagt: Ich wünsche mir möglichst detaillierte und inhaltliche Ermittlungen und möglichst schnell ein Ergebnis, damit wir gemeinsam nicht spekulieren müssen darüber, sondern mit Daten und Fakten auf den Tisch kommen. Und ich freue mich auf dieses Ergebnis, Herr Abgeordneter, und bin dann gespannt auf Ihre Reaktion. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter! Ich habe niemals Druck, wie Sie das auch gesagt haben – nicht Sie jetzt, aber Kollegen –, auf die Staatsanwaltschaft ausgeübt. (Abg. Mag. Kogler: Ich habe gar nichts gesagt von der Staatsanwaltschaft! Jetzt beantwortet er wieder etwas, was gar nicht gefragt wurde!) Ich habe nur gesagt: Ich wünsche mir möglichst detaillierte und inhaltliche Ermittlungen und möglichst schnell ein Ergebnis, damit wir gemeinsam nicht spekulieren müssen darüber, sondern mit Daten und Fakten auf den Tisch kommen. Und ich freue mich auf dieses Ergebnis, Herr Abgeordneter, und bin dann gespannt auf Ihre Reaktion. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ist es richtig, dass Sie vom „Verein zur Förderung der New Economy“ Zuwendungen an Ihren Sozialfonds erhalten haben, beziehungsweise wurden auf das zur Fondsgründung von Ihnen eingerichtete und dann treuhändisch verwaltete Konto Zahlungen angewiesen, Geld angewiesen von diesem Verein, und wenn ja, in welcher Höhe? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Ich darf wie bei Frage 1 darauf antworten, dass ich in mehreren Dringlichen Anfragen, schriftlichen Anfragebeantwortungen und in der Diskussion zum Unterausschuss des Rechnungshofausschusses dazu Stellung genommen habe (Zwischenrufe bei der SPÖ) und dem nichts hinzuzufügen habe. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Das ist ja unerträglich!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Das ist ja unerträglich!
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Ich darf wie bei Frage 1 darauf antworten, dass ich in mehreren Dringlichen Anfragen, schriftlichen Anfragebeantwortungen und in der Diskussion zum Unterausschuss des Rechnungshofausschusses dazu Stellung genommen habe (Zwischenrufe bei der SPÖ) und dem nichts hinzuzufügen habe. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Das ist ja unerträglich!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Franz Xaver Böhm (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Als Vertreter der Salzburger Wirtschaft und der Salzburger Unternehmerschaft bedanke ich mich recht herzlich für die Steuerreform. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es gibt eine Untersuchung der ökonomischen Abteilung des Bundesministeriums für Finanzen, die mittelfristig von Beschäftigungseffekten von 12 000 zusätzlichen Jobs in Österreich ausgeht. – Ich denke daher, dass es sich dabei um eine sehr, sehr wichtige Maßnahme auch für den Arbeitsmarkt handelt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Diskussion war. – Es kann einfach nicht stimmen, was der Herr Finanzminister sagt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich stelle angesichts des fortgesetzten Antwortverweigerungs-Verhaltens des Finanzministers den Antrag auf Unterbrechung der Sitzung und Abhaltung einer Präsidialsitzung. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Ich möchte mich den Äußerungen von Klubobmann Van der Bellen vollinhaltlich anschließen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich glaube, dass das insgesamt die Einrichtung der Fragestunde in Frage stellt, Herr Präsident, denn das ist ja auch ein Präzedenzfall. Wenn man hier seitens der Abgeordneten Fragen stellt und darauf keine Antwort bekommt und das einfach hinnimmt, dann braucht man künftig keine Fragestunden mehr durchzuführen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Ich möchte mich den Äußerungen von Klubobmann Van der Bellen vollinhaltlich anschließen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich glaube, dass das insgesamt die Einrichtung der Fragestunde in Frage stellt, Herr Präsident, denn das ist ja auch ein Präzedenzfall. Wenn man hier seitens der Abgeordneten Fragen stellt und darauf keine Antwort bekommt und das einfach hinnimmt, dann braucht man künftig keine Fragestunden mehr durchzuführen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Daher würde ich ebenfalls die Auffassung vertreten, dass wir jetzt eine Sitzungsunterbrechung machen sollten, um über die weitere Vorgangsweise hier zu beraten, denn das kann das Parlament einfach nicht hinnehmen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Wenn es die Anregung gibt, eine Präsidiale durchzuführen, dann sollte sie zu einem Zeitpunkt durchgeführt werden, durch den der Sitzungsverlauf nicht gestört ist, Herr Präsident. Aber selbstverständlich bin ich ... (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) – Moment, Herr Professor Van der Bellen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn es die Anregung gibt, eine Präsidiale durchzuführen, dann sollte sie zu einem Zeitpunkt durchgeführt werden, durch den der Sitzungsverlauf nicht gestört ist, Herr Präsident. Aber selbstverständlich bin ich ... (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) – Moment, Herr Professor Van der Bellen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Selbstverständlich bin ich interessiert an einer Debatte über die Abwicklung der Fragestunde, zum Beispiel über die in der Geschäftsordnung festgehaltene Vorgangsweise, was Zusatzfragen betrifft. Kein einziger „Zusatzfrager“ der Opposition hat sich an die Geschäftsordnung gehalten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.)
Abg. Mag. Posch – in Richtung Präsident Dr. Khol –: Entscheiden Sie es selbst, oder entscheiden Sie es, wie es der Herr Molterer vorgeschlagen hat? Entscheiden Sie selbst, Herr Präsident?
zum Vollziehungsbereich des Ministers gestellt werden müssen (Abg. Mag. Posch – in Richtung Präsident Dr. Khol –: Entscheiden Sie es selbst, oder entscheiden Sie es, wie es der Herr Molterer vorgeschlagen hat? Entscheiden Sie selbst, Herr Präsident?), dass dem Minister freigestellt ist, wie er diese Anfragen beantwortet, und dass in der Geschäftsordnung ausdrücklich steht, dass die Antworten konkret und knapp sein sollen, sofern es die Anfragen auch erlauben.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wenn man all das in einen Zusammenhang stellt, kann sich jeder, glaube ich, selbst ein Urteil über die jetzige Fragestunde bilden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Präsident Dr. Andreas Khol: Meine Damen und Herren! Ich unterbreche die Sitzung und berufe eine Präsidialkonferenz – in meinem Büro – ein. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Das ist unbestritten!
Meine Damen und Herren! Wir haben in der Präsidialkonferenz ausführlich über die Vorkommnisse in den ersten 30 Minuten der heutigen Fragestunde beraten. Die Handhabung der Geschäftsordnung und damit auch die Handhabung der Fragestunde obliegt dem Präsidenten. (Ruf bei der SPÖ: Das ist unbestritten!) Ich werde heute noch einmal wiederholen, wie ich – in voller Tradition mit der Praxis dieses Hauses – die Fragestunde zu handhaben gedenke.
Zwischenrufe bei der SPÖ
Meine Damen und Herren! Es gibt eine Gesamtverantwortung aller Abgeordneten und aller, die an der Fragestunde teilnehmen, für die Würde des Hauses. Das Schauspiel, das wir in den ersten 30 Minuten der Fragestunde zum Teil (Zwischenrufe bei der SPÖ) hier geboten haben, ist mit der Würde des Hauses aus meiner Sicht nicht vereinbar. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Ich bitte um keinen Beifall!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Es gibt eine Gesamtverantwortung aller Abgeordneten und aller, die an der Fragestunde teilnehmen, für die Würde des Hauses. Das Schauspiel, das wir in den ersten 30 Minuten der Fragestunde zum Teil (Zwischenrufe bei der SPÖ) hier geboten haben, ist mit der Würde des Hauses aus meiner Sicht nicht vereinbar. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Ich bitte um keinen Beifall!
Rufe bei den Grünen: Das gilt auch für die Regierungsmitglieder! – Abg. Brosz: Das gilt für die Regierungsmitglieder auch! – Gegenruf: Das gilt auch für Sie!
Ich appelliere an Sie, meine Damen und Herren, sich Ihrer Verantwortung für die Würde dieses Hauses und für das Erscheinungsbild bewusst zu sein und ihr auch gerecht zu werden. (Rufe bei den Grünen: Das gilt auch für die Regierungsmitglieder! – Abg. Brosz: Das gilt für die Regierungsmitglieder auch! – Gegenruf: Das gilt auch für Sie!) – Das gilt für jeden in diesem Haus, und das gilt auch für mich – ganz natürlich. Niemand steht in diesem Land außerhalb des Gesetzes, Herr Abgeordneter Jarolim. (Abg. Brosz: Auch die Regierungsmitglieder nicht!)
Abg. Brosz: Auch die Regierungsmitglieder nicht!
Ich appelliere an Sie, meine Damen und Herren, sich Ihrer Verantwortung für die Würde dieses Hauses und für das Erscheinungsbild bewusst zu sein und ihr auch gerecht zu werden. (Rufe bei den Grünen: Das gilt auch für die Regierungsmitglieder! – Abg. Brosz: Das gilt für die Regierungsmitglieder auch! – Gegenruf: Das gilt auch für Sie!) – Das gilt für jeden in diesem Haus, und das gilt auch für mich – ganz natürlich. Niemand steht in diesem Land außerhalb des Gesetzes, Herr Abgeordneter Jarolim. (Abg. Brosz: Auch die Regierungsmitglieder nicht!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Abgeordneter! Wenn man weiß, dass der Körperschaftsteuersatz in Slowenien 20 Prozent, in Ungarn 16 Prozent, in Kroatien 20 Prozent, in Polen 19 Prozent, in der Slowakei 19 Prozent ausmacht, dann weiß man auch, dass es ganz, ganz wichtig war, den Körperschaftsteuersatz abzusenken, weil ansonsten eine Abwanderung sowohl von Arbeitsplätzen als auch von Unternehmungen eingetreten wäre. Insofern ist dies eine wichtige Maßnahme zur Attraktivierung des Wirtschafts- und Arbeitsstandortes Österreich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Wir bewegen mit der ersten Etappe der Steuerreform eine Nettoentlastung von 500 Millionen €, mit dem Konjunkturpaket I und II sowie dem Wachstums- und Standortpaket etwas mehr als 1 Milliarde € und mit der zweiten Etappe der Steuerreform eine Nettoentlastung von 2,5 Milliarden €. Das heißt, in Summe hat diese österreichische Bundesregierung seit dem Jahr 2000 Entlastungen von mehr als 4 Milliarden € beschlossen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Wenn Sie die Steuerreformen seit 1989 zusammenrechnen, dann kommen Sie auf das Volumen, das wir mit den Etappen 2004 und 2005 jetzt in zwei Etappen umsetzen. Das heißt, alle Reformen zusammen seit 1989 haben das Ausmaß, das wir jetzt als ganz großen Entlastungsschritt für die österreichische Bevölkerung und für die österreichische Wirtschaft bewegen. – Der Vergleich macht uns sicher! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Abg. Sburny: Aber wie?
sehr zuversichtlich, dass das gelingt, weil wir für die Forschung und Entwicklung mehr Geld ausgeben als jede andere Bundesregierung vor uns. (Abg. Sburny: Aber wie?)
Abg. Mag. Kogler: Mehr als 1 Milliarde!
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Abgeordnete! Ihre Feststellung ist unrichtig, denn beispielsweise macht die Senkung des Körperschaftsteuersatzes ein finanzielles Entlastungsvolumen von 975 Millionen € aus (Abg. Mag. Kogler: Mehr als 1 Milliarde!), während wir an tariflichen Maßnahmen in Summe 1 Milliarde 380 Millionen € vorsehen.
Abg. Brosz: Das ist gegen die Würde des Hauses!
Das heißt: Erstens wird jeder Steuerzahler entlastet, und zweitens war die soziale Gerechtigkeit Priorität dieser Steuerreform. (Abg. Brosz: Das ist gegen die Würde des Hauses!) 2 550 000 Steuerpflichtige – Einkommensteuer- und Lohnsteuerpflichtige – werden mit 1. Jänner 2005 keine Einkommensteuer und Lohnsteuer mehr zahlen. – Eine Reform gerade für die kleinen und mittleren Einkommen und damit ein wichtiger Punkt für soziale Gerechtigkeit! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Mag. Mainoni.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Mag. Mainoni.
Das heißt: Erstens wird jeder Steuerzahler entlastet, und zweitens war die soziale Gerechtigkeit Priorität dieser Steuerreform. (Abg. Brosz: Das ist gegen die Würde des Hauses!) 2 550 000 Steuerpflichtige – Einkommensteuer- und Lohnsteuerpflichtige – werden mit 1. Jänner 2005 keine Einkommensteuer und Lohnsteuer mehr zahlen. – Eine Reform gerade für die kleinen und mittleren Einkommen und damit ein wichtiger Punkt für soziale Gerechtigkeit! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Mag. Mainoni.)
Abg. Parnigoni: Mit gar keinem! Mit null!
Abgeordneter Ing. Josef Winkler (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Mit welchem Entlastungsvolumen können die Klein- und Mittelbetriebe auf Grund der Steuerreform rechnen? (Abg. Parnigoni: Mit gar keinem! Mit null!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Mag. Mainoni.
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrter Herr Präsident! Werter Herr Abgeordneter! Ich konnte früher bereits ausführen: Wir entlasten die breite Masse der Klein- und Mittelbetriebe. Erster Schritt, erste Etappe der Steuerreform: 100 000 €-Grenze – bis dorthin halber Durchschnittssteuersatz im Einkommensteuerbereich. Und im Körperschaftsteuerbereich erfolgt die deutliche Senkung von 34 auf 25 Prozent. Insofern kommt es zu einer Entlastung für die breite Masse der Klein- und Mittelbetriebe, also für jene Unternehmen, die die Wertschöpfung erwirtschaften, die die Steuern zahlen und die die Arbeitsplätze sichern. Das war unser Ziel bei dieser Steuerreform – und das ist gut gelungen! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Mag. Mainoni.)
Abg. Dr. Jarolim: Sehr elegant!
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Abgeordnete! Beide Fragenkomplexe, sowohl der „Verein zur Förderung der New Economy“, der ein privater Verein ist, als auch der Sozialfonds betreffen nicht Gegenstände meiner Vollziehung als Bundesminister für Finanzen. Deswegen sind diese Fragen aus meiner Sicht nicht geschäftsordnungsgesetzeskonform gestellt. Ich erlaube mir daher, sie nicht zu beantworten. (Abg. Dr. Jarolim: Sehr elegant!)
Abg. Parnigoni: Ein Finanzminister mit Geheimnissen! Was hat er zu verbergen?
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Bundesminister, bitte. (Abg. Parnigoni: Ein Finanzminister mit Geheimnissen! Was hat er zu verbergen?)
Abg. Parnigoni: Das schlechte Gewissen ist ihm ins Gesicht geschrieben!
aber es ist mein Honorar, dann wäre es steuerpflichtig. (Abg. Parnigoni: Das schlechte Gewissen ist ihm ins Gesicht geschrieben!)
Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Jetzt seid ihr froh! Jetzt regt ihr euch nicht auf!
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Abgeordneter! Ich bitte um Verständnis, dass ich auf Grund der abgabenrechtlichen Geheimhaltungspflicht zu konkreten Steuerfällen keine Auskunft erteilen kann. (Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Jetzt seid ihr froh! Jetzt regt ihr euch nicht auf!)
Ironische Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Das gibt es ja nicht!
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Es hat in dieser Frage keine unterschiedlichen Aussagen des Staatssekretärs und des Bundesministers für Finanzen gegeben. (Ironische Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Das gibt es ja nicht!)
Beifall bei der ÖVP.
Das ist die Handschrift einer Bundesregierung, die nicht zuletzt mit dem Kinderbetreuungsgeld gezeigt hat: Wir wollen Europameister in der Familienpolitik sein, weil wir wissen, dass Kinder 100 Prozent der Zukunft unseres Landes sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Die Maßnahme ist spezifisch auf Alleinverdiener und Alleinerzieher orientiert, und zwar deshalb, weil man sehen muss, dass Doppelverdienerhaushalte natürlich auch zweimal von der Tarifentlastung profitieren. Wenn sowohl der Mann als auch die Frau arbeiten, profitieren beide von den generellen Entlastungsmaßnahmen beim Tarif. Mit dieser Alleinverdiener-, Alleinerzieherregelung wollten wir den Nachteil, dass es in Österreich keine Familienbesteuerung gibt und dadurch eine Familie, in der ein Alleinverdiener zum Beispiel 3 000 € verdient, höher besteuert wird als eine, in der beide Elternteile je 1 500 € verdienen, zielorientiert ausgleichen. Ich glaube, das ist ein richtiger Schritt in diese Richtung. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig: Wo denn?
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Frau Abgeordnete! Die Faktenlage zeigt das genaue Gegenteil, nämlich: Frauen profitieren stärker von der mit dieser Reform einhergehenden Entlastung – natürlich auch deshalb, das muss man dazusagen, weil Frauen tendenziell ein niedrigeres Einkommen als Männer haben. Insofern profitieren sie auch stärker. (Abg. Dr. Glawischnig: Wo denn?)
Abg. Sburny: Wie viel zahlen Sie weniger?
Ich darf Ihnen ein Beispiel geben, was das Medianeinkommen der Frauen am Beispiel einer Arbeiterin in Österreich betrifft: Das Medianeinkommen einer Arbeiterin liegt bei monatlich 1 080 € brutto; diese Frau wird im Jahr netto 679 € weniger an Steuern zahlen. (Abg. Sburny: Wie viel zahlen Sie weniger?) Im Vergleich dazu wird der Mann, der Arbeiter, mit einem Medianeinkommen von 1 755 € – also deutlich höher – um 364 € entlastet. Insofern wird, so denke ich, sehr klar, dass die Entlastung der Frauen ganz grundsätzlich eine wesentlich höhere als die der Männer sein wird. Insbesondere ist auch die zweimalige Anhebung der Steuerfreigrenze beziehungsweise deren Effekt, dass nunmehr 2 550 000 Menschen keine Lohn- und Einkommensteuer mehr bezahlen, sehr positiv für die Frauen, und auch die gerade diskutierte Thematik des Alleinerzieherabsetzbetrages hilft zielorientiert vor allem armutsgefährdeten Frauen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bin daher der Überzeugung, dass wir auch im Sinne des Gender Mainstreaming mit dieser Reform einen wichtigen Impuls dafür geben, dass Frauen über ein höheres Nettoeinkommen verfügen können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Lichtenberger – in Richtung der Abg. Mandak –: Sag ihm, dass der Zynismus auch gegen die Würde des Hauses ist!
Präsident Dr. Andreas Khol: Eine weitere Zusatzfrage formuliert Frau Abgeordnete Mandak. – Bitte. (Abg. Dr. Lichtenberger – in Richtung der Abg. Mandak –: Sag ihm, dass der Zynismus auch gegen die Würde des Hauses ist!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Sehr geehrter Herr Minister! Sie haben zwar gerade versucht, das Gegenteil zu beweisen, aber ist Ihnen nicht bewusst, dass Sie mit dieser Steuerreform genau jene Familien benachteiligen, in denen sich Mann und Frau die Kinderbetreuung und auch die Erwerbsarbeit aufteilen? Eine solche Familie mit zum Beispiel einem Gesamteinkommen von 2 000 € fällt durch sämtliche Netze. Sie wird bei dieser Steuerreform bestraft, denn sie hat nichts von Ihrer Steuerreform. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Na sicher! – Abg. Sburny: Das, was Sie sagen, stimmt nicht!
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Abgeordnete, Gott sei Dank stimmt das, was Sie soeben ausgeführt haben, wirklich nicht mit der Faktenlage überein (Abg. Mag. Kogler: Na sicher! – Abg. Sburny: Das, was Sie sagen, stimmt nicht!), denn selbstverständlich werden Doppelverdienerhaushalte mit geringem Einkommen sehr, sehr deutlich entlastet. Wir wenden für die allgemeine Tarifentlastung 1 Milliarde 70 Millionen € auf! Das heißt, dass der neue Einkommensteuer- und Lohnsteuertarif selbstverständlich auch die Steuerzahler in dem Einkommensbereich, den Sie erwähnt haben, entlasten wird.
Abg. Ellmauer: Ist ja bereits eine Tarifentlastung gemacht!
Daher an Sie die Frage, warum eine Familie, in der beide Elternteile arbeiten und über ein kleines Einkommen verfügen, weniger profitiert als eine Familie, in der nur einer arbeitet, aber die Familie letztlich über ein viel größeres Einkommen verfügt: Warum wird hier die eine Familie, in der zwei arbeiten und wenig Geld zur Verfügung steht, benachteiligt? (Abg. Ellmauer: Ist ja bereits eine Tarifentlastung gemacht!)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Frau Abgeordnete! Ich denke, dass ich diese Frage schon beantwortet habe. Ich sage es aber gerne noch einmal: Wir haben auf der einen Seite für die Beidverdiener eine Tarifentlastung von 1 070 Millionen €, das heißt, zusammen mit der ersten Etappe eine durchschnittliche Entlastung von 500 € netto pro Jahr, die für den jeweiligen Steuerzahler mehr zur Verfügung stehen. Auf der anderen Seite haben wir gesagt, wir setzen zusätzlich 230 Millionen € für Alleinverdiener, Alleinerzieher ein, weil wir wissen, dass dies eine besonders armutsgefährdete Gruppe ist. Das heißt, wir machen nicht Entweder-oder, sondern wir machen Sowohl-als-auch in unserer Entlastung. (Beifall bei der ÖVP.)
Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
page des „Vereins zur Förderung der New Economy“ ist. Dieser Verein ist ein privater Verein, daher ist es keine Frage der Vollziehung. (Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Man sieht, wer gut mit dem Geld des Steuerzahlers umgeht und wer gut wirtschaftet. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ist die neue Privatisierungsstrategie in Ihrem Haus die, dass nunmehr das ganze Finanzministerium privatisiert und in den Verein „New Economy“ übergeführt wurde? (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Fein!
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrter Herr Präsident! Werter Herr Abgeordneter! Mir fehlt die Kreativität zur Beantwortung dieser Frage. Ich würde sagen, das machen wir uns bei einem Kaffee aus. (Abg. Mag. Kogler: Fein!)
Abg. Dr. Bauer: Welcher Wert in den Jahren zuvor ...!
Insofern bleibe ich bei den Zahlen, die ich Ihnen genannt habe: mehr als das Dreifache der Privatisierungserlöse im Vergleich zur Vorgängerregierung. (Abg. Dr. Bauer: Welcher Wert in den Jahren zuvor ...!)
Beifall bei der ÖVP.
Das ist genau die Politik, die ich erwähnt habe: 4 300 Millionen € musste man den Unternehmen an Subventionen geben, gleichzeitig sind mehr als 50 000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Ein Beweis dafür: Privat ist besser als der Staat! (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Mag. Mainoni: So ist es!
Präsident Dr. Andreas Khol: Ich gebe weiters bekannt, dass vor Eingang in die Tagesordnung die Abgeordneten Dr. Brinek, Dr. Bleckmann, Kolleginnen und Kollegen das Verlangen gestellt haben, die schriftliche Anfrage 1376/J der Abgeordneten Dr. Gertrude Brinek, Dr. Magda Bleckmann, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur betreffend Eskalation der Gewalt und der Sprache im Zuge von Studentenprotesten der Linken dringlich zu behandeln. (Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Mag. Mainoni: So ist es!)
Abg. Mag. Sima – auf dem Weg zum Rednerpult –: Gewünscht hätte ich mir mehr!
Zu Wort gemeldet hat sich Frau Abgeordnete Mag. Sima. Sie hat sich 5 Minuten Redezeit gewünscht. – Frau Kollegin, Sie sind am Wort. (Abg. Mag. Sima – auf dem Weg zum Rednerpult –: Gewünscht hätte ich mir mehr!)
Abg. Wittauer: Aber das stimmt nicht! Das ist nicht der Vorschlag der Regierungsparteien!
Abgeordnete Mag. Ulrike Sima (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Gleich vorweg, Herr Bundesminister: Ich bedauere, dass es keine Einigung gegeben hat und dass wir es nicht geschafft haben, einen Vier-Parteien-Antrag zum Thema Atom, das an sich ein Konsensthema ist, zustande zu bringen. Wir haben lange und, wie ich glaube, auch sehr ernsthaft verhandelt, aber der Vorschlag der Regierungsparteien, die EURATOM-Kreditmittel von 4 auf 6 Milliarden € aufzustocken ... (Abg. Wittauer: Aber das stimmt nicht! Das ist nicht der Vorschlag der Regierungsparteien!)
Abg. Wittauer: Nein, nein, nein! Einstimmigkeitsprinzip!
Ihr Vorschlag, Herr Kollege Wittauer, war, dieser Aufstockung zuzustimmen. (Abg. Wittauer: Nein, nein, nein! Einstimmigkeitsprinzip!) Ich gebe zu, es ist nicht Ihr Vorschlag gewesen. Sie haben vorgeschlagen, dieser Aufstockung zuzustimmen. Das ist für uns leider inakzeptabel, da können wir nicht mit. Bei einem solchen Vier-Parteien-Antrag können wir auch nicht mitgehen, weil wir der Aufstockung der EURATOM-Kreditmittel und damit der Finanzierung von AKWs einfach ablehnend gegenüberstehen. (Abg. Wittauer: Ist ja ein Mehrheitsbeschluss!)
Abg. Wittauer: Ist ja ein Mehrheitsbeschluss!
Ihr Vorschlag, Herr Kollege Wittauer, war, dieser Aufstockung zuzustimmen. (Abg. Wittauer: Nein, nein, nein! Einstimmigkeitsprinzip!) Ich gebe zu, es ist nicht Ihr Vorschlag gewesen. Sie haben vorgeschlagen, dieser Aufstockung zuzustimmen. Das ist für uns leider inakzeptabel, da können wir nicht mit. Bei einem solchen Vier-Parteien-Antrag können wir auch nicht mitgehen, weil wir der Aufstockung der EURATOM-Kreditmittel und damit der Finanzierung von AKWs einfach ablehnend gegenüberstehen. (Abg. Wittauer: Ist ja ein Mehrheitsbeschluss!)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Sonderfinanzierung der Atomkraft auf EU-Ebene gibt, solange werden auch neue Atomkraftwerke gebaut werden. Dass Österreich da jetzt mittun will, aus welchen strategischen Gründen auch immer, halten wir einfach für eine falsche Entscheidung. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Kopf: Das haben wir ja geändert!
Ich glaube also, dass die Entwicklung in eine völlig falsche Richtung geht, und kann mir nicht vorstellen, dass Österreich die Finanzierung dieser Reaktoren wirklich unterstützen will, auch wenn man sich anschaut, wofür die EURATOM-Gelder in der Vergangenheit verwendet wurden. (Abg. Kopf: Das haben wir ja geändert!) 680 Millionen € wurden für die Tschernobyl-Ersatzreaktoren K2/R4 zumindest zugesagt und werden auch noch ausbezahlt werden, 213 Millionen für die Nachrüstung der Blöcke 5 und 6 in Kosloduj. Ich glaube, dass das einfach in die völlig falsche Richtung geht. Wenn man sich das anschaut, sieht man, dass bisher auch kein Euro in die Stilllegung von Atomkraftwerken geflossen ist, und eine Änderung dieser Politik ist nicht absehbar.
Beifall bei der SPÖ.
Anstatt der Aufstockung zuzustimmen, wie Sie es vorhaben, sollten wir uns lieber über den Ausstieg aus dem EURATOM-Vertrag, den Ausstieg aus diesem einseitigen Fördervertrag unterhalten. Ich weiß, Sie sind nicht dieser Meinung, aber ich halte es trotzdem für die bessere Strategie. (Beifall bei der SPÖ.)
Dem Ersuchen von Präsident Dr. Fischer wird nachgekommen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter, darf ich Sie eine Sekunde unterbrechen und die Kolleginnen und Kollegen vom Haus bitten, das Transparent von der Galerie zu entfernen. (Dem Ersuchen von Präsident Dr. Fischer wird nachgekommen.)
Es wird ein weiteres Mal der Versuch unternommen, das oberwähnte Transparent über die Brüstung der Galerie ins Plenum zu halten. – Abg. Dr. Stummvoll: Was ist denn das?! – Abg. Wittauer: Herr Präsident! Da muss man schon eingreifen! – Abg. Dr. Fekter: Werft sie aus dem Haus! – Ruf bei der ÖVP: Das ist doch unzumutbar! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Mitarbeitern der Parlamentsdirektion gelingt es, das Transparent zu entfernen.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (fortsetzend): Danke, Herr Präsident. – Ich glaube, dass der Inhalt dieses Transparents, das hier von „Global 2002“ soeben entrollt worden ist, leicht zu widerlegen sein wird. Ich werde das in der Folge auch kurz zu tun versuchen. Aber ganz kurz noch einmal ... (Es wird ein weiteres Mal der Versuch unternommen, das oberwähnte Transparent über die Brüstung der Galerie ins Plenum zu halten. – Abg. Dr. Stummvoll: Was ist denn das?! – Abg. Wittauer: Herr Präsident! Da muss man schon eingreifen! – Abg. Dr. Fekter: Werft sie aus dem Haus! – Ruf bei der ÖVP: Das ist doch unzumutbar! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Mitarbeitern der Parlamentsdirektion gelingt es, das Transparent zu entfernen.)
Abg. Parnigoni: Vielleicht wollen sie dir nicht zuhören!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (fortsetzend): Meine Damen und Herren! Ich glaube, wir können uns wieder dem Inhaltlichen zuwenden, auch wenn das offensichtlich den Damen und Herren noch etwas schwerfällt. (Abg. Parnigoni: Vielleicht wollen sie dir nicht zuhören!) Ja, es sind deine auch.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich glaube, diese Anti-Atomhaltung hat sich bei Zwentendorf und in der Entscheidung über das Verfassungsgesetz betreffend die Nichtanwendung der Atomenergie und letzten Endes auch in unseren Bemühungen auf europäischer Ebene immer wieder niedergeschlagen. Wahrscheinlich ist das auch die Erklärung dafür, warum das Volksbegehren, das wir auch unter diesen zwei Tagesordnungspunkten behandeln, eine so geringe Zahl von Unterstützungen, nämlich nur 131 000 Unterschriften, bekommen hat. Die Menschen in Österreich wissen, dass diese Bundesregierung und auch der Nationalrat in dieser Frage in der Vergangenheit sehr konsequent waren, und sind sich sicher, dass sie das auch in Zukunft sein werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Jetzt ist das aber nur um den Preis möglich, dass wir der Aufstockung der Mittel zustimmen. Wir können aber dafür erreichen, so wie es im Entschließungsantrag steht und wie es auch von Ihnen nicht bestritten worden ist, dass die Verwendungsmöglichkeiten drastisch eingeschränkt werden, dass die Mittel nicht mehr für den Bau von neuen Atomkraftwerken eingesetzt werden, sondern für die Verbesserung der Sicherheit in bestehenden oder in Bau befindlichen Anlagen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wenn das nicht ein verfolgenswertes Ziel ist, meine Damen und Herren, dann weiß ich nicht mehr, wie Sie Ihre Anti-Atompolitik anlegen wollen! Genau darauf zielt dieser Antrag ab!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie hätten diesen Antrag, den wir verhandelt haben, in allen anderen Punkten mitgetragen. Wir haben damit auch Punkte des Anti-Atom-Volksbegehrens mit erledigt. Aber eine Strategie zu verfolgen, indem man sagt: Ich fahre nach Brüssel, lasse mich bei der Aufstockung der EURATOM-Mittel überstimmen und habe dann keine Chance, die Verwendungsmöglichkeiten der Mittel zu beeinflussen!, das ist ein Schuss in beide eigene Knie, meine Damen und Herren, und ich kann bis heute nicht verstehen, warum Sie diesen strategisch völlig unsinnigen und nicht nachvollziehbaren Weg verfolgen wollen. Wir tun es sicher nicht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ruf bei der ÖVP: Zuhören!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Herr Umweltminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Wir sprechen eigentlich hier über den Bericht des Unterausschusses, der das Anti-Atom-Volksbegehren behandelt hat, ein Volksbegehren, das im Juni letzten Jahres stattgefunden hat und das die erforderliche Anzahl der Unterschriften dafür geschafft hat, dass es hier behandelt wird. Es ist bemerkenswert, dass es jetzt von Seiten der ÖVP keine einzige Aussage zum Ziel beziehungsweise zum Inhalt dieses Volksbegehrens gegeben hat. (Ruf bei der ÖVP: Zuhören!)
Abg. Kopf: Dazu habe ich Stellung genommen!
Es war im Wesentlichen der Vorschlag, einen sehr strikten ... (Abg. Kopf: Dazu habe ich Stellung genommen!) Ja, aber die Begründung, warum Ihnen das nicht passt, ist sehr dürftig ausgefallen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kopf.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kopf.
Es war im Wesentlichen der Vorschlag, einen sehr strikten ... (Abg. Kopf: Dazu habe ich Stellung genommen!) Ja, aber die Begründung, warum Ihnen das nicht passt, ist sehr dürftig ausgefallen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kopf.)
Beifall bei den Grünen.
Zum einen: Grundsätzlich wollten Sie am Anfang überhaupt keinen weit reichenden Antrag, und es ist eigentlich nur der Opposition zuzuschreiben, dass wir jetzt überhaupt in die Phase gekommen sind, wo ausführlich über eine neue Basis der Anti-Atompolitik diskutiert wird. Der Antrag ist über weite Strecken brauchbar – das sage ich auch deutlich –, allerdings geht er in einem sehr entscheidenden Punkt, der die Aufstockung der EURATOM-Kreditvolumina betrifft, in eine völlig falsche Richtung. Ich glaube, es ist eine fatale Fehlentscheidung, wenn man die Kriterien so festlegt, dass auch der Fertigbau von Atomkraftwerken aus österreichischer Sicht mit diesen Geldern gewährleistet sein soll. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Dagegen haben wir uns gewandt. Das ist auch für uns der Grund, warum wir bei diesem Versuch, zu einer Vier-Parteien-Einigung zu gelangen, nicht mitgehen können. Ich halte diesen Antrag für eine fatale Fehlentscheidung, ich halte ihn für einen Fehler. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Beifall bei den Grünen.
rischen Umweltminister Schnappauf vorsprechen und sehr deutlich machen, dass das Kraftwerk Isar 1, das nur 100 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt ist, eigentlich zu schließen ist. (Beifall bei den Grünen.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Ich frage mich daher, wie ernst Sie eigentlich Ihren eigenen Antrag nehmen und warum es nicht schon in den letzten Wochen und Monaten ernste Bemühungen gegeben hat, in München beim bayerischen Umweltminister vorzusprechen, der die großartige Idee verkündet hat, man möge mit Vernebelungsmaschinen dieses Problem lösen, man möge große Nebelwerfer aufstellen, damit keine Maschine das Kraftwerk finden kann. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Diese Lösung, glaube ich, führt sich selbst ad absurdum beziehungsweise diskreditiert sich selbst, denn eine so unglaublich dumme Idee kann man nur dann haben, wenn man die Gefahr nicht richtig einschätzt. Jede Satellitenanlage, jedes Satellitenortungssystem ist in der Lage beziehungsweise hat überhaupt kein Problem damit, auch durch die dicksten Nebelschwaden hindurch ein Ziel zu finden. Ich würde mir wünschen, dass Sie da tätig würden. Es ist sehr bedauerlich, dass Sie bis jetzt noch keinen einzigen Versuch unternommen haben, diesbezüglich vorstellig zu werden. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie Ihren eigenen Antrag ernst nehmen und Anti-Atompolitik für Sie nicht nur das Einkochen der Opposition in einem Vier-Parteien-Antrag ist, den man dann wieder in eine Schublade steckt und dort die nächsten drei Jahre liegen lässt, so wie das bei dem letzten Antrag im Jahre 2002 der Fall war, wo im Übrigen noch die Kreditaufstockung von der ÖVP und von der FPÖ und von den Grünen als Punkt gemeinsam abgestimmt und ausdrücklich abgelehnt worden ist, wenn das also nicht so weitergehen soll wie bisher, dann erwarte ich mir von Ihnen, Herr Umweltminister, Frau Außenministerin, dass Sie sich unverzüglich nach München begeben und dieses Bedrohungspotential für Österreich in ernsthafter Weise abzuwenden versuchen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das war eine verantwortungsvolle Entscheidung, und ich gratuliere der Regierung dafür, dass sie diese beiden Punkte miteinander verbunden hat. Jetzt besteht für beide Bereiche Einstimmigkeit. Ich glaube, dass mit dieser Richtlinie, mit diesem Auftrag an die Regierung alle Voraussetzungen dafür gegeben sind, unseren Anti-Atomkurs wieterhin so zu führen, wie wir ihn im Konsens beschlossen haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Wir halten die Linie!
lament demonstriert hat, haben Sie geglaubt, Sie könnten damit punkten, dass Sie dagegen stimmen. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Wir halten die Linie!) Die Österreicherinnen und Österreicher werden begreifen, dass Sie etwas getan haben, womit Sie die Interessen Österreichs verraten haben. Das ist die Wahrheit! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Überhaupt nicht! Sie haben sie verraten!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Überhaupt nicht! Sie haben sie verraten!
lament demonstriert hat, haben Sie geglaubt, Sie könnten damit punkten, dass Sie dagegen stimmen. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Wir halten die Linie!) Die Österreicherinnen und Österreicher werden begreifen, dass Sie etwas getan haben, womit Sie die Interessen Österreichs verraten haben. Das ist die Wahrheit! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Überhaupt nicht! Sie haben sie verraten!)
Abg. Dr. Glawischnig: Das wollen wir aber nicht, dass Ihnen etwas weh tut, Herr Kollege! Wirklich nicht!
Deshalb waren Sie heute auch so kleinlaut. Normalerweise sind Sie immer so laut und schimpfen, aber heute sagen Sie: Ja, da ist einiges in Ordnung, aber wir können halt nicht ...! Sie wissen ganz genau, dass Österreich – und wir sind Gegner einer Aufstockung! – mit dieser Entscheidung wenig zu tun hat. Sie wissen es ganz genau! Sie probieren da eine Kurve zu kratzen, die Ihnen keiner glaubt. Alle, die da zuhören, wissen das, weil Sie den Inhalt des Entschließungsantrages gern mittragen wollten, sich aber schlussendlich unter Druck setzen ließen. Vielleicht haben Sie sich gedacht: An diesem Thema wollen wir ein bisschen länger dran bleiben. Die Sicherheit Österreichs ist offenbar zweitrangig – und das tut einem weh; mir persönlich tut es weh. (Abg. Dr. Glawischnig: Das wollen wir aber nicht, dass Ihnen etwas weh tut, Herr Kollege! Wirklich nicht!)
Abg. Dr. Glawischnig: Sie waren auch dagegen, nur die ÖVP nicht!
Ich habe an diesem Tag gehofft, wir kommen zu einer Einigung. Sie gehen her und – das muss man sich ein bisschen auf der Zunge zergehen lassen – schildern uns die Gefahren des Atomkraftwerkes. Davon haben wir ja nicht nur eines, davon haben wir ja viele! Und auf der anderen Seite wollen Sie nicht sicherstellen, dass die Vergaberichtlinien so geändert werden, dass für diese Dinge eben nicht mehr Geld zur Verfügung steht. Ich würde mir wünschen, dass Sie es mir erklären. Wenn Sie mir sagen, dass wir verhindern können, dass das EURATOM-Kreditvolumen nicht erhöht wird, wenn Sie mir das garantieren können, dann stimme ich gern zu. Sie wissen aber, dass es nicht so ist. (Abg. Dr. Glawischnig: Sie waren auch dagegen, nur die ÖVP nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
unseren Anti-Atom-Kurs. Die Regierung ist beauftragt, das so umzusetzen, und glauben Sie mir eines: Mit dieser Politik fahren wir richtig. Mit dieser Politik tun wir etwas für die Österreicherinnen und Österreicher. Mit dieser Politik machen wir für ganz Europa etwas. – Das ist wichtig, und dafür stehen wir auch! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzte Damen und Herren! Es ist wichtig, eine Revision des EURATOM-Vertrages anzustreben. Ich weiß, dass das Primärrecht der EU ist, aber man könnte alle Zeichen so setzen, dass sie in allen internationalen Positionierungen mit unserer Gesinnung übereinstimmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und den Grünen.
Mit Bedauern mussten wir vor kurzer Zeit zur Kenntnis nehmen, dass es in Österreich Kräfte gibt, denen die Umsetzung dieses Gesetzes nicht sinnhaft erscheint. Dieser Standpunkt ist kontraproduktiv in Bezug auf die Glaubwürdigkeit der Umsetzung des Kyoto-Ziels und der Anti-Atompolitik. All jene, die heute einen Gegenwert von einem Krügel Bier verhindern möchten, könnten morgen im gleißenden Scheinwerferlicht mit einem Katzenjammer erwachen. Daher ist es notwendig, sich rasch am Verhandlungstisch einzufinden und die künstlichen Probleme für die Anlagenbetreiber und solche, die es werden wollen, zu lösen. (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Da brauchen Sie aber nicht mich anzureden!
Anti-Atompolitik und Energiepolitik mit dem Ziel der Realisierung des Kyoto-Ziels sind ein politisches Kernthema der Zukunft und bedürfen einer gemeinsamen Vorgangsweise, Frau Kollegin Glawischnig, aller Parteien in diesem Hohen Haus. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Da brauchen Sie aber nicht mich anzureden!)
Abg. Wittauer: Ich kann mir nicht vorstellen, dass es noch irgendwelche Argumente gibt!
Abgeordnete Heidemarie Rest-Hinterseer (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen des Hohen Hauses und anwesende Interessierte! Wir Grüne kämpfen schon seit langem für den europaweiten Ausstieg aus der Atomenergie. Das ist ja nichts Neues. Der europaweite Ausstieg aus der Atomenergie stellt für uns seit Jahren eines der umweltpolitischen Schlüsselprojekte dar. Warum? (Abg. Wittauer: Ich kann mir nicht vorstellen, dass es noch irgendwelche Argumente gibt!)
Abg. Wittauer: Das stimmt überhaupt nicht!
Wie ist es denn gelaufen mit diesem Entschließungsantrag, Herr Kollege Wittauer? – ÖVP und FPÖ haben sich klar gegen eine Umsetzung des Volksbegehrens „Atomfreies Europa“ ausgesprochen. (Abg. Wittauer: Das stimmt überhaupt nicht!) Wir haben noch im Juli 2002 einen Antrag beschlossen, in dem sich die Grünen, ÖVP und FPÖ bedingungslos gegen die geplante Kreditaufstockung gewandt haben. Was ist in der Zwischenzeit passiert, dass Sie jetzt plötzlich eine neue Pro-Atom-Linie einnehmen? Hat das damit zu tun, dass Landeshauptmann Haider mittlerweile zur Atomlobby gewechselt ist mit seinem Einstieg in die RWE? Die KELAG soll dazu dienen, steht in den Papieren der RWE, den Markt für Süd- und Osteuropa im Atomstrombereich aufzumachen. (Beifall bei den Grünen. – Abg Wittauer: Tirol hat 27 Prozent Atomstrom!)
Beifall bei den Grünen. – Abg Wittauer: Tirol hat 27 Prozent Atomstrom!
Wie ist es denn gelaufen mit diesem Entschließungsantrag, Herr Kollege Wittauer? – ÖVP und FPÖ haben sich klar gegen eine Umsetzung des Volksbegehrens „Atomfreies Europa“ ausgesprochen. (Abg. Wittauer: Das stimmt überhaupt nicht!) Wir haben noch im Juli 2002 einen Antrag beschlossen, in dem sich die Grünen, ÖVP und FPÖ bedingungslos gegen die geplante Kreditaufstockung gewandt haben. Was ist in der Zwischenzeit passiert, dass Sie jetzt plötzlich eine neue Pro-Atom-Linie einnehmen? Hat das damit zu tun, dass Landeshauptmann Haider mittlerweile zur Atomlobby gewechselt ist mit seinem Einstieg in die RWE? Die KELAG soll dazu dienen, steht in den Papieren der RWE, den Markt für Süd- und Osteuropa im Atomstrombereich aufzumachen. (Beifall bei den Grünen. – Abg Wittauer: Tirol hat 27 Prozent Atomstrom!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Wittauer: Lieber die alten Richtlinien und trotzdem die Aufstockung!
Wir können also keinen positiven Effekt aus diesen EURATOM-Krediten erkennen und mussten uns – mussten uns! – dagegen aussprechen, auch wenn wir, wie Frau Kollegin Glawischnig schon gesagt hat, bei Teilen des Entschließungsantrages mitgegangen wären, wobei dies jene Teile sind, die wir vorbereitet haben. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wittauer: Lieber die alten Richtlinien und trotzdem die Aufstockung!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wie Sie sehen, auch in diesem Bereich: klare Position, Verhandlung und Gespräch – es zahlt sich aus! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig: Genau! Seit Monaten!
Zur Frage der Frau Abgeordneten Glawischnig in Richtung München und deutsche Atomkraftwerke Folgendes: Sie oder Herr Abgeordneter Pilz sind gestern draufgekommen, dass es hier ein Thema gibt. (Abg. Dr. Glawischnig: Genau! Seit Monaten!) Unsere Beamten haben bereits vor Jahren in der Frage Sicherheit europäischer und damit auch deutscher Atomkraftwerke sowohl bilateral mit Deutschland als auch auf internationaler Ebene in der IAEO klar darauf hingewiesen, wo die Probleme liegen und wo Verbesserungen herbeigeführt werden sollten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Haben Sie Ihren bayrischen Kollegen schon einmal besucht?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Haben Sie Ihren bayrischen Kollegen schon einmal besucht?
Zur Frage der Frau Abgeordneten Glawischnig in Richtung München und deutsche Atomkraftwerke Folgendes: Sie oder Herr Abgeordneter Pilz sind gestern draufgekommen, dass es hier ein Thema gibt. (Abg. Dr. Glawischnig: Genau! Seit Monaten!) Unsere Beamten haben bereits vor Jahren in der Frage Sicherheit europäischer und damit auch deutscher Atomkraftwerke sowohl bilateral mit Deutschland als auch auf internationaler Ebene in der IAEO klar darauf hingewiesen, wo die Probleme liegen und wo Verbesserungen herbeigeführt werden sollten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Haben Sie Ihren bayrischen Kollegen schon einmal besucht?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abschließend, meine sehr geehrten Damen und Herren: Wenn Sie diese Linie nunmehr auch verlassen haben, bei mir können Sie davon ausgehen, dass ich, was die Atomkraft betrifft, gemeinsam mit meinen Kollegen in der Regierung alles in meiner Macht Stehende unternehmen und für die Sicherheit der österreichischen und der europäischen Bevölkerung auch weiterhin konsequent eintreten werde. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Mein Gott, es ist immer das gleiche falsche Argument!
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Die Atomenergie und die davon ausgehende Gefahr ist für uns alle ein so großes und bedeutendes Thema, dass es ganz einfach keine Frage von Parteipolitik und insbesondere von Parteitaktik sein darf. Mir ist völlig unverständlich, weshalb SPÖ und Grüne dieses Thema parteipolitisch missbrauchen. (Abg. Dr. Lichtenberger: Mein Gott, es ist immer das gleiche falsche Argument!) Ich kann mich des Eindrucks einfach nicht erwehren, dass falsche Propaganda auf dem Rücken der Sicherheit unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger ausgerichtet wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Die Atomenergie und die davon ausgehende Gefahr ist für uns alle ein so großes und bedeutendes Thema, dass es ganz einfach keine Frage von Parteipolitik und insbesondere von Parteitaktik sein darf. Mir ist völlig unverständlich, weshalb SPÖ und Grüne dieses Thema parteipolitisch missbrauchen. (Abg. Dr. Lichtenberger: Mein Gott, es ist immer das gleiche falsche Argument!) Ich kann mich des Eindrucks einfach nicht erwehren, dass falsche Propaganda auf dem Rücken der Sicherheit unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger ausgerichtet wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es ist mir wirklich völlig unverständlich, dass die Opposition gerade diesen Antrag ablehnt und unseren gemeinsamen Weg in der Anti-Atompolitik verlässt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Die Opposition wird nicht müde, die Regierungsparteien anzuschwärzen, indem sie sagt, dass wir einer Aufstockung der EuratoM-Kredite zustimmen. In Wahrheit verschweigen Sie aber die genauen Zusammenhänge, denn Tatsache – und das wurde heute schon mehrfach erwähnt – ist, dass das gemeinsame EuratoM-Paket dann in der Gemeinschaft mit dem Einstimmigkeitsprinzip verhandelt werden kann. Und genau da hat Österreich dann konkrete Möglichkeiten, auf die Aufstockung und die Verwendung der Kreditmittel massiven Einfluss zu nehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Gerade die Bedingungen für die Aufstockung und Verwendung der Kreditmittel sind in diesem Entschließungsantrag ganz klar definiert. Es ist eindeutig formuliert, dass keine Kreditmittel für den Neubau, für die Ausweitung von Kapazitäten und für die Effizienzsteigerung von AKWs verwendet werden dürfen und dass EuratoM-Kreditmittel nur für Sicherheitsmaßnahmen mit verbindlichen fixen Schließungsdaten verwendet werden sollen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall und Bravoruf des Abg. Wittauer
Gerade als Oberösterreicherin freut es mich, dass in diesem Antrag auch ganz konkret die weitere Vorgehensweise bezüglich Tschechien formuliert ist. Die Regierung wird aufgefordert, an dem Atomausstieg insbesondere von Temelίn festzuhalten (Beifall und Bravoruf des Abg. Wittauer), wird aufgefordert, dass weitere Stilllegungsverhandlungen mit Tschechien fortgeführt werden und dass der Umstieg auf erneuerbare Energieträger unterstützt wird.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ernsthafte Anti-Atompolitik erfordert Verantwortung – eine Verantwortung über alle Parteigrenzen hinweg, eine Verantwortung, vor der Sie von der SPÖ und den Grünen sich anscheinend drücken wollen, eine Verantwortung, die wir im Hinblick auf die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher aber sehr gerne und bewusst übernehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Wittauer: Und was ist, wenn die alten Richtlinien bleiben?
Fast 40 Millionen € pro Jahr zahlt Österreich an Atomgeldern in die EU. – Herr Bundesminister, Ihr Bemühen, für den Atomausstieg zu kämpfen, in Ehren, trotzdem meine ich, das Ja der Regierungsparteien zu einer Aufstockung der EuratoM-Gelder ist ein Ja zur Finanzierung von Atomkraftwerken. Auch wenn die Regierung eine Aufstockung der Gelder (Abg. Wittauer: Und was ist, wenn die alten Richtlinien bleiben?) – bitte, hör mir zu, jetzt bin ich am Wort – durch angebliche Sicherheitsverbesserungen schönzureden versucht, die Realität sieht doch anders aus.
Abg. Wittauer: Aber nicht diese Bundesregierung!
Meine Damen und Herren! Ich glaube, jeder von uns erinnert sich an Berichte über den 6. August 1945, als in Hiroshima nach einem Atombombenabwurf 80 000 Menschen sofort starben und an den Folgeschäden noch weitere 60 000 Menschen gestorben sind. Beim zweiten Abwurf über Nagasaki am nächsten Tag mussten weitere 70 000 Menschen ihr Leben lassen. Obwohl man begriffen hat, dass der Einsatz der Nukleartechnik beziehungsweise der Atomtechnik, egal wo auch immer, gefährlich ist, geht man, so scheint mir, sorglos mit diesem Thema um. (Abg. Wittauer: Aber nicht diese Bundesregierung!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Die Erinnerungen an Hiroshima und Nagasaki sind leider im Verblassen, die Störfälle Tschernobyl, Temelίn sind uns aber noch gut in Erinnerung und sollten uns zum Nachdenken anregen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Wittauer: Dann stimmen Sie zu, Frau Abgeordnete!
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! Herr Bundesminister! Wir müssen alles Menschenmögliche unternehmen, um den europäischen Atomausstieg voranzutreiben. (Abg. Wittauer: Dann stimmen Sie zu, Frau Abgeordnete!) Ich ersuche Sie darum. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! Herr Bundesminister! Wir müssen alles Menschenmögliche unternehmen, um den europäischen Atomausstieg voranzutreiben. (Abg. Wittauer: Dann stimmen Sie zu, Frau Abgeordnete!) Ich ersuche Sie darum. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
in Richtung des Abg. Wittauer
Präsident Dr. Heinz Fischer: Soll ich Sie (in Richtung des Abg. Wittauer) noch einmal in die Rednerliste eintragen? (Ruf bei der SPÖ: Na wirklich nicht!) – Gut.
Ruf bei der SPÖ: Na wirklich nicht!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Soll ich Sie (in Richtung des Abg. Wittauer) noch einmal in die Rednerliste eintragen? (Ruf bei der SPÖ: Na wirklich nicht!) – Gut.
in Richtung des Abg. Wittauer
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Ellmauer, und Sie (in Richtung des Abg. Wittauer) denken inzwischen über meinen Vorschlag nach.
