Eckdaten:
Für die 15. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 1005 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Heiterkeit bei den Grünen.
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Sehr geehrter Herr Universitätsdozent, Erster Präsident des Nationalrates Dr. Khol! Ich habe mich erkundigt: Sie sind genauso Professor wie ich, daher: Sagen Sie in Zukunft lieber „Herr Doktor“ zu mir. (Heiterkeit bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das ist eine zweifellos sehr hoch gelegte Latte. Nun verfügen wir zwar im Parlament über einen Hürdenläufer, aber Stabhochspringer sind in der Bundesregierung selten – und diese Latte beginnt daher zu wackeln. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Bei diesem Gedanken an Selbstbehalte – dieses Gefühl habe ich zumindest – beginnt sofort die Assoziation damit, dass das „wunderbare“ Steuerungs- und Lenkungsinstrumente sind, aber auch „wunderbare“ Finanzierungsinstrumente, und da galoppieren Ihre Gedanken offensichtlich nur mehr in eine Richtung. Meinen Informationen nach war diese Erfindung von Selbstbehalten eine der Privatoffenbarungen, die Schüssel überfallen hat, und da habe ich schon den Eindruck – jetzt bitte nicht böse zu sein! –, dass bei ihm dann alles in eine Richtung galoppiert ist, bevor er zu denken angefangen, bevor er zu reflektieren begonnen hat, welche Folgen und Auswirkungen das hat. – Das kann es aber meiner Überzeugung nach nicht sein! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das ist interessant!
Ich komme noch kurz auf unsere Koalitionsgespräche mit der ÖVP zurück. (Abg. Scheibner: Das ist interessant!) Da haben wir von Harmonisierung der Selbstbehalte auf einem einheitlichen Niveau gesprochen, haben uns allerdings dagegen ausgesprochen, Selbstbehalte als zusätzliche Einnahmequelle zu deklarieren. Bartenstein hat sogar zugegeben, er fürchte dasselbe wie bei den Ambulanzgebühren; man sollte eine Pilot-Studie in einem Bundesland machen. – Nichts von dem ist geschehen! Nichts davon ist geblieben!
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Zum Schluss: Arme Kassen werden gezwungen sein, mehr einzufordern. Aber warum sind diese Kassen arm? – Weil ihre Versicherten arm sind: Arbeitslose, Mutterschutz et cetera. Das heißt, die Katze beißt sich doch da in den Schwanz. Die Gesundheit kommt nicht vorwärts! (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich würde einen Dialog empfehlen. Der Herr Bundeskanzler hat ja von beiden Händen gesprochen, die ausgestreckt wären. – Mein Appell: Reichen wir uns diese zum Dialog, solange wir sie noch haben! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Gesundheitsreform statt Krankensteuer – da bin ich ganz bei Ihnen, Herr Dr. Grünewald. Uns geht es darum, in Österreich ein qualitativ hochwertiges Gesundheitssystem mit einem niederschwelligen sozialen Zugang sicherzustellen. Das heißt, jeder, der in Österreich krank ist und Hilfe braucht, bekommt diese, und zwar unabhängig von Alter, Einkommen oder Wohnort. Und dieses System, das gut ist, wollen wir auch in Zukunft erhalten. Daran ist nicht zu rütteln! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir möchten, dass jeder Patient/jede Patientin in Österreich auch in Hinkunft all das bekommt, was er/sie für seine/ihre Gesundheit braucht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Sozialversicherungsträgern ein Modell erarbeiten soll, das sozial gestaltet ist, das gedeckelt ist, auch keine Überbelastung von chronisch Kranken und kinderreichen Familien bringt und gemeinsam mit der Selbstverwaltung der Sozialgemeinschaft in den Sozialversicherungsträgern gestaltet werden soll. Die beiden ausgestreckten Hände, die Sie verlangt haben, sind genau dieses Modell, und niemand versucht, irgendjemandem etwas überzustülpen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir haben uns vorgenommen, aus der Krankenversicherung Gesundheitsservicezentren zu machen, damit Österreicherinnen und Österreicher in Hinkunft möglichst gar nicht erst krank werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Wir werden daher einen Schwerpunkt unserer Arbeit neben der Pflichtübung, nämlich der Sanierung und Finanzierung des Krankenversicherungssystems, vor allem auch in der Gesundheitsvorsorge setzen. Wir möchten Gesundheitspolitik neu denken. Wir möchten, dass einfach jedem Österreicher und jeder Österreicherin bewusst wird, dass Krankheit nicht nur das höchste Gut ist, sondern dass sie auch nicht selbstverständlich ist. (Abg. Mag. Posch: Krankheit ist das „höchste Gut“?) – Bitte um Entschuldigung! Ich wollte natürlich sagen, dass Gesundheit das höchste Gut ist, dass sie aber nicht selbstverständlich ist, sondern dass wir auch etwas dazu tun müssen. (Abg. Parnigoni: Für die Ärzte ist Krankheit das höchste Gut!) Es ist mir daher ganz besonders wichtig, das Gesundheitsbewusstsein der Österreicherinnen und Österreicher zu heben und sicherzustellen, dass sie auch um ihre Gesundheitsvorsorge wissen.
Abg. Mag. Posch: Krankheit ist das „höchste Gut“?
Wir haben uns vorgenommen, aus der Krankenversicherung Gesundheitsservicezentren zu machen, damit Österreicherinnen und Österreicher in Hinkunft möglichst gar nicht erst krank werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Wir werden daher einen Schwerpunkt unserer Arbeit neben der Pflichtübung, nämlich der Sanierung und Finanzierung des Krankenversicherungssystems, vor allem auch in der Gesundheitsvorsorge setzen. Wir möchten Gesundheitspolitik neu denken. Wir möchten, dass einfach jedem Österreicher und jeder Österreicherin bewusst wird, dass Krankheit nicht nur das höchste Gut ist, sondern dass sie auch nicht selbstverständlich ist. (Abg. Mag. Posch: Krankheit ist das „höchste Gut“?) – Bitte um Entschuldigung! Ich wollte natürlich sagen, dass Gesundheit das höchste Gut ist, dass sie aber nicht selbstverständlich ist, sondern dass wir auch etwas dazu tun müssen. (Abg. Parnigoni: Für die Ärzte ist Krankheit das höchste Gut!) Es ist mir daher ganz besonders wichtig, das Gesundheitsbewusstsein der Österreicherinnen und Österreicher zu heben und sicherzustellen, dass sie auch um ihre Gesundheitsvorsorge wissen.
Abg. Parnigoni: Für die Ärzte ist Krankheit das höchste Gut!
Wir haben uns vorgenommen, aus der Krankenversicherung Gesundheitsservicezentren zu machen, damit Österreicherinnen und Österreicher in Hinkunft möglichst gar nicht erst krank werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Wir werden daher einen Schwerpunkt unserer Arbeit neben der Pflichtübung, nämlich der Sanierung und Finanzierung des Krankenversicherungssystems, vor allem auch in der Gesundheitsvorsorge setzen. Wir möchten Gesundheitspolitik neu denken. Wir möchten, dass einfach jedem Österreicher und jeder Österreicherin bewusst wird, dass Krankheit nicht nur das höchste Gut ist, sondern dass sie auch nicht selbstverständlich ist. (Abg. Mag. Posch: Krankheit ist das „höchste Gut“?) – Bitte um Entschuldigung! Ich wollte natürlich sagen, dass Gesundheit das höchste Gut ist, dass sie aber nicht selbstverständlich ist, sondern dass wir auch etwas dazu tun müssen. (Abg. Parnigoni: Für die Ärzte ist Krankheit das höchste Gut!) Es ist mir daher ganz besonders wichtig, das Gesundheitsbewusstsein der Österreicherinnen und Österreicher zu heben und sicherzustellen, dass sie auch um ihre Gesundheitsvorsorge wissen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich bitte Sie, diese nationale Bewegung, die wir in den nächsten drei Jahren in allen Altersgruppen erreichen wollen – angefangen von den Schülern, über die Berufstätigen, bis hin zu den Pensionisten –, zu unterstützen und gemeinsam etwas zu tun, dass die Österreicherinnen und Österreicher gesund bleiben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Erwin Rasinger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Minister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Grünewald, Sie haben heute von diesem Rednerpult aus einen Vorwurf erhoben, den ich als Arzt nicht so stehen lassen möchte. Sie haben da so „locker vom Hocker“ gesagt, die ÖVP oder die Regierung würde die österreichischen Kranken nach dem Motto behandeln: Wer krank ist, ist selber schuld! – Ich glaube, als Arzt sollten Sie mit solchen Vorwürfen vorsichtiger umgehen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Es ist dies nämlich eine Unterstellung, die durch nichts, durch gar nichts untermauert ist.
Abg. Parnigoni: ... Sonderklasse!
Sie haben an Verhandlungen teilgenommen, und Sie wissen genau – ich kann Ihnen die entsprechende Passage der Regierungserklärung vorlesen –, Bundeskanzler Schüssel hat sich ausdrücklich zum Weltklasse-System bekannt und zu einem Zugang zur medizinischen Versorgung unabhängig vom Einkommen, unabhängig von der Region und unabhängig von der Art der Erkrankung. (Abg. Parnigoni: ... Sonderklasse!)
Rufe bei den Grünen: Selber zahlen!
Sie als Arzt wissen ganz genau, dass jährlich 20 000 Menschen einen Schlaganfall erleiden. Das würde in zwei Jahren der Bevölkerung einer Stadt in der Größe von St. Pölten entsprechen. Die Betreuung der Patienten kostet Geld, und wir bekennen uns dazu. (Rufe bei den Grünen: Selber zahlen!)
Abg. Dr. Grünewald: Wir sind in Österreich!
Schauen Sie nach Deutschland! (Abg. Dr. Grünewald: Wir sind in Österreich!) In Deutschland wurde durch bürokratische Maßnahmen von Rot-Grün – bitte: Rot-Grün! – den Patienten eine ganze Reihe von Medikamenten verweigert. Und Sie wissen auch ganz genau, dass in Deutschland nur jeder zehnte Alzheimer-Patient sein Medikament bekommt, weil das von der Bürokratie her den Ärzten „abgedreht“ wurde. Also tun Sie nicht so, als ob wir auf der Insel der Seligen wären und Sie die Solidarität erfunden hätten! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Schauen Sie nach Deutschland! (Abg. Dr. Grünewald: Wir sind in Österreich!) In Deutschland wurde durch bürokratische Maßnahmen von Rot-Grün – bitte: Rot-Grün! – den Patienten eine ganze Reihe von Medikamenten verweigert. Und Sie wissen auch ganz genau, dass in Deutschland nur jeder zehnte Alzheimer-Patient sein Medikament bekommt, weil das von der Bürokratie her den Ärzten „abgedreht“ wurde. Also tun Sie nicht so, als ob wir auf der Insel der Seligen wären und Sie die Solidarität erfunden hätten! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Das stimmt ja nicht!
Selbstbehalte sind notwendig, Selbstbehalte sollen aber Patienten nicht abhalten von Leistungen, und der Auftrag der Regierung an die Sozialversicherung ist sehr klar, sehr simpel: Selbstbehalte müssen sozial verträglich sein! Die Größenordnung, über die wir reden, ist in etwa ein Prozent der Kasseneinnahmen. (Abg. Öllinger: Das stimmt ja nicht!) Da können Sie wirklich nicht sagen, dass das eine Überbelastung ist, noch dazu, da noch keiner weiß, wie das Modell ausschaut, wie hoch dieser Betrag tatsächlich sein wird. Sie aber sind offensichtlich erleuchtet!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Grünewald: Weil nur die Kranken zahlen!
Ich bin so wie Sie Arzt und lasse diesen Vorwurf: Wer krank ist, ist selber schuld!, nicht so stehen. Ich finde diesen Vorwurf eigentlich skandalös! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Grünewald: Weil nur die Kranken zahlen!)
Abg. Dr. Grünewald: Herr Rasinger, Sie reden immer von etwas anderem!
Sie betreiben meiner Meinung nach Realitätsverweigerung. Wenn man dem Gesundheitswesen kein Geld zuführt, was passiert denn dann? – Dann müssen Sie verdeckt rationieren! (Abg. Dr. Grünewald: Herr Rasinger, Sie reden immer von etwas anderem!) Dann müssen Sie
Abg. Dr. Grünewald: Das ist Utopie!
Wir brauchen Geld, damit wir die Vorsorge verbessern. Es wäre ein schönes Ziel, wenn Sie mit uns mitgehen und sagen würden: Wir reduzieren die Sterblichkeitsrate bei Frauen mit Brustkrebs um 50 Prozent! (Abg. Dr. Grünewald: Das ist Utopie!), wenn Sie sagen würden: Füllen wir die weißen Flecken!, wenn Sie sagen würden: Machen wir etwas bei der Kinderkrebsrehabilitation, machen wir etwas bei der Krebsrehabilitation, bauen wir die Hospize aus! (Abg. Dr. Grünewald: Das machen Sie ja nicht!)
Abg. Dr. Grünewald: Das machen Sie ja nicht!
Wir brauchen Geld, damit wir die Vorsorge verbessern. Es wäre ein schönes Ziel, wenn Sie mit uns mitgehen und sagen würden: Wir reduzieren die Sterblichkeitsrate bei Frauen mit Brustkrebs um 50 Prozent! (Abg. Dr. Grünewald: Das ist Utopie!), wenn Sie sagen würden: Füllen wir die weißen Flecken!, wenn Sie sagen würden: Machen wir etwas bei der Kinderkrebsrehabilitation, machen wir etwas bei der Krebsrehabilitation, bauen wir die Hospize aus! (Abg. Dr. Grünewald: Das machen Sie ja nicht!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir von der ÖVP, wir von der Regierung wollen gleichen Zugang – unabhängig vom Einkommen! Das ist unser Credo! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Was wollen Sie dann?
Abgeordneter Manfred Lackner (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Geschätzte Damen und Herren des Hohen Hauses! Ich will keine Zwei-Klassen-Medizin, ich will keine Beitragserhöhungen und ich will keine neuen Selbstbehalte. (Abg. Mag. Molterer: Was wollen Sie dann?) – So weit eines der weiteren oder der vielen vordergründigen Versprechen des Herrn Bundeskanzlers vom 9. Juli 2002.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Es ist nachgewiesen, meine Damen und Herren, dass die Gesundheitschancen entsprechend dem Einkommen und dem sozialen Status unterschiedlich sind. Daher ist es für mich wichtig festzuhalten: Die gesundheitliche Versorgung ist ein öffentliches Anliegen und nicht die Privatsache der Bürgerinnen und Bürger dieses Landes! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Insgesamt, meine Damen und Herren, zieht die abschreckende Wirkung insbesondere für Bezieher niedriger Einkommen nachteilige gesundheitliche Folgen und Mehrkosten nach sich. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Die Finanzierung ist natürlich regressiv. An Stelle eines solidarischen Risikoausgleichs werden kranke und sozial schwache Menschen unmittelbar belastet. Deswegen bewerten gesundheitspolitische Analysen Selbstbehalte als ungeeignetes Instrument, um zu den Zielen Gerechtigkeit und Effizienz beizutragen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Verantwortung in den Vordergrund stellt. Ein Beitrag zur Lösung von strukturellen Problemen im Gesundheitswesen wird damit aber nicht geleistet. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! Es ist gestern von Ihnen sehr viel von Glaubwürdigkeit und Vertrauen gesprochen worden. Wie würden Sie nunmehr die Aussage des Bundeskanzlers vom 9. Juli 2002 in Anbetracht der gewaltigen Belastungen für kranke und sozial schwache Menschen in diesem Lande bewerten? – Ich kann die Antwort gerne vorwegnehmen: Das ist, und daran gibt es nichts zu rütteln, ein massiver Vertrauensbruch des Bundeskanzlers gegenüber den Menschen in diesem Lande, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Geschätzte Damen und Herren! Nicht Reformen im Gesundheitsbereich sind die Leitmotive Ihres politischen Handelns, sondern der Griff in die Brieftaschen kranker und sozial schwacher Menschen. Dies wird von uns verurteilt, und diesen Weg wird man mit uns sicher nicht gehen können! – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daraus folgere ich jetzt: Eine Reform muss es geben, denn wenn nichts geschieht, wenn nicht aktiv gehandelt wird, dann wird etwas passieren. Dann wird das Niveau des öffentlichen Gesundheitssystems schleichend sinken. Manche werden es bemerken, manchen wird es gar nicht so bewusst werden, und nur jene, die über genügend Kapital verfügen, die sich Privatleistungen zukaufen können, werden dann alles ausnützen können, was zu guter Letzt alle finanzieren. Und das darf nicht passieren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
gab eine Reihe von Selbstbehalten, und diese gibt es noch! – Soviel zur „Redlichkeit“ der Diskussion. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich appelliere an Sie: Ein Politiker, der seine Verantwortung ernst nimmt, ist nicht aufgerufen, jeweils das zu sagen, was sich am ehesten anbietet, sondern er ist aufgerufen, das Notwendige zu erkennen und die Bürger davon zu überzeugen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Rasinger: Sie sind ein Traumdeuter! Sie verunsichern die Patienten!
Was heißt das? – Wir werden jetzt damit konfrontiert, dass der Hauptverband gemeinsam mit den Kassen Selbstbehaltregelungen ausarbeiten soll, die er vor 2005 gar nicht in einer sinnvollen Weise umsetzen kann. Und, Herr Rasinger, da hilft mir die Erklärung von Ihnen nichts, dass die zusätzlichen Selbstbehalte ja nur ein Prozent der Gesundheitskosten insgesamt ausmachen. Das stimmt doch nicht, und das wissen Sie auch! 250 bis 400 Millionen € betragen die zu erwartenden Einnahmen aus den Selbstbehalten. Es wurde uns immer wieder gesagt: Das erwarten wir uns zusätzlich. Das sind nicht ein Prozent der Kosten, das ist wesentlich mehr! (Abg. Dr. Rasinger: Sie sind ein Traumdeuter! Sie verunsichern die Patienten!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Rasinger: Sie verunsichern die Patienten! Finden Sie das fair?
Wenn Sie glauben, mit einem Prozent können Sie das Gesundheitssystem finanzieren, dann täuschen Sie die Bevölkerung noch einmal! Es braucht wesentlich mehr, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Rasinger: Sie verunsichern die Patienten! Finden Sie das fair?)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Kehren Sie zurück zum Dialog, machen Sie Reformen – und nicht Parteipolitik! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Die FPÖ ist schon depressiv!
In meiner psychotherapeutischen Praxis – und meinen Berufskollegen geht es ebenso – arbeite ich immer mehr mit Menschen, die an Depressionen leiden. Stellen Sie sich bitte Folgendes vor: Sie wären an meiner Stelle in meiner Praxis. (Abg. Parnigoni: Die FPÖ ist schon depressiv!) Eine Frau sitzt weinend vor Ihnen. Sie ist nicht mehr in der Lage, die Kinder zu betreuen. Sie kann ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen. Sie hat keine Kraft für die tagtäglichen Anforderungen des Lebens. – Dies zeigt die Dringlichkeit, solchen Menschen so gut wie möglich helfen zu können. Aber: Gerade in diesem Bereich der psychotherapeutischen Leistungen haben wir durch das Zuschusssystem eindeutig den höchsten Selbstbehalt. Es ist also ein Umbau notwendig.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abschließend hätte ich noch einen Vorschlag im Sinne dieser Vorsorge: Erweitern wir die Gesundenuntersuchungen um den psychischen Bereich, damit wir dem ganzheitlichen medizinischen Ansatz im Sinne von Einheit von Geist, Seele und Körper gerecht werden! Das werden uns viele Österreicherinnen und Österreicher danken. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin sehr froh über das Thema der Aktuellen Stunde und diese Diskussion, weil die derzeitige Diskussion über die Pensionskürzungsaktion dieser Bundesregierung natürlich alles andere überschattet. Das ist klar. Diese Pensionskürzungsaktion ist auch der massivste Eingriff in die Lebensplanung der Menschen. Damit wird aber eine Reihe anderer unredlicher Absichten, die diese Bundesregierung in das Budgetbegleitgesetz hineingepackt hat, überschattet. Die Einführung der Selbstbehalte, die wir jetzt diskutieren, ist eine dieser weiteren unredlichen Absichten dieser Bundesregierung. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Jetzt mag schon sein, dass Sie Ihr eigenes „Geschwätz“ nicht „schert“. Traurig ist nur, dass Sie sich nicht um die Anliegen der Menschen scheren, dass Sie sich nicht darum scheren, wie es kranken Menschen geht und vor allem jenen Menschen, die nicht über ein Einkommen wie Sie verfügen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Bevölkerung hat es sich nicht verdient, dass Sie versuchen, in einem Budgetbegleitgesetz weitere Selbstbehalte und somit die Ambulanzgebühr II zu verstecken, sondern Österreich würde schon eine Gesundheitsreform brauchen, eine Gesundheitsreform, die dahin geht, unser hervorragendes Gesundheitssystem sicherzustellen und noch weiter auszubauen, damit es auf neue Erkrankungen, auf neue Herausforderungen auch reagieren kann. Österreich braucht ein Gesundheitssystem, im Rahmen dessen alle eine erstklassige Versorgung bekommen, und das unabhängig vom Einkommen. Das garantieren Sie nicht. Sie gehen also den falschen Weg! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
ist, wenn sich jemand herausstellt und sagt, wie schlecht alles sei. Ich kann Ihnen sagen – ich bin sehr oft mit Ärzten zusammen und weiß es aus verschiedenen Studien –, wir haben ein sehr gutes System, und das wird uns auch immer wieder konstatiert. Ich bin auch sehr zufrieden und immer noch gesund. Das, was die Menschen überhaupt nicht hören wollen beziehungsweise was sie nicht verstehen können, ist, wenn sich jemand herstellt und sagt, wie schlecht alles sei und was wir alles nicht hätten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe des Abg. Parnigoni. – Abg. Scheibner: Ist es unsozial bei den ÖBB?
Es gibt ja Vorschläge, 5 beziehungsweise 10 € pro Arztbesuch einzuheben. Wir hingegen bevorzugen ein einheitliches System, eine Selbstbehaltlösung, wie wir das zum Beispiel von den ÖBB kennen, wo das eigentlich sehr gut funktioniert. Und da haben Sie eigenartigerweise nichts dagegen, weil ... (Zwischenrufe des Abg. Parnigoni. – Abg. Scheibner: Ist es unsozial bei den ÖBB?) – Zum Beispiel, dort funktioniert es auch sehr gut. (Abg. Scheibner: So ist es!) Das System bewährt sich ja, und da regt sich aber niemand auf von Ihren Herrschaften, von Heckenschützen der Gewerkschaft zum Beispiel. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: So ist es!
Es gibt ja Vorschläge, 5 beziehungsweise 10 € pro Arztbesuch einzuheben. Wir hingegen bevorzugen ein einheitliches System, eine Selbstbehaltlösung, wie wir das zum Beispiel von den ÖBB kennen, wo das eigentlich sehr gut funktioniert. Und da haben Sie eigenartigerweise nichts dagegen, weil ... (Zwischenrufe des Abg. Parnigoni. – Abg. Scheibner: Ist es unsozial bei den ÖBB?) – Zum Beispiel, dort funktioniert es auch sehr gut. (Abg. Scheibner: So ist es!) Das System bewährt sich ja, und da regt sich aber niemand auf von Ihren Herrschaften, von Heckenschützen der Gewerkschaft zum Beispiel. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es gibt ja Vorschläge, 5 beziehungsweise 10 € pro Arztbesuch einzuheben. Wir hingegen bevorzugen ein einheitliches System, eine Selbstbehaltlösung, wie wir das zum Beispiel von den ÖBB kennen, wo das eigentlich sehr gut funktioniert. Und da haben Sie eigenartigerweise nichts dagegen, weil ... (Zwischenrufe des Abg. Parnigoni. – Abg. Scheibner: Ist es unsozial bei den ÖBB?) – Zum Beispiel, dort funktioniert es auch sehr gut. (Abg. Scheibner: So ist es!) Das System bewährt sich ja, und da regt sich aber niemand auf von Ihren Herrschaften, von Heckenschützen der Gewerkschaft zum Beispiel. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Scheibner: So ist es!
Die SPÖ zum Beispiel ist im Prinzip für Selbstbehalte im Gesundheitswesen. Von 17 verschiedenen Selbstbehalten, die es im Moment gibt, wurden 16 von Ministern eingeführt, die aus Ihren Reihen gekommen sind. Das ist in den letzten 30 Jahren eingeführt worden, das waren Ihre Leute. Dagegen hat komischerweise keiner etwas gesagt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Scheibner: So ist es!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Die Wirtschaft hält Selbstbehalte im Gesundheitssystem für ein wesentliches Mittel, zu einer besseren und effizienteren Steuerung im Gesundheitssystem zu gelangen. Wir, auch ich persönlich, halten die Selbstbehalte für eine gute Sache, weil die Qualität unserer Gesundheit einfach das Wichtigste ist. Für gewisse Leistungen kann man auch einen entsprechenden Selbstbehalt bezahlen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie sagen, das tun wir ja, wir machen es ohnehin einkommensabhängig oder sozial gestaffelt, dann wissen Sie jetzt schon, dass der Verwaltungsaufwand für die Einkommenserhebungen wesentlich höher sein wird, als die Selbstbehalte tatsächlich bringen werden. (Beifall bei den Grünen.) Das kennen wir alle, und das wissen auch Sie.
Beifall bei den Grünen.
Wenn das Leistungsangebot automatisch mit Einführung des Selbstbehaltes gestiegen wäre, dann hätten wir unter Umständen darüber diskutieren können. Sie aber wollen nur eine Geldbeschaffungsaktion, ohne die Qualität im Leistungsbereich für den Versicherten zu steigern, und das lehne ich ab! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Reden wir über etwas anderes, reden wir nicht über Selbstbehalte! Die Einhebung kostet wieder mehr, als der Ertrag sein wird. Reden wir von gleichem Recht auf Rehabilitation und von gleichen Chancen in der Gesundheitsversorgung für alle Menschen in Österreich! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
In dieser Regierungserklärung, meine Damen und Herren, hat Wolfgang Schüssel festgehalten, dass es das erste und wesentliche Ziel ist, in Österreich eine offensive Standortpolitik fortzusetzen, eine offensive Wachstumspolitik zu ermöglichen, Offensiven zu setzen, damit Beschäftigung – mit dem Ziel der Vollbeschäftigung in Österreich – verwirklicht bleibt. Aufbauend auf der soliden Leistung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesem Land, auf der soliden Leistung der Wirtschaft wird es gelingen, das Ziel der Vollbeschäftigung umzusetzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Es ist damals auch ganz klar herausgearbeitet worden, dass eine offensive Standortpolitik, eine offensive Wirtschaftspolitik, eine offensive Beschäftigungspolitik selbstverständlich auch eine dynamische, offensive Bildungspolitik, eine offensive Strategie in der Ausbildung unserer jungen Menschen braucht – vom Lehrling bis zum Universitätsabsolventen – und selbstverständlich auch eine offensive Forschungspolitik, weil Forschung und Entwicklung das Zukunftspotential für unser Land sind, wo wir die hellen Köpfe fördern wollen, damit Arbeit durch Kreativität, durch Innovation entsteht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
In dieser Erklärung ist als drittes gleichrangiges Ziel festgelegt, dass wir die soziale Sicherheit ausbauen wollen und dort, wo es notwendig ist, diesen Ausbau und die Sicherung des Sozialsystems durch den notwendigen Umbau – den notwendigen Umbau! – und die Weiterentwicklung unseres Sozialsystems absichern wollen, und zwar durch Reformen, wo sie notwendig sind, durch Reformen, wo die Menschen diese Notwendigkeit anerkennen, und vom Grundgedanken getragen, dass nur dann, wenn wir zu diesen Reformen im Bereich der sozialen Sicherheit bereit sind, langfristig das wohl wichtigste Gut in diesem Land gesichert werden kann, nämlich der soziale Zusammenhalt zwischen den Generationen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Genauso wichtig wie die Frage der sozialen Sicherheit ist für die Menschen in diesem Lande, für die Bürgerinnen und Bürger selbstverständlich die Sicherheit nach innen und die Sicherheit nach außen. Es ist daher kein Zweifel – und das sage ich namens der Österreichischen Volkspartei ganz klar –: Für uns ist Sicherheit nicht austauschbar, für uns gibt es in der Sicherheit kein Entweder-oder, sondern nur ein Sowohl-als auch, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
In dieser Erklärung findet sich das Ziel, die Bürgerinnen und Bürger, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Wirtschaft zu entlasten. Ermöglichen wollen wir diese Entlastung dadurch, dass wir eine umfassende Aufgabenreform im Staate vornehmen und damit ein wesentliches Ziel verwirklichen können, nämlich eine solide, verantwortliche Haushaltspolitik in diesem Lande, eine Budgetpolitik, die nicht zu Lasten der Jungen und nicht zu Lasten der Zukunft Schulden macht, weil das unverantwortlich und unsozial wäre und daher seitens der Österreichischen Volkspartei und dieser Bundesregierung sicher nicht gemacht würde. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
Die Eckpunkte dieses Doppelbudgets, das gestern vom Herrn Finanzminister in beeindruckender Art und Weise präsentiert wurde, meine Damen und Herren (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), sind erstens: Wir wollen – und diese Bundesregierung wird dafür Sorge tragen –, dass der Weg der Konsolidierung, der Weg der soliden Budgetpolitik selbstverständlich konsequent auch in dieser Legislaturperiode im Kabinett und vom Kabinett Schüssel II fortgesetzt wird.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Da ist ein Unterschied!
Es ist klar, meine Damen und Herren – und das gebietet einfach einerseits der politische Hausverstand, andererseits aber der wirtschaftliche Hausverstand –, dass ein Staat nicht anders agieren kann als ein privater Unternehmer oder ein Haushalt: Man kann auf Dauer nicht mehr ausgeben, als man einnimmt, weil man sonst einen ungedeckten Wechsel auf die Zukunft zieht. Und das ist nicht unsere Politik! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Da ist ein Unterschied!)
Widerspruch bei der SPÖ und den Grünen
Ich denke mir, dass die in diesen beiden Budgets vorgegebenen Zahlen letztendlich genau dieser Zielsetzung gerecht werden. Und ich erinnere nur, liebe KollegInnen – hätten Sie gestern aufmerksam „Mittagsjournal“ gehört! (Widerspruch bei der SPÖ und den Grünen) –, an das, was Professor Kramer gesagt hat. Er hat seitens des Instituts für Wirtschaftsforschung erstens festgestellt: Das ist ein solides Budget, basierend auf den vorsichtigen Prognosen des Wirtschaftsforschungsinstitutes. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich denke mir, dass die in diesen beiden Budgets vorgegebenen Zahlen letztendlich genau dieser Zielsetzung gerecht werden. Und ich erinnere nur, liebe KollegInnen – hätten Sie gestern aufmerksam „Mittagsjournal“ gehört! (Widerspruch bei der SPÖ und den Grünen) –, an das, was Professor Kramer gesagt hat. Er hat seitens des Instituts für Wirtschaftsforschung erstens festgestellt: Das ist ein solides Budget, basierend auf den vorsichtigen Prognosen des Wirtschaftsforschungsinstitutes. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fischer: Aber mit der ÖVP gibt es keine guten Zeiten!
Zweitens hat er auch klar gesagt: Es ist gerade in dieser Konjunktursituation notwendig, dass vom Budget auch die richtigen Impulse ausgehen. Er hält daher ein Defizit in einem bestimmten Zeitraum und in einer bestimmten Dimension dann für durchaus vertretbar, wenn es in guten Zeiten tatsächlich wieder zu einem Überschuss kommt, der ein langfristiges Defizit eben gar nicht erst entstehen lässt. (Abg. Dr. Fischer: Aber mit der ÖVP gibt es keine guten Zeiten!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Der zweite Eckpunkt – Herr Präsident Fischer, vielleicht interessiert Sie das besonders – ist, dass wir im Bereich des Budgets einen konsequenten Weg auch bei der Senkung der Verwaltungskosten fortsetzen, nach dem Motto „Besser für den Bürger und billiger für den Steuerzahler“. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und ich sage Ihnen, dass es diese Bundesregierung war und ist, der ein ganz wesentlicher Schritt schon gelungen ist, indem etwa die Personalausgaben des Bundes, die Personalkosten des Bundes von 5,27 Prozent des BIP im Jahr 1999 auf 4,5 Prozent des BIP im Jahr 2004 zurückgehen werden. Wir reden nicht, wir handeln nach dem Motto „Besser für den Bürger, billiger für den Steuerzahler“! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mandak: Das stimmt doch gar nicht!
Meine Damen und Herren! Für Bildung und Wissenschaft steigen die Budgetaufwendungen bis zum Jahre 2004 auf über 9 Milliarden € an. (Abg. Mandak: Das stimmt doch gar nicht!) Das ist so viel wie noch nie in dieser Republik! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Für Bildung und Wissenschaft steigen die Budgetaufwendungen bis zum Jahre 2004 auf über 9 Milliarden € an. (Abg. Mandak: Das stimmt doch gar nicht!) Das ist so viel wie noch nie in dieser Republik! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Brosz.
Meine Damen und Herren! Für Forschung steigen die Budgetaufwendungen vom Jahre 1999 von 1,2 Milliarden auf 1,56 Milliarden im Jahre 2004 an. Das ist eine Dynamik in der Forschung und Entwicklung, die wir noch nie gehabt haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Brosz.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Abfangjäger!
Meine Damen und Herren! Ich habe von der notwendigen Investition in den Bereich innere und äußere Sicherheit gesprochen. Auch da sehen Sie – das sind die Fakten und die Zahlen in diesen Budget –, dass wir im Vergleich zum Jahre 1999, in dem 4,1 Milliarden € ausgegeben wurden, im Jahre 2004 4,3 Milliarden für den Bereich innere und äußere Sicherheit ausgeben. Wir reden nicht nur von Sicherheit. Wir geben Sicherheit dadurch, indem wir handeln und investieren, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Abfangjäger!)
Abg. Sburny: Das ist verkehrt!
Für den Bereich der Sozialpolitik möchte ich nur zwei Beispiele erwähnen. Das eine betrifft den Bereich der Familienleistungen. (Der Redner hält ein weiteres Schriftstück in die Höhe.) Es ist in diesem Land ... (Abg. Sburny: Das ist verkehrt!) – Vielleicht können Sie sich auf den Kopf stellen, Frau Abgeordnete, damit Sie es richtig sehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Für den Bereich der Sozialpolitik möchte ich nur zwei Beispiele erwähnen. Das eine betrifft den Bereich der Familienleistungen. (Der Redner hält ein weiteres Schriftstück in die Höhe.) Es ist in diesem Land ... (Abg. Sburny: Das ist verkehrt!) – Vielleicht können Sie sich auf den Kopf stellen, Frau Abgeordnete, damit Sie es richtig sehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
In diesem Land ist für die Familienleistung noch nie so viel ausgegeben worden wie durch diese Bundesregierung, meine Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Familien und Kinder sind uns so viel wert, dass wir auch bereit sind, im Jahre 2004 über 5 Milliarden € für Familienleistungen in diesem Budget zur Verfügung zu stellen, um damit auch die richtige Perspektive zu geben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
In diesem Land ist für die Familienleistung noch nie so viel ausgegeben worden wie durch diese Bundesregierung, meine Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Familien und Kinder sind uns so viel wert, dass wir auch bereit sind, im Jahre 2004 über 5 Milliarden € für Familienleistungen in diesem Budget zur Verfügung zu stellen, um damit auch die richtige Perspektive zu geben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Sburny: Sondern des Risikos! Das haben wir gestern schon gehört!
Meine Damen und Herren! Selbstverständlich werden wir auch im Bereich der Pensionen und im Bereich der Pensionssicherung in diesem Budget die notwendigen Ausgaben tätigen, damit Pensionen für Alt und Jung sichergestellt sind. Aber – ich betone das in besonderer Weise –: Wir gehen nicht den Weg der Realitätsverweigerung (Abg. Sburny: Sondern des Risikos! Das haben wir gestern schon gehört!), sondern wir gehen gleichzeitig mit den notwendigen Budgetausgaben für die soziale Sicherheit auch den Weg der Reformen, weil im Bereich der sozialen Sicherheit (Abg. Sburny: Erhöhtes Risiko!) Sicherheit auf Dauer nur dann gewährleistet ist, wenn man rechtzeitig vorsorgt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Sburny: Erhöhtes Risiko!
Meine Damen und Herren! Selbstverständlich werden wir auch im Bereich der Pensionen und im Bereich der Pensionssicherung in diesem Budget die notwendigen Ausgaben tätigen, damit Pensionen für Alt und Jung sichergestellt sind. Aber – ich betone das in besonderer Weise –: Wir gehen nicht den Weg der Realitätsverweigerung (Abg. Sburny: Sondern des Risikos! Das haben wir gestern schon gehört!), sondern wir gehen gleichzeitig mit den notwendigen Budgetausgaben für die soziale Sicherheit auch den Weg der Reformen, weil im Bereich der sozialen Sicherheit (Abg. Sburny: Erhöhtes Risiko!) Sicherheit auf Dauer nur dann gewährleistet ist, wenn man rechtzeitig vorsorgt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Selbstverständlich werden wir auch im Bereich der Pensionen und im Bereich der Pensionssicherung in diesem Budget die notwendigen Ausgaben tätigen, damit Pensionen für Alt und Jung sichergestellt sind. Aber – ich betone das in besonderer Weise –: Wir gehen nicht den Weg der Realitätsverweigerung (Abg. Sburny: Sondern des Risikos! Das haben wir gestern schon gehört!), sondern wir gehen gleichzeitig mit den notwendigen Budgetausgaben für die soziale Sicherheit auch den Weg der Reformen, weil im Bereich der sozialen Sicherheit (Abg. Sburny: Erhöhtes Risiko!) Sicherheit auf Dauer nur dann gewährleistet ist, wenn man rechtzeitig vorsorgt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Kogler: Von welchem Budget sprechen Sie? Sprechen Sie zur Sache!
Meine Damen und Herren! Auch das gehört zu dem, was eigentlich ein Haushalt ganz selbstverständlich tut, nämlich vorsorgen, damit die Sicherheit, die soziale Sicherheit auch in Zukunft gewährleistet ist. (Abg. Mag. Kogler: Von welchem Budget sprechen Sie? Sprechen Sie zur Sache!)
Abg. Mag. Kogler: Sie sprechen von Las Vegas!
Meine Damen und Herren von der Opposition! Betreiben Sie doch in diesem Zusammenhang erstens keine Realitätsverweigerung und zweitens keine Verunsicherung der Bevölkerung! (Abg. Mag. Kogler: Sie sprechen von Las Vegas!) Ich weiß nicht, ob es Ihnen neu ist, aber wenn es Ihnen neu ist, wäre es schade. Aber ich kann das nachholen: Österreich ist im Bereich der sozialen Sicherheit weltweit die Nummer eins! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von der Opposition! Betreiben Sie doch in diesem Zusammenhang erstens keine Realitätsverweigerung und zweitens keine Verunsicherung der Bevölkerung! (Abg. Mag. Kogler: Sie sprechen von Las Vegas!) Ich weiß nicht, ob es Ihnen neu ist, aber wenn es Ihnen neu ist, wäre es schade. Aber ich kann das nachholen: Österreich ist im Bereich der sozialen Sicherheit weltweit die Nummer eins! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fischer: Wollen Sie kaputt machen!
Meine Damen und Herren! In Österreich geben wir insgesamt mit den Beiträgen der Versicherten und der öffentlichen Haushalte über 14 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für die Pensionssicherung aus. (Abg. Dr. Fischer: Wollen Sie kaputt machen!) Kein anderes Land in der Welt hat dieses Niveau (Abg. Mag. Wurm: Sie machen es kaputt!), und kein anderes Land in der Welt wird dieses Niveau auch nach der umgesetzten Reform erreichen.
Abg. Mag. Wurm: Sie machen es kaputt!
Meine Damen und Herren! In Österreich geben wir insgesamt mit den Beiträgen der Versicherten und der öffentlichen Haushalte über 14 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für die Pensionssicherung aus. (Abg. Dr. Fischer: Wollen Sie kaputt machen!) Kein anderes Land in der Welt hat dieses Niveau (Abg. Mag. Wurm: Sie machen es kaputt!), und kein anderes Land in der Welt wird dieses Niveau auch nach der umgesetzten Reform erreichen.
Abg. Mag. Wurm: Nicht alle!
Ich appelliere nochmals an den aus meiner Sicht auch gegebenen Grundkonsens in der Bevölkerung und bei den politischen Parteien, denn die Notwendigkeit einer Pensionssicherungsreform kann und darf nicht bestritten werden, weil nicht bestritten werden kann, dass die Menschen drei Jahre länger in Ausbildung sind, sechs Jahre weniger am Arbeitsplatz verbringen und zwölf Jahre länger die Pension genießen. (Abg. Mag. Wurm: Nicht alle!) Gott sei Dank! Aber wenn das so ist, wäre es geradezu fahrlässig gegenüber der zukünftigen Generation, wenn wir nicht jetzt diese Maßnahmen setzen würden.
Abg. Dr. Fischer: Ihr fürchtet euch vor einer Volksabstimmung!
Meine Damen und Herren! Ich habe den Eindruck, dass ein Grundkonsens darüber gegeben ist, ein einheitliches Pensionsrecht zu schaffen. Wir werden es tun. Wir werden dieses einheitliche Pensionsrecht vorlegen. (Abg. Dr. Fischer: Ihr fürchtet euch vor einer Volksabstimmung!)
Abg. Mag. Prammer: Aber!
Meine Damen und Herren! Ich habe den Eindruck, dass ein Grundkonsens etwa in der Frage der Durchrechnung besteht. Ich erinnere an die letzte Debatte hier im Haus, als Sie, Frau Kollegin Prammer, gesagt haben, dass Sie aus Gerechtigkeitsgründen immer schon für die lebenslange Durchrechnung eingetreten sind. (Abg. Mag. Prammer: Aber!) Wir schlagen jetzt vor, mittels eines 25-jährigen Überganges (Abg. Mag. Wurm: Halbe Wahrheit!) diese Durchrechnung auf 40 Jahre anzuheben.
Abg. Mag. Wurm: Halbe Wahrheit!
Meine Damen und Herren! Ich habe den Eindruck, dass ein Grundkonsens etwa in der Frage der Durchrechnung besteht. Ich erinnere an die letzte Debatte hier im Haus, als Sie, Frau Kollegin Prammer, gesagt haben, dass Sie aus Gerechtigkeitsgründen immer schon für die lebenslange Durchrechnung eingetreten sind. (Abg. Mag. Prammer: Aber!) Wir schlagen jetzt vor, mittels eines 25-jährigen Überganges (Abg. Mag. Wurm: Halbe Wahrheit!) diese Durchrechnung auf 40 Jahre anzuheben.
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter
Ich habe den Eindruck, dass ein Konsens gegeben ist in der Frage – Kollege Gusenbauer hat das auch in seinem Modell –, dass nach 45 Beitragsjahren 80 Prozent Nettoersatzrate zu Stande kommen sollen. Das ergibt einen Steigerungsbetrag von 1,78 Prozent, wie wir ihn vorschlagen (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter) und in einem dreijährigen Übergangszeitraum auch umsetzen. Genauso stelle ich aus meiner Sicht einen Konsens darüber fest, dass es notwendig ist, das tatsächliche Pensionsalter an das gesetzliche heranzuführen.
Abg. Dr. Niederwieser: Ihr wisst gar nicht, was das ist, die Wahrheit!
Ich appelliere daher an alle Beteiligten: Bringen wir den Weg dieses Konsenses zu einem guten Ergebnis, damit diese Pensionsreform den Namen verdient, die Zukunft absichert und der Wahrheit ins Auge blickt, meine Damen und Herren, und den Menschen nicht Sand in die Augen streut! Dies ist der verantwortliche Weg für die Zukunft! (Abg. Dr. Niederwieser: Ihr wisst gar nicht, was das ist, die Wahrheit!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich appelliere daher auch von dieser Stelle aus: Meine Damen und Herren! Es ist nicht der Weg in Österreich, durch Streiks und den Druck der Straße etwas zu erzwingen. Ich erinnere Präsidenten Verzetnitsch daran, dass ein langjähriger, so würde ich sagen, Berater des ÖGB, mein Arbeitsrechtslehrer an der Universität Linz, Professor Strasser, etwa auf die Frage: Wie beurteilen Sie die Streiks gegen die Pensionsreform?, antwortet: Die Aktion fällt unter die Kategorie politischer Streik und ist rechtswidrig. Er richtet sich gegen ein Staatsorgan. – Das ist die herrschende Meinung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Sburny: Das ist die herrschende Meinung!
Ich appelliere an Sie, dass Sie bei den Aktionen, die Sie offensichtlich vermeinen, machen zu müssen (Abg. Sburny: Das ist die herrschende Meinung!), auch die politische Dimension zurechtrücken. (Abg. Sburny: ... es gibt keine Opposition mehr!) Herr Präsident Verzetnitsch! Es kann nicht sein, dass eine Abgeordnete dieses Hauses auf Grund dieser Aktionen unter Druck gesetzt wird und damit offensichtlich in ihrer Ausübung des freien Mandates eingeschränkt werden sollte. (Abg. Dr. Puswald: Heben Sie doch den Klubzwang auf! – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Sburny: ... es gibt keine Opposition mehr!
Ich appelliere an Sie, dass Sie bei den Aktionen, die Sie offensichtlich vermeinen, machen zu müssen (Abg. Sburny: Das ist die herrschende Meinung!), auch die politische Dimension zurechtrücken. (Abg. Sburny: ... es gibt keine Opposition mehr!) Herr Präsident Verzetnitsch! Es kann nicht sein, dass eine Abgeordnete dieses Hauses auf Grund dieser Aktionen unter Druck gesetzt wird und damit offensichtlich in ihrer Ausübung des freien Mandates eingeschränkt werden sollte. (Abg. Dr. Puswald: Heben Sie doch den Klubzwang auf! – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Puswald: Heben Sie doch den Klubzwang auf! – Gegenrufe bei der SPÖ.
Ich appelliere an Sie, dass Sie bei den Aktionen, die Sie offensichtlich vermeinen, machen zu müssen (Abg. Sburny: Das ist die herrschende Meinung!), auch die politische Dimension zurechtrücken. (Abg. Sburny: ... es gibt keine Opposition mehr!) Herr Präsident Verzetnitsch! Es kann nicht sein, dass eine Abgeordnete dieses Hauses auf Grund dieser Aktionen unter Druck gesetzt wird und damit offensichtlich in ihrer Ausübung des freien Mandates eingeschränkt werden sollte. (Abg. Dr. Puswald: Heben Sie doch den Klubzwang auf! – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Präsident, das ist mein letzter Satz: Es kann auch nicht sein – das entnehme ich einer Wochenzeitung –, dass der Streik sich danach orientiert, wer in der Bundesregierung ist beziehungsweise wer Berater des Bundeskanzlers ist. Das ist doch die Tatsache der Maske vom Gesicht ... (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: So heikel muss man nicht sein!
Damit ist der Ordnungsruf erteilt. (Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: So heikel muss man nicht sein!)
Abg. Grillitsch: Hoffentlich!
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Wir haben gestern wieder einiges Neues gelernt (Abg. Grillitsch: Hoffentlich!), und zwar: Wenn der Herr Finanzminister Steuern und Abgaben erhöht, dann nennt er das „die größte Steuerreform aller Zeiten“. Wenn er die Pensionen kürzt, dann nennt er das „Pensionssicherung“. Und wenn das Defizit, die Schulden des Bundes wachsen, dann nennt er das „Konsolidierung“. – Meine sehr verehrten Damen und Herren, das ist unakzeptabel! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Wir haben gestern wieder einiges Neues gelernt (Abg. Grillitsch: Hoffentlich!), und zwar: Wenn der Herr Finanzminister Steuern und Abgaben erhöht, dann nennt er das „die größte Steuerreform aller Zeiten“. Wenn er die Pensionen kürzt, dann nennt er das „Pensionssicherung“. Und wenn das Defizit, die Schulden des Bundes wachsen, dann nennt er das „Konsolidierung“. – Meine sehr verehrten Damen und Herren, das ist unakzeptabel! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Da sind wir gespannt, was Sie bringen!
Man hat überhaupt den Eindruck, dass sowohl die gestrige Rede des Herrn Finanzministers als auch die Rede des Herrn Abgeordneten und Klubobmann Molterer sehr wenig mit dem zu tun haben, was sich in diesem Zahlenwerk des Budgets tatsächlich widerspiegelt. (Abg. Scheibner: Da sind wir gespannt, was Sie bringen!)
Abg. Scheibner: Ich bin ganz ruhig!
Herr Klubobmann Scheibner! Ich verstehe Ihre Unruhe. (Abg. Scheibner: Ich bin ganz ruhig!) Wenn ich einer Regierung angehören würde, die ein solches Budget einbringt, dann wäre ich auch mit Recht beunruhigt, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ich hoffe nur, dass Sie etwas zu den Zahlen sagen werden!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ich hoffe nur, dass Sie etwas zu den Zahlen sagen werden!
Herr Klubobmann Scheibner! Ich verstehe Ihre Unruhe. (Abg. Scheibner: Ich bin ganz ruhig!) Wenn ich einer Regierung angehören würde, die ein solches Budget einbringt, dann wäre ich auch mit Recht beunruhigt, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ich hoffe nur, dass Sie etwas zu den Zahlen sagen werden!)
Abg. Mag. Molterer: Bravo! Das stimmt!
Der schönste Satz des Herrn Finanzministers war gestern: Steuern senken, Freiheit schenken. Das war ein wunderbarer Satz! (Abg. Mag. Molterer: Bravo! Das stimmt!) Wenn man diesen Satz auf den Finanzminister anwendet und sich ansieht, was er in den letzten Jahren getan hat, dann muss man feststellen: Er war ein Finanzminister der Unfreiheit, denn er hat permanent die Steuern erhöht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Der schönste Satz des Herrn Finanzministers war gestern: Steuern senken, Freiheit schenken. Das war ein wunderbarer Satz! (Abg. Mag. Molterer: Bravo! Das stimmt!) Wenn man diesen Satz auf den Finanzminister anwendet und sich ansieht, was er in den letzten Jahren getan hat, dann muss man feststellen: Er war ein Finanzminister der Unfreiheit, denn er hat permanent die Steuern erhöht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Aber Sie könnten auch über das Zitat philosophieren!
Besonders interessant scheint mir aber die dahinter stehende Geisteshaltung zu sein: Freiheit schenken. Das heißt, der Finanzminister glaubt, es sei seine Aufgabe, den Österreicherinnen und Österreichern Freiheit zu schenken. Meine Damen und Herren! Ich bin davon ausgegangen, dass wir in einem freien, demokratischen Land leben und keinen obrigkeitsstaatlich orientierten Finanzminister brauchen, der uns eine Freiheit schenkt! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Aber Sie könnten auch über das Zitat philosophieren!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl.
Aber offensichtlich hat der Finanzminister mit einzelnen Freiheiten große Probleme, weil er sich gestern mehrfach gegen die Maßnahmen, die die Gewerkschaften, die Arbeitnehmer gesetzt haben, ausgesprochen hat. (Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl.) Es hätte nur mehr gefehlt, dass er gesagt hat, er sei für eine Einschränkung des Streikrechts. Das wäre die Konsequenz seiner Aussagen gewesen.
Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Das hat wehgetan, das verstehe ich! – Rufe bei der ÖVP: Olah!
Aber das überhaupt Bedrückendste an seiner Rede war, dass er als Kronzeugen für seine Haltung den früheren ÖGB-Präsidenten Anton Benya angesprochen hat. (Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Das hat wehgetan, das verstehe ich! – Rufe bei der ÖVP: Olah!) – Er hat beide genannt.
Abg. Scheibner: Falsche Rede!
Und dazu möchte ich nur sagen (Abg. Scheibner: Falsche Rede!): Wenn in den vergangenen Tagen des Öfteren auf die Sozialpartnerschaft und ihre Traditionen verwiesen wurde (Abg. Scheibner: Benya ist gestern nicht vorgekommen!), dann möchte ich darauf hinweisen, dass der frühere ÖGB-Präsident Anton Benya in einer sehr berührenden Rede am 6. Juli des Jahres 2001 vor dem Ballhausplatz Folgendes gesagt hat (Abg. Scheibner: Aber er hat Olah zitiert und nicht Benya!):
Abg. Scheibner: Benya ist gestern nicht vorgekommen!
Und dazu möchte ich nur sagen (Abg. Scheibner: Falsche Rede!): Wenn in den vergangenen Tagen des Öfteren auf die Sozialpartnerschaft und ihre Traditionen verwiesen wurde (Abg. Scheibner: Benya ist gestern nicht vorgekommen!), dann möchte ich darauf hinweisen, dass der frühere ÖGB-Präsident Anton Benya in einer sehr berührenden Rede am 6. Juli des Jahres 2001 vor dem Ballhausplatz Folgendes gesagt hat (Abg. Scheibner: Aber er hat Olah zitiert und nicht Benya!):
Abg. Scheibner: Aber er hat Olah zitiert und nicht Benya!
Und dazu möchte ich nur sagen (Abg. Scheibner: Falsche Rede!): Wenn in den vergangenen Tagen des Öfteren auf die Sozialpartnerschaft und ihre Traditionen verwiesen wurde (Abg. Scheibner: Benya ist gestern nicht vorgekommen!), dann möchte ich darauf hinweisen, dass der frühere ÖGB-Präsident Anton Benya in einer sehr berührenden Rede am 6. Juli des Jahres 2001 vor dem Ballhausplatz Folgendes gesagt hat (Abg. Scheibner: Aber er hat Olah zitiert und nicht Benya!):
Abg. Scheibner: Sehr ungenau vorbereitet! Das ist keine richtige Rede!
Österreich war über viele Jahrzehnte – dank der Sozialpartnerschaft – weltweit Vorbild, und die EU baut ihre Zukunft auf dem Modell der Sozialpartnerschaft auf. (Abg. Scheibner: Sehr ungenau vorbereitet! Das ist keine richtige Rede!) Und er ermahnte in Richtung der schwarz-blauen Koalition, dass auch im austrofaschistischen Ständestaat freie Gewerkschaften und Selbstverwaltung ausgeschaltet wurden. Anton Benya war in tiefer Sorge. Und nun, so wie es in den letzten Tagen der Fall ist, Anton Benya zum Kronzeugen (Rufe bei der ÖVP: Olah!) gegen diese Gewerkschaftspolitik zu machen, das ist unerhört, respektlos und abzulehnen, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei der ÖVP: Olah!
Österreich war über viele Jahrzehnte – dank der Sozialpartnerschaft – weltweit Vorbild, und die EU baut ihre Zukunft auf dem Modell der Sozialpartnerschaft auf. (Abg. Scheibner: Sehr ungenau vorbereitet! Das ist keine richtige Rede!) Und er ermahnte in Richtung der schwarz-blauen Koalition, dass auch im austrofaschistischen Ständestaat freie Gewerkschaften und Selbstverwaltung ausgeschaltet wurden. Anton Benya war in tiefer Sorge. Und nun, so wie es in den letzten Tagen der Fall ist, Anton Benya zum Kronzeugen (Rufe bei der ÖVP: Olah!) gegen diese Gewerkschaftspolitik zu machen, das ist unerhört, respektlos und abzulehnen, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Österreich war über viele Jahrzehnte – dank der Sozialpartnerschaft – weltweit Vorbild, und die EU baut ihre Zukunft auf dem Modell der Sozialpartnerschaft auf. (Abg. Scheibner: Sehr ungenau vorbereitet! Das ist keine richtige Rede!) Und er ermahnte in Richtung der schwarz-blauen Koalition, dass auch im austrofaschistischen Ständestaat freie Gewerkschaften und Selbstverwaltung ausgeschaltet wurden. Anton Benya war in tiefer Sorge. Und nun, so wie es in den letzten Tagen der Fall ist, Anton Benya zum Kronzeugen (Rufe bei der ÖVP: Olah!) gegen diese Gewerkschaftspolitik zu machen, das ist unerhört, respektlos und abzulehnen, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das sind die Zinsen für die Altschulden!
Herr Klubobmann Molterer hat darauf hingewiesen, dass es unverantwortlich wäre, in Zukunft Schulden zu machen. Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das Budget, das uns für die Jahre 2003 und 2004 vorliegt, führt dazu, dass im heurigen Jahr und im nächsten Jahr 7,3 Milliarden € oder 100 Milliarden Schilling neue Schulden gemacht werden. (Abg. Dr. Stummvoll: Das sind die Zinsen für die Altschulden!) Das heißt, in ihrer eigenen Diktion betreibt diese Bundesregierung eine unverantwortliche Politik, indem sie die Schulden unseres Landes weiter erhöht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Ich sage nur Kreisky!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Ich sage nur Kreisky!
Herr Klubobmann Molterer hat darauf hingewiesen, dass es unverantwortlich wäre, in Zukunft Schulden zu machen. Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das Budget, das uns für die Jahre 2003 und 2004 vorliegt, führt dazu, dass im heurigen Jahr und im nächsten Jahr 7,3 Milliarden € oder 100 Milliarden Schilling neue Schulden gemacht werden. (Abg. Dr. Stummvoll: Das sind die Zinsen für die Altschulden!) Das heißt, in ihrer eigenen Diktion betreibt diese Bundesregierung eine unverantwortliche Politik, indem sie die Schulden unseres Landes weiter erhöht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Ich sage nur Kreisky!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Kreisky!
Wenn Sie sagen, in einer wirtschaftlich schlechten Situation sei es vernünftig, Defizite in Kauf zu nehmen, dann möchte ich Sie daran erinnern, dass Sie im Jahr der schlimmsten Rezession, nämlich im Jahr 2001, gesagt haben: Es muss unbedingt das Nulldefizit kommen, der Staat kann gegen die Wirtschaftskrise nichts tun. – Jetzt, wo sich die Zeiten bessern sollen, sind auf einmal Defizite kein Problem, auch wenn sie 100 Milliarden Schilling zusätzlich ausmachen! Das heißt, Sie machen keine gestaltende Wirtschaftspolitik, sondern Ihre Defizite sind das Ergebnis einer gestiegenen Arbeitslosigkeit und eines niedrigen Wirtschaftswachstums. Genau das ist der falsche Weg, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Kreisky!)
Abg. Mag. Wurm: Vernebler!
Sie haben heute – das finde ich wirklich bezeichnend, wie mit dem Hohen Haus und der Öffentlichkeit umgegangen wird – gesagt: Das Wissenschafts- und Bildungsbudget wird im Jahr 2004 enorm erhöht. Ich selbst war davon beeindruckt! (Abg. Mag. Wurm: Vernebler!) Ich war beeindruckt und habe das in den Unterlagen, die uns das Finanzministerium zur Verfügung gestellt hat, nachgelesen, weil es in der Tat erstaunlich gewesen wäre, wenn das Wissenschaftsbudget im Jahr 2004 um nahezu 10 Milliarden Schilling, also um rund 733 Millionen € ansteigt. Aber wenn man in die Bücher blickt, dann merkt man, dass ab dem Jahr 2004 die Universitätslehrer nicht mehr direkt in das Personalbudget des Bundes fallen, sondern dass sie in Zukunft von den Universitäten bezahlt werden. (Abg. Mag. Wurm: Das sind die Tricks!)
Abg. Mag. Wurm: Das sind die Tricks!
Sie haben heute – das finde ich wirklich bezeichnend, wie mit dem Hohen Haus und der Öffentlichkeit umgegangen wird – gesagt: Das Wissenschafts- und Bildungsbudget wird im Jahr 2004 enorm erhöht. Ich selbst war davon beeindruckt! (Abg. Mag. Wurm: Vernebler!) Ich war beeindruckt und habe das in den Unterlagen, die uns das Finanzministerium zur Verfügung gestellt hat, nachgelesen, weil es in der Tat erstaunlich gewesen wäre, wenn das Wissenschaftsbudget im Jahr 2004 um nahezu 10 Milliarden Schilling, also um rund 733 Millionen € ansteigt. Aber wenn man in die Bücher blickt, dann merkt man, dass ab dem Jahr 2004 die Universitätslehrer nicht mehr direkt in das Personalbudget des Bundes fallen, sondern dass sie in Zukunft von den Universitäten bezahlt werden. (Abg. Mag. Wurm: Das sind die Tricks!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Parnigoni: Unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das führt dazu, dass auf der einen Seite die Personalausgaben des Bundes sinken und auf der anderen Seite das Bildungsbudget steigt. Das heißt, die Regierung berühmt sich dann: Wir senken die Personalkosten und erhöhen das Bildungsbudget, ohne dass ein einziger zusätzlicher Euro in die Universitäten fließen würde. Meine Damen und Herren, diese Tricks sollten Sie sich abgewöhnen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Parnigoni: Unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Bandolero, Chianti, Grüner Veltliner! Welche Sorte darf es sein?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dieses Budget hat in vielen Fällen nichts mit Ihren politischen Ankündigungen zu tun, es ist vielfach das Gegenteil. Sie sollten den Leuten reinen Wein einschenken und keine Unwahrheiten verbreiten! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Bandolero, Chianti, Grüner Veltliner! Welche Sorte darf es sein?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Was ist mit dem Wein?
Ich verstehe, Herr Molterer: Bei Ihnen ist der Weg von der Halbwahrheit zur Unwahrheit außerordentlich kurz, das habe ich bereits zur Kenntnis genommen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Was ist mit dem Wein?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine Damen und Herren! Sie senken die Steuern nicht, Sie erhöhen die Steuern und Abgaben und setzen damit konsequent Ihren Kurs fort, nämlich die Steuer- und Abgabenlast zu erhöhen, ohne wirkliche wirtschaftspolitische Impulse zu setzen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Nach Ihren eigenen Unterlagen führt Ihre Wirtschaftspolitik dazu, dass im nächsten Jahr das wirtschaftliche Wachstum in Österreich bedauerlicherweise um 0,5 Prozent geringer sein wird als der Durchschnitt der Europäischen Union. Ich finde, das ist kein besonderes Ruhmesblatt angesichts der Situation, dass Österreich in den letzten 20 Jahren in der Mehrheit der Fälle ein Wirtschaftswachstum hatte, das über dem Durchschnitt der Europäischen Union gelegen ist. Wenn Sie sich schon auf die international schwierige Situation ausreden und sagen, es gebe nur einen geringen Spielraum, dann, würde ich sagen, muss zumindest die Zielsetzung die sein, dass Österreich jene Vermehrung des Wirtschaftsreichtums erreicht wie der Durchschnitt der EU-Staaten. Mit 0,5 Prozent weniger werden wir und die österreichischen Arbeitnehmer uns im nächsten Jahr nicht zufrieden geben, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei der ÖVP: Aber!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ein Kernstück dieses Budgets sind offensichtlich die Maßnahmen, die im Pensionsbereich getroffen werden. Es ist kein Zweifel, Herr Klubobmann Molterer, dass wir zur lang- und mittelfristigen Sicherung der Pensionen etwas unternehmen müssen, und dazu stehe ich. (Rufe bei der ÖVP: Aber!) Tun Sie nicht so überrascht, wenn er es schon vorher positiv zitiert hat. Diese künstlichen Aufregungen entbehren jeglicher Glaubwürdigkeit. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ein Kernstück dieses Budgets sind offensichtlich die Maßnahmen, die im Pensionsbereich getroffen werden. Es ist kein Zweifel, Herr Klubobmann Molterer, dass wir zur lang- und mittelfristigen Sicherung der Pensionen etwas unternehmen müssen, und dazu stehe ich. (Rufe bei der ÖVP: Aber!) Tun Sie nicht so überrascht, wenn er es schon vorher positiv zitiert hat. Diese künstlichen Aufregungen entbehren jeglicher Glaubwürdigkeit. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Öllinger: So ist es!
Das erste Problem ist: Nach dem, was Sie hier im Haus vorgelegt haben, wird die Nettoersatzrate der heute Unter-40-Jährigen selbst nach 45 Beitragsjahren nicht 80 Prozent betragen, weil es keine korrekte Aufwertung der eingezahlten Beiträge gibt. (Abg. Öllinger: So ist es!) Ich rede jetzt nicht über die Gestaltung, die in Zukunft kommen kann, sondern ich rede über jene Beiträge, die die Menschen in den letzten Jahren bereits einbezahlt haben. Solange es keine ordentliche Aufwertung der Versicherungsbeiträge gibt, wird es nicht 80 Prozent Pension geben.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Herr Klubobmann Molterer, ein gravierender Punkt, der geändert werden muss, ist, dafür zu sorgen, dass wirklich 80 Prozent am Ende herauskommen – und nicht 55 Prozent. Das ist zumindest das Ziel von uns Sozialdemokraten. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Das stimmt einfach nicht! Das ist das Problem!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es gibt kein einziges sozialpolitisches Argument (Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Das stimmt einfach nicht! Das ist das Problem!), das diese Vorgangsweise rechtfertigen würde. Das ist eine Enteignungsaktion, die korrigiert werden muss. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Es ist ungeheuerlich, was Sie da sagen!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Es ist ungeheuerlich, was Sie da sagen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es gibt kein einziges sozialpolitisches Argument (Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Das stimmt einfach nicht! Das ist das Problem!), das diese Vorgangsweise rechtfertigen würde. Das ist eine Enteignungsaktion, die korrigiert werden muss. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Es ist ungeheuerlich, was Sie da sagen!)
Abg. Scheibner: Wann davor?
Der dritte Punkt ist: Die letzten Jahre der schwarz-blauen Regierung haben dazu geführt, dass die Arbeitslosenzahl in Österreich im Jahresdurchschnitt um 45 000 höher war als davor. In einer Zeit mit robust hoher Arbeitslosigkeit (Abg. Scheibner: Wann davor?) kann es nicht Aufgabe des Staates sein, die Arbeitslosigkeit zum Beispiel durch diese Pensionskürzungsreform noch künstlich zu erhöhen, sondern ganz im Gegenteil: Aufgabe des Staates muss es sein, Rahmenbedingungen zu schaffen, dass die Arbeitslosigkeit sinkt und nicht weiter steigt, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Der dritte Punkt ist: Die letzten Jahre der schwarz-blauen Regierung haben dazu geführt, dass die Arbeitslosenzahl in Österreich im Jahresdurchschnitt um 45 000 höher war als davor. In einer Zeit mit robust hoher Arbeitslosigkeit (Abg. Scheibner: Wann davor?) kann es nicht Aufgabe des Staates sein, die Arbeitslosigkeit zum Beispiel durch diese Pensionskürzungsreform noch künstlich zu erhöhen, sondern ganz im Gegenteil: Aufgabe des Staates muss es sein, Rahmenbedingungen zu schaffen, dass die Arbeitslosigkeit sinkt und nicht weiter steigt, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Ihre Eisenbahner, Ihre ÖBB!
Ich habe mit großem Interesse verfolgt, dass der Finanzminister gestern gesagt hat: Heute erben wir die Probleme der Frühpensionierungsaktionen der achtziger und neunziger Jahre. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wissen Sie, welcher Arbeitgeber in Österreich derzeit die Arbeitnehmer am frühesten entlässt und in Pension schickt? – Es ist der Staat, und es sind die staatsnahen Unternehmungen, die die Arbeitnehmer mit 55 Jahren oder weniger in Pension schicken, während dem Rest gesagt wird, ihr sollt bis 65 Jahre arbeiten. Das ist kein guter Arbeitgeber, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Ihre Eisenbahner, Ihre ÖBB!)
Abg. Scheibner: Wieso droht dann die ÖBB-Gewerkschaft mit Streik, wenn man dort das Pensionsalter erhöhen möchte? Was ist mit den Eisenbahnern?
Daher sollte eine Regierung zumindest imstande sein (Abg. Scheibner: Wieso droht dann die ÖBB-Gewerkschaft mit Streik, wenn man dort das Pensionsalter erhöhen möchte? Was ist mit den Eisenbahnern?), im Staat und bei der Regierung dasselbe zu tun, was man auch von den anderen Unternehmungen tatsächlich verlangt. (Abg. Scheibner: Wieso will man dort streiken?)
Abg. Scheibner: Wieso will man dort streiken?
