Eckdaten:
Für die 50. Sitzung der 21. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 1263 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht von den Abgeordneten Mag. Terezija Stoisits und Dr. Johannes Jarolim
Petition betreffend "Anerkennung der Verfolgung und Auslöschung der armenischen Bevölkerung im Osmanischen Reich von 1915 bis 1917 als Völkermord im Sinne der UN-Konvention zur Verhinderung und Bestrafung von Völkermord vom 9. Dezember 1948" (Ordnungsnummer 13) (überreicht von den Abgeordneten Mag. Terezija Stoisits und Dr. Johannes Jarolim )
überreicht vom Abgeordneten Emmerich Schwemlein
Petition betreffend "Erhöhung der Verkehrssicherheit am Beispiel von optisch verzerrten Zebrastreifen" (Ordnungsnummer 14) (überreicht vom Abgeordneten Emmerich Schwemlein )
überreicht vom Abgeordneten Dkfm. Mag. Josef Mühlbachler
Petition betreffend "Menschenrechte auch für Sudetendeutsche!" (Ordnungsnummer 16) (überreicht vom Abgeordneten Dkfm. Mag. Josef Mühlbachler )
Abg. Dr. Partik-Pablé: Frau Petrovic darf das vom Rednerpult aus sagen!
Der Erste betrifft Frau Abgeordnete Partik-Pablé für ihren Zwischenruf "Das sind Nazi-Methoden von der SPÖ!" (Abg. Dr. Partik-Pablé: Frau Petrovic darf das vom Rednerpult aus sagen!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber Frau Petrovic hat vom Rednerpult behauptet, dass das "Nazi-Methoden" waren!
Das Zweite betrifft den Abgeordneten Posch für den Ausdruck "Nazi-Sprache" während seiner Rede. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber Frau Petrovic hat vom Rednerpult behauptet, dass das "Nazi-Methoden" waren!)
Beifall bei der SPÖ, der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich glaube, wir sind alle einer Meinung, dass eine Einflussnahme auf die Protokollführung absolut unzulässig ist und dass wir daher auch in Zukunft Derartiges nicht vornehmen werden. (Beifall bei der SPÖ, der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ruf bei der SPÖ: Geh hör auf!
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Wir sind heute alle in der Früh in den Frühnachrichten auf die Blockademaßnahmen gegen die Politik der Bundesregierung und gegen das Parlament aufmerksam gemacht worden. Es hat Gruppen gegeben, sozialistische Gruppen, ihnen nahe stehende Gruppen, die zwischen 7 Uhr und 8 Uhr Österreich lahmlegen, arbeitende Menschen auf ihrem Weg zum Arbeitsplatz behindern wollten. (Ruf bei der SPÖ: Geh hör auf!) Von der Polizei nicht genehmigt, trotzdem mit rechtswidriger Gewalt hat man versucht, auch Abgeordnete daran zu hindern, rechtzeitig zur Beratung über wichtige Kapitel des Bundeshaushaltes als frei gewählte Abgeordnete in dieses Parlament zu gelangen. (Rufe bei der SPÖ: Wen? Namen!)
Rufe bei der SPÖ: Wen? Namen!
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Wir sind heute alle in der Früh in den Frühnachrichten auf die Blockademaßnahmen gegen die Politik der Bundesregierung und gegen das Parlament aufmerksam gemacht worden. Es hat Gruppen gegeben, sozialistische Gruppen, ihnen nahe stehende Gruppen, die zwischen 7 Uhr und 8 Uhr Österreich lahmlegen, arbeitende Menschen auf ihrem Weg zum Arbeitsplatz behindern wollten. (Ruf bei der SPÖ: Geh hör auf!) Von der Polizei nicht genehmigt, trotzdem mit rechtswidriger Gewalt hat man versucht, auch Abgeordnete daran zu hindern, rechtzeitig zur Beratung über wichtige Kapitel des Bundeshaushaltes als frei gewählte Abgeordnete in dieses Parlament zu gelangen. (Rufe bei der SPÖ: Wen? Namen!)
Abg. Grabner: Gehst du wieder am Sonntag oder am Feiertag in die Kirche beichten?
Mit dieser versuchten Blockade des gewählten Gesetzgebers durch sozialistische und grüne Gruppen hat man das erste Mal seit zig Jahren versucht – mit Straßenblockaden –, das Parlament und die Regierung zu behindern. (Abg. Grabner: Gehst du wieder am Sonntag oder am Feiertag in die Kirche beichten?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zur Sicherstellung des Entscheidungsprozesses des Nationalrates ersuche ich Sie und beantrage ich, Herr Präsident, über diese meine Wortmeldung gemäß § 59 Abs. 3 GOG eine Debatte durchzuführen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: So wie beim letzten Mal, Herr Präsident! So wie beim letzten Mal!
Ich mache darauf aufmerksam, es ist eine Geschäftsordnungsdebatte. Sie hat sich auf die Frage zu beziehen, ob der Nationalrat ordnungsgemäß und komplett beraten kann. (Abg. Ing. Westenthaler: So wie beim letzten Mal, Herr Präsident! So wie beim letzten Mal!) – So wie beim letzten Mal.
Abg. Grabner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Khol –: Ein Glück, dass dann Feiertag ist, dass du dann beichten gehen kannst!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Erster Redner in der Kurzdebatte mit einer Redezeit von 5 Minuten ist Herr Abgeordneter Dr. Khol. – Bitte. (Abg. Grabner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Khol –: Ein Glück, dass dann Feiertag ist, dass du dann beichten gehen kannst!)
Abg. Grabner: Das soziale!
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Die Bundesregierung hat seit ihrem Arbeitsantritt das Ziel, das politische System in unserem Lande zu reformieren (Abg. Grabner: Das soziale!), die Politik neu zu ordnen und die Sozialpartnerschaft neu zu gestalten. Wir haben diesen Reformdialog eingeleitet, und an diesem Reform
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Die Entscheidungen in unserem Land fallen immer noch hier in diesem Hause, im Parlament! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wir werden alle Versuche, diesen Entscheidungsprozess zu behindern, als Demokraten energisch zurückweisen, und wir werden uns in unserer Reform für Österreich nicht behindern lassen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Die Entscheidungen in unserem Land fallen immer noch hier in diesem Hause, im Parlament! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wir werden alle Versuche, diesen Entscheidungsprozess zu behindern, als Demokraten energisch zurückweisen, und wir werden uns in unserer Reform für Österreich nicht behindern lassen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Leikam: Da war Khol noch nicht munter, wie er das gehört hat! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Noch heute in der Früh, und zwar im "Morgenjournal", hat Präsident Verzetnitsch in einer gemäßigten Stellungnahme die Sanierungsmaßnahmen der Bundesregierung ausdrücklich unterstützt. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Leikam: Da war Khol noch nicht munter, wie er das gehört hat! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich kann mich erinnern, dass er gesagt hat, dass die Sanierung des Staatshaushaltes auch im Interesse aller Arbeitnehmer liegt. Und das ist richtig: Die Sanierung des Staatshaushaltes liegt im Interesse aller Arbeitnehmer. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Noch heute in der Früh, und zwar im "Morgenjournal", hat Präsident Verzetnitsch in einer gemäßigten Stellungnahme die Sanierungsmaßnahmen der Bundesregierung ausdrücklich unterstützt. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Leikam: Da war Khol noch nicht munter, wie er das gehört hat! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich kann mich erinnern, dass er gesagt hat, dass die Sanierung des Staatshaushaltes auch im Interesse aller Arbeitnehmer liegt. Und das ist richtig: Die Sanierung des Staatshaushaltes liegt im Interesse aller Arbeitnehmer. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Edlinger: Bremsen Sie sich ein bisschen ein! Das ist ja ungeheuerlich!
Ich kann es daher nicht verstehen, dass der Entscheidungsprozess in diesem Hause, obwohl das Ziel richtig ist – dass die Sinnhaftigkeit der Maßnahmen in diesem Hause diskutiert werden kann, ist klar –, behindert werden soll und dass die Regierung und das Parlament unter Druck gesetzt werden sollen. Dass man mit gewaltbereiten Gruppen, mit Chaoten, mit sozialistischen, radikal-sozialistischen Gruppen, mit radikalen Grünen-Gruppen gemeinsam (Abg. Edlinger: Bremsen Sie sich ein bisschen ein! Das ist ja ungeheuerlich!) an 59 Stellen in unserem Land Blockaden errichten will, ist mit einem demokratischen, parlamentarischen Entscheidungsprozess nicht vereinbar. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich kann es daher nicht verstehen, dass der Entscheidungsprozess in diesem Hause, obwohl das Ziel richtig ist – dass die Sinnhaftigkeit der Maßnahmen in diesem Hause diskutiert werden kann, ist klar –, behindert werden soll und dass die Regierung und das Parlament unter Druck gesetzt werden sollen. Dass man mit gewaltbereiten Gruppen, mit Chaoten, mit sozialistischen, radikal-sozialistischen Gruppen, mit radikalen Grünen-Gruppen gemeinsam (Abg. Edlinger: Bremsen Sie sich ein bisschen ein! Das ist ja ungeheuerlich!) an 59 Stellen in unserem Land Blockaden errichten will, ist mit einem demokratischen, parlamentarischen Entscheidungsprozess nicht vereinbar. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Wullowitz!
Mit Straßenblockaden können und dürfen in Österreich keine Probleme gelöst werden. Wir werden dafür sorgen (Abg. Parnigoni: Wullowitz!), dass wir heute mit dem Bundeskanzler hier im Hohen Hause im Rahmen einer Dringlichen Anfrage über diese Art des Entscheidungsprozesses und über die Reformziele diskutieren, die wir von den Regierungsparteien als Demokraten im Parlament und nicht durch ein Bündnis mit Chaoten und gewaltbereiten Gruppen erreichen wollen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Mit Straßenblockaden können und dürfen in Österreich keine Probleme gelöst werden. Wir werden dafür sorgen (Abg. Parnigoni: Wullowitz!), dass wir heute mit dem Bundeskanzler hier im Hohen Hause im Rahmen einer Dringlichen Anfrage über diese Art des Entscheidungsprozesses und über die Reformziele diskutieren, die wir von den Regierungsparteien als Demokraten im Parlament und nicht durch ein Bündnis mit Chaoten und gewaltbereiten Gruppen erreichen wollen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wir werden sicherstellen, dass sich das Hohe Haus von der Straße nicht unter Druck setzen lässt! Hier im Hause alle Diskussion, hier im Hause jede Demokratie – aber nicht auf der Straße, nicht unter Druck! (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Leikam: Das wird nicht Khol entscheiden, wo Verzetnitsch ist, das wird der Bürger entscheiden! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Präsident Verzetnitsch! Auch Sie werden sich entscheiden müssen: Entweder Sie sind hier herinnen und diskutieren mit uns – oder Sie sind draußen und setzen uns unter Druck. Aber beides zugleich wird nicht gehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Leikam: Das wird nicht Khol entscheiden, wo Verzetnitsch ist, das wird der Bürger entscheiden! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich frage Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ und den Grünen: Was können die Österreicherinnen und Österreicher, die ArbeitnehmerInnen dafür, die heute zu spät in die Arbeit kommen, nur weil Sie die Straßen blockieren? Was können sie dafür, meine Damen und Herren von der SPÖ und von den Grünen? (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Grabner.
Sie kommen da nicht weg. Bereits heute in der Früh hat man nicht nur bei den gewaltbereiten Chaoten gesehen, dass Teilorganisationen von SPÖ und Grünen fleißig mitmarschieren, sondern auch Abgeordnete dieses Hauses haben ihre Solidarität mit den Chaoten ausgedrückt. Frau Petrovic etwa, selbst teilnehmend an dieser Demonstration, sagte vor dem Parlament der APA gegenüber: Als notorische Frühaufsteherin sei sie bei solchen Aktionen immer dabei. Im Vergleich zu anderen Ländern seien diese Protestaktionen ohnedies unterproportional, sagte Frau Petrovic. (Zwischenruf des Abg. Grabner. )
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
"Unterproportional!", wenn Tausende österreichische Arbeitnehmer zu spät in die Arbeit kommen; unterproportional, wenn, wie uns mittlerweile die letzten Berichte zeigen – hören Sie gut zu! –, bereits Schlägereien auf Wiens Straßen mit Ihren Chaoten-Trupps stattfinden. – Nachzulesen in der Austria Presse Agentur, ganz aktuell. Wenn es bereits zu Sachbeschädigungen gekommen ist, wenn es bereits zu Autounfällen gekommen ist: Das nennen Sie "unterproportional"?! – Das ist ein Skandal und ein Verkennen der tatsächlichen Situation, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist für Frau Petrovic jetzt lächerlich! Da lacht sie!
Auch Herr Edlinger, der ins Parlament kommt, sagt, wenn er nicht im Parlament arbeiten müsste, dann würde er selbst dort mitmarschieren, dann würde er bei den Chaoten teilnehmen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist für Frau Petrovic jetzt lächerlich! Da lacht sie!) – Dort gehören Sie hin, Herr Kollege Edlinger! Aber lassen Sie die Österreicherinnen und Österreicher in Ruhe, die in der Früh in die Arbeit fahren, denn diese können nichts dafür, sie können sich nicht wehren, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Grabner: Habt ihr im Burgenland zu wenig bekommen?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Grabner: Habt ihr im Burgenland zu wenig bekommen?
Auch Herr Edlinger, der ins Parlament kommt, sagt, wenn er nicht im Parlament arbeiten müsste, dann würde er selbst dort mitmarschieren, dann würde er bei den Chaoten teilnehmen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist für Frau Petrovic jetzt lächerlich! Da lacht sie!) – Dort gehören Sie hin, Herr Kollege Edlinger! Aber lassen Sie die Österreicherinnen und Österreicher in Ruhe, die in der Früh in die Arbeit fahren, denn diese können nichts dafür, sie können sich nicht wehren, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Grabner: Habt ihr im Burgenland zu wenig bekommen?)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Präsident Verzetnitsch! Der Österreichische Gewerkschaftsbund ist in den fünfziger Jahren das letzte Mal auf die Straße gegangen. In den fünfziger Jahren hat es auch einen ÖGB gegeben, der auf der Straße marschiert ist. – Der Unterschied zu heute, Herr Präsident Verzetnitsch, ist aber ein ganz deutlicher: Der ÖGB der fünfziger Jahre, an der Spitze Franz Olah, hat gegen die damalige Situation, gegen Putsch, gegen Kommunismus, gegen die Gewalt auf der Straße demonstriert! – Sie aber stehen heute mit Ihrem Gewerkschaftsbund auf der anderen Seite: bei jenen, die die Drahtzieher der Gewalt sind. Arm in Arm marschieren Sie mit diesen Menschen! Und das ist abzulehnen! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das lehnen wir auf das Entschiedenste ab! Das hat sich der Gewerkschaftsbund nicht verdient! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Präsident Verzetnitsch! Der Österreichische Gewerkschaftsbund ist in den fünfziger Jahren das letzte Mal auf die Straße gegangen. In den fünfziger Jahren hat es auch einen ÖGB gegeben, der auf der Straße marschiert ist. – Der Unterschied zu heute, Herr Präsident Verzetnitsch, ist aber ein ganz deutlicher: Der ÖGB der fünfziger Jahre, an der Spitze Franz Olah, hat gegen die damalige Situation, gegen Putsch, gegen Kommunismus, gegen die Gewalt auf der Straße demonstriert! – Sie aber stehen heute mit Ihrem Gewerkschaftsbund auf der anderen Seite: bei jenen, die die Drahtzieher der Gewalt sind. Arm in Arm marschieren Sie mit diesen Menschen! Und das ist abzulehnen! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das lehnen wir auf das Entschiedenste ab! Das hat sich der Gewerkschaftsbund nicht verdient! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Leikam: Die letzte Rede vermutlich! Die letzte Rede!
Meine Damen und Herren! Auf der anderen Seite sieht heute Österreich und die Öffentlichkeit, wohin das führt. Wohin führt Rot-Grün? – Ins Chaos, in die Blockade und letztendlich auch zu Gewalt, wenn es zu Ausschreitungen kommt! (Abg. Leikam: Die letzte Rede vermutlich! Die letzte Rede!) Man kann die Österreicherinnen und Österreicher, die Bevölkerung nicht oft genug vor einer solchen Politik warnen (anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ), bei der die Gewalt auf der Straße den Dialog in diesem Hause, das Aufeinanderprallen der Argumente in diesem Hause verhindert.
anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ
Meine Damen und Herren! Auf der anderen Seite sieht heute Österreich und die Öffentlichkeit, wohin das führt. Wohin führt Rot-Grün? – Ins Chaos, in die Blockade und letztendlich auch zu Gewalt, wenn es zu Ausschreitungen kommt! (Abg. Leikam: Die letzte Rede vermutlich! Die letzte Rede!) Man kann die Österreicherinnen und Österreicher, die Bevölkerung nicht oft genug vor einer solchen Politik warnen (anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ), bei der die Gewalt auf der Straße den Dialog in diesem Hause, das Aufeinanderprallen der Argumente in diesem Hause verhindert.
Abg. Leikam: Die letzte Rede!
Zwei Reform-Dialoge hat diese Regierung durchgeführt, Sozialpartnerverhandlungen, Verhandlungen hier im Parlament (Abg. Leikam: Die letzte Rede!), aber heute marschieren Sie Arm in Arm mit gewaltbereiten Demonstranten. Sie schreien, und Ihre Sprache, Ihre Lautstärke und Ihre Zwischenrufe enttarnen Sie heute, weil es Ihnen selbst unangenehm ist, was da passiert (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), und weil Sie selbst die Lage nicht mehr unter Kontrolle haben, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
Zwei Reform-Dialoge hat diese Regierung durchgeführt, Sozialpartnerverhandlungen, Verhandlungen hier im Parlament (Abg. Leikam: Die letzte Rede!), aber heute marschieren Sie Arm in Arm mit gewaltbereiten Demonstranten. Sie schreien, und Ihre Sprache, Ihre Lautstärke und Ihre Zwischenrufe enttarnen Sie heute, weil es Ihnen selbst unangenehm ist, was da passiert (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), und weil Sie selbst die Lage nicht mehr unter Kontrolle haben, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Zwei Reform-Dialoge hat diese Regierung durchgeführt, Sozialpartnerverhandlungen, Verhandlungen hier im Parlament (Abg. Leikam: Die letzte Rede!), aber heute marschieren Sie Arm in Arm mit gewaltbereiten Demonstranten. Sie schreien, und Ihre Sprache, Ihre Lautstärke und Ihre Zwischenrufe enttarnen Sie heute, weil es Ihnen selbst unangenehm ist, was da passiert (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), und weil Sie selbst die Lage nicht mehr unter Kontrolle haben, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Edlinger: Die Regierung verursacht viel mehr Schaden! Ihr macht Schaden!
Wir haben eine bisherige Bilanz der bisherigen Donnerstags-Demonstrationen: 90 Exekutivkräfte, Polizeibeamte, die die Demokratie schützen, wurden verletzt, 100 Millionen Schilling an Sachschaden sind durch die Donnerstags-Demonstrationen entstanden. Und heute wird wahrscheinlich wieder Einiges dazu kommen. (Abg. Edlinger: Die Regierung verursacht viel mehr Schaden! Ihr macht Schaden!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich kann nur an Sie appellieren: Der Ort der politischen Auseinandersetzung ist das Parlament. Wir haben in der Zeit, in der wir in Opposition waren, auch vieles nicht begrüßt, aber wir haben kein einziges Mal in den 15 Jahren Opposition die Gewalt der Straße gebraucht, sondern wir hatten immer Argumente – die Sie aber heute offensichtlich nicht mehr haben, meine Damen und Herren von der SPÖ! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Edlinger: Was ist das? – Abg. Bures: Das ist ja Wahnsinn! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ihre Argumente sind weg, deshalb brauchen Sie die Gewalt der Straße. Ich kann Ihnen nur sagen: Beenden Sie dieses Chaos! Kommen Sie auf den Weg der Demokratie zurück, und pfeifen Sie den rot-grünen Mob auf der Straße endlich zurück! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Edlinger: Was ist das? – Abg. Bures: Das ist ja Wahnsinn! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Bitte, Kollege Nürnberger, Sie haben jetzt das Wort. Dann ist Kollege Van der Bellen an der Reihe. – Bitte. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Achatz: Eine ausgezeichnete Rede war das!
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das war wieder eine typische Westenthaler-Rede. (Abg. Achatz: Eine ausgezeichnete Rede war das!) Er beklagt sich über alle anderen Stile, hat aber selbst nichts anderes im Mund als "Mob", "Chaoten" und all diese Ausdrücke. Herr Westenthaler! Bei jedem Auftritt von Ihnen disqualifizieren Sie sich selbst. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das war wieder eine typische Westenthaler-Rede. (Abg. Achatz: Eine ausgezeichnete Rede war das!) Er beklagt sich über alle anderen Stile, hat aber selbst nichts anderes im Mund als "Mob", "Chaoten" und all diese Ausdrücke. Herr Westenthaler! Bei jedem Auftritt von Ihnen disqualifizieren Sie sich selbst. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Transparente sind dort! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich halte eindeutig fest, meine sehr geehrten Damen und Herren: Der Österreichische Gewerkschaftsbund und die Sozialdemokratie haben mit diesen Demonstrationen, die derzeit noch oder in der Früh stattgefunden haben, nichts zu tun. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Transparente sind dort! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Herr Westenthaler! Ich frage Sie: Haben Sie wieder Ihre Spitzel ausgeschickt? Haben Sie die Leute bespitzelt? Haben Sie nachgeschaut, ob diese Leute ein rotes oder ein grünes Parteibuch haben? Wie können Sie das sonst behaupten? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie, weil Sie sie aufhetzen! Sie hetzen die Leute auf! Ihr Gewerkschaftsbund!
Aber man kann natürlich die Frage stellen, wer denn schuld ist, dass diese Menschen auf die Straße gehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie, weil Sie sie aufhetzen! Sie hetzen die Leute auf! Ihr Gewerkschaftsbund!) Ich gebe Ihnen eine klare Antwort, meine beiden Klubobmänner: Ihre unsoziale Politik, die Sie hier in diesem Hause mit den Gesetzen seit Antritt betreiben, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Aber man kann natürlich die Frage stellen, wer denn schuld ist, dass diese Menschen auf die Straße gehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie, weil Sie sie aufhetzen! Sie hetzen die Leute auf! Ihr Gewerkschaftsbund!) Ich gebe Ihnen eine klare Antwort, meine beiden Klubobmänner: Ihre unsoziale Politik, die Sie hier in diesem Hause mit den Gesetzen seit Antritt betreiben, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sachbeschädigung! Schlägereien! Das ist eure Politik!
Wenn Sie von den Regierungsparteien zur größten gesellschaftspolitischen Umverteilung in unserem Lande antreten, die Menschen mit zig Milliarden Schillingen belasten (Abg. Ing. Westenthaler: Sachbeschädigung! Schlägereien! Das ist eure Politik!), dann dürfen Sie sich nicht wundern, wenn sie auf die Straße gehen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Eure Politik ist Gewalt! Menschenverletzend!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Eure Politik ist Gewalt! Menschenverletzend!
Wenn Sie von den Regierungsparteien zur größten gesellschaftspolitischen Umverteilung in unserem Lande antreten, die Menschen mit zig Milliarden Schillingen belasten (Abg. Ing. Westenthaler: Sachbeschädigung! Schlägereien! Das ist eure Politik!), dann dürfen Sie sich nicht wundern, wenn sie auf die Straße gehen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Eure Politik ist Gewalt! Menschenverletzend!)
Abg. Dr. Khol: Da ging es nicht ums Parlament! Da ging es nicht ums Parlament!
Eines verstehe ich auch nicht: Wo war denn dein großer Aufschrei – ich trete dafür ein, ich bin auch für diese Demonstrationen – in Temelin, als an der Spitze ein Herr Landeshauptmann stand, am Brenner, als die Traktoren aufgefahren sind, geschätzter Herr Bauernbund-Präsident Schwarzenberger, als der Ring blockiert war? (Abg. Dr. Khol: Da ging es nicht ums Parlament! Da ging es nicht ums Parlament!) Das ist Demokratie, da haben wir es zur Kenntnis genommen. Aber wenn Arbeiterinnen, Arbeiter und Angestellte wegen unsozialer Belastungen auf die Straße gehen, dann sehen Sie die Demokratie in Gefahr! (Anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Wir haben nie das Parlament belagert!)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Wir haben nie das Parlament belagert!
Eines verstehe ich auch nicht: Wo war denn dein großer Aufschrei – ich trete dafür ein, ich bin auch für diese Demonstrationen – in Temelin, als an der Spitze ein Herr Landeshauptmann stand, am Brenner, als die Traktoren aufgefahren sind, geschätzter Herr Bauernbund-Präsident Schwarzenberger, als der Ring blockiert war? (Abg. Dr. Khol: Da ging es nicht ums Parlament! Da ging es nicht ums Parlament!) Das ist Demokratie, da haben wir es zur Kenntnis genommen. Aber wenn Arbeiterinnen, Arbeiter und Angestellte wegen unsozialer Belastungen auf die Straße gehen, dann sehen Sie die Demokratie in Gefahr! (Anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Wir haben nie das Parlament belagert!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger.
Ich sage Ihnen mit aller Deutlichkeit: Der Österreichische Gewerkschaftsbund wird heute um 17 Uhr in friedlicher Art und Weise, in Form einer Menschenkette gegen diese Belastungspolitik der Regierung demonstrieren. (Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger. )
Abg. Dr. Khol: Ah so! Ah so! Ah so! Und nicht hier?! – Weitere Rufe bei der ÖVP: Ah so! Ah so!
Herr Klubobmann Khol! Du brauchst dir nicht die Frage zu stellen, wo ich um 17 Uhr sein werde. Diese Frage beantworte ich dir klipp und klar: Ich werde bei den Menschen draußen sein (Abg. Dr. Khol: Ah so! Ah so! Ah so! Und nicht hier?! – Weitere Rufe bei der ÖVP: Ah so! Ah so!), die friedlich gegen eure – damit du nicht zu schreien brauchst, wenn ich nicht da bin – unsoziale Belastungspolitik demonstrieren, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir werden dann fragen, ob Sie entschuldigt sind beim Präsidenten!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir werden dann fragen, ob Sie entschuldigt sind beim Präsidenten!
Herr Klubobmann Khol! Du brauchst dir nicht die Frage zu stellen, wo ich um 17 Uhr sein werde. Diese Frage beantworte ich dir klipp und klar: Ich werde bei den Menschen draußen sein (Abg. Dr. Khol: Ah so! Ah so! Ah so! Und nicht hier?! – Weitere Rufe bei der ÖVP: Ah so! Ah so!), die friedlich gegen eure – damit du nicht zu schreien brauchst, wenn ich nicht da bin – unsoziale Belastungspolitik demonstrieren, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir werden dann fragen, ob Sie entschuldigt sind beim Präsidenten!)
Abg. Dolinschek: 1996 und 1997!
Aber es gibt natürlich einen ganz realen Hintergrund. (Abg. Dolinschek: 1996 und 1997!) Das weiß mittlerweile ohnehin jeder in unserem Lande, warum das heute so zu dramatisieren versucht wurde. Wenn ich von der Freiheitlichen Partei wäre, die seit Regierungseintritt jede Wahl verloren hat, dann würde ich vielleicht auch so reagieren. Denken Sie doch nur an die Wahlen zur Österreichischen Wirtschaftskammer; in der Steiermark seid ihr "aufgebröselt" worden; und erstmals seid ihr gemeinsam als Pärchenlauf, Blau-Schwarz, Schwarz-Blau, im Burgenland angetreten und habt die einzig richtige Antwort der Wähler bekommen: Ihr habt beide ein Mandat, einen Regierungssitz und und und verloren. Damit verstehen wir Ihren Versuch der Dramatisierung der heutigen Ereignisse. Das ist der wahre Grund, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Aber es gibt natürlich einen ganz realen Hintergrund. (Abg. Dolinschek: 1996 und 1997!) Das weiß mittlerweile ohnehin jeder in unserem Lande, warum das heute so zu dramatisieren versucht wurde. Wenn ich von der Freiheitlichen Partei wäre, die seit Regierungseintritt jede Wahl verloren hat, dann würde ich vielleicht auch so reagieren. Denken Sie doch nur an die Wahlen zur Österreichischen Wirtschaftskammer; in der Steiermark seid ihr "aufgebröselt" worden; und erstmals seid ihr gemeinsam als Pärchenlauf, Blau-Schwarz, Schwarz-Blau, im Burgenland angetreten und habt die einzig richtige Antwort der Wähler bekommen: Ihr habt beide ein Mandat, einen Regierungssitz und und und verloren. Damit verstehen wir Ihren Versuch der Dramatisierung der heutigen Ereignisse. Das ist der wahre Grund, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Grabner: In Wien wird das nächste sein! – Abg. Leikam – in Richtung Freiheitliche –: Schlechte Verlierer!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Van der Bellen. Redezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Grabner: In Wien wird das nächste sein! – Abg. Leikam – in Richtung Freiheitliche –: Schlechte Verlierer!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie die APA-Berichte! Lesen Sie die APA-Berichte!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Khol! Herr Westenthaler! Welche Aufregung! Ich bewundere das, wie Sie sich aus dem Stand so über Nichts echauffieren können. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie die APA-Berichte! Lesen Sie die APA-Berichte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie die APA-Berichte! Ausschreitungen, Autounfälle gibt es!
Ich kann Ihnen nur sagen, ich brauche von meiner Wohnung ins Parlament ungefähr 45 Minuten, zur Sicherheit 50 Minuten. (Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie die APA-Berichte! Ausschreitungen, Autounfälle gibt es!) Ich nehme den 41er, er ist gekommen, ganz wie normal, ein bisschen voll war er, weil eine Schulklasse drinnen war. Er fährt anstandslos bis zum Schottentor. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. ) Ab dem Schottentor bin ich allerdings zu Fuß gegangen, das ist schon richtig, weil die Straßenbahn von Polizeiwagen blockiert war, die näm
Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Ich kann Ihnen nur sagen, ich brauche von meiner Wohnung ins Parlament ungefähr 45 Minuten, zur Sicherheit 50 Minuten. (Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie die APA-Berichte! Ausschreitungen, Autounfälle gibt es!) Ich nehme den 41er, er ist gekommen, ganz wie normal, ein bisschen voll war er, weil eine Schulklasse drinnen war. Er fährt anstandslos bis zum Schottentor. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. ) Ab dem Schottentor bin ich allerdings zu Fuß gegangen, das ist schon richtig, weil die Straßenbahn von Polizeiwagen blockiert war, die näm
Beifall bei den Grünen und der SPÖ
Ich meine, dass nach der Niederlage am Sonntag irgendetwas in diesem Hause passiert, was vom Wahlergebnis am Sonntag ablenken soll, war zu erwarten (Beifall bei den Grünen und der SPÖ), aber dass Sie sich auf so etwas Billiges einlassen, wenn man einmal irgendwohin ein bisschen zu spät kommt!
Abg. Dr. Fekter: Die Gewalt, die dabei ist!
Gibt es jetzt Demonstrationsfreiheit in unserem Land, oder gibt es keine? (Abg. Dr. Fekter: Die Gewalt, die dabei ist!) Oder gibt es Demonstrationsfreiheit nur dann, wenn es Ihnen gerade passt? (Abg. Ing. Westenthaler: Ist Gewalt erlaubt?) – Die Wahrheit ist erlaubt (Beifall bei den Grünen und der SPÖ), aber ich wäre sehr dankbar, wenn Sie eine berühmte österreichische Schriftstellerin nicht dauernd derart missbräuchlich im Munde führten. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist Gewalt erlaubt?) Sie kann sich nicht mehr dagegen wehren. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist Gewalt erlaubt?
Gibt es jetzt Demonstrationsfreiheit in unserem Land, oder gibt es keine? (Abg. Dr. Fekter: Die Gewalt, die dabei ist!) Oder gibt es Demonstrationsfreiheit nur dann, wenn es Ihnen gerade passt? (Abg. Ing. Westenthaler: Ist Gewalt erlaubt?) – Die Wahrheit ist erlaubt (Beifall bei den Grünen und der SPÖ), aber ich wäre sehr dankbar, wenn Sie eine berühmte österreichische Schriftstellerin nicht dauernd derart missbräuchlich im Munde führten. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist Gewalt erlaubt?) Sie kann sich nicht mehr dagegen wehren. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ
Gibt es jetzt Demonstrationsfreiheit in unserem Land, oder gibt es keine? (Abg. Dr. Fekter: Die Gewalt, die dabei ist!) Oder gibt es Demonstrationsfreiheit nur dann, wenn es Ihnen gerade passt? (Abg. Ing. Westenthaler: Ist Gewalt erlaubt?) – Die Wahrheit ist erlaubt (Beifall bei den Grünen und der SPÖ), aber ich wäre sehr dankbar, wenn Sie eine berühmte österreichische Schriftstellerin nicht dauernd derart missbräuchlich im Munde führten. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist Gewalt erlaubt?) Sie kann sich nicht mehr dagegen wehren. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist Gewalt erlaubt?
Gibt es jetzt Demonstrationsfreiheit in unserem Land, oder gibt es keine? (Abg. Dr. Fekter: Die Gewalt, die dabei ist!) Oder gibt es Demonstrationsfreiheit nur dann, wenn es Ihnen gerade passt? (Abg. Ing. Westenthaler: Ist Gewalt erlaubt?) – Die Wahrheit ist erlaubt (Beifall bei den Grünen und der SPÖ), aber ich wäre sehr dankbar, wenn Sie eine berühmte österreichische Schriftstellerin nicht dauernd derart missbräuchlich im Munde führten. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist Gewalt erlaubt?) Sie kann sich nicht mehr dagegen wehren. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Gibt es jetzt Demonstrationsfreiheit in unserem Land, oder gibt es keine? (Abg. Dr. Fekter: Die Gewalt, die dabei ist!) Oder gibt es Demonstrationsfreiheit nur dann, wenn es Ihnen gerade passt? (Abg. Ing. Westenthaler: Ist Gewalt erlaubt?) – Die Wahrheit ist erlaubt (Beifall bei den Grünen und der SPÖ), aber ich wäre sehr dankbar, wenn Sie eine berühmte österreichische Schriftstellerin nicht dauernd derart missbräuchlich im Munde führten. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist Gewalt erlaubt?) Sie kann sich nicht mehr dagegen wehren. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum schlagen sie alles kurz und klein?
Die Leute sind natürlich verärgert über die Budgetbegleitgesetze, die Sie beschlossen haben. Die Studenten sind auf die Straße gegangen. Sie sind heute zum Teil wieder auf der Straße. No na! (Abg. Ing. Westenthaler: Warum schlagen sie alles kurz und klein?) Wenn Sie Studiengebühren einführen, die man besser als "Bildungssteuer" bezeichnen sollte, erwarten Sie, dass die Schüler, die demnächst auf die Universität kommen, und die Studenten, die schon studieren, ihren Kopf neigen und sagen, danke, Herr Westenthaler, danke, Herr Khol, danke, dass wir endlich für das Gleiche, das wir immer schon gratis bekommen haben, jetzt auch noch 10 000 S zahlen müssen?! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Die Leute sind natürlich verärgert über die Budgetbegleitgesetze, die Sie beschlossen haben. Die Studenten sind auf die Straße gegangen. Sie sind heute zum Teil wieder auf der Straße. No na! (Abg. Ing. Westenthaler: Warum schlagen sie alles kurz und klein?) Wenn Sie Studiengebühren einführen, die man besser als "Bildungssteuer" bezeichnen sollte, erwarten Sie, dass die Schüler, die demnächst auf die Universität kommen, und die Studenten, die schon studieren, ihren Kopf neigen und sagen, danke, Herr Westenthaler, danke, Herr Khol, danke, dass wir endlich für das Gleiche, das wir immer schon gratis bekommen haben, jetzt auch noch 10 000 S zahlen müssen?! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Distanzieren Sie sich einmal von der Gewalt!
In welcher Welt leben Sie denn eigentlich?! (Abg. Ing. Westenthaler: Distanzieren Sie sich einmal von der Gewalt!) Das ist eine ganz legitime Aufregung, die da herrscht. Mein Vorredner hat schon erwähnt, was die Lehrer betrifft, dass das nun wirklich nicht der "rot-grüne Mob" ist, wie Sie sich auszudrücken belieben. Das sind überwiegend schwarze Gewerkschaften. (Abg. Dr. Martin Graf: Die bekommen 20 000 S mehr und streiken auch!) Das sind völlig legitime Ausdrucksmittel des Unwillens, die da stattfinden. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Martin Graf: Die bekommen 20 000 S mehr und streiken auch!
In welcher Welt leben Sie denn eigentlich?! (Abg. Ing. Westenthaler: Distanzieren Sie sich einmal von der Gewalt!) Das ist eine ganz legitime Aufregung, die da herrscht. Mein Vorredner hat schon erwähnt, was die Lehrer betrifft, dass das nun wirklich nicht der "rot-grüne Mob" ist, wie Sie sich auszudrücken belieben. Das sind überwiegend schwarze Gewerkschaften. (Abg. Dr. Martin Graf: Die bekommen 20 000 S mehr und streiken auch!) Das sind völlig legitime Ausdrucksmittel des Unwillens, die da stattfinden. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
In welcher Welt leben Sie denn eigentlich?! (Abg. Ing. Westenthaler: Distanzieren Sie sich einmal von der Gewalt!) Das ist eine ganz legitime Aufregung, die da herrscht. Mein Vorredner hat schon erwähnt, was die Lehrer betrifft, dass das nun wirklich nicht der "rot-grüne Mob" ist, wie Sie sich auszudrücken belieben. Das sind überwiegend schwarze Gewerkschaften. (Abg. Dr. Martin Graf: Die bekommen 20 000 S mehr und streiken auch!) Das sind völlig legitime Ausdrucksmittel des Unwillens, die da stattfinden. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso marschieren Sie dann mit? Wieso marschieren Sie dann mit?
Was die grüne Partei betrifft: Diese organisiert keine der heute oder morgen stattfindenden Demonstrationen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso marschieren Sie dann mit? Wieso marschieren Sie dann mit?) Es kann schon sein, dass Sie mit Ihrem fotografischen Gedächtnis den einen oder anderen Grünen bei einer Demonstration sehen, selbstverständlich. Und da, wo sie dabei sind, handelt es sich um beantragte und genehmigte Demonstrationen. Dieses Demonstrationsrecht, eine Grund-Errungenschaft der Demokratie, machen Sie hier in diesem Haus madig (Abg. Dr. Krüger: Nur der kleinste Teil ist genehmigt! Das wissen Sie genauso!), indem Sie von "Mob" sprechen, Herr Khol und Herr Westenthaler! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Krüger: Nur der kleinste Teil ist genehmigt! Das wissen Sie genauso!
Was die grüne Partei betrifft: Diese organisiert keine der heute oder morgen stattfindenden Demonstrationen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso marschieren Sie dann mit? Wieso marschieren Sie dann mit?) Es kann schon sein, dass Sie mit Ihrem fotografischen Gedächtnis den einen oder anderen Grünen bei einer Demonstration sehen, selbstverständlich. Und da, wo sie dabei sind, handelt es sich um beantragte und genehmigte Demonstrationen. Dieses Demonstrationsrecht, eine Grund-Errungenschaft der Demokratie, machen Sie hier in diesem Haus madig (Abg. Dr. Krüger: Nur der kleinste Teil ist genehmigt! Das wissen Sie genauso!), indem Sie von "Mob" sprechen, Herr Khol und Herr Westenthaler! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Was die grüne Partei betrifft: Diese organisiert keine der heute oder morgen stattfindenden Demonstrationen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso marschieren Sie dann mit? Wieso marschieren Sie dann mit?) Es kann schon sein, dass Sie mit Ihrem fotografischen Gedächtnis den einen oder anderen Grünen bei einer Demonstration sehen, selbstverständlich. Und da, wo sie dabei sind, handelt es sich um beantragte und genehmigte Demonstrationen. Dieses Demonstrationsrecht, eine Grund-Errungenschaft der Demokratie, machen Sie hier in diesem Haus madig (Abg. Dr. Krüger: Nur der kleinste Teil ist genehmigt! Das wissen Sie genauso!), indem Sie von "Mob" sprechen, Herr Khol und Herr Westenthaler! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist ein Mob?
Er war es, Herr Westenthaler, der hier von "rot-grünem Mob" gesprochen hat, Ihr Koalitionskollege! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist ein Mob?) Sie sitzen nebeneinander, aber ich habe noch nicht gesehen, dass Sie gesagt hätten: Herr Westenthaler, das geht aber zu weit! Für Beschimpfungen reicht es allemal (Abg. Ing. Westenthaler: Gewalt ist das!), wie "Chaoten" und "gewaltbereite Gruppen". Ich kenne solch eine "Chaoten- und gewaltbereite Gruppe", sie besteht aus einem Mann: ein Landeshauptmann, das ist offenbar Herr Pühringer.
Abg. Ing. Westenthaler: Gewalt ist das!
Er war es, Herr Westenthaler, der hier von "rot-grünem Mob" gesprochen hat, Ihr Koalitionskollege! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist ein Mob?) Sie sitzen nebeneinander, aber ich habe noch nicht gesehen, dass Sie gesagt hätten: Herr Westenthaler, das geht aber zu weit! Für Beschimpfungen reicht es allemal (Abg. Ing. Westenthaler: Gewalt ist das!), wie "Chaoten" und "gewaltbereite Gruppen". Ich kenne solch eine "Chaoten- und gewaltbereite Gruppe", sie besteht aus einem Mann: ein Landeshauptmann, das ist offenbar Herr Pühringer.
Ruf bei der ÖVP: Ein guter Mann!
Bei Herrn Pühringer ist es legitim. Ich bin auch dafür, ich habe es unterstützt, dass Herr Pühringer gegen Temelin protestiert. (Ruf bei der ÖVP: Ein guter Mann!) Da ist es auch zu Demonstrationen gekommen; da ist es zu Verkehrsblockaden gekommen; da ist es sogar zu Grenzblockaden gekommen. – Da ist Herr Khol aber nicht erschienen und hat gesagt: Chaot, gewaltbereiter Landeshauptmann! Da war es ein legitimes Mittel. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Bei Herrn Pühringer ist es legitim. Ich bin auch dafür, ich habe es unterstützt, dass Herr Pühringer gegen Temelin protestiert. (Ruf bei der ÖVP: Ein guter Mann!) Da ist es auch zu Demonstrationen gekommen; da ist es zu Verkehrsblockaden gekommen; da ist es sogar zu Grenzblockaden gekommen. – Da ist Herr Khol aber nicht erschienen und hat gesagt: Chaot, gewaltbereiter Landeshauptmann! Da war es ein legitimes Mittel. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: So ist es! – Abg. Dr. Mertel: Können wir ja!
Der einzige Punkt, wo ich mit Ihnen einverstanden bin, ist: Selbstverständlich muss der Nationalrat arbeiten können (Abg. Dr. Khol: So ist es! – Abg. Dr. Mertel: Können wir ja!) – ganz gleich, ob einem die Mehrheit passt oder nicht, ganz gleich, ob man das für absolut inakzeptabel hält, was hier beschlossen wird oder nicht; der Nationalrat muss arbeiten können. (Abg. Dr. Khol: So ist es!) – Aber der Nationalrat kann auch arbeiten.
Abg. Dr. Khol: So ist es!
Der einzige Punkt, wo ich mit Ihnen einverstanden bin, ist: Selbstverständlich muss der Nationalrat arbeiten können (Abg. Dr. Khol: So ist es! – Abg. Dr. Mertel: Können wir ja!) – ganz gleich, ob einem die Mehrheit passt oder nicht, ganz gleich, ob man das für absolut inakzeptabel hält, was hier beschlossen wird oder nicht; der Nationalrat muss arbeiten können. (Abg. Dr. Khol: So ist es!) – Aber der Nationalrat kann auch arbeiten.
Abg. Grabner: Per Dienstauto wahrscheinlich!
Ich weiß nicht, wie Sie ins Hohe Haus gekommen sind. (Abg. Grabner: Per Dienstauto wahrscheinlich!) Als ich hereingekommen bin, waren Hunderte Polizisten zu sehen, aber ich bin in keiner Weise behindert worden, aber wirklich in keiner Weise! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich weiß nicht, wie Sie ins Hohe Haus gekommen sind. (Abg. Grabner: Per Dienstauto wahrscheinlich!) Als ich hereingekommen bin, waren Hunderte Polizisten zu sehen, aber ich bin in keiner Weise behindert worden, aber wirklich in keiner Weise! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Steibl: Aber erst um 21 Uhr!
Abgeordneter Mag. Walter Tancsits (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ich weiß nicht, wie es Ihnen ergangen ist. Ich habe gestern ein Telegramm der Parlamentsdirektion bekommen, und zwar mit dem Inhalt (Abg. Steibl: Aber erst um 21 Uhr!), dass am 5. Dezember in den Morgenstunden voraussichtlich mit erheblichen Behinderungen an Verkehrsknotenpunkten durch unangemeldete Demonstrationen zu rechnen ist. Weiters findet von 6.45 Uhr bis 8.15 Uhr eine Demonstration auf der Hauptfahrbahn des Rings statt, hieß es in diesem Telegramm. – Glauben Sie, dass das der Normalzustand in einem Entscheidungsprozess in einer parlamentarischen Demokratie ist? Ich glaube das nicht! (Abg. Parnigoni: Glauben Sie, dass das Belastungspaket ein Normalzustand ist?)
Abg. Parnigoni: Glauben Sie, dass das Belastungspaket ein Normalzustand ist?
Abgeordneter Mag. Walter Tancsits (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ich weiß nicht, wie es Ihnen ergangen ist. Ich habe gestern ein Telegramm der Parlamentsdirektion bekommen, und zwar mit dem Inhalt (Abg. Steibl: Aber erst um 21 Uhr!), dass am 5. Dezember in den Morgenstunden voraussichtlich mit erheblichen Behinderungen an Verkehrsknotenpunkten durch unangemeldete Demonstrationen zu rechnen ist. Weiters findet von 6.45 Uhr bis 8.15 Uhr eine Demonstration auf der Hauptfahrbahn des Rings statt, hieß es in diesem Telegramm. – Glauben Sie, dass das der Normalzustand in einem Entscheidungsprozess in einer parlamentarischen Demokratie ist? Ich glaube das nicht! (Abg. Parnigoni: Glauben Sie, dass das Belastungspaket ein Normalzustand ist?)
Abg. Dr. Mertel: Wer? Wo?
Meine Damen und Herren! Meiner Meinung nach sollte man auch auf die Menschen, die heute auf dem Weg zu ihren Arbeitsstätten behindert wurden, hören. (Abg. Dr. Mertel: Wer? Wo?) Robert Hornik, Postbediensteter: Was die Berufsdemonstrierer da machen, hat mit einer Demokratie nichts mehr zu tun. Die schädigen den Staat und unsere Wirtschaft mit dieser Blockade. – Und, und, und, Sie können das heute in jedem Medium nachlesen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich werfe Ihnen aber nicht nur vor, dass Sie gezielt den 5. Dezember, den Entscheidungstag für das Budget und für die Wende in der Reformpolitik in unserem Lande, missbrauchen, sondern ich werfe Ihnen auch vor, dass Sie seit dem 4. Februar – in der Woche darauf sind wir auch durch Straßensperren hierher gegangen zur Regierungserklärung – versuchen, den Entscheidungsprozess aus dem Hohen Haus hinaus auf die Straße zu verlagern. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Begonnen hat das mit dem Tag der Regierungserklärung, fortgesetzt wurde am 19. Februar und mit den Donnerstags-Demonstrationen – und es dauert bis zum heutigen Tag. Meine Damen und Herren! Verwechseln Sie diesen Vorgang, die Herbeiführung eines künstlichen, eines virtuellen Belagerungszustandes nicht mit den legitimen Möglichkeiten der Menschen, in Interessenvertretungskonflikten für ihre Rechte eintreten zu können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich bin nicht der Meinung der Kollegen von der Eisenbahnergewerkschaft, die einen Warnstreik für ihr Pensionsalter durchgeführt haben. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich bin auch nicht der Meinung meiner
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Silhavy: Alle Fraktionen ...!
Wenn Sie den Streikaufruf – ich korrigiere –, den Aufruf zur "Menschenkette" durchlesen, dann werden Sie draufkommen, dass darin kein einziger Arbeitnehmer- oder interessenpolitischer Grund genannt wird, sondern dass – und ich sage Ihnen das ganz offen – das erste Mal seit Oktober 1950 Gewerkschafter nur deshalb auf die Straße gehen, um eine rein politische Demonstration gegen die Mehrheit hier im Parlament, hier in diesem Hause durchzuführen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Silhavy: Alle Fraktionen ...!)
Abg. Verzetnitsch: Die nehmen teil! – Abg. Silhavy: Die FCG nimmt teil!
Wenn Sie sagen, dass diese Fraktionen zugestimmt haben, dann sage ich Ihnen: Fragen Sie doch meine Kollegen von der FCG aus Niederösterreich oder aus Wien, ob sie heute teilnehmen. (Abg. Verzetnitsch: Die nehmen teil! – Abg. Silhavy: Die FCG nimmt teil!) Die Distanzierungen sind doch völlig klar, meine Damen und Herren.
Abg. Edlinger: Dazu besteht überhaupt kein Anlass!
Ich fordere Sie auf, Herr Präsident Verzetnitsch, und Herr Nürnberger – ach so, der ist schon draußen bei den Demonstrationsvorbereitungen –: Distanzieren Sie sich davon! (Abg. Edlinger: Dazu besteht überhaupt kein Anlass!) Sie haben bis 17 Uhr noch die Chance, Ihre "Menschenkette" abzusagen. (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Machen Sie das im Interesse des ÖGB! Distanzieren Sie sich von diesen 59 Blockadepunkten! (Abg. Edlinger: Sie sind ein schlechter Laien-Schauspieler!) Das sind wir ...
Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Ich fordere Sie auf, Herr Präsident Verzetnitsch, und Herr Nürnberger – ach so, der ist schon draußen bei den Demonstrationsvorbereitungen –: Distanzieren Sie sich davon! (Abg. Edlinger: Dazu besteht überhaupt kein Anlass!) Sie haben bis 17 Uhr noch die Chance, Ihre "Menschenkette" abzusagen. (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Machen Sie das im Interesse des ÖGB! Distanzieren Sie sich von diesen 59 Blockadepunkten! (Abg. Edlinger: Sie sind ein schlechter Laien-Schauspieler!) Das sind wir ...
Abg. Edlinger: Sie sind ein schlechter Laien-Schauspieler!
Ich fordere Sie auf, Herr Präsident Verzetnitsch, und Herr Nürnberger – ach so, der ist schon draußen bei den Demonstrationsvorbereitungen –: Distanzieren Sie sich davon! (Abg. Edlinger: Dazu besteht überhaupt kein Anlass!) Sie haben bis 17 Uhr noch die Chance, Ihre "Menschenkette" abzusagen. (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Machen Sie das im Interesse des ÖGB! Distanzieren Sie sich von diesen 59 Blockadepunkten! (Abg. Edlinger: Sie sind ein schlechter Laien-Schauspieler!) Das sind wir ...
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Walter Tancsits (fortsetzend): ... diesem Hohen Haus und dem Entscheidungsprozess in diesem Parlament schuldig. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Ihnen als Gewerkschafter sollte bewusst sein: In einer Demokratie gibt es das Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit. Und Sie versuchen nun, weil Ihnen die Argumente ausgegangen sind, den Leuten dieses Grundrecht abzusprechen. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Das wird Ihnen aber mit Sicherheit nicht gelingen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ihnen als Gewerkschafter sollte bewusst sein: In einer Demokratie gibt es das Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit. Und Sie versuchen nun, weil Ihnen die Argumente ausgegangen sind, den Leuten dieses Grundrecht abzusprechen. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Das wird Ihnen aber mit Sicherheit nicht gelingen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Edlinger: 26!
Haben Sie kein Verständnis für Leute, die, wenn sie weniger als 30 000 S verdienen, von insgesamt 23 Maßnahmen betroffen sind (Abg. Edlinger: 26!) und denen tief in die Tasche gegriffen wird? Für Studenten, die auf die Straße gehen, weil sie eine Bildungssteuer zu zahlen haben, und sagen: So nicht!?
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine Damen und Herren! Das Demonstrationsrecht ist nicht einseitig, das gilt nicht nur für den Brenner, das gilt nicht nur im Zusammenhang mit Temelin, wo ich es bejahe, sondern das gilt auch im Zusammenhang damit, dass die Leute von Ihren asozialen Maßnahmen betroffen sind. Und es ist ihr Recht, zu demonstrieren. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Das ist Ihr Selbstverständnis in der Demokratie: Druck auszuüben, wo Sie selbst Antworten zu geben haben, aber wehleidig zu sein, wo Sie tatsächlich für Ihre politischen Entscheidungen einzustehen haben. Sie können es nicht mehr, weil Sie keine Antworten mehr haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei der ÖVP: "Großteils!" – Abg. Ing. Westenthaler: "Großteils"!
APA-Meldung von heute, 8.22 Uhr: "Die Demonstranten haben sich großteils an die angegebene einstündige Aktionszeit gehalten." (Rufe bei der ÖVP: "Großteils!" – Abg. Ing. Westenthaler: "Großteils"!) Und weiters: " Wesentliche Ausschreitungen gab es keine. Verhaftungen mußten keine vorgenommen werden". – Zitatende.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Das sind Ihre "Prügeleien", meine Damen und Herren! – Sie schaffen ein Bedrohungsbild, das es nicht gibt, um sich dahinter zu verstecken, weil Ihnen die Argumente ausgegangen sind. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren von den Koalitionsparteien! Statt sich mit jenen zu solidarisieren, die davon betroffen sind, versuchen Sie auch noch in einem Rundumschlag, den Wienern das Aufbauen von Barrikaden zu unterstellen. Das ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Ihnen die Argumente ausgegangen sind. Sie sind die "Koalition der sozialen Kälte", und wenn die Leute dagegen demonstrieren, stehen Sie dem wortlos, ratlos und im Grunde genommen auch argumentlos im Plenum des Nationalrates gegenüber. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Das bedeutet: Ich nehme zur Kenntnis, dass die SPÖ und die Grünen ein Lahmlegen der Republik befürworten. Das heißt, Sie gehen an der Grenze zur Anarchie spazieren, meine Herren! Sie haben zu verantworten, was heute in dieser Republik passiert. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Sie wollen die Republik lahmlegen! Das ist Ihnen aber nicht gelungen, weil es nur, wie wir in der APA lesen, 50 vereinzelte Demonstranten gab, die sich erst zusammenfinden mussten, und zwar mithilfe des Labels "IG Publizistik". – Das ist die Form der Auseinandersetzung, die Sie suchen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich frage mich auch: Wo bleibt denn die Solidarität des Österreichischen Gewerkschaftsbundes mit der arbeitenden Bevölkerung, wenn man in den einzelnen Landeshauptstädten alles blockiert, sodass die Menschen nicht zur Arbeit kommen? – Weil Sie ein paar Funktionäre haben, die daran interessiert sind, legen Sie die Republik lahm. Das lehnen wir auf das Entschiedenste ab! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Nürnberger: Ich lasse mir von dir nichts vorschreiben!
Sie, Herr Baumeister der neuen Koalition Nürnberger, haben es am meisten nötig, hier den Lauten zu spielen. (Abg. Nürnberger: Ich lasse mir von dir nichts vorschreiben!) Sie handeln verantwortungslos! Kein Wort der Distanzierung von den illegalen Versammlungen (Abg. Edlinger: Er ist ja nicht zuständig!), kein Wort zu den tätlichen Auseinandersetzungen. Wir alle sind "nicht" verantwortlich. Sie treiben die Menschen auf die Straße, sind aber "nicht" dafür verantwortlich. Jede Verhandlung mit dem Gewerkschaftsbund endet letztlich in einer Drohung mit Streik. (Abg. Edlinger: Ihre Politik treibt die Leute auf die Straße, nicht die Gewerkschaft!)
Abg. Edlinger: Er ist ja nicht zuständig!
Sie, Herr Baumeister der neuen Koalition Nürnberger, haben es am meisten nötig, hier den Lauten zu spielen. (Abg. Nürnberger: Ich lasse mir von dir nichts vorschreiben!) Sie handeln verantwortungslos! Kein Wort der Distanzierung von den illegalen Versammlungen (Abg. Edlinger: Er ist ja nicht zuständig!), kein Wort zu den tätlichen Auseinandersetzungen. Wir alle sind "nicht" verantwortlich. Sie treiben die Menschen auf die Straße, sind aber "nicht" dafür verantwortlich. Jede Verhandlung mit dem Gewerkschaftsbund endet letztlich in einer Drohung mit Streik. (Abg. Edlinger: Ihre Politik treibt die Leute auf die Straße, nicht die Gewerkschaft!)
Abg. Edlinger: Ihre Politik treibt die Leute auf die Straße, nicht die Gewerkschaft!
Sie, Herr Baumeister der neuen Koalition Nürnberger, haben es am meisten nötig, hier den Lauten zu spielen. (Abg. Nürnberger: Ich lasse mir von dir nichts vorschreiben!) Sie handeln verantwortungslos! Kein Wort der Distanzierung von den illegalen Versammlungen (Abg. Edlinger: Er ist ja nicht zuständig!), kein Wort zu den tätlichen Auseinandersetzungen. Wir alle sind "nicht" verantwortlich. Sie treiben die Menschen auf die Straße, sind aber "nicht" dafür verantwortlich. Jede Verhandlung mit dem Gewerkschaftsbund endet letztlich in einer Drohung mit Streik. (Abg. Edlinger: Ihre Politik treibt die Leute auf die Straße, nicht die Gewerkschaft!)
Abg. Edlinger: Trotz dieser Regierung!
Ich sage Ihnen Folgendes, weil Sie immer wieder die Wahl im Burgenland erwähnen: Sie sollten den Tag nicht vor dem Abend loben. Sie haben uns eine massive Verschlechterung in der Arbeitswelt prophezeit. – Tatsache ist, dass wir mit 3,2 Millionen beschäftigten Menschen einen neuen Höchststand haben. (Abg. Edlinger: Trotz dieser Regierung!)
Abg. Edlinger: 0,8 Prozent für die Pensionisten! Größter Pensionsraub in der Geschichte!
Zum Sozialbereich: Die Sozialversicherungsträger sind durch Sie pleite. Herr Finanzminister Edlinger, 9 Milliarden Schilling Abgang in zwei Jahren, das ist Ihr Werk. (Abg. Edlinger: 0,8 Prozent für die Pensionisten! Größter Pensionsraub in der Geschichte!) Wir müssen sanieren. Dabei sind Maßnahmen notwendig, die nicht jeden freuen, aber wir werden sie durchziehen und dafür sorgen, dass es letztlich geordnete und gesittete Verhältnisse gibt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Zum Sozialbereich: Die Sozialversicherungsträger sind durch Sie pleite. Herr Finanzminister Edlinger, 9 Milliarden Schilling Abgang in zwei Jahren, das ist Ihr Werk. (Abg. Edlinger: 0,8 Prozent für die Pensionisten! Größter Pensionsraub in der Geschichte!) Wir müssen sanieren. Dabei sind Maßnahmen notwendig, die nicht jeden freuen, aber wir werden sie durchziehen und dafür sorgen, dass es letztlich geordnete und gesittete Verhältnisse gibt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Hagenhofer: Auch die Freiheitlichen!
Sie von der SPÖ haben dem Staat ein unfinanzierbares Defizit beschert, das es zu sanieren gilt. Der finanzielle Scherbenhaufen, den Sie hinterlassen haben, verursacht halt Wunden. Aber das Schlimmste und die größte Irritation ist das mangelnde Demokratieverständnis der SPÖ. Die SPÖ als ehemalige Regierungspartei in dieser Republik hat null Demokratieverständnis. Es ist erschreckend, wozu die Sozialdemokraten in unserem Lande fähig sind. (Abg. Hagenhofer: Auch die Freiheitlichen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Von der Provokation zur Eskalation ist es nur ein kleiner Schritt. Ich lade daher insbesondere die SPÖ und vor allem auch den Österreichischen Gewerkschaftsbund ein, wieder zum sozialen Frieden in unserem Lande zurückzufinden – und nicht zu trennen, sondern zu vereinen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Edlinger: Aber doch nicht gegenüber der Regierung! Was glauben Sie eigentlich?
Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, betonen immer wieder, Sie seien die stärkste Partei in diesem Lande. Daher erwarte ich mir auch, dass Sie ein derartiges Verhalten an den Tag legen und sich Ihrer Verantwortung der Bevölkerung und dem Land gegenüber bewusst sind. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Edlinger: Aber doch nicht gegenüber der Regierung! Was glauben Sie eigentlich?)
Abg. Dr. Khol: Nicht bei jeder!
Die Regierungsparteien sollten eigentlich froh darüber sein, dass die Menschen auf direktdemokratischem Weg, den die Regierungsparteien sonst bei jeder Gelegenheit beschwören (Abg. Dr. Khol: Nicht bei jeder!) und natürlich für legitim halten, ihren Unmut und ihren Protest in sehr mäßiger und moderater Art und Weise zum Ausdruck bringen. Sie lassen ja den Leuten sonst gar keine andere Artikulationsmöglichkeit als jene im Burgenland, nämlich über den Stimmzettel. – Aber uns soll es Recht sein. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Regierungsparteien sollten eigentlich froh darüber sein, dass die Menschen auf direktdemokratischem Weg, den die Regierungsparteien sonst bei jeder Gelegenheit beschwören (Abg. Dr. Khol: Nicht bei jeder!) und natürlich für legitim halten, ihren Unmut und ihren Protest in sehr mäßiger und moderater Art und Weise zum Ausdruck bringen. Sie lassen ja den Leuten sonst gar keine andere Artikulationsmöglichkeit als jene im Burgenland, nämlich über den Stimmzettel. – Aber uns soll es Recht sein. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich glaube, es würden sich zahlreiche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sehr, sehr glücklich schätzen, würde sich die – von Ihnen so bezeichnete – "Lahmlegung" immer in solchen Grenzen halten wie heute. Fragen Sie einmal die Pendlerinnen und Pendler, die dank Ihrer Verkehrspolitik oft viele, viele Stunden im Stau zubringen, ob sie nicht froh wären, wenn es immer bloß eine so kurze, temporäre Behinderung gäbe. Schauen Sie doch, dass beim öffentlichen Verkehr einmal etwas gemacht wird! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter
Aber den eigentlichen Grund dafür, dass so viele junge Leute diesen mäßigen und moderaten Protest anbringen, lassen Sie sehr gern außer Acht: Dieser Protest ist notwendig und wichtig (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter ), auch um das Ansehen Österreichs in der Welt hochzuhalten. Diese Proteste sind gesehen worden und auf der ganzen Welt – nur nicht bei Ihnen! – als Einsatz, als Aufschrei für die Menschenrechte wahrgenommen worden. Und dieser Aufschrei war und ist wichtig in Österreich. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber den eigentlichen Grund dafür, dass so viele junge Leute diesen mäßigen und moderaten Protest anbringen, lassen Sie sehr gern außer Acht: Dieser Protest ist notwendig und wichtig (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter ), auch um das Ansehen Österreichs in der Welt hochzuhalten. Diese Proteste sind gesehen worden und auf der ganzen Welt – nur nicht bei Ihnen! – als Einsatz, als Aufschrei für die Menschenrechte wahrgenommen worden. Und dieser Aufschrei war und ist wichtig in Österreich. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll
Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Ihre geheuchelte Empörung, nie haben Sie die Straße gebraucht (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll ), nie Haider und Prinzhorn auf der Straße, und Ihre Aussagen, dass unseren Wiener Kindern türkische und serbokroatische Texte aufgezwungen würden, so als wären es nicht auch unsere Kinder, die verschiedene Sprachen sprechen – Gott sei Dank! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Ihre geheuchelte Empörung, nie haben Sie die Straße gebraucht (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll ), nie Haider und Prinzhorn auf der Straße, und Ihre Aussagen, dass unseren Wiener Kindern türkische und serbokroatische Texte aufgezwungen würden, so als wären es nicht auch unsere Kinder, die verschiedene Sprachen sprechen – Gott sei Dank! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
In freiheitlichen Pamphleten wird immer wieder eine Hetze, ein Einsatz gegen die Menschenrechte für legitim erklärt. Es wird die Zeit des Nationalsozialismus verharmlost, wenn etwa in der Zeitschrift "Zur Zeit" Volksabstimmungen beklagt werden und in Bezug auf Belgien gesagt wird, dass "deutsches Heimatland" in fremde Hände fiel. – Solche Äußerungen, und das im Jahre 2000, sind unerträglich, und dagegen gehen sehr viele junge Leute auf die Straße! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Zu den letzten Tagen kommend: Ihre Bereitschaft, die Menschenrechte und Grund- und BürgerInnenrechte zu dulden, ist in der Tat eingeschränkt, denn wie anders könnte es sein, dass ein Justizminister einem Verdächtigen, einem Beschuldigten per se vorweg einen Persilschein ausstellt – "über jeden Zweifel erhaben" –, eine Vizekanzlerin, die Zurufe an die Staatsanwaltschaft ... (Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé. )
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (fortsetzend): Ich bin ja nur froh darüber, dass Herr Abgeordneter Gaugg im Rahmen seiner Rede wenigstens nicht zu buchstabieren angefangen hat. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich denke, in diesem Land muss aber gesagt werden: Wenn es Zeitungen gibt, auf denen am Cover der Herr Finanzminister posiert und innen der Geburtstag von Heinrich Himmler gewürdigt wird, dann sind die Donnerstags-Demokratinnen und -Demokraten, glaube ich, zu Recht auf der Straße, weil sie sich gegen das Chaos und gegen den Menschenrechtsabbau durch diese Bundesregierung wenden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Martin Graf – in Richtung der Abg. Dr. Petrovic –: Ihr Gesichtsausdruck verrät, dass es Ihnen gar nicht um die Sache geht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Hauptsache, es ist wieder einmal geätzt worden! Frau Moralapostel!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Stummvoll. Gleiche Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Martin Graf – in Richtung der Abg. Dr. Petrovic –: Ihr Gesichtsausdruck verrät, dass es Ihnen gar nicht um die Sache geht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Hauptsache, es ist wieder einmal geätzt worden! Frau Moralapostel!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Nein, da kriegen Sie einen Ordnungsruf! Die Frau Petrovic darf das schon!
Ich werde jetzt ganz bewusst, Herr Präsident, die Ausdrücke "Scheinheiligkeit" und "Heuchlerei" nicht verwenden (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nein, da kriegen Sie einen Ordnungsruf! Die Frau Petrovic darf das schon!), ich werde aber den Ausdruck "ungeheuerlich" verwenden: Es ist ungeheuerlich, meine Damen und Herren, wenn Kollegen dieses Hauses – Kollege Nürnberger, Kollege Van der Bellen – hier zum Rednerpult kommen und sagen: Was regt ihr euch auf, was redet ihr von Blockaden? Ihr sitzt eh alle da, ihr seid eh alle ins Parlament gekommen!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ja bitte, wissen Sie nicht, warum wir hier sind, Herr Kollege Van der Bellen? – Erstens: weil viele Mandatare aus den Bundesländern um Mitternacht von zu Hause weggefahren sind, um das Parlament zu erreichen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Und zweitens: weil Hunderte Sicherheitskräfte – Hunderte Sicherheitskräfte! – garantiert haben, dass wir das Parlament betreten können! – Und da gehen Sie her und sagen: Es ist eh nichts passiert!? (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Ja bitte, wissen Sie nicht, warum wir hier sind, Herr Kollege Van der Bellen? – Erstens: weil viele Mandatare aus den Bundesländern um Mitternacht von zu Hause weggefahren sind, um das Parlament zu erreichen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Und zweitens: weil Hunderte Sicherheitskräfte – Hunderte Sicherheitskräfte! – garantiert haben, dass wir das Parlament betreten können! – Und da gehen Sie her und sagen: Es ist eh nichts passiert!? (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Wo sind die Demonstranten?
Hunderte Polizisten und Gendarmen! Gehen Sie mit offenen Augen ums Parlament herum – Doblhoffgasse, Stadiongasse, Reichsratsstraße –: ein Gendarmeriewagen nach dem anderen! Deshalb sitzen wir hier! – Dank an die Sicherheitskräfte, Herr Innenminister! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Wo sind die Demonstranten?) Es ist eine Ungeheuerlichkeit, sich hierher zu stellen und zu sagen: Was regt ihr euch auf?, Herr Kollege Van der Bellen! Ich vermeide einen Ordnungsruf, aber ich müsste eigentlich etwas anderes zu Ihnen sagen als "Herr Kollege Van der Bellen" – aber ich tue es bewusst nicht.
Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel
Meine Damen und Herren! Ich sage auch ganz offen: Ich würde mich überhaupt nicht aufregen und wäre überhaupt nicht besorgt, wenn heute einmal eine Demonstration gegen Maßnahmen der Regierung stattfände – überhaupt nicht. Die Demonstrationsfreiheit soll es genauso geben, wie es die Streikfreiheit gibt. Das Beunruhigende ist jedoch, dass der heutige Tag keine Ausnahme darstellt! Der heutige Tag ist nur ein weiterer "Höhepunkt" im Rahmen einer langen Kette (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel ), mit der versucht wird, demokratische Entscheidungen auf die Straße oder ins Ausland zu verlagern, meine Damen und Herren!
Abg. Ing. Westenthaler: Das war der Gusenbauer mit Champagner!
Begonnen hat es damit, dass man versucht hat, diese demokratisch legitimierte Regierung über das Ausland zu stürzen – das war der erste Versuch, der gescheitert ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war der Gusenbauer mit Champagner!) Der nächste Versuch war, durch Drohungen einzuschüchtern – "das Land wird brennen", "Österreich wird brennen" –, die Bürger und Wähler einzuschüchtern. Das Nächste war dann, bitte, sich mit Straßenblockaden zu vereinen – und das werfe ich ja dem Gewerkschaftsbund vor.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Dialog heißt doch nicht Diktat!
Ich würde es auch für durchaus legitim halten, dass man sagt: Okay, die Gewerkschaft hat das Demonstrationsrecht – in Ordnung! –, wir haben keine andere Möglichkeit, wir müssen auf die Straße demonstrieren gehen! Aber wenn man dann, wenn die Regierungsparteien hier im Hohen Haus bei den Budgetberatungen eine stundenlange Diskussion mit Experten anbieten und sagen: Reden wir darüber!, das nicht annimmt und zu Beginn der Beratungen auszieht, aber dann auf der Straße demonstriert, meine Damen und Herren, ist ein falsches Demokratieverständnis, ist kein demokratisches Verhalten! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Dialog heißt doch nicht Diktat!)
Abg. Edlinger: Der Wähler durchschaut das! – Abg. Dr. Kostelka: Und Schwarz-Blau wählt er ab!
Aber seien Sie sicher: Der Bürger und Wähler durchschaut das! (Abg. Edlinger: Der Wähler durchschaut das! – Abg. Dr. Kostelka: Und Schwarz-Blau wählt er ab!) Er lehnt mehrheitlich, Herr Kollege Gusenbauer, die Volksbefragung zur Budgetpolitik ab, er lehnt mehrheitlich die Straßenblockaden ab. Lesen Sie in heutigen Zeitungen, was Straßenbefragungen von Bürgern ergeben haben: mehrheitlich abgelehnt!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich kann nur sagen: Tun Sie so weiter – wir werden schon aufpassen, dass die Demokratie keinen Schaden nimmt, und wir werden dafür sorgen, dass demokratische Entscheidungen hier im Hohen Hause fallen und nicht auf der Straße! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Eine schlechte Show wurde heute hier von den beiden Regierungsparteien geboten, die mit der Geschäftsordnung nichts zu tun hat. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Welche sind die Fakten, mit denen wir uns zu beschäftigen haben? – Es gibt eine Bundesregierung, die keinen Dialog führt, sondern über die betroffenen Gruppen "drüberfährt" und sich wundert, wenn sie nicht applaudieren. – Das ist das Faktum, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Zweitens: Es wird hier der Eindruck zu erwecken versucht, als befänden wir uns in einem Belagerungszustand. – Ich sage ganz offen: Ich habe vollstes Vertrauen in den Herrn Innenminister, dass er die Ordnungssituation in Wien und in den Bundesländern so im Griff hat, dass nichts passiert und das Parlament tagen kann. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Gott sei Dank haben wir ihn!
Und ich sage gleichzeitig dazu: Wenn heute am Nachmittag ... (Abg. Dr. Stummvoll: Gott sei Dank haben wir ihn!) – Herr Stummvoll! Die Lautstärke nützt Ihnen nichts! Ihre Argumente waren so lächerlich, dass sie auch durch Lautstärke nicht zu kompensieren sind! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Und ich sage gleichzeitig dazu: Wenn heute am Nachmittag ... (Abg. Dr. Stummvoll: Gott sei Dank haben wir ihn!) – Herr Stummvoll! Die Lautstärke nützt Ihnen nichts! Ihre Argumente waren so lächerlich, dass sie auch durch Lautstärke nicht zu kompensieren sind! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Rosemarie Bauer: Und der SPÖ-Senioren!
Wenn heute am Nachmittag eine angemeldete Demonstration des Österreichischen Gewerkschaftsbundes stattfindet (Abg. Rosemarie Bauer: Und der SPÖ-Senioren!), so ist das die Wahrnehmung des legitimen Demonstrationsrechtes. Wir werden nicht zulassen, dass nach dem Maß des Herrn Khol "guten" Demonstranten und "bösen" Demonstranten ein garantiertes Verfassungsrecht in unserem Lande eingeschränkt wird, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn heute am Nachmittag eine angemeldete Demonstration des Österreichischen Gewerkschaftsbundes stattfindet (Abg. Rosemarie Bauer: Und der SPÖ-Senioren!), so ist das die Wahrnehmung des legitimen Demonstrationsrechtes. Wir werden nicht zulassen, dass nach dem Maß des Herrn Khol "guten" Demonstranten und "bösen" Demonstranten ein garantiertes Verfassungsrecht in unserem Lande eingeschränkt wird, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wenn Sie die Demokratie verteidigen wollen, dann müssen Sie aufstehen gegen diese Ungeheuerlichkeiten – und nicht dieses "Kasperltheater" veranstalten! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Franz Olah!
Ich erinnere an die Diktion des Abgeordneten Khol, der versucht hat, mit seinen Ausführungen zu insinuieren, nur die Abgeordneten der Koalitionsparteien wären die Demokraten. Westenthaler war dann bald bei den fünfziger Jahren. (Abg. Ing. Westenthaler: Franz Olah!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Franz Olah ist eine "Radikalisierung der Sprache"?!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Von Ihnen wird hier ganz bewusst eine Radikalisierung der Sprache betrieben, die mit der Realität in diesem Land nichts zu tun hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Franz Olah ist eine "Radikalisierung der Sprache"?!) Der Grund dafür ist offensichtlich: Der Radau-Kurs des Herrn Westenthaler wird bei jeder Wahl in diesem Land abgewählt. Das ist der Hintergrund dieser Aufregung! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Von Ihnen wird hier ganz bewusst eine Radikalisierung der Sprache betrieben, die mit der Realität in diesem Land nichts zu tun hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Franz Olah ist eine "Radikalisierung der Sprache"?!) Der Grund dafür ist offensichtlich: Der Radau-Kurs des Herrn Westenthaler wird bei jeder Wahl in diesem Land abgewählt. Das ist der Hintergrund dieser Aufregung! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren von der Koalition! Sie werden mit noch so dramatischem Auftreten am Vormittag und am Nachmittag nicht darüber hinwegtäuschen können: Ihr schwarz-blauer Belastungskurs, der die große Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher empfindlich trifft, wird in diesem Land abgewählt. Immer dann, wenn dieser Kurs zur Wahl steht, bekommt er von den Wählern eine Abfuhr. Daran werden Sie nichts ändern können! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Kostelka – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Schweitzer –: Der "Sieger" des Burgenlandes!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Schweitzer. – Bitte. (Abg. Dr. Kostelka – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Schweitzer –: Der "Sieger" des Burgenlandes!)
Abg. Edlinger: U 3!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Professor Van der Bellen, ist es nicht zynisch, wenn Sie sich hier herausstellen und den Österreicherinnen und Österreichern empfehlen: Ja wäret doch so wie ich mit der Linie 41 zur Arbeit gefahren! – Die Linie 41 fährt halt nicht überall (Abg. Edlinger: U 3!), Herr Kollege Van der Bellen, es gibt auch Leute, die auf die Straße angewiesen sind, die Ihre Symphatisanten heute blockiert haben. (Abg. Edlinger: Geh!)
Abg. Edlinger: Geh!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Professor Van der Bellen, ist es nicht zynisch, wenn Sie sich hier herausstellen und den Österreicherinnen und Österreichern empfehlen: Ja wäret doch so wie ich mit der Linie 41 zur Arbeit gefahren! – Die Linie 41 fährt halt nicht überall (Abg. Edlinger: U 3!), Herr Kollege Van der Bellen, es gibt auch Leute, die auf die Straße angewiesen sind, die Ihre Symphatisanten heute blockiert haben. (Abg. Edlinger: Geh!)
Abg. Edlinger: Jetzt ist der ORF schuld!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es gab mir zu denken, als ich heute in der Früh die Nachrichten hörte und der ORF meldete: Die Großdemos gegen den Sozialabbau der Bundesregierung führen zu folgenden Verkehrsbeeinträchtigungen. – Ich bin versucht, zu sagen: Das ist nicht nur eine Verniedlichung dessen, was auf der Straße passiert, durch den ORF (Abg. Edlinger: Jetzt ist der ORF schuld!), sondern es ist geradezu – und denken Sie einmal darüber nach! – eine Werbung für die illegalen Demos, und es ist geradezu eine Beschönigung dieser Demos, die Österreich – und das wollen Sie ja – ins Chaos stürzen sollen. (Abg. Edlinger: Überhaupt nicht wollen wir das!)
Abg. Edlinger: Überhaupt nicht wollen wir das!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es gab mir zu denken, als ich heute in der Früh die Nachrichten hörte und der ORF meldete: Die Großdemos gegen den Sozialabbau der Bundesregierung führen zu folgenden Verkehrsbeeinträchtigungen. – Ich bin versucht, zu sagen: Das ist nicht nur eine Verniedlichung dessen, was auf der Straße passiert, durch den ORF (Abg. Edlinger: Jetzt ist der ORF schuld!), sondern es ist geradezu – und denken Sie einmal darüber nach! – eine Werbung für die illegalen Demos, und es ist geradezu eine Beschönigung dieser Demos, die Österreich – und das wollen Sie ja – ins Chaos stürzen sollen. (Abg. Edlinger: Überhaupt nicht wollen wir das!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Ist das die Wahlanalyse aus dem Burgenland?
"Haß, der nun von der politischen Linken in Taten umgesetzt wird, weil sie den Abschied von der Macht nicht hinnehmen will." – (Abg. Dr. Gusenbauer: Ist das die Wahlanalyse aus dem Burgenland?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Van der Bellen schüttelt verneinend den Kopf.
Ich gehe mit Ihnen konform, wenn Sie sagen, das Demonstrationsrecht darf nicht eingeschränkt werden, aber wer so wie Sie das Demonstrationsrecht – Sie spreche ich an, Herr Kollege Van der Bellen! – zum Kampfinstrument macht, setzt sich ins Unrecht. Sie setzen sich mit diesen Aktionen ins Unrecht! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Van der Bellen schüttelt verneinend den Kopf.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wer an neuralgischen Verkehrsknoten zu Stoßzeiten den Verkehr lahmlegt, schadet den Menschen, schadet diesem Land, sät Hass, meine Damen und Herren von den Grünen! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Aber!
Die Maßnahmen der AHS-Lehrer, die ungerecht sind, richten sich gegen Schüler, richten sich gegen Eltern. (Abg. Öllinger: Aber!) Wenn heute – es möge abgehütet werden – einem Schüler etwas passiert, dann ist das auch Ihnen zuzuschreiben, und es wird damit weiterer Hass in diesem Lande gesät, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Maßnahmen der AHS-Lehrer, die ungerecht sind, richten sich gegen Schüler, richten sich gegen Eltern. (Abg. Öllinger: Aber!) Wenn heute – es möge abgehütet werden – einem Schüler etwas passiert, dann ist das auch Ihnen zuzuschreiben, und es wird damit weiterer Hass in diesem Lande gesät, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wer, Herr Kollege Verzetnitsch, junge Parlamentarier, wie es Kollege Schender letzte Woche hier ausgeführt hat, so denunziert wie der ÖGB Herrn Rüdiger Schender, sät Hass in diesem Lande, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Dr. Kostelka und Dr. Gusenbauer.
Wer, Kollege Pilz & Co, gefälschte Briefe zum Anlass für die Kriminalisierung politischer Mitbewerber nimmt, sät Hass in diesem Lande, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Dr. Kostelka und Dr. Gusenbauer. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wer willkürlich bei missliebigen Personen Hausdurchsuchungen anordnet, Herr Minister, sät Hass. – Herr Minister, das sage ich Ihnen auch! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Grabner: Bald ist Wien da!
Herr Klubobmann Van der Bellen! Eines frage ich Sie noch – ich habe Sie schon letzte Woche gefragt, aber bis heute sind Sie mir die Antwort schuldig geblieben (Abg. Grabner: Bald ist Wien da!) –: Sie sagten, Sie hätten mit dieser chaotischen Lahmlegung des Verkehrs, hätten mit "Checkpoint Austria" nichts zu tun. Was sagen Sie dazu: Montag, 13. November: Pressekonferenz im Parlament, im grünen Klub, Eingang Schmerlingplatz Mitte, 10 Uhr? – Herr Professor Van der Bellen, warum machten Sie mit den Veranstaltern dieser Blockaden hier im Hohen Haus eine Pressekonferenz? Jetzt behaupten Sie, Sie hätten mit diesen Veranstaltern nichts zu tun. Diese Antwort sind Sie schuldig geblieben! Das zieht sich durch all diese Seiten (der Redner hält Schriftstücke in die Höhe), dass Sie gemeinsame Sache mit den Blockierern machen, dass Sie und die Blockierer in Wahrheit miteinander Interesse daran haben, Chaos in dieses Land hineinzutragen. – Eine Antwort, warum Sie das tun, Herr Professor Van der Bellen, sind Sie bis heute schuldig geblieben.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Letzter Satz – und ich hoffe, es trifft zu –: Wenn es den Organisatoren der Aktion "Checkpoint Austria" und den Grünen darum gegangen ist, bei den Wienern Sympathien für die Regierung zu erwecken, dann dürfte Ihnen dies mit den heutigen Verkehrsblockaden "gelungen" sein, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren, insbesondere jene von den Regierungsfraktionen! Zwei Tage später lässt sich das burgenländische Wahlergebnis nicht mehr korrigieren – durch welche Aufregung auch immer. Das kann und wird Ihnen nicht gelingen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Wenige!
Wenn heute schwarze, rote, grüne – es mag auch manche blaue Lehrerinnen und Lehrer geben (Abg. Dr. Gusenbauer: Wenige!), obwohl ich da nicht allzu viele darunter vermute – Lehrer und Lehrerinnen demonstrieren, so ist das ihr gutes Recht, und Sie sollten sich eigentlich überlegen, warum Betroffene aus allen politischen Lagern auf die Straße gehen, und nicht nur Betroffene, die den Oppositionsparteien nahestehen. Das dürfte doch etwas mit Regierungspolitik zu tun haben. Die Menschen in Österreich haben offensichtlich nicht genug Vertrauen, dass die offizielle Politik ihre Probleme lösen kann; sie wollen die Regierung auf ihre Probleme aufmerksam machen. Das ist in Demokratien durchaus üblich. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn heute schwarze, rote, grüne – es mag auch manche blaue Lehrerinnen und Lehrer geben (Abg. Dr. Gusenbauer: Wenige!), obwohl ich da nicht allzu viele darunter vermute – Lehrer und Lehrerinnen demonstrieren, so ist das ihr gutes Recht, und Sie sollten sich eigentlich überlegen, warum Betroffene aus allen politischen Lagern auf die Straße gehen, und nicht nur Betroffene, die den Oppositionsparteien nahestehen. Das dürfte doch etwas mit Regierungspolitik zu tun haben. Die Menschen in Österreich haben offensichtlich nicht genug Vertrauen, dass die offizielle Politik ihre Probleme lösen kann; sie wollen die Regierung auf ihre Probleme aufmerksam machen. Das ist in Demokratien durchaus üblich. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen
Ich mache Sie auf Folgendes aufmerksam: Die Stärke einer Demokratie liegt darin, wie sie mit Konflikten umgehen kann. Die österreichische Demokratie hält Demonstrationen aus (Beifall bei den Grünen) – diese österreichische Bundesregierung hingegen hält offensichtlich keine Demonstrationen aus! Ich mache mir keine Sorgen über den österreichischen Rechtsstaat, sondern ich mache mir besten- oder schlimmstenfalls Sorgen über den Zustand dieser Bundesregierung.
Ruf bei den Freiheitlichen: Der ORF war das!
Diese "Desinformation", mit der die Politik der "Chaoten und Chaotinnen" verharmlost wird (Ruf bei den Freiheitlichen: Der ORF war das!), stammt vom "Chaoten"-Zentrum ÖAMTC. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Die Demonstranten und Demonstrantinnen können sich ihre Bündnispartner offensichtlich nicht aussuchen.
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Diese "Desinformation", mit der die Politik der "Chaoten und Chaotinnen" verharmlost wird (Ruf bei den Freiheitlichen: Der ORF war das!), stammt vom "Chaoten"-Zentrum ÖAMTC. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Die Demonstranten und Demonstrantinnen können sich ihre Bündnispartner offensichtlich nicht aussuchen.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): Danke, Herr Präsident! – Mit den Mitteln der Einschüchterung, der persönlichen Diffamierung, der Verletzung der Grundsätze des Rechtsstaates und des Verzichts auf jeden politischen Anstand werden Sie nicht nur in diesem Haus keinen Erfolg haben. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Kiss steht in einer Bankreihe.
Darüber hat das Hohe Haus zu befinden. Gibt es gegen diesen Vorschlag Einwendungen? (Abg. Kiss steht in einer Bankreihe.) Kollege Kiss, haben Sie Einwendungen? (Abg. Kiss – verwundert –: Nein!) – Nein. (Rufe bei der ÖVP: Warum stehst du? Setz dich nieder! – Abg. Kiss nimmt wieder Platz.) Dann ist das einstimmig so akzeptiert.
Abg. Kiss – verwundert –: Nein!
Darüber hat das Hohe Haus zu befinden. Gibt es gegen diesen Vorschlag Einwendungen? (Abg. Kiss steht in einer Bankreihe.) Kollege Kiss, haben Sie Einwendungen? (Abg. Kiss – verwundert –: Nein!) – Nein. (Rufe bei der ÖVP: Warum stehst du? Setz dich nieder! – Abg. Kiss nimmt wieder Platz.) Dann ist das einstimmig so akzeptiert.
Rufe bei der ÖVP: Warum stehst du? Setz dich nieder! – Abg. Kiss nimmt wieder Platz.
Darüber hat das Hohe Haus zu befinden. Gibt es gegen diesen Vorschlag Einwendungen? (Abg. Kiss steht in einer Bankreihe.) Kollege Kiss, haben Sie Einwendungen? (Abg. Kiss – verwundert –: Nein!) – Nein. (Rufe bei der ÖVP: Warum stehst du? Setz dich nieder! – Abg. Kiss nimmt wieder Platz.) Dann ist das einstimmig so akzeptiert.
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Zunächst eine Bemerkung zur vorherigen Debatte: Beim Herrn Abgeordneten Schweitzer hat man schon sehr deutlich gesehen, dass seine Nerven blank liegen. Lieber Karl, so blass wie heute hast du selten ausgeschaut. Wirklich wahr! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich trage dieses Abzeichen (der Redner trägt eine Anstecknadel in den Farben Rot und Gold), die burgenländischen Landesfarben, mit besonderem Stolz, weil die Burgenländerinnen und Burgenländer dieser Regierung, dieser Politik von Schwarz und Blau eine klare Absage erteilt haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Bundesminister! Sie versuchen in all der Zeit, in der Sie als Minister tätig sind, "Everybody’s Darling" zu werden und zu sein. Aber gleichzeitig, parallel dazu entwickeln Sie Ihre persönliche Strategie. Sie haben sich in Wirklichkeit zum Handlanger des ÖAAB machen lassen. Sie handeln in dessen Auftrag, Sie setzen ein beinhartes Postenumbesetzungsprogramm durch. Wenn man einen Blick auf Ihre Organisationsreform vom 1. Dezember 2000 wirft, dann wird einem das ganz klar. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Heiterkeit des Abg. Mag. Kukacka.
Am Freitag letzter Woche haben Sie, Herr Innenminister, die Sektion V neu bestellt. Der "Standard" schreibt dazu, dass Sie Scheinverhandlungen geführt haben, dass bereits fünf Minuten nach Tagung der Bestellungskommission der neue Sektionschef das Dekret überreicht bekommen hat. – Ein atemberaubendes Tempo! (Heiterkeit des Abg. Mag. Kukacka. ) Aber welche Qualifikation, meine Damen und Herren, Herr Kollege Kukacka, bringt dieser neue Sektionschef mit? – Er bringt die Qualifikation mit, dass er im Ministerium zwar niemals A-wertig tätig, jedoch immer freigestellter ÖAAB-Spitzenfunktionär war.
Abg. Großruck: Gute Leute sind das vom ÖAAB!
Die Sektion I haben Sie im Handstreich, Herr Bundesminister Strasser, natürlich mit dem Chef Ihres politischen Büros kurzfristig besetzt, und das ist wahrscheinlich genauso ein ÖABB-Funkionär wie der Sektionschef der Sektion V. (Abg. Großruck: Gute Leute sind das vom ÖAAB!) Das ist, meine Damen und Herren, in Wirklichkeit Ihre Politik neuen Stils! Ob das die Menschen mit Ihrem Bild "Everybody’s Darling" in Einklang bringen können, kann ich mir nicht vorstellen! Knallharte Personalpolitik, beinharte Parteipolitik! Ein rot-weiß-roter Innenminister, meine Damen und Herren, agiert wie der "Man in Black". Da können Sie, Herr Bundesminister, in Wirklichkeit ihre blau-gelbe Vergangenheit nicht ablegen, da haben Sie natürlich von Ihrem Parteiobmann in Niederösterreich, vom Herrn Landeshauptmann Pröll gelernt, wie man das macht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Sektion I haben Sie im Handstreich, Herr Bundesminister Strasser, natürlich mit dem Chef Ihres politischen Büros kurzfristig besetzt, und das ist wahrscheinlich genauso ein ÖABB-Funkionär wie der Sektionschef der Sektion V. (Abg. Großruck: Gute Leute sind das vom ÖAAB!) Das ist, meine Damen und Herren, in Wirklichkeit Ihre Politik neuen Stils! Ob das die Menschen mit Ihrem Bild "Everybody’s Darling" in Einklang bringen können, kann ich mir nicht vorstellen! Knallharte Personalpolitik, beinharte Parteipolitik! Ein rot-weiß-roter Innenminister, meine Damen und Herren, agiert wie der "Man in Black". Da können Sie, Herr Bundesminister, in Wirklichkeit ihre blau-gelbe Vergangenheit nicht ablegen, da haben Sie natürlich von Ihrem Parteiobmann in Niederösterreich, vom Herrn Landeshauptmann Pröll gelernt, wie man das macht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Enttäuschend ist für mich vor allem folgender Punkt: dass Sie die Karrieremöglichkeiten der Frauen im Bereich des Bundesministeriums für Inneres de facto im Handstreich deutlich zurückdrängen. Von 700 Frauen im Dienst des Bundesministeriums für Inneres hat es eigentlich nur acht gegeben, die in Führungspositionen gelangt sind, und zwar zwei Gruppenleiterinnen und sechs Abteilungsleiterinnen. Und siehe da: Im Rahmen der Organisationsreform sind zwei Gruppenleiterinnen und zwei Abteilungsleiterinnen sozusagen durch den Rost gefallen; diese Posten haben Sie "wegrationalisiert". Das ist der Umgang, den Sie Frauen gegenüber pflegen! Wie werden die 700 Frauen in diesem Dienst das aufnehmen? Welche Motivation wird ihnen damit in Wirklichkeit zugebracht? – Das ist jedenfalls das falsche Signal, Herr Bundesminister, das Sie da an die Frauen geben! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Hohes Haus! Wir Sozialdemokraten werden weiterhin aktiv für dieses Land arbeiten, wir werden eine konstruktive Opposition sein, wir werden aufzeigen, wie Sie die Bevölkerung in allen Bereichen "rasieren" und schröpfen, und wir werden daher auch diesem Budgetkapitel nicht zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Parfuss: Herr Kiss, guten Morgen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Kiss. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 8 Minuten. – Bitte. (Abg. Parfuss: Herr Kiss, guten Morgen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Paul Kiss (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Natürlich habe ich damit gerechnet, dass mir von der linken Seite dieses Hohen Hauses gleich zu Beginn meiner Ausführungen die Morgengrüße entgegenhallen. Wenn das auf den Sonntag bezogen sein sollte, stehe ich nicht an, einige Dinge dazu zu sagen: Ja, die ÖVP-Burgenland hat 0,8 Prozent verloren, und ich habe der burgenländischen SPÖ, dem SPÖ-Parteivorsitzendem zum Wahlsieg gratuliert, so wie es sich gehört, aber, werte Kolleginnen und Kollegen, hier im Parlament ist Ihr Chef Herr Gusenbauer, und damit eines klar ist: Eine pannonische Schwalbe macht noch keinen politischen Sommer in Wien! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Er soll uns noch lange erhalten bleiben!
Damit dem Kollegen Gusenbauer nicht vorzeitig der Irokesenkamm schwillt, eines ins Stammbuch: Er ist, wie "NEWS" schreibt – und in der vorigen Woche haben wir es ja alle lesen können –, der größte politische Ungustl in dieser Republik. Er ist unsympathisch, er ist altbacken, er ist ein Apparatschik, er ist einer, der moskautreu ist. Mit diesem Gusenbauer an der Spitze haben wir die Garantie für diese neue Bundesregierung, dass unser Erfolgsweg auch in Zukunft weiterführt! Seien Sie sich dessen sicher! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Er soll uns noch lange erhalten bleiben!)
Beifall bei der ÖVP.