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Eine Erhöhung des EuratoM-Kreditvolumens von 4 auf 6 Milliarden € einfach abzulehnen stellt uns bei der europäischen Anti-Atompolitik ins Abseits – insbesondere jetzt, wo unser Lebens- und Umweltminister Josef Pröll es geschafft hat, die italienische Ratspräsidentschaft davon zu überzeugen, das gesamte EuratoM-Paket in einem zu verhandeln; anderenfalls hätten die zwölf der 15 EU-Länder, die AKWs betreiben, mit einfacher Mehrheit eine Aufstockung der Geldmittel beschließen können. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
In meinem Heimatbundesland wurden seit dem Jahre 2000 4 300 Wohnhäuser Energie sparend umgebaut, 22 000 Heizungen adaptiert, 50 große Solaranlagen errichtet und Sonnenkollektoren auf mehr als 600 000 m2 installiert. Dies ist der richtige Weg im Sinne der Nachhaltigkeit und somit auch der einzig richtige Weg für unser Heimatland Österreich. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Für Österreich, meine Damen und Herren, wäre es besser, wenn der EURATOM-Vertrag nicht Teil der Verfassung würde und Österreich aus dem EURATOM-Vertrag aussteigen könnte. Es ist sinnvoll, eine Revisionskonferenz, wie im Entschließungsantrag gefordert wird, einzusetzen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn es den Slogan gab: Atomkraft – nein danke!, dann darf ich Sie einladen zu dem Slogan: Öko-Strom – ja bitte! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich lade alle, die das Volksbegehren unterzeichnet haben, ein, als Verbündete für Öko-Strom einzutreten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig: Eine Verordnung ist es, das stimmt!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Minister! Herr Präsident! Meine geschätzten Damen und Herren! Mein Vorredner hat behauptet, dass der Landeshauptmann von Kärnten dieses Gesetz behindert (Abg. Dr. Glawischnig: Eine Verordnung ist es, das stimmt!), diese Verordnung nicht unterzeichnet. – Das ist nicht wahr!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wahr ist hingegen, dass ein Konsortium von vier Landeshauptleuten, bestehend aus dem Vorarlberger Landeshauptmann Sausgruber von der ÖVP, dem Salzburger Landeshauptmann Schausberger von der ÖVP und dem, glaube ich, Finanzstadtrat von Wien, Herrn Sepp Rieder, eine Kommission bildet, die diese Verordnung momentan nicht verlängert hat, sehr wohl aber die Verordnung von 2003 auf das Jahr 2004 fortgeschrieben hat. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist auch kein Geheimnis, dass die Europäische Union mittels EURATOM-Krediten zum Beispiel sechs weitere neue AKWs an vier russischen Standorten finanzieren will: Kalinin 3 und 4, Balakovo 5 und 6, Kursk 5 und Rostov 2.Bisher ist auf Grund von Finanzierungsengpässen dort nicht weitergebaut worden. Mit EURATOM-Geldern, mit EU-Mitteln, sprich mit österreichischen Steuergeldern, soll dort jetzt weitergebaut werden. Aus SPÖ-Sicht kann ich da nur sagen: Nein, danke, wirklich nicht! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Rein durch Tatsachenverdrehungen, durch falsch verstandene Konsenspolitik und durch verantwortungslosen Umgang mit den Ängsten vieler Menschen in Österreich durch die Regierungsparteien werden wir uns als SPÖ nicht von unserer klaren Anti-AKW-Linie abbringen lassen, und wir werden keinesfalls einer Erhöhung des EURATOM-Kreditrahmens zustimmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir wollen eine Veränderung, wir wollen eine Veränderung zum Positiven. Sie blockieren diese. Sie können sie nicht ganz blockieren, weil Sie in der Opposition sind, aber es ist gegenüber den Österreichern und Österreicherinnen eine verantwortungslose Politik, die Sie betreiben. Ich und meine Fraktion, wir lehnen das entschieden ab. Die Bevölkerung wird selbst wissen, was sie von Ihrem Antrag zu halten hat. Aber abschreiben können Sie recht gut. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Wir nicht! Wir haben das nicht verlassen! Das haben Sie verlassen!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Meine Damen und Herren! Ja, es gibt eine Tradition in diesem Haus, die Sie leider heute verlassen, und diese Tradition heißt Vierparteienbeschlüsse in der Anti-AKW-Politik. Ich verweise nochmals ganz deutlich darauf, dass wir ... (Abg. Scheibner: Wir nicht! Wir haben das nicht verlassen! Das haben Sie verlassen!) – Nein, entschuldigen Sie, Herr Klubobmann, Sie waren auch im Juli 2002 dafür, dass wir bei EURATOM einen strikten Kurs fahren. Da gibt es eine Entschließung im Parlament, die bereits auf dieser Basis getroffen worden ist. (Abg. Scheibner: Das ist ein vernünftiger Antrag, bei dem Sie leider nicht mitgehen!)
Abg. Scheibner: Das ist ein vernünftiger Antrag, bei dem Sie leider nicht mitgehen!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Meine Damen und Herren! Ja, es gibt eine Tradition in diesem Haus, die Sie leider heute verlassen, und diese Tradition heißt Vierparteienbeschlüsse in der Anti-AKW-Politik. Ich verweise nochmals ganz deutlich darauf, dass wir ... (Abg. Scheibner: Wir nicht! Wir haben das nicht verlassen! Das haben Sie verlassen!) – Nein, entschuldigen Sie, Herr Klubobmann, Sie waren auch im Juli 2002 dafür, dass wir bei EURATOM einen strikten Kurs fahren. Da gibt es eine Entschließung im Parlament, die bereits auf dieser Basis getroffen worden ist. (Abg. Scheibner: Das ist ein vernünftiger Antrag, bei dem Sie leider nicht mitgehen!)
Abg. Kopf geht gerade am Rednerpult vorbei.
Unsere Angst ist, dass wir mit dieser konzilianten Aufstockungspolitik, die Sie verfolgen, praktisch unsere Position aufweichen. (Abg. Kopf geht gerade am Rednerpult vorbei.) – Herr Kollege Kopf, ja, gerade uns eint eine lange Tradition der Verhandlungen. Wir haben ja leider den Fall der ukrainischen Reaktoren K2/R4. Bitte, da sind die EBRD-Mittel gestrichen worden, weil die Sicherheitselemente nicht eingehalten worden sind, weil die vertraglich ausgehandelten Sicherheitsniveaus nicht berücksichtigt worden sind.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das sind die realen Fakten, und da steht auch die Glaubwürdigkeit Österreichs auf dem Spiel, dass wir EURATOM wirklich als Ausstiegsprojekt ansehen. Wir brauchen diese Glaubwürdigkeit, damit wir die Stilllegungs- und Ausstiegsprojekte in den AKWS an unseren Grenzen dann doch über die Liberalisierung des europäischen Strommarktes durchsetzen. Es geht um die Glaubwürdigkeit, die wir auch im Einsatz gegen Isar 1 brauchen, die aber durch die EURATOM-Politik und gerade durch Ihren Antrag unterhöhlt wird. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Jetzt reicht’s aber!
Abgeordnete Mag. Ulrike Sima (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister! Ich möchte in aller Kürze Folgendes klarstellen: Wenn hier jemand den Anti-Atom-Konsens verlässt, dann sind das Sie von den Regierungsparteien! (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Jetzt reicht’s aber!)
Abg. Ellmauer: Das liegt auch an den handelnden Personen!
Es herrschte nämlich in diesem Land Konsens darüber, dass wir einer Aufstockung des EURATOM-Kredites nicht zustimmen. – Das war Konsens, und den verlassen Sie jetzt, indem Sie einen Antrag beschließen werden, in dem Sie genau dieser Aufstockung zustimmen. (Abg. Ellmauer: Das liegt auch an den handelnden Personen!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir kommen eh nicht zu Ihnen! Da brauchen Sie keine Angst zu haben!
Ich habe bis heute nicht verstanden, warum Sie zumindest den Rest-Antrag nicht als Vier-Parteien-Antrag akzeptieren wollen. – Das ist mir unverständlich. Dann kommen Sie aber bitte nicht zu uns und beschweren sich darüber, dass die Opposition nicht konsensbereit gewesen sei und den Anti-Atom-Konsens verlasse, denn das ist wirklich völlig absurd und lächerlich. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir kommen eh nicht zu Ihnen! Da brauchen Sie keine Angst zu haben!)
Ruf bei den Freiheitlichen: Nur Unterstellungen!
Ich kann von dieser Stelle aus nur mutmaßen, dass Sie auf der Aufstockung des EURATOM-Kreditrahmens auch deswegen so beharren, weil Sie offensichtlich in Brüssel schon irgendwelche Zusagen getätigt haben, denn sonst hätten Sie ja auch die weitere Möglichkeit der Fertigstellung von AKWs vielleicht nicht in Ihrem Antrag gelassen. (Ruf bei den Freiheitlichen: Nur Unterstellungen!) Was Sie jetzt beschließen, bedeutet, dass wir mit unserem österreichischen Steuergeld dafür bezahlen, dass in Osteuropa AKWs fertig gestellt werden, die wir dann bekämpfen.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Das können wir auf keinen Fall unterstützen. Werfen Sie uns aber bitte nicht vor, wir verlassen irgendwelche Konsenswege! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Jarolim: Das sind Perspektiven!
Ich bitte jene Damen und Herren, die die Entschließung, die dem Ausschussbericht angeschlossen ist, unterstützen, um ein Zeichen. – Die Beschlussfassung erfolgt mit Stimmenmehrheit. (E 36.) – (Abg. Dr. Jarolim: Das sind Perspektiven!)
Abg. Dr. Cap: Das verstehe ich nicht! Wieder eine Fehlentscheidung!
Ich bitte jene Damen und Herren, die damit einverstanden sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Diese Kenntnisnahme erfolgt mit Stimmenmehrheit. (Abg. Dr. Cap: Das verstehe ich nicht! Wieder eine Fehlentscheidung!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Bundesminister! Das neue Lärmschutzgesetz wird eine sehr wichtige und dringend benötigte Weichenstellung für die Zukunft. Ich hoffe, Sie machen daraus wirklich ein Gesetz mit Biss und nicht einen zahnlosen Papiertiger ohne Konsequenzen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Von 1990 bis 2000 wurden für den Lärmschutz an Straßen und Gebäuden von Bundesseite rund 180 Millionen € investiert. Interessant ist dabei, dass ab 1992 die Ausgaben für Lärmreduzierung sukzessive zurückgegangen sind. Erst mit dem Amtsantritt der Regierung unter unserem Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel begannen diese Investitionen wieder kräftig zu steigen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Für dieses Jahr sind 48 Millionen € budgetiert, und für das kommende Jahr steigt diese Zahl auf 52 Millionen €. Hier von Säumigkeit der Regierung und unserem Bundesminister Pröll zu sprechen ist also der blanke Populismus. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mandak: Es hat auch noch keiner so viel Lärm erzeugt!
Keine Regierung in Österreich hat bisher so viel Geld für Lärmschutzmaßnahmen bereitgestellt wie diese Regierung unter Bundeskanzler Schüssel und Vizekanzler Gorbach. (Abg. Mandak: Es hat auch noch keiner so viel Lärm erzeugt!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Trotz aller Maßnahmen in diesem Bereich dürfen aber auf keinen Fall Raumplanung und Bauordnung vergessen werden. So muss in der Ortsentwicklungsplanung vermehrt versucht werden, eine räumliche Trennung von stark befahrenen Straßen und Wohngebieten zu erreichen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Mit den bisherigen Bemühungen konnten im Bereich des Lärmschutzes bereits große Erfolge erzielt werden, und mit den budgetierten Mitteln, die zur Verfügung stehen, können – davon bin ich überzeugt – Maßnahmen zur weiteren Lärmreduzierung gesetzt werden, damit die Österreicherinnen und Österreicher auch in Zukunft ruhig schlafen können. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wenn es verbindliche Grenzwerte und klare gesetzliche Richtlinien gibt, dann ist kein zusätzlicher Finanzaufwand notwendig, sondern eine Reduktion des Verkehrs und der Lärmquellen. Das ist doch das Ziel von Grenzwerten und auch das, was mit einem Recht auf Lärmschutz, einem Recht auf Ruhe und auch mit einem Recht auf entsprechende Berücksichtigung bei Straßenneubauten gemeint ist. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn Sie schon nicht den medizinischen, den humanen Aspekt akzeptieren, bitte akzeptieren Sie zumindest das wirtschaftspolitische Argument! Senken Sie die Verschleuderung von Bruttosozialprodukt-Elementen in Richtung Kaschierung von Lärmbelastung, indem Sie verbindliche Grenzwerte einführen! Nehmen Sie das ernst und stimmen Sie unserem Antrag zu! Machen Sie von mir aus in der EU forcierte Schritte, aber erledigen Sie vielleicht zuerst einmal die heimischen Aufgaben! Kehren Sie vor der eigenen Tür! Nicht nur Lärmschutzfenster, nicht nur Flüsterasphaltbeläge, nicht nur Lärmschutzwälle links und rechts der Autobahn und des Zuges sind hier gefragt, sondern klare gesetzliche, legistische Maßnahmen. – Das wäre unser Appell. Bitte kommen Sie ihm nach! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Klaus Wittauer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Frau Abgeordnete Moser, Lärm macht krank, da gebe ich Ihnen Recht. Das hat man ja heute früh gemerkt, als die Opposition aufgeschrien hat. Da habe ich auch ein bisschen Herzrhythmusstörungen gekriegt, aber wir haben das überstanden. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Verkehrsminister Hubert Gorbach hat dieses Jahr einen Schwerpunkt in Bezug auf Sicherheit und Lärmschutz gesetzt. Ich habe schon fast das Gefühl, unser Hubert Gorbach ist die rechte Hand des Umweltministers. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wenn ich die Zahlen anschaue (Abg. Dr. Gabriela Moser: Er hat eh zwei Hände!), Frau Abgeordnete: Inzwischen werden bei neu gebauten Straßen zwischen 25 und 50 Prozent in Lärmschutz, in Umweltschutz sowie in ökologische Ausgleichsmaßnahmen investiert. Das sind doch belegbare Zahlen, meine Damen und Herren!
Abg. Dr. Gabriela Moser: Er hat eh zwei Hände!
Verkehrsminister Hubert Gorbach hat dieses Jahr einen Schwerpunkt in Bezug auf Sicherheit und Lärmschutz gesetzt. Ich habe schon fast das Gefühl, unser Hubert Gorbach ist die rechte Hand des Umweltministers. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wenn ich die Zahlen anschaue (Abg. Dr. Gabriela Moser: Er hat eh zwei Hände!), Frau Abgeordnete: Inzwischen werden bei neu gebauten Straßen zwischen 25 und 50 Prozent in Lärmschutz, in Umweltschutz sowie in ökologische Ausgleichsmaßnahmen investiert. Das sind doch belegbare Zahlen, meine Damen und Herren!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das Gleiche gilt natürlich auch für die Schiene. Bei der Schiene ist es interessant: Im ersten Halbjahr 2003 haben wir insgesamt 111 Millionen € für Umweltmaßnahmen, also für Maßnahmen gegen den Lärm, ausgegeben. Danke, Hubert Gorbach, dass du uns das ermöglicht hast, natürlich mit mit Hilfe des Umweltministers. Wir wissen das zu schätzen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig: Der ist schwach, der ist eine Frechheit!
In unserem Entschließungsantrag, dem die Opposition natürlich wieder nicht zustimmen wird (Abg. Dr. Glawischnig: Der ist schwach, der ist eine Frechheit!), ist eine ganze Reihe von Dingen enthalten. So wird die Regierung aufgefordert, die intensiven Maßnahmen, die schon geplant sind, in Zukunft weiterzuführen und – das ist ganz wichtig – die Umgebungsrichtlinie, die Lärmrichtlinie so schnell wie möglich umzusetzen. Das ist in unserem Antrag enthalten. Mich wundert es, wenn Frau Abgeordnete Moser von den Jahren 2012, 2013 spricht, denn wir fordern die Regierung auf, das so schnell wie möglich umsetzen. Ich verstehe manche Dinge nicht, und ich verstehe daher auch nicht, dass Sie den Antrag nicht unterstützen, aber Sie werden schon Ihre Gründe dafür haben.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich bedanke mich herzlich im Vorhinein bei unserem Umweltminister und bei Hubert Gorbach für diese außergewöhnlichen Leistungen und bitte Sie, unseren Antrag zu unterstützen. Er ist gut und macht Sinn. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Auf der Länderebene wollen Sie keine Kompetenzen hergeben!
Es kann und darf daher wohl nicht sein, dass von starkem Lärm betroffene Menschen erst eine Bürgerinitiative gründen müssen, damit ihre Probleme einmal gehört werden. Die SPÖ fordert daher zum Unterschied zu den Regierungsfraktionen die Einführung gesetzlicher Grenzwerte und eines einheitlichen österreichischen Lärmrechts, damit endlich Schluss ist mit der Zersplitterung der Kompetenzen zwischen Bund, Ländern und Gemeinden. (Abg. Scheibner: Auf der Länderebene wollen Sie keine Kompetenzen hergeben!) Dies führt in weiterer Folge auch zu einer individuellen Einklagbarkeit des Grenzwertes und damit zu einem Rechtsanspruch der Bürgerinnen und Bürger auf entsprechende Lärmschutzmaßnahmen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Der Schluss war nicht gut!
Zum Schaden vieler betroffener Anrainer blieben bisher alle dahin gehenden Anträge von SPÖ und Grünen im Umweltausschuss in der Minderheit. Statt dessen behelfen sich die Regierungsfraktionen mit sinnlosen Absichtserklärungen. Eine große Chance zum Wohle der Menschen wurde vertan – leider; schade für diese Menschen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Der Schluss war nicht gut!)
Abg. Dobnigg: Das habe ich nicht gesagt!
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Kollege Dobnigg, Sie tun gerade so, als wären den Regierungsparteien die Lärmbelästigung und die möglichen Krankheiten auf Grund von Lärmbelästigungen absolut egal. (Abg. Dobnigg: Das habe ich nicht gesagt!) Ich glaube, da liegen Sie völlig falsch, denn es wurde heute schon mehrfach erwähnt, welch große Bedeutung gerade die Verkehrslärmbekämpfung für die Regierungsparteien hat.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Im vorliegenden Entschließungsantrag wird aber die Regierung nochmals aufgefordert, größere Anstrengungen zu unternehmen, denn es ist klar, dass noch viel zu tun ist, um den Verkehrslärm zu bekämpfen. Deshalb appelliere ich auch an die Damen und Herren der Opposition: Stimmen Sie diesem Antrag zu, denn nur gemeinsam können wir diesen die Menschen krankmachenden Verkehrslärm besiegen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Sie können beide unterstützen!
Abgeordnete Heidemarie Rest-Hinterseer (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Mitglieder des Hohen Hauses! Wir würden uns gerne dem Antrag anschließen, wenn er weiter reichend wäre. Nachdem unser Antrag weiter reichend ist, werden wir unseren verfolgen, das ist wohl klar. (Abg. Scheibner: Sie können beide unterstützen!)
Beifall bei den Grünen.
Das Nicht-Wahrnehmen des Lärms führt allerdings trotzdem nicht zu Gesundheit, sondern die Menschen werden krank. Ich bitte Sie, unseren Entschließungsantrag zu unterstützen, weil er weiter reichend ist als Ihrer. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dazu ist es notwendig, eine Reihe von technischen Maßnahmen auf lokaler Ebene umzusetzen. In diesem Sinne bin ich dabei, im kommenden Monat bereits die ersten intensiven Koordinationsgespräche mit den Ländern, mit den verschiedenen Ministerien zu führen, dem BMVIT, BMWA und so weiter, um die Umsetzung und die einheitliche Vorgangsweise in der Frage der Umgebungslärmrichtlinie der Europäischen Union zu diskutieren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine geschätzten Damen und Herren! Wir fordern die Ausarbeitung eines Lärmschutzgesetzes und gesetzliche Grenzwerte für den Lärmschutz, die auch einklagbar sind. Der zahnlose Entschließungsantrag, den die Regierungsfraktionen vorgelegt haben, reicht unserer Ansicht nach bei weitem nicht aus, um effektive Maßnahmen zum Schutz vor Verkehrslärm sicherzustellen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Er wohnt in Wien, da ist auch viel Lärm!
Abgeordneter Gerhard Reheis (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich möchte an Sie appellieren, sich einmal vorzustellen, was es bedeutet, an einer stark befahrenen Straße oder an einer Transitroute zu wohnen. Klubobmann Scheibner hat vorhin in einem Gespräch gesagt, dass er schon einmal an solch einem Ort gewohnt hat. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Er wohnt in Wien, da ist auch viel Lärm!) Man kann sich vorstellen, was es auch für das körperliche Befinden bedeutet, direkt an solch einem Ort zu wohnen. (Abg. Scheibner: 20 Jahre!) Sie sind offensichtlich noch
Abg. Scheibner: 20 Jahre!
Abgeordneter Gerhard Reheis (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich möchte an Sie appellieren, sich einmal vorzustellen, was es bedeutet, an einer stark befahrenen Straße oder an einer Transitroute zu wohnen. Klubobmann Scheibner hat vorhin in einem Gespräch gesagt, dass er schon einmal an solch einem Ort gewohnt hat. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Er wohnt in Wien, da ist auch viel Lärm!) Man kann sich vorstellen, was es auch für das körperliche Befinden bedeutet, direkt an solch einem Ort zu wohnen. (Abg. Scheibner: 20 Jahre!) Sie sind offensichtlich noch
Abg. Scheibner: Danke!
gut davongekommen (Abg. Scheibner: Danke!), aber die chronischen Belastungen und die Krankheiten derer, die jahraus, jahrein dort wohnen müssen und bleiben müssen, sind nicht zu leugnen. Es gibt auch ärztliche Untersuchungen, die das beweisen.
Beifall bei der SPÖ.
Ich appelliere von dieser Stelle aus an die Regierung, die Gesundheit und den Schutz der Bevölkerung endlich ernst zu nehmen, die Ärzte, die vor den gesundheitlichen Schäden des Verkehrslärms warnen, ebenfalls ernster zu nehmen als bisher, denn die machen schon seit Jahren auf die Beeinträchtigungen der menschlichen Gesundheit durch den Straßenverkehr aufmerksam. Sie sollten endlich handeln, meine Damen und Herren! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
bekommen. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Herr Kollege auf der rechten Seite! Von dort wäre ja diese Förderung nicht gekommen, sondern sie kam von Vorstandsdirektor Kaufmann. (Beifall bei der SPÖ.) Leute, die dort wohnen, bekommen eben Lärmschutzfenster gefördert. Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Lärmschutzfenster sind sehr gut und schön, wenn sie geschlossen sind, aber es ist keine Lebensqualität, in einem Haus, in einer Wohnung zu leben, wo permanent die Fenster geschlossen sein müssen!
Beifall bei der SPÖ.
bekommen. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Herr Kollege auf der rechten Seite! Von dort wäre ja diese Förderung nicht gekommen, sondern sie kam von Vorstandsdirektor Kaufmann. (Beifall bei der SPÖ.) Leute, die dort wohnen, bekommen eben Lärmschutzfenster gefördert. Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Lärmschutzfenster sind sehr gut und schön, wenn sie geschlossen sind, aber es ist keine Lebensqualität, in einem Haus, in einer Wohnung zu leben, wo permanent die Fenster geschlossen sein müssen!
Beifall bei der SPÖ.
Es kann nicht so sein, dass in Bereichen von bestehenden Autobahnen und Flugrouten billig oder relativ billig Wohnungen errichtet werden und im Nachhinein wieder Verschwenkungen gemacht werden sollen dorthin, wo eine weniger dichte Besiedelung ist. Das kann es nicht sein. Das wäre das Florianiprinzip, und so kann seriöse Politik nicht funktionieren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Grundsätzlich halte ich die beiden Entschließungsanträge der Abgeordneten Sima und Moser für richtig und wichtig, und sie müssten auch beschlossen werden. Sie, meine sehr geschätzten Damen und Herren der Koalitionsparteien, haben sich jedoch davon verabschiedet, haben sich auf eine EU-Richtlinie zurückgezogen – ich möchte ja nicht annehmen, dass es die Frächterlobby war. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wo ist das?
Was werden Sie, Herr Minister, zum Beispiel für die Menschen in meinem Bezirk tun, die an einer Hauptverkehrsroute, nämlich der B 320, Ennstal Bundesstraße, leben? (Abg. Scheibner: Wo ist das?) Im Bezirk Liezen in der Steiermark. (Abg. Scheibner: Ich habe das nicht verstanden!) Ich kann Ihnen eine Landkarte bringen, Herr Klubobmann.
Abg. Scheibner: Ich habe das nicht verstanden!
Was werden Sie, Herr Minister, zum Beispiel für die Menschen in meinem Bezirk tun, die an einer Hauptverkehrsroute, nämlich der B 320, Ennstal Bundesstraße, leben? (Abg. Scheibner: Wo ist das?) Im Bezirk Liezen in der Steiermark. (Abg. Scheibner: Ich habe das nicht verstanden!) Ich kann Ihnen eine Landkarte bringen, Herr Klubobmann.
Abg. Scheibner: Da waren Sie aber enthusiastisch dafür!
Als Querverbindung zu den Korridoren ist sie eine Hauptverkehrsader in unserem Bezirk und der größte Lärmverursacher im Bezirk Liezen. Die drohende Verkehrslawine durch die EU-Erweiterung wird das jetzige Lärmproblem um ein Vielfaches vergrößern. (Abg. Scheibner: Da waren Sie aber enthusiastisch dafür!) – Herr Klubobmann Scheibner, auch Ihre Lärmbelästigung hier wird vielleicht zu gesundheitlichen Schäden führen, wenn Sie so weitermachen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie meinen, ein Zwischenruf ist eine Lärmbelästigung?!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie meinen, ein Zwischenruf ist eine Lärmbelästigung?!
Als Querverbindung zu den Korridoren ist sie eine Hauptverkehrsader in unserem Bezirk und der größte Lärmverursacher im Bezirk Liezen. Die drohende Verkehrslawine durch die EU-Erweiterung wird das jetzige Lärmproblem um ein Vielfaches vergrößern. (Abg. Scheibner: Da waren Sie aber enthusiastisch dafür!) – Herr Klubobmann Scheibner, auch Ihre Lärmbelästigung hier wird vielleicht zu gesundheitlichen Schäden führen, wenn Sie so weitermachen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie meinen, ein Zwischenruf ist eine Lärmbelästigung?!)
Beifall bei der SPÖ.
Mit Ihrer heutigen Entschließung werden Sie für die Bevölkerung keine Verbesserung schaffen, und deshalb wird die Entschließung von uns abgelehnt. Zeigen Sie doch endlich einmal Vernunft, stimmen Sie unserem Entschließungsantrag zu und schaffen Sie ein Lärmschutzgesetz, das eine wirkliche Verbesserung für die Bevölkerung darstellt. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesminister, vor allem aber auch seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Ressort, die damit befasst waren, für diesen Entwurf danken. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es ist klar, dass durch diese Regelungen, wie wir sie heute beschließen werden, und zwar einstimmig beschließen werden, Fälle, wie wir sie in den letzten Monaten gerade auch wieder aus Wien gehört haben, nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden können, dass dadurch aber ein rechtliches Grundgerüst und Rechtssicherheit für alle Seiten geboten wird. Nichtsdestotrotz wird die Hauptverantwortung für eine anständige, ordentliche, menschenwürdige Behandlung und Betreuung auch weiterhin vor allem beim Heimträger liegen, der dafür zu sorgen hat, dass eine ausreichende finanzielle und personelle Ausstattung für die Heime vorhanden ist, um solche Fälle, wie wir sie leider zum wiederholten Male aus Wien kennen, in Zukunft zu vermeiden. – Danke sehr. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: So ein Blödsinn! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich glaube, man hat selten gesehen, dass seitens der Regierung so unseriös mit den Interessen der Senioren umgegangen wird, wie das in diesem gegenständlichen Gesetz der Fall ist. (Abg. Dr. Fekter: So ein Blödsinn! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie rühmen sich, eine Gesetzesmaterie 2004 umzusetzen, obwohl es bereits im Jahr 2000 einen Entwurf dazu gab. (Abg. Dr. Fekter: Es ist gelobt worden von den Senioren! Auch der Charly Blecha hat uns gelobt!)
Abg. Dr. Fekter: Es ist gelobt worden von den Senioren! Auch der Charly Blecha hat uns gelobt!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich glaube, man hat selten gesehen, dass seitens der Regierung so unseriös mit den Interessen der Senioren umgegangen wird, wie das in diesem gegenständlichen Gesetz der Fall ist. (Abg. Dr. Fekter: So ein Blödsinn! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie rühmen sich, eine Gesetzesmaterie 2004 umzusetzen, obwohl es bereits im Jahr 2000 einen Entwurf dazu gab. (Abg. Dr. Fekter: Es ist gelobt worden von den Senioren! Auch der Charly Blecha hat uns gelobt!)
Abg. Dr. Fekter: Die Kompetenz war ja nicht klar! Es gibt ja ein Verfassungsgerichtshoferkenntnis dazu! Haben Sie das verschlafen, Herr Kollege Jarolim?
Aus Gründen, die niemand nachvollziehen kann – offensichtlich einfach deshalb, weil der Vorschlag von der Opposition unterstützt wird –, ist dieser Vorschlag, der von der Fachwelt, der Öffentlichkeit begrüßt worden ist, von Ihnen, Frau Kollegin Fekter, die Sie damals führend waren, einem Unterausschuss zugewiesen worden. In der Zwischenzeit hat man versucht, weil man nicht in der Lage war, die Größe aufzubringen, dieser Vorlage zuzustimmen, etwas Eigenes zu produzieren, was zwar eine Verbesserung der Situation darstellt, aber wesentlich schlechter als der seinerzeitige Vorschlag ist. (Abg. Dr. Fekter: Die Kompetenz war ja nicht klar! Es gibt ja ein Verfassungsgerichtshoferkenntnis dazu! Haben Sie das verschlafen, Herr Kollege Jarolim?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Die Stellungnahme der Bundesregierung hat der Verfassungsgerichtshof ...!
Ich muss eigentlich dem Verfassungsgerichtshof von hier aus danken, weil durch das Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs zum Vorschlag Vorarlberg Ihre Einwände, da könne man nichts machen, weil das nicht Bundessache, sondern Landessache sei, richtig gestellt worden sind. Er hat nämlich mehr oder weniger gesagt: Fassen Sie doch den Mut, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, und machen Sie hier einen Entwurf! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Die Stellungnahme der Bundesregierung hat der Verfassungsgerichtshof ...!)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Ich frage Sie: Warum haben Sie das gemacht? Warum haben Sie nicht einen Mustervertrag erstellt, in dem all das drinnen steht, was bundesweit ... (Zwischenruf bei der ÖVP.) Meine Damen und Herren, ich glaube, den Mut sollten Sie schon haben, dieses Match hier zu bestreiten, auch mit Ihren Landeshauptleuten!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Auf Wiedersehen! Denken Sie an Lainz! Eine Frechheit, so etwas! Selber haben sie die Skandale in ihren Heimen ...! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abschließend: Natürlich stellt der Entwurf eine Verbesserung gegenüber der jetzigen Situation dar – allerdings eine sehr matte Verbesserung. Ich muss Ihnen ganz ehrlich sagen: Hier nicht die Größe gehabt zu haben, einem qualitativ wirklich guten Vorschlag bereits 2000 zugestimmt zu haben, sondern diese larmoyante, bedauerliche Vorgangsweise gewählt zu haben, das spricht für sich. Ich darf noch einmal sagen, es ist eine kleine Verbesserung, aber für die Art und Weise, wie Sie mit den Interessen der Senioren umgehen, sollten Sie sich wirklich schämen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Auf Wiedersehen! Denken Sie an Lainz! Eine Frechheit, so etwas! Selber haben sie die Skandale in ihren Heimen ...! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
nis des Verfassungsgerichtshofes abgewartet werden musste. Sie sind ja immer diejenigen, die vor Gesetzen warnen, die nachher der Verfassungsgerichtshof aufhebt! Und Sie sind die Ersten, die zum Verfassungsgerichtshof laufen, wenn Sie meinen, dass irgendwelche Kompetenzen verletzt werden! Für mich schaut es so aus, dass die SPÖ weiß, dass sie zustimmt, aber damit auf alle Fälle diese Zustimmung mehr oder weniger erkauft wird, kritisiert man halt. Ob es recht ist oder nicht, man übt Kritik. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Sie bemängeln auch, dass das Gesetz erst im Jahr 2005 in Kraft tritt. Gerade weil Informationen stattfinden müssen, weil dieses Gesetz ins Bewusstsein eindringen muss und auch alle Seniorenverbände und so weiter informiert werden müssen, deshalb wird auch der .. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Frau Kollegin, schreien Sie mich nicht nieder! Gestern hat Herr Präsident Fischer Abgeordneten einen Ordnungsruf erteilt, weil sie eine weibliche Abgeordnete niedergeschrieen haben. Aber Sie schreien mich eigentlich fast immer nieder. Nächstes Mal werde ich mich beim Herrn Präsidenten Fischer beschweren, denn das kann doch auch nicht richtig sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Jetzt ersuche ich Sie schon, mich nicht niederzuschreien – was machen Sie? Sie schreien wieder rein!
Abg. Neudeck: Das ist immer so!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Kritik vom Herrn Abgeordneten Jarolim kann man eigentlich in den Wind schlagen, sie ist für nichts und wieder nichts (Abg. Neudeck: Das ist immer so!) und zeigt wieder nur, dass die Opposition gegen alles und jedes opponiert, sogar gegen das, was sie selber beschließt. Das ist die „Qualität“ der Opposition. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Kritik vom Herrn Abgeordneten Jarolim kann man eigentlich in den Wind schlagen, sie ist für nichts und wieder nichts (Abg. Neudeck: Das ist immer so!) und zeigt wieder nur, dass die Opposition gegen alles und jedes opponiert, sogar gegen das, was sie selber beschließt. Das ist die „Qualität“ der Opposition. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ruf bei der SPÖ: Das stimmt doch nicht! Das ist unerhört!
Tatsächlich besteht natürlich eine enorme Notwendigkeit für diese beiden Gesetze, denn tagtäglich lesen wir in den Zeitungen von alten Menschen, die in Heimen schlecht behandelt werden, die schlecht untergebracht werden, die nicht richtig versorgt werden. Ganz besonders hat in Wien der Skandal des Pflegeheimes Lainz großen Staub aufgewirbelt. Das zeigt, wie dort Menschen jahrelang misshandelt worden sind (Ruf bei der SPÖ: Das stimmt doch nicht! Das ist unerhört!), ohne dass die Gemeinde Wien irgendetwas getan hat. – Ich weiß schon, dass Sie das nicht hören wollen, weil die Gemeinde Wien, die Träger und der Bürgermeister, der in erster Linie verantwortlich ist, immer die Menschlichkeit und das soziale Denken in den Vordergrund stellen. Tatsächlich aber ist dieses soziale Engagement total auf der Strecke geblieben, als es um Lainz gegangen ist, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Tatsächlich besteht natürlich eine enorme Notwendigkeit für diese beiden Gesetze, denn tagtäglich lesen wir in den Zeitungen von alten Menschen, die in Heimen schlecht behandelt werden, die schlecht untergebracht werden, die nicht richtig versorgt werden. Ganz besonders hat in Wien der Skandal des Pflegeheimes Lainz großen Staub aufgewirbelt. Das zeigt, wie dort Menschen jahrelang misshandelt worden sind (Ruf bei der SPÖ: Das stimmt doch nicht! Das ist unerhört!), ohne dass die Gemeinde Wien irgendetwas getan hat. – Ich weiß schon, dass Sie das nicht hören wollen, weil die Gemeinde Wien, die Träger und der Bürgermeister, der in erster Linie verantwortlich ist, immer die Menschlichkeit und das soziale Denken in den Vordergrund stellen. Tatsächlich aber ist dieses soziale Engagement total auf der Strecke geblieben, als es um Lainz gegangen ist, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wie gesagt: Beide Gesetze sind dringend notwendig, um den Menschen, die sich nicht mehr selbst helfen können, die gezwungen sind, in Altenheimen oder in Behindertenheimen ihr Leben zu fristen, eine entsprechende rechtliche Situation zu gewährleisten und ein Leben in menschlicher Würde und mit dem nötigen Respekt zu ermöglichen. Wir stimmen jedenfalls zu. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Krainer –: Lainz gehört nicht zu Wien, oder?
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Krainer zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Krainer –: Lainz gehört nicht zu Wien, oder?)
Beifall bei der SPÖ.
Präsident Fischer hat gestern keinen Ordnungsruf erteilt. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter – demonstrativ Beifall spendend – : Die sind hervorragend! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Was soll das heißen?
Mein erster und wichtigster Dank gilt natürlich den Mitarbeitern im Ressort, denn es war sicherlich kein Leichtes, in dieser diffizilen Materie letztlich doch zu einem Konsensentwurf zu kommen. Hier hat sich wieder das Ressort als solches sehr bewährt. Wie gesagt, die Mitarbeiter haben wirklich erstklassige juridische Qualität unter den gegebenen politischen Bedingungen – das muss ich herausstreichen – in Bund und Land geleistet. (Abg. Dr. Fekter – demonstrativ Beifall spendend – : Die sind hervorragend! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Was soll das heißen?)
Abg. Dr. Fekter: Ganz im Gegenteil: Die ist besser geworden!
Diese Verzögerung und diese Aufsplitterung haben sicherlich dazu beigetragen, dass insgesamt gesehen jetzt nicht jene Qualität hier zur Beschlussfassung vorliegt, die wir eigentlich angestrebt hätten. (Abg. Dr. Fekter: Ganz im Gegenteil: Die ist besser geworden!) – Frau Kollegin Fekter, Sie haben ja schon im Ausschuss argumentiert: Die Menschenrechte brauchen eine eigene gesetzliche Formulierung (Abg. Dr. Fekter: Menschenrechte gehören nicht in Verträge!) und können nicht in einem Heimaufenthaltsgesetz, in dem vertragliche Angelegenheiten im Zentrum stehen, geregelt werden. (Abg. Dr. Fekter: Weil Menschenrechte nicht vertraglich abdingbar sind!)
Abg. Dr. Fekter: Menschenrechte gehören nicht in Verträge!
Diese Verzögerung und diese Aufsplitterung haben sicherlich dazu beigetragen, dass insgesamt gesehen jetzt nicht jene Qualität hier zur Beschlussfassung vorliegt, die wir eigentlich angestrebt hätten. (Abg. Dr. Fekter: Ganz im Gegenteil: Die ist besser geworden!) – Frau Kollegin Fekter, Sie haben ja schon im Ausschuss argumentiert: Die Menschenrechte brauchen eine eigene gesetzliche Formulierung (Abg. Dr. Fekter: Menschenrechte gehören nicht in Verträge!) und können nicht in einem Heimaufenthaltsgesetz, in dem vertragliche Angelegenheiten im Zentrum stehen, geregelt werden. (Abg. Dr. Fekter: Weil Menschenrechte nicht vertraglich abdingbar sind!)
Abg. Dr. Fekter: Weil Menschenrechte nicht vertraglich abdingbar sind!
Diese Verzögerung und diese Aufsplitterung haben sicherlich dazu beigetragen, dass insgesamt gesehen jetzt nicht jene Qualität hier zur Beschlussfassung vorliegt, die wir eigentlich angestrebt hätten. (Abg. Dr. Fekter: Ganz im Gegenteil: Die ist besser geworden!) – Frau Kollegin Fekter, Sie haben ja schon im Ausschuss argumentiert: Die Menschenrechte brauchen eine eigene gesetzliche Formulierung (Abg. Dr. Fekter: Menschenrechte gehören nicht in Verträge!) und können nicht in einem Heimaufenthaltsgesetz, in dem vertragliche Angelegenheiten im Zentrum stehen, geregelt werden. (Abg. Dr. Fekter: Weil Menschenrechte nicht vertraglich abdingbar sind!)
Abg. Mag. Tancsits: Weil sie auch kundig ist!
Aber wieso haben Sie im Gegensatz zu dem kundigen und auch in der Wissenschafts-Gesellschaft sehr anerkannten Professor Barta Ihren Standpunkt (Abg. Mag. Tancsits: Weil sie auch kundig ist!) fachlich nicht qualifiziert? Ich frage mich: Wem soll ich eher trauen? Einem Universitätsprofessor, der in die Materie schon jahrzehntelang eingearbeitet ist (Abg. Dr. Fekter: Der seinen Entwurf umgesetzt haben wollte!), oder einer Abgeordneten, die zwar den Justizausschuss leitet, aber wahrscheinlich weniger Erfahrung hat als ein Universitätsprofessor in diesem Bereich? (Abg. Dr. Fekter: Menschenrechte wollte ich nicht vertraglich disponiert haben!)
Abg. Dr. Fekter: Der seinen Entwurf umgesetzt haben wollte!
Aber wieso haben Sie im Gegensatz zu dem kundigen und auch in der Wissenschafts-Gesellschaft sehr anerkannten Professor Barta Ihren Standpunkt (Abg. Mag. Tancsits: Weil sie auch kundig ist!) fachlich nicht qualifiziert? Ich frage mich: Wem soll ich eher trauen? Einem Universitätsprofessor, der in die Materie schon jahrzehntelang eingearbeitet ist (Abg. Dr. Fekter: Der seinen Entwurf umgesetzt haben wollte!), oder einer Abgeordneten, die zwar den Justizausschuss leitet, aber wahrscheinlich weniger Erfahrung hat als ein Universitätsprofessor in diesem Bereich? (Abg. Dr. Fekter: Menschenrechte wollte ich nicht vertraglich disponiert haben!)
Abg. Dr. Fekter: Menschenrechte wollte ich nicht vertraglich disponiert haben!
Aber wieso haben Sie im Gegensatz zu dem kundigen und auch in der Wissenschafts-Gesellschaft sehr anerkannten Professor Barta Ihren Standpunkt (Abg. Mag. Tancsits: Weil sie auch kundig ist!) fachlich nicht qualifiziert? Ich frage mich: Wem soll ich eher trauen? Einem Universitätsprofessor, der in die Materie schon jahrzehntelang eingearbeitet ist (Abg. Dr. Fekter: Der seinen Entwurf umgesetzt haben wollte!), oder einer Abgeordneten, die zwar den Justizausschuss leitet, aber wahrscheinlich weniger Erfahrung hat als ein Universitätsprofessor in diesem Bereich? (Abg. Dr. Fekter: Menschenrechte wollte ich nicht vertraglich disponiert haben!)
Abg. Mag. Donnerbauer: Das spricht für Sie, aber nicht für Ihre Fraktion!
Nun so viel zur Splittung. Aber, Frau Kollegin, seien Sie beruhigt: Ich trage persönlich die Verantwortung dafür, dass ich entgegen massiver Kritik aus meiner eigenen Fraktion diesen Gesetzen auch in der gesplitteten Form zustimmen werde (Abg. Mag. Donnerbauer: Das spricht für Sie, aber nicht für Ihre Fraktion!), allerdings nur unter dem Aspekt, dass auch evaluiert wird und dass die Mängel, die sich schon jetzt abzuzeichnen beginnen, in Zukunft beseitigt werden. (Abg. Dr. Fekter: Wo? Wo? Ich habe noch keinen einzigen gesehen!)
Abg. Dr. Fekter: Wo? Wo? Ich habe noch keinen einzigen gesehen!
Nun so viel zur Splittung. Aber, Frau Kollegin, seien Sie beruhigt: Ich trage persönlich die Verantwortung dafür, dass ich entgegen massiver Kritik aus meiner eigenen Fraktion diesen Gesetzen auch in der gesplitteten Form zustimmen werde (Abg. Mag. Donnerbauer: Das spricht für Sie, aber nicht für Ihre Fraktion!), allerdings nur unter dem Aspekt, dass auch evaluiert wird und dass die Mängel, die sich schon jetzt abzuzeichnen beginnen, in Zukunft beseitigt werden. (Abg. Dr. Fekter: Wo? Wo? Ich habe noch keinen einzigen gesehen!)
Abg. Steibl: ... Sozialisten ...!
Darum werde ich nun einen Entschließungsantrag, den wir gemeinsam mit Herrn Kollegen Jarolim und der SP-Fraktion ausgearbeitet haben und der eine Basis für unsere Zustimmung ist, einbringen. (Abg. Steibl: ... Sozialisten ...!) Dieser Entschließungs-
Abg. Dr. Fekter: Das steht ja im Gesetz alles drin!
antrag listet auf, in welche Richtung Verbesserungen gehen müssen: Persönlichkeitsrechte, Informationspflicht, auch eine Leistungsanpassungspflicht (Abg. Dr. Fekter: Das steht ja im Gesetz alles drin!); weiters sollte der Heimvertrag bei einer Kündigung nicht mehr nur um eine Monatsfrist verlängert werden, sondern um eine längere Frist. Auch die Frage der Rückstellung der Möbel der Wohnungseinheiten ist nicht geregelt. Der Verein für Sachwalterschaft sollte praktisch Klagsbefugnis haben, die Mitbestimmung sollte verbessert werden. (Abg. Dr. Fekter: Das ist ja alles Landessache! Der Heimvertrag ist Landessache!)
Abg. Dr. Fekter: Das ist ja alles Landessache! Der Heimvertrag ist Landessache!
antrag listet auf, in welche Richtung Verbesserungen gehen müssen: Persönlichkeitsrechte, Informationspflicht, auch eine Leistungsanpassungspflicht (Abg. Dr. Fekter: Das steht ja im Gesetz alles drin!); weiters sollte der Heimvertrag bei einer Kündigung nicht mehr nur um eine Monatsfrist verlängert werden, sondern um eine längere Frist. Auch die Frage der Rückstellung der Möbel der Wohnungseinheiten ist nicht geregelt. Der Verein für Sachwalterschaft sollte praktisch Klagsbefugnis haben, die Mitbestimmung sollte verbessert werden. (Abg. Dr. Fekter: Das ist ja alles Landessache! Der Heimvertrag ist Landessache!)
Abg. Dr. Fekter: Es ist ja eh beschlossen worden im Ausschuss! Beschließen wir das jetzt zweimal oder wie?
(Abg. Dr. Fekter: Es ist ja eh beschlossen worden im Ausschuss! Beschließen wir das jetzt zweimal oder wie?),
Abg. Dr. Fekter: Das ist aber ein Topfen!
Wozu haben wir all diese Experten gehabt? Sie haben uns wesentliche Anregungen gegeben, wie wir uns weiterentwickeln sollen. Und dass das garantiert ist, das hält bitte dieser Entschließungsantrag fest. Deswegen ersuchen wir um Ihre Zustimmung für diesen alternativen, oppositionellen Antrag (Abg. Dr. Fekter: Das ist aber ein Topfen!), genauso wie wir sozusagen als Vorausvertrauensleistung – ich wiederhole: als Vorausvertrauensleistung! – dieser Regierungsvorlage sicher unsere Zustimmung geben werden.
Abg. Dr. Fekter: Die haben wir ja im Ausschuss schon berücksichtigt!
Vor diesem Hintergrund möchte ich noch einmal an Sie, Frau Kollegin Fekter, appellieren: Nehmen Sie diese Anregungen der Opposition zur Kenntnis, schließen Sie sich an! (Abg. Dr. Fekter: Die haben wir ja im Ausschuss schon berücksichtigt!) Wir tragen die Vorlage mit, nur ist sie uns zu wenig weit reichend. Die Verständlichkeit sollte besser sein, die Musterverträge sollten österreichweit gelten. Auch Regelungen für die Entgelterhöhung fehlen uns, das müsste nachgebessert werden. Die Minimalfristen bei der Rückstellung der Wohnungseinheiten habe ich schon erwähnt. Die
Abg. Dr. Fekter: Pflegepersonal ist Landessache, Frau Kollegin! Sie vermischen hier Landes- mit Bundeskompetenz!
Insgesamt, das war auch eine Anregung aus der Praxis im Ausschuss, müssten wir die Qualifikation des Pflegepersonals in Richtung Wahrnehmung von Freiheitseinschränkungen verbessern, denn oft realisieren diese gar nicht, wie sehr ihre Handlungen bei den PatientInnen oder bei den HeimbewohnerInnen zu Freiheitseinschränkungen führen. (Abg. Dr. Fekter: Pflegepersonal ist Landessache, Frau Kollegin! Sie vermischen hier Landes- mit Bundeskompetenz!) Dass man das noch vorantreiben sollte, hat eine Untersuchung in Deutschland ergeben.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Vor diesem Hintergrund: Ja zu diesem Basisentwurf, aber von Ihrer Seite bitte auch ein Ja zu einer qualifizierten Weiterentwicklung der heutigen Beschlusslage. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Haidlmayr: Mehr, viel mehr! 60 000 Fälle!
Es werden für die Justiz in dieser Materie, und zwar nur im Heimaufenthaltsbereich, 20 000 Fälle erwartet – 20 000 Fälle! So sehr wird dieses Gesetz benötigt. (Abg. Haidlmayr: Mehr, viel mehr! 60 000 Fälle!) – Nein, das ist ziemlich genau kalkuliert. Wir müssen auch Personal aufbauen, und es gibt auch für die Schulung eine gewisse Legisvakanz, aber es ist in diesem Bereich Usus, dass sich die Gerichte durch die Judikatur längst auf die neue Situation einstellen. Sie können sicher sein, dass diese Regelungen weitestgehend – so weit möglich – in die Judikatur einfließen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es werden für die Justiz in dieser Materie, und zwar nur im Heimaufenthaltsbereich, 20 000 Fälle erwartet – 20 000 Fälle! So sehr wird dieses Gesetz benötigt. (Abg. Haidlmayr: Mehr, viel mehr! 60 000 Fälle!) – Nein, das ist ziemlich genau kalkuliert. Wir müssen auch Personal aufbauen, und es gibt auch für die Schulung eine gewisse Legisvakanz, aber es ist in diesem Bereich Usus, dass sich die Gerichte durch die Judikatur längst auf die neue Situation einstellen. Sie können sicher sein, dass diese Regelungen weitestgehend – so weit möglich – in die Judikatur einfließen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bedanke mich ausdrücklich bei Herrn Sektionschef Dr. Hopf, bei Herrn Honorarprofessor Dr. Georg Kathrein, bei den Richtern Dr. Gert Schernthanner und Dr. Peter Barth. Sie alle haben an diesem Gesetz legistisch mitgewirkt und ihnen verdanken wir diese perfekte Arbeit. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Johann Maier: Das stimmt nicht!
Weil immer wieder gesagt wird, es wird die Preisangemessenheit nicht verlangt, darf ich darauf hinweisen: Bitte, das ist einfach keine Bundeskompetenz (Abg. Mag. Johann Maier: Das stimmt nicht!), sondern das ist Landeskompetenz! Hier wäre das Gesetz von der Aufhebung bedroht. Man hat aber in dem gegenständlichen Gesetz festgelegt, dass die Entgelte nach Unterkunft, Verpflegung und besonderen Leistungen aufgeschlüsselt werden müssen. Allein diese Regelung wird dazu führen, dass es zu einer klaren Kostentransparenz kommen wird.
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne – ich darf es hier noch einmal zum Ausdruck bringen – begrüßen wir das neue Heimvertragsgesetz ganz besonders. Es ist ein Meilenstein in der Rechtssicherheit für unsere älteren Menschen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Maier –: Jacky, mach ja das Gesetz nicht schlecht! – Abg. Steibl – in Richtung des Abg. Mag. Maier –: Bleib einmal bei der Sache! ... Arbeiterkammerwahlen!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Maier zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Dr. Fekter – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Maier –: Jacky, mach ja das Gesetz nicht schlecht! – Abg. Steibl – in Richtung des Abg. Mag. Maier –: Bleib einmal bei der Sache! ... Arbeiterkammerwahlen!)
Abg. Dr. Mitterlehner: Das war der Kollege Jarolim, der diesen Eindruck erweckt hat!
Gesetzen nicht zustimmen. (Abg. Dr. Mitterlehner: Das war der Kollege Jarolim, der diesen Eindruck erweckt hat!)
Abg. Mag. Regler: Kollege Jarolim hat den Eindruck erweckt, dass er jetzt nicht mehr ...!
Werter Kollege Regler! Wir haben im Ausschuss für dieses Gesetz gestimmt (Abg. Mag. Regler: Kollege Jarolim hat den Eindruck erweckt, dass er jetzt nicht mehr ...!) und werden auch hier für dieses Gesetz stimmen (Abg. Dr. Mitterlehner: Habt ihr ihm eine Nachschulung gegeben?), weil es trotz bestehender Mängel aus unserer Sicht eine absolute Besserstellung für Menschen, die in Heimen wohnen, bringt. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Habt ihr ihm eine Nachschulung gegeben?
