Eckdaten:
Für die 18. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 1030 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Glawischnig.
Eine gerechte Reform, Herr Vizekanzler, würde Folgendes bedeuten: eine langfristige Finanzierungssicherung des Pensionssystems, die Erhaltung des Lebensstandards auch im Alter und vor allem mehr Gerechtigkeit. Alle diese drei Punkte – und das wissen Sie, Herr Vizekanzler, denn immerhin stammt diese Reform ja aus Ihrem Haus – erfüllt diese Pensionsreform nicht. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Glawischnig.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Donabauer.
In diesem Zusammenhang, Herr Vizekanzler, möchte ich Ihnen – weil Sie immer so tun, als ob Sie mit dieser Regierungsvorlage gar nichts zu tun hätten – in aller Klarheit eine Frage stellen, nämlich: Wie stehen Sie jetzt, unter dem nunmehrigen Aspekt, zum Thema Volksabstimmung über diese Pensionsreform? (Ironische Heiterkeit des Abg. Donabauer.) – Herr Vizekanzler, vielleicht können Sie uns diese Frage beantworten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Zusammenhang, Herr Vizekanzler, möchte ich Ihnen – weil Sie immer so tun, als ob Sie mit dieser Regierungsvorlage gar nichts zu tun hätten – in aller Klarheit eine Frage stellen, nämlich: Wie stehen Sie jetzt, unter dem nunmehrigen Aspekt, zum Thema Volksabstimmung über diese Pensionsreform? (Ironische Heiterkeit des Abg. Donabauer.) – Herr Vizekanzler, vielleicht können Sie uns diese Frage beantworten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Steibl: Das ist aber tief!
Herr Vizekanzler! Diese Trickkiste – Reformschwindel statt tatsächliche Reform – ist ja nichts Neues: Schon in der ersten ÖVP-FPÖ-Regierung hat man unter dem Titel „soziale Treffsicherheit“ alle Grausamkeiten, die konservativen Köpfen entspringen können (Abg. Steibl: Das ist aber tief!), unter das Volk gebracht, veröffentlicht und diskutiert (Abg. Steibl: Das ist aber tief! – Abg. Scheibner: Das fängt ja „sehr gut“ an! – Abg. Steibl: Die Menschen haben bei der Wahl anders entschieden! Die wissen, was sie wollen!), man hat Ambulanzgebühren und Unfallrentenbesteuerungen eingeführt, hat die bisher höchste Abgabenquote geschaffen und hat dann gesagt: Wir haben ja ohnedies nicht alles gemacht! Wir haben nur einen Teil davon umgesetzt, das ist ja ohnedies sozial verträglich!
Abg. Steibl: Das ist aber tief! – Abg. Scheibner: Das fängt ja „sehr gut“ an! – Abg. Steibl: Die Menschen haben bei der Wahl anders entschieden! Die wissen, was sie wollen!
Herr Vizekanzler! Diese Trickkiste – Reformschwindel statt tatsächliche Reform – ist ja nichts Neues: Schon in der ersten ÖVP-FPÖ-Regierung hat man unter dem Titel „soziale Treffsicherheit“ alle Grausamkeiten, die konservativen Köpfen entspringen können (Abg. Steibl: Das ist aber tief!), unter das Volk gebracht, veröffentlicht und diskutiert (Abg. Steibl: Das ist aber tief! – Abg. Scheibner: Das fängt ja „sehr gut“ an! – Abg. Steibl: Die Menschen haben bei der Wahl anders entschieden! Die wissen, was sie wollen!), man hat Ambulanzgebühren und Unfallrentenbesteuerungen eingeführt, hat die bisher höchste Abgabenquote geschaffen und hat dann gesagt: Wir haben ja ohnedies nicht alles gemacht! Wir haben nur einen Teil davon umgesetzt, das ist ja ohnedies sozial verträglich!
Beifall bei der SPÖ.
Genau in dieselbe Trickkiste, Herr Vizekanzler, greift diese Bundesregierung auch bei dieser Pensionsreform. Das ist unverschämt, und dafür sollten Sie sich eigentlich schämen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das muss für alle gelten!
Präsident Dr. Andreas Khol: Frau Abgeordnete! Für das Wort „Mogelpackung“ ist in der vergangenen Legislaturperiode einem freiheitlichen Abgeordneten ein Ordnungsruf erteilt worden! (Abg. Scheibner: Das muss für alle gelten!) Ich tue das am Beginn der Sitzung nicht. Nur: Ich bitte alle Abgeordneten, diese Sitzung in einer würdigen Form durchzuführen! Wir haben uns darüber in der Präsidialkonferenz verständigt.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Zurücknehmen!
Frau Abgeordnete, ich bitte Sie, das Wort „Mogelpackung“ nicht mehr zu verwenden! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Zurücknehmen!)
Abg. Scheibner: Da kann er sich nicht daran erinnern, denn das ist schon länger her!
Ich glaube, dass diese Bundesregierung eher in der Historie Anleihe genommen hat: Herr Vizekanzler, Sie erinnern sich wahrscheinlich an den Trojanischen Krieg. (Abg. Scheibner: Da kann er sich nicht daran erinnern, denn das ist schon länger her!) Dort hat man eine ganz einfache Finte angewendet: Man hat das Trojanische Pferd hingestellt. Mit diesem Trojanischen Pferd wollte man vortäuschen, dass man abzieht, dass man sich zurückzieht. Doch was hat man in Wirklichkeit gemacht? – Man hat sozusagen den Gegner – und offensichtlich ist die Bevölkerung Österreichs der Gegner dieser
Abg. Scheibner: Das hat aber mit dem Trojanischen Pferd sehr wenig zu tun! ... Geschichte lernen!
Bundesregierung – damit überlistet und über den Tisch gezogen. (Abg. Scheibner: Das hat aber mit dem Trojanischen Pferd sehr wenig zu tun! ... Geschichte lernen!)
Beifall bei der SPÖ.
Genau dasselbe machen Sie mit dieser Pensionsreform, meine Damen und Herren! Dessen sollten Sie sich bewusst sein, und das sollte man der Bevölkerung auch offen und deutlich sagen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wollen Sie das ändern? Wollen Sie das wieder ändern?
Das klingt ja sehr klasse, aber was heißt denn das? Ist diese Deckelung verfassungsmäßig gewährleistet, und wenn ja, bis wann? Wie lange hält diese Deckelung? (Abg. Scheibner: Wollen Sie das ändern? Wollen Sie das wieder ändern?) Oder können Sie sie nächstes oder übernächstes Jahr mit einfacher Mehrheit wieder aufheben? Was garantieren Sie denn da, Herr Vizekanzler? – Nichts garantieren Sie! Das Ganze ist eine Luftblase und nicht mehr! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das klingt ja sehr klasse, aber was heißt denn das? Ist diese Deckelung verfassungsmäßig gewährleistet, und wenn ja, bis wann? Wie lange hält diese Deckelung? (Abg. Scheibner: Wollen Sie das ändern? Wollen Sie das wieder ändern?) Oder können Sie sie nächstes oder übernächstes Jahr mit einfacher Mehrheit wieder aufheben? Was garantieren Sie denn da, Herr Vizekanzler? – Nichts garantieren Sie! Das Ganze ist eine Luftblase und nicht mehr! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es handelt sich dabei wieder um genau so ein Versprechen an die Bevölkerung, wie es der Herr Bundeskanzler im Jahr 2000 abgegeben hat. Er hat damals gesagt: Mit dieser Reform haben wir jetzt die Pensionen langfristig gesichert. Jetzt brauchen wir nichts mehr zu tun. Wir brauchen keine Verschlechterungen hinzunehmen. Die Pensionen sind auch für die Zukunft gesichert, sie sind auch für die Jugend gesichert! – Jetzt haben wir das Jahr 2003, drei Jahre später, oder nicht einmal, denn das ist ja eigentlich alles erst in Kraft getreten. Also in Wirklichkeit kann man von diesen Ihren Worten so gut wie nichts halten, weil sie in Wahrheit leere Versprechungen sind. Das muss man den Menschen sagen, und dagegen treten wir an! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich weiß nicht, Herr Vizekanzler, ob sich die Mitglieder dieser Bundesregierung, ob sich zum Beispiel Herr Minister Bartenstein in einen durchschnittlichen Pensionisten versetzen kann! – Jetzt wird er sagen, so alt ist er noch nicht, aber ich spreche jetzt nur die Einkommenssituation an, Herr Bundesminister. Ein durchschnittlicher Pensionist in Österreich hat ein Nettoeinkommen von 13 733 €. 13 733 € – das werden Sie sich nicht vorstellen können, dass man damit ein Jahr lang auskommen muss. Und diesen Menschen wollen Sie, ohne dass es Ihnen die Schamröte ins Gesicht treibt, noch mindestens zehn Prozent dieses Einkommens wegnehmen? – Herr Vizekanzler, dafür sollten Sie sich schämen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Steibl: Das sind wir auch!
Diese Bundesregierung, die immer so großartig behauptet, sie sei so familienfreundlich (Abg. Steibl: Das sind wir auch!), sagt: Liebe Frauen, geht in Teilzeit, denn dann könnt ihr Beruf und Familie vereinbaren! – Was tut denn diese Bundesregierung in der Pensionsreform für die Frauen, die wegen der Familie in Teilzeit gegangen sind? (Abg. Steibl: Sie werden es noch hören! Mehr als die SPÖ getan hat!) Sie bestrafen sie noch mit dieser Pensionsreform! Dafür sollten Sie sich schämen, Frau Kollegin Steibl! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Steibl: Sie werden es noch hören! Mehr als die SPÖ getan hat!
Diese Bundesregierung, die immer so großartig behauptet, sie sei so familienfreundlich (Abg. Steibl: Das sind wir auch!), sagt: Liebe Frauen, geht in Teilzeit, denn dann könnt ihr Beruf und Familie vereinbaren! – Was tut denn diese Bundesregierung in der Pensionsreform für die Frauen, die wegen der Familie in Teilzeit gegangen sind? (Abg. Steibl: Sie werden es noch hören! Mehr als die SPÖ getan hat!) Sie bestrafen sie noch mit dieser Pensionsreform! Dafür sollten Sie sich schämen, Frau Kollegin Steibl! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Diese Bundesregierung, die immer so großartig behauptet, sie sei so familienfreundlich (Abg. Steibl: Das sind wir auch!), sagt: Liebe Frauen, geht in Teilzeit, denn dann könnt ihr Beruf und Familie vereinbaren! – Was tut denn diese Bundesregierung in der Pensionsreform für die Frauen, die wegen der Familie in Teilzeit gegangen sind? (Abg. Steibl: Sie werden es noch hören! Mehr als die SPÖ getan hat!) Sie bestrafen sie noch mit dieser Pensionsreform! Dafür sollten Sie sich schämen, Frau Kollegin Steibl! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Kollegin Steibl, Sie brauchen gar nicht dazwischenzurufen, dadurch wird Ihre Politik nicht besser. Sie bestrafen die Frauen dafür, dass sie etwas tun, was Sie von Ihnen verlangen. – Das ist eine Schande, ein Skandal, und dafür sollten Sie sich schämen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wir sind nicht aufgeregt! Da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen!
Meine Damen und Herren! Ihre Aufregung zeigt Ihr schlechtes Gewissen. (Abg. Scheibner: Wir sind nicht aufgeregt! Da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen!) Sie wissen selbst ganz genau: Was Sie da tun, ist sozial ungerecht, hat nichts mit Reform zu tun und ist vor allem eine Gefährdung unserer Jugend! Die Jugend wird sich die Privatvorsorge nicht leisten können, die Jugend wird nichts davon haben, wenn es um Betriebspensionen geht. Sie sind nicht der, der ihre Zukunft garantiert – das kommt ja noch dazu, Herr Vizekanzler –, sondern die Jugend wird mehr zahlen müssen als bisher und weniger Pension bekommen. Ich bin Mutter und Großmutter, und ich habe Interesse daran, dass Kinder und Jugendliche auch in Zukunft ein gutes System und ein gesichertes System haben. Aber das, was Sie machen, gefährdet die Zukunft unserer Jugend. Das ist ein Skandal, und das ist eigentlich das, was zu verwerfen ist! (Abg. Scheibner: Mehr als „Skandal“ fällt Ihnen eh nicht ein bei dieser Rede!) Sie gaukeln der Jugend vor, etwas für sie sichern zu wollen, und in Wahrheit nehmen Sie ihr ihre Zukunftssicherung. Und dagegen wehren wir uns! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Mehr als „Skandal“ fällt Ihnen eh nicht ein bei dieser Rede!
Meine Damen und Herren! Ihre Aufregung zeigt Ihr schlechtes Gewissen. (Abg. Scheibner: Wir sind nicht aufgeregt! Da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen!) Sie wissen selbst ganz genau: Was Sie da tun, ist sozial ungerecht, hat nichts mit Reform zu tun und ist vor allem eine Gefährdung unserer Jugend! Die Jugend wird sich die Privatvorsorge nicht leisten können, die Jugend wird nichts davon haben, wenn es um Betriebspensionen geht. Sie sind nicht der, der ihre Zukunft garantiert – das kommt ja noch dazu, Herr Vizekanzler –, sondern die Jugend wird mehr zahlen müssen als bisher und weniger Pension bekommen. Ich bin Mutter und Großmutter, und ich habe Interesse daran, dass Kinder und Jugendliche auch in Zukunft ein gutes System und ein gesichertes System haben. Aber das, was Sie machen, gefährdet die Zukunft unserer Jugend. Das ist ein Skandal, und das ist eigentlich das, was zu verwerfen ist! (Abg. Scheibner: Mehr als „Skandal“ fällt Ihnen eh nicht ein bei dieser Rede!) Sie gaukeln der Jugend vor, etwas für sie sichern zu wollen, und in Wahrheit nehmen Sie ihr ihre Zukunftssicherung. Und dagegen wehren wir uns! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ihre Aufregung zeigt Ihr schlechtes Gewissen. (Abg. Scheibner: Wir sind nicht aufgeregt! Da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen!) Sie wissen selbst ganz genau: Was Sie da tun, ist sozial ungerecht, hat nichts mit Reform zu tun und ist vor allem eine Gefährdung unserer Jugend! Die Jugend wird sich die Privatvorsorge nicht leisten können, die Jugend wird nichts davon haben, wenn es um Betriebspensionen geht. Sie sind nicht der, der ihre Zukunft garantiert – das kommt ja noch dazu, Herr Vizekanzler –, sondern die Jugend wird mehr zahlen müssen als bisher und weniger Pension bekommen. Ich bin Mutter und Großmutter, und ich habe Interesse daran, dass Kinder und Jugendliche auch in Zukunft ein gutes System und ein gesichertes System haben. Aber das, was Sie machen, gefährdet die Zukunft unserer Jugend. Das ist ein Skandal, und das ist eigentlich das, was zu verwerfen ist! (Abg. Scheibner: Mehr als „Skandal“ fällt Ihnen eh nicht ein bei dieser Rede!) Sie gaukeln der Jugend vor, etwas für sie sichern zu wollen, und in Wahrheit nehmen Sie ihr ihre Zukunftssicherung. Und dagegen wehren wir uns! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Sie hätten Zeit bis Herbst, meine Damen und Herren! Ja Sie hätten sogar noch länger Zeit, würden Sie es ernst, würden Sie es gerecht meinen, würden Sie die Zukunftssicherung im Auge haben, würden Sie es positiv im Sinne der Jugend meinen. Diese Zeit nehmen Sie sich aber nicht! Doch warum nehmen Sie sich diese Zeit nicht? (Zwischenruf des Abg. Wittauer.) – Weil Sie ganz genau wissen: Es ist eine ungerechte, eine unsoziale, einfach eine nicht gerechtfertigte Maßnahme! Dafür sollten Sie sich schämen! (Abg. Scheibner: Schon wieder!) Dafür wollen Sie sich hergeben und hier im Haus zustimmen? Sie sollten sich schämen, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Bringen Sie Ihre Vorschläge! Sagen Sie, was Sie wollen!)
Abg. Scheibner: Schon wieder!
Sie hätten Zeit bis Herbst, meine Damen und Herren! Ja Sie hätten sogar noch länger Zeit, würden Sie es ernst, würden Sie es gerecht meinen, würden Sie die Zukunftssicherung im Auge haben, würden Sie es positiv im Sinne der Jugend meinen. Diese Zeit nehmen Sie sich aber nicht! Doch warum nehmen Sie sich diese Zeit nicht? (Zwischenruf des Abg. Wittauer.) – Weil Sie ganz genau wissen: Es ist eine ungerechte, eine unsoziale, einfach eine nicht gerechtfertigte Maßnahme! Dafür sollten Sie sich schämen! (Abg. Scheibner: Schon wieder!) Dafür wollen Sie sich hergeben und hier im Haus zustimmen? Sie sollten sich schämen, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Bringen Sie Ihre Vorschläge! Sagen Sie, was Sie wollen!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Bringen Sie Ihre Vorschläge! Sagen Sie, was Sie wollen!
Sie hätten Zeit bis Herbst, meine Damen und Herren! Ja Sie hätten sogar noch länger Zeit, würden Sie es ernst, würden Sie es gerecht meinen, würden Sie die Zukunftssicherung im Auge haben, würden Sie es positiv im Sinne der Jugend meinen. Diese Zeit nehmen Sie sich aber nicht! Doch warum nehmen Sie sich diese Zeit nicht? (Zwischenruf des Abg. Wittauer.) – Weil Sie ganz genau wissen: Es ist eine ungerechte, eine unsoziale, einfach eine nicht gerechtfertigte Maßnahme! Dafür sollten Sie sich schämen! (Abg. Scheibner: Schon wieder!) Dafür wollen Sie sich hergeben und hier im Haus zustimmen? Sie sollten sich schämen, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Bringen Sie Ihre Vorschläge! Sagen Sie, was Sie wollen!)
Abg. Scheibner: Ich will nur wissen, was Ihre Vorschläge sind!
Herr Kollege, es ist kein Wunder, das Sie so hektisch werden. Wir haben unsere Vorschläge auf den Tisch gelegt. Aber Sie sind nicht bereit, darüber zu diskutieren! (Abg. Scheibner: Ich will nur wissen, was Ihre Vorschläge sind!) Sie fabrizieren nur Luftblasen, geben leere Ankündigungen von sich. Es liegen keine Vorschläge von Ihnen im Hause auf. Wir können daher nicht beurteilen, was qualitativ hinter Ihren Worten steckt. Vermutlich sind es aber dieselben Vorankündigungen wie jene des Herrn Bundeskanzlers bei der Pensionsreform im Jahr 2000. Wir können uns darauf nicht verlassen! Wir können uns nur darauf verlassen, dass diese Ankündigungen platzen! Das ist das Problem mit Ihrer Politik – und das ist das, was so verwerflich ist! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Schon wieder „verwerflich“! Sagen Sie einmal, was Ihre Vorschläge sind!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Schon wieder „verwerflich“! Sagen Sie einmal, was Ihre Vorschläge sind!
Herr Kollege, es ist kein Wunder, das Sie so hektisch werden. Wir haben unsere Vorschläge auf den Tisch gelegt. Aber Sie sind nicht bereit, darüber zu diskutieren! (Abg. Scheibner: Ich will nur wissen, was Ihre Vorschläge sind!) Sie fabrizieren nur Luftblasen, geben leere Ankündigungen von sich. Es liegen keine Vorschläge von Ihnen im Hause auf. Wir können daher nicht beurteilen, was qualitativ hinter Ihren Worten steckt. Vermutlich sind es aber dieselben Vorankündigungen wie jene des Herrn Bundeskanzlers bei der Pensionsreform im Jahr 2000. Wir können uns darauf nicht verlassen! Wir können uns nur darauf verlassen, dass diese Ankündigungen platzen! Das ist das Problem mit Ihrer Politik – und das ist das, was so verwerflich ist! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Schon wieder „verwerflich“! Sagen Sie einmal, was Ihre Vorschläge sind!)
Abg. Dr. Bleckmann: Sie sind hektisch!
Lieber Herr Kollege, ich kann nichts dafür, dass Sie jetzt so hektisch werden! (Abg. Dr. Bleckmann: Sie sind hektisch!) Ich weiß schon, das schlechte Gewissen, das drückt Sie, das mag schon sein, aber Sie haben ja noch eine Wahlmöglichkeit: Sie müssen dem Ganzen nicht Ihre Zustimmung geben. (Abg. Scheibner: Wir würden Ihnen ja gerne zustimmen, aber wir wissen nicht, wozu!) Sie können uns hier im Hohen Haus die Chance lassen, tatsächlich Parlamentarismus zu betreiben, sodass wir
Abg. Scheibner: Wir würden Ihnen ja gerne zustimmen, aber wir wissen nicht, wozu!
Lieber Herr Kollege, ich kann nichts dafür, dass Sie jetzt so hektisch werden! (Abg. Dr. Bleckmann: Sie sind hektisch!) Ich weiß schon, das schlechte Gewissen, das drückt Sie, das mag schon sein, aber Sie haben ja noch eine Wahlmöglichkeit: Sie müssen dem Ganzen nicht Ihre Zustimmung geben. (Abg. Scheibner: Wir würden Ihnen ja gerne zustimmen, aber wir wissen nicht, wozu!) Sie können uns hier im Hohen Haus die Chance lassen, tatsächlich Parlamentarismus zu betreiben, sodass wir
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Rufe bei den Freiheitlichen: Sagen Sie, was Ihre Vorschläge sind!
tatsächlich darüber diskutieren können, was denn für die Menschen das Beste ist – und nicht was für Ihre Politik und für das Budget das Beste ist, sondern was für die Menschen in Österreich das Beste ist. Dafür nämlich sind wir angetreten, und dafür stehen wir SozialdemokratInnen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Rufe bei den Freiheitlichen: Sagen Sie, was Ihre Vorschläge sind!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Wir haben heute das Jahr 2003! 18 Jahre sind seit jener Zeit vergangen, als Wille und Dragaschnig eine Harmonisierung der Pensionssystem verlangt haben! Sie, sehr geehrte Damen und Herren von der Sozialdemokratie und von den Gewerkschaften, haben diese 18 Jahre ungenützt verstreichen lassen. So ist Ihr Reformwille! Deutlicher kann man das nicht sagen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Widerspruch bei Abgeordneten der SPÖ
Angesichts dessen, dass uns die Arbeiterkammer mit x falsch gerechneten Modellen (Widerspruch bei Abgeordneten der SPÖ) soziale Härte vorwirft, darf ich Sie, Herr Präsident Verzetnitsch, bitten, Ihre Beschlüsse im Präsidium des Österreichischen Gewerkschaftsbundes zu überdenken, denn gestern haben mich Hunderte Menschen empört angerufen und haben sich beklagt, dass sie bei einem durchschnittlichen Kollektivvertragslohn von 10 € pro Stunde nur 7 € aus den übervollen Streikkassen des Gewerkschaftsbundes refundiert bekommen. Das bedeutet eine Streichung von 30 Prozent des Einkommen, sehr geehrte Damen und Herren! Das ist die Gewerkschaft, wie sie lebt! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das ist sozial?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das ist sozial?
Angesichts dessen, dass uns die Arbeiterkammer mit x falsch gerechneten Modellen (Widerspruch bei Abgeordneten der SPÖ) soziale Härte vorwirft, darf ich Sie, Herr Präsident Verzetnitsch, bitten, Ihre Beschlüsse im Präsidium des Österreichischen Gewerkschaftsbundes zu überdenken, denn gestern haben mich Hunderte Menschen empört angerufen und haben sich beklagt, dass sie bei einem durchschnittlichen Kollektivvertragslohn von 10 € pro Stunde nur 7 € aus den übervollen Streikkassen des Gewerkschaftsbundes refundiert bekommen. Das bedeutet eine Streichung von 30 Prozent des Einkommen, sehr geehrte Damen und Herren! Das ist die Gewerkschaft, wie sie lebt! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das ist sozial?)
Ruf bei der SPÖ: Scheinverhandlungen!
Ich habe mit meiner Initiative beim Herrn Bundespräsidenten sicherlich manche in den Reihen meines Koalitionspartners, der Österreichischen Volkspartei, irritiert. Aber ich habe damals das ehrliche Bemühen gehabt, den Dialog wieder anzuregen, in einen fairen Dialog einzutreten. Wir haben Stunden, ja ganze Nächte am „Runden Tisch“ zunächst beim Herrn Bundespräsidenten und dann im Bundeskanzleramt um eine einvernehmliche Mitarbeit der Sozialpartner bei der Pensionsreform gerungen. (Ruf bei der SPÖ: Scheinverhandlungen!) Nicht wir von der Bundesregierung, sehr geehrte Dame und Herren, haben den Verhandlungstisch verlassen, sondern während wir Ihnen unser Angebot noch schriftlich ausgefertigt haben, damit es auch klar und deutlich nachlesbar und für Ihre Berechnungen nachvollziehbar wird, haben Sie bereits in den Vormittagsstunden den Streik ausgerufen, die Menschen auf die Straße und zum Streik gerufen. Das ist die Tatsache, sehr geehrte Damen und Herren! Den Dialog hat nicht die Bundesregierung verweigert. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Puswald: Sie haben die Leute auf die Straße getrieben!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Puswald: Sie haben die Leute auf die Straße getrieben!
Ich habe mit meiner Initiative beim Herrn Bundespräsidenten sicherlich manche in den Reihen meines Koalitionspartners, der Österreichischen Volkspartei, irritiert. Aber ich habe damals das ehrliche Bemühen gehabt, den Dialog wieder anzuregen, in einen fairen Dialog einzutreten. Wir haben Stunden, ja ganze Nächte am „Runden Tisch“ zunächst beim Herrn Bundespräsidenten und dann im Bundeskanzleramt um eine einvernehmliche Mitarbeit der Sozialpartner bei der Pensionsreform gerungen. (Ruf bei der SPÖ: Scheinverhandlungen!) Nicht wir von der Bundesregierung, sehr geehrte Dame und Herren, haben den Verhandlungstisch verlassen, sondern während wir Ihnen unser Angebot noch schriftlich ausgefertigt haben, damit es auch klar und deutlich nachlesbar und für Ihre Berechnungen nachvollziehbar wird, haben Sie bereits in den Vormittagsstunden den Streik ausgerufen, die Menschen auf die Straße und zum Streik gerufen. Das ist die Tatsache, sehr geehrte Damen und Herren! Den Dialog hat nicht die Bundesregierung verweigert. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Puswald: Sie haben die Leute auf die Straße getrieben!)
Abg. Dr. Puswald: Wo ist die Regelung?
Ich fordere Sie heute so wie damals am „Runden Tisch“ auf: Arbeiten Sie mit! Machen Sie bei dieser Reform mit! Mein besonderes Anliegen heute und am „Runden Tisch“ war die neu geschaffene Regelung für Schwerarbeiter, damit diese auch in Zukunft vorzeitig in die Alterspension gehen können. (Abg. Dr. Puswald: Wo ist die Regelung?) Machen Sie von der Gewerkschaft mit, dass das, was derzeit legistisches Gerüst ist, nicht erst am 1. Jänner 2007, sondern, wenn möglich, schon mit 1. Jänner 2004 umgesetzt werden kann. Die Schwerarbeiter in Österreich haben sich das verdient. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich fordere Sie heute so wie damals am „Runden Tisch“ auf: Arbeiten Sie mit! Machen Sie bei dieser Reform mit! Mein besonderes Anliegen heute und am „Runden Tisch“ war die neu geschaffene Regelung für Schwerarbeiter, damit diese auch in Zukunft vorzeitig in die Alterspension gehen können. (Abg. Dr. Puswald: Wo ist die Regelung?) Machen Sie von der Gewerkschaft mit, dass das, was derzeit legistisches Gerüst ist, nicht erst am 1. Jänner 2007, sondern, wenn möglich, schon mit 1. Jänner 2004 umgesetzt werden kann. Die Schwerarbeiter in Österreich haben sich das verdient. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig: Das geht sich nicht mehr aus!
Sehr geehrte Damen und Herren! Wir sind jetzt in der Debatte im Parlament. Wir werden Ihnen, so wie wir es vereinbart haben, die entsprechenden Anträge 48 Stunden im Vorhinein übermitteln (Abg. Dr. Glawischnig: Das geht sich nicht mehr aus!), damit Sie das Ganze nachrechnen, beraten und auch in entsprechender Form evaluieren können. (Abg. Dr. Van der Bellen: 48 Stunden?!) – Entschuldigung, 24 Stunden!
Abg. Dr. Van der Bellen: 48 Stunden?!
Sehr geehrte Damen und Herren! Wir sind jetzt in der Debatte im Parlament. Wir werden Ihnen, so wie wir es vereinbart haben, die entsprechenden Anträge 48 Stunden im Vorhinein übermitteln (Abg. Dr. Glawischnig: Das geht sich nicht mehr aus!), damit Sie das Ganze nachrechnen, beraten und auch in entsprechender Form evaluieren können. (Abg. Dr. Van der Bellen: 48 Stunden?!) – Entschuldigung, 24 Stunden!
Abg. Scheibner: Auch im Plenum!
Sehr geehrte Damen und Herren! Wir werden hier mehr politische Courtoisie zeigen, als Sie 1995 und 1997 der freiheitlichen Fraktion gegenüber gehabt haben, als die Sitzungen des Sozialausschusses nachweislich unterbrochen werden mussten, weil seitenlange Abänderungsanträge erst direkt im Sozialausschuss eingebracht worden sind und nicht vorher übermittelt werden konnten. (Abg. Scheibner: Auch im Plenum!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Sehr geehrte Damen und Herren von der SPÖ! Das unterscheidet uns von Ihnen! Wir sind an einem fairen Dialog und an Nachvollziehbarkeit und Fairness bei der Gesetzgebung interessiert. Wir werden Sie nicht überfahren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Posch
Sehr geehrte Damen und Herren! Da Sie immer in der Öffentlichkeit behaupten, diese Pensionsreform sei ein Husch-Pfusch und werde überstürzt, darf ich Sie darauf aufmerksam machen, dass Sie bereits im Jahre 1991 infolge einer Studie des Beirates für Wirtschafts- und Sozialfragen, an denen auch die Arbeiterkammer und der Österreichische Gewerkschaftsbund mitgearbeitet haben, genau gewusst haben (Zwischenruf des Abg. Mag. Posch), dass Beitragserhöhungen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, dass Beitragserhöhungen für den Wirtschaftsstandort Österreich das Schlechteste sind!
Abg. Parnigoni: Schreien Sie alle nieder! ... Schreihals!
Warum haben Sie daher vor Wochen zur Erhöhung des Spielraumes ausschließlich Beitragserhöhungen verlangt und keine anderen konkreten Vorschläge gemacht? (Abg. Parnigoni: Schreien Sie alle nieder! ... Schreihals!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich fordere Sie auf: Machen Sie in den Ausschüssen endlich konkrete Abänderungsvorschläge im Interesse der Österreicher und für eine langfristige Sicherung der Pensionen, aber keine Wahlzuckerln! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Damit könnten Sie beweisen, dass Sie gelernt haben, dass 80 Prozent der Österreicher daran interessiert sind, eine Pensionsreform zur Sicherung der Pensionen für alle Bevölkerungsgruppen und für alle Generationen zu bekommen, und nicht daran, einige we-
Abg. Dr. Rada: Überfordert! Einfach überfordert!
nige Privilegierte besonders zu bevorzugen. (Abg. Dr. Rada: Überfordert! Einfach überfordert!)
Abg. Mag. Trunk: Zeigen Sie uns privilegierte Frauen! Zeigen Sie sie uns!
Sehr geehrte Frau Kollegin Silhavy! Sie haben die Situation der Frauen angesprochen. Ich darf Sie darauf aufmerksam machen, dass namhafte Gewerkschafter schon vor 15 Jahren gemeint haben, dass es – nachzulesen in den österreichischen Medien – bei den Frauen zwei Gruppen gibt, nämlich jene, die durch das vorgezogene Pensionsantrittsalter, das gesetzlich fixiert ist und an dem niemand rühren will, privilegiert sind, sowie jene, die auch Familienleistungen erbringen und dadurch benachteiligt sind. (Abg. Mag. Trunk: Zeigen Sie uns privilegierte Frauen! Zeigen Sie sie uns!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Erst 1995 haben Sie begonnen, die Familienleistungen langsam anzuerkennen. Diese Bundesregierung wird die Familienleistungen in einem Ausmaß anerkennen, wie es in der Zweiten Republik noch nie da war, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wenn Sie meinen, dass die Verbesserung der Berechnungsbasis um 2 Prozent jährlich in den nächsten 15 Jahren, die Erhöhung von derzeit 100 Prozent des Ausgleichszulagenrichtsatzes auf den Ausgleichszulagenrichtsatz für Ehepaare ungenügend wäre, so darf ich darauf hinweisen, dass wir auch aus diesem Grund den Ausgleichszulagenrichtsatz für Ehepaare auf 1 000 € erhöhen werden. – Das ist die nächste exorbitante Erhöhung des Ausgleichszulagenrichtsatzes, und zwar in einer Höhe, wie sie unter den Sozialdemokraten nicht stattgefunden hat. Wir haben heuer schon 7 Prozent erhöht, und wir werden jetzt noch ein zweites Mal, auf 1 000 €, erhöhen. Das haben Sie von den Sozialdemokraten nie zuwege gebracht! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! In den Verhandlungen haben sowohl Arbeiterkammer als auch Gewerkschaftsbund gemeint, dass Härtefonds-Regelungen keine Angelegenheit ihres Interesses sind. Daher werden wir einen Härtefonds in der Höhe von 10 Millionen € im Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz einrichten, damit alle Arbeitnehmer, die 35 Beitragsjahre und 40 Versicherungsjahre haben und durch die Pensionsreform mehr als 3 Prozent verlieren, eine Entschädigung bekommen, damit sich für die Bezieher kleiner Einkommen unter 1 000 € die Verluste in Grenzen halten. – Etwas, das wir gefordert haben, setzen wir damit auch um, sehr geehrte Damen und Herren von der Sozialdemokratie! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Wenn Sie den Härtefonds in den von Ihnen geführten Trägern nicht haben wollen, werden meine Beamten für soziale Gerechtigkeit sorgen.
Zwischenrufe bei der SPÖ – Abg. Dr. Jarolim: Mäßigen Sie sich!
Sehr geehrte Damen und Herren! Wir haben Tag für Tag hart gerungen (Zwischenrufe bei der SPÖ – Abg. Dr. Jarolim: Mäßigen Sie sich!), wir haben das Begutachtungsverfahren ernst genommen. Frau Kollegin Lapp, Sie haben mir vorgeworfen, ich wäre im Zusammenhang mit den 1 000 € für die behinderten Menschen umgefallen. Ich bin nicht umgefallen, sondern ich habe die im Rahmen des Begutachtungsverfahrens gemachten Stellungnahmen durchgelesen: eine Reihe von Bundesländern, auch sozialdemokratisch geführte Bundesländer, waren dagegen und haben mir sogar den Konsultationsmechanismus angedroht. Daher werde ich die 10 Millionen € für die Angehörigen, die ihre Behinderten der Pflegestufen 4 bis 7 zu Hause pflegen, verwenden.
Zwischenrufe bei der SPÖ
Ich bin also nicht umgefallen, sondern die Zielgruppe wird (Zwischenrufe bei der SPÖ) – unabhängig vom Konsultationsmechanismus – das Geld bekommen, das ihr die Bundesregierung zugemittelt hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich bin also nicht umgefallen, sondern die Zielgruppe wird (Zwischenrufe bei der SPÖ) – unabhängig vom Konsultationsmechanismus – das Geld bekommen, das ihr die Bundesregierung zugemittelt hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Rufe bei der SPÖ: Aufhören! Redezeit!
Sehr geehrte Damen und Herren! Alle Österreicher wissen, dass diese Pensionsreform nicht dazu dient, Wahlzuckerl und Geschenke zu verteilen, sondern dass die Zeiten ernst sind (Rufe bei der SPÖ: Aufhören! Redezeit!), dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ernst sind und dass wir nicht mehr wie im Jahre 1973 volle Staatskassen
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
haben (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), sondern durch Ihre Politik leider verschuldete Staatskassen und dass wir daher nicht mehr die Spendierhosen anhaben können. (Abg. Schieder: Herr Präsident! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Schieder: Herr Präsident! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
haben (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), sondern durch Ihre Politik leider verschuldete Staatskassen und dass wir daher nicht mehr die Spendierhosen anhaben können. (Abg. Schieder: Herr Präsident! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Lang anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es wird daher eines besonderen Augenmaßes bedürfen, um die Absicherung des Sozialsystems auf dem hohen österreichischen Niveau zu garantieren. Ich garantiere den Österreichern: Wir werden das in dieser Koalitionsregierung schaffen, und das ist gut so! (Lang anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Meine Damen und Herren! Die Zwischenrufe aus den Reihen der Opposition betreffend die Redezeit darf ich mit dem Hinweis auf die Geschäftsordnung beantworten: Die Redezeit des Regierungsmitgliedes soll 10 Minuten nicht überschreiten. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Es kann daher auch länger reden. Ich habe aber mit dem Glockenzeichen darauf hingewiesen.
Abg. Silhavy: Herr Vizekanzler! Was ist mit der Volksabstimmung? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Mag. Tancsits, Sie gelangen nun zu Wort. (Abg. Silhavy: Herr Vizekanzler! Was ist mit der Volksabstimmung? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Sie nehmen den Bürgerinnen und Bürgern das Geld aus der Tasche, Herr Tancsits!
Abgeordneter Mag. Walter Tancsits (ÖVP): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Frau Staatssekretär! Meine Herren Minister! Hohes Haus! Die SPÖ hat als Bezeichnung für diese Aktuelle Stunde „Reformschwindel ... statt gerechte Pensionsreform ...“ gewählt. (Abg. Parnigoni: Sie nehmen den Bürgerinnen und Bürgern das Geld aus der Tasche, Herr Tancsits!) Ich halte dazu fest: Ein Teil dieses Hauses ringt – und macht es sich nicht leicht – um eine gerechte Pensionsreform, die den Österreicherinnen und Österreichern eine Zukunft gibt, und ein Teil dieses Hauses bezeichnet dies als „Reformschwindel“ (Zwischenrufe bei der SPÖ), ohne sich in Wirklichkeit mit den Dingen auseinander zu setzen. Ich weise dies namens meiner Fraktion mit aller Deutlichkeit zurück! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Abgeordneter Mag. Walter Tancsits (ÖVP): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Frau Staatssekretär! Meine Herren Minister! Hohes Haus! Die SPÖ hat als Bezeichnung für diese Aktuelle Stunde „Reformschwindel ... statt gerechte Pensionsreform ...“ gewählt. (Abg. Parnigoni: Sie nehmen den Bürgerinnen und Bürgern das Geld aus der Tasche, Herr Tancsits!) Ich halte dazu fest: Ein Teil dieses Hauses ringt – und macht es sich nicht leicht – um eine gerechte Pensionsreform, die den Österreicherinnen und Österreichern eine Zukunft gibt, und ein Teil dieses Hauses bezeichnet dies als „Reformschwindel“ (Zwischenrufe bei der SPÖ), ohne sich in Wirklichkeit mit den Dingen auseinander zu setzen. Ich weise dies namens meiner Fraktion mit aller Deutlichkeit zurück! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Walter Tancsits (ÖVP): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Frau Staatssekretär! Meine Herren Minister! Hohes Haus! Die SPÖ hat als Bezeichnung für diese Aktuelle Stunde „Reformschwindel ... statt gerechte Pensionsreform ...“ gewählt. (Abg. Parnigoni: Sie nehmen den Bürgerinnen und Bürgern das Geld aus der Tasche, Herr Tancsits!) Ich halte dazu fest: Ein Teil dieses Hauses ringt – und macht es sich nicht leicht – um eine gerechte Pensionsreform, die den Österreicherinnen und Österreichern eine Zukunft gibt, und ein Teil dieses Hauses bezeichnet dies als „Reformschwindel“ (Zwischenrufe bei der SPÖ), ohne sich in Wirklichkeit mit den Dingen auseinander zu setzen. Ich weise dies namens meiner Fraktion mit aller Deutlichkeit zurück! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich frage Sie, meine Damen und Herren, ob diese Bezeichnung, die ich gar nicht wiederholen will, nicht viel eher auf eine andere Vorgangsweise zutrifft: nämlich dass man, wissend, was notwendig ist, nämlich eine Erhöhung des faktischen Pensionsantrittsalters, eine Ausweitung der Durchrechnung – das erste Mal im Jahr 1991 von den Sozialpartnern festgestellt –, den Menschen Briefe schreibt, wie Ihr ehemaliger Parteiobmann Vranitzky, in welchen steht, dass es genügt, die SPÖ zu wählen, um die Pensionen zu sichern. Ist nicht viel eher das die Unwahrheit und ein Beschwindeln der Menschen als das Ringen um eine gerechte Pensionsreform? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy
Meine Damen und Herren! Es hat eine Pensionsreformkommission, von der Bundesregierung eingesetzt, zwischen 2000 und 2002 getagt, und zwar mit Beteiligung der Sozialpartner und aller wesentlichen Verbände (Zwischenruf der Abg. Silhavy), um sich dann vor der Präsentation der Ergebnisse zu drücken. Ist nicht eher das, den Menschen die Unwahrheit zu sagen und jene im Regen stehen zu lassen, die um eine gerechte Pensionsreform, die Zukunft gibt, ringen?
Abg. Mag. Posch: Können Sie das wiederholen, ich habe nicht verstanden, was Sie gesagt haben! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ
Meine Damen und Herren! Ich frage Sie weiters (Abg. Mag. Posch: Können Sie das wiederholen, ich habe nicht verstanden, was Sie gesagt haben! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ): Ist es nicht eher eine Reformunwahrheit, wenn man in der Öffentlichkeit sagt, durch diese Pensionsreform würden für die Menschen 30, 40 Prozent ihrer Pensionsleistung abstürzen, und gleichzeitig im Fernsehen erklärt (Abg. Mag. Prammer: Machen Sie keine Kindesweglegung!), der 10-Prozent-Deckel sei gar nicht notwendig – für die Zuseherinnen und Zuseher: also die Verlustbegrenzung ist gar nicht
Abg. Mag. Prammer: Machen Sie keine Kindesweglegung!
Meine Damen und Herren! Ich frage Sie weiters (Abg. Mag. Posch: Können Sie das wiederholen, ich habe nicht verstanden, was Sie gesagt haben! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ): Ist es nicht eher eine Reformunwahrheit, wenn man in der Öffentlichkeit sagt, durch diese Pensionsreform würden für die Menschen 30, 40 Prozent ihrer Pensionsleistung abstürzen, und gleichzeitig im Fernsehen erklärt (Abg. Mag. Prammer: Machen Sie keine Kindesweglegung!), der 10-Prozent-Deckel sei gar nicht notwendig – für die Zuseherinnen und Zuseher: also die Verlustbegrenzung ist gar nicht
Abg. Dr. Puswald: Die gibt es ja nicht! – Abg. Eder: Wo steht denn die?
notwendig (Abg. Dr. Puswald: Die gibt es ja nicht! – Abg. Eder: Wo steht denn die?) –, das bräuchten wir gar nicht, oder sie sei zu hoch oder zu wenig, und wenn man gleichzeitig heute etwa in der „Kärntner Woche“ inseriert: Frau Nationalratsabgeordnete Scheucher – eine Kollegin meiner Fraktion –, warum wollen Sie den Klagenfurtern bis zu 40 Prozent ihrer Pension wegnehmen? (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.
notwendig (Abg. Dr. Puswald: Die gibt es ja nicht! – Abg. Eder: Wo steht denn die?) –, das bräuchten wir gar nicht, oder sie sei zu hoch oder zu wenig, und wenn man gleichzeitig heute etwa in der „Kärntner Woche“ inseriert: Frau Nationalratsabgeordnete Scheucher – eine Kollegin meiner Fraktion –, warum wollen Sie den Klagenfurtern bis zu 40 Prozent ihrer Pension wegnehmen? (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Für wen gilt jetzt die Bewertung, dass er für eine gerechte Pensionsreform eintritt, und wer begeht hier einen Reformschwindel? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Hagenhofer: Das ist ja Ihre Aufgabe!
Wenn Sie die Österreicherinnen und Österreicher tatsächlich aufklären wollen, dann sagen Sie Ihnen doch (Abg. Hagenhofer: Das ist ja Ihre Aufgabe!), dass das Heranführen an das gesetzliche Pensionsalter, 65/60, nicht schlagartig erfolgt, sondern bis zum Jahr 2017, sagen Sie ihnen doch, dass niemand mehr als 10 Prozent seiner Pension verlieren kann (Rufe bei der SPÖ: Was ja nicht stimmt!), und sagen Sie ihnen doch, dass die Sozialpartner in die Verhandlungen voll eingebunden waren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Was ja nicht stimmt!
Wenn Sie die Österreicherinnen und Österreicher tatsächlich aufklären wollen, dann sagen Sie Ihnen doch (Abg. Hagenhofer: Das ist ja Ihre Aufgabe!), dass das Heranführen an das gesetzliche Pensionsalter, 65/60, nicht schlagartig erfolgt, sondern bis zum Jahr 2017, sagen Sie ihnen doch, dass niemand mehr als 10 Prozent seiner Pension verlieren kann (Rufe bei der SPÖ: Was ja nicht stimmt!), und sagen Sie ihnen doch, dass die Sozialpartner in die Verhandlungen voll eingebunden waren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wenn Sie die Österreicherinnen und Österreicher tatsächlich aufklären wollen, dann sagen Sie Ihnen doch (Abg. Hagenhofer: Das ist ja Ihre Aufgabe!), dass das Heranführen an das gesetzliche Pensionsalter, 65/60, nicht schlagartig erfolgt, sondern bis zum Jahr 2017, sagen Sie ihnen doch, dass niemand mehr als 10 Prozent seiner Pension verlieren kann (Rufe bei der SPÖ: Was ja nicht stimmt!), und sagen Sie ihnen doch, dass die Sozialpartner in die Verhandlungen voll eingebunden waren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Silhavy: Das hat man im Budgetausschuss gemerkt! Kein einziger Antrag ist da!
Meine Damen und Herren! Ich denke, dass sich dieser Titel der Aktuellen Stunde selbst ad absurdum führt. Hier sitzen jene Abgeordneten – und wir haben es uns nicht leicht gemacht (Abg. Silhavy: Das hat man im Budgetausschuss gemerkt! Kein einziger Antrag ist da!) –, die eine gerechte Pensionsreform erarbeiten wollen und darüber abstimmen wollen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, haben Ihre Vorgangsweise besser beschrieben, als man sie selbst hier darstellen könnte: nämlich den Menschen nicht die Wahrheit, sondern die Unwahrheit zu erzählen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Herr Vizekanzler ist momentan abhanden gekommen. Herr Kollege Tancsits, Sie haben es sich leider sehr leicht gemacht. Das ist genau der Vorwurf, den man Ihnen machen muss. Ein gutes Beispiel dafür ist, dass Sie davon gesprochen haben, dass eine Pensionsreformkommission über Jahre getagt hat, und ich möchte Ihnen in Erinnerung rufen, was die Experten in dieser Pensionsreformkommission gesagt haben, nachdem sie Ihren Entwurf gesehen haben. Sie haben gesagt: All das, was wir drei Jahre diskutiert haben, all das, was wir vorgeschlagen haben, findet sich in diesem Entwurf der Bundesregierung nicht. – Dieser Entwurf hat also nichts mit den Vorschlägen der Pensionsreformkommission zu tun! (Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Steibl: Also so eine Frechheit! – Abg. Scheibner: Was ist denn das jetzt? – Abg. Mag. Mainoni: Und das bei Ihrem Organ!
Der Herr Vizekanzler und der Herr Bundeskanzler beziehungsweise diese Regierung versucht seit Wochen, mit immer neuen Worthülsen – heute hat der Herr Vizekanzler das sehr lautstark bis fast brüllend getan (Abg. Steibl: Also so eine Frechheit! – Abg. Scheibner: Was ist denn das jetzt? – Abg. Mag. Mainoni: Und das bei Ihrem Organ!) – irgendwie den Eindruck zu erwecken, dass es sich bei ihrem Konzept um kein unsoziales Pensionskürzungskonzept handelt. Sie versuchen immer wieder den Eindruck zu erwecken, die Reform doch etwas entschärfen zu wollen. Sie selbst haben gesagt, Ihr Entwurf habe Giftzähne, die man ziehen werde. Tatsache ist, dass sich nach drei Ankündigungen in der Substanz, im Kern, am unsozialen Charakter Ihrer Reformvorschläge in Wirklichkeit nichts geändert hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Der Herr Vizekanzler und der Herr Bundeskanzler beziehungsweise diese Regierung versucht seit Wochen, mit immer neuen Worthülsen – heute hat der Herr Vizekanzler das sehr lautstark bis fast brüllend getan (Abg. Steibl: Also so eine Frechheit! – Abg. Scheibner: Was ist denn das jetzt? – Abg. Mag. Mainoni: Und das bei Ihrem Organ!) – irgendwie den Eindruck zu erwecken, dass es sich bei ihrem Konzept um kein unsoziales Pensionskürzungskonzept handelt. Sie versuchen immer wieder den Eindruck zu erwecken, die Reform doch etwas entschärfen zu wollen. Sie selbst haben gesagt, Ihr Entwurf habe Giftzähne, die man ziehen werde. Tatsache ist, dass sich nach drei Ankündigungen in der Substanz, im Kern, am unsozialen Charakter Ihrer Reformvorschläge in Wirklichkeit nichts geändert hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich denke, wenn gestern über 1 Million Menschen in 18 000 Betrieben in Österreich gegen Ihr Modell protestiert hat, dann sind ein bisschen Nachdenklichkeit und Demut angebracht – und nicht Arroganz, mit der man diesen Menschen begegnet! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Mag. Mainoni: Es sind alle hinzugerechnet worden, auch die Badegäste!
Diese eine Million Menschen, die gestern protestiert hat (Abg. Mag. Mainoni: Es sind alle hinzugerechnet worden, auch die Badegäste!), steht nämlich stellvertretend für Tausende Menschen, die Sorgen um ihre Pension haben, weil Sie einen ungerechten Entwurf vorlegen. Aber für die Sorgen dieser Menschen haben Sie ja kein Ohr (Abg. Scheibner: Sie!), die Sorgen und Anliegen der Menschen sind Ihnen völlig egal, über die sind Sie schon in der letzten Legislaturperiode hinweggefahren, und Sie scheinen das in dieser fortzusetzen. (Abg. Großruck: Hören Sie einmal auf mit diesem Schmäh! So ein Wahnsinn! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Sie!