Das ist genau das, was Bundesminister Strasser am Beginn seiner Amtszeit angekündigt hat – und am Ende des Jahres ist es bereits umgesetzt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Übrigens, Kollege Parnigoni: "Handlanger des ÖAAB", "handstreichartige Übernahme" von Sektionen: Da lacht ja die Welt, da lacht ja das Parlament! Das glauben Sie ja doch selbst nicht, Sie, der Sie mitverfolgen durften, dass in 55 Jahren der Zweiten Republik sage und schreibe lauter sozialdemokratische Innenminister, mit Ausnahme der Jahre 1966 bis 1970, dazu geführt haben, dass dieses Innenministerium, das durch Ernst Strasser ein rot-weiß-rotes werden wird, ein rotes geworden ist. Es ist Zeit, dass ein wenig Weiß hineinkommt, dass ein wenig andere Farbe hineinkommt als dieses dominante sozialdemokratische Rot. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist gut, dass jetzt Türen und Fenster aufgehen und dass dieser Partei-Mief, den Sie hineingebracht haben, endlich durchlüftet wird. Und auch dafür steht Ernst Strasser. (Beifall bei der ÖVP.) Als Ernst Strasser am 4. Februar seine Funktion angetreten hat, hat er ein klares Bekenntnis abgegeben: Ich stehe erstens dafür, dass dieses Innenministerium rot-weiß-rot wird. Ich stehe zweitens dafür, dass es mehr Sicherheit für die Bürger in unserem Lande gibt. Und drittens stehe ich dafür, dass es null Toleranz gegen Verbrechen gibt. Denn das ist die originäre Aufgabe, die die Sicherheit in diesem Land garantiert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es ist gut, dass jetzt Türen und Fenster aufgehen und dass dieser Partei-Mief, den Sie hineingebracht haben, endlich durchlüftet wird. Und auch dafür steht Ernst Strasser. (Beifall bei der ÖVP.) Als Ernst Strasser am 4. Februar seine Funktion angetreten hat, hat er ein klares Bekenntnis abgegeben: Ich stehe erstens dafür, dass dieses Innenministerium rot-weiß-rot wird. Ich stehe zweitens dafür, dass es mehr Sicherheit für die Bürger in unserem Lande gibt. Und drittens stehe ich dafür, dass es null Toleranz gegen Verbrechen gibt. Denn das ist die originäre Aufgabe, die die Sicherheit in diesem Land garantiert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ernst Strasser hat als Konsequenz aus diesen Vorgaben bereits jene Maßnahmen eingeleitet, die die SPÖ jetzt moniert, unter anderem strukturelle Reformen. Ja wie sonst, wenn man nicht am Kopf beginnt, sollte reformiert werden, beispielsweise im Innenministerium – ich habe es zitiert aus dem "Standard" von heute –, beispielsweise durch die Schaffung eines Bundeskriminalamtes? Ich weiß, dass der Herr Minister mit seiner Vorgabe, dieses Bundeskriminalamt mit neuen Strukturen, mit neuen Aufgaben und mit neuen Zielen zu versehen, einen erfolgreichen Weg in der Sicherheitspolitik für die Zukunft gehen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Edlinger: "In Personalunion" ist gut!
Und es gibt ein erklärtes Ziel von Minister Strasser, das da lautet: Ich will, dass Österreich das sicherste Land Europas wird. – Ich bin überzeugt davon, Herr Bundesminister, dass Ihnen das mit Unterstützung der beiden Koalitionsparteien auch gelingen wird. Wir von der Österreichischen Volkspartei werden in Personalunion mit der FPÖ für die entsprechende Rückendeckung sorgen (Abg. Edlinger: "In Personalunion" ist gut!), denn Verbrechen verdienen null Toleranz, und unsere Bürger haben ein absolutes Anrecht darauf, dass sie sich persönlich sicher fühlen können. Und für diese Sicherheit steht Ernst Strasser. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Und es gibt ein erklärtes Ziel von Minister Strasser, das da lautet: Ich will, dass Österreich das sicherste Land Europas wird. – Ich bin überzeugt davon, Herr Bundesminister, dass Ihnen das mit Unterstützung der beiden Koalitionsparteien auch gelingen wird. Wir von der Österreichischen Volkspartei werden in Personalunion mit der FPÖ für die entsprechende Rückendeckung sorgen (Abg. Edlinger: "In Personalunion" ist gut!), denn Verbrechen verdienen null Toleranz, und unsere Bürger haben ein absolutes Anrecht darauf, dass sie sich persönlich sicher fühlen können. Und für diese Sicherheit steht Ernst Strasser. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
"Kollege Van der Bellen! Ich habe Verständnis dafür, dass Sie guter Hoffnung sind, wenn Sie an den 3. Dezember, an den Tag der Landtagswahl, denken, aber das Christkind für die Grünen wird im Burgenland erst am 24. Dezember kommen – und da ist für Sie nichts drinnen im Körberl. Glauben Sie mir das! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)" – Zitatende. (Demonstrativer Beifall bei den Grünen.)
Demonstrativer Beifall bei den Grünen.
"Kollege Van der Bellen! Ich habe Verständnis dafür, dass Sie guter Hoffnung sind, wenn Sie an den 3. Dezember, an den Tag der Landtagswahl, denken, aber das Christkind für die Grünen wird im Burgenland erst am 24. Dezember kommen – und da ist für Sie nichts drinnen im Körberl. Glauben Sie mir das! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)" – Zitatende. (Demonstrativer Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
"Wir machen bei der Landtagswahl am 3. Dezember damit ernst. Wir werden diesen sozialistischen Augiasstall ausmisten! Das werden Sie mir spätestens dann glauben, wenn Sie am Abend des 3. Dezember die Wahlergebnisse erfahren. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Die burgenländische Bevölkerung hat nämlich ein sehr großes Sensorium dafür, was notwendig ist, was kommen muss."
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und Kiss setzt fort: "Jetzt fällt die Entscheidung für unser Burgenland – und diese wird gegen die SPÖ, aber für ÖVP und FPÖ getroffen werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)" – Zitatende. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Edlinger: Das personifizierte Minderheitenprogramm!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Edlinger: Das personifizierte Minderheitenprogramm!
Und Kiss setzt fort: "Jetzt fällt die Entscheidung für unser Burgenland – und diese wird gegen die SPÖ, aber für ÖVP und FPÖ getroffen werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)" – Zitatende. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Edlinger: Das personifizierte Minderheitenprogramm!)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Herr Abgeordneter Kiss! Meine große persönliche Befürchtung ist, dass zumindest Teile Ihrer Ausführungen zur Sicherheitspolitik von ähnlicher "Qualität" sind. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Meine Vermutung ist, Sie werden sagen: nein! Das darf kein Schlepper, kein Bankräuber, kein Scheckfälscher, kein Betrüger, niemand, der einer Straftat verdächtig ist. – Ja und warum bitte soll das plötzlich ein Justizminister, ein Landeshauptmann, eine Reihe freiheitlicher Abgeordneter und eine Vizekanzlerin können und dürfen?! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Kiermaier: Freilich!
Gibt es Sondergesetze für freiheitliche Mandatare und Regierungsmitglieder? (Abg. Kiermaier: Freilich!) Gibt es irgendwo Bestimmungen in der Strafprozessordnung, dass man dann, wenn man neben einem Delikt auch ein freiheitliches Mandat "begangen" hat, sich die Art und Weise seiner Strafverfolgung selbst aussuchen kann – in Bezug auf das Delikt selbstverständlich?
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Was ist das für eine Kultur der Rechtsstaatlichkeit? Was ist das für eine Justizkultur? Was ist das für eine Kultur der Strafverfolgungsbehörden? Mich wundert, dass der Bundesminister für Inneres es nicht für notwendig hält, diesbezüglich auch nur ein klärendes Wort zu sprechen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ist das die Art und Weise, wie Sie die rechtskonforme und engagierte Arbeit Ihrer Polizeibeamten schützen, indem Sie sie auf eine Stufe stellen und stellen lassen mit dringend Tatverdächtigen in der Spitzelaffäre? Ist das ein Innenminister, der seinen Beamten den Rücken stärkt und sie gegen Interventionen schützt, gegen Brüche der Rechtsstaatlichkeit von der Regierungsbank aus?! – Diese Erklärungen, Herr Bundesminister Strasser, sind Sie uns schuldig geblieben! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ein Letztes noch, um diesen kurzen Bogen zu schließen: Ich verstehe es bis heute nicht, dass dem Bundesministerium für Inneres nicht die Mittel zur Verfügung gestellt werden, um durch Polizeikräfte den Assistenzeinsatz des österreichischen Bundesheeres an den Schengener Außengrenzen zu ersetzen. Ich halte es für dringend notwendig, dass das Innenministerium in die Lage versetzt wird, polizeiliche Aufgaben mit Polizei kräften und nicht mit hiefür unausgebildeten und ungeeigneten Militär kräften wahrzunehmen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Und eine letzte Bemerkung, meine sehr verehrten Damen und Herren, und damit beschreibe ich nur einen Zustand, den Sie bewerten mögen, wie immer Sie wollen: Während die Kriminalitätsrate in der Freiheitlichen Partei von Tag zu Tag steigt, sinkt sie in Österreich. Das ist mir aber immer noch lieber, als würde es sich umgekehrt verhalten. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Zur SPÖ möchte ich sagen: Ich sehe schon ein, dass Sie heute in Hochstimmung sind, denn immerhin haben Sie ja 16 Jahre lang jede Wahl und Hunderttausende Wähler verloren. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP
Herr Abgeordneter Parnigoni, Sie haben gemeint, bei uns lägen die Nerven blank. – Nein, bei uns liegen die Nerven nicht blank, denn wir sind hundertprozentig davon überzeugt, dass die Bevölkerung den Kurs dieser Bundesregierung gutheißen wird (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP), und dass sich die Bevölkerung, wenn sie Ihre Verunsicherungspolitik und Ihre Hasspolitik durchschaut haben wird, voll hinter den Kurs der Regierung stellen wird.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Abgeordneter Van der Bellen hat gemeint, wir würden das Demonstrationsrecht "madig" machen. – Nein, wir machen es nicht madig, aber ich würde nie an einer Demonstration teilnehmen, die nicht genehmigt, sondern gesetzwidrig ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich bin der Ansicht – und dies gerade als Volksvertreter –, dass Demonstrationen nur dann stattfinden dürfen, wenn sie gesetzmäßig, das heißt, angemeldet sind. Aber wir erleben ja seit Februar einen Rechtsbruch nach dem anderen, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das sind nicht Demonstranten, die ihr Demonstrationsrecht ausnützen, die ihr Demonstrationsrecht in Anspruch nehmen, sondern das sind Randalierer, denen der Rechtsstaat egal ist. Das muss man doch auch einmal sehen! Und gerade wir im Parlament können das nicht akzeptieren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Edler: Na geh!
Von Februar bis Juli 2000 hat es 130 Demonstrationen gegeben, und nur 14 waren angemeldet. (Abg. Edler: Na geh!) Sie sagen: "Na geh!" Ja, nur 14 waren angemeldet, 116 waren nicht angemeldet, meine sehr geehrten Damen und Herren! Und das heißt eine Abgeordnete, die Frau Abgeordnete Petrovic, noch gut, eine Abgeordnete, die auf die Verfassung vereidigt ist, die eigentlich darauf bestehen sollte, dass die Gesetze eingehalten werden, und sie spricht dann noch von "Donnerstagsdemokraten". Bitte schön, das sind doch keine Demokraten, wenn sie unangemeldete Demonstrationen durchführen, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da würden Sie dann die Sorge äußern, dass der Rechtsstaat nicht beachtet wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Da würden Sie dann sagen, dass diese Demonstranten gefährliche Anarchisten seien, vor denen man sich fürchten müsse. (Abg. Huber: Ich mache mir um den Rechtsstaat ganz andere Sorgen!)
Abg. Huber: Ich mache mir um den Rechtsstaat ganz andere Sorgen!
Da würden Sie dann die Sorge äußern, dass der Rechtsstaat nicht beachtet wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Da würden Sie dann sagen, dass diese Demonstranten gefährliche Anarchisten seien, vor denen man sich fürchten müsse. (Abg. Huber: Ich mache mir um den Rechtsstaat ganz andere Sorgen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube, man muss wirklich objektiv an die Sache herangehen. Man kann doch nicht so wie Sie auf einem Auge blind sein und dann, wenn Linke die politische Auseinandersetzung auf die Straße verlagern, alles gutheißen, während man das bei anderen verdammt. Gerade wir Abgeordneten sollten uns zur Gesetzmäßigkeit wirklich so äußern, wie es eben unserem Verfassungseid entspricht. Und das tun Sie nicht, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Oppositionsparteien! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da kann man nur auflösen!
Herr Minister! Ich verlange von Ihnen, dass Sie sich mit Ihren Beamten auch den Kopf darüber zerbrechen, wie man vorgehen kann, wenn Demonstrationen stattfinden, die nicht angemeldet sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Da kann man nur auflösen!) Ich glaube, dass die Staatsbürger wirklich ein Recht darauf haben, dass die Gesetze eingehalten werden. Und in diesem Fall ist
Abg. Edler: Alle ÖVP-...!
Der Leiter der Wiener Polizei, der Herr Polizeipräsident, war gar nicht da, obwohl er sich den Einsatzbefehl vorbehalten hat. Und der Vizepräsident, Herr Dr. Marek, hat gesagt, diese Demonstration war ohnehin friedlich. (Abg. Edler: Alle ÖVP-...!) Herr Minister! Ich glaube, da müssten Sie einmal durchgreifen, denn mit der Wiener Polizeiführung stimmt etwas nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Leiter der Wiener Polizei, der Herr Polizeipräsident, war gar nicht da, obwohl er sich den Einsatzbefehl vorbehalten hat. Und der Vizepräsident, Herr Dr. Marek, hat gesagt, diese Demonstration war ohnehin friedlich. (Abg. Edler: Alle ÖVP-...!) Herr Minister! Ich glaube, da müssten Sie einmal durchgreifen, denn mit der Wiener Polizeiführung stimmt etwas nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Huber: Sie sind auf beiden Augen blind, sehr blind!
Ich bin eben nicht auf einem Auge blind. Wenn Fehler gemacht werden, dann muss man die Leute zur Verantwortung ziehen – egal, ob sie rot, schwarz, blau oder grün sind. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Huber: Sie sind auf beiden Augen blind, sehr blind!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich finde, da müssen Sie Flagge zeigen! Heute wurden Ihnen, Herr Minister Strasser, vorgeworfen, "Everybody’s Darling" sein zu wollen. Das glaube ich nicht gerade, aber ich meine, Sie müssen schon lernen, in Ihrem eigenen Ministerium, bei Ihrer eigenen Exekutive, bei der Polizeiführung darauf zu achten, dass dort die Gesetze eingehalten werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Martin Graf: Das ist unglaublich, dass es so etwas gibt!
Da gibt es eine Zeitschrift, die heißt "Blaulicht", und in dieser Zeitschrift werden auch Inserate geschaltet, Unternehmer schalten Inserate. Die Wirtschaftspolizei untersucht im Rahmen der so genannten Spitzelaffäre offensichtlich auch die Inserenten der Zeitschrift "Blaulicht", obwohl dazu überhaupt keine Veranlassung gegeben ist. Sie schickt einen Fragebogen an 4 000 Geschäftsleute aus, die in der Zeitschrift "Blaulicht" inseriert haben, und fordert ganz penibel: Seit wann gibt es die Geschäftsverbindung zur Exekutiv Verlags GesmbH, seit wann schalten Sie Inserate, wie viele Inserate haben Sie in einem bestimmten Zeitabschnitt geschaltet, wie lauten die Verkaufsargumente seitens des Verlages, ist Ihnen bekannt, wie die Erlöse verwendet wurden?, und so weiter. (Abg. Dr. Martin Graf: Das ist unglaublich, dass es so etwas gibt!)
Abg. Dr. Martin Graf: Dass es so etwas überhaupt gibt!
Herr Minister! Da werden Fragen aufgeworfen, die mit der Datenmissbrauchsaffäre überhaupt nichts zu tun haben. (Abg. Dr. Martin Graf: Dass es so etwas überhaupt gibt!) Entweder vollführen da wild gewordene Beamte bei der Wirtschaftspolizei einen Auftrag, der ihnen von irgendeiner Parteipolitik diktiert wurde – oder es sind unfähige Leute. In beiden Fällen müssen Sie einschreiten, denn das ist einfach nicht tragbar! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Minister! Da werden Fragen aufgeworfen, die mit der Datenmissbrauchsaffäre überhaupt nichts zu tun haben. (Abg. Dr. Martin Graf: Dass es so etwas überhaupt gibt!) Entweder vollführen da wild gewordene Beamte bei der Wirtschaftspolizei einen Auftrag, der ihnen von irgendeiner Parteipolitik diktiert wurde – oder es sind unfähige Leute. In beiden Fällen müssen Sie einschreiten, denn das ist einfach nicht tragbar! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Martin Graf: Das ist unglaublich!
Der "Witz" war der: Eine Woche später erscheint dieser Erhebungsbericht als Erhebungsbericht im "FORMAT"! – Herr Minister! So kann es doch einfach nicht gehen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Martin Graf: Das ist unglaublich!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da wird eine Datenmissbrauchsaffäre wirklich penibel untersucht, und ich bin auch dafür, dass untersucht wird, aber auf der anderen Seite setzen sich Journalisten in den Besitz streng geheimster Daten, von Berichten, die nicht einmal der Anwalt des Betroffenen bekommt. So kann es doch nicht sein! Und bitte erzählen Sie mir nicht, Herr Minister, Sie tun ohnehin alles, denn das ist nicht möglich. Wenn Sie jeden Tag Ihre Leute vergattern und sie darauf aufmerksam machen würden, dass sie zur Amtsverschwiegenheit verpflichtet sind, wenn Sie schauen würden, wie die Akten gekennzeichnet sind, dann müsste es Ihnen auch gelingen, diesen Fluss von Informationen an die Medien zu unterbinden. Und darum bitte ich Sie. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ, der Grünen sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Egal, ob es sich um Grüne, um Gewerkschaften, um Kommunisten, um Anarchisten handelt, ob es um friedliche Kundgebungsteilnehmer, ob es um besorgte Bürger an der Grenze zu Tschechien geht: Unsere Polizei und Gendarmerie, unsere Kriminalbeamten sorgen für die Sicherheit der Menschen im Land. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ, der Grünen sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé. )
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ, der Grünen sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Wir haben da eine ganz klare Vorgabe, die transparent ist und die lückenlos eingehalten wird: Kundgebung ja, wenn sie ordnungsgemäß ist und dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes entspricht – Blockaden zum Schaden der Bevölkerung jedoch nein! Und wenn es irgendetwas gibt, wo es um Menschenleben geht, wo es um die Sicherheit von Sacheigentum geht, wo es um die Sicherheit von Personen geht, dann ebenfalls nein! Unsere Exekutive schreitet sensibel, maßvoll, aber konsequent ein, wenn es notwendig ist, und das haben unsere Damen und Herren von der Exekutive auch heute wieder bewiesen. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ, der Grünen sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé. )
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Der österreichische Sicherheitsapparat hat sich in den letzten Monaten weit über Österreich hinaus einen hervorragenden Ruf erworben und unter Beweis gestellt, dass er sensibel und konsequent zwischen friedlichen Kundgebungsteilnehmern und gewaltbereiten Berufsdemonstranten unterscheidet und die entsprechenden Maßnahmen ergreift. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP, der SPÖ sowie bei den Grünen.
Zweitens: Dieser rot-weiß-rote Sicherheitsapparat tut alles, um, ohne auf Rang und Namen zu schauen, ohne sich von links oder rechts, von oben oder unten beeinflussen zu lassen, über Auftrag der Justiz, meine sehr geehrten Damen und Herren, Licht in die Vorwürfe über eine angeblich missbräuchliche Verwendung von polizeilichen Informationen zu bringen. Das ist unsere Arbeit. Das ist die Arbeit für die Justiz, die wir erledigen, und die erledigen wir mit allem, was wir können. (Beifall bei der ÖVP, der SPÖ sowie bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP, der SPÖ sowie bei den Grünen.
Dritter Punkt: Dieser österreichische, dieser rot-weiß-rote Sicherheitsapparat hat heute früh alles getan, damit die Bürger möglichst ohne Behinderung zu ihrem Arbeitsplatz kommen konnten. Auch diese Aufgabe haben unsere Beamtinnen und Beamten souverän, elegant und konsequent gelöst, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP, der SPÖ sowie bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP, der SPÖ sowie bei den Grünen.
Ich darf insgesamt berichten – und danke sagen –: Die Damen und Herren der Exekutive haben diese Aufgabe hervorragend und vorbildlich gelöst. (Beifall bei der ÖVP, der SPÖ sowie bei den Grünen.)
Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Dr. Partik-Pablé und Dr. Stummvoll.
Ganz besonders herzlich danken möchte ich aber den 300 Polizistinnen, Polizisten und Gendarmen, die das Parlament heute sichern, und den über 700 Polizistinnen und Polizisten, die dafür gesorgt haben, dass heute früh die Bürger zu ihrer Arbeit kommen konnten. Ich möchte den Beamtinnen und Beamten auf der Straße herzlich danken. (Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Dr. Partik-Pablé und Dr. Stummvoll. ) Ich möchte aber auch der Polizeiführung danken, dem Herrn Generaldirektor, seinen leitenden Beamten, dem Polizeipräsidenten und dem Gendarmeriegeneral, die hervorragende Arbeit geleistet haben. (Beifall bei der ÖVP, der SPÖ sowie bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP, der SPÖ sowie bei den Grünen.
Ganz besonders herzlich danken möchte ich aber den 300 Polizistinnen, Polizisten und Gendarmen, die das Parlament heute sichern, und den über 700 Polizistinnen und Polizisten, die dafür gesorgt haben, dass heute früh die Bürger zu ihrer Arbeit kommen konnten. Ich möchte den Beamtinnen und Beamten auf der Straße herzlich danken. (Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Dr. Partik-Pablé und Dr. Stummvoll. ) Ich möchte aber auch der Polizeiführung danken, dem Herrn Generaldirektor, seinen leitenden Beamten, dem Polizeipräsidenten und dem Gendarmeriegeneral, die hervorragende Arbeit geleistet haben. (Beifall bei der ÖVP, der SPÖ sowie bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP, der SPÖ, den Grünen sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Und noch etwas sei gesagt, meine sehr geehrten Damen und Herren: Nicht wir, die Sicherheitswache und der Sicherheitsapparat, sind verantwortlich dafür, wenn am Abend Autofahrer, Wien-Besucher, Pendler wieder in einen Verkehrsstau geraten und bei ihrer Heimfahrt, bei ihrer Autofahrt behindert werden, weil wir heute am späten Nachmittag den Ring sperren müssen. Wir machen das deshalb, weil die "Bannmeile" einzuhalten ist und weil wir sicherstellen wollen, dass bei einer angemeldeten Kundgebung des Gewerkschaftsbundes auch die Sicherheit des Parlaments gewährleistet ist. (Beifall bei der ÖVP, der SPÖ, den Grünen sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé. )
Beifall bei der ÖVP.
Das, was der Sicherheitsapparat braucht, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist Loyalität, ist Unterstützung, ist Rückenstärkung, und zwar nicht nur an den Sonnentagen, sondern auch dann, wenn es einmal stürmt und schneit und wenn einmal schlechtes Wetter ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Leikam – den Kopf schüttelnd –: Wann? Wann? Wann soll das gewesen sein?
Ich habe noch sehr gut in Erinnerung, Herr Abgeordneter Gusenbauer, wie sich Ihr Sicherheitssprecher, der ehemalige Minister und Abgeordnete zum Nationalrat Schlögl, von diesem Pult aus, und zwar ruckizucki, vom Wiener Polizeipräsidenten distanziert hat, als einmal kein Schönwetter war. Jener Sicherheitssprecher der SPÖ, der jahrelang auf den Rat des Wiener Polizeipräsidenten gehört hat, der jahrelang diesem Mann vertraut hat (Abg. Leikam – den Kopf schüttelnd –: Wann? Wann? Wann soll das gewesen sein?), der jahrelang nur das Beste über ihn gesprochen hat, hat sich, als es einmal kurz bewölkt war, plötzlich verabschiedet und distanziert. (Abg. Parnigoni: Wann war das? – Abg. Schwarzenberger: Das kann man im Protokoll nachlesen!) Das ist keine Loyalität! Das ist nicht die Rückendeckung, die wir uns vorstellen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Wann war das? – Abg. Schwarzenberger: Das kann man im Protokoll nachlesen!
Ich habe noch sehr gut in Erinnerung, Herr Abgeordneter Gusenbauer, wie sich Ihr Sicherheitssprecher, der ehemalige Minister und Abgeordnete zum Nationalrat Schlögl, von diesem Pult aus, und zwar ruckizucki, vom Wiener Polizeipräsidenten distanziert hat, als einmal kein Schönwetter war. Jener Sicherheitssprecher der SPÖ, der jahrelang auf den Rat des Wiener Polizeipräsidenten gehört hat, der jahrelang diesem Mann vertraut hat (Abg. Leikam – den Kopf schüttelnd –: Wann? Wann? Wann soll das gewesen sein?), der jahrelang nur das Beste über ihn gesprochen hat, hat sich, als es einmal kurz bewölkt war, plötzlich verabschiedet und distanziert. (Abg. Parnigoni: Wann war das? – Abg. Schwarzenberger: Das kann man im Protokoll nachlesen!) Das ist keine Loyalität! Das ist nicht die Rückendeckung, die wir uns vorstellen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe noch sehr gut in Erinnerung, Herr Abgeordneter Gusenbauer, wie sich Ihr Sicherheitssprecher, der ehemalige Minister und Abgeordnete zum Nationalrat Schlögl, von diesem Pult aus, und zwar ruckizucki, vom Wiener Polizeipräsidenten distanziert hat, als einmal kein Schönwetter war. Jener Sicherheitssprecher der SPÖ, der jahrelang auf den Rat des Wiener Polizeipräsidenten gehört hat, der jahrelang diesem Mann vertraut hat (Abg. Leikam – den Kopf schüttelnd –: Wann? Wann? Wann soll das gewesen sein?), der jahrelang nur das Beste über ihn gesprochen hat, hat sich, als es einmal kurz bewölkt war, plötzlich verabschiedet und distanziert. (Abg. Parnigoni: Wann war das? – Abg. Schwarzenberger: Das kann man im Protokoll nachlesen!) Das ist keine Loyalität! Das ist nicht die Rückendeckung, die wir uns vorstellen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das ist es, was wir unter einer aktiven Sicherheitspolitik für die Bürger verstehen: dass in der Verwaltung gespart wird und dass die Beamten für die Bürger da sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Aber einen Sektionschef dazu!
Ja, Herr Abgeordneter Parnigoni, das Tempo ist hoch. Natürlich ist das Tempo hoch, wir haben auch einige Trümmer wegzuräumen. Beginnen wir doch im eigenen Haus. Wir brauchen raschere Durchlaufzeiten, wir suchen nach Synergismen, um zusammenzuführen, was zusammengehört, wir brauchen schnellere Abläufe. Daher haben wir auch zusammengelegt, was zusammengehört. Es ist nicht notwendig, dass es zwei Beschaffungsabteilungen gibt, eine für die Polizei und eine für die Gendarmerie. (Abg. Parnigoni: Aber einen Sektionschef dazu!) Daher gibt es seit 1. Dezember eine Beschaffungsabteilung. Es ist beispielsweise im Innenministerium überhaupt nicht notwendig, dass es drei Auslandsabteilungen gibt, meine sehr geehrten Damen und Herren. Daher gibt es seit 1. Dezember eine Auslandsabteilung.
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe mir gerade die Zahlen geben lassen. Wir haben uns von vier auf fünf Sektionen weiterentwickelt, wir haben von zwölf Gruppen auf sechs Gruppen reduziert, und wir haben von 49 Abteilungen auf 48 Abteilungen reduziert. Das heißt unterm Strich: eine Sektion mehr, sechs Gruppen weniger und eine Abteilung weniger. Das ist der Stand dieser Geschäftsordnungsreform. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Darf ich Ihnen, Herr Abgeordneter Parnigoni, sehr offen etwas zur Sicherheitsdirektion sagen? Sie haben gesagt, in den fünfziger und sechziger Jahren haben die Sicherheitsdirektionen noch Sinn gemacht, in den siebziger, achtziger und neunziger Jahren nicht. Darf ich Sie fragen, wer seit 1970 die Innenminister in dieser Republik gestellt hat? Ja, wieso kommen Sie jetzt drauf, wo Sie 30 Jahre lang Zeit gehabt haben, das zu machen? Wenn das schon so dringlich gewesen wäre, dann wäre 30 Jahre lang Zeit gewesen, das zu ändern. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Bis jetzt! Das kommt erst!
Zu den Gendarmerieposten und den Einsparungen dort: Herr Abgeordneter Parnigoni, unter den vergangenen drei Bundesministern – Löschnak, Einem und Schlögl – wurden genau 189 Gendarmerieposten eingespart, unter Minister Strasser wurde kein einziger eingespart, damit Sie das auch wissen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Bis jetzt! Das kommt erst!)
Beifall bei der ÖVP.
Ein Detail beim Budget 2001 ist mir auch wichtig: Wir haben trotz Budgetsorgen aktiv in Mauthausen investiert. Es sind im Budget 2001 für Mauthausen 30 Millionen Schilling zusätzlich vorgesehen. Das bedeutet, dass wir Mauthausen als den Mittelpunkt österreichischer Wiederbetätigungsprävention ausbauen wollen, denn wir wollen Vorkehrungen treffen, dass eine Reform eingeleitet wird, die mit den Opfern von Mauthausen dafür sorgt, dass für die Zeit nach den Opfern vorgesorgt werden kann, dass dieses wichtige Mahnmal Österreichs auch für nächste Generationen bestehen bleibt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich möchte ferner den Abgeordneten danken, die im Ausschuss und heute im Plenum oder bei der Schlussabstimmung im Plenum ihre Zustimmung geben werden. Dieses Budget versetzt uns in die Lage, für die Sicherheit der Bürger auch im Jahre 2001 sorgen zu können, gerüstet zu sein für Großereignisse wie die Schi-WM 2001, für die Umstellung auf den Euro, anlässlich der wir mit Sicherheitsaufgaben eingedeckt sind, aber auch für die täglichen Sorgen der Bürgerinnen und Bürger vor Ort und für die Sicherheit der Republik. Das wird das Budget 2001 bringen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Was reden Sie da herum? Ob wir applaudieren oder nicht, ist uninteressant!
Meine Damen und Herren! Ich verstehe es nicht, ich verstehe es ganz einfach nicht (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was reden Sie da herum? Ob wir applaudieren oder nicht, ist uninteressant!), dass die Fraktion der Österreichischen Volkspartei bei meinem Antrag im Ausschuss, in dem wir dem Herrn Bundesminister drei Punkte bezüglich der Datenaffäre und was die Ermittlungen betrifft vorgelegt haben, die der Herr Bundesminister alle drei unterstützt hat, nicht mitgegangen ist. Sie, meine Damen und Herren von der ÖVP, sollten wirklich vor Ihrem Minister stehen – und nicht hinter ihm. (Beifall bei der SPÖ.) Sie sollten ihn in Schutz nehmen vor Ihrem Koalitionspartner (Abg. Ing. Westenthaler: Das macht ohnehin ihr!), denn das, was heute hier geschehen ist, ist ja wirklich seit Monaten erkennbar.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich verstehe es nicht, ich verstehe es ganz einfach nicht (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was reden Sie da herum? Ob wir applaudieren oder nicht, ist uninteressant!), dass die Fraktion der Österreichischen Volkspartei bei meinem Antrag im Ausschuss, in dem wir dem Herrn Bundesminister drei Punkte bezüglich der Datenaffäre und was die Ermittlungen betrifft vorgelegt haben, die der Herr Bundesminister alle drei unterstützt hat, nicht mitgegangen ist. Sie, meine Damen und Herren von der ÖVP, sollten wirklich vor Ihrem Minister stehen – und nicht hinter ihm. (Beifall bei der SPÖ.) Sie sollten ihn in Schutz nehmen vor Ihrem Koalitionspartner (Abg. Ing. Westenthaler: Das macht ohnehin ihr!), denn das, was heute hier geschehen ist, ist ja wirklich seit Monaten erkennbar.
Abg. Ing. Westenthaler: Das macht ohnehin ihr!
Meine Damen und Herren! Ich verstehe es nicht, ich verstehe es ganz einfach nicht (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was reden Sie da herum? Ob wir applaudieren oder nicht, ist uninteressant!), dass die Fraktion der Österreichischen Volkspartei bei meinem Antrag im Ausschuss, in dem wir dem Herrn Bundesminister drei Punkte bezüglich der Datenaffäre und was die Ermittlungen betrifft vorgelegt haben, die der Herr Bundesminister alle drei unterstützt hat, nicht mitgegangen ist. Sie, meine Damen und Herren von der ÖVP, sollten wirklich vor Ihrem Minister stehen – und nicht hinter ihm. (Beifall bei der SPÖ.) Sie sollten ihn in Schutz nehmen vor Ihrem Koalitionspartner (Abg. Ing. Westenthaler: Das macht ohnehin ihr!), denn das, was heute hier geschehen ist, ist ja wirklich seit Monaten erkennbar.
Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie weinen der großen Koalition nach!
Aber wir erleben ja in diesem Hause in den letzten Wochen überhaupt eine eigenartige Stimmung, meine Damen und Herren. Als vorige Woche Herr Pumberger in unglaublicher Art und Weise dem oberösterreichischen Landeshauptmann Pühringer vorgeworfen hat, "Gehirnwäsche" auf Kosten der Steuerzahler zu betreiben, hat es einen Aufschrei in den Bänken der ÖVP gegeben. Herr Freund wollte seinem Landeshauptmann sofort zu Hilfe eilen und sich zu Wort melden. Da hat ihn aber Herr Khol zurückgeschickt. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie weinen der großen Koalition nach!)
Abg. Miedl: Das ist Handschlagqualität!
Ja geht denn Ihre Nibelungentreue zu Ihrem Koalitionspartner so weit, dass Sie alle Ihre Vorsätze über Bord werfen, meine Damen und Herren von der ÖVP? Ich muss Ihnen wirklich sagen ... (Abg. Miedl: Das ist Handschlagqualität!) Das ist nicht Handschlagqualität. (Beifall bei der SPÖ.) Sie sind wahrlich zu feige, um Ihre Linie in diesem Hause noch zu vertreten, meine Damen und Herren. Sie stecken alles ein, damit Ihr Parteiobmann weiterhin Kanzler dieser Republik bleiben kann. Das ist nämlich der Grund! (Abg. Kößl: Das ist der beste Kanzler, den wir je hatten!) Wir werden heute noch viel Gelegenheit haben, meine Damen und Herren, über diesen Punkt ausführlicher zu reden. (Abg. Dr. Martin Graf: Sie trauern um die alte Koalition!)
Beifall bei der SPÖ.
Ja geht denn Ihre Nibelungentreue zu Ihrem Koalitionspartner so weit, dass Sie alle Ihre Vorsätze über Bord werfen, meine Damen und Herren von der ÖVP? Ich muss Ihnen wirklich sagen ... (Abg. Miedl: Das ist Handschlagqualität!) Das ist nicht Handschlagqualität. (Beifall bei der SPÖ.) Sie sind wahrlich zu feige, um Ihre Linie in diesem Hause noch zu vertreten, meine Damen und Herren. Sie stecken alles ein, damit Ihr Parteiobmann weiterhin Kanzler dieser Republik bleiben kann. Das ist nämlich der Grund! (Abg. Kößl: Das ist der beste Kanzler, den wir je hatten!) Wir werden heute noch viel Gelegenheit haben, meine Damen und Herren, über diesen Punkt ausführlicher zu reden. (Abg. Dr. Martin Graf: Sie trauern um die alte Koalition!)
Abg. Kößl: Das ist der beste Kanzler, den wir je hatten!
Ja geht denn Ihre Nibelungentreue zu Ihrem Koalitionspartner so weit, dass Sie alle Ihre Vorsätze über Bord werfen, meine Damen und Herren von der ÖVP? Ich muss Ihnen wirklich sagen ... (Abg. Miedl: Das ist Handschlagqualität!) Das ist nicht Handschlagqualität. (Beifall bei der SPÖ.) Sie sind wahrlich zu feige, um Ihre Linie in diesem Hause noch zu vertreten, meine Damen und Herren. Sie stecken alles ein, damit Ihr Parteiobmann weiterhin Kanzler dieser Republik bleiben kann. Das ist nämlich der Grund! (Abg. Kößl: Das ist der beste Kanzler, den wir je hatten!) Wir werden heute noch viel Gelegenheit haben, meine Damen und Herren, über diesen Punkt ausführlicher zu reden. (Abg. Dr. Martin Graf: Sie trauern um die alte Koalition!)
Abg. Dr. Martin Graf: Sie trauern um die alte Koalition!
Ja geht denn Ihre Nibelungentreue zu Ihrem Koalitionspartner so weit, dass Sie alle Ihre Vorsätze über Bord werfen, meine Damen und Herren von der ÖVP? Ich muss Ihnen wirklich sagen ... (Abg. Miedl: Das ist Handschlagqualität!) Das ist nicht Handschlagqualität. (Beifall bei der SPÖ.) Sie sind wahrlich zu feige, um Ihre Linie in diesem Hause noch zu vertreten, meine Damen und Herren. Sie stecken alles ein, damit Ihr Parteiobmann weiterhin Kanzler dieser Republik bleiben kann. Das ist nämlich der Grund! (Abg. Kößl: Das ist der beste Kanzler, den wir je hatten!) Wir werden heute noch viel Gelegenheit haben, meine Damen und Herren, über diesen Punkt ausführlicher zu reden. (Abg. Dr. Martin Graf: Sie trauern um die alte Koalition!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Aus jedem Wort von Ihnen hört man die Trauer um die große Koalition!
Herr Bundesminister! Über weite Teile hätten wir Sie heute gerne gelobt, weil wir tatsächlich auch das Gefühl haben, dass Sie es ehrlich meinen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aus jedem Wort von Ihnen hört man die Trauer um die große Koalition!) Frau Kollegin Partik-Pablé, ich meine, das war ein Trauerspiel, was Sie heute geliefert haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher?) Kollege Westenthaler, gerade Sie sollten bei dieser Debatte nicht einmal anwesend sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Soll ich hinausgehen? Wollen Sie mich hinausschicken?) Sie müssten eigentlich hinausgehen. Sie sind ja der Generalsekretär einer Partei, der unsere Polizisten, die von Frau Kollegin Partik-Pablé so gelobt werden, als Voll-koffer, als Idioten, als Scherzkekse hingestellt hat. Sie sollten bei dieser Debatte hier wahrlich nicht den Mund aufmachen! Das kann ich Ihnen wirklich empfehlen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher? Warum hat man Sie ersetzt?) Sie haben keine Legitimation, zur Polizei hier das Wort zu ergreifen. Sie haben nämlich die Polizei in Wien abqualifiziert, und das wird sie auch nicht vergessen. Es kommen ja wieder Wahlen, Herr Kollege Westenthaler. Das Burgenland und die Steiermark waren sicherlich keine Einzelfälle. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wegen Unfähigkeit hat man Sie abgesetzt! Ein Ex-Sicherheitssprecher! Ein abgehalfterter Sicherheitssprecher! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher?
Herr Bundesminister! Über weite Teile hätten wir Sie heute gerne gelobt, weil wir tatsächlich auch das Gefühl haben, dass Sie es ehrlich meinen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aus jedem Wort von Ihnen hört man die Trauer um die große Koalition!) Frau Kollegin Partik-Pablé, ich meine, das war ein Trauerspiel, was Sie heute geliefert haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher?) Kollege Westenthaler, gerade Sie sollten bei dieser Debatte nicht einmal anwesend sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Soll ich hinausgehen? Wollen Sie mich hinausschicken?) Sie müssten eigentlich hinausgehen. Sie sind ja der Generalsekretär einer Partei, der unsere Polizisten, die von Frau Kollegin Partik-Pablé so gelobt werden, als Voll-koffer, als Idioten, als Scherzkekse hingestellt hat. Sie sollten bei dieser Debatte hier wahrlich nicht den Mund aufmachen! Das kann ich Ihnen wirklich empfehlen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher? Warum hat man Sie ersetzt?) Sie haben keine Legitimation, zur Polizei hier das Wort zu ergreifen. Sie haben nämlich die Polizei in Wien abqualifiziert, und das wird sie auch nicht vergessen. Es kommen ja wieder Wahlen, Herr Kollege Westenthaler. Das Burgenland und die Steiermark waren sicherlich keine Einzelfälle. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wegen Unfähigkeit hat man Sie abgesetzt! Ein Ex-Sicherheitssprecher! Ein abgehalfterter Sicherheitssprecher! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Soll ich hinausgehen? Wollen Sie mich hinausschicken?
Herr Bundesminister! Über weite Teile hätten wir Sie heute gerne gelobt, weil wir tatsächlich auch das Gefühl haben, dass Sie es ehrlich meinen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aus jedem Wort von Ihnen hört man die Trauer um die große Koalition!) Frau Kollegin Partik-Pablé, ich meine, das war ein Trauerspiel, was Sie heute geliefert haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher?) Kollege Westenthaler, gerade Sie sollten bei dieser Debatte nicht einmal anwesend sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Soll ich hinausgehen? Wollen Sie mich hinausschicken?) Sie müssten eigentlich hinausgehen. Sie sind ja der Generalsekretär einer Partei, der unsere Polizisten, die von Frau Kollegin Partik-Pablé so gelobt werden, als Voll-koffer, als Idioten, als Scherzkekse hingestellt hat. Sie sollten bei dieser Debatte hier wahrlich nicht den Mund aufmachen! Das kann ich Ihnen wirklich empfehlen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher? Warum hat man Sie ersetzt?) Sie haben keine Legitimation, zur Polizei hier das Wort zu ergreifen. Sie haben nämlich die Polizei in Wien abqualifiziert, und das wird sie auch nicht vergessen. Es kommen ja wieder Wahlen, Herr Kollege Westenthaler. Das Burgenland und die Steiermark waren sicherlich keine Einzelfälle. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wegen Unfähigkeit hat man Sie abgesetzt! Ein Ex-Sicherheitssprecher! Ein abgehalfterter Sicherheitssprecher! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher? Warum hat man Sie ersetzt?
Herr Bundesminister! Über weite Teile hätten wir Sie heute gerne gelobt, weil wir tatsächlich auch das Gefühl haben, dass Sie es ehrlich meinen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aus jedem Wort von Ihnen hört man die Trauer um die große Koalition!) Frau Kollegin Partik-Pablé, ich meine, das war ein Trauerspiel, was Sie heute geliefert haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher?) Kollege Westenthaler, gerade Sie sollten bei dieser Debatte nicht einmal anwesend sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Soll ich hinausgehen? Wollen Sie mich hinausschicken?) Sie müssten eigentlich hinausgehen. Sie sind ja der Generalsekretär einer Partei, der unsere Polizisten, die von Frau Kollegin Partik-Pablé so gelobt werden, als Voll-koffer, als Idioten, als Scherzkekse hingestellt hat. Sie sollten bei dieser Debatte hier wahrlich nicht den Mund aufmachen! Das kann ich Ihnen wirklich empfehlen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher? Warum hat man Sie ersetzt?) Sie haben keine Legitimation, zur Polizei hier das Wort zu ergreifen. Sie haben nämlich die Polizei in Wien abqualifiziert, und das wird sie auch nicht vergessen. Es kommen ja wieder Wahlen, Herr Kollege Westenthaler. Das Burgenland und die Steiermark waren sicherlich keine Einzelfälle. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wegen Unfähigkeit hat man Sie abgesetzt! Ein Ex-Sicherheitssprecher! Ein abgehalfterter Sicherheitssprecher! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wegen Unfähigkeit hat man Sie abgesetzt! Ein Ex-Sicherheitssprecher! Ein abgehalfterter Sicherheitssprecher! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Über weite Teile hätten wir Sie heute gerne gelobt, weil wir tatsächlich auch das Gefühl haben, dass Sie es ehrlich meinen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aus jedem Wort von Ihnen hört man die Trauer um die große Koalition!) Frau Kollegin Partik-Pablé, ich meine, das war ein Trauerspiel, was Sie heute geliefert haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher?) Kollege Westenthaler, gerade Sie sollten bei dieser Debatte nicht einmal anwesend sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Soll ich hinausgehen? Wollen Sie mich hinausschicken?) Sie müssten eigentlich hinausgehen. Sie sind ja der Generalsekretär einer Partei, der unsere Polizisten, die von Frau Kollegin Partik-Pablé so gelobt werden, als Voll-koffer, als Idioten, als Scherzkekse hingestellt hat. Sie sollten bei dieser Debatte hier wahrlich nicht den Mund aufmachen! Das kann ich Ihnen wirklich empfehlen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht mehr Sicherheitssprecher? Warum hat man Sie ersetzt?) Sie haben keine Legitimation, zur Polizei hier das Wort zu ergreifen. Sie haben nämlich die Polizei in Wien abqualifiziert, und das wird sie auch nicht vergessen. Es kommen ja wieder Wahlen, Herr Kollege Westenthaler. Das Burgenland und die Steiermark waren sicherlich keine Einzelfälle. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wegen Unfähigkeit hat man Sie abgesetzt! Ein Ex-Sicherheitssprecher! Ein abgehalfterter Sicherheitssprecher! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Weil ihr dauernd verunsichert!
Faktum ist, meine Damen und Herren – nach mir spricht Herr Abgeordneter Kößl, und der muss es eigentlich auch wissen –, dass auf allen Dienststellen der Exekutive, und zwar sowohl bei der Polizei als auch bei der Gendarmerie, tiefer Frust und Verunsicherung herrschen. Das ist Faktum, meine Damen und Herren (Abg. Dr. Partik-Pablé: Weil ihr dauernd verunsichert!), und Sie können daran nicht vorübergehen, Herr Bundesminister! Es herrscht Frust, es herrscht Verunsicherung auf den Dienststellen!
Abg. Miedl: In Ruhe! Ruhe sanft!
Das, Herr Bundesminister, sind nicht meine Worte, sondern die Worte eines Exekutivbeamten (Abg. Miedl: In Ruhe! Ruhe sanft!), der über 40 Jahre in leitender Position tätig war, der es eigentlich wissen muss. Und Sie, Herr Bundesminister, sollten sich das auch tatsächlich zu Herzen nehmen.
Beifall bei der SPÖ.
Ich sage auch: Jawohl, wir hatten bis zum Jahre 2000 wesentlich mehr Personal, Herr Bundesminister – aber jetzt geht es bergab. Die Sicherheit in unserem Lande ist angesichts dieser Entwicklung nicht mehr aufrechtzuerhalten, meine Damen und Herren! Das geht auf Kosten der Sicherheit! Das geht auf Kosten unserer Bevölkerung! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kiss: Ein Skandal!
In einem Antrag habe ich namens der SPÖ für die nächsten vier Jahre eine Aufstockung um 1 000 Planstellen verlangt. – Über diesen Antrag darf aber nicht einmal mehr diskutiert werden hier im Hause. ÖVP und FPÖ lehnen sogar die Behandlung dieses Antrages im Ausschuss ab, meine Damen und Herren! Es darf nicht mehr darüber gesprochen werden! Aber in den Jahren 2000, 2001 und 2002, Herr Bundesminister, gehen Sie daran, die Exekutive um 2 000 Planstellen zu reduzieren. Nicht 1 000 plus, sondern 2 000 weniger werden es am Ende des Jahres 2002 sein. (Abg. Kiss: Ein Skandal!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kiss.
Herr Abgeordneter Kiss! Lieber Paul Kiss aus dem Burgenland! Ich bin fest davon überzeugt, dass am Sonntag die Wählerinnen und Wähler im Burgenland sich, als sie ihre Stimme abgegeben haben, auch daran erinnert haben, dass du es warst, der ihnen 500 Gendarmerieplanstellen allein für das Burgenland versprochen hat. – Kein einziger ist gekommen, weniger sind es geworden! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kiss. )
Beifall bei der SPÖ.
Karl Schlögl und Herr General Strohmeyer, der da hinten sitzt ... Übrigens, Herr Bundesminister, könnten Sie vielleicht Ihren Beamten sagen, dass hier (in Richtung der Beamten-Plätze auf dem vom Präsidium aus linken Sektor deutend) auch noch ein paar Plätze frei sind? Vielleicht können Sie sich hierher setzen, damit sie nicht stundenlang stehen müssen, weil sie alle auf der ÖVP-Seite sein müssen. Da sind alle Plätze frei. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich habe geglaubt, Sie sind besser als der Parnigoni! Ich habe mich geirrt!
Es waren SPÖ und ÖVP, meine Damen und Herren, die den Grenzdienst aufgebaut haben. Ich glaube, die Burgenländerinnen und Burgenländer haben sich auch daran erinnert, dass es im Burgenland mehr Sicherheit durch unsere Aktionen gibt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich habe geglaubt, Sie sind besser als der Parnigoni! Ich habe mich geirrt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Na, bitte, hören Sie auf! Lassen Sie den Verteidigungsminister in Ruhe! Er kann nichts dafür!
Ich bewundere den Herrn Verteidigungsminister. (Abg. Ing. Westenthaler: Na, bitte, hören Sie auf! Lassen Sie den Verteidigungsminister in Ruhe! Er kann nichts dafür!) Ihm ist es gelungen, noch im Jahre 2000 1 Milliarde Schilling zusätzlich für das Bundesheer zu bekommen. Das ist gut und das ist richtig. – Sie hingegen, Herr Bundesminister Strasser, haben sich beim Finanzminister nicht durchgesetzt. Sie haben nicht mehr Geld bekommen. Die Exekutive nagt am Hungertuch. Frust ist eingetreten in der österreichischen Exekutive, und die Sicherheit in unserem Lande ist nicht mehr aufrechtzuerhalten – "dank" Ihrer Politik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bewundere den Herrn Verteidigungsminister. (Abg. Ing. Westenthaler: Na, bitte, hören Sie auf! Lassen Sie den Verteidigungsminister in Ruhe! Er kann nichts dafür!) Ihm ist es gelungen, noch im Jahre 2000 1 Milliarde Schilling zusätzlich für das Bundesheer zu bekommen. Das ist gut und das ist richtig. – Sie hingegen, Herr Bundesminister Strasser, haben sich beim Finanzminister nicht durchgesetzt. Sie haben nicht mehr Geld bekommen. Die Exekutive nagt am Hungertuch. Frust ist eingetreten in der österreichischen Exekutive, und die Sicherheit in unserem Lande ist nicht mehr aufrechtzuerhalten – "dank" Ihrer Politik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die erste Wahl, bei der der Leikam nicht mehr Sicherheitssprecher ist, und schon geht es gut!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Kößl. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Die erste Wahl, bei der der Leikam nicht mehr Sicherheitssprecher ist, und schon geht es gut!)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer – auf die auf der Galerie sitzenden Zuhörer deutend –: Erzähl ihnen etwas vom Schlepperwesen!
Abgeordneter Günter Kößl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Innenminister! Meine geschätzten Damen und Herren! Da wir den bisherigen Reden von SPÖ und Grünen zugehört haben und von dieser Seite nur Verunsicherung und Horrorvisionen präsentiert wurden, möchte ich mich an die Zuhörer auf den Rängen und an den Fernsehern zu Hause wenden und klar und deutlich zum Ausdruck bringen: Diese von Rot und Grün gemachten Aussagen entsprechen nicht den Tatsachen! Ich halte es für unverantwortlich – und es entbehrt auch jeder Ehrlichkeit –, wenn hier behauptet wird, dass bei Umsetzung des vorliegenden Budgets für Inneres die Sicherheit der Bevölkerung gefährdet oder nicht mehr gegeben sei. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer – auf die auf der Galerie sitzenden Zuhörer deutend –: Erzähl ihnen etwas vom Schlepperwesen!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine geschätzten Damen und Herren! Mit Bundesminister Strasser haben wir einen Garanten dafür, dass die Sicherheit der Menschen in unserem Lande im bisherigen Ausmaß gewährleistet bleibt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Von dieser Stelle aus möchte ich mich auch bei meinen Kolleginnen und Kollegen im Gendarmerie- und Polizeibereich für ihren täglichen vorzeigbaren Einsatz und ihr Engagement bedanken. (Beifall bei der ÖVP.) Sie werden dafür sorgen, dass die Bevölkerung auch weiterhin ruhig schlafen können wird.
Abg. Grabner: Es kommt aber bald!
Wenn wir uns überlegen und vorstellen, dass im Innenressort im Jahre 2001 500 Millionen Schilling eingespart werden, wir aber wegen unseres Schuldenberges rund 300 Millionen Schilling täglich nur an Zinsen zahlen, dann bitte ich Sie: Hören wir doch auf, weiterhin an das Christkind zu denken beziehungsweise zu glauben! (Abg. Grabner: Es kommt aber bald!) Wenn wir unseren Kindern und unserer Jugend eine Zukunft geben und ihnen auch später in die Augen schauen wollen, dann müssen wir so schnell wie möglich zu einem vernünftigen Staatshaushalt kommen.
Abg. Silhavy: Das ist Ihre Form der Überversorgung!
Ein Funksystem im Exekutivbereich, das völlig veraltet ist und dringend dem heutigen Stand der Technik angepasst gehört. Kosten: 5 bis 8 Milliarden Schilling, finanzielle Vorkehrungen – hören Sie zu! –: keine! (Abg. Silhavy: Das ist Ihre Form der Überversorgung!)
Abg. Grabner: Auch das Geld für die Inserate!
Denken wir an die Demonstrationen. Kosten: 50 bis 60 Millionen Schilling. Ich stehe zu diesem demokratischen Grundrecht, aber das Geld wäre für sinnvolle Ausgaben sinnvoller anzuwenden. (Abg. Grabner: Auch das Geld für die Inserate!)
Abg. Leikam: Über den Antrag darf nicht einmal diskutiert werden!
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Freilich steht es Ihnen zu, von dieser Stelle aus mehr Personal zu fordern, aber denken Sie an Ihren Ex-Innenminister Einem. Unter seiner Führung wurden Hunderte Planstellen eingespart. Kollege Leikam! Sie haben mehrmals 1000 zusätzliche Planstellen gefordert, Ihr damaliger Finanzminister hat Ihre Wunschliste vom Tisch gewischt: zu teuer, nicht leistbar! (Abg. Leikam: Über den Antrag darf nicht einmal diskutiert werden!) Mehrmals, einige Jahre hintereinander.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Leikam – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Oberst Stanzl! – Abg. Miedl: In Ruhe!
Meine geschätzten Damen und Herren! Ich bin zuversichtlich, dass trotz der finanziellen Einsparungen im Budget durch Umstrukturierungen, die bereits in Angriff genommen wurden – wie zum Beispiel die Errichtung des Bundeskriminalamtes –, Geld eingespart und die Effizienz gesteigert werden kann. Warten wir die Ergebnisse dieser eingeleiteten Maßnahmen ab! Ich bin diesbezüglich sehr zuversichtlich. Ich bitte Sie aber sehr, zu bedenken: Sich hierher zu stellen und die Sicherheit in Österreich in Frage zu stellen, das, meine Damen und Herren, ist unverantwortliche Oppositionspolitik und ist falsch. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Leikam – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Oberst Stanzl! – Abg. Miedl: In Ruhe!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Mein spezieller Gruß gilt als Erstes dem Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, dem ich hiemit meine Hochachtung, meine Unterstützung und auch die Solidarität meiner Fraktion zum Ausdruck bringen möchte. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich gebe aber zu, es ist früher auch nicht die Freiheitliche Partei in der Regierung gewesen. Das ist auch eine neue Qualität, allerdings der negativen Art, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich sage Ihnen ehrlich, Herr Innenminister: Einen Persilschein von der Opposition, wie Sie sich ihn offensichtlich erwarten, werden Sie nicht bekommen. Ihre Stellungnahme von vorhin – gar nicht auf uns bezogen, darum kann ich auch sozusagen relativ frei darüber reden, sondern bezogen auf die Kritik des Kollegen Gusenbauer in der Vergangenheit, und dabei haben Sie gar nicht genau gesagt, worauf Sie das bezogen haben –, diese beleidigte "Reagiererei" eines Regierungsmitgliedes auf Kritik eines Oppositionsabgeordneten hätte ich von Ihnen nicht erwartet, Herr Bundesminister! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Aber wenn es konkret wird, wenn es heikel wird, wenn es darum geht, hier auch Stellung zu nehmen gegenüber jenem Koalitionspartner, der diese Hetze und diese Kampagne gegen Beamte betreibt – jetzt reden wir nur von der Sicherheitsexekutive und noch nicht von den Staatsanwälten und Richtern; die Kampagne, die gegen sie vorgebracht wird, lasse ich jetzt aus, weil das nicht Ihre Verantwortung ist –, dann sind Sie derjenige, von dem wir erwarten, dass dem Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit der Rücken gestärkt wird und dass eindeutige Worte hier im Parlament fallen. Diese vermisse ich, diese habe ich vermisst. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Die für mich sowohl budgetär als auch politisch unerträgliche Situation, dass 18-jährige Pinzgauer Maturanten und Maurergesellen, die die burgenländisch-ungarische Schengen-Grenze mit dem Gewehr schützen müssen, zum Teil in eine psychische Ausnahmesituation kommen, die sie nicht verkraften – es gibt dort Vorfälle, Herr Bundesminister, bei denen kein verantwortlicher Politiker ruhig schlafen kann, denken Sie doch etwa an die Selbstbeschädigungen, an die Selbstverletzungen, an die Selbstmordrate beim Grenzeinsatz! –, kann nur so gelöst werden, dem kann nur so begegnet werden, dass geschulte, fachlich gut vorbereitete und nicht nur mit der entsprechenden Kompetenz, was den Gebrauch und den Einsatz von Mitteln betrifft, sondern auch mit sozialer Kompetenz ausgestattete Menschen – und das sind Grenzgendarmen – diese Arbeit tun. Da vermisse ich Ihren Einsatz innerhalb der Bundesregierung, Herr Bundesminister, damit dieses Problem – und der Grenzschutz ist ein Problem – endlich gelöst wird. Das würde ich mir erwarten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Weil ja das Budget die in Zahlen gegossene Politik und Gesellschaftspolitik ist, zeigt sich in diesem Budget ganz deutlich, in welche Richtung es geht: in Richtung weniger Menschlichkeit, und nicht mehr! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Jung – auf dem Weg zum Rednerpult –: 7 Minuten, Herr Präsident!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Jung. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Jung – auf dem Weg zum Rednerpult –: 7 Minuten, Herr Präsident!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Leikam! Eine Koalition ist keine Liebesehe, sondern diese Koalition ist eine Zweckgemeinschaft zur Sanierung des Schadens, den Sie angerichtet haben. Diese Koalition werden Sie nicht auseinanderdividieren, das sei Ihnen einmal gesagt! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Es gibt durchaus Auffassungsunterschiede, und die seien auch klar ausgesprochen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wo er Recht hat, hat er Recht!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wo er Recht hat, hat er Recht!
Herr Kollege Leikam! Eine Koalition ist keine Liebesehe, sondern diese Koalition ist eine Zweckgemeinschaft zur Sanierung des Schadens, den Sie angerichtet haben. Diese Koalition werden Sie nicht auseinanderdividieren, das sei Ihnen einmal gesagt! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Es gibt durchaus Auffassungsunterschiede, und die seien auch klar ausgesprochen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wo er Recht hat, hat er Recht!)
Abg. Mag. Wurm: Sie verkraften sie noch lange nicht!
Sie haben vorhin gemeinsam mit oder ähnlich wie Kollege Parnigoni gejammert und geklagt. In den sechziger Jahren erschien ein Buch – vielleicht erinnern Sie sich noch daran – von Ladislav Mňacko: “Wie die Macht schmeckt”. – Sie von der SPÖ haben den Verlust dieser Macht bis heute nicht verkraftet, Sie jammern und wehklagen. Das ist der Tenor aller Ihrer Aussagen – und nichts anderes! (Abg. Mag. Wurm: Sie verkraften sie noch lange nicht!)
Abg. Dr. Kostelka: Dann bedanken Sie sich doch bei ihnen!
Ist es den Organisatoren der Aktion "Checkpoint Austria" darum gegangen, bei den Wienern Sympathien für die Regierung zu wecken, dann dürfte ihnen dies mit der heutigen Verkehrsblockade gelungen sein. – Zitatende. (Abg. Dr. Kostelka: Dann bedanken Sie sich doch bei ihnen!)
Abg. Dr. Kostelka: Bedanken Sie sich!
Dann heißt es noch: "gesittete Kommentare". (Abg. Dr. Kostelka: Bedanken Sie sich!) Ich zitiere: Dabei stapfen die rund hundert Regierungsgegner zwischen den Autos am inneren Gürtel, ohne dass die Polizei sie auf den Gehsteig verweisen konnte. – Es wird da also über gefährliche Situationen, die dabei entstanden sind, geschrieben. – Also ganz so ist die Sache nicht, wie Sie sie schildern!
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Trotzdem am Beginn meiner Ausführungen: Dank an die österreichische Polizei, an die Beamten, die auch jetzt auf der Straße ihr Bestes geben! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es gibt aber große Probleme – nicht bei den einfachen Beamten, sondern an der Spitze dieses Ministeriums –, über die geredet werden muss und bei denen Änderungen eintreten müssen. Dort ist in den letzten 30 Jahren eine ideologische Fixierung auf die linke Reichshälfte geprägt worden, die geändert werden muss! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Kostelka: Dann bedanken Sie sich!
Ich gebe Ihnen dafür ein einfaches Beispiel. Bei Verhandlungen haben wir mit hohen Beamten über die Frage Fremdenpolitik geredet, woraufhin einem hohen Herrn entsetzt entfahren ist: Das ist ja eine völlige Änderung der bisherigen Politik! – Ja, das ist es, meine Damen und Herren von der Linken! Deswegen sind wir auch gewählt worden. Wir werden diese Änderung der Politik fortsetzen, das kann ich Ihnen versprechen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Kostelka: Dann bedanken Sie sich!)
Abg. Dr. Kostelka: Wir haben in den letzten zehn Monaten alle gewonnen!
Herr Kollege Kostelka: Weil Sie einmal in 14 Jahren eine Wahl gewonnen haben, schwimmen Sie in Euphorie – reden wir in Zukunft darüber weiter, wie es laufen wird! (Abg. Dr. Kostelka: Wir haben in den letzten zehn Monaten alle gewonnen!) Wir haben die nächsten 14 Jahre lang Zeit, zu verlieren, und dann sind wir beide schon lange in Pension, bis wir Ihren Stand erreicht haben, Herr Kollege. (Abg. Ing. Westenthaler: Steiermark habt ihr nicht gewonnen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Steiermark habt ihr nicht gewonnen!
Herr Kollege Kostelka: Weil Sie einmal in 14 Jahren eine Wahl gewonnen haben, schwimmen Sie in Euphorie – reden wir in Zukunft darüber weiter, wie es laufen wird! (Abg. Dr. Kostelka: Wir haben in den letzten zehn Monaten alle gewonnen!) Wir haben die nächsten 14 Jahre lang Zeit, zu verlieren, und dann sind wir beide schon lange in Pension, bis wir Ihren Stand erreicht haben, Herr Kollege. (Abg. Ing. Westenthaler: Steiermark habt ihr nicht gewonnen!)
Abg. Dr. Kostelka: Meinen Sie Ihre Spitzel?
Es gibt weiters eine unglaubliche und für westliche Demokratien unverständliche Durchlässigkeit in den Spitzenstellen des Ministeriums. (Abg. Dr. Kostelka: Meinen Sie Ihre Spitzel?) Es gibt Gerichtsakte, die am nächsten Tag in den Zeitungen stehen. (Abg. Dr. Kostelka: Meinen Sie Ihre Spitzel?) Herr Kollege Kostelka, das kann wohl nicht das Wahre sein! So etwas kann einmal passieren, es kann ein zweites Mal passieren, aber wenn man dann nicht in der Lage ist, diese Lücke zu stopfen, dann ist der Verantwortliche unfähig, Herr Bundesminister, und es wären die richtigen Konsequenzen zu ziehen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Kostelka: Meinen Sie Ihre Spitzel?
Es gibt weiters eine unglaubliche und für westliche Demokratien unverständliche Durchlässigkeit in den Spitzenstellen des Ministeriums. (Abg. Dr. Kostelka: Meinen Sie Ihre Spitzel?) Es gibt Gerichtsakte, die am nächsten Tag in den Zeitungen stehen. (Abg. Dr. Kostelka: Meinen Sie Ihre Spitzel?) Herr Kollege Kostelka, das kann wohl nicht das Wahre sein! So etwas kann einmal passieren, es kann ein zweites Mal passieren, aber wenn man dann nicht in der Lage ist, diese Lücke zu stopfen, dann ist der Verantwortliche unfähig, Herr Bundesminister, und es wären die richtigen Konsequenzen zu ziehen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es gibt weiters eine unglaubliche und für westliche Demokratien unverständliche Durchlässigkeit in den Spitzenstellen des Ministeriums. (Abg. Dr. Kostelka: Meinen Sie Ihre Spitzel?) Es gibt Gerichtsakte, die am nächsten Tag in den Zeitungen stehen. (Abg. Dr. Kostelka: Meinen Sie Ihre Spitzel?) Herr Kollege Kostelka, das kann wohl nicht das Wahre sein! So etwas kann einmal passieren, es kann ein zweites Mal passieren, aber wenn man dann nicht in der Lage ist, diese Lücke zu stopfen, dann ist der Verantwortliche unfähig, Herr Bundesminister, und es wären die richtigen Konsequenzen zu ziehen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Leikam: Ausgerechnet Sie sagen das!
Meine Damen und Herren von der Linken! Es gab in den dreißiger Jahren die unselige Entwicklung, dass man Leute wegen ihrer Religion oder Rasse verfolgte. – Das Gleiche geschieht heute mit Hilfe dieser Art und Weise gegenüber politisch Verfolgten. Denn hier wird verfolgt: Man stellt den Leuten Plakate vors Haus, man stellt ihnen Wachposten vors Haus. Diese Entwicklung, sollten wir, so meine ich, alle nicht anstreben! Halten Sie sich das doch einmal vor Augen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Leikam: Ausgerechnet Sie sagen das!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was ist denn da im Gange? Meine Damen und Herren, in welchem Staat leben wir?! – Das ist die Art und Weise, wie man Inserenten schreckt und wie man eine Firma in den Ruin treiben kann! Das ist gröblichster Missbrauch der Amtsbefugnisse, Herr Innenminister! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Da wäre eigentlich eine Amtshaftungsklage fällig; ich möchte einmal sehen, wer die Verantwortung dafür trägt. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Bezirksinspektor und der Referent die Verantwortung tragen. Ich frage mich, Herr Innenminister: Wer ist der Vorgesetzte dieser Herren? – Dieser wäre zur Verantwortung zu ziehen!
Abg. Dr. Kostelka: Wenn die Behauptung nur wahr wäre!
Wie überhaupt eine doppelte Moral bei der Behandlung verschiedener Bereiche vorherrscht: Ich verweise zum Beispiel auf Mikscha, einen Mitarbeiter von Dr. Haider. Ein anonymer Anruf genügt, um binnen 20 Minuten eine Hausdurchsuchung bei der alten Mutter dieses Herrn durchzuführen. (Abg. Dr. Kostelka: Wenn die Behauptung nur wahr wäre!) Ich möchte einmal sehen, was bei den Skandalen um Herrn Klima fällig gewesen wäre, wenn man bei seinem Sohn innerhalb so kurzer Zeit eine Hausdurchsuchung gemacht hätte, Herr Kollege Kostelka! Das hätte ich gerne gesehen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wie überhaupt eine doppelte Moral bei der Behandlung verschiedener Bereiche vorherrscht: Ich verweise zum Beispiel auf Mikscha, einen Mitarbeiter von Dr. Haider. Ein anonymer Anruf genügt, um binnen 20 Minuten eine Hausdurchsuchung bei der alten Mutter dieses Herrn durchzuführen. (Abg. Dr. Kostelka: Wenn die Behauptung nur wahr wäre!) Ich möchte einmal sehen, was bei den Skandalen um Herrn Klima fällig gewesen wäre, wenn man bei seinem Sohn innerhalb so kurzer Zeit eine Hausdurchsuchung gemacht hätte, Herr Kollege Kostelka! Das hätte ich gerne gesehen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Kostelka: Woher wissen Sie das?
Oder: Bei den Wiener Landtagsabgeordneten Kabas und Kreißl gab es eine Hausdurchsuchung weniger als 24 Stunden nach der Freigabe durch den Landtag. – Bei Herrn Kleindienst hat es über acht Wochen gedauert, bis etwas geschehen ist! Dann hat sich – das muss man auch dazusagen – der zuständige Staatsanwalt, Herr Kellner, wirklich im wahrsten Sinn des Wortes erfrecht, festzustellen: Wenn man bei Herrn Kabas vielleicht Tickets nach Südamerika finden würde, wäre das ein Haftgrund. – Herr Kleindienst ist eben jetzt auf Urlaub auf die Seychellen geflogen, und niemand hat etwas dabei gefunden! (Abg. Dr. Kostelka: Woher wissen Sie das?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwemlein: Von welcher Partei kommt denn Herr Kleindienst?
Meine Damen und Herren! Ist das nicht ein Messen mit zweierlei Maß, das einen gegenüber diesen Beamten misstrauisch machen muss?! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwemlein: Von welcher Partei kommt denn Herr Kleindienst?) Herr Kleindienst kommt aus der SPÖ, den haben Sie sozialisiert – also seien Sie ruhig! (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ist das nicht ein Messen mit zweierlei Maß, das einen gegenüber diesen Beamten misstrauisch machen muss?! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwemlein: Von welcher Partei kommt denn Herr Kleindienst?) Herr Kleindienst kommt aus der SPÖ, den haben Sie sozialisiert – also seien Sie ruhig! (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Oh-Rufe bei der SPÖ.
Wirtschaftspolizei: Herr Horngacher kommt ebenfalls aus der SPÖ. Die Untersuchungen werden zusammengefasst, aber damit der Verteidiger seinem Recht auf Akteneinsicht nicht nachkommen kann, gibt es keinen Erhebungsbericht, sondern nur einen Arbeitsbericht. Der Verteidiger des Beschuldigten bekommt keine Akteneinsicht. Aber im "FORMAT" steht das dann in der nächsten Ausgabe. Was sind denn das für Zustände, Herr Bundesminister?! Haben Sie ein Sieb, oder führen Sie ein Ministerium? (Oh-Rufe bei der SPÖ.) – Hier muss eingegriffen werden, und hier ist Handlungsbedarf gegeben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wirtschaftspolizei: Herr Horngacher kommt ebenfalls aus der SPÖ. Die Untersuchungen werden zusammengefasst, aber damit der Verteidiger seinem Recht auf Akteneinsicht nicht nachkommen kann, gibt es keinen Erhebungsbericht, sondern nur einen Arbeitsbericht. Der Verteidiger des Beschuldigten bekommt keine Akteneinsicht. Aber im "FORMAT" steht das dann in der nächsten Ausgabe. Was sind denn das für Zustände, Herr Bundesminister?! Haben Sie ein Sieb, oder führen Sie ein Ministerium? (Oh-Rufe bei der SPÖ.) – Hier muss eingegriffen werden, und hier ist Handlungsbedarf gegeben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wissen Sie, was das ist? – Das ist Beeinflussung dieses Menschen! Man wollte ein Gefälligkeitsgutachten haben. Das sind die Zustände, die da herrschen und die Sie von der SPÖ in 30 Jahren der Führung dieses Ministeriums herbeigeführt haben. Diese Beamten wurden unter Ihren Ministern bestellt! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Leikam: Gewesen! Lange nicht mehr!
Wenn ich zum Beispiel hernehme, dass kurz nach der Aufhebung der Suspendierung eines Beamten in Kärnten der zuständige Verantwortliche dieser Kommission – übrigens auch ein Sozialist – angegriffen, und zwar massiv angegriffen wurde (Abg. Leikam: Gewesen! Lange nicht mehr!) – aha, gewesen, Sie haben ihn schon hinausgeworfen! –, dann frage ich mich, Herr Bundesminister: Wo haben Sie sich zu diesem Zeitpunkt vor diesen Beamten gestellt? – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn ich zum Beispiel hernehme, dass kurz nach der Aufhebung der Suspendierung eines Beamten in Kärnten der zuständige Verantwortliche dieser Kommission – übrigens auch ein Sozialist – angegriffen, und zwar massiv angegriffen wurde (Abg. Leikam: Gewesen! Lange nicht mehr!) – aha, gewesen, Sie haben ihn schon hinausgeworfen! –, dann frage ich mich, Herr Bundesminister: Wo haben Sie sich zu diesem Zeitpunkt vor diesen Beamten gestellt? – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Die Arbeit der öffentlich Bediensteten Österreichs, aber im Speziellen die Leistungen der Bediensteten des Bundesministeriums für Inneres, die Kolleginnen und Kollegen der einzelnen Exekutivsparten, werden nicht nur von den Österreicherinnen und Österreichern, sondern auch auf internationaler Ebene wirklich geschätzt. Namens meiner Fraktion möchte ich allen, angefangen vom Generaldirektor für die öffentlichen Sicherheit bis zu den jüngsten Kolleginnen und Kollegen, Dank und Anerkennung für ihren schweren Dienst aussprechen, den sie im Interesse unserer Heimat, im Interesse der Österreicherinnen und Österreicher tagtäglich erbringen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend möchte ich Folgendes zum Ausdruck bringen: Herr Bundesminister, ich weiß, dass Organisationsänderungen immer notwendig sind. Wir haben aber in allen Bereichen in den letzten eineinhalb Jahren darüber diskutiert, wie denn diese Organisationsänderungen, vor allem auch, was Planstellen betrifft, aussehen sollen. Es ist interessant, dass kleine Dienstposten zu Hunderten – und im gesamten öffentlichen Bereich zu Tausenden! – wegrationalisiert werden, aber überall – das ist interessant! – sieht man: einen neuen Sektionschef da, einen neuen Generalsekretär dort. – Ich lade alle Kolleginnen und Kollegen ein, sich zu überlegen, welche Signale Sie im Zusammenhang mit dem Sparen, wenn Sie schon davon reden, in Wirklichkeit aussenden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister! Ich lade Sie ein, mit uns allen gemeinsam – es wird sicherlich eines großen Kraftaktes bedürfen – im Interesse der österreichischen Exekutivbeamten für die notwendigen Ressourcen zu sorgen. Das von Ihnen vorgelegte Budget erfüllt diese Erwartungshaltung jedenfalls nicht! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Selbstverständlich! Das ist ja die Wahrheit!
Herr Kollege Parnigoni! Ihnen sei Folgendes ins Stammbuch geschrieben: Dass Sie hergehen und dem jetzigen Innenminister quasi eine parteipolitische Nachbesetzung diverser Posten unterstellen (Abg. Parnigoni: Selbstverständlich! Das ist ja die Wahrheit!), ist geradezu hanebüchen. Herr Kollege! Es gibt neun Landesgendarmeriekommandanten. Zur der Zeit, als Innenminister Strasser sein Amt angetreten hat, gab es: neun Landesgendarmeriekommandanten – rot –, 14 Polizeidirektoren – rot –, 14 Kripochefs – rot – und 14 Sicherheitswachechefs – rot.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Die Exekutive war von der SPÖ so weit durchsetzt, dass es aus meiner Sicht staatspolitisch gefährlich war! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Ich wiederhole: staatspolitisch gefährlich, meine Damen und Herren! Und da getrauen Sie sich, Herr Kollege Parnigoni, sich hier herauszustellen und zu sagen, da seien zwei Posten nicht mit SPÖ-Leuten nachbesetzt worden?! (Abg. Parnigoni: Niederösterreich ...! ÖVP ...!)
Abg. Parnigoni: Niederösterreich ...! ÖVP ...!
Meine Damen und Herren! Die Exekutive war von der SPÖ so weit durchsetzt, dass es aus meiner Sicht staatspolitisch gefährlich war! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Ich wiederhole: staatspolitisch gefährlich, meine Damen und Herren! Und da getrauen Sie sich, Herr Kollege Parnigoni, sich hier herauszustellen und zu sagen, da seien zwei Posten nicht mit SPÖ-Leuten nachbesetzt worden?! (Abg. Parnigoni: Niederösterreich ...! ÖVP ...!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Widerspruch bei der SPÖ. – Abg. Parnigoni: Was ist da rot-weiß-rot?!
Ich weiß schon, dass das eine ganz andere Vorgangsweise ist, Herr Kollege. Aber jetzt gibt es einen Innenminister, der sich einem verschrieben hat, nämlich: Er ist den Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes verpflichtet. Das ist jetzt ein rot-weiß-rotes Ministerium geworden, meine Damen und Herren – und ist kein rotes Ministerium mehr! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Widerspruch bei der SPÖ. – Abg. Parnigoni: Was ist da rot-weiß-rot?!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: In neun Monaten 80 Prozent ...! Das ist Ihre Politik!
Frau Kollegin Silhavy! Wissen Sie, warum ich so besonders empfindlich reagiere? Weil ich diese 30 Jahre lange SPÖ-Dominanz im Innenressort am eigenen Leib miterleben musste! Ich habe A-Beamten weinen gesehen, weil sie den Posten nicht bekommen haben, der ihnen zugestanden wäre, weil sie ein Kriterium nicht erfüllt haben: Sie haben das rote Parteibuch nicht besessen. – Das ist keine Politik, die ein Innenminister betreiben darf – um Gottes Willen, meine Damen und Herren, mir treibt es die Grausbirnen hoch! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: In neun Monaten 80 Prozent ...! Das ist Ihre Politik!)
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Spätestens seit der Herausgabe des Buches des ehemaligen Generaldirektors für die öffentliche Sicherheit, Mag. Sika, wissen wir, dass im Innenbereich außerordentlich viele Reformen anstehen. Es stehen zahlreiche Reformen an. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni. ) – Herr Kollege Parnigoni! Ich bin jederzeit bereit, mit Ihnen über Reformen im Bereich Inneres zu diskutieren. Davon verstehe ich ein bisserl was, wahrscheinlich mehr als Sie, auch wenn Sie Sicherheitssprecher der SPÖ geworden sind. Davon verstehe ich mehr als Sie. Aber lassen Sie mich nun meinen Gedanken weiterführen.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Bösch.
Meine Damen und Herren! Es liegen uns zum ersten Mal Reformkonzepte vor, die bei weitem nicht von Frust begleitet werden. Ich sehe, dass die Exekutivmannschaft motiviert ist, weil die Beamten hoffen, dass ein rot-weiß-rotes Innenministerium, getragen von unserem Bundesminister Ernst Strasser, das möglich machen wird, was 30 Jahre hindurch nicht möglich war: eine moderne Exekutive, die die Sicherheit der Bevölkerung garantiert. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Bösch. )
Beifall bei den Grünen. – Abg. Kiss: Das ist evident, und zwar bei Gusenbauer!
Herr Bundesminister! Da komme ich auch nicht mehr mit. Nicht die Opposition, nicht Herr Gusenbauer springt mit Ihnen so um und "watscht" Sie sozusagen einmal von der einen Seite und einmal von der anderen Seite ab, sondern das sind Vertreter Ihrer zweiten Regierungspartei! Das sind Vertreter Ihrer zweiten Regierungspartei, der FPÖ, die den Innenminister, die Beamte des Innenministeriums in einer Tour, in rollenden Angriffen seit Wochen, seit Monaten unmöglich zu machen versuchen und Ihnen im Prinzip unterstellen, dass Sie den Apparat für eigene Zwecke missbrauchen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kiss: Das ist evident, und zwar bei Gusenbauer!)
Abg. Dr. Puttinger: Das ist eine gefährliche Drohung!
Ich lese Ihnen aus der Meldung des besagten niederösterreichischen Landesrates noch etwas vor. Darin heißt es: Er kritisiert auch das Verhalten von Innenminister Strasser. Wenn er nicht radikal gegensteuert, wird er so wie seine Vorgänger am eigenen Ministerium scheitern. Im Innenministerium gibt es schon einen geflügelten Satz: Die Bäume, gegen die Strasser anfahren wird, die sind schon gepflanzt. – Zitatende. (Abg. Dr. Puttinger: Das ist eine gefährliche Drohung!)
Abg. Kiss: Von Pilz, von den Grünen in Permanenz!
Meine Damen und Herren! Interpretieren Sie diesen Satz, wie Sie wollen. Die Bäume, gegen die er anfahren wird, sind schon gepflanzt. Es fragt sich nur, von wem, es fragt sich nur, von wem diese Bäume gepflanzt sind (Abg. Kiss: Von Pilz, von den Grünen in Permanenz!), ob sie nicht vielleicht vom Koalitionspartner gepflanzt sind. Es ist die Frage, ob nicht in einer Tour von Vertretern der Freiheitlichen Partei – und ich könnte Ihnen noch jede Menge an anderen Zitaten liefern – versucht wird, die Ermittlungsarbeiten, die nicht vom Innenministerium eigenständig veranstaltet, sondern im Auftrag der Justizbehörden vollzogen werden, ob nicht versucht wird, diese Ermittlungsarbeiten permanent zu behindern.
Abg. Gaugg: Wer beurteilt, was ihr zusteht?
Es passt in die Causa und in die Kette der Angriffe hinein, wenn dann die Vizekanzlerin dieser Republik Erklärungen macht, die ihr so nicht zustehen. (Abg. Gaugg: Wer beurteilt, was ihr zusteht?) Es passt in die Causa und in die Abfolge hinein, wenn nach Frau Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer auch der Herr Bundeskanzler erklärt: Na selbstverständlich hat die Frau Vizekanzlerin Recht. Sie kann ruhig die Ablöse fordern, und sie kann die Einstellung des Verfahrens fordern. Alles ist möglich.
Abg. Gaugg: Was ist daran unanständig?
Meine Damen und Herren! Diese Forderungen werden von Spitzenvertretern dieser Bundesregierung erhoben (Abg. Gaugg: Was ist daran unanständig?), und sie werden von Spitzenvertretern Ihrer Partei erhoben, Herr Kollege Gaugg! Und es wird ganz gezielt versucht, die Ermittlungsarbeiten zu behindern, sie unmöglich zu machen – Ermittlungsarbeiten, die gegen Spitzenvertreter Ihrer Partei gerichtet sind! Darum geht es. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Gaugg: Gefälschte Briefe, Herr Kollege Öllinger!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Gaugg: Gefälschte Briefe, Herr Kollege Öllinger!
Meine Damen und Herren! Diese Forderungen werden von Spitzenvertretern dieser Bundesregierung erhoben (Abg. Gaugg: Was ist daran unanständig?), und sie werden von Spitzenvertretern Ihrer Partei erhoben, Herr Kollege Gaugg! Und es wird ganz gezielt versucht, die Ermittlungsarbeiten zu behindern, sie unmöglich zu machen – Ermittlungsarbeiten, die gegen Spitzenvertreter Ihrer Partei gerichtet sind! Darum geht es. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Gaugg: Gefälschte Briefe, Herr Kollege Öllinger!)
Abg. Gaugg: Sie suspendieren Menschen ohne jeden Beweis! Das ist die grüne "Anständigkeit"! – Abg. Dr. Martin Graf: Das waren Abrechnungen von Zahnärzten, von praktischen Ärzten, damit er wieder gesund gemacht wird!
Wir wissen, dass Inserate geeignete Mittel sind, um Gelder weißzuwaschen. (Abg. Gaugg: Sie suspendieren Menschen ohne jeden Beweis! Das ist die grüne "Anständigkeit"! – Abg. Dr. Martin Graf: Das waren Abrechnungen von Zahnärzten, von praktischen Ärzten, damit er wieder gesund gemacht wird!)
Abg. Dr. Martin Graf: Das ist noch harmlos gegen das, was Sie in der Causa Omofuma gesagt haben!
Daher, Kollege Graf, ist die Frage eines Exekutivbeamten: Wie viele Inserate, wann, weshalb, Routine – ja, nein?, mehr als berechtigt. Aber mir steht es nicht zu, mich in diese Arbeit der Exekutivbeamten noch weiter zu vertiefen. Ich denke, die machen ihre Arbeit gut, und wenn sie falsch gemacht wird, dann steht es Ihnen zu – und jedem anderen auch –, das zu kritisieren. Aber bitte fordern Sie nicht die Einstellung eines Verfahrens! Bitte fordern Sie nicht, dass die Staatsanwälte per Weisung abberufen werden! Bitte sagen Sie nicht, dass die Spitzenbeamten des Innenministeriums "rote Brüder" sind! Das steht Ihnen nicht zu, denn diese Beamten können sich genauso wie die Spitzen der Justiz gegen Ihre Angriffe nicht wehren! (Abg. Dr. Martin Graf: Das ist noch harmlos gegen das, was Sie in der Causa Omofuma gesagt haben!)
Beifall bei den Grünen.
Sie können nicht in einen parteipolitischen Streit eintreten, den Sie in Permanenz führen – mit dem einzigen Zweck, die Ermittlungen zu verunmöglichen und die Ermittlungsbehörden zu verunsichern. Das ist Ihr erklärtes Ziel, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Martin Graf: Diese Reden habe ich alle schon gehört bei den Briefbombenattentaten, die Sie uns in die Schuhe schieben wollten! – Abg. Silhavy – in Richtung der Freiheitlichen –: Jetzt seid ihr wieder die Märtyrer! Das geht nicht mehr hinein! Zuckerstreuer!
Herr Bundesminister! Zum Abschluss eine Bemerkung zum Budget. Sie sind für uns weder ein "Sugar Darling" noch ein "Bosnigl". Aber eines sei Ihnen zum Budget gesagt: Auch wenn Sie das Budget für die innere Sicherheit verdoppeln würden, so würden Sie dadurch keinen Ausgleich für diese Angriffe auf die Rechtssicherheit erzielen können. Der Punkt ist der, dass die Rechtssicherheit in unserem Land nicht durch ein verdreifachtes oder vervierfachtes Innenbudget sichergestellt werden kann, sondern dass die Angriffe der Freiheitlichen Partei auf die Justiz und auf die Exekutive die Rechtssicherheit in unserem Lande empfindlich beeinträchtigen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Martin Graf: Diese Reden habe ich alle schon gehört bei den Briefbombenattentaten, die Sie uns in die Schuhe schieben wollten! – Abg. Silhavy – in Richtung der Freiheitlichen –: Jetzt seid ihr wieder die Märtyrer! Das geht nicht mehr hinein! Zuckerstreuer!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Widerspruch bei der SPÖ.
Abgeordneter Hermann Reindl (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Zurück zum eigentlichen Thema, zum Budget. Das Ziel der neuen Bundesregierung ist die Sanierung des Staatshaushaltes. Und warum muss überhaupt saniert werden? – Weil uns sozialdemokratische Bundeskanzler und Finanzminister einen gigantischen Schuldenberg von rund 2 000 Milliarden Schilling hinterlassen haben: von Kreisky bis Klima und von Androsch bis Edlinger. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Widerspruch bei der SPÖ.)
Abg. Leikam: Der Pröll! – Heiterkeit bei der SPÖ.
Eine dieser Maßnahmen ist die Umstrukturierung, die Innovation 2001 im Bundesministerium für Inneres. Und wer ist gegen eine Erneuerung, gegen die Abschaffung von Doppelgleisigkeiten und gegen andere vernünftige Vorschläge einer Sanierung, ohne dass dadurch die Sicherheit der Bevölkerung in unserem Land leiden würde? (Abg. Leikam: Der Pröll! – Heiterkeit bei der SPÖ.) – Nein. Natürlich ist das wieder die Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter! (Der Redner hält ein Flugblatt in die Höhe, das die Überschrift trägt: "Ein klares Nein der FSG".)
Abg. Leikam: Da hat sie Recht!
Was steht da drinnen? – Es heißt hier: Alle Bestrebungen, die Gendarmeriestrukturen auf Dauer zu zerstören, Aufstiegschancen für die Jugend gewaltig zu minimieren, die Ausbildung abzuhalftern, die Einkommenssituation wesentlich zu verschlechtern, den Fortschritt der Technik abzubrechen, den Arbeitsanfall für den und die Einzelne nochmals enorm zu steigern, die Eigensicherung sehr negativ zu beeinflussen, den Personalstand dramatisch zu reduzieren und die auf lange Sicht desaströsen Auswirkungen für Gendarmerie und Bevölkerung veranlassen die Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter, dieser geplanten Reform im Interesse aller Kolleginnen und Kollegen und der Bevölkerung eine klare Absage zu erteilen. – Zitatende. (Abg. Leikam: Da hat sie Recht!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Friedliche Abwahl! Modell Burgenland: friedliche demokratische Abwahl!
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Die Koalitionsgegner werden die Republik nicht "lahmlegen", wie es die Tageszeitung "Kurier" in der heutigen Ausgabe, der Ausgabe vom 5. Dezember 2000, auf der Titelseite schreibt. Die Republik wird auch nicht "brennen", wie es der sozialdemokratische Gewerkschafter Kaske angedroht hat. Und die neue Bundesregierung, diese Reformkoalition, wird sich nicht aus dem "Amt jagen" lassen, wie es Wiens Bürgermeister, Genosse Häupl formuliert hat. – Im Gegenteil: Die neue Bundesregierung wird alles unternehmen, damit die Menschen in unserem Land eine gesicherte Zukunft haben werden. Das zu verhindern, wird dem linken Reichsdrittel auch nicht gelingen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Friedliche Abwahl! Modell Burgenland: friedliche demokratische Abwahl!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herrn Abgeordnetem Reindl möchte ich schon sagen, weil dieser Begriff hier immer wieder gefallen ist: Hier ist kein Reich! Hier gibt es weder ein rechtes noch ein linkes Drittel. Das ist eine demokratische Republik, und so soll es auch bleiben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Martin Graf: Das war die Idee von Heide Schmidt, der Wahlkampf der Heide Schmidt!
"Wien darf nicht Chicago werden!", das war der unsinnige Slogan, mit dem die Freiheitlichen einmal in den Wiener Wahlkampf gegangen sind. Sie erinnern sich vielleicht noch daran. (Abg. Dr. Martin Graf: Das war die Idee von Heide Schmidt, der Wahlkampf der Heide Schmidt!)
Abg. Dr. Martin Graf: Sie reden über Wien? Ich werde das nächste Mal über Tirol reden! Halten Sie das aus?
Macht die FPÖ, macht der blaue Finanzminister Grasser Wien nun zu Chicago?, möchte man fragen, wenn man polemisch wäre. Aber das will ich eigentlich nicht, denn das ist nicht mein Niveau. Wien und Österreich waren und sind in Europa und der Welt sehr sicher, und das bleibt hoffentlich auch so. Ich bin jedenfalls überzeugt davon. (Abg. Dr. Martin Graf: Sie reden über Wien? Ich werde das nächste Mal über Tirol reden! Halten Sie das aus?) – Ja, reden Sie über Tirol! Wenn Sie etwas davon verstehen, habe ich nichts dagegen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Martin Graf: Sie erzählen uns was von Wien?!) – Ich bin sehr oft in Wien, Herr Abgeordneter Graf. (Abg. Dr. Martin Graf: Ich bin auch oft in Tirol! Sie glauben, wenn Sie hier im Haus sind, sind Sie in Wien?!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Martin Graf: Sie erzählen uns was von Wien?!
Macht die FPÖ, macht der blaue Finanzminister Grasser Wien nun zu Chicago?, möchte man fragen, wenn man polemisch wäre. Aber das will ich eigentlich nicht, denn das ist nicht mein Niveau. Wien und Österreich waren und sind in Europa und der Welt sehr sicher, und das bleibt hoffentlich auch so. Ich bin jedenfalls überzeugt davon. (Abg. Dr. Martin Graf: Sie reden über Wien? Ich werde das nächste Mal über Tirol reden! Halten Sie das aus?) – Ja, reden Sie über Tirol! Wenn Sie etwas davon verstehen, habe ich nichts dagegen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Martin Graf: Sie erzählen uns was von Wien?!) – Ich bin sehr oft in Wien, Herr Abgeordneter Graf. (Abg. Dr. Martin Graf: Ich bin auch oft in Tirol! Sie glauben, wenn Sie hier im Haus sind, sind Sie in Wien?!)
Abg. Dr. Martin Graf: Ich bin auch oft in Tirol! Sie glauben, wenn Sie hier im Haus sind, sind Sie in Wien?!
Macht die FPÖ, macht der blaue Finanzminister Grasser Wien nun zu Chicago?, möchte man fragen, wenn man polemisch wäre. Aber das will ich eigentlich nicht, denn das ist nicht mein Niveau. Wien und Österreich waren und sind in Europa und der Welt sehr sicher, und das bleibt hoffentlich auch so. Ich bin jedenfalls überzeugt davon. (Abg. Dr. Martin Graf: Sie reden über Wien? Ich werde das nächste Mal über Tirol reden! Halten Sie das aus?) – Ja, reden Sie über Tirol! Wenn Sie etwas davon verstehen, habe ich nichts dagegen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Martin Graf: Sie erzählen uns was von Wien?!) – Ich bin sehr oft in Wien, Herr Abgeordneter Graf. (Abg. Dr. Martin Graf: Ich bin auch oft in Tirol! Sie glauben, wenn Sie hier im Haus sind, sind Sie in Wien?!)
Dr. Martin Graf: Das hat Kabas auch geglaubt, und jetzt hat er ...!
Die Präsenz von Polizisten beziehungsweise Gendarmen erhöht gerade bei älteren Einwohnern das subjektive Gefühl von mehr Sicherheit. (Dr. Martin Graf: Das hat Kabas auch geglaubt, und jetzt hat er ...!)
Abg. Dr. Martin Graf: Das hat der Kabas auch gedacht! Und jetzt hat er ein Verfahren am Hals!
Werden nun Wachzimmer geschlossen, Herr Graf? Ob in Donaustadt, in Reichenau oder sonst wo, das spielt ja keine Rolle. Es geht um das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung, um sonst gar nichts – und nicht um Ihre Polemisierungen! (Abg. Dr. Martin Graf: Das hat der Kabas auch gedacht! Und jetzt hat er ein Verfahren am Hals!) – Nicht um Ihre Polemisierungen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Werden nun Wachzimmer geschlossen, Herr Graf? Ob in Donaustadt, in Reichenau oder sonst wo, das spielt ja keine Rolle. Es geht um das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung, um sonst gar nichts – und nicht um Ihre Polemisierungen! (Abg. Dr. Martin Graf: Das hat der Kabas auch gedacht! Und jetzt hat er ein Verfahren am Hals!) – Nicht um Ihre Polemisierungen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Jung: Na, und was tun Sie gerade?
Ich möchte noch etwas zum Budget sagen. Herr Abgeordneter Reindl hat uns zwar versprochen, zum Budget zu sprechen, aber am Ende sind nur Polemiken herausgekommen. (Abg. Jung: Na, und was tun Sie gerade?)
Abg. Dr. Martin Graf: Diese kriegerische Sprache!
Im Innenministerium scheinen Ausgliederungen die neue Wunderwaffe zu sein. (Abg. Dr. Martin Graf: Diese kriegerische Sprache!) Man versucht, das Meldewesen auszugliedern, in den Statutarstädten soll es von der Stadtverwaltung übernommen werden. Bereits ausgegliedert ist die Flugsicherung. Die Kfz-Werkstätten sollen nun ausgegliedert werden. Man fragt sich schon: Wo ist bei Ausgliederungen die Grenze? Es gibt ja vielerlei Befürchtungen. Herr Mainoni ist ja auch anwesend: Sollen vielleicht auch noch die Gefangenentransporte privatisiert werden, oder gibt es da eine Schranke?
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich wünsche Ihnen, Herr Innenminister, und dem ganzen Apparat viel Erfolg für Ihre Ermittlungsarbeiten und dass es weiterhin so bleibt, wie Sie gesagt haben, nämlich dass Sie sich nicht behindert fühlen. In diesem Sinne weiterhin viel Erfolg, damit diese so genannte Spitzelaffäre wirklich aufgeklärt wird, denn die Österreicher und Österreicherinnen verdienen sich das. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Zum Abschluss: Es freut mich sehr, dass Sie die Maßnahmen gegen Gewalt in der Familie wieterführen werden, dass die Mittel dafür auch aufgestockt wurden, und dass es auch Tendenzen gibt, das entsprechende Gesetz weiter zu entwickeln. Was ich gerne hätte, und was ich hiermit auch einfordern möchte, ist, dass es – ich habe das im Innenausschuss bereits gesagt – analog zu den Bereichen Wissenschaft und Kunst, für die regelmäßig Berichte erstellt werden, in dieser Art auch einen Förderbericht des Innenministeriums gäbe, um auch die Förderungspraktiken dort transparenter zu machen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Hornek.
