Eckdaten:
Für die 12. Sitzung der 21. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 901 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Allgemeiner Beifall.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Ich begrüße die neue Kollegin herzlich in unserer Mitte. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Schwemlein: ... Redewahlrede!
Als Begründer dieser Aktuellen Stunde gelangt Herr Abgeordneter Puttinger zu Wort. Die Redezeit beträgt 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Schwemlein: ... Redewahlrede!)
Abg. Parnigoni: Abschiedsrede!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Puttinger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren von der Regierungsbank! Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Parnigoni: Abschiedsrede!) Hohes Haus! In einer Zeit, die von Worten wie Globalisierung, Neoliberalismus, E-Mail, World Wide Web, E-Commerce, Virtuelle Gesellschaft geprägt ist, ist es, so glaube ich, umso notwendiger, eine Betrachtung des Wirtschaftsstandortes Österreich sehr nüchtern durchzuführen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Trotz aller Unkenrufe, trotz aller Versuche, das Ansehen Österreichs im Ausland zu schmälern – denken wir etwa an die Auftritte kommunistischer Gruppen bei den Demonstrationen der letzten Tage oder an die Auftritte und Interventionen einzelner Grüner und Sozialdemokraten im Ausland –, genießt Österreichs Wirtschaft grundsätzlich sehr hohes Ansehen, wie eine Studie der amerikanischen Fachzeitschrift "Institutional Investors" eindrucksvoll bestätigt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Schwemlein: Was glaubst du, was ...?
Nach Großbritannien und den Niederlanden liegt Österreich mit 4,48 von sieben möglichen Punkten im Global Competitive Report an prominenter Stelle – noch vor den USA! Weit abgeschlagen liegt Deutschland, das nur 2,22 Punkte von den möglichen sieben Punkten erreicht hat. Das alles konnte ... (Abg. Schwemlein: Was glaubst du, was ...?) – Herr Kollege, verwenden Sie diese Unterlagen, um nach außen hin, für ganz Europa darzustellen, wie gut Österreich ist! (Abg. Schwemlein: ... da ist nicht unsere Politik schuld!) Quatschen Sie hier nicht dauernd dazwischen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Schwemlein: ... da ist nicht unsere Politik schuld!
Nach Großbritannien und den Niederlanden liegt Österreich mit 4,48 von sieben möglichen Punkten im Global Competitive Report an prominenter Stelle – noch vor den USA! Weit abgeschlagen liegt Deutschland, das nur 2,22 Punkte von den möglichen sieben Punkten erreicht hat. Das alles konnte ... (Abg. Schwemlein: Was glaubst du, was ...?) – Herr Kollege, verwenden Sie diese Unterlagen, um nach außen hin, für ganz Europa darzustellen, wie gut Österreich ist! (Abg. Schwemlein: ... da ist nicht unsere Politik schuld!) Quatschen Sie hier nicht dauernd dazwischen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Nach Großbritannien und den Niederlanden liegt Österreich mit 4,48 von sieben möglichen Punkten im Global Competitive Report an prominenter Stelle – noch vor den USA! Weit abgeschlagen liegt Deutschland, das nur 2,22 Punkte von den möglichen sieben Punkten erreicht hat. Das alles konnte ... (Abg. Schwemlein: Was glaubst du, was ...?) – Herr Kollege, verwenden Sie diese Unterlagen, um nach außen hin, für ganz Europa darzustellen, wie gut Österreich ist! (Abg. Schwemlein: ... da ist nicht unsere Politik schuld!) Quatschen Sie hier nicht dauernd dazwischen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Weiters werden wir, meine sehr verehrten Damen und Herren, auf dem Gebiet der Produkt- und Kapitalmärkte den Deregulierungsprozess bei den Versorgungsunternehmen sicherlich beschleunigen. Wir werden die Unternehmensgründungen fördern. Wir werden den Wagniskapitalmarkt stärken und vieles andere mehr. Und wir werden im Bereiche des Arbeitsmarktes mit unserem Partner, der FPÖ, selbstverständlich auch den Nationalen Aktionsplan für Beschäftigung erfüllen. Wir werden so viele ältere Arbeitnehmer wie möglich im Arbeitsprozess halten, wir werden den Niedriglohn-Empfängern und den gering qualifizierten Arbeitskräften besondere Aufmerksamkeit widmen, und wir werden auch die Regelungen für die Teilzeitarbeit und die Flexibilisierung der Arbeitszeiten weiter vorantreiben. Auch wenn Sie das nicht glauben: Wir werden es Ihnen beweisen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Oberhaidinger: Warum haben Sie es 14 Jahre lang verhindert?
Um den Wirtschaftsstandort zu sichern, hoffe ich aber auf und bitte Sie um Ihre Mitarbeit. Ich rufe die Opposition auf, dabei zu sein, wenn es darum geht, das Anlagenrecht zu reformieren, wenn es darum geht, für Industriebetriebe, für Klein- und Mittelbetriebe, aber auch letzten Endes für den "Häuslbauer" eine Anlaufstelle zu schaffen, also eine Verwaltungsvereinfachung zu erreichen, wie wir uns das vorstellen. (Abg. Oberhaidinger: Warum haben Sie es 14 Jahre lang verhindert?) Wir hoffen, dass auch Sie von der Opposition mitmachen, wenn es darum geht, eine Kapitalmarktoffensive zu starten (Abg. Haigermoser: Oberhaidinger, ruhig, sonst sage ich es ...!) , und zwar nicht nur in Form von Kooperation mit deutschen Börsen, sondern in unserem Land selbst eine entsprechende Börse zu schaffen, sodass österreichische Unternehmen nicht gezwungen sind, nach London oder Frankfurt auszuweichen. Seien wir doch froh, wenn sie in Österreich bleiben! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Oberhaidinger, ruhig, sonst sage ich es ...!
Um den Wirtschaftsstandort zu sichern, hoffe ich aber auf und bitte Sie um Ihre Mitarbeit. Ich rufe die Opposition auf, dabei zu sein, wenn es darum geht, das Anlagenrecht zu reformieren, wenn es darum geht, für Industriebetriebe, für Klein- und Mittelbetriebe, aber auch letzten Endes für den "Häuslbauer" eine Anlaufstelle zu schaffen, also eine Verwaltungsvereinfachung zu erreichen, wie wir uns das vorstellen. (Abg. Oberhaidinger: Warum haben Sie es 14 Jahre lang verhindert?) Wir hoffen, dass auch Sie von der Opposition mitmachen, wenn es darum geht, eine Kapitalmarktoffensive zu starten (Abg. Haigermoser: Oberhaidinger, ruhig, sonst sage ich es ...!) , und zwar nicht nur in Form von Kooperation mit deutschen Börsen, sondern in unserem Land selbst eine entsprechende Börse zu schaffen, sodass österreichische Unternehmen nicht gezwungen sind, nach London oder Frankfurt auszuweichen. Seien wir doch froh, wenn sie in Österreich bleiben! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Um den Wirtschaftsstandort zu sichern, hoffe ich aber auf und bitte Sie um Ihre Mitarbeit. Ich rufe die Opposition auf, dabei zu sein, wenn es darum geht, das Anlagenrecht zu reformieren, wenn es darum geht, für Industriebetriebe, für Klein- und Mittelbetriebe, aber auch letzten Endes für den "Häuslbauer" eine Anlaufstelle zu schaffen, also eine Verwaltungsvereinfachung zu erreichen, wie wir uns das vorstellen. (Abg. Oberhaidinger: Warum haben Sie es 14 Jahre lang verhindert?) Wir hoffen, dass auch Sie von der Opposition mitmachen, wenn es darum geht, eine Kapitalmarktoffensive zu starten (Abg. Haigermoser: Oberhaidinger, ruhig, sonst sage ich es ...!) , und zwar nicht nur in Form von Kooperation mit deutschen Börsen, sondern in unserem Land selbst eine entsprechende Börse zu schaffen, sodass österreichische Unternehmen nicht gezwungen sind, nach London oder Frankfurt auszuweichen. Seien wir doch froh, wenn sie in Österreich bleiben! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Jarolim: Schauen Sie sich das ÖIAG-Gesetz an, wenn Sie ernst genommen werden wollen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren von der Opposition! Ich bitte Sie, dabei mitzumachen, uns zu unterstützen! (Abg. Dr. Jarolim: Schauen Sie sich das ÖIAG-Gesetz an, wenn Sie ernst genommen werden wollen!) – Sie müssen ja nicht ununterbrochen destruktive Arbeit leisten, Sie dürfen ruhig auch einmal produktiv arbeiten, das steht Ihnen genauso zu! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren von der Opposition! Ich bitte Sie, dabei mitzumachen, uns zu unterstützen! (Abg. Dr. Jarolim: Schauen Sie sich das ÖIAG-Gesetz an, wenn Sie ernst genommen werden wollen!) – Sie müssen ja nicht ununterbrochen destruktive Arbeit leisten, Sie dürfen ruhig auch einmal produktiv arbeiten, das steht Ihnen genauso zu! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich hoffe, dass Sie mitmachen, wenn es um die Liberalisierung des Strom- und Gasmarktes geht. Sie reden immer nur groß davon. Wir werden es umsetzen! Wir werden es schaffen, niedrige Preise für Gewerbe und auch für die Haushalte zu gestalten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Sophie Bauer: ... Sozialabbau!
Genauso wichtig ist es weiters – das ist auch eine wesentliche Entscheidung der Bundesregierung –, die Lohnnebenkosten nachhaltig zu senken. Dieses Vorhaben beinhaltet zahlreiche Maßnahmen wie die Aliquotierung des Urlaubes, die Senkung der Unfall- und Arbeitslosenversicherung und die Senkung der Beiträge für den Insolvenzfonds. (Abg. Sophie Bauer: ... Sozialabbau!) Es ist jedoch zu betonen, dass wir garantieren, dass die Leistungen aufrecht erhalten werden. Das haben Sie nie getan, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Genauso wichtig ist es weiters – das ist auch eine wesentliche Entscheidung der Bundesregierung –, die Lohnnebenkosten nachhaltig zu senken. Dieses Vorhaben beinhaltet zahlreiche Maßnahmen wie die Aliquotierung des Urlaubes, die Senkung der Unfall- und Arbeitslosenversicherung und die Senkung der Beiträge für den Insolvenzfonds. (Abg. Sophie Bauer: ... Sozialabbau!) Es ist jedoch zu betonen, dass wir garantieren, dass die Leistungen aufrecht erhalten werden. Das haben Sie nie getan, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Nicht vergessen dürfen wir aber die Förderung der praxisbezogenen Fachhochschulen sowie die Ausbildung generell. Sie stellt einen wichtigen Knotenpunkt, eine wichtige Verbindung zwischen dem Wirtschaftsstandort Österreich und dem gesamten Wirtschaftsleben dar. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Jarolim: Mit einer neuen Regierung können wir einmal anfangen!
Um die Qualität des Wirtschaftsstandortes Österreich auszubauen, brauchen wir die Mithilfe und Mitarbeit aller , meine sehr verehrten Damen und Herren, aller, die Wohlstand wollen, die Arbeitsplätze wollen (Abg. Dr. Jarolim: Mit einer neuen Regierung können wir einmal anfangen!) – wollen Sie das nicht? (Ruf bei der SPÖ: Oh ja!) –, die Ausbildung wollen, die aber auch einen Generationenvertrag wollen. Niemand in diesem Land, weder die Arbeitnehmer noch die Arbeitgeber, hätte Verständnis dafür, wenn – und das sei an Ihre Adresse gerichtet – Sie
Ruf bei der SPÖ: Oh ja!
Um die Qualität des Wirtschaftsstandortes Österreich auszubauen, brauchen wir die Mithilfe und Mitarbeit aller , meine sehr verehrten Damen und Herren, aller, die Wohlstand wollen, die Arbeitsplätze wollen (Abg. Dr. Jarolim: Mit einer neuen Regierung können wir einmal anfangen!) – wollen Sie das nicht? (Ruf bei der SPÖ: Oh ja!) –, die Ausbildung wollen, die aber auch einen Generationenvertrag wollen. Niemand in diesem Land, weder die Arbeitnehmer noch die Arbeitgeber, hätte Verständnis dafür, wenn – und das sei an Ihre Adresse gerichtet – Sie
Abg. Dr. Jarolim: Das können Sie nicht ernst meinen!
Ich lade daher Sie, meine Damen und Herren von den Grünen und von den Sozialdemokraten, ein, ich lade alle Interessenverbände ein, ich lade die Gewerkschaften ein, auch weiterhin das Unternehmen Österreich gemeinsam im internationalen Spitzenfeld zu positionieren. (Abg. Dr. Jarolim: Das können Sie nicht ernst meinen!)
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Wir fordern aber auch das Ausland auf, den Wirtschaftsstandort Österreich als wichtige Schnittstelle zwischen Ost und West nicht leichtfertig zu gefährden. Man möge sich daran erinnern, dass in den dreißiger Jahren durch die Tausend-Mark-Sperre der Versuch unternommen wurde, die damalige Wiener Regierung und damit Österreich mit wirtschaftlichen Mitteln politisch gefügig zu machen. Hüten wir uns davor, solche Mittel der wirtschaftlichen Isolation oder des wirtschaftlichen Druckes in einer europäischen Wertegemeinschaft anzuwenden! (Zwischenruf des Abg. Parnigoni. )
Abg. Oberhaidinger: Das ist schon ein bisschen mühselig!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wenn man in einzelnen Staaten der EU glaubt, dass bei uns Wert verletzende Dinge, wie sie zum Beispiel – und sicher – im Tschetschenien-Krieg geschehen sind, passiert sind, dann soll man diese Vorkommnisse sorgfältig prüfen und eine angemessene Reaktion setzen, wie das auch der Chefdiplomat der EU selbst, Solana, gesagt hat. Was Österreich betrifft, wurde aber – das wissen Sie, glaube ich, genauso gut wie wir – weder die Tätigkeit der Regierung und des Parlaments einer sorgfältigen Prüfung unterzogen, noch wurde Österreich die Chance gegeben, die Ordnungsmäßigkeit seiner Handlungen zu beweisen, und letzten Endes wurde auch die Angemessenheit der Mittel nicht verwirklicht. (Abg. Oberhaidinger: Das ist schon ein bisschen mühselig!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! All diese Dinge sind aber auch wesentliche Faktoren für den Wirtschaftsstandort. Daher fordern wir sie ein für eine zukünftige wirtschaftsfreundliche Kooperation mit der Europäischen Union! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Edler: Und wer hat das geschaffen?
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Martin Bartenstein: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren des Hohen Hauses! Ich bin Herrn Abgeordneten Puttinger sehr dankbar für die beeindruckende Darstellung vieler Kennzahlen, die ausweisen, wie gut der Wirtschaftsstandort Österreich, wie gut das Unternehmen Österreich, dessen Mitarbeiter wir ja alle sind, für den internationalen Wettbewerb gerüstet ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Edler: Und wer hat das geschaffen?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger.
Ich stehe nicht eine Minute an zu sagen, dass die Ausgangslage, die wir heute vorfinden, natürlich auch das Verdienst der abgetretenen Bundesregierung ist, genauso wie ich zu den vehementen Kritikern gehört habe, als wir in der Sondersitzung des Nationalrates in der Vorwoche die äußerst problematische Situation des dieser Bundesregierung hinterlassenen Haushaltes besprochen und diskutiert haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich konnte gestern gemeinsam mit meiner Kollegin Sickl der Bundesregierung und unserem Bundeskanzler Schüssel im Ministerrat die Datenlage für den Monat Februar vorlegen, die diese positive Entwicklung noch unterstreicht: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Im Jahresabstand minus 10,8 Prozent Arbeitslose, minus 32 000 Jobsuchende – das ist ein ermutigender Start für die neue Regierung! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Edler.
Um Zwischenrufen von der sozialdemokratischen Opposition vorzubeugen: Auch diesbezüglich bedanke ich mich ausdrücklich bei meiner Vorgängerin Lore Hostasch für das gute Erbe, das sie mir hinterlassen hat. (Zwischenruf des Abg. Edler. ) Ich hoffe, meine sehr geehrten Damen und Herren, Sie gehen mit Lore Hostasch so gut um, wie ich das immer getan habe. Sie hat sich hier große Verdienste erworben. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen.
Um Zwischenrufen von der sozialdemokratischen Opposition vorzubeugen: Auch diesbezüglich bedanke ich mich ausdrücklich bei meiner Vorgängerin Lore Hostasch für das gute Erbe, das sie mir hinterlassen hat. (Zwischenruf des Abg. Edler. ) Ich hoffe, meine sehr geehrten Damen und Herren, Sie gehen mit Lore Hostasch so gut um, wie ich das immer getan habe. Sie hat sich hier große Verdienste erworben. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es zieht sich diese positive Entwicklung am Arbeitsmarkt erfreulicherweise durch alle Bundesländer, durch alle Branchen und erfasst – Gott sei Dank! – nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen und die Jugend in diesem Lande. Wenn wir sagen können, dass die prinzipielle Trendwende am Arbeitsmarkt schon im Laufe des Jahres 1999 erreicht worden ist, so kann ich jetzt sagen, dass wir auch bei den älteren Arbeitslosen, bei den über 50-Jährigen, ja sogar bei den über 55-Jährigen die Trendwende in den letzten Monaten geschafft haben, und darauf können wir, meine sehr geehrten Damen und Herren, gemeinsam stolz sein! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Mit 5,8 Prozent Jugendarbeitslosigkeit sind wir in Österreich bei weitem die Besten im Vergleich zum europäischen Durchschnittswert von 18 Prozent. Auch darauf sollten wir stolz sein, und wir sollten alles dazu tun, dass junge Menschen, die eine gute Ausbildung absolviert haben und bereit sind, in den Arbeitsmarkt einzusteigen, auch in Zukunft einen Job bekommen. Wir stehen dafür, und wir garantieren das! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wiederum an die Adresse der Opposition: Eines verstehe ich nicht, nämlich wie man angesichts solcher Arbeitsmarktdaten trotzdem die Prophezeiung wagen kann – ich zitiere Herrn Präsidenten Tumpel, zu lesen in einigen heutigen Zeitungen –, dass dieses Regierungsprogramm zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit führen würde. Dagegen war selbst Kassandra in der griechischen Mythologie noch eine vornehme Dame. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zum einem – darauf hat Herr Abgeordneter Günter Puttinger schon hingewiesen –: die Notwendigkeit der Senkung von Lohnnebenkosten. Es versteht niemand, warum es in diesem Zusammenhang Zwischenrufe in Richtung Sozialabbau geben kann; das muss man uns erst einmal erklären, aber vor allem den Bürgern in Österreich, denn die wissen das nämlich besser. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Im Bereich der Lohnnebenkosten liegen wir nämlich nicht gut, da liegen wir in Europa, von hinten angefangen, an der drittschlechtesten Stelle. Dagegen müssen wir etwas tun. Deswegen ist es wichtig, bis zum Jahre 2003 die Lohnnebenkosten um 15 Milliarden Schilling zu senken; weswegen ich überhaupt nicht verstehe, warum Sie dazwischenrufen und opponieren: Genau diese 15 Milliarden Schilling an Lohnnebenkostensenkung haben wir in unserem gemeinsam ausgearbeiteten und dann von Ihnen unterschriebenen Programm auch enthalten gehabt. Sie werden sich doch noch daran erinnern können! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Sophie Bauer: Aha!
Wir werden, meine sehr verehrten Damen und Herren, in diesen ersten 100 Tagen unserer Regierungsarbeit das Thema Urlaubsaliquotierung und das Thema Entfall des Postensuchtages bei Selbstkündigung umsetzen. Zum Urlaubsanspruch möchte ich, um auch da Missverständnissen vorzubeugen, sagen: Es bleibt beim Urlaubsanspruch wie bisher. (Abg. Sophie Bauer: Aha!) Lediglich das, was an Urlaub nicht verbraucht ist, lediglich das, was Arbeitnehmer an Urlaub nicht verbraucht haben, soll im Trennungsfalle in Zukunft aliquot abgerechnet werden. Es wird keine Zurückzahlung von bereits in Anspruch genommenen Urlauben geben, mit Ausnahme von Entlassung und ungerechtfertigtem Austritt, aber Sie werden doch wohl anerkennen, dass das in diesem Fall angemessen und gerechtfertigt ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir werden, meine sehr verehrten Damen und Herren, in diesen ersten 100 Tagen unserer Regierungsarbeit das Thema Urlaubsaliquotierung und das Thema Entfall des Postensuchtages bei Selbstkündigung umsetzen. Zum Urlaubsanspruch möchte ich, um auch da Missverständnissen vorzubeugen, sagen: Es bleibt beim Urlaubsanspruch wie bisher. (Abg. Sophie Bauer: Aha!) Lediglich das, was an Urlaub nicht verbraucht ist, lediglich das, was Arbeitnehmer an Urlaub nicht verbraucht haben, soll im Trennungsfalle in Zukunft aliquot abgerechnet werden. Es wird keine Zurückzahlung von bereits in Anspruch genommenen Urlauben geben, mit Ausnahme von Entlassung und ungerechtfertigtem Austritt, aber Sie werden doch wohl anerkennen, dass das in diesem Fall angemessen und gerechtfertigt ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Im Zusammenhang damit, meine sehr verehrten Damen und Herren, wollen wir einen ganz wesentlichen Schritt setzen und mit einem Anachronismus, den es nur in Österreich gibt, aufräumen, nämlich mit der Unterschiedlichkeit von Arbeitern und Angestellten. Es ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit am Arbeitsplatz, Arbeiter und Angestellte gleichzusetzen, und ich hoffe, dass Sie wenigstens da mitgehen, meine sehr verehrten Damen und Herren von der Opposition, denn das war eine jahrzehntealte Forderung gerade des ÖGB, Herr Präsident Verzetnitsch, und ich bin sicher, dass die Erfüllung dieser Ihrer Forderung durch die neue Bundesregierung auf Ihre Zustimmung stoßen wird. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Heiterkeit bei der ÖVP sowie des Abg. Verzetnitsch.
Dabei möchte ich die Regierungsfraktionen beruhigen und sagen: Es wird keinen Automatismus geben, dass diese Bundesregierung alle Forderungen des ÖGB in Zukunft erfüllen wird, aber diese eine sehr gerne. (Heiterkeit bei der ÖVP sowie des Abg. Verzetnitsch. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Last but not least werden wir – ich habe Ihnen drei Punkte aus diesem 100-Tage-Programm versprochen; Abgeordneter Puttinger hat das schon erwähnt – auch eine Strategie vorlegen, wie wir in den nächsten Monaten zu einer Vollliberalisierung bei Strom und Gas kommen. Auch das ist ein Beitrag zur Standortsicherheit, weil die Vollliberalisierung natürlich günstigere Strom- und Gaspreise für die Wirtschaft, vor allem für die mittelständische Wirtschaft bringen wird. Aber ich sage gleich dazu: Es ist uns mindestens genauso wichtig, dass diese Vollliberalisierung im Laufe des Jahres 2001 auch entscheidende Preisvorteile für Österreichs Bürgerhaushalte und Konsumenten bringen wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Kurt Eder (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Sehr geehrte Damen und Herren! Es ist eigentlich unglaublich, was hier von meinen beiden Vorrednern so locker in das Mikrophon hineingesagt wurde – von dem einen besonders laut, aber inhaltlich noch schwächer als vom zweiten. (Beifall bei der SPÖ.) Aber eines, meine Damen und Herren, lassen wir uns sicherlich nicht nehmen: Ich gebe Ihnen Recht, Herr Bundesminister, wenn Sie sagen, dass Österreich unter sozialdemokratischer Führung einen beachtlichen wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg geschafft hat. In diesem Punkt gebe ich Ihnen Recht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Kurt Eder (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Sehr geehrte Damen und Herren! Es ist eigentlich unglaublich, was hier von meinen beiden Vorrednern so locker in das Mikrophon hineingesagt wurde – von dem einen besonders laut, aber inhaltlich noch schwächer als vom zweiten. (Beifall bei der SPÖ.) Aber eines, meine Damen und Herren, lassen wir uns sicherlich nicht nehmen: Ich gebe Ihnen Recht, Herr Bundesminister, wenn Sie sagen, dass Österreich unter sozialdemokratischer Führung einen beachtlichen wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg geschafft hat. In diesem Punkt gebe ich Ihnen Recht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Innerhalb von wenigen Tagen hat diese neue Regierung wichtige Positionen für Österreich, für unser Land und für die von Ihnen so genannten wichtigen kleinen, anständigen Österreicher verspielt. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Sie haben nicht nur diese Position verspielt, sondern Sie haben die Zweite Republik, meine Damen und Herren, in eine beispiellose Krise mit noch nicht abschätzbaren sozialen und wirtschaftlichen Folgen geführt. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Innerhalb von wenigen Tagen hat diese neue Regierung wichtige Positionen für Österreich, für unser Land und für die von Ihnen so genannten wichtigen kleinen, anständigen Österreicher verspielt. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Sie haben nicht nur diese Position verspielt, sondern Sie haben die Zweite Republik, meine Damen und Herren, in eine beispiellose Krise mit noch nicht abschätzbaren sozialen und wirtschaftlichen Folgen geführt. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Puttinger: Darüber habe ich gesprochen!
Meine Damen und Herren! Es tut mir wirklich Leid, dass wir uns, anstatt heute hier im Parlament über positive wirtschaftliche Weiterentwicklungen, über Standortsicherung, über Investitionspolitik die Diskussion zu führen (Abg. Dr. Puttinger: Darüber habe ich gesprochen!), ununterbrochen mit der Begrenzung des Schadens beschäftigen, den diese Regierung im Ausland für Österreich verursacht. (Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Ihr macht das! Ihr redet den Schaden herbei! – Weitere heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Herr Kollege Puttinger, hören Sie zu! (Abg. Dr. Stummvoll: Ihr macht alles schlecht!) Herr Kollege Stummvoll, Sie brauchen gar nicht so zu lachen, Sie haben nämlich in der nächsten Zeit nichts zu lachen. In der Wirtschaftskammer und auch in der Industriellenvereinigung schlagen die ÖVP-Experten – Ihre Experten! – Alarm. Vor allem die Tourismusbetriebe – weil hier Frau Kollegin Rossmann sitzt, möchte ich das auch erwähnen – schlagen Alarm. (Abg. Dr. Stummvoll: Es wird dauernd demonstriert!) Und die Konsumgüterindustrie hat bereits Angst vor dem Zeichen "Ja zu A". Das ist Ihre Politik, dass ist das, was Sie verursacht haben! Nicht die Freiheitliche Partei, sondern die Österreichische Volkspartei trägt die volle Verantwortung für das, was in Zukunft in Österreich geschehen wird. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Ihr macht das! Ihr redet den Schaden herbei! – Weitere heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Es tut mir wirklich Leid, dass wir uns, anstatt heute hier im Parlament über positive wirtschaftliche Weiterentwicklungen, über Standortsicherung, über Investitionspolitik die Diskussion zu führen (Abg. Dr. Puttinger: Darüber habe ich gesprochen!), ununterbrochen mit der Begrenzung des Schadens beschäftigen, den diese Regierung im Ausland für Österreich verursacht. (Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Ihr macht das! Ihr redet den Schaden herbei! – Weitere heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Herr Kollege Puttinger, hören Sie zu! (Abg. Dr. Stummvoll: Ihr macht alles schlecht!) Herr Kollege Stummvoll, Sie brauchen gar nicht so zu lachen, Sie haben nämlich in der nächsten Zeit nichts zu lachen. In der Wirtschaftskammer und auch in der Industriellenvereinigung schlagen die ÖVP-Experten – Ihre Experten! – Alarm. Vor allem die Tourismusbetriebe – weil hier Frau Kollegin Rossmann sitzt, möchte ich das auch erwähnen – schlagen Alarm. (Abg. Dr. Stummvoll: Es wird dauernd demonstriert!) Und die Konsumgüterindustrie hat bereits Angst vor dem Zeichen "Ja zu A". Das ist Ihre Politik, dass ist das, was Sie verursacht haben! Nicht die Freiheitliche Partei, sondern die Österreichische Volkspartei trägt die volle Verantwortung für das, was in Zukunft in Österreich geschehen wird. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Ihr macht alles schlecht!
Meine Damen und Herren! Es tut mir wirklich Leid, dass wir uns, anstatt heute hier im Parlament über positive wirtschaftliche Weiterentwicklungen, über Standortsicherung, über Investitionspolitik die Diskussion zu führen (Abg. Dr. Puttinger: Darüber habe ich gesprochen!), ununterbrochen mit der Begrenzung des Schadens beschäftigen, den diese Regierung im Ausland für Österreich verursacht. (Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Ihr macht das! Ihr redet den Schaden herbei! – Weitere heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Herr Kollege Puttinger, hören Sie zu! (Abg. Dr. Stummvoll: Ihr macht alles schlecht!) Herr Kollege Stummvoll, Sie brauchen gar nicht so zu lachen, Sie haben nämlich in der nächsten Zeit nichts zu lachen. In der Wirtschaftskammer und auch in der Industriellenvereinigung schlagen die ÖVP-Experten – Ihre Experten! – Alarm. Vor allem die Tourismusbetriebe – weil hier Frau Kollegin Rossmann sitzt, möchte ich das auch erwähnen – schlagen Alarm. (Abg. Dr. Stummvoll: Es wird dauernd demonstriert!) Und die Konsumgüterindustrie hat bereits Angst vor dem Zeichen "Ja zu A". Das ist Ihre Politik, dass ist das, was Sie verursacht haben! Nicht die Freiheitliche Partei, sondern die Österreichische Volkspartei trägt die volle Verantwortung für das, was in Zukunft in Österreich geschehen wird. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Es wird dauernd demonstriert!
Meine Damen und Herren! Es tut mir wirklich Leid, dass wir uns, anstatt heute hier im Parlament über positive wirtschaftliche Weiterentwicklungen, über Standortsicherung, über Investitionspolitik die Diskussion zu führen (Abg. Dr. Puttinger: Darüber habe ich gesprochen!), ununterbrochen mit der Begrenzung des Schadens beschäftigen, den diese Regierung im Ausland für Österreich verursacht. (Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Ihr macht das! Ihr redet den Schaden herbei! – Weitere heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Herr Kollege Puttinger, hören Sie zu! (Abg. Dr. Stummvoll: Ihr macht alles schlecht!) Herr Kollege Stummvoll, Sie brauchen gar nicht so zu lachen, Sie haben nämlich in der nächsten Zeit nichts zu lachen. In der Wirtschaftskammer und auch in der Industriellenvereinigung schlagen die ÖVP-Experten – Ihre Experten! – Alarm. Vor allem die Tourismusbetriebe – weil hier Frau Kollegin Rossmann sitzt, möchte ich das auch erwähnen – schlagen Alarm. (Abg. Dr. Stummvoll: Es wird dauernd demonstriert!) Und die Konsumgüterindustrie hat bereits Angst vor dem Zeichen "Ja zu A". Das ist Ihre Politik, dass ist das, was Sie verursacht haben! Nicht die Freiheitliche Partei, sondern die Österreichische Volkspartei trägt die volle Verantwortung für das, was in Zukunft in Österreich geschehen wird. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Es tut mir wirklich Leid, dass wir uns, anstatt heute hier im Parlament über positive wirtschaftliche Weiterentwicklungen, über Standortsicherung, über Investitionspolitik die Diskussion zu führen (Abg. Dr. Puttinger: Darüber habe ich gesprochen!), ununterbrochen mit der Begrenzung des Schadens beschäftigen, den diese Regierung im Ausland für Österreich verursacht. (Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Ihr macht das! Ihr redet den Schaden herbei! – Weitere heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Herr Kollege Puttinger, hören Sie zu! (Abg. Dr. Stummvoll: Ihr macht alles schlecht!) Herr Kollege Stummvoll, Sie brauchen gar nicht so zu lachen, Sie haben nämlich in der nächsten Zeit nichts zu lachen. In der Wirtschaftskammer und auch in der Industriellenvereinigung schlagen die ÖVP-Experten – Ihre Experten! – Alarm. Vor allem die Tourismusbetriebe – weil hier Frau Kollegin Rossmann sitzt, möchte ich das auch erwähnen – schlagen Alarm. (Abg. Dr. Stummvoll: Es wird dauernd demonstriert!) Und die Konsumgüterindustrie hat bereits Angst vor dem Zeichen "Ja zu A". Das ist Ihre Politik, dass ist das, was Sie verursacht haben! Nicht die Freiheitliche Partei, sondern die Österreichische Volkspartei trägt die volle Verantwortung für das, was in Zukunft in Österreich geschehen wird. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Die ersten Beispiele liegen ja auf dem Tisch. Warum, Herr Kollege Stummvoll, beten Sie denn das alles gesund? – Die ersten Stornos für Fahrzeuge aus Steyr sind in Österreich eingegangen. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Der österreichischen Großindustrie flattern unentwegt die Aufträge davon. Ich weiß das, denn ich arbeite in der Großindustrie, Sie ja nicht, Sie sind ewig in der Wirtschaftskammer Funktionär gewesen, Herr Puttinger. Ich hingegen komme aus der Industrie und aus der Wirtschaft. Ich komme nicht aus einem Wirtshaus, sondern ich komme aus der Industrie und mache Industriepolitik auch in diesem Haus. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die ersten Beispiele liegen ja auf dem Tisch. Warum, Herr Kollege Stummvoll, beten Sie denn das alles gesund? – Die ersten Stornos für Fahrzeuge aus Steyr sind in Österreich eingegangen. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Der österreichischen Großindustrie flattern unentwegt die Aufträge davon. Ich weiß das, denn ich arbeite in der Großindustrie, Sie ja nicht, Sie sind ewig in der Wirtschaftskammer Funktionär gewesen, Herr Puttinger. Ich hingegen komme aus der Industrie und aus der Wirtschaft. Ich komme nicht aus einem Wirtshaus, sondern ich komme aus der Industrie und mache Industriepolitik auch in diesem Haus. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schwarzenberger: Das ist von euch herbeigebeten worden! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen, dass eine Menge Projekte, die vor wenigen Monaten noch gesichert waren, abgelehnt wurden. Seit Sie in der Regierung sind, bekommen wir laufend Absagen. Die Tourismuswirtschaft hat, Frau Staatssekretärin, alleine seit dem Amtsantritt der neuen Regierung Tausende, Zehntausende Stornierungen von Nächtigungen bei Kongressen hinzunehmen. (Abg. Schwarzenberger: Das ist von euch herbeigebeten worden! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren! Wenn das nicht stimmt, dann frage ich Sie, Herr Kollege: Wer ist denn die Industriellenvereinigung Niederösterreich? (Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Wer ist denn das?
Abg. Dr. Puttinger: Haben Sie ein positives Wort für Österreich?
Dort befürchtet man negative Folgen. Es heißt, mit durchaus ernst zu nehmenden Schäden sei zu rechnen. Wer ist denn das, die Industriellenvereinigung Niederösterreich? (Abg. Dr. Puttinger: Haben Sie ein positives Wort für Österreich?)
Abg. Mag. Trattner: Das ist eine Lüge! Du bist ein Nestbeschmutzer, weißt du das?!
Oder: Drei Projekte in Österreich gestoppt. – Antwort: Gehen wir darüber hinweg! (Abg. Mag. Trattner: Das ist eine Lüge! Du bist ein Nestbeschmutzer, weißt du das?!)
Abg. Steibl: Was soll das?
Oder – ja es wäre zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre –: Selbst der Export des Grünen Veltliners nach Amerika ist gefährdet – und damit die Weinbauern. Hier steht, dass ein Exportpotential in der Höhe von 300 und mehr Millionen Schilling alleine beim Wein wegen Ihrer Regierungsform gefährdet ist. (Abg. Steibl: Was soll das?) Das sind die Fakten und Zahlen, meine Damen und Herren, und diese wollen Sie ganz einfach nicht zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Oder – ja es wäre zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre –: Selbst der Export des Grünen Veltliners nach Amerika ist gefährdet – und damit die Weinbauern. Hier steht, dass ein Exportpotential in der Höhe von 300 und mehr Millionen Schilling alleine beim Wein wegen Ihrer Regierungsform gefährdet ist. (Abg. Steibl: Was soll das?) Das sind die Fakten und Zahlen, meine Damen und Herren, und diese wollen Sie ganz einfach nicht zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Kurt Eder (fortsetzend) : Meine Damen und Herren! Ich fordere Sie – trotz des Chaos, trotz dieser Situation – auf, der Einladung des Klubobmannes Gusenbauer zu folgen, mit den Oppositionsparteien gemeinsam an einem Tisch mit den Botschaftern der Europäischen Union für unser Land einen Weg zu suchen, aus diesem Chaos herauszukommen! – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Kostelka: Das ist unerhört! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Reinhart Gaugg (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Kolleginnen und Kollegen! Man gewinnt beinahe den Eindruck, als würde sich die SPÖ als größere Oppositionspartei hier in diesem Hause darüber freuen, dass es international wirtschaftliche Schwierigkeiten für Österreich gibt. (Abg. Dr. Kostelka: Das ist unerhört! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Nehmen Sie zur Kenntnis, dass Sie es sind, die den sozialen Frieden in unserem Land gefährden! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Sie sind es, die das Haus Europa angezündet haben. Sie sind es, die Demonstranten kaufen. (Heftiger Widerspruch bei der SPÖ.) Sie sind es, angefangen vom ehemaligen Bundeskanzler Klima, der mit Trillerpfeife am Ballhausplatz spazieren geht und über seine eigene, schlechte Politik der Vergangenheit philosophiert.
Heftiger Widerspruch bei der SPÖ.
Nehmen Sie zur Kenntnis, dass Sie es sind, die den sozialen Frieden in unserem Land gefährden! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Sie sind es, die das Haus Europa angezündet haben. Sie sind es, die Demonstranten kaufen. (Heftiger Widerspruch bei der SPÖ.) Sie sind es, angefangen vom ehemaligen Bundeskanzler Klima, der mit Trillerpfeife am Ballhausplatz spazieren geht und über seine eigene, schlechte Politik der Vergangenheit philosophiert.
Abg. Edlinger: Was bringen Sie heraus?
Da hat es gegen keines der Belastungspakete der damaligen Regierung nur einen einzigen Ton gegeben. Der Herr Verzetnitsch hat ja nicht einmal einen Huster herausgebracht. (Abg. Edlinger: Was bringen Sie heraus?) Jetzt muss ich Ihnen Folgendes sagen: Dass Sie diese Situation heraufbeschwören, ist unverantwortlich. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Ihr macht ein Belastungspaket ...!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Ihr macht ein Belastungspaket ...!
Da hat es gegen keines der Belastungspakete der damaligen Regierung nur einen einzigen Ton gegeben. Der Herr Verzetnitsch hat ja nicht einmal einen Huster herausgebracht. (Abg. Edlinger: Was bringen Sie heraus?) Jetzt muss ich Ihnen Folgendes sagen: Dass Sie diese Situation heraufbeschwören, ist unverantwortlich. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Ihr macht ein Belastungspaket ...!)
Abg. Eder: Haben Sie dem Bartenstein zugehört?
Herr Kollege Edlinger! Dass Sie diese Situation heraufbeschwören, ist unverantwortlich! (Abg. Eder: Haben Sie dem Bartenstein zugehört?) Auch der Herr Gusenbauer, der zwar jetzt nicht in diesem Hohen Hause ist, um über die allgemeine Situation, den Wirtschaftsstandort Österreich zu diskutieren, war bei den Demonstrationen dabei.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Sie wissen gar nicht, was das ist!
Ich sage Ihnen von der SPÖ eines, auch wenn es Ihnen noch so wehtut: Wir werden Ihnen mit solider Wirtschafts- und Arbeitnehmerpolitik beweisen, dass wir es besser können als Sie! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Sie wissen gar nicht, was das ist!) Lassen Sie uns endlich einmal arbeiten! Sie sind es, die in Österreich eine Zweiklassengesellschaft eingeführt haben: die Funktionärskassierer und die leistende, arbeitende Bevölkerung in diesem Land. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Sie sind ein Hetzer!)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Sie sind ein Hetzer!
Ich sage Ihnen von der SPÖ eines, auch wenn es Ihnen noch so wehtut: Wir werden Ihnen mit solider Wirtschafts- und Arbeitnehmerpolitik beweisen, dass wir es besser können als Sie! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Sie wissen gar nicht, was das ist!) Lassen Sie uns endlich einmal arbeiten! Sie sind es, die in Österreich eine Zweiklassengesellschaft eingeführt haben: die Funktionärskassierer und die leistende, arbeitende Bevölkerung in diesem Land. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Sie sind ein Hetzer!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das beginnt damit, wie sich der ÖGB verhält und wie er sich für seine Funktionäre bedient. Es gibt in Österreich Hunderttausende Arbeitnehmer, die keinen Abfertigungsanspruch haben, weil Sie versagt haben, aber die ÖGB-Mitarbeiter haben den doppelten gesetzlichen Anspruch auf eine Abfertigung. Das ist der wahre Skandal! Von der Höhe rede ich noch gar nicht, Herr Verzetnitsch. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Eder: Bitte! Das hörten wir schon Hunderte Male!
Sie genießen ein wohlbestalltes Dasein eines Großmoguls im 1. Wiener Gemeindebezirk, in einem Penthouse, das die BAWAG für Sie bezahlt. Das ist die Realität! (Abg. Eder: Bitte! Das hörten wir schon Hunderte Male!) Sie haben ja jeden Kern verloren, der nur den Ansatz eines verantwortungsvollen Gewerkschaftsfunktionärs hat. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Wo wohnt denn der Vertreter des "kleinen" Mannes? Denken Sie ein bisschen nach, bevor Sie etwas sagen!) Umso mehr kann ich Ihnen sagen, dass ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Edlinger. )
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Wo wohnt denn der Vertreter des "kleinen" Mannes? Denken Sie ein bisschen nach, bevor Sie etwas sagen!
Sie genießen ein wohlbestalltes Dasein eines Großmoguls im 1. Wiener Gemeindebezirk, in einem Penthouse, das die BAWAG für Sie bezahlt. Das ist die Realität! (Abg. Eder: Bitte! Das hörten wir schon Hunderte Male!) Sie haben ja jeden Kern verloren, der nur den Ansatz eines verantwortungsvollen Gewerkschaftsfunktionärs hat. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Wo wohnt denn der Vertreter des "kleinen" Mannes? Denken Sie ein bisschen nach, bevor Sie etwas sagen!) Umso mehr kann ich Ihnen sagen, dass ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Edlinger. )
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Edlinger.
Sie genießen ein wohlbestalltes Dasein eines Großmoguls im 1. Wiener Gemeindebezirk, in einem Penthouse, das die BAWAG für Sie bezahlt. Das ist die Realität! (Abg. Eder: Bitte! Das hörten wir schon Hunderte Male!) Sie haben ja jeden Kern verloren, der nur den Ansatz eines verantwortungsvollen Gewerkschaftsfunktionärs hat. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Wo wohnt denn der Vertreter des "kleinen" Mannes? Denken Sie ein bisschen nach, bevor Sie etwas sagen!) Umso mehr kann ich Ihnen sagen, dass ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Edlinger. )
Abg. Edlinger: Und ihr tut ihn aufbauen!
Herr Edlinger! Sie waren ein paar Jahre lang Finanzminister und haben nicht nachgedacht. Sie haben einen Schuldenberg hinterlassen, den Sie bis zum Wahltag verschwiegen haben. (Abg. Edlinger: Und ihr tut ihn aufbauen!) Das ist Ihre Arbeit, die Sie für diese Republik geleistet haben! Das ist Ihre Leistung in Ihrer Funktion als Finanzminister. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Edlinger! Sie waren ein paar Jahre lang Finanzminister und haben nicht nachgedacht. Sie haben einen Schuldenberg hinterlassen, den Sie bis zum Wahltag verschwiegen haben. (Abg. Edlinger: Und ihr tut ihn aufbauen!) Das ist Ihre Arbeit, die Sie für diese Republik geleistet haben! Das ist Ihre Leistung in Ihrer Funktion als Finanzminister. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Reinhart Gaugg (fortsetzend): Herr Präsident! Ich komme schon zu meinem Schlusssatz: Diese neue Regierung hat nicht einmal hundert Sekunden Schonfrist gehabt. Aber ich kann Ihnen sagen: Messen Sie uns an den Leistungen, die wir erbringen werden – im Interesse dieser Republik! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schwemlein: Verstehst du das nicht, dass man die Zahlen miteinander nicht vergleichen kann?
Abgeordneter Georg Schwarzenberger (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geschätzten Damen und Herren von der Bundesregierung! Hohes Haus! Im Vergleich zu anderen europäischen Staaten sind die Wirtschaftsdaten in Österreich erfreulich: Die Inflationsrate ist niedrig, die Arbeitslosenrate sinkend und das Wirtschaftswachstum steigend. Das Problem in Österreich liegt hauptsächlich bei den Budgetdaten: 25 Jahre ÖVP-Finanzminister in der Aufbauphase, von 1945 bis 1970, haben einen Gesamtschuldenstand von 47 Milliarden Schilling erreicht. 30 Jahre SPÖ-Finanzminister, vom Jahre 1970 bis zum Jahre 2000, haben mehr als 1 600 Milliarden Schilling Schulden erreicht. Und das sind unsere derzeitigen Probleme, mit denen wir uns auseinander setzen müssen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schwemlein: Verstehst du das nicht, dass man die Zahlen miteinander nicht vergleichen kann?)
Beifall bei der ÖVP.
In den letzten 30 Jahren gab es immer sozialistische beziehungsweise sozialdemokratische Finanzminister. Und Kreisky hat schon gesagt: Einige Milliarden Staatsschulden mehr stören ihn weniger als ein paar tausend Arbeitslose. – Jetzt haben Sie sozusagen beides erreicht. Wir haben da wieder Stabilität hineinzubringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Gradwohl: Da ist aber jeder Konsument mitgezählt!
Laut einer Studie von Professor Schneider vom Wirtschaftsforschungsinstitut sind in der Land- und Forstwirtschaft und in den vor- und nachgelagerten Bereichen 660 000 Arbeitsplätze vorhanden. Das sind immerhin 20 Prozent aller Arbeitskräfte in Österreich. (Abg. Gradwohl: Da ist aber jeder Konsument mitgezählt!) In volkswirtschaftlicher Hinsicht erbringt der gesamte Agrarkomplex inklusive der Lebensmittel- und der Holzverarbeitung eine Wertschöpfung in der Höhe von 330 Milliarden Schilling pro Jahr. Es ist daher von großer wirtschaftlicher Bedeutung, welche offensiven Projekte wir gemeinsam für eine gute wirtschaftliche Entwicklung der ländlichen Regionen zustande bringen. (Zwischenrufe des Abg. Gradwohl. ) – Ich habe nur wenige Minuten Redezeit zur Verfügung, daher lasse ich mich nicht durch Zwischenrufer unterbrechen. (Abg. Schwemlein: Wir sagen nie mehr etwas!)
Zwischenrufe des Abg. Gradwohl.
Laut einer Studie von Professor Schneider vom Wirtschaftsforschungsinstitut sind in der Land- und Forstwirtschaft und in den vor- und nachgelagerten Bereichen 660 000 Arbeitsplätze vorhanden. Das sind immerhin 20 Prozent aller Arbeitskräfte in Österreich. (Abg. Gradwohl: Da ist aber jeder Konsument mitgezählt!) In volkswirtschaftlicher Hinsicht erbringt der gesamte Agrarkomplex inklusive der Lebensmittel- und der Holzverarbeitung eine Wertschöpfung in der Höhe von 330 Milliarden Schilling pro Jahr. Es ist daher von großer wirtschaftlicher Bedeutung, welche offensiven Projekte wir gemeinsam für eine gute wirtschaftliche Entwicklung der ländlichen Regionen zustande bringen. (Zwischenrufe des Abg. Gradwohl. ) – Ich habe nur wenige Minuten Redezeit zur Verfügung, daher lasse ich mich nicht durch Zwischenrufer unterbrechen. (Abg. Schwemlein: Wir sagen nie mehr etwas!)
Abg. Schwemlein: Wir sagen nie mehr etwas!
Laut einer Studie von Professor Schneider vom Wirtschaftsforschungsinstitut sind in der Land- und Forstwirtschaft und in den vor- und nachgelagerten Bereichen 660 000 Arbeitsplätze vorhanden. Das sind immerhin 20 Prozent aller Arbeitskräfte in Österreich. (Abg. Gradwohl: Da ist aber jeder Konsument mitgezählt!) In volkswirtschaftlicher Hinsicht erbringt der gesamte Agrarkomplex inklusive der Lebensmittel- und der Holzverarbeitung eine Wertschöpfung in der Höhe von 330 Milliarden Schilling pro Jahr. Es ist daher von großer wirtschaftlicher Bedeutung, welche offensiven Projekte wir gemeinsam für eine gute wirtschaftliche Entwicklung der ländlichen Regionen zustande bringen. (Zwischenrufe des Abg. Gradwohl. ) – Ich habe nur wenige Minuten Redezeit zur Verfügung, daher lasse ich mich nicht durch Zwischenrufer unterbrechen. (Abg. Schwemlein: Wir sagen nie mehr etwas!)
Abg. Schwemlein: Und warum sperrt einer nach dem anderen zu?
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! "Das Land muss Leben" ist eine gemeinsame Aktion zwischen Bauernbund und Wirtschaftsbund. Wir sind überzeugt davon, dass wirtschaftlich gesunde bäuerliche Familienbetriebe in Form des Voll-, Zu- und Nebenerwerbs eine Grundvoraussetzung für einen funktionierenden ländlichen Raum darstellen. (Abg. Schwemlein: Und warum sperrt einer nach dem anderen zu?)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Umgekehrt gilt aber, dass auch die Landwirtschaft von einer guten Infrastruktur (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), vom Dienstleistungsangebot, von der Nahversorgung, von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Gemeinden abhängig ist.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Georg Schwarzenberger (fortsetzend): Diese Punkte zeigen, dass wir die neuen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen annehmen für eine gute Zukunft in Österreich. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Regierungsmitglieder! Meine Damen und Herren! 1982 – Jahre nach dem Untergang der österreichisch-ungarischen Monarchie – stellt uns diese Bundesregierung das vorerst letzte Programm einer Modernisierung vor: ein neuer schlanker Staat als Ziehmutter für eine mächtige Wirtschaft mit fetten Gewinnen. – So weit, so gut, könnte man meinen, nur: Neu ist das nicht, und es werden Erinnerungen wach. Diese möchte ich Ihnen jetzt aus dem Vokabelheft der Bundesregierung und ihrer Parteien zitieren: Keine starke Wirtschaft ohne starke Forschung! Die Konkurrenzfähigkeit Österreichs braucht eine neue Forschungspolitik und die Vernetzung von Industrie und Universitäten. Forschungsgestützte Technologien bringen unsere Wirtschaft auf die Überholspur. Mobilität und internationale Kontakte unserer WissenschafterInnen sind zu verbessern. (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) – Wer mir das geschrieben hat? – Sie nicht, das wissen Sie! (Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Entweder langweile ich Sie, oder es ist Ihnen peinlich, daran erinnert zu werden.
Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Regierungsmitglieder! Meine Damen und Herren! 1982 – Jahre nach dem Untergang der österreichisch-ungarischen Monarchie – stellt uns diese Bundesregierung das vorerst letzte Programm einer Modernisierung vor: ein neuer schlanker Staat als Ziehmutter für eine mächtige Wirtschaft mit fetten Gewinnen. – So weit, so gut, könnte man meinen, nur: Neu ist das nicht, und es werden Erinnerungen wach. Diese möchte ich Ihnen jetzt aus dem Vokabelheft der Bundesregierung und ihrer Parteien zitieren: Keine starke Wirtschaft ohne starke Forschung! Die Konkurrenzfähigkeit Österreichs braucht eine neue Forschungspolitik und die Vernetzung von Industrie und Universitäten. Forschungsgestützte Technologien bringen unsere Wirtschaft auf die Überholspur. Mobilität und internationale Kontakte unserer WissenschafterInnen sind zu verbessern. (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) – Wer mir das geschrieben hat? – Sie nicht, das wissen Sie! (Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Entweder langweile ich Sie, oder es ist Ihnen peinlich, daran erinnert zu werden.
Abg. Böhacker: Haben Sie etwas Positives auch?
Wer bekommt im Bereich der Forschung das schönste und wer das größte Stück? Wer wird bestraft und wer belohnt? – Die Forschungsförderung wird filetiert, auf drei Ministerien aufgeteilt – ein "Niemand-wird-gewinnen-Spiel" der Regierungsverhandlungen. An den Universitäten ist vielen das Lachen vergangen, aber den Meistersängern der Verdrängung wird das egal sein. (Abg. Böhacker: Haben Sie etwas Positives auch?) – Ja, die Wahrheit ist immer positiv. (Abg. Böhacker: Nein, Sie jammern nur!)
Abg. Böhacker: Nein, Sie jammern nur!
Wer bekommt im Bereich der Forschung das schönste und wer das größte Stück? Wer wird bestraft und wer belohnt? – Die Forschungsförderung wird filetiert, auf drei Ministerien aufgeteilt – ein "Niemand-wird-gewinnen-Spiel" der Regierungsverhandlungen. An den Universitäten ist vielen das Lachen vergangen, aber den Meistersängern der Verdrängung wird das egal sein. (Abg. Böhacker: Haben Sie etwas Positives auch?) – Ja, die Wahrheit ist immer positiv. (Abg. Böhacker: Nein, Sie jammern nur!)
Abg. Böhacker: Wer hat das geschrieben?
Haben Sie mit Vertretern der Wirtschaft darüber diskutiert, dass Österreich mit 3,4 ForscherInnen pro tausend Erwerbstätigen in der OECD-Statistik nahezu letztrangig liegt verglichen mit Finnland mit einer Quote von 8,3 Forschern oder Forscherinnen pro tausend Erwerbstätigen? (Abg. Böhacker: Wer hat das geschrieben?) – Das steht in den OECD-Berichten, die Ihnen nicht bekannt sein dürften.
Abg. Dr. Fekter: Ja!
Sie wissen, dass die Zeit des Eisenbiegens, der Sensenschmiede und des Wurzelschnitzens vorbei ist. Eine andere, eine moderne Wirtschaft braucht eine starke Forschung. Auch das wissen Sie. (Abg. Dr. Fekter: Ja!) Ist es Ihnen aber unbekannt, dass durch Ihre Bundesregierung massive Defizite und massive Probleme in der universitären und in der Forschungslandschaft Österreichs ausgelöst wurden, die die Wirtschaft treffen werden? (Abg. Dr. Fekter: Ganz im Gegenteil!) Soll sich unsere Textilindustrie wirklich auf Häschen-Krawatten konzentrieren und die Wirtschaft auf die Herstellung von Reiseandenkenartikeln? Das hat keinen Sinn. (Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter. )
Abg. Dr. Fekter: Ganz im Gegenteil!
Sie wissen, dass die Zeit des Eisenbiegens, der Sensenschmiede und des Wurzelschnitzens vorbei ist. Eine andere, eine moderne Wirtschaft braucht eine starke Forschung. Auch das wissen Sie. (Abg. Dr. Fekter: Ja!) Ist es Ihnen aber unbekannt, dass durch Ihre Bundesregierung massive Defizite und massive Probleme in der universitären und in der Forschungslandschaft Österreichs ausgelöst wurden, die die Wirtschaft treffen werden? (Abg. Dr. Fekter: Ganz im Gegenteil!) Soll sich unsere Textilindustrie wirklich auf Häschen-Krawatten konzentrieren und die Wirtschaft auf die Herstellung von Reiseandenkenartikeln? Das hat keinen Sinn. (Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter. )
Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Sie wissen, dass die Zeit des Eisenbiegens, der Sensenschmiede und des Wurzelschnitzens vorbei ist. Eine andere, eine moderne Wirtschaft braucht eine starke Forschung. Auch das wissen Sie. (Abg. Dr. Fekter: Ja!) Ist es Ihnen aber unbekannt, dass durch Ihre Bundesregierung massive Defizite und massive Probleme in der universitären und in der Forschungslandschaft Österreichs ausgelöst wurden, die die Wirtschaft treffen werden? (Abg. Dr. Fekter: Ganz im Gegenteil!) Soll sich unsere Textilindustrie wirklich auf Häschen-Krawatten konzentrieren und die Wirtschaft auf die Herstellung von Reiseandenkenartikeln? Das hat keinen Sinn. (Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter. )
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Schieder.
Ich glaube, Sie leiden absolut an einer Verkennung der Wirklichkeit und können die Ausmaße der Reduktion internationaler wissenschaftlicher Kontakte nicht abschätzen. Anders ist es für mich nicht denkbar, eine derartige Vogel-Strauss-Politik von Ihnen beobachten zu müssen. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Schieder. )
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
In der Forschung gelingen keine Experimente, wenn man Augen und Ohren schließt. Ich glaube, mehr zu wissen, um mehr tun zu können und um mehr zu sein, ist ein Prinzip eines guten Forschers. Ich will daran glauben, dass dieses Mehr-zu-Wissen, Mehr-zu-Sehen und Mehr-zu- Hören auch für Sie eine Anleitung sein sollte für eine bessere und ehrlichere Politik, die ich bislang vermisst habe. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich stelle einfach realistisch und sachlich fest, dass der Bereich der Dotation der Forschung ein allemal zu verbessernder ist. Ich glaube, das haben alle in diesem Haus erkannt, nicht nur Sie, Herr Abgeordneter, der Sie jetzt in der Hoffnung leben, dass im Bereich der Forschung wirklich nichts passieren wird. Sie werden, wenn positive Aspekte gesetzt worden sind, Gewissenserforschung dahin gehend betreiben müssen, was Sie hier heute von sich gegeben haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es ist für mich sicherlich von Vorteil, dass ich in den letzten acht Jahren vor Ort sehr hautnah die Dinge beobachten konnte und gesehen habe, wie sehr Infrastruktur die Entwicklung eines Landes, die Entwicklung von Regionen beeinflusst. Ich denke, dass die Zusammenführung der Infrastrukturbereiche von Vorteil sein kann und von Vorteil sein wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger.
Was möchte ich damit sagen? – Das ist, so denke ich, eine Botschaft, auf die Sie vielleicht warten. (Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger. )
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich stehe nicht dafür zur Verfügung, alle Projekte, die bereits im Laufen sind, angesichts des Drucks, den wir haben – hören Sie zu, Sie werden mir sicher Recht geben! –, wieder in Frage zu stellen und damit die weitere Entwicklung zu stoppen. Ich bin absolut der Meinung, dass wir uns darauf konzentrieren müssen, weitere Maßnahmen, weitere Projekte durchzuführen und die laufenden Infrastrukturinvestitionen rasch voranzutreiben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Bundesminister für Wissenschaft und Verkehr Dipl.-Ing. Michael Schmid (fortsetzend): Zur Zusammenführung – in einem Schlusssatz –: Es ist gut für die österreichische Politik, dass diese Gegenüberstellung von "schwarzen" Straßen und "roten" Schienen nicht mehr gegeben ist. Wir werden für die Bürger in unserem Lande, unabhängig von der parteipolitischen Landschaft, Straßen und Schienen betreuen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Puttinger: Richtig!
Abgeordneter Günter Kiermaier (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Bundesregierung! Hohes Haus! Der Wohlstand in unserem Land resultiert in erster Linie daraus, dass hier seit 1945 ein beispielhafter sozialer Friede geherrscht hat. Wurde in anderen Ländern gestreikt, so wurde bei uns verhandelt. (Abg. Dr. Puttinger: Richtig!) Die Sozialpartner waren und sind ein Instrumentarium, das kein Selbstzweck ist, sondern das eine ausgesprochen dienende Funktion in diesem Land und für unser Volk hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Günter Kiermaier (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Bundesregierung! Hohes Haus! Der Wohlstand in unserem Land resultiert in erster Linie daraus, dass hier seit 1945 ein beispielhafter sozialer Friede geherrscht hat. Wurde in anderen Ländern gestreikt, so wurde bei uns verhandelt. (Abg. Dr. Puttinger: Richtig!) Die Sozialpartner waren und sind ein Instrumentarium, das kein Selbstzweck ist, sondern das eine ausgesprochen dienende Funktion in diesem Land und für unser Volk hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schwarzenberger: Die Regierung schon, aber nicht die Opposition! – Abg. Mag. Schweitzer: Warum? Warum?
Diese bewährte Tradition ist seit dem 3. Oktober etwas erschüttert, meine Damen und Herren. Die derzeitige Regierung ist kein Garant dafür, scheint mir, dass wie bisher dieser Geist der Fairness und der Vernunft weiter betrieben wird. (Abg. Schwarzenberger: Die Regierung schon, aber nicht die Opposition! – Abg. Mag. Schweitzer: Warum? Warum?) Das Wort "Partnerschaft" ist ein Synonym dafür, dass einer auf den anderen Rücksicht nimmt und keiner übervorteilt wird. Doch jetzt hat die ÖVP einen Partner, der von dieser guten Tradition nicht sehr viel hält und die Kammern ständig beschimpft hat und beschimpft.
Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Kollege Puttinger! Heute haben wir es ja wieder gehört, auch von dir: Du hast uns den Vorwurf gemacht, destruktiv zu sein. Ich möchte dich fragen und erinnern: Wie oft haben die Herrschaften auf dieser Seite hier (der Redner wendet sich in Richtung Freiheitliche) von "Zwangskammern", von "Zwangsmitgliedschaft", von den "Kammerbonzen" gesprochen? Ist das vergessen? (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. )
Abg. Dr. Puttinger: Das hast jetzt aber du gesagt!
Ich bin im Zusammenhang mit der Abstempelung als "Kammerbonzen", von denen Sie immer geredet haben, neugierig: Wie werden Sie denn jetzt reagieren, wenn ein neuer Kammerpräsident kommt, ist der dann der Oberbonze vom Oberbonzenverein – oder wie geht das eigentlich weiter? (Abg. Dr. Puttinger: Das hast jetzt aber du gesagt!) – Sie werden sich da, so glaube ich, etwas überlegen müssen, aber das ist ja für die FPÖ keine große Schwierigkeit, denn sie ändert ihre Aussagen jeden Tag und trommelt sie anders. Das geht sehr, sehr rasch, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin im Zusammenhang mit der Abstempelung als "Kammerbonzen", von denen Sie immer geredet haben, neugierig: Wie werden Sie denn jetzt reagieren, wenn ein neuer Kammerpräsident kommt, ist der dann der Oberbonze vom Oberbonzenverein – oder wie geht das eigentlich weiter? (Abg. Dr. Puttinger: Das hast jetzt aber du gesagt!) – Sie werden sich da, so glaube ich, etwas überlegen müssen, aber das ist ja für die FPÖ keine große Schwierigkeit, denn sie ändert ihre Aussagen jeden Tag und trommelt sie anders. Das geht sehr, sehr rasch, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Durch die "Internationale"!
Viel Glück werden wir brauchen, um den im Ausland entstandenen wirtschaftlichen und kulturellen Schaden zu beheben, wie heute schon mein Kollege Eder gesagt hat. Es ist ungeheuerlich, dass sich gerade Herr Abgeordneter Gaugg hier herstellt und Vorwürfe in Richtung SPÖ macht, nämlich dahin gehend, dass das Ansehen Österreichs im Ausland gelitten habe. (Abg. Haigermoser: Durch die "Internationale"!) – Wer denn sonst als er mit seiner unseligen Buchstabiererei hat denn mit diesen Dingen begonnen, meine Damen und Herren? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Viel Glück werden wir brauchen, um den im Ausland entstandenen wirtschaftlichen und kulturellen Schaden zu beheben, wie heute schon mein Kollege Eder gesagt hat. Es ist ungeheuerlich, dass sich gerade Herr Abgeordneter Gaugg hier herstellt und Vorwürfe in Richtung SPÖ macht, nämlich dahin gehend, dass das Ansehen Österreichs im Ausland gelitten habe. (Abg. Haigermoser: Durch die "Internationale"!) – Wer denn sonst als er mit seiner unseligen Buchstabiererei hat denn mit diesen Dingen begonnen, meine Damen und Herren? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Haigermoser: Du bist Vizepräsident der Wirtschaftskammer!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der ÖVP! Können Sie sich noch daran erinnern, als der ehemalige FPÖ-Klubobmann Stadler hierher gegangen ist und die beiden "Fraktionen der Nehmer" in diesem Haus begrüßt hat? (Abg. Haigermoser: Du bist Vizepräsident der Wirtschaftskammer!) Haben Sie all das vergessen? – Das macht doch kein gutes Bild, meine Damen und Herren! Das ist eine echte Katastrophe! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der ÖVP! Können Sie sich noch daran erinnern, als der ehemalige FPÖ-Klubobmann Stadler hierher gegangen ist und die beiden "Fraktionen der Nehmer" in diesem Haus begrüßt hat? (Abg. Haigermoser: Du bist Vizepräsident der Wirtschaftskammer!) Haben Sie all das vergessen? – Das macht doch kein gutes Bild, meine Damen und Herren! Das ist eine echte Katastrophe! (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Sie können sich sicher sein: Dieses Land und seine Menschen werden sich mehr als nur bemühen, den Wirtschaftsstandort Österreich so zu bewahren, wie ihn die vorige Regierung aufgebaut hat. Wir werden auch in Zukunft beweisen, dass gerade Österreich (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), egal, wer immer hier dagegen arbeitet, eine gute Leistung erbringen wird. – Darauf können Sie Gift nehmen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie können sich sicher sein: Dieses Land und seine Menschen werden sich mehr als nur bemühen, den Wirtschaftsstandort Österreich so zu bewahren, wie ihn die vorige Regierung aufgebaut hat. Wir werden auch in Zukunft beweisen, dass gerade Österreich (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), egal, wer immer hier dagegen arbeitet, eine gute Leistung erbringen wird. – Darauf können Sie Gift nehmen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: "Schüssel und Haider an die Wand", das passt dazu, Herr Kollege! – Abg. Mag. Schweitzer: Der sozialdemokratische Klub ist dünn!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Hofmann. Er hat das Wort. (Ruf bei der ÖVP: "Schüssel und Haider an die Wand", das passt dazu, Herr Kollege! – Abg. Mag. Schweitzer: Der sozialdemokratische Klub ist dünn!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Maximilian Hofmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! Einige Worte zu den Ausführungen des Kollegen Kiermaier: Kollege Kiermaier sagte hier, seit 1945 wurde deswegen dieser Lebensstandard in unserem Lande möglich, weil verhandelt wurde. – Genau das ist es, Herr Kollege Kiermaier, was ich Ihnen sagen will: Sie werden wahrscheinlich davon abkommen müssen, die Straße aufzusuchen – so wie Sie es jetzt tun, mit Ihren Organisationen und mit Unterstützung der SPÖ –, und dazu zurückkehren müssen, hier zu verhandeln. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Schwemlein: Das ist ja das Traurige!
Ich darf Sie, sehr geehrter Herr Kollege Kiermaier, zu Ihrem Langzeit-Gedächtnis beglückwünschen, was Reinhart Gaugg und das, was er vor vielen Jahren gesagt hat, anlangt. Aber ich kann den Zusammenhang mit dem Ausland nicht herstellen: dass das das Ansehen im Ausland schädigen würde. (Abg. Schwemlein: Das ist ja das Traurige!) Wohl aber stelle ich fest: Wenn
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn Herr Kollege Eder sagt, dass diese Bundesregierung das Ansehen im Ausland gefährdet, dass die soziale Stabilität gefährdet ist und dass die positiven Wirtschaftsdaten gefährdet sind, so muss ich dazu sagen: Er hat mit diesen positiven Wirtschaftsdaten ja mit Sicherheit nicht das Budget gemeint, denn damit sind wir das Schlusslicht in der Europäischen Union. Wir dürfen sanieren, das haben Sie uns überlassen, sehr geehrte Damen und Herren! Nach 30-jähriger sozialistischer Budget- und Finanzgestaltung haben Sie – wenn es so weitergegangen wäre – jegliche Chance für die Zukunft aufs Spiel gesetzt. Sie hätten die Chancen für unsere Jugend vertan! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Brix.