Daher sollte eine Regierung zumindest imstande sein (Abg. Scheibner: Wieso droht dann die ÖBB-Gewerkschaft mit Streik, wenn man dort das Pensionsalter erhöhen möchte? Was ist mit den Eisenbahnern?), im Staat und bei der Regierung dasselbe zu tun, was man auch von den anderen Unternehmungen tatsächlich verlangt. (Abg. Scheibner: Wieso will man dort streiken?)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Im Übrigen ist auch die These des Herrn Finanzministers interessant gewesen, dass wir eine größere Risikobereitschaft brauchen und das Risiko in unserem Land ansteigen muss. Ich finde, das ist eine kühne These, vor allem wenn sie vom Finanzminister kommt. Das Risiko der Arbeitnehmer in Österreich, die ASVG-versichert sind, ist entweder, dass sie eine Arbeit haben oder arbeitslos sind oder in Pension gehen. Das Risiko des Herrn Finanzministers ist: Sollte er nicht mehr dieser Tätigkeit nachkommen, kann er in seinen früheren Betrieb zurückkehren. Solch eine Risikoabdeckung würden sich viele Österreicherinnen und Österreicher wünschen. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) Wenn man im gemachten Bett liegt, kann man leicht über Risikobereitschaft anderer reden, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Im Übrigen ist auch die These des Herrn Finanzministers interessant gewesen, dass wir eine größere Risikobereitschaft brauchen und das Risiko in unserem Land ansteigen muss. Ich finde, das ist eine kühne These, vor allem wenn sie vom Finanzminister kommt. Das Risiko der Arbeitnehmer in Österreich, die ASVG-versichert sind, ist entweder, dass sie eine Arbeit haben oder arbeitslos sind oder in Pension gehen. Das Risiko des Herrn Finanzministers ist: Sollte er nicht mehr dieser Tätigkeit nachkommen, kann er in seinen früheren Betrieb zurückkehren. Solch eine Risikoabdeckung würden sich viele Österreicherinnen und Österreicher wünschen. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) Wenn man im gemachten Bett liegt, kann man leicht über Risikobereitschaft anderer reden, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Großruck: Wissen Sie eigentlich, was eine Firma ist, Herr Gusenbauer?
Ihre gestrige Rede, Herr Finanzminister, ist eindeutig bewertet worden, wie ich heute in einem Kommentar von Michael Moravec nachlesen kann. (Abg. Großruck: Wissen Sie eigentlich, was eine Firma ist, Herr Gusenbauer?) So ziemlich alles, was in der Regierung Schüssel I noch mit missionarischem Feuereifer verkündet und erfunden wurde, ist nun nicht mehr wahr, wurde so nie gesagt, ist leider nicht mehr möglich. Die Bilanz, die Sie vorgelegt haben, und das, was Sie in Zukunft vorhaben, ist: Steuern erhöhen, Wachstum reduzieren, Defizit erhöhen, Pensionen reduzieren, Schulden erhöhen, Zukunftsinvestitionen reduzieren, Arbeitslosigkeit erhöhen und Bildung reduzieren.
Beifall bei der SPÖ.
Daher hat Herr Moravec auch Ihre gestrige Rede mit Ihren eigenen Worten zusammengefasst, indem er schreibt: „Denn wie sagte Grasser gestern: Gewinnen werden die Schnellen und Guten. Und nicht die Langsamen und Konzeptlosen. Keine gute Prognose für ihn – und Österreich.“ – Treffender könnte man es nicht ausdrücken, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und Beifall bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Silhavy: Das war eine brillante Rede!
Aus diesem Grund können auch die nettesten Reime nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit diesem Budget nichts unternommen wird, um die Wirtschaft zu stimulieren, dass mit diesem Budget keine zukunftsorientierten Investitionen gesetzt werden, dass dieses Budget alles schuldig bleibt, was Strukturreformen betrifft, und dass dieses Budget in Wirklichkeit ein Defizit aus Mangel an wirtschaftlicher und politischer Phantasie erleidet. Präzise ist es nur bei den Kürzungen für die Bevölkerung – wahrlich ein Armutszeugnis, meine Damen und Herren! (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und Beifall bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Silhavy: Das war eine brillante Rede!)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Abgeordneter Josef Bucher (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Hohe Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Parteichef Gusenbauer hat es mir sehr leicht gemacht: Wenn Sie heute hier herauskommen und sagen, Sie hätten gestern etwas gelernt (Zwischenrufe bei der SPÖ), dann muss ich dazu sagen, dass das reichlich spät ist (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP), denn wir haben 30 Jahre sozialdemokratischer Politik über unser Land ergehen lassen müssen. (Abg. Reheis: Fällt dir was Neues auch einmal ein?) Ich verspreche Ihnen aber, dass wir diesen Lernprozess heute fortsetzen wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP
Abgeordneter Josef Bucher (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Hohe Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Parteichef Gusenbauer hat es mir sehr leicht gemacht: Wenn Sie heute hier herauskommen und sagen, Sie hätten gestern etwas gelernt (Zwischenrufe bei der SPÖ), dann muss ich dazu sagen, dass das reichlich spät ist (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP), denn wir haben 30 Jahre sozialdemokratischer Politik über unser Land ergehen lassen müssen. (Abg. Reheis: Fällt dir was Neues auch einmal ein?) Ich verspreche Ihnen aber, dass wir diesen Lernprozess heute fortsetzen wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Reheis: Fällt dir was Neues auch einmal ein?
Abgeordneter Josef Bucher (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Hohe Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Parteichef Gusenbauer hat es mir sehr leicht gemacht: Wenn Sie heute hier herauskommen und sagen, Sie hätten gestern etwas gelernt (Zwischenrufe bei der SPÖ), dann muss ich dazu sagen, dass das reichlich spät ist (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP), denn wir haben 30 Jahre sozialdemokratischer Politik über unser Land ergehen lassen müssen. (Abg. Reheis: Fällt dir was Neues auch einmal ein?) Ich verspreche Ihnen aber, dass wir diesen Lernprozess heute fortsetzen wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Josef Bucher (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Hohe Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Parteichef Gusenbauer hat es mir sehr leicht gemacht: Wenn Sie heute hier herauskommen und sagen, Sie hätten gestern etwas gelernt (Zwischenrufe bei der SPÖ), dann muss ich dazu sagen, dass das reichlich spät ist (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP), denn wir haben 30 Jahre sozialdemokratischer Politik über unser Land ergehen lassen müssen. (Abg. Reheis: Fällt dir was Neues auch einmal ein?) Ich verspreche Ihnen aber, dass wir diesen Lernprozess heute fortsetzen wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das hat er vergessen, der Kollege Gusenbauer!
Dies wurde bei Regierungsantritt der FPÖ im Jahr 2000 zwar von den meisten Mitgliedstaaten der EU erreicht, doch das galt nicht für das bis dahin unter sozialdemokratischer Führung regierte Österreich. Zwischen 1997 und 1999 hat sich das gesamtstaatliche Defizit unter sozialdemokratischen Finanzministern in nur zwei Jahren von 1,9 Prozent auf 2,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöht. Das war das zweitschlechteste Ergebnis in der gesamten Europäischen Union. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das hat er vergessen, der Kollege Gusenbauer!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ab dem Jahr 2000 war Schluss mit der planlosen SPÖ-Schuldenpolitik, mit den Panikbudgets eines Herrn Klima, mit dem Schummelbudget eines Herrn Edlinger. Die Regierungsparteien ÖVP und FPÖ haben erkannt, dass es auf diesem Weg zu keiner Konsolidierung kommen kann und dass gewisse Änderungen notwendig sind, um Österreich in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Wahnsinn!
Halten wir uns vor Augen, was das Kabinett Schüssel I an Erbe übernommen hat! Ich darf das noch einmal wiederholen: 165 Milliarden € Schulden (Ruf bei den Freiheitlichen: Wahnsinn!), 7 Milliarden € Zinsen jährlich. (Neuerlicher Ruf bei den Freiheitlichen: Wahnsinn!) Inzwischen spricht ja niemand mehr von Tilgung, von einem Tilgungskonzept, wir sprechen nur von einer Zinslast, die wir jährlich zu berappen haben. 7 Milliarden € – das sind umgerechnet 100 000 Wohnungen, die wir an sozial bedürftige Österreicherinnen und Österreicher verschenken könnten!
Neuerlicher Ruf bei den Freiheitlichen: Wahnsinn!
Halten wir uns vor Augen, was das Kabinett Schüssel I an Erbe übernommen hat! Ich darf das noch einmal wiederholen: 165 Milliarden € Schulden (Ruf bei den Freiheitlichen: Wahnsinn!), 7 Milliarden € Zinsen jährlich. (Neuerlicher Ruf bei den Freiheitlichen: Wahnsinn!) Inzwischen spricht ja niemand mehr von Tilgung, von einem Tilgungskonzept, wir sprechen nur von einer Zinslast, die wir jährlich zu berappen haben. 7 Milliarden € – das sind umgerechnet 100 000 Wohnungen, die wir an sozial bedürftige Österreicherinnen und Österreicher verschenken könnten!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die neue Bundesregierung beschloss im Jahr 2000, den Konsolidierungskurs mit dem Ziel einzuleiten, innerhalb von zwei Jahren einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen. Das Defizit konnte mit großem Erfolg reduziert werden. Das Nulldefizit wurde bereits im Jahr 2001 erreicht – ein Jahr früher als geplant. Im Jahr 2001 konnte erstmals nach fast 30 Jahren SPÖ-Regierung ein gesamtstaatlicher Überschuss in der Höhe von 0,3 Prozent des BIP erzielt werden. Die Schwerpunktsetzung auf Forschung und Entwicklung, auf Innovation sicherte Beschäfti-gung und förderte den Wirtschaftsstandort Österreich nachhaltig. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ausbildungs- und Höherqualifizierungsoffensiven führten zu mehr Unternehmensgründungen. Das zweite Konjunkturpaket 2002 erzielte in einer sehr schwierigen konjunkturellen Phase verstärkte Investitionen, Wachstums- und Beschäftigungsimpulse sowie Jugendbeschäftigung. Beide Konjunkturpakete entlasteten die Wirtschaft nachhaltig mit mehr als 500 Millionen €. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Im Jahr 2002 betrug das Defizit des Gesamtstaates 0,6 Prozent des BIP. Das ist deutlich weniger, als noch im Herbst letzten Jahres angenommen wurde, als die Prognose noch bei 1,3 Prozent des BIP lag. Unter dem Strich, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist das eine ganz gute Zwischenbilanz, auf die man in Anbetracht der schwierigen gesamtökonomischen Situation Europas und der ganzen Welt stolz sein darf. Österreich gilt heute als ein stabiles und sicheres Land in Europa! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir haben mit Stichtag 1. Mai eine Rekordbeschäftigung. Es waren niemals zuvor so viele Menschen in Arbeit. Österreich hat mit 4,1 Prozent die niedrigste Arbeitslosenrate in der Europäischen Union, mit 1,7 Prozent die drittniedrigste Inflationsrate, ein Exportwachstum von über 4 Prozent – doppelt so hoch wie in den übrigen Ländern der Europäischen Union. Und Österreich weist eine Handelsbilanz auf, womit erstmals seit Bestehen der Zweiten Republik ein Überschuss erwirtschaftet werden konnte – und das trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation und den Problemen unseres wichtigsten Handelspartners Deutschland. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Im Gesundheitsbereich schaffen wir das, wie wir heute schon diskutiert haben, durch eine vernünftige Lösung bei den Selbstbehalten, bei den ÖBB durch eine betriebswirtschaftliche Ausrichtung und Erhöhung des Selbstfinanzierungsgrades, durch die Kürzung gestaltbarer Ermessensausgaben und die Sicherung der Pensionen auf Dauer. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wir wollen den Weg der Konsolidierung weitergehen, und wir wollen nicht zulassen, dass bei der Pensionssicherungsreform dem Druck der Straße nachgegeben wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Es wäre grotesk, jetzt nachzugeben (Abg. Öllinger: Was sagt Haider dazu?) und den Bock, der den Garten verwüstet hat, zum Gärtner zu machen. Das werden wir nicht zulassen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Was sagt Haider dazu?
Meine Damen und Herren! Wir wollen den Weg der Konsolidierung weitergehen, und wir wollen nicht zulassen, dass bei der Pensionssicherungsreform dem Druck der Straße nachgegeben wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Es wäre grotesk, jetzt nachzugeben (Abg. Öllinger: Was sagt Haider dazu?) und den Bock, der den Garten verwüstet hat, zum Gärtner zu machen. Das werden wir nicht zulassen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir wollen den Weg der Konsolidierung weitergehen, und wir wollen nicht zulassen, dass bei der Pensionssicherungsreform dem Druck der Straße nachgegeben wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Es wäre grotesk, jetzt nachzugeben (Abg. Öllinger: Was sagt Haider dazu?) und den Bock, der den Garten verwüstet hat, zum Gärtner zu machen. Das werden wir nicht zulassen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Brosz: Trotz Ihrer Gesundheitspolitik!
Wir leben immer länger trotz (Abg. Brosz: Trotz Ihrer Gesundheitspolitik!) beziehungsweise auf Grund einer hervorragenden Gesundheitspolitik. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist in den letzten 30 Jahren um 8,3 Jahre gestiegen. Die in Anspruch genommenen Pensionsjahre haben sich in diesem Zeitraum verdoppelt. Vor 30 Jahren haben die Menschen in Österreich noch 43 Jahre lang gearbeitet, heute arbeiten sie im Durchschnitt nur noch 37 Jahre lang. Diese Entwicklung wird sich auch künftig weiter fortsetzen. Um das Pensionssystem finanzieren zu können, müssen wir Änderungen vornehmen. (Abg. Öllinger: Aber viel Zustimmung erhalten Sie nicht von Ihrer Fraktion! – Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Öllinger –: Kümmern Sie sich um Ihre eigene Fraktion!)
Abg. Öllinger: Aber viel Zustimmung erhalten Sie nicht von Ihrer Fraktion! – Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Öllinger –: Kümmern Sie sich um Ihre eigene Fraktion!
Wir leben immer länger trotz (Abg. Brosz: Trotz Ihrer Gesundheitspolitik!) beziehungsweise auf Grund einer hervorragenden Gesundheitspolitik. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist in den letzten 30 Jahren um 8,3 Jahre gestiegen. Die in Anspruch genommenen Pensionsjahre haben sich in diesem Zeitraum verdoppelt. Vor 30 Jahren haben die Menschen in Österreich noch 43 Jahre lang gearbeitet, heute arbeiten sie im Durchschnitt nur noch 37 Jahre lang. Diese Entwicklung wird sich auch künftig weiter fortsetzen. Um das Pensionssystem finanzieren zu können, müssen wir Änderungen vornehmen. (Abg. Öllinger: Aber viel Zustimmung erhalten Sie nicht von Ihrer Fraktion! – Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Öllinger –: Kümmern Sie sich um Ihre eigene Fraktion!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Handeln ist also angesagt, meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern wir sind auch verantwortlich für das, was wir nicht tun! Das sollten wir auch im Zuge der Pensionsreform berücksichtigen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mandak: Das ist die schwarze Arbeiterkammer!
Ich habe diese Broschüre der Arbeiterkammer Vorarlberg durchgelesen. (Abg. Mandak: Das ist die schwarze Arbeiterkammer!) Darin kommt zum Ausdruck, dass wir, wenn wir nichts täten, die Beitragssätze um 53 Prozent erhöhen, die Pensionen um 45 Prozent kürzen, das Pensionsantrittsalter um elf Jahre erhöhen oder Maßnahmen setzen müssten, die die Zuschüsse aus den Steuergeldern an die Pensionsversicherung im Jahre 2006 bereits auf 15 Milliarden € anwachsen ließen. (Abg. Öllinger: Das ist doch ein Schmäh von gestern!)
Abg. Öllinger: Das ist doch ein Schmäh von gestern!
Ich habe diese Broschüre der Arbeiterkammer Vorarlberg durchgelesen. (Abg. Mandak: Das ist die schwarze Arbeiterkammer!) Darin kommt zum Ausdruck, dass wir, wenn wir nichts täten, die Beitragssätze um 53 Prozent erhöhen, die Pensionen um 45 Prozent kürzen, das Pensionsantrittsalter um elf Jahre erhöhen oder Maßnahmen setzen müssten, die die Zuschüsse aus den Steuergeldern an die Pensionsversicherung im Jahre 2006 bereits auf 15 Milliarden € anwachsen ließen. (Abg. Öllinger: Das ist doch ein Schmäh von gestern!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das sind Maßnahmen, die wir nicht wollen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Diese Maßnahmen wären unsinnig und unsozial und sind daher mit uns nicht zu machen. Jedes Monat, das verstreicht, meine sehr geehrten Damen und Herren der Opposition, kostet uns mehrere Millionen Euro. (Abg. Öllinger: Aber das stimmt doch nicht!)
Abg. Öllinger: Aber das stimmt doch nicht!
Das sind Maßnahmen, die wir nicht wollen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Diese Maßnahmen wären unsinnig und unsozial und sind daher mit uns nicht zu machen. Jedes Monat, das verstreicht, meine sehr geehrten Damen und Herren der Opposition, kostet uns mehrere Millionen Euro. (Abg. Öllinger: Aber das stimmt doch nicht!)
Abg. Öllinger: Was soll das wieder heißen?
All diese Probleme sind auf eine verfehlte Familienpolitik der letzten Jahrzehnte zurückzuführen (Abg. Öllinger: Was soll das wieder heißen?) und auf eine von der SPÖ in den achtziger und neunziger Jahren geduldete Frühpensionierungswelle zur Verschönerung der Arbeitslosenstatistik (Abg. Hagenhofer: Was macht denn ihr?) in der verstaatlichten Industrie. All das belastet das Pensionssystem auf Dauer, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das können wir nicht zulassen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Hagenhofer: Was macht denn ihr?
All diese Probleme sind auf eine verfehlte Familienpolitik der letzten Jahrzehnte zurückzuführen (Abg. Öllinger: Was soll das wieder heißen?) und auf eine von der SPÖ in den achtziger und neunziger Jahren geduldete Frühpensionierungswelle zur Verschönerung der Arbeitslosenstatistik (Abg. Hagenhofer: Was macht denn ihr?) in der verstaatlichten Industrie. All das belastet das Pensionssystem auf Dauer, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das können wir nicht zulassen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
All diese Probleme sind auf eine verfehlte Familienpolitik der letzten Jahrzehnte zurückzuführen (Abg. Öllinger: Was soll das wieder heißen?) und auf eine von der SPÖ in den achtziger und neunziger Jahren geduldete Frühpensionierungswelle zur Verschönerung der Arbeitslosenstatistik (Abg. Hagenhofer: Was macht denn ihr?) in der verstaatlichten Industrie. All das belastet das Pensionssystem auf Dauer, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das können wir nicht zulassen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Strapazieren Sie uns nicht so!
Ich darf noch einmal das SPÖ-Mitglied und den Ex-ÖGB-Chef Franz Olah zitieren, da das heute der Parteivorsitzende der Sozialdemokraten schon so strapazierend gemacht hat. (Abg. Öllinger: Strapazieren Sie uns nicht so!) Franz Olah sagt richtigerweise:
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ex-ÖGB-Chef Franz Olah muss das wissen, er war damals mit dabei. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Wittmann: Riess-Passer hat alle mit 55 in Pension geschickt! „Großartige“ Leistung!
Der Freiheitlichen Partei ist es gelungen, in Sachen Pensionssicherungsreform gegenüber dem versendeten Entwurf der Bundesregierung schon einige Verbesserungen herbeizuführen. Die unrichtige Propaganda der Sozialdemokraten führt nicht zu einer Versachlichung oder zu einer Aufklärung, sondern sie stiftet Verwirrung bei den Menschen und bei den Pensionsbeziehern. Das ist im Interesse des Landes nicht sinnvoll. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Wittmann: Riess-Passer hat alle mit 55 in Pension geschickt! „Großartige“ Leistung!)
Abg. Öllinger: Nein! Das behaupten Sie, dass das behauptet wird!
Sie behaupten, auch in Pension befindliche Menschen müssen um ihre Pension fürchten. – Das ist falsch! (Abg. Öllinger: Nein! Das behaupten Sie, dass das behauptet wird!) In bestehende Pensionen wird nicht eingegriffen!
Abg. Öllinger: Lesen Sie doch nicht Ihre Broschürchen vor!
Sie behaupten, alle länger Arbeitenden werden weniger Pension erhalten. – Das ist ebenfalls falsch! Wer jetzt schon gehen könnte, aber länger bleibt (Abg. Öllinger: Lesen Sie doch nicht Ihre Broschürchen vor!), für den ändert sich auch künftig nichts.
Abg. Öllinger: Nein, bitte!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich könnte diese Argumentation jetzt weiter fortsetzen. (Abg. Öllinger: Nein, bitte!) Sie haben die Menschen extrem verunsichert mit Berechnungen, die nicht stimmen, Sie haben brutto mit netto verwechselt. Das sind verfälschte Fakten – eine Vorgangsweise, die die Menschen nicht schätzen. (Abg. Dr. Cap: Ist der Text von Ihnen? – Abg. Dr. Wittmann: Vom Schüssel! – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Ihr habt es notwendig!)
Abg. Dr. Cap: Ist der Text von Ihnen? – Abg. Dr. Wittmann: Vom Schüssel! – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Ihr habt es notwendig!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich könnte diese Argumentation jetzt weiter fortsetzen. (Abg. Öllinger: Nein, bitte!) Sie haben die Menschen extrem verunsichert mit Berechnungen, die nicht stimmen, Sie haben brutto mit netto verwechselt. Das sind verfälschte Fakten – eine Vorgangsweise, die die Menschen nicht schätzen. (Abg. Dr. Cap: Ist der Text von Ihnen? – Abg. Dr. Wittmann: Vom Schüssel! – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Ihr habt es notwendig!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: So ist es! Auf dem Rücken der Bevölkerung!
Sie wittern Morgenluft, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Opposition, und Sie haben es sich mit dieser Pensionsreform-Debatte zum Ziel gesetzt, die Regierung auszuhebeln. Das ist der eigentliche Grund für Ihre Ablehnung! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: So ist es! Auf dem Rücken der Bevölkerung!)
Abg. Dr. Niederwieser: Wo war das?
Sie haben die Donnerstagsdemonstranten in abwehrstreikende Berufsdemonstranten umfunktioniert, sogar Volks- und Hauptschüler bemüht, zu streiken. (Abg. Dr. Niederwieser: Wo war das?) Sie haben sie für eine Sache instrumentalisiert, die Schüler nicht verstehen können. Sie machen sich verantwortlich für einen volkswirtschaftlichen Schaden, der in Hunderte Millionen Euro geht. Sie riskieren mit dieser Maßnahme Arbeitsplätze in Österreich. Sie arbeiten nicht konstruktiv, Sie verweigern die Gespräche am Verhandlungstisch, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Opposition!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege, eines muss ich Ihnen schon sagen: Mit geballten Fäusten kann man keine Hände ausstrecken! – Damit haben Sie sich demaskiert. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Wittmann: Angeblich der Koalitionspartner!
Kehren Sie an den Verhandlungstisch zurück, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Opposition! (Abg. Dr. Wittmann: Angeblich der Koalitionspartner!) Diskutieren wir über eine sinnvolle, ehrliche Zukunftssicherung der Pensionen! Als junger Abgeordneter, der erst seit fünf Monaten in der Politik ist (Abg. Dr. Wittmann: Das merkt man!), wünsche ich mir das. Ich habe es mir zum Ziel gesetzt, dass es möglich sein muss, eine so wichtige Reformmaßnahme, die uns alle betreffen wird, in einem Vier-Parteien-Konsens zu beschließen. (Abg. Dr. Cap: Was sagt die ÖVP dazu? – Abg. Öllinger: Zurück an den Start! Dann ist es okay!)
Abg. Dr. Wittmann: Das merkt man!
Kehren Sie an den Verhandlungstisch zurück, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Opposition! (Abg. Dr. Wittmann: Angeblich der Koalitionspartner!) Diskutieren wir über eine sinnvolle, ehrliche Zukunftssicherung der Pensionen! Als junger Abgeordneter, der erst seit fünf Monaten in der Politik ist (Abg. Dr. Wittmann: Das merkt man!), wünsche ich mir das. Ich habe es mir zum Ziel gesetzt, dass es möglich sein muss, eine so wichtige Reformmaßnahme, die uns alle betreffen wird, in einem Vier-Parteien-Konsens zu beschließen. (Abg. Dr. Cap: Was sagt die ÖVP dazu? – Abg. Öllinger: Zurück an den Start! Dann ist es okay!)
Abg. Dr. Cap: Was sagt die ÖVP dazu? – Abg. Öllinger: Zurück an den Start! Dann ist es okay!
Kehren Sie an den Verhandlungstisch zurück, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Opposition! (Abg. Dr. Wittmann: Angeblich der Koalitionspartner!) Diskutieren wir über eine sinnvolle, ehrliche Zukunftssicherung der Pensionen! Als junger Abgeordneter, der erst seit fünf Monaten in der Politik ist (Abg. Dr. Wittmann: Das merkt man!), wünsche ich mir das. Ich habe es mir zum Ziel gesetzt, dass es möglich sein muss, eine so wichtige Reformmaßnahme, die uns alle betreffen wird, in einem Vier-Parteien-Konsens zu beschließen. (Abg. Dr. Cap: Was sagt die ÖVP dazu? – Abg. Öllinger: Zurück an den Start! Dann ist es okay!)
Abg. Brosz: Was ist mit denen, die jetzt schon keine Steuer zahlen?
Steuerpflichtige mit einem Bruttojahreseinkommen von bis zu 14 500 € werden künftig von den Steuern befreit. (Abg. Brosz: Was ist mit denen, die jetzt schon keine Steuer zahlen?) Damit werden in etwa 200 000 Österreicherinnen und Österreicher, die heute noch Steuern zahlen, morgen jeden Euro ihres Einkommens behalten können. Das ist eine große Entlastung der österreichischen Steuerzahler. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Steuerpflichtige mit einem Bruttojahreseinkommen von bis zu 14 500 € werden künftig von den Steuern befreit. (Abg. Brosz: Was ist mit denen, die jetzt schon keine Steuer zahlen?) Damit werden in etwa 200 000 Österreicherinnen und Österreicher, die heute noch Steuern zahlen, morgen jeden Euro ihres Einkommens behalten können. Das ist eine große Entlastung der österreichischen Steuerzahler. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir machen endlich Schluss mit der 13. Umsatzsteuervorauszahlung, einem Relikt der SPÖ-Finanzminister. Wir werden nicht zulassen, dass diese 13. Umsatzsteuervorauszahlung in Österreich ihr zehnjähriges Jubiläum feiert. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das wollen wir Österreich ersparen. Rot-Grün ist nicht die Antwort auf die Probleme der Zeit. Wir wollen eine Politik, die die Wirtschaft in Österreich stimuliert, die den Menschen in unserem Land mehr Einkommen sichert. Ich bin davon überzeugt, dass die Bundesregierung diese ehrgeizigen Ziele erreichen kann, und ich wünsche der Bundesregierung bei der Umsetzung alles Gute. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Bundeskanzler Dr. Schüssel: Stimmt ja auch, war ja wirklich so! Wirklich wahr! – Abg. Scheibner: Das wird er jetzt nicht sagen!
koll von gestern. Das sagte Präsident Dr. Khol zur Rede von Finanzminister Grasser. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Bundeskanzler Dr. Schüssel: Stimmt ja auch, war ja wirklich so! Wirklich wahr! – Abg. Scheibner: Das wird er jetzt nicht sagen!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
In dieser Hinsicht finde ich die Zumutungen des Finanzministers nicht brillant, sondern geradezu beleidigend für Abgeordnete dieses Hauses, Herr Präsident Khol. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.
Wie ist jetzt meine Stimmung, anknüpfend an diese Aussage? (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.) – Meine Stimmung wird nicht gehoben, wenn ich entdecken muss, selbst entdecken muss durch mehr oder weniger detektivische Recherchen, dass diese Nettoentlastung von 500 Millionen € in Wirklichkeit eine Belastung von 200 Millionen € darstellt und von einer Nettoentlastung überhaupt keine Rede sein kann.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Heute habe ich das wieder gehört von, so glaube ich, Herrn Klubobmann Molterer. Gestern kam von Bundeskanzler Schüssel dieselbe Aussage. Davon kann überhaupt keine Rede sein – nicht bei den steuerlichen Maßnahmen und bei den Abgaben insgesamt schon gar nicht! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Heiterkeit.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Bitte, Herr Kollege, ich muss Sie vor sich selber in Schutz nehmen! (Heiterkeit.)
Heiterkeit bei den Grünen
Jetzt bin ich ja gar nicht so brutal wie offenbar das Finanzministerium selbst, das nur das Vorzeichen vertauscht hat (Heiterkeit bei den Grünen); eine Entlastung von 221 Millionen ist in Wirklichkeit eine Belastung von 221 Millionen. Da sage ich, das kann jedem passieren, ist
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
vielleicht nur ein Druckfehler. Ein Problem entsteht aber, wenn der Finanzminister glaubt, es sind minus 221 Millionen, obwohl es plus 221 Millionen sind. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: 300 „Milliarden“?
Zu den so genannten strukturellen Maßnahmen, von denen Sie früher immer geredet haben, zu den Maßnahmen bei den Medikamenten, da finde ich übrigens nichts. Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge: 300 Milliarden. (Abg. Dr. Stummvoll: 300 „Milliarden“?) – Rund 300 Milliarden, 317, wenn Sie es genau wissen wollen. (Rufe: Millionen!) 300 Millionen. Sorry! Millionen, schlimm genug! – Minus der rund 150 Millionen € bei den entfallenden Beiträgen für Arbeitnehmer über 60 beziehungsweise über 56. Da kommen wir auf einen Betrag von plus 200 Millionen € im Jahre 2004.
Rufe: Millionen!
Zu den so genannten strukturellen Maßnahmen, von denen Sie früher immer geredet haben, zu den Maßnahmen bei den Medikamenten, da finde ich übrigens nichts. Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge: 300 Milliarden. (Abg. Dr. Stummvoll: 300 „Milliarden“?) – Rund 300 Milliarden, 317, wenn Sie es genau wissen wollen. (Rufe: Millionen!) 300 Millionen. Sorry! Millionen, schlimm genug! – Minus der rund 150 Millionen € bei den entfallenden Beiträgen für Arbeitnehmer über 60 beziehungsweise über 56. Da kommen wir auf einen Betrag von plus 200 Millionen € im Jahre 2004.
Der Redner lacht bei diesem Satz. – Abg. Mag. Molterer: Sie müssen ja selber lachen!
Also: Nach dieser Rechnung sind es 2,5 Milliarden € im Jahre 2005. Nicht wahr, Herr Kollege Molterer? (Der Redner lacht bei diesem Satz. – Abg. Mag. Molterer: Sie müssen ja selber lachen!) 40 Prozent sind 1 Milliarde €. Dann werden die Vorzeichen vertauscht. Also 1 Milliarde plus im Jahre 2005 ist das, was der Finanzminister in Wahrheit meint. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Das natürlich with tongue in cheek, das ist schon klar, aber diese Art von Umgang mit Daten wird uns heute zugemutet.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Also: Nach dieser Rechnung sind es 2,5 Milliarden € im Jahre 2005. Nicht wahr, Herr Kollege Molterer? (Der Redner lacht bei diesem Satz. – Abg. Mag. Molterer: Sie müssen ja selber lachen!) 40 Prozent sind 1 Milliarde €. Dann werden die Vorzeichen vertauscht. Also 1 Milliarde plus im Jahre 2005 ist das, was der Finanzminister in Wahrheit meint. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Das natürlich with tongue in cheek, das ist schon klar, aber diese Art von Umgang mit Daten wird uns heute zugemutet.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Was soll das? Ist das brillant? Wenn man Daten verwendet, die der budgetären Wahrheit diametral widersprechen, das ist brillant? – Mir fallen, um das zu charakterisieren, schon Worte ein, aber diese Worte haben eine bedauerliche Ähnlichkeit mit jenen, für die gestern ein Abgeordneter einen Ordnungsruf erhalten hat. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich war zunächst wirklich beeindruckt von dem, was der Herr Finanzminister sagte, nämlich: klare Prioritäten für den Zukunftsbereich Bildung und Wissenschaft, 8,2 Milliarden € 2003, 9 Milliarden € 2004. – Da denkst du dir: Wumm! 800 Millionen € plus! Endlich! So oft enttäuscht, aber jetzt endlich! Dann schaust du im Tabellenteil der Budgetrede unter „funktionelle Gliederung der Ausgaben“ nach, und da denkst du dir: Wow! Der Anstieg von 2003 auf 2004 beträgt ja noch mehr als 800 Millionen €! Da fragst du dich ja schon, ob das die Absorptionsfähigkeit des Sektors nicht schon erschüttert. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Tatsächlich erhalten die Unis 2004 einen Betrag, der fast gleich hoch, der etwas höher ist als jener von 2002. Dabei muss man aber schon berücksichtigen, dass die Unis inzwischen Studienbeiträge im Ausmaß von rund 150 Millionen erhalten und sie eigentlich mindestens um diesen Betrag mehr erhalten müssten, sodass man jetzt daraus schließen muss: Im Gegenteil, die öffentlichen Mittel wurden durch die Studienbeiträge substituiert statt erhöht, wie seinerzeit versprochen wurde. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Das ist ein Buchhaltungsskandal, haben wir gestern gehört!
Nehmen wir folgendes Beispiel: Ein Unternehmer, ein Kaufmann, findet, er hat 1 Million € zu wenig in der Kasse oder auf der Bank. Er geht zur Bank, nimmt einen Kredit auf und kriegt die Million, hat diese jetzt auf seinem Bankguthaben, sozusagen links in der Bilanz, und rechts steht natürlich die 1 Million an zusätzlichen Verbindlichkeiten. An seinem Vermögen ändert sich nichts. Jeder weiß das. Seine Netto-Vermögensposition ist völlig unverändert. Dann geht dieser Unternehmer, dieser Kaufmann, her und behauptet – nehmen wir das nur einmal an! –, er stünde jetzt um 1 Million € besser da als zuvor. Er verwendet dafür nur die linke Seite seiner Bilanz, die Aktivseite. (Abg. Öllinger: Das ist ein Buchhaltungsskandal, haben wir gestern gehört!) Wenn dieser Kaufmann – und da werden Sie mir zustimmen, Herr Stummvoll – anderen gegenüber argumentativ so vorgeht, dann steht er unter dringendem Betrugsverdacht.
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wenn er das selbst glaubt, wie würden Sie ihn dann bezeichnen? Als brillant? (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Wittmann: Das ist ein Skandal! – Abg. Mag. Posch: Das ist ein Künstler!
Doch er sagt nicht dazu – dritter Schritt –, dass rechts durch eine reine Umbuchungsmaßnahme der gleiche Betrag wieder aufscheint, sodass sich in der Summe null ändert. (Abg. Dr. Wittmann: Das ist ein Skandal! – Abg. Mag. Posch: Das ist ein Künstler!)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Diese Art von Zukunftssicherung, diese Art von Prioritätensetzung, diese Art von Superprioritätensetzung, diese Interpretation, das nennen Sie brillant?! Dabei muss ich dazusagen: Der Vorgang als solcher, die budgetäre Vorgangsweise als solche ist vollkommen korrekt. (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das hängt zusammen – aber ich will Sie damit nicht aufhalten – mit der Ausgliederung der Universitäten. Das ist vollkommen korrekt. Aber die Interpretation des Finanzministers, anschließend die des Bundeskanzlers Schüssel gestern und die des Kollegen Molterer heute, glaube ich – ich kann mich jetzt nicht mehr genau erinnern –, die ist ein Witz! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Diese Art von Zukunftssicherung, diese Art von Prioritätensetzung, diese Art von Superprioritätensetzung, diese Interpretation, das nennen Sie brillant?! Dabei muss ich dazusagen: Der Vorgang als solcher, die budgetäre Vorgangsweise als solche ist vollkommen korrekt. (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das hängt zusammen – aber ich will Sie damit nicht aufhalten – mit der Ausgliederung der Universitäten. Das ist vollkommen korrekt. Aber die Interpretation des Finanzministers, anschließend die des Bundeskanzlers Schüssel gestern und die des Kollegen Molterer heute, glaube ich – ich kann mich jetzt nicht mehr genau erinnern –, die ist ein Witz! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Die Universitäten bekommen deswegen nicht mehr. Von diesen 800 Millionen € zusätzlich sind 734 Millionen € non-existent. Es ist, finde ich, eine Zumutung für Abgeordnete dieses Hauses, selber herausfinden zu müssen, was sich hinter solchen Zahlen verbirgt. Es ist keine brillante Zumutung, sondern das ist eine unverschämte Zumutung! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich meine, angesichts dieser Täuschungsmanöver, die ich nur als skandalös bezeichnen kann, ist man natürlich versucht, allen anderen Angaben, seien es Daten, seien es inhaltliche Aussagen, mit einer, sagen wir einmal, angemessenen Skepsis zu begegnen. Das will ich jetzt gar nicht tun, ich habe auch keine Zeit dazu. Aber die zwei Sachen allein – das habe ich bisher in einer Budgetrede nicht erlebt! Ich will mich jetzt gar nicht aufregen und anführen, was alles aus der Vergangenheit und von gestern man noch kritisieren könnte, aber diese Art der Vorgangsweise ist absolut inakzeptabel. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Ein Abgeordneter ist kein Detektiv, er wird nicht dafür bezahlt, detektivische Kleinarbeit zu leisten, um herauszufinden, ob das, was der Minister oder die Ministerin gerade sagt, der Wahrheit entspricht, halbwegs der Wahrheit entspricht oder die glatte Unwahrheit darstellt. Dafür werden wir nicht bezahlt, Herr Klubobmann Molterer! (Neuerlicher Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Wir werden Ihnen das Budget nicht vorkauen!)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Wir werden Ihnen das Budget nicht vorkauen!
Ich meine, angesichts dieser Täuschungsmanöver, die ich nur als skandalös bezeichnen kann, ist man natürlich versucht, allen anderen Angaben, seien es Daten, seien es inhaltliche Aussagen, mit einer, sagen wir einmal, angemessenen Skepsis zu begegnen. Das will ich jetzt gar nicht tun, ich habe auch keine Zeit dazu. Aber die zwei Sachen allein – das habe ich bisher in einer Budgetrede nicht erlebt! Ich will mich jetzt gar nicht aufregen und anführen, was alles aus der Vergangenheit und von gestern man noch kritisieren könnte, aber diese Art der Vorgangsweise ist absolut inakzeptabel. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Ein Abgeordneter ist kein Detektiv, er wird nicht dafür bezahlt, detektivische Kleinarbeit zu leisten, um herauszufinden, ob das, was der Minister oder die Ministerin gerade sagt, der Wahrheit entspricht, halbwegs der Wahrheit entspricht oder die glatte Unwahrheit darstellt. Dafür werden wir nicht bezahlt, Herr Klubobmann Molterer! (Neuerlicher Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Wir werden Ihnen das Budget nicht vorkauen!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
In diesem Zusammenhang möchte ich sagen, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien: Wenn ich das mit den Arbeitsmarktdaten und dem Handelsbilanzüberschuss und dem Leistungsbilanzüberschuss noch zehnmal höre, dann werde ich schon relativ grantig. Wir alle wissen doch, dass die Globalzahl über die Beschäftigten auf dem Arbeitsmarkt relativ wenig, um nicht zu sagen, sehr wenig aussagt. Sie müssen immer dazusagen, wie viel von dem Zuwachs die KarenzgeldbezieherInnen beziehungsweise die KindergeldbezieherInnen ausmachen, wie viel davon teilzeitbeschäftigt sind, wie viel geringfügig beschäftigt sind und so weiter. Wenn Sie immer nur sagen, das sei um 10 000 oder 30 000 gewachsen, dann muss ich Ihnen sagen: Das sagt ja nichts über die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt aus! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Was die Leistungsbilanz und den Handelsbilanzüberschuss betrifft, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, muss ich sagen: Wenn Sie sich einmal nur halbwegs für Ökonomie interessiert haben, dann werden Sie feststellen: Das ist ein typisches Phänomen für ... (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich bin kein Experte. Ich tue gar nicht so. Das ist eine Trivialität. Das ist ein typisches ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.) Herr Stummvoll, das wissen Sie doch besser als ich! Das ist ein typisches Charakteristikum für Staaten, denen es konjunkturell,
Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.
Was die Leistungsbilanz und den Handelsbilanzüberschuss betrifft, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, muss ich sagen: Wenn Sie sich einmal nur halbwegs für Ökonomie interessiert haben, dann werden Sie feststellen: Das ist ein typisches Phänomen für ... (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich bin kein Experte. Ich tue gar nicht so. Das ist eine Trivialität. Das ist ein typisches ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.) Herr Stummvoll, das wissen Sie doch besser als ich! Das ist ein typisches Charakteristikum für Staaten, denen es konjunkturell,
Abg. Dr. Fasslabend: Dürftig ist das! Das ist dürftig!
wachstumsmäßig um einiges schlechter geht als anderen. Die erzielen einen Leistungsbilanzüberschuss beziehungsweise Handelsbilanzüberschuss. Damals, in den siebziger Jahren oder irgendwann später, haben wir genau das entgegengesetzte Problem gehabt. Sie werden sich daran noch erinnern können, Herr Stummvoll! Damals haben wir den dritten Mehrwertsteuersatz, den so genannten Luxussteuersatz eingeführt, um das umgekehrte Problem zu bewältigen: den Importüberschuss angesichts der genau umgekehrten Konjunkturlage. Also bitte schön, das sind keine Verdienste, dieser Handelsbilanz-, dieser Leistungsbilanzüberschuss weist eher auf Versäumnisse der Regierung hin. (Abg. Dr. Fasslabend: Dürftig ist das! Das ist dürftig!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir begrüßen die Steuerfreistellung bis zu 14 000 € pro Jahr, aber ich möchte auch auf eines hinweisen, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien: Die untersten Einkommensschichten treffen Sie damit nicht positiv, denn die zahlen ohnehin keine Lohn- und Einkommensteuer, sondern die Begünstigung konzentriert sich auf Bezieher von Einkommen in der Höhe von etwa 900 € bis 1 100 € pro Monat. Die Bezieher der untersten Einkommen, darunter viele Pensionisten, Mindestpensionisten, werden aber sehr wohl von erhöhten Krankenversicherungsbeiträgen und von den Maßnahmen bei der Energiebesteuerung betroffen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Fasslabend: Der Präsident hat gesagt, man müsse Sie vor sich selbst schützen! Das ist richtig! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Daher würden wir Grüne dringend dafür plädieren, durch Maßnahmen im Bereich der so genannten negativen Lohn- und Einkommensteuer auch die Bezieher der untersten Einkommen zu begünstigen. Ich glaube, mit einem Betrag von rund 200 Millionen € kann man da sehr viel zugunsten der Bezieher der alleruntersten Einkommen bewegen, die nach Ihren Vorschlägen netto belastet statt entlastet werden. (Abg. Dr. Fasslabend: Der Präsident hat gesagt, man müsse Sie vor sich selbst schützen! Das ist richtig! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Mein Schlusssatz, Herr Präsident, ein Postskriptum: Die Israelitische Kultusgemeinde in Österreich steht seit Jahren vor ernsthaften finanziellen Problemen, und ich meine, es stünde der Republik gut an, diese Frage endlich einvernehmlich zu lösen; es geht dabei nicht um sehr viel Geld. – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Ich freue mich sehr, dass ich Ihnen als Vorsitzender dieser Bundesregierung neun Wochen nach unserer Angelobung die Budgets für 2003 und 2004 sowie eine langfristige Pensionssicherungsreform, eine nachhaltige Reform der Krankenkassen und einen ersten wichtigen großen Entlastungsschritt präsentieren kann. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Dazu kommen einige massive Impulse für die Familien. Überlegen Sie, dass wir allein in diesem Jahr 340 Millionen € oder 5 Milliarden Schilling mehr für die österreichischen Familien, für Eltern und Kinder zur Verfügung stellen, und darauf sind wir gemeinsam stolz, meine Damen und Herren! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Reheis: Wahlrede!
Wir haben in diesem Budget massive Ausbildungsimpulse vorgesehen. Es wird für 5 000 arbeitslose Jugendliche zwischen 19 und 25 Jahren ein 18-monatiges Weiterbildungsprogramm geben. Auch das ist in dieser Zeit wichtig. (Abg. Reheis: Wahlrede!) Das ist keine Wahlrede, sondern das ist die Darstellung gelebter Praxis, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Reheis: Das ist eine Wahlrede!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Reheis: Das ist eine Wahlrede!
Wir haben in diesem Budget massive Ausbildungsimpulse vorgesehen. Es wird für 5 000 arbeitslose Jugendliche zwischen 19 und 25 Jahren ein 18-monatiges Weiterbildungsprogramm geben. Auch das ist in dieser Zeit wichtig. (Abg. Reheis: Wahlrede!) Das ist keine Wahlrede, sondern das ist die Darstellung gelebter Praxis, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Reheis: Das ist eine Wahlrede!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Natürlich ist es ein absoluter prioritärer Schwerpunkt, dass wir im Bereich der Infrastruktur – diese Zahlen sind übrigens von den Sprechern der Opposition gar nicht dementiert worden – 50 Prozent mehr für Schiene und Straße ausgeben, als dies im Jahre 1999 der Fall war. Das ist ein besonderer Schwerpunkt in der Vorbereitung auf die EU-Erweiterung für Österreich. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
heftige Zwischenrufe bei der SPÖ
Erlauben Sie mir aber jetzt, auch einige Punkte zur Oppositionskritik zu sagen. Zunächst einmal komme ich zur Klage von Alfred Gusenbauer, wir würden Defizite machen. – Richtig, wir gehen in einer schwierigen Zeit, in welcher es falsch wäre, die wirtschaftliche Lage durch Sparmaßnahmen zu verschlechtern (heftige Zwischenrufe bei der SPÖ), einen eher expansiven Kurs, wie es auch Professor Van der Bellen richtigerweise gesagt hat. Nur: Unsere Defizite in der Höhe von rund 1,5 Prozent liegen meilenweit unter allen Defiziten, die sozialdemokratische Kanzler oder Finanzminister je gemacht haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Erlauben Sie mir aber jetzt, auch einige Punkte zur Oppositionskritik zu sagen. Zunächst einmal komme ich zur Klage von Alfred Gusenbauer, wir würden Defizite machen. – Richtig, wir gehen in einer schwierigen Zeit, in welcher es falsch wäre, die wirtschaftliche Lage durch Sparmaßnahmen zu verschlechtern (heftige Zwischenrufe bei der SPÖ), einen eher expansiven Kurs, wie es auch Professor Van der Bellen richtigerweise gesagt hat. Nur: Unsere Defizite in der Höhe von rund 1,5 Prozent liegen meilenweit unter allen Defiziten, die sozialdemokratische Kanzler oder Finanzminister je gemacht haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
neuerliche heftige Zwischenrufe bei der SPÖ
Ich darf Ihnen die Zahlen hier nennen: In den ersten fünf Jahren hat Bruno Kreisky noch von der guten Substanz der Politik der ÖVP-Kanzler und der ÖVP-Finanzminister gelebt (neuerliche heftige Zwischenrufe bei der SPÖ), aber seit 1976 haben sozialdemokratische Kanzler und Finanzminister immer zwischen 2 und 5 Prozent Defizit gemacht. Dagegen ist das, was Karl-Heinz Grasser hier vorgelegt hat, brillant, Herr Professor Van der Bellen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich darf Ihnen die Zahlen hier nennen: In den ersten fünf Jahren hat Bruno Kreisky noch von der guten Substanz der Politik der ÖVP-Kanzler und der ÖVP-Finanzminister gelebt (neuerliche heftige Zwischenrufe bei der SPÖ), aber seit 1976 haben sozialdemokratische Kanzler und Finanzminister immer zwischen 2 und 5 Prozent Defizit gemacht. Dagegen ist das, was Karl-Heinz Grasser hier vorgelegt hat, brillant, Herr Professor Van der Bellen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Noch etwas: Ich bin ja auf die Detaildiskussion im Rahmen des Budgets sehr gespannt. Soweit ich es verstanden habe, kritisieren Sie die Pensionssicherungsreform: Sie wollen in diesem Bereich alles verschieben. Ich habe bisher keinen Vorschlag gehört, wie Sie die Defizite bei den Krankenkassen beheben wollen. Ich bin überzeugt davon, dass Sie bei jedem einzelnen Budgetkapitel kritisieren werden, dass zu wenig Geld eingesetzt wird, aber Sie scheuen sich nicht, sich hierher zu stellen und zu sagen, das Defizit sei zu hoch. Diesen „Stein der Weisen“, bitte, einmal in Ruhe und sachlich zu erklären, wie Sie das machen wollen: Defizite kritisieren und immer mehr verlangen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Reheis: Das glaubt Ihnen niemand!
Nun zu den Unis, lieber Herr Professor: Wenn Sie ganz genau die Unterlagen lesen und wenn Sie dann bei den Detaildiskussionen alles mit uns in Ruhe diskutieren werden, dann werden Sie draufkommen, dass in Österreich für die Bildung noch nie so viel ausgegeben wurde wie in diesen Jahren. (Abg. Reheis: Das glaubt Ihnen niemand!) Sie werden draufkommen, dass selbst nach der Ausgliederung die Steigerung fast 2 Milliarden Schilling für die Universitäten ausmachen wird. Darauf sollte man sich, glaube ich, einigen!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Bitte, Herr Professor, wenn Sie sich jetzt herstellen und sagen, da gibt es eine Ausgliederung und das Ganze sei ein Plus/Minus-Geschäft oder praktisch nichts anderes als eine Bilanzverlängerung, dann muss ich sagen: Das stimmt ganz einfach nicht, denn der große Unterschied ist, dass damit die Universitäten die volle Verantwortung, die Kontrolle und auch die Souveränität haben, Geld auszugeben, das nicht mehr vom Finanzminister gekürzt werden kann. Das ist der „Witz“ dabei! Das ist der Charme dieser Ausgliederung, und deswegen ist sie wichtig, Herr Professor! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Ich hätte ja nichts dagegen, wenn es die erste Ausgliederung wäre, die wir in diesen drei Jahren gemacht haben, aber es ist, lieber Herr Professor, die vierzigste Ausgliederung – und dass Sie jetzt erst draufkommen, dass der Effekt der ist, dass der ausgegliederte Betrieb dann über das gesamte Geld frei verfügen kann, das ist mir neu, aber das ist wahrscheinlich auch ein Beitrag zur Sachlichkeit in diesem Hohen Hause! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
als die Zahl jener Menschen, die Arbeit in Österreich haben?! Das ist Herbert Haupt und mir wichtig – und nicht irgendeine virtuelle Statistik! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Matznetter: Das glauben Sie selber nicht!
Natürlich wissen Sie, dass geringfügig Beschäftigte gar nicht in der Arbeitsmarktstatistik aufscheinen, und natürlich wissen Sie, dass die Präsenzdiener und die Kindergeldbezieher offen ausgewiesen werden, und natürlich wissen Sie, dass wir heute gegenüber dem Vorjahr um 38 000 Menschen mehr in Beschäftigung haben. (Abg. Dr. Matznetter: Das glauben Sie selber nicht!) Und wenn Sie alle Karenzgeldbezieher und Präsenzdiener herausrechnen, sind es immer noch um 8 000 mehr! Und darauf sind wir gemeinsam stolz, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Natürlich wissen Sie, dass geringfügig Beschäftigte gar nicht in der Arbeitsmarktstatistik aufscheinen, und natürlich wissen Sie, dass die Präsenzdiener und die Kindergeldbezieher offen ausgewiesen werden, und natürlich wissen Sie, dass wir heute gegenüber dem Vorjahr um 38 000 Menschen mehr in Beschäftigung haben. (Abg. Dr. Matznetter: Das glauben Sie selber nicht!) Und wenn Sie alle Karenzgeldbezieher und Präsenzdiener herausrechnen, sind es immer noch um 8 000 mehr! Und darauf sind wir gemeinsam stolz, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Der große Unterschied zur rot-grünen Koalition in Deutschland ist der, dass wir in Österreich am 1. Mai, am Tag der Arbeit, eine Rekordbeschäftigung zu verzeichnen hatten und die Zahl der Arbeitslosen gleich geblieben war, während Deutschland 470 000 Arbeitslose mehr auswies. Jetzt werden Sie nicht mehr grantig, Herr Professor, wenn ich sage: Darauf können wir gemeinsam stolz sein, dass wir hier besser dastehen als andere Länder, mit denen wir einen sehr starken Handelsverkehr haben und von deren Situation wir daher nicht unberührt sind. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Aber Sie machen es nicht!
Ich darf es Ihnen hier sagen: Es sieht ein einheitliches Pensionssystem vor – das wollen wir alle! (Abg. Öllinger: Aber Sie machen es nicht!) Ich habe Sie eingeladen, Herr Präsident Verzetnitsch: Arbeiten Sie mit uns mit, damit wir im Herbst ein solches einheitliches Konzept präsentieren können! Das ist wichtig und steht für mich außer Streit! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich darf es Ihnen hier sagen: Es sieht ein einheitliches Pensionssystem vor – das wollen wir alle! (Abg. Öllinger: Aber Sie machen es nicht!) Ich habe Sie eingeladen, Herr Präsident Verzetnitsch: Arbeiten Sie mit uns mit, damit wir im Herbst ein solches einheitliches Konzept präsentieren können! Das ist wichtig und steht für mich außer Streit! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Jetzt sage ich Ihnen ganz offen: Dann weiß hoffentlich die Bevölkerung, warum es wichtig ist, dass wir jetzt eine nachhaltige, sinnvolle und sozial ausgewogene Reform gemeinsam beschließen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
Herr Präsident Verzetnitsch, ich schätze Sie sehr, und ich schätze Sie als einen Politiker, der seine Meinung sagt, klar und offen vertritt, der zugleich aber auch einen Stil wahrt. Ich bitte Sie daher, gerade auch in diesen schwierigen Tagen darauf zu drängen ... (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) – Ich versuche es auch! Entschuldigen Sie, Sie können mir viel nachsagen, aber ich bemühe mich sehr um einen anständigen, ordentlichen Stil im Umgang miteinander. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Wo? Wo?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Wo? Wo?
Herr Präsident Verzetnitsch, ich schätze Sie sehr, und ich schätze Sie als einen Politiker, der seine Meinung sagt, klar und offen vertritt, der zugleich aber auch einen Stil wahrt. Ich bitte Sie daher, gerade auch in diesen schwierigen Tagen darauf zu drängen ... (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) – Ich versuche es auch! Entschuldigen Sie, Sie können mir viel nachsagen, aber ich bemühe mich sehr um einen anständigen, ordentlichen Stil im Umgang miteinander. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Wo? Wo?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
samten Gesundheitsversorgung steht auf dem Spiel. – Bitte, Herr Präsident, versuchen Sie, Ihren Einfluss geltend zu machen, dass diese Angstmache aufhört! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ
Herr Präsident Verzetnitsch! Wahr ist – und ich ersuche Sie, da genau den Stil zu wahren, den wir bisher eigentlich gewohnt waren –, und das steht so im Regierungsprogramm, dass wir zusammen mit den Ländern überlegen, den Aufgabenbereich betreffend die jetzige Notstandshilfe vom AMS an die Länder zu übertragen (anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ) und damit eigentlich eine gemeinsame Auszahlung und Prüfung zu ermöglichen. Helfen Sie mit, diesen schlechten Stil mancher Ihrer Funktionäre zu beenden! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Präsident Verzetnitsch! Wahr ist – und ich ersuche Sie, da genau den Stil zu wahren, den wir bisher eigentlich gewohnt waren –, und das steht so im Regierungsprogramm, dass wir zusammen mit den Ländern überlegen, den Aufgabenbereich betreffend die jetzige Notstandshilfe vom AMS an die Länder zu übertragen (anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ) und damit eigentlich eine gemeinsame Auszahlung und Prüfung zu ermöglichen. Helfen Sie mit, diesen schlechten Stil mancher Ihrer Funktionäre zu beenden! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bitte Sie sehr, Herr Präsident Verzetnitsch, dagegen etwas zu unternehmen, denn das ist kein Stil, den wir einreißen lassen dürfen! Gemeinsam müssen wir da vorgehen, und ich werde auch meinen Beitrag dazu liefern. Es darf kein frei gewählter Abgeordneter des Nationalrates unter Druck gesetzt werden! Es darf kein Minister, dessen Familie – er selbst darf gar nicht mehr in der Firma arbeiten – den Betrieb führt, unter Druck gesetzt werden! Es dürfen nicht Berater einer demokratisch gewählten Regierung quasi an den Pranger gestellt werden! Ich bitte Sie, mit allem Ernst: Helfen Sie mit, dass dieser Stil nicht Wirklichkeit wird! Es wäre absolut notwendig. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Matznetter: Schröder führt einen Dialog!
Ein allerletzter Satz: In Deutschland hat Gerhard Schröder in Wahrheit ganz genau die gleichen Probleme. Es ist richtig: Reformen sind notwendig! Der Unterschied ist der: Dort gibt es eine verantwortungsvolle Opposition, die bereit ist, mitzuarbeiten. Ich ersuche Sie: Helfen auch Sie mit bei einer so verantwortungsvollen Arbeit für Österreich! (Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Matznetter: Schröder führt einen Dialog!)
Abg. Brosz: Wir haben gelernt, dass das Budget gefälscht ist!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Meine Herren auf der Regierungsbank! Ich möchte ganz kurz auf die bisherige Debatte eingehen und davon als überaus positiv hervorheben, dass beide Oppositionsführer, sowohl Dr. Gusenbauer als auch Professor Van der Bellen, eine Stelle in ihrer Rede hatten, wo sie gemeint haben: Wir haben gelernt! (Abg. Brosz: Wir haben gelernt, dass das Budget gefälscht ist!)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Professor Van der Bellen! Ich halte das wirklich für menschlich sympathisch, wenn man das zugibt, aber Ihr Problem wird eben sein – das gilt auch für den Kollegen Gusenbauer –, dass Sie das, was Sie hier lernen, in absehbarer Zeit nicht in Regierungsverantwortung umsetzen können, weil der Platz des Bundeskanzlers für den Meister bestimmt ist und nicht für den Lehrling, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Brosz: Sie sollten über Ihre Pension reden!
Lassen Sie mich nun zu diesem Doppelbudget 2003/2004 kommen. (Abg. Brosz: Sie sollten über Ihre Pension reden!) Meine Damen und Herren! Es ist eine alte Erfahrung: Je schwächer Ihre Argumente, desto lauter Ihre Zwischenrufe! Merken Sie sich das! Finden Sie bessere
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Brosz: Sie haben eine Doppelpension!
Argumente, dann brauchen Sie keine so lauten Zwischenrufe! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Brosz: Sie haben eine Doppelpension!)
Abg. Öllinger: Sprechen Sie zu den Pensionen!
Meine Damen und Herren! Nun aber zurück zum Doppelbudget. Dieses Budget 2003/2004 ist erstens ein Budget der Stabilität, es ist ein Budget der Verantwortung, es ist ein Budget der Zukunftsgestaltung. (Abg. Öllinger: Sprechen Sie zu den Pensionen!) Diese Bundesregierung begreift Politik nicht als Tages-Hickhack, sondern als Zukunftsgestaltung, als Verantwortung für die Zukunft. (Abg. Dr. Wittmann: Wie viel Pensionen beziehen Sie? Drei Pensionen!) Diese Regierung hätte ein viel leichteres Leben, wenn sie diese Reformen nicht machen würde, aber die übernächste Regierung würde dann wahrscheinlich vor dem Zusammenbruch des Pensionssystems stehen. Das ist gelebte Verantwortung für die Zukunft, meine Damen und Herren! Genau das ist der Unterschied zwischen Regierung und Opposition.
Abg. Dr. Wittmann: Wie viel Pensionen beziehen Sie? Drei Pensionen!
Meine Damen und Herren! Nun aber zurück zum Doppelbudget. Dieses Budget 2003/2004 ist erstens ein Budget der Stabilität, es ist ein Budget der Verantwortung, es ist ein Budget der Zukunftsgestaltung. (Abg. Öllinger: Sprechen Sie zu den Pensionen!) Diese Bundesregierung begreift Politik nicht als Tages-Hickhack, sondern als Zukunftsgestaltung, als Verantwortung für die Zukunft. (Abg. Dr. Wittmann: Wie viel Pensionen beziehen Sie? Drei Pensionen!) Diese Regierung hätte ein viel leichteres Leben, wenn sie diese Reformen nicht machen würde, aber die übernächste Regierung würde dann wahrscheinlich vor dem Zusammenbruch des Pensionssystems stehen. Das ist gelebte Verantwortung für die Zukunft, meine Damen und Herren! Genau das ist der Unterschied zwischen Regierung und Opposition.
Abg. Öllinger: Das glaube ich: Aus Ihrer Sicht ist das wertvoll!
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich eines sehr deutlich sagen: Ich glaube, das Wertvolle dieses Doppelbudgets besteht aus meiner Sicht darin (Abg. Öllinger: Das glaube ich: Aus Ihrer Sicht ist das wertvoll!), dass diese Budgets nicht erratisch isoliert in der Landschaft stehen, sondern sich nahtlos einfügen in eine Strategie mit der Zielsetzung: Wo soll Österreich 2010 stehen? Diese Regierung ist die erste Regierung, die über Legislaturperioden hinaus denkt, und die Zielsetzung des Bundeskanzlers: Wir wollen Top 3 in Europa werden!, ist eine langfristige strategische Ausrichtung.
Abg. Dr. Van der Bellen: Das sind die Zahlen des Finanzministeriums!
Zweite Zielsetzung: Investitionen in die Zukunft. Wir werden bei den Budgetberatungen die Zahlen, die Sie in Frage stellen, Herr Kollege Van der Bellen, noch sehr ausführlich diskutieren. Nur: Ich bitte um Verständnis, aber ich glaube den Zahlen, die die Experten des Finanzministeriums zusammengestellt haben, natürlich schon mehr als Ihren Zahlen (Abg. Dr. Van der Bellen: Das sind die Zahlen des Finanzministeriums!), zumal Sie selbst gesagt haben, Sie seien kein Experte. Ich glaube den Experten des Ressorts mehr als Ihren Angaben.
Abg. Dr. Van der Bellen: Warum nicht 1951?
Es lässt sich halt nicht abstreiten, wenn man einen Vergleich zwischen 1999 – alte Regierung – und dem Budget 2004 zieht (Abg. Dr. Van der Bellen: Warum nicht 1951?): Wir haben hier Zukunftsinvestitionen, bei denen es gewaltige Steigerungen gibt.
Abg. Dr. Van der Bellen: Nein! Er hat es immer noch nicht verstanden!
Herr Kollege, Sie können noch so viel lächeln: Es ist eine Steigerung, wenn man für Bildung und Wissenschaft im Jahr 1999 7,5 Milliarden € ausgegeben hat und im nächsten Jahr 9 Milliarden € ausgibt. Das ist eine Steigerung um 20 Prozent! (Abg. Dr. Van der Bellen: Nein! Er hat es immer noch nicht verstanden!)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Van der Bellen! Wir können vielleicht darüber streiten, ob es 35 oder nur 33 Prozent sind, aber das sind gewaltige Steigerungen für die Zukunft dieses Landes, und ich finde, das sollte man bei diesem Budget der Zukunftsgestaltung und der Verantwortung für die Zukunft hervorheben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Die Aussagen sind das Problem!
Dritte Zielsetzung: Entlastung der Bürger und der Betriebe. Herr Kollege Van der Bellen! Also so leicht sollte man es sich nicht machen und auf einen Rechenfehler in den Beilagen hinweisen (Abg. Dr. Van der Bellen: Die Aussagen sind das Problem!), wenn hier Maßnahmen gesetzt werden, durch welche 200 000 Steuerpflichtige – ich wiederhole: 200 000 Steuerpflichtige! – aus der Steuerpflicht herausfallen werden. (Abg. Dr. Van der Bellen: Ich bin eh dafür!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Ich bin eh dafür!
Dritte Zielsetzung: Entlastung der Bürger und der Betriebe. Herr Kollege Van der Bellen! Also so leicht sollte man es sich nicht machen und auf einen Rechenfehler in den Beilagen hinweisen (Abg. Dr. Van der Bellen: Die Aussagen sind das Problem!), wenn hier Maßnahmen gesetzt werden, durch welche 200 000 Steuerpflichtige – ich wiederhole: 200 000 Steuerpflichtige! – aus der Steuerpflicht herausfallen werden. (Abg. Dr. Van der Bellen: Ich bin eh dafür!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Van der Bellen: Weil ich es differenziert sehe!
Herr Kollege Van der Bellen, ich muss ehrlich sagen, ich war enttäuscht, wie Sie einfach die Arbeitsmarktdaten so vom Tisch gewischt haben. Dass wir heute 90 000 Arbeitsplätze mehr haben als im Jahr 1999, das kann man nicht mit einer Handbewegung abtun, auch wenn man Hochschulprofessor ist. Uns geht es um die Arbeitsplätze für die Menschen in diesem Land, und das kann man nicht sozusagen wirtschaftstheoretisch mit einer Handbewegung wegwischen, Herr Kollege Van der Bellen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Van der Bellen: Weil ich es differenziert sehe!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Krainer hält ein Schriftstück in die Höhe, auf dem steht: „Der teuerste Redner“.
Diese Regierung setzt die Rahmenbedingungen dafür, dass fleißige und tüchtige Menschen eine faire Chance haben, in diesem Land Arbeitsplätze, Einkommenschancen und soziale Sicherheit vorzufinden. Und das sollte man anerkennen, bei aller Kritik der Opposition! Das sind einfach strategische Ziele, bei denen ich froh bin, dass dieses Land bei dieser Regierung in guten Händen ist. Wir stehen besser da, als das 1999 der Fall war. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Krainer hält ein Schriftstück in die Höhe, auf dem steht: „Der teuerste Redner“.)
Abg. Krainer: Der teuerste Redner!
Lassen Sie mich auch eines sagen: Wir werden in den kommenden Wochen im Budgetausschuss und im Finanzausschuss dieses Doppelbudget sehr intensiv beraten. Als Vertreter einer Regierungspartei und als Obmann des Finanzausschusses sage ich Ihnen: Wir sind, wenn es konstruktive Vorschläge der Opposition gibt, bereit, darauf einzugehen. Aber nur zu erklären, Herr Kollege, wie es nicht geht, das ist für eine parlamentarische Diskussion einfach zu wenig. (Abg. Krainer: Der teuerste Redner!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Wittmann: Vier Pensionen! – Weitere Rufe bei der SPÖ: Vier Pensionen!
Herr Kollege, ich kann gerne auf das, was Sie hier sagen, eingehen, denn ich war jener Abgeordnete, der als Finanzstaatssekretär sein Mandat unentgeltlich ausgeübt hat. Ich habe mein Mandat als Generalsekretär der Wirtschaftskammer unentgeltlich ausgeübt, und ich werde es ein drittes Mal ab 1. Juli unentgeltlich ausüben. Nehmen Sie sich daran ein Beispiel, Herr Kollege! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Wittmann: Vier Pensionen! – Weitere Rufe bei der SPÖ: Vier Pensionen!)
Abg. Dr. Brinek: Sozialhilfe-neu!
Man muss aber auch da, wie bei vielen Dingen, die Sie uns heute hier auf den Tisch legen und zur Diskussion stellen, immer wieder auch das Kleingedruckte lesen. (Abg. Dr. Brinek: Sozialhilfe-neu!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Brinek: Häupl!
Ich sage Ihnen darauf: Wenn Sie Pensionen kürzen, dann soll der Bund diesen Ausfall genauso ersetzen wie den von Landeshauptmann Schausberger geforderten Betrag, wenn es um die Sozialhilfe geht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Brinek: Häupl!)
Beifall bei der SPÖ.
Und wenn Sie mir vorhalten, Herr Finanzminister – Sie haben ja nicht nur gestern Franz Olah zitiert, sondern vorgestern auch Anton Benya –, unter Anton Benya und Franz Olah hätte es das nicht gegeben, dann antworte ich Ihnen darauf: Recht haben Sie! Recht haben Sie deswegen, weil es weder unter Franz Olah noch unter Anton Benya eine solche Regierung gegeben hat, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Stummvoll: Wo sind Ihre Konzepte?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehen Sie sich die Internet-Seiten Ihrer eigenen Parteien an! Finden Sie dort irgendeinen Vorschlag zu einer umfassenden Pensionsreform? – Sie finden etwas, was eine Pensionskürzung ist und sich „Pensionssicherung“ nennt, aber keine Vorschläge zu einer umfassenden Pensionsreform, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Stummvoll: Wo sind Ihre Konzepte?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Bundesminister Dr. Bartenstein: „Mob“ ist Ihr Ausdruck! – Abg. Mag. Molterer: Professor Strasser!
Und wenn sich dann Bürgerinnen und Bürger einbringen in die Diskussion, dann hören wir von dieser Regierung: Wir weichen nicht dem Druck der Straße! – Es handelt sich hier nicht um einen Mob, um einen Aufruhr, es handelt sich um Ihre Wählerinnen und Wähler – neben anderen Menschen –, die ihre Meinung zum Ausdruck bringen wollen! Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Bundesminister Dr. Bartenstein: „Mob“ ist Ihr Ausdruck! – Abg. Mag. Molterer: Professor Strasser!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Deshalb bestreiken Sie die Volksschulen! Bei den Siebenjährigen fangen Sie an!