Das Thema Zivildienst ist insgesamt sehr wichtig. Es wird dort gute Arbeit für unser Land geleistet und größtmöglicher Nutzen für unsere Bürger gestiftet. Die ständige Diskussion um Zivildienst und Wehrdienst verunsichert viele junge Menschen. Man sollte daher klarstellen: Zivildienst ist Zivildienst, und Wehrdienst ist Wehrdienst! (Demonstrativer Beifall des Abg. Hornek. ) Als ehemaliger Wehrdiener, aber auch als Einsatzleiter, der in den letzten zehn Jahren über 100 Zivildiener begleiten durfte, möchte ich hier ein Bild wiedergeben, welches unverdächtig ist und objektive Kriterien in den Raum stellt.
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin überzeugt davon, dass durch diese Reform bei der Ausbildung und durch die Reform in Hinsicht auf Bürokratieabbau eine schlankere Verwaltung garantiert wird. Die Zuweisungen gehen nun effizient und schnell. Ich habe die letzten Zuweisungstermine Oktober und jetzt für Februar verfolgt: Es funktioniert tadellos – die Praxis beweist es –, und zwar nicht nur bei meiner Einrichtung, sondern auch bei der Caritas und bei Rettungseinrichtungen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wenn man jedem entlegenen Bauernhof in Österreich die Selbstverpflegung zumutet, dann kann man das bitte auch jeder öffentlichen Einrichtung zumuten! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Für die Verpflegung – ich habe da immer gerechnet – erhielt ein Zivildiener 155 S, das mal 30 ergab 4 650 S. Ich habe eine Zuschrift bekommen, in der es heißt: Wie soll ich meine Familie mit zwei Kindern erhalten? – Das wären dann aber 18 600 S, mit 155 S pro Person und Tag. Und es gibt wenige Familien, welche 18 600 S für Verpflegung brauchen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Vielen Dank, Herr Minister, für Ihren Mut, die Reformen schnell durchzuführen und im Dialog zu erledigen. Ich bitte Sie, den Zivildienst auch in Zukunft flexibel, bedarfsgerecht und effizient zu organisieren. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Gahr: ... immer noch die gleiche!
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Herr Innenminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte dort anfangen, wo Herr Gahr aufgehört hat. Allerdings wundert es mich, dass Sie Ihre Meinung um 100 Prozent geändert haben, Herr Kollege Gahr. (Abg. Gahr: ... immer noch die gleiche!)
Abg. Gahr: Weil der Zivildienst funktioniert, in der Praxis!
Ich kann mich noch gut daran erinnern, als wir da draußen gestanden sind und Sie mir mit Recht Ihr Leid geklagt haben, wie schwierig es jetzt für die Zivildiener sein werde. Das Gesetz ist so gekommen, wie wir beide es befürchtet haben, aber offensichtlich ist heute für Sie trotzdem alles in Ordnung. – Warum auch immer, es ist halt so! (Abg. Gahr: Weil der Zivildienst funktioniert, in der Praxis!)
Abg. Dr. Martin Graf: ... Soldaten ...!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn einer von Ihnen glaubt, dass man sich um 43 S pro Tag ausreichend ernähren kann, dann beweist er, dass er verlernt hat, zu leben, dass er anscheinend wirklich nicht mehr weiß, was in der Gesellschaft vorgeht, was es kostet, nicht hier in diesem Hause versorgt zu werden beziehungsweise sich selbst hier etwas zu kaufen, sondern sich draußen, in der freien Wirtschaft, sein Essen besorgen zu müssen. Um 43 S pro Tag, sehr geehrte Damen und Herren, die Sie schon lange den Boden der Realität verloren haben, ist das nicht mehr möglich! (Abg. Dr. Martin Graf: ... Soldaten ...!) Das können Sie sich vielleicht in Ihren Klubs leisten, aber nicht in der freien Wirtschaft. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn einer von Ihnen glaubt, dass man sich um 43 S pro Tag ausreichend ernähren kann, dann beweist er, dass er verlernt hat, zu leben, dass er anscheinend wirklich nicht mehr weiß, was in der Gesellschaft vorgeht, was es kostet, nicht hier in diesem Hause versorgt zu werden beziehungsweise sich selbst hier etwas zu kaufen, sondern sich draußen, in der freien Wirtschaft, sein Essen besorgen zu müssen. Um 43 S pro Tag, sehr geehrte Damen und Herren, die Sie schon lange den Boden der Realität verloren haben, ist das nicht mehr möglich! (Abg. Dr. Martin Graf: ... Soldaten ...!) Das können Sie sich vielleicht in Ihren Klubs leisten, aber nicht in der freien Wirtschaft. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Puttinger: Der Warenwert ist aber etwas anderes als der Verkaufspreis!
Herr Puttinger! Sie wissen, was es kostet, sich dreimal am Tag zu ernähren. Sie wissen, was man in Ihrem Restaurant verlangt, wenn Leute dreimal am Tag essen. (Abg. Dr. Puttinger: Der Warenwert ist aber etwas anderes als der Verkaufspreis!) Stehen Sie auf und sagen Sie Ihren Abgeordneten und jenen von den Freiheitlichen sowie Ihrem Minister, dass nicht einmal Sie in der Lage sind, Ihren Gästen drei Mahlzeiten pro Tag um diesen Preis anzubieten. Wie soll das jemand, der nicht zusätzlich noch ein Abgeordnetengehalt hat, als Gastronom in der Wirtschaft leisten können? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Das geht ganz einfach nicht! Herr Puttinger, Sie wissen das so gut wie sonst niemand, sagen aber genau das Gegenteil.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Puttinger! Sie wissen, was es kostet, sich dreimal am Tag zu ernähren. Sie wissen, was man in Ihrem Restaurant verlangt, wenn Leute dreimal am Tag essen. (Abg. Dr. Puttinger: Der Warenwert ist aber etwas anderes als der Verkaufspreis!) Stehen Sie auf und sagen Sie Ihren Abgeordneten und jenen von den Freiheitlichen sowie Ihrem Minister, dass nicht einmal Sie in der Lage sind, Ihren Gästen drei Mahlzeiten pro Tag um diesen Preis anzubieten. Wie soll das jemand, der nicht zusätzlich noch ein Abgeordnetengehalt hat, als Gastronom in der Wirtschaft leisten können? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Das geht ganz einfach nicht! Herr Puttinger, Sie wissen das so gut wie sonst niemand, sagen aber genau das Gegenteil.
Abg. Dr. Martin Graf schüttelt verneinend den Kopf.
Herr Minister! Es ist auch fragwürdig, dass laut Heeresgebührengesetz sowohl Grundwehrdiener als auch Bedienstete des Heeres dann, wenn sie an einer Verpflegung in der Einrichtung, sprich Kaserne, nicht teilnehmen können, selbstverständlich auch in Zukunft täglich 156 S bekommen. (Abg. Dr. Martin Graf schüttelt verneinend den Kopf.) – Herr Graf! Sagen Sie nicht nein, sondern lesen Sie die Gesetze, dann können wir darüber diskutieren! Aber nur nein zu sagen, ohne sich darüber erkundigt zu haben, ist eine ganz schlechte Taktik. Und Sie müssen ja wirklich nicht an jedem Plenartag zehnmal beweisen, wie uninformiert Sie sind. (Abg. Dr. Martin Graf: Ich habe kein einziges Wort gesagt!) – Nein, Sie haben nur so getan (die Rednerin schüttelt den Kopf), und das genügt! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dietachmayr: Das reicht!) – Sie müssen nicht immer die Stimme bemühen, um zu sagen, was Sie sagen wollen. Das ist bei Ihnen nicht notwendig. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Martin Graf: Ich habe kein einziges Wort gesagt!
Herr Minister! Es ist auch fragwürdig, dass laut Heeresgebührengesetz sowohl Grundwehrdiener als auch Bedienstete des Heeres dann, wenn sie an einer Verpflegung in der Einrichtung, sprich Kaserne, nicht teilnehmen können, selbstverständlich auch in Zukunft täglich 156 S bekommen. (Abg. Dr. Martin Graf schüttelt verneinend den Kopf.) – Herr Graf! Sagen Sie nicht nein, sondern lesen Sie die Gesetze, dann können wir darüber diskutieren! Aber nur nein zu sagen, ohne sich darüber erkundigt zu haben, ist eine ganz schlechte Taktik. Und Sie müssen ja wirklich nicht an jedem Plenartag zehnmal beweisen, wie uninformiert Sie sind. (Abg. Dr. Martin Graf: Ich habe kein einziges Wort gesagt!) – Nein, Sie haben nur so getan (die Rednerin schüttelt den Kopf), und das genügt! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dietachmayr: Das reicht!) – Sie müssen nicht immer die Stimme bemühen, um zu sagen, was Sie sagen wollen. Das ist bei Ihnen nicht notwendig. (Beifall bei den Grünen.)
die Rednerin schüttelt den Kopf
Herr Minister! Es ist auch fragwürdig, dass laut Heeresgebührengesetz sowohl Grundwehrdiener als auch Bedienstete des Heeres dann, wenn sie an einer Verpflegung in der Einrichtung, sprich Kaserne, nicht teilnehmen können, selbstverständlich auch in Zukunft täglich 156 S bekommen. (Abg. Dr. Martin Graf schüttelt verneinend den Kopf.) – Herr Graf! Sagen Sie nicht nein, sondern lesen Sie die Gesetze, dann können wir darüber diskutieren! Aber nur nein zu sagen, ohne sich darüber erkundigt zu haben, ist eine ganz schlechte Taktik. Und Sie müssen ja wirklich nicht an jedem Plenartag zehnmal beweisen, wie uninformiert Sie sind. (Abg. Dr. Martin Graf: Ich habe kein einziges Wort gesagt!) – Nein, Sie haben nur so getan (die Rednerin schüttelt den Kopf), und das genügt! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dietachmayr: Das reicht!) – Sie müssen nicht immer die Stimme bemühen, um zu sagen, was Sie sagen wollen. Das ist bei Ihnen nicht notwendig. (Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dietachmayr: Das reicht!
Herr Minister! Es ist auch fragwürdig, dass laut Heeresgebührengesetz sowohl Grundwehrdiener als auch Bedienstete des Heeres dann, wenn sie an einer Verpflegung in der Einrichtung, sprich Kaserne, nicht teilnehmen können, selbstverständlich auch in Zukunft täglich 156 S bekommen. (Abg. Dr. Martin Graf schüttelt verneinend den Kopf.) – Herr Graf! Sagen Sie nicht nein, sondern lesen Sie die Gesetze, dann können wir darüber diskutieren! Aber nur nein zu sagen, ohne sich darüber erkundigt zu haben, ist eine ganz schlechte Taktik. Und Sie müssen ja wirklich nicht an jedem Plenartag zehnmal beweisen, wie uninformiert Sie sind. (Abg. Dr. Martin Graf: Ich habe kein einziges Wort gesagt!) – Nein, Sie haben nur so getan (die Rednerin schüttelt den Kopf), und das genügt! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dietachmayr: Das reicht!) – Sie müssen nicht immer die Stimme bemühen, um zu sagen, was Sie sagen wollen. Das ist bei Ihnen nicht notwendig. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Minister! Es ist auch fragwürdig, dass laut Heeresgebührengesetz sowohl Grundwehrdiener als auch Bedienstete des Heeres dann, wenn sie an einer Verpflegung in der Einrichtung, sprich Kaserne, nicht teilnehmen können, selbstverständlich auch in Zukunft täglich 156 S bekommen. (Abg. Dr. Martin Graf schüttelt verneinend den Kopf.) – Herr Graf! Sagen Sie nicht nein, sondern lesen Sie die Gesetze, dann können wir darüber diskutieren! Aber nur nein zu sagen, ohne sich darüber erkundigt zu haben, ist eine ganz schlechte Taktik. Und Sie müssen ja wirklich nicht an jedem Plenartag zehnmal beweisen, wie uninformiert Sie sind. (Abg. Dr. Martin Graf: Ich habe kein einziges Wort gesagt!) – Nein, Sie haben nur so getan (die Rednerin schüttelt den Kopf), und das genügt! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dietachmayr: Das reicht!) – Sie müssen nicht immer die Stimme bemühen, um zu sagen, was Sie sagen wollen. Das ist bei Ihnen nicht notwendig. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé. – Abg. Dr. Martin Graf: Jetzt habe ich ja gesagt!
Diese Frage hat Ihnen auch Frau Abgeordnete Pablé in ihrer letzten Rede gestellt. Sie sind uns beiden, Herr Minister, diese Antwort noch schuldig. Ich wünsche mir und ich hoffe, dass Sie uns diese Fragen aus Fairness heute klar beantworten. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé. – Abg. Dr. Martin Graf: Jetzt habe ich ja gesagt!)
Abg. Öllinger: Sie haben doch keine Ahnung!
Nach einer der letzten Demonstrationen vor dem Parlament las ich zum Beispiel auf dem Gehsteig, in Kreide geschrieben: "Wien muss Pjöngjang werden!" – Meine sehr geehrten Damen und Herren! Damit wird von den Demonstranten ein Vergleich mit dem Vietnam-Krieg gezogen. (Abg. Öllinger: Sie haben doch keine Ahnung!) Es wird der Krieg herbeigeredet!
Abg. Öllinger: Pjöngjang ist in Nordkorea!
Oder, bei einer Studenten-Demonstration vor dem Parlament: "Gestern Milošević, heute Gehrer, morgen Schüssel.” (Abg. Öllinger: Pjöngjang ist in Nordkorea!) Milošević, ein Kriegsverbrecher, wird verglichen mit unserer Regierung, meine Damen und Herren! So kann das doch nicht gehen! Wieder ist das Element Krieg dabei, wieder ist das Element Krieg bei den Demonstranten. (Abg. Öllinger: Da muss ich eine tatsächliche Berichtigung machen!) Das muss Ihnen doch zu denken geben, meine Damen und Herren von der SPÖ und den Grünen! Hören Sie doch zu zündeln auf! Respektieren Sie doch endlich einmal die Demokratie in diesem Lande! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Edlinger und Silhavy. ) – Ja, ja, Frau Silhavy! Das kommt mir gerade recht, dass Sie da dreinreden.
Abg. Öllinger: Da muss ich eine tatsächliche Berichtigung machen!
Oder, bei einer Studenten-Demonstration vor dem Parlament: "Gestern Milošević, heute Gehrer, morgen Schüssel.” (Abg. Öllinger: Pjöngjang ist in Nordkorea!) Milošević, ein Kriegsverbrecher, wird verglichen mit unserer Regierung, meine Damen und Herren! So kann das doch nicht gehen! Wieder ist das Element Krieg dabei, wieder ist das Element Krieg bei den Demonstranten. (Abg. Öllinger: Da muss ich eine tatsächliche Berichtigung machen!) Das muss Ihnen doch zu denken geben, meine Damen und Herren von der SPÖ und den Grünen! Hören Sie doch zu zündeln auf! Respektieren Sie doch endlich einmal die Demokratie in diesem Lande! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Edlinger und Silhavy. ) – Ja, ja, Frau Silhavy! Das kommt mir gerade recht, dass Sie da dreinreden.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Edlinger und Silhavy.
Oder, bei einer Studenten-Demonstration vor dem Parlament: "Gestern Milošević, heute Gehrer, morgen Schüssel.” (Abg. Öllinger: Pjöngjang ist in Nordkorea!) Milošević, ein Kriegsverbrecher, wird verglichen mit unserer Regierung, meine Damen und Herren! So kann das doch nicht gehen! Wieder ist das Element Krieg dabei, wieder ist das Element Krieg bei den Demonstranten. (Abg. Öllinger: Da muss ich eine tatsächliche Berichtigung machen!) Das muss Ihnen doch zu denken geben, meine Damen und Herren von der SPÖ und den Grünen! Hören Sie doch zu zündeln auf! Respektieren Sie doch endlich einmal die Demokratie in diesem Lande! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Edlinger und Silhavy. ) – Ja, ja, Frau Silhavy! Das kommt mir gerade recht, dass Sie da dreinreden.
Abg. Silhavy: Na klar! Sind wir wieder beim Thema!
Dieser Appell nach dem Respektieren der Demokratie richtet sich aber auch an die Ermittler in der "Causa prima", der "Causa prima" aus Sicht der SPÖ und der Grünen (Abg. Silhavy: Na klar! Sind wir wieder beim Thema!), nämlich hinsichtlich der Vorwürfe gegen die Freiheitlichen, illegal Daten abgefragt zu haben. (Abg. Silhavy: Ihre Skandalisierungsversuche sind reine Ablenkungsmanöver!)
Abg. Silhavy: Ihre Skandalisierungsversuche sind reine Ablenkungsmanöver!
Dieser Appell nach dem Respektieren der Demokratie richtet sich aber auch an die Ermittler in der "Causa prima", der "Causa prima" aus Sicht der SPÖ und der Grünen (Abg. Silhavy: Na klar! Sind wir wieder beim Thema!), nämlich hinsichtlich der Vorwürfe gegen die Freiheitlichen, illegal Daten abgefragt zu haben. (Abg. Silhavy: Ihre Skandalisierungsversuche sind reine Ablenkungsmanöver!)
Abg. Mag. Wurm: Wieso wissen Sie das?
Herr Bundesminister! Ist Ihnen bekannt, dass sich der Leiter der Sonderkommission, Herr Heimo Siegel, gegenüber Kollegen beschwert hat, dass sich die Wirtschaftspolizei massiv in die Ermittlungen einmischt und einen Fall nach dem anderen an sich zieht? (Abg. Mag. Wurm: Wieso wissen Sie das?) Ist Ihnen das bekannt? Uns gibt das zu denken! (Abg. Öllinger: Woher wissen Sie das?)
Abg. Öllinger: Woher wissen Sie das?
Herr Bundesminister! Ist Ihnen bekannt, dass sich der Leiter der Sonderkommission, Herr Heimo Siegel, gegenüber Kollegen beschwert hat, dass sich die Wirtschaftspolizei massiv in die Ermittlungen einmischt und einen Fall nach dem anderen an sich zieht? (Abg. Mag. Wurm: Wieso wissen Sie das?) Ist Ihnen das bekannt? Uns gibt das zu denken! (Abg. Öllinger: Woher wissen Sie das?)
Abg. Öllinger: Der "arme" Herr Naderer! Ihr Spezi!
Meine Damen und Herren! Es liegt mir auch der Bescheid über die Aufhebung einer Suspendierung eines – und das ist wieder typisch! – freiheitlichen Gendarmen vor. Die Begründung, die ich Ihnen nun vorlesen werde, ist für die Generaldirektion für die öffentliche Sicherheit vernichtend. (Abg. Öllinger: Der "arme" Herr Naderer! Ihr Spezi!)
Abg. Öllinger: Die hatten ja keine Unterlagen!
Ich zitiere: "Die zu beurteilenden Dienstpflichtverletzungen" – so sie überhaupt stattgefunden haben – "scheinen außerdem verjährt zu sein." (Abg. Öllinger: Die hatten ja keine Unterlagen!) Was heißt denn das? – Das heißt, dass die ermittelnde Behörde es unterlassen hat, die zwei wichtigsten Fragen vor der Aufnahme von Ermittlungen zu prüfen, nämlich erstens: Bin ich zuständig? und zweitens: Ist der Vorwurf verjährt? Das hat man in diesem Fall unterlassen!
Abg. Öllinger: Sie schlagen etwas zu viel herum!
Das ist ein Schlag ins Gesicht der Behörde, die diese Suspendierung ausgesprochen hat, meine Damen und Herren! So ist es! (Abg. Öllinger: Sie schlagen etwas zu viel herum!)
Abg. Dr. Martin Graf: Die unabhängige Justiz!
Das erste private Gutachten, das erstellt wurde und bereits belegt hat, dass das ein plumpe Fälschung ist, ist sofort als "bestelltes Auftragswerk" abgetan worden. Als dann das Gerichtsgutachten gekommen ist, das ebenfalls bewiesen hat, dass das Ganze eine plumpe Fälschung ist, scheute man nicht davor zurück, den Gutachter zu diffamieren. (Abg. Dr. Martin Graf: Die unabhängige Justiz!)
Abg. Parnigoni: Und wieso findet sich ein gefälschter Brief im Keller des Herrn Binder?
Der "Kurier" titelt: "Ein Strich soll die Unterschrift als Fälschung enttarnt haben." – Konjunktiv! (Abg. Parnigoni: Und wieso findet sich ein gefälschter Brief im Keller des Herrn Binder?) Der "Kurier"! (Abg. Öllinger: Sie wissen doch, der "Kurier" ist das sozialistische Zentralorgan!) Mehrmals wird erwähnt, dass der Sachverständige bereits 82 Jahre alt ist, meine sehr geehrten Damen und Herren. Im "Lucona"-Skandal, beim Briefbombenterror war dieser Gutachter kompetent, und es war alles in Ordnung. – Jetzt aber, da der Gutachter Jörg Haiders Unschuld beweist, jetzt wird der Gutachter plötzlich in Zweifel gezogen. Sie betreiben da Realitätsverweigerung, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ und den Grünen!
Abg. Öllinger: Sie wissen doch, der "Kurier" ist das sozialistische Zentralorgan!
Der "Kurier" titelt: "Ein Strich soll die Unterschrift als Fälschung enttarnt haben." – Konjunktiv! (Abg. Parnigoni: Und wieso findet sich ein gefälschter Brief im Keller des Herrn Binder?) Der "Kurier"! (Abg. Öllinger: Sie wissen doch, der "Kurier" ist das sozialistische Zentralorgan!) Mehrmals wird erwähnt, dass der Sachverständige bereits 82 Jahre alt ist, meine sehr geehrten Damen und Herren. Im "Lucona"-Skandal, beim Briefbombenterror war dieser Gutachter kompetent, und es war alles in Ordnung. – Jetzt aber, da der Gutachter Jörg Haiders Unschuld beweist, jetzt wird der Gutachter plötzlich in Zweifel gezogen. Sie betreiben da Realitätsverweigerung, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ und den Grünen!
Abg. Dr. Martin Graf: Diese Hoffnung wird vergebens sein! – Abg. Ing. Westenthaler: Diese Hoffnung habe ich nicht mehr!
Ich hoffe, dass die Sonderkommission auch gegen diesen "erklärten Sozialisten" wegen des Verdachtes der Anstiftung zum Amtsmissbrauch ermittelt! Wir werden uns das jedenfalls anschauen. (Abg. Dr. Martin Graf: Diese Hoffnung wird vergebens sein! – Abg. Ing. Westenthaler: Diese Hoffnung habe ich nicht mehr!)
Abg. Dr. Kostelka: ... schadet nicht!
Meine Damen und Herren! Wir werden auch diese Diffamierungskampagne unbeschadet überstehen. (Abg. Dr. Kostelka: ... schadet nicht!) Wir werden aber auch schonungslos aufzeigen, wer uns da zu diffamieren versucht (Abg. Öllinger: Wir wünschen Ihnen alles Gute!) und wer bereit war, dafür auch Gesetze zu brechen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Wir wünschen Ihnen alles Gute!
Meine Damen und Herren! Wir werden auch diese Diffamierungskampagne unbeschadet überstehen. (Abg. Dr. Kostelka: ... schadet nicht!) Wir werden aber auch schonungslos aufzeigen, wer uns da zu diffamieren versucht (Abg. Öllinger: Wir wünschen Ihnen alles Gute!) und wer bereit war, dafür auch Gesetze zu brechen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir werden auch diese Diffamierungskampagne unbeschadet überstehen. (Abg. Dr. Kostelka: ... schadet nicht!) Wir werden aber auch schonungslos aufzeigen, wer uns da zu diffamieren versucht (Abg. Öllinger: Wir wünschen Ihnen alles Gute!) und wer bereit war, dafür auch Gesetze zu brechen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Martin Graf: Sind Sie "erklärter Sozialist"?
Abgeordneter Günter Kiermaier (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Dr. Martin Graf: Sind Sie "erklärter Sozialist"?) Herr Abgeordneter Miedl hat uns heute eine Episode von "weinenden A-Beamten" betreffend die Personalpolitik der SPÖ erzählt. Ich kann ihm da eine gute Adresse vermitteln, jene des "Weltmeisters" in der Personalpolitik! Wissen Sie, wer das ist? – Das ist Herr Landeshauptmann Pröll in Niederösterreich! (Beifall bei der SPÖ.) Wenn nicht schon der Großvater beim christlich-deutschen Turnverein war, haben Sie überhaupt keine Chance, in Niederösterreich jemals einen Posten zu bekommen. So schaut es nämlich wirklich aus, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Günter Kiermaier (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Dr. Martin Graf: Sind Sie "erklärter Sozialist"?) Herr Abgeordneter Miedl hat uns heute eine Episode von "weinenden A-Beamten" betreffend die Personalpolitik der SPÖ erzählt. Ich kann ihm da eine gute Adresse vermitteln, jene des "Weltmeisters" in der Personalpolitik! Wissen Sie, wer das ist? – Das ist Herr Landeshauptmann Pröll in Niederösterreich! (Beifall bei der SPÖ.) Wenn nicht schon der Großvater beim christlich-deutschen Turnverein war, haben Sie überhaupt keine Chance, in Niederösterreich jemals einen Posten zu bekommen. So schaut es nämlich wirklich aus, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Abg. Dr. Martin Graf: Was ist denn das für eine tatsächliche Berichtigung?
Beim Bundesheer spielt es sich ähnlich ab, auch das muss man einmal klar und deutlich sagen! – Also: Nicht immer vor anderen Türen kehren, wenn man die eigene komplett voll hat! Das ist, glaube ich, eine wichtige Sache. (Abg. Dr. Martin Graf: Was ist denn das für eine tatsächliche Berichtigung?)
Abg. Mag. Mainoni: ... Logisch ...! Zu Hunderten sind die Polizisten zu uns gekommen und haben gesagt: Unternehmt etwas gegen diesen Minister!
Was sagen Sie dazu? Was sagen Sie bitte zu dieser Feststellung? (Abg. Mag. Mainoni: ... Logisch ...! Zu Hunderten sind die Polizisten zu uns gekommen und haben gesagt: Unternehmt etwas gegen diesen Minister!) – Hier in diesem Haus, an diesem Pult! Damals hätte – das muss ich wirklich sagen – das gesamte Parlament aufschreien müssen. Das ist uns damals wirklich entgangen. Das ist der erste Beweis dafür, dass Sie Mittel in der Hand haben, die Sie gar nicht verwenden dürften, die Ihnen gar nicht zustehen! Und das ist eine ganz fürchterliche Sache, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Mainoni: ... Polizisten in Notwehr!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Mainoni: ... Polizisten in Notwehr!
Was sagen Sie dazu? Was sagen Sie bitte zu dieser Feststellung? (Abg. Mag. Mainoni: ... Logisch ...! Zu Hunderten sind die Polizisten zu uns gekommen und haben gesagt: Unternehmt etwas gegen diesen Minister!) – Hier in diesem Haus, an diesem Pult! Damals hätte – das muss ich wirklich sagen – das gesamte Parlament aufschreien müssen. Das ist uns damals wirklich entgangen. Das ist der erste Beweis dafür, dass Sie Mittel in der Hand haben, die Sie gar nicht verwenden dürften, die Ihnen gar nicht zustehen! Und das ist eine ganz fürchterliche Sache, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Mainoni: ... Polizisten in Notwehr!)
Abg. Dolinschek: Sie haben eine Schuldenpolitik gemacht ...!
Ich möchte Ihnen auch betreffend Burgenland noch Folgendes sagen: Sie haben in den letzten Jahren eine Ausländerpolitik gemacht, die eines demokratischen Staates wirklich unwürdig ist. (Abg. Dolinschek: Sie haben eine Schuldenpolitik gemacht ...!) Sie haben geglaubt, mit dieser Politik im Burgenland ebenfalls punkten zu können. – Die Burgenländer haben Ihnen jedoch ein klares und deutliches Nein zu Ihrer Politik gesagt. Dafür danke ich den burgenländischen Wählerinnen und Wählern, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte Ihnen auch betreffend Burgenland noch Folgendes sagen: Sie haben in den letzten Jahren eine Ausländerpolitik gemacht, die eines demokratischen Staates wirklich unwürdig ist. (Abg. Dolinschek: Sie haben eine Schuldenpolitik gemacht ...!) Sie haben geglaubt, mit dieser Politik im Burgenland ebenfalls punkten zu können. – Die Burgenländer haben Ihnen jedoch ein klares und deutliches Nein zu Ihrer Politik gesagt. Dafür danke ich den burgenländischen Wählerinnen und Wählern, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zum Schluss – ich habe leider nur 5 Minuten Redezeit – möchte auch ich mich dem Dank anschließen, der mehr als gebührend ist. Vom Ministerium bis zu den Gendarmerie- und Polizeischulen ist jedem, der in dieser Causa arbeitet, herzlich für den schweren Dienst zu danken, den sie alle zusammen leisten und der unserer Republik sehr, sehr dienlich ist. – Ich danke vielmals. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dolinschek.
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Puttinger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Mehr Sicherheit, mehr Kompetenz, null Toleranz für Verbrechen – das sind die Ziele unseres Bundesministers, Vorhaben, die in den letzten zehn Monaten schon weit vorangetrieben wurden oder – wie Parnigoni gesagt hat – in einem unheimlichen Tempo abgelaufen sind. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dolinschek. )
Abg. Dr. Stummvoll – in Richtung SPÖ –: Ungeheuerlich!
Wir glauben daran, dass das richtig ist. Wir brauchen dieses Tempo, meine sehr verehrten Damen und Herren. Aber an einen Augenblick sollten wir uns ein bisschen zurückerinnern, und zwar an die Übernahme des Innenministeriums: Das Büro war leer geräumt, Akten nicht mehr vorhanden, Computer abgeschaltet, Datenleitungen gekappt, Dateien vernichtet – und dazu noch umfangreiche Demonstrationen auf der Straße! Unter diesen Voraussetzungen musste unser Bundesminister Strasser sein Amt antreten! So etwas hat es in der Zweiten Republik noch nie gegeben! Aber für Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, von der SPÖ, scheint das ganz normal zu sein, scheint der aktuelle Zustand ein ganz normaler Zustand zu sein. (Abg. Dr. Stummvoll – in Richtung SPÖ –: Ungeheuerlich!)
Beifall bei der ÖVP
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich frage Sie: Was kann dieser Minister heute vorweisen? Er hat die Straße beruhigt (Beifall bei der ÖVP), aber Sie, meine sehr verehrten Damen und Herren von der Opposition, wollen sie heute wieder beleben. Bundesminister Strasser hat in der Spitzelaffäre besonnen reagiert. Er hat eine Reform an Haupt und Gliedern durchgeführt. Er hat grundsätzliche Reformen beim Zivildienst, im Fremdengesetz und im Sicherheitspolizeigesetz sowie bei der Flugrettung gemacht. Er hat die Toleranz gegenüber Verbrechern mit Änderungen im Strafgesetzbuch verringert – und vieles, vieles mehr. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.) In zehn Monaten Amtszeit hat er mehr erreicht als Sie in 30 Jahren sozialistischer Minister!
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich frage Sie: Was kann dieser Minister heute vorweisen? Er hat die Straße beruhigt (Beifall bei der ÖVP), aber Sie, meine sehr verehrten Damen und Herren von der Opposition, wollen sie heute wieder beleben. Bundesminister Strasser hat in der Spitzelaffäre besonnen reagiert. Er hat eine Reform an Haupt und Gliedern durchgeführt. Er hat grundsätzliche Reformen beim Zivildienst, im Fremdengesetz und im Sicherheitspolizeigesetz sowie bei der Flugrettung gemacht. Er hat die Toleranz gegenüber Verbrechern mit Änderungen im Strafgesetzbuch verringert – und vieles, vieles mehr. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.) In zehn Monaten Amtszeit hat er mehr erreicht als Sie in 30 Jahren sozialistischer Minister!
Beifall bei der ÖVP.
Minister Strasser hat aber auch ein Budget erstellt, meine sehr verehrten Damen und Herren, das wohl einerseits einen Beitrag zur Erreichung des Nulldefizits leistet, gleichzeitig aber auch die Effizienz des Sicherheitsapparates und somit die Sicherheit des Landes erhöht. Wie Kollege Kiss gesagt hat: Strasser hat die Quadratur des Kreises geschafft, er hat nämlich trotz 236,3 Millionen Schilling weniger im Budget das gehalten, was seit 1995 der Höchststand bei der Exekutive ist: 400 Polizisten mehr, 2800 Gendarmen mehr! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Halluzinationen!
Wir haben bei den Zentralstellen eingespart, meine sehr verehrten Damen und Herren, wir haben quasi beim Kopf gespart. Gott sei Dank hat Minister Strasser endlich Weiß in das Rot gebracht! Gott sei Dank hat es Bundesminister Strasser geschafft, ein rot-weiß-rotes Innenministerium zu schaffen! (Abg. Parnigoni: Halluzinationen!) Und wir sind stolz darauf! (Beifall bei der ÖVP.) Wir haben dieses rote Ministerium mit Weiß durchtränkt, und wir haben jetzt ein rot-weiß-rotes Ministerium. (Abg. Parnigoni: Schwarz ins ...!)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben bei den Zentralstellen eingespart, meine sehr verehrten Damen und Herren, wir haben quasi beim Kopf gespart. Gott sei Dank hat Minister Strasser endlich Weiß in das Rot gebracht! Gott sei Dank hat es Bundesminister Strasser geschafft, ein rot-weiß-rotes Innenministerium zu schaffen! (Abg. Parnigoni: Halluzinationen!) Und wir sind stolz darauf! (Beifall bei der ÖVP.) Wir haben dieses rote Ministerium mit Weiß durchtränkt, und wir haben jetzt ein rot-weiß-rotes Ministerium. (Abg. Parnigoni: Schwarz ins ...!)
Abg. Parnigoni: Schwarz ins ...!
Wir haben bei den Zentralstellen eingespart, meine sehr verehrten Damen und Herren, wir haben quasi beim Kopf gespart. Gott sei Dank hat Minister Strasser endlich Weiß in das Rot gebracht! Gott sei Dank hat es Bundesminister Strasser geschafft, ein rot-weiß-rotes Innenministerium zu schaffen! (Abg. Parnigoni: Halluzinationen!) Und wir sind stolz darauf! (Beifall bei der ÖVP.) Wir haben dieses rote Ministerium mit Weiß durchtränkt, und wir haben jetzt ein rot-weiß-rotes Ministerium. (Abg. Parnigoni: Schwarz ins ...!)
Abg. Parnigoni: Das ist das Beste von dir: "Zum Schluss!"
Zum Schluss: Es wurde Ihnen, Herr Panigoni, schon gesagt, wie Sie früher die Postenbesetzung durchgeführt haben. (Abg. Parnigoni: Das ist das Beste von dir: "Zum Schluss!") Ich brauche es nicht zu wiederholen. Offensichtlich haben Sie aber ein schlechtes Gedächtnis, Herr Panigoni.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe des Abg. Grabner.
Zum Schluss meiner Rede möchte ich noch kurz auf die heutigen Demonstrationen eingehen. Ich möchte hier schon Folgendes feststellen: Wir stehen natürlich 100-prozentig hinter dem Demonstrationsrecht, aber es kann doch nicht so sein, dass ein überparteilicher Gewerkschaftsbund zu einer parteipolitischen Demonstration aufruft. Ich kenne keinen Aufruf, in dem ein Sachthema enthalten ist, sondern nur solche, in denen gegen die Regierung polemisiert wird, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe des Abg. Grabner. )
Abg. Leikam: Das tut euch weh!
Es kann nicht so sein, dass der ÖGB mit Plakaten wirbt, auf denen der ÖGB Schüssel und Riess-Passer an den Galgen hängt. Das kann doch nicht der Fall sein. (Abg. Leikam: Das tut euch weh!) Meine sehr verehrten Damen und Herren! Und es kann auch nicht so sein, dass
Der Redner zeigt kurz ein Plakat, auf dem Bundeskanzler Dr. Schüssel und Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer mit schwarzen Mänteln und Sensen sowie einem Seil um den Hals zu sehen sind.
Stimmt es denn nicht? Willst du es dir noch einmal anschauen? – Bitte. ÖGB. Du kannst es dir anschauen, wenn du willst. (Der Redner zeigt kurz ein Plakat, auf dem Bundeskanzler Dr. Schüssel und Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer mit schwarzen Mänteln und Sensen sowie einem Seil um den Hals zu sehen sind.) Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das passt genau in das Bild hinein, das wir von der Opposition derzeit gewohnt sind, nämlich wieder einen "Höhepunkt" zu schaffen, wieder ein neues Chaos zu schaffen. Das ist meiner Ansicht nach der fünfte "Höhepunkt", um die repräsentative Demokratie in irgendeiner Form zu schädigen.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Grabner.
Der Erste waren Ihre Aktionen und Demonstrationen gegen die Bundesregierung. Der Zweite war Ihre Unterstützung der EU im Ausland gegen unser Land. Der Dritte war die Verschleierung des Budgetdefizits. Der Vierte war der EKIS-Skandal, den Ihre Minister hätten lösen sollen. Und der Fünfte ist der heutige Zustand, den wir in Wien und in den Bundesländern erleben. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Grabner. )
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Was? – Abg. Dr. Puttinger – auf dem Weg zurück zu seinem Sitz –: Wochendemokraten!
Unser Innenminister, meine sehr verehrten Damen und Herren, wird nicht nur das vorgesehene Geld dieses Budgets richtig verwenden, sondern er wird auch dafür sorgen, dass aus den von Ihnen unterstützten Donnerstags-Demonstranten Wochendemokraten werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Was? – Abg. Dr. Puttinger – auf dem Weg zurück zu seinem Sitz –: Wochendemokraten!)
Abg. Dr. Puttinger zeigt noch einmal dasselbe Plakat wie während seiner Rede. – Ruf bei der SPÖ: Schon wieder der Puttinger!
Abgeordneter Friedrich Verzetnitsch (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Puttinger hat behauptet, dass das von ihm gezeigte Plakat ein ÖGB-Plakat sei. – Ich stelle richtig – wie in der vergangenen Woche –, dass es sich dabei um kein ÖGB-Plakat handelt. (Abg. Dr. Puttinger zeigt noch einmal dasselbe Plakat wie während seiner Rede. – Ruf bei der SPÖ: Schon wieder der Puttinger!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Wurm – in Richtung ÖVP –: So agieren Sie!
Herr Abgeordneter! Sie müssten das eigentlich wissen, wenn Sie vergangene Woche anwesend waren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Wurm – in Richtung ÖVP –: So agieren Sie!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Ludmilla Parfuss (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Herr Abgeordneter Dr. Puttinger hat ein Halleluja auf Herrn Bundesminister Strasser gesungen. Herr Abgeordneter Puttinger! Wer viel lobt, kann oft viel irren. – So viel dazu. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Mainoni: Ich werde es mir vornehmen!
Ein Wort noch zu Herrn Abgeordnetem Mainoni, zum besagten Brief von Binder. Ist Herr Mainoni da? – Ja, er ist da. Herr Mainoni, Sie haben aus verschiedenen Zeitungen zitiert, offensichtlich haben Sie aber die heutige Ausgabe der "Kleinen Zeitung" noch nicht gelesen. Ich möchte Ihnen diese Lektüre ans Herz legen, und zwar auf Seite 7: "Denkzettel. Such, Lumpi!", steht da. Ich würde Ihnen empfehlen, das zu lesen. Das ist aufschlussreich und birgt eine neue Sichtweise. (Abg. Mag. Mainoni: Ich werde es mir vornehmen!) – Gut.
Bundesminister Dr. Strasser nimmt einen kleinen roten Krampus aus einem Päckchen. – Abg. Leikam: Doch!
Das bedeutet insgesamt (Bundesminister Dr. Strasser nimmt einen kleinen roten Krampus aus einem Päckchen. – Abg. Leikam: Doch!) – doch! –, Herr Bundesminister, eine sehr viel längere Zeit ohne die für den ordentlichen Dienst der Exekutive notwendige Ausrüstung. Ich befürchte daher, dass diese Kosteneinsparungen auf Kosten der Sicherheit gehen werden. (Abg. Mag. Wurm – in Richtung Bundesminister Dr. Strasser –: Frauenförderpläne werden Sie brauchen im Ministerium!) Ich hoffe, Herr Minister, Sie hören mir auch zu. Vielleicht kann die Frau Abgeordnete dem Herrn Bundesminister später einiges flüstern.
Abg. Mag. Wurm – in Richtung Bundesminister Dr. Strasser –: Frauenförderpläne werden Sie brauchen im Ministerium!
Das bedeutet insgesamt (Bundesminister Dr. Strasser nimmt einen kleinen roten Krampus aus einem Päckchen. – Abg. Leikam: Doch!) – doch! –, Herr Bundesminister, eine sehr viel längere Zeit ohne die für den ordentlichen Dienst der Exekutive notwendige Ausrüstung. Ich befürchte daher, dass diese Kosteneinsparungen auf Kosten der Sicherheit gehen werden. (Abg. Mag. Wurm – in Richtung Bundesminister Dr. Strasser –: Frauenförderpläne werden Sie brauchen im Ministerium!) Ich hoffe, Herr Minister, Sie hören mir auch zu. Vielleicht kann die Frau Abgeordnete dem Herrn Bundesminister später einiges flüstern.
Abg. Dr. Martin Graf – in Richtung SPÖ –: Das ist euer Jargon: Tiervergleiche! Dauernd die Tiervergleiche! Die "blauen Schweine" haben wir noch nicht vergessen!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Bösch. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Martin Graf – in Richtung SPÖ –: Das ist euer Jargon: Tiervergleiche! Dauernd die Tiervergleiche! Die "blauen Schweine" haben wir noch nicht vergessen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Prammer und Mag. Wurm.
Abgeordneter Dr. Reinhard Eugen Bösch (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Parfuss! Ich möchte Sie auffordern, Ihre geschmacklosen Vergleiche in Bezug auf die Freiheitlichen hinkünftig bleiben zu lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Prammer und Mag. Wurm. )
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich darf Ihnen überhaupt sagen, auch Herrn Kollegen Kiermaier, dass er beruhigt sein kann. Die Datenmissbrauchsaffäre, meine Damen und Herren der SPÖ, wird dazu führen, dass jahrzehntelange SPÖ-Versäumnisse im Innenministerium aufgearbeitet werden. Dazu werden wir Freiheitlichen neben der Aufklärung dieser Affäre auch beitragen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Wurm: Kriminalisieren ist das einzige!
Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister! Wir haben im Ausschuss auch einige andere wichtige Themen angesprochen. Schwerpunkt dieser Regierung im Bereich der inneren Sicherheit – das steht auch im Regierungsprogramm – in dieser Gesetzgebungsperiode ist der Kampf gegen die organisierte Kriminalität, gegen Drogen und gegen das Schlepperunwesen. (Abg. Mag. Wurm: Kriminalisieren ist das einzige!) Die Maßnahmen zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität werden sowohl innerstaatlich als auch zur Intensivierung der internationalen Zusammenarbeit verstärkt. Kompromisslose Bekämpfung des Drogenhandels durch Ausnützung aller gesetzlicher Möglichkeiten und entsprechender personeller Ausstattung und infrastruktureller Ausrüstung der Exekutive wird als Ziel gesetzt. Diese Ziele sind nach unserem Dafürhalten, Herr Minister, auch notwendig. Dies sieht man, wenn man den Jahresbericht des Bundesministeriums für Inneres des vergangenen Jahres zur Suchtmittelkriminalität genauer liest. (Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.
Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister! Wir haben im Ausschuss auch einige andere wichtige Themen angesprochen. Schwerpunkt dieser Regierung im Bereich der inneren Sicherheit – das steht auch im Regierungsprogramm – in dieser Gesetzgebungsperiode ist der Kampf gegen die organisierte Kriminalität, gegen Drogen und gegen das Schlepperunwesen. (Abg. Mag. Wurm: Kriminalisieren ist das einzige!) Die Maßnahmen zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität werden sowohl innerstaatlich als auch zur Intensivierung der internationalen Zusammenarbeit verstärkt. Kompromisslose Bekämpfung des Drogenhandels durch Ausnützung aller gesetzlicher Möglichkeiten und entsprechender personeller Ausstattung und infrastruktureller Ausrüstung der Exekutive wird als Ziel gesetzt. Diese Ziele sind nach unserem Dafürhalten, Herr Minister, auch notwendig. Dies sieht man, wenn man den Jahresbericht des Bundesministeriums für Inneres des vergangenen Jahres zur Suchtmittelkriminalität genauer liest. (Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Seit In-Kraft-Treten des Suchtmittelgesetzes im Jahre 1998 ist auch der Missbrauch von psychotropen Stoffen und Vorläuferstoffen strafbar, wobei es international zu einem enormen Anstieg des Handels und des Konsums dieser Substanzen gekommen ist. Generell wird seit 1994 ein permanentes, deutliches Ansteigen des Handels und des Konsums von Ecstasy und anderen Stoffen festgestellt. Gerade in Bezug auf die Entwicklung unserer Jugend, Herr Bundesminister, halte ich dieses Thema für diskussionswürdig und auch von Ihrer Seite als für durchaus verfolgenswert. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Zweytick: Bezug genommen auf den ...!
Ich stelle tatsächlich richtig, dass Kollegin Parfuss das nicht getan hat. Sie hat ein indisches Sprichwort zitiert und das dem Herrn Innenminister gesagt. (Abg. Zweytick: Bezug genommen auf den ...!) Sie hat die FPÖ dabei nicht genannt. Es ist doch erstaunlich, dass Sie sich sofort betroffen fühlen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich stelle tatsächlich richtig, dass Kollegin Parfuss das nicht getan hat. Sie hat ein indisches Sprichwort zitiert und das dem Herrn Innenminister gesagt. (Abg. Zweytick: Bezug genommen auf den ...!) Sie hat die FPÖ dabei nicht genannt. Es ist doch erstaunlich, dass Sie sich sofort betroffen fühlen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zweitens: Wir müssen bei den Verwaltungsabläufen einsparen. Eine der Einsparungen ist die Übergabe des Meldeamtes von den Polizeidirektionen an die Magistrate. Alleine in der Stadt Wien können wir im Bereich der Bundespolizeidirektion Wien in Zukunft, wenn das übergeben sein wird, 240 Kolleginnen und Kollegen sukzessive zu sicherheitsnäheren Aufgaben heranziehen. Das ist die Personalpolitik, die wir machen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Was die Ausgliederung der Kfz-Werkstätten betrifft, Frau Abgeordnete Wurm und Frau Abge-ordnete Parfuss, darf ich Ihnen sagen: Ich habe mich immer gefragt, wieso ein Kfz-Mechaniker zwei Jahre lang in eine Gendarmerieschule oder in eine Polizeischule gehen muss, damit er dann Autos repariert. Ist es nicht gescheiter, die Polizisten und Gendarmen sorgen für die Sicherheit und die Autos reparieren jene, die das Autoreparieren gelernt haben, nämlich die Mechaniker? (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Betreffend Zivildienst darf ich dazu einladen, dass man sich das neue Konzept, das neue, bereits im Nationalrat beschlossene Budget und die diesbezüglichen Gesetze anschaut: Die Essensfrage ist geklärt. Vielleicht hätte Frau Abgeordnete Haidlmayr die Güte, sich bei einem Praktiker wie bei Herrn Nationalrat Gahr entsprechende Informationen zu holen. Dann werden Sie sehen: Es ist dafür gesorgt, dass jeder Zivildiener dreimal pro Tag ordentlich und anständig zu essen bekommt, so wie es sich gehört. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend: Zu den Aussagen des Herrn Abgeordneten Kiermaier darf ich sagen: Ich sage Ihnen ganz offen, ich bin stolz darauf und ich pflege den Kontakt mit den Bürgermeistern in ganz Österreich, denn die Bürgermeister sind ganz wichtige Träger der regionalen Meinungsbildung, auch der Verwaltung. Auf ihre Schultern drückt eine große Last, die wir von der Bundesebene hie und da auch noch zusätzlich erschweren. Daher ist es gut, dass sich ein Bürgermeister, wenn er in der Sache Sicherheit Sorgen hat, an den Innenminister wendet. Und ich werde immer für die Sorgen der Bürgermeister ein offenes Ohr haben, das ist eine Selbstverständlichkeit. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Weiters ist es auch klar und selbstverständlich, dass ich mich auf den Ratschlag und auf die Empfehlungen der verantwortlichen Beamten – vor allem im Gendarmeriebereich – verlasse, wenn es um Erneuerungen und Erweiterungen der Gendarmeriestruktur geht. Wenn es da klare Vorschläge gibt, dann werde ich mit den regionalen Verantwortungsträgern – seien es die Nationalratsabgeordneten, die Bundesräte, die Abgeordneten zu den Landtagen oder die Bürgermeister – Kontakt halten, so wie wir das auch schon in einem Fall gerade mit großem Erfolg tun, um für die regionale Bevölkerung die optimale Sicherheitsverantwortung zu übernehmen und auch in Zukunft zu finden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grollitsch.
Abgeordneter Karl Dobnigg (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Österreich ist unter der Regierungsverantwortung von uns Sozialdemokraten – und dies ist unbestreitbar – eines der sichersten Länder Europas geworden. Die Kriminalitätsstatistiken der letzten Jahre waren stets rückläufig und sind damit der beste Beweis für die hervorragende Arbeit der österreichischen Sicherheitsexekutive. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grollitsch. )
Beifall bei der SPÖ.
Daher all diesen Beamtinnen und Beamten für ihren großartigen Einsatz und ihre Leistungen von dieser Stelle aus ein herzliches Dankeschön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Eine derart fahrlässige und gegenüber der Bevölkerung unverantwortliche Politik kann von uns Sozialdemokraten nicht mitgetragen werden. Daher fordern wir im Gegensatz zum Sicherheitsabbau der Regierung zusätzliche Planstellen für die Sicherheitsexekutive und die Sicherheitsverwaltung, vor allem in den Bereichen der Verkehrssicherheit, der Bekämpfung der Schlepperei und Kriminalität, aber im Besonderen für den Erhalt der inneren Sicherheit, damit unser schönes Land weiterhin auch ein sicheres Land bleibt. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Mertel und Mag. Wurm.
Schauen Sie sich zum Beispiel nur die Situation heute in der Früh an, welche Probleme wir bei der Westeinfahrt in Wien hatten. Dort fand eine verbotene Demonstration statt. Sie sollte aufgelöst werden, die Polizei hat die Demonstranten abgedrängt, man hat alles versucht. Hier wurde bei Gott keine ... (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Mertel und Mag. Wurm. ) – Um 7 Uhr bei der Westeinfahrt, Frau Kollegin. Man hat alles versucht, um mit möglichst wenig Gewalt auszukommen. Trotzdem stellt sich langsam die Frage, wie lange die Wiener Bevölkerung das noch ertragen soll.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zur anderen Causa prima. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollege Öllinger macht sich Sorgen, dass in der Verfahrensfrage laufend die Justiz behindert wird. Da muss ich ihm sagen: Die Immunität des Landtagsabgeordneten Kabas wurde bereits vor drei Wochen aufgehoben, und seit drei Wochen ist es zu keiner Einvernahme gekommen. Es wird sicher notwendig sein, Herr Bundesminister, gewisse Ungereimtheiten, die es im Wiener Apparat gibt, aufzuklären. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich meine, es ist hoch an der Zeit, dass man speziell einmal die Einsätze der Wiener Polizei wesentlich stärker unter die Lupe nimmt. Es kann bitte nicht so sein, dass an der Front die Polizeibeamten stehen, die frustriert sind, die sich schlagen müssen, die bespuckt werden, die mit Eiern beworfen werden, und die Einsatzleiter an dieser Stelle nicht die mindeste Chance haben, einen Einsatzbefehl zu geben, weil sich der Polizeipräsident irgendwo in Ruhestellung befindet und der Vizepräsident vielleicht irgendwo tarockieren ist. So kann es bitte nicht sein! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ah-Rufe bei den Freiheitlichen
Das hat nicht ein "böser" Freiheitlicher gesagt, dem Sie das unterstellen, sondern niemand anderer als der damalige SPÖ-Vorsitzende Bundeskanzler Dr. Franz Vranitzky (Ah-Rufe bei den Freiheitlichen) am 24. März 1988, ebenfalls in der Causa Sinowatz. (Abg. Haigermoser: Wer war das? Der freiheitliche Vranitzky? Der Vielflieger Vranitzky?) Er hat massive Kritik an der Justiz, an den unhaltbaren Zuständen geübt.
Abg. Haigermoser: Wer war das? Der freiheitliche Vranitzky? Der Vielflieger Vranitzky?
Das hat nicht ein "böser" Freiheitlicher gesagt, dem Sie das unterstellen, sondern niemand anderer als der damalige SPÖ-Vorsitzende Bundeskanzler Dr. Franz Vranitzky (Ah-Rufe bei den Freiheitlichen) am 24. März 1988, ebenfalls in der Causa Sinowatz. (Abg. Haigermoser: Wer war das? Der freiheitliche Vranitzky? Der Vielflieger Vranitzky?) Er hat massive Kritik an der Justiz, an den unhaltbaren Zuständen geübt.
Abg. Haigermoser: Wer war das? Wer hat das gesagt?
Es geht weiter. Da gibt es zum Beispiel den SPÖ-Klubobmann von damals und heutigen Nationalratspräsidenten, der es gestern gewagt hat, in einer Aussendung auch daran Kritik zu üben, dass sich Freiheitliche erfrechen, Kritik an den Behörden zu üben. Dieser Klubobmann Fischer, heutiger Nationalratspräsident, sagte am 30. Jänner 1989 Folgendes: Er kritisiert die Vorgangsweise der Justiz in der Causa Sinowatz, wo es schon ein Urteil gegeben hat, als absolut unfair. (Abg. Haigermoser: Wer war das? Wer hat das gesagt?) Der heutige Nationalratspräsident und damalige Klubobmann Fischer.
Abg. Haigermoser: Das ist ungeheuerlich!
Ein politisches Pamphlet hat Klubobmann Fischer, heutiger Nationalratspräsident, ein objektives Gerichtsurteil genannt, meine Damen und Herren! (Abg. Haigermoser: Das ist ungeheuerlich!)
Abg. Dr. Kostelka: Was hat das mit Innerem zu tun? Ist das eine Lesestunde?
Oder: Herr Präsident Fischer im Jahre 1992: Ich glaube, dass aus der Causa Sinowatz und den Folgeprozessen alle Beteiligten Lehren zu ziehen haben und dass die österreichische Justiz auch und gerade in Verfahren, an denen Politiker beteiligt sind, sich größter Objektivität und absoluter Unparteilichkeit zu befleißigen hat, was in der Causa Sinowatz nicht der Fall war. – Zitatende. (Abg. Dr. Kostelka: Was hat das mit Innerem zu tun? Ist das eine Lesestunde?)
Abg. Dietachmayr: Jetzt haben wir aber Kapitel Inneres, Herr Westenthaler! Justiz kommt erst später!
Da habe ich noch ein interessantes Zitat, das Sie auch hören sollten. Ihr Justizsprecher und damaliger Klubobmann Fuhrmann sagte Folgendes (Abg. Dietachmayr: Jetzt haben wir aber Kapitel Inneres, Herr Westenthaler! Justiz kommt erst später!) :
Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Das hätte er gern!
Zu dem Staatsskandal, der jetzt mittlerweile ein roter Staatsskandal wird, nämlich zum Spitzelskandal, auch noch ein paar Worte, denn der Skandal bekommt jetzt eine andere Wendung. (Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Das hätte er gern!) Er verlagert sich von den kleinen Polizeiwachzimmern auf dem Land hinein in die großen roten Amtsstuben in Wien. Und da kann man Ihnen auch nicht den Vorwurf ersparen, Herr Innenminister, dass Sie prüfen sollten, was hier im Innenministerium vorgeht. Ich werde heute keinen Appell und keine Forderung an Sie richten, Herr Innenminister, das tue ich nicht mehr, sondern ich stelle nur Fragen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ist es nicht in Wirklichkeit so, dass eine Hand voll Beamter, die auch politisch zuordenbar sind, weil sie es ja selbst andauernd in den Zeitungen sagen, versucht, seit Wochen eigentlich nichts anderes zu tun, als aus politischen Gründen den Rechtsstaat auf eine harte Probe zu stellen, meine Damen und Herren? Parteipolitisch motivierte Ermittlungen in einem virtuellen Skandal mit einem einzigen strategischen Ziel, und dieses einzige strategische Ziel lautet, dieser FPÖ, die Ihnen jahrelang so viel weggenommen hat, die jetzt in der Regierung ist, den Garaus zu machen. Und dagegen werden wir uns wehren, das lassen wir nicht zu, meine Damen und Herren von der SPÖ und auch von den Grünen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Edler: Begründen Sie das!
Das Gute daran ist nur, dass auch diese Herren schwere strategische Fehler machen, und man muss wirklich fragen, was eigentlich noch alles passieren muss, bis etwas passiert. Mittlerweile liegt es auf dem Tisch: rechtswidrige Suspendierungen, die inhaltlich verfehlt waren (Abg. Edler: Begründen Sie das!), die auch vom Personalvertretungsgesetz her verfehlt waren, denn sie hätten gar nicht stattfinden dürfen, weil das Personalvertretungsgesetz vorsieht, dass zuerst das Personalvertretungsgremium zu befragen und dort eine Entscheidung zu treffen ist, bevor Suspendierungen durchgeführt werden können. Alle wissen das, auch die hohen Beamten im Innenministerium.
Abg. Parnigoni: Sie sitzen die ganze Zeit irgendwo anders! Haben Sie vielleicht den Generaldirektor bespitzelt, dass Sie wissen, mit wem er wann essen war? Sie bespitzeln persönlich Menschen! Sie sind ja fürchterlich!
Herr Minister, da ist es nur eine Nebensächlichkeit, vielleicht nur eine Frage der Disziplin und des Anstandes, dass, wenn wir hier eine Debatte über ein zentrales Thema der Innenpolitik, über Ihr Ressort führen, auch die obersten Beamten, angefangen vom Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, hier im Plenum sind und nicht von anderen Abgeordneten in der Kantine beim Mittagessen gesehen werden. Diesen Respekt haben sich die Abgeordneten verdient, dass die hohen Beamten hier im Haus sind und auch der Debatte folgen. Das sollte eigentlich auch eine disziplinäre Auswirkung sein, die ich für wichtig erachte hier im Haus, meine Damen und Herren. (Abg. Parnigoni: Sie sitzen die ganze Zeit irgendwo anders! Haben Sie vielleicht den Generaldirektor bespitzelt, dass Sie wissen, mit wem er wann essen war? Sie bespitzeln persönlich Menschen! Sie sind ja fürchterlich!)
Abg. Öllinger: Von wem? War das der Pilz?
Es gibt gesetzwidrige Versetzungen. Da wird ein Kärntner Beamter wegen der angeblich so schweren Vorwürfe in der Spitzelaffäre versetzt – und wenige Stunden danach kommt der "Rücktritt" von der Versetzung, ebenfalls aus der Generaldirektion für die öffentliche Sicherheit, wird alles wieder rückgängig gemacht. Da heißt es: Wir können den Beamten gar nicht versetzen, weil er Personalvertreter ist und daher nicht versetzt werden kann. Herr Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit! Innerhalb von Stunden spielt sich hier ein unglaubliches Chaos ab, bis hin zur Vorlage von gefälschten Beweismitteln, was mittlerweile auf dem Tisch liegt (Abg. Öllinger: Von wem? War das der Pilz?), eines gefälschten Briefes, der sich mittlerweile auch als solcher herausgestellt hat. Und so geht das bis zum letzten, auch heute aufgekommenen Skandal.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Minister! Das ist unglaublich, das ist wirtschaftspolitischer Rufmord an einem Medium, an einem freien Medium in diesem Land! Das sollten auch Sie kritisieren, meine Damen und Herren von den Grünen! Das ist wirklich ungeheuerlich, was sich da abspielt, und das schreit nach Aufklärung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Kogler: Stimmen Sie dem Untersuchungsausschuss zu!
Meine Damen und Herren! Wir haben vor mittlerweile heute genau zwei Wochen eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit mit all diesen Vorwürfen eingebracht. (Abg. Mag. Kogler: Stimmen Sie dem Untersuchungsausschuss zu!) Bis heute haben wir keine Reaktion darauf. Bis heute haben wir keinerlei Aktenzahl. Bis heute wissen wir nicht, ob das behandelt wird. Wenn es gegen Freiheitliche geht, geht es jedenfalls schneller.
Abg. Öllinger: Zu schnell gefahren ist er!
Bis heute wissen wir noch immer nicht, was mit den 60 illegalen Spitzelabfragen gegen den Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider ist. Bis heute gibt es keine Auskunft darüber, von wem diese Abfragen getätigt worden sind, warum die Daten abgerufen worden sind, wer sich da strafbar gemacht hat. (Abg. Öllinger: Zu schnell gefahren ist er!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Herr Minister Strasser! Noch einmal: Keine Forderung, kein Appell von mir, das tue ich nicht, aber eine ernsthafte Frage: Wäre es nicht lange an der Zeit, gemeinsam – tun wir das alle gemeinsam! – den täglichen Amtsmissbrauch aus politischer Motivation nachhaltig zu bekämpfen und endlich einmal abzustellen? Das wäre das, was dieser Rechtsstaat dringend brauchen würde! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Edlinger: Wieso? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Herr Abgeordneter! Ich glaube nicht, dass wir einen Redebeitrag so beginnen sollten. (Abg. Edlinger: Wieso? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Wir haben uns vorgenommen, dass wir heute bei den sprachlichen Ausdrücken alles daransetzen, die Würde dieses Hauses zu wahren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Herr Abgeordneter! Ich glaube nicht, dass wir einen Redebeitrag so beginnen sollten. (Abg. Edlinger: Wieso? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Wir haben uns vorgenommen, dass wir heute bei den sprachlichen Ausdrücken alles daransetzen, die Würde dieses Hauses zu wahren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Petrovic: "Chaoten" darf man sagen!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): Herr Präsident! Ich nehme zur Kenntnis, dass neben der Bezeichnung "rechtsextrem" jetzt das Wort "abgängig" und das Wort "flüchtig" auch nicht mehr verwendet werden können. (Abg. Dr. Petrovic: "Chaoten" darf man sagen!) Ich nehme es einfach zur Kenntnis und werde in meiner weiteren Rede beide Ausdrücke nicht mehr verwenden, stelle aber fest, dass dieselbe Präsidentschaft es erlaubt, die Begriffe "Chaoten", "Mob" und andere zu verwenden. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): Herr Präsident! Ich nehme zur Kenntnis, dass neben der Bezeichnung "rechtsextrem" jetzt das Wort "abgängig" und das Wort "flüchtig" auch nicht mehr verwendet werden können. (Abg. Dr. Petrovic: "Chaoten" darf man sagen!) Ich nehme es einfach zur Kenntnis und werde in meiner weiteren Rede beide Ausdrücke nicht mehr verwenden, stelle aber fest, dass dieselbe Präsidentschaft es erlaubt, die Begriffe "Chaoten", "Mob" und andere zu verwenden. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Trattner: Sehr geschmackvoll! Schämen Sie sich! – Zwischenruf des Abg. Gaugg. – Abg. Dr. Petrovic: Aber Gaugg buchstabiert nicht!
Meine Damen und Herren! Wenn Abgeordneter Westenthaler ans Rednerpult tritt, dann ist das ja nur eine Episode in einer langen Geschichte, deren wichtigste Stationen ich kurz rekapitulieren möchte. Wir haben inzwischen dermaßen viele freiheitliche Verdächtige in den diversen Verfahren, dass es im Falle einer Anklage möglich wäre, dass eigentlich der Kopf der Freiheitlichen Partei auf der Anklagebank versammelt wäre. Würden die Verfahren, was wir natürlich nicht wissen, zu dem Ende kommen, dass Freiheitsstrafen ausgesprochen würden, dann würde sich die Freiheitliche Partei mit wenigen Ausnahmen eine komplett neue Führung suchen müssen, wenn sie nicht in Kauf nehmen würde, etwa vom "Grauen Haus" aus geführt zu werden, was natürlich technisch möglich ist, aber politisch nicht angebracht erscheint. (Abg. Mag. Trattner: Sehr geschmackvoll! Schämen Sie sich! – Zwischenruf des Abg. Gaugg. – Abg. Dr. Petrovic: Aber Gaugg buchstabiert nicht!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Jetzt mag es Ihnen als Partei und Verdächtigen in den Verfahren unbenommen sein, obwohl schon das problematisch ist, zu sehr eigenartigen Mitteln zu greifen, um Einstellungen der Verfahren zu bewerkstelligen, was aber mit Sicherheit nicht geht, ist, dass sich Mitglieder der österreichischen Bundesregierung genau zu diesem Zwecke hergeben und ihr Amt und ihren Einfluss zur Verfügung stellen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Woher wissen Sie das?
Es gibt eine kurze Interventionskette, in der Klubobmann Westenthaler sicherlich eine geringe Rolle spielt. Ein Großteil der Interventionen geht vom Kärntner Landeshauptmann Dr. Haider aus und richtet sich persönlich an den Justizminister. Meines Wissens gibt es fast täglich mündliche Interventionen und gibt es diese Interventionen seit Wochen, eine Verfahrenseinstellung zu erzwingen. (Ruf bei der ÖVP: Woher wissen Sie das?) Das sind persönliche, teils telefonische, teils direkt stattfindende Interventionen (Abg. Dr. Stummvoll: Ist das abgehört? – Abg. Dr. Petrovic: Intuition!), über die Beamte aus dem Justizministerium auch berichten und deren Folgen, meine Damen und Herren, bereits spürbar sind.
Abg. Dr. Stummvoll: Ist das abgehört? – Abg. Dr. Petrovic: Intuition!
Es gibt eine kurze Interventionskette, in der Klubobmann Westenthaler sicherlich eine geringe Rolle spielt. Ein Großteil der Interventionen geht vom Kärntner Landeshauptmann Dr. Haider aus und richtet sich persönlich an den Justizminister. Meines Wissens gibt es fast täglich mündliche Interventionen und gibt es diese Interventionen seit Wochen, eine Verfahrenseinstellung zu erzwingen. (Ruf bei der ÖVP: Woher wissen Sie das?) Das sind persönliche, teils telefonische, teils direkt stattfindende Interventionen (Abg. Dr. Stummvoll: Ist das abgehört? – Abg. Dr. Petrovic: Intuition!), über die Beamte aus dem Justizministerium auch berichten und deren Folgen, meine Damen und Herren, bereits spürbar sind.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich habe vor drei Stunden den Herrn Bundesminister für Inneres gefragt, wie es zu diesen Interventionen gekommen ist und warum sie zu Recht abgelehnt und zurückgewiesen worden sind, und der Herr Bundesminister für Inneres hat dazu nicht Stellung genommen. Jetzt mag er der Meinung sein, es reiche völlig, eine rechtswidrige und problematische Intervention zurückzuweisen, aber dieses Haus hat auch ein Recht informiert zu werden, und die Beamten im Ressort haben auch das Recht, zu wissen, dass der Innenminister diese Interventionen zurückweist. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Jetzt gibt es mehrere Möglichkeiten: Sie verdächtigen die Beamten. Diese Verdächtigung klingt nicht übermäßig einleuchtend. Welcher Kriminalbeamte, der weiß, dass plumpe Fälschungen, so es sich um eine solche handelt, sofort auffliegen, weil das natürlich untersucht wird, spätestens dann im gerichtlichen Verfahren, bedient sich einer plumpen Fälschung? Es gibt doch einen einzigen Profiteur dieser Fälschung, und der heißt Dr. Jörg Haider. Und das sollte an dieser Stelle einmal festgehalten werden! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Krüger: Das war eine Verleumdung, nichts anderes! Das war eine Verleumdung, was Sie eben gemacht haben!
Damit unterstelle ich Dr. Haider nicht, dass er selbst diesen Brief fabriziert hat. (Abg. Dr. Krüger: Das war eine Verleumdung, nichts anderes! Das war eine Verleumdung, was Sie eben gemacht haben!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Vorsitzender! Ich nehme zur Kenntnis, dass der Begriff "Verleumdung" gestattet ist, aber der Begriff "flüchtig" oder "abgängig" nicht. Okay, man lernt nicht aus bei dieser Vorsitzführung. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Mertel: Am rechten Ohr ist er taub!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Herr Abgeordneter! Ich habe diesen Begriff nicht gehört. Ich werde mir gerne das Protokoll kommen lassen und darauf entsprechend reagieren. (Abg. Dr. Mertel: Am rechten Ohr ist er taub!)
Rufe bei der ÖVP: Ein guter! Ein ausgezeichneter!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): Danke, Herr Präsident. – Das Entscheidende ist aber nicht das Verhalten der freiheitlichen Funktionäre, weil Verdächtige und vielleicht bald Beschuldigte oder Angeklagte primär ein persönliches Interesse haben, sich der Strafverfolgung und auch der parlamentarischen Untersuchung zu entziehen. Das Entscheidende ist für mich neben dem Verhalten des Innenministers, das in den letzten Tagen nicht mehr so eindeutig – zumindest öffentlich – war wie am Beginn der Affäre, das Verhalten des Bundeskanzlers. Ja was ist das für ein Bundeskanzler (Rufe bei der ÖVP: Ein guter! Ein ausgezeichneter!), der sich über die Demonstration des Österreichischen Gewerkschaftsbundes aufregt, aber nichts dabei findet, dass seine Vertreterin in der Bundesregierung als Vizekanzlerin öffentlich zum Unterbrechen eines rechtsstaatlichen Verfahrens aufruft (Beifall bei den Grünen und der SPÖ) und damit zumindest im politischen Sinne ihr Amt missbraucht?
Beifall bei den Grünen und der SPÖ
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): Danke, Herr Präsident. – Das Entscheidende ist aber nicht das Verhalten der freiheitlichen Funktionäre, weil Verdächtige und vielleicht bald Beschuldigte oder Angeklagte primär ein persönliches Interesse haben, sich der Strafverfolgung und auch der parlamentarischen Untersuchung zu entziehen. Das Entscheidende ist für mich neben dem Verhalten des Innenministers, das in den letzten Tagen nicht mehr so eindeutig – zumindest öffentlich – war wie am Beginn der Affäre, das Verhalten des Bundeskanzlers. Ja was ist das für ein Bundeskanzler (Rufe bei der ÖVP: Ein guter! Ein ausgezeichneter!), der sich über die Demonstration des Österreichischen Gewerkschaftsbundes aufregt, aber nichts dabei findet, dass seine Vertreterin in der Bundesregierung als Vizekanzlerin öffentlich zum Unterbrechen eines rechtsstaatlichen Verfahrens aufruft (Beifall bei den Grünen und der SPÖ) und damit zumindest im politischen Sinne ihr Amt missbraucht?
Abg. Edlinger: Vielleicht regiert er mit!
Wissen Sie, etwa der Verkauf von Kinderpornos über das Internet ist kein Gewaltverbrechen, aber ich würde niemals behaupten, dass jemand, der dieses Verbrechens beschuldigt wird, für Regierungstätigkeiten qualifiziert ist. Die Scheckfälschung und vieles andere – keine Gewaltverbrechen. Ja heißt das, dass Scheckfälscher, Urkundenfälscher und so weiter mitregieren könnten, nur damit der Bundeskanzler weiter Dr. Schüssel heißt? Letzten Endes würde das heißen, der Fälscher des Binder-Briefes könnte ohne weiters mitregieren. (Abg. Edlinger: Vielleicht regiert er mit!) Er hat sich ja keines Gewaltverbrechens schuldig gemacht. Und die Frage ist ja nach wie vor offen, ob das nicht längst der Fall ist und das schon vorweg eine Rechtfertigung aus dem Amt des Bundeskanzlers ist.
Abg. Dr. Fekter: Er ist kein Anarchist!
Die Antwort auf diese Frage, meine Damen und Herren, ist ganz einfach: weil das einzige politische Interesse von Herrn Dr. Schüssel Bundeskanzler zu sein heißt. Er ist offensichtlich dafür bereit, alles zu tun. Er ist dafür bereit, einen Justizminister weiter in der Bundesregierung zu dulden, der der Freiheitlichen Partei offensichtlich nur noch als Mitwisser wichtig ist. (Abg. Dr. Fekter: Er ist kein Anarchist!) Er ist offensichtlich bereit, eine Vizekanzlerin zu dulden, die in ein laufendes Verfahren unter Missachtung der Prinzipien des Rechtsstaates interveniert. (Abg. Rosemarie Bauer: Reden Sie nicht von Prinzipien! Die waren Ihnen noch nie ein Anliegen!) Und er ist bereit, viele andere zu dulden.
Abg. Rosemarie Bauer: Reden Sie nicht von Prinzipien! Die waren Ihnen noch nie ein Anliegen!
Die Antwort auf diese Frage, meine Damen und Herren, ist ganz einfach: weil das einzige politische Interesse von Herrn Dr. Schüssel Bundeskanzler zu sein heißt. Er ist offensichtlich dafür bereit, alles zu tun. Er ist dafür bereit, einen Justizminister weiter in der Bundesregierung zu dulden, der der Freiheitlichen Partei offensichtlich nur noch als Mitwisser wichtig ist. (Abg. Dr. Fekter: Er ist kein Anarchist!) Er ist offensichtlich bereit, eine Vizekanzlerin zu dulden, die in ein laufendes Verfahren unter Missachtung der Prinzipien des Rechtsstaates interveniert. (Abg. Rosemarie Bauer: Reden Sie nicht von Prinzipien! Die waren Ihnen noch nie ein Anliegen!) Und er ist bereit, viele andere zu dulden.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
An diesem Punkt, meine Damen und Herren, geht es eben nicht mehr um den Bundeskanzler, da geht es um die Reputation einer Bundesregierung, eines Nationalrates und einer Republik. Und irgendwann wird auch ein Bundeskanzler seine persönlichen Interessen den Interessen der Gemeinschaft und des Staates unterordnen müssen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Wie oft haben Sie schon mit einem Brief aus illegaler Herkunft herumgewachelt?
Zum Abschluss: Ich verstehe schon Herrn Klubobmann Westenthaler, dass er mit einem Brief, dessen mögliche Fälscher noch – noch! – im politischen Zwielicht sind, in der Öffentlichkeit herumwinkt. (Abg. Dr. Fekter: Wie oft haben Sie schon mit einem Brief aus illegaler Herkunft herumgewachelt?) Weil Abgeordneter Westenthaler weiß, was auch über ihn vorliegt, weil Abgeordneter Westenthaler weiß, dass die Zeugenaussage Stadler mit dem klaren Hinweis auf die Rolle des damaligen Pressesprechers Westenthaler bereits die Behörden interessiert. (Abg. Dr. Fekter: Was liegt gegen Sie vor?)
Abg. Dr. Fekter: Was liegt gegen Sie vor?
Zum Abschluss: Ich verstehe schon Herrn Klubobmann Westenthaler, dass er mit einem Brief, dessen mögliche Fälscher noch – noch! – im politischen Zwielicht sind, in der Öffentlichkeit herumwinkt. (Abg. Dr. Fekter: Wie oft haben Sie schon mit einem Brief aus illegaler Herkunft herumgewachelt?) Weil Abgeordneter Westenthaler weiß, was auch über ihn vorliegt, weil Abgeordneter Westenthaler weiß, dass die Zeugenaussage Stadler mit dem klaren Hinweis auf die Rolle des damaligen Pressesprechers Westenthaler bereits die Behörden interessiert. (Abg. Dr. Fekter: Was liegt gegen Sie vor?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es gibt immer wieder eine Nagelprobe, und diese Nagelprobe heißt Untersuchungsausschuss. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Wenn Sie jetzt der Meinung sind, Sie haben nichts zu verbergen, weil Sie nichts zu befürchten haben, dann stimmen Sie endlich einem Untersuchungsausschuss zu! Meine Damen und Herren! Morgen werden Sie dazu wieder die Gelegenheit erhalten. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es gibt immer wieder eine Nagelprobe, und diese Nagelprobe heißt Untersuchungsausschuss. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Wenn Sie jetzt der Meinung sind, Sie haben nichts zu verbergen, weil Sie nichts zu befürchten haben, dann stimmen Sie endlich einem Untersuchungsausschuss zu! Meine Damen und Herren! Morgen werden Sie dazu wieder die Gelegenheit erhalten. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.
Wenn man sich die Inserate der Bundesregierung ansieht, die in den letzten Tagen auch wieder ganzseitig oder halbseitig in den österreichischen Zeitungen geschaltet worden sind, dann kommt man zur Ansicht: Es dürfte eigentlich niemanden geben, der hier nicht protestiert, dass mit Steuergeldern Unwahrheit produziert wird. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger. ) Drei Viertel der Österreicherinnen und Österreicher sind von den Maßnahmen dieser Bundesregierung nicht betroffen, heißt es da. Oder, wie heute in einem Inserat, einem färbigen Inserat sogar (der Redner zeigt die Kopie eines Inserats), in einer anderen Tageszeitung zu lesen ist: Jeder Österreicher und jede Österreicherin hätte 7 300 S mehr, gäbe es die Altlasten nicht.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von den Koalitionsparteien! Wenn Sie vielleicht mit dem Kopf nicken, dann erinnere ich Sie sehr bewusst daran, dass in der Vorwoche hier Frau Bundesminister Gehrer, als es um Bildungsfragen gegangen ist, vom Schulausbau, vom Ausbau der Infrastruktur, von der Investition in die Lehrer gesprochen hat. Da frage ich Sie: Wie sind denn dann die Zahlen, die Sie in Inseraten fälschlicherweise den Österreicherinnen und Österreichern vorhalten, zu begründen? In Wirklichkeit sind das Taschenspielertricks, und gegen diese sollte man meiner Meinung nach klar und deutlich auftreten. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger. )
Abg. Dolinschek hält eine Ausgabe der "ÖGB-Nachrichten" in die Höhe.
Ihr Maßnahmenpaket, wie zum Beispiel auch der Entfall der Mitversicherung ... (Abg. Dolinschek hält eine Ausgabe der "ÖGB-Nachrichten" in die Höhe.) Da ist alles korrekt! Das kann man nachlesen und auch nachprüfen. Es wird auch dir nicht gelingen, das anders darzustellen.
Beifall bei der SPÖ.
Ich halte nur fest: Was führt denn eigentlich dazu, dass soziale Treffsicherheit nicht mehr gewährleistet ist? Im Zusammenhang mit dem Entfall der Mitversicherung der Familienangehörigen, der von dieser Koalitionsregierung geplant ist, schreibt ein Wirtschaftsmagazin in der Dezember-Ausgabe: Sie können sich herumschwindeln: Melden Sie Ihre Frau als geringfügig Beschäftigte an. Das kommt viel billiger als die 3,5 Prozent, die die Regierung normalerweise verlangt. – Das ist Treffsicherheit, die wir nicht meinen! Wir sind für die Mitversicherung, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Gaugg: Von 20 auf 26: Das haben nicht wir erfunden!
Denken Sie nur daran, wie lange es eigentlich gedauert hat, bis wir in der Frage der Sperrfrist von vier Wochen zu einer Lösung gekommen sind! Diese wurde aber nicht endgültig angenommen, sondern sofort wieder konterkariert, und zwar folgendermaßen: Da haben wir uns nicht durchgesetzt, daher machen wir eine längere Sperrfrist: statt 26 Wochen 28 Wochen beim Wiedereintritt. (Abg. Gaugg: Von 20 auf 26: Das haben nicht wir erfunden!) Kollege Gaugg, die Erregung bei der Verhandlung habe ich ja irgendwo noch wahrgenommen, aber das Resultat ist nicht das, was bei den Verhandlungen zu hören war, nämlich dass man sich einsetzen wird, dass das nicht kommt.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wenn ich auch heute wieder Aufforderungen höre, ich sollte doch im Parlament dafür sorgen, dass hier die Entscheidungen fallen, dann kann ich dazu nur sagen: Sie sind alle seit der Vorwoche eingeladen – die Antwort steht noch aus –, einen Vierparteienantrag zu unterstützen, dass wir dem Herrn Bundesminister Bartenstein die Verordnungsermächtigung nicht geben. Da höre ich immer nur: Bitte warten! Bitte warten! Gleichzeitig regen Sie sich aber auf, wenn man in der Öffentlichkeit darüber spricht. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wie haben wir gemeinsam, ÖVP und SPÖ, auch die Wirtschaftskammer und der Gewerkschaftsbund in der alten Koalitionsregierung darum gerungen, die Jungendbeschäftigung in den Griff zu bekommen. Das ist ein Verdienst einer gemeinsamen Anstrengung. Was ist die Antwort der Bundesregierung? – "Lehrlingsoffensive läuft aus, Jugendliche wieder ohne Job". – Vergangenes Wochenende in den "Oberösterreichischen Nachrichten" nachzulesen. Das ist Ihre Treffsicherheit, die Sie hier vorstellen wollen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Verschleudern von gemeinsamem Vermögen ist die falsche Politik. Da geht es in Wirklichkeit nur um Klientel-Politik und nicht um eine Politik für unser Land! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Steibl: Genau, die SPÖ sagt: Wir wollen das Kinderbetreuungsgeld streichen! Das ist klüger!
Gibt es da irgendein Problem im Zusammenhang mit der Arbeitslosenfinanzierung, wo Beiträge der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer einfließen, kein Bundeszuschuss mehr, ausschließlich Beiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer? Da sagt die Bundesregierung: Das interessiert uns nicht! Wir schöpfen Milliarden ab, und wir müssen für die Treffsicherheit sorgen! – Die Familienparteien, wie sie hier sitzen, die dauernd ankündigen, dass sie für die Familien so viel tun, beschließen statt 660 S nur mehr 400 S Familienzuschlag. (Abg. Steibl: Genau, die SPÖ sagt: Wir wollen das Kinderbetreuungsgeld streichen! Das ist klüger!) Da meint man offensichtlich: Das wird doch verkraftbar sein, bei einer Arbeitslosenunterstützung von etwa 9 000 S wird das doch verkraftbar sein, dass man 260 S abgibt! – Das mag für Sie, mag für mich verkraftbar sein. Aber für viele, die da oben auf der Galerie sitzen, ist es nicht verkraftbar, und das sollten wir meiner Meinung nach auch bedenken. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Gibt es da irgendein Problem im Zusammenhang mit der Arbeitslosenfinanzierung, wo Beiträge der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer einfließen, kein Bundeszuschuss mehr, ausschließlich Beiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer? Da sagt die Bundesregierung: Das interessiert uns nicht! Wir schöpfen Milliarden ab, und wir müssen für die Treffsicherheit sorgen! – Die Familienparteien, wie sie hier sitzen, die dauernd ankündigen, dass sie für die Familien so viel tun, beschließen statt 660 S nur mehr 400 S Familienzuschlag. (Abg. Steibl: Genau, die SPÖ sagt: Wir wollen das Kinderbetreuungsgeld streichen! Das ist klüger!) Da meint man offensichtlich: Das wird doch verkraftbar sein, bei einer Arbeitslosenunterstützung von etwa 9 000 S wird das doch verkraftbar sein, dass man 260 S abgibt! – Das mag für Sie, mag für mich verkraftbar sein. Aber für viele, die da oben auf der Galerie sitzen, ist es nicht verkraftbar, und das sollten wir meiner Meinung nach auch bedenken. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Ruf bei der SPÖ: Wo ist er denn?
Wenn Herr Abgeordneter Khol heute in der Früh gesagt hat, ich hätte dem ja zugestimmt (Ruf bei der SPÖ: Wo ist er denn?), dann sage ich: Das ist eben die unterschiedliche Wahrnehmung! – Originalzitat:
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Das, was Sie machen, ist eine Umverteilung von unten nach oben. Das, was Sie machen, ist in diesem Zusammenhang nicht Gerechtigkeit. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Zum Schluss kommend: Diese Bundesregierung hat im Sommer einen so genannten Budgetdialog gesucht. Die Antwort war ein Budgetdiktat. Wenn man sich ansieht, was im Sozial- und Treffsicherheitsbericht am 18. September niedergeschrieben worden ist und was die Bundesregierung am 19. September beschlossen hat, dann hat man das Gefühl, auf zwei Leichen gewesen zu sein. Darum geht es auch in der Beurteilung Ihrer Politik. Wir scheuen den Vergleich nicht. Wir haben Sozialpolitik gemacht. Wir treten für eine Sozialpolitik ein, die den Menschen etwas bringt. Bei Ihnen habe ich das Gefühl, dass nur mehr das Geld zählt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Verzetnitsch: Den Weg dorthin!
Abgeordneter Dr. Gottfried Feurstein (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Präsident Verzetnitsch! Sie beklagen den neuen Budgetkurs. Aus Ihren Ausführungen geht hervor, dass man das Nulldefizit nicht anstreben sollte. (Abg. Verzetnitsch: Den Weg dorthin!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Steibl: So ist es!
Meine Damen und Herren! Was bedeutet es, wenn es nicht angestrebt wird, und zwar nicht sehr rasch angestrebt wird, wenn es erst im Jahre 2004 oder 2005 angestrebt wird? – Es würde bedeuten, dass die Verschuldung der Österreicherinnen und Österreicher noch höher wird. Doch das wollen wir nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Steibl: So ist es!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Herr Präsident Verzetnitsch! Sie beklagen die Situation der Jugendarbeitslosigkeit. – Jawohl, die jungen Menschen sind uns ein Anliegen. Dem neuesten Bericht, der heute erschienen ist, ist zu entnehmen, dass zurzeit 10 Prozent weniger junge Menschen arbeitslos sind als im November 1999. Herr Präsident! Das ist eine Verbesserung zugunsten der jungen Menschen, die nicht mehr arbeitslos sind, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Verzetnitsch: Was macht die Bundesregierung jetzt?
Herr Präsident! Sie beklagten zwar nicht heute, aber sonst immer wieder, dass wir das Alter für den Übertritt in die vorzeitige Alterspension hinaufgesetzt haben. Meine Damen und Herren! Ist es verantwortungsvoll, wenn man mit 53, 54, 55 Jahren, auch mit 60 Jahren, wenn man gesund ist und einen Arbeitsplatz hat, in die Pension übertreten kann? Herr Präsident, ich frage Sie: Ist das verantwortungsvoll? (Abg. Verzetnitsch: Was macht die Bundesregierung jetzt?) Ich bin der Meinung, es ist zumutbar, wenn etwa ein ÖBB-Bediensteter mit 53, mit 54 Jahren weiter arbeiten muss. Und ich kenne viele ÖBB-Bedienstete, die bereit sind, weiter zu arbeiten. Diese sind viel offener als Sie, viel weitsichtiger als Sie. Sie wollen zumauern, Sie wollen alles beibehalten, was ist. Wir sagen, wir müssen verändern, wenn wir das Gute, das wir erworben haben, weiterentwickeln wollen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Präsident! Sie beklagten zwar nicht heute, aber sonst immer wieder, dass wir das Alter für den Übertritt in die vorzeitige Alterspension hinaufgesetzt haben. Meine Damen und Herren! Ist es verantwortungsvoll, wenn man mit 53, 54, 55 Jahren, auch mit 60 Jahren, wenn man gesund ist und einen Arbeitsplatz hat, in die Pension übertreten kann? Herr Präsident, ich frage Sie: Ist das verantwortungsvoll? (Abg. Verzetnitsch: Was macht die Bundesregierung jetzt?) Ich bin der Meinung, es ist zumutbar, wenn etwa ein ÖBB-Bediensteter mit 53, mit 54 Jahren weiter arbeiten muss. Und ich kenne viele ÖBB-Bedienstete, die bereit sind, weiter zu arbeiten. Diese sind viel offener als Sie, viel weitsichtiger als Sie. Sie wollen zumauern, Sie wollen alles beibehalten, was ist. Wir sagen, wir müssen verändern, wenn wir das Gute, das wir erworben haben, weiterentwickeln wollen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Verzetnitsch: Das nehmen Sie 2001 wieder weg!
Sie klagen uns an, das haben Sie auch heute wieder getan, und meinen, wir machen die Menschen arm, es würde eine Umverteilung zugunsten der Reichen geben. Meine Damen und Herren! Die Familien haben im Jahre 2000 mit Ihrer Zustimmung wesentlich mehr erhalten oder erhalten wesentlich mehr ... (Abg. Verzetnitsch: Das nehmen Sie 2001 wieder weg!) Mit Ihrer Zustimmung!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich gehe von einer Drei-Kinder-Familie aus: fünf, zehn und 19 Jahre alte Kinder. Meine Damen und Herren! Die Familie bekommt im Jahr 2000 mit Ihrer Zustimmung 9 000 S mehr als 1999. Und wir wollen ihre Situation im Jahre 2002 weiter verbessern. Das ist unser Ziel. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Es ist noch zu wenig, was wir getan haben. Im Jahr 2002 soll ein weiterer Schritt zugunsten der Familien gesetzt werden. (Zwischenruf der Abg. Edlinger und Verzetnitsch. ) Und wir müssen das tun, meine Damen und Herren, denn wir müssen alles daransetzen, dass die Familien eben leistungsfähiger werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Edlinger und Verzetnitsch.
Ich gehe von einer Drei-Kinder-Familie aus: fünf, zehn und 19 Jahre alte Kinder. Meine Damen und Herren! Die Familie bekommt im Jahr 2000 mit Ihrer Zustimmung 9 000 S mehr als 1999. Und wir wollen ihre Situation im Jahre 2002 weiter verbessern. Das ist unser Ziel. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Es ist noch zu wenig, was wir getan haben. Im Jahr 2002 soll ein weiterer Schritt zugunsten der Familien gesetzt werden. (Zwischenruf der Abg. Edlinger und Verzetnitsch. ) Und wir müssen das tun, meine Damen und Herren, denn wir müssen alles daransetzen, dass die Familien eben leistungsfähiger werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich gehe von einer Drei-Kinder-Familie aus: fünf, zehn und 19 Jahre alte Kinder. Meine Damen und Herren! Die Familie bekommt im Jahr 2000 mit Ihrer Zustimmung 9 000 S mehr als 1999. Und wir wollen ihre Situation im Jahre 2002 weiter verbessern. Das ist unser Ziel. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Es ist noch zu wenig, was wir getan haben. Im Jahr 2002 soll ein weiterer Schritt zugunsten der Familien gesetzt werden. (Zwischenruf der Abg. Edlinger und Verzetnitsch. ) Und wir müssen das tun, meine Damen und Herren, denn wir müssen alles daransetzen, dass die Familien eben leistungsfähiger werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen
Meine Damen und Herren! Das Arbeitslosengeld wird mit Ihrer Zustimmung ab 1. Jänner 2001 auf 60 Prozent des früheren Nettogehaltes erhöht, wenn das Arbeitslosengeld unter 8 300 S liegt. Das ist eine Verbesserung zugunsten jener Menschen, die wenig Arbeitslosengeld bekommen (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen), und nicht zugunsten jener, die viel Arbeitslosengeld haben. Sicherlich nicht eine Umverteilung zugunsten der Reichen!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wenn wir jetzt, Ende Oktober, 12 000 Notstandshilfeempfänger und -empfängerinnen weniger hatten als im letzten Jahr – und wir meinen, dass Arbeitslosigkeit arm macht –, dann muss ich sagen, dass 12 000 Menschen, Frauen und Männer, aus der Notstandshilfe, aus der Armut herausgeholt worden sind, meine Damen und Herren. Das ist Sozialpolitik! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wenn Sie die Pensionisten ansprechen, dann muss ich sagen: Jawohl, die Ausgleichszulagenempfänger bekommen am 1. Jänner eine Erhöhung ihrer Pensionen um 1,5 Prozent, und wir treten dafür ein, dass sie auch noch einen Grundbetrag, eine Pauschalsumme Ende Feber 2001 bekommen. Wir werden das in der nächsten Woche beschließen, meine Damen und Herren. Wir treten für die Pensionisten ein. Und wir sind dafür eingetreten, dass die Bezieher von niedrigen Einkommen und Pensionen etwas mehr bekommen als jene von höheren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Das ist auch unsere Linie: Umverteilung nicht zugunsten der Reichen, sondern Umverteilung zu den unteren Einkommensschichten.
Abg. Schwarzenberger: Die positiven!
Ich gebe schon zu, meine Damen und Herren von der Opposition, dass Sie sich schwer tun, diese Veränderungen mit zu vollziehen und nachzuvollziehen, aber es hat mich geschmerzt, was Caritas-Präsident Küberl am letzten Sonntag gesagt hat. In keinem Punkt hat er die Veränderungen (Abg. Schwarzenberger: Die positiven!), die nun Platz greifen werden, zur Kenntnis genommen. Natürlich, ich gebe schon zu, eine Budgetsanierung verlangt auch Einschnitte,
Abg. Verzetnitsch: Was verstehen Sie unter "Gutverdienenden"? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ja, die Einschleifregelung beim allgemeinen Absetzbetrag geht zu Lasten der Gutverdienenden und nicht zu Lasten der Wenigverdienenden, meine Damen und Herren. (Abg. Verzetnitsch: Was verstehen Sie unter "Gutverdienenden"? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich komme zum Schluss. Ich bin der Meinung, wir sollten auch klar in einer solchen Debatte sagen, dass sich Sozialpolitik, wenn sie wirkungsvoll sein soll, ganz klar auf drei Prinzipien berufen können muss – ich nenne sie –: das Prinzip der Eigenverantwortung, der Eigenvorsorge. Sozialpolitik ohne Eigenverantwortung und Eigenvorsorge kann es nicht geben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Sehr logisch!
Soziale Gerechtigkeit, Herr Präsident des ÖGB, heißt nicht jedem das Gleiche, sondern jedem das Seine. Das heißt also, ein behinderter Mensch muss mehr bekommen als einer, der nicht behindert ist, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Sehr logisch!)
Abg. Edlinger: Das heißt, die allein erziehenden Mütter erbringen keine Leistung?
Wirkungsvolle Sozialpolitik heißt aus unserer Sicht auch Leistungsgerechtigkeit, Herr ehemaliger Finanzminister, das, was Sie von der Regierungsbank immer wieder betont haben, aber heute nicht mehr hören wollen. (Abg. Edlinger: Das heißt, die allein erziehenden Mütter erbringen keine Leistung?) Nein, die allein erziehende Mutter erbringt eine sehr große Leistung, und die wird von uns auch anerkannt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Und sie wird in Zukunft ab dem Jahre 2002 wirklich anerkannt werden, und zwar in einem anderen Ausmaß, als es bei Ihnen möglich gewesen ist. (Abg. Edlinger: Genau wegen der arroganten Haltung kritisiert Sie Herr Küberl!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wirkungsvolle Sozialpolitik heißt aus unserer Sicht auch Leistungsgerechtigkeit, Herr ehemaliger Finanzminister, das, was Sie von der Regierungsbank immer wieder betont haben, aber heute nicht mehr hören wollen. (Abg. Edlinger: Das heißt, die allein erziehenden Mütter erbringen keine Leistung?) Nein, die allein erziehende Mutter erbringt eine sehr große Leistung, und die wird von uns auch anerkannt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Und sie wird in Zukunft ab dem Jahre 2002 wirklich anerkannt werden, und zwar in einem anderen Ausmaß, als es bei Ihnen möglich gewesen ist. (Abg. Edlinger: Genau wegen der arroganten Haltung kritisiert Sie Herr Küberl!)
Abg. Edlinger: Genau wegen der arroganten Haltung kritisiert Sie Herr Küberl!
Wirkungsvolle Sozialpolitik heißt aus unserer Sicht auch Leistungsgerechtigkeit, Herr ehemaliger Finanzminister, das, was Sie von der Regierungsbank immer wieder betont haben, aber heute nicht mehr hören wollen. (Abg. Edlinger: Das heißt, die allein erziehenden Mütter erbringen keine Leistung?) Nein, die allein erziehende Mutter erbringt eine sehr große Leistung, und die wird von uns auch anerkannt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Und sie wird in Zukunft ab dem Jahre 2002 wirklich anerkannt werden, und zwar in einem anderen Ausmaß, als es bei Ihnen möglich gewesen ist. (Abg. Edlinger: Genau wegen der arroganten Haltung kritisiert Sie Herr Küberl!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich schließe: Dieses Budget bietet die Voraussetzung dafür, die Sozialpolitik auch im Jahre 2001 nach den Grundsätzen zu gestalten, die bisher für unser Land wesentlich waren und die wir fortführen wollen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Feurstein: Im Jahre 1996 ...!