Wer Verantwortung trägt, der muss rechtzeitig Veränderungen vornehmen, um auch in Zukunft bestehen zu können und um dem internationalen Wettbewerb gewachsen zu sein. Vor 25 Tagen wurde diese Bundesregierung angelobt. Ich spreche nicht von den 100 Tagen so genannter Schonzeit, die Sie ja nicht zugestanden haben. (Zwischenruf des Abg. Brix. ) Es ist offensichtlich auch keine Zeit dafür, weil es ja genügend zu tun gibt – nach dem, was Sie hinterlassen haben! Aber Sie sollten diese 100 Tage für sich in Anspruch nehmen: 100 Tage der Besinnung, 100 Tage, um Ihren Schmerz zu lindern, den Schmerz des Verlustes der Macht! Das ist das eigentliche Problem, aber nicht diese moderne, neue Bundesregierung, die tatsächlich für das Land arbeitet und ihr Bestes gibt! (Ironische Heiterkeit des Abg. Edlinger. – Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Haigermoser – in Richtung Abg. Edlinger –: Rudi Ratlos! – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Edlinger. – Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Haigermoser – in Richtung Abg. Edlinger –: Rudi Ratlos! – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wer Verantwortung trägt, der muss rechtzeitig Veränderungen vornehmen, um auch in Zukunft bestehen zu können und um dem internationalen Wettbewerb gewachsen zu sein. Vor 25 Tagen wurde diese Bundesregierung angelobt. Ich spreche nicht von den 100 Tagen so genannter Schonzeit, die Sie ja nicht zugestanden haben. (Zwischenruf des Abg. Brix. ) Es ist offensichtlich auch keine Zeit dafür, weil es ja genügend zu tun gibt – nach dem, was Sie hinterlassen haben! Aber Sie sollten diese 100 Tage für sich in Anspruch nehmen: 100 Tage der Besinnung, 100 Tage, um Ihren Schmerz zu lindern, den Schmerz des Verlustes der Macht! Das ist das eigentliche Problem, aber nicht diese moderne, neue Bundesregierung, die tatsächlich für das Land arbeitet und ihr Bestes gibt! (Ironische Heiterkeit des Abg. Edlinger. – Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Haigermoser – in Richtung Abg. Edlinger –: Rudi Ratlos! – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Edlinger: Minderheitenvertreter ...!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Maximilian Hofmann (fortsetzend): Ich bin jedoch sehr zuversichtlich und wünsche dieser Bundesregierung alles Gute! Ich bin überzeugt davon, dass sie es schaffen wird, Österreich wieder zu einem modernen Land zu machen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Edlinger: Minderheitenvertreter ...!)
Abg. Haigermoser – in Richtung des Abg. Edlinger –: Was ist denn heute für ein Tierchen auf der Krawatte? – Eine Blindschleiche? Oder ein Grottenwurm, weil Sie so blass sind?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Tancsits. Gleiche Redezeit. – Bitte. (Abg. Haigermoser – in Richtung des Abg. Edlinger –: Was ist denn heute für ein Tierchen auf der Krawatte? – Eine Blindschleiche? Oder ein Grottenwurm, weil Sie so blass sind?)
Zwischenruf der Abg. Hagenhofer.
Das können Sie nicht wegdiskutieren. (Zwischenruf der Abg. Hagenhofer. ) Ich halte auch den Versuch, das wegzudiskutieren, für perfid und zynisch gegenüber jenen Menschen, denen es bereits gelungen ist, wieder Arbeit zu finden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das können Sie nicht wegdiskutieren. (Zwischenruf der Abg. Hagenhofer. ) Ich halte auch den Versuch, das wegzudiskutieren, für perfid und zynisch gegenüber jenen Menschen, denen es bereits gelungen ist, wieder Arbeit zu finden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie können auch versuchen, das über den Umweg über das Ausland in Misskredit zu bringen und dann anzubieten, gemeinsam den Brand zu löschen. Einige der hier befindlichen medizinisch gebildeten Kollegen wissen ja, dass es zum Krankheitsbild der Pyromanie gehört, dass die Brandstifter oft bei den Feuerlöschern zu finden sind. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Hier ist die Tätersuche einfacher, weil die Brandstifter ja durch ihre Pickerl, die sie auch im Ausland eifrig verteilt haben, eindeutig zu identifizieren sind. (Beifall und Bravo!-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall und Bravo!-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sie können auch versuchen, das über den Umweg über das Ausland in Misskredit zu bringen und dann anzubieten, gemeinsam den Brand zu löschen. Einige der hier befindlichen medizinisch gebildeten Kollegen wissen ja, dass es zum Krankheitsbild der Pyromanie gehört, dass die Brandstifter oft bei den Feuerlöschern zu finden sind. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Hier ist die Tätersuche einfacher, weil die Brandstifter ja durch ihre Pickerl, die sie auch im Ausland eifrig verteilt haben, eindeutig zu identifizieren sind. (Beifall und Bravo!-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Einer hervorragenden wirtschaftlichen und Arbeitsmarktsituation steht das beinahe makabre Kunststück der leeren öffentlichen Kassen im Budget und in den Sozialversicherungsträgern, insbesondere in den Krankenkassen, gegenüber. Das liegt daran, dass dort eine sozialdemokratisch bestimmte Ausgabenpolitik so vorgegangen ist: Wir geben aus, was auszugeben ist, und nachher erhöhen wir Steuern oder Beiträge. – Mit dieser Politik bei der Sanierung der öffentlichen Kassen wird Schluss sein! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Edlinger: Das wird eine Hetz werden! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir werden hier sanieren. (Abg. Edlinger: Das wird eine Hetz werden! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wir werden mit sozialem Augenmaß sanieren, und wir werden gerade für die Erwerbstätigen in diesem Land, nämlich die Arbeiter und Angestellten, Verbesserungen bringen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Wir werden hier sanieren. (Abg. Edlinger: Das wird eine Hetz werden! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wir werden mit sozialem Augenmaß sanieren, und wir werden gerade für die Erwerbstätigen in diesem Land, nämlich die Arbeiter und Angestellten, Verbesserungen bringen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen
Auch wenn es Sie noch so ärgert: Was Sie jahrzehntelang nicht zusammengebracht haben, die Gleichstellung der Arbeiter im Krankheitsfall, eine Verbesserung des Abfertigungsrechts mit der Möglichkeit einer Zusatzpension (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen), und, meine Damen und Herren, was Herr Tumpel noch vor wenigen Wochen gefordert hat, nämlich die Wiedereinführung des vollen zweiten Karenzjahrs, wird auf diesem Weg geschehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Auch wenn es Sie noch so ärgert: Was Sie jahrzehntelang nicht zusammengebracht haben, die Gleichstellung der Arbeiter im Krankheitsfall, eine Verbesserung des Abfertigungsrechts mit der Möglichkeit einer Zusatzpension (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen), und, meine Damen und Herren, was Herr Tumpel noch vor wenigen Wochen gefordert hat, nämlich die Wiedereinführung des vollen zweiten Karenzjahrs, wird auf diesem Weg geschehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Edler: Christliche Gewerkschafter treten aus, fühlen sich nicht mehr wohl in der ÖVP!
Ich bitte Sie dabei nur, gerade im Interesse der kleinen Leute in diesem Land: Hören Sie auf, Angst und Schrecken zu verbreiten! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Edler: Christliche Gewerkschafter treten aus, fühlen sich nicht mehr wohl in der ÖVP!) Der Pensionistenbrief des Jahres 1995 war ja noch hinzunehmen und klarzustellen. Aber wenn Sie heute behaupten, es wird Selbstbehalte geben, das Kopfweh wird Tausende Schilling kosten, die Pensionen werden gekürzt, dann ist das unverantwortlich! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edler: Christliche Gewerkschafter suchen eine neue Heimat! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edler: Christliche Gewerkschafter suchen eine neue Heimat! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich bitte Sie dabei nur, gerade im Interesse der kleinen Leute in diesem Land: Hören Sie auf, Angst und Schrecken zu verbreiten! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Edler: Christliche Gewerkschafter treten aus, fühlen sich nicht mehr wohl in der ÖVP!) Der Pensionistenbrief des Jahres 1995 war ja noch hinzunehmen und klarzustellen. Aber wenn Sie heute behaupten, es wird Selbstbehalte geben, das Kopfweh wird Tausende Schilling kosten, die Pensionen werden gekürzt, dann ist das unverantwortlich! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edler: Christliche Gewerkschafter suchen eine neue Heimat! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren gerade von der sozialdemokratischen Fraktion! Ich bekenne mich dazu, dass diese Sanierung der öffentlichen Kassen auch zu Umverteilungseffekten führt, nämlich zur Umverteilung zugunsten der aktiven Generation, zur Umverteilung zugunsten der Erwerbstätigen und zur Umverteilung zugunsten der Familien! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Edler: Mit Sozialabbau!
Wir werden eine derartige Wirtschafts-, Sozial- und Arbeitsmarktpolitik machen (Abg. Edler: Mit Sozialabbau!), dass die Erwerbstätigen, die Arbeiter und Angestellten in diesem Land die Früchte ihrer Arbeit genießen können (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) und
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Wir werden eine derartige Wirtschafts-, Sozial- und Arbeitsmarktpolitik machen (Abg. Edler: Mit Sozialabbau!), dass die Erwerbstätigen, die Arbeiter und Angestellten in diesem Land die Früchte ihrer Arbeit genießen können (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) und
Ruf bei der ÖVP: "Brandstifter"! – Abg. Steibl: ... "Brandstifter"! – Abg. Gaugg: Schöne Grüße aus Kärnten!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gemeldet ist als nächste Rednerin Frau Abgeordnete Dr. Glawischnig. – Bitte. (Ruf bei der ÖVP: "Brandstifter"! – Abg. Steibl: ... "Brandstifter"! – Abg. Gaugg: Schöne Grüße aus Kärnten!)
Beifall bei den Grünen.
Was ich heute gehört habe und was ich dem Regierungsprogramm entnommen habe, das sind Konzepte, die sich wie eine Politik der sechziger und siebziger Jahre darstellen. Ich habe jetzt sehr wenig wirklich Zukunftsorientiertes gehört und möchte das auch belegen: Auf den Anwurf von Kurt Grünewald, dass im Wissenschafts- und Forschungsbereich nicht investiert wird – als Zukunftsressource-Investition –, zu antworten, dass man Zentralräume erschließt und in den Straßenbau investiert, das ist wirklich von vorgestern! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Warum funktioniert sie dann nicht?
Das europaweite Wachstum in diesem Bereich an Arbeitsplätzen ist wirklich beeindruckend. Wenn man sich als Kulturnation nicht darauf versteht, zeitgenössisches Schaffen zu fördern, dann ist das keine zukunftsorientierte Wirtschaftspolitik. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Warum funktioniert sie dann nicht?)
Die Rednerin hebt eine Broschüre in die Höhe und blättert eine Reihe schwarzer Seiten mit der Überschrift "Österreich 2000" auf. – Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Schweitzer: Wer hat das gefördert?
Dritter Punkt: Der Kahlschlag, der jetzt in diesem Bereich schon zu verzeichnen ist, lässt sich heute im "Standard" nachlesen: Rennen um jeden Schilling. Bereits jetzt sind es 77 Millionen, die weniger für diesen kreativen Bereich, für dieses kreative Potential in der österreichischen Kunst- und Kulturszene zur Verfügung stehen. – Ich glaube nicht, dass Sie wollen, dass die Zukunft des 21. Jahrhunderts der Kunst so aussieht: schwarze Seiten. (Die Rednerin hebt eine Broschüre in die Höhe und blättert eine Reihe schwarzer Seiten mit der Überschrift "Österreich 2000" auf. – Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Schweitzer: Wer hat das gefördert?) Danke auch an Jörg Schlick, der das für "Camera Austria" gestaltet hat.
Abg. Böhacker: Was plappern Sie da nach?
Ich frage Sie jetzt, Herr Bundeskanzler, ich frage jetzt den Wirtschaftsminister und den Finanzminister: Wie wollen Sie gewährleisten, dass durch diese EU-weite Isolation die massiven Nachteile für das österreichische Kunst- und Kulturschaffen verhindert werden? Wie wollen Sie verhindern, dass die Nachteile durch diese EU-weite Isolation für Präsentationen von österreichischen Projekten im Ausland verhindert werden? Wie wollen Sie den Kahlschlag in der österreichischen Szene verhindern, wenn Sie in Ihrem Regierungsprogramm von massiven und nachhaltigen Kürzungen der Ermessensausgaben sprechen? – Die FPÖ hat sogar eine 50-prozentige Kürzung angedroht. Wie wollen Sie diese dramatische Situation für das kreative Potential, für den Wirtschaftsstandort Österreich, für Zukunftsressourcen mit diesem Programm und dieser Politik verhindern? (Abg. Böhacker: Was plappern Sie da nach?)
Abg. Haigermoser hält in Richtung Präsident Dr. Fischer eine Armbanduhr in die Höhe.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter! Eine Dame "plappert" nicht. Ich bitte: So geht es nicht! – Bitte setzen Sie fort! (Abg. Haigermoser hält in Richtung Präsident Dr. Fischer eine Armbanduhr in die Höhe.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (fortsetzend): Klar belegt: Sie sagen, ich "plappere". (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich finde es sehr, sehr schade, dass Sie nicht begreifen, was wirklich zukunftsorientierte Investitionspolitik ist und nicht Siebziger-Jahre-Konzepte. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Allein die Vorstellung, 20 Milliarden Schilling rund um Wien in den Straßenbau zu investieren und einfach etwas niederzubetonieren: das hat mit Wirtschaftspolitik absolut nichts zu tun, absolut gar nichts, wirklich nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich finde es sehr, sehr schade, dass Sie nicht begreifen, was wirklich zukunftsorientierte Investitionspolitik ist und nicht Siebziger-Jahre-Konzepte. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Allein die Vorstellung, 20 Milliarden Schilling rund um Wien in den Straßenbau zu investieren und einfach etwas niederzubetonieren: das hat mit Wirtschaftspolitik absolut nichts zu tun, absolut gar nichts, wirklich nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (fortsetzend): Kreatives Potential in Österreich muss gefördert werden. Wir wollen nicht, dass das in Zukunft leere schwarze Seiten sind. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Trattner: An dem Zustand seid ihr schuld! – Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Sehr verehrte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Wir sollten über Kompetenz reden, aber nicht nur darüber, wer formal für etwas zuständig ist, sondern auch darüber, wer für den Zustand unseres Landes verantwortlich ist und wer die Kompetenz hat, unser Land zu regieren. Denn diese Regierung zeigt uns jeden Tag, dass sie diese Kompetenz nicht hat, niemals gehabt hat und auch niemals wieder gewinnen wird! (Abg. Mag. Trattner: An dem Zustand seid ihr schuld! – Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Rosemarie Bauer: Das haben wir schon gehört!
Diese Regierung ist voll verantwortlich dafür, dass Österreich nach außen isoliert (Abg. Rosemarie Bauer: Das haben wir schon gehört!) und nach innen gespalten ist, dass sowohl Außenpolitik als auch Innenpolitik immer mehr im Chaos versinken und dass nicht Reformen auf der Tagesordnung stehen, sondern Selbstlähmung und Selbstblockaden der Regierungsparteien. Der Ton und der Takt der Regierungspolitik nach innen und nach außen werden nach wie vor vom Kärntner Landeshauptmann und nicht vom Bundeskanzler bestimmt! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Diese Regierung ist voll verantwortlich dafür, dass Österreich nach außen isoliert (Abg. Rosemarie Bauer: Das haben wir schon gehört!) und nach innen gespalten ist, dass sowohl Außenpolitik als auch Innenpolitik immer mehr im Chaos versinken und dass nicht Reformen auf der Tagesordnung stehen, sondern Selbstlähmung und Selbstblockaden der Regierungsparteien. Der Ton und der Takt der Regierungspolitik nach innen und nach außen werden nach wie vor vom Kärntner Landeshauptmann und nicht vom Bundeskanzler bestimmt! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir machen uns Sorgen um unser Land, wenn Jörg Haider es zur großen Spielwiese seines Egotrips machen kann. Wir machen uns Sorgen um unser Land, wenn Minister nach kurzer Zeit wie Marionetten im Kasperltheater ausgetauscht werden. Wir machen uns Sorgen um unser Land, wenn der Bundeskanzler der Republik zum obersten Schönredner und zum Vollzugsbeamten des Kärntner Landeshauptmannes wird! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit des Abg. Haigermoser.
Es schadet Österreich, wenn die Regierung statt klarer Vorschläge immer mehr Chaos in den eigenen Reihen produziert. Es schadet Österreich, wenn die innere Zerrissenheit zum Stillstand der Regierungsarbeit führt, und es schadet Österreich, wenn der soziale Zusammenhalt unserer Gesellschaft durch Belastungspakete für Arbeitnehmer und sozial Schwache gefährdet wird! (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit des Abg. Haigermoser. )
Beifall bei der SPÖ.
Nicht die Regierung regiert, denn sie hat sich selbst gelähmt. Es regiert Jörg Haider, und damit regiert das Chaos! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ
Es gibt in unserer Gesellschaft natürliche Interessengegensätze, für die bisher ein vernünftiger Ausgleich geschaffen wurde. Frauenpolitik ist eben nicht gleich Familienpolitik, Umweltpolitik ist nicht gleich Landwirtschaftspolitik (Beifall bei der SPÖ), und Arbeitnehmerpolitik ist nicht gleich Wirtschaftspolitik! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Sie versuchen, diese
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Es gibt in unserer Gesellschaft natürliche Interessengegensätze, für die bisher ein vernünftiger Ausgleich geschaffen wurde. Frauenpolitik ist eben nicht gleich Familienpolitik, Umweltpolitik ist nicht gleich Landwirtschaftspolitik (Beifall bei der SPÖ), und Arbeitnehmerpolitik ist nicht gleich Wirtschaftspolitik! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Sie versuchen, diese
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben die Frauenpolitik abgeschafft, genauso wie Sie die Umweltpolitik abgeschafft haben und wie Sie die eigenständige Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik sowie die unabhängige Justiz abschaffen wollen. Das ist Ihr Kurs! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Es ist Besorgnis erregend, wenn einem Großindustriellen Wirtschaft und Arbeit gemeinsam in die Hand gegeben werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Und es ist unerträglich, wenn der unabhängigen Justiz nach 15 Jahren Amtsführung durch einen unabhängigen Justizminister jetzt ein Parteianwalt der FPÖ vorstehen soll! (Abg. Dr. Ofner: Über das reden wir morgen noch! – Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Ofner: Über das reden wir morgen noch! – Beifall bei der SPÖ.
Es ist Besorgnis erregend, wenn einem Großindustriellen Wirtschaft und Arbeit gemeinsam in die Hand gegeben werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Und es ist unerträglich, wenn der unabhängigen Justiz nach 15 Jahren Amtsführung durch einen unabhängigen Justizminister jetzt ein Parteianwalt der FPÖ vorstehen soll! (Abg. Dr. Ofner: Über das reden wir morgen noch! – Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist Besorgnis erregend, wenn die Familie der Frau Vizekanzlerin – wie heute die Medien berichten – persönlich und finanziell vom neuen Justizminister abhängig ist. Das ist ein Sittenbild, das für unser Land unerträglich ist! (Beifall bei der SPÖ.) Chaos, Zerrissenheit sowie persönliche und parteipolitische Interessen dominieren. (Abg. Dr. Ofner: Das würde euch so passen!) Nicht unser Land und das Schicksal unseres Landes stehen im Vordergrund, sondern kleinkarierte persönliche Vorteile, und das schadet uns! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Ofner: Das würde euch so passen!
Es ist Besorgnis erregend, wenn die Familie der Frau Vizekanzlerin – wie heute die Medien berichten – persönlich und finanziell vom neuen Justizminister abhängig ist. Das ist ein Sittenbild, das für unser Land unerträglich ist! (Beifall bei der SPÖ.) Chaos, Zerrissenheit sowie persönliche und parteipolitische Interessen dominieren. (Abg. Dr. Ofner: Das würde euch so passen!) Nicht unser Land und das Schicksal unseres Landes stehen im Vordergrund, sondern kleinkarierte persönliche Vorteile, und das schadet uns! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist Besorgnis erregend, wenn die Familie der Frau Vizekanzlerin – wie heute die Medien berichten – persönlich und finanziell vom neuen Justizminister abhängig ist. Das ist ein Sittenbild, das für unser Land unerträglich ist! (Beifall bei der SPÖ.) Chaos, Zerrissenheit sowie persönliche und parteipolitische Interessen dominieren. (Abg. Dr. Ofner: Das würde euch so passen!) Nicht unser Land und das Schicksal unseres Landes stehen im Vordergrund, sondern kleinkarierte persönliche Vorteile, und das schadet uns! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Wie schaut es in der Wall Street aus? – Die ist überhaupt im Keller!
Zu welchem Schaden führt das Chaos auf den verschiedenen Ebenen? – Was zum Beispiel den Ausverkauf österreichischer Interessen in der ÖIAG betrifft, so herrscht in den letzten Wochen ein absolut schlechtes Krisenmanagement. Das führt dazu, dass nicht nur strategische österreichische Interessen gefährdet sind, sondern es führt auch zu einem massiven Verlust von österreichischen Werten. Allein die bisherige Tätigkeit des neuen Finanzministers auf diesem Sektor hat dazu geführt, dass der österreichische Aktienindex in den letzten Wochen 40 Milliarden Schilling eingebüßt hat – ich wiederhole: 40 Milliarden Schilling! –, während der deutsche Aktienindex im gleichen Zeitraum um 13 Prozent gestiegen ist. Das ist das Ergebnis der völlig verfehlten Industriepolitik dieser neuen Bundesregierung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Wie schaut es in der Wall Street aus? – Die ist überhaupt im Keller!)
Beifall bei der SPÖ.
Dieses Chaos setzt sich auf der Ebene der Gesundheitspolitik fort. Dort geht es etwa um den 20-prozentigen Selbstbehalt für Arbeitnehmer, wobei nicht klar ist, ob er für Arztbesuche, Ambulanzbesuche oder für weitere Maßnahmen gilt. Es ist auch nicht klar, ob die Krankenscheingebühr 50 S oder 80 S betragen soll. Herr Stummvoll richtet den verantwortlichen Regierungsmitgliedern aus, dass sie zum Regierungsabkommen zurückkehren sollen, weil sie sich offensichtlich bereits davon verabschiedet haben. Es ist ein absolutes Chaos auch in der Gesundheitspolitik, das diese neue Regierung verursacht! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Bei den Pensionen gibt es das gleiche Chaos. Zuerst schreibt die Regierung in ihrem Pakt fest, dass es unverantwortlich hohe Abschläge im Fall von Frühpensionierungen geben soll, dann stellt sich die Frau Sozialministerin und Gutsherrin bei ihrer Antrittspressekonferenz hin und sagt, das sei nicht fix, während die Bundeswirtschaftskammer als Antwort darauf wiederum durchdrücken will, was im Regierungsabkommen steht. Was gilt nun? – Ihr Wort, Herr Stummvoll, oder das der neuen Sozialministerin? Das ist ein Chaos auf allen Ebenen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Außenpolitik und Europapolitik wurde schon vielfach besprochen. Es ist "lamentabel", absolut "lamentabel", welches Bild da erzeugt wird! Die Frau Staatssekretärin stellt sich in Brüssel händeringend hin und sagt: Nehmt Haider nicht ernst, er ist nur ein Provinzpolitiker in Kärnten! Und der Herr Bundeskanzler antwortet darauf: Nein, Haider muss in die tägliche Regierungsarbeit mit einbezogen werden! Während Haider seine antieuropäischen Provokationen fortsetzt, sagt der Herr Bundeskanzler, er ist verantwortungsvoller geworden, er ist geläutert. – Was ist das für eine Außenpolitik und für eine Sprachregelung?! Mit einer solchen Strategie kann und wird man Österreich nicht aus der Isolation führen können! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist in dieser Situation auch erstaunlich, dass die blau-schwarze Regierung bisher alle Kooperationsangebote der Opposition, das Land gemeinsam aus der außenpolitischen Krise zu führen, abgelehnt hat. Das ist ein Zeichen von Ignoranz und Engstirnigkeit! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Ofner: Alfred! Sprich doch frei! Du bist doch ein guter Redner! Du brauchst nicht alles runterlesen!
Ich stelle fest, dass diese Regierung nicht im Stande ist, die Herausforderungen der Zukunft anzugehen. Sie kann keine Probleme lösen, weil sie selbst das Problem ist! Sie hatten einen erbärmlichen Start, den erbärmlichsten, den jemals eine Bundesregierung in der Geschichte der Zweiten Republik hatte. Sie schlittern immer tiefer in das selbst geschaffene Chaos. Sie kommen nicht mehr vom Fleck, und das bedeutet Stillstand und Rückschritt für unser Land. Sie haben schon heute Ihre Zukunft hinter sich. (Abg. Dr. Ofner: Alfred! Sprich doch frei! Du bist doch ein guter Redner! Du brauchst nicht alles runterlesen!) Tun Sie unserem Land einen großen Gefallen: Machen Sie den Weg frei für eine Regierung unseres Landes, die Zukunft hat! (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ.
Ich stelle fest, dass diese Regierung nicht im Stande ist, die Herausforderungen der Zukunft anzugehen. Sie kann keine Probleme lösen, weil sie selbst das Problem ist! Sie hatten einen erbärmlichen Start, den erbärmlichsten, den jemals eine Bundesregierung in der Geschichte der Zweiten Republik hatte. Sie schlittern immer tiefer in das selbst geschaffene Chaos. Sie kommen nicht mehr vom Fleck, und das bedeutet Stillstand und Rückschritt für unser Land. Sie haben schon heute Ihre Zukunft hinter sich. (Abg. Dr. Ofner: Alfred! Sprich doch frei! Du bist doch ein guter Redner! Du brauchst nicht alles runterlesen!) Tun Sie unserem Land einen großen Gefallen: Machen Sie den Weg frei für eine Regierung unseres Landes, die Zukunft hat! (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Haupt: Das war das Gleiche wie vor 14 Tagen!
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Herren Minister! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Herr Kollege Gusenbauer! Ihre Rede hat für uns schon auch etwas Beruhigendes gehabt. (Abg. Mag. Haupt: Das war das Gleiche wie vor 14 Tagen!) Etwas haben wir jetzt erkannt, und ich glaube, das haben viele hier erkannt: Die SPÖ hat ihren Kanzleranspruch unter Ihrer Obmannschaft für die nächsten zehn Jahre abgemeldet. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Herren Minister! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Herr Kollege Gusenbauer! Ihre Rede hat für uns schon auch etwas Beruhigendes gehabt. (Abg. Mag. Haupt: Das war das Gleiche wie vor 14 Tagen!) Etwas haben wir jetzt erkannt, und ich glaube, das haben viele hier erkannt: Die SPÖ hat ihren Kanzleranspruch unter Ihrer Obmannschaft für die nächsten zehn Jahre abgemeldet. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Gusenbauer – ein Exemplar der "Kronen Zeitung" in die Höhe haltend –: Seite 3 heutige "Kronen Zeitung": Stimmt das oder stimmt das nicht?
Natürlich greifen Sie auch bewusst in die unterste Lade. Das hat Ihr Vorgänger, Herr Klubobmann Kostelka, nie gemacht, dass er sich hier herausgestellt und gesagt hätte, die Frau Vizekanzlerin ist finanziell abhängig vom neuen Justizminister (Abg. Dr. Gusenbauer – ein Exemplar der "Kronen Zeitung" in die Höhe haltend –: Seite 3 heutige "Kronen Zeitung": Stimmt das oder stimmt das nicht?) – hören Sie ein bisschen zu! –, in Kenntnis der Tatsache, dass die SPÖ in ihrem Rechenschaftsbericht beziehungsweise in ihrer Bilanz mindestens 300 Millionen Schilling Schulden aufweist. Von wem sind denn Sie abhängig? – Von der BAWAG und von der Bank Austria! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Gusenbauer – die "Kronen Zeitung" in die Höhe haltend – und Abg. Dr. Kostelka: Geben Sie das zu?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Gusenbauer – die "Kronen Zeitung" in die Höhe haltend – und Abg. Dr. Kostelka: Geben Sie das zu?
Natürlich greifen Sie auch bewusst in die unterste Lade. Das hat Ihr Vorgänger, Herr Klubobmann Kostelka, nie gemacht, dass er sich hier herausgestellt und gesagt hätte, die Frau Vizekanzlerin ist finanziell abhängig vom neuen Justizminister (Abg. Dr. Gusenbauer – ein Exemplar der "Kronen Zeitung" in die Höhe haltend –: Seite 3 heutige "Kronen Zeitung": Stimmt das oder stimmt das nicht?) – hören Sie ein bisschen zu! –, in Kenntnis der Tatsache, dass die SPÖ in ihrem Rechenschaftsbericht beziehungsweise in ihrer Bilanz mindestens 300 Millionen Schilling Schulden aufweist. Von wem sind denn Sie abhängig? – Von der BAWAG und von der Bank Austria! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Gusenbauer – die "Kronen Zeitung" in die Höhe haltend – und Abg. Dr. Kostelka: Geben Sie das zu?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wahrscheinlich haben Sie aber mehr Schulden als diese 300 Millionen Schilling. Sie haben dort etwas vorgefunden, das ist das größte Chaos überhaupt. Damit haben Sie auch gezeigt: Sie können nicht einmal die Finanzen in Ihrer eigenen Partei in Ordnung halten. Das hat man auch an der Budgetpolitik des Bundes gesehen. Da haben wir das Gleiche miterlebt, aber leider zu Lasten der österreichischen Bevölkerung. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Die Abgeordneten Dr. Gusenbauer und Dr. Kostelka: Wäre das ein Wunder?
Ich finde Ihre Behauptung unverfroren, Herr Kollege Gusenbauer, Sie machten sich Sorgen um unser Land. (Die Abgeordneten Dr. Gusenbauer und Dr. Kostelka: Wäre das ein Wunder?) Wenn Sie sich Sorgen um unser Land machen, wenn das ein ehrliches Bekenntnis ist, wäre das schon in Ordnung. Aber früher haben Sie sich nur Sorgen um Ihre Regierungsämter gemacht. Diese Sorge können Sie jetzt für die nächsten Jahre vergessen. Aber Sie sind derjenige, der sich hier heraußen als jemand aufspielt, der sich Sorgen um unser Land macht, aber andererseits sind Sie diejenigen gewesen, die hinausgegangen sind, die Häuser angezündet und dann die Feuerwehr gerufen haben. Das ist Ihre Politik, und das ist abzulehnen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Edlinger: Das ist eine infame Unterstellung! – Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist ja unerhört! Ordnungsruf! – Abg. Parnigoni: Das ist eine Frechheit!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Edlinger: Das ist eine infame Unterstellung! – Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist ja unerhört! Ordnungsruf! – Abg. Parnigoni: Das ist eine Frechheit!
Ich finde Ihre Behauptung unverfroren, Herr Kollege Gusenbauer, Sie machten sich Sorgen um unser Land. (Die Abgeordneten Dr. Gusenbauer und Dr. Kostelka: Wäre das ein Wunder?) Wenn Sie sich Sorgen um unser Land machen, wenn das ein ehrliches Bekenntnis ist, wäre das schon in Ordnung. Aber früher haben Sie sich nur Sorgen um Ihre Regierungsämter gemacht. Diese Sorge können Sie jetzt für die nächsten Jahre vergessen. Aber Sie sind derjenige, der sich hier heraußen als jemand aufspielt, der sich Sorgen um unser Land macht, aber andererseits sind Sie diejenigen gewesen, die hinausgegangen sind, die Häuser angezündet und dann die Feuerwehr gerufen haben. Das ist Ihre Politik, und das ist abzulehnen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Edlinger: Das ist eine infame Unterstellung! – Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist ja unerhört! Ordnungsruf! – Abg. Parnigoni: Das ist eine Frechheit!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Das stimmt nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (fortsetzend): Herr Präsident! Ich habe einen Vergleich gebracht, und zwar: Herr Kollege Gusenbauer ist herausgegangen und hat gesagt, er mache sich Sorgen um das Land. Und ich habe hier den Vergleich angestellt: Das kommt mir genauso vor, wie wenn man hinausgeht, Häuser anzündet und dann die Feuerwehr holt. (Abg. Dr. Gusenbauer: Das stimmt nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das ist nur ein Vergleich gewesen und sonst gar nichts! Sie können das ja im Protokoll nachlesen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (fortsetzend): Herr Präsident! Ich habe einen Vergleich gebracht, und zwar: Herr Kollege Gusenbauer ist herausgegangen und hat gesagt, er mache sich Sorgen um das Land. Und ich habe hier den Vergleich angestellt: Das kommt mir genauso vor, wie wenn man hinausgeht, Häuser anzündet und dann die Feuerwehr holt. (Abg. Dr. Gusenbauer: Das stimmt nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das ist nur ein Vergleich gewesen und sonst gar nichts! Sie können das ja im Protokoll nachlesen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Edlinger: Ein Kabarettprogramm ist das!
Was Sie an der ganzen Sache so ärgert, ist die Tatsache, dass diesmal endlich eine Kompetenzverteilung bei den einzelnen Ministerien stattgefunden hat, die alle ideologischen Erbpachten hintangestellt hat. Stattdessen ist es einfach darum gegangen, wie man sachlich, fachlich die Kompetenzen in einzelnen Ministerien zusammenführen kann. Dieses Vorhaben ist mit diesem Bundesministeriengesetz sehr gut gelungen. (Abg. Edlinger: Ein Kabarettprogramm ist das!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich sage Ihnen eines: Sie kritisieren zum Beispiel immer wieder in Bezug auf das Frauenministerium: Es gibt keine Frauenministerin mehr. Aber wie war denn das bisher mit dem Frauenministerium? – Das Frauenministerium kommt im Bundesvoranschlag 1999 in keinem einzigen Kapitel dezidiert und gesondert als Ministerium vor. Dieses Frauenministerium wurde im Bundeskanzleramt angesiedelt, Kompetenz null, Budget minimalst. Das alles nur, damit Sie draußen plakativ auftreten können: Wir haben eine Frauenministerin! Sie haben eine Frauenministerin gehabt, aber die hat für die Frauen in Österreich sehr wenig bis gar nichts getan. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir dagegen haben in unserer Regierungsvereinbarung etwas für die Künstler und Kulturschaffenden gemacht, was Sie den Künstlern und der kulturinteressierten Bevölkerung lange Zeit nur versprochen haben, nämlich dass es eine Sozialversicherung für die Künstler geben soll. Die zweite Maßnahme in diesem Bereich ist, dass wir im Einkommensteuergesetz eine steuerliche Begünstigung für den Ankauf von Kulturgegenständen sichergestellt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das Nächste: Wir wollen ein Kompetenzzentrum für Personal-, Budget- und Finanz-Controlling schaffen. Es ist auch etwas ganz Großartiges gelungen, und zwar dass endlich einmal ein Bildungsministerium geschaffen worden ist, das, solange Sie in der Regierung waren, einfach nicht möglich war, und zwar aus dem einfachen Grund, dass Sie immer gesagt haben, es sei Ihre ideologische Erbpacht. Die SPÖ muss immer für die Wissenschaft zuständig sein, und die ÖVP soll sich um die Schulen kümmern. Wir haben jetzt diese Dinge hintangestellt und haben ein Kompetenzzentrum in Form eines Bildungsministeriums eingerichtet, das praktisch von der Volkshochschule bis zur Fachhochschule und zur Universität reicht. Wir stellen uns mit diesem Bildungsministerium unter Führung von Frau Elisabeth Gehrer, die eine sehr erfahrene Ministerin ist, den Erfordernissen des dritten Jahrtausends. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir haben auch eine Zusammenführung gemacht, die bei Ihnen große Kritik hervorruft, und zwar von Wirtschaft und Arbeit. Ich möchte Sie nur darauf aufmerksam machen: Sie sehen das offenbar immer noch so, dass Wirtschaft, Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine Gegnerschaft darstellen, und sehen immer noch nicht ein, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine Partnerschaft bilden, weil beide voneinander abhängig sind. Wenn es beiden gut geht, dann befruchtet das die wirtschaftliche Lage in Österreich. In diesem Punkt sind Sie nach wie vor auf dem ideologischen Holzweg. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Von der ÖVP immer verhindert! Das kann die Frau Rossmann bestätigen! Das hat der Puttinger immer verhindert!
Wir haben auch etwas gemacht, wozu Sie früher immer nur ein Lippenbekenntnis abgegeben haben: Wir haben auch ein Staatssekretariat für Tourismus geschaffen, und zwar deshalb, weil wir es einfach satt gehabt haben, dass wir immer nur in Sonntagsreden davon gehört haben, dass für die Tourismuswirtschaft etwas getan werden soll. (Abg. Parnigoni: Von der ÖVP immer verhindert! Das kann die Frau Rossmann bestätigen! Das hat der Puttinger immer verhindert!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir haben jetzt eine erfahrene Staatssekretärin, die sich auskennt, die praktische Erfahrung und auch parlamentarische Erfahrung hat. Sie war Abgeordnete hier im Hohen Haus und auch Mitglied des Gemeinderates in Graz, sie hat dort bereits ihre ersten Meriten verdient. Man kennt sie, sie ist eine Frau, die Dinge in Angriff nimmt. Und das, was sie anpackt, hat Hand und Fuß. Ich glaube, da gibt es gute Aussichten dahin gehend, dass es in nächster Zeit der Tourismuswirtschaft Österreichs um einiges besser gehen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Trattner: Sie können auch mitstimmen! Diese Möglichkeit haben Sie ja!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren hier im Raum! Nach vier Wochen Regierungsbildung liegt uns nun das Bundesministeriengesetz als Grundlage für die neue Arbeitsaufteilung zwischen Blau und Schwarz vor. Dieses Gesetz erfordert nur eine einfache Mehrheit im Parlament, die Opposition kann die Beschlussfassung über dieses Gesetz also nicht verhindern. (Abg. Mag. Trattner: Sie können auch mitstimmen! Diese Möglichkeit haben Sie ja!) Wir werden schon mitstimmen, aber gegen und nicht für das Gesetz stimmen. (Abg. Dr. Ofner: Ein Scherz!)
Abg. Dr. Ofner: Ein Scherz!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren hier im Raum! Nach vier Wochen Regierungsbildung liegt uns nun das Bundesministeriengesetz als Grundlage für die neue Arbeitsaufteilung zwischen Blau und Schwarz vor. Dieses Gesetz erfordert nur eine einfache Mehrheit im Parlament, die Opposition kann die Beschlussfassung über dieses Gesetz also nicht verhindern. (Abg. Mag. Trattner: Sie können auch mitstimmen! Diese Möglichkeit haben Sie ja!) Wir werden schon mitstimmen, aber gegen und nicht für das Gesetz stimmen. (Abg. Dr. Ofner: Ein Scherz!)
Abg. Böhacker: Ende ist ja nie damit, dass Ihnen etwas nicht gefällt!
Für das Protokoll halte ich nun einmal die wesentlichen Punkte fest, die uns an diesem neuen Bundesministeriengesetz absolut nicht gefallen. (Abg. Böhacker: Ende ist ja nie damit, dass Ihnen etwas nicht gefällt!)
Abg. Böhacker: Sie haben nicht zugehört, Herr Professor! Einmal gesagt, immer gesagt!
Mein erster Kritikpunkt sind in erster Linie die Signale, die von diesem Bundesministeriengesetz ausgehen, die Signale, die Sie vor allem einmal im Bereich der Umweltpolitik und der Frauenpolitik aussenden. Das haben wir schon oft gesagt, ich wiederhole es hier noch einmal: Die Abschaffung eines eigenen Umweltministeriums und die Angliederung dieser Agenden an das Landwirtschaftsministerium halten wir für ganz falsch. (Abg. Böhacker: Sie haben nicht zugehört, Herr Professor! Einmal gesagt, immer gesagt!) Es gibt Interessengegensätze zwischen der Landwirtschaftspolitik und der Umweltpolitik. Es gibt auch einige gemeinsame Punkte. Aber das soll man nicht vermengen. (Abg. Böhacker: Die Landwirtschaft ist umweltfeindlich!)
Abg. Böhacker: Die Landwirtschaft ist umweltfeindlich!
Mein erster Kritikpunkt sind in erster Linie die Signale, die von diesem Bundesministeriengesetz ausgehen, die Signale, die Sie vor allem einmal im Bereich der Umweltpolitik und der Frauenpolitik aussenden. Das haben wir schon oft gesagt, ich wiederhole es hier noch einmal: Die Abschaffung eines eigenen Umweltministeriums und die Angliederung dieser Agenden an das Landwirtschaftsministerium halten wir für ganz falsch. (Abg. Böhacker: Sie haben nicht zugehört, Herr Professor! Einmal gesagt, immer gesagt!) Es gibt Interessengegensätze zwischen der Landwirtschaftspolitik und der Umweltpolitik. Es gibt auch einige gemeinsame Punkte. Aber das soll man nicht vermengen. (Abg. Böhacker: Die Landwirtschaft ist umweltfeindlich!)
Beifall bei den Grünen.
Was die Frauenpolitik betrifft, stimme ich Herrn Kollegen Trattner in einem Punkt zu. Er hat nämlich gesagt, dass es in der Vergangenheit zwar ein Frauenministerium gegeben hat, aber wir Grünen immer wieder beklagt haben, dass dieses Frauenministerium zu wenig Kompetenzen hat, dass zu viel auf dem Papier steht, aber in der Praxis mit einer Frauenpolitik, die diesen Namen auch verdienen würde, nichts weitergeht. Aber da hört die Gemeinsamkeit auch schon auf, Herr Kollege Trattner. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Trattner: Das hat mit dem überhaupt nichts zu tun! – Abg. Böhacker: Das ist ein unzulässiger Schluss, den Sie daraus ziehen!
Was Sie jetzt machen, ist Folgendes: Sie übersiedeln die Frauenpolitik ins Sozialministerium und vermischen sie dort mit Familienangelegenheiten. Die Message, die Botschaft, die ich dem entnehme, ist: Frauen sind Sozialfälle und nur im Rahmen der Familienpolitik zu behandeln. Das finde ich politisch verheerend. Aber Sie müssen das verantworten, nicht wir. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Trattner: Das hat mit dem überhaupt nichts zu tun! – Abg. Böhacker: Das ist ein unzulässiger Schluss, den Sie daraus ziehen!)
Abg. Mag. Trattner: Wieso ist das ungeheuerlich?
Weiters: Über das, was man mit dem Sozialministerium vorhat, habe ich mich schon vor einigen Wochen echauffiert, und ich muss das noch einmal wiederholen: Ein eigenständiges Sozialministerium wird mit diesem Bundesministeriengesetz de facto aufgelöst, es wird filetiert. Die wichtigen Agenden gehen allesamt ins Wirtschaftsministerium. Ins Wirtschaftsministerium geht die Sektion Arbeitsmarktpolitik, gehen die Angelegenheiten des Arbeitsrechts, des Arbeitnehmerschutzes, die Agenden des Arbeitsinspektorats und der Arbeitslosenversicherung. Und als ob das alles noch nicht genug wäre, geht ins Wirtschaftsministerium auch noch die Aufsicht über die Arbeiterkammer. – Es ist ungeheuerlich, was Sie da vorhaben! (Abg. Mag. Trattner: Wieso ist das ungeheuerlich?) Na sicher, weil es klare Interessengegensätze zwischen Arbeit
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Unabhängiger müssen sie werden, was sich die Universitäten wünschen!
Last but not least möchte ich erwähnen, dass allen Ihren Lippenbekenntnissen zum Trotz in der Wissenschaft und Forschung keinerlei Signale erkennbar sind, wie Sie das organisatorisch bewältigen wollen. Wissenschaft und Forschung einschließlich der Universitäten gehen in einem Riesenministerium, nämlich dem "Gehrer-Ministerium", auf. Und die Interessen der Universitäten werden gegenüber jenen der Schulen zurückzustehen haben. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Unabhängiger müssen sie werden, was sich die Universitäten wünschen!)
Abg. Haigermoser: Ist das alles, was Sie zu bieten haben, Herr Professor?
Die gesamte vergangene Legislaturperiode hindurch haben wir uns darüber unterhalten, unter anderem im zuständigen Ausschuss, dass die Kompetenzen der Forschungs- und Technologiepolitik zusammengelegt gehören. Die Kompetenzen in der Forschungspolitik waren vorher auf zwei Ministerien aufgeteilt, in Zukunft werden es drei Ministerien sein. Bravo! Das ist wirklich ein Signal für die künftige Forschungspolitik. (Abg. Haigermoser: Ist das alles, was Sie zu bieten haben, Herr Professor?) Nein, Herr Böhacker, Herr Haigermoser, pardon – ich wollte Herrn Böhacker nicht kränken –, das ist nicht alles, was ich zu sagen habe, sondern ich werde noch zwei Minuten über das Gesamtbild dieser Regierung verlieren, das ohnedies sattsam bekannt ist, nur vielleicht Ihnen nicht, Herr Haigermoser. (Abg. Haigermoser: Sie und der Herr Joschka Fischer, da haben Sie einen ordentlichen Freund! Ich würde mich genieren! Joschka Fischer mit seiner Vergangenheit!) Ich komme auf Herrn Joschka Fischer zurück.
Abg. Haigermoser: Sie und der Herr Joschka Fischer, da haben Sie einen ordentlichen Freund! Ich würde mich genieren! Joschka Fischer mit seiner Vergangenheit!
Die gesamte vergangene Legislaturperiode hindurch haben wir uns darüber unterhalten, unter anderem im zuständigen Ausschuss, dass die Kompetenzen der Forschungs- und Technologiepolitik zusammengelegt gehören. Die Kompetenzen in der Forschungspolitik waren vorher auf zwei Ministerien aufgeteilt, in Zukunft werden es drei Ministerien sein. Bravo! Das ist wirklich ein Signal für die künftige Forschungspolitik. (Abg. Haigermoser: Ist das alles, was Sie zu bieten haben, Herr Professor?) Nein, Herr Böhacker, Herr Haigermoser, pardon – ich wollte Herrn Böhacker nicht kränken –, das ist nicht alles, was ich zu sagen habe, sondern ich werde noch zwei Minuten über das Gesamtbild dieser Regierung verlieren, das ohnedies sattsam bekannt ist, nur vielleicht Ihnen nicht, Herr Haigermoser. (Abg. Haigermoser: Sie und der Herr Joschka Fischer, da haben Sie einen ordentlichen Freund! Ich würde mich genieren! Joschka Fischer mit seiner Vergangenheit!) Ich komme auf Herrn Joschka Fischer zurück.
Heiterkeit.
Österreich hat eine isolierte Bundesregierung, die täglich isolierter wird. Das Einzige, was noch fehlt, ist Herr Haigermoser in der Bundesregierung. (Heiterkeit.) Aber so viel schlimmer würde es dann auch nicht werden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Österreich hat eine isolierte Bundesregierung, die täglich isolierter wird. Das Einzige, was noch fehlt, ist Herr Haigermoser in der Bundesregierung. (Heiterkeit.) Aber so viel schlimmer würde es dann auch nicht werden. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Haigermoser: Das ist ein geistiger Terrorismus! – Abg. Dr. Ofner: Über das sprechen wir noch!
Wir haben gerade eine Posse um den Justizminister erlebt. Das, was der FPÖ im Hinblick auf eine Beendigung dieser Posse einfällt, ist, den persönlichen Anwalt von Jörg Haider und den Anwalt der FPÖ zum Justizminister zu ernennen. (Abg. Haigermoser: Das ist ein geistiger Terrorismus! – Abg. Dr. Ofner: Über das sprechen wir noch!) Das ist wirklich ...
Abg. Haigermoser: Das habe ich nicht gesagt! Das ist Manipulation!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter Haigermoser! Für das Wort "geistiger Terrorist" erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Abg. Haigermoser: Das habe ich nicht gesagt! Das ist Manipulation!) – "Geistiger Terrorist", nein, das geht nicht!
Abg. Edler: Was ist das für eine Sprache? Wo haben Sie das her? – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (fortsetzend): Diese Worte von Herrn Haigermoser sind im Zusammenhang mit meinen Bemerkungen zum Justizminister gefallen. Das ist interessant. Er beharrt darauf, es ist "geistiger Terrorismus", was ich hier am Rednerpult ... (Abg. Edler: Was ist das für eine Sprache? Wo haben Sie das her? – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Dr. Ofner: Realität nicht zur Kenntnis nehmen! Das würde ich mir gut überlegen! Ihr wollt die Realität nicht zur Kenntnis nehmen!
Die Antwort dieser Bundesregierung war vorläufig: leugnen, verdrängen, Realität nicht zur Kenntnis nehmen, den Kopf in den Sand stecken, und zwar von Anfang an. (Abg. Dr. Ofner: Realität nicht zur Kenntnis nehmen! Das würde ich mir gut überlegen! Ihr wollt die Realität nicht zur Kenntnis nehmen!) Das Außenministerium hat nichts gewusst von den Reaktionen unserer Partner in der Europäischen Union. Die ÖVP hat nichts gewusst von der Situation des Budgetdefizits. Niemals hat irgendjemand etwas von dieser Entwicklung gewusst oder hätte dies wissen können.
Ruf bei der ÖVP: Bürgermeister und guter Mann!
Herr Kollege Khol! Herr Bundeskanzler! Wie war das denn in der Bundesratssitzung vom 18. Februar dieses Jahres? – Da spricht Herr Bundesrat Ludwig Bieringer von der ÖVP Salzburg: ... (Ruf bei der ÖVP: Bürgermeister und guter Mann!) "Bürgermeister und guter Mann" höre ich aus den Reihen der ÖVP. (Abg. Schwarzenberger: Das stimmt tatsächlich!) Ich zitiere wörtlich:
Abg. Schwarzenberger: Das stimmt tatsächlich!
Herr Kollege Khol! Herr Bundeskanzler! Wie war das denn in der Bundesratssitzung vom 18. Februar dieses Jahres? – Da spricht Herr Bundesrat Ludwig Bieringer von der ÖVP Salzburg: ... (Ruf bei der ÖVP: Bürgermeister und guter Mann!) "Bürgermeister und guter Mann" höre ich aus den Reihen der ÖVP. (Abg. Schwarzenberger: Das stimmt tatsächlich!) Ich zitiere wörtlich:
Zwischenruf bei der ÖVP.
"Ich bin kein Freund ... von Dr. Haider ..., aber eines muss ich schon sagen, um der Wahrheit die Ehre zu geben: Ich hoffe sehr, es kann der deutsche Außenminister Joschka Fischer von sich genau so behaupten, wie dies Jörg Haider tun kann, dass er niemals einen Molotowcocktail geworfen hat. Und ich hoffe sehr" ... (Zwischenruf bei der ÖVP.) Das gefällt Ihnen gut? – Das war ein Zwischenruf. Ich setze fort mit dem Zitat: "Und ich hoffe sehr, es wird der deutsche Innenminister Schily von sich aus genau so behaupten können wie Jörg Haider, dass er niemals Pflastersteine gegen eine ausländische Vertretung geworfen hat." – (Abg. Kiss: Das waren bemerkenswerte Sätze! – Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Ihre Sympathie für Pflastersteinwerfer ist bekannt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Kiss: Das waren bemerkenswerte Sätze! – Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Ihre Sympathie für Pflastersteinwerfer ist bekannt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
"Ich bin kein Freund ... von Dr. Haider ..., aber eines muss ich schon sagen, um der Wahrheit die Ehre zu geben: Ich hoffe sehr, es kann der deutsche Außenminister Joschka Fischer von sich genau so behaupten, wie dies Jörg Haider tun kann, dass er niemals einen Molotowcocktail geworfen hat. Und ich hoffe sehr" ... (Zwischenruf bei der ÖVP.) Das gefällt Ihnen gut? – Das war ein Zwischenruf. Ich setze fort mit dem Zitat: "Und ich hoffe sehr, es wird der deutsche Innenminister Schily von sich aus genau so behaupten können wie Jörg Haider, dass er niemals Pflastersteine gegen eine ausländische Vertretung geworfen hat." – (Abg. Kiss: Das waren bemerkenswerte Sätze! – Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Ihre Sympathie für Pflastersteinwerfer ist bekannt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen
Gut, diese Bundesregierung will österreichische Interessen vertreten (lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen), diese Bundesregierung behauptet, nicht in außenpolitischer Isolation zu sein. Und mit diesen Äußerungen – nicht nur von FPÖ-Politikern, sondern von ÖVP-Politikern – behaupten Sie, österreichische Interessen wahrzunehmen.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Haigermoser: Sie wagen das zu sagen?! "Radau-Partie"! "Radau-Partie"! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP.
Dass das eine Radau-Partie ist, das weiß ich schon. Aber die ÖVP? Wie steht die ÖVP dazu? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Haigermoser: Sie wagen das zu sagen?! "Radau-Partie"! "Radau-Partie"! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Baumgartner-Gabitzer. – Bitte. (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer.
Ich konnte den Ausführungen des Herrn Klubobmannes Gusenbauer leider nicht entnehmen, was er zum Bundesministeriengesetz sagt, daher gehe ich davon aus, dass er diesem zustimmt. Das freut mich sehr. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer. )
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben nun, meine Damen und Herren, ein Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen. Dort ist all das zusammengefasst, was in gewisser Weise der besonderen Aufmerksamkeit und auch des Schutzes der Gesellschaft bedarf: die Kinder und Jugendlichen, die Frauen, die Familien, die Senioren und die Kranken. Es wird nun eine Frage der inhaltlichen Arbeit sein, mit diesen sensiblen Materien umzugehen. Und da habe ich keine Befürchtungen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das halte ich besonders der in meinen Augen überzogenen Kritik an der so genannten Abschaffung der Frauenministerin entgegen. Es komme zum Ende der Frauenpolitik, habe ich gelesen. – Kein Mensch redet vom Ende der Familienpolitik, nur weil es kein Familienministerium mehr gibt! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die letzte Frauenministerin hat ihre Rolle als Frauenministerin dahin gehend verstanden, Vertreterin der Frauen zu sein, sich in andere Bereiche einzubringen und darauf zu achten, dass politische Entscheidungen nicht zu Lasten der Frauen gehen. – Nachzuhören im ORF 1997. – Dafür, meine Damen und Herren, brauche ich kein Frauenministerium. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Ja, so ist es!
Jede Frau, die politisch tätig ist, hat darauf zu achten, dass politische Entscheidungen nicht zu Lasten der Frauen gehen. Da müssen alle Frauen solidarisch zusammenstehen. Und so einfach kann man es sich in der Frauenpolitik nicht machen, dass man meint, dass das Vorhandensein eines Frauenministeriums bereits Frauenpolitik ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Ja, so ist es!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Konkret wichtig ist unter anderem, dass die versprochenen Frauenförderungsprogramme umgesetzt werden, dass gleicher Lohn für gleiche Arbeit gilt. Und dabei mitzumachen, meine ich, ist durchaus auch die Gewerkschaft berufen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wichtig ist auch, dass Frauen und Männer die gleichen Chancen im öffentlichen Leben haben. Und da, meine Damen und Herren, bin ich mit dieser Bundesregierung sehr zufrieden, denn das erste Mal hat Österreich eine Vizekanzlerin und eine Außenministerin. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Damit sind Schlüsselressorts der Bundesregierung mit Frauen besetzt. Das, meine Damen und Herren, ist mir allemal lieber als eine kompetenzlose Frauenministerin. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Jawohl!)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Jawohl!
Wichtig ist auch, dass Frauen und Männer die gleichen Chancen im öffentlichen Leben haben. Und da, meine Damen und Herren, bin ich mit dieser Bundesregierung sehr zufrieden, denn das erste Mal hat Österreich eine Vizekanzlerin und eine Außenministerin. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Damit sind Schlüsselressorts der Bundesregierung mit Frauen besetzt. Das, meine Damen und Herren, ist mir allemal lieber als eine kompetenzlose Frauenministerin. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Jawohl!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Jetzt sind sinnvollerweise die Verkehrsangelegenheiten gebündelt – Schiene und Straße zusammen mit Innovation und Technologie –, und die Vision eines Bildungsministeriums ist Wirklichkeit geworden. Bildung ist mehr als Schule und Universitäten, Bildung und Lernen müssen ein ganzes Leben lang stattfinden. Ein Ressort, das sich einem gesamtheitlichen Bildungsanspruch verpflichtet fühlt und dafür arbeitet, ist daher ein großer Gewinn für das Land, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Diese Bundesregierung ist dazu angetreten, den Staatshaushalt in Ordnung zu bringen. Ein großer Teil des Einsparpotentials liegt in der Verwaltung. Seit Jahren spricht man von Verwaltungsreform, jetzt bekennt man sich dazu, dass Verwaltung natürlich auch Leistung ist und sein muss. Ein eigenes Ressort, dessen sich sogar die Vizekanzlerin angenommen hat, befasst sich daher mit der öffentlichen Leistung – ein Schritt vom Verwaltungs- zum Leistungsstaat. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Mertel: Politkommissar!
Einige kurze Bemerkungen zum Generalsekretär. Bisher war, wie Sie alle wissen, in nur drei Bundesministerien ein Generalsekretär vorgesehen. Auch diesbezüglich bringt diese Novelle einen Fortschritt: Jedes Ressort kann nunmehr einen Generalsekretär bestellen. (Abg. Dr. Mertel: Politkommissar!) Auch hier habe ich im Vorfeld Unkenrufe gehört, es käme ein "Politkommissar". – Wie man denkt, so redet man, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Einige kurze Bemerkungen zum Generalsekretär. Bisher war, wie Sie alle wissen, in nur drei Bundesministerien ein Generalsekretär vorgesehen. Auch diesbezüglich bringt diese Novelle einen Fortschritt: Jedes Ressort kann nunmehr einen Generalsekretär bestellen. (Abg. Dr. Mertel: Politkommissar!) Auch hier habe ich im Vorfeld Unkenrufe gehört, es käme ein "Politkommissar". – Wie man denkt, so redet man, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Aber in Zeiten der größten Sparsamkeit werden die Ressortchefs jemanden brauchen, der ihnen innerhalb der Verwaltung die Kommunikation erleichtert und zur Seite steht bei den dringend notwendigen Einsparmaßnahmen. Bisher haben bereits Generalsekretäre im Außen-, Innen- und Verteidigungsministerium ihre Notwendigkeit bewiesen. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
"Und das Entscheidende – und da ist die Opposition aufgerufen wie auch wir hier, wie auch die Öffentlichkeit – ist, die Ergebnisse zu kritisieren oder ihnen zu applaudieren und sie zu begrüßen – je nachdem, welche Ergebnisse dann auf dem Tisch liegen. So kann, meine ich" – nämlich Herr Abgeordneter Cap –, "eine konstruktive, sinnvolle politische Auseinandersetzung ablaufen." – Dem, meine sehr geehrten Damen und Herren, kann ich eigentlich nur zustimmen. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Wenn ich das ernst nehme, was Professor Van der Bellen so leichthin gesagt hat, nämlich dass Interessengegensätze niemals gemeinsam in ein Ministerium aufgenommen werden dürfen, dann muss ich eigentlich die Frage an Sie zurückgeben: Wieso haben Sie dann immer die Meinung vertreten, man soll Schiene und Straße in ein Infrastrukturministerium geben. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) Das sind klare Interessengegensätze, und es ist richtig, es ist
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter! Es ist doch lächerlich, zu sagen, es sei ein Fehler, Hochschulen und Schulen in ein umfassendes Bildungsministerium aufzunehmen, weil dann die Universitäten hinter die Schulen gereiht seien. Die Faszination ist, dass zum ersten Mal seit 30 Jahren Bildung – und zwar lebenslange Bildung und nicht Kasterldenken – wieder umfassend in einem ganzheitlichen Ministerium verwirklicht werden kann. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und diese billige Polemik, dass man Frauen gegen Familie ausspielt! Natürlich ist Frauenpolitik nicht identisch mit Familienpolitik. Das hat aber auch bitte wirklich niemand behauptet. Schlimm wäre es allerdings, wenn man Frauenpolitik, moderne Frauenpolitik in einen Gegensatz zu moderner Familienpolitik setzte. Das lehnen wir ab! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
zur auf der Regierungsbank sitzenden Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer gewendet
Ich kann mich diesbezüglich wirklich nur dem anschließen, was Frau Abgeordnete Baumgartner-Gabitzer gesagt hat: Es ist doch viel spannender – und dazu habe ich nichts gehört von denen, die sonst immer die Anliegen der Frauen auf ihrer Zunge tragen –, dass zum ersten Mal in der Geschichte der Zweiten Republik eine Frau Vizekanzlerin ist. Ich gratuliere Ihnen (zur auf der Regierungsbank sitzenden Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer gewendet) dazu, liebe Frau Doktor! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich kann mich diesbezüglich wirklich nur dem anschließen, was Frau Abgeordnete Baumgartner-Gabitzer gesagt hat: Es ist doch viel spannender – und dazu habe ich nichts gehört von denen, die sonst immer die Anliegen der Frauen auf ihrer Zunge tragen –, dass zum ersten Mal in der Geschichte der Zweiten Republik eine Frau Vizekanzlerin ist. Ich gratuliere Ihnen (zur auf der Regierungsbank sitzenden Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer gewendet) dazu, liebe Frau Doktor! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Bravo!
Zum ersten Mal in der Geschichte der Zweiten Republik haben wir eine Außenministerin, und es war ein bezeichnender Fehler, ein Lapsus Linguae, dass der Oppositionschef der SPÖ abschätzig von der "Staatssekretärin" gesprochen hat. Sie haben nicht wahrgenommen, dass Frau Dr. Benita Ferrero-Waldner mittlerweile die Außenministerin Österreichs geworden ist. Es spricht eigentlich für die Abwertung Ihrer Rolle, wie Sie hier geredet haben. Ich bin stolz auf sie! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Bravo!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zum ersten Mal haben wir eine Bildungsministerin, die für die Jugend in Österreich umfassend Verantwortung trägt. Zusätzlich haben wir eine Sozialministerin und die erste Tourismus-Staatssekretärin in der Geschichte Österreichs. Und ich bin stolz auf diese moderne Lösung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Sehr gut!
Es sind auch langjährige Forderungen verwirklicht worden. Endlich sind die Forschungsfonds in einer Hand vereint. (Abg. Dr. Khol: Sehr gut!) Das ist etwas, was sich Viktor Klima auch vorgenommen, nur gegen seine eigenen Beamten nie durchgesetzt hat. (Abg. Dr. Khol: Gegen den Einem nicht!) Ich habe es gemacht. Ich habe mich nicht gegen Einem und gegen meine eigenen Beamten durchsetzen müssen, ich habe den ITF und den Forschungsförderungsfonds gemeinsam in ein Ministerium für Innovation und Zukunft eingebracht. Das wird dem Standort Österreich gut tun! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Gegen den Einem nicht!
Es sind auch langjährige Forderungen verwirklicht worden. Endlich sind die Forschungsfonds in einer Hand vereint. (Abg. Dr. Khol: Sehr gut!) Das ist etwas, was sich Viktor Klima auch vorgenommen, nur gegen seine eigenen Beamten nie durchgesetzt hat. (Abg. Dr. Khol: Gegen den Einem nicht!) Ich habe es gemacht. Ich habe mich nicht gegen Einem und gegen meine eigenen Beamten durchsetzen müssen, ich habe den ITF und den Forschungsförderungsfonds gemeinsam in ein Ministerium für Innovation und Zukunft eingebracht. Das wird dem Standort Österreich gut tun! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es sind auch langjährige Forderungen verwirklicht worden. Endlich sind die Forschungsfonds in einer Hand vereint. (Abg. Dr. Khol: Sehr gut!) Das ist etwas, was sich Viktor Klima auch vorgenommen, nur gegen seine eigenen Beamten nie durchgesetzt hat. (Abg. Dr. Khol: Gegen den Einem nicht!) Ich habe es gemacht. Ich habe mich nicht gegen Einem und gegen meine eigenen Beamten durchsetzen müssen, ich habe den ITF und den Forschungsförderungsfonds gemeinsam in ein Ministerium für Innovation und Zukunft eingebracht. Das wird dem Standort Österreich gut tun! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Geradezu absurd ist die Verweigerung der Realität, dass ein Ministerium für Wirtschaft und Arbeit eine spannende Geschichte ist. Das, Herr Professor, möchte Ihnen schon sagen. Der Rückgriff in die dreißiger Jahre und den Ständestaat – das ist nicht Ihr Niveau, Herr Professor Van der Bellen. Das möchte ich hier schon einmal deutlich sagen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Hier ist keine Regierung, die in die dreißiger Jahre zurückblickt, sondern eine, die ins 21. Jahrhundert nach vorne blickt und eine mutige und moderne Politik machen möchte. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Geradezu absurd ist die Verweigerung der Realität, dass ein Ministerium für Wirtschaft und Arbeit eine spannende Geschichte ist. Das, Herr Professor, möchte Ihnen schon sagen. Der Rückgriff in die dreißiger Jahre und den Ständestaat – das ist nicht Ihr Niveau, Herr Professor Van der Bellen. Das möchte ich hier schon einmal deutlich sagen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Hier ist keine Regierung, die in die dreißiger Jahre zurückblickt, sondern eine, die ins 21. Jahrhundert nach vorne blickt und eine mutige und moderne Politik machen möchte. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Ausgezeichnet!
Und wenn Sie das schon kritisieren wollen, können Sie mir dann erklären, warum Irland, Großbritannien und Schweden haargenau die gleiche Kompetenzverteilung haben, denn auch dort sind Industrie, Arbeitsmarkt und Arbeitsrecht in einer Hand? Ich finde, Wirtschaft und Arbeit und dazu noch ein Ministerium, das für die Sozialpartner – Wirtschaftskammer, also Aufsicht, und Arbeiterkammer – verantwortlich ist, ist doch faszinierend. Oder besteht für Sie Sozialpartnerschaft immer nur in gelebten Klassengegensätzen? – Dann lassen Sie bitte diese Vergangenheit und diese überholte Ideologie! Die ist nicht mehr zeitgemäß, Herr Professor. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Ausgezeichnet!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Reden wir in einigen Wochen, in einigen Monaten weiter, wenn die uneingelösten Schecks der vergangenen Zusagen von uns umgesetzt und durchgesetzt werden. Denn Kunstpolitik und Kulturpolitik sind nicht nur Rhetorik, sind nicht nur Emotion und Befindlichkeit, sondern ganz konkrete Arbeit für das Kulturland Österreich. Das wird Franz Morak in seiner vollen Koordinationskompetenz besser als jeder andere hier machen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Natürlich kann ich für jeden einzelnen Aufgabenbereich ein eigenes Ministerium fordern, nur erklären Sie mir dann, wie das mit dem Sparsamkeitsgebot vereinbar wäre. Wir haben es versucht, und wir haben es geschafft: Wir haben die kleinste Regierung in der Zweiten Republik gebildet. Zum ersten Mal gibt es nur zwölf Ministerien und dazu eine mutige Reform der Kompetenzverteilung. Ich glaube, das ist jedenfalls ein Versuch, der sich sehen lassen kann und der am Ende sehr gut funktionieren wird. – Das wird Sie nicht freuen, meine Damen und Herren von der Opposition. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Sie machen sich ungeheure Sorgen, ob diese Regierung etwas zusammenbringen wird, ob das funktionieren wird und so weiter. Das ist Ihr gutes Recht, das ist sogar Ihre Aufgabe. Aber ich sage Ihnen: Versuchen Sie wenigstens auch, die Dinge nicht nur mit einem Auge, sondern, damit die Perspektive stimmt, auch mit dem zweiten Auge zu sehen. (Heiterkeit bei der ÖVP.) Denn – und ich meine, die Profis unter Ihnen wissen es ja – wenn Sie, Herr Abgeordneter Gusenbauer, schon die Börse zitieren, dann nehmen Sie bitte nicht nur den Zeitraum ab Jänner – da gab es nämlich noch einen sozialistischen Bundeskanzler und einen sozialistischen Finanzminister; damals haben wir 11 Prozent verloren –, nehmen Sie einmal den Vergleich seit dem Amtsantritt dieser Regierung, das ist der 4. Februar. Seit damals hat der ATX um 2 Prozent zugelegt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Stummvoll: Was sagst du jetzt, Gusenbauer? – Abg. Dr. Khol: Na, Gusenbauer!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Stummvoll: Was sagst du jetzt, Gusenbauer? – Abg. Dr. Khol: Na, Gusenbauer!