Werter Kollege Regler! Wir haben im Ausschuss für dieses Gesetz gestimmt (Abg. Mag. Regler: Kollege Jarolim hat den Eindruck erweckt, dass er jetzt nicht mehr ...!) und werden auch hier für dieses Gesetz stimmen (Abg. Dr. Mitterlehner: Habt ihr ihm eine Nachschulung gegeben?), weil es trotz bestehender Mängel aus unserer Sicht eine absolute Besserstellung für Menschen, die in Heimen wohnen, bringt. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Werter Kollege Regler! Wir haben im Ausschuss für dieses Gesetz gestimmt (Abg. Mag. Regler: Kollege Jarolim hat den Eindruck erweckt, dass er jetzt nicht mehr ...!) und werden auch hier für dieses Gesetz stimmen (Abg. Dr. Mitterlehner: Habt ihr ihm eine Nachschulung gegeben?), weil es trotz bestehender Mängel aus unserer Sicht eine absolute Besserstellung für Menschen, die in Heimen wohnen, bringt. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Nicht die Verbände, der Seniorenrat!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Mit diesen beiden Gesetzen, denen alle Fraktionen zustimmen werden, wird die Situation für Menschen in Heimen verbessert. Gesetze allein aber schaffen noch keine Besserstellung, auch deren Einhaltung muss kontrolliert werden. Daher begrüßen wir, dass die Seniorenverbände die Möglichkeit haben, neben den Konsumentenschutzorganisationen Verbandsklagen durchzuführen (Abg. Dr. Fekter: Nicht die Verbände, der Seniorenrat!) – der Seniorenrat –, um Missstände, die immer noch vorhanden sind, zu beseitigen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Mit diesen beiden Gesetzen, denen alle Fraktionen zustimmen werden, wird die Situation für Menschen in Heimen verbessert. Gesetze allein aber schaffen noch keine Besserstellung, auch deren Einhaltung muss kontrolliert werden. Daher begrüßen wir, dass die Seniorenverbände die Möglichkeit haben, neben den Konsumentenschutzorganisationen Verbandsklagen durchzuführen (Abg. Dr. Fekter: Nicht die Verbände, der Seniorenrat!) – der Seniorenrat –, um Missstände, die immer noch vorhanden sind, zu beseitigen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und Abgeordneten der ÖVP.
Ich stelle fest, dass dem Justizminister hier wirklich großer Dank auszusprechen ist: Er hat die Sachlage erkannt, er hat sie durch Zahlen, Daten und Fakten mit einer Untersuchung untermauert. Er hat festgestellt, dass tatsächlich hier der rechtsfreie, ungeregelte Raum zu einer Vielzahl von Missständen und Defiziten geführt hat. Er hat die juristische Lage geprüft, er hat die Kompetenzschwierigkeiten überwunden und geregelt, und er hat ein wirklich wunderbares und in seiner Wirksamkeit sich ganz sicher sehr positiv gestaltendes Gesetz geschaffen. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und Abgeordneten der ÖVP.
Hier ist auch den Beamten ein Lob zu zollen, das nicht groß genug sein kann, denn die Regelung genau dieser Dinge erfordert ein hohes Maß nicht nur an juristischer Qualifikation, sondern vor allem auch an menschlicher Einsicht und humanem Denken. Allen voran ist hier Herrn Sektionschef Dr. Gerhard Hopf auch von Seiten des Parlaments zu danken, federführend waren auch Prof. Dr. Georg Kathrein und Dr. Peter Barth diese haben in einer sehr kurzen Frist unter Überwindung vieler Schwierigkeiten ein Gesetz geschaffen, das in Europa einmalig ist, Vorbild sein wird und sicher seine Nachahmer finden wird. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Minister, das ist alles nicht passiert! Und ich sage Ihnen auch, warum es nicht passiert ist: weil sich die Heimträger auf nichts besser ausruhen und mit nichts besser sanieren können als mit den Tagsätzen. Das ist eben so. Da wird halt einfach im Tagsatz etwas verrechnet. Ich habe Badebücher gesehen, wo theoretisch jeder einmal pro Woche hätte gebadet werden müssen, aber ein Schnitt von 17 Wochen herausgekommen ist, aber der Betroffene hat es für jede Woche einmal bezahlt! – Das muss sich aufhören, Herr Minister, und das hätte ich mir in diesem Heimvertragsgesetz auf jeden Fall erwartet, dass das drinnen steht! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Neudeck: Aber ich kann das Personal nicht heimschicken, wenn einer einen Tag nicht da ist! Das geht nicht!
In der Regel ist es so: Wenn heute jemand nicht im Heim ist, dann werden ihm für die Zeit, in der er nicht anwesend ist, nur 10 Prozent der Kosten nachgelassen. Das würde ja bedeuten, dass nur 10 Prozent der Gesamtkosten für die Assistenzleistung oder Betreuung aufgewendet werden und 90 Prozent für das Zimmer mit dem Bett oder was auch immer. Das wird es ja nicht sein! (Abg. Neudeck: Aber ich kann das Personal nicht heimschicken, wenn einer einen Tag nicht da ist! Das geht nicht!) – Herr Minister, können Sie mir zuhören? Das wäre ganz wichtig, denn Sie sollten ja dann aus dem, was ich Ihnen sage, etwas machen!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Minister! Es geht auch um die Rausschmiss-Klausel – ich nenne es jetzt einmal so. Natürlich kann jeder irgendwo hinausgeschmissen werden, keine Frage. Und Leute, die ein starkes Selbstbewusstsein haben, werden wahrscheinlich auch in den traditionellen Heimen nicht immer die sein, die es am leichtesten haben. Nur: Wenn jemand aus einem Heim hinausgeschmissen wird, dann muss ihm zumindest ein Ersatz angeboten werden. Dass man ihn aber nur auf die Straße stellt und sagt: So, und jetzt mache, was du willst, weil du aufmüpfig warst und dich nicht an unsere Spielregeln gehalten hast!, so kann es nicht sein, Herr Minister! Auch da ist noch etwas zu machen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Überall ist ja nicht Lainz!
Herr Minister, das kann es nicht sein! Wenn man wirklich will, dass das sofort verfolgt wird, dann muss man zumindest eine ausreichende Anzahl von HeimbewohnervertreterInnen zur Verfügung stellen. (Abg. Dr. Fekter: Überall ist ja nicht Lainz!) – Tun Sie mir nicht dreinreden! Sie können sich ja dann zu Wort melden! (Abg. Dr. Stummvoll: Bitte! Bitte! ...!) – Das heißt praktisch, dass man einen Schlüssel vorsehen muss, der zum Beispiel lautet: Pro 50 Heimbewohner – vielleicht sind es auch 70 – ein Heimbewohnervertreter. – Dann kann man darüber reden. Aber mit 50 Heimbewohnervertretern für fast 100 000 Leute, das ist lächerlich!
Abg. Dr. Stummvoll: Bitte! Bitte! ...!
Herr Minister, das kann es nicht sein! Wenn man wirklich will, dass das sofort verfolgt wird, dann muss man zumindest eine ausreichende Anzahl von HeimbewohnervertreterInnen zur Verfügung stellen. (Abg. Dr. Fekter: Überall ist ja nicht Lainz!) – Tun Sie mir nicht dreinreden! Sie können sich ja dann zu Wort melden! (Abg. Dr. Stummvoll: Bitte! Bitte! ...!) – Das heißt praktisch, dass man einen Schlüssel vorsehen muss, der zum Beispiel lautet: Pro 50 Heimbewohner – vielleicht sind es auch 70 – ein Heimbewohnervertreter. – Dann kann man darüber reden. Aber mit 50 Heimbewohnervertretern für fast 100 000 Leute, das ist lächerlich!
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das bestreitet ja niemand! Deswegen gibt es ja das Gesetz!
Ich sage Ihnen nämlich jetzt Folgendes, Frau Fekter – nur damit Sie gleich im Bilde sind, was das heißt –: Ich habe Ihnen erzählt, zirka 100 000 Leute leben im Heim. Wissen Sie, wie viele tagtäglich in ihrer Freiheit beschränkt werden? Wollen Sie es wissen? – 100 000! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das bestreitet ja niemand! Deswegen gibt es ja das Gesetz!) Tagtäglich! – Soll ich Ihnen sagen, wodurch allein schon eine alltägliche Freiheitsbeschränkung erfolgt, an die Sie gar nicht denken? – Dadurch, dass in den Heimen um acht Uhr abends die Haustür zugesperrt und um acht in der Früh wieder aufgesperrt wird. Das heißt, ein Bewohner ist 12 Stunden pro Tag in seiner Freiheit beschränkt. Und das ist Freiheitsbeschränkung!
Abg. Dr. Trinkl: Wieso sollen die 100 000 Beschwerden kriegen? – Abg. Dr. Fekter: In den meisten Heimen funktioniert es ja!
Herr Minister, ich hätte mir erwartet, dass, wenn man ein Gesetz macht und sagt, dass man es im Interesse der Betroffenen macht, man das dann auch tut. – Aber das ist es nicht! (Abg. Dr. Trinkl: Wieso sollen die 100 000 Beschwerden kriegen? – Abg. Dr. Fekter: In den meisten Heimen funktioniert es ja!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Deshalb, Herr Minister – ich weiß, ich habe meine Redezeit schon überschritten –: Ich biete mich an, Ihnen bei der Erarbeitung eines Mustervertrages und der entsprechenden Änderungen zu helfen, denn ich habe die Erfahrung von draußen und von drinnen! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Haidlmayr: Das will ich nicht! Das ist falsch!
Das ist kein preisgeregelter Mietvertrag. Das ist kein Gastaufnahmevertrag. Das sind Pflegeverträge für Heimbewohner, die den Aufenthalt, die Pflege, die medizinische Leistung und die Räumlichkeiten in einem Paket regeln. (Abg. Haidlmayr: Das will ich nicht! Das ist falsch!)
Ruf bei den Grünen: Das ist ein Missverständnis!
Also wenn Sie nicht einmal in Musterheimverträge Preise einsetzen können, können wir diese schon gar nicht ins Gesetz schreiben! – Ihre Kritik muss ich in dieser Form beantworten. (Ruf bei den Grünen: Das ist ein Missverständnis!) – Das ist, glaube ich, kein Missverständnis, das ist so herübergekommen. (Abg. Haidlmayr: Die Länder können verpflichtet werden, Preise einzusetzen!)
Abg. Haidlmayr: Die Länder können verpflichtet werden, Preise einzusetzen!
Also wenn Sie nicht einmal in Musterheimverträge Preise einsetzen können, können wir diese schon gar nicht ins Gesetz schreiben! – Ihre Kritik muss ich in dieser Form beantworten. (Ruf bei den Grünen: Das ist ein Missverständnis!) – Das ist, glaube ich, kein Missverständnis, das ist so herübergekommen. (Abg. Haidlmayr: Die Länder können verpflichtet werden, Preise einzusetzen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das nur zum Verständnis. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Gerade Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, haben gestern Abend dem Rechnungshofpräsidenten applaudiert, als dieser gesagt hat, schlanker, aber starker Staat, es gibt Aufgaben, die der Staat nicht abgeben kann. – Ich bin ebenfalls dieser Meinung. Ich glaube, eine solche Aufgabe des Staates ist es auch, Freiheitsrechte zu garantieren und nicht etwa Stahl zu erzeugen und zu verkaufen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich weise noch einmal darauf hin, dass dieser Punkt nicht nur der Sicherheit und Freiheitsgewährleistung der Pfleglinge, der alten Bevölkerung dient, sondern auch der Sicherheit des Personals. Ich möchte daher zum Abschluss einen unserer Ausschussexperten, Herrn Dr. Peter Schlaffer vom Verein für Sachwalterschaft zitieren, der gesagt hat: Diese beiden Gesetze sind ein Quantensprung. Beschließen Sie sie daher! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Die Abgeordneten Dr. Partik-Pablé und Neudeck: Nein!
Abgeordnete Mag. Ruth Becher (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte vorweg eine Bemerkung zu dieser sehr unsachlichen, unerhörten Behauptung der Kollegin Partik-Pablé machen, die sie hier unter dem Schutzmantel der Immunität gemacht und mit der sie die Pflegerinnen und Pfleger kriminalisiert hat. (Die Abgeordneten Dr. Partik-Pablé und Neudeck: Nein!) Das finde ich ganz besonders unerhört! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Ruth Becher (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte vorweg eine Bemerkung zu dieser sehr unsachlichen, unerhörten Behauptung der Kollegin Partik-Pablé machen, die sie hier unter dem Schutzmantel der Immunität gemacht und mit der sie die Pflegerinnen und Pfleger kriminalisiert hat. (Die Abgeordneten Dr. Partik-Pablé und Neudeck: Nein!) Das finde ich ganz besonders unerhört! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Das Magistrat! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Bürgermeister!
Ich würde sagen, es ist vorbildlich, wie Wien mit diesem Problem umgeht. (Abg. Dr. Fekter: Das Magistrat! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Bürgermeister!) Dort gibt es eine öffentlich zugängliche Untersuchungskommission – da wir gestern dieses Problem diskutiert haben –, die von der Mehrheitsfraktion eingesetzt wurde. (Abg. Mag. Tancsits: Wir kennen die ... der Frau Dr. Pittermann, noch als sie hier war!)
Abg. Mag. Tancsits: Wir kennen die ... der Frau Dr. Pittermann, noch als sie hier war!
Ich würde sagen, es ist vorbildlich, wie Wien mit diesem Problem umgeht. (Abg. Dr. Fekter: Das Magistrat! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Bürgermeister!) Dort gibt es eine öffentlich zugängliche Untersuchungskommission – da wir gestern dieses Problem diskutiert haben –, die von der Mehrheitsfraktion eingesetzt wurde. (Abg. Mag. Tancsits: Wir kennen die ... der Frau Dr. Pittermann, noch als sie hier war!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Bürgermeister von Wien ...!
Wenn Sie wirklich Interesse an diesem Problem hätten, dann könnten Sie im Internet nachlesen, was in dieser Untersuchungskommission gesprochen wird. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Bürgermeister von Wien ...!) Dort ist auch festgestellt worden, dass zwar Mängel vorhanden waren, dass kleinere Mängel feststellbar sind, aber eine sichere Pflege immer gewährleistet war. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Kleinere!?) Das kann man ganz sicher sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Kleinere!?
Wenn Sie wirklich Interesse an diesem Problem hätten, dann könnten Sie im Internet nachlesen, was in dieser Untersuchungskommission gesprochen wird. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Bürgermeister von Wien ...!) Dort ist auch festgestellt worden, dass zwar Mängel vorhanden waren, dass kleinere Mängel feststellbar sind, aber eine sichere Pflege immer gewährleistet war. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Kleinere!?) Das kann man ganz sicher sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Sie wirklich Interesse an diesem Problem hätten, dann könnten Sie im Internet nachlesen, was in dieser Untersuchungskommission gesprochen wird. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Bürgermeister von Wien ...!) Dort ist auch festgestellt worden, dass zwar Mängel vorhanden waren, dass kleinere Mängel feststellbar sind, aber eine sichere Pflege immer gewährleistet war. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Kleinere!?) Das kann man ganz sicher sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Was haben Sie für einen Pflegebegriff?
Das herrschende Problem, dass zu wenig Pflegepersonal vorhanden ist (Abg. Dr. Fekter: Was haben Sie für einen Pflegebegriff?), ist nicht nur ein Wiener Problem und ein österreichisches Problem. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich wünsche Ihnen einmal solche „kleineren“ Mängel, wenn Sie einmal in Lainz landen!) Im Vorjahr wurde von der EU eine Studie in Auftrag gegeben, um dieses Problem zu bewältigen. Daran hat sich Österreich interessanterweise nicht beteiligt. Das wird ganz sicher eine wichtige Zukunftsfrage in diesem Bereich sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich wünsche Ihnen einmal solche „kleineren“ Mängel, wenn Sie einmal in Lainz landen!
Das herrschende Problem, dass zu wenig Pflegepersonal vorhanden ist (Abg. Dr. Fekter: Was haben Sie für einen Pflegebegriff?), ist nicht nur ein Wiener Problem und ein österreichisches Problem. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich wünsche Ihnen einmal solche „kleineren“ Mängel, wenn Sie einmal in Lainz landen!) Im Vorjahr wurde von der EU eine Studie in Auftrag gegeben, um dieses Problem zu bewältigen. Daran hat sich Österreich interessanterweise nicht beteiligt. Das wird ganz sicher eine wichtige Zukunftsfrage in diesem Bereich sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das herrschende Problem, dass zu wenig Pflegepersonal vorhanden ist (Abg. Dr. Fekter: Was haben Sie für einen Pflegebegriff?), ist nicht nur ein Wiener Problem und ein österreichisches Problem. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich wünsche Ihnen einmal solche „kleineren“ Mängel, wenn Sie einmal in Lainz landen!) Im Vorjahr wurde von der EU eine Studie in Auftrag gegeben, um dieses Problem zu bewältigen. Daran hat sich Österreich interessanterweise nicht beteiligt. Das wird ganz sicher eine wichtige Zukunftsfrage in diesem Bereich sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neudeck: Nach einer dreißigjährigen Untätigkeitsphase!
Nun möchte ich aber zu diesen beiden Gesetzesvorlagen etwas sagen. Wir hatten jetzt eine vierjährige Vertröstungsphase durch die Regierungsparteien, wir können aber heute diese beiden Gesetzesvorlagen beschließen. (Abg. Neudeck: Nach einer dreißigjährigen Untätigkeitsphase!) Das ist ein Fortschritt, weil es vorher keine gesetzliche Grundlage gegeben hat. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung – in Richtung Stärkung der Persönlichkeit und der Rechte der Heimbewohner und in Richtung mehr Heimrechtssicherheit. Aber es müssen ganz sicher weitere Schritte folgen. Es gibt noch eine Reihe von Kritikpunkten, Schwachstellen und Mängel in diesem Gesetz, die zum Wohle der Bewohner geregelt werden müssen.
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne sind wir für diesen ersten Schritt, weitere müssen ganz sicher noch folgen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Es wäre richtig!
Mir ist natürlich schon klar, dass man es sich in der Politik auch einfach machen kann: Alles zu loben wäre nicht schwer, es wäre allerdings auch nicht vernünftig. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Es wäre richtig!) Ich hoffe, dass es genügend vernünftige Abgeordnete hier im Haus gibt, die kritikfähig sind, und auch einige, die sich Kritik anhören können.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Eine sinnvolle Kritik gestehen wir Ihnen ja zu!
Daher sollte es nicht unverständlich sein, wenn von unserer Seite nicht gerade jedem Regierungsmitglied und nicht gerade jedem Gesetzentwurf gleich die Attribute „allwissend“, „unfehlbar“, „allmächtig“ zugewiesen werden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Eine sinnvolle Kritik gestehen wir Ihnen ja zu!) – Eine sinnvolle Kritik, genau!
Abg. Dr. Partik-Pablé: „Kleinere Mängel“ hat sie gesagt!
Aus Ihrer Warte kann ich das nachvollziehen, aber aus der Warte der BeschwerdeführerInnen, die unter teilweise – sage ich freundlich – suboptimalen, manchmal unter sehr schlechten Bedingungen in Heimen untergebracht werden (Abg. Dr. Partik-Pablé: „Kleinere Mängel“ hat sie gesagt!), verstehe ich es nicht, dass sie eineinhalb Jahre lang warten müssen, bis Sie gerüstet sind, ihnen etwas zu entgegnen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Aus Ihrer Warte kann ich das nachvollziehen, aber aus der Warte der BeschwerdeführerInnen, die unter teilweise – sage ich freundlich – suboptimalen, manchmal unter sehr schlechten Bedingungen in Heimen untergebracht werden (Abg. Dr. Partik-Pablé: „Kleinere Mängel“ hat sie gesagt!), verstehe ich es nicht, dass sie eineinhalb Jahre lang warten müssen, bis Sie gerüstet sind, ihnen etwas zu entgegnen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist arg! Aber Tauben füttern sehe ich ein!
Man müsste schauen, ob es das heute noch gibt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist arg! Aber Tauben füttern sehe ich ein!) – Ich bin nicht so uralt, dass diese Heimordnung in das Paläozoikum einzureihen ist. Das ist alles geändert worden?
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, es ist notwendig, dass dieses Gesetz weiter in Diskussion bleibt, um jene Verbesserungen, die ja schon vorgeschlagen waren – ich zitiere da auch Professor Barta –, in nicht allzu ferner Zukunft auch für die Betroffenen und ihre Angehörigen Wirklichkeit werden zu lassen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Ab und zu ist es natürlich auch notwendig, dass jemand in einem Heim untergebracht wird. Dabei muss aber gewährleistet sein, dass die persönlichen Freiräume, die Menschenwürde und auch die Menschenrechte gesichert sind. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Allgemeiner Beifall.
Abschließend möchte ich mich beim Präsidium für die Gebärdendolmetschung dieses Tagesordnungspunktes bedanken. Ich habe darum gebeten, weil es mir wichtig ist, dass Gebärdensprache einerseits gezeigt wird und zum Ausdruck kommt, dass auch wir für die Anerkennung der Gebärdensprache sind, und dass andererseits auch gehörlose Menschen wichtige Punkte zum Thema Behinderung mitverfolgen können. (Allgemeiner Beifall.)
Zwischenruf bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Ruhe!
Ich möchte mich für die Dolmetschung bedanken (Zwischenruf bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Ruhe!) und auch meinen kleinen Gebärdensprachenkurs fortsetzen. Es gibt sehr interessante neue Worte, zum Beispiel Bürgercard. – (Der Redner deutet mit dem Kopf bei jedem genannten Begriff auf das in die Gebärdensprache übersetzte Zeichen.) Das ist nett, oder? – Oder: Steuerreform. – Auch das Wort „Politik“ ist sehr interessant. Es wird hin und her gerangelt. (Heiterkeit.) – Oder: Regierung. Oder: Opposition. Oder: Abgeordneter. Das ist der, der auf den Tisch klopft. (Heiterkeit. – Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf bei der SPÖ.) – Doch, ohne weiteres, die kennen ihn auch schon. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Der Redner deutet mit dem Kopf bei jedem genannten Begriff auf das in die Gebärdensprache übersetzte Zeichen.
Ich möchte mich für die Dolmetschung bedanken (Zwischenruf bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Ruhe!) und auch meinen kleinen Gebärdensprachenkurs fortsetzen. Es gibt sehr interessante neue Worte, zum Beispiel Bürgercard. – (Der Redner deutet mit dem Kopf bei jedem genannten Begriff auf das in die Gebärdensprache übersetzte Zeichen.) Das ist nett, oder? – Oder: Steuerreform. – Auch das Wort „Politik“ ist sehr interessant. Es wird hin und her gerangelt. (Heiterkeit.) – Oder: Regierung. Oder: Opposition. Oder: Abgeordneter. Das ist der, der auf den Tisch klopft. (Heiterkeit. – Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf bei der SPÖ.) – Doch, ohne weiteres, die kennen ihn auch schon. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Heiterkeit.
Ich möchte mich für die Dolmetschung bedanken (Zwischenruf bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Ruhe!) und auch meinen kleinen Gebärdensprachenkurs fortsetzen. Es gibt sehr interessante neue Worte, zum Beispiel Bürgercard. – (Der Redner deutet mit dem Kopf bei jedem genannten Begriff auf das in die Gebärdensprache übersetzte Zeichen.) Das ist nett, oder? – Oder: Steuerreform. – Auch das Wort „Politik“ ist sehr interessant. Es wird hin und her gerangelt. (Heiterkeit.) – Oder: Regierung. Oder: Opposition. Oder: Abgeordneter. Das ist der, der auf den Tisch klopft. (Heiterkeit. – Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf bei der SPÖ.) – Doch, ohne weiteres, die kennen ihn auch schon. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Heiterkeit. – Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf bei der SPÖ.
Ich möchte mich für die Dolmetschung bedanken (Zwischenruf bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Ruhe!) und auch meinen kleinen Gebärdensprachenkurs fortsetzen. Es gibt sehr interessante neue Worte, zum Beispiel Bürgercard. – (Der Redner deutet mit dem Kopf bei jedem genannten Begriff auf das in die Gebärdensprache übersetzte Zeichen.) Das ist nett, oder? – Oder: Steuerreform. – Auch das Wort „Politik“ ist sehr interessant. Es wird hin und her gerangelt. (Heiterkeit.) – Oder: Regierung. Oder: Opposition. Oder: Abgeordneter. Das ist der, der auf den Tisch klopft. (Heiterkeit. – Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf bei der SPÖ.) – Doch, ohne weiteres, die kennen ihn auch schon. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Ich möchte mich für die Dolmetschung bedanken (Zwischenruf bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Ruhe!) und auch meinen kleinen Gebärdensprachenkurs fortsetzen. Es gibt sehr interessante neue Worte, zum Beispiel Bürgercard. – (Der Redner deutet mit dem Kopf bei jedem genannten Begriff auf das in die Gebärdensprache übersetzte Zeichen.) Das ist nett, oder? – Oder: Steuerreform. – Auch das Wort „Politik“ ist sehr interessant. Es wird hin und her gerangelt. (Heiterkeit.) – Oder: Regierung. Oder: Opposition. Oder: Abgeordneter. Das ist der, der auf den Tisch klopft. (Heiterkeit. – Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf bei der SPÖ.) – Doch, ohne weiteres, die kennen ihn auch schon. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Auch die Idee der interessenspolitisch konfigurierten Universität der Nachkriegszeit war geleitet von Dialog, Kommunikation, Austausch von Argumenten und Diskurs. Weil Sie den Kopf schütteln, meine Damen und Herren von der SPÖ: Die Sozialpartnerschaft wird von manchen Seiten gelobt, und sie hat auch ihre Qualität. Vielleicht war das ein reformbedürftiger Ansatz, denn die ÖH war eine Körperschaft öffentlichen Rechts, sie fungierte wie die Arbeiterkammer als standespolitische Interessenvertretung vis-à-vis eines fiktiven Dienstgebers. Da war es natürlich mit der korporatistischen Idee von der Gemeinschaft der Lehrenden und Forschenden vorbei. Aber diese sozialpartnerschaftliche Idee des ausgehenden 20. Jahrhunderts war auch nicht Gewalt, nicht Attacke, nicht Widerstand, sondern Kommunikation, Dialog und Austausch von Argumenten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Diese neue Universität wurde, wie gesagt, international akklamiert, international bestätigt. Noch heute hören wir, dass Tony Blair und das Kabinett Schröder sagen: So wie es die Österreicher gemacht haben, so müssen wir auch arbeiten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das ist ein wirklich besorgniserregender Zustand, weil er ein absolut schlechtes Licht auf die Studierenden wirft, ausgelöst durch ein paar radikale Demokratieverweigerer, ausgelöst durch jemanden, der wahrscheinlich mit den guten Formen der Auseinandersetzung nichts am Hut hat und damit alle Studierenden und die Universität Wien insgesamt in Misskredit bringt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Na geh! – Abg. Dr. Grünewald: Das Gegenteil!
Ich vermute, man wollte im Vorfeld des zu erwartenden VGH-Urteils die richterliche Entscheidung beeinflussen (Abg. Dr. Van der Bellen: Na geh! – Abg. Dr. Grünewald: Das Gegenteil!), das Klima radikalisieren, den Boden für radikale Verhältnisse aufbereiten, die wiederum den Studierenden der Universität selbst, dem Ansehen der dort Agierenden in höchstem Maße schaden. – Das ist die besorgniserregende Erkenntnis aus dieser Handlung!
Abg. Mag. Molterer: Richtig! Genau!
Von welcher Handlung spreche ich? – Vom Tatbestand der versuchten Körperverletzung. (Abg. Mag. Molterer: Richtig! Genau!) Das ist die dann holprig genannte Tortung. Ich appelliere zum Beispiel an die Grünen, die oft mit sehr viel Sprachgefühl die Debatte führen wollen. (Abg. Dr. Grünewald: Kommt schon noch!) Was ist denn das für ein verschämtes Davonschwindeln von dieser gewalttätigen Attacke, wenn Sie von „Tortung“ sprechen? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Grünewald: Kommt schon noch!
Von welcher Handlung spreche ich? – Vom Tatbestand der versuchten Körperverletzung. (Abg. Mag. Molterer: Richtig! Genau!) Das ist die dann holprig genannte Tortung. Ich appelliere zum Beispiel an die Grünen, die oft mit sehr viel Sprachgefühl die Debatte führen wollen. (Abg. Dr. Grünewald: Kommt schon noch!) Was ist denn das für ein verschämtes Davonschwindeln von dieser gewalttätigen Attacke, wenn Sie von „Tortung“ sprechen? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Von welcher Handlung spreche ich? – Vom Tatbestand der versuchten Körperverletzung. (Abg. Mag. Molterer: Richtig! Genau!) Das ist die dann holprig genannte Tortung. Ich appelliere zum Beispiel an die Grünen, die oft mit sehr viel Sprachgefühl die Debatte führen wollen. (Abg. Dr. Grünewald: Kommt schon noch!) Was ist denn das für ein verschämtes Davonschwindeln von dieser gewalttätigen Attacke, wenn Sie von „Tortung“ sprechen? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Grünewald: Ich mag keine Konditorei!
Zumindest die GRAS, die Grün-Alternative Studentenvertretung, hat sich von dieser Attacke nicht distanziert. (Abg. Dr. Grünewald: Ich mag keine Konditorei!) Bei „Tortung“ heißt dann die neue Spracheinführung: ich torte, du tortest, ich torte. Es wäre interessant zu wissen, was dazu Professor Schmidt-Dengler sagt, der an anderer Stelle sagte, das Gesetz würde autoritäre Züge tragen. – Darüber können wir uns auch noch unterhalten.
Abg. Mag. Molterer: Das ist die rot-grüne ÖH!
Es kam zu einer Besetzung der Universität Wien, weil man scheute, sich der argumentativen Auseinandersetzung zu stellen. (Abg. Mag. Molterer: Das ist die rot-grüne ÖH!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das ist die rot-grüne ÖH der Universität Wien. Bis heute ist die ÖH-Vertretung der Universität Wien diese Distanzierung schuldig geblieben. Vielleicht können Sie, Herr Kollege Grünewald, das für die Grünen heute tun. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Ah, so schaut es aus!
Ich zitiere aus einem Artikel im „Standard“ vom 22. Jänner, laut welchem Patrice Fuchs, die „durchaus Sympathien“ für die Gewaltaktionen an der Universität zeigt – ich denke an die VSStÖ-Veranstaltung, wofür der kleinere Saal mit den schlechteren Sicherheitsmaßnahmen gewählt wurde und nicht der größere Saal, der mehr Diskussion zugelassen hätte, wie es Rektor Winckler Stunden davor vorgeschlagen hatte (Abg. Mag. Molterer: Ah, so schaut es aus!) –, sinngemäß sagte, man müsse doch sehen, dass mit dem Uni-Gesetz gesetzliche Gewalt angewendet worden sei. (Abg. Dr. Stummvoll: Unglaublich! Was ist das für ein Demokratieverständnis?!)
Abg. Dr. Stummvoll: Unglaublich! Was ist das für ein Demokratieverständnis?!
Ich zitiere aus einem Artikel im „Standard“ vom 22. Jänner, laut welchem Patrice Fuchs, die „durchaus Sympathien“ für die Gewaltaktionen an der Universität zeigt – ich denke an die VSStÖ-Veranstaltung, wofür der kleinere Saal mit den schlechteren Sicherheitsmaßnahmen gewählt wurde und nicht der größere Saal, der mehr Diskussion zugelassen hätte, wie es Rektor Winckler Stunden davor vorgeschlagen hatte (Abg. Mag. Molterer: Ah, so schaut es aus!) –, sinngemäß sagte, man müsse doch sehen, dass mit dem Uni-Gesetz gesetzliche Gewalt angewendet worden sei. (Abg. Dr. Stummvoll: Unglaublich! Was ist das für ein Demokratieverständnis?!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von der Opposition, distanzieren Sie sich von der Vorsitzenden der ÖH-Vertretung der Universität Wien! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Grünewald: Hofräte!
Was heißt denn das, meine sehr geehrten Damen und Herren? – Wir fallen zurück in die Zeit der Oligarchen. Da bin ich bei Bertolt Brecht: Wer ernennt die Räte? (Abg. Dr. Grünewald: Hofräte!) Wer kontrolliert die Räte? Wie kommen Sie denn zu dem Rat, der dann die Universitätsanliegen vertritt? (Abg. Dr. Grünewald: Hofrat!) Sind das die Freunde des Herrn Klubvorsitzenden Gusenbauer und die Freunde des Wissenschaftssprechers Grünewald, die dann sozusagen eine direkte Verbindung zur Linkswende haben? Oder: Wie werden denn diese Räte generiert? – Lesen Sie nach auf der Homepage!
Abg. Dr. Grünewald: Hofrat!
Was heißt denn das, meine sehr geehrten Damen und Herren? – Wir fallen zurück in die Zeit der Oligarchen. Da bin ich bei Bertolt Brecht: Wer ernennt die Räte? (Abg. Dr. Grünewald: Hofräte!) Wer kontrolliert die Räte? Wie kommen Sie denn zu dem Rat, der dann die Universitätsanliegen vertritt? (Abg. Dr. Grünewald: Hofrat!) Sind das die Freunde des Herrn Klubvorsitzenden Gusenbauer und die Freunde des Wissenschaftssprechers Grünewald, die dann sozusagen eine direkte Verbindung zur Linkswende haben? Oder: Wie werden denn diese Räte generiert? – Lesen Sie nach auf der Homepage!
Abg. Dr. Grünewald: Ist das ein Befehl?
Meine Damen und Herren! Distanzieren Sie sich von den gewalttätigen Attacken dieser Studierenden-Vertreter, die im Namen der Studierenden insgesamt sprechen! (Abg. Dr. Grünewald: Ist das ein Befehl?) – Eine Einladung. Mit Befehlen agiere ich nicht, auch nicht mit anderen Formen der Gewalttätigkeit. – Distanzieren Sie sich und nehmen Sie Stellung! Sagen Sie, ob auch Sie ein Gewalttäter sind, wie Patrice Fuchs Sie mit bezeichnet hat!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
mit dieser Art von Gewalt nichts am Hut haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Grünewald: Das ist auch viel wichtiger!
Ich weiß auch aus eigener Anschauung, dass es diesen Studierenden-Vertretungsgruppen niemals um den Organisationsplan der Universität Wien gegangen ist, sondern das Ganze ist gegen die Regierung gegangen, es ist gegen den Bologna-Prozess gegangen. (Abg. Dr. Grünewald: Das ist auch viel wichtiger!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.
Meine Damen und Herren! Ich war noch zu Zeiten eines Bundesministers Einem hier im Parlament, und da haben wir doch mit Kollegem Niederwieser den Bologna-Prozess und die Dreigliedrigkeit der Studien beschlossen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.
Herr Kollege Niederwieser, distanzierst du dich jetzt auch von diesen Vorhaben und von dieser Position? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.) Dann wirke doch bitte ein auf die radikalen Gruppen, darauf, dass sie nicht gegen den Bologna-Prozess auftreten, gegen eine Weiterentwicklung der Universität, gegen eine Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Kollege Niederwieser, distanzierst du dich jetzt auch von diesen Vorhaben und von dieser Position? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.) Dann wirke doch bitte ein auf die radikalen Gruppen, darauf, dass sie nicht gegen den Bologna-Prozess auftreten, gegen eine Weiterentwicklung der Universität, gegen eine Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Grünewald: Mit dem Schlüssel wurde das Schloss aufgebrochen?!
Bedauerlich finde ich auch, dass diese Gruppen die Durchführung einer Inaugurationsfeier – nicht nur in Graz, sondern auch an der Wirtschaftsuniversität – behindert haben. Die Wirtschaftsuniversitätsfeier ist gestört worden durch einen Einbruch über die Hintertür mit einem auf seltsame Weise in die Hände der ÖH gekommenen Schlüssel. Das Schloss wurde aufgebrochen (Abg. Dr. Grünewald: Mit dem Schlüssel wurde das Schloss aufgebrochen?!), und man ist in die Veranstaltung eingedrungen. Ich weiß das, denn ich war dabei. Eine souveräne Aktion des Rektors hat ihnen die Möglichkeit gegeben, zu sagen, was sie wollen. Ich konnte mit eigenen Ohren hören, was dort gesagt wurde: Es hat sich der Sprecher mehr oder weniger als Donnerstagsdemonstrantenführer deklariert. (Abg. Mag. Molterer: Darum geht es! Ah, so was!) Er hat gesagt: Mit studentischer Politik habe ich überhaupt nichts am Hut! – Das hat er gesagt. Es gibt dafür Zeugen, einen Saal voller Leute.
Abg. Mag. Molterer: Darum geht es! Ah, so was!
Bedauerlich finde ich auch, dass diese Gruppen die Durchführung einer Inaugurationsfeier – nicht nur in Graz, sondern auch an der Wirtschaftsuniversität – behindert haben. Die Wirtschaftsuniversitätsfeier ist gestört worden durch einen Einbruch über die Hintertür mit einem auf seltsame Weise in die Hände der ÖH gekommenen Schlüssel. Das Schloss wurde aufgebrochen (Abg. Dr. Grünewald: Mit dem Schlüssel wurde das Schloss aufgebrochen?!), und man ist in die Veranstaltung eingedrungen. Ich weiß das, denn ich war dabei. Eine souveräne Aktion des Rektors hat ihnen die Möglichkeit gegeben, zu sagen, was sie wollen. Ich konnte mit eigenen Ohren hören, was dort gesagt wurde: Es hat sich der Sprecher mehr oder weniger als Donnerstagsdemonstrantenführer deklariert. (Abg. Mag. Molterer: Darum geht es! Ah, so was!) Er hat gesagt: Mit studentischer Politik habe ich überhaupt nichts am Hut! – Das hat er gesagt. Es gibt dafür Zeugen, einen Saal voller Leute.
Abg. Silhavy: Weil ihr das verkündet!
Ich habe gedacht, ich höre schlecht. Erstens: Woher weiß dieser selbsternannte Studentenredner, dass 12 000 Leute entlassen werden? (Abg. Silhavy: Weil ihr das verkündet!) – Nein! Weil Sie nicht aufgepasst haben, können Sie jetzt der Debatte nicht folgen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
tischen Funktion. Das bedauere ich aufs Massivste, und das ist in hohem Maße besorgniserregend. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich darf in Erinnerung rufen: Man hat, wie gesagt, offenbar in Erwartung eines dramatischen Urteils noch ein bisschen Emotion hineinbringen wollen und eine Veranstaltung organisiert und sich partiell betroffen gezeigt. Man hat natürlich nicht damit gerechnet, dass von den 57 Punkten uns drei Punkte wegen der Form zur Revision überantwortet wurden – nicht einmal mit Auflage einer Frist. Die wesentlichen 54 Punkte wurden vom VGH zur Kenntnis genommen, abgesegnet, für gut befunden. In 54 Punkten haben wir das Hakerl gekriegt, haben wir für unsere Arbeit die Bestnote bekommen. Das ist Ihnen natürlich nicht willkommen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Grünewald: Wir sind schon am Anfang!
Kollege Cap hat über die Aussendung gleich gesagt: Juhu, jetzt können wir zurück zum Anfang kommen! (Abg. Dr. Grünewald: Wir sind schon am Anfang!) – Wie kommen Sie auf diese Idee, Herr Kollege Cap? Aus dem Urteil lesen Sie das nicht heraus! Das ist selektive Wahrnehmung, Herr Kollege Cap. So kann man nicht politisch arbeiten! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Kollege Cap hat über die Aussendung gleich gesagt: Juhu, jetzt können wir zurück zum Anfang kommen! (Abg. Dr. Grünewald: Wir sind schon am Anfang!) – Wie kommen Sie auf diese Idee, Herr Kollege Cap? Aus dem Urteil lesen Sie das nicht heraus! Das ist selektive Wahrnehmung, Herr Kollege Cap. So kann man nicht politisch arbeiten! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Cap: Was wollen Sie uns sagen?
Meine Damen und Herren! 57 Bestimmungen – 54 sind geblieben. (Abg. Dr. Cap: Was wollen Sie uns sagen?) Es wird kleinere Reparaturen geben, aber das Universitätsgesetz ist einschließlich Mitbestimmung, einschließlich Mitwirkung der Studierenden zur Kenntnis genommen und bestätigt worden. (Abg. Dr. Cap: Was ist die Botschaft Ihrer Rede?)
Abg. Dr. Cap: Was ist die Botschaft Ihrer Rede?
Meine Damen und Herren! 57 Bestimmungen – 54 sind geblieben. (Abg. Dr. Cap: Was wollen Sie uns sagen?) Es wird kleinere Reparaturen geben, aber das Universitätsgesetz ist einschließlich Mitbestimmung, einschließlich Mitwirkung der Studierenden zur Kenntnis genommen und bestätigt worden. (Abg. Dr. Cap: Was ist die Botschaft Ihrer Rede?)
Abg. Dr. Cap: Ja, aber was wollen Sie uns sagen?
Übrigens – ich bin da bei Professor Mayer; ich orientiere mich gerne an einem Urteil eines Universitätsprofessors –: Hören Sie auf, sagt Professor Mayer, im Zusammenhang mit studentischer Mitbestimmung von demokratisch zu reden, denn Demokratie heißt Volksherrschaft, und die Universitäten vertreten ihre Interessen im Zuge einer Interessenvertretung. – Volksherrschaft an den Universitäten oder Räteherrschaft linker Prägung, das wollen wir nicht! (Abg. Dr. Cap: Ja, aber was wollen Sie uns sagen?)
Abg. Dr. Cap: Was ist jetzt der Sinn dieser Rede?
Meine Damen und Herren! Ich bin auch ein wenig bestürzt darüber, dass ein anderer Professor, nämlich Schmidt-Dengler, von autoritären Prinzipien spricht. Ich habe mit ihm eine dialogische briefliche Auseinandersetzung gehabt, weil er einmal auch schon im Zusammenhang mit dem Hearing an den Universitäten von autoritären Zügen mancher Personen gesprochen hat, die ihm nicht nach dem Mund geredet haben. Aushalten von anderen Meinungen – das ist unser Prinzip! (Abg. Dr. Cap: Was ist jetzt der Sinn dieser Rede?)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP und Beifall bei den Freiheitlichen.
Universität! Die ÖH Wien distanziert sich nicht von diesem Flugblatt, distanziert sich nicht von dieser Darstellung. Meine Universität, unsere Universität ist eine des Dialogs und der Auseinandersetzung, und so lange wir etwas zu sagen haben, soll sie das auch bleiben. – Danke schön. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Jarolim: Wir bitten darum! Sie sind profund genug!
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Herr Präsident! Hohes Haus! Während des Debattenbeitrages der Abgeordneten Brinek wurde die Frage gestellt: Was ist die Botschaft? – Ich möchte Ihnen gerne Nachhilfeunterricht geben und sagen, was die Botschaft ist. (Abg. Dr. Jarolim: Wir bitten darum! Sie sind profund genug!)
Abg. Dr. Jarolim: Mit Gelächter wird das international ...!
Die Botschaft ist, dass wir hier im Hohen Haus ein gutes Universitätsgesetz 2002 beschlossen haben, das die Grundlage für die größte Universitätsreform, die es jemals in Österreich gegeben hat, bildet, was international anerkannt wird. (Abg. Dr. Jarolim: Mit Gelächter wird das international ...!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die dritte Botschaft ist, dass dieses Gesetz verfassungskonform ist. 54 Bestimmungen, die von Ihnen angefochten wurden, wurden klar bestätigt. Der Universitätsrat, die Bestellung des Universitätsrates, der Senat, das Rektorat, die Zusammenarbeit, der eigene Organisationsplan, all die Fragen des Studienrechtes – alles wurde klar bestätigt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Nun zum Budget, das immer wieder bemängelt wird. – Den Universitäten stehen 2004 tatsächlich 6 Prozent mehr zur Verfügung als 2003. Dazu erhalten sie Extragelder für Forschungsinfrastruktur, für Vorziehprofessuren, für notwendige Baumaßnahmen, für Sonderlehrveranstaltungen, für Forschungsstipendien, und sie erhalten bedeutend mehr Geld aus der Forschungsoffensive der österreichischen Bundesregierung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Dass die Verhältnisse an den Universitäten gut sind, zeigt sich daran, dass wir einen Rekord an Studierenden haben, mehr Studienanfänger als je zuvor – 31 950 –, und die Gesamtzahl der Studierenden ist um 3 Prozent gestiegen. Das heißt, wer in Österreich studieren will, wer dazu die Fähigkeiten hat, kann auch studieren, denn unser Stipendiensystem ist so ausgeprägt, dass diejenigen, die es brauchen, eine Unterstützung bekommen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Weitere Verbesserungen, die wir vorgenommen haben, sind: Verbesserungen im Stipendiensystem, für berufstätige Studierende, für Studierende mit Kinderbetreuungsverpflichtungen. Seit 1. Jänner 2004 können Studierende ihre Studienbeiträge, egal, was sie studieren, zum ersten Mal durch die erste Etappe der Steuerreform absetzen. – Wir haben also zahlreiche Verbesserungen für die Studierenden vorgenommen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben also die Forderungen der Studierendenvertreter aufgenommen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Brosz: Ist das Gegenstand der Vollziehung?
Das Ergebnis der Hochschülerschaftswahlen im Mai ist Folgendes (Abg. Brosz: Ist das Gegenstand der Vollziehung?):
Abg. Brosz: Ist das Gegenstand der Vollziehung?
Zur letzten Frage, zur Frage 5: „Wie schätzen Sie die beschriebenen Vorkommnisse und die Wortwahl der Beteiligten ein?“ (Abg. Brosz: Ist das Gegenstand der Vollziehung?)
Abg. Dr. Stummvoll: Das ist unglaublich! Die wollen nur Krawall!
Rektor Winckler hat immer das Gespräch mit den Studierendenvertretern gesucht. Diese Gesprächsbereitschaft hat er auch nach der Besetzung des Rektorates, des Senatssaals und der Tortenattacke bei der Veranstaltung der Zukunftswerkstatt der SPÖ erneuert. Dies zeigt die zutiefst demokratische Grundhaltung des Rektors. Leider hat die ÖH diese Gesprächsbereitschaft bisher nicht erwidert. Ich habe heute von Herrn Rektor Winckler erfahren, dass heute Nachmittag eine Sitzung, eine Besprechung des Senats mit dem Rektorat und den Studierendenvertretern angesetzt war. Der Studierendenvertreter hat wieder abgesagt und wird nicht zu dieser Besprechung kommen. (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist unglaublich! Die wollen nur Krawall!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es ist wichtig – und das meine ich allen Ernstes –, dass gerade an den Universitäten die Argumente zählen und dass wir wieder zu einem konstruktiven und der Universität würdigen Dialog finden. Und es ist bedauerlich, dass eine kleine Gruppe – ich habe versucht, es auszurechnen: etwa 0,02 Prozent der Studierenden – in der Öffentlichkeit ein derartig schiefes Licht auf unsere Universität und auf unsere Studierenden wirft. Reden heißt auch zuhören und die Argumente anderer abwägen. Ich rufe alle, denen unsere Universitäten, denen unsere Studierenden wirklich am Herzen liegen, zu einem akademischen Dialog auf, zu einem Dialog, der den akademischen Voraussetzungen einer Universität auch entspricht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir haben in den letzten Tagen gelesen, dass der Verfassungsgerichtshof die Verfassungskonformität dieses Gesetzes bestätigt. Uns freut natürlich sehr, dass die Universitätsorganisation so, wie sie beschlossen wurde, mit den Universitätsräten, aufrecht bleibt und verfassungskonform ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Posch: War das ein Originalzitat von Ihnen?
Insofern sind die Proteste einfach zu spät, und wer zu spät kommt, den bestraft nun einmal das Leben. Die Proteste sind fehl am Platz, und die Proteste, die derzeit stattfinden, sind einfach die falsche Wahl der Mittel. (Abg. Mag. Posch: War das ein Originalzitat von Ihnen?) – Das ist von mir, ja, Herr Kollege. Es ist die falsche Wahl der Mittel. Es ist Ihnen vielleicht entgangen, was da auf der Universität vor sich gegangen ist.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sie wollen auch gar nicht darüber reden, scheint mir, denn wenn ich Aussendungen lese, in denen es heißt, man wolle seitens der Regierung ablenken, muss ich sagen: Sie wollen nicht über die wirklichen Probleme reden, die es auf den Universitäten gibt. Sie wollen auch nicht über die Steuerreform reden. Das haben wir heute in der Früh schon erlebt, ebenso gestern den ganzen Tag über. Sie weigern sich nämlich, hier wirklich zu diskutieren. Sie reden lieber über Internetseiten, die nicht am Programm stehen, und weigern sich, über die Steuerreform zu reden, denn Sie haben keine Konzepte. Das ist der Punkt! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Der Unterhaltungswert ...!
Sie wollen auch nicht darüber reden, damit Sie Ihre Konzeptlosigkeit überspielen, damit Sie Ihren Zickzackkurs überspielen und vertuschen. (Abg. Dr. Jarolim: Der Unterhaltungswert ...!) – Es ist schön, dass es Sie unterhält. Nur: Das ist die Wahrheit, und das ist das Traurige daran. Deshalb kann man auch nicht darüber lachen.
Abg. Dr. Gusenbauer: Ach so?
Das Gleiche ist auch bei den Universitäten der Fall. (Abg. Dr. Gusenbauer: Ach so?) – Ja, denn Sie wollen auch wieder nicht darüber reden! Sie wollen nicht darüber reden, was Ihre Vorfeldorganisationen hier machen. Das ist das, worüber Sie nicht reden wollen. Sie wollen nicht über Gewalt auf der Universität reden. (Abg. Dr. Gusenbauer: Ich würd’ mich fürchten!) – Ja, Sie sollten sich fürchten, wenn Sie der Rektor dort wären! Zum Glück sind Sie es nicht, aber wenn Sie es wären, dann hätten Sie sich zu fürchten vor solch radikalen Studenten, die Sie von Ihrer Vorfeldorganisation eingeladen haben.
Abg. Dr. Gusenbauer: Ich würd’ mich fürchten!
Das Gleiche ist auch bei den Universitäten der Fall. (Abg. Dr. Gusenbauer: Ach so?) – Ja, denn Sie wollen auch wieder nicht darüber reden! Sie wollen nicht darüber reden, was Ihre Vorfeldorganisationen hier machen. Das ist das, worüber Sie nicht reden wollen. Sie wollen nicht über Gewalt auf der Universität reden. (Abg. Dr. Gusenbauer: Ich würd’ mich fürchten!) – Ja, Sie sollten sich fürchten, wenn Sie der Rektor dort wären! Zum Glück sind Sie es nicht, aber wenn Sie es wären, dann hätten Sie sich zu fürchten vor solch radikalen Studenten, die Sie von Ihrer Vorfeldorganisation eingeladen haben.
Abg. Mag. Kogler: Tun Sie sich wenigstens ein bisschen empören! – Heiterkeit bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das ist der echte Skandal, den es da gab und über den Sie eben nicht reden wollen. (Abg. Mag. Kogler: Tun Sie sich wenigstens ein bisschen empören! – Heiterkeit bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Ich verstehe schon, dass Ihnen dieses Thema unangenehm ist, denn bei all den Protesten, die hier stattfinden, werte Kollegen und Kolleginnen der Oppositionsparteien, sind nun einmal Ihre Studentenvertreter federführend. Das ist die dunkelrot-grüne ÖH, die auch die fleißigen Studenten in Geiselhaft nimmt; das muss man schon auch einmal sagen, denn die fleißigen Studenten
Abg. Dr. Gusenbauer: Mit Schlüssel, wie wir gehört haben!
Wenn es dann durch gewaltsames Aufbrechen der Türen zu einer Besetzung des Rektorats kommt, dann wissen wir ja schon, was geplant ist. (Abg. Dr. Gusenbauer: Mit Schlüssel, wie wir gehört haben!)
Abg. Mag. Kogler: Ist das eine Konditor-Anfrage?
Das war quasi nur die Spitze des Eisbergs, denn dann folgte der Tortenwurf, über den man sich jetzt auch noch lustig macht! Es bleibt jedem selber überlassen, ob er es lustig findet, sich gegenseitig mit Torten zu bewerfen. Das sei jedem unbenommen – wenn man es freiwillig macht. Das ist etwas anderes, als es bei jemandem zu tun, der sich zur Verfügung gestellt hat, um zu reden, um einen Gedankenaustausch durchzuführen. Aber das wurde nicht einmal in Anspruch genommen, man hörte sich nicht einmal seine Meinung an! (Abg. Mag. Kogler: Ist das eine Konditor-Anfrage?)