Schließlich war es die ÖVP, die gemeinsam mit der SPÖ eine Familienoffensive, eine Steuerreform beschlossen hat, von der der damalige Finanzminister – ich kann mich noch erinnern, er sitzt ja da – gesagt hat, natürlich wird das das Defizit erhöhen. Und alle haben Sie das gewusst und haben es trotzdem gemacht, aus welchen Gründen auch immer: der Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit, der sozialen Umverteilung ja oder nein. Was machen Sie jetzt? (Abg. Dr. Feurstein: Im Jahre 1996 ...!) Sie nehmen teilweise den Ärmsten der Armen das Geld wieder weg. Sie nehmen es ihnen weg. Und was Sie machen, das ist nicht Umverteilung von unten nach
Abg. Edlinger: Nicht einmal die Hälfte!
So, Herr Kollege Feurstein, kann es nicht sein, dass man den Unfallrentnern das Geld wegnimmt und sich dann herstellt und brüstet: Wir geben den Behinderten, also den Unfallrentnern, ohnehin einen Teil wieder zurück, zwar nur für zwei Jahre, dann behält sich das Geld der Finanzminister, aber wir geben ihnen ein bisschen etwas zurück von dem, was man ihnen vorher weggenommen hat. (Abg. Edlinger: Nicht einmal die Hälfte!)
Beifall bei den Grünen.
Es gibt die Fälle, ich brauche sie Ihnen nicht noch einmal vorzulesen, Herr Kollege Feurstein. Sie wissen es, Sie kennen sich aus, genauso wie der Herr Minister, der zu all dem auch geschwiegen hat. Sie kennen die Fälle von Unfallrentnern. Das sind nicht diejenigen, die das große Geld haben, die immer wieder als Einzelbeispiele dafür herhalten müssen, dass es den Leuten, den Unfallrentnern ohnehin so gut geht, sondern die leben von den 3 000, 4 000, 5 000 S Unfallrente, zusätzlich zu ihrer kleinen Eigenrente. Denen nehmen Sie 1 000, 2 000 S weg. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Böhacker: Da ist ein Unterschied auch noch! Keine Ahnung!
Sind das die wirklich Reichen? Sind das diejenigen, auf die Sie sich stürzen wollen, weil sie zu viel Geld haben? Sind das diejenigen, von denen wir gesprochen haben beim Thema Börsenumsatzsteuerwegfall, beim Thema Stiftungssteuer? Sind das diejenigen, die ihre Gelder in den Stiftungen angelegt haben und von denen der Finanzminister der Meinung ist, da darf man nicht viel mehr machen, weil sie ohnehin schon genug besteuert werden? Sind das wirklich die Arbeitslosen, die Unfallrentner, die überall ihre Milliarden in den Stiftungen geparkt haben und die nach Meinung des Finanzministers nicht so viel Steuer zu zahlen brauchen wie jeder kleine selbständig oder unselbständig Erwerbstätige, der ein Sparbuch hat und für seine Zinsen auf dem Sparbuch 25 Prozent Kapitalertragsteuer zahlen muss? (Abg. Böhacker: Da ist ein Unterschied auch noch! Keine Ahnung!) Ist das wirklich zu vertreten? Ist das wirklich die Umverteilung, die Sie sich wünschen, Herr Bundesminister?
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Darum, meine Damen und Herren, bin ich sehr froh, dass sich heute für diese Personen, für diese Menschen in diesem Land der Österreichische Gewerkschaftsbund vor das Parlament stellt und wenigstens sichtbar macht, dass nicht alle in dieser Republik mit den Maßnahmen dieser Regierung einverstanden sind. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Deshalb, meine Damen und Herren, unterstützen auch die Grünen diese Proteste, weil es wichtig ist, dass auch in dieser Republik dieser Regierung gegenüber sichtbar gemacht wird: So geht es nicht weiter! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Demonstrieren ja schon!
Abgeordneter Reinhart Gaugg (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Meinen Vorrednern ist es gelungen, den Plenarsaal leer zu reden. Wenn ich mir anschaue, wie groß das Interesse an der Sozialdebatte hier im Parlament ist, insbesondere bei den Sozialdemokraten (Abg. Ing. Westenthaler: Demonstrieren ja schon!), dann muss ich sagen: Das ist ein trauriges Kapitel! Ich meine, das wird den Herrn Präsidenten interessieren, weil heute ja vor dem Parlament für 17 Uhr eine Großdemonstration angesagt ist. Oder ist sie abgesagt? (Abg. Verzetnitsch: Menschenkette!) Menschenkette ums Parlament. (Abg. Schwarzenberger: Findet am Christkindlmarkt statt! – Abg. Ing. Westenthaler: Wann ist die Menschenkette?) Um 17 Uhr ist die Menschenkette.
Abg. Verzetnitsch: Menschenkette!
Abgeordneter Reinhart Gaugg (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Meinen Vorrednern ist es gelungen, den Plenarsaal leer zu reden. Wenn ich mir anschaue, wie groß das Interesse an der Sozialdebatte hier im Parlament ist, insbesondere bei den Sozialdemokraten (Abg. Ing. Westenthaler: Demonstrieren ja schon!), dann muss ich sagen: Das ist ein trauriges Kapitel! Ich meine, das wird den Herrn Präsidenten interessieren, weil heute ja vor dem Parlament für 17 Uhr eine Großdemonstration angesagt ist. Oder ist sie abgesagt? (Abg. Verzetnitsch: Menschenkette!) Menschenkette ums Parlament. (Abg. Schwarzenberger: Findet am Christkindlmarkt statt! – Abg. Ing. Westenthaler: Wann ist die Menschenkette?) Um 17 Uhr ist die Menschenkette.
Abg. Schwarzenberger: Findet am Christkindlmarkt statt! – Abg. Ing. Westenthaler: Wann ist die Menschenkette?
Abgeordneter Reinhart Gaugg (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Meinen Vorrednern ist es gelungen, den Plenarsaal leer zu reden. Wenn ich mir anschaue, wie groß das Interesse an der Sozialdebatte hier im Parlament ist, insbesondere bei den Sozialdemokraten (Abg. Ing. Westenthaler: Demonstrieren ja schon!), dann muss ich sagen: Das ist ein trauriges Kapitel! Ich meine, das wird den Herrn Präsidenten interessieren, weil heute ja vor dem Parlament für 17 Uhr eine Großdemonstration angesagt ist. Oder ist sie abgesagt? (Abg. Verzetnitsch: Menschenkette!) Menschenkette ums Parlament. (Abg. Schwarzenberger: Findet am Christkindlmarkt statt! – Abg. Ing. Westenthaler: Wann ist die Menschenkette?) Um 17 Uhr ist die Menschenkette.
Abg. Ing. Westenthaler: Hören Sie einmal zu! Jetzt wird es lustig!
Ich habe hier eine Presseaussendung des Österreichischen Gewerkschaftsbundes in Händen (Abg. Ing. Westenthaler: Hören Sie einmal zu! Jetzt wird es lustig!), in welcher es lautet: "Menschenkette ist Aufschrei gegen Sozialabbau. Bau- und Holzarbeiter setzen Zeichen gegen Sozialabbau." Darin heißt es weiter: "Stellvertretend für die 250 000 Bau- und HolzarbeiterInnen ... nahmen rund" – man höre: nahmen! – "400 Arbeiter aus den Bau- und Holzberufen an der Menschenkette rund um das Parlament teil." (Abg. Ing. Westenthaler: Die waren schon da?) – Die waren schon da. Jetzt ist es 14.25 Uhr, und in der Presseaussendung heißt es, dass 400 Bau- und Holzarbeiter um 17 Uhr an einer Demonstration teilgenommen haben. Herr Präsident! Das ist wirklich prophetisch.
Abg. Ing. Westenthaler: Die waren schon da?
Ich habe hier eine Presseaussendung des Österreichischen Gewerkschaftsbundes in Händen (Abg. Ing. Westenthaler: Hören Sie einmal zu! Jetzt wird es lustig!), in welcher es lautet: "Menschenkette ist Aufschrei gegen Sozialabbau. Bau- und Holzarbeiter setzen Zeichen gegen Sozialabbau." Darin heißt es weiter: "Stellvertretend für die 250 000 Bau- und HolzarbeiterInnen ... nahmen rund" – man höre: nahmen! – "400 Arbeiter aus den Bau- und Holzberufen an der Menschenkette rund um das Parlament teil." (Abg. Ing. Westenthaler: Die waren schon da?) – Die waren schon da. Jetzt ist es 14.25 Uhr, und in der Presseaussendung heißt es, dass 400 Bau- und Holzarbeiter um 17 Uhr an einer Demonstration teilgenommen haben. Herr Präsident! Das ist wirklich prophetisch.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist peinlich!
Aber wissen Sie, woran mich das erinnert? – Ein bisschen an das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist peinlich!), denn auch dieses hat, schon bevor etwas stattgefunden hat, Presseaussendungen gemacht, man hat schon vorher gewusst, was sein wird. Wie gibt es denn so etwas? (Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Außerdem, muss ich sagen, ist Ihre ganze Menschenkette eine Pleite geworden. Wenn von 250 000 betroffenen Arbeitnehmern 400 kommen, dann sind nicht einmal die Funktionäre zur Gänze erschienen. Das ist ein Trauerspiel angesichts dessen, was Sie hier und auch außerhalb des Parlaments von sich geben. (Abg. Ing. Westenthaler: Die gehen auf den Christkindlmarkt auf einen Punsch!)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Aber wissen Sie, woran mich das erinnert? – Ein bisschen an das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist peinlich!), denn auch dieses hat, schon bevor etwas stattgefunden hat, Presseaussendungen gemacht, man hat schon vorher gewusst, was sein wird. Wie gibt es denn so etwas? (Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Außerdem, muss ich sagen, ist Ihre ganze Menschenkette eine Pleite geworden. Wenn von 250 000 betroffenen Arbeitnehmern 400 kommen, dann sind nicht einmal die Funktionäre zur Gänze erschienen. Das ist ein Trauerspiel angesichts dessen, was Sie hier und auch außerhalb des Parlaments von sich geben. (Abg. Ing. Westenthaler: Die gehen auf den Christkindlmarkt auf einen Punsch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die gehen auf den Christkindlmarkt auf einen Punsch!
Aber wissen Sie, woran mich das erinnert? – Ein bisschen an das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist peinlich!), denn auch dieses hat, schon bevor etwas stattgefunden hat, Presseaussendungen gemacht, man hat schon vorher gewusst, was sein wird. Wie gibt es denn so etwas? (Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Außerdem, muss ich sagen, ist Ihre ganze Menschenkette eine Pleite geworden. Wenn von 250 000 betroffenen Arbeitnehmern 400 kommen, dann sind nicht einmal die Funktionäre zur Gänze erschienen. Das ist ein Trauerspiel angesichts dessen, was Sie hier und auch außerhalb des Parlaments von sich geben. (Abg. Ing. Westenthaler: Die gehen auf den Christkindlmarkt auf einen Punsch!)
Abg. Verzetnitsch: In der eigenen Partei vielleicht!
Doch das geht weiter. Mich würde nur noch interessieren, wer es finanziert und wie es finanziert wird, ob ihr da vielleicht wieder ein paar etwas aufs Handerl gebt an der Steuer vorbei. Das ist nämlich die Gewerkschaft, wo wir bis heute noch nicht wissen, wie sehr also die ... (Abg. Verzetnitsch: In der eigenen Partei vielleicht!) Gegen den ÖGB, Bau- und Holzarbeiter, erheben die Staatsanwaltschaft und das Finanzministerium, ob nicht Steuerhinterziehung betrieben wurde.
Abg. Mag. Trattner: Die messen gerade die Bannmeile!
Aber dann geht es ja weiter, das ist ja noch nicht alles: "Die friedlich protestierenden Bau- und HolzarbeiterInnen" – na bravo, die wissen um 14.25 Uhr schon, was um 17 Uhr sein wird. (Abg. Mag. Trattner: Die messen gerade die Bannmeile!) Das ist die Fortsetzung der Blamage von heute früh, denn heute früh haben sich gerade auf der West Autobahn ein paar zusammengefunden, etwa 50 waren es, die sich erst dann orientieren konnten, als man die Leiberl mit der Aufschrift "IG-Publizistik" übergezogen hat. Also ich muss Ihnen sagen, hinter den Worten steht nichts, Herr Präsident.
Abg. Ing. Westenthaler: Hört! Hört!
Im Bundesland Kärnten gibt es den Landeshauptmann Haider. Der hat gesagt: Wir machen Politik für die arbeitenden Menschen! Dem haben der Arbeiterkammerpräsident und der Arbeiterkammerdirektor zugestimmt. Und wissen Sie, wer am lautesten dagegen protestiert hat? – Ihre Kollegin Mertel. (Abg. Ing. Westenthaler: Hört! Hört!) Sie war empört darüber, dass es
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Aber, Herr Präsident, die Glaubwürdigkeit ist beinahe am Nullpunkt angelangt, wenn man 30 Jahre Zeit hat, Klassenunterschiede zu beseitigen, eine Zweiklassengesellschaft zu beseitigen. (Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Frau Silhavy, Sie können sich ja zu Wort melden. Aber heute haben Sie als Sozialsprecherin Ihrer Partei nicht reden dürfen. Da war Herr Verzetnitsch schärfer. (Abg. Silhavy: Haben Sie ein Problem damit?)
Abg. Silhavy: Haben Sie ein Problem damit?
Aber, Herr Präsident, die Glaubwürdigkeit ist beinahe am Nullpunkt angelangt, wenn man 30 Jahre Zeit hat, Klassenunterschiede zu beseitigen, eine Zweiklassengesellschaft zu beseitigen. (Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Frau Silhavy, Sie können sich ja zu Wort melden. Aber heute haben Sie als Sozialsprecherin Ihrer Partei nicht reden dürfen. Da war Herr Verzetnitsch schärfer. (Abg. Silhavy: Haben Sie ein Problem damit?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso "liebe"?
Darf ich Ihnen nur sagen, liebe Frau Silhavy (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso "liebe"?), falls es Ihnen entgangen ist: Sie und Ihre Partei sind es, die eine Zweiklassengesellschaft in der arbeitenden Bevölkerung geschaffen haben, nämlich jene, die zwei Jahresgehälter Abfertigung bekommen, und jene Arbeiterkammer-Angestellten, die entsprechende Kollektivverträge haben. Das hätte ich gerne für alle Arbeitnehmer in Österreich. Das wäre eine lohnende Aufgabe. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy. )
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Darf ich Ihnen nur sagen, liebe Frau Silhavy (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso "liebe"?), falls es Ihnen entgangen ist: Sie und Ihre Partei sind es, die eine Zweiklassengesellschaft in der arbeitenden Bevölkerung geschaffen haben, nämlich jene, die zwei Jahresgehälter Abfertigung bekommen, und jene Arbeiterkammer-Angestellten, die entsprechende Kollektivverträge haben. Das hätte ich gerne für alle Arbeitnehmer in Österreich. Das wäre eine lohnende Aufgabe. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy. )
Abg. Verzetnitsch: Den Präsidenten! Das ist keine Präsidentin!
Es gefällt mir schon, Herr Präsident, wenn Sie selbst die schwedische Ministerpräsidentin besuchen. (Abg. Verzetnitsch: Den Präsidenten! Das ist keine Präsidentin!) Den schwedischen Ministerpräsidenten Persson, na gut. Es treffen einander zwei Herren. Und wissen Sie, was ihm Verzetnitsch als Präsident der Europäischen Gewerkschaft übergibt? – Ein Memorandum zur Vollbeschäftigung. Ich nehme doch an, dass Sie als Beispiel die derzeitige österreichische Bundesregierung angeführt haben, denn in Österreich haben wir derzeit eine Arbeitslosigkeit von 3,2 Prozent. Nicht unter Ihrer Regierung, nicht unter der alten Koalition war das möglich, nein, jetzt ist es möglich. Da würde ich sagen, das wäre doch ein Beispiel dafür, wie man europaweit österreichische Arbeitnehmerpolitik entsprechend vertreten könnte.
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Verzetnitsch –: Sie werden noch berühmt als Demonstrant!
Mich würde noch interessieren, ob Sie morgen an der Demonstration in Nizza teilnehmen werden. – Sie werden morgen an der Demonstration in Nizza teilnehmen. Sie können doch nicht hier im Plenum fehlen! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Verzetnitsch –: Sie werden noch berühmt als Demonstrant!) Morgen geht es um die Abstimmung des Budgets, und Sie sind nicht da, sondern demonstrieren in Nizza am 6. Dezember. Zahlt das wieder das Sozialministerium? (Abg. Schwarzenberger: Er wird als Abgeordneter bezahlt!)
Abg. Schwarzenberger: Er wird als Abgeordneter bezahlt!
Mich würde noch interessieren, ob Sie morgen an der Demonstration in Nizza teilnehmen werden. – Sie werden morgen an der Demonstration in Nizza teilnehmen. Sie können doch nicht hier im Plenum fehlen! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Verzetnitsch –: Sie werden noch berühmt als Demonstrant!) Morgen geht es um die Abstimmung des Budgets, und Sie sind nicht da, sondern demonstrieren in Nizza am 6. Dezember. Zahlt das wieder das Sozialministerium? (Abg. Schwarzenberger: Er wird als Abgeordneter bezahlt!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Bundesminister! Ich sage Ihnen eines: keinen Schilling für den ÖGB für Demonstrationen, nicht so wie bei Frau Bundesministerin Hostasch, die 2 Millionen Schilling zur Verfügung gestellt hat, damit in Brüssel demonstriert werden konnte. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sozialpolitik, wie wir sie verstehen, bedeutet auch Verantwortung für künftige Generationen. Die Altkoalition war Großmeister im Schuldenmachen. Die neue Regierung in diesem Lande wird dafür sorgen, dass wir nicht durch Demonstrationen belästigt werden, vor allem nicht die arbeitende Bevölkerung, sondern in erster Linie zu einem finanzstarken, einkommenstarken und sozialen Österreich kommen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Mertel: Persönliche Erwiderung! – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Mertel! Wir wollen nicht mit Ihnen baden gehen!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Als Nächster spricht Herr Bundesminister Mag. Haupt. – Bitte. (Abg. Dr. Mertel: Persönliche Erwiderung! – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Mertel! Wir wollen nicht mit Ihnen baden gehen!)
Abg. Öllinger: Das ist eine willkürliche Größe!
Dazu kann ich nur klar sagen: Es ist das selbstverständlich eine Maßnahme, die dazu dient, innerhalb der Pensionen umzuverteilen, und zwar zwischen hohen Pensionen, wie sie etwa bei Beamten auch mit 50 000 und 60 000 S brutto oder bei Politikern möglich sind, und den geringen und geringsten Einkommen von Ausgleichszulagenbezieherinnen und -beziehern. (Abg. Öllinger: Das ist eine willkürliche Größe!) Und jene, die heute ihre Pensionistinnen und Pensionisten auf die Straße treiben, haben bei der Pensionsanpassung mehr auf eine prozentuelle Anpassung des Nettoausgleiches gesetzt als auf eine Durchschnittssumme. Ich sage das auch so klar und deutlich. (Zwischenruf der Abg. Silhavy. )
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Dazu kann ich nur klar sagen: Es ist das selbstverständlich eine Maßnahme, die dazu dient, innerhalb der Pensionen umzuverteilen, und zwar zwischen hohen Pensionen, wie sie etwa bei Beamten auch mit 50 000 und 60 000 S brutto oder bei Politikern möglich sind, und den geringen und geringsten Einkommen von Ausgleichszulagenbezieherinnen und -beziehern. (Abg. Öllinger: Das ist eine willkürliche Größe!) Und jene, die heute ihre Pensionistinnen und Pensionisten auf die Straße treiben, haben bei der Pensionsanpassung mehr auf eine prozentuelle Anpassung des Nettoausgleiches gesetzt als auf eine Durchschnittssumme. Ich sage das auch so klar und deutlich. (Zwischenruf der Abg. Silhavy. )
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Was würde das bedeuten? – Das würde bedeuten, dass die Pensionisten mit niedrigsten Einkommen bei 0,7 Prozent Nettoanpassung etwa 800 S bekommen würden, während jene mit höchsten Einkommen etwa 6 000 S, 7 000 S, sogar bis 9 000 S bekommen würden, wie das bei den Pensionsanpassungen im Beamtenbereich der Fall ist. Wir haben das gesamte Volumen geteilt, sodass sich pro Pensionisten durchschnittlich 1 600 S ergeben. Die Damen und Herren Pensionistinnen und Pensionisten oben auf der Zuhörertribüne mögen sich dann ein Bild machen, ob wir auf die Kleinen vergessen haben oder ob wir nicht eine Umverteilung von oben nach unten gemacht haben, anstatt eine Umverteilung von unten nach oben, was Sie uns, Herr Kollege Verzetnitsch, unterstellt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Edlinger: Die Infrastruktur, die wir damals übernommen haben, war klass!
Wir haben auf die Kleinen geschaut. Ich gebe zu, dass jeder Sozialpolitiker in diesem Staat gerne die Situation des Jahres 1970 wieder hätte, als die damalige ÖVP-Alleinregierung zunächst von einer Minderheitsregierung und dann von 30 Jahren sozialdemokratisch dominierter Regierung abgelöst worden ist. (Abg. Edlinger: Die Infrastruktur, die wir damals übernommen haben, war klass!) Wir würden uns glücklich schätzen, wenn wir die damaligen Defizite
Abg. Öllinger: Reden Sie über die Zeit nach der Geburt!
Ich möchte auch auf die Argumente des Kollegen Öllinger eingehen. Herr Kollege Öllinger, ich bin eigentlich von Ihren Ausführungen im Zusammenhang mit den Frauen und der Frage, wie man in Österreich mit behindertem Leben vor und nach der Geburt umgeht, entsetzt. Ich habe nie die Fristenlösung in Diskussion gestellt. Ich habe zu dem Stellung genommen, was Sie, Herr Kollege Öllinger, und manche in Ihrer Fraktion, namentlich auch Frau Kollegin Haidlmayr, in einigen Anträgen und Publikationen in die Diskussion gestellt haben, nämlich warum in Österreich nach wie vor behindertes Leben und nicht behindertes Leben vor der Geburt ungleich behandelt werden. (Abg. Öllinger: Reden Sie über die Zeit nach der Geburt!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Bures: Wir stehen auf Seiten der Frauen!
Sehr geehrte Damen und Herren! Sie dekuvrieren sich selbst. Sie wollen eine Fristenlösungsdebatte führen, aber nicht ein Problem, das auch Sie, Frau Kollegin Prammer, noch als Bundesministerin erkannt haben, einer Lösung zuführen. Sie wollen vielmehr plakativ eine einfache Totschlagmentalität in die Diskussion bringen, ohne eine umfassende ethische Debatte über die Behandlung von behindertem Leben in Österreich zu führen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Bures: Wir stehen auf Seiten der Frauen!)
Abg. Edlinger: Mit der Besteuerung nehmen Sie jedem etwas weg!
Sehr geehrte Damen und Herren! Da ist innerhalb des Systems der Invaliditätspension einiges aus dem Gleis geraten. Es wird hier nicht Gleiches mit Gleichem vergolten, sondern die Bemessung der Invalidenpension nach dem letzten Lohn führt dazu, dass Menschen mit niedrigem Einkommen lebenslang mit einem geringen Betrag abgespeist werden – so sehe ich das –, während andere bei gleicher Behinderung einen adäquaten Betrag erhalten, der ihnen hilft, ein entsprechendes Leben zu führen und die Nachteile, die sie durch ihre Behinderung haben, zu überwinden. (Abg. Edlinger: Mit der Besteuerung nehmen Sie jedem etwas weg!)
Abg. Edlinger: Sie haben es jetzt gerade gesagt!
Ich glaube daher, dass innerhalb des gesamten Systems einiges aus dem Gleis ist. Sie, Herr Kollege Edlinger, wissen ganz genau, dass diese Maßnahme bei der Invaliditätspension von mir nie vertreten worden ist, außer unter dem Aspekt der Steuergerechtigkeit unter den Systemen, aber nicht unter anderen Aspekten. (Abg. Edlinger: Sie haben es jetzt gerade gesagt!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Bures und Silhavy.
Eines sage ich auch ganz klar und deutlich: Dass Bürger in diesem Bereich unterschiedlich behandelt werden, ist ausschließlich auf die unterschiedlichen Regelungen der Bundesländer zurückzuführen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Bures und Silhavy. ) Sie, die Sie sich hier für einheitliche Tarife stark machen, sollten sich in jenen Bundesländern, in denen Sie mit in den Landesregierungen sitzen, dafür stark machen, dass auch das, was Sie hier im Parlament fordern, in den Landesregierungen, wo Sie teilweise sogar mit den Sozialressorts betraut sind, umsetzen. Die Bundesregierung hat klar und deutlich gemacht, dass sie alles verdoppelt, was zeitgerecht bei uns im Bund eingereicht wird, um so den Menschen der untersten Einkommensschichten die Belastung durch die Erhöhung des Heizölpreises abzugelten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Eines sage ich auch ganz klar und deutlich: Dass Bürger in diesem Bereich unterschiedlich behandelt werden, ist ausschließlich auf die unterschiedlichen Regelungen der Bundesländer zurückzuführen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Bures und Silhavy. ) Sie, die Sie sich hier für einheitliche Tarife stark machen, sollten sich in jenen Bundesländern, in denen Sie mit in den Landesregierungen sitzen, dafür stark machen, dass auch das, was Sie hier im Parlament fordern, in den Landesregierungen, wo Sie teilweise sogar mit den Sozialressorts betraut sind, umsetzen. Die Bundesregierung hat klar und deutlich gemacht, dass sie alles verdoppelt, was zeitgerecht bei uns im Bund eingereicht wird, um so den Menschen der untersten Einkommensschichten die Belastung durch die Erhöhung des Heizölpreises abzugelten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Sehr geehrte Damen und Herren und Herr Kollege Verzetnitsch! Sie haben auch wieder das Beispiel eines Mannes gebracht, der 15 000 S Rezeptgebühr zu bezahlen hatte. Ich darf Ihnen zwei Dinge klar sagen: Sie haben während Ihrer Regierungszeit die Rezeptgebühren eingeführt, um so einen Lenkungseffekt für die ausufernden Medikamentenkosten zu erzielen. Ob dieser Lenkungseffekt ausreichend ist oder nicht, kann man anhand der Zahlen im Sozialbereich darlegen. Aber eines sollte zu dem Betrag von 15 000 S, den Sie ins Treffen geführt haben, auch klar und deutlich gesagt werden: 2 800 S hat diese Regierung zu verantworten, und den Rest auf die 15 000 S, sehr geehrter Herr Kollege Verzetnitsch, haben Sie und Ihre KollegInnen mit eingeführt. (Zwischenruf der Abg. Silhavy. )
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich kann mich nicht erinnern, Herr Kollege Verzetnitsch, dass Sie oder Ihr Kollege Nürnberger damals hier am Rednerpult gestanden wären und gegen diese Maßnahmen gestimmt hätten. Herr Kollege Verzetnitsch, bei aller fairer Diskussion halte ich auch das für erwähnenswert. Wenn man in einer Regierung gesessen ist und Verantwortung getragen hat, kann man sich auch dann, wenn man nicht mehr in der Regierung ist, aus dieser Verantwortung nicht wegschleichen und wegstehlen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich würde daher darum bitten, wenn Sie an fairer Diskussion interessiert sind, Kollege Verzetnitsch, dann diskutieren wir fair, wer für welche Maßnahmen zu welchem Zeitpunkt aus welchen Beweggründungen und warum verantwortlich war. Ich stelle mich dieser Diskussion gerne, auch diese Bundesregierung, weil wir davon überzeugt sind, dass wir mit der Schaffung von mehr Beschäftigung, auch für die benachteiligten Gruppen, die Behinderten, die alten Menschen, die jungen Menschen, mehr für den sozialen Frieden in diesem Land getan haben, als wenn wir neuerlich Geld für unsinnige Projekte ausgegeben hätten, das dann, wie an manchen Projekten nunmehr in Untersuchungsausschüssen nachzuvollziehen ist, einige wenige verdient haben, wovon aber die betroffenen Gruppen keinen einzigen Schilling bekommen haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Gaugg hält eine Zeitung in die Höhe.
Ich berichtige tatsächlich: Das ist unrichtig und falsch! Erstens einmal bin ich mit meiner Meinung nicht allein geblieben, sondern die überwiegende Mehrheit der Anwesenden hat sich meiner Meinung angeschlossen. Es hat gar keine Abstimmung gegeben. (Abg. Gaugg hält eine Zeitung in die Höhe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Zweifeln Sie an der "Kronen Zeitung"?
Herr Abgeordneter Gaugg, das mag alles da drinnen stehen, aber das stammt nicht von mir. (Abg. Ing. Westenthaler: Zweifeln Sie an der "Kronen Zeitung"?) Ich habe nicht gegen die Politik für Arbeitnehmer, zugunsten der Arbeitnehmer protestiert, sondern ich habe dagegen protestiert, dass der Eindruck entsteht, der aufgrund eines Zeitungsartikels von Arbeiterkammerdirektor Paska entstanden ist, dass da eine vorbehaltlose Übereinstimmung des ÖGB und der AK in jeder Hinsicht mit Landeshauptmann Haider besteht. Ich habe dagegen protestiert, dass der Eindruck einer freundschaftlichen Umarmung entsteht. Ich habe das dort als Schleimerei bezeichnet. Ich habe auch betont, dass es zwei paar Schuhe sind. Ein Landeshauptmann ist auf Grund seiner Funktion zu respektieren. – Das ist die Macht des Faktischen. Aber ich habe mich gegen die Umarmung und Verbrüderung ausgesprochen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, das haben Sie selber nicht verstanden! – Abg. Haigermoser: Das haben wir uns nicht verdient!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, das haben Sie selber nicht verstanden! – Abg. Haigermoser: Das haben wir uns nicht verdient!
Herr Abgeordneter Gaugg, das mag alles da drinnen stehen, aber das stammt nicht von mir. (Abg. Ing. Westenthaler: Zweifeln Sie an der "Kronen Zeitung"?) Ich habe nicht gegen die Politik für Arbeitnehmer, zugunsten der Arbeitnehmer protestiert, sondern ich habe dagegen protestiert, dass der Eindruck entsteht, der aufgrund eines Zeitungsartikels von Arbeiterkammerdirektor Paska entstanden ist, dass da eine vorbehaltlose Übereinstimmung des ÖGB und der AK in jeder Hinsicht mit Landeshauptmann Haider besteht. Ich habe dagegen protestiert, dass der Eindruck einer freundschaftlichen Umarmung entsteht. Ich habe das dort als Schleimerei bezeichnet. Ich habe auch betont, dass es zwei paar Schuhe sind. Ein Landeshauptmann ist auf Grund seiner Funktion zu respektieren. – Das ist die Macht des Faktischen. Aber ich habe mich gegen die Umarmung und Verbrüderung ausgesprochen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, das haben Sie selber nicht verstanden! – Abg. Haigermoser: Das haben wir uns nicht verdient!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Die unseligen Ambulanzgebühren wurden aufgeschoben; es fehlten die Durchführungsrichtlinien, die ich ständig einforderte. Das Einsparungsziel erreichen Sie mit den Ambulanzgebühren nicht: Diese Suppe kostet mehr als das Fleisch, daher sind die patientenfeindlichen Ambulanzgebühren komplett auszusetzen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Gestern erreichte mich die Mitteilung, dass die Regierungsparteien einen Initiativantrag für Hausapotheken planen. Wollen Sie so einem Verfassungsgerichtshofsurteil zuvorkommen? – Die Apotheker sind keine Patientenbehandler und die Ärzte keine Apotheker. Jeder soll den erlernten Beruf ausüben, um beste Gesundheitsversorgung zu betreiben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abgeordnete der SPÖ halten Tafeln in die Höhe, auf denen unter anderem steht: "Hände weg vom Schwangerschaftsabbruch!"
Ich glaube, um die Frauen zu schützen, müssen wir ihnen diesen Ausweg lassen. Man kann natürlich die Frist des Schwangerschaftsabbruches auch weiter hinaufsetzen, aber 25 Jahre hat sich dieses Gesetz bewährt. Ändern wir es nicht! Debattieren wir darüber, was wir für die Gleichstellung der Behinderten tun können, wie wir ihre Situation verbessern können – aber nicht auf Kosten der Frauen! Nicht den Schwangerschaftsabbruch verändern! (Beifall bei der SPÖ. – Abgeordnete der SPÖ halten Tafeln in die Höhe, auf denen unter anderem steht: "Hände weg vom Schwangerschaftsabbruch!")
Zwischenruf der Abg. Huber.
Erstens, Frau Kollegin Pittermann: Ihr Lieblingsthema sind die Ambulanzgebühren. Ich darf Sie schon darauf hinweisen, dass die Ambulanzgebühren als notwendige Maßnahme der Bundesregierung geplant sind, um der Kranken-Sozialversicherung einerseits Mittel zuzuführen und andererseits auch einen Lenkungseffekt innerhalb der Krankenanstalten zu erzielen. Ich habe hier schon einige Male das Beispiel erwähnt, dass das, was der Hauptverband wollte, nämlich eine Mittelzuführung um 0,2 Prozent zur Krankenversicherung pro Monat, sogar für jemanden, der nur 10 000 S verdient, mit 30 S nicht billiger ist als die Ambulanzgebühr von 250 S. Diese ist also billiger als 280 S Mittelzuführung. (Zwischenruf der Abg. Huber. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Pittermann! Diese Zahlen können doch bitte schön Sie selbst und die Menschen, die hinter diesen Zahlen stehen, die Sie in der politischen Diskussion genannt haben, nicht ernst meinen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Pittermann, noch etwas: Denken Sie daran, wir führen hier nicht eine Debatte um die Abtreibung, sondern wir führen eine Debatte darüber, wie wir in Österreich mit behinderten Menschen vor und nach der Geburt umgehen. Ich würde Sie gerade als Ärztin bitten, diesem Thema auch die ethische Tiefe in der Diskussion und nicht nur die politische Oberflächlichkeit zu widmen, denn ich glaube, das Thema ist zu ernst, um es mit Plakaten abzuhandeln. Es sollte fair, umfassend und nach ethischen Grundsätzen abgehandelt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das ist noch keine bedrohliche, aber eine sehr bedenkliche Entwicklung, weil damit einem notwendigen Reformvorhaben, einem Schuldenabbauprogramm in der Form begegnet wird, dass man Straßenblockaden und politische Demonstrationen zur Antwort gibt. Das ist sehr bedenklich, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich erinnere mich heute noch sehr gut daran, dass an diesem Ziel des Schuldenabbaus, und das schnell angesichts der Situation, dass wir eine Hochkonjunktur und eine gute Beschäftigungslage haben, eigentlich niemand seinen Zweifel geäußert hat. Ganz im Gegenteil: Die Opposition hat damals noch verhalten zugestimmt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Gott sei Dank! Gott sei Dank!
Aber, meine Damen und Herren, warum hat es sich mittlerweile verändert? Was ist denn der tatsächliche Grund? – Ich will es auf den Punkt bringen: Dieser Bundesregierung gehört kein Vertreter der Sozialdemokratischen Partei Österreichs an. (Abg. Haigermoser: Gott sei Dank! Gott sei Dank!) Das ist der Grund dafür, warum man zu solchen Aktionen greift. Ich halte das wirklich für verurteilenswert. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber, meine Damen und Herren, warum hat es sich mittlerweile verändert? Was ist denn der tatsächliche Grund? – Ich will es auf den Punkt bringen: Dieser Bundesregierung gehört kein Vertreter der Sozialdemokratischen Partei Österreichs an. (Abg. Haigermoser: Gott sei Dank! Gott sei Dank!) Das ist der Grund dafür, warum man zu solchen Aktionen greift. Ich halte das wirklich für verurteilenswert. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Zum Ersten steht gleich am Beginn der Homepage, wo diese Präsentation des Projektes stattgefunden hat – ich habe von den Grünen heute dazu noch nichts gehört –: Am 13. November, also vor nicht allzu langer Zeit, wurde im Klub der Grünen dieses Hauses das Projekt "Checkpoint Austria", Österreich lahmzulegen, dargestellt, in einer Pressekonferenz vorgestellt. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Interessant!
Rufe und Gegenrufe zwischen ÖVP, den Freiheitlichen und der SPÖ.
Zum Dritten – diese dürfen natürlich bei einer solchen aktionistischen Art nicht fehlen –: Geht man auf die Homepage der KPÖ, dann sieht man: "Checkpoint Austria/KPÖ". Das ist im Augenblick überhaupt das politische Ziel der KPÖ. (Rufe und Gegenrufe zwischen ÖVP, den Freiheitlichen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das ist nicht der politische Stil dieses Hauses, das ist nicht der politische Stil Österreichs, das ist ein neues Kapitel, das Sie damit aufschlagen und dem wir in keiner Weise zustimmen können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Ungeheuerlich! – Abg. Mag. Trattner: Wer war das?
"Wenn einmal dieses Arbeitslosenheer marschiert, dann brennt die Republik. Ich sage das mit aller Deutlichkeit und mit aller Härte." – Zitatende. (Abg. Dr. Khol: Ungeheuerlich! – Abg. Mag. Trattner: Wer war das?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das ist keine Diktion, mit der Arbeitnehmerrechte verteidigt, erkämpft werden, sondern das ist eine Diktion, mit der man andere Menschen aufzuhetzen versucht, aufzuhetzen gegen die Bundesregierung, die einen Kurs vollführen muss, der nicht immer zu aller Zufriedenheit gefahren werden kann – das ist ganz klar –, der aber im Interesse dieses Landes notwendig ist, meine Damen und Herren! Viele Österreicher haben dieser Bundesregierung in dieser Frage durchaus ihr Vertrauen geschenkt; das sehen wir aus den Umfragen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Da wollen Sie mir heute erzählen, dass der ÖGB mit diesen Aktionen, mit dieser Wortwahl, mit dieser Hetze gegen eine Bundesregierung eine überparteiliche Organisation ist? (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Zweifel dürfen hier absolut angemeldet sein, denn ich habe den Eindruck, dass die SPÖ den ÖGB so behandelt wie einen Wurmfortsatz, mit dem sie tun und lassen kann, was sie will. Nur: Unsere Meinung ist das absolut nicht, meine Damen und Herren! Lassen Sie den ÖGB als das, was er ist! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wenn man in diesem § 1 weiter liest, ergibt sich auch die klare Zielsetzung, nämlich dass Sie Arbeitnehmerinteressen vertreten sollen, und zwar gerade Sie, Herr Präsident Verzetnitsch! Wenn Sie die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer davon abhalten, zu ihren Arbeitsplätzen zu kommen, dann, so glaube ich, ist das nicht Sinn und Zweck eines ÖGB! Ich denke, Sie sollten sich heute noch einmal klar von diesen Protestaktionen, von diesen Straßenblockaden distanzieren, die heute uns alle, die aus den Bundesländern gekommen sind, begleitet haben. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Wer ist stärker: i oder i?
Herr Präsident Verzetnitsch! Ich kann Ihnen diese Kritik auch nicht ersparen. Sie sind in einer Zwickmühle. Liest man sich durch, was Sie 1997 zu früheren Sparpaketen gesagt haben, dann wird man nicht viel finden, denn Präsident Verzetnitsch hat hier sehr leise getreten. Es kam letztlich immer heraus: Präsident Verzetnitsch vom ÖGB hätte ganz gern das eine oder andere geändert, aber Genosse Verzetnitsch hat gesagt: Das geht nicht, ich bin SPÖ-Abgeordneter, und daher bleibt es so, wie es ist. (Abg. Haigermoser: Wer ist stärker: i oder i?)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die Situation hat sich heute leider nicht geändert, denn heute ist es ganz ähnlich: Präsident Verzetnitsch würde ganz gern verhandeln, er würde ganz gern noch das eine oder andere für die Arbeitnehmer herausholen, aber Genosse Verzetnitsch sagt nein, denn die SPÖ ist dagegen, sie ist gegen die Bundesregierung, und daher organisieren sie auch solch eine Menschenkette heute um 17 Uhr. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dietachmayr: Bauern! – Abg. Grabner: Lehrer!
Meine Damen und Herren Ich komme daher zu den für uns wichtigen Feststellungen: Das Demonstrationsrecht ist ein unbestrittenes Recht, aber dazu muss gesagt werden, dass die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger in Österreich zu demonstrieren, dort endet, wo die Freiheit der anderen beginnt. – Darum lehnen wir Straßenblockaden und ein Lahmlegen dieses Land ab, und zwar kategorisch! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dietachmayr: Bauern! – Abg. Grabner: Lehrer!)
Zwischenruf des Abg. Grabner.
Weiters ist es höchst erforderlich, dass sich jemand, der Abgeordneter in diesem Haus ist, hier zu Wort meldet, seine Argumente vorbringt, sich als Vertreter eines überparteilichen ÖGB an den Verhandlungstisch setzt, seine Argumente auf den Tisch legt und nicht vor dem Haus mit anderen das Parlament einkettet und auf diese Art und Weise die Diskussion auf die Straße verlagert. (Zwischenruf des Abg. Grabner. )
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dietachmayr: Ist das eine Drohung, Herr Spindelegger? Womit drohen Sie?
Das ist eines ÖGB als überparteilicher Organisation nicht würdig. Ich fordere Sie, Herr Präsident Verzetnitsch, mit Ihren Genossen im ÖGB noch einmal auf: Lassen Sie den ÖGB als überparteiliche Organisation bestehen! Lassen Sie ihn nicht zu einer Vorfeldorganisation der SPÖ verkommen! Das wird dem ÖGB und Österreich insgesamt nicht gut tun. – Ich sage Ihnen das in aller Härte und in vollem Bewusstsein! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dietachmayr: Ist das eine Drohung, Herr Spindelegger? Womit drohen Sie?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich glaube, dass die Österreicher erwarten, dass ein Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dieses Landes seinen besten Einsatz gibt. Darauf – so würde ich meinen – hat ein Arbeitnehmer in Österreich, der Beiträge bezahlt, auch ein Recht. Ich fordere Sie auf, dass Sie sich Ihrer Aufgabe voll widmen. Lassen Sie den Genossen Verzetnitsch zu Hause, widmen Sie sich dem ÖGB, Herr Präsident Verzetnitsch! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Herr Präsident! Hohes Haus! Wir haben tatsächlich eine ungewöhnliche Situation, denn hier herinnen tagt die von den Bürgern Österreichs frei gewählte Volksvertretung, draußen wird seit den Morgenstunden blockiert, in den Schulen gestreikt, und in wenigen Stunden soll das Parlament durch eine Menschenkette belagert werden. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich halte das, meine Damen und Herren, für eine wirklich problematische Entwicklung! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Herr Präsident! Hohes Haus! Wir haben tatsächlich eine ungewöhnliche Situation, denn hier herinnen tagt die von den Bürgern Österreichs frei gewählte Volksvertretung, draußen wird seit den Morgenstunden blockiert, in den Schulen gestreikt, und in wenigen Stunden soll das Parlament durch eine Menschenkette belagert werden. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich halte das, meine Damen und Herren, für eine wirklich problematische Entwicklung! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Fühlen Sie sich denn zu schwach mit Ihren Argumenten, um hier am Rednerpult die Auseinandersetzung mit uns zu führen, Herr Präsident Verzetnitsch? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Warum dieser Mutwille – ich sage es wirklich: warum dieser Mutwille –, das so oft gelobte und, wie ich glaube, wichtige österreichische Klima, sich hier zusammenzusetzen und zusammenzustreiten, auf das Spiel zu setzen? Bei allen Dingen, die uns trennen: Ideologie, Zielsetzung oder auch der Weg, wie man zu einem gemeinsamen Ziel kommt, finde ich, dieses Land ist einfach zu schade, um die Auseinandersetzungen, überhaupt diese wirtschaftspolitischen Auseinandersetzungen in dieser Zeit, auf der Straße zu suchen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Edler: Fragen Sie den ÖAAB!
Ich frage Sie, Herr Abgeordneter Verzetnitsch – ich sage das in echter Wertschätzung –: Warum sollen österreichische Kinder am heutigen Tag nicht unterrichtet werden, wenn Lehrer mit dem Verhandlungsergebnis, das Ihre Gewerkschaftsvertreter mit unserer Bildungsministerin ausverhandelt haben, nicht einverstanden sind? Was können die Kinder dafür? (Abg. Edler: Fragen Sie den ÖAAB!) Tragen Sie doch die Auseinandersetzung hier bei den Verhandlungen aus und nicht auf dem Rücken der Schwächsten der Gesellschaft, der Kinder und der Eltern! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich frage Sie, Herr Abgeordneter Verzetnitsch – ich sage das in echter Wertschätzung –: Warum sollen österreichische Kinder am heutigen Tag nicht unterrichtet werden, wenn Lehrer mit dem Verhandlungsergebnis, das Ihre Gewerkschaftsvertreter mit unserer Bildungsministerin ausverhandelt haben, nicht einverstanden sind? Was können die Kinder dafür? (Abg. Edler: Fragen Sie den ÖAAB!) Tragen Sie doch die Auseinandersetzung hier bei den Verhandlungen aus und nicht auf dem Rücken der Schwächsten der Gesellschaft, der Kinder und der Eltern! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Ungeheuerlich so etwas! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Heute in der Früh hat mich die Frau Vizekanzlerin über Folgendes informiert: Ein Kind einer Sekretärin von ihr wurde gemeinsam mit anderen Schülern in einen Turnsaal gebracht – offiziell in den Turnsaal gebracht –, dort waren Bilder der österreichischen Regierungsmitglieder aufgehängt, und es wurde den Kindern von den Lehrern gesagt: Das sind jene, die verhindern werden, dass in Hinkunft noch ein Turnunterricht stattfindet! (Abg. Dr. Khol: Ungeheuerlich so etwas! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Edler: Sie verhandeln ...!
Halten Sie das für richtig, Herr Abgeordneter Verzetnitsch? Halten Sie es für richtig, die Politik in die Turnsäle, in die Klassenzimmer, auf die Kreuzungen zu bringen? (Abg. Edler: Sie verhandeln ...!) Ist nicht vielmehr hier der Platz, wo die politische Auseinandersetzung stattfinden muss, meine Damen und Herren?! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Halten Sie das für richtig, Herr Abgeordneter Verzetnitsch? Halten Sie es für richtig, die Politik in die Turnsäle, in die Klassenzimmer, auf die Kreuzungen zu bringen? (Abg. Edler: Sie verhandeln ...!) Ist nicht vielmehr hier der Platz, wo die politische Auseinandersetzung stattfinden muss, meine Damen und Herren?! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Wer soll denn das glauben?
Ich sage Ihnen offen, Herr Abgeordneter: In viel schwierigeren Zeiten und aufgeregteren Zeiten als jetzt, als es den Menschen nicht so gut gegangen ist wie jetzt, wäre ein Toni Benya niemals auf solche Ideen gekommen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Wer soll denn das glauben?) Die wären nicht einmal vorgetragen worden. (Abg. Silhavy: Ein österreichischer Bundeskanzler hätte sich auch niemals so weit gewagt ...!)
Abg. Silhavy: Ein österreichischer Bundeskanzler hätte sich auch niemals so weit gewagt ...!
Ich sage Ihnen offen, Herr Abgeordneter: In viel schwierigeren Zeiten und aufgeregteren Zeiten als jetzt, als es den Menschen nicht so gut gegangen ist wie jetzt, wäre ein Toni Benya niemals auf solche Ideen gekommen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Wer soll denn das glauben?) Die wären nicht einmal vorgetragen worden. (Abg. Silhavy: Ein österreichischer Bundeskanzler hätte sich auch niemals so weit gewagt ...!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Gerade heute ist die Sensibilität in der Tonlage vielfach eingemahnt worden, und es ist eingemahnt worden, man solle nicht Druck ausüben. Aber was anderes als das Ausüben von Druck auf die Arbeitnehmer, die in der Früh in die Arbeit wollen, auf die Wirtschaft, auf die Kinder, auf die Eltern und auf die Volksvertreter ist das? (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Sagen Sie die Wahrheit!
Meine Damen und Herren! Ich sage Ihnen etwas, ganz unaufgeregt: Diese Regierung weicht keinem Druck! (Ruf bei der SPÖ: Sagen Sie die Wahrheit!) Wir sind nicht bei den Sanktionen gewankt, wir sind am Anfang im Frühjahr nicht bei den Straßendemonstrationen gewankt. Wir werden auch nicht weichen, wenn ein heißer Herbst oder sonst irgendetwas oder Menschenketten angedroht werden. (Abg. Heinzl: Das ist eine Drohung!) Diese Regierung sucht den Dialog, aber sie weicht auch nicht dem Druck von außen. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Heinzl: Das ist eine Drohung!
Meine Damen und Herren! Ich sage Ihnen etwas, ganz unaufgeregt: Diese Regierung weicht keinem Druck! (Ruf bei der SPÖ: Sagen Sie die Wahrheit!) Wir sind nicht bei den Sanktionen gewankt, wir sind am Anfang im Frühjahr nicht bei den Straßendemonstrationen gewankt. Wir werden auch nicht weichen, wenn ein heißer Herbst oder sonst irgendetwas oder Menschenketten angedroht werden. (Abg. Heinzl: Das ist eine Drohung!) Diese Regierung sucht den Dialog, aber sie weicht auch nicht dem Druck von außen. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich sage Ihnen etwas, ganz unaufgeregt: Diese Regierung weicht keinem Druck! (Ruf bei der SPÖ: Sagen Sie die Wahrheit!) Wir sind nicht bei den Sanktionen gewankt, wir sind am Anfang im Frühjahr nicht bei den Straßendemonstrationen gewankt. Wir werden auch nicht weichen, wenn ein heißer Herbst oder sonst irgendetwas oder Menschenketten angedroht werden. (Abg. Heinzl: Das ist eine Drohung!) Diese Regierung sucht den Dialog, aber sie weicht auch nicht dem Druck von außen. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dietachmayr: Da kann diese Regierung nichts dafür!
Die Frau Vizekanzlerin, das gesamte Team und ich haben vor zehn Monaten – gestern waren es genau zehn Monate – die Regierung übernommen und führen sie seither. Sie können jetzt durchaus vieles kritisieren – manches ist gelungen, anderes ist vielleicht Ihrer Meinung nach nicht so gut gelungen –, aber nehmen Sie einmal unaufgeregt und sachlich die Daten zur Hand, das hilft. Fakten können nicht geleugnet werden. (Abg. Dietachmayr: Da kann diese Regierung nichts dafür!)
Abg. Dietachmayr: Auch nicht Ihr Verdienst!
Nehmen Sie die Arbeitsmarktlage her, die ein ganz guter Gradmesser für das wirtschaftliche und soziale Wohlergehen im Land ist! (Abg. Dietachmayr: Auch nicht Ihr Verdienst!) Wir haben jetzt im November 3,1 Millionen Beschäftigte. Das heißt, 20 000 Menschen mehr haben Arbeit und Brot als vor einem Jahr, meine Damen und Herren. Die Arbeitslosigkeit ist um 13 Prozent zurückgegangen. Sie haben immer behauptet, es werde gerade den älteren Menschen in Österreich schlechter gehen, Tatsache ist: Die Zahl der Arbeitslosen über 50 Jahre ist um insgesamt 19 Prozent zurückgegangen. (Abg. Dr. Jarolim: Ein unredlicher Vergleich!) Die Zahl der Arbeitslosen über 55 Jahre ist um über 25 Prozent zurückgegangen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Großartig!) Ein großer Erfolg für das soziale Augenmaß dieser Regierung!
Abg. Dr. Jarolim: Ein unredlicher Vergleich!
Nehmen Sie die Arbeitsmarktlage her, die ein ganz guter Gradmesser für das wirtschaftliche und soziale Wohlergehen im Land ist! (Abg. Dietachmayr: Auch nicht Ihr Verdienst!) Wir haben jetzt im November 3,1 Millionen Beschäftigte. Das heißt, 20 000 Menschen mehr haben Arbeit und Brot als vor einem Jahr, meine Damen und Herren. Die Arbeitslosigkeit ist um 13 Prozent zurückgegangen. Sie haben immer behauptet, es werde gerade den älteren Menschen in Österreich schlechter gehen, Tatsache ist: Die Zahl der Arbeitslosen über 50 Jahre ist um insgesamt 19 Prozent zurückgegangen. (Abg. Dr. Jarolim: Ein unredlicher Vergleich!) Die Zahl der Arbeitslosen über 55 Jahre ist um über 25 Prozent zurückgegangen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Großartig!) Ein großer Erfolg für das soziale Augenmaß dieser Regierung!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Großartig!
Nehmen Sie die Arbeitsmarktlage her, die ein ganz guter Gradmesser für das wirtschaftliche und soziale Wohlergehen im Land ist! (Abg. Dietachmayr: Auch nicht Ihr Verdienst!) Wir haben jetzt im November 3,1 Millionen Beschäftigte. Das heißt, 20 000 Menschen mehr haben Arbeit und Brot als vor einem Jahr, meine Damen und Herren. Die Arbeitslosigkeit ist um 13 Prozent zurückgegangen. Sie haben immer behauptet, es werde gerade den älteren Menschen in Österreich schlechter gehen, Tatsache ist: Die Zahl der Arbeitslosen über 50 Jahre ist um insgesamt 19 Prozent zurückgegangen. (Abg. Dr. Jarolim: Ein unredlicher Vergleich!) Die Zahl der Arbeitslosen über 55 Jahre ist um über 25 Prozent zurückgegangen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Großartig!) Ein großer Erfolg für das soziale Augenmaß dieser Regierung!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Zahl der Unternehmensneugründungen – auch ein relativ interessanter Gradmesser dafür, wie es in der Wirtschaft läuft – war bis zum Sommer dieses Jahres bereits um ein Viertel höher als im vergangenen Jahr, und das vergangene Jahr war bereits ein Rekordjahr in der Geschichte. Also kein Grund, die Köpfe hängen zu lassen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Hannes Bauer.
Im Bereich der Exporte ein überaus erfreuliches Jahr: Wir hatten in den ersten Monaten dieses Jahres – bis Juli – immerhin eine Steigerung der Exporte von sage und schreibe 16 Prozent. Warum wollen Sie diese Leistung, die nicht von der Regierung allein zu bewerkstelligen und auch gar nicht zu verantworten ist, nicht sehen? (Zwischenruf des Abg. Dr. Hannes Bauer. ) Freuen Sie sich doch mit uns darüber, dass wir im nächsten Jahr erstmals auf Exporte in einer
Zwischenruf des Abg. Edler
Nächster Punkt: Inflationsrate – ein Lieblingsthema des SPÖ-Vorsitzenden. Zwei Länder in ganz Europa sind besser als wir, nämlich Großbritannien und Schweden. Alle anderen sind schlechter (Zwischenruf des Abg. Edler ), haben höhere Inflationsraten als wir. Also kein Grund, in Panik zu geraten, schon gar kein Grund, damit ein politisches Spiel zu machen!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Ist Ihnen das nicht peinlich?
Meine Damen und Herren! Ich habe all das an den Beginn der Beantwortung der Anfrage gestellt, damit wir nicht von zwei verschiedenen Ländern sprechen. Sie kritisieren ein Land und eine Regierung, die nicht identisch ist mit den Daten und der Realität hier in Österreich. Ich rede über das wirkliche Österreich! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Ist Ihnen das nicht peinlich?) – Nein, das, was mir peinlich ist – ich darf es ganz offen sagen –, ist der Stil mancher.
Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn auf den Plakaten von "Checkpoint Austria", die all diese Aktionen gemacht haben, zu lesen ist: Wenn Idioten regieren, dann ist Treffpunkt!, muss ich sagen: Überlegen Sie einmal Ihre Sprachwahl, Herr Abgeordneter! (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Edlinger: Es geht ja nicht um die Stunden!
Wir haben seit dem Amtsantritt dieser Regierung – ich habe gestern gebeten, dass alle Minister und Kabinette das bis heute auflisten – sage und schreibe 286 Verhandlungsrunden, alle Ministerien, nur mit den Sozialpartnern gehabt. Die Dauer der Verhandlungen mit den Sozialpartnern in den letzten zehn Monaten liegt bei 1 120 Stunden. Niemand kann behaupten, dass in irgendeiner anderen Regierungsphase mehr Kontakte und Gespräche mit den Sozialpartnern stattgefunden haben als jetzt unter dieser Bundesregierung. (Abg. Edlinger: Es geht ja nicht um die Stunden!)
Abg. Dr. Jarolim: Hanebüchen ist das, wer soll denn das glauben?
Wir haben auch inhaltlich einiges weitergebracht. Ich glaube, wenn Sie in stiller Stunde, wenn diese Aktionen ausgeklungen sind, nachdenken (Abg. Dr. Jarolim: Hanebüchen ist das, wer soll denn das glauben?), dann werden Sie durchaus manches finden, das im Interesse der Sozialpartner ist und auf Ihre Gedanken zurückgeht.
Abg. Dr. Jarolim: Erklären Sie uns die Strategie!
Ein Punkt, den ich besonders erwähnen möchte, weil er ja auch immer wieder kritisiert wird, ist die Privatisierungsstrategie. (Abg. Dr. Jarolim: Erklären Sie uns die Strategie!) Überlegen Sie einmal, was eigentlich dahinter gestanden ist. In der schweren Krise der verstaatlichten Industrie,1985/1986, wurde die ÖIAG damals neu strukturiert. Zunächst gab es Erfolge. Dann wurde wieder zentralisiert, von Streicher und Sekyra, und es wurden die Austrian Industries gegründet. Weitere Milliardenverluste folgten mit der AMAG-Krise, und dann haben Johannes Ditz und ich, damals Wirtschaftsminister, die Dezentralisierung und Privatisierung erstmals durchgesetzt.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es gab wichtige Börseneinführungen, in den drei Jahren – 1994 bis 1996 – insgesamt 23 Milliarden Schilling an Privatisierungserlösen. Aber – und das ist der interessante Punkt – die Refundierungsverpflichtungen des Bundes sind in diesem Zeitraum von 46,9 Milliarden auf sage und schreibe 46,86 Milliarden Schilling verringert worden. Das heißt, der Kernpunkt war: Man hat zwar um mehr als 20 Milliarden Schilling privatisiert, aber die Höhe der vom Bund garantierten ÖIAG-Schulden ist völlig unverändert geblieben. Wenn Sie das eine richtige Strategie nennen, nämlich Privatisierungserlöse für die Zinsenzahlungen von Schulden einzusetzen, dann gratuliere ich, meine Damen und Herren. Aber das ist nicht unser Weg. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das ist eine vernünftige Strategie, und dazu stehen wir. Sie ist nämlich auch gut für das Land und für die Betriebe, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Mit diesen Punkten können wir durchaus zufrieden sein. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Offensiv drübergefahren sind Sie!
Zur Frage 8 – sie bezieht sich auf die notwendigen Offensivmaßnahmen, die wir uns vorgenommen haben –: Offensiv haben wir Arbeiter mit Angestellten im Krankheitsfall gleichgestellt. (Abg. Dr. Gusenbauer: Offensiv drübergefahren sind Sie!) Offensiv haben wir für die Pensionisten, wie schon erwähnt, 5,5 Milliarden Schilling zur Verfügung gestellt. Wir haben umgehend auf den gestiegenen Benzinpreis und die Heizölpreise reagiert und die große Pendlerpauschale erhöht. Wir haben die Initiative für eine Erhöhung des Heizkostenzuschusses für Bedürftige ergriffen und den Bundesländern angeboten, ihre Maßnahmen durch einen Beitrag des Bundes zu unterstützen, damit niemand trotz gestiegener Heizkosten frieren muss.
Abg. Ing. Westenthaler: Zwei SPÖ-Bundesländer, glaube ich!
Es wäre vielleicht einmal interessant, auch den Ländern Burgenland und Wien zu empfehlen, dass sie bei diesen Maßnahmen, die alle anderen Bundesländer schon gesetzt haben, mitziehen (Abg. Ing. Westenthaler: Zwei SPÖ-Bundesländer, glaube ich!), damit die Ärmsten der Armen auch wirklich in den Genuss dieser Maßnahmen kommen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es wäre vielleicht einmal interessant, auch den Ländern Burgenland und Wien zu empfehlen, dass sie bei diesen Maßnahmen, die alle anderen Bundesländer schon gesetzt haben, mitziehen (Abg. Ing. Westenthaler: Zwei SPÖ-Bundesländer, glaube ich!), damit die Ärmsten der Armen auch wirklich in den Genuss dieser Maßnahmen kommen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Jarolim: Ist das Ihre Leistung?
Das Verhältnis Schüler je Lehrer liegt in der OECD – das sind die entwickelten Industrieländer – bei 15,7, also 15,7 Schüler pro Lehrer, in Österreich kommen 9,5 Schüler auf einen Lehrer. (Abg. Dr. Jarolim: Ist das Ihre Leistung?) Da soll irgendjemand sagen, das österreichische Bildungssystem werde kaputtgespart oder sei schlecht. Das Gegenteil ist wahr, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das Verhältnis Schüler je Lehrer liegt in der OECD – das sind die entwickelten Industrieländer – bei 15,7, also 15,7 Schüler pro Lehrer, in Österreich kommen 9,5 Schüler auf einen Lehrer. (Abg. Dr. Jarolim: Ist das Ihre Leistung?) Da soll irgendjemand sagen, das österreichische Bildungssystem werde kaputtgespart oder sei schlecht. Das Gegenteil ist wahr, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Jarolim: Reden Sie über Ihre Leistungen, nicht über die Leistung anderer!
Wir liegen weit vor vergleichbaren Ländern wie Deutschland, der Schweiz oder den Niederlanden; damit wir uns jetzt nicht mit anderen vergleichen. (Abg. Dr. Jarolim: Reden Sie über Ihre Leistungen, nicht über die Leistung anderer!) Wir sind da weitaus besser.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Universitäten bekommen nächstes Jahr 855 Millionen Schilling zusätzlich für Investitionen, die Fachhochschulen 300 Millionen Schilling, von der Technologiemilliarde stehen 200 Millionen Schilling als erste Tranche zur Verfügung. Die finanziellen Mittel für die Schulgebäude werden um 400 Millionen Schilling aufgestockt, auch die Personalkosten steigen um 600 Millionen Schilling. Insgesamt stehen im Jahr 2001 um 7,5 Milliarden Schilling mehr für Bildung zur Verfügung. Sagen Sie das genauso den Menschen, wie Sie Ihre kritischen Bemerkungen anbringen, und dann ist ein ausgewogenes Bild da! Das österreichische System ist nämlich sehr gut. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Hofmann auch!
Ich möchte aber auch einen Sozialpartner, nämlich die Wirtschaftskammer, hier lobend erwähnen, die in der Kammerreform einen Impuls aufgegriffen hat, der im Regierungsprogramm voll drinnen steht, nämlich eine schlankere, bürgernähere Institution zu werden. Ich möchte Herrn Christoph Leitl, dem Präsidenten der Wirtschaftskammer, sehr danken und zu seinem mutigen Reformschritt gratulieren, der die Zustimmung aller politischen Fraktionen im Kammertag gefunden hat (Abg. Haigermoser: Hofmann auch!), wo immerhin 30 Prozent der Beiträge für die Unternehmungen eingespart werden. (Abg. Haigermoser: Hofmann auch!) Ja, bitte, alle drei. Selbstverständlich! – Es haben dort alle mitgewirkt, dass 30 Prozent der Einnahmen eingespart werden. Das sind immerhin in Etappen über 2 Milliarden Schilling. Es wird dafür gesorgt, dass das Leistungsangebot stark und bürgernah bleibt. So muss es gehen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Hofmann auch!
Ich möchte aber auch einen Sozialpartner, nämlich die Wirtschaftskammer, hier lobend erwähnen, die in der Kammerreform einen Impuls aufgegriffen hat, der im Regierungsprogramm voll drinnen steht, nämlich eine schlankere, bürgernähere Institution zu werden. Ich möchte Herrn Christoph Leitl, dem Präsidenten der Wirtschaftskammer, sehr danken und zu seinem mutigen Reformschritt gratulieren, der die Zustimmung aller politischen Fraktionen im Kammertag gefunden hat (Abg. Haigermoser: Hofmann auch!), wo immerhin 30 Prozent der Beiträge für die Unternehmungen eingespart werden. (Abg. Haigermoser: Hofmann auch!) Ja, bitte, alle drei. Selbstverständlich! – Es haben dort alle mitgewirkt, dass 30 Prozent der Einnahmen eingespart werden. Das sind immerhin in Etappen über 2 Milliarden Schilling. Es wird dafür gesorgt, dass das Leistungsangebot stark und bürgernah bleibt. So muss es gehen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte aber auch einen Sozialpartner, nämlich die Wirtschaftskammer, hier lobend erwähnen, die in der Kammerreform einen Impuls aufgegriffen hat, der im Regierungsprogramm voll drinnen steht, nämlich eine schlankere, bürgernähere Institution zu werden. Ich möchte Herrn Christoph Leitl, dem Präsidenten der Wirtschaftskammer, sehr danken und zu seinem mutigen Reformschritt gratulieren, der die Zustimmung aller politischen Fraktionen im Kammertag gefunden hat (Abg. Haigermoser: Hofmann auch!), wo immerhin 30 Prozent der Beiträge für die Unternehmungen eingespart werden. (Abg. Haigermoser: Hofmann auch!) Ja, bitte, alle drei. Selbstverständlich! – Es haben dort alle mitgewirkt, dass 30 Prozent der Einnahmen eingespart werden. Das sind immerhin in Etappen über 2 Milliarden Schilling. Es wird dafür gesorgt, dass das Leistungsangebot stark und bürgernah bleibt. So muss es gehen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Bravorufe des Abg. Dr. Khol.
Ich hoffe daher sehr, dass wir den Mut finden, ein klares Wort gegen die Mobilisierung der Straße und gegen die Druckausübung zu sagen, und dass wir zu jenem Stil zurückkehren, der Österreich eigentlich stark gemacht hat: hier zu diskutieren, hier zu streiten, sich nicht auseinander zu setzen, sondern zusammenzusetzen, damit für Österreich auch gute Lösungen erreicht werden. – Alles Gute! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Bravorufe des Abg. Dr. Khol. )
Abg. Dr. Khol: Bank Burgenland!
Daher ist bei den Dringlichen Anfragen der Regierungsparteien, und zwar zuletzt bei der Dringlichen Anfrage zur Bank Austria (Abg. Dr. Khol: Bank Burgenland!) – ich berichtige: zur Bank Burgenland, ich bitte die Bank Austria um Entschuldigung! – so vorgegangen worden –: Begründer: Schweitzer, Antwort: Finanzminister, erster Redner: Abgeordneter Edlinger von der stärksten Fraktion.
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Friedrich Verzetnitsch (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Ganz unaufgeregt: Sie scheuen Kritik! Wenn man Ihnen zuhört, stellt man das fest. Sie scheuen Kritik! Das ist in allen Fällen bemerkbar. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Solch ein Unsinn! Ungeheuerlich!
Ich höre hier vom Herrn Bundeskanzler, von verschiedenen Rednern: Ihr belagert das Parlament! – Ja, meine Damen und Herren, gibt es, wenn das Parlament tagt, ein Demonstrationsverbot? Sehr wohl gibt es eine Bannmeile, an die halten wir uns auch, und wir sind auch nicht bereit, diese zu überschreiten, aber ich lasse mir auch von Ihnen nicht Dinge unterstellen, die Sie vielleicht selbst planen: dass Sie nämlich inszenierte Demonstrationen innerhalb der Bannmeile vielleicht überlegen. Das muss auch klar und deutlich hier einmal gesagt werden! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Solch ein Unsinn! Ungeheuerlich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen schon sehr viel Angst haben!
Es muss schon sehr in der Demokratie hinterfragt werden, wieso denn Brenner-Blockaden, wieso denn Grenzblockaden, wieso denn Bauerndemonstrationen zulässig sind, aber wenn Arbeiter, Angestellte und Beamte einmal ihre Meinung in einem unabhängigen Gewerkschaftsbund sagen wollen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen schon sehr viel Angst haben!), dann ist Ihnen das nicht recht. Das sollten Sie auch zur Kenntnis nehmen! (Beifall und Zwischenrufe bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Khol: Aber nicht gegen die Regierung, nicht gegen das Parlament!)
Beifall und Zwischenrufe bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Khol: Aber nicht gegen die Regierung, nicht gegen das Parlament!
Es muss schon sehr in der Demokratie hinterfragt werden, wieso denn Brenner-Blockaden, wieso denn Grenzblockaden, wieso denn Bauerndemonstrationen zulässig sind, aber wenn Arbeiter, Angestellte und Beamte einmal ihre Meinung in einem unabhängigen Gewerkschaftsbund sagen wollen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen schon sehr viel Angst haben!), dann ist Ihnen das nicht recht. Das sollten Sie auch zur Kenntnis nehmen! (Beifall und Zwischenrufe bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Khol: Aber nicht gegen die Regierung, nicht gegen das Parlament!)
Beifall bei der SPÖ.
Es wird der soziale Dialog in vielen Reden so sehr strapaziert. Nehmen Sie zur Kenntnis: Ja zum sozialen Dialog, aber ein klares Nein zum sozialen Diktat, wie Sie es laufend vorhaben! Ich wiederhole: Ein klares Nein zum sozialen Diktat! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Das kann jeder!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Da wird kritisiert, dass man Telefonnummern und E-Mail-Adressen der Abgeordneten kundtut. Die vier Parlamentsparteien haben im Parlament entschieden, dass es eine Internet-Seite des Parlaments gibt. Jeder Bürger und jede Bürgerin kann auf dieser Internet-Seite die Telefonnummer und die E-Mail-Adresse abrufen. (Abg. Dr. Khol: Das kann jeder!) Jeder kann das tun. Warum unterstellen Sie uns dann etwas, was vielleicht in die Debatte der Spitzelaffäre fällt? Wir machen das nicht, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Na bitte!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Na bitte!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Da wird kritisiert, dass man Telefonnummern und E-Mail-Adressen der Abgeordneten kundtut. Die vier Parlamentsparteien haben im Parlament entschieden, dass es eine Internet-Seite des Parlaments gibt. Jeder Bürger und jede Bürgerin kann auf dieser Internet-Seite die Telefonnummer und die E-Mail-Adresse abrufen. (Abg. Dr. Khol: Das kann jeder!) Jeder kann das tun. Warum unterstellen Sie uns dann etwas, was vielleicht in die Debatte der Spitzelaffäre fällt? Wir machen das nicht, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Na bitte!)
Abg. Mag. Kukacka: Bei der SPÖ wart ihr schon Faserschmeichler!
Eines werden Sie sicher nicht erleben: dass die Gewerkschaften Faserschmeichler werden. (Abg. Mag. Kukacka: Bei der SPÖ wart ihr schon Faserschmeichler!) Wir waren beim Budgetdialog. Was haben wir dort gehört? – Wir wissen zwar noch nicht wie, aber wir wollen das Ziel erreichen.
Abg. Ing. Westenthaler: Außer Edlinger!
Herr Bundeskanzler! Sie saßen neben mir, und Sie haben mich eingeladen, bei der Pressekonferenz dabei zu sein. Dort habe ich klar und deutlich gesagt – und ich wiederhole das; das ist in den Protokollen wirklich schon zur Genüge festgehalten –: Kein Vernünftiger wird sich der Reduzierung des Defizits widersetzen. – Aber nicht mehr! (Abg. Ing. Westenthaler: Außer Edlinger!) Klar und deutlich habe ich dem hinzugefügt: Es wird aber sehr wohl zu diskutieren sein, wie dieses Ziel erreicht wird! Ich habe auch verlangt, dass noch eine achte Säule in die Grasser-Säulen-Darstellung eingebaut wird. Ich habe gleichfalls in Ihrer Anwesenheit verlangt, dass auch ein Treffsicherheitsbericht bei Steuern, Abgaben und Transferleistungen kommt. – Das haben wir nicht. Aber Sie werfen uns hier vor, wir entzögen uns dem Dialog.
Abg. Dr. Khol: Sie meinen vereinnahmen! – Abg. Ing. Westenthaler: Freud’scher Versprecher!
Eines macht das schon klar: Sich mit Ihnen nur irgendwo hinzusetzen, birgt die Gefahr in sich, dass Sie einen einvernehmen, ohne dass Sie einen tatsächlich einvernehmen können. (Abg. Dr. Khol: Sie meinen vereinnahmen! – Abg. Ing. Westenthaler: Freud’scher Versprecher!) Das müssen Sie auch zur Kenntnis nehmen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Eines macht das schon klar: Sich mit Ihnen nur irgendwo hinzusetzen, birgt die Gefahr in sich, dass Sie einen einvernehmen, ohne dass Sie einen tatsächlich einvernehmen können. (Abg. Dr. Khol: Sie meinen vereinnahmen! – Abg. Ing. Westenthaler: Freud’scher Versprecher!) Das müssen Sie auch zur Kenntnis nehmen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Wen?
Herr Abgeordneter Khol! Da wird von Ihnen und auch anderen Personen seit Tagen versucht, uns auseinander zu dividieren. (Abg. Dr. Khol: Wen?) Zum Beispiel die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst und die anderen Gewerkschaften, den Kollegen Neugebauer und die mehrheitlich Ihrer Partei angehörende Gewerkschaft Öffentlicher Dienst. Faktum ist, dass es eine einstimmige Beschlusslage gibt. Faktum ist auch, dass auch die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst und auch Kollege Neugebauer an dieser Menschenkette teilnehmen werden. (Abg. Grabner: Hört! Hört! – Abg. Edlinger: Gescheiter Mensch!) Das ist ein Faktum!
Abg. Grabner: Hört! Hört! – Abg. Edlinger: Gescheiter Mensch!
Herr Abgeordneter Khol! Da wird von Ihnen und auch anderen Personen seit Tagen versucht, uns auseinander zu dividieren. (Abg. Dr. Khol: Wen?) Zum Beispiel die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst und die anderen Gewerkschaften, den Kollegen Neugebauer und die mehrheitlich Ihrer Partei angehörende Gewerkschaft Öffentlicher Dienst. Faktum ist, dass es eine einstimmige Beschlusslage gibt. Faktum ist auch, dass auch die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst und auch Kollege Neugebauer an dieser Menschenkette teilnehmen werden. (Abg. Grabner: Hört! Hört! – Abg. Edlinger: Gescheiter Mensch!) Das ist ein Faktum!
Oh-Rufe bei der SPÖ.
Erstens: Er wird keinen Gewerkschafter geben, der ein Verhandlungsergebnis auf dem Tisch hat und dann sagt: Jetzt streiken wir! Herr Neugebauer wurde vor drei Stunden auf Grund Ihrer Anfrage, die Sie hier vorgelegt haben, gefragt: Kollege Neugebauer, du hast mir für das ÖGB-Präsidium gesagt, es gibt keine Vereinbarung, deswegen stimmt ihr dem Streik zu. Stimmt das oder stimmt das nicht? – Seine Antwort darauf: Es gibt keine Vereinbarung! (Oh-Rufe bei der SPÖ.) Die Gespräche mit der Frau Bundesministerin sind nicht abgeschlossen worden. Meine sehr geehrten Damen und Herren, das soll auch klar und deutlich hier in den Raum gestellt werden. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Erstens: Er wird keinen Gewerkschafter geben, der ein Verhandlungsergebnis auf dem Tisch hat und dann sagt: Jetzt streiken wir! Herr Neugebauer wurde vor drei Stunden auf Grund Ihrer Anfrage, die Sie hier vorgelegt haben, gefragt: Kollege Neugebauer, du hast mir für das ÖGB-Präsidium gesagt, es gibt keine Vereinbarung, deswegen stimmt ihr dem Streik zu. Stimmt das oder stimmt das nicht? – Seine Antwort darauf: Es gibt keine Vereinbarung! (Oh-Rufe bei der SPÖ.) Die Gespräche mit der Frau Bundesministerin sind nicht abgeschlossen worden. Meine sehr geehrten Damen und Herren, das soll auch klar und deutlich hier in den Raum gestellt werden. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Jetzt können wir weiter über die einzelnen Punkte sprechen. Meine Damen und Herren! Wenn Sie mir vorwerfen, man sollte doch hier herinnen die Diskussion suchen, dann wiederhole ich das, was ich vor wenigen Stunden hier gesagt habe: Wir haben auf Sozialpartnerebene im Zusammenhang mit der Vier-Wochen-Sperrfrist bei der Arbeitslosigkeit eine Einigung getroffen. Sie haben genauso wie ich die erzürnten Worte des Generalsekretärs der Wirtschaftskammer und meine erzürnten Worte zu dem Sozialpartner-Dialog, wie er geführt wird, wie ich es in den letzten Jahrzehnten nicht gewohnt war, gehört. Herr Bundeskanzler, es hatten die Sozialpartner den Willen, gemeinsam mit den politischen Parteien zu einer Lösung zu kommen, aber anscheinend ist es der Regierung nur darum gegangen, öffentlich nicht zugeben zu müssen, dass es auch andere Wege gibt. Das ist auch ein Faktum, das man in den Raum stellen soll! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wie ist es denn sonst zu verstehen, dass wir, obwohl ich von jedem, auch vom Sozialsprecher der FPÖ, höre: Es ist wirklich wahr, diese Verordnungsermächtigung sollte man wegbringen!, vom Herrn Feurstein höre, die Verordnungsermächtigung sollte man wegbringen, seit der vergangenen Woche nicht zustande bringen, einen Vierparteienantrag, der diese Verordnungsermächtigung bei der Sperre des Arbeitslosengeldes null und nichtig macht, zu erledigen. Es wird wieder einen Zweiparteienantrag geben, und Sie werden wieder sagen: Wo ist denn der Dialog? – Diktat ist kein Dialog, dafür stehe ich nicht zur Verfügung. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt eine Drohung?
Ich habe immer mehr das Gefühl, Sie wollen uns in etwas hineindrohen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt eine Drohung?) Wer hat heute das Wort "Mob" verwendet? Wer hat heute gesagt, das Parlament wird belagert? Wer hat hier in diesem Raum wiederholt gesagt, dass die Gewerkschaften auf die Straße gehen und Unruhe stiften? – Eines werden Sie immer erleben: Gewerkschaften, egal, welche Regierung am Werk ist, werden jede Regierung danach beurteilen, was sie für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tut, und wenn das negativ ist, dann werden sie das öffentlich aufzeigen, ob Sie es wollen oder nicht! (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich habe immer mehr das Gefühl, Sie wollen uns in etwas hineindrohen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt eine Drohung?) Wer hat heute das Wort "Mob" verwendet? Wer hat heute gesagt, das Parlament wird belagert? Wer hat hier in diesem Raum wiederholt gesagt, dass die Gewerkschaften auf die Straße gehen und Unruhe stiften? – Eines werden Sie immer erleben: Gewerkschaften, egal, welche Regierung am Werk ist, werden jede Regierung danach beurteilen, was sie für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tut, und wenn das negativ ist, dann werden sie das öffentlich aufzeigen, ob Sie es wollen oder nicht! (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist kein Theater hier herinnen!
Offensichtlich ist dieses Anliegen den Vertretern der Regierungsparteien selbst nicht dringlich genug, und deshalb ersuche ich um eine Sitzungsunterbrechung, damit die Abgeordneten von den Regierungsparteien die Möglichkeit haben, an dieser Debatte teilzunehmen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist kein Theater hier herinnen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieder einmal abgeblitzt!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter! Es besteht kein Zweifel, dass das Quorum in diesem Haus gegeben ist, und ich möchte jetzt die Sitzung fortsetzen, dies umso mehr, als ich mich irgendwie verpflichtet fühle, allen vier Fraktionen eine Stellungnahme in der Sache zu ermöglichen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieder einmal abgeblitzt!)
Abg. Oberhaidinger: Eine andere Regierung!
Mich würde jetzt interessieren, Herr Präsident: Was ist das Ziel der geplanten Menschenkette, das Ziel der Demonstrationen, das Ziel der illegalen Versammlung? Was ist das Ziel dieser Aktionen? – Ist es das Ziel, diese Republik zu destabilisieren? Was ist Ihr Ziel? (Abg. Oberhaidinger: Eine andere Regierung!) Sie distanzieren sich nicht von antidemokratischen Maßnahmen. Den Wert von illegalen Versammlungen können Sie in der heutigen Ausgabe der "Kronen Zeitung" finden. Sie werden das sicher gelesen haben. 74 Demonstrationen, überwiegend illegal, finden keinen Widerhall bei folgenden Befragten: Ein Postbediensteter sagt: " Was die Berufs-Demonstrierer da machen, hat mit einer Demokratie nichts mehr zu tun."
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Und so weiter und so fort. Das sind die Kommentare zu der von Ihnen groß angekündigten Demonstration. Das hat 1950 schon einmal stattgefunden. Da war die treibende Kraft, genauso wie bei diesem "Checkpoint Austria", die Kommunistische Partei Österreichs. Damals hat sich der ÖGB unter Präsident Olah dagegen ausgesprochen und dafür gesorgt, dass es zu stabilen Verhältnissen kommt. Aber Sie mit Ihrer harten Politik sorgen für eine Destabilisierung in dieser Republik. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger – in Richtung des Abg. Verzetnitsch –: Dafür werden Sie auch bezahlt! – Abg. Ing. Westenthaler: Unentschuldigt! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Entschuldigen Sie schon, Herr Präsident Verzetnitsch: Sie haben hier als Abgeordneter dabei zu sein, wenn es darum geht, über das Budget 2001 dieser Republik abzustimmen – und nicht mit zu demonstrieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger – in Richtung des Abg. Verzetnitsch –: Dafür werden Sie auch bezahlt! – Abg. Ing. Westenthaler: Unentschuldigt! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich darf Ihnen nur Folgendes sagen und an Sie nochmals appellieren: Erinnern Sie sich daran, dass Österreich auf stabilen demokratischen Beinen steht! Gefährden Sie mit Ihren Maßnahmen nicht diesen Weg und diesen Kurs! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Grabner: Sie sollten das der ÖVP sagen!
Man sollte der Wahrheit eine Chance geben. Man sollte der Öffentlichkeit durchaus einmal sagen, warum denn die AHS-Lehrer streiken. (Abg. Grabner: Sie sollten das der ÖVP sagen!) Es ist ja interessant, warum die AHS-Lehrer streiken. – Sie streiken, weil ein Klassenvorstand für eine monatliche Zulage von 2 000 S eine Stunde länger arbeiten soll. Das ist der Streikgrund Nummer eins. Streikgrund Nummer zwei ist, dass für eine Überstunde 385 S einheitlich gezahlt werden und nicht mehr je nach Einstufung des AHS-Lehrers. – Jetzt frage ich Sie: Welcher Arbeiter und Angestellte in Österreich bekommt für eine Überstunde 385 S? Schauen Sie einmal
Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Pilz.
Weil ich immer wieder höre, wir würden eine Politik der "Grauslichkeiten" und Ähnliches machen: Jetzt muss man schon einmal hinterfragen, was in unserer Republik seit dem 4. Februar dieses Jahres los ist. – Da gibt es Beschuldigungen Unschuldiger. Da gibt es gefälschte Briefe, die liegen im Keller herum, das interessiert aber keinen, es wird dann totgeschwiegen. Staatsanwälte und Richter geben Pressekonferenzen, anstatt ihre Arbeit ordnungsgemäß zu erledigen. Das ist wirklich hochinteressant! (Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Pilz. )
Abg. Dr. Pilz: Was?
Herr Pilz lacht am allerlautesten, bei dem mich interessieren würde, woher er seine Informationen hat, wofür er auch schon verurteilt wurde. (Abg. Dr. Pilz: Was?) Das ist nämlich ganz spaßig, Herr Pilz. Das ist ganz eigenartig, was Sie in Ihren Ausführungen immer wieder betonen. (Abg. Dr. Pilz: Ich bin nicht verurteilt worden!) Sie sind nicht verurteilt worden?! Die "Universale"-Geschichte ist schon wieder vergessen, oder wie? Haben Sie das schon vergessen? (Abg. Dr. Pilz: Ich bin nicht verurteilt worden!) Herr Pilz, Sie sind verurteilt worden, und das lässt sich auch mit einem Nein nicht wegleugnen! Das würde mich interessieren, woher Sie Ihre Unterlagen und Informationen haben. (Abg. Dr. Pilz: Das ist eine Verleumdung!)
Abg. Dr. Pilz: Ich bin nicht verurteilt worden!
Herr Pilz lacht am allerlautesten, bei dem mich interessieren würde, woher er seine Informationen hat, wofür er auch schon verurteilt wurde. (Abg. Dr. Pilz: Was?) Das ist nämlich ganz spaßig, Herr Pilz. Das ist ganz eigenartig, was Sie in Ihren Ausführungen immer wieder betonen. (Abg. Dr. Pilz: Ich bin nicht verurteilt worden!) Sie sind nicht verurteilt worden?! Die "Universale"-Geschichte ist schon wieder vergessen, oder wie? Haben Sie das schon vergessen? (Abg. Dr. Pilz: Ich bin nicht verurteilt worden!) Herr Pilz, Sie sind verurteilt worden, und das lässt sich auch mit einem Nein nicht wegleugnen! Das würde mich interessieren, woher Sie Ihre Unterlagen und Informationen haben. (Abg. Dr. Pilz: Das ist eine Verleumdung!)
Abg. Dr. Pilz: Ich bin nicht verurteilt worden!
Herr Pilz lacht am allerlautesten, bei dem mich interessieren würde, woher er seine Informationen hat, wofür er auch schon verurteilt wurde. (Abg. Dr. Pilz: Was?) Das ist nämlich ganz spaßig, Herr Pilz. Das ist ganz eigenartig, was Sie in Ihren Ausführungen immer wieder betonen. (Abg. Dr. Pilz: Ich bin nicht verurteilt worden!) Sie sind nicht verurteilt worden?! Die "Universale"-Geschichte ist schon wieder vergessen, oder wie? Haben Sie das schon vergessen? (Abg. Dr. Pilz: Ich bin nicht verurteilt worden!) Herr Pilz, Sie sind verurteilt worden, und das lässt sich auch mit einem Nein nicht wegleugnen! Das würde mich interessieren, woher Sie Ihre Unterlagen und Informationen haben. (Abg. Dr. Pilz: Das ist eine Verleumdung!)
Abg. Dr. Pilz: Das ist eine Verleumdung!
Herr Pilz lacht am allerlautesten, bei dem mich interessieren würde, woher er seine Informationen hat, wofür er auch schon verurteilt wurde. (Abg. Dr. Pilz: Was?) Das ist nämlich ganz spaßig, Herr Pilz. Das ist ganz eigenartig, was Sie in Ihren Ausführungen immer wieder betonen. (Abg. Dr. Pilz: Ich bin nicht verurteilt worden!) Sie sind nicht verurteilt worden?! Die "Universale"-Geschichte ist schon wieder vergessen, oder wie? Haben Sie das schon vergessen? (Abg. Dr. Pilz: Ich bin nicht verurteilt worden!) Herr Pilz, Sie sind verurteilt worden, und das lässt sich auch mit einem Nein nicht wegleugnen! Das würde mich interessieren, woher Sie Ihre Unterlagen und Informationen haben. (Abg. Dr. Pilz: Das ist eine Verleumdung!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Empören Sie sich einmal darüber, dass es in unserer Republik Menschen gibt, die ungerechtfertigterweise vom Dienst suspendiert werden, die dann wieder in den Dienst gestellt werden müssen, die mit gefälschten Briefen belastet werden! In dieser Angelegenheit höre ich von Ihnen keinen Ton. Da würde ich mir erwarten, dass Sie einmal Ihre Stimme erheben! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Präsident Verzetnitsch und Sie von der SPÖ, ich fordere Sie auf: Distanzieren Sie sich davon! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Martin Graf: Sie können sich hinter der Immunität verstecken!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Gaugg hat behauptet – und er hat sich auf Informationsbeschaffungen bezogen –, ich sei einschlägig verurteilt. – Ich bin weder einschlägig noch nicht einschlägig, sondern überhaupt nicht rechtskräftig verurteilt. Ich verfüge über keine einzige Vorstrafe, über keine gerichtliche Verurteilung (Abg. Dr. Martin Graf: Sie können sich hinter der Immunität verstecken!) und lege darauf größten Wert. (Abg. Ing. Westenthaler: Einen Tag im Knast!)
Abg. Ing. Westenthaler: Einen Tag im Knast!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Gaugg hat behauptet – und er hat sich auf Informationsbeschaffungen bezogen –, ich sei einschlägig verurteilt. – Ich bin weder einschlägig noch nicht einschlägig, sondern überhaupt nicht rechtskräftig verurteilt. Ich verfüge über keine einzige Vorstrafe, über keine gerichtliche Verurteilung (Abg. Dr. Martin Graf: Sie können sich hinter der Immunität verstecken!) und lege darauf größten Wert. (Abg. Ing. Westenthaler: Einen Tag im Knast!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber keine tatsächliche Berichtigung! Eingesperrt war er einen Tag! Das ist die Wahrheit!
Herr Abgeordneter Gaugg! Würden Sie diese Behauptung nicht hier, sondern bei einer Pressekonferenz wiederholen, müsste ich Sie wegen Verleumdung klagen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber keine tatsächliche Berichtigung! Eingesperrt war er einen Tag! Das ist die Wahrheit!)
Abg. Verzetnitsch: Wie die Menschenkette!
Die Demonstration gegen Temelin an den Grenzen beispielsweise war angemeldet und behördlich genehmigt. (Abg. Verzetnitsch: Wie die Menschenkette!) Die Verkehrsblockaden heute Vormittag, Herr Präsident Verzetnitsch, waren keine genehmigten Demonstrationen. Das ist ein formaler Unterschied!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Der zweite Unterschied ist eigentlich noch wesentlich wichtiger: Hinter der Demonstration gegen Temelin steht die gesamte Bevölkerung in dieser Region Österreichs, hinter der Verkehrsblockade heute Vormittag und der "Menschenkette" heute Nachmittag hingegen steht ein alles andere als perfekter Organisationsapparat, dessen Ziel nicht die Artikulation der Interessen der Bevölkerung ist, sondern die Beeinträchtigung der freien Fahrt zum Arbeitsplatz, aber auch der freien Bewegung hin zum Parlament. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Aha-Rufe bei der ÖVP.
Zu dem, was Sie heute hier gesagt haben in Bezug auf freie Meinungsäußerung: Ich habe meine E-Mail-Adresse durchaus im Computer drinnen. Aber wenn mich jemand anschreibt, dann sollte er das wenigstens aus freien Stücken tun. Ich habe nämlich jemandem zurückgeschrieben, und was antwortet er mir da? – Das war eine organisierte Aktion, er hat nichts mit der Sache zu tun. (Aha-Rufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Nürnberger – er ist leider momentan nicht da – kann sich offensichtlich im Parlament nicht durchsetzen und betreibt die Mobilisierung der Straße. Sie machen keine Interessenvertretungspolitik, sondern betreiben Partei- und Machtpolitik auf Kosten und auf dem Rücken der Bevölkerung! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Edlinger: Die Opposition werden Sie sich nicht aussuchen, Herr Kollege!
Meine Damen und Herren! Das ist schade, denn das ist falsch verstandene, destruktive Oppositionspolitik. Was wir aber brauchen, ist konstruktive Oppositionspolitik. Warum? – Weil ein aktionsfähiger Staat, der nicht durch Schulden und Rückzahlungen gebunden ist, ein Standortfaktor, ein Wettbewerbsfaktor ist. (Abg. Edlinger: Die Opposition werden Sie sich nicht aussuchen, Herr Kollege!)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Präsident! Wir haben die Sozialpartnerfrage verhandelt, und da hat es kein Diktat seitens der Regierung gegeben, sondern es ist ein Teilerfolg erzielt worden. Die vier Wochen wurden zurückgenommen – und möglicherweise auch die Verordnungsberechtigung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Bruno Kreisky hat einmal gesagt, "Sozialpartnerschaft ist Klassenkampf am grünen Tisch". – Der Weg auf die Straße, Herr Präsident Verzetnitsch, ist ein Schritt zurück. Erfolgreicher, aber vielleicht auch etwas unbequemer, ist der Weg des Dialogs. Die Bürger wollen den Konsens – und nicht den Konflikt. Und das sollten Sie berücksichtigen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Martin Graf: Der Pilz kommt noch ins Guinness-Buch der Rekorde, so viel redet der! Der neue "Klubobmann"! Der redet dauernd!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Pilz. Redezeit: maximal 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Martin Graf: Der Pilz kommt noch ins Guinness-Buch der Rekorde, so viel redet der! Der neue "Klubobmann"! Der redet dauernd!)
Beifall bei den Grünen.
So beginnt man einen "Dialog"! Ich bin mir aber mir völlig sicher, Herr Bundeskanzler, dass Sie in aller Schärfe gegen diese Äußerungen und gegen diese Qualifizierungen von Gewerkschaftern durch die Frau Vizekanzlerin protestiert haben. (Beifall bei den Grünen.) Nur: Es findet sich keine Spur Ihres Protests. Wir haben ihn nicht gefunden. Entweder gibt es eine hinterhältige Medienblockade, oder Sie haben darauf vergessen. Falls Sie darauf vergessen haben sollten, dann empfehle ich Ihnen, im Interesse des Reformdialogs heute hier eine Klarstellung zu treffen, was Sie davon halten, wenn Haider Gewerkschafter als "Parasiten" und wenn Riess-Passer Personalvertreter als "Schädlinge" bezeichnet.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Da müssten aber die Blockaden angemeldet sein, Herr Kollege Pilz!
Das, Herr Bundeskanzler, ist in einer Demokratie etwas Normales. Die Stärke einer Demokratie erweist sich daran, wie sie mit Konflikten umgehen kann. Wenn der Bundeskanzler eines demokratischen Rechtsstaates nicht in der Lage ist, mit dem ganz normalen Konflikt Demonstration umzugehen, und wenn er sich hinstellt und letzten Endes sagt: Demonstriert nicht, sonst verlasst ihr den gemeinsamen Boden der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit!, dann hat in diesem Moment der Bundeskanzler genau diesen Boden verlassen, indem er versucht, jemanden, der seine gesetzlichen Rechte wahrnimmt, außerhalb des Gesetzes und außerhalb der demokratischen Kultur zu stellen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Da müssten aber die Blockaden angemeldet sein, Herr Kollege Pilz!)
Abg. Dr. Fekter: Hier herinnen schon, aber nicht auf der Straße!
Nein, das ist nicht der Punkt. Es geht um etwas ganz anderes: Sie verfolgen ein politisches Ziel. Und das politische Ziel, das Sie, aber noch viel mehr Ihre Kolleginnen und Kollegen von der Freiheitlichen Partei verfolgen, lautet: Wir wollen keinen Dialog mit der Opposition. Wir wollen keinen Dialog mit der Gewerkschaft. Wir wollen keinen Dialog mit unseren Kritikern. (Abg. Dr. Fekter: Hier herinnen schon, aber nicht auf der Straße!) Wir wollen den Widerstand und die Kritik beseitigen.
Abg. Dr. Rasinger: Aber nicht vom Herrn Pilz!