Sie machen sich ungeheure Sorgen, ob diese Regierung etwas zusammenbringen wird, ob das funktionieren wird und so weiter. Das ist Ihr gutes Recht, das ist sogar Ihre Aufgabe. Aber ich sage Ihnen: Versuchen Sie wenigstens auch, die Dinge nicht nur mit einem Auge, sondern, damit die Perspektive stimmt, auch mit dem zweiten Auge zu sehen. (Heiterkeit bei der ÖVP.) Denn – und ich meine, die Profis unter Ihnen wissen es ja – wenn Sie, Herr Abgeordneter Gusenbauer, schon die Börse zitieren, dann nehmen Sie bitte nicht nur den Zeitraum ab Jänner – da gab es nämlich noch einen sozialistischen Bundeskanzler und einen sozialistischen Finanzminister; damals haben wir 11 Prozent verloren –, nehmen Sie einmal den Vergleich seit dem Amtsantritt dieser Regierung, das ist der 4. Februar. Seit damals hat der ATX um 2 Prozent zugelegt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Stummvoll: Was sagst du jetzt, Gusenbauer? – Abg. Dr. Khol: Na, Gusenbauer!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Der Dow hat 30 Prozent gewonnen!
Jetzt bin ich weit davon entfernt, zu sagen, das alles ist eins zu eins mit der Arbeit der neuen Bundesregierung zu verbinden. (Abg. Dr. Gusenbauer: Der Dow hat 30 Prozent gewonnen!) Ja, in Ordnung, aber ich habe jetzt gerade das Beispiel Österreich gebracht, denn für mich sind die österreichischen Daten eigentlich viel wichtiger als alles andere. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Jetzt bin ich weit davon entfernt, zu sagen, das alles ist eins zu eins mit der Arbeit der neuen Bundesregierung zu verbinden. (Abg. Dr. Gusenbauer: Der Dow hat 30 Prozent gewonnen!) Ja, in Ordnung, aber ich habe jetzt gerade das Beispiel Österreich gebracht, denn für mich sind die österreichischen Daten eigentlich viel wichtiger als alles andere. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: So schaut es aus! – Abg. Dr. Khol: So schaut es aus!
Ich sage ja nicht, dass das nur die Arbeit der Bundesregierung ist, sonst würden ja möglicherweise in Belgien die Alarmglocken schrillen, denn die Brüsseler Börse ist seit Jänner um 18 Prozent gefallen. Ich meine ja nur! (Abg. Haigermoser: So schaut es aus! – Abg. Dr. Khol: So schaut es aus!) Aber dieser Vergleich ist auch nicht seriös, daher streichen wir ihn gleich wieder.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben das lästige und heikle Thema der Anonymität der Sparguthaben auf Regierungsebene gelöst. Wir haben mit einem Bankengipfel außer Streit gestellt, dass wir den Kampf gegen die Geldwäsche ernst meinen, aber trotzdem das erstklassige Bankgeheimnis behalten wollen. Das ist ein ganz wichtiger Schritt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dietachmayr: Ohne Begutachtung!
Wir haben gestern im Ministerrat das große ÖIAG-Reformpaket vorgelegt. (Abg. Dietachmayr: Ohne Begutachtung!) Ja sicher, das müssen wir machen, damit wir zügig jene Dinge, die von früheren Finanzministern verzögert worden sind, umsetzen. Immer noch sitzt der österreichische Steuerzahler auf einem Schuldenberg von 50 Milliarden Schilling, und das wollen wir ändern. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben gestern im Ministerrat das große ÖIAG-Reformpaket vorgelegt. (Abg. Dietachmayr: Ohne Begutachtung!) Ja sicher, das müssen wir machen, damit wir zügig jene Dinge, die von früheren Finanzministern verzögert worden sind, umsetzen. Immer noch sitzt der österreichische Steuerzahler auf einem Schuldenberg von 50 Milliarden Schilling, und das wollen wir ändern. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und wir nehmen die Entpolitisierung ernst, bitterernst. Es wird keine Proporzbestellungen mehr geben. Es müssen die absolut besten Profis in die Aufsichtsräte entsandt werden! (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall und Bravo!-Rufe bei der ÖVP sowie Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich verstehe ja Ihre Aufregung, meine Damen und Herren von der Opposition. Gestern haben wir einen Vorschlag gemacht, dass die neun Regierungsvertreter, die im ORF-Kuratorium die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Radios und Fernsehens garantieren, nicht mehr, wie es früher bei der SPÖ gang und gäbe war, von Ministersekretären oder Pressereferenten, die besser intervenieren können, besetzt werden, sondern von unabhängigen, fachlich einwandfreien Persönlichkeiten. Nennen Sie diesen Unterschied in der Öffentlichkeit! (Beifall und Bravo!-Rufe bei der ÖVP sowie Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir werden übernächste Woche ein eigenes Wohnpaket vorlegen, wie wir die Wohn- und Betriebskosten verbilligen können. Das hätten Sie alles schon früher machen können – wir setzen es durch. Diese Regierung arbeitet, sie ist ein stabiler Anker in der jetzigen Zeit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Sie verbreiten die Krise!
Also verbreiten Sie nicht Krisengerede, das ist nicht notwendig. (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie verbreiten die Krise!) Ich freue mich, dass ich Ihnen heute sagen kann: Im Februar – in dem Monat, in dem wir die Arbeit aufgenommen haben – ist die Arbeitslosigkeit um 32 000 gesunken. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wir haben um 11 Prozent bessere Arbeitsmarktdaten, fast 11 Prozent weniger Arbeitslose, 5 000 Jugendliche, die mehr in Beschäftigung sind, 4 000 Arbeitslose weniger in der höchsten Altersgruppe. Damit nehmen wir den Kampf für den Standort in Österreich, für die Menschen, ganz gleich, wo sie sind, wie sie politisch stehen, ernst, und ich glaube, diese Regierung wird dem Land ganz gut tun. (Anhaltender Beifall und Bravorufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Also verbreiten Sie nicht Krisengerede, das ist nicht notwendig. (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie verbreiten die Krise!) Ich freue mich, dass ich Ihnen heute sagen kann: Im Februar – in dem Monat, in dem wir die Arbeit aufgenommen haben – ist die Arbeitslosigkeit um 32 000 gesunken. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wir haben um 11 Prozent bessere Arbeitsmarktdaten, fast 11 Prozent weniger Arbeitslose, 5 000 Jugendliche, die mehr in Beschäftigung sind, 4 000 Arbeitslose weniger in der höchsten Altersgruppe. Damit nehmen wir den Kampf für den Standort in Österreich, für die Menschen, ganz gleich, wo sie sind, wie sie politisch stehen, ernst, und ich glaube, diese Regierung wird dem Land ganz gut tun. (Anhaltender Beifall und Bravorufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Anhaltender Beifall und Bravorufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Also verbreiten Sie nicht Krisengerede, das ist nicht notwendig. (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie verbreiten die Krise!) Ich freue mich, dass ich Ihnen heute sagen kann: Im Februar – in dem Monat, in dem wir die Arbeit aufgenommen haben – ist die Arbeitslosigkeit um 32 000 gesunken. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wir haben um 11 Prozent bessere Arbeitsmarktdaten, fast 11 Prozent weniger Arbeitslose, 5 000 Jugendliche, die mehr in Beschäftigung sind, 4 000 Arbeitslose weniger in der höchsten Altersgruppe. Damit nehmen wir den Kampf für den Standort in Österreich, für die Menschen, ganz gleich, wo sie sind, wie sie politisch stehen, ernst, und ich glaube, diese Regierung wird dem Land ganz gut tun. (Anhaltender Beifall und Bravorufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Das sieht man an Ihnen!
Abgeordnete Mag. Barbara Prammer (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren der Bundesregierung! Meine Damen und Herren des Hohen Hauses! Herr Bundeskanzler! Wir haben uns immer bemüht, Ihnen einige Grundbegriffe der Frauenpolitik nahe zu bringen. Ich möchte es an dieser Stelle noch einmal versuchen: Frau sein ist kein Programm. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Das sieht man an Ihnen!)
Beifall bei der SPÖ.
Die Chaostruppe gerade der Freiheitlichen macht sich tagtäglich ans Werk und liefert tagtäglich neue Argumente, warum Österreich im Inland ein derartiges Bild bietet, dass wir im Ausland nicht verstanden werden, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Oberhaidinger: Diese Regierung braucht eh Mut!
Herr Bundeskanzler! Sie sprechen von "Reform" und vom "anderen Geist". Heute haben Sie das Wort "faszinierend" besonders strapaziert, und ganz besonders hätte es mich erstaunt, wenn in Ihren Ausführungen das Wort "Mut" gefehlt hätte. Sie predigen den Mut in diesem Land: Mut, den Menschen weh zu tun (Abg. Oberhaidinger: Diese Regierung braucht eh Mut!) , Mut, wenige zu Gewinnern zu machen, Mut, den Rückschritt einzuläuten, Mut, blind zu sein nach allen Seiten (Beifall bei der SPÖ), Mut, Österreich eine äußerst unsichere Zukunft zu bescheren, und vor allen Dingen Mut, den Frauen jene Perspektive zu nehmen, die sie dringend brauchen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ
Herr Bundeskanzler! Sie sprechen von "Reform" und vom "anderen Geist". Heute haben Sie das Wort "faszinierend" besonders strapaziert, und ganz besonders hätte es mich erstaunt, wenn in Ihren Ausführungen das Wort "Mut" gefehlt hätte. Sie predigen den Mut in diesem Land: Mut, den Menschen weh zu tun (Abg. Oberhaidinger: Diese Regierung braucht eh Mut!) , Mut, wenige zu Gewinnern zu machen, Mut, den Rückschritt einzuläuten, Mut, blind zu sein nach allen Seiten (Beifall bei der SPÖ), Mut, Österreich eine äußerst unsichere Zukunft zu bescheren, und vor allen Dingen Mut, den Frauen jene Perspektive zu nehmen, die sie dringend brauchen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundeskanzler! Sie sprechen von "Reform" und vom "anderen Geist". Heute haben Sie das Wort "faszinierend" besonders strapaziert, und ganz besonders hätte es mich erstaunt, wenn in Ihren Ausführungen das Wort "Mut" gefehlt hätte. Sie predigen den Mut in diesem Land: Mut, den Menschen weh zu tun (Abg. Oberhaidinger: Diese Regierung braucht eh Mut!) , Mut, wenige zu Gewinnern zu machen, Mut, den Rückschritt einzuläuten, Mut, blind zu sein nach allen Seiten (Beifall bei der SPÖ), Mut, Österreich eine äußerst unsichere Zukunft zu bescheren, und vor allen Dingen Mut, den Frauen jene Perspektive zu nehmen, die sie dringend brauchen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haller: Was haben denn Sie zuwege gebracht?
Es ist schon sehr peinlich, wenn eine Frau Bundesministerin Sickl, die offensichtlich in Zukunft für die Frauen zuständig sein wird, noch nie etwas von Gleichbehandlungsgesetzen gehört hat, wenn sie angetreten ist, um eine Frauenbeauftragte als schmückendes Beiwerk dort oder da hinzusetzen. (Abg. Haller: Was haben denn Sie zuwege gebracht?) Meine Damen und Herren! Diese Gleichbehandlungsgesetze sind voriges Jahr 20 Jahre alt geworden, und wir sind stolz darauf, dass wir in Österreich moderne Gleichbehandlungsgesetze haben, trotz einer konservativen Politik auf der rechten Seite dieses Hauses. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist schon sehr peinlich, wenn eine Frau Bundesministerin Sickl, die offensichtlich in Zukunft für die Frauen zuständig sein wird, noch nie etwas von Gleichbehandlungsgesetzen gehört hat, wenn sie angetreten ist, um eine Frauenbeauftragte als schmückendes Beiwerk dort oder da hinzusetzen. (Abg. Haller: Was haben denn Sie zuwege gebracht?) Meine Damen und Herren! Diese Gleichbehandlungsgesetze sind voriges Jahr 20 Jahre alt geworden, und wir sind stolz darauf, dass wir in Österreich moderne Gleichbehandlungsgesetze haben, trotz einer konservativen Politik auf der rechten Seite dieses Hauses. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was in Kärnten los ist, wissen wir ja auch. Da gibt es eine Frauenbeauftragte, und diese pariert offensichtlich nicht richtig und muss deswegen auch abgesetzt werden. Auf einen Schlag, mit einem Schnipper weg aus der Zuständigkeit innerhalb der Kärntner Landesregierung! Das ist offensichtlich die moderne, die neue, die mutige Art, Frauenpolitik zu machen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir wollen kein Zurück an den blau-schwarzen Herd, nicht wir, auch nicht die Frauen, die Mehrheit der Frauen in diesem Lande. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist zwar auch – und das gestehe ich schon zu – der neuen Bundesregierung ein Anliegen, aber eben leider nur auf dem Papier. Die Gemeinden werden mit ein paar charmanten Formulierungen eingeladen, vielleicht auch ein paar Kinderbetreuungseinrichtungen zu schaffen. Konsequenzen, die wir immer wieder verlangt und gefordert haben und deren Umsetzung dank einer konservativen ÖVP in diesem Lande auch während der letzten 13 Jahre nicht möglich gewesen ist, werden auch in Zukunft nicht umgesetzt werden. Das ist amtlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf: 100 Prozent der Lebensmittelversorgung!
Meine Damen und Herren! Noch ein kurzes Beispiel: Das Landwirtschaftsministerium ist nicht abgeschafft worden. – 4 Prozent der Bevölkerung! 52 Prozent der Bevölkerung, Frauen, finden in dieser Bundesregierung keinen Niederschlag, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Ruf: 100 Prozent der Lebensmittelversorgung!)
Abg. Schwarzenberger: Danke für das Argument! Das können wir bei den Bauern gut gebrauchen!
Den Erfolg der Bundesregierung zu kommentieren in diesem einen ... (Abg. Schwarzenberger: Danke für das Argument! Das können wir bei den Bauern gut gebrauchen!) – Jawohl! Hoffentlich auch bei den Frauen! Das wünsche ich Ihnen, Herr Abgeordneter Schwarzenberger, von Herzen. (Abg. Schwarzenberger: Auch Bäuerinnen sind Frauen, auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen!) – Den Erfolg der Bundesregierung zu kommentieren fällt mir schwer. Dazu fällt mir nur ein chinesisches Sprichwort ein: Es genügt nicht, zum Fluss zu kommen mit dem Wunsch, Fische zu fangen, du musst auch das Netz mitbringen. – Das Netz – nämlich die konkrete Frauenpolitik – fehlt in diesem Bundesministeriengesetz, fehlt auch in diesem Regierungsprogramm. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schwarzenberger: Auch Bäuerinnen sind Frauen, auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen!
Den Erfolg der Bundesregierung zu kommentieren in diesem einen ... (Abg. Schwarzenberger: Danke für das Argument! Das können wir bei den Bauern gut gebrauchen!) – Jawohl! Hoffentlich auch bei den Frauen! Das wünsche ich Ihnen, Herr Abgeordneter Schwarzenberger, von Herzen. (Abg. Schwarzenberger: Auch Bäuerinnen sind Frauen, auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen!) – Den Erfolg der Bundesregierung zu kommentieren fällt mir schwer. Dazu fällt mir nur ein chinesisches Sprichwort ein: Es genügt nicht, zum Fluss zu kommen mit dem Wunsch, Fische zu fangen, du musst auch das Netz mitbringen. – Das Netz – nämlich die konkrete Frauenpolitik – fehlt in diesem Bundesministeriengesetz, fehlt auch in diesem Regierungsprogramm. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Den Erfolg der Bundesregierung zu kommentieren in diesem einen ... (Abg. Schwarzenberger: Danke für das Argument! Das können wir bei den Bauern gut gebrauchen!) – Jawohl! Hoffentlich auch bei den Frauen! Das wünsche ich Ihnen, Herr Abgeordneter Schwarzenberger, von Herzen. (Abg. Schwarzenberger: Auch Bäuerinnen sind Frauen, auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen!) – Den Erfolg der Bundesregierung zu kommentieren fällt mir schwer. Dazu fällt mir nur ein chinesisches Sprichwort ein: Es genügt nicht, zum Fluss zu kommen mit dem Wunsch, Fische zu fangen, du musst auch das Netz mitbringen. – Das Netz – nämlich die konkrete Frauenpolitik – fehlt in diesem Bundesministeriengesetz, fehlt auch in diesem Regierungsprogramm. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen
Abgeordneter Dr. Martin Graf (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Die heutige Debatte ist eigentlich bezeichnend für den Stil der neuen Opposition, und ich habe schon im Ausschuss gesagt – aber das werden Sie nicht wissen, weil Sie alle von der Opposition, die Sie bis jetzt gesprochen haben, bei den Verhandlungen im Ausschuss nicht dabei waren (Heiterkeit bei den Freiheitlichen) und daher nicht wissen, wie es eigentlich tatsächlich ausschaut – und sage es auch heute: Sie werden das Handwerk der Opposition auch noch lernen. Das hat sich heute wieder deutlich gezeigt.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich meine, die Qualität der Regierung und dieses Bundesministeriengesetzes – das bis jetzt in keiner einzigen Rede eines Vertreters der Opposition erwähnt wurde; bis jetzt wurde ja nur die Diskussion der Vorwoche über das Regierungsprogramm fortgesetzt – spiegelt sich wider in den Persönlichkeiten, die Repräsentanten dieser Bundesregierung sind. Es gibt auch einen Quantensprung in der Qualität. Das merkte man, wenn man den Ausführungen des Herrn Staatssekretärs Morak in der Diskussion im Ausschuss folgen konnte. Das war tatsächlich ein Quantensprung in der Qualität gegenüber den Ausführungen seines Vorgängers, Staatssekretärs Wittmann. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Der Quantensprung bestand darin, dass jede Frage erschöpfend beantwortet wurde, und das tut Ihnen weh.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich möchte eines noch vorwegschicken: Die Bundesregierung, die heute hier ihre Anliegen in diesem Bereich vertritt, ist qualitativ besser besetzt als die letzte. Sie ist kleiner – das wurde schon gesagt –, und sie ist vor allem weiblicher, und das, meine sehr geehrten Damen und Herren, tut Ihnen auch weh. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Meinen Sie die Hormone vom Herrn Prinzhorn?
Wenn ich Revue passieren lasse, was Sie in den letzten Jahren getan haben, möchte ich gleich einmal an den Hormonskandal erinnern, bei dem Sie Tausenden und Abertausenden Österreichern einen Millionenschaden zugefügt haben, bei dem Sie Konsequenzen angekündigt haben, die Sie bis heute nicht gezogen haben. Hunderte Millionen Schilling Schaden! (Abg. Dr. Gusenbauer: Meinen Sie die Hormone vom Herrn Prinzhorn?) Stattdessen haben Sie sich Hunderte Millionen Schilling für eine Werbekampagne genehmigt! Das ist Ihre "Erfolgspolitik" gewesen. Da ist es mir schon lieber, wenn die Frauenangelegenheiten dort sind, wo sie jetzt sind, nämlich im Generationenministerium. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn ich Revue passieren lasse, was Sie in den letzten Jahren getan haben, möchte ich gleich einmal an den Hormonskandal erinnern, bei dem Sie Tausenden und Abertausenden Österreichern einen Millionenschaden zugefügt haben, bei dem Sie Konsequenzen angekündigt haben, die Sie bis heute nicht gezogen haben. Hunderte Millionen Schilling Schaden! (Abg. Dr. Gusenbauer: Meinen Sie die Hormone vom Herrn Prinzhorn?) Stattdessen haben Sie sich Hunderte Millionen Schilling für eine Werbekampagne genehmigt! Das ist Ihre "Erfolgspolitik" gewesen. Da ist es mir schon lieber, wenn die Frauenangelegenheiten dort sind, wo sie jetzt sind, nämlich im Generationenministerium. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Sie führen das Wort "Frauenpolitik" immer nur auf den Lippen, wir aber tragen die Frauenpolitik im Herzen. Das ist der Unterschied. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Und genau das ist es, was der Wähler in verstärktem Maße erkennt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Sie haben es als oberösterreichische Landesrätin abgelehnt, Frauenlandesrätin zu werden. (Heiterkeit der Abg. Mag. Prammer. ) Warum, frage ich Sie. War Ihnen der Posten nicht angenehm genug? Sie haben in diesem Amt nicht sehr viel zustande gebracht. Sie messen immer mit zweierlei Maß. (Abg. Parnigoni: Herr Graf, Sie sind wirklich das Letzte!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie führen das Wort "Frauenpolitik" immer nur auf den Lippen, wir aber tragen die Frauenpolitik im Herzen. Das ist der Unterschied. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Und genau das ist es, was der Wähler in verstärktem Maße erkennt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Sie haben es als oberösterreichische Landesrätin abgelehnt, Frauenlandesrätin zu werden. (Heiterkeit der Abg. Mag. Prammer. ) Warum, frage ich Sie. War Ihnen der Posten nicht angenehm genug? Sie haben in diesem Amt nicht sehr viel zustande gebracht. Sie messen immer mit zweierlei Maß. (Abg. Parnigoni: Herr Graf, Sie sind wirklich das Letzte!)
Heiterkeit der Abg. Mag. Prammer.
Sie führen das Wort "Frauenpolitik" immer nur auf den Lippen, wir aber tragen die Frauenpolitik im Herzen. Das ist der Unterschied. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Und genau das ist es, was der Wähler in verstärktem Maße erkennt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Sie haben es als oberösterreichische Landesrätin abgelehnt, Frauenlandesrätin zu werden. (Heiterkeit der Abg. Mag. Prammer. ) Warum, frage ich Sie. War Ihnen der Posten nicht angenehm genug? Sie haben in diesem Amt nicht sehr viel zustande gebracht. Sie messen immer mit zweierlei Maß. (Abg. Parnigoni: Herr Graf, Sie sind wirklich das Letzte!)
Abg. Parnigoni: Herr Graf, Sie sind wirklich das Letzte!
Sie führen das Wort "Frauenpolitik" immer nur auf den Lippen, wir aber tragen die Frauenpolitik im Herzen. Das ist der Unterschied. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Und genau das ist es, was der Wähler in verstärktem Maße erkennt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Sie haben es als oberösterreichische Landesrätin abgelehnt, Frauenlandesrätin zu werden. (Heiterkeit der Abg. Mag. Prammer. ) Warum, frage ich Sie. War Ihnen der Posten nicht angenehm genug? Sie haben in diesem Amt nicht sehr viel zustande gebracht. Sie messen immer mit zweierlei Maß. (Abg. Parnigoni: Herr Graf, Sie sind wirklich das Letzte!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist doch etwas anderes!
Ich möchte ganz kurz auf die Ausführungen des Kollegen Gusenbauer zurückkommen, als er auf den Beruf eines Ministers, der gestern angelobt worden ist, reflektiert hat. Wenn Sie einem österreichischen Bürger eine politische Gesinnung vorwerfen, die ihn für ein Ministeramt disqualifizieren soll, dann messen Sie bitte nicht mit zweierlei Maß! Niemand von Ihnen hat aufgeschrieen, als ein roter Anwalt Kulturstaatssekretär wurde, nämlich Herr Dr. Wittmann. Das ist die Wirklichkeit. (Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist doch etwas anderes!) Niemand von Ihnen hat sich mokiert, als der RAF-Terroristenanwalt Schily in Deutschland Innenminister wurde. Niemand! Das ist die Falschheit der Politik, die Sie betreiben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Sie werfen den Menschen in Österreich politische Gesinnung vor. Nehmen Sie Stellung zum RAF-Anwalt Schily in Deutschland!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte ganz kurz auf die Ausführungen des Kollegen Gusenbauer zurückkommen, als er auf den Beruf eines Ministers, der gestern angelobt worden ist, reflektiert hat. Wenn Sie einem österreichischen Bürger eine politische Gesinnung vorwerfen, die ihn für ein Ministeramt disqualifizieren soll, dann messen Sie bitte nicht mit zweierlei Maß! Niemand von Ihnen hat aufgeschrieen, als ein roter Anwalt Kulturstaatssekretär wurde, nämlich Herr Dr. Wittmann. Das ist die Wirklichkeit. (Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist doch etwas anderes!) Niemand von Ihnen hat sich mokiert, als der RAF-Terroristenanwalt Schily in Deutschland Innenminister wurde. Niemand! Das ist die Falschheit der Politik, die Sie betreiben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Sie werfen den Menschen in Österreich politische Gesinnung vor. Nehmen Sie Stellung zum RAF-Anwalt Schily in Deutschland!
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.
Und niemand wirft letztlich dem Justizsprecher Jarolim von der SPÖ vor, dass er ein roter Anwalt war und ist. Aber das ist ja ein Anwalt des "kleinen" Mannes, wie man in der Rechtsanwaltskammerbroschüre nachlesen kann, der als Spezialgebiete Luftfahrtrecht und internationale Flugzeugfinanzierung anführt, die "klassischen" sozialistischen Themen. Er vertritt die Angelegenheiten des "kleinen" Mannes! (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Lichtenberger: In was für einem Jargon, bitte?
Aber viel schlimmer war es im Ausschuss, und die Kollegin Petrovic hat als nächste Rednerin ja die Möglichkeit, ihren wirklich unsagbaren Fabriksjargon ein bisschen zu verbessern und sich dafür zu entschuldigen, dass sie im Ausschuss ... (Abg. Dr. Lichtenberger: In was für einem Jargon, bitte?) Sie hat im Ausschuss, als es um Frauenangelegenheiten gegangen ist, gesagt, "gerade Frauen tragen am meisten zur Reproduktionstätigkeit im Lande bei" und werden jetzt zu kurz kommen. Das haben Sie gesagt! Das ist ein längst vergessener Fabriksjargon aus einer längst vergessenen Zeit. Damit machen Sie indirekt die Frauen zu Maschinen, Kinder zu Produkten und Menschen zur Masse. Das ist Ihre Haltung zu Frauen (Beifall bei den Freiheitlichen
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir haben eine derartige Gesinnung nicht! Und wir verwahren uns dagegen. So etwas ist faschistisch, oder es ist sogar stalinistisch, aber das ist kein zeitgemäßer Ausdruck für Frauen und Frauenangelegenheiten, so wie Sie ihn im Ausschuss verwendet haben. Und Sie haben sich im Ausschuss auch nicht davon distanziert, sondern haben noch versucht, diesen Ausdruck wissenschaftlich zu begründen. Und das sei Ihnen ins Stammbuch geschrieben: Sie messen immer und überall mit zweierlei Maß. Haben Sie die Schneid, und entschuldigen Sie sich für diesen Ausdruck im Ausschuss! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen, der ÖVP und des Bundesministers Dr. Bartenstein.
(Heiterkeit bei den Freiheitlichen, der ÖVP und des Bundesministers Dr. Bartenstein. ) Ich weiß nicht, was daran so lustig ist. Ich finde es auch nicht lustig, dass es kein eigenständiges Frauenressort gibt und dass die Mittel, die für Frauen vorgesehen ... (Abg. Schwarzenberger: Aber der Vergleich mit dem Landesverteidigungsministerium! – Zwischenruf der Abg. Steibl. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Es scheint Sie fürchterlich aufzuregen. Es ist ein simpler Entschließungsantrag, Frau Kollegin. Ich finde es ja traurig, wenn Sie dem als Frau nicht zustimmen können (Abg. Steibl: Das ist uns zu wenig!), aber es offenbart Ihr Gesellschaftsbild. Es ist nicht das meine, und es ist nicht das der Grünen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Es ist ein politischer Offenbarungseid, den Sie hier mit Ihren Zwischenrufen leisten.
Abg. Schwarzenberger: Aber der Vergleich mit dem Landesverteidigungsministerium! – Zwischenruf der Abg. Steibl. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
(Heiterkeit bei den Freiheitlichen, der ÖVP und des Bundesministers Dr. Bartenstein. ) Ich weiß nicht, was daran so lustig ist. Ich finde es auch nicht lustig, dass es kein eigenständiges Frauenressort gibt und dass die Mittel, die für Frauen vorgesehen ... (Abg. Schwarzenberger: Aber der Vergleich mit dem Landesverteidigungsministerium! – Zwischenruf der Abg. Steibl. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Es scheint Sie fürchterlich aufzuregen. Es ist ein simpler Entschließungsantrag, Frau Kollegin. Ich finde es ja traurig, wenn Sie dem als Frau nicht zustimmen können (Abg. Steibl: Das ist uns zu wenig!), aber es offenbart Ihr Gesellschaftsbild. Es ist nicht das meine, und es ist nicht das der Grünen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Es ist ein politischer Offenbarungseid, den Sie hier mit Ihren Zwischenrufen leisten.
Abg. Steibl: Das ist uns zu wenig!
(Heiterkeit bei den Freiheitlichen, der ÖVP und des Bundesministers Dr. Bartenstein. ) Ich weiß nicht, was daran so lustig ist. Ich finde es auch nicht lustig, dass es kein eigenständiges Frauenressort gibt und dass die Mittel, die für Frauen vorgesehen ... (Abg. Schwarzenberger: Aber der Vergleich mit dem Landesverteidigungsministerium! – Zwischenruf der Abg. Steibl. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Es scheint Sie fürchterlich aufzuregen. Es ist ein simpler Entschließungsantrag, Frau Kollegin. Ich finde es ja traurig, wenn Sie dem als Frau nicht zustimmen können (Abg. Steibl: Das ist uns zu wenig!), aber es offenbart Ihr Gesellschaftsbild. Es ist nicht das meine, und es ist nicht das der Grünen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Es ist ein politischer Offenbarungseid, den Sie hier mit Ihren Zwischenrufen leisten.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
(Heiterkeit bei den Freiheitlichen, der ÖVP und des Bundesministers Dr. Bartenstein. ) Ich weiß nicht, was daran so lustig ist. Ich finde es auch nicht lustig, dass es kein eigenständiges Frauenressort gibt und dass die Mittel, die für Frauen vorgesehen ... (Abg. Schwarzenberger: Aber der Vergleich mit dem Landesverteidigungsministerium! – Zwischenruf der Abg. Steibl. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Es scheint Sie fürchterlich aufzuregen. Es ist ein simpler Entschließungsantrag, Frau Kollegin. Ich finde es ja traurig, wenn Sie dem als Frau nicht zustimmen können (Abg. Steibl: Das ist uns zu wenig!), aber es offenbart Ihr Gesellschaftsbild. Es ist nicht das meine, und es ist nicht das der Grünen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Es ist ein politischer Offenbarungseid, den Sie hier mit Ihren Zwischenrufen leisten.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Tatsache ist, dass in allen Bereichen, die dem klassischen Staatsbild des 19. Jahrhunderts entsprechen, im Bereich des repressiven Staates, eine Aufwertung erfolgt – Ausgaben für Militär, für Polizei werden gesteigert –, aber überall dort, wo es um den modernen, den leistenden, die Chancengleichheit verwirklichenden Staat geht, dort wird zusammengelegt, untergeordnet und abgewertet. Diese Politik lehnen wir ab! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Böhacker: Und das, obwohl wir ein Frauenministerium gehabt haben!
Es stellt sich die Frage, mit welcher Intention die Zusammenlegung erfolgt. Wenn es vor allem um das Frauenressort geht, dann wäre es die gesellschaftliche Hauptaufgabe heute, Chancengleichheit, Gleichstellung real umzusetzen. Auf dem Papier findet sich diese Forderung in nahezu allen europäischen Rechtsquellen, in der österreichischen Bundesverfassung und in vielen einfachen Gesetzen, im gesamten Gleichstellungsrecht. De facto erleben wir – und das ist leider auch eine Tatsache, nicht erst seit Amtsantritt dieser Koalition, sondern in etwa seit drei oder vier Jahren – eine Verschlechterung der Situation der Frauen, ein Größerwerden der Klüfte bei den Einkommen, bei den Pensionen, überall. Das heißt, die gesellschaftlichen Unterschiede, die Diskriminierungen der Frauen werden größer. Das mag damit zusammenhängen, dass schon bisher die Frauenpolitik nicht das gebührende Gewicht hatte. (Abg. Böhacker: Und das, obwohl wir ein Frauenministerium gehabt haben!)
Abg. Schwarzenberger: Die Prammer behauptet etwas anderes!
Nein, da irren Sie! Wir hatten leider kein Frauenministerium. Wir hatten eine Kanzleramtsministerin, betraut mit den Frauenagenden. (Abg. Schwarzenberger: Die Prammer behauptet etwas anderes!) Es gab einen alten Antrag der Grünen – über den Sie immer nur gelacht haben; die Österreicherinnen werden darüber weniger lachen –, der verlangt hat, ein echtes Frauenressort mit einer nennenswerten Dotierung einzurichten. Das ist bisher vor allem am Widerstand der ÖVP gescheitert, deswegen gab es ausschließlich diese Kanzleramtsministerin ohne ein wirklich den anderen Ressorts gleichrangiges und gleichwertiges Ministerium.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber was Sie jetzt machen, ist genau das Gegenteil. Sie sagen, es hat bisher kein echtes Frauenressort gegeben, also können wir es gleich abschaffen. Es ist eine Tatsache, eine traurige Tatsache, dass Sie mit der Einbeziehung der Frauenpolitik in ein Generationenministerium ganz offenbar die gesellschaftliche Tatsache, dass Frauen einen überproportionalen Anteil an der gesellschaftlichen Reproduktionsarbeit leisten, nun auch in der Ressortgliederung einzementieren. Ich finde, das ist eine Schande für Österreich und für jeden modernen Staat. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es kommt dann auch zu den gesetzlichen Skurrilitäten, dass jetzt etwa in den Fällen, wo das Gesetz paritätische Ausschüsse zwischen den Arbeiterkammern und den Wirtschaftskammern vorsieht, wo es zum Beispiel auch darum geht, welcher Kollektivvertrag anzuwenden ist, der teurere oder der billigere, die Oberbehörde immer der Wirtschaftsminister ist. Der kann mit sich Ausschüsse bilden, der kann seine Kammerbetriebe und auch die ArbeitnehmerInnen gleich in die richtige Klasse einteilen. Na bravo, sage ich, na bravo! Wenn man Interessengegensätze so behandelt, dann kommt ein Teil der Interessen unter die Räder, und das halte ich für falsch und schlecht für die österreichischen ArbeitnehmerInnen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich halte das für schlecht und würde mir wünschen, dass dieses Gesetz nicht zustande kommt. Ich zweifle zwar nicht, dass Sie hier entschlossen sind, das so durchzuziehen, aber Sie werden damit Interessengegensätze nicht einfach auflösen oder wegbringen, sondern Sie bilden damit die Grundlage, dass leider Interessen untergeordnet werden sollen, von deren Bedeutung ein moderner Staat eigentlich überzeugt sein sollte. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Pilz: Tatsächliche Berichtigung!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Der eingebrachte Entschließungsantrag der Abgeordneten Petrovic und Genossen ist genügend unterstützt und steht daher mit in Verhandlung. (Abg. Dr. Pilz: Tatsächliche Berichtigung!)
Abg. Dr. Martin Graf: Ist das die Regierung? Das ist falsch! Falscher Sachverhalt! – Abg. Mag. Kukacka: Sie sind da nicht im Landtag! – Abg. Schwarzenberger: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! Er redet von Niederösterreich, nicht von der Regierung! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich berichtige tatsächlich und zitiere eine APA-Aussendung vom 24. Februar: "Das Land Niederösterreich entsendet Peter Kirchweger, Pressesprecher von Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP), ins ORF-Kuratorium." (Abg. Dr. Martin Graf: Ist das die Regierung? Das ist falsch! Falscher Sachverhalt! – Abg. Mag. Kukacka: Sie sind da nicht im Landtag! – Abg. Schwarzenberger: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! Er redet von Niederösterreich, nicht von der Regierung! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Bundeskanzler Dr. Schüssel: Die neun Regierungsvertreter! Das war die Aussage! Von den neun Regierungsvertretern!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Hohes Haus! Der Herr Bundeskanzler – und da knüpfe ich nahtlos an die Worte meines Vorredners an – hat in seiner Rede behauptet, es würden keine (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Die neun Regierungsvertreter! Das war die Aussage! Von den neun Regierungsvertretern!) Pressesprecher von Seiten der Bundesregierung entsandt.
Abg. Gaugg: Ist das unanständig oder was? – Bundeskanzler Dr. Schüssel: Vor 100 Jahren, aber doch nicht jetzt!
Ich stelle tatsächlich richtig: Nach einer Meldung der "Salzburger Nachrichten" wird Herr Georg Pammer, Manager einer Umwelttechnologie-Firma, entsandt. Herr Georg Pammer war – und das wissen Sie – für verschiedene Minister dieser Bundesregierung, nämlich ÖVP-Minister, tätig. (Abg. Gaugg: Ist das unanständig oder was? – Bundeskanzler Dr. Schüssel: Vor 100 Jahren, aber doch nicht jetzt!) Nein, nicht vor 100 Jahren, Herr Bundeskanzler! Das wäre in etwa so, wie wenn man hier festhalten würde, dass der Herr Strasser kein Partei-Mensch ist, sondern auch Manager einer Umwelttechnologie-Firma, der er ja auch war. (Abg. Mag. Kukacka: Da werden wir beim Herrn Öllinger auch einmal ein bisschen nachforschen!) Selbstverständlich sind der Herr Strasser und auch der Herr Pammer genauso Politfunktionäre, wie es andere auch sind. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Herr Präsident! Das war ein Missbrauch der Geschäftsordnung!)
Abg. Mag. Kukacka: Da werden wir beim Herrn Öllinger auch einmal ein bisschen nachforschen!
Ich stelle tatsächlich richtig: Nach einer Meldung der "Salzburger Nachrichten" wird Herr Georg Pammer, Manager einer Umwelttechnologie-Firma, entsandt. Herr Georg Pammer war – und das wissen Sie – für verschiedene Minister dieser Bundesregierung, nämlich ÖVP-Minister, tätig. (Abg. Gaugg: Ist das unanständig oder was? – Bundeskanzler Dr. Schüssel: Vor 100 Jahren, aber doch nicht jetzt!) Nein, nicht vor 100 Jahren, Herr Bundeskanzler! Das wäre in etwa so, wie wenn man hier festhalten würde, dass der Herr Strasser kein Partei-Mensch ist, sondern auch Manager einer Umwelttechnologie-Firma, der er ja auch war. (Abg. Mag. Kukacka: Da werden wir beim Herrn Öllinger auch einmal ein bisschen nachforschen!) Selbstverständlich sind der Herr Strasser und auch der Herr Pammer genauso Politfunktionäre, wie es andere auch sind. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Herr Präsident! Das war ein Missbrauch der Geschäftsordnung!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Herr Präsident! Das war ein Missbrauch der Geschäftsordnung!
Ich stelle tatsächlich richtig: Nach einer Meldung der "Salzburger Nachrichten" wird Herr Georg Pammer, Manager einer Umwelttechnologie-Firma, entsandt. Herr Georg Pammer war – und das wissen Sie – für verschiedene Minister dieser Bundesregierung, nämlich ÖVP-Minister, tätig. (Abg. Gaugg: Ist das unanständig oder was? – Bundeskanzler Dr. Schüssel: Vor 100 Jahren, aber doch nicht jetzt!) Nein, nicht vor 100 Jahren, Herr Bundeskanzler! Das wäre in etwa so, wie wenn man hier festhalten würde, dass der Herr Strasser kein Partei-Mensch ist, sondern auch Manager einer Umwelttechnologie-Firma, der er ja auch war. (Abg. Mag. Kukacka: Da werden wir beim Herrn Öllinger auch einmal ein bisschen nachforschen!) Selbstverständlich sind der Herr Strasser und auch der Herr Pammer genauso Politfunktionäre, wie es andere auch sind. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Herr Präsident! Das war ein Missbrauch der Geschäftsordnung!)
Abg. Schieder: Zur Geschäftsordnung!
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Herr Abgeordneter Öllinger und Herr Abgeordneter Pilz! Wenn Sie etwas entgegnen oder berichtigen, dann bitte das zu berichtigen, was ich gesagt habe. (Abg. Schieder: Zur Geschäftsordnung!) Zum Unterschied von früher haben wir keinerlei Mitglieder aus den Ministerbüros, Pressereferenten oder Sekretäre, nominiert. Das war früher selbstverständlich. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn spricht mit dem beim Präsidium stehenden Abg. Dr. Martin Graf. – Rufe bei der SPÖ: Herr Präsident! Herr Präsident! Herr Präsident!) Bitte am Wort, wenn Sie erlauben, bin noch ich, das gehört auch zur Demokratie dazu. (Abg. Dr. Fekter: Ein Regierungsmitglied kann sich jederzeit zu Wort melden! Lesen Sie in der Geschäftsordnung nach!)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn spricht mit dem beim Präsidium stehenden Abg. Dr. Martin Graf. – Rufe bei der SPÖ: Herr Präsident! Herr Präsident! Herr Präsident!
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Herr Abgeordneter Öllinger und Herr Abgeordneter Pilz! Wenn Sie etwas entgegnen oder berichtigen, dann bitte das zu berichtigen, was ich gesagt habe. (Abg. Schieder: Zur Geschäftsordnung!) Zum Unterschied von früher haben wir keinerlei Mitglieder aus den Ministerbüros, Pressereferenten oder Sekretäre, nominiert. Das war früher selbstverständlich. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn spricht mit dem beim Präsidium stehenden Abg. Dr. Martin Graf. – Rufe bei der SPÖ: Herr Präsident! Herr Präsident! Herr Präsident!) Bitte am Wort, wenn Sie erlauben, bin noch ich, das gehört auch zur Demokratie dazu. (Abg. Dr. Fekter: Ein Regierungsmitglied kann sich jederzeit zu Wort melden! Lesen Sie in der Geschäftsordnung nach!)
Abg. Dr. Fekter: Ein Regierungsmitglied kann sich jederzeit zu Wort melden! Lesen Sie in der Geschäftsordnung nach!
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Herr Abgeordneter Öllinger und Herr Abgeordneter Pilz! Wenn Sie etwas entgegnen oder berichtigen, dann bitte das zu berichtigen, was ich gesagt habe. (Abg. Schieder: Zur Geschäftsordnung!) Zum Unterschied von früher haben wir keinerlei Mitglieder aus den Ministerbüros, Pressereferenten oder Sekretäre, nominiert. Das war früher selbstverständlich. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn spricht mit dem beim Präsidium stehenden Abg. Dr. Martin Graf. – Rufe bei der SPÖ: Herr Präsident! Herr Präsident! Herr Präsident!) Bitte am Wort, wenn Sie erlauben, bin noch ich, das gehört auch zur Demokratie dazu. (Abg. Dr. Fekter: Ein Regierungsmitglied kann sich jederzeit zu Wort melden! Lesen Sie in der Geschäftsordnung nach!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pilz: Tatsächliche Berichtigung!
Daher: Die neun Regierungsvertreter, die wir jetzt gemeinsam entsandt haben, sind nicht nach irgendeinem Proporz aufgeteilt worden, und kein Mitglied eines heutigen Ministerbüros, kein Pressesprecher von heute ist darin vertreten. Das ist für mich ein Garant für einen unabhängigen öffentlich-rechtlichen ORF. Und ich finde, das ist ein ganz wichtiger Unterschied zu früher. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pilz: Tatsächliche Berichtigung!)
Abg. Dr. Khol: Zur Geschäftsbehandlung! – Abg. Schieder: Herr Präsident!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Bevor ich Frau Abgeordneter Fekter das Wort erteile, möchte ich Folgendes sagen: Herr Abgeordneter Pilz, Sie haben in Ihren Ausführungen gesagt: Der Herr Bundeskanzler leide an "akutem Gedächtnisschwund". Ich werde mir das Protokoll kommen lassen und am Ende der Sitzung über einen Ordnungsruf entscheiden. (Abg. Dr. Khol: Zur Geschäftsbehandlung! – Abg. Schieder: Herr Präsident!)
Abg. Schieder: Ich habe mich vorher gemeldet, Herr Präsident! Das ist nicht in Ordnung! – Abg. Grabner: Der Präsident passt ja überhaupt nicht auf! – Abg. Parnigoni: ... Sie sind ja unfähig! – Weitere heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.
Zur Geschäftsbehandlung hat sich Herr Abgeordneter Khol gemeldet. (Abg. Schieder: Ich habe mich vorher gemeldet, Herr Präsident! Das ist nicht in Ordnung! – Abg. Grabner: Der Präsident passt ja überhaupt nicht auf! – Abg. Parnigoni: ... Sie sind ja unfähig! – Weitere heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.) Nicht zur Geschäftsbehandlung.
Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Petrovic: Herr Präsident! Zur Geschäftsordnung!
Wir haben andererseits die Bestimmung, dass sich ein Regierungsmitglied immer zu Wort melden darf. Ich glaube, logisch ist aber zu schließen, das Regierungsmitglied kann sich nicht zu Wort melden, um dieses Recht dahin gehend zu gebrauchen, dass er eine tatsächliche Erwiderung nochmals erwidert. Das ist nicht in Ordnung, Herr Präsident! (Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Petrovic: Herr Präsident! Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Grabner – in Richtung des Präsidiums –: Er hat ja nicht aufgepasst die ganze Zeit da oben!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Ich werde mir die Protokolle geben lassen und am Ende der Sitzung entscheiden. (Abg. Grabner – in Richtung des Präsidiums –: Er hat ja nicht aufgepasst die ganze Zeit da oben!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Zur Geschäftsbehandlung, Herr Präsident!
Und hinsichtlich der Ausführungen des Abgeordneten Schieder, die ich teile, verlange ich die sofortige Einberufung einer Präsidiale. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Zur Geschäftsbehandlung, Herr Präsident!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das heißt also, der Herr Präsident hat dem Herrn Bundeskanzler in Anwendung der Geschäftsordnung das Wort erteilt. Und ich wiederhole das, was ich bei der Vorsitzführung des Präsidenten Fischer in der letzten Sitzung gesagt habe: Meine Fraktion hat volles Vertrauen in die Handhabung der Geschäftsordnung durch den Präsidenten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Tatsächliche Berichtigung!
Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter ... (Abg. Dr. Fekter: Tatsächliche Berichtigung!) – Frau Abgeordnete Dr. Fekter hat sich zu einer tatsächlichen Berichtigung zu Wort gemeldet. – Frau Abgeordnete, bitte halten Sie sich an die Geschäftsordnung.
Abg. Dr. Petrovic: Nein, das habe ich nicht behauptet!
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Ich nehme eine tatsächliche Berichtigung zur Rede der Frau Kollegin Petrovic vor. Sie hat in ihrer Rede behauptet, es gebe kein einziges EU-Land, in dem Wirtschaft und Arbeit in einem Ministerium zusammen seien. (Abg. Dr. Petrovic: Nein, das habe ich nicht behauptet!)
Abg. Jung: Das hat nichts mit einer Berichtigung zu tun!
Nun hat die ÖVP das Vorschlagsrecht für sechs Vertreter, die FPÖ jenes für drei. Das ist der klassische Regierungsproporz. Das ist auch der Gegenstand meiner Berichtigung. Ob das jetzt ein weiterer Hinweis auf Gedächtnisschwund (Abg. Jung: Das hat nichts mit einer Berichtigung zu tun!) oder nur eine mangelnde Liebe zum Detail war, mag der Präsidiale und diesem Haus zur Beurteilung überlassen bleiben. – Danke schön.
Abg. Rosemarie Bauer: Hat sie auch nicht gesagt! – Abg. Dr. Kostelka: O ja!
Ich ersuche, das Stenographische Protokoll herbeizuholen. Das habe ich nicht gesagt. Ich sprach vom ArbeitnehmerInnenschutzrecht. Ich weiß, wovon ich rede. Und im Übrigen möchte ich Frau Abgeordnete Fekter darauf aufmerksam machen, dass die Schweiz nicht wirklich ein EU-Land ist. (Abg. Rosemarie Bauer: Hat sie auch nicht gesagt! – Abg. Dr. Kostelka: O ja!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Karl Donabauer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren auf der Galerie! Hohes Haus! Diese Regierung hat am 9. Februar mit einer beeindruckenden Regierungserklärung durch unseren Herrn Bundeskanzler ihre Arbeit aufgenommen. Obwohl uns die Arbeit nicht leicht gemacht wird, haben wir diese bereits in vielen Bereichen begonnen und wichtige Entwicklungen eingeleitet. Positiv ist die Teamfähigkeit der Bundesregierung, der Arbeitswille, der Stil und ihr Engagement. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Nicht die Kompetenzstruktur macht die Qualität einer Regierung oder Regierungsarbeit aus. Dennoch: Die heutige Novelle zum Bundesministeriengesetz wird aus Anlass der Neubildung der Bundesregierung vorgelegt, diskutiert und aller Voraussicht nach auch beschlossen. Ich glaube, sie ist mutig, sie ist modern, und sie ist für unsere Zeit passend. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir halten es für richtig und für wichtig, dass im Bundeskanzleramt Platz und Zeit ist, um zu regieren. Der Bundeskanzler ist nämlich gesamtverantwortlich für die Politik in diesem Land, und er soll sich nicht wie bisher in viele Detailbereiche verirren müssen. Diese Novelle trägt diesem Anliegen in vollem Umfang Rechnung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Schwemlein
Dass Wirtschaft und Arbeit zwei wichtige Bereiche sind, die besser gemeinsam wahrgenommen werden sollen, um die Interessen der Arbeitnehmer und auch der Dienstgeber entsprechend zu koordinieren, ist, so glaube ich, auch Ihnen bekannt, sonst hätte (Zwischenruf des Abg. Schwemlein ) – Herr Schwemlein, ruhig bleiben! – nicht Ihr Herr Sallmutter in dieser schönen Broschüre geschrieben (der Redner hält eine Broschüre in die Höhe), dass Arbeit und Wirtschaft eine gemeinsame Aufgabe sind. Herr Schwemlein! Hier haben Sie es! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Dass Wirtschaft und Arbeit zwei wichtige Bereiche sind, die besser gemeinsam wahrgenommen werden sollen, um die Interessen der Arbeitnehmer und auch der Dienstgeber entsprechend zu koordinieren, ist, so glaube ich, auch Ihnen bekannt, sonst hätte (Zwischenruf des Abg. Schwemlein ) – Herr Schwemlein, ruhig bleiben! – nicht Ihr Herr Sallmutter in dieser schönen Broschüre geschrieben (der Redner hält eine Broschüre in die Höhe), dass Arbeit und Wirtschaft eine gemeinsame Aufgabe sind. Herr Schwemlein! Hier haben Sie es! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Edler – ein weiteres Exemplar derselben Broschüre, die der Redner gezeigt hat, in die Höhe haltend –: Dinkhauser!
Ich würde Ihnen auch Folgendes empfehlen: Befassen Sie sich mehr mit der Realpolitik und unterlassen Sie solche Memoranden, in denen Sie in der Vergangenheit herumwühlen und eigentlich zu Aktionismus auffordern, der uns nicht weiterbringt, sondern uns bestenfalls nur schaden kann! Wenn Sie glauben, dass die Zusammenführung dieser beiden Ressorts in ein Ministerium Ihre Tätigkeit in der Arbeiterkammer beeinflusst, meine Damen und Herren, dann bitte ich Sie: Denken Sie an das, was wichtiger ist, und nicht an das, was Sie vielleicht in einer schlaflosen Nacht träumen! (Abg. Edler – ein weiteres Exemplar derselben Broschüre, die der Redner gezeigt hat, in die Höhe haltend –: Dinkhauser!)
Beifall bei der ÖVP.
Diese Gesetzesnovelle bringt noch eine weitere Neuordnung: Das neue Ministerium für soziale Sicherheit und Generationen, in dem auch Frauen-, Jugend- und Familienagenden eingebunden sind, hat seine bestimmte Aufgabe. Beschweren Sie sich also nicht darüber, dass hier nur Diskussionen über den Selbstbehalt stattfinden! Diese haben stattzufinden, wenn wir das gute Sozialsystem, das wir miteinander entwickelt haben, auch in Zukunft beibehalten wollen. Nehmen Sie auch Abschied davon, dass Sie sich Gedanken darüber machen, ob mit jedem Aspro tatsächlich eine Belastung des Bürgers verbunden ist! Das, bitte, sollten Sie nicht tun. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Oberhaidinger: Nein, die kennen wir nicht! Wir erfahren nichts!
In Anbetracht der vorgeschrittenen Redezeit möchte ich noch auf zwei Dinge Bezug nehmen. Ich verstehe Ihren Verbalrundschlag nicht, und ich verstehe auch nicht, dass Sie sich darüber ausweinen, dass Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft und Umwelt nicht zusammenpassen. Bitte, Sie kennen unsere Zielsetzungen, die wir uns auch im Rahmen des ÖPUL gesetzt haben, sehr genau (Abg. Oberhaidinger: Nein, die kennen wir nicht! Wir erfahren nichts!), wobei die Landwirtschaft um die Erhaltung einer gesunden Umwelt und Natur bemüht ist. Denn nur so können wir auch das erbringen, was Sie und wir wollen und brauchen, nämlich gesunde Nahrungsmittel und eine intakte Umwelt. (Abg. Oberhaidinger: Ihr regiert nicht! Ihr seid eine erfolglose Regierung!)
Abg. Oberhaidinger: Ihr regiert nicht! Ihr seid eine erfolglose Regierung!
In Anbetracht der vorgeschrittenen Redezeit möchte ich noch auf zwei Dinge Bezug nehmen. Ich verstehe Ihren Verbalrundschlag nicht, und ich verstehe auch nicht, dass Sie sich darüber ausweinen, dass Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft und Umwelt nicht zusammenpassen. Bitte, Sie kennen unsere Zielsetzungen, die wir uns auch im Rahmen des ÖPUL gesetzt haben, sehr genau (Abg. Oberhaidinger: Nein, die kennen wir nicht! Wir erfahren nichts!), wobei die Landwirtschaft um die Erhaltung einer gesunden Umwelt und Natur bemüht ist. Denn nur so können wir auch das erbringen, was Sie und wir wollen und brauchen, nämlich gesunde Nahrungsmittel und eine intakte Umwelt. (Abg. Oberhaidinger: Ihr regiert nicht! Ihr seid eine erfolglose Regierung!)
Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
Sie kennen die Wichtigkeit des Zusammenwirkens dieser Faktoren, damit wir auch im Katastrophenschutz erfolgreich tätig sein können. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl. ) – Jawohl, das sind Dinge, die wir in Zukunft ganz engagiert angehen werden, wobei wir nicht nur auf Nachhaltigkeit abzielen, sondern auch Arbeitsplätze sichern, viel für unsere Zukunft tun und auch die nachwachsenden Rohstoffe mit in unser Programm einbinden werden. Daran haben Sie uns am Schluss Ihrer Regierungstätigkeit gehindert. Das muss einmal sehr deutlich gesagt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie kennen die Wichtigkeit des Zusammenwirkens dieser Faktoren, damit wir auch im Katastrophenschutz erfolgreich tätig sein können. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl. ) – Jawohl, das sind Dinge, die wir in Zukunft ganz engagiert angehen werden, wobei wir nicht nur auf Nachhaltigkeit abzielen, sondern auch Arbeitsplätze sichern, viel für unsere Zukunft tun und auch die nachwachsenden Rohstoffe mit in unser Programm einbinden werden. Daran haben Sie uns am Schluss Ihrer Regierungstätigkeit gehindert. Das muss einmal sehr deutlich gesagt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Oberhaidinger: Warum habt ihr es 14 Jahre nicht gemacht?
Wir, meine Damen und Herren, Hohes Haus, werden unsere Aufgabe als Regierungspartei umfassend und mit großer Verantwortung wahrnehmen. Wir werden uns den Herausforderungen stellen und die notwendigen Veränderungen treffen. (Abg. Oberhaidinger: Warum habt ihr es 14 Jahre nicht gemacht?) Daran werden weder Sie, Herr Dr. Van der Bellen, noch Sie, Herr Dr. Gusenbauer, uns hindern können.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Herr Dr. Gusenbauer! Wenn Sie Ihre aggressiven Schübe weiterhin pflegen so wie bisher, dann kann es ohne weiteres sein, dass einmal ein Magazin oder eine Zeitung – vielleicht erst in zehn Jahren – nicht vom Dr. Gusenbauer schreiben wird, sondern vielleicht vom "Dr. Gruselbauer". (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Na super!
Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Öllinger zu Wort gemeldet. Herr Abgeordneter! Nach § 58 der Geschäftsordnung steht es mir zu, diese tatsächlichen Berichtigungen spätestens nach Schluss der Debatte über den Verhandlungsgegenstand vornehmen zu lassen. Ich mache von diesem § 58 Gebrauch und bitte Sie am Schluss der Debatte um die tatsächliche Berichtigung. (Abg. Öllinger: Na super!)
Abg. Schwemlein: Hoffentlich kommt jetzt etwas Besseres! – Abg. Oberhaidinger: Wir werden uns zurückhalten!
Zu Wort gelangt nun Herr Staatssekretär Morak. – Bitte. (Abg. Schwemlein: Hoffentlich kommt jetzt etwas Besseres! – Abg. Oberhaidinger: Wir werden uns zurückhalten!)
Abg. Oberhaidinger: Steht er unter Naturschutz?
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Franz Morak: Herr Präsident! Hohes Haus! Ich möchte mit meinem Redebeitrag auf meine Koordinationsfunktion eingehen, die ich im Rahmen der Bundesregierung übernommen habe, und zwar vorerst auf die Koordinationsfunktion im kulturellen Bereich. (Abg. Oberhaidinger: Steht er unter Naturschutz?)
Abg. Dr. Mertel: Warum hat man die nicht zusammengefasst?
Wie Sie wissen, meine Damen und Herren, sind die Kulturagenden der Bundesregierung auf drei verschiedene Ressorts aufgeteilt (Abg. Dr. Mertel: Warum hat man die nicht zusammengefasst?) – darf ich darauf antworten? (Abg. Dr. Mertel: Bitte!) –, und wir haben uns im Rahmen dieser Kompetenzbereinigung überlegt, diese unterschiedlich aufgeteilten Kompetenzen zusammenzufassen. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Wir haben uns dann aus einigen Gründen, die ich Ihnen darstellen möchte, anders entschieden.
Abg. Dr. Mertel: Bitte!
Wie Sie wissen, meine Damen und Herren, sind die Kulturagenden der Bundesregierung auf drei verschiedene Ressorts aufgeteilt (Abg. Dr. Mertel: Warum hat man die nicht zusammengefasst?) – darf ich darauf antworten? (Abg. Dr. Mertel: Bitte!) –, und wir haben uns im Rahmen dieser Kompetenzbereinigung überlegt, diese unterschiedlich aufgeteilten Kompetenzen zusammenzufassen. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Wir haben uns dann aus einigen Gründen, die ich Ihnen darstellen möchte, anders entschieden.
Heiterkeit bei der SPÖ.
Wie Sie wissen, meine Damen und Herren, sind die Kulturagenden der Bundesregierung auf drei verschiedene Ressorts aufgeteilt (Abg. Dr. Mertel: Warum hat man die nicht zusammengefasst?) – darf ich darauf antworten? (Abg. Dr. Mertel: Bitte!) –, und wir haben uns im Rahmen dieser Kompetenzbereinigung überlegt, diese unterschiedlich aufgeteilten Kompetenzen zusammenzufassen. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Wir haben uns dann aus einigen Gründen, die ich Ihnen darstellen möchte, anders entschieden.
Abg. Dr. Wittmann: Es wurde eine Chance vertan!
Schließlich stehen die zeitgenössische Kunst und die Kunstförderung im Rahmen des Bundeskanzleramtes; gerade im Hinblick auf die Europäische Union schien es uns sinnvoll zu sein – und auch im Hinblick auf die Debatten, die ich seinerzeit mit einigen Kollegen in meiner Laufbahn als Abgeordneter geführt habe –, diese Agenden der Kunst mit den Medien zusammenzufassen und zu verbinden. (Abg. Dr. Wittmann: Es wurde eine Chance vertan!)
Beifall bei der ÖVP.
Umso mehr scheint es mir ein positives Signal zu sein, dass in der nunmehrigen Bundesregierung in einigen Bereichen wesentliche Zusammenführungen und Verbesserungen möglich geworden sind. – Ich danke Ihnen schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte Herrn Generalsekretär Tancsits vom ÖAAB Folgendes empfehlen: ÖAAB steht ja für "Österreichischer Arbeiter- und Angestelltenbund". Vielleicht ist es besser, das abzuändern und in Zukunft zu schreiben: "ÖAAB – Österreichische Arbeitnehmer, Achtung! Belastung!" Das wäre zielführender. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Seit 4. Februar!
Der Gipfel der Demagogie, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist, dass sich der Herr Bundeskanzler hier herstellt und sich dessen rühmt, dass es, weil es seit 4. Oktober eine FPÖ-ÖVP-Regierung gibt (Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Seit 4. Februar!), um 11 000 Arbeitsplätze mehr gibt. Er glaubt wirklich, dass Ihre Regierungsarbeit in diesen wenigen Wochen dafür verantwortlich ist. Dass wir heute eine so gute Arbeitsmarktsituation haben, ist das Verdienst der Frau Sozialministerin Lore Hostasch, die um jeden einzelnen Arbeitsplatz gekämpft hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Der Gipfel der Demagogie, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist, dass sich der Herr Bundeskanzler hier herstellt und sich dessen rühmt, dass es, weil es seit 4. Oktober eine FPÖ-ÖVP-Regierung gibt (Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Seit 4. Februar!), um 11 000 Arbeitsplätze mehr gibt. Er glaubt wirklich, dass Ihre Regierungsarbeit in diesen wenigen Wochen dafür verantwortlich ist. Dass wir heute eine so gute Arbeitsmarktsituation haben, ist das Verdienst der Frau Sozialministerin Lore Hostasch, die um jeden einzelnen Arbeitsplatz gekämpft hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Bilanz über die Tätigkeit dieser blau-schwarzen Regierung werden wir heute in einem Jahr ziehen können, und dann werden Sie wahrscheinlich nicht so gut dastehen, denn Sie mit Ihrem Programm verlassen das Ziel der Vollbeschäftigung und gefährden Zehntausende Arbeitsplätze. – Das ist die Wahrheit, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Der Herr Bundeskanzler hat hier großartig angekündigt, nächste Woche werde die Angleichung Arbeiter – Angestellte beschlossen werden, die Arbeitnehmer könnten sich schon freuen, welch großer Segen das für sie sei. Ich sage: Das ist eine gefährliche Drohung! Er muss mir erklären, wieso die Arbeitgeber jubeln sollen, wenn Sie sich durch diese Angleichung und durch die Aliquotierung des Urlaubes in Zukunft zweieinhalb Milliarden Schilling ersparen werden. Dieses Geld kommt doch aus den Taschen der Arbeitnehmer. Hier gibt es ein Körberlgeld von 2,5 Milliarden Schilling für die Arbeitgeber, und da werden wir sehr genau aufpassen, dass das nicht so Platz greift, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das Sozialministerium im herkömmlichen Sinn wird es ja nicht mehr geben, das ist filetiert. In Zukunft fallen das Arbeitsvertragsrecht, der Arbeitnehmerschutz und damit die Arbeitsinspektion in die Agenden des Wirtschaftsministeriums. Und jetzt stelle ich Ihnen die Frage: Was glauben Sie, auf welcher Seite dieser Minister, der Großindustrielle Bartenstein, sein wird, wenn sich Arbeitgeber über Arbeitsinspektoren beschweren? Diese Frage ist leicht zu beantworten, das ist eine Einserfrage, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Arbeits- und Betriebsverfassungsrecht: Dazu gehören insbesondere auch gesetzliche Interessenvertretungen der Arbeitnehmer, Angelegenheiten des Schlichtungswesens, Angelegenheiten der Betriebsvertretung. Mit Betriebsvertretung ist das Arbeitsverfassungsgesetz gemeint. – Eine weitere Einserfrage: Was, glauben Sie, wo dieser Minister, der Großindustrielle Bartenstein, stehen wird? Auf der Seite der großen und kleinen Stronachs oder auf der Seite der Kolleginnen, die einen Betriebsrat gründen wollen? Auch diese Frage können Sie sich selbst und leicht beantworten. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit bei der SPÖ
Diese Regierung – das geht aus dieser neuen Ministeriumsstruktur hervor – predigt uns Sparsamkeit. Ich bin neugierig, wer in Zukunft zu den Sitzungen der Arbeits- und Sozialminister im Rahmen der EU fahren wird? Wahrscheinlich werden beide hinfahren, dann haben sie wenigstens einen Gesprächspartner beim Mittagessen (Heiterkeit bei der SPÖ), denn von den Ministerkollegen spricht ohnehin niemand mit ihnen. – Und das, weil Sie Österreich und sich selbst isoliert haben, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Diese Regierung – das geht aus dieser neuen Ministeriumsstruktur hervor – predigt uns Sparsamkeit. Ich bin neugierig, wer in Zukunft zu den Sitzungen der Arbeits- und Sozialminister im Rahmen der EU fahren wird? Wahrscheinlich werden beide hinfahren, dann haben sie wenigstens einen Gesprächspartner beim Mittagessen (Heiterkeit bei der SPÖ), denn von den Ministerkollegen spricht ohnehin niemand mit ihnen. – Und das, weil Sie Österreich und sich selbst isoliert haben, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich sage Ihnen in meiner vollen Verantwortung Folgendes: Ich bekenne mich dazu, dass wir aus wirtschaftlicher Sicht gemeinsame Interessen haben. Ich habe auch den Ausspruch gepredigt: Wir sitzen beide im gleichen Boot! Aber für etwas sind wir nicht zu haben: dass die Arbeitnehmer rudern und die Arbeitgeber auf dem Sonnendeck liegen! Daher bin ich persönlich und auch meine Organisation, die ich vertrete, immer für Kompromissbereitschaft eingetreten. Aber wenn Sie glauben, dass durch ein neues Standortministerium die Arbeitnehmer in diesem Land zu Standortfaktoren werden, dann, das muss ich Ihnen sagen, haben Sie sich schwer getäuscht, meine Damen und Herren von Blau-Schwarz! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Reinhart Gaugg (Freiheitliche): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Eine Einserfrage an Herrn Nürnberger hätte ich noch gehabt, bevor er gelangweilt den Saal verlässt; die Arbeitnehmerinteressen interessieren ihn anscheinend überhaupt nicht mehr. Wenn Sie Herrn Minister Bartenstein mehr oder weniger seine Herkunft vorwerfen – Sie betonten immer das Wort "Großindustrieller" –, dann muss ich Ihnen schon auch eine Einserfrage stellen. Herr Finanzminister Edlinger in Ruhe war oder ist Ihr Parteikollege, SPÖ – und jetzt die Einserfrage: Wo in den letzten Jahren hatten die österreichischen Arbeitnehmer Vorteile daraus, dass er Finanzminister war? Diese Frage muss ich Ihnen wirklich einmal stellen, denn das ist geradezu abenteuerlich. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das Paket der Grauslichkeiten, das Sie und Ihre Partei den Arbeitnehmern in den letzten ... (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Reinhart Gaugg (fortsetzend): In Anbetracht des klassenkämpferischen Tons noch eine Einserfrage an den Obergewerkschafter Nürnberger, der während der letzten Jahre hier herinnen einen Winterschlaf gehalten hat: Warum hat er als Obergewerkschafter in der Vergangenheit immer geschwiegen? Wäre ihm das Vorbild seines künftigen Parteivorsitzenden lieber? – Im Ostblock hat es immer nur einen Großindustriellen gegeben, das war der Vater Staat. Und wo das geendet hat, wissen wir alle. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Keppelmüller: Rosenstingl!
Wo die Einflussnahme der SPÖ besonders groß war, das war beim "Konsum". – Großartig!, kann ich nur sagen. Zigtausende Mitarbeiter ohne Beschäftigung! (Abg. Dr. Keppelmüller: Rosenstingl!) Entschuldige, ich weiß schon, dass das wehtut. Es tut weh, an die russische Vergangenheit und Zukunft erinnert zu werden. Aber das gesamte Desaster in der Verstaatlichten, den Verrat an den Arbeitnehmern bei Post und ÖBB habt ihr verursacht, und jetzt versucht es der Herr Nürnberger mit der Zuckerltheorie: Alles Gute kommt von der SPÖ, alles Schlechte kommt von der Regierung! – Und das innerhalb von 14 Tagen! Es ist wirklich abenteuerlich und recht beachtlich.