Oh-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich hätte mir wirklich erwartet, dass Sie sich von diesen skandalösen Vorfällen distanzieren und sich auch dafür entschuldigen, denn das hat stattgefunden bei einer Diskussionsveranstaltung Ihrer SPÖ-Zukunftswerkstätte. (Oh-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das müssen Sie auch einmal zur Kenntnis nehmen: Es war Ihre Zukunftswerkstätte, wo diese gewaltsame Auseinandersetzung stattgefunden hat. Und ich sage: Für Gewaltbereitschaft darf kein Platz auf den Universitäten sein, aber auch nicht in Ihrer Zukunftswerkstätte. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich hätte mir wirklich erwartet, dass Sie sich von diesen skandalösen Vorfällen distanzieren und sich auch dafür entschuldigen, denn das hat stattgefunden bei einer Diskussionsveranstaltung Ihrer SPÖ-Zukunftswerkstätte. (Oh-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das müssen Sie auch einmal zur Kenntnis nehmen: Es war Ihre Zukunftswerkstätte, wo diese gewaltsame Auseinandersetzung stattgefunden hat. Und ich sage: Für Gewaltbereitschaft darf kein Platz auf den Universitäten sein, aber auch nicht in Ihrer Zukunftswerkstätte. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
stalten Sie auch einmal ein gutes Gesetz mit! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin eigentlich sehr froh darüber, dass meine Kolleginnen Dr. Brinek und Dr. Bleckmann heute diese Dringliche Anfrage eingebracht haben, und das ganz einfach deshalb, weil Aktionen, wie sie an der Universität Wien stattgefunden haben, tatsächlich einer Debatte hier im Hohen Haus bedürfen und es auch notwendig ist, darüber sehr offen zu reden, denn das Universitätsgesetz 2002 ist ein gutes Gesetz, ist ein Gesetz, das auch der Verfassungsgerichtshof für ein gutes Gesetz hält. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber irgendwann, meine Damen und Herren – und das war eben im Jahr 2002 –, muss dann auch entschieden werden. Das Parlament hat dieses Gesetz mit Mehrheit beschlossen, und der Gesetzgeber in diesem Land ist immer noch dieses Haus. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Molterer: Die ist doch rot-grün, die ÖH, oder?
Weit sind wir gekommen, meine Damen und Herren, wenn die öffentlich-rechtliche Körperschaft ÖH Wien gewalttätige Aktionen, die nach dem Strafgesetzbuch zu ahnden sind, auch noch rechtfertigt und verteidigt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Molterer: Die ist doch rot-grün, die ÖH, oder?)
Abg. Dr. Trinkl: Was? Nein!?
Bei jedem Verständnis für eine engagierte Interessenvertretung, meine Damen und Herren, ich muss schon sagen, es wird dann ganz lustig, wenn auch Vertreter dieses Hauses diese Aktionen verteidigen (Abg. Dr. Trinkl: Was? Nein!?), und wenn das dann noch der Wissenschaftssprecher der Grünen ist, dann wird es besonders interessant, ich darf sagen, sogar pikant.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Brosz: Haben Sie sich distanziert davon? – Abg. Dr. Grünewald: Distanzieren Sie sich einmal!
Herr Professor, wissen Sie, was skandalös ist? – Dass Sie aufgefordert werden müssen und es bis heute nicht getan haben. Das ist der eigentliche Skandal! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Brosz: Haben Sie sich distanziert davon? – Abg. Dr. Grünewald: Distanzieren Sie sich einmal!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Es ist sehr bedenklich, wenn eine öffentlich-rechtliche Körperschaft, wie die ÖH der Universität Wien eine ist, von einer „harmlosen Tortung“ spricht. Ich darf Ihnen sagen, dass es hier eine Reihe von Delikten gibt, die nach dem Strafgesetzbuch zu ahnden sind. § 83, vorsätzliche Körperverletzung, § 88 – damit kämen Sie noch relativ gut weg, weil es sich hiebei nur um fahrlässige Körperverletzung handelt –, jedenfalls aber ist es eine strafbare Handlung gegen die Ehre, also eine Beleidigung, die mit einem Freiheitsentzug von zwei bis zu drei Monaten zu ahnden ist, meine Damen und Herren! – So schauen die Aktionen aus, die Sie von den Grünen rechtfertigen und verteidigen! Das lehnen wir ab, und zwar in aller Deutlichkeit! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bin eigentlich sehr froh darüber, dass sich der Wissenschaftssprecher der SPÖ, Herr Abgeordneter Broukal, hier in aller Klarheit und in aller Deutlichkeit von den Vorgängen distanziert und davon gesprochen hat, dass das ein unverteidigbarer persönlicher Angriff ist, der abzulehnen ist. Das ist eine klare Distanzierung, meine Damen und Herren, die wir auch begrüßen. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich würde meinen, zumal diese Aktion ja bei einer Veranstaltung der Zukunftswerkstatt der SPÖ stattgefunden hat, dass man da vielleicht eine Sprachregelung findet, damit endlich einmal klar ist, dass wir alle miteinander gewalttätige Aktionen nicht als Mittel des Dialogs sehen. Gesetze werden hier gemacht, und gerade öffentlich-rechtliche Körperschaften haben sich an diese Gesetze auch zu halten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das haben wir heute schon in der Früh gesehen!
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Zuhörer auf der Besuchergalerie werden sich die Frage stellen, welches Schauspiel hier heute aufgeführt wird (Abg. Scheibner: Das haben wir heute schon in der Früh gesehen!), denn bis dato ist die Dringlichkeit dieser Anfrage nicht klar geworden. Es hat zwar einen munteren Wettbewerb von Empörungsschauspielern gegeben, den bisher Kollege Amon gewonnen hat, aber an Substanz ist nichts eingebracht worden.
Abg. Dr. Brinek: Damit Sie es endlich hören!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich würde Sie ersuchen: Lesen Sie sich die Dringliche Anfrage der Abgeordneten Brinek, Bleckmann und Kollegen wirklich einmal durch! Vor allem die beiden Damen, die diese Anfrage gestellt haben, sollten sie durchlesen und sich dann die Frage stellen, mit welcher Selbstachtung sie in diesem Haus sitzen, nämlich auf Grund der von ihnen gestellten Frage an die Frau Ministerin: „Wie ist die studentische Mitsprache im Universitätsgesetz 2002 geregelt?“ (Abg. Dr. Brinek: Damit Sie es endlich hören!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Kogler: Bravo!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie werden doch wissen, was Sie beschlossen haben, da brauchen Sie doch nicht die Frau Ministerin zu befragen! Das ist eine peinliche Anfrage, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Kogler: Bravo!)
Abg. Dr. Brinek: Weil er verweigert wurde!
Und weiters: „Der Diskurs droht auf der Topfencreme ins Lächerliche abzugleiten.“ (Abg. Dr. Brinek: Weil er verweigert wurde!)
Abg. Mag. Molterer: Rechtfertigen Sie das jetzt? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das, meine Damen und Herren, schreibt nicht das „Zentralorgan der Linkswende“, sondern der „Kurier“, der sich bereits am Tag nach diesem Vorfall lustig macht über diese gespielte Empörung von allen Seiten, wo so getan wird, als ob ein Bombenangriff auf die Universität stattgefunden hätte. (Abg. Mag. Molterer: Rechtfertigen Sie das jetzt? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Sie verteidigen das?
Meine Damen und Herren! Jeder weiß doch, dass das, was da von Ihnen kommt, keine Argumente sind. Wenn aber Sie, Herr Molterer, von „Gewalt“ reden, dann sollten Sie sich einmal mit der alltäglichen Gewalt wirklich beschäftigen und nicht aus jeder Mücke einen Elefanten machen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Sie verteidigen das?)
Abg. Scheibner: Sie ziehen es ins Lächerliche! Worin ist da der Unterschied, wenn Sie es ins Lächerliche ziehen?
Nein, kein Mensch in der Sozialdemokratie hat das verteidigt (Abg. Scheibner: Sie ziehen es ins Lächerliche! Worin ist da der Unterschied, wenn Sie es ins Lächerliche ziehen?), aber soll ich Ihnen etwas sagen: Ihre Empörung beeindruckt niemanden, sondern wird von Minute zu Minute lächerlicher! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Nein, kein Mensch in der Sozialdemokratie hat das verteidigt (Abg. Scheibner: Sie ziehen es ins Lächerliche! Worin ist da der Unterschied, wenn Sie es ins Lächerliche ziehen?), aber soll ich Ihnen etwas sagen: Ihre Empörung beeindruckt niemanden, sondern wird von Minute zu Minute lächerlicher! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
ironische Heiterkeit sowie Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Der wahre Grund für diese Dringliche Anfrage ist doch ein ganz anderer: Karl-Heinz Grasser soll offensichtlich heute Nachmittag für ein paar Stunden versteckt werden (ironische Heiterkeit sowie Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen), damit er sich nicht die peinlichen Fragen gefallen lassen muss, wie letztendlich seine Steuergestionierung tatsächlich ausschaut, damit er sich nicht die unbeantworteten Fragen gefallen lassen muss, woher denn seine Zusatzeinkünfte kommen, ob er diese versteuert hat oder nicht, ob der Verdacht der Steuerhinterziehung gerechtfertigt ist, und so weiter.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Brinek: Die sind Ihnen offenbar kein Anliegen, die Universitäten!
Für wenige Stunden soll Karl-Heinz Grasser also geschont werden. Dass sich dafür Abgeordnete dieses Hauses für eine Dringliche Anfrage mit diesen Fragen hergeben, dazu, meine Damen und Herren, kann ich nur sagen: Die Koalitionsfraktionen waren schon einmal in einem besseren Zustand als heute; das kann man wirklich deutlich erkennen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Brinek: Die sind Ihnen offenbar kein Anliegen, die Universitäten!)
Abg. Dr. Brinek: Geh!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn schon heute über die Universitäten diskutiert werden soll: In einer knapp zehnminütigen und etwas dürren Beantwortung hätten Sie, Frau Bundesministerin Gehrer, ruhig auf die wirklichen Fragen eingehen können. (Abg. Dr. Brinek: Geh!) Wenn Sie sich rühmen, dass das Universitätsgesetz nicht verfassungswidrig ist, so heißt das noch lange nicht, dass das, was da drinsteht, auch gut ist! (Abg. Dr. Brinek: Es ist aber gut!)
Abg. Dr. Brinek: Es ist aber gut!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn schon heute über die Universitäten diskutiert werden soll: In einer knapp zehnminütigen und etwas dürren Beantwortung hätten Sie, Frau Bundesministerin Gehrer, ruhig auf die wirklichen Fragen eingehen können. (Abg. Dr. Brinek: Geh!) Wenn Sie sich rühmen, dass das Universitätsgesetz nicht verfassungswidrig ist, so heißt das noch lange nicht, dass das, was da drinsteht, auch gut ist! (Abg. Dr. Brinek: Es ist aber gut!)
Abg. Ellmauer: Wir haben keine Märchenstunde, Herr Kollege!
Es hat sich nichts daran geändert, dass – so die Aussagen eines Rektors – nicht einmal die Fenster an den Universitäten geputzt werden können! Es hat sich nichts daran geändert, dass die Universitäten nicht einmal die Stromrechnungen bezahlen können! Es hat sich nichts daran geändert, dass kein Geld für Laboreinrichtungen vorhanden ist! Und es hat sich nichts daran geändert, dass Lehrveranstaltungen abgesagt werden! (Abg. Ellmauer: Wir haben keine Märchenstunde, Herr Kollege!) – Das nennen Sie von den Regierungsparteien eine „Weltklasse-Universität“?! Eine Schande ist das, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Gusenbauer distanziert sich also nicht! Wichtig zu wissen!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Gusenbauer distanziert sich also nicht! Wichtig zu wissen!
Es hat sich nichts daran geändert, dass – so die Aussagen eines Rektors – nicht einmal die Fenster an den Universitäten geputzt werden können! Es hat sich nichts daran geändert, dass die Universitäten nicht einmal die Stromrechnungen bezahlen können! Es hat sich nichts daran geändert, dass kein Geld für Laboreinrichtungen vorhanden ist! Und es hat sich nichts daran geändert, dass Lehrveranstaltungen abgesagt werden! (Abg. Ellmauer: Wir haben keine Märchenstunde, Herr Kollege!) – Das nennen Sie von den Regierungsparteien eine „Weltklasse-Universität“?! Eine Schande ist das, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Gusenbauer distanziert sich also nicht! Wichtig zu wissen!)
Abg. Dr. Brinek: Wollen Sie sie schlecht machen, die Unis?
Angesichts des Zustandes der Universitäten, angesichts dessen, was heute Studierende in Österreich mitmachen müssen, überhaupt kein Wort dazu zu verlieren, sondern sich nur zu preisen und so zu tun, als ob Österreich über die besten Universitäten verfügen würde, das, meine sehr geehrten Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, ist keine Zukunftskompetenz! (Abg. Dr. Brinek: Wollen Sie sie schlecht machen, die Unis?)
Abg. Ellmauer: Das ist ja nicht wahr! Das stimmt überhaupt nicht!
Sie alle, die Sie hier sitzen und irgendwann ein Studium absolviert und noch zu Zeiten studiert haben, als die Situation eine war wie zu meiner Zeit, als wir 500 StudentInnen an meinem Institut waren – jetzt sind am selben Institut 6 000 StudentInnen –, wissen doch, dass die Zahl der Lehrkräfte völlig identisch ist, ebenso die Anzahl der Hörsäle. (Abg. Ellmauer: Das ist ja nicht wahr! Das stimmt überhaupt nicht!) Dazu kann ich nur sagen, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien: Es wäre Ihre Verpflichtung, der heutigen Jugend zumindest ebenso gute Studienbedingungen zu geben, wie wir sie seinerzeit hatten. Das wäre eine vernünftige Vorgangsweise! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Sie alle, die Sie hier sitzen und irgendwann ein Studium absolviert und noch zu Zeiten studiert haben, als die Situation eine war wie zu meiner Zeit, als wir 500 StudentInnen an meinem Institut waren – jetzt sind am selben Institut 6 000 StudentInnen –, wissen doch, dass die Zahl der Lehrkräfte völlig identisch ist, ebenso die Anzahl der Hörsäle. (Abg. Ellmauer: Das ist ja nicht wahr! Das stimmt überhaupt nicht!) Dazu kann ich nur sagen, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien: Es wäre Ihre Verpflichtung, der heutigen Jugend zumindest ebenso gute Studienbedingungen zu geben, wie wir sie seinerzeit hatten. Das wäre eine vernünftige Vorgangsweise! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Brinek: Das ist eine allgemeine Miesmachung, die Sie betreiben!
Über die Universitäten können wir in der Tat lange diskutieren – und werden wir auch diskutieren müssen, denn die Missstände dort sind eklatant. (Abg. Dr. Brinek: Das ist eine allgemeine Miesmachung, die Sie betreiben!) Aber Ihnen ist es – wie man ja bei allen Ihren Ausführungen hier gesehen hat – nicht um die Studienbedingungen gegangen, nicht um die Zukunft der Universitäten, sondern Ihnen ist es ausschließlich darum gegangen, Karl-Heinz Grasser heute zu verstecken. (Abg. Dr. Bleckmann: Ihnen geht es nur um Miesmache!)
Abg. Dr. Bleckmann: Ihnen geht es nur um Miesmache!
Über die Universitäten können wir in der Tat lange diskutieren – und werden wir auch diskutieren müssen, denn die Missstände dort sind eklatant. (Abg. Dr. Brinek: Das ist eine allgemeine Miesmachung, die Sie betreiben!) Aber Ihnen ist es – wie man ja bei allen Ihren Ausführungen hier gesehen hat – nicht um die Studienbedingungen gegangen, nicht um die Zukunft der Universitäten, sondern Ihnen ist es ausschließlich darum gegangen, Karl-Heinz Grasser heute zu verstecken. (Abg. Dr. Bleckmann: Ihnen geht es nur um Miesmache!)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Da Sie, Frau Abgeordnete Brinek, heute von einem „Missbrauch“ der Universitäten gesprochen haben, darf ich Ihnen sagen: Das, was Sie heute geliefert haben, war im besten Fall der Missbrauch einer Dringlichen Anfrage. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Sie können nur die Gusenbauer-Rede meinen!
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Werte ZuhörerInnen und ZuseherInnen! Ich schätze Übertreibung als Stilmittel – allerdings in Theater, Kabarett oder Satire. Was jedoch heute über die Universitäten zum Teil hier gesprochen wurde, das, muss ich sagen, lässt auch bei einem Gesundheitssprecher, der ich auch noch bin, den Blutdruck höher steigen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Sie können nur die Gusenbauer-Rede meinen!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Diese Dringliche Anfrage ist mehr als offensichtlich ein Ablenkungsmanöver. Aber ich gebe schon zu, dass es leichter ist, eine Einzelhandlung eines Tortenwerfers – unter 200 000 Studierenden – ins Parlament zu bringen, als Grasser hier zu einer klaren, wahrhaftigen und allen verständlichen Aussage zu bewegen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Weil Sie es offenbar nicht wissen! Sie wissen es offenbar nicht!
Ich finde es auch in höchstem Maße peinlich, ja lachhaft, wenn zwei Wissenschaftssprecherinnen hier die Frau Bundesminister fragen, wie denn das Universitätsgesetz 2002 die Mitbestimmung der Studierenden geregelt hat. – Sie wissen das doch! (Abg. Dr. Brinek: Weil Sie es offenbar nicht wissen! Sie wissen es offenbar nicht!) Und nun hören es noch einige ÖsterreicherInnen im Rundfunk.
Abg. Mag. Molterer: Keine Distanzierung! Wichtig zu wissen! Was ist mit Gewalt?
Sie von ÖVP und FPÖ haben aber noch etwas anderes in die Begründung hineingeschrieben. Sie haben gesagt, die Studierenden protestieren nicht primär gegen die Organisationsreform der Universität Wien, sondern – ich zitiere – sie protestieren gegen die Uni-Reform, gegen den Ausverkauf der Uni, gegen Zugangsbeschränkungen – lesen Sie nach, Frau Abgeordnete Brinek! – und gegen den Abbau der Demokratie. – Ich sage Ihnen: Damit solidarisiere ich mich. (Abg. Mag. Molterer: Keine Distanzierung! Wichtig zu wissen! Was ist mit Gewalt?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es protestieren auch Leute gegen Praktiken im Asylgesetz – und trotzdem ist das ein gültiges Gesetz. Nicht jedes Gesetz, das beschlossen wurde, muss von uns akklamiert werden – und auch nicht von den Studentinnen und Studenten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Das stimmt überhaupt nicht, es hat viele Abänderungsanträge gegeben!
Dialog, dann sage ich – und mit mir viele andere –: Das waren Belehrungen! Natürlich hat man mit uns gesprochen, aber es hat sich in der Sache nichts bewegt. (Abg. Dr. Brinek: Das stimmt überhaupt nicht, es hat viele Abänderungsanträge gegeben!)
Abg. Mag. Molterer: Keine Distanzierung! ...!
Sie bemühen das Stilmittel der Übertreibung, und es kommt mir wirklich so vor, als ob an der Universität die Malaria ausgebrochen wäre – kann man ja fast schon sagen, bei den Zuständen –, und Sie jagen hier im Parlament Stubenfliegen. Das kann es einfach nicht sein! Und ich sage Ihnen auch, es gibt ... (Abg. Mag. Molterer: Keine Distanzierung! ...!) – Herr Molterer, Sie werden mir nicht vorschreiben, was ich hier sage! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Sie bemühen das Stilmittel der Übertreibung, und es kommt mir wirklich so vor, als ob an der Universität die Malaria ausgebrochen wäre – kann man ja fast schon sagen, bei den Zuständen –, und Sie jagen hier im Parlament Stubenfliegen. Das kann es einfach nicht sein! Und ich sage Ihnen auch, es gibt ... (Abg. Mag. Molterer: Keine Distanzierung! ...!) – Herr Molterer, Sie werden mir nicht vorschreiben, was ich hier sage! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Was glauben Sie, wie es ist, eine Torte ins Gesicht zu bekommen?
Schauen Sie: Für mich ist es wahrscheinlich internalisierter als für Sie, dass Grüne niemals Gewalt protegieren und sich niemals für Gewalt ausgesprochen haben – und das gilt zu jeder Zeit, an jedem Tag und an jedem Ort. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was glauben Sie, wie es ist, eine Torte ins Gesicht zu bekommen?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Und was war mit der Solidarisierung von Petrovic mit den gewaltbereiten Donnerstagsdemonstranten?
Und wenn Sie es hören wollen: Was das Tortenwerfen betrifft, sage ich Ihnen – abgesehen von Distanzierungen von Gewalt und vom Protegieren von Gewalt (Abg. Dr. Partik-Pablé: Und was war mit der Solidarisierung von Petrovic mit den gewaltbereiten Donnerstagsdemonstranten?) – noch etwas: Gerade in Zeiten der Ressourcenknappheit ist es auch entwicklungspolitisch ein Unsinn, hochwertige Nahrungsmittel an Saturierte zu verteilen, wenn Sie das hören wollen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Und wenn Sie es hören wollen: Was das Tortenwerfen betrifft, sage ich Ihnen – abgesehen von Distanzierungen von Gewalt und vom Protegieren von Gewalt (Abg. Dr. Partik-Pablé: Und was war mit der Solidarisierung von Petrovic mit den gewaltbereiten Donnerstagsdemonstranten?) – noch etwas: Gerade in Zeiten der Ressourcenknappheit ist es auch entwicklungspolitisch ein Unsinn, hochwertige Nahrungsmittel an Saturierte zu verteilen, wenn Sie das hören wollen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Für Sie ist also eine parlamentarische Debatte Gewalt?
Aber es gibt noch andere Arten von Gewalt – und wir haben 21 Universitäten in Österreich mit sicher 40 000 Beschäftigten und zirka 200 000 Studierenden. Und wenn Sie in Bezug auf die Universitätspolitik fokussierend auf dieses Ereignis in Wien davon ablenken wollen, was Kollege Gusenbauer und auch Van der Bellen schon gesagt haben, nämlich welche Täuschungen Sie gespielt haben im Budget, dass Grasser ungestraft sagen konnte, und Sie wiederholen es immer wieder, die Universitäten bekommen 700 Millionen € mehr – und das war nur eine Verschiebung der Personalkosten aus dem BKA an die Universitäten, das war kein Zugewinn! –, das ist auch Gewalt des Wortes, aber keine Gewalt von Argumenten. (Abg. Mag. Molterer: Für Sie ist also eine parlamentarische Debatte Gewalt?)
Abg. Scheibner: Das ist eine Zumutung!
Wenn ich Ihnen heute so zuhöre, dann kann einem schon die Galle hochgehen! Das rechtfertigt gewisse Handlungen nicht, aber tun Sie nicht überrascht! (Abg. Scheibner: Das ist eine Zumutung!)
Abg. Dr. Brinek: Das war aber eine andere Regierung!
Eine Studentin stürzt sich auf den Brüstungen der Universität Wien zu Tode, weil ihr das Bauwerk auf den Körper fällt, und stirbt. (Abg. Dr. Brinek: Das war aber eine andere Regierung!) Andere haben Angst, dass ihnen die Decke, der Plafond auf den Kopf fällt! So ist der Zustand der Universitäten! (Abg. Scheibner: Wer war denn damals Wissenschaftsminister? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Wer war denn damals Wissenschaftsminister? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Eine Studentin stürzt sich auf den Brüstungen der Universität Wien zu Tode, weil ihr das Bauwerk auf den Körper fällt, und stirbt. (Abg. Dr. Brinek: Das war aber eine andere Regierung!) Andere haben Angst, dass ihnen die Decke, der Plafond auf den Kopf fällt! So ist der Zustand der Universitäten! (Abg. Scheibner: Wer war denn damals Wissenschaftsminister? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Sie haben keine Ahnung!
30 Prozent aller Labors müssten aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen geschlossen werden, weil man dort nicht mehr arbeiten darf, weil es zu riskant und gefährlich ist! – Auch das ist subtile Gewalt, wenn Sie das so hören wollen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Sie haben keine Ahnung!) Keine Ahnung habe ich? – Ich habe eine gute Ahnung, glaube ich. Ich habe nämlich vielleicht zu viel Ahnung.
Abg. Dr. Brinek: Wollen Sie damit sagen, Winckler hätte nicht geredet?
Ich wurde aufgefordert, die Jugend zur Ordnung zu rufen. Aber wissen Sie, ich bin weder ein Pädagoge, noch bin ich bei der STAPO, noch bin ich Hermann Gmeiner oder sein Enkelkind. Studierende sind frei! – Und das heißt nicht, dass ich alles beklatsche, alles beschimpfe. Auch GRAS ist frei und kein Anhängsel der Partei. Und ich sage Ihnen: Wenn man mit Studierenden redet, schafft man es auch, und ich würde das nicht aufgeben. (Abg. Dr. Brinek: Wollen Sie damit sagen, Winckler hätte nicht geredet?)
Abg. Dr. Brinek: Es geht um die Uni Wien!
Winckler hat mit ihnen geredet, aber wissen Sie: Geredet haben ja auch Frau Bundesministerin Gehrer und Schüssel und Grasser mit uns – und wir sind nicht sofort in ihr Lager übergeschwenkt. (Abg. Dr. Brinek: Es geht um die Uni Wien!)
Abg. Dr. Brinek: Was heißt da „ohnmächtig“?
Schauen Sie: Wenn man Beteiligte und Angehörige der Universität – das sind auch Studierende – zu Ohnmächtigen degradiert, muss man mit Emotionen rechnen – das würde ich jedenfalls schon! (Abg. Dr. Brinek: Was heißt da „ohnmächtig“?) Weil sie nicht mehr mitreden dürfen, Frau Brinek! (Abg. Scheibner: Das heißt also, die Opfer sind selbst schuld?!)
Abg. Scheibner: Das heißt also, die Opfer sind selbst schuld?!
Schauen Sie: Wenn man Beteiligte und Angehörige der Universität – das sind auch Studierende – zu Ohnmächtigen degradiert, muss man mit Emotionen rechnen – das würde ich jedenfalls schon! (Abg. Dr. Brinek: Was heißt da „ohnmächtig“?) Weil sie nicht mehr mitreden dürfen, Frau Brinek! (Abg. Scheibner: Das heißt also, die Opfer sind selbst schuld?!)
Abg. Dr. Brinek: Und was ist mit dem Senat?
Vielleicht verstehen die Zuhörer besser: Studierende werden angehört, sie haben noch etwas zu reden, aber sie haben nicht mitzuentscheiden – das wissen Sie viel besser als ich. (Abg. Dr. Brinek: Und was ist mit dem Senat?) Auch der Senat, der noch von der Universität selbst gewählt wurde, hat ja kaum mehr etwas zu reden, weil der Uni-Rat das letzte Wort hat.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (fortsetzend): Zeigen Sie uns, dass Sie auch wollen! – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Wittmann: Eine jämmerliche Anfrage ist das!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dipl.-Ing. Achleitner. Wunschredezeit: 5 Minuten. – Frau Kollegin, Sie sind am Wort. (Abg. Dr. Wittmann: Eine jämmerliche Anfrage ist das!)
Abg. Mag. Kogler: Aber wie?
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Sehr geehrte Herren von der Opposition, die meine Vorredner waren! Ich bin wirklich erschüttert, wenn Sie von Ablenkungsmanöver, von Schauspiel und von „lachhaft“ reden, wenn wir hier über ein Thema diskutieren, das wirklich ein Zukunftsthema für uns in Österreich ist. (Abg. Mag. Kogler: Aber wie?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Wittmann: Ein Tortenwurf als Zukunftsfrage!
Gerade Sie sorgen sich ja ständig, wie wir die Ziele für Forschung und Entwicklung erreichen können, und gerade da ist die Organisationsreform, die Reform in den Universitäten, ein ganz wichtiges Ziel. Und eines ist auch noch ganz wichtig zu sagen: Gerade im Bereich von Forschung und Entwicklung wurde noch nie so viel Geld investiert und auch in Aussicht gestellt wie in der Zeit der jetzigen Regierung. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Wittmann: Ein Tortenwurf als Zukunftsfrage!)
Abg. Dr. Wittmann: Ist jetzt Tortenwerfen das Zukunftsthema?
Die Autonomie und gerade auch die Unabhängigkeit der Unis ist wirklich ganz wichtig, damit man sich den Anforderungen von Fortschritt und Wissenschaft anpassen kann. (Abg. Dr. Wittmann: Ist jetzt Tortenwerfen das Zukunftsthema?) Und es ist ja auch in ganz Europa in Diskussion, dass eine rechtlich und wirtschaftlich selbständige Stellung der Universitäten hergestellt wird.
Abg. Dr. Wittmann: Jämmerlich, peinlich!
Autonomie bedeutet Eigenverantwortlichkeit, Eigenverantwortlichkeit im Universitäts-Management. (Abg. Dr. Wittmann: Jämmerlich, peinlich!) Und gerade das ist ein wichtiges Thema, das auch diskutiert werden muss, denn dadurch haben die Universitäten Handlungsspielraum, damit sie eigenständig ihren Fortschritt vorwärts bringen. Und was man noch dazu sagen muss: eigenständige Organisationsformen bei gesicherten Finanzen durch den Staat. – Gerade im Jahre 2004 erhalten die Unis im Globalbudget einen Betrag von über 1,66 Milliarden €.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Bauer: Es gibt jetzt weniger Demokratie!
Es ist nun wirklich ganz wichtig, dass die Unis selbst die Möglichkeit haben, ihre Organisationsformen zu bestimmen, und das muss natürlich in Zusammenarbeit mit allen Gremien, mit dem Mittelbau und mit den Studenten möglich sein. Und dass es funktioniert, das hat ganz klar auch meine ehemalige Universität, an der ich Assistentin war, die TU in Wien, bewiesen, bei der in guter Zusammenarbeit und bei Mitarbeit aller eine sehr gute Umsetzung dieses Universitätsgesetzes möglich war. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Bauer: Es gibt jetzt weniger Demokratie!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Bauer: Wir reden über Demokratie!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Opposition: Gewalt ist sicher kein Ziel, sondern das Ziel ist, dass endlich auch die Unis in die Zukunft schauen können und dass sie zukunftsweisende Organisationsformen bilden können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Bauer: Wir reden über Demokratie!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Bauer: Es gibt auch Professoren, die das nicht wollen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Im Sinne einer zukunftsorientierten Universität und aller wissenshungrigen Studenten ist es wichtig, dass diese Reform nicht von einigen wenigen Revoluzzern hintertrieben wird, sondern dass dieses Gesetz möglichst schnell und in bestmöglicher Form umgesetzt wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Bauer: Es gibt auch Professoren, die das nicht wollen!)
Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Lopatka –: Hat die Rede auch der Herr Amon geschrieben? – Gegenruf des Abg. Prinz.
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Lopatka. Wunschredezeit: 7 Minuten. – Sie sind am Wort. (Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Lopatka –: Hat die Rede auch der Herr Amon geschrieben? – Gegenruf des Abg. Prinz.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist hier die Frage gestellt worden, ob diese Dringliche Anfrage eine Rechtfertigung hat. – Meine Damen und Herren! Diese Dringliche Anfrage setzt sich mit einer Grundsatzfrage auseinander, nämlich ob wir den Weg des Dialoges gehen wollen oder den Weg der Gewaltbereitschaft. Und diese Frage ist eine Kernfrage demokratischer Auseinandersetzung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Bures: Das stimmt doch überhaupt nicht!
Den Beweis dafür hat Ihr Vorsitzender geliefert, Abgeordnete Bures, denn SPÖ-Vorsitzender Gusenbauer fand kein Sterbenswörtchen der Distanzierung von diesen gewaltbereiten Aktionen. Kein Sterbenswörtchen! (Abg. Bures: Das stimmt doch überhaupt nicht!) Er hat sich lustig gemacht über jene, die sich Sorgen machen (Abg. Bures: Sie sind wieder obergescheit!), über jene, die sich Sorgen machen, wenn an den Universitäten die Dialogbereitschaft nicht mehr vorhanden ist. (Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Bures: Sie sind wieder obergescheit!
Den Beweis dafür hat Ihr Vorsitzender geliefert, Abgeordnete Bures, denn SPÖ-Vorsitzender Gusenbauer fand kein Sterbenswörtchen der Distanzierung von diesen gewaltbereiten Aktionen. Kein Sterbenswörtchen! (Abg. Bures: Das stimmt doch überhaupt nicht!) Er hat sich lustig gemacht über jene, die sich Sorgen machen (Abg. Bures: Sie sind wieder obergescheit!), über jene, die sich Sorgen machen, wenn an den Universitäten die Dialogbereitschaft nicht mehr vorhanden ist. (Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.
Den Beweis dafür hat Ihr Vorsitzender geliefert, Abgeordnete Bures, denn SPÖ-Vorsitzender Gusenbauer fand kein Sterbenswörtchen der Distanzierung von diesen gewaltbereiten Aktionen. Kein Sterbenswörtchen! (Abg. Bures: Das stimmt doch überhaupt nicht!) Er hat sich lustig gemacht über jene, die sich Sorgen machen (Abg. Bures: Sie sind wieder obergescheit!), über jene, die sich Sorgen machen, wenn an den Universitäten die Dialogbereitschaft nicht mehr vorhanden ist. (Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Bures: Das sind Gruselgeschichten, mehr nicht!
Diese Aufforderung hier ist keine Aufforderung von Basisgruppen. (Abg. Bures: Das sind Gruselgeschichten, mehr nicht!) Diese Aufforderung, mit der Faust ins Gesicht zu fahren, meine Damen und Herren, ist eine offizielle Aufforderung der ÖH Wien, einer Körperschaft öffentlichen Rechts. (Der Redner stellt eine Tafel auf das Rednerpult, auf der unter dem Titel „Vorwärts zum Start! Smash Organisationsreform!“ eine Faust und das Gesicht des Rektors gezeichnet sind. – Ruf bei der ÖVP: Liberal! Liberal!)
Der Redner stellt eine Tafel auf das Rednerpult, auf der unter dem Titel „Vorwärts zum Start! Smash Organisationsreform!“ eine Faust und das Gesicht des Rektors gezeichnet sind. – Ruf bei der ÖVP: Liberal! Liberal!
Diese Aufforderung hier ist keine Aufforderung von Basisgruppen. (Abg. Bures: Das sind Gruselgeschichten, mehr nicht!) Diese Aufforderung, mit der Faust ins Gesicht zu fahren, meine Damen und Herren, ist eine offizielle Aufforderung der ÖH Wien, einer Körperschaft öffentlichen Rechts. (Der Redner stellt eine Tafel auf das Rednerpult, auf der unter dem Titel „Vorwärts zum Start! Smash Organisationsreform!“ eine Faust und das Gesicht des Rektors gezeichnet sind. – Ruf bei der ÖVP: Liberal! Liberal!)
Abg. Dr. Grünewald: Es geht um die Mitbestimmung an der Universität!
Lesen Sie im heutigen „Standard“ nach – „Weniger Demokratie wagen?“ –, wo genau das als Begründung angeführt wird, was in der Sache völlig unrichtig ist. Niemand will den Studenten die studentische Mitsprache nehmen! (Abg. Dr. Grünewald: Es geht um die Mitbestimmung an der Universität!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Diese Reform beginnt jetzt schon Früchte zu tragen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Wo sollen sie denn hingehen?
Das ist die Realität. Sie wollen es nicht zur Kenntnis nehmen. Ein Ansturm auf die Unis, eine bessere Organisation des Studien- und Lehrwesens durch dieses Gesetz! (Abg. Dr. Gusenbauer: Wo sollen sie denn hingehen?) – Und Sie sind wieder einmal gescheitert. (Abg. Dr. Gusenbauer: Wo denn?) Sie sind wieder einmal gescheitert, SPÖ-Vorsitzender Gusenbauer, mit einer Ihrer unzähligen Verfassungsgerichtshofbeschwerden. (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie haben überhaupt keine Ahnung! Gehen Sie doch einmal auf die Uni und schauen Sie sich das an!) Immer nur njet zu sagen, Kollege Gusenbauer, das ist zu wenig, sage ich Ihnen. Das wird zu wenig sein! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Wo denn?
Das ist die Realität. Sie wollen es nicht zur Kenntnis nehmen. Ein Ansturm auf die Unis, eine bessere Organisation des Studien- und Lehrwesens durch dieses Gesetz! (Abg. Dr. Gusenbauer: Wo sollen sie denn hingehen?) – Und Sie sind wieder einmal gescheitert. (Abg. Dr. Gusenbauer: Wo denn?) Sie sind wieder einmal gescheitert, SPÖ-Vorsitzender Gusenbauer, mit einer Ihrer unzähligen Verfassungsgerichtshofbeschwerden. (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie haben überhaupt keine Ahnung! Gehen Sie doch einmal auf die Uni und schauen Sie sich das an!) Immer nur njet zu sagen, Kollege Gusenbauer, das ist zu wenig, sage ich Ihnen. Das wird zu wenig sein! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Sie haben überhaupt keine Ahnung! Gehen Sie doch einmal auf die Uni und schauen Sie sich das an!
Das ist die Realität. Sie wollen es nicht zur Kenntnis nehmen. Ein Ansturm auf die Unis, eine bessere Organisation des Studien- und Lehrwesens durch dieses Gesetz! (Abg. Dr. Gusenbauer: Wo sollen sie denn hingehen?) – Und Sie sind wieder einmal gescheitert. (Abg. Dr. Gusenbauer: Wo denn?) Sie sind wieder einmal gescheitert, SPÖ-Vorsitzender Gusenbauer, mit einer Ihrer unzähligen Verfassungsgerichtshofbeschwerden. (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie haben überhaupt keine Ahnung! Gehen Sie doch einmal auf die Uni und schauen Sie sich das an!) Immer nur njet zu sagen, Kollege Gusenbauer, das ist zu wenig, sage ich Ihnen. Das wird zu wenig sein! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das ist die Realität. Sie wollen es nicht zur Kenntnis nehmen. Ein Ansturm auf die Unis, eine bessere Organisation des Studien- und Lehrwesens durch dieses Gesetz! (Abg. Dr. Gusenbauer: Wo sollen sie denn hingehen?) – Und Sie sind wieder einmal gescheitert. (Abg. Dr. Gusenbauer: Wo denn?) Sie sind wieder einmal gescheitert, SPÖ-Vorsitzender Gusenbauer, mit einer Ihrer unzähligen Verfassungsgerichtshofbeschwerden. (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie haben überhaupt keine Ahnung! Gehen Sie doch einmal auf die Uni und schauen Sie sich das an!) Immer nur njet zu sagen, Kollege Gusenbauer, das ist zu wenig, sage ich Ihnen. Das wird zu wenig sein! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Kogler: Das wird jetzt aber nichts mehr! Wo bleibt die Botschaft?
Auch wenn Sie es nicht hören wollen: Erst diese Woche hat Tony Blair mit knapper Mehrheit die Erhöhung der Studiengebühren durchgebracht – in einem Ausmaß allerdings, wo ich mich frage, ob das sozial verträglich ist: 4 360 € sind in Großbritannien möglich. (Abg. Mag. Kogler: Das wird jetzt aber nichts mehr! Wo bleibt die Botschaft?) Und bei uns war die Aufregung riesig, bei nicht einmal einem Siebentel dessen. Das Siebenfache unter einer labourgeführten Regierung Tony Blairs! Was sagen Sie da? (Abg. Mag. Molterer: Aha, Labour! – Abg. Dr. Stummvoll: So, so, Labour!)
Abg. Mag. Molterer: Aha, Labour! – Abg. Dr. Stummvoll: So, so, Labour!
Auch wenn Sie es nicht hören wollen: Erst diese Woche hat Tony Blair mit knapper Mehrheit die Erhöhung der Studiengebühren durchgebracht – in einem Ausmaß allerdings, wo ich mich frage, ob das sozial verträglich ist: 4 360 € sind in Großbritannien möglich. (Abg. Mag. Kogler: Das wird jetzt aber nichts mehr! Wo bleibt die Botschaft?) Und bei uns war die Aufregung riesig, bei nicht einmal einem Siebentel dessen. Das Siebenfache unter einer labourgeführten Regierung Tony Blairs! Was sagen Sie da? (Abg. Mag. Molterer: Aha, Labour! – Abg. Dr. Stummvoll: So, so, Labour!)
Abg. Mag. Kogler: Wo bleibt die Botschaft?
Und? – Die Studenten werden sich bedanken dafür. Bei uns regen Sie sich auf bei nicht einmal 700 € – dort sind es 4 360 €! Und da sagen Sie: Na und?! (Abg. Mag. Kogler: Wo bleibt die Botschaft?)
Abg. Dr. Grünewald: Die Zeit des Anschlusses ist vorbei! Wann begreifen Sie das endlich?
wenn Joschka Fischer in Deutschland meint, Studiengebühren müssten unbedingt auf die Tagesordnung? (Abg. Dr. Grünewald: Die Zeit des Anschlusses ist vorbei! Wann begreifen Sie das endlich?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Wir sind ein souveräner Staat!
Nein, nicht die Zeit des Anschlusses, aber wir müssen schon auch über die Grenzen blicken. Gerade von Ihnen als Wissenschafter hätte ich mir erwartet, dass Sie in Ihren Überlegungen über die Grenzen blicken und nicht in einem Kantönli-Geist nur das Hier sehen. Universitäten stehen im internationalen Wettbewerb, meine Damen und Herren, und Kirchturm-Denken ist da das Falscheste, was es gibt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Wir sind ein souveräner Staat!)
Ruf bei der SPÖ: Ist abgelehnt worden! – Abg. Dr. Gusenbauer: Sie sind ein Verleumder!
Meine Damen und Herren! Das ist der große Unterschied: Wir wollen den Dialog. Auch Rektor Winckler hat den Dialog gesucht, ganz deutlich! Sie lehnen den Dialog anscheinend ab. Ihnen ist es wichtig, ob jetzt offen oder auch nur andeutungsweise, hier jene zu stärken, die gewaltbereit sind. Und das Eintreten von Türen, meine Damen und Herren, das gewaltsame Besetzen, ist das nicht Gewalt? Ist das Tortenwerfen nicht Gewalt? (Ruf bei der SPÖ: Ist abgelehnt worden! – Abg. Dr. Gusenbauer: Sie sind ein Verleumder!) Ich bin kein Verleumder. (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie Verleumder! Niemand hat die Gewalt begrüßt! – Ruf bei der SPÖ: Ist abgelehnt worden!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Sie Verleumder! Niemand hat die Gewalt begrüßt! – Ruf bei der SPÖ: Ist abgelehnt worden!
Meine Damen und Herren! Das ist der große Unterschied: Wir wollen den Dialog. Auch Rektor Winckler hat den Dialog gesucht, ganz deutlich! Sie lehnen den Dialog anscheinend ab. Ihnen ist es wichtig, ob jetzt offen oder auch nur andeutungsweise, hier jene zu stärken, die gewaltbereit sind. Und das Eintreten von Türen, meine Damen und Herren, das gewaltsame Besetzen, ist das nicht Gewalt? Ist das Tortenwerfen nicht Gewalt? (Ruf bei der SPÖ: Ist abgelehnt worden! – Abg. Dr. Gusenbauer: Sie sind ein Verleumder!) Ich bin kein Verleumder. (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie Verleumder! Niemand hat die Gewalt begrüßt! – Ruf bei der SPÖ: Ist abgelehnt worden!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Lopatka ist ein Verleumder!
Nein, nicht begrüßt, aber nicht distanziert! Ich habe das nie gesagt. Noch einmal: Sie haben kein Wort der Distanzierung gefunden, Herr Klubobmann Gusenbauer. (Abg. Dr. Gusenbauer: Lopatka ist ein Verleumder!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir hingegen gehen weiter diesen Reformkurs und sagen Ihnen eines: Aufrufe zu zivilem Ungehorsam und die Art und Weise, wie Sie dieses Thema diskutiert haben, werden von uns nie eine Zustimmung erhalten. Unsere Zustimmung findet der Kurs der zuständigen Ministerin. Diese Reform ist von Erfolg gekennzeichnet, wird vom Verfassungsgerichtshof für richtig empfunden und wird jetzt umgesetzt werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn ich mich hier im Parlamentsplenum umschaue, dann meine ich, dass jeder am liebsten die Torte auf dem Teller hat. Bei manchen sieht man es mehr, und bei manchen sieht man es weniger. Das ist die Wahrheit, und zu der sollte man sich doch endlich einmal verständigen. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Uns brauchen Sie das nicht zu sagen!
Es ist Nonsens, es ist Unsinn, und es bringt in der politischen Auseinandersetzung in Wahrheit nichts. Das wissen Sie genauso gut wie wir, jeder hier herinnen weiß das. (Abg. Dr. Stummvoll: Uns brauchen Sie das nicht zu sagen!) Daher ist das ein Schattenspiel, was Sie da aufführen, und ist völlig nutzlos in der Auseinandersetzung, die wir hier zu führen haben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Es ist Nonsens, es ist Unsinn, und es bringt in der politischen Auseinandersetzung in Wahrheit nichts. Das wissen Sie genauso gut wie wir, jeder hier herinnen weiß das. (Abg. Dr. Stummvoll: Uns brauchen Sie das nicht zu sagen!) Daher ist das ein Schattenspiel, was Sie da aufführen, und ist völlig nutzlos in der Auseinandersetzung, die wir hier zu führen haben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Wie die aufgescheuchten Hühner sind da viele plötzlich bei der ÖVP-Fraktion herumgelaufen und haben da eine Dringliche zusammengeschustert. (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.) – Sie müssen es am besten wissen, denn sie trägt ja Ihren Namen. Da steht „Brinek“, nicht „Schuster“. „Schuster“ hätte da hergehört! Sie haben also eine Dringliche zusammengeschustert mit Fragen, die ich wirklich noch nie in einer Dringlichen lesen durfte. Eine hat ja schon Kollege Gusenbauer zitiert. Interessant ist auch die folgende Frage – es ist eine Testfrage –:
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
„Wie setzt sich nach den letzten ÖH-Wahlen die Exekutive der ÖH auf Bundesebene und an der Universität Wien zusammen?“ – Anders formuliert: Lesen Sie täglich eine Zeitung, Frau Minister? Wenn ja, welche? – Da können Sie gleich so eine Frage stellen. So etwas Absurdes habe ich einfach in einer Dringlichen überhaupt noch nie gelesen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Es ist eine „beinharte“ Dringliche, eine der „härtesten“ Dringlichen, die wir in diesem Haus erlebt haben. Hier geht in Ihnen das freie Mandat durch, und Sie sagen: Endlich einmal losgelöst von den Zügeln können wir uns da einmal entwickeln und entfalten! Wir sind ohnehin dauernd unterdrückt, dauernd müssen wir hinter KHG im Trauerzug daherziehen, ihm ununterbrochen die Schleppe halten, die Stange halten, eben das, was er halt gerade zur Verfügung stellt. – Aber da können Sie sich endlich austoben! Dank an die Klubführung – Sie können sich endlich austoben und einmal eine Dringliche nach Ihrem Geschmack stellen, so wie Sie sie immer schon stellen wollten. Das ist die Dringliche des heutigen Tages. Es ist ein einziges Trauerspiel, was Sie da zur Verfügung gestellt haben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Brinek: Das ist ja die Problematik!
Aber das Allerbeste ist, wenn jemand hier eine Demokratiedebatte führen will, der gerade ein Universitätsgesetz zu verantworten hat, wo Schmidt-Dengler sagt: Demokratie? – Autoritäre Züge trägt das! – Das lässt sich ja auch nachweisen, wenn die Studenten aus den bisherigen Mitbestimmungsbereichen möglichst zurückgedrängt werden. (Abg. Dr. Brinek: Das ist ja die Problematik!) Anders formuliert, die Parole heißt: Zurück ins 19. Jahrhundert! Endlich wieder die schwarzen – Schwarz ist doch ohnehin Ihre Lieblingsfarbe – Talare, und nach einer gewissen Zeit können wir schnuppern, ob der Mief von tausend Jahren wieder da ist. Das ist genau das, was Ihr Ziel ist: Zurück ins 19. Jahrhundert!
Abg. Dr. Brinek: Warum generalisieren Sie?
Ein Wahlverein Schüssel befindet sich im Uni-Rat, die dürfen sich dort alle einen Titel umhängen, gekoppelt mit seltsamen Figuren. Aber da können uns die FPÖler vielleicht Auskunft geben, wer da noch Eingang gefunden hat. – Das ist das Konzept, das Sie da haben. Und ich sage Ihnen, damit ruinieren Sie die Universität: Aushungern, Studiengebühren nicht der Universität zur Verfügung stellen, katastrophale bauliche Zustände. (Abg. Dr. Brinek: Warum generalisieren Sie?) – Das müssen Sie einmal alles verantworten! – Und wirklich schröpfen, schröpfen, schröpfen, am besten wieder einen sozialen Numerus clausus einführen.
Abg. Mag. Molterer: Wir machen die autonome Universität! Das ist der Unterschied!
Klubobmann Molterer, Sie waren auch einmal ÖH-Funktionär so wie ich, auch Minister Strasser. Auch Heinz Fischer und viele andere da herinnen waren an der Uni aktiv und traten für die Mitbestimmung, für die Interessen der Studenten, für eine Universität, wo es eine freie Forschung und Lehre gibt, für eine autonome Universität ein. (Abg. Mag. Molterer: Wir machen die autonome Universität! Das ist der Unterschied!) Wir haben uns damals reingehaut. Und wir haben auch für das allgemeinpolitische Mandat der Österreichischen Hochschülerschaft gekämpft.
Abg. Dr. Brinek: Weil wir keine autoritären Typen sind!
Was soll diese verräterische Frage in der Dringlichen? – Das heißt ja nichts anderes als: Einrichtungen, Institutionen – wie am Beispiel der ÖH – nehmen wir dann ernst, wenn die Aktionsgemeinschaft die Mehrheit hat. Wenn es dort diese Mehrheit nicht gibt, müssen wir sie einengen, beschränken, drangsalieren und am besten abschaffen. – Das ist eine undemokratische Gesinnung! Und da stellen Sie sich hier her und halten uns hier Vorträge über Demokratie? Unfassbar! (Abg. Dr. Brinek: Weil wir keine autoritären Typen sind!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Du warst schon besser!
Das, nachdem Sie heute in der Früh in der Fragestunde nicht einmal imstande waren, endlich den Finanzminister dazu zu verpflichten, Antwort auf die Fragen zu geben. Nein, Sie haben darauf verzichtet, Sie auf Ihrem freien Mandat! – Einpacken, Mandat zurücklegen, zurück an den Start, noch einmal von vorne anfangen! Eine Katastrophe ist das Bild, das Sie da abgeben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Du warst schon besser!) – Für dich reicht es immer noch.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich könnte das endlos fortsetzen. Dieses unsympathische Licht fängt aber leider gerade zu blinken an – leider, denn ich könnte noch einiges dazu sagen. Es ist eine Katastrophe. Ich liebe dieses Land und ich bin so daran interessiert, dass es möglich ist, dass wir bei dem Prinzip der Chancengleichheit bleiben, dass Begabte wirklich die Chance haben, auch eine universitäre Bildung zu absolvieren. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Lebhafter Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Genau das wollen Sie nicht. Sie wollen das Rad zurückdrehen, weil Ihnen das unsympathisch ist. Sie wollen keine Leistungseliten, Sie wollen soziale Eliten. Es sollen halt einfach die, die immer schon oben waren, oben bleiben für die nächsten 500 Jahre. Okay, dann soll der nächste Vortragende dort Karl Habsburg heißen. Der weiß, was es heißt, wenn man 500 Jahre immer das Gleiche will, das Gleiche hat, das Gleiche kann und immer oben ist. – Von dieser Geisteshaltung haben wir genug seit 1918, das sei Ihnen heute ins Stammbuch geschrieben! (Lebhafter Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Mag. Kogler: Nehmen Sie das Ganze noch ernst?
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Herr Präsident! Hohes Haus! (Abg. Mag. Kogler: Nehmen Sie das Ganze noch ernst?) Diese Heiterkeit, die bei der Opposition ausgebrochen ist, stimmt mich zutiefst traurig. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Herr Präsident! Hohes Haus! (Abg. Mag. Kogler: Nehmen Sie das Ganze noch ernst?) Diese Heiterkeit, die bei der Opposition ausgebrochen ist, stimmt mich zutiefst traurig. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Wittmann: Traurig ist das Schauspiel um den Finanzminister!
Wir besprechen ein ernsthaftes und wichtiges Thema. (Abg. Dr. Wittmann: Traurig ist das Schauspiel um den Finanzminister!) Es geht um Formen der Gewalt in unserer Gesellschaft, die von allen abzulehnen sind, von allen, die echte und aufrechte Demokraten sind. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir besprechen ein ernsthaftes und wichtiges Thema. (Abg. Dr. Wittmann: Traurig ist das Schauspiel um den Finanzminister!) Es geht um Formen der Gewalt in unserer Gesellschaft, die von allen abzulehnen sind, von allen, die echte und aufrechte Demokraten sind. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Generell zu sagen, jede Gewalt ist abzulehnen oder Nonsens und Unsinn, meine Damen und Herren, das ist keine Distanzierung! Ich habe mit den Betroffenen, die die Torte ins Gesicht bekommen haben, gesprochen. Das ist ein zutiefst aggressiver Akt, der zu Körperverletzungen führen kann, der zu einem Schock führen kann. Das ist kein Nonsens und kein Unsinn! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Grünewald: Ich sagte ja nur, dass Sie nicht da waren!