Das Verhältnis von Bundeskanzler Schüssel zum österreichischen Rechtsstaat verdient eine genauere Untersuchung. (Abg. Dr. Rasinger: Aber nicht vom Herrn Pilz!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich frage Sie, Herr Bundeskanzler: Warum werden Sie so laut und beantworten eine bestellte Dringliche Anfrage, in der keine einzige Sachfrage, sondern ausschließlich Wertungsfragen gestellt werden, wie zum Beispiel: Wie beurteilen Sie den ÖGB? Wie beurteilen Sie das Benehmen des ÖGB? Wie beurteilen Sie das Benehmen der Personalvertreter?, und und und. – Fragen und Antworten, die überhaupt nichts mit der Vollziehung zu tun haben! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist der Punkt, Herr Bundeskanzler, warum wir über etwas ganz anderes reden müssen, dass nämlich Ihre politische Verantwortung und die Verantwortung dafür, dass heute die wirklichen Rechtsbrüche und die wirklichen Angriffe auf den Rechtsstaat nicht auf den Verkehrswegen der Stadt Wien, sondern von der Regierungsbank aus erfolgen. Das, Herr Bundesminister Dr. Schüssel, ist Ihre ganz persönliche politische Verantwortung, und da helfen Ihnen diese Arten von bestellten Dringlichen Anfragen Ihrer Parteifreundinnen und Parteifreunde nichts. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Soll das eine Drohung sein? Da wird ununterbrochen gedroht!
Ich kündige Ihnen an, Herr Bundeskanzler, die nächste Anfrage wird andere Fragen beinhalten, und dann bin ich auf die Antworten gespannt. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Soll das eine Drohung sein? Da wird ununterbrochen gedroht!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich gratuliere den beiden Regierungsfraktionen: Ihre Dringliche Anfrage von heute ist wirklich unüberbietbar, und zwar an Peinlichkeit bezüglich dessen, was Sie heute hier zum Ausdruck gebracht haben! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Es stellt sich schön langsam die Frage, wieso Sie das dermaßen dramatisieren. Man hat nahezu den Eindruck, manche da herinnen wünschen sich Gewalttaten, manche wünschen sich ganz offensichtlich, dass das Land stillsteht, damit sie nur genügend Grund haben, sagen zu können: Am Protest gegen die Bundesregierung beteiligen sich Chaoten und der Mob, weil Sie jeglicher Kritik deren Berechtigung absprechen wollen! Das ist Ihre wirkliche Strategie, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Weil Sie heute hier den ÖGB in ungeheuerlicher Art und Weise maßregeln, die freien Gewerkschaften maßregeln, so tun, als ob es rein parteipolitische Aktionen waren, sich aufregen darüber, was einzelne Lehrer und die Lehrergewerkschafter machen, die immer wieder unter dem Siegel der Fraktion Christlicher Gewerkschafter bei den zu Vertretenden agitieren, die gemeinsam mit den Leuten im öffentlichen Dienst antreten und die alle Aktionen mittragen: Wieso diskutieren Sie das in Ihrer Partei nicht? Wieso erzählen Sie das uns, Herr Bundeskanzler? Reden Sie mit Ihren KollegInnen, wenn Sie glauben, dass Ihre Politik so gut ist! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Rosemarie Bauer: Natürlich!
Sie schrecken vor keiner einzigen Unsauberkeit zurück, vor keiner einzigen! Der Finanzminister nimmt in diesem Jahr 2 Milliarden Schilling mehr an Mehrwertsteuer allein aus den erhöhten Diesel- und Heizölpreisen. Ein Minimum von diesen 2 Milliarden Schilling wird an Pendler sowie als Heizkostenzuschuss zurückgegeben, und dann stellen Sie sich her und sagen: In Wien soll man doch einmal etwas tun bezüglich Heizkostenzuschuss! (Abg. Rosemarie Bauer: Natürlich!) Ich stelle fest: Kein anderes Bundesland leistet einen höheren Heizkostenzuschuss als das Bundesland Wien. Das ist die Wahrheit, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Lebhafter Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen.)
Lebhafter Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen.
Sie schrecken vor keiner einzigen Unsauberkeit zurück, vor keiner einzigen! Der Finanzminister nimmt in diesem Jahr 2 Milliarden Schilling mehr an Mehrwertsteuer allein aus den erhöhten Diesel- und Heizölpreisen. Ein Minimum von diesen 2 Milliarden Schilling wird an Pendler sowie als Heizkostenzuschuss zurückgegeben, und dann stellen Sie sich her und sagen: In Wien soll man doch einmal etwas tun bezüglich Heizkostenzuschuss! (Abg. Rosemarie Bauer: Natürlich!) Ich stelle fest: Kein anderes Bundesland leistet einen höheren Heizkostenzuschuss als das Bundesland Wien. Das ist die Wahrheit, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Lebhafter Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie setzen ihre Unsauberkeiten fort. Sie reden über die wunderbaren Auswirkungen der Konjunktur. – Sie wissen aber ganz genau, dass die Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung, die unter Ihrer Verantwortung gesetzt wurden, bisher dazu führten, dass das Wirtschaftswachstum in Österreich nach unten revidiert werden muss und dass Sie bestenfalls ein Schwarzfahrer im europäischen Konjunkturzug sind, aber keine eigenen wirtschaftspolitischen Leistungen zu bieten haben. (Beifall bei der SPÖ.)
ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Khol
Dann regen Sie sich in ungeheurer Aufgeblasenheit darüber auf, was Ihnen peinlich ist, und zitieren hier einzelne Demonstranten von heute in der Früh, mit denen niemand hier herinnen etwas zu tun hat (ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Khol ), und sagen, das sei Ihnen peinlich. (Abg. Dr. Khol: VSStÖ!) Soll ich Ihnen sagen, was einem Bundeskanzler peinlich sein müsste? – Einem Bundeskanzler müsste peinlich sein, wenn seine Vizekanzlerin auf die Justiz losgeht. Das müsste einem Bundeskanzler peinlich sein! (Lebhafter Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Khol: VSStÖ!
Dann regen Sie sich in ungeheurer Aufgeblasenheit darüber auf, was Ihnen peinlich ist, und zitieren hier einzelne Demonstranten von heute in der Früh, mit denen niemand hier herinnen etwas zu tun hat (ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Khol ), und sagen, das sei Ihnen peinlich. (Abg. Dr. Khol: VSStÖ!) Soll ich Ihnen sagen, was einem Bundeskanzler peinlich sein müsste? – Einem Bundeskanzler müsste peinlich sein, wenn seine Vizekanzlerin auf die Justiz losgeht. Das müsste einem Bundeskanzler peinlich sein! (Lebhafter Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)
Lebhafter Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der Grünen.
Dann regen Sie sich in ungeheurer Aufgeblasenheit darüber auf, was Ihnen peinlich ist, und zitieren hier einzelne Demonstranten von heute in der Früh, mit denen niemand hier herinnen etwas zu tun hat (ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Khol ), und sagen, das sei Ihnen peinlich. (Abg. Dr. Khol: VSStÖ!) Soll ich Ihnen sagen, was einem Bundeskanzler peinlich sein müsste? – Einem Bundeskanzler müsste peinlich sein, wenn seine Vizekanzlerin auf die Justiz losgeht. Das müsste einem Bundeskanzler peinlich sein! (Lebhafter Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)
Neuerlicher lebhafter Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der Grünen.
Es müsste einem Bundeskanzler peinlich sein, wenn sein Koalitionspartner und sein Justizminister die demokratisch gewählte Opposition ins Gefängnis werfen will. Das müsste einem Bundeskanzler peinlich sein! (Neuerlicher lebhafter Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Haigermoser: Was soll dieser militärische Jargon? Sie haben ja gar nicht gedient!
Zu Ihrer Aufforderung an die Opposition – man muss Ihnen ja genau zuhören! –, was sie nicht alles an Lobpreisungen über die Regierung verbreiten sollte: Herr Bundeskanzler, ich weiß nicht, welches Demokratieverständnis Sie haben, aber die Opposition in diesem Haus ist, wie in jedem anderen westeuropäischen Land, nicht die Hilfstruppe dieser Bundesregierung! Ihre Politik müssen Sie schon selbst rechtfertigen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Haigermoser: Was soll dieser militärische Jargon? Sie haben ja gar nicht gedient!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.
Aber ich weiß schon: Bei den bekannt unqualifizierten Aussagen des Herrn Haigermoser kann man sich auf die Politikvertretung durch Abgeordnete nicht verlassen. Daher muss die Bundesregierung zweistellige Millionenbeträge investieren, um eine kollektive Gehirnwäsche in diesem Land zu organisieren. Das ist die Wahrheit! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger. )
Abg. Rosemarie Bauer: Ja, das stimmt
Eine Ausdrucksweise sollte man sich auch ganz genau anschauen, wenn Sie sich nämlich hier herstellen und sagen, Sie seien der Vertreter des wirklichen Österreich. – Bleiben wir doch einmal bei den Fakten (Abg. Rosemarie Bauer: Ja, das stimmt) – bleiben wir doch bei den Fakten! –: Sie, Herr Bundeskanzler, sind der Spitzenkandidat einer Partei gewesen, die bei der letzten Nationalratswahl mit 27 Prozent die drittstärkste Partei wurde. Das "wirkliche Österreich" geht weit über das hinaus, was Sie zu vertreten haben, Herr Bundeskanzler! (Lebhafter Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)
Lebhafter Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der Grünen.
Eine Ausdrucksweise sollte man sich auch ganz genau anschauen, wenn Sie sich nämlich hier herstellen und sagen, Sie seien der Vertreter des wirklichen Österreich. – Bleiben wir doch einmal bei den Fakten (Abg. Rosemarie Bauer: Ja, das stimmt) – bleiben wir doch bei den Fakten! –: Sie, Herr Bundeskanzler, sind der Spitzenkandidat einer Partei gewesen, die bei der letzten Nationalratswahl mit 27 Prozent die drittstärkste Partei wurde. Das "wirkliche Österreich" geht weit über das hinaus, was Sie zu vertreten haben, Herr Bundeskanzler! (Lebhafter Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum haben Sie denn so einen roten Kopf?
Wenn Sie hier Krokodilstränen vergießen über die armen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Warum haben Sie denn so einen roten Kopf?) – Westenthaler ist wieder zurückgekommen; man merkt es aber nicht inhaltlich, sondern nur an der Lautstärke: Mehr haben diese Leute nicht zu bieten. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie Beifall des Abg. Dr. Pilz. )
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie Beifall des Abg. Dr. Pilz.
Wenn Sie hier Krokodilstränen vergießen über die armen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Warum haben Sie denn so einen roten Kopf?) – Westenthaler ist wieder zurückgekommen; man merkt es aber nicht inhaltlich, sondern nur an der Lautstärke: Mehr haben diese Leute nicht zu bieten. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie Beifall des Abg. Dr. Pilz. )
Beifall bei der SPÖ.
Da Sie die Krokodilstränen vergießen über Abgeordnete, die nach Ihrer Politik befragt werden, frage ich Sie: Was ist denn Ihr Verständnis von der repräsentativen Demokratie? Besteht es nicht darin, dass das Volk Abgeordnete wählt, dass Abgeordnete hier über Gesetze befinden und dass sich diese Abgeordneten gegenüber der Öffentlichkeit rechtfertigen, verteidigen und vertreten, was sie tun? – Ich habe nicht den Eindruck, dass es für den Parlamentarismus gut ist, wenn die Regierungsfraktionen glauben, dass sie, sobald sie aus dem Parlament hinausgehen, ihr Abgeordnetenmandat an der Garderobe abgeben können. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: ... so viele Reformen gegeben!
Die Wahrheit ist in Wirklichkeit ganz einfach. Sie haben sich darauf bezogen, wie lange diese glorreiche Reformregierung im Amt ist. – Sie ist seit zehn Monaten im Amt, und es hat noch nie in der Geschichte unseres Landes (Abg. Dr. Khol: ... so viele Reformen gegeben!) eine Regierung gegeben, die nach zehn Monaten so innerlich zerrissen, so abgenützt und so alt ausgesehen hat wie diese Bundesregierung, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pilz. – Zwischenrufe des Abg. Haigermoser. )
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pilz. – Zwischenrufe des Abg. Haigermoser.
Die Wahrheit ist in Wirklichkeit ganz einfach. Sie haben sich darauf bezogen, wie lange diese glorreiche Reformregierung im Amt ist. – Sie ist seit zehn Monaten im Amt, und es hat noch nie in der Geschichte unseres Landes (Abg. Dr. Khol: ... so viele Reformen gegeben!) eine Regierung gegeben, die nach zehn Monaten so innerlich zerrissen, so abgenützt und so alt ausgesehen hat wie diese Bundesregierung, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pilz. – Zwischenrufe des Abg. Haigermoser. )
ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Herr Haigermoser, Sie sind Teil der Koalition der Verlierer (ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen): Sie haben die Werte verloren, die FPÖ in Massen bereits ihre Wähler, und Ihre Rede heute – Ihre Rede, Herr Bundeskanzler, und wir werden Sie noch oft daran erinnern – war ein guter Ausdruck dafür, dass Sie bereits spätestens am heutigen Tag geistig als Bundeskanzler abgetreten sind. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ.
Herr Haigermoser, Sie sind Teil der Koalition der Verlierer (ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen): Sie haben die Werte verloren, die FPÖ in Massen bereits ihre Wähler, und Ihre Rede heute – Ihre Rede, Herr Bundeskanzler, und wir werden Sie noch oft daran erinnern – war ein guter Ausdruck dafür, dass Sie bereits spätestens am heutigen Tag geistig als Bundeskanzler abgetreten sind. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Schweitzer. Er hat das Wort. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 9 Minuten. – Bitte. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Am Wort ist jetzt der nächste Redner, und zwar Herr Abgeordneter Schweitzer! – Bitte.
Abg. Dr. Khol: Was? – Abg. Ing. Westenthaler: Die waren im grünen Klub?
Herr Klubobmann Professor Van der Bellen! Seit Freitag bleiben alle Redner Ihres Klubs die Antwort auf meine seit Freitag immer wieder wiederholte Frage schuldig: Was hat dann die gemeinsame Pressekonferenz der Organisatoren von "Checkpoint Austria" und der Grünen vom 13. November dieses Jahres um 10 Uhr hier in diesem Hause, in Ihrem Klub zu tun mit dem, was heute hier passiert ist? (Abg. Dr. Khol: Was? – Abg. Ing. Westenthaler: Die waren im grünen Klub?) – Im grünen Klub, Eingang Schmerling-Platz, 13. November 2000!
Ruf bei der SPÖ: Stimmt
Da schreibt eine Mutter: In der Schule meiner Tochter wurde im Turnsaal vor versammelten Klassen dieser Schule verkündet, dass die derzeitige Regierung – und es wurden die Bilder aller Regierungsmitglieder gezeigt – schuld ist an folgenden Maßnahmen – und das haben jetzt die Lehrer beziehungsweise die Direktoren dieser Schule zu verantworten –: Es gibt weniger Förderungsmaßnahmen (Ruf bei der SPÖ: Stimmt), es gibt weniger Angebote an unverbindlichen Übungen (Ruf bei der SPÖ: Stimmt!), es gibt größere Schülergruppen im Unterricht (Ruf bei der SPÖ: Stimmt!), es wird weniger LehrerInnen geben. (Ruf bei der SPÖ: Stimmt!)
Ruf bei der SPÖ: Stimmt!
Da schreibt eine Mutter: In der Schule meiner Tochter wurde im Turnsaal vor versammelten Klassen dieser Schule verkündet, dass die derzeitige Regierung – und es wurden die Bilder aller Regierungsmitglieder gezeigt – schuld ist an folgenden Maßnahmen – und das haben jetzt die Lehrer beziehungsweise die Direktoren dieser Schule zu verantworten –: Es gibt weniger Förderungsmaßnahmen (Ruf bei der SPÖ: Stimmt), es gibt weniger Angebote an unverbindlichen Übungen (Ruf bei der SPÖ: Stimmt!), es gibt größere Schülergruppen im Unterricht (Ruf bei der SPÖ: Stimmt!), es wird weniger LehrerInnen geben. (Ruf bei der SPÖ: Stimmt!)
Ruf bei der SPÖ: Stimmt!
Da schreibt eine Mutter: In der Schule meiner Tochter wurde im Turnsaal vor versammelten Klassen dieser Schule verkündet, dass die derzeitige Regierung – und es wurden die Bilder aller Regierungsmitglieder gezeigt – schuld ist an folgenden Maßnahmen – und das haben jetzt die Lehrer beziehungsweise die Direktoren dieser Schule zu verantworten –: Es gibt weniger Förderungsmaßnahmen (Ruf bei der SPÖ: Stimmt), es gibt weniger Angebote an unverbindlichen Übungen (Ruf bei der SPÖ: Stimmt!), es gibt größere Schülergruppen im Unterricht (Ruf bei der SPÖ: Stimmt!), es wird weniger LehrerInnen geben. (Ruf bei der SPÖ: Stimmt!)
Ruf bei der SPÖ: Stimmt!
Da schreibt eine Mutter: In der Schule meiner Tochter wurde im Turnsaal vor versammelten Klassen dieser Schule verkündet, dass die derzeitige Regierung – und es wurden die Bilder aller Regierungsmitglieder gezeigt – schuld ist an folgenden Maßnahmen – und das haben jetzt die Lehrer beziehungsweise die Direktoren dieser Schule zu verantworten –: Es gibt weniger Förderungsmaßnahmen (Ruf bei der SPÖ: Stimmt), es gibt weniger Angebote an unverbindlichen Übungen (Ruf bei der SPÖ: Stimmt!), es gibt größere Schülergruppen im Unterricht (Ruf bei der SPÖ: Stimmt!), es wird weniger LehrerInnen geben. (Ruf bei der SPÖ: Stimmt!)
Abg. Dr. Kostelka: Ist das alles, was Sie zu sagen haben? Sind das alle eure Argumente?
Dann schreibt diese Mutter weiter: Meine Tochter ist dann aufgestanden und hat lauthals verkündet, dass die Dame auf dem Bild Mamas Chefin ist. Als Antwort bekam sie, dass diese Frau keine nette Frau ist. (Abg. Dr. Kostelka: Ist das alles, was Sie zu sagen haben? Sind das alle eure Argumente?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich finde, Herr Ex-Klubobmann und jetziger geschäftsführender Klubobmann, dass es nicht tragbar ist, dass Lehrer, die von dieser Bundesregierung unter anderem auch finanziert werden, in Zeiten wie diesen Schüler gegen die Regierung mit Unwahrheiten aufhetzen und falsch informieren, damit diese auf die Straße gehen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Kollege Schweitzer! Verlorene Liebesmüh! Gusenbauer ist abgedampft!
Es gibt keine einzige Maßnahme, von der Schüler betroffen sind, meine sehr geehrten Damen und Herren! Es geht einzig und allein um eine finanzielle Abgeltung des Ordinariats und des Kustodiats. Früher waren beide in die Lehrverpflichtung eingerechnet, was bedeutet hat – und das sind Angaben von Lehrern –, dass der AHS-Lehrer, die AHS-Lehrerin im Durchschnitt 27 Prozent der Gesamtarbeitszeit in der Klasse gestanden sind. Das sind 13,5 Stunden. (Abg. Dr. Khol: Kollege Schweitzer! Verlorene Liebesmüh! Gusenbauer ist abgedampft!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.
Herr Ex-Finanzminister Edlinger! 13,5 Stunden der Gesamt-Wochenarbeitszeit verbringen die AHS-Lehrer derzeit mit ihrer wichtigsten Tätigkeit, dem Unterrichten! (Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser. ) Diese Maßnahme sorgt dafür, Kollege Niederwieser, dass Kollegen mehr Zeit ihrer tatsächlichen Tätigkeit dem Unterrichten widmen können. 13,5 Stunden pro Woche im Unterricht zu verbringen, ist eindeutig zu wenig! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Ex-Finanzminister Edlinger! 13,5 Stunden der Gesamt-Wochenarbeitszeit verbringen die AHS-Lehrer derzeit mit ihrer wichtigsten Tätigkeit, dem Unterrichten! (Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser. ) Diese Maßnahme sorgt dafür, Kollege Niederwieser, dass Kollegen mehr Zeit ihrer tatsächlichen Tätigkeit dem Unterrichten widmen können. 13,5 Stunden pro Woche im Unterricht zu verbringen, ist eindeutig zu wenig! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich denke, dass eine Abgeltung, die nicht an die Gehaltsstufe gebunden ist, für eine Tätigkeit, die von allen gleich erfüllt wird, auch gerecht ist. Egal, ob es ein junger oder ein älterer Lehrer ist: Sie bekommen für die gleiche Tätigkeit gleich viel Geld. Das ist gerecht, dagegen kann und darf man nicht protestieren, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: So ist es!
Kollege Niederwieser, noch ein Letztes: Jene Novelle des § 61, die unter Ihrer Federführung passiert war und ein Chaos, ein Verrechnungschaos in den Schulen ausgelöst hatte, wurde auf Grund einer Forderung der Gewerkschaft zurückgenommen. Jetzt werden die Überstunden wieder pauschal abgegolten, und es gibt einen Pauschalbetrag für jede Supplierstunde, die über die erste hinausgeht – zwei weitere gerechte Maßnahmen, die noch dazu von der Gewerkschaft so gefordert wurden. Ich verstehe nicht, warum die Gewerkschaft jetzt ihre Lehrer zum Streik aufruft, wenn genau das erfüllt worden ist, was von der Gewerkschaft gefordert wurde. (Abg. Dr. Khol: So ist es!) Das ist widersinnig und unlogisch, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Kollege Niederwieser, noch ein Letztes: Jene Novelle des § 61, die unter Ihrer Federführung passiert war und ein Chaos, ein Verrechnungschaos in den Schulen ausgelöst hatte, wurde auf Grund einer Forderung der Gewerkschaft zurückgenommen. Jetzt werden die Überstunden wieder pauschal abgegolten, und es gibt einen Pauschalbetrag für jede Supplierstunde, die über die erste hinausgeht – zwei weitere gerechte Maßnahmen, die noch dazu von der Gewerkschaft so gefordert wurden. Ich verstehe nicht, warum die Gewerkschaft jetzt ihre Lehrer zum Streik aufruft, wenn genau das erfüllt worden ist, was von der Gewerkschaft gefordert wurde. (Abg. Dr. Khol: So ist es!) Das ist widersinnig und unlogisch, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Edlinger: Na selbstverständlich!
Ich glaube, es ist kein verdächtiger Zeuge, den ich jetzt zitiere. Herr Kollege Niederwieser! Herr Kollege Verzetnitsch! Herr Ex-Finanzminister Edlinger, der Sie so schuld sind am Desaster! (Abg. Edlinger: Na selbstverständlich!) Kritik an der Aktion der Lehrer kommt auch vom Präsidenten des Wiener Stadtschulrates Kurt Scholz: Dass die Gewerkschaft primär aus Sorge um die Junglehrer streiken lässt, glaubt der Präsident des Wiener Stadtschulrates Scholz nicht. (Abg. Dr. Khol: Ich auch nicht!) Dieses Argument ist erst in den letzten Tagen aufgetaucht. Bishe, so Scholz – Herr Kollege Niederwieser, Ihr Freund Scholz, Ihr Parteifreund Scholz sagt das! (Abg. Haigermoser: Genosse!) –, hatte man den Eindruck, die Gewerkschaft verteidigt nur Lehrer, die sich bereits im System etabliert haben.
Abg. Dr. Khol: Ich auch nicht!
Ich glaube, es ist kein verdächtiger Zeuge, den ich jetzt zitiere. Herr Kollege Niederwieser! Herr Kollege Verzetnitsch! Herr Ex-Finanzminister Edlinger, der Sie so schuld sind am Desaster! (Abg. Edlinger: Na selbstverständlich!) Kritik an der Aktion der Lehrer kommt auch vom Präsidenten des Wiener Stadtschulrates Kurt Scholz: Dass die Gewerkschaft primär aus Sorge um die Junglehrer streiken lässt, glaubt der Präsident des Wiener Stadtschulrates Scholz nicht. (Abg. Dr. Khol: Ich auch nicht!) Dieses Argument ist erst in den letzten Tagen aufgetaucht. Bishe, so Scholz – Herr Kollege Niederwieser, Ihr Freund Scholz, Ihr Parteifreund Scholz sagt das! (Abg. Haigermoser: Genosse!) –, hatte man den Eindruck, die Gewerkschaft verteidigt nur Lehrer, die sich bereits im System etabliert haben.
Abg. Haigermoser: Genosse!
Ich glaube, es ist kein verdächtiger Zeuge, den ich jetzt zitiere. Herr Kollege Niederwieser! Herr Kollege Verzetnitsch! Herr Ex-Finanzminister Edlinger, der Sie so schuld sind am Desaster! (Abg. Edlinger: Na selbstverständlich!) Kritik an der Aktion der Lehrer kommt auch vom Präsidenten des Wiener Stadtschulrates Kurt Scholz: Dass die Gewerkschaft primär aus Sorge um die Junglehrer streiken lässt, glaubt der Präsident des Wiener Stadtschulrates Scholz nicht. (Abg. Dr. Khol: Ich auch nicht!) Dieses Argument ist erst in den letzten Tagen aufgetaucht. Bishe, so Scholz – Herr Kollege Niederwieser, Ihr Freund Scholz, Ihr Parteifreund Scholz sagt das! (Abg. Haigermoser: Genosse!) –, hatte man den Eindruck, die Gewerkschaft verteidigt nur Lehrer, die sich bereits im System etabliert haben.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Diesem Scholz’schen Zitat, diesem Zitat eines Genossen ist, was die Rechtfertigung des Streiks betrifft, nichts mehr hinzuzufügen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hier muss man Folgendes sagen: Herr Pilz, die personifizierte Rechtsstaatlichkeit, stellt sich da heraus, macht sich Sorgen um die Republik und schwärzt den Herrn Bundeskanzler an. Ich möchte zu seiner Person gar nichts sagen, wir erleben ja seinen Aktionismus und all das ohnedies jeden Sitzungstag, und vieles wissen wir aus den Medien. Aber eines sei Ihnen schon gesagt: Eine Fraktion oder ein Vertreter einer Fraktion hat bei mir jede Glaubwürdigkeit verwirkt, wenn er für Rechtsstaatlichkeit eintritt, aber eine Kollegin von ihm hier heruntergeht und versucht, die Stenographen zu beeinflussen, nämlich ins Stenographische Protokoll einen Zwischenruf zu schreiben, den niemand gehört hat. Das möchte ich Ihnen schon sagen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Eine "Menscherlkette" war das!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir reden über Demokratie – dieses Wort ist sehr oft gefallen –, und es ist auch gesagt worden – Herr Gusenbauer hat das, glaube ich, gesagt –, dass wir uns über eine so kleine oder geringe Blockade aufregen. Aha, ist Ihnen nicht gelungen, was Sie wollten? Haben Sie doch nicht genug Leute zusammengebracht, obwohl Sie die Schüler hereinkeilen? (Abg. Haigermoser: Eine "Menscherlkette" war das!) – Eine Linzer Schülergruppe – eine Lehrlingsgruppe, die die Berufsschule besucht – ist heute nach Wien gefahren, um das Parlament zu besuchen. (Bravoruf und demonstrativer Beifall des Abg. Öllinger. ) Hier sind sie nicht angemeldet. Aber wahrscheinlich sehen Sie das Parlament von der Zweierlinie aus, wenn sie in dieser Menschenkette stehen.
Bravoruf und demonstrativer Beifall des Abg. Öllinger.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir reden über Demokratie – dieses Wort ist sehr oft gefallen –, und es ist auch gesagt worden – Herr Gusenbauer hat das, glaube ich, gesagt –, dass wir uns über eine so kleine oder geringe Blockade aufregen. Aha, ist Ihnen nicht gelungen, was Sie wollten? Haben Sie doch nicht genug Leute zusammengebracht, obwohl Sie die Schüler hereinkeilen? (Abg. Haigermoser: Eine "Menscherlkette" war das!) – Eine Linzer Schülergruppe – eine Lehrlingsgruppe, die die Berufsschule besucht – ist heute nach Wien gefahren, um das Parlament zu besuchen. (Bravoruf und demonstrativer Beifall des Abg. Öllinger. ) Hier sind sie nicht angemeldet. Aber wahrscheinlich sehen Sie das Parlament von der Zweierlinie aus, wenn sie in dieser Menschenkette stehen.
Abg. Dr. Khol: Pensionisten!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! So ist das: Da werden Schüler und auch Lehrer (Abg. Dr. Khol: Pensionisten!), da werden Pensionisten herbeigebracht, auch von den Pensionistenverbänden. Gestern hat mir eine Dame erzählt, sie fahren mit dem Bus hierher; ich habe gefragt: zum Christkindlmarkt?; sie hat geantwortet: Zuerst müssen wir noch irgendetwas tun. – Na, da ist es ohnehin klar, die Menschenkette müssen sie schließen! Aber nachher wird Ihnen der Punsch wahrscheinlich sehr gut schmecken! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! So ist das: Da werden Schüler und auch Lehrer (Abg. Dr. Khol: Pensionisten!), da werden Pensionisten herbeigebracht, auch von den Pensionistenverbänden. Gestern hat mir eine Dame erzählt, sie fahren mit dem Bus hierher; ich habe gefragt: zum Christkindlmarkt?; sie hat geantwortet: Zuerst müssen wir noch irgendetwas tun. – Na, da ist es ohnehin klar, die Menschenkette müssen sie schließen! Aber nachher wird Ihnen der Punsch wahrscheinlich sehr gut schmecken! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Manche brauchen nicht einmal ...!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir werden hier sicherlich nicht lamentieren. Wir achten ein demokratisches Recht, und wir achten auch angemeldete Demonstrationen, da gibt es überhaupt keine Rede. Ich würde es auch noch begrüßen, wenn hier eine Demonstration spontan, sozusagen aus dem Bauch entstehen würde. – Aber davon ist ja keine Rede! Wochenlang vorbereitet, geschürt, gebetsmühlenartig wiederholte Unwahrheiten, Halbwahrheiten, Unterstellungen – das erleben wir ja hier im Hohen Hause, darauf arbeitet vor allem ihr von der Linken ganz besonders hin! Da gibt es immer nur eine halbe Wahrheit. Aber weil das alles nicht greift, ist man offensichtlich auf die Idee gekommen: Am Krampustag werden wir es einmal tuschen lassen! (Abg. Haigermoser: Manche brauchen nicht einmal ...!)
Abg. Grabner: Burgenland! – Abg. Amon – in Richtung SPÖ –: Steiermark!
Aber die Bevölkerung tuscht mit Ihnen nicht mit! (Abg. Grabner: Burgenland! – Abg. Amon – in Richtung SPÖ –: Steiermark!) Ich frage euch: Was war denn im Jahre 1997, liebe Gewerkschaftsmitglieder? – Auch ich bin Mitglied der Gewerkschaft. Mich habt ihr noch nie gefragt, ihr
Rufe bei der ÖVP: Hört, hört!
Ich brauche wahrscheinlich gar nicht an den Ausspruch von Kaske, der brandgefährlich ist, zu erinnern. Ich kann mir aber den Hinweis auf eine Pressemitteilung vom 29. Juni 2000 nicht versagen. Da war auch schon ein "Aktions- und Protesttag" geplant. Damals sagte ein Straßenbahnschaffner: Ich bin schon dafür, dass wir streiken – aber das muss man auch sagen: wenn die SPÖ noch in der Regierung wäre, würden wir nicht streiken. Das ist ein Streik gegen die Regierung. (Rufe bei der ÖVP: Hört, hört!) – Es bedarf also keines Beweises mehr, dass dies nun der zweite Anlauf ist! (Abg. Haigermoser: "Menscherlkette"!)
Abg. Haigermoser: "Menscherlkette"!
Ich brauche wahrscheinlich gar nicht an den Ausspruch von Kaske, der brandgefährlich ist, zu erinnern. Ich kann mir aber den Hinweis auf eine Pressemitteilung vom 29. Juni 2000 nicht versagen. Da war auch schon ein "Aktions- und Protesttag" geplant. Damals sagte ein Straßenbahnschaffner: Ich bin schon dafür, dass wir streiken – aber das muss man auch sagen: wenn die SPÖ noch in der Regierung wäre, würden wir nicht streiken. Das ist ein Streik gegen die Regierung. (Rufe bei der ÖVP: Hört, hört!) – Es bedarf also keines Beweises mehr, dass dies nun der zweite Anlauf ist! (Abg. Haigermoser: "Menscherlkette"!)
Abg. Haigermoser: Schmähstad!
Herr Präsident Verzetnitsch – mein Präsident, denn ich bin Gewerkschaftsmitglied –: Was haben Sie am 16. Oktober 1997 gesagt, als wir wirklich große Belastungen beschlossen haben? – Da wart ihr aber klein und ganz ruhig, es gab keine Angriffe, ihr wart sehr gelassen. (Abg. Haigermoser: Schmähstad!) Kreide habt ihr gefressen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Präsident Verzetnitsch – mein Präsident, denn ich bin Gewerkschaftsmitglied –: Was haben Sie am 16. Oktober 1997 gesagt, als wir wirklich große Belastungen beschlossen haben? – Da wart ihr aber klein und ganz ruhig, es gab keine Angriffe, ihr wart sehr gelassen. (Abg. Haigermoser: Schmähstad!) Kreide habt ihr gefressen! (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit des Abg. Haigermoser.
Sie sagten am 6. Oktober 1997: Wir brauchen zum Beweis unserer Kampfkraft nicht den Konflikt auf der Straße. (Heiterkeit des Abg. Haigermoser. ) – Ist die Gewerkschaft schwächer geworden? Dann würde sich all das, was Sie heute gesagt haben, erklären! (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie sagten am 6. Oktober 1997: Wir brauchen zum Beweis unserer Kampfkraft nicht den Konflikt auf der Straße. (Heiterkeit des Abg. Haigermoser. ) – Ist die Gewerkschaft schwächer geworden? Dann würde sich all das, was Sie heute gesagt haben, erklären! (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Herr Präsident! Ich sage nie mehr wieder "Stöllinger"! Ich werde mir das selbst verbieten!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Öllinger. – Bitte. (Abg. Haigermoser: Herr Präsident! Ich sage nie mehr wieder "Stöllinger"! Ich werde mir das selbst verbieten!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ deutend –: Herr Kollege! Ihre Leute sind alle nicht da!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ deutend –: Herr Kollege! Ihre Leute sind alle nicht da!) Ich halte schon fest: Wenn in Salzburg auf dem Kommunalfriedhof zu Allerheiligen die Waffen-SS aufmarschiert und die FPÖ, um ihre gefallenen Kameraden zu feiern, dann gilt diese Demonstration in Österreich für die Behörden als Volksbrauch. – Wenn Gewerkschafter, Gewerkschafterinnen und auch andere Demonstranten aufmarschieren, dann gilt das für die Vertreter der Regierungsparteien als Chaos-Partie, als Anarchie, als anarchistische Veranstaltung, als Anarcho-Mob.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das ist Ihre Welt, die wir nicht akzeptieren werden! Lassen Sie sich das gesagt sein! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist unanständig – unanständig nicht nur gegenüber den Personen, die für ihre Rechte eintreten, sondern das ist in Bezug auf die anderen Demonstrationen in Salzburg auf dem Kommunalfriedhof auch eine widerliche Angelegenheit, wenn Aufmärsche der Waffen-SS von Behörden als volksgebräuchliche Veranstaltungen klassifiziert werden. – Da hätten wir gerne von Ihnen, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, und auch von Ihnen, Herr Bundeskanzler, eine Antwort! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Hat die im grünen Klub gearbeitet, oder wie?
Später heißt es: "Enttäuscht zeigte sich lediglich eine Passantin. ‚Ich hab mich schon so g’freut, heute später in die Arbeit zu kommen‘, klagte die – allerdings mit der U-Bahn angereiste – Wienerin einem Beamten." (Abg. Dr. Mitterlehner: Hat die im grünen Klub gearbeitet, oder wie?)
Beifall bei den Grünen.
Nun, was ist das Problem? – Es gibt offensichtlich auch Leute, die sich freuen, wenn in der Stadt etwas stattfindet, obwohl sie nicht unter allen Bedingungen mit dem einverstanden sein müssen, was da stattgefunden hat. Ich glaube auch, dass man nicht mit allem einverstanden sein muss, was an Demonstrationen stattfindet, um trotzdem das Demonstrationsrecht verteidigen zu können und zu müssen, unter allen Bedingungen, wenn es hier um Demonstrationen geht. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Aber die Bevölkerung hat kein Telegramm bekommen! – Abg. Steibl: Ein Telegramm um 21 Uhr – zu spät!
Herr Bundeskanzler! Wenn Sie Probleme hatten oder wenn die Vertreter der Regierungsparteien Probleme hatten, heute das Parlament zu erreichen, erkundigen Sie sich vielleicht bei Ihrer Infrastrukturministerin. Die hat nämlich heute der "ZiB" gegenüber zu Mittag erklärt, sie habe überhaupt kein Problem gehabt. Sie hat sich darauf eingestellt, dass Verkehrsprobleme zu erwarten sind, sie ist mit einem öffentlichen Verkehrsmittel angereist, und sie hatte überhaupt kein Problem. (Abg. Dr. Fekter: Aber die Bevölkerung hat kein Telegramm bekommen! – Abg. Steibl: Ein Telegramm um 21 Uhr – zu spät!)
Anhaltende Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Ihre Infrastrukturministerin war offensichtlich besser vorbereitet als Sie, weil Sie in den Köpfen vom Chaos blockiert sind. (Anhaltende Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Sie sind in den Köpfen vom Chaos blockiert, meine Damen und Herren. Das Chaos in der Realität ist ausgeblieben, es findet nicht statt. Lassen Sie sich das gesagt sein! Das Chaos ist in Ihren Köpfen vielleicht vorhanden, weil Sie die Wahlen vom Wochenende noch nicht aufgearbeitet haben. Das könnte vielleicht die Ursache für die geistige Verwirrung sein. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ihre Infrastrukturministerin war offensichtlich besser vorbereitet als Sie, weil Sie in den Köpfen vom Chaos blockiert sind. (Anhaltende Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Sie sind in den Köpfen vom Chaos blockiert, meine Damen und Herren. Das Chaos in der Realität ist ausgeblieben, es findet nicht statt. Lassen Sie sich das gesagt sein! Das Chaos ist in Ihren Köpfen vielleicht vorhanden, weil Sie die Wahlen vom Wochenende noch nicht aufgearbeitet haben. Das könnte vielleicht die Ursache für die geistige Verwirrung sein. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Zweytick: Gehen wir vor das Parlament ...!
Meine Damen und Herren! Ich frage mich wirklich: Warum diskutieren wir heute, von der Geschäftsordnungsdebatte an bis jetzt zu dieser Dringlichen, die offensichtlich von den Vertretern der Regierungsparteien gar nicht so dringlich genommen wird, Scheinfragen, gerichtet an den Bundeskanzler, der dann Scheinantworten gibt. Sie tun dies, obwohl es – Herr Bundeskanzler, da bin ich bei Ihnen – von Ihnen viel wichtigere Fragen zu beantworten gäbe, Fragen, die Sie schon seit Wochen, seit Monaten nicht beantworten, Fragen, denen Sie immer ausweichen, Fragen beziehungsweise Positionen von Regierungsmitgliedern, zu denen Ihnen nichts einfällt – oder wenn, dann nur, dass sich die angebotenen Verbalinjurien nicht auf den Bereich der Kynologie beschränken oder daraus rekrutieren sollten. (Abg. Zweytick: Gehen wir vor das Parlament ...!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ja nichts Rechtswidriges, Herr Abgeordneter! Nichts Rechtswidriges! – Abg. Edlinger: Aber politisch problematisch!
Herr Bundeskanzler! Wo waren Sie, als Frau Riess-Passer die Einstellung des Verfahrens gefordert hat? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ja nichts Rechtswidriges, Herr Abgeordneter! Nichts Rechtswidriges! – Abg. Edlinger: Aber politisch problematisch!)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt wieder den Vorsitz.
Aber wo sind Sie, Herr Bundeskanzler, wenn es darum geht, die Meinungsfreiheit der Demonstranten zu verteidigen? Stellen Sie sich hierher und sagen Sie mit derselben Entschlossenheit: Es gilt das Rede- und Meinungsfreiheitsrecht in Österreich; jeder Mensch, jede Frau in unserem Lande hat das Recht, zu demonstrieren und seine Meinung zu sagen, auch gegen mich als Bundeskanzler, auch gegen diese Bundesregierung; wir müssen uns darauf einstellen, dass jeder Mensch in unserem Land mit dieser Bundesregierung nicht unbedingt einverstanden sein muss. – Wo sind Sie da, Herr Bundeskanzler? (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Dr. Pilz: Der ultimative Schuss ins Knie!
Wo sind denn die Gegenoffensiven des Herrn Westenthaler geblieben? Er kündigt uns ein um das andere Mal an: Jetzt kommt der ultimative Enthüllungsschlag! (Abg. Dr. Pilz: Der ultimative Schuss ins Knie!) Aber das ist nicht einmal ein kleiner Patsch aufs Wasser, Herr Westenthaler. Das ist wirklich jämmerlich, was Sie bisher in dieser Beziehung geboten haben an "Enthüllungen", an "großer Konteroffensive"! Aber Sie haben nichts unterlassen – das andere ist Ihr Problem, Herr Westenthaler –, um in diesen letzten Wochen und Monaten die Justiz und die Exekutive anzuschütten – gemeinsam mit Regierungsmitgliedern der Freiheitlichen Partei.
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Dr. Pittermann.
Deshalb, Herr Bundeskanzler, erwarten wir von Ihnen Stellungnahmen, die über diese knappen und dürftigen Worte, die Sie heute im "Morgenjournal" in dieser Causa von sich gegeben haben, etwas hinausgehen. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Dr. Pittermann. )
Abg. Dr. Krüger: Gestürmt!?
Ich darf Ihnen hier einige Termine nennen, etwa den 20. April 1994, Herr Abgeordneter Westenthaler. Was ist da geschehen in Kärnten? – Kollege Gaugg ist nicht mehr da, er könnte mir da durchaus assistieren, aber da (der Redner weist in Richtung Galerie) winkt der Präsident des Kärntner Landtages herunter, er war auch dabei. Es sind also sogar Augen- und Ohrenzeugen hier, die gesehen haben, dass eine Gruppe von Freiheitlichen das Landesstudio Kärnten des Rundfunks gestürmt hat (Abg. Dr. Krüger: Gestürmt!?), eingedrungen ist, das Studio gestürmt hat und dort ... (Abg. Ing. Westenthaler: Seien Sie vorsichtig! Das ist gerichtlich widerlegt worden!) Das ist nicht gerichtlich widerlegt worden. Das ist alles nachweisbar, meine Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist vom Gericht widerlegt worden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Seien Sie vorsichtig! Das ist gerichtlich widerlegt worden!
Ich darf Ihnen hier einige Termine nennen, etwa den 20. April 1994, Herr Abgeordneter Westenthaler. Was ist da geschehen in Kärnten? – Kollege Gaugg ist nicht mehr da, er könnte mir da durchaus assistieren, aber da (der Redner weist in Richtung Galerie) winkt der Präsident des Kärntner Landtages herunter, er war auch dabei. Es sind also sogar Augen- und Ohrenzeugen hier, die gesehen haben, dass eine Gruppe von Freiheitlichen das Landesstudio Kärnten des Rundfunks gestürmt hat (Abg. Dr. Krüger: Gestürmt!?), eingedrungen ist, das Studio gestürmt hat und dort ... (Abg. Ing. Westenthaler: Seien Sie vorsichtig! Das ist gerichtlich widerlegt worden!) Das ist nicht gerichtlich widerlegt worden. Das ist alles nachweisbar, meine Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist vom Gericht widerlegt worden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist vom Gericht widerlegt worden!
Ich darf Ihnen hier einige Termine nennen, etwa den 20. April 1994, Herr Abgeordneter Westenthaler. Was ist da geschehen in Kärnten? – Kollege Gaugg ist nicht mehr da, er könnte mir da durchaus assistieren, aber da (der Redner weist in Richtung Galerie) winkt der Präsident des Kärntner Landtages herunter, er war auch dabei. Es sind also sogar Augen- und Ohrenzeugen hier, die gesehen haben, dass eine Gruppe von Freiheitlichen das Landesstudio Kärnten des Rundfunks gestürmt hat (Abg. Dr. Krüger: Gestürmt!?), eingedrungen ist, das Studio gestürmt hat und dort ... (Abg. Ing. Westenthaler: Seien Sie vorsichtig! Das ist gerichtlich widerlegt worden!) Das ist nicht gerichtlich widerlegt worden. Das ist alles nachweisbar, meine Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist vom Gericht widerlegt worden!)
Beifall bei der SPÖ.
Oder erinnern Sie sich bitte an das Frühjahr 1991; die Kärntner Freiheitlichen werden das auch noch gut wissen. Damals wurde bei den Kärntner Gerichten der Fall Magdalen verhandelt, und Herr Landeshauptmann Haider wollte eine Pressekonferenz im Gebäude des Landesgerichtes durchführen. Als ihm die Oberstaatsanwaltschaft Graz das untersagt hat, ist er dann mit einer großen Gruppe von Freiheitlichen "johlend und grölend", wie die Kärntner Medien, die Kärntner Zeitungen schrieben, vor das Gebäude des Landesgerichtes gezogen und hat dort eine Beschimpfung der Richter und Staatsanwälte vorgenommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Krüger: Teilweise!
Was passiert heute in Wien? – Ich möchte auch das klargestellt haben, weil mehrere Redner versucht haben, das hier so darzustellen, als sei das eine illegale Demonstration, die vom überparteilichen Gewerkschaftsbund heute organisiert wird. Das ist eine angemeldete Demonstration. Ich habe mich auch deshalb zu Wort gemeldet, meine Damen und Herren, weil heute Vormittag schon bei der Debatte zum Kapitel Inneres mehrere Redner der Regierung, vor allem Herr Klubobmann Khol und Herr Abgeordneter Gaugg, hier gesagt haben, das seien "Chaoten" (Abg. Dr. Krüger: Teilweise!) – "gewaltbereite Chaoten" ist hier gesagt worden –, die heute hier demonstrieren. Das sei ein "Mob".
Abg. Grabner: Der Schnell hat auch etwas gesagt!
Haben Sie hier keine Antwort darauf? Haben Sie hier nichts zu sagen zu Ihrem Koalitionspartner? Haben Sie heute nichts zu sagen zu all diesen Vorwürfen? (Abg. Grabner: Der Schnell hat auch etwas gesagt!)
Beifall bei der SPÖ.
Vor allen Dingen Sie, Herr Bundeskanzler, sollten diesen Bericht sehr genau lesen, denn darin kommt der Redakteur dieser freiheitlichen Zeitung ganz klar zur Erkenntnis, dass Sie als Bundeskanzler alles andere als ein Staatsmann sind. Sie sollten das lesen, Sie sollten das ernst nehmen. So denkt Ihr Koalitionspartner über Sie. Also Grund genug, dass Sie einmal Einkehr halten und ein bisschen darüber nachdenken, ob Sie noch auf dem richtigen Weg sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich kann an die Adresse der SPÖ nur sagen: Schämen Sie sich, dass Sie sich nicht an diese Gepflogenheiten halten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Leikam –: Jetzt wissen wir, warum sie dich abgesetzt haben! Weil du immer einen Blödsinn redest!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu einer weiteren tatsächlichen Berichtigung hat sich der Herr Abgeordnete Trattner zu Wort gemeldet. – Herr Abgeordneter, § 58 Abs. 2 GOG kennen Sie. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Leikam –: Jetzt wissen wir, warum sie dich abgesetzt haben! Weil du immer einen Blödsinn redest!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß man, warum der Leikam nicht mehr Sicherheitssprecher ist! – Bundesminister Mag. Haupt – in Richtung des Abg. Leikam –: Toni, du kennst dich nicht mehr aus!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dolinschek. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt weiß man, warum der Leikam nicht mehr Sicherheitssprecher ist! – Bundesminister Mag. Haupt – in Richtung des Abg. Leikam –: Toni, du kennst dich nicht mehr aus!)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Als Gewerkschaftsmitglied bin ich eigentlich enttäuscht, enttäuscht deshalb, weil ich vom Gewerkschaftsbund immer eine gewisse Überparteilichkeit erwartet habe, aber von Überparteilichkeit ist überhaupt nichts mehr übriggeblieben. Sie radikalisieren die Sprache, Sie informieren nicht richtig in Ihren Aussendungen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Öllinger –: Zum Mob gehörst du auch!
Das muss ich feststellen, wenn ich mir dieses ÖGB-Blatt (der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe) ansehe, diesen Aufruf zur "Menschenkette" und die darin enthaltenen Informationen zum Weiterleiten an Abgeordnete. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Öllinger –: Zum Mob gehörst du auch!) Die Mitglieder werden dazu aufgefordert, die E-Mail-Adressen von allen sind angeführt, und ein Text ist ebenfalls vorgegeben. Das ist eine Behinderung von Abgeordneten. So sehe ich das. Und Aussagen, wie sie hohe Funktionäre, etwa der Herr Vorsitzende der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe und persönlicher Dienst, Kaske, der gesagt hat, "Österreich wird brennen", getätigt haben, sind einfach ein Skandal. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP.
Das muss ich feststellen, wenn ich mir dieses ÖGB-Blatt (der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe) ansehe, diesen Aufruf zur "Menschenkette" und die darin enthaltenen Informationen zum Weiterleiten an Abgeordnete. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Öllinger –: Zum Mob gehörst du auch!) Die Mitglieder werden dazu aufgefordert, die E-Mail-Adressen von allen sind angeführt, und ein Text ist ebenfalls vorgegeben. Das ist eine Behinderung von Abgeordneten. So sehe ich das. Und Aussagen, wie sie hohe Funktionäre, etwa der Herr Vorsitzende der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe und persönlicher Dienst, Kaske, der gesagt hat, "Österreich wird brennen", getätigt haben, sind einfach ein Skandal. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP.)
Ruf: Tritt aus!
Und wenn in den Schriften Formulierung stehen wie "wenn Idioten regieren", so ist das ja ein Wahnsinn, was Sie hier aufführen. Das ist ein Wahnsinn! Also ich schäme mich schon bald, dieser Organisation anzugehören. (Ruf: Tritt aus!) Aber ich hoffe, es wird noch Vernunft einkehren in dieser Organisation.
Abg. Dr. Mertel: Die Lehrer sind von der ÖVP!
Es wird Mobbing betrieben, es wird aufgewiegelt, ein Lehrerstreik wird ebenfalls inszeniert (Abg. Dr. Mertel: Die Lehrer sind von der ÖVP!), und sogar die Schulkinder werden missbraucht, indem man sie mit Falschinformationen versorgt. Aber der Zorn der Bevölkerung ist Ihnen sicher. Das geht aus den Äußerungen hervor, die man lesen kann. Da wird ein Zivildiener gefragt, was er zu dieser Demonstration sagt, und er antwortet – ich zitiere –:
Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel.
Beim Arbeitslosengeldanspruch ist ebenfalls dieser Bundesregierung eine Verbesserung gelungen, und zwar in der Weise, dass die Anwartschaft von 52 auf 78 Wochen verlängert wurde. Von einer Arbeitnehmervertretung wie dem Österreichischen Gewerkschaftsbund erwarte ich mir von einer Zusammenarbeit in realpolitischen Fragen viel mehr Konsens. (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. )
Abg. Öllinger: Welche "Ausschreitungen"? Wo gibt es "Ausschreitungen"?
Von einer überparteilichen Arbeitnehmervertretung wie dem Österreichischen Gewerkschaftsbund bin ich enttäuscht. Ich erwarte mir vom Gewerkschaftsbund in Zukunft mehr Objektivität, mehr Reformdialog anstatt solcher Ausschreitungen, wie sie heute getätigt werden. (Abg. Öllinger: Welche "Ausschreitungen"? Wo gibt es "Ausschreitungen"?) Unser Ziel muss es sein, die Schulden, das Budgetdefizit abzubauen und die Einkommen der Österreicher und Österreicherinnen zu stärken. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Von einer überparteilichen Arbeitnehmervertretung wie dem Österreichischen Gewerkschaftsbund bin ich enttäuscht. Ich erwarte mir vom Gewerkschaftsbund in Zukunft mehr Objektivität, mehr Reformdialog anstatt solcher Ausschreitungen, wie sie heute getätigt werden. (Abg. Öllinger: Welche "Ausschreitungen"? Wo gibt es "Ausschreitungen"?) Unser Ziel muss es sein, die Schulden, das Budgetdefizit abzubauen und die Einkommen der Österreicher und Österreicherinnen zu stärken. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Mertel –: Schon wieder? Kriegen Sie einen Preis für tatsächliche Berichtigungen?
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Frau Abgeordnete Dr. Mertel zu Wort gemeldet. – Frau Abgeordnete, beachten Sie § 58 Abs. 2 GOG, wenn ich bitten darf. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Mertel –: Schon wieder? Kriegen Sie einen Preis für tatsächliche Berichtigungen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie hat nichts zu sagen! Sie versucht es immer wieder, aber sie schafft es nicht!
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (SPÖ): Herr Dolinschek und Herr Westfal! Entschuldigung! Herr Westenthaler – jetzt habe ich mich schon so an den Namen gewöhnt. Herr Dolinschek! Es stimmt einfach nicht, was Sie da behaupten. Sie haben behauptet, dass ich mich in einer Sitzung des ÖGB in Kärnten dagegen ausgesprochen hätte, dass der AK-Präsident und der AK-Direktor eine Zusammenarbeit mit dem Landeshauptmann Haider in arbeitnehmerpolitischen Fragen durchführen wollen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie hat nichts zu sagen! Sie versucht es immer wieder, aber sie schafft es nicht!) Sie sagen, ich hätte dagegen protestiert, ich hätte eine Kursänderung verlangt, und ich hätte in einer Abstimmung zu 70 Prozent verloren.
Abg. Ing. Westenthaler: Ach so!
Das ist nicht richtig, was in der Zeitung steht, und ich habe der Redakteurin bereits eine Entgegnung gefaxt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so!) Vielmehr habe ich gesagt – ich habe das heute schon einmal gesagt –: Es sind zwei Paar Schuhe. Es ist ein Unterschied, ob man auf der einen Seite dem Amt des Landeshauptmannes Anerkennung und Respekt zollt – das muss man akzeptieren, das ist die Macht des Faktischen – oder ob man auf der anderen Seite den Eindruck erweckt, als ob vollkommene Harmonie und Einvernehmen auch in sachpolitischen Fragen mit einem Landeshauptmann herrschten, der einer anderen Partei angehört.
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe das so, wie Sie es darstellen, nicht gesagt und gemacht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Welche andere Regierungsform wäre denn bitte sehr, rein zahlentechnisch, übrig geblieben? Eine SPÖ-FPÖ-Koalition. Was wäre der Unterschied gewesen? – Sicherlich ein Unterschied, nämlich der, dass die Sozialistische Internationale in Europa ruhig geblieben wäre und es sich Herr Kollege Gusenbauer ersparen hätte können, champagnisierend und die Sanktionen befürwortend durch Europa tingeln zu müssen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Welche "Falschmeldungen"? Was meinen Sie damit?
Meine Damen und Herren! Kein Mitglied dieser Regierung wird den Streikenden ihr demokratisches Recht absprechen, aber die Politik der rot-grünen Opposition, durch Falschmeldungen die Emotionen der Menschen zu schüren, ist undemokratisch. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Welche "Falschmeldungen"? Was meinen Sie damit?)
Beifall bei der ÖVP.
Diese Regierung setzt neue Maßstäbe, vor allem setzt sie Reformen um. Einige Beispiele gefällig? – Keine Schulden auf dem Rücken unserer Kinder, soziale Absicherung der Künstler, Pensionsreform, Zwangsarbeiterentschädigung, Minderheitenschutz als Staatszielbestimmung, gemeinsame Obsorge, das heikle Thema der sozialen Treffsicherheit. Der Ansatz, je reicher ein Land, desto mehr Sozialleistungen werden ausgeschüttet, greift nicht mehr. Es kann nur das verteilt werden, was auch verdient wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Von den Grünen ist man ja durchaus gewohnt, dass sie sich mit Personen zusammentun, die einen Hang zum Chaotischen haben. Bei der SPÖ ist das wohl Ausdruck der neuen "Qualität" des Vorsitzenden Gusenbauer: die SPÖ, eine Partei, die in der Vergangenheit lebt und die keine Zukunft hat. Aber vielleicht gründet die SPÖ ja eine neue Partei. "Checkpoint Austria" hat ja viel Zustimmung, dazu KPÖ, Grüne, SPÖ. Vielleicht gibt es in Zukunft die SKPÖ, die Sozialdemokratisch-Kommunistische Partei Österreich. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Das, meine Damen und Herren, wäre durchaus eine interessante Symbiose. Die Kommunisten hätten das Geld, die Sozialisten den Apparat, und das alles unter der Lehre von Karl Marx. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Kiss: Marx, schau oba!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Kiss: Marx, schau oba!
Von den Grünen ist man ja durchaus gewohnt, dass sie sich mit Personen zusammentun, die einen Hang zum Chaotischen haben. Bei der SPÖ ist das wohl Ausdruck der neuen "Qualität" des Vorsitzenden Gusenbauer: die SPÖ, eine Partei, die in der Vergangenheit lebt und die keine Zukunft hat. Aber vielleicht gründet die SPÖ ja eine neue Partei. "Checkpoint Austria" hat ja viel Zustimmung, dazu KPÖ, Grüne, SPÖ. Vielleicht gibt es in Zukunft die SKPÖ, die Sozialdemokratisch-Kommunistische Partei Österreich. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Das, meine Damen und Herren, wäre durchaus eine interessante Symbiose. Die Kommunisten hätten das Geld, die Sozialisten den Apparat, und das alles unter der Lehre von Karl Marx. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Kiss: Marx, schau oba!)
Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ
Es geht da um eine – das ist jetzt kein Schmäh, das steht wirklich drinnen – Umfrage der FPÖ zu den illegalen Verkehrsblockaden. Die Frage lautet: Sind Sie mit derartigen Aktionen einverstanden? Mit "ja" antworteten 58,62 Prozent (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ), mit "nein" 37,93 Prozent, 3,44 Prozent mit "weiß nicht". Das finde ich wirklich blendende Arbeit, die Sie für uns leisten. (Bravo-Rufe und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Besser könnten wir das gar nicht auf den Punkt bringen. (Abg. Öllinger: Bravo, FPÖ!)
Bravo-Rufe und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Es geht da um eine – das ist jetzt kein Schmäh, das steht wirklich drinnen – Umfrage der FPÖ zu den illegalen Verkehrsblockaden. Die Frage lautet: Sind Sie mit derartigen Aktionen einverstanden? Mit "ja" antworteten 58,62 Prozent (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ), mit "nein" 37,93 Prozent, 3,44 Prozent mit "weiß nicht". Das finde ich wirklich blendende Arbeit, die Sie für uns leisten. (Bravo-Rufe und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Besser könnten wir das gar nicht auf den Punkt bringen. (Abg. Öllinger: Bravo, FPÖ!)
Abg. Öllinger: Bravo, FPÖ!
Es geht da um eine – das ist jetzt kein Schmäh, das steht wirklich drinnen – Umfrage der FPÖ zu den illegalen Verkehrsblockaden. Die Frage lautet: Sind Sie mit derartigen Aktionen einverstanden? Mit "ja" antworteten 58,62 Prozent (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ), mit "nein" 37,93 Prozent, 3,44 Prozent mit "weiß nicht". Das finde ich wirklich blendende Arbeit, die Sie für uns leisten. (Bravo-Rufe und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Besser könnten wir das gar nicht auf den Punkt bringen. (Abg. Öllinger: Bravo, FPÖ!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Kollege Schweitzer hat hier etliches zum Thema Lehrer gesagt. Die Anfrage heißt "Reformdialog statt Straßenblockaden". Herr Bundeskanzler! Ich hätte ein paar Fragen an Sie: Reformdialog – mit wem? In den letzten Tagen haben verschiedene Schulen eingeladen, mit Abgeordneten der Regierungsparteien und der Oppositionsparteien zu diskutieren. Im Regelfall sind nur Vertreter der Oppositionsparteien gekommen. Ich kann es Ihnen von gestern sagen: Vereinsgasse, Geblergasse, am Samstag die Diskussion beim ÖDAF, dem Verein für Deutsch als Zweitsprache in Österreich. Es kam kein Vertreter der ÖVP, kein Vertreter der FPÖ, teilweise sogar mit der bewussten Ansage: Wir kommen dort nicht hin, wir wollen momentan mit euch nicht reden. – Ist das der Reformdialog, den Sie einfordern? (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Reden Sie einmal mit Ihren Abgeordneten, Herr Klubobmann Khol! (Beifall bei den Grünen.) Schauen Sie, dass die zu den Veranstaltungen, zu denen sie eingeladen werden, auch hingehen! Wir sitzen allein dort. Ab und zu dürfen dann noch Beamte hin, ein Sektionschef aus dem Unterrichtsministerium, der Kabinettsleiter des Herrn Staatssekretärs Finz. Die dürfen sich dort buchstäblich – um das jetzt salopp zu sagen – die Watschen für das abholen, was Sie hier im Parlament beschließen. Sie stellen sich nicht hin und verteidigen Ihre Maßnahmen.
Abg. Dr. Fekter: Gerade haben Sie gesagt, es kommt niemand hin!
Herr Kollege Amon! Sie waren gestern dabei. (Abg. Dr. Fekter: Gerade haben Sie gesagt, es kommt niemand hin!) Ich habe von zwei Veranstaltungen geredet. Okay. Wir bringen es als Klub mit 14 Abgeordneten zusammen, jede dieser Einladungen wahrzunehmen. Mit 14 Abgeordneten! Bei Ihnen sitzen 52, und Sie bringen es gerade zusammen, 40 Prozent zu besetzen. Nehmen Sie das einmal zur Kenntnis! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rosemarie Bauer: Es gibt auch noch andere Veranstaltungen! Glauben Sie, wir sitzen daheim und tun nichts?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rosemarie Bauer: Es gibt auch noch andere Veranstaltungen! Glauben Sie, wir sitzen daheim und tun nichts?
Herr Kollege Amon! Sie waren gestern dabei. (Abg. Dr. Fekter: Gerade haben Sie gesagt, es kommt niemand hin!) Ich habe von zwei Veranstaltungen geredet. Okay. Wir bringen es als Klub mit 14 Abgeordneten zusammen, jede dieser Einladungen wahrzunehmen. Mit 14 Abgeordneten! Bei Ihnen sitzen 52, und Sie bringen es gerade zusammen, 40 Prozent zu besetzen. Nehmen Sie das einmal zur Kenntnis! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rosemarie Bauer: Es gibt auch noch andere Veranstaltungen! Glauben Sie, wir sitzen daheim und tun nichts?)
Abg. Amon: Sie informieren falsch!
Herr Klubobmann Khol, Herr Kollege Khol, wissen Sie, was Frau Ministerin Gehrer zum Reformdialog "News" gegenüber gesagt hat? Es gibt zwei Typen ... (Abg. Amon: Sie informieren falsch!) Ja, wir informieren alle falsch, nur die Regierung informiert richtig. So ist es, genau. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger: Jawohl! Eine wahre Aussage!)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger: Jawohl! Eine wahre Aussage!
Herr Klubobmann Khol, Herr Kollege Khol, wissen Sie, was Frau Ministerin Gehrer zum Reformdialog "News" gegenüber gesagt hat? Es gibt zwei Typen ... (Abg. Amon: Sie informieren falsch!) Ja, wir informieren alle falsch, nur die Regierung informiert richtig. So ist es, genau. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger: Jawohl! Eine wahre Aussage!)
Abg. Rosemarie Bauer: Ja, das stimmt auch!
Da gibt es schöne Beispiele dafür: "Keine Kündigungen", wird da von Ihnen verbreitet, "Kustodiatsregelung – 20 000 S mehr", behaupten Sie, behauptet Ministerin Gehrer. "Klassenvorstand – 20 000 S mehr." (Abg. Rosemarie Bauer: Ja, das stimmt auch!) 20 000 S minus 9 000 S, die bisher waren, sind nicht 20 000 S mehr.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Und jetzt frage ich Sie, Herr Klubobmann Khol, Herr Bundeskanzler, ist das ein Reformdialog, wenn Gehrer sagt: Es gibt zwei Typen von Lehrern. Ich würde sagen, 80 Prozent sind die wirklich Engagierten, die wissen, dass in manchen Zeiten jeder etwas bringen muss, und es gibt einige, die die Privilegien verteidigen. Die gehören meiner Meinung nach zur linken Reichshälfte, und die bringen Verunsicherung. – Ist das der Reformdialog, den Sie einfordern? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Amon: Welcher Schultyp?
Schauen wir uns einmal die Statistik an. Wir hatten im Schuljahr 1999/2000 in Österreich 2 540 Klassen ... (Abg. Amon: Welcher Schultyp?) Kollege Amon, insgesamt in Österreich. (Abg. Mag. Mühlbachler: Das gibt es doch gar nicht! Das gibt es nicht!) Lassen Sie mich ausreden, was ich Ihnen sagen will! Bei 2 540 Klassen wurde – Herr Kollege Mühlbachler, wenn der Satz fertig ist, werden Sie den Inhalt verstehen – die im Gesetz definierte Klassenschülerhöchstzahl überschritten. 2 540 Klassen in Österreich. Das ist keine Kleinigkeit! Rechnen Sie nach, wie viele Schüler das betrifft! Wenn man davon ausgeht, dass das Klassen mit 31 Schülern und mehr sind, dann kommen wir auf etliche tausend Schüler in Österreich, die sich in einem eigentlich gesetzlich normierten, aber nicht eingehaltenen Zustand befinden.
Abg. Mag. Mühlbachler: Das gibt es doch gar nicht! Das gibt es nicht!
Schauen wir uns einmal die Statistik an. Wir hatten im Schuljahr 1999/2000 in Österreich 2 540 Klassen ... (Abg. Amon: Welcher Schultyp?) Kollege Amon, insgesamt in Österreich. (Abg. Mag. Mühlbachler: Das gibt es doch gar nicht! Das gibt es nicht!) Lassen Sie mich ausreden, was ich Ihnen sagen will! Bei 2 540 Klassen wurde – Herr Kollege Mühlbachler, wenn der Satz fertig ist, werden Sie den Inhalt verstehen – die im Gesetz definierte Klassenschülerhöchstzahl überschritten. 2 540 Klassen in Österreich. Das ist keine Kleinigkeit! Rechnen Sie nach, wie viele Schüler das betrifft! Wenn man davon ausgeht, dass das Klassen mit 31 Schülern und mehr sind, dann kommen wir auf etliche tausend Schüler in Österreich, die sich in einem eigentlich gesetzlich normierten, aber nicht eingehaltenen Zustand befinden.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Wir haben auch Klassenteilungen! Wir haben auch Klassen mit fünf Schülern! Das gibt es auch!
Jetzt frage ich Sie, Kollege Amon, und Herrn Kollegen Schweitzer in Abwesenheit: Sie können doch wohl nicht ernsthaft glauben, dass man soziale Kompetenzen in Klassen mit 30 Schülern aufwärts – wir haben 35, 36, 37 und 38 Schüler in manchen Klassen – vermitteln kann?! Diese Klassen gibt es in Österreich, aber in solchen Klassen werden Sie die Anforderungen, die wir stellen – und auch zumindest jene in der Wirtschaft, die an neue Methoden denken, durchaus begrüßen –, nicht erreichen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Wir haben auch Klassenteilungen! Wir haben auch Klassen mit fünf Schülern! Das gibt es auch!)
Beifall bei den Grünen.
Das ist ein guter Einwurf, Herr Kollege Großruck. Ich sage Ihnen nur etwas: Wenn es auf dem Land auch Klassen gibt, die sehr klein sind – darin gebe ich Ihnen schon Recht –, dann gehen Sie einmal in die großen Klassen und sagen Sie den Schülern, die zu 37 und 38 dort sitzen: Irgendwo in den Bergen oben, da haben wir Klassen mit fünf Schülern. – Glauben Sie, dass Sie dafür Verständnis ernten werden? Glauben Sie, dass es irgendein Verständnis dafür gibt, die Schülerzahlen gegeneinander aufzurechnen? – Das ist ja das Trügerische an der Statistik. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Amon: Sie werden beides haben! Sie werden Vorlesungsbetrieb haben, und Sie werden Seminarbetrieb haben!
Wenn Sie ein Kurssystem so verstehen, dass wir universitäre Verhältnisse wie beim Massenstudium heranziehen, dann sage ich Ihnen, das ist nicht unser Bild, das wir hier haben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Amon: Sie werden beides haben! Sie werden Vorlesungsbetrieb haben, und Sie werden Seminarbetrieb haben!)
Zwischenruf des Abg. Amon.
Unter Kurssystem stelle ich mir etwas anderes vor, zum Beispiel bei den Sprachen. Wo liegen die Probleme im Schulsystem bei den Sprachen? In erster Linie nicht in den schriftlichen Arbeiten, das ist nicht das Problem. Wir haben das Problem, dass genau dort, wo kleinere Schülerzahlen, wo kleinere Klassen notwendig wären – etwa in der Rhetorik, in der Sprache, aber nicht nur da, sondern auch in anderen Gegenständen; vor allem aber in den Sprachen –, das in Österreich massiv zu kurz kommt, weil es einfach nicht möglich ist, mit 36 Schülern sinnvoll zu arbeiten. Sie können sich ausrechnen, wie lange eine Unterrichtsstunde ist und wie lange jeder Einzelne im Durchschnitt zum Sprechen kommt. In dieser Form ... (Zwischenruf des Abg. Amon. )
Abg. Amon: Was kostet das?
Genau das ist Ihre Arbeit. Ich verstehe das aus budgetären Gründen durchaus, aber ich frage Sie als Bildungssprecher (Abg. Amon: Was kostet das?) – nicht als Budgetpolitiker, der Sie ja nicht sind, als der Sie dort auch nicht auftreten –: Was ist Ihr Bildungskonzept? Wovon reden wir da? Reden wir nur davon, dass es im Bildungssystem um Einsparungen geht? – Das ist nämlich das, was Sie derzeit tun. Das ist genau das, warum Sie den "Applaus" – unter Anführungszeichen – an den Schulen ernten, wie das gestern der Fall war: Weil Sie dort mit anderen Zahlen kommen, weil Sie erklären, Sie wollen in den Klassen ein Schüler-Lehrer-Verhältnis von etwa zehn oder 13 Schülern pro Lehrer erreichen. Aber Sie wissen genau, dass all diese Dinge nicht funktionieren (Abg. Amon: Warum nicht?), und das würde ganz andere Dinge mit sich bringen.
Abg. Amon: Warum nicht?
Genau das ist Ihre Arbeit. Ich verstehe das aus budgetären Gründen durchaus, aber ich frage Sie als Bildungssprecher (Abg. Amon: Was kostet das?) – nicht als Budgetpolitiker, der Sie ja nicht sind, als der Sie dort auch nicht auftreten –: Was ist Ihr Bildungskonzept? Wovon reden wir da? Reden wir nur davon, dass es im Bildungssystem um Einsparungen geht? – Das ist nämlich das, was Sie derzeit tun. Das ist genau das, warum Sie den "Applaus" – unter Anführungszeichen – an den Schulen ernten, wie das gestern der Fall war: Weil Sie dort mit anderen Zahlen kommen, weil Sie erklären, Sie wollen in den Klassen ein Schüler-Lehrer-Verhältnis von etwa zehn oder 13 Schülern pro Lehrer erreichen. Aber Sie wissen genau, dass all diese Dinge nicht funktionieren (Abg. Amon: Warum nicht?), und das würde ganz andere Dinge mit sich bringen.
Abg. Amon: Doch! Warum nicht?
Warum das nicht funktioniert, ist relativ einfach zu erklären. Wenn ein Schüler pro Woche 30 Stunden und mehr Unterricht hat, dann müsste in diesem Umfang auch der Lehrer in der Klasse stehen, damit man das Verhältnis einhält. Das ist der Punkt. Aber Sie können nicht ernsthaft verlangen, dass die Lehrer in den berufsbildenden Schulen auf einmal 30 Wochenstunden unterrichten. (Abg. Amon: Doch! Warum nicht?)
Abg. Amon: Aber mehr als ...!
Wissen Sie, wie viele Wochenstunden es in den HTLs gibt? Da reden wir von 35 Wochenstunden! Soll der Lehrer jetzt 35 Wochenstunden in der Klasse stehen und unterrichten? Ist das Ihr Bild? (Abg. Amon: Aber mehr als ...!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Der Bildungssprecher der FPÖ ist jetzt nicht hier. Ich weiß nicht, ob auch von der freiheitlichen Fraktion die Notwendigkeit erkannt wird, im Bereich der Bildungsmaßnahmen endlich wieder aktiv zu werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Schasching: Das ist Wurscht! Es geht um die Spitzen! – Zwischenruf des Abg. Brosz.
Betrachten wir einmal die derzeitige Situation. Sie verlangen für die Volksschulen eine Klassenschülerhöchstzahl von 25. – Vom Jahre 1994 bis heute war die durchschnittliche Klassenschülerhöchstzahl in den Volksschulen nie mehr als 20 Schülerinnen und Schüler! – Sie verlangen in der Hauptschule eine Klassenschülerhöchstzahl von 25. – Vom Jahre 1994 bis heute war die durchschnittliche Klassenschülerhöchstzahl nie mehr als 24! (Abg. Schasching: Das ist Wurscht! Es geht um die Spitzen! – Zwischenruf des Abg. Brosz. )
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Bei den Betroffenen! Bei denen, die betroffen sind! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Schasching.
Sie verlangen in der AHS eine Klassenschülerhöchstzahl von 25. Auch da war vom Jahre 1994 bis heute die durchschnittliche Klassenschülerhöchstzahl nie mehr als 25. Sie verlangen in der BHMS ebenfalls 25, aber bis heute war die durchschnittliche Klassenschülerhöchstzahl nie über 25. Worin da also die Dringlichkeit besteht, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Bei den Betroffenen! Bei denen, die betroffen sind! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Schasching. )
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber ich habe das durchgerechnet, und es würde mich wirklich interessieren, wie Sie das finanzieren wollen. Gehen Sie mit Herrn Kollegen Edlinger und Herrn Kollegen Antoni in Klausur! Vielleicht finden Sie einen guten Bedeckungsvorschlag für 20 Milliarden Schilling. Für mich ist das purer Populismus. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Brosz.
Es würde mich im Übrigen wirklich interessieren, wie Sie den Eltern die Abweisung von bis zu 40 000 Schülerinnen und Schülern erklären wollen. (Zwischenruf des Abg. Brosz. ) Und es würde mich auch interessieren, wie Sie zusätzlich zu den mindestens 20 Milliarden Schilling an Mehrkosten auch noch den Lehrern mehr geben wollen, denn auch das verlangen Sie ja in der derzeitigen Debatte.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich fasse zusammen: Das ist ein populistischer Vorschlag – da er von links kommt, ein linkspopulistischer. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Nun, man kann natürlich darauf zurückgreifen, aber ich sage Ihnen: Auf all diese jenseits aller Objektivität entwickelten Horrorszenarien gibt es eigentlich nur eine Antwort. Es gibt für den Begriff "Zukunftsgefährdung" nur eine einzige Tat, die diese Bezeichnung tatsächlich verdient, und das ist die rücksichtslose Schuldenpolitik der letzten Jahrzehnte, der schamlose Wählerkauf der Sozialisten zu Lasten unserer Kinder und Enkelkinder! Das ist Zukunftsgefährdung – und nichts anderes! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Brosz: Das ist das bestehende Gesetz! Das ist das Gesetz!
Warum leben Sie nicht ein wenig die Demokratie der Schule mit uns weiter? Warum geben Sie den Organisationen in den Ländern und Bezirken nicht die Möglichkeit, sich nach der Decke zu strecken? (Abg. Brosz: Das ist das bestehende Gesetz! Das ist das Gesetz!) Sie fahren mit dem Rasenmäher drüber, Sie vergleichen den hintersten Graben in Tirol oder in der Steiermark mit dem städtischen Bereich.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Schauen Sie sich die Zahlen an, und hören Sie in der Schulpolitik damit auf, mit Reglementierungssucht zu arbeiten! Steigen Sie bitte auf den Zug der Autonomie der Schulen auf und berücksichtigen Sie die strukturellen Bedingungen, die Ländersituationen, die Regionalsituationen! Wir brauchen diesen Antrag nicht, Herr Brosz. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Kette ist gescheitert! – Abg. Gaugg: Sie ist gerissen! – Abg. Schwarzenberger: ... Christkindlmarkt!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Öllinger. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Kette ist gescheitert! – Abg. Gaugg: Sie ist gerissen! – Abg. Schwarzenberger: ... Christkindlmarkt!)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn das Wissen und das Engagement, das Herr Kollege Grollitsch gerade an den Tag gelegt hat, das Bestimmende bei der Schulpolitik der Regierungsparteien sind, dann sehe ich wirklich schwarz. Herr Kollege Grollitsch, Sie können hier vieles behaupten, aber bitte nehmen Sie zur Kenntnis: Das, was Herr Kollege Brosz in der Begründung des Antrages vorgelegt hat, stammt nicht von ihm, sondern ist die Begründung jener Forderungen, die von zahlreichen Elterninitiativen, Schülerinitiativen und Familienverbänden erhoben wurden! (Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit
Der erste Zwischenruf stammt von Herrn Kollegen Großruck, der ein begabter Zwischenrufer ist (Heiterkeit) und in diesem Fall gemeint hat: "Wir haben auch Klassenteilungen!" – Lassen Sie mich diesen Satz dann noch kurz erklären. – Der zweite Zwischenruf stammt vom Kollegen Amon, der einen eher verräterischen Zwischenruf gemacht hat. Er hat gefragt: "Was kostet das?"
Heiterkeit.
Ich komme zu Zwischenruf eins, "Wir haben auch Klassenteilungen!", weil dieser Zwischenruf eigentlich schon dasteht wie ein Naturgesetz. (Heiterkeit.) Das könnte irgendwie mit den Lehrsätzen des Pythagoras oder etwas Ähnlichem verglichen werden und besitzt auch der Wahrscheinlichkeit nach eine ähnlich hohe Qualität, wie wenn sich zwei Parallelen in der Unendlichkeit treffen. (Heiterkeit bei den Grünen.) Das kommt vor und ist so, nur hilft es in der Realität den Menschen und den Schülern, die zwei Parallelen zeichnen müssen, relativ wenig. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit bei den Grünen.
Ich komme zu Zwischenruf eins, "Wir haben auch Klassenteilungen!", weil dieser Zwischenruf eigentlich schon dasteht wie ein Naturgesetz. (Heiterkeit.) Das könnte irgendwie mit den Lehrsätzen des Pythagoras oder etwas Ähnlichem verglichen werden und besitzt auch der Wahrscheinlichkeit nach eine ähnlich hohe Qualität, wie wenn sich zwei Parallelen in der Unendlichkeit treffen. (Heiterkeit bei den Grünen.) Das kommt vor und ist so, nur hilft es in der Realität den Menschen und den Schülern, die zwei Parallelen zeichnen müssen, relativ wenig. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.
Ich komme zu Zwischenruf eins, "Wir haben auch Klassenteilungen!", weil dieser Zwischenruf eigentlich schon dasteht wie ein Naturgesetz. (Heiterkeit.) Das könnte irgendwie mit den Lehrsätzen des Pythagoras oder etwas Ähnlichem verglichen werden und besitzt auch der Wahrscheinlichkeit nach eine ähnlich hohe Qualität, wie wenn sich zwei Parallelen in der Unendlichkeit treffen. (Heiterkeit bei den Grünen.) Das kommt vor und ist so, nur hilft es in der Realität den Menschen und den Schülern, die zwei Parallelen zeichnen müssen, relativ wenig. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine jüngere Tochter war in der Volksschule in einer Klasse, in der waren 25 Kinder. Na, was regen Sie sich auf?, wird Kollege Amon sagen, das passt doch! Nur: Bei diesen 25 Kindern konnte sich keines in der Klasse mehr rühren! Die sind da wie eingepfropft in der Klasse gesessen, und wenn sich ein Kind gerührt hat, dann sind die Bastelarbeiten, die neben ihnen irgendwo verstaut waren, hinuntergefallen. Auch die Lehrerin konnte sich nicht rühren! – Das heißt, wir müssen auch die Realitäten dabei anschauen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Khol: Redezeit abgelaufen! Abdrehen! – Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit!
Die Anzahl von 25 kann schon um 5 Schüler zuviel sein, je nach Klassenraum. Trotzdem: Die objektive Größe wird schon auch eine Rolle spielen. Ich sage Ihnen, was das kostet. Die Antwort auf Ihre Frage lautet – so wie Sie sie beantworten –: Es kostet die Jugendlichen Zukunftschancen. Wenn Sprachunterricht beispielsweise nicht adäquat stattfinden kann, dann kostet sie das ihre Weltoffenheit. Es kostet sie ihre ... (Abg. Dr. Khol: Redezeit abgelaufen! Abdrehen! – Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit!)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): Es kostet sie ihre Ausdrucksfähigkeit, und das ist ein hohes Gut, Herr Kollege Amon. Darauf sollten wir die Frage, was uns das kostet und was uns das kosten soll, etwas mehr fokussieren. (Beifall bei den Grünen.)
Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler halten neuerlich Ausgaben der "Kronen-Zeitung" beziehungsweise des "Kurier" mit den oben erwähnten Schlagzeilen in die Höhe. – Zwischenrufe.
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Fristsetzungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler halten neuerlich Ausgaben der "Kronen-Zeitung" beziehungsweise des "Kurier" mit den oben erwähnten Schlagzeilen in die Höhe. – Zwischenrufe.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die jetzige Regierung hat es verstanden, ein Gruppenpraxengesetz vorzulegen und die Tagesklinken im notwendigen Maße zu forcieren, sodass ein entsprechender Umstrukturierungsplan von den Krankenanstalten zu den neu zu schaffenden Einrichtungen an der Peripherie in Zukunft wirklich stattfinden kann. Es sollen spezielle Fachpraxen, die rund um die Uhr, an Wochenenden, also auch samstags und sonntags, besetzt sind, gewährleisten, dass der Patient auch außerhalb des Krankenhauses gut betreut wird. Ein erster Schritt, der zumindest eine Gleichstellung des niedergelassenen mit dem stationären Bereich schafft, wurde bereits gesetzt. Die Ambulanzgebühr ist ein richtiger Anfang, weil sie die Patienten in die richtige Richtung lenkt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Edlinger: Ist es auch!
Für jede Inanspruchnahme einer ambulanten Behandlung ist ein Behandlungsbeitrag von 250 S pro Ambulanzbesuch vorgesehen. Liegt ein entsprechender Überweisungsschein vor, so beträgt der Behandlungsbetrag 150 S, pro Kalenderjahr aber nicht mehr als 1 000 S. Ich betone das deshalb, weil immer wieder darauf hingewiesen wird, dass das eine unsoziale Maßnahme sei. (Abg. Edlinger: Ist es auch!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich möchte noch auf Folgendes hinweisen – und Sie, Herr Minister, bitten, dies auch mitzutragen –: Angesichts jener 3 600 jungen Menschen, die sich heuer für die Physiotherapie-Akademie angemeldet haben, von denen aber nur 300 aufgenommen wurden, muss ich sagen: Da fehlt etwas in diesem System! Diesen Scherbenhaufen haben Sie uns hinterlassen, und wir müssen ihn jetzt beseitigen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Dann nehmen Sie sich jetzt bei der Nase!
In der Gesundheitspolitik ist das Einsparungspotential in erster Linie darin zu suchen, dass es uns gelingen muss, dem Patienten seine Selbstverantwortung bewusst zu machen und ihn so weit zu bringen, dass er sich selbst an der Nase nimmt und entsprechende Maßnahmen ergreift. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Dann nehmen Sie sich jetzt bei der Nase!)
Beifall bei den Grünen.
Ich habe den Eindruck, es herrscht die Meinung vor, man muss schnell in die Hände spucken und dann fest aufs Gas treten und dann wird man schon ohne Karambolagen Meilenstein bis Meilenstein von Errungenschaften an uns vorbeisausen sehen – verliert aber auf Grund dieser hohen Geschwindigkeit und der mangelnden Reflexion letztlich sein eigenes Navigationssystem einer sozialen Einstellung und Humanität aus den Augen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rosemarie Bauer: Aber geh!
Man liest und hört immer wieder – und das gefällt mir nicht! –: Es sollte kein Stein mehr auf dem anderen bleiben! (Abg. Rosemarie Bauer: Aber geh!) Na, man hört es in der Bildungspolitik, in der Universitätspolitik; glauben Sie mir das, da können Sie den Kopf schütteln, so lange und so heftig Sie wollen: Kaum ein Stein soll auf dem anderen bleiben. Und wenn Sie meinen, die Republik sei ein Schotterwerk oder die Bundesregierung ein Abbruchunternehmen, würde ich Sie ganz gern auch in dieser Meinung korrigieren.
Abg. Dr. Brinek: Wer hat das gesagt? – Abg. Steibl: Wer hat das gesagt?
Was aber jetzt in der Gesundheitspolitik geschieht, hat relativ viele militärische Ausdrücke: Man muss zuerst das "Terrain reinigen" und alles "sturmreif schießen" (Abg. Dr. Brinek: Wer hat das gesagt? – Abg. Steibl: Wer hat das gesagt?) – sturmreif schießen! – durch Klagen über eine so genannte vermutete Unfinanzierbarkeit. Diese ist aber ein Märchen. Sie wissen, dass Österreich, was die Gesundheitskosten betrifft, haarscharf in der Mitte der europäischen Staaten liegt. (Abg. Dr. Rasinger: Unter!) Sie wissen auch ganz genau, dass der öffentliche Anteil an den Gesundheitsausgaben in den letzten 20 Jahren kontinuierlich und prozentual gemessen am Bruttoinlandsprodukt gesunken und der private Anteil kontinuierlich gestiegen ist.
Abg. Dr. Rasinger: Unter!
Was aber jetzt in der Gesundheitspolitik geschieht, hat relativ viele militärische Ausdrücke: Man muss zuerst das "Terrain reinigen" und alles "sturmreif schießen" (Abg. Dr. Brinek: Wer hat das gesagt? – Abg. Steibl: Wer hat das gesagt?) – sturmreif schießen! – durch Klagen über eine so genannte vermutete Unfinanzierbarkeit. Diese ist aber ein Märchen. Sie wissen, dass Österreich, was die Gesundheitskosten betrifft, haarscharf in der Mitte der europäischen Staaten liegt. (Abg. Dr. Rasinger: Unter!) Sie wissen auch ganz genau, dass der öffentliche Anteil an den Gesundheitsausgaben in den letzten 20 Jahren kontinuierlich und prozentual gemessen am Bruttoinlandsprodukt gesunken und der private Anteil kontinuierlich gestiegen ist.
Abg. Silhavy: Für wen? Das ist die Frage!
Sie von den Regierungsparteien verschärfen dieses Märchen der Unfinanzierbarkeit auch noch, indem Sie immer wieder behaupten, Selbstbehalte hätten positive Steuerungseffekte – nur konnten Sie diese positiven Effekte nie nachweisen, und Sie haben auch nicht studiert, ob in anderen Ländern, in denen es Selbstbehalte gibt, diese positiven Steuerungseffekte zu bemerken sind. (Abg. Silhavy: Für wen? Das ist die Frage!)
Beifall bei den Grünen.
Mein Wunsch wäre also, doch den Dialog zu pflegen, denn Monologe, die Sie häufig in der Diskussion führen, können, wenn sie sich verselbständigen, zum Symptom werden, genauso wie Verschwörungstheorien auch zu Wahnideen mutieren können – und so gesundheitspolitisch würde ich mit Ihnen nicht gerne diskutieren! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Weiters darf ich darauf hinweisen, dass wir gerade vor einer Woche Artikel-15a-Verträge zur Neuregelung des ÖKAP verabschiedet haben. Ich gebe Ihnen schon Recht, dass ich da manche meiner Vorstellungen nicht durchsetzen konnte. Sie haben auch richtigerweise gesagt, dass wir in einem Spannungsfeld zwischen Länder-, Gemeinde- und Bundesinteressen verhandeln mussten und dass einiges sicherlich optimaler zu gestalten gewesen wäre. Aber wir haben wenigstens verhindert, dass mit 1. Jänner 2001 der alte KRAZAF mit seinen Unzulänglichkeiten und seinen noch schlechteren Möglichkeiten wieder in Kraft tritt. Das zumindest sollte man anerkennen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Eine Zahl, die mich sehr freut, möchte ich gleich an den Anfang stellen: plus 66,14 Prozent für die Bekämpfung des Suchtgift-Missbrauchs! Diese Zahl freut mich ganz besonders, zumal die vereinigte Linke die Drogenfreigabe propagiert. Daher ist es umso wichtiger, dass wir zur Bekämpfung des Suchtgift-Missbrauchs endlich mehr Geld zur Verfügung haben. Ich glaube, das ist der wesentlich vernünftigere Weg in der Drogenpolitik. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: ... da lassen Sie sich behandeln!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Präsident Verzetnitsch ist wahrscheinlich schon auf dem Weg an die Côte d’Azur zur nächsten Demo (Abg. Parnigoni: ... da lassen Sie sich behandeln!) – da ja in Österreich seinem Aufruf ganz wenige gefolgt sind. Etwas mehr als 0,8 Promille der Bau- und Holzarbeiter – ich habe es mir im Kopf schnell ausgerechnet – sind zur Demo gegangen. (Abg. Böhacker: Ich habe gedacht, wir haben 0,5 Promille?) – Ja, das sei dahingestellt. (Abg. Parnigoni: Haben Sie sie schon wieder bespitzelt, Herr Pumberger? Sonst könnten Sie das nicht wissen!)
Abg. Böhacker: Ich habe gedacht, wir haben 0,5 Promille?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Präsident Verzetnitsch ist wahrscheinlich schon auf dem Weg an die Côte d’Azur zur nächsten Demo (Abg. Parnigoni: ... da lassen Sie sich behandeln!) – da ja in Österreich seinem Aufruf ganz wenige gefolgt sind. Etwas mehr als 0,8 Promille der Bau- und Holzarbeiter – ich habe es mir im Kopf schnell ausgerechnet – sind zur Demo gegangen. (Abg. Böhacker: Ich habe gedacht, wir haben 0,5 Promille?) – Ja, das sei dahingestellt. (Abg. Parnigoni: Haben Sie sie schon wieder bespitzelt, Herr Pumberger? Sonst könnten Sie das nicht wissen!)
Abg. Parnigoni: Haben Sie sie schon wieder bespitzelt, Herr Pumberger? Sonst könnten Sie das nicht wissen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Präsident Verzetnitsch ist wahrscheinlich schon auf dem Weg an die Côte d’Azur zur nächsten Demo (Abg. Parnigoni: ... da lassen Sie sich behandeln!) – da ja in Österreich seinem Aufruf ganz wenige gefolgt sind. Etwas mehr als 0,8 Promille der Bau- und Holzarbeiter – ich habe es mir im Kopf schnell ausgerechnet – sind zur Demo gegangen. (Abg. Böhacker: Ich habe gedacht, wir haben 0,5 Promille?) – Ja, das sei dahingestellt. (Abg. Parnigoni: Haben Sie sie schon wieder bespitzelt, Herr Pumberger? Sonst könnten Sie das nicht wissen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Jetzt stellen Sie sich hierher und behaupten, die Klassenmedizin, die Mehr-Klassen-, die Zwei-Klassen-Medizin werde fröhliche Urständ feiern. – Frau Kollegin Pittermann! Unsere Aufgabe wird es sein, das, was Sie in der Gesundheitspolitik angerichtet haben, wieder abzuschaffen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Grabner: Oder wieder wird!
Wenn heute demonstriert wurde oder noch wird (Abg. Grabner: Oder wieder wird!) – ich weiß nicht, die Zeitungen schreiben: Was richteten die Blockierer an? – Gar so viele waren es nicht: Ein paar Chaoten haben Schäden angerichtet, wie in der "Krone" steht, aber eine ganze Schar von Polizisten musste aufgeboten werden. (Abg. Brix: Dank Ihrer Regierung!) Wenn wir dieses Geld für die Gesundheitspolitik verwendet hätten, wäre das auch schon wieder etwas!
Abg. Brix: Dank Ihrer Regierung!
Wenn heute demonstriert wurde oder noch wird (Abg. Grabner: Oder wieder wird!) – ich weiß nicht, die Zeitungen schreiben: Was richteten die Blockierer an? – Gar so viele waren es nicht: Ein paar Chaoten haben Schäden angerichtet, wie in der "Krone" steht, aber eine ganze Schar von Polizisten musste aufgeboten werden. (Abg. Brix: Dank Ihrer Regierung!) Wenn wir dieses Geld für die Gesundheitspolitik verwendet hätten, wäre das auch schon wieder etwas!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Edlinger – in Richtung des Redners –: Der da vorne glaubt wirklich, was er sagt!
Jetzt gibt es Maßnahmen, die wesentlich schwächer ausfallen als damals, aber jetzt mobilisiert er die Basis, geht auf die Straße. Er glaubt, es würden ihm Hunderttausende folgen. Ganz wenige waren es aber, die ihm heute gefolgt sind – und das freut mich ganz besonders, denn sie haben das miese Spiel dieses Herrn Präsidenten Verzetnitsch durchschaut, sie sind redliche Arbeitnehmer, die wissen: Wenn wir in Zukunft eine ordentliche Gesundheitspolitik haben wollen, wenn die Bevölkerung weiterhin versorgt werden soll, müssen wir Maßnahmen ergreifen, Maßnahmen, die in dieser Form nicht notwendig gewesen wären, wenn das Privilegienrittertum, das durch die Sozialdemokratie eingeführt wurde, nicht eine solche Blüte erfahren hätte. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Edlinger – in Richtung des Redners –: Der da vorne glaubt wirklich, was er sagt!)
Ruf bei der SPÖ: ... es sich keiner mehr leisten kann!
Weil wir dieses System jetzt kritisieren, weil wir Reformen herbeiführen, kommt der große Aufschrei. Wir führen Reformen durch, indem wir den Patientenstrom zu lenken versuchen, indem wir durch moderate Ambulanzgebühren (Ruf bei der SPÖ: ... es sich keiner mehr leisten kann!) den Patientenstrom in Richtung des wesentlich billiger arbeitenden niedergelassenen Arztes leiten – eine Lenkungsmaßnahme, die, wie mir bereits vom Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse bestätigt wurde, zu Mehrkosten bei der Wiener Gebietskrankenkasse von 250 Millionen Schilling führt. – Bravo! Er gesteht den Effekt dieser Lenkungsmaßnahme ein, denn wenn die Wiener Gebietskrankenkasse in diesem Fall um 250 Millionen Schilling mehr zahlen muss, dann
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich glaube daher, dass die Reformschritte, die wir machen, für die Zukunft der österreichischen Gesundheitspolitik eminent wichtig sind. Man hätte schon viel früher damit beginnen sollen, aber jetzt sind wir auf dem richtigen Weg – und wir lassen uns durch diverse Blockierer nicht bremsen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Pumberger: Pittermann!
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Herr Kollege Pumberger hat behauptet, wir schüren unnötigerweise Ängste vor der Zwei-Klassen-Medizin. – Diese Behauptung ist unrichtig! (Abg. Dr. Pumberger: Pittermann!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Prammer: Ja, zweit klassig!
Es gibt diese Zwei-Klassen-Medizin. Der Beweis dafür ist: Kollege Pumberger hat kürzlich hier im Hohen Haus behauptet, er injiziere einer Patientin, die krebskrank ist, zehn Milligramm Heroin. Heroin ist in Österreich nicht auf dem Markt und nicht für den medizinischen Gebrauch zugelassen. Das ist der Beweis einer zweitklassigen Medizin. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Prammer: Ja, zweit klassig!)
Abg. Edlinger: Ein Drogenhändler?! – Abg. Dr. Gusenbauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pumberger –: Ist das ein Drogenhändler?