Diese eine Million Menschen, die gestern protestiert hat (Abg. Mag. Mainoni: Es sind alle hinzugerechnet worden, auch die Badegäste!), steht nämlich stellvertretend für Tausende Menschen, die Sorgen um ihre Pension haben, weil Sie einen ungerechten Entwurf vorlegen. Aber für die Sorgen dieser Menschen haben Sie ja kein Ohr (Abg. Scheibner: Sie!), die Sorgen und Anliegen der Menschen sind Ihnen völlig egal, über die sind Sie schon in der letzten Legislaturperiode hinweggefahren, und Sie scheinen das in dieser fortzusetzen. (Abg. Großruck: Hören Sie einmal auf mit diesem Schmäh! So ein Wahnsinn! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Großruck: Hören Sie einmal auf mit diesem Schmäh! So ein Wahnsinn! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Diese eine Million Menschen, die gestern protestiert hat (Abg. Mag. Mainoni: Es sind alle hinzugerechnet worden, auch die Badegäste!), steht nämlich stellvertretend für Tausende Menschen, die Sorgen um ihre Pension haben, weil Sie einen ungerechten Entwurf vorlegen. Aber für die Sorgen dieser Menschen haben Sie ja kein Ohr (Abg. Scheibner: Sie!), die Sorgen und Anliegen der Menschen sind Ihnen völlig egal, über die sind Sie schon in der letzten Legislaturperiode hinweggefahren, und Sie scheinen das in dieser fortzusetzen. (Abg. Großruck: Hören Sie einmal auf mit diesem Schmäh! So ein Wahnsinn! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ
Wissen Sie, was das Traurige daran ist? Sie sind auch noch stolz darauf. Sie sind stolz darauf, dass Sie über die Bevölkerung drüberfahren, dass Ihnen die Anliegen und Probleme völlig egal sind, und nennen das den neuen Weg einer Konfliktdemokratie. Aber wissen Sie, was das bedeutet, dass Sie seit Wochen in Wirklichkeit gegen die Menschen in diesem Land, gegen die Bevölkerung regieren, dass Sie gegen die Sozialpartnerschaft regieren (Beifall bei der SPÖ), dass Sie gegen die kritische Öffentlichkeit regieren? Sie setzen damit den sozialen Frieden und den sozialen Zusammenhalt in Österreich aufs Spiel, und das ist traurig, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Wissen Sie, was das Traurige daran ist? Sie sind auch noch stolz darauf. Sie sind stolz darauf, dass Sie über die Bevölkerung drüberfahren, dass Ihnen die Anliegen und Probleme völlig egal sind, und nennen das den neuen Weg einer Konfliktdemokratie. Aber wissen Sie, was das bedeutet, dass Sie seit Wochen in Wirklichkeit gegen die Menschen in diesem Land, gegen die Bevölkerung regieren, dass Sie gegen die Sozialpartnerschaft regieren (Beifall bei der SPÖ), dass Sie gegen die kritische Öffentlichkeit regieren? Sie setzen damit den sozialen Frieden und den sozialen Zusammenhalt in Österreich aufs Spiel, und das ist traurig, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Großruck: Wer sagt das? – Abg. Scheibner: Das ist falsch! Das ist genau diese Angstmache, die Sie betreiben!
Zu der von Ihnen viel gepriesenen Deckelung: Sagen Sie doch, was diese „tolle“ Deckelung ganz konkret bedeutet! Einer Frau mit einer durchschnittlichen Pension von 650 € – und das ist die durchschnittliche Frauenpension – nehmen Sie mehr als 75 € im Monat weg! Das sind mehr als 1 000 S! (Abg. Großruck: Wer sagt das? – Abg. Scheibner: Das ist falsch! Das ist genau diese Angstmache, die Sie betreiben!) Das sind eineinhalb Monatsbezüge. Das ist so, wie wenn Sie den 13. Monatsbezug und den halben 14. streichen würden. Das sind die Auswirkungen Ihres Systems! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wieso schreien Sie denn so? Zuerst hat Herr Kollege Posch gesagt, wer schreit, ist im Unrecht! Da müssen Sie ordentlich Unrecht haben!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wieso schreien Sie denn so? Zuerst hat Herr Kollege Posch gesagt, wer schreit, ist im Unrecht! Da müssen Sie ordentlich Unrecht haben!
Zu der von Ihnen viel gepriesenen Deckelung: Sagen Sie doch, was diese „tolle“ Deckelung ganz konkret bedeutet! Einer Frau mit einer durchschnittlichen Pension von 650 € – und das ist die durchschnittliche Frauenpension – nehmen Sie mehr als 75 € im Monat weg! Das sind mehr als 1 000 S! (Abg. Großruck: Wer sagt das? – Abg. Scheibner: Das ist falsch! Das ist genau diese Angstmache, die Sie betreiben!) Das sind eineinhalb Monatsbezüge. Das ist so, wie wenn Sie den 13. Monatsbezug und den halben 14. streichen würden. Das sind die Auswirkungen Ihres Systems! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wieso schreien Sie denn so? Zuerst hat Herr Kollege Posch gesagt, wer schreit, ist im Unrecht! Da müssen Sie ordentlich Unrecht haben!)
Abg. Scheibner: Wo ist dieses Modell? – Vizekanzler Mag. Haupt: Ja wo denn? Wo denn? – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Weil der Herr Vizekanzler sozusagen den Appell an uns gerichtet hat, dass man Abänderungsanträge einbringen soll: Bei diesem Stückwerk, diesem unsozialen Stückwerk, das Sie präsentiert haben, sind keine Abänderungsanträge einzubringen, sondern es ist ein faires Modell umzusetzen! Die SPÖ hat ein Fairness-Modell präsentiert (Abg. Scheibner: Wo ist dieses Modell? – Vizekanzler Mag. Haupt: Ja wo denn? Wo denn? – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen), das dazu führt, dass die Pensionen langfristig gesichert sind, das dazu führt, dass der Lebensstandard gesichert ist, das dazu führt, dass es mehr Gerechtigkeit und eine wirkliche Harmonisierung des Pensionssystems gibt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Weil der Herr Vizekanzler sozusagen den Appell an uns gerichtet hat, dass man Abänderungsanträge einbringen soll: Bei diesem Stückwerk, diesem unsozialen Stückwerk, das Sie präsentiert haben, sind keine Abänderungsanträge einzubringen, sondern es ist ein faires Modell umzusetzen! Die SPÖ hat ein Fairness-Modell präsentiert (Abg. Scheibner: Wo ist dieses Modell? – Vizekanzler Mag. Haupt: Ja wo denn? Wo denn? – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen), das dazu führt, dass die Pensionen langfristig gesichert sind, das dazu führt, dass der Lebensstandard gesichert ist, das dazu führt, dass es mehr Gerechtigkeit und eine wirkliche Harmonisierung des Pensionssystems gibt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Großruck: Auch der Herr Blecha! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Schreien Sie doch nicht so!
Außerdem: Wir fordern einen Solidarbeitrag. Es wird Verlierer geben, aber Verlierer sollen jene sein, die hohe Pensionen haben. Wir fordern einen Solidarbeitrag von jenen, die über 2 000 € Pension beziehen. Diese Gruppe soll einen Solidarbeitrag leisten – und nicht die kleinen Pensionsbezieher, nicht die Frauen und nicht die Jungen unter 35 sollen vor existentielle Probleme gestellt werden. (Abg. Großruck: Auch der Herr Blecha! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Schreien Sie doch nicht so!)
Beifall bei der SPÖ. – Rufe bei der ÖVP: Wo? Wo? Wo?
Abgeordnete Doris Bures (fortsetzend): Einer unsozialen Reform zu Lasten der kleinen Pensionsbezieher, der Frauen und der Jungen wird die Sozialdemokratie nicht die Zustimmung geben. Wir haben ein Fairness-Modell, das sozial gerecht ist. (Beifall bei der SPÖ. – Rufe bei der ÖVP: Wo? Wo? Wo?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Wertes Präsidium! Werte Damen und Herren! Werte Damen und Herren vor den Bildschirmen! Es ist schon interessant, wenn sich Frau Kollegin Silhavy herausstellt und derart negative Sachen über die Pensionsreform behauptet. Ich glaube, sie redet von Deutschland und nicht von Österreich, denn anscheinend kennt sie das diesbezügliche Papier in Österreich nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Aber Sie haben statt dessen die Mitarbeit verweigert, und daher muss ich Ihnen an dieser Stelle wirklich sagen: Sie haben kein Recht, hier Kritik zu üben! Sie haben keine Vorschläge eingebracht, daher haben Sie auch kein Recht, Kritik zu üben. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Was derzeit von Seiten der Opposition beziehungsweise des ÖGB passiert, der eigentlich die Arbeit der Sozialdemokraten macht, ist unverantwortlich: Die Bevölkerung wird total verunsichert, und es werden keine Vorschläge eingebracht. Es wird behauptet, dass in bestehende Pensionen eingegriffen wird. Das stimmt nicht! Den 2 Millionen Pensionisten in Österreich passiert überhaupt nichts, in keiner Art und Weise! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Gesamtdeckelung wird nicht mehr als 10 Prozent ausmachen. Was mich als Betriebsrat einer Baufirma ganz besonders freut: dass wir ein neues Modell der vorzeitigen Alterspension in Österreich schaffen, wonach Arbeitnehmer wieder mit dem 60. Lebensjahr – nicht mit 61,5, wie Sie es beschlossen haben, sondern mit dem 60. Lebensjahr! – und Frauen mit dem 55. Lebensjahr in Pension gehen können. Das sind echte Reformvorschläge! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.
Aber hört gut zu, denn bei uns könnt ihr etwas lernen! (Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe bei der SPÖ: Redezeit!
Was wird noch verändert? – Die Altersteilzeit wird es unbegrenzt geben, und es ist nicht so, wie es seinerzeit die Sozialdemokraten beschlossen haben: dass es in Österreich ein Arbeitslosengeld von nur 52 Wochen gibt, von einem Jahr also, oder wenn man über 59 Jahre alt ist, von 78 Wochen. Wenn die Altersteilzeit ausläuft und der/die Betreffende noch keinen Anspruch auf eine Pension hat, wird es ein Altersübergangsgeld geben – aber nicht nur das Arbeitslosengeld, sondern Arbeitslosengeld plus 25 Prozent! – Das sind Leistungen unseres Vizekanzlers! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe bei der SPÖ: Redezeit!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP für den das Rednerpult verlassenden Abg. Walch.
(Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP für den das Rednerpult verlassenden Abg. Walch.)
Widerspruch bei den Freiheitlichen und der ÖVP
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Vizekanzler! Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Ich verstehe, dass Sie heute nervös und angespannt sind, Herr Vizekanzler (Widerspruch bei den Freiheitlichen und der ÖVP) – ich wäre auch nervös und angespannt, wenn ich solch eine Pensions-
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Widerspruch bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
reform präsentieren müsste –, aber ich halte es für ein Armutszeugnis: Anstatt hier inhaltlich zu argumentieren, warum die FPÖ dieser Pensionsreform nun doch ihre Zustimmung gegeben hat, fällt Ihnen nichts anderes ein, als die Gewerkschaften zu kritisieren – und damit die 1 Million Menschen schlecht zu machen, die gestern für eine gerechte Pensionsreform demonstriert haben! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Widerspruch bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Großruck: Das war 1997 bis 2000! Da hat er Recht gehabt!
1997 hat der jetzige Bundeskanzler im Rahmen einer Pensionsreform von einer „Jahrtausendreform“ gesprochen (Abg. Großruck: Das war 1997 bis 2000! Da hat er Recht gehabt!), und er hat sich festgelegt, dass die nächsten 20 Jahre nichts notwendig sein wird.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Da frage ich Sie schon: Wer verunsichert denn hier die Menschen? Wer streut ihnen denn Sand in die Augen? Wer hat denn hier nicht die Wahrheit gesagt? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Großruck: Die kommen! Der Bundeskanzler wird sie bringen!
Ich habe erwartet, dass es hier einige inhaltliche Präsentationen geben wird (Abg. Großruck: Die kommen! Der Bundeskanzler wird sie bringen!), eine Rechtfertigung, warum dieser Pensionsreform zugestimmt wird. Ich habe aber bis jetzt nichts als Floskeln gehört, nämlich: Leistungsfähigkeit des Systems stärken, und immer wieder – immer wieder! – ist vom Vertrauen der jungen Menschen die Rede, das aufrechterhalten werden muss. (Abg. Scheibner: Da sind wir gespannt auf Ihr Modell! Das werden wir ja jetzt hören!)
Abg. Scheibner: Da sind wir gespannt auf Ihr Modell! Das werden wir ja jetzt hören!
Ich habe erwartet, dass es hier einige inhaltliche Präsentationen geben wird (Abg. Großruck: Die kommen! Der Bundeskanzler wird sie bringen!), eine Rechtfertigung, warum dieser Pensionsreform zugestimmt wird. Ich habe aber bis jetzt nichts als Floskeln gehört, nämlich: Leistungsfähigkeit des Systems stärken, und immer wieder – immer wieder! – ist vom Vertrauen der jungen Menschen die Rede, das aufrechterhalten werden muss. (Abg. Scheibner: Da sind wir gespannt auf Ihr Modell! Das werden wir ja jetzt hören!)
Abg. Dr. Fekter: Genau die schützen wir!
Ich möchte Sie fragen, Herr Vizekanzler: Finden Sie es eigentlich gerecht, finden Sie es sozial ausgewogen und finden Sie es intelligent, dass Menschen, die in Bildung investieren, dass junge Leute, die sehr viel Zeit auf den Universitäten verbringen, Qualifikationsmaßnahmen machen, bestraft werden durch die Pensionsreform? (Abg. Dr. Fekter: Genau die schützen wir!) Finden Sie das gerecht und sozial ausgewogen? Finden Sie es ausgewogen, dass Studierende, die, um sich die Studiengebühren leisten zu können, bereits jetzt schon immer öfter daneben arbeiten müssen und dadurch Nachteile für ihre Pension haben werden? Finden Sie es gerecht, dass Menschen in meinem Alter und jünger, Menschen, die 34 und jünger sind, mit Verlustabschlägen bis zu 40 Prozent rechnen müssen? (Abg. Scheibner: Schon wieder diese Falschmeldungen!) Ist das eine Pensionsreform, die die Jungen in irgendeiner Form in ihrem Vertrauen in die staatliche Pensionsvorsorge stärkt, Herr Vizekanzler? – Dazu haben Sie nichts gesagt!
Abg. Scheibner: Schon wieder diese Falschmeldungen!
Ich möchte Sie fragen, Herr Vizekanzler: Finden Sie es eigentlich gerecht, finden Sie es sozial ausgewogen und finden Sie es intelligent, dass Menschen, die in Bildung investieren, dass junge Leute, die sehr viel Zeit auf den Universitäten verbringen, Qualifikationsmaßnahmen machen, bestraft werden durch die Pensionsreform? (Abg. Dr. Fekter: Genau die schützen wir!) Finden Sie das gerecht und sozial ausgewogen? Finden Sie es ausgewogen, dass Studierende, die, um sich die Studiengebühren leisten zu können, bereits jetzt schon immer öfter daneben arbeiten müssen und dadurch Nachteile für ihre Pension haben werden? Finden Sie es gerecht, dass Menschen in meinem Alter und jünger, Menschen, die 34 und jünger sind, mit Verlustabschlägen bis zu 40 Prozent rechnen müssen? (Abg. Scheibner: Schon wieder diese Falschmeldungen!) Ist das eine Pensionsreform, die die Jungen in irgendeiner Form in ihrem Vertrauen in die staatliche Pensionsvorsorge stärkt, Herr Vizekanzler? – Dazu haben Sie nichts gesagt!
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Folgendes möchte ich Sie auch fragen: Finden Sie es gerecht, finden Sie es grundsätzlich gerecht, dass man Menschen, dass man Frauen, die 681 € Pension bekommen, überhaupt 1 Prozent wegnimmt? – Sie wollen 10 Prozent wegnehmen und verteidigen das als großartigen Erfolg! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Großruck: Haben Sie schon einmal etwas von demographischen Daten gehört? Wenn es jetzt keine Reform gibt, bekommen sie überhaupt keine Pension!
Tatsache ist, dass die Jüngeren – und damit meine ich Menschen, die 1968, 1969 geboren sind und die jünger sind – ein Fiasko im Pensionsalter erwartet. Tatsache ist auch, dass alle Menschen, die sich weiterbilden, in der Zukunft regelrecht dafür bestraft werden. Tatsache ist auch, dass viele junge Menschen, die unterbrochene Erwerbsbiographien haben, die vielleicht bis Ende 20 noch keinen Job haben, noch keine fixe Berufsanstellung haben, die in unselbständigen, die in ... (Abg. Großruck: Haben Sie schon einmal etwas von demographischen Daten gehört? Wenn es jetzt keine Reform gibt, bekommen sie überhaupt keine Pension!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Diese jungen Menschen bestrafen Sie alle, und Sie bestrafen vor allem die Wissenschaftler und die Studierenden und alle, die sich bemühen, das Know-how in Österreich anzusammeln und zu bereichern und zu stärken. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich glaube, dass eine Frauenministerin, die vor der Wahl etwas anderes sagt als danach und die sich dazu hinreißen lässt, ausschließlich Parteiinteressen zu verteidigen und nicht die Interessen der Frauen, abgedankt hat. – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Mazal!
Alle Arbeits- und Sozialrechtsexperten, wie Marin, Rürup, Tomandl, Marholt oder Matzolt (Rufe bei der SPÖ: Mazal!), um nur einige zu nennen, haben bestätigt, dass eine Pensionssicherungsreform dringend notwendig ist – dringend notwendig ist! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Alle Arbeits- und Sozialrechtsexperten, wie Marin, Rürup, Tomandl, Marholt oder Matzolt (Rufe bei der SPÖ: Mazal!), um nur einige zu nennen, haben bestätigt, dass eine Pensionssicherungsreform dringend notwendig ist – dringend notwendig ist! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Silhavy: ...! Ihr habt die Unwahrheit gesagt!
Auch seitens der EU wurden wir aufgefordert, im Pensionesbereich Maßnahmen zu setzen. Bereits 1991 – das wurde von meinem Kollegen Walter Tancsits heute schon erwähnt – haben die Sozialpartner in einer Beiratsstudie genau das empfohlen, was jetzt von der Regierung vorgeschlagen wurde. Ich möchte hier nur drei Punkte nennen: Anrechnung der Kindererziehungszeiten ... (Abg. Silhavy: ...! Ihr habt die Unwahrheit gesagt!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Kollegin Silhavy! Lesen – denken – sprechen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Silhavy: Sie haben die Beiratsstudie nie gelesen!
Anrechnung der Kindererziehungszeiten, Ausweitung der Durchrechnungszeiten und ein langes Auslaufen der Frühpension: Darum geht es! Drei Jahre hat die Pensionsreformkommission unter dem Vorsitz von Professor Tomandl beraten – unter Einbindung der Sozialpartner. (Abg. Silhavy: Sie haben die Beiratsstudie nie gelesen!)
Abg. Öllinger: Im Parlament? Das stimmt ja nicht!
Sehr geehrte Damen und Herren! Zukunft braucht Verantwortung, und wir von der ÖVP und der FPÖ haben gezeigt, was Parlamentarismus ist: In einem Land der gelebten Solidarität, wie Österreich, wird am Verhandlungstisch gearbeitet. (Abg. Öllinger: Im Parlament? Das stimmt ja nicht!) Es ist für mich klar – ich betone: es ist für mich klar! –, dass Sie versuchen, diese parlamentarische Demokratie durch Streiks auf der Straße zu untergraben. Aber das wird Ihnen nicht gelingen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Zukunft braucht Verantwortung, und wir von der ÖVP und der FPÖ haben gezeigt, was Parlamentarismus ist: In einem Land der gelebten Solidarität, wie Österreich, wird am Verhandlungstisch gearbeitet. (Abg. Öllinger: Im Parlament? Das stimmt ja nicht!) Es ist für mich klar – ich betone: es ist für mich klar! –, dass Sie versuchen, diese parlamentarische Demokratie durch Streiks auf der Straße zu untergraben. Aber das wird Ihnen nicht gelingen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Silhavy: Bei den Arbeitslosen zum Beispiel, bei den Abfangjägern!
Sehr geehrte Damen und Herren! Die Verschleierungs- und Verwässerungspolitik der SPÖ wie der Grünen kennen wir schon von der Pensionsreform 1997/2000. Damals haben sie auch versucht, dagegen zu arbeiten, und haben nicht mitgearbeitet. Von Ihnen wird alles versprochen, aber die anderen sollen es bezahlen. Sie wissen ganz genau ... (Abg. Silhavy: Bei den Arbeitslosen zum Beispiel, bei den Abfangjägern!)
Abg. Mag. Trunk: Warum zittern Sie so?
17. Jänner 2003, „Kurier“: „Der SPÖ-Chef bekennt sich dazu, die Frühpensionen auslaufen zu lassen ...“ – Was ist das? (Abg. Mag. Trunk: Warum zittern Sie so?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Wo sind die Kindergartenplätze?
Wir von der Regierung – jetzt komme ich zu einem äußerst wichtigen Punkt – haben für Familien mehr getan als alle anderen Regierungen davor. Wir haben positive Maßnahmen gesetzt, die sich sehen lassen können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Wo sind die Kindergartenplätze?)
Abg. Mag. Trunk: Aus welcher Vorlage lesen Sie denn jetzt?
Ich zähle auf: In puncto Kinder- und Familienfreundlichkeit kann uns niemand etwas nachsagen, auch Sie von der Opposition nicht. Bei Mehrlingsgeburten erhält die Mutter 50 Prozent mehr an Kinderbetreuungsgeld. Pro Kind gibt es vier Jahre Ersatzzeiten. Pro Kind werden drei volle Jahre aus der Durchrechnungszeit herausgenommen. Das gilt auch für die Familienhospiz-Karenz. Pro Kind in Zukunft zwei volle Jahre Beitragszeit. (Abg. Mag. Trunk: Aus welcher Vorlage lesen Sie denn jetzt?) – Bitte zuhören! – Die Bemessungsgrundlagen für die Kindererziehungszeiten werden in zweiprozentigen Steigerungsraten auf 150 Prozent angehoben.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Trunk: Deswegen gehen eine Million Menschen demonstrieren!
Meine Damen und Herren! Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Vizekanzler Herbert Haupt haben also für die Familien in Österreich gute Arbeit geleistet. Wir von der Regierung haben somit die soziale Sicherheit für Mütter und Väter ausgebaut, um gerecht und nachhaltig den Generationenvertrag zu sichern! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Trunk: Deswegen gehen eine Million Menschen demonstrieren!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Frau Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Hohe Haus erlebt heute ein Novum in seiner Geschichte: Der zuständige Ressortminister Vizekanzler Haupt legt einen Entwurf vor – wahrscheinlich hat die Frau Staatssekretärin daran mitgearbeitet –, und in wenigen Minuten wird er uns erklären, wie hart er verhandelt hat, und zwar wahrscheinlich mit sich selbst. Herr Vizekanzler! Wahrscheinlich haben Sie am „Runden Tisch“ einmal Pro und einmal Kontra gegeben. Wenn Sie hier jetzt lautstark Verbesserungen angekündigt haben, dann frage ich mich: Warum haben Sie das nicht gleich in den Entwurf hineingegeben? (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Ich werde Ihnen die Antwort darauf noch geben.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich anerkenne die Anhebung: Bis 1000 € eine Ausgleichszulage – das ist ja recht gut. Man muss wissen, dass 61 Prozent der Pensionisten unter 1 000 € haben. Sie sind wahrscheinlich erst draufgekommen, was Ihr Vorschlag bedeutet, als Sie sich die Zahlen angeschaut haben. Wie Sie jetzt jemandem helfen wollen, wenn der Ehegatte eine Pension von 700 € und die Ehefrau eine Pension von 400 € hat und Sie den Ausgleichszulagenrichtsatz auf 1000 € erhöhen, frage ich mich. Das geht nicht! Bei Ihrem Vorschlag werden die Zeche die Frauen und jene, die verheiratet sind, zahlen. Da werden wir genau rechnen und aufpassen müssen. Da liegt nämlich die Falle! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich sage Ihnen, warum es eigentlich zu der Diskussion gekommen ist und warum Sie bereit waren, einige Retuschen vorzunehmen. – Weil am 6. Mai dieses Jahres 500 000 Menschen bereit waren, Aktionen zu setzen, weil am 13. Mai – sehr viele habe im Budgetausschuss gelächelt, als sie gesehen, dass das größte Unwetter in der Geschichte über Wien heruntergeht, bei Sonnenschein kann man leicht demonstrieren – 200 000 Menschen auf die Straße gegangen sind. 200 000 Menschen auf die Straße zu bekommen, wenn es hagelt und regnet und die Menschen somit nass wurden – das kann ein Funktionär nicht auf Knopfdruck machen. Die Menschen waren persönlich betroffen und überzeugt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich bin sehr dankbar, dass heute das Fernsehen überträgt, denn ich möchte allen Menschen, den Hunderttausenden, ja Millionen Menschen, die mitgeholfen haben in Form von Maßnahmen, ein herzliches Dankeschön sagen, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Ah-Rufe bei der ÖVP
Ich sage Ihnen eines ganz deutlich: Jeder Funktionär in der österreichischen Gewerkschaftsbewegung vom Präsidenten bis zum kleinsten Vertrauensmann bekennt sich zur Demokratie, bekennt sich zum Parlamentarismus, hat nie vorgehabt, gegen die Regierung zu streiten (Ah-Rufe bei der ÖVP), sondern nur gegen einzelne Maßnahmen dieser Regierung! Nehmen Sie zur Kenntnis: Wir werden uns auch in Zukunft,
Beifall bei der SPÖ.
wenn wir die Interessen der arbeitenden Menschen in den Betrieben vertreten, von niemandem in diesem Lande daran hindern lassen, wenn wir es als notwendig erachten, gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen einzusetzen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wattaul: Gut ist er!
Lassen Sie mich einige Sätze zur Rolle des so genannten „einfachen Parteimitgliedes“ aus Kärnten sagen, denn das ist ein Weltmeister im Ankündigen, was er alles verhindern wird. (Abg. Wattaul: Gut ist er!) Er hat angekündigt und groß plakatiert: Abfangjäger wird er verhindern. Er wird der Erste sein, der applaudieren wird, wenn der erste Abfangjäger die Ehrenrunde über das Bärental ziehen wird. – Nichts wird er verhindern, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Lassen Sie mich einige Sätze zur Rolle des so genannten „einfachen Parteimitgliedes“ aus Kärnten sagen, denn das ist ein Weltmeister im Ankündigen, was er alles verhindern wird. (Abg. Wattaul: Gut ist er!) Er hat angekündigt und groß plakatiert: Abfangjäger wird er verhindern. Er wird der Erste sein, der applaudieren wird, wenn der erste Abfangjäger die Ehrenrunde über das Bärental ziehen wird. – Nichts wird er verhindern, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Herr Vizekanzler Haupt! Mein Beileid mit Ihnen hält sich in Grenzen. Die Rede, die Sie hier gehalten haben ... Sie sind ein Parteiobmann auf Abruf. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Glawischnig: 1 Million Menschen im „geschützten Bereich“!
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Herr Kollege Nürnberger, ich hätte mir gewünscht, dass der Österreichische Gewerkschaftsbund in der Vergangenheit etwas mehr an Vorschlägen eingebracht hätte, anstatt streiken zu gehen, denn der Streik hat im Prinzip überhaupt nichts gebracht. Gestreikt haben jene, die aus dem geschützten Bereich kommen. (Abg. Dr. Glawischnig: 1 Million Menschen im „geschützten Bereich“!) Ich habe zwar Verständnis für diese Leute, weil die eben etwas zu verlieren haben, aber es ist einfach wichtig, dass wir in Österreich zu einer Reform unseres Pensionssystems kommen, denn es ist bereits fünf Minuten vor zwölf, und wenn nichts getan wird, ist es am schlimmsten.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir haben es uns nicht einfach gemacht und haben hart gearbeitet, während andere gestreikt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Streik ist zwar ein legitimes Mittel, aber ich hätte mir gewünscht, auch als ÖGB-Mitglied, dass man sich Gedanken über eine zukünftige Pensionsreform macht. Bereits 1986 – das hat der Herr Bundesminister vorher schon erwähnt – hat der ÖGB-Vorsitzende Sepp Wille den Vorschlag gemacht, eine Harmonisierung der Pensionssysteme in Österreich
Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk
Es ist auch ein starkes Stück, wenn man hier Äpfel mit Birnen vermischt. Frau Kollegin Glawischnig rechnet uns hier 40 Prozent Verluste vor, Kollegin Silhavy ebenfalls. – Das spielt es nicht, liebe Kolleginnen und Kollegen! Diese Reform, wie sie jetzt ausgearbeitet wird, wird Nägel mit Köpfen haben. Wir werden die Pensionen langfristig sichern. Menschen mit langen Versicherungszeiten und kleinen Pensionen werden besonders geschützt (Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk), vor allem auch im Frauenbereich, Frau Kollegin Trunk. Sie sollten sich überlegen, dass dort Handlungsbedarf ist. Dort werden wir ansetzen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Mag. Trunk: Was hast du vor den Gewerkschaftern in Kärnten erzählt?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Mag. Trunk: Was hast du vor den Gewerkschaftern in Kärnten erzählt?
Es ist auch ein starkes Stück, wenn man hier Äpfel mit Birnen vermischt. Frau Kollegin Glawischnig rechnet uns hier 40 Prozent Verluste vor, Kollegin Silhavy ebenfalls. – Das spielt es nicht, liebe Kolleginnen und Kollegen! Diese Reform, wie sie jetzt ausgearbeitet wird, wird Nägel mit Köpfen haben. Wir werden die Pensionen langfristig sichern. Menschen mit langen Versicherungszeiten und kleinen Pensionen werden besonders geschützt (Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk), vor allem auch im Frauenbereich, Frau Kollegin Trunk. Sie sollten sich überlegen, dass dort Handlungsbedarf ist. Dort werden wir ansetzen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Mag. Trunk: Was hast du vor den Gewerkschaftern in Kärnten erzählt?)
Abg. Mag. Trunk: Ja eben, sehr gut!
Frau Kollegin Trunk, wir haben dieses Problem nicht nur in Österreich. Es gibt diese Probleme auch in Frankreich, in Deutschland und in der Schweiz. Ich war vor kurzem in der Schweiz, und die haben dasselbe Problem, obwohl sie wesentlich länger arbeiten. (Abg. Mag. Trunk: Ja eben, sehr gut!)
Abg. Mag. Trunk: Gerne!
Daher werden wir diese Reform durchbringen. Wir werden sie für alle Österreicherinnen und Österreicher sozial gerecht gestalten. (Abg. Mag. Trunk: Gerne!) Das werden wir machen, denn von Ihnen kann man sich das nicht erwarten. Wir sind mitten in den Beratungen, wir beraten morgen weiter, und ich erhoffe mir von jenen Teilen des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, der auch die ASVG-Versicherten vertritt, dass gewisse Vorschläge eingebracht werden und nicht nur Kritik geübt wird. Kritik kann zwar befruchtend sein, aber irgendwann einmal muss man auch Vorschläge einbringen. So geht das nicht weiter! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Daher werden wir diese Reform durchbringen. Wir werden sie für alle Österreicherinnen und Österreicher sozial gerecht gestalten. (Abg. Mag. Trunk: Gerne!) Das werden wir machen, denn von Ihnen kann man sich das nicht erwarten. Wir sind mitten in den Beratungen, wir beraten morgen weiter, und ich erhoffe mir von jenen Teilen des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, der auch die ASVG-Versicherten vertritt, dass gewisse Vorschläge eingebracht werden und nicht nur Kritik geübt wird. Kritik kann zwar befruchtend sein, aber irgendwann einmal muss man auch Vorschläge einbringen. So geht das nicht weiter! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Trunk: Soll!
Sehr geehrte Damen und Herren! Niemand wird oder soll bei einer Pensionsreform bestraft werden. (Abg. Mag. Trunk: Soll!) – Nein, niemand soll bestraft werden. Niemand soll bestraft werden, Frau Kollegin Trunk! (Abg. Dr. Matznetter: Warum machen Sie es dann?) – Weil eine Pensionsreform notwendig ist, Herr Kollege Matznetter, weil sie notwendig ist und weil Sie das verhindern und hinausschieben wollen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Je länger wir das hinausschieben, desto schlimmer wird es für die Österreicherinnen und Österreicher, desto schlimmer ist es. Das müssten Sie als Steuerberater eigentlich wissen – oder ich weiß nicht, wie Sie Ihre Leute sonst beraten. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Reheis: Sehr nervös!)
Abg. Dr. Matznetter: Warum machen Sie es dann?
Sehr geehrte Damen und Herren! Niemand wird oder soll bei einer Pensionsreform bestraft werden. (Abg. Mag. Trunk: Soll!) – Nein, niemand soll bestraft werden. Niemand soll bestraft werden, Frau Kollegin Trunk! (Abg. Dr. Matznetter: Warum machen Sie es dann?) – Weil eine Pensionsreform notwendig ist, Herr Kollege Matznetter, weil sie notwendig ist und weil Sie das verhindern und hinausschieben wollen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Je länger wir das hinausschieben, desto schlimmer wird es für die Österreicherinnen und Österreicher, desto schlimmer ist es. Das müssten Sie als Steuerberater eigentlich wissen – oder ich weiß nicht, wie Sie Ihre Leute sonst beraten. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Reheis: Sehr nervös!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Niemand wird oder soll bei einer Pensionsreform bestraft werden. (Abg. Mag. Trunk: Soll!) – Nein, niemand soll bestraft werden. Niemand soll bestraft werden, Frau Kollegin Trunk! (Abg. Dr. Matznetter: Warum machen Sie es dann?) – Weil eine Pensionsreform notwendig ist, Herr Kollege Matznetter, weil sie notwendig ist und weil Sie das verhindern und hinausschieben wollen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Je länger wir das hinausschieben, desto schlimmer wird es für die Österreicherinnen und Österreicher, desto schlimmer ist es. Das müssten Sie als Steuerberater eigentlich wissen – oder ich weiß nicht, wie Sie Ihre Leute sonst beraten. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Reheis: Sehr nervös!)
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Reheis: Sehr nervös!
Sehr geehrte Damen und Herren! Niemand wird oder soll bei einer Pensionsreform bestraft werden. (Abg. Mag. Trunk: Soll!) – Nein, niemand soll bestraft werden. Niemand soll bestraft werden, Frau Kollegin Trunk! (Abg. Dr. Matznetter: Warum machen Sie es dann?) – Weil eine Pensionsreform notwendig ist, Herr Kollege Matznetter, weil sie notwendig ist und weil Sie das verhindern und hinausschieben wollen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Je länger wir das hinausschieben, desto schlimmer wird es für die Österreicherinnen und Österreicher, desto schlimmer ist es. Das müssten Sie als Steuerberater eigentlich wissen – oder ich weiß nicht, wie Sie Ihre Leute sonst beraten. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Reheis: Sehr nervös!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Wichtig ist, dass diese Pensionsreform und eine Harmonisierung, die damit Hand in Hand gehen muss, für alle Österreicher und Österreicherinnen transparent sind und für jeden durchzurechnen sein werden. Die Verluste müssen human sein. Wir haben eine Gesamtdeckelung von 10 Prozent eingezogen. Die Verluste für die Bezieher geringer Pensionen sollten bei null liegen. Und – das ist ebenfalls wichtig – die Pensionen müssen für die Zukunft gesichert sein. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Das werden wir in den nächsten Tagen umsetzen. Sie sind eingeladen, mitzuarbeiten und auch mitzustimmen, damit Sie nicht alleine übrig bleiben, Herr Kollege Matznetter!
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (fortsetzend): Aber diesbezüglich müssen wir als Abgeordnete in diesem Hohen Haus eingreifen. Das wäre eine Aufgabe des Österreichischen Gewerkschaftsbundes gewesen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Das hat er nie gesagt, das ist eine Unterstellung!
Was ist geschehen? – Wir haben einen inferioren Vorschlag für eine Pensionsreform vom zuständigen Minister Haupt vorgelegt bekommen. Wir hatten einen Bundeskanzler, der sagte: Es ist mir völlig Wurscht, welche Kritik es gibt: Am 4. Juni wird sie beschlossen! (Abg. Dr. Fekter: Das hat er nie gesagt, das ist eine Unterstellung!) Der angebliche „Druck der Straße“, den ich als berechtigten Widerstand der Bevölkerung, die massiv betroffen ist, bezeichnen würde, hat zumindest erreicht, dass wir heute keine schlechte Pensionsreform beschließen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Was ist geschehen? – Wir haben einen inferioren Vorschlag für eine Pensionsreform vom zuständigen Minister Haupt vorgelegt bekommen. Wir hatten einen Bundeskanzler, der sagte: Es ist mir völlig Wurscht, welche Kritik es gibt: Am 4. Juni wird sie beschlossen! (Abg. Dr. Fekter: Das hat er nie gesagt, das ist eine Unterstellung!) Der angebliche „Druck der Straße“, den ich als berechtigten Widerstand der Bevölkerung, die massiv betroffen ist, bezeichnen würde, hat zumindest erreicht, dass wir heute keine schlechte Pensionsreform beschließen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Erfreulicherweise hat es einige Änderungen gegeben. Ich möchte nun auf einen bestimmten Teilbereich zu sprechen kommen, wobei ich jetzt ganz bewusst nicht das Wort „Mogelpackung“ verwende, obwohl manche Frauen vielleicht so darüber denken würden. Wir haben erlebt, dass eine Reihe Runder Tische vom Bundeskanzler einberufen wurde, an denen interessanterweise nur Männer teilgenommen haben. Wir haben eine Pensionsreform vorliegen, die unbestritten von allen, mit denen ich jemals gesprochen habe – mit einer Ausnahme –, als vor allem für die Frauen besonders negativ bezeichnet wird. Die eine Ausnahme, die das in meiner Anwesenheit bestritten hat, ist pikanterweise gerade die Frauenministerin. – „Herzlichen Dank“, Frau Frauenministerin! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Lentsch: Nein, nein, für jedes Kind drei Jahre!
Wir haben jetzt so genannte Verbesserungsvorschläge in dieser Pensionsreform, die auf Grund der Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen, auf Grund der fehlenden Altersabsicherung, die Frauen schon heute erleiden, auf Grund der typischen Einkommenslücken in der Erwerbsbiographie einer Frau zu massiven Verschlechterungen führen wird. Wir haben jetzt eine Reform, die als Angebot, wie es vermutlich dann auch noch wortreich beschworen werden wird, den Frauen Folgendes bietet: Jenen, die heute Kindergeld beziehen, werden in Zukunft, wenn sie in zwanzig, dreißig oder vierzig Jahren in Pension gehen, 18 bis 24 Monate angerechnet, falls wir das bis dahin nicht wieder abgeschafft haben. Pro Kind werden drei Jahre angerechnet, falls die Kinder vom Alter her nicht zu nahe beisammen sind. (Abg. Lentsch: Nein, nein, für jedes Kind drei Jahre!) Vorsicht, da gibt es Unterschiede. Die Frauen bekommen auch angeboten, dass die Kinderbetreuungszeiten besser berechnet werden, und
Beifall bei den Grünen.
Wenn der Herr Vizekanzler sagt: Diese Regierung anerkennt endlich die Familienarbeit!, dann möchte ich ergänzen: Ja, allerdings bei weitem nicht so wie den Präsenzdienst und den Dienst an der Waffe. Für Präsenzdiener gibt es noch immer eine einkommensabhängige Berechnung der Pension. Für Frauen oder auch für die wenigen Männer, die Kinder betreuen, gibt es das nicht. Diese bekommen 640 € als Berechnungsgrundlage. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich möchte den Appell ausweiten: Es dürfen nicht nur im Interesse der Frauen die weiblichen Abgeordneten ablehnen, sondern ich lade auch ganz herzlich die Männer ein, abzulehnen, wenn schon die Männer die Beratungen dominiert haben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Zu den Beratungen: Offensichtlich sind die Wörter „Männer“ und „schneller“ untrennbar miteinander verbunden. Ich frage mich, was das für eine Form des Parlamentarismus, der vom Herrn Vizekanzler beschworen wurde, ist, wenn wir einen Antrag, der noch gar nicht vorliegt – ich komme damit zum Schluss –, beraten sollen und diese Beratungen laut einer Fristsetzung, die heute beschlossen werden soll, bis zum 6. Juni abgeschlossen sein sollen. In meinen Augen ist das eine Missachtung des Parlaments! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Cap: Zur Geschäftsbehandlung!
Es liegt das von fünf Abgeordneten geschäftsordnungsmäßig gestellte Verlangen vor, eine Debatte darüber durchzuführen. Diese Debatte und die Abstimmung finden nach Erledigung der Tagesordnung statt. (Abg. Dr. Cap: Zur Geschäftsbehandlung!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich möchte Folgendes anmerken: Es gab eine Präsidialsitzung, in der wir über das Procedere hier im Nationalrat diskutiert haben. Jetzt plötzlich müssen wir vernehmen, dass es einen Fristsetzungsantrag gibt. Das heißt: Noch bevor der Bundeskanzler hier seine Stellungnahme zum Thema der Pensionsreform abgegeben hat, bevor überhaupt in den Sitzungen des Budgetausschusses ordentlich verhandelt werden kann, soll hier schon ein Fristsetzungsantrag beschlossen werden, dass am Freitag die Frist abgelaufen sein wird. Das ist ein demokratiepolitischer Skandal, und ich möchte hier meinen Protest anbringen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Rufe bei der SPÖ: Ja, genau! – Abg. Dr. Glawischnig: Wir haben nichts!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Man muss sich das wirklich sozusagen auf der Zunge zergehen lassen: Es wird ein Fristsetzungsantrag gestellt, der vorsieht, dass der Budgetausschuss übermorgen die Debatte über etwas abschließen muss, was er heute noch gar nicht kennt. (Rufe bei der SPÖ: Ja, genau! – Abg. Dr. Glawischnig: Wir haben nichts!) Heute, Mittwoch, Viertel nach zehn, liegen die Abänderungsanträge meines Wissens – zumindest meiner Fraktion – nicht vor. Ich nehme an, dass die ÖVP mehr Informationen darüber hat; das kann schon sein. Aber jedenfalls liegt dieser Abänderungsantrag den Oppositionsparteien und insbesondere den Grünen nicht vor.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich bitte daher um die Einberufung einer Präsidiale zu dieser Frage, Herr Präsident. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Silhavy: Speed kills!
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Mag. Molterer. – Bitte. (Abg. Silhavy: Speed kills!)
Abg. Öllinger: Das ist ein Scherz! – Abg. Mag. Wurm: So etwas von zynisch und undemokratisch!
Drittens: Es ist der Opposition angekündigt – und zwar seit Tagen! –, dass heute zu Mittag die Abänderungsanträge übergeben werden. (Abg. Öllinger: Das ist ein Scherz! – Abg. Mag. Wurm: So etwas von zynisch und undemokratisch!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Fischer: Wozu brauchen wir die Fristsetzung?
Viertens: Es ist klar, dass gemäß Geschäftsordnung ein derartiger Fristsetzungsantrag vor Eingang in die Tagesordnung vorgelegt werden muss. Ich gehe daher davon aus, dass wir im Ausschuss ausreichend Zeit haben werden, auf Basis der Abänderungsanträge in seriöser Arbeit eine Entscheidung hier im Nationalrat zu treffen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Fischer: Wozu brauchen wir die Fristsetzung?)
Zwischenruf der Abg. Silhavy
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Im Gegensatz zu früheren Zeiten, als die Opposition zum Teil erst während der zweiten Lesung Abänderungsanträge erhalten und es überhaupt keine Möglichkeit gegeben hat – und da waren Sie in der Regierung, meine Damen und Herren von der SPÖ –, sich umfassend mit diesen Problemen zu befassen (Zwischenruf der Abg. Silhavy), haben wir jetzt seit vielen Stunden, seit vielen Tagen, seit vielen Wochen über die Thematik der Pensionsreform auch hier im Parlament diskutiert. (Abg. Öllinger: Immer etwas anderes!)
Abg. Öllinger: Immer etwas anderes!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Im Gegensatz zu früheren Zeiten, als die Opposition zum Teil erst während der zweiten Lesung Abänderungsanträge erhalten und es überhaupt keine Möglichkeit gegeben hat – und da waren Sie in der Regierung, meine Damen und Herren von der SPÖ –, sich umfassend mit diesen Problemen zu befassen (Zwischenruf der Abg. Silhavy), haben wir jetzt seit vielen Stunden, seit vielen Tagen, seit vielen Wochen über die Thematik der Pensionsreform auch hier im Parlament diskutiert. (Abg. Öllinger: Immer etwas anderes!)
Abg. Dr. Fischer: A la FPÖ!
Ich glaube daher, dass nicht nur der Geschäftsordnung Genüge getan wird, sondern auch dem Parlamentarismus (Abg. Dr. Fischer: A la FPÖ!) – im Gegensatz zu früheren Zeiten, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich glaube daher, dass nicht nur der Geschäftsordnung Genüge getan wird, sondern auch dem Parlamentarismus (Abg. Dr. Fischer: A la FPÖ!) – im Gegensatz zu früheren Zeiten, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Nürnberger: 1 Million!
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Hohes Haus! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Gestern haben viele Menschen, hunderttausende Menschen (Abg. Nürnberger: 1 Million!), wie ich glaube, aus berechtigter Sorge ihre Aktionen gesetzt, und ich respektiere das.
Abg. Parnigoni: Mehr Ehrlichkeit!
Umgekehrt möchte ich aber auch darum ersuchen, dass Sie respektieren, dass ich als Regierungschef, Herbert Haupt als Vizekanzler und amtierender Sozialminister und die Mehrheit dieses Hauses aus ehrlicher Verantwortung diese Pensionssicherungsreform dem Parlament vorgelegt haben (Abg. Parnigoni: Mehr Ehrlichkeit!) und für sie eintreten, weil es wichtig ist, jetzt zu handeln. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Umgekehrt möchte ich aber auch darum ersuchen, dass Sie respektieren, dass ich als Regierungschef, Herbert Haupt als Vizekanzler und amtierender Sozialminister und die Mehrheit dieses Hauses aus ehrlicher Verantwortung diese Pensionssicherungsreform dem Parlament vorgelegt haben (Abg. Parnigoni: Mehr Ehrlichkeit!) und für sie eintreten, weil es wichtig ist, jetzt zu handeln. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Nürnberger: Sie haben unvollständig zitiert! – Abg. Eder: Unwahrheit! – Abg. Dr. Jarolim: Wir ersuchen um Ehrlichkeit!
Sepp Wille ist als ehrlicher Klubobmann, aus ehrlicher Überzeugung für dieses Anliegen eingetreten, aber er ist genauso eingebremst worden wie Alfred Dallinger oder Hofrat Dragaschnig, der Obmann des ... (Abg. Nürnberger: Sie haben unvollständig zitiert! – Abg. Eder: Unwahrheit! – Abg. Dr. Jarolim: Wir ersuchen um Ehrlichkeit!) – Warum unterbrechen Sie mich? Genau das Thema „Harmonisierung“ ist von diesen beiden Politikern immer wieder angesprochen worden, aber immer wieder wurden sie gebremst, und immer wieder haben sich die Bremser durchgesetzt.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen ganz offen: Es ist Zeit, dass die Reformer gewinnen und nicht die Blockierer! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Broukal: Wir können aber etwas anderes vorschlagen!
Das ist ein ehrliches Wort! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Broukal: Wir können aber etwas anderes vorschlagen!) Das ist Mut zum aufrechten Gang, und das gehört respektiert! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das ist ein ehrliches Wort! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Broukal: Wir können aber etwas anderes vorschlagen!) Das ist Mut zum aufrechten Gang, und das gehört respektiert! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich sage: Sparen ist weder links noch rechts, sondern richtiges, vernünftiges, sozial verantwortliches Sparen ist notwendig, weil es uns die Spielräume für die Zukunft, für Investitionen, für Bildung, für unser Humankapital erhält. Genau das ist die eigentliche Herausforderung! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich muss Ihnen ehrlich sagen: Dieser Appell, aufzuwachen und zu sehen, in welcher Welt wir uns eigentlich befinden, nämlich in einer Welt mit Chancen, aber auch in einer Welt mit Bedrohungen, wenn wir glauben, den Status quo um jeden Preis verteidigen zu müssen, war beeindruckend. Diese Rede hat mich beeindruckt, und ich würde mir wünschen, dass heute ein Sozialdemokrat an das Rednerpult tritt und eine ähnliche Rede für Österreich hält. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Ich glaube, dass man heute bewusst sagen kann: Die Bundesregierung, die Parlamentsmehrheit hat sich bewegt. Wir haben keinerlei Justament-Standpunkt eingenommen, wir sind ... (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) – Ist das wirklich notwendig? Ist es möglich, dass wir einmal gemeinsam eine sachliche Diskussion führen (Zwischenrufe bei der SPÖ) und dass wir versuchen, einander zuzuhören und auch die Inhalte zu prüfen, die bei den Gesprächen herausgekommen sind? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Bitte, kehren Sie zu den Inhalten zurück!)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Ich glaube, dass man heute bewusst sagen kann: Die Bundesregierung, die Parlamentsmehrheit hat sich bewegt. Wir haben keinerlei Justament-Standpunkt eingenommen, wir sind ... (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) – Ist das wirklich notwendig? Ist es möglich, dass wir einmal gemeinsam eine sachliche Diskussion führen (Zwischenrufe bei der SPÖ) und dass wir versuchen, einander zuzuhören und auch die Inhalte zu prüfen, die bei den Gesprächen herausgekommen sind? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Bitte, kehren Sie zu den Inhalten zurück!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Bitte, kehren Sie zu den Inhalten zurück!
Ich glaube, dass man heute bewusst sagen kann: Die Bundesregierung, die Parlamentsmehrheit hat sich bewegt. Wir haben keinerlei Justament-Standpunkt eingenommen, wir sind ... (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) – Ist das wirklich notwendig? Ist es möglich, dass wir einmal gemeinsam eine sachliche Diskussion führen (Zwischenrufe bei der SPÖ) und dass wir versuchen, einander zuzuhören und auch die Inhalte zu prüfen, die bei den Gesprächen herausgekommen sind? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Bitte, kehren Sie zu den Inhalten zurück!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Erstens: keine Eingriffe in bestehende Pensionen. – Das ist wichtig, denn 2 Millionen Menschen können ihre Lebensplanung nicht mehr umstellen, wenn sie schon in der Pension sind. Ausgenommen sind der Pensionssicherungsbeitrag von 1 Prozent und die Politikerregelung; auf diese möchte ich nachher noch eingehen. Sonst wird es keinen Eingriff in bestehende Pensionen geben. Das halte ich für wichtig und sozial absolut notwendig. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Broukal: Wie „großzügig“!