Ich muss auch noch einige Vorwürfe, die da gekommen sind, richtig stellen. Zuerst zu Ihren Ausführungen, Herr Professor Grünewald. Sie haben gesagt, ich sei in Graz nicht anwesend gewesen, ich sei entschuldigt gewesen. – Ja, ich war entschuldigt, mein Mann wurde zum zweiten Mal in Innsbruck operiert. (Abg. Dr. Grünewald: Ich sagte ja nur, dass Sie nicht da waren!) Das wurde ja negativ bemerkt.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zu den Universitäten: Die bieten gute Bedingungen. Wir haben eine Zunahme der Zahl der Studierenden – sowohl an den Fachhochschulen als auch an den Universitäten. Wenn jemand sagt, dass sich Studierende nächtelang anstellen müssen, um sich anzumelden, dann muss ich dem entgegenhalten, dass er schon lange nicht mehr an einer Universität war. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Das muss Ihrer Erinnerung entspringen. Das war zu Ihrer Zeit!
Abg. Mag. Kogler: Wieso? Sie sind ja nicht die Fragestellerin!
Meine Damen und Herren! Ich möchte Ihnen auch Ihre Frage beantworten, warum eine Dringliche Anfrage notwendig war. (Abg. Mag. Kogler: Wieso? Sie sind ja nicht die Fragestellerin!) Morgen findet eine Sitzung des Universitätsrates an der Universität Wien statt. Es wird auf der Homepage, im Internet zu zahlreichen weiteren Aktionen aufgerufen (Abg. Mag. Kogler: Das wird immer kurioser!) – Belagerungen, Besetzungen, Sitzungen, Fauteuils hinstellen, Essen mitbringen, laute Musik machen –, und es werden nach meiner Information Briefe verschickt, Einladungen unter dem Namen Rektor Winckler zu einem Sit-in am Abend, die Rektor Winckler nicht geschrieben hat. (Abg. Murauer: Die „Zukunftswerkstatt!“ – Abg. Dr. Stummvoll: Fälschungen!)
Abg. Mag. Kogler: Das wird immer kurioser!
Meine Damen und Herren! Ich möchte Ihnen auch Ihre Frage beantworten, warum eine Dringliche Anfrage notwendig war. (Abg. Mag. Kogler: Wieso? Sie sind ja nicht die Fragestellerin!) Morgen findet eine Sitzung des Universitätsrates an der Universität Wien statt. Es wird auf der Homepage, im Internet zu zahlreichen weiteren Aktionen aufgerufen (Abg. Mag. Kogler: Das wird immer kurioser!) – Belagerungen, Besetzungen, Sitzungen, Fauteuils hinstellen, Essen mitbringen, laute Musik machen –, und es werden nach meiner Information Briefe verschickt, Einladungen unter dem Namen Rektor Winckler zu einem Sit-in am Abend, die Rektor Winckler nicht geschrieben hat. (Abg. Murauer: Die „Zukunftswerkstatt!“ – Abg. Dr. Stummvoll: Fälschungen!)
Abg. Murauer: Die „Zukunftswerkstatt!“ – Abg. Dr. Stummvoll: Fälschungen!
Meine Damen und Herren! Ich möchte Ihnen auch Ihre Frage beantworten, warum eine Dringliche Anfrage notwendig war. (Abg. Mag. Kogler: Wieso? Sie sind ja nicht die Fragestellerin!) Morgen findet eine Sitzung des Universitätsrates an der Universität Wien statt. Es wird auf der Homepage, im Internet zu zahlreichen weiteren Aktionen aufgerufen (Abg. Mag. Kogler: Das wird immer kurioser!) – Belagerungen, Besetzungen, Sitzungen, Fauteuils hinstellen, Essen mitbringen, laute Musik machen –, und es werden nach meiner Information Briefe verschickt, Einladungen unter dem Namen Rektor Winckler zu einem Sit-in am Abend, die Rektor Winckler nicht geschrieben hat. (Abg. Murauer: Die „Zukunftswerkstatt!“ – Abg. Dr. Stummvoll: Fälschungen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Diskussionskultur zurückkehren soll. Ich bedauere es zutiefst, dass das versäumt wurde. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Herr Präsident! Frau Bildungsministerin! Kollege Cap hat ja die Qualität dieser Dringlichen Anfrage bereits ausführlich gewürdigt. Vielleicht sollten wir sie uns noch einmal näher anschauen: Gestern war es offenbar nicht dringlich – gestern gab es ja keine Dringliche. Heute wurde es dringlich. Jetzt hat die Ministerin gesagt, sie war notwendig. Haben Sie, Frau Bundesministerin, das vielleicht jetzt überhaupt selbst geschrieben, oder wer macht die Dringlichen – denn eigentlich ist das ein Instrument der Abgeordneten? Sie sagen, sie war notwendig, und dann bestellt man sie, und dann kommt sie offenbar. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das ist Ihnen unangenehm, Herr Kollege!
Jetzt schaue ich mir die Fragen an, und dann frage ich mich schon, ob die Frage „Wie schätzen Sie die beschriebenen Vorkommnisse und die Wortwahl der Beteiligten ein?“ Gegenstand der Vollziehung der Bundesministerin ist. (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist Ihnen unangenehm, Herr Kollege!) Aber da hört man nichts davon, ob das Gegenstand der Vollziehung ist oder freigestellt wird oder nicht. Da geht es offenbar ganz einfach. Es ist schon bemerkenswert, wie unterschiedlich in diesem Parlament offenbar mit Regierungsmitgliedern und mit Rechten der Opposition und der Regierung umgegangen wird. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Tut offensichtlich sehr weh!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Tut offensichtlich sehr weh!
Jetzt schaue ich mir die Fragen an, und dann frage ich mich schon, ob die Frage „Wie schätzen Sie die beschriebenen Vorkommnisse und die Wortwahl der Beteiligten ein?“ Gegenstand der Vollziehung der Bundesministerin ist. (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist Ihnen unangenehm, Herr Kollege!) Aber da hört man nichts davon, ob das Gegenstand der Vollziehung ist oder freigestellt wird oder nicht. Da geht es offenbar ganz einfach. Es ist schon bemerkenswert, wie unterschiedlich in diesem Parlament offenbar mit Regierungsmitgliedern und mit Rechten der Opposition und der Regierung umgegangen wird. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Tut offensichtlich sehr weh!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Kollege Amon war überhaupt der Beste. Er hat gesagt, das ist ein gutes Gesetz, weil es der Verfassungsgerichtshof nicht aufgehoben hat. Das stimmt schon, bei Ihren Gesetzen ist das schon ein Qualitätsmerkmal, wenn eines einmal so weit bleibt, dass man es nicht aufhebt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Aber inhaltlich gehört zu einem guten Gesetz etwas mehr, als dass es nicht aufgehoben wird. Das war nicht sonderlich überzeugend.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Aber versuchen wir ein bisschen zum Ernst der Geschichte zurückzugehen, uns damit zu beschäftigen, wie Sie nämlich damit umgehen: Was mich irrsinnig nervt, ist die ständige Aufforderung, mich von irgendetwas distanzieren zu sollen, mit dem ich genauso wenig zu tun habe wie Sie. Das ist ja absurd! Was habe ich mit dem Tortenwerfer zu tun? Ich weiß nicht einmal, wer das war – angeblich jemand von der „Linkswende“. Als ob das irgendetwas mit den Grünen zu tun hätte. Dann verlangen Sie, wir sollen uns von Dingen distanzieren, die morgen stattfinden können. Von was sollen wir uns denn noch alles distanzieren, damit Sie da zufrieden sind? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.
Wenn Sie es hören wollen, dann sage ich es Ihnen noch einmal: Ich halte diese Form der Auseinandersetzung, auch das Tortenwerfen, für nicht angebracht. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.) Das hat ohnedies jeder gesagt. Das ist ja nichts Neues! Die Frage ist allerdings, was das mit uns zu tun hat. Das ist es ja, worum es hier laufend geht. Ich würde auch glauben, dass man zum Dialog zurückkehren soll.
Abg. Dr. Fekter: ÖH-Homepage!
Dann sage ich Ihnen noch etwas: Generalsekretär Lopatka präsentierte hier eine Tafel, auf der eine Faust zu sehen ist, die ins Gesicht schlägt. Na sagen Sie mir, wo das stattgefunden hat! Wo gab es einen Faustschlag? Herr Winckler hat einen Faustschlag erhalten? (Abg. Dr. Fekter: ÖH-Homepage!) – Das ist die Form, wie Sie offenbar damit umgehen. Das ist alles egal. Auf dem nächsten Bild wird er wahrscheinlich mit der Trage hinausgetragen. Überlegen Sie sich einmal, was Sie da eskalieren! Das ist ja unglaublich, was Sie da ständig unterstellen! Ich verwahre mich dagegen, wenn Sie mich immer auffordern, mich von irgendetwas zu distanzieren. (Rufe bei der ÖVP.) Was denn? – Die Faust? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Rufe bei der ÖVP.
Dann sage ich Ihnen noch etwas: Generalsekretär Lopatka präsentierte hier eine Tafel, auf der eine Faust zu sehen ist, die ins Gesicht schlägt. Na sagen Sie mir, wo das stattgefunden hat! Wo gab es einen Faustschlag? Herr Winckler hat einen Faustschlag erhalten? (Abg. Dr. Fekter: ÖH-Homepage!) – Das ist die Form, wie Sie offenbar damit umgehen. Das ist alles egal. Auf dem nächsten Bild wird er wahrscheinlich mit der Trage hinausgetragen. Überlegen Sie sich einmal, was Sie da eskalieren! Das ist ja unglaublich, was Sie da ständig unterstellen! Ich verwahre mich dagegen, wenn Sie mich immer auffordern, mich von irgendetwas zu distanzieren. (Rufe bei der ÖVP.) Was denn? – Die Faust? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Dann sage ich Ihnen noch etwas: Generalsekretär Lopatka präsentierte hier eine Tafel, auf der eine Faust zu sehen ist, die ins Gesicht schlägt. Na sagen Sie mir, wo das stattgefunden hat! Wo gab es einen Faustschlag? Herr Winckler hat einen Faustschlag erhalten? (Abg. Dr. Fekter: ÖH-Homepage!) – Das ist die Form, wie Sie offenbar damit umgehen. Das ist alles egal. Auf dem nächsten Bild wird er wahrscheinlich mit der Trage hinausgetragen. Überlegen Sie sich einmal, was Sie da eskalieren! Das ist ja unglaublich, was Sie da ständig unterstellen! Ich verwahre mich dagegen, wenn Sie mich immer auffordern, mich von irgendetwas zu distanzieren. (Rufe bei der ÖVP.) Was denn? – Die Faust? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Was die Universitäten betrifft, sollten Sie einmal schauen, wo die entsprechenden Vergleichswerte zu finden sind. Schauen Sie einmal nach Skandinavien und betrachten Sie dort die AkademikerInnenquoten, die Bildungsbeteiligung, die Qualitäten an den Unis! Da brauchen Sie nicht immer nur nach Deutschland zu schauen. Dieser Horizont ist etwas zu beschränkt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Wie dringlich diese Dringliche für die Auseinandersetzung hier im Parlament ist, ist Ihnen offenbar nicht einmal gelungen, den eigenen Abgeordneten zu erklären. Es sitzen nur sehr wenige hier, und sehr wenige bezeugen, dass sie dieses Thema für unwahrscheinlich dringlich am heutigen Tag halten. (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber trösten Sie sich, sehr geehrte Damen und Herren: Stück für Stück kommt alles ans Tageslicht. Auch wenn Sie es hier verhindern, heute verhindern: Die Pressefreiheit besteht weiterhin. Wir werden in den Zeitungen und Magazinen der nächsten Tage und Wochen wieder neue Enthüllungen lesen. Die Geschichte wird irgendwann einmal auch ihr entsprechendes Ende finden. (Beifall bei der SPÖ.)
Oh-Rufe bei der SPÖ.
Aber reden wir auch über andere Dinge, die an den Universitäten passiert sind. Kollege Grünewald hat es schon angesprochen, aber die Frau Ministerin hat leider nicht darauf geantwortet. Ich möchte es noch einmal ansprechen: Es ist bereits neun Monate her, dass bei einer Kundgebung vor der Wiener Universität ein Uni-Rat – nicht irgendjemand, ein von der Frau Bundesministerin Gehrer bestellter Uni-Rat! – bei einer Demonstration auf Studenten eingeprügelt hat. (Oh-Rufe bei der SPÖ.)
Abg. Amon: Wenn es so war, ist es Gewalt!
Ich frage Sie: Ist das Gewalt oder ist das nicht Gewalt? (Abg. Amon: Wenn es so war, ist es Gewalt!) Ein Uni-Rat prügelt auf Studierende, die vor der Universität friedlich demonstrieren, ein. (Abg. Mag. Kogler: Habt ihr euch davon distanziert? – Abg. Reheis: Wo ist der Aufschrei?) Wo, bitte, bleibt Ihre Distanzierung? Wo bleibt der Aufschrei? – Seit neun Monaten haben wir nichts von Ihnen gehört, Frau Bundesministerin! Seit neun Monaten haben Sie kein Wort dazu gesagt, geschweige denn – was dringend notwendig gewesen wäre –, dass Sie diesen Herrn abberufen hätten. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Mag. Kogler: Habt ihr euch davon distanziert? – Abg. Reheis: Wo ist der Aufschrei?
Ich frage Sie: Ist das Gewalt oder ist das nicht Gewalt? (Abg. Amon: Wenn es so war, ist es Gewalt!) Ein Uni-Rat prügelt auf Studierende, die vor der Universität friedlich demonstrieren, ein. (Abg. Mag. Kogler: Habt ihr euch davon distanziert? – Abg. Reheis: Wo ist der Aufschrei?) Wo, bitte, bleibt Ihre Distanzierung? Wo bleibt der Aufschrei? – Seit neun Monaten haben wir nichts von Ihnen gehört, Frau Bundesministerin! Seit neun Monaten haben Sie kein Wort dazu gesagt, geschweige denn – was dringend notwendig gewesen wäre –, dass Sie diesen Herrn abberufen hätten. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich frage Sie: Ist das Gewalt oder ist das nicht Gewalt? (Abg. Amon: Wenn es so war, ist es Gewalt!) Ein Uni-Rat prügelt auf Studierende, die vor der Universität friedlich demonstrieren, ein. (Abg. Mag. Kogler: Habt ihr euch davon distanziert? – Abg. Reheis: Wo ist der Aufschrei?) Wo, bitte, bleibt Ihre Distanzierung? Wo bleibt der Aufschrei? – Seit neun Monaten haben wir nichts von Ihnen gehört, Frau Bundesministerin! Seit neun Monaten haben Sie kein Wort dazu gesagt, geschweige denn – was dringend notwendig gewesen wäre –, dass Sie diesen Herrn abberufen hätten. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Mag. Kogler: Das wäre wenigstens Vollziehungssache!
Das ist wohl eine ganz klare Disqualifikation für diese wichtige Position an der Universität. (Abg. Mag. Kogler: Das wäre wenigstens Vollziehungssache!) Frau Bundesministerin! Ich fordere Sie auf, heute und hier die Gelegenheit zu ergreifen, sich dazu zu äußern, sich zu distanzieren. Das ist eine Gewalttat, Frau Bundesministerin! Sie können nicht mit unterschiedlichem Maß messen und sagen: Torte geworfen – entsetzliche Gewalttat. – Ich gebe Ihnen Recht: Das ist nicht das richtige Mittel der politischen Auseinandersetzung, aber bitte nehmen Sie heute die Gelegenheit wahr und äußern Sie sich auch zu diesem Fall! Sagen Sie, was Sie in diesem Fall vorhaben: Werden Sie den Uni-Rat Weiß abberufen oder werden Sie ihn weiter decken? – Ergreifen Sie die Gelegenheit und nehmen Sie dazu Stellung! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Kogler: Dann hat diese Dringliche noch einen Sinn!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Kogler: Dann hat diese Dringliche noch einen Sinn!
Das ist wohl eine ganz klare Disqualifikation für diese wichtige Position an der Universität. (Abg. Mag. Kogler: Das wäre wenigstens Vollziehungssache!) Frau Bundesministerin! Ich fordere Sie auf, heute und hier die Gelegenheit zu ergreifen, sich dazu zu äußern, sich zu distanzieren. Das ist eine Gewalttat, Frau Bundesministerin! Sie können nicht mit unterschiedlichem Maß messen und sagen: Torte geworfen – entsetzliche Gewalttat. – Ich gebe Ihnen Recht: Das ist nicht das richtige Mittel der politischen Auseinandersetzung, aber bitte nehmen Sie heute die Gelegenheit wahr und äußern Sie sich auch zu diesem Fall! Sagen Sie, was Sie in diesem Fall vorhaben: Werden Sie den Uni-Rat Weiß abberufen oder werden Sie ihn weiter decken? – Ergreifen Sie die Gelegenheit und nehmen Sie dazu Stellung! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Kogler: Dann hat diese Dringliche noch einen Sinn!)
Ruf bei der ÖVP: Ist ja nicht wahr! – Abg. Ellmauer: Solche Unterstellungen immer!
Frau Bundesministerin, vergessen Sie nicht, diese Unireform, dieses Universitätsgesetz wurde von Ihnen niemals ernsthaft mit den Betroffenen diskutiert. Vergessen Sie nicht, Sie haben die Kritik, die Einwände, die Bedenken der vielen Experten und Expertinnen im Vorfeld niemals ernst genommen. (Ruf bei der ÖVP: Ist ja nicht wahr! – Abg. Ellmauer: Solche Unterstellungen immer!)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Unerhört!
Bei einer öffentlichen Diskussion hat vor kurzem der Rektor der Universität Klagenfurt mitgeteilt, dass er daran denkt, an seiner Universität soweit machbar Mitsprachemöglichkeiten für die Studierenden zu schaffen. Man höre und staune: Dieser Mann bekommt kurz darauf einen Anruf von Ihnen, Frau Bundesministerin, bei dem Sie ihn warnen, doch nicht in dieser Art und Weise die Mitsprache über die Hintertür einzuführen. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Unerhört!) Das ist beschämend, Frau Bundesministerin! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Bei einer öffentlichen Diskussion hat vor kurzem der Rektor der Universität Klagenfurt mitgeteilt, dass er daran denkt, an seiner Universität soweit machbar Mitsprachemöglichkeiten für die Studierenden zu schaffen. Man höre und staune: Dieser Mann bekommt kurz darauf einen Anruf von Ihnen, Frau Bundesministerin, bei dem Sie ihn warnen, doch nicht in dieser Art und Weise die Mitsprache über die Hintertür einzuführen. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Unerhört!) Das ist beschämend, Frau Bundesministerin! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Großruck: Einmal 5 Minuten die Wahrheit sagen! Märchenstunde! Wenn Sie die Wahrheit so ernst nehmen wie Ihre Kollegen!
Sie und Ihre Fraktionen diskutieren heute mit uns über Demokratie, wo es Ihnen offensichtlich ein großes politisches Anliegen ist, quer durch alle Gesellschaftsbereiche Mitentscheidungsmöglichkeiten, Mitsprachemöglichkeiten und Rechte abzuschaffen und einzuschränken. (Abg. Großruck: Einmal 5 Minuten die Wahrheit sagen! Märchenstunde! Wenn Sie die Wahrheit so ernst nehmen wie Ihre Kollegen!)
Abg. Großruck: Haben Sie mit normalen Studenten auch einmal gesprochen? Mit der überwiegenden Mehrheit? – Abg. Dr. Brinek: ... Gewaltvorwurf an das Parlament!
Frau Kollegin Brinek, Sie reden von „Verlotterung“. – Jawohl, das ist Verlotterung! Das ist Verlotterung der Universitäten und im größeren Ausmaß Verlotterung in vielen gesellschaftlichen Bereichen. Es geht hier um Lebenschancen von jungen Menschen an den Universitäten und allgemein von Menschen in diesem Land. (Abg. Großruck: Haben Sie mit normalen Studenten auch einmal gesprochen? Mit der überwiegenden Mehrheit? – Abg. Dr. Brinek: ... Gewaltvorwurf an das Parlament!) Da haben Sie einen zu leichtfertigen Umgang, den wir auch noch öfter hier thematisieren werden. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Frau Kollegin Brinek, Sie reden von „Verlotterung“. – Jawohl, das ist Verlotterung! Das ist Verlotterung der Universitäten und im größeren Ausmaß Verlotterung in vielen gesellschaftlichen Bereichen. Es geht hier um Lebenschancen von jungen Menschen an den Universitäten und allgemein von Menschen in diesem Land. (Abg. Großruck: Haben Sie mit normalen Studenten auch einmal gesprochen? Mit der überwiegenden Mehrheit? – Abg. Dr. Brinek: ... Gewaltvorwurf an das Parlament!) Da haben Sie einen zu leichtfertigen Umgang, den wir auch noch öfter hier thematisieren werden. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Wie denn? – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Herr Präsident! Hohes Haus! Der Vorfall auf der Universitätsrampe wurde damals selbstverständlich von uns verurteilt. Meinen Informationen nach wurde eine Anzeige gemacht – und das Verfahren wurde eingestellt. Das sind die Tatsachen. (Abg. Dr. Lichtenberger: Wie denn? – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Über die Anzahl der Blumenstöcke dürfen sie mitentscheiden!
Das Zweite, was ich klarstellen möchte: Die Mitbestimmung wurde nicht abgeschafft. Die Studenten stellen nach wie vor ein Viertel der Mitglieder des Senats. Es gibt zahlreiche Gremien, in denen die Mitbestimmung weitergeführt wird, nur gibt es nicht mehr 298 Einrichtungen, in denen Studierende sitzen. (Abg. Dr. Lichtenberger: Über die Anzahl der Blumenstöcke dürfen sie mitentscheiden!)
Abg. Mag. Molterer – in Richtung der Abg. Mag. Kuntzl –: So halten Sie es mit der Wahrheit!
Das Dritte: Ich habe den Rektor in Klagenfurt nicht angerufen. Ich bitte Sie, mir nicht derartige Dinge zu unterstellen. (Abg. Mag. Molterer – in Richtung der Abg. Mag. Kuntzl –: So halten Sie es mit der Wahrheit!) Im Gegenteil: Ich bin froh, wenn Rektoren im Rahmen des bestehenden Gesetzes die studentische Mitbestimmung, die studentische Mitsprache regeln. Ich bin da ganz der Meinung von Rektor Gäbler von der Universität Basel, der sagt:
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir dürfen stolz darauf sein, dass unsere Rektoren mit den Studierenden demokratisch und partnerschaftlich umgehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Großruck: Die Frau Kuntzl soll sich entschuldigen für ihre Äußerung!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Meine Damen und Herren! (Abg. Großruck: Die Frau Kuntzl soll sich entschuldigen für ihre Äußerung!) Frau Abgeordnete Kuntzl, mag schon sein, dass niemand von Ihnen hier sagt – und das wäre ja wirklich gar nicht zu beschreiben! –, er unterstützt diese Tortenaktion. Meine Damen und Herren von der SPÖ und von den Grünen! Man kann eine gewalttätige Handlung aber auch dadurch verharmlosen, dass man sie ins Lächerliche zieht. (Abg. Dr. Brinek: Genau! – Abg. Mag. Kuntzl: Wer hat das gemacht?)
Abg. Dr. Brinek: Genau! – Abg. Mag. Kuntzl: Wer hat das gemacht?
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Meine Damen und Herren! (Abg. Großruck: Die Frau Kuntzl soll sich entschuldigen für ihre Äußerung!) Frau Abgeordnete Kuntzl, mag schon sein, dass niemand von Ihnen hier sagt – und das wäre ja wirklich gar nicht zu beschreiben! –, er unterstützt diese Tortenaktion. Meine Damen und Herren von der SPÖ und von den Grünen! Man kann eine gewalttätige Handlung aber auch dadurch verharmlosen, dass man sie ins Lächerliche zieht. (Abg. Dr. Brinek: Genau! – Abg. Mag. Kuntzl: Wer hat das gemacht?)
Ruf bei der ÖVP: Menschenverachtend!
Ich wollte mich eigentlich heute in der Debatte gar nicht zu Wort melden, aber ich habe sehr genau zugehört, was da so an Zwischenrufen gekommen ist. Wenn ich da Aussagen höre wie „Amon spricht wie ein verkleidetes Tortenstück“, „das ist eine dringliche Torte und keine dringliche Anfrage“, „die Steigerung der Torte ist die Schwedenbombe“ (Ruf bei der ÖVP: Menschenverachtend!), dann frage ich mich, wo der Spaß aufhört und wo die Gewalt beginnt, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Du bist einer von denen, die von roten und schwarzen Filzläusen reden!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Du bist einer von denen, die von roten und schwarzen Filzläusen reden!
Ich wollte mich eigentlich heute in der Debatte gar nicht zu Wort melden, aber ich habe sehr genau zugehört, was da so an Zwischenrufen gekommen ist. Wenn ich da Aussagen höre wie „Amon spricht wie ein verkleidetes Tortenstück“, „das ist eine dringliche Torte und keine dringliche Anfrage“, „die Steigerung der Torte ist die Schwedenbombe“ (Ruf bei der ÖVP: Menschenverachtend!), dann frage ich mich, wo der Spaß aufhört und wo die Gewalt beginnt, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Du bist einer von denen, die von roten und schwarzen Filzläusen reden!)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: ... Blausäure!
Kollege Kummerer: Wo hört der Spaß auf? Ist die Torte etwas anderes? Ist das lustig oder lächerlich? Ist das anders zu bewerten als der Stein, der Molotow-Cocktail oder die Holzlatte? (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: ... Blausäure!) – Ich sage Ihnen: Jede Form von Gewalt gegen eine Meinung, jedes Mittel der Gewalt in politischen Auseinandersetzungen ist abzulehnen, nicht zu verharmlosen oder lächerlich zu machen (Abg. Heinisch-Hosek: Und die Burschenschafter?) – und auch nicht mit anderen Dingen zu vergleichen, Frau Kollegin! Egal, wo Gewalt angewendet wird, um politische Argumente zu unterdrücken, ist sie abzulehnen und nicht lächerlich zu machen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Heinisch-Hosek: Und die Burschenschafter?
Kollege Kummerer: Wo hört der Spaß auf? Ist die Torte etwas anderes? Ist das lustig oder lächerlich? Ist das anders zu bewerten als der Stein, der Molotow-Cocktail oder die Holzlatte? (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: ... Blausäure!) – Ich sage Ihnen: Jede Form von Gewalt gegen eine Meinung, jedes Mittel der Gewalt in politischen Auseinandersetzungen ist abzulehnen, nicht zu verharmlosen oder lächerlich zu machen (Abg. Heinisch-Hosek: Und die Burschenschafter?) – und auch nicht mit anderen Dingen zu vergleichen, Frau Kollegin! Egal, wo Gewalt angewendet wird, um politische Argumente zu unterdrücken, ist sie abzulehnen und nicht lächerlich zu machen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Kollege Kummerer: Wo hört der Spaß auf? Ist die Torte etwas anderes? Ist das lustig oder lächerlich? Ist das anders zu bewerten als der Stein, der Molotow-Cocktail oder die Holzlatte? (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: ... Blausäure!) – Ich sage Ihnen: Jede Form von Gewalt gegen eine Meinung, jedes Mittel der Gewalt in politischen Auseinandersetzungen ist abzulehnen, nicht zu verharmlosen oder lächerlich zu machen (Abg. Heinisch-Hosek: Und die Burschenschafter?) – und auch nicht mit anderen Dingen zu vergleichen, Frau Kollegin! Egal, wo Gewalt angewendet wird, um politische Argumente zu unterdrücken, ist sie abzulehnen und nicht lächerlich zu machen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Man kann sagen, es gibt irgendwelche Schwellen und das sei zulässig. Aber dann frage ich mich, ob Sie in Ihrer Argumentation auch wirklich immer mit demselben Maß messen. Ist es wirklich ein Unterschied, ob Linke derartige Aktivitäten setzen oder Rechte? – Für mich besteht da kein Unterschied. Jede Gewalt ist abzulehnen – egal, von wem sie ausgeht und gegen wen sie verübt wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wehren wir alle gemeinsam den Anfängen, damit wir wieder zu einer Auseinandersetzung mit Worten zurückkommen. Ich möchte eine Auseinandersetzung mit Argumenten und einen Diskurs und nicht gewalttätige Auseinandersetzungen, mit welchen Mitteln auch immer sie geführt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Sie sagen, diese Dringliche ist ein Missbrauch. – Okay, das ist Ihre politische Argumentation, die ist zulässig. Ich sage Ihnen aber: Der Finanzminister hat es nicht notwendig, dass wir ihn schützen und verhindern, dass er Rede und Antwort steht, denn er ist durch Ihre permanenten Dringlichen Anfragen und Aktionen so geübt und trainiert, dass er unsere Unterstützung überhaupt nicht braucht. (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Sie haben ja keine Themen!
Sie werden sich jetzt schön langsam den Vorwurf gefallen lassen müssen – in den Medien ist das ja auch schon einige Male zum Ausdruck gekommen –, dass Sie eigentlich kein anderes Thema mehr haben. (Abg. Mag. Kogler: Sie haben ja keine Themen!)
Abg. Mag. Kogler: Welche Steuerreform? Es gibt ja keine Steuerreform! Es gibt nur einen Steuermurks!
Ich habe ja die Triumphworte und Aussagen einiger Ihrer Abgeordneten gestern noch vernommen, jetzt habe man uns die Steuerreform wieder „abgestochen“. – Das ist ja das Ziel, das Sie mit dieser Kampagne in Wirklichkeit verfolgen! (Abg. Mag. Kogler: Welche Steuerreform? Es gibt ja keine Steuerreform! Es gibt nur einen Steuermurks!) Sie wollen eben nicht über die positiven Argumente der Regierungspolitik diskutieren, weil Sie selbst keine besseren Konzepte und Argumente für die tagespolitischen Fragen und für die wichtigen Zukunftsfragen haben. Darum konzentrieren Sie sich ganz einfach auf diese eine Kampagne gegen den Finanzminister.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es ist zulässig. Ich sage nicht, dass es ein Missbrauch ist. Meine Damen und Herren! Kollege Cap! Der Spaß hört sich aber dann auf, wenn man bei politischer Gewalt unterschiedliche Maßstäbe anlegt. Darüber sollte es hier in diesem Hohen Haus einmal einen Konsens geben, denn dann würden wir bei der politischen Kultur in Österreich vielleicht einen Schritt weiterkommen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Heinisch-Hosek – in Richtung der auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministerin Gehrer –: Warum sagen Sie nicht die Wahrheit?
Ich stelle richtig: Dieses Verfahren ist nicht eingestellt worden. Der Staatsanwalt hat einen außergerichtlichen Tatausgleich vorgeschlagen, was eine Schuld impliziert. Sie, Frau Bundesministerin, haben es versäumt, dazu Stellung zu nehmen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Heinisch-Hosek – in Richtung der auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministerin Gehrer –: Warum sagen Sie nicht die Wahrheit?)
Abg. Großruck – in Richtung der das Rednerpult verlassenden Abg. Mag. Kuntzl –: ... dass Sie die Unwahrheit gesagt haben wegen dem Rektor von Klagenfurt!
Präsident Dr. Andreas Khol: Als vorläufig letzter Redner hiezu ist Herr Abgeordneter Mag. Kogler zu Wort gemeldet. Redezeit: 5 Minuten. Restredezeit der Fraktion: 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Großruck – in Richtung der das Rednerpult verlassenden Abg. Mag. Kuntzl –: ... dass Sie die Unwahrheit gesagt haben wegen dem Rektor von Klagenfurt!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Steuergeschenke für Unternehmer!
An der Stelle wäre zu berichtigen gewesen: Das kann nicht sein, denn es gibt keine Steuerreform. (Abg. Dr. Lichtenberger: Steuergeschenke für Unternehmer!) Es gibt irgendwelche Senkungsmaßnahmen für einzelne Klientelen, die der schwarzen Regierungspartei nahe stehen. Einer solchen Reform kann man also auch nichts anhaben, denn es gibt sie nicht. In Wirklichkeit werden Probleme verschärft. Eine Reform würde nämlich ganz anders ausschauen.
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Mainoni: ... Spezialisten von Ihnen!
Aber kommen wir zu dem Thema der beiden Tage, weil Sie das ja so bedauern. Rufen wir uns die Chronologie in Erinnerung. Ich sage Ihnen: Wir sollten tatsächlich die Torte in der Konditorei lassen. Ich finde dieses Instrument des Tortenschmierens nicht in Ordnung. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Mainoni: ... Spezialisten von Ihnen!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Aber das ist nicht das Problem. Das ist nur Ihr Problem. Wir sollten auch die Kirche im Dorf lassen. Betrachten wir die Chronologie dieser Sache: Wir haben es hier nicht mit einer Dringlichen Anfrage in Sachen Universitäten zu tun, sondern mit einem Versteckspiel – einem „dringlichen Versteckspiel“. Hierbei handelt es sich um ein dringendes Finanzministerverstecken und sonst um gar nichts! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
hang – ganz offensichtlich eine Gruppe von Abgeordneten die andere Gruppe daran hindern will, eine Dringliche Anfrage einzubringen, und sich dann des Ressorts bedient und sich die Dinge vorfertigen lässt. Von freien Abgeordneten würde man sich etwas anderes erwarten. Lassen Sie sich wenigstens nicht immer dabei erwischen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wollen Sie damit wirklich ernst genommen werden? Wollen Sie sich das auch noch aufhalsen? Seien Sie doch froh, dass man das nicht wirklich ernst nimmt! Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Jetzt mag man sich fragen: Schaut die Regierungserklärung so aus, weil das Dissertationsthema so ausschaut, oder ist es umgekehrt? (Beifall bei den Grünen.) Der so genannte Doktorvater für diese ganze Sache ist kein Geringerer – und das ist ja eigentlich wieder ernst – als der offizielle Leiter einer offiziellen Steuerreformkommission dieses Ministeriums und dieser Regierung. Das mag Ihnen Wurscht sein, Sie mögen wieder keine Unvereinbarkeiten erkennen – andere auf der Universität schon! Und das halte ich für problematisch! (Abg. Dr. Brinek: Schauen Sie sich andere Dissertationsthemen einmal an!) Ja, das Dissertationsthema ist genau die Marketing-Überschrift, mit der Sie sonst die Leute behelligen, nämlich die Senkung der Abgabenquote auf 40 Prozent. Na bumm, da wird geforscht werden, da werden die Köpfe rauchen! (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Brinek: Schauen Sie sich andere Dissertationsthemen einmal an!
Jetzt mag man sich fragen: Schaut die Regierungserklärung so aus, weil das Dissertationsthema so ausschaut, oder ist es umgekehrt? (Beifall bei den Grünen.) Der so genannte Doktorvater für diese ganze Sache ist kein Geringerer – und das ist ja eigentlich wieder ernst – als der offizielle Leiter einer offiziellen Steuerreformkommission dieses Ministeriums und dieser Regierung. Das mag Ihnen Wurscht sein, Sie mögen wieder keine Unvereinbarkeiten erkennen – andere auf der Universität schon! Und das halte ich für problematisch! (Abg. Dr. Brinek: Schauen Sie sich andere Dissertationsthemen einmal an!) Ja, das Dissertationsthema ist genau die Marketing-Überschrift, mit der Sie sonst die Leute behelligen, nämlich die Senkung der Abgabenquote auf 40 Prozent. Na bumm, da wird geforscht werden, da werden die Köpfe rauchen! (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Jetzt mag man sich fragen: Schaut die Regierungserklärung so aus, weil das Dissertationsthema so ausschaut, oder ist es umgekehrt? (Beifall bei den Grünen.) Der so genannte Doktorvater für diese ganze Sache ist kein Geringerer – und das ist ja eigentlich wieder ernst – als der offizielle Leiter einer offiziellen Steuerreformkommission dieses Ministeriums und dieser Regierung. Das mag Ihnen Wurscht sein, Sie mögen wieder keine Unvereinbarkeiten erkennen – andere auf der Universität schon! Und das halte ich für problematisch! (Abg. Dr. Brinek: Schauen Sie sich andere Dissertationsthemen einmal an!) Ja, das Dissertationsthema ist genau die Marketing-Überschrift, mit der Sie sonst die Leute behelligen, nämlich die Senkung der Abgabenquote auf 40 Prozent. Na bumm, da wird geforscht werden, da werden die Köpfe rauchen! (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich sage Ihnen, Herr Professor Kofler ist es bis heute schuldig geblieben, zu sagen, welches Forschungsziel mit dieser Dissertation verfolgt wird und welche Methodik angewandt wird. Es ist nicht einmal klar, in welchem Fach diese Dissertation geschrieben wird. Also, KHG, auch hier bitte vor den Vorhang! Das wäre noch eine Rettung dieser Dringlichen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Sie sind nicht der, der das beurteilt! – Abg. Großruck: Prorektor Kogler!
Schein-Zitat, Schein-Finanzminister, Schein-Dringliche, das haben Sie wunderbar hingekriegt! (Ruf bei der ÖVP: Sie sind nicht der, der das beurteilt! – Abg. Großruck: Prorektor Kogler!)
Abg. Dr. Brinek: Ja, weil er ...!
Herr Kollege Kogler und andere! Ich halte es für absolut bedenklich, wenn jemand anlässlich einer gewalttätigen Aktion sagt, man möge die Kirche im Dorf lassen. (Abg. Dr. Brinek: Ja, weil er ...!) Ja was heißt denn das? (Abg. Mag. Kogler: Sie können überhaupt nicht differenzieren!) Was heißt denn das? (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Grünen.) Ich nicht, Herr Kollege Kogler, ich nicht! (Abg. Mag. Kogler: Ich habe mich ja klar dagegen ausgesprochen! Ist ja unglaublich!) Ich distanziere mich von jeder Form der Gewalt, ganz egal, von welcher Seite und in welchem Ausmaß sie ausgeübt wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Kogler: Sie können überhaupt nicht differenzieren!
Herr Kollege Kogler und andere! Ich halte es für absolut bedenklich, wenn jemand anlässlich einer gewalttätigen Aktion sagt, man möge die Kirche im Dorf lassen. (Abg. Dr. Brinek: Ja, weil er ...!) Ja was heißt denn das? (Abg. Mag. Kogler: Sie können überhaupt nicht differenzieren!) Was heißt denn das? (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Grünen.) Ich nicht, Herr Kollege Kogler, ich nicht! (Abg. Mag. Kogler: Ich habe mich ja klar dagegen ausgesprochen! Ist ja unglaublich!) Ich distanziere mich von jeder Form der Gewalt, ganz egal, von welcher Seite und in welchem Ausmaß sie ausgeübt wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Grünen.
Herr Kollege Kogler und andere! Ich halte es für absolut bedenklich, wenn jemand anlässlich einer gewalttätigen Aktion sagt, man möge die Kirche im Dorf lassen. (Abg. Dr. Brinek: Ja, weil er ...!) Ja was heißt denn das? (Abg. Mag. Kogler: Sie können überhaupt nicht differenzieren!) Was heißt denn das? (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Grünen.) Ich nicht, Herr Kollege Kogler, ich nicht! (Abg. Mag. Kogler: Ich habe mich ja klar dagegen ausgesprochen! Ist ja unglaublich!) Ich distanziere mich von jeder Form der Gewalt, ganz egal, von welcher Seite und in welchem Ausmaß sie ausgeübt wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Kogler: Ich habe mich ja klar dagegen ausgesprochen! Ist ja unglaublich!
Herr Kollege Kogler und andere! Ich halte es für absolut bedenklich, wenn jemand anlässlich einer gewalttätigen Aktion sagt, man möge die Kirche im Dorf lassen. (Abg. Dr. Brinek: Ja, weil er ...!) Ja was heißt denn das? (Abg. Mag. Kogler: Sie können überhaupt nicht differenzieren!) Was heißt denn das? (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Grünen.) Ich nicht, Herr Kollege Kogler, ich nicht! (Abg. Mag. Kogler: Ich habe mich ja klar dagegen ausgesprochen! Ist ja unglaublich!) Ich distanziere mich von jeder Form der Gewalt, ganz egal, von welcher Seite und in welchem Ausmaß sie ausgeübt wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Kollege Kogler und andere! Ich halte es für absolut bedenklich, wenn jemand anlässlich einer gewalttätigen Aktion sagt, man möge die Kirche im Dorf lassen. (Abg. Dr. Brinek: Ja, weil er ...!) Ja was heißt denn das? (Abg. Mag. Kogler: Sie können überhaupt nicht differenzieren!) Was heißt denn das? (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Grünen.) Ich nicht, Herr Kollege Kogler, ich nicht! (Abg. Mag. Kogler: Ich habe mich ja klar dagegen ausgesprochen! Ist ja unglaublich!) Ich distanziere mich von jeder Form der Gewalt, ganz egal, von welcher Seite und in welchem Ausmaß sie ausgeübt wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Es darf niemand hier in diesem Haus den Eindruck erwecken, dass es auch nur in irgendeiner kleinen Form eine quantitative Größe gäbe, von der man sagen könnte, man ließe die Kirche im Dorf. Wo kommen wir denn da hin? – Gewalt ist abzulehnen, meine Damen und Herren – egal, von wo, egal, in welchem Ausmaß! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Eine zweite Bemerkung sei mir gestattet, gerade zu den Grünen. Es gibt für mich keinen unterschiedlichen Maßstab. Ich sage Ihnen sehr offen, was ich in den letzten Monaten und Jahren erlebt habe: dass dann, wenn es gegen diese Bundesregierung gegangen ist, mit einem Augenzwinkern argumentiert wurde. Das lehne ich ab, und zwar in aller Klarheit! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es darf in diesem Haus – das hoffe ich und davon gehe ich aus – in der Frage Gewalt von niemandem ein Augenzwinkern geben. Es gibt keine gute und keine weniger gute, es gibt keine akzeptierte, nein, es gibt nur eine ablehnenswerte Gewalt! Davon gehe ich doch aus, meine Damen und Herren. Geben Sie das Augenzwinkern in dieser Frage auf! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Eine dritte Bemerkung: Auch das Lächerlich-Machen von bestimmten Vorkommnissen ist eine Art von Rechtfertigung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Machen Sie bestimmte Dinge nicht lächerlich, meine Damen und Herren! Ich lasse es nicht zu, und ich werde mich mit aller mir zur Verfügung stehenden, auch persönlichen Möglichkeit gegen jede Form von Lächerlich-Machen von Gewalt aussprechen und den Finger drauflegen, wenn jemand glaubt, mit Lächerlich-Machen Gewalt rechtfertigen zu können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kogler: Das ist totale Scheinheiligkeit! – Gegenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kogler: Das ist totale Scheinheiligkeit! – Gegenrufe bei der ÖVP.
Eine dritte Bemerkung: Auch das Lächerlich-Machen von bestimmten Vorkommnissen ist eine Art von Rechtfertigung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Machen Sie bestimmte Dinge nicht lächerlich, meine Damen und Herren! Ich lasse es nicht zu, und ich werde mich mit aller mir zur Verfügung stehenden, auch persönlichen Möglichkeit gegen jede Form von Lächerlich-Machen von Gewalt aussprechen und den Finger drauflegen, wenn jemand glaubt, mit Lächerlich-Machen Gewalt rechtfertigen zu können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kogler: Das ist totale Scheinheiligkeit! – Gegenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Das ist Scheinheiligkeit! Ihre Wahlkampagne ist unter jeder Kritik!
Vierte Bemerkung: Ich bin dafür, dass wir die Grenzen scharf ziehen. (Abg. Mag. Kogler: Das ist Scheinheiligkeit! Ihre Wahlkampagne ist unter jeder Kritik!) Herr Kollege Brosz! (Abg. Dr. Partik-Pablé: ... Ordnungsruf! – Abg. Mag. Kogler: Scheinheiligkeit! Dabei bleibe ich!) Offensichtlich hören Sie nicht gerne zu, wenn ich das sage. Wenn Sie beispielsweise auf den Hinweis hin, dass von der Hochschülerschaft der Universität Wien auf der Homepage die Faust als Zeichen verwendet wird, dieses herunterspielen, dann sage ich Ihnen genau: Hier ist eine Grenze, die – und ich fordere Sie dazu auf – von niemand überschritten werden darf. Auch ein vielleicht nur spielerisch gemeinter, von mir aber ganz anders empfundener graphischer Auftritt kann nicht klein geredet werden. Er ist da und abzulehnen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Auch diese Grenzziehung ist notwendig. Ich fordere Sie auf: Ziehen Sie diese Grenze!
Abg. Dr. Partik-Pablé: ... Ordnungsruf! – Abg. Mag. Kogler: Scheinheiligkeit! Dabei bleibe ich!
Vierte Bemerkung: Ich bin dafür, dass wir die Grenzen scharf ziehen. (Abg. Mag. Kogler: Das ist Scheinheiligkeit! Ihre Wahlkampagne ist unter jeder Kritik!) Herr Kollege Brosz! (Abg. Dr. Partik-Pablé: ... Ordnungsruf! – Abg. Mag. Kogler: Scheinheiligkeit! Dabei bleibe ich!) Offensichtlich hören Sie nicht gerne zu, wenn ich das sage. Wenn Sie beispielsweise auf den Hinweis hin, dass von der Hochschülerschaft der Universität Wien auf der Homepage die Faust als Zeichen verwendet wird, dieses herunterspielen, dann sage ich Ihnen genau: Hier ist eine Grenze, die – und ich fordere Sie dazu auf – von niemand überschritten werden darf. Auch ein vielleicht nur spielerisch gemeinter, von mir aber ganz anders empfundener graphischer Auftritt kann nicht klein geredet werden. Er ist da und abzulehnen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Auch diese Grenzziehung ist notwendig. Ich fordere Sie auf: Ziehen Sie diese Grenze!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Vierte Bemerkung: Ich bin dafür, dass wir die Grenzen scharf ziehen. (Abg. Mag. Kogler: Das ist Scheinheiligkeit! Ihre Wahlkampagne ist unter jeder Kritik!) Herr Kollege Brosz! (Abg. Dr. Partik-Pablé: ... Ordnungsruf! – Abg. Mag. Kogler: Scheinheiligkeit! Dabei bleibe ich!) Offensichtlich hören Sie nicht gerne zu, wenn ich das sage. Wenn Sie beispielsweise auf den Hinweis hin, dass von der Hochschülerschaft der Universität Wien auf der Homepage die Faust als Zeichen verwendet wird, dieses herunterspielen, dann sage ich Ihnen genau: Hier ist eine Grenze, die – und ich fordere Sie dazu auf – von niemand überschritten werden darf. Auch ein vielleicht nur spielerisch gemeinter, von mir aber ganz anders empfundener graphischer Auftritt kann nicht klein geredet werden. Er ist da und abzulehnen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Auch diese Grenzziehung ist notwendig. Ich fordere Sie auf: Ziehen Sie diese Grenze!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Vorletzte Bemerkung: Frau Kollegin Kuntzl! Es ist eine interessante Methode, hier herauszugehen und zu sagen, die Ministerin hätte jemanden angerufen. Frau Bundesminister Gehrer hat klargestellt: Sie hat das nicht gemacht. Bleiben Sie auch in diesem Zusammenhang dabei – wenn auch bei der notwendigen Schärfe der politischen Auseinandersetzung, da tue ich gerne mit –, übertreten Sie auch hier nicht Grenzen! Einfach etwas zu behaupten, was sich im Nachhinein als nicht richtig herausstellt, ist Grenzübertretung in der politischen Auseinandersetzung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die letzte Bemerkung in der Sache: Diese Dringliche Anfrage des Klubs der Österreichischen Volkspartei bestätigt selbstverständlich die Notwendigkeit, sich jetzt mit dieser Frage auseinander zu setzen, und stellt klar, dass die Universitätsreform ein gutes Gesetz für die Zukunft unserer Universitäten ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Frau Bundesministerin! Frau Außenministerin! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Es ist wirklich ein unglaubliches Schauspiel, das wir hier von der Bundesregierung heute vorgeführt bekommen! Ein unglaubliches Schauspiel, weil der Klubobmann der ÖVP wirklich glaubt, uns belehren zu müssen, belehren zu müssen in einer Art und Weise, wie ich es für unangemessen und auch für würdelos Ihrer persönlichen Rolle gegenüber halte, Herr Klubobmann. (Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ihrer Würde entsprechend ist diese Art und Weise der Belehrung wirklich nicht. Uns hier vorzuführen ... (Abg. Mag. Molterer: Wollen Sie mir das Wort verbieten?)
Abg. Mag. Molterer: Wollen Sie mir das Wort verbieten?
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Frau Bundesministerin! Frau Außenministerin! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Es ist wirklich ein unglaubliches Schauspiel, das wir hier von der Bundesregierung heute vorgeführt bekommen! Ein unglaubliches Schauspiel, weil der Klubobmann der ÖVP wirklich glaubt, uns belehren zu müssen, belehren zu müssen in einer Art und Weise, wie ich es für unangemessen und auch für würdelos Ihrer persönlichen Rolle gegenüber halte, Herr Klubobmann. (Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ihrer Würde entsprechend ist diese Art und Weise der Belehrung wirklich nicht. Uns hier vorzuführen ... (Abg. Mag. Molterer: Wollen Sie mir das Wort verbieten?)
Abg. Amon: Erklären Sie hier die Gewalt ...!
Ich verbiete Ihnen nicht das Wort. Ich halte es nur für unglaublich, Herr Kollege Molterer, dass Sie den Begriff der Gewalt in solcher Einförmigkeit, Einseitigkeit und ohne jede Differenzierung hier verwenden als Politiker, der genau weiß, dass Gewalt ein äußerst komplexes Phänomen ist (Abg. Amon: Erklären Sie hier die Gewalt ...!), von der subtilen Gewalt bis zur staatlichen Autorität vieler Fragen im Hinblick auf den Schutz der Bürgerinnen und Bürger (Abg. Scheibner: Was reden Sie da überhaupt? Das ist ja unglaublich!), auch was die Übergriffe durch Gewalt betrifft, die in subtiler Form in diesem Land passieren. Davon reden wir in diesem Haus, darüber diskutieren wir immer wieder. Die Art und Weise von Diskussionsverweigerung, die Sie hier heute inszeniert haben, ist wirklich beschämend, unglaublich und skandalös, meine Damen und Herren!
Abg. Scheibner: Was reden Sie da überhaupt? Das ist ja unglaublich!
Ich verbiete Ihnen nicht das Wort. Ich halte es nur für unglaublich, Herr Kollege Molterer, dass Sie den Begriff der Gewalt in solcher Einförmigkeit, Einseitigkeit und ohne jede Differenzierung hier verwenden als Politiker, der genau weiß, dass Gewalt ein äußerst komplexes Phänomen ist (Abg. Amon: Erklären Sie hier die Gewalt ...!), von der subtilen Gewalt bis zur staatlichen Autorität vieler Fragen im Hinblick auf den Schutz der Bürgerinnen und Bürger (Abg. Scheibner: Was reden Sie da überhaupt? Das ist ja unglaublich!), auch was die Übergriffe durch Gewalt betrifft, die in subtiler Form in diesem Land passieren. Davon reden wir in diesem Haus, darüber diskutieren wir immer wieder. Die Art und Weise von Diskussionsverweigerung, die Sie hier heute inszeniert haben, ist wirklich beschämend, unglaublich und skandalös, meine Damen und Herren!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Eines auch zu der Tatsache, die Kollegin Kuntzl hier angesprochen hat, nämlich zu diesem Universitätsrat, der wirklich aktiv vorgegangen ist, der gewalttätig gegen ein Mitglied der Österreichischen Hochschülerschaft agiert hat. Die Art und Weise, wie die Frau Bundesministerin das hier wegschieben will, meine Damen und Herren, ist so etwas von unglaublich und beschämend! Dieser Universitätsrat hätte längst die Konsequenzen ziehen und seine Verantwortung zurücklegen müssen. Das wäre politisch korrekt gewesen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Frau Bundesministerin, da Sie ja zu höheren politischen Weihen streben, würde ich Ihnen gerne einen Rat geben: Es ist nicht gut, etwas Neues zu wollen, etwas Neues werden zu wollen und eine neue Struktur machen zu wollen, und sich erst ein halbes Jahr später zu überlegen, was das eigentlich werden soll und wie man es dann ausfüllen möchte. Ich denke, es ist sinnvoll, das vorher festzulegen, vorher über etwas nachzudenken und es dann umzusetzen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Strukturen verweigert. Ich denke, dass das bei der wirklich relevantesten Umstrukturierung der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit seit ihrem Bestehen wirklich ein starkes Stück ist! Es bleibt bei mir der sehr schale Nachgeschmack übrig, dass Sie demokratische Strukturen vielleicht nicht so ganz ernst nehmen. Nur, wenn Sie das Präsidentinnenamt anstreben, dann muss ich Ihnen schon sagen: Das hat nichts mit Absolutismus zu tun; was wir in der Hofburg auf jeden Fall nicht brauchen, ist eine Reserve-Sisi. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Hornek: Fragen Sie den Herrn Häupl, was er mit 40 Milliarden Schilling im Jahr macht!