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu einer persönlichen Erwiderung hat sich Herr Abgeordneter Pumberger zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Edlinger: Ein Drogenhändler?! – Abg. Dr. Gusenbauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pumberger –: Ist das ein Drogenhändler?)
Rufe bei der SPÖ: Das haben Sie gesagt!
Abgeordneter Dr. Alois Pumberger (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Professor Grünewald hat zum wiederholten Male fälschlich behauptet, ich hätte hier vom Rednerpult aus gesagt, ich injiziere meinen Patienten Heroin. (Rufe bei der SPÖ: Das haben Sie gesagt!)
Abg. Dr. Grünewald: "Subkutan"!
Ich sage Ihnen: Lesen Sie im Protokoll nach! Ich habe einen Vergleich hergestellt, dass das, was ich injiziere (Abg. Dr. Grünewald: "Subkutan"!), nämlich 10 Milligramm Heptadon ... Ich habe nicht gesagt, ich injiziere Heroin (Rufe bei der SPÖ und den Grünen: O ja!) – lesen Sie im Protokoll nach, es kann herbeigeschafft werden (Abg. Dr. Gusenbauer: Das steht aber im Protokoll!) –, sondern ich habe einen Vergleich hergestellt zwischen der Wirksamkeit von 10 Milligramm Heptadon, einer Substanz, die man Patienten mit sehr großen Schmerzen, zum Beispiel Krebspatienten, zur Schmerzbekämpfung injiziert, und jener einer chemisch analogen
Rufe bei der SPÖ und den Grünen: O ja!
Ich sage Ihnen: Lesen Sie im Protokoll nach! Ich habe einen Vergleich hergestellt, dass das, was ich injiziere (Abg. Dr. Grünewald: "Subkutan"!), nämlich 10 Milligramm Heptadon ... Ich habe nicht gesagt, ich injiziere Heroin (Rufe bei der SPÖ und den Grünen: O ja!) – lesen Sie im Protokoll nach, es kann herbeigeschafft werden (Abg. Dr. Gusenbauer: Das steht aber im Protokoll!) –, sondern ich habe einen Vergleich hergestellt zwischen der Wirksamkeit von 10 Milligramm Heptadon, einer Substanz, die man Patienten mit sehr großen Schmerzen, zum Beispiel Krebspatienten, zur Schmerzbekämpfung injiziert, und jener einer chemisch analogen
Abg. Dr. Gusenbauer: Das steht aber im Protokoll!
Ich sage Ihnen: Lesen Sie im Protokoll nach! Ich habe einen Vergleich hergestellt, dass das, was ich injiziere (Abg. Dr. Grünewald: "Subkutan"!), nämlich 10 Milligramm Heptadon ... Ich habe nicht gesagt, ich injiziere Heroin (Rufe bei der SPÖ und den Grünen: O ja!) – lesen Sie im Protokoll nach, es kann herbeigeschafft werden (Abg. Dr. Gusenbauer: Das steht aber im Protokoll!) –, sondern ich habe einen Vergleich hergestellt zwischen der Wirksamkeit von 10 Milligramm Heptadon, einer Substanz, die man Patienten mit sehr großen Schmerzen, zum Beispiel Krebspatienten, zur Schmerzbekämpfung injiziert, und jener einer chemisch analogen
Abg. Achatz – in Richtung Grüne –: Das ist ein Skandal!
Ich habe nicht gesagt, ich injiziere Heroin. (Abg. Achatz – in Richtung Grüne –: Das ist ein Skandal!) Das möchte ich klargestellt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Achatz: Das ist wirklich eine Ehrabschneiderei!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Achatz: Das ist wirklich eine Ehrabschneiderei!
Ich habe nicht gesagt, ich injiziere Heroin. (Abg. Achatz – in Richtung Grüne –: Das ist ein Skandal!) Das möchte ich klargestellt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Achatz: Das ist wirklich eine Ehrabschneiderei!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Entschuldigen Sie sich, Herr Grünewald! – Abg. Dolinschek: Entschuldigen Sie sich!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Mertel zu Wort gemeldet. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 4 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Entschuldigen Sie sich, Herr Grünewald! – Abg. Dolinschek: Entschuldigen Sie sich!)
Abg. Achatz: Das ist Rufmord! – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung des Abg. Dr. Grünewald –: Sie sind eine Dreckschleuder!
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! (Abg. Achatz: Das ist Rufmord! – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung des Abg. Dr. Grünewald –: Sie sind eine Dreckschleuder!)
Abg. Achatz: Das ist ja ungeheuerlich! ... übelster Sorte! – Abg. Dr. Grünewald: Das hat ja damals sogar die ÖVP ...!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Frau Abgeordnete Mertel ist am Wort! (Abg. Achatz: Das ist ja ungeheuerlich! ... übelster Sorte! – Abg. Dr. Grünewald: Das hat ja damals sogar die ÖVP ...!)
Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung des Abg. Dr. Grünewald –: Entschuldigen Sie sich! Das ist doch wirklich arg!
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (fortsetzend): Meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ! (Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung des Abg. Dr. Grünewald –: Entschuldigen Sie sich! Das ist doch wirklich arg!) – Das gilt diesmal nicht mir. Gut! Dann bin ich ganz beruhigt und beginne mit meiner Rede. (Abg. Achatz: Das ist ein Skandal!) Ich erwarte auch vom Herrn Präsidenten, dass meine Redezeit erst jetzt beginnt, denn ich komme nicht zu Wort. (Abg. Dr. Pumberger – in Richtung Grüne –: Miese Art und Weise! Eines Professors nicht würdig!)
Abg. Achatz: Das ist ein Skandal!
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (fortsetzend): Meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ! (Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung des Abg. Dr. Grünewald –: Entschuldigen Sie sich! Das ist doch wirklich arg!) – Das gilt diesmal nicht mir. Gut! Dann bin ich ganz beruhigt und beginne mit meiner Rede. (Abg. Achatz: Das ist ein Skandal!) Ich erwarte auch vom Herrn Präsidenten, dass meine Redezeit erst jetzt beginnt, denn ich komme nicht zu Wort. (Abg. Dr. Pumberger – in Richtung Grüne –: Miese Art und Weise! Eines Professors nicht würdig!)
Abg. Dr. Pumberger – in Richtung Grüne –: Miese Art und Weise! Eines Professors nicht würdig!
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (fortsetzend): Meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ! (Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung des Abg. Dr. Grünewald –: Entschuldigen Sie sich! Das ist doch wirklich arg!) – Das gilt diesmal nicht mir. Gut! Dann bin ich ganz beruhigt und beginne mit meiner Rede. (Abg. Achatz: Das ist ein Skandal!) Ich erwarte auch vom Herrn Präsidenten, dass meine Redezeit erst jetzt beginnt, denn ich komme nicht zu Wort. (Abg. Dr. Pumberger – in Richtung Grüne –: Miese Art und Weise! Eines Professors nicht würdig!)
Abg. Böhacker: Nein, ich erinnere mich nicht!
Meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ! Sie erinnern sich sicher noch an Ihren wiederkehrenden Stehsatz (Abg. Böhacker: Nein, ich erinnere mich nicht!) der Monate vor dem Sommer: Messt uns doch nicht an den Worten – die schon schlimm genug waren! –, sondern messt uns doch an den Taten! – Manchmal entfallen Ihnen aber auch Ihre Taten rechtzeitig. (Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé. )
Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ! Sie erinnern sich sicher noch an Ihren wiederkehrenden Stehsatz (Abg. Böhacker: Nein, ich erinnere mich nicht!) der Monate vor dem Sommer: Messt uns doch nicht an den Worten – die schon schlimm genug waren! –, sondern messt uns doch an den Taten! – Manchmal entfallen Ihnen aber auch Ihre Taten rechtzeitig. (Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé. )
Abg. Böhacker: Aber geh, Frau Mertel, glauben Sie das wirklich?
Und wie schaut es mit den Taten aus, um das zu untermauern? – Tat sache, Sache der Tat, ist: Diese Regierung hat von der ersten Minute an Familienleistungen gekürzt! Tat sache ist, dass diese Regierung auch in Hinkunft fortfahren wird, bei den Familien abzukassieren, wie die Vorlagen zum Budget und zum Budgetbegleitgesetz nachweisen. (Abg. Böhacker: Aber geh, Frau Mertel, glauben Sie das wirklich?) Das nenne ich eine "grandiose" Familienpolitik, das nenne ich "soziale Treffsicherheit"; es ist dies eine Vorspiegelung von Gerechtigkeit laut FPÖ und ÖVP.
Abg. Dr. Martin Graf: Was ist das für eine tatsächliche Berichtigung?
All das, was Sie hier berichten und wovon Sie sprechen, dabei beleuchten Sie immer nur einen Bereich. (Abg. Dr. Martin Graf: Was ist das für eine tatsächliche Berichtigung?) Die Härten summieren sich aus allen Bereichen, die ich jetzt erwähnt habe. (Abg. Dr. Martin Graf: Das ist aber keine tatsächliche Berichtigung!) Die Härten summieren sich, und Ihre Taktik ist die kumulative Belastung der Familien. Auf der einen Seite nehmen Sie den Familien etwas weg, aber um das zu vertreten und der Bevölkerung schmackhaft zu machen, was Sie ihr alles wegnehmen, zahlen Sie auf der anderen Seite für Ihre Propagandamaschinerie, für Werbung 80 Millionen Schilling. Sie, diese Regierung, bescheren – und in der Vorweihnachtszeit ist das eine wirkliche Bescherung! – den Bürgerinnen und Bürgern genau die existenzbedrohende Situation, vor der vor allem die Armutsforscher warnen.
Abg. Dr. Martin Graf: Das ist aber keine tatsächliche Berichtigung!
All das, was Sie hier berichten und wovon Sie sprechen, dabei beleuchten Sie immer nur einen Bereich. (Abg. Dr. Martin Graf: Was ist das für eine tatsächliche Berichtigung?) Die Härten summieren sich aus allen Bereichen, die ich jetzt erwähnt habe. (Abg. Dr. Martin Graf: Das ist aber keine tatsächliche Berichtigung!) Die Härten summieren sich, und Ihre Taktik ist die kumulative Belastung der Familien. Auf der einen Seite nehmen Sie den Familien etwas weg, aber um das zu vertreten und der Bevölkerung schmackhaft zu machen, was Sie ihr alles wegnehmen, zahlen Sie auf der anderen Seite für Ihre Propagandamaschinerie, für Werbung 80 Millionen Schilling. Sie, diese Regierung, bescheren – und in der Vorweihnachtszeit ist das eine wirkliche Bescherung! – den Bürgerinnen und Bürgern genau die existenzbedrohende Situation, vor der vor allem die Armutsforscher warnen.
Zwischenruf des Abg. Böhacker.
Erinnern Sie sich: Im Jahre 1998 hat ein sehr kompetent und selbstbewusst agierender Familienminister Bartenstein – immer öffentlich im Fernsehen – davon gesprochen, dass sich die Kosten auf 800, 700 Millionen Schilling zusätzlich belaufen werden. – Daraus ist eine zweistellige Milliardensumme geworden. (Zwischenruf des Abg. Böhacker. )
Abg. Dr. Martin Graf: 6 000 sind mehr als Null!
Sie wollen allen 6 000 S im Monat zahlen und wissen ganz genau, dass man davon nicht leben kann. Darum hat der Herr Minister auch gleich eine neue Idee geboren, nämlich die Anhebung der Zuverdienstgrenze jenseits von 300 000 S im Jahr. Das sagte er am 30. November. (Abg. Dr. Martin Graf: 6 000 sind mehr als Null!) Mütter und Väter müssen während der Karenzzeit dazuverdienen, also in einer Zeit, die für die Kinderbetreuung da ist, müssen sie dazuverdienen, um existieren zu können. Dabei ist doch die Karenzzeit jene Zeit, die gerade von Ihnen eingefordert wird, damit sich Mütter und Väter den Kindern widmen können. (Abg. Dr. Martin Graf: Sie wollen, das ... bezahlt werden?!)
Abg. Dr. Martin Graf: Sie wollen, das ... bezahlt werden?!
Sie wollen allen 6 000 S im Monat zahlen und wissen ganz genau, dass man davon nicht leben kann. Darum hat der Herr Minister auch gleich eine neue Idee geboren, nämlich die Anhebung der Zuverdienstgrenze jenseits von 300 000 S im Jahr. Das sagte er am 30. November. (Abg. Dr. Martin Graf: 6 000 sind mehr als Null!) Mütter und Väter müssen während der Karenzzeit dazuverdienen, also in einer Zeit, die für die Kinderbetreuung da ist, müssen sie dazuverdienen, um existieren zu können. Dabei ist doch die Karenzzeit jene Zeit, die gerade von Ihnen eingefordert wird, damit sich Mütter und Väter den Kindern widmen können. (Abg. Dr. Martin Graf: Sie wollen, das ... bezahlt werden?!)
Abg. Dr. Martin Graf: Wie haben Sie es gemacht?
Was geschieht, frage ich Sie, in dieser Zeit mit den Kindern, mit den Babys und den Kleinkindern, während Mütter und Väter fleißig dazuverdienen? – Für den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen haben Sie im Budget nichts vorgesehen. (Abg. Dr. Martin Graf: Wie haben Sie es gemacht?) Sie, Herr Minister, reden zwar von Betriebskindergärten, haben aber keinen Groschen im Budget 2001 für Kinderbetreuungseinrichtungen vorgesehen. (Abg. Böhacker: Was haben Sie gemacht?) Und diese 55 Millionen Schilling, von denen Sie immer sprechen, sind eine Summe, die noch aus der Zeit der vorigen Regierung stammt. Fürwahr: Das nenne ich eine "famose" Familienpolitik! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Böhacker: Was haben Sie gemacht?
Was geschieht, frage ich Sie, in dieser Zeit mit den Kindern, mit den Babys und den Kleinkindern, während Mütter und Väter fleißig dazuverdienen? – Für den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen haben Sie im Budget nichts vorgesehen. (Abg. Dr. Martin Graf: Wie haben Sie es gemacht?) Sie, Herr Minister, reden zwar von Betriebskindergärten, haben aber keinen Groschen im Budget 2001 für Kinderbetreuungseinrichtungen vorgesehen. (Abg. Böhacker: Was haben Sie gemacht?) Und diese 55 Millionen Schilling, von denen Sie immer sprechen, sind eine Summe, die noch aus der Zeit der vorigen Regierung stammt. Fürwahr: Das nenne ich eine "famose" Familienpolitik! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was geschieht, frage ich Sie, in dieser Zeit mit den Kindern, mit den Babys und den Kleinkindern, während Mütter und Väter fleißig dazuverdienen? – Für den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen haben Sie im Budget nichts vorgesehen. (Abg. Dr. Martin Graf: Wie haben Sie es gemacht?) Sie, Herr Minister, reden zwar von Betriebskindergärten, haben aber keinen Groschen im Budget 2001 für Kinderbetreuungseinrichtungen vorgesehen. (Abg. Böhacker: Was haben Sie gemacht?) Und diese 55 Millionen Schilling, von denen Sie immer sprechen, sind eine Summe, die noch aus der Zeit der vorigen Regierung stammt. Fürwahr: Das nenne ich eine "famose" Familienpolitik! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Eine Bagatelle ist das nicht! – Abg. Schieder: Es fragt sich, wer der Jemand ist! – Abg. Dr. Martin Graf: Das war sicher der Dietachmayr! – Abg. Achatz: Ich weiß, wer der Jemand ist! Er ist bereits gegangen! Er ist nicht mehr im Saal – Abg. Schieder: Der Jemand ist gegangen! – Abg. Dr. Krüger: Daher ist es auch nicht gesagt worden! Das ist eine Logik! Das ist eine seltsame Logik!
Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Steibl. – Bitte. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Eine Bagatelle ist das nicht! – Abg. Schieder: Es fragt sich, wer der Jemand ist! – Abg. Dr. Martin Graf: Das war sicher der Dietachmayr! – Abg. Achatz: Ich weiß, wer der Jemand ist! Er ist bereits gegangen! Er ist nicht mehr im Saal – Abg. Schieder: Der Jemand ist gegangen! – Abg. Dr. Krüger: Daher ist es auch nicht gesagt worden! Das ist eine Logik! Das ist eine seltsame Logik!)
Abg. Dr. Martin Graf – in Richtung SPÖ –: Sie wissen eh, dass das der Gusenbauer war! Der Klubobmann Gusenbauer war das! Sie wissen das ganz genau!
Abgeordnete Ridi Steibl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Dr. Martin Graf – in Richtung SPÖ –: Sie wissen eh, dass das der Gusenbauer war! Der Klubobmann Gusenbauer war das! Sie wissen das ganz genau!) Ich will aber nicht, dass meine Redezeit schon läuft.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Es gibt mehrere Zeugen! – Abg. Dr. Krüger: Wahrscheinlich haben wir es selber gesagt!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Am Wort ist nun Frau Abgeordnete Steibl! Herr Abgeordneter Graf, das gilt auch für Sie! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Es gibt mehrere Zeugen! – Abg. Dr. Krüger: Wahrscheinlich haben wir es selber gesagt!)
Abg. Dr. Mertel: Familienzuschlag!
Abgeordnete Ridi Steibl (fortsetzend): Ich möchte zuerst kurz auf die Ausführungen meiner Vorrednerin, Frau Kollegin Mertel, eingehen, die davon gesprochen hat, dass wir "hupfen" im Jahr 2000, im Jahr 2001, im Jahr 2002. – Ich kann Ihnen sagen, wir sind schon "gehupft", und zwar im Jahr 2000: Auf Initiative der ÖVP und mit Herrn Bundesminister Bartenstein haben wir die beste Familiensteuerreform eingeführt (Abg. Dr. Mertel: Familienzuschlag!), die es je gegeben hat. Nur Kollege Edlinger war ein wenig dagegen – und wir mussten sehr lange kämpfen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordnete Ridi Steibl (fortsetzend): Ich möchte zuerst kurz auf die Ausführungen meiner Vorrednerin, Frau Kollegin Mertel, eingehen, die davon gesprochen hat, dass wir "hupfen" im Jahr 2000, im Jahr 2001, im Jahr 2002. – Ich kann Ihnen sagen, wir sind schon "gehupft", und zwar im Jahr 2000: Auf Initiative der ÖVP und mit Herrn Bundesminister Bartenstein haben wir die beste Familiensteuerreform eingeführt (Abg. Dr. Mertel: Familienzuschlag!), die es je gegeben hat. Nur Kollege Edlinger war ein wenig dagegen – und wir mussten sehr lange kämpfen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Mertel und Mag. Prammer.
Wenn Sie aufzählen, was wir jetzt alles von diesen "armen Familien" abcashen, so möchte ich dazu schon etwas sagen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Mertel und Mag. Prammer. ) Nur ein Beispiel: Die Erhöhung des Preises der Autobahnvignette wäre so oder so gekommen, weil dies schon vom Verkehrsminister vorbereitet war. Oder: Sie sagen, die "armen Eltern" müssen dazuverdienen. – Dann machen Sie einen klugen, brauchbaren Vorschlag, denn Ihr Vorschlag, Karenzgeld bis zum 6. Lebensjahr in der Höhe von 3 000 oder 4 000 S, reicht wahrscheinlich für diese Mütter und Väter auch nicht zum Überleben. (Abg. Mag. Wurm: Teilzeit!) Da ist unser Vorschlag schon um einiges besser. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass die SPÖ die Familienbeihilfe des Bundes für die Studierenden abgeschafft hätte, wenn sie in der Regierung gewesen wäre. (Abg. Dr. Mertel: Mit wem? Haben Sie wieder Amnesie?)
Abg. Mag. Wurm: Teilzeit!
Wenn Sie aufzählen, was wir jetzt alles von diesen "armen Familien" abcashen, so möchte ich dazu schon etwas sagen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Mertel und Mag. Prammer. ) Nur ein Beispiel: Die Erhöhung des Preises der Autobahnvignette wäre so oder so gekommen, weil dies schon vom Verkehrsminister vorbereitet war. Oder: Sie sagen, die "armen Eltern" müssen dazuverdienen. – Dann machen Sie einen klugen, brauchbaren Vorschlag, denn Ihr Vorschlag, Karenzgeld bis zum 6. Lebensjahr in der Höhe von 3 000 oder 4 000 S, reicht wahrscheinlich für diese Mütter und Väter auch nicht zum Überleben. (Abg. Mag. Wurm: Teilzeit!) Da ist unser Vorschlag schon um einiges besser. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass die SPÖ die Familienbeihilfe des Bundes für die Studierenden abgeschafft hätte, wenn sie in der Regierung gewesen wäre. (Abg. Dr. Mertel: Mit wem? Haben Sie wieder Amnesie?)
Abg. Dr. Mertel: Mit wem? Haben Sie wieder Amnesie?
Wenn Sie aufzählen, was wir jetzt alles von diesen "armen Familien" abcashen, so möchte ich dazu schon etwas sagen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Mertel und Mag. Prammer. ) Nur ein Beispiel: Die Erhöhung des Preises der Autobahnvignette wäre so oder so gekommen, weil dies schon vom Verkehrsminister vorbereitet war. Oder: Sie sagen, die "armen Eltern" müssen dazuverdienen. – Dann machen Sie einen klugen, brauchbaren Vorschlag, denn Ihr Vorschlag, Karenzgeld bis zum 6. Lebensjahr in der Höhe von 3 000 oder 4 000 S, reicht wahrscheinlich für diese Mütter und Väter auch nicht zum Überleben. (Abg. Mag. Wurm: Teilzeit!) Da ist unser Vorschlag schon um einiges besser. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass die SPÖ die Familienbeihilfe des Bundes für die Studierenden abgeschafft hätte, wenn sie in der Regierung gewesen wäre. (Abg. Dr. Mertel: Mit wem? Haben Sie wieder Amnesie?)
Abg. Dr. Mertel: War die ÖVP dabei?
Ich denke, ein ausgeglichener Haushalt ist kein Selbstzweck, sondern er wird dieser Bundesregierung auch neue Spielräume für Schwerpunkte eröffnen. (Abg. Dr. Mertel: War die ÖVP dabei?) Einer dieser Schwerpunkte wird die Einführung des Kinderbetreuungsgeldes sein, und zwar das Kinderbetreuungsgeld für alle. Das wird auch ein Meilenstein sein. (Abg. Dr. Mertel: Können Sie sich noch erinnern an ..., dass Sie dagegen gestimmt haben?) Das ist ein Meilen
Abg. Dr. Mertel: Können Sie sich noch erinnern an ..., dass Sie dagegen gestimmt haben?
Ich denke, ein ausgeglichener Haushalt ist kein Selbstzweck, sondern er wird dieser Bundesregierung auch neue Spielräume für Schwerpunkte eröffnen. (Abg. Dr. Mertel: War die ÖVP dabei?) Einer dieser Schwerpunkte wird die Einführung des Kinderbetreuungsgeldes sein, und zwar das Kinderbetreuungsgeld für alle. Das wird auch ein Meilenstein sein. (Abg. Dr. Mertel: Können Sie sich noch erinnern an ..., dass Sie dagegen gestimmt haben?) Das ist ein Meilen
Abg. Mag. Wurm: "Gerechtigkeit kann nicht durch Barmherzigkeit ersetzt werden!" Das hat er auch gesagt!
Ich weiß, mein Kollege Feurstein war mit Herrn Küberl nicht immer zufrieden. Ich war zufrieden, zumindest mit zwei seiner Aussagen. Er hat gesagt: Karenzgeld für alle ist ein richtiger Schritt in Richtung Armutsbekämpfung. – Er hat in der Folge auch vom Mindesteinkommen gesprochen. (Abg. Mag. Wurm: "Gerechtigkeit kann nicht durch Barmherzigkeit ersetzt werden!" Das hat er auch gesagt!) Dazu möchte ich ergänzen: Ich spreche von einem Mindestlohn von 1 000 Euro, und das wünschen wir uns auch. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich weiß, mein Kollege Feurstein war mit Herrn Küberl nicht immer zufrieden. Ich war zufrieden, zumindest mit zwei seiner Aussagen. Er hat gesagt: Karenzgeld für alle ist ein richtiger Schritt in Richtung Armutsbekämpfung. – Er hat in der Folge auch vom Mindesteinkommen gesprochen. (Abg. Mag. Wurm: "Gerechtigkeit kann nicht durch Barmherzigkeit ersetzt werden!" Das hat er auch gesagt!) Dazu möchte ich ergänzen: Ich spreche von einem Mindestlohn von 1 000 Euro, und das wünschen wir uns auch. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bezüglich Pflegegeld für Kinder: Auch da wurde viel diskutiert, und das ist gut so und notwendig. Ich bin sehr dankbar dafür, dass der Herr Minister Haupt im Budgetausschuss angemerkt hat, dass man bei der nächsten Novelle zum Bundespflegegeldgesetz die Altersgrenze von drei auf null Jahre heruntersetzen wird. Das ist ein richtiger Schritt auch in Richtung anderer Diskussionen. Das ist eine Maßnahme, die notwendig ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir werden die soziale Ungerechtigkeit beseitigen. Wir werden uns mit Nachdruck für eine Harmonisierung von Beruf und Familie einsetzen. Wir werden Wahlfreiheit ermöglichen, und wir werden nicht durch Schuldenmachen die Zukunft unserer Jugend verbauen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Gatterer: Was hat er gesagt? – Abg. Kopf: Überlegen Sie, was Sie sagen! Das ist absurd!
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Minister Haupt, Sie haben in den letzten Tagen immer wieder versucht, in fadenscheiniger Art und Weise unserer Gesellschaft glaubhaft zu machen, wie Sie sich für die Interessen behinderter Menschen einsetzen. Herr Minister! Das, was Sie tun, ist der größte Missbrauch von behinderten Menschen, den es in den letzten Jahrzehnten in diesem Hause gegeben hat! (Abg. Gatterer: Was hat er gesagt? – Abg. Kopf: Überlegen Sie, was Sie sagen! Das ist absurd!)
Beifall bei den Grünen.
Herr Minister Haupt! Es sind Sie und es ist diese Bundesregierung, die die Lebensqualität behinderter Menschen und die Rechte behinderter Menschen noch immer mit Füßen tritt. Sie, meine Damen und Herren von der Bundesregierung, sind es auch, die keine Bereitschaft zeigen, ein Behindertengleichstellungsgesetz auf Bundesebene zu schaffen, damit behinderte Menschen endlich einmal in dieser Gesellschaft Rechte haben und gleichgestellt werden. (Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Prammer.
Herr Minister Haupt! So intensiv können Sie gar nicht lesen, dass ich nicht weiß, dass Sie mich doch hören. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Prammer. )
Abg. Achatz: Das ist eine Unterstellung!
Herr Minister! Sie sind jener, von dem ich mir eigentlich am allerwenigsten erwartet hätte, dass Sie sich zum Erfüllungsgehilfen Ihrer Ex-Generalsekretärin machen und auf Kosten und auf dem Rücken behinderter Menschen die Fristenlösung in Frage stellen. (Abg. Achatz: Das ist eine Unterstellung!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ – Abg. Achatz: Das ist so eine Lüge!
Herr Minister, schämen Sie sich dafür! Es haben sich die behinderten Menschen in Österreich nicht verdient (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ – Abg. Achatz: Das ist so eine Lüge!), dass Sie sie als Druckmittel dafür nehmen, die Fristenlösung in Frage zu stellen! (Abg. Dr. Fekter: So ein Blödsinn! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: So ein Blödsinn! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Minister, schämen Sie sich dafür! Es haben sich die behinderten Menschen in Österreich nicht verdient (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ – Abg. Achatz: Das ist so eine Lüge!), dass Sie sie als Druckmittel dafür nehmen, die Fristenlösung in Frage zu stellen! (Abg. Dr. Fekter: So ein Blödsinn! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Kopf: Was man sich von Ihnen alles bieten lassen muss, ist unglaublich!
Herr Minister! Wir müssen von Gleichstellung reden. Darum geht es und nicht darum (Abg. Kopf: Was man sich von Ihnen alles bieten lassen muss, ist unglaublich!), dass es – ein Bekannter hat das sehr deutlich geschrieben – Ihnen nicht (Abg. Achatz: Unglaublich!) um die Erleichterung der Lebenssituation behinderter Menschen und von Eltern behinderter Menschen geht. (Abg. Dr. Fekter: Und was ist mit der Behindertenmilliarde? Sie akzeptieren das nicht!)
Abg. Achatz: Unglaublich!
Herr Minister! Wir müssen von Gleichstellung reden. Darum geht es und nicht darum (Abg. Kopf: Was man sich von Ihnen alles bieten lassen muss, ist unglaublich!), dass es – ein Bekannter hat das sehr deutlich geschrieben – Ihnen nicht (Abg. Achatz: Unglaublich!) um die Erleichterung der Lebenssituation behinderter Menschen und von Eltern behinderter Menschen geht. (Abg. Dr. Fekter: Und was ist mit der Behindertenmilliarde? Sie akzeptieren das nicht!)
Abg. Dr. Fekter: Und was ist mit der Behindertenmilliarde? Sie akzeptieren das nicht!
Herr Minister! Wir müssen von Gleichstellung reden. Darum geht es und nicht darum (Abg. Kopf: Was man sich von Ihnen alles bieten lassen muss, ist unglaublich!), dass es – ein Bekannter hat das sehr deutlich geschrieben – Ihnen nicht (Abg. Achatz: Unglaublich!) um die Erleichterung der Lebenssituation behinderter Menschen und von Eltern behinderter Menschen geht. (Abg. Dr. Fekter: Und was ist mit der Behindertenmilliarde? Sie akzeptieren das nicht!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Herr Minister Haupt! Dass Sie das tun, was ich hier behaupte, haben Sie doch auch am Freitag ganz konkret im Fernsehen gesagt. Sie sind entlarvt, Herr Minister! Und wenn Sie nicht entlarvt wären, dann hätten sich die Behindertenorganisationen schon längst auf Ihre Seite gestellt und sich nicht bis jetzt in Schweigen gehüllt. Das ist kein Schweigen, weil sie dazu nichts zu sagen hätten, sondern weil die behinderten Menschen, die Behindertenorganisationen so fassungslos sind, wie Sie behinderte Menschen missbrauchen, sodass diese noch nicht in der Lage sind, auf Ihre Ungeheuerlichkeiten zu reagieren! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Rasinger: Theresia, das glaubst du selber nicht!
Herr Minister! Dass es Ihnen nicht um die behinderten Menschen geht, sondern ausschließlich darum, die Fristenlösung in Frage zu stellen, haben Sie am Freitag im Fernsehen mehr als deutlich bewiesen. (Abg. Dr. Rasinger: Theresia, das glaubst du selber nicht!) Sie haben gesagt, Sie wollen eine Änderung der Abtreibungsregelung und gleichzeitig eine Verbesserung der Pränatal-Diagnostik. – Ja was heißt denn das? – Das heißt doch nichts anderes, als dass Sie bereits in der Drei-Monats-Frist sehr wohl wissen wollen, ob das Kind behindert ist oder nicht. Und wenn es behindert ist, dann soll es natürlich abgetrieben werden. (Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist doch lächerlich!)
Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist doch lächerlich!
Herr Minister! Dass es Ihnen nicht um die behinderten Menschen geht, sondern ausschließlich darum, die Fristenlösung in Frage zu stellen, haben Sie am Freitag im Fernsehen mehr als deutlich bewiesen. (Abg. Dr. Rasinger: Theresia, das glaubst du selber nicht!) Sie haben gesagt, Sie wollen eine Änderung der Abtreibungsregelung und gleichzeitig eine Verbesserung der Pränatal-Diagnostik. – Ja was heißt denn das? – Das heißt doch nichts anderes, als dass Sie bereits in der Drei-Monats-Frist sehr wohl wissen wollen, ob das Kind behindert ist oder nicht. Und wenn es behindert ist, dann soll es natürlich abgetrieben werden. (Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist doch lächerlich!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wenn Sie, Herr Minister Haupt, sich auf die Seite der behinderten Menschen gestellt hätten, hätten Sie diesen Satz niemals sagen können. Aber Sie haben sich entlarvt: Es geht Ihnen nicht um behinderte Menschen, sondern es geht Ihnen ausschließlich um die Aufhebung der Fristenlösung! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Herr Minister! Das tut man nicht! Bitte, tun Sie das nicht mehr! Das ist wirklich so verletzend für behinderte Menschen. Sie sind sich wahrscheinlich dessen nicht bewusst, aber es ist eine der größten Verletzungen der letzten Zeit, die Sie uns auf Kosten einer Regelung, die Sie verändert haben wollen, zufügen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Rosemarie Bauer: Meinen Sie die Aktion "Licht ins Dunkel"?
Herr Minister! Solange Sie es gutheißen, dass gerade in der Vorweihnachtszeit – und das ist ja das Perverse, dass genau diese Zeit hergenommen wird – behinderte Menschen im Fernsehen als Almosenempfänger, als Bettler vorgeführt werden, für die gespendet werden muss (Abg. Rosemarie Bauer: Meinen Sie die Aktion "Licht ins Dunkel"?), so lange hat diese Gesellschaft nicht kapiert, dass behinderte Menschen in unserer Gesellschaft dieselben Lebensrechte und dieselben Chancen wie nicht-behinderte haben müssen.
Abg. Rosemarie Bauer: Wir sind die depperten Spender!
Sie, Frau Bauer, und alle anderen werden nicht als die Bettler der Nation vor die Kameras geschleift. (Abg. Rosemarie Bauer: Wir sind die depperten Spender!) Aber das macht man in Österreich mit behinderten Menschen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Kennen Sie ein europäisches Land, wo es besser geht?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Kennen Sie ein europäisches Land, wo es besser geht?
Sie, Frau Bauer, und alle anderen werden nicht als die Bettler der Nation vor die Kameras geschleift. (Abg. Rosemarie Bauer: Wir sind die depperten Spender!) Aber das macht man in Österreich mit behinderten Menschen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Kennen Sie ein europäisches Land, wo es besser geht?)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Herr Minister! Die Forderung nach Pflegegeld ab dem Zeitpunkt der Feststellung der Behinderung bei der Geburt würde einen Halbsatz in diesem Gesetz bedeuten. Ich werde heute sehr genau darauf schauen, wie Sie die Interessen behinderter Menschen vertreten. Bitte hören Sie auf, uns behinderte Menschen für die Fristenlösung zu missbrauchen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Haidlmayr: Aber nicht in der Form! Nicht auf Kosten behinderter Menschen!
Erstens: Die Diskussion um die Fristenlösung beziehungsweise um behinderte Menschen vor und nach der Geburt habe nicht ich begonnen, sondern Sie selbst haben sich vom österreichischen Parlament entfernt (Abg. Haidlmayr: Aber nicht in der Form! Nicht auf Kosten behinderter Menschen!), sind in die Radio Music Hall zu einer Radiosendung gekommen und haben dort als Fragestellerin genau dieses Thema angeschnitten. (Abg. Haidlmayr: Wir brauchen ein Gleichstellungsgesetz! – Abg. Edlinger – in Richtung Freiheitliche –: Ja, ja: drüberfahren!)
Abg. Haidlmayr: Wir brauchen ein Gleichstellungsgesetz! – Abg. Edlinger – in Richtung Freiheitliche –: Ja, ja: drüberfahren!
Erstens: Die Diskussion um die Fristenlösung beziehungsweise um behinderte Menschen vor und nach der Geburt habe nicht ich begonnen, sondern Sie selbst haben sich vom österreichischen Parlament entfernt (Abg. Haidlmayr: Aber nicht in der Form! Nicht auf Kosten behinderter Menschen!), sind in die Radio Music Hall zu einer Radiosendung gekommen und haben dort als Fragestellerin genau dieses Thema angeschnitten. (Abg. Haidlmayr: Wir brauchen ein Gleichstellungsgesetz! – Abg. Edlinger – in Richtung Freiheitliche –: Ja, ja: drüberfahren!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Ganz richtig! – Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.
Sie, sehr geehrte Frau Kollegin Haidlmayr, und andere haben dieses Thema angeschnitten; die Antworten sind eindeutig nachzulesen. Sie haben sich zuerst nicht mit der Fristenlösung, sondern ausschließlich mit dem Schicksal behinderter Menschen vor und nach der Geburt beschäftigt, sich dann aber zu einer Fristenlösungsdiskussion aus tatsächlich vordergründigen, polemischen Gründen hinreißen lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Ganz richtig! – Zwischenruf der Abg. Haidlmayr. )
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Haidlmayr: Dann machen Sie ein Gleichstellungsgesetz!
Sie, Frau Kollegin Haidlmayr, werden mich nicht daran hindern, gemeinsam mit der Bundesregierung für die Verbesserung der Lebenssituation behinderter Menschen in Österreich einzutreten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Haidlmayr: Dann machen Sie ein Gleichstellungsgesetz!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Haidlmayr: Diese Unwahrheiten ...!
Frau Kollegin Haidlmayr! Sie wissen das ganz genau – und das ist vermutlich auch der Grund, warum Sie so beunruhigt sind und warum auch Organisationen, denen Sie ansonsten als Behinderte oft als Diskussionsplattform zur Verfügung stehen, nunmehr, wie man auch in der APA nachlesen kann, hinter mir und meinen Positionen und nicht hinter Ihnen in dieser Diskussion stehen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Haidlmayr: Diese Unwahrheiten ...!)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.
Das ist gut so, weil die behinderten Menschen unterscheiden können zwischen Menschen, die sich für vordergründige politische Diskussionen als Behinderte missbrauchen lassen – und Menschen, die sich ehrlich um die Anliegen der Behinderten und um die Verbesserung der Situation der Behinderten in der Gesellschaft kümmern. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Haidlmayr. )
Abg. Haidlmayr: Dann stimmen Sie zu!
Es wird Ihnen nicht gelingen, Frau Kollegin Haidlmayr (Abg. Haidlmayr: Dann stimmen Sie zu!), diese meine Position abzuändern, und es wird Ihnen auch nicht gelingen (Abg. Dr. Mertel: Das ist "Dialog"!), die Behindertenorganisationen von der Überzeugung abzubringen (Abg. Öllinger: Machen Sie ein Behindertengleichstellungsgesetz!), dass sie fair, umfassend und von Anfang an in die Umsetzung der Behindertenmilliarde – im Interesse der behinderten Menschen in unserem Staate – eingebunden sind. (Abg. Haidlmayr: Hören Sie auf mit diesem ...!)
Abg. Dr. Mertel: Das ist "Dialog"!
Es wird Ihnen nicht gelingen, Frau Kollegin Haidlmayr (Abg. Haidlmayr: Dann stimmen Sie zu!), diese meine Position abzuändern, und es wird Ihnen auch nicht gelingen (Abg. Dr. Mertel: Das ist "Dialog"!), die Behindertenorganisationen von der Überzeugung abzubringen (Abg. Öllinger: Machen Sie ein Behindertengleichstellungsgesetz!), dass sie fair, umfassend und von Anfang an in die Umsetzung der Behindertenmilliarde – im Interesse der behinderten Menschen in unserem Staate – eingebunden sind. (Abg. Haidlmayr: Hören Sie auf mit diesem ...!)
Abg. Öllinger: Machen Sie ein Behindertengleichstellungsgesetz!
Es wird Ihnen nicht gelingen, Frau Kollegin Haidlmayr (Abg. Haidlmayr: Dann stimmen Sie zu!), diese meine Position abzuändern, und es wird Ihnen auch nicht gelingen (Abg. Dr. Mertel: Das ist "Dialog"!), die Behindertenorganisationen von der Überzeugung abzubringen (Abg. Öllinger: Machen Sie ein Behindertengleichstellungsgesetz!), dass sie fair, umfassend und von Anfang an in die Umsetzung der Behindertenmilliarde – im Interesse der behinderten Menschen in unserem Staate – eingebunden sind. (Abg. Haidlmayr: Hören Sie auf mit diesem ...!)
Abg. Haidlmayr: Hören Sie auf mit diesem ...!
Es wird Ihnen nicht gelingen, Frau Kollegin Haidlmayr (Abg. Haidlmayr: Dann stimmen Sie zu!), diese meine Position abzuändern, und es wird Ihnen auch nicht gelingen (Abg. Dr. Mertel: Das ist "Dialog"!), die Behindertenorganisationen von der Überzeugung abzubringen (Abg. Öllinger: Machen Sie ein Behindertengleichstellungsgesetz!), dass sie fair, umfassend und von Anfang an in die Umsetzung der Behindertenmilliarde – im Interesse der behinderten Menschen in unserem Staate – eingebunden sind. (Abg. Haidlmayr: Hören Sie auf mit diesem ...!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das, was Sie hier machen, ist ein kläglicher Störversuch, Frau Kollegin Haidlmayr, um davon abzulenken, dass Sie eine parteipolitisch gefärbte Diskussion vom Zaun gebrochen haben, weil Sie sich etwas anderes erwarten, als es bis heute eingetreten ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Edlinger: Unerhörte Präpotenz ist das! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Entschuldigung, aber der Dialog war nicht gewünscht! Sie hat den Minister angeschüttet! Und der hat sich gewehrt! Das ist doch wirklich arg!
Wir hatten heute, über den ganzen Tag verteilt, eine Debatte um Demonstrationen (Abg. Edlinger: Unerhörte Präpotenz ist das! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Entschuldigung, aber der Dialog war nicht gewünscht! Sie hat den Minister angeschüttet! Und der hat sich gewehrt! Das ist doch wirklich arg!), die auf der Straße stattgefunden haben. Ich möchte dazu auch ganz kurz meine Position deponieren.
Präsident Dr. Fasslabend übernimmt wieder den Vorsitz.
ÖGB-Präsident Verzetnitsch hat beim Landesparteitag im November in Salzburg aufgefordert, Maßnahmen zu setzen und sich gegen die Regierung zu wehren. Das hat man heute versucht. Ich nenne es einen Versuch, denn so, wie man es haben wollte, ist es ja Gott sei Dank nicht passiert. Genau das, was man eigentlich mit den Sanktionen erreichen wollte und nicht erreicht hat, versucht man jetzt auf andere Art und Weise, und ich hoffe meinerseits und bin mir eigentlich schon relativ sicher, dass Sie das auch damit nicht erreichen werden, denn mit dem, was heute passiert ist, haben Sie nur einen Schaden für Österreich verursacht – keinen Schaden für die Regierung. (Präsident Dr. Fasslabend übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Dr. Fekter: Schau, schau!
Es gibt diesbezüglich nicht nur Studien, es gibt ja Beispiele, positive Beispiele. In Norwegen gibt es seit 1998 ein Kinderbetreuungsgeld in sehr ähnlicher Ausstattung, auch für drei Jahre, wie wir das in Österreich vorhaben – auch von einer konservativen Regierung eingeführt. Das hat dort total positive Auswirkungen gehabt, und, Frau Kollegin Prammer, die Frauenerwerbsquote hat sich in dieser Zeit sogar erhöht. (Abg. Dr. Fekter: Schau, schau!) Also Ihr Argument "Zurück an den Herd!", das können Sie wirklich in der Mottenkiste versenken. Oder: Die Pilotprojekte in Kärnten haben bereits bewiesen, dass das Kinderbetreuungsgeld einwandfrei ein Argument zur Armutsverminderung ist. (Abg. Dr. Mertel: 18 Milliarden!)
Abg. Dr. Mertel: 18 Milliarden!
Es gibt diesbezüglich nicht nur Studien, es gibt ja Beispiele, positive Beispiele. In Norwegen gibt es seit 1998 ein Kinderbetreuungsgeld in sehr ähnlicher Ausstattung, auch für drei Jahre, wie wir das in Österreich vorhaben – auch von einer konservativen Regierung eingeführt. Das hat dort total positive Auswirkungen gehabt, und, Frau Kollegin Prammer, die Frauenerwerbsquote hat sich in dieser Zeit sogar erhöht. (Abg. Dr. Fekter: Schau, schau!) Also Ihr Argument "Zurück an den Herd!", das können Sie wirklich in der Mottenkiste versenken. Oder: Die Pilotprojekte in Kärnten haben bereits bewiesen, dass das Kinderbetreuungsgeld einwandfrei ein Argument zur Armutsverminderung ist. (Abg. Dr. Mertel: 18 Milliarden!)
Aha-Rufe bei den Freiheitlichen.
Dieses Kinderbetreuungsgeld wird eine soziale Innovation werden, Frau Kollegin Mertel. Nicht umsonst haben auch Ihre Kollegen in Kärnten der "Familienförderung neu" zugestimmt. Der hat nämlich auch die SPÖ zugestimmt. (Aha-Rufe bei den Freiheitlichen.) Warum? – Weil sie natürlich auch in der Wählergunst zumindest ein bisschen mitpunkten will. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Dieses Kinderbetreuungsgeld wird eine soziale Innovation werden, Frau Kollegin Mertel. Nicht umsonst haben auch Ihre Kollegen in Kärnten der "Familienförderung neu" zugestimmt. Der hat nämlich auch die SPÖ zugestimmt. (Aha-Rufe bei den Freiheitlichen.) Warum? – Weil sie natürlich auch in der Wählergunst zumindest ein bisschen mitpunkten will. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ein Argument in diesem Zusammenhang, auf das immer vergessen wird: Das Kinderbetreuungsgeld wird auch auf die Sozialversicherungen, sowohl auf die Krankenversicherung als auch auf die Pensionsversicherung, in Zukunft sehr positive Auswirkungen haben, weil sich neue Beiträge ergeben, die in diesen Bereich fließen werden. Davon hört man nie etwas. Und es wird auch eine Verminderung der Zahl der Notstandshilfeempfängerinnen geben. Und darüber bin ich sehr froh, Frau Kollegin Prammer, denn Kinder zu kriegen darf nicht gleichbedeutend sein mit Notstandshilfeempfängern. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Gerade dieses Argument, dass es das Kinderbetreuungsgeld in Zukunft schaffen wird, den Frauen die Entscheidung für das Kind wieder zu erleichtern – und darauf hoffe ich sehr und damit rechne ich sehr –, ist eines der Argumente, das für mich persönlich am meisten zählt. Ich weiß schon, dass wir eine Fertilitätsrate wie in Norwegen mit 1,85 nicht erreichen werden, aber über jedes Kind mehr, das auf die Welt kommt, weil wir das Kinderbetreuungsgeld einführen werden, bin ich froh. Dann hat sich diese Maßnahme schon rentiert. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Derzeit arbeiten Beamte in drei Ministerien mit Volldampf an den Rahmenbedingungen, und ich kann Ihnen nur eines sagen: Ich habe so gewisse Vermutungen, dass das Kinderbetreuungsgeld letztlich sogar noch besser für die österreichischen Familien ausfallen wird, als das im Regierungsprogramm festgehalten ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Achatz: Jetzt wird es schwer! – Abg. Mag. Prammer – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das glaube ich nicht, Frau Abgeordnete! – Abg. Bures: Ja, für Sie von der FPÖ! Vor allem intellektuell werdet ihr ein Problem haben!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Mag. Prammer. – Bitte. (Abg. Achatz: Jetzt wird es schwer! – Abg. Mag. Prammer – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das glaube ich nicht, Frau Abgeordnete! – Abg. Bures: Ja, für Sie von der FPÖ! Vor allem intellektuell werdet ihr ein Problem haben!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Anbiederung!
Abgeordnete Mag. Barbara Prammer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Ministerin ! Meine Damen und Herren! Ich möchte mich zu allervorderst an dieser Stelle für die Rede der Frau Abgeordneten Haidlmayr hier im Hohen Hause im Namen der Frauen Österreichs herzlichst bedanken. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Anbiederung!)
demonstrativer Beifall der Abg. Mag. Wurm
Ich möchte jetzt nicht aussparen, auch zu dieser so genannten eugenischen Indikation etwas zu sagen. Ich würde Ihnen allen empfehlen: Nehmen Sie das Strafgesetzbuch zur Hand, und lesen Sie die §§ 96, 97 und 98. Wenn Sie diese Paragraphen lesen, vor allen Dingen auch die Erläuterungen zu diesen Paragraphen, dann wissen Sie, dass auch jetzt schon im neunten Monat kein Schwangerschaftsabbruch möglich ist (demonstrativer Beifall der Abg. Mag. Wurm ), durch keine der Indikationen, außer das Leben der Mutter ist in Gefahr. Das ist die einzige rechtliche Situation.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Sie betreiben hier ganz bewusst Hetze! Und das, was ich Ihnen wirklich vorwerfe, ist, dass Sie, anstatt zu helfen, strafen wollen, und, anstatt den Frauen wirklich zur Seite zu stehen in dieser entsetzlichen Situation, in der sie sich befinden, sie kriminalisieren wollen. Das ist die Antwort, die Sie den Frauen geben wollen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Öllinger: In fünf Bundesländern!
Und da ist es Ihnen nicht zu dumm, die Situation von behinderten Menschen heranzuziehen – und Frau Haidlmayr hat es hervorragend gesagt, wo überall noch Handlungsbedarf besteht bei behinderten Menschen, vor allen Dingen bei behinderten Kindern –, um dann den Schwangerschaftsabbruch grundsätzlich aus den Angeln zu heben. Die Männer sollen mitreden. "Fristverkürzung" höre ich von Professor Husslein. Es gibt den Gesetzentwurf von Professor Korinek, da wird ein Drei-Phasen-Modell diskutiert: so lange Beratung, bis die drei Monate vorbei sind – ganz einfach. Es wird nicht dazugesagt, dass es im Westen Österreichs bis heute keine öffentliche Krankenanstalt gibt (Abg. Öllinger: In fünf Bundesländern!) – in fünf Bundesländern –, wo ein Schwangerschaftsabbruch vorgenommen wird. Dort könnten die Damen und Herren der Regierungsparteien schon längst aktiv werden, denn dort haben Sie die absoluten Mehrheiten, meine Damen und Herren vor allem von der ÖVP. (Abg. Großruck: Das unterscheidet uns ideologisch!)
Abg. Großruck: Das unterscheidet uns ideologisch!
Und da ist es Ihnen nicht zu dumm, die Situation von behinderten Menschen heranzuziehen – und Frau Haidlmayr hat es hervorragend gesagt, wo überall noch Handlungsbedarf besteht bei behinderten Menschen, vor allen Dingen bei behinderten Kindern –, um dann den Schwangerschaftsabbruch grundsätzlich aus den Angeln zu heben. Die Männer sollen mitreden. "Fristverkürzung" höre ich von Professor Husslein. Es gibt den Gesetzentwurf von Professor Korinek, da wird ein Drei-Phasen-Modell diskutiert: so lange Beratung, bis die drei Monate vorbei sind – ganz einfach. Es wird nicht dazugesagt, dass es im Westen Österreichs bis heute keine öffentliche Krankenanstalt gibt (Abg. Öllinger: In fünf Bundesländern!) – in fünf Bundesländern –, wo ein Schwangerschaftsabbruch vorgenommen wird. Dort könnten die Damen und Herren der Regierungsparteien schon längst aktiv werden, denn dort haben Sie die absoluten Mehrheiten, meine Damen und Herren vor allem von der ÖVP. (Abg. Großruck: Das unterscheidet uns ideologisch!)
Abg. Wochesländer: Von Verhütung schon was gehört?
Schwangerschaftsabbruch war nie eine Sache, die sich Frauen leicht machen, und es ist einer der letzten Auswege, die Frauen sehen. (Abg. Wochesländer: Von Verhütung schon was gehört?) – Sehen Sie, und da bin ich genau beim Punkt, genau darauf wollte ich gerade eingehen: Wo sind denn Ihre Aktivitäten in Sachen Verhütung? Wo sind denn Ihre Aktivitäten in Sachen Aufklärung? Gratis-Verhütungsmittel in die Schulen, das ist die Antwort auf das Thema und nichts anderes, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Schwangerschaftsabbruch war nie eine Sache, die sich Frauen leicht machen, und es ist einer der letzten Auswege, die Frauen sehen. (Abg. Wochesländer: Von Verhütung schon was gehört?) – Sehen Sie, und da bin ich genau beim Punkt, genau darauf wollte ich gerade eingehen: Wo sind denn Ihre Aktivitäten in Sachen Verhütung? Wo sind denn Ihre Aktivitäten in Sachen Aufklärung? Gratis-Verhütungsmittel in die Schulen, das ist die Antwort auf das Thema und nichts anderes, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Mag. Wurm: Um Mittäterschaft wird es gehen!
Ich fürchte, wir werden uns noch einige Male – so schätze ich die Situation ein – hier in diesem Haus zu diesem Thema zu Wort melden und darüber diskutieren müssen. Aber dass bei den Regierungsparteien offensichtlich das Maß aller Dinge mittlerweile der Mann geworden ist, wissen wir. Es geht nicht um Partnerschaft, um Gleichstellung und Gleichberechtigung. (Abg. Mag. Wurm: Um Mittäterschaft wird es gehen!) Es geht um Vorherrschaft, meine Damen und Herren, und das haben Sie in sehr vielen Gesetzesbeschlüssen, die Sie schon in dieser kurzen Zeit in diesem Haus gefasst haben, zum Ausdruck gebracht. Ich will sie gar nicht noch einmal alle erwähnen, die etwa im Budgetbegleitgesetz enthalten sind, wie zum Beispiel die gemeinsame Obsorge und vieles andere mehr. Und es geht ja auch weiter.
Abg. Wochesländer: Haha!
Es ist natürlich schon bezeichnend, wenn Sie, Herr Ministerin (Abg. Wochesländer: Haha!), dem Unabhängigen Frauenforum, der Vertreterin des Frauen-Volksbegehrens, statt 500 000 S plötzlich nur mehr 100 000 S geben. Na ist ja klar: Sie wollen ihnen so das Sprachrohr wegnehmen und glauben, damit das Problem zu lösen.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren! Ich denke, das wäre ein guter Schritt in Sachen Frauenpolitik. Ich hoffe, dass wir, auch was die innenpolitische Situation von Frauen betrifft, in ähnlicher Weise ab und zu zu einer gemeinsamen Sprachregelung kommen. Und ersparen Sie uns so manche Diskussion, in der wir uns zurückversetzt fühlen in das Jahr 1960! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Mag. Prammer: Aber Ihre Vorgängerin hat das gesagt!
Frau Kollegin Prammer! Ich darf Sie weiters korrigieren: Ich habe nie behauptet, dass in meinem Bereich die Förderungen aller Förderungswerber in gleicher Form und in gleichem Ausmaß weiterlaufen werden. (Abg. Mag. Prammer: Aber Ihre Vorgängerin hat das gesagt!) Ihnen ist hoffentlich so wie mir klar, dass das Förderungsvolumen meines gesamten ministeriellen Bereiches gerade im Jahre 2002 kleiner sein wird, als es heute ist. Ich habe daher an Sie und an alle anderen appelliert, in jenen Organisationen, die ihnen am Herzen liegen, darauf hinzuwirken, dass sie in entsprechender Form selbst, zeitgerecht und umfassend und mit genauer Projektbeschreibung und vor allem auch mit genauen Angaben über die Vereine und Organisationen, die gefördert werden sollen, ansuchen, denn es war für mich unerträglich, feststellen zu müssen, dass in der Vergangenheit manche Organisationen nicht einmal in der Lage waren, selbst anzusuchen, sondern Ministerialbeamte die Ansuchen ausfüllen mussten, damit den säumigen Förderungswerbern, offensichtlich im Sinne einer "Pragmatisierung", wieder die gleichen Förderungen zukommen. (Abg. Rosemarie Bauer: Ungeheuerlich!)
Abg. Rosemarie Bauer: Ungeheuerlich!
Frau Kollegin Prammer! Ich darf Sie weiters korrigieren: Ich habe nie behauptet, dass in meinem Bereich die Förderungen aller Förderungswerber in gleicher Form und in gleichem Ausmaß weiterlaufen werden. (Abg. Mag. Prammer: Aber Ihre Vorgängerin hat das gesagt!) Ihnen ist hoffentlich so wie mir klar, dass das Förderungsvolumen meines gesamten ministeriellen Bereiches gerade im Jahre 2002 kleiner sein wird, als es heute ist. Ich habe daher an Sie und an alle anderen appelliert, in jenen Organisationen, die ihnen am Herzen liegen, darauf hinzuwirken, dass sie in entsprechender Form selbst, zeitgerecht und umfassend und mit genauer Projektbeschreibung und vor allem auch mit genauen Angaben über die Vereine und Organisationen, die gefördert werden sollen, ansuchen, denn es war für mich unerträglich, feststellen zu müssen, dass in der Vergangenheit manche Organisationen nicht einmal in der Lage waren, selbst anzusuchen, sondern Ministerialbeamte die Ansuchen ausfüllen mussten, damit den säumigen Förderungswerbern, offensichtlich im Sinne einer "Pragmatisierung", wieder die gleichen Förderungen zukommen. (Abg. Rosemarie Bauer: Ungeheuerlich!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Dieser Umstand wird in der Zeit, in der ich für dieses Ministerium zuständig bin, mit Sicherheit der Vergangenheit angehören. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn ich jetzt der Frau Ex-Bundesministerin Prammer zugehört habe, dann muss ich sagen, ich glaube, dass Dohnal vielleicht zu Recht bei diesem Verein "UnabhängigesFrauenForum" agiert, weil sie natürlich auch die Schwächen ihrer Nachfolgerin erkannt hat. Frau Kollegin Prammer hat sich nur mit der Vergangenheit beschäftigt. Da kommt sogar der "Sexkoffer" wieder zur Sprache! Mein Gott! Daran können sich ja viele, die da herinnen sitzen, gar nicht mehr erinnern, wie heftig wir über diesen debattiert haben, wie viel Sie sich von ihm versprochen haben. Frau Kollegin Mertel, ich glaube, Sie sind Zeitzeugin. Na was ist denn daraus geworden? – Es ist wieder nichts, höre ich gerade. Wieder ein Flop, den Ihre damalige Bildungsministerin Hawlicek zu verantworten hat. Die Vergangenheit holt Sie also schneller ein, als Sie glauben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Vor allem Frau Kollegin Haidlmayr! Wenn ich diesen Organisationen, die sich bemühen, die Behinderten in geschützten Werkstätten unterzubringen, allen Kolleginnen und Kollegen, allen Freunden, die sich jetzt, gerade in der Adventzeit, in den Dienst einer guten Sache stellen, die nicht nur spenden, sondern die sich selbst hinter den Stand stellen und Punsch verkaufen, zum Kauf der Produkte animieren, die die Behinderten herstellen, wenn ich all denen erzähle, dass Frau Haidlmayr hier gegen die geschützten Werkstätten gewettert und sie als Unrecht gegenüber den Behinderten empfunden hat, dann werden die sich schön bedanken. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Haidlmayr. )
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Haidlmayr! Ich müsste Sie jetzt beurteilen, ich will es nicht machen, denn ich halte Sie für intelligent. Ich glaube, dass Sie wider besseres Wissen hier einfach Dinge ins Gegenteil umkehren, damit Sie dagegen reden können. Anders kann ich mir die Situation nicht vorstellen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Haidlmayr. ) Das gilt auch für Frau Kollegin Prammer, die natürlich genau so wie Sie dem Bundesminister, der an sich den Behinderten und den Frauen helfen will, das Wort im Mund umdrehen will und bösartigerweise die Diskussion über einen Schwangerschaftsabbruch wieder in die Debatte einbringt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Kollegin Haidlmayr macht das nicht so! Da gibt es andere in diesem Haus, die das machen! Die Bösartigkeit liegt woanders!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Kollegin Haidlmayr macht das nicht so! Da gibt es andere in diesem Haus, die das machen! Die Bösartigkeit liegt woanders!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Haidlmayr! Ich müsste Sie jetzt beurteilen, ich will es nicht machen, denn ich halte Sie für intelligent. Ich glaube, dass Sie wider besseres Wissen hier einfach Dinge ins Gegenteil umkehren, damit Sie dagegen reden können. Anders kann ich mir die Situation nicht vorstellen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Haidlmayr. ) Das gilt auch für Frau Kollegin Prammer, die natürlich genau so wie Sie dem Bundesminister, der an sich den Behinderten und den Frauen helfen will, das Wort im Mund umdrehen will und bösartigerweise die Diskussion über einen Schwangerschaftsabbruch wieder in die Debatte einbringt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Kollegin Haidlmayr macht das nicht so! Da gibt es andere in diesem Haus, die das machen! Die Bösartigkeit liegt woanders!)
Abg. Öllinger: Karpfen sind relativ selten in der Badewanne! Oder haben Sie zu Hause einen Karpfen in der Badewanne?
Ihre Befindlichkeit muss eine furchtbare sein. Sie schlagen herum wie ein ertrinkender Karpfen in der Badewanne, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das fällt einfach auf. (Abg. Öllinger: Karpfen sind relativ selten in der Badewanne! Oder haben Sie zu Hause einen Karpfen in der Badewanne?) Es fällt Ihnen auch nichts ein. Dabei gäbe es so vieles zu erwähnen, was an Verbesserungen für Frauen geschieht und was in die Zukunft weist. Lassen Sie die Frauen selbst überprüfen, wie die drei Jahre Karenz oder das Karenzgeld für alle, der Wegfall der Einkommensgrenze ankommen. Die Frauen werden mehr berufstätig sein, und sie werden es als angenehm empfinden, das Verbotskorsett abzulegen und ihr Leben so gestalten zu können, wie sie wollen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ihre Befindlichkeit muss eine furchtbare sein. Sie schlagen herum wie ein ertrinkender Karpfen in der Badewanne, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das fällt einfach auf. (Abg. Öllinger: Karpfen sind relativ selten in der Badewanne! Oder haben Sie zu Hause einen Karpfen in der Badewanne?) Es fällt Ihnen auch nichts ein. Dabei gäbe es so vieles zu erwähnen, was an Verbesserungen für Frauen geschieht und was in die Zukunft weist. Lassen Sie die Frauen selbst überprüfen, wie die drei Jahre Karenz oder das Karenzgeld für alle, der Wegfall der Einkommensgrenze ankommen. Die Frauen werden mehr berufstätig sein, und sie werden es als angenehm empfinden, das Verbotskorsett abzulegen und ihr Leben so gestalten zu können, wie sie wollen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
"Österreich neu regieren" heißt auch neue Perspektiven für Familien und für Frauen. Das ist sehr wichtig. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Warum Sie von der Sozialdemokratischen Partei oder auch Sie von den Grünen immer gegen diese Lösung waren, das verstehe ich überhaupt nicht. Sie waren nicht nur nie dafür, sondern – ganz im Gegenteil! – Sie versuchen wieder einmal, diese Sache madig zu machen, um so von verschiedenen anderen Dingen abzulenken. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Silhavy: Das ist vielleicht so ein Brief wie der vom Finanzminister mit diesen 10 000 S!
Sehr geehrte Damen und Herren von der Opposition! Mit diesen Ihren Aktionen versuchen Sie entweder, die Bevölkerung bewusst falsch zu informieren, oder vielleicht versuchen Sie damit sogar, die Bevölkerung aufzuhetzen. Wir bekommen da beispielsweise so organisierte Briefe von einem Herrn Richard Lackner aus Innsbruck, der sich darüber beschwert, dass er als Invaliditätspensionist der Besteuerung unterliegt und zu wenig bekommt. (Abg. Silhavy: Das ist vielleicht so ein Brief wie der vom Finanzminister mit diesen 10 000 S!)
Abg. Mag. Wurm: Herr Lackner hat meines Wissens mit dem Herrn Khol korrespondiert!
Und dieser Herr Lackner legt diesem Schreiben auch gleich einen Beleg der Arbeiterkammer bei, der da jetzt offensichtlich herumkursieren dürfte. Es befremdet mich, dass die Arbeiterkammer so etwas ausschickt, aber da steht zu lesen, wir hätten eine Regelung getroffen, und zwar was die Schwerversehrten-Rente in § 5 Abs. 4 betreffen würde. – Was da aber nicht dabei steht, ist, dass diesen Menschen eine Zusatzrente gebührt: bei einer unter 70 Prozent verminderten Erwerbsfähigkeit eine solche von 20 Prozent und bei einer zumindest ab 70 Prozent verminderten Erwerbsfähigkeit eine solche von 50 Prozent. (Abg. Mag. Wurm: Herr Lackner hat meines Wissens mit dem Herrn Khol korrespondiert!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Das alles wollen Sie den Menschen aber nicht sagen – und das ist meines Erachtens der Beweis dafür, dass Sie hier mit Unwahrheiten und Unterstellungen operieren und sozusagen immer nur die halbe Wahrheit sagen, weil Sie meinen, so dieser Regierung schaden zu können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm. )
Ruf bei den Grünen: Ein Karpfen ertrinkt ganz selten! – Heiterkeit
Frau Kollegin Bauer, ich hoffe, dass bei Ihnen in der Badewanne keine Karpfen "ertrinken" (Ruf bei den Grünen: Ein Karpfen ertrinkt ganz selten! – Heiterkeit), sind wir Grünen doch schließlich auch eine Fraktion, die sich dem Tierschutz verpflichtet fühlt. (Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer. ) Und ich hoffe auch, dass sich Ihre frauenpolitischen Forderungen nicht auf dem gleichen "Niveau" wie die "ertrinkenden Karpfen" bewegen. (Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer. )
Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer.
Frau Kollegin Bauer, ich hoffe, dass bei Ihnen in der Badewanne keine Karpfen "ertrinken" (Ruf bei den Grünen: Ein Karpfen ertrinkt ganz selten! – Heiterkeit), sind wir Grünen doch schließlich auch eine Fraktion, die sich dem Tierschutz verpflichtet fühlt. (Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer. ) Und ich hoffe auch, dass sich Ihre frauenpolitischen Forderungen nicht auf dem gleichen "Niveau" wie die "ertrinkenden Karpfen" bewegen. (Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer. )
Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer.
Frau Kollegin Bauer, ich hoffe, dass bei Ihnen in der Badewanne keine Karpfen "ertrinken" (Ruf bei den Grünen: Ein Karpfen ertrinkt ganz selten! – Heiterkeit), sind wir Grünen doch schließlich auch eine Fraktion, die sich dem Tierschutz verpflichtet fühlt. (Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer. ) Und ich hoffe auch, dass sich Ihre frauenpolitischen Forderungen nicht auf dem gleichen "Niveau" wie die "ertrinkenden Karpfen" bewegen. (Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer. )
Abg. Rosemarie Bauer: Das ist schon wieder so bösartig! Bitte dann spenden wir halt alle nicht mehr für "Licht ins Dunkel"!
Zu Ihren Angriffen auf Frau Kollegin Haidlmayr sei mir auch noch folgende Bemerkung gestattet, Frau Kollegin Bauer: Solange die Behindertenfrage und die Frage der sozialen Stellung und Gleichstellung von Behinderten in der Gesellschaft auf die Frage Wohltätigkeit reduziert wird (Abg. Rosemarie Bauer: Das ist schon wieder so bösartig! Bitte dann spenden wir halt alle nicht mehr für "Licht ins Dunkel"!) – bitte hören Sie mir jetzt genau zu! –, solange das also der Fall ist, so lange kommen wir keinen Schritt weiter in der Debatte über die Situation von Behinderten in unserer Gesellschaft.
Beifall bei den Grünen.
Dazu muss man aber schon klarstellen: Da geht es um keine Abschaffung der "eugenischen Indikation", sondern lediglich um eine Reduktion derselben auf die ersten drei Schwangerschaftsmonate. Und das, bitte, halte ich in diesem Zusammenhang für ein Spiel mit gezinkten Karten! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Das derzeitige so genannte Jobwunder muss man sich nämlich einmal genauer anschauen: In Wirklichkeit schaut es nämlich so aus, dass die Beschäftigung von Frauen gerade in Vollzeitäquivalenten sinkt. Das heißt, auch da wird seitens der Regierungsparteien nicht Solidarität der Starken mit den Schwachen gefordert, sondern dass sich in Zukunft zwei Frauen einen schlecht bezahlten Arbeitsplatz teilen. Und warum? – Offensichtlich deshalb, um diese auch weiterhin in Abhängigkeit von ihren Partnern zu halten, um endlich wieder zurückzukommen auf ein altes Herrschaftsverhältnis, in dem die Männer nicht nur in Bezug auf Schwangerschaft, in Bezug auf eine eigene Pension der Frauen, sondern auch über das Einkommen wieder Macht über Frauen ausüben können, wie Sie von den Regierungsparteien das halt gerne wieder hätten. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm. )
Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist ein Blödsinn!
Mit einem Wort: Sie von den Regierungsparteien wollen die Frauen wieder zurück in die Abhängigkeit bringen – und das scheint mir in Ihrer Ideologie, meine Damen und Herren von den Regierungsfraktionen ÖVP und FPÖ, einer Ihrer zentralsten Punkte überhaupt zu sein. (Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist ein Blödsinn!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Auf jeden Fall, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ, sieht man so ganz deutlich – vor allem hat man das auch jetzt wieder in den letzten Stunden gehört –, was bei Ihnen vorherrscht: Zynismus. Und es herrscht vor Polemik und – was haben wir denn da noch? – "Betroffenheit" natürlich. Eine teilweise gut, teilweise nicht so gut gespielte "tiefe Betroffenheit". (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Binder: Schwacher Applaus war das!
Die Realität hingegen schaut ganz anders aus: eine Blockade-Opposition auf der Straße. Aber das, meine Damen und Herren von der SPÖ, goutiert in Österreich ohnehin niemand, das können Sie mir glauben! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Binder: Schwacher Applaus war das!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
"Helga Konrad oder Barbara Prammer sind zwar Frauen, aber politisch haben sie stets das getan, was die SPÖ-Männer ihnen vorgegeben haben ..." Und genau deshalb, meine sehr geehrten Damen, ist die Frauenpolitik in Österreich viele Jahre lang stagniert. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Mertel: Wie war denn das in der Steiermark?
Ein weiteres Zitat: "Der von gewissen Medien hochgespielte Emanzen-Sturm gegen den neuen Sozialminister Haupt, der als Sickl-Nachfolger nun auch Frauenminister ist, entbehrt nicht einer gewissen Lächerlichkeit: Genau jene Emanzen, die zuerst Frau Sickl in der Öffentlichkeit wegen angeblicher Unfähigkeit zerrissen haben, weinen jetzt Frau Sickl Krokodilstränen nach, weil ein Mann (unerhört!) die politischen Anliegen der Frauen vertritt. Dem Emanzengeschrei zum Trotz scheint Haupt allerdings politisch mehr für die Frauen herausholen zu können als alle seine Vorgängerinnen ... zusammen." – Zitatende. (Abg. Dr. Mertel: Wie war denn das in der Steiermark?)
Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer.
Vor allen Dingen fällt mir auch Folgendes auf: Sie dürften an allzu großer Vergesslichkeit leiden. In Oberösterreich war es Frau Minister Prammer, die es abgelehnt hat, in der oberösterreichischen Landesregierung Frauen-Agenden zu übernehmen und diese einem Mann überlassen hat. (Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer. )
Abg. Mag. Prammer: Haben Sie nicht das letzte "NEWS" gelesen?
Frau Mag. Prammer! Sie haben vorhin gesagt, Sie wünschten sich des Öfteren eine gemeinsame Sprachregelung in der Innenpolitik. – Das würde ich mir auch wünschen. Aber weiters wünsche ich mir noch etwas, dass man sich nämlich auch endlich einmal an die Fakten hält. Wenn Sie uns und unserem Minister immer wieder unterstellen, die Fristenlösung "abschaffen" zu wollen ... (Abg. Mag. Prammer: Haben Sie nicht das letzte "NEWS" gelesen?) – Haben Sie "NEWS" ganz gelesen, Sie haben hier nämlich nicht alle Zitate wiedergegeben.
Abg. Mag. Prammer: Wer hat denn angefangen damit?
Jedenfalls haben Sie jetzt des Öfteren gehört, was Herr Bundesminister Haupt dazu gesagt hat: Die Fristenlösung ist nie in Frage gestellt worden – und wird auch nicht in Frage gestellt, und es ist auch nicht so, dass jetzt plötzlich der Mann mit einem Schwangerschaftsabbruch einverstanden sein muss, sondern: Es war das eine politische Anregung – und mehr kann die Politik wohl nicht tun, als dass darüber miteinander gesprochen wird. Aber solche Vorgaben kann kein Politiker geben, das wissen wir doch alle ganz genau. (Abg. Mag. Prammer: Wer hat denn angefangen damit?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich denke, wir sollten darüber diskutieren, und zwar konstruktiv darüber diskutieren – und man sollte sich Moral und Ethik nicht nur auf die Fahnen heften, sondern diese auch leben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Zierler: Wohnbau vor Frauen! Das ist interessant!
Die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten haben damals die Anregung gemacht, mir das Frauenreferat zu geben. Damals war ungefähr 1 Million Schilling in diesem Referat vorhanden. – Und ich war ja die erste Frau in der Oberösterreichischen Landesregierung. – Aber was wäre sozusagen der "Preis" gewesen, den die Freiheitlichen genauso wie die ÖVP dafür haben wollten? – Mein großes Wohnbauressort in der Landesregierung abzugeben! (Abg. Zierler: Wohnbau vor Frauen! Das ist interessant!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe viele Wohnbauprojekte im Sinne der Frauen gemacht – und daher, so denke ich, habe ich als Wohnbaulandesrätin auch gute Frauenpolitik gemacht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist nichts Schlechtes, wenn Männer wissen, was Frauen wünschen!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Bei den Ausführungen von Frau Kollegin Zierler ist mir zunächst ein Werbespruch eingefallen: "Bauknecht weiß, was Frauen wünschen". Offensichtlich ist Ihre Frauenpolitik, dass Sie Auffassung vertreten: Männer wissen, was Frauen wünschen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist nichts Schlechtes, wenn Männer wissen, was Frauen wünschen!)
Beifall bei der SPÖ.
Der zweite Spruch, der mir dazu eingefallen ist – dieser ist ja im Volksmund sehr bekannt –: "Der Schelm ist so, wie er denkt". – Denken Sie darüber nach! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Schwach begonnen – und stark nachgelassen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Sie hegen den Mythos "Nulldefizit" als Vorwand für eine dramatisch einseitige und ungerechte Verteilungspolitik von unten nach oben. (Abg. Mag. Schweitzer: Schwach begonnen – und stark nachgelassen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Rund fünf Mal so viel als der Wirtschaft knöpft diese Regierungskoalition den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ab. Was, Herr Bundesminister, ist daran sozial? Und was, Herr Bundesminister, ist daran gerecht?
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Sagen Sie den Menschen, was Versicherungspflicht statt Pflichtversicherung bedeutet: in Wirklichkeit nämlich, mehr zahlen zu müssen – und das für weniger Schutz! Das ist es! Schlicht und einfach! Aber das ist weder sozial noch gerecht, Herr Minister! (Beifall bei der SPÖ.)
Bundesminister Mag. Haupt spricht mit einem bei der Regierungsbank stehenden Mitarbeiter.
Wie fühlen Sie sich denn als Minister, Herr Mag. Haupt, in einer Regierung, in der der Bundeskanzler ebenfalls demokratische Grundrechte in Frage stellt? Meinen Sie nicht auch, dass sich nun, nachdem die Sanktionen gefallen sind, diese Bundesregierung total demaskiert? Begleitet die ÖVP Sie auf dem Weg in die "Dritte Republik"? Ist das Ihr Ziel? (Bundesminister Mag. Haupt spricht mit einem bei der Regierungsbank stehenden Mitarbeiter.)
Abg. Sophie Bauer: Der Minister hört gar nicht zu! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ist ja wirklich nicht sehr interessant!
Die heutige Redezeit möchte ich aber jetzt auch dazu nutzen, jenen Tausenden Menschen zu danken, die in friedfertiger, die in zivilisierter Form und unter Einhaltung der "Bannmeile" einen Kreis, der 2,2 Kilometer lang ist, gezogen haben – in ihrer Freizeit! (Abg. Sophie Bauer: Der Minister hört gar nicht zu! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ist ja wirklich nicht sehr interessant!) Die Menschen in Österreich sehen, wie ungerecht Ihre Maßnahmen sind, und sie merken, dass man gegen diese Form der Politik auftreten muss, und zwar sowohl hier im Hohen Haus als auch in friedlichen Demonstrationen mit demokratischen Mitteln. Es geht dabei nämlich nicht nur um den Kampf gegen Sozialabbau, sondern auch um die Verteidigung der demokratischen Grundrechte in unserer Republik! – So weit sind wir leider schon gekommen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die heutige Redezeit möchte ich aber jetzt auch dazu nutzen, jenen Tausenden Menschen zu danken, die in friedfertiger, die in zivilisierter Form und unter Einhaltung der "Bannmeile" einen Kreis, der 2,2 Kilometer lang ist, gezogen haben – in ihrer Freizeit! (Abg. Sophie Bauer: Der Minister hört gar nicht zu! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ist ja wirklich nicht sehr interessant!) Die Menschen in Österreich sehen, wie ungerecht Ihre Maßnahmen sind, und sie merken, dass man gegen diese Form der Politik auftreten muss, und zwar sowohl hier im Hohen Haus als auch in friedlichen Demonstrationen mit demokratischen Mitteln. Es geht dabei nämlich nicht nur um den Kampf gegen Sozialabbau, sondern auch um die Verteidigung der demokratischen Grundrechte in unserer Republik! – So weit sind wir leider schon gekommen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist aber wirklich nicht interessant!
Herr Bundesminister! Ich bedauere es sehr – ich kenne Sie ja als gesprächsfähigen Menschen, als Sie hier noch in den Abgeordnetenbänken saßen –, dass Sie es nicht der Mühe Wert finden, sich von dieser Form einer anti-demokratischen Politik, die von dieser Regierung beschritten wird, zu distanzieren. Vielleicht, Herr Bundesminister – und das ist wirklich ein sehr ernstes Anliegen, ich wäre Ihnen daher dankbar, wenn Sie mir noch eine Sekunde lang Ihr Ohr leihen würden ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist aber wirklich nicht interessant!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Mertel: Das ist typisch ...! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind voll von Vorurteilen!
Demokratie hat die Freiheitlichen noch nie interessiert! – Das ist keine neue Erkenntnis. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Mertel: Das ist typisch ...! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind voll von Vorurteilen!)
Zwischenruf bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie brauchen sich über mangelnde Dialogbereitschaft überhaupt nicht zu beklagen! – Abg. Parnigoni: Mit diesem Schwindel werden Sie nicht drüberkommen! – Gegenruf bei den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Mitterlehner. – Bitte. (Zwischenruf bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie brauchen sich über mangelnde Dialogbereitschaft überhaupt nicht zu beklagen! – Abg. Parnigoni: Mit diesem Schwindel werden Sie nicht drüberkommen! – Gegenruf bei den Freiheitlichen.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ und Gegenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Reinhold Mitterlehner (ÖVP): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ und Gegenrufe bei den Freiheitlichen.) – Tauschen Sie nur ruhig Worte aus, mich stört’s weniger!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Anknüpfen möchte ich an die Ausführungen meiner Vorrednerin: Frau Silhavy, wenn ich jetzt gehört habe, was Sie da alles an angeblichen Mängel in der Frauenpolitik beklagt haben, kann ich dazu nur sagen: Die SPÖ hätte ja in ihrer Regierungstätigkeit 30 Jahre lang Zeit gehabt hiefür – hat aber das offensichtlich nicht umgesetzt. Daher weinen Sie, Frau Kollegin Silhavy, meines Erachtens zur falschen Zeit am falschen Grabstein. Aber das ist sowieso eine traurige Angelegenheit. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Was ich für einigermaßen widersprüchlich, wenn nicht sogar eigenartig halte, ist, dass Sie von der SPÖ hier so unterschiedliche Beiträge insgesamt darbringen. Besonders "erfrischend" war es für mich geradezu, dass Frau Mertel sogar in Ihrem eigenen Debattenbeitrag Widersprüchliches darbrachte, wenn sie etwa zur Familienpolitik meinte: Na ja, ihr müsst an den Taten gemessen werden, das habt ihr von der Regierung selbst gewollt. Und Frau Abgeordnete Mertel hat dann weiters gemeint, in der Familienpolitik hätte es Rückschritte, hätte es Mittel-Kürzungen gegeben. – Im nächsten Satz aber sagte sie: Aber was da alles an Leistungen beim Kindergeld erbracht werden soll, kostet 13 Milliarden Schilling; die Umsetzung derartiger Leistungen sei daher unzumutbar, so Mertel. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Daher, meine Damen und Herren: Wollen wir das Sozialsystem sichern, müssen wir die Gegebenheiten analysieren, die entsprechenden Feststellungen treffen und Problemlösungen erarbeiten. – Das ist das, was die Bevölkerung wünscht – aber nicht billige Polemik. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich würde empfehlen, dass Sie die Tageszeitungen, die Sie zitieren, auch aufschlagen. Wenn man nämlich den "Kurier" aufschlägt, dann ist es schon weniger erfreulich, was da drinnen steht, geschweige denn, dass davon die Rede wäre, man solle so weitertun. Da wäre es besser, die Zeitung gleich liegen zu lassen. Hier liest man beispielsweise auf der Innenseite: "FPÖ versucht, parteiinterne Schwelbrände zu löschen" – ich weiß nicht, ob es das ist, was in den Zeitungen steht und was Sie so freut. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Besonders interessant ist der Kommentar von Herrn Kotanko, Seite 2: "Der Versuch, sich ins Gesicht zu beißen". (Abg. Dr. Mitterlehner: Seite 10!) – Schlagen Sie die Seite 2 auf, dann können Sie auch mitlesen, dann wissen Sie wenigstens gleich, was drinnensteht.
Abg. Dr. Mitterlehner: Seite 10!
Ich würde empfehlen, dass Sie die Tageszeitungen, die Sie zitieren, auch aufschlagen. Wenn man nämlich den "Kurier" aufschlägt, dann ist es schon weniger erfreulich, was da drinnen steht, geschweige denn, dass davon die Rede wäre, man solle so weitertun. Da wäre es besser, die Zeitung gleich liegen zu lassen. Hier liest man beispielsweise auf der Innenseite: "FPÖ versucht, parteiinterne Schwelbrände zu löschen" – ich weiß nicht, ob es das ist, was in den Zeitungen steht und was Sie so freut. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Besonders interessant ist der Kommentar von Herrn Kotanko, Seite 2: "Der Versuch, sich ins Gesicht zu beißen". (Abg. Dr. Mitterlehner: Seite 10!) – Schlagen Sie die Seite 2 auf, dann können Sie auch mitlesen, dann wissen Sie wenigstens gleich, was drinnensteht.
Abg. Mag. Tancsits: Lesen Sie Seite 10!
Und weiters: "Wenn sich Freiheitliche über den vermeintlich bedrohten Rechtsstaat ereifern, wirkt das immer wie der Versuch, sich ins Gesicht zu beißen." (Abg. Mag. Tancsits: Lesen Sie Seite 10!) "Ein paar Demonstranten, die ihre Kampagnefähigkeit jämmerlich überschätzt haben, gefährden die öffentliche Ordnung sicher weniger, als der Versuch führender FP-Politiker, Staatsanwälte und Richter einzuschüchtern."
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich weiß nicht, ob Sie das wirklich so freut, was in den Zeitungen steht. Dort wurde immerhin schon relativ klar wahrgenommen, was hier passiert. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das haben wir jetzt schon plakatiert!
Erstens: Der Zeitpunkt der Drogenkampagne. Sie ist für Februar/März 2000 geplant. Das ist höchst interessant, wenn man bedenkt, mit welchem Zeitpunkt für die Wiener Landtagswahlen gerechnet wurde. Dass die Bundesregierung zeitgleich mit einer FPÖ-Plakataktion für ein drogenfreies Wien eine groß angelegte Anti-Drogenkampagne aus Mitteln des öffentlichen Haushaltes mit einem der Partei zugehörigen Staatssekretär präsentieren wird, ist – würde ich zunächst einmal meinen – zumindest bemerkenswert. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das haben wir jetzt schon plakatiert!)
Abg. Böhacker: Was ist schlecht daran?
Wenn ich richtig informiert bin – und dazu können Sie nachher noch Stellung nehmen, Herr Bundesminister –, soll der Titel dieser Kampagne lauten: Für ein drogenfreies Österreich! (Abg. Böhacker: Was ist schlecht daran?) Was ist schlecht daran? Das ist eine interessante Bemerkung. Wenn die FPÖ in Wien plakatiert: Für ein drogenfreies Wien, und sie über den Sozialminister eine Kampagne mit dem gleichen Titel fährt, und dies auf eine Art und Weise, die mit Drogenpolitik so viel zu tun hat, wie der berühmte Fisch der Kollegin Bauer, der beim Schwimmen ertrinkt, dann bin ich der Meinung, dass das sehr wohl den Inhalten und auch der Form nach inakzeptabel ist. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ihre Sorgen möchte ich haben! Wir haben das jetzt schon plakatiert!) Finanzielle Mittel Ihrer Partei können Sie verwenden, wie Sie wollen. Dass Sie mit 20 Millionen Schilling eine Parteikampagne über Bundesmittel finanzieren, halte ich unabhängig vom Titel für inakzeptabel. Das ist der Punkt! Es geht gar nicht darum, welche Kampagne Sie fahren, sondern das ist grundsätzlich abzulehnen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Ihre Sorgen möchte ich haben! Wir haben das jetzt schon plakatiert!
Wenn ich richtig informiert bin – und dazu können Sie nachher noch Stellung nehmen, Herr Bundesminister –, soll der Titel dieser Kampagne lauten: Für ein drogenfreies Österreich! (Abg. Böhacker: Was ist schlecht daran?) Was ist schlecht daran? Das ist eine interessante Bemerkung. Wenn die FPÖ in Wien plakatiert: Für ein drogenfreies Wien, und sie über den Sozialminister eine Kampagne mit dem gleichen Titel fährt, und dies auf eine Art und Weise, die mit Drogenpolitik so viel zu tun hat, wie der berühmte Fisch der Kollegin Bauer, der beim Schwimmen ertrinkt, dann bin ich der Meinung, dass das sehr wohl den Inhalten und auch der Form nach inakzeptabel ist. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ihre Sorgen möchte ich haben! Wir haben das jetzt schon plakatiert!) Finanzielle Mittel Ihrer Partei können Sie verwenden, wie Sie wollen. Dass Sie mit 20 Millionen Schilling eine Parteikampagne über Bundesmittel finanzieren, halte ich unabhängig vom Titel für inakzeptabel. Das ist der Punkt! Es geht gar nicht darum, welche Kampagne Sie fahren, sondern das ist grundsätzlich abzulehnen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn ich richtig informiert bin – und dazu können Sie nachher noch Stellung nehmen, Herr Bundesminister –, soll der Titel dieser Kampagne lauten: Für ein drogenfreies Österreich! (Abg. Böhacker: Was ist schlecht daran?) Was ist schlecht daran? Das ist eine interessante Bemerkung. Wenn die FPÖ in Wien plakatiert: Für ein drogenfreies Wien, und sie über den Sozialminister eine Kampagne mit dem gleichen Titel fährt, und dies auf eine Art und Weise, die mit Drogenpolitik so viel zu tun hat, wie der berühmte Fisch der Kollegin Bauer, der beim Schwimmen ertrinkt, dann bin ich der Meinung, dass das sehr wohl den Inhalten und auch der Form nach inakzeptabel ist. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ihre Sorgen möchte ich haben! Wir haben das jetzt schon plakatiert!) Finanzielle Mittel Ihrer Partei können Sie verwenden, wie Sie wollen. Dass Sie mit 20 Millionen Schilling eine Parteikampagne über Bundesmittel finanzieren, halte ich unabhängig vom Titel für inakzeptabel. Das ist der Punkt! Es geht gar nicht darum, welche Kampagne Sie fahren, sondern das ist grundsätzlich abzulehnen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Herr Pumberger, bleiben Sie da! Gleich kommen Sie dran!
Zur Größenordnung habe ich bereits gesagt, dass das ein enormer Betrag ist. Wenn Sie doch diesen Betrag gerade in Wien sinnvoll in Drogenprojekte investieren würden! Ich darf daran erinnern: Sie streichen "check-it", dafür gibt es keine Förderung mehr. Es ging dabei um 1 Million Schilling. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Herr Pumberger, bleiben Sie da! Gleich kommen Sie dran!) 20 Millionen Schilling, mehr als 20 Millionen Schilling sind für diese Drogenkampagne vorgesehen. Damit könnten wir – ich bin mir sicher, dass da einige, die sich in dem Bereich auskennen, auch dieser Meinung sind – sehr viel erreichen.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Was?
"Ich bin auch Arzt und habe beruflich mit Heroin zu tun. Wenn ich einem schwer krebskranken Patienten, der sich im finalen Stadium vor Schmerzen windet, die Schmerzen nehmen will, dann spritze ich ihm subkutan – nicht intravenös – zehn Milligramm." (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was?) Was? – Darf ich es Ihnen noch einmal vorlesen vielleicht zum Mitschreiben? (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) "Ich bin auch Arzt und habe beruflich mit Heroin zu tun." (Abg. Dr. Pumberger: Ja, das stimmt!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
"Ich bin auch Arzt und habe beruflich mit Heroin zu tun. Wenn ich einem schwer krebskranken Patienten, der sich im finalen Stadium vor Schmerzen windet, die Schmerzen nehmen will, dann spritze ich ihm subkutan – nicht intravenös – zehn Milligramm." (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was?) Was? – Darf ich es Ihnen noch einmal vorlesen vielleicht zum Mitschreiben? (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) "Ich bin auch Arzt und habe beruflich mit Heroin zu tun." (Abg. Dr. Pumberger: Ja, das stimmt!)
Abg. Dr. Pumberger: Ja, das stimmt!
"Ich bin auch Arzt und habe beruflich mit Heroin zu tun. Wenn ich einem schwer krebskranken Patienten, der sich im finalen Stadium vor Schmerzen windet, die Schmerzen nehmen will, dann spritze ich ihm subkutan – nicht intravenös – zehn Milligramm." (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was?) Was? – Darf ich es Ihnen noch einmal vorlesen vielleicht zum Mitschreiben? (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) "Ich bin auch Arzt und habe beruflich mit Heroin zu tun." (Abg. Dr. Pumberger: Ja, das stimmt!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das steht doch nicht zur Diskussion, was Pumberger als Arzt macht! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
"Wenn ich einem schwer krebskranken Patienten, der sich im finalen Stadium vor Schmerzen windet, die Schmerzen nehmen will, dann spritze ich ihm subkutan – nicht intravenös – zehn Milligramm." (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das steht doch nicht zur Diskussion, was Pumberger als Arzt macht! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Es geht doch nicht darum, was der Pumberger als Arzt macht!
Staatssekretär Waneck hat übrigens – und die KollegInnen von der SPÖ, die damals im Ausschuss waren, werden das auch mitverfolgt haben – genau die gleiche Argumentation im Ausschuss gebracht. Die Grenzmenge ist – wie Sie laut Protokoll gesagt haben – ein Vielfaches davon. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Es geht doch nicht darum, was der Pumberger als Arzt macht!) – Das ist interessant: Also als Arzt macht er es. Und politisch ist alles ein Holler? Und man kann hier anders argumentieren als dort? Das kann es wohl nicht sein. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Staatssekretär Waneck hat übrigens – und die KollegInnen von der SPÖ, die damals im Ausschuss waren, werden das auch mitverfolgt haben – genau die gleiche Argumentation im Ausschuss gebracht. Die Grenzmenge ist – wie Sie laut Protokoll gesagt haben – ein Vielfaches davon. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Es geht doch nicht darum, was der Pumberger als Arzt macht!) – Das ist interessant: Also als Arzt macht er es. Und politisch ist alles ein Holler? Und man kann hier anders argumentieren als dort? Das kann es wohl nicht sein. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé : Was soll das? – Ruf bei der SPÖ: Das war wahrscheinlich ein ärztlicher Kunstfehler!
Staatssekretär Waneck hat genau das Gleiche im Ausschuss gesagt. In der Krebstherapie wird es verwendet! (Abg. Dr. Partik-Pablé : Was soll das? – Ruf bei der SPÖ: Das war wahrscheinlich ein ärztlicher Kunstfehler!) Frau Kollegin Partik-Pablé! Ich sage Ihnen schon, was ich sagen will, und wenn Sie zuhören, können Sie es auch hören. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir reden ja auch nicht übers Tennisspielen!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir reden ja auch nicht übers Tennisspielen!
Staatssekretär Waneck hat genau das Gleiche im Ausschuss gesagt. In der Krebstherapie wird es verwendet! (Abg. Dr. Partik-Pablé : Was soll das? – Ruf bei der SPÖ: Das war wahrscheinlich ein ärztlicher Kunstfehler!) Frau Kollegin Partik-Pablé! Ich sage Ihnen schon, was ich sagen will, und wenn Sie zuhören, können Sie es auch hören. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir reden ja auch nicht übers Tennisspielen!)
Abg. Dr. Pumberger: Sie sind ja für Heroin auf Krankenschein, oder?
Wenn Sie über Drogenprogramme reden wollen, dann können Sie mit uns sehr ernsthaft darüber diskutieren, wie sinnvoll die Verwendung von Heroin ist. Ich verweise auf das Beispiel Zürich – vielleicht können Sie sich darüber einmal informieren, was dort für eine Stellung dazu eingenommen wird. Dort werden Programme gefahren, bei denen schwer Süchtige von staatlichen Stellen, von der Stadt Zürich auch Heroin bekommen. (Abg. Dr. Pumberger: Sie sind ja für Heroin auf Krankenschein, oder?) Gelungen ist dort Folgendes: Die Szene in Zürich hat sich wegbewegt von der Straße. Die Szene wurde in einem sehr guten Ausmaß kontrolliert. (Abg. Dr. Pumberger: Sie wollen Heroin auf Krankenschein!) Es gibt dort viele Menschen, die es nicht mehr notwendig haben, sich durch Beschaffungskriminalität ... (Abg. Dr. Pumberger: Sagen Sie doch, dass Sie für Heroin auf Krankenschein sind!) – Wenn Sie zuhörten, würden Sie mitbekommen, wie man argumentiert. Wenn Sie nur hineinreden, bekommen Sie es nicht mit. Das bringt Ihnen wenig. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé. )
Abg. Dr. Pumberger: Sie wollen Heroin auf Krankenschein!
Wenn Sie über Drogenprogramme reden wollen, dann können Sie mit uns sehr ernsthaft darüber diskutieren, wie sinnvoll die Verwendung von Heroin ist. Ich verweise auf das Beispiel Zürich – vielleicht können Sie sich darüber einmal informieren, was dort für eine Stellung dazu eingenommen wird. Dort werden Programme gefahren, bei denen schwer Süchtige von staatlichen Stellen, von der Stadt Zürich auch Heroin bekommen. (Abg. Dr. Pumberger: Sie sind ja für Heroin auf Krankenschein, oder?) Gelungen ist dort Folgendes: Die Szene in Zürich hat sich wegbewegt von der Straße. Die Szene wurde in einem sehr guten Ausmaß kontrolliert. (Abg. Dr. Pumberger: Sie wollen Heroin auf Krankenschein!) Es gibt dort viele Menschen, die es nicht mehr notwendig haben, sich durch Beschaffungskriminalität ... (Abg. Dr. Pumberger: Sagen Sie doch, dass Sie für Heroin auf Krankenschein sind!) – Wenn Sie zuhörten, würden Sie mitbekommen, wie man argumentiert. Wenn Sie nur hineinreden, bekommen Sie es nicht mit. Das bringt Ihnen wenig. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé. )
Abg. Dr. Pumberger: Sagen Sie doch, dass Sie für Heroin auf Krankenschein sind!