Zweitens: Wer jetzt schon in Pension gehen könnte, aber lieber länger arbeiten möchte, der hat keinerlei Nachteile, wenn er nach dem 1. Jänner 2004 in Pension geht. (Abg. Broukal: Wie „großzügig“!) Nein, das ist nicht großzügig, aber es ist klug, weil Sie mit Ihrer Gräuelpropaganda genau das Gegenteil behaupten, meine Damen und Herren. Daher ist diese Antwort hier sehr wichtig. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zweitens: Wer jetzt schon in Pension gehen könnte, aber lieber länger arbeiten möchte, der hat keinerlei Nachteile, wenn er nach dem 1. Jänner 2004 in Pension geht. (Abg. Broukal: Wie „großzügig“!) Nein, das ist nicht großzügig, aber es ist klug, weil Sie mit Ihrer Gräuelpropaganda genau das Gegenteil behaupten, meine Damen und Herren. Daher ist diese Antwort hier sehr wichtig. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
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Drittens: Es muss für die Zukunft eine Harmonisierung aller Pensionssysteme geben! Ich halte es für absolut notwendig, dass wir aufhören, verschiedene ständische Pensionssysteme zu pflegen, mit eigenen Anstalten, Sozialversicherungsanstalten, mit eigenem Leistungs- und eigenem Beitragsrecht. Die Zeit ist reif für ein einheitliches, harmonisiertes Pensionssystem, und wir werden das – hoffentlich auch mit Hilfe der Sozialpartner; sie sind herzlich eingeladen – bis zum Jahresende dem Hohen Hause vorlegen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
dem 65. Lebensjahr nach 45 Versicherungs- und Beitragsjahren – denn die müssen ja dann angeglichen werden – 80 Prozent des Lebenseinkommensdurchschnitts geben. Das ist, glaube ich, ein ganz wichtiges Element, damit jeder weiß, dass mit seinem persönlichen Pensionskonto, das verzinst und aufgewertet wird, all das, was eingezahlt wird – entweder von ihm selbst oder von der Leistungsgemeinschaft solidarisch über den Familienfonds oder vom Staat für Präsenzdienst und vieles andere mehr – auch hunderprozentig garantiert für seine Pension zur Verfügung steht. Das halte ich für wichtig, und es entspricht auch dem, was in der Opposition angedacht und vorgedacht wurde. Ich glaube nicht, dass dies ein Thema ist, bei dem wir inhaltlich weit auseinander liegen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich meine, dass wir damit den Anregungen der Sozialpartner weitestgehend entgegengekommen sind – denn eines sage ich Ihnen auch: Eine Reform, die keine Wirkung hat, ist auch keine Reform! –, und das entspricht durchaus dem, was Alfred Gusenbauer und andere gesagt haben, nämlich die Zielsetzung insgesamt sei, dass am Ende das Pensionsniveau gegenüber der heutigen Situation um etwa 10 Prozent verringert werden wird. Ich glaube, dass wir diese maximal 10 Prozent – am Anfang werden es im Durchschnitt 3 Prozent für Frauen und 5 Prozent für Männer sein – durchaus argumentieren können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Jahre und Jahrzehnte bleiben müssen. Aber machen Sie nicht die private Vorsorge oder die Betriebspensionen schlecht; schließlich haben wir sie gemeinsam, sogar einstimmig, beschlossen, meine Damen und Herren! Mitarbeitervorsorge beziehungsweise steuerliche Eigenvorsorge waren immer ein Thema. Viele Menschen haben gesagt, es müsse Spielräume geben, damit man auch selbst vorsorgen kann. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sozial ist, was Arbeit schafft! – Das muss unsere Voraussetzung sein, das muss unsere Zielsetzung sein, und das werden wir schaffen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fischer: Das ist die sachliche Argumentation!
Ein wesentlicher Punkt waren die Frauen- und Kinderproblematik, die Familien. In diesem Zusammenhang haben wir gerade aus unseren Reihen – von anderen haben wir weniger gehört, aber aus unseren Reihen haben wir sehr massive ... (Abg. Dr. Fischer: Das ist die sachliche Argumentation!) Sachliche Vorschläge kamen schon von unserer Seite. Einmal ausdrücklich hervorheben möchte ich hier etwa Ursula Haubner oder Maria Rauch-Kallat oder Ridi Steibl und viele andere.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich schließe natürlich alle Frauenpolitikerinnen mit ein, aber ich möchte einmal ausdrücklich für die konkreten Vorschläge danken, die aus unserem Klub gekommen sind; gar nicht so sehr von der Regierung allein. Ich möchte dafür danken, dass wir, FPÖ und ÖVP, die Chance gehabt haben, ein Programm zu entwickeln, das in dieser Form noch von keiner Regierung in keiner Legislaturperiode in Bewegung gesetzt wurde: zwei Jahre Pensionsbegründung, drei Jahre weniger Durchrechnung für jedes Kind, ohne Überlappungseffekte, vier Jahre Ersatzzeiten und eine deutliche Aufwertung, was de facto mit dem Ausgleichszulagenrichtsatz dazu führt, dass es nicht nur 150, sondern deutlich über 200 Prozent sein werden, wie wir hier aufwerten werden. – In Summe ein Programm, das weitestgehend auch den Vorschlägen der Sozialpartner entspricht. Ich hoffe, dass Sie dieses Programm mit uns gemeinsam tragen werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Arbeiten Sie mit! Wir freuen uns auf den Dialog. Ich habe meine Rolle auch nie so verstanden, dass wir ungerührt über die Diskussionen drübergehen. Ganz im Gegenteil! Wir haben hingehört, wir haben zugehört und wir haben auch reagiert. Wenn mir vorgeworfen wird, ich wolle das jetzt aus Machtgründen so, dann antworte ich ganz schlicht: Es wäre viel einfacher gewesen, sich – wie vielleicht auch manche meiner Amtsvorgänger – vorzunehmen, drei, dreieinhalb Jahre noch irgendwie drüberzuwurschteln. Wenn wir, Herbert Haupt, das ganze Regierungsteam und ich, das tun, wenn wir diese Reformen umsetzen, dann tun wir das aus ehrlicher Überzeugung und Verantwortung für das Ganze. Das sollen Sie hier im Hohen Haus und auch die Menschen an den Fernsehgeräten wissen. (Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Schon wieder!
zu den „Vorgängen im Zusammenhang mit der Beschaffung von Eurofighter-Kampfjets“ einzusetzen. (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Schon wieder!)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Bundeskanzler, ich stelle fest, dass Sie mit bedeutend größerer Begeisterung über den Parteitag der SPD als über Ihre Pensionsreformvorschläge gesprochen haben. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Dann hätten die wenigstens einen Gescheiten dabei! – Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Falls Sie, Herr Bundeskanzler, vorhaben, Mitglied der SPD zu werden: Gerhard Schröder wird sicher ein offenes Ohr für Sie haben! (Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Dann hätten die wenigstens einen Gescheiten dabei! – Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Aufregung bei der ÖVP? – Es sollen nicht gleich alle das Bedürfnis haben, Mitglied der SPD zu werden. Es reicht, wenn das Ihr Parteiobmann macht, meine Damen und Herren von der ÖVP! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Sie will man bei der SPD eh nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Sie will man bei der SPD eh nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Falls Sie, Herr Bundeskanzler, vorhaben, Mitglied der SPD zu werden: Gerhard Schröder wird sicher ein offenes Ohr für Sie haben! (Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Dann hätten die wenigstens einen Gescheiten dabei! – Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Aufregung bei der ÖVP? – Es sollen nicht gleich alle das Bedürfnis haben, Mitglied der SPD zu werden. Es reicht, wenn das Ihr Parteiobmann macht, meine Damen und Herren von der ÖVP! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Sie will man bei der SPD eh nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Bösch: Nicht Kürzung, sondern Deckelung! Das ist ein Unterschied!
Herr Bundeskanzler, ich habe den Eindruck, dass auch nach dem, was Sie heute gesagt haben, dieses Vertrauen bei den vielen hunderttausend Menschen, die diese Fragen in den letzten Wochen intensiv diskutiert haben, nicht herzustellen ist! Und ich bringe Ihnen zwei Beispiele zu Ihren Ausführungen: Es geht um die angekündigten Kürzungen um 10 Prozent. (Abg. Dr. Bösch: Nicht Kürzung, sondern Deckelung! Das ist ein Unterschied!) Sie, Herr Bundeskanzler, weisen darauf hin, dass es bei den klei-
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Großruck: Da wird der Herr Blecha keine Freude haben mit Ihnen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Und da stelle ich mir schon die Frage, ob man über die Betroffenheit von Hunderttausenden in Österreich so einfach hinweggehen kann und sagt, das sei notwendig. Folgender Vergleich ist schon herzustellen. Man könnte ja auch sagen – wie wir das unter anderem vorgeschlagen haben –, dass es bedeutend angebrachter wäre, wenn diejenigen, die heute eine hohe beziehungsweise sehr hohe Pension beziehen und denen dabei kein Stein aus der Krone fällt, einen 10-prozentigen Solidarbeitrag leisten würden, als dass die Durchschnittspensionisten in Österreich, Männer und Frauen, ihre Pension um 10 Prozent gekürzt bekommen. Das wäre soziale Gerechtigkeit gewesen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Großruck: Da wird der Herr Blecha keine Freude haben mit Ihnen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Widerspruch bei der ÖVP.
Ich verweise in diesem Zusammenhang auf das – darauf sind Sie, Herr Bundeskanzler, heute nicht eingegangen –, was Ihr Minister Bartenstein bei einigen öffentlichen Auftritten gesagt hat, der dabei meinte: Die 10 Prozent Pensionskürzung gibt es so lange, bis dass es dann das individuelle Beitragskonto gibt. – Will heißen: Wenn dieses Konto dann kommt, können die Pensionskürzungen auch höher sein als diese 10 Prozent. (Widerspruch bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
In Anbetracht der Technik Ihre Gesetzesvorschlages, nämlich alte Versicherungszeiten nicht aufzuwerten, sondern erst die künftigen, würde ich Sie, Herr Bundeskanzler, ersuchen: Schauen Sie sich doch diese Gesetzesvorlage noch einmal an, die Sie ja selbst vorgelegt haben – und dann werden Sie sehen: Das führt für junge, für unter 40-jährige Menschen leider zu bedeutend höheren Pensionskürzungen als 10 Prozent! Und wenn Sie tatsächlich 80 Prozent für alle haben wollen, dann müssen Sie das dringend ändern, meine Damen und Herren von den Koalitionsparteien! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Großruck: Harmonisierung bis Ende 2003!
Die Bereitschaft der Bevölkerung, ja zu einer Pensionsreform zu sagen, hängt eng damit zusammen, ob die Pensionen der Zukunft gerechter sein werden als die Pensionen der Vergangenheit. – Aber zu diesem Thema haben Sie leider keinen einzigen Vorschlag gemacht, Herr Bundeskanzler! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Großruck: Harmonisierung bis Ende 2003!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich sage Ihnen ganz offen: Die einzige Möglichkeit, die ich sehe, wie man diese drei Reformziele – langfristige Finanzierung, Sicherung des Lebensstandards und mehr Pensionsgerechtigkeit – erreicht, ist ein einheitliches und gleiches Pensionssystem für alle Österreicherinnen und Österreicher: ein einheitliches Pensionssystem, in dem jeder Euro gleich viel wert ist, in dem es bei gleichen Beiträgen auch eine gleiche Leistung gibt und in dem letztendlich bestehende Ungleichheiten abgeschafft werden, sodass es eine gemeinsame Grundlage gibt. Daher sage ich Ihnen: Pensionssicherung ist von einer Harmonisierung der Pensionssysteme nicht zu trennen. Daher sollten wir es gemeinsam machen, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Irgendwie kommen natürlich Zweifel auf, nachdem Sie in den vergangenen Wochen Vorschläge vorgelegt haben, die in erster Linie bei den Arbeitnehmern, den Arbeitern und Angestellten im ASVG-Bereich, massive Kürzungen bedeuten, während gleichzeitig die Harmonisierung eine Absichtserklärung ist. Herr Bundeskanzler, bei dieser Trennung von zwei sehr wesentlichen Angelegenheiten haben viele den Eindruck: Was jetzt beschlossen wird, ist einmal sicher, mit diesen Kürzungen können oder müssen alle in Österreich rechnen; was hingegen in Zukunft kommt und ob diese Harmonisierung so durchgeführt werden wird, das steht für viele in den Sternen. Ich würde sagen, diese Zweifel können Sie leicht ausräumen: Beschließen wir am selben Tag im österreichischen Nationalrat die Pensionssicherung und die Harmonisierung! Dann wäre es eine glaubwürdige Vorgangsweise, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Großruck: Aha! Wer plakatiert „Pensionsraub“? Wer inseriert „Pensionsraub“? Die SPÖ macht es! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich glaube, dass diese Pensionsreform-Diskussion eine wichtige Angelegenheit für die Zukunft unseres Landes ist und daher überhaupt keine Grundlage für – so meine ich – Polemiken bietet. (Abg. Großruck: Aha! Wer plakatiert „Pensionsraub“? Wer inseriert „Pensionsraub“? Die SPÖ macht es! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Herr Bundeskanzler! Wenn Sie sagen, alle Beispiele, die die Sozialpartner vorgelegt haben, haben Sie nachgerechnet und sie waren falsch, dann würde ich sagen: Herr Bundeskanzler, ich kann Sie nicht zur Ordnung rufen, aber wenn Sie eine ehrliche Diskussion führen, dann würden Sie zugestehen, dass die Beispiele, die die Sozialpartner vorgelegt haben, aus den Quellen des Hauptverbandes kommen und objektiv nachgewiesene Zahlen enthalten und dass Sie diese mit Ihren Vokabeln von „Gräuelpropaganda“ und „falschen Beispielen“ nicht wegpolemisieren können. Stattdessen sollten Sie sich der Lebensrealität der Menschen stellen, die hinter diesen Beispielen steht, und das nicht mit „Propaganda“ abtun, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Wattaul: Gusi, jetzt wirst polemisch!
Wenn bei Ihnen, bevor Sie einen neuen Vorschlag schriftlich auf den Tisch des Hohen Hauses bringen, Ihre Abgeordneten bereits fordern: Schluss der Debatte, Fristsetzung bis Freitag!, dann müssen alle den Eindruck haben (Abg. Wattaul: Gusi, jetzt wirst polemisch!), dass im Detail und im Kleingedruckten dessen, was Sie vorgelegt haben, eine Reihe von Dingen verborgen sind, und dass Sie deshalb erreichen wollen, dass zwei Tage nicht ausreichend sind, um all diese Dinge aufzudecken. Wenn Sie Mut haben, dann geben Sie dem Parlament ausreichend Zeit, diese Pensionsreform zu diskutieren, und ziehen Sie diese Fristsetzung zurück! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wenn bei Ihnen, bevor Sie einen neuen Vorschlag schriftlich auf den Tisch des Hohen Hauses bringen, Ihre Abgeordneten bereits fordern: Schluss der Debatte, Fristsetzung bis Freitag!, dann müssen alle den Eindruck haben (Abg. Wattaul: Gusi, jetzt wirst polemisch!), dass im Detail und im Kleingedruckten dessen, was Sie vorgelegt haben, eine Reihe von Dingen verborgen sind, und dass Sie deshalb erreichen wollen, dass zwei Tage nicht ausreichend sind, um all diese Dinge aufzudecken. Wenn Sie Mut haben, dann geben Sie dem Parlament ausreichend Zeit, diese Pensionsreform zu diskutieren, und ziehen Sie diese Fristsetzung zurück! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Was ich aber nicht verstehe, wenn Sie so sehr auf die zweite und dritte Säule bestehen, ist, dass hier im österreichischen Parlament ein Gesetzesantrag vorgelegt wird, mit dem die Verzinsungsgarantie bei den Pensionskassen reduziert wird. Das bedeutet genau einen Schlag ins Gesicht der zweiten Säule, Herr Bundeskanzler! Das ist keine konsequente Politik, die Sie hier betreiben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Vizekanzler Mag. Haupt: Kann ich eines haben?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir haben es uns als Sozialdemokraten nicht einfach gemacht und haben ein Modell der Fairness-Pension für alle Österreicherinnen und Österreicher vorgelegt. Sie haben auf ein paar Punkte durchaus Bezug genommen. Dieses Modell versucht, die langfristige Finanzierung, die Lebensstandardsicherung und die Harmonisierung in einem großen Schritt zu bewältigen. Ich bin nach Studium dessen, was Sie uns vorgelegt haben, nach wie vor der Meinung, dass dieser unser Vorschlag der bessere Vorschlag ist, um die Pensionen der Österreicherinnen und Österreicher zu sichern, weil er ein Vorschlag ist, der wirklich gerecht ist, fair ist und die Pensionen auch in Zukunft sichern wird. (Der Redner hält eine Broschüre mit dem Titel „Die Fairness-Pension“ in die Höhe.) Ich biete Ihnen erneut an, die Vorschläge, die wir hier unterbreitet haben, zur Grundlage dessen zu machen, was Sie in einem Gesetzesvorschlag im österreichischen Parlament präsentieren sollten. (Beifall bei der SPÖ. – Vizekanzler Mag. Haupt: Kann ich eines haben?)
Der Redner überreicht Bundeskanzler Dr. Schüssel die Broschüre.
Ich kann das gerne für jedes Mitglied der Bundesregierung zur Verfügung stellen. Ich habe mir gedacht, der Herr Bundeskanzler kann die Verteilung vornehmen, und überreiche es ihm daher persönlich. (Der Redner überreicht Bundeskanzler Dr. Schüssel die Broschüre.) Daher kann es dann auch der Herr Vizekanzler nachlesen, meine sehr verehrten Damen und Herren!
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Ich muss, weil mir der Herr Vizekanzler freundlicherweise eine Bemerkung von hinten zuruft, aber schon Folgendes sagen (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen): Was Sie, Herr Vizekanzler, heute hier gesagt haben, steht in einem eklatanten Widerspruch zu den Stellungnahmen der FPÖ in den letzten Wochen. Es bleibt der Eindruck
Anhaltender Beifall bei der SPÖ und Beifall bei Abgeordneten der Grünen.
bestehen, dass Sie erneut im Liegen umgefallen sind. Das ist sehr traurig für die Pensionen in unserem Land! (Anhaltender Beifall bei der SPÖ und Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Sie sind falsch informiert! Leider falsch informiert!
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Gusenbauer, es ist durchaus möglich, dass Bundeskanzler Schröder Interesse an Bundeskanzler Schüssel hat – bei Ihnen bin ich mir da nicht ganz sicher, weil mir noch in Erinnerung ist, dass Schröder zum Beispiel die Einladung zum Wahlkampfauftakt der SPÖ abgesagt hat. Er wird seine Gründe gehabt haben, Herr Abgeordneter Gusenbauer! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Sie sind falsch informiert! Leider falsch informiert!)
Abg. Broukal: Begrenzt! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Herr Abgeordneter Gusenbauer! Sie haben gesagt, dass Sie eine sachliche Information und eine sachliche Diskussion haben wollen. Ich bin daran interessiert. Es gehört aber nicht zur Sachlichkeit, sondern in die Kategorie Polemik, wenn in dieser Woche, von der SPÖ bezahlt, Inserate erscheinen, in denen einer Abgeordneten vorgeworfen wird, Pensionskürzungen bis zu 40 Prozent verantworten zu wollen, obwohl Sie wissen, dass ein Verlustdeckel mit 10 Prozent eingezogen ist. (Abg. Broukal: Begrenzt! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Herr Abgeordneter Gusenbauer, es stellt keine sachliche Auseinandersetzung dar, wenn von der Landes-SPÖ in Oberösterreich namentlich angeführten Abgeordneten unserer Gesinnungsgemeinschaft auf Plakaten „Klau“ vorgeworfen wird. Das ist keine sachliche Auseinandersetzung, sondern pure Polemik, Herr Abgeordneter Gusenbauer! (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Fekter: Skandal! – Abg. Dr. Glawischnig: Sagen Sie zu den Pensionen auch noch was?
Genauso wenig gehört es zur sachlichen Auseinandersetzung – ich sage Ihnen sehr offen, dass mich das persönlich auf das Äußerste irritiert hat –, was gestern vor der Bundesparteizentrale der Österreichischen Volkspartei im Zuge einer Aktion der Städtischen Feuerwehr Wien vonstatten gegangen ist. Über Geschmacksfragen kann man immer geteilter Meinung sein, aber wenn bei dieser Aktion auch eine SPÖ-Stadträtin, Frau Brauner, anwesend ist, und wenn bei dieser Aktion der SPÖ-Landesgeschäftsführer Kopietz anwesend ist, Herr Abgeordneter Gusenbauer, so frage ich Sie: Wo bleibt denn da die Sachlichkeit! Das ist pure parteipolitische Polemik! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Fekter: Skandal! – Abg. Dr. Glawischnig: Sagen Sie zu den Pensionen auch noch was?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
sage Gott sei Dank – zwölf Jahre länger ihre Pension genießen können. Wer diesen Tatsachen nicht ins Auge blickt, der handelt fahrlässig, weil er die Zukunft gefährdet, weil er die Sicherheit der Altersvorsorge in Zukunft untergräbt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir dürfen die Augen auch nicht davor verschließen, dass gesunkene Kinderzahlen, gesunkene Geburtenzahlen natürlich das Verhältnis zwischen aktiven Beitragszahlern und Pensionisten verändern. Wir dürfen die Augen weiters nicht davor verschließen – und wer das tut, handelt unverantwortlich, Herr Abgeordneter –, dass derzeit nur etwa 3 Prozent aller Menschen zum gesetzlichen Pensionsalter in Pension gehen und 97 Prozent aus unterschiedlichen Gründen früher. Wir können diese Tatsachen nicht wegreden, wir können diese Tatsachen aber vor allem auch nicht wegstreiken, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir handeln, meine Damen und Herren! Wir handeln verantwortungsvoll, wir handeln zeitgerecht. Wann, wenn nicht jetzt, ist Zeit zu handeln? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bedanke mich daher ausdrücklich bei Bundeskanzler Dr. Schüssel und bei Vizekanzler Herbert Haupt, dass Sie den Mut hatten und haben, dieses heiße Eisen in einer Art und Weise anzugreifen, dass wir heute sagen können: Es liegt ein Konzept vor, das der Zielsetzung nachhaltige, soziale und gerechte Sicherung der Altersvorsorge tatsächlich entspricht. Diese Vorlage, dieses Konzept, wird die Zukunft für die jungen Menschen genauso sicherstellen wie für jene, die bereits jetzt den Ruhestand genießen können. Verantwortungsvolle Politik für Österreich, das ist das Motto, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter Gusenbauer! Sie und die SPÖ haben damals auch dank der Initiative der Sozialpartner die „Abfertigung neu“, die Mitarbeitervorsorge mitverhandelt, eine Idee, die aus den Reihen der Österreichischen Volkspartei gekommen ist. Sie ist Realität, sie ist Wirklichkeit! Reden Sie nicht etwas schlecht, was positiv für die Zukunft wirkt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter Gusenbauer! Wir haben mit der Allgemeinen Zukunftsvorsorge in der letzten Legislaturperiode den generellen Durchbruch für die dritte Säule geschaffen. Was wir jetzt mit der Veränderung im Pensionskassengesetz machen, ist, dass die Pensionskassen ihre Aufgaben für die Sicherung der dritten Säule auch dann wahrnehmen können, wenn auf Grund wirtschaftlicher Entwicklungen Schwankungen in den Erträgen von Veranlagungen eintreten. Würden wir das jetzt nicht machen, dann würden wir tatsächlich diese dritte Säule gefährden. Nein, wir handeln jetzt, wir handeln verantwortungsvoll und wir handeln richtig! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Gradwohl: Das ist selektive Wahrnehmung!
Bei Ihnen, Herr Abgeordneter Gusenbauer, bin ich mir nicht mehr ganz so sicher. Ich erinnere mich, in der letzten Woche in einem Interview gelesen zu haben, dass die SPÖ nicht mehr bereit wäre, den Weg der Harmonisierung mitzugehen. Was gilt jetzt? Gilt das, was Sie bisher gesagt haben, oder verabschieden Sie sich aus der Verantwortung? (Abg. Gradwohl: Das ist selektive Wahrnehmung!) Wir werden das nicht tun, wir werden die Harmonisierung der Pensionssysteme einheitlich und gerecht vorlegen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen auch meinen sehr persönlichen Zugang dazu: So wie wir eine Pensionssicherungsreform machen müssen, damit das Generationenband, der Generationenvertrag hält, genauso müssen wir eine Harmonisierung der Pensionsrechte durchführen, damit die Solidarität zwischen den Berufsgruppen hält, damit Gerechtigkeit zwischen den Berufsgruppen gegeben ist. Sie können sich darauf verlassen, meine Damen und Herren, dass diese Bundesregierung die Harmonisierung der Pensionsrechte mit den vom Bundeskanzler vorgegebenen und heute dargelegten Eckpunkten, zu denen die Sozialpartner ja gesagt haben, auch umsetzen wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Selbstverständlich haben wir als Ergebnis dieser Diskussion der letzten Wochen, die in allen politischen Gruppen geführt wurde und die natürlich auch in der Österreichischen Volkspartei intensiv geführt wurde, ein Paket vorliegen, bei dem wir etwa mit der Gesamtbegrenzung der möglichen Verluste auf 10 Prozent auf einen der Kritikpunkte reagiert haben: Ja, wir haben die Anregungen ernst genommen und setzen sie auch um! Wenn jetzt aber von den Sozialdemokraten der Eindruck vermittelt wird, dass die Deckelung in Frage gestellt wird, dann frage ich Sie, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie: Was wollen Sie? Wollen Sie die Verluste begrenzen? – Dann sagen Sie ja zu dieser Deckelung! Wenn Sie die Deckelung ablehnen, dann heißt das in Wirklichkeit, dass Sie, was die Verluste betrifft, nach oben hin offen sind! Ihr Experte hat zum Beispiel gesagt, 15 Prozent wären vertretbar. Wir hingegen sagen: 10 Prozent sind genug! Das ist unsere Antwort. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben für die Frauen ein umfassendes Paket, in dem die berechtigten Ansprüche und die berechtigten Einwendungen, die von den Frauen an uns herangetragen worden sind, entsprechend umgesetzt werden und diesen Sorgen Rechnung getragen wird. Danke auch für diese Anregungen, meine Damen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Politiker werden selbstverständlich genauso dieser Reform unterzogen. Ich bekenne mich dazu, dass wir zusätzlich zu den notwendigen Schritten auch vorsehen, dass jene Politiker, die höhere Pensionen haben, ein Solidaropfer erbringen. Mit einer Höhe von 15 Prozent ist dieses Solidaropfer meiner Ansicht nach richtig und gerechtfertigt. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Gradwohl: Legt es einmal auf den Tisch, und dann reden wir weiter! Legt einmal auf den Tisch, was ihr verhandelt habt!
Das Ergebnis der letzten Tage und Stunden zeigt aber: Wer verhandelt, wer den Dialog führt, der bringt etwas weiter! (Abg. Gradwohl: Legt es einmal auf den Tisch, und dann reden wir weiter! Legt einmal auf den Tisch, was ihr verhandelt habt!) Wer verhandelt, bringt gute Ergebnisse zustande. Wer streikt, begibt sich hingegen ins Abseits und steht in der Sackgasse. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das Ergebnis der letzten Tage und Stunden zeigt aber: Wer verhandelt, wer den Dialog führt, der bringt etwas weiter! (Abg. Gradwohl: Legt es einmal auf den Tisch, und dann reden wir weiter! Legt einmal auf den Tisch, was ihr verhandelt habt!) Wer verhandelt, bringt gute Ergebnisse zustande. Wer streikt, begibt sich hingegen ins Abseits und steht in der Sackgasse. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich habe Interessenvertretung immer so verstanden, dass es selbstverständliche Pflicht ist, die Interessen der Mitglieder zu vertreten, dass es aber genauso selbstverständliche Pflicht ist, die Interessen der Allgemeinheit in den Mittelpunkt zu rücken – und nicht wegen Gruppeninteressen die Interessen des Staates in Frage zu stellen. Das ist mein Verständnis und unser Verständnis von Interessenvertretung! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Brinek: Die Gewerkschaft auch! Aber die Gewerkschaft bleibt es auch schuldig! Die inseriert nur!
Aber, meine Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP: Die Antwort darauf blieben Sie schuldig! Was ist also das neue Pensionssystem des Jahres – denken wir 30 Jahre voraus – 2033? Wie sieht denn dieses neue Pensionssystem aus? – Genau darauf bleiben Sie die Antwort schuldig! (Abg. Dr. Brinek: Die Gewerkschaft auch! Aber die Gewerkschaft bleibt es auch schuldig! Die inseriert nur!) Alles, was ich seit Wochen und Monaten höre und was ich auch heute wieder gehört habe, ist das Schlagwort „Harmonisierung“. – Schön und gut. Jeder ist für Harmonisierung, auch wenn nicht zuletzt Kollege Neugebauer von der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst schon darauf aufmerksam macht: Das sagt sich leicht, da wird es aber erhebliche Fragen zu lösen geben! So etwa die Erhöhung der Aktivgehälter, die Erhöhung der Gehälter insbesondere der bis zu – weiß ich nicht – 35-Jährigen und so weiter und so fort. Das ist also nicht so einfach. Aber Sie geben die Antwort auf diese offenen Fragen nicht! Sie geben zumindest hier und heute – und auch im Laufe der nächsten Wochen, muss ich wohl annehmen – an die jetzt 20-Jährigen, 30-Jährigen, 35-Jährigen nicht die Antwort auf die Frage, wie das Pensionssystem der Zukunft aussehen soll. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Aber, meine Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP: Die Antwort darauf blieben Sie schuldig! Was ist also das neue Pensionssystem des Jahres – denken wir 30 Jahre voraus – 2033? Wie sieht denn dieses neue Pensionssystem aus? – Genau darauf bleiben Sie die Antwort schuldig! (Abg. Dr. Brinek: Die Gewerkschaft auch! Aber die Gewerkschaft bleibt es auch schuldig! Die inseriert nur!) Alles, was ich seit Wochen und Monaten höre und was ich auch heute wieder gehört habe, ist das Schlagwort „Harmonisierung“. – Schön und gut. Jeder ist für Harmonisierung, auch wenn nicht zuletzt Kollege Neugebauer von der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst schon darauf aufmerksam macht: Das sagt sich leicht, da wird es aber erhebliche Fragen zu lösen geben! So etwa die Erhöhung der Aktivgehälter, die Erhöhung der Gehälter insbesondere der bis zu – weiß ich nicht – 35-Jährigen und so weiter und so fort. Das ist also nicht so einfach. Aber Sie geben die Antwort auf diese offenen Fragen nicht! Sie geben zumindest hier und heute – und auch im Laufe der nächsten Wochen, muss ich wohl annehmen – an die jetzt 20-Jährigen, 30-Jährigen, 35-Jährigen nicht die Antwort auf die Frage, wie das Pensionssystem der Zukunft aussehen soll. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Posch: Die Regierung ist in einer akuten Krise!
Noch etwas, Herr Bundeskanzler Schüssel: Die Veränderung der Alterspyramide ist uns allen als Herausforderung bewusst. Aber Sie haben vergessen hinzuzufügen, dass hier und jetzt, in den letzten zwei, drei Jahren und – sagen wir es einmal vorsichtig – für die kommende Zeit nicht das staatliche Pensionssystem in einer akuten Krise ist, nicht das Umlageverfahren in einer akuten Krise ist, dass es vor allem nicht in Österreich in einer akuten Krise ist. (Abg. Mag. Posch: Die Regierung ist in einer akuten Krise!) – Die Regierung ist auch in einer akuten Krise. Das ist ein guter Zwischenruf. Danke. (Abg. Scheibner: Also, das haben Sie nicht notwendig! – Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.)
Abg. Scheibner: Also, das haben Sie nicht notwendig! – Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.
Noch etwas, Herr Bundeskanzler Schüssel: Die Veränderung der Alterspyramide ist uns allen als Herausforderung bewusst. Aber Sie haben vergessen hinzuzufügen, dass hier und jetzt, in den letzten zwei, drei Jahren und – sagen wir es einmal vorsichtig – für die kommende Zeit nicht das staatliche Pensionssystem in einer akuten Krise ist, nicht das Umlageverfahren in einer akuten Krise ist, dass es vor allem nicht in Österreich in einer akuten Krise ist. (Abg. Mag. Posch: Die Regierung ist in einer akuten Krise!) – Die Regierung ist auch in einer akuten Krise. Das ist ein guter Zwischenruf. Danke. (Abg. Scheibner: Also, das haben Sie nicht notwendig! – Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Worauf ich hinauswollte, ist aber eigentlich: Das private Vorsorgesystem, die privaten Pensionskassen, die sind in einer akuten Krise, Herr Kollege Molterer! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich bin nicht dagegen, diese zweite und dritte Säule sozusagen nebenbei weiterzuführen, weil wir ja sehen, welche Risken das staatliche System für die Betroffenen birgt, aber nicht, weil es inhärent riskant ist, sondern weil die Regierungsparteien es so handhaben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Der Einzelne allerdings ist diesem Risiko ausgeliefert.
Abg. Scheibner: Das ist richtig! Weil zu spät gehandelt wurde!
Noch etwas, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien: Man kann schon über die zweite und dritte Säule – das heißt, die Betriebskassen beziehungsweise die private Vorsorge über Versicherungen, über Pensionskassen, aber im Wesentlichen eben börseorientierte Vorsorgeformen – reden, aber reden Sie den Leuten nicht ein, dass das billiger ist! Zahlen wird die junge Generation auf jeden Fall: die jetzigen Pensionsbeiträge, vielleicht sogar etwas höhere, und die privaten Vorsorgemaßnahmen, die Sie vorschlagen. (Abg. Scheibner: Das ist richtig! Weil zu spät gehandelt wurde!) – Aber fallen diese Beiträge vom Himmel? Der Euro, der bezahlt werden muss, ist für den Betroffenen 1 € und senkt das verfügbare Einkommen, ganz gleichgültig, ob er in das staatliche Pensionssystem eingezahlt wird oder in ein privates.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Der private Handlungsspielraum, wenn Sie so wollen, wird nur für diejenigen größer, die sich das auch leisten können – das sind etwa die 183 Abgeordneten hier im Haus. Aber angesichts einer derzeitigen Pensionshöhe von – was habe ich heute gelernt? –unter 1 000 € für 60 Prozent der ASVG-Pensionisten verschonen Sie mich mit privaten Vorsorgemaßnahmen in diesem Bereich. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Warten Sie auf den Vizekanzler!
Es gibt zwar einzelne Abgeordnete, sogar Staatssekretärinnen der FPÖ, die gesagt haben: Na ja, jetzt haben wir bemerkt, wir haben da ein Problem, es gibt ja so viele Menschen, die 1 000 € oder weniger an Pension beziehen, und diese müssen daher von diesen Kürzungsmaßnahmen ausgenommen werden, sie dürfen von der Deckelung daher gar nicht betroffen sein! Aber was passiert? – Ich habe der Äußerung von Bundeskanzler Schüssel heute nicht entnommen, dass das der Fall ist. (Abg. Scheibner: Warten Sie auf den Vizekanzler!) – Ich warte auf den Vizekanzler, auf die mündliche Erklärung des Vizekanzlers. (Abg. Brosz: Das wird sicher klar sein! – Abg. Mag. Kogler: In aller Klarheit!)
Abg. Brosz: Das wird sicher klar sein! – Abg. Mag. Kogler: In aller Klarheit!
Es gibt zwar einzelne Abgeordnete, sogar Staatssekretärinnen der FPÖ, die gesagt haben: Na ja, jetzt haben wir bemerkt, wir haben da ein Problem, es gibt ja so viele Menschen, die 1 000 € oder weniger an Pension beziehen, und diese müssen daher von diesen Kürzungsmaßnahmen ausgenommen werden, sie dürfen von der Deckelung daher gar nicht betroffen sein! Aber was passiert? – Ich habe der Äußerung von Bundeskanzler Schüssel heute nicht entnommen, dass das der Fall ist. (Abg. Scheibner: Warten Sie auf den Vizekanzler!) – Ich warte auf den Vizekanzler, auf die mündliche Erklärung des Vizekanzlers. (Abg. Brosz: Das wird sicher klar sein! – Abg. Mag. Kogler: In aller Klarheit!)
Abg. Scheibner: Dann kommen noch 50 Redner!
Das ist eine sehr nette Bemerkung, Herr Kollege Scheibner, macht aber gleichzeitig auf ein Grundproblem dieser ganzen Debatte aufmerksam: Wir haben eine mündliche Erklärung des Bundeskanzlers gehört, nach mir wird es eine mündliche Erklärung des Vizekanzlers geben (Abg. Scheibner: Dann kommen noch 50 Redner!) – nur: schriftlich haben wir bis zur Stunde nichts, gar nichts! (Abg. Gaál: Das ist eine Missachtung
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Warum reden Sie dann?
des Parlaments!) Gar nichts: Wir haben keinen Abänderungsantrag – und in diesem Punkt kann ich dem Kollegen Neugebauer von der GÖD nur zustimmen, wenn er sagt: Ich rede nur über das, was schriftlich vorliegt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Warum reden Sie dann?) – Ich kann nicht nur über das reden, was schriftlich vorliegt, weil die Geschäftsordnung des Nationalrates zu solchen Erklärungen eine Debatte vorsieht – was prinzipiell gut ist, aber über etwas zu reden, worüber man keine schriftlichen Informationen hat, bei dem man nicht weiß, ob man glauben soll – zur Gänze, zur Hälfte oder gar nicht –, was einem von Regierungsseite gesagt wird, das ist schon ein bisschen schwierig. (Abg. Mag. Molterer: Sind Sie an einer Diskussion ... interessiert?)
Abg. Mag. Molterer: Sind Sie an einer Diskussion ... interessiert?
des Parlaments!) Gar nichts: Wir haben keinen Abänderungsantrag – und in diesem Punkt kann ich dem Kollegen Neugebauer von der GÖD nur zustimmen, wenn er sagt: Ich rede nur über das, was schriftlich vorliegt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Warum reden Sie dann?) – Ich kann nicht nur über das reden, was schriftlich vorliegt, weil die Geschäftsordnung des Nationalrates zu solchen Erklärungen eine Debatte vorsieht – was prinzipiell gut ist, aber über etwas zu reden, worüber man keine schriftlichen Informationen hat, bei dem man nicht weiß, ob man glauben soll – zur Gänze, zur Hälfte oder gar nicht –, was einem von Regierungsseite gesagt wird, das ist schon ein bisschen schwierig. (Abg. Mag. Molterer: Sind Sie an einer Diskussion ... interessiert?)
Abg. Brosz: Molterer auch!
Halten Sie mich nicht für zu misstrauisch, Herr Kollege Molterer, aber ich bin ein gebranntes Kind! Ich darf Sie daran erinnern, dass es nur wenige Wochen her ist, dass Finanzminister Grasser von der Regierungsbank aus (Abg. Brosz: Molterer auch!) und viele andere Kollegen und Kolleginnen von den Regierungsparteien ÖVP und FPÖ im Ernst behauptet haben, dass die Ausgaben für Bildung und Wissenschaft im Jahre 2004 um 800 Millionen € steigen. (Abg. Dr. Mitterlehner: Nicht schon wieder dasselbe!)
Abg. Dr. Mitterlehner: Nicht schon wieder dasselbe!
Halten Sie mich nicht für zu misstrauisch, Herr Kollege Molterer, aber ich bin ein gebranntes Kind! Ich darf Sie daran erinnern, dass es nur wenige Wochen her ist, dass Finanzminister Grasser von der Regierungsbank aus (Abg. Brosz: Molterer auch!) und viele andere Kollegen und Kolleginnen von den Regierungsparteien ÖVP und FPÖ im Ernst behauptet haben, dass die Ausgaben für Bildung und Wissenschaft im Jahre 2004 um 800 Millionen € steigen. (Abg. Dr. Mitterlehner: Nicht schon wieder dasselbe!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das war die Erfahrung von vor wenigen Wochen. Und jetzt? Ich frage mich ja, wie viele der hier anwesenden Abgeordneten von ÖVP und FPÖ überhaupt wissen, was in diesem berühmten Abänderungsantrag, wenn er denn eines Tages kommt, wirklich genau stehen wird. Das frage ich mich im Ernst! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Prammer: Aber nur ein bisschen!
Sie tun mir ja ein bisschen Leid. (Abg. Mag. Prammer: Aber nur ein bisschen!) – Für die Oppositionsparteien ist es normales, trockenes Brot, zu spät zu erfahren, was eigentlich geplant ist. Wirklich klassisch war der heutige Versprecher – das will ich einmal annehmen – von Vizekanzler Haupt, der davon gesprochen hat, dass wir die Unterlagen 48 Stunden vor der Ausschusssitzung erhalten werden. Dazu muss ich sagen: Die Ausschusssitzung findet morgen Früh um 10 Uhr statt; nun ist es 11.30 Uhr – es können sich diese 48 Stunden bis morgen nicht wirklich ausgehen. (Abg. Scheibner: ... 24 Stunden!) – Herr Kollege Scheibner von der FPÖ! Es gehen sich auch die versprochenen 24 Stunden nicht aus (Abg. Scheibner: Doch, doch! Das wissen Sie, dass wir um 10 Uhr die Luftraumüberwachung haben!) – sie gehen sich wieder nicht aus! Das ist die Informationspolitik von ÖVP und FPÖ! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: ... 24 Stunden!
Sie tun mir ja ein bisschen Leid. (Abg. Mag. Prammer: Aber nur ein bisschen!) – Für die Oppositionsparteien ist es normales, trockenes Brot, zu spät zu erfahren, was eigentlich geplant ist. Wirklich klassisch war der heutige Versprecher – das will ich einmal annehmen – von Vizekanzler Haupt, der davon gesprochen hat, dass wir die Unterlagen 48 Stunden vor der Ausschusssitzung erhalten werden. Dazu muss ich sagen: Die Ausschusssitzung findet morgen Früh um 10 Uhr statt; nun ist es 11.30 Uhr – es können sich diese 48 Stunden bis morgen nicht wirklich ausgehen. (Abg. Scheibner: ... 24 Stunden!) – Herr Kollege Scheibner von der FPÖ! Es gehen sich auch die versprochenen 24 Stunden nicht aus (Abg. Scheibner: Doch, doch! Das wissen Sie, dass wir um 10 Uhr die Luftraumüberwachung haben!) – sie gehen sich wieder nicht aus! Das ist die Informationspolitik von ÖVP und FPÖ! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Doch, doch! Das wissen Sie, dass wir um 10 Uhr die Luftraumüberwachung haben!
Sie tun mir ja ein bisschen Leid. (Abg. Mag. Prammer: Aber nur ein bisschen!) – Für die Oppositionsparteien ist es normales, trockenes Brot, zu spät zu erfahren, was eigentlich geplant ist. Wirklich klassisch war der heutige Versprecher – das will ich einmal annehmen – von Vizekanzler Haupt, der davon gesprochen hat, dass wir die Unterlagen 48 Stunden vor der Ausschusssitzung erhalten werden. Dazu muss ich sagen: Die Ausschusssitzung findet morgen Früh um 10 Uhr statt; nun ist es 11.30 Uhr – es können sich diese 48 Stunden bis morgen nicht wirklich ausgehen. (Abg. Scheibner: ... 24 Stunden!) – Herr Kollege Scheibner von der FPÖ! Es gehen sich auch die versprochenen 24 Stunden nicht aus (Abg. Scheibner: Doch, doch! Das wissen Sie, dass wir um 10 Uhr die Luftraumüberwachung haben!) – sie gehen sich wieder nicht aus! Das ist die Informationspolitik von ÖVP und FPÖ! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Sie tun mir ja ein bisschen Leid. (Abg. Mag. Prammer: Aber nur ein bisschen!) – Für die Oppositionsparteien ist es normales, trockenes Brot, zu spät zu erfahren, was eigentlich geplant ist. Wirklich klassisch war der heutige Versprecher – das will ich einmal annehmen – von Vizekanzler Haupt, der davon gesprochen hat, dass wir die Unterlagen 48 Stunden vor der Ausschusssitzung erhalten werden. Dazu muss ich sagen: Die Ausschusssitzung findet morgen Früh um 10 Uhr statt; nun ist es 11.30 Uhr – es können sich diese 48 Stunden bis morgen nicht wirklich ausgehen. (Abg. Scheibner: ... 24 Stunden!) – Herr Kollege Scheibner von der FPÖ! Es gehen sich auch die versprochenen 24 Stunden nicht aus (Abg. Scheibner: Doch, doch! Das wissen Sie, dass wir um 10 Uhr die Luftraumüberwachung haben!) – sie gehen sich wieder nicht aus! Das ist die Informationspolitik von ÖVP und FPÖ! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
setzen und nicht auf 20 oder 30 Prozent oder mehr –, das ist Ihnen nicht von ungefähr gekommen, das war der so genannte – die Formulierung stammt von Ihnen von ÖVP und FPÖ – Druck der Straße! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Widerspruch bei den Freiheitlichen.
Es waren die Gewerkschaften, die mit ihren Aktionen diesen Druck erzeugt haben, die Sie überhaupt erst zum Nachdenken gebracht haben. (Widerspruch bei den Freiheitlichen.) – Na sicher! Okay, sagen wir es so: Nachdenken tun Sie immer – nehme ich einmal an –, aber dieses Nachdenken hätte ohne diese Aktionen zu keinen Konsequenzen geführt! Das ist der Punkt.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir erinnern uns noch an die Donnerstagsdemos!
Ich gehe gerne auf der Straße, ich finde daran nichts Ehrenrühriges. Was Sie damit erzeugen wollten, ist eine ganz andere Assoziation, nämlich so etwas wie Radau, Gesprächsverweigerung. – Aber das ist ja alles nicht wahr! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir erinnern uns noch an die Donnerstagsdemos!) Sie wissen, dass Sie damit nicht nur die Gewerkschaften, sondern auch all jene Hunderttausenden von Leuten, die mit Recht empört waren, gestreikt und demonstriert haben, diskreditieren und damit sozusagen Druck wegnehmen wollten, bis Sie es nicht mehr tun konnten. Und ich finde es sehr bedenklich, was da passiert ist!
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Einmal mehr zur Erinnerung: Das Streikrecht ist ein Grundrecht, in Österreich und anderswo! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Grasser.
Man kann natürlich immer darüber reden, wie das bei einzelnen Berufsgruppen ist – man kann und sollte vielleicht auch bei den Beamten darüber reden, wie das mit dem Streikrecht ist –, aber wenn ausgerechnet jener Finanzminister, der nichts dabei findet, einen ungedeckten Scheck über 2 oder – je nach Interpretation – 4 bis 5 Milliarden € im Zusammenhang mit den Abfangjägern auszustellen, seinen Vertragsbediensteten sagt: Aber nicht einen Cent gibt es für diesen Tag, wenn ihr streikt!, dann finde ich das schon sehr eigenartig. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Grasser.)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das Streikrecht ist ein Grundrecht, darüber gibt es überhaupt nichts zu diskutieren! Ein Recht, ein Grundrecht auf Abfangjäger, ein Grundrecht, dafür einen ungedeckten Scheck von 5 Milliarden € auszustellen, gibt es für den Finanzminister nicht! (Neuerlicher Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.
Sie werden am Nachmittag noch Gelegenheit haben, meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, uns zu erklären, wie Sie das genau meinen, wie das Bundeskanzler Schüssel genau meint. Er hat heute gesagt: Bei den Alt-Politikerpensionen – ich bin ja nicht betroffen – wird 1 : 1 übernommen, was im ASVG gemacht wird. – Na das schaue ich mir an, da bin ich wirklich gespannt. (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.) Vier Jahre Anwartschaft bei Bundesministern, im ASVG 15. Wird das 1 : 1 übernommen? Durchrechnungszeit, wird das auch nur mit einem Monat übernommen statt mit 40 Jahren? (Zwischenruf.)
Zwischenruf.
Sie werden am Nachmittag noch Gelegenheit haben, meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, uns zu erklären, wie Sie das genau meinen, wie das Bundeskanzler Schüssel genau meint. Er hat heute gesagt: Bei den Alt-Politikerpensionen – ich bin ja nicht betroffen – wird 1 : 1 übernommen, was im ASVG gemacht wird. – Na das schaue ich mir an, da bin ich wirklich gespannt. (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.) Vier Jahre Anwartschaft bei Bundesministern, im ASVG 15. Wird das 1 : 1 übernommen? Durchrechnungszeit, wird das auch nur mit einem Monat übernommen statt mit 40 Jahren? (Zwischenruf.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Bitte um den Schlusssatz! – Ich war so fasziniert, ich habe nicht aufgepasst. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (fortsetzend): ..., wie Sie bei diesen Zusatzpensionen für Altpolitiker die ASVG-Kürzungen 1 : 1 übernehmen wollen. Kein Wort wird davon wahr sein. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Herr Klubobmann Van der Bellen, Sie haben gesagt, die Abgeordneten der Regierungsfraktionen tun Ihnen Leid, weil Sie annehmen, dass sie die Entwürfe und Vorlagen zur Pensionsreform nicht kennen. – Herr Abgeordneter Van der Bellen! Unsere Abgeordneten brauchen Ihnen nicht Leid zu tun, denn es geht hier weniger um das Kennen oder Nichtkennen, sondern darum, inwieweit man mitgearbeitet hat (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen) bei der Reform. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Unsere Abgeordneten kennen nicht nur diese Anträge, sondern sie haben auch bei deren Erstellung mitgearbeitet. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Sie haben diese Abänderungsentwürfe entworfen und mitgestaltet, und das hätten wir uns auch von Ihnen erwartet in den vielen Stunden der Ausschussberatungen, die wir bis jetzt hatten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Herr Klubobmann Van der Bellen, Sie haben gesagt, die Abgeordneten der Regierungsfraktionen tun Ihnen Leid, weil Sie annehmen, dass sie die Entwürfe und Vorlagen zur Pensionsreform nicht kennen. – Herr Abgeordneter Van der Bellen! Unsere Abgeordneten brauchen Ihnen nicht Leid zu tun, denn es geht hier weniger um das Kennen oder Nichtkennen, sondern darum, inwieweit man mitgearbeitet hat (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen) bei der Reform. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Unsere Abgeordneten kennen nicht nur diese Anträge, sondern sie haben auch bei deren Erstellung mitgearbeitet. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Sie haben diese Abänderungsentwürfe entworfen und mitgestaltet, und das hätten wir uns auch von Ihnen erwartet in den vielen Stunden der Ausschussberatungen, die wir bis jetzt hatten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Herr Klubobmann Van der Bellen, Sie haben gesagt, die Abgeordneten der Regierungsfraktionen tun Ihnen Leid, weil Sie annehmen, dass sie die Entwürfe und Vorlagen zur Pensionsreform nicht kennen. – Herr Abgeordneter Van der Bellen! Unsere Abgeordneten brauchen Ihnen nicht Leid zu tun, denn es geht hier weniger um das Kennen oder Nichtkennen, sondern darum, inwieweit man mitgearbeitet hat (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen) bei der Reform. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Unsere Abgeordneten kennen nicht nur diese Anträge, sondern sie haben auch bei deren Erstellung mitgearbeitet. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Sie haben diese Abänderungsentwürfe entworfen und mitgestaltet, und das hätten wir uns auch von Ihnen erwartet in den vielen Stunden der Ausschussberatungen, die wir bis jetzt hatten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Herr Klubobmann Van der Bellen, Sie haben gesagt, die Abgeordneten der Regierungsfraktionen tun Ihnen Leid, weil Sie annehmen, dass sie die Entwürfe und Vorlagen zur Pensionsreform nicht kennen. – Herr Abgeordneter Van der Bellen! Unsere Abgeordneten brauchen Ihnen nicht Leid zu tun, denn es geht hier weniger um das Kennen oder Nichtkennen, sondern darum, inwieweit man mitgearbeitet hat (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen) bei der Reform. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Unsere Abgeordneten kennen nicht nur diese Anträge, sondern sie haben auch bei deren Erstellung mitgearbeitet. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Sie haben diese Abänderungsentwürfe entworfen und mitgestaltet, und das hätten wir uns auch von Ihnen erwartet in den vielen Stunden der Ausschussberatungen, die wir bis jetzt hatten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Da sind Sie geeignet dafür!