Abg. Hagenhofer: Warum ist der Haider gegangen? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es ist schon erstaunlich und natürlich für die SPÖ unvorstellbar, dass es zu Veränderungen kommt. In jedem Management, in jedem Unternehmen, ja selbst in der SPÖ kommt es zu Veränderungen im Management. Da tritt der glücklose Klima ab, und es kommt der erfolglose Gusenbauer – aber eine Veränderung wurde durchgeführt! Warum? Warum eine Veränderung? Wozu, wenn ohnehin alles passt? Es passt im kleinen Denken ... (Abg. Hagenhofer: Warum ist der Haider gegangen? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Was ist denn los? Ich werde den Herrn Landeshauptmann Dr. Haider einmal bitten, dass er einen Fachvortrag innerhalb der SPÖ hält, wie man erfolgreich Politik macht. Vielleicht wird er Ihnen das im Rahmen einer derartigen Veranstaltung sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist schon erstaunlich und natürlich für die SPÖ unvorstellbar, dass es zu Veränderungen kommt. In jedem Management, in jedem Unternehmen, ja selbst in der SPÖ kommt es zu Veränderungen im Management. Da tritt der glücklose Klima ab, und es kommt der erfolglose Gusenbauer – aber eine Veränderung wurde durchgeführt! Warum? Warum eine Veränderung? Wozu, wenn ohnehin alles passt? Es passt im kleinen Denken ... (Abg. Hagenhofer: Warum ist der Haider gegangen? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Was ist denn los? Ich werde den Herrn Landeshauptmann Dr. Haider einmal bitten, dass er einen Fachvortrag innerhalb der SPÖ hält, wie man erfolgreich Politik macht. Vielleicht wird er Ihnen das im Rahmen einer derartigen Veranstaltung sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Gaugg: Wo war der Arbeitnehmerschutz für die öffentlich Bediensteten?
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Hohes Haus! Wir debattieren die Zergliederung, Filetierung von Ministerien wie etwa jene des Sozialministeriums, und es ist schon in etlichen Debattenbeiträgen angeklungen, was das Problem dabei ist. Ich nehme nur eines dieser Probleme heraus: den Arbeitnehmerschutz. Herr Kollege Gaugg sieht kein Problem darin, dass das in einem Ressort zusammengefasst wird. Ich sehe ein Riesenproblem darin. Natürlich macht das den Freiheitlichen in ihrem Denken von Arbeitnehmern als Teil einer Betriebsgemeinschaft kein Problem. Darum geht man dann auch zu den Unternehmen hin und sagt: Spendet etwas für unsere Gewerkschaft!, weil das nämlich ein Ganzes ist. Aber da gibt es eben noch unterschiedliche Interessen (Abg. Gaugg: Wo war der Arbeitnehmerschutz für die öffentlich Bediensteten?), und, Herr Kollege Gaugg, ich werde versuchen, diese unterschiedlichen Interessen darzustellen.
Beifall bei den Grünen.
Das hat sehr wohl etwas damit zu tun, zu welchem Ressort Arbeitnehmerschutz, Arbeitnehmerpolitik gehört. (Beifall bei den Grünen.) Das ist ein eminentes Risiko, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, das Sie den Arbeitnehmern, den Beschäftigten in diesem Land aufbürden.
Abg. Mag. Schweitzer: Wissend die Unwahrheit aus "NEWS" zitieren! Das ist unglaublich!
Meine Damen und Herren! Ich zitiere aus der Zeitschrift "NEWS". (Abg. Mag. Schweitzer: Wissend die Unwahrheit aus "NEWS" zitieren! Das ist unglaublich!) – Herr Präsident! Können Sie dafür sorgen, dass ich meine Rede ungestört fortsetzen darf – oder fällt das nicht in Ihre Kompetenz? (Abg. Schwarzenberger: Sie sollten nicht die Unwahrheit sagen! – Weitere lebhafte Zwischenrufe.)
Abg. Schwarzenberger: Sie sollten nicht die Unwahrheit sagen! – Weitere lebhafte Zwischenrufe.
Meine Damen und Herren! Ich zitiere aus der Zeitschrift "NEWS". (Abg. Mag. Schweitzer: Wissend die Unwahrheit aus "NEWS" zitieren! Das ist unglaublich!) – Herr Präsident! Können Sie dafür sorgen, dass ich meine Rede ungestört fortsetzen darf – oder fällt das nicht in Ihre Kompetenz? (Abg. Schwarzenberger: Sie sollten nicht die Unwahrheit sagen! – Weitere lebhafte Zwischenrufe.)
Abg. Mag. Schweitzer: Wissend die Unwahrheit zitieren! Das ist typisch!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Am Wort ist Herr Abgeordneter Öllinger! (Abg. Mag. Schweitzer: Wissend die Unwahrheit zitieren! Das ist typisch!)
Abg. Mag. Schweitzer: Aus "NEWS" die Unwahrheit, wie immer!
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): Ich zitiere aus der Zeitschrift "NEWS". (Abg. Mag. Schweitzer: Aus "NEWS" die Unwahrheit, wie immer!) Herr Finanzminister Grasser ist Geschäftsführer – noch immer Geschäftsführer – einer 100-prozentigen Magna-Tochter, die sich Sportwetten GmbH. nennt. Geschäftszweck sind Sportwetten und ein Wettkanal. (Abg. Fischl: Das gibt es gar nicht mehr!) Der Finanzminister Grasser ist noch immer Geschäftsführer einer Ges.m.b.H., die sich Sport-Management-International-G.m.b.H. nennt, deren Unternehmensgegenstand der Betrieb einer Fernsehsendeanstalt ist. (Abg. Aumayr: Nicht ein Wort stimmt!) Grasser ist in beiden Firmen bis heute Geschäftsführer.
Abg. Fischl: Das gibt es gar nicht mehr!
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): Ich zitiere aus der Zeitschrift "NEWS". (Abg. Mag. Schweitzer: Aus "NEWS" die Unwahrheit, wie immer!) Herr Finanzminister Grasser ist Geschäftsführer – noch immer Geschäftsführer – einer 100-prozentigen Magna-Tochter, die sich Sportwetten GmbH. nennt. Geschäftszweck sind Sportwetten und ein Wettkanal. (Abg. Fischl: Das gibt es gar nicht mehr!) Der Finanzminister Grasser ist noch immer Geschäftsführer einer Ges.m.b.H., die sich Sport-Management-International-G.m.b.H. nennt, deren Unternehmensgegenstand der Betrieb einer Fernsehsendeanstalt ist. (Abg. Aumayr: Nicht ein Wort stimmt!) Grasser ist in beiden Firmen bis heute Geschäftsführer.
Abg. Aumayr: Nicht ein Wort stimmt!
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): Ich zitiere aus der Zeitschrift "NEWS". (Abg. Mag. Schweitzer: Aus "NEWS" die Unwahrheit, wie immer!) Herr Finanzminister Grasser ist Geschäftsführer – noch immer Geschäftsführer – einer 100-prozentigen Magna-Tochter, die sich Sportwetten GmbH. nennt. Geschäftszweck sind Sportwetten und ein Wettkanal. (Abg. Fischl: Das gibt es gar nicht mehr!) Der Finanzminister Grasser ist noch immer Geschäftsführer einer Ges.m.b.H., die sich Sport-Management-International-G.m.b.H. nennt, deren Unternehmensgegenstand der Betrieb einer Fernsehsendeanstalt ist. (Abg. Aumayr: Nicht ein Wort stimmt!) Grasser ist in beiden Firmen bis heute Geschäftsführer.
Zwischenruf der Abg. Haller.
Am 9. September 1999 hat Herr Grasser in der einen Firma, nämlich SMI, Herrn Pichler in der Geschäftsführung ersetzt. (Zwischenruf der Abg. Haller. ) Ich frage Sie, meine Damen und Herren sowohl von der ÖVP als auch von der FPÖ (Abg. Schwarzenberger: Das macht jetzt Herr Rudas!): Ist das ein Fall von politischer Unvereinbarkeit? – Ja oder nein? (Abg. Haller: Das ist doch lächerlich! – Abg. Aumayr: 9. September!)
Abg. Schwarzenberger: Das macht jetzt Herr Rudas!
Am 9. September 1999 hat Herr Grasser in der einen Firma, nämlich SMI, Herrn Pichler in der Geschäftsführung ersetzt. (Zwischenruf der Abg. Haller. ) Ich frage Sie, meine Damen und Herren sowohl von der ÖVP als auch von der FPÖ (Abg. Schwarzenberger: Das macht jetzt Herr Rudas!): Ist das ein Fall von politischer Unvereinbarkeit? – Ja oder nein? (Abg. Haller: Das ist doch lächerlich! – Abg. Aumayr: 9. September!)
Abg. Haller: Das ist doch lächerlich! – Abg. Aumayr: 9. September!
Am 9. September 1999 hat Herr Grasser in der einen Firma, nämlich SMI, Herrn Pichler in der Geschäftsführung ersetzt. (Zwischenruf der Abg. Haller. ) Ich frage Sie, meine Damen und Herren sowohl von der ÖVP als auch von der FPÖ (Abg. Schwarzenberger: Das macht jetzt Herr Rudas!): Ist das ein Fall von politischer Unvereinbarkeit? – Ja oder nein? (Abg. Haller: Das ist doch lächerlich! – Abg. Aumayr: 9. September!)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Wir wollen es uns nicht leisten, dass die Republik mit einem Aufsichtsrat verwechselt wird, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Haller: So ein Schwachsinn!
Was hat der Herr Bundeskanzler gesagt? – Der Herr Bundeskanzler hat davon gesprochen, es müssten die besten Profis in die Aufsichtsräte entsandt werden. Er hat offensichtlich nicht an Herrn Grasser gedacht, sondern an die Aufsichtsräte, in die man entsendet – darunter auch den ORF. Aber ich halte fest: Schon Herr Haider versteht sich jetzt als Aufsichtsrat dieser Regierung. Offensichtlich versteht sich Herr Grasser als Aufsichtsrat der Firma Magna in der Bundesregierung. Wir brauchen weder einen Lotteriekönig in der Bundesregierung noch einen Leasing-Minister von Gnaden der Firma Magna. Stellen wir das klar, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Haller: So ein Schwachsinn!)
Abg. Fischl: Reden Sie nicht so einen Blödsinn daher!
Herr Grasser hat offensichtlich seine Funktionen als Geschäftsführer bei zwei Gesellschaften nicht dem Unvereinbarkeitsausschuss, dem ausgerechnet Herr Haigermoser (Abg. Fischl: Reden Sie nicht so einen Blödsinn daher!), der sonst immer auf ganz groß macht, vorsteht, gemeldet.
Abg. Dietachmayr: Das ist eine Verfassungsbestimmung!
Ich halte fest: Das ist ein klassischer Verstoß gegen die Unvereinbarkeitsbestimmungen, die wir für die Mitglieder der Bundesregierung haben. Wenn Herr Grasser noch immer eine dieser Funktionen innehat, wenn er sie noch nicht abgegeben hat, ja selbst dann, wenn er sie abgeben will, liegt ein Verstoß vor. (Abg. Dietachmayr: Das ist eine Verfassungsbestimmung!) Das Problem liegt aber nicht allein in dieser Unvereinbarkeit (Abg. Mag. Schweitzer: Du kannst aufhören, du bist überholt!), sondern das eigentliche Problem, meine Damen und Herren, ist, dass Herr Grasser und die Freiheitliche Partei – darum regen Sie sich auch so auf – das Geschäftsinteresse der Firma Magna im Koalitionsübereinkommen festgeschrieben haben. (Abg. Neudeck: Sie bewegen sich im Kreis!)
Abg. Mag. Schweitzer: Du kannst aufhören, du bist überholt!
Ich halte fest: Das ist ein klassischer Verstoß gegen die Unvereinbarkeitsbestimmungen, die wir für die Mitglieder der Bundesregierung haben. Wenn Herr Grasser noch immer eine dieser Funktionen innehat, wenn er sie noch nicht abgegeben hat, ja selbst dann, wenn er sie abgeben will, liegt ein Verstoß vor. (Abg. Dietachmayr: Das ist eine Verfassungsbestimmung!) Das Problem liegt aber nicht allein in dieser Unvereinbarkeit (Abg. Mag. Schweitzer: Du kannst aufhören, du bist überholt!), sondern das eigentliche Problem, meine Damen und Herren, ist, dass Herr Grasser und die Freiheitliche Partei – darum regen Sie sich auch so auf – das Geschäftsinteresse der Firma Magna im Koalitionsübereinkommen festgeschrieben haben. (Abg. Neudeck: Sie bewegen sich im Kreis!)
Abg. Neudeck: Sie bewegen sich im Kreis!
Ich halte fest: Das ist ein klassischer Verstoß gegen die Unvereinbarkeitsbestimmungen, die wir für die Mitglieder der Bundesregierung haben. Wenn Herr Grasser noch immer eine dieser Funktionen innehat, wenn er sie noch nicht abgegeben hat, ja selbst dann, wenn er sie abgeben will, liegt ein Verstoß vor. (Abg. Dietachmayr: Das ist eine Verfassungsbestimmung!) Das Problem liegt aber nicht allein in dieser Unvereinbarkeit (Abg. Mag. Schweitzer: Du kannst aufhören, du bist überholt!), sondern das eigentliche Problem, meine Damen und Herren, ist, dass Herr Grasser und die Freiheitliche Partei – darum regen Sie sich auch so auf – das Geschäftsinteresse der Firma Magna im Koalitionsübereinkommen festgeschrieben haben. (Abg. Neudeck: Sie bewegen sich im Kreis!)
Abg. Fischl: Ist das schlecht?
Im Koalitionsübereinkommen heißt es: Die Bemühungen zur Schaffung eines eigenen Sportkanals sollen mit dem Ziel unterstützt werden, auch weniger bekannten Sportarten eine Präsentationsplattform zu bieten. (Abg. Fischl: Ist das schlecht?) Und weiters heißt es: Die Verbreiterung der Bemessungsgrundlage der Sportförderung durch Einbeziehung privater Wett
Abg. Mag. Firlinger: So etwas kann nur im linken Gehirn entstehen!
Meine Damen und Herren! Herr Grasser ist nicht irgendjemand. Er ist ein Leasing-Minister von Seiten und von Gnaden der Firma Magna, und als solcher legt er die Tätigkeit in der Bundesregierung an. (Abg. Mag. Firlinger: So etwas kann nur im linken Gehirn entstehen!) Aufgrund dieser Geschäftszwecke, die in der Koalitionsvereinbarung festgeschrieben sind, ist Herr Grasser ertappt. Er hat seine Hand im schmutzigen Geschäft. Angesichts dessen ist es egal, ob er als Geschäftsführer mittlerweile zurückgetreten ist oder in Zukunft zurücktreten wird, wie auch immer. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Herr Grasser ist nicht irgendjemand. Er ist ein Leasing-Minister von Seiten und von Gnaden der Firma Magna, und als solcher legt er die Tätigkeit in der Bundesregierung an. (Abg. Mag. Firlinger: So etwas kann nur im linken Gehirn entstehen!) Aufgrund dieser Geschäftszwecke, die in der Koalitionsvereinbarung festgeschrieben sind, ist Herr Grasser ertappt. Er hat seine Hand im schmutzigen Geschäft. Angesichts dessen ist es egal, ob er als Geschäftsführer mittlerweile zurückgetreten ist oder in Zukunft zurücktreten wird, wie auch immer. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Haller: So eine Anschuldigung!
Sie regen sich auf, Herr Bundesminister, aber es ist ein schmutziges Geschäft, wenn man als Bundesminister dieser Bundesregierung gleichzeitig die Interessen eines privaten Unternehmens vertritt. Darin sind wir uns doch wohl einig, sonst hätten wir nicht die Unvereinbarkeit festgelegt. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Haller: So eine Anschuldigung!)
Abg. Aumayr: Sie wissen ganz genau, dass Sie die Unwahrheit sprechen!
Ist es so, meine Damen und Herren? – Oder wollen Sie in Zukunft auch die Unvereinbarkeitsbestimmungen aufheben? (Abg. Aumayr: Sie wissen ganz genau, dass Sie die Unwahrheit sprechen!)
Abg. Mag. Trattner: Wenn es so wäre, hätten Sie recht!
Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Das ist der gravierendste Verstoß gegen die Unvereinbarkeitsbestimmungen, der bisher in diesem Haus vorgefallen ist, und ich würde doch ersuchen, dass Sie das zum Anlass nehmen, über die Funktion dieses Ihnen sehr vertrauten und offensichtlich sehr angenehmen Herrn Ministers – trotz seiner Debatte über die 60 000 S – nachzudenken. Ihr Bundesminister hat diesem Haus, hat dem Unvereinbarkeitsausschuss nicht die Wahrheit über seine Tätigkeit gesagt. Ich weiß es nicht, darum würde es mich interessieren, ob er das Herrn Haigermoser zumindest von Ohr zu Ohr geflüstert hat. Ich halte die Tätigkeit eines Ministers, der gleichzeitig Geschäftsführer von zwei privaten Ges.m.b.Hs. ist und offensichtlich die Geschäftsinteressen dieser zwei Ges.m.b.Hs. im Koalitionspakt festgehalten hat, hat niederschreiben lassen, mit Ihrer Hilfe hat niederschreiben lassen (Abg. Mag. Trattner: Wenn es so wäre, hätten Sie recht!), für unvereinbar. Das ist skandalös. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Das ist der gravierendste Verstoß gegen die Unvereinbarkeitsbestimmungen, der bisher in diesem Haus vorgefallen ist, und ich würde doch ersuchen, dass Sie das zum Anlass nehmen, über die Funktion dieses Ihnen sehr vertrauten und offensichtlich sehr angenehmen Herrn Ministers – trotz seiner Debatte über die 60 000 S – nachzudenken. Ihr Bundesminister hat diesem Haus, hat dem Unvereinbarkeitsausschuss nicht die Wahrheit über seine Tätigkeit gesagt. Ich weiß es nicht, darum würde es mich interessieren, ob er das Herrn Haigermoser zumindest von Ohr zu Ohr geflüstert hat. Ich halte die Tätigkeit eines Ministers, der gleichzeitig Geschäftsführer von zwei privaten Ges.m.b.Hs. ist und offensichtlich die Geschäftsinteressen dieser zwei Ges.m.b.Hs. im Koalitionspakt festgehalten hat, hat niederschreiben lassen, mit Ihrer Hilfe hat niederschreiben lassen (Abg. Mag. Trattner: Wenn es so wäre, hätten Sie recht!), für unvereinbar. Das ist skandalös. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Sie sollten in sich gehen und sich überlegen, ob es nicht eine dritte Klasse gibt, nämlich die der Super-Kassierer beziehungsweise die Klasse derjenigen, die diese Republik als ihren Privatgegenstand betrachten. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Schweitzer: Er kann die Unwahrheit sagen! Das ist unglaublich!
Zu einer tatsächlichen Berichtigung zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Mag. Schweitzer. Herr Abgeordneter! Nach § 58 GOG verlege ich die tatsächlichen Berichtigungen an das Ende dieser Debatte. (Abg. Mag. Schweitzer: Er kann die Unwahrheit sagen! Das ist unglaublich!)
Abg. Edlinger: Keine Beschimpfung!
Herr Kollege Nürnberger! Sie haben mich als Großindustriellen bezeichnet. Das ist zu viel der Ehre. (Abg. Edlinger: Keine Beschimpfung!) Selbst wenn ich noch Eigentümer meiner Unternehmungen wäre, was ich aufgrund der Unvereinbarkeitsbestimmung seit fünf Jahren nicht mehr bin – das sollten Sie wissen –, wäre das Mittelstand und nicht Großindustrie, und zwar jener Mittelstand, von dem Österreich lebt, im Rahmen dessen Österreichs Arbeitnehmer beschäftigt sind und auch die Beschäftigung weiter steigen wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Mittelstand in Österreich!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Mittelstand in Österreich!
Herr Kollege Nürnberger! Sie haben mich als Großindustriellen bezeichnet. Das ist zu viel der Ehre. (Abg. Edlinger: Keine Beschimpfung!) Selbst wenn ich noch Eigentümer meiner Unternehmungen wäre, was ich aufgrund der Unvereinbarkeitsbestimmung seit fünf Jahren nicht mehr bin – das sollten Sie wissen –, wäre das Mittelstand und nicht Großindustrie, und zwar jener Mittelstand, von dem Österreich lebt, im Rahmen dessen Österreichs Arbeitnehmer beschäftigt sind und auch die Beschäftigung weiter steigen wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Mittelstand in Österreich!)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber um Ihnen die Unterscheidung zwischen Mittelstand und Großindustrie ein wenig zu erleichtern, meine sehr geehrten Damen und Herren, darf ich Ihnen Folgendes sagen: Dieses mittelständische Unternehmen hat etwa so viele Mitarbeiter wie die SPÖ in Millionen Schilling Schulden. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Edlinger: Das ist Polemik von der Regierungsbank, Herr Bartenstein!
Ich weise außerdem Ihren Vorwurf zurück ... (Abg. Edlinger: Das ist Polemik von der Regierungsbank, Herr Bartenstein!) – Das mag schon sein, Herr Kollege Edlinger (Abg. Edlinger: Das ist Polemik von der Regierungsbank! – Abg. Dietachmayr: Sie machen das immer wieder!), aber etwas mehr Sachlichkeit eines Abgeordneten vom Rednerpult aus in Richtung Regierungsbank wäre wohl auch durchaus angemessen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Eine unintelligente Polemik von der Regierungsbank!)
Abg. Edlinger: Das ist Polemik von der Regierungsbank! – Abg. Dietachmayr: Sie machen das immer wieder!
Ich weise außerdem Ihren Vorwurf zurück ... (Abg. Edlinger: Das ist Polemik von der Regierungsbank, Herr Bartenstein!) – Das mag schon sein, Herr Kollege Edlinger (Abg. Edlinger: Das ist Polemik von der Regierungsbank! – Abg. Dietachmayr: Sie machen das immer wieder!), aber etwas mehr Sachlichkeit eines Abgeordneten vom Rednerpult aus in Richtung Regierungsbank wäre wohl auch durchaus angemessen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Eine unintelligente Polemik von der Regierungsbank!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Eine unintelligente Polemik von der Regierungsbank!
Ich weise außerdem Ihren Vorwurf zurück ... (Abg. Edlinger: Das ist Polemik von der Regierungsbank, Herr Bartenstein!) – Das mag schon sein, Herr Kollege Edlinger (Abg. Edlinger: Das ist Polemik von der Regierungsbank! – Abg. Dietachmayr: Sie machen das immer wieder!), aber etwas mehr Sachlichkeit eines Abgeordneten vom Rednerpult aus in Richtung Regierungsbank wäre wohl auch durchaus angemessen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Eine unintelligente Polemik von der Regierungsbank!)
Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Nürnberger hat sich aber einmal mehr damit beschäftigt, dass für ihn ein Ministerium für Arbeit und Wirtschaft überhaupt das Schlimmste sei, was denkbar wäre. Ich möchte auch an dieser Stelle darauf verweisen, dass sozialdemokratisch regierte Länder, wie das Vereinigte Königreich, wie Schweden, aber auch durchaus vergleichbare Nachbarländer, wie die Schweiz, ähnlich strukturierte Ressorts haben. Ich glaube, es wird von Seiten meiner Fraktion noch näher darauf eingegangen werden. (Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dietachmayr: Das ist nicht Ihr Verdienst!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Nürnberger hat den Verdacht in den Raum gestellt, es würden die Mittel für die Arbeitsmarktförderung gekürzt werden, und hat als Folge dessen vor steigender Arbeitslosigkeit gewarnt. Zum Ersten empfinde ich es als starkes Stück, wenn ein Spitzenvertreter des ÖGB steigende Arbeitslosenzahlen an die Wand malt, und zwar in einer Phase, in der die Arbeitslosigkeit in einem Ausmaß sinkt, wie es seit Jahrzehnten nicht mehr der Fall war. (Abg. Dietachmayr: Das ist nicht Ihr Verdienst!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Ich habe heute schon an anderer Stelle darauf verwiesen, dass das natürlich auch ein Verdienst der früheren Bundesregierung und natürlich ein Verdienst von Frau Hostasch gewesen ist. Aber es kommt mir reichlich absurd vor, jetzt steigende Arbeitslosenzahlen an die Wand zu malen, wenn der Trend bei allen Bevölkerungsgruppen, in ganz Österreich und auch in allen Altersklassen Gott sei Dank genau in die Gegenrichtung geht. Das ist nun einmal Faktum! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. )
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Auch das, Herr Kollege Edlinger, ist ein bisschen eine Frage der Glaubwürdigkeit. Wenn schon die Themen Magna und Stronach hier im Plenum vom Rednerpult aus angezogen werden, dann sollte man auch beide Seiten sehen, also nicht nur jene Seite, woher der amtierende Finanzminister kommt, sondern auch jene, wohin der frühere Bundesgeschäftsführer der Sozialdemokratischen Partei gegangen ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Ist er Minister? Sehr schwach! Peinlich!
Dass der frühere Bundeskanzler Vranitzky dort in führender Stellung, nämlich in einer Aufsichtsratsfunktion, tätig ist, das sei der Vollständigkeit halber hier auch noch erwähnt. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Ist er Minister? Sehr schwach! Peinlich!)
Abg. Mag. Posch: Es geht um die Unvereinbarkeit!
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich komme wieder zum Bundesministeriengesetz zurück, denn Herr Minister Bartenstein hat mir das, was ich an und für sich zum früheren SPÖ-Geschäftsführer Rudas sagen wollte, direkt aus dem Mund genommen. Es ist interessant, dass auf einmal der Magna-Konzern sehr lieb und wert ist. Vorher bekriegt man ihn, dann schaut man, dass man dortselbst ein Platzerl bekommt, dann schlüpft man in den Maßanzug von Magna hinein (Abg. Mag. Posch: Es geht um die Unvereinbarkeit!), setzt ein Magna-Kapperl auf, und dann ist es völlig Wurscht, ob es dort Betriebsräte gibt oder nicht. So schnell kann man innerhalb von ein paar Wochen seine Meinung ändern! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich komme wieder zum Bundesministeriengesetz zurück, denn Herr Minister Bartenstein hat mir das, was ich an und für sich zum früheren SPÖ-Geschäftsführer Rudas sagen wollte, direkt aus dem Mund genommen. Es ist interessant, dass auf einmal der Magna-Konzern sehr lieb und wert ist. Vorher bekriegt man ihn, dann schaut man, dass man dortselbst ein Platzerl bekommt, dann schlüpft man in den Maßanzug von Magna hinein (Abg. Mag. Posch: Es geht um die Unvereinbarkeit!), setzt ein Magna-Kapperl auf, und dann ist es völlig Wurscht, ob es dort Betriebsräte gibt oder nicht. So schnell kann man innerhalb von ein paar Wochen seine Meinung ändern! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Edlinger: Differenz von 15 Milliarden Schilling!
Herr Rudas macht das genauso wie Sie. Sie haben auch Ihre Meinung total geändert. Mit der Österreichischen Volkspartei haben Sie ein Kompendium ausgearbeitet, das sich fast im Maßstab von 1 : 1 mit dem deckt, was wir jetzt realisieren wollen. (Abg. Edlinger: Differenz von 15 Milliarden Schilling!) Sie gehen hier heraus, schreien Zeter und Mordio, steigen auf die Barrikaden, weil wir genau das machen, was Sie auch gemacht hätten, wenn Sie jetzt noch in der Regierung säßen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Eine Umbildung von unten nach oben! Sie haben Ihr Programm nicht gelesen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Eine Umbildung von unten nach oben! Sie haben Ihr Programm nicht gelesen!
Herr Rudas macht das genauso wie Sie. Sie haben auch Ihre Meinung total geändert. Mit der Österreichischen Volkspartei haben Sie ein Kompendium ausgearbeitet, das sich fast im Maßstab von 1 : 1 mit dem deckt, was wir jetzt realisieren wollen. (Abg. Edlinger: Differenz von 15 Milliarden Schilling!) Sie gehen hier heraus, schreien Zeter und Mordio, steigen auf die Barrikaden, weil wir genau das machen, was Sie auch gemacht hätten, wenn Sie jetzt noch in der Regierung säßen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Eine Umbildung von unten nach oben! Sie haben Ihr Programm nicht gelesen!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! So verhält es sich auch mit den Ministerien. Es wird jetzt endlich einmal das zusammengefügt, was zusammengehört, und das getrennt, was getrennt gehört. Wir wollten das mit Ihnen schon bei der letzten Regierungsbildung realisieren. Sie waren aber so einzementiert in Ihrem Machtstreben und Machtbewusstsein, dass es nicht möglich war, vernünftige Lösungen herbeizuführen, indem man die Ministerien, die zusammengehören, auch zusammenführt. Das wird jetzt gemacht. Dazu soll heute das Bundesministeriengesetz beschlossen werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das ist ein positives, innovatives Beispiel, das zeigt, dass die neue Bundesregierung tatsächlich dazu bereit ist, Probleme zu lösen und auch alte Pfründe über Bord zu werfen, die bisher Tabus, die bisher fast Heiligtümer der Sozialisten waren. Deshalb kommt jetzt mehr Wind hinein, deshalb wird jetzt auch Innovation betrieben werden, sodass letzten Endes Österreich noch europareifer werden wird, als es ohnehin schon ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Dasselbe ist auch im Finanzministerium der Fall. Neue Zuständigkeiten werden geschaffen. Es wird zum Beispiel ein Budget-, Personal- und Finanzcontrolling eingeführt, das wir immer gefordert haben. Hätte es das gegeben, müssten wir nicht in ein paar Wochen hier sitzen und beim Thema Budget darüber reden, wie wir die fehlenden beziehungsweise die nicht vorhandenen Milliarden kompensieren können. Es wird, ähnlich wie in der Privatwirtschaft, ein Controlling-Instrument geschaffen, das in Zukunft dafür sorgen wird, dass wir keine Sparbudgets mehr auf dem Rücken der Bürger zu schnüren brauchen. Das wird gemacht werden, und das kommt auch im neuen Bundesministeriengesetz zum Ausdruck. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Murauer: Wieso neu einrichten?
Meine Damen und Herren! Herr Minister Schlögl und Herr Minister Edlinger haben es uns ganz leicht gemacht, denn wir müssen nicht nur ein neues Bundesministeriengesetz erlassen, sondern es mussten auch die einzelnen Ministerien ganz neu eingerichtet werden – wenn es stimmt. Ich nehme an, dass das, was in der Presse gestanden ist, stimmt. Es war notwendig, verschiedene Ministerien, die in einem desolaten Zustand zurückgelassen worden sind – ersparen Sie mir den Vergleich! –, neu einzurichten. (Abg. Murauer: Wieso neu einrichten?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Ist das eine Fragestunde? – Abg. Edlinger: Falsch! Sie sind von übergestern!
Deshalb die Frage an Sie, Herr Minister außer Dienst Schlögl: Haben Sie die Büros so ausgeräumt, dass nichts mehr vorhanden war? Wurden die Computer heruntergefahren? Wurden die Betriebssysteme zerstört? Wurden die Telefonanlagen außer Betrieb gesetzt? Wurden die Lautsprecher heruntergerissen? – All das wurde uns von den Ministern berichtet, die diese Büros so vorgefunden haben. Und das passierte zu einer Zeit, meine Damen und Herren, in der in Österreich mit Hilfe der ausländischen Anarchisten Demonstrationen stattgefunden haben, wobei der Innenminister im Interesse der Sicherheit Österreichs ein intaktes Ministerium hätte vorfinden sollen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Ist das eine Fragestunde? – Abg. Edlinger: Falsch! Sie sind von übergestern!) Sie haben bewusst – bewusst! – die Sicherheit über Bord geworfen!
Abg. Mag. Kogler: Die NASA hat den Flug auch verschieben müssen!
Dasselbe war im Finanzministerium der Fall. Stimmt es, Herr Edlinger, dass Sie dasselbe gemacht haben? (Abg. Mag. Kogler: Die NASA hat den Flug auch verschieben müssen!) Stimmt es, dass Sie Ihrem Nachfolger nicht einmal das Amt übergeben haben? Stimmt es – die Presse hat noch nicht darüber berichtet –, dass man sich 14 Tage später mit einem Nachschlüssel Zutritt verschafft hat, wobei noch einmal das Betriebssystem im Finanzministerium zerstört worden sein soll? – All das ist während der Übergabe Ihrer Ministerien vorgekommen! Deshalb wundert es mich nicht, wenn Sie auch hier an vorderster Front gegen Österreich mobil machen. Es ist schon erwähnt worden, die Brandstifter und die Biedermänner sitzen in einem Boot. Auf der einen Seite beklagen Sie hier den Ruf Österreichs, und auf der anderen Seite machen Sie selbst bei allen möglichen und unmöglichen Situationen im Ausland Stimmung gegen das Land.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Deshalb appelliere ich an den neuen Parteivorsitzenden Gusenbauer, der gesagt hat, er möchte zur Deeskalation beitragen, er möchte wieder Frieden einkehren lassen: Zeigen Sie, wie es geht! Fahren Sie ins Ausland und sagen Sie: Österreich ist eine Republik, eine Demokratie, die sich den Gesetzen, die sich den Normen der EU verschrieben hat, die Menschenrechte wahrt, die Freiheiten wahrt und die Toleranz übt. Das ist Österreich! – Machen Sie in diesem Sinne Propaganda, dann werden auch die von Ihnen beklagten und von Ihnen bestellten Sanktionen gegen Österreich aufhören! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Eder: Das ist ein Witz, das Ganze! – Abg. Mag. Schlögl: Das ist ein Witz!
Da Präsident Prinzhorn vor kurzer Zeit verfügt hat, dass tatsächliche Berichtigungen am Ende der Debatte stattfinden sollen, dass sie dorthin verlegt worden sind, setze ich das fort und ersuche Sie, die tatsächlichen Berichtigungen am Ende der Debatte durchzuführen. (Abg. Eder: Das ist ein Witz, das Ganze! – Abg. Mag. Schlögl: Das ist ein Witz!)
Beifall bei der SPÖ.
Alles, was bleibt, ist ein Dompteur Schüssel, der Haider zähmen wollte, wie er gesagt hat, aber das ist, so scheint es, eine Fehleinschätzung gewesen. In Erinnerung bleibt uns auch ein nicht gekaufter Jaguar, ein Jaguar-Liebhaber, aber auch ein Missen-Liebhaber – so konnten wir im "profil" nachlesen. Die abschätzige Einstellung Frauen gegenüber hat Herr Minister Krüger somit eindeutig zum Ausdruck gebracht. In Erinnerung bleibt eine 60 000 S-Einkommensgrenze der FPÖ, die nicht mehr gilt, und übrig geblieben ist das Gift, das wir Gott sei Dank nicht genommen haben – trotz Empfehlung von Haider, dass wir es nehmen sollten, da diese 60 000 S-Grenze bleiben werde. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Trattner: Was haben Sie jetzt gesagt? Was haben Sie jetzt gesagt?
Übrig bleibt eine Vizekanzlerin, die bald in den finanziellen Konkurs schlittern wird, und übrig bleibt eine instabile Bundesregierung. (Abg. Mag. Trattner: Was haben Sie jetzt gesagt? Was haben Sie jetzt gesagt?) Aber der Bundeskanzler und die Vizekanzlerin verkünden: Die Arbeit wird weitergehen wie bisher. – Das ist die Androhung des reinen Chaos. (Abg. Aumayr: "Das wäre eine Möglichkeit"! "Das wäre eine Möglichkeit"!)
Abg. Aumayr: "Das wäre eine Möglichkeit"! "Das wäre eine Möglichkeit"!
Übrig bleibt eine Vizekanzlerin, die bald in den finanziellen Konkurs schlittern wird, und übrig bleibt eine instabile Bundesregierung. (Abg. Mag. Trattner: Was haben Sie jetzt gesagt? Was haben Sie jetzt gesagt?) Aber der Bundeskanzler und die Vizekanzlerin verkünden: Die Arbeit wird weitergehen wie bisher. – Das ist die Androhung des reinen Chaos. (Abg. Aumayr: "Das wäre eine Möglichkeit"! "Das wäre eine Möglichkeit"!)
Beifall bei der SPÖ.
Alle geplanten Neuregelungen haben eine klare politische Stoßrichtung: Verschlechterung der bisherigen Regelungen zum Nachteil der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, zum Nachteil der Arbeitslosen, zum Nachteil der Frauen, zur Schwächung der Interessenvertretungen der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen und zur Schwächung des arbeitsrechtlichen Schutzes. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schwemlein: Das ist eine Pfeiferei!
Eine Offenbarung ist aber auch die Arbeitsweise dieser Chaos-Regierung. Reduziert ist diese Arbeitsweise auf schrille Töne und Pfeiftöne, auf Unwissenheit und Uneinigkeit. Da wird ein Staatssekretär von der Ressortleiterin zurückgepfiffen, weil er bei der Höchstbeitragsgrundlage etwas ändern will. Frau Sickl wird von Schüssel zurückgepfiffen, weil sie bei den Pensionsabschlägen noch etwas richten möchte. Schüssel und Riess-Passer pfeifen Grasser zurück, weil er die Familienbeihilfe für Reiche streichen will. (Abg. Schwemlein: Das ist eine Pfeiferei!) Aber die Spitzenleistung hat der Dritte Nationalratspräsident vollbracht: Fasslabend hat sich nämlich selbst zurückgepfiffen und Nachverhandlungen verlangt. (Abg. Aumayr: Die werden Ihnen um die Ohren pfeifen! Das kann ich Ihnen garantieren!) – Danke! Das war wieder typisch Aumayr: voller Niveau und Intelligenz! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Aumayr: Die werden Ihnen um die Ohren pfeifen! Das kann ich Ihnen garantieren!
Eine Offenbarung ist aber auch die Arbeitsweise dieser Chaos-Regierung. Reduziert ist diese Arbeitsweise auf schrille Töne und Pfeiftöne, auf Unwissenheit und Uneinigkeit. Da wird ein Staatssekretär von der Ressortleiterin zurückgepfiffen, weil er bei der Höchstbeitragsgrundlage etwas ändern will. Frau Sickl wird von Schüssel zurückgepfiffen, weil sie bei den Pensionsabschlägen noch etwas richten möchte. Schüssel und Riess-Passer pfeifen Grasser zurück, weil er die Familienbeihilfe für Reiche streichen will. (Abg. Schwemlein: Das ist eine Pfeiferei!) Aber die Spitzenleistung hat der Dritte Nationalratspräsident vollbracht: Fasslabend hat sich nämlich selbst zurückgepfiffen und Nachverhandlungen verlangt. (Abg. Aumayr: Die werden Ihnen um die Ohren pfeifen! Das kann ich Ihnen garantieren!) – Danke! Das war wieder typisch Aumayr: voller Niveau und Intelligenz! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Eine Offenbarung ist aber auch die Arbeitsweise dieser Chaos-Regierung. Reduziert ist diese Arbeitsweise auf schrille Töne und Pfeiftöne, auf Unwissenheit und Uneinigkeit. Da wird ein Staatssekretär von der Ressortleiterin zurückgepfiffen, weil er bei der Höchstbeitragsgrundlage etwas ändern will. Frau Sickl wird von Schüssel zurückgepfiffen, weil sie bei den Pensionsabschlägen noch etwas richten möchte. Schüssel und Riess-Passer pfeifen Grasser zurück, weil er die Familienbeihilfe für Reiche streichen will. (Abg. Schwemlein: Das ist eine Pfeiferei!) Aber die Spitzenleistung hat der Dritte Nationalratspräsident vollbracht: Fasslabend hat sich nämlich selbst zurückgepfiffen und Nachverhandlungen verlangt. (Abg. Aumayr: Die werden Ihnen um die Ohren pfeifen! Das kann ich Ihnen garantieren!) – Danke! Das war wieder typisch Aumayr: voller Niveau und Intelligenz! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Trattner.
Vieles in dieser Bundesregierung entsteht durch Fehleinschätzungen, Zufall, Lust am Herumrühren und Ratlosigkeit, aber in einer Aktion ist die Grundhaltung der FPÖVP klar erkennbar – Herr Khol würde es "Orchideenthema" nennen, also leicht vernachlässigbar –, nämlich bei der Abschaffung des Frauenministeriums. Das ist ein Rückschritt, meine Damen, meine Frauen! (Zwischenruf des Abg. Mag. Trattner. ) – Sie phantasieren!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Trattner: Gab es dort ein Budget?
Von der SPÖ, vom SPÖ-Klub, vom Frauenministerium wurde immer vertreten, dass eine moderne Familienpolitik mit den Zielen einer Frauenpolitik vereinbar sein muss! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Trattner: Gab es dort ein Budget?)
Abg. Aumayr: Was haben Sie gegen Mütter? Was haben Sie gegen Mütter?
Derzeit stehen wir aber vor einer ganz anderen Situation. Wir stehen vor der Situation, in der die Frauenpolitik nicht von einer Familienpolitik, sondern von einer einseitigen Mütterpolitik geschluckt werden soll (Abg. Aumayr: Was haben Sie gegen Mütter? Was haben Sie gegen Mütter?) – von einer Mütterpolitik, die so einseitig ist, dass allein erziehende Mütter überhaupt nicht mehr vorkommen. Diese Art von Politik soll Realität werden. (Abg. Steibl: Kollegin Mertel! Das ist aber wirklich ein reiner Blödsinn! Entschuldigung!)
Abg. Steibl: Kollegin Mertel! Das ist aber wirklich ein reiner Blödsinn! Entschuldigung!
Derzeit stehen wir aber vor einer ganz anderen Situation. Wir stehen vor der Situation, in der die Frauenpolitik nicht von einer Familienpolitik, sondern von einer einseitigen Mütterpolitik geschluckt werden soll (Abg. Aumayr: Was haben Sie gegen Mütter? Was haben Sie gegen Mütter?) – von einer Mütterpolitik, die so einseitig ist, dass allein erziehende Mütter überhaupt nicht mehr vorkommen. Diese Art von Politik soll Realität werden. (Abg. Steibl: Kollegin Mertel! Das ist aber wirklich ein reiner Blödsinn! Entschuldigung!)
Abg. Steibl: Was hat die Landesrätin gemacht? Die Landesrätin ist schuld, nicht die Frauenbeauftragte!
Bestätigung dessen, was Sie sich unter blau-schwarzer Frauenpolitik vorstellen, ist die Abberufung der Frauenbeauftragten des Landes Kärnten. Sie hat nur das gesagt, was auch ich hier in meiner Rede sage und viele andere sagen, nämlich dass es traurig ist, dass das Frauenministerium abgeschafft worden ist. Nichts anderes hat sie gesagt, und die Folge war: Sie wurde prompt verhört, sie wurde abberufen und versetzt. – Das ist Rache. (Abg. Steibl: Was hat die Landesrätin gemacht? Die Landesrätin ist schuld, nicht die Frauenbeauftragte!)
Zwischenruf der Abg. Steibl.
Das ist eine Strategie, die, Frau Steibl, in Zukunft noch größeren Schaden anrichten wird. Dass diese Strategie langfristig keine Zukunft hat, muss das Ziel aller vernünftigen und emanzipierten Kräfte in diesem Haus sein. Diese Strategie darf nicht aufgehen! Ich hoffe, ich kann da mit Ihnen rechnen, Frau Steibl! (Zwischenruf der Abg. Steibl. )
Rufe bei der SPÖ: Nein, nein, nein!
Abgeordnete Theresia Zierler (Freiheitliche): Herr Präsident! Werte Bundesregierung! Hohes Haus! Wir haben jetzt einige sehr interessante Minuten verbracht. Eine Alleinkämpferin, eine Frau, die ziemlich allein eine Meinung vertritt, hat uns aufgezählt, was alles abhanden gekommen ist. (Rufe bei der SPÖ: Nein, nein, nein!) Es stimmt. Es ist vieles abhanden gekommen. Es sind Niveau und die Macht der SPÖ abhanden gekommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Theresia Zierler (Freiheitliche): Herr Präsident! Werte Bundesregierung! Hohes Haus! Wir haben jetzt einige sehr interessante Minuten verbracht. Eine Alleinkämpferin, eine Frau, die ziemlich allein eine Meinung vertritt, hat uns aufgezählt, was alles abhanden gekommen ist. (Rufe bei der SPÖ: Nein, nein, nein!) Es stimmt. Es ist vieles abhanden gekommen. Es sind Niveau und die Macht der SPÖ abhanden gekommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Aber ich nehme an, dass Sie wissen, woher das Wort "Macht" kommt. "Macht" kommt von "machen", und unsere Regierung wird das auch so ausüben, das heißt: Wir werden machen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wie heißt es so schön? – Marie von Ebner-Eschenbach hat einmal gesagt, ein Urteil lässt sich widerlegen, ein Vorurteil nicht. – Das scheint offensichtlich die Devise der Opposition zu sein. Es kommt nicht darauf an, dass jede Bevölkerungsgruppe in Österreich durch ein eigenes Ministerium vertreten wird, wichtiger sind vielmehr die Inhalte und vor allen Dingen die ganz konkrete Umsetzung dieser Inhalte. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Unsere Politik sieht sich als eine ganzheitliche Politik, die alle Frauen anspricht und deren berechtigte Anliegen vertritt, und zwar alle Frauen, egal, welchen Bildungsstand sie haben und welchem Bildungsniveau sie angehören – Frauen in allen Lebensphasen, auf dem Arbeitsmarkt, im Haushalt, Frauen mit Kindern und Frauen ohne Kinder. Da liest man Schlagzeilen, zum Beispiel: "Fraueneinrichtungen durch Abschaffung der Frauenministerin in Gefahr". – Das ist eine Schlagzeile der SPÖ, die nur einen einzigen Sinn hat, nämlich Frauen zu verunsichern. So gesichert waren die Fraueneinrichtungen auch mit einer Frauenministerin nicht. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ich weiß nicht, ich verstehe Ihre schrille Aufgeregtheit nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Unsere Politik sieht sich als eine ganzheitliche Politik, die alle Frauen anspricht und deren berechtigte Anliegen vertritt, und zwar alle Frauen, egal, welchen Bildungsstand sie haben und welchem Bildungsniveau sie angehören – Frauen in allen Lebensphasen, auf dem Arbeitsmarkt, im Haushalt, Frauen mit Kindern und Frauen ohne Kinder. Da liest man Schlagzeilen, zum Beispiel: "Fraueneinrichtungen durch Abschaffung der Frauenministerin in Gefahr". – Das ist eine Schlagzeile der SPÖ, die nur einen einzigen Sinn hat, nämlich Frauen zu verunsichern. So gesichert waren die Fraueneinrichtungen auch mit einer Frauenministerin nicht. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ich weiß nicht, ich verstehe Ihre schrille Aufgeregtheit nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Landesrätin von Oberösterreich hat sofort Abhilfe geschaffen, hat das fehlende Geld überwiesen und bekam dann als Antwort: Wir danken Ihnen von Herzen für Ihre Unterstützung in unseren finanziellen Angelegenheiten sowie für die Zuerkennung einer Förderung und dafür, dass Sie jederzeit ein offenes Ohr für unsere Probleme haben. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass wir uns an Sie wenden dürfen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) – So viel zur Sicherung der Fraueneinrichtungen.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: SPÖ!
Was passierte im Parlament? – Die Freiheitlichen stellten den Antrag, die damaligen Kompetenzen, die Kompetenzen der Frauenministerin, zu erweitern. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Die Freiheitlichen stellten einen Antrag auf ein höheres Budget im so genannten Frauenministerium. Dieser Antrag, meine Damen und Herren, wurde abgelehnt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: SPÖ!)
Abg. Schwemlein: Ja, bei uns geht Qualität vor Quantität!
Wir werden unsere Ziele in der Frauenpolitik umsetzen, wir werden das tun, was in den letzten 30 Jahren versäumt wurde. Während es zum Beispiel bei der SPÖ im Jahre 1999 in der Regierung einen Frauenanteil von 25 Prozent gab, haben wir nun einen Frauenanteil von 37,5 Prozent. (Abg. Schwemlein: Ja, bei uns geht Qualität vor Quantität!)
Abg. Schwemlein: Wir hätten die Rede vorher durch ein paar Werbeeinschaltungen einleiten sollen! – Abg. Aumayr: Sie haben aber andächtig gelauscht! – Abg. Schieder: Nicht andächtig, ungläubig!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Glawischnig. Sie hat eine freiwillige Redezeitbeschränkung von 3 Minuten. – Bitte. (Abg. Schwemlein: Wir hätten die Rede vorher durch ein paar Werbeeinschaltungen einleiten sollen! – Abg. Aumayr: Sie haben aber andächtig gelauscht! – Abg. Schieder: Nicht andächtig, ungläubig!)
Abg. Dr. Ofner: Leider nicht!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank und bei den Regierungsfraktionen! Sie können es jetzt schönreden, so viel Sie wollen, aber es ist einfach ein Faktum. (Abg. Dr. Ofner: Leider nicht!) Sie können es als modern bezeichnen, sooft Sie wollen, aber es ist nicht modern! Plateau-Schuhe waren auch einmal modern, das heißt jedoch noch lange nicht, dass man damit gut gehen kann. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Das stimmt doch!
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank und bei den Regierungsfraktionen! Sie können es jetzt schönreden, so viel Sie wollen, aber es ist einfach ein Faktum. (Abg. Dr. Ofner: Leider nicht!) Sie können es als modern bezeichnen, sooft Sie wollen, aber es ist nicht modern! Plateau-Schuhe waren auch einmal modern, das heißt jedoch noch lange nicht, dass man damit gut gehen kann. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Das stimmt doch!
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Das ist Ihr Problem!
Dieses Bundesministeriengesetz ist ein Zerschlagungsgesetz, ein Unterordnungsgesetz! Und ich kann keine sinnvolle Neuordnung, keine effiziente Neuordnung darin erkennen (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Das ist Ihr Problem!), dass in Zukunft für ökologische Fragen wie die Gentechnik das Sozialministerium zuständig ist, dass für Konsumentenschutzfragen, die früher in klassischer Manier mit Gentechnik und Lebensmittelkontrolle zusammen waren, auf einmal der Justizminister zuständig ist, dass die Anti-Atompolitik, die früher immer Chefsache war, weil es wichtig ist, dass sie mit dem ganzen Gewicht der Bundesregierung, eben des Kanzlers, nach außen vertreten wird, degradiert wird in das Landwirtschaftsressort, dass die Energiepolitik weiterhin beim Wirtschaftsministerium bleibt und der ganze übrige Umweltschutzbereich einfach dem Landwirtschaftsressort untergeordnet wird.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Böhacker: Sie wollen es nicht erkennen!
Das ist nicht sinnvoll, das ist sachlich nicht sinnvoll! Und ich kann beim besten Willen in dieser ganzen Debatte kein einziges Argument dafür erkennen, warum das gescheit sein soll. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Böhacker: Sie wollen es nicht erkennen!)
Abg. Böhacker: Warum sind Sie immer so negativ? – Bundesminister Dr. Bartenstein: Weil ich nicht mehr Umweltminister bin!
Ich habe es nicht für möglich gehalten, dass nach der Politik der großen Koalition im Umweltbereich noch etwas Schlimmeres möglich ist. Das muss ich auch in Richtung der SPÖ-KollegInnen ehrlich sagen. Aber es ist heute wirklich ein schwarzer Tag für die Umweltpolitik. Wir haben immer, gemeinsam mit Umweltgruppen, eine wirklich ... (Abg. Böhacker: Warum sind Sie immer so negativ? – Bundesminister Dr. Bartenstein: Weil ich nicht mehr Umweltminister bin!) – Ich bin nicht negativ, es sind sachliche Rechtfertigungen, sachliche Begründungen für eine Position, aber das können Sie einfach nicht verstehen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich habe es nicht für möglich gehalten, dass nach der Politik der großen Koalition im Umweltbereich noch etwas Schlimmeres möglich ist. Das muss ich auch in Richtung der SPÖ-KollegInnen ehrlich sagen. Aber es ist heute wirklich ein schwarzer Tag für die Umweltpolitik. Wir haben immer, gemeinsam mit Umweltgruppen, eine wirklich ... (Abg. Böhacker: Warum sind Sie immer so negativ? – Bundesminister Dr. Bartenstein: Weil ich nicht mehr Umweltminister bin!) – Ich bin nicht negativ, es sind sachliche Rechtfertigungen, sachliche Begründungen für eine Position, aber das können Sie einfach nicht verstehen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist Bestzeit? Ich habe nur 3 Minuten Redezeit. Aber das ist wichtig! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abschließend: Es ist sogar in einer Unterlage des Landwirtschaftsressorts dokumentiert, dass Interessenkollisionen nicht funktionieren können. 200 000 Menschen in Österreich – in der Steiermark, in Oberösterreich und in Niederösterreich! – müssen derzeit immer noch nitratverseuchtes Trinkwasser zu sich nehmen, weil der Landwirtschaftsminister nicht dazu fähig war, die Gewässerschutzinteressen, die Umweltinteressen und die Kosumentenschutzinteressen entsprechend wahrzunehmen. Genau das aber haben jetzt Sie weiterhin zu verantworten. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Das ist noch kein Argument, dass Sie sich freuen!
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Sehr geehrter Herr Minister! Als Vorsitzende des Justizausschusses freue ich mich über die vorliegenden Neuregelungen im Justizressort. (Abg. Öllinger: Das ist noch kein Argument, dass Sie sich freuen!) Sachlich gerechtfertigt und vor allem effizient ist in erster Linie, dass die Konsumentenschutzangelegenheiten im Justizressort gebündelt werden. Früher war dafür das Bundeskanzleramt in Person der Frauenministerin zuständig, ab heute ist dies der Justizminister. Diese Zusammenführung wird insbesondere bei der Umsetzung von EU-Richtlinien sehr, sehr hilfreich sein. (Zwischenruf des Abg. Schwemlein. )
Zwischenruf des Abg. Schwemlein.
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Sehr geehrter Herr Minister! Als Vorsitzende des Justizausschusses freue ich mich über die vorliegenden Neuregelungen im Justizressort. (Abg. Öllinger: Das ist noch kein Argument, dass Sie sich freuen!) Sachlich gerechtfertigt und vor allem effizient ist in erster Linie, dass die Konsumentenschutzangelegenheiten im Justizressort gebündelt werden. Früher war dafür das Bundeskanzleramt in Person der Frauenministerin zuständig, ab heute ist dies der Justizminister. Diese Zusammenführung wird insbesondere bei der Umsetzung von EU-Richtlinien sehr, sehr hilfreich sein. (Zwischenruf des Abg. Schwemlein. )
Abg. Schwemlein: Von welchem Europa sprechen Sie?
Es wurde von der Opposition immer gefordert, dass man sich bei der Ressortzusammensetzung nach den Strukturen der EU-Kommission orientieren soll und darauf zu achten hat, dass die Zusammenarbeit mit Europa bestens funktioniert. (Abg. Schwemlein: Von welchem Europa sprechen Sie?) Ich glaube, dass in diesem Fall der Justizminister die richtige Person ist, die diese Agenden in Zukunft hervorragend abwickeln wird. (Abg. Mag. Maier: Wie schaut es mit der Produktsicherheit aus?) – Auch bei der Produkthaftung, das war bisher ... (Abg. Mag. Maier: Produktsicherheit!)
Abg. Mag. Maier: Wie schaut es mit der Produktsicherheit aus?
Es wurde von der Opposition immer gefordert, dass man sich bei der Ressortzusammensetzung nach den Strukturen der EU-Kommission orientieren soll und darauf zu achten hat, dass die Zusammenarbeit mit Europa bestens funktioniert. (Abg. Schwemlein: Von welchem Europa sprechen Sie?) Ich glaube, dass in diesem Fall der Justizminister die richtige Person ist, die diese Agenden in Zukunft hervorragend abwickeln wird. (Abg. Mag. Maier: Wie schaut es mit der Produktsicherheit aus?) – Auch bei der Produkthaftung, das war bisher ... (Abg. Mag. Maier: Produktsicherheit!)
Abg. Mag. Maier: Produktsicherheit!
Es wurde von der Opposition immer gefordert, dass man sich bei der Ressortzusammensetzung nach den Strukturen der EU-Kommission orientieren soll und darauf zu achten hat, dass die Zusammenarbeit mit Europa bestens funktioniert. (Abg. Schwemlein: Von welchem Europa sprechen Sie?) Ich glaube, dass in diesem Fall der Justizminister die richtige Person ist, die diese Agenden in Zukunft hervorragend abwickeln wird. (Abg. Mag. Maier: Wie schaut es mit der Produktsicherheit aus?) – Auch bei der Produkthaftung, das war bisher ... (Abg. Mag. Maier: Produktsicherheit!)
Abg. Parnigoni: Hat sich da wieder der Haider durchgesetzt?
Was die Produktsicherheit betrifft, Herr Kollege Maier, hätte ich mir gewünscht, dass sie im Wirtschaftsministerium angesiedelt wird, nämlich in jenen Abteilungen, in denen die Zertifizierungen oder Akkreditierungen erfolgen (Abg. Parnigoni: Hat sich da wieder der Haider durchgesetzt?), denn dort ist die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft selbstverständlich intensiv. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass auch das Justizressort die Angelegenheiten der Produktsicherheit hervorragend abwickeln wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Was die Produktsicherheit betrifft, Herr Kollege Maier, hätte ich mir gewünscht, dass sie im Wirtschaftsministerium angesiedelt wird, nämlich in jenen Abteilungen, in denen die Zertifizierungen oder Akkreditierungen erfolgen (Abg. Parnigoni: Hat sich da wieder der Haider durchgesetzt?), denn dort ist die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft selbstverständlich intensiv. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass auch das Justizressort die Angelegenheiten der Produktsicherheit hervorragend abwickeln wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Schwemlein: Das macht einen Sinn, wenn der Chef ...!
Als wesentliche Verbesserung sehe ich natürlich die Neuregelung im Ministerium für Wirtschaft und Arbeit. Ich weiß als Unternehmerin, dass in einem Gewerbebescheid einerseits Auflagen enthalten sind, die den Arbeitnehmerschutz, die den Umweltschutz und den Nachbarschutz betreffen (Abg. Schwemlein: Das macht einen Sinn, wenn der Chef ...!), dass aber andererseits für diese Gewerbebescheide, bei deren Abwicklung durch die BH das Arbeitsinspektorat Parteienstellung hat, immer schon der Wirtschaftsminister zuständig war. Jetzt so zu tun, als wäre das eine Bestimmung, die total abwegig ist, ist einfach falsch! Denn wir haben uns auch diesbezüglich durchwegs an europäischen Beispielen orientiert.
Bundesminister Dr. Bartenstein: Aha!
Im Vereinigten Königreich – dort regiert New Labour – ist ein "Minister for Industry and Employment" (Bundesminister Dr. Bartenstein: Aha!), ein Herr Alan Johnson, nicht nur für die Wirtschaft und die Industrieangelegenheiten, sondern auch für individuelles und kollektives Arbeitsrecht, Arbeitszeit- und Lohnrecht, Sozialrecht – Urlaub und Karenz –, die einschlägigen EU-Richtlinien in der europäischen Sozialpolitik, Arbeitsmarktservice, Arbeitsmarktanalysen und für die Gewerkschaften zuständig. – Also so zu tun, als wären wir hier in Österreich ganz fremd unterwegs, ist einfach falsch! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Eder. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Eder.
Im Vereinigten Königreich – dort regiert New Labour – ist ein "Minister for Industry and Employment" (Bundesminister Dr. Bartenstein: Aha!), ein Herr Alan Johnson, nicht nur für die Wirtschaft und die Industrieangelegenheiten, sondern auch für individuelles und kollektives Arbeitsrecht, Arbeitszeit- und Lohnrecht, Sozialrecht – Urlaub und Karenz –, die einschlägigen EU-Richtlinien in der europäischen Sozialpolitik, Arbeitsmarktservice, Arbeitsmarktanalysen und für die Gewerkschaften zuständig. – Also so zu tun, als wären wir hier in Österreich ganz fremd unterwegs, ist einfach falsch! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Eder. )
Abg. Kiss: Interessant!
In Schweden ist im Ministerium für Industrie, Beschäftigung und Kommunikation neben den Wirtschaftsangelegenheiten unter anderem auch die Kompetenz für die Arbeitsmarktpolitik, das Arbeitsmarktservice, die Fortbildung und die Arbeitslosenunterstützung angesiedelt. (Abg. Kiss: Interessant!)
Abg. Kiss: Eben!
Ebenso gibt es in Deutschland mehrere Bundesländer, die sehr wohl ein Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit kennen, wie etwa in Sachsen, oder, wie in Thüringen, ein Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Infrastruktur. (Abg. Kiss: Eben!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Lassen Sie mich noch kurz auf dieses Pamphlet, das jedem Abgeordneten zugegangen ist, eingehen. (Die Rednerin hält ein Schriftstück in die Höhe.) Es ist mir noch selten so viel inkompetenter Unsinn untergekommen wie in dieser bewussten Falschinformation. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Dass sogar die Autoren dieses Werkes wissen, dass sie darin nicht ganz richtig liegen und in Wirklichkeit Unwahrheiten verbreiten, ist offensichtlich, denn sie haben sich nicht wirklich dazu bekannt, sondern in der Anonymität versteckt. (Abg. Rosemarie Bauer: Genau so ist es!)
Abg. Rosemarie Bauer: Genau so ist es!
Lassen Sie mich noch kurz auf dieses Pamphlet, das jedem Abgeordneten zugegangen ist, eingehen. (Die Rednerin hält ein Schriftstück in die Höhe.) Es ist mir noch selten so viel inkompetenter Unsinn untergekommen wie in dieser bewussten Falschinformation. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Dass sogar die Autoren dieses Werkes wissen, dass sie darin nicht ganz richtig liegen und in Wirklichkeit Unwahrheiten verbreiten, ist offensichtlich, denn sie haben sich nicht wirklich dazu bekannt, sondern in der Anonymität versteckt. (Abg. Rosemarie Bauer: Genau so ist es!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Schwemlein: Sie dürften vergessen haben, dass der Begriff "Schreibtischtäter" sehr besetzt ist!
Ich halte es einfach für ungeheuerlich zu glauben, dass Arbeitnehmerinteressen allein schon dadurch leiden, weil ein Wirtschaftsminister dafür zuständig ist. Es ist dies ein schräges Feindbild, eine Philosophie aus dem 19. Jahrhundert! Diese klassenkämpferischen Schreibtischtäter dürften noch nie in einem Betrieb gewesen sein. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Schwemlein: Sie dürften vergessen haben, dass der Begriff "Schreibtischtäter" sehr besetzt ist!)
Abg. Schwemlein: Und der Morak hört sich das an!
Es steht darin beispielsweise auch, dass mit einem neuen Abfertigungs- und Pensionskassensystem die bisherige Höhe der Abfertigung in Frage gestellt wird – was absolut falsch ist (Abg. Schwemlein: Und der Morak hört sich das an!), denn die derzeitige Höhe der Abfertigung wird überhaupt nicht angetastet –, und auch, dass die gesetzliche Pensionsversicherung ausgehöhlt werden könnte.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir treten an, um die Pensionen zu sichern , und nicht, um sie auszuhöhlen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Abgeordneter Peter Schieder (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Damen und Herren! Meine Vorrednerin hat zu Beginn ihres Debattenbeitrages gesagt, sie spreche als Vorsitzende des Justizausschusses, ein anderes Mal wiederum hat sie gesagt, sie spreche als Unternehmerin. – In Anbetracht mancher ihrer Bemerkungen, die ich mir angehört habe, wäre es mir lieber gewesen, sie hätte als ein etwas feinfühligerer Mensch gesprochen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter. )
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kiss: Ist das nicht aus der parteipolitischen Sudelpropaganda der Sozialdemokraten ...?
"Schreibtischtäter" – dieses Wort ist eindeutig besetzt! Es in diesem Zusammenhang zu verwenden, ist zumindest nicht feinfühlig. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kiss: Ist das nicht aus der parteipolitischen Sudelpropaganda der Sozialdemokraten ...?)
Abg. Aumayr: Feinfühliger! – Abg. Kiss: Sie haben Mut, Herr Kollege!
Meine Damen und Herren! Wir brauchen uns aber gar nicht so aufzuregen, man könnte es sich ja sehr einfach machen (Abg. Aumayr: Feinfühliger! – Abg. Kiss: Sie haben Mut, Herr Kollege!) und sagen: Was regt man sich denn darüber auf, dass dieses Bundesministeriengesetz unklar, unübersichtlich, willkürlich und widersprüchlich ist? (Abg. Haigermoser: Nehmen Sie den Balken aus den Augen!) Man könnte es sich einfach machen und sagen: Na, das Gesetz ist eben der ideale Begleiter für diese Regierung, an deren Politik auch manches unklar ist, manches unübersichtlich und vieles sogar widersprüchlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Nehmen Sie den Balken aus den Augen!
Meine Damen und Herren! Wir brauchen uns aber gar nicht so aufzuregen, man könnte es sich ja sehr einfach machen (Abg. Aumayr: Feinfühliger! – Abg. Kiss: Sie haben Mut, Herr Kollege!) und sagen: Was regt man sich denn darüber auf, dass dieses Bundesministeriengesetz unklar, unübersichtlich, willkürlich und widersprüchlich ist? (Abg. Haigermoser: Nehmen Sie den Balken aus den Augen!) Man könnte es sich einfach machen und sagen: Na, das Gesetz ist eben der ideale Begleiter für diese Regierung, an deren Politik auch manches unklar ist, manches unübersichtlich und vieles sogar widersprüchlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wir brauchen uns aber gar nicht so aufzuregen, man könnte es sich ja sehr einfach machen (Abg. Aumayr: Feinfühliger! – Abg. Kiss: Sie haben Mut, Herr Kollege!) und sagen: Was regt man sich denn darüber auf, dass dieses Bundesministeriengesetz unklar, unübersichtlich, willkürlich und widersprüchlich ist? (Abg. Haigermoser: Nehmen Sie den Balken aus den Augen!) Man könnte es sich einfach machen und sagen: Na, das Gesetz ist eben der ideale Begleiter für diese Regierung, an deren Politik auch manches unklar ist, manches unübersichtlich und vieles sogar widersprüchlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kiss: Der Schieder ist ein Schöngeist!
Meine Damen und Herren! Wir Sozialdemokraten haben es uns aber nicht so einfach gemacht, sondern wir haben gesagt: Wir prüfen die Gesetze anhand der Frage: Was bringen sie unserem Land, wir schauen uns die Dinge genau an, auch bei diesem Gesetz. Wir sind an dieses Gesetz ein bisschen wie der Pater in dem berühmten Buch von Thornton Wilder herangegangen, nämlich uns die Frage stellend: Ist es höheres Wollen oder ist es einfach so passiert? (Abg. Kiss: Der Schieder ist ein Schöngeist!) – Und wir haben uns die einzelnen Punkte dieser Vorlage genau angeschaut, was dazu führen wird, dass wir manchem zustimmen, manches
Abg. Kiss: Was ist Ihre Antwort, Kollege Schieder?
Dem haben auch unsere Fragen im Ausschuss gegolten. Wir haben im Verfassungsausschuss zum Beispiel den dort anwesenden Herrn Staatssekretär wegen der Zuständigkeiten und ihrer Kompatibilität mit den EU-Bereichen gefragt. Und ich möchte durchaus anerkennen, dass der Herr Staatssekretär uns die versprochene Antwort auf Punkt und Beistrich übermittelt hat, so wie er es zugesagt hat. Unsere Frage war aber – das gebe ich zu – eigentlich nicht davon bestimmt, dass wir es nicht gewusst hätten oder wissen wollten, sondern unsere Frage war natürlich ein Testballon, um zu sehen, ob man sich bei der Erstellung dieses Gesetzes, beim Zusammenklauben der Zuständigkeiten wirklich den Kopf darüber zerbrochen hat, wie das in der EU geregelt ist, und dann eine dementsprechende Ordnung hineingebracht hat, oder ob man es nicht getan hat! (Abg. Kiss: Was ist Ihre Antwort, Kollege Schieder?) Oder ist es eher so – was auch legitim ist –, dass die Ressorts und ihre Zuständigkeiten maßgeschneidert auf die jeweiligen Personen aufgeteilt wurden?
Demonstrativer Beifall bei den Grünen.