Frau Bundesministerin, ich frage Sie zum Beispiel, wie wir denn bis 2006 die international zugesagten 0,33 Prozent des Bruttonationaleinkommens für unsere Entwicklungshilfeausgaben erreichen wollen. Sie verweisen auf semantisch wohlwollend unverbindliche Passagen aus dem Budgetprogramm, gleichzeitig weisen Sie aber im Anhang zum jetzt vorgelegten Dreijahresprogramm einen Fehlbetrag von 226 Millionen € aus, um diese 0,33 Prozent zu erreichen. Ich konstatiere ebenfalls, dass Sie Versprechungen machen, um in der Öffentlichkeit gut dazustehen, aber in Wirklichkeit keinen Plan haben, wie Sie diese Versprechungen einlösen wollen. Aber offensichtlich sind Sie ein bisschen zu sehr damit beschäftigt, sich um über 400 000 € fotografieren zu lassen, anstatt mit dem Finanzminister über konkrete Erhöhungen und konkrete Modelle für die EZA-Mittel zu verhandeln. (Abg. Hornek: Fragen Sie den Herrn Häupl, was er mit 40 Milliarden Schilling im Jahr macht!) Aber so ist es eben, jeder setzt die Prioritäten im Leben ein bisschen anders. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Bundesministerin, ich frage Sie zum Beispiel, wie wir denn bis 2006 die international zugesagten 0,33 Prozent des Bruttonationaleinkommens für unsere Entwicklungshilfeausgaben erreichen wollen. Sie verweisen auf semantisch wohlwollend unverbindliche Passagen aus dem Budgetprogramm, gleichzeitig weisen Sie aber im Anhang zum jetzt vorgelegten Dreijahresprogramm einen Fehlbetrag von 226 Millionen € aus, um diese 0,33 Prozent zu erreichen. Ich konstatiere ebenfalls, dass Sie Versprechungen machen, um in der Öffentlichkeit gut dazustehen, aber in Wirklichkeit keinen Plan haben, wie Sie diese Versprechungen einlösen wollen. Aber offensichtlich sind Sie ein bisschen zu sehr damit beschäftigt, sich um über 400 000 € fotografieren zu lassen, anstatt mit dem Finanzminister über konkrete Erhöhungen und konkrete Modelle für die EZA-Mittel zu verhandeln. (Abg. Hornek: Fragen Sie den Herrn Häupl, was er mit 40 Milliarden Schilling im Jahr macht!) Aber so ist es eben, jeder setzt die Prioritäten im Leben ein bisschen anders. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Lunacek.
Noch dazu gehen von diesen zusätzlichen 30 Millionen € 12 Millionen € einfach an zusätzlichen Verwaltungskosten in die Agentur, eine Agentur, von der Sie immer behaupten, dass wir sie unbedingt brauchen, weil die Sektion VII in Zukunft nicht mehr in der Lage sein wird, das viele Mehr an Geld zu verwalten, diese vielen Mehrmittel sinngemäß und zweckmäßig einzusetzen. Aber wenn die Mittel nicht wirklich steigen – und es deutet überhaupt nichts darauf hin, dass diese Mittel wirklich steigen – und wenn wir von diesen wenigen steigenden Mitteln beinahe die Hälfte für zusätzliche Verwaltung ausgeben, dann führt sich diese Agentur leider selbst ad absurdum. Das tut mir wirklich Leid. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Lunacek.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Lunacek.
Frau Bundesministerin! Ich resümiere gerade nach Lektüre der Anfragebeantwortung, dass sich bei mir der Eindruck erhärtet, dass Sie in der politischen Praxis geneigt zu sein scheinen, ein bisschen auf Sand zu bauen. Aber wer das tut, der geht schnell einmal unter. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Lunacek.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesministerin für auswärtige Angelegenheiten Dr. Benita Ferrero-Waldner: Herr Präsident! Hohes Haus! Ich danke Ihnen, Frau Abgeordnete Bayr, dass Sie eine Anfragebesprechung initiiert haben, denn das gibt mir die Chance, zu zeigen, was ich in der Entwicklungszusammenarbeit in beinahe neunjähriger Arbeit gemacht habe, und auch Bilanz zu ziehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald
Das Thema – das wissen Sie – ist mir sehr wichtig. Seit meiner Zeit als Staatssekretärin habe ich mich sehr eingehend damit beschäftigt, und ich freue mich, dass es mir gelungen ist, vieles zu verbessern. In keiner Phase – Sie sollten ein bisschen in die Geschichte gehen, Frau Abgeordnete (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald) –, in keiner Phase der über 30-jährigen Geschichte der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit hat es nämlich so viele wichtige Veränderungen gegeben wie allein in den letzten drei Jahren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das Thema – das wissen Sie – ist mir sehr wichtig. Seit meiner Zeit als Staatssekretärin habe ich mich sehr eingehend damit beschäftigt, und ich freue mich, dass es mir gelungen ist, vieles zu verbessern. In keiner Phase – Sie sollten ein bisschen in die Geschichte gehen, Frau Abgeordnete (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald) –, in keiner Phase der über 30-jährigen Geschichte der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit hat es nämlich so viele wichtige Veränderungen gegeben wie allein in den letzten drei Jahren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich denke etwa daran, dass die Entwicklungszusammenarbeit jetzt besser organisiert ist. Sie ist kohärenter geworden, und die Projekte für 2004 – wenigstens das haben Sie anerkennen müssen – sind jetzt höher dotiert als je zuvor. Vielleicht darf ich sagen, Bruno Kreisky hat sich zwar 0,7 Prozent als Ziel auf die Fahnen geheftet, aber er hat es nie durchgesetzt. Ich setze das durch, was ich mir auf die Fahnen hefte! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zuerst zum Entwicklungszusammenarbeitsgesetz: Ich habe dieses Thema in der letzten Legislaturperiode zügig angefasst, und es ist eben gelungen, ein neues Gesetz zu machen. Armutsbekämpfung, Friedenssicherung und Umweltschutz sind die wesentlichen Themen. Frau Abgeordnete! Ich darf Ihnen sagen, diese Themenstellung ändert sich auch in der Zukunft nicht. Die ADA wird sich hauptsächlich mit diesen Themen beschäftigen. Das Konzept ist da und wird voll aufgehen, da brauchen Sie keine Sorge zu haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Entwicklungszusammenarbeit wird jetzt in alle von Österreich verfolgten Bundespolitiken eingebunden. Die Koordinationsfunktion liegt im Außenministerium. Das haben Sie sich gewünscht – ich habe es umgesetzt! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Lassen Sie mich nur den Sektor Wasser herausgreifen. Ich nenne nur eine Zahl, um zu dokumentieren, worum es geht. Allein in Afrika bekommen 1 Million Menschen durch uns, durch Österreich, Zugang zu reinem Trinkwasser. Wenn man weiß, wie viele Menschen, wie viele Kinder durch schlechtes, verschmutztes Wasser sterben, dann muss man sagen, das ist ein ganz konkreter, wichtiger Beitrag. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wir, die wir das Wasserschloss Europas sind, haben da eine moralische Verantwortung, die wir umsetzen müssen.
Abg. Dr. Puswald: Wunschdenken!
Das Budgetprogramm der Bundesregierung sieht in der Budgetvorschau bis 2006 die Erreichung dieses Zieles vor. Das ist klar vorgegeben. (Abg. Dr. Puswald: Wunschdenken!) – Das ist kein Wunschdenken, das besagt auch der Monterrey Beschluss, der beim Europäischen Rat in Barcelona gefasst worden ist. Sie alle wissen das, und ich stehe dafür, dass das auch umgesetzt wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das Budgetprogramm der Bundesregierung sieht in der Budgetvorschau bis 2006 die Erreichung dieses Zieles vor. Das ist klar vorgegeben. (Abg. Dr. Puswald: Wunschdenken!) – Das ist kein Wunschdenken, das besagt auch der Monterrey Beschluss, der beim Europäischen Rat in Barcelona gefasst worden ist. Sie alle wissen das, und ich stehe dafür, dass das auch umgesetzt wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zum Schluss möchte ich sagen, verehrte Damen und Herren, dass da viele positiv denken. Ich zitiere nur zum Beispiel die Leiterin von „Horizont 3000“, der größten Entwicklungsorganisation Österreichs, die in einem Interview mit der „Kärntner Kirchenzeitung“ sagt: Nun gibt es klare Strukturen, die Entscheidungen sind weitgehend nachvollziehbar, und der Ansprechpartner und die Ansprechpartnerinnen sind kompetent. Ich erwarte ein transparentes Arbeiten mit der ADA. – Was wollen Sie mehr, verehrte Damen und Herren? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Puswald: Uns auch!
Abgeordnete Mag. Karin Hakl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es tut mir Leid (Abg. Dr. Puswald: Uns auch!), dass zu einem Thema, das so wichtig ist, da es um die ärmsten Menschen der Welt geht, ausgerechnet unsere Frau Bundesministerin von Ihnen – ich sage es jetzt so, wie ich es empfinde – so angeschüttet wird angesichts des Engagements und der brillanten Leistungen, die sie in der Vergangenheit für die Ärmsten der Armen erbracht hat. Frau Bundesministerin, herzlichen Dank dafür! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Karin Hakl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es tut mir Leid (Abg. Dr. Puswald: Uns auch!), dass zu einem Thema, das so wichtig ist, da es um die ärmsten Menschen der Welt geht, ausgerechnet unsere Frau Bundesministerin von Ihnen – ich sage es jetzt so, wie ich es empfinde – so angeschüttet wird angesichts des Engagements und der brillanten Leistungen, die sie in der Vergangenheit für die Ärmsten der Armen erbracht hat. Frau Bundesministerin, herzlichen Dank dafür! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Das sieht der Rechnungshofpräsident anders!
Es ist unserer Bundesministerin Ferrero Waldner, die vorher bereits als Staatssekretärin im entwicklungspolitischen Bereich tätig war, alleine zu verdanken, dass der Entwicklungspolitik seit 2000 soviel Augenmerk geschenkt wurde und wird wie nie zuvor. Während in sämtlichen anderen Budgetbereichen in der letzten Legislaturperiode, weil wir gespart haben, um das Nulldefizit zu erreichen, Geld gestrichen wurde, hat sie es erkämpft, dass in der Entwicklungszusammenarbeit nicht gestrichen wurde. (Abg. Dr. Gusenbauer: Das sieht der Rechnungshofpräsident anders!) Zusätzlich ist seit letztem Jahr, also in Zeiten wie diesen, eine Steigerung von – Frau Kollegin Bayr sagt, das sei lächerlich – 40 Prozent für die Entwicklungszusammenarbeit, für die Ärmsten, die es am allerdringendsten brauchen, erkämpft und erstritten worden. 30 Millionen € mehr! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist unserer Bundesministerin Ferrero Waldner, die vorher bereits als Staatssekretärin im entwicklungspolitischen Bereich tätig war, alleine zu verdanken, dass der Entwicklungspolitik seit 2000 soviel Augenmerk geschenkt wurde und wird wie nie zuvor. Während in sämtlichen anderen Budgetbereichen in der letzten Legislaturperiode, weil wir gespart haben, um das Nulldefizit zu erreichen, Geld gestrichen wurde, hat sie es erkämpft, dass in der Entwicklungszusammenarbeit nicht gestrichen wurde. (Abg. Dr. Gusenbauer: Das sieht der Rechnungshofpräsident anders!) Zusätzlich ist seit letztem Jahr, also in Zeiten wie diesen, eine Steigerung von – Frau Kollegin Bayr sagt, das sei lächerlich – 40 Prozent für die Entwicklungszusammenarbeit, für die Ärmsten, die es am allerdringendsten brauchen, erkämpft und erstritten worden. 30 Millionen € mehr! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Lunacek: Aber nicht zusätzlich!
Das sind 20 Millionen € zusätzlich für die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit, 6 Millionen € zusätzlich für die Entwicklungshilfe in den Oststaaten (Abg. Mag. Lunacek: Aber nicht zusätzlich!) und 4 Millionen zusätzlich für die internationalen multilateralen Organisationen. Frau Kollegin Bayr! Sie sagen, das sei lächerlich. Das haben Sie im Ausschuss nicht gesagt, und wir können durchschauen, wozu das dienen soll.
Beifall bei der ÖVP.
Immerhin wurde im „Economist“ eine Studie veröffentlicht, wonach wir zu einem Zeitpunkt, als wir im internationalen Vergleich mit den Mitteln für die bilaterale EZA noch am unteren Ende lagen, trotzdem an neunter Stelle der Entwicklungszusammenarbeit lagen. Dies auf Grund der hohen Qualität der Projekte, der besonders großen Nachhaltigkeit der Projekte und auch auf Grund der vielen Migrantinnen und Migranten, die wir in Österreich aufnehmen. Das ist ein Verdienst unserer Bundesministerin, die keine billige politische Polemik lebt, sondern Dienst am Nächsten. Frau Bundesministerin, herzlichen Dank! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Lunacek: Einen!
Völlig fassungslos bin ich als entwicklungspolitische Sprecherin, wenn dann gesagt wird, wir hätten die neue EZA-Struktur nicht diskutiert. Wir haben nicht einen, sondern viele entwicklungspolitische Unterausschüsse der neuen Struktur (Abg. Mag. Lunacek: Einen!), der ADA gewidmet. Im Oktober 2003 wurde von Seiten der Opposition vorgeschlagen, einen weiteren Unterausschuss abzuhalten. Laut Ihrem Ersuchen sollte dieser Termin nach dem 27. November liegen, weil wir gemeinsam eine entwicklungspolitische Reise nach Washington und New York durchgeführt haben.
Abg. Mag. Lunacek: Die Ministerin hat erst wieder im Februar Zeit!
Von uns wurden dafür – obwohl ich aus Tirol anreise (Abg. Mag. Lunacek: Die Ministerin hat erst wieder im Februar Zeit!) und die Frau Bundesministerin sehr viele Termine hat – die Termine 27. November und 9. Dezember vorgeschlagen. Zu beiden Terminen konnte leider Kollegin Lunacek nicht. Der 21. Jänner, ein weiterer von uns vorgeschlagener Termin, konnte von der Frau Abgeordneten Bayr nicht wahrgenommen werden. Letztlich haben wir uns dann auf den 12. Februar geeinigt, wobei wir auch angeboten haben, dass man zwischendurch, zumal das wichtig ist, ...
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordnete Mag. Karin Hakl (fortsetzend): ... die dringendsten Fragen mit dem Geschäftsführer der ADA, Kollegen Linhart, diskutieren kann. Das wurde von Ihrer Seite abgelehnt. Es geht Ihnen leider um Polemik und nicht um die Sache. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Hakl: Wir haben noch nicht 2006!
Wie Sie es zuwege bringen wollen, bis zum Jahr 2006 0,33 Prozent des BIP für die EZA auszugeben, das bleibt also weithin ungeklärt. Es bleibt dieser Fehlbetrag in der Höhe von 226 Millionen €, und das ist kein kleiner Betrag. Die Ankündigung allein genügt uns nicht, weil Sie werden auch im Jahre 2006 noch Außenministerin sein (Abg. Mag. Hakl: Wir haben noch nicht 2006!) – ich gehe davon aus, dass das so sein wird, dass wir Sie noch länger als Außenministerin haben werden –, und dann werden Sie
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Den wird sie dann in der Hofburg antreten!
den Wahrheitsbeweis dafür antreten müssen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Den wird sie dann in der Hofburg antreten!)
Abg. Mag. Mainoni: Dort sollten Sie einmal hinschauen, nach New York!
Abschließend, weil nicht allzu viel Zeit bleibt und wir beim Budget sind, muss man schon eines sagen: Das Budget des Außenamtes ist eher knapp bemessen. Was noch schwerer wiegt, ist der Umstand, dass diese Mittel ungleich verteilt werden. Es gibt teure Prestigeprojekte – das hat Kollegin Bayr schon gesagt –, wie die Botschaft in Berlin, das Kulturforum in New York, der Umbau in der Herrengasse, aber bei anderen Bereichen wird gespart. (Abg. Mag. Mainoni: Dort sollten Sie einmal hinschauen, nach New York!)
Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl. – Abg. Mag. Mainoni: Schauen Sie einmal nach New York!
Das ist zum Beispiel die Auslandskulturpolitik. In der Auslandskulturpolitik wird massiv gespart. Das betrifft die Beiträge zu internationalen Organisationen, und das betrifft nicht zuletzt auch die Entwicklungszusammenarbeit. (Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl. – Abg. Mag. Mainoni: Schauen Sie einmal nach New York!)
Abg. Hornek: Sie sprechen für sich!
Das ist nicht nur meine Erfindung. Zum Beispiel schreibt der „Kurier“ in diesem Zusammenhang von einem gewissen Hang zur barocken Repräsentation. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. – Die Details wie Fotos und so weiter hat Kollegin Bayr schon ausführlich erwähnt. (Abg. Hornek: Sie sprechen für sich!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Auf diese Unterstützung kann Präsident Fischer verzichten! Präsident Fischer war ganz unglücklich jetzt!
Ihre Politik steht einfach unter keinem glücklichen Stern, das ist schon des Öfteren aufgefallen. Es gibt auch nichts, woraus man einen gewissen politischen Gestaltungswillen, einen politischen Willen ablesen könnte, wo die Reise hingeht – politisches Gestalten im Sinne dessen, dass ich das umsetzen möchte, was ich will und verändern will; das muss einmal gesagt werden. Und Sie sollten die Antwort, was die Frau Krameter angeht, nicht schuldig bleiben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Auf diese Unterstützung kann Präsident Fischer verzichten! Präsident Fischer war ganz unglücklich jetzt!)
Abg. Mag. Lunacek: Der letzte war vor mehr als drei Monaten!
Abgeordneter Mag. Eduard Mainoni (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Es ist offenkundig, was die SPÖ hier versucht: Das ist reine Schikane. Genau in 14 Tagen gibt es einen EZA-Ausschuss, genau in 14 Tagen kann über alles, was Sie nicht zu wissen vorgeben, Aufklärung geschaffen werden. (Abg. Mag. Lunacek: Der letzte war vor mehr als drei Monaten!) Nein, es muss heute und jetzt sein. Die Schikane der Sozialdemokraten ist vordergründig! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Eduard Mainoni (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Es ist offenkundig, was die SPÖ hier versucht: Das ist reine Schikane. Genau in 14 Tagen gibt es einen EZA-Ausschuss, genau in 14 Tagen kann über alles, was Sie nicht zu wissen vorgeben, Aufklärung geschaffen werden. (Abg. Mag. Lunacek: Der letzte war vor mehr als drei Monaten!) Nein, es muss heute und jetzt sein. Die Schikane der Sozialdemokraten ist vordergründig! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg.Mag. Lunacek: Die hat die Ministerin gerade vorhin zitiert!
Sie alle werden Frau Mag. Navara kennen, wenn Sie sich in der Materie auskennen, und das unterstelle ich Ihnen, dass Sie sie kennen. Frau Mag. Navara ist die Leiterin von „Horizont 3000“ (Abg.Mag. Lunacek: Die hat die Ministerin gerade vorhin zitiert!); ja, genau, sie ist die Leiterin, das wissen Sie. Dass das die größte Entwicklungshilfeorganisation Österreichs ist, das werden Sie auch wissen. Daher sind ihre Meinung und ihr Wort sehr wichtig.
Abg. Dr. Puswald: Wer war Außenminister zu dieser Zeit?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Da haben wir es ganz genau. Bis zum Jahr 2000 gab es eine SPÖ-Regierung, und 15 Jahre lang ist abgewogen, hin und her überlegt worden, es ist aber nichts geschehen. Sie spricht das ganz richtig an. (Abg. Dr. Puswald: Wer war Außenminister zu dieser Zeit?)
Abg. Dr. Gusenbauer: Was ist der Unterschied zwischen einer „echten“ und „unechten“ Person?
Auf der einen Seite gibt es eine politisch motivierte Aussage, auf der anderen Seite eine Aussage einer echten Person, die sich in der Materie wirklich auskennt. (Abg. Dr. Gusenbauer: Was ist der Unterschied zwischen einer „echten“ und „unechten“ Person?)
Abg. Mag. Molterer: Im Zweifel dem Experten!
Frau Kollegin Bayr, laut Ihrem Pressedienst sagen Sie weiter: schwarz-blauer Postenschacher! Sie waren also zu diesem Zeitpunkt absolut hellseherisch, weil zu diesem Zeitpunkt war überhaupt keine Personalentscheidung getroffen worden. Frau Mag. Navara, die kompetente Person, sagt dazu: Die Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen bei der ADA sind äußerst kompetent. – Auch da steht wieder Aussage gegen Aussage, und es ist völlig klar, wem hier Glauben geschenkt werden soll, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Molterer: Im Zweifel dem Experten!)
Abg. Bayr: Allein? Wer war noch in der Regierung?
Warum ist denn in über 20 Jahren nichts geschehen, meine sehr geehrten Damen und Herren? – Ich frage Sie, Frau Kollegin Bayr. Ihre Partei war damals an der Regierung und hat den Bundeskanzler gestellt. (Abg. Bayr: Allein? Wer war noch in der Regierung?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sie haben in Ihrer Regierungszeit überhaupt nichts getan, nur geredet darüber, und jetzt nörgeln Sie – wir aber handeln! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Wir handeln! Wir haben ein neues EZA-Gesetz, es gibt eine Erhöhung der EZA-Mittel, und wir schaffen eine klare Struktur, mit der diese Mittel umgesetzt werden können. Sie plauschen – wir handeln, deshalb sind wir auch die Reformregierung! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Meine Damen und Herren! Zuerst eine kurze Richtigstellung zu Karin Hakl, die meinte, wir hätten deshalb nicht darüber diskutiert, weil ich an zwei Terminen nicht konnte. (Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.)
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Ferrero-Waldner
Die Vermutung bleibt im Raum stehen: Soll da vielleicht ermöglicht werden, dass irgendeine Firma, die dann vielleicht gerne einen Auftrag hätte, hier eine Zuwendung macht? – Ich möchte da niemandem etwas unterstellen (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Ferrero-Waldner), aber wenn das nicht gewollt ist, dann muss man da klare Richtlinien festlegen, dass das auch nicht geschehen kann! So aber bleibt das offen im Raum stehen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Vermutung bleibt im Raum stehen: Soll da vielleicht ermöglicht werden, dass irgendeine Firma, die dann vielleicht gerne einen Auftrag hätte, hier eine Zuwendung macht? – Ich möchte da niemandem etwas unterstellen (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Ferrero-Waldner), aber wenn das nicht gewollt ist, dann muss man da klare Richtlinien festlegen, dass das auch nicht geschehen kann! So aber bleibt das offen im Raum stehen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Ferrero-Waldner.
Wissen Sie, Frau Ministerin, was Sie, was die Bundesregierung 2002 gesagt hat? – Ja, es wird etwas gezahlt zum Global Fund gegen AIDS, gegen Malaria, gegen Tuberkulose. Damals hat das Gesundheitsministerium 1 Million € gezahlt – das Außenamt hat nichts dafür gezahlt! Und Sie heften sich immer auf die Fahnen, wie wichtig Ihnen der Kampf gegen AIDS ist! Frau Ministerin, wo bleibt das Geld dafür? – Nichts gibt es für den Global Fund! (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Ferrero-Waldner.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Dort wird derzeit überlegt, ob Österreich in diesem Gremium, das da einberufen wurde, überhaupt noch dabei sein soll, denn schließlich zahlt Österreich ja nichts. Das war eine Ihrer Fassaden, wo Sie sagen können: Wir zahlen ja etwas dafür! – Und wenn es dann wirklich um mehr Geld geht, dann kommt nichts! Das ist Ihre reale Politik, Frau Ministerin, zum Beispiel in diesem Bereich Millennium-Entwicklungsziele. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Ferrero-Waldner.
Wissen Sie, dass wir, als die Entwicklungspolitik-SprecherInnen in New York waren, auch mit der UNICEF-Leiterin Carol Bellamy gesprochen haben? Einer ihrer Mitarbeiter hat uns auf die Nachfrage, ob denn auch Carol Bellamy und UNICEF diese Kinder-Hol-Aktion als wirklich effizient und nachhaltig im entwicklungspolitischen Sinn sehen, gesagt: Nein, das war es nicht! – Und das haben sie Ihnen in einem Gespräch auch gesagt. (Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Ferrero-Waldner.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Frau Ministerin! Sie haben sich diese Expertise nicht geholt (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) – und ich frage mich, warum Sie das nicht getan haben. Ich kann nur sagen: Mein Fazit ist, Ihnen ist anscheinend der Druck auf die Tränendrüse lieber als eine effiziente und nachhaltige Politik. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Steibl.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Steibl.
Frau Ministerin! Sie haben sich diese Expertise nicht geholt (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) – und ich frage mich, warum Sie das nicht getan haben. Ich kann nur sagen: Mein Fazit ist, Ihnen ist anscheinend der Druck auf die Tränendrüse lieber als eine effiziente und nachhaltige Politik. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Steibl.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Seit Frühjahr 2000 gibt es im Nationalrat ja einen fertigen SPÖ-Gesetzentwurf zum Heimvertragsgesetz, wo am Anfang FPÖ und ÖVP immer dagegen waren. Wir alle haben noch im Ohr, dass Vertreter der FPÖ gesagt haben: Das brauchen wir nicht, das ist nicht notwendig! Umso mehr freue ich mich, dass heute Vertreter der ÖVP gesagt haben, dass es sehr wohl notwendig ist, und dass nun auf Grund unseres Drucks und des Drucks der Öffentlichkeit endlich ein Gesetz vorliegt. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn wir im Gesetz lesen von „sachgerechter Betreuung“, „voll belegt“ oder „einquartiert“ – Kollegin Partik-Pablé hat heute sogar von „Pfleglingen“ gesprochen –, dann weisen diese Wörter nicht darauf hin, dass es sich hiebei um Menschen handelt, die in Heimen einen Teil ihres Lebens verbringen. Durch diese Ausdrucksweise wird ein Menschenbild sichtbar, das die SPÖ nicht vertritt! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Unseren Entschließungsantrag, mit dem wir heute eine Beobachtung und einen Bericht über die Erfahrung fordern, wollen wir natürlich im Zuge des Heimvertragsgesetzes einbringen. Im Ausschuss, sehr geehrte Frau Kollegin Fekter und sehr geehrte Frau Kollegin Rosenkranz, haben wir etwas anderes beschlossen, dort ging es um das Heimaufenthaltsgesetz. – Sie sehen, sogar Sie sind verwirrt. Es geht in diesem Entschließungsantrag um etwas anderes. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Beifall bei der SPÖ.
Im Zusammenhang mit der Tatsache, dass beim Tod eines Bewohners oder einer Bewohnerin das Zimmer sofort zu räumen ist, stelle ich Ihnen die Frage: Können Sie sich vorstellen, was es bedeutet, am selben Tag, an dem man erfahren hat, dass ein lieber Mensch aus der Familie gestorben ist, sofort das Zimmer oder die Wohnung räumen zu müssen? – Ich denke, das ist pietätlos und muss unbedingt geändert werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber ich bin froh darüber, dass wir heute eine Minimalvariante beschließen – im Sinne der Menschen, die unsere Unterstützung brauchen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Es wurde vorhin schon Dr. Schlaffer, der beim Expertenhearing dabei war, zitiert, der gesagt hat, diese beiden Gesetze seien ein Quantensprung. Er hat aber auch gesagt, dass in keinem anderen Land ein solch gutes Gesetz besteht. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mandak: Nicht nur in Wien!
Es bleibt zu hoffen, dass Wiener Skandale in Pflegeheimen endgültig der Vergangenheit angehören (Abg. Mandak: Nicht nur in Wien!) und der Mensch im Mittelpunkt allen Bemühens in Österreichs Heimen steht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es bleibt zu hoffen, dass Wiener Skandale in Pflegeheimen endgültig der Vergangenheit angehören (Abg. Mandak: Nicht nur in Wien!) und der Mensch im Mittelpunkt allen Bemühens in Österreichs Heimen steht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Stadlbauer.
Verwirrt bin ich teilweise doch auch, was die Argumentation der SPÖ betrifft, zum einen beginnend beim Kollegen Jarolim, zum anderen auch jetzt von der Kollegin Stadlbauer, zwischendurch mit der Einbringung eines eigenen Entschließungsantrages, was die Evaluierung betrifft, denn an und für sich haben wir diese Evaluierung im Ausschuss gemeinsam beschlossen, geschätzte Damen und Herren. (Zwischenruf der Abg. Stadlbauer.) Insofern wundere ich mich, dass es Ihnen immer wieder gelingt, neue Dinge auf ein Gesetz draufzusetzen, wo schon Einstimmigkeit bestand. Wir werden dieses Gesetz ja letztlich auch einstimmig beschließen. – Da kenne sich noch jemand bei Ihnen aus!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ganz zum Schluss möchte ich noch festhalten, das ist in vielen Bereichen eigentlich nur ein Rahmen, den wir heute beschließen, und es ist notwendig, dass die Länder jetzt selbst tätig werden und diese Gesetze noch mit entsprechenden Verträgen erfüllen. Ganz besonders die Menschen, die in diesen Bereichen tätig sind, werden gefordert sein, dieses Gesetz mit dem zu erfüllen, von dem ebenfalls eine Expertin – ich habe es schon einmal zitiert – gesagt hat, dass es das Wichtigste ist, dass man hier wirklich mit Herz, mit Hirn und mit Hand dabei ist. Ich glaube, das ist das Wichtige, und ich möchte abschließend all jenen Menschen, die in diesem Bereich engagiert und oft unbedankt tätig sind, sehr herzlich für ihre Arbeit danken. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Entwicklung dieser Thematik, die doch den Eindruck erweckt hat, dass wir das Wohl, den Schutz und die Sicherheit der pflegebedürftigen Menschen zu unserem gemeinsamen Ziel gemacht haben. Das habe ich daraus erkannt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Diese beiden Gesetze, die nun beschlossen werden, tragen bedeutend zur Aufmerksamkeit für die Schwächeren bei. Ich finde das gut. Sie bieten zumindest die ersten Ansätze zur Sicherheit, zur Bestätigung der Rechte der Älteren und zum Gefühl, von der Gesellschaft geachtet zu werden – verstanden und geschätzt wäre noch besser. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Regler: Ein gutes Gesetz!
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Ich gebe die Zustimmung zu diesem Gesetz mit einigem Bauchweh, weil es kein optimales Gesetz ist – es ist auch schon in einer Reihe von Wortmeldungen angeklungen –, aber es ist ein Gesetz. Insofern ist es sehr ... (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Ein gutes Gesetz!) – Es ist ein Gesetz, dem ich wirklich mit Bauchweh zustimme, denn es ist nicht optimal.
Beifall bei den Grünen. – Widerspruch bei der ÖVP.
auf Wien herum! Diese Realität gibt es leider in jedem Bundesland Österreichs! (Beifall bei den Grünen. – Widerspruch bei der ÖVP.) – Natürlich, leider, das gibt es! (Abg. Schöls: Keine Ahnung!)
Abg. Schöls: Keine Ahnung!
auf Wien herum! Diese Realität gibt es leider in jedem Bundesland Österreichs! (Beifall bei den Grünen. – Widerspruch bei der ÖVP.) – Natürlich, leider, das gibt es! (Abg. Schöls: Keine Ahnung!)
Abg. Scheibner: Wer hat das gesagt?
Ich habe mir auf Gemeindeebene von Kollegen der freiheitlichen Fraktion anhören müssen, dass ein Altenheim mit einem Standard, wie wir es in Feldkirch gebaut haben, ein Vier-Sterne-Hotel für alte Menschen sei, das nicht notwendig ist. Genau darum geht es, dass so etwas nicht mehr vorkommt. (Abg. Scheibner: Wer hat das gesagt?)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie hier von Qualität sprechen, dann stehen Sie bitte auch künftig dazu, dass die finanziellen Grundlagen dafür geschaffen werden, sowohl auf Bundesebene als auch auf Länder- und Gemeindeebene, denn sonst ist das Ganze, was hier gesprochen wird, nichts anderes als leere Worte, und die Realität bleibt für die Betroffenen genau die gleiche. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Lieber Dieter Böhmdorfer! Wir bedanken uns wirklich recht herzlich bei dir, dass du dieses Gesetz heute zum Beschluss vorlegst. Es ist ein Meilenstein, damit „Lainz“ wirklich nicht mehr vorkommt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Dieses Gesetz wird uns dabei helfen, so wie meine Vorrednerin auch ausgeführt hat, dass Menschen in Würde, mit Rechtssicherheit und mit der nötigen Betreuung und Achtung alt werden können. Ich glaube, dass wir alle darüber nachdenken sollten, denn es könnte uns alle selbst einmal treffen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bei dieser Gesetzesvorlage – da haben wir auch eine effiziente Bekämpfung im Auge – ist es den Regierungsfraktionen ein besonderes Anliegen gewesen, die Strafen für Kinderpornotäter nicht am unteren, liberalen Ende anzusiedeln. Wir wollen nämlich nicht das mildeste Strafrecht für Kinderpornotäter in der EU haben, sondern einen effizienten Strafrahmen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Daher haben wir die Regierungsvorlage in einigen Bereichen massiv verschärft.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Kinderschutzkonvention der Vereinten Nationen und die EU schützen Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren, und auch wir haben dieses Alter im Gesetz verankert. Damit ist Pornographie unter 18 Jahren verboten. Meine sehr verehrten Damen und Herren, auch Prostitution unter 18 Jahren ist verboten, und ich gebe zu, es gibt natürlich gelegentlich jüngere Mädchen, die illegal der Prostitution nachgehen. Niemand denkt aber daran, nur weil es in der Praxis vorkommt, gleich die Prostitution ab 14 zu erlauben. So sehen wir das auch bei der Kinder- und Jugendpornographie. Auch sie soll in Österreich unter 18 Jahren verboten sein. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wenn man das liberalisiert und ab 14 Jahren alles erlaubt, dann ist es nicht mehr weit dorthin, dass Bilder von 14-Jährigen, die wie 11 oder 12 ausschauen, in den Verkehr gebracht werden. Dann bereiten wir den Boden für die Pädophilie und für diesen kriminellen, ungustiösen Markt. Das möchte ich nicht unterstützen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir wissen von der Stelle für die Bekämpfung des Cyber Crime im Innenressort, dass es nicht der Hardcore ist, der sozusagen die Szene anspricht, sondern die Einstiegsdroge sind ganz harmlose Dinge. Daher halte ich es für gerechtfertigt, hier den strengeren Weg zu gehen, nicht die Einstiegsdrogen per se zu liberalisieren und dem Pädophilenmarkt und dem Kinderpornomarkt neue Felder zu eröffnen und den Boden aufzubereiten. Wir in Österreich wollen nicht Zufluchtsort für diese kriminellen Taten sein! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Gut so, wenn Sie das nicht wollen!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich glaube, es ist in dem Haus unbestritten, dass alle Parteien hier der Initiative der Europäischen Union – das muss man ja dazusagen: es ist ein europäischer Rahmenbeschluss, der umzusetzen ist – natürlich zustimmen, weil keiner von uns will, dass Jugendliche und Kinder sexueller Gefährdung ausgesetzt werden. Keiner von uns will, dass hier eine Pornographieindustrie entsteht. Keiner von uns hier will all das, was die Kollegin Fekter in den Raum gestellt hat, unterstützen, sondern das ist natürlich massivst zu bekämpfen. (Abg. Dr. Fekter: Gut so, wenn Sie das nicht wollen!) Man muss sich nur anschauen, ob es auch tatsächlich um dieses gemeinsame Anliegen geht oder ob da noch etwas mehr mitschwingt.
Abg. Dr. Fekter: ... wenn wir das wirklich haben!
Das ist das, was mir persönlich außerordentlich missfällt, nämlich dass wir hier sogar Jugendliche erfassen, die miteinander in einer Beziehung leben, die Zuneigung zueinander haben. Und, meine Damen und Herren, Handys hat heutzutage jeder, Fotohandys hat auch jeder, und wir leben eben in einer Welt, in der Kommunikationsmittel wie SMS von den Jugendlichen besonders angenommen werden. Die Frage, die hier im Raum gestanden ist und noch immer steht (Abg. Dr. Fekter: ... wenn wir das wirklich haben!), Frau Kollegin Fekter, war letztlich die, ob es wirklich strafbar sein soll und darf und ob es sinnvoll ist, wenn sich zwei Jugendliche, die miteinander in Beziehung stehen, ein Foto von sich selbst schicken – jeder von uns kennt das (Abg. Dr. Fekter: Es geht um Pornos! Pornos!) –, auf dem sie sich selbst darstellen in einer Weise (Abg. Dr. Fekter: Es geht um Pornographie!), die dann strafrechtlich ahndbar ist. (Abg. Dr. Fekter: Sagen Sie dazu, dass Sie Pornos haben wollen!)
Abg. Dr. Fekter: Es geht um Pornos! Pornos!
Das ist das, was mir persönlich außerordentlich missfällt, nämlich dass wir hier sogar Jugendliche erfassen, die miteinander in einer Beziehung leben, die Zuneigung zueinander haben. Und, meine Damen und Herren, Handys hat heutzutage jeder, Fotohandys hat auch jeder, und wir leben eben in einer Welt, in der Kommunikationsmittel wie SMS von den Jugendlichen besonders angenommen werden. Die Frage, die hier im Raum gestanden ist und noch immer steht (Abg. Dr. Fekter: ... wenn wir das wirklich haben!), Frau Kollegin Fekter, war letztlich die, ob es wirklich strafbar sein soll und darf und ob es sinnvoll ist, wenn sich zwei Jugendliche, die miteinander in Beziehung stehen, ein Foto von sich selbst schicken – jeder von uns kennt das (Abg. Dr. Fekter: Es geht um Pornos! Pornos!) –, auf dem sie sich selbst darstellen in einer Weise (Abg. Dr. Fekter: Es geht um Pornographie!), die dann strafrechtlich ahndbar ist. (Abg. Dr. Fekter: Sagen Sie dazu, dass Sie Pornos haben wollen!)
Abg. Dr. Fekter: Es geht um Pornographie!
Das ist das, was mir persönlich außerordentlich missfällt, nämlich dass wir hier sogar Jugendliche erfassen, die miteinander in einer Beziehung leben, die Zuneigung zueinander haben. Und, meine Damen und Herren, Handys hat heutzutage jeder, Fotohandys hat auch jeder, und wir leben eben in einer Welt, in der Kommunikationsmittel wie SMS von den Jugendlichen besonders angenommen werden. Die Frage, die hier im Raum gestanden ist und noch immer steht (Abg. Dr. Fekter: ... wenn wir das wirklich haben!), Frau Kollegin Fekter, war letztlich die, ob es wirklich strafbar sein soll und darf und ob es sinnvoll ist, wenn sich zwei Jugendliche, die miteinander in Beziehung stehen, ein Foto von sich selbst schicken – jeder von uns kennt das (Abg. Dr. Fekter: Es geht um Pornos! Pornos!) –, auf dem sie sich selbst darstellen in einer Weise (Abg. Dr. Fekter: Es geht um Pornographie!), die dann strafrechtlich ahndbar ist. (Abg. Dr. Fekter: Sagen Sie dazu, dass Sie Pornos haben wollen!)
Abg. Dr. Fekter: Sagen Sie dazu, dass Sie Pornos haben wollen!
Das ist das, was mir persönlich außerordentlich missfällt, nämlich dass wir hier sogar Jugendliche erfassen, die miteinander in einer Beziehung leben, die Zuneigung zueinander haben. Und, meine Damen und Herren, Handys hat heutzutage jeder, Fotohandys hat auch jeder, und wir leben eben in einer Welt, in der Kommunikationsmittel wie SMS von den Jugendlichen besonders angenommen werden. Die Frage, die hier im Raum gestanden ist und noch immer steht (Abg. Dr. Fekter: ... wenn wir das wirklich haben!), Frau Kollegin Fekter, war letztlich die, ob es wirklich strafbar sein soll und darf und ob es sinnvoll ist, wenn sich zwei Jugendliche, die miteinander in Beziehung stehen, ein Foto von sich selbst schicken – jeder von uns kennt das (Abg. Dr. Fekter: Es geht um Pornos! Pornos!) –, auf dem sie sich selbst darstellen in einer Weise (Abg. Dr. Fekter: Es geht um Pornographie!), die dann strafrechtlich ahndbar ist. (Abg. Dr. Fekter: Sagen Sie dazu, dass Sie Pornos haben wollen!)
Abg. Dr. Fekter: Es geht um Pornographie!
Was heißt „Pornos“, Kollegin? – Das ist ja eine absolut perfide Entgegnung, die Sie da unternehmen. Das ist grotesk! (Abg. Dr. Fekter: Es geht um Pornographie!) Sie sind wieder einmal an sich gegen jeden wirklich am Kinder- und Jugendschutz ausgerichteten Experten und versuchen hier, diese eigenartige Moralisierung aufzusetzen (Abg. Dr. Fekter: Es geht um Pornos!), wie wir sie teilweise auch aus Diskussionsbeiträgen des Herrn Präsidenten Khol kennen, meine Damen und Herren! Sie werden zur Kenntnis nehmen müssen, dass das der Jugend nicht nützt, sondern schadet! Da nützt Ihnen die gesamte Argumentation, der ja jegliche sachliche Rechtsgrundlage fehlt, überhaupt nichts. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Es geht um Pornos!
Was heißt „Pornos“, Kollegin? – Das ist ja eine absolut perfide Entgegnung, die Sie da unternehmen. Das ist grotesk! (Abg. Dr. Fekter: Es geht um Pornographie!) Sie sind wieder einmal an sich gegen jeden wirklich am Kinder- und Jugendschutz ausgerichteten Experten und versuchen hier, diese eigenartige Moralisierung aufzusetzen (Abg. Dr. Fekter: Es geht um Pornos!), wie wir sie teilweise auch aus Diskussionsbeiträgen des Herrn Präsidenten Khol kennen, meine Damen und Herren! Sie werden zur Kenntnis nehmen müssen, dass das der Jugend nicht nützt, sondern schadet! Da nützt Ihnen die gesamte Argumentation, der ja jegliche sachliche Rechtsgrundlage fehlt, überhaupt nichts. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was heißt „Pornos“, Kollegin? – Das ist ja eine absolut perfide Entgegnung, die Sie da unternehmen. Das ist grotesk! (Abg. Dr. Fekter: Es geht um Pornographie!) Sie sind wieder einmal an sich gegen jeden wirklich am Kinder- und Jugendschutz ausgerichteten Experten und versuchen hier, diese eigenartige Moralisierung aufzusetzen (Abg. Dr. Fekter: Es geht um Pornos!), wie wir sie teilweise auch aus Diskussionsbeiträgen des Herrn Präsidenten Khol kennen, meine Damen und Herren! Sie werden zur Kenntnis nehmen müssen, dass das der Jugend nicht nützt, sondern schadet! Da nützt Ihnen die gesamte Argumentation, der ja jegliche sachliche Rechtsgrundlage fehlt, überhaupt nichts. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neudeck: Massive nicht!
Wissen Sie, das besonders Scheinheilige an der ganzen Diskussion ist Folgendes: Wir alle wissen seit langem – keiner von uns freut sich darüber, aber wir sind damit konfrontiert –, dass es im Bereich der Seelsorge massive Probleme gibt. (Abg. Neudeck: Massive nicht!) Es gibt welche, man muss sich jedenfalls damit auseinander setzen. Ich freue mich nicht, ich sage das nicht. (Abg. Dr. Fekter: Bei Ihren sozialistischen ...! – Abg. Dr. Trinkl: Portugal!) Ich habe nur gesagt: Setzen wir uns auch mit dem Thema auseinander, nachdem bereits in der Behandlung des Entwurfs darauf hingewiesen worden ist, dass zwar Ärzte, Psychotherapeuten und alle möglichen Gruppen genannt werden, aber diese Gruppe sehr wohl nicht!
Abg. Dr. Fekter: Bei Ihren sozialistischen ...! – Abg. Dr. Trinkl: Portugal!
Wissen Sie, das besonders Scheinheilige an der ganzen Diskussion ist Folgendes: Wir alle wissen seit langem – keiner von uns freut sich darüber, aber wir sind damit konfrontiert –, dass es im Bereich der Seelsorge massive Probleme gibt. (Abg. Neudeck: Massive nicht!) Es gibt welche, man muss sich jedenfalls damit auseinander setzen. Ich freue mich nicht, ich sage das nicht. (Abg. Dr. Fekter: Bei Ihren sozialistischen ...! – Abg. Dr. Trinkl: Portugal!) Ich habe nur gesagt: Setzen wir uns auch mit dem Thema auseinander, nachdem bereits in der Behandlung des Entwurfs darauf hingewiesen worden ist, dass zwar Ärzte, Psychotherapeuten und alle möglichen Gruppen genannt werden, aber diese Gruppe sehr wohl nicht!
Abg. Dr. Fekter: Die Experten haben gesagt ...!
Ich bin darüber nicht glücklich, und es sind auch die Kirchenvertreter darüber nicht glücklich. Es gibt auch seitens der Kirchen durchaus den Vorschlag, dies mit hereinzunehmen und anzusprechen, dass dies ebenfalls Gegenstand dieser Schutznormen sein muss. Meine Damen und Herren, ich verstehe nicht, warum Sie sich hier nicht dazu aufraffen können, klare Worte zu finden und zu sagen (Abg. Dr. Fekter: Die Experten haben gesagt ...!): Wir schützen, aber es gibt nicht Grenzen dort, wo wir mit Scheinheiligkeit argumentieren, und nehmen daher die Seelsorger nicht aus. (Abg. Dr. Fekter: Die sind nicht ausgenommen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Die sind nicht ausgenommen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich bin darüber nicht glücklich, und es sind auch die Kirchenvertreter darüber nicht glücklich. Es gibt auch seitens der Kirchen durchaus den Vorschlag, dies mit hereinzunehmen und anzusprechen, dass dies ebenfalls Gegenstand dieser Schutznormen sein muss. Meine Damen und Herren, ich verstehe nicht, warum Sie sich hier nicht dazu aufraffen können, klare Worte zu finden und zu sagen (Abg. Dr. Fekter: Die Experten haben gesagt ...!): Wir schützen, aber es gibt nicht Grenzen dort, wo wir mit Scheinheiligkeit argumentieren, und nehmen daher die Seelsorger nicht aus. (Abg. Dr. Fekter: Die sind nicht ausgenommen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter – in Richtung Präsidium –: Tatsächliche Berichtigung, bitte!
Meine Damen und Herren! Ich betrachte das als beschämend. Es zeigt Ihre Moralität, nämlich offensichtlich auch bei den Jugendlichen nicht zu unterscheiden, was sachlich ist. Das ist etwas, was wir ablehnen. Ich bedauere das zutiefst. Wir gehen mit dem sonstigen Gesetz mit, aber bei diesen scheinheiligen, unerträglichen und von Experten auch tatsächlich als solche dargestellten Punkten gehen wir nicht mit. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter – in Richtung Präsidium –: Tatsächliche Berichtigung, bitte!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stoisits: Nur dann! – Abg. Dr. Puswald: Nur dann! Tatsächliche Berichtigung!
Seelsorger unterliegen selbstverständlich auch dem Sexualstrafrecht, speziell in jenem Paragraphen, in dem es um die Ausnützung des Autoritätsverhältnisses geht, insbesondere auch dann, wenn sie Erzieher sind oder wenn Ihnen Kinder anvertraut worden sind. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stoisits: Nur dann! – Abg. Dr. Puswald: Nur dann! Tatsächliche Berichtigung!)
Abg. Dr. Jarolim: Das war jetzt tatsächlich etwas, aber nicht das Richtige!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Eine tatsächliche Berichtigung? – Das ist eine persönliche Erwiderung. (Abg. Dr. Jarolim: Das war jetzt tatsächlich etwas, aber nicht das Richtige!) Die könnte ich Ihnen zugestehen, wenn Sie angesprochen worden wären, was aber nicht der Fall ist. (Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Eine tatsächliche Berichtigung? – Das ist eine persönliche Erwiderung. (Abg. Dr. Jarolim: Das war jetzt tatsächlich etwas, aber nicht das Richtige!) Die könnte ich Ihnen zugestehen, wenn Sie angesprochen worden wären, was aber nicht der Fall ist. (Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Viele Kinder – das müssen wir uns hier auch ins Bewusstsein rufen – leiden unvorstellbare Qualen bei der Herstellung dieser pornographischen Darstellungen. Sie werden ausgebeutet, sie werden praktisch für ihr Leben ruiniert, weil sie für Pornos missbraucht werden. Deshalb müssen das Herstellen, das Verbreiten, aber auch der Besitz strengstens bestraft werden! Da bin ich absolut einig mit Frau Abgeordneter Fekter. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Jarolim! Ich möchte auch auf den Seelsorger eingehen, wir haben ja im Vorfeld sehr viel darüber diskutiert. Sie wissen ganz genau, dass im § 212 das Autoritätsverhältnis, die Aufsichtspflicht und so weiter beinhaltet sind und auch der Missbrauch, der damit verbunden sein kann. Daher fällt natürlich der Seelsorger darunter. Meistens sind es Ministranten, die missbraucht werden; natürlich hat da der Seelsorger eine gewisse Aufsichtspflicht. Daher brauchen Sie nicht die Angst zu haben, dass der Seelsorger durch eine Gesetzeslücke fällt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich glaube wirklich, Sie machen sich da unnötig Sorgen. Kein Mensch möchte einen
Abg. Dr. Jarolim: Die Ärzte stehen aber drin!
Seelsorger decken, der sich an minderjährigen Kindern vergeht. Da glaube ich wirklich, dass Sie nur aus reinem Spektakel hineinreklamieren wollten, dass der Seelsorger eben auch in diese Gruppe gehört. (Abg. Dr. Jarolim: Die Ärzte stehen aber drin!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, dass wir mit diesem Sexualstrafrechtsänderungsgesetz wirklich etwas getan haben, um zu zeigen, dass es uns ernst ist mit der Bekämpfung der Pornographie, mit der Bekämpfung sexuellen Missbrauches und dass wir darauf Wert gelegt haben, immer wieder zu betonen, wie wichtig die sexuelle Integrität ist. Ich glaube ja, dass alle zustimmen werden, und es ist besonders schön, dass wir zu diesem Konsens gefunden haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: ... Aufsichtspersonen! ... Autoritätsverhältnis! So wie der Bürgermeister! ... Sozialarbeiter!
Die Seelsorger – und ich verwende jetzt bewusst die männliche Form, weil ich noch nie Fälle von Seelsorgerinnen, mit kleinem „i“, gehört habe, wo das ein Problembereich gewesen wäre; aber Kollege Jarolim hat Ihnen all das ohnedies aufgezählt – wären, auch vor diesen Pauschalverdächtigungen, die es immer wieder gegen sie gibt, am besten dadurch zu schützen, dass man klar hineinschreibt, dass sie nicht nur dann, wenn sie – wie die Vorsitzende des Justizausschusses gesagt hat – insbesondere Erzieher oder Lehrer sind, einer strafrechtlichen Verantwortung ausgesetzt sind. – Sie sind nur dann einer strafrechtlichen Verantwortung ausgesetzt, wenn sie Lehrer oder Erziehungsberechtigte sind (Abg. Dr. Fekter: ... Aufsichtspersonen! ... Autoritätsverhältnis! So wie der Bürgermeister! ... Sozialarbeiter!), aber sie sind es nicht als Seelsorger! Sie sind es dann genau nicht!