Machen Sie doch keinen „politischen Streik“ daraus, wenn es in Wirklichkeit um Kürzungen von Pensionen geht! Sie verwenden diese Diktion immer wieder – nicht wir! Wir halten klar und deutlich fest, dass wir für die Einkommenssicherung der Jungen, auch in ihrer zukünftigen Pension, sind – und nicht für eine Kürzung! Nehmen Sie das doch einmal zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Deshalb bestreiken Sie die Volksschulen! Bei den Siebenjährigen fangen Sie an!)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Lebhafter Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Nehmen Sie diesen Vergleich zurück! Das ist eine Ungeheuerlichkeit! Nehmen Sie diesen Vergleich zurück! Eine Pensionssicherung mit einem Bankraub zu vergleichen, das ist unterstes Niveau! Primitiv! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Gegenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Sie von den Regierungsparteien stoßen sich an manchen Tönen. – Dazu kann ich nur sagen: Diese Töne gibt es überall! Sie werfen es jemandem vor, wenn er von „Pensionsraub“ spricht. Sprechen Sie beim Überfall auf eine Sparkasse, wenn man 10 oder 15 Prozent des dort vorhandenen Geldvolumens wegnehmen möchte, von einer Sparkassensicherung – oder ist das eine Beraubung der Sparkasse, meine sehr geehrten Damen und Herren? (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Lebhafter Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Nehmen Sie diesen Vergleich zurück! Das ist eine Ungeheuerlichkeit! Nehmen Sie diesen Vergleich zurück! Eine Pensionssicherung mit einem Bankraub zu vergleichen, das ist unterstes Niveau! Primitiv! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Gegenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie Gegenrufe bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Abgeordnete von den Freiheitlichen! Herr Klubobmann Scheibner! ... (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie Gegenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Meine Damen und Herren! Ich möchte Folgendes sagen: Herr Kollege Verzetnitsch, stellen Sie bitte klar, dass Sie einen Gesetzesbeschluss nicht mit dem vergleichen, was Sie in Ihrem Beispiel dargestellt haben, damit es keine Missverständnisse gibt und wir diese Diskussion ordentlich fortsetzen können! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Friedrich Verzetnitsch (fortsetzend): Herr Präsident! Ich habe klar und deutlich – soweit ich mich zumindest an meine Worte erinnern kann – nicht über den Gesetzentwurf gesprochen. (Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wenn Sie von den Regierungsparteien die Sprache kritisieren, dann sollten Sie den Vergleich auch für zulässig erachten.
Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich komme aber jetzt auf diesen Gesetzentwurf zu sprechen. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, wenn Sie hier antreten und immer wieder den Gewerkschaften vorwerfen ... (Abg. Scheibner: Das ist keine Zurücknahme! – Abg. Lentsch: Das war keine Klarstellung! – Abg. Dr. Fasslabend: Das ist nicht akzeptabel! – Abg. Scheibner: Solche Vergleiche lassen wir nicht zu! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das ist keine Zurücknahme! – Abg. Lentsch: Das war keine Klarstellung! – Abg. Dr. Fasslabend: Das ist nicht akzeptabel! – Abg. Scheibner: Solche Vergleiche lassen wir nicht zu! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich komme aber jetzt auf diesen Gesetzentwurf zu sprechen. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, wenn Sie hier antreten und immer wieder den Gewerkschaften vorwerfen ... (Abg. Scheibner: Das ist keine Zurücknahme! – Abg. Lentsch: Das war keine Klarstellung! – Abg. Dr. Fasslabend: Das ist nicht akzeptabel! – Abg. Scheibner: Solche Vergleiche lassen wir nicht zu! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Zur Geschäftsbehandlung!
Das Argument wird dadurch nicht besser! Ich habe klar und deutlich gesagt: Wenn Sie solche Vergleiche nicht zulassen, dann setzen Sie sich doch mit uns gemeinsam an einen Tisch und erarbeiten wir eine wirklich faire Pensionssicherung! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Zur Geschäftsbehandlung!)
Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
diesen Gesetzentwurf entwickelt? War es nicht Vizekanzler Haupt, Ihr Parteiobmann, der das eingebracht hat? (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) War es nicht Ihr Parteiobmann, der das eingebracht hat?! – Daher meine ich: Rühmen Sie sich nicht, sondern suchen Sie den Dialog! (Der Redner stellt eine Tafel mit der Überschrift „Dichtung und Wahrheit“ auf das Rednerpult. Die Frage „Warum, glauben Sie, ist diese Frau über Nacht um zwei Jahre gealtert?“, ist in Rot quer über den Text gedruckt.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Solche Vergleiche, meine sehr geehrten Damen und Herren von der ÖVP, zeugen nicht gerade von Seriosität, wenn es um anschauliche Beispiele gehen soll. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Scheibner: Nehmen Sie den Vergleich zurück! Stellen Sie Ihre Streiks zurück!
Sehr geehrte Damen und Herren von den Regierungsparteien, werfen Sie doch nicht uns dauernd vor, wir würden verhindern, verzögern oder verwässern! – Wir wollen verhandeln, wir wollen Verbesserungen – und vor allem auch eine entsprechende Vereinheitlichung der Pensionssysteme! Nehmen Sie die Aufforderung der Sozialpartner ernst! Betrachten Sie diese Ihre Vorlage als Ideenansatz – und stellen Sie ihn zurück (Abg. Scheibner: Nehmen Sie den Vergleich zurück! Stellen Sie Ihre Streiks zurück!), damit die Sozialpartner gemeinsam mit allen hier im Hause vertretenen Parteien eine entsprechende und akzeptable Lösung finden können!
Lang anhaltender, lebhafter Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen. – Bundeskanzler Dr. Schüssel: Keine Antworten ...! – Gegenrufe bei der SPÖ.
Nehmen Sie die Erklärungen der Sozialpartner, der Kirche sowie die des Herrn Bundespräsidenten, die dieser heute dazu abgegeben hat, ernst! Suchen wir gemeinsam nach besseren Lösungen – anstatt uns hier immer wieder Wortgefechte zu liefern, die in der Sache selbst zu keinerlei Verbesserungen für die Menschen unseres Landes führen! (Lang anhaltender, lebhafter Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen. – Bundeskanzler Dr. Schüssel: Keine Antworten ...! – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer (das Glockenzeichen gebend): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eine solche Debatte zu einer so heiklen Sache kann sehr leicht schwierig und oft nur sehr schwer in vernünftigen Formen gehalten werden. Ich stelle daher fest, dass jeder auch nur sprachliche Vergleich eines – auch noch so umstrittenen! – Gesetzesprojektes mit einem Überfall absolut unakzeptabel ist und von mir auf das Schärfste zurückgewiesen wird! (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident, ich danke Ihnen für diese Klarstellung, eine Klarstellung, die Herr Präsident Verzetnitsch leider nicht vorgenommen hat. Ich danke Ihnen, Herr Präsident Fischer, namens des Hauses dafür, dass Sie diese Entgleisung zurechtgerückt haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Rufe bei der SPÖ: Das Protokoll vorlegen! – Abg. Schieder: Das Protokoll anschauen!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident Fischer, Sie sagten, man soll das nicht kommentieren. – Man kann hier aber Anträge stellen, und ich stelle daher den Antrag – auch im Hinblick darauf, für welche Aussagen heute schon Ordnungsrufe erteilt wurden –, Abgeordnetem Verzetnitsch für diesen Vergleich, nämlich dass er einen Gesetzentwurf, den wir hier im demokratischen Rahmen beraten, mit einer strafbaren Handlung verglichen hat, einen Ordnungsruf zu erteilen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Rufe bei der SPÖ: Das Protokoll vorlegen! – Abg. Schieder: Das Protokoll anschauen!)
Abg. Scheibner: Für „Heckenschütze“ kriegt man einen Ordnungsruf und ...!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter! Ich habe so gehandelt, wie ich glaube, dass ich es am besten verantworten kann – und möchte es dabei belassen. (Abg. Scheibner: Für „Heckenschütze“ kriegt man einen Ordnungsruf und ...!)
Die Rednerin stellt eine Tafel auf das Rednerpult, auf der zu lesen steht: „ÖGB-Präsident Verzetnitsch Pension 10 000 Euro monatlich – durchschnittlicher Verdienst einer Handelsangestellten 1 000 Euro monatlich“.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Präsident Verzetnitsch, ich wollte es Ihnen eigentlich ersparen, persönlich zu werden. Aber ich nehme das ernst, was Sie gesagt haben. Sie haben gemeint: Harmonisieren wir die Pensionssysteme! (Die Rednerin stellt eine Tafel auf das Rednerpult, auf der zu lesen steht: „ÖGB-Präsident Verzetnitsch Pension 10 000 Euro monatlich – durchschnittlicher Verdienst einer Handelsangestellten 1 000 Euro monatlich“.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Gegenrufe bei der SPÖ.
Ihre Pension, Herr Präsident Verzetnitsch, wird einmal 10 000 € monatlich betragen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Gegenrufe bei der SPÖ.) – Das Einkommen einer Handelsangestellten beträgt 1 000 €. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich nehme das auch sehr ernst! (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ. – Unruhe im Saal.)
Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ihre Pension, Herr Präsident Verzetnitsch, wird einmal 10 000 € monatlich betragen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Gegenrufe bei der SPÖ.) – Das Einkommen einer Handelsangestellten beträgt 1 000 €. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich nehme das auch sehr ernst! (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ. – Unruhe im Saal.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ. – Unruhe im Saal.
Ihre Pension, Herr Präsident Verzetnitsch, wird einmal 10 000 € monatlich betragen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Gegenrufe bei der SPÖ.) – Das Einkommen einer Handelsangestellten beträgt 1 000 €. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich nehme das auch sehr ernst! (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ. – Unruhe im Saal.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie, Herr Präsident Verzetnitsch, haben gesagt, Sie wollen eine Existenzsicherung für arme Menschen. – Ich auch, aber: Gehen wir doch gemeinsam vor und ändern wir die Politikerpensionen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Gradwohl: Von welchem Generalstreik sprechen Sie, Frau Kollegin?
Ich meine daher, es ist nicht übertrieben, wenn man sagt, dass dieses typische soziale Klima Österreichs, dieses Konsensklima, geradezu einen Eckpfeiler der österreichischen Politik darstellt. – Ich weiß nicht, ob Ihnen von der SPÖ klar ist – Ihnen, Herr Präsident Verzetnitsch, und auch anderen in Ihrer Partei –, dass Sie mit Ihrer Vorgangsweise der vergangenen Wochen und Tage dazu beitragen, dieses österreichische Konsensklima zu demolieren! Generalstreiks hat es in Österreich noch nie gegeben! (Abg. Gradwohl: Von welchem Generalstreik sprechen Sie, Frau Kollegin?)
Abg. Gradwohl: Bleiben Sie bei der Wahrheit! – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ
Mit diesem Generalstreik – das haben auch Journalisten geschrieben – und mit dem Aufruf zu weiteren Streiks (Abg. Gradwohl: Bleiben Sie bei der Wahrheit! – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ) haben Sie bereits begonnen, diese Konsenspolitik in Österreich zu zerstören, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ! (Abg. Gradwohl: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht einmal mit Kieselsteinen werfen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Gradwohl: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht einmal mit Kieselsteinen werfen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Mit diesem Generalstreik – das haben auch Journalisten geschrieben – und mit dem Aufruf zu weiteren Streiks (Abg. Gradwohl: Bleiben Sie bei der Wahrheit! – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ) haben Sie bereits begonnen, diese Konsenspolitik in Österreich zu zerstören, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ! (Abg. Gradwohl: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht einmal mit Kieselsteinen werfen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Gradwohl: Bleiben Sie bei der Wahrheit! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Schauen Sie doch einmal an, welche Berufsgruppen Sie alle zu streiken aufgefordert haben! Und Sie haben auch angekündigt, wer aller in den nächsten Tagen noch streiken wird, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ! (Abg. Gradwohl: Bleiben Sie bei der Wahrheit! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Verharmlosen Sie das doch jetzt nicht!
Abg. Gradwohl: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen!
Dieses Konsensklima in Österreich bringen Sie aber auch mit solchen Wortmeldungen und Aussagen in Gefahr, wie sie eben heute von Ihnen gemacht wurden, Herr Präsident Verzetnitsch! (Abg. Gradwohl: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen!) Eine solche Radikalität ist hier ganz einfach nicht am Platz, Herr Abgeordneter Verzetnitsch, sondern hier im Parlament sollten wir diskutieren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Dieses Konsensklima in Österreich bringen Sie aber auch mit solchen Wortmeldungen und Aussagen in Gefahr, wie sie eben heute von Ihnen gemacht wurden, Herr Präsident Verzetnitsch! (Abg. Gradwohl: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen!) Eine solche Radikalität ist hier ganz einfach nicht am Platz, Herr Abgeordneter Verzetnitsch, sondern hier im Parlament sollten wir diskutieren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Johann Maier.
Frau Abgeordnete Silhavy beispielsweise hat gestern – und das allen Ernstes! – behauptet, die Notstandshilfe werde abgeschafft. – Heute hingegen haben wir gehört, dass die Notstandshilfe lediglich in die Sozialhilfe übergeführt wird. (Zwischenruf des Abg. Mag. Johann Maier.) Also keine Rede von einer Abschaffung!
Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.
Herr Abgeordneter Cap hat sich gestern sogar dazu verstiegen, der Regierung vorzuwerfen, im Zusammenhang mit den Abfangjägern gäbe es „Schummelgeschäfte“, Luftgeschäfte. – Es gibt doch wirklich keine ärgeren Verdächtigungen, als der Regierung ein „Schummelgeschäft“ vorzuwerfen, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ! (Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber all das liegt auf Ihrer Linie der Falschinformationen! Sie von der SPÖ wollen lediglich falsch informieren, wollen verunsichern! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ihre Falschinformationen gehen sogar so weit – das muss man ja fast schon als lächerlich bezeichnen –, dass Herr Abgeordneter Gusenbauer heute Zitate von Franz Olah gebracht hat, die Gusenbauer aber Anton Benya zuschreibt! – Ich weiß nicht, Herr Abgeordneter Gusenbauer: Wollen Sie sich von Olah distanzieren? War das der Zweck? Oder ist das alles wirklich auf Ihrer Linie: Egal was, nur falsch muss es sein!, dann ist es sozusagen schon richtig für Sie?! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Trunk: Jörg Haider!
Diese Art der Auseinandersetzung sollten Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, einstellen – genauso wie die Auseinandersetzung auf der Straße! (Abg. Mag. Trunk: Jörg Haider!) In einer parlamentarischen Demokratie ist der Ort der Auseinandersetzung nicht die Straße, sondern das Parlament! Herr Jörg Haider geht nicht auf die Straße, um zu demonstrieren (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), sondern er führt die Diskussionen dort, wo sie hingehören. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
Diese Art der Auseinandersetzung sollten Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, einstellen – genauso wie die Auseinandersetzung auf der Straße! (Abg. Mag. Trunk: Jörg Haider!) In einer parlamentarischen Demokratie ist der Ort der Auseinandersetzung nicht die Straße, sondern das Parlament! Herr Jörg Haider geht nicht auf die Straße, um zu demonstrieren (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), sondern er führt die Diskussionen dort, wo sie hingehören. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Diese Art der Auseinandersetzung sollten Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, einstellen – genauso wie die Auseinandersetzung auf der Straße! (Abg. Mag. Trunk: Jörg Haider!) In einer parlamentarischen Demokratie ist der Ort der Auseinandersetzung nicht die Straße, sondern das Parlament! Herr Jörg Haider geht nicht auf die Straße, um zu demonstrieren (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), sondern er führt die Diskussionen dort, wo sie hingehören. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Reheis
Ich wollte Sie heute wirklich nicht provozieren (Zwischenruf des Abg. Reheis), sondern Sie dazu auffordern ... (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie reagieren doch total nervös – ich würde fast sagen: hysterisch, wenn das nicht neuerlich Öl ins Feuer gießen würde –, wenn man Ihnen die Wahrheit vorhält, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ!
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich wollte Sie heute wirklich nicht provozieren (Zwischenruf des Abg. Reheis), sondern Sie dazu auffordern ... (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie reagieren doch total nervös – ich würde fast sagen: hysterisch, wenn das nicht neuerlich Öl ins Feuer gießen würde –, wenn man Ihnen die Wahrheit vorhält, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ!
Abg. Reheis: Weil es nichts Positives gibt!
Heute wollte ich die Aufforderung beziehungsweise die Frage an Sie richten, warum die Opposition nicht das Positive an der Regierungsarbeit anerkennen kann. Warum ist das so? (Abg. Reheis: Weil es nichts Positives gibt!) – Aber das stimmt doch überhaupt nicht! Trotz weltweit
Beifall bei den Freiheitlichen.
schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen ist es in Österreich in den letzten Jahren gelungen, die Arbeitslosigkeit zu vermindern. Österreich hat die drittniedrigste Arbeitslosenrate der EU! Das ist doch etwas, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mandak: Danke! Danke, dass Sie uns das zugestehen!
Natürlich sollen Sie auch Ihre Kritik und Ihre Bedenken vorbringen. Aber Sie sollten doch auch anerkennen ... (Abg. Mandak: Danke! Danke, dass Sie uns das zugestehen!) – Das darf ich wohl noch sagen! Oder stoßen Sie sich auch schon daran?!
Abg. Silhavy: Aber Sie wollen den Menschen den Wohlstand nehmen!
Sie sollten doch auch anerkennen, was alles in Österreich an Positivem geschieht. Es sind ja schließlich alle Arbeitnehmer, alle Arbeitgeber und alle Österreicher, die daran mitwirken, dass es in Österreich einen gewissen Wohlstand gibt, dass die Arbeitslosigkeit nicht so katastrophal ist, wie das in unseren Nachbarländern der Fall ist. (Abg. Silhavy: Aber Sie wollen den Menschen den Wohlstand nehmen!)
Abg. Mandak: Auch sozialdemokratische Regierungen haben den Wohlstand geschaffen! Bedanken Sie sich bei den Sozialdemokraten!
Die Regierung hat die Rahmenbedingungen dafür geschaffen, damit es in Österreich so gut geht, und das müssen wir doch anerkennen – auch Sie von der Opposition, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Mandak: Auch sozialdemokratische Regierungen haben den Wohlstand geschaffen! Bedanken Sie sich bei den Sozialdemokraten!) Schließlich sind ja auch „Ihre“ Arbeitnehmer und „Ihre“ Unternehmer dabei, wenn es darum geht, den Wohlstand und die Sicherheit Österreichs zu erhöhen.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Schauen Sie nach Deutschland – und dann schauen Sie, wie es hier bei uns in Österreich ist! Dann werden Sie sehen: Der Vergleich macht uns sicher! In Österreich haben wir – Gott sei Dank! – mit diesen Problemen nicht zu kämpfen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
In Deutschland beispielsweise ist jeder Zehnte arbeitslos! Eine furchtbare Situation! (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Und, wie gesagt: Der rot-grünen Regierung in Deutschland gelingt es nicht, eine Reduktion der hohen Arbeitslosenrate herbeizuführen – ja ganz im Gegenteil! Frau Abgeordnete Silhavy, was sagen Sie dazu? – Die rot-grüne Regierung in Deutschland möchte sogar die Zinsen von Sparguthaben der Sozialversicherungspflicht unterziehen! – Also so weit geht man schon seitens der rot-grünen Regierung in Deutschland, um zu Einnahmen zu kommen!
Abg. Mandak: Das ist eine Unterstellung von Ihnen!
Ich habe wirklich den Eindruck, dass von Ihnen alles, in das Sie auch nur irgendetwas Negatives hineininterpretieren können, geradezu hochgejubelt wird. Sie wollen Österreich schlecht machen, und Sie wollen unbedingt diese Regierung schlecht machen! (Abg. Mandak: Das ist eine Unterstellung von Ihnen!) Sie freuen sich über alle schlechten Nachrichten – und da können Sie gar nicht genug übertreiben.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (fortsetzend): Diese Angstmache haben sich die Menschen in Österreich nicht verdient! – Das war schon der Schlusssatz. Sie hätten nur warten müssen, Herr Präsident. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Es gibt niemanden, der in dieser Frage so viel mitzuverantworten hat wie Sie. Deshalb halte ich das einfach nicht für seriös, wie Sie sich immer hier herstellen und über alles drüberwischen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ledolter: Die Vergleiche sind unerträglich, die Sie anstellen!
Aber viel schlimmer ist diese „Las-Vegas-Mentalität“, die hier Einzug gehalten hat. Der Herr Finanzminister hat Sie offensichtlich schon angesteckt. Die gestrige Budgetrede war wieder der Versuch einer typischen Grasser-Show. War es eine angebliche oder eine tatsächliche Budgetrede? Ich würde eher auf „angeblich“ tippen, denn mit dem Budget 2003 beziehungsweise 2004 hat sie nichts zu tun gehabt. Eine tatsächliche kann sie nur gewesen sein, wenn er von einem anderen Budget geredet hat, vielleicht von jenem in Las Vegas, wo Schmähführen und Schwindlertricks auf offener Bühne durchaus geschätzt werden. – Das ist Ihr Konzept, und es ist – Kollege Van der Bellen hat es erwähnt – wirklich unerträglich, wie hier mit Zahlen getrickst wird. Das muss man leider eingangs festhalten. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ledolter: Die Vergleiche sind unerträglich, die Sie anstellen!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
geordneter wahrnehmen und einmal ein bisschen nachlesen – erst nachlesen, dann nachdenken und dann sprechen und zwischenrufen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das Problem ist allerdings – und das hat gerade der Herr Finanzminister ständig strapaziert, auch gestern –, dass man sich verwundert darüber gibt, dass es Streiks gibt. Also so geht es nicht, meine Herren auf der Regierungsbank: dass man zunächst die zitierte Konsensdemokratie mit Absicht und Anlauf und mit Wucht aufkündigt – das kann man noch machen, das ist halt ein anderes politisches Modell in der Praxis – und sich dann wundert – da ist der Weg von heilig zu scheinheilig nicht mehr sehr weit, so wie die heutige Etappe beschrieben worden ist –, dass es Streiks gibt, und diese Streiks dann noch diskreditieren oder gar kriminalisieren will. So weit kann es nicht gehen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Was ist mit der Kriminalisierung der Gesetzgebung?
Es ist schlicht und ergreifend der Versuch, nach dem Kabinett Schüssel I, nach dem Versuch – Gott sei Dank ist nicht alles gelungen, dank der Opposition! – der autoritären Wende im gesellschaftspolitischen Bereich auch noch eine im wirtschafts- und sozialpolitischen Bereich hinzuzufügen, zumindest was die Entscheidungsfindungen betrifft. Entweder – oder, alles auf einmal kann man nicht haben! Deshalb würde ich dazu aufrufen, von diesen – ich würde fast sagen – Kriminalisierungen der Streikbewegung doch wieder ernsthaft Abstand zu nehmen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Was ist mit der Kriminalisierung der Gesetzgebung?)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wie dem auch sei: In der Veränderung der Arbeitslosenquote – und das ist entscheidend –, in der Zunahme der Zahl der Arbeitslosen gemessen an den Beschäftigten sind wir in Österreich seit dem Jahr 2000 massiv auf der Überholspur. Und das ist nicht beruhigend. Das hat etwas damit zu tun, dass auch das Wirtschaftswachstum in Österreich seit den Jahren 1998, 1999, aber massiv seit 2000 hinter der europäischen Entwicklung zurückbleibt; wenn wir schon die EU und die globalen Daten zitieren wollen. – So schaut es aus, okay. Das mache ich auch nicht nur oder nur zu einem kleineren Teil dieser Bundesregierung zum Vorwurf, wir sind schließlich im internationalen Wettbewerb. Aber es geht nicht an, dass Sie sich mit dem Hinweis auf diese Umstände auch von den nationalen Spielräumen der Wirtschaftspolitik verabschieden wollen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Darauf möchte ich jetzt eingehen, das sind die nächsten Gegenvorschläge. Tun Sie bitte nicht so, als ob man ohnehin nicht viel tun könnte, nach dem Motto: Wir warten auf den Aufschwung, der kommt irgendwann von irgendwo her, und dann dürfen wir alle beglücken. – In Wahrheit hat das nichts mit Wirtschaftspolitik zu tun, sondern das ist ein rein wahlpolitisch motivierter Budgetzyklus, den Sie hier veranstalten. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Im Jahr 2005 – „2006“ haben Sie sich nicht zu schreiben getraut, weil Ihnen letztes Mal die Regierung ein Jahr früher flöten gegangen ist; man lernt ja, auch in Las Vegas! –, dann, wenn der Aufschwung kommt, den Sie mit Ihren Budgetdaten in Aussicht stellen, wollen Sie großartig senken. Entweder ist das die erwähnte Show oder blanke Ideologie, die da herausspricht, dann sollten Sie sich aber dazu bekennen: Der Staat darf nichts mehr tun, der Staat soll nichts mehr tun, wird mitdiskreditiert, aus, Pause, nichts; wir haben abgedankt! – Dazu brauchen wir uns aber nicht diese langen Showveranstaltungen anzuhören. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das sind aber nicht einmal 300 000 Erwerbstätige; das sollten Sie einmal dazusagen. Über 600 000, die jetzt schon keine Steuern zahlen, weil sie nämlich ein zu geringes Einkommen haben – Stichwort Leistungsträger –, werden massiv belastet, bekommen aber keinen Cent mehr. – So schaut Ihre Rechnung aus! Deshalb sollten wir hier mit ein paar Instrumenten eingreifen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) – Nächster Vorschlag der Grünen. Wir haben uns das ausgerechnet, es würde 220 Millionen € kosten.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Im Unternehmenssektor soll auch etwas passieren – das wird Sie vielleicht wundern, wenn ich das sage –, jawohl, aber bitte treffsicher! Mit Ihrer Maßnahme wird doch keine einzige Investition angeregt. Wir brauchen in Zeiten der Unsicherheit wieder die klassischen Instrumente: Investitionsprämien und Freibeträge, die zeitlich befristet sind, damit sie auch treffsicher, zur richtigen Zeit, nämlich jetzt, wirken und nicht dann, wenn Ihr angeblicher Aufschwung um die Kurve kommt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Nächster Punkt: Schwerpunktsetzungen. Der einzige Schwerpunkt, den ich erkennen kann, ist Ihre Klientelpolitik – Landwirtschaft und Landesverteidigung/Militär. Die Ausgaben insgesamt im Budget sinken, wie Sie stolz verkünden, nur beim Bundesheer dürfen sie steigen, und das hat einen guten Grund: weil die finanziellen Vorbelastungen für Ihre aberwitzigen Rüstungsbeschaffungen, die noch dazu meistens Fehlinvestitionen sind, das Budget bereits auffressen, und mit der Anschaffung der Abfangjäger droht Ihnen das Gleiche! (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Mag. Kogler.
(Beifall bei den Grünen und der SPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Mag. Kogler.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.
Ich gebe Ihnen Recht, Herr Kollege Kogler, schon derzeit haben viele Österreicherinnen und Österreicher auf Grund der Politik dieser Bundesregierung keine Steuern zu zahlen, aber dieses Entlastungspaket wird dafür sorgen, dass noch 200 000 Österreicherinnen und Österreicher mehr in den Genuss der Steuerersparnis kommen, und das sind die Bezieher niedriger und niedrigster Einkommen, auf die wir besonderes Augenmerk legen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.
Sehr geehrte Damen und Herren! Es kommt auch endlich – ein Jahr früher, als in der Regierungserklärung verlautbart – die Abschaffung des 13. Umsatzsteuertermins. Und es kommt auch die Entlastung der nicht entnommenen Gewinne für die kleinen Betriebe in dieser Republik; fast ausschließlich für die kleinen Betriebe in dieser Republik. Eine Gesamtsteuerreform in einer nächsten Etappe wird die gesamte Volkswirtschaft entlasten, aber in einem ersten Schritt sind zunächst einmal die Klein- und Mittelbetriebe an der Reihe. (Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.
Sehr geehrte Damen und Herren! Auch Sie von den Sozialdemokraten sprechen immer davon, dass die Zukunft in der Forschung und im Investitions- und Infrastrukturbereich liegt. Wir haben heute bereits darüber gesprochen, dass wir erstmals in der Außenhandelsbilanz eine positive und erfreuliche Entwicklung zu verzeichnen haben. Ich möchte mich bei den Österreicherinnen und Österreichern, bei den Betriebsinhabern, bei den Mitarbeitern ausdrücklich dafür bedanken, dass sie in einer Zeit, in der die Disparität zwischen Euro und Dollar die österreichischen Exporte belastet, diese gute Leistung für Österreich erbracht haben. Das hat nicht die Politik, sondern das haben die österreichische Wirtschaft und ihre Mitarbeiter erreicht. – Ein herzliches Dankeschön dafür! (Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.
Ich bin sehr zufrieden damit, dass in einem Pensionssystem, das auf dem Generationenvertrag basiert, die Ausgaben für Familienleistungen auf 5 026 Millionen € steigen werden. – Das höchste Ausmaß an Familienleistungen überhaupt! Es ist das erste Mal, dass ein Finanzminister den Familien 90 Millionen € zuschießen kann, weil nicht die Österreichischen Bundesbahnen und andere Betriebe auf Kosten der Familienleistungen gefördert worden sind. Ein guter Tag für die österreichischen Familien! (Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.
ren. Am 28. April habe ich, in der Begutachtungsfrist zum jetzigen Regierungsvorschlag, der das Parlament erreicht hat, mit meinen Freunden nachverhandelt, während Sie – das weiß man, wenn man sich die Broschüren, die zum 1. Mai und zu den Streiktagen herausgekommen sind, ansieht – schon damals den Streik vorbereitet haben. Ich würde meinen, jemand, der für die Sozialpartnerschaft in Österreich ist, darf es nicht so machen wie Kollege Nürnberger, der stolz darauf war, sich aus der Verantwortung für die Pensionsreform und für die Modernisierung dieses Staates genommen zu haben, sondern der muss in der Verantwortung des Parlaments, in der Verantwortung der Sozialpartnerschaft gemeinsam den guten österreichischen Weg gehen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.) – Ich, sehr geehrter Herr Kollege Verzetnitsch, bin bereit dazu.
Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.
Ich darf auch darauf hinweisen, dass es für mich schon bezeichnend war, dass die Vertreter von Arbeiterkammer und Gewerkschaftsbund in der Reformkommission drei Jahre lang mitgearbeitet haben und zu der letzten Sitzung nicht mehr erschienen sind. Ich würde meinen, wenn man A sagt und in einer Reformkommission mitarbeitet, dann sollte man auch B sagen und bei der Umsetzung der Beschlüsse der Reformkommission dabei sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.)
Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.
Wer es mit Österreich ernst meint, wer es mit allen Generationen in Österreich ernst meint und wer es damit ernst meint, dass die Belastungen der Reform nicht auf Kosten einer Generation erfolgen sollen, der muss die Pensionsreform jetzt durchführen und darf sie nicht auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschieben! (Anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm
Präsident Verzetnitsch hat im Zusammenhang mit der Überführung der Notstandshilfe in die „Sozialhilfe neu“ davon gesprochen, dass diesbezüglich vom Herrn Bundeskanzler nicht die Wahrheit gesagt worden sei. Ich habe sieben Jahre lang in diesem Bereich gearbeitet, und ich darf sagen: Diese „Sozialhilfe neu“ ist nicht vergleichbar mit der jetzigen Sozialhilfe der Länder. Um sie zu bekommen, brauchen wir ein Sozialhilfegrundsatzgesetz und mit allen Ländern (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm) – auch mit Wien und mit dem Burgenland, Frau Kollegin – Artikel-15a-Vereinbarungen. Die Länder und Gemeinden sollen auch stärker eingebunden werden. Das ist der richtige Weg! (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Präsident Verzetnitsch hat im Zusammenhang mit der Überführung der Notstandshilfe in die „Sozialhilfe neu“ davon gesprochen, dass diesbezüglich vom Herrn Bundeskanzler nicht die Wahrheit gesagt worden sei. Ich habe sieben Jahre lang in diesem Bereich gearbeitet, und ich darf sagen: Diese „Sozialhilfe neu“ ist nicht vergleichbar mit der jetzigen Sozialhilfe der Länder. Um sie zu bekommen, brauchen wir ein Sozialhilfegrundsatzgesetz und mit allen Ländern (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm) – auch mit Wien und mit dem Burgenland, Frau Kollegin – Artikel-15a-Vereinbarungen. Die Länder und Gemeinden sollen auch stärker eingebunden werden. Das ist der richtige Weg! (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Öllinger: Da sind Sie Experte!
Das Zweite, das mir wirklich Sorgen macht, ist die sprachliche Radikalisierung. Ich bin diesbezüglich ja auch manchmal gefährdet (Abg. Öllinger: Da sind Sie Experte!), aber der Präsident des Gewerkschaftsbundes sollte sich wirklich überlegen, uns Abgeordnete, weil wir der festen Überzeugung sind, notwendige Gesetze zu beschließen, als Kriminelle zu diskreditieren. (Abg. Silhavy: Das hat er nicht getan!) Herr Präsident Verzetnitsch, damit sind Sie entschieden zu weit gegangen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Silhavy: Das hat er gar nicht getan!) – Raub ist ein strafrechtlicher Tatbestand, Kollegin Silhavy!
Abg. Silhavy: Das hat er nicht getan!
Das Zweite, das mir wirklich Sorgen macht, ist die sprachliche Radikalisierung. Ich bin diesbezüglich ja auch manchmal gefährdet (Abg. Öllinger: Da sind Sie Experte!), aber der Präsident des Gewerkschaftsbundes sollte sich wirklich überlegen, uns Abgeordnete, weil wir der festen Überzeugung sind, notwendige Gesetze zu beschließen, als Kriminelle zu diskreditieren. (Abg. Silhavy: Das hat er nicht getan!) Herr Präsident Verzetnitsch, damit sind Sie entschieden zu weit gegangen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Silhavy: Das hat er gar nicht getan!) – Raub ist ein strafrechtlicher Tatbestand, Kollegin Silhavy!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Silhavy: Das hat er gar nicht getan!
Das Zweite, das mir wirklich Sorgen macht, ist die sprachliche Radikalisierung. Ich bin diesbezüglich ja auch manchmal gefährdet (Abg. Öllinger: Da sind Sie Experte!), aber der Präsident des Gewerkschaftsbundes sollte sich wirklich überlegen, uns Abgeordnete, weil wir der festen Überzeugung sind, notwendige Gesetze zu beschließen, als Kriminelle zu diskreditieren. (Abg. Silhavy: Das hat er nicht getan!) Herr Präsident Verzetnitsch, damit sind Sie entschieden zu weit gegangen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Silhavy: Das hat er gar nicht getan!) – Raub ist ein strafrechtlicher Tatbestand, Kollegin Silhavy!
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Dieses Budget steht natürlich in großem Gegensatz zu dem, was SPÖ-Bundeskanzler und SPÖ-Finanzminister 30 Jahre hindurch an Finanzpolitik betrieben haben. Ich muss Ihnen sagen – ich sage es Ihnen noch in Schilling, denn die Schulden sind von Ihnen zu einer Zeit angehäuft worden, wo noch in Schilling gerechnet worden ist –: Allein der Zinsendienst beträgt täglich 270 Millionen Schilling! Am 4. Februar 2000, als die Regierung Schüssel I ihre Arbeit aufgenommen hat, hat sie einen Rucksack, gefüllt mit 270 Millionen Schilling an täglichem Zinsendienst, erhalten. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mandak: Sie waren ja mit verantwortlich! – Abg. Öllinger: Ihre Partei war in der Regierung!
Das sind pro wahlberechtigter Österreicherin/pro wahlberechtigtem Österreicher 1 258 € oder 17 000 S nur an Zinsendienst. – Das ist das Erbe, das die Regierung Schüssel I angetreten hat, und das ist das, was uns natürlich belastet. (Abg. Mandak: Sie waren ja mit verantwortlich! – Abg. Öllinger: Ihre Partei war in der Regierung!) Das mag Sie aufregen – für uns ist es auch nicht angenehm, aber wir gehen daran, eine andere Budgetpolitik zu machen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das sind pro wahlberechtigter Österreicherin/pro wahlberechtigtem Österreicher 1 258 € oder 17 000 S nur an Zinsendienst. – Das ist das Erbe, das die Regierung Schüssel I angetreten hat, und das ist das, was uns natürlich belastet. (Abg. Mandak: Sie waren ja mit verantwortlich! – Abg. Öllinger: Ihre Partei war in der Regierung!) Das mag Sie aufregen – für uns ist es auch nicht angenehm, aber wir gehen daran, eine andere Budgetpolitik zu machen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Erstens – und das hätten auch Sie schon machen können – werden Niedrigsteinkommensbezieher bis zu einem Jahreseinkommen von 14 500 € brutto steuerfrei gestellt. Das ist gelebte christdemokratische Politik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig: Das stimmt nicht!
Drittens ist es ein Budget im Interesse der Jugend, und das ist für mich das Wichtigste. Daher blickt auch Deutschland voll Anerkennung auf uns. (Abg. Dr. Glawischnig: Das stimmt nicht!) Der Chefökonom der Deutschen Bank, Norbert Walter, hat erklärt: Einen Finanzminister wie Grasser hätten wir auch gerne! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Man höre und staune: Einen Finanzminister wie Grasser hätten sie auch gerne!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Drittens ist es ein Budget im Interesse der Jugend, und das ist für mich das Wichtigste. Daher blickt auch Deutschland voll Anerkennung auf uns. (Abg. Dr. Glawischnig: Das stimmt nicht!) Der Chefökonom der Deutschen Bank, Norbert Walter, hat erklärt: Einen Finanzminister wie Grasser hätten wir auch gerne! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Man höre und staune: Einen Finanzminister wie Grasser hätten sie auch gerne!
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Umso unverständlicher sind Ihre persönlichen Angriffe. Sie sind nicht sachlich begründet. Soll ich Ihnen den Grund für Ihre Angriffe nennen? – Die SPÖ hat für 145 000 € eine Studie in Auftrag gegeben. Manche von Ihnen werden sie kennen, sie heißt „Netzwerk Rot:Weiß:Rot“. Und diese Studie ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Karl-Heinz Grasser jener Politiker in Österreich ist, der bei zentralen Wähler- und Wählerinnengruppen der SPÖ eine sehr positive Rolle spielt. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Parnigoni: Haben Sie die Studie in Auftrag gegeben?
Was empfehlen daher die Autoren der Studie der SPÖ? Sie empfehlen, Finanzminister Karl-Heinz Grasser nachhaltig politisch zu desavouieren. (Abg. Parnigoni: Haben Sie die Studie in Auftrag gegeben?) Nein, sie ist von Bures bezahlt worden, Herr Kollege!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (fortsetzend): Ich komme schon zum Schlusssatz. – Was immer Sie unternehmen, es wird ein untauglicher Versuch sein. Wenn es auch Ihr Auftrag ist, Karl-Heinz Grasser nachhaltig politisch zu desavouieren – es wird Ihnen nicht gelingen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Brinek: Hat er da den Cap gemeint?
Aber das ist nicht das Thema. Thema heute ist die Budgetdebatte, die Budgetrede des Finanzministers, die er gestern gehalten hat und die im „Standard“ von einem Kommentator als „Die Wenden des Theatermachers“ betitelt wurde. (Abg. Dr. Brinek: Hat er da den Cap gemeint?) – Ein interessanter Titel, beschreibt er doch – ich glaube, mich erinnern zu können, dass auch Jörg Haider das einmal im Fernsehen gesagt hat – diese Beliebigkeit der Politik des Finanzministers – ein Kennzeichen, ein Markenzeichen.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Es war interessant, sich den Verlauf seiner Meinungen bei den diversen Budgetdiskussionen und öffentlichen Aussendungen anzusehen. Sie wissen natürlich selbst, wie es begonnen hat, nämlich mit: Nulldefizit ist Nulldefizit! Dann hat es geheißen: ein ausgeglichenes Budget über den Konjunkturzyklus. Es wurde hinterfragt, ob 0,5 oder 0,7 Prozent Defizit nicht ohnehin schon einem Nulldefizit gleichkämen. Zum Schluss hat es geheißen: Irgendwann, wenn die Schuldenjahre vorbei sind, wollen wir uns dann möglichst nahe an die Null heranarbeiten! – Das ist die Sprache, die man einmal kritisieren sollte: Es wird versucht, den Menschen etwas vorzumachen, zu vernebeln, ihnen nicht wirklich zu sagen, worum es geht. Das muss einmal von uns aufgezeigt werden, und das tun wir auch! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Das ist euch ein Dorn im Auge, dass das so gut funktioniert!
Wir haben gesehen, wie eng die Bindung zwischen den beiden ist (Abg. Dr. Fekter: Das ist euch ein Dorn im Auge, dass das so gut funktioniert!), als der Bundeskanzler sich vorhin für den Finanzminister so sehr ins Zeug gelegt und versucht hat, ihn gegen seine Kritiker hier zu verteidigen. Hier liegt eine enge Geistesverwandtschaft vor.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
den Bundeskanzler an der Spitze, der letztendlich die Verantwortung für diese unsoziale Politik trägt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist die Sprache Grassers, das ist das KHG-Markenzeichen: etwas sagen, aber den Bürger raten lassen, was man damit meint; am schönsten ist es, wenn er nie draufkommt. – Das ist Ihre Geisteshaltung, Herr Finanzminister, und diese verurteilen wir! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wieso gibt es derartige Maßnahmen? – Weil die Bürgerinnen und Bürger sich um ihren gesicherten Lebensabend sorgen. Wenn man sich ein Leben lang auf etwas vorbereitet und dafür auch einzahlt, dann will man auch gesicherte Pensionen haben. – Dieses Herumfummeln einer verantwortungslosen Regierung mit dem Lebensabend vieler Menschen in Österreich ist ein Skandal, und deswegen regen wir uns so auf! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Maximilian Hofmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren des Hohen Hauses! Immer wieder erstaunlich und immer wiederkehrend ist die Argumentationsweise des Kollegen Cap, der beispielsweise davon spricht, dass die große Steuerreform, die größte der Zweiten Republik, nur mehr als Zielvorgabe angekündigt wird. – Natürlich ist es ein Ziel, im Jahr 2005 diese Steuerreform durchzubringen, diese Steuerreform zu realisieren. Ich stelle fest, dass in den vergangenen 30 Jahren sozialistischer Finanzpolitik keine Ziele vorhanden gewesen sind, ansonsten wäre es nicht möglich gewesen, diesen Schuldenberg, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, so anzuhäufen, wie Sie das gemacht haben, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.
Sie haben gesagt, der Finanzminister hat gleichsam im Jahr 2001, beziehungsweise ursprünglich für das Jahr 2002, das Nulldefizit zum Dogma erhoben. Ich sage Ihnen: Es war richtig, das Nulldefizit der Bevölkerung einmal auch vor Augen zu führen, denn nach Ihrer Finanzpolitik hat ohnedies niemand geglaubt, dass es in diesem Staate möglich sein kann, solch ein Nulldefizit überhaupt zu erreichen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.)
Abg. Dr. Matznetter: Das hat aber der Dr. Gusenbauer Ihnen erst sagen müssen, Herr Kollege! ...!
Sehr geehrte Damen und Herren! Selbstverständlich ist es so, dass eine Konsolidierung, ein ausgeglichener Haushalt so zu betrachten ist, dass er über den Konjunkturzyklus zu erreichen ist. Das macht Sinn, das ist sinnvoll! Es geht um ein ausgeglichenes Budget nicht auf ein oder auf zwei Jahre bezogen (Abg. Dr. Matznetter: Das hat aber der Dr. Gusenbauer Ihnen erst sagen müssen, Herr Kollege! ...!), sondern unter Berücksichtigung der weltwirtschaftlichen Situation und der konjunkturellen Entwicklung. Defizite sind sehr wohl dann in Kauf zu nehmen, wenn es auf Grund der konjunkturellen Situation erforderlich ist, wirtschafts- und arbeitspolitische Impulse zu setzen.
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Sehr geehrte Damen und Herren! Es gibt viele Maßnahmen und viele Impulse, die in dieser Legislaturperiode im wirtschaftspolitischen Bereich gesetzt werden und die, so glaube ich, nötig sind, um auch in Zukunft die Arbeitsplätze (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) und den wirtschaftlichen Fortbestand unserer österreichischen Unternehmungen zu sichern.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Er ist ja schon dabei, beim Schlusssatz!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Kollege Hofmann, alle müssen gleich behandelt werden! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Er ist ja schon dabei, beim Schlusssatz!) Ich habe auch Kollegin Partik-Pablé unterbrochen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ja, zu Unrecht! Zu Unrecht!) Ihre Redezeit ist auf 5 Minuten beschränkt.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Ja, zu Unrecht! Zu Unrecht!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Kollege Hofmann, alle müssen gleich behandelt werden! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Er ist ja schon dabei, beim Schlusssatz!) Ich habe auch Kollegin Partik-Pablé unterbrochen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ja, zu Unrecht! Zu Unrecht!) Ihre Redezeit ist auf 5 Minuten beschränkt.
Beifall bei den Freiheitlichen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dipl.-Ing. Hofmann.
(Beifall bei den Freiheitlichen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dipl.-Ing. Hofmann.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn die Zahlen, die die Oberösterreichische Landesregierung vorgelegt hat, stimmen, dann wird es im Jahr 2015 so weit kommen, dass der Bundeszuschuss für die ASVG-Pensionierten unter null sinkt! Das bedeutet, dass es bei dieser Pensionsreform um etwas ganz anderes geht, nämlich um die Abschaffung der Verantwortung des Staates und der Republik für die Pensionen und um deren sukzessive Befreiung von dieser Verantwortung. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Die jungen Leute werden in ein amerikanisches System hineingedrängt, das im Wesentlichen sehr viel risikoreicher ist, wobei das fiskalische Endziel dieser Reform dann darin besteht, dass der Staat für die zukünftigen staatlichen Pensionen nicht mehr ausgeben wird als für einen Sozialhilfeempfänger. Das sollten sich die jungen Leute einmal überlegen: ob man das bewährte System aufgibt – darum geht es nämlich – und in solch ein risikoreiches System umwechseln soll. Die Nutznießer davon sind nicht die jungen Leute – das muss gesagt sein. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Sburny begibt sich zum Platz von Abg. Dr. Stummvoll und platziert eine mit Euro-Scheinen gefüllte Schachtel mit einer auf seine Pension bezogenen Aufschrift neben ihm, die dieser sodann an die Abgeordneten der Grünen retourniert.
Bis zum jetzigen Zeitpunkt sind die Vorschläge, die vorliegen, nicht mehr als Kosmetik. Wir haben leider hier im Saal immer noch ein lebendes Beispiel dafür sitzen: 12 800 € Gehalt und Pension! – Herr Stummvoll, ich möchte Sie fragen, ob Sie wissen, wie hoch die durchschnittliche Pension einer Frau ist. (Abg. Sburny begibt sich zum Platz von Abg. Dr. Stummvoll und platziert eine mit Euro-Scheinen gefüllte Schachtel mit einer auf seine Pension bezogenen Aufschrift neben ihm, die dieser sodann an die Abgeordneten der Grünen retourniert.) – Diese beträgti 680 €. Wenn man diesen Betrag mit der vorher genannten Zahl vergleicht, dann beträgt diese das Achtzehnfache!
Beifall bei den Grünen.
Ich frage mich, warum es nicht möglich war, bis zum heutigen Zeitpunkt, bis zu dieser Reform und der sie kennzeichnenden raschen Durchpeitschungsmechanik durch das Parlament eine ernsthafte Politikerpensionsreform vorzulegen. Es tut mir sehr Leid, dass ein Vorschlag für eine solche Reform bis jetzt noch nicht von Ihnen gekommen ist. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es hat im Regierungsübereinkommen einen Passus gegeben, wonach alle Gesetze auf ihre Auswirkungen auf die Situation der Frauen überprüft werden. Bei diesem Gesetz ist das offensichtlich nicht geschehen und vergessen worden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wie hoch ist nun das durchschnittliche Fraueneinkommen in Österreich brutto über ein Jahr? – Es liegt darunter, nämlich bei 14 000 €. Das bedeutet, dass Frauen durch diese angeblichen Entlastungsmaßnahmen im Durchschnitt überhaupt nicht entlastet werden und viele Frauen natürlich noch viel weniger verdienen als diese angebliche Entlastungsgrenze. Das bedeutet, dass diese Reform überproportional Frauen benachteiligt – und das, obwohl es Ihr erklärtes Ziel war, bei den Gesetzen in Zukunft solche Dinge einmal zu überprüfen, damit das, was Sie hier anrichten, überhaupt ins Bewusstsein gelangt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Dieses Budget ist daher nicht zukunftssicher, sondern das Gegenteil davon! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Walch.
Erster Punkt: Es ist uns vorgeworfen worden, ein Defizit von 1,3 Prozent beziehungsweise von 0,7 Prozent zu machen. – Ich möchte nochmals festhalten: In den letzten 30 Jahren ist es keinem Finanzminister, keinem Bundeskanzler, keiner Regierung vor uns gelungen, ein niedrigeres Defizit zu erreichen. Im Gegenteil: Bis in die neunziger Jahre lag das Defizit in Österreich über 5 Prozent! Wir erzielen die besten Ergebnisse, die es in den letzten 30 Jahren gegeben hat. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Walch.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Walch.
Ich habe in der Budgetrede Durchschnittswerte angegeben. Ich halte das für fair und seriös, und noch wichtiger: Es entspricht den Tatsachen, meine Damen und Herren! Wir entlasten die Bevölkerung substantiell und sind stolz darauf! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Walch.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das lässt sich sehen! Das sind nicht mehr Steuern, das sind weniger Steuern. Das ist die Entlastung, die wir gestern dargelegt haben, zu der wir stehen und die wir umsetzen werden! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
interpretieren! Habe ich ja gesagt!), andernfalls wären meine Handlungen rechtswidrig, Herr Professor. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Professor! Weil Sie sagten „unverschämte Zumutung“, lege ich Wert darauf, zu sagen, dass wir diese Darstellungen nicht verschweigen, sondern dass das in einem Budgetbericht, der auf dem Weg ins Hohe Haus ist, den wir im Ministerrat gleichzeitig mit den Bundesfinanzgesetzen beschlossen haben, ganz transparent und offen dargelegt ist – ganz offen. Ich bin mir zwar sicher, Sie würden selbst draufkommen, aber wir verstecken es nicht, wir verschleiern es nicht, sondern stellen es ganz transparent dar und sind unter dem Strich stolz darauf, dass wir den Universitäten im Jahr 2004 um 128 Millionen € mehr zur Verfügung stellen – mehr für die Forschung, mehr für die Wissenschaft als jemals zuvor in Österreich. Ein guter Weg für unser Land. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen – Rufe bei der SPÖ: Redezeit!
Sie schreibt weiters – ich zitiere den letzten Satz (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen – Rufe bei der SPÖ: Redezeit!); das, was hier gesagt wird, muss uns allen bewusst sein! –:
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Genau das werden wir tun, meine Damen und Herren! Zur Gemeinsamkeit sind Sie eingeladen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Mainoni: Die sind mit dem Mittagessen nicht fertig!
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Herren auf der Regierungsbank! Ich bedauere zutiefst, dass keiner der Herren von der Gewerkschaft mehr im Saal ist. (Abg. Mag. Mainoni: Die sind mit dem Mittagessen nicht fertig!) Ich ersuche Sie von der SPÖ, den Inhalt meiner Rede Herrn Präsidenten Verzetnitsch mitzuteilen. (Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Herren auf der Regierungsbank! Ich bedauere zutiefst, dass keiner der Herren von der Gewerkschaft mehr im Saal ist. (Abg. Mag. Mainoni: Die sind mit dem Mittagessen nicht fertig!) Ich ersuche Sie von der SPÖ, den Inhalt meiner Rede Herrn Präsidenten Verzetnitsch mitzuteilen. (Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Gaál: Dann kennen Sie unsere Geschichte nicht!
Ich habe nicht mehr bloß Zweifel, sondern seit Dienstag weiß ich, dass die SPÖ demokratische Prinzipien und ihr Bekenntnis zum Rechtsstaat locker über Bord wirft, wenn es um ihre Machtspektakel geht. (Abg. Gaál: Dann kennen Sie unsere Geschichte nicht!) Die heutige Rede von Herrn Präsidenten Verzetnitsch war entlarvend (Ruf bei der SPÖ: Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?): Habe ich am Dienstag in der Früh den Vergleich mit dem Sparkassenraub noch einer Entgleisung eines Bezirksfunktionärs zugeschrieben, der nämlich wörtlich dasselbe gesagt hat, weiß ich heute, dass das die neue ÖGB-Diktion ist, die flächendeckend in Österreich ausgestreut wird. (Abg. Mag. Kogler: Zwei sind ja noch keine Fläche!)
Ruf bei der SPÖ: Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?
Ich habe nicht mehr bloß Zweifel, sondern seit Dienstag weiß ich, dass die SPÖ demokratische Prinzipien und ihr Bekenntnis zum Rechtsstaat locker über Bord wirft, wenn es um ihre Machtspektakel geht. (Abg. Gaál: Dann kennen Sie unsere Geschichte nicht!) Die heutige Rede von Herrn Präsidenten Verzetnitsch war entlarvend (Ruf bei der SPÖ: Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?): Habe ich am Dienstag in der Früh den Vergleich mit dem Sparkassenraub noch einer Entgleisung eines Bezirksfunktionärs zugeschrieben, der nämlich wörtlich dasselbe gesagt hat, weiß ich heute, dass das die neue ÖGB-Diktion ist, die flächendeckend in Österreich ausgestreut wird. (Abg. Mag. Kogler: Zwei sind ja noch keine Fläche!)
Abg. Mag. Kogler: Zwei sind ja noch keine Fläche!
Ich habe nicht mehr bloß Zweifel, sondern seit Dienstag weiß ich, dass die SPÖ demokratische Prinzipien und ihr Bekenntnis zum Rechtsstaat locker über Bord wirft, wenn es um ihre Machtspektakel geht. (Abg. Gaál: Dann kennen Sie unsere Geschichte nicht!) Die heutige Rede von Herrn Präsidenten Verzetnitsch war entlarvend (Ruf bei der SPÖ: Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?): Habe ich am Dienstag in der Früh den Vergleich mit dem Sparkassenraub noch einer Entgleisung eines Bezirksfunktionärs zugeschrieben, der nämlich wörtlich dasselbe gesagt hat, weiß ich heute, dass das die neue ÖGB-Diktion ist, die flächendeckend in Österreich ausgestreut wird. (Abg. Mag. Kogler: Zwei sind ja noch keine Fläche!)
Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.
Am Dienstag wurde wegen der Pensionsreform gestreikt. Auch mein Betrieb in Redlham war davon betroffen. Es war dies aber kein Streik, weil nämlich kein einziger Mitarbeiter von mir gestreikt hat, sondern Betriebsfremde haben eine illegale Blockade bei unserer Werkszufahrt durchgeführt. (Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.) Wohlgemerkt: kein Streik, sondern eine Blockade!
Abg. Scheibner: Skandalös!
Um auf mich Druck auszuüben, wurde unserem Betrieb erheblicher Schaden zugefügt. (Abg. Scheibner: Skandalös!) Über mehrere Stunden konnten der Transportbeton und das Heißmischgut nicht ausgeliefert werden – wohlgemerkt: beides „verderbliche“ Produkte, die man nicht einfach beiseite stellen kann, weil beide innerhalb von Stunden hart werden. (Abg. Gaál: Reden Sie da als Unternehmerin?)
Abg. Gaál: Reden Sie da als Unternehmerin?
Um auf mich Druck auszuüben, wurde unserem Betrieb erheblicher Schaden zugefügt. (Abg. Scheibner: Skandalös!) Über mehrere Stunden konnten der Transportbeton und das Heißmischgut nicht ausgeliefert werden – wohlgemerkt: beides „verderbliche“ Produkte, die man nicht einfach beiseite stellen kann, weil beide innerhalb von Stunden hart werden. (Abg. Gaál: Reden Sie da als Unternehmerin?)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Ungeheuerlich!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Gleichzeitig wurde angedroht, nächsten Dienstag derartige Blockaden und den wirtschaftlichen Druck auf mich weiter fortzusetzen, wenn ich nicht im Nationalrat gegen die Pensionsreform stimme. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Ungeheuerlich!)
Abg. Gaál: Sind Sie Unternehmerin oder Abgeordnete?!
„Wer ein Mitglied des Nationalrats, des Bundesrats, der Bundesversammlung ... mit Gewalt oder durch gefährliche Drohung nötigt oder hindert, seine Befugnisse überhaupt oder in einem bestimmten Sinn auszuüben, ist mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren ... zu bestrafen.“ (Abg. Gaál: Sind Sie Unternehmerin oder Abgeordnete?!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich ersuche daher dringend, das abzustellen und mir zu versichern, dass das nächste Woche nicht mehr passiert, sonst müsste ich gegen die Pensionsreform stimmen und gleichzeitig für dieses kriminelle Verhalten eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft einbringen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Trinkl: Was sagen Sie, Frau Prammer?
Abgeordnete Mag. Barbara Prammer (SPÖ): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Trinkl: Was sagen Sie, Frau Prammer?) Im Gegensatz zu Ihnen werde ich hier nicht über mehr oder weniger bedauernswerte Abgeordnete in diesem Haus reden (Abg. Dr. Fekter: Kriminelle Handlungen der Funktionäre aus Ihrem Bezirk! ... Ihr Bezirkssekretär!), sondern über die vielen Tausenden Frauen, die Ihre Maßnahmen ganz massiv treffen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Kriminelle Handlungen der Funktionäre aus Ihrem Bezirk! ... Ihr Bezirkssekretär!
Abgeordnete Mag. Barbara Prammer (SPÖ): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Trinkl: Was sagen Sie, Frau Prammer?) Im Gegensatz zu Ihnen werde ich hier nicht über mehr oder weniger bedauernswerte Abgeordnete in diesem Haus reden (Abg. Dr. Fekter: Kriminelle Handlungen der Funktionäre aus Ihrem Bezirk! ... Ihr Bezirkssekretär!), sondern über die vielen Tausenden Frauen, die Ihre Maßnahmen ganz massiv treffen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Barbara Prammer (SPÖ): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Trinkl: Was sagen Sie, Frau Prammer?) Im Gegensatz zu Ihnen werde ich hier nicht über mehr oder weniger bedauernswerte Abgeordnete in diesem Haus reden (Abg. Dr. Fekter: Kriminelle Handlungen der Funktionäre aus Ihrem Bezirk! ... Ihr Bezirkssekretär!), sondern über die vielen Tausenden Frauen, die Ihre Maßnahmen ganz massiv treffen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Silhavy: Das ist ein Skandal!
get ausschaut. Das Frauen-Budget hat im Jahr 1999 immerhin noch fast 80 Millionen Schilling ausgemacht – 2003 und 2004 wird es rapid nach unten gehen. (Abg. Silhavy: Das ist ein Skandal!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Die Frauen-Projekte werden kein Geld mehr zur Verfügung haben, um jene Arbeit zu leisten, die die Frauen vor Ort, die Beratung brauchen, auch wirklich in Anspruch nehmen. – Das ist Ihre Politik, auch das verstecken Sie in diesem Budget! Es sind kleine Beträge, es sind auch viele wichtige große Beträge drinnen, aber wir dürfen auf die Frauen-Projekte nicht vergessen, denn diesen steht das Aus bevor. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Finanzminister! Ich habe Ihnen gestern natürlich bei Ihrer Rede sehr aufmerksam zugehört und habe mir zunächst gedacht, ich hätte es vielleicht nur überhört: Es kamen die Frauen darin nicht vor. Ich habe mir dann zu Hause die Mühe gemacht und habe mit dem elektronischen Sucher Ihre Rede durchsucht: Ein einziges Mal kam das Wort „Frauen“ vor, nämlich dort, wo es darum geht, dass sie länger arbeiten müssen, um in Pension gehen zu können. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) – Das ist Ihre gestrige Budgetrede, Herr Finanzminister, und sie ist bezeichnend!
Abg. Steibl: Es wird nicht abgeschafft, sondern ...!
Das, was Sie den Frauen in der nächsten Zeit aufbürden, ist unglaublich. Sie reden von „Abfederungen“, einem „längeren Übergang“. – Bitte, was ist mit dem längeren Übergang bei der vorzeitigen Pension nach Arbeitslosigkeit? Das ist eine Pensionsform, die zu 80 Prozent Frauen in Anspruch nehmen, und diese wird am 1. Juli 2004, nächstes Jahr, abgeschafft sein, und die Frauen werden diese Pensionsform, die heute oft angewendet wird, nicht mehr in Anspruch nehmen können. (Abg. Steibl: Es wird nicht abgeschafft, sondern ...!) Sie werden damit leben müssen, dass sie ein Übergangsgeld erhalten, das um vieles niedriger ist als das, was sie heute an Anspruch hätten.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, reden vom „Eingreifen in bestehende Pensionen“ – ich weiß ja gar nicht, woher Sie das immer nehmen. Eingreifen in bestehende Pensionen tun schon Sie! Sie schaffen einen zusätzlichen Pensionssicherungsbeitrag bei den öffentlich Bediensteten – aber nicht nur bei jenen, die die hohen Pensionen haben, sondern bei allen, auch bei der kleinen D-Beamtin und beim kleinen P-Beamten, und das ist ein Eingreifen bei den Schwächsten und wirklich auch Enteignung, anders kann man es hier nicht nennen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Reden Sie doch von der Steuerreform – weil die genau wieder den kleinen Verdienern zugute kommt!
Von der Steuerreform mag ich gar nicht reden, auch nicht von der Milchmädchenrechnung, die Sie immer wieder anstellen. (Abg. Scheibner: Reden Sie doch von der Steuerreform – weil die genau wieder den kleinen Verdienern zugute kommt!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Finanzminister! Sie werden heute in den Zeitungen sehr oft unter der Abkürzung „KHG“ zitiert. Ich habe mir auch meinen Reim darauf gemacht: kalt, herzlos und glatt – genau so wie Ihre beiden Budgets und Ihr Budgetbegleitgesetz aussehen. – Die Menschen werden es Ihnen – unter Anführungszeichen – „danken“. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Rufe bei der SPÖ: Wo denn?
1 000 € verdienen würden. – Eigentlich müssten Sie sich bei uns dafür bedanken, dass wir jetzt einen Mindestlohn von 1 000 € einführen (Rufe bei der SPÖ: Wo denn?), denn das wird diesen Frauen zugute kommen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Selbstverständlich! Das ist doch im Budgetbegleitgesetz enthalten. (Abg. Mag. Prammer: Wir würden mitstimmen mit Ihrem Antrag! Wo ist der Antrag?) Genauso wie, dass 14 500 € Jahreseinkommen steuerfrei sein sollten.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
1 000 € verdienen würden. – Eigentlich müssten Sie sich bei uns dafür bedanken, dass wir jetzt einen Mindestlohn von 1 000 € einführen (Rufe bei der SPÖ: Wo denn?), denn das wird diesen Frauen zugute kommen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Selbstverständlich! Das ist doch im Budgetbegleitgesetz enthalten. (Abg. Mag. Prammer: Wir würden mitstimmen mit Ihrem Antrag! Wo ist der Antrag?) Genauso wie, dass 14 500 € Jahreseinkommen steuerfrei sein sollten.
Abg. Mag. Prammer: Wir würden mitstimmen mit Ihrem Antrag! Wo ist der Antrag?
1 000 € verdienen würden. – Eigentlich müssten Sie sich bei uns dafür bedanken, dass wir jetzt einen Mindestlohn von 1 000 € einführen (Rufe bei der SPÖ: Wo denn?), denn das wird diesen Frauen zugute kommen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Selbstverständlich! Das ist doch im Budgetbegleitgesetz enthalten. (Abg. Mag. Prammer: Wir würden mitstimmen mit Ihrem Antrag! Wo ist der Antrag?) Genauso wie, dass 14 500 € Jahreseinkommen steuerfrei sein sollten.
Beifall bei den Freiheitlichen
Das ist doch eine wesentliche Verbesserung! Wir haben Ihnen ein Hölzl geworfen, das auch die Gewerkschaft auffangen könnte (Beifall bei den Freiheitlichen), dass man eben diese 1 000 € einführt. (Abg. Mag. Prammer: Wo ist der Gesetzesantrag?) – Das kommt alles noch! (Abg. Schieder: Wann kommt der Antrag?) Alles zur rechten Zeit! (Abg. Mag. Wurm: Am Sankt-Nimmerleins-Tag!)
Abg. Mag. Prammer: Wo ist der Gesetzesantrag?
Das ist doch eine wesentliche Verbesserung! Wir haben Ihnen ein Hölzl geworfen, das auch die Gewerkschaft auffangen könnte (Beifall bei den Freiheitlichen), dass man eben diese 1 000 € einführt. (Abg. Mag. Prammer: Wo ist der Gesetzesantrag?) – Das kommt alles noch! (Abg. Schieder: Wann kommt der Antrag?) Alles zur rechten Zeit! (Abg. Mag. Wurm: Am Sankt-Nimmerleins-Tag!)
Abg. Schieder: Wann kommt der Antrag?
Das ist doch eine wesentliche Verbesserung! Wir haben Ihnen ein Hölzl geworfen, das auch die Gewerkschaft auffangen könnte (Beifall bei den Freiheitlichen), dass man eben diese 1 000 € einführt. (Abg. Mag. Prammer: Wo ist der Gesetzesantrag?) – Das kommt alles noch! (Abg. Schieder: Wann kommt der Antrag?) Alles zur rechten Zeit! (Abg. Mag. Wurm: Am Sankt-Nimmerleins-Tag!)
Abg. Mag. Wurm: Am Sankt-Nimmerleins-Tag!
Das ist doch eine wesentliche Verbesserung! Wir haben Ihnen ein Hölzl geworfen, das auch die Gewerkschaft auffangen könnte (Beifall bei den Freiheitlichen), dass man eben diese 1 000 € einführt. (Abg. Mag. Prammer: Wo ist der Gesetzesantrag?) – Das kommt alles noch! (Abg. Schieder: Wann kommt der Antrag?) Alles zur rechten Zeit! (Abg. Mag. Wurm: Am Sankt-Nimmerleins-Tag!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir beschließen das Budgetbegleitgesetz am 4. Juni und danach das Budget. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Wir werden schauen, was herauskommt.
Abg. Mag. Prammer: Ja!
Frau Kollegin Prammer, Sie haben weiters gesagt, auf die Frauen sei in diesem Budget und beim Budgetbegleitgesetz vergessen worden. (Abg. Mag. Prammer: Ja!) – Ich sage Ihnen: Wir haben festgeschrieben, dass pro Kind drei Jahre Kindererziehungszeit als Verkürzung der Durchrechnungszeit herangezogen wird. Auch das ist eine wesentliche Verbesserung! (Abg. Mag. Prammer: Milchmädchenrechnung! Bringt den Frauen nichts!)
Abg. Mag. Prammer: Milchmädchenrechnung! Bringt den Frauen nichts!
Frau Kollegin Prammer, Sie haben weiters gesagt, auf die Frauen sei in diesem Budget und beim Budgetbegleitgesetz vergessen worden. (Abg. Mag. Prammer: Ja!) – Ich sage Ihnen: Wir haben festgeschrieben, dass pro Kind drei Jahre Kindererziehungszeit als Verkürzung der Durchrechnungszeit herangezogen wird. Auch das ist eine wesentliche Verbesserung! (Abg. Mag. Prammer: Milchmädchenrechnung! Bringt den Frauen nichts!)
Abg. Mag. Prammer: Milchmädchenrechnung! Bringt den Frauen nichts!
Eine weitere Verbesserung für Frauen gibt es bei der Berücksichtigung der Kinderbetreuungszeit, nämlich eine Aufstockung von 18 auf 24 Monate. (Abg. Mag. Prammer: Milchmädchenrechnung! Bringt den Frauen nichts!)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer.
Weiters wird der Faktor, der für die pensionsbegründenden Zeiten während der Kindererziehung herangezogen wird – die Basis ist die Ausgleichszulage –, auf 150 Prozent erhöht. Das ist eine wesentliche Verbesserung! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer.)
Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Die haben Sie selbst gefordert!
Frau Kollegin Prammer, von Ihnen wird oft kritisiert und gesagt, dass die längere Durchrechnung so schlecht sei. (Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Die haben Sie selbst gefordert!) – Wir wollen die diesbezüglichen Aufwertungsfaktoren so verbessern, dass länger zurück liegende Zeiten besser bewertet werden. (Abg. Mag. Wurm: Wissen das der Bundeskanzler und der Finanzminister?) Das ist ein gemeinsames Versäumnis der Sozialdemokraten und der ÖVP aus der Vergangenheit. Man hat auf diese Aufwertungsfaktoren vergessen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie liegen zum Teil nur bei 60 Prozent!
Abg. Mag. Wurm: Wissen das der Bundeskanzler und der Finanzminister?
Frau Kollegin Prammer, von Ihnen wird oft kritisiert und gesagt, dass die längere Durchrechnung so schlecht sei. (Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Die haben Sie selbst gefordert!) – Wir wollen die diesbezüglichen Aufwertungsfaktoren so verbessern, dass länger zurück liegende Zeiten besser bewertet werden. (Abg. Mag. Wurm: Wissen das der Bundeskanzler und der Finanzminister?) Das ist ein gemeinsames Versäumnis der Sozialdemokraten und der ÖVP aus der Vergangenheit. Man hat auf diese Aufwertungsfaktoren vergessen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie liegen zum Teil nur bei 60 Prozent!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Prammer, von Ihnen wird oft kritisiert und gesagt, dass die längere Durchrechnung so schlecht sei. (Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Die haben Sie selbst gefordert!) – Wir wollen die diesbezüglichen Aufwertungsfaktoren so verbessern, dass länger zurück liegende Zeiten besser bewertet werden. (Abg. Mag. Wurm: Wissen das der Bundeskanzler und der Finanzminister?) Das ist ein gemeinsames Versäumnis der Sozialdemokraten und der ÖVP aus der Vergangenheit. Man hat auf diese Aufwertungsfaktoren vergessen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie liegen zum Teil nur bei 60 Prozent!