Herr Abgeordneter Gusenbauer, Sie haben von Vertrauen der Bevölkerung in die Politik gesprochen, das wichtig ist, und in die Pensionsreform. Diesbezüglich gebe ich Ihnen vollkommen Recht: Es ist notwendig und wichtig, der Bevölkerung Vertrauen zu geben dahin gehend (Abg. Öllinger: Da sind Sie geeignet dafür!), dass sich die Politik, dass sich die Regierung und auch das Parlament um die wichtigen Anliegen der Bevölkerung auch der Zukunft kümmern.
Abg. Dr. Puswald: Da haben sie Recht!
Das ist auch notwendig, denn in der Bevölkerung trifft man, wenn man mit ihr spricht, zwei Positionen an: die Angst der Pensionisten, dass ihre Pensionen nicht gesichert sind, und die eher fatalistische Einstellung bei vielen Jungen, die sagen: Ich werde in 20, 30 Jahren sowieso keine Pension mehr bekommen. (Abg. Dr. Puswald: Da haben sie Recht!) – Das ist die Angst.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ja, da haben sie Recht, das sagen Sie zu Recht, denn das ist das Ergebnis von 30 Jahren sozialdemokratischer Sozialpolitik in diesem Bereich, die solch eine Stimmung hat entstehen lassen. Da haben Sie vollkommen Recht. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Aber da sollten Sie nicht herunterrufen, sondern ein bisschen mehr Selbstkritik üben, darüber nachdenken, warum solch eine Stimmung entstehen konnte.
Abg. Öllinger: Das haben Sie ja ruiniert!
Und genau deshalb, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie, sagen wir heute: Das Vertrauen der Bevölkerung in die Altersvorsorge muss wiederhergestellt werden (Abg. Öllinger: Das haben Sie ja ruiniert!), denn es ist ein Grundprinzip des Sozialstaates, dass die Jungen Vertrauen haben, dass auch sie ihren Lebensabend sozial abgesichert gestalten können. (Abg. Mag. Wurm: Sie haben das Vertrauen erschüttert!)
Abg. Mag. Wurm: Sie haben das Vertrauen erschüttert!
Und genau deshalb, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie, sagen wir heute: Das Vertrauen der Bevölkerung in die Altersvorsorge muss wiederhergestellt werden (Abg. Öllinger: Das haben Sie ja ruiniert!), denn es ist ein Grundprinzip des Sozialstaates, dass die Jungen Vertrauen haben, dass auch sie ihren Lebensabend sozial abgesichert gestalten können. (Abg. Mag. Wurm: Sie haben das Vertrauen erschüttert!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es ist auch ein wichtiges Prinzip des Generationenvertrages, dass wir den Pensionisten sagen: Wir greifen in eure Rechte, in eure Pensionen nicht ein! – Das ist auch ein wichtiges Prinzip dieser Pensionsreform, und das sollten Sie auch zu Ihrer Politik machen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Puswald: Stimmt ja nicht!
Man kann nicht einfach nur das machen, was Sie und die Sozialpartner vorgeschlagen haben, nämlich die Pensionsbeiträge ganz einfach zu erhöhen. (Abg. Dr. Puswald: Stimmt ja nicht!) – Natürlich gab es auch am Runden Tisch den Vorschlag (Abg. Dr. Puswald: Stimmt ja nicht! Nein!), die Pensionsbeiträge zu erhöhen. Das ist nicht die richtige Politik!
Abg. Dr. Puswald: Stimmt ja nicht! Nein!
Man kann nicht einfach nur das machen, was Sie und die Sozialpartner vorgeschlagen haben, nämlich die Pensionsbeiträge ganz einfach zu erhöhen. (Abg. Dr. Puswald: Stimmt ja nicht!) – Natürlich gab es auch am Runden Tisch den Vorschlag (Abg. Dr. Puswald: Stimmt ja nicht! Nein!), die Pensionsbeiträge zu erhöhen. Das ist nicht die richtige Politik!
Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Wir zeigen den Pensionisten: Wir sichern die Altersvorsorge, keine Eingriffe in bestehende Pensionen mit Ausnahme der Politikerpensionen. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Das sagt ja niemand!
Wir müssen ehrlich sein in diesem Bereich. Es geht um Ehrlichkeit, Herr Abgeordneter und Klubobmann Gusenbauer, darum, dass man vor allem der jüngeren Generation eben nicht weismachen will, dass es schon irgendwie gehen wird, dass man ihr nicht sagt: Ihr werdet schon sehen, was in 20, 30 Jahren ist (Abg. Dr. Gusenbauer: Das sagt ja niemand!), und außerdem ist keine durchgreifende Reform notwendig!
Abg. Dr. Puswald: Wo war da die ÖVP?
Wenn Sie – wie wir heute gehört haben – Ihren Vorgängern in der Sozialdemokratie gefolgt wären, die bereits vor zehn, 15 und 20 Jahren eine durchgreifende Reform im Pensionssystem gefordert haben (Abg. Dr. Puswald: Wo war da die ÖVP?), dann könnten wir jetzt diese Umstellung leichter bewerkstelligen. Je später, desto schwieriger ist es, je später, desto massiver müssen die Umstellungsschritte sein. Deshalb: Machen wir sie jetzt, und schieben wir sie nicht – so, wie Sie das wollen – auf künftige Jahre und Generationen ab! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wenn Sie – wie wir heute gehört haben – Ihren Vorgängern in der Sozialdemokratie gefolgt wären, die bereits vor zehn, 15 und 20 Jahren eine durchgreifende Reform im Pensionssystem gefordert haben (Abg. Dr. Puswald: Wo war da die ÖVP?), dann könnten wir jetzt diese Umstellung leichter bewerkstelligen. Je später, desto schwieriger ist es, je später, desto massiver müssen die Umstellungsschritte sein. Deshalb: Machen wir sie jetzt, und schieben wir sie nicht – so, wie Sie das wollen – auf künftige Jahre und Generationen ab! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Wurm: Abfangjäger!
Meine Damen und Herren! Es war nicht ehrlich – und die Vertrauenskrise ist ja deshalb entstanden –, die berühmten Vranitzky-Briefe an die Pensionisten zu schreiben, in denen vor der Wahl versprochen wurde: Wenn die SPÖ gewählt wird, dann gibt es Erhöhungen für die Pensionisten, dann gibt es keine Einschränkungen, wenn aber die anderen gewählt werden, dann gibt es Einschränkungen! – Die Pensionisten haben das in einem hohen Ausmaß geglaubt. Und was war das Ergebnis? – Wenige Tage nach der Wahl sind von der Sozialdemokratie schon Kürzungen bei den Pensionen angekündigt worden. (Abg. Mag. Wurm: Abfangjäger!) 1996, 1997: Null Prozent Erhöhung bei den Pensionen. Das sind Eingriffe in die bestehenden Pensionen, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie, die wir ablehnen. Wir garantieren den Pensionisten, dass der Lebensstandard auch in Zukunft gesichert ist. (Abg. Dr. Puswald: Welcher Standard?) Das ist die Politik, die man von einer Regierung, in die man Vertrauen haben kann, erwartet. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Puswald: Welcher Standard?
Meine Damen und Herren! Es war nicht ehrlich – und die Vertrauenskrise ist ja deshalb entstanden –, die berühmten Vranitzky-Briefe an die Pensionisten zu schreiben, in denen vor der Wahl versprochen wurde: Wenn die SPÖ gewählt wird, dann gibt es Erhöhungen für die Pensionisten, dann gibt es keine Einschränkungen, wenn aber die anderen gewählt werden, dann gibt es Einschränkungen! – Die Pensionisten haben das in einem hohen Ausmaß geglaubt. Und was war das Ergebnis? – Wenige Tage nach der Wahl sind von der Sozialdemokratie schon Kürzungen bei den Pensionen angekündigt worden. (Abg. Mag. Wurm: Abfangjäger!) 1996, 1997: Null Prozent Erhöhung bei den Pensionen. Das sind Eingriffe in die bestehenden Pensionen, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie, die wir ablehnen. Wir garantieren den Pensionisten, dass der Lebensstandard auch in Zukunft gesichert ist. (Abg. Dr. Puswald: Welcher Standard?) Das ist die Politik, die man von einer Regierung, in die man Vertrauen haben kann, erwartet. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Es war nicht ehrlich – und die Vertrauenskrise ist ja deshalb entstanden –, die berühmten Vranitzky-Briefe an die Pensionisten zu schreiben, in denen vor der Wahl versprochen wurde: Wenn die SPÖ gewählt wird, dann gibt es Erhöhungen für die Pensionisten, dann gibt es keine Einschränkungen, wenn aber die anderen gewählt werden, dann gibt es Einschränkungen! – Die Pensionisten haben das in einem hohen Ausmaß geglaubt. Und was war das Ergebnis? – Wenige Tage nach der Wahl sind von der Sozialdemokratie schon Kürzungen bei den Pensionen angekündigt worden. (Abg. Mag. Wurm: Abfangjäger!) 1996, 1997: Null Prozent Erhöhung bei den Pensionen. Das sind Eingriffe in die bestehenden Pensionen, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie, die wir ablehnen. Wir garantieren den Pensionisten, dass der Lebensstandard auch in Zukunft gesichert ist. (Abg. Dr. Puswald: Welcher Standard?) Das ist die Politik, die man von einer Regierung, in die man Vertrauen haben kann, erwartet. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Für die künftigen Generationen – Herr Abgeordneter Gusenbauer, ich habe Ihrem Debattenbeitrag entnommen, dass wir uns da sogar finden würden – ist die Harmonisierung der Pensionssysteme vorgesehen. Ja, selbstverständlich, das ist notwendig, es soll in Zukunft nur mehr ein Pensionssystem für alle Beschäftigten geben, keine Sonderpensionsrechte mehr bei den Sozialversicherungen, bei den Österreichischen Bundesbahnen, im Beamtendienstrecht. Nein, diese Sonderpensionsrechte müssen abgeschafft werden. Hoffentlich sind Sie dann auch bereit, bei den ÖBB die Sonderpensionsrechte abzuschaffen, nämlich dass man schon mit Mitte 50 in Pension geht; auch bei den Sozialversicherungen, wo man weit über das ASVG hinausgehend Pensionen bekommt, und in anderen Institutionen, wo Sie ganz gern Ihre Funktionäre und Ihre Beschäftigten unterbringen. Ein Pensionssystem für alle, das ASVG für alle, das muss das Prinzip eines wirklich harmonisierten Pensionsrechts sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Fristsetzungsantrag!
Herr Abgeordneter Van der Bellen, Sie haben gesagt, da hätten Sie noch nichts gehört: Das ist jetzt auch Sache der Parlamentarier. Arbeiten wir an einem Antrag! (Abg. Öllinger: Fristsetzungsantrag!) Arbeiten wir an einem Entschließungsantrag, kommen Sie wieder in die Verhandlungsgruppe (Abg. Sburny: Gebt einmal das Papier her!), und erarbeiten wir gemeinsam bis zur zweiten Lesung diesen Entschließungsantrag, in dem wir die Eckpunkte der Harmonisierung festlegen, in dem wir auch Zeithorizonte festlegen. Nicht sofort, wie es Abgeordnete Bures verlangt hat, nämlich für alle sofort –
Abg. Sburny: Gebt einmal das Papier her!
Herr Abgeordneter Van der Bellen, Sie haben gesagt, da hätten Sie noch nichts gehört: Das ist jetzt auch Sache der Parlamentarier. Arbeiten wir an einem Antrag! (Abg. Öllinger: Fristsetzungsantrag!) Arbeiten wir an einem Entschließungsantrag, kommen Sie wieder in die Verhandlungsgruppe (Abg. Sburny: Gebt einmal das Papier her!), und erarbeiten wir gemeinsam bis zur zweiten Lesung diesen Entschließungsantrag, in dem wir die Eckpunkte der Harmonisierung festlegen, in dem wir auch Zeithorizonte festlegen. Nicht sofort, wie es Abgeordnete Bures verlangt hat, nämlich für alle sofort –
Abg. Dr. Gusenbauer: Stimmt nicht! Erzählen Sie nicht solchen Unsinn!
denn was würde das bedeuten? Das ist doch nicht ernst gemeint, und wir müssen ernsthafte Reformen machen. Das würde ja bedeuten, dass man heute 55-, 56-Jährige sofort in ein neues System überführt, unabhängig davon, wie viel sie bis jetzt im Vertrauen auf ihre Pension eingezahlt haben. (Abg. Dr. Gusenbauer: Stimmt nicht! Erzählen Sie nicht solchen Unsinn!) Das ist doch nicht wirklich vernünftig und auch nicht machbar.
Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist verschoben auf 2033!
Wir wollen es nächstes Jahr einführen, wir wollen, dass alle neu Eintretenden und jüngeren Arbeitnehmer ein einheitliches Pensionssystem haben. Da sind Sie gefordert, da sind Sie eingeladen mitzuarbeiten. (Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist verschoben auf 2033!) Ich bin schon sehr gespannt darauf, ob Ihre diesbezüglichen Ankündigungen Realität werden, wenn es darum geht, diese Harmonisierung durchzuführen.
Abg. Öllinger: Zuckerwatte!
Meine Damen und Herren! Wenn es darum geht, ein Drei-Säulen-Modell einzuführen, wie wir das seit Jahren verlangen, geht es nicht darum, die staatliche Säule abzuschaffen. Nein, sie muss auch in Zukunft die Grundsäule, das Fundament für die Altersvorsorge sein, keine Frage. (Abg. Öllinger: Zuckerwatte!) Aber wenn man weiß, dass der Zeitraum des Arbeitsprozesses immer kürzer wird, dass der Zeitraum des Ruhestandes immer größer wird – Gott sei Dank, weil die Lebenserwartung höher wird –, dass immer mehr Personen in Pension sind, dann weiß man auch, dass es auch bei der staatlichen Säule Veränderungen geben muss und dass die zweite und dritte Säule nur eine Ergänzung des staatlichen Fundaments sein können – das soll auch in Zukunft so sein.
Abg. Öllinger: Wo? Was?
Bei der Reform der staatlichen Säule, die wir heute hier diskutieren, die wir in den Ausschüssen stundenlang diskutiert haben (Abg. Öllinger: Wo? Was?), auch im Plenum diskutieren – Herr Kollege Öllinger, hören Sie mir bitte zu! (Abg. Öllinger: Wir haben ja noch gar nicht den Antrag! – Abg. Sburny: Wir können es uns nicht ansehen, weil wir es nicht haben!) –, wird es wichtig sein, dass man die Forderungen, das sind auch jene der Regierung, klar sagt: lange Übergangszeiten für diese Reformen, Beschränkung der Abschläge und Sonderregelungen für bestimmte Gruppen, wie zum Beispiel Schwerarbeiter und auch Frauen. Und genau diese Prinzipien sind in dieser Pensionsreform der Bundesregierung, der Regierungsparteien enthalten.
Abg. Öllinger: Wir haben ja noch gar nicht den Antrag! – Abg. Sburny: Wir können es uns nicht ansehen, weil wir es nicht haben!
Bei der Reform der staatlichen Säule, die wir heute hier diskutieren, die wir in den Ausschüssen stundenlang diskutiert haben (Abg. Öllinger: Wo? Was?), auch im Plenum diskutieren – Herr Kollege Öllinger, hören Sie mir bitte zu! (Abg. Öllinger: Wir haben ja noch gar nicht den Antrag! – Abg. Sburny: Wir können es uns nicht ansehen, weil wir es nicht haben!) –, wird es wichtig sein, dass man die Forderungen, das sind auch jene der Regierung, klar sagt: lange Übergangszeiten für diese Reformen, Beschränkung der Abschläge und Sonderregelungen für bestimmte Gruppen, wie zum Beispiel Schwerarbeiter und auch Frauen. Und genau diese Prinzipien sind in dieser Pensionsreform der Bundesregierung, der Regierungsparteien enthalten.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Zweites Prinzip: die Deckelung, Beschränkung von Abschlägen, eine zehnprozentige Deckelung. All diese Gräuelmärchen sind falsch! Eine dreißig- bis vierzigprozentige Pensionskürzung ist ein Märchen, meine Damen und Herren! Realität ist: höchstens 10 Prozent Abschläge in dieser ersten Säule. Ich glaube, das versteht auch die Bevölkerung, wenn man zur Kenntnis nimmt, dass eine Reform in diesem Bereich notwendig ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Man nimmt den Leuten das Geld weg und lässt sie dann bitten!
Die Erhöhung des Familiensatzes auf 1 000 € – wo ist das in Ihren Programmen gewesen? Das ist auch eine wichtige soziale Maßnahme dieser Pensionsreform. Und nicht zu vergessen der Härtefonds des Sozialministers, der gerade bei den sozial Schwachen einen Ausgleich schaffen kann. (Abg. Öllinger: Man nimmt den Leuten das Geld weg und lässt sie dann bitten!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das sind die sozialen Maßnahmen, die uns besonders wichtig gewesen sind bei dieser Pensionsreform. Sie sollten ehrlicherweise zugestehen, dass hier ein gutes Paket vorliegt, das zwar nicht für jeden angenehm ist, keine Frage, aber das notwendig ist. Wir bekennen uns dazu, nicht immer nur das Angenehme zu vertreten, sondern, wenn es nötig ist, auch das Sinnvolle und Notwendige durchzusetzen. Und das tun wir mit dieser Pensionsreform. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Nein, in der Form hat es das überhaupt noch nie gegeben!
Meine Damen und Herren! Es ist das Zustandekommen kritisiert worden und dass zu wenig Zeit wäre und keine Vorbereitung stattfinden könne. Ich habe heute bei dieser kurzen Geschäftsordnungsdebatte schon gesagt, wie es früher gewesen ist. Können Sie sich jemals an eine grundlegende Reform erinnern, so wie jetzt diese Pensionsreform, bei der so viel und so lange in der Öffentlichkeit und auch hier im Parlament diskutiert worden ist? (Abg. Öllinger: Nein, in der Form hat es das überhaupt noch nie gegeben!) Ich kann mich erinnern an Reformen, bei denen wir in zweiter Lesung noch umfangreiche Abänderungsanträge bekommen haben, wo wir keine Gelegenheit hatten, in den Ausschüssen auch substantielle Änderungen zu diskutieren, wo außerhalb des Parlaments alles auf Punkt und Beistrich ausverhandelt worden und das Paket dann dem Parlament vorgelegt und von der Regierungsmehrheit beschlossen worden ist. (Abg. Öllinger: Dieses Mal auch!)
Abg. Öllinger: Dieses Mal auch!
Meine Damen und Herren! Es ist das Zustandekommen kritisiert worden und dass zu wenig Zeit wäre und keine Vorbereitung stattfinden könne. Ich habe heute bei dieser kurzen Geschäftsordnungsdebatte schon gesagt, wie es früher gewesen ist. Können Sie sich jemals an eine grundlegende Reform erinnern, so wie jetzt diese Pensionsreform, bei der so viel und so lange in der Öffentlichkeit und auch hier im Parlament diskutiert worden ist? (Abg. Öllinger: Nein, in der Form hat es das überhaupt noch nie gegeben!) Ich kann mich erinnern an Reformen, bei denen wir in zweiter Lesung noch umfangreiche Abänderungsanträge bekommen haben, wo wir keine Gelegenheit hatten, in den Ausschüssen auch substantielle Änderungen zu diskutieren, wo außerhalb des Parlaments alles auf Punkt und Beistrich ausverhandelt worden und das Paket dann dem Parlament vorgelegt und von der Regierungsmehrheit beschlossen worden ist. (Abg. Öllinger: Dieses Mal auch!)
Abg. Öllinger: Am eigenen Entwurf! Am Entwurf Ihres Ministers!
Jetzt ist ein anderer Weg beschritten worden: Es gab vier Wochen Begutachtung. Es war vier Wochen Zeit, diesen Begutachtungsentwurf zu bewerten, auch zu kritisieren, keine Frage. Gerade die Abgeordneten der freiheitlichen Fraktion haben sehr harte Kritik an den entsprechenden Entwürfen geübt. (Abg. Öllinger: Am eigenen Entwurf! Am Entwurf Ihres Ministers!) Sie haben aber auch konstruktive Abänderungsvorschläge gemacht und ihre Handschrift in diesen Abänderungsvorschlägen eingebracht. Gerade deshalb ist es glaubwürdig, wenn wir sagen, erst jetzt kann dieser Entwurf die Zustimmung der freiheitlichen Fraktion bekommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Jetzt ist ein anderer Weg beschritten worden: Es gab vier Wochen Begutachtung. Es war vier Wochen Zeit, diesen Begutachtungsentwurf zu bewerten, auch zu kritisieren, keine Frage. Gerade die Abgeordneten der freiheitlichen Fraktion haben sehr harte Kritik an den entsprechenden Entwürfen geübt. (Abg. Öllinger: Am eigenen Entwurf! Am Entwurf Ihres Ministers!) Sie haben aber auch konstruktive Abänderungsvorschläge gemacht und ihre Handschrift in diesen Abänderungsvorschlägen eingebracht. Gerade deshalb ist es glaubwürdig, wenn wir sagen, erst jetzt kann dieser Entwurf die Zustimmung der freiheitlichen Fraktion bekommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wenn wir schon beim Streik sind, noch ganz zum Schluss: Es ist keine Frage, dass das Streikrecht ein wichtiges Gut ist. Keine Frage! Aber die Frage ist schon, ob das Streikrecht auch dafür herhalten muss, um politische Anliegen durchzusetzen, um politische Pakete zu kritisieren. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Reheis: Sie fahren über die Leute drüber!
Haben Sie auch daran gedacht, was mit den Schülern ist, die bestreikt worden sind? Da kritisiert man die Kürzung von Schulstunden, und dann werden viele, Zehntausende Schulstunden durch diese Streiks vergeudet! (Abg. Reheis: Sie fahren über die Leute drüber!) Haben Sie an diese Leute gedacht, die herhalten müssen, welche die Zeche dafür zahlen müssen, dass Sie diese politischen Streiks gegen die Bundesregierung und gegen diese sinnvolle Reform angezettelt haben? – Das sollten Sie sich auch einmal überlegen, wenn es um die Ehrlichkeit, um das Vertrauen in die Politik geht. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Haben Sie auch daran gedacht, was mit den Schülern ist, die bestreikt worden sind? Da kritisiert man die Kürzung von Schulstunden, und dann werden viele, Zehntausende Schulstunden durch diese Streiks vergeudet! (Abg. Reheis: Sie fahren über die Leute drüber!) Haben Sie an diese Leute gedacht, die herhalten müssen, welche die Zeche dafür zahlen müssen, dass Sie diese politischen Streiks gegen die Bundesregierung und gegen diese sinnvolle Reform angezettelt haben? – Das sollten Sie sich auch einmal überlegen, wenn es um die Ehrlichkeit, um das Vertrauen in die Politik geht. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Vertrauen in die Politik ist wichtig, meine Damen und Herren! Man sieht an dieser Debatte, man sieht an den Streiks, man sieht am gesamten Verlauf der Pensionsreform, man kann in diese Regierung, man kann in die Regierungsparteien Vertrauen haben, weil wir bereit sind, das Notwendige zu tun, und den Populismus nicht voranstellen, sondern das Wohl der Bevölkerung der Republik Österreich. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir haben immer gesagt, dass uns die Menschen mit unteren Einkommen, die lange und fleißig gearbeitet haben, ein besonderes Anliegen sind. Was haben wir für diese Menschen getan? – Die Experten in den Pensionskommissionen waren sich einig: Sozialleistungen und Sozialtransfers sind von jenen, die es sich leisten können, vom Steuerzahler hauptsächlich, abzudecken und nicht innerhalb der Krankenversicherung, der Pensionsversicherung und der Unfallversicherung abzudecken. Wir haben daher konsequenterweise die Einkommensteuerbefreiung zunächst für Einkommen bis 10 500 S und in Zukunft bis 14 000 S eingeführt. Mit 1. Jänner 2004 wird man steuerfrei 14 000 S anstatt 10 500 S beziehen können. Das kommt ausschließlich den untersten Einkommensbeziehern zugute, so, wie wir es uns vorgestellt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bin sehr erfreut, Herr Kollege Gusenbauer, dass Sie sich heute einen Solidaritätsbeitrag von 10 Prozent vorstellen können, denn vor zwei Jahren waren für Sie noch 1,8 Prozent Solidaritätsbeitrag auf der Steuerseite Pensionsraub. So ändern sich – Gott sei Dank! – die Zeiten in der Betrachtung. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mandak: Nicht alle! Wir nicht!
Sehr geehrte Damen und Herren! Wer bezieht denn jene Pensionen, die über dem ASVG-Bereich liegen? Beamte, auch der Herr Vizekanzler, der alte gleich wie der neue, wenn er in Pension geht, Politiker insgesamt, die hier im Parlament sitzen (Abg. Mandak: Nicht alle! Wir nicht!), die in den Landesregierungen sitzen, die in der Regierung sitzen, gleichermaßen aber auch jene, die in den Sozialversicherungen beschäftigt sind und eine Pension der Dienstordnungspensionsklasse G und F beziehen. Aber auch Bezieher hoher Einkommen bei den Beamten in der Post liegen über dem ASVG-Bereich.
Abg. Öllinger: Da steht nichts drinnen! – Abg. Mag. Wurm: Heute? Das ist erst gestern angekommen!
Sie können das heute in dem dem Parlament gestern Abend übermittelten schriftlichen Zwischenbericht des Herrn Bundeskanzlers und von mir an den Petitionsausschuss nachlesen. (Abg. Öllinger: Da steht nichts drinnen! – Abg. Mag. Wurm: Heute? Das ist erst gestern angekommen!) Es ist nicht so, dass manche Dinge nicht nachlesbar sind, wie Herr Professor Van der Bellen festgestellt hat, aber ich gebe schon zu, dass bei einer derartigen Papierflut auch nicht alles nachlesbar ist, was gestern pünktlich um 16 Uhr zur Verteilung im Parlament eingetroffen ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie können das heute in dem dem Parlament gestern Abend übermittelten schriftlichen Zwischenbericht des Herrn Bundeskanzlers und von mir an den Petitionsausschuss nachlesen. (Abg. Öllinger: Da steht nichts drinnen! – Abg. Mag. Wurm: Heute? Das ist erst gestern angekommen!) Es ist nicht so, dass manche Dinge nicht nachlesbar sind, wie Herr Professor Van der Bellen festgestellt hat, aber ich gebe schon zu, dass bei einer derartigen Papierflut auch nicht alles nachlesbar ist, was gestern pünktlich um 16 Uhr zur Verteilung im Parlament eingetroffen ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir werden darüber hinaus in meinem Ministerium einen Fonds einrichten, zumindest mit 10 Millionen € dotiert, aus dem wir jenen, die fleißig gearbeitet haben – und mit „fleißig gearbeitet“ meine ich 35 Beitragsjahre und 40 und mehr Versicherungsjahre –, ihre Verluste durch Steigerungsbeträge und sonstige Details der Pensionsreform ausgleichen, damit sie nicht schlechter fahren als jene, die heute in der „Hackler-Regelung“ drinnen sind. Auch mir ist es nämlich ein Anliegen, dass endlich die Bauarbeiter, von denen bis dato kein Einziger in der „Hackler-Regelung“ enthalten ist, in Zukunft besser abschneiden, als das unter der sozialistisch geführten Regierung mit ihrem entsprechenden Pensionsmodell der Fall war. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist die Arbeit für die Kleinen, für jene, die invalid sind, die Arbeit, die wir in dieser Bundesregierung geleistet haben! Und dafür, Herr Kollege Nürnberger, brauche ich mich als Sozialminister sicherlich nicht zu genieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Prammer: Versicherungsjahre! Das ist ein kleiner Unterschied!
Sehr geehrte Damen und Herren! Wenn wir uns das sozialistische Modell einer Pensionsreform ansehen und wenn wir uns dann den Antrag ansehen, den wir zur Harmonisierung der Pensionssysteme ausgearbeitet haben, stellen wir fest, dass die Eckpunkte die gleichen sind: 45 Beitragsjahre, Pensionsantrittsalter 65, 80 Prozent des Lebenseinkommens. (Abg. Mag. Prammer: Versicherungsjahre! Das ist ein kleiner Unterschied!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Diese Bundesregierung hat erstmalig auch an die Schwerarbeiter gedacht, die in der derzeitigen „Hackler-Regelung“ und in der derzeitigen Regelung für Schwer-, Nacht- und Schichtarbeiter nicht berücksichtigt sind. Ich sage es auch hier wieder, so, wie ich es den Sozialpartnern gesagt habe und wie ich es ihnen auch geschrieben habe: Ich ersuche Sie, mit Ihren Experten an der Ausarbeitung dieses Modells der Frühpensionen für Schwerarbeiter mitzuarbeiten. Die Bundesregierung und ich sind entschlossen, das nicht erst mit 1. Jänner 2007, sondern so bald wie möglich umzusetzen, sodass die Schwerarbeiter endlich auch auf Grund ihrer Belastungen in der Arbeitswelt früher in Pension gehen und gleich lange die Pension genießen können wie alle anderen Bevölkerungsschichten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Silhavy: ... Defizite! Ihre Politik!
Der Herr Finanzminister hat sich in den Verhandlungen bereit erklärt, den Familienlastenausgleichsfond aus Steuergeldern mit mehr als 90 Millionen € zusätzlich zu dotieren. (Abg. Silhavy: ... Defizite! Ihre Politik!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Tatsache ist, Herr Kollege Gusenbauer, jeder einzelne Schritt zielt auf ein harmonisiertes System ab, und Sie sind eingeladen, genauso wie die Sozialpartner, mitzuarbeiten, dass mit 1. Jänner 2004 – und dazu hat sich die Regierung verpflichtet – für die unter 35-Jährigen in Österreich ein einheitliches Sozialversicherungs- und Pensionssystem steht, in dem ein leistungs- und beitragsorientiertes Individualkonto existiert. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich bin sicher: Für die betroffenen Österreicherinnen und Österreicher sind 10 Prozent Deckelung allemal sozialer als 15 Prozent, und dabei wird es auch bleiben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Wenn ich also auf 1,2 Prozent aufgerundet habe, dann bin ich Ihnen und Ihren Berechnungen noch entgegengekommen. Aber machen Sie nicht permanent einen 40-prozentigen Rechenfehler, um die Menschen zu verunsichern. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) Sagen Sie den Menschen die Wahrheit, dann werden wir uns in der Diskussion besser verstehen, sehr geehrte Damen und Herren!
Lang anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Bundesminister für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz Vizekanzler Mag. Herbert Haupt (fortsetzend): Sagen Sie nie mehr wieder, dass Ihre Modelle von uns nicht entkräftet wurden. (Lang anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: So nehmen Sie es mit der Wahrheit!
Abgeordneter Friedrich Verzetnitsch (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Herr Vizekanzler, lassen Sie mich einleitend feststellen: Wenn Sie die Behauptung aufstellen, dass Ihr Brief hier im Haus gestern um 16 Uhr eingelangt ist, dann ist das die Unwahrheit, denn der Präsident dieses Hauses hat heute den Abgeordneten mitgeteilt, dass gestern um 19 Uhr beim Portier ein Schriftstück abgegeben worden ist, das der Kanzlei nicht übermittelt werden konnte und in Wirklichkeit somit erst heute Vormittag vorgelegen ist. (Abg. Parnigoni: So nehmen Sie es mit der Wahrheit!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Sie werden den Präsidenten doch nicht der Unwahrheit bezichtigen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
rungsanträge. Daher können wir im Rahmen dieser Debatte nur das beurteilen, was Sie heute hier mündlich vorgetragen haben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Der Klubobmann der ÖVP hat gemeint, dass man den Verhandlungstisch nicht verlassen sollte. – Herr Klubobmann! Ich bin überzeugt davon, dass Sie nicht anders handeln werden. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie bei Verhandlungen im Kreis geschickt werden, dann werden jene am Verhandlungstisch sitzen bleiben, die Sie im Kreis schicken wollen, aber nicht diejenigen, die an einer Lösung interessiert sind, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wenn zum Beispiel von Ihrer Seite durchaus in einem richtigen Ansatz vermittelt wird, dass die Kinderbetreuungszeiten von 18 auf 24 Monate erhöht werden, dann sagen Sie aber klar und deutlich dazu, dass das nur für Geburten ab dem Jahr 2002 gilt. Denn auch da vermitteln Sie in der Öffentlichkeit den Eindruck, dass das für alle gilt. Ich glaube, dass auch da mehr Ehrlichkeit notwendig wäre, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie zitieren immer den Beirat 91/92. Ich zitiere diesen Beiratsbeschluss auch sehr gerne, wenn nämlich in diesem Zusammenhang erwähnt wird: Wer glaubt, dass die künftige Pensionssicherung ohne erhöhte Bundesbeiträge auskommt, der irrt. Was Sie machen, ist eine Einschränkung der Bundesbeiträge und nicht eine Erhöhung der Bundesbeiträge, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Steibl: Wahlkampf! – Abg. Mag. Molterer: Ist ein Streik Wahlkampf?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie weisen immer wieder auf den Druck der Straße hin. Es ist schon seltsam, dass Sie in Tirol und in Oberösterreich wie viele andere auch jetzt auf die Straße gehen und wahlkämpfen. Und wenn diese Straße zurückspricht, dann heißt es auf einmal: Wir beugen uns nicht dem Druck der Straße. Gehen Sie nicht werben, wenn Sie dann den Druck der Straße nicht aushalten, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Steibl: Wahlkampf! – Abg. Mag. Molterer: Ist ein Streik Wahlkampf?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wir waren am 24. April beim Bundeskanzler und Vizekanzler und haben ein Angebot gemacht, das lautet: die mittel- und langfristige Pensionssicherung als Ziel in einem harmonisierten System mit Perspektiven, insbesondere auch für die jüngere Generation. Und ich könnte das weiter zitieren. Ist dieses Angebot angenommen worden? – Nein, man hat uns gesagt, jetzt kommt diese Pensionsreform, und dann können wir im Herbst über Harmonisierung reden. So geht es nicht, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Mag. Molterer – ein Papier vorweisend –: Erster Punkt Ihres Angebots: Harmonisierung!
Bei der Harmonisierung am 23./24. April bin ich persönlich dem Bundeskanzler und Vizekanzler gegenüber gesessen, nicht Sie! (Abg. Mag. Molterer – ein Papier vorweisend –: Erster Punkt Ihres Angebots: Harmonisierung!)
Abg. Scheibner: Ihr Experte hat gesagt: 15 Prozent!
Die durchschnittliche Bruttopension beträgt 1 180 € im Jahr 2001, die durchschnittliche Nettopension insgesamt 985 €. Das werden Sie den Menschen erklären, dass da 10 Prozent kein Problem sind! (Abg. Scheibner: Ihr Experte hat gesagt: 15 Prozent!)
Abg. Murauer: Maximum Abzug, nicht Minimum!
Eine Trafikantin, die 1948 geboren ist, hätte auf Grund geltenden Rechtes eine Pension von 900 €, auf Grund Ihrer Vorschläge hat diese Trafikantin eine von 810 €. Die ist genauso betroffen. Daher gibt es hier eine gemeinsame Vorgangsweise. (Abg. Murauer: Maximum Abzug, nicht Minimum!) Schauen Sie sich die Statistischen Hefte an, das ist keine Gewerkschaftspublikation!
Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ.
Das, was Sie machen, ist eine Geldbeschaffungsaktion für eine Steuerreform. Sie heben das Alter ohne Rücksicht auf den Arbeitsmarkt an, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig: Das kennen wir schon!
Abgeordneter Mag. Walter Tancsits (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Angesichts der auf den Kopf gestellten Bevölkerungspyramide, angesichts einer über 30 Jahre halbierten Geburtenrate, angesichts der halben Anzahl von nachwachsenden Beitragszahlern nicht zu reagieren, wäre verantwortungslos. (Abg. Dr. Glawischnig: Das kennen wir schon!) Angesichts dieser Tatsachen wäre es nicht nur verantwortungslos, sondern
Beifall bei der ÖVP.
auch zutiefst unsozial, die notwendigen Maßnahmen immer weiter hinauszuschieben. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Das Angebot dieser Bundesregierung, das wir in den nächsten Tagen in den Ausschüssen diskutieren und zu einem Endschliff bringen werden, ist verantwortungsvoll und sozial. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Wir werden es so zu Ende bringen, dass wir es nicht nur gegenüber den jetzigen Generationen, sondern auch gegenüber jenen, die in Arbeit stehen und nachwachsen, verantworten können.
Allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Ich freue mich, wenn Sie da umdenken. Ich begrüße Sie bei denjenigen, die die Probleme erkennen. Aber ich denke, angesichts einer in 30 Jahren sozialdemokratischer Führung halbierten Geburtenrate in diesem Land sollten Sie ein bisschen leiser treten. (Allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Walter Tancsits (fortsetzend): Das sind jene Menschen, die Sie während der sozial-liberalen Koalition in prekäre Arbeitsverhältnisse gedrängt haben und die bis heute für ihre beitragsgedeckten Jahre entweder beim Bundesheer oder in der Privatwirtschaft keine entsprechende Pensionsdeckung gefunden haben. Wir haben diesen Fehler mit dieser Vorlage korrigiert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zweitens: Erhöhung des faktischen Pensionsantrittsalters, länger arbeiten. Bis zum Jahr 2014 beziehungsweise 2017 soll das Pensionsantrittsalter 60 beziehungsweise 65 Jahre betragen. Es wird vielen in der Debatte nicht aufgefallen sein, dass nach unseren Prognosen diese Erhöhung nicht schneller erfolgt als die Erhöhung der durchschnittlichen Lebenserwartung. Das ist also ein mathematisch nachvollziehbarer, sinnvoller und verantwortungsvoller Schritt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Hagenhofer: Das wäre ja noch schöner!
Dabei ist mir wichtig, dass jene, die besonders lang gearbeitet haben, also bisher schon 45 und 40 Jahre, dabei keinen Nachteil erleiden. (Abg. Hagenhofer: Das wäre ja noch schöner!) Sie werden daher laut unserem Vorschlag für jeden Tag, den sie länger als 45 oder 40 Jahre arbeiten, einen entsprechenden Bonus bekommen. Das ist verantwortungsvoll, und das ist sozial gerechte Politik. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Dabei ist mir wichtig, dass jene, die besonders lang gearbeitet haben, also bisher schon 45 und 40 Jahre, dabei keinen Nachteil erleiden. (Abg. Hagenhofer: Das wäre ja noch schöner!) Sie werden daher laut unserem Vorschlag für jeden Tag, den sie länger als 45 oder 40 Jahre arbeiten, einen entsprechenden Bonus bekommen. Das ist verantwortungsvoll, und das ist sozial gerechte Politik. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Lassen Sie mich zum Abschluss einer wochenlangen Diskussion, bei der wir immer gute Ratschläge, die durchaus erwünscht waren, von den Sozialpartnern bekommen haben, einen Wunsch als Sozialpolitiker an die Sozialpartner richten: Setzen Sie sich bitte zusammen und machen Sie jenen Pakt für die älteren Arbeitnehmer, mit dem wir in Zukunft verhindern, dass, egal, ob auf Kollektivvertragsebene oder im Betrieb zwischen Unternehmer und Betriebsrat, so genannte Sozialpläne verhandelt werden, mit denen ältere Menschen, die noch arbeiten können und noch arbeiten wollen, in den so genannten Ruhestand gedrängt werden. Dazu können und sollen Sie Ihren Beitrag leisten, damit diese Pensionssicherungsreform tatsächlich Zukunft für die Arbeitnehmer und für die künftigen Generationen bietet. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Die Gesamtreform!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Herr Klubobmann Scheibner, gestatten Sie mir eine Vorbemerkung zu dem, was Sie gesagt haben. Sie haben der Opposition empfohlen, die Anträge, die jetzt dann hoffentlich doch kommen, auch durchzulesen (Abg. Scheibner: Die Gesamtreform!), um sie alsbald, nämlich morgen beziehungsweise übermorgen, beschließen zu können, weil Sie eine Frist bis übermorgen gesetzt haben.
Abg. Scheibner: Ich habe gar nichts empfohlen! Ich habe gesagt, Sie sollen am Entschließungsantrag mitarbeiten!
Ich bedanke mich ganz artig für dieses Ihr Angebot, dass wir das lesen dürfen. Wir nehmen das auch in der Regel wahr, und das macht den Unterschied zu Ihnen aus, Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Ich habe gar nichts empfohlen! Ich habe gesagt, Sie sollen am Entschließungsantrag mitarbeiten!) Sie handeln etwas aus, unterschreiben Anträge, aber lesen sie nicht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ihnen empfehle ich gar nichts!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ihnen empfehle ich gar nichts!
Ich bedanke mich ganz artig für dieses Ihr Angebot, dass wir das lesen dürfen. Wir nehmen das auch in der Regel wahr, und das macht den Unterschied zu Ihnen aus, Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Ich habe gar nichts empfohlen! Ich habe gesagt, Sie sollen am Entschließungsantrag mitarbeiten!) Sie handeln etwas aus, unterschreiben Anträge, aber lesen sie nicht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ihnen empfehle ich gar nichts!)
Beifall bei den Grünen.
Ich habe es ernst genommen, als Sie heute gesagt haben, Respekt für die Sorgen und Ängste der Bevölkerung. Aber, bitte, Herr Bundeskanzler, das hätten wir uns schon in den letzten Wochen und auch für die nächsten Monate und Jahre gewünscht. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ellmauer: Seit 13. Mai verhandeln wir im Budgetausschuss!
Das ist nicht das, was sich die österreichischen Bürger und Bürgerinnen im Ernstnehmen ihrer Sorgen beziehungsweise Sie, Herr Bundeskanzler (Abg. Ellmauer: Seit 13. Mai verhandeln wir im Budgetausschuss!), in Ihrem berechtigten Anliegen, auch Ihre Position gegenüber den Österreicherinnen und Österreichern ausdrücken zu wollen, verdient haben. So geht es nicht! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das ist nicht das, was sich die österreichischen Bürger und Bürgerinnen im Ernstnehmen ihrer Sorgen beziehungsweise Sie, Herr Bundeskanzler (Abg. Ellmauer: Seit 13. Mai verhandeln wir im Budgetausschuss!), in Ihrem berechtigten Anliegen, auch Ihre Position gegenüber den Österreicherinnen und Österreichern ausdrücken zu wollen, verdient haben. So geht es nicht! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Seit zwei Jahren haben wir diskutiert! Ein halbes Jahr ...! Das ist nicht überfallsartig! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Seit 25 Jahren ist das ein Thema!
Diese Worte sind leider nicht über Ihre Lippen gekommen. Das war schon das Ergebnis von Anstrengungen der Oppositionsparteien, auch von VertreterInnen der Regierungsparteien und der Gewerkschaft für eine über die Gewerkschaft hinaus beunruhigte Zivilgesellschaft, die sich fragen musste und natürlich auch gefragt hat: Was ist los in diesem Land? Warum kommt diese Regierung mit einem Überfall auf die Pensionsfrage daher? (Abg. Scheibner: Seit zwei Jahren haben wir diskutiert! Ein halbes Jahr ...! Das ist nicht überfallsartig! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Seit 25 Jahren ist das ein Thema!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Seit 25 Jahren weiß jeder, dass es notwendig ist, die Pensionen zu sanieren!
Ich erinnere Sie, Herr Abgeordneter Scheibner, wir waren ... Nein, nein, kommen Sie mir nicht damit! Da würde ich auch etwas mehr Augenmaß von den Regierungsparteien einfordern. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass die Grünen schon vor den Wahlen gesagt haben: Es braucht in diesem Land eine Harmonisierung der Pensionssysteme. – Da haben Sie alle schön brav den Mund gehalten und ganz anders geredet. Auch Sie, Herr Bundeskanzler, haben nicht davon gesprochen, dass eine große Pensionsreform notwendig ist. Wir haben davon gesprochen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Seit 25 Jahren weiß jeder, dass es notwendig ist, die Pensionen zu sanieren!)
Zwischenruf des Abg. Zweytick.
Diskutieren wir das wie in Skandinavien ein bis zwei Jahre lang so, dass ein jeder, eine jede, auch in den Parteien, mitdiskutieren kann, das verstehen, das nachvollziehen und sich dann entscheiden kann. (Zwischenruf des Abg. Zweytick.) Sich-entscheiden-Können gehört doch dazu! Das, was Sie dem Parlament zumuten, ist nicht Sich-entscheiden-Können, sondern wir werden mit Ihrer Fristsetzung überfahren. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Diskutieren wir das wie in Skandinavien ein bis zwei Jahre lang so, dass ein jeder, eine jede, auch in den Parteien, mitdiskutieren kann, das verstehen, das nachvollziehen und sich dann entscheiden kann. (Zwischenruf des Abg. Zweytick.) Sich-entscheiden-Können gehört doch dazu! Das, was Sie dem Parlament zumuten, ist nicht Sich-entscheiden-Können, sondern wir werden mit Ihrer Fristsetzung überfahren. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Bundesministerin Rauch-Kallat: Das stimmt nicht!
Die Frauenministerin geht gegen die Frauen, sozusagen gegen ihre eigene Klientel vor und sagt: Das kommt nicht in Frage, wir brauchen das Geld für die Steuerreform. (Bundesministerin Rauch-Kallat: Das stimmt nicht!) Unter 1 000 €, hat Frau Rauch-Kallat gesagt, geht nichts, das kostet uns zuviel. – Das war doch die Realität des gestrigen Tages.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Eines ist nämlich richtig gesagt worden. Wir tun uns leicht mit Zahlen, aber dahinter stehen Menschen, konkrete Schicksale, konkrete Sorgen. Nehmen Sie diese bitte ernst! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Rufe bei den Grünen: Nein!
Vizekanzler, als er mit diesem Entwurf in die Begutachtung gegangen ist, von vornherein gesagt hat, er gehe mit diesem Entwurf in die Begutachtung, um Verhandlungen zu führen und Verbesserungen zu erzielen (Rufe bei den Grünen: Nein!), damit alle – auch Sie – die Möglichkeit haben, während der Begutachtungsfrist ihre Vorschläge einzubringen. Das hat er gesagt, ich war dabei, und so ist es! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Stummvoll.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Stummvoll.
Vizekanzler, als er mit diesem Entwurf in die Begutachtung gegangen ist, von vornherein gesagt hat, er gehe mit diesem Entwurf in die Begutachtung, um Verhandlungen zu führen und Verbesserungen zu erzielen (Rufe bei den Grünen: Nein!), damit alle – auch Sie – die Möglichkeit haben, während der Begutachtungsfrist ihre Vorschläge einzubringen. Das hat er gesagt, ich war dabei, und so ist es! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Stummvoll.)
Abg. Dr. Glawischnig: Um wie viel wird das erhöht? Das sind genau 40 Euro mehr als jetzt! Das ist eine „großartige“ Verbesserung! Die Leute werden sich bedanken!
Nehmen Sie auch Folgendes zur Kenntnis: Uns Freiheitlichen sind die unteren Einkommensbezieher, die eben unter 1 000 € beziehen, ein besonderes Anliegen; diese sind uns besonders wichtig. Deshalb ist es uns auch gelungen, für Familien in Pensionistenhaushalten mit einem Einkommen unter 1 000 € den Ausgleichszulagenrichtsatz auf 1 000 € zu erhöhen. (Abg. Dr. Glawischnig: Um wie viel wird das erhöht? Das sind genau 40 Euro mehr als jetzt! Das ist eine „großartige“ Verbesserung! Die Leute werden sich bedanken!) Das haben wir auch in den Verhandlungen erreicht. Man muss sich den Verhandlungen eben stellen, dann gibt es Möglichkeiten, hier etwas zu erreichen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puswald: Außer Peanuts nichts erreicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puswald: Außer Peanuts nichts erreicht!
Nehmen Sie auch Folgendes zur Kenntnis: Uns Freiheitlichen sind die unteren Einkommensbezieher, die eben unter 1 000 € beziehen, ein besonderes Anliegen; diese sind uns besonders wichtig. Deshalb ist es uns auch gelungen, für Familien in Pensionistenhaushalten mit einem Einkommen unter 1 000 € den Ausgleichszulagenrichtsatz auf 1 000 € zu erhöhen. (Abg. Dr. Glawischnig: Um wie viel wird das erhöht? Das sind genau 40 Euro mehr als jetzt! Das ist eine „großartige“ Verbesserung! Die Leute werden sich bedanken!) Das haben wir auch in den Verhandlungen erreicht. Man muss sich den Verhandlungen eben stellen, dann gibt es Möglichkeiten, hier etwas zu erreichen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puswald: Außer Peanuts nichts erreicht!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Außer Peanuts nichts erreicht, sagen Sie, Kollege Puswald. – Dann frage ich Sie: Was haben Sie jahrzehntelang erreicht? Sie haben all diese Ungerechtigkeiten erreicht, von denen Sie heute selber sprechen! Ungerechtigkeiten im Pensionssystem müssen verbessert und verändert werden. Das sind die Ungerechtigkeiten, die Sie unter sozialistischer Regierung geschaffen haben. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das müssen wir jetzt beheben und verbessern! Genau um diese Peanuts geht es, die nämlich Sie verteilt haben, die Sie gemacht haben (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP), jene Ungerechtigkeiten, die Sie geschaffen haben. Genau darum geht es jetzt!