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Die zweite – jetzt von allen hier andiskutierte und brisante – Frage im Zusammenhang mit der Kinderpornographie: Frau Dr. Partik-Pablé! Wenn hier jemand auch nur andeutungsweise meint, dass hier ein Abgeordneter oder eine Abgeordnete im Raum ist, der oder die das, was man unter „Kinderpornographie“ versteht, nicht ächtet, dann tut er das ganz bewusst als bösartige Unterstellung. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
demonstrativer Beifall des Abg. Grillitsch
In all den Diskussionen, die ich erlebt habe, habe ich nie auf Seiten eines Kollegen oder einer Kollegin auch nur eine Mentalreservation erlebt, sondern das ehrliche Bemühen – und da muss ich der Vorsitzenden unseres Justizausschusses auch ein Lob aussprechen (demonstrativer Beifall des Abg. Grillitsch) –, zu einer Lösung zu kommen, mit der alle einverstanden und zufrieden sind. Das Expertenhearing, das auf unsere Bitte und auf Ihre Initiative entstanden ist, war hier auch konsistent und klar und hat auch noch zu positiven Veränderungen geführt. Und das ist gut. Darum ist diese Mentalreservation, die hier so mit versteckten Andeutungen ausgesprochen wird, dem inzwischen im Justizausschuss eingekehrten konstruktiven Klima wirklich nicht sehr zuträglich.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir wollen die Bekämpfung von Kinderpornographie! Was wir aber gleichzeitig wollen, ist, einen Weg zu suchen, der das in der Realität auch wirklich machbar werden lässt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich zweifle sehr an der Effizienz der Strafverfolgung auf der Grundlage dieses Gesetzes, wie es jetzt beschlossen werden wird, denn hier wird nämlich keine Differenzierung – ich fasse es jetzt sehr global – beziehungsweise zu wenig Differenzierung vorgenommen zwischen Null- und 18-Jährigen. – Das ist die Situation auf der einen Seite, und auf der anderen Seite steht das legitime Anliegen der Opposition, das wir in unserem Abänderungsantrag zum Ausdruck bringen, nämlich zu sagen: Entschuldigung, wie kommt eigentlich ein Mensch – ein Erwachsener, ich rede jetzt von über 18-Jährigen – dazu, wenn er im geschützten Raum pornographische Aufnahmen von sich macht oder von sich machen lässt – das ist alles nicht verboten in diesem Land – und diese dann jemand ins World Wide Web stellt, dass er dann vollkommen ungeschützt ist? Ja wie kommt ein über 18-Jähriger dazu? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Kolleginnen meiner Fraktion werden selbstverständlich darauf eingehen, was noch in diesem Gesetz enthalten ist: Stichwort sexuelle Belästigung. Meine Zufriedenheit mit der Lösung, die da getroffen wurde, Herr Bundesminister, hält sich aber schon in Grenzen. Als Frau, die sozusagen jahrelang mit der Tatsache sexuelle Belästigung – egal, ob verbal oder handgreiflich – konfrontiert war, muss ich allerdings auch sagen, dass dieses Signal an sich, das mit dieser inperfekten Regelung gesetzt wird, schon wichtig ist, heißt doch dieses Signal ganz klar: Grapschen ist nicht erlaubt! Grapschen ist verboten! Und wenn das ankommt, dann haben wir schon etwas erreicht. – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mandak
Ein Wort noch zur gerade reflexartigen Diskussion der Opposition über die Aufnahme der Seelsorger in die Bestimmungen des § 212 StGB. Ich glaube, dass diese Diskussion einfach ungerechtfertigt ist, weil, wie hier schon mehrere Male betont wurde, auch Seelsorger natürlich vom Gesetz erfasst sind, wenn sie als Erzieher, wenn sie als Aufsichtsperson oder als Betreuungsperson ihre Tätigkeit ausüben (Zwischenruf der Abg. Mandak) und sich in diesem Zusammenhang an Kindern vergehen. – Ich glaube aber, dass Ihre vielleicht heiter gemeinte Kontaktnahme im Beichtstuhl ... (Abg. Dr. Puswald: Dazu ist es zu ernst, als dass wir das heiter meinen!)
Abg. Dr. Puswald: Dazu ist es zu ernst, als dass wir das heiter meinen!
Ein Wort noch zur gerade reflexartigen Diskussion der Opposition über die Aufnahme der Seelsorger in die Bestimmungen des § 212 StGB. Ich glaube, dass diese Diskussion einfach ungerechtfertigt ist, weil, wie hier schon mehrere Male betont wurde, auch Seelsorger natürlich vom Gesetz erfasst sind, wenn sie als Erzieher, wenn sie als Aufsichtsperson oder als Betreuungsperson ihre Tätigkeit ausüben (Zwischenruf der Abg. Mandak) und sich in diesem Zusammenhang an Kindern vergehen. – Ich glaube aber, dass Ihre vielleicht heiter gemeinte Kontaktnahme im Beichtstuhl ... (Abg. Dr. Puswald: Dazu ist es zu ernst, als dass wir das heiter meinen!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald und Zwischenruf des Abg. Dr. Einem.
Herr Puswald, hören Sie doch auf damit! Schauen Sie sich einmal einen Beichtstuhl an – und sagen Sie mir dann, wie dort ein sexueller Übergriff stattfinden soll! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald und Zwischenruf des Abg. Dr. Einem.) – Ich glaube, dass in diesem Bereich eine strafrechtliche Handlung bei Gott – und das im wahrsten Sinn des Wortes – keinen Platz hat.
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von der SPÖ, hören Sie doch auf damit, aus dieser Frage politisches Kleingeld schlagen zu wollen! Ich glaube, das lohnt sich wirklich nicht. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Neudeck.
Zum Schluss kommend: Das vorliegende Strafrechtsänderungsgesetz ist ein Beweis dafür, dass diese Regierung angetreten ist, um lange Diskussionen, wie sie auch von Kollegin Stoisits hier ins Treffen geführt wurden, endlich zum Abschluss zu bringen und Entscheidungen herbeizuführen. Ich bin der Überzeugung, dass diese heutige Entscheidung eine gute ist. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Neudeck.)
Abg. Dr. Fekter: Lesen Sie die Geschäftsordnung! Das war eine ganz ... tatsächliche Berichtigung!
In diesem Zusammenhang empört mich die tatsächliche Berichtigung der Frau Dr. Fekter, die als Ausschussvorsitzende dieses Instrument geradezu missbraucht hat. Dieser Missbrauch der tatsächlichen Berichtigung, Frau Dr. Fekter, disqualifiziert Sie aber auch als Ausschussvorsitzende. (Abg. Dr. Fekter: Lesen Sie die Geschäftsordnung! Das war eine ganz ... tatsächliche Berichtigung!) Und ich sage Ihnen auch warum. Sie waren am 20. Jänner Vorsitzende in der Sitzung des Justizausschusses, in der Herr Sektionschef Miklau ausdrücklich, zur Frage der Seelsorger befragt, erklärt hat, dass die Seelsorger vom derzeitigen Gesetzestext nur zum Teil erfasst sind. Sie wissen genau, dass es hier eine Lücke gibt, die es zu schließen gälte. (Abg. Dr. Fekter: Jarolim hat gesagt, sie sind nicht erfasst!) Man findet weder im Gesetzestext noch in den Erläuternden Bemerkungen entsprechende Korrekturen dazu.
Abg. Dr. Fekter: Jarolim hat gesagt, sie sind nicht erfasst!
In diesem Zusammenhang empört mich die tatsächliche Berichtigung der Frau Dr. Fekter, die als Ausschussvorsitzende dieses Instrument geradezu missbraucht hat. Dieser Missbrauch der tatsächlichen Berichtigung, Frau Dr. Fekter, disqualifiziert Sie aber auch als Ausschussvorsitzende. (Abg. Dr. Fekter: Lesen Sie die Geschäftsordnung! Das war eine ganz ... tatsächliche Berichtigung!) Und ich sage Ihnen auch warum. Sie waren am 20. Jänner Vorsitzende in der Sitzung des Justizausschusses, in der Herr Sektionschef Miklau ausdrücklich, zur Frage der Seelsorger befragt, erklärt hat, dass die Seelsorger vom derzeitigen Gesetzestext nur zum Teil erfasst sind. Sie wissen genau, dass es hier eine Lücke gibt, die es zu schließen gälte. (Abg. Dr. Fekter: Jarolim hat gesagt, sie sind nicht erfasst!) Man findet weder im Gesetzestext noch in den Erläuternden Bemerkungen entsprechende Korrekturen dazu.
Beifall bei der SPÖ.
Sie nehmen daher bewusst in Kauf, dass es sich in Zukunft um Vorfälle handeln kann, die nicht gesetzlich geregelt sind, wie sie in diversen Korrespondenzen mehrfach zum Ausdruck gebracht wurden und wie sie mehrfach in der Vergangenheit zu Übergriffen geführt haben, die wir alle nicht wollen und denen wir allen vorkehren sollten. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt wieder den Vorsitz.
den letzten Tagen im Iran kennen lernen durfte, geradezu liberal. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Dr. Jarolim: Das ist eine Schande!
Apropos Iran: Ich möchte kurz vom Thema abschweifen, aber das erscheint mir wichtig, weil wir nämlich auch von Strafbarkeit im Zusammenhang mit dem Strafrechtsänderungsgesetz sprechen. Ich würde mir sogar eine Strafe für diese Regierungspolitik in Bezug auf Außenpolitik und Wirtschaftspolitik wünschen. Ich hatte die Ehre, bei der Iran-Reise dabei zu sein. Man muss sich einmal die „Tehran Times“ anschauen (der Redner hält ein Exemplar derselben in die Höhe), in der zum Ausdruck kommt, wie wichtig dieser Besuch der österreichischen Delegation genommen wurde, wenn man bedenkt, wie grob fahrlässig hier die österreichische Bundesregierung versagt hat, indem die zugesagten Besuche der Minister Grasser, Strasser, Gorbach und Bartenstein einfach gecancelt wurden. (Abg. Dr. Jarolim: Das ist eine Schande!) – Das ist eine Schande und das darf sich nie mehr wiederholen, wenn man bedenkt, welcher Schaden da zugefügt wurde!
Abg. Dr. Fekter: Was hat das mit dem Sexualstrafrecht zu tun?
Es wird in der letzten Ausgabe der Zeitschrift „NEWS“ ausdrücklich zitiert, dass es der Verkehrsminister des Iran abgelehnt hat, Verträge mit Austrian und Mobilkom zu unterfertigen, die für unsere Wirtschaft so dringend benötigt worden wären. Und das, nur weil ihm unser Herr Infrastrukturminister einfach einen Weisel gegeben hat, um es leger auszudrücken. Das ist jener Infrastrukturminister, der die Stirn hatte, sich gestern hier herzustellen und uns allen weismachen zu wollen, wie er sich als Verkehrsminister für die Wirtschaft in Brüssel einsetzt. (Abg. Dr. Fekter: Was hat das mit dem Sexualstrafrecht zu tun?) Also: Diese Regierung versagt in der Wirtschaftspolitik ganz massiv, wie auch die Frau Außenministerin durch Abwesenheit geglänzt und uns damit außenpolitisch massiven Schaden zugefügt hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grillitsch: Thema verfehlt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grillitsch: Thema verfehlt!
Es wird in der letzten Ausgabe der Zeitschrift „NEWS“ ausdrücklich zitiert, dass es der Verkehrsminister des Iran abgelehnt hat, Verträge mit Austrian und Mobilkom zu unterfertigen, die für unsere Wirtschaft so dringend benötigt worden wären. Und das, nur weil ihm unser Herr Infrastrukturminister einfach einen Weisel gegeben hat, um es leger auszudrücken. Das ist jener Infrastrukturminister, der die Stirn hatte, sich gestern hier herzustellen und uns allen weismachen zu wollen, wie er sich als Verkehrsminister für die Wirtschaft in Brüssel einsetzt. (Abg. Dr. Fekter: Was hat das mit dem Sexualstrafrecht zu tun?) Also: Diese Regierung versagt in der Wirtschaftspolitik ganz massiv, wie auch die Frau Außenministerin durch Abwesenheit geglänzt und uns damit außenpolitisch massiven Schaden zugefügt hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grillitsch: Thema verfehlt!)
Abg. Dr. Jarolim: Tölpelhaft!
Das ist im Übrigen keine Erfindung von den „bösen“ Roten, sondern das ist die Berichterstattung im letzten „NEWS“, wo sich alle empört haben, die an dieser Wirtschaftsdelegation teilgenommen haben. Es ist nicht nur eine Verhöhnung der iranischen Gesprächspartner auf Regierungsebene, es ist auch eine Verhöhnung der österreichischen Wirtschaftstreibenden, die höchstrangige Vertreter in größter Zahl wie noch nie in den Iran geschickt haben. Und unsere Bundesregierung glänzt einfach durch Abwesenheit! Das ist eine Schande sondergleichen! (Abg. Dr. Jarolim: Tölpelhaft!) – Tölpelhaft und unprofessionell! (Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Das ist im Übrigen keine Erfindung von den „bösen“ Roten, sondern das ist die Berichterstattung im letzten „NEWS“, wo sich alle empört haben, die an dieser Wirtschaftsdelegation teilgenommen haben. Es ist nicht nur eine Verhöhnung der iranischen Gesprächspartner auf Regierungsebene, es ist auch eine Verhöhnung der österreichischen Wirtschaftstreibenden, die höchstrangige Vertreter in größter Zahl wie noch nie in den Iran geschickt haben. Und unsere Bundesregierung glänzt einfach durch Abwesenheit! Das ist eine Schande sondergleichen! (Abg. Dr. Jarolim: Tölpelhaft!) – Tölpelhaft und unprofessionell! (Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Abg. Grillitsch: Zeit! Es ist Zeit, dass Sie aufhören!
„Dass Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl an der Klestil-Reise teilnahm, könnte sich bezahlt machen. Niessl zeigt sich im SN-Gespräch hoffnungsfroh, dass das Burgenland den Zuschlag für ein Technologie-Gewerbezentrum erhält.“ – Dieses Projekt sei unterschriftsreif. (Abg. Grillitsch: Zeit! Es ist Zeit, dass Sie aufhören!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gradwohl: Bravo!
Somit sehen Sie, wie Sozialdemokraten Wirtschaftspolitik machen. Und das vergleichen Sie dann mit Ihrer Politik! Dann sage ich Ihnen, welcher Vergleich mich sicher macht. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gradwohl: Bravo!)
Abg. Dr. Jarolim: Ich bin ja froh, dass man diese Unsinnigkeiten aufklärt! – Abg. Dr. Brinek: Das persische Sexualstrafrecht!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Neudeck. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Ich bin ja froh, dass man diese Unsinnigkeiten aufklärt! – Abg. Dr. Brinek: Das persische Sexualstrafrecht!)
Abg. Dr. Puswald: Wenn alles zu spät ist!
Herr Bundesminister Gorbach wird den Iran demnächst besuchen. Herr Bundesminister Haupt und Herr Staatssekretär ... (Abg. Dr. Puswald: Wenn alles zu spät ist!) – Das war nicht zu spät, gar nicht! Sie sind ja nur neidig, dass Ambrozy nicht mitfahren konnte. Wenn all die Freiheitlichen mitgefahren wären, die Sie jetzt aufgezählt haben, dass sie nicht dort waren, dann hätten Sie gesagt, die Blauen fahren nur spazieren. (Abg. Dr. Puswald: Alles vorbei!)
Abg. Dr. Puswald: Alles vorbei!
Herr Bundesminister Gorbach wird den Iran demnächst besuchen. Herr Bundesminister Haupt und Herr Staatssekretär ... (Abg. Dr. Puswald: Wenn alles zu spät ist!) – Das war nicht zu spät, gar nicht! Sie sind ja nur neidig, dass Ambrozy nicht mitfahren konnte. Wenn all die Freiheitlichen mitgefahren wären, die Sie jetzt aufgezählt haben, dass sie nicht dort waren, dann hätten Sie gesagt, die Blauen fahren nur spazieren. (Abg. Dr. Puswald: Alles vorbei!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es war eine hochrangige Delegation im Iran. Herr Bundesminister Haupt und Herr Staatssekretär Waneck waren dort, die vieles eingefahren haben. Es war vielleicht ein Fehler, dass man Sie mitgenommen hat. Das wird man sich merken. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Puswald: Sie sind ja so originell!
Meine Damen und Herren! Wenn man das Experten-Hearing verfolgt hat, konnte man hören, dass die Expertin Perner dort von einem Fall berichtet hat, dass im Magistrat Wien – also kein Seelsorger, sondern im Magistrat Wien! – eine Dienstnehmerin ihrem Vorgesetzten erklärt hat, dass sie von einem anderen Vorgesetzten sexuell belästigt wird. Es wurde festgestellt, dass sie auf Grund dieser Belästigung erheblich abgenommen hat. Der Vorgesetzte, an den sie sich gewandt hat, hat dann gemeint, das habe ihr ohnehin ganz gut getan. – So wird das in der Gemeinde Wien behandelt! (Abg. Dr. Puswald: Sie sind ja so originell!)
Abg. Dr. Puswald: Aber in Graz ...!
Sie sind anscheinend nur auf einem Auge gutsichtig, nämlich wenn es um die Seelsorger geht. Den Balken im eigenen Auge sehen Sie nicht. (Abg. Dr. Puswald: Aber in Graz ...!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Das war aber ein „frenetischer“ Applaus!
Meine Damen und Herren! Bei Vergewaltigungen wurde bisher unterschieden, ob sie von einem Fremden, dem Lebenspartner oder dem Ehepartner begangen wurden. Künftig wird jede Vergewaltigung mit derselben Strenge verfolgt. Ab sofort ist jeder, der jemanden anderen durch sexuelle Handlungen an sich oder anderen belästigt, mit Strafe bedroht. Mit diesem Strafrechtsänderungsgesetz leisten wir einen großen Beitrag für jene Menschen, die sich nicht immer selbst schützen und zur Wehr setzen können. Schutz dem Opfer und nicht dem Täter steht dabei im Vordergrund! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Das war aber ein „frenetischer“ Applaus!)
Beifall bei den Grünen, der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Geschätzter Herr Minister! Da Sie es ja immer so tief bedauern, dass die Opposition beim Weihrauchschwingen nicht so eifrig ist wie Ihre Regierungskollegen, darf ich ausnahmsweise mit einem positiven Faktum dieser Novellierung beginnen. Es ist natürlich mehr als begrüßenswert, dass die Vergewaltigung in der Ehe endlich der Vergewaltigung außerhalb der Ehe gleichgestellt wird. (Beifall bei den Grünen, der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Polizei kann daraufhin nicht selbst tätig werden und das weiter verfolgen. Es gibt Fälle, bei denen wenige Tage danach die Frau tatsächlich sozusagen als Mordopfer endet. Ich glaube, das sollte man ernster nehmen und wirklich klarstellen, dass die gefährliche Drohung in der Familie keine Bagatelle ist und nicht bloß als Antragsdelikt behandelt werden kann, sondern als Offizialdelikt behandelt werden müsste, um tatsächlich den Opfern Schutz zukommen zu lassen und nicht die Opfer zu erzwungenermaßen Mitwirkenden an der Gewalttat zu machen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Nein! Das ist sexuelle Belästigung! Das ist genau dieser Punkt! Der ist erfasst!
Ich frage mich auch, warum es weiterhin möglich sein soll, Fälle zu haben, wie sie vor zwei, drei Jahren, wenn ich mich richtig erinnere, für Aufsehen gesorgt hatten, als in der U-Bahn ein wildfremder Mann versuchte, eine U-Bahn-Benützerin gegen ihren Willen zu küssen. Das bleibt mit Ihrem Gesetz weiterhin möglich und zulässig, das ist keine strafbare sexuelle Belästigung. (Abg. Dr. Fekter: Nein! Das ist sexuelle Belästigung! Das ist genau dieser Punkt! Der ist erfasst!)
Abg. Dr. Fekter: Das ist ein Unsinn!
Nein, eben nicht, denn das wird eindeutig nicht als sexuelle Handlung mit Involvierung der primären Geschlechtsmerkmale gewertet! (Abg. Dr. Fekter: Das ist ein Unsinn!) Da würde ich mir wünschen, dass klargestellt wird, dass die beabsichtigte Herabwürdigung in der sexuellen Belästigung geahndet wird und dass sich dann nicht womöglich unbeteiligte Dritte über die Lautstärke eines Paares aufregen können.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wie wollen Sie jemals Frauenhandel effektiv verfolgen, wenn die Zeuginnen zum Teil schon abgeschoben werden, bevor der Prozess noch begonnen hat? So kann es sicher nicht gehen. Da kann ich Ihnen nur dringend ans Herz legen, sich im Justizausschuss bei der Behandlung der Strafprozessnovelle jetzt schon Gedanken zu machen, damit ich dann im Plenum, wenn wir das beschließen sollen, diesen Punkt nicht wieder kritisieren muss. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.
verändern und den Herausforderungen und Problemen der Gesellschaft Rechnung tragen müssen wird. Die virtuelle Kommunikation, die virtuellen Medien und die Weiterentwicklung dessen, was Persönlichkeit, Schutz und Würde der Menschen bedeutet, werden uns veranlassen, auch in Zukunft das Sexualstrafrecht zu ändern, anzupassen und auf die jeweilige Höhe der Zeit zu bringen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir werden heute die Reform des Sexualstrafrechts beschließen, und es wird dieser Beschluss, was sich schon im Ausschuss und überall dort, wo Abgeordnete dazu das Wort ergriffen haben, eindeutig gezeigt hat, mit Stimmeneinhelligkeit erfolgen. Es ist klar, dass jeder hier im Hohen Haus den Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses, Kinderpornographie, die Förderung der Prostitution von Minderjährigen, die Mitwirkung von Minderjährigen an pornographischen Darbietungen ablehnt. Jegliche Unterstellung, das dem nicht so wäre, ist böse Infamie. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Ja, ich war dabei!
Auch zur Arbeit im Ausschuss möchte ich etwas sagen. Frau Vorsitzende, es wurden von mehreren geladenen Experten wohlbegründete Bedenken geäußert. So sagte zum Beispiel der im Ausschuss geladene Kinderpsychiater, dass er Schwierigkeiten mit der Terminologie hat, dass er wegen der Terminologie gezwungen ist, als Gutachter im Gerichtsverfahren zu sagen, dass er sich nicht zutraut, die entsprechenden Gutachten zu machen, weil die medizinische Terminologie eine andere ist als die, die in der Justiz verwendet wird. Ich glaube, das ist ernst zu nehmen! Ich rede von Professor Berger. Sie waren dabei, Sie haben es gehört. (Abg. Dr. Brinek: Ja, ich war dabei!)
Abg. Dr. Brinek: Das haben wir mit unserer Formulierung verbessert!
Außerdem sagte Professor Berger, dass einige Bestimmungen in diesem Gesetz überschießend sind, dass er zum Beispiel die Kriminalisierung von normalen sexuellen Verhaltensweisen Jugendlicher befürchtet. (Abg. Dr. Brinek: Das haben wir mit unserer Formulierung verbessert!)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Dr. Graupner, ein ausgewiesener Fachmann im Sexualstrafrecht, hat uns einen Abänderungsantrag zur Verfügung gestellt, der es wert ist, diskutiert zu werden, und Sie hätten heute die Gelegenheit, da zuzustimmen. Ich lade Sie ein, sehr geehrte Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, gehen Sie mit bei diesem Antrag! Dann könnten wir alle diesem Gesetz mehr als beruhigt zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Diese Bestimmungen fehlen in Ihrem Antrag. Ich frage Sie, Herr Bundesminister: Warum fehlen die strafrechtlichen Tatbestände immer dort, wo es sich um eine juristische Person handelt? – Das ist für mich nicht nachvollziehbar! Auch das wäre zu implizieren, wenn man diesen EU-Rahmenbeschluss ernsthaft umsetzen würde. Hier ist die Regierung noch in Handlungsverzug. Da wünsche ich mir genau das, was die EU mit Ihnen sozusagen paktiert hat, vertraglich festgelegt hat. Es müssen genauso juristische Personen für eine Straftat verantwortlich gemacht werden. Es handelt sich dabei um die so genannte Sexindustrie und um die so genannte Pornographieindustrie, und dieser muss Einhalt geboten werden. Dass solche Firmen geschützt werden, das ist, sehr geehrter Herr Bundesminister, nicht einsichtig! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Der Dissens ist, glaube ich, nicht so hoch einzuschätzen. Die Versendung pornographischer Fotos – leider ist Abgeordneter Jarolim jetzt nicht hier – kann man auch anders sehen. In vielen Bereichen schützen wir die Jugendlichen vor Unbedachtheiten. Es kann durchaus sein, dass eine Jugendliche oder ein Jugendlicher, ein Mädchen oder ein Bursch im Alter von 15 oder 16 Jahren ein pornographisches Bild von sich im Rahmen einer Beziehung versendet, so wie Abgeordneter Jarolim das gesagt hat, und dass es dieser Jugendlichen oder diesem Jugendlichem einige Zeit später sehr Leid tut, dies getan zu haben, wodurch aber eine irreversible Situation herbeigeführt wurde. Bedenken wir auch das! Vielleicht ist da etwas mehr Schutz besser als zu wenig Schutz. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich bedanke mich bei Herrn Sektionschef Dr. Miklau und bei Herrn Dr. Manquet und bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dafür, dass letztendlich eine Gesetzesmaterie, die in einem sehr schwierigen Zusammenhang steht, in ein Gesetz gefasst werden konnte, dem offenkundig alle Parteien die Zustimmung geben werden. – Vielen Dank. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
dass Straftäter verschiedenster Nationalitäten unter den Häftlingen sind. In diesem Bereich hat unser Justizminister sicherlich gute Arbeit geleistet. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP.
Man kann sagen: Die Justizpolitik ist auf einem guten Weg, und es steht an, dass man hier sowohl der Vorsitzenden des Justizausschusses, Frau Dr. Fekter, als auch unserer Justizsprecherin, Frau Dr. Partik-Pablé, die seit Jahrzehnten für eine gute Politik kämpft, und ganz besonders unserem Bundesminister Böhmdorfer dafür einen großen Dank ausspricht. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP.)
Zwischenrufe des Abg. Dr. Jarolim.
Aber auch das heute hier zu beschließende Strafrechtsänderungsgesetz leistet einen wichtigen Beitrag zu einer vernünftigen und guten Justizpolitik. (Zwischenrufe des Abg. Dr. Jarolim.) Damit sorgen wir für den Schutz unserer Kinder, den Schutz unserer Frauen, für den Schutz vor Pornographie und Prostitution und vor sexuellem Missbrauch. Darüber hinaus wird damit – Frau Kollegin Weinzinger hat es bereits erwähnt – auch die langjährige Ungerechtigkeit, nämlich der Unterschied zwischen der Vergewaltigung innerhalb und jener außerhalb der Ehe, beseitigt. Das ist eine wichtige Änderung, die Licht in eine graue Gesellschaft bringen wird, wo es dringend notwendig ist.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich glaube abschließend sagen zu können: Wir sind auf einem guten Weg! Nochmals ein Dank an alle Verantwortlichen im Justizbereich. Wir werden diesem Gesetz gerne unsere Zustimmung geben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Es gibt ein Konkordat!
Als sehr aktive Christin kann ich Ihnen eines sagen: Es gibt unter den Christinnen und Christen in Österreich und sicherlich auch unter Angehörigen anderer Konfessionen sehr viele Personen, denen es sehr wichtig wäre, wenn auch die Seelsorger in diesem Gesetz angeführt würden, weil es genau die Kirche ist, die oft sehr „schwammig“ auf Angriffe reagiert, die da sehr viel verschleiert, die immer wieder versucht, interne Regelungen, so wie sie das nennt, zu finden. Ich hätte es sehr begrüßt, wenn auch die Seelsorger in diesem Gesetz ... (Abg. Dr. Fekter: Es gibt ein Konkordat!)
Beifall bei den Grünen.
Das hat mit dem Konkordat nichts zu tun! Die Gläubigen, die von den Seelsorgern betreut werden, stehen in dem gleichen Verhältnis wie Klientinnen oder Klienten oder Patientinnen oder Patienten. Deswegen wäre es sehr gut und notwendig gewesen, bei diesem Gesetz diesen Schritt zu setzen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Brinek: Das ist unbenommen!
Wir unterstützen selbstverständlich den effektiven Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexuellem Missbrauch und vor Ausbeutung. Aber was einfach nicht gut ist, was Sie aber vorhaben und was in allen Bereichen nur Unverständnis hervorrufen wird, ist eine Änderung im Kinder- und Jugendpornographiebereich insofern, als Sie den Säugling mit einem bis zu 18-jährigen jungen Menschen gleichsetzen. Wie in allen anderen Bereichen kann man dies auch im Bereich der Pornographie nicht tun. Die Entwicklung der Sexualität erfordert ganz klar auch eine Abstufung in der Gesetzgebung. Sie haben eine ganz klare Haltung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, der das Recht auf Sexualität von Jugendlichen betont, ... (Abg. Dr. Brinek: Das ist unbenommen!) Nein, das ist eben nicht unbenommen. (Abg. Dr. Brinek: Na sicher!) Sie, Frau Kollegin Brinek, haben zuvor versucht, uns das Gesetz zu erklären, haben es interpretiert, aber ich muss Ihnen sagen: Wissen Sie, wenn man ein neues Gesetz schreibt, dann ist es besser, wenn man klar und präzise formuliert und nicht so schwammige Formulierungen gebraucht, dass die Bestimmung so ausgelegt werden kann, dass zum Beispiel das Versenden von Fotos eines 17-Jährigen an seine Freundin genau darunter fällt. (Abg. Dr. Fekter: Es geht um Pornographie!)
Abg. Dr. Brinek: Na sicher!
Wir unterstützen selbstverständlich den effektiven Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexuellem Missbrauch und vor Ausbeutung. Aber was einfach nicht gut ist, was Sie aber vorhaben und was in allen Bereichen nur Unverständnis hervorrufen wird, ist eine Änderung im Kinder- und Jugendpornographiebereich insofern, als Sie den Säugling mit einem bis zu 18-jährigen jungen Menschen gleichsetzen. Wie in allen anderen Bereichen kann man dies auch im Bereich der Pornographie nicht tun. Die Entwicklung der Sexualität erfordert ganz klar auch eine Abstufung in der Gesetzgebung. Sie haben eine ganz klare Haltung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, der das Recht auf Sexualität von Jugendlichen betont, ... (Abg. Dr. Brinek: Das ist unbenommen!) Nein, das ist eben nicht unbenommen. (Abg. Dr. Brinek: Na sicher!) Sie, Frau Kollegin Brinek, haben zuvor versucht, uns das Gesetz zu erklären, haben es interpretiert, aber ich muss Ihnen sagen: Wissen Sie, wenn man ein neues Gesetz schreibt, dann ist es besser, wenn man klar und präzise formuliert und nicht so schwammige Formulierungen gebraucht, dass die Bestimmung so ausgelegt werden kann, dass zum Beispiel das Versenden von Fotos eines 17-Jährigen an seine Freundin genau darunter fällt. (Abg. Dr. Fekter: Es geht um Pornographie!)
Abg. Dr. Fekter: Es geht um Pornographie!
Wir unterstützen selbstverständlich den effektiven Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexuellem Missbrauch und vor Ausbeutung. Aber was einfach nicht gut ist, was Sie aber vorhaben und was in allen Bereichen nur Unverständnis hervorrufen wird, ist eine Änderung im Kinder- und Jugendpornographiebereich insofern, als Sie den Säugling mit einem bis zu 18-jährigen jungen Menschen gleichsetzen. Wie in allen anderen Bereichen kann man dies auch im Bereich der Pornographie nicht tun. Die Entwicklung der Sexualität erfordert ganz klar auch eine Abstufung in der Gesetzgebung. Sie haben eine ganz klare Haltung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, der das Recht auf Sexualität von Jugendlichen betont, ... (Abg. Dr. Brinek: Das ist unbenommen!) Nein, das ist eben nicht unbenommen. (Abg. Dr. Brinek: Na sicher!) Sie, Frau Kollegin Brinek, haben zuvor versucht, uns das Gesetz zu erklären, haben es interpretiert, aber ich muss Ihnen sagen: Wissen Sie, wenn man ein neues Gesetz schreibt, dann ist es besser, wenn man klar und präzise formuliert und nicht so schwammige Formulierungen gebraucht, dass die Bestimmung so ausgelegt werden kann, dass zum Beispiel das Versenden von Fotos eines 17-Jährigen an seine Freundin genau darunter fällt. (Abg. Dr. Fekter: Es geht um Pornographie!)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Na ja, bitte, aber das ist jetzt auch nicht geregelt, liebe Kollegin Fekter! Es ist nicht geregelt, und es gibt sehr wohl Fotos, die Jugendliche versenden, die unter den Begriff der Pornographie fallen können. Genau das machen Sie hier auf. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Hakl: Werden sie nicht!
Uns wäre es recht gewesen, und wir haben das in unseren Abänderungsantrag mit aufgenommen und vermerkt, dass wir da eine andere Grundhaltung haben. Was wir meinen, kann ich Ihnen gerne sagen: Wir wollen sehr wohl, dass Kinder und Jugendliche unter Schutz gestellt werden, wo es notwendig ist. Wir wollen aber nicht, dass Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren kriminalisiert werden, wenn sie solche Fotos verschicken. Nach Ihrem Gesetzentwurf werden sie das aber sehr wohl. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Hakl: Werden sie nicht!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Im Bereich der Prävention müssen wirklich auch die finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden, damit hier Programme erarbeitet werden. Ja, diese Programme müssen nicht einmal erarbeitet werden, die Programme gibt es! Diese sind in den Schulen zum Teil gelaufen, aber aufgrund von Sparmaßnahmen werden sie leider nicht mehr durchgeführt. Da könnten Sie zum Schutz der Jugendlichen und der Kinder sehr viel tun. – Bitte, tun Sie es auch! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Bundesminister für Justiz Dr. Dieter Böhmdorfer: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren des Hohen Hauses! Nur kurz zu Ihren Ausführungen, Frau Abgeordnete Mandak: Es geht hier nicht um harmlose Fotos, es geht um pornographische Fotos, und wir haben über Wunsch der Opposition auch hinzugefügt, dass es sich zum Beispiel um reißerisch verzerrte Darstellungen des Genitalbereiches handeln muss, um Strafbarkeit herbeizuführen. Also in diesem Zusammenhang vom Baby bis zum 18. Lebensjahr von einer Gleichschaltung harmloser Fotos zu sprechen, halte ich für stark verfehlt, was die wahren Intentionen des Gesetzes anbelangt. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordnete Mag. Elisabeth Grossmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Die Bekämpfung von Kindesmissbrauch und Kinderpornographie ist sicherlich unser aller Anliegen. Das ist wohl bei allen Fraktionen hier im Haus vorauszusetzen – alles andere wäre eine infame Unterstellung. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Geh, geh, geh!
Die Ausweitung der Straftatbestände und auch die Anhebung des Strafmaßes geht insoweit tendenziell in die richtige Richtung, als es darum geht, das krasse Missverhältnis im Strafrahmen zwischen Gewalt und Sexualdelikten einerseits und Vermögensdelikten andererseits abzubauen. Nur möchte ich einmal mehr davor warnen, das Thema selbst zu missbrauchen, indem sinnvolle und längst fällige Neuregelungen mit überholten, verzopften Moralvorstellungen verbrämt werden. (Abg. Scheibner: Geh, geh, geh!) Die ohnehin schon überforderte Exekutive wird künftig wohl mehr mit dem Aufspüren von Liebespärchen und übermütigen Teenagern beschäftigt sein (Abg. Steibl: Das ist aber wirklich an den Haaren herbeigezogen! Das passt ja gar nicht zu Ihnen! Sie sind so eine vernünftige Frau und erzählen da solche Schauermärchen!), statt sich um die Verfolgung von tatsächlich verabscheuungswürdigen Verbrechen, wie den sexuellen Missbrauch von Kindern, kümmern zu können, Frau Kollegin. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Steibl: Das ist aber wirklich an den Haaren herbeigezogen! Das passt ja gar nicht zu Ihnen! Sie sind so eine vernünftige Frau und erzählen da solche Schauermärchen!
Die Ausweitung der Straftatbestände und auch die Anhebung des Strafmaßes geht insoweit tendenziell in die richtige Richtung, als es darum geht, das krasse Missverhältnis im Strafrahmen zwischen Gewalt und Sexualdelikten einerseits und Vermögensdelikten andererseits abzubauen. Nur möchte ich einmal mehr davor warnen, das Thema selbst zu missbrauchen, indem sinnvolle und längst fällige Neuregelungen mit überholten, verzopften Moralvorstellungen verbrämt werden. (Abg. Scheibner: Geh, geh, geh!) Die ohnehin schon überforderte Exekutive wird künftig wohl mehr mit dem Aufspüren von Liebespärchen und übermütigen Teenagern beschäftigt sein (Abg. Steibl: Das ist aber wirklich an den Haaren herbeigezogen! Das passt ja gar nicht zu Ihnen! Sie sind so eine vernünftige Frau und erzählen da solche Schauermärchen!), statt sich um die Verfolgung von tatsächlich verabscheuungswürdigen Verbrechen, wie den sexuellen Missbrauch von Kindern, kümmern zu können, Frau Kollegin. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Ausweitung der Straftatbestände und auch die Anhebung des Strafmaßes geht insoweit tendenziell in die richtige Richtung, als es darum geht, das krasse Missverhältnis im Strafrahmen zwischen Gewalt und Sexualdelikten einerseits und Vermögensdelikten andererseits abzubauen. Nur möchte ich einmal mehr davor warnen, das Thema selbst zu missbrauchen, indem sinnvolle und längst fällige Neuregelungen mit überholten, verzopften Moralvorstellungen verbrämt werden. (Abg. Scheibner: Geh, geh, geh!) Die ohnehin schon überforderte Exekutive wird künftig wohl mehr mit dem Aufspüren von Liebespärchen und übermütigen Teenagern beschäftigt sein (Abg. Steibl: Das ist aber wirklich an den Haaren herbeigezogen! Das passt ja gar nicht zu Ihnen! Sie sind so eine vernünftige Frau und erzählen da solche Schauermärchen!), statt sich um die Verfolgung von tatsächlich verabscheuungswürdigen Verbrechen, wie den sexuellen Missbrauch von Kindern, kümmern zu können, Frau Kollegin. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Kollegin, gerade an Ihre Adresse richte ich meinen Appell! Wenn man das Thema Kinderschutz wirklich ernst nimmt und nicht für billige Sympathiehascherei missbrauchen will, muss man erkennen, dass mit der Anhebung des Strafrahmens noch nicht genug getan ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren – vor allem auf der rechten Seite dieses Hauses! Wenn Ihnen der Schutz von Kindern und Jugendlichen wirklich ein Anliegen ist, dann lassen Sie es zu, dass diese wertvolle Arbeit auch geleistet werden kann und die entsprechenden Organisationen nicht finanziell ausgehungert werden! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Ja wer tut denn das?! Jetzt hören Sie einmal auf!
Bitte, meine sehr geehrten Damen und Herren, missbrauchen Sie dieses wichtige Thema nicht dazu, die moralische Mottenkiste wieder zu öffnen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Ja wer tut denn das?! Jetzt hören Sie einmal auf!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir wollen auch Maßnahmen gegen den Insiderhandel verschärfen. Wir wollen die Sicherung der Verlässlichkeit der Finanzinformationen verbessern. Dieses Wirtschaftshygienepaket werden wir heuer parlamentarisch beraten und spätestens nächstes Jahr in Kraft setzen. Wir brauchen Zeit dafür, und dafür war es notwendig, die legistischen Anpassungen im Bankwesengesetz und im Handelsgesetzbuch noch ein bisschen hinauszuschieben, nämlich bis Ende 2005. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Lentsch: Wieso sagt er jetzt plötzlich „wir“?!
Es gibt auch eine aktuelle Diskussion, die sicherlich noch weiter geführt wird. Letztlich muss man sagen, dieser Entschluss hat dazu geführt, dass wir uns einige Unannehmlichkeiten ersparen werden, dass wir, was die Rotationsfrage anlangt, sicherlich nochmals überlegen werden, was da effizienterweise gemacht werden kann, und dann auf Basis profunder Erkenntnisse eine neue Entscheidung treffen werden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Lentsch: Wieso sagt er jetzt plötzlich „wir“?!)
Abg. Dr. Jarolim: In einem weit gespannten Bogen, kann man sagen!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Die Vorsitzende des Justizausschusses hat schon in einem großen Bogen eigentlich ziemlich detailliert berichtet (Abg. Dr. Jarolim: In einem weit gespannten Bogen, kann man sagen!), um welche Tagesordnungspunkte beziehungsweise um welche Inhalte es sich handelt, und ergänzt hat es Herr Abgeordneter Jarolim. Folglich kann ich mich auf ein paar grundsätzliche Bemerkungen beschränken, weil ich Sie hier nicht langweilen möchte, indem Sie etwas doppelt hören.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich glaube, wir brauchen entsprechende Maßnahmen, und wir sind uns, wie ich meine, über alle Parteigrenzen hinweg einig darüber, dass es notwendig ist, hier etwas zu tun. Ich hoffe, dass wir in den gemeinsamen Gesprächen zu einer guten Lösung kommen, die wir dann in einem Jahr präsentieren werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Heiterkeit
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Meine Damen und Herren! Ich werde meine Ausführungen jetzt tatsächlich kurz halten. Ich möchte nicht die Geschichte ausbreiten, warum es zu dieser Vorgangsweise überhaupt gekommen ist, möchte mich aber beim Herrn Minister Böhmdorfer bedanken, der hier – das ist jetzt ehrlich gemeint; er schaut jetzt schon so skeptisch (Heiterkeit) – salopp ausgedrückt Übleres verhindert hat.
Beifall bei den Grünen.
konstruktiv im wahrsten Sinne des Wortes mit den Regierungsparteien kurz geschlossen haben. Aber enttäuschen Sie uns nicht in unserer Erwartung! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es wartet sehr viel Arbeit auf uns, insbesondere auf Herrn Sektionschef Dr. Hopf, Frau Dr. Sonja Bydlinski und Herrn Mag. Heinz Majer. Sie werden das Schwergewicht der Arbeit zu tragen haben. Ich wünsche ihnen dafür alles Gute! – Vielen Dank. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Bitte noch einmal!
„Oft drängt uns ungestüme Ungeduld zu rascher Tat, wo tiefere Einsicht kluge Unterlassung fordert.“ (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Bitte noch einmal!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
In diesem Fall war es daher richtig, gerade wenn wir vor dem Hintergrund der Bilanz ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) – Danke, Kollege Jarolim! Auch dir werde ich nächstes Mal ein hoffentlich passendes Zitat widmen können! – Wesentlich ist aber, dass wir uns heute vor dem Hintergrund der Bilanzskandale, die bekannte Namen haben, einig sind, dass wir zum Schutz der Gläubiger, zum Schutz der Anleger, aber insbesondere auch zum Schutz des Wirtschaftsstandortes Österreich und unseres Kapitalmarktes entsprechende Maßnahmen setzen müssen, und zwar ordnungspolitische Maßnahmen, welche die funktionierende Kontrolle in den Unternehmen, die Qua-
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir haben uns daher vorgenommen, dieses große Paket zu schnüren, das nun im Entschließungsantrag beinhaltet ist. Ich möchte dazu allerdings – und ich wäre dankbar, wenn mir der Herr Justizminister jetzt sein Ohr leihen könnte! – eine Anmerkung machen, und zwar, dass bei jeder der Maßnahmen, die jetzt gesetzt werden, auch zwei Voraussetzungen berücksichtigt werden müssen: Sie müssen praxisgerecht für die Wirtschaft und die Unternehmen umsetzbar sein, und sie müssen mit einem vertretbaren Kosten-Nutzen-Verhältnis ausgestattet sein. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig: Langsam und laut!
Lassen Sie mich auch mit einem Zitat schließen, das Sie ermutigen soll und diesmal von Schiller ist! (Abg. Dr. Glawischnig: Langsam und laut!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
„So möge nun gelingen, worum wir lang genug gerungen!“ (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das war gut!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Noch einmal Bezug nehmend auf das, was Kollege Ikrath gesagt hat ... (Abg. Dr. Stummvoll: Das war gut!) Das war sehr solide, der Mann kennt sich im Bankgeschäft aus. Da erhebt sich immer die Frage, wieso und zu welchem Zweck jemand von der ÖVP eigentlich im Parlament sitzt. Aber er macht es ja gut für seine Klientel! (Abg. Prinz: Keine unqualifizierten Bemerkungen, Herr Kollege!) Das ist halt so!
Abg. Prinz: Keine unqualifizierten Bemerkungen, Herr Kollege!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Noch einmal Bezug nehmend auf das, was Kollege Ikrath gesagt hat ... (Abg. Dr. Stummvoll: Das war gut!) Das war sehr solide, der Mann kennt sich im Bankgeschäft aus. Da erhebt sich immer die Frage, wieso und zu welchem Zweck jemand von der ÖVP eigentlich im Parlament sitzt. Aber er macht es ja gut für seine Klientel! (Abg. Prinz: Keine unqualifizierten Bemerkungen, Herr Kollege!) Das ist halt so!
Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.
Wir hätten ja ansonsten den Rechtszustand für die externe Rotation schon herbeigeführt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.) – In Wirklichkeit hatten wir ihn ja, wir wollten nur nicht zu laut darüber reden! Auch darüber haben wir uns verständigt. Siehst du, so weit geht das! Italien ist jetzt vielleicht kein gelungenes Beispiel.
Abg. Jakob Auer: Was haben Sie gegen die Steiermark?
Aber ich sage Ihnen: Wir brauchen gar nicht bis Italien zu fahren. Bleiben wir in der Steiermark stehen! (Abg. Jakob Auer: Was haben Sie gegen die Steiermark?) – Ich habe gar nichts gegen die Steiermark, aber dort ist ein politisch-wirtschaftliches System am Werk, bei welchem eigentlich ein Prüferwechsel in bestimmter Art und Weise auch nicht schlecht getan hätte. Wir sollten uns nämlich vergegenwärtigen, dass bei
Beifall bei den Grünen.
Aber – und damit höre ich auch schon auf – selbst Wirtschaftsprüfer haben sich dabei erwischen lassen. In Anbetracht dessen müssen wir uns sicher noch mehr einfallen lassen als bloß interne oder externe Rotation, und das könnte auch für den Moment noch die gemeinsame Klammer sein. – In diesem Sinne: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir wären in der Lage, in vier Wochen ein perfektes Gesetz zu liefern, weil jeder daran interessiert ist, ein billigeres, unkomplizierteres und leichter zugängliches E-Government-Gesetz zu erhalten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Fritz Neugebauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen! Ich denke, dass wir mit Recht mit diesem E-Government-Gesetz das umsetzen, was der Bürger und die Wirtschaft von uns verlangen: Letztere haben nämlich einen Anspruch darauf, dass die Akten laufen und nicht der Bürger. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Das geschieht mit diesem Gesetz. Und ich weiß, dass wir in Österreich damit – und das haben mir auch die Sachverständigen im Verfassungsausschuss mitgeteilt – europaweit zu einer der modernsten Verwaltungen kommen. Darauf können wir mit Recht stolz sein! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Johann Maier: So stimmt das nicht, Kollege Neugebauer! Das stimmt nicht!
Was die Kritik an der Zuständigkeit des Bundesministeriums für Inneres betrifft, so gehe ich doch davon aus, dass die Zugangshindernisse des Datenschutzgesetzes sehr wohl auch für das Ministerium aufrecht bleiben. Das Gesetz ist von jenen Damen und Herren im Bundeskanzleramt, die auch mit den Aufgaben des Datenschutzes betraut sind, erstellt worden, und ich möchte nur darauf hinweisen, dass der Datenschutzrat – mit den Stimmen der sozialdemokratischen Kollegen! – diesen Entwurf positiv begutachtet hat. (Abg. Mag. Johann Maier: So stimmt das nicht, Kollege Neugebauer! Das stimmt nicht!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bedanke mich bei den Beamten und Beamtinnen des Bundeskanzleramtes dafür, dass sie eine so schwierige Materie in einfacher Weise in der Benutzerfreundlichkeit auch tatsächlich zu Papier gebracht haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es ist ein wesentlicher Schritt, ein starker Schritt hin zu einer Modernisierung der Verwaltung und ein weiterer wichtiger Beitrag zu einem Wettbewerbsvorteil unserer Unternehmen und für unsere Bürger. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Abgeordneter Neugebauer hat behauptet, dass im Datenschutzrat über das Gesetz einstimmig, also auch mit den Stimmen der Sozialdemokraten, abgestimmt wurde. – Diese Behauptung ist unrichtig, weil erstens nicht über das Gesetz abgestimmt wurde, sondern über die Stellungnahme des Datenschutzbeirates, und zweitens manche Teile dieses Berichtes nur mehrheitlich, also gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, beschlossen wurden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Im Prinzip hat Österreich sicher eine Vorreiterfunktion, eine Schlüsselfunktion, aber das Gesetz müsste verständlich sein, es müsste ein Rahmengesetz sein, es müsste bürgerfreundlicher sein und es müsste die Datenschutzkriterien besser erfüllen. Dann hätten Sie unsere Zustimmung, auch die Zustimmung der Experten, die zu einem Großteil auch bei den Ausschussberatungen skeptisch waren. Deshalb hoffe ich, dass in zwei Jahren evaluiert wird und wir dann nachbessern. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Stummvoll: Ja, genauso ist es!
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich kann mich ganz einfach des Eindrucks nicht erwehren, dass die Opposition die Möglichkeiten, die dieses E-Government-Gesetz bietet, entweder nicht verstehen will oder ganz einfach wirklich nicht versteht. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Stummvoll: Ja, genauso ist es!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP
Ich bin froh darüber, dass Österreich die Wichtigkeit der Informations- und Kommunikationstechnologie früh genug erkannt hat. Wir können wirklich zu Recht darauf stolz sein, dass neue Untersuchungen von IT-Beratungsunternehmen der Europäischen Kommission festgestellt haben – wie gestern präsentiert wurde –, dass Österreich, was Online-Dienstleistungen betrifft, auf den vierten Platz vorgerückt ist (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP) und in Bezug auf Wachstum gegenüber dem Vorjahr sogar den ersten Platz einnimmt. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich bin froh darüber, dass Österreich die Wichtigkeit der Informations- und Kommunikationstechnologie früh genug erkannt hat. Wir können wirklich zu Recht darauf stolz sein, dass neue Untersuchungen von IT-Beratungsunternehmen der Europäischen Kommission festgestellt haben – wie gestern präsentiert wurde –, dass Österreich, was Online-Dienstleistungen betrifft, auf den vierten Platz vorgerückt ist (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP) und in Bezug auf Wachstum gegenüber dem Vorjahr sogar den ersten Platz einnimmt. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Es ist ein schlechtes Gesetz!
Es wurde vom Kollegen Wittmann und auch von der Kollegin Moser angesprochen, dass dieses Gesetz sehr komplex ist. – Klar ist es komplex, weil es eine Querschnittsmaterie ist und viele weitere Gesetze berücksichtigen muss. (Abg. Dr. Jarolim: Es ist ein schlechtes Gesetz!) Natürlich ist auch die Technologie, die dahinter steckt, komplex. Es wird der höchstmögliche Datenschutz gewährleistet, und gerade bei den bereichsspezifischen Personendaten ist es nicht so einfach, mit diesen Datenbanken
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Kurz zusammengefasst: komplizierte Gesetzesmaterie, komplizierte Technologie, aber sehr einfache Anwendung für den Bürger, derart einfache Anwendungen, dass es ohne große Einschulung jederzeit für jeden anwendbar und sehr leicht durchführbar ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es ist schon klar, dass das für jene, die diese Daten sammeln müssen, großen Aufwand bedeutet, und das sind in erster Linie die Gemeinden, das sind die Städte, aber in diesem Antrag, der hier vorliegt, in der Novellierung des Vermessungsgesetzes, wurde auch darauf Rücksicht genommen, sodass der Erlös von geokodierten Adressen – jeder Adresse, die eine Position dazu bezogen hat – bis auf eine Aufwendung zur Gänze zu den Gemeinden zurückfließt. Ich finde, das ist eine wirklich sehr faire Regelung, die auch in Richtung Qualität der Daten einen sehr guten Aspekt bringt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Städte, Gemeinden, der Bund und die Länder haben noch weit mehr wertvolle positionsbezogene Daten. Und auch da ist es wichtig, dass diese in Zukunft gebündelt werden, denn dann bieten sie einen großen wirtschaftlichen Faktor und stehen jederzeit auch in Katastrophenfällen schnell zur Verfügung. Auch da wird es in Zukunft wichtig sein, genauso wie bei E-Government, dass Bund, Länder und Gemeinden in einer gemeinsamen Geodatenpolitik zusammenarbeiten, dass diese wertvollen Schätze, die jetzt vorliegen, wirklich auch entsprechend genutzt werden können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Das Problem ist, dass es ein sehr schlechter Gesetzentwurf ist!
Sehr geehrte Damen und Herren! Die neuen Technologien bieten große Chancen in der Vereinfachung von Behördenwegen und in der Beschleunigung von Behördenwegen. Eine schnelle Entwicklung muss aber auch durch rasche Entscheidungen getroffen werden, und es kann nicht sein, wie ständig von der Opposition gefordert wird, dass wir gerade in schnelllebigen Technologiebereichen andauernd die Gesetzgebung verzögern wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Das Problem ist, dass es ein sehr schlechter Gesetzentwurf ist!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich denke, dass das, was dem Parlament heute vorliegt – was wir vorgelegt haben –, ein modernes, innovatives und mutiges Gesetz ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Es bringt einen Mehrwert für die Verwaltung, einen Mehrwert für die Bürger und auch einen schlankeren Staat. Es ermöglicht mehr Kommunikation in beide Richtungen, mehr Sicherheit für jeden Einzelnen von uns.