Abg. Mag. Wurm: Wo steht das? – Abg. Mag. Prammer: Wo denn?
Wenn man diese Faktoren nach dem Tariflohn-Index anpassen würde, dann wäre damit vor allem Frauen und Arbeitern sehr geholfen. – Ganau das wollen wir in Verhandlungen umsetzen, geschätzte Frau Prammer! (Abg. Mag. Wurm: Wo steht das? – Abg. Mag. Prammer: Wo denn?)
Abg. Mag. Wurm: Stummvoll, da müssen Sie ansetzen!
Wenn mich jemand fragt, wo man dabei ansetzen solle (Abg. Mag. Wurm: Stummvoll, da müssen Sie ansetzen!), dann sage ich, man müsse bei jenen ansetzen, die den Durchschnitt
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Ich erinnere Sie an Folgendes: Im Jahre 1997, als die ... (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) – Kollegin Silhavy, 1997 waren Sie auch schon hier, und damals wurde die Bezügeregelung gemacht. Es gab seinerzeit einen Vier-Parteien-Antrag: von den Sozialdemokraten, der Österreichischen Volkspartei, den Grünen und dem Liberalen Forum. Die FPÖ hat seinerzeit eine Angleichung an die Privatwirtschaft gefordert: Wenn jemand ASVG-versichert, GSVG-versichert oder Bauer oder Beamter ist, dann sollte er weiterhin so versichert sein. Ich meine, das hätte Sinn gemacht.
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen
Wir sollten zum Wohle aller Österreicherinnen und Österreicher daran arbeiten, denn daran werden wir alle gemessen. Wir sollten schleunigst Nägel mit Köpfen machen (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen), und diejenigen, die heute Doppelbezüge kassieren in diesem Bereich, sollten sich selbst an der Nase nehmen – auch wenn man in diesem Hause sitzt – und ein Vorbild sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir sollten zum Wohle aller Österreicherinnen und Österreicher daran arbeiten, denn daran werden wir alle gemessen. Wir sollten schleunigst Nägel mit Köpfen machen (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen), und diejenigen, die heute Doppelbezüge kassieren in diesem Bereich, sollten sich selbst an der Nase nehmen – auch wenn man in diesem Hause sitzt – und ein Vorbild sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Gestern hat Herr Abgeordneter Kopf in Richtung Opposition gesagt: Lassen Sie uns arbeiten!, als ob die Opposition die Regierung behindern würde, als ob allein dadurch, dass die Opposition da ist und sozusagen ihre Anmerkungen macht, die Regierung schon behindert würde. – Die Opposition behindert nicht die Regierung, sondern hat bei dem, was Sie vorhaben, hier eine sehr wesentliche Aufgabe! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wer sagt das?
Heute hieß es: „... Politik gehört ins Parlament, nicht auf die Straße.“ – Das ist auch eine sehr interessante Sichtweise von Demokratie. Natürlich gehören Demokratie und parteipolitische Entscheidungen ins Parlament und ist das Parlament der Ort, wo das ausgetragen wird, wenn Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsfraktionen und von der Regierung, aber davon ausgehen, dass die anderen Menschen kein Recht haben, politisch tätig zu sein, dann, glaube ich, kann man an Ihrem Demokratieverständnis wirklich zweifeln. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wer sagt das?) – Das war ein wörtliches Zitat! Das hat heute Herr Minister Grasser gesagt – wörtlich: „... Politik gehört ins Parlament, nicht auf die Straße.“ – Sie können es nachprüfen. (Bundesminister Mag. Grasser: Ich habe die „FAZ“ zitiert!)
Abg. Dr. Trinkl: „Männlich“ ist aber kein Vorwurf, oder?
Die gestrige Rede von Minister Grasser war in mehrerer Hinsicht eine Werbeveranstaltung: Nicht nur, dass er Werbeslogans aus irgendwie nahe stehenden Firmen verbreitet hat, ist er selbst sozusagen auch ein Prototyp für eine Gruppe von Menschen, die derzeit von der Regierungspolitik profitieren: Er ist einigermaßen jung, er ist männlich, und er hat genügend Geld, sodass er sich einiges an Risiko leisten kann. (Abg. Dr. Trinkl: „Männlich“ ist aber kein Vorwurf, oder?) – Das ist eine Feststellung. Genau diese Gruppe von Menschen profitiert in der Regel von der Art von Politik, die derzeit gemacht wird (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ): „mittelalterliche“ Männer, die genügend Geld haben, sich Risiko leisten zu können.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ
Die gestrige Rede von Minister Grasser war in mehrerer Hinsicht eine Werbeveranstaltung: Nicht nur, dass er Werbeslogans aus irgendwie nahe stehenden Firmen verbreitet hat, ist er selbst sozusagen auch ein Prototyp für eine Gruppe von Menschen, die derzeit von der Regierungspolitik profitieren: Er ist einigermaßen jung, er ist männlich, und er hat genügend Geld, sodass er sich einiges an Risiko leisten kann. (Abg. Dr. Trinkl: „Männlich“ ist aber kein Vorwurf, oder?) – Das ist eine Feststellung. Genau diese Gruppe von Menschen profitiert in der Regel von der Art von Politik, die derzeit gemacht wird (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ): „mittelalterliche“ Männer, die genügend Geld haben, sich Risiko leisten zu können.
Abg. Eder: O ja, mit der FPÖ!
Dass die ÖVP Minister Grasser sehr gut gebrauchen kann, kann ich verstehen, denn die ÖVP ihrerseits hat ein bisschen ein Problem, wenn sie an ihre Zielgruppen denkt, die hin und wieder doch noch so etwas wie ein soziales Gewissen zeigen. Da tut sich die ÖVP natürlich schwer, so klar und direkt Dinge anzusprechen wie Minister Grasser, der sich mit so etwas wie Partei überhaupt nicht belasten muss. (Abg. Eder: O ja, mit der FPÖ!)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen
Sie setzen eine Maßnahme zur Steuerentlastung der Betriebe (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen) für nicht entnommene Gewinne, die eindeutig und ausschließlich den größten Betrieben zugute kommt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Sie setzen eine Maßnahme zur Steuerentlastung der Betriebe (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen) für nicht entnommene Gewinne, die eindeutig und ausschließlich den größten Betrieben zugute kommt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich wiederhole es: Noch nie sind so viele Mittel für Infrastruktur und Technologie zur Verfügung gestanden wie 2003 und 2004. Auch das sollte eine Opposition als sehr positiv anerkennen, denn Technologie, Entwicklung, Forschung sind etwas, das bis weit in die nächsten Generationen wirkt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Wurm: Fünf Jahre zu spät!
Die Asfinag hatte Ende letzten Jahres einen Schuldenstand von 7,41 Milliarden €, und es sind daher diese finanziellen Mittel erforderlich, obwohl es mir recht wäre, wenn wir 2005 eine Ökologisierung des Road-Pricing-Systems hätten; ich werde das im Auge behalten. (Abg. Mag. Wurm: Fünf Jahre zu spät!)
Abg. Öllinger: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!
Nun aber zum wichtigsten Bereich: Forschung und Innovation. Lassen Sie mich das so formulieren – gerade, wenn ich neben dem Herrn Finanzminister stehe –: Ein guter Tag beginnt mit einer gesicherten Forschungsförderung. Ich sehe das so! (Abg. Öllinger: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen
Meine Damen und Herren! Freude über festgehaltene Ziele im Bereich Forschung und Entwicklung ist angesagt, denn wenn wir uns vorgenommen haben – und das nicht nur niederschreiben, sondern auch mit Budgetmitteln bedienen –, dass wir die F&E-Quote bis 2006 auf 2,5 Prozent des BIP und bis zum Jahre 2010 auf 3 Prozent erhöhen (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen), dann ist das eine tolle Sache, um Österreich auch in diesem wichtigen Bereich an eine Topstelle in Europa zu bringen, nämlich unter die ersten drei. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren! Freude über festgehaltene Ziele im Bereich Forschung und Entwicklung ist angesagt, denn wenn wir uns vorgenommen haben – und das nicht nur niederschreiben, sondern auch mit Budgetmitteln bedienen –, dass wir die F&E-Quote bis 2006 auf 2,5 Prozent des BIP und bis zum Jahre 2010 auf 3 Prozent erhöhen (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen), dann ist das eine tolle Sache, um Österreich auch in diesem wichtigen Bereich an eine Topstelle in Europa zu bringen, nämlich unter die ersten drei. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Rufe bei den Grünen: Redezeit! – Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist unsere Redezeit!
Zum Schluss darf ich feststellen (Rufe bei den Grünen: Redezeit! – Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist unsere Redezeit!), dass weitere große Reformen, auch die heute diskutierten, notwendig sein werden. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Herr Präsident! Wir brauchen Einsparungspotential. Ich werde mich nicht scheuen, gemeinsam mit dieser Regierung diese Reformen zu vertreten, voranzutreiben, weil sie für die Zukunft unserer Jugend wichtig sein werden. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Zum Schluss darf ich feststellen (Rufe bei den Grünen: Redezeit! – Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist unsere Redezeit!), dass weitere große Reformen, auch die heute diskutierten, notwendig sein werden. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Herr Präsident! Wir brauchen Einsparungspotential. Ich werde mich nicht scheuen, gemeinsam mit dieser Regierung diese Reformen zu vertreten, voranzutreiben, weil sie für die Zukunft unserer Jugend wichtig sein werden. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Zum Schluss darf ich feststellen (Rufe bei den Grünen: Redezeit! – Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist unsere Redezeit!), dass weitere große Reformen, auch die heute diskutierten, notwendig sein werden. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Herr Präsident! Wir brauchen Einsparungspotential. Ich werde mich nicht scheuen, gemeinsam mit dieser Regierung diese Reformen zu vertreten, voranzutreiben, weil sie für die Zukunft unserer Jugend wichtig sein werden. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Reheis: Das sagen Sie, Herr Kollege!? Sie reden darum herum! Sie haben den Brei erfunden! Sie haben den Brei produziert!
Abgeordneter Dr. Michael Spindelegger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Das, was mir an dieser Debatte seitens der Opposition so sehr im Magen liegt, ist, dass Sie um den heißen Brei herumreden. (Abg. Reheis: Das sagen Sie, Herr Kollege!? Sie reden darum herum! Sie haben den Brei erfunden! Sie haben den Brei produziert!)
Abg. Dr. Glawischnig: Sogar ohne Pensionsreform wäre der Bundeszuschuss gesunken!
Sie sprechen davon, dass man über das Umlageverfahren den Bundeszuschuss erhöhen muss. Wer bezahlt denn den? – Wir alle miteinander! (Abg. Dr. Glawischnig: Sogar ohne Pensionsreform wäre der Bundeszuschuss gesunken!) Wir sitzen alle in einem Boot, in dem es heißt: Der Steuerzahler muss dafür geradestehen, wenn es irgendwo eine Finanzierungslücke gibt. Genau das werfe ich Ihnen vor, dass Sie nämlich versuchen, den Menschen Sand in die Augen zu streuen. Das ist nicht in Ordnung, meine Damen und Herren von der Opposition! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Sie sprechen davon, dass man über das Umlageverfahren den Bundeszuschuss erhöhen muss. Wer bezahlt denn den? – Wir alle miteinander! (Abg. Dr. Glawischnig: Sogar ohne Pensionsreform wäre der Bundeszuschuss gesunken!) Wir sitzen alle in einem Boot, in dem es heißt: Der Steuerzahler muss dafür geradestehen, wenn es irgendwo eine Finanzierungslücke gibt. Genau das werfe ich Ihnen vor, dass Sie nämlich versuchen, den Menschen Sand in die Augen zu streuen. Das ist nicht in Ordnung, meine Damen und Herren von der Opposition! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Prammer: Genau das tun, was die Regierungsparteien wollen! So etwas nennt man dann Demokratie!
Wir gehen den Weg über das Parlament, den Weg des Feinschliffs der parlamentarischen Beratungen, werden aber nicht über die Grundsätze reden, denn dass es um längeres Arbeiten geht und darum, dass die Pensionshöhe eher sinken als steigen muss, ist uns doch allen klar! Wir gehen beim Feinschliff davon aus, dass wir dort etwas verändern müssen, wo es unbillige Härten gibt. Da sind Sie eingeladen, dazu Ihre Beiträge zu leisten. (Abg. Mag. Prammer: Genau das tun, was die Regierungsparteien wollen! So etwas nennt man dann Demokratie!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Dazu ist es auch notwendig, dass man mittels Konsenskultur in diesem Hohen Haus und im Ausschuss versucht, auf die Spuren dieser unbilligen Härten zu kommen, und nicht wie Herr Präsident Verzetnitsch mit Hilfe von Funktionären und Betriebsräten den ÖGB in eine Richtung zu treiben zu versuchen, wo ihn die Bürger nicht haben wollen! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Wurm: Streik ist in ...?
Arbeitsniederlegung herausfordern, Streiks in die Betriebe hineintragen (Abg. Mag. Wurm: Streik ist in ...?) und Misstrauen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern hervorrufen: Das wollen die Bürger in diesem Land nicht! Sie wollen, dass Sie sich hinsetzen und Alternativen vorschlagen (Abg. Dr. Fischer: Durchpeitschen! 91 Gesetze!), und dazu möchte ich Sie noch einmal in aller Form einladen, meine Damen und Herren von der Opposition! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Reheis.)
Abg. Dr. Fischer: Durchpeitschen! 91 Gesetze!
Arbeitsniederlegung herausfordern, Streiks in die Betriebe hineintragen (Abg. Mag. Wurm: Streik ist in ...?) und Misstrauen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern hervorrufen: Das wollen die Bürger in diesem Land nicht! Sie wollen, dass Sie sich hinsetzen und Alternativen vorschlagen (Abg. Dr. Fischer: Durchpeitschen! 91 Gesetze!), und dazu möchte ich Sie noch einmal in aller Form einladen, meine Damen und Herren von der Opposition! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Reheis.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Reheis.
Arbeitsniederlegung herausfordern, Streiks in die Betriebe hineintragen (Abg. Mag. Wurm: Streik ist in ...?) und Misstrauen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern hervorrufen: Das wollen die Bürger in diesem Land nicht! Sie wollen, dass Sie sich hinsetzen und Alternativen vorschlagen (Abg. Dr. Fischer: Durchpeitschen! 91 Gesetze!), und dazu möchte ich Sie noch einmal in aller Form einladen, meine Damen und Herren von der Opposition! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Reheis.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Was sagt der Kollege Neugebauer dazu?
Ich mache mir als ÖVP-Arbeitnehmer Sorgen darüber, wohin Sie mit Ihrer Linie steuern, Herr Präsident Verzetnitsch. Sie tragen die Verantwortung dafür! Sie treiben den ÖGB in eine Richtung, wo ihn die Mitglieder dieses ÖGB, von denen es in Österreich sehr viele gibt, eigentlich nicht haben wollen. Aus vielen Gesprächen und Nachrichten, die mir zukommen, weiß ich, dass es Sorgen bezüglich Einzelregelungen gibt, und da müssen wir auch etwas tun, gar keine Frage, aber den ÖGB in eine Richtung zu treiben, wo er dann mit Streiks, mit einer Bewegung von der Straße versucht, sich in eine neue Dimension aufzuschwingen (Abg. Dr. Gusenbauer: Was sagt der Kollege Neugebauer dazu?), das ist nicht Österreich, und das ist auch nicht der Gewerkschaftsbund, wie wir ihn kennen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Wurm: War das ein einstimmiger Beschluss?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Wurm: War das ein einstimmiger Beschluss?
Ich mache mir als ÖVP-Arbeitnehmer Sorgen darüber, wohin Sie mit Ihrer Linie steuern, Herr Präsident Verzetnitsch. Sie tragen die Verantwortung dafür! Sie treiben den ÖGB in eine Richtung, wo ihn die Mitglieder dieses ÖGB, von denen es in Österreich sehr viele gibt, eigentlich nicht haben wollen. Aus vielen Gesprächen und Nachrichten, die mir zukommen, weiß ich, dass es Sorgen bezüglich Einzelregelungen gibt, und da müssen wir auch etwas tun, gar keine Frage, aber den ÖGB in eine Richtung zu treiben, wo er dann mit Streiks, mit einer Bewegung von der Straße versucht, sich in eine neue Dimension aufzuschwingen (Abg. Dr. Gusenbauer: Was sagt der Kollege Neugebauer dazu?), das ist nicht Österreich, und das ist auch nicht der Gewerkschaftsbund, wie wir ihn kennen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Wurm: War das ein einstimmiger Beschluss?)
Abg. Mag. Wurm: Das war ein einstimmiger Beschluss!
Herrn Präsidenten Verzetnitsch möchte ich abschließend noch Folgendes mit auf den Weg geben: Der ÖGB vertritt alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (Abg. Mag. Wurm: Das war ein einstimmiger Beschluss!), also nicht nur diejenigen, die über 55 Jahre alt sind, sondern alle, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Fischer: Im Unterschied zu der Regierung!) Es gibt viele junge Bürger in diesem Land, die sich darüber Sorgen machen, dass Sie mit Ihrer Politik nur versuchen, hinauszuschieben und für die Zukunft nicht vorzusorgen. Dafür stehen wir nicht zur Verfügung! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fischer: Im Unterschied zu der Regierung!
Herrn Präsidenten Verzetnitsch möchte ich abschließend noch Folgendes mit auf den Weg geben: Der ÖGB vertritt alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (Abg. Mag. Wurm: Das war ein einstimmiger Beschluss!), also nicht nur diejenigen, die über 55 Jahre alt sind, sondern alle, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Fischer: Im Unterschied zu der Regierung!) Es gibt viele junge Bürger in diesem Land, die sich darüber Sorgen machen, dass Sie mit Ihrer Politik nur versuchen, hinauszuschieben und für die Zukunft nicht vorzusorgen. Dafür stehen wir nicht zur Verfügung! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Herrn Präsidenten Verzetnitsch möchte ich abschließend noch Folgendes mit auf den Weg geben: Der ÖGB vertritt alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (Abg. Mag. Wurm: Das war ein einstimmiger Beschluss!), also nicht nur diejenigen, die über 55 Jahre alt sind, sondern alle, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Fischer: Im Unterschied zu der Regierung!) Es gibt viele junge Bürger in diesem Land, die sich darüber Sorgen machen, dass Sie mit Ihrer Politik nur versuchen, hinauszuschieben und für die Zukunft nicht vorzusorgen. Dafür stehen wir nicht zur Verfügung! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Oje-Rufe bei der ÖVP.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Matznetter zu Wort gemeldet. – Bitte. (Oje-Rufe bei der ÖVP.)
Heiterkeit, Beifall und Bravorufe bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Fekter: ... damit der Schaden minimiert wird! Drehen Sie das doch um!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Präsident! Meine Damen auf der Regierungsbank – damit es einmal umgekehrt ist! Ich möchte ganz kurz etwas zu Kollegin Fekter sagen: Sofern ich richtig informiert bin, war es so, dass es ein Gespräch mit Ihrem Gatten gegeben hat, der die Reform selbst als ungerecht empfindet und zur Demonstration kommen will. Ich glaube, man sollte bei der Realität bleiben! (Heiterkeit, Beifall und Bravorufe bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Fekter: ... damit der Schaden minimiert wird! Drehen Sie das doch um!) – Frau Kollegin, bitte!
Abg. Dr. Fekter: Wirtschaftlicher Druck wird auf mich ausgeübt!
Wenn Sie am Dienstag auf Ihrem Weg zur Nationalratssitzung, die am Mittwoch begonnen hat, behindert wurden, dann ist das natürlich zu verfolgen. (Abg. Dr. Fekter: Wirtschaftlicher Druck wird auf mich ausgeübt!) Wenn Sie hier öffentlich behaupten, dass das bestimmte Personen getan haben, dann müssen Sie damit rechnen, dass diese Personen sich dagegen wehren. (Abg. Dr. Fekter: Ich bin Geschäftsführerin dieses Unternehmens, und ich habe Schaden von diesem Unternehmen abzuwenden!) Ich war nicht dort, Frau Kollegin, Sie auch nicht! Daher würde ich vorschlagen, dass wir zum eigentlichen Thema kommen. Danke! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Ich bin Geschäftsführerin dieses Unternehmens, und ich habe Schaden von diesem Unternehmen abzuwenden!
Wenn Sie am Dienstag auf Ihrem Weg zur Nationalratssitzung, die am Mittwoch begonnen hat, behindert wurden, dann ist das natürlich zu verfolgen. (Abg. Dr. Fekter: Wirtschaftlicher Druck wird auf mich ausgeübt!) Wenn Sie hier öffentlich behaupten, dass das bestimmte Personen getan haben, dann müssen Sie damit rechnen, dass diese Personen sich dagegen wehren. (Abg. Dr. Fekter: Ich bin Geschäftsführerin dieses Unternehmens, und ich habe Schaden von diesem Unternehmen abzuwenden!) Ich war nicht dort, Frau Kollegin, Sie auch nicht! Daher würde ich vorschlagen, dass wir zum eigentlichen Thema kommen. Danke! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wenn Sie am Dienstag auf Ihrem Weg zur Nationalratssitzung, die am Mittwoch begonnen hat, behindert wurden, dann ist das natürlich zu verfolgen. (Abg. Dr. Fekter: Wirtschaftlicher Druck wird auf mich ausgeübt!) Wenn Sie hier öffentlich behaupten, dass das bestimmte Personen getan haben, dann müssen Sie damit rechnen, dass diese Personen sich dagegen wehren. (Abg. Dr. Fekter: Ich bin Geschäftsführerin dieses Unternehmens, und ich habe Schaden von diesem Unternehmen abzuwenden!) Ich war nicht dort, Frau Kollegin, Sie auch nicht! Daher würde ich vorschlagen, dass wir zum eigentlichen Thema kommen. Danke! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Bundesminister Mag. Grasser: Besonders „glaubwürdig“!
Der erste Punkt ist: Sie haben der großen Koalition mit sozialdemokratischen Kanzlern und Finanzministern vorgeworfen, die große Schuldenpolitik betrieben zu haben. Abgesehen davon, dass die daran beteiligten Regierungsmitglieder natürlich auch der ÖVP angehört haben, war der damalige Schuldenkaiser der heutige, jetzt nicht mehr anwesende Bundeskanzler, denn er war das längstdienende Mitglied dieser Regierungen mit dem höchsten Zuwachs an Schulden, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Bundesminister Mag. Grasser: Besonders „glaubwürdig“!)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Rufe bei der ÖVP: Schulden-Rudi!
Sie sprechen von der Wende, die im Jahre 2000 eingetreten sei. Na dann sagen wir einmal, wann die Wende war – unter Rudi Edlinger und vor Viktor Klima. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Rufe bei der ÖVP: Schulden-Rudi!) Sie lachen bei der Erwähnung einer Reduktion des Budgetdefizits? Das ist typisch! Er, Edlinger, hat das Defizit von 5 auf 2 Prozent reduziert – und er (auf Bundesminister Mag. Grasser weisend) erhöht von null Prozent und ist bereits bei einem Defizit von 3,9 Milliarden €. Das ist die Wahrheit, meine Damen
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Staatssekretär Dr. Finz zeigt dem Redner eine Graphik.
und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Staatssekretär Dr. Finz zeigt dem Redner eine Graphik.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Grasser.
2,4 Milliarden € an Ausgabenüberschreitung – das ist die Wahrheit über 2002! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Grasser.)
Ruf bei der ÖVP: Schröder hat ...!
Herr Minister Grasser, die anderen Finanzminister in Europa haben die Ausgaben in ihren Budgets etwas besser einschätzen können als Sie. Sie haben nämlich den Budgetvoranschlag erstellt, aber nachher die Ausgaben nicht im Griff gehabt – nicht die anderen Finanzminister! (Ruf bei der ÖVP: Schröder hat ...!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich komme jetzt zum Hauptpunkt. Wir haben nun ein Doppelbudget vorliegen, in dem keinerlei Maßnahmen konjunkturpolitischer Natur gesetzt werden, in dem jetzt, im Jahr 2003, einem Jahr, in dem wir eine Entlastung bräuchten, nichts getan wird – Kollege Kogler hat zu Recht darauf hingewiesen –, aber noch viel schlimmer ist, dass er (auf Bundesminister Mag. Grasser weisend) die Ausgaben nicht im Griff hat und von Ländern und Gemeinden 0,5 Prozent und dann 0,7 Prozent des BIP als Zuschuss erwartet (Bundesminister Mag. Grasser: Das gibt es ja nicht!), was nichts anderes heißt, als dass die nachgeordneten Gebietskörperschaften, die sich zurzeit noch bemühen, in der Infrastruktur und anderen Bereichen Impulse zu setzen, diese nicht mehr werden setzen können. – Danke, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Wie war das bei den Fekters zu Hause? – Abg. Dr. Fekter – in Richtung SPÖ –: ... kriminelles Verhalten! Stellt das ab!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Scheuch. – Bitte. (Abg. Dr. Gusenbauer: Wie war das bei den Fekters zu Hause? – Abg. Dr. Fekter – in Richtung SPÖ –: ... kriminelles Verhalten! Stellt das ab!)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Geschätzte Damen und Herren! Nach der Polemik von der SPÖ – und ich muss ehrlich sagen, es ist doch vollkommen egal, ob man von „Schulden-Rudi“, „Schulden-Karli“ oder von wem auch immer rede – sollten wir dazu übergehen, über das Budget zu sprechen. Ich bin heute an dieses Rednerpult getreten, um mich – wahrscheinlich als einer der ersten Redner – mit dem Budget zu beschäftigen (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), denn dieses Budget hat für die Bauern und für die Landwirtschaft sehr viel Gutes gebracht. (Abg. Mag. Kogler: Das glaube ich!)
Abg. Mag. Kogler: Das glaube ich!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Geschätzte Damen und Herren! Nach der Polemik von der SPÖ – und ich muss ehrlich sagen, es ist doch vollkommen egal, ob man von „Schulden-Rudi“, „Schulden-Karli“ oder von wem auch immer rede – sollten wir dazu übergehen, über das Budget zu sprechen. Ich bin heute an dieses Rednerpult getreten, um mich – wahrscheinlich als einer der ersten Redner – mit dem Budget zu beschäftigen (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), denn dieses Budget hat für die Bauern und für die Landwirtschaft sehr viel Gutes gebracht. (Abg. Mag. Kogler: Das glaube ich!)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir haben in diesem Bereich sehr viel erreicht, wir haben wichtige Punkte umsetzen können. Wir konnten dazu beitragen, dass die Landwirtschaft in den mittel- und kleinstrukturierten Familienbetrieben erhalten bleibt und dass diese gestärkt werden. Wir konnten außerdem dazu beitragen, dass auch in Zukunft weiter an guten Voraussetzungen gearbeitet wird, die eine Landwirtschaft erhalten können. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall des Abg. Jakob Auer. – Heiterkeit bei der SPÖ angesichts dieses Einzelbeifalls. – Abg. Dr. Cap – in Richtung des Redners –: Haben Sie das gesehen? War das gut! Ein einziger ÖVPler! Finden Sie auch, dass das gut war?
Durch den Beschluss des 3-Milliarden-€-Paketes wurde erreicht, dass wir die Ausgleichszahlungen sichern sowie die Mittel für die Kofinanzierung der Brüsseler Zahlungen bereitstellen können, damit wird in die Ausbildung der ländlichen Jugend investiert und der Agrardiesel, der seit Jahren von der FPÖ gefordert wird, eingeführt. Wir werden auch bei den Investitionen in erneuerbare Energien einiges weiterbringen. (Beifall des Abg. Jakob Auer. – Heiterkeit bei der SPÖ angesichts dieses Einzelbeifalls. – Abg. Dr. Cap – in Richtung des Redners –: Haben Sie das gesehen? War das gut! Ein einziger ÖVPler! Finden Sie auch, dass das gut war?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bin, meine geschätzten Damen und Herren, davon überzeugt, dass diese Mittel wichtig sind, denn ohne diese Mittel ist der Fortbestand der heimischen Landwirtschaft in Gefahr und ohne diese Mittel können wir viele dieser Vorhaben nicht umsetzen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) – Schauen Sie, Herr Kollege Cap, da können es auch mehrere!
Ruf bei der SPÖ: Wo?
Immerhin können wir damit über 200 000 Arbeitsplätze in der Landwirtschaft sichern! (Ruf bei der SPÖ: Wo?) Immerhin können wir damit gewährleisten, dass in unserer Heimat Nahrungsmittel erzeugt werden! Immerhin können wir damit für die heimische Bevölkerung, aber auch für die Touristen, eine gesunde Natur bereitstellen. (Abg. Mag. Gaßner: Wo sind die 200 000 Arbeitsplätze in der Landwirtschaft?)
Abg. Mag. Gaßner: Wo sind die 200 000 Arbeitsplätze in der Landwirtschaft?
Immerhin können wir damit über 200 000 Arbeitsplätze in der Landwirtschaft sichern! (Ruf bei der SPÖ: Wo?) Immerhin können wir damit gewährleisten, dass in unserer Heimat Nahrungsmittel erzeugt werden! Immerhin können wir damit für die heimische Bevölkerung, aber auch für die Touristen, eine gesunde Natur bereitstellen. (Abg. Mag. Gaßner: Wo sind die 200 000 Arbeitsplätze in der Landwirtschaft?)
Abg. Mag. Wurm: Wie stimmen Sie jetzt ab?
Ihre Ausführungen wären im Sport ein aufgelegter Elfmeter ohne Tormann. (Abg. Mag. Wurm: Wie stimmen Sie jetzt ab?) Sie beschweren sich über die Privilegien der Politiker! Also entschuldigen Sie bitte: Natürlich ist es auch für die FPÖ nicht o.k., dass wir Mandatare hier im Plenum sitzen haben, die zwei Bezüge kassieren. Natürlich ist es nicht o.k., dass es quasi keine Veränderungen gibt. Wir Freiheitlichen werden aber dafür kämpfen, dass die Politikerprivilegien abgebaut werden. Nur: Wir Freiheitlichen haben immer dafür gekämpft. (Abg. Dr. Glawischnig: „Großartig“ gekämpft!) Der grüne Klub hat – wenn ich richtig nachgelesen habe und mich richtig erinnere – damals nicht zugestimmt, dass es zu einer rigorosen Änderung der Bezüge (Abg. Öllinger: Oja!) und einer Gleichbehandlung der Politiker mit den Leuten in der Privatwirtschaft kommt. (Abg. Dr. Glawischnig: Lernen Sie Geschichte, Herr Scheuch!)
Abg. Dr. Glawischnig: „Großartig“ gekämpft!
Ihre Ausführungen wären im Sport ein aufgelegter Elfmeter ohne Tormann. (Abg. Mag. Wurm: Wie stimmen Sie jetzt ab?) Sie beschweren sich über die Privilegien der Politiker! Also entschuldigen Sie bitte: Natürlich ist es auch für die FPÖ nicht o.k., dass wir Mandatare hier im Plenum sitzen haben, die zwei Bezüge kassieren. Natürlich ist es nicht o.k., dass es quasi keine Veränderungen gibt. Wir Freiheitlichen werden aber dafür kämpfen, dass die Politikerprivilegien abgebaut werden. Nur: Wir Freiheitlichen haben immer dafür gekämpft. (Abg. Dr. Glawischnig: „Großartig“ gekämpft!) Der grüne Klub hat – wenn ich richtig nachgelesen habe und mich richtig erinnere – damals nicht zugestimmt, dass es zu einer rigorosen Änderung der Bezüge (Abg. Öllinger: Oja!) und einer Gleichbehandlung der Politiker mit den Leuten in der Privatwirtschaft kommt. (Abg. Dr. Glawischnig: Lernen Sie Geschichte, Herr Scheuch!)
Abg. Öllinger: Oja!
Ihre Ausführungen wären im Sport ein aufgelegter Elfmeter ohne Tormann. (Abg. Mag. Wurm: Wie stimmen Sie jetzt ab?) Sie beschweren sich über die Privilegien der Politiker! Also entschuldigen Sie bitte: Natürlich ist es auch für die FPÖ nicht o.k., dass wir Mandatare hier im Plenum sitzen haben, die zwei Bezüge kassieren. Natürlich ist es nicht o.k., dass es quasi keine Veränderungen gibt. Wir Freiheitlichen werden aber dafür kämpfen, dass die Politikerprivilegien abgebaut werden. Nur: Wir Freiheitlichen haben immer dafür gekämpft. (Abg. Dr. Glawischnig: „Großartig“ gekämpft!) Der grüne Klub hat – wenn ich richtig nachgelesen habe und mich richtig erinnere – damals nicht zugestimmt, dass es zu einer rigorosen Änderung der Bezüge (Abg. Öllinger: Oja!) und einer Gleichbehandlung der Politiker mit den Leuten in der Privatwirtschaft kommt. (Abg. Dr. Glawischnig: Lernen Sie Geschichte, Herr Scheuch!)
Abg. Dr. Glawischnig: Lernen Sie Geschichte, Herr Scheuch!
Ihre Ausführungen wären im Sport ein aufgelegter Elfmeter ohne Tormann. (Abg. Mag. Wurm: Wie stimmen Sie jetzt ab?) Sie beschweren sich über die Privilegien der Politiker! Also entschuldigen Sie bitte: Natürlich ist es auch für die FPÖ nicht o.k., dass wir Mandatare hier im Plenum sitzen haben, die zwei Bezüge kassieren. Natürlich ist es nicht o.k., dass es quasi keine Veränderungen gibt. Wir Freiheitlichen werden aber dafür kämpfen, dass die Politikerprivilegien abgebaut werden. Nur: Wir Freiheitlichen haben immer dafür gekämpft. (Abg. Dr. Glawischnig: „Großartig“ gekämpft!) Der grüne Klub hat – wenn ich richtig nachgelesen habe und mich richtig erinnere – damals nicht zugestimmt, dass es zu einer rigorosen Änderung der Bezüge (Abg. Öllinger: Oja!) und einer Gleichbehandlung der Politiker mit den Leuten in der Privatwirtschaft kommt. (Abg. Dr. Glawischnig: Lernen Sie Geschichte, Herr Scheuch!)
Abg. Reheis: Schauen Sie in die richtige Richtung!
Abschließend möchte ich – das ist mir wirklich ein Anliegen – noch Folgendes festhalten: Wenn ich so in die Reihen schaue, meine geschätzten Damen und Herren, so erinnert mich dieses Verhalten einiger oder vieler Privilegienritter, von Funktionären verschiedenster Couleurs (Abg. Reheis: Schauen Sie in die richtige Richtung!) ein bisschen an ein Zitat aus George Orwell’s „Animal Farm“. (Abg. Reheis: Das ist kein gutes Beispiel!) Darin steht: „Alle Tiere sind gleich, aber manche Tiere sind gleicher.“ – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Reheis: Das ist kein gutes Beispiel!
Abschließend möchte ich – das ist mir wirklich ein Anliegen – noch Folgendes festhalten: Wenn ich so in die Reihen schaue, meine geschätzten Damen und Herren, so erinnert mich dieses Verhalten einiger oder vieler Privilegienritter, von Funktionären verschiedenster Couleurs (Abg. Reheis: Schauen Sie in die richtige Richtung!) ein bisschen an ein Zitat aus George Orwell’s „Animal Farm“. (Abg. Reheis: Das ist kein gutes Beispiel!) Darin steht: „Alle Tiere sind gleich, aber manche Tiere sind gleicher.“ – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abschließend möchte ich – das ist mir wirklich ein Anliegen – noch Folgendes festhalten: Wenn ich so in die Reihen schaue, meine geschätzten Damen und Herren, so erinnert mich dieses Verhalten einiger oder vieler Privilegienritter, von Funktionären verschiedenster Couleurs (Abg. Reheis: Schauen Sie in die richtige Richtung!) ein bisschen an ein Zitat aus George Orwell’s „Animal Farm“. (Abg. Reheis: Das ist kein gutes Beispiel!) Darin steht: „Alle Tiere sind gleich, aber manche Tiere sind gleicher.“ – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ohne Tor treffen Sie wenigstens!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! In der Begrüßung halte ich mich kurz, weil ich gern vom Kollegen Scheuch den aufgelegten Elfmeter übernehme – diesmal nicht nur ohne Tormann, sondern auch ohne Tor: Ich brauche nur nach vorne zu schießen, Herr Kollege Scheuch. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ohne Tor treffen Sie wenigstens!)
Abg. Scheibner: Aber Sie haben für die Gesamtreform gestimmt!
Um das klarzustellen, Herr Kollege Scheuch: Der grüne Klub hat 1997 für die neuen Bezüge und für die Bezügebegrenzung gestimmt. Er hat gleichzeitig einen Antrag eingebracht – der auch abgestimmt wurde –, in dem gefordert wurde, dass im Übergangsrecht sofort mit den AltPolitikerpensionen Schluss gemacht wird. (Abg. Scheibner: Aber Sie haben für die Gesamtreform gestimmt!) Wir haben diese Forderung im Jahr 2000, als zwischen den Parteien neuerlich über die Politikerpensionen verhandelt wurde, erneuert. (Abg. Scheibner: Sie haben mit SPÖ, ÖVP und Liberalen für diese Pensionsreform gestimmt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Sie haben mit SPÖ, ÖVP und Liberalen für diese Pensionsreform gestimmt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Um das klarzustellen, Herr Kollege Scheuch: Der grüne Klub hat 1997 für die neuen Bezüge und für die Bezügebegrenzung gestimmt. Er hat gleichzeitig einen Antrag eingebracht – der auch abgestimmt wurde –, in dem gefordert wurde, dass im Übergangsrecht sofort mit den AltPolitikerpensionen Schluss gemacht wird. (Abg. Scheibner: Aber Sie haben für die Gesamtreform gestimmt!) Wir haben diese Forderung im Jahr 2000, als zwischen den Parteien neuerlich über die Politikerpensionen verhandelt wurde, erneuert. (Abg. Scheibner: Sie haben mit SPÖ, ÖVP und Liberalen für diese Pensionsreform gestimmt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wir haben als Erste die ..., dass man das abschafft!
mit, Herr Kollege Scheuch! Das ist der entscheidende Punkt. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wir haben als Erste die ..., dass man das abschafft!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wenn Frau Abgeordnete Partik-Pablé sich hier an dieses Rednerpult stellt, ein Taferl präsentiert und verkündet, dass Herr Abgeordneter Verzetnitsch einen Anspruch auf eine Politikerpension von, was weiß ich, wie viel, vielleicht 10 000 € oder so hat, dann ist das ihre Sache. Ich mache es nicht so! Ich kritisiere das System und diejenigen Politiker, die zwar Alt-Politikerbezüge kassieren, aber sich gleichzeitig scheinheilig hier herstellen und sagen: Das Pensionssystem insgesamt frisst so viel Geld, das muss reformiert werden, die Leute kriegen zu viel! – Das ist scheinheilig! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Dass jemand im alten System verbleiben konnte, ist Ergebnis eines Beschlusses, von dem ich glaube, dass er reformiert gehört. Aber ich mache es dieser Person so lange nicht persönlich zum Vorwurf, solange sie sich nicht gleichzeitig ans Rednerpult stellt und über die „Privilegien“ der ASVG-Pensionisten spricht. Das regt, gelinde gesagt – ich will mir jetzt nicht wieder einen Ordnungsruf holen –, die Peristaltik an. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.
Nun frage ich, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien: Warum beschließen Sie jetzt gleichzeitig mit der Pensionsreform eine Reform bei den Pensionskassen, mit der der garantierte Mindestzins aufgehoben wird? Wenn Sie Ihre Pensionskassenbescheide aus dem Jahr 2002 oder 2001 sehen, können Sie erkennen ... (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.)
Rufe bei der SPÖ: Uralten System!
Kommen Sie nicht damit, Herr Minister Bartenstein! Sie kassieren ja noch eine Pension nach dem (Rufe bei der SPÖ: Uralten System!) Übergang, Sie haben nicht für die Pensionskasse optiert! (Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.) Ich kann Ihnen sagen, Herr Minister Bartenstein, dass die Pensionen nach dem Pensionskassensystem von Jahr zu Jahr, trotz Einzahlungen in dieses System, niedriger werden. (Rufe bei der SPÖ: Genau!)
Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.
Kommen Sie nicht damit, Herr Minister Bartenstein! Sie kassieren ja noch eine Pension nach dem (Rufe bei der SPÖ: Uralten System!) Übergang, Sie haben nicht für die Pensionskasse optiert! (Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.) Ich kann Ihnen sagen, Herr Minister Bartenstein, dass die Pensionen nach dem Pensionskassensystem von Jahr zu Jahr, trotz Einzahlungen in dieses System, niedriger werden. (Rufe bei der SPÖ: Genau!)
Rufe bei der SPÖ: Genau!
Kommen Sie nicht damit, Herr Minister Bartenstein! Sie kassieren ja noch eine Pension nach dem (Rufe bei der SPÖ: Uralten System!) Übergang, Sie haben nicht für die Pensionskasse optiert! (Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.) Ich kann Ihnen sagen, Herr Minister Bartenstein, dass die Pensionen nach dem Pensionskassensystem von Jahr zu Jahr, trotz Einzahlungen in dieses System, niedriger werden. (Rufe bei der SPÖ: Genau!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ist ja fein, dass man die Leute weiter verunsichert!
Das ist eine Botschaft, die ich allen Leuten vermitteln will: Hüten Sie sich vor den Versprechungen, die Ihnen diese Bundesregierung in Bezug auf die zweite und dritte Säule macht! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ist ja fein, dass man die Leute weiter verunsichert!) Da sind Sie echt verloren, vor allem, wenn diese Versprechungen damit gekoppelt sind, dass die Anspruchsvoraussetzungen in der zweiten und dritte Säule von Jahr zu Jahr, von einem Mal zum anderen Mal, verschlechtert werden, genauso wie in der ersten Säule. Das ist Ihre Politik, und damit sollte Schluss sein! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das ist eine Botschaft, die ich allen Leuten vermitteln will: Hüten Sie sich vor den Versprechungen, die Ihnen diese Bundesregierung in Bezug auf die zweite und dritte Säule macht! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ist ja fein, dass man die Leute weiter verunsichert!) Da sind Sie echt verloren, vor allem, wenn diese Versprechungen damit gekoppelt sind, dass die Anspruchsvoraussetzungen in der zweiten und dritte Säule von Jahr zu Jahr, von einem Mal zum anderen Mal, verschlechtert werden, genauso wie in der ersten Säule. Das ist Ihre Politik, und damit sollte Schluss sein! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: Warum machen Sie das dann?
Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen Dr. Alfred Finz: Sehr verehrter Herr Präsident! Sehr verehrte Minister! Hohes Haus! Der Grundsatz der bisher geltenden Finanzpolitik lautete: Ständig mehr ausgeben, als man einnimmt! Jeder kleine Kreditnehmer in diesem Lande weiß, dass das schief gehen muss, denn eines Tages bekommt man von der Bank kein Geld mehr. (Abg. Mag. Wurm: Warum machen Sie das dann?) Trotzdem wurde das nie geändert.
Ruf bei der SPÖ: Ja!
Herr Bundesparteivorsitzender Gusenbauer – leider geht er jetzt hinaus – hat im Wahlkampf gesagt, er werde 25 Prozent der Verwaltungskosten einsparen. (Ruf bei der SPÖ: Ja!) Es gab vier
Zwischenrufe bei der SPÖ.
SPÖ-Staatssekretäre für den öffentlichen Dienst: Kostelka, Schlögl, Einem und Ruttenstorfer. Trotzdem sind die Verwaltungskosten ständig gestiegen. Warum zeigen Sie uns nicht, wie das gehen soll? Wir zeigen es Ihnen jetzt! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Eder: Wo ist er besser geworden?
Trotzdem ist der öffentliche Dienst nicht schlechter geworden, sondern qualitativ besser (Abg. Eder: Wo ist er besser geworden?), weil wir gezielt Reformprojekte gestartet haben. Wir haben nun IT-Government, probieren Sie es aus! Sie können heute Ihre Arbeitnehmerveranlagung über das Internet eingeben, in ein paar Tagen haben Sie den Bescheid. (Abg. Dr. Niederwieser: Zahlt man dann weniger Steuern?) SAP – eine intelligente Software, papierloses Büro – kann man heute in der öffentlichen Verwaltung einsetzen, und es wird auch eingesetzt. Gleiches gilt für das Firmenbuch.
Abg. Dr. Niederwieser: Zahlt man dann weniger Steuern?
Trotzdem ist der öffentliche Dienst nicht schlechter geworden, sondern qualitativ besser (Abg. Eder: Wo ist er besser geworden?), weil wir gezielt Reformprojekte gestartet haben. Wir haben nun IT-Government, probieren Sie es aus! Sie können heute Ihre Arbeitnehmerveranlagung über das Internet eingeben, in ein paar Tagen haben Sie den Bescheid. (Abg. Dr. Niederwieser: Zahlt man dann weniger Steuern?) SAP – eine intelligente Software, papierloses Büro – kann man heute in der öffentlichen Verwaltung einsetzen, und es wird auch eingesetzt. Gleiches gilt für das Firmenbuch.
Abg. Dr. Moser: Und die Sektionschefs in die Frühpension geschickt!
Wir haben die Organisationen verändert. Es wurden in der Zeit dieser Regierung in den Bundesministerien allein 13 Sektionen geschlossen – wir haben also „oben“, in den Zentralstellen, begonnen –, 54 Gruppen wurden aufgelöst, 121 Abteilungen und 225 Referate. (Abg. Dr. Moser: Und die Sektionschefs in die Frühpension geschickt!) Die Gemeinde Wien beispielsweise hat in dieser Zeit nichts gemacht, sie hat ihren Personalstand beibehalten.
Abg. Eder: Die Sie abkassieren!
Da die Sektionschefs angesprochen wurden: Ein Sektionschef beim Bund verdient nur ungefähr zwei Drittel des Gehalts eines Spitzenbeamten der Gemeinde Wien. Das sind also die „armen“ Gemeinden, Herr Abgeordneter Matznetter, die wir angeblich abkassieren (Abg. Eder: Die Sie abkassieren!) beziehungsweise von denen wir im Finanzausgleich einen Beitrag verlangen. Wir haben eine Vereinbarung, dass gewisse Beiträge im Rahmen des Finanzausgleichs geleistet werden (Abg. Gaál: An Wien können Sie sich ein Beispiel nehmen! – Abg. Eder: Ich bin froh, dass Sie Wiener ÖVP-Obmann sind!), und wir warten noch immer darauf, dass in der Umsetzung der Verwaltungsreform bestimmte Beiträge auch von den Ländern und Gemeinden geleistet werden. (Ruf: Sie wissen ja nicht einmal, wie eine schwarze Zahl ausschaut!)
Abg. Gaál: An Wien können Sie sich ein Beispiel nehmen! – Abg. Eder: Ich bin froh, dass Sie Wiener ÖVP-Obmann sind!
Da die Sektionschefs angesprochen wurden: Ein Sektionschef beim Bund verdient nur ungefähr zwei Drittel des Gehalts eines Spitzenbeamten der Gemeinde Wien. Das sind also die „armen“ Gemeinden, Herr Abgeordneter Matznetter, die wir angeblich abkassieren (Abg. Eder: Die Sie abkassieren!) beziehungsweise von denen wir im Finanzausgleich einen Beitrag verlangen. Wir haben eine Vereinbarung, dass gewisse Beiträge im Rahmen des Finanzausgleichs geleistet werden (Abg. Gaál: An Wien können Sie sich ein Beispiel nehmen! – Abg. Eder: Ich bin froh, dass Sie Wiener ÖVP-Obmann sind!), und wir warten noch immer darauf, dass in der Umsetzung der Verwaltungsreform bestimmte Beiträge auch von den Ländern und Gemeinden geleistet werden. (Ruf: Sie wissen ja nicht einmal, wie eine schwarze Zahl ausschaut!)
Ruf: Sie wissen ja nicht einmal, wie eine schwarze Zahl ausschaut!
Da die Sektionschefs angesprochen wurden: Ein Sektionschef beim Bund verdient nur ungefähr zwei Drittel des Gehalts eines Spitzenbeamten der Gemeinde Wien. Das sind also die „armen“ Gemeinden, Herr Abgeordneter Matznetter, die wir angeblich abkassieren (Abg. Eder: Die Sie abkassieren!) beziehungsweise von denen wir im Finanzausgleich einen Beitrag verlangen. Wir haben eine Vereinbarung, dass gewisse Beiträge im Rahmen des Finanzausgleichs geleistet werden (Abg. Gaál: An Wien können Sie sich ein Beispiel nehmen! – Abg. Eder: Ich bin froh, dass Sie Wiener ÖVP-Obmann sind!), und wir warten noch immer darauf, dass in der Umsetzung der Verwaltungsreform bestimmte Beiträge auch von den Ländern und Gemeinden geleistet werden. (Ruf: Sie wissen ja nicht einmal, wie eine schwarze Zahl ausschaut!)
Abg. Eder: Sie sind ja wie der Kabas!
Wir zeigen, wie wir bei den Ausgaben sparen. Nochmals ein Vergleich (Abg. Eder: Sie sind ja wie der Kabas!): Im Jahre 1999 betrug die Staatsquote für Ausgaben 54,1 Prozent, mit dem Ende dieser Budgetperiode 2004 wird sie 51,7 Prozent betragen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir gehen es dort an, wo es wichtig ist: Wir sparen bei den Ausgaben, damit wir in den wichtigen Bereichen wie Bildung, Forschung und Wissenschaft und selbstverständlich auch für die Familienförderung die nötigen Mittel zur Verfügung haben. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Cap – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Staatssekretärs Dr. Finz –: Bitte, bleiben Sie Wiener ÖVP-Obmann!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner ist Herr Abgeordneter Grillitsch zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Dr. Cap – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Staatssekretärs Dr. Finz –: Bitte, bleiben Sie Wiener ÖVP-Obmann!)
Abg. Dr. Cap: Halleluja!
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Herr Präsident! Meine Herren Minister! Herr Staatssekretär! Ich gratuliere zu diesem Budget! Es ist dies ein nachhaltiges (Abg. Dr. Cap: Halleluja!), ein sozial gerechtes, Herr Klubobmann Cap, aber vor allem ein nachhaltiges Budget – wenn Sie wissen, was das ist –, nämlich mit langfristiger Absicherung für die Menschen in Österreich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Als
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Herr Präsident! Meine Herren Minister! Herr Staatssekretär! Ich gratuliere zu diesem Budget! Es ist dies ein nachhaltiges (Abg. Dr. Cap: Halleluja!), ein sozial gerechtes, Herr Klubobmann Cap, aber vor allem ein nachhaltiges Budget – wenn Sie wissen, was das ist –, nämlich mit langfristiger Absicherung für die Menschen in Österreich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Als
Abg. Eder: Das glaube ich ihm sofort!
Bauer weiß ich, wovon ich spreche, wenn ich von Nachhaltigkeit rede. (Abg. Eder: Das glaube ich ihm sofort!)
Abg. Dr. Kräuter: Den Tierschutz haben Sie vergessen!
Ich sage es auch ganz offen in diesem Kreis: Ich bedanke mich als Vertreter der bäuerlichen Familien dafür, dass es gelungen ist, ein Budget zu erstellen, das gleichsam unter dem Motto „Lederhose und Laptop“ steht, also Traditionelles bewahrt, aber auch den Fortschritt weiter ausbaut. Es ist mit diesem Budget gelungen, die Leistungszahlungen für unsere Bergbauern abzusichern und ebenso das Umweltprogramm, an dem mehr als 70 Prozent der österreichischen Bauern mit 90 Prozent der Fläche freiwillig teilnehmen, um das Anforderungsprofil, das letztlich die Gesellschaft an uns stellt, zu erfüllen, nämlich in Österreich nachvollziehbar sichere Lebensmittel zu produzieren, umweltgerecht zu produzieren und die Landschaft offen zu halten. Dafür bedanke ich mich. (Abg. Dr. Kräuter: Den Tierschutz haben Sie vergessen!) – Herr Kollege Kräuter, ich komme schon noch dazu.
Abg. Silhavy: 3 Milliarden €!
Und wir werden auch in Zukunft klar und deutlich sagen: Ja, meine lieben Damen und Herren Österreicher, wir werden gerne dieses Anforderungsprofil erfüllen, wenn es auch weiterhin gelingt, nicht nur zu polarisieren und aufzurechnen, dass die Bauern die großen Profiteure wären, wie es die Gewerkschaft jetzt tut, sondern wenn wir langfristig kalkulierbare Rahmenbedingungen haben. Nur dann können wir das, gerade auch im Zuge der großen Herausforderungen, vor denen die Land- und Forstwirtschaft in Österreich steht, erfüllen. (Abg. Silhavy: 3 Milliarden €!) – Frau Kollegin Silhavy! (Abg. Silhavy: Ist aber so!) Die WTO-Verhandlungen stehen vor der Tür (Abg. Silhavy: Ja, GATS auch!), die EU-Erweiterung steht vor der Tür, die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik steht vor der Tür. (Abg. Wittauer: Mit dem beschäftigen sich die Sozialdemokraten ...!) Welchen Weg wollen Sie haben? Wollen Sie in Österreich eine industrialisierte Landwirtschaft oder wollen Sie weiterhin diesen erfolgreichen Weg einer bäuerlich funktionierenden, flächendeckenden Landwirtschaft gehen? Geben Sie uns eine klare Antwort! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Silhavy: Ist aber so!
Und wir werden auch in Zukunft klar und deutlich sagen: Ja, meine lieben Damen und Herren Österreicher, wir werden gerne dieses Anforderungsprofil erfüllen, wenn es auch weiterhin gelingt, nicht nur zu polarisieren und aufzurechnen, dass die Bauern die großen Profiteure wären, wie es die Gewerkschaft jetzt tut, sondern wenn wir langfristig kalkulierbare Rahmenbedingungen haben. Nur dann können wir das, gerade auch im Zuge der großen Herausforderungen, vor denen die Land- und Forstwirtschaft in Österreich steht, erfüllen. (Abg. Silhavy: 3 Milliarden €!) – Frau Kollegin Silhavy! (Abg. Silhavy: Ist aber so!) Die WTO-Verhandlungen stehen vor der Tür (Abg. Silhavy: Ja, GATS auch!), die EU-Erweiterung steht vor der Tür, die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik steht vor der Tür. (Abg. Wittauer: Mit dem beschäftigen sich die Sozialdemokraten ...!) Welchen Weg wollen Sie haben? Wollen Sie in Österreich eine industrialisierte Landwirtschaft oder wollen Sie weiterhin diesen erfolgreichen Weg einer bäuerlich funktionierenden, flächendeckenden Landwirtschaft gehen? Geben Sie uns eine klare Antwort! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Silhavy: Ja, GATS auch!
Und wir werden auch in Zukunft klar und deutlich sagen: Ja, meine lieben Damen und Herren Österreicher, wir werden gerne dieses Anforderungsprofil erfüllen, wenn es auch weiterhin gelingt, nicht nur zu polarisieren und aufzurechnen, dass die Bauern die großen Profiteure wären, wie es die Gewerkschaft jetzt tut, sondern wenn wir langfristig kalkulierbare Rahmenbedingungen haben. Nur dann können wir das, gerade auch im Zuge der großen Herausforderungen, vor denen die Land- und Forstwirtschaft in Österreich steht, erfüllen. (Abg. Silhavy: 3 Milliarden €!) – Frau Kollegin Silhavy! (Abg. Silhavy: Ist aber so!) Die WTO-Verhandlungen stehen vor der Tür (Abg. Silhavy: Ja, GATS auch!), die EU-Erweiterung steht vor der Tür, die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik steht vor der Tür. (Abg. Wittauer: Mit dem beschäftigen sich die Sozialdemokraten ...!) Welchen Weg wollen Sie haben? Wollen Sie in Österreich eine industrialisierte Landwirtschaft oder wollen Sie weiterhin diesen erfolgreichen Weg einer bäuerlich funktionierenden, flächendeckenden Landwirtschaft gehen? Geben Sie uns eine klare Antwort! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Wittauer: Mit dem beschäftigen sich die Sozialdemokraten ...!
Und wir werden auch in Zukunft klar und deutlich sagen: Ja, meine lieben Damen und Herren Österreicher, wir werden gerne dieses Anforderungsprofil erfüllen, wenn es auch weiterhin gelingt, nicht nur zu polarisieren und aufzurechnen, dass die Bauern die großen Profiteure wären, wie es die Gewerkschaft jetzt tut, sondern wenn wir langfristig kalkulierbare Rahmenbedingungen haben. Nur dann können wir das, gerade auch im Zuge der großen Herausforderungen, vor denen die Land- und Forstwirtschaft in Österreich steht, erfüllen. (Abg. Silhavy: 3 Milliarden €!) – Frau Kollegin Silhavy! (Abg. Silhavy: Ist aber so!) Die WTO-Verhandlungen stehen vor der Tür (Abg. Silhavy: Ja, GATS auch!), die EU-Erweiterung steht vor der Tür, die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik steht vor der Tür. (Abg. Wittauer: Mit dem beschäftigen sich die Sozialdemokraten ...!) Welchen Weg wollen Sie haben? Wollen Sie in Österreich eine industrialisierte Landwirtschaft oder wollen Sie weiterhin diesen erfolgreichen Weg einer bäuerlich funktionierenden, flächendeckenden Landwirtschaft gehen? Geben Sie uns eine klare Antwort! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Und wir werden auch in Zukunft klar und deutlich sagen: Ja, meine lieben Damen und Herren Österreicher, wir werden gerne dieses Anforderungsprofil erfüllen, wenn es auch weiterhin gelingt, nicht nur zu polarisieren und aufzurechnen, dass die Bauern die großen Profiteure wären, wie es die Gewerkschaft jetzt tut, sondern wenn wir langfristig kalkulierbare Rahmenbedingungen haben. Nur dann können wir das, gerade auch im Zuge der großen Herausforderungen, vor denen die Land- und Forstwirtschaft in Österreich steht, erfüllen. (Abg. Silhavy: 3 Milliarden €!) – Frau Kollegin Silhavy! (Abg. Silhavy: Ist aber so!) Die WTO-Verhandlungen stehen vor der Tür (Abg. Silhavy: Ja, GATS auch!), die EU-Erweiterung steht vor der Tür, die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik steht vor der Tür. (Abg. Wittauer: Mit dem beschäftigen sich die Sozialdemokraten ...!) Welchen Weg wollen Sie haben? Wollen Sie in Österreich eine industrialisierte Landwirtschaft oder wollen Sie weiterhin diesen erfolgreichen Weg einer bäuerlich funktionierenden, flächendeckenden Landwirtschaft gehen? Geben Sie uns eine klare Antwort! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wollen Sie Ihre Reform der Agrarpolitik fortsetzen? Da lautet die Formel nämlich nur: Kürzen, kürzen und wiederum kürzen, bis für die bäuerlichen Familien nichts mehr übrig bleibt und wir letztlich das Anforderungsprofil für die Gesellschaft nicht mehr erfüllen können. Das muss auch einmal in aller Deutlichkeit gesagt werden! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ
Herr Finanzminister! Ich begrüße es auch sehr, dass es gelungen ist, einen ersten Ansatz (neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ) zu einer Ökologisierung in diesem Budget zu verankern. Es geht nämlich darum, menschliche Arbeitskraft zu entlasten und Energie entsprechend zu belasten, sodass gerade für bäuerliche Menschen die Möglichkeit besteht, in neue Formen der Energieproduktion einzusteigen. Dies gilt aber nicht nur für die Bauern, sondern es geht darum, Wertschöpfung zu realisieren, Potentiale vor Ort zu nutzen, neue Technologien zu nutzen, Arbeit zu schaffen und die Umwelt zu schützen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Finanzminister! Ich begrüße es auch sehr, dass es gelungen ist, einen ersten Ansatz (neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ) zu einer Ökologisierung in diesem Budget zu verankern. Es geht nämlich darum, menschliche Arbeitskraft zu entlasten und Energie entsprechend zu belasten, sodass gerade für bäuerliche Menschen die Möglichkeit besteht, in neue Formen der Energieproduktion einzusteigen. Dies gilt aber nicht nur für die Bauern, sondern es geht darum, Wertschöpfung zu realisieren, Potentiale vor Ort zu nutzen, neue Technologien zu nutzen, Arbeit zu schaffen und die Umwelt zu schützen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Kräuter: Das waren schon vier Sätze!
Ich komme zu meinem Schlusssatz, einem wirklich innigen Appell an den ÖGB: Ich komme aus einer Industrieregion und lebe dort als Bauer. (Abg. Dr. Kräuter: Das waren schon vier Sätze!) Lassen Sie mich das in aller Ernsthaftigkeit sagen! (Abg. Eder: Aber schnell!) Beenden Sie den Weg des Polarisierens! (Abg. Reheis: Den haben ja Sie begonnen mit der Ausschaltung der Sozialpartner!) Beenden Sie den Weg des Schürens von Neid! Der tut uns nicht gut, und der tut auch Ihnen nicht gut. Es kommt wieder ein Wahltag, und ich hoffe, er wird für Sie wieder ein Zahltag! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Eder: Aber schnell!
Ich komme zu meinem Schlusssatz, einem wirklich innigen Appell an den ÖGB: Ich komme aus einer Industrieregion und lebe dort als Bauer. (Abg. Dr. Kräuter: Das waren schon vier Sätze!) Lassen Sie mich das in aller Ernsthaftigkeit sagen! (Abg. Eder: Aber schnell!) Beenden Sie den Weg des Polarisierens! (Abg. Reheis: Den haben ja Sie begonnen mit der Ausschaltung der Sozialpartner!) Beenden Sie den Weg des Schürens von Neid! Der tut uns nicht gut, und der tut auch Ihnen nicht gut. Es kommt wieder ein Wahltag, und ich hoffe, er wird für Sie wieder ein Zahltag! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Reheis: Den haben ja Sie begonnen mit der Ausschaltung der Sozialpartner!
Ich komme zu meinem Schlusssatz, einem wirklich innigen Appell an den ÖGB: Ich komme aus einer Industrieregion und lebe dort als Bauer. (Abg. Dr. Kräuter: Das waren schon vier Sätze!) Lassen Sie mich das in aller Ernsthaftigkeit sagen! (Abg. Eder: Aber schnell!) Beenden Sie den Weg des Polarisierens! (Abg. Reheis: Den haben ja Sie begonnen mit der Ausschaltung der Sozialpartner!) Beenden Sie den Weg des Schürens von Neid! Der tut uns nicht gut, und der tut auch Ihnen nicht gut. Es kommt wieder ein Wahltag, und ich hoffe, er wird für Sie wieder ein Zahltag! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich komme zu meinem Schlusssatz, einem wirklich innigen Appell an den ÖGB: Ich komme aus einer Industrieregion und lebe dort als Bauer. (Abg. Dr. Kräuter: Das waren schon vier Sätze!) Lassen Sie mich das in aller Ernsthaftigkeit sagen! (Abg. Eder: Aber schnell!) Beenden Sie den Weg des Polarisierens! (Abg. Reheis: Den haben ja Sie begonnen mit der Ausschaltung der Sozialpartner!) Beenden Sie den Weg des Schürens von Neid! Der tut uns nicht gut, und der tut auch Ihnen nicht gut. Es kommt wieder ein Wahltag, und ich hoffe, er wird für Sie wieder ein Zahltag! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Ruf bei der SPÖ: Wahnsinn!
Ein Mensch, der am 1. November 2004 60 Jahre alt wird, bekäme nach der alten Gesetzeslage – ich lasse jetzt die Cent weg, damit es schneller geht – eine Pension von 2 270 €, nach der neuen eine von 1 895 €. Das ist eine Differenz, ein Verlust von 375 € (Ruf bei der SPÖ: Wahnsinn!), immer brutto minus Krankenversicherungsbeitrag gerechnet. (Abg. Dr. Spindelegger: Wie viele Beitragsjahre?) – 540 Beitragsmonate!
Abg. Dr. Spindelegger: Wie viele Beitragsjahre?
Ein Mensch, der am 1. November 2004 60 Jahre alt wird, bekäme nach der alten Gesetzeslage – ich lasse jetzt die Cent weg, damit es schneller geht – eine Pension von 2 270 €, nach der neuen eine von 1 895 €. Das ist eine Differenz, ein Verlust von 375 € (Ruf bei der SPÖ: Wahnsinn!), immer brutto minus Krankenversicherungsbeitrag gerechnet. (Abg. Dr. Spindelegger: Wie viele Beitragsjahre?) – 540 Beitragsmonate!
Abg. Dr. Brinek: Das zählt ja nicht mehr! – Abg. Steibl: Das ist ja Schnee von gestern!
Nehmen Sie folgenden Fall her: Es geht jemand mit 1. Dezember dieses Jahres oder erst mit 1. Jänner beziehungsweise 1. Februar nächsten Jahres in Pension, beispielsweise ein „Hackler“ mit 550 Versicherungsmonaten wie Herr Siegfried S., 59 Jahre, LKW-Fahrer in der Brauerei Schwechat. Dessen Pension betrüge derzeit, nach dem alten Recht, 2 095,92 €, nach dem Entwurf, wie er ursprünglich vorgesehen war, 1 758 €. (Abg. Dr. Brinek: Das zählt ja nicht mehr! – Abg. Steibl: Das ist ja Schnee von gestern!) – Lassen Sie mich ausreden und hören Sie zu! Nach der Abminderung durch den Ministerrat läge die Pensionshöhe nicht bei 1 758 €, sondern die Differenz ist sogar größer geworden: Statt 337 € Verlust sind es dadurch 343 €! (Widerspruch bei der ÖVP.)
Widerspruch bei der ÖVP.
Nehmen Sie folgenden Fall her: Es geht jemand mit 1. Dezember dieses Jahres oder erst mit 1. Jänner beziehungsweise 1. Februar nächsten Jahres in Pension, beispielsweise ein „Hackler“ mit 550 Versicherungsmonaten wie Herr Siegfried S., 59 Jahre, LKW-Fahrer in der Brauerei Schwechat. Dessen Pension betrüge derzeit, nach dem alten Recht, 2 095,92 €, nach dem Entwurf, wie er ursprünglich vorgesehen war, 1 758 €. (Abg. Dr. Brinek: Das zählt ja nicht mehr! – Abg. Steibl: Das ist ja Schnee von gestern!) – Lassen Sie mich ausreden und hören Sie zu! Nach der Abminderung durch den Ministerrat läge die Pensionshöhe nicht bei 1 758 €, sondern die Differenz ist sogar größer geworden: Statt 337 € Verlust sind es dadurch 343 €! (Widerspruch bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Kollegin! Ich biete Ihnen die Unterlagen an, gerechnet von der Pensionsversicherung, mit Bescheid auszustellen. Das haben nicht wir gerechnet. Ich stelle Ihnen diese Daten zur Verfügung. Gehen Sie hin, lassen Sie sie nachrechnen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wissen Sie, wer der Interviewpartner war? – Ich habe schon vor Monaten behauptet, dass er die wohl anerkannteste Fachkraft in Österreich im Pensionsrecht ist, und Herr Abgeordneter Khol hat mir Recht gegeben. Es ist nämlich der Generaldirektor der Pensionsversicherung Ewald Wetscherek, ein Schulfreund des Herrn Bundeskanzlers, und angeblich wohnen sie Tür an Tür, er ist der Nachbar. Ich kann dem Herrn Bundeskanzler nur empfehlen, sich bei Herrn Wetscherek zu erkundigen, was wirklich dahinter steckt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fasslabend: O ja!
Hier habe ich noch ein Schmankerl. Herr Fasslabend ist jetzt nicht da, aber ... (Abg. Dr. Fasslabend: O ja!) – Ja, da ist er. Ihr habt ja im ÖAAB einen Vortrag gehabt; schau her, die Folien wirst du ja kennen, die bei euch an die Wand geworfen worden sind. Den Referenten wirst du auch kennen; er ist eine Kapazität, die ihr kennen werdet. Da steht, wenn du lesen kannst – Walch, hör jetzt zu –, bei der „Hacklerregelung“ – und daher ist das jetzt weniger als vorher –, da hat er euch noch den Text an die Wand geworfen und erklärt: Für Männer vor 1. Jänner 1947 habt ihr es ja verschlechtert, weil als Abschlag neu ab 1. Jänner 2004 von der Pension 3 Prozent bis höchstens 15 Prozent wegkommen.
in Richtung des Abg. Dr. Fasslabend
Wenn ich mir diese Folie anschaue, habe ich auch Verständnis dafür, dass Herr Abgeordneter Grillitsch applaudiert und gesagt hat: Das ist ein gutes Budget. Denn da hat er euch, nämlich dem ÖAAB, die Deckungsrate der Bundesmittel mit Folie gegeben, und da müsst ihr es gesehen haben: Beim ASVG sinkt das im Jahre 2006 ohne Reform auf 19,9 Prozent; ohne Reform bleibt das bei den Beamten und den Bauern mit 76,2 gleich. Nach der Reform 2006 geht es beim ASVG noch einmal hinunter, auf 28,2; bei den Bauern bleibt es mit 76,2 gleich. Wäre ich der Herr Grillitsch, würde ich mich für so eine Reform auch bedanken, das ist ja gar keine Frage! Und das nimmst du (in Richtung des Abg. Dr. Fasslabend) als Arbeitnehmervertreter zur Kenntnis? – Meine Zeit reicht leider nicht; ich könnte hier auch noch die anderen Folien interpretieren.