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP
Außer Peanuts nichts erreicht, sagen Sie, Kollege Puswald. – Dann frage ich Sie: Was haben Sie jahrzehntelang erreicht? Sie haben all diese Ungerechtigkeiten erreicht, von denen Sie heute selber sprechen! Ungerechtigkeiten im Pensionssystem müssen verbessert und verändert werden. Das sind die Ungerechtigkeiten, die Sie unter sozialistischer Regierung geschaffen haben. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das müssen wir jetzt beheben und verbessern! Genau um diese Peanuts geht es, die nämlich Sie verteilt haben, die Sie gemacht haben (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP), jene Ungerechtigkeiten, die Sie geschaffen haben. Genau darum geht es jetzt!
Abg. Reheis: Im Liegen umfallen!
Deshalb, lieber Kollege Verzetnitsch, auch die Deckelung, die Sie jetzt quasi als nichts bewerten, wobei Ihr eigener Experte im Ausschuss gesagt hat, 15 Prozent wären auch schon ausreichend, also diese Deckelung haben wir jetzt mit 10 Prozent festgelegt. Verluste über 10 Prozent wird es nicht geben. Das auch deshalb, damit wir der Gräuelpropaganda, die Sie hier an den Tag gelegt haben, wirklich den Wind aus den Segeln nehmen. (Abg. Reheis: Im Liegen umfallen!)
Abg. Dr. Glawischnig: Das glauben Sie wohl selbst nicht!
Man muss bei dieser gesamten Diskussion auch dazu sagen: 10 Prozent an Verlusten wird es nur für einige wenige geben. Durchschnittlich werden die Verluste nur 3 bis 4 Prozent betragen. Das, was Sie machen, ist Verunsicherung und Sand in die Augen streuen. (Abg. Dr. Glawischnig: Das glauben Sie wohl selbst nicht!) – Das glaube ich sehr wohl, wir werden es Ihnen beweisen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Man muss bei dieser gesamten Diskussion auch dazu sagen: 10 Prozent an Verlusten wird es nur für einige wenige geben. Durchschnittlich werden die Verluste nur 3 bis 4 Prozent betragen. Das, was Sie machen, ist Verunsicherung und Sand in die Augen streuen. (Abg. Dr. Glawischnig: Das glauben Sie wohl selbst nicht!) – Das glaube ich sehr wohl, wir werden es Ihnen beweisen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
Kollege Verzetnitsch! Sie hätten die Möglichkeit gehabt – und Sie haben diese historische Chance vertan (ironische Heiterkeit bei der SPÖ) –, hier so mitzuwirken und mitzugestalten, wie es eigentlich unter den Sozialpartnern sein sollte. (Abg. Verzetnitsch: Wir sind keine Jasager!)
Abg. Verzetnitsch: Wir sind keine Jasager!
Kollege Verzetnitsch! Sie hätten die Möglichkeit gehabt – und Sie haben diese historische Chance vertan (ironische Heiterkeit bei der SPÖ) –, hier so mitzuwirken und mitzugestalten, wie es eigentlich unter den Sozialpartnern sein sollte. (Abg. Verzetnitsch: Wir sind keine Jasager!)
Abg. Dr. Glawischnig: Wie die FPÖ ja sagt!
Sie sollen nicht Jasager werden, das soll hier niemand (Abg. Dr. Glawischnig: Wie die FPÖ ja sagt!), aber Sie sollen die Möglichkeiten, die Sie haben, auch nutzen! Ich würde den Verhandlungstisch nicht verlassen, wenn ich die Dinge, die mir wirklich wichtig sind, nicht durchbringen kann. Sie hätten sehr wohl, auch wenn Sie im Kreis geschickt worden sind, sitzen bleiben und sagen können: Aber wir verhandeln weiter – im Sinne unserer Arbeitnehmer, im Sinne derer, die wir vertreten! Aber Sie haben mutwillig den Verhandlungstisch verlassen, weil es Ihnen nicht so wichtig ist, denn Ihr Motto heißt: Demonstrieren statt reformieren! Das ist Ihr Motto! (Abg. Reheis: Ihr Motto ist: Umfallen!)
Abg. Reheis: Ihr Motto ist: Umfallen!
Sie sollen nicht Jasager werden, das soll hier niemand (Abg. Dr. Glawischnig: Wie die FPÖ ja sagt!), aber Sie sollen die Möglichkeiten, die Sie haben, auch nutzen! Ich würde den Verhandlungstisch nicht verlassen, wenn ich die Dinge, die mir wirklich wichtig sind, nicht durchbringen kann. Sie hätten sehr wohl, auch wenn Sie im Kreis geschickt worden sind, sitzen bleiben und sagen können: Aber wir verhandeln weiter – im Sinne unserer Arbeitnehmer, im Sinne derer, die wir vertreten! Aber Sie haben mutwillig den Verhandlungstisch verlassen, weil es Ihnen nicht so wichtig ist, denn Ihr Motto heißt: Demonstrieren statt reformieren! Das ist Ihr Motto! (Abg. Reheis: Ihr Motto ist: Umfallen!)
Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.
Die Gegnerschaft zur Regierung hält den ÖGB zusammen, Kollege Verzetnitsch. Das ist es, was Sie zusammenhält, denn es passt Ihnen nicht, dass jetzt Freiheitliche auf der Regierungsbank sitzen. (Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.) Das passt Ihnen nicht! Sie wollen Ihre eigenen Kollegen da oben haben, damit Sie sich Ihre Pfründe wieder einrichten können, damit Sie sich alles richten können, so wie Sie es früher gemacht haben. Das ist das, was Sie wollen: die Regierung sprengen!
Abg. Dr. Glawischnig: Haben Sie auch ein inhaltliches Argument? – Abg. Pfeffer: Haben Sie das geschrieben?
Lesen Sie doch einmal selber nach, was im Internet bei Teilen derer, die Sie vertreten, steht! So steht zum Beispiel beim Diskussionsforum der ÖBB Folgendes: „Leider sind jene, die am Dienstag Dienst haben, dem Unmut und Zorn, den Aggressionen der Kunden berechtigt ausgesetzt.“ – Das steht im Internet von Arbeitnehmern, von einem Herrn Ludwig K. Ich werde den Nachnamen nicht sagen, denn dann hat er mit Problemen zu rechnen. (Abg. Dr. Glawischnig: Haben Sie auch ein inhaltliches Argument? – Abg. Pfeffer: Haben Sie das geschrieben?) – Das Zitat weiter: „Die Damen und Herren, die das zu verantworten haben, sitzen im warmen Büro bei Kaffee und Kuchen“, sagt er zum Beispiel. (Abg. Parnigoni: Was bezahlen Sie dem Schreiber dafür?)
Abg. Parnigoni: Was bezahlen Sie dem Schreiber dafür?
Lesen Sie doch einmal selber nach, was im Internet bei Teilen derer, die Sie vertreten, steht! So steht zum Beispiel beim Diskussionsforum der ÖBB Folgendes: „Leider sind jene, die am Dienstag Dienst haben, dem Unmut und Zorn, den Aggressionen der Kunden berechtigt ausgesetzt.“ – Das steht im Internet von Arbeitnehmern, von einem Herrn Ludwig K. Ich werde den Nachnamen nicht sagen, denn dann hat er mit Problemen zu rechnen. (Abg. Dr. Glawischnig: Haben Sie auch ein inhaltliches Argument? – Abg. Pfeffer: Haben Sie das geschrieben?) – Das Zitat weiter: „Die Damen und Herren, die das zu verantworten haben, sitzen im warmen Büro bei Kaffee und Kuchen“, sagt er zum Beispiel. (Abg. Parnigoni: Was bezahlen Sie dem Schreiber dafür?)
Abg. Parnigoni: Wer sind das, die „Ihre Klientel“?
Ich fahre fort: Es gibt einen anderen, der sagt: Ich bin gegen Streik, schon allein deswegen, da Streiks nichts ändern werden! – Das sagt einer von Ihrer Klientel. (Abg. Parnigoni: Wer sind das, die „Ihre Klientel“?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Sie können zur Pensionsreform noch nichts sagen, weil Sie die Abänderungsanträge noch nicht kennen!
So gehen Sie mit Ihren Leuten um! Das ist meiner Meinung nach sehr bedenklich! Wenn wir hier schon von Streikfreiheit reden, dann muss es für diejenigen, die nicht hingehen wollen, auch die Freiheit geben, nicht hinzugehen. Das sollen Sie Ihren Leuten auch zugestehen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Sie können zur Pensionsreform noch nichts sagen, weil Sie die Abänderungsanträge noch nicht kennen!)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich meine den Solidarbeitrag von Blechas, die auch streiken, weil sie eben diesen Solidarbeitrag nicht zahlen wollen, den Solidarbeitrag auch von Löschnaks, die Politpensionen beziehen. Diese Personen werden 15 Prozent Solidarbeitrag zahlen, und das ist gerechtfertigt und das ist auch gut so. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wir werden dann sehen, ob Sie dem zustimmen werden, denn Sie sind auch einer von
Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.
denen. (Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.) Ja, auch Götz muss es zahlen. Richtig und gut so! Doch auch Sie werden es zahlen müssen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich erwarte mir von Ihnen, dass Sie hier dem Antrag, dass es 15 Prozent Solidarbeitrag auch von Ihnen geben wird für das, was Sie zu tun verabsäumt haben, auch zustimmen. Ich bin sehr gespannt auf Ihr Abstimmungsverhalten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Dr. Magda Bleckmann (fortsetzend): Wir Freiheitlichen nehmen die Verantwortung wahr – im Gegensatz zu dem, was Sie tun, nämlich nicht die Verantwortung zu übernehmen! Wir garantieren eine sozial gerechte Pensionsreform. Dafür werden wir Freiheitliche einstehen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Lopatka: Das haben Sie diktiert!
Sehr geehrte Abgeordneten vom ÖAAB! Folgen Sie dem Herrn Dirnberger: Lehnen Sie hier diese Pensionsreform ab! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Lopatka: Das haben Sie diktiert!)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Herr Lopatka! Sie wollen die Pensionsreform nur wegen der Geldbeschaffung für das Budget. Sie waren wirklich ehrlich. Danke für diesen Redebeitrag von damals! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.) Das ist der Grund, warum Pensionisten gequält werden.
Abg. Dr. Lopatka: Er sagt es nicht! Das haben Sie diktiert!
Ich zitiere weiter: „Beim Übertritt vom bisherigen Pensionssystem zum künftigen Pensionskonto sind die Kürzungen nicht auf 12 Prozent gedeckelt. Das ist ein Faktum.“ – Das sagt Ihr ÖAABler Dirnberger, Vizepräsident der Arbeiterkammer. (Abg. Dr. Lopatka: Er sagt es nicht! Das haben Sie diktiert!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ein anständigen Ansinnen. Das kann man nur unterstützen! Nicht auf Kirchtagen herumkriechen, sondern endlich einmal Manns oder Frau genug sein hier herinnen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Was wollen Sie eigentlich? All Ihre Vorhaben, die Sie heute und in den nächsten Tagen präsentieren werden, ergeben massive Pensionskürzungen. Besonders wird es die unter 35-Jährigen, die ASVGler und die Frauen treffen. – Das wollen Sie! Sie sollten sich aber auch hier herstellen und das eingestehen. Wir werden dagegen ankämpfen, denn wir finden, dass das ein Fehler ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Lopatka: Nicht polemisch sein!
Sie haben eigentlich während der Scheinverhandlungen am Runden Tisch und wo auch immer Sie Ihre Scheinverhandlungen geführt haben, in Wirklichkeit immer nur die Verpackung geändert. Ich glaube, Ihr Pensionsexperte war Christo, der Verpackungskünstler. (Abg. Dr. Lopatka: Nicht polemisch sein!) Sie haben immer nur neue Verpackungen gemacht, der Inhalt, der unsoziale, ungerechte Inhalt ist im Prinzip immer der gleiche geblieben. Sie können Käse noch so sehr umpackeln, in eine andere Verpackung stecken – Käse bleibt Käse und stinken tut er trotzdem! Das sollte Ihnen endlich einmal ins Stammbuch geschrieben werden. Am nächsten Wahltag werden Sie den Käse auch noch aufessen müssen – darauf freue ich mich besonders. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben eigentlich während der Scheinverhandlungen am Runden Tisch und wo auch immer Sie Ihre Scheinverhandlungen geführt haben, in Wirklichkeit immer nur die Verpackung geändert. Ich glaube, Ihr Pensionsexperte war Christo, der Verpackungskünstler. (Abg. Dr. Lopatka: Nicht polemisch sein!) Sie haben immer nur neue Verpackungen gemacht, der Inhalt, der unsoziale, ungerechte Inhalt ist im Prinzip immer der gleiche geblieben. Sie können Käse noch so sehr umpackeln, in eine andere Verpackung stecken – Käse bleibt Käse und stinken tut er trotzdem! Das sollte Ihnen endlich einmal ins Stammbuch geschrieben werden. Am nächsten Wahltag werden Sie den Käse auch noch aufessen müssen – darauf freue ich mich besonders. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Wir diskutieren doch schon lange!
Aber der Gipfel ist Ihr Fristsetzungsantrag. Sie sagen: Hier sind die Abänderungsanträge, aber ihr dürft nur zwei Tage darüber diskutieren und damit arbeiten. (Abg. Dr. Brinek: Wir diskutieren doch schon lange!) Das muss man den Fernsehzuschauern sagen. (Abg. Dr. Trinkl: Jahrelang!) Wir dürfen nur zwei Tage lang hundert Seiten durcharbeiten und dann ab die Post! Schmeck’s, Parlament! Das war es dann im Parlament, weg damit, und schaut es euch bitte nicht genau an, denn wir wollen noch ein paar Sachen reinschwindeln. (Abg. Dr. Trinkl: Das ist eine reine Unterstellung! – Abg. Neudeck: Wie der Schelm denkt, so ist er!) Der österreichische Pensionsbezieher wird nur so schauen über die Pensionen, die hier so konzipieren.
Abg. Dr. Trinkl: Jahrelang!
Aber der Gipfel ist Ihr Fristsetzungsantrag. Sie sagen: Hier sind die Abänderungsanträge, aber ihr dürft nur zwei Tage darüber diskutieren und damit arbeiten. (Abg. Dr. Brinek: Wir diskutieren doch schon lange!) Das muss man den Fernsehzuschauern sagen. (Abg. Dr. Trinkl: Jahrelang!) Wir dürfen nur zwei Tage lang hundert Seiten durcharbeiten und dann ab die Post! Schmeck’s, Parlament! Das war es dann im Parlament, weg damit, und schaut es euch bitte nicht genau an, denn wir wollen noch ein paar Sachen reinschwindeln. (Abg. Dr. Trinkl: Das ist eine reine Unterstellung! – Abg. Neudeck: Wie der Schelm denkt, so ist er!) Der österreichische Pensionsbezieher wird nur so schauen über die Pensionen, die hier so konzipieren.
Abg. Dr. Trinkl: Das ist eine reine Unterstellung! – Abg. Neudeck: Wie der Schelm denkt, so ist er!
Aber der Gipfel ist Ihr Fristsetzungsantrag. Sie sagen: Hier sind die Abänderungsanträge, aber ihr dürft nur zwei Tage darüber diskutieren und damit arbeiten. (Abg. Dr. Brinek: Wir diskutieren doch schon lange!) Das muss man den Fernsehzuschauern sagen. (Abg. Dr. Trinkl: Jahrelang!) Wir dürfen nur zwei Tage lang hundert Seiten durcharbeiten und dann ab die Post! Schmeck’s, Parlament! Das war es dann im Parlament, weg damit, und schaut es euch bitte nicht genau an, denn wir wollen noch ein paar Sachen reinschwindeln. (Abg. Dr. Trinkl: Das ist eine reine Unterstellung! – Abg. Neudeck: Wie der Schelm denkt, so ist er!) Der österreichische Pensionsbezieher wird nur so schauen über die Pensionen, die hier so konzipieren.
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Sie wollen in Wirklichkeit auch keine Volksabstimmung. Das ist ungeheuerlich. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Und die Streiks diffamieren Sie als politisch, weil Sie Angst vor den Wählerinnen und Wählern haben. Das ist überhaupt der Leitgedanke Ihres Verhaltens hier herinnen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Halten Sie sich einmal an irgendetwas! Das ist unfair!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Halten Sie sich einmal an irgendetwas! Das ist unfair!
Sie wollen in Wirklichkeit auch keine Volksabstimmung. Das ist ungeheuerlich. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Und die Streiks diffamieren Sie als politisch, weil Sie Angst vor den Wählerinnen und Wählern haben. Das ist überhaupt der Leitgedanke Ihres Verhaltens hier herinnen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Halten Sie sich einmal an irgendetwas! Das ist unfair!)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Reinhold Mitterlehner (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das letzte Mal hat Kollege Cap noch aus dem „Narrenschiff“ zitiert, jetzt muss er sich schon an die Ergüsse des Herrn Dirnberger halten. – Aber bitte. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Im Übrigen, Herr Kollege Cap: Das nächste Mal sollten Sie aus dem „Faust“ zitieren: „Ich bin der Geist, der stets verneint ...“, denn etwas anderes ist Ihnen eigentlich noch nie eingefallen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Brinek: Das weiß der Cap nicht!
Es hat sich bei uns eine Kultur eingestellt so nach dem Motto: Schauen wir doch, dass wir die Probleme ins Pensionssystem verlagern. Das Ergebnis war, dass uns die EU nach den Barcelona-Zielsetzungen gesagt hat, es kann doch nicht richtig sein, dass in anderen Ländern in der Gruppe der 55- bis 65-Jährigen 50 Prozent arbeiten und bei uns nur rund 28 Prozent. (Abg. Dr. Brinek: Das weiß der Cap nicht!) Wir sollen bis 2010 das Ziel erreichen, dass auch bei uns in diesem Altersbereich 50 Prozent in Beschäftigung sind.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn jetzt auch gesagt wird, es habe Streiks mit Augenmaß gegeben und so weiter – in Ordnung! Aber, Herr Präsident, die entscheidende Frage ist nicht, wie groß, wie stark das Ausmaß der Streiks war, sondern entscheidend ist die prinzipielle Frage, ob die Maßnahmen, die Sie auf der politischen Ebene erreichen sollten, auf Betriebsebene getroffen werden sollen. Ich meine, es war der falsche Weg, die Betriebe in die Pflicht zu nehmen, sondern der richtige Weg ist jener der Verhandlungen und der politischen Auseinandersetzung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Damit, Herr Präsident, gibt es schon zwei Fragen, die Sie sich stellen lassen müssen: Schaffen Sie wirklich die Harmonisierung mit uns, mit den anderen? Und bleiben Sie damit auch glaubwürdig bei der Bevölkerung? Ich denke, das, was hier vorgelegt wird, ist sicher nicht so, dass nicht der eine oder andere Härtefall auftreten wird. Das lässt sich bei entsprechenden Systemumstellungen nie verhindern. Aber die entscheidende Frage ist – und damit bin ich schon am Schluss meiner Ausführungen –: Ist es nicht so, wie einmal Professor Rothschild in Linz gesagt hat: Es ist besser, eine Frage ungefähr richtig zu beantworten als präzise falsch!? – Sie haben gar keine Antwort, daher kann das sicher nicht der richtige Weg sein! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Ich hab’s! Triumph, Triumph! Ich habe die Regierungsvorlage zum Budgetbegleitgesetz gerade eben bekommen. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.) Vielen Dank, dass wir sie schon bekommen haben. So sind Sie: Mitten in der Diskussion bekommen wir die Vorlage. Wir könnten dann vielleicht auch in die Debatte einsteigen, denn bis morgen 10 Uhr werden sie alle gelesen haben.
Abg. Dr. Brinek: Wenn nichts passiert, ist alles viel schlimmer!
Es ist ein großer Erfolg der KritikerInnen – und das ist der einzige Erfolg, muss man leider sagen –, dass es eine zeitliche Veränderung gibt. Es wird nicht auf diese Art, wie Sie es geplant haben, drastisch, schnell, überfallsartig kommen, sondern es wird ein bisschen mehr Zeit geben, sich darauf einzustellen. Nur kann das nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass letztendlich spätestens 2028, wenn nämlich sämtliche Deckelungsfristen gefallen sind, ganz genau das in Kraft tritt, was Sie schon vor zwei Monaten geplant haben, mit sämtlichen Durchrechnungszeiten, mit Steigerungsbeträgen, mit Abschlägen. Alles, was Sie damals geplant haben, ist auch nach wie vor geplant, nur mit einer zeitlichen Verzögerung. (Abg. Dr. Brinek: Wenn nichts passiert, ist alles viel schlimmer!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das Interessante ist jetzt, man darf sich fragen: Was ist das Ziel Ihrer Pensionsreform? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es ist heute schon das Wort gefallen, dass es das gemeinsame Ziel dieser Pensionsreform sein müsste – irgendwie ist es so hingestellt worden, als ob das selbstverständlich wäre –, dass es eine gerechte Pension gibt, die gesichert wird und die den Lebensstandard aufrechterhält. Faktum ist, dass Sie ganz andere Ziele haben; Sie sprechen nur nicht darüber. Sie haben genau zwei Ziele gehabt, eines davon ist Ihnen vereitelt worden. Das erste Ziel war eine kurzfristige Geldbeschaffungsaktion für das Budget. (Abg. Dr. Brinek: Das ist eine Unterstellung! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist Ihnen durch die KritikerInnen und SkeptikerInnen vereitelt worden, zu dieser ganz kurzfristigen Geldbeschaffungsaktion werden Sie nicht kommen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Brinek: Das ist eine Unterstellung! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das Interessante ist jetzt, man darf sich fragen: Was ist das Ziel Ihrer Pensionsreform? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es ist heute schon das Wort gefallen, dass es das gemeinsame Ziel dieser Pensionsreform sein müsste – irgendwie ist es so hingestellt worden, als ob das selbstverständlich wäre –, dass es eine gerechte Pension gibt, die gesichert wird und die den Lebensstandard aufrechterhält. Faktum ist, dass Sie ganz andere Ziele haben; Sie sprechen nur nicht darüber. Sie haben genau zwei Ziele gehabt, eines davon ist Ihnen vereitelt worden. Das erste Ziel war eine kurzfristige Geldbeschaffungsaktion für das Budget. (Abg. Dr. Brinek: Das ist eine Unterstellung! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist Ihnen durch die KritikerInnen und SkeptikerInnen vereitelt worden, zu dieser ganz kurzfristigen Geldbeschaffungsaktion werden Sie nicht kommen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das Interessante ist jetzt, man darf sich fragen: Was ist das Ziel Ihrer Pensionsreform? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es ist heute schon das Wort gefallen, dass es das gemeinsame Ziel dieser Pensionsreform sein müsste – irgendwie ist es so hingestellt worden, als ob das selbstverständlich wäre –, dass es eine gerechte Pension gibt, die gesichert wird und die den Lebensstandard aufrechterhält. Faktum ist, dass Sie ganz andere Ziele haben; Sie sprechen nur nicht darüber. Sie haben genau zwei Ziele gehabt, eines davon ist Ihnen vereitelt worden. Das erste Ziel war eine kurzfristige Geldbeschaffungsaktion für das Budget. (Abg. Dr. Brinek: Das ist eine Unterstellung! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist Ihnen durch die KritikerInnen und SkeptikerInnen vereitelt worden, zu dieser ganz kurzfristigen Geldbeschaffungsaktion werden Sie nicht kommen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das bisherige System hat gewährleistet, dass es innerhalb des Systems eine gewisse Umverteilung gegeben hat. Man konnte sich zumindest in einem gewissen Bereich darauf verlassen, dass gesellschaftliche Risken wie Arbeitslosigkeit, Armut oder etwa in der finanziellen Auswirkung davon, Kinder zu bekommen – was auch ein gesellschaftliches Risiko ist –, gesellschaftlich abgefangen wurden. Das wird mit Ihrer Art, mit Ihrer so genannten Pensionsreform geändert, und zwar nicht nur dort, sondern auch in anderen Bereichen wie im Gesundheitsbereich. Sie lagern diese Risken auf die einzelnen Leute aus, und es gibt kein Solidarsystem mehr, das diese Umverteilung wahrnehmen wird. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das heißt, es ist die Frage: Wofür wollen wir gemeinsam, wofür will der Staat Steuermittel ausgeben? Wofür wollen wir sie einheben, wofür wollen wir sie ausgeben? – Diese Diskussion muss einmal geführt werden. Sie können nicht Steuern reduzieren und sagen: das ist jetzt das hehre Lissabon-Ziel – warum, weiß eigentlich niemand genau –, und auf der anderen Seite behaupten, wir haben zu wenig Geld, um Solidarleistungen für alle anzubieten. Das ist die Diskussion, die wir führen sollten. Da sollten Sie Ihre Ziele bei der Art von Umverteilung, die Sie betreiben – nämlich nicht solidarisch, sondern von unten nach oben –, einmal offen auf den Tisch legen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Drei Jahre lang hat eine Pensionsreformkommission getagt. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) In den Sondierungsgesprächen habt ihr alles vorbesprochen. In den Ausschüssen hättet ihr genug Möglichkeiten gehabt, noch Vorschläge oder ein Modell und vieles mehr einzubringen. Ich sage euch ganz ehrlich: Ihr wollt ja gar nicht! Ihr wollt nicht, weil es nicht eure Idee ist. Diese Pensionssicherungsreform kann noch so gut sein, ihr stimmt sowieso nicht zu! (Abg. Dr. Glawischnig: Sie ist nur leider nicht gut! Sie ist sehr schlecht!) Daher ist es auch sinnlos, hier eine gemeinsame Linie zu suchen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig: Sie ist nur leider nicht gut! Sie ist sehr schlecht!
Drei Jahre lang hat eine Pensionsreformkommission getagt. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) In den Sondierungsgesprächen habt ihr alles vorbesprochen. In den Ausschüssen hättet ihr genug Möglichkeiten gehabt, noch Vorschläge oder ein Modell und vieles mehr einzubringen. Ich sage euch ganz ehrlich: Ihr wollt ja gar nicht! Ihr wollt nicht, weil es nicht eure Idee ist. Diese Pensionssicherungsreform kann noch so gut sein, ihr stimmt sowieso nicht zu! (Abg. Dr. Glawischnig: Sie ist nur leider nicht gut! Sie ist sehr schlecht!) Daher ist es auch sinnlos, hier eine gemeinsame Linie zu suchen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Drei Jahre lang hat eine Pensionsreformkommission getagt. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) In den Sondierungsgesprächen habt ihr alles vorbesprochen. In den Ausschüssen hättet ihr genug Möglichkeiten gehabt, noch Vorschläge oder ein Modell und vieles mehr einzubringen. Ich sage euch ganz ehrlich: Ihr wollt ja gar nicht! Ihr wollt nicht, weil es nicht eure Idee ist. Diese Pensionssicherungsreform kann noch so gut sein, ihr stimmt sowieso nicht zu! (Abg. Dr. Glawischnig: Sie ist nur leider nicht gut! Sie ist sehr schlecht!) Daher ist es auch sinnlos, hier eine gemeinsame Linie zu suchen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig: Sie wissen, dass das eine Fälschung ist!
Aber jetzt habe ich ein Papier bekommen, das ich heute Vormittag leider nicht mehr habe vorlesen können. Es ist ein vertrauliches Geheimpapier: Protokoll vom 27.10.2002, Eckpunkte des Koalitionsübereinkommens zwischen Sozialdemokratischer Partei Österreichs und den Grünen. (Abg. Dr. Glawischnig: Sie wissen, dass das eine Fälschung ist!) Das ist sehr interessant. Ich hoffe, dass dieses Papier nicht stimmt; ich habe es von jemandem zugesandt bekommen. (Abg. Dr. Glawischnig: Von der ÖVP! Das ist eine Fälschung, und Sie wissen es!)
Abg. Dr. Glawischnig: Von der ÖVP! Das ist eine Fälschung, und Sie wissen es!
Aber jetzt habe ich ein Papier bekommen, das ich heute Vormittag leider nicht mehr habe vorlesen können. Es ist ein vertrauliches Geheimpapier: Protokoll vom 27.10.2002, Eckpunkte des Koalitionsübereinkommens zwischen Sozialdemokratischer Partei Österreichs und den Grünen. (Abg. Dr. Glawischnig: Sie wissen, dass das eine Fälschung ist!) Das ist sehr interessant. Ich hoffe, dass dieses Papier nicht stimmt; ich habe es von jemandem zugesandt bekommen. (Abg. Dr. Glawischnig: Von der ÖVP! Das ist eine Fälschung, und Sie wissen es!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Kollege Walch! Das ist eine Fälschung, Sie wissen es!
Da steht drin: Wirtschaftspolitik – Wirtschaftsimpulse durch die Verlegung folgender religiöser Feiertage auf Sonntag: 6. Jänner, 15. August, 8. Dezember; Halbierung der Wohnbauförderung; Streichung der Witwenpension ab 2006. (Abg. Dr. Van der Bellen: Kollege Walch! Das ist eine Fälschung, Sie wissen es!) Verwaltungsreform: Aktionsplan, 25 Prozent Einsparungspotenzial bei Beamten mit 500 Millionen €. Positionspapier Gusenbauer, und vieles mehr. Das ist die Wahrheit darüber, was dahinter steckt! (Zwischenruf des Abg. Brosz.)
Zwischenruf des Abg. Brosz.
Da steht drin: Wirtschaftspolitik – Wirtschaftsimpulse durch die Verlegung folgender religiöser Feiertage auf Sonntag: 6. Jänner, 15. August, 8. Dezember; Halbierung der Wohnbauförderung; Streichung der Witwenpension ab 2006. (Abg. Dr. Van der Bellen: Kollege Walch! Das ist eine Fälschung, Sie wissen es!) Verwaltungsreform: Aktionsplan, 25 Prozent Einsparungspotenzial bei Beamten mit 500 Millionen €. Positionspapier Gusenbauer, und vieles mehr. Das ist die Wahrheit darüber, was dahinter steckt! (Zwischenruf des Abg. Brosz.)
Abg. Dr. Brinek: Höchstens!
Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich sage Ihnen über dieses Pensionssicherungs-Reformpapier, wie es jetzt mit Beteiligung der Freiheitlichen, mit unserem Vizekanzler Herbert Haupt vorgelegt wird: 10 Prozent Abschläge (Abg. Dr. Brinek: Höchstens!), aber nicht, wie von der SPÖ vorgeschlagen, die sogar mit 15 Prozent einverstanden gewesen wäre. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Das wäre eventuell ein „Pensionsraub“, wie manche Oppositionspolitiker behauptet haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich sage Ihnen über dieses Pensionssicherungs-Reformpapier, wie es jetzt mit Beteiligung der Freiheitlichen, mit unserem Vizekanzler Herbert Haupt vorgelegt wird: 10 Prozent Abschläge (Abg. Dr. Brinek: Höchstens!), aber nicht, wie von der SPÖ vorgeschlagen, die sogar mit 15 Prozent einverstanden gewesen wäre. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Das wäre eventuell ein „Pensionsraub“, wie manche Oppositionspolitiker behauptet haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich sage Ihnen über dieses Pensionssicherungs-Reformpapier, wie es jetzt mit Beteiligung der Freiheitlichen, mit unserem Vizekanzler Herbert Haupt vorgelegt wird: 10 Prozent Abschläge (Abg. Dr. Brinek: Höchstens!), aber nicht, wie von der SPÖ vorgeschlagen, die sogar mit 15 Prozent einverstanden gewesen wäre. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Das wäre eventuell ein „Pensionsraub“, wie manche Oppositionspolitiker behauptet haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Wurm: Ab wann?
Schließung der Lücken bei den Frauen, welche Kinder groß gezogen haben; Erhöhung der pensionsbegründenden Zeiten von 18 auf 24 Monate bei den Kindererziehungszeiten, Reduktion des Durchrechnungszeitraums pro Kind drei Jahre – das ist Familienpolitik! (Abg. Mag. Wurm: Ab wann?) Invaliditätspension: Wenn einer einen Arbeitsunfall hat und 30 Jahre alt ist, wird das jetzt so angerechnet: Nicht der Durchschnitt bis zum 56. Lebensjahr wird für die Höhe der Pension berechnet, sondern bis zum 60. Lebensjahr. Anrechnung der Ersatzzeiten von Zeitsoldaten, die für uns Leben und Gesundheit einsetzen: bis zu 30 Monate. Nachkauf von Studienzeiten – was die vorhergehenden Regierungen gemacht haben, war nur eine finanzielle Anrechnung, aber es war kein Nachkauf möglich. Sozial gerechte Pensionserhöhungen bei kleinen Pensionen, dementsprechend Einführung des Solidarbeitrages bei Sozialversicherungen.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Der größte Punkt – es ist klar, dass das der Opposition nicht passt – ist bei den Politikerpensionen zu finden. Ihr habt geglaubt, wir machen nur 10 Prozent – 15 Prozent werden sie alle hergeben müssen, 15 Prozent! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Na, da musst dich informieren!
Keine Doppelpensionen mehr! Anhebung des Pensionsantrittsalters. Ihr habt gesagt: Macht etwas, aber hoffentlich passiert es nicht, weil es uns dann am meisten erwischt! Beschränkung der Bezugsfortzahlung: Wer waren denn dazumal diejenigen, die das beschlossen haben? Wer war das? Ich habe es mir von meinen Kolleginnen und Kollegen sagen lassen. Die Grünen haben auch mitgestimmt. (Abg. Öllinger: Na, da musst dich informieren!) Vielleicht würden es die Neuen hier eh nicht mehr machen, sie sind vielleicht schon ein bisschen anders.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Bitte, ich würde ersuchen: Lesen, denken, rechnen und dann sprechen! Dann werden wir eine gute Reform haben. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Walch: Ja!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Lieber Kollege Walch! – Herr Kollege Walch, darf ich kurz um Ihre Aufmerksamkeit bitten. (Abg. Walch: Ja!) Sie haben hier den Inhalt eines Papiers vorgetragen, das diese Aufmerksamkeit nicht verdient. Ich muss Ihnen leider sagen, dass das eine freie Erfindung von irgendjemandem aus dem Wahlkampf gewesen ist. Das ist mit Sicherheit kein Übereinkommen zwischen SPÖ und Grünen oder sonst irgendetwas! (Abg. Dr. Brinek: Vielleicht ist das an Ihnen vorbeigeschwindelt worden!)
Abg. Dr. Brinek: Vielleicht ist das an Ihnen vorbeigeschwindelt worden!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Lieber Kollege Walch! – Herr Kollege Walch, darf ich kurz um Ihre Aufmerksamkeit bitten. (Abg. Walch: Ja!) Sie haben hier den Inhalt eines Papiers vorgetragen, das diese Aufmerksamkeit nicht verdient. Ich muss Ihnen leider sagen, dass das eine freie Erfindung von irgendjemandem aus dem Wahlkampf gewesen ist. Das ist mit Sicherheit kein Übereinkommen zwischen SPÖ und Grünen oder sonst irgendetwas! (Abg. Dr. Brinek: Vielleicht ist das an Ihnen vorbeigeschwindelt worden!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es war entweder ein begabter Kabarettist, dem im Nachhinein eine gewisse Anerkennung gebührt. Unsere Hypothese war, dass das von der ÖVP kommt beziehungsweise von der Jungen ÖVP im Wahlkampf. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Ja, ist besser! – Ruf bei der ÖVP: Arrogant ist das!
Abgeordnete Mag. Barbara Prammer (SPÖ): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung. Eines mache ich jetzt sicher nicht: auf die Wortmeldung des Kollegen Walch eingehen, denn das wäre wohl müßig, meine Damen und Herren! (Abg. Öllinger: Ja, ist besser! – Ruf bei der ÖVP: Arrogant ist das!) Ich möchte viel lieber noch einmal auf die Chronologie Ihrer so genannten Pensionssicherungsreform eingehen. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Abgeordnete Mag. Barbara Prammer (SPÖ): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung. Eines mache ich jetzt sicher nicht: auf die Wortmeldung des Kollegen Walch eingehen, denn das wäre wohl müßig, meine Damen und Herren! (Abg. Öllinger: Ja, ist besser! – Ruf bei der ÖVP: Arrogant ist das!) Ich möchte viel lieber noch einmal auf die Chronologie Ihrer so genannten Pensionssicherungsreform eingehen. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich erinnere an die Wahlversprechen, die Sie vergangenes Jahr getätigt haben – das ist heute schon mehrfach erwähnt worden –, und ich erinnere an den Begutachtungsentwurf. Wir sind ja heute klüger geworden, denn der Herr Vizekanzler hat uns informiert, weswegen ein solcher Begutachtungsentwurf vorgelegt werden muss, nämlich damit dann andere kommen und sagen können: Das ist schlecht, das muss verändert werden. Mit einem solchen Selbstverständnis in die Regierung einzutreten und Regie-rungspolitik zu machen, das ist ja wohl wirklich sehr verwunderlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Freiheitliche Partei spielt ein Spiel mit, das wir bereits kennen. Das Spiel ist auch in der letzten Regierungsperiode immer wieder vonstatten gegangen: Zunächst einmal lässt man Experten alle Grauslichkeiten der Welt schildern, als Nächstes bringt man genau diese Grauslichkeiten als Ministerratsvorschläge ins Parlament, und dann kommt die Bundesregierung und behauptet in unglaublich widersprüchlichen Aussagen, dass alles ganz anders, viel milder kommen wird. Glauben Sie allen Ernstes, dass die Bevölkerung sich niederkniet und sagt: Danke, liebe Bundesregierung, ihr seid eh nicht ganz so grauslich!? – Nein, meine Damen und Herren der Bundesregierung, das wird es nicht spielen! Sie glauben tatsächlich, dass Sie die Menschen für dumm verkaufen können, aber die Menschen lassen sich nicht für dumm verkaufen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Und die neuen Vorschläge? – Da bleibt einem ja der Atem weg! Jetzt kommt ein Härtefonds. Ich war immer der Meinung, dass wir eigentlich die Zeit der Almosenempfängerinnen und Almosenempfänger überwunden hätten. (Beifall bei der SPÖ.) Ich war eigentlich der Meinung, dass Pensionen mit Rechtsansprüchen ausgestattet sind. Ab jetzt ist es aber für einzelne Personen notwendig darzulegen, wie unterstützungswürdig sie sind. Sie müssen einen Antrag stellen, und dann haben sie vielleicht Glück oder vielleicht auch kein Glück und können aus einem Härtefonds Ausgleichszahlungen empfangen. Das ist nicht eine Politik, die ins 3. Jahrtausend passt, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Und die neuen Vorschläge? – Da bleibt einem ja der Atem weg! Jetzt kommt ein Härtefonds. Ich war immer der Meinung, dass wir eigentlich die Zeit der Almosenempfängerinnen und Almosenempfänger überwunden hätten. (Beifall bei der SPÖ.) Ich war eigentlich der Meinung, dass Pensionen mit Rechtsansprüchen ausgestattet sind. Ab jetzt ist es aber für einzelne Personen notwendig darzulegen, wie unterstützungswürdig sie sind. Sie müssen einen Antrag stellen, und dann haben sie vielleicht Glück oder vielleicht auch kein Glück und können aus einem Härtefonds Ausgleichszahlungen empfangen. Das ist nicht eine Politik, die ins 3. Jahrtausend passt, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das einzig wirklich Kluge, das ich heute von der Regierungsbank aus gehört habe, war, was der Herr Vizekanzler aus unserem Modell zitiert hat. Hätte sich die Bundesregierung nur irgendwann die Mühe gemacht, sich zum Beispiel mit der SPÖ und ihrem Modell auseinander zu setzen, dann könnte man heute vielleicht davon ausgehen, eine Riesenchance wahrzunehmen, um zu einem wirklich modernen, einheitlichen Pensionsrecht zu kommen. Das ist aber nicht Ihr Interesse, und auch das ist hier schon mehrfach gesagt worden. Es geht Ihnen darum, das staatliche Pensionssystem, das solidarische Umlagesystem wenn schon nicht zu zerschlagen so doch jedenfalls massivst zu verkleinern, um Spielräume für die zweite und die so genannte dritte Säule zu erhalten. Was das für die Menschen bedeutet, brauche ich nicht zu wiederholen, denn auch das ist schon mehrfach gesagt worden. Das lehnen wir kategorisch ab! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Prammer: „Zurückzustellen“ wie in der schriftlichen Fassung!
Präsident Dr. Andreas Khol: Frau Abgeordnete! Der Antrag, den Sie schriftlich eingebracht haben, unterscheidet sich in einem wichtigen Wort von dem, was Sie verlesen haben. Sie haben nämlich schriftlich eingebracht: „Die Regierungsvorlage zur Pensionssicherungsreform zurückzustellen ...“, und Sie haben verlesen: „zurückzuziehen“. Was gilt? (Abg. Mag. Prammer: „Zurückzustellen“ wie in der schriftlichen Fassung!) – Zurückzustellen. – Danke.
Abg. Mag. Prammer: Ja, ja, aber auf Pension gibt es sehr wohl einen Rechtsanspruch!
Abgeordneter Karl Donabauer (ÖVP): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung, besonders Herr Vizekanzler! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Aus aktuellem Anlass: Frau Kollegin Prammer hat hier vorgetragen beziehungsweise in ihrer Rede ausgeführt, dass sie eigentlich meint, dass man auf alle Sozialleistungen einen Rechtsanspruch hätte. Dem ist aber nicht so, auch nicht nach 30-jähriger sozialdemokratischer Regierung! Sie kennen die Leistung der Sozialhilfe: Darauf gibt es keinen Rechtsanspruch! (Abg. Mag. Prammer: Ja, ja, aber auf Pension gibt es sehr wohl einen Rechtsanspruch!) Wir haben in den letzten zwei Jahren sehr oft diskutiert, um gerade auch dieses Problem zu lösen. Das ist bis heute nicht erledigt worden; es wird aber in der nächsten Zeit sicherlich weiter darüber verhandelt werden.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Walch.
Zum Ersten geht es um eine Neuausrichtung auf dem Arbeitsmarkt. Hiebei ist wichtig, dass Kostenentlastung betrieben wird. Zum Zweiten ist eine Verbesserung der Aus- und Weiterbildung wichtig, denn nur gut ausgebildete Arbeitnehmer sind am Arbeitsmarkt aktiv einzubringen. Nur wer Arbeit schafft, sichert die Sozialleistungen in der Zukunft. Alles andere ist mehr oder weniger gute Rhetorik, aber nicht die Realität, und das muss man einmal ganz klar sagen! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Walch.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
es für dieses Land und seine Bürger, wir machen es für die Zukunft unseres Landes Österreich! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Brinek: Das ist sie auch gewesen, eine Gräuelpropaganda! – Ruf bei der SPÖ: Genauso, wie das eine Mogelpackung ist!
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Mit höchster Verwunderung habe ich heute festgestellt, dass es einerseits in diesem Parlament nicht möglich ist, den Begriff „Mogelpackung“ zu verwenden, ohne dass ein Ordnungsruf erteilt beziehungsweise zumindest in den Raum gestellt wird, dass auf der anderen Seite aber der Bundeskanzler hier in diesem Hohen Haus den Vorwurf der „Gräuelpropaganda“ gemacht hat, ohne dafür einen Ordnungsruf zu erhalten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Brinek: Das ist sie auch gewesen, eine Gräuelpropaganda! – Ruf bei der SPÖ: Genauso, wie das eine Mogelpackung ist!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich habe auch Herrn Vizekanzler Haupt sehr aufmerksam zugehört und frage mich, wie ernst denn dieser Vizekanzler – der ja maßgeblich an der Pensionsreform beteiligt ist – zu nehmen ist. Er hat nämlich die „nächste exorbitante Erhöhung des Ausgleichszulagenrichtsatzes“ für Paare gepriesen. – „Die nächste exorbitante Erhöhung“! – Jetzt können Sie raten, wie hoch diese Erhöhung ist: Geht es da um 200 € oder um 100 €? – Nein: Es sind 40 € – bei einer Erhöhung von 960 € auf 1 000 € –, um die die Paare jetzt mehr bekommen. Dass er in diesem Zusammenhang von einer „exorbitanten Erhöhung“ spricht, zeigt die Weltfremdheit des Vizekanzlers! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wenden Sie sich doch an die SPÖ!
Der zweite Punkt, den er angepriesen hat, war, wie gut er zu Menschen mit Behinderung ist und wie sehr er für sie sorgt. Er hat gesagt: Menschen mit Behinderung werden das Geld bekommen, das ihnen „die Bundesregierung zugemittelt hat“. – Herr Vizekanzler! Die Menschen mit Behinderung haben seit sieben Jahren keine Erhöhung des Pflegegeldes mehr bekommen! So sieht es in Wirklichkeit aus! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wenden Sie sich doch an die SPÖ!) Sie, Herr Vizekanzler, haben diese Erhöhung des Pflegegeldes zugesichert, und Sie haben es dann nicht gemacht! Was Sie jetzt tun, ist, den Angehörigen eine Unterstützung zukommen zu lassen – das ist schön und gut –, aber das Pflegegeld der Menschen mit Behinderung selbst wird nicht erhöht. Dazu sollten Sie auch stehen, anstatt den Menschen irgendetwas vorzumachen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Der zweite Punkt, den er angepriesen hat, war, wie gut er zu Menschen mit Behinderung ist und wie sehr er für sie sorgt. Er hat gesagt: Menschen mit Behinderung werden das Geld bekommen, das ihnen „die Bundesregierung zugemittelt hat“. – Herr Vizekanzler! Die Menschen mit Behinderung haben seit sieben Jahren keine Erhöhung des Pflegegeldes mehr bekommen! So sieht es in Wirklichkeit aus! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wenden Sie sich doch an die SPÖ!) Sie, Herr Vizekanzler, haben diese Erhöhung des Pflegegeldes zugesichert, und Sie haben es dann nicht gemacht! Was Sie jetzt tun, ist, den Angehörigen eine Unterstützung zukommen zu lassen – das ist schön und gut –, aber das Pflegegeld der Menschen mit Behinderung selbst wird nicht erhöht. Dazu sollten Sie auch stehen, anstatt den Menschen irgendetwas vorzumachen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Bundeskanzler! Wenn Sie sich diese Worte heute anhören, werden Sie wohl eher unter den Tisch kriechen als sonst wo hin, weil das beschämend ist! Es ist nur der Druck der Menschen gewesen, der dazu geführt hat, dass hier endlich wenigstens ansatzweise Verbesserungen im Raum stehen – Verbesserungen, die wir noch immer nicht vorliegen haben; ich zumindest habe sie noch nicht vorliegen. Aber mit dem, was Sie hier behauptet haben, dass damals schon alles das Vortrefflichste gewesen wäre, strafen Sie sich heute selbst Lügen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das, was mich an dieser Rede am meisten „gewurmt“ hat, ist, dass ich selbst schon so weit gekommen bin, Ihnen fast Anerkennung dafür auszusprechen, dass Sie gesagt haben, Sie akzeptieren, dass die Streikenden diese Maßnahmen ergriffen haben, oder Sie zeigen ihnen gegenüber sogar eine Art Wertschätzung dafür. Da habe ich mir gedacht: So weit ist es in diesem Haus, wo das Streik- und Demonstrationsrecht immer wieder von Ihnen in Frage gestellt worden ist, schon gekommen, dass man schon anerkennend zur Kenntnis nehmen muss, wenn der Bundeskanzler Grundrechte der Bevölkerung, die sie Gott sei Dank noch hat, endlich einmal anerkennt! – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Trunk: Das hat der Kollege von der ÖVP auch schon gesagt!
Die Lebenserwartung ist allerdings – Gott sei Dank! – wesentlich höher geworden. Wenn man sich das anschaut, so sieht man, dass man im Jahr 1970 in Österreich durchschnittlich noch 18,5 Jahre in Ausbildung war, 42,5 Jahre in der Erwerbstätigkeit und 8,5 Jahre in der Pension. 2001, Frau Kollegin Trunk, Sie kennen die Zahlen ... (Abg. Mag. Trunk: Das hat der Kollege von der ÖVP auch schon gesagt!) Ah so, ja? (Abg. Mag. Trunk: Aber das macht nichts!) Macht nichts. Es ist nicht von jedem gesagt worden, aber es ist ein ganz wichtiger Aspekt, warum diese Pensionsreform überhaupt notwendig ist. 2001 ist der durchschnittliche Österreicher 21 Jahre in Ausbildung, 37 Jahre in Erwerbstätigkeit und 20,5 Jahre in der Pension. Deswegen muss hier gehandelt werden!
Abg. Mag. Trunk: Aber das macht nichts!
Die Lebenserwartung ist allerdings – Gott sei Dank! – wesentlich höher geworden. Wenn man sich das anschaut, so sieht man, dass man im Jahr 1970 in Österreich durchschnittlich noch 18,5 Jahre in Ausbildung war, 42,5 Jahre in der Erwerbstätigkeit und 8,5 Jahre in der Pension. 2001, Frau Kollegin Trunk, Sie kennen die Zahlen ... (Abg. Mag. Trunk: Das hat der Kollege von der ÖVP auch schon gesagt!) Ah so, ja? (Abg. Mag. Trunk: Aber das macht nichts!) Macht nichts. Es ist nicht von jedem gesagt worden, aber es ist ein ganz wichtiger Aspekt, warum diese Pensionsreform überhaupt notwendig ist. 2001 ist der durchschnittliche Österreicher 21 Jahre in Ausbildung, 37 Jahre in Erwerbstätigkeit und 20,5 Jahre in der Pension. Deswegen muss hier gehandelt werden!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Eine Harmonisierung der Pensionssysteme ist meiner Meinung nach einer der wichtigsten Punkte überhaupt, damit wir die unterschiedlichen Beitragsleistungen, das unterschiedliche Zugangsalter in den verschiedenen Pensionssystemen in Österreich und die unterschiedlichen Pensionshöhen auf gleich bringen. Genau das wird mit dieser Pensionsreform im heurigen Jahr auch geschehen. Sie fußt nämlich auf dem Bericht der Pensionsreformkommission, die drei Jahre lang gearbeitet hat und in die Seniorenvertreter genauso wie die Sozialpartner mit einbezogen waren. Sie hat im Prinzip drei Punkte ausgearbeitet, nämlich eine Angleichung des faktischen an das Regelpensionsalter, eine längere Durchrechnung sowie eine Harmonisierung der Pensionssysteme. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Verzetnitsch: Warum ...?