Wenn Sie über Drogenprogramme reden wollen, dann können Sie mit uns sehr ernsthaft darüber diskutieren, wie sinnvoll die Verwendung von Heroin ist. Ich verweise auf das Beispiel Zürich – vielleicht können Sie sich darüber einmal informieren, was dort für eine Stellung dazu eingenommen wird. Dort werden Programme gefahren, bei denen schwer Süchtige von staatlichen Stellen, von der Stadt Zürich auch Heroin bekommen. (Abg. Dr. Pumberger: Sie sind ja für Heroin auf Krankenschein, oder?) Gelungen ist dort Folgendes: Die Szene in Zürich hat sich wegbewegt von der Straße. Die Szene wurde in einem sehr guten Ausmaß kontrolliert. (Abg. Dr. Pumberger: Sie wollen Heroin auf Krankenschein!) Es gibt dort viele Menschen, die es nicht mehr notwendig haben, sich durch Beschaffungskriminalität ... (Abg. Dr. Pumberger: Sagen Sie doch, dass Sie für Heroin auf Krankenschein sind!) – Wenn Sie zuhörten, würden Sie mitbekommen, wie man argumentiert. Wenn Sie nur hineinreden, bekommen Sie es nicht mit. Das bringt Ihnen wenig. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé. )
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Wenn Sie über Drogenprogramme reden wollen, dann können Sie mit uns sehr ernsthaft darüber diskutieren, wie sinnvoll die Verwendung von Heroin ist. Ich verweise auf das Beispiel Zürich – vielleicht können Sie sich darüber einmal informieren, was dort für eine Stellung dazu eingenommen wird. Dort werden Programme gefahren, bei denen schwer Süchtige von staatlichen Stellen, von der Stadt Zürich auch Heroin bekommen. (Abg. Dr. Pumberger: Sie sind ja für Heroin auf Krankenschein, oder?) Gelungen ist dort Folgendes: Die Szene in Zürich hat sich wegbewegt von der Straße. Die Szene wurde in einem sehr guten Ausmaß kontrolliert. (Abg. Dr. Pumberger: Sie wollen Heroin auf Krankenschein!) Es gibt dort viele Menschen, die es nicht mehr notwendig haben, sich durch Beschaffungskriminalität ... (Abg. Dr. Pumberger: Sagen Sie doch, dass Sie für Heroin auf Krankenschein sind!) – Wenn Sie zuhörten, würden Sie mitbekommen, wie man argumentiert. Wenn Sie nur hineinreden, bekommen Sie es nicht mit. Das bringt Ihnen wenig. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé. )
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie können von mir gar nichts verlangen!
Dort gibt es sehr viele Menschen, die über dieses Programm auch den Wiedereinstieg in ein normales Leben, in ein Berufsleben geschafft haben, ganz einfach deshalb, weil sie erstmalig die Möglichkeit hatten, aus dem Druck rauszukommen, den ganzen Tag an nichts anderes denken zu können, als daran, wie sie sich Heroin besorgen können, also an ihre Sucht. Sucht – Herr Kollege Pumberger, in diesem Punkt sind wir uns vielleicht einig – ist letztlich in diesem Stadium auf jeden Fall eine Krankheit, die für die Person ganz schwer unter Kontrolle zu bekommen ist. Und in Zürich haben sie es geschafft, dass die Süchtigen das nicht mehr mussten. Sie hatten Zeit. Lesen Sie mehr Erfahrungsberichte, schauen Sie sich die Sachen an! Das kann man doch wohl verlangen, dass Sie sich solche Programme anschauen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie können von mir gar nichts verlangen!)
Beifall bei den Grünen.
Die Betroffenen dort haben jedenfalls den Wiedereinstieg geschafft. Wenn Sie bereit wären, in diese Richtung zu diskutieren, wäre ich sehr seriös und ernsthaft bereit, auch mit Ihnen Gespräche zu führen. Ich glaube nur, Sie werden dazu nicht bereit sein. Kollege Pumberger! Vielleicht sollten Sie sich wirklich genau informieren, welche Dinge Sie verwenden, welche Medikamente Sie verabreichen und nicht einmal behaupten, Sie tun es, und dann wieder, Sie tun es nicht. Damit habe ich insofern Probleme, als ich mir denke, das kann auch für die Patienten gefährlich werden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wenn die Gewerkschaft heute gut bezahlte AHS-Lehrer zum Streik auffordert und auf die Straße schickt, werden Hunderttausende von Armut betroffene Frauen und Familien dieses Landes wohl genauso erschüttert sein wie ich. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Pumberger: Ja, die SPÖ!
Abgeordneter Helmut Dietachmayr (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Jedes Problem hat eine Ursache. (Abg. Dr. Pumberger: Ja, die SPÖ!) Sie, die Regierungsparteien, und gerade auch mein Vorredner wieder, beklagen immer nur die Wirkungen, zum Beispiel die Demonstrationen, die Proteste. Aber, meine Damen und Herren, haben Sie schon einmal wirklich ernstlich darüber nachgedacht, warum die Menschen auf die Straße gehen? Sie sollten nicht die Gründe liefern, die zu solchen Reaktionen führen, dann gäbe es keine Demonstrationen. Ich möchte das am Beispiel der Besteuerung der Unfallrenten dokumentieren und zitiere aus einem Brief, den ein Betroffener wahrscheinlich vielen von uns geschrieben hat, in dem er unter anderem ausführt:
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Mag. Stoisits.
Dies schrieb Richard Lackner, der nach einem Arbeitsunfall eine 70-prozentige Minderung der Erwerbsfähigkeit erlitt, schwer gehbehindert und nach zwei Jahren Krankenhausaufenthalt mit insgesamt 24 Operationen nunmehr in Pension ist. Ein Zeuge dieser wirklich unsozialen Maßnahmen, meine Damen und Herren! Wundern Sie sich daher nicht, wenn die Menschen auf die Straße gehen. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Mag. Stoisits. )
Abg. Amon: Nicht nur nach Meinung von Dr. Schüssel!
Ich möchte noch kurz über die Entschädigung für die Kriegsgefangenen sprechen. Ab Jänner sollen Gefangene aus dem Zweiten Weltkrieg eine Entschädigung erhalten. Anspruchsberechtigt sind jene, die entweder während oder nach dem Krieg in einem mittelost- oder osteuropäischen Land festgehalten wurden. Ausgeschlossen von dieser Zahlung sind laut Gesetz Personen, deren Verhalten in Wort und Tat mit den Gedanken und Zielen eines freien, demokratischen Österreich unvereinbar waren. Diese Formulierung ist äußerst vage und unpräzise, da bei wörtlicher Auslegung all jene, die eine deutsche Uniform anhatten und für Hitler-Deutschland, dessen Opfer nach Meinung von Dr. Schüssel auch Österreich war, gekämpft hatten, keinen Anspruch auf diese Geldleistung hätten. (Abg. Amon: Nicht nur nach Meinung von Dr. Schüssel!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Völlig unverständlich ist auch, warum nur jene, die in mittelost- oder osteuropäischen Staaten festgehalten wurden, in den Genuss der Entschädigung kommen. Was ist mit jenen, die in Afrika gefangen genommen wurden oder als Piloten oder Matrosen in Gefangenschaft der Amerikaner, Briten und so weiter gekommen sind? Was ist mit jenen, die in Sibirien waren? Das zählt lange nicht mehr zu Osteuropa. Ob diese Entschädigung tatsächlich als eine spiegelgleiche Lösung – so die Worte des Bundeskanzlers – für die Entschädigung der NS-Zwangsarbeit anzusehen ist, ist auf Grund des geringen Betrages, des eingeschränkten Empfängerkreises und der Umstände, dass diese Geldsummen von Österreich und nicht von anderen Staaten und Regierungen finanziert werden, mehr als fraglich. Es ist also eine nicht sehr glückliche Lösung, der wir ebenfalls nicht zustimmen können. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Stolz braucht er auf das nicht zu sein, was er gesagt hat!
Abgeordneter Dr. Erwin Rasinger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Bundeskanzler Schüssel hat heute in der Debatte stolz gesagt, dass wir für die Bildung mehr als der OECD-Schnitt ausgeben, nämlich genau 1 Prozent. (Abg. Parnigoni: Stolz braucht er auf das nicht zu sein, was er gesagt hat!) Das sind 27 Milliarden Schilling. Für die Gesundheit geben wir weniger als der OECD-Schnitt aus. Trotzdem wird jeder Österreicher sagen, dass das Gesundheitswesen gut ist und ausgebaut werden soll.
Beifall bei der ÖVP.
Ich komme schon zum Schluss: Das wichtigste Thema wird in der Zukunft nicht die Krankenversorgung sein, sondern das, was wir mit dem Fonds "Gesundes Österreich" geplant haben, nämlich die Vorsorge, denn sie ist allemal besser als Heilung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Papházy.
Wir werden aber bei denen, die krank sind und Hilfe brauchen, nicht so wie in Holland Sterbehilfe einführen. In Holland ist Sterbehilfe schon erlaubt, wenn man beginnenden Alzheimer hat, sie ist nur bei Depressionen verboten. Ich halte das bei 3 200 Patienten für unmenschlich. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Papházy. ) Wir werden weiter den Dialog suchen, aber nur auf Basis von Vollversorgung und hoher Qualität. Da haben Sie sicher unser Wort. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir werden aber bei denen, die krank sind und Hilfe brauchen, nicht so wie in Holland Sterbehilfe einführen. In Holland ist Sterbehilfe schon erlaubt, wenn man beginnenden Alzheimer hat, sie ist nur bei Depressionen verboten. Ich halte das bei 3 200 Patienten für unmenschlich. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Papházy. ) Wir werden weiter den Dialog suchen, aber nur auf Basis von Vollversorgung und hoher Qualität. Da haben Sie sicher unser Wort. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Rasinger: Ich habe es gehört – er hat Morphin gesagt!
Mir versichern Ärzte glaubhaft, dass Heroin in Österreich nur illegal beschafft werden kann, dass es in Österreich zur Schmerztherapie nicht verabreicht werden kann, dass Heroin, wenn es als Substitutionsbehandlung für Süchtige ... (Abg. Dr. Rasinger: Ich habe es gehört – er hat Morphin gesagt!) – Das ist das Protokoll, Herr Dr. Rasinger; ich sage nur, dass das das Protokoll ist – sonst muss ich auch sagen, Substitutionsbehandlungen werden normalerweise mit Methadon gemacht. (Abg. Dr. Rasinger: Nicht nur!)
Abg. Dr. Rasinger: Nicht nur!
Mir versichern Ärzte glaubhaft, dass Heroin in Österreich nur illegal beschafft werden kann, dass es in Österreich zur Schmerztherapie nicht verabreicht werden kann, dass Heroin, wenn es als Substitutionsbehandlung für Süchtige ... (Abg. Dr. Rasinger: Ich habe es gehört – er hat Morphin gesagt!) – Das ist das Protokoll, Herr Dr. Rasinger; ich sage nur, dass das das Protokoll ist – sonst muss ich auch sagen, Substitutionsbehandlungen werden normalerweise mit Methadon gemacht. (Abg. Dr. Rasinger: Nicht nur!)
Abg. Dr. Stummvoll: Sie müssen blind sein! – Abg. Wattaul: Mit geschlossenen Augen kann man sie natürlich nicht sehen!
Doch nun zu meinem Hauptanliegen, der Frauenfrage, der Frauensache. Es ist, wie bereits gesagt, der Herr Frauenministerin nicht mehr da. Ich möchte zu diesem wirklich traurigen Kapitel in dieser Bundesregierung einiges sagen. Diese Regierung hat nämlich, ich habe das schon einige Male erwähnt, die Frauenpolitik abgeschafft. Dieser Regierung ist es gelungen, dass Frauen nicht einmal mehr im Untertitel eines Ministeriums vorkommen. Auch Familie kommt nicht mehr vor. Der ehemalige Familienminister heißt jetzt Minister für Arbeit und Soziales. Frauen sind nicht mehr sichtbar in dieser Bundesregierung, und das stimmt traurig. (Abg. Dr. Stummvoll: Sie müssen blind sein! – Abg. Wattaul: Mit geschlossenen Augen kann man sie natürlich nicht sehen!)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Funktionen alleine – das wird nicht genügen. Da muss man schon auch für die Frauen, für die Mehrheit der Frauen etwas tun. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Warum sind Sie denn so aufgeregt? Schauen Sie, dass auch im Innenministerium Frauen etwas werden! Ein Frauenförderplan wäre angesagt, meine ich, wenn wir das, was wir heute gehört haben, näher unter die Lupe nehmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Funktionen alleine – das wird nicht genügen. Da muss man schon auch für die Frauen, für die Mehrheit der Frauen etwas tun. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Warum sind Sie denn so aufgeregt? Schauen Sie, dass auch im Innenministerium Frauen etwas werden! Ein Frauenförderplan wäre angesagt, meine ich, wenn wir das, was wir heute gehört haben, näher unter die Lupe nehmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Kiss: Frauen ins Innenministerium!
Wenn ich heute von der Vereinbarkeit von Beruf und Familie spreche und die Rahmenbedingungen dafür nicht schaffe, dann ist das zynisch. Dann hat das mit einer Frauenpolitik, so wie ich sie verstehe, wie wir und wie auch viele von der ÖVP, denke ich, sie verstehen, nichts zu tun. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Kiss: Frauen ins Innenministerium!)
Abg. Böhacker: Langsam, Frau Kollegin!
Sehr geehrte Damen und Herren! Sie diskutieren, der Herr Frauenministerin diskutiert das Pensionssplitting. Wissen Sie, was das heißt? Wissen Sie, was das heißt bei den Pensionshöhen, die wir in Österreich haben, die bei 10 000 S liegen, und das durch zwei? – Das sind 5 000 S pro Person. Was heißt das? Sie wollen ein Volk von Ausgleichszulagenbeziehern und -bezieherinnen. Ist das Ihre Politik? Ist das die Politik einer eigenständigen Sicherung für Frauen? (Abg. Böhacker: Langsam, Frau Kollegin!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Denken Sie an Ihren Blutdruck! – Abg. Wattaul: Glauben Sie, was Sie sagen?
Ich bin sehr aufgeregt, Herr Abgeordneter Böhacker, weil es dabei immerhin um den Abbau von Frauenrechten geht, und zwar einen massiven Abbau. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Denken Sie an Ihren Blutdruck! – Abg. Wattaul: Glauben Sie, was Sie sagen?) Das glaube ich sehr genau. Dass Sie heute einmal da sind, und nicht bei einem Arbeitsrechtsprozess, das wundert mich schon. (Abg. Dr. Khol: Bist du eine Höttingerin?)
Abg. Dr. Khol: Bist du eine Höttingerin?
Ich bin sehr aufgeregt, Herr Abgeordneter Böhacker, weil es dabei immerhin um den Abbau von Frauenrechten geht, und zwar einen massiven Abbau. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Denken Sie an Ihren Blutdruck! – Abg. Wattaul: Glauben Sie, was Sie sagen?) Das glaube ich sehr genau. Dass Sie heute einmal da sind, und nicht bei einem Arbeitsrechtsprozess, das wundert mich schon. (Abg. Dr. Khol: Bist du eine Höttingerin?)
Abg. Dr. Khol: In Hötting gibt es doch keine Universität!
Dieses Sparpaket ist auch für Frauen sehr schlecht. Und weil Sie mir so genau zuhören, Herr Abgeordneter Kiss: Die Studiengebühren treffen natürlich auch die Frauen. (Abg. Dr. Khol: In Hötting gibt es doch keine Universität!) Sie treffen sie auch dadurch verstärkt, denn wenn sie zum Beispiel drei Kinder haben, von denen eines in ein Internat geht, wenn sie nicht zufällig in der Stadt wohnen, eines die Universität besucht und das dritte irgendwelche Landschulwochen oder Ähnliches zu absolvieren hat, wissen Sie, wer dann wieder auf der Strecke bleibt? (Abg. Dr. Khol: Die Frau!) Das ist die Frau, jawohl! (Beifall bei der SPÖ. – Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Die Frau!
Dieses Sparpaket ist auch für Frauen sehr schlecht. Und weil Sie mir so genau zuhören, Herr Abgeordneter Kiss: Die Studiengebühren treffen natürlich auch die Frauen. (Abg. Dr. Khol: In Hötting gibt es doch keine Universität!) Sie treffen sie auch dadurch verstärkt, denn wenn sie zum Beispiel drei Kinder haben, von denen eines in ein Internat geht, wenn sie nicht zufällig in der Stadt wohnen, eines die Universität besucht und das dritte irgendwelche Landschulwochen oder Ähnliches zu absolvieren hat, wissen Sie, wer dann wieder auf der Strecke bleibt? (Abg. Dr. Khol: Die Frau!) Das ist die Frau, jawohl! (Beifall bei der SPÖ. – Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Dieses Sparpaket ist auch für Frauen sehr schlecht. Und weil Sie mir so genau zuhören, Herr Abgeordneter Kiss: Die Studiengebühren treffen natürlich auch die Frauen. (Abg. Dr. Khol: In Hötting gibt es doch keine Universität!) Sie treffen sie auch dadurch verstärkt, denn wenn sie zum Beispiel drei Kinder haben, von denen eines in ein Internat geht, wenn sie nicht zufällig in der Stadt wohnen, eines die Universität besucht und das dritte irgendwelche Landschulwochen oder Ähnliches zu absolvieren hat, wissen Sie, wer dann wieder auf der Strecke bleibt? (Abg. Dr. Khol: Die Frau!) Das ist die Frau, jawohl! (Beifall bei der SPÖ. – Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Khol! Sie haben richtig geraten, aber es ist nicht lustig! Es kann sich nämlich nicht jeder Privatschulen für seine Kinder leisten, Herr Abgeordneter Khol! Leider! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Bitte nach Mitternacht noch einmal!
Leider bin ich schon am Ende meiner Redezeit. Ich hätte zu diesem Thema wahrlich noch viel zu sagen. (Abg. Dr. Stummvoll: Bitte nach Mitternacht noch einmal!) Ich möchte Sie noch etwas fragen, weil Sie so engagiert mitdiskutieren, Herr Abgeordneter Klubobmann Khol und aufrechter Tiroler. (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Jetzt möchte ich Ihnen einmal etwas sagen: Aus für die Schülerfreifahrt mit den IVB. Und wissen Sie, wer sich darüber besonders echauffiert, wen das besonders kränkt? Wissen Sie, wer das ist? (Abg. Dr. Khol: Kenn’ ich den?) Ja, Sie kennen ihn. (Abg. Dr. Khol: Oh!) Ein ehemaliger Finanzreferent. (Abg. Dr. Khol: Das ist ein guter Freund von mir!) Ja, bravo! Dann machen Sie doch bitte etwas! Der Herr Wallnöfer sagt, die Differenz des Nichtauszahlens beträgt rund ein Viertel. Ein Viertel wird nicht ausbezahlt! Das ist eine sach- und gleichheitswidrige Behandlung. Die Innsbrucker Kinder sind dem Bund ein Viertel weniger wert. Können Sie das als Tiroler auf sich sitzen lassen? Ich nicht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Das ist falsch verhandelt worden!)
Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Leider bin ich schon am Ende meiner Redezeit. Ich hätte zu diesem Thema wahrlich noch viel zu sagen. (Abg. Dr. Stummvoll: Bitte nach Mitternacht noch einmal!) Ich möchte Sie noch etwas fragen, weil Sie so engagiert mitdiskutieren, Herr Abgeordneter Klubobmann Khol und aufrechter Tiroler. (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Jetzt möchte ich Ihnen einmal etwas sagen: Aus für die Schülerfreifahrt mit den IVB. Und wissen Sie, wer sich darüber besonders echauffiert, wen das besonders kränkt? Wissen Sie, wer das ist? (Abg. Dr. Khol: Kenn’ ich den?) Ja, Sie kennen ihn. (Abg. Dr. Khol: Oh!) Ein ehemaliger Finanzreferent. (Abg. Dr. Khol: Das ist ein guter Freund von mir!) Ja, bravo! Dann machen Sie doch bitte etwas! Der Herr Wallnöfer sagt, die Differenz des Nichtauszahlens beträgt rund ein Viertel. Ein Viertel wird nicht ausbezahlt! Das ist eine sach- und gleichheitswidrige Behandlung. Die Innsbrucker Kinder sind dem Bund ein Viertel weniger wert. Können Sie das als Tiroler auf sich sitzen lassen? Ich nicht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Das ist falsch verhandelt worden!)
Abg. Dr. Khol: Kenn’ ich den?
Leider bin ich schon am Ende meiner Redezeit. Ich hätte zu diesem Thema wahrlich noch viel zu sagen. (Abg. Dr. Stummvoll: Bitte nach Mitternacht noch einmal!) Ich möchte Sie noch etwas fragen, weil Sie so engagiert mitdiskutieren, Herr Abgeordneter Klubobmann Khol und aufrechter Tiroler. (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Jetzt möchte ich Ihnen einmal etwas sagen: Aus für die Schülerfreifahrt mit den IVB. Und wissen Sie, wer sich darüber besonders echauffiert, wen das besonders kränkt? Wissen Sie, wer das ist? (Abg. Dr. Khol: Kenn’ ich den?) Ja, Sie kennen ihn. (Abg. Dr. Khol: Oh!) Ein ehemaliger Finanzreferent. (Abg. Dr. Khol: Das ist ein guter Freund von mir!) Ja, bravo! Dann machen Sie doch bitte etwas! Der Herr Wallnöfer sagt, die Differenz des Nichtauszahlens beträgt rund ein Viertel. Ein Viertel wird nicht ausbezahlt! Das ist eine sach- und gleichheitswidrige Behandlung. Die Innsbrucker Kinder sind dem Bund ein Viertel weniger wert. Können Sie das als Tiroler auf sich sitzen lassen? Ich nicht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Das ist falsch verhandelt worden!)
Abg. Dr. Khol: Oh!
Leider bin ich schon am Ende meiner Redezeit. Ich hätte zu diesem Thema wahrlich noch viel zu sagen. (Abg. Dr. Stummvoll: Bitte nach Mitternacht noch einmal!) Ich möchte Sie noch etwas fragen, weil Sie so engagiert mitdiskutieren, Herr Abgeordneter Klubobmann Khol und aufrechter Tiroler. (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Jetzt möchte ich Ihnen einmal etwas sagen: Aus für die Schülerfreifahrt mit den IVB. Und wissen Sie, wer sich darüber besonders echauffiert, wen das besonders kränkt? Wissen Sie, wer das ist? (Abg. Dr. Khol: Kenn’ ich den?) Ja, Sie kennen ihn. (Abg. Dr. Khol: Oh!) Ein ehemaliger Finanzreferent. (Abg. Dr. Khol: Das ist ein guter Freund von mir!) Ja, bravo! Dann machen Sie doch bitte etwas! Der Herr Wallnöfer sagt, die Differenz des Nichtauszahlens beträgt rund ein Viertel. Ein Viertel wird nicht ausbezahlt! Das ist eine sach- und gleichheitswidrige Behandlung. Die Innsbrucker Kinder sind dem Bund ein Viertel weniger wert. Können Sie das als Tiroler auf sich sitzen lassen? Ich nicht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Das ist falsch verhandelt worden!)
Abg. Dr. Khol: Das ist ein guter Freund von mir!
Leider bin ich schon am Ende meiner Redezeit. Ich hätte zu diesem Thema wahrlich noch viel zu sagen. (Abg. Dr. Stummvoll: Bitte nach Mitternacht noch einmal!) Ich möchte Sie noch etwas fragen, weil Sie so engagiert mitdiskutieren, Herr Abgeordneter Klubobmann Khol und aufrechter Tiroler. (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Jetzt möchte ich Ihnen einmal etwas sagen: Aus für die Schülerfreifahrt mit den IVB. Und wissen Sie, wer sich darüber besonders echauffiert, wen das besonders kränkt? Wissen Sie, wer das ist? (Abg. Dr. Khol: Kenn’ ich den?) Ja, Sie kennen ihn. (Abg. Dr. Khol: Oh!) Ein ehemaliger Finanzreferent. (Abg. Dr. Khol: Das ist ein guter Freund von mir!) Ja, bravo! Dann machen Sie doch bitte etwas! Der Herr Wallnöfer sagt, die Differenz des Nichtauszahlens beträgt rund ein Viertel. Ein Viertel wird nicht ausbezahlt! Das ist eine sach- und gleichheitswidrige Behandlung. Die Innsbrucker Kinder sind dem Bund ein Viertel weniger wert. Können Sie das als Tiroler auf sich sitzen lassen? Ich nicht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Das ist falsch verhandelt worden!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Das ist falsch verhandelt worden!
Leider bin ich schon am Ende meiner Redezeit. Ich hätte zu diesem Thema wahrlich noch viel zu sagen. (Abg. Dr. Stummvoll: Bitte nach Mitternacht noch einmal!) Ich möchte Sie noch etwas fragen, weil Sie so engagiert mitdiskutieren, Herr Abgeordneter Klubobmann Khol und aufrechter Tiroler. (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Jetzt möchte ich Ihnen einmal etwas sagen: Aus für die Schülerfreifahrt mit den IVB. Und wissen Sie, wer sich darüber besonders echauffiert, wen das besonders kränkt? Wissen Sie, wer das ist? (Abg. Dr. Khol: Kenn’ ich den?) Ja, Sie kennen ihn. (Abg. Dr. Khol: Oh!) Ein ehemaliger Finanzreferent. (Abg. Dr. Khol: Das ist ein guter Freund von mir!) Ja, bravo! Dann machen Sie doch bitte etwas! Der Herr Wallnöfer sagt, die Differenz des Nichtauszahlens beträgt rund ein Viertel. Ein Viertel wird nicht ausbezahlt! Das ist eine sach- und gleichheitswidrige Behandlung. Die Innsbrucker Kinder sind dem Bund ein Viertel weniger wert. Können Sie das als Tiroler auf sich sitzen lassen? Ich nicht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Das ist falsch verhandelt worden!)
Ruf bei der ÖVP – in Richtung der auf ihren Platz zurückkehrenden Abg. Mag. Wurm –: Frau Kollegin, das Schild mitnehmen! – Abg. Dr. Khol – sich zum Rednerpult begebend und das Schild an sich nehmend –: Hände weg! – Heiterkeit bei der ÖVP.
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Sevignani. – Bitte. (Ruf bei der ÖVP – in Richtung der auf ihren Platz zurückkehrenden Abg. Mag. Wurm –: Frau Kollegin, das Schild mitnehmen! – Abg. Dr. Khol – sich zum Rednerpult begebend und das Schild an sich nehmend –: Hände weg! – Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Böhacker: Kommt wieder ein Tiroler!
Abgeordneter Hans Sevignani (Freiheitliche): Herr Präsident! Geschätzter Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Nach dieser flammenden Rede einer Tirolerin (Abg. Böhacker: Kommt wieder ein Tiroler!) kommt wieder ein Tiroler! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Hans Sevignani (Freiheitliche): Herr Präsident! Geschätzter Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Nach dieser flammenden Rede einer Tirolerin (Abg. Böhacker: Kommt wieder ein Tiroler!) kommt wieder ein Tiroler! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ruf bei der SPÖ: So viel ruiniert!
Noch keine Regierung in der Zweiten Republik war bereit, für die Frauen in unserem Land so viel zu tun wie die jetzige, und noch keine Regierung hat innerhalb einer so kurzen Zeit von nur zehn Monaten (Ruf bei der SPÖ: So viel ruiniert!) so viel getan wie die jetzige. (Zwischenruf der Abg. Huber. ) Unter der SPÖ-Verantwortung gab es viele plakative Ankündigungen, aber keine tatsächlichen Verbesserungen. Es wurde für die Frauen weder der Zugang zu den klassischen Männerberufen und zu höheren akademischen Positionen erreicht, noch wurde die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen geschlossen. Frauen verdienen dank der SPÖ-Frauen- und Sozialpolitik im Schnitt immer noch um 31 Prozent weniger als Männer, von den Chancen für die beruflichen Wiedereinsteigerinnen ganz zu schweigen.
Zwischenruf der Abg. Huber.
Noch keine Regierung in der Zweiten Republik war bereit, für die Frauen in unserem Land so viel zu tun wie die jetzige, und noch keine Regierung hat innerhalb einer so kurzen Zeit von nur zehn Monaten (Ruf bei der SPÖ: So viel ruiniert!) so viel getan wie die jetzige. (Zwischenruf der Abg. Huber. ) Unter der SPÖ-Verantwortung gab es viele plakative Ankündigungen, aber keine tatsächlichen Verbesserungen. Es wurde für die Frauen weder der Zugang zu den klassischen Männerberufen und zu höheren akademischen Positionen erreicht, noch wurde die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen geschlossen. Frauen verdienen dank der SPÖ-Frauen- und Sozialpolitik im Schnitt immer noch um 31 Prozent weniger als Männer, von den Chancen für die beruflichen Wiedereinsteigerinnen ganz zu schweigen.
Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ein weiteres wichtiges Anliegen unserer Frauen- und Familienpolitik ist die Verbesserung der Situation der Alleinerzieherinnen. Die Einführung des Kinderbetreuungsgeldes wird einen Meilenstein in der österreichischen Sozial- und Familienpolitik darstellen. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.) Es ermöglicht die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Gleichstellung der Eltern.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von der Opposition! All das sind Maßnahmen, von denen die Frauen Österreichs unter der SPÖ-Regierung und deren Frauenministerinnen nur träumen konnten. Die neue Regierung wird diese Maßnahmen umsetzen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Böhacker: Warum nicht umgesetzt?
Ein dritter Schwerpunkt ist die versprochene Heimfahrtbeihilfe für Schüler und Lehrlinge – eine langjährige Forderung der SozialdemokratInnen und auch eine Forderung des Familien-Volksbegehrens – (Abg. Böhacker: Warum nicht umgesetzt?) Es ist keinerlei Berücksichtigung im Budget erfolgt. (Abg. Böhacker: Warum nicht umgesetzt? Sie waren lange genug in der Regierung!) Der Herr Minister hat diesbezüglich Handlungsbedarf.
Abg. Böhacker: Warum nicht umgesetzt? Sie waren lange genug in der Regierung!
Ein dritter Schwerpunkt ist die versprochene Heimfahrtbeihilfe für Schüler und Lehrlinge – eine langjährige Forderung der SozialdemokratInnen und auch eine Forderung des Familien-Volksbegehrens – (Abg. Böhacker: Warum nicht umgesetzt?) Es ist keinerlei Berücksichtigung im Budget erfolgt. (Abg. Böhacker: Warum nicht umgesetzt? Sie waren lange genug in der Regierung!) Der Herr Minister hat diesbezüglich Handlungsbedarf.
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend, meine Damen und Herren: Österreich liegt bei der Familienförderung im Spitzenfeld. Sie ruht auf drei Säulen: auf den Geldleistungen, auf Sachleistungen und am Infrastrukturangebot beziehungsweise an den Serviceleistungen. Dieses System der Familienförderung hat sich bewährt und wird sich auch weiterhin bewähren. Ich hoffe nur, dass dieses hervorragende System nicht durch diesen sozialen Abbau zerstört wird, denn von dieser sozialen Kälte – und wir merken es schon – sind die Familien, sind die Kinder betroffen. Ich denke, wir dürfen es nicht zulassen, dass weiter Menschen an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Die Familien, die Kinder in unserem Land haben sich unsere Hilfe und unsere Unterstützung verdient! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Ihr seid ja die größten Bremser, Kampichler!
Abgeordneter Franz Kampichler (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ich möchte Frau Abgeordneter Wurm – sie steht jetzt draußen vor der Tür – nur sagen: Es kommt nicht darauf an, wie ein Ministerium heißt – diesbezüglich haben wir in letzter Zeit nicht die besten Erfahrungen gemacht –, sondern es kommt darauf an, was für die Familien und für die Frauen umgesetzt wird! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Ihr seid ja die größten Bremser, Kampichler!)
Abg. Parnigoni: Der Böhacker klatscht!
Da aber liegen wir momentan sehr gut. (Abg. Parnigoni: Der Böhacker klatscht!) Diese Regierung wird als eine für Familien- und für Frauenangelegenheiten sehr erfolgreiche Regierung in
Abg. Parnigoni: ... Alzheimer! Gedächtnisschwund!
Geschätzte Damen und Herren! Ich wollte mich nur noch ganz kurz mit der Elternbildung auseinander setzen. Ich freue mich, dass diese Regierung der Elternbildung einen sehr hohen Stellenwert einräumt. (Abg. Parnigoni: ... Alzheimer! Gedächtnisschwund!) Für mich ist das ein Beweis dafür, dass diese Regierung auf Zukunft setzt. (Abg. Böhacker: Das habt aber ihr auch! Ihr habt "Ober-Alzheimer"!) Sie erkennt den Stellenwert gut ausgebildeter junger Menschen, die eine positive Lebenseinstellung haben.
Abg. Böhacker: Das habt aber ihr auch! Ihr habt "Ober-Alzheimer"!
Geschätzte Damen und Herren! Ich wollte mich nur noch ganz kurz mit der Elternbildung auseinander setzen. Ich freue mich, dass diese Regierung der Elternbildung einen sehr hohen Stellenwert einräumt. (Abg. Parnigoni: ... Alzheimer! Gedächtnisschwund!) Für mich ist das ein Beweis dafür, dass diese Regierung auf Zukunft setzt. (Abg. Böhacker: Das habt aber ihr auch! Ihr habt "Ober-Alzheimer"!) Sie erkennt den Stellenwert gut ausgebildeter junger Menschen, die eine positive Lebenseinstellung haben.
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Budgetmittel werden von der Regierung durch unser Budget 2001 abgesichert. Wir müssen gemeinsam die Realisierung, die Umsetzung vornehmen. Ich glaube, es ist gerechtfertigt, denn wir investieren damit in die nächste Generation. Wir investieren in unsere eigene Zukunft, indem wir in unsere Jugend investieren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Das waren vernünftige Menschen, die Burgenländer!
Die Burgenländer haben es trotzdem getan! (Abg. Parnigoni: Das waren vernünftige Menschen, die Burgenländer!) Es stimmt schon: Dort, wo man Sie kennt, wählt man Sie nicht! Auch – Kollege Schweitzer ist leider nicht da – die arme Kollegin Ilse Benkö haben Sie in meiner Heimatgemeinde Tag und Nacht von Tür zu Tür geschickt mit dem Ergebnis, dass die Freiheitlichen heute um 25 Prozent weniger sind. – Liebe Kollegen! Weiter so! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Burgenländer haben es trotzdem getan! (Abg. Parnigoni: Das waren vernünftige Menschen, die Burgenländer!) Es stimmt schon: Dort, wo man Sie kennt, wählt man Sie nicht! Auch – Kollege Schweitzer ist leider nicht da – die arme Kollegin Ilse Benkö haben Sie in meiner Heimatgemeinde Tag und Nacht von Tür zu Tür geschickt mit dem Ergebnis, dass die Freiheitlichen heute um 25 Prozent weniger sind. – Liebe Kollegen! Weiter so! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Heiterkeit der Abg. Mag. Sima.
Er hat auch im Zusammenhang mit unserem Parteivorsitzenden Gusenbauer über Sympathie und Schönheit gesprochen. Liebe Damen und Herren! Ein Blick in den Spiegel macht Kollegen Kiss sicher! (Beifall bei der SPÖ. – Heiterkeit der Abg. Mag. Sima. ) – Unser Parteivorsitzender Gusenbauer ist gegen ihn ein Märchenprinz!
Beifall bei der SPÖ.
Kollege Loos hat zweifellos den Vogel abgeschossen: Er hat ein paar Tage vor der burgenländischen Landtagswahl hier gemeint, er möchte all jenen, die in der Sache Bank Burgenland nichts gewusst haben, sagen, sie sollen die politische Bühne verlassen. – Gesagt, getan: Sein Parteivorsitzender hat die Bühne verlassen! (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Zur Sache!
Etwas enttäuscht bin ich vom Vorsitzenden der Grünen, Professor Van der Bellen (Ruf bei den Freiheitlichen: Zur Sache!) – ich komme gleich zur Sache! –, der ein bisschen überheblich geworden ist. Kaum waren die Grünen in den Landtag eingezogen, hat er gemeint, es gebe einen riesigen Forderungskatalog, und die SPÖ werde einige Schritte auf die Grünen zugehen müssen, wenn sie nicht "bescheuert" ist. – Das ist doch ein gutes Maß an Überheblichkeit, aber das deckt sich auch mit der Überheblichkeit von Frau Krojer. (Abg. Dr. Khol: Zur Sache!) – Sofort, Herr Abgeordneter Khol. (Abg. Dr. Khol: Sie sind gleich am Ende Ihrer Redezeit!) Ja, ja! Das ist eine freiwillige Redezeit, Herr Khol! (Zwischenruf des Abg. Grabner. ) Sie mit Ihrem Sündenregister, Herr Khol, sollten besser nicht so laut sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Zur Sache!
Etwas enttäuscht bin ich vom Vorsitzenden der Grünen, Professor Van der Bellen (Ruf bei den Freiheitlichen: Zur Sache!) – ich komme gleich zur Sache! –, der ein bisschen überheblich geworden ist. Kaum waren die Grünen in den Landtag eingezogen, hat er gemeint, es gebe einen riesigen Forderungskatalog, und die SPÖ werde einige Schritte auf die Grünen zugehen müssen, wenn sie nicht "bescheuert" ist. – Das ist doch ein gutes Maß an Überheblichkeit, aber das deckt sich auch mit der Überheblichkeit von Frau Krojer. (Abg. Dr. Khol: Zur Sache!) – Sofort, Herr Abgeordneter Khol. (Abg. Dr. Khol: Sie sind gleich am Ende Ihrer Redezeit!) Ja, ja! Das ist eine freiwillige Redezeit, Herr Khol! (Zwischenruf des Abg. Grabner. ) Sie mit Ihrem Sündenregister, Herr Khol, sollten besser nicht so laut sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Sie sind gleich am Ende Ihrer Redezeit!
Etwas enttäuscht bin ich vom Vorsitzenden der Grünen, Professor Van der Bellen (Ruf bei den Freiheitlichen: Zur Sache!) – ich komme gleich zur Sache! –, der ein bisschen überheblich geworden ist. Kaum waren die Grünen in den Landtag eingezogen, hat er gemeint, es gebe einen riesigen Forderungskatalog, und die SPÖ werde einige Schritte auf die Grünen zugehen müssen, wenn sie nicht "bescheuert" ist. – Das ist doch ein gutes Maß an Überheblichkeit, aber das deckt sich auch mit der Überheblichkeit von Frau Krojer. (Abg. Dr. Khol: Zur Sache!) – Sofort, Herr Abgeordneter Khol. (Abg. Dr. Khol: Sie sind gleich am Ende Ihrer Redezeit!) Ja, ja! Das ist eine freiwillige Redezeit, Herr Khol! (Zwischenruf des Abg. Grabner. ) Sie mit Ihrem Sündenregister, Herr Khol, sollten besser nicht so laut sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Grabner.
Etwas enttäuscht bin ich vom Vorsitzenden der Grünen, Professor Van der Bellen (Ruf bei den Freiheitlichen: Zur Sache!) – ich komme gleich zur Sache! –, der ein bisschen überheblich geworden ist. Kaum waren die Grünen in den Landtag eingezogen, hat er gemeint, es gebe einen riesigen Forderungskatalog, und die SPÖ werde einige Schritte auf die Grünen zugehen müssen, wenn sie nicht "bescheuert" ist. – Das ist doch ein gutes Maß an Überheblichkeit, aber das deckt sich auch mit der Überheblichkeit von Frau Krojer. (Abg. Dr. Khol: Zur Sache!) – Sofort, Herr Abgeordneter Khol. (Abg. Dr. Khol: Sie sind gleich am Ende Ihrer Redezeit!) Ja, ja! Das ist eine freiwillige Redezeit, Herr Khol! (Zwischenruf des Abg. Grabner. ) Sie mit Ihrem Sündenregister, Herr Khol, sollten besser nicht so laut sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Etwas enttäuscht bin ich vom Vorsitzenden der Grünen, Professor Van der Bellen (Ruf bei den Freiheitlichen: Zur Sache!) – ich komme gleich zur Sache! –, der ein bisschen überheblich geworden ist. Kaum waren die Grünen in den Landtag eingezogen, hat er gemeint, es gebe einen riesigen Forderungskatalog, und die SPÖ werde einige Schritte auf die Grünen zugehen müssen, wenn sie nicht "bescheuert" ist. – Das ist doch ein gutes Maß an Überheblichkeit, aber das deckt sich auch mit der Überheblichkeit von Frau Krojer. (Abg. Dr. Khol: Zur Sache!) – Sofort, Herr Abgeordneter Khol. (Abg. Dr. Khol: Sie sind gleich am Ende Ihrer Redezeit!) Ja, ja! Das ist eine freiwillige Redezeit, Herr Khol! (Zwischenruf des Abg. Grabner. ) Sie mit Ihrem Sündenregister, Herr Khol, sollten besser nicht so laut sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei den Freiheitlichen: Seicht war das! Sehr seicht!
Ich darf zu Hepatitis C kommen. (Rufe bei den Freiheitlichen: Seicht war das! Sehr seicht!) Für die Freiheitlichen tief genug! Das Ergebnis im Burgenland spricht Bände, nicht wahr? (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich darf zu Hepatitis C kommen. (Rufe bei den Freiheitlichen: Seicht war das! Sehr seicht!) Für die Freiheitlichen tief genug! Das Ergebnis im Burgenland spricht Bände, nicht wahr? (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Da meine Redezeit bereits überschritten ist, möchte ich zum Schluss kommen: Genau diese Politik, die Sie betreiben, meine Damen und Herren, ist am Sonntag im Burgenland abgewählt worden! Ich kann Ihnen versichern: Fortsetzung folgt! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Martin Graf: Die Bauern jodeln beim Nach-Hause-Gehen! – Abg. Grabner: Das sagt man nach der Wahl! Das habt ihr immer zu uns gesagt! Jetzt sagen es wir! – Abg. Dr. Martin Graf – in Richtung SPÖ –: Wir gönnen es euch!
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! (Abg. Dr. Martin Graf: Die Bauern jodeln beim Nach-Hause-Gehen! – Abg. Grabner: Das sagt man nach der Wahl! Das habt ihr immer zu uns gesagt! Jetzt sagen es wir! – Abg. Dr. Martin Graf – in Richtung SPÖ –: Wir gönnen es euch!) Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Budgetgruppe VII "Soziales und Generationen", die die Bereiche Jugend, Familie und Gesundheit betrifft, ist eines der umfangreichsten Budgetkapitel, und ich bin sehr erfreut darüber, dass man in diesem Bereich völlig neue, gute Wege geht: neue Wege in der Familienförderung, in der Kinderbetreuung, bei der Krankenversicherung, in der Pensionsvorsorge, bei der Behindertenpolitik durch die Schaffung der Behindertenmilliarde, beim Pflegegeld, wo seit der Einführung des Pflegegeldvertrages eine bessere sozialrechtliche Absicherung erfolgen soll, und bei den Unfallrenten, wo es zu einer Gleichbehandlung zwischen Invaliditäts- und Unfallrenten kommen und die soziale Treffsicherheit erhöht werden soll.
Abg. Verzetnitsch: Herr Dolinschek, es wäre viel gescheiter gewesen, ... Vierparteienantrag!
Die unterzeichneten Abgeordneten verweisen auf das Ergebnis der Verhandlungen zwischen den Fachverbänden der Gastronomie und der Hotellerie einerseits und der Gewerkschaft der Privatangestellten beziehungsweise der Fachgewerkschaft Hotel (Abg. Verzetnitsch: Herr Dolinschek, es wäre viel gescheiter gewesen, ... Vierparteienantrag!), Gastgewerbe und Persönliche Dienste andererseits.
Abg. Verzetnitsch: Ich kenne ihn ohnedies schon!
Herr Präsident Verzetnitsch, ich hoffe, du wirst diesem Antrag zustimmen, denn der ist in deinem Sinne! Hör genau zu! Ich hoffe, du stimmst dann auch zu! (Abg. Verzetnitsch: Ich kenne ihn ohnedies schon!) Ach, du kennst ihn schon? Nun, dann ist ja ohnedies alles in Ordnung! Dann stimmst du ja zu, nicht wahr? (Widerspruch des Abg. Verzetnitsch. ) Wieso nicht? (Abg. Parnigoni: Zwischen kennen und zustimmen ist ein Unterschied!) – Lass mich einmal den Antrag fertig formulieren:
Widerspruch des Abg. Verzetnitsch.
Herr Präsident Verzetnitsch, ich hoffe, du wirst diesem Antrag zustimmen, denn der ist in deinem Sinne! Hör genau zu! Ich hoffe, du stimmst dann auch zu! (Abg. Verzetnitsch: Ich kenne ihn ohnedies schon!) Ach, du kennst ihn schon? Nun, dann ist ja ohnedies alles in Ordnung! Dann stimmst du ja zu, nicht wahr? (Widerspruch des Abg. Verzetnitsch. ) Wieso nicht? (Abg. Parnigoni: Zwischen kennen und zustimmen ist ein Unterschied!) – Lass mich einmal den Antrag fertig formulieren:
Abg. Parnigoni: Zwischen kennen und zustimmen ist ein Unterschied!
Herr Präsident Verzetnitsch, ich hoffe, du wirst diesem Antrag zustimmen, denn der ist in deinem Sinne! Hör genau zu! Ich hoffe, du stimmst dann auch zu! (Abg. Verzetnitsch: Ich kenne ihn ohnedies schon!) Ach, du kennst ihn schon? Nun, dann ist ja ohnedies alles in Ordnung! Dann stimmst du ja zu, nicht wahr? (Widerspruch des Abg. Verzetnitsch. ) Wieso nicht? (Abg. Parnigoni: Zwischen kennen und zustimmen ist ein Unterschied!) – Lass mich einmal den Antrag fertig formulieren:
Abg. Verzetnitsch: Das ist der Unterschied!
(Abg. Verzetnitsch: Das ist der Unterschied!) Die kollektivvertraglichen Regelungen bestehen ja, und solange diese bestehen, soll der Bundesminister auch keine Ermächtigung haben. – Das müsste doch in deinem Sinne sein, oder? (Abg. Verzetnitsch: Herr Dolinschek! Die bestehen nur, wenn es keine Verordnungsermächtigung gibt! Das ist der Unterschied!)
Abg. Verzetnitsch: Herr Dolinschek! Die bestehen nur, wenn es keine Verordnungsermächtigung gibt! Das ist der Unterschied!
(Abg. Verzetnitsch: Das ist der Unterschied!) Die kollektivvertraglichen Regelungen bestehen ja, und solange diese bestehen, soll der Bundesminister auch keine Ermächtigung haben. – Das müsste doch in deinem Sinne sein, oder? (Abg. Verzetnitsch: Herr Dolinschek! Die bestehen nur, wenn es keine Verordnungsermächtigung gibt! Das ist der Unterschied!)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Verzetnitsch: Das ist falsch formuliert!
Nun, da verstehen Sie irgendetwas falsch, denn das ist eigentlich in ganz klarem Deutsch geschrieben. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Verzetnitsch: Das ist falsch formuliert!)
Abg. Verzetnitsch: So ist es! Wir treten für bessere ... ein!
Das glaube ich nicht! Ich glaube, Herr Präsident, das ist eher so eine Ausrede, damit du da nicht zustimmen musst und sagen kannst: Nun ja, das ist wieder ein Versäumnis dieser Bundesregierung! – Genauso steht es dann auch in den Zeitungen des Österreichischen Gewerkschaftsbundes: Das ist eine Verschlechterung! Das ist nicht in unserem Sinne, sondern das ist im Sinne der Regierung. Teilweise sind wir ja einverstanden, aber wir wollten das noch viel besser machen. – So ungefähr ist das! (Abg. Verzetnitsch: So ist es! Wir treten für bessere ... ein!)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Verzetnitsch: Geh, bitte! – Abg. Grabner – in Richtung des Abg. Dolinschek –: Sigi, das ist keine Auszeichnung, dass der Khol dir gratuliert! Der Khol gibt Noten, und dir hat er eine gegeben! – Abg. Dr. Martin Graf – in Richtung SPÖ –: Wir freuen uns auch, wenn ihr klatscht!
Dank großer Bemühungen ist es auf jeden Fall gelungen, das zu erreichen, was vorher – als Ihre Fraktion in der Bundesregierung war – nicht zustande gebracht worden ist. Jetzt ist es vollbracht! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Verzetnitsch: Geh, bitte! – Abg. Grabner – in Richtung des Abg. Dolinschek –: Sigi, das ist keine Auszeichnung, dass der Khol dir gratuliert! Der Khol gibt Noten, und dir hat er eine gegeben! – Abg. Dr. Martin Graf – in Richtung SPÖ –: Wir freuen uns auch, wenn ihr klatscht!)
"Oh"-Rufe bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Ah! Ein zartes Geheimnis! Ein süßes Geheimnis!
Abgeordnete Ludmilla Parfuss (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte Damen und Herren! Ich habe ein Problem: Ich wollte in einen Dialog mit dem Herrn Bundesminister treten, und jetzt ist er nicht da! Vielleicht sagt ihm der Herr Staatssekretär einiges von dem, was ich ihm sagen wollte, denn Sie müssen wissen, Herr Bundesminister Haupt und ich, wir haben eine gemeinsame Vergangenheit ("Oh"-Rufe bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Ah! Ein zartes Geheimnis! Ein süßes Geheimnis!), nämlich den Einsatz für den Tierschutz. Wir gingen in vielen Tierschutzangelegenheiten und vor allem, was das Bundes-Tierschutzgesetz betrifft, durchaus konform, und er hat mich manchmal in meiner Position gegenüber der ÖVP wirklich unterstützt – Sie werden das wissen, Herr Dr. Graf. Aber wäre der Herr Bundesminister doch Tierschützer geblieben und nicht Frauenminister geworden! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Ludmilla Parfuss (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte Damen und Herren! Ich habe ein Problem: Ich wollte in einen Dialog mit dem Herrn Bundesminister treten, und jetzt ist er nicht da! Vielleicht sagt ihm der Herr Staatssekretär einiges von dem, was ich ihm sagen wollte, denn Sie müssen wissen, Herr Bundesminister Haupt und ich, wir haben eine gemeinsame Vergangenheit ("Oh"-Rufe bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Ah! Ein zartes Geheimnis! Ein süßes Geheimnis!), nämlich den Einsatz für den Tierschutz. Wir gingen in vielen Tierschutzangelegenheiten und vor allem, was das Bundes-Tierschutzgesetz betrifft, durchaus konform, und er hat mich manchmal in meiner Position gegenüber der ÖVP wirklich unterstützt – Sie werden das wissen, Herr Dr. Graf. Aber wäre der Herr Bundesminister doch Tierschützer geblieben und nicht Frauenminister geworden! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Martin Graf: Das war ihr Ressort!
Ich muss mich leider sehr an mein Konzept halten, weil meine Redezeit so kurz ist. (Abg. Dr. Martin Graf: Das war ihr Ressort!) Ich habe meine Rede natürlich entsprechend aufgebaut, und Sie bringen mich jetzt völlig durcheinander! Aber genau das wollen Sie ja vermutlich auch! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Ich muss mich leider sehr an mein Konzept halten, weil meine Redezeit so kurz ist. (Abg. Dr. Martin Graf: Das war ihr Ressort!) Ich habe meine Rede natürlich entsprechend aufgebaut, und Sie bringen mich jetzt völlig durcheinander! Aber genau das wollen Sie ja vermutlich auch! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: Super!
Zweitens war bei diesem Fernsehauftritt interessant – und Sie werden sich vielleicht auch daran erinnern –, dass er vor laufender "ZiB"-Kamera Kärntner Gesetze ignoriert hat. Sie möchten wissen, um welches Gesetz es geht? – Ich lüfte das Geheimnis: Es ist das Kärntner Tierhaltegesetz. (Ruf bei der ÖVP: Super!) Er ist voll Vorfreude zu diesem öffentlichen Auftritt gegangen und ist dabei mit seinem Golden Retriever ohne Maulkorb und auch ohne Leine zum Interview geschritten (Abg. Zweytick: Ein Wahnsinn!), obwohl in Kärnten Leinen- und Maulkorbpflicht gilt! (Abg. Dolinschek: Das ist ein "Verbrechen"!) Das ist allerhand, muss ich schon sagen! Vor allem ist es deshalb erstaunlich, weil der Herr Bundesminister ja langjähriger Abgeordneter und sogar, bitte, Nationalratspräsident war, und dann hält er sich nicht einmal an die Kärntner Landesgesetze! (Zwischenruf des Abg. Dr. Martin Graf. – Abg. Dr. Khol: Das ist ja furchtbar!) Um Gottes willen, das ist ja auch ein Signal an die Bevölkerung! Das ist wirklich allerhand!
Abg. Zweytick: Ein Wahnsinn!
Zweitens war bei diesem Fernsehauftritt interessant – und Sie werden sich vielleicht auch daran erinnern –, dass er vor laufender "ZiB"-Kamera Kärntner Gesetze ignoriert hat. Sie möchten wissen, um welches Gesetz es geht? – Ich lüfte das Geheimnis: Es ist das Kärntner Tierhaltegesetz. (Ruf bei der ÖVP: Super!) Er ist voll Vorfreude zu diesem öffentlichen Auftritt gegangen und ist dabei mit seinem Golden Retriever ohne Maulkorb und auch ohne Leine zum Interview geschritten (Abg. Zweytick: Ein Wahnsinn!), obwohl in Kärnten Leinen- und Maulkorbpflicht gilt! (Abg. Dolinschek: Das ist ein "Verbrechen"!) Das ist allerhand, muss ich schon sagen! Vor allem ist es deshalb erstaunlich, weil der Herr Bundesminister ja langjähriger Abgeordneter und sogar, bitte, Nationalratspräsident war, und dann hält er sich nicht einmal an die Kärntner Landesgesetze! (Zwischenruf des Abg. Dr. Martin Graf. – Abg. Dr. Khol: Das ist ja furchtbar!) Um Gottes willen, das ist ja auch ein Signal an die Bevölkerung! Das ist wirklich allerhand!
Abg. Dolinschek: Das ist ein "Verbrechen"!
Zweitens war bei diesem Fernsehauftritt interessant – und Sie werden sich vielleicht auch daran erinnern –, dass er vor laufender "ZiB"-Kamera Kärntner Gesetze ignoriert hat. Sie möchten wissen, um welches Gesetz es geht? – Ich lüfte das Geheimnis: Es ist das Kärntner Tierhaltegesetz. (Ruf bei der ÖVP: Super!) Er ist voll Vorfreude zu diesem öffentlichen Auftritt gegangen und ist dabei mit seinem Golden Retriever ohne Maulkorb und auch ohne Leine zum Interview geschritten (Abg. Zweytick: Ein Wahnsinn!), obwohl in Kärnten Leinen- und Maulkorbpflicht gilt! (Abg. Dolinschek: Das ist ein "Verbrechen"!) Das ist allerhand, muss ich schon sagen! Vor allem ist es deshalb erstaunlich, weil der Herr Bundesminister ja langjähriger Abgeordneter und sogar, bitte, Nationalratspräsident war, und dann hält er sich nicht einmal an die Kärntner Landesgesetze! (Zwischenruf des Abg. Dr. Martin Graf. – Abg. Dr. Khol: Das ist ja furchtbar!) Um Gottes willen, das ist ja auch ein Signal an die Bevölkerung! Das ist wirklich allerhand!
Zwischenruf des Abg. Dr. Martin Graf. – Abg. Dr. Khol: Das ist ja furchtbar!
Zweitens war bei diesem Fernsehauftritt interessant – und Sie werden sich vielleicht auch daran erinnern –, dass er vor laufender "ZiB"-Kamera Kärntner Gesetze ignoriert hat. Sie möchten wissen, um welches Gesetz es geht? – Ich lüfte das Geheimnis: Es ist das Kärntner Tierhaltegesetz. (Ruf bei der ÖVP: Super!) Er ist voll Vorfreude zu diesem öffentlichen Auftritt gegangen und ist dabei mit seinem Golden Retriever ohne Maulkorb und auch ohne Leine zum Interview geschritten (Abg. Zweytick: Ein Wahnsinn!), obwohl in Kärnten Leinen- und Maulkorbpflicht gilt! (Abg. Dolinschek: Das ist ein "Verbrechen"!) Das ist allerhand, muss ich schon sagen! Vor allem ist es deshalb erstaunlich, weil der Herr Bundesminister ja langjähriger Abgeordneter und sogar, bitte, Nationalratspräsident war, und dann hält er sich nicht einmal an die Kärntner Landesgesetze! (Zwischenruf des Abg. Dr. Martin Graf. – Abg. Dr. Khol: Das ist ja furchtbar!) Um Gottes willen, das ist ja auch ein Signal an die Bevölkerung! Das ist wirklich allerhand!
Abg. Dr. Martin Graf: Und der Hund war im Auto nicht angeschnallt!
Da stellt sich für mich nun die Frage: Heißt das, dass sich die Frauen in Österreich auch nicht an seine Gesetze halten müssen? (Abg. Dr. Martin Graf: Und der Hund war im Auto nicht angeschnallt!) Das frage ich Sie: Muss man sich nicht an seine Gesetze halten? – Er selbst hat, so denke ich, genau das Gegenteil von dem gemacht, was in Kärnten Vorschrift ist.
Ruf: Das ist fatal!
Meine Damen und Herren! Heißt das, dass die Familien das Geld aus dem FLAF, das ihnen zusteht, bekommen? Heißt das, dass es zu keiner Kürzung bei Familienzuschlägen und Arbeitslosigkeit kommt? Heißt das, dass es zu einer Einführung des Zahnspangenersatzes kommt und so weiter und so fort? – Mitnichten, meine Damen und Herren! Die Realität ist eine andere! Die österreichische Bevölkerung und vor allem die österreichischen Frauen müssen sich an Ihre Gesetze sehr wohl halten! Nur der Herr Bundesminister hat sich nicht an die Kärntner Gesetze gehalten! (Ruf: Das ist fatal!) Jawohl, das ist fatal!
Beifall bei der SPÖ.
Aber, meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, Sie haben ja für Ihre Politik, für die soziale Kälte in Ihrer Politik am Sonntag eine saftige Rechnung präsentiert bekommen. Daher, so meine ich, wäre es für den Herrn Bundesminister besser gewesen, wenn er Tierschützer geblieben wäre! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Martin Graf – in Richtung der auf ihren Platz zurückkehrenden Abg. Parfuss –: Aber, Frau Kollegin, die Frage ist nicht beantwortet: Was hat die Frauenministerin Prammer befähigt, Veterinärangelegenheiten zu erledigen?
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Gatterer. – Bitte. (Abg. Dr. Martin Graf – in Richtung der auf ihren Platz zurückkehrenden Abg. Parfuss –: Aber, Frau Kollegin, die Frage ist nicht beantwortet: Was hat die Frauenministerin Prammer befähigt, Veterinärangelegenheiten zu erledigen?)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Edeltraud Gatterer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Ich möchte an die vielen "Heißt das"-Fragen von Frau Kollegin Parfuss die Frage anschließen: Heißt das, dass Minister Haupt nur deswegen ein schlechter Frauenminister ist, weil er mit dem Hund ohne Maulkorb geht? (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Ruf: Gering!
Gerade im Zusammenhang mit der Gewerkschaft möchte ich aber doch einmal etwas hinterfragen, und vielleicht kann mir eine der nächsten RednerInnen darauf Antwort geben: Wie hoch ist denn der Frauenanteil im ÖGB? (Ruf: Gering!) Und wo sind denn die weiblichen Vorsitzenden der Fachgewerkschaften? – Das würde mich auch einmal interessieren. Ich glaube, gerade heute, da so viel von Streik, von Gewerkschaft und auch von Frauenpolitik gesprochen wird, wäre es schön, wenn man auf diese Fragen auch einmal Antworten bekäme. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Gerade im Zusammenhang mit der Gewerkschaft möchte ich aber doch einmal etwas hinterfragen, und vielleicht kann mir eine der nächsten RednerInnen darauf Antwort geben: Wie hoch ist denn der Frauenanteil im ÖGB? (Ruf: Gering!) Und wo sind denn die weiblichen Vorsitzenden der Fachgewerkschaften? – Das würde mich auch einmal interessieren. Ich glaube, gerade heute, da so viel von Streik, von Gewerkschaft und auch von Frauenpolitik gesprochen wird, wäre es schön, wenn man auf diese Fragen auch einmal Antworten bekäme. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich meine, dass in der Frauenpolitik sehr viel zu tun ist, und dass große neue Herausforderungen auf uns warten, das wissen wir alle. Globalisierung und Technisierung sind nicht nur Schlagworte, sondern Herausforderungen, vor die uns die Zukunft stellt. Ich finde aber, dass es sehr unfair ist, wenn man 30 Jahre lang für die Frauenpolitik verantwortlich war, dass man sich dann bei einem "Herrn Frauenministerin" – wenn Sie mit diesem Ausdruck schon so glücklich sind – beklagt, fordert, dass er binnen Monaten all das, was 30 Jahre lang etwa beim Ausgleich von Einkommensunterschieden versäumt worden ist, nachholt, und dass man ihn ständig fragt: Warum haben Sie das noch nicht gemacht? – Das ist kein Zugang für uns! Für uns bedeutet aktive Frauenpolitik, dass wir uns den Herausforderungen der Zukunft stellen und uns wirklich voll und ganz für die Frauen einsetzen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Weinerlich war sie absolut nicht!
Abgeordnete Mag. Ulrike Sima (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Nur ein Wort zu Frau Abgeordneter Gatterer: Ich halte es wirklich für sehr interessant, dass Ihnen genau an einem Tag wie heute, an dem es Protest gegen die Regierungspolitik gibt, plötzlich die Anliegen der Frauen einfallen und Sie sich hier am Rednerpult weinerlich darüber beklagen, wie arm und wie behindert die Frauen sind! (Abg. Dr. Khol: Weinerlich war sie absolut nicht!) Sonst ist Ihnen das nämlich im Großen und Ganzen egal! (Abg. Dr. Khol: Weinerlich war sie nicht! Das muss man tatsächlich berichtigen!) – Sie können gerne eine tatsächliche Berichtigung machen.
Abg. Dr. Khol: Weinerlich war sie nicht! Das muss man tatsächlich berichtigen!
Abgeordnete Mag. Ulrike Sima (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Nur ein Wort zu Frau Abgeordneter Gatterer: Ich halte es wirklich für sehr interessant, dass Ihnen genau an einem Tag wie heute, an dem es Protest gegen die Regierungspolitik gibt, plötzlich die Anliegen der Frauen einfallen und Sie sich hier am Rednerpult weinerlich darüber beklagen, wie arm und wie behindert die Frauen sind! (Abg. Dr. Khol: Weinerlich war sie absolut nicht!) Sonst ist Ihnen das nämlich im Großen und Ganzen egal! (Abg. Dr. Khol: Weinerlich war sie nicht! Das muss man tatsächlich berichtigen!) – Sie können gerne eine tatsächliche Berichtigung machen.
Abg. Dr. Khol: Dafür ist der Staatssekretär zuständig!
Eigentlich wollte ich zum Thema Gentechnik sprechen, und das werde ich jetzt auch tun, keine Sorge! Herr Bundesminister Haupt hat mit diesem Ressort auch den Bereich der Gentechnik übernommen. Leider hat man bisher kaum etwas davon gemerkt. Er ist in diesem Bereich überhaupt noch nicht in Erscheinung getreten und ist auch jetzt bei der Debatte nicht anwesend, wie es übrigens auch im Gesundheitsausschuss fast nie möglich ist, mit dem zuständigen Minister über dieses Thema zu reden. (Abg. Dr. Khol: Dafür ist der Staatssekretär zuständig!) Dieser ist aber nicht für Gentechnik zuständig; das sagt er jedes Mal im Ausschuss. Außerdem sind Sie nicht in diesem Ausschuss, Herr Kollege Khol. Woher wollen Sie das dann überhaupt wissen?
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Martin Graf: Sie müssen einmal mit Gusenbauer diskutieren! Vielleicht treffen Sie ihn!
Ich komme zum Schluss. Ich hoffe, dass die Gentechnik in Zukunft auch für Ihr Ressort beziehungsweise für Herrn Minister Haupt ein wichtigerer Punkt sein wird, und ich wünsche mir, dass wir im Ausschuss oder zumindest hier im Plenum die Gelegenheit bekommen, mit dem zuständigen Minister darüber zu diskutieren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Martin Graf: Sie müssen einmal mit Gusenbauer diskutieren! Vielleicht treffen Sie ihn!)
Zwischenruf der Abg. Huber.
Im Zusammenhang mit Verantwortung denke ich erstens an die Gestaltung der Verträge mit den Gesundheitsanbietern. (Zwischenruf der Abg. Huber. ) – Frau Kollegin! Erst heute wurden in der Steiermark von einer Krankenkasse die Verträge mit dem Rotem Kreuz und mit niedergelassenen Ärzten gekündigt, und zwar ohne Begründung, nur damit neu verhandelt werden kann.
Abg. Silhavy: Wer hat das gesagt?
"Es kann nicht die Lösung sein, die Einnahmen zu erhöhen, ohne im System etwas zu tun. Wenn wir nicht auch die Ausgabendynamik in den Griff bekommen, haben wir in wenigen Jahren wieder ein Problem." – Zitatende. (Abg. Silhavy: Wer hat das gesagt?) – Josef Probst. Das steht heute im "WirtschaftsBlatt", und da staune ich! Hört, hört!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Probst gibt zu, dass es nicht nur eine Einnahmenerhöhung geben kann, sondern dass man auch über Steuerungsmöglichkeiten im eigenen Bereich nachdenken muss. Ich gratuliere dem Herrn Sozialminister und natürlich auch dem Herrn Staatssekretär dazu, dass sie ein Umdenken zumindest beim Hauptverband der Sozialversicherungen geschafft haben. Aber unser Sozialminister macht eben das Unmögliche möglich! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich berichtige tatsächlich: Wir heben Beiträge nach den Beitragssätzen ein, die hier im Haus beschlossen werden. Wir haben klare Ziele definiert, wir haben gesetzliche Aufgaben zu erfüllen, und die Selbstverwaltung fühlt sich den versicherten Menschen gegenüber im höchsten Maße verantwortlich! Außerdem wurden in den letzten Wochen und Monaten natürlich auch unter dieser Regierung sehr viele neue Strukturelemente geschaffen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Martin Graf: Was war mit Wittmann?
Abgeordneter Arnold Grabner (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Kollegin Hartinger hat gesagt, dass der Sozialminister und Gesundheitsminister es schon richten wird. – Ja, er richtet es! Er ist derzeit im Fernsehen. Das ist ihm lieber, als hier im Hohen Haus zu sein. Hätte das ein sozialdemokratischer Minister gemacht, dann hätten die Freiheitlichen gleich eine Sitzungsunterbrechung verlangt! (Abg. Dr. Martin Graf: Was war mit Wittmann?) Herr Kollege Graf! Du kannst gleich wieder eine Berichtigung machen und etwas sagen, was nicht wahr ist, wie du es bereits des Öfteren getan hast.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Sie haben heute sehr schlecht vorgelesen!
Meine Damen und Herren von der Regierungskoalition! Besinnen Sie sich! Ändern Sie diese Politik, die jene am härtesten trifft, die Hilfe notwendig haben! Für die Politik der sozialen Kälte haben Sie im Burgenland eine saftige Rechnung bekommen. Ihre Politik der sozialen Kälte treibt interessante Blüten und beschert der FPÖ die x-te Niederlage in wenigen Monaten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Sie haben heute sehr schlecht vorgelesen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Herr Staatssekretär! Sie haben unsere volle Unterstützung, wenn Sie diese Kostenentwicklung in den Griff zu bekommen versuchen. Ich glaube, dass die gesetzten Maßnahmen des Monitorings, der besseren Betreuung – nennen wir es so – schon erste Früchte tragen. Uns geht es darum, das überaus leistungsfähige System der sozialen Krankenversicherung in Österreich weiterhin hoch zu halten, keine Zwei-Klassen-Medizin zuzulassen und die Herausforderungen durch die Änderungen in der Demographie und durch die gesteigerten Leistungsansprüche der Bevölkerung entsprechend befriedigen zu können. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordneter Gerhard Reheis (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Werter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Einleitend sei es mir gestattet, meinen Freunden von der SPÖ-Burgenland recht herzlich zu ihrem Wahlerfolg am vergangenen Sonntag zu gratulieren, und gleichermaßen natürlich auch den Kolleginnen und Kollegen von den Grünen: Herzlichen Glückwunsch zu dem Wahlerfolg am Sonntag! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist Ihre unglaubwürdigen Politik, mit der Sie die Menschen und vor allem die Familienerhalter treffen, die Monat für Monat schauen müssen, wie sie ihre Familien ernähren, ihre Miete bezahlen und ihren Kindern eine Ausbildung finanzieren können. Da geht es darum, wie Familienväter oder -mütter, die pendeln müssen, ihr dringend notwendiges Vehikel, ihren PKW erhalten können. Das sind Familien, die sehr aufpassen müssen, dass niemand, weder Vater noch Mutter, arbeitslos wird, weil Sie ihnen auch in diesem Bereich Geld wegnehmen. (Beifall bei der SPÖ.) Denken Sie zum Beispiel an die Kürzung der Familienzuschläge, die bisher sozial gestaffelt waren und wesentlich höher ausbezahlt wurden. Diese Unehrlichkeit der ÖVP/ÖAAB-Funktionäre so vorgeführt zu bekommen, ist wahrlich unerträglich!
Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Meine Damen und Herren! Dinkhauser hat in seiner Zeitung eine Liste der Belastungen plakatiert. Die Freiheitlichen und auch die ÖVP haben früher auch Plakate gemacht, vieles versprochen und die Menschen glauben gemacht, dass Sie sich für die Kleinen und Kleinsten in unserer Gesellschaft besonders einsetzen werden. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) – Herr Kollege! In Wirklichkeit wurden all diese Versprechungen eiskalt gebrochen! Wie von Blau versprochen, so von Schwarz-Blau gebrochen, meine Damen und Herren! (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Dinkhauser hat in seiner Zeitung eine Liste der Belastungen plakatiert. Die Freiheitlichen und auch die ÖVP haben früher auch Plakate gemacht, vieles versprochen und die Menschen glauben gemacht, dass Sie sich für die Kleinen und Kleinsten in unserer Gesellschaft besonders einsetzen werden. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) – Herr Kollege! In Wirklichkeit wurden all diese Versprechungen eiskalt gebrochen! Wie von Blau versprochen, so von Schwarz-Blau gebrochen, meine Damen und Herren! (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Meine Damen und Herren! Ihre ÖAAB-Funktionäre über den sieben Bergen – wie Herr Khol es formuliert hat – sehen wie wir Sozialdemokraten die Belastungen, die diese schwarz-blaue Regierung den Menschen auf die oftmals sehr schmalen Geldbörsen zusätzlich aufdrückt. Die schwarz-blaue Regierung vertritt viele: Stiftungsinhaber, Landwirtschaftsmillionäre, Multimillionäre in Industrie und Wirtschaft. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) Sie vertreten jedoch nicht die Arbeitnehmer, die Fleißigen, die Tüchtigen, die Bildungswilligen, die Familien mit Kindern, die Studenten und Pensionisten, die Bezieher von Unfallrenten und Arbeitslosengeld. Sie beleidigen die Pensionisten, die jahrzehntelang für unser Land gearbeitet haben, mit einer peinlich niedrigen Erhöhung im kommenden Jahr. Meine Damen und Herren! Sie treffen diese Gruppen zielsicher mit asozialer Treffsicherheit und mit unglaublicher sozialer Kälte! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine Damen und Herren! Ihre ÖAAB-Funktionäre über den sieben Bergen – wie Herr Khol es formuliert hat – sehen wie wir Sozialdemokraten die Belastungen, die diese schwarz-blaue Regierung den Menschen auf die oftmals sehr schmalen Geldbörsen zusätzlich aufdrückt. Die schwarz-blaue Regierung vertritt viele: Stiftungsinhaber, Landwirtschaftsmillionäre, Multimillionäre in Industrie und Wirtschaft. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) Sie vertreten jedoch nicht die Arbeitnehmer, die Fleißigen, die Tüchtigen, die Bildungswilligen, die Familien mit Kindern, die Studenten und Pensionisten, die Bezieher von Unfallrenten und Arbeitslosengeld. Sie beleidigen die Pensionisten, die jahrzehntelang für unser Land gearbeitet haben, mit einer peinlich niedrigen Erhöhung im kommenden Jahr. Meine Damen und Herren! Sie treffen diese Gruppen zielsicher mit asozialer Treffsicherheit und mit unglaublicher sozialer Kälte! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel.
Abgeordnete Jutta Wochesländer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Nicht erst seit Beginn dieser Debatte stelle ich mir wirklich vehement die Frage, was Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, eigentlich unter Frauenpolitik verstehen. Verstehen Sie darunter wirklich Gleichberechtigung und Gleichstellung? (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. ) Oder streben Sie, meine Damen, eine absolute Vormachtstellung der Frauen an, sozusagen die Quadratur der Emanzipation, hin zum dressierten Mann der Esther Vilar, hin zum Männchenpartner, dem nach einer feministischen Gehirnwäsche jeder Anspruch auf Gleichberechtigung fremd ist? (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Widerspruch bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Widerspruch bei der SPÖ.
Abgeordnete Jutta Wochesländer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Nicht erst seit Beginn dieser Debatte stelle ich mir wirklich vehement die Frage, was Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, eigentlich unter Frauenpolitik verstehen. Verstehen Sie darunter wirklich Gleichberechtigung und Gleichstellung? (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. ) Oder streben Sie, meine Damen, eine absolute Vormachtstellung der Frauen an, sozusagen die Quadratur der Emanzipation, hin zum dressierten Mann der Esther Vilar, hin zum Männchenpartner, dem nach einer feministischen Gehirnwäsche jeder Anspruch auf Gleichberechtigung fremd ist? (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Widerspruch bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Nennen Sie die Gründe dafür!
Ich nenne auch sofort ein Beispiel dafür, nämlich die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen. Ich habe hier einen Bericht – Sie alle kennen ihn –, in welchem Sie auf Seite 41 nachlesen können, dass, wenn Mann und Frau 1977 in ein und demselben Beruf zu arbeiten begonnen haben, der Einkommensunterschied bei 7,5 Prozent lag, dass sich aber diese Schere innerhalb von 20 Berufsjahren auf 36 Prozent vergrößert hat. – Das war das Ergebnis der typischen Frauenpolitik der SPÖ! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Nennen Sie die Gründe dafür!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was Sie tun, ist Folgendes: Sie impfen den Frauen, die bereit sind, Frau und Mutter zu sein und eine Familie, ein Kind zu versorgen, seit Jahren ein, dass sie minderwertig sind. Das ist meines Erachtens ein Wahnsinn! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.
Abschließend, Frau Ex-Minister Prammer, muss ich Ihnen ein Kompliment machen: Ich bin extra wach geblieben, als ich gehört habe, dass Sie sich in der "ZiB 3" der Konfrontation mit unserem Herrn Dr. Pumberger stellen würden, und ich wurde nicht enttäuscht! Es kamen von Ihnen nämlich genau die Naivität und Brutalität, die ich Ihnen zugetraut hatte! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser. )
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Ich will jetzt nicht auf das Thema der eugenischen Indikation eingehen. Das ist wirklich eine ganz heikle Sache. Ich möchte nur sagen, dass mich etwas sehr gewundert hat, meine Damen: Gleich zu Beginn des Beitrages beziehungsweise Ihrer Diskussion wurde gesagt, dass an einer Wiener Klinik sage und schreibe 120 Schwangerschaftsunterbrechungen pro Woche vorgenommen werden. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm. ) Sie haben sogar gesagt, in der Weihnachtszeit sind es noch mehr! 120 Schwangerschaftsunterbrechungen pro Woche an einer Klinik sind über 6 000 im Jahr, und in Anbetracht dessen, meine Damen und Herren, frage ich mich wirklich: Ist das die richtige Mentalität in der heutigen Zeit, in der man sich wirklich verschiedenster Verhütungsmethoden bedienen kann?
Abg. Mag. Prammer: Was wollen Sie damit sagen?
Haben Sie schon einmal mittels Ultraschall ein Baby im dritten Monat gesehen? – Die meisten Abtreibungen erfolgen am Ende des dritten Monats. Meine Damen und Herren! Dieses Baby hat Füßchen, es hat Händchen und ein Köpfchen, und es hat die Chance, zu leben! (Abg. Mag. Prammer: Was wollen Sie damit sagen?) Nur mit dem Unterschied, muss ich Ihnen
Abg. Mag. Wurm: Welche Frau macht denn das? – Weitere Zwischenrufe.
Ich protestiere gegen die Einstellung, einfach hinzugehen und zu sagen, ich befreie mich von der Last, ein Kind zu bekommen, oder ich kann das nicht durchziehen! (Abg. Mag. Wurm: Welche Frau macht denn das? – Weitere Zwischenrufe.) – Da muss ich persönlich sagen: Das widerspricht nicht nur meiner Haltung als Frau, sondern das kann ich auch als praktizierende Katholikin wirklich nicht gutheißen! – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich protestiere gegen die Einstellung, einfach hinzugehen und zu sagen, ich befreie mich von der Last, ein Kind zu bekommen, oder ich kann das nicht durchziehen! (Abg. Mag. Wurm: Welche Frau macht denn das? – Weitere Zwischenrufe.) – Da muss ich persönlich sagen: Das widerspricht nicht nur meiner Haltung als Frau, sondern das kann ich auch als praktizierende Katholikin wirklich nicht gutheißen! – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Lackner. Er hat das Wort. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenrufe der Abg. Binder. – Abg. Dr. Martin Graf: Jetzt hören Sie doch einmal Ihrem Kollegen zu!
Abgeordneter Manfred Lackner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Eigentlich wollte ich mich heute, wie auch schon im Frühjahr, mit dem Thema Gesundheitspolitik beziehungsweise mit dem Kapitel Gesundheitspolitik der Bundesregierung auseinander setzen. (Zwischenrufe der Abg. Binder. – Abg. Dr. Martin Graf: Jetzt hören Sie doch einmal Ihrem Kollegen zu!) Aber es gibt eben wenig bis nichts, womit man sich bei dieser Bundesregierung – zumindest im Bereich der Gesundheitspolitik – auseinander setzen kann (Abg. Rosemarie Bauer: Das ist aber eine faule Ausrede! – weitere Zwischenrufe), abgesehen davon, Herr Mitterlehner, dass es mit der Einführung von Selbstbehalten im ambulanten Bereich zum Abkassieren gekommen ist und dass Sie dabei sind, die solidarische Krankenversicherung zu demontieren. Aber das ist sicherlich nicht unbedingt ein großes Verdienst. (Abg. Rosemarie Bauer: Herr Kollege, das sind faule Ausreden!)
Abg. Rosemarie Bauer: Das ist aber eine faule Ausrede! – weitere Zwischenrufe
Abgeordneter Manfred Lackner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Eigentlich wollte ich mich heute, wie auch schon im Frühjahr, mit dem Thema Gesundheitspolitik beziehungsweise mit dem Kapitel Gesundheitspolitik der Bundesregierung auseinander setzen. (Zwischenrufe der Abg. Binder. – Abg. Dr. Martin Graf: Jetzt hören Sie doch einmal Ihrem Kollegen zu!) Aber es gibt eben wenig bis nichts, womit man sich bei dieser Bundesregierung – zumindest im Bereich der Gesundheitspolitik – auseinander setzen kann (Abg. Rosemarie Bauer: Das ist aber eine faule Ausrede! – weitere Zwischenrufe), abgesehen davon, Herr Mitterlehner, dass es mit der Einführung von Selbstbehalten im ambulanten Bereich zum Abkassieren gekommen ist und dass Sie dabei sind, die solidarische Krankenversicherung zu demontieren. Aber das ist sicherlich nicht unbedingt ein großes Verdienst. (Abg. Rosemarie Bauer: Herr Kollege, das sind faule Ausreden!)
Abg. Rosemarie Bauer: Herr Kollege, das sind faule Ausreden!
Abgeordneter Manfred Lackner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Eigentlich wollte ich mich heute, wie auch schon im Frühjahr, mit dem Thema Gesundheitspolitik beziehungsweise mit dem Kapitel Gesundheitspolitik der Bundesregierung auseinander setzen. (Zwischenrufe der Abg. Binder. – Abg. Dr. Martin Graf: Jetzt hören Sie doch einmal Ihrem Kollegen zu!) Aber es gibt eben wenig bis nichts, womit man sich bei dieser Bundesregierung – zumindest im Bereich der Gesundheitspolitik – auseinander setzen kann (Abg. Rosemarie Bauer: Das ist aber eine faule Ausrede! – weitere Zwischenrufe), abgesehen davon, Herr Mitterlehner, dass es mit der Einführung von Selbstbehalten im ambulanten Bereich zum Abkassieren gekommen ist und dass Sie dabei sind, die solidarische Krankenversicherung zu demontieren. Aber das ist sicherlich nicht unbedingt ein großes Verdienst. (Abg. Rosemarie Bauer: Herr Kollege, das sind faule Ausreden!)
Abg. Rosemarie Bauer: Sind Sie auch Arzt?
Aber auch Kollege Rasinger hat das Positive in seinem damaligen Redebeitrag bestätigt. Er bekannte sich zum "Konsens im Gesundheitswesen, dieser war auch mit den Sozialdemokraten immer vorhanden". – Auch dem ist nichts hinzuzufügen, außer vielleicht, dass ich Herrn Kollegen Rasinger noch etwas mit auf den Weg geben möchte – er ist leider nicht hier (Abg. Rosemarie Bauer: Sind Sie auch Arzt?) –: Die Akut-Geriatrie muss man nicht mehr erfinden, Herr
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Hartinger.
Natürlich gibt es das, Frau Kollegin! Vielleicht wollen Sie ... (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Hartinger. ) – Schauen Sie, Frau Kollegin, das gibt es! Sie können ja dann hier herausgehen und eine tatsächliche Berichtigung machen. Ich habe es hier schwarz auf weiß.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosemarie Bauer: Sie sind völlig "unvoreingenommen", Herr Kollege!
Herr Staatssekretär! Ich komme nun kurz auf Ihre Bilanz zu sprechen. Ich habe mir die Mühe gemacht, die Ausschuss-Tagesordnungen im Gesundheitsausschuss einmal durchzusehen. Es war wahrlich nicht viel, was Sie dort zu bieten hatten: drei Regierungsvorlagen – die haben mich auch nicht gerade vom Sessel gerissen –, und der Rest, bitte, waren Oppositionsanträge, die durchaus in Ordnung waren und über die man natürlich auch reden sollte. Diese Anträge sind – frei nach Khol – mit "Speed kills" entsorgt worden; aber das kann es, glaube ich, nicht sein. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosemarie Bauer: Sie sind völlig "unvoreingenommen", Herr Kollege!)
Abg. Dr. Niederwieser: Er muss sich wieder beruhigen!
Meine Damen und Herren! Zum Schluss noch eine kleine Bemerkung zu Herrn Dr. Pumberger – er ist jetzt leider nicht da. Er hat sich vorhin so echauffiert, er hat sich sehr für Selbstbehalte eingesetzt. (Abg. Dr. Niederwieser: Er muss sich wieder beruhigen!) Das war bei Herrn Dr. Pumberger nicht immer so. Als er noch in Opposition war, vertrat er eine ganz andere Position. Da sprach er sich vehement gegen Selbstbehalte aus, und zwar im Jahre 1996, als er meinte: Schluss mit dem Raubrittertum der Pflicht-Krankenversicherung!, und: Schüssel redet nicht über notwendige Reformen, sondern greift lieber rhetorisch in die Taschen der Beitragszahler. – So viel zu Herrn Pumberger. Aber so ändern sich eben die Zeiten: Wenn er in Opposition ist, vertritt er eine ganz andere Meinung, als wenn er dann irgendwann einmal in der Regierung ist.
Beifall bei der SPÖ.
Zusammenfassend: Es gibt eine Stagnation in der Gesundheitspolitik – aber nicht bei uns, sehr geehrter Herr Staatssekretär, sondern, wenn man das schon so behaupten kann, bei Ihnen. Keine Stagnation allerdings gibt es – das ist richtig – bei der Mentalität des Abkassierens: Da wird die Linie dieser Bundesregierung würdig weiter vertreten. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die österreichischen Bauern sind sehr wohl bereit, einschneidende Veränderungen mitzutragen. Wir unterstützen jede Maßnahme, die zu mehr Sicherheit bei den Lebensmitteln führt. Wir haben mit unserer bäuerlichen, natürlichen und tiergerechten Haltung unserer landwirtschaftlichen Nutztiere nichts zu befürchten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich würde mir wünschen, dass es endlich einmal gelingt, angesichts der ernsten Situation die Vorteile, die eine bäuerliche Landwirtschaft für uns alle mit sich bringt, unabhängig von der Sicht durch die Parteibrille in der Öffentlichkeit darzustellen und zu diskutieren. Die österreichischen Bauern würden sich dies wahrlich verdienen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosemarie Bauer: Täuschen Sie sich nicht! Da liegen Sie ganz schief!
Abgeordnete Katharina Pfeffer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist mir ein Anliegen, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, Ihnen eingangs für Ihre großzügige Unterstützung im burgenländischen Wahlkampf durch Ihr sozial unausgewogenes Regierungsprogramm und die Mobilisierung der Bevölkerung gegen Schwarz-Blau herzlichst zu danken! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosemarie Bauer: Täuschen Sie sich nicht! Da liegen Sie ganz schief!)
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Das habe ich Ihnen schon vorige Woche in meiner Rede prophezeit, meine Damen und Herrn von der Koalition. Diese Rechnung ist Ihnen am vergangenen Sonntag präsentiert worden. Ich weiß, dass Sie das nicht gerne hören, aber ich muss es Ihnen heute noch einmal sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Amon: Und die Steiermark? Schon vergessen? – Weitere Zwischenrufe.
Die Burgenländerinnen und Burgenländer haben Ihnen eine saftige Quittung vorgelegt. Als Sozialdemokratin bin ich sehr stolz auf dieses Ergebnis der Landtagswahl. (Abg. Amon: Und die Steiermark? Schon vergessen? – Weitere Zwischenrufe.) Es ist mir eine große Genugtuung, vor allem auch deswegen, weil man mich bei meiner Rede vorige Woche ausgelacht und verhöhnt hat. Auch von meinen burgenländischen Kollegen wurde das gemacht. Aber haben Sie Ihr Wahlergebnis schon analysiert, und haben Sie geschaut, wo Sie stehen und wo die SPÖ steht? (Abg. Dr. Niederwieser: Da werden sie ganz depressiv!)
Abg. Dr. Niederwieser: Da werden sie ganz depressiv!
Die Burgenländerinnen und Burgenländer haben Ihnen eine saftige Quittung vorgelegt. Als Sozialdemokratin bin ich sehr stolz auf dieses Ergebnis der Landtagswahl. (Abg. Amon: Und die Steiermark? Schon vergessen? – Weitere Zwischenrufe.) Es ist mir eine große Genugtuung, vor allem auch deswegen, weil man mich bei meiner Rede vorige Woche ausgelacht und verhöhnt hat. Auch von meinen burgenländischen Kollegen wurde das gemacht. Aber haben Sie Ihr Wahlergebnis schon analysiert, und haben Sie geschaut, wo Sie stehen und wo die SPÖ steht? (Abg. Dr. Niederwieser: Da werden sie ganz depressiv!)
Abg. Dr. Martin Graf: Zur Sache!
Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch den Bundeskanzler vom Wahlkampffinale in Eisenstadt zitieren. (Abg. Dr. Martin Graf: Zur Sache!) – Das müssen Sie mir heute schon zubilligen, dass
Abg. Wochesländer: Das ist längst noch nicht ausdiskutiert!
Meine Damen und Herren von der Koalition! Ist das nicht Zeichen genug für Ihre unmenschliche Politik? Gerade die Menschen im Burgenland leiden unter diesen Belastungen besonders, und das haben sie am Sonntag zum Ausdruck gebracht. (Abg. Wochesländer: Das ist längst noch nicht ausdiskutiert!) Dieser burgenländische Denkzettel ist die rote Karte für Ihre unsoziale, ungerechte und vor allem einseitige Politik gegen unsere Menschen und unsere Familien. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren von der Koalition! Ist das nicht Zeichen genug für Ihre unmenschliche Politik? Gerade die Menschen im Burgenland leiden unter diesen Belastungen besonders, und das haben sie am Sonntag zum Ausdruck gebracht. (Abg. Wochesländer: Das ist längst noch nicht ausdiskutiert!) Dieser burgenländische Denkzettel ist die rote Karte für Ihre unsoziale, ungerechte und vor allem einseitige Politik gegen unsere Menschen und unsere Familien. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rosemarie Bauer: Da sind Sie schon wieder daneben!
Das Motto "Rot-Gold statt Schwarz-Blau" ist zum Motto der burgenländischen Wählerinnen und Wähler geworden. (Abg. Rosemarie Bauer: Da sind Sie schon wieder daneben!) Ihre Koalition wurde im Burgenland deutlich abgewählt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosemarie Bauer: Wieder eine Fehlinterpretation!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosemarie Bauer: Wieder eine Fehlinterpretation!
Das Motto "Rot-Gold statt Schwarz-Blau" ist zum Motto der burgenländischen Wählerinnen und Wähler geworden. (Abg. Rosemarie Bauer: Da sind Sie schon wieder daneben!) Ihre Koalition wurde im Burgenland deutlich abgewählt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosemarie Bauer: Wieder eine Fehlinterpretation!)
Abg. Rosemarie Bauer: O ja, aber ...! – Abg. Dr. Martin Graf: Sie werden nicht verhindern, dass ...!
Frau Kollegin Bauer! Ich weiß, dass Sie das nicht gerne hören. (Abg. Rosemarie Bauer: O ja, aber ...! – Abg. Dr. Martin Graf: Sie werden nicht verhindern, dass ...!) Wir werden aber nicht aufhören, Ihnen die Folgen Ihrer Politik vor Augen zu halten. Sie werden eine ganze Reihe von roten Karten zur Kenntnis nehmen müssen, und am Ende dieser Legislaturperiode werden der Wähler und die Wählerin Sie aus dem Spiel nehmen und auf die Ersatzbank setzen. Denn dort gehören Sie hin, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosemarie Bauer: Da wird der Gusi noch schauen! – Abg. Dr. Martin Graf: Eine Parteitagsrede! – Abg. Rosemarie Bauer: So wird der Gusi ausschauen 2003!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosemarie Bauer: Da wird der Gusi noch schauen! – Abg. Dr. Martin Graf: Eine Parteitagsrede! – Abg. Rosemarie Bauer: So wird der Gusi ausschauen 2003!
Frau Kollegin Bauer! Ich weiß, dass Sie das nicht gerne hören. (Abg. Rosemarie Bauer: O ja, aber ...! – Abg. Dr. Martin Graf: Sie werden nicht verhindern, dass ...!) Wir werden aber nicht aufhören, Ihnen die Folgen Ihrer Politik vor Augen zu halten. Sie werden eine ganze Reihe von roten Karten zur Kenntnis nehmen müssen, und am Ende dieser Legislaturperiode werden der Wähler und die Wählerin Sie aus dem Spiel nehmen und auf die Ersatzbank setzen. Denn dort gehören Sie hin, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosemarie Bauer: Da wird der Gusi noch schauen! – Abg. Dr. Martin Graf: Eine Parteitagsrede! – Abg. Rosemarie Bauer: So wird der Gusi ausschauen 2003!)
Abg. Dr. Niederwieser: Ist jetzt Märchenstunde, oder was ist das?
Diesem Pilotprojekt liegt eine zweifache Zielsetzung zugrunde. Erstens: die kurzfristigen ökonomischen Effekte für die örtliche und regionale Wirtschaft möglichst korrekt zu erfassen. Zweitens: Von der Geburt bis zum vierten Lebensjahr des Kindes wird der volle Betrag ausbezahlt. Danach wird der Kinderscheck bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr in einen Geldbetrag und in einen Gutschein geteilt. (Abg. Dr. Niederwieser: Ist jetzt Märchenstunde, oder was ist das?) Dieser Gutschein kann bei anerkannten externen Kinderbetreuungseinrichtungen beziehungsweise bei Tagesmüttern eingelöst werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Diesem Pilotprojekt liegt eine zweifache Zielsetzung zugrunde. Erstens: die kurzfristigen ökonomischen Effekte für die örtliche und regionale Wirtschaft möglichst korrekt zu erfassen. Zweitens: Von der Geburt bis zum vierten Lebensjahr des Kindes wird der volle Betrag ausbezahlt. Danach wird der Kinderscheck bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr in einen Geldbetrag und in einen Gutschein geteilt. (Abg. Dr. Niederwieser: Ist jetzt Märchenstunde, oder was ist das?) Dieser Gutschein kann bei anerkannten externen Kinderbetreuungseinrichtungen beziehungsweise bei Tagesmüttern eingelöst werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es wird außerdem wohl niemand bestreiten, dass das Kinderbetreuungsgeld jungen, finanzschwachen Familien die Lebenssituation wesentlich erleichtern wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Das wird notwendig sein!
Das sind die Gründe, warum wir Freiheitlichen an der bundesweiten Einführung des Kinderbetreuungsgeldes festhalten und dafür weiterkämpfen werden, wenn es notwendig sein sollte. (Abg. Öllinger: Das wird notwendig sein!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geschätzte Damen und Herren! Kinder sind das höchste Gut, das wir haben, und da sollten wir mit Geld nicht sparen. Ich sage Ihnen das nicht als Politiker, sondern als Familienvater. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Prinz! Sie haben im Zusammenhang mit der Lebensmittelsicherheit die Frage gestellt: Wer hat denn eigentlich den Nutzen von mehr oder von verstärkten Kontrollen? – Sie haben dann messerscharf geschlossen: Den Nutzen haben die Konsumenten, und deshalb sollen natürlich auch sie diese vermehrten Kontrollen bezahlen. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Rosemarie Bauer: Sind Sie nicht für Konsumentenschutz?
Dieser Applaus ist sehr entlarvend. Das ist eine sehr eigenartige Sicht der Dinge! (Abg. Rosemarie Bauer: Sind Sie nicht für Konsumentenschutz?) Ich frage Sie: Haben nicht auch die Bauern als Produzenten, und hat nicht auch die Lebensmittelwirtschaft den Nutzen, wenn sie die Produkte verkaufen? (Abg. Donabauer: Wir alle haben ihn, wir alle!) Haben nicht die Konsumenten vielmehr ein Recht darauf, dass sie ordentliche Lebensmittel bekommen und dass sie ordentliche Lebensmittel in den Regalen vorfinden? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Achatz: Wollen Sie es in erster Linie billig haben? – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Donabauer: Wir alle haben ihn, wir alle!
Dieser Applaus ist sehr entlarvend. Das ist eine sehr eigenartige Sicht der Dinge! (Abg. Rosemarie Bauer: Sind Sie nicht für Konsumentenschutz?) Ich frage Sie: Haben nicht auch die Bauern als Produzenten, und hat nicht auch die Lebensmittelwirtschaft den Nutzen, wenn sie die Produkte verkaufen? (Abg. Donabauer: Wir alle haben ihn, wir alle!) Haben nicht die Konsumenten vielmehr ein Recht darauf, dass sie ordentliche Lebensmittel bekommen und dass sie ordentliche Lebensmittel in den Regalen vorfinden? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Achatz: Wollen Sie es in erster Linie billig haben? – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Achatz: Wollen Sie es in erster Linie billig haben? – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Dieser Applaus ist sehr entlarvend. Das ist eine sehr eigenartige Sicht der Dinge! (Abg. Rosemarie Bauer: Sind Sie nicht für Konsumentenschutz?) Ich frage Sie: Haben nicht auch die Bauern als Produzenten, und hat nicht auch die Lebensmittelwirtschaft den Nutzen, wenn sie die Produkte verkaufen? (Abg. Donabauer: Wir alle haben ihn, wir alle!) Haben nicht die Konsumenten vielmehr ein Recht darauf, dass sie ordentliche Lebensmittel bekommen und dass sie ordentliche Lebensmittel in den Regalen vorfinden? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Achatz: Wollen Sie es in erster Linie billig haben? – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.