Abg. Dr. Fekter: Man spielt doch nicht eine Berufsgruppe gegen die andere aus!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin gerne bereit ... (Abg. Dr. Fekter: Man spielt doch nicht eine Berufsgruppe gegen die andere aus!) Was? (Abg. Dr. Fekter: Was ist denn das für eine Art, eine Berufsgruppe gegen die andere auszuspielen? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Schauen Sie, Frau Abgeordnete Fekter, es ist heute schon einmal gesagt worden, und ich bin gerne bereit, Ihnen das gesamte Gedächtnisprotokoll mit Ihrem Vorfall wiederzugeben. Es gibt Zeugen und Ähnliches, die Polizei war dort, ich kann Ihnen die Namen der Inspektoren nennen. Es ist bei Ihnen kein Schaden entstanden. Ihr Gatte ist herausgekommen und hat zum Beispiel gesagt: Ich habe den Zement, wenn ich nicht hinausfahren darf, wird er hart. – Sofort: Türen aufgemacht, hinausgegangen! (Abg. Dr. Fekter: Nein, nein!) So war es, dafür sind Zeugen vorhanden. (Abg. Dr. Fekter: Von 6 bis 10 Uhr Vormittag!)
Abg. Dr. Fekter: Was ist denn das für eine Art, eine Berufsgruppe gegen die andere auszuspielen? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin gerne bereit ... (Abg. Dr. Fekter: Man spielt doch nicht eine Berufsgruppe gegen die andere aus!) Was? (Abg. Dr. Fekter: Was ist denn das für eine Art, eine Berufsgruppe gegen die andere auszuspielen? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Schauen Sie, Frau Abgeordnete Fekter, es ist heute schon einmal gesagt worden, und ich bin gerne bereit, Ihnen das gesamte Gedächtnisprotokoll mit Ihrem Vorfall wiederzugeben. Es gibt Zeugen und Ähnliches, die Polizei war dort, ich kann Ihnen die Namen der Inspektoren nennen. Es ist bei Ihnen kein Schaden entstanden. Ihr Gatte ist herausgekommen und hat zum Beispiel gesagt: Ich habe den Zement, wenn ich nicht hinausfahren darf, wird er hart. – Sofort: Türen aufgemacht, hinausgegangen! (Abg. Dr. Fekter: Nein, nein!) So war es, dafür sind Zeugen vorhanden. (Abg. Dr. Fekter: Von 6 bis 10 Uhr Vormittag!)
Abg. Dr. Fekter: Nein, nein!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin gerne bereit ... (Abg. Dr. Fekter: Man spielt doch nicht eine Berufsgruppe gegen die andere aus!) Was? (Abg. Dr. Fekter: Was ist denn das für eine Art, eine Berufsgruppe gegen die andere auszuspielen? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Schauen Sie, Frau Abgeordnete Fekter, es ist heute schon einmal gesagt worden, und ich bin gerne bereit, Ihnen das gesamte Gedächtnisprotokoll mit Ihrem Vorfall wiederzugeben. Es gibt Zeugen und Ähnliches, die Polizei war dort, ich kann Ihnen die Namen der Inspektoren nennen. Es ist bei Ihnen kein Schaden entstanden. Ihr Gatte ist herausgekommen und hat zum Beispiel gesagt: Ich habe den Zement, wenn ich nicht hinausfahren darf, wird er hart. – Sofort: Türen aufgemacht, hinausgegangen! (Abg. Dr. Fekter: Nein, nein!) So war es, dafür sind Zeugen vorhanden. (Abg. Dr. Fekter: Von 6 bis 10 Uhr Vormittag!)
Abg. Dr. Fekter: Von 6 bis 10 Uhr Vormittag!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin gerne bereit ... (Abg. Dr. Fekter: Man spielt doch nicht eine Berufsgruppe gegen die andere aus!) Was? (Abg. Dr. Fekter: Was ist denn das für eine Art, eine Berufsgruppe gegen die andere auszuspielen? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Schauen Sie, Frau Abgeordnete Fekter, es ist heute schon einmal gesagt worden, und ich bin gerne bereit, Ihnen das gesamte Gedächtnisprotokoll mit Ihrem Vorfall wiederzugeben. Es gibt Zeugen und Ähnliches, die Polizei war dort, ich kann Ihnen die Namen der Inspektoren nennen. Es ist bei Ihnen kein Schaden entstanden. Ihr Gatte ist herausgekommen und hat zum Beispiel gesagt: Ich habe den Zement, wenn ich nicht hinausfahren darf, wird er hart. – Sofort: Türen aufgemacht, hinausgegangen! (Abg. Dr. Fekter: Nein, nein!) So war es, dafür sind Zeugen vorhanden. (Abg. Dr. Fekter: Von 6 bis 10 Uhr Vormittag!)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Aber eines tut Ihnen eben weh, und auch dafür gibt es Zeugen. Ich wiederhole es noch einmal laut und deutlich: Per Handschlag hat Ihr Gatte angeboten, mit uns am 13. zu demonstrieren. – Glück auf! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Bösch. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Widerspruch bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Herr Kollege Nürnberger hat hier gemeint, mein Gatte hätte angeboten, am 13. mitzudemonstrieren. – Das ist unrichtig! (Widerspruch bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Bauer: ... nicht beweisen, ob er nicht mitgeht! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ganz im Gegenteil: Mein Gatte hat mich gebeten, hier mit Kollegem Verzetnitsch zu sprechen, damit eine weitere Demonstration abgewehrt werden kann. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Bauer: ... nicht beweisen, ob er nicht mitgeht! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Reinhard Eugen Bösch (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Nürnberger, die Rechnungen, die Sie hier angestellt haben, mögen ja rechnerisch stimmen. (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.) Aber Sie können sich darauf verlassen, dass unser Max Walch diese Rechnungen auch schon angestellt hat (ironische Heiterkeit bei der SPÖ – Abg. Nürnberger: Dann ändern wir es ab ...!) und dass wir Freiheitliche im Rahmen der Debatten im Ausschuss auch noch einige Vorschläge dazu einbringen werden. Sie können uns dabei unterstützen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ – Abg. Nürnberger: Dann ändern wir es ab ...!
Abgeordneter Dr. Reinhard Eugen Bösch (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Nürnberger, die Rechnungen, die Sie hier angestellt haben, mögen ja rechnerisch stimmen. (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.) Aber Sie können sich darauf verlassen, dass unser Max Walch diese Rechnungen auch schon angestellt hat (ironische Heiterkeit bei der SPÖ – Abg. Nürnberger: Dann ändern wir es ab ...!) und dass wir Freiheitliche im Rahmen der Debatten im Ausschuss auch noch einige Vorschläge dazu einbringen werden. Sie können uns dabei unterstützen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Reinhard Eugen Bösch (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Nürnberger, die Rechnungen, die Sie hier angestellt haben, mögen ja rechnerisch stimmen. (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.) Aber Sie können sich darauf verlassen, dass unser Max Walch diese Rechnungen auch schon angestellt hat (ironische Heiterkeit bei der SPÖ – Abg. Nürnberger: Dann ändern wir es ab ...!) und dass wir Freiheitliche im Rahmen der Debatten im Ausschuss auch noch einige Vorschläge dazu einbringen werden. Sie können uns dabei unterstützen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Reheis: Lasst Blau ...!
Diese Bundesregierung hat sich, seit wir Freiheitliche ihr im Jahre 2000 beigetreten sind, klare Prioritäten gesetzt. (Abg. Reheis: Lasst Blau ...!) Erstens: Sie saniert das Budget – das hat diese Bundesregierung getan, bei dem Schuldenstand, den wir von Ihnen, meine Damen und Herren von der SPÖ, übernehmen mussten. Zweitens: Sie sichert die Pensionen. Drittens: Sie entlastet den Bürger. Und viertens: Sie macht die notwendigen Investitionen in den Bereichen, in denen wir auch die Defizite von Ihnen haben übernehmen müssen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! So ist auch das Landesverteidigungsbudget im Rahmen dieses Budgets, das vorgelegt wurde, zu sehen. Mit diesen 1,7 Milliarden € wird der Stand der Landesverteidigungsbudgets der letzten Jahre im Wesentlichen gehalten. Es wird dem Bundesheer die Möglichkeit gegeben, in den neuen Herausforderungen, die es gibt, auch auf internationaler Ebene zu bestehen. Es geht nicht darum, dass im Rahmen dieses Budgets und überhaupt im Rahmen dieser Legislaturperiode auch nur ein Cent in die Beschaffung der Luftraumüberwachungsflugzeuge, in die Beschaffung der Eurofighter hineinfließen soll. Das heißt, die in polemischer Art und Weise erfolgte Verknüpfung des Landesverteidigungsbudgets mit dieser Beschaffung ist unzulässig und entspricht nicht den Tatsachen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Das Verteidigungsbudget, das wir in diesem Jahr auf dem Tisch liegen haben, ist ein knappes, aber es ist im Wesentlichen doch akzeptabel, damit das Bundesheer den Weg in die Zukunft gehen kann. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Heute ist die Generaldebatte angesagt, bei der Generaldebatte geht es um generelle Feststellungen und um eine generelle Kritik. Generelle Kritik heißt für mich – der Herr Finanzminister ist ja nicht mehr hier, auch der Herr Staatssekretär ist weg, deswegen: Herr Wirtschaftsminister beziehungsweise Herr Verkehrsminister, bitte nehmen Sie sich kein Beispiel an den Marketing-Schmähs des Herrn Finanzministers! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
ger bieten lassen, dass die Leute durch Marketing-Schmähs für blöd verkauft werden! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich sage das heute deshalb wirklich persönlich empört, weil ich mir in Gesprächen insbesondere im privaten Kreis, weil ich ja auch zu den so genannten Politikerinnen gehöre, immer wieder anhören kann, welche Lügen, welche Unwahrheiten, welche blöden Schmähs die Politiker den Leuten erzählen, wodurch sie völlig unglaubwürdig werden. Ich wehre mich persönlich massiv dagegen! Einer, der dieses Vorurteil leider immer wieder neu mit Nahrung versieht, ist der Herr Finanzminister: durch seine Schönfärberei, durch seine Floskeln, durch seine Marketing-Sprache, die immer wieder vertuscht, verschleiert und etwas hintanstellt, was eigentlich beim Namen genannt werden muss! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Ich glaube, die Leute würden ohne weiteres einsehen, dass wir uns in der heutigen weltwirtschaftlichen Lage verschiedene Dinge einfach nicht mehr leisten können. Aber da geht es immer um eine Verteilungsfrage, und die Diskussion um die Verteilungsfrage kommt mir, bitte, zu kurz: die kommt mir hier in diesem Haus zu kurz, und die kommt mir bei dieser Generaldebatte zu kurz. Da sollten Sie ansetzen, Herr Minister für Wirtschaft und Arbeit! Sie in sich müssten ja verteilen: hin zu den Werktätigen und auch hin zu den Klein- und Mittelunternehmen. Lesen Sie selbst im Budget nach: die Klein- und Mittelbetriebe leisten immer mehr an Steuerbeitrag, die Großen lassen immer mehr nach. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Beifall bei den Grünen.
Genauso ist es bei der Bevölkerung, die Kleinen werden immer mehr belastet. Steuerlich werden sie zwar kurzfristig entlastet, aber durch Beiträge, durch Pensionskürzungen werden sie immer mehr belastet, durch Selbstbehalte werden sie ausgeplündert, und die Großen können sich das locker leisten. Diese ständige Umverteilung gab es schon bei Kreisky, auch bei Kreisky weitete sich die Schere zwischen den Einkommen aus Vermögen und den Einkommen aus Arbeit. Das ging selbst dort auseinander, und Sie beschleunigen beziehungsweise erweitern das noch. Diese Generaldebatte über das Verteilungsproblem müssten wir viel couragierter angehen! (Beifall bei den Grünen.)
Staatssekretär Morak: Er ist hinausgegangen! Ja, ich werde es ausrichten!
Eine ganz klare Bemerkung noch zum Herrn Staatssekretär – Ihr Herr Kollege Dr. Finz ist ja leider nicht mehr hier, vielleicht richten Sie ihm das netterweise noch aus. (Staatssekretär Morak: Er ist hinausgegangen! Ja, ich werde es ausrichten!) Ich bin ja dafür, dass in der Verwaltung effizienter ans Werk gegangen wird, aber ich bin auch für Ehrlichkeit! Der Herr Staatssekretär hätte sagen müssen: Wir haben Staatsausgaben hinausverlagert, wir haben Ausgliederungen vorgenommen, und diese Ausgliederungen bedeuten nicht, dass die Kosten weg sind.
Beifall bei den Grünen.
Insofern ist Privatisierung nicht unbedingt der goldene Weg zu Arbeitsplätzen. Ich bitte auch hier um Ziel und Augenmaß. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich fordere, dass Sie dafür sorgen, dass sich der Herr Finanzminister wieder hierher begibt und der Verhandlung beiwohnt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Nürnberger: ... nicht von mir!
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Eine Vorbemerkung oder, sagen wir besser, zwei: Herr Kollege Nürnberger, ich anerkenne, dass Sie zu Beginn Ihrer Ausführungen eine sehr moderate und seriöse Rede gehalten haben. Aber ich bedauere, dass Sie zum Schluss in den Klassenkampf verfallen sind, als Sie meinten, dass die bäuerliche Sozialversicherung mangels Deckungsbeitrags sozusagen eine fürchterliche Sache sei und dass dies ungerecht gegenüber dem ASVG sei. (Abg. Nürnberger: ... nicht von mir!)
Abg. Grillitsch: Herr Kollege Nürnberger, das interessiert Sie nicht, oder?
Herr Kollege Nürnberger, Sie sollten auch dazusagen, dass die geringste durchschnittliche Pension in Österreich die Bauern haben. Sie sollten auch hinzufügen, Herr Kollege Nürnberger, dass gerade die bäuerliche Bevölkerung das Sozialnetz am wenigsten beansprucht. Dann sollten Sie sich einmal erkundigen, wer in welchen Pflegeheimen zu Hause ist. (Abg. Grillitsch: Herr Kollege Nürnberger, das interessiert Sie nicht, oder?) Ich halte das niemandem vor, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Nürnberger, Sie sollten auch dazusagen, dass die geringste durchschnittliche Pension in Österreich die Bauern haben. Sie sollten auch hinzufügen, Herr Kollege Nürnberger, dass gerade die bäuerliche Bevölkerung das Sozialnetz am wenigsten beansprucht. Dann sollten Sie sich einmal erkundigen, wer in welchen Pflegeheimen zu Hause ist. (Abg. Grillitsch: Herr Kollege Nürnberger, das interessiert Sie nicht, oder?) Ich halte das niemandem vor, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Zum Zweiten sollte man auch hinzufügen, wohin die Kinder von bäuerlichen Familien einzahlen, wenn sie in anderen Berufen tätig sind. Diese Beiträge fehlen der Bauernsozialversicherung. Wenn schon, sollte man auf alles hinweisen! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Mag. Gaßner.
Meine Damen und Herren! Ich bitte genauso den eigenen Staatssekretär Finz, zu differenzieren, wenn man einfordert, dass Länder und Gemeinden einen entsprechenden Beitrag zur Reform in der Verwaltung einzubringen haben. (Demonstrativer Beifall des Abg. Mag. Gaßner.) Meine Damen und Herren, man sollte hinzufügen: Es gibt reiche Gemeinden, und es gibt finanzschwache Gemeinden. Wo die finanzschwachen Gemeinden noch sparen sollten, soll mir jemand sagen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich bitte genauso den eigenen Staatssekretär Finz, zu differenzieren, wenn man einfordert, dass Länder und Gemeinden einen entsprechenden Beitrag zur Reform in der Verwaltung einzubringen haben. (Demonstrativer Beifall des Abg. Mag. Gaßner.) Meine Damen und Herren, man sollte hinzufügen: Es gibt reiche Gemeinden, und es gibt finanzschwache Gemeinden. Wo die finanzschwachen Gemeinden noch sparen sollten, soll mir jemand sagen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Prinz: Kollege Gaßner, jetzt hättest auch applaudieren müssen!
Grundsätzlich sollte eine Budget-Generaldebatte der Höhepunkt der parlamentarischen Arbeit sein. (Abg. Prinz: Kollege Gaßner, jetzt hättest auch applaudieren müssen!) Es ist letztlich die in Zahlen gegossene Politik. Klar ist aber auch – und das ist bedauerlich –, es wiederholt sich dasselbe Ritual: Die Opposition verteufelt das Budget, die Regierung lobt das Budget.
Ruf bei der SPÖ: Schimpft ihr einmal!
Meine Damen und Herren! Wir sollten uns schön langsam überlegen, ob es wirklich sinnvoll ist, bei diesem Ritual zu bleiben, oder ob es nicht auch gelingen könnte (Ruf bei der SPÖ: Schimpft ihr einmal!), sachlich, fair und vernünftig die positiven, die schwierigen, vielleicht auch die negativen Aspekte herauszuarbeiten. Aber nicht so einseitig: Wenn die Opposition etwas sagt, ist alles schlecht; und nach dem, was von unserer Seite kommt, sei alles positiv.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Was ist Fakt? – Wir haben die drittniedrigste Arbeitslosigkeit in der Europäischen Union, wir haben die höchste je in Österreich gemessene Beschäftigung, wir haben ein Pro-Kopf-Sozialprodukt, das den EU-Durchschnitt um über 15 Prozent übersteigt, und wir haben europaweit eindeutig die geringste Jugendarbeitslosigkeit. Daher sollten wir auch positiv zu diesem Budget und positiv zu dieser Regierung stehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
ganz offen: Ich bitte keinen ÖGB-Funktionär, dass das abgestellt werden soll. Ich bedauere eine Organisation, die zu solchen Mitteln greifen muss! – Danke, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Der Finanzminister hat gestern mit flotten Sprüchen versucht, uns darüber hinwegzutäuschen, dass es sich um ein unsoziales Budget nach dem Motto „Statt Reformieren bei ArbeitnehmerInnen Abkassieren“ handelt. Meine Damen und Herren! Vielleicht sollten Sie sich einmal vor Augen halten, dass der Wohlfahrtsstaat die moderne Form der Solidarität ist. Es geht darum, das in Recht umzuformen, was früher eine Gnade war. Damit gibt man den Menschen Würde und Freiheit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie, meine Damen und Herren, versuchen jetzt eine Sozialdemontage an den zuständigen Ausschüssen vorbeizuschwindeln, indem Sie sie in ein Budgetbegleitgesetz hineinformulieren. Der Herr Bundesminister hat gestern, wie gesagt, einige flotte Sprüche gebracht. Einer war: „Die Steuerreform verleiht Österreich Flügel.“ – Wahrscheinlich hat er damit gemeint, dass das Budget Österreich Flügel verleiht, und hat damit auf die Eurofighter angespielt. Der zweite Spruch war: „Unternehmertum ist Denkkultur.“ Meine Damen und Herren! Was, bitte, ist Arbeitnehmertum im Sinne Karl-Heinz Grassers, wenn er so mit Arbeitnehmer- und Arbeitnehmerinneninteressen umgeht? Das frage ich Sie. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Der nächste flotte Spruch: „Es ist unser Ziel, in dieser Legislaturperiode allein in der Bundesverwaltung 3,2 Milliarden € einzusparen. Ich sage: Weg mit dem Speck!“ – Meine Damen und Herren! Wer ist denn der Speck, von dem der Finanzminister spricht? Sind es die Beschäftigten im öffentlichen Dienst, sind es die Beamtinnen und Beamten, die hier als Speck bezeichnet werden? Ich halte solche Aussagen eines Finanzministers dieser Republik für skandalös! (Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Da wir gerade beim Thema – eine Vorrednerin hat es ja bereits angesprochen – des Abbaus im öffentlichen Dienst sind: Herr Minister Bartenstein hat es leider vorgezogen, den Plenarsaal zu verlassen. Das tut mir sehr Leid. Ich hätte ihn gerne auf das Bundesfinanzgesetz 2003 und 2004 angesprochen, in dem, siehe da, auf einmal unter dem Kapitel Sicherung der Jugendausbildung 0 € vorgesehen sind, aber auf der anderen Seite an Überbrückungshilfen für ehemalige öffentlich Bedienstete Euromillionenbeträge. Was heißt denn das, meine Damen und Herren? – Sie vertreiben Menschen aus dem öffentlichen Dienst in die Arbeitslosigkeit, und die Arbeitslosenversicherung zahlt. Das ist Ihre Politik, das ist eine menschenverachtende Politik, der wir logischerweise nicht zustimmen können. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Steibl: Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun?
Es wird hier auch so vollmundig von Familienfreundlichkeit gesprochen. Zeitgleich mit Ihrer Politik, mit der Sie den FLAF in ein Minus hineinmanövrieren, beschließen Sie eine Änderung der Ladenöffnungszeiten, unsoziale Arbeitszeitformen, von denen Tausende Beschäftigte, überwiegend auch Eltern betroffen sind. (Abg. Steibl: Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun?) Und da reden Sie in der Budgetrede groß von Familienpolitik. Das ist unseriös, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es wird hier auch so vollmundig von Familienfreundlichkeit gesprochen. Zeitgleich mit Ihrer Politik, mit der Sie den FLAF in ein Minus hineinmanövrieren, beschließen Sie eine Änderung der Ladenöffnungszeiten, unsoziale Arbeitszeitformen, von denen Tausende Beschäftigte, überwiegend auch Eltern betroffen sind. (Abg. Steibl: Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun?) Und da reden Sie in der Budgetrede groß von Familienpolitik. Das ist unseriös, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren von der FPÖ! Jetzt frage ich Sie, was von dieser Äußerung Ihres Klubobmannes zu halten ist. Heißt das, dass es möglich ist, die Pensionsreform aus dem Budgetbegleitgesetz herauszunehmen und tatsächlich seriös hier im Haus zu verhandeln, wie das ja auch Kollege Dolinschek und Kollege Walch gegenüber dem „Standard“ gesagt haben und auch Kollege Scheuch nicht ausgeschlossen hat? Wie kann man denn zu Ihren Worten stehen? Was kann man denn von Ihnen verlangen? Wenn das jetzt sogar auch Ihr Klubobmann sagt, dann müssten Sie doch mit uns einer Meinung sein, dass diese Pensionsreform, diese Enteignungsaktion der Bundesregierung nichts im Budgetbegleitgesetz verloren hat, sondern dass das extra verhandelt werden müsste, dass man das Angebot der Sozialpartner annehmen sollte und auch den Aufruf des Herrn Bundespräsidenten, der ebenfalls empfiehlt, diese Reform auf Herbst zu vertagen und einer ordentlichen, anständigen und ausführlichen Behandlung zuzuführen, damit es zu einer fairen und sozial gerechten Reform kommen kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Eder: Wir sind in Österreich!
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte kurz auf die Ausführungen von Kollegin Silhavy eingehen, die vom Wohlfahrtsstaat gesprochen hat, der nicht antastbar sei. – Ich sage: Da bin ich völlig Ihrer Meinung! Allerdings kann man den Wohlfahrtsstaat auch überziehen, so wie in Deutschland, und man sieht, dass dort jetzt ein sozialdemokratischer Bundeskanzler vehemente Einschnitte machen und beispielsweise das Arbeitslosengeld drastisch kürzen muss. (Abg. Eder: Wir sind in Österreich!) Das ist wohl ein Zeichen dafür, wie man auch einen Wohlfahrtsstaat überziehen kann. Und ich sage auch, dass es in Österreich niemandem einfallen würde, solche Maßnahmen zu setzen wie ein sozialdemokratischer Bundeskanzler und sozialdemokratischer Finanzminister in Deutschland. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Silhavy: In Deutschland wurde davor aber jahrelang konservative Politik gemacht – und das muss jetzt ausgelöffelt werden!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Silhavy: In Deutschland wurde davor aber jahrelang konservative Politik gemacht – und das muss jetzt ausgelöffelt werden!
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte kurz auf die Ausführungen von Kollegin Silhavy eingehen, die vom Wohlfahrtsstaat gesprochen hat, der nicht antastbar sei. – Ich sage: Da bin ich völlig Ihrer Meinung! Allerdings kann man den Wohlfahrtsstaat auch überziehen, so wie in Deutschland, und man sieht, dass dort jetzt ein sozialdemokratischer Bundeskanzler vehemente Einschnitte machen und beispielsweise das Arbeitslosengeld drastisch kürzen muss. (Abg. Eder: Wir sind in Österreich!) Das ist wohl ein Zeichen dafür, wie man auch einen Wohlfahrtsstaat überziehen kann. Und ich sage auch, dass es in Österreich niemandem einfallen würde, solche Maßnahmen zu setzen wie ein sozialdemokratischer Bundeskanzler und sozialdemokratischer Finanzminister in Deutschland. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Silhavy: In Deutschland wurde davor aber jahrelang konservative Politik gemacht – und das muss jetzt ausgelöffelt werden!)
Abg. Eder: Das ist ja der Irrtum!
Ich möchte aber auf das Budget in Österreich zurückkommen. Mir ist schon klar, dass dieses Budget Eckpunkte hat, die breit diskutiert werden sollen. Aber eines kann man nicht wegdiskutieren, nämlich dass in ihm die größte Steuerreform der Zweiten Republik enthalten ist. (Abg. Eder: Das ist ja der Irrtum!) Die größte Steuerreform! Auch wenn es die Opposition nicht wahrhaben will, fragen täglich viele Österreicherinnen und Österreicher danach. Glauben Sie mir, ich war viel unterwegs, bei Arbeitern, bei Unternehmern, und auch meine Reputation als ehemalige Staatssekretärin ist eng mit dieser Steuerreform verbunden, weil auch ich den Unternehmern in Österreich, davon 45 000 Unternehmern im Tourismus, versprochen habe, dass diese Steuerreform kommt.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Viele Österreicherinnen und Österreicher fragen sich aber, warum das nicht schon längst geschehen ist. Und ich antworte ihnen mit einer weiteren Frage: Warum ist das nicht bereits vor dem EU-Beitritt geschehen? Damals haben wir Freiheitlichen vehement gefordert, die so genannten Hausaufgaben zu machen, nämlich Österreich EU-fit zu machen, die Betriebe EU-fit zu machen, die Betriebe davor zu bewahren, in Billiglohnländer auslagern zu müssen, was jetzt jedoch passiert ist. Das ist die sozialdemokratische Handschrift in Österreich, ausgeführt durch einen sozialistischen Bundeskanzler und auch Finanzminister, damals noch Lacina. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Matznetter: Den hat die Wirtschaftstreuhänderkammer gefordert!
Aber was hat der Finanzminister damals vor dem EU-Beitritt gemacht, anstatt die Betriebe zu unterstützen? – Er hat diesen unsäglichen 13. Umsatzsteuertermin eingeführt, der mit dieser Reform jetzt Gott sei Dank wieder abgeschafft wird. (Abg. Dr. Matznetter: Den hat die Wirtschaftstreuhänderkammer gefordert!) – Das war nicht die Wirtschaftstreuhänderkammer! Ich war Abgeordnete in diesem Haus und habe vehement dagegen gesprochen und dagegen gestimmt. Gott sei Dank gelingt es uns jetzt, das abzuschaffen!
Abg. Eder: Um 20 Cent!
Ich möchte jedoch auch noch darauf eingehen, dass wir Freiheitliche bereits im Regierungsübereinkommen 2000 diese Steuerreform verankert haben: die Abschaffung des 13. Umsatzsteuertermins, die Entlastung der nicht entnommenen Gewinne, wenn sie reinvestiert werden, und vor allem die Entlastung der untersten Einkommensgruppen. Auch da stellen sich die Österreicher durchaus berechtigt die Frage, darunter auch wir: Warum ist das nicht früher geschehen? Warum war das nicht schon im August des vergangenen Jahres möglich, als sowohl der Kärntner Landeshauptmann als auch unser Präsident Thomas Prinzhorn und unser Minister Gorbach vehement eine Steuerreform eingefordert haben, und zwar durchaus auch um den Preis, vom Nulldefizit abzuweichen? Damals war das aber anscheinend noch nicht opportun. Deshalb freut es mich umso mehr, dass es dieser Regierungsmannschaft, allen voran unserem Vizekanzler Herbert Haupt gelungen ist, die größte Steuerreform der Zweiten Republik jetzt umzusetzen. Auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen, ich kann es nur noch einmal sagen: Auch die Bezieher der niedrigsten Einkommen werden dadurch entlastet. Professor Van der Bellen hat das heute bestätigt. (Abg. Eder: Um 20 Cent!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich denke, meine Redezeit ist zu Ende, Herr Präsident. Ich bin so diszipliniert und höre daher auf. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Rufe bei den Grünen: Abstimmung! Abstimmung!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Herr Abgeordneter, es ist selbstverständlich Ihr Recht, das zu verlangen. Ich habe gebeten, dass der Herr Finanzminister hierher kommt; er wird in 3 bis 5 Minuten hier sein. – Ich meine, diese Zeit werden wir überbrücken können. (Rufe bei den Grünen: Abstimmung! Abstimmung!)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
Ich bitte die Damen und Herren Abgeordneten, Platz zu nehmen. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Ruf bei den Grünen: Auszählen!
Wer für diesen Antrag ist, den bitte ich um ein Zeichen der Zustimmung. – Wünschen Sie eine Auszählung, oder sind Sie damit einverstanden, wenn ich entscheide, dass dies die Minderheit ist? (Ruf bei den Grünen: Auszählen!) – Jawohl, Auszählung, bitte sehr.
Abg. Scheibner: Gusenbauer war nicht da!
Der Herr Beisitzer hilft mir zählen. Sie beginnen hier, ich beginne dort. – Es sind 46 stehende und 63 sitzende Abgeordnete. (Abg. Scheibner: Gusenbauer war nicht da!) – Damit ist der Antrag abgelehnt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Der Herr Beisitzer hilft mir zählen. Sie beginnen hier, ich beginne dort. – Es sind 46 stehende und 63 sitzende Abgeordnete. (Abg. Scheibner: Gusenbauer war nicht da!) – Damit ist der Antrag abgelehnt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Dr. Evelin Lichtenberger (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Ich stelle fest, dass heftiger Applaus ertönte dafür, dass es von der Mehrheit als nicht notwendig erachtet wurde, dass der Finanzminister oder der Staatssekretär für Finanzen dieser Debatte beiwohnt. Offensichtlich scheint es also doch so zu sein, dass man einige Kolonnen noch nachrechnen und nachzählen beziehungsweise einige Formulierungen ausbessern muss, und das erfordert eben seine Zeit. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! In der letzten Budgetdebatte – ich kann mich noch gut daran erinnern – gab es noch so etwas wie eine Debatte darüber, dass man in Zukunft Sozialbetrug verfolgen würde. Nun hat Minister Böhmdorfer in einer „Pressestunde“ eine authentische Definition dieses Verfolgens von Sozialbetrug gegeben. Das schaut mehr oder minder so aus, dass man jedem, der sich im Krankenstand befindet, einen Kontrollor schickt. Die Kontrollen in anderen Bereichen sind dagegen mehr als mangelhaft. Ich denke nur daran, wie viel an Abgabenhinterziehung mittlerweile gerichtsnotorisch geworden ist. Es gibt Verurteilungen vor deutschen Gerichten wegen Nichtanmeldung von Fernfahrern, von Beschäftigten im Fernfahrergewerbe. Da wird nicht kontrolliert, meine Damen und Herren, da entgehen dem Staat und der Allgemeinheit aber Abgaben in Millionenhöhe! Offensichtlich tut das keinem von Ihnen weh. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Auch gute Unternehmer leiden unter dem, was die schwarzen Schafe in der Branche jeweils anstellen, auch gute Unternehmer werden dadurch in einen Wettbewerb nach unten gezwungen. Meine Damen und Herren! Engagieren Sie sich doch einmal für Kontrollen in diesen Bereichen, dann würden Sie wieder etwas an Glaubwürdigkeit in Bezug auf Wirtschaftspolitik und Abgabenpolitik insgesamt zurückgewinnen! (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ellmauer: Verdrehen Sie nicht die Tatsachen, Frau Kollegin!
Zum Abschluss, meine Damen und Herren, einen Satz zum Verlauf der Debatte. Ich muss sagen, als Mensch, der sich für Geschichte interessiert und der sich mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts intensiv auseinander gesetzt hat, läuft es mir immer kalt über den Rücken, wenn auf eine ganz bestimmte Art und Weise Gewerkschaften angeschwärzt werden und wenn gegen Gewerkschaften gehetzt wird. Meine Damen und Herren! Gehen Sie ab von diesem sehr gefährlichen Weg! – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ellmauer: Verdrehen Sie nicht die Tatsachen, Frau Kollegin!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bin etwas irritiert, dass heute nicht der zuständige Bundesminister, der die politische Verantwortung für die Vollziehung des Meldegesetzes trägt, hier auf der Regierungsbank sitzt, sondern Sie, Frau Bundesministerin Rauch-Kallat. Ich ersuche Sie daher, die Ausführungen, die von mir kommen, nicht persönlich zu nehmen, denn verantwortlich für die Vollziehung des Meldegesetzes, und zwar für die rechtswidrige Vollziehung des Meldegesetzes, ist ausschließlich der Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenruf bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich habe mir lange den Kopf darüber zerbrochen: Was hat sich dieser Bundesminister Strasser eigentlich gedacht, als er zwei Support-Verordnungen nach dem Bundeshaushaltsgesetz erlassen hat? – Die einen haben gesagt, das war gar nicht seine Idee, das war die Idee des Finanzministers, um durch den Verkauf von Meldedaten österreichischer Bürger höhere Einkünfte zu erzielen! Andere wiederum haben gesagt: Das stimmt gar nicht, denn Strasser weiß ganz genau, was er tut! Am besten konnte man das bei dem Postenschacher, der gezielt von ihm angezettelt wurde, nachvollziehen. – Und ich glaube ebenfalls, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass Bundesminister Strasser dafür ausschließlich verantwortlich ist. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenruf bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wenn nun diese Inkassobüros diese Abfrageberechtigungen bekommen, wissen Sie, was dann passiert? – Sie suchen einen Schuldner. Dann haben sie seine Meldedaten, und dann steht ein Mitarbeiter des Inkassobüros mit einem Schild vor dem Haus dieses Schuldners, und auf diesem Schild steht: Herr Müller schuldet uns 100 000 €! – Genau das ist zu befürchten: dass mit diesen Meldedaten Missbrauch betrieben wird. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das sind genau die Probleme, die wir im Datenschutzrat aufgezeigt haben, als es um die Frage des Meldegesetzes gegangen ist, die wir in der Debatte um das neue Meldegesetz aufgezeigt haben, aber unsere Argumente haben nicht gefruchtet. Sie haben das beschlossen, und ich halte fest: Bundesminister Strasser vollzieht dieses Bundesgesetz rechtswidrig, weil er Abfrageberechtigungen an Personen vergibt, die die Voraussetzungen des Meldegesetzes nicht erbringen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – He-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Was Bundesminister Strasser da mitgeteilt hat, ist unwahr! Ich halte das hier fest. Die Anfragebeantwortung stammt vom 17. März. Bereits vorher war bekannt, dass österreichische Unternehmen damit geworben haben, ohne Bekanntgabe des Geburtsdatums ins Zentrale Melderegister zu kommen. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits mehrere Verfahren in der Datenschutzkommission – und auch im Bundesministerium für Inneres. Glauben Sie, wir lassen uns verarschen, meine sehr verehrten Damen und Herren?! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – He-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe bei der ÖVP: Sprache!
Da hat Bundesminister Strasser die Unwahrheit gesagt, wider besseres Wissen, und er hat die rechtswidrige Vergabe damit gerechtfertigt. (Rufe bei der ÖVP: Sprache!) Die Verantwortung dafür – ich sage es noch einmal – trägt allein Bundesminister Strasser! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Da hat Bundesminister Strasser die Unwahrheit gesagt, wider besseres Wissen, und er hat die rechtswidrige Vergabe damit gerechtfertigt. (Rufe bei der ÖVP: Sprache!) Die Verantwortung dafür – ich sage es noch einmal – trägt allein Bundesminister Strasser! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Das tut er!
Ich möchte das hier mit allem Nachdruck festhalten, denn es muss im Interesse aller Österreicherinnen und Österreicher liegen, dass die Datensicherheit gewährleistet ist. Bei diesem Bundesminister ist die Datensicherheit nicht gewährleistet. Wir trauen diesem Bundesminister nicht. Wir wissen von seinen Personalversetzungen, die am Rande des Amtsmissbrauches passiert sind, und ich halte nochmals fest: Der Herr Bundesminister hat auf Grund der Bundesgesetze eine rechtskonforme Vollziehung zu gewährleisten. (Abg. Mag. Molterer: Das tut er!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wir Sozialdemokraten lehnen Datenschacher und Datenhandel in der beschriebenen Form mit allem Nachdruck ab! Einmal ist Zahltag – und für Bundesminister Dr. Strasser wird spätestens am Wahltag dieser Zahltag sein. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ganz zu Beginn möchte ich aber entschieden Ihre Behauptung, Herr Abgeordneter Maier, zurückweisen, dass Innenminister Strasser Ihnen in der Beantwortung Ihrer parlamentarischen Anfrage die Unwahrheit gesagt hat. Das lasse ich sicher nicht auf ihm sitzen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Lassen Sie mich abschließend noch kurz etwas dazu sagen. Ich habe mich bei der Auseinandersetzung mit dieser Anfrage auch damit beschäftigt, was denn eigentlich an Abfragen aus diesem Melderegister online möglich ist. Wenn Sie Name und Geburtsdatum des Betreffenden haben, dann erfahren Sie aus dem Melderegister nicht mehr und nicht weniger als dessen Hauptwohnsitz oder dessen letzten Wohnsitz in Österreich – etwas, was man bis vor kurzem in jedem amtlichen Adressbuch in jedem Postamt auch erfahren konnte. Daher kann ich die Aufregung, die Sie heute hier an den Tag legen, wirklich nicht nachvollziehen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Johann Maier: Sie haben es überlebt!
habe 30 Jahre SPÖ-Innenminister hinter mir (Abg. Mag. Johann Maier: Sie haben es überlebt!), und es gibt, glaube ich, keine Epoche, in der es mehr Parteipolitik im Innenressort gegeben hat als zu dieser Zeit. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Gaál: Sie haben sie überlebt, die SPÖ!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Gaál: Sie haben sie überlebt, die SPÖ!
habe 30 Jahre SPÖ-Innenminister hinter mir (Abg. Mag. Johann Maier: Sie haben es überlebt!), und es gibt, glaube ich, keine Epoche, in der es mehr Parteipolitik im Innenressort gegeben hat als zu dieser Zeit. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Gaál: Sie haben sie überlebt, die SPÖ!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abschließend: Kollege Maier, du wirst wahrscheinlich im „WirtschaftsBlatt“ die Glosse „Indiskrete AK“ gelesen haben. Diesem Artikel zufolge hat die Arbeiterkammer im Gefolge eines Berufungsverfahrens nach einer Ausschreibung für einen neuen Internet-Auftritt Daten des Antragstellers bekannt gegeben. – Wenn das stimmt, dann gehören dort ebenfalls die vorgesehenen Maßnahmen gesetzt, und zwar der Entzug dieser Berechtigung. Wenn man im Glashaus sitzt, dann sollte man nicht mit Steinen werfen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Rauch-Kallat
sich Bundesminister Strasser in Brüssel befindet, bleibt es doch (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Rauch-Kallat) – nein, nein, das bestreite ich nicht – dabei, dass er bei dieser Anfragebeantwortung die Unwahrheit gesagt hat, denn er hat auf Frage Nummer 28 geantwortet, dass eine derartige Abfrage nur dann möglich ist, wenn Vorname, Familienname, das Geburtsdatum und ein zusätzliches Merkmal bekannt gegeben werden.
Beifall bei der SPÖ. – Ruf: Stimmt ja nicht! – Abg. Dr. Trinkl: Es wird nicht richtiger, wenn man es wiederholt!
Faktum ist, dass vor Beantwortung dieser Anfrage bereits Firmen, etwa die Firma PROINFORM oder ADVOKAT, massiv geworben haben damit, dass man auch ohne Angabe des Geburtsdatums in das Zentrale Melderegister hineinkommen kann. Daraus ergibt sich, dass in dieser Anfragebeantwortung von Minister Strasser die Unwahrheit gesagt wurde. Das möchte ich ein für alle Mal klar festhalten. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf: Stimmt ja nicht! – Abg. Dr. Trinkl: Es wird nicht richtiger, wenn man es wiederholt!)
Abg. Kößl: Datenhandel hat es vorher auch gegeben! Meldeanfragen hat es immer gegeben!
Meine Damen und Herren, zum Zweiten: Es ist auch ganz besonders interessant, dass Herr Bundesminister Strasser in den Erläuterungen der Verordnung, die er erlassen hat, festgehalten hat, dass Werbemaßnahmen gesetzt werden sollen, damit etwa die Zahl der Abfragen aus dem Zentralen Melderegister massiv erhöht wird, um so entsprechend Geld machen zu können. Im Jahre 2002 – das hat er selbst in seiner Anfragebeantwortung festgehalten – hat er immerhin schon fast 700 000 € durch Datenhandel eingenommen. Es hat immerhin über 300 000, nämlich an die 363 000 Abfragen gegeben, und zwar nicht (Abg. Kößl: Datenhandel hat es vorher auch gegeben! Meldeanfragen hat es immer gegeben!) – Moment! – an Beamte, sondern eben an Anwälte und so weiter. (Abg. Kößl: Berechtigte!)
Abg. Kößl: Berechtigte!
Meine Damen und Herren, zum Zweiten: Es ist auch ganz besonders interessant, dass Herr Bundesminister Strasser in den Erläuterungen der Verordnung, die er erlassen hat, festgehalten hat, dass Werbemaßnahmen gesetzt werden sollen, damit etwa die Zahl der Abfragen aus dem Zentralen Melderegister massiv erhöht wird, um so entsprechend Geld machen zu können. Im Jahre 2002 – das hat er selbst in seiner Anfragebeantwortung festgehalten – hat er immerhin schon fast 700 000 € durch Datenhandel eingenommen. Es hat immerhin über 300 000, nämlich an die 363 000 Abfragen gegeben, und zwar nicht (Abg. Kößl: Datenhandel hat es vorher auch gegeben! Meldeanfragen hat es immer gegeben!) – Moment! – an Beamte, sondern eben an Anwälte und so weiter. (Abg. Kößl: Berechtigte!)
Beifall bei der SPÖ.
Das Ziel, das Herr Minister Strasser damit verfolgt, ist doch in Wirklichkeit, als Datenhändler sein Budget aufzufetten – und das zu Lasten des Rechtsstaates und des Grundrechtes auf Datenschutz! Das lehnen wir Sozialdemokraten natürlich massiv ab! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kößl: Die Beamten sind eine ganz andere Schiene!
Hohes Haus! Eines noch dazu: Da wird von Kontrolle gesprochen. Und in der Anfragebeantwortung sagte Herr Minister Strasser, im Jahre 2002 seien 10 000 Kontrollen vorgenommen worden. – Ich will ja nicht von den 18 Millionen Abfragen aus dem Bereich der Beamten reden (Abg. Kößl: Die Beamten sind eine ganz andere Schiene!), aber wenn ich davon ausgehe, dass von den 363 000 Abfragen 10 000 kontrolliert wurden, so heißt das, dass drei Beamte – 20 Minuten braucht man für solch eine Kontrolle – ein ganzes Jahr lang diese Abfragen hätten kontrollieren müssen. Also das hupfen Sie mir vor, Herr Kollege Kößl oder Frau Minister! Fragen Sie den Herrn Bundesminister, wo er diese drei Beamten hat, die diese 10 000 Kontrollen durchgeführt haben! Das schaue ich mir an, ob das jemals stimmen konnte!
Abg. Kößl: Die hast du vorher nicht gesehen bei einem SPÖ-Innenminister! Ich habe 30 Jahre sozialistische Innenminister hinter mir! Komm mir nicht so!
Kollege Kößl! Seit 1945 – das kann ich Ihnen sagen – hat es noch niemals so viele rechtswidrige Personalbesetzungen gegeben – wie haben Sie gesagt? – wie der „Teufel“, haben Sie gesagt (Abg. Kößl: Die hast du vorher nicht gesehen bei einem SPÖ-Innenminister! Ich habe 30 Jahre sozialistische Innenminister hinter mir! Komm mir nicht so!) – wie in der Ära Strasser. So viele rechtswidrige Besetzungen hat es nur in der Ära Strasser gegeben! Das können Sie sich ins Stammbuch schreiben! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Kollege Kößl! Seit 1945 – das kann ich Ihnen sagen – hat es noch niemals so viele rechtswidrige Personalbesetzungen gegeben – wie haben Sie gesagt? – wie der „Teufel“, haben Sie gesagt (Abg. Kößl: Die hast du vorher nicht gesehen bei einem SPÖ-Innenminister! Ich habe 30 Jahre sozialistische Innenminister hinter mir! Komm mir nicht so!) – wie in der Ära Strasser. So viele rechtswidrige Besetzungen hat es nur in der Ära Strasser gegeben! Das können Sie sich ins Stammbuch schreiben! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kößl: Es ist auch gewahrt!
Sie können sicher sein, meine Damen und Herren, dass wir alles tun werden, damit die Vorgaben des Datenschutzrates auch in dieser Causa erfüllt werden, denn der Rechtsstaat und das Grundrecht auf Datenschutz müssen etwas wert sein in unserem Lande. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kößl: Es ist auch gewahrt!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Genau!
Das fasse ich doch glatt als Drohung auf. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Genau!) Wenn das der parlamentarische Stil des Abgeordneter Maier und der Sozialdemokraten ist, dann, meine ich, könnte er dazu noch einmal Stellung nehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das fasse ich doch glatt als Drohung auf. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Genau!) Wenn das der parlamentarische Stil des Abgeordneter Maier und der Sozialdemokraten ist, dann, meine ich, könnte er dazu noch einmal Stellung nehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall und Bravo-Rufe bei der SPÖ.
Aber da wir gerade von Zahltag sprechen. Bevor ich auf den Inhalt eingehe, komme ich zu einer Spezialität des Abgeordneten Maier. Er ist nämlich Anfragespezialist. Sehr geehrte Damen und Herren, allein in dieser Gesetzgebungsperiode, das heißt seit 20. Dezember 2002, seit viereinhalb Monaten, hat Herr Abgeordneter Maier 71 Anfragen gestellt. (Demonstrativer Beifall und Bravo-Rufe bei der SPÖ.) Sie werden mit dem Applaudieren noch aufhören, warten Sie nur. Bei 71 Anfragen – diese Anfrage beinhaltet zum Beispiel 30 Fragen – würde das in viereinhalb Monaten allein 2 100 Fragen bedeuten. – Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, bezeichne ich als geradezu klassischen Fall von Missbrauch der Nationalratsgeschäftsordnung. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Aber da wir gerade von Zahltag sprechen. Bevor ich auf den Inhalt eingehe, komme ich zu einer Spezialität des Abgeordneten Maier. Er ist nämlich Anfragespezialist. Sehr geehrte Damen und Herren, allein in dieser Gesetzgebungsperiode, das heißt seit 20. Dezember 2002, seit viereinhalb Monaten, hat Herr Abgeordneter Maier 71 Anfragen gestellt. (Demonstrativer Beifall und Bravo-Rufe bei der SPÖ.) Sie werden mit dem Applaudieren noch aufhören, warten Sie nur. Bei 71 Anfragen – diese Anfrage beinhaltet zum Beispiel 30 Fragen – würde das in viereinhalb Monaten allein 2 100 Fragen bedeuten. – Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, bezeichne ich als geradezu klassischen Fall von Missbrauch der Nationalratsgeschäftsordnung. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ sowie Gegenrufe bei den Freiheitlichen.
Das ist nicht nur Missbrauch, sondern es entstehen dadurch auch enorme Kosten, sehr geehrter Herr Kollege Maier. Mit Ihrer Anfragenflut sind Sie ganz sicher der teuerste Nationalratsabgeordnete hier im Hause. Das garantiere ich Ihnen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ sowie Gegenrufe bei den Freiheitlichen.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Diese Ihre Anfragen dienen meines Erachtens hauptsächlich dem Zweck, sich in den Medien in Szene zu setzen. Das heißt, der Steuerzahler zahlt mit Millionen die PR des Herrn Abgeordneten Maier – sonst gar nichts! (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich habe mir natürlich auch die Mühe gemacht, mir diesbezüglich nicht nur die XXII. Gesetzgebungsperiode, sondern auch die XXI. Gesetzgebungsperiode anzusehen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Gemach, gemach! Wissen Sie, wie viele Anfragen Herr Abgeordneter Maier in der XXI. Gesetzgebungsperiode gestellt hat? – Gezählte 508 Anfragen! Immer noch gut? (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.) Noch gut! Nehmen wir wieder 30 Fragen, dann sind es 15 000 Fragen, die in drei Jahren gestellt wurden. Wenn Sie, die Sie jetzt hier applaudieren, wirklich glauben, dass das seriös ist, na dann guten Abend! Mehr kann ich dazu nicht sagen!
Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.
Ich habe mir natürlich auch die Mühe gemacht, mir diesbezüglich nicht nur die XXII. Gesetzgebungsperiode, sondern auch die XXI. Gesetzgebungsperiode anzusehen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Gemach, gemach! Wissen Sie, wie viele Anfragen Herr Abgeordneter Maier in der XXI. Gesetzgebungsperiode gestellt hat? – Gezählte 508 Anfragen! Immer noch gut? (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.) Noch gut! Nehmen wir wieder 30 Fragen, dann sind es 15 000 Fragen, die in drei Jahren gestellt wurden. Wenn Sie, die Sie jetzt hier applaudieren, wirklich glauben, dass das seriös ist, na dann guten Abend! Mehr kann ich dazu nicht sagen!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Mit seiner Anfragenflut kostet Kollege Maier wahrscheinlich mehr als der Bundespräsident von Österreich. Sie sollten sich in Zukunft überlegen, ob Sie diese Geldverschwendung wirklich weiter fortsetzen wollen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Oh-Rufe bei der SPÖ. – Gegenrufe bei den Freiheitlichen.
gleich viel bezahlt!: rund 7 000 € brutto, damit die Zuhörerinnen und Zuhörer das wissen –: keine einzige! Keine einzige Anfrage in fünfeinhalb Monaten! (Oh-Rufe bei der SPÖ. – Gegenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Kollegin! Weil wir Gesetze machen! Sie fragen, wir machen Gesetze!
Wenn ich mich recht erinnere – das kann ich jetzt allerdings nicht belegt sagen, ich schaue aber die Parlamentspost relativ genau durch –, ist auch kein einziger Initiativantrag von Abgeordneten der FPÖ gekommen. Ab und zu, muss ich sagen, reden manchmal noch Abgeordnete der FPÖ im Plenum. Aber jetzt könnte ich mich fragen – anschließend an die Ausführungen des Herrn Mainoni –: Wofür bekommen die bezahlt? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Kollegin! Weil wir Gesetze machen! Sie fragen, wir machen Gesetze!)
Abg. Kößl: Kollegin! Zur Sache!
Ich möchte insgesamt das, was wir heute im Zuge der Debatte vor allem auch zum Bundesfinanzgesetz, erste Lesung, erlebt haben, etwas relativieren, was das Demokratieverständnis einzelner Abgeordneter angeht, was Rechte von Parlamentariern betrifft, was Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern betrifft, auch Rechte von Mitgliedern von Vereinen – und vor allem auch das, was man in Österreich Streikrecht nennt, und das, was über Jahrhunderte, muss man jetzt schon sagen, an Rechten erkämpft wurde. (Abg. Kößl: Kollegin! Zur Sache!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Da gibt es offensichtlich einen sehr großen Schulungsbedarf, Herr Präsident des Nationalrates. Ich möchte hier, weil das jetzt gerade von Herrn Kollegem Mainoni so oft gekommen ist, anregen, ob Sie, Herr Präsident, nicht vielleicht überlegen könnten, ob es noch irgendeine Form von Information an die Kollegen geben könnte, was ihre eigenen Rechte, aber auch Pflichten betrifft. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Kößl: Das bleibt ja den Gemeinden! Das ist ein Verwaltungsaufwand! – Abg. Mag. Mainoni: Sie kennen das Gesetz nicht!
Ich komme jetzt zur Frage der rechtswidrigen Vollziehung des Meldegesetzes. Um nicht zu wiederholen, was schon die Vorredner und die Frau Bundesministerin gesagt haben, möchte ich dazu Folgendes anmerken: Diese ganze Angelegenheit mit dem Meldegesetz und die Vorgangsweise des Innenministeriums, insbesondere die von Herrn Minister Strasser, werfen genau jenes Licht auf die Tätigkeit des Staates, repräsentiert jetzt in dem Fall durch die Bundesregierung, das ich unter Umständen mit dem Sprichwort, das ja sehr oft gebraucht wird, umschreiben könnte: Geld verdirbt den Charakter!, denn es geht da immer ums Geld. Es geht immer darum, dass man verdienen will. (Abg. Kößl: Das bleibt ja den Gemeinden! Das ist ein Verwaltungsaufwand! – Abg. Mag. Mainoni: Sie kennen das Gesetz nicht!)
Abg. Kößl: Tun Sie nicht verunsichern! Es stimmt ja nicht, was Sie da sagen! Reden Sie nicht von Geschäften! Das ist ein Verwaltungsaufwand!
Ich fasse es jetzt in meiner Diktion zusammen: In diesem ganzen Streben, so viel Geld wie möglich in das Innenministerium zu holen, wird gänzlich darauf vergessen, dass es da um hochsensible Daten geht, dass die Bürgerinnen und Bürger ein Recht haben, ihre Schutzbedürfnisse durch den Innenminister, der ja der höchste Datenschützer im Bereich des Zentralen Melderegisters ist, auch gewahrt zu wissen. (Abg. Kößl: Tun Sie nicht verunsichern! Es stimmt ja nicht, was Sie da sagen! Reden Sie nicht von Geschäften! Das ist ein Verwaltungsaufwand!) Es sollte nicht das Gegenteil der Fall sein, indem Geschäfte gemacht werden.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich hege den Verdacht – wo ist Kollege Maier? –, dass das halt diesen banalen Hintergrund hat. In dieser Gier nach Geld wird mit diesen sensiblen Daten des Bürgers und der Bürgerin in einer Fahrlässigkeit umgegangen, dass parlamentarische Initiativen und nicht nur eine Anfragebesprechung wirklich dringend geboten sind, um das abzustellen. Und darum geht es mir! Und deshalb unterstützen wir nicht nur die heutige Anfrage. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Kößl: Es ist dort auch sehr wichtig! Dort geht es ums Asylrecht!
Bundesfinanzgesetzes stattfindet, wo ich eigentlich annehme – und da werde ich dann noch einmal das Wort ergreifen, Herr Präsident, das kündige ich schon an –, dass das ja für alle Ressortchefs interessant ist, wenn die Volksvertretung diese erste Lesung durchführt. (Abg. Kößl: Es ist dort auch sehr wichtig! Dort geht es ums Asylrecht!) Da bin ich ein bisschen verwundert. Aber das gleich folgend in meinen Ausführungen zum Bundesfinanzgesetz. – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Bundesfinanzgesetzes stattfindet, wo ich eigentlich annehme – und da werde ich dann noch einmal das Wort ergreifen, Herr Präsident, das kündige ich schon an –, dass das ja für alle Ressortchefs interessant ist, wenn die Volksvertretung diese erste Lesung durchführt. (Abg. Kößl: Es ist dort auch sehr wichtig! Dort geht es ums Asylrecht!) Da bin ich ein bisschen verwundert. Aber das gleich folgend in meinen Ausführungen zum Bundesfinanzgesetz. – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Diese Budgets 2003/2004 kehren nach 30 Jahren sozialistischer Ausgabenpolitik, ungedeckelter Ausgabenpolitik zu den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft zurück, wo ich zuerst Einnahmen erarbeiten muss, um sie dann unter durchaus sozialen Gesichtspunkten wieder ausgeben zu können – und unser gutes Sozialsystem weiter auszubauen und zu erhalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Eder: Schaffen wir gleich alle Pensionen ab, das ist das Einfachste!
Mit diesen Einnahmen kann das Sozialsystem abgesichert werden. Das ist im Staat genauso wie in jedem Betrieb. Bei der verstaatlichten Industrie, die uns ja allen noch in Erinnerung ist, wurde auf Dauer mehr ausgegeben, und es waren dann zum Beispiel nicht nur Zehntausende Arbeitsplätze weg, sondern über Nacht wurden schlagartig, überfallsartig die Betriebspensionen der Stahlarbeiter nicht nur reduziert, sondern zu 100 Prozent abgeschafft. Das ist das Ergebnis einer unsozialen Ausgabepolitik, die auf Pump und auf Kosten kommender Generationen lebt. – Das ist nicht unser Ansatz! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Eder: Schaffen wir gleich alle Pensionen ab, das ist das Einfachste!)
Zwischenruf des Abg. Brosz.
cherinnen und Österreicher mehr in die Nullbesteuerung fallen. (Zwischenruf des Abg. Brosz.) Insgesamt zahlen dann 2,4 Millionen Österreicherinnen und Österreicher – 70 Prozent davon sind Arbeitnehmer, 30 Prozent Pensionisten, einige Selbständige und einige bäuerliche Kräfte fallen darunter – keine Steuern. – Das ist eine klare Schwerpunktsetzung.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Eder: Tancsits zahlt die Steuer!
Zum Abschluss kommend, meine Damen und Herren: Solidarität ist keine Einbahnstraße! Wenn 2,4 Millionen Österreicherinnen und Österreicher aus sozialen Gründen – wir werden etwa mittels Mindestlohn und anderer Programme alles daransetzen, dass sie zu einem Mehrverdienst kommen – keine Steuer zahlen, dann frage ich: Wer zahlt die Steuer? – Ich sage noch einmal: Solidarität ist keine Einbahnstraße! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Eder: Tancsits zahlt die Steuer!)
Beifall bei der ÖVP.
Wir werden dafür sorgen, dass die Erwerbstätigen in unserem Lande nicht über Gebühr beansprucht werden. Daher ist auch der Hinweis auf den Bundesbeitrag ein Hinweis auf die andere Tasche. – Wir wollen echt entlasten! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.
Abgeordneter Manfred Lackner (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Herren Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren des Hohen Hauses! Nach der bisherigen Diskussion habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Abgeordneten der Regierungsparteien und auch die Mitglieder der Bundesregierung das Plenum des Hohen Hauses mit einer Bühne verwechseln, auf der ein Stück vorgetragen wird, das nichts mit der Realität und schon gar nichts mit der Betroffenheit der Menschen in diesem Lande zu tun hat. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.)
Beifall bei der SPÖ.
Deswegen trifft das auch darauf zu, Herr Bundesminister, weil Sie an der Realität vorbeireden. Vielleicht haben Sie das bei Ihrem Statement noch gar nicht gemerkt oder vielleicht haben Sie das Budget noch nicht so ganz durchgeschaut, das kann schon sein, aber die Realität ist leider eine andere. Es wird tatsächlich versucht, mit flotten Sprüchen ein Belastungsbudget gewaltigen Ausmaßes als Wohltat für die Menschen zu verkaufen. Stichworte: Pensionsreform und neue Selbstbehalte für die Menschen. Darüber können noch so flotte Sprüche, wie etwa: „Steuern senken, heißt Freiheit schenken!“, nicht hinwegtäuschen. Ein Belastungsbudget bleibt ein Belastungsbudget – egal, ob Sie das wollen oder nicht, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Frau Bundesministerin! Wenn diese Ihre Aussage stimmig sein sollte, würde das voraussetzen, dass Arzt und Patient den gleichen Wissensstand haben. – Ich denke, das ist sicherlich nicht gegeben, und daher kommentiert sich diese Ihre Aussage wohl von selbst. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Kollege Bucher hat heute in seiner Rede betont, dass die Regierung auch die Verantwortung dafür übernehmen müsse, was sie nicht tut. – Herr Kollege Bucher, hätte sie diese Verantwortung nur wahrgenommen, dann wäre den Menschen in unserem Lande viel erspart geblieben! – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Eder.
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Verehrte Regierungsmitglieder! Hohes Haus! Ein guter Tag im Parlament wäre ein Tag, an dem die Opposition konstruktiv mitarbeiten und auch den Tatsachen entsprechend agieren würde. Das ist leider nur eine Vision! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Eder.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Eine Antwort auf die Aussage meines Vorredners, des Herrn Abgeordneten Lackner: Die Politik von Rot und Grün ist von Angst und Panikmache geprägt – und von der tatsächlichen Realität weit entfernt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Oberhaidinger: Ihre Argumente sind schon abgegriffen ...! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es werden auch viele Unwahrheiten im Bereich der Frauenpolitik verbreitet. Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich bin verwundert über gewisse Aussagen und Vorwürfe. Natürlich wäre es schön, wenn wir mehr Geld für Österreichs Frauen zur Verfügung hätten. Aber wie denn, woher denn? – Wir hatten sehr viele Altlasten auf Grund Ihrer Versäumnisse zu übernehmen. Es sind die Versäumnisse der SPÖ-Finanzminister, die eine Verantwortung für die jetzige finanzielle Situation haben. (Abg. Oberhaidinger: Ihre Argumente sind schon abgegriffen ...! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Trunk: Das ist Demokratie! – Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger.
Eine verantwortungsvolle Politik ist auch heute noch ein unbekanntes Wesen für Sie. Was tun Sie denn? – Sie werfen das Geld auf die Straße! Hunderte Millionen € kostete das Lahmlegen der Betriebe und das Lahmlegen des öffentlichen Verkehrs vergangenen Dienstag. (Abg. Mag. Trunk: Das ist Demokratie! – Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer.
Der Linzer Universitätsprofessor Schneider schätzt, dass die Streikaktion des ÖGB, die von SPÖ und Grünen gutgeheißen und sogar unterstützt worden ist, einen volkswirtschaftlichen Schaden in der Höhe von über 500 Millionen € verursacht hat. Das ist geradezu eine Unmenge Geld! (Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer.)
Abg. Parnigoni: Was sagt Neugebauer dazu?
position, wäre wirkliche Sozial- und Frauenpolitik! (Abg. Parnigoni: Was sagt Neugebauer dazu?)
Zwischenruf der Abg. Csörgits.
Zu Herrn Präsidenten Verzetnitsch: Wissen Sie, dass man mit dem Geld eines Streiktages 200 Kindergärten bauen und eine Unmenge von Kinderbetreuungsplätzen schaffen könnte? (Zwischenruf der Abg. Csörgits.) Wäre das nicht eine Alternative, Herr Präsident Verzetnitsch? – Aber Sie sind ja leider nicht hier, wahrscheinlich sind Sie gerade bei Kaffee und Kuchen.
Abg. Dr. Bauer: Neuwahlen kosten mehr!
Auch für die Aus- und Weiterbildung sowie für die Förderung von Frauenprojekten könnte mit einem Bruchteil der Streikkosten sehr viel erreicht werden. (Abg. Dr. Bauer: Neuwahlen kosten mehr!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Aber Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, führen lieber einen Klassenkampf. Sie verunsichern bewusst die Österreicherinnen mit Unwahrheiten, anstatt konstruktive Frauenpolitik zu leisten. Ich könnte lange über Erreichtes referieren, und Sie wissen ohnehin, welche Verbesserungen wir von dieser Regierung im Frauenbereich erreicht haben. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Hagenhofer.
Auch in den Budgetbegleitgesetzen sehen wir Impulse für Frauen vor. Bei der Kindererziehungszeit werden die pensionsbegründenden Zeiten von 18 auf 24 Monate angehoben. Das heißt, dass Frauen statt 180 Monate nur mehr 132 Monate erwerbstätig sein müssen. Das bietet einen großen Vorteil für Frauen, die keine durchgehende Erwerbskarriere haben, und das ist auch ein wichtiger Schritt in Richtung Absicherung und Eigenvorsorge für Frauen im Alter. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Hagenhofer.)
Abg. Hagenhofer: Wo denn bitte?
Durch Entfall der Arbeitslosenversicherung und durch Senkung der Lohnnebenkosten gibt es auch auf dem Arbeitsmarkt eine große Chance für ältere Arbeitnehmerinnen. Diese Maßnahmen können Sie wirklich nicht totreden! (Abg. Hagenhofer: Wo denn bitte?)
Abg. Hagenhofer: Es ist nur eine Frage, wo wir sparen!
Man kann längerfristig nicht mehr ausgeben, als man einnimmt. Dies gilt für jeden Haushalt, für Pensionsversicherungen und den Staat. Diese Weisheiten wollen viele nicht zur Kenntnis nehmen. – So wie Sie, verehrte Kollegen von Rot und Grün! (Abg. Hagenhofer: Es ist nur eine Frage, wo wir sparen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir von den Freiheitlichen haben das erkannt und werden sicherlich auch in Zukunft danach handeln. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Sehr geehrter Herr Bundesminister Grasser, es freut mich, dass ich die Ehre habe, dass Sie anwesend sind, wenn ich rede, denn wir haben Sie nämlich eine Stunde lang vermisst. Herzlich willkommen zurück im Plenum! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Eder: Das ist eine Budgetlesung!
Gestern, als Sie zu uns gesprochen haben, habe ich natürlich sehr aufmerksam zugehört – ich gestehe, dass ich das nicht immer tue, aber wenn Sie Ihre Budgetrede halten, höre ich ganz aufmerksam zu. (Abg. Eder: Das ist eine Budgetlesung!) Da ist mir eine der Formulierungen besonders aufgefallen, die noch niemand erwähnt hat. Es geht jetzt nicht um Bemerkungen wie „der Speck muss weg“, sondern es war etwas ganz Bemerkenswertes. (Abg. Dr. Brinek: Das war die Telefongesellschaft!)
Abg. Dr. Brinek: Das war die Telefongesellschaft!
Gestern, als Sie zu uns gesprochen haben, habe ich natürlich sehr aufmerksam zugehört – ich gestehe, dass ich das nicht immer tue, aber wenn Sie Ihre Budgetrede halten, höre ich ganz aufmerksam zu. (Abg. Eder: Das ist eine Budgetlesung!) Da ist mir eine der Formulierungen besonders aufgefallen, die noch niemand erwähnt hat. Es geht jetzt nicht um Bemerkungen wie „der Speck muss weg“, sondern es war etwas ganz Bemerkenswertes. (Abg. Dr. Brinek: Das war die Telefongesellschaft!)
Allgemeine Heiterkeit.
eine „Schwächung der zusätzlichen Ausgaben“ sei. (Allgemeine Heiterkeit.) Dieses Sprachbild ist während dieser 80 Minuten, die Sie gestern zu uns gesprochen haben, schon bemerkenswert, denn es drückt wirklich sehr viel aus.
Abg. Oberhaidinger: Nein, er ist der Finanzsprecher des Bundeskanzlers!
Es ist wahrlich eine sensible Frage, um die es da geht; da haben Sie völlig Recht. Und es mag auch sein, dass Sie zum Teil Recht haben mit der Bemerkung, dass schon viel zu oft „in dieser sensiblen Frage das Vertrauen der Bevölkerung missbraucht“ wurde, obwohl ich das jetzt nicht so drastisch sagen würde. Aber ich bin ja von der Opposition, und Sie sind Bundesminister, Sie können das auch anders sehen. (Abg. Oberhaidinger: Nein, er ist der Finanzsprecher des Bundeskanzlers!)
Abg. Neudeck: Juli!
Heute hat eine Pressekonferenz mit dem Präsidenten des Bundesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden stattgefunden, in der er angekündigt hat, sich in der finanziellen Not, in der er sich befindet, nicht mehr anders helfen zu können, als die Arbeit der Kultusgemeinde ab ersten Juni in bestimmten Bereichen einzustellen (Abg. Neudeck: Juli!), weil diese Frage immer noch ungeklärt ist. Es hat wahrscheinlich nichts mit Ihnen persönlich zu tun, aber sehr viel mit dem Herrn Bundeskanzler, dass die Kommunikation zwischen den höchsten kirchlichen Würdenträgern – in dem Fall nicht der römisch-katholischen oder der protestantischen Kirche, sondern des österreichischen Judentums – und dem zweithöchsten Repräsentanten dieses Staates, nämlich dem Bundeskanzler, nicht existiert. Null! Da gibt es keinen Kontakt.
Abg. Neudeck: Man muss einmal klären, ob die Kultusgemeinde für die Religionsgemeinschaft spricht!