Es scheint eher so gewesen zu sein, dass es nicht die EU-konforme Übersichtlichkeit oder eine allgemeine Übersichtlichkeit, sondern das Zurechtschneidern auf Personen gewesen ist. Das ist legitim! Ich möchte nur als kleine Fußnote anmerken: Wenn ich den raschen Wechsel von Personen, der gerade stattfindet, extrapoliere, dann werden Sie mit der Änderungsschneiderei nicht nachkommen. (Demonstrativer Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich fordere Sie auf, wenigstens in dieser Kleinigkeit, die allen Österreichern zugute kommt, über Ihren Schatten zu springen und Ja zu dieser Entschließung zu sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Die hört draußen zu!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Kollegin Glawischnig, die zwar gerne hier herauskommt und immer wieder die grüne Wahrheit von sich gibt, ist nicht mehr bereit, sich der Diskussion in weiterer Folge zu stellen. (Abg. Öllinger: Die hört draußen zu!) Ich gehe ganz bewusst zu Beginn meiner Wortmeldung auf ihren Redebeitrag, den sie in der Aktuellen Stunde gebracht hat, ein, in welchem sie beklagt hat, dass diese Bundesregierung – es ist gut, dass Herr Kollege Morak auf der Regierungsbank sitzt – die kulturellen Belange dieses Landes nicht mehr so ernst nimmt, es in vielen Bereichen zu Kürzungen kommt und dass das natürlich für den Wirtschaftsstandort Österreich ein ganz besonderes Problem ist. Nun weiß ich aber, woher der Wind tatsächlich weht.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist doch so, dass sich die Linken in diesem Lande diese Institutionen immer wieder über Subventionen abhängig gemacht haben und sich auch, wenn es notwendig war, dieser Institutionen und Einrichtungen, die man schlichtweg der Kultur und dem kulturellen Umfeld zuordnet, bedient haben. Das tun sie immer wieder, um Parteipolitik zu transportieren, um ganz beinharte Parteipolitik zu transportieren, und in den letzten Wochen tun sie das in ganz besonderem Maße, meine Damen und Herren von den Roten und von den Grünen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Böhacker: Unglaublich!
Und dann soll man sich in Ruhe deren Botschaft, die von jenen, die teuren Eintritt gezahlt haben, unter Umständen gar nicht gehört werden will, anhören, dann soll man ihnen die Möglichkeit geben, ihre parteipolitische Botschaft von den Linken loszuwerden. So missbrauchen Sie die Einrichtungen dieser Republik, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Böhacker: Unglaublich!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dann kommt das Jammern, und Sie beklagen, welch schlechtes Bild diese Republik im Ausland mache. Ja Sie, meine Damen und Herren von der Linken, malen ja dieses Bild! Mit Begeisterung malen Sie dieses Bild und beschmutzen unser gemeinsames Nest auf das Nachdrücklichste! Das ist es, was mir so Leid tut! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Leider Gottes leben wir mit Ihnen in Österreich, aber wir halten Sie ja aus, wir sind tolerant genug, nicht so wie die "Toleranten", die überall in Österreich unterwegs sind. Ihre Toleranten haben mir die Teilnahme an einer Demonstration für Toleranz verbieten wollen, weil ich von den Freiheitlichen bin. Ihre grünen Freunde, Herr Kollege Öllinger, haben mich von einer Demonstration letzten Freitag entfernen lassen wollen, weil deren Auffassung nach Freiheitliche für Toleranz nicht zu demonstrieren haben, bei solch einer Veranstaltung nichts verloren haben, denn Toleranz ist das, was die "Toleranten" wollen, und nicht das, was allgemein unter Toleranz zu verstehen ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Wir sind ohnehin für Transparenz!
Mein Gott, Sie sind doch längst durchschaut – auch im Ausland durchschaut! Das, was Sie hier noch die nächsten Tage und Wochen inszenieren wollen, interessiert niemanden mehr, Herr Kollege Öllinger. Glauben Sie mir das! (Abg. Öllinger: Wir sind ohnehin für Transparenz!)
Abg. Grabner: Früher hättest du geschrien!
Nun zum Ministeriengesetz. Es ist kein Wehklagen angebracht. Die Kollegin, die auch irgendwo bei den NGOs groß geworden ist so wie viele andere, die jetzt hier bei den Linken sitzen, hat beklagt, dass das Lebensministerium für Umwelt-, Land- und Forstwirtschaft und Gewässerschutz eine Fehlgeburt ist. (Abg. Grabner: Früher hättest du geschrien!) Es war immer eine freiheitliche Forderung, dieses Lebensministerium einzurichten. Das Regierungsprogramm, das von diesem Ministerium umgesetzt werden wird, ist ein sehr ambitioniertes. Es sieht die Integration der Umweltpolitik in alle Politikbereiche vor.
Abg. Oberhaidinger: Alles in einem Ministerium?
Persönlich sehe ich da große Vorteile, dass das Wasserrecht und die Altlastensanierungsgesetze jetzt in einem Ministerium zusammengeführt sind, dass Bodenschutz und Gewässerschutz in einem Ministerium vereint sind – da gibt es doch riesige Vorteile! –, dass die Lebensmittelproduktion und der Schutz der Produktionsgrundlagen in einer Hand zusammengeführt sind. (Abg. Oberhaidinger: Alles in einem Ministerium?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Schieder, das ist doch etwas Sinnvolles! Da werden Sie doch nicht nein sagen, wenn sichergestellt wird, dass unsere Lebensmittel unter äußerst natürlichen Bedingungen produziert werden können, was den Boden betrifft, was die Wasserqualität betrifft, was die Luftgüte betrifft. Wenn das alles in einem Ministerium zusammengeführt ist, dann ergibt das doch Sinn! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Böhacker: Wer hat das gesagt?
Frau Kollegin Prammer! Die Gentechnikpolitik, die Sie gemacht haben, wird wahrscheinlich von ihrer Nachfolgerin weitaus besser gemacht werden – auch wenn Kollegin Sima glaubt, dass das nicht der Fall sein wird. Sie ist ja nur engagiert, um hier zu jammern. Kollegin Sima ist ja eine der Wenigen, die sich, von den NGOs ausgebildet, nicht zu den Grünen, sondern zu den Roten verirrt hat, obwohl ihr Kollege Keppelmüller seinerzeit gesagt hat: Bitte, geben wir den NGOs nicht so viele Rechte, vor allem keine Parteienstellung, denn das ist die Brutstätte der grünen Nachwuchspolitiker. – Na ja, jetzt sitzt die Kollegin Sima eben bei den Roten und ist noch dazu Nachbarin vom Kollegen Keppelmüller. Da ist ein Fehler passiert! (Abg. Böhacker: Wer hat das gesagt?) – Herr Kollege Keppelmüller hat es seinerzeit bei der Gestaltung des Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetzes so ausgeführt. Na gut. (Abg. Böhacker: Ist der von den Roten?) Was soll es, ist eben passiert.
Abg. Böhacker: Ist der von den Roten?
Frau Kollegin Prammer! Die Gentechnikpolitik, die Sie gemacht haben, wird wahrscheinlich von ihrer Nachfolgerin weitaus besser gemacht werden – auch wenn Kollegin Sima glaubt, dass das nicht der Fall sein wird. Sie ist ja nur engagiert, um hier zu jammern. Kollegin Sima ist ja eine der Wenigen, die sich, von den NGOs ausgebildet, nicht zu den Grünen, sondern zu den Roten verirrt hat, obwohl ihr Kollege Keppelmüller seinerzeit gesagt hat: Bitte, geben wir den NGOs nicht so viele Rechte, vor allem keine Parteienstellung, denn das ist die Brutstätte der grünen Nachwuchspolitiker. – Na ja, jetzt sitzt die Kollegin Sima eben bei den Roten und ist noch dazu Nachbarin vom Kollegen Keppelmüller. Da ist ein Fehler passiert! (Abg. Böhacker: Wer hat das gesagt?) – Herr Kollege Keppelmüller hat es seinerzeit bei der Gestaltung des Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetzes so ausgeführt. Na gut. (Abg. Böhacker: Ist der von den Roten?) Was soll es, ist eben passiert.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Sima! Ich hoffe, dass Sie jene Politik, die Sie noch als Expertin im Gentechnikausschuss vertreten haben, auch jetzt weiter vertreten. Sie haben sich seinerzeit bei der Kollegin Prammer nicht durchgesetzt. Sie haben genau das Gegenteil von dem verlangt, was die Kollegin Prammer gemacht hat. Ich bin gespannt, ob diese Gegensätze weiter bestehen oder ob Sie sich jetzt arrangiert haben, weil Sie ein Platzerl bei den Roten gefunden haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Staatssekretäre!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Sekretär! Sehr geehrte Frau Sekretärin! Meine Damen und Herren! (Ruf bei den Freiheitlichen: Staatssekretäre!) – Ja, Staatssekretäre! Herr Kollege Schweitzer, Ihre Ausführungen disqualifizieren sich selbst, kein Kommentar nötig. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. )
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Sekretär! Sehr geehrte Frau Sekretärin! Meine Damen und Herren! (Ruf bei den Freiheitlichen: Staatssekretäre!) – Ja, Staatssekretäre! Herr Kollege Schweitzer, Ihre Ausführungen disqualifizieren sich selbst, kein Kommentar nötig. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. )
Abg. Dr. Martin Graf: Das Parlament ist auch ein öffentliches Gebäude! Dürfen Sie jetzt auch kommen?
Klar ist, dass Bundestheater öffentliche Gebäude sind. (Abg. Dr. Martin Graf: Das Parlament ist auch ein öffentliches Gebäude! Dürfen Sie jetzt auch kommen?) Klar ist, dass in Österreich laut Verfassung das Demonstrationsrecht besteht. Mehr braucht man hiezu nicht zu sagen.
Abg. Mag. Schweitzer: Wo denn?
Zweiter Punkt: die Äußerungen bezüglich Kompetenzen, bezüglich Haltung zur Gentechnik et cetera, et cetera. Ich glaube, dass es schon hier und auch in den Ausschüssen sehr klar geworden ist, dass es eine große Wendehalspartie gibt, die sich sowohl in der Landwirtschaftspolitik als auch in der Gewässerschutzpolitik als auch in der Gentechnikpolitik anpasst an das, was die Lobbyisten bei der ÖVP immer deponieren: voll den Kurs mitzutragen, der gegen das Volksbegehren ist. Das ist auch klar! (Abg. Mag. Schweitzer: Wo denn?)
Abg. Mag. Schweitzer: Machen Sie es fest, bringen Sie ein Beispiel!
Gehen Sie in den Landwirtschaftsausschuss, da werden sie es sehen! (Abg. Mag. Schweitzer: Machen Sie es fest, bringen Sie ein Beispiel!)
Abg. Dr. Fekter: Ein Missverhältnis ist es schon, da die ganze Sektion ...!
Wenn Sie die Frage der Kompetenzen unter dem Aspekt der Zahl der Akademiker im Justizministerium sehen, dann frage ich mich wirklich: Was soll’s? (Abg. Dr. Fekter: Ein Missverhältnis ist es schon, da die ganze Sektion ...!) – Da brauchen wir gar nicht mehr länger darüber zu reden. Das ist eine Reduktion der Sichtweise. Das ist für mich mehr oder weniger ein
Abg. Dr. Fekter: In der Binnenmarktsektion ist er!
Und wo sollte er laut EU sein? (Abg. Dr. Fekter: In der Binnenmarktsektion ist er!) Denn wir sollten uns ja an den vergleichsweise progressiven und sachgerechten Einteilungen der Agenden auf EU-Ebene orientieren. In der EU gibt es einen Ausschuss für Gesundheit, Umwelt und Konsumentenschutz. Jetzt gibt es also folgendes Problem: Wenn sich die EU-Struktur in keiner Weise in unserer Ministerialstruktur widerspiegelt, dann stellt sich wirklich das Problem, welcher Minister oder welche Ministerin zu dem entsprechenden Ausschuss auf EU-Ebene fährt (Abg. Dr. Fekter: Der Justizminister!) und dort dann effizient die Anliegen und Interessen der österreichischen KonsumentInnen vertreten kann.
Abg. Dr. Fekter: Der Justizminister!
Und wo sollte er laut EU sein? (Abg. Dr. Fekter: In der Binnenmarktsektion ist er!) Denn wir sollten uns ja an den vergleichsweise progressiven und sachgerechten Einteilungen der Agenden auf EU-Ebene orientieren. In der EU gibt es einen Ausschuss für Gesundheit, Umwelt und Konsumentenschutz. Jetzt gibt es also folgendes Problem: Wenn sich die EU-Struktur in keiner Weise in unserer Ministerialstruktur widerspiegelt, dann stellt sich wirklich das Problem, welcher Minister oder welche Ministerin zu dem entsprechenden Ausschuss auf EU-Ebene fährt (Abg. Dr. Fekter: Der Justizminister!) und dort dann effizient die Anliegen und Interessen der österreichischen KonsumentInnen vertreten kann.
Abg. Dr. Fekter: Gebündelt wird es endlich! Lesen Sie das Gesetz!
Frau Kollegin Fekter! Das sind Millionen, denn an sich bilden die Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich die Mehrheit, und die Anliegen dieser Mehrheit filetieren Sie, atomisieren Sie, verstreuen Sie großzügig auf drei Ministerien. (Abg. Dr. Fekter: Gebündelt wird es endlich! Lesen Sie das Gesetz!) Ich meine, dass das ein Bärendienst an allen Konsumentinnen und Konsumenten ist! Sie sollten diesen Bärendienst von heute auf morgen abstellen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Frau Kollegin Fekter! Das sind Millionen, denn an sich bilden die Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich die Mehrheit, und die Anliegen dieser Mehrheit filetieren Sie, atomisieren Sie, verstreuen Sie großzügig auf drei Ministerien. (Abg. Dr. Fekter: Gebündelt wird es endlich! Lesen Sie das Gesetz!) Ich meine, dass das ein Bärendienst an allen Konsumentinnen und Konsumenten ist! Sie sollten diesen Bärendienst von heute auf morgen abstellen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es gehört eine Generalstrukturreform bei dieser Bundesregierung durchgeführt. Diese Regierung ist sowieso ein Auslaufmodell, das pfeifen ja schon die Spatzen vom Dach. Besonders die Ministerienstruktur weist zurück in das 19. Jahrhundert. Und den Konsumentenschutz – das haben Sie bewiesen – verdammen Sie mehr oder weniger zurück in die Steinzeit! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Das glaube ich Ihnen!
Ganz kurz zu den Grünen: Es sind heute gerade vom Kollegen Öllinger sehr viele Unwahrheiten gefallen, auf die ich gar nicht eingehen möchte. (Abg. Öllinger: Das glaube ich Ihnen!) Es ist auch sehr viel Klassenkampf produziert worden. Aber noch einmal in Richtung Frauenministerium: Sie scheinen wirklich unter großen Gedächtnislücken zu leiden. Es waren ja gerade die Grünen, die die Erfolglosigkeit der Frauenministerin Prammer in Bezug auf das Frauen-Volksbegehren und diverse Frauenanliegen beklagt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ganz kurz zu den Grünen: Es sind heute gerade vom Kollegen Öllinger sehr viele Unwahrheiten gefallen, auf die ich gar nicht eingehen möchte. (Abg. Öllinger: Das glaube ich Ihnen!) Es ist auch sehr viel Klassenkampf produziert worden. Aber noch einmal in Richtung Frauenministerium: Sie scheinen wirklich unter großen Gedächtnislücken zu leiden. Es waren ja gerade die Grünen, die die Erfolglosigkeit der Frauenministerin Prammer in Bezug auf das Frauen-Volksbegehren und diverse Frauenanliegen beklagt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Prammer: Man kann die Probe aufs Exempel machen!
Man tut heute so, als ob das nicht existiert hätte. Von einer Kompetenz in dieser Richtung kann also auch nicht die Rede sein. (Abg. Mag. Prammer: Man kann die Probe aufs Exempel machen!) Da kann ich nur eines sagen: Wie hätten Sie es denn gerne?
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Was das Generationenministerium betrifft, so ist natürlich dort auch das Frauenministerium in Fachbereichen integriert, und ich als Familiensprecherin der Freiheitlichen bin natürlich besonders froh darüber, dass der Bereich des früheren Familienministeriums im neuen Sozialministerium und Generationenministerium insgesamt neun von 20 Fachbereichen umfasst – was ich dann beim besten Willen nicht als Abwertung des Familienbereiches beklagen kann. Aber das haben ja auch Sie nicht gemacht, denn die Familien sind der linken Reichshälfte in Österreich noch nie ein Anliegen gewesen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Parnigoni. )
Zwischenruf des Abg. Kiss
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine geschätzten Damen und Herren! Hohes Haus! Einige Anmerkungen zu den Ausführungen von Vorrednern. Schade, dass der Herr Wissenschaftsminister nicht hier ist (Zwischenruf des Abg. Kiss ), der gemeint hat, welch erstklassige Eckdaten und Rahmenbedingungen unsere geliebte Heimat aufweise. Ich stelle nur der guten Ordnung halber fest, dass dies in erster Linie Leistungen der Regierung Klima waren und nicht Ihre, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Wer ist der Wissenschaftsminister?)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Wer ist der Wissenschaftsminister?
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine geschätzten Damen und Herren! Hohes Haus! Einige Anmerkungen zu den Ausführungen von Vorrednern. Schade, dass der Herr Wissenschaftsminister nicht hier ist (Zwischenruf des Abg. Kiss ), der gemeint hat, welch erstklassige Eckdaten und Rahmenbedingungen unsere geliebte Heimat aufweise. Ich stelle nur der guten Ordnung halber fest, dass dies in erster Linie Leistungen der Regierung Klima waren und nicht Ihre, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Wer ist der Wissenschaftsminister?)
Abg. Kiss: Wie heißt der Wissenschaftsminister? – Abg. Mag. Schweitzer: Wer ist der Wissenschaftsminister?
Der Herr Bundeskanzler hat uns heute mitgeteilt, dass die neue Bundesregierung ihren Weg des neuen Regierens gehen werde. (Abg. Kiss: Wie heißt der Wissenschaftsminister? – Abg. Mag. Schweitzer: Wer ist der Wissenschaftsminister?) Dazu möchte ich feststellen: Die Reaktionen auf europäischer, internationaler, aber auch nationaler Ebene sind Ihnen allen, meine sehr geehrten Damen und Herren, bekannt. In den heutigen Zeitungen wird nur von "Chaos-Regierung" geschrieben. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Welche Zeitung lesen Sie?)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Welche Zeitung lesen Sie?
Der Herr Bundeskanzler hat uns heute mitgeteilt, dass die neue Bundesregierung ihren Weg des neuen Regierens gehen werde. (Abg. Kiss: Wie heißt der Wissenschaftsminister? – Abg. Mag. Schweitzer: Wer ist der Wissenschaftsminister?) Dazu möchte ich feststellen: Die Reaktionen auf europäischer, internationaler, aber auch nationaler Ebene sind Ihnen allen, meine sehr geehrten Damen und Herren, bekannt. In den heutigen Zeitungen wird nur von "Chaos-Regierung" geschrieben. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Welche Zeitung lesen Sie?)
Abg. Dr. Martin Graf: Ist ja gar nicht passiert!
Bisher wurden auf demokratische Art und Weise – und darauf sind wir gemeinsam stolz; es wurde jahrzehntelang bei allen Änderungen des Bundesministeriengesetzes darauf Bedacht genommen – in geheimer Wahl die Interessenvertretungen, nämlich die Personalvertretungsgremien gewählt, sie haben sich auf Grund des Wahlergebnisses zusammengesetzt. Und diese Organe wären laut der Urfassung dieser Novelle mit der Beschlussfassung dieses Gesetzes weg gewesen! Das heißt, wir hätten hier mit der Beschlussfassung Organe, die sich auf Grund von Wahlergebnissen zusammengesetzt haben, aufgehoben – erstmalig in der Geschichte der Zweiten Republik! (Abg. Dr. Martin Graf: Ist ja gar nicht passiert!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Jung und Dipl.-Ing. Schöggl.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir könnten sehr viele Beispiele anführen, aber ziehen wir nur ein einziges Beispiel heran: die Bundesgebäudeverwaltung II – einige Kompetenzen dieses Bereiches wandern jetzt zum Bundesministerium für Landesverteidigung, einige bleiben im Wirtschaftsministerium. (Zwischenrufe der Abgeordneten Jung und Dipl.-Ing. Schöggl. ) – Meine sehr geehrten Damen und Herren! Auskennen tut sich in diesen Bereichen überhaupt niemand mehr! Das ist die Form des "neuen Regierens"!
Abg. Mag. Schweitzer: Was heißt das?
Das "neue Regieren" ist heute auch schon im Zusammenhang damit angesprochen worden, dass man den wichtigen Bereich des Umweltschutzes in das Landwirtschaftsministerium eingliedert. Ich glaube, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass jeder, der sich mit Politik beschäftigt, weiß, für wen, wenn auch hier zu entscheiden sein wird über die Frage: Für wen denn? (Abg. Mag. Schweitzer: Was heißt das?), entschieden werden wird, nämlich für die Landwirtschaft.
Abg. Mag. Schweitzer: Was sagen Sie eigentlich?
Ich brauche gar nichts zu sagen – in vielen Wortspenden ist das bereits hier angesprochen worden (Abg. Mag. Schweitzer: Was sagen Sie eigentlich?) – zu der Frage, welches Signal es für die Österreicherinnen, aber auch für die engagierten Österreicher, die sich für Frauen-Fragen einsetzen, ist, dass man das Frauenministerium überhaupt wegrationalisiert.
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eine Antwort auf folgende Frage wäre auch interessant – ich habe in der Ausschuss-Sitzung keine Antwort darauf bekommen –: Werten wir dann alle "Kleinen" ab und den Overhead-Bereich auf, setzen wir noch besser Verdienende ein zu Lasten der "Kleinen"? – Das zieht sich als blau-schwarzer Faden durch all Ihre Programme. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Hoffentlich!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Abschließend möchte ich noch sagen: Die Österreicherinnen und Österreicher werden sich sehr bald ein Bild von dieser Form des neuen Regierens machen (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Hoffentlich!), und wir werden die Österreicherinnen und Österreicher auch in diesem Sinne aufklären! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Der Applaus war nicht ernst gemeint!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Der Applaus war nicht ernst gemeint!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Abschließend möchte ich noch sagen: Die Österreicherinnen und Österreicher werden sich sehr bald ein Bild von dieser Form des neuen Regierens machen (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Hoffentlich!), und wir werden die Österreicherinnen und Österreicher auch in diesem Sinne aufklären! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Der Applaus war nicht ernst gemeint!)
Abg. Öllinger: Für manche Minister ist das vielleicht auch das Beste!
Ich möchte nur auf die gesetzliche Bestimmung hinweisen, in der es heißt: Der Bundesminister kann mit der zusammenfassenden Behandlung aller zum Wirkungsbereich des Bundesministeriums gehörenden Geschäfte einen Generalsekretär betrauen. (Abg. Öllinger: Für manche Minister ist das vielleicht auch das Beste!) – Es ist das also eine Kann-Bestimmung.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich verweise in diesem Zusammenhang noch auf eine Wortmeldung des Verfassungsrechtlers Theo Öhlinger, der gemeint hat: Wenn ein Minister mit der Funktion des Generalsekretärs eine hoch angesiedelte Vertretung im zwischenstaatlichen Verkehr, insbesondere in der Vertretung in der Europäischen Union, der Räte hat, wäre das ganz günstig. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Ein Mühlenstein! – Ruf bei der ÖVP: Jetzt gilt die Jungfernrede auch nichts mehr, Öllinger!
Abgeordneter Ing. Wilhelm Weinmeier (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Staatssekretär! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren des Hohen Hauses! Das vorliegende Bundesministeriengesetz ist ein Meilenstein in Bezug auf die Kompetenzentwirrung bei den Ministerien, bei der Bundesverwaltung, bei der Exekutive. (Abg. Öllinger: Ein Mühlenstein! – Ruf bei der ÖVP: Jetzt gilt die Jungfernrede auch nichts mehr, Öllinger!)
Abg. Parnigoni: Das ist eine Frechheit, was Sie da sagen – auch wenn das Ihre Jungfernrede ist! – Beifall bei den Freiheitlichen
Ich kam mit hoher Ehrfurcht, mit viel Optimismus und mit großer Hochachtung in dieses Haus. Das bisher Erlebte war für mich allerdings eine einzige große Enttäuschung. Hier gibt es eine menschenverachtende Hetzkampagne des Linksblockes in diesem Hohen Haus (Abg. Parnigoni: Das ist eine Frechheit, was Sie da sagen – auch wenn das Ihre Jungfernrede ist! – Beifall bei den Freiheitlichen), wo aus rein parteipolitischen Gründen in menschenverachtender Art und Weise junge optimistische Politiker verunglimpft werden.
Abg. Öllinger: Die heißt auch so – nicht "so genannte"!
Es war für mich als einen, der bisher sehr viel in der Umweltpolitik tätig war, auch eine große Enttäuschung, feststellen zu müssen, dass es hier in diesem Hohen Haus zwar eine so genannte Grüne Partei gibt (Abg. Öllinger: Die heißt auch so – nicht "so genannte"!), dass sich diese aber in Wirklichkeit nur mehr mit links-gesellschaftspolitischen Themen auseinander setzt und sich von der Umweltpolitik längst verabschiedet hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es war für mich als einen, der bisher sehr viel in der Umweltpolitik tätig war, auch eine große Enttäuschung, feststellen zu müssen, dass es hier in diesem Hohen Haus zwar eine so genannte Grüne Partei gibt (Abg. Öllinger: Die heißt auch so – nicht "so genannte"!), dass sich diese aber in Wirklichkeit nur mehr mit links-gesellschaftspolitischen Themen auseinander setzt und sich von der Umweltpolitik längst verabschiedet hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Bei uns eh nicht!
Diese zugegebenermaßen schweren Vorwürfe kann man ganz einfach mit ein paar trockenen Zahlen untermauern: Sie, meine Damen und Herren von der so genannten grünen Fraktion, haben in dieser XXI. Gesetzgebungsperiode – da hat es sicher nicht an Fleiß gemangelt (Abg. Öllinger: Bei uns eh nicht!) – bisher – das ist der Stand von gestern – 74 schriftliche Anfragen gestellt; davon haben sich ganze 13 mit Umweltthemen beschäftigt – also kein schlechter Schnitt –, allerdings nur, wenn man Bereiche wie Gesundheit zum Beispiel auch dazurechnet, den Umweltbegriff also etwas weiter auslegt.
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Wie viele haben Sie gemacht?
Bei den Selbständigen Entschließungsanträgen schaut es schon etwas anders aus: 31 – davon beschäftigen sich 5 mit Umweltpolitik, wenn man auch die Verkehrspolitik dazurechnet. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Wie viele haben Sie gemacht?)
Abg. Öllinger: Hat Ihre Fraktion überhaupt einen Antrag zusammengebracht?
Ganz entlarvend sind dann aber die Gesetzesvorschläge: Sie haben 21 Anträge eingebracht (Abg. Öllinger: Hat Ihre Fraktion überhaupt einen Antrag zusammengebracht?) – davon waren null oder eventuell einer – nämlich jener, der sich mit dem Telekommunikationsgesetz beschäftigt – dem Umweltbereich zuzuordnen. – Sie, meine Damen und Herren, haben sich wirklich von der Umweltpolitik verabschiedet! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ganz entlarvend sind dann aber die Gesetzesvorschläge: Sie haben 21 Anträge eingebracht (Abg. Öllinger: Hat Ihre Fraktion überhaupt einen Antrag zusammengebracht?) – davon waren null oder eventuell einer – nämlich jener, der sich mit dem Telekommunikationsgesetz beschäftigt – dem Umweltbereich zuzuordnen. – Sie, meine Damen und Herren, haben sich wirklich von der Umweltpolitik verabschiedet! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Wir werden es ihm ausrichten!
Ich würde daher auch dringend Herrn Klubobmann Van der Bellen raten – für den Fall, dass er wieder einmal dem Hohen Hause beiwohnt (Abg. Öllinger: Wir werden es ihm ausrichten!) –,
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kostelka: Ist er nicht lieb?
Mit der zweiten linken Fraktion des Linksblockes, der SPÖ, muss ich mich nicht so lange beschäftigen, denn sie hat es nämlich geschafft, an einem einzigen Tag – am Tag der Regierungserklärung – unter das Niveau der Grünen zu sinken. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kostelka: Ist er nicht lieb?)
Zwischenruf des Abg. Mag. Schlögl
Die Grünen haben heute über die Medien und auch hier vom Rednerpult aus mehrmals kritisiert (Zwischenruf des Abg. Mag. Schlögl ) – ich komme gleich dazu, Herr Abgeordneter –, dass das Umweltministerium abgeschafft wurde. Herr Klubobmann Van der Bellen dürfte auch in den letzten fünf Jahren nicht sehr oft hier gewesen sein (Abg. Öllinger: Öfter als Sie!) oder nicht aufgepasst haben, sonst wüsste er, dass es auch bisher kein Umweltministerium gab. Das Umweltressort war beim Familienministerium angehängt. (Abg. Dr. Kostelka: Aber dass es Interessenkollisionen gibt, ist Ihnen klar?!) Es wurde also kein Ministerium abgeschafft!
Abg. Öllinger: Öfter als Sie!
Die Grünen haben heute über die Medien und auch hier vom Rednerpult aus mehrmals kritisiert (Zwischenruf des Abg. Mag. Schlögl ) – ich komme gleich dazu, Herr Abgeordneter –, dass das Umweltministerium abgeschafft wurde. Herr Klubobmann Van der Bellen dürfte auch in den letzten fünf Jahren nicht sehr oft hier gewesen sein (Abg. Öllinger: Öfter als Sie!) oder nicht aufgepasst haben, sonst wüsste er, dass es auch bisher kein Umweltministerium gab. Das Umweltressort war beim Familienministerium angehängt. (Abg. Dr. Kostelka: Aber dass es Interessenkollisionen gibt, ist Ihnen klar?!) Es wurde also kein Ministerium abgeschafft!
Abg. Dr. Kostelka: Aber dass es Interessenkollisionen gibt, ist Ihnen klar?!
Die Grünen haben heute über die Medien und auch hier vom Rednerpult aus mehrmals kritisiert (Zwischenruf des Abg. Mag. Schlögl ) – ich komme gleich dazu, Herr Abgeordneter –, dass das Umweltministerium abgeschafft wurde. Herr Klubobmann Van der Bellen dürfte auch in den letzten fünf Jahren nicht sehr oft hier gewesen sein (Abg. Öllinger: Öfter als Sie!) oder nicht aufgepasst haben, sonst wüsste er, dass es auch bisher kein Umweltministerium gab. Das Umweltressort war beim Familienministerium angehängt. (Abg. Dr. Kostelka: Aber dass es Interessenkollisionen gibt, ist Ihnen klar?!) Es wurde also kein Ministerium abgeschafft!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich lade Sie ein, meine Damen und Herren, insbesondere Sie von den so genannten Grünen, endlich zu einer konstruktiven Umweltpolitik zurückzukommen. Beenden Sie Ihren kindischen Aktionismus, den Sie hier herinnen betreiben mit Schlüssel-Scheppern, mit Leuchten und mit diesen Aufklebern – der Herr Klubobmann hat ja diesen Aufkleber vorsorglich nicht angebracht! Ich ersuche Sie dringend, im Interesse der Umweltpolitik in Österreich diesen sinnlosen Aktionismus zu beenden, und lade Sie ein, an einer konstruktiven Umweltpolitik mitzuarbeiten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Durch dieses neue Bundesministeriengesetz werden bessere Voraussetzungen für die Umweltpolitik geschaffen, und wir werden daher diesem Gesetz gerne unsere Zustimmung geben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Nein!
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Es wurde von Niveau geredet – ich habe nur eine Idee dazu: Um manches Niveau zu erreichen, brauchen einem keine Flügel zu wachsen. Sie verstehen, was ich meine? (Ruf bei den Freiheitlichen: Nein!)
Abg. Böhacker: Herr Professor! Das haben Sie ja gar nicht nötig! Keine Polemik! Haben Sie das wirklich nötig?
Es wundert mich auch nicht, wenn Sie in Ermangelung anderer nationaler oder internationaler Bewunderer Ihr Ministeriengesetz loben müssen. (Abg. Böhacker: Herr Professor! Das haben Sie ja gar nicht nötig! Keine Polemik! Haben Sie das wirklich nötig?) Ganz im Sinne eines Bildungsministeriums und des lebenslangen Lernens würde ich Ihnen aber raten, dieses lebenslange Lernen auch auf sich anzuwenden und sich etwas zu überlegen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es wundert mich auch nicht, wenn Sie in Ermangelung anderer nationaler oder internationaler Bewunderer Ihr Ministeriengesetz loben müssen. (Abg. Böhacker: Herr Professor! Das haben Sie ja gar nicht nötig! Keine Polemik! Haben Sie das wirklich nötig?) Ganz im Sinne eines Bildungsministeriums und des lebenslangen Lernens würde ich Ihnen aber raten, dieses lebenslange Lernen auch auf sich anzuwenden und sich etwas zu überlegen. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Zum Beispiel?
Wie kann es denn sonst so kommen, dass sich alle Universitäten und ihre wichtigsten Repräsentanten seit Jahren vehementest gegen eine Entkoppelung von Forschungsförderung und Universitäten aussprechen? – (Ruf bei den Freiheitlichen: Zum Beispiel?) – "Zum Beispiel?" Ich kann Ihnen ein halbes Kilo APA-Meldungen bringen, wenn Sie es schaffen, sie zu lesen. (Abg. Böhacker: Haben Sie eine mit?)
Abg. Böhacker: Haben Sie eine mit?
Wie kann es denn sonst so kommen, dass sich alle Universitäten und ihre wichtigsten Repräsentanten seit Jahren vehementest gegen eine Entkoppelung von Forschungsförderung und Universitäten aussprechen? – (Ruf bei den Freiheitlichen: Zum Beispiel?) – "Zum Beispiel?" Ich kann Ihnen ein halbes Kilo APA-Meldungen bringen, wenn Sie es schaffen, sie zu lesen. (Abg. Böhacker: Haben Sie eine mit?)
Abg. Böhacker: Können Sie uns nur eine einzige APA-Aussendung zitieren?
Es ist schlichtweg unwahr, wenn der Herr Bundeskanzler davon spricht, dass die Forschungsförderung nunmehr in einem Ministerium konzentriert wird. (Abg. Böhacker: Können Sie uns nur eine einzige APA-Aussendung zitieren?)
Abg. Böhacker: Haben Sie so eine APA-Aussendung mit?
Ich kann Ihnen sagen: Der Chef der Rektorenkonferenz, die Professorenkonferenz und der Forschungsfonds haben so gesprochen. (Abg. Böhacker: Haben Sie so eine APA-Aussendung mit?) – Ich möchte jetzt meine Rede halten und nicht Ihnen Nachhilfe geben, ja? (Abg. Böhacker: Weil Sie gesagt haben: halbes Kilo!)
Abg. Böhacker: Weil Sie gesagt haben: halbes Kilo!
Ich kann Ihnen sagen: Der Chef der Rektorenkonferenz, die Professorenkonferenz und der Forschungsfonds haben so gesprochen. (Abg. Böhacker: Haben Sie so eine APA-Aussendung mit?) – Ich möchte jetzt meine Rede halten und nicht Ihnen Nachhilfe geben, ja? (Abg. Böhacker: Weil Sie gesagt haben: halbes Kilo!)
Abg. Fischl: Sie werden ein richtiger Populist, Herr Professor!
Wahr ist vielmehr, dass die Basisfinanzierung der Universitäten bei Gehrer liegt, die Forschungsförderungsfonds wie FWF, FFF (Abg. Fischl: Sie werden ein richtiger Populist, Herr Professor!), ITF, Seibersdorf und Teile der Kompetenzzentren sowie der Rat für Forschung und Technologie bei Schmid liegen und die gar nicht so kleine Gruppe weiterer Kompetenzzentren – die Christian Doppler Forschungsgesellschaft, der ERP-Fonds, die Innovationsagentur – und die Abwicklung der indirekten Forschungsförderung bei Bartenstein. Sie sprechen vom Bündeln und Zusammenführen? – Ich kann das nicht erkennen.
Beifall bei den Grünen.
Die Universitäten haben sich einhellig gegen eine Eingliederung in dieses Giga-Ressort Bildungsministerium gewandt. Sie aber haben alle Bitten und alle Warnungen der Universitäten ignoriert. Ich vermute eher, die wahren Kräfte der Bündelung, und zwar einer nachhaltigen Bündelung, liegen bei Ihnen einfach in der Ignoranz dessen, was Betroffene Ihnen rückkoppeln. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Westenthaler und Schüssel sprachen vom Sparen und argumentierten: Wenn schon die arme Bevölkerung dieses Sparpaket vollziehen muss, dann werden auch wir zeigen, dass wir sparen, und daher Ministerien einsparen. Ich frage Sie aber: Ist die Zahl der Regierungsmitglieder kleiner geworden? Wurde sie nicht durch Staatssekretäre egalisiert, und welchen Preis zahlen wir dafür? Wissen Sie, dass das Wort Ministerium von Dienen kommt? Wo sparen Sie? – Am Dienen am Bürger und am Dienen an der Bevölkerung, das ist mein Schluss daraus. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Sie leiden an Wirklichkeitsverkennung und Ideen der Verfolgung. Das wäre Gegenstand einer Forschung, vielleicht sogar eines Forschungsschwerpunktes, meine ich. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Ofner: Sie haben sich früher von Ihrem Klub so wohltuend abgehoben! Lassen Sie sich nicht so anstecken!
Wenn Sie aber so felsenfest davon überzeugt sind, immer Recht zu haben, und gegen ... (Abg. Dr. Ofner: Sie haben sich früher von Ihrem Klub so wohltuend abgehoben! Lassen Sie sich nicht so anstecken!) Ich lasse mich nicht anstecken, ich bin immun, wie Sie wissen, nicht nur als Abgeordneter. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie aber so felsenfest davon überzeugt sind, immer Recht zu haben, und gegen ... (Abg. Dr. Ofner: Sie haben sich früher von Ihrem Klub so wohltuend abgehoben! Lassen Sie sich nicht so anstecken!) Ich lasse mich nicht anstecken, ich bin immun, wie Sie wissen, nicht nur als Abgeordneter. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Ofner: Denken wir doch beide darüber nach!
Wenn Sie sich immer selbst im Besitz der Wahrheit sehen und alle anderen im Irrtum, ist das auch wieder etwas, worüber man nachdenken dürfte. (Abg. Dr. Ofner: Denken wir doch beide darüber nach!) Sie haben viele Eigenschaften, aber die Eigenschaft der Allwissenheit und der Prophetie würde ich Ihnen nicht abnehmen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie sich immer selbst im Besitz der Wahrheit sehen und alle anderen im Irrtum, ist das auch wieder etwas, worüber man nachdenken dürfte. (Abg. Dr. Ofner: Denken wir doch beide darüber nach!) Sie haben viele Eigenschaften, aber die Eigenschaft der Allwissenheit und der Prophetie würde ich Ihnen nicht abnehmen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Einige Anmerkungen zu den Ausführungen meiner Vorredner: Wenn hier die Abschaffung des Frauenministeriums beklagt wurde, dann möchte ich als Mitglied des Gleichbehandlungsausschusses nur Folgendes dazu sagen: Es ist nicht so, dass wir Fragen der Gleichbehandlung und Gleichberechtigung unter Trommeln und Pfeifen auf der Straße auf Transparenten herumtragen, sondern wir leben sie. Für uns Freiheitliche ist Gleichbehandlung selbstverständlich. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es wurde hier auch beklagt und kritisiert, dass die Förderungen für kulturelle Vereinigungen geringer werden könnten. Ich sage Ihnen da ganz offen: Nach Durchsicht des Förderberichtes haben wir immer kritisiert, dass sich viele Vereinigungen unter Decknamen haben fördern lassen und ihr politisches Agitationssüppchen gekocht haben. Aus Effizienzgründen und aus Verantwortung für das Steuergeld wird die Regierung jede Subvention zu überprüfen haben. Kunst- und Kulturförderung ja, aber keine Förderung parteipolitischer Agitationen auf Kosten der Steuerzahler. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Von der Galerie werden unter Rufen Flugblätter in das Plenum geworfen. Besucherinnen versuchen, ein Transparent zu entrollen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich möchte nun, bevor ich ... (Von der Galerie werden unter Rufen Flugblätter in das Plenum geworfen. Besucherinnen versuchen, ein Transparent zu entrollen.) – Da beginnt die Agitation ja schon, herrlich, wunderbar! Genauso stellen wir uns die Toleranz ...
Beifall bei den Freiheitlichen.
Erstens: Es wird damit eine Kompetenzbereinigung durchgeführt. Der unselige Kompetenzstreit, der mit ideologischen Scheuklappen geführt wurde: hier meine Unis, dort deine Akademie und dort deine Bildungseinrichtungen, wird endlich abgeschafft! Endlich ist der Weg frei für ein wirklich durchgängiges, überschaubares, klar strukturiertes Bildungssystem vor allem im tertiären Bereich, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Dieses Gesetz macht großen Sinn. Es wird eine Effizienzsteigerung bringen, es wird Doppelgleisigkeiten beseitigen, es wird eine Kompetenzkonzentration und die Bündelung von Kompetenzen bringen. Und es wird Verwaltungsvereinfachung und Verwaltungskonzentration bringen. Der Steuerzahler, also der Bürger, wird es dieser Regierung danken. – Viel Erfolg! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! Zu dieser Flugblattaktion. Ich lehne diese Aktion ab, weil sie den Spielregeln des Hauses widerspricht, aber die Inhalte dieses Flugblattes halte ich für unterstützenswert, beispielsweise die Forderung "keine weiteren Sparpakete auf Kosten von Mädchen und Frauen" oder "politische Schritte zur Bekämpfung der Armut, die großteils Frauen trifft". (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Für diesen Inhalt wird es eine Unterstützung der SPÖ geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! Zu dieser Flugblattaktion. Ich lehne diese Aktion ab, weil sie den Spielregeln des Hauses widerspricht, aber die Inhalte dieses Flugblattes halte ich für unterstützenswert, beispielsweise die Forderung "keine weiteren Sparpakete auf Kosten von Mädchen und Frauen" oder "politische Schritte zur Bekämpfung der Armut, die großteils Frauen trifft". (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Für diesen Inhalt wird es eine Unterstützung der SPÖ geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die FPÖ Niederösterreich ist gegen den Tunnel. Die FPÖ Steiermark ist für den Tunnel. Herr Dr. Haider ist dafür und dagegen, je nachdem wo er sich gerade aufhält. Als Kärntner Landeshauptmann wird er eher dafür sein, als Aufsichtsratsvorsitzender der FPÖ wird er eher dagegen sein. Bundeskanzler Schüssel war früher dafür, jetzt schweigt er. Und Minister Schmid hat auf dem Weg von Graz nach Wien seine politische Gesinnung abgegeben, meine Damen und Herren, und schließt sich dem üblen egoistischen Spiel der Tunnelgegner an: noch ein Gutachten, noch ein Verfahren, noch eine Nachdenkpause. Es ist ein jämmerliches politisches Verhalten von diesem Herrn Schmid. Einen Denkzettel für Schmid wird es bei den steirischen Wahlen am 19. März und am 15. Oktober geben, meine Damen und Herren von der FPÖ. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Was hat das mit dem Bundesministeriengesetz zu tun?
Da heißt es beispielsweise in Punkt 3: Die FPÖ erhält den Landesschulratspräsidenten. – Qualifikation, Eignung, Leistung völlig uninteressant, Hauptsache FPÖ! Oder: Die FPÖ erhält den Vorsitz im Arbeitnehmerförderungsbeirat. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Was hat das mit dem Bundesministeriengesetz zu tun?) Oder: Der Landtagsdirektor wird neu bestellt. Der Posten, die Position steht der FPÖ zu.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich komme aktuell zur Regierung. Hat man nicht von überparteilichen Experten gesprochen, das angekündigt? Sind jetzt nicht lauter Parteigänger in der Bundesregierung – Herr Scheibner, Frau Riess-Passer, Exminister Krüger? Ganz im Gegenteil, meine Damen und Herren: Haider hat den überparteilichen Justizminister Michalek, einen besonnenen, einen erfahrenen Mann, einen Mann, der sehr erfolgreich als Minister war, in die Wüste geschickt. Und nach dem Intermezzo Krüger – wollen wir betreten den Mantel des Schweigens über die ganze Sache breiten – hat Haider seinen Privatanwalt Böhmdorfer geholt. Also der Haider-Anwalt und FPÖ-Anwalt ist Justizminister der Republik Österreich. So schaut es aus, meine Damen und Herren! Das ist der Postenschacher der FPÖ! (Beifall bei der SPÖ.) Und Sie, meine Damen und Herren von der ÖVP, schauen da zu und tun so, als würde Sie das alles nichts angehen.
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Beifall bei der SPÖ.
Es gibt aber noch einen anderen ganz entscheidenden Unterschied zwischen Österreich und Schweden. In Schweden regieren verantwortungsbewusste Sozialdemokraten, meine Damen und Herren, für die die Rechte der Arbeitnehmer Bedeutung haben, für die die Wirtschaft für die Menschen da ist und nicht die Menschen für die Wirtschaft, wie Sie das in Österreich planen, Herr Kollege. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Prinz: Staatshaushalt sanieren! Wer hat den Schaden saniert?
Aber glauben Sie mir, wir sind gar nicht unglücklich über diesen Schweden-Vergleich. Viele Jahre hat dort die Sozialdemokratie sehr erfolgreich regiert und große Staatsmänner hervorgebracht, ganz so wie dies in Österreich der Fall war. Und dann hat es ein kurzes Interregnum von einer konservativen Regierung gegeben, die völlig überfordert war, eine Chaos-Truppe, ganz gleich wie in Österreich. Also bleiben wir beim Vergleich Schweden, meine Damen und Herren! Denn in Schweden ist die Sozialdemokratie wieder in die Regierung zurückgekehrt und verantwortlich für den Aufschwung im Land. Also einverstanden, Schweden soll in dieser Hinsicht ein Modellfall für Österreich sein. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Prinz: Staatshaushalt sanieren! Wer hat den Schaden saniert?)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Staatssekretär Morak! Ich verlange von Ihnen – ich hoffe, Sie richten ihm das aus – eine Stellungnahme zu diesem Geschichtsbild des ÖVP-Klubobmannes. Die Kulturschaffenden in Österreich werden sich brennend dafür interessieren. Und wenn Sie sich verschweigen sollten, Herr Staatssekretär, dann, muss ich sagen, ist das auch laut und deutlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Puttinger: Wo sind wir denn? Das ist eine Frechheit! Ein "kleiner schmieriger Faschist" – so kann man nicht umgehen!
Abschließend noch ein letzter Vergleich mit Schweden: Würde ein Klubobmann einer Regierungspartei in Schweden einen kleinen schmierigen Faschisten "Märtyrer und Patrioten" nennen, dann hätte er mit sofortiger Wirkung seine Funktionen zurückzulegen! (Abg. Dr. Puttinger: Wo sind wir denn? Das ist eine Frechheit! Ein "kleiner schmieriger Faschist" – so kann man nicht umgehen!) Dass das in Österreich nicht so ist, dafür sind Leute wie Sie verantwortlich, Herr Puttinger. – Ich danke Ihnen. (Abg. Schwarzenberger: Sie Kommunist Sie! – Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schwarzenberger: Sie Kommunist Sie! – Beifall bei der SPÖ.
Abschließend noch ein letzter Vergleich mit Schweden: Würde ein Klubobmann einer Regierungspartei in Schweden einen kleinen schmierigen Faschisten "Märtyrer und Patrioten" nennen, dann hätte er mit sofortiger Wirkung seine Funktionen zurückzulegen! (Abg. Dr. Puttinger: Wo sind wir denn? Das ist eine Frechheit! Ein "kleiner schmieriger Faschist" – so kann man nicht umgehen!) Dass das in Österreich nicht so ist, dafür sind Leute wie Sie verantwortlich, Herr Puttinger. – Ich danke Ihnen. (Abg. Schwarzenberger: Sie Kommunist Sie! – Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wenn hier steht: "Politische Schritte zur Bekämpfung der Armut, die großteils Frauen trifft", dann sage ich Ihnen: Jawohl, das werden wir machen! In Zukunft werden wir vermehrt dafür eintreten, dass auch die Rücknahme der Einsparungen im Bereich der Ermessensausgaben Platz greifen kann. Das werden Ziele sein, die wir umzusetzen haben, meine Damen und Herren. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Der Protest – das ist das Einzige, was ich kritisiere, meine sehr verehrten Damen auf der Galerie – richtet sich also nicht gegen den Kurs der FPÖ, der Protest richtet sich gegen die Sozialistische Partei Österreichs. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ruf bei den Grünen: Nein!
Auch die Vereinigung von Landwirtschaft und Umwelt in einem Ministerium ist sehr sinnvoll. (Ruf bei den Grünen: Nein!) Die Grünen haben sich ja schon von der Umwelt vertschüsst, und daher wird der Landwirtschaftsminister auch die Agenden der Umwelt übernehmen können.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das absolute Chaos im Gesundheitswesen, von dem Sie, Herr Kollege Gusenbauer, gesprochen haben, bezieht sich auf die Vergangenheit der sozialistischen Gesundheitspolitik und nicht auf die Zukunft, denn da wird sich jetzt wirklich etwas ändern. Sie müssen, Herr Kollege Gusenbauer, mit beiden Augen schauen, nicht nur mit dem linken. Machen Sie beide Augen auf, dann haben Sie die Möglichkeit, dreidimensional zu sehen! Sie werden in der dritten Dimension erkennen, dass Gesundheitspolitik etwas anderes ist als das, was die Sozialisten bisher gemacht haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Es gäbe noch sehr viel zu sagen, aber ich sage Ihnen nur noch Folgendes: Diese Reformregierung hat mit diesem Bundesministeriengesetz gezeigt, dass sie zu Reformen bereit ist. Wir wünschen ihr dabei alles Gute. Gemeinsam mit dieser Strukturveränderung und gemeinsam mit dem hervorragenden und auch vom Ausland schon geschätzten Regierungsreformprogramm wird es gelingen, die Zukunft Österreichs wieder auf gesichertere Beine zu stellen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Haupt: Ein Ordnungsruf ist angebracht! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Bevor ich Herrn Abgeordnetem Parnigoni noch vor 15 Uhr kurz das Wort erteile, möchte ich darauf hinweisen, dass ich mir das Protokoll über die Ausführungen des Abgeordneten Dr. Kräuter kommen lassen werde, um feststellen zu können, ob ein Ordnungsruf oder eine andere Ordnungsmaßnahme angebracht ist. (Abg. Mag. Haupt: Ein Ordnungsruf ist angebracht! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Gaugg: Der wird jetzt zur Beruhigung beitragen!
Herr Abgeordneter Parnigoni, ich erteile Ihnen das Wort. (Abg. Gaugg: Der wird jetzt zur Beruhigung beitragen!)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: Und Rot-Grün auf der Oppositionsbank! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren von der blau-schwarzen Einheitspartei auf der Regierungsbank! (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: Und Rot-Grün auf der Oppositionsbank! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Zu den Ausführungen des Abgeordneten Pumberger kann ich nur sagen: 30 Jahre lang hat die Sozialdemokratie dafür gesorgt, dass die Frauen sich emanzipieren konnten. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Das haben wir gesehen!) 30 Jahre, meine Damen und Herren, haben wir dafür gesorgt, dass es für die Frauen sozialen Aufstieg in allen Bereichen in diesem Land gegeben hat. (Abg. Jung: Ausgerechnet Sie sagen das!) Und gerade die Steuerreform, aber auch das Familienpaket des letzten Jahres, von dem sich, so nehme ich an, die ÖVP ja nicht absentieren wird, werden dazu beitragen. (Abg. Jung: Hagenhofer! Hagenhofer! – Abg. Aumayr: Hagenhofer! – Weitere "Hagenhofer"-Rufe von verschiedenen Abgeordneten der Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Das haben wir gesehen!
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren von der blau-schwarzen Einheitspartei auf der Regierungsbank! (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: Und Rot-Grün auf der Oppositionsbank! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Zu den Ausführungen des Abgeordneten Pumberger kann ich nur sagen: 30 Jahre lang hat die Sozialdemokratie dafür gesorgt, dass die Frauen sich emanzipieren konnten. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Das haben wir gesehen!) 30 Jahre, meine Damen und Herren, haben wir dafür gesorgt, dass es für die Frauen sozialen Aufstieg in allen Bereichen in diesem Land gegeben hat. (Abg. Jung: Ausgerechnet Sie sagen das!) Und gerade die Steuerreform, aber auch das Familienpaket des letzten Jahres, von dem sich, so nehme ich an, die ÖVP ja nicht absentieren wird, werden dazu beitragen. (Abg. Jung: Hagenhofer! Hagenhofer! – Abg. Aumayr: Hagenhofer! – Weitere "Hagenhofer"-Rufe von verschiedenen Abgeordneten der Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Jung: Ausgerechnet Sie sagen das!
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren von der blau-schwarzen Einheitspartei auf der Regierungsbank! (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: Und Rot-Grün auf der Oppositionsbank! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Zu den Ausführungen des Abgeordneten Pumberger kann ich nur sagen: 30 Jahre lang hat die Sozialdemokratie dafür gesorgt, dass die Frauen sich emanzipieren konnten. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Das haben wir gesehen!) 30 Jahre, meine Damen und Herren, haben wir dafür gesorgt, dass es für die Frauen sozialen Aufstieg in allen Bereichen in diesem Land gegeben hat. (Abg. Jung: Ausgerechnet Sie sagen das!) Und gerade die Steuerreform, aber auch das Familienpaket des letzten Jahres, von dem sich, so nehme ich an, die ÖVP ja nicht absentieren wird, werden dazu beitragen. (Abg. Jung: Hagenhofer! Hagenhofer! – Abg. Aumayr: Hagenhofer! – Weitere "Hagenhofer"-Rufe von verschiedenen Abgeordneten der Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Jung: Hagenhofer! Hagenhofer! – Abg. Aumayr: Hagenhofer! – Weitere "Hagenhofer"-Rufe von verschiedenen Abgeordneten der Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren von der blau-schwarzen Einheitspartei auf der Regierungsbank! (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: Und Rot-Grün auf der Oppositionsbank! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Zu den Ausführungen des Abgeordneten Pumberger kann ich nur sagen: 30 Jahre lang hat die Sozialdemokratie dafür gesorgt, dass die Frauen sich emanzipieren konnten. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Das haben wir gesehen!) 30 Jahre, meine Damen und Herren, haben wir dafür gesorgt, dass es für die Frauen sozialen Aufstieg in allen Bereichen in diesem Land gegeben hat. (Abg. Jung: Ausgerechnet Sie sagen das!) Und gerade die Steuerreform, aber auch das Familienpaket des letzten Jahres, von dem sich, so nehme ich an, die ÖVP ja nicht absentieren wird, werden dazu beitragen. (Abg. Jung: Hagenhofer! Hagenhofer! – Abg. Aumayr: Hagenhofer! – Weitere "Hagenhofer"-Rufe von verschiedenen Abgeordneten der Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Aumayr: Ja, die Hagenhofer! Angst hat die Frau Kollegin Hagenhofer! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Aber dass die Frauen, die dort oben sitzen, Angst vor Ihnen haben, das kann ich mir vorstellen. (Abg. Aumayr: Ja, die Hagenhofer! Angst hat die Frau Kollegin Hagenhofer! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Denn, meine Damen und Herren, das, was Sie hier ankündigen, ist für die Frauen die ärgste Belastungswelle und die größte Bedrohung aller Zeiten! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Die Hagenhofer hat sich gefürchtet! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Die Hagenhofer hat sich gefürchtet! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Aber dass die Frauen, die dort oben sitzen, Angst vor Ihnen haben, das kann ich mir vorstellen. (Abg. Aumayr: Ja, die Hagenhofer! Angst hat die Frau Kollegin Hagenhofer! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Denn, meine Damen und Herren, das, was Sie hier ankündigen, ist für die Frauen die ärgste Belastungswelle und die größte Bedrohung aller Zeiten! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Die Hagenhofer hat sich gefürchtet! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Gaugg: Das Prädikat "intelligent"!
Meine Damen und Herren! Darf ich nun zu diesem uns vorliegenden Gesetzesvorschlag kommen. Hierzu ist festzuhalten, dass diese Neuordnung der Bundesministerien in Wirklichkeit zwei Prädikate verdient. (Abg. Gaugg: Das Prädikat "intelligent"!) Einerseits ist es eine Neuordnung ohne jegliche sachliche Zuordnung, zum Zweiten ist sie sozial und gesellschaftspolitisch problematisch.
Beifall bei der SPÖ.
Dies zum einen deshalb, weil die Arbeitnehmerinteressen nunmehr vom Wirtschaftsministerium wahrgenommen werden und daher in Wirklichkeit eine von Wirtschaftsinteressen unabhängige Sozialpolitik nicht mehr möglich ist. Zum Zweiten erfolgt damit natürlich auch die Auslieferung der Arbeitnehmerinteressen an die Wirtschaft. Das ist der blau-schwarze Faden, der sich durch dieses Gesetz, durch Ihre Politik zieht: in erster Linie arbeitnehmerfeindlich, aber alles für die Großindustrie. Das ist das Markenzeichen dieser blau-schwarzen Einheitspartei. Das müssen wir uns merken! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Trattner: Das haben Sie nicht verstanden!
Also, meine Damen und Herren, in dieser Frage werden wir Sie beim Wort nehmen. Da können Sie Gift darauf nehmen! Hinsichtlich Ihrer Budgetpolitik, die Sie in einem weiteren Kapitel darstellen, steht ja etwas ganz anderes: Sie wollen die Schiene massiv belasten und werden daher den Wettbewerb verzerren. Sie wollen in Wirklichkeit bei all den Investitionen der SchIG, der HL-AG einsparen und werden daher massiv Arbeitsplätze gefährden. Sie wollen die ÖBB zerschlagen und werden somit einem erfolgreichen Unternehmen im Güterbeförderungsbereich keine Chance geben, sondern vielmehr dieses Unternehmen in den Graben fahren. (Abg. Mag. Trattner: Das haben Sie nicht verstanden!)
Beifall bei der SPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Parnigoni.
Präsident Dr. Heinz Fischer (das Glockenzeichen gebend): Herr Abgeordneter, ich darf Sie jetzt – um 15 Uhr – im Sinne der einschlägigen Bestimmungen unterbrechen. Sie erhalten zur Fortsetzung Ihrer Rede nachher wieder das Wort. (Beifall bei der SPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Parnigoni. )
Abg. Gaugg: Von wem?
Na gut, da kann man sagen, vielleicht kann der Herr Sonntag nichts dafür. (Abg. Gaugg: Von wem?) Was meinen Sie? (Abg. Gaugg: Von wem wurde Madagaskar betrogen?) Von der Firma Flamco, an der Herr Sonntag, an der Herr Tannouri, an der Herr Lorenz Kaufmann und andere Personen beteiligt waren, wurde die Republik Madagaskar betrogen. – Damit habe ich die Käuferseite schon dargestellt.
Abg. Gaugg: Von wem wurde Madagaskar betrogen?
Na gut, da kann man sagen, vielleicht kann der Herr Sonntag nichts dafür. (Abg. Gaugg: Von wem?) Was meinen Sie? (Abg. Gaugg: Von wem wurde Madagaskar betrogen?) Von der Firma Flamco, an der Herr Sonntag, an der Herr Tannouri, an der Herr Lorenz Kaufmann und andere Personen beteiligt waren, wurde die Republik Madagaskar betrogen. – Damit habe ich die Käuferseite schon dargestellt.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): Ich möchte von Ihnen Aufklärung darüber, ob das AMS jetzt gegen den Käufer, die Firma Sonntag, die Treuhänder, die diesen Auftrag erteilt haben, die Firma Dorda, Brugger & Jordis, einen Prozess führt, um die Kosten hereinzubekommen. – Das wären die Fragen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Einer Zeitung entnehme ich – Herr Kollege Öllinger hat das auch bestätigt –, dass Dr. Fichtenbauer angeblich nicht mehr für das AMS tätig ist. Wenn das zutrifft, ist es gut, wenn es nicht zutrifft, werden Sie dafür Sorge tragen, dass er das AMS künftig nicht mehr schädigen kann? Und wie sieht es mit seinem in Rechnung gestellten Honorar in der Höhe von 290 000 S aus? Das Geschäft kam nicht zu Stande. Wird dieses Honorar fließen? Und wenn das AMS jetzt klagt – ich denke, es wird klagen müssen –, werden Sie Einfluss darauf nehmen, dass es eine bessere rechtsfreundliche Vertretung gibt als bisher? (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn Frau Kollegin Reitsamer meint, es wären keine vermögensrechtlichen Nachteile eingetreten, muss ich dem widersprechen, denn durch die dilettantische Vorbereitung des Verkaufs und des deshalb jetzt nicht zustande gekommenen Verkaufs erwächst zumindest ein Zinsennachteil, erwachsen Kosten, die nicht entstanden wären, hätten die dort verantwortlichen Geschäftsleiter – und dafür sind sie bestellt – den Verkauf auch ordnungsgemäß vorbereitet. Das wäre ehrlich und offen dazu zu sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Bitte quälen Sie uns nicht!
Wenn man die Sache näher betrachtet, muss man sagen, weder das Gutachten des Beratungsinstitutes Price Waterhouse hat etwas ans Licht gebracht, was vorwerfbar wäre, noch hat das arbeitsmarktserviceinterne Revisionsinstitut etwas zu Tage gebracht; und auch der Verwaltungsrat, der ja nicht nur von AMS-Leuten besetzt ist, sondern von den Sozialpartnern bestellt wird, kommt zu jener Feststellung, die Frau Reitsamer hier getroffen hat. (Abg. Öllinger: Bitte quälen Sie uns nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das AMS ist daher derzeit unverändert Eigentümer der Liegenschaft und berechtigt, die geplante Verwertung zu realisieren – und das soll auch in nächster Zeit stattfinden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Fragen Sie doch die Frau Hostasch!
Also wenn das richtig ist, was Sie sagen, dann beginnt der Skandal erst jetzt! Dann beginnt der Skandal, denn es ist ein gültiger Kaufvertrag mit einem Käufer abgeschlossen worden, der ihn nicht erfüllt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Fragen Sie doch die Frau Hostasch!) Und da gibt es einen Treuhänder, der diesen Kaufvertrag für den Käufer abgeschlossen hat beziehungsweise der die entsprechende Gesellschaft hält, und diese Käufergesellschaft, die Weihburggasse 30 GesmbH & Co KEG, steht da mit 90 Millionen im Wort – mit 90 Millionen Schilling!
Abg. Dr. Trinkl: Wer sagt denn, dass das AMS verzichtet?
Wenn das AMS darauf verzichtet, diese 90 Millionen Schilling und alle Kosten, die ihm aus dem Kaufvertrag erwachsen sind, einzufordern, wenn das AMS darauf verzichtet, die Zinsen, die durch die Nichterfüllung des Kaufvertrages inzwischen verloren gegangen sind, einzufordern, dann hat das AMS ein Problem – nicht primär Sie, das gebe ich schon zu, aber Sie sind das Aufsichtsorgan dieses AMS. (Abg. Dr. Trinkl: Wer sagt denn, dass das AMS verzichtet?) Wenn das AMS von sich aus auf den Kaufvertrag verzichtet und zurücktritt, einseitig auf einen gültigen Kaufvertrag verzichtet, dann ... (Abg. Dr. Trinkl: Wer sagt Ihnen denn, dass das AMS verzichtet?) – Die Frau Ministerin hat es gerade erklärt! Haben Sie nicht aufgepasst? (Zwischenruf des Abg. Dr. Martin Graf. ) Wenn das AMS zurücktritt, dann fängt das Problem an.
Abg. Dr. Trinkl: Wer sagt Ihnen denn, dass das AMS verzichtet?
Wenn das AMS darauf verzichtet, diese 90 Millionen Schilling und alle Kosten, die ihm aus dem Kaufvertrag erwachsen sind, einzufordern, wenn das AMS darauf verzichtet, die Zinsen, die durch die Nichterfüllung des Kaufvertrages inzwischen verloren gegangen sind, einzufordern, dann hat das AMS ein Problem – nicht primär Sie, das gebe ich schon zu, aber Sie sind das Aufsichtsorgan dieses AMS. (Abg. Dr. Trinkl: Wer sagt denn, dass das AMS verzichtet?) Wenn das AMS von sich aus auf den Kaufvertrag verzichtet und zurücktritt, einseitig auf einen gültigen Kaufvertrag verzichtet, dann ... (Abg. Dr. Trinkl: Wer sagt Ihnen denn, dass das AMS verzichtet?) – Die Frau Ministerin hat es gerade erklärt! Haben Sie nicht aufgepasst? (Zwischenruf des Abg. Dr. Martin Graf. ) Wenn das AMS zurücktritt, dann fängt das Problem an.
Zwischenruf des Abg. Dr. Martin Graf.
Wenn das AMS darauf verzichtet, diese 90 Millionen Schilling und alle Kosten, die ihm aus dem Kaufvertrag erwachsen sind, einzufordern, wenn das AMS darauf verzichtet, die Zinsen, die durch die Nichterfüllung des Kaufvertrages inzwischen verloren gegangen sind, einzufordern, dann hat das AMS ein Problem – nicht primär Sie, das gebe ich schon zu, aber Sie sind das Aufsichtsorgan dieses AMS. (Abg. Dr. Trinkl: Wer sagt denn, dass das AMS verzichtet?) Wenn das AMS von sich aus auf den Kaufvertrag verzichtet und zurücktritt, einseitig auf einen gültigen Kaufvertrag verzichtet, dann ... (Abg. Dr. Trinkl: Wer sagt Ihnen denn, dass das AMS verzichtet?) – Die Frau Ministerin hat es gerade erklärt! Haben Sie nicht aufgepasst? (Zwischenruf des Abg. Dr. Martin Graf. ) Wenn das AMS zurücktritt, dann fängt das Problem an.
Beifall bei den Grünen
Unser Vorwurf hat nicht das AMS im Allgemeinen betroffen, auch nicht das Sozialministerium, sondern – weil er hier auch sitzt, ich sage es noch einmal sehr deutlich – den Vorstandsdirektor Dr. Böhm! Dieser ist im Rahmen eines sozialpartnerschaftlichen Deals wiederbestellt worden, obwohl er genau für diesen Deal die Verantwortung trägt (Beifall bei den Grünen) und in keinem Punkt des Verfahrens – in keinem Punkt des Verfahrens! – die kaufmännische Sorgfalt, die für diese Veranlagung beziehungsweise für den Verkauf notwendig gewesen wäre, eingehalten hat.
Abg. Dr. Trinkl: Es gab ja keinen Treuhandvertrag!
Es ist unzureichend, was hier in der Anfragebeantwortung festgehalten wird, weil hier festgestellt wird, er hätte es machen können. Alleine hätte er diese 90 Millionen, ohne den Verwaltungsrat, ohne den Vorstand damit zu befassen, veranlagen können! (Abg. Dr. Trinkl: Es gab ja keinen Treuhandvertrag!)
Beifall bei den Grünen. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Martin Graf: Umsatz ist nicht gleich Gewinn! Das wissen Sie schon noch?
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): Meine Damen und Herren! Das ist ein klassischer Fall für einen Untersuchungsausschuss oder einen Unterausschuss, das sage ich Ihnen. Und wenn Sie diese Konsequenz verweigern, dann sind Sie verantwortlich! (Beifall bei den Grünen. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Martin Graf: Umsatz ist nicht gleich Gewinn! Das wissen Sie schon noch?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Und was Ihre Wünsche betreffend das AMS anlangt, so werde ich diese selbstverständlich an meinen Ministerkollegen Dr. Bartenstein weiterleiten, der in Zukunft dafür zuständig sein wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Trattner: Im Tiroler Landtag ist der Antrag ausgesetzt! Das wissen Sie auch!
Abgeordnete Dr. Evelin Lichtenberger (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Diese Fristsetzungsdebatte, die ich heute verlangt habe, bezieht sich auf einen Antrag, der schon einmal spät nachts zur Debatte gestanden ist, und zwar war es der Antrag auf die Erlassung eines Nachtfahrverbotes. (Abg. Mag. Trattner: Im Tiroler Landtag ist der Antrag ausgesetzt! Das wissen Sie auch!) Dieser Antrag ist für mich eine enorm wichtige Sache, die Sie in ihrer
Abg. Dr. Khol: Ein guter Mann!