Es wundert mich überhaupt nicht, dass sich so viele besorgte Konsumenten und Konsumentinnen fragen: Wie schaut es denn in Österreich mit der Lebensmittelsicherheit aus? – Es ist richtig, und da gehe ich mit Ihnen konform, Herr Kollege Prinz: Bestrahlte Lebensmittel und Hormone in den Futtermitteln sind in Österreich nicht erlaubt. Auch die Verfütterung von Tiermehl an Wiederkäuer wurde schon lange verboten. Deshalb gibt es bisher, Gott sei Dank, hier bei uns keine Creutzfeld-Jakob-Infektionen. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schwarzenberger: Das stimmt ja nicht!
Herr Staatssekretär! Trotz dieser beschwichtigenden Worte mache ich mir Sorgen um die Lebensmittelsicherheit. Ich frage mich: Warum hat sich zum Beispiel Herr Minister Molterer im EU-Ministerrat gegen flächendeckende BSE-Schnelltests ausgesprochen? (Abg. Schwarzenberger: Das stimmt ja nicht!) – Von den 125 Fällen, die heuer im europäischen Raum aufgetreten sind, sind immerhin 46 durch Schnelltests entdeckt worden.
Abg. Dr. Pumberger: BSE sind keine Bakterien! – Weitere Zwischenrufe.
Bei den Kontrollen werden Schimmel, Hormone, Salmonellen und andere Bakterien, eben auch BSE, aufgedeckt. (Abg. Dr. Pumberger: BSE sind keine Bakterien! – Weitere Zwischenrufe.) Durch die Schnelltests auf jeden Fall! (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Aufgedeckt werden könnten aber auch die Lebensmittelsünder, die wiederholt minderwertige, verdorbene und gesundheitsschädliche Lebensmittel anbieten. Ich meine, die Konsumenten haben ein Recht darauf, auch diese Information zu erhalten.
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Bei den Kontrollen werden Schimmel, Hormone, Salmonellen und andere Bakterien, eben auch BSE, aufgedeckt. (Abg. Dr. Pumberger: BSE sind keine Bakterien! – Weitere Zwischenrufe.) Durch die Schnelltests auf jeden Fall! (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Aufgedeckt werden könnten aber auch die Lebensmittelsünder, die wiederholt minderwertige, verdorbene und gesundheitsschädliche Lebensmittel anbieten. Ich meine, die Konsumenten haben ein Recht darauf, auch diese Information zu erhalten.
Beifall bei der SPÖ.
Schaffen Sie daher die Voraussetzungen dafür, dass erstens die Kontrollen verstärkt werden und dass zweitens Lebensmittelsünder auch öffentlich genannt werden! Die Konsumenten in Österreich haben ein Recht darauf! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Nürnberger: Das ist ein fairer Zug! Das ist Stil!
Abgeordnete Edeltraud Lentsch (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte Damen und Herren! Hohes Haus! Liebe Katharina Pfeffer! Ich habe nur eine Redezeit von 3 Minuten, aber trotz allem möchte ich der SPÖ im Burgenland und vor allem dir zu diesem Wahlerfolg gratulieren. Ich weiß, dass du in deiner Heimatgemeinde einen sehr hohen Prozentsatz dazugewonnen hast. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Nürnberger: Das ist ein fairer Zug! Das ist Stil!) Ich muss aber trotzdem dazusagen, dass auch ich in meiner Heimatstadt dazugewonnen habe und dass der ganze Bezirk gewonnen hat (Bravo-Rufe bei der ÖVP. – Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Parfuss: Wer hat im Burgenland verloren?)
Bravo-Rufe bei der ÖVP. – Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Parfuss: Wer hat im Burgenland verloren?
Abgeordnete Edeltraud Lentsch (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte Damen und Herren! Hohes Haus! Liebe Katharina Pfeffer! Ich habe nur eine Redezeit von 3 Minuten, aber trotz allem möchte ich der SPÖ im Burgenland und vor allem dir zu diesem Wahlerfolg gratulieren. Ich weiß, dass du in deiner Heimatgemeinde einen sehr hohen Prozentsatz dazugewonnen hast. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Nürnberger: Das ist ein fairer Zug! Das ist Stil!) Ich muss aber trotzdem dazusagen, dass auch ich in meiner Heimatstadt dazugewonnen habe und dass der ganze Bezirk gewonnen hat (Bravo-Rufe bei der ÖVP. – Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Parfuss: Wer hat im Burgenland verloren?)
Abg. Mag. Prammer: Den haben Sie nicht gehört, offensichtlich!
Ich habe übrigens den Aufschrei der roten und der grünen Kolleginnen vermisst, als im Burgenland ein Mann Landesrat für Frauenangelegenheiten wurde. Wo war da der Aufschrei? (Abg. Mag. Prammer: Den haben Sie nicht gehört, offensichtlich!) – Ich habe ihn bis heute nicht
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich weiß schon, dass Frauen, die sich um Familie und Haushalt kümmern, von den linken Kolleginnen nicht so gerne gesehen werden. Jede Fließbandarbeit – und ist sie noch so monoton und noch so schlecht bezahlt – wird von ihnen leider Gottes höher eingeschätzt, als wenn man sich um Familie, Kinder und Haushalt kümmert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ! Dabei hätten Sie eigentlich nur auf die Frau Ihres letzten erfolgreichen Bundeskanzlers hören sollen. Frau Vranitzky hat ja in einem Interview einmal sehr klar die Bedeutung jener Frauen betont, die sich in erster Linie um den Haushalt kümmern. Wenn Herr Minister Haupt diese Frauen nun aufwertet und ihnen Sicherheit im Alter gibt, dann ist das ein Meilenstein in der österreichischen Frauenpolitik! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Dass Männer Frauen diskriminieren, ist hinlänglich bekannt. Aber dass Frauen Frauen diskriminieren, das hat mich heute ziemlich erschüttert, Frau Abgeordnete Wochesländer. Wenn sie sich hierher stellten – sie hört mir jetzt nicht einmal zu –, wenn sie sagt: dann geht sie eben hin zur Abtreibung, wie wenn sie zum Friseur gehen würde, und befreit sich von dieser Last, dann stimmt mich das bedenklich, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Selbstbewusst, individuell und cool – aber verfallen Sie bitte nicht dem Irrtum, dass Sie gemeint sein könnten, meine Damen und Herren von Blau-Schwarz! Österreichs Jugendliche sind damit gemeint. Und nach der Abwahl von Blau-Schwarz im Burgenland können sich das die SozialdemokratInnen jetzt mit Recht auch auf ihre Fahnen heften. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Damit Sie mich hören, Herr Kollege Pumberger! Ich glaube, da ist eine laute Stimme ganz gut. Sie tratschen so viel, sonst hören Sie mich vielleicht nicht. (Beifall bei der SPÖ.) Ja, es ist manchmal notwendig. – Ihre Beschlüsse gefährden die Chancengleichheit und die Gleichbehandlung aller Menschen, insbesondere aber auch der Menschen mit besonderen Bedürfnissen, mit denen ich ja auch arbeite.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Wenn ich zum Abschluss sagen darf, dass Kinder- und Jugendpolitik sich über alle Bereiche von Politik breitet – diese Spannbreite ist sehr groß, sie reicht von der Gesundheits- zur Sozial- und Familienpolitik bis zur Umwelt- und Verkehrspolitik –, dann wundert es mich nicht, meine Damen und Herren, wenn Ihnen das jetzt bewusst ist, dass Sie so grau im Gesicht sind. An Ihrer Stelle würde ich auch nicht mehr schlafen können! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wer sind wir denn, dass wir bei jeder Gelegenheit, wann immer wir Probleme in unserer Gesellschaft haben – sei es auf dem Arbeitsmarkt oder sei es, wie hier, in der Familienpolitik –, einfach nach Zuwanderung rufen? Wer sind wir denn, dass wir ein Recht hätten, Tausende von Menschen irgendwo in der Welt hin- und herzuschieben, um unsere Fehler damit zu kaschieren? Wo bleibt hier die Humanität? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Die Entwicklung erfordert rasches Handeln, und die Regierung hat bereits gehandelt, indem sie die Vorbereitungen für die Einführung des Kinderbetreuungsgeldes weitgehend abgeschlossen hat. Es wurde hiefür in den Ministerien, im Sozialministerium und im Wirtschaftsministerium, wirklich hervorragende Arbeit geleistet, und man muss an dieser Stelle auch diesen Mitarbeitern einmal Dank aussprechen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! In 72 Prozent der Haushalte leben keine Kinder mehr, die Geburtenrate sinkt dramatisch, die Anzahl der Familienbildungen sinkt. Die Familien sind aber das Fundament für die nächste Generation. Wir werden mit dem Kinderbetreuungsgeld dieses Fundament mit Sicherheit wesentlich stärken! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Huber.
Meine geschätzten Damen und Herren der SPÖ! Dieser Sozialumbau bedeutet keinen Sozialabbau, sondern er beinhaltet ein Bündel von notwendigen Maßnahmen, die gewährleisten, dass all jene, die tatsächlich sozialer Hilfe bedürfen, auch in Zukunft Sozialleistungen erhalten können. (Zwischenruf der Abg. Huber. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich danke ihr für diese Aussagen. Die waren ja geradezu prophetisch und finanz- und staatspolitisch sehr gescheit im Gegensatz zu dem, was ich heute von einigen SPÖ-Abgeordneten gehört habe. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Lassen Sie mich nur noch eines sagen: Gesundheitsberufe und auch unsere Ärzte sind die Grundfesten jedes Gesundheitssystems. Viele sind auf Grund jahrelanger Versäumnisse demotiviert und erschöpft. Meine Damen und Herren! Haben wir alle ein Auge darauf und unterstützen wir sie, denn wir brauchen sie! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Pumberger: Spitzel! Spitzel!
Was mich aber wundert, ist, dass die Opposition hier in den Besitz eines nicht approbierten Aktes gelangt ist. Ich frage mich, über welche Datenkanäle diese Informationen aus dem Ministerium hinausgegangen sind. (Abg. Dr. Pumberger: Spitzel! Spitzel!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zu beiden Punkten – Hepatitis-Fonds und Drogen – darf ich feststellen, dass es gerade in diesen Bereichen gelungen ist, trotz der erforderlichen Sparmaßnahmen die Budgets im nächsten Jahr beträchtlich aufzustocken: Im Bereich Vorsorgemedizin und epidemiologische Maßnahmen, wo auch die AIDS-Hilfen und der Hepatitis-C-Fonds hineinpassen, konnte eine Steigerung von fast 15 Prozent gegenüber 1999 erzielt werden, und bei der Bekämpfung des Suchtgiftmissbrauchs eine von sogar 66 Prozent gegenüber 1999. Ich glaube, diese Zahlen sprechen für sich! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Ein guter Politiker hat einen, der ihn lobt!
Zum Abschluss: Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich mich nicht unbedingt mit Erfolgen schmücke und selbst darstelle. Ich weiß, dass das eigentlich zu einem guten Politiker gehören würde, aber vielleicht werde ich in dieser Hinsicht nie ein guter Politiker werden. (Abg. Dr. Khol: Ein guter Politiker hat einen, der ihn lobt!) Ich möchte aber, weil von der Ergebnisqualität gesprochen wurde, doch auf drei Dinge hinweisen.
Abg. Schwarzenberger: Das war der Prammer-Plan!
Vielleicht erinnern Sie sich noch daran, dass der alte Plan die Schließung von 19 Krankenanstalten und 50 Abteilungen vorgesehen hatte. (Abg. Schwarzenberger: Das war der Prammer-Plan!) All das konnten wir verhindern. Im Gegenteil: Wir konnten im Einvernehmen mit den Bundesländern ein wirklich visionäres und zukunftsorientiertes Abkommen abschließen, das die effektive, effiziente und allen frei zugängliche gleichwertige Gesundheitsversorgung in Österreich für alle Patienten auch weiterhin sicherstellt! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Vielleicht erinnern Sie sich noch daran, dass der alte Plan die Schließung von 19 Krankenanstalten und 50 Abteilungen vorgesehen hatte. (Abg. Schwarzenberger: Das war der Prammer-Plan!) All das konnten wir verhindern. Im Gegenteil: Wir konnten im Einvernehmen mit den Bundesländern ein wirklich visionäres und zukunftsorientiertes Abkommen abschließen, das die effektive, effiziente und allen frei zugängliche gleichwertige Gesundheitsversorgung in Österreich für alle Patienten auch weiterhin sicherstellt! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Ich glaube daher, dass wir sehr wohl aus der Stagnation herausgekommen sind, dass wir mit Reformkraft und Vision, aber umsichtig und behutsam zielorientiert arbeiten, und wir werden dies auch in Zukunft tun: einfach menschlich und kompetent! – Danke vielmals. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das Zweite: Wir werden einen neuen Dialog innerhalb der Gebietskörperschaften brauchen. Ich sage es immer mit meinen Worten: Wir brauchen eine klare Kompetenzregelung bei den Krankenhäusern. Es wird auf Dauer nicht gehen, dass die einen zahlen, die anderen die Pläne machen und die Dritten das Sagen haben. Das ist eine Sache, die auf Dauer nicht laufen wird! Infolgedessen werden wir hier in der nächsten Zeit etwas tun müssen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich meine, nachdem die heutigen Demonstrationen abgeschlossen sind und viele Demonstranten nun heimfahren, weil sie vielleicht auch ein wenig eingefahren sind, da sie umsonst nach Wien gefahren sind, schlussendlich sagen zu können, dass eines schon klar ist, nämlich das, was der Herr Bundeskanzler heute hier gesagt hat: Es besteht kein Grund, so zu tun, als stünde Österreich am Abgrund! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Mertel: Genau! Vor allem beim Kinderbetreuungsgeld! – Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Am Ende einer langen Debatte über dieses Kapitel noch ein paar grundsätzliche Gedanken. In der Tat stellt dieses Budget einen echten Paradigmenwechsel in der österreichischen Budgetpolitik dar. Das ist natürlich vor allem den Sozialdemokraten unangenehm, aber es ist im Interesse insbesondere der jungen Menschen in diesem Land. Es ist nämlich Schluss mit der Gießkannenmentalität: jedem ein paar Tausender in die Hosentasche geben. (Abg. Dr. Mertel: Genau! Vor allem beim Kinderbetreuungsgeld! – Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Uns geht es vielmehr darum, dass der Generationenvertrag gesichert ist!
Zwischenruf des Abg. Edler
Für die Begründung dieser verantwortungslosen Politik, wie sie zum Teil in den ... (Zwischenruf des Abg. Edler ) – Bitte? (Abg. Edler: ... die Pensionsreform, hat der Kanzler gesagt!) Ja, ich glaube auch, dass das völlig in Ordnung ist – ich werde gleich darauf eingehen.
Abg. Edler: ... die Pensionsreform, hat der Kanzler gesagt!
Für die Begründung dieser verantwortungslosen Politik, wie sie zum Teil in den ... (Zwischenruf des Abg. Edler ) – Bitte? (Abg. Edler: ... die Pensionsreform, hat der Kanzler gesagt!) Ja, ich glaube auch, dass das völlig in Ordnung ist – ich werde gleich darauf eingehen.
Beifall bei der ÖVP.
In der Tat ist es so, dass die Pensionsreform eine im Sinne des Generationenvertrages notwendige Maßnahme war und ist, Herr Edler! Ein Generationenvertrag bedeutet doch nicht, dass die einen die Zahler und die anderen die Empfänger sind, sondern ein guter Vertrag besteht ja aus einer Leistung, der eine Gegenleistung gegenübersteht! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das Schuldenmachen auf Kosten künftiger Generationen ist wohl das Unsozialste, das man machen kann! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Edler: Das tut weh!
Ich möchte Ihnen, weil Sie heute im Rahmen der gesamten Debatte Ihren Wahlerfolg im Burgenland so überstrapaziert haben (Abg. Edler: Das tut weh!) – nein, es tut nicht weh –, schon sagen: Auch für uns, die beiden Regierungsparteien, hat das Wahlergebnis des Burgenlandes eine gute Botschaft: Alfred Gusenbauer bleibt SPÖ-Parteivorsitzender! (Beifall bei der ÖVP. – Heiterkeit des Abg. Dr. Stummvoll. ) Das ist die gute Botschaft des Ergebnisses der Landtagswahlen im Burgenland.
Beifall bei der ÖVP. – Heiterkeit des Abg. Dr. Stummvoll.
Ich möchte Ihnen, weil Sie heute im Rahmen der gesamten Debatte Ihren Wahlerfolg im Burgenland so überstrapaziert haben (Abg. Edler: Das tut weh!) – nein, es tut nicht weh –, schon sagen: Auch für uns, die beiden Regierungsparteien, hat das Wahlergebnis des Burgenlandes eine gute Botschaft: Alfred Gusenbauer bleibt SPÖ-Parteivorsitzender! (Beifall bei der ÖVP. – Heiterkeit des Abg. Dr. Stummvoll. ) Das ist die gute Botschaft des Ergebnisses der Landtagswahlen im Burgenland.
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube daher, dass es vollkommen richtig ist, jetzt Maßnahmen zu setzen, um auch für die unter 40-Jährigen die Pensionen pro futuro zu sichern! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Edler: Das ist ein Stehsatz!
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Trinkl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Diese Regierung ist angetreten, um Österreich neu zu regieren. (Abg. Edler: Das ist ein Stehsatz!) Jawohl! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Trinkl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Diese Regierung ist angetreten, um Österreich neu zu regieren. (Abg. Edler: Das ist ein Stehsatz!) Jawohl! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Mertel: Wann und wo?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Diese Regierung schafft Arbeit in der Wirtschaft. Diese Regierung schafft aber auch Arbeit in den Familien, indem sie die beitragsfreie Mitversicherung für pflegende Angehörige sicherstellt. Diese Regierung schafft Arbeit für Behinderte, indem wir daran gehen, mit der Behinderten-Milliarde kreative Lösungen für diese benachteiligten Menschen umzusetzen. (Abg. Dr. Mertel: Wann und wo?) Es wird darum gehen, eine aktive Arbeitsmarktpolitik nicht im Sinne von "Euroteam", sondern im Interesse unserer behinderten Menschen zu gerieren. 37 Prozent der Behinderten stehen nicht im Arbeitsprozess. Es gilt, diesen Menschen eine Chance zu geben, am aktiven Arbeitsleben teilzunehmen. Wir werden wahrscheinlich auch nicht umhinkommen, das Behinderteneinstellungsgesetz so abzuändern, dass die Betriebe wieder mit gutem Gewissen und ohne Sorge zu haben, Behinderte einstellen können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Diese Regierung schafft Arbeit in der Wirtschaft. Diese Regierung schafft aber auch Arbeit in den Familien, indem sie die beitragsfreie Mitversicherung für pflegende Angehörige sicherstellt. Diese Regierung schafft Arbeit für Behinderte, indem wir daran gehen, mit der Behinderten-Milliarde kreative Lösungen für diese benachteiligten Menschen umzusetzen. (Abg. Dr. Mertel: Wann und wo?) Es wird darum gehen, eine aktive Arbeitsmarktpolitik nicht im Sinne von "Euroteam", sondern im Interesse unserer behinderten Menschen zu gerieren. 37 Prozent der Behinderten stehen nicht im Arbeitsprozess. Es gilt, diesen Menschen eine Chance zu geben, am aktiven Arbeitsleben teilzunehmen. Wir werden wahrscheinlich auch nicht umhinkommen, das Behinderteneinstellungsgesetz so abzuändern, dass die Betriebe wieder mit gutem Gewissen und ohne Sorge zu haben, Behinderte einstellen können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Edler: Oje!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Diese Bundesregierung hat ihre Sozialpolitik unter das Motto der sozialen Treffsicherheit gestellt, was bedeutet: Nicht jedem das Gleiche, aber jedem das zu sichern, was er braucht, um sich selbst helfen zu können! Das ist das Anliegen dieser Bundesregierung. Sie sucht gute Lösungen im Dialog mit den Sozialpartnern. (Abg. Edler: Oje!) Gerade im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Arbeitslosengeldes ist es gelungen, durch das Gespräch mit der Gewerkschaft und mit den Arbeitgebern eine Lösung zu finden, die es nicht notwendig gemacht hat, die vierwöchige Sperrfrist einzuhalten.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Damit werden Sie weder die Bevölkerung überzeugen, noch werden Sie diese Republik dorthin führen, wo Sie soziale Sicherheit auch in Zukunft gewährleisten können. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Edler.
Sie werden den Weg, den wir gehen, um unseren Jungen, aber auch der älteren Generation für die Zukunft ein tragfestes soziales Netz zu sichern, weder auf der Straße noch hier im Parlament behindern können! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Edler. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wenn man diese Diskussionen rückblickend betrachtet, dann kann man sich über die Aussagen und Vorschläge der Opposition nur wundern. Die Opposition spielt die Rolle des Kritikers, und das ist ihr gutes Recht. Allerdings fehlen – und das trifft insbesondere für den Bereich der Familien zu – konkrete und umsetzbare Vorschläge, diese haben wir von der Opposition nicht gehört. Wir brauchen sie aber auch nicht. Im Gegenteil! Familie und Jugend stehen bei uns ohnedies auf der Tagesordnung. Wir machen keine populistischen Versprechungen, die wir nicht halten können. Vielmehr ist die tatsächliche Verbesserung der Situation der Familien eines unserer Hauptziele. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Für besonders erfreulich halte ich es, dass die Familie nicht nur auf Bundesebene als wichtiges Thema gesehen wird. Diese Linie wird auch auf Landesebene fortgesetzt, so zum Beispiel in Oberösterreich, angefangen vom Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen über Familienauto-Zuschüsse bis hin zu Schulveranstaltungsbeihilfen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Unser Kontrollsystem soll nicht als korrumpiert gelten. – Im "profil" ist im Hinblick auf die Vermengung von amtsärztlichen und privat-tierärztlichen Agenden von einem korrumpierten System die Rede. Da muss eine klare Trennlinie gezogen werden! Das sind Sie uns schuldig, und daher fordere ich Sie hier und heute noch einmal dazu auf! Bitte werden Sie Ihrer Verantwortung gerade angesichts dieser Krise gerecht, und gehen Sie einen anderen als den bis jetzt vorgeschlagenen Weg! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Hohes Haus! Schon heute besteht in Österreich rund ein Drittel der Wähler aus den über 60-Jährigen. In Anbetracht dessen frage ich: Wo sind die Vertreter dieser Altersgruppe in den Gemeinderäten, in den Landtagen und im Nationalrat? – Es fällt auf, dass diesbezüglich eine deutliche Diskrepanz zwischen aktivem und passivem Wahlrecht klafft. Gerechterweise muss aber doch festgehalten werden, dass sich in den letzten zehn Jahren schon manches zum Besseren gewandelt hat. Dem Einsatz des Obmannes des Österreichischen Seniorenbundes, Stefan Knafl, in der vergangenen Legislaturperiode loyal unterstützt vom damaligen Obmann des Pensionistenverbandes Rudolf Pöder und vom Obmann des Seniorenringes Peter Harring, ist es zu verdanken, dass es inzwischen zur Schaffung eines Seniorenrates und Seniorenbeirates gekommen ist, dass Seniorenvertreter in vielen Organen der Sozialversicherungsträger Mitspracherecht erhalten haben und dass sie auch in der neuen Kommission für die Pensionsanpassung mit drei Mitgliedern vertreten sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Hohes Haus! In den kommenden Jahren wird es unumgänglich sein, dass wir uns mit neuen Formen der Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit über alle Phasen des menschlichen Lebens hinweg auseinander setzen und Instrumente für den Übergang vom heutigen auf das morgige System finden. Dieser faszinierenden Aufgabe wird sich auch der österreichische Nationalrat in den kommenden Jahren zu stellen haben! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Sie sollten sich einmal bei Herrn Professor Konecny erkundigen, was er unter Demokratie versteht und wie er den nötigen, sinnvollen und demokratisch legitimierten Regierungswechsel sieht, denn nicht alle – und das ist verständlich! – sind glücklich, zur Opposition zu gehören. Das merkt man an den verschiedenen Reden, etwa an jenen der Alt-Minister Edlinger und Einem. Nur einem gefällt es, wie ich meine, in den Reihen der Opposition besser, nämlich dem Alt-Staatssekretär Wittmann, denn wenn er jetzt agiert und werkt, blüht er offensichtlich auf! Fragen Sie also auch Herrn Dr. Wittmann, wie es ihm geht! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Dabei hilft der ÖBG natürlich tatkräftig mit, die Kampfestruppe des Herrn Gusenbauer zu unterstützen. Diesbezüglich gibt es viele Meldungen und Aussagen. Eine ist heute schon gekommen: "Österreich wird brennen!" – Das hat ein Gewerkschafter gesagt, und da ich seinen Namen nicht kenne, nenne ich ihn jetzt Genosse Kettenglied. Das passt nämlich in Anbetracht der heutigen Menschenkette. (Heiterkeit bei der ÖVP.) Genosse Kettenglied hat gesagt: "Österreich wird brennen!" – Und er hat Recht, meine Damen und Herren, er irrt nur betreffend die Zeit, denn er hat das Futur verwendet und nicht das Präsens: Österreich "brennt" nämlich jetzt schon, und zwar jährlich mit über 200 Milliarden Schilling an Schulden und an Zinsen für die Schulden, die Sie gemacht haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Diesbezüglich hat er Recht, der Genosse Kettenglied!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Dabei hilft der ÖBG natürlich tatkräftig mit, die Kampfestruppe des Herrn Gusenbauer zu unterstützen. Diesbezüglich gibt es viele Meldungen und Aussagen. Eine ist heute schon gekommen: "Österreich wird brennen!" – Das hat ein Gewerkschafter gesagt, und da ich seinen Namen nicht kenne, nenne ich ihn jetzt Genosse Kettenglied. Das passt nämlich in Anbetracht der heutigen Menschenkette. (Heiterkeit bei der ÖVP.) Genosse Kettenglied hat gesagt: "Österreich wird brennen!" – Und er hat Recht, meine Damen und Herren, er irrt nur betreffend die Zeit, denn er hat das Futur verwendet und nicht das Präsens: Österreich "brennt" nämlich jetzt schon, und zwar jährlich mit über 200 Milliarden Schilling an Schulden und an Zinsen für die Schulden, die Sie gemacht haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Diesbezüglich hat er Recht, der Genosse Kettenglied!
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Beurteilen Sie, was in der Presse steht. Alt-Innenminister Olah hat von der heutigen Aktion gesagt, dass der heutige Tag als "Tag der geschützten Werkstätte" in die Geschichte eingehen wird, weil alle, die heute protestiert haben, überhaupt nichts zu befürchten hatten, die Lehrer in der Früh, die Studenten, die Arbeiterkammerfunktionäre und letzten Endes auch die Gewerkschaftsfunktionäre; und zuletzt hat man, damit diese Kette zustande gekommen ist, auch noch den Pensionistenverband herangekarrt. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. )
Beifall und Heiterkeit bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Dann hat es noch eine Aktion namens "Checkpoint Austria" gegeben. Dieser "Checkpoint Austria" wird, wie all Ihre Aktionen, zum "Jackpot" für die Regierung werden, wenn Sie so weitermachen! (Beifall und Heiterkeit bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abg. Silhavy.
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich zum Schluss kommen. Heute wurden Wirtschaftszahlen genannt, die Leute glauben Ihnen aber nicht, wenn Sie Österreich krankjammern. Wir haben 3,1 Prozent Arbeitslose, die Wirtschaft boomt, das Weihnachtsgeschäft wird, wie den Schlagzeilen der Zeitungen zu entnehmen ist, so gut wie nie zuvor sein. – Ich glaube, die Österreicher denken sich: Lieber ein Goldketterl um den Hals, als ein Menschenketterl ums Parlament! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abg. Silhavy. )
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Hofmann.
Abgeordnete Inge Jäger (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich kehre wieder zurück zur Frauendebatte. Sehr geehrter Herr Minister Haupt! Dass Sie mehr von Frauenpolitik verstehen als Ihre Amtsvorgängerin Sickl, kann ich mir durchaus vorstellen, denn deren Inkompetenz war vermutlich nicht mehr steigerbar. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Hofmann. )
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
An der Absurdität Ihrer Bestellung ändert das jedoch nichts, denn Politik hat auch zu tun mit Symbolen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Diesbezüglich darf ich Frau Hammerl zitieren, die dazu gesagt hat: "... weil es absurd ist, ein Amt, das nicht zuletzt wegen der Unterrepräsentanz von Frauen in öffentlichen Ämtern ins Leben gerufen wurde, mit einem Mann zu besetzen. Ein Mann als Frauenminister: Das ist Kolonialismus pur. Der Kolonialherrscher weiß, wie viel Freiheit den Eingeborenen gut tut. Der Herr Frauenminister wird festlegen, was den Frauen zusteht."
Abg. Edlinger: Eine Waschmaschine hat er gekauft!
Wir sehen es ja schon: Schritt für Schritt setzen Sie Maßnahmen, um die Frauen wieder unter männliche Kuratel zu stellen. (Abg. Edlinger: Eine Waschmaschine hat er gekauft!) – Ja, eine Waschmaschine!
Abg. Rosemarie Bauer: Kein Mensch will das! Das behauptet nur ihr!
Aber all das ist Ihnen ja noch zu wenig! Ich finde das wirklich sehr bedauerlich, und da möchte ich jetzt die Frauen von Seiten der ÖVP und der FPÖ ansprechen: Wollen Sie wirklich die Fristenregelung wieder in Frage stellen? Wollen Sie, wie der Herr Minister gesagt hat, dass Frauen betreffend Schwangerschaftsabbruch nicht mehr allein entscheiden können sollen? Wollen Sie das wirklich? (Abg. Rosemarie Bauer: Kein Mensch will das! Das behauptet nur ihr!) Ich kann mich noch gut an die Debatten der siebziger Jahre erinnern. (Abg. Rosemarie Bauer: Da waren Sie aber noch nicht hier im Haus!)
Abg. Rosemarie Bauer: Da waren Sie aber noch nicht hier im Haus!
Aber all das ist Ihnen ja noch zu wenig! Ich finde das wirklich sehr bedauerlich, und da möchte ich jetzt die Frauen von Seiten der ÖVP und der FPÖ ansprechen: Wollen Sie wirklich die Fristenregelung wieder in Frage stellen? Wollen Sie, wie der Herr Minister gesagt hat, dass Frauen betreffend Schwangerschaftsabbruch nicht mehr allein entscheiden können sollen? Wollen Sie das wirklich? (Abg. Rosemarie Bauer: Kein Mensch will das! Das behauptet nur ihr!) Ich kann mich noch gut an die Debatten der siebziger Jahre erinnern. (Abg. Rosemarie Bauer: Da waren Sie aber noch nicht hier im Haus!)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt wieder den Vorsitz.
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Zunächst noch eine Anmerkung zu Herrn Kollegen Großruck, zu seinem Debattenbeitrag von vorhin, und eigentlich auch zu den anderen Damen und Herren von den Regierungsparteien. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.
Dass Sie angesichts der Vorkommnisse der letzen Zeit, angesichts eines unglaublichen versuchten Eingriffs der Vizekanzlerin in die freie Justiz – ich werde später noch darauf zurückkommen –, eines Eingriffs, der die Richter und Staatsanwälte in einem bis dato noch nicht da gewesenen Ausmaß zu einem Aufschrei bewegt hat, dass Sie bei einem solchen Thema, obwohl wir gleichzeitig in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift "NEWS" lesen, dass es – ein weiterer Eklat – eine Anzeige gegen den Justizminister wegen Wiederbetätigung gibt, hier heute versuchen, dieses Thema, von dem Sie gewusst haben, dass wir dazu eine Dringliche Anfrage machen wollen, dadurch zu unterlaufen, dass Sie Ihrerseits eine Dringliche Anfrage eingebracht haben, mit der Sie im Grunde nichts anderes gemacht haben, als das Grundrecht auf Meinungsfreiheit und Demonstration zu verunglimpfen, hat mich einigermaßen entsetzt. Ich muss sagen, ich finde eine derartige Vorgangsweise außerordentlich beschämend! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger. )
Beifall bei der SPÖ.
Die Senkung der Strafmündigkeit unter dem Titel "Jung sein muss auch wehtun können" spricht eigentlich für sich. Ich glaube, dass das Rückzugsgefecht, das sich die Regierungsparteien hier liefern – nämlich in Erkennung des Umstandes, dass dieser Vorschlag oder dieses Begehren völlig absurd ist –, vielleicht noch das Ärgste verhindert. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Herr Kollege Jarolim! Bleiben Sie doch sachlich!
Was aber noch viel ärger ist, ist die Entwicklung der rechtsstaatlichen Werte während dieser Regierung. Man muss sagen: Aus rechtsstaatlicher Sicht sind die letzten Monate wohl die schwärzesten Tage der Zweiten Republik! Das ist sicherlich keine Übertreibung. Meine Damen und Herren! Wir erleben einen Umgang (Abg. Dr. Fekter: Herr Kollege Jarolim! Bleiben Sie doch sachlich!), der vom Grundsatz der Gewaltentrennung so gut wie überhaupt nichts mehr ... (Abg. Dr. Fekter: Bleiben Sie doch ein bisschen sachlich!)
Abg. Dr. Fekter: Bleiben Sie doch ein bisschen sachlich!
Was aber noch viel ärger ist, ist die Entwicklung der rechtsstaatlichen Werte während dieser Regierung. Man muss sagen: Aus rechtsstaatlicher Sicht sind die letzten Monate wohl die schwärzesten Tage der Zweiten Republik! Das ist sicherlich keine Übertreibung. Meine Damen und Herren! Wir erleben einen Umgang (Abg. Dr. Fekter: Herr Kollege Jarolim! Bleiben Sie doch sachlich!), der vom Grundsatz der Gewaltentrennung so gut wie überhaupt nichts mehr ... (Abg. Dr. Fekter: Bleiben Sie doch ein bisschen sachlich!)
Abg. Dr. Fekter: Ich habe von Ihnen Sachlichkeit eingefordert!
Frau Kollegin Fekter! Ich glaube, Sie wissen, worüber wir hier reden. Es ist meiner Meinung nach auch nicht notwendig, dass Sie hier Ihren Koalitionspartner derart verteidigen. Ich meine, dass es in Zeiten wie diesen notwendig ist (Abg. Dr. Fekter: Ich habe von Ihnen Sachlichkeit eingefordert!), sich auf jene Seite der Diskussion zu stellen, auf der ganz einfach die grundstaatlichen Normen beheimatet sind, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Fekter: Ja, die haben wir nicht verlassen!) Sie verlassen diesen Boden in einer Art und Weise, die beängstigend ist.
Abg. Dr. Fekter: Ja, die haben wir nicht verlassen!
Frau Kollegin Fekter! Ich glaube, Sie wissen, worüber wir hier reden. Es ist meiner Meinung nach auch nicht notwendig, dass Sie hier Ihren Koalitionspartner derart verteidigen. Ich meine, dass es in Zeiten wie diesen notwendig ist (Abg. Dr. Fekter: Ich habe von Ihnen Sachlichkeit eingefordert!), sich auf jene Seite der Diskussion zu stellen, auf der ganz einfach die grundstaatlichen Normen beheimatet sind, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Fekter: Ja, die haben wir nicht verlassen!) Sie verlassen diesen Boden in einer Art und Weise, die beängstigend ist.
Abg. Mag. Schweitzer: Schauen Sie einmal: Niemand hört Ihnen zu!
Die Frau Vizekanzlerin hat nunmehr angesetzt, offenbar auch den Rechtsstaat ... (Abg. Mag. Schweitzer: Schauen Sie einmal: Niemand hört Ihnen zu!) – Herr Kollege, danke herzlich für Ihren netten Einwurf! Ich weiß, dass Sie immer für eine sinnvolle Äußerung zu haben sind, und daher danke ich auch in diesem Sinn. – Sie versucht offensichtlich, den Rechtsstaat in den Würgegriff zu nehmen.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wenn Sie heute sagen, dass es nicht angeht und dass es rechtsstaatlich bedenklich ist, dass sich die Leute auf der Straße artikulieren, dann kann ich nur sagen: Diese Meinung überlasse ich Ihnen. Es wird sicherlich die Geschichte zeigen, dass das, was Sie heute bieten, in Zukunft irgendwann einmal etwas sein wird, an das man sich nur noch mit Schaudern erinnert. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Mertel: Ich habe das nie gesagt!
Weiters erteile ich einen Ordnungsruf Frau Abgeordneter Partik-Pablé, die während der Rede von Frau Abgeordneter Dr. Mertel gesagt hat: "Sie sind eine Dreckschleuder!" (Abg. Dr. Mertel: Ich habe das nie gesagt!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Lassen Sie mich aber jetzt zum eigentlichen Kapitel kommen, nämlich zur Budgetrede. Ich möchte mich nicht mit den Anschuldigungen und Anschüttungen befassen, die mein Vorredner hier vorgebracht hat. Ich möchte mich programmatisch mit dem befassen, was wir in Zukunft vorhaben. Für mich ist Stillstand kein Programm, und deshalb tut sich in der Justizpolitik in dieser Regierungsperiode einiges. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Bei Ihrem Regierungspartner!
Es ist in den Medien immer wieder der Wunsch aufgetaucht, dass man das Weisungsrecht der Staatsanwälte abschaffen soll. (Abg. Öllinger: Bei Ihrem Regierungspartner!) Ich kann dem nichts abgewinnen. Das Anklagemonopol des Staates muss auch der politischen Kontrolle unterliegen, und diese politische Kontrolle soll natürlich der oberste Repräsentant, der Minister, ausüben.
Abg. Öllinger: Haben Sie Angst vor den Staatsanwälten?
Wir wollen daher ein Staatsanwaltschaftsgesetz, das für all diese Fälle missbrauchsfest ist, auch für die Zukunft haben und nicht tagesaktuell irgendetwas ändern. Wir werden das Staatsanwaltschaftsgesetz im Rahmen der Vorverfahrensreform genauer durchleuchten. (Abg. Öllinger: Haben Sie Angst vor den Staatsanwälten?) Konkret beabsichtigen wir eine parlamentarische Kontrolle des Anklagemonopols, beispielsweise durch einen vertraulichen Unterausschuss, wie wir ihn schon beim Stapo-Unterausschuss kennen. Dort sollen die Staatsanwälte natürlich dem Parlament darüber Rede und Antwort stehen, wie sie das Anklagemonopol ausüben.
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin auch der Meinung des Vereins, dass da wesentlich bessere sozialarbeiterische Betreuung möglich wäre, dass soziale Kontrolle möglich wäre und dass die Zeit nach der Haft für eine bessere Integration genützt werden sollte. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich denke, eine Verdopplung der bedingten Entlassung mit Anordnung von Bewährungshilfe würde Diskussionen über verstärkte Amnestie und Begnadigungen entbehrlich machen. Ich denke, dass wir da eine Infrastruktur haben, die wir besser nützen könnten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn das nicht ein wirkliches Verwechseln von Demokratie und autoritären Zügen oder Zügen eines autoritären Regimes ist, dann frage ich mich, was es sonst ist, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: ... "Schluss mit lustig!"
Was ist es sonst, wenn die Vizekanzlerin einer Republik den Ermittelnden – in diesem Fall den Staatsanwälten und dem Untersuchungsrichter – ausrichten lässt: Na, meine Herren, jetzt ist es aber genug, Schluss mit Ihrer Arbeit, Schluss (Abg. Mag. Wurm: ... "Schluss mit lustig!"), weil sich – das hat sie wörtlich gesagt – das Hauptbeweismittel gegen das – in diesem Fall – einfache Parteimitglied Haider bei den Verdachtsmomenten als gefälscht herausgestellt hat; deshalb muss Schluss mit den Ermittlungen sein!
Abg. Edlinger: Das ist sehr gefährlich!
Aber die Frau Vizekanzlerin – ich weiß jetzt nicht – ist entweder eine Wahrsagerin, oder sie hört irgendwie Stimmen, die ihr etwas zutragen, was wir nicht wissen. (Abg. Edlinger: Das ist sehr gefährlich!) Man muss sich das aber fragen, meine sehr geehrten Damen und Herren! Man fragt sich: Woher hat sie die Kenntnisse über diese Aussagen, oder redet sie nur so dahin? – Das ist nämlich auch eine Möglichkeit, die sich bei der Frau Vizekanzlerin manchmal aufdrängt: das zu meinen, dass sie einfach etwas so sagt.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Da kann ich Frau Dr. Helige wirklich nur vollinhaltlich zustimmen, wenn sie meint: "Wir" – damit meint sie: wir Richter und Richterinnen – "würden es als Aufgabe des Justizministers ansehen, hier deutliche Worte zu finden, die die politische Einflussnahme zurückweisen", meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Aber das, Herr Bundesminister, worum es jetzt geht, ist keine sachpolitische Frage. Das ist weit mehr als eine sachpolitische, justizpolitische Frage. Es ist eine die Grundfesten der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit in Österreich betreffende Frage, Herr Bundesminister, dass Sie hier schweigen, dass Sie hier nicht Partei ergreifen, dass Sie sich wortlos gefallen lassen, dass da Schmutzkübel auf die Ermittler aus dem Justizbereich ausgeschüttet werden! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Martin Graf: Ich weiß, dass ihn die Bevölkerung schon noch hat!
Wohlgemerkt, ich sage "zu festigen" und nicht "wiederzugewinnen", weil ich hoffe, dass die Bevölkerung den Glauben an den Rechtsstaat noch hat, meine sehr geehrten Damen und Herren, und dass es dem Herrn Bundesminister noch nicht gelungen ist, ihn nachhaltig zu erschüttern! (Abg. Dr. Martin Graf: Ich weiß, dass ihn die Bevölkerung schon noch hat!) Dann wäre das doch die schlimmste Vision, die wir beim Amtsantritt der blau-schwarzen Regierung hatten, bei Krüger, gefolgt von Böhmdorfer, was sich hier weiterentwickeln kann. (Abg. Dr. Martin Graf: Es wird Ihnen nicht gelingen, den letzten Glauben zu begraben!)
Abg. Dr. Martin Graf: Es wird Ihnen nicht gelingen, den letzten Glauben zu begraben!
Wohlgemerkt, ich sage "zu festigen" und nicht "wiederzugewinnen", weil ich hoffe, dass die Bevölkerung den Glauben an den Rechtsstaat noch hat, meine sehr geehrten Damen und Herren, und dass es dem Herrn Bundesminister noch nicht gelungen ist, ihn nachhaltig zu erschüttern! (Abg. Dr. Martin Graf: Ich weiß, dass ihn die Bevölkerung schon noch hat!) Dann wäre das doch die schlimmste Vision, die wir beim Amtsantritt der blau-schwarzen Regierung hatten, bei Krüger, gefolgt von Böhmdorfer, was sich hier weiterentwickeln kann. (Abg. Dr. Martin Graf: Es wird Ihnen nicht gelingen, den letzten Glauben zu begraben!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Darum, Herr Bundesminister: Erklären Sie sich – ich sage, vielleicht auch, weil jetzt die Stunde spät ist: es ist nicht zu spät –, nicht in einem politischen Sinn, sondern im Sinne derjenigen, denen Sie es schuldig sind, nämlich jener Staatsanwälte und jener Richter, die hier einem massiven politischen Druck einer Regierungsfraktion ausgesetzt sind, und einer zweiten Fraktion, die mit ihrem Schweigen zustimmt! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Martin Graf: Weil es keine konstruktive Opposition mehr gibt!
Was sich nicht verändert hat – und es ist mir ein Anliegen, das hier noch einmal zu sagen –, ist die Unterstützung (Abg. Dr. Martin Graf: Weil es keine konstruktive Opposition mehr gibt!), die auch oppositionelle Abgeordnete von den Beamtinnen und Beamten des Justizressorts bekommen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Was sich nicht verändert hat – und es ist mir ein Anliegen, das hier noch einmal zu sagen –, ist die Unterstützung (Abg. Dr. Martin Graf: Weil es keine konstruktive Opposition mehr gibt!), die auch oppositionelle Abgeordnete von den Beamtinnen und Beamten des Justizressorts bekommen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Martin Graf. – Abg. Dr. Krüger: Wie geht denn das? Das ist physikalisch unmöglich!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Justizminister! Was das Zurückweisen politischer Einflussnahme durch Sie betrifft, so möchte ich jetzt nicht resignativ sein, aber ich habe auf Grund all dessen, was ich in den letzten Monaten von Ihnen gehört habe, das Vertrauen in Ihre Einsicht des Schadens, der dadurch zugefügt werden könnte – ein Vertrauen, das ich eigentlich nicht wirklich gehabt habe –, jetzt verloren. (Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Martin Graf. – Abg. Dr. Krüger: Wie geht denn das? Das ist physikalisch unmöglich!) Ich erinnere jetzt noch an das Letzte, was in diesem Zusammenhang erwähnenswert ist – es war, würde ich sagen, vor etwa sechs Wochen –, nämlich dass die nachhaltigste Wortmeldung des Herrn Justizministers zur so genannten "Spitzelaffäre" jene war: "über jeden Verdacht erhaben"! – Das war bisher das Charakteristischste, das der Herr Justizminister zur Verteidigung der Rechtsstaatlichkeit und der Unparteilichkeit und zur Unterstützung des Ressorts getan hat!
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Bundesminister, heute haben Sie noch eine allerletzte Chance! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Aber sie ist kein Justizminister! Das ist ein Unterschied! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hat ja uns gerade geprügelt!
Wenn Sie, Frau Kollegin, also von Zurückweisung politischer Einflussnahme sprechen, dann weiß ich nicht, was Sie darunter verstehen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Aber sie ist kein Justizminister! Das ist ein Unterschied! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hat ja uns gerade geprügelt!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Vor der eigenen Türe kehren!
Was nun die "Zurückweisung politischer Einflussnahme" betrifft, Frau Kollegin Stoisits, so glaube ich, dass Sie wirklich nicht wissen, wovon Sie reden! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Vor der eigenen Türe kehren!) Eine Fraktion, die traditionellerweise ein derart gestörtes Verhältnis zur Justiz hat, stellt sich dann in Ihrer Person her und versucht, sich hier als Schutzmantel-Madonna aufzubauen oder aufzustellen! (Abg. Böhacker: Scheinheilig!) Sie können natürlich für alle Angelegenheiten eintreten – das sei Ihnen unbenommen –, aber bitte nicht als Schutzmantel-Madonna zugunsten der Justiz! Hier haben Sie jede Glaubwürdigkeit verloren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Böhacker: Scheinheilig!
Was nun die "Zurückweisung politischer Einflussnahme" betrifft, Frau Kollegin Stoisits, so glaube ich, dass Sie wirklich nicht wissen, wovon Sie reden! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Vor der eigenen Türe kehren!) Eine Fraktion, die traditionellerweise ein derart gestörtes Verhältnis zur Justiz hat, stellt sich dann in Ihrer Person her und versucht, sich hier als Schutzmantel-Madonna aufzubauen oder aufzustellen! (Abg. Böhacker: Scheinheilig!) Sie können natürlich für alle Angelegenheiten eintreten – das sei Ihnen unbenommen –, aber bitte nicht als Schutzmantel-Madonna zugunsten der Justiz! Hier haben Sie jede Glaubwürdigkeit verloren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was nun die "Zurückweisung politischer Einflussnahme" betrifft, Frau Kollegin Stoisits, so glaube ich, dass Sie wirklich nicht wissen, wovon Sie reden! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Vor der eigenen Türe kehren!) Eine Fraktion, die traditionellerweise ein derart gestörtes Verhältnis zur Justiz hat, stellt sich dann in Ihrer Person her und versucht, sich hier als Schutzmantel-Madonna aufzubauen oder aufzustellen! (Abg. Böhacker: Scheinheilig!) Sie können natürlich für alle Angelegenheiten eintreten – das sei Ihnen unbenommen –, aber bitte nicht als Schutzmantel-Madonna zugunsten der Justiz! Hier haben Sie jede Glaubwürdigkeit verloren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Jarolim: Das Protokoll? Das Protokoll ...!
Etwas sehr Ähnliches gilt natürlich für Kollegen Jarolim, der hier auch eine politische Einflussnahme beklagt hat. (Abg. Dr. Jarolim: Das Protokoll? Das Protokoll ...!) Meine Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei! Klubobmann Westenthaler hat Ihnen ja heute alle Zitate vorgehalten, etwa jenes des damaligen Klubobmannes Heinz Fischer aus dem Jahre 1989. Als der Journalist Worm freigesprochen wurde, sagte damals Fischer: Das Urteil ist ein politisches Pamphlet.
Abg. Dr. Jarolim: Ich habe schon geglaubt, dass Sie es vergessen haben!
Es werden also von Sozialdemokraten Rechtshandlungen, Urteile als "politische Pamphlets" bewertet, und es wird von "Käsepapieren" gesprochen. Ich erinnere dich selbst an den von dir initiierten Arbeitskreis in der Kanzlei des Kollegen Lansky (Abg. Dr. Jarolim: Ich habe schon geglaubt, dass Sie es vergessen haben!), wo sich die sozialdemokratischen Juristen zusammengerottet – muss ich in diesem Fall sagen – und überlegt haben, wie es denn möglich wäre, mehr Sozialdemokraten in den Richterdienst zu bekommen, damit es eher genehme Urteile zugunsten der Sozialdemokratie gibt! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Ist das wieder die gleiche Geschichte?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Ist das wieder die gleiche Geschichte?
Es werden also von Sozialdemokraten Rechtshandlungen, Urteile als "politische Pamphlets" bewertet, und es wird von "Käsepapieren" gesprochen. Ich erinnere dich selbst an den von dir initiierten Arbeitskreis in der Kanzlei des Kollegen Lansky (Abg. Dr. Jarolim: Ich habe schon geglaubt, dass Sie es vergessen haben!), wo sich die sozialdemokratischen Juristen zusammengerottet – muss ich in diesem Fall sagen – und überlegt haben, wie es denn möglich wäre, mehr Sozialdemokraten in den Richterdienst zu bekommen, damit es eher genehme Urteile zugunsten der Sozialdemokratie gibt! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Ist das wieder die gleiche Geschichte?)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Eines ist auch sehr interessant gewesen – und da würde sich sogar Broda im Grab umdre- hen –: dass dessen früherer Sekretär Oberhammer, der Präsidialchef und Vorgänger von Herrn Fellner war, in diesem Aktenvermerk noch von den Kollegen von der Sozialdemokratie denunziert wurde, und zwar insofern, als sie sagten, Herr Oberhammer sorge viel zu wenig dafür, dass Genossinnen und Genossen in den Justizdienst eintreten, und dies sei insgesamt der sozialistischen Sache abträglich! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Vorsichtig sein!
Meine Damen und Herren! Dieser Brief, von dem heute hier die Rede war, wurde so lange, als er ein Belastungsmaterial war, als eindeutiger Beweis dafür beschworen, dass der Landeshauptmann von Kärnten in der Spitzelaffäre schuldig ist. Als überführt wurde er betrachtet, gerade von den Grünen! – Auf einmal aber stellt er sich als gefälscht heraus, und dann sagt man plötzlich: Das ist ja völlig wertlos! Das haben wir doch immer gesagt! Der Brief war ja nie bedeutungsvoll! – Das haben Sie doch gesagt! (Abg. Öllinger: Vorsichtig sein!)
Abg. Dr. Mertel: Herr Rechtsanwalt! Wie kommt der Brief dorthin? Das ist eine Spezialität der Freiheitlichen!
Meine Damen und Herren, ich appelliere da wirklich an Ihr Verständnis von Rechtsstaatlichkeit! Versetzen Sie sich bitte in die Rolle eines Betroffenen, Frau Kollegin Mertel! Wenn Sie in ein Verfahren verwickelt sind und dabei – ob Sie jetzt schuldig sind oder nicht – tagtäglich jeder einzelne Verfahrensschritt kommentiert und abgedruckt wird, dann hat das doch mit einem rechtsstaatlichen Verfahren nichts zu tun! (Abg. Dr. Mertel: Herr Rechtsanwalt! Wie kommt der Brief dorthin? Das ist eine Spezialität der Freiheitlichen!) Ich sage Ihnen eines: Im angloamerikanischen Bereich werden solche Verfahren als "unfair trial" niedergeschlagen, weil so etwas mit einem rechtsstaatlichen Verfahren nichts mehr zu tun hat! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie der Abg. Dr. Fekter. )
Beifall bei den Freiheitlichen sowie der Abg. Dr. Fekter.
Meine Damen und Herren, ich appelliere da wirklich an Ihr Verständnis von Rechtsstaatlichkeit! Versetzen Sie sich bitte in die Rolle eines Betroffenen, Frau Kollegin Mertel! Wenn Sie in ein Verfahren verwickelt sind und dabei – ob Sie jetzt schuldig sind oder nicht – tagtäglich jeder einzelne Verfahrensschritt kommentiert und abgedruckt wird, dann hat das doch mit einem rechtsstaatlichen Verfahren nichts zu tun! (Abg. Dr. Mertel: Herr Rechtsanwalt! Wie kommt der Brief dorthin? Das ist eine Spezialität der Freiheitlichen!) Ich sage Ihnen eines: Im angloamerikanischen Bereich werden solche Verfahren als "unfair trial" niedergeschlagen, weil so etwas mit einem rechtsstaatlichen Verfahren nichts mehr zu tun hat! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie der Abg. Dr. Fekter. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
In diesem Sinne, meine Damen und Herren, ersuche ich Sie, das eine oder andere Argument von mir aufzugreifen und sich nach Möglichkeit auch danach zu verhalten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Achatz
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Krüger! Sie haben sich während Ihrer Rede pausenlos auf Aussagen von Staatsanwälten und Richtern berufen. Wir alle – und besonders jene von uns, die auch den Verlauf der Geschichte beobachten – wissen, dass sich das natürlich ganz anders darstellt. Aber das ist sozusagen typisch für die Rolle, die Sie einnehmen, nämlich dass Sie null Unrechtsbewusstsein aufbringen (Zwischenruf der Abg. Achatz ) und dass Sie sozusagen immer versuchen, von der Täterrolle in die Opferrolle zu kommen! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Achatz. ) Das führt auch dazu, dass Sie eben kein Unrechtsbewusstsein haben! (Abg.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Achatz.
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Krüger! Sie haben sich während Ihrer Rede pausenlos auf Aussagen von Staatsanwälten und Richtern berufen. Wir alle – und besonders jene von uns, die auch den Verlauf der Geschichte beobachten – wissen, dass sich das natürlich ganz anders darstellt. Aber das ist sozusagen typisch für die Rolle, die Sie einnehmen, nämlich dass Sie null Unrechtsbewusstsein aufbringen (Zwischenruf der Abg. Achatz ) und dass Sie sozusagen immer versuchen, von der Täterrolle in die Opferrolle zu kommen! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Achatz. ) Das führt auch dazu, dass Sie eben kein Unrechtsbewusstsein haben! (Abg.
Abg. Dr. Martin Graf: Aber von den Roten! Von Ihren! – Ruf bei den Freiheitlichen: Von der SPÖ!
"Ich nehme an, dass das, was bisher geschehen ist, erst der Anfang war. Wir rechnen damit, dass mit zunehmendem Fortgang des Verfahrens auch der politische Druck verstärkt werden wird." (Abg. Dr. Martin Graf: Aber von den Roten! Von Ihren! – Ruf bei den Freiheitlichen: Von der SPÖ!)
Abg. Dr. Martin Graf: Man wird doch noch einen Antrag stellen dürfen! – Abg. Dr. Fekter: ... Meinungsfreiheit!
Das war zu einem Zeitpunkt, zu dem sie noch nichts von dem skandalösen Auftritt auch von Frau Vizekanzlerin Riess-Passer – sie verlässt jetzt schnell den Saal – in diesem Zusammenhang wusste, die gefordert hat, dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ganz einfach einzustellen seien. Das hat auch Landesrat Stadler gefordert. (Abg. Dr. Martin Graf: Man wird doch noch einen Antrag stellen dürfen! – Abg. Dr. Fekter: ... Meinungsfreiheit!)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Moser.
Herr Bundesminister für Justiz! Wo waren Sie denn? Wo war denn Ihr Aufschrei? Wir haben bis heute zu dieser Sache kein Wort gehört! Das ist ein demokratiepolitischer Skandal, dass Sie sich in dieser Frage verschweigen! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Moser. )
Abg. Dr. Fekter: Sie hat aber kein Weisungsrecht, oder?
"Die Vizekanzlerin startete am Wochenende einen Angriff auf die Republik, auf die sie ihren Amtseid abgelegt hat. Mit ihrem öffentlichen Eintreten für die Beendigung eines Strafverfahrens gegen Jörg Haider rüttelte sie an den Grundfesten der Gewaltentrennung." – (Abg. Dr. Fekter: Sie hat aber kein Weisungsrecht, oder?)
Abg. Dr. Fekter: Was ist mit dem Verfassungsrecht, mit dem Weisungsrecht? Hat das eine Vizekanzlerin?
Herr Justizminister! Wo sind Sie in dieser Frage? (Abg. Dr. Fekter: Was ist mit dem Verfassungsrecht, mit dem Weisungsrecht? Hat das eine Vizekanzlerin?) Herr Justizminister! Wo gibt es dazu endlich auch von Ihnen eine Stellungnahme, aus der klar wird, was Sie davon halten? (Abg. Dr. Martin Graf: Sie fordern die Bestrafung!) Ganz im Gegenteil, auch das ist demokratiepolitisch bedenklich: Auch Sie reden davon, dass dieses Verfahren so schnell wie möglich beendet werden soll! (Abg. Dr. Fekter: Das ist aber schon ein bisschen krass, Frau Kollegin Bures!) Aber diese Vorgangsweise ist typisch für jene, die Schuld auf sich geladen haben! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Martin Graf. )
Abg. Dr. Martin Graf: Sie fordern die Bestrafung!
Herr Justizminister! Wo sind Sie in dieser Frage? (Abg. Dr. Fekter: Was ist mit dem Verfassungsrecht, mit dem Weisungsrecht? Hat das eine Vizekanzlerin?) Herr Justizminister! Wo gibt es dazu endlich auch von Ihnen eine Stellungnahme, aus der klar wird, was Sie davon halten? (Abg. Dr. Martin Graf: Sie fordern die Bestrafung!) Ganz im Gegenteil, auch das ist demokratiepolitisch bedenklich: Auch Sie reden davon, dass dieses Verfahren so schnell wie möglich beendet werden soll! (Abg. Dr. Fekter: Das ist aber schon ein bisschen krass, Frau Kollegin Bures!) Aber diese Vorgangsweise ist typisch für jene, die Schuld auf sich geladen haben! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Martin Graf. )
Abg. Dr. Fekter: Das ist aber schon ein bisschen krass, Frau Kollegin Bures!
Herr Justizminister! Wo sind Sie in dieser Frage? (Abg. Dr. Fekter: Was ist mit dem Verfassungsrecht, mit dem Weisungsrecht? Hat das eine Vizekanzlerin?) Herr Justizminister! Wo gibt es dazu endlich auch von Ihnen eine Stellungnahme, aus der klar wird, was Sie davon halten? (Abg. Dr. Martin Graf: Sie fordern die Bestrafung!) Ganz im Gegenteil, auch das ist demokratiepolitisch bedenklich: Auch Sie reden davon, dass dieses Verfahren so schnell wie möglich beendet werden soll! (Abg. Dr. Fekter: Das ist aber schon ein bisschen krass, Frau Kollegin Bures!) Aber diese Vorgangsweise ist typisch für jene, die Schuld auf sich geladen haben! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Martin Graf. )
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Martin Graf.
Herr Justizminister! Wo sind Sie in dieser Frage? (Abg. Dr. Fekter: Was ist mit dem Verfassungsrecht, mit dem Weisungsrecht? Hat das eine Vizekanzlerin?) Herr Justizminister! Wo gibt es dazu endlich auch von Ihnen eine Stellungnahme, aus der klar wird, was Sie davon halten? (Abg. Dr. Martin Graf: Sie fordern die Bestrafung!) Ganz im Gegenteil, auch das ist demokratiepolitisch bedenklich: Auch Sie reden davon, dass dieses Verfahren so schnell wie möglich beendet werden soll! (Abg. Dr. Fekter: Das ist aber schon ein bisschen krass, Frau Kollegin Bures!) Aber diese Vorgangsweise ist typisch für jene, die Schuld auf sich geladen haben! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Martin Graf. )
Abg. Dr. Fekter: War das eine Weisung der Frau Vizekanzlerin?
Aber lassen Sie mich vielleicht auch kurz ... (Abg. Dr. Fekter: War das eine Weisung der Frau Vizekanzlerin?) – Frau Kollegin Fekter, ich weiß schon (Abg. Dr. Fekter: Wenn es keine Weisung war, warum regt Sie das dann so auf?): Sie haben mit dem selbst von Experten als unglücklich bezeichneten Fekter-Khol-Justizkurs nicht sehr viel Erfolg. Dass Sie jetzt bei der Justizdebatte ganz besonders aufgeregt sind, verstehe ich natürlich, weil Sie sich in sehr vielen Fragen nicht durchsetzen können! (Abg. Dr. Fekter: Ganz im Gegenteil! Das Reformtempo überrascht Sie!)
Abg. Dr. Fekter: Wenn es keine Weisung war, warum regt Sie das dann so auf?
Aber lassen Sie mich vielleicht auch kurz ... (Abg. Dr. Fekter: War das eine Weisung der Frau Vizekanzlerin?) – Frau Kollegin Fekter, ich weiß schon (Abg. Dr. Fekter: Wenn es keine Weisung war, warum regt Sie das dann so auf?): Sie haben mit dem selbst von Experten als unglücklich bezeichneten Fekter-Khol-Justizkurs nicht sehr viel Erfolg. Dass Sie jetzt bei der Justizdebatte ganz besonders aufgeregt sind, verstehe ich natürlich, weil Sie sich in sehr vielen Fragen nicht durchsetzen können! (Abg. Dr. Fekter: Ganz im Gegenteil! Das Reformtempo überrascht Sie!)
Abg. Dr. Fekter: Ganz im Gegenteil! Das Reformtempo überrascht Sie!
Aber lassen Sie mich vielleicht auch kurz ... (Abg. Dr. Fekter: War das eine Weisung der Frau Vizekanzlerin?) – Frau Kollegin Fekter, ich weiß schon (Abg. Dr. Fekter: Wenn es keine Weisung war, warum regt Sie das dann so auf?): Sie haben mit dem selbst von Experten als unglücklich bezeichneten Fekter-Khol-Justizkurs nicht sehr viel Erfolg. Dass Sie jetzt bei der Justizdebatte ganz besonders aufgeregt sind, verstehe ich natürlich, weil Sie sich in sehr vielen Fragen nicht durchsetzen können! (Abg. Dr. Fekter: Ganz im Gegenteil! Das Reformtempo überrascht Sie!)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Martin Graf und Dr. Jarolim.
Herr Justizminister! Wissen Sie, was mir in dieser Bundesregierung noch auffällt? (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Martin Graf und Dr. Jarolim. ) – Dass jeder Bundesminister jeweils über das Thema spricht, über das er gerade sprechen will. Es gibt in diesem Land eine breite Diskussion zum Thema Fristenregelung. (Abg. Dr. Jarolim: ... Vortrag! – Abg. Dr. Martin Graf: Ein Vortrag? Das ist eine Vorverurteilung, kein Vortrag!) Wir haben auch hier viele Stunden damit verbracht, und jetzt gibt es doch wieder Diskussionen, die nach meiner Einschätzung und nach Einschätzung vieler Frauen dazu führen, dass Frauen wieder kriminalisiert werden. Es ist ja ohnedies schon absurd, einen Mann als Frauenministerin zu haben (Abg. Dr. Fekter: Das ist ein guter Frauenminister!), aber es ist natürlich ganz besonders absurd, dass
Abg. Dr. Jarolim: ... Vortrag! – Abg. Dr. Martin Graf: Ein Vortrag? Das ist eine Vorverurteilung, kein Vortrag!
Herr Justizminister! Wissen Sie, was mir in dieser Bundesregierung noch auffällt? (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Martin Graf und Dr. Jarolim. ) – Dass jeder Bundesminister jeweils über das Thema spricht, über das er gerade sprechen will. Es gibt in diesem Land eine breite Diskussion zum Thema Fristenregelung. (Abg. Dr. Jarolim: ... Vortrag! – Abg. Dr. Martin Graf: Ein Vortrag? Das ist eine Vorverurteilung, kein Vortrag!) Wir haben auch hier viele Stunden damit verbracht, und jetzt gibt es doch wieder Diskussionen, die nach meiner Einschätzung und nach Einschätzung vieler Frauen dazu führen, dass Frauen wieder kriminalisiert werden. Es ist ja ohnedies schon absurd, einen Mann als Frauenministerin zu haben (Abg. Dr. Fekter: Das ist ein guter Frauenminister!), aber es ist natürlich ganz besonders absurd, dass
Abg. Dr. Fekter: Das ist ein guter Frauenminister!
Herr Justizminister! Wissen Sie, was mir in dieser Bundesregierung noch auffällt? (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Martin Graf und Dr. Jarolim. ) – Dass jeder Bundesminister jeweils über das Thema spricht, über das er gerade sprechen will. Es gibt in diesem Land eine breite Diskussion zum Thema Fristenregelung. (Abg. Dr. Jarolim: ... Vortrag! – Abg. Dr. Martin Graf: Ein Vortrag? Das ist eine Vorverurteilung, kein Vortrag!) Wir haben auch hier viele Stunden damit verbracht, und jetzt gibt es doch wieder Diskussionen, die nach meiner Einschätzung und nach Einschätzung vieler Frauen dazu führen, dass Frauen wieder kriminalisiert werden. Es ist ja ohnedies schon absurd, einen Mann als Frauenministerin zu haben (Abg. Dr. Fekter: Das ist ein guter Frauenminister!), aber es ist natürlich ganz besonders absurd, dass
Abg. Dr. Fekter: Das ist ein gutes Gesetz!
Aber das mag schon sein, denn ich war nämlich beim "Herrn Frauenministerin", um in der Frage der gemeinsamen Obsorge mit ihm zu diskutieren: Er hat die Vorlage nicht einmal gekannt! Er hat nicht einmal eine Stellungnahme dazu abgegeben! (Abg. Dr. Fekter: Das ist ein gutes Gesetz!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Weil er dieses gute Gesetz unterstützt hat!
Das heißt, Sie schweigen offensichtlich zur Frage der Fristenregelung, obwohl es in Ihren Aufgabenbereich fällt, und "Herr Frauenministerin" Haupt schweigt zur Frage der gemeinsamen Obsorge, weil er sich in diesem Bereich – so wie in allen anderen frauenpolitischen Bereichen – nicht auskennt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Weil er dieses gute Gesetz unterstützt hat!)
Abg. Dr. Fekter: Haben wir gemacht!
Ganz zum Schluss, Herr Bundesminister: Es gab viele Usancen im Justizbereich, die heute nicht mehr eingehalten werden. Eine davon war auch die, dass man immer versucht hat, neben den Ausschüssen Gespräche zu suchen (Abg. Dr. Fekter: Haben wir gemacht!), dass über alle Fraktionen Diskussionen stattgefunden haben. (Abg. Dr. Fekter: Drei Tage lang haben wir die gemeinsame Obsorge diskutiert!)
Abg. Dr. Fekter: Drei Tage lang haben wir die gemeinsame Obsorge diskutiert!
Ganz zum Schluss, Herr Bundesminister: Es gab viele Usancen im Justizbereich, die heute nicht mehr eingehalten werden. Eine davon war auch die, dass man immer versucht hat, neben den Ausschüssen Gespräche zu suchen (Abg. Dr. Fekter: Haben wir gemacht!), dass über alle Fraktionen Diskussionen stattgefunden haben. (Abg. Dr. Fekter: Drei Tage lang haben wir die gemeinsame Obsorge diskutiert!)
Abg. Dr. Fekter: Drei Tage lang ist die gemeinsame Obsorge diskutiert worden!
Wie Sie wissen, gilt mein Hauptanliegen dem Mieterschutz (Abg. Dr. Fekter: Drei Tage lang ist die gemeinsame Obsorge diskutiert worden!), also einem Bereich, wo es darum geht, dass Menschen sich das Wohnen auch leisten können. (Abg. Dr. Fekter: Frau Kollegin Bures! Kein anderes Gesetz ist in den letzten Jahren so lange diskutiert worden!) Auch hier haben Sie einen Entwurf zu einem Außerstreitgesetz vorgelegt, das es Mietern in Zukunft nicht mehr ermöglicht, ohne Rechtsanwalt, ohne hohe Kosten bis in die dritte Instanz zu gehen, um auch tatsächlich zu ihrem Recht zu kommen. Sie haben auch diesen Weg verlassen!
Abg. Dr. Fekter: Frau Kollegin Bures! Kein anderes Gesetz ist in den letzten Jahren so lange diskutiert worden!
Wie Sie wissen, gilt mein Hauptanliegen dem Mieterschutz (Abg. Dr. Fekter: Drei Tage lang ist die gemeinsame Obsorge diskutiert worden!), also einem Bereich, wo es darum geht, dass Menschen sich das Wohnen auch leisten können. (Abg. Dr. Fekter: Frau Kollegin Bures! Kein anderes Gesetz ist in den letzten Jahren so lange diskutiert worden!) Auch hier haben Sie einen Entwurf zu einem Außerstreitgesetz vorgelegt, das es Mietern in Zukunft nicht mehr ermöglicht, ohne Rechtsanwalt, ohne hohe Kosten bis in die dritte Instanz zu gehen, um auch tatsächlich zu ihrem Recht zu kommen. Sie haben auch diesen Weg verlassen!
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Der Weg dieser Bundesregierung ist ein Weg der unsozialen Politik und immer mehr ein Weg einer sehr undemokratischen Politik! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie der Abgeordneten Mag. Wurm und Jäger.
Zur Frage der Diversion: Es wurde von Ihnen, Herr Kollege Jarolim, gesagt, wir wollten die Diversion abschaffen. Das ist nicht richtig. Die Diversion sollte durch eine parlamentarische Enquete-Kommission kontrolliert werden, und diese tagt auch tatsächlich. Ich gebe zu, dass ich ein Skeptiker der Diversion war, dass ich aber nach monatelanger Beobachtung dieser Diversion nunmehr fest davon überzeugt bin, dass sie in Zukunft zum fixen Rechtsbestand der Republik Österreich gehören wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie der Abgeordneten Mag. Wurm und Jäger. )
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich kann Ihnen auch erste Zahlen nennen: Es wurden im Jahre 1999 28 000 Strafverfügungen erlassen, und in 8 500 Fällen kam es zu einem außergerichtlichen Tatausgleich. Das sind zusammen zirka 38 000 bis 39 000 Fälle. Heuer erwarten wir 40 000 Diversionsfälle. Das heißt, es wird hier auch zahlenmäßig nicht übers Ziel geschossen, und wir glauben, dass wir unsere rechtlichen Möglichkeiten im Strafrecht dadurch erheblich und zugunsten aller Beteiligten erweitert haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich habe auch nicht, sehr geehrter Herr Kollege Jarolim, den Grundsatz "Therapie statt Strafe" geändert. Allerdings muss es zulässig sein, die organisierte Kriminalität zu bekämpfen und die so genannten "Drogenbosse" mit lebenslanger Freiheitsstrafe zu bedrohen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das ist, glaube ich, im Sinne unserer Kinder und unserer Jugendlichen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es ist auch falsch, die gemeinsame Obsorge in den Schmutz zu ziehen. Die gemeinsame Obsorge ist eine wohl überlegte Maßnahme, die der Gesetzgeber nunmehr zur Verfügung stellt, und zwar in der Form eines Angebotes. Sie können ruhig lachen, Frau Kollegin! Tatsache ist, dass sie in Deutschland von 80 Prozent der Eltern, die geschieden sind, angenommen wird. Es ist Ihnen in der ganzen Parlamentsdebatte auch kein einziges Argument dagegen eingefallen, außer der meines Erachtens unrichtigen Behauptung, dass die Experten dagegen gewesen wären. Sie waren nämlich dafür, vor allem die Praktiker! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es ist ferner unrichtig, mir zu unterstellen, dass ich gesagt hätte, ich wolle politische Gegner einsperren, oder Derartiges befürwortet hätte. Auch wenn ein Hochschulprofessor, der Vorbild für die Jugend sein sollte, dies in offizieller Mission gegenüber den drei Experten unrichtigerweise erklärt hat, auch wenn er hinzugefügt hat, ich wolle die Immunität abschaffen, wird dies nicht richtiger. Es ist falsch, dass ich Derartiges gesagt oder befürwortet hätte! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Mertel: Weiß das Herr Westenthaler auch, dass er ein korrekter Mann ist? – Abg. Haigermoser – in Richtung der Abg. Dr. Mertel –: "Das wäre auch eine Möglichkeit!" – Erinnern Sie sich zurück!
Der zweite Staatsanwalt, sehr geehrter Herr Kollege, wurde den Ermittlungsbehörden beigegeben, damit schneller ermittelt werden kann – das wissen Sie ganz genau –, und das macht auch Sinn. Er ist bekannt als korrekter Mann, als Mann, der sich mit Details befasst und der viel Erfahrung hat, und er hat sicher seine Wirkung gehabt. (Abg. Dr. Mertel: Weiß das Herr Westenthaler auch, dass er ein korrekter Mann ist? – Abg. Haigermoser – in Richtung der Abg. Dr. Mertel –: "Das wäre auch eine Möglichkeit!" – Erinnern Sie sich zurück!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Was nun den Anruf betrifft, so bekenne ich mich zu dem Anruf bei Herrn Innenminister Strasser, in dem ich nur darum gebeten habe, Fakten, die abgeschlossen sind, dann, wenn dies kriminaltechnisch in Ordnung ist, also kein Risiko darstellt, möglichst schnell an die Staatsanwaltschaft weiterzuleiten, damit diese möglichst schnell entscheiden kann. Es ist falsch, Herrn Innenminister Strasser so zu zitieren, dass er mich hätte abblitzen lassen. Das ist völlig falsch! Er hat diesem Ansinnen zugestimmt und übrigens bei diesem Telefonat gleichzeitig erklärt, dass dies bereits geschehen wäre. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Was die Geheimnisverletzungen anbelangt, die Herr Kollege Krüger angeführt hat, so weise ich auf Folgendes hin: Das soll wirklich nicht üblich sein, Herr Abgeordneter Edlinger, dass in Österreich die Behörden die Zeitungen lesen und den Akteninhalt erfahren und erst später die Akten bekommen, und wir haben auch bereits reagiert: Wir werden im Landesgericht für Strafsachen Wien einen Kopierschutz einführen. Wir werden einen Vermerk einführen, auf Grund dessen sich jedermann, der Akteneinsicht nimmt, deklarieren muss, und wir werden durch eine Novelle zum ABGB eine Geldstrafe, einen ideellen Schadenersatz von 5 000 S einführen, die immer dann zum Tragen kommen soll, wenn ein Staatsbürger durch einen Geheimnisverrat, durch eine Geheimnisverletzung in seinen Grundrechten verletzt wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Interessant!
Zu Frau Abgeordneter Bures möchte ich Folgendes sagen: Wenn Sie mir mangelnde Konsensbereitschaft vorwerfen, haben gerade Sie Unrecht! Sie haben uns brieflich mitgeteilt, Sie wollen bei der zweiten Wohnrechtsnovelle nicht mehr mitarbeiten, weil Ihnen die Expertenliste nicht richtig zu sein scheint. Wir haben Sie angerufen und gebeten, ins Ministerium zu kommen. Wir haben ein Gespräch geführt, und wir haben Sie umgestimmt. Gerade Sie können daher von mangelnder Gesprächsbereitschaft nicht reden! (Abg. Haigermoser: Interessant!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist "Dialog"! Schlechter Stil ist das! Schlechter Stil!
Nach wie vor liegt aber ein Ansuchen meinerseits an Ihren Klubobmann vor, dass er mir Gelegenheit geben möge, mich einmal mit ihm zu unterhalten. Dieses Ansuchen wurde vor sechs oder acht Monaten gestellt: Er rührt sich nicht. – Das ist Gesprächsverweigerung! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist "Dialog"! Schlechter Stil ist das! Schlechter Stil!)
Abg. Haigermoser: Bei der Wahrheit sollten Sie schon bleiben, Frau Bures! – Abg. Dr. Fekter: Kann sie das? – Abg. Haigermoser: Das bezweifle ich! Das sagen zumindest die Bürger draußen!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Dr. Papházy. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 4 Minuten. – Bitte. (Abg. Haigermoser: Bei der Wahrheit sollten Sie schon bleiben, Frau Bures! – Abg. Dr. Fekter: Kann sie das? – Abg. Haigermoser: Das bezweifle ich! Das sagen zumindest die Bürger draußen!)
Abg. Öllinger: ... Nester für Asylanten! – Abg. Dr. Fekter: Das ist eine geschmacklose Bemerkung, Herr Kollege Öllinger!
Schwangere in schwierigen Lebensumständen brauchen ärztliche Beratung, psychologische Unterstützung, notfalls auch anonym, notfalls auch mit einem anonymen Mutter-Kind-Pass. Professor Lischka, Glanzing, schlägt eine dreistufige Vorgangsweise vor, die er nicht nur im Wilhelminenspital für leicht realisierbar hält. Erste Stufe: anonyme Betreuung in der Schwangerschaft. Zweite Stufe: anonyme Geburt. Dritte Stufe: "Babynest". (Abg. Öllinger: ... Nester für Asylanten! – Abg. Dr. Fekter: Das ist eine geschmacklose Bemerkung, Herr Kollege Öllinger!)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Es sind verschiedene rechtliche Vorfragen zu klären. Ich halte es für wichtig, dass wir schnell die rechtlichen Rahmenbedingungen für anonyme Betreuung in der Schwangerschaft und für anonyme Geburt schaffen, damit das "Babynest" das bleibt, was es ist, nämlich ein guter erster Schritt! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sie haben hier behauptet, dass Sie mit mir ein Gespräch geführt haben. – Das ist richtig! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Herr Bundesminister! Sie haben aber behauptet, dass Sie mich in dem Gespräch betreffend Verhandlungen zu Wohnrechtsfragen umgestimmt haben. – Das trifft nicht zu!
Abg. Dr. Fekter: Ganz im Gegenteil! Sie erhellt sich zusehends!
Ich bin der Meinung, dass es tatsächlich finster um die Justiz geworden ist und damit auch finster um eine Säule der Demokratie. (Abg. Dr. Fekter: Ganz im Gegenteil! Sie erhellt sich zusehends!) Ich sehe das Licht am Ende des Tunnels noch immer nicht, denn was in den letzten Wochen ans Tageslicht gekommen ist, ist wahrlich beängstigend!
Abg. Haigermoser: Müssen Sie sich alles aufschreiben?
Rekapitulieren wir: Es schreibt jemand ein Buch, in dem er gesteht, dass er für eine politische Partei Spitzeldienste geleistet hat. Der Staatsanwalt beginnt zu erheben. – Man möchte meinen, dass das in einem Rechtsstaat ein sehr normaler Vorgang ist. – Nicht aber so in Österreich! Der Justizminister – der oberste Hüter der Justiz – meint nämlich, dass derjenige, gegen welchen gerade ermittelt wird, über jeden Zweifel erhaben sei. Der Herr Justizminister sagt damit nicht mehr und nicht weniger ... (Abg. Haigermoser: Müssen Sie sich alles aufschreiben?) Das ist so ungeheuerlich, dass man es sich tatsächlich aufschreiben muss, denn das ist einfach nicht zu glauben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Dann lernen Sie es doch auswendig!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Dann lernen Sie es doch auswendig!
Rekapitulieren wir: Es schreibt jemand ein Buch, in dem er gesteht, dass er für eine politische Partei Spitzeldienste geleistet hat. Der Staatsanwalt beginnt zu erheben. – Man möchte meinen, dass das in einem Rechtsstaat ein sehr normaler Vorgang ist. – Nicht aber so in Österreich! Der Justizminister – der oberste Hüter der Justiz – meint nämlich, dass derjenige, gegen welchen gerade ermittelt wird, über jeden Zweifel erhaben sei. Der Herr Justizminister sagt damit nicht mehr und nicht weniger ... (Abg. Haigermoser: Müssen Sie sich alles aufschreiben?) Das ist so ungeheuerlich, dass man es sich tatsächlich aufschreiben muss, denn das ist einfach nicht zu glauben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Dann lernen Sie es doch auswendig!)
Abg. Dr. Fekter: War das eine Weisung, oder war das eine Meinung?
Das ist in der Folge auch ein Grund dafür, dass der Innenminister und erhebende Beamte beschimpft werden, und es ist ein Grund dafür, dass der Staatsanwalt lautstark in Frage gestellt wird. Und wer ist es, der etwas für einen Rechtsstaat so Ungeheuerliches verlangt? – Es ist nicht der siebente Zwerg hinter dem siebenten Berg – nein! –, sondern es ist die Frau Vizekanzlerin der Republik. Und der Bundeskanzler? – Er sitzt ... (Abg. Dr. Fekter: War das eine Weisung, oder war das eine Meinung?) Haben Sie jetzt zugehört oder nicht? (Abg. Dr. Fekter: Natürlich!)
Abg. Dr. Fekter: Natürlich!
Das ist in der Folge auch ein Grund dafür, dass der Innenminister und erhebende Beamte beschimpft werden, und es ist ein Grund dafür, dass der Staatsanwalt lautstark in Frage gestellt wird. Und wer ist es, der etwas für einen Rechtsstaat so Ungeheuerliches verlangt? – Es ist nicht der siebente Zwerg hinter dem siebenten Berg – nein! –, sondern es ist die Frau Vizekanzlerin der Republik. Und der Bundeskanzler? – Er sitzt ... (Abg. Dr. Fekter: War das eine Weisung, oder war das eine Meinung?) Haben Sie jetzt zugehört oder nicht? (Abg. Dr. Fekter: Natürlich!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Haben Sie schon einmal etwas von der Gewaltentrennung gehört? – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Was aber tut der Herr Bundeskanzler? – Er weist sie nicht auf ihren Amtseid hin, er sagt kein klares Wort, und er ist auch nicht empört! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Haben Sie schon einmal etwas von der Gewaltentrennung gehört? – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Das ist in Wahrheit ungeheuerlich, und daher verstehe ich Ihre Aufregung! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter. ) Es tut sich einiges, Frau Kollegin Fekter, das haben Sie hier beim Rednerpult gerade vor ein paar Minuten gesagt. – Ich denke, im Justizbereich hat sich in sehr kurzer Zeit sehr viel getan. Sie haben deutliche Spuren hinterlassen, und ich meine jetzt nicht nur etwa die Regelungen um das Suchtmittelgesetz oder betreffend die gemeinsame Obsorge, die ich für schlimm genug halte, sondern ich meine die Spuren, die wie mitten durch einen bestellten Garten gehen und ihn verschandeln. Diese Spuren verschandeln den Rechtsstaat bereits, und das ist wahrlich ein sehr finsteres Kapitel der Justiz. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Man kann aber auch etwas madig reden, oder?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Man kann aber auch etwas madig reden, oder?
Das ist in Wahrheit ungeheuerlich, und daher verstehe ich Ihre Aufregung! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter. ) Es tut sich einiges, Frau Kollegin Fekter, das haben Sie hier beim Rednerpult gerade vor ein paar Minuten gesagt. – Ich denke, im Justizbereich hat sich in sehr kurzer Zeit sehr viel getan. Sie haben deutliche Spuren hinterlassen, und ich meine jetzt nicht nur etwa die Regelungen um das Suchtmittelgesetz oder betreffend die gemeinsame Obsorge, die ich für schlimm genug halte, sondern ich meine die Spuren, die wie mitten durch einen bestellten Garten gehen und ihn verschandeln. Diese Spuren verschandeln den Rechtsstaat bereits, und das ist wahrlich ein sehr finsteres Kapitel der Justiz. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Man kann aber auch etwas madig reden, oder?)
Abg. Haigermoser: Wie viel Minuten hast du noch, Jackie? Der Anfahrtsweg wird mitgezählt!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Maier. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Haigermoser: Wie viel Minuten hast du noch, Jackie? Der Anfahrtsweg wird mitgezählt!)
Abg. Dr. Fekter: Diese Leier höre ich als Vorsitzende des Justizausschusses seit Jahren!
Ich halte nur fest – und das ist eine Tatsachenfeststellung –, dass in der letzten Periode im Justizausschuss Vorlagen abgeändert wurden. Ich stelle fest: Bislang waren die Regierungsparteien nicht bereit, dieser Tradition folgend Abänderungsanträge der Opposition zur Kenntnis zu nehmen, um einen gemeinsamen Vorschlag hier in diesem Haus zu präsentieren. (Abg. Dr. Fekter: Diese Leier höre ich als Vorsitzende des Justizausschusses seit Jahren!) Ich halte das – und das gilt auch für Sie, Frau Kollegin Fekter – für absolut bedenklich!
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Ich widerspreche Ihnen zutiefst, wenn Sie meinen, dass Sie mit der Änderung des Suchtmittelgesetzes allein an die Großdealer kommen! Ich behaupte – und das ergibt sich auch aus der Anfragebeantwortung Ihres Ministeriums –, dass es zu einer verstärkten Kriminalisierung insbesondere von Jugendlichen dann kommt, wenn das Jugendgerichtsgesetz geändert wird, und das, meine sehr verehrten Damen und Herren, lehnen wir Sozialdemokraten auf das Entschiedenste ab! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Martin Graf: Da kommen wir zusammen!
Herr Bundesminister! Wir könnten auch darüber diskutieren, wie es mit dem Quota-litis-Verbot weitergeht – ich nenne Ed Fagan und Kaprun nur als Beispiel. Wir könnten über diese Anwaltshaie aus dem Ausland diskutieren und uns fragen, ob es nicht notwendig ist, dass wir die entsprechenden Bestimmungen in Österreich ändern, denn derzeit unterliegen dem Quota-litis-Verbot nur die Rechtsfreunde, nicht aber die Versicherungsberater, welche eine 30- oder 40-Prozent-Quote vereinbaren können, und wie ich gehört habe, hat Fagan bereits mit den Familien von Amerikanern, die in Kaprun zu Tode gekommen sind, entsprechende Vereinbarungen getroffen. – Daher halte ich es für rechtspolitisch absolut notwendig, darüber zu diskutieren und auch über gesetzliche Änderungen in Österreich zu reden. (Abg. Dr. Martin Graf: Da kommen wir zusammen!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Zum Abschluss: Ihre Politik ist eine Politik, welche die Schwächsten trifft, etwa dann, wenn Personen, die im Privatkonkurs stehen, für diese Broschüren etwas zu bezahlen haben. Ihre Politik bekämpft einen Angriff auf den Rechtsstaat nicht entsprechend. Daher sagen wir Rot-Gold statt Blau-Schwarz. Das war das Ergebnis des letzten Sonntags, und dazu bekennen wir uns Sozialdemokraten! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (SPÖ): Sie meinen, dass Sie die Uhrzeit friedlich oder milder stimmt? (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) Nein? Gut!
Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Zunächst aber möchte ich erwähnen, dass ich persönlich erschreckt über das bin, was ich in letzter Zeit immer wieder höre. Ich bin über die unverblümten Drohungen, die über die Medien geäußert werden, erschreckt, denn das habe ich noch nie erlebt. Der Druck, der auf Beamte, auf Staatsanwälte, auf Richter und auf Polizisten ausgeübt wird, ist etwas Verblüffendes. Das hat man wirklich noch nie in dieser Deutlichkeit erlebt! (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) All diesen Menschen wird politisch motivierter Amtsmissbrauch unterstellt, und zwar unter dem Motto: Irgendetwas wird schon an ihnen haften bleiben! (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Zunächst aber möchte ich erwähnen, dass ich persönlich erschreckt über das bin, was ich in letzter Zeit immer wieder höre. Ich bin über die unverblümten Drohungen, die über die Medien geäußert werden, erschreckt, denn das habe ich noch nie erlebt. Der Druck, der auf Beamte, auf Staatsanwälte, auf Richter und auf Polizisten ausgeübt wird, ist etwas Verblüffendes. Das hat man wirklich noch nie in dieser Deutlichkeit erlebt! (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) All diesen Menschen wird politisch motivierter Amtsmissbrauch unterstellt, und zwar unter dem Motto: Irgendetwas wird schon an ihnen haften bleiben! (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Ich muss sagen, das erschüttert mich, und das erschüttert natürlich auch den Glauben der Öffentlichkeit an die Rechtsstaatlichkeit. Und es hat mich in diesem Zusammenhang etwas veranlasst, auch zu Herrn Krüger etwas zu sagen. Herr Krüger! Sie haben sofort ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) Herr Haigermoser! Wir haben uns schon einmal darüber unterhalten, dass weder Ihre Zwischenrufe noch irgendein Beitrag von Ihnen mich überhaupt berührt, denn das kann niemanden berühren. Ich stelle nicht einmal Überlegungen dazu an, welchen Intelligenzquotienten Sie haben. Auch dazu äußere ich mich nicht! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Khol. )
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Khol.
Ich muss sagen, das erschüttert mich, und das erschüttert natürlich auch den Glauben der Öffentlichkeit an die Rechtsstaatlichkeit. Und es hat mich in diesem Zusammenhang etwas veranlasst, auch zu Herrn Krüger etwas zu sagen. Herr Krüger! Sie haben sofort ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) Herr Haigermoser! Wir haben uns schon einmal darüber unterhalten, dass weder Ihre Zwischenrufe noch irgendein Beitrag von Ihnen mich überhaupt berührt, denn das kann niemanden berühren. Ich stelle nicht einmal Überlegungen dazu an, welchen Intelligenzquotienten Sie haben. Auch dazu äußere ich mich nicht! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Khol. )
Zwischenruf des Abg. Gaugg.
Herr Krüger! Sie sagen hier, dass auch von der SPÖ – die ÖVP lassen Sie wohl aus bestimmten Überlegungen immer aus – die Entscheidungen der Justiz beurteilt worden sind. – Dazu sage ich Ihnen: Herr Landeshauptmann Haider hat sich bei seinem ersten Anlauf als Landeshauptmann, wenn ihm etwas bei der Justiz nicht gepasst hat, immer mit seinen Anhängern vor dem Landesgericht – hinein hat man ihn ja nicht gelassen – zusammengerottet. (Zwischenruf des Abg. Gaugg. ) Herr Gaugg war sicherlich dabei! Er hat ihn auf die Schultern gehoben!
Abg. Mag. Schweitzer: Sie haben das Abzeichen verkehrt angesteckt! Als Burgenländer stört mich das!
Herr Krüger! Dann schildern Sie voller Jammer und in wirklich bemitleidenswerter Weise Fälle, wie ein Betroffener in einem Verfahren – bei dem jeder Schritt kommentiert wird – abgehandelt wird und wie arm er ist. – Ja! Sie haben Recht! Ich kann mich in diese Betroffenen hineindenken! Sie können es aber gar nicht! Einer Partei, deren Spezialität eigentlich die Vernaderung ist und die die Diskriminierung und Desavouierung von Menschen zu ihrem Programm erhoben hat, glaubt man so etwas nicht! (Abg. Mag. Schweitzer: Sie haben das Abzeichen verkehrt angesteckt! Als Burgenländer stört mich das!)
Zwischenruf des Abg. Gaugg.
Noch eine Meinung beziehungsweise Äußerung ... (Zwischenruf des Abg. Gaugg. ) Lassen Sie mich in Ruhe! – Ich möchte noch etwas zur Erhöhung der Einnahmen und zum Entfall der Gebührenbefreiung sagen: Jetzt kommt es zu einem erheblichen Entfall der Gebührenbefreiung und zu im Budget festgeschriebenen Gebührenerhöhungen. – Auch das ist symptomatisch für diese Partei, dass die Erhöhung der Einnahmen nur über den Entfall von Gebührenbefreiungen und über Gebührenanpassungen erfolgt!
Abg. Gaugg: Ihre Zeit ist abgelaufen!
Ein Wort noch zum Stil im Justizausschuss. (Abg. Gaugg: Ihre Zeit ist abgelaufen!) Ihre schon lange! Wir haben erlebt, dass Sie immer aus der Asche erstanden sind! (Abg. Mag. Schweitzer: Wie Phönix!) Ich weiß nicht, als was Sie erstanden sind, aber Sie sind aus der Asche wiedergekehrt!
Abg. Mag. Schweitzer: Wie Phönix!
Ein Wort noch zum Stil im Justizausschuss. (Abg. Gaugg: Ihre Zeit ist abgelaufen!) Ihre schon lange! Wir haben erlebt, dass Sie immer aus der Asche erstanden sind! (Abg. Mag. Schweitzer: Wie Phönix!) Ich weiß nicht, als was Sie erstanden sind, aber Sie sind aus der Asche wiedergekehrt!
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Gaugg.
Kennzeichen der gesamten Justizpolitik und der Stil der Vorsitzenden im Ausschuss, der Abgeordneten Fekter, ist, dass nicht mehr diskutiert werden soll. Man entfernt sich von der Diskussion und von der bewährten Konsenspolitik, und für die ÖVP und Frau Fekter und für die FPÖ sowieso ist Dialog offenbar ein Synonym für Diktat! Wir führen einen Dialog. Dieser ist jedoch nur erfolgreich, wenn man vollinhaltlich Ihrer Meinung ist! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Gaugg. ) Das werden wir sehen! Sie wischen doch alle Einwände einfach weg, wenn sie irgendeinem ideologischen Grundmuster nicht entsprechen!
Beifall bei der SPÖ. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Die Politik der letzten Jahre und Jahrzehnte hat gezeigt, dass gesetzliche Änderungen, wenn sie nach ausführlicher Diskussion und weitgehendem Konsens verabschiedet werden, mehr an Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit gebracht haben. Mit Ihrer Politik der Konfrontation – Herr Khol hat das "speed kills" genannt – tragen Sie jedoch wahrlich nicht zu einer Weiterentwicklung der Rechtskultur in Österreich bei! (Beifall bei der SPÖ. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Ebenso wissen wir, dass eine Regelung auch in der Frage der Ökonomie getroffen werden muss. Ich meine, dass das im Interesse der Justiz ist. Diese Anregung ist nicht meine Aufgabe, aber es würde sich wahrscheinlich sogar der Finanzminister darüber sehr freuen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Gestatten Sie mir, dass ich mich abschließend bei den Damen und Herren der Zentralleitung Ihres Ressorts für die gute Zusammenarbeit sehr herzlich bedanke. Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit aber auch sehr herzlich bei allen Justizbediensteten für die kooperative Arbeit bedanken. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Es ist auch festgeschrieben, dass die Schule zuständig ist!
Die Eltern eines dieser beiden Schüler haben einen Drogentest durchführen lassen, der negativ war. Beiden Schülern konnte juristisch – und darauf möchte ich Sie jetzt hinweisen – nicht korrekt nachgewiesen werden, dass sie Haschisch geraucht haben. Im geltenden Suchtmittelgesetz ist aber im § 13 bekanntlich klar festgeschrieben, dass einem Schüler Drogenmissbrauch nachgewiesen werden muss, ein vager Verdacht nicht ausreicht; und selbst wenn einmaliger Drogenmissbrauch nachgewiesen werden kann, darf der Schüler nicht von der Schule verwiesen werden. (Abg. Dr. Fekter: Es ist auch festgeschrieben, dass die Schule zuständig ist!) Frau Fekter! Das ist ein Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes! Für mich steht das Bundesgesetz über einer Schulordnung, so sehe ich das!
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Überlegen Sie sich das in diesem Sinne noch einmal! Sie wissen, dass diese Grenzmengenverordnung am 15. Dezember im Hauptausschuss beschlossen werden soll. Gehen Sie davon ab! Bleiben Sie bei der jetzigen Grenzmenge! Das würde – davon bin ich überzeugt – Menschen retten. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)