Herr Bundesminister, meine Meinung dazu: Ich halte es für einen Affront erster Kategorie, dass das Bitten, das Ersuchen und die Forderung nach Dialog oder Kommunikation zwischen dem höchsten Repräsentanten einer Religionsgemeinschaft – ich rede jetzt nicht von der Last der Geschichte und davon, wie man damit umgeht, sondern schlicht von dieser Tatsache – und dem österreichischen Bundeskanzler keinen Erfolg haben. (Abg. Neudeck: Man muss einmal klären, ob die Kultusgemeinde für die Religionsgemeinschaft spricht!)
Abg. Neudeck: Aber wo nehmen wir es weg?
Herr Bundesminister Grasser, es kann doch für Sie kein Problem sein, 2,7 Millionen € jährlich – das war die Summe, die der Präsident des Bundesverbandes der Israelischen Kultusgemeinden heute genannt hat – aus dem Staatsbudget zur Verfügung zu stellen, um jene Leistungen, die die Israelitische Kultusgemeinde braucht und die andere Kirchen in dieser Form nicht haben – Stichwort Sicherheitsfrage – zu gewährleisten und das Überleben dieser nur rund 6 700 Mitglieder umfassenden Religionsgemeinschaft zu sichern. (Abg. Neudeck: Aber wo nehmen wir es weg?)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Für diese Gruppe ist es eine Überlebensfrage. – Es war schon einmal eine Überlebensfrage. Das sind Zeiten, die Jahrzehnte zurückliegen. Wir dürfen es nicht zulassen – ich bitte Sie da wirklich um Unterstützung – und können es nicht verantworten, in einem Land zu leben, in dem es wieder eine Überlebensfrage für eine jüdische Gemeinde gibt. Wenn es so wäre – ich rede jetzt im Konjunktiv, weil ich immer noch glaube, dass es demnächst eine Lösung geben wird –, dann wäre das eine europäische Schande, und ich möchte mich nicht schämen müssen, Herr Bundesminister! Helfen Sie hier! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Großruck: Minuswachstum! – Ruf bei der SPÖ: Das haben wir ja!
Abgeordnete Dr. Gertrude Brinek (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Eine kurze historische Aufklärung: Meine Vorrednerin, Terezija Stoisits, sagt, sie kann sich gar nicht daran erinnern, wann je so kreative Wortschöpfungen im Zusammenhang mit „budget wording“ vorgelegen sind. – Ich kann mich schon erinnern: Es hat Minister aus SPÖ-Regierungen gegeben – Androsch, Lacina, Klima –, die von „Nullwachstum“ gesprochen haben. Ich habe mich immer gefragt, wie so ein Nullwachstum ausschaut. (Abg. Großruck: Minuswachstum! – Ruf bei der SPÖ: Das haben wir ja!) Je nach Laune oder Brauchbarkeit hat man von einer „roten Null“ oder von einer „schwarzen Null“ gesprochen. Ich habe auch immer geschaut, welche Farbe die Null denn hat. (Abg. Eder: Die schwarze Null kennen wir ja! Das ist eine farblose Null!)
Abg. Eder: Die schwarze Null kennen wir ja! Das ist eine farblose Null!
Abgeordnete Dr. Gertrude Brinek (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Eine kurze historische Aufklärung: Meine Vorrednerin, Terezija Stoisits, sagt, sie kann sich gar nicht daran erinnern, wann je so kreative Wortschöpfungen im Zusammenhang mit „budget wording“ vorgelegen sind. – Ich kann mich schon erinnern: Es hat Minister aus SPÖ-Regierungen gegeben – Androsch, Lacina, Klima –, die von „Nullwachstum“ gesprochen haben. Ich habe mich immer gefragt, wie so ein Nullwachstum ausschaut. (Abg. Großruck: Minuswachstum! – Ruf bei der SPÖ: Das haben wir ja!) Je nach Laune oder Brauchbarkeit hat man von einer „roten Null“ oder von einer „schwarzen Null“ gesprochen. Ich habe auch immer geschaut, welche Farbe die Null denn hat. (Abg. Eder: Die schwarze Null kennen wir ja! Das ist eine farblose Null!)
Abg. Eder: Die schwarze Doppelnull!
Ich schätze den Herrn Minister als jemanden, der sehr kreativ ist, aber es hat auch zuvor schon „Kreativitäten“ gegeben, die sich sehen lassen konnten! (Abg. Eder: Die schwarze Doppelnull!)
Abg. Mag. Gaßner: Sprünge gibt es jetzt auch bei Ihnen!
Glorifizieren wir also nicht die Zeiten der „idealen“ Sozialpartnerschaft und der „Zusammenarbeit“ zwischen Gewerkschaft und Regierung. – Es gab auch damals Risse, Sprünge und so manche Kränkung und Beleidigung. Arbeiten wir lieber an der Verbesserung der Kooperation. (Abg. Mag. Gaßner: Sprünge gibt es jetzt auch bei Ihnen!)
Abg. Eder: Oja! Sie sehen gut aus, warum nicht?
Ich habe vielleicht nicht das Recht, als Anwältin der Jungen zu sprechen, aber ich tue es trotzdem, weil für mich der Zusammenhalt der Generationen wesentlich ist. (Abg. Eder: Oja! Sie sehen gut aus, warum nicht?) – Danke, lieber Kollege! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe vielleicht nicht das Recht, als Anwältin der Jungen zu sprechen, aber ich tue es trotzdem, weil für mich der Zusammenhalt der Generationen wesentlich ist. (Abg. Eder: Oja! Sie sehen gut aus, warum nicht?) – Danke, lieber Kollege! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Gaál: Nein! – Zwischenruf des Abg. Dr. Grünewald.
Die Zahlen sind schon genannt worden: Gegenüber 1999 verdoppelt diese Bundesregierung, verdoppeln wir durch Gesetzesbeschluss den entsprechenden Budgetposten. – Das kann sich sehen lassen! (Abg. Gaál: Nein! – Zwischenruf des Abg. Dr. Grünewald.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bedanke mich für das Engagement des Herrn Bundesministers, des Bundeskanzlers, der Frau Bundesministerin und der gesamten Bundesregierung! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Eder: Sie ist zu Kaffee und Kuchen gegangen!
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Kollegin Achleitner – sie ist nicht mehr anwesend – hat vorhin den Streik angesprochen. (Abg. Eder: Sie ist zu Kaffee und Kuchen gegangen!) Es mag schon sein, dass es an diesem 6. Mai da und dort zu kleinen Unannehmlichkeiten gekommen ist. Aber das war sicher nicht so negativ wie die Pensionsreform der Bundesregierung, die uns immerhin ein Leben lang begleiten wird, meine Damen und Herren! (Abg. Murauer: Positiv, Anton! Positiv begleiten!) – Du hast leider wieder ein-
Abg. Murauer: Positiv, Anton! Positiv begleiten!
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Kollegin Achleitner – sie ist nicht mehr anwesend – hat vorhin den Streik angesprochen. (Abg. Eder: Sie ist zu Kaffee und Kuchen gegangen!) Es mag schon sein, dass es an diesem 6. Mai da und dort zu kleinen Unannehmlichkeiten gekommen ist. Aber das war sicher nicht so negativ wie die Pensionsreform der Bundesregierung, die uns immerhin ein Leben lang begleiten wird, meine Damen und Herren! (Abg. Murauer: Positiv, Anton! Positiv begleiten!) – Du hast leider wieder ein-
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Murauer: Nein, nein!
mal nicht Recht, Kollege Murauer, aber das bin ich bei dir ja schon gewohnt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Murauer: Nein, nein!)
Abg. Dr. Brinek: Herr Kollege Gaál, das ist manchen noch zu viel!
All die vom Kollegen Dr. Bösch genannten Beschaffungen sind bis dato nicht ausfinanziert! Die Finanzierung ist offen, es gibt noch keinen Beschaffungsvorgang. Zu den von ihm zitierten Mannschaftstransportern „Pandur“ gibt es beispielsweise keine Gespräche, kein Pflichtenheft, keine Leistungsbeschreibung, es gibt überhaupt keine Kontakte. Obwohl wir das 1996 im Rahmen des Mech-Paketes in diesem Haus beschlossen haben, ist die Finanzierung bis heute offen. Das gilt auch für viele andere von ihm genannte Beschaffungsvorhaben, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Brinek: Herr Kollege Gaál, das ist manchen noch zu viel!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Unser Nein zu diesen Kampfflugzeugen ist kein Nein zum österreichischen Bundesheer. – Im Gegenteil: Wir sagen Nein aus Sorge um die Zukunft des österreichischen Bundesheeres, weil dann keine finanziellen Mittel mehr für sinnvolle, notwendige Beschaffungen im Interesse und der Sicherheit unserer Soldaten im Ausland zur Verfügung stehen, wenn diese im Dienste des Friedens unterwegs sind. – Daher ein entschiedenes Nein zu diesem Budgetentwurf! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Brosz – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Mainoni –: Haben Sie jetzt schon einen Antrag eingebracht?
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Mainoni. Die Redezeit beträgt wunschgemäß 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Brosz – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Mainoni –: Haben Sie jetzt schon einen Antrag eingebracht?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Es ist aber nicht nur der Individualverkehr, sondern vor allem auch die Schieneninvestition, die in diesen Budgets der Jahre 2003 und 2004 zunimmt. Statt 900 Millionen € im Jahre 1999 – um wieder einen Vergleich zu bringen – werden heuer und nächstes Jahr bereits jeweils 1,1 Milliarden € für Schieneninvestitionen zur Verfügung stehen. Noch nie wurde für den Bereich Infrastruktur so viel geleistet wie in diesen beiden Budgets. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Lassen Sie mich noch zu einem weiteren Bereich kommen, den Kollegin Brinek bereits angesprochen hat: Forschung und Entwicklung. – Ein Offensivprogramm, dotiert mit 600 Millionen € für die Jahre 2004 bis 2006, ist ein wichtiger Hinweis auf die zukünftige Politik in diesem Lande, für eine moderne Politik, die – wie gesagt – zukunftweisend ist und wichtig für die Bürgerinnen und Bürger in diesem Staat. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Brinek: Was ist die Wahrheit?
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Bundesminister, Sie haben sich über die Rede und die Kritik des Kollegen Van der Bellen sehr erregt. Man kann sich nun vorstellen: Man kann sich einerseits über Wahrheiten erregen, weil sie nicht gerne gehört werden. Wir aber können uns über Unwahrheiten erregen! – Ich meine, beides ist legitim – Zweiteres sogar noch mehr, wenn ich das so formulieren darf. (Abg. Dr. Brinek: Was ist die Wahrheit?)
Abg. Dr. Brinek: Er hat auch die Meinung gesagt!
Es ist auch nicht notwendig, um Erlaubnis zu fragen, wenn man sich über etwas erregt. Es war schon ein einmaliges Ereignis: Dass Präsident Khol diese Rede, wie protokolliert wurde, mit den Worten „Karl-Heinz! Das war eine brillante Rede!“ als Erster Präsident des Nationalrates von seinem Sitz aus kommentiert, war auf jeden Fall eine Neuerung – aber die ÖVP ist ja für Neues – und zumindest interessant. (Abg. Dr. Brinek: Er hat auch die Meinung gesagt!)
Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.
Als ich die Rede hörte, dachte ich mir aber: Da ist weniger von Brillanz die Rede, sondern Brillantine zu riechen. (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.) Sie war mir etwas zu ge-
Abg. Dr. Brinek: Hätten Sie es lieber spröder gehabt?
schmeidig und zu geschniegelt und letztlich eine Summe von Phrasen und Überschriften. (Abg. Dr. Brinek: Hätten Sie es lieber spröder gehabt?) – Lieber spröder und lieber ehrlicher und mit mehr Argumenten, denn es war ein Eintopf oder ein Potpourri aus Beweihräucherung, Halbwahrheiten und Ankündigungen. (Abg. Dr. Brinek: Das ist jetzt Ihre Interpretation!) Da purzelten nur mehr „Meilensteine“, „Zukunftschancen“, „Großartigkeit“ durcheinander und ergaben einen relativ unverdaulichen Eintopf. – Das ist stilistisch nicht wirklich erträglich! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Das ist jetzt Ihre Interpretation!
schmeidig und zu geschniegelt und letztlich eine Summe von Phrasen und Überschriften. (Abg. Dr. Brinek: Hätten Sie es lieber spröder gehabt?) – Lieber spröder und lieber ehrlicher und mit mehr Argumenten, denn es war ein Eintopf oder ein Potpourri aus Beweihräucherung, Halbwahrheiten und Ankündigungen. (Abg. Dr. Brinek: Das ist jetzt Ihre Interpretation!) Da purzelten nur mehr „Meilensteine“, „Zukunftschancen“, „Großartigkeit“ durcheinander und ergaben einen relativ unverdaulichen Eintopf. – Das ist stilistisch nicht wirklich erträglich! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
schmeidig und zu geschniegelt und letztlich eine Summe von Phrasen und Überschriften. (Abg. Dr. Brinek: Hätten Sie es lieber spröder gehabt?) – Lieber spröder und lieber ehrlicher und mit mehr Argumenten, denn es war ein Eintopf oder ein Potpourri aus Beweihräucherung, Halbwahrheiten und Ankündigungen. (Abg. Dr. Brinek: Das ist jetzt Ihre Interpretation!) Da purzelten nur mehr „Meilensteine“, „Zukunftschancen“, „Großartigkeit“ durcheinander und ergaben einen relativ unverdaulichen Eintopf. – Das ist stilistisch nicht wirklich erträglich! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Auch die Medizin arbeitet mit Bildern!
Bilder sind ja schön, und man lernt es wahrscheinlich für Präsentationen, aber es war die Rede von „Fischen ohne Wasser“, dann von einem „Wasser“, das verödet „ohne Fische“. – Jetzt weiß ich nicht, kommt das aus einem Werbetext für Angelruten oder Swimmingpools? (Abg. Dr. Brinek: Auch die Medizin arbeitet mit Bildern!) – Es ist wahr, aber ich kann damit relativ wenig anfangen.
Abg. Brosz: Trickrechner!
Frau Brinek, Sie als Wissenschaftssprecherin und Karl-Heinz Grasser als Zahlenkenner beziehungsweise -jongleur, Sie haben (Abg. Brosz: Trickrechner!) – ja, wie auch immer – behauptet, das universitäre Budget und die Mittel für die Forschung verdoppelt zu haben. (Abg. Dr. Brinek: 1999!) – Ja! Von 1999: Die Zahl ist 1 Milliarde 278 Millionen für 1999, das mal zwei – so geht ja verdoppeln, außer Sie erklären mir jetzt eine andere Grundrechnungsart, Frau Brinek – ergäbe 2 Milliarden 556 Millionen. Im Budget steht aber 2 013 000 000. Das ist verdoppelt, Frau Brinek? Das heißt, es fehlen 543 Millionen €. „Toll“, und das ist verdoppelt worden! Und dann heißt es, wir seien kleinlich, wir seien Kritiker. Ich finde, das ist ein Wahnsinn.
Abg. Dr. Brinek: 1999!
Frau Brinek, Sie als Wissenschaftssprecherin und Karl-Heinz Grasser als Zahlenkenner beziehungsweise -jongleur, Sie haben (Abg. Brosz: Trickrechner!) – ja, wie auch immer – behauptet, das universitäre Budget und die Mittel für die Forschung verdoppelt zu haben. (Abg. Dr. Brinek: 1999!) – Ja! Von 1999: Die Zahl ist 1 Milliarde 278 Millionen für 1999, das mal zwei – so geht ja verdoppeln, außer Sie erklären mir jetzt eine andere Grundrechnungsart, Frau Brinek – ergäbe 2 Milliarden 556 Millionen. Im Budget steht aber 2 013 000 000. Das ist verdoppelt, Frau Brinek? Das heißt, es fehlen 543 Millionen €. „Toll“, und das ist verdoppelt worden! Und dann heißt es, wir seien kleinlich, wir seien Kritiker. Ich finde, das ist ein Wahnsinn.
Abg. Dr. Brinek: Aus einzelnen Maßnahmen kann man nicht ...!
Die Universitäten haben ein natürliches Turn-over des Personals, vor allem an Kliniken. Wissen Sie, was ein Klinikforscher an der Uniklinik Innsbruck tun musste? – Er hat Forschung in der Dienstzeit verboten, weil die Mediziner sonst in der Patientenversorgung und in der Lehre abgehen. Und das ist die Innovation in der Forschung? Da kann ich nur sagen: Bravo! (Abg. Dr. Brinek: Aus einzelnen Maßnahmen kann man nicht ...!)
Abg. Dr. Brinek: Ich habe gesagt, kein ...!
Lesen Sie sich die Briefe und Mails der Rektoren durch, was diese Ihnen über die „Steigerungen“ sagen! (Abg. Dr. Brinek: Ich habe gesagt, kein ...!) – Und wenn Sie, Frau Brinek, meinen, als Abgeordnete müssen Sie immer nur dort klatschen, wo die Unwahrheit am Tisch liegt, so finde ich das für eine Wissenschaftssprecherin beschämend. Genauso finde ich es von Rasinger beschämend, wenn er hier von mir Sachen gehört haben will, die ich nicht gesagt habe. Es könnte dann nämlich auch sein, dass er Sachen zitiert, die er nie gelesen hat – und das ist schlecht! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Brinek: Es stimmt nicht, was Sie sagen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Brinek: Es stimmt nicht, was Sie sagen!
Lesen Sie sich die Briefe und Mails der Rektoren durch, was diese Ihnen über die „Steigerungen“ sagen! (Abg. Dr. Brinek: Ich habe gesagt, kein ...!) – Und wenn Sie, Frau Brinek, meinen, als Abgeordnete müssen Sie immer nur dort klatschen, wo die Unwahrheit am Tisch liegt, so finde ich das für eine Wissenschaftssprecherin beschämend. Genauso finde ich es von Rasinger beschämend, wenn er hier von mir Sachen gehört haben will, die ich nicht gesagt habe. Es könnte dann nämlich auch sein, dass er Sachen zitiert, die er nie gelesen hat – und das ist schlecht! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Brinek: Es stimmt nicht, was Sie sagen!)
Abg. Dr. Niederwieser – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Mag. Grasser –: Besser wäre doch gewesen, er hätte eine Powerpoint-Präsentation gemacht!
Präsident Dr. Andreas Khol: Das Wort ergreift nunmehr Herr Abgeordneter Dr. Mitterlehner. Wunschgemäß stelle ich die Uhr auf 5 Minuten ein. – Bitte. (Abg. Dr. Niederwieser – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Mag. Grasser –: Besser wäre doch gewesen, er hätte eine Powerpoint-Präsentation gemacht!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das ist ein Angebot, meine Damen und Herren, und ein Angebot kann man annehmen oder nicht annehmen. Es ist eine freiwillige Sache, und das Annehmen eines Angebots kann man nicht erzwingen. Wenn Sie Streiks machen, die gegen die Betriebe gerichtet sind, dann ist das ein solches Erzwingen beziehungsweise der Versuch dazu – noch dazu bei der falschen Adresse. Und diese Vorgangsweise lehne ich ab! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir hatten im Jahr 2002 in Österreich 28 000 Gründungen in einer ausgesprochen schwierigen Konjunkturphase. Deutschland hat den einfachen Weg gewählt: minus 4,5 Prozent bei den Gründungen – wir hatten plus 10 Prozent. Das ist meines Erachtens ein gravierender Unterschied! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Zweitens: Es werden die nicht entnommenen Gewinne günstiger gestellt. Das halte ich auch für eine richtige Maßnahme, Herr Minister, die aber noch nicht richtig durchgeführt wurde. Jetzt haben wir die Problematik, dass die Freiberufler im Entwurf ausgeschlossen sind. Das halte ich nicht für richtig im Sinne der Gleichberechtigung. Auch da brauchen wir die gleichen Möglichkeiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Bucher.
Drittens: Wir sollten uns auch anschauen, wo wir jetzt mit der Mindestbesteuerung ansetzen. Meines Erachtens kann man es nicht so machen, dass man eben erst bei 20 000 € Jahresgewinn Vorteile hat, sondern wenn das für Klein- und Mittelbetriebe wirksam sein soll, dann muss man weiter unten ansetzen: Daher muss dieser Mindeststeuersatz weg. Ich hoffe, dass das in den Verhandlungen zum Budgetbegleitgesetz noch passieren wird. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Bucher.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Damit bin ich schon beim Schluss. Der Punkt Exportoffensive ist vielleicht der bedeutendste. Hier machen wir, Regierung und Wirtschaftskammer, eine gemeinsame Aktion. Das ist die Maßgabe und die Grundlage für eine Stärkung des Standorts Österreich mit Konjunkturbelebung. International, so glaube ich, sind wir auf dem richtigen Weg. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Kopf: Diesen Satz hat Leitl nicht gesagt!
Abgeordneter Kurt Eder (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich darf vielleicht gleich an die Ausführungen des Kollegen Mitterlehner anschließen. Es gibt einige Dinge, die er gesagt hat, die man durchaus unterstreichen kann, aber es muss uns schon klar sein: Ihr Präsident unterscheidet sich doch etwas von dem, was Sie gesagt haben. Im „WirtschaftsBlatt“ vom 26. April wird Leitl mit den Worten zitiert: „Schüssel schädigt den Wirtschaftsstandort Österreich“. (Abg. Kopf: Diesen Satz hat Leitl nicht gesagt!)
Abg. Kopf: Lies einmal ...!
Ja, da kann man zwar mit der Hand deuten, Kollege Kopf, aber das steht im „WirtschaftsBlatt“. Das sage nicht ich, das steht hier so. (Abg. Kopf: Lies einmal ...!) Wenn man jetzt von dem ausgeht (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kopf), dann möchte ich hier einmal klarstellen, dass der Wirtschaftsstandort Österreich natürlich dann gefährdet wird, wenn man über die österreichische Bevölkerung mit einem neuen Pensionsrecht so drüberfährt, wie das jetzt gerade geschieht. Das wollen Sie nicht, Kollege Mitterlehner, und das wollen wir nicht! (Beifall bei der SPÖ.) Anscheinend will es nur derjenige, der hier zitiert ist. Das muss man einmal zur Kenntnis nehmen! – Das zum einen. (Abg. Dr. Mitterlehner: Zitieren Sie einmal ordentlich!)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kopf
Ja, da kann man zwar mit der Hand deuten, Kollege Kopf, aber das steht im „WirtschaftsBlatt“. Das sage nicht ich, das steht hier so. (Abg. Kopf: Lies einmal ...!) Wenn man jetzt von dem ausgeht (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kopf), dann möchte ich hier einmal klarstellen, dass der Wirtschaftsstandort Österreich natürlich dann gefährdet wird, wenn man über die österreichische Bevölkerung mit einem neuen Pensionsrecht so drüberfährt, wie das jetzt gerade geschieht. Das wollen Sie nicht, Kollege Mitterlehner, und das wollen wir nicht! (Beifall bei der SPÖ.) Anscheinend will es nur derjenige, der hier zitiert ist. Das muss man einmal zur Kenntnis nehmen! – Das zum einen. (Abg. Dr. Mitterlehner: Zitieren Sie einmal ordentlich!)
Beifall bei der SPÖ.
Ja, da kann man zwar mit der Hand deuten, Kollege Kopf, aber das steht im „WirtschaftsBlatt“. Das sage nicht ich, das steht hier so. (Abg. Kopf: Lies einmal ...!) Wenn man jetzt von dem ausgeht (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kopf), dann möchte ich hier einmal klarstellen, dass der Wirtschaftsstandort Österreich natürlich dann gefährdet wird, wenn man über die österreichische Bevölkerung mit einem neuen Pensionsrecht so drüberfährt, wie das jetzt gerade geschieht. Das wollen Sie nicht, Kollege Mitterlehner, und das wollen wir nicht! (Beifall bei der SPÖ.) Anscheinend will es nur derjenige, der hier zitiert ist. Das muss man einmal zur Kenntnis nehmen! – Das zum einen. (Abg. Dr. Mitterlehner: Zitieren Sie einmal ordentlich!)
Abg. Dr. Mitterlehner: Zitieren Sie einmal ordentlich!
Ja, da kann man zwar mit der Hand deuten, Kollege Kopf, aber das steht im „WirtschaftsBlatt“. Das sage nicht ich, das steht hier so. (Abg. Kopf: Lies einmal ...!) Wenn man jetzt von dem ausgeht (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kopf), dann möchte ich hier einmal klarstellen, dass der Wirtschaftsstandort Österreich natürlich dann gefährdet wird, wenn man über die österreichische Bevölkerung mit einem neuen Pensionsrecht so drüberfährt, wie das jetzt gerade geschieht. Das wollen Sie nicht, Kollege Mitterlehner, und das wollen wir nicht! (Beifall bei der SPÖ.) Anscheinend will es nur derjenige, der hier zitiert ist. Das muss man einmal zur Kenntnis nehmen! – Das zum einen. (Abg. Dr. Mitterlehner: Zitieren Sie einmal ordentlich!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Regler.
Wenn er mit dem ASFINAG-Management spricht, dann weiß auch der Herr Finanzminister sehr genau, dass dieses natürlich Kredite aufnehmen muss, um das Ganze zu finanzieren. Kredite aufnehmen ist aber gleich Schulden machen. Das heißt, der Trick, der uns da vorgeführt wird, ist: Man versucht zwar im Budget, die Ausgaben nach unten zu drücken, aber über die Gesellschaften, die man gründet, werden die Schulden erneuert. Und das sind Maßnahmen, meine Damen und Herren, die auch bezahlt werden müssen! Diese Maßnahmen müssen genau von jenen bezahlt werden, wobei Herr Mitterlehner gerade gejammert hat. (Zwischenruf des Abg. Mag. Regler.)
Beifall bei der SPÖ.
Da sind wir von der SPÖ dagegen! Es müssen auch die Lkw einmal zur Kasse gebeten werden. In diesem Bereich muss man auch einmal zu Kostenwahrheit kommen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Regler: Kostenwahrheit!
Dieselbesteuerung erst für das Jahr 2007 vorgesehen. Diese eine Maßnahme allein bedeutet jedoch eine Verteuerung von rund 335 Millionen € für alle Autofahrer – davon sind Lkw kaum betroffen –, und das steigend! (Abg. Mag. Regler: Kostenwahrheit!)
Beifall bei der SPÖ.
Vorhin wurde über die Lkw-Maut geredet. Hier gibt es dieses Pamphlet von der Bundeswirtschaftskammer mit folgendem Wortlaut: Road Pricing ja, aber wenn es geht, ganz niedrig, ganz moderat. – Natürlich verstehe ich diese Haltung der Interessenvertreter, aber wir brauchen auch im Straßenverkehr ein wenig Kostenwahrheit. Wir wollen den Autofahrern mit ihren Privat-Pkws nicht zumuten, dass sie die ganze Latte zu zahlen haben und die Frächter mit einem blauen Auge davonkommen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Eder: Wieso sind wir per du?
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ein Wort zu den Ausführungen meines Vorredners. Kollege Eder, wenn du von Belastungen sprichst (Abg. Eder: Wieso sind wir per du?), sage ich Folgendes: Ich bin jetzt 50 Jahre alt. Als die SPÖ an der Regierung war, hat sie so viele Belastungen geschaffen, dass man, glaube ich, ein 500 Seiten-Buch damit füllen könnte. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ein Wort zu den Ausführungen meines Vorredners. Kollege Eder, wenn du von Belastungen sprichst (Abg. Eder: Wieso sind wir per du?), sage ich Folgendes: Ich bin jetzt 50 Jahre alt. Als die SPÖ an der Regierung war, hat sie so viele Belastungen geschaffen, dass man, glaube ich, ein 500 Seiten-Buch damit füllen könnte. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Zum Kollegen Nürnberger noch eine Bemerkung, weil er mich heute darauf angesprochen hat, dass ich bei der letzten Plenarsitzung gesagt haben soll: Lesen – denken – sprechen! Er hat gesagt: Rechnen. – Ich würde ihn darum ersuchen: Wenn man etwas berechnet, dann soll man vorher die Formel wissen. Wenn etwas in Verhandlung ist, dann ist noch keine Formel ausgemacht. Daher finde ich es unseriös und unfair, wenn man die Bevölkerung mit Rechenbeispielen irritiert und sagt: So viele Abschläge wirst du haben!, wenn man noch gar nicht weiß, wie hoch die Abschläge sein werden. – So viel dazu. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP
Was mich, da ich vom Baugewerbe komme, besonders freut, ist, dass in die Bautätigkeit investiert wird. Der Wirtschaftsmotor in Österreich ist die Bauwirtschaft; wenn die Bauwirtschaft lebt, dann leben alle damit in Verbindung stehenden Betriebe auch. Dann wird dementsprechend investiert (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP) – ob das in Straßen, in die Bahn, in den Hausbau oder in vieles andere mehr ist. Und das ist, so meine ich, sehr positiv.
Abg. Eder: Habt ihr eh schon ruiniert!
Aber auf eines bin ich schon besonders neugierig: Es wird ja nur von der Pensionsreform geredet. Ich bin schon neugierig auf die Sozialversicherungsreform (Abg. Eder: Habt ihr eh schon ruiniert!), denn in den Selbstverwaltungskörpern sitzen sehr viele Obmänner von den Sozialdemokraten und man hat ja gesehen, wie sie in den letzten Jahrzehnten gewirtschaftet ha-
Abg. Reheis: Ihr habt es ruiniert!
ben. (Abg. Reheis: Ihr habt es ruiniert!) Die haben vom Wirtschaften nicht sehr viel Ahnung, muss ich ganz ehrlich sagen, denn sonst würde nicht ein so hohes Defizit aufscheinen. (Abg. Reheis: Die haben gut gewirtschaftet!)
Abg. Reheis: Die haben gut gewirtschaftet!
ben. (Abg. Reheis: Ihr habt es ruiniert!) Die haben vom Wirtschaften nicht sehr viel Ahnung, muss ich ganz ehrlich sagen, denn sonst würde nicht ein so hohes Defizit aufscheinen. (Abg. Reheis: Die haben gut gewirtschaftet!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Niederwieser: Das war der Gaugg!
Die Bundesregierung hat jetzt den Selbstverwaltungskörpern den Auftrag erteilt, einen Vorschlag zu machen, wie sie besser, effizienter und günstiger bei gleich bleibender Leistung wirtschaften können. Jetzt bin ich schon neugierig: Wer hat diese 16 Selbstbehalte in Österreich geschaffen? Ihr werdet doch nicht sagen, die Freiheitlichen, oder? Das könnt ihr ja doch nicht behaupten! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Niederwieser: Das war der Gaugg!)
Abg. Eder: Das spürt doch keiner!
Ganz zum Schluss. Was ist geschafft worden? – Für Familien das Kindergeld, die „Abfertigung neu“ und jetzt kommt die erste Etappe der Steuerreform. Ich habe von der SPÖ noch nichts von einem Programm dazu gehört. Die erste Etappe der Steuerreform erfolgt 2004. (Abg. Eder: Das spürt doch keiner!) Weiters ist die Angleichung von Arbeitern und Angestellten wieder ein wichtiger Schritt.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Was die 1 000 € Mindestlohn betrifft, muss ich euch sagen: Hätten die Sozialdemokraten, die Gewerkschaften besser verhandelt, dann wäre nicht ein so geringer Kollektivvertrag für die Leute herausgekommen, dann gäbe es auch nicht so viele Mindestpensionisten. Hätten Sie sich etwas mehr bemüht, dann würden auch die Pensionen in Österreich anders ausschauen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Geschätzter Herr Minister! Vielleicht darf ich gleich eingangs mit einem leichten Missverständnis, das offenbar beim Entwerfen der Budgetrede vorherrschte, aufräumen. Herr Finanzminister, Gender Mainstreaming bedeutet nicht nur geschlechtsneutrale Formulierung, und bei der geschlechtsneutralen Formulierung gibt es keine Quotenregelung. Man darf nicht nur, sondern man soll sogar zu 100 Prozent geschlechtsneutral formulieren, und nicht so wie es in Ihrer Rede nur am Anfang der Fall ist. Gegen Ende hin überwiegen immer mehr die männlichen Formulierungen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Ihre Sorgen möchte ich haben!
sind in den Formulierungen auch die Frauen präsent. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ihre Sorgen möchte ich haben!)
Abg. Neudeck: Sind Sie Deutschlehrerin?
Spannend wird es allerdings dann, wenn von den Bürgern die Rede ist. (Abg. Neudeck: Sind Sie Deutschlehrerin?) Da gibt es gerade noch einmal die Bürgerin, allerdings nicht mehr in den Bereichen, in welchen es auch darum geht, dass sie etwas bekommen. Zum Beispiel bekommen nur die Bürger mehr Kaufkraft, die Bürgerinnen leider nicht.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Was sagen Sie zur Reform? Es heißt: die Reform!
Arbeitnehmer, Sozialpartner, Bauern, Unternehmer, die gibt es alle nur in der männlichen Form. Ältere Arbeitnehmer, die von der Pensionsreform zum Beispiel betroffen sind, gibt es nur in der männlichen Form, und vielleicht ist das die Erklärung dafür, dass Sie behaupten, ältere Arbeitnehmer sind bei der Pensionsreform gar nicht so schlimm betroffen – ganz klar, weil Arbeitnehmerinnen deutlich mehr betroffen werden! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Was sagen Sie zur Reform? Es heißt: die Reform!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Offensichtlich ist noch nicht einmal hier im Hohen Haus klar, was Gender Mainstreaming mit dem Budget zu tun hat. Ich darf Sie aufklären, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei und von der ÖVP: Wir sind – Nummer 1! – in der EU, daher gibt es – Nummer 2! – eine Verpflichtung zum Gender Mainstreaming. Und Gender Mainstreaming heißt: Bei allen Maßnahmen, die eine Auswirkung auf die Bevölkerung haben, getrennt bei Männern und Frauen darauf zu schauen und sicherzustellen, dass es zu einer Gleichbehandlung kommt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Mich würde interessieren, ob Sie sich angeschaut haben, dass die Lohnsteuersenkungen natürlich vor allem jenen mehr bringen, die mehr verdienen und daher mehr Lohnsteuer zahlen. Diese werden mehr von einer Senkung profitieren. Und da kann man plötzlich prozentuell rechnen, da wird nicht in absoluten Zahlen gerechnet. Die Einkommensschere, die jetzt schon auseinander klafft, geht noch weiter auseinander auf Grund der Maßnahmen, die diese Regierung trifft, obwohl wir doch – der Herr Finanzminister müsste das eigentlich wissen, auch der Herr Bundeskanzler – eine Verpflichtung zum Gender Mainstreaming haben, und zwar im Rahmen der EU, und obwohl es auch eine Arbeitsgruppe gibt, die die Regierung einsetzt und die sich anschauen müsste, wie sich das auswirkt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Großruck: Gott sei Dank!
Ich komme nun zum Schluss meiner Rede. (Abg. Großruck: Gott sei Dank!) – Dass die Männer das manchmal nicht so gerne hören, wenn die „mittelalterliche Männerpolitik“ kritisiert wird, das verstehe ich schon, da kann ich Ihnen aber nicht helfen, denn zuhören müssen Sie mir! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Es wird entspannend, wenn Sie aufhören!) So viele Rechte haben sich die Frauen zum Glück erkämpft, zumindest in manchen Parteien.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Es wird entspannend, wenn Sie aufhören!
Ich komme nun zum Schluss meiner Rede. (Abg. Großruck: Gott sei Dank!) – Dass die Männer das manchmal nicht so gerne hören, wenn die „mittelalterliche Männerpolitik“ kritisiert wird, das verstehe ich schon, da kann ich Ihnen aber nicht helfen, denn zuhören müssen Sie mir! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Es wird entspannend, wenn Sie aufhören!) So viele Rechte haben sich die Frauen zum Glück erkämpft, zumindest in manchen Parteien.
Beifall bei den Grünen.
Die allgemeine Annahme in diesem Budget ist: Es gibt nur ein Modell, es gibt nur eine Form von Auswirkung – das ist das, was meine Kollegin Sburny heute schon treffend als „mittelalterlich“ und männlich bezeichnet hat –, und für die Frauen kann ich daher nur sagen, um in der Diktion des Herrn Finanzministers zu bleiben: Dieses Budget ist ein großes Wasser – ganz ohne Fische! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Niederwieser: Frühpension!
Sie haben darauf hingewiesen, dass beabsichtigt ist, 10 000 Bundesbedienstete einzusparen. Als gelernter Österreicher weiß ich, wie das am Ende des Tages aussieht. (Abg. Dr. Niederwieser: Frühpension!) Ich möchte aber, meine Damen und Herren, die Aufmerksamkeit darauf hinlenken, dass wir heute in vielen Bereichen am Ende der Fahnenstange der personellen Ressourcen angelangt sind. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Sie haben darauf hingewiesen, dass beabsichtigt ist, 10 000 Bundesbedienstete einzusparen. Als gelernter Österreicher weiß ich, wie das am Ende des Tages aussieht. (Abg. Dr. Niederwieser: Frühpension!) Ich möchte aber, meine Damen und Herren, die Aufmerksamkeit darauf hinlenken, dass wir heute in vielen Bereichen am Ende der Fahnenstange der personellen Ressourcen angelangt sind. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bitte, sich all das auch dann bewusst zu machen, wenn wir zwar sagen, wir müssen großzügiger sein, aber dann noch ein Thema entdecken, das wir gesetzlich abgedeckt haben wollen. Da braucht es eine andere Kultur, die wir gemeinsam angehen sollten! (Beifall bei der ÖVP.)
demonstrativer Beifall bei der SPÖ und den Grünen
beginnt neu (demonstrativer Beifall bei der SPÖ und den Grünen), und man kann mit jedem Tag die Diskussion neu eröffnen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich pflege eine Sprache, in der die Formulierung „Österreich brennt“ nicht vorkommt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich weiß auch, liebe Freunde, dass es grundsätzlich nicht die Sprachkultur meines Kollegen Fritz – Fritz zu Fritz – ist, was ihm heute hier „ausgekommen“ ist. Er hätte eigentlich die Korrektur etwas rascher durchführen sollen. Aber betroffen hat mich gemacht, dass Kollege Heinzl nach der sehr maßvollen Korrektur des Vorsitz führenden Präsidenten Dr. Heinz Fischer am Schluss gemeint hat: Aber eigentlich hat Verzetnitsch Recht gehabt! – Das habe ich mit Bedauern registriert. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Bundesminister Mag. Grasser: Das glaube ich nicht!
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister Grasser, gestern nach Ihrer Budgetrede habe ich einen Anruf bekommen, und da hat ein Herr, der ursprünglich einmal auch Ihr Wähler war, zu mir gesagt: Herr Stronach hat sich sicher etwas dabei gedacht, als er KHG für Marketing angestellt und ihm nicht die Konzernfinanzen anvertraut hat. – Ich glaube auch, es ist gestern bei Ihrer Budgetrede deutlich geworden: Herr Stronach hat Recht gehabt! Geld kann man Ihnen nicht anvertrauen. (Beifall bei der SPÖ. – Bundesminister Mag. Grasser: Das glaube ich nicht!)
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben nämlich gestern kein Zukunftsbudget präsentiert – darüber haben wir heute schon sehr viel diskutiert –, Sie haben hier ein unsoziales Schröpfbudget präsentiert. Sie haben das mit sehr viel Schmäh vorgebracht – Sie sind ja für Marketing zuständig –, aber ich kann Ihnen sagen: Von Ihrem Schmäh können die Leute in Österreich leider nicht leben, davon haben sie nichts. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Bundesminister Mag. Grasser: Ich habe nicht gesagt 4 € pro Jahr!
Sie haben diesen Menschen gegenüber auch verschwiegen, dass sie jetzt nicht einmal 40 Cent im Monat – und das soll großzügig sein? – von Ihnen bekommen, gleichzeitig aber höhere Benzinpreise und höhere Energieabgaben haben, während gleichzeitig auch die Wohnkosten täglich steigen. Angesichts dessen stellen Sie sich her und sagen: Steuersenkung: 4 € im Jahr! – Das ist schäbig, Herr Bundesminister! (Beifall bei der SPÖ. – Bundesminister Mag. Grasser: Ich habe nicht gesagt 4 € pro Jahr!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: So wie alles ist auch das falsch in Ihrer Rede! – Abg. Murauer: Laut, aber falsch!
Wissen Sie, was ich besonders peinlich gefunden habe, Herr Bundesminister? – Dass Sie gestern gesagt haben: „Der Speck muss weg!“ – Sie richten den Österreicherinnen und Österreichern aus: Benzin wird teurer, die Wohnungskosten steigen, ich senke eure Steuern um 4 € im Jahr – bravo! –, aber der Speck muss weg! (Bundesminister Mag. Grasser: Im Zusammenhang mit der Verwaltungsreform habe ich das gesagt!) Doch der einzige Ort, wo Speck vorhanden ist, ist diese Bundesregierung: Wir haben die größte Bundesregierung aller Zeiten – da spielt es keine Rolle! –, und Abfangjäger sind Ihnen auch nicht zu teuer. Da ist der Speck, Herr Bundesminister! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: So wie alles ist auch das falsch in Ihrer Rede! – Abg. Murauer: Laut, aber falsch!)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister, ich habe irgendwie den Eindruck, es gibt überhaupt nur einen, der in dieser Bundesregierung Flügel hat, und das sind Sie. Diese Bundesregierung insgesamt hat auch Flügel bekommen, sie hat die Bodenhaftung verloren, denn sie hat keine Ahnung, was die Probleme und Anliegen der österreichischen Bevölkerung sind. Sie haben die Bodenhaftung verloren und Flügel bekommen, denn es wird leider weder etwas zur Belebung des Wirtschaftswachstums gemacht noch werden Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gesetzt. Es findet sich keine derartige Initiative in Ihrem Budget. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend ein Appell an diese Regierung, vor allem an Sie, Herr Bundesminister und Herr Bundeskanzler – auch Kollege Neugebauer hat das soeben hier formuliert –: Ich fordere Sie auf, das Dialogangebot anzunehmen, das Gespräch wieder aufzunehmen, und zwar mit allen Parteien, mit den Gewerkschaften, mit den Sozialpartnern, mit Herrn Kollegen Neugebauer, mit der Kirche bis hin zum Bundespräsidenten, der schon einen Appell an Sie gerichtet hat! (Bundesminister Mag. Grasser: Glaubwürdigkeit fehlt Ihrer Rede!) Nehmen Sie den Dialog wieder auf, setzen Sie den sozialen Frieden und den sozialen Zusammenhalt, mit dem Österreich groß geworden ist, einen erfolgreichen österreichischen Weg, nicht mutwillig aufs Spiel! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Herren Minister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Wenn Kollegin Bures so von gemeinsamem Vorgehen spricht und appelliert, miteinander zu sprechen, dann muss man ihr schon ins Stammbuch schreiben: Streik ist nicht das richtige Mittel, um mit jemandem zu sprechen oder zu verhandeln! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Streik setzt man dann ein, wenn man zu schwache Argumente hat.
Abg. Eder: Er war einmal in eurer Partei!
Meine Damen und Herren! Im Jahre 2000 präsentierte Finanzminister Grasser erstmals für das Jahr 2002 ein ausgeglichenes Budget – damals für defizitgewohnte SPÖ-Abgeordnete und Ex-Minister eine unerreichbare Utopie. (Abg. Eder: Er war einmal in eurer Partei!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Eder.
Kollege! Er war einmal in unserer Partei, er ist es jetzt nicht mehr. Er ist parteilos, aber deswegen nicht farblos, wie Ihr es vielleicht glaubt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Eder.) – Ich habe gesagt, er ist nicht farblos, er ist parteilos. Du hörst schlecht, Kollege Eder! Darf ich dich mit „Du“ anreden? Ich frage dich deshalb, weil du es Walch verboten hast, obwohl er sagt, er ist bei der Gewerkschaft. Er hat gesagt, unter Kollegen ist das bei der Gewerkschaft so üblich. Ich weiß nicht, wie das bei euch ist. (Abg. Eder: Ich bin nicht bei der Gewerkschaft!) – Ach so! Gut. Das ist kein Fehler.
Abg. Eder: Ich bin nicht bei der Gewerkschaft!
Kollege! Er war einmal in unserer Partei, er ist es jetzt nicht mehr. Er ist parteilos, aber deswegen nicht farblos, wie Ihr es vielleicht glaubt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Eder.) – Ich habe gesagt, er ist nicht farblos, er ist parteilos. Du hörst schlecht, Kollege Eder! Darf ich dich mit „Du“ anreden? Ich frage dich deshalb, weil du es Walch verboten hast, obwohl er sagt, er ist bei der Gewerkschaft. Er hat gesagt, unter Kollegen ist das bei der Gewerkschaft so üblich. Ich weiß nicht, wie das bei euch ist. (Abg. Eder: Ich bin nicht bei der Gewerkschaft!) – Ach so! Gut. Das ist kein Fehler.
Präsident Dr. Fischer übernimmt wieder den Vorsitz.
Das für 2003 und 2004 vorgelegte Doppelbudget weist ein geringes Defizit auf, das den sich abzeichnenden Wirtschaftsaufschwung unterstützen soll. – Plötzlich ist auch das wieder nicht recht. Zuerst war das Nulldefizit nicht recht, jetzt ein leichtes Defizit, um die Wirtschaft anzukurbeln, auch nicht. (Präsident Dr. Fischer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Eder: Vizekanzler? Wer war denn das?
Österreich liegt im europäischen, aber auch im internationalen Vergleich in den Statistiken entweder im guten Mittelfeld oder in Top-Positionen. Dort, wo andere Länder besser sind als Österreich, sind die Ursachen schnell geortet: Es wurde in guten Wirtschaftsjahren gespart, und es wurde Geld in Forschung und Technologie investiert. Nicht so in Österreich: Bei uns haben in guten Jahren sozialdemokratische Kanzler und Minister über Jahrzehnte hinweg Defizite zu verantworten gehabt. (Abg. Eder: Vizekanzler? Wer war denn das?) – Da hat es keinen sozialdemokratischen gegeben. (Abg. Eder: Der Schüssel! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Eder: Der Schüssel! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Österreich liegt im europäischen, aber auch im internationalen Vergleich in den Statistiken entweder im guten Mittelfeld oder in Top-Positionen. Dort, wo andere Länder besser sind als Österreich, sind die Ursachen schnell geortet: Es wurde in guten Wirtschaftsjahren gespart, und es wurde Geld in Forschung und Technologie investiert. Nicht so in Österreich: Bei uns haben in guten Jahren sozialdemokratische Kanzler und Minister über Jahrzehnte hinweg Defizite zu verantworten gehabt. (Abg. Eder: Vizekanzler? Wer war denn das?) – Da hat es keinen sozialdemokratischen gegeben. (Abg. Eder: Der Schüssel! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Schüssel war sozialdemokratischer Vizekanzler? – Ich habe gesagt, sozialdemokratische Kanzler und Finanzminister. – Kollege Eder, lies nicht Zeitung, hör’ mir zu, dann brauchst du nicht dazwischenzurufen! Hören, dann zwischenrufen!, hat heute jemand gesagt! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Eder.
Von sozialdemokratischen Kanzlern und Finanzministern waren über Jahrzehnte Defizite zu verantworten; Geld, das in die verstaatlichte Industrie gepumpt wurde, um jedenfalls vordergründig – und ich sage, nur vordergründig – Arbeitsplätze zu sichern. Nachhaltig war das damals nicht. (Zwischenruf des Abg. Eder.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Marizzi: Stimmt ja gar nicht! Das ist komplett falsch, was du sagst! Du hast gar nicht begriffen, worum es geht!
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Diese Regierung entlastet die Wirtschaft zum Beispiel durch die Abschaffung des 13. Umsatzsteuertermins. Sie setzen alles daran, um diese Entlastung für die Wirtschaft mit Streiks wieder zunichte zu machen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Marizzi: Stimmt ja gar nicht! Das ist komplett falsch, was du sagst! Du hast gar nicht begriffen, worum es geht!)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Grasser.
Ich muss sagen, ich sehe das doch mit sehr gemischten Gefühlen. Ihre ersten Budgetreden haben zwar mehr plakative Sätze enthalten, aber Ihre Ideologie, die jetzt durchbricht, war so deutlich noch nie spürbar. Ich glaube, dass sich dieses Land auf einiges gefasst machen kann, wenn Sie hier noch lange Zeit fuhrwerken dürfen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Grasser.)
Beifall bei den Grünen.
Das heißt, wir haben jetzt eine Universitätsfinanzierung, die unter dem Niveau der Zeit vor der Einführung der Studiengebühren liegt. Das heißt also, dass das, was auch gesetzlich vorgesehen ist, nämlich dass diese Mittel komplett einfließen, einfach nicht eingehalten wird, weil nämlich auf der anderen Seite das Budget gekürzt wird. Das ist eine Form einer Finanzpolitik, die schon sehr „interessant“ und „kreativ“ erscheint. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich bin schon gespannt, was die Bildungsministerin dann sagen wird. Dann wird Österreich nicht mehr „Weltklasse“ und „Europaklasse“ sein, und vielleicht ist das endlich einmal die Chance, dass man in Österreich davon wegkommt, die Bildungspolitik in erster Linie als Sparverein anzusehen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Silvia Fuhrmann (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Hohes Haus! Mein Redebeitrag betrifft – wie kann es anders sein? – auch die Frage der Pensionssicherung. Ich als junge Abgeordnete unterstütze diese Reform aus einem einzigen Grund: weil mir weniger Pension noch immer lieber ist als gar keine. Und wenn wir nichts unternehmen würden, dann wäre das der Fall. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wer hat das Geld dafür?!
Mit dem Bekenntnis von uns jungen Menschen zum Drei-Säulen-Modell, das heißt, auch privat vorzusorgen, ist ein großer Schritt in Richtung Solidarität unsererseits getan. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wer hat das Geld dafür?!) Privatvorsorge im Sinne der dritten Säule ist auch Kapital, das man sich selber auf die Seite legt, was bisher nicht notwendig gewesen ist. (Abg. Dr. Puswald: Das haben wir schon so oft gehört! Das wird nicht besser!)
Abg. Dr. Puswald: Das haben wir schon so oft gehört! Das wird nicht besser!
Mit dem Bekenntnis von uns jungen Menschen zum Drei-Säulen-Modell, das heißt, auch privat vorzusorgen, ist ein großer Schritt in Richtung Solidarität unsererseits getan. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wer hat das Geld dafür?!) Privatvorsorge im Sinne der dritten Säule ist auch Kapital, das man sich selber auf die Seite legt, was bisher nicht notwendig gewesen ist. (Abg. Dr. Puswald: Das haben wir schon so oft gehört! Das wird nicht besser!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wenn ich mir anschaue, dass die durchschnittliche Ausbildungsdauer um drei Jahre angestiegen ist – wir haben es heute schon einmal gehört –, die Erwerbstätigkeit um sechs Jahre kürzer und die Zeit der Pension um zwölf Jahre länger dauert, dann ist es eigentlich seitens der älteren Generation nicht solidarisch, das muss ich festhalten, wenn nur 3 Prozent der älteren Bevölkerung tatsächlich im gesetzlichen Pensionsantrittsalter in Pension gehen. Und wenn der Anteil der 55- bis 64-jährigen Beschäftigten bei nur 28,6 Prozent liegt, dann ist das eigentlich auch nicht sonderlich fair. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn ich mir ausrechne, was passieren würde, wenn wir in diesem Bereich nichts verändern würden, dann stelle ich fest, dass im Jahr 2030 ein Vertreter meiner Generation einen Pensionisten erhalten müsste und dies zirka 30 bis 40 Prozent des durchschnittlichen Einkommens ausmachen würde. Wenn ich dann noch die Krankenversicherung, Steuern und sonstige Abgaben, den öffentlichen Dienst et cetera dazurechne, dann stelle ich fest, es würden zwei Drittel des Einkommens sozusagen verjausnet werden, das heißt, mir bliebe nur ein Drittel übrig, und spätestens dann würden der Generationenvertrag und die Generationensolidarität kippen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Marizzi: Ja, ja! 40 Prozent weniger Pension!
Man muss feststellen, dass Nachbarstaaten und nordische Staaten die Reformen, die wir jetzt machen, bereits vor zehn Jahren durchgeführt haben, was zur Folge hatte, dass dort vom Staat viel weniger Geld in die Pensionen fließt. Daher gibt es dort auch viel mehr Freiraum, um in andere Dinge zu investieren, etwa in Forschung und Entwicklung. Das ist auf lange Sicht auch eine Frage des Arbeitsmarktes, eine Frage des Wettbewerbs, der Konkurrenzfähigkeit, und letztendlich auch eine Frage der Arbeitsplätze. Darum mache ich mir als junger Mensch derzeit Sorgen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Marizzi: Ja, ja! 40 Prozent weniger Pension!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube nicht, dass das die geeignete Vorbereitung auf eine Matura ist! Ich glaube, dass man den Jungen keine Steine in den Weg legen sollte. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Mit Glück hat sich jetzt noch Herr Minister Bartenstein aus der Ecke hervorgeschwindelt, sonst hätte man ja sagen müssen: Wir haben die zweitgrößte Regierungsmannschaft seit vielen, vielen Jahrzehnten – und kein einziger Regierungsvertreter findet es der Mühe wert, auf der Regierungsbank zu sitzen. Das ist die „Achtung“, die Sie diesem Parlament entgegenbringen! (Beifall bei der SPÖ.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Dass nicht einmal der Herr Staatssekretär oder der Herr Finanzminister Zeit finden, diese Debatte hier mitzuverfolgen, ist schon eine gewaltige Missachtung dieses Parlaments. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Widerspruch und Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Zu den Ausführungen meiner Vorrednerin, der Kollegin Fuhrmann, möchte ich nur anmerken, dass sie leicht reden kann. Sie kommt ja aus einem begüterten Fami-lienverband, es gibt ein großes Weingut bei ihr zu Hause. Das ist kein Vorwurf – aber da kann man leicht über die Privatvorsorge reden. (Widerspruch und Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Kollege Neudeck hat gemeint, Streik, das sei so eine Sache, das stehe den Arbeitnehmern in dieser Frage nicht zu. Der Herr Finanzminister hat gemeint, er werde „Freiheit schenken“. – Ich kann Ihnen versichern, die Arbeitnehmer in dieser Republik werden sich die Freiheit nehmen und sich diese nicht schenken lassen! Sie werden sich die Freiheit nehmen und für ihre Anliegen demonstrieren, wann immer sie glauben, dass es notwendig ist! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Niederwieser: Wann war das?
Finz schreibt – ich zitiere –: Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen der Zollwache! Eine moderne Zoll- und Finanzwache ist neben der Steuer- und der Zollverwaltung eine der drei wichtigen Säulen im Bundesministerium für Finanzen, und sie ist daher als eigenständiger Wachkörper unverzichtbar. Eine Verlagerung dieses modernen und effizienten Instruments in ein anderes Ressort ist weder beabsichtigt noch Bestandteil eines Programms der ÖVP. – Zitatende. (Abg. Dr. Niederwieser: Wann war das?)
Ruf bei der SPÖ: Öha!
Meine Damen und Herren! Wie wird er das erfüllen, der Herr Staatssekretär Finz? – Seit 1. Mai, also seit ein paar Tagen, ist dieser gesamte Bereich mit über 2 000 Beamten nämlich Bestandteil des Innenministeriums. (Ruf bei der SPÖ: Öha!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich brauche gar nicht mehr zu sagen, denn es bröckelt schon gewaltig in der ÖVP. Herr Halbmayr, Vorstandsdirektor der Post AG, zieht sich zurück – ein sehr tüchtiger Manager, möchte ich sagen – mit der Bemerkung, er könne diese Politik, den Verkauf der Post AG nicht mehr mittragen. Der Chef der Lehrergewerkschaft, vom ÖAAB, zieht sich zurück, weil er diese Politik der ÖVP nicht mehr mittragen kann. – Meine Damen und Herren von der ÖVP! Sie sind auf dem besten Weg! Glück auf für die nächsten Wahlen, da werden Ihnen nämlich die Wähler davonlaufen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber darüber hinaus: Die Eigenvorsorge soll nicht eine Frage der Klassen sein. Ich verbitte mir diesen Klassenkampf, der hier initiiert wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Klaus Wittauer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Kollegin Weinzinger macht sich in Bezug auf das Budget Gedanken darüber, ob Weiblichkeit darin enthalten ist, ob es „Beamter“ oder „Beamtin“ heißt. – Ich möchte Ihnen sagen, auch in der Bundeshymne heißt es „Heimat bist du großer Söhne“ – schreiben wir da auch „Schwestern“ dazu? (Beifall bei den Freiheitlichen.) „Einig laß in Bruderchören“ – schreiben wir da auch „Schwester“ dazu? Ich bin durchaus dazu bereit, mit Ihnen eine Diskussion darüber zu führen, aber heute reden wir über das Budget, also bleiben wir beim Budget. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Klaus Wittauer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Kollegin Weinzinger macht sich in Bezug auf das Budget Gedanken darüber, ob Weiblichkeit darin enthalten ist, ob es „Beamter“ oder „Beamtin“ heißt. – Ich möchte Ihnen sagen, auch in der Bundeshymne heißt es „Heimat bist du großer Söhne“ – schreiben wir da auch „Schwestern“ dazu? (Beifall bei den Freiheitlichen.) „Einig laß in Bruderchören“ – schreiben wir da auch „Schwester“ dazu? Ich bin durchaus dazu bereit, mit Ihnen eine Diskussion darüber zu führen, aber heute reden wir über das Budget, also bleiben wir beim Budget. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Der Budgetvoranschlag dieser Regierung für die Jahre 2003 und 2004 zeigt, dass es für uns ein wesentlicher Faktor ist, den Wohlstand in Österreich zu sichern und damit zukunftsorientiert und verantwortungsvoll auch für die nächsten Generationen umzugehen. Soziale Standards, die Sicherung des Gesundheitssystems und auch der soziale Frieden für die Zukunft stehen für uns im Mittelpunkt. (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Wo Ihr Mittelpunkt ist, wissen wir: auf der Straße und nicht hier herinnen im Parlament. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Budgetvoranschlag dieser Regierung für die Jahre 2003 und 2004 zeigt, dass es für uns ein wesentlicher Faktor ist, den Wohlstand in Österreich zu sichern und damit zukunftsorientiert und verantwortungsvoll auch für die nächsten Generationen umzugehen. Soziale Standards, die Sicherung des Gesundheitssystems und auch der soziale Frieden für die Zukunft stehen für uns im Mittelpunkt. (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Wo Ihr Mittelpunkt ist, wissen wir: auf der Straße und nicht hier herinnen im Parlament. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.
Ich persönlich bedanke mich im Namen vieler Menschen vor allem bei unseren freiheitlichen Regierungsmitgliedern unter der Führung von Vizekanzler Herbert Haupt dafür, dass in diesem Doppelbudget 2003/2004 die Qualität der freiheitlichen Politik für die Menschen in unserem Land umgesetzt wurde. (Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Frau Kollegin Fuhrmann, Sie sagen, lieber diese Pensionsreform als gar keine. Ich möchte Sie dazu ermuntern, nicht schon jetzt zu resignieren. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn man nach 30 Jahren politischer Arbeit resigniert, dann ist das nachvollziehbar. Resignieren Sie nicht, setzen Sie sich für die bestmögliche Variante ein, das aber ist diese Pensionsreform nicht! Sie wissen das, ich weiß es, wir wissen es. Setzen Sie sich für das Bessere ein! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Steibl: Das machen Sie auch, das ist die Arbeit der Opposition!
Heute war schon viel von Angstmacherei die Rede. (Abg. Steibl: Das machen Sie auch, das ist die Arbeit der Opposition!) Nun, Angst machen muss man überhaupt nicht, aber man kann feststellen, und ich als Familiensprecherin der Grünen stelle fest, dass auch im kommenden Jahr in Österreich weiterhin Familiensilber verscherbelt werden wird. Die größte Verscherbelungsaktion hat ja leider schon stattgefunden. Die wertvollsten Stücke – ich erinnere an Pretiosen wie etwa die Austria Tabak, ein Goldesel – hat man schon verkauft. (Abg. Schweisgut: Was hat das mit einer Familiensprecherin zu tun?) Jetzt geht es darum, 61 000 Bundeswohnungen zu verkaufen, und das weit unter ihrem Wert. (Bundesminister Mag. Grasser: Nein, nicht unter ihrem Wert!) Es geht nur darum, dass Sie, Herr Minister, Geld in Ihre Kassa bekommen. Da geht es um jeden Cent, und das ist genau das Geld, das den Wohnungsuchenden beziehungsweise für den Wohnungsbau in Österreich in Zukunft fehlen wird.
Abg. Schweisgut: Was hat das mit einer Familiensprecherin zu tun?
Heute war schon viel von Angstmacherei die Rede. (Abg. Steibl: Das machen Sie auch, das ist die Arbeit der Opposition!) Nun, Angst machen muss man überhaupt nicht, aber man kann feststellen, und ich als Familiensprecherin der Grünen stelle fest, dass auch im kommenden Jahr in Österreich weiterhin Familiensilber verscherbelt werden wird. Die größte Verscherbelungsaktion hat ja leider schon stattgefunden. Die wertvollsten Stücke – ich erinnere an Pretiosen wie etwa die Austria Tabak, ein Goldesel – hat man schon verkauft. (Abg. Schweisgut: Was hat das mit einer Familiensprecherin zu tun?) Jetzt geht es darum, 61 000 Bundeswohnungen zu verkaufen, und das weit unter ihrem Wert. (Bundesminister Mag. Grasser: Nein, nicht unter ihrem Wert!) Es geht nur darum, dass Sie, Herr Minister, Geld in Ihre Kassa bekommen. Da geht es um jeden Cent, und das ist genau das Geld, das den Wohnungsuchenden beziehungsweise für den Wohnungsbau in Österreich in Zukunft fehlen wird.
Beifall bei den Grünen.
Sie sagen, der Staat – ein schlechter Unternehmer, wie Sie ihn sehen – soll sich ganz aus dem Wohnungsbereich zurückziehen. Das ist Ihre Ideologie, die dahinter steht. Was ist die Alternative? – Die Alternative ist, dass der Wohnungsmarkt Immobiliengesellschaften überlassen wird, die natürlich unter Gewinnmaximierung versuchen, diese Wohnungen zu vermieten. Und das ist nicht das, was wir uns unter einer Sozialpolitik in Österreich vorstellen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Minister! Mit dieser Politik können wir sicher nicht mitgehen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Viele Menschen in unserem Land sind daher verunsichert. Ich brauche Ihnen sicher auch nicht zu sagen: Wenn wenig investiert und konsumiert wird, bedeutet das Einbrüche für die Wirtschaft, wodurch auch Arbeitsplätze und Steuern verloren gehen. Überall in Europa gibt es diese Probleme, und Österreich ist mittendrin. Trotzdem möchte ich sagen, dass es uns hier in Österreich dank der hervorragenden Politik unserer Bundesregierung unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel gelungen ist, gravierende Einbrüche zu verhindern. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Gehen Ihnen etwa die Argumente aus? Herr Abgeordneter Parnigoni musste vorhin unsere jüngste Abgeordnete diffamieren – da, glaube ich, fehlt es wirklich an Gegenargumenten sowohl bei der SPÖ als auch bei den Grünen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Mit dem vorliegenden Budget zeigt die österreichische Bundesregierung Verantwortung und Kompetenz. Das wird für Österreich und seine Bürger eine weitere positive Entwicklung bringen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Trinkl: Zufrieden sein kann! Sehr zufrieden sein kann!
Abgeordneter Ing. Kurt Gartlehner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzter Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, dass man nach der Präsentation dieses Doppelbudgets – das übrigens historisch gesehen nicht das erste ist, wie Kollege Walch, glaube ich, sich das eingebildet hat – wirklich (Abg. Dr. Trinkl: Zufrieden sein kann! Sehr zufrieden sein kann!) sagen kann, dass der Lack von dieser Reformregierung ab ist und dass sich diese Regierung mit ihren Ansprüchen, die sie uns im Jahr 2000 vermittelt hat, auf Grund ihrer konkreten Politik inzwischen selbst ad absurdum führt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Ing. Kurt Gartlehner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzter Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, dass man nach der Präsentation dieses Doppelbudgets – das übrigens historisch gesehen nicht das erste ist, wie Kollege Walch, glaube ich, sich das eingebildet hat – wirklich (Abg. Dr. Trinkl: Zufrieden sein kann! Sehr zufrieden sein kann!) sagen kann, dass der Lack von dieser Reformregierung ab ist und dass sich diese Regierung mit ihren Ansprüchen, die sie uns im Jahr 2000 vermittelt hat, auf Grund ihrer konkreten Politik inzwischen selbst ad absurdum führt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Murauer: Weißt eh, wo du daheim bist?
Man merkt das heute schon am Beispiel der Bauern, die ja ihren Wohlstand im Wesentlichen aus der Solidarverteilung der letzten 30 Jahre lukriert haben, weil deren Förderungen von den Arbeitnehmern finanziert werden. Die heutigen Stellungnahmen der Bauern hier zu diesen Warnstreiks haben schon sehr eigenartig geklungen. Sie wissen anscheinend nicht, wo der Bartl den Most holt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Murauer: Weißt eh, wo du daheim bist?) – Lieber Walter (in Richtung des Abg. Murauer), ich weiß schon, wo ich daheim bin. (Abg. Dr. Trinkl: Wissen Sie, wo der Bartl den Most holt? Oder war das eine Drohung? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Man redet ja nur, was Sache ist. (Ruf bei der ÖVP: Leider nicht!)
in Richtung des Abg. Murauer
Man merkt das heute schon am Beispiel der Bauern, die ja ihren Wohlstand im Wesentlichen aus der Solidarverteilung der letzten 30 Jahre lukriert haben, weil deren Förderungen von den Arbeitnehmern finanziert werden. Die heutigen Stellungnahmen der Bauern hier zu diesen Warnstreiks haben schon sehr eigenartig geklungen. Sie wissen anscheinend nicht, wo der Bartl den Most holt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Murauer: Weißt eh, wo du daheim bist?) – Lieber Walter (in Richtung des Abg. Murauer), ich weiß schon, wo ich daheim bin. (Abg. Dr. Trinkl: Wissen Sie, wo der Bartl den Most holt? Oder war das eine Drohung? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Man redet ja nur, was Sache ist. (Ruf bei der ÖVP: Leider nicht!)
Abg. Dr. Trinkl: Wissen Sie, wo der Bartl den Most holt? Oder war das eine Drohung? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Man merkt das heute schon am Beispiel der Bauern, die ja ihren Wohlstand im Wesentlichen aus der Solidarverteilung der letzten 30 Jahre lukriert haben, weil deren Förderungen von den Arbeitnehmern finanziert werden. Die heutigen Stellungnahmen der Bauern hier zu diesen Warnstreiks haben schon sehr eigenartig geklungen. Sie wissen anscheinend nicht, wo der Bartl den Most holt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Murauer: Weißt eh, wo du daheim bist?) – Lieber Walter (in Richtung des Abg. Murauer), ich weiß schon, wo ich daheim bin. (Abg. Dr. Trinkl: Wissen Sie, wo der Bartl den Most holt? Oder war das eine Drohung? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Man redet ja nur, was Sache ist. (Ruf bei der ÖVP: Leider nicht!)
Ruf bei der ÖVP: Leider nicht!
Man merkt das heute schon am Beispiel der Bauern, die ja ihren Wohlstand im Wesentlichen aus der Solidarverteilung der letzten 30 Jahre lukriert haben, weil deren Förderungen von den Arbeitnehmern finanziert werden. Die heutigen Stellungnahmen der Bauern hier zu diesen Warnstreiks haben schon sehr eigenartig geklungen. Sie wissen anscheinend nicht, wo der Bartl den Most holt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Murauer: Weißt eh, wo du daheim bist?) – Lieber Walter (in Richtung des Abg. Murauer), ich weiß schon, wo ich daheim bin. (Abg. Dr. Trinkl: Wissen Sie, wo der Bartl den Most holt? Oder war das eine Drohung? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Man redet ja nur, was Sache ist. (Ruf bei der ÖVP: Leider nicht!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie reden von der Zeit bis 1999, nicht wahr? Sie sind ein bisschen Ihrer Zeit hinten nach!
Kollege Bucher war es, der gesagt hat: „damit sich Arbeit und Leistung in unserem Land wieder lohnen“. – Kollege Bucher, Sie sind zwar neu in diesem Haus, und ich möchte Ihnen persönlich auch keineswegs das Recht absprechen, so zu argumentieren, sehr wohl aber Ihrer Fraktion. Und als Vertreter der FPÖ ist Ihnen dieses Recht wirklich verwehrt, denn die blau-schwarze Bundesregierung hat Österreich in den letzten drei Jahren die höchste Steuerquote in der Zweiten Republik beschert – sie hat wirklich Rekordabgaben produziert! –, es gibt in Österreich das geringste Einkommenswachstum in der Geschichte, und wir haben die höchste Staatsverschuldung, die es in der Zweiten Republik jemals gegeben hat, und sie steigt weiterhin. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie reden von der Zeit bis 1999, nicht wahr? Sie sind ein bisschen Ihrer Zeit hinten nach!)
Beifall bei der SPÖ.