Der Grund, warum ich nun den Antrag betreffend das Nachtfahrverbot dringend behandelt haben möchte, ergibt sich daraus: Landeshauptmann Weingartner, seines Zeichens ÖVP-Mitglied und auch immer einer der Wortführer innerhalb der Volkspartei gewesen (Abg. Dr. Khol: Ein guter Mann!), hat dezidiert verlangt, dass nun ein Nachtfahrverbot auf diesen Routen gelten soll. Aber nicht nur auf diesen Routen, denn ich glaube eines: Die Schutzwürdigkeit der Anrainerbevölkerung bezieht sich ja nicht nur auf Tirol, sie bezieht sich auf die burgenländischen Strecken, auf die steirischen Strecken, auf die Pyhrn-Route natürlich ganz genauso. Dort leiden die Menschen entlang der Transitrouten genauso unter den Abgasen und unter dem Lärm. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Der Grund, warum ich nun den Antrag betreffend das Nachtfahrverbot dringend behandelt haben möchte, ergibt sich daraus: Landeshauptmann Weingartner, seines Zeichens ÖVP-Mitglied und auch immer einer der Wortführer innerhalb der Volkspartei gewesen (Abg. Dr. Khol: Ein guter Mann!), hat dezidiert verlangt, dass nun ein Nachtfahrverbot auf diesen Routen gelten soll. Aber nicht nur auf diesen Routen, denn ich glaube eines: Die Schutzwürdigkeit der Anrainerbevölkerung bezieht sich ja nicht nur auf Tirol, sie bezieht sich auf die burgenländischen Strecken, auf die steirischen Strecken, auf die Pyhrn-Route natürlich ganz genauso. Dort leiden die Menschen entlang der Transitrouten genauso unter den Abgasen und unter dem Lärm. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich beantrage deswegen, dass für die Behandlung dieses Antrags eine Frist bis 20. März gesetzt wird, denn ich glaube, dass die Anrainerbevölkerung der großen Transitachsen, vor allem der Brenner-Route, ein Recht darauf hat, zu erfahren, ob dieses Parlament, ob diese Abgeordneten daran interessiert sind, ihre Lebensinteressen hier zu vertreten und nicht zu Gunsten der internationalen Frächter zu arbeiten, die Tarife zu senken und die Nacht wieder den LKWs zu schenken und nicht mehr der Bevölkerung als Ruhezeit zur Verfügung zu stellen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Das ist so skandalös, finden Sie nicht? – Sie sagen nicht die Wahrheit, Kollege Niederwieser, das sind Spekulationen übelster Sorte!
Zuvor war einer Ihrer Verkehrssprecher Kollege Meischberger – auch gerichtsbekannt, wenn man das so sagen kann, auch wegen Problemen finanzieller Art. Ich hoffe nur, dass Kollege Firlinger diese Linie nicht fortsetzt und wir demnächst auch auf den Gerichtsseiten etwas über ihn lesen müssen. Das würde ich ihm wirklich nicht wünschen! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Das ist so skandalös, finden Sie nicht? – Sie sagen nicht die Wahrheit, Kollege Niederwieser, das sind Spekulationen übelster Sorte!)
Beifall bei der SPÖ.
Aber ich sage hier nur die Wahrheit, Kollegin Partik-Pablé: Die früheren Verkehrssprecher der Freiheitlichen Partei finden wir auf den Gerichtsseiten wieder. Jetzt haben wir einen, von dem ich hoffe, dass das nicht so sein wird. Wenn Ihnen das zu viel ist, dann weiß ich nicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Unseriös bis dorthinaus!
Oder wissen Sie vielleicht mehr, als ich weiß, als wir wissen? Es wäre ja auch denkbar, dass Sie etwas wissen und deshalb hier so sensibel auf diese Frage reagieren. Sonst ist das ja nicht erklärbar. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Unseriös bis dorthinaus!)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Lichtenberger.
So wie diese schwarz-blaue Regierung über die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer drüberfährt, so wird dieses Land und wird die Bevölkerung vom Transitverkehr überrollt, wenn nicht rasch gehandelt wird. Daher sind wir für diese Fristsetzung. Wir haben alles vorbereitet, damit dieser Schaden von Österreich fern gehalten werden kann. Jetzt ist diese Bundesregierung an der Reihe, ihre Arbeit zu erledigen. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Lichtenberger. )
Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Die Ausführungen des Kollegen Niederwieser wären schon eine Bemerkung wert gewesen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Wattaul. Redezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Die Ausführungen des Kollegen Niederwieser wären schon eine Bemerkung wert gewesen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nein! Sie können das noch gar nicht wissen, weil es diese Studie noch nicht gibt. Sie haben Angst vor dieser Studie! Oder wie meinen Sie das? Was sollen wir machen? Wollen wir in den Ausschuss gehen, ohne dass wir Fakten kennen, ohne dass wir genau wissen, wovon wir reden? Ich muss Ihnen anscheinend das kleine Einmaleins beibringen. Wenn man ein Ziel sucht, dann muss man den Iststand erfassen, muss das Ziel erfassen, und dann muss man schauen, wie man dorthin kommt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Lesen Sie den Tiroler Verkehrsbericht!
Wenn man nicht weiß, wovon man spricht, dann ist es eben schwierig. (Abg. Dr. Lichtenberger: Lesen Sie den Tiroler Verkehrsbericht!) Ich habe es ja gesehen: Sie sind knapp vor Ihrer Rede hereingekommen, haben zwei leere Zetteln genommen und sind da heruntergegangen. Aber Sie wissen nicht, wovon Sie sprechen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lichtenberger: Lesen Sie den Verkehrsbericht Tirol!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lichtenberger: Lesen Sie den Verkehrsbericht Tirol!
Wenn man nicht weiß, wovon man spricht, dann ist es eben schwierig. (Abg. Dr. Lichtenberger: Lesen Sie den Tiroler Verkehrsbericht!) Ich habe es ja gesehen: Sie sind knapp vor Ihrer Rede hereingekommen, haben zwei leere Zetteln genommen und sind da heruntergegangen. Aber Sie wissen nicht, wovon Sie sprechen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lichtenberger: Lesen Sie den Verkehrsbericht Tirol!)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Ich sage es noch einmal: Mit dieser Politik ... (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Ja, Sie sind auch Tiroler. Ihr Kollege hat das auch gewusst. Ihr Kollege weiß auch, dass es diese Studie gibt. Die Sozialisten müssen ja wissen, dass das jetzt kommt. Wenn die Studie herauskommt, dann wissen wir, wovon wir im Ausschuss reden. Es geht darum, nicht einfach nur Polemik zu machen. Das ist Polemik und sonst nichts, und zwar auf dem Rücken der Tiroler Bevölkerung!
Beifall bei den Freiheitlichen
Eines muss man einmal klarstellen, und das stimmt: Die Bevölkerung hat ein Recht auf Schutz – auch Herr Minister Schmid hat das ganz klar und deutlich gesagt (Beifall bei den Freiheitlichen) –, aber machen Sie nicht Politik auf dem Rücken der Tiroler Bevölkerung! Derzeit tun Sie das. Sie stellen sich da herunter, polemisieren und haben keine Ahnung. So kann es nicht sein: Sie wissen, dass in Tirol der Antrag ausgesetzt wird, weil man eben Fakten haben will, und jetzt wollen Sie das Parlament überrumpeln. Wie stellen Sie sich das vor? – So kann man doch nicht agieren! (Abg. Dr. Lichtenberger: Sie wissen gar nichts!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Sie wissen gar nichts!
Eines muss man einmal klarstellen, und das stimmt: Die Bevölkerung hat ein Recht auf Schutz – auch Herr Minister Schmid hat das ganz klar und deutlich gesagt (Beifall bei den Freiheitlichen) –, aber machen Sie nicht Politik auf dem Rücken der Tiroler Bevölkerung! Derzeit tun Sie das. Sie stellen sich da herunter, polemisieren und haben keine Ahnung. So kann es nicht sein: Sie wissen, dass in Tirol der Antrag ausgesetzt wird, weil man eben Fakten haben will, und jetzt wollen Sie das Parlament überrumpeln. Wie stellen Sie sich das vor? – So kann man doch nicht agieren! (Abg. Dr. Lichtenberger: Sie wissen gar nichts!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Ja!
Ich sage Ihnen ganz klar: Diese Thematik muss durchdacht werden, und zwar aus dem einfachen Grund, weil wir sonst demnächst wieder ein EU-Verfahren anhängig haben. Wenn wir ein Husch-Pfusch-Gesetz machen, dann passiert uns das Gleiche, was jetzt im Zusammenhang mit der Brenner-Maut passiert. Dann gibt es wieder eine EU-Klage. Und was wird passieren? Das Ganze ist wieder hinfällig. Und das wollen Sie? Oder wollen Sie mit Fakten arbeiten? (Abg. Dr. Lichtenberger: Ja!) – Ja, dann arbeiten Sie auch damit! Dann warten Sie auf diese Studie! Oder haben Sie Angst? Sie haben Angst, da bin ich mir sicher. Wir werden sehen, was herauskommt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen ganz klar: Diese Thematik muss durchdacht werden, und zwar aus dem einfachen Grund, weil wir sonst demnächst wieder ein EU-Verfahren anhängig haben. Wenn wir ein Husch-Pfusch-Gesetz machen, dann passiert uns das Gleiche, was jetzt im Zusammenhang mit der Brenner-Maut passiert. Dann gibt es wieder eine EU-Klage. Und was wird passieren? Das Ganze ist wieder hinfällig. Und das wollen Sie? Oder wollen Sie mit Fakten arbeiten? (Abg. Dr. Lichtenberger: Ja!) – Ja, dann arbeiten Sie auch damit! Dann warten Sie auf diese Studie! Oder haben Sie Angst? Sie haben Angst, da bin ich mir sicher. Wir werden sehen, was herauskommt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Lichtenberger: Das sind nicht meine Experten!
Meine Damen und Herren! Das ist ja genau das Gegenteil von dem, was Sie gesagt haben! Sie befinden sich hier in einem klaren Widerspruch zu dem, was Ihre eigenen Experten zu diesem Thema gesagt haben! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Lichtenberger: Das sind nicht meine Experten!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herrn Kollegen Niederwieser möchte ich Folgendes sagen: Herr Kollege, wenn es jemanden gibt, der diese verkehrspolitische Situation und den Transitvertrag zu verantworten hat, dann waren das Ihre sozialdemokratischen Verkehrsminister! Es waren Minister Klima und Minister Einem, die diese Verträge ausverhandelt haben und alle verkehrspolitischen Entscheidungen in diesem Zusammenhang getroffen haben, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Aus dieser Verantwortung können Sie sich nicht stehlen! (Abg. Parnigoni: Sie haben nicht mitgestimmt, Kollege Kukacka? Wo waren Sie?! Wo waren Sie?!)
Abg. Parnigoni: Sie haben nicht mitgestimmt, Kollege Kukacka? Wo waren Sie?! Wo waren Sie?!
Herrn Kollegen Niederwieser möchte ich Folgendes sagen: Herr Kollege, wenn es jemanden gibt, der diese verkehrspolitische Situation und den Transitvertrag zu verantworten hat, dann waren das Ihre sozialdemokratischen Verkehrsminister! Es waren Minister Klima und Minister Einem, die diese Verträge ausverhandelt haben und alle verkehrspolitischen Entscheidungen in diesem Zusammenhang getroffen haben, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Aus dieser Verantwortung können Sie sich nicht stehlen! (Abg. Parnigoni: Sie haben nicht mitgestimmt, Kollege Kukacka? Wo waren Sie?! Wo waren Sie?!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Sie stehlen sich aus der Verantwortung!
Wir bekennen uns dazu. Wir bekennen uns zu diesen Entscheidungen, aber wir lassen nicht zu, dass Sie sich aus dieser Verantwortung stehlen! Das ist zu billig, weil Sie haben sie zu verantworten! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Sie stehlen sich aus der Verantwortung!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Wenn es zu spät ist für Tirol!
Meine Damen und Herren! Wir müssen auch noch eines festhalten: Es besteht keine Dringlichkeit. Wir werden uns sachlich mit diesem Thema beschäftigen. Das habe ich bereits gesagt. Aber wir werden unsere Maßnahmen dann zu treffen haben, wenn die EuGH-Klage beziehungsweise das Urteil des EuGH zur Brenner-Maut vorliegt. Dann werden wir über die Konsequenzen und die Maßnahmen reden; vielleicht auch über ein notwendiges Nachtfahrverbot. (Abg. Dr. Lichtenberger: Wenn es zu spät ist für Tirol!) Wir stellen uns nicht von vornherein dagegen. Aber wir sind gegen jede billige Polemik, und wir sind vor allem dagegen, dass Sie sich jetzt nicht mehr zu jener Verantwortung bekennen, die Sie diesem Land eingebrockt haben, nämlich zum Transitvertrag und zu allen damit zusammenhängenden Entscheidungen in diesem Lande! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir müssen auch noch eines festhalten: Es besteht keine Dringlichkeit. Wir werden uns sachlich mit diesem Thema beschäftigen. Das habe ich bereits gesagt. Aber wir werden unsere Maßnahmen dann zu treffen haben, wenn die EuGH-Klage beziehungsweise das Urteil des EuGH zur Brenner-Maut vorliegt. Dann werden wir über die Konsequenzen und die Maßnahmen reden; vielleicht auch über ein notwendiges Nachtfahrverbot. (Abg. Dr. Lichtenberger: Wenn es zu spät ist für Tirol!) Wir stellen uns nicht von vornherein dagegen. Aber wir sind gegen jede billige Polemik, und wir sind vor allem dagegen, dass Sie sich jetzt nicht mehr zu jener Verantwortung bekennen, die Sie diesem Land eingebrockt haben, nämlich zum Transitvertrag und zu allen damit zusammenhängenden Entscheidungen in diesem Lande! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Verzögern, verzögern, verzögern!
Wir werden diese Entscheidung dann treffen, wenn klar wird, welche Entscheidung Deutschland hinsichtlich seines Road-Pricing-Systems getroffen hat. Dann werden wir entscheiden, ob es in Österreich tatsächlich das halboffene System mit Mautstellen geben wird, das derzeit von der ASFINAG geplant ist, oder ob wir ein voll elektronisches System bekommen, das ohne Mautstellen auskommt, damit die Investitionskosten niedriger werden. Es muss sichergestellt sein, dass es in Österreich keine Insellösung geben wird. (Abg. Dr. Lichtenberger: Verzögern, verzögern, verzögern!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lichtenberger: Die Mautklage wird heuer entschieden!
Wenn diese Entscheidungen vorliegen, meine Damen und Herren, dann werden wir uns auch sachlich und intensiv und ohne jede Polemik mit dem Nachtfahrverbot auseinander setzen – aber nicht vorher, weil es vorher nicht gerechtfertigt wäre und es eine billige parteipolitische Polemik ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lichtenberger: Die Mautklage wird heuer entschieden!)
Beifall bei den Grünen.
Zuwächse signalisieren eine Minderung der Lebensqualität, signalisieren, dass die Lebenssubstanz der Anrainerinnen und Anrainer zusehends bedroht ist, und Zuwächse signalisieren auch, dass wirklich im höchsten Maße politischer Handlungsbedarf besteht. Bitte weichen Sie nicht auf irgendwelche Studien aus, die man gar nicht braucht, weil ja die Fakten auf dem Tisch liegen, die Fakten täglich nachlesbar sind! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Ein guter Mann!
Herr Kollege Kukacka! Ihre Zitate schätze ich (Abg. Dr. Fekter: Ein guter Mann!), aber ich würde sie noch mehr schätzen, wenn sie vollständig wären. In der VCÖ-Presseaussendung wurde deutlich, dezidiert erklärt, dass im Rahmen des EU-Rechtes, aufgrund der Rahmenbedingungen der EU, die Klage sehr wohl berechtigt ist.
Beifall bei den Grünen.
Allerdings sind die Rahmenbedingungen der EU unseres Erachtens und auch Ihres Erachtens – das haben Sie ja wiederholt einbekannt – nicht korrekt, nicht umfassend und nicht kostenwahr. Uns kommt es darauf an, dass die Rahmenbedingungen wirklich menschengerecht werden, und menschengerecht werden sie auch, wenn sie kostenwahr sind. Derzeit müssen wir zu einer Krücke greifen, und diese momentane Krücke heißt einfach Brenner-Maut in einer außerordentlichen Höhe. Es hätte ja ein Kompromissmodell gegeben, aufgrund dessen die Klage zurückgestellt, nicht erhoben, sondern zurückgezogen worden wäre, aber diese Krücke war ja gerade Ihnen, gerade Ihrem Landeshauptmann Dr. Weingartner nicht recht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir brauchen diese Fahrverbote zum Schutz der Lebensinteressen der Bevölkerung und vor allem der Leute vor Ort, im Interesse der Bürgerinitiativen, für die Sie (in Richtung der Freiheitlichen) ja immer wieder in die Bresche springen, für die Sie immer wieder – zumindest verbal – auf die Barrikaden steigen, die Sie aber immer wieder, wenn es darauf ankommt, wenn die Nagelprobe gemacht wird, fallen lassen. Daher bin ich heute neugierig, ob Sie nicht doch dieser Fristsetzung in der Tradition Ihrer früheren Oppositionspolitik ebenfalls Bedeutung beimessen und ihr zustimmen werden. Ich bin neugierig! (Beifall bei den Grünen.)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie werden nicht besser, Herr Parnigoni!
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Meine Damen und Herren von der blau-schwarzen Einheitspartei! (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie werden nicht besser, Herr Parnigoni!) Ich möchte dort fortsetzen, wo ich begonnen habe, und feststellen, dass die Regierungsvorlage in Wahrheit das Papier nicht wert ist, auf dem sie steht.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sollten vorlesen lassen, weil selber können Sie es nicht!
Womit das Innenverhältnis der schwarz-blauen Zusammenarbeit völlig neu definiert werden muss. Ab sofort wird jedem blauen Minister ein schwarzer Mann-Decker zur Seite gestellt. Um Finanzminister Grasser soll sich fortan der starke Landwirtschaftsminister Molterer kümmern. Wirtschaftsminister Bartenstein muss sich um die beiden FP-Minister Sickl und Schmid gleichzeitig kümmern – eine Sisyphusarbeit! Und der durch seine geschickte Performance gleich zu Beginn positiv aufgefallene Neo-Innenminister Ernst Strasser soll ein Auge auf den Verteidigungsminister Scheibner haben. – Ende des Zitats. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sollten vorlesen lassen, weil selber können Sie es nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Meine Damen und Herren! Warum haben Sie das nicht gleich in Ihre Regierungsvorlage hineingeschrieben? Das Chaos ist perfekt, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Abg. Mag. Kukacka: Rudi, dass du lesen kannst, wissen wir eh! Das haben wir doch alles schon gelesen!
Hohes Haus! Herr Haigermoser, was immer Sie sagen, ich weiß es: Der Schüssel ist in Wahrheit an all dem schuld. Eine Analyse der Zeitschrift "profil" sagt das eigentlich auch aus. Ich darf zu Ihrer Freude noch einmal zitieren. (Abg. Mag. Kukacka: Rudi, dass du lesen kannst, wissen wir eh! Das haben wir doch alles schon gelesen!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Das Ergebnis ist auch eine internationale Isolierung Österreichs, das Ergebnis ist auch eine blau-schwarze Belastungswelle, vor allem für die Arbeitnehmer, und das Ergebnis ist auch ein schwerer Demokratieverlust in diesem Land, den Sie und Sie (der Redner weist in Richtung Freiheitliche beziehungsweise ÖVP) hier im Haus permanent beweisen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Patrick Ortlieb (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen der Bundesregierung! Hohes Haus! Die Bedeutung des Sportes ist uns allen bekannt: Gesundheitsvorsorge, volkswirtschaftliches und individuelles Wohlbefinden, Persönlichkeitsentwicklung, soziale Integration sowie regionale und nationale Identifikation. Auch die Vorbildwirkung, die Spitzensport hat – gerade auf unsere Jugend –, sollte nicht unterschätzt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher erübrigt sich wohl die Frage nach der Notwendigkeit eines Sportministeriums. Eine systematische, transparente und effektive Sportpolitik, wie es unser gemeinsames Regierungsprogramm vorsieht, kann es nur mit entsprechenden Rahmenbedingungen geben. Ich konnte in meiner aktiven Zeit als Spitzensportler am eigenen Leib erfahren, dass sich österreichische Sportpolitik nur dann in Szene setzen konnte, wenn es galt, Erfolge zu feiern und Ehrungen vorzunehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Dabei vermisste ich eine langfristige Konzeption. Parteiunabhängige Sportförderungen, wie wir sie nun realisieren wollen, stellen daher einen Garant für den langfristigen und zukunftsweisenden Bestand von Schul- und Breitensport dar.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich erlebte die Zugehörigkeit der Sportverantwortlichkeit folgendermaßen: Einmal war sie im Unterrichtsministerium, später im Gesundheitsministerium, in den letzten Jahren war sie in einem Staatssekretariat, das dem Bundeskanzleramt angehängt war. Dieser ständige Wechsel macht deutlich, mit welcher "Seriosität" und mit welcher "Wichtigkeit" der Sport bis dato in diesem Land behandelt wurde. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.
Mit der Realisierung eines Sportausschusses, welcher auf maßgebliche Initiative der Freiheitlichen forciert wurde, sowie der Gründung eines Bundesministeriums für öffentliche Leistung und Sport, an dessen Spitze eine freiheitliche Ministerin steht – umgeben von Personen, die den österreichischen Sport maßgeblich mitgestaltet haben –, wurden bereits die richtigen Schritte für eine effiziente Sportpolitik in diesem Land getätigt. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.) Schritte, die auf den ersten Blick Kosten verursachen, bei genauer Betrachtung aber das Gegenteil erzielen.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP
Die neuartige Institution wird aber sicherlich auch ein kompetenter Ansprechpartner für den österreichischen Spitzensport sein. Dazu gehört unter anderem auch der massive Kampf gegen Dopingmissbrauch (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP), ein Kampf, der ressortübergreifend betrieben werden muss, um diese Problematik langfristig in den Griff zu bekommen. Gerade jetzt, da viele Versuche unternommen werden, das Image Österreichs in der ganzen Welt zu schädigen, sind erfolgreiche Spitzensportler Sympathieträger und hervorragende Botschafter für unser Land. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Die neuartige Institution wird aber sicherlich auch ein kompetenter Ansprechpartner für den österreichischen Spitzensport sein. Dazu gehört unter anderem auch der massive Kampf gegen Dopingmissbrauch (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP), ein Kampf, der ressortübergreifend betrieben werden muss, um diese Problematik langfristig in den Griff zu bekommen. Gerade jetzt, da viele Versuche unternommen werden, das Image Österreichs in der ganzen Welt zu schädigen, sind erfolgreiche Spitzensportler Sympathieträger und hervorragende Botschafter für unser Land. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Schweitzer: Er war heute schon da! – Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Schon bei der Regierungserklärung von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel wurde damit für uns Frauen klar, wie zukünftig die blau-schwarze Frauenpolitik ausschauen wird. Sie, Herr Bundeskanzler, der Sie jetzt leider nicht da sind, haben zwar zugegeben ... (Abg. Mag. Schweitzer: Er war heute schon da! – Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) – Er war heute schon da. Wunderbar! Sie haben zugegeben, dass die faktische Benachteilung von Frauen besteht. (Abg. Dr. Fekter: Das ist ja diskriminierend!) – Wenn Sie mich bitte ausreden ließen, wäre das irrsinnig nett von Ihnen. (Abg. Nürnberger – in Richtung Freiheitliche –: Sie redet auch das erste Mal!)
Abg. Dr. Fekter: Das ist ja diskriminierend!
Schon bei der Regierungserklärung von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel wurde damit für uns Frauen klar, wie zukünftig die blau-schwarze Frauenpolitik ausschauen wird. Sie, Herr Bundeskanzler, der Sie jetzt leider nicht da sind, haben zwar zugegeben ... (Abg. Mag. Schweitzer: Er war heute schon da! – Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) – Er war heute schon da. Wunderbar! Sie haben zugegeben, dass die faktische Benachteilung von Frauen besteht. (Abg. Dr. Fekter: Das ist ja diskriminierend!) – Wenn Sie mich bitte ausreden ließen, wäre das irrsinnig nett von Ihnen. (Abg. Nürnberger – in Richtung Freiheitliche –: Sie redet auch das erste Mal!)
Abg. Nürnberger – in Richtung Freiheitliche –: Sie redet auch das erste Mal!
Schon bei der Regierungserklärung von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel wurde damit für uns Frauen klar, wie zukünftig die blau-schwarze Frauenpolitik ausschauen wird. Sie, Herr Bundeskanzler, der Sie jetzt leider nicht da sind, haben zwar zugegeben ... (Abg. Mag. Schweitzer: Er war heute schon da! – Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) – Er war heute schon da. Wunderbar! Sie haben zugegeben, dass die faktische Benachteilung von Frauen besteht. (Abg. Dr. Fekter: Das ist ja diskriminierend!) – Wenn Sie mich bitte ausreden ließen, wäre das irrsinnig nett von Ihnen. (Abg. Nürnberger – in Richtung Freiheitliche –: Sie redet auch das erste Mal!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Bei eurem Sportler, der heute seinen ersten Durchgang gefahren ist, habt ihr zugehört. Hört mir auch zu! Das wäre wirklich sehr nett. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Riess-Passer!
Ich frage mich daher: An wen werde ich mich als sozialdemokratische Vertreterin der Frauen in unserem Land in Zukunft wenden? An die Frau Minister Sickl? (Ruf bei den Freiheitlichen: Riess-Passer!) Sie hat ja so schön formuliert, alle Frauen lägen ihr am Herzen. Meint sie damit auch Frauen, die selbstbewusst und selbstbestimmt ihr eigenes Leben gestalten? (Abg. Dr. Martin Graf: Selbstverständlich!) Oder meint sie vielleicht nicht eher jene, die sie mit einem Kinderbetreuungsscheck an den Herd zurückdrängen will? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Jessas na!) Wo bleibt denn Ihre Initiative, damit Frauen nach der Babypause wieder zurück ins Berufsleben finden können? – Die dazu geplanten Einsparungen im AMS-Bereich sind ja gerade kontraproduktiv.
Abg. Dr. Martin Graf: Selbstverständlich!
Ich frage mich daher: An wen werde ich mich als sozialdemokratische Vertreterin der Frauen in unserem Land in Zukunft wenden? An die Frau Minister Sickl? (Ruf bei den Freiheitlichen: Riess-Passer!) Sie hat ja so schön formuliert, alle Frauen lägen ihr am Herzen. Meint sie damit auch Frauen, die selbstbewusst und selbstbestimmt ihr eigenes Leben gestalten? (Abg. Dr. Martin Graf: Selbstverständlich!) Oder meint sie vielleicht nicht eher jene, die sie mit einem Kinderbetreuungsscheck an den Herd zurückdrängen will? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Jessas na!) Wo bleibt denn Ihre Initiative, damit Frauen nach der Babypause wieder zurück ins Berufsleben finden können? – Die dazu geplanten Einsparungen im AMS-Bereich sind ja gerade kontraproduktiv.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Jessas na!
Ich frage mich daher: An wen werde ich mich als sozialdemokratische Vertreterin der Frauen in unserem Land in Zukunft wenden? An die Frau Minister Sickl? (Ruf bei den Freiheitlichen: Riess-Passer!) Sie hat ja so schön formuliert, alle Frauen lägen ihr am Herzen. Meint sie damit auch Frauen, die selbstbewusst und selbstbestimmt ihr eigenes Leben gestalten? (Abg. Dr. Martin Graf: Selbstverständlich!) Oder meint sie vielleicht nicht eher jene, die sie mit einem Kinderbetreuungsscheck an den Herd zurückdrängen will? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Jessas na!) Wo bleibt denn Ihre Initiative, damit Frauen nach der Babypause wieder zurück ins Berufsleben finden können? – Die dazu geplanten Einsparungen im AMS-Bereich sind ja gerade kontraproduktiv.
Beifall bei der SPÖ.
Dort will er uns also haben, der Herr Bundeskanzler: am heimischen Herd, stressbeladen zwischen Windeln und Computerbildschirm. Danke schön! Das lassen wir sozialdemokratischen Frauen uns nicht gefallen, und ich glaube, auch alle anderen österreichischen Frauen werden sich das nicht gefallen lassen. (Beifall bei der SPÖ.)
Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Bitte!
Oder soll ich vielleicht Sie fragen, Frau Vizekanzlerin? (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Bitte!) Sie sind ja anwesend, und ich kann Sie persönlich fragen, was Ihnen zur Frauenpolitik einfällt. Außer hohlen Absichtserklärungen fehlen mir auch hier konkrete Aussagen, und ich bin schon sehr gespannt darauf, was Sie diesbezüglich anzubieten haben, wenn Sie behaupten, sich für Frauen und Sportfragen stark machen zu wollen, wie mein Vorredner auch schon bemerkt hat. Ich bin eine Frau und frage mich: Was haben Sie für sportliche Frauen vor? Wird es Förderpläne für Frauen im Sport geben, oder werden Sie vielleicht sogar das Budget für Frauen im Sport erhöhen? – Wir warten darauf, Frau Vizekanzlerin. Viele offene Fragen – keine Antworten.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen
Sie alle von der blau-schwarzen Regierung behaupten, Ihnen lägen die Frauen am Herzen. Ich hingegen würde mir wünschen, Sie ließen Frauenfragen auch endlich in Ihre Köpfe einfließen (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen), dass nämlich Frauen in Ihren Köpfen
Beifall bei der SPÖ.
Sie, meine Damen und Herren von der blau-schwarzen Regierung, haben mit Ihrer Chaostruppe nicht nur in den letzten 27 Tagen, sondern schon viel länger bewiesen, dass Ihr Frauenbild unseren Vorstellungen nicht entspricht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rosemarie Bauer: Auch vom Herrn Chmelar!
Die Vertreter dieser Regierung reduzieren Frauen auf die Rolle der Gebärerin oder gar auf die Rolle von Sexualobjekten, wie man eindrucksvoll von Ihrem Ex-Justizminister Krüger in der dieswöchigen Ausgabe des "profil" lesen konnte. Ich will jetzt nicht daraus zitieren. Es ist zu beschämend. (Abg. Rosemarie Bauer: Auch vom Herrn Chmelar!) Auf diese sexistischen Aussagen fehlt mir immer noch die Antwort und die Reaktion unseres Bundeskanzlers. Die Würde der Frauen, die damit verletzt wurde, war ihm bisher keine Reaktion wert. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Vertreter dieser Regierung reduzieren Frauen auf die Rolle der Gebärerin oder gar auf die Rolle von Sexualobjekten, wie man eindrucksvoll von Ihrem Ex-Justizminister Krüger in der dieswöchigen Ausgabe des "profil" lesen konnte. Ich will jetzt nicht daraus zitieren. Es ist zu beschämend. (Abg. Rosemarie Bauer: Auch vom Herrn Chmelar!) Auf diese sexistischen Aussagen fehlt mir immer noch die Antwort und die Reaktion unseres Bundeskanzlers. Die Würde der Frauen, die damit verletzt wurde, war ihm bisher keine Reaktion wert. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr verehrte Damen und Herren! Wir haben schon seit vielen Jahren in Frauenfragen für alle Frauen und beispielsweise auch für Alleinerzieherinnen bewiesen, kompetente AnsprechpartnerInnen zu sein. Wir werden das auch in Zukunft bleiben. Die Frauen in unserem Land können sich nämlich auf uns SozialdemokratInnen verlassen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Leiner: Das ist Demokratie!
Was die Zukunft der Frauenpolitik betrifft, bin ich trotz alledem sehr zuversichtlich, denn Ihre Regierung trägt ein Ablaufdatum, Herr Bundeskanzler. (Abg. Dr. Leiner: Das ist Demokratie!) Minister Krüger ist schon "abgelaufen", und wir warten gespannt auf alle seine Nachfolger. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was die Zukunft der Frauenpolitik betrifft, bin ich trotz alledem sehr zuversichtlich, denn Ihre Regierung trägt ein Ablaufdatum, Herr Bundeskanzler. (Abg. Dr. Leiner: Das ist Demokratie!) Minister Krüger ist schon "abgelaufen", und wir warten gespannt auf alle seine Nachfolger. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Martin Graf – in Richtung SPÖ –: Sie kann sich ja an den Kollegen Grabner wenden! Der hat sicher ein gutes Frauenbild!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Ing. Graf. Er hat das Wort. (Abg. Dr. Martin Graf – in Richtung SPÖ –: Sie kann sich ja an den Kollegen Grabner wenden! Der hat sicher ein gutes Frauenbild!)
Abg. Mag. Schweitzer: Genau so ist es! – Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir haben das Toronto-Ziel mit etwa 45 Millionen Tonnen Schadstoffausstoß an CO2 anerkannt. Derzeit sind wir bei 60 Millionen Tonnen. Es gilt also, um 15 Millionen Tonnen zu reduzieren. Wie ist das möglich? – Es ist sehr einfach möglich. Wir könnten etwa 75 Prozent davon über Einsparungen, nämlich genau durch das Least-Cost-Planning, das Sie von der grünen Fraktion immer gefordert haben – was ich auch sehr gut finde –, realisieren. Die restlichen 25 Prozent können wir über Biomasse einsparen, Biomasse, die von Landwirten und Bauern erarbeitet wird. Genau darum geht es. Es ist daher eine sehr gute logische Folgeerscheinung, dass man das Umweltressort in das Landwirtschaftsressort, was den Bereich erneuerbare Energien betrifft, eingliedert. (Abg. Mag. Schweitzer: Genau so ist es! – Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das ist Sachlichkeit! Verwenden Sie dieses Zündholz für Sachlichkeit und nicht zum Anzündeln! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Den Faden, der sich durch die Bereiche der neuen Regierung zieht, könnte man Irritation, Konfusion, Wirrwarr und Widersprüche nennen. Das gilt nicht nur für den personellen Bereich, sondern auch für den sachlichen Bereich. Ganz besonders ist das auch im Hochschulbereich zu spüren. Da zeigt sich die gefährliche Tendenz, bisher bedeutende Aufgaben des Staates abzugeben. Da erfolgt die Ausgliederung der Universitäten ohne gleichzeitige Entwicklung von Steuerungs- und Kontrollinstrumenten, weiters die Errichtung von privaten und gebührenpflichtigen Fachhochschulstudiengängen. Das alles weist in die Richtung einer schrittweisen Privatisierung des Bildungswesens hin. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Warum?
Offensichtlich will die blau-schwarze Regierung die Verantwortung für wissenschaftliche Bildung weit weg von sich schieben und Bildung zu einem Spielball des freien Marktes werden lassen. (Abg. Mag. Schweitzer: Warum?) Ein gutes Beispiel für dieses Vorgehen ist die Forschungsförderung. Es gibt diesbezüglich keine gesamtheitliche Lösung, obwohl Universitäten und zahlreiche Experten gefordert haben, dass das in einem einzigen Ministerium gebündelt wird. Es gibt keine Bündelung von Kompetenzen, obwohl Sie alle das vor einigen Jahren noch gefordert haben. Damit sind auch die Zuständigkeiten nicht klar definiert. Die Weichen in eine völlig falsche Richtung wurden gestellt. Künftig werden sich gar drei Minister um die Zukunft von Technologie und Forschung bemühen und kümmern müssen. Das wird schwierig sein, und in Wirklichkeit geht es einfach um Machtverteilung und um die Aufteilung von Geld. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Offensichtlich will die blau-schwarze Regierung die Verantwortung für wissenschaftliche Bildung weit weg von sich schieben und Bildung zu einem Spielball des freien Marktes werden lassen. (Abg. Mag. Schweitzer: Warum?) Ein gutes Beispiel für dieses Vorgehen ist die Forschungsförderung. Es gibt diesbezüglich keine gesamtheitliche Lösung, obwohl Universitäten und zahlreiche Experten gefordert haben, dass das in einem einzigen Ministerium gebündelt wird. Es gibt keine Bündelung von Kompetenzen, obwohl Sie alle das vor einigen Jahren noch gefordert haben. Damit sind auch die Zuständigkeiten nicht klar definiert. Die Weichen in eine völlig falsche Richtung wurden gestellt. Künftig werden sich gar drei Minister um die Zukunft von Technologie und Forschung bemühen und kümmern müssen. Das wird schwierig sein, und in Wirklichkeit geht es einfach um Machtverteilung und um die Aufteilung von Geld. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Gaugg spricht mit der auf der Regierungsbank sitzenden Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer. – Abg. Gradwohl: Herr Kollege Gaugg! – Abg. Dr. Keppelmüller: Herr Kollege Gaugg!
Die neue Bundesregierung definiert zwar Weiterbildung als zentralen Schwerpunkt, lässt aber gleichzeitig alle Konkretisierungen vermissen. Dass uns die Maßnahmen des blau-schwarzen Regierungsprogramms "fit für die Zukunft" machen und halten werden, wage ich entschieden zu bezweifeln. (Abg. Gaugg spricht mit der auf der Regierungsbank sitzenden Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer. – Abg. Gradwohl: Herr Kollege Gaugg! – Abg. Dr. Keppelmüller: Herr Kollege Gaugg!)
Abg. Gaugg spricht weiterhin mit der auf der Regierungsbank sitzenden Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer. – Rufe bei der SPÖ: Herr Kollege Gaugg!
Und so wird es nicht gelingen. Es wird nicht gelingen, mit diesem Regierungsprogramm in unserer Gesellschaft ein technologie- und forschungsfreudigeres Klima zu schaffen. (Abg. Gaugg spricht weiterhin mit der auf der Regierungsbank sitzenden Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer. – Rufe bei der SPÖ: Herr Kollege Gaugg!) – Vielleicht könnten die Herrschaften sich dann später unterhalten, danke schön. (Beifall bei der SPÖ.) Dass Forschung Sie nicht interessiert und Wissenschaft auch nicht, das kann ich mir gut vorstellen. (Abg. Böhacker: Was soll diese Überheblichkeit!)
Beifall bei der SPÖ.
Und so wird es nicht gelingen. Es wird nicht gelingen, mit diesem Regierungsprogramm in unserer Gesellschaft ein technologie- und forschungsfreudigeres Klima zu schaffen. (Abg. Gaugg spricht weiterhin mit der auf der Regierungsbank sitzenden Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer. – Rufe bei der SPÖ: Herr Kollege Gaugg!) – Vielleicht könnten die Herrschaften sich dann später unterhalten, danke schön. (Beifall bei der SPÖ.) Dass Forschung Sie nicht interessiert und Wissenschaft auch nicht, das kann ich mir gut vorstellen. (Abg. Böhacker: Was soll diese Überheblichkeit!)
Abg. Böhacker: Was soll diese Überheblichkeit!
Und so wird es nicht gelingen. Es wird nicht gelingen, mit diesem Regierungsprogramm in unserer Gesellschaft ein technologie- und forschungsfreudigeres Klima zu schaffen. (Abg. Gaugg spricht weiterhin mit der auf der Regierungsbank sitzenden Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer. – Rufe bei der SPÖ: Herr Kollege Gaugg!) – Vielleicht könnten die Herrschaften sich dann später unterhalten, danke schön. (Beifall bei der SPÖ.) Dass Forschung Sie nicht interessiert und Wissenschaft auch nicht, das kann ich mir gut vorstellen. (Abg. Böhacker: Was soll diese Überheblichkeit!)
Beifall bei der SPÖ.
Ein Wort möchte ich auch noch zur Kollegin Zierler sagen. Auf Grund Ihrer Ansichten zur Frauenpolitik, denke ich, vor allem, was Sie in Bezug auf Finnland gesagt haben, müssten Sie sich nicht nur in Finnland im Wald verstecken, sondern auch in Norwegen, in Dänemark und in Schweden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schwemlein: Das ist die Politik der neuen Köpfe! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Ich erinnere die Kollegen von der Freiheitlichen Partei daran, wie oft sie kritisiert haben, wenn Regierungsmitglieder geradezu demonstrativ nicht zugehört haben. – Zwang gibt es keinen. Das stelle ich außer Streit. (Abg. Schwemlein: Das ist die Politik der neuen Köpfe! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Kein Wort will ich versäumen von deinen Ausführungen!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Frau Vizekanzlerin, Sie sollten jetzt zuhören, denn Sie sollten dann vielleicht eine Stellungnahme dazu abgeben. (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Kein Wort will ich versäumen von deinen Ausführungen!)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn heute Generalsekretär, Klubobmann, Alleskönner Westenthaler in seinen Äußerungen fordert, dass es zu einer schrittweisen Kürzung der Kultursubventionen kommen soll und es dann wiederum gegen die Künstler Jelinek, Roth, Ruiss, Nitsch, Kolig, Mortier vorgeht, dann frage ich mich: Was ist das für ein Kulturverständnis, das sich da breit macht? Und vor allem: Wer hat jetzt das Sagen in der Regierung oder in der FPÖ? Frau Vizekanzlerin, Sie sollten dazu schon Stellung beziehen, denn das ist doch eine gewaltige Attacke, die Westenthaler da führt. Ich würde mir auch wünschen, dass sich Staatssekretär Morak dazu äußert und nicht durch seinen Staatssekretariatssprecher äußern lässt, denn das ist ja wohl die übliche Kunst- und Künstlerfeindlichkeit, vor allem gegen zeitgenössische Künstler, die auch dazu geführt hat, dass die zeitgenössische Kunst aus dem blau-schwarzen Regierungsübereinkommen hinausgeflogen ist. Das sollte man einmal in aller Deutlichkeit darstellen. (Beifall bei der SPÖ.)
in Richtung Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer
Zum einen sagte er mit dem üblichen Lächeln – ich weiß nicht, wieso er so viel lächelt; Sie (in Richtung Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer) lächeln übrigens auch so viel; auf Grund der Performance, die Sie abgeben, Frau Vizekanzlerin, sollten Sie in Wirklichkeit heulen wie Schlosshunde (Beifall bei der SPÖ), so erbärmlich ist ...
Beifall bei der SPÖ
Zum einen sagte er mit dem üblichen Lächeln – ich weiß nicht, wieso er so viel lächelt; Sie (in Richtung Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer) lächeln übrigens auch so viel; auf Grund der Performance, die Sie abgeben, Frau Vizekanzlerin, sollten Sie in Wirklichkeit heulen wie Schlosshunde (Beifall bei der SPÖ), so erbärmlich ist ...
Abg. Dr. Fekter: Messt die Regierung an den Taten!
Das hat dem Land ganz gut getan, was sich jetzt abgespielt hat? Meinen Sie das ganz im Ernst? Die Darstellung im Ausland und im Inland und die Tatsache, dass – wie Kolumnist Rauscher schreibt – diese Regierung faktisch jeden Tag einen Knaller zu verzeichnen hat und ja gar nicht zum Regieren kommt? (Abg. Dr. Fekter: Messt die Regierung an den Taten!) An den Taten sollten wir sie messen, sagen Sie? – Na die Taten sehen wir jetzt. Auf diese Taten können die Österreicherinnen und Österreicher wirklich verzichten, das kann ich Ihnen sagen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das hat dem Land ganz gut getan, was sich jetzt abgespielt hat? Meinen Sie das ganz im Ernst? Die Darstellung im Ausland und im Inland und die Tatsache, dass – wie Kolumnist Rauscher schreibt – diese Regierung faktisch jeden Tag einen Knaller zu verzeichnen hat und ja gar nicht zum Regieren kommt? (Abg. Dr. Fekter: Messt die Regierung an den Taten!) An den Taten sollten wir sie messen, sagen Sie? – Na die Taten sehen wir jetzt. Auf diese Taten können die Österreicherinnen und Österreicher wirklich verzichten, das kann ich Ihnen sagen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Der Edlinger hat den Sessel mitgenommen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wissen Sie, Sie sollten im Klub gerade jetzt ein bisschen internationale Literatur auflegen, nicht nur den "Kremser Boten", sondern vielleicht auch ein bisschen etwas anderes lesen. Molières "Tartuffe" etwa sagt über die Scheinheiligkeit: Wie falsche Helden gibt es falsche Heilige. – Nur für Ihre innerkoalitionären Auseinandersetzungen möchte ich Ihnen das sagen. Die Freiheitlichen sind angetreten mit: Begrenzung der Einkommen, gegen Politikerprivilegien, gegen den Missbrauch, gegen Dienstwägen und so weiter. Das waren wirklich immer wieder Bestandteile in Ihren Wahlkampagnen. Wenige Sekunden nach Dienstantritt, die Herrschaften waren noch nicht einmal im Ministerium, die Sessel waren noch ganz kalt, war schon die Sehnsucht nach Jaguars, nach höheren Einkommen da. (Abg. Mag. Schweitzer: Der Edlinger hat den Sessel mitgenommen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Tagelang wurde die österreichische Bevölkerung belästigt genau mit dieser Frage, ob man über 60 000 S oder unter 60 000 S verdienen soll. Unfassbar diese Darstellung! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wissen Sie, Sie sollten im Klub gerade jetzt ein bisschen internationale Literatur auflegen, nicht nur den "Kremser Boten", sondern vielleicht auch ein bisschen etwas anderes lesen. Molières "Tartuffe" etwa sagt über die Scheinheiligkeit: Wie falsche Helden gibt es falsche Heilige. – Nur für Ihre innerkoalitionären Auseinandersetzungen möchte ich Ihnen das sagen. Die Freiheitlichen sind angetreten mit: Begrenzung der Einkommen, gegen Politikerprivilegien, gegen den Missbrauch, gegen Dienstwägen und so weiter. Das waren wirklich immer wieder Bestandteile in Ihren Wahlkampagnen. Wenige Sekunden nach Dienstantritt, die Herrschaften waren noch nicht einmal im Ministerium, die Sessel waren noch ganz kalt, war schon die Sehnsucht nach Jaguars, nach höheren Einkommen da. (Abg. Mag. Schweitzer: Der Edlinger hat den Sessel mitgenommen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Tagelang wurde die österreichische Bevölkerung belästigt genau mit dieser Frage, ob man über 60 000 S oder unter 60 000 S verdienen soll. Unfassbar diese Darstellung! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Damit es aber so ausschaut, als hätte man wirklich etwas zusammengebracht, beginnt Herr Westenthaler, Journalisten zu "zwangeln", zu intervenieren, zu drohen, ein Terrorregime anzukündigen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Ein unfassbarer Vorgang ist das, der hier stattfindet, gegen den ORF seitens des Generalsekretärs, Klubobmannes, Alleskönner Westenthaler. Das ist doch unfassbar!
Beifall bei der SPÖ.
Dass Sie nervös agieren, wenn ich die ÖVP daran erinnere, dass sie eine eigene Partei ist und dass sie sich auch kritisch äußern könnte, das verstehe ich schon, weil Ihre gesamte Regierungsfähigkeit längst zur Disposition steht, denn so etwas hat es noch nicht gegeben, was sich hier in Österreich abspielt. Und das sollten Sie endlich einmal zur Kenntnis nehmen. Wenn Herr Christoph Leitl sagt: Die Rechnungen der Tourismusbetriebe, die jetzt Verluste zu verzeichnen haben, und vieler anderer Unternehmen schickt er ins Bärental! – er ist ja nicht irgendwer, der Herr Christoph Leitl; das Nicken der Sozialpartner und anderer bestätigt mir das; Herr Puttinger, Sie kennen Leitl wahrscheinlich besonders gut –, dann würde ich sagen, man sollte das ernst nehmen und die Rechnungen wirklich hinschicken und die FPÖ wieder dort hinschicken, wo sie in Wirklichkeit längst hingehört – aber nur mit viel weniger Plätzen als bisher. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dietachmayr: Das steht Ihnen auch nicht zu!
Vizekanzlerin Dr. Susanne Riess-Passer: Herr Präsident! Hohes Haus! Lieber Kollege Cap! Über das Niveau dieser Wortmeldung möchte ich mich nicht weiter äußern. (Abg. Dietachmayr: Das steht Ihnen auch nicht zu!) Ich möchte aber einige Dinge auch im Namen meiner Regierungskollegen klarstellen, auch was Staatssekretär Morak betrifft, der jetzt nicht anwesend ist.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es ist hier die Rede davon gewesen, diese Regierung plane eine Kürzung der Kultursubventionen. – Das ist falsch! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das hat auch niemand behauptet, auch nicht Klubobmann Westenthaler. Wenn Sie aus dem Interview im "NEWS" – das sozusagen als Parteipostille von jedem Redner vorgelesen wird – richtig zitiert hätten, hätten Sie feststellen müssen, dass das, was er gesagt hat, etwas ganz anderes war, nämlich dass man dafür sorgen muss, dass die Subventionen auch wirklich den Künstlern zugute kommen und nicht an ihnen vorbeigeleitet werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es ist hier die Rede davon gewesen, diese Regierung plane eine Kürzung der Kultursubventionen. – Das ist falsch! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das hat auch niemand behauptet, auch nicht Klubobmann Westenthaler. Wenn Sie aus dem Interview im "NEWS" – das sozusagen als Parteipostille von jedem Redner vorgelesen wird – richtig zitiert hätten, hätten Sie feststellen müssen, dass das, was er gesagt hat, etwas ganz anderes war, nämlich dass man dafür sorgen muss, dass die Subventionen auch wirklich den Künstlern zugute kommen und nicht an ihnen vorbeigeleitet werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sie wissen natürlich auch sehr gut, dass im Regierungsprogramm dieser Bundesregierung ein Punkt enthalten ist, der einer langjährigen Forderung auch der Künstler entspricht, nämlich eine Sozialversicherung für Künstler; etwas, was auch Sie immer wieder gefordert, aber nicht umgesetzt haben. Sie können sich darauf verlassen, dass diese Regierung das tun wird, und ich hoffe auch schon auf Ihren Applaus, wenn Ihre eigenen Forderungen dann verwirklicht werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Kollege Cap! Ich wäre an Ihrer Stelle – und das sage ich Ihnen ganz persönlich – auch sehr vorsichtig, wenn Sie sich jetzt als Anwalt der Künstler aufspielen. Es ist noch nicht lange her, da gab es eine von Ihnen initiierte Kulturenquete im SPÖ-Klub, bei der sich Künstler, die wirklich nicht in Verdacht stehen, dieser Bundesregierung nahe zu stehen, wie etwa Marlene Streeruwitz oder der Chef der IG-Autoren Ruiss, gegen ihre politische Vereinnahmung durch die SPÖ verwahrt haben. Deshalb würde ich Sie bitten, in dieser Diskussion etwas mehr Sachlichkeit an den Tag zu legen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Was Ihre Kritik an Wechsel in Funktionen betrifft, erinnere ich Sie abschließend nur daran, dass innerhalb von 14 Tagen der Sozialdemokratischen Partei nicht nur ein Parteichef, sondern auch ein Bundesgeschäftsführer und ein Klubobmann abhanden gekommen sind. Also den Rekord im Wechsel von Positionen halten eindeutig Sie. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Herbert Haupt (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Vizekanzler! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Debatte über die Neuordnung der Kompetenzen in der Bundesregierung geht nunmehr zu Ende, und man kann als Vertreter einer Regierungspartei schlussendlich hier feststellen, dass sich die Kritik der beiden Oppositionsparteien, des Linksblockes eigentlich nur auf drei Punkte gestützt hat: erstens auf die Auflassung des Frauenministeriums, zweitens auf die Kompetenzzusammenführung von Umwelt und Landwirtschaft und drittens auf die Kompetenzzusammenführung im Bereich der Schule einschließlich der Neuverteilung der Kompetenzen für die Forschung. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich glaube nicht, dass es ein Verbrechen für diese Bundesregierung sein wird, endlich einmal die Forschungsquote in Österreich zu erhöhen. Die Sozialdemokraten haben das 30 Jahre lang, von Frau Firnberg beginnend, versprochen und nicht einhalten können. Ich hoffe, dass diese Bundesregierung endlich das umsetzen wird, was im Regierungsprogramm steht, und damit den Forschungsanreiz in Österreich so verbessern wird, dass die Kritik, die heute von Kollegen Grünewald auf den Tisch gelegt wurde, schlussendlich verstummen wird. Das, was in der Praxis umgesetzt wird, wird all jene, die heute Unkenrufe zu diesem Thema verlauten ließen, schlussendlich zum Schweigen bringen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Gradwohl: Das ist unerhört! – Abg. Schieder: Das ist unfassbar!
Frau Kollegin Muttonen! Sie haben angeführt, dass sich unsere österreichischen Kinder im Ausland verstecken müssen. Frau Kollegin Muttonen! Ich frage mich, was haben Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen aus dem pädagogischen Bereich in den letzten zehn und 15 Jahren im Ausland für einen Eindruck hinterlassen, dass auf Grund der jetzigen politischen Situation, obwohl man unsere Schulen seit Jahren kennt, obwohl man die Vertreter der Schulen seit Jahren kennt, die Kinder und die Eltern seit Jahren kennt, schlussendlich diese als "Nazis" ausgeladen werden! (Abg. Gradwohl: Das ist unerhört! – Abg. Schieder: Das ist unfassbar!) Sie sollten sich als Pädagogin vielleicht fragen, ob in diesem Zusammenhang bei den Programmen im Ausland und bei manchen dieser Schulen, die Ihnen gegenüber heute Ausladungen aussprechen, nicht einiges daneben gegangen ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Muttonen! Sie haben angeführt, dass sich unsere österreichischen Kinder im Ausland verstecken müssen. Frau Kollegin Muttonen! Ich frage mich, was haben Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen aus dem pädagogischen Bereich in den letzten zehn und 15 Jahren im Ausland für einen Eindruck hinterlassen, dass auf Grund der jetzigen politischen Situation, obwohl man unsere Schulen seit Jahren kennt, obwohl man die Vertreter der Schulen seit Jahren kennt, die Kinder und die Eltern seit Jahren kennt, schlussendlich diese als "Nazis" ausgeladen werden! (Abg. Gradwohl: Das ist unerhört! – Abg. Schieder: Das ist unfassbar!) Sie sollten sich als Pädagogin vielleicht fragen, ob in diesem Zusammenhang bei den Programmen im Ausland und bei manchen dieser Schulen, die Ihnen gegenüber heute Ausladungen aussprechen, nicht einiges daneben gegangen ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Kollege Cap! Wenn Sie hier in Bezug auf Kollegin Sickl angeführt haben, dass ein Schlossbesitz in Kärnten etwas Verwerfliches ist, so möchte ich Ihnen Folgendes sagen: Frau Kollegin Sickl mit ihrer Familie und mit ihrem allzu früh verstorbenen Gatten hat von der Diözese Gurk das Schloss Albeck in einem desolaten Zustand gekauft, hat es zu einem sehr schönen Betrieb renoviert. Ich würde Ihnen auch empfehlen, vielleicht einmal im Sommer, wenn Sie nach Kärnten und nicht in die Toskana fahren, das eine oder andere an Kulturangeboten im Schloss der Frau Kollegin Sickl anzunehmen, dann würden Sie nämlich auch feststellen, dass bei den freiheitlichen Vertreterinnen und Vertretern der Regierung durchaus sehr viel Kunstverständnis in sehr subtiler Art und auch Kunstverständnis für moderne und zeitgenössische Kunst zu finden ist. Herr Kollege Cap! Ihre Vorverurteilung mit dem klassenkämpferischen Schlagwort "Schlossbesitzer" ist gerade am Beispiel der Frau Kollegin Sickl völlig daneben gegangen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Folgendes möchte ich auch noch sagen, da wir – vermutlich morgen – über die leider notwendig gewordene Ablösung des Kollegen Krüger diskutieren werden beziehungsweise heute schon diskutiert haben: Jeder, der hier im Saal ist und heute an der Diskussion teilgenommen hat – egal, ob hier vom Rednerpult aus oder als Zuhörer –, möge davon verschont bleiben, dass ihn so ein Schicksal, wie es Kollege Krüger in den letzten Tagen erlitten hat, ebenfalls ereilt. Ich würde mir wünschen, dass in diesem Zusammenhang das Gemeinsame zwischen allen, die in der Politik tätig sind, im Vordergrund steht und über alle Gräben, die jetzt aufgerissen worden sind, hinweg ein menschliches und humanes Verständnis hier Platz greifen könnte. Ich halte nichts davon, einen kranken Menschen auch noch zum Buhmann für alle möglichen Unterstellungen hier hochzustilisieren. Das war den Sozialdemokraten zumindest in der Vergangenheit unwürdig. Heute habe ich leider etwas anderes erlebt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Das ist gut, Cap! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Meine Damen und Herren! Ich möchte zunächst die Angriffe des Kollegen Haupt auf Frau Abgeordnete Muttonen zurückweisen. Ich finde, das ist nicht der Stil, wie wir hier miteinander umgehen sollten. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Das ist gut, Cap! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Weiters meine ich, dass Qualifizierungen, die hier regelmäßig von der Regierungsbank aus Abgeordneten gegenüber stattfinden, auch nicht unbedingt "Kulturbestandteil" unserer Diskussionen sein sollten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Und weiters meine ich, dass wir wieder zurückkehren sollten zu einem Diskussionsverhältnis zwischen Regierungsbank und Abgeordneten, wie das bisher Praxis war. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. )
Rufe bei der SPÖ: Hört! Hört!
Als Antwort darauf sagte das Büro Morak: Zurufe von außen sind nicht hilfreich! Morak steht FPÖ für Nachhilfestunde in der Einordnung künstlerischen Schaffens zur Verfügung. – Zitatende. (Rufe bei der SPÖ: Hört! Hört!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Mich interessiert jedenfalls jetzt, Frau Vizekanzlerin, ob Sie dieses Angebot des Kollegen Morak auf Erteilung von Nachhilfeunterricht für den Kollegen Westenthaler – wahrscheinlich betrifft das ohnehin gleich mehrere von der Fraktion der Freiheitlichen – annehmen. Seien Sie, Frau Vizekanzlerin, also bitte so nett, und nehmen Sie dazu Stellung! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Martin Graf: Das war eine tatsächliche Bestätigung!
Ich stelle richtig: Ich habe nie die Behauptung aufgestellt, dass die Verwaltung des AMS nicht funktioniert habe. Sollte Kollege Donabauer unter "nicht ausgewogener Form" gemeint haben, dass das AMS zu wenig sozialpartnerschaftlich ist, dann war mir diese Form etwas zu sehr ausgewogen. Das ist ein Punkt meiner Kritik gewesen. Aber das ist trotzdem das Gegenteil von dem, Herr Kollege Donabauer, was Sie gesagt haben. (Abg. Dr. Martin Graf: Das war eine tatsächliche Bestätigung!)
Abg. Mag. Kogler: Beim "Salzamt" vielleicht – oder wo? – Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Wahr ist: Finanzminister Grasser ist nirgendwo Geschäftsführer. Mag. Grasser hat bereits am 3. Feber 2000 alle Funktionen im Magna-Konzern zurückgelegt. (Abg. Mag. Kogler: Beim "Salzamt" vielleicht – oder wo? – Zwischenruf des Abg. Öllinger. )
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Kollege Öllinger! Sie sollten bei der Wahrheit bleiben! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung SPÖ –: Der Rudas hat das unterschrieben! Kennt ihr den Rudas nicht mehr, der das unterschrieben hat? – Gegenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste tatsächliche Berichtigung: Herr Abgeordneter Schlögl. Gleiche Redezeit. – Bitte. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung SPÖ –: Der Rudas hat das unterschrieben! Kennt ihr den Rudas nicht mehr, der das unterschrieben hat? – Gegenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Fekter: Weil die Angelobung in Gang war! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Abgeordneter Großruck hat erstens behauptet, es habe keine Übergabe an meinen Amtsnachfolger gegeben. – Das stimmt nicht. Es hat für diesen besagten Freitag eine Terminvereinbarung gegeben, und zwar für 14 Uhr. Leider konnte Herr Minister Strasser zu diesem Termin nicht kommen. (Abg. Dr. Fekter: Weil die Angelobung in Gang war! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Doch nicht zur Zeit der Angelobung!
Ich habe gesagt: Leider konnte Minister Strasser nicht kommen. (Abg. Dr. Fekter: Doch nicht zur Zeit der Angelobung!) Ich habe eine halbe Stunde lang gewartet – und bin dann gegangen. Der Terminwunsch ist ausdrücklich von Herrn Strasser ausgegangen und nicht auf mich zurückzuführen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Vorbereitete schriftliche Unterlagen habe ich jedoch dem zuständigen Sektionschef gegeben; dieser hat sie an Minister Strasser weitergeleitet.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich habe gesagt: Leider konnte Minister Strasser nicht kommen. (Abg. Dr. Fekter: Doch nicht zur Zeit der Angelobung!) Ich habe eine halbe Stunde lang gewartet – und bin dann gegangen. Der Terminwunsch ist ausdrücklich von Herrn Strasser ausgegangen und nicht auf mich zurückzuführen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Vorbereitete schriftliche Unterlagen habe ich jedoch dem zuständigen Sektionschef gegeben; dieser hat sie an Minister Strasser weitergeleitet.
Aha-Rufe bei der ÖVP
Zweitens wurde behauptet, der Computer im Innenministerium sei damals abgeschaltet worden. – Natürlich muss ein Computer abgeschaltet werden (Aha-Rufe bei der ÖVP) und wird, wenn er neu verwendet wird – noch dazu, wenn ein neuer Minister kommt –, mit entsprechenden neuen Passwörtern ausgestattet. Und das hat die EDV-Abteilung innerhalb einer Viertelstunde für den neuen Bundesminister Strasser auch getan.
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Drittens wurde behauptet, das Telefon im Büro des neuen Innenministers habe nicht funktioniert. – Das stimmt nachweislich nicht. Was stimmt, ist, dass die neuen Mitarbeiter die Telefonverbindung noch nicht beherrscht haben. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Aber das ist etwas, was auch nicht bei mir liegt. (Abg. Dr. Fekter: Und warum hat man es ihm nicht gezeigt?) – Weil das nicht die Aufgabe des Innenministers Schlögl ist, sondern jene der dafür zuständigen Beamten im Ministerium, bitte!
Abg. Dr. Fekter: Und warum hat man es ihm nicht gezeigt?
Drittens wurde behauptet, das Telefon im Büro des neuen Innenministers habe nicht funktioniert. – Das stimmt nachweislich nicht. Was stimmt, ist, dass die neuen Mitarbeiter die Telefonverbindung noch nicht beherrscht haben. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Aber das ist etwas, was auch nicht bei mir liegt. (Abg. Dr. Fekter: Und warum hat man es ihm nicht gezeigt?) – Weil das nicht die Aufgabe des Innenministers Schlögl ist, sondern jene der dafür zuständigen Beamten im Ministerium, bitte!
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordneter Mag. Karl Schlögl (fortsetzend): Viertens wurde auch behauptet, die Schaltung zum Parlament habe nicht funktioniert. – Selbstverständlich funktionierte diese Parlamentsschaltung. Aus dem Parlament kann man aber nur dann etwas empfangen, wenn hier auch tatsächlich eine Plenarsitzung stattfindet. Und am 4. Feber hat es nachweislich keine Plenarsitzung gegeben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Oje! Oje!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste tatsächliche Berichtigung: Herr Abgeordneter Edlinger. – Bitte. (Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Oje! Oje!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordneter Rudolf Edlinger (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Zunächst danke ich für die positive Emotion, die mein Erscheinen hier beim Rednerpult offensichtlich bei Ihnen (der Redner weist auf die Bankreihen der Freiheitlichen und der ÖVP) ausgelöst hat. Ich freue mich darüber sehr. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Zur Äußerung des Herrn Abgeordneten Großruck: Ich habe im Budgetausschuss, und zwar auf die Anfrage des freiheitlichen Abgeordneten Dr. Stummvoll, .... (Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Oh, das habe ich nicht bemerkt, verzeihen Sie! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Das war jetzt ganz bewusst! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Fischl: Sehr plump!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Das war jetzt ganz bewusst! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Fischl: Sehr plump!
Zur Äußerung des Herrn Abgeordneten Großruck: Ich habe im Budgetausschuss, und zwar auf die Anfrage des freiheitlichen Abgeordneten Dr. Stummvoll, .... (Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Oh, das habe ich nicht bemerkt, verzeihen Sie! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Das war jetzt ganz bewusst! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Fischl: Sehr plump!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter Edlinger! Es gelten für alle die gleichen Spielregeln: den zu berichtigenden Sachverhalt dem tatsächlichen Sachverhalt gegenüberzustellen! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Was hat er gesagt? – Abg. Mag. Schweitzer: Edlinger versteht das nicht! Geschäftsordnung lernen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Rudolf Edlinger (fortsetzend): Der tatsächliche Sachverhalt ist, dass das, was Herr Abgeordneter Großruck gesagt hat, nicht stimmt. (Abg. Haigermoser: Was hat er gesagt? – Abg. Mag. Schweitzer: Edlinger versteht das nicht! Geschäftsordnung lernen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Wo ist da die Berichtigung, Herr Präsident? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Erstens: Herr Großruck hat mir vorgeworfen, es hätte keine Amtsübergabe gegeben. – Herr Minister Grasser hat eine solche von mir nicht verlangt. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Wo ist da die Berichtigung, Herr Präsident? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Schweitzer: Er soll da nur berichtigen, Herr Präsident! Edlinger soll lernen, was eine tatsächliche Berichtigung ist! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Zweitens: Ich habe den Herrn Sektionschef selbstverständlich beauftragt, eine technische Übergabe vorzunehmen – eine politische habe ich nicht für notwendig gehalten. (Abg. Mag. Schweitzer: Er soll da nur berichtigen, Herr Präsident! Edlinger soll lernen, was eine tatsächliche Berichtigung ist! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Kostelka: Das ist ja nie gesagt worden!
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Kollegin Mertel hat hier behauptet, Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer stehe vor einem Privatkonkurs. – Diese Feststellung ist unrichtig! (Abg. Dr. Kostelka: Das ist ja nie gesagt worden!) Das ist gesagt worden!
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kostelka: Das ist ja nie gesagt worden! – Abg. Mag. Trattner – das Rednerpult verlassend –: Ihr von der SPÖ könnt euch nie an etwas erinnern!
Ich berichtige: Frau Vizekanzlerin Passer lebt in geordneten finanziellen Verhältnissen. Im Privatkonkurs-Verfahren ihres Ehegatten ist sie mit keinem einzigen Schilling beteiligt, weil sie zu jenem Zeitpunkt, zu dem das Konkursverfahren eröffnet wurde, Herrn Dipl.-Vw. Passer nur vom Hörensagen kannte. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kostelka: Das ist ja nie gesagt worden! – Abg. Mag. Trattner – das Rednerpult verlassend –: Ihr von der SPÖ könnt euch nie an etwas erinnern!)
Abg. Fischl: Oje! Nach dem "starken" Edlinger die "starke" Moser!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Rednerin zu einer tatsächlichen Berichtigung ist Frau Abgeordnete Gabriela Moser. (Abg. Fischl: Oje! Nach dem "starken" Edlinger die "starke" Moser!)
Abg. Böhacker: Na und? – Abg. Mag. Schweitzer: Was hat sie berichtigt? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich möchte hiemit berichtigen: Allen Publikationen und all Ihren öffentlichen Auftritten konnte man entnehmen, dass Sie, Herr Minister Bartenstein, das Ministerium für Umwelt, Jugend und Familie leiteten. – Danke. (Abg. Böhacker: Na und? – Abg. Mag. Schweitzer: Was hat sie berichtigt? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Rufe bei den Freiheitlichen: Der Cap war es!
Ich habe in meinen Äußerungen gesagt, dass es ... (Rufe bei den Freiheitlichen: Der Cap war es!) – Ich habe mich aber angesprochen gefühlt, denn Sie haben das so allgemein ... (Ironische Heiterkeit und Rufe bei den Freiheitlichen: Du meine Güte! Sind Sie peinlich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit und Rufe bei den Freiheitlichen: Du meine Güte! Sind Sie peinlich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich habe in meinen Äußerungen gesagt, dass es ... (Rufe bei den Freiheitlichen: Der Cap war es!) – Ich habe mich aber angesprochen gefühlt, denn Sie haben das so allgemein ... (Ironische Heiterkeit und Rufe bei den Freiheitlichen: Du meine Güte! Sind Sie peinlich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ für die das Rednerpult verlassende Abg. Schasching.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Danke! – Damit sind die tatsächlichen Berichtigungen abgewickelt. (Beifall bei der SPÖ für die das Rednerpult verlassende Abg. Schasching. )
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, wir sollten uns im Menschenrechtsausschuss dieser Frage genauer annehmen. Ich habe schon darauf hingewiesen: Österreich war damals mit der Türkei verbündet. Es geht auch um diese Gedenktage; am 24. April des Jahres 2000 jährt sich dieser Völkermord zum 85. Mal. Ich denke, dass es notwendig ist, dass wir mit unserer Geschichte wahrhaft umgehen können. Wir alle wissen, dass nur jene Völker, die auch mit ihrer Geschichte ehrlich umgehen, eine demokratische und ehrliche Zukunft haben. Ich meine, dass wir uns gerade in der jetzigen Situation auch dieses Themas annehmen sollten. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Haben Sie gesagt: "Genozid an den Sudetendeutschen"?