Abg. Mag. Johann Maier: Aber verfassungsrechtliche Bedenken!
Wir haben das eine oder andere Mal auch vom Datenschutz geredet, und Sie werden sich sicher daran erinnern, dass im Ausschuss gerade vom sonst eher kritischen Professor Thienel keinerlei datenschutzrechtliche Bedenken geäußert wurden, sondern ganz im Gegenteil. (Abg. Mag. Johann Maier: Aber verfassungsrechtliche Bedenken!) Keine Bedenken wurden geäußert! (Abg. Mag. Johann Maier: Verfassungsrechtliche Bedenken hat er geäußert!) – Im Bereich des Datenschutzes sicher nicht, Herr Abgeordneter! (Abg. Dr. Jarolim: Herr Staatssekretär, Sie verlangen Mut zur Unvernunft!)
Abg. Mag. Johann Maier: Verfassungsrechtliche Bedenken hat er geäußert!
Wir haben das eine oder andere Mal auch vom Datenschutz geredet, und Sie werden sich sicher daran erinnern, dass im Ausschuss gerade vom sonst eher kritischen Professor Thienel keinerlei datenschutzrechtliche Bedenken geäußert wurden, sondern ganz im Gegenteil. (Abg. Mag. Johann Maier: Aber verfassungsrechtliche Bedenken!) Keine Bedenken wurden geäußert! (Abg. Mag. Johann Maier: Verfassungsrechtliche Bedenken hat er geäußert!) – Im Bereich des Datenschutzes sicher nicht, Herr Abgeordneter! (Abg. Dr. Jarolim: Herr Staatssekretär, Sie verlangen Mut zur Unvernunft!)
Abg. Dr. Jarolim: Herr Staatssekretär, Sie verlangen Mut zur Unvernunft!
Wir haben das eine oder andere Mal auch vom Datenschutz geredet, und Sie werden sich sicher daran erinnern, dass im Ausschuss gerade vom sonst eher kritischen Professor Thienel keinerlei datenschutzrechtliche Bedenken geäußert wurden, sondern ganz im Gegenteil. (Abg. Mag. Johann Maier: Aber verfassungsrechtliche Bedenken!) Keine Bedenken wurden geäußert! (Abg. Mag. Johann Maier: Verfassungsrechtliche Bedenken hat er geäußert!) – Im Bereich des Datenschutzes sicher nicht, Herr Abgeordneter! (Abg. Dr. Jarolim: Herr Staatssekretär, Sie verlangen Mut zur Unvernunft!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von der SPÖ und von den Grünen! Es tut mir Leid, dass Sie nicht mitgegangen sind. Ich betone noch einmal: Wir haben alles Mögliche getan, um in Abstimmung mit den Gemeinden, aber auch mit den Fachleuten, ein Gesetz zustande zu bringen, das eine moderne Verwaltung ermöglicht – ein modernes Gesetz und ein sicheres Gesetz im Bereich der Signaturen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Krainer: Niemand!
Ich frage konkret: Wer von Ihnen von den Regierungsparteien hat das E-Government-Gesetz tatsächlich gelesen, und wer hat es tatsächlich verstanden? (Abg. Krainer: Niemand!) Das Problem besteht darin, werte Kolleginnen, werte Kollegen, dass dieses Gesetz nicht verstanden wird, und dazu kommt noch: Es ist irrsinnig kompliziert. Und wenn wir heute von Pressemeldungen gehört haben, dass Österreich auf Platz vier liegt, wie der Herr Staatssekretär gesagt hat, und Wien auf Platz drei bei den Service-Websites, dann gibt es dafür einen Grund: Es ist ein einfaches Verfahren. Und ich
Abg. Mag. Molterer: Dann sind zwei, drei, vier Jahre vergangen!
frage mich: Was passiert in zwei Jahren, in drei Jahren und in vier Jahren? (Abg. Mag. Molterer: Dann sind zwei, drei, vier Jahre vergangen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Wien hat aber auch die höchste Arbeitslosenrate!
Die Städte in Österreich, insbesondere die Stadt Wien – und ich gratuliere der Stadt Wien zu diesem Erfolg, zu diesen erfolgreichen Angeboten –, haben es nur deswegen geschafft, weil es die Menschen angenommen haben, die Wirtschaft angenommen hat und weil es allgemein akzeptiert wurde. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Wien hat aber auch die höchste Arbeitslosenrate!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir haben sehr begründet, und die nachfolgenden Redner werden das auch noch genauer ausführen, einen Rückverweisungsantrag eingebracht, weil auch wir diese Notwendigkeit sehen. Uns geht es einerseits um Datensicherheit, aber andererseits auch um den Zugang. Es darf nicht zu einem „digital divide“ kommen. Es geht darum, dass es leicht und einfach für die Bürger ist. Diese Vorlage entspricht dem nicht! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Ob es tatsächlich das Beste war, ist fraglich!
Ganz im Zentrum dieses Gesetzes stand natürlich die Datensicherheit. Zur Datensicherheit sind – vielleicht weil Grundlegendes noch nicht ganz verstanden wurde – einige haarsträubende Dinge sowohl in Presseaussendungen als auch hier im Plenum zum Besten gegeben worden. (Abg. Mag. Molterer: Ob es tatsächlich das Beste war, ist fraglich!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Wollen Sie nicht dem Herrn Staatssekretär auch noch danken?
Ich möchte in diesem Sinne auch den damit befassten Experten und Beamten, die dieses Gesetz entwickelt haben und Österreich zu einem Vorreiterland in Europa machen, ganz herzlich danken. Sie sehen, dass sich ihre Anstrengungen zum einen gelohnt haben, wenngleich sie von der Opposition zum Teil noch nicht ganz verstanden werden konnten. – Herzlichen Dank und ich freue mich auf die Anwendung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Wollen Sie nicht dem Herrn Staatssekretär auch noch danken?)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Hakl hat die ganze Zeit über davon gesprochen, dass es bei diesem Gesetz nur Gewinner gibt. Da frage ich mich schon: Frau Hakl, wo leben Sie denn? (Beifall bei den Grünen.) Mit welchen Menschen sind Sie denn konfrontiert? Sie werden doch nicht glauben, dass es nur Menschen auf der Ebene, auf der Sie sich bewegen, gibt! Denken Sie einmal an die ganz – unter Anführungszeichen – „normalen“ Menschen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Hakl hat die ganze Zeit über davon gesprochen, dass es bei diesem Gesetz nur Gewinner gibt. Da frage ich mich schon: Frau Hakl, wo leben Sie denn? (Beifall bei den Grünen.) Mit welchen Menschen sind Sie denn konfrontiert? Sie werden doch nicht glauben, dass es nur Menschen auf der Ebene, auf der Sie sich bewegen, gibt! Denken Sie einmal an die ganz – unter Anführungszeichen – „normalen“ Menschen! (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Frau Hakl! Wenn Sie sagen, da gebe es nur Gewinner, dann frage ich Sie: Was ist denn mit blinden Menschen? Die haben wohl einen Gewinn, den Sie mir aber zuerst einmal nennen müssen. Wissen Sie, was die werden? – Die werden diskriminiert, dass es sich gewaschen hat! Das ist Tatsache! Sie wissen, dass heute eine Website, die man barrierefrei macht, keine neue Erfindung mehr ist, das hat inzwischen fast jeder. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Großruck: Sagen Sie doch auch einmal was Positives! Wenn Sie da draußen sind, schimpfen Sie immer nur!
Herr Staatssekretär! Wenn das Ihr Anspruch an Dynamik, an die neue Zeit ist, dann möchte ich in Ihrer Zeit auch nicht leben müssen, das sage ich Ihnen auch noch dazu. Das ist so etwas von zynisch, dass man sich das überhaupt nicht mehr vorstellen kann. (Abg. Großruck: Sagen Sie doch auch einmal was Positives! Wenn Sie da draußen sind, schimpfen Sie immer nur!)
Abg. Mag. Hakl: Schnellstmöglich!
Jetzt erzähle ich Ihnen etwas. Sie wissen, dass gerade blinde Menschen zu jener Gruppe gehören, die ein Formular im traditionellen Sinn einfach nicht lesen können, weil das einfach nicht geht. Für diese Menschen wäre genau dieses E-Government-Gesetz ganz wichtig gewesen, denn dann hätten sie Formulare über ihre Braillezeile ablesen können. (Abg. Mag. Hakl: Schnellstmöglich!) – Wenn bei Ihnen „so schnell wie möglich“ fünf Jahre sind, dann muss ich sagen: Super, da möchte ich Ihr Tempo nicht haben! (Abg. Mag. Hakl: Maximal!) Das möchte ich Ihnen auch dazu sagen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Hakl: Maximal!
Jetzt erzähle ich Ihnen etwas. Sie wissen, dass gerade blinde Menschen zu jener Gruppe gehören, die ein Formular im traditionellen Sinn einfach nicht lesen können, weil das einfach nicht geht. Für diese Menschen wäre genau dieses E-Government-Gesetz ganz wichtig gewesen, denn dann hätten sie Formulare über ihre Braillezeile ablesen können. (Abg. Mag. Hakl: Schnellstmöglich!) – Wenn bei Ihnen „so schnell wie möglich“ fünf Jahre sind, dann muss ich sagen: Super, da möchte ich Ihr Tempo nicht haben! (Abg. Mag. Hakl: Maximal!) Das möchte ich Ihnen auch dazu sagen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Jetzt erzähle ich Ihnen etwas. Sie wissen, dass gerade blinde Menschen zu jener Gruppe gehören, die ein Formular im traditionellen Sinn einfach nicht lesen können, weil das einfach nicht geht. Für diese Menschen wäre genau dieses E-Government-Gesetz ganz wichtig gewesen, denn dann hätten sie Formulare über ihre Braillezeile ablesen können. (Abg. Mag. Hakl: Schnellstmöglich!) – Wenn bei Ihnen „so schnell wie möglich“ fünf Jahre sind, dann muss ich sagen: Super, da möchte ich Ihr Tempo nicht haben! (Abg. Mag. Hakl: Maximal!) Das möchte ich Ihnen auch dazu sagen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Hakl: Ausschussfeststellung!
Es gab bis Jahresende 2003 kein Behindertengleichstellungsgesetz, wie es versprochen war. Von dem, was im Regierungsprogramm steht, haben Sie sich jetzt mehr oder weniger verabschiedet, indem Sie gesagt haben, die blinden Leute sind uns völlig Wurscht, wir tun ja sowieso, was wir wollen. Wir sind wir, und das muss genügen. – Und das ist so was – sage ich jetzt einmal – von präpotent gegenüber behinderten Menschen, dass das wirklich nicht mehr auszuhalten ist. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man mit solch einer Ignoranz da durchfährt und das Gesetz auch noch lobt. (Abg. Mag. Hakl: Ausschussfeststellung!) Also das geht in mein normalbürgerliches Hirn nicht hinein. Es tut mir Leid. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Es gab bis Jahresende 2003 kein Behindertengleichstellungsgesetz, wie es versprochen war. Von dem, was im Regierungsprogramm steht, haben Sie sich jetzt mehr oder weniger verabschiedet, indem Sie gesagt haben, die blinden Leute sind uns völlig Wurscht, wir tun ja sowieso, was wir wollen. Wir sind wir, und das muss genügen. – Und das ist so was – sage ich jetzt einmal – von präpotent gegenüber behinderten Menschen, dass das wirklich nicht mehr auszuhalten ist. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man mit solch einer Ignoranz da durchfährt und das Gesetz auch noch lobt. (Abg. Mag. Hakl: Ausschussfeststellung!) Also das geht in mein normalbürgerliches Hirn nicht hinein. Es tut mir Leid. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Hakl: Wir haben eine Ausschussfeststellung in diesem Sinne gemacht!
Das, Frau Hakl, wäre ein zeitgemäßes Gesetz, wenn man davon reden kann. (Abg. Mag. Hakl: Wir haben eine Ausschussfeststellung in diesem Sinne gemacht!) Es ist nicht fair, blinde Menschen einfach aus so einem Gesetz auszublenden, wo das doch die erste Möglichkeit gewesen wäre, dass sie wirklich Behördenwege übers Internet abwickeln. Das haben Sie diesen Menschen ganz bewusst verweigert. Schämen Sie sich dafür! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Großruck: Das ist unerträglich!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Großruck: Das ist unerträglich!
Das, Frau Hakl, wäre ein zeitgemäßes Gesetz, wenn man davon reden kann. (Abg. Mag. Hakl: Wir haben eine Ausschussfeststellung in diesem Sinne gemacht!) Es ist nicht fair, blinde Menschen einfach aus so einem Gesetz auszublenden, wo das doch die erste Möglichkeit gewesen wäre, dass sie wirklich Behördenwege übers Internet abwickeln. Das haben Sie diesen Menschen ganz bewusst verweigert. Schämen Sie sich dafür! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Großruck: Das ist unerträglich!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Von mir aus schenken Sie ihm den Ordnungsruf! Es ist schon passiert!
Ich habe im Stenographischen Protokoll gesehen, dass Frau Dr. Partik-Pablé – ich habe das hier heroben alles nicht gehört, so laut war es hier – durch Zuruf mehrmals und heftig einen Ordnungsruf verlangt hat, aber dann auch ihre Fraktion. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Von mir aus schenken Sie ihm den Ordnungsruf! Es ist schon passiert!) Ich habe das Protokoll gelesen, es steht viermal hintereinander innerhalb von drei Minuten „Schmiere“ drinnen – und dafür muss ich Abgeordnetem Peter Pilz einen Ordnungsruf erteilen, was ich hiemit tue.
Beifall bei den Freiheitlichen.
(Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Frage der Zustellung und der daraus erwachsenden Kosten ist gänzlich unbekannt. Und das sollten wir den Bürgerinnen und Bürgern in diesem Lande nicht zumuten. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich vertraue hier auch auf die Mitglieder der Salzburger Landesregierung, vor allen Dingen auf Landeshauptmann Schausberger und auch seinen ressortzuständigen Kollegen Eisel, die bei den künftigen Finanzausgleichsverhandlungen durchaus in der Lage sein werden, sich dieses Geld wieder zurückzuholen. Burgstaller und ihr Schattenkabinett werden da nichts aufzuweisen haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Informationen über die neuen Kommunikationstechnologien auf der einen Seite und vielleicht auf der anderen Seite irgendwann einmal demokratiepolitische Instrumente, wie die elektronische Bürgerbeteiligung, das sind künftig spannende Diskussionsmomente, die wir auch in diesem Hohen Haus noch haben werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren von der Opposition! Sie wollen mit Ihrem Rückverweisungsantrag zurück in die Vergangenheit! – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Ich möchte kurz auf meinen Vorredner replizieren. Wir beschuldigen und unterstellen der Beamtenschaft überhaupt nichts, ganz im Gegenteil: Wir haben noch immer jede Gelegenheit genützt, um uns bei den öffentlich Bediensteten sowohl des Bundes, der Länder aber auch der Gemeinden für ihre Dienstleistungen zu bedanken. – Das möchte ich in aller Klarheit hier festhalten, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich frage Sie nicht nur, was das kostet, sondern auch, wer es bezahlt. Es ist ganz lustig, wenn der Bund da bei allen Tätigkeiten über eine andere Gebietskörperschaft verfügt. Gestern haben wir von einer zukünftigen Steuerreform gehört. Dazu gibt es zwar noch kein Papier, aber auch da werden die Gemeinden wieder zur Kasse gebeten. Ich denke, dass die Gemeinden hervorragende Arbeit im Interesse der Bürgerinnen und Bürger leisten. Wenn man solche Gesetze macht, muss man auch die Finanzierung sichern! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Nichts ist paletti! Lieber Kollege Auer! Ich bin neugierig, wie wir diese Mittel in den Gemeinden aufbringen werden und wie wir – ich will es meinem Vor-Vorredner nicht noch einmal nachreden – mit der älteren Generation in dieser Angelegenheit umgehen werden. Es gibt hier viele Fragen, und daher ist die Sache gemäß dem Antrag von Kollegen Wittmann, so glaube ich, im Interesse der Österreicherinnen und Österreicher und vor allem unserer Kommunen wert, im Ausschuss noch einmal diskutiert zu werden. Ich lade Sie ein, diesem Rückverweisungsantrag zuzustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollege Pendl, es ist schon eigenartig, wie Sie den Zugang zu neuen Technologien wählen. Würde man Ihnen folgen, dann dürften wir nie auf den Computer umsteigen. Es wird nämlich immer jemanden geben, der Probleme damit hat. – Jawohl, neue Technologien bereiten Probleme, aber man kann sich diesen neuen Technologien nicht verschließen. Je früher man sich auf diese einstellt, umso eher wird Österreich vorne dabei bleiben. Das gilt für alle Generationen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Großruck: Sankt-Nimmerleins-Tag!
Nächster Punkt: Sie meinen, viele Fragen seien noch offen. Würden wir warten, bis alle Fragen, die Sie aufwerfen, geklärt werden, dann würden wir wahrscheinlich nie zu einer Beschlussfassung kommen. (Abg. Großruck: Sankt-Nimmerleins-Tag!) Da bin ich wieder einmal bei einem Punkt, der immer wieder zu bemerken ist. Wenn man auf der Homepage – und jetzt bin ich dort, wo diese Technologie hinführt – der SPÖ nachliest, dann findet man dort den Satz:
Abg. Marizzi: Richtig!
„E-Government soll den Staat den BürgerInnen näher bringen. Vermehrt soll es möglich sein, den oft mühsamen ‚Amtsweg’ per PC durchzuführen.“ (Abg. Marizzi: Richtig!)
Abg. Marizzi: Auch Wien!
Zusammenfassend kann ich daher sagen, dass dieses Gesetz auf Bundesebene höchst notwendig ist und das fortsetzt, wofür das Bundesland Salzburg Vorreiter war. (Abg. Marizzi: Auch Wien!) – Wien ist weit hinten! Seit 2002 ist zum Beispiel in Salzburg die elektronische Bezahlung von Gebühren möglich. In Wien war das erst 2003 möglich. Ich könnte Ihnen noch andere Beispiele nennen. Wien hat das erst nachher eingeführt. Ich habe nur davon gesprochen, wer Vorreiter ist; aber es ist gut, dass Wien das eingesehen hat.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Vielleicht werden ja auch Sie noch überzeugt und in Zukunft einsehen, dass wir mit diesem Gesetz genau den richtigen Weg gehen. Schade, dass Sie ihm nicht zustimmen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Aus all diesen Gründen lehnen wir dieses E-Government-Gesetz ab – nicht, weil wir uns der Notwendigkeit einer modernen Verwaltung verschließen wollen, sondern weil aus den erwähnten Gründen der Schutz des Bürgers nicht gewährleistet ist und die bestehende Vorlage – das hat man schon beim Verfassen der Vorlage gemerkt – vor allem vom Interesse der Verwaltung getragen ist und nicht vom Interesse der Bürgerinnen und Bürger. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Zickzack! – Abg. Mandak: Differenziert nennt man das!
Abgeordnete Helga Machne (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine Damen und Herren von der Opposition! Wenn man sich die Debatte so anhört – und das zieht sich ja auch schon durch den vergangenen Tag, durch die Debatte über die Steuerentlastung –, dann hat man schon den Eindruck, dass Sie immer dafür und dagegen zugleich sind. (Abg. Dr. Stummvoll: Zickzack! – Abg. Mandak: Differenziert nennt man das!) Sie alle wissen ja, dass am E-Government kein Weg vorbeiführt. E-Government ist natürlich die Zukunft und bringt Nutzen für uns alle.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Auf dieses Gesetz haben wir lange schon gewartet. E-Government ist eine Spitzensache, und das vorliegende Gesetz ist super ausgearbeitet. – Zitatende. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von der Opposition! Ich würde sagen, Sie beenden Ihren Zickzackkurs und gehen mit uns in die Zukunft! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, wenn Sie gewollt hätten – aber das war wieder einmal eine „Speed kills“-Aktion in den letzten Stunden –, dann hätten wir vier Wochen weiterverhandelt, und wir wären sicher mitgegangen. Aber das wollten Sie nicht. Daher stimmen wir gegen dieses Gesetz. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Hohes Haus! Wir werden mit diesem Gesetz den elektronischen Rechtsverkehr ermöglichen, und wir nehmen damit eine Vorreiterrolle in ganz Europa ein. Ich bin mir sicher, dass sich das E-Government bewähren wird und alle übrigen Länder des Kontinents uns in diesem Bereich folgen werden, um nicht zu sagen: uns auch darum beneiden werden! – Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich stelle fest: Nach den Vorlagen der Bundesregierung sind die Gemeinden ab dem Jahre 2008 verpflichtet, das E-Government-Gesetz in ihrem Bereich zu vollziehen. Das heißt, alle Kosten dafür fallen auf die Gemeinden und die Bürger. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (fortsetzend): Danke schön. – In diesem Zusammenhang möchte ich betonen, dass ich die Äußerungen des ÖVP-Behindertensprechers, des Kollegen Huainigg, für durchaus bedauerlich halte, da er es als besonders wichtig bezeichnet, dass der barrierefreie Zugang bis 1. Jänner 2008 sichergestellt sein sollte. Ich denke, dass es möglich wäre und viele gute Gründe dafür gibt, dass wir diesen barrierefreien Zugang für Behinderte ab sofort sicherstellen sollten. Auch das ist ein Grund mehr, unserem Rückverweisungsantrag zuzustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Wenn das der einzige Fehler wäre ...!
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Wegen eines kleinen legistischen Fehlers bei einem Datum in dem Abänderungsantrag für das Gebäude- und Wohnungsregister und für die Novellierung des Vermessungsgesetzes (Abg. Dr. Jarolim: Wenn das der einzige Fehler wäre ...!) wurde dieser Abänderungsantrag zurückgezogen und in einer korrigierten Form neu eingebracht. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Vorlesen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Vorlesen!
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Wegen eines kleinen legistischen Fehlers bei einem Datum in dem Abänderungsantrag für das Gebäude- und Wohnungsregister und für die Novellierung des Vermessungsgesetzes (Abg. Dr. Jarolim: Wenn das der einzige Fehler wäre ...!) wurde dieser Abänderungsantrag zurückgezogen und in einer korrigierten Form neu eingebracht. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Vorlesen!)
Die Abgeordneten Dr. Cap und Dr. Van der Bellen schütteln verneinend den Kopf.
Bellen? Herr Kollege Cap? (Die Abgeordneten Dr. Cap und Dr. Van der Bellen schütteln verneinend den Kopf.) – Dann ist der eine Antrag zurückgezogen.
Abg. Eder: O ja!
Ich bitte jene Damen und Herren des Hohen Hauses, die sich für den Gesetzentwurf in der Fassung des Ausschussberichtes unter Berücksichtigung des eben erwähnten Abänderungsantrages aussprechen, um ein Zeichen der Zustimmung. – Herr Kollege, Sie stimmen nicht zu? (Abg. Eder: O ja!) Kollege Posch, stimmen Sie zu oder nicht? – Das ist mehrheitlich angenommen.
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen. – Abg. Dr. Jarolim: So ein netter junger Mensch!
Wortmeldungen liegen keine vor. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen. – Abg. Dr. Jarolim: So ein netter junger Mensch!) – Ich bitte, den allgemeinen Geräuschpegel zu dämpfen!
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Wenn Ihnen nicht mehr einfällt!
Eigentlich hätten wir uns dieses Gemurre am Ende jeder Sitzung schon allein dadurch erspart, dass wir einem Untersuchungsausschuss in der Vergangenheit zugestimmt hätten. Wenn Sie schon allen rationalen Gründen für einen Untersuchungsausschuss nicht folgen wollen, dann folgen Sie wenigstens Ihrer eigenen aufrichtigen Irrationalität. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Wenn Ihnen nicht mehr einfällt!)
Abg. Murauer: Das interessiert nicht einmal mehr die Grünen!
Ich sage Ihnen, was neu ist: Neu sind die Zahlungsströme, neu sind die Spenden- und Kontenbewegungen, und das ist nicht nichts. Ich greife nur einen kleinen Aspekt heraus. (Abg. Murauer: Das interessiert nicht einmal mehr die Grünen!) – Herr Kollege Murauer! (Abg. Murauer: Ja sicher!) MAGNA spendet auch. Gestern noch hat der Herr Kabinettschef heftig dementiert. Rudas hat angekündigt (Abg. Scheibner: Der ist aber nicht von uns!), er werde sofort zum Kadi laufen.
Abg. Murauer: Ja sicher!
Ich sage Ihnen, was neu ist: Neu sind die Zahlungsströme, neu sind die Spenden- und Kontenbewegungen, und das ist nicht nichts. Ich greife nur einen kleinen Aspekt heraus. (Abg. Murauer: Das interessiert nicht einmal mehr die Grünen!) – Herr Kollege Murauer! (Abg. Murauer: Ja sicher!) MAGNA spendet auch. Gestern noch hat der Herr Kabinettschef heftig dementiert. Rudas hat angekündigt (Abg. Scheibner: Der ist aber nicht von uns!), er werde sofort zum Kadi laufen.
Abg. Scheibner: Der ist aber nicht von uns!
Ich sage Ihnen, was neu ist: Neu sind die Zahlungsströme, neu sind die Spenden- und Kontenbewegungen, und das ist nicht nichts. Ich greife nur einen kleinen Aspekt heraus. (Abg. Murauer: Das interessiert nicht einmal mehr die Grünen!) – Herr Kollege Murauer! (Abg. Murauer: Ja sicher!) MAGNA spendet auch. Gestern noch hat der Herr Kabinettschef heftig dementiert. Rudas hat angekündigt (Abg. Scheibner: Der ist aber nicht von uns!), er werde sofort zum Kadi laufen.
Abg. Neudeck: Wo kommt der her?
Wer heute nachgelesen hat, was geplant ist, wird sich eines Besseren belehren lassen und das aus gutem Grund. (Abg. Neudeck: Wo kommt der her?) – Schauen Sie, Sie sollten einigen von uns wenigstens zu Gute halten, dass wir nicht a priori auf Vorverurteilungen oder sonst etwas aufbauen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Gerade Sie!) Wir hatten im Unterausschuss das Problem, dass wir bei vielen Beraterverträgen die Dinge anders gesehen haben. Wir sind aber eines Schlechteren belehrt worden, das haben wir gestern bemerkt.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Gerade Sie!
Wer heute nachgelesen hat, was geplant ist, wird sich eines Besseren belehren lassen und das aus gutem Grund. (Abg. Neudeck: Wo kommt der her?) – Schauen Sie, Sie sollten einigen von uns wenigstens zu Gute halten, dass wir nicht a priori auf Vorverurteilungen oder sonst etwas aufbauen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Gerade Sie!) Wir hatten im Unterausschuss das Problem, dass wir bei vielen Beraterverträgen die Dinge anders gesehen haben. Wir sind aber eines Schlechteren belehrt worden, das haben wir gestern bemerkt.
Abg. Scheibner: Das bringen wir jederzeit zusammen!
Sie werden es nicht so leicht haben, uns beziehungsweise mir irgendeinen Vorwurf dahin gehend machen zu können, dass wir unsere Aussagen nicht auf Dokumenten aufbauen könnten. (Abg. Scheibner: Das bringen wir jederzeit zusammen!) Und jetzt kommen wir zu diesen neuen Fakten zurück. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nur auf Verdacht!) Kommen wir zur Magna-Spende zurück.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Nur auf Verdacht!
Sie werden es nicht so leicht haben, uns beziehungsweise mir irgendeinen Vorwurf dahin gehend machen zu können, dass wir unsere Aussagen nicht auf Dokumenten aufbauen könnten. (Abg. Scheibner: Das bringen wir jederzeit zusammen!) Und jetzt kommen wir zu diesen neuen Fakten zurück. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nur auf Verdacht!) Kommen wir zur Magna-Spende zurück.
Rufe bei der ÖVP: Möglicherweise!
Wissen Sie, wie der Vorgang möglicherweise ist? (Rufe bei der ÖVP: Möglicherweise!) Möglicherweise ist er so, wie Sie ihn in Ihren Parteizentralen ständig haben, dass näm-
Abg. Scheibner: Es ist schon schwer um diese Zeit!
lich die Industriellenvereinigung sozusagen als Zwischenstation, als Parteispendenwaschanlage dient, dass dort zweckgewidmete Gelder gepackt werden (Abg. Scheibner: Es ist schon schwer um diese Zeit!), die dann in gleicher Höhe weiter überwiesen werden.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Welche Spekulationen!
Wissen Sie, warum das so üblich ist? – Das ist nichts Gesetzwidriges. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Welche Spekulationen!) – Reden Sie nicht dazwischen! Das ist ganz normal, weil das österreichische Parteiengesetz diesen Vorgang geradezu begünstigt und herbeiführen will.
Abg. Scheibner: Sie wissen das aber sehr genau!
Das Blöde ist jetzt nur, dass das eine parteigesetzliche Frage und keine steuerrechtliche Frage ist. (Abg. Scheibner: Sie wissen das aber sehr genau!) Magna – deren Leute offensichtlich mit dieser Praxis sehr vertraut sind, daher dürften Sie öfter auf diese Art und Weise zu Spenden kommen – hat sich gedacht, wieso soll das bei der New Economy anders sein? (Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Das Blöde ist jetzt nur, dass das eine parteigesetzliche Frage und keine steuerrechtliche Frage ist. (Abg. Scheibner: Sie wissen das aber sehr genau!) Magna – deren Leute offensichtlich mit dieser Praxis sehr vertraut sind, daher dürften Sie öfter auf diese Art und Weise zu Spenden kommen – hat sich gedacht, wieso soll das bei der New Economy anders sein? (Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Abg. Mag. Mainoni: Ist das eine Vermutung oder haben Sie Beweise?
Ja, es ist Ihnen nicht eingefallen. Uns fällt es ein und auf. Es macht steuerrechtlich natürlich einen Riesenunterschied, selbstverständlich! Spätestens jetzt ist selbst der Finzsche Weißwaschsalon am Ende seines Lateins, denn hätte Magna diesem so genannten „Verein zur Förderung der New Economy“ direkt gespendet, wäre selbst Finz nicht mehr in der Lage, da einen Paravent vorzuschieben, weil das wäre selbstverständlich 1 : 1 steuerpflichtig. – Auch das ist nur ein kleiner Nebenaspekt der neuen Erkenntnisse, die sich seit gestern auftun. Und jetzt haben Sie zumindest diesen einen Aspekt bekommen. (Abg. Mag. Mainoni: Ist das eine Vermutung oder haben Sie Beweise?)
Abg. Großruck: Wieso können Sie, wenn jemand schweigt, etwas hören?
Das grundsätzliche Problem ist aber, dass wir hier einen Finanzminister haben, der sich einen Verein gründen lässt, der zur Industriellenvereinigung schnorren geht, der auch sein Geld bekommt und dessen Mitarbeiter aus dem Ministerium diese so genannte Homepage bedienen müssen. All das sind Dinge, zu denen der Herr Finanzminister mittlerweile schweigt. Er hat sich auch im Unterausschuss dazu verschwiegen, wir haben es gehört. Der Untersuchungsausschuss wäre das einzige Mittel, weil dann auch hier im Haus andere Regeln herrschen würden. (Abg. Großruck: Wieso können Sie, wenn jemand schweigt, etwas hören?) Er würde uns endlich von diesem lästigen Zustand befreien, dass ich zu Ihnen sprechen muss und Sie immer gleichlautend dazwischenrufen müssen.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Wieso Einem?
Das wäre aber eine Erkenntnis, die einigen von Ihnen zu denken geben sollte, und das ist auch passiert! Ich habe heute im Fernsehen gesehen, dass einige Abgeordnete der ÖVP – von der FPÖ ist das schon länger bekannt – gemeint haben, es wäre besser, würde der Herr Finanzminister einmal alle Dinge auf den Tisch legen, einmal unter einem das ganze Konglomerat erklären und das möglicherweise und sinnvollerweise auch dem Parlament zur Verfügung stellen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Wieso Einem?)
Abg. Mag. Molterer: Warum wissen Sie das?
Herr Kollege Molterer! Wahrscheinlich haben Sie heute ausnahmsweise die „ZiB 1“ nicht gesehen. Das war, glaube ich, ein sehr weit vorausschauender Abgeordneter Ihrer Fraktion. Machen Sie sich das dann selbst aus! Es gibt dazu mehrere Interviews, die nur noch nicht ausgestrahlt sind. Diese kommen erst in der „ZiB 3“, Sie werden dann Gelegenheit haben, diese anzusehen. (Abg. Mag. Molterer: Warum wissen Sie das?) – Ich wollte Sie nur animieren, ein bisserl mitzudenken.
Abg. Mag. Molterer: So macht man das!
Jedenfalls machen das andere Abgeordnete Ihrer Fraktion trotz dieser Dekrete, die wir hier immer vernehmen müssen, doch. Jetzt sollten Sie sich nur mehr einer Frage zuwenden. Ich lasse die anderen Dinge (Abg. Mag. Molterer: So macht man das!) wie diese Beraterkarussellverträge aus. Wenn Sie mich provozieren, Herr Kollege Molterer, sage ich Ihnen (Abg. Mag. Molterer: Kogler weiß, was in der „ZiB 3“ ausgestrahlt
Abg. Scheibner: Jetzt haben wir Sie ertappt mit der „ZiB 3“!
wird!), wie der Herr Finanzminister auf Kosten der Steuerzahler mit dem Rechnungshof umspringt, der ein Hausorgan, wie Sie immer sagen, eine Institution des Parlaments ist. Der Herr Finanzminister ist dabei ertappt worden, dass er Beraterverträge vergeben hat, die nicht passen. (Abg. Scheibner: Jetzt haben wir Sie ertappt mit der „ZiB 3“!) – Nein, nein!
Abg. Neudeck: Das sind aber alte Hüte!
Der Herr Finanzminister hat ein paar Beraterverträge in Auftrag gegeben, die wieder nicht gepasst haben. Der Rechnungshofpräsident hat ihn erwischt. Was macht der Herr Finanzminister? – Gegenüber einem Rechnungshofbericht gibt er ein weiteres Gutachten in Auftrag, um die Argumente des Rechnungshofpräsidenten zu widerlegen. Das war nicht der größere finanzielle Schaden, aber Sie haben gestern nicht richtig zugehört: Es ist ein Millionenschaden durch diese Beraterverträge entstanden, aber dazu wurde geschwiegen. Auch das hätte jedoch aufgeklärt gehört, und dazu würde es jetzt die Gelegenheit geben. (Abg. Neudeck: Das sind aber alte Hüte!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie können uns den nächsten Programmpunkt sagen!
Das war kein alter Hut, weil das haben Sie nicht wissen können, dass der Herr Finanzminister auf Steuergeldkosten ein Gutachten in Auftrag gibt, um den Rechnungshof zu widerlegen. Er ist zwar eh wieder schiffbrüchig geworden, aber das war Steuergeld, und daher hätte uns das zu interessieren. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie können uns den nächsten Programmpunkt sagen!)
Abg. Neudeck: Das wissen Sie auch schon!
Wenn Magna dem Finanzminister zigtausende Euro zukommen lässt und wenn Magna einer der Hauptnutznießer der Gegengeschäfte sein soll, wie Sie immer behaupten, dann ist es doch interessant, zu wissen, dass genau das Finanzministerium und sonst niemand erfolgreich und ständig dafür interveniert hat, dass ganz bestimmte Bewertungs- und Zahlungsvarianten im Abfangjägerdeal zur Anwendung kommen sollen. Sie wissen das ganz genau, Herr Scheibner! Die militärische Kommission wollte etwas anders, die ersten Ergebnisse waren anders, und der Rechnungshof wird das in seinem Bericht veröffentlichen. (Abg. Neudeck: Das wissen Sie auch schon!) – Das hat der Herr Verteidigungsminister selbst herausgegeben. (Abg. Scheibner: Das kommt morgen im „Morgenjournal“!)
Abg. Scheibner: Das kommt morgen im „Morgenjournal“!
Wenn Magna dem Finanzminister zigtausende Euro zukommen lässt und wenn Magna einer der Hauptnutznießer der Gegengeschäfte sein soll, wie Sie immer behaupten, dann ist es doch interessant, zu wissen, dass genau das Finanzministerium und sonst niemand erfolgreich und ständig dafür interveniert hat, dass ganz bestimmte Bewertungs- und Zahlungsvarianten im Abfangjägerdeal zur Anwendung kommen sollen. Sie wissen das ganz genau, Herr Scheibner! Die militärische Kommission wollte etwas anders, die ersten Ergebnisse waren anders, und der Rechnungshof wird das in seinem Bericht veröffentlichen. (Abg. Neudeck: Das wissen Sie auch schon!) – Das hat der Herr Verteidigungsminister selbst herausgegeben. (Abg. Scheibner: Das kommt morgen im „Morgenjournal“!)
Abg. Scheibner: Sagen Sie auch dazu, dass der Rechnungshof gesagt hat, nur diese Entscheidung ist richtig!
Die Intervention des Finanzministeriums ist am Schluss der Etappe ausschlaggebend für die Typenwahl gewesen. (Abg. Scheibner: Sagen Sie auch dazu, dass der Rechnungshof gesagt hat, nur diese Entscheidung ist richtig!) Und jetzt reimen Sie sich das zusammen. Wären Sie alle so vernünftig, wie es einzelne Kollegen schon ankündigen, dann würden wir endlich in einem Untersuchungsausschuss zum Arbeiten kommen (Abg. Scheibner: Dann müssten Sie endlich wieder etwas arbeiten!) und müssten nicht um 22 Uhr darüber debattieren, was schon längst hätte stattfinden sollen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Dann müssten Sie endlich wieder etwas arbeiten!
Die Intervention des Finanzministeriums ist am Schluss der Etappe ausschlaggebend für die Typenwahl gewesen. (Abg. Scheibner: Sagen Sie auch dazu, dass der Rechnungshof gesagt hat, nur diese Entscheidung ist richtig!) Und jetzt reimen Sie sich das zusammen. Wären Sie alle so vernünftig, wie es einzelne Kollegen schon ankündigen, dann würden wir endlich in einem Untersuchungsausschuss zum Arbeiten kommen (Abg. Scheibner: Dann müssten Sie endlich wieder etwas arbeiten!) und müssten nicht um 22 Uhr darüber debattieren, was schon längst hätte stattfinden sollen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Die Intervention des Finanzministeriums ist am Schluss der Etappe ausschlaggebend für die Typenwahl gewesen. (Abg. Scheibner: Sagen Sie auch dazu, dass der Rechnungshof gesagt hat, nur diese Entscheidung ist richtig!) Und jetzt reimen Sie sich das zusammen. Wären Sie alle so vernünftig, wie es einzelne Kollegen schon ankündigen, dann würden wir endlich in einem Untersuchungsausschuss zum Arbeiten kommen (Abg. Scheibner: Dann müssten Sie endlich wieder etwas arbeiten!) und müssten nicht um 22 Uhr darüber debattieren, was schon längst hätte stattfinden sollen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Oj-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das können wir untersuchen!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Die Wahlkampfstrategen, die Analytiker der SPÖ sind nach der Nationalratswahl 2002 zur Erkenntnis gekommen, dass es unter anderem ein Fehler war – Zitat –, Karl-Heinz Grasser im Wahlkampf nicht attackiert zu haben. (Oj-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das können wir untersuchen!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Liebe Kollegen Kogler und Kräuter, Sie haben es vielleicht noch nicht bemerkt, wir haben keinen Wahlkampf mehr. Sie kommen wie so oft auch diesmal zu spät, aber das dafür – das attestiere ich – mit Ausdauer und Hartnäckigkeit. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Ja-Rufe bei den Grünen. – Demonstrativer Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich bin fast versucht, selbst einen Antrag auf Untersuchungsausschuss einzubringen. (Ja-Rufe bei den Grünen. – Demonstrativer Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wissen Sie, was ich dabei untersuchen lassen würde? – Was hat dieser Finanzminister Karl-Heinz Grasser, was seine erfolglosen Vorgänger Staribacher, Klima und Edlinger nicht hatten? – Das wäre einmal wert, untersucht zu werden! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Gáal: Anständigkeit!
Wissen Sie, wie ich das in Anlehnung an Ihren neun Punkte umfassenden Antrag begründen würde? (Abg. Gáal: Anständigkeit!) – Karl-Heinz Grasser hat erstens im Budget 2001 erstmals nach 30 Jahren einen Überschuss erwirtschaftet. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wissen Sie, wie ich das in Anlehnung an Ihren neun Punkte umfassenden Antrag begründen würde? (Abg. Gáal: Anständigkeit!) – Karl-Heinz Grasser hat erstens im Budget 2001 erstmals nach 30 Jahren einen Überschuss erwirtschaftet. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Wurm: Auf wessen Kosten?
Karl-Heinz Grasser hat zweitens im Jahr 2002 das Budget ausgeglichen gestaltet. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Wurm: Auf wessen Kosten?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neudeck: Aber bei uns war es noch null!
Karl-Heinz Grasser hat drittens das Budget 2003 trotz Konjunkturflaute und entgegen dem Budgetvoranschlag mit einem Defizit von gerade einmal 0,9 Prozent abgeschlossen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neudeck: Aber bei uns war es noch null!)
Beifall bei der ÖVP.
Karl-Heinz Grasser hat viertens durch die Konjunkturpakete I und II ein zusätzliches Wirtschaftswachstum in diesem Land von 0,5 Prozent generiert. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Karl-Heinz Grasser hat mittels Wachstumspaket 2003 noch einmal ein Wachstum in der Höhe von 0,5 Prozent generiert, und er hat sechstens den Schuldenstand der ÖIAG von 6,3 Milliarden auf 1,7 Milliarden reduziert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Karl-Heinz Grasser hat siebtens mit einer Verwaltungsreform und Einsparungen die Grundlage dafür geschaffen, dass wir jetzt achtens im Jahr 2004 die Steuerzahler um 500 Milliarden € und neuntens im Jahr 2005 um noch einmal 2,5 Milliarden € entlasten können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Liebe Freunde von der Opposition! Sie wollen den Vorgang der Abfangjägerbeschaffung untersuchen lassen. Das hat der Rechnungshof bereits getan und festgestellt, dass dieser Vorgang korrekt und einwandfrei abgelaufen ist. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Einem: Das hat schon Staatssekretär Finz untersucht!
Liebe Freunde! Sie wollen die Steuerpflicht bei Homepage und Honoraren des Finanzministers beziehungsweise des Vereines untersuchen lassen. Die Finanzbehörden haben längst festgestellt, dass alles steuerlich korrekt abgelaufen ist. (Abg. Dr. Einem: Das hat schon Staatssekretär Finz untersucht!)
Abg. Dr. Cap: Weihrauch!
Sie wollen die Vergabe von Beratungsaufträgen untersuchen lassen. (Abg. Dr. Cap: Weihrauch!) Das wird der Rechnungshof zu gegebener Zeit zu überprüfen haben, und wir können dann selbstverständlich dazu Stellung nehmen. (Abg. Dr. Cap: Weihrauch!) Tatsache ist, dass entgegen Ihren Behauptungen der Herr Finanzminister im
Abg. Dr. Cap: Weihrauch!
Sie wollen die Vergabe von Beratungsaufträgen untersuchen lassen. (Abg. Dr. Cap: Weihrauch!) Das wird der Rechnungshof zu gegebener Zeit zu überprüfen haben, und wir können dann selbstverständlich dazu Stellung nehmen. (Abg. Dr. Cap: Weihrauch!) Tatsache ist, dass entgegen Ihren Behauptungen der Herr Finanzminister im
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Rechnungshofunterausschuss stundenlang, also nicht so, wie Sie vorher behauptet haben, keine Auskünfte gegeben hat, sondern stundenlang entgegen der üblichen Praxis zur Verfügung gestanden ist und alle Auskünfte gegeben hat, die von ihm verlangt wurden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Cap: Nicht so blöd!
Meine Damen und Herren! Der Gipfel der Hilflosigkeit dieses Antrages ist Punkt 7, den Sie hier beantragen. Der Finanzminister hat gesagt, er sei beim Umgang mit den Bestimmungen des Unvereinbarkeitsgesetzes schlecht oder falsch beraten worden. Sie wollen allen Ernstes, Organisations- und Personalführungsmängel im Bereich des Finanzministeriums untersuchen lassen, die zur falschen Beratung des Bundesministers im Umgang mit den Bestimmungen des Unvereinbarkeitsgesetzes geführt haben? (Abg. Dr. Cap: Nicht so blöd!) Dafür wollen Sie einen Ausschuss bemühen, und dafür wollen Sie Steuergeld verwenden? (Ja-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das sind lauter SPÖ-Beamte!)
Ja-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das sind lauter SPÖ-Beamte!
Meine Damen und Herren! Der Gipfel der Hilflosigkeit dieses Antrages ist Punkt 7, den Sie hier beantragen. Der Finanzminister hat gesagt, er sei beim Umgang mit den Bestimmungen des Unvereinbarkeitsgesetzes schlecht oder falsch beraten worden. Sie wollen allen Ernstes, Organisations- und Personalführungsmängel im Bereich des Finanzministeriums untersuchen lassen, die zur falschen Beratung des Bundesministers im Umgang mit den Bestimmungen des Unvereinbarkeitsgesetzes geführt haben? (Abg. Dr. Cap: Nicht so blöd!) Dafür wollen Sie einen Ausschuss bemühen, und dafür wollen Sie Steuergeld verwenden? (Ja-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das sind lauter SPÖ-Beamte!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Hilflosigkeit dieses Antrages ist wirklich nicht mehr zu überbieten. Meine Damen und Herren! So einen Antrag kann man nur ablehnen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ah-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr spricht Herr Abgeordneter Dr. Kräuter zu uns. Redezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Ah-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Am Wort ist der Redner!
Abg. Neudeck – in Richtung des Redners –: Der Aufdecker!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Neudeck – in Richtung des Redners –: Der Aufdecker!) Hunderttausende Fernsehzuschauer haben sich heute bei der Fragestunde die Augen gerieben (Abg. Neudeck: Weil sie noch geschlafen haben!), sie haben es nämlich nicht geglaubt, was sie da sehen und auch hören mussten, nämlich Karl-Heinz Grasser im O-Ton – ich zitiere –: Es gibt keine unterschiedlichen Aussagen vom Finanzstaatssekretär und vom Finanzminister in der Steuercausa. – Zitatende.
Abg. Neudeck: Weil sie noch geschlafen haben!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Neudeck – in Richtung des Redners –: Der Aufdecker!) Hunderttausende Fernsehzuschauer haben sich heute bei der Fragestunde die Augen gerieben (Abg. Neudeck: Weil sie noch geschlafen haben!), sie haben es nämlich nicht geglaubt, was sie da sehen und auch hören mussten, nämlich Karl-Heinz Grasser im O-Ton – ich zitiere –: Es gibt keine unterschiedlichen Aussagen vom Finanzstaatssekretär und vom Finanzminister in der Steuercausa. – Zitatende.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine Damen und Herren! Die ganze Welt weiß, dass Grasser immer behauptet, es ist privat, und Finz behauptet, es ist dienstlich. Zu Recht haben sich die beiden Kommentare eingehandelt, wie zum Beispiel jenen im morgigen „Standard“, die nicht ohne sind – ich zitiere –: Es „leistete sich Grasser eine Frechheit dem Parlament gegenüber, die ihn endgültig als jugendlich-arroganten Verächter demokratischer Institutionen ausweist“. – Gute Nacht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Großruck: ... ich werde fragen: Was ist Ihnen lieber: Kräuter oder Grasser?!
Aber es ist auch nicht von schlechten Eltern, was Sie sich gestern geleistet haben. Sie haben nämlich beschlossen, dass keine Fragen offen sind, dass alles bis ins Detail geklärt ist. Meine Damen und Herren! Hand aufs Herz! Herr Kollege Großruck, was sagen Sie am Wochenende in Ihrem Wahlkreis, wenn man Sie fragt: Was ist denn los mit Grasser? Was werden Sie da sagen? Werden Sie sagen, es seien keine Fragen offen, es seien alle Details geklärt? Werden Sie das sagen? (Abg. Großruck: ... ich werde fragen: Was ist Ihnen lieber: Kräuter oder Grasser?!)
Abg. Scheibner: Was haben wir alles gesagt?
Was haben die Damen und Herren von der FPÖ schon vor drei Monaten gesagt? (Abg. Scheibner: Was haben wir alles gesagt?) Und damals war die Suppe noch wesentlich dünner, meine Damen und Herren! Sie war damals auch schon vom Grasser selbst dick eingebrockt. (Abg. Neudeck: Da haben Sie sich etwas eingebrockt!) – Zum
Abg. Neudeck: Da haben Sie sich etwas eingebrockt!
Was haben die Damen und Herren von der FPÖ schon vor drei Monaten gesagt? (Abg. Scheibner: Was haben wir alles gesagt?) Und damals war die Suppe noch wesentlich dünner, meine Damen und Herren! Sie war damals auch schon vom Grasser selbst dick eingebrockt. (Abg. Neudeck: Da haben Sie sich etwas eingebrockt!) – Zum
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Haben Sie selbst auch noch etwas?
Auch Karl Schnell sagt, er hat das Gefühl, dass man von den Unregelmäßigkeiten des Herrn Grasser ablenken will. Wenn man Grasser weiterhin die Mauer macht, dann findet das nicht mehr seine Zustimmung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Haben Sie selbst auch noch etwas?) – Ich habe noch etwas, Kollege Scheibner.
Abg. Miedl: Kollege! Welcher Verein hat denn eine Steuernummer?
Meine Damen und Herren! Da Grasser so drängt, dass sich die Justiz beeilen möge, sage ich Ihnen Folgendes: Jetzt gibt es diesen Verein einige Jahre, und es sind dort etwa 5 Millionen Schilling oder 350 000 € geparkt. Dieser Verein hat – Stand vorgestern – noch nicht einmal eine Steuernummer. Das möchten Sie als Normalsterblicher in dieser Republik einmal probieren. – Das zur Korruption, meine Damen und Herren! (Abg. Miedl: Kollege! Welcher Verein hat denn eine Steuernummer?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren! Diese Mücke ist längst ein Elefant, und was den Bauchfleck betrifft, den werden Sie absolvieren am 7. März, nämlich in Kärnten und in Salzburg. – Gute Nacht! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Cap: Halleluja!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr gelangt Herr Abgeordneter Neudeck für 5 Minuten ans Rednerpult. – Bitte. (Abg. Dr. Cap: Halleluja!)
Abg. Scheibner: Er war Ministrant!
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Zweitklubobmann Cap, wenn Sie „Halleluja“ singen, weiß ich nicht, was das soll. Wahrscheinlich ist es der Dank für die Abschreibung des Kirchenbeitrages. (Abg. Scheibner: Er war Ministrant!) – Sie waren Ministrant, Herr Cap; na ja, nie in
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP
Kollege Kogler, ich hatte immer ein bisschen Angst, wenn es geheißen hat: der Grün-Anteil im ORF!, denn ich hatte immer gedacht, das sei Raiffeisen, jetzt weiß ich, dass Sie das sind, denn Sie haben eine Programmvorschau (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP) und wissen schon genau, was wann kommt.
Heiterkeit.
Bei den Ausführungen des Kollegen Kopf, bei dem ich mir eigentlich gedacht hatte, dass ich dem, was er sagt, nichts hinzufügen kann, ist mir, als er die Zahlen genannt hat, aufgefallen: Solange Bundesminister Grasser Freiheitlicher war, war seine Performance wesentlich besser! (Heiterkeit.) Jetzt ist er der Unabhängige – irgendwie wird er sich entscheiden müssen.
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Zum Ernst der Sache – Kollege Cap, Sie schauen so böse. Lächeln Sie ein bisschen! Ich mache das auch, wenn Sie reden. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ruf bei der SPÖ: Sozialdemokratisch!
Auch wenn Sie an der konstruktiven Arbeit scheitern, meine Damen und Herren von der Opposition, bei Ihrem Vernichtungsfeldzug gegen Grasser haben Sie ganze Arbeit geleistet. Ich habe das Gefühl, das „S“ in „SPÖ“ steht nicht für „sozial“, sondern für Skandalisierungspartei, meine Damen und Herren! (Ruf bei der SPÖ: Sozialdemokratisch!)
Zwischenruf bei der SPÖ
Meine Damen und Herren! Ich erinnere mich an Ihre Aufregung, als die Riemergasse übersiedelt ist (Zwischenruf bei der SPÖ) – warten Sie, der Bogen spannt sich so weit, dass wir zu Grasser kommen! – in ein neues, modernes Gebäude. Die Miete dort ist
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren von der Opposition! Sie werden sich daher nicht wundern, dass wir Ihrem Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses nicht zustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)