Geschätzte Damen und Herren! Die Verlängerung des Durchrechnungszeitraumes auf 40 Jahre wird hier oft kritisiert, erfolgt aber ohnehin in einem Zeitraum bis zum Jahr 2028 und wird in Zukunft auf Basis der Lohnsumme und nicht mit den schlechten Aufwertungsfaktoren wie bisher gerechnet. Letzteres würde nämlich – wie heute von Rednern der Opposition schon oft gesagt worden ist – bedeuten, dass bei einer längeren Durchrechnung höhere Verluste anstehen. (Abg. Verzetnitsch: Warum ...?) Dem wird gegengesteuert, Herr Präsident Verzetnitsch, indem ab 1. Jänner 2004 die zurückliegenden Zeiten auf Basis der Lohnsumme berechnet werden. (Abg. Verzetnitsch: Warum heißt es dann „die Regierungsvorlage“? Die sieht das nämlich nicht vor! Das ist die Täuschung!) – Herr Präsident Verzetnitsch! Du wirst den letzten Stand der Dinge wahrscheinlich noch nicht haben (Abg. Verzetnitsch: Oja!), aber wir haben ja morgen Gelegenheit, ... (Ruf: Hat er schon!) – Hat er schon? Das wird hier sicher vorkommen, denn das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die längere Durchrechnung überhaupt kommt und sozial abgefedert wird! (Abg. Verzetnitsch: ... Da steht wieder: „die Regierungsvorlage“!) Das wird jetzt passieren, Herr Präsident Verzetnitsch, und es wird nicht so sein wie in der Vergangenheit, dass länger zurückliegende Jahre eben schlecht bewertet werden.
Abg. Verzetnitsch: Warum heißt es dann „die Regierungsvorlage“? Die sieht das nämlich nicht vor! Das ist die Täuschung!
Geschätzte Damen und Herren! Die Verlängerung des Durchrechnungszeitraumes auf 40 Jahre wird hier oft kritisiert, erfolgt aber ohnehin in einem Zeitraum bis zum Jahr 2028 und wird in Zukunft auf Basis der Lohnsumme und nicht mit den schlechten Aufwertungsfaktoren wie bisher gerechnet. Letzteres würde nämlich – wie heute von Rednern der Opposition schon oft gesagt worden ist – bedeuten, dass bei einer längeren Durchrechnung höhere Verluste anstehen. (Abg. Verzetnitsch: Warum ...?) Dem wird gegengesteuert, Herr Präsident Verzetnitsch, indem ab 1. Jänner 2004 die zurückliegenden Zeiten auf Basis der Lohnsumme berechnet werden. (Abg. Verzetnitsch: Warum heißt es dann „die Regierungsvorlage“? Die sieht das nämlich nicht vor! Das ist die Täuschung!) – Herr Präsident Verzetnitsch! Du wirst den letzten Stand der Dinge wahrscheinlich noch nicht haben (Abg. Verzetnitsch: Oja!), aber wir haben ja morgen Gelegenheit, ... (Ruf: Hat er schon!) – Hat er schon? Das wird hier sicher vorkommen, denn das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die längere Durchrechnung überhaupt kommt und sozial abgefedert wird! (Abg. Verzetnitsch: ... Da steht wieder: „die Regierungsvorlage“!) Das wird jetzt passieren, Herr Präsident Verzetnitsch, und es wird nicht so sein wie in der Vergangenheit, dass länger zurückliegende Jahre eben schlecht bewertet werden.
Abg. Verzetnitsch: Oja!
Geschätzte Damen und Herren! Die Verlängerung des Durchrechnungszeitraumes auf 40 Jahre wird hier oft kritisiert, erfolgt aber ohnehin in einem Zeitraum bis zum Jahr 2028 und wird in Zukunft auf Basis der Lohnsumme und nicht mit den schlechten Aufwertungsfaktoren wie bisher gerechnet. Letzteres würde nämlich – wie heute von Rednern der Opposition schon oft gesagt worden ist – bedeuten, dass bei einer längeren Durchrechnung höhere Verluste anstehen. (Abg. Verzetnitsch: Warum ...?) Dem wird gegengesteuert, Herr Präsident Verzetnitsch, indem ab 1. Jänner 2004 die zurückliegenden Zeiten auf Basis der Lohnsumme berechnet werden. (Abg. Verzetnitsch: Warum heißt es dann „die Regierungsvorlage“? Die sieht das nämlich nicht vor! Das ist die Täuschung!) – Herr Präsident Verzetnitsch! Du wirst den letzten Stand der Dinge wahrscheinlich noch nicht haben (Abg. Verzetnitsch: Oja!), aber wir haben ja morgen Gelegenheit, ... (Ruf: Hat er schon!) – Hat er schon? Das wird hier sicher vorkommen, denn das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die längere Durchrechnung überhaupt kommt und sozial abgefedert wird! (Abg. Verzetnitsch: ... Da steht wieder: „die Regierungsvorlage“!) Das wird jetzt passieren, Herr Präsident Verzetnitsch, und es wird nicht so sein wie in der Vergangenheit, dass länger zurückliegende Jahre eben schlecht bewertet werden.
Ruf: Hat er schon!
Geschätzte Damen und Herren! Die Verlängerung des Durchrechnungszeitraumes auf 40 Jahre wird hier oft kritisiert, erfolgt aber ohnehin in einem Zeitraum bis zum Jahr 2028 und wird in Zukunft auf Basis der Lohnsumme und nicht mit den schlechten Aufwertungsfaktoren wie bisher gerechnet. Letzteres würde nämlich – wie heute von Rednern der Opposition schon oft gesagt worden ist – bedeuten, dass bei einer längeren Durchrechnung höhere Verluste anstehen. (Abg. Verzetnitsch: Warum ...?) Dem wird gegengesteuert, Herr Präsident Verzetnitsch, indem ab 1. Jänner 2004 die zurückliegenden Zeiten auf Basis der Lohnsumme berechnet werden. (Abg. Verzetnitsch: Warum heißt es dann „die Regierungsvorlage“? Die sieht das nämlich nicht vor! Das ist die Täuschung!) – Herr Präsident Verzetnitsch! Du wirst den letzten Stand der Dinge wahrscheinlich noch nicht haben (Abg. Verzetnitsch: Oja!), aber wir haben ja morgen Gelegenheit, ... (Ruf: Hat er schon!) – Hat er schon? Das wird hier sicher vorkommen, denn das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die längere Durchrechnung überhaupt kommt und sozial abgefedert wird! (Abg. Verzetnitsch: ... Da steht wieder: „die Regierungsvorlage“!) Das wird jetzt passieren, Herr Präsident Verzetnitsch, und es wird nicht so sein wie in der Vergangenheit, dass länger zurückliegende Jahre eben schlecht bewertet werden.
Abg. Verzetnitsch: ... Da steht wieder: „die Regierungsvorlage“!
Geschätzte Damen und Herren! Die Verlängerung des Durchrechnungszeitraumes auf 40 Jahre wird hier oft kritisiert, erfolgt aber ohnehin in einem Zeitraum bis zum Jahr 2028 und wird in Zukunft auf Basis der Lohnsumme und nicht mit den schlechten Aufwertungsfaktoren wie bisher gerechnet. Letzteres würde nämlich – wie heute von Rednern der Opposition schon oft gesagt worden ist – bedeuten, dass bei einer längeren Durchrechnung höhere Verluste anstehen. (Abg. Verzetnitsch: Warum ...?) Dem wird gegengesteuert, Herr Präsident Verzetnitsch, indem ab 1. Jänner 2004 die zurückliegenden Zeiten auf Basis der Lohnsumme berechnet werden. (Abg. Verzetnitsch: Warum heißt es dann „die Regierungsvorlage“? Die sieht das nämlich nicht vor! Das ist die Täuschung!) – Herr Präsident Verzetnitsch! Du wirst den letzten Stand der Dinge wahrscheinlich noch nicht haben (Abg. Verzetnitsch: Oja!), aber wir haben ja morgen Gelegenheit, ... (Ruf: Hat er schon!) – Hat er schon? Das wird hier sicher vorkommen, denn das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die längere Durchrechnung überhaupt kommt und sozial abgefedert wird! (Abg. Verzetnitsch: ... Da steht wieder: „die Regierungsvorlage“!) Das wird jetzt passieren, Herr Präsident Verzetnitsch, und es wird nicht so sein wie in der Vergangenheit, dass länger zurückliegende Jahre eben schlecht bewertet werden.
Abg. Verzetnitsch: Das ist ja unser Verlangen! Aber dann dürfte hier nicht „die Regierungsvorlage“ stehen!
Das ist angesichts der längeren Durchrechnung auch wichtig. (Abg. Verzetnitsch: Das ist ja unser Verlangen! Aber dann dürfte hier nicht „die Regierungsvorlage“ stehen!) Die Verluste werden mit 10 Prozent gedeckelt. Im Durchschnitt wird es zu einem Verlust von 3 Prozent bis 7 Prozent kommen, entgegen dem Vorschlag der SPÖ, der Verluste bis zu 15 Prozent vorgesehen hätte sowie eine Erhöhung des Beitrages für die Pensionsversicherung um 0,5 Prozent. Das wäre eine wesentliche Verschlechterung gegenüber dem jetzigen Vorschlag der Koalitionsparteien.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Verzetnitsch: Geht ja nicht! ... Wir können nichts finalisieren!
Herr Präsident! Ich lade dich ein, hier mitzuarbeiten, damit der Österreichische Gewerkschaftsbund mit seinem höchsten Repräsentanten nicht daneben steht, sondern die Reform auch mitträgt. Wir haben in den nächsten Tagen Gelegenheit dazu und sollten das in den nächsten zwei, drei Wochen auch finalisieren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Verzetnitsch: Geht ja nicht! ... Wir können nichts finalisieren!)
Abg. Dr. Lopatka: Fragen Sie den Gusenbauer!
Kommen wir zu den Punkten, von denen wir wirklich sprechen. (Abg. Dr. Lopatka: Fragen Sie den Gusenbauer!) Ich verwende ... (Abg. Dr. Lopatka: Gusenbauer redet auch von 10 bis 15 Prozent ...!) – Nein, das ist falsch, es wird auch durch Wiederholen nicht richtiger! Was richtig ist, ist das, was Kollege Lopatka gesagt hat, nämlich dass Ihr Vorhaben eine Geldbeschaffungsaktion ist.
Abg. Dr. Lopatka: Gusenbauer redet auch von 10 bis 15 Prozent ...!
Kommen wir zu den Punkten, von denen wir wirklich sprechen. (Abg. Dr. Lopatka: Fragen Sie den Gusenbauer!) Ich verwende ... (Abg. Dr. Lopatka: Gusenbauer redet auch von 10 bis 15 Prozent ...!) – Nein, das ist falsch, es wird auch durch Wiederholen nicht richtiger! Was richtig ist, ist das, was Kollege Lopatka gesagt hat, nämlich dass Ihr Vorhaben eine Geldbeschaffungsaktion ist.
Abg. Dipl.-Ing. Missethon: ...dann?
Und damit sind wir schon bei der wahren Grundlage (der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe): Dies ist Seite 355 der Regierungsvorlage. Jeder kann das nachlesen in 59 der Beilagen. Dort sieht man, dass es einfach nicht stimmt, dass es im Bereich der gesetzlichen Sozialversicherung in den nächsten vier Jahren einen Anstieg des Bundesbeitrages in Prozent des BIP gibt. (Abg. Dipl.-Ing. Missethon: ...dann?) Der entsprechende Wert fällt sogar ab, und zwar von 3,1 Prozent auf 2,8 Prozent.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich gehe gern auf den Zwischenruf mit dem „dann“ ein. Genau dieses „dann“ haben wir nämlich Herrn Kollegen Bartenstein gefragt: Wie lautet denn Ihre Berechnung für die Zeit nach den Jahren 2006 und 2007? Die Antwort möchten Sie hören, Herr Kollege? – Er hat gesagt: Das haben wir nicht berechnet, das wissen wir nicht! Das war die Antwort im Budgetausschuss! Das zeigt die Ernsthaftigkeit, mit der diese Regierung arbeitet. Es ist eine Kürzungsaktion, nichts anderes, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Lopatka.
Es ist eine Schande – eine Schande für alle, die hier ein Mandat haben –, wenn man darüber nachdenkt, wie Verluste in diesem Bereich gedeckelt werden können. Sie sollten darüber nachdenken, wie Sie die Lebensumstände der Pensionisten verbessern können, nicht darüber, diese zu verschlechtern. Das ist aber genau das, was Sie tun! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Lopatka.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
verhungern; heute ernährt ein Bauer schon drei Konsumenten! Norbert Blüm hat gesagt: Wir wären schon längst verhungert; heute kommen 80 Verbraucher auf nur einen Bauern! Wir hungern nicht, auch ich nicht, aber es zeigt, dass diese dümmliche Diskussion nur mit Kopfzahlen genau die falsche ist. Was wir brauchen, sind intelligente Lösungen! Und eine davon ist unser Pensionsmodell! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Was ist die intelligente Lösung dabei? – Ich habe ein Grundproblem, und zwar das Problem: Wann habe ich Nicht-Arbeitszeiten? Wir haben zwei Möglichkeiten: Wir können zum Beispiel die Arbeitszeit der 20- bis 60-Jährigen verkürzen, oder wir können sagen: Wir haben den Bedarf, dass die Leute bis 65 oder bis 70 arbeiten. Darüber können wir diskutieren. Wir können auch darüber diskutieren, dass die Wirtschaft ein intensiveres Arbeiten von Jüngeren verlangt, dann werden wir nicht darum herumkommen, Lösungen für jene Menschen zu finden, die keine Arbeit mehr finden. Aber mit Direktiven vorzugehen und zu sagen: Ich verbiete dir das längere Arbeiten, indem ich dir die Frühpension wegnehme!, das ist eine Form Metternich’scher Politik, die nicht akzeptabel ist. Sie wollen mehr Freiheit – das ist das Gegenteil davon! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Letzter Punkt: Ist es eine Geldbeschaffungsaktion? – Der Bundeskanzler sagt, 600 Millionen € werden eingespart, 2006; in der Regierungsvorlage waren es übrigens nur 507 Millionen. Er meinte das Jahr 2007 – das steht da gar nicht mehr drauf –, denn dann kürzt es sich durch diese großartige Sache, die die FPÖ durchgesetzt hat, von 800 Millionen auf 600 Millionen. Der wesentliche Teil der Giftzähne, meine Damen und Herren, ist weiter drinnen. Das ist die Wahrheit, und ich glaube, Sie sollten sich überlegen, ob Sie dem zustimmen sollen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Auch Kollege Cap hat gemeint, es wären nur Scheinverhandlungen gewesen, da würde gemogelt werden. Ich weise das wirklich ganz entschieden zurück! In dieser Regierung gibt es weder Scheinverhandlungen, noch wird gemogelt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Schasching: Die Regierung schaltet Inserate!
len Abfederungen, über die ich mich vor allem im Interesse der Frauen sehr freue, ist eine, die wirklich gerade für die österreichische Frauenpolitik sehr wichtige Aspekte bringt. Ich würde sogar sagen, es ist das ein Meilenstein in der Frauenpolitik. Sie wollen das ganz einfach nicht wahrhaben! Ich sage das vor allem an die Adresse der KollegInnen der Oppositionsparteien: Sie wollen das nicht wahrhaben, Sie versuchen wie immer, alles nur negativ darzustellen, Sie machen ganz einfach alles schlecht, ohne bessere Vorschläge zu machen, Sie streiken, Sie schalten unwahre Inserate (Abg. Schasching: Die Regierung schaltet Inserate!), in denen Sie Politikerinnen und Politiker unserer Fraktion diffamieren. Sie machen den Menschen damit aber vor allem Angst und sorgen nicht für Sicherheit! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
len Abfederungen, über die ich mich vor allem im Interesse der Frauen sehr freue, ist eine, die wirklich gerade für die österreichische Frauenpolitik sehr wichtige Aspekte bringt. Ich würde sogar sagen, es ist das ein Meilenstein in der Frauenpolitik. Sie wollen das ganz einfach nicht wahrhaben! Ich sage das vor allem an die Adresse der KollegInnen der Oppositionsparteien: Sie wollen das nicht wahrhaben, Sie versuchen wie immer, alles nur negativ darzustellen, Sie machen ganz einfach alles schlecht, ohne bessere Vorschläge zu machen, Sie streiken, Sie schalten unwahre Inserate (Abg. Schasching: Die Regierung schaltet Inserate!), in denen Sie Politikerinnen und Politiker unserer Fraktion diffamieren. Sie machen den Menschen damit aber vor allem Angst und sorgen nicht für Sicherheit! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Pensionssicherung, meine Damen und Herren, bedeutet Sicherheit für die Menschen. Politik bedeutet das Nehmen von Angst und nicht das Erzeugen von Angst. Sie erzeugen Angst – völlig ungerechtfertigt! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Mag. Weinzinger.
Meine Damen und Herren! Tatsache ist – da können Sie herumreden, soviel Sie wollen, da können Sie Inserate schalten, da können Sie Kampfrhetorik anwenden und Streiks –, dass diese Regierung mehr für Kinder, mehr für Frauen, mehr für Familien erreicht hat als je eine Regierung zuvor. Das ist die Tatsache! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Mag. Weinzinger.)
Abg. Mag. Weinzinger: Runder Tisch!
Frau Kollegin Weinzinger, ich verstehe leider Ihre Zwischenrufe nicht, aber Sie haben sich vorhin in Ihren Ausführungen darüber beschwert, dass Frauen in diesen Diskussionsprozess zu wenig eingeschaltet waren. Ich weiß es nicht, vielleicht war es in Ihrer Fraktion so, vielleicht war es in der SPÖ-Fraktion so (Abg. Mag. Weinzinger: Runder Tisch!), bei uns in der ÖVP-Fraktion sind Frauen sehr wohl eingeschalten, und wir haben an der Spitze unsere Frauenministerin. Wir haben uns sehr engagiert eingebracht. Das gilt auch für Frau Staatssekretärin Haubner. Wir haben uns sehr laut zu Wort gemeldet, und ich bin sehr froh darüber, dass es gelungen ist, gerade für die Frauen hier ganz, ganz entscheidende Verbesserungen zu erreichen. Nehmen Sie das bitte zur Kenntnis! Sehen Sie das einmal positiv! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Weinzinger, ich verstehe leider Ihre Zwischenrufe nicht, aber Sie haben sich vorhin in Ihren Ausführungen darüber beschwert, dass Frauen in diesen Diskussionsprozess zu wenig eingeschaltet waren. Ich weiß es nicht, vielleicht war es in Ihrer Fraktion so, vielleicht war es in der SPÖ-Fraktion so (Abg. Mag. Weinzinger: Runder Tisch!), bei uns in der ÖVP-Fraktion sind Frauen sehr wohl eingeschalten, und wir haben an der Spitze unsere Frauenministerin. Wir haben uns sehr engagiert eingebracht. Das gilt auch für Frau Staatssekretärin Haubner. Wir haben uns sehr laut zu Wort gemeldet, und ich bin sehr froh darüber, dass es gelungen ist, gerade für die Frauen hier ganz, ganz entscheidende Verbesserungen zu erreichen. Nehmen Sie das bitte zur Kenntnis! Sehen Sie das einmal positiv! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Eder: Da sind sie ja schon lange! Das habt ihr gar nicht mitbekommen!
Das Kinderbetreuungsgeld bedeutet für uns mehr Zeit für die Kinder – wir stehen dazu, Frau Kollegin Weinzinger! Wir wollen die Frauen nicht, wie Sie es immer versuchen darzustellen, zurück an den Herd drängen, ganz im Gegenteil. (Abg. Eder: Da sind sie ja schon lange! Das habt ihr gar nicht mitbekommen!) Die Frauenbeschäftigungsquote in Österreich spricht für sich; sie liegt 10 Prozent höher als im EU-Durchschnitt. Nehmen Sie das bitte zur Kenntnis! Und wir werden die Frauenbeschäftigungsrate von 60 auf 70 Prozent erhöhen. Wir brauchen dazu die Wirtschaft als wichtigen Partner, wir brauchen die Frauen in der Wirtschaft. Das ist für uns unabdingbar. Versuchen Sie, das nicht immer nur negativ zu diskutieren!
Ruf bei den Grünen: Fragen Sie die ÖVP!
Gerade mit dieser Pensionssicherungsreform sorgen wir dafür, dass es zu Maßnahmen kommt, wodurch Frauen eine entsprechende Bewertung in Bezug auf die Pension erhalten. Ich sage es noch einmal: die Anhebung der pensionsbegründenden Kindererziehungszeiten auf zwei Jahre. Warum haben Sie von der SPÖ das alles nicht vorher umgesetzt? Das hätten SPÖ-Frauenministerinnen längst machen können. (Ruf bei den Grünen: Fragen Sie die ÖVP!)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Kollegin Glawischnig, die ich immer für eine sehr konstruktive Politikerin gehalten habe, meint, sie sehe keine Verbesserungen. – Meine Damen und Herren! Das sind Meilensteine in der Frauenpolitik, gerade in Bezug auf die Pensionssicherung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wieso diskutieren wir nicht darüber, dass es sehr wichtig ist – da brauchen wir die Kräfte aller, da sollten wir konstruktiv zusammenarbeiten, über Parteigrenzen hinweg –, auch im Sinne der Pensionssicherung, die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern zu verringern. Das wäre eine konstruktive Diskussion, in die müssen wir eintreten. Meine Damen und Herren! Dazu brauchen wir aber auch die Sozialpartner im positiven Sinn, die Wirtschaft, und zwar eine florierende Wirtschaft. Mit Streiks, die der Wirtschaft schaden, werden wir in diesem Bereich sicher nichts erreichen – das sage ich auch in aller Deutlichkeit. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Kehren Sie zurück an den Verhandlungstisch! Auf der Straße sind all diese Probleme im Interesse der Frauen, aber auch im Interesse der Pensionssicherung sicher nicht zu lösen. Wir werden uns weiter dafür einsetzen, im Interesse der Menschen, im Interesse der Frauen konstruktiv und sachlich zusammenzuarbeiten, konstruktiv und sachlich ehrliche Verbesserungen zu erreichen – das ist unser Stil und das ist auch unser Weg! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Geschätzte Frau Abgeordnete Scheucher-Pichler! Nachdem wir jetzt gerade Ihren Ausführungen entnommen haben, dass offensichtlich der gestrige Streiktag schuld an der Einkommensschere zwischen Männern und Frauen ist, bin ich einigermaßen erhellt – um es einmal so zu formulieren. (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich darf einige Dinge zurechtrücken: Das, was Sie als „Meilenstein“ bezeichnen, kann ich bestenfalls als Mühlstein um den Hals der Frauen bezeichnen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Kopf: Was jetzt: Ja oder ja? – Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Wenn Sie mir erklären wollen, dass das Recht auf Teilzeit, das gerade die ÖVP immer verhindert hat, jetzt im Zusammenhang mit der Pensionsreform so eine tolle Errungenschaft sein soll, dann muss ich Ihnen sagen, dass sogar Ihre Ministerin Rauch-Kallat sagt: Die Frauen werden sich halt klar darüber werden müssen, dass Teilzeitarbeit eine Konsequenz für die Pension hat, nämlich weniger Pension bringt. Und Sie stellen sich dann her und sagen, das ist eine tolle Errungenschaft für die Frauen, das ist ganz toll, was man hier herausverhandelt hat!? (Abg. Kopf: Was jetzt: Ja oder ja? – Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Kopf: Was heißt „bestraft“?
Haben Sie überhaupt zugehört, worum es bei der Pensionsreform geht? Ich sage, dass die 40 Jahre Durchrechnung, Herr Abgeordneter, die Sie mit der Pensionsreform den Frauen umhängen, die Teilzeitarbeit und Familienarbeit bestraft, die Familienarbeit, die Sie sich immer groß auf Ihre Fahnen heften. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Kopf: Was heißt „bestraft“?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Vermutlich ist dann genau der Ratschlag wieder aktuell, den ausgerechnet Ihre Ministerin Rauch-Kallat, die übrigens als Familienministerin dazumal in der Regierung das alles nicht durchgesetzt hat, was Sie nun als Sünden der Vergangenheit ankreiden, gegeben hat: Wenn eine Frau Teilzeit arbeitet, kann sie sich ja sozusagen freiwillig die vollen Pensionsanrechnungszeiten zukaufen oder eine private Pensionsvorsorge abschließen. Das geht allerdings tatsächlich nur, wenn man einen reichen Mann heiratet; das Rezept hat sie ja auch abgegeben. Denn wie das eine Frau machen soll, die Teilzeit arbeitet, die typische Billa-Kassierin, Bipa-Kassierin, welche immer, die nicht einmal, umgerechnet auf Vollzeit, 1 000 € verdient, 150 bis 200 € als Pensionsvorsorge aufzubringen, und zwar ohne den reichen Mann, das müssen Sie mir einmal vorturnen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Zur Beschäftigungsquote. Ich habe eine nicht uninteressante Diskussion gehabt, in der mir Ihre Ministerin Rauch-Kallat erklärt hat, was die Maßnahmen dieser Regierung sein werden, um die Beschäftigungsquote von Frauen zu heben und um die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen zu verringern. Wissen Sie, was diese Maßnahme ist? Ein Informationsbon im Mutter-Kind-Pass. Das sind Ihre Maßnahmen zur Hebung der Erwerbsquote von Frauen? Na herzlichen Dank! Dazu brauchen wir keine Regierung, da reicht eine PR-Agentur. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
dann ist das der Betrag, den Männer durchschnittlich als ASVG-Pension haben. Frauen haben noch nicht einmal die Hälfte davon. Unterschied: Den Politikern bleiben die restlichen 85 Prozent aber erhalten. Und diese Politiker, gerade auch Ihrer Parteien, von ÖVP und FPÖ, gehen daran, Frauenpensionen, die jetzt schon nur 650 € im Monat ausmachen, zu kürzen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall des Abg. Auer. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Es ist eigentlich schade, man sollte vielleicht in Zukunft vorschlagen, dass der ORF den ganzen Tag überträgt, dann hätten wir auch hier herinnen vollere Reihen. (Beifall des Abg. Auer. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) – Nein, das sage ich für alle Parteien, das gilt auch für meine eigene Fraktion. Es würde uns allen gut tun, bei einer Debatte über eine so wichtige Frage auch wirklich anwesend zu sein. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mandak: Wir sind ja da! – Zwischenruf bei der SPÖ.) Der Herr Gusenbauer ist auch nicht da, es nützt halt nichts.
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mandak: Wir sind ja da! – Zwischenruf bei der SPÖ.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Es ist eigentlich schade, man sollte vielleicht in Zukunft vorschlagen, dass der ORF den ganzen Tag überträgt, dann hätten wir auch hier herinnen vollere Reihen. (Beifall des Abg. Auer. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) – Nein, das sage ich für alle Parteien, das gilt auch für meine eigene Fraktion. Es würde uns allen gut tun, bei einer Debatte über eine so wichtige Frage auch wirklich anwesend zu sein. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mandak: Wir sind ja da! – Zwischenruf bei der SPÖ.) Der Herr Gusenbauer ist auch nicht da, es nützt halt nichts.
Abg. Mag. Prammer: Wer hat denn diesen Entwurf eingebracht?
Geschätzte Damen und Herren der SPÖ! Ich gebe Ihnen Recht, wenn Sie sagen, der erste Entwurf dieser Pensionsreform, wie wir ihn alle bekommen haben, war ein sehr schlechter. Ich gebe Ihnen auch darin Recht, dass viele Dinge drinnen standen, die ungerecht waren, dass viele Dinge drinnen waren, die für die Bevölkerung schwer zu verstehen waren. (Abg. Mag. Prammer: Wer hat denn diesen Entwurf eingebracht?) – Frau Kollegin Prammer, zu dem komme ich noch später. – Ich gebe aber auch jenen Recht, die sagen, dass Sie gefordert waren zu verhandeln. Ich gebe Ihnen aber nicht Recht, wenn Sie behaupten, dass Sie irgendetwas in dieser Richtung getan hätten. Vielmehr waren es freiheitliche Abgeordnete, freiheitliche Landesgruppen (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen) und auch ein freiheitlicher Landeshauptmann, der es schlussendlich erreicht hat, dass sehr viel passiert ist, der mit Ideen, der mit Vorschlägen und mit Initiativen in die Diskussion eingetreten ist. (Abg. Eder: Alle umgefallen!) Und es war der freiheitliche Vizekanzler Herbert Haupt, der sehr viel erreicht hat, sehr viel umgesetzt hat.
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen
Geschätzte Damen und Herren der SPÖ! Ich gebe Ihnen Recht, wenn Sie sagen, der erste Entwurf dieser Pensionsreform, wie wir ihn alle bekommen haben, war ein sehr schlechter. Ich gebe Ihnen auch darin Recht, dass viele Dinge drinnen standen, die ungerecht waren, dass viele Dinge drinnen waren, die für die Bevölkerung schwer zu verstehen waren. (Abg. Mag. Prammer: Wer hat denn diesen Entwurf eingebracht?) – Frau Kollegin Prammer, zu dem komme ich noch später. – Ich gebe aber auch jenen Recht, die sagen, dass Sie gefordert waren zu verhandeln. Ich gebe Ihnen aber nicht Recht, wenn Sie behaupten, dass Sie irgendetwas in dieser Richtung getan hätten. Vielmehr waren es freiheitliche Abgeordnete, freiheitliche Landesgruppen (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen) und auch ein freiheitlicher Landeshauptmann, der es schlussendlich erreicht hat, dass sehr viel passiert ist, der mit Ideen, der mit Vorschlägen und mit Initiativen in die Diskussion eingetreten ist. (Abg. Eder: Alle umgefallen!) Und es war der freiheitliche Vizekanzler Herbert Haupt, der sehr viel erreicht hat, sehr viel umgesetzt hat.
Abg. Eder: Alle umgefallen!
Geschätzte Damen und Herren der SPÖ! Ich gebe Ihnen Recht, wenn Sie sagen, der erste Entwurf dieser Pensionsreform, wie wir ihn alle bekommen haben, war ein sehr schlechter. Ich gebe Ihnen auch darin Recht, dass viele Dinge drinnen standen, die ungerecht waren, dass viele Dinge drinnen waren, die für die Bevölkerung schwer zu verstehen waren. (Abg. Mag. Prammer: Wer hat denn diesen Entwurf eingebracht?) – Frau Kollegin Prammer, zu dem komme ich noch später. – Ich gebe aber auch jenen Recht, die sagen, dass Sie gefordert waren zu verhandeln. Ich gebe Ihnen aber nicht Recht, wenn Sie behaupten, dass Sie irgendetwas in dieser Richtung getan hätten. Vielmehr waren es freiheitliche Abgeordnete, freiheitliche Landesgruppen (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen) und auch ein freiheitlicher Landeshauptmann, der es schlussendlich erreicht hat, dass sehr viel passiert ist, der mit Ideen, der mit Vorschlägen und mit Initiativen in die Diskussion eingetreten ist. (Abg. Eder: Alle umgefallen!) Und es war der freiheitliche Vizekanzler Herbert Haupt, der sehr viel erreicht hat, sehr viel umgesetzt hat.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Marizzi: Sie haben gesagt, Sie stimmen nicht zu!
Am Ende des Tages werden Sie sich schämen müssen, geschätzte Damen und Herren! Sie werden sich schämen müssen dafür, dieser Reform nicht zuzustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Marizzi: Sie haben gesagt, Sie stimmen nicht zu!) Es freut mich, dass Sie meinen Wortspenden so gutes Gehör schenken, das ist in Ordnung.
Abg. Eder: Meinen Sie den Harald Ofner?
15 Prozent Solidaritätsbeitrag von Beziehern großer Politikerpensionen! Die SPÖ hat das nie umgesetzt. Künftig keine Doppelbezüge von Aktiv- und Passivbezügen bei Mandataren! Die SPÖ – ich kann es nur wiederholen – hat in jahrzehntelanger Verantwortung nichts Besseres zu tun gewusst, als ihre eigenen Mandatare, die in einer Vielzahl hier herinnen sitzen und in geschützten Bereichen tätig sind, zu schützen, zu schützen und noch einmal zu schützen! (Abg. Eder: Meinen Sie den Harald Ofner?)
Abg. Mag. Prammer: Sie tun sich schon schwer mit Ihrer Rede, ich verstehe das gut!
Die Angleichung des Pensionsantrittsalters zwischen ASVG-Versicherten und Politikern – eine Forderung, die wir umsetzen werden. Ich muss Ihnen ehrlich sagen, meine geschätzten Damen und Herren, Ihre jahrzehntelange Lethargie in diesem Bereich ist nicht nur für mich – ich bin ein junger Abgeordneter, ich kann damit leben – beschämend. Es ist beschämend, wenn jemand in diesem Hohen Haus sitzt und nicht bereit und nicht in der Lage ist, auch in dieser Angelegenheit Veränderungen vorzunehmen. Es ist beschämend, dass man anscheinend nur darauf bedacht ist, seine eigenen Pfründe abzusichern. (Abg. Mag. Prammer: Sie tun sich schon schwer mit Ihrer Rede, ich verstehe das gut!)
Beifall und Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Zu den Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ: Da sind mir heute zwei interessante Dinge aufgefallen. Frau Kollegin Bures ist hier heraußen gestanden und hat uns vorgerechnet, dass der Herr Vizekanzler im Jahr 2034 90 Jahre alt ist. Der Herr Vizekanzler ist im Jahr 2034 87 Jahre alt und nicht 90! Das erklärt auch, warum Sie anscheinend beim Nachrechnen der Pensionsreform solche Schwierigkeiten haben. (Beifall und Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Mit Zahlen überhaupt!
Das Zweite: Herr Kollege Nürnberger – leider jetzt auch nicht hier – ist hier heraußen gestanden und hat die Hunderttausenden, Millionen Fernsehzuschauer begrüßt. Da fällt mir auch nur eines ein: Entweder hat er Probleme mit großen Zahlen – das kann ja sein, würde auch wieder sehr viel erklären (Abg. Dr. Partik-Pablé: Mit Zahlen überhaupt!) –, oder er hat wirklich gedacht, er befindet sich in einer Eurovisions-Übertragung. – Danke schön. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das Zweite: Herr Kollege Nürnberger – leider jetzt auch nicht hier – ist hier heraußen gestanden und hat die Hunderttausenden, Millionen Fernsehzuschauer begrüßt. Da fällt mir auch nur eines ein: Entweder hat er Probleme mit großen Zahlen – das kann ja sein, würde auch wieder sehr viel erklären (Abg. Dr. Partik-Pablé: Mit Zahlen überhaupt!) –, oder er hat wirklich gedacht, er befindet sich in einer Eurovisions-Übertragung. – Danke schön. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Kuntzl begibt sich mit einem mit einer roten Schleife eingebundenen Paket zum Rednerpult. – Ruf bei den Freiheitlichen: Ist das eine Torte?
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu Wort gemeldet ist nunmehr Frau Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl. Wunschgemäß stelle ich die Uhr auf 5 Minuten ein. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Mag. Kuntzl begibt sich mit einem mit einer roten Schleife eingebundenen Paket zum Rednerpult. – Ruf bei den Freiheitlichen: Ist das eine Torte?)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Danke schön!
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Es ist keine Torte, aber es ist ein Präsent – aber das eigentlich auch nicht so ganz. – Sehr verehrte Damen und Herren! Nur kurz zu den Ausführungen meines Vorredners. Es ist eine besondere Ironie der Geschichte dieser Pensionsreform, dass die Freiheitliche Partei gegen einen Entwurf anläuft, der vom eigenen Parteiobmann stammt, und dann kleine Abänderungen dieses Entwurfs, den der eigene Parteiobmann auf den Tisch gelegt hat, als großen Erfolg feiert. Aber das ist eine Sache, die Sie sich miteinander ausmachen müssen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Danke schön!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hätten lieber nicht kommen sollen, Herr Bundeskanzler, denn was Gutes ist da sicher nicht drinnen!
Sie ahnen es: Das Paket hier ist ein Präsent für den Herrn Bundeskanzler, der jetzt wieder auf der Regierungsbank sitzt. Ich würde Sie bitten, jetzt hier auch kurz zu bleiben, denn es ist kein Präsent von mir. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie hätten lieber nicht kommen sollen, Herr Bundeskanzler, denn was Gutes ist da sicher nicht drinnen!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Serienbriefe haben wir auch gekriegt, die Sie diktiert haben wahrscheinlich! – Abg. Dr. Brinek: Die stammen alle aus einer Werkstatt!
en. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Serienbriefe haben wir auch gekriegt, die Sie diktiert haben wahrscheinlich! – Abg. Dr. Brinek: Die stammen alle aus einer Werkstatt!) Es sind keine Serienbriefe. Es sind Briefe von Frauen, die ihre Briefe an die Redaktion von „WOMAN“ und an die Wiener SPÖ-Frauen geschickt haben, und der Herr Bundeskanzler wird sich nachher davon überzeugen können: Es sind keine Serienbriefe. Sie alle werden sich davon überzeugen können.
Abg. Rossmann: Sagen Sie auch die obszönen Absender dazu!
Die Frauen schildern ihre individuellen Lebensläufe und wie sich die Pensionsreform auf ihre Pension auswirken wird. Ich möchte Ihnen einen dieser Briefe zu Gehör bringen – oder vielleicht auch mehr, wenn es sich ausgeht. Der Herr Bundeskanzler kann dann vielleicht ... (Abg. Rossmann: Sagen Sie auch die obszönen Absender dazu!) Bitte? Obszöne ...? (Abg. Rossmann: Obszöne Absender!) Es sind keine obszönen Absender, es sind wirklich seriöse Briefe, Herr Bundeskanzler.
Abg. Rossmann: Obszöne Absender!
Die Frauen schildern ihre individuellen Lebensläufe und wie sich die Pensionsreform auf ihre Pension auswirken wird. Ich möchte Ihnen einen dieser Briefe zu Gehör bringen – oder vielleicht auch mehr, wenn es sich ausgeht. Der Herr Bundeskanzler kann dann vielleicht ... (Abg. Rossmann: Sagen Sie auch die obszönen Absender dazu!) Bitte? Obszöne ...? (Abg. Rossmann: Obszöne Absender!) Es sind keine obszönen Absender, es sind wirklich seriöse Briefe, Herr Bundeskanzler.
Bundeskanzler Dr. Schüssel: Da ist die Lösung, von der die Pensionsreform ...! Die Pensionsreform wird Arbeit schaffen! – Abg. Dr. Brinek: Schwache Analyse und keine Lösung!
Weiters heißt es in diesem Brief: Ich kann mir nicht leisten, eine Privatpension zu bezahlen. Ebenso kann ich es mir nicht leisten, meine Kinder in Privatunterricht zu geben. Wissen Sie, mit wie viel Geld ein „normaler“ Mensch leben muss? Ich glaube, Sie haben von Österreich keine Ahnung. Für mich gibt es keine Arbeit, wie soll ich dann länger arbeiten? Reden Sie mit Menschen! Wir brauchen keine Abfangjäger, wir brauchen Arbeit, Bildung und Pension. Zerstören Sie nicht den sozialen Frieden, denn sich die Menschen erarbeitet haben. Ich möchte wissen, was Sie Christ sind. Sie können die Menschen nicht aushungern. Wir werden uns wehren – mit Sicherheit. (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Da ist die Lösung, von der die Pensionsreform ...! Die Pensionsreform wird Arbeit schaffen! – Abg. Dr. Brinek: Schwache Analyse und keine Lösung!)
Abg. Dr. Brinek: Dann klären Sie sie auf!
Weiters heißt es in diesem Brief: Ich musste im Winter um vier Uhr früh aufstehen und 1 000 m2 Schnee schaufeln. Es sind vier Wohnhäuser mit je sechs bis sieben Stockwerken. Ich habe mit 900 S vor 37 Jahren begonnen, heute habe ich zirka 11 000 S. Wenn ich mit 60 Jahren 2004 in Pension gehe, nach 46 Jahren Arbeit, bekomme ich minus 15 Prozent. Da frage ich mich ... (Abg. Dr. Brinek: Dann klären Sie sie auf!) Sagen Sie minus 10 oder 12 und sagen Sie, für wie lange das gilt, und rechnen Sie sich aus, wie viel hier überbleibt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Da hat die Arbeiterkammer falsch gerechnet!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Da hat die Arbeiterkammer falsch gerechnet!
Weiters heißt es in diesem Brief: Ich musste im Winter um vier Uhr früh aufstehen und 1 000 m2 Schnee schaufeln. Es sind vier Wohnhäuser mit je sechs bis sieben Stockwerken. Ich habe mit 900 S vor 37 Jahren begonnen, heute habe ich zirka 11 000 S. Wenn ich mit 60 Jahren 2004 in Pension gehe, nach 46 Jahren Arbeit, bekomme ich minus 15 Prozent. Da frage ich mich ... (Abg. Dr. Brinek: Dann klären Sie sie auf!) Sagen Sie minus 10 oder 12 und sagen Sie, für wie lange das gilt, und rechnen Sie sich aus, wie viel hier überbleibt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Da hat die Arbeiterkammer falsch gerechnet!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Kriegt sie ja nicht, minus 15 Prozent!
Für diese herzlose Politik findet sie ein Wort, das ich nicht zitieren will, um keinen Ordnungsruf zu bekommen. – Und weiter heißt es: Ein drittes und zweites Standbein zu schaffen kann ich in einem Jahr nicht mehr. Mein Sohn hat studiert, meine Tochter einen Beruf erlernt. Ich leben heute alleine und möchte nicht von der Fürsorge abhängig sein. Ich denke, dass ich darauf nach 46 Jahren Arbeit ein Recht habe: auf eine kleine Pension, aber nicht auf minus 15 Prozent und die Sozialfürsorge. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Kriegt sie ja nicht, minus 15 Prozent!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Herr Bundeskanzler, bitte lesen Sie diese Briefe! Bitte, denken Sie noch einmal nach! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Haidlmayr: Ist das was Schlechtes?
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollegin Kuntzl hat bei ihrer Aufzählung der Briefe nur eines vergessen: Sie hat uns nicht gesagt, dass man im Internet auf ÖGB-Seiten selbstverständlich eine genaue Anleitung findet, um solche Briefe zu verfassen. Das möchte ich hier doch einmal deutlich sagen. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Haidlmayr: Ist das was Schlechtes?)
Abg. Eder: Die Replik ist schwach!
Meine Damen und Herren! Das ist genau das Schema, das Sie auch im Wahlkampf gehabt haben, als SPÖ-Vorsitzender Gusenbauer vor jeder Fernsehdebatte genau auf die Einzelschicksale gekommen ist, die Stanley Greenberg in den USA vorher schon entdeckt hatte. Das ist es! (Abg. Eder: Die Replik ist schwach!)
Abg. Mag. Posch: Das waren Serienbriefe?
Meine Damen und Herren! Für mich ist das, was die SPÖ hier in diesem Zusammenhang macht, eine Tragikomödie. Ich werde Ihnen sagen, warum. (Abg. Mag. Posch: Das waren Serienbriefe?) Nein, die Bausteine dafür. Ich zeige Ihnen auf ÖGB-Seiten die Bausteine dafür, wie man solche Briefe verfasst.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Das ist eine Verdrehung!
Meine Damen und Herren! Tragisch ist für mich in diesem Zusammenhang, dass eine einst staatstragende Partei wie die SPÖ nicht zur Kenntnis nehmen will, dass die Situation im Jahr 2003 eine andere ist als in den siebziger Jahren. Meine Damen und Herren! Nicht alles, was wünschenswert ist, ist auch finanzierbar. Das ist schlicht und einfach das, was Sie nicht zur Kenntnis nehmen wollen. Das ist aber eine unbestreitbare Tatsache, und diese Tatsache wollen Sie nicht wahrhaben, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Das ist eine Verdrehung!) Das ist keine Verdrehung!
Ruf bei der ÖVP: Das hat er wirklich gesagt?
Als man dann dem Druck nicht standhalten konnte – wieder zehn Tage später –, legt Gusenbauer am 28. April sein Fairness-Modell vor. Ein Modell, das eines von vielen ist, wie der hier sitzende Abgeordnete und ÖGB-Präsident Verzetnitsch dieses Modell bewertet hat. Eines von vielen. OTS, „sozialistische korrespondenz“: Was bewirkt dieses Modell? – Pensionen, die um 10 bis 15 Prozent absinken. Auf die Frage eines Journalisten, was der SPÖ-Vorsitzende dazu sagt, seine Antwort: Es handelt sich um einen Betrag, mit dem man leben kann. – Das genaue Gegenteil von dem, was Sie jetzt gerade vorher gesagt haben! Das genaue Gegenteil! (Ruf bei der ÖVP: Das hat er wirklich gesagt?) Das hat er wirklich gesagt – oder die „sozialistische korrespondenz“ hat falsch berichtet. Das müsste man klären.
Abg. Dr. Brinek: Ja, ja! Solospargel oder grüner Spargel?
Aber es kam noch besser! Dann gab nämlich Cap die Parole aus: Wir werden der Regierung die Hölle heiß machen! – Das war Cap! Ein Aufruf zur Obstruktion und zur Demonstration. Da hat man sich eine Doppelstrategie zurechtgelegt: einerseits der Druck von der Straße und andererseits ein gewisses Spargelessen. (Abg. Dr. Brinek: Ja, ja! Solospargel oder grüner Spargel?)
Abg. Broukal: Versuchen Sie, höflich zu bleiben! Wir sind nicht in Graz!
Gusenbauer hat bei einem Spargelessen geglaubt – da hat er aber den Landeshauptmann von Kärnten sehr unterschätzt –, er kann der Sprengmeister dieser Koalition werden. Er hat sich hier schon sehr weit gesehen. Dann ist sofort Assistent Broukal gekommen und hat Anleihen in der Theologie genommen, um Dr. Haider aus dem Fegefeuer zu holen. (Abg. Broukal: Versuchen Sie, höflich zu bleiben! Wir sind nicht in Graz!) Josef Broukal hat ihm persönlich die Absolution erteilt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Broukal.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Broukal.
Gusenbauer hat bei einem Spargelessen geglaubt – da hat er aber den Landeshauptmann von Kärnten sehr unterschätzt –, er kann der Sprengmeister dieser Koalition werden. Er hat sich hier schon sehr weit gesehen. Dann ist sofort Assistent Broukal gekommen und hat Anleihen in der Theologie genommen, um Dr. Haider aus dem Fegefeuer zu holen. (Abg. Broukal: Versuchen Sie, höflich zu bleiben! Wir sind nicht in Graz!) Josef Broukal hat ihm persönlich die Absolution erteilt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Broukal.)
Abg. Kopf: Aber da war der Broukal nicht dabei!
Ich sage Ihnen: Das ist sehr, sehr positiv, weil damit diese Heuchelei endlich einmal ein Ende hat, denn die Donnerstagsdemonstranten sind massiv unterstützt worden Dr. Jörg Haider war für Sie so etwas wie der Gottseibeiuns! – Furchtbar! (Abg. Kopf: Aber da war der Broukal nicht dabei!) – Doch, damals war Broukal dabei, am Parkbankerl und überall. Haider war bei Broukal immer und überall, aber jetzt ist die Phase der Absolution gekommen, Haider war aus dem Fegefeuer zu holen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Man wird ja gescheiter werden dürfen! Er ist gescheiter geworden! Was interessiert mich der Blödsinn, den ich gestern gesagt habe!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Man wird ja gescheiter werden dürfen! Er ist gescheiter geworden! Was interessiert mich der Blödsinn, den ich gestern gesagt habe!
Ich sage Ihnen: Das ist sehr, sehr positiv, weil damit diese Heuchelei endlich einmal ein Ende hat, denn die Donnerstagsdemonstranten sind massiv unterstützt worden Dr. Jörg Haider war für Sie so etwas wie der Gottseibeiuns! – Furchtbar! (Abg. Kopf: Aber da war der Broukal nicht dabei!) – Doch, damals war Broukal dabei, am Parkbankerl und überall. Haider war bei Broukal immer und überall, aber jetzt ist die Phase der Absolution gekommen, Haider war aus dem Fegefeuer zu holen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Man wird ja gescheiter werden dürfen! Er ist gescheiter geworden! Was interessiert mich der Blödsinn, den ich gestern gesagt habe!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir waren aber keine „normale“ Partei!
Die Läuterung war abgeschlossen, denn der vermeintliche Sprengmeister Gusenbauer war am Werk. Ich sage Ihnen ganz offen: Das ist ja das Positive daran, weil nun die FPÖ in diesem Bereich wenigstens als normale Partei betrachtet und Dr. Jörg Haider als jemand angesehen wird, der bei solch wichtigen Fragen selbstverständlich auch am Tisch sitzen soll. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir waren aber keine „normale“ Partei!)
Rufe bei der SPÖ: Wir auch!
Ich bin ja gespannt, was jetzt bei der Harmonisierungsdebatte passieren wird (Rufe bei der SPÖ: Wir auch!), was Sie da machen werden. Da gab es nämlich schon innerhalb weniger Stunden einen Bocksprung (Abg. Dr. Partik-Pablé: Einen Eiertanz!):
Abg. Dr. Partik-Pablé: Einen Eiertanz!
Ich bin ja gespannt, was jetzt bei der Harmonisierungsdebatte passieren wird (Rufe bei der SPÖ: Wir auch!), was Sie da machen werden. Da gab es nämlich schon innerhalb weniger Stunden einen Bocksprung (Abg. Dr. Partik-Pablé: Einen Eiertanz!):
Abg. Mag. Posch: Menschenverachtend!
monisierung kommt. Stunden später folgt die Aussendung von SPÖ-Bundesgeschäftsführer Darabos, der sagt, die Harmonisierung muss sobald wie möglich kommen, noch vor dem Sommer. – Ja, was gilt hier? Einmal zwei Schritte nach vorne, dann wieder zwei Schritte zurück. (Abg. Mag. Posch: Menschenverachtend!) Diese Bocksprünge sind für mich wirklich nicht mehr nachzuvollziehen! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Doppelbock!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Doppelbock!
monisierung kommt. Stunden später folgt die Aussendung von SPÖ-Bundesgeschäftsführer Darabos, der sagt, die Harmonisierung muss sobald wie möglich kommen, noch vor dem Sommer. – Ja, was gilt hier? Einmal zwei Schritte nach vorne, dann wieder zwei Schritte zurück. (Abg. Mag. Posch: Menschenverachtend!) Diese Bocksprünge sind für mich wirklich nicht mehr nachzuvollziehen! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Doppelbock!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Er ist bereits eines!
Mein letzter Satz: Ich hoffe, es geht Ihnen von der SPÖ nicht so wie dem Präsidenten des ÖGB. Der hat sich nämlich auf ein Auslaufmodell gesetzt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Er ist bereits eines!) Und für Sie besteht die Gefahr, dass Sie selbst mit Ihrer Bewegung zu einem Auslaufmodell werden, wenn Sie nur eines im Kopf haben, nämlich zu bremsen und zu verzögern, und völlig die Sicht auf die Zukunft verlieren.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Marizzi.