Wir müssen in Österreich auch damit aufhören, bei Menschenrechtsverletzungen mit zweierlei Maß zu messen, wie es allzu gern auch im befreundeten Ausland betrieben wird. (Abg. Öllinger: Haben Sie gesagt: "Genozid an den Sudetendeutschen"?) Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in den gleichen Fehler verfallen.
Abg. Dr. Lichtenberger: Was ist ein Genozid?
Ich möchte diesbezüglich ganz dezidiert festhalten – wir halten fest: Auch das war ein Genozid (Abg. Dr. Lichtenberger: Was ist ein Genozid?), und er gehört, wie ich meine, von der Wertegemeinschaft Europa entsprechend gewürdigt.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich werde mit meiner Fraktion darauf drängen, dass wir im Menschenrechtsausschuss auch über die Frage der Menschenrechtsverletzungen an den Sudetendeutschen und jenen aus dem ehemaligen jugoslawischen Raum und genauso über alle anderen Menschenrechtsverletzungen in Europa diskutieren. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Martin Graf: Was denn? Die Chirac-Angelegenheit?
Ich will aber doch noch ganz kurz zu den Ausführungen meines Vorredners Stellung nehmen. Es ist dies meiner Meinung nach gerade in jener Situation, in der sich Österreich im Moment befindet, und mit der Geschichte, die Österreich hat, nicht nur ein Fauxpas, sondern letztlich eine gravierende politische Fehlhaltung, die eine Wertung zum Ausdruck bringt, die ich nicht teile und die hier im Lande und noch mehr international auf absolutes Unverständnis stößt. (Abg. Dr. Martin Graf: Was denn? Die Chirac-Angelegenheit?)
Abg. Dr. Martin Graf: Das, was der Chirac gemacht hat, oder?
Solche Dinge sind nicht vergleichbar! (Abg. Dr. Martin Graf: Das, was der Chirac gemacht hat, oder?) Es ist unbestritten, Herr Abgeordneter Graf, dass auch Sudetendeutschen Unrecht zugefügt worden ist. Aber gerade dann, wenn es um diese Thematik geht, um Völkermord, um Genozid, kann das Unrecht an den Sudetendeutschen überhaupt nicht erwähnt werden, ohne gleichzeitig auch über seine Vorgeschichte zu sprechen, über den Anlass und wie dieses Unrecht zustande gekommen ist! Und das war das Naziverbrecher-Regime! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Solche Dinge sind nicht vergleichbar! (Abg. Dr. Martin Graf: Das, was der Chirac gemacht hat, oder?) Es ist unbestritten, Herr Abgeordneter Graf, dass auch Sudetendeutschen Unrecht zugefügt worden ist. Aber gerade dann, wenn es um diese Thematik geht, um Völkermord, um Genozid, kann das Unrecht an den Sudetendeutschen überhaupt nicht erwähnt werden, ohne gleichzeitig auch über seine Vorgeschichte zu sprechen, über den Anlass und wie dieses Unrecht zustande gekommen ist! Und das war das Naziverbrecher-Regime! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Martin Graf: Kinder, Säuglinge, alte Frauen?!
Wenn Sie ... (Abg. Dr. Martin Graf: Kinder, Säuglinge, alte Frauen?!) – Ja, es ist leider so, dass im Gefolge von Kriegen in der Regel auf allen Seiten Unrecht passiert. (Abg. Dr. Martin Graf: Wie in Armenien!) Das haben wir zuletzt im Kosovo erlebt. Es ist dort auch Serbinnen und Serben als Retorsionsmaßnahme Unrecht zugefügt worden, aber es steht die Ursache und der Ausgangspunkt dieses Konfliktes nicht in Frage! (Abg. Dr. Martin Graf: Und in Armenien auch!) Niemand würde es wagen, diese Dinge auf der gleichen Ebene abzuhandeln. Es ist Ihr fragwürdiges Privileg, das immer wieder zu tun! (Abg. Dr. Martin Graf: Sie differenzieren! ... Völkermord ...!) Und das bringt eine Geisteshaltung klar zum Ausdruck, von der Österreich sich endlich verabschieden muss, wenn es auch international wieder an Ansehen gewinnen soll! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Martin Graf: Wie in Armenien!
Wenn Sie ... (Abg. Dr. Martin Graf: Kinder, Säuglinge, alte Frauen?!) – Ja, es ist leider so, dass im Gefolge von Kriegen in der Regel auf allen Seiten Unrecht passiert. (Abg. Dr. Martin Graf: Wie in Armenien!) Das haben wir zuletzt im Kosovo erlebt. Es ist dort auch Serbinnen und Serben als Retorsionsmaßnahme Unrecht zugefügt worden, aber es steht die Ursache und der Ausgangspunkt dieses Konfliktes nicht in Frage! (Abg. Dr. Martin Graf: Und in Armenien auch!) Niemand würde es wagen, diese Dinge auf der gleichen Ebene abzuhandeln. Es ist Ihr fragwürdiges Privileg, das immer wieder zu tun! (Abg. Dr. Martin Graf: Sie differenzieren! ... Völkermord ...!) Und das bringt eine Geisteshaltung klar zum Ausdruck, von der Österreich sich endlich verabschieden muss, wenn es auch international wieder an Ansehen gewinnen soll! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Martin Graf: Und in Armenien auch!
Wenn Sie ... (Abg. Dr. Martin Graf: Kinder, Säuglinge, alte Frauen?!) – Ja, es ist leider so, dass im Gefolge von Kriegen in der Regel auf allen Seiten Unrecht passiert. (Abg. Dr. Martin Graf: Wie in Armenien!) Das haben wir zuletzt im Kosovo erlebt. Es ist dort auch Serbinnen und Serben als Retorsionsmaßnahme Unrecht zugefügt worden, aber es steht die Ursache und der Ausgangspunkt dieses Konfliktes nicht in Frage! (Abg. Dr. Martin Graf: Und in Armenien auch!) Niemand würde es wagen, diese Dinge auf der gleichen Ebene abzuhandeln. Es ist Ihr fragwürdiges Privileg, das immer wieder zu tun! (Abg. Dr. Martin Graf: Sie differenzieren! ... Völkermord ...!) Und das bringt eine Geisteshaltung klar zum Ausdruck, von der Österreich sich endlich verabschieden muss, wenn es auch international wieder an Ansehen gewinnen soll! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Martin Graf: Sie differenzieren! ... Völkermord ...!
Wenn Sie ... (Abg. Dr. Martin Graf: Kinder, Säuglinge, alte Frauen?!) – Ja, es ist leider so, dass im Gefolge von Kriegen in der Regel auf allen Seiten Unrecht passiert. (Abg. Dr. Martin Graf: Wie in Armenien!) Das haben wir zuletzt im Kosovo erlebt. Es ist dort auch Serbinnen und Serben als Retorsionsmaßnahme Unrecht zugefügt worden, aber es steht die Ursache und der Ausgangspunkt dieses Konfliktes nicht in Frage! (Abg. Dr. Martin Graf: Und in Armenien auch!) Niemand würde es wagen, diese Dinge auf der gleichen Ebene abzuhandeln. Es ist Ihr fragwürdiges Privileg, das immer wieder zu tun! (Abg. Dr. Martin Graf: Sie differenzieren! ... Völkermord ...!) Und das bringt eine Geisteshaltung klar zum Ausdruck, von der Österreich sich endlich verabschieden muss, wenn es auch international wieder an Ansehen gewinnen soll! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn Sie ... (Abg. Dr. Martin Graf: Kinder, Säuglinge, alte Frauen?!) – Ja, es ist leider so, dass im Gefolge von Kriegen in der Regel auf allen Seiten Unrecht passiert. (Abg. Dr. Martin Graf: Wie in Armenien!) Das haben wir zuletzt im Kosovo erlebt. Es ist dort auch Serbinnen und Serben als Retorsionsmaßnahme Unrecht zugefügt worden, aber es steht die Ursache und der Ausgangspunkt dieses Konfliktes nicht in Frage! (Abg. Dr. Martin Graf: Und in Armenien auch!) Niemand würde es wagen, diese Dinge auf der gleichen Ebene abzuhandeln. Es ist Ihr fragwürdiges Privileg, das immer wieder zu tun! (Abg. Dr. Martin Graf: Sie differenzieren! ... Völkermord ...!) Und das bringt eine Geisteshaltung klar zum Ausdruck, von der Österreich sich endlich verabschieden muss, wenn es auch international wieder an Ansehen gewinnen soll! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Martin Graf: Finden Sie die Haltung von Chirac in dieser Frage in Ordnung?
Wann werden Sie endlich damit aufhören, das bei jeder Gelegenheit, auch bei einer Gelegenheit, bei der ich gehofft hatte, dass dieses Haus einmal zu einer reifen und zu einer guten Entscheidung kommen wird, zu tun? Sie versäumen bei keiner Gelegenheit die Möglichkeit, diesem Land Schaden zuzufügen. (Abg. Dr. Martin Graf: Finden Sie die Haltung von Chirac in dieser Frage in Ordnung?) Das ist letztlich jämmerlich und traurig! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wann werden Sie endlich damit aufhören, das bei jeder Gelegenheit, auch bei einer Gelegenheit, bei der ich gehofft hatte, dass dieses Haus einmal zu einer reifen und zu einer guten Entscheidung kommen wird, zu tun? Sie versäumen bei keiner Gelegenheit die Möglichkeit, diesem Land Schaden zuzufügen. (Abg. Dr. Martin Graf: Finden Sie die Haltung von Chirac in dieser Frage in Ordnung?) Das ist letztlich jämmerlich und traurig! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Martin Graf: Das hätte mich auch gewundert!
Abgeordneter Mag. Walter Posch (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich bräuchte den Ausführungen meiner Vorrednerin im Hinblick auf den Redebeitrag des Abgeordneten Graf eigentlich nichts hinzuzufügen. (Abg. Dr. Martin Graf: Das hätte mich auch gewundert!)
Abg. Jung: Aber?
Es wird mir ein bisschen mulmig, wenn Herr Kollege Graf in seinen Ausführungen von der engsten Nachbarschaft spricht, ihm dabei – und damit möchte ich keineswegs das Leid, das die Sudetendeutschen erlitten haben, relativieren (Abg. Jung: Aber?) – eben diese Vertreibung der Sudetendeutschen einfällt, der Holocaust aber nicht. (Abg. Dr. Martin Graf: Das ist ja bereits verurteilt durch die Kommission!)
Abg. Dr. Martin Graf: Das ist ja bereits verurteilt durch die Kommission!
Es wird mir ein bisschen mulmig, wenn Herr Kollege Graf in seinen Ausführungen von der engsten Nachbarschaft spricht, ihm dabei – und damit möchte ich keineswegs das Leid, das die Sudetendeutschen erlitten haben, relativieren (Abg. Jung: Aber?) – eben diese Vertreibung der Sudetendeutschen einfällt, der Holocaust aber nicht. (Abg. Dr. Martin Graf: Das ist ja bereits verurteilt durch die Kommission!)
Abg. Dr. Martin Graf: Kollege Posch, jetzt ganz im Ernst: Das ist ja bereits verurteilt!
Das haben Sie mit keinem Wort gesagt! Und Sie haben auch mit keinem Wort gesagt, dass gerade die Vertreibung der Sudetendeutschen eine Folge dieses Holocaust und aller Entwicklungen, die sich daraus ergeben haben, war. (Abg. Dr. Martin Graf: Kollege Posch, jetzt ganz im Ernst: Das ist ja bereits verurteilt!)
Abg. Böhacker: Das Sie herbeireden wollen!
Das ist in Wirklichkeit das Problem, das Sie (Abg. Böhacker: Das Sie herbeireden wollen!) mit der Bewältigung ihrer Vergangenheit ganz offensichtlich haben, und auch das Problem, das Ihnen momentan zu schaffen macht. Das wissen Sie ganz genau. (Abg. Dr. Martin Graf: Kollege Posch, es geht um den noch nicht verurteilten Genozid! Das ist doch das Wesen des Antrages!)
Abg. Dr. Martin Graf: Kollege Posch, es geht um den noch nicht verurteilten Genozid! Das ist doch das Wesen des Antrages!
Das ist in Wirklichkeit das Problem, das Sie (Abg. Böhacker: Das Sie herbeireden wollen!) mit der Bewältigung ihrer Vergangenheit ganz offensichtlich haben, und auch das Problem, das Ihnen momentan zu schaffen macht. Das wissen Sie ganz genau. (Abg. Dr. Martin Graf: Kollege Posch, es geht um den noch nicht verurteilten Genozid! Das ist doch das Wesen des Antrages!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Martin Graf.
Es geht nicht um nicht verurteilte oder um verurteilte Genozide, sondern es geht um Ihre Geisteshaltung, dass Ihnen, wenn so etwas auf der Tagesordnung steht, zum grausamsten Genozid dieses Jahrhunderts die Vertreibung der Sudetendeutschen einfällt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Martin Graf. ) Das ist bezeichnend für Ihre Geisteshaltung, und mehr
Abg. Dr. Martin Graf: Das ist wieder so eine typische Verdrehung!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als letzter Redner dazu zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Ellmauer. – Bitte. (Abg. Dr. Martin Graf: Das ist wieder so eine typische Verdrehung!)
Beifall bei der ÖVP und den Grünen sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Deshalb stimmt meine Fraktion gerne dem Antrag zu, die gegenständliche Vorlage im Ausschuss für Menschenrechte zu behandeln. (Beifall bei der ÖVP und den Grünen sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Rufe: Einstimmig!
Ich weise den Antrag 50/A (E) dem Ausschuss für Menschenrechte zu . (Rufe: Einstimmig!) – Er wurde einstimmig angenommen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Geh! Ich werde heute auch friedlich sein! – Abg. Schwarzenberger: Der Robin Hood hat auch nicht die Reichen beschenkt!
Dies ist allerdings nicht der Fall, wie wir hören. Die Bundesregierung plant, in den nächsten Wochen ein Budget 2000 zu erstellen. Das ist nur damit zu erklären, dass die Herren ein Geldeintreibungsbudget für das Jahr 2000 brauchen, weil man ja immerhin der schwarz-blaue Robin Hood sein will und die Reichen beschenken und die Armen berauben möchte. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Geh! Ich werde heute auch friedlich sein! – Abg. Schwarzenberger: Der Robin Hood hat auch nicht die Reichen beschenkt!)
Abg. Aumayr: Wir kennen Sie ganz anders!
Lieber Kollege! Ich bin noch immer friedlich und sachlich. – Lassen Sie mich aber jetzt auf das Regierungsprogramm ein bisserl eingehen. Ich glaube, dass ... (Abg. Aumayr: Wir kennen Sie ganz anders!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich bin sehr sachlich, ich nehme nur auf euer Programm Bezug, und da steht halt leider drinnen, dass unsere Agrargroßbauern – Subventionsmillionäre – weiter gefördert werden, dass es Präsente an die Unternehmen geben wird – auch wenn Herr Puttinger als ÖVP-Sprecher heute die bisherige Regierungspolitik als sehr hilfreich für die Unternehmen in Österreich bezeichnet und gelobt hat. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Und es ist geplant, unsere Millionärsmütter und Millionärsväter zu beschenken.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wir lehnen das ab, und deshalb haben wir auch das neue Bundesministeriengesetz abgelehnt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schwarzenberger: Sie wollten es schon am Donnerstag beschließen, und heute bezweifeln sie es?
Wir haben aber ungeachtet dessen bezüglich der Art der Einbringung dieses Budgetprovisoriums unsere Bedenken. Wir sind uns nicht sicher, ob es vor dem Verfassungsgerichtshof halten wird, ob die verfassungsrechtliche Sicherheit für diese Art der Einbringung dieses Budgetprovisoriums gegeben ist, denn, wie wir aus der Geschäftsordnung wissen, ... (Abg. Schwarzenberger: Sie wollten es schon am Donnerstag beschließen, und heute bezweifeln sie es?)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich glaube, dass wir damit zeigen, dass die SPÖ eine staatstragende Oppositionsrolle hier einnimmt und wahrscheinlich mehr Verantwortungsbewusstsein als diese Bundesregierung zeigt und in diese Diskussion einbringt. (Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Warum habt ihr sie nicht gelebt?
Wir werden nämlich einiges nicht zulassen, und daran werden Sie uns auch nicht hindern können: Wir werden sozialdemokratische Grundwerte, die in den letzten 30 Jahren in diesem Land festgeschrieben wurden, uns nicht mutwillig kaputt machen lassen. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Warum habt ihr sie nicht gelebt?)
Abg. Gaugg: Nicht drohen!
Lieber Kollege Gaugg! Ich würde an Ihrer Stelle da etwas vorsichtiger sein. (Abg. Gaugg: Nicht drohen!) Ich drohe überhaupt niemandem! Sie werden wahrscheinlich Ihre "Maturaprüfung" bei den nächsten Arbeiterkammerwahlen nicht sehr gut bestehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Lieber Kollege Gaugg! Ich würde an Ihrer Stelle da etwas vorsichtiger sein. (Abg. Gaugg: Nicht drohen!) Ich drohe überhaupt niemandem! Sie werden wahrscheinlich Ihre "Maturaprüfung" bei den nächsten Arbeiterkammerwahlen nicht sehr gut bestehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Aumayr: Das sagt der Kollege von der größten Wahlverliererpartei!
Sie sind einer von denjenigen, die den sozialen Frieden in diesem Land stornieren wollen. Sie wollen Österreich wirklich wieder zum Albanien Europas machen, wie es vor 1970 war, und Sie wollen statt Wohlstand und Beschäftigung eine Zweidrittelgesellschaft und eine Umverteilung von unten nach oben. (Abg. Aumayr: Das sagt der Kollege von der größten Wahlverliererpartei!)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn ich mir anschaue, wie dramatisch die Kursverluste der ÖIAG-Betriebe aufgrund dieser Politik der Bundesregierung sind, dann kann ich Ihnen nur eines sagen: Sie können gar nicht so viel ersparen, wie Sie schon zerstört haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Aumayr: "NEWS" ist bereits geklagt!
Lieber Freund! Die Zettel, die Sie da vorweisen, lasse ich mir in zehn Minuten faxen. (Abg. Aumayr: "NEWS" ist bereits geklagt!) Schauen Sie, Sie klagen immer, wenn Sie in Bedrängnis sind. Sie klagen nie, wenn es dann wirklich Realität ist! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Lieber Freund! Die Zettel, die Sie da vorweisen, lasse ich mir in zehn Minuten faxen. (Abg. Aumayr: "NEWS" ist bereits geklagt!) Schauen Sie, Sie klagen immer, wenn Sie in Bedrängnis sind. Sie klagen nie, wenn es dann wirklich Realität ist! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Gartlehner spricht mit Abg. Silhavy.
Abgeordneter Hermann Böhacker (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen von der rot-grünen Einheitsopposition! Herr Kollege Gartlehner! (Abg. Ing. Gartlehner spricht mit Abg. Silhavy.) Darf ich kurz um Ihre Aufmerksamkeit bitten, ganz kurz nur! (Abg. Ing. Gartlehner unterbricht das Gespräch.)
Abg. Ing. Gartlehner unterbricht das Gespräch.
Abgeordneter Hermann Böhacker (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen von der rot-grünen Einheitsopposition! Herr Kollege Gartlehner! (Abg. Ing. Gartlehner spricht mit Abg. Silhavy.) Darf ich kurz um Ihre Aufmerksamkeit bitten, ganz kurz nur! (Abg. Ing. Gartlehner unterbricht das Gespräch.)
Abg. Edler: Hast du das Original da!
Ich verstehe nicht, wie man als an sich seriöser Abgeordneter hier im Hohen Hause etwas – bei einem Mann darf ich es sagen! – nachplappert, was der Grüne Öllinger hier verbreitet und was im "NEWS" steht. Ich darf Ihnen zur Sache Grasser eines sagen: Die Geschäftsführertätigkeit bei beiden Unternehmen wurde mit 3. Februar dieses Jahres mit sofortiger Wirksamkeit für beendet erklärt, und zwar mittels eines gesellschaftsrechtlichen Umlaufbeschlusses. Dieser Umlaufbeschluss liegt vor. (Abg. Edler: Hast du das Original da!)
Abg. Öllinger: Solange er im Firmenbuch steht ...!
Damit ist Folgendes gegeben: Grasser ist nicht mehr Geschäftsführer dieser Unternehmen, er kann daher diese Gesellschaften gar nicht mehr nach außen hin vertreten und kann daher die Meldung an das Firmenbuch auch gar nicht weitergeben, sondern das haben die neuen Geschäftsführer zu tun. (Abg. Öllinger: Solange er im Firmenbuch steht ...!)
Abg. Öllinger: Wer hat es denn unterschrieben?
Ich sage Ihnen eines, Herr Kollege Öllinger: Es ist ... (Abg. Öllinger: Wer hat es denn unterschrieben?) Rudas hat es unterschrieben. (Abg. Öllinger: Wer?) Rudas hat unterschrieben, hat den Umlaufbeschluss zur Kenntnis genommen. Und wenn Sie heute hier hergehen und sagen, Sie möchten es von einer Veröffentlichung im Firmenbuch abhängig machen, dann muss ich Ihnen sagen (Abg. Öllinger: Das ist doch ein Muss!): Das kann doch kein Mensch beeinflussen, wann es im Firmenbuch eingetragen wird. Es ist doch völlig klar, dass heute auch in einem Grundbuch nicht maßgeblich ist, wann die grundbücherliche Durchführung gemacht wird. Stimmt das oder stimmt das nicht? (Abg. Öllinger: Zeigen Sie das her!)
Abg. Öllinger: Wer?
Ich sage Ihnen eines, Herr Kollege Öllinger: Es ist ... (Abg. Öllinger: Wer hat es denn unterschrieben?) Rudas hat es unterschrieben. (Abg. Öllinger: Wer?) Rudas hat unterschrieben, hat den Umlaufbeschluss zur Kenntnis genommen. Und wenn Sie heute hier hergehen und sagen, Sie möchten es von einer Veröffentlichung im Firmenbuch abhängig machen, dann muss ich Ihnen sagen (Abg. Öllinger: Das ist doch ein Muss!): Das kann doch kein Mensch beeinflussen, wann es im Firmenbuch eingetragen wird. Es ist doch völlig klar, dass heute auch in einem Grundbuch nicht maßgeblich ist, wann die grundbücherliche Durchführung gemacht wird. Stimmt das oder stimmt das nicht? (Abg. Öllinger: Zeigen Sie das her!)
Abg. Öllinger: Das ist doch ein Muss!
Ich sage Ihnen eines, Herr Kollege Öllinger: Es ist ... (Abg. Öllinger: Wer hat es denn unterschrieben?) Rudas hat es unterschrieben. (Abg. Öllinger: Wer?) Rudas hat unterschrieben, hat den Umlaufbeschluss zur Kenntnis genommen. Und wenn Sie heute hier hergehen und sagen, Sie möchten es von einer Veröffentlichung im Firmenbuch abhängig machen, dann muss ich Ihnen sagen (Abg. Öllinger: Das ist doch ein Muss!): Das kann doch kein Mensch beeinflussen, wann es im Firmenbuch eingetragen wird. Es ist doch völlig klar, dass heute auch in einem Grundbuch nicht maßgeblich ist, wann die grundbücherliche Durchführung gemacht wird. Stimmt das oder stimmt das nicht? (Abg. Öllinger: Zeigen Sie das her!)
Abg. Öllinger: Zeigen Sie das her!
Ich sage Ihnen eines, Herr Kollege Öllinger: Es ist ... (Abg. Öllinger: Wer hat es denn unterschrieben?) Rudas hat es unterschrieben. (Abg. Öllinger: Wer?) Rudas hat unterschrieben, hat den Umlaufbeschluss zur Kenntnis genommen. Und wenn Sie heute hier hergehen und sagen, Sie möchten es von einer Veröffentlichung im Firmenbuch abhängig machen, dann muss ich Ihnen sagen (Abg. Öllinger: Das ist doch ein Muss!): Das kann doch kein Mensch beeinflussen, wann es im Firmenbuch eingetragen wird. Es ist doch völlig klar, dass heute auch in einem Grundbuch nicht maßgeblich ist, wann die grundbücherliche Durchführung gemacht wird. Stimmt das oder stimmt das nicht? (Abg. Öllinger: Zeigen Sie das her!)
Ruf bei den Freiheitlichen: Der Pilz kennt sich nicht aus!
Herr Kollege Öllinger, geben S’ a Ruh’! (Ruf bei den Freiheitlichen: Der Pilz kennt sich nicht aus!) Pilz kennt sich nicht aus! Außerdem ist es hier im Hohen Hause üblich, Zwischenrufe vom Platz aus zu machen und nicht im Herumstehen am Gang.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es ist doch so – auch im Steuerrecht ist es völlig klar –, dass bei einem Abschluss über ein Grundstück der Abschluss der schuldrechtlichen Verträge maßgeblich ist und nicht die Durchführung im Grundbuch, denn auf die tatsächliche Durchführung im Grundbuch hat die einschreitende Partei überhaupt keine Möglichkeit der Einwirkung. Daher weise ich diese Beschuldigungen dem Finanzminister gegenüber mit aller Entschiedenheit zurück. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Oder: Kollegin Schasching von der SPÖ hat gemeint, die FPÖ habe ein Ablaufdatum, diese Regierung habe ein Ablaufdatum. – Na selbstverständlich! Ich gebe Ihnen völlig Recht! Ablaufdatum: 2003! – Die SPÖ aber, die hat kein Ablaufdatum, die ist nämlich schon abgelaufen als Regierungspartei. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Edler: Geh! Geh!
Aber nun zum eigentlichen Punkt der heutigen Tagesordnung: zum gesetzlichen Budgetprovisorium. Altfinanzminister Rudolf Edlinger war nicht mehr in der Lage, ein Budget für das Jahr 2000 vorzulegen. (Abg. Edler: Geh! Geh!) Das sind die Tatsachen! Daher ist ein automatisches Budgetprovisorium auch notwendig gewesen. Dieses ist mit 1. Jänner 2000 in Kraft getreten. Aber dieses automatische Budgetprovisorium würde nur erlauben, die Hälfte der Finanzschulden des Vorjahres aufzunehmen – mit dem Ergebnis, dass etwa Ende Mai der österreichische Staat in eine riesige Liquiditätskrise kommen und praktisch zahlungsunfähig werden würde. Daher war es unbedingt notwendig, ein gesetzliches Budgetprovisorium vorzulegen und zu beschließen.
Abg. Edler: Kannst du Brutto und Netto unterscheiden?
Es wird heute von Ex-Finanzminister Edlinger immer noch erklärt, das Budgetloch betrage nur 20 Milliarden Schilling. Dann waren es 47 Milliarden Schilling. Tatsache ist, dass das Budgetdefizit 109 Milliarden Schilling beträgt. (Abg. Edler: Kannst du Brutto und Netto unterscheiden?) Edler, bitte! Na bitte! – 109 Milliarden Schilling beträgt das Budgetdefizit! Das kann doch kein Erfolg sein, auch wenn Sie immer wieder sagen: Wir haben das Maastricht-Budgetdefizit-Ziel erreicht! War es immer die Aufgabe und das Wollen der sozialistischen Finanzpolitik, Defizite zu produzieren? Sollte es nicht höchste und wichtigste Aufgabe sein, ein ausgeglichenes Budget zu erreichen? – Nein, überhaupt nicht! Es wurden 62 und dann 70 Milliarden Schilling Defizit hingenommen, und es wurden keine nachhaltigen strukturellen Maßnahmen gesetzt.
Abg. Gradwohl – eine "Kurier"-Ausgabe in die Höhe haltend –: Das ist Ihre Wahrheit!
Was ist passiert? – Einmalmaßnahmen wurden gesetzt, Vorgriffe auf künftige Budgets wurden vorgenommen. Das war Ihre Budgetpolitik! Und jetzt werden Sie beziehungsweise wird Ihre Nachfolgeregierung von der Wirklichkeit eingeholt. Wir haben diesen budgetären Scherbenhaufen wegzuräumen, den Sie hinterlassen haben, und von diesem Vorwurf können Sie sich nicht befreien. (Abg. Gradwohl – eine "Kurier"-Ausgabe in die Höhe haltend –: Das ist Ihre Wahrheit!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was Sie betreiben, ist Kindesweglegung, und zwar Kindesweglegung in Reinkultur! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Lebhafter Widerspruch bei der SPÖ und den Grünen. – Rufe bei der SPÖ: Nein! – Abg. Dr. Kostelka: Das ist unerhört!
Wer für diesen Antrag ist, den bitte ich um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist ... (Lebhafter Widerspruch bei der SPÖ und den Grünen. – Rufe bei der SPÖ: Nein! – Abg. Dr. Kostelka: Das ist unerhört!) Langsam, langsam! (Rufe bei der SPÖ: Auszählen! – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Rufe bei der SPÖ: Auszählen! – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Wer für diesen Antrag ist, den bitte ich um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist ... (Lebhafter Widerspruch bei der SPÖ und den Grünen. – Rufe bei der SPÖ: Nein! – Abg. Dr. Kostelka: Das ist unerhört!) Langsam, langsam! (Rufe bei der SPÖ: Auszählen! – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe und Gegenrufe bei allen Fraktionen des Hohen Hauses. – Mehrere Abgeordnete betreten den Sitzungssaal, um an der Abstimmung teilzunehmen, wogegen von allen Fraktionen des Hohen Hauses lautstark protestiert wird. – Abg. Edlinger – in Richtung der Freiheitlichen –: Hinaus! Das geht nicht! – Weitere Abgeordnete betreten den Sitzungssaal.
Auszählen, richtig! Die Stimmen werden ausgezählt. Bitte bleiben Sie, wo Sie sind! Bleiben Sie, wo Sie sind, es wird ausgezählt! (Zwischenrufe und Gegenrufe bei allen Fraktionen des Hohen Hauses. – Mehrere Abgeordnete betreten den Sitzungssaal, um an der Abstimmung teilzunehmen, wogegen von allen Fraktionen des Hohen Hauses lautstark protestiert wird. – Abg. Edlinger – in Richtung der Freiheitlichen –: Hinaus! Das geht nicht! – Weitere Abgeordnete betreten den Sitzungssaal.) Herr Abgeordneter Graf! Jene Abgeordneten, die hereinkommen, verlassen bitte den Saal! (Abgeordnete der SPÖ und der Grünen, in Richtung Freiheitliche und ÖVP zeigend, wo neuerlich Abgeordnete durch Betreten des Sitzungssaales versuchen, an der Abstimmung teilzunehmen: He! He! He!) Herr Abgeordneter Maderthaner! (Abg. Gaugg – in Richtung SPÖ zeigend –: Der Wittmann war ganz schnell!) Bitte bleiben Sie, wo Sie sind! (Abg. Gaugg: Auch der Wittmann!) Herr Abgeordneter, bitte verlassen Sie das Plenum! (Proteste bei der SPÖ und den Freiheitlichen, weil nach wie vor Abgeordnete der jeweils anderen Fraktion in den Sitzungssaal drängen.) Ich kann nicht überall zugleich sein. (Abg. Edlinger: Ein Skandal ist das! – Abg. Wimmer: 39 zu 47! – Weiterhin große Unruhe im Saal.)
Abg. Gaugg – in Richtung SPÖ zeigend –: Der Wittmann war ganz schnell!
Auszählen, richtig! Die Stimmen werden ausgezählt. Bitte bleiben Sie, wo Sie sind! Bleiben Sie, wo Sie sind, es wird ausgezählt! (Zwischenrufe und Gegenrufe bei allen Fraktionen des Hohen Hauses. – Mehrere Abgeordnete betreten den Sitzungssaal, um an der Abstimmung teilzunehmen, wogegen von allen Fraktionen des Hohen Hauses lautstark protestiert wird. – Abg. Edlinger – in Richtung der Freiheitlichen –: Hinaus! Das geht nicht! – Weitere Abgeordnete betreten den Sitzungssaal.) Herr Abgeordneter Graf! Jene Abgeordneten, die hereinkommen, verlassen bitte den Saal! (Abgeordnete der SPÖ und der Grünen, in Richtung Freiheitliche und ÖVP zeigend, wo neuerlich Abgeordnete durch Betreten des Sitzungssaales versuchen, an der Abstimmung teilzunehmen: He! He! He!) Herr Abgeordneter Maderthaner! (Abg. Gaugg – in Richtung SPÖ zeigend –: Der Wittmann war ganz schnell!) Bitte bleiben Sie, wo Sie sind! (Abg. Gaugg: Auch der Wittmann!) Herr Abgeordneter, bitte verlassen Sie das Plenum! (Proteste bei der SPÖ und den Freiheitlichen, weil nach wie vor Abgeordnete der jeweils anderen Fraktion in den Sitzungssaal drängen.) Ich kann nicht überall zugleich sein. (Abg. Edlinger: Ein Skandal ist das! – Abg. Wimmer: 39 zu 47! – Weiterhin große Unruhe im Saal.)
Abg. Gaugg: Auch der Wittmann!
Auszählen, richtig! Die Stimmen werden ausgezählt. Bitte bleiben Sie, wo Sie sind! Bleiben Sie, wo Sie sind, es wird ausgezählt! (Zwischenrufe und Gegenrufe bei allen Fraktionen des Hohen Hauses. – Mehrere Abgeordnete betreten den Sitzungssaal, um an der Abstimmung teilzunehmen, wogegen von allen Fraktionen des Hohen Hauses lautstark protestiert wird. – Abg. Edlinger – in Richtung der Freiheitlichen –: Hinaus! Das geht nicht! – Weitere Abgeordnete betreten den Sitzungssaal.) Herr Abgeordneter Graf! Jene Abgeordneten, die hereinkommen, verlassen bitte den Saal! (Abgeordnete der SPÖ und der Grünen, in Richtung Freiheitliche und ÖVP zeigend, wo neuerlich Abgeordnete durch Betreten des Sitzungssaales versuchen, an der Abstimmung teilzunehmen: He! He! He!) Herr Abgeordneter Maderthaner! (Abg. Gaugg – in Richtung SPÖ zeigend –: Der Wittmann war ganz schnell!) Bitte bleiben Sie, wo Sie sind! (Abg. Gaugg: Auch der Wittmann!) Herr Abgeordneter, bitte verlassen Sie das Plenum! (Proteste bei der SPÖ und den Freiheitlichen, weil nach wie vor Abgeordnete der jeweils anderen Fraktion in den Sitzungssaal drängen.) Ich kann nicht überall zugleich sein. (Abg. Edlinger: Ein Skandal ist das! – Abg. Wimmer: 39 zu 47! – Weiterhin große Unruhe im Saal.)
Abg. Edlinger: Ein Skandal ist das! – Abg. Wimmer: 39 zu 47! – Weiterhin große Unruhe im Saal.
Auszählen, richtig! Die Stimmen werden ausgezählt. Bitte bleiben Sie, wo Sie sind! Bleiben Sie, wo Sie sind, es wird ausgezählt! (Zwischenrufe und Gegenrufe bei allen Fraktionen des Hohen Hauses. – Mehrere Abgeordnete betreten den Sitzungssaal, um an der Abstimmung teilzunehmen, wogegen von allen Fraktionen des Hohen Hauses lautstark protestiert wird. – Abg. Edlinger – in Richtung der Freiheitlichen –: Hinaus! Das geht nicht! – Weitere Abgeordnete betreten den Sitzungssaal.) Herr Abgeordneter Graf! Jene Abgeordneten, die hereinkommen, verlassen bitte den Saal! (Abgeordnete der SPÖ und der Grünen, in Richtung Freiheitliche und ÖVP zeigend, wo neuerlich Abgeordnete durch Betreten des Sitzungssaales versuchen, an der Abstimmung teilzunehmen: He! He! He!) Herr Abgeordneter Maderthaner! (Abg. Gaugg – in Richtung SPÖ zeigend –: Der Wittmann war ganz schnell!) Bitte bleiben Sie, wo Sie sind! (Abg. Gaugg: Auch der Wittmann!) Herr Abgeordneter, bitte verlassen Sie das Plenum! (Proteste bei der SPÖ und den Freiheitlichen, weil nach wie vor Abgeordnete der jeweils anderen Fraktion in den Sitzungssaal drängen.) Ich kann nicht überall zugleich sein. (Abg. Edlinger: Ein Skandal ist das! – Abg. Wimmer: 39 zu 47! – Weiterhin große Unruhe im Saal.)
Abg. Wimmer: Jawohl! – Abg. Dr. Kostelka: Zur Geschäftsbehandlung!
Ich gebe das Abstimmungsergebnis bekannt: Es sind 39 Nein-Stimmen und 47 Ja-Stimmen. (Abg. Wimmer: Jawohl! – Abg. Dr. Kostelka: Zur Geschäftsbehandlung!)
Anhaltende Zwischenrufe. – Ruf bei der SPÖ: Es ist ja abgestimmt worden! – Abg. Dr. Petrovic: Es ist zu unterbrechen!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Da das Hohe Haus diesen Antrag jetzt angenommen hat, ersuche ich den Herrn Präsidenten, die Sitzung logischerweise so lange zu unterbrechen, bis der Herr Bundesminister im Hause anwesend ist. (Anhaltende Zwischenrufe. – Ruf bei der SPÖ: Es ist ja abgestimmt worden! – Abg. Dr. Petrovic: Es ist zu unterbrechen!)
Aha!-Rufe bei der SPÖ. – Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. – Abg. Haigermoser: Geboren ist er auch, das ist richtig!
Demgegenüber stelle ich richtig, dass ein Ausdruck aus dem Firmenbuch mit heutigem Tage vorliegt: Magna Europa AG, Dienstleistungsservice mit der Adresse, wo darunter steht: Manager: Mag. Karl-Heinz Grasser, Gesamtprokurist, Beruf: Bundesminister für Finanzen, geboren am 2. Jänner 1969. (Aha!-Rufe bei der SPÖ. – Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. – Abg. Haigermoser: Geboren ist er auch, das ist richtig!)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Ich darf das noch einmal zur Kenntnis bringen: Das war die Sport Management International GmbH. (Zwischenruf des Abg. Öllinger. ) – Wenn Sie mich ausreden lassen, können Sie die Information bekommen, die Sie jetzt einzufordern versucht haben.
Abg. Schieder: Ist es schon beantragt, die Löschung?
Wenn Sie sich rechtlich erkundigen – wir haben das heute gemacht, und das ist unsere Rechtssicht –, dann werden Sie erfahren, dass das einzig und allein rechtlich entscheidende Datum jenes ist, an dem die Abberufung aus der Geschäftsführungsfunktion und die Entlastung für diese Geschäftsführungsfunktion von den Eigentümervertretern erfolgt ist. – Das war nachweisbar am 3. Februar 2000, einen Tag vor meiner Angelobung, der Fall. Ich habe seither keine einzige Handlung als Geschäftsführer gesetzt. Sie wissen selbst, dass es einige Zeit dauert, bis solche Eintragungen gelöscht werden. (Abg. Schieder: Ist es schon beantragt, die Löschung?) – Das ist ein Punkt, den Sie mit der Magna Europa AG abklären sollten. (Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Wir nicht, Sie!)
Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Wir nicht, Sie!
Wenn Sie sich rechtlich erkundigen – wir haben das heute gemacht, und das ist unsere Rechtssicht –, dann werden Sie erfahren, dass das einzig und allein rechtlich entscheidende Datum jenes ist, an dem die Abberufung aus der Geschäftsführungsfunktion und die Entlastung für diese Geschäftsführungsfunktion von den Eigentümervertretern erfolgt ist. – Das war nachweisbar am 3. Februar 2000, einen Tag vor meiner Angelobung, der Fall. Ich habe seither keine einzige Handlung als Geschäftsführer gesetzt. Sie wissen selbst, dass es einige Zeit dauert, bis solche Eintragungen gelöscht werden. (Abg. Schieder: Ist es schon beantragt, die Löschung?) – Das ist ein Punkt, den Sie mit der Magna Europa AG abklären sollten. (Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Wir nicht, Sie!)
Abg. Dr. Graf: Mein Gott, nein! Das gibt es doch nicht!
Was mir nach Ihrer Wortmeldung, Herr Finanzminister, nach wie vor unklar geblieben ist – und es wäre schon interessant für uns alle, das zu wissen –, ist die Frage: Wer hat wirklich diesen Umlaufbeschluss unterschrieben? Es hat ein anderer Abgeordneter den Namen Rudas in den Raum gestellt. Ich möchte das gerne von Ihnen wissen. Und das Zweite, was noch interessanter ist, ist die Antwort auf die Frage: Warum war das ein Umlaufbeschluss? (Abg. Dr. Graf: Mein Gott, nein! Das gibt es doch nicht!) Warum macht man da nicht eine ganz normale Sitzung? (Abg. Dr. Martin Graf: So eine Unwissenheit! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP.) Na, wenn das so leicht zu erklären ist, dann wird der Herr Minister das ja sofort erklären können.
Abg. Dr. Martin Graf: So eine Unwissenheit! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP.
Was mir nach Ihrer Wortmeldung, Herr Finanzminister, nach wie vor unklar geblieben ist – und es wäre schon interessant für uns alle, das zu wissen –, ist die Frage: Wer hat wirklich diesen Umlaufbeschluss unterschrieben? Es hat ein anderer Abgeordneter den Namen Rudas in den Raum gestellt. Ich möchte das gerne von Ihnen wissen. Und das Zweite, was noch interessanter ist, ist die Antwort auf die Frage: Warum war das ein Umlaufbeschluss? (Abg. Dr. Graf: Mein Gott, nein! Das gibt es doch nicht!) Warum macht man da nicht eine ganz normale Sitzung? (Abg. Dr. Martin Graf: So eine Unwissenheit! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und bei der ÖVP.) Na, wenn das so leicht zu erklären ist, dann wird der Herr Minister das ja sofort erklären können.
Abg. Auer: Sie waren in der Regierung tätig in Tirol? – Abg. Dr. Martin Graf: Und Sie beschließen Gesetze?! Das ist ja unglaublich!
Jenseits dieser Fragen aber, die sich in diesem Zusammenhang stellen, ist für mich schon auch noch eines mehr als spannend, und zwar möchte ich ... (Abg. Auer: Sie waren in der Regierung tätig in Tirol? – Abg. Dr. Martin Graf: Und Sie beschließen Gesetze?! Das ist ja unglaublich!) Herr Kollege, wenn es Sie stört, dass ich Ihren Minister etwas frage, dann gehen Sie inzwischen hinaus aufs Klo oder tun sonst etwas, aber alterieren Sie sich nicht so. Da kriegen Sie einen Herzinfarkt! (Abg. Dr. Martin Graf: Dann fragen Sie ihn! Aber Sie werden doch Gesetze lesen können!)
Abg. Dr. Martin Graf: Dann fragen Sie ihn! Aber Sie werden doch Gesetze lesen können!
Jenseits dieser Fragen aber, die sich in diesem Zusammenhang stellen, ist für mich schon auch noch eines mehr als spannend, und zwar möchte ich ... (Abg. Auer: Sie waren in der Regierung tätig in Tirol? – Abg. Dr. Martin Graf: Und Sie beschließen Gesetze?! Das ist ja unglaublich!) Herr Kollege, wenn es Sie stört, dass ich Ihren Minister etwas frage, dann gehen Sie inzwischen hinaus aufs Klo oder tun sonst etwas, aber alterieren Sie sich nicht so. Da kriegen Sie einen Herzinfarkt! (Abg. Dr. Martin Graf: Dann fragen Sie ihn! Aber Sie werden doch Gesetze lesen können!)
Abg. Dr. Martin Graf: Das haben die Tiroler nicht verdient! So eine Unwissenheit! – Abg. Böhacker: Das ist unglaublich, dass Sie nicht wissen, was ein Umlaufbeschluss ist! Hat es in Tirol nie Umlaufbeschlüsse gegeben?
Was mich in diesem Zusammenhang besonders interessieren würde, das ist schon auch die Parallelität dessen, was im Regierungsprogramm steht und was heute im "NEWS" nachzulesen ist, in dem der jetzige Finanzminister Grasser einiges in Bezug auf seine Rolle feststellt. (Abg. Dr. Martin Graf: Das haben die Tiroler nicht verdient! So eine Unwissenheit! – Abg. Böhacker: Das ist unglaublich, dass Sie nicht wissen, was ein Umlaufbeschluss ist! Hat es in Tirol nie Umlaufbeschlüsse gegeben?)
Ruf des Abg. Wattaul: Das "NEWS" ist Ihre "Parteibibel", aber keine seriöse Zeitung!
Wörtliches Zitat aus dem heutigen "News": "Der Konzern und ich waren der Meinung, dass ich nur in die Politik gehen sollte, wenn ich gestalten und verändern kann. Das kann man nur als Finanzminister machen." – Das hat er ganz deutlich gesagt: Der Konzern und ich waren der Meinung. (Ruf des Abg. Wattaul: Das "NEWS" ist Ihre "Parteibibel", aber keine seriöse Zeitung!) Das ist ein Interview mit einem wörtlichen Zitat.
Abg. Dr. Martin Graf: Sie kennen sich gar nicht aus!
Tatsache ist, dass sich schon einiges abzeichnet. Da ist zunächst einmal die Festschreibung eines Wettkanals im Koalitionsabkommen, und das Zweite ist die Verbesserung der Situation für Wettbüros. Jetzt will ich mich ja gar nicht länger über Wettbüros auslassen, obwohl das natürlich auch noch ein spannendes Thema wäre. Ich kenne mich da relativ wenig aus. (Abg. Dr. Martin Graf: Sie kennen sich gar nicht aus!) Schließt man da nur Pferdewetten ab oder auch Hundewetten? Wettet man auf Fußballergebnisse, oder kann man dort zum Beispiel auch Wetten über die Verweildauer von bestimmten Ministern in der Regierung hinterlegen? Oder gibt es auch die Möglichkeit, Wetten darüber abzuschließen, wie hoch das Budgetdefizit nach einigen Jahren Tätigkeit unseres neuen Finanzministers wirklich sein wird?
Abg. Böhacker: Wissen Sie jetzt schon, was ein Umlaufbeschluss ist?
Zwei Dinge möchte ich in meinem Redebeitrag jetzt inhaltlich schon auch behandeln. Erstens ist es notwendig – das ist die Debatte, die wir jetzt führen –, zum Budgetprovisorium einen Beschluss zu fassen. (Abg. Böhacker: Wissen Sie jetzt schon, was ein Umlaufbeschluss ist?) Dieser Beschluss ist dringend notwendig wegen der drohenden Probleme, die unter anderem durch eine Steuerreform des letzten Jahres entstanden sind, die sehr selektiv war. (Abg. Haller: Man muss ihr erklären, was ein Umlaufbeschluss ist!)
Abg. Haller: Man muss ihr erklären, was ein Umlaufbeschluss ist!
Zwei Dinge möchte ich in meinem Redebeitrag jetzt inhaltlich schon auch behandeln. Erstens ist es notwendig – das ist die Debatte, die wir jetzt führen –, zum Budgetprovisorium einen Beschluss zu fassen. (Abg. Böhacker: Wissen Sie jetzt schon, was ein Umlaufbeschluss ist?) Dieser Beschluss ist dringend notwendig wegen der drohenden Probleme, die unter anderem durch eine Steuerreform des letzten Jahres entstanden sind, die sehr selektiv war. (Abg. Haller: Man muss ihr erklären, was ein Umlaufbeschluss ist!)
Abg. Wattaul: Das ist schon von vorgestern!
Genau so provisorisch wie dieses Budget – ich komme später noch einmal darauf zurück – sind aber auch die Einnahmen aus der Brenner-Maut. (Abg. Wattaul: Das ist schon von vorgestern!) Nach einigen Jahren käme bei Verlust der Klage, würde man das jetzt wirklich auf eine fiktive vollständige Legislaturperiode hochrechnen und die Möglichkeit der Klage ausländischer Frächter über zu viel bezahlte Maut dazunehmen, ein Entfall an Einnahmen aus der Brenner-Maut im Ausmaß von zirka 7 Milliarden Schilling für die ASFINAG heraus. (Abg. Wattaul: Geh, das ist ja gelogen!) Wie das geregelt werden soll, das werden Sie mir erklären müssen. Das wird ein Riesendefizit werden.
Abg. Wattaul: Geh, das ist ja gelogen!
Genau so provisorisch wie dieses Budget – ich komme später noch einmal darauf zurück – sind aber auch die Einnahmen aus der Brenner-Maut. (Abg. Wattaul: Das ist schon von vorgestern!) Nach einigen Jahren käme bei Verlust der Klage, würde man das jetzt wirklich auf eine fiktive vollständige Legislaturperiode hochrechnen und die Möglichkeit der Klage ausländischer Frächter über zu viel bezahlte Maut dazunehmen, ein Entfall an Einnahmen aus der Brenner-Maut im Ausmaß von zirka 7 Milliarden Schilling für die ASFINAG heraus. (Abg. Wattaul: Geh, das ist ja gelogen!) Wie das geregelt werden soll, das werden Sie mir erklären müssen. Das wird ein Riesendefizit werden.
Abg. Kopf: Das ist ja schon offen!
Nun bin ich bei einem anderen ebenfalls möglichen Defizit: Wenn wir den Bereich Glücksspiel, Wetten privatisieren, also für Private öffnen, dann wird es da ja auch einige Einnahmenprobleme für die Finanzen geben. (Abg. Kopf: Das ist ja schon offen!) Das ist ja auch ein relativ großer Beitrag zum Budget.
Beifall bei den Grünen.
Ich stelle deswegen folgenden Entschließungsantrag: Die österreichische Bundesregierung wird aufgefordert, im Budget des Jahres 2000 sicherzustellen, dass allen Beratungs- und Betreuungseinrichtungen im Bereich der MigrantInnen, AsylwerberInnen und Schubhaftbetreuung, die fixe Verträge mit Ministerien hatten beziehungsweise jährlich um Förderungen ansuchen mussten, im Jahr 2000 die Förderung zumindest in der Höhe des Jahres 1999 weiter gewährt wird und dass unverzüglich darüber Gespräche mit den Projekten aufgenommen werden. – Ich danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Pilz: Und für "Faschist" gibt es keinen Ordnungsruf?!
Abschließend erteile ich Herrn Abgeordneten Öllinger für die Behauptung, Bundesminister Grasser hat "seine Hand im schmutzigen Geschäft", einen Ordnungsruf. (Abg. Dr. Pilz: Und für "Faschist" gibt es keinen Ordnungsruf?!)
Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren! Frau Abgeordnete Lichtenberger hat behauptet, es solle – und zwar in Anspielung auf die Firma Magna – die Einrichtung eines Wettkanals ermöglicht werden, und das sei im Regierungsprogramm verankert. (Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Lesen Sie weiter!
Im Regierungsprogramm steht wörtlich: "Die Bemühungen zur Schaffung eines Sportkanals " – und nicht Wettkanals – "sollen unterstützt werden mit dem Ziel, auch weniger bekannten Sportarten eine Präsentationsplattform zu bieten." – Ich weiß nicht, was daran zu kritisieren wäre. (Abg. Dr. Lichtenberger: Lesen Sie weiter!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zweiter Punkt: Sie haben behauptet, Frau Abgeordnete, dass es Verbesserungen für Wettbüros geben soll. – Hier steht, es soll eine weitere Erhöhung der Sportförderung besonderer Art und eine besondere Berücksichtigung der Fachverbände und des Behindertensports ab dem Jahre 2003 geben. Die Finanzierung derselben soll aus einer Verbreiterung der derzeitigen Bemessungsgrundlage durch Einbeziehung privater Wettbüros erfolgen. Denen soll nicht etwas gegeben werden, denen soll, wie aus dieser Formulierung hervorgeht, etwas genommen werden zur Finanzierung des Sports. Der Sport wird sich darüber jedenfalls sehr freuen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Lichtenberger und Kopf. – Abg. Haigermoser: Kopf, das bringt ja nichts! Das ist ja sinnlos!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Johann Kurzbauer. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Lichtenberger und Kopf. – Abg. Haigermoser: Kopf, das bringt ja nichts! Das ist ja sinnlos!)
Abg. Dr. Antoni: Es gibt kein Regierungsabkommen zwischen SPÖ und ÖVP! – Abg. Schwemlein: Du kannst schon gehen, es gibt kein Regierungsabkommen!
Abgeordneter Johann Kurzbauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! – Herr Kollege Gartlehner, du hast in deiner Rede auf das enorme Belastungspaket für die Bürger durch diese schwarz-blaue Regierung hingewiesen. Ich möchte nur erwähnen, dass im seinerzeitigen Regierungsabkommen zwischen der ÖVP und der SPÖ 6,5 Milliarden Schilling vorgesehen waren (Abg. Dr. Antoni: Es gibt kein Regierungsabkommen zwischen SPÖ und ÖVP! – Abg. Schwemlein: Du kannst schon gehen, es gibt kein Regierungsabkommen!) , und im jetzigen Regierungsübereinkommen zwischen FP und VP sind es 6 Milliarden (Abg. Gradwohl: Das stimmt nicht! Es gibt kein Regierungsabkommen!), also ein Achtel des Konsolidierungsbedarfes von 47 Milliarden Schilling. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Gradwohl: Das stimmt nicht! Es gibt kein Regierungsabkommen!
Abgeordneter Johann Kurzbauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! – Herr Kollege Gartlehner, du hast in deiner Rede auf das enorme Belastungspaket für die Bürger durch diese schwarz-blaue Regierung hingewiesen. Ich möchte nur erwähnen, dass im seinerzeitigen Regierungsabkommen zwischen der ÖVP und der SPÖ 6,5 Milliarden Schilling vorgesehen waren (Abg. Dr. Antoni: Es gibt kein Regierungsabkommen zwischen SPÖ und ÖVP! – Abg. Schwemlein: Du kannst schon gehen, es gibt kein Regierungsabkommen!) , und im jetzigen Regierungsübereinkommen zwischen FP und VP sind es 6 Milliarden (Abg. Gradwohl: Das stimmt nicht! Es gibt kein Regierungsabkommen!), also ein Achtel des Konsolidierungsbedarfes von 47 Milliarden Schilling. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Johann Kurzbauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! – Herr Kollege Gartlehner, du hast in deiner Rede auf das enorme Belastungspaket für die Bürger durch diese schwarz-blaue Regierung hingewiesen. Ich möchte nur erwähnen, dass im seinerzeitigen Regierungsabkommen zwischen der ÖVP und der SPÖ 6,5 Milliarden Schilling vorgesehen waren (Abg. Dr. Antoni: Es gibt kein Regierungsabkommen zwischen SPÖ und ÖVP! – Abg. Schwemlein: Du kannst schon gehen, es gibt kein Regierungsabkommen!) , und im jetzigen Regierungsübereinkommen zwischen FP und VP sind es 6 Milliarden (Abg. Gradwohl: Das stimmt nicht! Es gibt kein Regierungsabkommen!), also ein Achtel des Konsolidierungsbedarfes von 47 Milliarden Schilling. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Edlinger: Das war der Wille der Bundesregierung!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir alle wissen, dass ein Budget für ein neues Wirtschaftsjahr zeitgerecht erstellt oder vorbereitet werden soll. Und selbst in einem Wahljahr – ich erinnere an die Wahlen vom 3. Oktober des Vorjahres – war natürlich klar, dass auch Vorbereitungen für das Jahr 2000 getroffen werden müssen. Aber trotz der verfassungsrechtlichen Verpflichtung hat es der damalige Bundesminister für Finanzen verabsäumt, das notwendige Rechenwerk vorzubereiten. Ich frage jetzt: Warum? War es Absicht? (Abg. Edlinger: Das war der Wille der Bundesregierung!) Wurden absichtlich keine Vorbereitungen für das Budget 2000 getroffen? (Abg. Edlinger: Molterer fragen!) Oder war es Absicht, damit das wahre Ausmaß des Konsolidierungsbedarfes nicht bekannt wird? (Abg. Edlinger: Molterer fragen!)
Abg. Edlinger: Molterer fragen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir alle wissen, dass ein Budget für ein neues Wirtschaftsjahr zeitgerecht erstellt oder vorbereitet werden soll. Und selbst in einem Wahljahr – ich erinnere an die Wahlen vom 3. Oktober des Vorjahres – war natürlich klar, dass auch Vorbereitungen für das Jahr 2000 getroffen werden müssen. Aber trotz der verfassungsrechtlichen Verpflichtung hat es der damalige Bundesminister für Finanzen verabsäumt, das notwendige Rechenwerk vorzubereiten. Ich frage jetzt: Warum? War es Absicht? (Abg. Edlinger: Das war der Wille der Bundesregierung!) Wurden absichtlich keine Vorbereitungen für das Budget 2000 getroffen? (Abg. Edlinger: Molterer fragen!) Oder war es Absicht, damit das wahre Ausmaß des Konsolidierungsbedarfes nicht bekannt wird? (Abg. Edlinger: Molterer fragen!)
Abg. Edlinger: Molterer fragen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir alle wissen, dass ein Budget für ein neues Wirtschaftsjahr zeitgerecht erstellt oder vorbereitet werden soll. Und selbst in einem Wahljahr – ich erinnere an die Wahlen vom 3. Oktober des Vorjahres – war natürlich klar, dass auch Vorbereitungen für das Jahr 2000 getroffen werden müssen. Aber trotz der verfassungsrechtlichen Verpflichtung hat es der damalige Bundesminister für Finanzen verabsäumt, das notwendige Rechenwerk vorzubereiten. Ich frage jetzt: Warum? War es Absicht? (Abg. Edlinger: Das war der Wille der Bundesregierung!) Wurden absichtlich keine Vorbereitungen für das Budget 2000 getroffen? (Abg. Edlinger: Molterer fragen!) Oder war es Absicht, damit das wahre Ausmaß des Konsolidierungsbedarfes nicht bekannt wird? (Abg. Edlinger: Molterer fragen!)
Abg. Auer: Ausgaben!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Im Oktober des Vorjahres wurden wir seitens der EU – das waren die Finanzminister im ECOFIN-Rat – bezüglich unserer Budgetpolitik kritisiert und angehalten, dringend Maßnahmen zu setzen, damit unser Stabilitätsprogramm nicht gefährdet wird. Die Folge war letztlich, dass der damalige Finanzminister die einzelnen Ministerien angewiesen hat, eine 20-prozentige Kürzung bei den Ermessensabgaben zu verordnen. (Abg. Auer: Ausgaben!) Ab diesem Zeitpunkt wurde erstmals ein Fehlbetrag von 20 Milliarden Schilling für den Budgetvollzug 2000 genannt (Abg. Edlinger: Das ist ein Märchen, Herr Kollege! Das ist eine wirkliche Märchenstunde!), und Sie, Herr Finanzminister, haben immer wieder betont, dass dies eine notwendige Maßnahme ist, damit beim Vollzug des Budgets 2000 keine Probleme auftreten.
Abg. Edlinger: Das ist ein Märchen, Herr Kollege! Das ist eine wirkliche Märchenstunde!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Im Oktober des Vorjahres wurden wir seitens der EU – das waren die Finanzminister im ECOFIN-Rat – bezüglich unserer Budgetpolitik kritisiert und angehalten, dringend Maßnahmen zu setzen, damit unser Stabilitätsprogramm nicht gefährdet wird. Die Folge war letztlich, dass der damalige Finanzminister die einzelnen Ministerien angewiesen hat, eine 20-prozentige Kürzung bei den Ermessensabgaben zu verordnen. (Abg. Auer: Ausgaben!) Ab diesem Zeitpunkt wurde erstmals ein Fehlbetrag von 20 Milliarden Schilling für den Budgetvollzug 2000 genannt (Abg. Edlinger: Das ist ein Märchen, Herr Kollege! Das ist eine wirkliche Märchenstunde!), und Sie, Herr Finanzminister, haben immer wieder betont, dass dies eine notwendige Maßnahme ist, damit beim Vollzug des Budgets 2000 keine Probleme auftreten.
Abg. Edlinger: Ja, 20 Milliarden!
Im Zuge der Sondierungsgespräche wurde dann von einem Fehlbetrag in der Höhe von 20 bis 27 Milliarden gesprochen. Am 2. Dezember stellten Sie, Herr Bundesminister, im Budgetausschuss einen Fehlbetrag von 20 Milliarden fest. Auch am 19. Jänner sprachen Sie im Budgetausschuss von einer Finanzierungslücke von 20 Milliarden Schilling. (Abg. Edlinger: Ja, 20 Milliarden!) Heute wissen wir auf Grund des vorgenommenen Kassasturzes, dass zwischen den Einnahmen und den Ausgaben ein Fehlbetrag von 109 Milliarden Schilling vorliegt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Und von den 109 Milliarden Schilling ... (Abg. Dietachmayr: Das ist ja alles schon einmal diskutiert worden, Kurzbauer!) – Augenblick bitte! Nicht nervös werden! Ganz normal! – Von diesen 109 Milliarden Schilling wird entsprechend dem Maastricht-Defizit die Summe von 62 Milliarden abgezogen, und somit liegt jetzt ein Konsolidierungsbedarf von 47 Milliarden vor.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Im Zuge der Sondierungsgespräche wurde dann von einem Fehlbetrag in der Höhe von 20 bis 27 Milliarden gesprochen. Am 2. Dezember stellten Sie, Herr Bundesminister, im Budgetausschuss einen Fehlbetrag von 20 Milliarden fest. Auch am 19. Jänner sprachen Sie im Budgetausschuss von einer Finanzierungslücke von 20 Milliarden Schilling. (Abg. Edlinger: Ja, 20 Milliarden!) Heute wissen wir auf Grund des vorgenommenen Kassasturzes, dass zwischen den Einnahmen und den Ausgaben ein Fehlbetrag von 109 Milliarden Schilling vorliegt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Und von den 109 Milliarden Schilling ... (Abg. Dietachmayr: Das ist ja alles schon einmal diskutiert worden, Kurzbauer!) – Augenblick bitte! Nicht nervös werden! Ganz normal! – Von diesen 109 Milliarden Schilling wird entsprechend dem Maastricht-Defizit die Summe von 62 Milliarden abgezogen, und somit liegt jetzt ein Konsolidierungsbedarf von 47 Milliarden vor.
Abg. Dietachmayr: Das ist ja alles schon einmal diskutiert worden, Kurzbauer!
Im Zuge der Sondierungsgespräche wurde dann von einem Fehlbetrag in der Höhe von 20 bis 27 Milliarden gesprochen. Am 2. Dezember stellten Sie, Herr Bundesminister, im Budgetausschuss einen Fehlbetrag von 20 Milliarden fest. Auch am 19. Jänner sprachen Sie im Budgetausschuss von einer Finanzierungslücke von 20 Milliarden Schilling. (Abg. Edlinger: Ja, 20 Milliarden!) Heute wissen wir auf Grund des vorgenommenen Kassasturzes, dass zwischen den Einnahmen und den Ausgaben ein Fehlbetrag von 109 Milliarden Schilling vorliegt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Und von den 109 Milliarden Schilling ... (Abg. Dietachmayr: Das ist ja alles schon einmal diskutiert worden, Kurzbauer!) – Augenblick bitte! Nicht nervös werden! Ganz normal! – Von diesen 109 Milliarden Schilling wird entsprechend dem Maastricht-Defizit die Summe von 62 Milliarden abgezogen, und somit liegt jetzt ein Konsolidierungsbedarf von 47 Milliarden vor.
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Nunmehr hat die neue Bundesregierung eine Chance, mit geeigneten, zukunftsweisenden Maßnahmen – ich denke etwa an das Budget-, Personal- oder Finanzcontrolling – die Voraussetzungen dafür zu schaffen, und die neue Bundesregierung wird – davon bin ich überzeugt – auch eine echte, nachhaltige Budgetsanierung durchführen. Wir werden diesem Budgetprovisorium 2000 daher gerne die Zustimmung erteilen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich berichtige ihn dahin gehend, dass dieses größere Belastungspaket nicht existieren kann, da es kein Koalitionsabkommen zwischen der SPÖ und der ÖVP gegeben hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Rainer Wimmer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Lieber Kollege Kurzbauer, ich habe bemerkt, dass Sie bei der Abstimmung heute nicht im Saal anwesend waren, aber ich hätte mich nicht getraut, anzunehmen, dass Sie während der gesamten Sondersitzung vorige Woche nicht hier waren. Da hätten Sie nämlich mitbekommen, wie einen ganzen Tag lang das Rechenbeispiel des Budgets wiedergegeben wurde, und da wäre Ihnen endlich beigebracht worden, zwischen brutto und netto zu unterscheiden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Kollege Kurzbauer! Es gibt kein Übereinkommen! Sie müssten spätestens heute eigentlich bemerkt haben, dass Ihr Koalitionspartner die FPÖ ist. Seien Sie so lieb, schauen Sie zur FPÖ hinüber und nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was uns und vor allem die Bürger dieses Landes aber viel mehr interessiert, ist die Frage – und das ist auch von meinem Vorredner bereits angesprochen worden –, wie das Budget 2000 wirklich gestaltet werden wird. Man hört und liest ja so einiges, und Sie halten mit den Belastungen, die Sie vorhaben, auch nicht hinter dem Berg. Sie sagen ganz offen, Sie werden eine in dieser Republik noch nie dagewesene Umverteilungsaktion starten. Ich prophezeie Ihnen: Diese Umverteilung von unten nach oben wird Ihnen noch sehr schwer zu schaffen machen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist einfach nicht einzusehen, dass die arbeitenden Menschen in diesem Lande mit 40 Milliarden Schilling belastet werden und die Großbauern im selben Atemzug drei Milliarden Schilling pro Jahr dazu bekommen. Das können Sie den Wählern draußen nicht erklären. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist auch unfair, dass Sie den Arbeitnehmern dieses Landes 40 Milliarden Schilling nehmen und gleichzeitig pro Jahr sechs Milliarden mehr in die Rüstung stecken wollen. Auch das wird draußen nicht verstanden werden, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das werden die Menschen in diesem Land nicht verstehen, und sie werden sich zu Recht auflehnen. Ich darf von dieser Stelle aus sagen: Wir Sozialdemokraten werden uns hinter diese Menschen stellen und ihre Interessen vertreten! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Mich freut es ganz besonders, dass der ÖAAB-Obmann, Herr Präsident Fasslabend, gestern in Innsbruck verlangte, Nachverhandlungen des ÖVP-FPÖ-Koalitionspaktes durchzuführen. Er sagte, sollte seine Forderung nicht erfüllt werden, dann würde der ÖAAB im Nationalrat die Zustimmung verweigern. Mich freut das ganz besonders. Liebe Kolleginnen und Kollegen vom ÖAAB! Da müssen wir als Arbeitnehmervertreter zusammenhalten! (Beifall bei der SPÖ.) Sie werden Gelegenheit haben, diesen Antrag mit zu beschließen. Er lautet:
Beifall bei der SPÖ.
Liebe Freunde vom ÖAAB! Bitte beweist, dass ihr wirklich für die Arbeitnehmer dieses Landes da seid! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Widerspruch bei der SPÖ. – Rufe: Nürnberger!
Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Herr Kollege Gradwohl, Sie haben gesagt, es gibt und gab nie ein Übereinkommen mit der ÖVP. Meines Wissens ist es so, dass ÖVP und SPÖ ein Übereinkommen ausverhandelt haben. Die Koalition ist nur nicht zustande gekommen, weil Herr Kollege Verzetnitsch die Unterschrift unter dieses Abkommen verweigert hat. (Widerspruch bei der SPÖ. – Rufe: Nürnberger!) – Oder Herr Kollege Nürnberger, bitte um Entschuldigung. Jedenfalls hat die Gewerkschaft die Unterschrift verweigert. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Herr Kollege Gradwohl, Sie haben gesagt, es gibt und gab nie ein Übereinkommen mit der ÖVP. Meines Wissens ist es so, dass ÖVP und SPÖ ein Übereinkommen ausverhandelt haben. Die Koalition ist nur nicht zustande gekommen, weil Herr Kollege Verzetnitsch die Unterschrift unter dieses Abkommen verweigert hat. (Widerspruch bei der SPÖ. – Rufe: Nürnberger!) – Oder Herr Kollege Nürnberger, bitte um Entschuldigung. Jedenfalls hat die Gewerkschaft die Unterschrift verweigert. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist jene Berufsgruppe, die 70 Prozent des Grund und Bodens bewirtschaftet und eine ganz wichtige Aufgabe hat, nämlich die Lebensmittelerzeugung. Darüber dürften wir uns doch einig sein. Zumindest so weit könnten wir uns einigen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Das ist eine Ungeheuerlichkeit!