Mein abschließender Satz: Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! Sie sichern im Wesentlichen den Luftraum, aber Sie schaffen Unsicherheit in Österreichs gesellschaftlichem Gefüge. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das ist schon ein etwas starkes Stück, wenn man sich im Jahr der Behinderten der Behinderten annimmt und dann ein solches Schreiben von den Wiener Kollegen bekommt! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Kollege Wittmann hat mir übrigens auch einmal über eine Presseaussendung ausrichten lassen, dass er immer noch für die Sportmilliarde ist. Dazu muss ich sagen: Es ist nicht so einfach, und ich bin froh darüber, dass wir das Budget haben, das wir jetzt haben. Wir sollten daran gehen, das Geld, das wir haben, möglichst effizient und sinnvoll einzusetzen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
mit entsprechenden Leistungen antworten werden. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Staatssekretär Schweitzer, es ist so, dass in London und in New York die Eliteläuferinnen etwa 30 Minuten vor dem restlichen Feld starten. Wenn Sie es nicht glauben, dann zeige ich es Ihnen. – Das wollte ich hier nur anmerken. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Aber ob das, was in Österreich passiert, vielleicht auch irgendeine Auswirkung auf andere Teile der Welt hat, davon war keine Rede. Das vermisse ich, denn schließlich und endlich hat das, was in Österreich geschieht, sowohl im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit als auch im Bereich der Wirtschaftsförderung, sehr wohl auch Auswirkungen auf andere Teil der Welt, auf die Nachhaltigkeit dort. Und das sollte auch in einer Budgetrede vorkommen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Mag. Grasser: Deswegen habe ich es in die Budgetrede ...!
Zum ersten Mal seit vielen Jahren wird es eine Erhöhung, um etwa 30 Millionen €, geben, und zwar in jenem Bereich, der im Außenamt angesiedelt ist. Dazu kann ich wirklich sagen: Das ist endlich einmal ein erster Schritt! Ich hoffe, Herr Minister, dass Sie das nicht nur, wie Sie es gestern in Ihrer Budgetrede gesagt haben, als ein wichtiges Anliegen der Außenministerin sehen – wir wissen, dass es das ist –, sondern dass Sie das auch für sich und für die restliche Bundesregierung als ein wichtiges Anliegen wahrnehmen, denn die Außenministerin alleine macht das Budget nicht. Es ist schon notwendig, dass auch Sie und die gesamte Bundesregierung das wichtig nehmen, auch in Zukunft! (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Mag. Grasser: Deswegen habe ich es in die Budgetrede ...!)
Beifall bei den Grünen – Abg. Öllinger: Wir hoffen es nicht!
hinein genommen, gut, dann nehme ich das ernst und warte nur darauf und hoffe, dass es in den Budgets 2005 und 2006 – sollten Sie dann noch dafür zuständig sein, woran ich durchaus zweifle (Beifall bei den Grünen – Abg. Öllinger: Wir hoffen es nicht!) – die Erhöhung auf die 0,33 Prozent EU-Durchschnitt – das ist ja eine Verpflichtung auf EU-Ebene! – dann tatsächlich geben wird und dieser Betrag nicht wieder gesenkt wird. – Diesbezüglich gebe ich meinem Kollegen natürlich Recht: Wir hoffen nicht wirklich, dass Sie dann noch für das Budget zuständig sein werden. Aber das werden andere entscheiden. Vielleicht werden es Ihre früheren Parteikollegen entscheiden. Das werden wir ja sehen. (Heiterkeit bei den Grünen.)
Heiterkeit bei den Grünen.
hinein genommen, gut, dann nehme ich das ernst und warte nur darauf und hoffe, dass es in den Budgets 2005 und 2006 – sollten Sie dann noch dafür zuständig sein, woran ich durchaus zweifle (Beifall bei den Grünen – Abg. Öllinger: Wir hoffen es nicht!) – die Erhöhung auf die 0,33 Prozent EU-Durchschnitt – das ist ja eine Verpflichtung auf EU-Ebene! – dann tatsächlich geben wird und dieser Betrag nicht wieder gesenkt wird. – Diesbezüglich gebe ich meinem Kollegen natürlich Recht: Wir hoffen nicht wirklich, dass Sie dann noch für das Budget zuständig sein werden. Aber das werden andere entscheiden. Vielleicht werden es Ihre früheren Parteikollegen entscheiden. Das werden wir ja sehen. (Heiterkeit bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Trunk.
Umweltkriterien werden in gewissem Ausmaß mittlerweile schon beachtet, aber genügend ist das noch nicht. Und vor allem: Niemand bekommt es mit. Es wird nicht veröffentlicht. Es gibt diesbezüglich zwar mittlerweile erste Schritte auf Seiten der Kontrollbank, aber ich erwarte mir von einem österreichischen Finanzminister, dass dieser in seiner Budgetrede nicht nur sagt: So können wir die Arbeitsplätze in Österreich nachhaltig sichern. – Ich habe nichts dagegen, dass er das sagt, aber es müsste wohl auch erwähnt werden: So können wir zum Beispiel einen Beitrag leisten zu ökologischer und sozial nachhaltiger Entwicklung in den Ländern Afrikas, Asiens, Lateinamerikas und in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. – Auch das ist Verantwortung Österreichs! (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Trunk.)
Beifall bei den Grünen.
Das erwarte ich mir also in Zukunft von Ihnen, und ich hoffe, dass Sie darauf achten werden. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Die stimmen ja auch nicht! Die stimmen ja nicht!
Diese vielen Superlative haben mich nämlich schon stutzig gemacht (Abg. Öllinger: Die stimmen ja auch nicht! Die stimmen ja nicht!) – ich komme gerade darauf zu sprechen. Die vielen Superlative in Ihrer Budgetrede, Herr Minister, lassen allein schon deshalb, weil sie ständig mit Rufzeichen versehen werden und weil Sie so „superlativ“ dastehen, Zweifel daran entstehen, wie ernst das Gesagte denn eigentlich gemeint ist!
Heiterkeit bei den Grünen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Frau Abgeordnete! Ich muss die Interessen Ihrer Fraktion wahrnehmen – ich kann das am Mienenspiel ein bisschen ablesen. (Heiterkeit bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Minister: Noch nie – um den Superlativ, der eigentlich in die Budgetrede hineingehört, der Vollständigkeit halber auch hier anzuwenden – hat eine Budgetrede so gestrotzt vor inhaltsleeren Worten und falschen Versprechungen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Ja, ja!
Meine Damen und Herren! Spätestens seit derartigen Pressemeldungen müssen wir zum Nachdenken kommen (Abg. Öllinger: Ja, ja!), denn die Stärke der Österreicherinnen und Österreicher war immer die Tatsache, dass wir über etwas reden können und auch immer eine vernünftige Lösung gefunden haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Warum tun Sie das dann nicht?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Warum tun Sie das dann nicht?
Meine Damen und Herren! Spätestens seit derartigen Pressemeldungen müssen wir zum Nachdenken kommen (Abg. Öllinger: Ja, ja!), denn die Stärke der Österreicherinnen und Österreicher war immer die Tatsache, dass wir über etwas reden können und auch immer eine vernünftige Lösung gefunden haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Warum tun Sie das dann nicht?)
Abg. Öllinger: Richtig! – Es gibt keinen!
Herr Kollege! In einem Land der gelebten Solidarität wie Österreich wird am Verhandlungstisch diskutiert (Abg. Öllinger: Richtig! – Es gibt keinen!), und es ist für mich nicht vertretbar (Abg. Öllinger: Wo ist er denn, der Verhandlungstisch?), die parlamentarische Demokratie durch Streiks zu unterlaufen. (Abg. Öllinger: Oh! Das ist jenseitig! – Abg. Silhavy: Im Parlament ist nicht gestreikt worden!) – Ich habe gesagt: die parlamentarische Demokratie! (Abg. Öllinger: Sie wissen ja gar nicht, wie parlamentarische Demokratie funktioniert!)
Abg. Öllinger: Wo ist er denn, der Verhandlungstisch?
Herr Kollege! In einem Land der gelebten Solidarität wie Österreich wird am Verhandlungstisch diskutiert (Abg. Öllinger: Richtig! – Es gibt keinen!), und es ist für mich nicht vertretbar (Abg. Öllinger: Wo ist er denn, der Verhandlungstisch?), die parlamentarische Demokratie durch Streiks zu unterlaufen. (Abg. Öllinger: Oh! Das ist jenseitig! – Abg. Silhavy: Im Parlament ist nicht gestreikt worden!) – Ich habe gesagt: die parlamentarische Demokratie! (Abg. Öllinger: Sie wissen ja gar nicht, wie parlamentarische Demokratie funktioniert!)
Abg. Öllinger: Oh! Das ist jenseitig! – Abg. Silhavy: Im Parlament ist nicht gestreikt worden!
Herr Kollege! In einem Land der gelebten Solidarität wie Österreich wird am Verhandlungstisch diskutiert (Abg. Öllinger: Richtig! – Es gibt keinen!), und es ist für mich nicht vertretbar (Abg. Öllinger: Wo ist er denn, der Verhandlungstisch?), die parlamentarische Demokratie durch Streiks zu unterlaufen. (Abg. Öllinger: Oh! Das ist jenseitig! – Abg. Silhavy: Im Parlament ist nicht gestreikt worden!) – Ich habe gesagt: die parlamentarische Demokratie! (Abg. Öllinger: Sie wissen ja gar nicht, wie parlamentarische Demokratie funktioniert!)
Abg. Öllinger: Sie wissen ja gar nicht, wie parlamentarische Demokratie funktioniert!
Herr Kollege! In einem Land der gelebten Solidarität wie Österreich wird am Verhandlungstisch diskutiert (Abg. Öllinger: Richtig! – Es gibt keinen!), und es ist für mich nicht vertretbar (Abg. Öllinger: Wo ist er denn, der Verhandlungstisch?), die parlamentarische Demokratie durch Streiks zu unterlaufen. (Abg. Öllinger: Oh! Das ist jenseitig! – Abg. Silhavy: Im Parlament ist nicht gestreikt worden!) – Ich habe gesagt: die parlamentarische Demokratie! (Abg. Öllinger: Sie wissen ja gar nicht, wie parlamentarische Demokratie funktioniert!)
Beifall bei der ÖVP
Ich denke, dass Sie an den Verhandlungstisch kommen sollen, und das tun Sie nicht (Beifall bei der ÖVP): weil Sie keine Lösungen haben, weil Sie nur in der Opposition sind und Angst machen! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.
Ich denke, dass Sie an den Verhandlungstisch kommen sollen, und das tun Sie nicht (Beifall bei der ÖVP): weil Sie keine Lösungen haben, weil Sie nur in der Opposition sind und Angst machen! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Silhavy: Hat der Klestil noch eine Bedeutung? Hat der Herr Bundespräsident noch eine Bedeutung für Sie?
Meine Damen und Herren! Zukunft braucht Verantwortung. Damit wir die Pensionen für alle, insbesondere für die Jungen (Abg. Silhavy: Hat der Klestil noch eine Bedeutung? Hat der Herr Bundespräsident noch eine Bedeutung für Sie?), wie dies auch von meiner Kollegin Fuhrmann heute schon gesagt wurde, in Zukunft absichern, müssen wir jetzt die notwendigen Schritte einleiten und gleichzeitig den Generationenvertrag aufrechterhalten. Das heißt, liebe Kollegin Sil-havy: soziale Sicherheit ausbauen und diese soziale Sicherheit auch absichern! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: ... der Herr Bundespräsident?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: ... der Herr Bundespräsident?
Meine Damen und Herren! Zukunft braucht Verantwortung. Damit wir die Pensionen für alle, insbesondere für die Jungen (Abg. Silhavy: Hat der Klestil noch eine Bedeutung? Hat der Herr Bundespräsident noch eine Bedeutung für Sie?), wie dies auch von meiner Kollegin Fuhrmann heute schon gesagt wurde, in Zukunft absichern, müssen wir jetzt die notwendigen Schritte einleiten und gleichzeitig den Generationenvertrag aufrechterhalten. Das heißt, liebe Kollegin Sil-havy: soziale Sicherheit ausbauen und diese soziale Sicherheit auch absichern! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: ... der Herr Bundespräsident?)
Abg. Sburny: ... genau im Drei-Jahres-Abstand ...!
tigt. Das heißt – und das wird von euch immer wieder verwässert –, dass eine Frau mit zwei Kindern beispielsweise bis 2010 von der Anhebung des Durchrechnungszeitraumes nicht betroffen ist. (Abg. Sburny: ... genau im Drei-Jahres-Abstand ...!) – Es gibt also keine Nachteile für Frauen, wie sie zum Beispiel Abgeordnete Csörgits in einer Pressemeldung behauptet hat.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Ach, das ist gar nicht vom Grasser? Ich hab’ geglaubt, das ist vom Grasser!
Ich denke, dem ist nichts hinzuzufügen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Ach, das ist gar nicht vom Grasser? Ich hab’ geglaubt, das ist vom Grasser!)
Abg. Steibl: Herr Kollege, du flüchtest auch! Dich sehe ich nirgends!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Vertreter des Finanzministers! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Es ist schon einigermaßen lustig: Frau Kollegin Steibl flüchtet sich schon in vergangene Jahrhunderte und zu spanischen Zeitungen. (Abg. Steibl: Herr Kollege, du flüchtest auch! Dich sehe ich nirgends!) Ich verstehe das auch bis zu einem gewissen Grad: Die österreichischen Zeitungen, Frau Kollegin Steibl, sind offenbar nicht ganz nach Ihrem Geschmack.
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Sie mich fragen, meine Damen und Herren, dann muss ich sagen: Es ist keine schlechte Premiere – insofern stimmt diese Unterschlagzeile nicht –, es ist eigentlich ein schlechter Abgesang. Ich glaube nämlich nicht, dass dieser Finanzminister noch jemals hier eine Budgetrede halten wird! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Trinkl: Was heißt „nur mehr“?
In den Medien ist der Herr Finanzminister ja sehr präsent, im Parlament jedoch macht er sich rar – das wird jetzt eindrucksvoll bewiesen, da uns nur mehr der Herr Staatssekretär die Ehre gibt. (Abg. Dr. Trinkl: Was heißt „nur mehr“?) So ist das auch im Rechnungshofausschuss Usus. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Bei Ihrer Rede ist es besser, er ist nicht da! Das ist so uninteressant für ihn!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Bei Ihrer Rede ist es besser, er ist nicht da! Das ist so uninteressant für ihn!
In den Medien ist der Herr Finanzminister ja sehr präsent, im Parlament jedoch macht er sich rar – das wird jetzt eindrucksvoll bewiesen, da uns nur mehr der Herr Staatssekretär die Ehre gibt. (Abg. Dr. Trinkl: Was heißt „nur mehr“?) So ist das auch im Rechnungshofausschuss Usus. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Bei Ihrer Rede ist es besser, er ist nicht da! Das ist so uninteressant für ihn!)
Ruf bei der SPÖ: Schlechtes Gewissen!
Bis zum Sommer hat der Finanzminister keine Minute Zeit, hier im Parlament zum Thema ÖIAG zu diskutieren. (Ruf bei der SPÖ: Schlechtes Gewissen!) Meine Damen und Herren! Das hat überhaupt nichts mehr mit Dialog, ausgestreckten Händen und diesen Sachen zu tun, sondern da geht es schon längst um den Respekt vor dem Parlament, um die Achtung von demokratischen Prozessen und um verfassungsrechtliche Aufgaben der Abgeordneten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Bis zum Sommer hat der Finanzminister keine Minute Zeit, hier im Parlament zum Thema ÖIAG zu diskutieren. (Ruf bei der SPÖ: Schlechtes Gewissen!) Meine Damen und Herren! Das hat überhaupt nichts mehr mit Dialog, ausgestreckten Händen und diesen Sachen zu tun, sondern da geht es schon längst um den Respekt vor dem Parlament, um die Achtung von demokratischen Prozessen und um verfassungsrechtliche Aufgaben der Abgeordneten. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Eigentlich gibt es zwei Möglichkeiten: eine Fortsetzung der erbärmlichen Vorgangsweise wie damals bei Frau Ministerin Forstinger oder der Herr Finanzminister stellt seine Präsenz sicher, und zwar noch vor dem Sommer. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) Ich hoffe – Herr Staatssekretär, Sie werden ihm das ausrichten –, er wird sich nicht auf dieses Niveau begeben und sagen, dass er ja kommen möchte, die Mehrheit dies aber verhindere. Ich glaube, auf dieses niedrige Niveau wird sich selbst der Herr Finanzminister nicht begeben. Also: Entweder kommt der Finanzminister und stellt sich der Diskussion im dazu zuständigen Gremium des Nationalrates, oder die Vorgangsweise ist so erbärmlich wie in der Vergangenheit und so erbärmlich wie die gestrige Budgetrede des Ministers. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Eigentlich gibt es zwei Möglichkeiten: eine Fortsetzung der erbärmlichen Vorgangsweise wie damals bei Frau Ministerin Forstinger oder der Herr Finanzminister stellt seine Präsenz sicher, und zwar noch vor dem Sommer. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) Ich hoffe – Herr Staatssekretär, Sie werden ihm das ausrichten –, er wird sich nicht auf dieses Niveau begeben und sagen, dass er ja kommen möchte, die Mehrheit dies aber verhindere. Ich glaube, auf dieses niedrige Niveau wird sich selbst der Herr Finanzminister nicht begeben. Also: Entweder kommt der Finanzminister und stellt sich der Diskussion im dazu zuständigen Gremium des Nationalrates, oder die Vorgangsweise ist so erbärmlich wie in der Vergangenheit und so erbärmlich wie die gestrige Budgetrede des Ministers. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Silhavy: In die Tasche zu greifen!
Vom Standpunkt des Unternehmertums aus zu denken bedeutet natürlich auch: Stiftungen nicht zu besteuern, bei ArbeitnehmerInnen, PensionistInnen, SteuerzahlerInnen verstärkt abzuschöpfen. (Abg. Silhavy: In die Tasche zu greifen!) In die Tasche zu greifen – korrekt, so ist es, Kollegin Silhavy. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Gott sei Dank hat sie Ihnen etwas eingesagt!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Gott sei Dank hat sie Ihnen etwas eingesagt!
Vom Standpunkt des Unternehmertums aus zu denken bedeutet natürlich auch: Stiftungen nicht zu besteuern, bei ArbeitnehmerInnen, PensionistInnen, SteuerzahlerInnen verstärkt abzuschöpfen. (Abg. Silhavy: In die Tasche zu greifen!) In die Tasche zu greifen – korrekt, so ist es, Kollegin Silhavy. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Gott sei Dank hat sie Ihnen etwas eingesagt!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es ist alles nur eine Frage der Männerpensionen, es geht nicht auch darum, was mit den Frauen in diesem Prozess geschieht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Donabauer: Uns geht es nicht um den Betrag allein, uns geht es um die Agrarpolitik insgesamt!
Was bedeutet dieses neue Denken für die Landwirtschaft?– Ich habe hier von den Landwirtschaftsvertretern nur gehört: Wunderbar, das Agrarbudget ist gesichert; Kollege Donabauer, 3 Milliarden – ich war auch immer dafür, dass dieses Paket für die Landwirtschaft gesichert sein muss. (Abg. Donabauer: Uns geht es nicht um den Betrag allein, uns geht es um die Agrarpolitik insgesamt!)
Abg. Donabauer: Das steht ja nicht in Frage!
Aber was heißt das im Kontext dieses neoliberalen Wirtschaftskonzeptes? Was bedeutet das, wenn man es durchdenkt, für die Landwirtschaft? Was bedeutet „mehr privat“ für die Landwirtschaft? – Massives Bauernsterben, keine Ausgleichszahlungen für Bergbauern und Berg-bäuerinnen mehr, das wäre die Konsequenz von „mehr privat“, keine ausreichenden bäuerli-chen Pensionen, weil auf Grund der Alterspyramide selbstverständlich höhere Zuschüsse notwendig sind. (Abg. Donabauer: Das steht ja nicht in Frage!)
Abg. Donabauer: Das haben wir alles gesichert! Das ist ja das Positive an dem Budget!
Es würde weiters bedeuten: weniger Bürokratie – diese wird immer wieder angegriffen; aber das würde es auch bedeuten, keine Frage. Es würde zudem auch bedeuten: weniger Umweltbewusstsein, weniger Umweltförderung, Kollege Donabauer, und weniger Beratung und weniger Innovation für die Bäuerinnen und Bauern. (Abg. Donabauer: Das haben wir alles gesichert! Das ist ja das Positive an dem Budget!) – Das sollten gerade Sie als Agrarvertreter verstärkt in die Debatte einbringen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es würde weiters bedeuten: weniger Bürokratie – diese wird immer wieder angegriffen; aber das würde es auch bedeuten, keine Frage. Es würde zudem auch bedeuten: weniger Umweltbewusstsein, weniger Umweltförderung, Kollege Donabauer, und weniger Beratung und weniger Innovation für die Bäuerinnen und Bauern. (Abg. Donabauer: Das haben wir alles gesichert! Das ist ja das Positive an dem Budget!) – Das sollten gerade Sie als Agrarvertreter verstärkt in die Debatte einbringen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Donabauer: Mäßigen Sie sich!
Darüber sollten Sie diskutieren, statt der Deregulierung das Wort zu reden oder zu schweigen – das ist nämlich eigentlich das Unglaubliche: Sie schweigen dazu, kassieren ab und lassen die anderen Bevölkerungsgruppen im Regen stehen! (Abg. Donabauer: Mäßigen Sie sich!) Das zeugt nicht von einem sozialen Gewissen, das ist keine soziale Vorgangsweise! (Beifall bei den Grünen.) Dazu können wir nur sagen: Falsch gedacht und falsch gegangen, Kollege Donabauer! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Donabauer.)
Beifall bei den Grünen.
Darüber sollten Sie diskutieren, statt der Deregulierung das Wort zu reden oder zu schweigen – das ist nämlich eigentlich das Unglaubliche: Sie schweigen dazu, kassieren ab und lassen die anderen Bevölkerungsgruppen im Regen stehen! (Abg. Donabauer: Mäßigen Sie sich!) Das zeugt nicht von einem sozialen Gewissen, das ist keine soziale Vorgangsweise! (Beifall bei den Grünen.) Dazu können wir nur sagen: Falsch gedacht und falsch gegangen, Kollege Donabauer! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Donabauer.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Donabauer.
Darüber sollten Sie diskutieren, statt der Deregulierung das Wort zu reden oder zu schweigen – das ist nämlich eigentlich das Unglaubliche: Sie schweigen dazu, kassieren ab und lassen die anderen Bevölkerungsgruppen im Regen stehen! (Abg. Donabauer: Mäßigen Sie sich!) Das zeugt nicht von einem sozialen Gewissen, das ist keine soziale Vorgangsweise! (Beifall bei den Grünen.) Dazu können wir nur sagen: Falsch gedacht und falsch gegangen, Kollege Donabauer! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Donabauer.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
an uns, da sind wir gut unterwegs!) Daher sollten Sie diese Pensionsreform bis zum Herbst zurückstellen. Und Sie werden sehen, sie wird dann gelingen, Kollege Donabauer. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Reheis: Das tun sie eben nicht, Karin! Sie verweigern die Diskussion!
Ich bin irrsinnig stolz darauf, dass wir es sind, die ÖVP, diese Bundesregierung und jeder Einzelne von unseren Abgeordneten – wir stehen jeden Tag draußen und reden mit den Menschen, erklären ihnen Dinge, klären sie auf (Abg. Reheis: Das tun sie eben nicht, Karin! Sie verweigern die Diskussion!) –, die dieser Verantwortung endlich gerecht werden! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin irrsinnig stolz darauf, dass wir es sind, die ÖVP, diese Bundesregierung und jeder Einzelne von unseren Abgeordneten – wir stehen jeden Tag draußen und reden mit den Menschen, erklären ihnen Dinge, klären sie auf (Abg. Reheis: Das tun sie eben nicht, Karin! Sie verweigern die Diskussion!) –, die dieser Verantwortung endlich gerecht werden! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Reheis: Aber wirklich, das kann ich beweisen! Alle Fraktionen waren da, die ÖVP nicht! – Abg. Donabauer: Herr Kollege! Ich war überall, wo ich eingeladen war!
Ich bin stolz auf die ÖVP, auf diese Bundesregierung! Und ich kann Ihnen sagen: Diese „Brösel“ ... (Abg. Reheis: Aber wirklich, das kann ich beweisen! Alle Fraktionen waren da, die ÖVP nicht! – Abg. Donabauer: Herr Kollege! Ich war überall, wo ich eingeladen war!) – Lieber Gerhard Reheis, ich weiß auch, dass es nicht leicht ist, hinauszugehen und zu sagen: Wir brauchen das!, jeden Tag mit den Menschen zu reden, ihnen zu erklären und zu sagen, warum das wichtig ist, nämlich weil es sich anders nicht ausgeht. Das Schöne daran ist, zu sehen, dass die Menschen das einsehen, begreifen und verstehen, dass wir uns – auf gut Deutsch – diese „Brösel“ auch nicht antäten, wenn es nicht notwendig wäre! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Reheis: Die FPÖ geht hin, aber ihr nicht!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Reheis: Die FPÖ geht hin, aber ihr nicht!
Ich bin stolz auf die ÖVP, auf diese Bundesregierung! Und ich kann Ihnen sagen: Diese „Brösel“ ... (Abg. Reheis: Aber wirklich, das kann ich beweisen! Alle Fraktionen waren da, die ÖVP nicht! – Abg. Donabauer: Herr Kollege! Ich war überall, wo ich eingeladen war!) – Lieber Gerhard Reheis, ich weiß auch, dass es nicht leicht ist, hinauszugehen und zu sagen: Wir brauchen das!, jeden Tag mit den Menschen zu reden, ihnen zu erklären und zu sagen, warum das wichtig ist, nämlich weil es sich anders nicht ausgeht. Das Schöne daran ist, zu sehen, dass die Menschen das einsehen, begreifen und verstehen, dass wir uns – auf gut Deutsch – diese „Brösel“ auch nicht antäten, wenn es nicht notwendig wäre! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Reheis: Die FPÖ geht hin, aber ihr nicht!)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Was wir darüber hinaus tun, ist, in vielen Bereichen noch mehr an Verantwortung zu übernehmen und eine nachhaltige Politik in vielerlei Hinsicht zu betreiben: im Hinblick auf die Pensionsreform etwa, bei der nicht nur – wie das bei den Oppositionsparteien der Fall ist – an den nächsten Wahltag, sondern auch an kommende Generationen gedacht wird. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Abg. Silhavy: Das ist kabaretthaft!
Weiters: eine nachhaltige und grundlegende Politik beispielsweise in Bezug auf eine gesunde Umwelt beziehungsweise eine nachhaltige Entwicklung, um eben endlich die notwendigen Mittel zur Erreichung des Kyoto-Ziels zu haben (Abg. Silhavy: Das ist kabaretthaft!): 30 Millionen € im nächsten, 60 Millionen € im übernächsten Jahr. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lunacek.) Das ist auch mir noch nicht genug, aber das ist wesentlich mehr an Mitteln, als dafür in den letzten zehn Jahren zur Verfügung stand, und darüber freue ich mich wirklich sehr. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Lunacek.
Weiters: eine nachhaltige und grundlegende Politik beispielsweise in Bezug auf eine gesunde Umwelt beziehungsweise eine nachhaltige Entwicklung, um eben endlich die notwendigen Mittel zur Erreichung des Kyoto-Ziels zu haben (Abg. Silhavy: Das ist kabaretthaft!): 30 Millionen € im nächsten, 60 Millionen € im übernächsten Jahr. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lunacek.) Das ist auch mir noch nicht genug, aber das ist wesentlich mehr an Mitteln, als dafür in den letzten zehn Jahren zur Verfügung stand, und darüber freue ich mich wirklich sehr. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Weiters: eine nachhaltige und grundlegende Politik beispielsweise in Bezug auf eine gesunde Umwelt beziehungsweise eine nachhaltige Entwicklung, um eben endlich die notwendigen Mittel zur Erreichung des Kyoto-Ziels zu haben (Abg. Silhavy: Das ist kabaretthaft!): 30 Millionen € im nächsten, 60 Millionen € im übernächsten Jahr. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lunacek.) Das ist auch mir noch nicht genug, aber das ist wesentlich mehr an Mitteln, als dafür in den letzten zehn Jahren zur Verfügung stand, und darüber freue ich mich wirklich sehr. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Lunacek: Aber die letzte Bundesregierung hat ...!
Was den entwicklungspolitischen Bereich anlangt – das sei Ihnen gesagt, Frau Kollegin Lunacek, da Sie das nicht gefunden haben (Abg. Mag. Lunacek: Aber die letzte Bundesregierung hat ...!) –, gibt es zwar heuer keine Steigerung der Budgets, nächstes Jahr stehen jedoch – endlich! – 0,33 Prozent des Bruttoinlandsproduktes zur Verfügung.
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP
Meine Damen und Herren, ich glaube, auch darauf können wir stolz sein (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP) – und das zeigt schon auch, dass die Asylpolitik dieser Bundesregierung ganz offensichtlich eine ist, die sich sehen lassen kann. Und das muss auch so bleiben! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, ich glaube, auch darauf können wir stolz sein (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP) – und das zeigt schon auch, dass die Asylpolitik dieser Bundesregierung ganz offensichtlich eine ist, die sich sehen lassen kann. Und das muss auch so bleiben! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Deswegen hat sich diese Bundesregierung bei Pensionen, bei der Bildung, bei Investitionen in die Infrastruktur, bei der Erreichung der Kyoto-Ziele, bei einer Umstellung in der Umweltpolitik dem Ziel Nachhaltigkeit verschrieben, und auf diesem Weg werden wir weitergehen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen
Ich meine, es ist äußerst bedenklich für den Zustand und die Qualität des Parlamentarismus in diesem Hause, dass heute hier während dieser Debatte öfter als 46 Mal – ich wiederhole: öfter als 46 Mal! – von Abgeordneten der FPÖ und ÖVP ein demokratisches Grundrecht in Frage, ein demokratisches Grundrecht in Abrede gestellt wird, nämlich das Grundrecht, Kritik zu äußern (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen), weiters das demokratische Grundrecht, zu streiken, sowie das demokratische Grundrecht, zu demonstrieren. (Abg. Dr. Rasinger: Bei welcher Debatte war das?)
Abg. Dr. Rasinger: Bei welcher Debatte war das?
Ich meine, es ist äußerst bedenklich für den Zustand und die Qualität des Parlamentarismus in diesem Hause, dass heute hier während dieser Debatte öfter als 46 Mal – ich wiederhole: öfter als 46 Mal! – von Abgeordneten der FPÖ und ÖVP ein demokratisches Grundrecht in Frage, ein demokratisches Grundrecht in Abrede gestellt wird, nämlich das Grundrecht, Kritik zu äußern (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen), weiters das demokratische Grundrecht, zu streiken, sowie das demokratische Grundrecht, zu demonstrieren. (Abg. Dr. Rasinger: Bei welcher Debatte war das?)
Abg. Großruck: Seien Sie nicht so böse, seien Sie ein bisschen lustiger!
Nicht geschätzte Kollegen mit dem eingeschränkten Verhältnis zu einer sehr beschränkten Form und Interpretation von Demokratie! Sie sollten doch genauso wissen, dass die Qualität einer Demokratie nicht daran gemessen werden kann, was Sie anordnen, unterdrücken, verhindern oder verbieten (Abg. Großruck: Seien Sie nicht so böse, seien Sie ein bisschen lustiger!), sondern die Qualität von Demokratie wird daran gemessen, was ermöglicht, gefördert, unterstützt und zugelassen wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Nicht geschätzte Kollegen mit dem eingeschränkten Verhältnis zu einer sehr beschränkten Form und Interpretation von Demokratie! Sie sollten doch genauso wissen, dass die Qualität einer Demokratie nicht daran gemessen werden kann, was Sie anordnen, unterdrücken, verhindern oder verbieten (Abg. Großruck: Seien Sie nicht so böse, seien Sie ein bisschen lustiger!), sondern die Qualität von Demokratie wird daran gemessen, was ermöglicht, gefördert, unterstützt und zugelassen wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wir werden Sie daran erinnern! Wir wissen, mit welchen Methoden Sie arbeiten!
Ich denke, es ist wichtig, Sie von ÖVP und FPÖ darauf hinzuweisen, denn eines Tages könnte es andere Menschen, andere Gruppen in unserer Republik Österreich treffen, Menschen beispielsweise, die der ÖVP oder der FPÖ angehören – und selbstverständlich haben auch diese Menschen das Recht, Kritik zu üben, zu demonstrieren und zu streiken. (Abg. Scheibner: Wir werden Sie daran erinnern! Wir wissen, mit welchen Methoden Sie arbeiten!) Dieses Grundrecht steht allen zu: allen Menschen in der Republik Österreich, allen Österreicherinnen und Österreichern sowie allen Menschen aus anderen Ländern, die bei uns eine Heimat gefunden haben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich denke, es ist wichtig, Sie von ÖVP und FPÖ darauf hinzuweisen, denn eines Tages könnte es andere Menschen, andere Gruppen in unserer Republik Österreich treffen, Menschen beispielsweise, die der ÖVP oder der FPÖ angehören – und selbstverständlich haben auch diese Menschen das Recht, Kritik zu üben, zu demonstrieren und zu streiken. (Abg. Scheibner: Wir werden Sie daran erinnern! Wir wissen, mit welchen Methoden Sie arbeiten!) Dieses Grundrecht steht allen zu: allen Menschen in der Republik Österreich, allen Österreicherinnen und Österreichern sowie allen Menschen aus anderen Ländern, die bei uns eine Heimat gefunden haben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Im Jahre 2001 gab es das so genannte Nulldefizit; mit Lorbeeren hat sich der Herr Finanzminis-ter ja selbst geschmückt. Unbestritten – und das wurde auch das letzte Mal vom Herrn Finanzminister nicht bestritten – ist die Tatsache, dass diese Null-Neuverschuldung aus dem Jahre 2001 ausschließlich die Länder und Kommunen getragen haben – und nicht der Bund! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP
Dieselbe Methode soll jetzt wieder angewendet werden. Und wie? – In noch unverschämterer Form als damals, dass nämlich den Gesetzentwürfen des Finanzministeriums entsprechend der Bund alle neuen Einnahmen kassiert, und zwar zu 100 Prozent (Zwischenruf bei der ÖVP), alle neuen und erhöhten Steuern! In diesem Zusammenhang erwähne ich nur die Erhöhung der Mineralölsteuer und, als Kärntnerin und doch auch für die Wiener sprechend (Abg. Scheibner: Nein! Nein!), die neuen Altlastenbeiträge für die Müllverbrennung. (Abg. Scheibner: Für die Wiener dürfen Sie nicht sprechen! Wissen Sie, wie viele Gebühren angehoben wurden in letzter Zeit?!)
Abg. Scheibner: Nein! Nein!
Dieselbe Methode soll jetzt wieder angewendet werden. Und wie? – In noch unverschämterer Form als damals, dass nämlich den Gesetzentwürfen des Finanzministeriums entsprechend der Bund alle neuen Einnahmen kassiert, und zwar zu 100 Prozent (Zwischenruf bei der ÖVP), alle neuen und erhöhten Steuern! In diesem Zusammenhang erwähne ich nur die Erhöhung der Mineralölsteuer und, als Kärntnerin und doch auch für die Wiener sprechend (Abg. Scheibner: Nein! Nein!), die neuen Altlastenbeiträge für die Müllverbrennung. (Abg. Scheibner: Für die Wiener dürfen Sie nicht sprechen! Wissen Sie, wie viele Gebühren angehoben wurden in letzter Zeit?!)
Abg. Scheibner: Für die Wiener dürfen Sie nicht sprechen! Wissen Sie, wie viele Gebühren angehoben wurden in letzter Zeit?!
Dieselbe Methode soll jetzt wieder angewendet werden. Und wie? – In noch unverschämterer Form als damals, dass nämlich den Gesetzentwürfen des Finanzministeriums entsprechend der Bund alle neuen Einnahmen kassiert, und zwar zu 100 Prozent (Zwischenruf bei der ÖVP), alle neuen und erhöhten Steuern! In diesem Zusammenhang erwähne ich nur die Erhöhung der Mineralölsteuer und, als Kärntnerin und doch auch für die Wiener sprechend (Abg. Scheibner: Nein! Nein!), die neuen Altlastenbeiträge für die Müllverbrennung. (Abg. Scheibner: Für die Wiener dürfen Sie nicht sprechen! Wissen Sie, wie viele Gebühren angehoben wurden in letzter Zeit?!)
Die Rednerin übergibt dem auf der Regierungsbank sitzenden Staatssekretär Dr. Finz ein Schriftstück.
Ich darf Ihnen, Herr Staatssekretär Finz, den Brief aller Kärntner Bürgermeister, insbesondere von ÖVP und FPÖ, zu dieser Abgabe überreichen – in der Hoffnung, dass Sie diesen dem Herrn Finanzminister geben werden. (Die Rednerin übergibt dem auf der Regierungsbank sitzenden Staatssekretär Dr. Finz ein Schriftstück.)
Abg. Großruck: Wer sagt denn das?
Meine Damen und Herren, was heißt das? – Sie sprechen nicht mit den ÖVP-Landeshauptleuten, Sie sprechen nicht mit den FPÖ-Finanzreferenten etwa in Kärnten, Sie sprechen nicht mit dem ÖGB und Sie haben nicht einmal ein Ohr, Kollegen der ÖVP und Herr Bundeskanzler Schüssel (Abg. Großruck: Wer sagt denn das?), wenn Wirtschaftskammerpräsident Leitl täglich sehr demütig um einen Gesprächstermin fleht und Gesprächskultur fordert.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Sie sprechen mit niemandem! Das ist Gesprächsverweigerung, und daher steht es jedem Menschen in Österreich zu, dagegen und auch gegen diese politischen Methoden des Diktierens statt kreativ partnerschaftlichen Regierens auf die Straße zu gehen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Großruck: Das ist ein Landsmann!
Herr abwesender Bundeskanzler und Herr abwesender Finanzminister, ein letzter Punkt: Karl-Heinz Grasser hat im Jahr 2001 gesagt (Abg. Großruck: Das ist ein Landsmann!), er habe keine Leidenschaft dafür, dieses Kriegsgerät anzukaufen. Und weiter, O-Ton Grasser von 2001: Ich werde dagegen sein, mich dagegen aussprechen, und ich werde Anwalt der Steuerzahler sein. – Zitatende.
Beifall bei der SPÖ.
Herr Finanzminister, Herr Bundeskanzler und restliches Team dieser Bundesregierung! Wie, mit welchen Argumenten hat es die Waffenlobby geschafft, Sie davon zu überzeugen, dass dieser bedenkliche Text mit den „xx Millionen €“ – es sind nicht drei X, sondern nur zwei – im Budgetbegleitgesetz steht? Und: Mit welchen Methoden haben sie Sie unter derartigen Zeitdruck gebracht? Denn politisch sehr klug ist es nicht, Pensionen zu kürzen, Selbstbehalte einzuführen und gleichzeitig die XX-large-Kriegsgeräte anzukaufen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Schon wieder ...!
Abgeordnete Heidemarie Rest-Hinterseer (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte KollegInnen des Hohen Hauses! Ich ersuche die geschätzten Kollegen, sich mit angesprochen zu fühlen, so wie wir Frauen uns oft mit angesprochen fühlen, wenn wir nur mit der männlichen Form apostrophiert werden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Schon wieder ...!) – Schon wieder dasselbe Thema – aber ich setze dort fort, wo Kollegin Trunk aufgehört hat.
Abg. Großruck: Auf welcher Internetseite? Städte- oder Gemeindebund?
Mir ist nämlich auch aufgefallen, woher diese Bundesregierung immer wieder ihre Finanzmittel lukriert. Ich zitiere ebenfalls aus einer unverdächtigen Quelle, nämlich von der Internetseite des Österreichischen Städte- und Gemeindebundes. (Abg. Großruck: Auf welcher Internetseite? Städte- oder Gemeindebund?) Bei der Budgetsanierung 2001 hat der Bund mehr als 2 Milliarden € für sich allein behalten, beim aktuellen Budget ist der Bund allerdings schon wieder bereit, mit den Ländern und Gemeinden zu teilen, und zwar die Verluste bei der Lohn- und Einkommensteuer. 2004 werden auf die Gemeinden 32 Millionen € Verluste, auf die Länder 29 Millionen € Verluste entfallen. Aber auch die Studiengebühren lässt sich der Bund von den Gemeinden mitfinanzieren. Über den Umweg der Absetzbarkeit der Studiengebühren von der Lohn- und Einkommensteuer finanzieren die Gemeinden 13,1 Prozent mit.
Abg. Großruck: Steht das auch auf der Homepage?
Ähnliches gilt für die Familienpolitik: Die Familien werden über das Kinderbetreuungsgeld und erhöhte Familienbeihilfen gefördert, allerdings mit dem sehr altbackenen Rezept „Frauen, zurück an den Herd!“. Laut einer aktuellen Wifo-Studie hat dieses Konzept den längeren Rückzug von Frauen aus ihren Berufen zur Folge (Abg. Großruck: Steht das auch auf der Homepage?), ohne eine verstärkte Beteiligung der Väter an der Kinderbetreuung zu bewirken. Das führt auch dazu, dass weniger Frauen im Umweg über ihre Erwerbstätigkeit wiederum in die gemeinschaftlichen Töpfe einzahlen. Das ist also ein dummes Konzept! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ähnliches gilt für die Familienpolitik: Die Familien werden über das Kinderbetreuungsgeld und erhöhte Familienbeihilfen gefördert, allerdings mit dem sehr altbackenen Rezept „Frauen, zurück an den Herd!“. Laut einer aktuellen Wifo-Studie hat dieses Konzept den längeren Rückzug von Frauen aus ihren Berufen zur Folge (Abg. Großruck: Steht das auch auf der Homepage?), ohne eine verstärkte Beteiligung der Väter an der Kinderbetreuung zu bewirken. Das führt auch dazu, dass weniger Frauen im Umweg über ihre Erwerbstätigkeit wiederum in die gemeinschaftlichen Töpfe einzahlen. Das ist also ein dummes Konzept! (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei der ÖVP: Gute Leute!
Ein guter früher Abend nach einem langen Tag mit Budgetdiskussionen beginnt mit einem Rätsel: Wer stellt hierzulande den Bundespräsidenten, den Ersten Präsidenten des Nationalrates, den Bundeskanzler, den österreichischen EU-Kommissar, den Präsidenten des Obersten Gerichtshofes, den Präsidenten des Verfassungsgerichtshofes, den Präsidenten des Rechnungshofes, sechs von neun Landeshauptleuten – davon eine Frau! –, 64 von 84 Bezirkshauptleuten, 1 600 von 2 360 Bürgermeistern (Ruf bei der ÖVP: Gute Leute!), die Generaldirektorin des ORF, die Mehrheit im Stiftungsrat des ORF (Abg. Eder: Lauter Schwarze!), den Präsidenten der Wirtschaftskammer, den Präsidenten der Industriellenvereinigung, den Präsidenten der Landwirtschaftskammern, den Generaldirektor der Nationalbank, nahezu den gesamten Füh-
Abg. Eder: Lauter Schwarze!
Ein guter früher Abend nach einem langen Tag mit Budgetdiskussionen beginnt mit einem Rätsel: Wer stellt hierzulande den Bundespräsidenten, den Ersten Präsidenten des Nationalrates, den Bundeskanzler, den österreichischen EU-Kommissar, den Präsidenten des Obersten Gerichtshofes, den Präsidenten des Verfassungsgerichtshofes, den Präsidenten des Rechnungshofes, sechs von neun Landeshauptleuten – davon eine Frau! –, 64 von 84 Bezirkshauptleuten, 1 600 von 2 360 Bürgermeistern (Ruf bei der ÖVP: Gute Leute!), die Generaldirektorin des ORF, die Mehrheit im Stiftungsrat des ORF (Abg. Eder: Lauter Schwarze!), den Präsidenten der Wirtschaftskammer, den Präsidenten der Industriellenvereinigung, den Präsidenten der Landwirtschaftskammern, den Generaldirektor der Nationalbank, nahezu den gesamten Füh-
Abg. Schöls: Warum beschimpfen Sie den Wähler?
Sehr geschätzte Damen und Herren des Hohen Hauses! Dieser ungeheure Machtapparat (Abg. Schöls: Warum beschimpfen Sie den Wähler?), der auf alle politischen Ressourcen der Republik Österreich zugreifen kann (Abg. Dr. Partik-Pablé: Schreien Sie nicht so am Ende des Abends!), dieser riesige Apparat bringt keine anderen Entwürfe zusammen als die nun vorliegenden: Langweiliges, Phantasieloses, Altbackenes aus der Requisitenkammer der Politik, Wiederaufgetautes, das schon längst – und zu Recht – tief gefroren war. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Schreien Sie nicht so am Ende des Abends!
Sehr geschätzte Damen und Herren des Hohen Hauses! Dieser ungeheure Machtapparat (Abg. Schöls: Warum beschimpfen Sie den Wähler?), der auf alle politischen Ressourcen der Republik Österreich zugreifen kann (Abg. Dr. Partik-Pablé: Schreien Sie nicht so am Ende des Abends!), dieser riesige Apparat bringt keine anderen Entwürfe zusammen als die nun vorliegenden: Langweiliges, Phantasieloses, Altbackenes aus der Requisitenkammer der Politik, Wiederaufgetautes, das schon längst – und zu Recht – tief gefroren war. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sehr geschätzte Damen und Herren des Hohen Hauses! Dieser ungeheure Machtapparat (Abg. Schöls: Warum beschimpfen Sie den Wähler?), der auf alle politischen Ressourcen der Republik Österreich zugreifen kann (Abg. Dr. Partik-Pablé: Schreien Sie nicht so am Ende des Abends!), dieser riesige Apparat bringt keine anderen Entwürfe zusammen als die nun vorliegenden: Langweiliges, Phantasieloses, Altbackenes aus der Requisitenkammer der Politik, Wiederaufgetautes, das schon längst – und zu Recht – tief gefroren war. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Posch: Die tun ja nichts!
Ich verstehe die KollegInnen von der Freiheitlichen Partei, dass sie grantig werden, da sie da überhaupt keine Erwähnung finden. Sie müssen sich halt mit parlamentarischer Arbeit wieder in Erinnerung bringen. (Abg. Mag. Posch: Die tun ja nichts!) Es scheint aber so zu sein, dass gute Ideen weniger aus der Sattheit als aus dem Hunger entstehen. Und das scheint auch der Herr Finanzminister gemeint zu haben, als er vom angesetzten Speck gesprochen hat, der die Regierung an der Bewegung hindert. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.
Ich verstehe die KollegInnen von der Freiheitlichen Partei, dass sie grantig werden, da sie da überhaupt keine Erwähnung finden. Sie müssen sich halt mit parlamentarischer Arbeit wieder in Erinnerung bringen. (Abg. Mag. Posch: Die tun ja nichts!) Es scheint aber so zu sein, dass gute Ideen weniger aus der Sattheit als aus dem Hunger entstehen. Und das scheint auch der Herr Finanzminister gemeint zu haben, als er vom angesetzten Speck gesprochen hat, der die Regierung an der Bewegung hindert. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: ... Warum quälen Sie uns so am Abend?
Noch ein Rätsel zum Abschluss: Warum nur um alles in der Welt schlagen so viele Menschen die ausgestreckten Hände des Herrn Bundeskanzlers aus? (Abg. Dr. Partik-Pablé: ... Warum quälen Sie uns so am Abend?) – Ich kann nur vermuten. Ich selbst habe erlebt, dass ausgestreckte Hände von ÖVP-Machtträgern meistens bedeuten, dass sie vorher lange bei guten Ideen abgewachelt haben. (Abg. Scheibner: Wo sind die guten Ideen?) Wenn sie es dann nicht mehr verhindern konnten, haben sie die Ideen an sich gerissen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wo sind die guten Ideen?
Noch ein Rätsel zum Abschluss: Warum nur um alles in der Welt schlagen so viele Menschen die ausgestreckten Hände des Herrn Bundeskanzlers aus? (Abg. Dr. Partik-Pablé: ... Warum quälen Sie uns so am Abend?) – Ich kann nur vermuten. Ich selbst habe erlebt, dass ausgestreckte Hände von ÖVP-Machtträgern meistens bedeuten, dass sie vorher lange bei guten Ideen abgewachelt haben. (Abg. Scheibner: Wo sind die guten Ideen?) Wenn sie es dann nicht mehr verhindern konnten, haben sie die Ideen an sich gerissen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Noch ein Rätsel zum Abschluss: Warum nur um alles in der Welt schlagen so viele Menschen die ausgestreckten Hände des Herrn Bundeskanzlers aus? (Abg. Dr. Partik-Pablé: ... Warum quälen Sie uns so am Abend?) – Ich kann nur vermuten. Ich selbst habe erlebt, dass ausgestreckte Hände von ÖVP-Machtträgern meistens bedeuten, dass sie vorher lange bei guten Ideen abgewachelt haben. (Abg. Scheibner: Wo sind die guten Ideen?) Wenn sie es dann nicht mehr verhindern konnten, haben sie die Ideen an sich gerissen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Eder: Das sind lauter politische Funktionen!? ... alles Schwarze!
Abgeordneter Nikolaus Prinz (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Rest-Hinterseer, ich verstehe Ihre Aufgeregtheit und Ihren Neid eigentlich nicht. In einer Demokratie werden politische Funktionen nach den Wahlergebnissen vergeben, oder wollen Sie es vielleicht anders? (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Eder: Das sind lauter politische Funktionen!? ... alles Schwarze!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Und Bäuerinnen!
Aber es ist nicht nur die Markenqualität, die unsere bäuerliche Produktion auszeichnet, es sind auch das gute Wasser und die gute Luft. Unsere Kulturlandschaft wird von den Bauern geschützt und umsichtig gepflegt. Unsere Bauern wissen um ihre Verantwortung (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Und Bäuerinnen!), daher müssen auch wir in diesem Haus unsere Verantwortung, für die oft mühsame Arbeit der Bauern ein angemessenes Einkommen sicherzustellen, wahrnehmen. Es ist meiner Meinung nach billig und polemisch, öffentliche Zuwendungen für die Landwirtschaft zu kritisieren. Wir würden es uns zu einfach machen, die Ausgleichszahlungen in Bausch und Bogen zu verurteilen. Das ist kurzsichtig und hat mit der Realität in der bäuerlichen Welt nichts zu tun! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Aber es ist nicht nur die Markenqualität, die unsere bäuerliche Produktion auszeichnet, es sind auch das gute Wasser und die gute Luft. Unsere Kulturlandschaft wird von den Bauern geschützt und umsichtig gepflegt. Unsere Bauern wissen um ihre Verantwortung (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Und Bäuerinnen!), daher müssen auch wir in diesem Haus unsere Verantwortung, für die oft mühsame Arbeit der Bauern ein angemessenes Einkommen sicherzustellen, wahrnehmen. Es ist meiner Meinung nach billig und polemisch, öffentliche Zuwendungen für die Landwirtschaft zu kritisieren. Wir würden es uns zu einfach machen, die Ausgleichszahlungen in Bausch und Bogen zu verurteilen. Das ist kurzsichtig und hat mit der Realität in der bäuerlichen Welt nichts zu tun! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Und Bäuerinnen!
Die österreichischen Bauern (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Und Bäuerinnen!) mussten mit dem Beitritt zur Europäischen Union erhebliche Einkommensverluste, Erlösverluste bis zu einem Drittel hinnehmen. Umso wichtiger ist es daher, dafür zu sorgen, dass jeder Euro aus Brüssel, der uns zusteht, dort auch abgeholt wird – und unser Landwirtschaftsminister, Dipl.-Ing. Josef Pröll, ist Garant dafür, dass dies auch geschieht!
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Und Bäuerinnen!
Die Ausgleichszahlungen sind weiters eine gewisse Abgeltung für die niedrigeren Produktpreise, die wir Bauern nun bekommen – mir als Bauern wäre ein gerechterer und damit höherer Produktpreis wesentlich lieber (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Und Bäuerinnen!), weil er auch unserem bäuerlichen Denken entspricht. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie doch: „Mir als Bäuerin“!) Der Weg über die Ausgleichszahlungen ist zwar nur der zweitbeste, aber der derzeit einzig gangbare Weg.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie doch: „Mir als Bäuerin“!
Die Ausgleichszahlungen sind weiters eine gewisse Abgeltung für die niedrigeren Produktpreise, die wir Bauern nun bekommen – mir als Bauern wäre ein gerechterer und damit höherer Produktpreis wesentlich lieber (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Und Bäuerinnen!), weil er auch unserem bäuerlichen Denken entspricht. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie doch: „Mir als Bäuerin“!) Der Weg über die Ausgleichszahlungen ist zwar nur der zweitbeste, aber der derzeit einzig gangbare Weg.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Für mich drängt sich da schon die Frage auf, ob Sie sich dessen bewusst sind, wie der Lebensunterhalt aus bäuerlicher Arbeit verdient werden kann. – Sie haben wohl noch nie in der Landwirtschaft gedient, sondern höchstens an der Landwirtschaft verdient. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
So nicht, meine Damen und Herren von den Oppositionsparteien! Wir werden den positiven Weg unserer Bundesregierung konsequent unterstützen und fortsetzen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Hans Moser (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich halte es für ein wichtiges Ziel, dass Österreich den dritten Rang in Bezug auf Wirtschaft und Arbeitsplätze in Europa zu erreichen anstrebt. Aber noch viel wichtiger ist es, dass wir jenes soziale Klima und jene Lebensqualität erhalten, die wir in den letzten 30 Jahren für Österreich schaffen konnten. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: 30 Jahren!
Zu einem zweiten Punkt: Der Herr Finanzminister, der nun nicht mehr anwesend ist, hat gestern in seiner Rede sehr ausführlich dargestellt, dass der Staat ein schlechter Unternehmer sei. Wenn man sich anschaut, was in den letzten drei Jahren (Ruf bei der ÖVP: 30 Jahren!) passiert ist, welche Spitzenmanager vorzeitig aus ihren Funktionen entfernt wurden, Manager, die jetzt, aber auch schon vorher in der Privatwirtschaft sehr erfolgreich waren und sind – etwa Draxler von der ÖBB, ich könnte aber auch viele andere nennen –, dann ist das natürlich ein Signal! Solche Leute werden abgelöst, schlechtere beziehungsweise nicht so ausgewiesene eingesetzt, und dann wird der Staat als schlechter Eigentümer dargestellt!
Beifall bei der SPÖ.
Das ist rein ideologisch orientierte Politik! Die Situation wird so ausgenützt, dass der Staat als schlechter Eigentümer dargestellt werden kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Großruck: Seit wann?
Für uns Sozialdemokraten ist die Eigentumsfrage keine ideologische Frage, für uns ist es immer eine Frage der Zweckmäßigkeit. (Abg. Großruck: Seit wann?) – Zumindest seit 1986! Und das sollte man, glaube ich, auch so beibehalten.
Abg. Amon: Das stimmt aber nicht immer!
Mit der Änderung des ÖIAG-Gesetzes will man nun wieder eine Vielzahl unterschiedlicher Ziele erreichen, überfordert das Ganze aber. Ein Ziel ist mir besonders aufgefallen – und ich kann es trotz immerhin zehnjähriger Erfahrung in der Industrie überhaupt nicht verstehen! –, nämlich das Vorhaben, durch einen Unternehmensverkauf den Unternehmenswert zu steigern. Jeder Vernünftige würde den Unternehmenswert vorher steigern und erst dann verkaufen, damit höhere Erlöse für das Unternehmen und für den Staat Österreich erzielbar sind. (Abg. Amon: Das stimmt aber nicht immer!)
Beifall bei der SPÖ.
Was aber macht Bundesminister Grasser? – Er holt sich in den nächsten zwei Jahren von der ÖIAG 300 Millionen € an Dividende. Das ist an sich nichts Schlechtes, aber in diesem Fall bedeutet das eine Veränderung der Schuldenstruktur: Die ÖIAG muss nämlich diese 300 Millionen € aufnehmen, damit sie die Dividende abführen kann! In Wirklichkeit ist das also eine versteckte Kreditaufnahme des Bundes und dient eigentlich nur zur Kosmetik des Budgets. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Posch: Gott sei Dank!
Leider ist der Herr Finanzminister nicht mehr anwesend! (Abg. Mag. Posch: Gott sei Dank!) Wenn man ein börsenotiertes Unternehmen zum Verkauf ankündigt, dann hat das dramatische Auswirkungen auf die Kursentwicklung. Im Bereich US-amerikanischer Firmen kann das, wenn es gleichzeitig zu einer Beeinflussung durch den Eigentümer oder zu mangelnder Information der anderen Aktionäre kommt, zu strafrechtlicher Verfolgung führen! In Österreich führt es dazu, dass der Kurs verfällt, dass Spekulanten Tür und Tor geöffnet wird.
Staatssekretär Dr. Finz: Stimmt nicht!
Angeblich hat der Herr Minister – und das wollte ich ihn hier persönlich fragen – angeordnet, schnell zu verkaufen, bringe es, was es wolle. (Staatssekretär Dr. Finz: Stimmt nicht!) – Wenn dem so ist, dann würde das gemäß einer einfachen Berechnung bedeuten, dass wir damit mindestens 2 Milliarden € praktisch in den Sand setzen!
Abg. Mag. Posch: Was hat der mit der Regierung zu tun?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben heute viele Werbeslogans aus der gestrigen Budgetrede gehört, sie wurden auch schon ausreichend kommentiert. Ich werde versuchen, einen etwas anderen Ausstieg zu machen, ich möchte Albert Einstein zitieren (Abg. Mag. Posch: Was hat der mit der Regierung zu tun?), der gesagt hat – ich zitiere –:
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ellmauer: Der hat einen längeren Bart gehabt, der Einstein!
„Kein Ziel ist so hoch, dass es unwürdige Methoden rechtfertige.“ – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ellmauer: Der hat einen längeren Bart gehabt, der Einstein!)
Abg. Mag. Posch: Einstein und die Regierung, das ist ein gewagter Vergleich!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Trinkl. – Bitte. (Abg. Mag. Posch: Einstein und die Regierung, das ist ein gewagter Vergleich!)
Abg. Mag. Posch: Das stimmt!
(Abg. Mag. Posch: Das stimmt!) – Das stimmt! Der Lack ist ab, und zwar von der sozialistischen Budgetpolitik des letzten Jahrhunderts (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), denn wir stehen heute wesentlich besser da als 1999, meine Damen und Herren von der SPÖ! Das sollten Sie anerkennen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
(Abg. Mag. Posch: Das stimmt!) – Das stimmt! Der Lack ist ab, und zwar von der sozialistischen Budgetpolitik des letzten Jahrhunderts (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), denn wir stehen heute wesentlich besser da als 1999, meine Damen und Herren von der SPÖ! Das sollten Sie anerkennen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
(Abg. Mag. Posch: Das stimmt!) – Das stimmt! Der Lack ist ab, und zwar von der sozialistischen Budgetpolitik des letzten Jahrhunderts (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), denn wir stehen heute wesentlich besser da als 1999, meine Damen und Herren von der SPÖ! Das sollten Sie anerkennen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Noch nie gab es so viele Beschäftigte wie an diesem 1. Mai – sie haben wirklich Grund zu feiern, meine Damen und Herren. Erstmals in der Zweiten Republik haben wir ein positives Handelsbilanzergebnis – wir können mit Recht stolz darauf sein. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) 28 000 neue Unternehmer konnten wir im letzten Jahr verzeichnen – es gab noch nie so viele Betriebsgründungen in diesem Land!
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir sollten gemeinsam auf diese erfolgreiche Wirtschaftspolitik, auf diese erfolgreiche Regierungspolitik des Kabinetts Schüssel I, dem wir unsere heutige Position verdanken, stolz sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Mein Vorredner hat Zeugen für die Situation der österreichischen Wirtschaft angeführt – er hat nur die falschen genannt. Nennen Sie den Währungsfonds, nennen Sie die OECD, nennen Sie die Europäische Kommission: Sie alle stellen Österreich ein hervorragendes Zeugnis aus, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Eder.
Der vorliegende Budgetentwurf ist tatsächlich die Garantie für eine weitere gute Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Österreich. Ich weiß, die Wirtschaft ist nicht alles, aber ohne eine erfolgreiche Wirtschaft ist vieles in diesem Land nicht möglich. (Zwischenruf des Abg. Eder.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich könnte die Liste dieser Leistungen für die Wirtschaft fortsetzen. Es ist die Fortsetzung eines gelungenen Erfolgmodells. Sie sollten das anerkennen, und Sie sollten es auch unterstützen, meine sehr geehrten Damen und Herren, es ist zum Wohle von uns allen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Was aber macht die Opposition? – Sie betet die Leistungen krank, sie betet das Land krank, weil das, was nicht sein kann, auch nicht sein darf, da es Ihnen nicht entgegenkommt. Ich sage Ihnen Folgendes: Wenn hier mehrere Redner der SPÖ die zweite und die dritte Säule öffentlich in Misskredit bringen, so wird es diese Instrumente nicht stärken, da kann ich Ihnen Recht geben. Aber es ist unverantwortlich, wenn Sie das hier tun! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Diese Ihre Ausführungen hier werden den Wirtschaftsstandort Österreich nicht schwächen, das gebe ich zu. So wichtig sind sie nämlich nicht.
Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.
(Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.) Als überzeugter Anhänger der Sozialpartnerschaft bitte ich Sie: Nehmen Sie den Sozialpartner nicht in Geiselhaft, er kann nichts dafür! (Abg. Gaál: Sagen Sie das dem Herrn Schüssel!)
Abg. Gaál: Sagen Sie das dem Herrn Schüssel!
(Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.) Als überzeugter Anhänger der Sozialpartnerschaft bitte ich Sie: Nehmen Sie den Sozialpartner nicht in Geiselhaft, er kann nichts dafür! (Abg. Gaál: Sagen Sie das dem Herrn Schüssel!)
Abg. Marizzi: ... die Menschen betrifft!
Aber all das ist noch nicht der Höhepunkt. Betroffen gemacht hat mich als Wirtschaftsvertreter wirklich eines: die Heiterkeit, ja die Fröhlichkeit, die heute hier von der SPÖ-Fraktion ausgegangen ist, wenn über die Schäden, die Firmen durch diesen Streik erleiden, berichtet wird. Für diese Heiterkeit sollten Sie sich schämen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Marizzi: ... die Menschen betrifft!) Das stärkt den Wirtschaftsstandort nicht, das ist nicht in Ordnung. Es ist Ihnen 46-mal gesagt worden, und ich sage es Ihnen ein 47. Mal: Diese Heiterkeit ist nicht in Ordnung! (Abg. Eder: ... Heiterkeit von Grasser!)
Abg. Eder: ... Heiterkeit von Grasser!
Aber all das ist noch nicht der Höhepunkt. Betroffen gemacht hat mich als Wirtschaftsvertreter wirklich eines: die Heiterkeit, ja die Fröhlichkeit, die heute hier von der SPÖ-Fraktion ausgegangen ist, wenn über die Schäden, die Firmen durch diesen Streik erleiden, berichtet wird. Für diese Heiterkeit sollten Sie sich schämen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Marizzi: ... die Menschen betrifft!) Das stärkt den Wirtschaftsstandort nicht, das ist nicht in Ordnung. Es ist Ihnen 46-mal gesagt worden, und ich sage es Ihnen ein 47. Mal: Diese Heiterkeit ist nicht in Ordnung! (Abg. Eder: ... Heiterkeit von Grasser!)
Beifall bei der ÖVP.
Denn: Zukunft braucht Verantwortung, und Sie sind nicht in der Lage, diese Verantwortung zu tragen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Amon: ... nicht verstanden!
Unter anderem hat der Finanzminister den Nobelpreisträger Hayek zitiert, und zwar ausgerechnet mit dessen Aussage, dass sich Armut nicht durch Umverteilung des vorhandenen Wohlstands beseitigen lässt. Ich glaube, gerade dieses Zitat – sozusagen ideologisch – der Opposition entgegenzuhalten ist ein äußerst starkes Stück. Wenn Sie Hayek lesen oder Hayek gelesen hätten – als Nationalökonom tut man das eben –, dann wüssten Sie, dass im Mittelpunkt der Systemkritik von Hayek planwirtschaftliche kommunistische Systeme stehen, aber nicht die soziale Marktwirtschaft, wie sie Kollege Tancsits heute dankenswerterweise erwähnt hat. Bezüglich dieser sozialen Marktwirtschaft darf ich daran erinnern, dass derselbe Hayek bereits Mitte der fünfziger Jahre wörtlich erklärt hat, dass diese soziale Marktwirtschaft eine eindrucksvolle Wiederbelebung des Wirtschaftsliberalismus ist. (Abg. Amon: ... nicht verstanden!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.
Wenn aber tatsächlich Armut nicht durch Umverteilung von vorhandenem Wohlstand beseitigt werden soll – und ich glaube, das ist die Geisteshaltung, die hinter all dem steckt –, dann frage ich mich, warum wenige Minuten später derselbe Finanzminister in derselben Budgetrede die ohne Zweifel hervorragenden Leistungen der Österreicherinnen und Österreicher bei der Spendenbereitschaft im Zuge der Hochwasserkatastrophe lobt. Diese Spendenbereitschaft ist doch ein Musterbeispiel für Umverteilung von vorhandenem Wohlstand! Aber genau darin liegt offensichtlich der ideologische Unterschied zwischen uns: Worum es uns geht, ist nicht die Umverteilung primär durch private Spendenleistungen, sondern Umverteilung so, dass ein Rechtsanspruch darauf besteht. Wir wollen doch nicht sozial Schwache zu Bittstellern und Almosenempfängern machen! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.)
Beifall bei der SPÖ.
wird jetzt ersetzt durch ein anderes Schlagwort, nämlich „die größte Steuerreform aller Zeiten“. Vom Gegensteuern war in den letzten drei Jahren nichts zu bemerken. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.
Weil das rote Licht bereits leuchtet, noch ein letztes Wort zu einer ebenfalls gestern gefallenen Bemerkung, nämlich „Der Speck muss weg!“ In Richtung Bahn ist diese Äußerung gefallen, und dazu ein Satz, der ein bisschen zum Nachdenken anregen soll: Dieses angebliche „Der Speck muss weg!“ hat in den letzten zehn Jahren in der Europäischen Union rund 500 000 Arbeitsplätze gekostet! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.)
Abg. Öllinger: Das geht jetzt wahrscheinlich zur Brau-AG-Fusion!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Großruck. Ich erteile ihm das Wort. (Abg. Öllinger: Das geht jetzt wahrscheinlich zur Brau-AG-Fusion!)
Abg. Öllinger: Wir sagen es ihr sofort!
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Vorerst erlaube ich mir, ein persönliches Versprechen einzulösen, das ich Frau Kollegin Moser von den Grünen gegeben habe. Sie ist jetzt leider nicht anwesend, aber sie wird es im Protokoll nachlesen können. (Abg. Öllinger: Wir sagen es ihr sofort!) Sie hat sich bei meinem letzten Redebeitrag sehr betroffen gefühlt, in dem ich, da ich anscheinend falsche Zahlen von ihr gehört habe, ihr mathematisches Unverständnis vorgeworfen habe. Ich wollte sie natürlich nicht persönlich beleidigen und ziehe das mit Bedauern zurück, damit das auch öffentlich erledigt ist. (Allgemeiner Beifall.) Ich habe ihr versprochen, dass ich das tun werde.
Allgemeiner Beifall.
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Vorerst erlaube ich mir, ein persönliches Versprechen einzulösen, das ich Frau Kollegin Moser von den Grünen gegeben habe. Sie ist jetzt leider nicht anwesend, aber sie wird es im Protokoll nachlesen können. (Abg. Öllinger: Wir sagen es ihr sofort!) Sie hat sich bei meinem letzten Redebeitrag sehr betroffen gefühlt, in dem ich, da ich anscheinend falsche Zahlen von ihr gehört habe, ihr mathematisches Unverständnis vorgeworfen habe. Ich wollte sie natürlich nicht persönlich beleidigen und ziehe das mit Bedauern zurück, damit das auch öffentlich erledigt ist. (Allgemeiner Beifall.) Ich habe ihr versprochen, dass ich das tun werde.
Abg. Eder: Ist es ja auch!
Ich war damals noch nicht im Parlament, habe aber die Diskussion verfolgt. Ich habe verfolgt, wie es geheißen hat: Das ist ein Spinner, der da gewisse Utopien hat, das ist skurril, was er sagt. Heute hat uns die Realität eingeholt. Ich habe auch verfolgt, wie die damaligen Sozialminister reagiert haben. Sie haben gesagt, dass seien Träume, soziale Träume, die der Herr hat. Kein Dallinger, kein Geppert, kein Hesoun und kein Hums haben dieses Problem aufgegriffen, alle haben gesagt: Unser Pensionssystem ist in Ordnung (Abg. Eder: Ist es ja auch!), alles paletti, und das Umlageverfahren, das wir haben, löst alles. (Abg. Gaál: Falsch!) Da habe ich ihnen Recht gegeben: wenn auch die Parameter passen, die dazugehören – wenn wir genug Beitragszahler haben, wenn wir entsprechend lange Zeiten der Erwerbstätigkeit haben –, dann stimmt das!