Passen Sie also auf, wohin Sie unterwegs sind! Gestern waren Sie mit den Streiks in einer Sackgasse unterwegs. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Marizzi.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Jetzt sind wir neugierig! Jetzt sagt er, er war es nicht im Fernsehen, das war sein Doppelgänger!
Herr Abgeordneter, ich bitte Sie, mit dem zu berichtigenden Sachverhalt zu beginnen und diesem den richtigen Sachverhalt gegenüberzustellen. Politische Wertungen und Reden entsprechen nicht der Geschäftsordnung. – Bitte. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Jetzt sind wir neugierig! Jetzt sagt er, er war es nicht im Fernsehen, das war sein Doppelgänger!)
Buh-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das wird Ihnen wieder schaden! – Abg. Broukal – das Rednerpult verlassend –: ... Ihnen hoffentlich nicht!
Ich war bei keiner einzigen Donnerstagsdemonstration dabei, was man vermutlich in Graz auch gar nicht so genau wissen konnte. – Danke. (Buh-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das wird Ihnen wieder schaden! – Abg. Broukal – das Rednerpult verlassend –: ... Ihnen hoffentlich nicht!)
Abg. Großruck: Ein Superwahlkampf war das! Die Leute haben uns geglaubt und glauben uns noch immer!
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Herr Kollege Lopatka, ich halte es angesichts Ihres Hintergrundes schon für eine mutige Sache, dass Sie da über politisches Campaigning des ÖGB zu diskutieren beginnen. – Für die ZuhörerInnen auf der Galerie: Herr Kollege Lopatka ist ja zu einem großen Teil dafür verantwortlich, was die ÖVP im Wahlkampf für Geschichten erzählt hat. (Abg. Großruck: Ein Superwahlkampf war das! Die Leute haben uns geglaubt und glauben uns noch immer!) Ein paar Stichworte, die Ihnen wahrscheinlich bekannt vorkommen werden: Hasch-Trafik, Zwangsvegetarisierung aller ÖsterreicherInnen. Dann haben Sie noch gesagt, die Witwenpensionen werden abgeschafft – das finde ich interessant, denn das, was Sie jetzt machen, heißt ja, dass die Witwen offenbar viel weniger Pension bekommen – und die Benzinpreise werden erhöht werden. (Abg. Dr. Lopatka: Das glauben Sie ja selbst nicht!)
Abg. Dr. Lopatka: Das glauben Sie ja selbst nicht!
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Herr Kollege Lopatka, ich halte es angesichts Ihres Hintergrundes schon für eine mutige Sache, dass Sie da über politisches Campaigning des ÖGB zu diskutieren beginnen. – Für die ZuhörerInnen auf der Galerie: Herr Kollege Lopatka ist ja zu einem großen Teil dafür verantwortlich, was die ÖVP im Wahlkampf für Geschichten erzählt hat. (Abg. Großruck: Ein Superwahlkampf war das! Die Leute haben uns geglaubt und glauben uns noch immer!) Ein paar Stichworte, die Ihnen wahrscheinlich bekannt vorkommen werden: Hasch-Trafik, Zwangsvegetarisierung aller ÖsterreicherInnen. Dann haben Sie noch gesagt, die Witwenpensionen werden abgeschafft – das finde ich interessant, denn das, was Sie jetzt machen, heißt ja, dass die Witwen offenbar viel weniger Pension bekommen – und die Benzinpreise werden erhöht werden. (Abg. Dr. Lopatka: Das glauben Sie ja selbst nicht!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Lopatka: Das stand aber in Ihrem Koalitionspapier! – Abg. Wittauer: Denen ist alles zuzutrauen!
Also, Sie haben ja ein paar Dinge, die Sie uns zugeschrieben haben, offenbar schon selbst im Wahlkampfkonzept gehabt. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Lopatka: Das stand aber in Ihrem Koalitionspapier! – Abg. Wittauer: Denen ist alles zuzutrauen!)
Abg. Dr. Brinek: Das ist alles möglich! Es gibt noch Leute, die können schreiben!
Aus Ihrem Mund Kritik am ÖGB und am politischen Campaigning zu hören, ist ja nicht schlecht. Es ist Ihnen aber vielleicht aufgefallen, Herr Kollege Lopatka, dass der Brief, den Frau Kollegin Kuntzl vorgelesen hat, handschriftlich verfasst war. Das war wahrscheinlich eine ganz raffinierte Frau! Sie hat zuerst die ÖGB-Homepage besucht, hat sich die Handlungsanleitung angeschaut, aber dann kein E-Mail geschickt, sondern sie hat handschriftlich einen Brief verfasst, damit niemand herausfindet, was von der ÖGB-Homepage ist. – Eine ganz raffinierte Vorgangsweise! (Abg. Dr. Brinek: Das ist alles möglich! Es gibt noch Leute, die können schreiben!) Es gibt wahrscheinlich wirklich Frauen in Österreich, vor allem auch ältere Frauen, die das sehr betrifft. Vielleicht nehmen Sie auch das einmal zur Kenntnis! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Aus Ihrem Mund Kritik am ÖGB und am politischen Campaigning zu hören, ist ja nicht schlecht. Es ist Ihnen aber vielleicht aufgefallen, Herr Kollege Lopatka, dass der Brief, den Frau Kollegin Kuntzl vorgelesen hat, handschriftlich verfasst war. Das war wahrscheinlich eine ganz raffinierte Frau! Sie hat zuerst die ÖGB-Homepage besucht, hat sich die Handlungsanleitung angeschaut, aber dann kein E-Mail geschickt, sondern sie hat handschriftlich einen Brief verfasst, damit niemand herausfindet, was von der ÖGB-Homepage ist. – Eine ganz raffinierte Vorgangsweise! (Abg. Dr. Brinek: Das ist alles möglich! Es gibt noch Leute, die können schreiben!) Es gibt wahrscheinlich wirklich Frauen in Österreich, vor allem auch ältere Frauen, die das sehr betrifft. Vielleicht nehmen Sie auch das einmal zur Kenntnis! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Wittauer: Es geht ja nur um das, was übrig bleibt!
Frau Staatssekretärin Haubner! – Sie ist leider auch nicht mehr da. – Unter 1 000 € Mindestpension sollte nicht gekürzt werden! Es hat mich schon fasziniert, wie man aus einer Regelung, die den Ausgleichszulagenrichtsatz für Paare auf 1 000 € erhöht, ableiten kann, dass man das Versprechen eingehalten hat, Pensionen unter 1 000 € nicht zu kürzen. – Diese Argumentation dreht sich so im Kreis! (Abg. Wittauer: Es geht ja nur um das, was übrig bleibt!) Das werden Ihnen nicht einmal mehr Ihre Wähler abkaufen, Herr Kollege Wittauer! Das ist unmöglich! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Frau Staatssekretärin Haubner! – Sie ist leider auch nicht mehr da. – Unter 1 000 € Mindestpension sollte nicht gekürzt werden! Es hat mich schon fasziniert, wie man aus einer Regelung, die den Ausgleichszulagenrichtsatz für Paare auf 1 000 € erhöht, ableiten kann, dass man das Versprechen eingehalten hat, Pensionen unter 1 000 € nicht zu kürzen. – Diese Argumentation dreht sich so im Kreis! (Abg. Wittauer: Es geht ja nur um das, was übrig bleibt!) Das werden Ihnen nicht einmal mehr Ihre Wähler abkaufen, Herr Kollege Wittauer! Das ist unmöglich! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Glawischnig: Ein Jahr fehlt dir!
Aber eigentlich wollte ich noch einmal auf eine Situation Bezug nehmen, die immer wieder vorgebracht wird, nämlich jene der Jungen. – Zu denen zähle ich mich ja irgendwie auch noch (Abg. Dr. Glawischnig: Ein Jahr fehlt dir!), obwohl es, wenn es so ist, wie Sie angekündigt haben, eine neue Regelung geben wird, nämlich dass die Deckelung bis Ende des Jahres 2033 gelten wird. Da ich Ende des Jahre 1968 geboren bin, bin ich knapp vor Ende des Jahres 2033 65, also ich persönlich würde noch unter die Deckelung fallen.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber Sie wird schon vorsorgen!
Kollegin Glawischnig ist drei Monate jünger, die hat Pech gehabt! Sie ist nämlich 1969 geboren und fällt unter überhaupt keine Deckelung. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber Sie wird schon vorsorgen!) Unter dem Aspekt der Gerechtigkeit möchte ich Sie schon fragen, was daran fair sein soll, dass jemand, der drei Monate später geboren ist, mit 30 Prozent Abschlägen rechnen muss, während vorher mit 10 Prozent gedeckelt ist. (Abg. Wittauer: ... keine arme Frau! Wer redet denn von Privilegierten?) Also von Gerechtigkeit kann man da wohl nicht sprechen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Wittauer: ... keine arme Frau! Wer redet denn von Privilegierten?
Kollegin Glawischnig ist drei Monate jünger, die hat Pech gehabt! Sie ist nämlich 1969 geboren und fällt unter überhaupt keine Deckelung. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber Sie wird schon vorsorgen!) Unter dem Aspekt der Gerechtigkeit möchte ich Sie schon fragen, was daran fair sein soll, dass jemand, der drei Monate später geboren ist, mit 30 Prozent Abschlägen rechnen muss, während vorher mit 10 Prozent gedeckelt ist. (Abg. Wittauer: ... keine arme Frau! Wer redet denn von Privilegierten?) Also von Gerechtigkeit kann man da wohl nicht sprechen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Kollegin Glawischnig ist drei Monate jünger, die hat Pech gehabt! Sie ist nämlich 1969 geboren und fällt unter überhaupt keine Deckelung. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber Sie wird schon vorsorgen!) Unter dem Aspekt der Gerechtigkeit möchte ich Sie schon fragen, was daran fair sein soll, dass jemand, der drei Monate später geboren ist, mit 30 Prozent Abschlägen rechnen muss, während vorher mit 10 Prozent gedeckelt ist. (Abg. Wittauer: ... keine arme Frau! Wer redet denn von Privilegierten?) Also von Gerechtigkeit kann man da wohl nicht sprechen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber das hätte mit Verteilungsgerechtigkeit viel mehr zu tun gehabt als das, was Sie machen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube, damit ist alles gesagt gegenüber den Frauen. Wir haben viele Dinge mit hineinreklamiert. Die Frauen können, wie ich meine, stolz darauf sein, dass sie diese Vertretung haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Und da sagt man dann vielleicht, 45 € Ausgleichszulage sind nichts wert? – Für diese Menschen sind 45 € sehr viel wert, denn sie müssen davon leben, und sie leben von wenig. Ich wäre froh, wenn ich ihnen 2 000 € geben könnte, aber es ist leider Gottes nicht möglich, weil die Sozialdemokraten in guten Zeiten das gute Geld verwirtschaftet haben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Machen Sie nicht weiter so wie in der Vergangenheit – das ist gerade an die Sozialdemokraten gerichtet –, sondern arbeiten Sie mit uns an der Zukunft! Wir Freiheitlichen werden unseren Grundsätzen treu bleiben und die Familie und den arbeitenden Menschen in den Mittelpunkt unserer Politik stellen. Wir sind Garanten für Gerechtigkeit, für soziale Verantwortung und für den Abbau von Privilegien. Dafür werden wir in dieser Regierung auch sorgen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Broukal begibt sich – von Zwischenrufen begleitet – mit einem Laptop zum Rednerpult.
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr gelangt Herr Abgeordneter Broukal zu Wort. Redezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Broukal begibt sich – von Zwischenrufen begleitet – mit einem Laptop zum Rednerpult.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Lopatka, weil es die tatsächliche Berichtigung nicht erlaubt: Sie dürften noch wissen, ich hatte früher einen Beruf, der um 21 Uhr am Abend geendet hat, und Sie werden zugeben, dann ist es Zeit heimzugehen und nicht zu demonstrieren. Jetzt habe ich manchmal Tagesfreizeit, und Sie werden mich vielleicht bei zukünftigen Demonstrationen entdecken, wenn Sie mich hinter dem Schaum dann auch noch erblicken können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich sehe, dass es nicht nur in unserer Fraktion manches Mal an Sprachregelungen hapert, es ist auch bei euch so. Der Herr Bundeskanzler hat euch doch heute klar vorgegeben: Die Streiks erfolgten aus berechtigter Sorge, und er akzeptiert sie. Ihr erzählt uns jetzt wieder, es war furchtbar zu streiken. Könnt ihr nicht das sagen, was er sagt? Er hat nämlich Recht, diese Streiks waren berechtigt, erfolgten aus berechtigter Sorge. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie das noch einmal, was Sie zur FPÖ gesagt haben!
Ich denke mir, ob das Fernsehen hier ist oder nicht, man sollte immer das Gleiche reden, oder? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie das noch einmal, was Sie zur FPÖ gesagt haben!) Sie erzählen uns jetzt binnen zwei Monaten zwei Mal etwas zum selben Thema, aber es ist nicht immer das Gleiche, was Sie uns erzählen. Auch das, was Sie heute vorlegen, wird in ein paar Jahren Makulatur sein, oder? Giftzahn bleibt Giftzahn, auch wenn man im Augenblick homöopathische Dosen Morphium gibt, Public-Relations-Morphium – und nicht gerade das beste.
Abg. Dr. Brinek: Es sind ja neue Streiks angekündigt!
Wenn ich mir zum Beispiel die heutigen Farbinserate der Bundesregierung zum Thema Pensionen anschaue (der Redner verweist auf einen Zeitungsausschnitt) – also eine Agentur, die am Tag nach dem Ende eines Streiks einen Aufruf, nicht zum Streik zu gehen, publiziert, würde ich kündigen, fristlos kündigen. (Abg. Dr. Brinek: Es sind ja neue Streiks angekündigt!) Eine Agentur, die mir zwei ältere Menschen zeigt, wo sie ihm lieb an das Kinn greift und sagt: Wir haben weniger Kinder und leben länger, daher keine Streiks!, also eine Agentur, die mir solche Texte gibt, würde ich ebenfalls kündigen, ich sage es Ihnen ganz ehrlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn ich mir zum Beispiel die heutigen Farbinserate der Bundesregierung zum Thema Pensionen anschaue (der Redner verweist auf einen Zeitungsausschnitt) – also eine Agentur, die am Tag nach dem Ende eines Streiks einen Aufruf, nicht zum Streik zu gehen, publiziert, würde ich kündigen, fristlos kündigen. (Abg. Dr. Brinek: Es sind ja neue Streiks angekündigt!) Eine Agentur, die mir zwei ältere Menschen zeigt, wo sie ihm lieb an das Kinn greift und sagt: Wir haben weniger Kinder und leben länger, daher keine Streiks!, also eine Agentur, die mir solche Texte gibt, würde ich ebenfalls kündigen, ich sage es Ihnen ganz ehrlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Dass Sie das alles noch mit Steuergeldern finanzieren, gefällt mir überhaupt sehr gut. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Abg. Wittauer: Das stimmt doch gar nicht! Die Verweigerung ist von der Sozialdemokratie und von den Gewerkschaften ausgegangen!
Was war nach der Wahl? – Der Herr Bundespräsident hat den Herrn Bundeskanzler an den Runden Tisch zwingen müssen, die Sozialpartner wurden nämlich links liegen gelassen (Abg. Wittauer: Das stimmt doch gar nicht! Die Verweigerung ist von der Sozialdemokratie und von den Gewerkschaften ausgegangen!), und dann wurde ihnen das verweigert, was ihnen Ihr Obmann Schüssel vor der Wahl versprochen hat, nämlich dass sie eingebunden werden sollen und diese Reformen federführend mit erarbeiten können.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Ihr habt die Chance nicht wahrgenommen, am Runden Tisch tatsächlich zu verhandeln! Das ist der Unterschied!
Wenn das, was Sie jetzt beschlossen haben, „Anreize“ sind, dann fürchte ich mich davor, Ihre Strafen kennen zu lernen, das muss ich Ihnen schon sagen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Ihr habt die Chance nicht wahrgenommen, am Runden Tisch tatsächlich zu verhandeln! Das ist der Unterschied!)
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Aber der nächste „Anreiz“ liegt schon in der Schublade, und den werden Sie ebenso wortreich wegargumentieren. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.) Das ist der Anreiz, nicht zum Arzt zu gehen, weil es dann 5 € Selbstbehalt kosten wird. (Abg. Wittauer: Ihnen muss man es vorlesen! Die Eckpunkte sind schon da! Geben Sie das endlich zu!)
Abg. Wittauer: Ihnen muss man es vorlesen! Die Eckpunkte sind schon da! Geben Sie das endlich zu!
Aber der nächste „Anreiz“ liegt schon in der Schublade, und den werden Sie ebenso wortreich wegargumentieren. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.) Das ist der Anreiz, nicht zum Arzt zu gehen, weil es dann 5 € Selbstbehalt kosten wird. (Abg. Wittauer: Ihnen muss man es vorlesen! Die Eckpunkte sind schon da! Geben Sie das endlich zu!)
Abg. Wittauer: Jetzt sind wir wieder bei den Abfangjägern! Ich habe geglaubt, wir sprechen über die Pensionsreform, Herr Abgeordneter!
merkwürdigerweise dazu führen soll, dass der Ankauf das Budget fast nichts kostet. (Abg. Wittauer: Jetzt sind wir wieder bei den Abfangjägern! Ich habe geglaubt, wir sprechen über die Pensionsreform, Herr Abgeordneter!)
Abg. Großruck: Der ORF wird froh sein, dass Sie jetzt im Parlament sitzen!
Die Frau Gesundheitsministerin hat uns namens der ÖVP im Wahlkampf ohne jedes Wenn und Aber versprochen (Abg. Großruck: Der ORF wird froh sein, dass Sie jetzt im Parlament sitzen!), die Volkspartei plane für die kommende Legislaturperiode keine weitere gesetzliche Anhebung des Frühpensionsalters. – Das ist etwas, was ich mir einmeißeln und an die Wand hängen lasse, das sage ich Ihnen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Es hat noch nie eine Regierung gegeben, die so viele Versprechen eingelöst hat wie diese Regierung!
Dermaßen blank gebrochene Wahlversprechen hat auch dieses Hohe Haus und diese Republik Österreich noch selten gesehen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Es hat noch nie eine Regierung gegeben, die so viele Versprechen eingelöst hat wie diese Regierung!)
Abg. Großruck: Sehr schwach!
Wenn Sie immer mit dem Vranitzky-Brief kommen, dann gilt für Sie ein Bibelzitat: „Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht!“ (Abg. Großruck: Sehr schwach!)
Abg. Großruck: Herr Broukal, das ist schwach, was Sie da bringen! Noch dazu, EDV-unterstützt!
Meine Schlussfolgerungen für heute sind jedenfalls: Wer auf Jörg Haider gehofft hat, hat vergeblich gehofft. (Abg. Großruck: Herr Broukal, das ist schwach, was Sie da bringen! Noch dazu, EDV-unterstützt!) Wer auf Sie, die Arbeitnehmervertreter von ÖVP und FPÖ, gehofft hat, hat vergeblich gehofft. Wer auf die Wahlversprechen der ÖVP gehofft hat, hat vergeblich gehofft.
Abg. Großruck: EDV-unterstützt und trotzdem schwach!
Aber mit dem heutigen Tag, so finde ich, ist auch die Ära des Tricksens, die Ära der gebrochenen Versprechen und der Scheinaufgeregtheiten im Bärental vorbei. (Abg. Großruck: EDV-unterstützt und trotzdem schwach!)
Abg. Großruck: EDV-unterstützt müssten Sie besser argumentieren!
Wer auf ein gerechtes, ein menschenwürdiges Pensionssystem hofft, muss bei der nächsten Wahl jene Partei wählen, die als einzige ein ausgearbeitetes (Abg. Großruck: EDV-unterstützt müssten Sie besser argumentieren!), gerechtes und sicheres Pensionssystem anbieten kann. Ich habe im Gegensatz zu Ihnen den Vorzug, dieser Partei anzugehören. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Das war schwach!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Das war schwach!
Wer auf ein gerechtes, ein menschenwürdiges Pensionssystem hofft, muss bei der nächsten Wahl jene Partei wählen, die als einzige ein ausgearbeitetes (Abg. Großruck: EDV-unterstützt müssten Sie besser argumentieren!), gerechtes und sicheres Pensionssystem anbieten kann. Ich habe im Gegensatz zu Ihnen den Vorzug, dieser Partei anzugehören. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Das war schwach!)
Abg. Wittauer – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Hakl –: Karin, antworte einmal richtig!
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu Wort gemeldet ist nunmehr Frau Abgeordnete Mag. Hakl. Redezeit: 7 Minuten. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Wittauer – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Hakl –: Karin, antworte einmal richtig!)
Abg. Eder: Die sind aufgeregt!
Abgeordnete Mag. Karin Hakl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Die ganze Aufgeregtheit und Schreierei, die wir heute insbesondere von den Oppositionsparteien zu hören bekommen, bedauere ich sehr. (Abg. Eder: Die sind aufgeregt!) Ebenso bedauere ich das, was in den letzten sechs bis acht Wochen in Österreich vor sich gegangen ist.
Abg. Eder: Wer sagt denn das?
Wir brauchen also eine Reform, die bewirkt, dass das eingezahlte Geld von wenigen auf mehrere und auf eine längere Dauer aufgeteilt wird. Das bedeutet automatisch: entweder bekommt der Einzelne von den vielen ein bisschen weniger, oder in 20 Jahren zahlt jeder Einzelne nicht die 10 Prozent, die man jetzt verlieren könnte, sondern das Sechs-, Sieben- oder Achtfache für die Pensionen der Älteren. (Abg. Eder: Wer sagt denn das?) Wir Jungen können das nicht leisten!
Abg. Dr. Glawischnig: Das ist ein Unsinn, was Sie da sagen! – Ruf bei der SPÖ: Für jemand, der 600 € im Monat hat, ist das ziemlich viel, glauben Sie nicht?
Frau Glawischnig, ich muss zugeben, von der Grünen Partei kamen heute sehr viele, auch sehr kluge Argumente, aber erschrocken bin ich bei Ihrer Rede, als Sie gesagt haben: 10 Prozent! – Stellen Sie sich vor, wir nehmen maximal ein Monatsgehalt weg! (Abg. Dr. Glawischnig: Das ist ein Unsinn, was Sie da sagen! – Ruf bei der SPÖ: Für jemand, der 600 € im Monat hat, ist das ziemlich viel, glauben Sie nicht?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich muss dazu sagen, dass wir, ohne etwas zu verändern, schlicht keine Reform machen können. Wenn wir diese Fakten haben, dann würde ich mir wünschen, dass sich in diesem Hohen Haus auch alle zum einzigen Ausweg bekennen, nämlich jetzt bei den Auszahlungen gelinde zu sparen, um für die nächste Generation in den Töpfen noch Geld übrig zu haben. Ich bin sehr dankbar, dass das jetzt möglich wurde und jetzt kommt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Danke, danke!
Es war für die Koalitionsentscheidung dieser Regierung von ganz grundlegender Bedeutung, einen Partner zu haben, der diese nicht immer ganz angenehmen Maßnahmen mitträgt und ausarbeitet. Ich möchte mich bei meiner Fraktion, bei unserem Bundeskanzler, bei Bundesminister Bartenstein, aber auch ganz ausdrücklich beim Koalitionspartner FPÖ dafür bedanken, dass diese schwierige Reform für uns Jüngere mit Ihnen gemeinsam und auch mit Sozialminister Haupt möglich war. Herzlichen Dank für die geleistete Arbeit allen Kolleginnen und Kollegen von den Regierungsfraktionen! Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Danke, danke!)
Beifall bei der ÖVP.
Diese gesamten Argumentationen von „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“ haben dazu geführt, dass keine Vorschläge mehr gemacht wurden – weder von den Grünen noch von der SPÖ –, die zu einem für die Menschen besseren Ergebnis geführt hätten, und zwar weder für die Alten noch für die aktiv Erwerbstätigen oder für jene, die jetzt noch in der Schule und in den Universitäten sind, oder auch für jene, die eine Lehre machen und arbeiten, und auch ein Recht und einen Anspruch darauf haben, einmal eine Pension zu erhalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wittauer: In sich geht!
Das Zweite, was passiert ist, ist, dass sich die Jungen jetzt noch weniger engagieren, weil auch der breite Konsens darüber, wie wichtig diese Reform für insbesondere die jüngeren Generationen ist, von SPÖ, den Grünen und den Gewerkschaften über weite Strecken so weit verlassen wurde, dass ich hoffe, dass sich der eine oder andere, insbesondere in der SPÖ, wenn er diesen Plenarsaal verlässt (Abg. Wittauer: In sich geht!), am Abend zu Hause denkt: Wir haben vielleicht doch über das Ziel geschossen!, und sich ein wenig dafür geniert. Genauso fassungslos saß ich nämlich jeden Tag vor dem Fernsehapparat und habe mir gedacht (Zwischenruf des Abg. Gaál), das darf doch nicht wahr sein, ihr müsst endlich damit aufhören, den Menschen in Öster-
Zwischenruf des Abg. Gaál
Das Zweite, was passiert ist, ist, dass sich die Jungen jetzt noch weniger engagieren, weil auch der breite Konsens darüber, wie wichtig diese Reform für insbesondere die jüngeren Generationen ist, von SPÖ, den Grünen und den Gewerkschaften über weite Strecken so weit verlassen wurde, dass ich hoffe, dass sich der eine oder andere, insbesondere in der SPÖ, wenn er diesen Plenarsaal verlässt (Abg. Wittauer: In sich geht!), am Abend zu Hause denkt: Wir haben vielleicht doch über das Ziel geschossen!, und sich ein wenig dafür geniert. Genauso fassungslos saß ich nämlich jeden Tag vor dem Fernsehapparat und habe mir gedacht (Zwischenruf des Abg. Gaál), das darf doch nicht wahr sein, ihr müsst endlich damit aufhören, den Menschen in Öster-
Zwischenruf des Abg. Gaál.
reich in diesem unglaublichen Ausmaß Dinge zu erzählen, die jeder Grundlage, jeder realistischen Grundlage entbehren! (Zwischenruf des Abg. Gaál.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Haltung in der Politik zu haben und zu bewahren, bedeutet, zu den Überzeugungen, zu denen man gelangt ist, besonders auch dann, wenn es nicht leicht ist, besonders auch dann, wenn es nicht angenehm ist, zum Wohle aller zu stehen! – Ich bin froh, dass wir das geschafft haben. Ich danke herzlich und hoffe auf ein Einsehen der Opposition bis zum Beschluss dieser Reform. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Mainoni: Wir diskutieren die Pensionsreform!
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Werte Herren auf der Regierungsbank! Frau Staatssekretärin Haubner ist auch da! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn ich das Revue passieren lasse, was heute gelaufen ist, frage ich mich wirklich, wo wir sind. Teilweise ist das so etwas von jenseits, dass man niemandem, der heute vor dem Fernseher zugeschaut hat oder auf der Galerie sitzt, erklären kann, was hier heute abgeht. (Abg. Mag. Mainoni: Wir diskutieren die Pensionsreform!)
Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ
Dazu muss man wirklich Phantasie haben, die fast schon wieder zum Anzweifeln ist. Aber diese Phantasie hat diese Bundesregierung, das zeigt sich ganz deutlich. Herr Bundeskanzler! Sie sind derjenige, der gesagt hat, er stehe – in dem Fall sitzen Sie jetzt (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ) – für Gerechtigkeit, für Verantwortung und für Vertrauen. Wenn das Gerechtigkeit, Verantwortung und Vertrauen ist, was Sie uns mit dieser Pensionsreform vorlegen, dann haben Sie diese Begriffe aber ordentlich missbraucht. Das sage ich Ihnen jetzt ganz ehrlich! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Dazu muss man wirklich Phantasie haben, die fast schon wieder zum Anzweifeln ist. Aber diese Phantasie hat diese Bundesregierung, das zeigt sich ganz deutlich. Herr Bundeskanzler! Sie sind derjenige, der gesagt hat, er stehe – in dem Fall sitzen Sie jetzt (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ) – für Gerechtigkeit, für Verantwortung und für Vertrauen. Wenn das Gerechtigkeit, Verantwortung und Vertrauen ist, was Sie uns mit dieser Pensionsreform vorlegen, dann haben Sie diese Begriffe aber ordentlich missbraucht. Das sage ich Ihnen jetzt ganz ehrlich! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Wittauer: 50 Prozent Solidaritätsbeitrag ...!
Wenn Sie immer noch meinen, dass Gerechtigkeit bei Ihnen dann beginnt, wenn Sie das meiste und die anderen nichts haben, dann ist das Ihre Gerechtigkeit, aber nicht die Gerechtigkeit, die wir meinen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Wittauer: 50 Prozent Solidaritätsbeitrag ...!)
Ruf bei der ÖVP: Reden Sie eh über Österreich?
Herr Bundeskanzler! Sie lässt es offenbar kalt und Sie zwinkern nicht einmal mehr mit den Augen angesichts des Umstandes, dass Frauen in ihrer Pension mit 600 € im Monat auskommen müssen (Ruf bei der ÖVP: Reden Sie eh über Österreich?) beziehungsweise in den nächsten Jahren nur 600 € bekommen werden. Für Sie ist es ein Leichtes und erzeugt ein Schmunzeln, wenn Sie diesen Frauen auch noch 10 Prozent ihrer Pension wegnehmen. Herr Bundeskanzler! Diese Auffassung von Verantwortung möchte ich nicht haben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Bundeskanzler! Sie lässt es offenbar kalt und Sie zwinkern nicht einmal mehr mit den Augen angesichts des Umstandes, dass Frauen in ihrer Pension mit 600 € im Monat auskommen müssen (Ruf bei der ÖVP: Reden Sie eh über Österreich?) beziehungsweise in den nächsten Jahren nur 600 € bekommen werden. Für Sie ist es ein Leichtes und erzeugt ein Schmunzeln, wenn Sie diesen Frauen auch noch 10 Prozent ihrer Pension wegnehmen. Herr Bundeskanzler! Diese Auffassung von Verantwortung möchte ich nicht haben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Posch: Vier-Säulen-Modell!
Sie rühmen sich jetzt und sagen, bei den Politikerpensionen werden Sie 15 Prozent herunterstreichen. Glauben Sie, dass das einen Herrn Stummvoll bewegt? Das ist ihm doch völlig Wurscht (Abg. Mag. Posch: Vier-Säulen-Modell!), weil diese 15 Prozent, die Sie ihm wegnehmen, sind das, was er an einem Wochenende, wenn er halbwegs normal lebt, sowieso verbraucht. Aber andere leben mit diesem Betrag in der Pension drei Monate lang und länger! 15 Prozent klingt gut, aber es ist ein Unterschied, von welcher Einkommenshöhe man ausgeht.
Ruf bei der ÖVP: Jetzt hören Sie aber auf! Das ist wirklich unglaublich!
müde sind so wie Sie. (Ruf bei der ÖVP: Jetzt hören Sie aber auf! Das ist wirklich unglaublich!) Erklären Sie denen, warum die einen ganz viel, die anderen ganz wenig und viele gar nichts mehr bekommen!
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Murauer.
Herr Bundeskanzler! Das ist nicht Verantwortung, wie Sie gesagt haben, dass Sie sie übernehmen, sondern das ist ein Spiel mit Verantwortung. Das dürfen wir uns in diesem Land nicht leisten. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Abg. Wittauer: Sie können ja 50 Prozent freiwillig hergeben! Da würden Sie einer Familie helfen!
Sie gehen jetzt damit hausieren und sagen, es gebe praktisch keine Abschläge für Pensionen bis 1 000 €. Dabei haben Sie aber einen wichtigen Punkt zu erwähnen vergessen: Das gilt nämlich für 1 000 € Familieneinkommen und nicht für die Einzelpensionen. Schauen Sie sich doch eine durchschnittliche Familie an: Da hat der Mann vielleicht 700 €, der Sohn verdient 500 oder 600 € (Abg. Wittauer: Sie können ja 50 Prozent freiwillig hergeben! Da würden Sie einer Familie helfen!), weil er eben schon berufstätig ist, und die Frau bekommt in dem Fall nichts! Sie bekommt ihre Pension mit der Abschlagszahlung. Sie hat von diesen 1 000 € gar nichts! Das heißt, sie ist wieder diejenige, die auf der Strecke bleibt. Aber das ist Ihnen anscheinend alles recht, das passt für Sie. Für uns Grüne, Herr Bundeskanzler, passt das absolut nicht! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Sie gehen jetzt damit hausieren und sagen, es gebe praktisch keine Abschläge für Pensionen bis 1 000 €. Dabei haben Sie aber einen wichtigen Punkt zu erwähnen vergessen: Das gilt nämlich für 1 000 € Familieneinkommen und nicht für die Einzelpensionen. Schauen Sie sich doch eine durchschnittliche Familie an: Da hat der Mann vielleicht 700 €, der Sohn verdient 500 oder 600 € (Abg. Wittauer: Sie können ja 50 Prozent freiwillig hergeben! Da würden Sie einer Familie helfen!), weil er eben schon berufstätig ist, und die Frau bekommt in dem Fall nichts! Sie bekommt ihre Pension mit der Abschlagszahlung. Sie hat von diesen 1 000 € gar nichts! Das heißt, sie ist wieder diejenige, die auf der Strecke bleibt. Aber das ist Ihnen anscheinend alles recht, das passt für Sie. Für uns Grüne, Herr Bundeskanzler, passt das absolut nicht! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Großruck: Das tun Sie eh gerade!
Ich möchte jetzt beweisen, wie jenseits Ihre Diskussion heute teilweise läuft. (Abg. Großruck: Das tun Sie eh gerade!) Ich habe hier die Petition der freiheitlichen Abgeordneten. Diese Petition kennen Sie gut, Herr Scheuch, nicht wahr? Darin steht nämlich: die Gleichbehandlung von ASVG-Versicherten, Beamte, Eisenbahner, Gewerbetreibende und unter anderem auch der politischen Funktionäre und Mandatare.
Abg. Wittauer: Bestehende Pensionen und zukünftige ist ein Unterschied!
Wenn Sie glauben, dass 15 Prozent Abschlag eine Gleichbehandlung ist, dann frage ich Sie, was Sie unter Gleichbehandlung verstehen. (Abg. Wittauer: Bestehende Pensionen und zukünftige ist ein Unterschied!) Gleichbehandlung heißt Anpassung an das ASVG und sonst gar nichts, sonst absolut nichts. Dass Sie jetzt einen Umfaller machen, Herr Scheuch, wundert mich gar nicht, weil Sie gehören auch zu denen, die immer eine große Lippe riskieren, aber wenn es darauf ankommt, dann sind Sie der Erste, der sofort schaut, dass er verschwindet. Hauptsache, Sie hatten zwei oder drei Fotos in den Zeitungen. (Abg. Wittauer: Hätten Sie mitgearbeitet ...!) Das genügt Ihnen, auch wenn Sie dann ganz anders handeln, als Sie es vorher gesagt haben. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Hätten Sie mitgearbeitet ...!
Wenn Sie glauben, dass 15 Prozent Abschlag eine Gleichbehandlung ist, dann frage ich Sie, was Sie unter Gleichbehandlung verstehen. (Abg. Wittauer: Bestehende Pensionen und zukünftige ist ein Unterschied!) Gleichbehandlung heißt Anpassung an das ASVG und sonst gar nichts, sonst absolut nichts. Dass Sie jetzt einen Umfaller machen, Herr Scheuch, wundert mich gar nicht, weil Sie gehören auch zu denen, die immer eine große Lippe riskieren, aber wenn es darauf ankommt, dann sind Sie der Erste, der sofort schaut, dass er verschwindet. Hauptsache, Sie hatten zwei oder drei Fotos in den Zeitungen. (Abg. Wittauer: Hätten Sie mitgearbeitet ...!) Das genügt Ihnen, auch wenn Sie dann ganz anders handeln, als Sie es vorher gesagt haben. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wenn Sie glauben, dass 15 Prozent Abschlag eine Gleichbehandlung ist, dann frage ich Sie, was Sie unter Gleichbehandlung verstehen. (Abg. Wittauer: Bestehende Pensionen und zukünftige ist ein Unterschied!) Gleichbehandlung heißt Anpassung an das ASVG und sonst gar nichts, sonst absolut nichts. Dass Sie jetzt einen Umfaller machen, Herr Scheuch, wundert mich gar nicht, weil Sie gehören auch zu denen, die immer eine große Lippe riskieren, aber wenn es darauf ankommt, dann sind Sie der Erste, der sofort schaut, dass er verschwindet. Hauptsache, Sie hatten zwei oder drei Fotos in den Zeitungen. (Abg. Wittauer: Hätten Sie mitgearbeitet ...!) Das genügt Ihnen, auch wenn Sie dann ganz anders handeln, als Sie es vorher gesagt haben. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Das ist ein so klarer Beweis dafür, nämlich schwarz auf weiß für Schwarz-Blau, dass das, was Sie sagen, und das, was Sie tun, so weit voneinander entfernt ist wie Tag und Nacht! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Steibl: Hauptsache, die Grünen ...!
Dass Sie mit Moral nicht recht viel am Hut haben, wissen wir ohnehin alle, da brauchen wir eigentlich gar nicht recht viel darüber zu reden. (Abg. Steibl: Hauptsache, die Grünen ...!) Meine Damen und Herren gerade von den Freiheitlichen! Wenn es Ihnen komplett Wurscht ist, dass Sie Ihr Auto während der Sitzung auf dem Behindertenparkplatz abstellen, dann (Abg. Murauer: Dann noch eine Pension kriegen, nicht?!) behaupten, zehn Stunden lang vergessen zu haben, das Auto vom Behindertenparkplatz wegzustellen und dann nicht einmal bereit sind, das Strafmandat zu zahlen, so frage ich Sie (Abg. Wittauer: Keine Ahnung!), wo Ihr Sinn für Gleichstellung ist, wo Ihr Sinn für Gleichberechtigung ist.
Abg. Murauer: Dann noch eine Pension kriegen, nicht?!
Dass Sie mit Moral nicht recht viel am Hut haben, wissen wir ohnehin alle, da brauchen wir eigentlich gar nicht recht viel darüber zu reden. (Abg. Steibl: Hauptsache, die Grünen ...!) Meine Damen und Herren gerade von den Freiheitlichen! Wenn es Ihnen komplett Wurscht ist, dass Sie Ihr Auto während der Sitzung auf dem Behindertenparkplatz abstellen, dann (Abg. Murauer: Dann noch eine Pension kriegen, nicht?!) behaupten, zehn Stunden lang vergessen zu haben, das Auto vom Behindertenparkplatz wegzustellen und dann nicht einmal bereit sind, das Strafmandat zu zahlen, so frage ich Sie (Abg. Wittauer: Keine Ahnung!), wo Ihr Sinn für Gleichstellung ist, wo Ihr Sinn für Gleichberechtigung ist.
Abg. Wittauer: Keine Ahnung!
Dass Sie mit Moral nicht recht viel am Hut haben, wissen wir ohnehin alle, da brauchen wir eigentlich gar nicht recht viel darüber zu reden. (Abg. Steibl: Hauptsache, die Grünen ...!) Meine Damen und Herren gerade von den Freiheitlichen! Wenn es Ihnen komplett Wurscht ist, dass Sie Ihr Auto während der Sitzung auf dem Behindertenparkplatz abstellen, dann (Abg. Murauer: Dann noch eine Pension kriegen, nicht?!) behaupten, zehn Stunden lang vergessen zu haben, das Auto vom Behindertenparkplatz wegzustellen und dann nicht einmal bereit sind, das Strafmandat zu zahlen, so frage ich Sie (Abg. Wittauer: Keine Ahnung!), wo Ihr Sinn für Gleichstellung ist, wo Ihr Sinn für Gleichberechtigung ist.
Abg. Wittauer: Das ist ein Irrtum!
Das, was Sie sagen, und das, was Sie tun, sind zwei Paar Schuhe. (Abg. Wittauer: Das ist ein Irrtum!) Richten Sie das Herrn Hofmann aus. Der Behindertenparkplatz ge-
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
hört ihm so lange nicht, solange er nicht amtlich als behindert anerkannt ist. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Frau Abgeordnete! Sie haben gesagt, das, was sich heute abgespielt hat, ist derart von jenseits – oder so ähnlich. Ich muss Ihnen schon zurückgeben – bei aller Sympathie, die ich für Sie habe, wenn es um gemeinsame Behindertenanliegen geht –: Das, was Sie heute hier gesagt und an Vorwürfen erhoben haben, ist auch jenseits von allem, was man sich überhaupt nur vorstellen kann. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Wittauer: Das ist ein Unterschied: Deckelung und Kürzung!
Sie verwechseln pausenlos eine zehnprozentige Deckelung zur Verhinderung sozialer Härten mit einer zehnprozentigen Kürzung. (Abg. Wittauer: Das ist ein Unterschied: Deckelung und Kürzung!) Sie sagen, jeder hat eine zehnprozentige Kürzung. Tatsächlich ist es so, dass jeder eine zehnprozentige Deckelung hat.
Abg. Dr. Jarolim: Sie hätten sagen sollen: Aus der Seele gesprochen!
Ich komme schon zu Ihnen, Frau Abgeordnete Silhavy. Sie haben mir heute auch schon sozusagen eine Munition gegeben oder ein Hölzl geworfen. (Abg. Dr. Jarolim: Sie hätten sagen sollen: Aus der Seele gesprochen!) – Aus der Seele gesprochen. – Ich wundere mich ja wirklich über die Debatte, und zwar insoferne, als offensichtlich die Sozialdemokratie nicht zur Kenntnis nehmen möchte, dass es dringenden Handlungsbedarf gibt, dass es eine staatspolitische beziehungsweise eine soziale Notwendigkeit ist, eine Pensionsreform durchzuführen, um die Pensionsleistungen in Zukunft zu sichern.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ! Das waren Ihre Grauslichkeiten, an denen wir heute alle leiden müssen und für die wir die Last zu tragen haben! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Diese Regierung hat diese Praxis der Kurzsichtigkeit gestoppt, diese Regierung trägt jetzt die Verantwortung und sichert auch die sozialen Leistungen für die Zukunft. Nehmen Sie das doch endlich einmal zur Kenntnis! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Großruck: Der Blecha und der Vranitzky sagen es Ihnen!
Abgeordneter Karl Dobnigg (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Es ist schade, dass Herr Abgeordneter Stummvoll dieser Debatte heute nicht beiwohnt, denn es wäre sehr interessant, von ihm zu erfahren, wie das Vier-Säulen-Modell ausschaut. Wir diskutieren jetzt das Drei-Säulen-Modell, doch er besitzt derzeit schon das Vier-Säulen-Modell. (Abg. Großruck: Der Blecha und der Vranitzky sagen es Ihnen!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Karl Dobnigg (fortsetzend): Gut, ich nehme es zurück. – Aber am gleichen Tag die Pensionsreform und den Abfangjägerkauf zu beschließen, ist Zynismus, der nicht mehr zu überbieten ist! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Welche?
Sie verweigerten, Herr Bundeskanzler, das Gesprächsangebot der Sozialpartner und kehrten erst wieder zurück, als Sie von unserem Herrn Bundespräsidenten an den Runden Tisch gebeten wurden. Auch da zeigte sich, dass Sie nicht bereit sind, von den vielen unsozialen Härten und Belastungen abzugehen. (Abg. Wittauer: Welche?) Sie wollen diese Pensionskürzungsreform in den nächsten 14 Tagen einfach durch das Parlament peitschen. Durchpeitschen wollen Sie diese Pensionskürzungen – mit ihren unsozialen, ungerechten Belastungen für jene Menschen, die ein Leben lang hart und schwer gearbeitet haben. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Im Gegensatz zu euch haben wir gearbeitet! Ihr seid auf der Straße gewesen und habt gestreikt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Im Gegensatz zu euch haben wir gearbeitet! Ihr seid auf der Straße gewesen und habt gestreikt!
Sie verweigerten, Herr Bundeskanzler, das Gesprächsangebot der Sozialpartner und kehrten erst wieder zurück, als Sie von unserem Herrn Bundespräsidenten an den Runden Tisch gebeten wurden. Auch da zeigte sich, dass Sie nicht bereit sind, von den vielen unsozialen Härten und Belastungen abzugehen. (Abg. Wittauer: Welche?) Sie wollen diese Pensionskürzungsreform in den nächsten 14 Tagen einfach durch das Parlament peitschen. Durchpeitschen wollen Sie diese Pensionskürzungen – mit ihren unsozialen, ungerechten Belastungen für jene Menschen, die ein Leben lang hart und schwer gearbeitet haben. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Im Gegensatz zu euch haben wir gearbeitet! Ihr seid auf der Straße gewesen und habt gestreikt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Es gibt eine Schwerarbeiterregelung!
Oder glauben Sie, Herr Bundeskanzler, und Sie, meine Abgeordneten von ÖVP und FPÖ und die Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmervertreter unter Ihnen, dass ein Hochofenarbeiter, ein Stahlwerkarbeiter, ein Zimmerer, ein Maurer, ein Dachdecker bis zu ihrem 65. Lebensjahr noch arbeiten können, Menschen, die zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr gesundheitlich schon sehr angeschlagen sind? Oder: Glauben Sie, dass es Firmen gibt, die diese Menschen so lange beschäftigen? – Bitte, bleiben Sie bei der Realität! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Es gibt eine Schwerarbeiterregelung!)
Abg. Wittauer: Setzen Sie sich mit den Inhalten auseinander! Da sieht man, dass etwas Positives daran ist!
Schon die letzte überfallsartige Anhebung des Pensionsantrittsalters (Abg. Wittauer: Setzen Sie sich mit den Inhalten auseinander! Da sieht man, dass etwas Positives daran ist!) – da waren Sie, Herr Abgeordneter, noch nicht im Parlament – hat eine verstärkte Erhöhung der Arbeitslosigkeit gebracht. Wenn Sie die neuesten Arbeitsmarktzahlen zur Hand nehmen – und die sind vom Mai dieses Jahres –, dann werden Sie feststellen können, dass es leider gegenüber dem Vorjahr um 40 000 Arbeitslose mehr in Österreich gibt, und zwar ältere Arbeitslose. Die Arbeitslosigkeit ist also in Ihrer Regierungszeit enorm gestiegen. In den letzten drei Jahren ist die Jugendarbeitslosigkeit – hier gibt es sehr viele Jugendliche auf der Galerie – um 44 Prozent gestiegen. Da sind Sie gefordert zu reagieren und zu agieren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Schon die letzte überfallsartige Anhebung des Pensionsantrittsalters (Abg. Wittauer: Setzen Sie sich mit den Inhalten auseinander! Da sieht man, dass etwas Positives daran ist!) – da waren Sie, Herr Abgeordneter, noch nicht im Parlament – hat eine verstärkte Erhöhung der Arbeitslosigkeit gebracht. Wenn Sie die neuesten Arbeitsmarktzahlen zur Hand nehmen – und die sind vom Mai dieses Jahres –, dann werden Sie feststellen können, dass es leider gegenüber dem Vorjahr um 40 000 Arbeitslose mehr in Österreich gibt, und zwar ältere Arbeitslose. Die Arbeitslosigkeit ist also in Ihrer Regierungszeit enorm gestiegen. In den letzten drei Jahren ist die Jugendarbeitslosigkeit – hier gibt es sehr viele Jugendliche auf der Galerie – um 44 Prozent gestiegen. Da sind Sie gefordert zu reagieren und zu agieren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Wie bei der Pensionsreform kennen Sie sich auch da nicht aus!
In wenigen Tagen wird es wieder sehr viele Schulabgänger geben, die einen Lehr- beziehungsweise Arbeitsplatz suchen werden. Wir haben vom Vorjahr noch 7 000 Schulabgänger, die auf einen Lehrplatz warten. (Abg. Wittauer: Wie bei der Pensionsreform kennen Sie sich auch da nicht aus!) Da, Kollege Wittauer, heißt es zu reagieren und zu agieren!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Wir leben nicht in einer Traumwelt!
Weil Sie heute die Harmonisierung angesprochen haben: Wir stehen zur Harmonisierung! Nur: Ein Kollege von Ihnen hat mir noch vor wenigen Tagen erklärt, bei den Selbständigen soll es einen Durchrechnungszeitraum von 35 Jahren geben, aber bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern will man 40 Jahre. Die sollen wieder draufzahlen. Das ist Ihre Politik, werte Kolleginnen und Kollegen von den Freiheitlichen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Wir leben nicht in einer Traumwelt!)
Abg. Wittauer: Uns Landwirte trifft die Harmonisierung am meisten!
Nur hierher zu gehen und zu sagen: Ich bin Arbeitnehmervertreter!, so leicht geht es nicht! Sie müssen jetzt die Maske fallen lassen, und wir werden darauf schauen, wie Sie in den nächsten 14 Tagen abstimmen werden, wie Sie zu den Kolleginnen und Kollegen stehen werden, damit diese in Zukunft eine faire, eine soziale und gerechte Pension erhalten. (Abg. Wittauer: Uns Landwirte trifft die Harmonisierung am meisten!) Dafür werden wir aber auch kämpfen! – Ich bedanke mich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Nur hierher zu gehen und zu sagen: Ich bin Arbeitnehmervertreter!, so leicht geht es nicht! Sie müssen jetzt die Maske fallen lassen, und wir werden darauf schauen, wie Sie in den nächsten 14 Tagen abstimmen werden, wie Sie zu den Kolleginnen und Kollegen stehen werden, damit diese in Zukunft eine faire, eine soziale und gerechte Pension erhalten. (Abg. Wittauer: Uns Landwirte trifft die Harmonisierung am meisten!) Dafür werden wir aber auch kämpfen! – Ich bedanke mich. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Silhavy: Nein!
Noch kurz zu Herrn Broukal, der gerade vorhin die Agenturen angesprochen hat. Ich weiß nicht, ob wir beide dazu berufen sind, Agenturleistungen zu kommentieren, aber etwas muss man schon tun: Wenn man die Kommunikationsleistung bewertet, muss man die Leistung des ÖGB in der Kommunikation tatsächlich honorieren, aber: Wie sieht das Resultat aus?! – Gelungen ist es dem ÖGB nämlich, den Menschen Angst zu machen (Abg. Silhavy: Nein!), die Menschen auf die Straße zu locken, mit falschen Beispielen und falschen Argumenten auf die Straße zu locken.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
glauben, der dezidiert gesagt hat: Die Profiteure dieser Reform sind die Jungen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich bin felsenfest davon überzeugt: Wenn der Nebel dieser Nebelbomben, die Sie mit dieser Kommunikation geworfen haben, einmal verraucht sein wird und die Argumente und Informationen jene erreichen, die von dieser Reform dann profitieren werden, dann werden sie draufkommen, dass SPÖ und ÖGB – und zwar mit der Absicht, nichts zu tun – nichts anderes tun, als die Jungen zu den Draufzahlern zu machen. Sie hätten nämlich in ihrer aktiven Zeit mehr zu bezahlen und würden dann in ihrer Pensionszeit viel weniger bekommen. – Nicht mit uns, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Kopf.
können. Aber machen Sie sich das mit Ihrem Kollegen Leitl aus! (Zwischenruf des Abg. Kopf.) – Dazu kommen wir noch; so viel Zeit wird auch noch sein.