Damit die Bäuerinnen und Bauern dieser schwierigen Aufgabe nachkommen können, brauchen wir verlässliche politische Rahmenbedingungen. Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall, und deshalb ist es zu Einkommensverlusten für die Landwirte gekommen. Das ist aber auch kein Wunder bei einer Partei wie der SPÖ, die den Finanzminister gestellt hat und wo eine Ex-Ministerin wie Frau Kollegin Prammer heute sozusagen die Abschaffung des Landwirtschaftsministeriums fordert. (Abg. Haigermoser: Das ist eine Ungeheuerlichkeit!)
Abg. Dr. Niederwieser: Wo ist denn das Ministerium für die Arbeitnehmer geblieben?
Es kann doch nicht so sein, dass hier wirklich der Klassenkampf um sich greift! (Abg. Dr. Niederwieser: Wo ist denn das Ministerium für die Arbeitnehmer geblieben?) Ich muss wirklich sagen, Frau Kollegin Prammer sollte sich etwas zurücknehmen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Eine Bitte an die SPÖ insgesamt: Sehen Sie doch bitte die Oppositionsrolle als Chance! Sehen Sie sie als Chance! Ich kann Ihnen sagen, es weht kein laues Lüfterl in der Opposition, aber dieses Lüfterl hält frisch, man bleibt frisch, und ich kann Ihnen am Beispiel der Freiheitlichen sagen, man kann damit zum Erfolg kommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Liebe Kollegen von der SPÖ! Das Leben stellt einen an verschiedene Positionen. Je früher man diese Position annimmt, umso besser, denn man kann sich daran weiter entwickeln. Je länger Sie die Oppositionsrolle ablehnen, umso mehr panzern Sie sich ein in einer Situation, die weder für das Land noch für Sie gut ist. Wut und Hass sind keine guten Berater in der Politik! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Haller: Ich habe gedacht, Sie wollen sich entschuldigen! Das wäre angebrachter! – Abg. Parnigoni: Der verwechselt die Regierungsbank mit einem Theater!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich möchte mich einleitend – zumindest bei der Mehrheit dieses Hauses – dafür bedanken, dass es gelungen ist, einen Finanzminister, der sich zwar hier im Haus aufgehalten, aber offensichtlich das Theater heute nicht im Plenum, sondern woanders gesucht hat, umgehend beizuschaffen. Vielen Dank! (Abg. Haller: Ich habe gedacht, Sie wollen sich entschuldigen! Das wäre angebrachter! – Abg. Parnigoni: Der verwechselt die Regierungsbank mit einem Theater!)
Rufe bei den Freiheitlichen: Rudas!
Heute geht es um die Lotterieinteressen des Finanzministers, und das ist keine reine Frage der Unvereinbarkeit. Das ist keine reine Frage: Was war gestern, was ist morgen?, sondern das ist die Frage: Wie versucht jemand, der eine Zwischenstation als Finanzminister einlegt, seinen gestrigen und wahrscheinlich morgigen Chef und Dienstgeber zum Lotteriekönig von Österreich zu machen? – Genau darum geht es, und um nichts anderes. (Rufe bei den Freiheitlichen: Rudas!)
Beifall bei den Grünen.
Wenn das stimmt, dann ist noch viel mehr bei der Firma Magna zu untersuchen, zum Beispiel, wie jemand, der der Firma gar nicht angehört, bereits geschäftsführende Funktionen in dieser Firma wahrnehmen kann. Wenn das stimmt, was Sie, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, hier behaupten, dann müssen wir uns die Firma Magna und den Herrn Stronach und seine ehemaligen und noch immer im Amt befindlichen Geschäftsführer noch viel genauer anschauen! Aber ich danke Ihnen für den sachdienlichen Hinweis. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.
Für Herrn Stronach ist keine Postsparkasse interessant, sehr wohl aber die Möglichkeit, an das Lotteriegeschäft heranzukommen. Wir werden sehr genau einen Finanzminister beobachten – falls er als Finanzminister überhaupt den Unvereinbarkeitsausschuss passiert! –, der zumindest jetzt unter Verdacht steht, nicht die Interessen der Republik Österreich, sondern die seines ehemaligen Dienstgebers in seiner Funktion als Eigentümervertreter der P.S.K. zu vertreten. (Beifall bei den Grünen. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Eines sage ich Ihnen auch noch, meine Damen und Herren: Ich bin auch bereit, hier Wetten einzugehen. Wetten, dass dieses Parlament in der Lage sein wird, zu verhindern, dass aus einem freiheitlichen Finanzminister ein erfolgreicher Lotteriekönig auf Kosten dieser Republik wird? – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Petrovic: Gibt es auch einen bedingten Ordnungsruf?
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Herr Abgeordneter Parnigoni! Für die Worte "und wird dem Rosenstingl folgen", die, wenn ich richtig gehört habe, so gefallen sind – ich werde das anhand des Protokolls feststellen –, erteile ich Ihnen für den Fall, dass sie tatsächlich so erfolgt sind, einen Ordnungsruf. (Abg. Dr. Petrovic: Gibt es auch einen bedingten Ordnungsruf?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Dann hat Herr Haupt das Parlament belogen!
Sie werden sicherlich verstehen, da die Parteipolitik nicht Meines ist, dass ich auf die übrigen polemischen Untergriffe wirklich nicht antworten will. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Dann hat Herr Haupt das Parlament belogen!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Auf Basis der derzeitigen Zahlen haben wir nicht ein Bruttodefizit von 109 Milliarden Schilling, sondern von rund 270 Milliarden Schilling! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Von diesen 270 Milliarden Schilling werden ungefähr 160 Milliarden Schilling für die jährlichen Tilgungen der Finanzschuld abgezogen. Das ergibt ein Nettodefizit von 109 Milliarden Schilling. (Abg. Aumayr: Die wissen nicht, was brutto und was netto ist!)
Abg. Aumayr: Die wissen nicht, was brutto und was netto ist!
Auf Basis der derzeitigen Zahlen haben wir nicht ein Bruttodefizit von 109 Milliarden Schilling, sondern von rund 270 Milliarden Schilling! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Von diesen 270 Milliarden Schilling werden ungefähr 160 Milliarden Schilling für die jährlichen Tilgungen der Finanzschuld abgezogen. Das ergibt ein Nettodefizit von 109 Milliarden Schilling. (Abg. Aumayr: Die wissen nicht, was brutto und was netto ist!)
Abg. Dr. Antoni: Das ist allerdings richtig!
Es ist heute schon gesagt worden, dass ein gesetzliches Budgetprovisorium notwendig ist, und zwar deshalb, weil weder formal noch inhaltlich für das Budget 2000 vorgesorgt wurde, nämlich weder durch entsprechende Budgetbegleitgesetze noch, vor allem, durch eine Erhebungsrunde in den einzelnen Ressorts. All das muss jetzt in Kürze nachgeholt werden, obwohl die neue Bundesregierung erst am 4. Februar angetreten ist. (Abg. Dr. Antoni: Das ist allerdings richtig!) Das Budgetjahr hat aber bereits am 1. Jänner 2000 begonnen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es kann aber – wie heute gesagt wurde – das Budgetprovisorium auf Basis der Erfolgsziffern des Jahres 1999 nicht als Grundlage für das ganze Jahr herangezogen werden. Vielmehr bedarf es eines eigenen Budgets für das Jahr 2000, weil gegenüber dem Vorjahr der Konsolidierungsbedarf höher ist. Außerdem wurden ja bestimmte gesetzliche Maßnahmen getroffen, die zu Mehrausgaben führen. Es hat zum Beispiel eine Gehaltsrunde für den öffentlichen Dienst gegeben, die ungefähr 3,2 Milliarden Schilling kostet. Daher muss man durch ein eigenes Gesetz hiefür vorsorgen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Edler.
Abgeordneter Ernst Fink (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wie Sie jetzt gehört haben, haben wir ein Bruttodefizit von 270 Milliarden Schilling und ein Nettodefizit von 109 Milliarden Schilling, das heißt: eine äußerst schwierige Ausgangslage, auch bei einer relativ guten Konjunkturlage von plus 2,8 Prozent. (Zwischenruf des Abg. Edler. ) Warum? – Weil Herr Alt-Bundesminister Edlinger nicht in der Lage war, ein Budget 2000 vorzulegen.
Abg. Kiss: Richtig: Müssen!
Das heißt, Herr Bundesminister beziehungsweise Herr Alt-Bundesminister Edlinger, Sie hätten es machen können, ja Sie hätten es sogar machen müssen! (Abg. Kiss: Richtig: Müssen!) Dieser Vorgang hat nicht stattgefunden. Auch liegen im Bundesministerium keine Akten auf, die auf eine Vorarbeit schließen lassen. (Abg. Edler: Sagt das Molterer?) Vielleicht haben Sie doch etwas gemacht, aber das konnte nicht festgestellt werden, weil Sie die Computer als leere Kästen übergeben haben. (Abg. Edlinger: So ein Blödsinn!)
Abg. Edler: Sagt das Molterer?
Das heißt, Herr Bundesminister beziehungsweise Herr Alt-Bundesminister Edlinger, Sie hätten es machen können, ja Sie hätten es sogar machen müssen! (Abg. Kiss: Richtig: Müssen!) Dieser Vorgang hat nicht stattgefunden. Auch liegen im Bundesministerium keine Akten auf, die auf eine Vorarbeit schließen lassen. (Abg. Edler: Sagt das Molterer?) Vielleicht haben Sie doch etwas gemacht, aber das konnte nicht festgestellt werden, weil Sie die Computer als leere Kästen übergeben haben. (Abg. Edlinger: So ein Blödsinn!)
Abg. Edlinger: So ein Blödsinn!
Das heißt, Herr Bundesminister beziehungsweise Herr Alt-Bundesminister Edlinger, Sie hätten es machen können, ja Sie hätten es sogar machen müssen! (Abg. Kiss: Richtig: Müssen!) Dieser Vorgang hat nicht stattgefunden. Auch liegen im Bundesministerium keine Akten auf, die auf eine Vorarbeit schließen lassen. (Abg. Edler: Sagt das Molterer?) Vielleicht haben Sie doch etwas gemacht, aber das konnte nicht festgestellt werden, weil Sie die Computer als leere Kästen übergeben haben. (Abg. Edlinger: So ein Blödsinn!)
Abg. Edler: Aber die Beamten waren schon noch da!
Ich darf Ihnen eine weitere Information aus dem Bundesministerium für Finanzen geben: Es fand keinerlei persönliche Amtsübergabe durch den Vorgänger statt. Das haben Sie auch selbst so gesagt, Herr Alt-Bundesminister! Im Bereich des Büros waren keinerlei Aktenstücke oder sonstige Aufzeichnungen vorhanden, nicht einmal Schreibmaterial. – Ich weiß, dass Sie Ihr persönliches Schreibmaterial benutzen! – Auch die Telefonanlage funktionierte nicht. Sie hätten natürlich entsprechende Nummern herausnehmen können. Das haben Sie auch nicht gemacht. Sie haben natürlich den Vorgang gewählt, alles zu löschen, ganz nach dem Motto: Hinter mir die Sintflut! (Abg. Edler: Aber die Beamten waren schon noch da!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Auf den PCs waren nicht nur alle Daten, sondern auch die Programme gelöscht. – Herr Finanzminister! Eine solche Übergabe macht nicht einmal ein einfacher Vereinskassier, denn ein einfacher Vereinskassier hätte bei einer solchen Übergabe, wie Sie sie praktiziert haben, Angst vor der Justiz! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Wimmer: In welchen Schritten?
Erste SPÖ-Unwahrheit: Die SPÖ behauptet, die Regierung habe eine Erhöhung des Pensionsalters bei gleichzeitigen Abschlagszahlungen in zweistelliger Höhe vereinbart. – Wahr ist, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass das Antrittsalter für die Frühpension um eineinhalb Jahre angehoben wird, und nicht, wie die SPÖ das nach dem Plan von Ex-Finanzminister Edlinger vorhatte, um zwei Jahre, Herr Kollege Wimmer! Außerdem erfolgt die Anhebung in kleinen Schritten. (Abg. Wimmer: In welchen Schritten?) Nehmen Sie das auch zur Kenntnis! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Kleine Schritte, aber geschwind! – Weiterer Zwischenruf bei der SPÖ.) – Das behaupten Sie! Das ist eben die Unwahrheit! Warten Sie darauf!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Kleine Schritte, aber geschwind! – Weiterer Zwischenruf bei der SPÖ.
Erste SPÖ-Unwahrheit: Die SPÖ behauptet, die Regierung habe eine Erhöhung des Pensionsalters bei gleichzeitigen Abschlagszahlungen in zweistelliger Höhe vereinbart. – Wahr ist, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass das Antrittsalter für die Frühpension um eineinhalb Jahre angehoben wird, und nicht, wie die SPÖ das nach dem Plan von Ex-Finanzminister Edlinger vorhatte, um zwei Jahre, Herr Kollege Wimmer! Außerdem erfolgt die Anhebung in kleinen Schritten. (Abg. Wimmer: In welchen Schritten?) Nehmen Sie das auch zur Kenntnis! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Kleine Schritte, aber geschwind! – Weiterer Zwischenruf bei der SPÖ.) – Das behaupten Sie! Das ist eben die Unwahrheit! Warten Sie darauf!
Neuerlicher Zwischenruf bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Während Sie in Zukunft mit 61,5 Jahren ... (Neuerlicher Zwischenruf bei der SPÖ.) – Ich darf das doch behaupten! Ich bin in der Regierung, wir werden das doch wohl wissen! Das ist unsere Sache! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe des Abg. Parnigoni. )
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe des Abg. Parnigoni.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Während Sie in Zukunft mit 61,5 Jahren ... (Neuerlicher Zwischenruf bei der SPÖ.) – Ich darf das doch behaupten! Ich bin in der Regierung, wir werden das doch wohl wissen! Das ist unsere Sache! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe des Abg. Parnigoni. )
Abg. Wimmer: Das heißt, die Abschläge werden höher!
Wer in Zukunft mit 61,5 Jahren in Frühpension geht, wird zwar einen um 1,5 Prozent höheren Abschlag von der Pension haben; da dieser aber wegen der Anhebung des vorzeitigen Pensionsalters von einer höheren Bemessungsgrundlage berechnet wird, bekommt er tatsächlich eine höhere Pension als derzeit. – Auch das ist die Wahrheit. (Abg. Wimmer: Das heißt, die Abschläge werden höher!) Von Kürzungen kann also keine Rede sein! All jene, die 45 Versicherungsjahre haben, können jederzeit ohne Abschläge in Pension gehen. (Abg. Edler: Ist das das Koalitionsübereinkommen? Das Koalitionsübereinkommen lesen!) Natürlich wird es auch so sein, dass wir über diese Dinge noch reden.
Abg. Edler: Ist das das Koalitionsübereinkommen? Das Koalitionsübereinkommen lesen!
Wer in Zukunft mit 61,5 Jahren in Frühpension geht, wird zwar einen um 1,5 Prozent höheren Abschlag von der Pension haben; da dieser aber wegen der Anhebung des vorzeitigen Pensionsalters von einer höheren Bemessungsgrundlage berechnet wird, bekommt er tatsächlich eine höhere Pension als derzeit. – Auch das ist die Wahrheit. (Abg. Wimmer: Das heißt, die Abschläge werden höher!) Von Kürzungen kann also keine Rede sein! All jene, die 45 Versicherungsjahre haben, können jederzeit ohne Abschläge in Pension gehen. (Abg. Edler: Ist das das Koalitionsübereinkommen? Das Koalitionsübereinkommen lesen!) Natürlich wird es auch so sein, dass wir über diese Dinge noch reden.
Abg. Wimmer: Das müssen Sie der Ärztekammer sagen!
Wahr ist, dass die Bundesregierung davon ausgeht, dass die Krankenversicherungsanstalten ihre Finanzprobleme ausgabenseitig lösen – ich wiederhole: dass die Krankenversicherungsanstalten ihre Finanzprobleme ausgabenseitig lösen, ohne neue Belastungen für die Versicherten! Vorschläge dazu, wie dies erreicht werden soll, gibt es bereits: etwa durch eine maßvollere Verschreibepraxis – derzeit wandern 25 Prozent aller verordneten Medikamente ungeöffnet in den Müll! (Abg. Wimmer: Das müssen Sie der Ärztekammer sagen!) – oder durch einen gemeinsamen und dadurch verbilligten Medikamenteneinkauf. (Abg. Wimmer: Das müssen Sie doch der Ärztekammer sagen!) Selbstbehalte, meine sehr geehrten Damen und Herren, wären die letzte Möglichkeit zur Sanierung der Krankenkassen. Neuerliche Beitrags- und Steuererhöhungen lehnen wir ab! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wimmer: Das müssen Sie doch der Ärztekammer sagen!
Wahr ist, dass die Bundesregierung davon ausgeht, dass die Krankenversicherungsanstalten ihre Finanzprobleme ausgabenseitig lösen – ich wiederhole: dass die Krankenversicherungsanstalten ihre Finanzprobleme ausgabenseitig lösen, ohne neue Belastungen für die Versicherten! Vorschläge dazu, wie dies erreicht werden soll, gibt es bereits: etwa durch eine maßvollere Verschreibepraxis – derzeit wandern 25 Prozent aller verordneten Medikamente ungeöffnet in den Müll! (Abg. Wimmer: Das müssen Sie der Ärztekammer sagen!) – oder durch einen gemeinsamen und dadurch verbilligten Medikamenteneinkauf. (Abg. Wimmer: Das müssen Sie doch der Ärztekammer sagen!) Selbstbehalte, meine sehr geehrten Damen und Herren, wären die letzte Möglichkeit zur Sanierung der Krankenkassen. Neuerliche Beitrags- und Steuererhöhungen lehnen wir ab! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wahr ist, dass die Bundesregierung davon ausgeht, dass die Krankenversicherungsanstalten ihre Finanzprobleme ausgabenseitig lösen – ich wiederhole: dass die Krankenversicherungsanstalten ihre Finanzprobleme ausgabenseitig lösen, ohne neue Belastungen für die Versicherten! Vorschläge dazu, wie dies erreicht werden soll, gibt es bereits: etwa durch eine maßvollere Verschreibepraxis – derzeit wandern 25 Prozent aller verordneten Medikamente ungeöffnet in den Müll! (Abg. Wimmer: Das müssen Sie der Ärztekammer sagen!) – oder durch einen gemeinsamen und dadurch verbilligten Medikamenteneinkauf. (Abg. Wimmer: Das müssen Sie doch der Ärztekammer sagen!) Selbstbehalte, meine sehr geehrten Damen und Herren, wären die letzte Möglichkeit zur Sanierung der Krankenkassen. Neuerliche Beitrags- und Steuererhöhungen lehnen wir ab! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wimmer: So ist es!
Dritte SPÖ-Unwahrheit: Die SPÖ behauptet – Herr Kollege Wimmer, auch das haben Sie gesagt –, die Regierung fördert die Wirtschaft und schröpft die Arbeitnehmer. (Abg. Wimmer: So ist es!) – Herr Kollege Wimmer! Wahr ist, dass im Budget 2000 zahlreiche Maßnahmen enthalten sind, die den Arbeitnehmern deutliche Verbesserungen bringen. (Abg. Wimmer: Welche? Welche?) Dazu gehören in erster Linie die Einführung der "Abfertigung neu" sowie die Verringerung der Arbeitskosten, die Senkung der Arbeitslosenversicherung, die Ausweitung der Karenzzeit auf volle zwei Jahre, das Familienpaket und die allgemeine Steuersenkung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Bravo!-Rufe bei der ÖVP.)
Abg. Wimmer: Welche? Welche?
Dritte SPÖ-Unwahrheit: Die SPÖ behauptet – Herr Kollege Wimmer, auch das haben Sie gesagt –, die Regierung fördert die Wirtschaft und schröpft die Arbeitnehmer. (Abg. Wimmer: So ist es!) – Herr Kollege Wimmer! Wahr ist, dass im Budget 2000 zahlreiche Maßnahmen enthalten sind, die den Arbeitnehmern deutliche Verbesserungen bringen. (Abg. Wimmer: Welche? Welche?) Dazu gehören in erster Linie die Einführung der "Abfertigung neu" sowie die Verringerung der Arbeitskosten, die Senkung der Arbeitslosenversicherung, die Ausweitung der Karenzzeit auf volle zwei Jahre, das Familienpaket und die allgemeine Steuersenkung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Bravo!-Rufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Bravo!-Rufe bei der ÖVP.
Dritte SPÖ-Unwahrheit: Die SPÖ behauptet – Herr Kollege Wimmer, auch das haben Sie gesagt –, die Regierung fördert die Wirtschaft und schröpft die Arbeitnehmer. (Abg. Wimmer: So ist es!) – Herr Kollege Wimmer! Wahr ist, dass im Budget 2000 zahlreiche Maßnahmen enthalten sind, die den Arbeitnehmern deutliche Verbesserungen bringen. (Abg. Wimmer: Welche? Welche?) Dazu gehören in erster Linie die Einführung der "Abfertigung neu" sowie die Verringerung der Arbeitskosten, die Senkung der Arbeitslosenversicherung, die Ausweitung der Karenzzeit auf volle zwei Jahre, das Familienpaket und die allgemeine Steuersenkung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Bravo!-Rufe bei der ÖVP.)
Abg. Edler: Oh!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Alle diese Maßnahmen zusammen bringen eine Nettoentlastung für Arbeitnehmer, die in Summe mehr als 50 Milliarden Schilling ausmacht! (Abg. Edler: Oh!) Ja, ist denn das nichts, bitte – 50 Milliarden Schilling? So seien Sie doch mit dem zufrieden! (Abg. Parnigoni: Können Sie das auch schriftlich geben? – Abg. Gradwohl: Herr Kollege, wir hätten das gerne schriftlich!)
Abg. Parnigoni: Können Sie das auch schriftlich geben? – Abg. Gradwohl: Herr Kollege, wir hätten das gerne schriftlich!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Alle diese Maßnahmen zusammen bringen eine Nettoentlastung für Arbeitnehmer, die in Summe mehr als 50 Milliarden Schilling ausmacht! (Abg. Edler: Oh!) Ja, ist denn das nichts, bitte – 50 Milliarden Schilling? So seien Sie doch mit dem zufrieden! (Abg. Parnigoni: Können Sie das auch schriftlich geben? – Abg. Gradwohl: Herr Kollege, wir hätten das gerne schriftlich!)
Abg. Gradwohl: Wir werden Sie beim Wort nehmen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Um nicht allzu lang zu sprechen, komme ich zum Schluss: Messen Sie diese Reformpartnerschaft an ihren Taten und Leistungen! Diese Bundesregierung wird für die Menschen dieses Landes arbeiten. Wir werden unsere Pflicht erfüllen! (Abg. Gradwohl: Wir werden Sie beim Wort nehmen!)
Abg. Gradwohl: Nein, wir nicht! – Abg. Gaál: Wir nicht!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der linken Reichshälfte! Erfüllen auch Sie Ihre Pflicht und machen Sie dieses Land, unser gemeinsames Heimatland, nicht schlecht! (Abg. Gradwohl: Nein, wir nicht! – Abg. Gaál: Wir nicht!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Beschreiten Sie den Weg der Verantwortung und reißen Sie keine Gräben auf, in die Sie selbst hineinfallen können! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ruf: Wer? Wer war denn das?
Abgeordnete Marianne Hagenhofer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Herr Staatssekretär! Der Kollege, der jetzt vor mir gesprochen hat (Ruf: Wer? Wer war denn das?), hat gemeint, die Arbeitnehmer bekommen jetzt jede Menge Geld – 50 Milliarden Schilling –, unter anderem auch durch das Familienpaket und die Steuerreform. (Abg. Wimmer: 50 Milliarden!)
Abg. Wimmer: 50 Milliarden!
Abgeordnete Marianne Hagenhofer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Herr Staatssekretär! Der Kollege, der jetzt vor mir gesprochen hat (Ruf: Wer? Wer war denn das?), hat gemeint, die Arbeitnehmer bekommen jetzt jede Menge Geld – 50 Milliarden Schilling –, unter anderem auch durch das Familienpaket und die Steuerreform. (Abg. Wimmer: 50 Milliarden!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Mühlbachler: Aber bekommen tun sie es jetzt!
Herr Kollege! Ich hätte nicht gedacht, dass Ihr Gedächtnis nur so kurze Zeit zurückreicht: Das Familienpaket und die Steuerreform hat, bitte, noch die SPÖ/ÖVP-Regierung beschlossen! – Das zum einen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Mühlbachler: Aber bekommen tun sie es jetzt!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Maderthaner, Kiss und Dr. Pumberger. – Abg. Jung: ... Parteischulden!
Genau, Frau Kollegin! Das meine ich auch: Wir sollten keine Zweiklassenpolitik betreiben. Nur: Wie verstehen Sie es dann, dass in der jetzigen Regierung von ÖVP und FPÖ für die Arbeitnehmerinteressen kein eigenständiges Ministerium mehr zuständig ist, sondern dass diese dem Wirtschaftsminister untergeordnet sind? Nun begründen Sie dies natürlich nach außen hin mit dem Argument, dass das aus logischer Sicht zusammenpasst. Wenn Sie aber nachdenken, dann muss auch Ihnen klar sein, dass die Interessen der Wirtschaft und die Interessen der Arbeitnehmer allemal noch grundverschieden sind! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Maderthaner, Kiss und Dr. Pumberger. – Abg. Jung: ... Parteischulden!)
Beifall bei der SPÖ.
Die haben Sie in Niederösterreich auch gehabt! Machen Sie da einmal einen Punkt und hören Sie damit auf! Seien Sie da einmal ruhig! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rosemarie Bauer: Wieso "nach außen"?
Ich möchte auf noch etwas hinweisen, und zwar im Zusammenhang mit der Tatsache, dass das Arbeitsmarktservice jetzt auch unter die Obhut des Wirtschaftsministers wandert. Sie sprechen doch immer von Verwaltungsvereinfachung und Transparenz. Wie verstehen Sie es dann, dass die Buchhaltung des Arbeitsmarktservice, die bis jetzt vom Bundessozialamt, das sozusagen Ministerin Sickl untersteht, gemacht wurde, zwar weiterhin vom Bundessozialamt gemacht wird, das Arbeitsmarktservice aber zum Wirtschaftsministerium ressortiert? Wo ist da, bitte, nach außen hin für die Menschen noch erkennbar, woran Sie sind? (Abg. Rosemarie Bauer: Wieso "nach außen"?) – Das ist wirklich Chaos! Das ist nicht in Ordnung! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte auf noch etwas hinweisen, und zwar im Zusammenhang mit der Tatsache, dass das Arbeitsmarktservice jetzt auch unter die Obhut des Wirtschaftsministers wandert. Sie sprechen doch immer von Verwaltungsvereinfachung und Transparenz. Wie verstehen Sie es dann, dass die Buchhaltung des Arbeitsmarktservice, die bis jetzt vom Bundessozialamt, das sozusagen Ministerin Sickl untersteht, gemacht wurde, zwar weiterhin vom Bundessozialamt gemacht wird, das Arbeitsmarktservice aber zum Wirtschaftsministerium ressortiert? Wo ist da, bitte, nach außen hin für die Menschen noch erkennbar, woran Sie sind? (Abg. Rosemarie Bauer: Wieso "nach außen"?) – Das ist wirklich Chaos! Das ist nicht in Ordnung! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Martin Graf: Kollegin, das ist der falsche Tagesordnungspunkt!
Eine weitere Angelegenheit, die schwer zu verstehen ist: Die Behindertenangelegenheiten ressortieren nach Ihrem neuen Ministeriengesetz zwar zu Bundesministerin Sickl, aber über die Geldmittel für die Integration von Behinderten in den Arbeitsmarkt entscheidet der Wirtschaftsminister. (Abg. Dr. Martin Graf: Kollegin, das ist der falsche Tagesordnungspunkt!) – Nein, das ist nicht der falsche Tagesordnungspunkt! (Abg. Dr. Martin Graf: Das ist das Budget und nicht das Bundesministeriengesetz!) § 6 dieses Budgetprovisoriums bezieht sich auf diese Änderungen und auf die damit verbundenen haushaltsrechtlichen Bestimmungen. Lesen Sie bitte die Vorlage! (Beifall und Bravo!-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Gradwohl: Herr Kollege Graf, ... Anschauungsunterricht!)
Abg. Dr. Martin Graf: Das ist das Budget und nicht das Bundesministeriengesetz!
Eine weitere Angelegenheit, die schwer zu verstehen ist: Die Behindertenangelegenheiten ressortieren nach Ihrem neuen Ministeriengesetz zwar zu Bundesministerin Sickl, aber über die Geldmittel für die Integration von Behinderten in den Arbeitsmarkt entscheidet der Wirtschaftsminister. (Abg. Dr. Martin Graf: Kollegin, das ist der falsche Tagesordnungspunkt!) – Nein, das ist nicht der falsche Tagesordnungspunkt! (Abg. Dr. Martin Graf: Das ist das Budget und nicht das Bundesministeriengesetz!) § 6 dieses Budgetprovisoriums bezieht sich auf diese Änderungen und auf die damit verbundenen haushaltsrechtlichen Bestimmungen. Lesen Sie bitte die Vorlage! (Beifall und Bravo!-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Gradwohl: Herr Kollege Graf, ... Anschauungsunterricht!)
Beifall und Bravo!-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Gradwohl: Herr Kollege Graf, ... Anschauungsunterricht!
Eine weitere Angelegenheit, die schwer zu verstehen ist: Die Behindertenangelegenheiten ressortieren nach Ihrem neuen Ministeriengesetz zwar zu Bundesministerin Sickl, aber über die Geldmittel für die Integration von Behinderten in den Arbeitsmarkt entscheidet der Wirtschaftsminister. (Abg. Dr. Martin Graf: Kollegin, das ist der falsche Tagesordnungspunkt!) – Nein, das ist nicht der falsche Tagesordnungspunkt! (Abg. Dr. Martin Graf: Das ist das Budget und nicht das Bundesministeriengesetz!) § 6 dieses Budgetprovisoriums bezieht sich auf diese Änderungen und auf die damit verbundenen haushaltsrechtlichen Bestimmungen. Lesen Sie bitte die Vorlage! (Beifall und Bravo!-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Gradwohl: Herr Kollege Graf, ... Anschauungsunterricht!)
Abg. Rosemarie Bauer: Auch der Staat! Auch der Staat, Frau Kollegin!
Meine Damen und Herren! Auch eine weitere sehr bekannte Sache müssen wir in diesem Zusammenhang ansprechen: Mit der "Ausgliederung" der Arbeitnehmerinteressen wandert ja auch das Arbeitsinspektorat unter die Aufsicht des Wirtschaftsministers. Bis jetzt war es Aufgabe des Arbeitsinspektorates, Kontrollen in Bezug auf illegal beschäftigte Ausländer durchzuführen. – Wer hat denn illegale Ausländer beschäftigt? Die Ausländer sich selbst wohl nicht! Das waren manche Wirtschaftsbetriebe, bitte! (Abg. Rosemarie Bauer: Auch der Staat! Auch der Staat, Frau Kollegin!) Hat das nicht einen schalen Beigeschmack, dass die Wirtschaft sich jetzt selbst kontrolliert? Meine Damen und Herren, da müssen Sie sehr aufpassen! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Rosemarie Bauer, Dr. Martin Graf und Steibl. )
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Rosemarie Bauer, Dr. Martin Graf und Steibl.
Meine Damen und Herren! Auch eine weitere sehr bekannte Sache müssen wir in diesem Zusammenhang ansprechen: Mit der "Ausgliederung" der Arbeitnehmerinteressen wandert ja auch das Arbeitsinspektorat unter die Aufsicht des Wirtschaftsministers. Bis jetzt war es Aufgabe des Arbeitsinspektorates, Kontrollen in Bezug auf illegal beschäftigte Ausländer durchzuführen. – Wer hat denn illegale Ausländer beschäftigt? Die Ausländer sich selbst wohl nicht! Das waren manche Wirtschaftsbetriebe, bitte! (Abg. Rosemarie Bauer: Auch der Staat! Auch der Staat, Frau Kollegin!) Hat das nicht einen schalen Beigeschmack, dass die Wirtschaft sich jetzt selbst kontrolliert? Meine Damen und Herren, da müssen Sie sehr aufpassen! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Rosemarie Bauer, Dr. Martin Graf und Steibl. )
Abg. Steibl: Optik allein reicht nicht! Man muss etwas weiterbringen!
Ein Letztes möchte ich, auch der Optik halber, schon noch anbringen (Abg. Steibl: Optik allein reicht nicht! Man muss etwas weiterbringen!), und zwar in Bezug auf die Tatsache, dass künftig der Wirtschaftsminister auch das oberste Aufsichtsorgan der Arbeiterkammer ist. Was würde, wenn man die Geschichte umdrehen würde, die Wirtschaft dazu sagen, wenn ein Sozialminister das oberste Aufsichtsorgan der Wirtschaftskammer wäre? Meine Damen und Herren, da müssen wir auch einmal fragen, wie Sie das verstehen! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: ... ÖVPler würde das nicht stören!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: ... ÖVPler würde das nicht stören!
Ein Letztes möchte ich, auch der Optik halber, schon noch anbringen (Abg. Steibl: Optik allein reicht nicht! Man muss etwas weiterbringen!), und zwar in Bezug auf die Tatsache, dass künftig der Wirtschaftsminister auch das oberste Aufsichtsorgan der Arbeiterkammer ist. Was würde, wenn man die Geschichte umdrehen würde, die Wirtschaft dazu sagen, wenn ein Sozialminister das oberste Aufsichtsorgan der Wirtschaftskammer wäre? Meine Damen und Herren, da müssen wir auch einmal fragen, wie Sie das verstehen! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: ... ÖVPler würde das nicht stören!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich bin froh und erleichtert, dass dieses Budgetprovisorium jetzt verabschiedet werden wird. Ich bedauere nur, dass sich Herr Professor Van der Bellen der Erkenntnis der Notwendigkeit dieses Provisoriums anscheinend nicht angeschlossen hat, denn die Grünen haben im Ausschuss dagegen gestimmt. Also offenbar würde es den Grünen nichts ausmachen, wenn die Republik Österreich möglicherweise in die Zahlungsunfähigkeit schlittern würde. Sie würden es in Kauf nehmen. Aber so sind halt einmal die Grünen, und damit haben wir wieder einmal mehr einen eindrucksvollen Beweis auf dem Tisch, wie sie wirklich sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Viel wichtiger als das Budgetprovisorium wird das Budget 2000 sein. Und ich sage das gerade an die Adresse der Finanz- und Kapitalmarktexperten von der sozialistischen Fraktion. Denn, meine Damen und Herren, was notwendig ist, um ein Budget zu konsolidieren, ist ein funktionierender Kapitalmarkt. Er ist eine Grundvoraussetzung. Und ich habe selten so viel Unsinn, so viel geballten Unsinn wie heute Vormittag gehört, als sich Herr Abgeordneter "Gruselbauer" und dann auch Kollege Gartlehner ernsthafte Sorgen um den Kapitalmarkt gemacht haben. (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dietachmayr: Schämen Sie sich! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Auch Herrn Bundeskanzler Kreisky ist schon ein kleiner versprecherischer Fauxpas passiert. Aber das, was hier gesagt wurde, war ja wirklich zum Gruseln, meine Damen und Herren, das war wirklich schauderhaft! Und das muss man einmal sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dietachmayr: Schämen Sie sich! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Herr Abgeordneter! Für die Bezeichnung "Gruselbauer" für den Abgeordneten Gusenbauer erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dietachmayr: Schämen Sie sich!
Abgeordneter Mag. Reinhard Firlinger (fortsetzend): Darf ich fortsetzen, Herr Präsident? – Nein, Sie von der SPÖ wollen das Wort abdrehen, das ist Ihre Einstellung! Mundtot machen, auf den Tisch hauen, laut randalieren, das ist die SPÖ, die neue linke SPÖ! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dietachmayr: Schämen Sie sich!)
Abg. Edler: Und was ist auf Ihr Konto gegangen?
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Den Kapitalmarkt in Österreich hat nicht diese neue Bundesregierung ruiniert, das geht schon auf Ihr Konto! Ich möchte Ihnen das ins Stammbuch schreiben. (Abg. Edler: Und was ist auf Ihr Konto gegangen?) Die Entwicklung auf dem Wiener Aktienmarkt in den letzten sechs Jahren ist eine ganz traurige. (Der Redner hält ein Schriftstück, auf dem eine Graphik zu sehen ist, in die Höhe.) 1 000 Punkte waren es zu Beginn des Jahres 1995, und Sie sehen hier die Entwicklung bis zum Jänner 2000. Diese müde Entwicklung, dargestellt durch die untere Kurve, das ist Wien. Die Kurve darüber zeigt die Entwicklung eines funktionierenden Kapitalmarkts, nämlich des Standard & Poor’s-Index. Dieser ist im gleichen Zeitraum um 200 Prozent angestiegen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Jetzt sagen Sie mir bitte nicht, dass wir diejenigen sind, die dieses Kümmerdasein auf dem Wiener Aktienmarkt verursacht haben! Das haben schon Sie verbrochen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Zuerst zu meinem Vorredner Firlinger: Sie haben gemeint, dass wir dem Budgetprovisorium nicht zugestimmt haben, sei ein eindrucksvoller Beweis dafür, wie wir Grünen wirklich sind. – Darf ich Sie daran erinnern, dass wir, lange bevor es die jetzige Regierung gab, als noch die andere mögliche Regierung in Verhandlung war, einen Antrag betreffend Budgetprovisorium eingebracht haben, weil uns klar war, dass das bald beschlossen gehört. – Also so sind wir wirklich! Wir schauen auf die Dinge, während Sie das nicht getan haben! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Steibl: Es war kein eigenes Ministerium!
Es wurde heute schon oftmals die Abschaffung des Büros der Frauenministerin kritisiert. Von den Kolleginnen und Kollegen vor allem der FPÖ, aber auch der ÖVP wurde diese Abschaffung verteidigt. Man hat gesagt, man braucht kein eigenes Ministerium (Abg. Steibl: Es war kein eigenes Ministerium!), kein eigenes Büro der Frauenministerin, um die Frauenangelegenheiten fördern zu können. – Das Problem ist, dass man sehr wohl ein Budget braucht, um hinsichtlich dieser Angelegenheiten etwas weiterbringen zu können. Es stimmt schon, dass auch das Büro der Frauenministerin Prammer nicht genügend Ressourcen hatte, um all das tun zu können, was schon oft gefordert wurde, um die tatsächliche Gleichstellung zu erreichen. (Abg. Gaugg: Die Arme!) Das haben auch wir immer kritisiert.
Abg. Gaugg: Die Arme!
Es wurde heute schon oftmals die Abschaffung des Büros der Frauenministerin kritisiert. Von den Kolleginnen und Kollegen vor allem der FPÖ, aber auch der ÖVP wurde diese Abschaffung verteidigt. Man hat gesagt, man braucht kein eigenes Ministerium (Abg. Steibl: Es war kein eigenes Ministerium!), kein eigenes Büro der Frauenministerin, um die Frauenangelegenheiten fördern zu können. – Das Problem ist, dass man sehr wohl ein Budget braucht, um hinsichtlich dieser Angelegenheiten etwas weiterbringen zu können. Es stimmt schon, dass auch das Büro der Frauenministerin Prammer nicht genügend Ressourcen hatte, um all das tun zu können, was schon oft gefordert wurde, um die tatsächliche Gleichstellung zu erreichen. (Abg. Gaugg: Die Arme!) Das haben auch wir immer kritisiert.
Abg. Steibl: Das ist ja gar nicht aktuell! Das ist ja falsch!
4. Die österreichische Bundesregierung wird aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass die in Österreich tätigen Fraueneinrichtungen längerfristig finanziell abgesichert werden." (Abg. Steibl: Das ist ja gar nicht aktuell! Das ist ja falsch!) "Zu diesem Zweck hat sie einen entsprechenden – unter Einbeziehung der Frauenprojekte verfassten – Gesetzesantrag innerhalb eines Monats dem Nationalrat zuzuleiten."
Abg. Steibl: Das ist falsch! Jetzt gibt es keine neuen Projekte, die laufen aus!
Sie wissen, Frau Kollegin Steibl, dass es mit EU-Projekten Probleme gibt und geben kann. So ist es! (Abg. Steibl: Das ist falsch! Jetzt gibt es keine neuen Projekte, die laufen aus!) Ja, aber nicht einmal die haben Sie finanziert, nicht einmal diese haben die Zusagen!
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren, vor allem von den jetzigen Regierungsparteien! Wenn Sie es ernst meinen mit der Zukunftsorientierung, wenn Sie es ernst meinen mit der Gleichstellung von Frauen und wenn Sie es ernst meinen mit einem Beitrag zu einem positiven Bild Österreichs im Ausland, dann stimmen Sie diesen Anträgen zu! (Beifall bei den Grünen.)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Josef Edler (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren! Meine Damen und Herren von der schwarz-blauen Koalition! Sie haben heute die erste Abstimmungsniederlage erlebt. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Sie werden sich selbst stürzen, meine Damen und Herren! Sie haben große Probleme mit dieser Bundesregierung, Sie haben große Probleme mit einigen Mitgliedern dieser Bundesregierung.
Zwischenrufe der Abgeordneten Gaugg und Dr. Martin Graf.
Meine Damen und Herren! Zum Budget kommend möchte ich den Finanzminister ansprechen und etwas erwähnen, was heute wiederholt zum Ausdruck gebracht worden ist, etwas, was die Budgetzahlen betrifft. Viele können hier anscheinend nicht zwischen Brutto- und Nettozahlen unterscheiden. Edlinger hat es ganz deutlich aufgezeigt: Es gibt keine neuen Zahlen! Es sind keine neuen Zahlen, meine Damen und Herren, die Sie hier bekannt gegeben haben. (Zwischenrufe der Abgeordneten Gaugg und Dr. Martin Graf. ) Diese Zahlen hat Herr Ex-Bundesminister Edlinger schon früher bekannt gegeben, und es wäre interessant, was Herr Bundesminister Molterer dazu zu sagen hätte.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Kukacka: Das habt ihr bei der Post auch gesagt!
Meine Damen und Herren! Die von Ihnen vorgesehenen Kürzungen bei den Investitionen in die Schieneninfrastruktur sind ein wesentlicher Rückschritt in der ökologischen Verkehrspolitik. Es kommt dadurch auch zu einem wesentlichen Abbau von Arbeitsplätzen, von Tausenden Arbeitsplätzen, und es kommt auch zur Zerschlagung der ÖBB, meine Damen und Herren. Aber eine Zerschlagung der ÖBB werden wir Sozialdemokraten niemals zur Kenntnis nehmen! Schreiben Sie sich das ins Stammbuch, Herr Kollege Kukacka! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Kukacka: Das habt ihr bei der Post auch gesagt!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Martin Graf.
Meine Damen und Herren! Viele Menschen in Österreich sind verunsichert, besonders die so genannten Christdemokraten. Die christlichen Gewerkschafter kommen tagtäglich zu uns, Sie verlassen in Scharen die ÖVP. Wir haben eine neue Plattform für sie gebildet. (Zwischenruf des Abg. Dr. Martin Graf. ) – Kollege Graf, warten Sie ab! Jetzt habt ihr noch gute Meinungsumfragen, aber wenn der Sozialabbau wirkt, wird sich das ändern. Viele Kolleginnen und Kollegen – besonders jene aus der Arbeiterschicht –, die die FPÖ gewählt haben, sagen heute schon: Diese FPÖ haben wir nicht gewählt! – Auch Sie werden Wahlen verlieren, ich kann Ihnen das prophezeien. (Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Viele Menschen in Österreich sind verunsichert, besonders die so genannten Christdemokraten. Die christlichen Gewerkschafter kommen tagtäglich zu uns, Sie verlassen in Scharen die ÖVP. Wir haben eine neue Plattform für sie gebildet. (Zwischenruf des Abg. Dr. Martin Graf. ) – Kollege Graf, warten Sie ab! Jetzt habt ihr noch gute Meinungsumfragen, aber wenn der Sozialabbau wirkt, wird sich das ändern. Viele Kolleginnen und Kollegen – besonders jene aus der Arbeiterschicht –, die die FPÖ gewählt haben, sagen heute schon: Diese FPÖ haben wir nicht gewählt! – Auch Sie werden Wahlen verlieren, ich kann Ihnen das prophezeien. (Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.)
Oje!-Rufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister Grasser! Sie haben versucht, Aufklärung in eine reichlich verworrene Angelegenheit zu bringen. Ich fürchte, Herr Bundesminister, es ist Ihnen nicht überzeugend gelungen. (Oje!-Rufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Was haben Sie gegen den Sport?
Und jetzt gehen Sie mit mir in die Gegenwart, zu Magna Europa. Was ist der Vorwurf? – Wir haben auf der einen Seite einen Finanzminister, der erklärt: "Der Konzern und ich waren der Meinung, dass ich nur in die Politik gehen sollte, wenn ich gestalten und verändern kann. Das kann man nur als Finanzminister machen." – Und wir haben auf der anderen Seite eine Koalitionsvereinbarung, in der schwarz auf weiß steht, was der Herr Finanzminister unter Veränderung versteht, nämlich die Bemühungen zur Schaffung eines eigenen Sportkanals und die Verbreiterung der Bemessungsgrundlage der Sportförderung: einfacher, simpler Lobbyismus für Magna und seine Firmen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Was haben Sie gegen den Sport?) So ist es doch, meine Damen und Herren.
Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Wir haben hier einen Finanzminister, der erklärt hat, die Abgeordneten Böhacker und Schweitzer haben vielleicht die Unwahrheit gesagt, er kennt sich ja da nicht aus, weil mit Politik hat er "nichts zu tun" – daher ist er wahrscheinlich Finanzminister; bitte erklären Sie mir das noch –, er kennt sich also nicht aus. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. )
Widerspruch des Abg. Mag. Schweitzer.
Ja, Herr Kollege Schweitzer, Sie haben es vielleicht nicht mitbekommen: Der Herr Finanzminister hat gesagt, Sie haben die Unwahrheit gesagt. (Widerspruch des Abg. Mag. Schweitzer. ) Ja, selbstverständlich, und zwar weil Sie hier heraußen erklärt haben, dass Rudas diesen Umlaufbeschluss unterschrieben hat. (Abg. Mag. Schweitzer: Blödsinn!) Und auch Herr Abgeordneter Böhacker hat auf die Befragung von uns beiden, dem Kollegen Pilz und mir, erklärt, dass der Rundlaufbeschluss von Rudas unterzeichnet worden sei. (Widerspruch des Abg. Schieder. – Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung SPÖ –: Kollege Schieder, sag es ihm!) – Gut, ich nehme das zur Kenntnis. Andreas Rudas konnte es nicht gewesen sein. Wir haben das auch nicht behauptet. Sie haben es behauptet, meine Damen und Herren.
Abg. Mag. Schweitzer: Blödsinn!
Ja, Herr Kollege Schweitzer, Sie haben es vielleicht nicht mitbekommen: Der Herr Finanzminister hat gesagt, Sie haben die Unwahrheit gesagt. (Widerspruch des Abg. Mag. Schweitzer. ) Ja, selbstverständlich, und zwar weil Sie hier heraußen erklärt haben, dass Rudas diesen Umlaufbeschluss unterschrieben hat. (Abg. Mag. Schweitzer: Blödsinn!) Und auch Herr Abgeordneter Böhacker hat auf die Befragung von uns beiden, dem Kollegen Pilz und mir, erklärt, dass der Rundlaufbeschluss von Rudas unterzeichnet worden sei. (Widerspruch des Abg. Schieder. – Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung SPÖ –: Kollege Schieder, sag es ihm!) – Gut, ich nehme das zur Kenntnis. Andreas Rudas konnte es nicht gewesen sein. Wir haben das auch nicht behauptet. Sie haben es behauptet, meine Damen und Herren.
Widerspruch des Abg. Schieder. – Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung SPÖ –: Kollege Schieder, sag es ihm!
Ja, Herr Kollege Schweitzer, Sie haben es vielleicht nicht mitbekommen: Der Herr Finanzminister hat gesagt, Sie haben die Unwahrheit gesagt. (Widerspruch des Abg. Mag. Schweitzer. ) Ja, selbstverständlich, und zwar weil Sie hier heraußen erklärt haben, dass Rudas diesen Umlaufbeschluss unterschrieben hat. (Abg. Mag. Schweitzer: Blödsinn!) Und auch Herr Abgeordneter Böhacker hat auf die Befragung von uns beiden, dem Kollegen Pilz und mir, erklärt, dass der Rundlaufbeschluss von Rudas unterzeichnet worden sei. (Widerspruch des Abg. Schieder. – Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung SPÖ –: Kollege Schieder, sag es ihm!) – Gut, ich nehme das zur Kenntnis. Andreas Rudas konnte es nicht gewesen sein. Wir haben das auch nicht behauptet. Sie haben es behauptet, meine Damen und Herren.
Abg. Dr. Puttinger: So ein Blödsinn! – Weitere Rufe bei den Freiheitlichen: Völliger Unsinn!
Der Punkt ist aber ein anderer. Ich vermute, heute wird ein Firmenauto von Magna Europa zum Handelsgericht Wiener Neustadt gefahren sein, um dort die schon lange notwendige Änderung im Handelsregister vorzunehmen. Also sage ich, bis zum heutigen Tag war und ist der Herr Finanzminister nicht nur Geschäftsführer von diesen zwei Firmen, die sich im Regierungsprogramm wiederfinden, sondern er ist bis heute Gesamtprokurist von Magna Europa. Ich wiederhole, er ist Gesamtprokurist. (Abg. Dr. Puttinger: So ein Blödsinn! – Weitere Rufe bei den Freiheitlichen: Völliger Unsinn!) Folgen Sie mir noch einen Moment.
Beifall bei den Grünen. – Widerspruch bei den Freiheitlichen. – Abg. Fischl: Sie sind reif für etwas anderes!
Meine Damen und Herren! Daher sage ich, die Causa Grasser ist reif für den Unvereinbarkeitsausschuss. (Beifall bei den Grünen. – Widerspruch bei den Freiheitlichen. – Abg. Fischl: Sie sind reif für etwas anderes!) Die Causa Grasser ist reif für den Unvereinbarkeitsausschuss, und zwar nicht erst in ein paar Wochen, wie es Herr Abgeordneter Khol vorschlägt, sondern schon morgen oder übermorgen. Sonst haben Sie, ob Sie es wollen oder nicht, Herr Finanzminister, ein nicht nur kleines, sondern ein größeres politisches Problem. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Daher sage ich, die Causa Grasser ist reif für den Unvereinbarkeitsausschuss. (Beifall bei den Grünen. – Widerspruch bei den Freiheitlichen. – Abg. Fischl: Sie sind reif für etwas anderes!) Die Causa Grasser ist reif für den Unvereinbarkeitsausschuss, und zwar nicht erst in ein paar Wochen, wie es Herr Abgeordneter Khol vorschlägt, sondern schon morgen oder übermorgen. Sonst haben Sie, ob Sie es wollen oder nicht, Herr Finanzminister, ein nicht nur kleines, sondern ein größeres politisches Problem. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Böhacker hat es wiederholt!
Kollege Öllinger hat behauptet, ich hätte hier gesagt, diese Bestätigungen tragen die Unterschrift des Herrn Rudas. – Das ist unwahr! (Abg. Öllinger: Böhacker hat es wiederholt!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Von der Bank aus habe ich scherzhalber zum Kollegen Schieder – und er wird das bestätigen – gesagt, das hat sogar der Rudas unterschrieben. Dass Sie auf diese Bemerkung so viele Wortmeldungen aufbauen, zeigt, dass bei Ihnen viel zu viel Verschwörungstheorie die Grundlage für Politik ist, und deshalb sollte man Ihnen nie Verantwortung geben! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich berichtige diesen Satz. Das stimmt nicht, Kollege Schweitzer hat das nicht von diesem Pult aus gesagt, sondern von seinem Platz aus, und sogar zwei Mal. Und es war zu diesem Zeitpunkt nicht erkennbar, dass es scherzhaft gemeint war. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Anhaltende Zwischenrufe und Heiterkeit bei allen Fraktionen. – Unruhe im Saal.
Wir gelangen nunmehr zur Abstimmung, meine Damen und Herren. (Anhaltende Zwischenrufe und Heiterkeit bei allen Fraktionen. – Unruhe im Saal.) – Ich habe viel Verständnis für Ihre Heiterkeit, aber jetzt kommen wir zur Abstimmung, die ich über jeden Ausschussantrag getrennt vornehme.
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgegebene Stimmen insgesamt: 179, wobei offensichtlich durch ein Versehen eine Stimmkarte, nämlich die von Dr. Peter Kostelka, doppelt abgegeben wurde. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Sie wurde bereits – die Aufregung ist überflüssig! – bei der Zählung abgezogen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich denke, angesichts dieser weltpolitischen Situation ist die OSZE mehr denn je gefordert. Ich hoffe, dass Österreich diese Aufgaben wirklich wahrnehmen kann. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Mertel: Das war ein Scherz!
Die Hoffnung der Tschetschenen, das Sowjetjoch im Krieg abzuschütteln, ging fehl und führte zu einer neuerlichen blutigen Verfolgung, die auch nach dem Tode Stalins nicht endete; auch nicht endete unter jener Diktatur, die, meine Damen und Herren von der SPÖ, Ihr neuer Parteivorsitzender Gusenbauer offenbar für so gut hielt, dass er nach Moskau pilgerte wie andere nach Mekka oder nach Lourdes, um dort den heiligen Boden des Gelobten Landes zu küssen. Vielleicht sollten Sie einmal darüber nachdenken oder Ihrem Kollegen Gusenbauer sagen, dass er ... (Abg. Dr. Mertel: Das war ein Scherz!) – Das war kein Scherz, liebe Frau Kollegin Mertel, das hat er damals tief ernst gemeint. Es wäre hoch an der Zeit, dass er dafür einmal bei den Österreichern Abbitte leistet. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Hoffnung der Tschetschenen, das Sowjetjoch im Krieg abzuschütteln, ging fehl und führte zu einer neuerlichen blutigen Verfolgung, die auch nach dem Tode Stalins nicht endete; auch nicht endete unter jener Diktatur, die, meine Damen und Herren von der SPÖ, Ihr neuer Parteivorsitzender Gusenbauer offenbar für so gut hielt, dass er nach Moskau pilgerte wie andere nach Mekka oder nach Lourdes, um dort den heiligen Boden des Gelobten Landes zu küssen. Vielleicht sollten Sie einmal darüber nachdenken oder Ihrem Kollegen Gusenbauer sagen, dass er ... (Abg. Dr. Mertel: Das war ein Scherz!) – Das war kein Scherz, liebe Frau Kollegin Mertel, das hat er damals tief ernst gemeint. Es wäre hoch an der Zeit, dass er dafür einmal bei den Österreichern Abbitte leistet. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir unterstützen deshalb die Entschließung und wissen deren Umsetzung bei der Frau Bundesministerin in guten Händen. Es muss uns allerdings klar sein, dass der Konflikt selbst nicht isoliert gesehen und nicht isoliert gelöst werden kann, sondern nur im Rahmen dieser Großregion des gesamten Kaukasus, der leider ein einziges riesiges Gebiet von Konfliktzonen ist. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich unterstütze daher mit Nachdruck das, was Frau Außenministerin Benita Ferrero-Waldner im Rahmen der OSZE-Präsidentschaft diesbezüglich getan hat. Sie hat erst vor kurzem in einem Gespräch mit dem russischen Vizepremier versucht, zu erreichen, dass nunmehr Hilfsorganisationen abseits des Internationalen Roten Kreuzes und des UNHCR die Möglichkeit haben, festzustellen, wie man tatsächlich und in welchem Ausmaß man unmittelbar helfen kann und muss. Ich beglückwünsche sie zu dieser Initiative, denn das ist eine Frage der Menschlichkeit. Diesbezüglich hat sie sich als OSZE-Präsidentin auch für Österreich sehr verdient gemacht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Dritter Punkt: die behaupteten Menschenrechtsverletzungen. Auch Kollegin Jäger hat darauf Bezug genommen. Russland behauptet ja – wir haben das im Europarat auch durch den russischen Außenminister bestätigt gehört –, es gab keine Menschenrechtsverletzungen. Es existieren Bilder, aus denen nicht klar wird, ob sie tatsächlich solche Verletzungen beweisen. Aber wer nichts zu verstecken hat, sollte sich auch einer Kontrolle nicht verschließen. Darum glaube ich, es sollte auch weiterhin seitens der OSZE das Bemühen im Vordergrund stehen, durch eine unabhängige Kommission prüfen und feststellen zu lassen, ob es diese Menschenrechtsverletzungen gegeben hat. Die Frau Außenministerin hat dazu ja bereits einen Vorstoß gemacht, und ich meine, das müssen wir auch alle unterstützen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich freue mich im Übrigen, dass sich alle Fraktionen dieses Hauses in dieser Frage konsensbereit gezeigt haben und dass wir auch sehr schnell zu einem Konsens im Ausschuss gefunden haben. All das zeigt: Außenpolitik kann dann, wenn man sich bemüht, wenn man in die Tiefe gehend diskutiert, wenn der gute Wille von allen Seiten gegeben ist, weiterhin eine Konsensmaterie in diesem Haus sein. Dazu stehen wir und dazu laden wir auch in anderen Bereichen alle Fraktionen dieses Hauses ein! – Besten Dank. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Ministerin! Hohes Haus! Ich bin sehr froh darüber, dass es möglich war, einen gemeinsamen Antrag im Ausschuss einstimmig zu beschließen und diesen ins Plenum zur Verhandlung zu bringen. Noch mehr freut es mich, dass es ursprünglich ein Antrag der Grünen war, der zwar etwas umgeschrieben wurde, aber jedenfalls ging die Initiative von uns aus. Das geschieht ja nicht allzu oft in diesem Haus, und insofern freue ich mich darüber sehr. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das sind zwei Punkte, die ich besonders hervorheben möchte. Gleichzeitig möchte ich, wie schon die Vorrednerin Inge Jäger, auch meine Besorgnis darüber zum Ausdruck bringen, dass Österreich und auch Sie, Frau Außenministerin, im OSZE-Vorsitz leider auf Grund der tatsächlichen außenpolitischen Situation und Isolierung Österreichs Schwierigkeiten gegenüberstehen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Kukacka: Das ist eine politische Bewertung!
Weiters hat mich Herr Präsident Prinzhorn, der heute aller Voraussicht nach den Vorsitz nicht mehr übernehmen wird, ersucht, Bezug zu nehmen auf eine Passage in der Rede des Herrn Abgeordneten Dr. Martin Graf, als dieser an die Adresse der Frau Abgeordneten Dr. Petrovic gesagt hat: "Wir haben eine derartige Gesinnung nicht." koll. Gra/ S. 1131 Und weiters: "So etwas ist faschistisch, oder es ist sogar stalinistisch ..." – Auch dazu wird nach übereinstimmender Auffassung ein Ordnungsruf ausgesprochen. (Abg. Mag. Kukacka: Das ist eine politische Bewertung!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich kann Ihnen sagen, dass der Außenminister Norwegens diese Kritik in keiner Weise teilt. Er ist ja noch in der Troika. Er hat uns, erstens kennt er Österreich, zweitens kennt er die handelnden Personen, absolutes Vertrauen ausgesprochen. Das nur im Vorfeld. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.
Nun zur Frage Tschetschenien selbst. Seit Beginn der Übernahme des Vorsitzes hat Österreich auf allen Ebenen Kontakte mit der Russischen Föderation gesucht. Dies war zuerst noch der damalige Außenminister Schüssel. Sie wissen – das ist heute schon angesprochen worden –, dass er bei der Parlamentarischen Versammlung des Europarates am Rande auch mit Außenminister Iwanow zusammengetroffen ist. Ich darf Ihnen sagen: Die Situation in Tschetschenien ist natürlich eine äußerst komplexe, die selbstverständlich zum einen den Menschenrechtsgesichtspunkt absolut beinhaltet, der natürlich vordringlich wahrzunehmen ist, aber auch zwei wesentliche andere Gesichtspunkte, nämlich den humanitären Gesichtspunkt und den politischen Gesichtspunkt. Das heißt, die Situation ist eine sehr komplexe. (Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Letzter Punkt: Eine Kaukasus-Konferenz ist derzeit sicher verfrüht. Vor allem ist eines notwendig: Russland selbst muss die Rolle der OSZE akzeptieren. Daher hoffe ich, dass wir eine gute Arbeitsbasis mit der Russischen Föderation schaffen können, um als Zielvorstellung eine Lösungsmöglichkeit für Tschetschenien anzustreben. – Danke, Herr Präsident! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe bei der SPÖ: Das war er! Freilich war er das!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Im Sinne der von der Präsidiale einhellig getroffenen Definition und nach Durchsicht des Stenographischen Protokolls erteile ich Herrn Abgeordneten Kräuter für seine Aussage: "Für mich und für meine Fraktion ist Dollfuß ein kleiner schmieriger Faschist!" einen Ordnungsruf. (Rufe bei der SPÖ: Das war er! Freilich war er das!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich glaube, ich befinde mich in ganz guter Gesellschaft mit jemandem, der es genau wissen muss, nämlich mit der Leiterin der Mission der OSZE, Frau Jutta Stefan-Bastl, die erst vor kurzem – das liegt uns heute allen vor, über die APA – in der Landesverteidigungsakademie einen Vortrag gehalten hat. Sie hat gesagt, dass es mit der OSZE und dem Vorsitz Österreichs mehr auf sich hat, denn es gibt ein paar Große, wie Sie gemeint hat, die eigentlich überhaupt nicht möchten, dass sich Österreich mit seiner Vorsitzführung profiliert. Und Sie wissen, im Rahmen der OSZE der 55 Staaten gibt es so etwas wie das Einstimmigkeitsprinzip, und ich frage mich: Wie soll man einen Vorsitz führen, Frau Kollegin Lunacek, wenn man im Vorfeld schon gebrandmarkt wird und wenn alles unternommen wird, damit sich dieses Land in seiner Vorsitzführung nicht profilieren kann? Sie kennen am besten die Gründe dafür, dass das so ist. Ich möchte sagen, wir haben wirklich jeden Grund, uns davon zu distanzieren, denn der Geist der OSZE ist etwas anderes als die Kleingeistigkeit mancher politischer Funktionäre von Grün und Rot in diesem Land, Frau Kollegin! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich glaube auch, dass man, wenn die multilaterale Einrichtung nicht unbedingt funktioniert, zumindest als Österreicher der Tatsache gerecht werden wird – und wir werden das mit Sicherheit –, dass wir zumindest bilateral – und damit befinde ich mich in Gesellschaft mit verschiedenen Botschaftern, die meinen, man könnte zumindest vorerst einmal bilateral alles versuchen – alles versuchen, damit diese Gräueltaten, damit das unsägliche Leid dieser Menschen in diesem Land gelindert wird. Wir sollten heute damit beginnen und nicht wochenlang darüber reden. – Ich danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Deshalb ersuche ich, dass die Verhandlungen so früh wie möglich aufgenommen werden und die Novellierung möglichst bald stattfindet. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich halte allerdings für die Sozialdemokraten fest, dass im Hinblick auf die Entwicklung neuer technischer Standards wie etwa UMTS und anderer möglicher Dienste auf Grund neuer Technologien selbstverständlich ein Weg gefunden werden muss, um einerseits die Chancen Österreichs im Zusammenhang mit der weiteren technischen Entwicklung vom Standort und von der Wirtschaftlichkeit her zu nutzen, andererseits natürlich aber auch den Schutz der Bevölkerung nach internationalem Standard, aber vor allem nach dem Stand der heutigen Wissenschaft sicherzustellen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es werden zwei Telekommunikations-Novellen kommen: Eine wird sich überwiegend mit den Lizenzen, mit der UMTS-Lizenz und deren Vergabe, beschäftigen; das wird ein kurzfristiges Ansinnen sein. Dann wird es eine zweite TKG-Novelle geben, und auch ich bin der Meinung, dass wir Teile der Mobilfunk-Petition in diese Novelle einfließen lassen sollten, dies allerdings mit Umsicht, moderat, mit Rücksicht auf mehrere Komponenten und nicht einfach wild drauflos unter dem Motto: Aus! Riegel herunter! – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Helmut Kukacka (ÖVP): Meine sehr geehrten Damen! Hohes Haus! Wir nehmen selbstverständlich den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung vor elektromagnetischen Strahlen ernst – das ist der Hintergrund dieses Antrags der Grünen. Auch wir wissen, dass es diesbezügliche Ängste und Besorgnis in der Bevölkerung gibt, und diesen Ängsten müssen wir selbstverständlich nachgehen. Wir sehen unsere Aufgabe nicht darin, Ängste zu schüren und damit Politik zu machen, sondern Ängste abzubauen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Wir wollen in diesem Zusammenhang nicht Emotionen aufschaukeln, sondern rationale und wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen und diese dann politisch und sachlich umsetzen. Das ist unsere Aufgabe, so sehen zumindest wir unsere Verantwortung als Regierungspartei!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das sind die Fakten, die wissenschaftlich nicht zu widerlegen sind! Frau Kollegin, Sie sollten der Bevölkerung sagen, dass wissenschaftliche Untersuchungen der österreichischen ÖNORM bestätigt haben, dass sie neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen entspricht! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Sie verlangen in Ihrem Antrag ein Viertausendfünfhundertstel jenes Grenzwertes, der von der WHO und in der erwähnten Empfehlung des EU-Rates vorgesehen ist. Meine Damen und Herren! Ein ordnungsgemäßer Betrieb der Mobiltelefonie unter wirtschaftlich zumutbaren Bedingungen ist unter den Bedingungen Ihres Antrages jedenfalls ganz sicher nicht mehr möglich! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich halte es jedenfalls für extrem doppelbödig, wenn die Vertreter der Grünen dauernd mit dem Handy am Ohr herumgehen, gleichzeitig aber Angst vor der Strahlung schüren und damit politisches Kleingeld machen wollen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Hoffnung gemacht hat mir die heutige Wortmeldung von Herrn Staatssekretär Morak, der von einer neuen Medienbehörde spricht, die er einzurichten gedenkt. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) – Ich bin schon beim Schlusssatz, Herr Präsident.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese Medienbehörde möchte er auf der Ebene des Bundeskanzleramts in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie ansiedeln, und ich glaube, in diesem Bereich könnte eine Lösung für diese sehr sensible Angelegenheit gefunden werden! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Trattner: Eine Wortmeldung dazu widerspricht allen Usancen.
Es liegt mir eine Wortmeldung der Frau Abgeordneten Dr. Petrovic vor. 2 Minuten Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Abg. Mag. Trattner: Eine Wortmeldung dazu widerspricht allen Usancen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich halte die bestehende Praxis für mit dem Text der gesetzlichen Grundlagen eigentlich nicht mehr vereinbar. Ich gestehe aber ganz offen, dass wir jetzt erstmals seit langem wieder intern sehr intensiv diskutiert haben, weil der Anlassfall – in einer Reihe von ähnlichen Vorfällen im Zusammenhang mit Abgeordnetem Westenthaler – in der Tat hart an den Missbrauch des Instituts der Immunität heranreicht und weil durchaus die Gefahr besteht, dass auch durch die Positionen, die Westenthaler innehat, extremer Druck auf Journalisten und Journalistinnen ausgeübt wird und damit die Immunität in das Gegenteil dessen verkehrt wird, wozu sie eigentlich eingerichtet wurde, nämlich zum Schutz der Abgeordneten vor Willkür. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Es hat sich dennoch bei uns mehrheitlich – und in diesem Fall nicht leicht – die Überzeugung durchgesetzt, bei diesem Prinzip zu bleiben. Ich denke aber, wir sollten im Ausschuss und wohl auch in der Präsidiale eine grundsätzliche Debatte über eine zeitgemäße Veränderung auch des geschriebenen Immunitätsrechtes führen. Ich glaube, dass, um das freie Mandat verwirklichen zu können, unbedingt ein Schutz vor im Klagswert exzessiven zivilrechtlichen Klagen, das heißt die Einführung einer verbindlichen Streitwertbegrenzung vorgenommen werden muss. Denn sonst ist es unmöglich, gegen Konzern- und Lobby-Interessen, die weit verbreitet sind, überhaupt politische Kritik anzubringen. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ein Letztes: Ich glaube, dass es zum Schutz von Geschädigten notwendig ist, bessere Instrumente einzuführen, das heißt eine Art Ehrenrat, und auch auf die Veröffentlichung von falschen Beschädigungen und Beleidigungen zu bestehen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)