Abg. Gaál: Falsch!
Ich war damals noch nicht im Parlament, habe aber die Diskussion verfolgt. Ich habe verfolgt, wie es geheißen hat: Das ist ein Spinner, der da gewisse Utopien hat, das ist skurril, was er sagt. Heute hat uns die Realität eingeholt. Ich habe auch verfolgt, wie die damaligen Sozialminister reagiert haben. Sie haben gesagt, dass seien Träume, soziale Träume, die der Herr hat. Kein Dallinger, kein Geppert, kein Hesoun und kein Hums haben dieses Problem aufgegriffen, alle haben gesagt: Unser Pensionssystem ist in Ordnung (Abg. Eder: Ist es ja auch!), alles paletti, und das Umlageverfahren, das wir haben, löst alles. (Abg. Gaál: Falsch!) Da habe ich ihnen Recht gegeben: wenn auch die Parameter passen, die dazugehören – wenn wir genug Beitragszahler haben, wenn wir entsprechend lange Zeiten der Erwerbstätigkeit haben –, dann stimmt das!
Beifall bei der ÖVP.
seine notwendigen Sozialmaßnahmen nicht mehr mitträgt, die für Deutschland notwendig sind. Dabei beneiden sie uns in Österreich darum, dass wir diese Pensionsreformen noch in einer relativ guten Phase machen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das ist ein falscher Zugang! Wir sind hier, um Probleme zu lösen und um der Jugend zu sagen – und ich appelliere, das auch zu tun –: Liebe Jugend, nur diese Reformen, die wir beschließen werden und denen in der Debatte vielleicht noch der eine oder andere Zahn gezogen wird, garantieren auch der heutigen Jugend, dass sie später einmal eine Pension bekommen wird. Das ist der Zugang, den wir haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Deshalb ist diese Regierung sehr verantwortungsvoll. Es wäre hier leichter, Almosen zu verteilen, Pensionistenbriefe hinauszuschicken und die Jugend zu beruhigen, aber das ist der falsche Zugang. Wir schenken reinen Wein ein! Herr Gusenbauer ist angeblich ein Spezialist für reinen Wein: Er weiß, dass der reine Wein vielleicht nicht immer so gut schmeckt wie ein Cuvée, wie ein Verschnitt, bei dem man nicht weiß, was drinnen ist, aber bei einem reinen Wein ist wahrscheinlich garantiert, dass ich am nächsten Tag nicht Kopfweh habe. Bei einem anderen, bei dem ich nicht weiß, was drinnen ist, bekomme ich Kopfweh, und das wollen wir nicht. Wir wollen, dass die Österreicher einen klaren Kopf haben und nicht wegen Verwässerung mit irgendwelchen anderen Dingen schließlich nicht mehr wissen, wo es langgeht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
(Beifall und Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Brinek: Mein Gott! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Kollege Großruck, Sie schenken den jungen Leuten nicht reinen Wein ein, sondern Sie wollen die jungen Leute bei Wasser und Brot darben lassen in der Pension! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Brinek: Mein Gott! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Trinkl: Und Sie tun krankbeten!
Schön reden, schönreden – es war gestern eine „schöne“ Rede. (Abg. Dr. Trinkl: Und Sie tun krankbeten!) Wenn man so zugehört hat, hat man den Eindruck gehabt, es ist alles schön, alles wird immer schöner: mehr Geld für die Ausbildung, mehr Geld für die Pensionen, mehr Geld für die Infrastruktur, mehr Geld für die Umwelt, mehr Geld für alles! Er hat auch brav alle Ressortchefs aufgezählt und sich bedankt, er hat eine ganz artige, schöne Rede gehalten.
Abg. Dr. Rasinger: Das müssen Sie uns erklären!
Aber in Wirklichkeit hat er die Lage schöngeredet, nämlich im zweiten Sinne des schön Redens. Diese Zahlenspielereien, die hier aufgeführt werden ... (Abg. Dr. Rasinger: Das müssen Sie uns erklären!) Kanzler Schüssel hat vollkommen zu Recht gesagt: Wenn ich die Defizite vergleiche, kann ich nicht absolute Zahlen vergleichen. Nämlich heuer noch umgerechnet über 50 Milliarden Schilling kann man natürlich nicht mit den siebziger oder achtziger Jahren vergleichen, sondern so etwas kann man nur in Prozent des Bruttoinlandsprodukts vergleichen. Damit hat er Recht, es wäre sicher ganz falsch von uns, wenn wir die absoluten Zahlen vergleichen würden.
Abg. Mag. Mainoni: Hallo! Das darf man nicht einreißen lassen!
Aber im nächsten Atemzug sagt er dann: man kann den Bundeszuschuss für die Pensionen nur in absoluten Zahlen vergleichen – was natürlich auch ein Schwachsinn ist. Ich kann genauso ... (Abg. Mag. Mainoni: Hallo! Das darf man nicht einreißen lassen!)
Ruf bei der ÖVP: Stimmt auch nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (fortsetzend): Das Wort „Schwachsinn“ – eigenartig oder genauso unfair und genauso ungerecht, wie er das bei den Schulden zu Recht beklagt. Ich kann natürlich auch nur den Bundeszuschuss des Jahres 2003 oder 2004 mit den Jahren davor in Prozent des BIP vergleichen. Wenn wir diesen Vergleich anstellen, dann sinkt dieser Bundeszuschuss, und alle anderen Zahlenspielereien mit den absoluten Zahlen gehen ins Leere, weil sie falsch sind! (Ruf bei der ÖVP: Stimmt auch nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Rasinger: Wer hat Ihnen diese Rede geschrieben?
„Sand in die Augen streuen“: Klubobmann Molterer hat gemeint, wir würden „Sand in die Augen streuen“. – Was wir machen, ist nicht, Sand in die Augen zu streuen, sondern den Nebel Ihrer Propagandamaschinerie ein bisschen zur Seite zu räumen. Das stört Sie vielleicht, denn all die Zahlen, die in den Zeitungen stehen, all die Beispiele, die wir berechnen, berechnen wir ausschließlich auf Grund der Zahlen, die vorher im Begutachtungsentwurf standen und die jetzt in der Regierungsvorlage stehen. Das ist die Grundlage all dieser Berechnungen. (Abg. Dr. Rasinger: Wer hat Ihnen diese Rede geschrieben?)
Beifall bei der SPÖ.
Diese Berechnungen sind richtig, und Sie haben noch keine einzige dieser Berechnungen korrigieren können, weil sie nämlich alle richtig sind. Das stimmt schon, dass da Horrorzahlen drinstehen. Aber die Horrorzahlen stehen nicht drin, weil wir nicht rechnen können, sondern die Horrorzahlen stehen drin, weil diese Regierungsvorlage einfach ein Horror ist und Horrorzahlen ergibt, wenn man es nachrechnet! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Amon: Und wenn wir länger warten, verlieren Sie noch mehr!
Wenn Sie sagen, gerade für die 30-, 35-Jährigen – in dem Alter befinde ich mich – ist das eine sichere Pension. Wenn man sie um 25, 30 und teilweise über 40 Prozent kürzt, dann weiß ich nicht, was das mit einer sicheren Pension zu tun hat. Das hat etwas damit zu tun, dass ich in der Pension sicher zu wenig Geld haben werde, um davon zu leben. (Abg. Amon: Und wenn wir länger warten, verlieren Sie noch mehr!)
Abg. Amon: Wer ist denn der Staat?
Sie kommen immer mit dem Drei-Säulen-Modell daher. Schauen wir uns das Drei-Säulen-Modell einmal an! Fangen wir an bei der ersten Säule, die Sie immer als „staatliche Säule“ titulieren und etikettieren. Das vergleiche ich jetzt mit dem ASVG, das 80 Prozent der Österreicher betrifft. Was ist denn das anderes als ein Drei-Säulen-Modell?! Da zahlt jeder Arbeitnehmer einen Beitrag, es zahlt sein Betrieb einen Beitrag, und es gibt einen Zuschuss vom Staat. Das ist ein Drei-Säulen-Modell! (Abg. Amon: Wer ist denn der Staat?) Die Steuerzahler, Sie und ich, natürlich! (Abg. Amon: Ach so, noch einmal?)
Abg. Amon: Ach so, noch einmal?
Sie kommen immer mit dem Drei-Säulen-Modell daher. Schauen wir uns das Drei-Säulen-Modell einmal an! Fangen wir an bei der ersten Säule, die Sie immer als „staatliche Säule“ titulieren und etikettieren. Das vergleiche ich jetzt mit dem ASVG, das 80 Prozent der Österreicher betrifft. Was ist denn das anderes als ein Drei-Säulen-Modell?! Da zahlt jeder Arbeitnehmer einen Beitrag, es zahlt sein Betrieb einen Beitrag, und es gibt einen Zuschuss vom Staat. Das ist ein Drei-Säulen-Modell! (Abg. Amon: Wer ist denn der Staat?) Die Steuerzahler, Sie und ich, natürlich! (Abg. Amon: Ach so, noch einmal?)
Abg. Kopf: Wer zahlt sie denn?
Die zweite Säule, die so genannte betriebliche Vorsorge, ist die Abfertigung. Ich war immer der Meinung, die Abfertigung gehört dem Arbeitnehmer – jetzt ist es plötzlich eine betriebliche Pension. Das ist eine absolute Enteignung! Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. (Abg. Kopf: Wer zahlt sie denn?) Das ist die Abfertigung, und die gehört dem Arbeitnehmer.
Abg. Kopf: Wer zahlt sie denn?
Die dritte Säule ist die einzige Säule, bei der wenigstens der Name stimmt, den Sie dem Ganzen geben. (Abg. Kopf: Wer zahlt sie denn?) Das zahlt sich nämlich wirklich jeder selbst.
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Der vierte große Unterschied ist, dass unser Modell sozial gerechter ist. Etwas konnten Sie uns nämlich bis heute nicht erklären, und zwar, wieso es bei jemandem, der in einem Jahr in Pension gehen und eine sehr kleine Pension beziehen wird, in Ordnung ist, dass dieser durch eine 10-prozentige beziehungsweise 15-prozentige Pensionskürzung einen Beitrag leisten kann, damit dieses Pensionssystem finanzierbar bleibt, hingegen aber jemand, der bereits vor einem Jahr in Pension gegangen ist und eine sehr hohe Pension genießt, keinen Beitrag leisten kann. – Unser Konzept weist auch diesbezüglich eine soziale Komponente auf, die Ihr Konzept vollkommen vermissen lässt. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Deswegen möchte ich Sie auffordern, dass Sie Ihren eigenen Entwurf zurückstellen – vielleicht kommen Sie doch noch darauf, dass es eine vernünftigere Möglichkeit einer Pensionsreform gibt –, damit wir bis 30. September auf Grundlage auch unseres Vorschlages ein vernünftiges Konzept gemeinsam mit den Sozialpartnern erarbeiten können. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.
Zweitens bin ich absolut und vehement auf der Seite des Staatssekretärs, wenn es um eine Umverteilung der Förderungsmittel zwischen den Städten beziehungsweise Ländern geht. Ich bin herzlich froh darüber, dass es eine klare Absichtserklärung gibt, dass in Zukunft vermehrt Förderungen an die Bundesländer fließen sollen. Langfristig muss es nämlich unbedingt einen Ausstieg aus einer Förderungspolitik geben, bei der immer noch sage und schreibe an die 80 Prozent der gesamten Bundesförderungen nach Wien fließen. Das ist eine unglaubliche Ungerechtigkeit! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich stehe hinter Moraks Kulturpolitik und betone: Er macht es gut. Wir haben ein gutes Budget für Kunst und Kultur! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Muttonen: So ist es!
Kurz ein paar Worte zum Kunstbudget. Der Stand von 1999 wird natürlich nicht erreicht. (Abg. Mag. Muttonen: So ist es!) Im Gegenteil: Bis 2004 wird es im Kunstbudget eine Kürzung von sage und schreibe minus 30 Prozent geben. Das ist schon schlimm genug! (Abg. Dr. Wolfmayr: 2,7 Prozent!) Aber die von Ihnen angesprochene Kürzung der Subventionen der Wiener Festwochen ist wirklich der Gipfelpunkt in dieser Entwicklung, und diese Kürzungen, die in ihrer Größenordnung wirklich sehr dramatisch sind, haben Sie geschmackvollerweise auch noch als Überraschungsgeschenk zur Eröffnung der Wiener Festwochen hingelegt. Meine Damen und Herren! Das ist wirklich ein Schritt, der nicht nur kulturpolitisch schädlich ist, sondern der in Wirklichkeit auch wirtschaftspolitisch absolut schädlich und offensichtlich nur parteipolitisch mo-
Abg. Dr. Wolfmayr: 2,7 Prozent!
Kurz ein paar Worte zum Kunstbudget. Der Stand von 1999 wird natürlich nicht erreicht. (Abg. Mag. Muttonen: So ist es!) Im Gegenteil: Bis 2004 wird es im Kunstbudget eine Kürzung von sage und schreibe minus 30 Prozent geben. Das ist schon schlimm genug! (Abg. Dr. Wolfmayr: 2,7 Prozent!) Aber die von Ihnen angesprochene Kürzung der Subventionen der Wiener Festwochen ist wirklich der Gipfelpunkt in dieser Entwicklung, und diese Kürzungen, die in ihrer Größenordnung wirklich sehr dramatisch sind, haben Sie geschmackvollerweise auch noch als Überraschungsgeschenk zur Eröffnung der Wiener Festwochen hingelegt. Meine Damen und Herren! Das ist wirklich ein Schritt, der nicht nur kulturpolitisch schädlich ist, sondern der in Wirklichkeit auch wirtschaftspolitisch absolut schädlich und offensichtlich nur parteipolitisch mo-
Beifall bei der SPÖ.
tiviert ist. (Beifall bei der SPÖ.) Es ist dies ein Schritt der Parteipolitik der blindwütigsten und allerübelsten Art, die man sich vorstellen kann!
Beifall bei der SPÖ.
Was soll gezielte Projektförderung bedeuten? Das kann offensichtlich, wenn man Ihre Handlungen in der letzten Zeit verfolgt, nichts anderes bedeuten als: Gefördert wird nur mehr das, was Ihnen ideologisch passt. – Und so kann man Kunst- und Kulturpolitik wirklich nicht betreiben! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Da haben wir es! Ihre Zeugen entpuppen sich bei näherem Hinsehen als Zeugen dafür, dass Sie den falschen Weg in dieser Pensionsreform beschreiten, Ihre eigenen Zeugen, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Pendl: Hört! Hört!
Was allerdings fehlt, ist das Konzept, wie der Familienlastenausgleichsfonds gespeist werden soll. Es ist völlig offen, wie Familienleistungen wie Familienbeihilfe, Mutter-Kind-Pass, Schüler- und Lehrlingsfreifahrt und Schulbuchaktion in Zukunft finanziert werden sollen. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder es wird schleunigst ein Konzept erarbeitet, oder es wird – und das ist unsere Befürchtung – am Ende des Tages nur mehr das Kindergeld überbleiben und eine der vorher genannten Leistungen nach der anderen gestrichen und gekürzt wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Pendl: Hört! Hört!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Etwas Bundesheer zum Schneeschaufeln bei Olympischen Spielen, der Ruf nach dem Bundesheer bei Hochwasser oder der Applaus für das Bundesheer am Staatsfeiertag, am 26. Oktober, wie tüchtig und brav es ist, das ist zu wenig, meine Damen und Herren! Das lehnen wir ab! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich glaube, es liegt uns ein Budget vor, das von dem Bemühen gekennzeichnet ist, allen Sicherheitsbedürfnissen unserer Mitbürger gerecht zu werden. Dieses Bemühen muss hervorgehoben werden. Es geht um die Sicherheit der Pensionen, es geht aber auch um die Sicherheit der Bürger in unserem Staat. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Der Markt war nie sozial gerecht, und er wird es auch nie sein. Der Markt kennt keine soziale Gerechtigkeit! (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Soziale Gerechtigkeit muss täglich neu errungen werden, nicht zuletzt auch durch Gewerkschaften und Betriebsräte und notfalls auch durch Streik, wenn die soziale Gerechtigkeit gefährdet ist, und wir erleben gerade eine solche Zeit, sehr verehrte Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Der Markt war nie sozial gerecht, und er wird es auch nie sein. Der Markt kennt keine soziale Gerechtigkeit! (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Soziale Gerechtigkeit muss täglich neu errungen werden, nicht zuletzt auch durch Gewerkschaften und Betriebsräte und notfalls auch durch Streik, wenn die soziale Gerechtigkeit gefährdet ist, und wir erleben gerade eine solche Zeit, sehr verehrte Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Silhavy: Das ist ein echter Skandal!
Sehr verehrte Damen und Herren! Die Arbeitgeberschulden bei den Gebietskrankenkassen betragen bereits 845,5 Millionen €. Das sind unglaubliche 11,6 Milliarden Schilling! In diesen 11,6 Milliarden Schilling stecken aber auch 5,2 Milliarden Schilling an Arbeitnehmerbeiträgen, die den Arbeitnehmern abgezogen und nicht ordnungsgemäß an die Kassen weitergeleitet wurden. – Wie nennt man das, wenn man treuhänderisch Geld weiterleiten soll und es nicht tut, sehr verehrte Damen und Herren? Ich erspare uns die Antwort! Jeder weiß, wie man solches Vorgehen nennt! (Abg. Silhavy: Das ist ein echter Skandal!)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr verehrte Damen und Herren! Würden alle in unserem Land die Steuern so pünktlich zahlen wie die Arbeitnehmer in Österreich, dann würden die Budgets Überschüsse ausweisen, und wir würden uns in vielen Dingen leichter tun! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Heinisch-Hosek: Sie haben keine Ahnung!
Umso überraschender ist es jetzt, dass gerade die SPÖ, die ihre demokratische Aufgabe von ihren Wählerinnen und Wählern erhalten hat, diese Aufgabe nur mehr auf der Straße wahrnimmt. Die SPÖ befürwortet Streiks gegen die Wirtschaft, ja eigentlich gegen die Menschen in unserem Lande und organisiert diese mit. (Abg. Heinisch-Hosek: Sie haben keine Ahnung!)
Zwischenruf des Abg. Eder.
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Jetzt beginnen wir die parlamentarische Debatte. Bringen Sie sich ein! (Zwischenruf des Abg. Eder.) Ich habe heute in all Ihren Reden nicht einen einzigen Vorschlag zur Umsetzung Ihrer Ziele gehört, nicht einen einzigen Vorschlag! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Jetzt beginnen wir die parlamentarische Debatte. Bringen Sie sich ein! (Zwischenruf des Abg. Eder.) Ich habe heute in all Ihren Reden nicht einen einzigen Vorschlag zur Umsetzung Ihrer Ziele gehört, nicht einen einzigen Vorschlag! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich meine, es ist eigentlich sehr schade, dass eine staatstragende Partei wie die SPÖ, die 30 Jahre lang dieses Land regiert hat, jetzt die Sünden der Vergangenheit mit Streikbekundungen überdecken will! Es ist schade für die Menschen in unserem Lande, dass eine Partei wie die SPÖ ihre Verantwortung gänzlich und endgültig abgibt! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Einem: Können Sie diese einmal beschreiben?
Geschätzte KollegInnen im Hohen Haus! Unsere ÖVP/FPÖ-Regierung ist bereit, Verantwortung für die Menschen, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Nachhaltigkeit, Zukunftsfestigkeit und Gerechtigkeit sind die Eckpfeiler des Regierungsprogramms und auch dieses Budgets. (Abg. Dr. Einem: Können Sie diese einmal beschreiben?) Ein ausgeglichener Haushalt einerseits, Prioritäten andererseits, das sind die Chancen für unsere gemeinsame Zukunft! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Das ist ja wohl ein Scherz!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Das ist ja wohl ein Scherz!
Geschätzte KollegInnen im Hohen Haus! Unsere ÖVP/FPÖ-Regierung ist bereit, Verantwortung für die Menschen, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Nachhaltigkeit, Zukunftsfestigkeit und Gerechtigkeit sind die Eckpfeiler des Regierungsprogramms und auch dieses Budgets. (Abg. Dr. Einem: Können Sie diese einmal beschreiben?) Ein ausgeglichener Haushalt einerseits, Prioritäten andererseits, das sind die Chancen für unsere gemeinsame Zukunft! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Das ist ja wohl ein Scherz!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Werner Kummerer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Es ist schon eigenartig, welche Geisteshaltung man im österreichischen Parlament wieder hört! Weiter möchte ich die Ausführungen meiner Vorrednerin gar nicht kommentieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.
Da fällt mir etliches ein, aber ich würde mir wahrscheinlich einen Ordnungsruf einhandeln, wenn ich sage, was mir dazu einfällt. Aber wenn natürlich auch der Erste Präsident des Nationalrates Ständestaatbeschwörungen hier im Hohen Haus betreibt, dann darf einen nichts mehr wundern! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.)
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Herr Staatssekretär! Sie haben es mit Ihrem Finanzminister und Ihrer Regierung verabsäumt, rechtzeitig gegenzusteuern! (Zwischenruf des Abg. Wittauer.) Sie haben die Erfolge dieser Fehleinschätzung geerntet. Sie haben Österreich betreffend Wirtschaftswachstum an die letzte Stelle der Europäischen Union gebracht, und Sie haben die negativen Trends verstärkt! (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen.
Herr Staatssekretär! Sie haben es mit Ihrem Finanzminister und Ihrer Regierung verabsäumt, rechtzeitig gegenzusteuern! (Zwischenruf des Abg. Wittauer.) Sie haben die Erfolge dieser Fehleinschätzung geerntet. Sie haben Österreich betreffend Wirtschaftswachstum an die letzte Stelle der Europäischen Union gebracht, und Sie haben die negativen Trends verstärkt! (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Die Zinsen für die alten Schulden müssen wir trotzdem zahlen!
Weil ich gerade Kollegen Stummvoll sehe, der einer der „besten Rhetoriker“ des Hohen Hauses ist: Herr Kollege Stummvoll, wie werden Sie es denn rhetorisch anlegen in der Zukunft? Sie haben gesagt: Mit uns gibt es nie wieder Schulden. Mit uns gibt es keine Steuerreform auf Pump. Kollege Stummvoll! Was machen Sie mit diesen Budgets 2003/2004? (Abg. Dr. Stummvoll: Die Zinsen für die alten Schulden müssen wir trotzdem zahlen!) Wie werden Sie diese Kurve kratzen? (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Weil ich gerade Kollegen Stummvoll sehe, der einer der „besten Rhetoriker“ des Hohen Hauses ist: Herr Kollege Stummvoll, wie werden Sie es denn rhetorisch anlegen in der Zukunft? Sie haben gesagt: Mit uns gibt es nie wieder Schulden. Mit uns gibt es keine Steuerreform auf Pump. Kollege Stummvoll! Was machen Sie mit diesen Budgets 2003/2004? (Abg. Dr. Stummvoll: Die Zinsen für die alten Schulden müssen wir trotzdem zahlen!) Wie werden Sie diese Kurve kratzen? (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Murauer: D’accord! Leider hat sich das geändert, lieber Freund! Die Zeiten sind vorbei!
Ich möchte auch noch ganz kurz auf Kollegen Murauer und auf das Bundesheer eingehen. – Du kannst dich noch so bemühen, es wird dir nicht gelingen, die Verdienste der Sozialdemokratie für das österreichische Bundesheer ins schlechte Licht zu rücken! Ich darf nur an Walter Mondl erinnern, der vorigen Sonntag seinen 80. Geburtstag gefeiert hat. Ich darf nur daran erinnern, was die sozialdemokratischen Verteidigungsminister und sozialdemokratische Bundeskanzler für dieses Heer getan haben. (Abg. Murauer: D’accord! Leider hat sich das geändert, lieber Freund! Die Zeiten sind vorbei!) Da hängt ihr sehr, sehr weit nach, lieber Kollege! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte auch noch ganz kurz auf Kollegen Murauer und auf das Bundesheer eingehen. – Du kannst dich noch so bemühen, es wird dir nicht gelingen, die Verdienste der Sozialdemokratie für das österreichische Bundesheer ins schlechte Licht zu rücken! Ich darf nur an Walter Mondl erinnern, der vorigen Sonntag seinen 80. Geburtstag gefeiert hat. Ich darf nur daran erinnern, was die sozialdemokratischen Verteidigungsminister und sozialdemokratische Bundeskanzler für dieses Heer getan haben. (Abg. Murauer: D’accord! Leider hat sich das geändert, lieber Freund! Die Zeiten sind vorbei!) Da hängt ihr sehr, sehr weit nach, lieber Kollege! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Murauer.
Ihr habt 55-Jährige mit 80 Prozent in die Pension getrieben. Ihr habt 60-Jährige um Posten überhaupt nicht mehr bewerben lassen. Und heute stellt ihr euch her und sagt, was ihr alles für die älteren Menschen tun werdet! Man braucht nur zu schauen, was ihr das letzte Mal gemacht habt, dann wird euch das kein Mensch mehr glauben! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Beifall bei der SPÖ.
Noch etwas, Kollege Murauer: Ich geniere mich nicht für die Defizite der Sozialdemokratie, denn mit diesen Defiziten wurden Werte geschaffen – mit euren Defiziten werden jedoch Werte vernichtet! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Eder.
Als mich meine Fraktion auf Platz 78 der Rednerliste gesetzt hat, habe ich mir ehrlich gedacht: Eigentlich ist das mühsam! Auf der anderen Seite bin ich aber dankbar dafür, denn so hatte ich die Möglichkeit, bei 35 Wortmeldungen der Oppositionsparteien mitzuerleben, dass nicht sein kann, was nicht sein darf, und dass der Standort den Standpunkt bestimmt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Eder.)
Zwischenruf des Abg. Eder
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Da kann Kollege Kummerer hier noch so viel behaupten und kann Kollege Gaál sich noch so bemühen und schön reden (Zwischenruf des Abg. Eder), Tatsache ist: Als die Sozialdemokratie unter Bundeskanzler Kreisky für die militärische Landesverteidigung verantwortlich war, hat Kreisky bagatellisiert und im Zusammenhang mit Panzern von „Kettenfahrzeugen“ gesprochen, weil er sich gefürchtet hat, vor seinen Linken zuzugeben, dass es Panzer gibt. Heute jedoch sprechen Sie, weil es Ihrer Oppositionsstrategie entspricht, im Hinblick auf Abfangjägern von Kampfflugzeugen. (Abg. Gaál: Das sind sie auch: Kampfflugzeuge!) Der Standort bestimmt also den Standpunkt! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Gaál: Das sind sie auch: Kampfflugzeuge!
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Da kann Kollege Kummerer hier noch so viel behaupten und kann Kollege Gaál sich noch so bemühen und schön reden (Zwischenruf des Abg. Eder), Tatsache ist: Als die Sozialdemokratie unter Bundeskanzler Kreisky für die militärische Landesverteidigung verantwortlich war, hat Kreisky bagatellisiert und im Zusammenhang mit Panzern von „Kettenfahrzeugen“ gesprochen, weil er sich gefürchtet hat, vor seinen Linken zuzugeben, dass es Panzer gibt. Heute jedoch sprechen Sie, weil es Ihrer Oppositionsstrategie entspricht, im Hinblick auf Abfangjägern von Kampfflugzeugen. (Abg. Gaál: Das sind sie auch: Kampfflugzeuge!) Der Standort bestimmt also den Standpunkt! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Da kann Kollege Kummerer hier noch so viel behaupten und kann Kollege Gaál sich noch so bemühen und schön reden (Zwischenruf des Abg. Eder), Tatsache ist: Als die Sozialdemokratie unter Bundeskanzler Kreisky für die militärische Landesverteidigung verantwortlich war, hat Kreisky bagatellisiert und im Zusammenhang mit Panzern von „Kettenfahrzeugen“ gesprochen, weil er sich gefürchtet hat, vor seinen Linken zuzugeben, dass es Panzer gibt. Heute jedoch sprechen Sie, weil es Ihrer Oppositionsstrategie entspricht, im Hinblick auf Abfangjägern von Kampfflugzeugen. (Abg. Gaál: Das sind sie auch: Kampfflugzeuge!) Der Standort bestimmt also den Standpunkt! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Einem, weil Sie mich gerade so anschauen: Vielleicht erinnern Sie sich nicht mehr daran, aber ich weiß noch, was Sie, als wir als Gewerkschafter des öffentlichen Dienstes bei Ihnen als Staatssekretär für den öffentlichen Dienst waren, so wie heute auch, dem öffentlichen Dienst zugemutet haben, wie Sie uns verhöhnt haben. Ich könnte Ihnen den Platz in Ihrem Büro zeigen, wo wir gestanden sind. Sich heute als Opposition hinzustellen und so zu tun, als ob man damit nichts zu tun hätte, das ist sicherlich zu wenig. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich bin Gewerkschaftsmitglied, ich bin Gewerkschaftsfunktionär, und für mich bricht die Welt nicht zusammen, wenn wir als Gewerkschafter und als Arbeitnehmervertreter in den verschiedensten Protestformen unsere Positionen darlegen. Allerdings macht der Ton die Musik, und das war das, lieber Fritz, was uns eigentlich schon von Jugend an immer miteinander verbunden hat, dass wir nämlich versucht haben, den richtigen Ton zu finden. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) Und wenn der Bezirksvorsitzende des ÖGB Höckner einen Brief versendet, in dem er Kollegen Jakob Auer persönlich verunglimpft, dann bin ich froh, dass ich in Niederösterreich Gewerkschaftsfunktionär bin, denn wir haben in Niederösterreich Gott sei Dank ein besseres Klima. (Abg. Eder: Ja, im ÖAAB! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Eder: Ja, im ÖAAB! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich bin Gewerkschaftsmitglied, ich bin Gewerkschaftsfunktionär, und für mich bricht die Welt nicht zusammen, wenn wir als Gewerkschafter und als Arbeitnehmervertreter in den verschiedensten Protestformen unsere Positionen darlegen. Allerdings macht der Ton die Musik, und das war das, lieber Fritz, was uns eigentlich schon von Jugend an immer miteinander verbunden hat, dass wir nämlich versucht haben, den richtigen Ton zu finden. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) Und wenn der Bezirksvorsitzende des ÖGB Höckner einen Brief versendet, in dem er Kollegen Jakob Auer persönlich verunglimpft, dann bin ich froh, dass ich in Niederösterreich Gewerkschaftsfunktionär bin, denn wir haben in Niederösterreich Gott sei Dank ein besseres Klima. (Abg. Eder: Ja, im ÖAAB! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Verzetnitsch: Und was für Meldungen kommen aus der ÖVP?
Liebe Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Verzetnitsch: Und was für Meldungen kommen aus der ÖVP?) Fritz, ich verurteile das genauso, und ich habe auch gesagt: Ich bekenne mich zu den berechtigten Maßnahmen, die Gewerkschafter setzen. Ich weiß auch noch, wie es bei der Pensionsreform 1997 war – Otto Pendl sitzt auch hier –, als wir bis zum Schluss verhandelt haben und Ilse Mertel, die heute nicht mehr im Hohen Haus sitzt, bis zum Schluss versucht hat, für uns das Bestmögliche herauszuverhandeln. Ich bin daher auch nicht bereit, zu akzeptieren, dass ich heute von der Kollegin Bachner und von dir einen Brief bekomme, in dem ich dazu aufgefordert werde, heute mich als Abgeordneter zu deklarieren, wie ich bei der Pensionsreform abstimmen werde.
Abg. Murauer: So ist es!
Weil manche von unserem Koalitionspartner jetzt so tun, als hätten sie damit überhaupt nichts zu tun, möchte ich aber auch noch daran erinnern, dass es einmal eine SPÖ-FPÖ-Koalition gegeben hat und der ihr angehörende Verteidigungsminister Frischenschlager den größten Eingriff im Bereich der Berufssoldaten mit spürbaren Verschlechterungen für die Zeitsoldaten zu verantworten hatte. (Abg. Murauer: So ist es!) Für die zeitverpflichteten Soldaten hat es früher eine andere Pensionsregelung gegeben, aber ein sozialistischer Bundeskanzler und ein frei-
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Amen!
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Nach dem Grundsatz: Herr, gib mir den Mut, zu akzeptieren, was man nicht verändern kann! Gib mir die Kraft, zu verändern, was verändert werden muss, und gib mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden!, bin ich zuversichtlich, dass wir auch hier eine gute Lösung finden werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Amen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Prammer: Bravo!
Herr Kollege Schöls, ich habe den Gewerkschaftern der öffentlich Bediensteten als Dienstgebervertreter einiges zuzumuten gehabt, verhöhnt habe ich meine Verhandlungspartner nie! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Prammer: Bravo!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen des Nationalrates! Auf Grund der vielen Argumente, die in dieser doch schon sehr fortgeschrittenen Debatte bereits gefallen sind, erübrigt es sich, noch einmal im Detail auf inhaltliche Positionen einzugehen. Ich möchte stattdessen den bisherigen Verlauf der Debatte ein wenig reflektieren. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich muss sagen, ich bin zutiefst enttäuscht, denn mir ist klar geworden, dass die Rede vom parlamentarischen Diskussionsprozess bei Schwarz-Blau offensichtlich nur ein Bluff und eine Wortphrase mehr ist. Und Wortphrasen gibt es viele. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Es findet hier kein Diskussionsprozess statt, denn zu einer Diskussion gehört meiner Meinung nach erstens Zuhörenkönnen und zweitens die Bereitschaft, sich inhaltlich zu bewegen, umso mehr, als es sehr wohl bessere Vorschläge gibt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Spindelegger: Bitte!
sehr verehrte Damen und Herren von der ÖVP und von der FPÖ, diese auch anzuhören. (Abg. Dr. Spindelegger: Bitte!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Phrase zwei: Man werde dem so genannten Druck der Straße nicht nachgeben. Der ÖGB manipuliere die Menschen, und der soziale Friede würde durch die Warnstreiks gefährdet. – Als ob nicht der Bundeskanzler für die Verunsicherung in der Bevölkerung verantwortlich wäre. Als ob man es nicht mit Bürgerinnen und Bürgern, mit Menschen zu tun hätte, die ihre Rechte in Anspruch nehmen und ihren Ängsten und Sorgen Ausdruck verleihen. Als ob nicht mit den Schröpfaktionen, die in die Budgetbegleitgesetze verpackt sind, der soziale Friede gefährdet würde. Als ob nicht eindeutig ersichtlich wäre, wohin der Weg der Regierungsmannschaft geht: Weg von der Solidarität, hin zu einer Gesellschaft, in der der Stärkere gewinnen soll. Ob das zum sozialen Frieden beiträgt, möchte ich bezweifeln. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Beifall bei der SPÖ.
Zu all diesen Phrasen kommt noch hinzu – und das ist noch viel schlimmer –, dass die Damen und Herren der Regierungsparteien in ihren Ausführungen auch immer wieder brav Unrichtigkeiten und Irreführungen vor allem in Bezug auf die Pensionsreform vertreten. Nur eine davon möchte ich hier beispielhaft anführen, und zwar die krasseste Irreführung von allen: Man sichere die Pensionen der zukünftigen Generation. Als ob nicht gerade meine Generation und die Generation nach mir, meine Kinder, durch diese Pensionskürzungsreform existenziell gefährdet würden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es gäbe zur derzeitigen parlamentarischen Kultur und zum Verständnis von Diskussion und Dialog noch viel zu sagen, und viel wurde auch schon gesagt. Ich sage zum Abschluss allerdings nur mehr eines: Statt Diskussion und Beratung gab es also auch heute nur Betonieren, Drüberfahren und Schönreden. Schade um eine vertane Chance mehr! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Geh hör auf! – Abg. Öllinger: Machen Sie doch einen Vorschlag!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe die ganze heutige Debatte sehr aufmerksam verfolgt, und ich kann eigentlich nahtlos bei meiner Kollegin Astrid Stadler anschließen, die vollkommen zu Recht gesagt hat, dass in den meisten Oppositionsreden, insbesondere von den Sozialdemokraten, kein einziger Gegenvorschlag zu unseren Konzepten gebracht worden ist. Alles, was Sie tun, ist, Kritik zu üben und alles, was von uns vorgeschlagen wird, in Bausch und Bogen abzulehnen. Es kommt kein einziger Gegenvorschlag. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Geh hör auf! – Abg. Öllinger: Machen Sie doch einen Vorschlag!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es ist legitim und überhaupt keine Frage, dass auch die Sozialpartner sich mit einer derartigen Thematik auseinander setzen. Es ist legitim, wenn die Sozialpartner den Wunsch äußern, eine solche Maßnahme zu verschieben. Aber ebenso legitim ist es, wenn die Bundesregierung und die Mehrheit des Parlaments zur Auffassung gelangen, es zum gegebenen Zeitpunkt zu entscheiden und zu beschließen. In einer Demokratie hat man das dann zu akzeptieren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Molterer: Das ist ein Ultimatum!
Herr Präsident Verzetnitsch! Ich möchte Ihnen persönlich die Frage stellen, was denn mit diesem Schreiben, das auch ich so wie alle Angehörigen des Hauses, nehme ich an, erhalten habe, bezweckt werden soll. Sie setzen darin quasi eine Frist und sagen, Sie wollen von jedem Mandatar des Hauses bis zum Abend des 12. Mai 2003 wissen, wie er sich bei der Abstimmung verhalten wird. Als Begründung dafür wird angeführt: Wir wollen Ihre Meinung zusammen mit den Antworten der anderen Mitglieder des Parlaments der Öffentlichkeit zugänglich machen. Jetzt muss ich Ihnen ehrlich sagen: Bisher war ich der Meinung, dass nach einer Abstimmung hier im Haus die Parlamentsdirektion dafür verantwortlich ist, dass sie das Abstimmungsergebnis über das Stenographische Protokoll den Menschen zugänglich macht und nicht der Österreichische Gewerkschaftsbund. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Molterer: Das ist ein Ultimatum!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Vor allem, Herr Präsident Verzetnitsch, wollen Sie das bereits drei Wochen vor der Abstimmung von den Abgeordneten wissen. Und ich muss ehrlich sagen, damit würden Sie ja jede Behandlung der Materie von vornherein ad absurdum führen, wenn Sie den Abgeordneten des Hauses nicht einmal mehr die Gelegenheit lassen, sich mit der Materie auseinander zu setzen, ehe sie dem Gewerkschaftsbund mitteilen, wie sie ihr Abstimmungsverhalten gestalten wollen. Das halte ich nicht für in Ordnung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Kopf: So geht das wirklich nicht!
Ich möchte Sie wirklich ersuchen – und damit komme ich auch schon zum Schluss –, davon Abstand zu nehmen, einzelne Mandatare unter Druck zu setzen. Es ist legitim, dass es in demokratischen Staaten Streiks gibt und dass es Demonstrationen gibt. Da kann man unterschiedlicher Meinung sein. Ich sehe aber nicht ein, dass einzelne Abgeordnete wirtschaftlich unter Druck gesetzt werden oder dass sie öffentlich diffamiert werden. (Abg. Kopf: So geht das wirklich nicht!) Ich meine, wir müssen zu einem anderen Diskurs zurückfinden, zu einer anderen Diskussionskultur, und dazu hat der Österreichische Gewerkschaftsbund meiner Meinung nach einen kräftigen Beitrag zu leisten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte Sie wirklich ersuchen – und damit komme ich auch schon zum Schluss –, davon Abstand zu nehmen, einzelne Mandatare unter Druck zu setzen. Es ist legitim, dass es in demokratischen Staaten Streiks gibt und dass es Demonstrationen gibt. Da kann man unterschiedlicher Meinung sein. Ich sehe aber nicht ein, dass einzelne Abgeordnete wirtschaftlich unter Druck gesetzt werden oder dass sie öffentlich diffamiert werden. (Abg. Kopf: So geht das wirklich nicht!) Ich meine, wir müssen zu einem anderen Diskurs zurückfinden, zu einer anderen Diskussionskultur, und dazu hat der Österreichische Gewerkschaftsbund meiner Meinung nach einen kräftigen Beitrag zu leisten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Dietmar Keck (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Staatssekretär! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich bin seit 1978 Stahlarbeiter und habe in dieser Zeit eineinhalb Jahrzehnte Schichtarbeit verrichtet. Ich stehe heute hier für eine sehr, sehr große Anzahl von Menschen, die sich Sorgen machen, Sorgen machen, weil mit den Ministerratsbeschlüssen und der gestrigen Rede des Herrn Finanzministers der Grundstein für die gewaltigste Pensionskürzung in der Geschichte Österreichs und somit für den massivsten Anschlag auf unser Sozialsystem gelegt wurde. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Minister Grasser hat gestern in seiner Rede im Zusammenhang mit den Streikaktionen gesagt, dass es unverantwortlich sei, den Arbeitnehmern unseres Landes in einer schwierigen Situation zu schaden. Darauf kann ich ihm nur antworten, dass der Schaden für die Arbeitnehmer durch seine Budgetpolitik und die Pensionskürzung der Regierung angerichtet wird. Die Schuld hat immer noch der Täter und nicht das Opfer, das sich wehrt und schreit! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren! Die Regierung behauptet stur, sie wolle nicht nachgeben und sie habe kein Verständnis für politische Streiks. Natürlich sind politische Streiks problematisch, doch die Gewerkschaft veranstaltete am Dienstag keine politischen Streiks, sondern von allen Gewerkschaftsfraktionen abgesegnete und daher legitime Abwehrstreiks gegen Angriffe auf die Lebensstandardsicherung und das Einkommen der Arbeitnehmerschaft im Alter. Nehmen Sie das doch endlich zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren! Ein Bundeskanzler, ein Finanzminister, die derartige Ziele verfolgen, haben vom wirklichen Arbeitsleben nicht die geringste Ahnung. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Ich werde Ihnen das anhand jener Menschen erläutern, die in unserer Gesellschaft die schwerste Arbeit verrichten, nämlich anhand der Schichtarbeiter. Es sind dies meine Kollegen, für die ich heute hier eintrete.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Arbeitsmediziner haben festgestellt, dass pro Jahr geleisteter Schichtarbeit die Lebenserwartung im Durchschnitt um drei bis vier Monate sinkt. Das hat zur Folge, dass Schichtarbeiter eine durchschnittliche Lebenserwartung von erschreckend niedrigen 63 Jahren haben, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! Nach den Pensionsplänen der Regierung bedeutet das nichts anderes, als dass Sie die Menschen, die ihr Leben lang härtest und unter schwierigsten Bedingungen gearbeitet haben, bis in den Tod hinein schuften lassen wollen, denn diese Menschen erleben das Pensionsantrittsalter von 65 Jahren im Durchschnitt gar nicht. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren! Ich lade Sie deshalb ein, an einem Hochofen der VOEST Alpine zu arbeiten, und zwar unter den gleichen Bedingungen und mit der gleichen Bezahlung wie ein richtiger Arbeiter am Hochofen. Dann würden Sie erfahren, was es heißt, wirklich unter schwersten Bedingungen Schichtarbeit zu leisten. Sie würden erkennen, dass Sie keine Ahnung von der wirklichen Arbeitssituation der Menschen in Österreich haben, und Sie würden vielleicht eher von Ihrem hohen Ross heruntersteigen. Als Christlich-Soziale, als welche sich manche in der Bundesregierung ausgeben, müssten Sie sich für Ihren Entwurf schämen und in Reue umkehren. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Der Herr Bundeskanzler hat sich gestern hier im Hohen Haus gegen die Verwendung des Wortes „Pensionsraub“ ausgesprochen. – Ich frage Sie: Wie sonst wollen Sie die Tatsache bezeichnen, wenn ein Schichtarbeiter jahrzehntelang in die Pensionsversicherung einzahlt und dann durch Ihr brutales Hinaufsetzen des Pensionsantrittsalters auf 65 Jahre die Pension gar nicht mehr genießen kann, weil seine Gesundheit durch unglaublich harte Schichtarbeit vorzeitig ruiniert wurde? Das ist und bleibt für diese Menschen Pensionsraub, den Sie hier begehen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren! Auch Wolfgang Schüssel wird von mir und meinen Kollegen in unserem Betrieb recht herzlich eingeladen, das Angebot eines Ferialpraktikums am Hochofen anzunehmen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Ich bin nämlich wie meine Kollegen davon überzeugt, dass er diese kaltschnäuzige und brutale Vorgangsweise nach diesem „Berufsschnuppern“ am Hochofen überdenken wird (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen) und stattdessen einer umfassenden und modernen Pensionsreform gemeinsam mit den Sozialpartnern und den betroffenen Menschen in den Betrieben zustimmen wird. Der Schlüssel zur Bereinigung der Situation liegt bei Schüssel, bei niemandem sonst! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Wittauer: Vorschläge machen!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Wittauer: Vorschläge machen!
Ich bin nämlich wie meine Kollegen davon überzeugt, dass er diese kaltschnäuzige und brutale Vorgangsweise nach diesem „Berufsschnuppern“ am Hochofen überdenken wird (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen) und stattdessen einer umfassenden und modernen Pensionsreform gemeinsam mit den Sozialpartnern und den betroffenen Menschen in den Betrieben zustimmen wird. Der Schlüssel zur Bereinigung der Situation liegt bei Schüssel, bei niemandem sonst! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Wittauer: Vorschläge machen!)
in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Staaatssekretärs Dr. Finz
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Lieber (in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Staaatssekretärs Dr. Finz) – einsamer – Herr Staatssekretär! (Abg. Wittauer: Der Herr Bürgermeister wird hoffentlich nicht über den Hochofen reden, weil den hat er auch noch nie gesehen!) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Jetzt könnt ihr wieder
Abg. Wittauer: Der Herr Bürgermeister wird hoffentlich nicht über den Hochofen reden, weil den hat er auch noch nie gesehen!
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Lieber (in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Staaatssekretärs Dr. Finz) – einsamer – Herr Staatssekretär! (Abg. Wittauer: Der Herr Bürgermeister wird hoffentlich nicht über den Hochofen reden, weil den hat er auch noch nie gesehen!) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Jetzt könnt ihr wieder
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Wittauer: Ich habe mich dafür entschuldigt!
herausschreien. Sie haben offensichtlich schon die gute Usance vergessen, dass bei einer Erstrede niemand dazwischenruft. Jetzt könnt ihr wieder! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Wittauer: Ich habe mich dafür entschuldigt!)
Rufe bei der ÖVP: Der Auer war es! – Abg. Mag. Molterer: Jakob Auer!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe dieser sehr langen Debatte heute aufmerksam zugehört und habe aufgepasst, wer von den Regierungsparteien denn eigentlich einmal eine Silbe zu den Gemeinden und zu dem, was der Finanzminister dazu gemeint hat, sagt. – Ein Einziger war es! (Rufe bei der ÖVP: Der Auer war es! – Abg. Mag. Molterer: Jakob Auer!) – Lasst mich ausreden, ich weiß es ohnehin: Der Kollege Auer hat sehr kritisch zu den Ausführungen des Herrn Finanzministers Stellung genommen.
Ruf bei der SPÖ: Er hat überhaupt keine Freunde mehr!
Ich habe allerdings auch am 6. Mai im „Report“ eine zweite kritische Stellungnahme gehört, und zwar von einem Parteifreund – nein, Entschuldigung, nicht von einem Parteifreund des Finanzministers, der hat keine Parteifreunde mehr, er hat nur mehr einen Ziehvater, so glaube ich. (Ruf bei der SPÖ: Er hat überhaupt keine Freunde mehr!) Der Vorarlberger Landeshauptmann Sausgruber hat auf die Frage, was er denn von Grasser hält, gemeint, er tue sich sehr schwer, die Bedeutung und auch die Dynamik von Aufgaben von Ländern und Gemeinden zu sehen und sie entsprechend zu werten. – Das ist wahr!
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Finz.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das sind knapp 3 Milliarden €, die den Gemeinden und Ländern einfach entzogen werden. Länder und Gemeinden, das sind genau die Orte, wo die Bürgerinnen und Bürger, die Wählerinnen und Wähler wohnen und wo sie die Politik spüren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Finz.)
Staatssekretär Dr. Finz: Den gibt es bis Ende 2004!
Herr Staatssekretär! Da Sie hinter mir dazwischenreden, möchte ich Sie fragen: Was ist denn der „innerösterreichische Stabilitätspakt 2003“? – Den kennt niemand! Haben Sie den irgendwo im Geheimen verhandelt? Ich habe herumgefragt: Es gibt keinen Stabilitätspakt 2003. (Staatssekretär Dr. Finz: Den gibt es bis Ende 2004!) – Nein! Den haben wir, bitte schön, schon 2001 verhandelt. Sie haben jetzt wahrscheinlich einen neuen, damit die Länder und Gemeinden ordentlich zur Kasse gebeten werden. (Abg. Wittauer: Er ist ja nie erfüllt worden von den Ländern und Gemeinden! Auf Bundesebene haben wir ihn erfüllt!)
Abg. Wittauer: Er ist ja nie erfüllt worden von den Ländern und Gemeinden! Auf Bundesebene haben wir ihn erfüllt!
Herr Staatssekretär! Da Sie hinter mir dazwischenreden, möchte ich Sie fragen: Was ist denn der „innerösterreichische Stabilitätspakt 2003“? – Den kennt niemand! Haben Sie den irgendwo im Geheimen verhandelt? Ich habe herumgefragt: Es gibt keinen Stabilitätspakt 2003. (Staatssekretär Dr. Finz: Den gibt es bis Ende 2004!) – Nein! Den haben wir, bitte schön, schon 2001 verhandelt. Sie haben jetzt wahrscheinlich einen neuen, damit die Länder und Gemeinden ordentlich zur Kasse gebeten werden. (Abg. Wittauer: Er ist ja nie erfüllt worden von den Ländern und Gemeinden! Auf Bundesebene haben wir ihn erfüllt!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wer zahlt denn das? – Da habe ich wieder ein Zitat für Sie: Gemeindebund-Präsident Mödlhammer hat auf die Frage, wer denn das zahlen werde, gemeint: Die Gemeinden können nicht als Zahler mitspielen; würden sie dazu gezwungen, müssten die Gebühren erhöht werden. Na wen trifft denn das? – Wieder ein Griff in die Taschen der Bürgerinnen und Bürger! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das sollten Sie beachten, wenn Sie diese Beschlüsse fassen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Ich bin schon sehr gespannt, wie sich die Kommunalpolitiker und Kommunalpolitikerinnen der Regierungsparteien dann bei der Abstimmung verhalten werden. (Abg. Öllinger: Immer für den Menschen! Immer für den Bürger!)
Abg. Öllinger: Immer für den Menschen! Immer für den Bürger!
Wer zahlt denn das? – Da habe ich wieder ein Zitat für Sie: Gemeindebund-Präsident Mödlhammer hat auf die Frage, wer denn das zahlen werde, gemeint: Die Gemeinden können nicht als Zahler mitspielen; würden sie dazu gezwungen, müssten die Gebühren erhöht werden. Na wen trifft denn das? – Wieder ein Griff in die Taschen der Bürgerinnen und Bürger! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das sollten Sie beachten, wenn Sie diese Beschlüsse fassen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Ich bin schon sehr gespannt, wie sich die Kommunalpolitiker und Kommunalpolitikerinnen der Regierungsparteien dann bei der Abstimmung verhalten werden. (Abg. Öllinger: Immer für den Menschen! Immer für den Bürger!)
Abg. Wittauer: Das war keine Show, gerade Sie als Bürgermeister aus dieser Region sollten es wissen!
Bei jeder Politshow, die heute veranstaltet wird, ist natürlich das Hochwasser dabei – so auch gestern in einer sehr mittelmäßigen Show des Finanzministers. (Abg. Wittauer: Das war keine Show, gerade Sie als Bürgermeister aus dieser Region sollten es wissen!) – Es war sicher eine Show. (Abg. Wittauer: Gerade du solltest es wissen!) Er hat gemeint, bedanken möchte er sich auch bei den Ländern und Gemeinden für die gute Zusammenarbeit.
Abg. Wittauer: Gerade du solltest es wissen!
Bei jeder Politshow, die heute veranstaltet wird, ist natürlich das Hochwasser dabei – so auch gestern in einer sehr mittelmäßigen Show des Finanzministers. (Abg. Wittauer: Das war keine Show, gerade Sie als Bürgermeister aus dieser Region sollten es wissen!) – Es war sicher eine Show. (Abg. Wittauer: Gerade du solltest es wissen!) Er hat gemeint, bedanken möchte er sich auch bei den Ländern und Gemeinden für die gute Zusammenarbeit.
He-Rufe und Beifall bei der SPÖ.
Bund zahlt nicht! – So schaut es aus, meine Damen und Herren! (He-Rufe und Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Das wäre eine gute Idee, den Bürgermeister, der gerade geredet hat ...!
Ich sage es Ihnen noch einmal: Dort aber sind die Menschen, die die Politik spüren, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Das wäre eine gute Idee, den Bürgermeister, der gerade geredet hat ...!) – Herr Kollege, ich habe dir schon gesagt, du solltest eigentlich schon im Rathauskeller sein, und du rufst da noch immer herein! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich sage es Ihnen noch einmal: Dort aber sind die Menschen, die die Politik spüren, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Das wäre eine gute Idee, den Bürgermeister, der gerade geredet hat ...!) – Herr Kollege, ich habe dir schon gesagt, du solltest eigentlich schon im Rathauskeller sein, und du rufst da noch immer herein! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Öllinger: Taschlzieher!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr häufig war in diesen letzten Stunden davon die Rede, wie ausgestreckt denn die Hände des Herrn Bundeskanzlers, der Regierung und des Finanzministers seien. Sie strecken alle die Hände aus. Wenn ich mir anschaue, wie Sie abzocken, dann weiß ich, warum die Bürgerinnen und Bürger nicht auf Sie zugehen: Sie fürchten den Würgegriff dieser ausgestreckten Hände! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Öllinger: Taschlzieher!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich halte es da mit einer Aussage aus dem „Report“, die ich gehört habe, als ich einmal Zeit hatte, fernzusehen. Da hat interessanterweise die Frau Bleckmann etwas über den Herrn Finanzminister gesagt. Sie wurde gefragt, was denn für Grasser das Wichtigste sei, und hat daraufhin gemeint: Für ihn – Grasser – ist Karl-Heinz das Wichtigste. – Danke, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Grillitsch: Wie rechnet ihr das?
Abgeordneter Peter Marizzi (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Keck hat sehr eindrucksvoll darauf hingewiesen, wie es Schichtarbeitern und Schwerstarbeitern geht. Der Kollege Nürnberger hat heute Nachmittag in seiner Rede mit Beispielen aus der Pensionsversicherungsanstalt gezeigt, was die Leute tatsächlich durch Ihre Maßnahmen verlieren: Der Unterschied beträgt 300 bis 400 € monatlich. (Abg. Grillitsch: Wie rechnet ihr das?)
Abg. Kopf: Das Propagandablatt können Sie nicht als Beweismittel nehmen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsfraktionen! Wenn Sie immer wieder sagen, wir müssen diese Pensionsreform für die Jungen durchführen, dann haben Sie das heutige „NEWS“ nicht gelesen. (Abg. Kopf: Das Propagandablatt können Sie nicht als Beweismittel nehmen!) Da steht heute zur Causa prima Pensionsreform: die Rentenklauopfer – bis zu minus 44 Prozent! Ein junger Facharbeiter verliert durch Ihre Reform 44 Prozent. Eine Hotelangestellte, Herr Wirtschaftskämmerer, verliert 43 Prozent. Sie brauchen das nur zu überprüfen. (Ruf bei der ÖVP: Das hat aber der Marizzi ausgerechnet!) – Das hat nicht der Marizzi ausgerechnet, sondern das hat „NEWS“ ausgerechnet. (Abg. Kopf: Und das soll besser sein?) Die haben das sehr wohl ganz genau recherchiert, aber genau das ist Ihnen peinlich! (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Das hat aber der Marizzi ausgerechnet!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsfraktionen! Wenn Sie immer wieder sagen, wir müssen diese Pensionsreform für die Jungen durchführen, dann haben Sie das heutige „NEWS“ nicht gelesen. (Abg. Kopf: Das Propagandablatt können Sie nicht als Beweismittel nehmen!) Da steht heute zur Causa prima Pensionsreform: die Rentenklauopfer – bis zu minus 44 Prozent! Ein junger Facharbeiter verliert durch Ihre Reform 44 Prozent. Eine Hotelangestellte, Herr Wirtschaftskämmerer, verliert 43 Prozent. Sie brauchen das nur zu überprüfen. (Ruf bei der ÖVP: Das hat aber der Marizzi ausgerechnet!) – Das hat nicht der Marizzi ausgerechnet, sondern das hat „NEWS“ ausgerechnet. (Abg. Kopf: Und das soll besser sein?) Die haben das sehr wohl ganz genau recherchiert, aber genau das ist Ihnen peinlich! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kopf: Und das soll besser sein?
Meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsfraktionen! Wenn Sie immer wieder sagen, wir müssen diese Pensionsreform für die Jungen durchführen, dann haben Sie das heutige „NEWS“ nicht gelesen. (Abg. Kopf: Das Propagandablatt können Sie nicht als Beweismittel nehmen!) Da steht heute zur Causa prima Pensionsreform: die Rentenklauopfer – bis zu minus 44 Prozent! Ein junger Facharbeiter verliert durch Ihre Reform 44 Prozent. Eine Hotelangestellte, Herr Wirtschaftskämmerer, verliert 43 Prozent. Sie brauchen das nur zu überprüfen. (Ruf bei der ÖVP: Das hat aber der Marizzi ausgerechnet!) – Das hat nicht der Marizzi ausgerechnet, sondern das hat „NEWS“ ausgerechnet. (Abg. Kopf: Und das soll besser sein?) Die haben das sehr wohl ganz genau recherchiert, aber genau das ist Ihnen peinlich! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsfraktionen! Wenn Sie immer wieder sagen, wir müssen diese Pensionsreform für die Jungen durchführen, dann haben Sie das heutige „NEWS“ nicht gelesen. (Abg. Kopf: Das Propagandablatt können Sie nicht als Beweismittel nehmen!) Da steht heute zur Causa prima Pensionsreform: die Rentenklauopfer – bis zu minus 44 Prozent! Ein junger Facharbeiter verliert durch Ihre Reform 44 Prozent. Eine Hotelangestellte, Herr Wirtschaftskämmerer, verliert 43 Prozent. Sie brauchen das nur zu überprüfen. (Ruf bei der ÖVP: Das hat aber der Marizzi ausgerechnet!) – Das hat nicht der Marizzi ausgerechnet, sondern das hat „NEWS“ ausgerechnet. (Abg. Kopf: Und das soll besser sein?) Die haben das sehr wohl ganz genau recherchiert, aber genau das ist Ihnen peinlich! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kopf: Wer macht denn den Streit?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was mich – und viele Österreicherinnen und Österreicher – besonders stört, ist Folgendes: Der Herr Bundespräsident meint, das sei das Ende der Konsenspolitik, statt Dialog gebe es Streit. (Abg. Kopf: Wer macht denn den Streit?) Der Herr Bundespräsident bemüht sich, in dieser Causa zu vermitteln, und will Frieden stiften. Und was sagt der Bundespräsident? – Ich trete für einen Dialog ein, verschieben wir doch die Reform,
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Diese ÖVP, die lange von einem Grundkonsens gelebt hat, nimmt nicht einmal die ausgestreckte Hand des Bundespräsidenten entgegen. – Das finden wir auch verwerflich! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Jetzt noch ein paar Sätze zu den Budgetvoranschlägen. Sie erhöhen das Defizit 2003 um 3,9 Milliarden €, 2004 um 3,4 Milliarden €. Sie erhöhen die Steuern nächstes Jahr um 221 Millionen €. Sie kürzen die Pensionen. Sie bestrafen die Frauen mit zirka 100 Millionen €, und Sie investieren nichts in die Bildung. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der nächste Wahltag ist Zahltag! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein so sensibles Thema wie die langfristige Absicherung der Pensionen soll man nicht in Kürze, sondern in Verhandlungen lösen, und zwar zur Zufriedenheit aller Menschen in Österreich. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grillitsch: Und Gerechtigkeit!
Sie kommen wieder auf das Schlagwort zurück, das Sie in den letzten Jahren verwendet haben: die soziale Treffsicherheit. (Abg. Grillitsch: Und Gerechtigkeit!) Jawohl, Sie haben genau die Schwächeren, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Familien, Pensionistinnen und Pensionisten getroffen. Anscheinend soll dieses Schlagwort auch in Zukunft wieder Geltung und Wirkung haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie kommen wieder auf das Schlagwort zurück, das Sie in den letzten Jahren verwendet haben: die soziale Treffsicherheit. (Abg. Grillitsch: Und Gerechtigkeit!) Jawohl, Sie haben genau die Schwächeren, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Familien, Pensionistinnen und Pensionisten getroffen. Anscheinend soll dieses Schlagwort auch in Zukunft wieder Geltung und Wirkung haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Mit ihrer Drüberfahr-Methode hat diese Bundesregierung fast die gesamte Bevölkerung verunsichert und in Schrecken versetzt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
sem sensiblen Thema will er nun drüberfahren über die Menschen, die jahrzehntelang fleißig und brav an ihrem Arbeitsplatz gearbeitet haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Einen Satz noch zur so genannten Hackler-Regelung: Ich lehne dieses Wort mit großer Entschiedenheit ab. Es ist dies eine Diskriminierung aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, denn alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich müssen an ihrem Arbeitsplatz ihre volle Leistung zur Zufriedenheit ihres Vorgesetzten erbringen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wattaul: Nichts ist wahr!
Werte Kolleginnen und Kollegen! Abschließend noch einen Titel aus der „Kronen Zeitung“ vom 29. März dieses Jahres (Abg. Wattaul: Nichts ist wahr!): Diese Regierung tritt am Stand. – Ich behaupte, diese Regierung tritt nicht am Stand, diese Regierung hat den Retourgang eingelegt. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Abtreten!) Sie überfährt dabei schonungslos alle sozialen Errungenschaften und auch die jahrzehntelang vorbildlich wirkende und funktionierende Sozialpartnerschaft. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Abtreten!
Werte Kolleginnen und Kollegen! Abschließend noch einen Titel aus der „Kronen Zeitung“ vom 29. März dieses Jahres (Abg. Wattaul: Nichts ist wahr!): Diese Regierung tritt am Stand. – Ich behaupte, diese Regierung tritt nicht am Stand, diese Regierung hat den Retourgang eingelegt. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Abtreten!) Sie überfährt dabei schonungslos alle sozialen Errungenschaften und auch die jahrzehntelang vorbildlich wirkende und funktionierende Sozialpartnerschaft. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Werte Kolleginnen und Kollegen! Abschließend noch einen Titel aus der „Kronen Zeitung“ vom 29. März dieses Jahres (Abg. Wattaul: Nichts ist wahr!): Diese Regierung tritt am Stand. – Ich behaupte, diese Regierung tritt nicht am Stand, diese Regierung hat den Retourgang eingelegt. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Abtreten!) Sie überfährt dabei schonungslos alle sozialen Errungenschaften und auch die jahrzehntelang vorbildlich wirkende und funktionierende Sozialpartnerschaft. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wattaul: Haben sie euch gewählt? – Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Herr Kollege Grillitsch! Jetzt stelle ich eine Gegenfrage. (Abg. Wattaul: Haben sie euch gewählt? – Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) Der Landwirt aus der Freiheitlichen Partei hat sein Aussehen geändert. Es freut mich, Kollege Wattaul, dass du dich auch für Landwirtschaft interessierst! Kollege Grillitsch, du musst mir eine Gegenfrage beantworten: Warum bekämpft der Österreichische Bauernbund, warum bekämpft die Österreichische Volkspartei eine Veränderung der gemeinsamen Agrarpolitik im Hinblick auf die Erweiterung? Warum bekämpfen die Österreichische Volkspartei und der Österreichische Bauernbund eine gerechtere Verteilung der Agrarmittel, und warum habt ihr seit drei Jahren den Weg des Konsenses in der Landwirtschaftspolitik und des inneragrarischen sozialen Ausgleiches verlassen, Kollege Grillitsch? Warum? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Wurm: Gegen den Fischler! – Abg. Grillitsch: Falsch! Das ist falsch!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Wurm: Gegen den Fischler! – Abg. Grillitsch: Falsch! Das ist falsch!
Herr Kollege Grillitsch! Jetzt stelle ich eine Gegenfrage. (Abg. Wattaul: Haben sie euch gewählt? – Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) Der Landwirt aus der Freiheitlichen Partei hat sein Aussehen geändert. Es freut mich, Kollege Wattaul, dass du dich auch für Landwirtschaft interessierst! Kollege Grillitsch, du musst mir eine Gegenfrage beantworten: Warum bekämpft der Österreichische Bauernbund, warum bekämpft die Österreichische Volkspartei eine Veränderung der gemeinsamen Agrarpolitik im Hinblick auf die Erweiterung? Warum bekämpfen die Österreichische Volkspartei und der Österreichische Bauernbund eine gerechtere Verteilung der Agrarmittel, und warum habt ihr seit drei Jahren den Weg des Konsenses in der Landwirtschaftspolitik und des inneragrarischen sozialen Ausgleiches verlassen, Kollege Grillitsch? Warum? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Wurm: Gegen den Fischler! – Abg. Grillitsch: Falsch! Das ist falsch!)
Abg. Mag. Wurm: Weil Sie Großbauern sind!
Weil ihr für eine industrielle Landwirtschaft eintretet! Weil ihr weiterhin 80 Prozent der Mittel für 20 Prozent der bäuerlichen Betriebe haben wollt! (Abg. Mag. Wurm: Weil Sie Großbauern sind!) Weil ihr weiterhin die Kleinen am liebsten knechtet, und zwar so lange knechtet, bis es sie nicht mehr gibt! (Beifall bei der SPÖ.) Weil ihr am liebsten die biologisch arbeitenden Betriebe abschaffen würdet! Denn sonst hätten der ehemalige Bundesminister Molterer und jetzt auch
Beifall bei der SPÖ.
Weil ihr für eine industrielle Landwirtschaft eintretet! Weil ihr weiterhin 80 Prozent der Mittel für 20 Prozent der bäuerlichen Betriebe haben wollt! (Abg. Mag. Wurm: Weil Sie Großbauern sind!) Weil ihr weiterhin die Kleinen am liebsten knechtet, und zwar so lange knechtet, bis es sie nicht mehr gibt! (Beifall bei der SPÖ.) Weil ihr am liebsten die biologisch arbeitenden Betriebe abschaffen würdet! Denn sonst hätten der ehemalige Bundesminister Molterer und jetzt auch
Beifall bei der SPÖ.
Dass du das lächerlich findest, ist mir völlig klar, denn dein Vertretungsauftrag als Bauernbundpräsident gilt ja nicht den Kleinen, sondern den Großen, und das ist ungerecht! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grillitsch: Wo hast du das versteckt gehabt bis jetzt?
Lieber Kollege Grillitsch! Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei! Ich möchte Ihnen für die nächsten Wochen der Budgetberatungen eine Broschüre ans Herz legen – keine Broschüre der SPÖ, sondern eine Studie aus der Bundesanstalt für Bergbauernfragen aus dem Jahr 2000, den Forschungsbericht 46: „Die vielen Gesichter der ländlichen Armut“. (Abg. Grillitsch: Wo hast du das versteckt gehabt bis jetzt?)
Abg. Grillitsch: Es wird das Anforderungsprofil ...!
Ein Blick in die Kernbereiche dieser Studie würde euch nämlich zeigen, dass der budgetäre Weg, den ihr eingeschlagen habt, auch im Agrarbereich der absolut falsche ist. (Abg. Grillitsch: Es wird das Anforderungsprofil ...!)
Abg. Grillitsch: ... die Veränderungen unserer bäuerlichen Familien!
Lieber Kollege Grillitsch, ich rufe dir auch in Erinnerung, was Agrarkommissar Fischler in der „Pressestunde“ gesagt hat: Wir haben in Österreich noch Gott sei Dank eine sehr hohe Akzeptanz und einen sehr hohen sozialen Stellenwert der bäuerlichen Bevölkerung, das ist nicht in allen europäischen Staaten so. (Abg. Grillitsch: ... die Veränderungen unserer bäuerlichen Familien!) – Aber mit eurer Politik, mit eurer verfehlten angeblichen Interessenpolitik für die Bauern setzt ihr diese gesellschaftliche Akzeptanz aufs Spiel, und das ist gefährlich. Weicht ab davon! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Lieber Kollege Grillitsch, ich rufe dir auch in Erinnerung, was Agrarkommissar Fischler in der „Pressestunde“ gesagt hat: Wir haben in Österreich noch Gott sei Dank eine sehr hohe Akzeptanz und einen sehr hohen sozialen Stellenwert der bäuerlichen Bevölkerung, das ist nicht in allen europäischen Staaten so. (Abg. Grillitsch: ... die Veränderungen unserer bäuerlichen Familien!) – Aber mit eurer Politik, mit eurer verfehlten angeblichen Interessenpolitik für die Bauern setzt ihr diese gesellschaftliche Akzeptanz aufs Spiel, und das ist gefährlich. Weicht ab davon! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)