Ruf bei der ÖVP: Eine Alternative!
Ich sage das auch deshalb, weil in Bezug auf ganz andere Fragen ganz andere Ankündigungen gemacht wurden. Es wird immer so getan, als ob die Dinge miteinander nichts zu tun hätten. Sie stellen sich hin und sagen: Sicherungsreform für die Pensionen und Sicherheit im militärischen Bereich. Alles hat nebeneinander wunderbar Platz. – Es ist schon legitim, bei diesem Beschaffungsvolumen darauf hinzuweisen, dass die Dinge etwas miteinander zu tun haben. (Ruf bei der ÖVP: Eine Alternative!) Wenn Sie den Bundesbeitrag aus dem Budget in einem Ausmaß herunterfahren wollen, wie Sie das vorhaben, dann müssen Sie sich das vorrechnen lassen.
Beifall bei den Grünen.
Es tritt von dem, was Sie gesagt haben, das Gegenteil ein, und zu dem, wozu Sie nichts gesagt haben, sollten Sie auch weiterhin schweigen – das wäre klüger. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Trinkl: Ja, bravo!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ja, inzwischen ist die Änderung des Bezügegesetzes tatsächlich eingetroffen. (Abg. Dr. Trinkl: Ja, bravo!) Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, was Sie uns versprochen haben, über Wochen und Monate hinweg und schon von Beginn der Pensionsdebatte an, nämlich eine Harmonisierung mit dem ASVG, ist das sicherlich nicht!
Abg. Scheibner: Parallel zum ASVG!
Aber was haben jetzt? – Eine Reform des Bezügegesetzes, die vorsieht, dass ab dem Jahr 2017 diejenigen, die dann noch in Pension gehen können, unter den alten Bedingungen des Bezügegesetzes in Pension gehen können. (Abg. Scheibner: Parallel zum ASVG!) Herr Abgeordneter Scheibner, das ist genau das Gegenteil von dem, was auch Sie am Beginn der Bezügedebatte gesagt haben! (Abg. Scheibner: Parallel zum ASVG!) Die Freiheitlichen sind wieder einmal umgefallen in der Frage einer Komplettreform des Politikerbezügegesetzes! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Parallel zum ASVG!
Aber was haben jetzt? – Eine Reform des Bezügegesetzes, die vorsieht, dass ab dem Jahr 2017 diejenigen, die dann noch in Pension gehen können, unter den alten Bedingungen des Bezügegesetzes in Pension gehen können. (Abg. Scheibner: Parallel zum ASVG!) Herr Abgeordneter Scheibner, das ist genau das Gegenteil von dem, was auch Sie am Beginn der Bezügedebatte gesagt haben! (Abg. Scheibner: Parallel zum ASVG!) Die Freiheitlichen sind wieder einmal umgefallen in der Frage einer Komplettreform des Politikerbezügegesetzes! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Aber was haben jetzt? – Eine Reform des Bezügegesetzes, die vorsieht, dass ab dem Jahr 2017 diejenigen, die dann noch in Pension gehen können, unter den alten Bedingungen des Bezügegesetzes in Pension gehen können. (Abg. Scheibner: Parallel zum ASVG!) Herr Abgeordneter Scheibner, das ist genau das Gegenteil von dem, was auch Sie am Beginn der Bezügedebatte gesagt haben! (Abg. Scheibner: Parallel zum ASVG!) Die Freiheitlichen sind wieder einmal umgefallen in der Frage einer Komplettreform des Politikerbezügegesetzes! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Wir haben uns durchgesetzt!
Komplett umgefallen sind Sie, Herr Abgeordneter Scheibner. (Abg. Scheibner: Wir haben uns durchgesetzt!) Komplett – es bleibt nichts übrig! Was Sie uns vorlegen, das ist interessant. Wenn man Ihr Bild von der Trägerrakete strapaziert – und Sie haben ja behauptet, eine Trägerrakete ist mit diesem berühmten Antrag, den Sie nicht gekannt haben, gestartet worden –, kann man nur sagen: Die Trägerrakete hat vielleicht etwas Ballast abgeworfen, ja, Ballast in der Form, dass die unmöglichsten Bestimmungen, die damals noch enthalten waren, nämlich ein gut ausgestattetes Frühpensionsinstitut für Altpolitiker, nicht mehr enthalten ist. Das ist das einzig Gravierende, das weggefallen ist. Die Möglichkeit für Minister, mit 56,5 Jahren in Pension zu gehen, die im Erstent-
Abg. Scheibner: Haben wir schon gelesen!
wurf noch enthalten war – den Sie ja unterschrieben, aber nicht gelesen haben –, ist nicht mehr enthalten. (Abg. Scheibner: Haben wir schon gelesen!) Jetzt wird bis zum Jahr 2017 angepasst an ein Pensionsalter von 65 Jahren. (Abg. Scheibner: Wie im ASVG! Mit denselben Abschlägen!)
Abg. Scheibner: Wie im ASVG! Mit denselben Abschlägen!
wurf noch enthalten war – den Sie ja unterschrieben, aber nicht gelesen haben –, ist nicht mehr enthalten. (Abg. Scheibner: Haben wir schon gelesen!) Jetzt wird bis zum Jahr 2017 angepasst an ein Pensionsalter von 65 Jahren. (Abg. Scheibner: Wie im ASVG! Mit denselben Abschlägen!)
Abg. Scheibner: Aber nur mit Abschlägen! Mit den Abschlägen und zu dem Pensionsalter!
Aber, Herr Abgeordneter Scheibner, Sie und ich, viele herinnen und auch viele draußen wissen, dass das Pensionsalter, das jetzt bis zum Jahr 2014 auf 65 Jahre angepasst wird, den Herrn Bundeskanzler Schüssel in dieser Form nicht tangieren wird. Er kann, wenn er seine Minister-, seine Bundeskanzler-Tätigkeit beendet und sie sozusagen einigermaßen zu den Fristen beendet, aus seiner aktiven Tätigkeit in die Pension gehen. (Abg. Scheibner: Aber nur mit Abschlägen! Mit den Abschlägen und zu dem Pensionsalter!) Auch viele der anderen davon angesprochenen Personen können dann selbstverständlich in eine nach wie vor extrem gut ausgestattete Politikerpension gehen. (Abg. Scheibner: Aber die können Sie ja nicht abschaffen! Das wissen Sie! Das kann man nicht einmal mehr mit einer Verfassungsbestimmung abschaffen!)
Abg. Scheibner: Aber die können Sie ja nicht abschaffen! Das wissen Sie! Das kann man nicht einmal mehr mit einer Verfassungsbestimmung abschaffen!
Aber, Herr Abgeordneter Scheibner, Sie und ich, viele herinnen und auch viele draußen wissen, dass das Pensionsalter, das jetzt bis zum Jahr 2014 auf 65 Jahre angepasst wird, den Herrn Bundeskanzler Schüssel in dieser Form nicht tangieren wird. Er kann, wenn er seine Minister-, seine Bundeskanzler-Tätigkeit beendet und sie sozusagen einigermaßen zu den Fristen beendet, aus seiner aktiven Tätigkeit in die Pension gehen. (Abg. Scheibner: Aber nur mit Abschlägen! Mit den Abschlägen und zu dem Pensionsalter!) Auch viele der anderen davon angesprochenen Personen können dann selbstverständlich in eine nach wie vor extrem gut ausgestattete Politikerpension gehen. (Abg. Scheibner: Aber die können Sie ja nicht abschaffen! Das wissen Sie! Das kann man nicht einmal mehr mit einer Verfassungsbestimmung abschaffen!)
Abg. Scheibner: Ja, das ist ein Blödsinn!
Herr Abgeordneter Scheibner, da sage ich Ihnen etwas: Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass vor drei oder vier Wochen ein Alt-Abgeordneter – er war auch Minister – in einer Diskussionsreihe im Fernsehen, angesprochen von meiner Kollegin Eva Glawischnig mit der Frage „Na, wie viele Pensionen oder Ruhebezüge haben Sie denn?“, einen Zettel herzeigte und dazusagte: Ich behalte als Minister 1 700 €, so schlecht geht es mir! (Abg. Scheibner: Ja, das ist ein Blödsinn!)
Abg. Scheibner: Aber das ist leider nicht mehr lösbar!
Sie wissen, Herr Abgeordneter Scheibner, genauso gut wie viele andere auch, dass der gute Mann den größten Teil der Wahrheit und seines tatsächlichen Ruhebezugs – und das sind drei Ruhebezüge! – verschwiegen hat. (Abg. Scheibner: Aber das ist leider nicht mehr lösbar!) Jeder in Österreich wird sich fragen: Wie kommt jemand eigentlich dazu, uns zu erzählen, er erhält als Politiker einen Ruhebezug von 1 700 € für eine verantwortungsvolle Tätigkeit, auf die er in der Debatte noch extra hingewiesen hat? (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Sie wissen, Herr Abgeordneter Scheibner, genauso gut wie viele andere auch, dass der gute Mann den größten Teil der Wahrheit und seines tatsächlichen Ruhebezugs – und das sind drei Ruhebezüge! – verschwiegen hat. (Abg. Scheibner: Aber das ist leider nicht mehr lösbar!) Jeder in Österreich wird sich fragen: Wie kommt jemand eigentlich dazu, uns zu erzählen, er erhält als Politiker einen Ruhebezug von 1 700 € für eine verantwortungsvolle Tätigkeit, auf die er in der Debatte noch extra hingewiesen hat? (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Scheibner: Ja!
Man kann es ruhig sagen: Es hat nicht der Wahrheit entsprochen. (Abg. Scheibner: Ja!) Der gute Mann – und Pensionist – erhält einen Ruhebezug als Beamter; er war, glaube ich, Hofrat, es wird also nicht der kleinste Ruhebezug sein, mit dem er in Pension gegangen ist. Er erhält eine Pension als Präsident des Nationalrates; da gibt es eine schöne Nationalratspräsidentenzulage, die die normale Nationalratspension erhöht. Das heißt, er kommt mit der Nationalratspräsidentenpension in Höhen von Ruhebezügen, von denen ein ASVG-Versicherter oder eine ASVG-Versicherte nur träumen kann: 10 000, 11 000 €!
Abg. Dr. Trinkl: 45 Jahre? Wie schauen Sie da aus? Haben Sie schon einmal nach 45 Jahren als Politiker ...!
Aber für welche Zeit? – Nicht für 45 Jahre Arbeit als Nationalratspräsident oder Abgeordneter, sondern insgesamt für eine politisch aktive Zeit von 20 bis 25 Jahren. (Abg. Dr. Trinkl: 45 Jahre? Wie schauen Sie da aus? Haben Sie schon einmal nach 45 Jahren als Politiker ...!) Das macht aber nicht das einzige Ruhebezugseinkommen dieser Person aus, sondern ist nur eines von drei. Das zweite ist dann die Ministerpension, die gedeckelt ist nach einer speziellen Vorschrift des alten Bezügegesetzes, und das dritte, vom Bezügebegrenzungsgesetz nicht erfasste Pensionseinkommen ist die Beamtenpension.
Abg. Scheibner: Die Politiker sind schon harmonisiert!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn man eine Reform macht, wie Sie das jetzt tun, wenn man mit dem Anspruch an diese Reform herangeht, wir harmonisieren in allen Bereichen, es gibt keinen Bereich, der davon ausgenommen werden darf – und das haben Sie erklärt, Herr Bundeskanzler –, wir machen eins zu eins die Harmonisierung bei den Politikerpensionen – erst gestern wieder –, und wenn dann diese Eins-zu-eins-Harmonisierung in der Weise erfolgt, dass nur ganz wenige Schritte überhaupt erfolgen, nämlich die Abschaffung von Doppelpensionen aus einem Beitrag, die es nirgendwo sonst auf der Welt und in keinem anderen Pensionssystem gibt, dann ist das zu wenig. (Abg. Scheibner: Die Politiker sind schon harmonisiert!)
Abg. Scheibner: Wird abgeschafft!
Es war bis jetzt so, dass jemand für eine Zeit, in der er als Abgeordneter plus als Minister sagen wir innerhalb von 20 Jahren tätig war, also für 20 Jahre Politikertätigkeit – sagen wir 16 Jahre davon als Abgeordneter und vier Jahre als Minister – eine Ministerpension erhält, die nicht die vier Jahre umfasst, sondern die vier Jahre plus die 16 Abgeordnetenjahre im Verhältnis eins zu drei. Das würde eigentlich für rund acht bis neun Jahre eine Ministerpension ergeben. Trotzdem konnte man – und das war bis jetzt Realität – für die 16 Abgeordnetenjahre auch noch eine Pension kassieren, obwohl man nur einen Beitrag bezahlt hat, nämlich für 20 Jahre. (Abg. Scheibner: Wird abgeschafft!)
Abg. Scheibner: Sollen wir es lassen? – Abg. Dr. Trinkl: Sollen wir es lassen?
Diese eine Maßnahme schaffen Sie ab. Das ist aber auch eine Ungeheuerlichkeit des bisherigen Bezügesystems gewesen. Eine Ungeheuerlichkeit! Und dass Sie sie abschaffen, Herr Abgeordneter Scheibner, das tut ja nicht wirklich weh – und das wissen Sie auch –, weil die meisten der jetzt noch davon betroffenen Personen, etwa der Herr Bundeskanzler, seine tatsächlich etlichen Abgeordnetenjahre gar nicht mehr braucht, um die Höchstpension nach dem Bezügebegrenzungsgesetz zu erhalten, die in der Höhe von 12 800 € liegt. (Abg. Scheibner: Sollen wir es lassen? – Abg. Dr. Trinkl: Sollen wir es lassen?) Das braucht er nicht mehr!
Abg. Scheibner: Das System gibt es nicht mehr, nicht für neue Politiker!
Der Punkt ist aber der: Sie haben uns etwas versprochen. Sie haben uns versprochen, es gibt eine Eins-zu-eins-Harmonisierung des Bezügegesetzes mit dem ASVG. Sie wissen, Herr Bundeskanzler, im ASVG gibt es einen Steigerungsbetrag von 1,78 Prozent pro Jahr, und damit man eine Höchstpension in der Höhe von 80 Prozent erhält, muss man 45 Jahre lang arbeiten. Gemäß Bezügegesetz muss man neun Jahre als Minister arbeiten, um 80 Prozent nicht der Bemessungsgrundlage wie im ASVG, sondern 80 Prozent des Bezugs zu erhalten: neun Jahre gegen 45 Jahre! (Abg. Scheibner: Das System gibt es nicht mehr, nicht für neue Politiker!) Die Differenz liegt ja auch
Abg. Scheibner: Das gibt es alles nicht mehr!
im Einkommen, das erzielt werden kann. Für neun Jahre erhalte ich ein Einkommen aus politischer Tätigkeit in Höhe von 10 000 oder 12 000 € – in der Regel die Deckelungsgrenze, 12 800 € –, wenn ich 45 Jahre als Arbeiter, Angestellter oder kleiner Gewerbetreibender gearbeitet habe, dann erhalte ich maximal 2 300 €. 45 Jahre Arbeit mit 1,78 Prozent versus neun Jahre mit 12 800 €: Das ist Ihre Harmonisierung! (Abg. Scheibner: Das gibt es alles nicht mehr!) Das ist ja lächerlich, Herr Abgeordneter Scheibner! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Seit 1997 gibt es das nicht mehr!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Seit 1997 gibt es das nicht mehr!
im Einkommen, das erzielt werden kann. Für neun Jahre erhalte ich ein Einkommen aus politischer Tätigkeit in Höhe von 10 000 oder 12 000 € – in der Regel die Deckelungsgrenze, 12 800 € –, wenn ich 45 Jahre als Arbeiter, Angestellter oder kleiner Gewerbetreibender gearbeitet habe, dann erhalte ich maximal 2 300 €. 45 Jahre Arbeit mit 1,78 Prozent versus neun Jahre mit 12 800 €: Das ist Ihre Harmonisierung! (Abg. Scheibner: Das gibt es alles nicht mehr!) Das ist ja lächerlich, Herr Abgeordneter Scheibner! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Seit 1997 gibt es das nicht mehr!)
Abg. Scheibner: Sie reden da von der Vergangenheit!
Im ASVG gibt es einen Durchrechnungszeitraum, der jetzt von den besten 15 Jahren auf 40 Jahre ausgeweitet wird. Laut Bezügegesetz gilt: Es gibt keinen Durchrechnungszeitraum, sondern der Letztbezug, auch noch bemessen nach den alten Bestimmungen des Bezügegesetzes, bestimmt die Pension. Und der Letztbezug ist etwas anderes als 15 beste Jahre oder gar 40 Jahre Durchrechnung. Auch das wissen Sie, Herr Abgeordneter Scheibner. (Abg. Scheibner: Sie reden da von der Vergangenheit!)
Abg. Scheibner: Solche Ansprüche können nicht mehr erworben werden!
Wir reden nicht von der Vergangenheit, sondern von Ihrem Versprechen und vom Versprechen des Herrn Bundeskanzlers, dieses Politikerbezügesystem zu harmonisieren – zumindest mit dem ASVG. Sie sind sogar darüber hinausgegangen. Sie haben gesagt: Ende, abschaffen, so wie wir das auch gefordert haben. Und wo sind Sie geblieben? (Abg. Scheibner: Solche Ansprüche können nicht mehr erworben werden!) Sie sind stecken geblieben; Sie sind umgefallen, Herr Abgeordneter Scheibner, und die ganze freiheitliche Fraktion, die sich über Jahre und Jahrzehnte immer wieder aufgeregt hat über das Bezügegesetz, das alte Bezügegesetz, ist umgefallen. (Abg. Scheibner: Wir haben es auch abgelehnt im Gegensatz zu Ihnen!) Und jetzt wirken Sie daran mit, dass dieses System auf 20, 30, 40 Jahre – bis der letzte Pensionist nach dem Bezügegesetz seine Pensionen konsumiert hat – fortwirkt. Das ist es! (Abg. Dr. Trinkl: Das glauben Sie wohl selber nicht! – Abg. Scheibner: Das wären dann ja 100-jährige Politiker, die wären 40 Jahre lang Abgeordnete!) Sie samt Ihrer ganzen freiheitlichen Fraktion nehmen die Rolle ein, das Bezügegesetz und die Politikerpensionen nach dem alten System auf Jahrzehnte fortzuschreiben. Sie schaffen sie nicht ab!
Abg. Scheibner: Wir haben es auch abgelehnt im Gegensatz zu Ihnen!
Wir reden nicht von der Vergangenheit, sondern von Ihrem Versprechen und vom Versprechen des Herrn Bundeskanzlers, dieses Politikerbezügesystem zu harmonisieren – zumindest mit dem ASVG. Sie sind sogar darüber hinausgegangen. Sie haben gesagt: Ende, abschaffen, so wie wir das auch gefordert haben. Und wo sind Sie geblieben? (Abg. Scheibner: Solche Ansprüche können nicht mehr erworben werden!) Sie sind stecken geblieben; Sie sind umgefallen, Herr Abgeordneter Scheibner, und die ganze freiheitliche Fraktion, die sich über Jahre und Jahrzehnte immer wieder aufgeregt hat über das Bezügegesetz, das alte Bezügegesetz, ist umgefallen. (Abg. Scheibner: Wir haben es auch abgelehnt im Gegensatz zu Ihnen!) Und jetzt wirken Sie daran mit, dass dieses System auf 20, 30, 40 Jahre – bis der letzte Pensionist nach dem Bezügegesetz seine Pensionen konsumiert hat – fortwirkt. Das ist es! (Abg. Dr. Trinkl: Das glauben Sie wohl selber nicht! – Abg. Scheibner: Das wären dann ja 100-jährige Politiker, die wären 40 Jahre lang Abgeordnete!) Sie samt Ihrer ganzen freiheitlichen Fraktion nehmen die Rolle ein, das Bezügegesetz und die Politikerpensionen nach dem alten System auf Jahrzehnte fortzuschreiben. Sie schaffen sie nicht ab!
Abg. Dr. Trinkl: Das glauben Sie wohl selber nicht! – Abg. Scheibner: Das wären dann ja 100-jährige Politiker, die wären 40 Jahre lang Abgeordnete!
Wir reden nicht von der Vergangenheit, sondern von Ihrem Versprechen und vom Versprechen des Herrn Bundeskanzlers, dieses Politikerbezügesystem zu harmonisieren – zumindest mit dem ASVG. Sie sind sogar darüber hinausgegangen. Sie haben gesagt: Ende, abschaffen, so wie wir das auch gefordert haben. Und wo sind Sie geblieben? (Abg. Scheibner: Solche Ansprüche können nicht mehr erworben werden!) Sie sind stecken geblieben; Sie sind umgefallen, Herr Abgeordneter Scheibner, und die ganze freiheitliche Fraktion, die sich über Jahre und Jahrzehnte immer wieder aufgeregt hat über das Bezügegesetz, das alte Bezügegesetz, ist umgefallen. (Abg. Scheibner: Wir haben es auch abgelehnt im Gegensatz zu Ihnen!) Und jetzt wirken Sie daran mit, dass dieses System auf 20, 30, 40 Jahre – bis der letzte Pensionist nach dem Bezügegesetz seine Pensionen konsumiert hat – fortwirkt. Das ist es! (Abg. Dr. Trinkl: Das glauben Sie wohl selber nicht! – Abg. Scheibner: Das wären dann ja 100-jährige Politiker, die wären 40 Jahre lang Abgeordnete!) Sie samt Ihrer ganzen freiheitlichen Fraktion nehmen die Rolle ein, das Bezügegesetz und die Politikerpensionen nach dem alten System auf Jahrzehnte fortzuschreiben. Sie schaffen sie nicht ab!
Abg. Scheibner: Das ist nicht wahr!
Daher erinnere ich Sie, Herr Abgeordneter Scheibner, schon auch daran, dass Sie 1997 – damals noch mit Ihrem Parteiobmann und Klubobmann Haider – gegen das Bezügegesetz gewettert und auch gegen die Neuordnung des Bezügesystems, die ja ein wesentlich besseres und transparenteres System, Bundesbezügegesetz und Bezügebegrenzung, beinhaltet, Stellung genommen haben – und auch dagegen gestimmt haben. Damit haben Sie aber eigentlich für das alte System votiert. (Abg. Scheibner: Das ist nicht wahr!) Es wurden ja auch im Nachhinein etliche freiheitliche Abgeordnete dabei erwischt, dass sie entweder für das alte System optiert oder ganz schöne Ansprüche aus dem alten System für sich geltend gemacht haben.
Ruf bei den Grünen: Zu viel!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie können natürlich sagen – auch Sie, Herr Bundeskanzler –: Was regen wir uns darüber auf, das betrifft doch nur 100, 200, 300 oder wie viele Personen auch immer, die in Zukunft noch in Pension gehen. (Ruf bei den Grünen: Zu viel!) Das ist richtig: Es sind nicht viele, die noch in den Genuss des alten Bezügegesetzes kommen. Insofern könnte man sagen, schweigen wir nobel und betreiben wir das weiter, was in den letzten Jahrzehnten üblich war: Man hat ein Gesetz, das Bezügegesetz, das nicht lesbar ist, das fast niemand versteht, weil es darin von Ausnahmebestimmungen, Übergangsbestimmungen, Querverweisen nur so wimmelt, weil niemand etwas damit anfangen kann und weil vor allem niemand in der Öffentlichkeit verstehen würde, dass tatsächlich noch Bezügeregelungen existieren, die wenigen Personen für 20 oder 25 Jahre Tätigkeit Luxuspensionen garantieren, während dieselben Personen, die diese Luxuspensionen kassieren dürfen, sich dann hier an dieses Rednerpult stellen und sagen: Den Luxus, den es im ASVG gibt, im GSVG,
Beifall bei den Grünen.
im BSVG oder in anderen Pensionssystemen, den können wir uns nicht mehr leisten. Und das ist die Verantwortung des Abgeordneten Fasslabend und des Abgeordneten Stummvoll! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das glauben Sie selbst nicht!
Das nenne ich die Chuzpe in dieser Situation: dass wir hier über etwas diskutieren müssen, was eigentlich selbstverständlich ist, wenn man eine derartige Reform macht; dass man sich, wenn man schon sagt, wir schaffen ein einheitliches Pensionssystem, wenn man schon sagt, wir werden die Harmonisierung zwischen den Politikerpensionen und den ASVG-Pensionen eins zu eins umsetzen, dann herstellt und im letzten Moment – und es war der letzte Moment, Herr Abgeordneter Scheibner – einen Entwurf präsentiert, der in keiner Weise eine Eins-zu-eins-Umsetzung der ASVG-Bestimmungen enthält, sondern nur einige harmlose Punkte, die fast niemandem wehtun (Abg. Scheibner: Das glauben Sie selbst nicht!), mit Ausnahme einer geringfügigen Erhöhung der Pensionsabschläge. Das ist das Einzige!
Ruf bei der ÖVP: Blödsinn! – Abg. Ellmauer: Bleiben Sie bei der Wahrheit!
Ich sage Ihnen eines: Wenn jemand 20 000 € oder 30 000 € Pension erhält – und diese Pensionen nach dem Bezügegesetz gibt es noch! –, dann ist es unverantwortlich, wenn er nur 15 Prozent Abschlag zahlt! Da würde ich mir wünschen, dass Sie auch in dieser Frage etwas konsequenter gewesen wären (Ruf bei der ÖVP: Blödsinn! – Abg. Ellmauer: Bleiben Sie bei der Wahrheit!) und hier entweder die Harmonisierung komplett umgesetzt hätten oder das Bezügegesetz, so wie wir es gefordert haben, ein für alle Mal durch den Ausstieg und die Überführung in das ASVG beendet hätten. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Krainer. – Abg. Scheibner: Das geht halt nicht!)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Krainer. – Abg. Scheibner: Das geht halt nicht!
Ich sage Ihnen eines: Wenn jemand 20 000 € oder 30 000 € Pension erhält – und diese Pensionen nach dem Bezügegesetz gibt es noch! –, dann ist es unverantwortlich, wenn er nur 15 Prozent Abschlag zahlt! Da würde ich mir wünschen, dass Sie auch in dieser Frage etwas konsequenter gewesen wären (Ruf bei der ÖVP: Blödsinn! – Abg. Ellmauer: Bleiben Sie bei der Wahrheit!) und hier entweder die Harmonisierung komplett umgesetzt hätten oder das Bezügegesetz, so wie wir es gefordert haben, ein für alle Mal durch den Ausstieg und die Überführung in das ASVG beendet hätten. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Krainer. – Abg. Scheibner: Das geht halt nicht!)
Abg. Scheibner: He? So was! Da muss man wirklich aufpassen!
Übrigens glaube ich, Herr Abgeordneter, dass es ganz gut gewesen wäre – da ja auch auf der Galerie einige Zuhörer anwesend sind, die sich vielleicht nicht so sehr im Detail auskennen –, wenn Sie hinzugefügt hätten, dass Sie all dem, was Sie hier mit wortreichem Pathos kritisieren, selbst zugestimmt haben! Im Jahr 1997 sind genau diese Dinge, die Sie jetzt als Skandal und als ungeheuerlich bezeichnet haben, mit Ihrer Zustimmung (Abg. Scheibner: He? So was! Da muss man wirklich aufpassen!) – natürlich mit Ihrer Zustimmung in dritter Lesung – beschlossen worden. (Abg. Dr. Trinkl: Verfassungsrechtlich abgesichert! – Abg. Scheibner: Die dritte Lesung gilt!)
Abg. Dr. Trinkl: Verfassungsrechtlich abgesichert! – Abg. Scheibner: Die dritte Lesung gilt!
Übrigens glaube ich, Herr Abgeordneter, dass es ganz gut gewesen wäre – da ja auch auf der Galerie einige Zuhörer anwesend sind, die sich vielleicht nicht so sehr im Detail auskennen –, wenn Sie hinzugefügt hätten, dass Sie all dem, was Sie hier mit wortreichem Pathos kritisieren, selbst zugestimmt haben! Im Jahr 1997 sind genau diese Dinge, die Sie jetzt als Skandal und als ungeheuerlich bezeichnet haben, mit Ihrer Zustimmung (Abg. Scheibner: He? So was! Da muss man wirklich aufpassen!) – natürlich mit Ihrer Zustimmung in dritter Lesung – beschlossen worden. (Abg. Dr. Trinkl: Verfassungsrechtlich abgesichert! – Abg. Scheibner: Die dritte Lesung gilt!)
Abg. Öllinger: Neuregelung! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Mit Ausnahme der Freiheitlichen Partei haben damals alle zugestimmt: Es haben die Sozialdemokraten zugestimmt, die Volkspartei hat zugestimmt, die damals noch im Parlament befindlichen Liberalen haben zugestimmt, und die Grünen – ich glaube, damals noch unter der Führung der Frau Klubobmann Madeleine Petrovic – haben dieser gemeinsamen Neuregelung zugestimmt. (Abg. Öllinger: Neuregelung! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bin persönlich der Meinung, dass man mit dieser Lösung sehr gut auch vor der kritischen Öffentlichkeit in Österreich bestehen kann. Wir haben nicht unser Wort gebrochen, im Gegenteil: Alle Versprechen wurden eins zu eins eingehalten, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Das geht nicht! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Über die anderen Fragen habe ich zusammenfassend heute schon im Laufe meiner Erstpräsentation am Vormittag und jetzt bei der Begründung Stellung genommen. (Abg. Öllinger: Das geht nicht! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Frage 14 ist in der Beantwortung der Fragen 7 bis 11 inkludiert. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ellmauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pilz –: Na, das kann was werden! ... im alten System! Nutznießer!
Erster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Pilz. Die Uhr ist auf 10 Minuten eingestellt. – Bitte. (Abg. Ellmauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pilz –: Na, das kann was werden! ... im alten System! Nutznießer!)
Rufe bei der ÖVP: Präzise Antworten!
Was heißt „Erstpräsentation“ à la Schüssel? – Präzise Fragen gestellt zu bekommen (Rufe bei der ÖVP: Präzise Antworten!), einen ganzen Tag Zeit zu haben, sich auf diese Fragen vorzubereiten (Abg. Freund: Präzise Antworten!), und dann hier zu erklären: Ich hatte ohnedies schon andernorts eine Erstpräsentation!
Abg. Freund: Präzise Antworten!
Was heißt „Erstpräsentation“ à la Schüssel? – Präzise Fragen gestellt zu bekommen (Rufe bei der ÖVP: Präzise Antworten!), einen ganzen Tag Zeit zu haben, sich auf diese Fragen vorzubereiten (Abg. Freund: Präzise Antworten!), und dann hier zu erklären: Ich hatte ohnedies schon andernorts eine Erstpräsentation!
Zwischenrufe der Abgeordneten Ellmauer und Großruck.
Herr Bundeskanzler! Normalerweise beantwortet man die Fragen dieses Hauses! (Zwischenrufe der Abgeordneten Ellmauer und Großruck.) Normalerweise beantwortet man jede einzelne Frage nach bestem Wissen und Gewissen, und normalerweise ist es für ein Regierungsmitglied – und dies gilt erst recht für einen Bundeskanzler – nicht zulässig, zu sagen: Ich habe das ohnehin schon irgendwo gesagt. (Abg. Lentsch: Wer sagt das? – Abg. Ellmauer: Herr Pilz, in welchem System sind Sie?)
Abg. Lentsch: Wer sagt das? – Abg. Ellmauer: Herr Pilz, in welchem System sind Sie?
Herr Bundeskanzler! Normalerweise beantwortet man die Fragen dieses Hauses! (Zwischenrufe der Abgeordneten Ellmauer und Großruck.) Normalerweise beantwortet man jede einzelne Frage nach bestem Wissen und Gewissen, und normalerweise ist es für ein Regierungsmitglied – und dies gilt erst recht für einen Bundeskanzler – nicht zulässig, zu sagen: Ich habe das ohnehin schon irgendwo gesagt. (Abg. Lentsch: Wer sagt das? – Abg. Ellmauer: Herr Pilz, in welchem System sind Sie?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ellmauer: Herr Pilz, in welchem System sind Sie?
Herr Bundeskanzler! Uns als Abgeordnete dieses Hauses interessiert nicht, ob Sie irgendwas schon irgendwo gesagt haben, uns interessiert nur, ob Sie hier und jetzt in der Lage sind, unsere Fragen im Rahmen der Beantwortung der Dringlichen Anfrage zu beantworten – und das haben Sie nicht getan! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ellmauer: Herr Pilz, in welchem System sind Sie?)
Ruf bei der ÖVP: Oberlehrer!
Herr Bundeskanzler! Deswegen werden wir jetzt einige Punkte noch einmal miteinander durchgehen. (Ruf bei der ÖVP: Oberlehrer!) Und wir beginnen, wie es sich bei dieser Bundesregierung gehört, beim Versprechen. Wie hat das Versprechen gelautet? (Abg. Murauer: ... Oberstudienrat!) – Sehr geehrte Österreicherinnen und Österreicher! Weil wir euch tief in die Tasche greifen (Abg. Großruck: Wer sagt das?), versprechen wir euch eines: Wir werden erstens uns Politikern zumindest genauso tief in die Tasche greifen und zweitens dafür sorgen, dass es kein System Österreicherinnen und Österreicher auf der einen Seite und Politikerinnen und Politiker auf der anderen Seite weiterhin gibt. (Abg. Großruck: Fragen Sie Herrn Van der Bellen, was ein Universitätsprofessor für eine Pension kriegt! 100 Prozent des Letztbezuges!)
Abg. Murauer: ... Oberstudienrat!
Herr Bundeskanzler! Deswegen werden wir jetzt einige Punkte noch einmal miteinander durchgehen. (Ruf bei der ÖVP: Oberlehrer!) Und wir beginnen, wie es sich bei dieser Bundesregierung gehört, beim Versprechen. Wie hat das Versprechen gelautet? (Abg. Murauer: ... Oberstudienrat!) – Sehr geehrte Österreicherinnen und Österreicher! Weil wir euch tief in die Tasche greifen (Abg. Großruck: Wer sagt das?), versprechen wir euch eines: Wir werden erstens uns Politikern zumindest genauso tief in die Tasche greifen und zweitens dafür sorgen, dass es kein System Österreicherinnen und Österreicher auf der einen Seite und Politikerinnen und Politiker auf der anderen Seite weiterhin gibt. (Abg. Großruck: Fragen Sie Herrn Van der Bellen, was ein Universitätsprofessor für eine Pension kriegt! 100 Prozent des Letztbezuges!)
Abg. Großruck: Wer sagt das?
Herr Bundeskanzler! Deswegen werden wir jetzt einige Punkte noch einmal miteinander durchgehen. (Ruf bei der ÖVP: Oberlehrer!) Und wir beginnen, wie es sich bei dieser Bundesregierung gehört, beim Versprechen. Wie hat das Versprechen gelautet? (Abg. Murauer: ... Oberstudienrat!) – Sehr geehrte Österreicherinnen und Österreicher! Weil wir euch tief in die Tasche greifen (Abg. Großruck: Wer sagt das?), versprechen wir euch eines: Wir werden erstens uns Politikern zumindest genauso tief in die Tasche greifen und zweitens dafür sorgen, dass es kein System Österreicherinnen und Österreicher auf der einen Seite und Politikerinnen und Politiker auf der anderen Seite weiterhin gibt. (Abg. Großruck: Fragen Sie Herrn Van der Bellen, was ein Universitätsprofessor für eine Pension kriegt! 100 Prozent des Letztbezuges!)
Abg. Großruck: Fragen Sie Herrn Van der Bellen, was ein Universitätsprofessor für eine Pension kriegt! 100 Prozent des Letztbezuges!
Herr Bundeskanzler! Deswegen werden wir jetzt einige Punkte noch einmal miteinander durchgehen. (Ruf bei der ÖVP: Oberlehrer!) Und wir beginnen, wie es sich bei dieser Bundesregierung gehört, beim Versprechen. Wie hat das Versprechen gelautet? (Abg. Murauer: ... Oberstudienrat!) – Sehr geehrte Österreicherinnen und Österreicher! Weil wir euch tief in die Tasche greifen (Abg. Großruck: Wer sagt das?), versprechen wir euch eines: Wir werden erstens uns Politikern zumindest genauso tief in die Tasche greifen und zweitens dafür sorgen, dass es kein System Österreicherinnen und Österreicher auf der einen Seite und Politikerinnen und Politiker auf der anderen Seite weiterhin gibt. (Abg. Großruck: Fragen Sie Herrn Van der Bellen, was ein Universitätsprofessor für eine Pension kriegt! 100 Prozent des Letztbezuges!)
Abg. Großruck: In welches System haben Sie optiert? – Abg. Dr. Van der Bellen – in Richtung des Abg. Großruck –: Er hat gar nicht optieren können!
Das Versprechen hat gelautet: Ein System für alle! Und: Vergleichbare Opfer! Eine faire Verteilung der Opfer für alle. – An diesen Versprechen müssen wir Sie jetzt messen, weil selbstverständlich gilt: Auch Sie, Herr Bundeskanzler, haben nicht das Recht, Menschen in dieser Republik, die darauf vertraut haben, nach einem langen Arbeitsleben die versprochene Pension zu bekommen, in die Tasche zu greifen, die eigenen Taschen aber zuzunähen und zu sagen: Ja leider, da komme ich nicht rein; die anderen Taschen sind offen, unsere, nämlich die Minister-Taschen, die Kanzler-Taschen, die Abgeordneten-Taschen sind leider so fest zugenäht, dass der Griff in diese Taschen nicht gelingt! (Abg. Großruck: In welches System haben Sie optiert? – Abg. Dr. Van der Bellen – in Richtung des Abg. Großruck –: Er hat gar nicht optieren können!)
Zwischenruf des Abg. Ellmauer.
Herr Bundeskanzler! Wenn Sie gemeinsam mit dem im Taschenauftrennen offensichtlich ähnlich hilflosen Kärntner Landeshauptmann und seinem Stellvertreter in der Bundesregierung an Ihren eigenen Taschen gescheitert sind, dann lassen Sie uns trotzdem wiederholen: Sie stehen zu einem System, in dem nicht 40 Jahre durchgerechnet werden, in dem nicht 30, nicht 20, nicht einmal 10 Jahre durchgerechnet werden, sondern in dessen Rahmen, wie Sie meinen, neun Jahre für Ihresgleichen reicht. Nach neun Jahren bekommt man die volle Pension. (Zwischenruf des Abg. Ellmauer.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ellmauer: In welchem System sind Sie, Herr Pilz?
Herr Bundeskanzler! Sie sind nach wie vor der Meinung, dass andere an die Armutsgrenze heruntergekürzt werden können, während Sie nur dazu bereit sind, ein Solidaropfer in einer geringfügigen Höhe zu bringen, von dem wir nur eines wissen, nämlich dass das niemandem von Ihnen wehtun wird. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ellmauer: In welchem System sind Sie, Herr Pilz?)
Abg. Scheibner: Das gesamte habt ihr auch ...!
Sie verweisen darauf, dass spätere Politiker- und Politikerinnen-Generationen bereits gemäß ASVG behandelt werden. Genau das war der Grund dafür, dass die grüne Fraktion seinerzeit diesem Teil der Bestimmungen zugestimmt hat. (Abg. Scheibner: Das gesamte habt ihr auch ...!) Natürlich waren wir auch damals der Meinung – und daran hat sich nicht geändert –, dass zukünftige Politikerinnen und Politiker nach dem ASVG behandelt werden sollen. Daran hat sich nichts geändert! Das halten wir nach wie vor für gut. Aber in der heutigen Situation, da Sie sagen: Wir brechen den Vertrauensgrundsatz gegenüber Generationen, die diesem System und den Politikerinnen und Politikern, die es repräsentieren, vertraut haben!, wäre es nur angemessen gewesen zu sagen: Ja, auch diejenigen, die das heute bestimmen, sollen sich dieser Harmonisierung unterwerfen!
Abg. Großruck: Wahrscheinlich ist es jeden Tag derselbe!
Wenn Sie heute auf die Straße gehen und mit den Menschen reden, werden Sie fast niemanden finden, der sagt, nein, es darf keine Pensionsreform geben. Sie werden niemanden finden! Alle, auch Menschen mit geringem Einkommen, werden Ihnen sagen: Ja, wir wissen, wir werden auch Opfer bringen müssen! – Und ich erlebe es jeden Tag auf den Straßen und Plätzen von Wien, dass mich Leute ansprechen (Abg. Großruck: Wahrscheinlich ist es jeden Tag derselbe!) und sagen: Ich verstehe das! Ich verdiene nicht übermäßig viel, aber wahrscheinlich werde ich, auch wenn ich in Pension gehe, weniger bekommen; ich bin aber bereit, mich damit abzufinden, wenn das dazu beiträgt, das System für weitere Generationen sicherer zu gestalten.
Abg. Dr. Stummvoll: Sagen Sie: Bauer und Schieder!
Herr Bundeskanzler! Ich erspare mir jetzt die Erörterung Ihrer „titanischen“ Leistung, dass es Ihnen gelungen ist, das Problem Stummvoll und das Problem Fasslabend nach vielen, vielen Jahren zu lösen. Herzlichste Gratulation! Sie haben die Auseinandersetzung mit Günter Stummvoll und Werner Fasslabend nach langer Zeit zum Teil gewonnen. Fasslabend und Stummvoll werden in Zukunft als Pensionisten in diesem Haus sitzen und kein Aktivgehalt mehr bekommen. (Abg. Dr. Stummvoll: Sagen Sie: Bauer und Schieder!) Das ist ein leuchtendes Vorbild für die Pensionsreform: So viel an Pensionen zahlen, dass alle, die weiterhin einen Beruf ausüben, sagen: Um Gottes
Abg. Parnigoni: Vier Säulen!
Willen, ich wäre ja verrückt, wenn ich das Aktivgehalt nähme, da mir diese Bundesregierung ohnehin so eine wunderbare Pension sichert. (Abg. Parnigoni: Vier Säulen!)
Abg. Dr. Stummvoll: Habt ihr beschlossen, Kollege Pilz!
Das ist eine neue Ära des Polit-Pensionistentums (Abg. Dr. Stummvoll: Habt ihr beschlossen, Kollege Pilz!): Zwei rüstige Pensionisten, die noch viel vorhaben, werden auf den kleineren Aktivbezug verzichten und der Aufforderung des Bundeskanzler nachkommen, um zu zeigen, wozu Polit-Pensionisten der Österreichischen Volkspartei noch in der Lage sind. Aber es ist meine große Befürchtung, dass sich rüstige Pensionisten wie Stummvoll und Fasslabend ab Herbst über das Gesundheitssystem hermachen!
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dr. Pilz.
(Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dr. Pilz.)
Abg. Öllinger: Aber wirklich nicht!
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Trinkl (ÖVP): Herr Bundeskanzler! Werte Herren Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Pilz und Herr Kollege Öllinger, die Aufregung ist völlig überflüssig: Ihre Anfrage ist nicht dringlich: Sie haben vor zirka vier Stunden einen Abänderungsantrag bekommen (Abg. Öllinger: Aber wirklich nicht!), und Sie wissen, dass die Regierung und die Regierungsfraktionen ihren Auftrag erfüllt haben. (Abg. Öllinger: Nein, nicht einmal im Ansatz!) Sie können also guten Glaubens sein: Die Umsetzung ist bereits 1 : 1 erfolgt, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Abg. Öllinger: Nein, nicht einmal im Ansatz!
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Trinkl (ÖVP): Herr Bundeskanzler! Werte Herren Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Pilz und Herr Kollege Öllinger, die Aufregung ist völlig überflüssig: Ihre Anfrage ist nicht dringlich: Sie haben vor zirka vier Stunden einen Abänderungsantrag bekommen (Abg. Öllinger: Aber wirklich nicht!), und Sie wissen, dass die Regierung und die Regierungsfraktionen ihren Auftrag erfüllt haben. (Abg. Öllinger: Nein, nicht einmal im Ansatz!) Sie können also guten Glaubens sein: Die Umsetzung ist bereits 1 : 1 erfolgt, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Nur: Wer zu spät kommt, den straft die Geschichte, hat schon jemand gesagt – und Sie werden das wieder zur Kenntnis nehmen müssen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Aber wirklich nicht! Verhandelt!
Ich darf Ihnen Folgendes ins Stammbuch schreiben: Sie kritisieren heute hier Bestimmungen, die Sie selbst mitgetragen haben (Abg. Öllinger: Aber wirklich nicht! Verhandelt!), Sie kritisieren Bestimmungen, die Sie selbst mitverhandelt haben. Die damaligen Regierungsparteien SPÖ und ÖVP sind weitgehend auf die Wünsche der Grünen und der Liberalen Fraktion eingegangen, damit ein Vier-Parteien-Antrag möglich war.
demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen
Und der Fairness halber muss ich hier sagen: Die FPÖ ist damals nicht mitgegangen (demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen), aber die anderen vier Fraktionen haben diese Regelung beschlossen.
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Herrn Bundeskanzler, er hat es auch ganz deutlich gesagt –: Seit 1997 gibt es in Österreich keine Politikerpensionen mehr! (Zwischenruf des Abg. Öllinger.) Tun Sie daher nicht so, als wüssten Sie das nicht, tun Sie nicht so, als müssten Sie den Aufgeregten spielen, denn Sie haben überhaupt keinen Grund dazu, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herrn Bundeskanzler, er hat es auch ganz deutlich gesagt –: Seit 1997 gibt es in Österreich keine Politikerpensionen mehr! (Zwischenruf des Abg. Öllinger.) Tun Sie daher nicht so, als wüssten Sie das nicht, tun Sie nicht so, als müssten Sie den Aufgeregten spielen, denn Sie haben überhaupt keinen Grund dazu, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben in den letzten Tagen, Wochen und Monaten immer wieder über das Pensionssicherungsgesetz verhandelt. Wir haben sehr viele Diskussionen geführt, und bei diesen Diskussionen haben Schlagworte wie Vertrauensgrundsatz und Lebensplanung eine zentrale Bedeutung gehabt. Wir haben die Bedenken ernst genommen – der Herr Bundeskanzler hat es heute in der Früh hier im Hohen Haus ausgeführt – und konnten ein Paket auf den Tisch legen, das diesen Ansprüchen, Vertrauensschutz und Lebensplanung, auch gerecht werden kann. Nur: Dieser Vertrauensgrundsatz – und das sage ich als einer, der keinen Anspruch auf Politikerpension hat – muss für alle gelten, er muss auch für Politiker gelten, sehr geehrter Herr Kollege Öllinger. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Gradwohl: Wir werden Sie im Rahmen der weiteren Verhandlungen daran erinnern!
Ich bitte Sie um Folgendes: Hüten wir uns davor, uns aus populistischen Gründen über gesetzliche Bestimmungen hinwegzusetzen, denn sonst hört sich der Rechtsstaat auf, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Gradwohl: Wir werden Sie im Rahmen der weiteren Verhandlungen daran erinnern!)
Beifall bei der ÖVP.
Noch etwas darf ich Ihnen sagen: Hüten wir uns davor, Herr Kollege Gradwohl, das politische Amt madig zu machen, denn es sollte auch in Zukunft attraktiv sein, sich mit seinen Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten für dieses Land und für die Menschen dieses Landes einzubringen – egal, ob auf der Oppositionsbank oder als Mitglied einer Regierungspartei. Das ist die Botschaft, die ich Ihnen heute gerne mitgeben möchte. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe bei den Grünen: Nein!
Die Opposition betont, sie möchte die Diskussion ehrlich und aufrichtig führen – wir möchten das auch tun –, aber, Herr Kollege Pilz, Sie selbst sind, soweit ich informiert bin, im alten System, und Sie hätten damals die Möglichkeit gehabt, diesem Antrag nicht die Zustimmung zu geben. (Rufe bei den Grünen: Nein!) Warum hat Herr Kollege Pilz damals, im Jahr 1997, nicht dagegen gestimmt (Abg. Mag. Wurm: Er war nicht im Nationalrat!), wenn es ihm solch ein Anliegen war, wie es ihm heute ist, wo er auf der Oppositionsbank sitzt? (Abg. Dr. Glawischnig: Er war im Wiener Rathaus zu der Zeit!) – Okay, er hat sich also für das Vaterland geopfert; noch schöner, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Dr. Gusenbauer: Was ist das für ein Unsinn?! Das ist kein Argument!)
Abg. Mag. Wurm: Er war nicht im Nationalrat!
Die Opposition betont, sie möchte die Diskussion ehrlich und aufrichtig führen – wir möchten das auch tun –, aber, Herr Kollege Pilz, Sie selbst sind, soweit ich informiert bin, im alten System, und Sie hätten damals die Möglichkeit gehabt, diesem Antrag nicht die Zustimmung zu geben. (Rufe bei den Grünen: Nein!) Warum hat Herr Kollege Pilz damals, im Jahr 1997, nicht dagegen gestimmt (Abg. Mag. Wurm: Er war nicht im Nationalrat!), wenn es ihm solch ein Anliegen war, wie es ihm heute ist, wo er auf der Oppositionsbank sitzt? (Abg. Dr. Glawischnig: Er war im Wiener Rathaus zu der Zeit!) – Okay, er hat sich also für das Vaterland geopfert; noch schöner, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Dr. Gusenbauer: Was ist das für ein Unsinn?! Das ist kein Argument!)
Abg. Dr. Glawischnig: Er war im Wiener Rathaus zu der Zeit!
Die Opposition betont, sie möchte die Diskussion ehrlich und aufrichtig führen – wir möchten das auch tun –, aber, Herr Kollege Pilz, Sie selbst sind, soweit ich informiert bin, im alten System, und Sie hätten damals die Möglichkeit gehabt, diesem Antrag nicht die Zustimmung zu geben. (Rufe bei den Grünen: Nein!) Warum hat Herr Kollege Pilz damals, im Jahr 1997, nicht dagegen gestimmt (Abg. Mag. Wurm: Er war nicht im Nationalrat!), wenn es ihm solch ein Anliegen war, wie es ihm heute ist, wo er auf der Oppositionsbank sitzt? (Abg. Dr. Glawischnig: Er war im Wiener Rathaus zu der Zeit!) – Okay, er hat sich also für das Vaterland geopfert; noch schöner, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Dr. Gusenbauer: Was ist das für ein Unsinn?! Das ist kein Argument!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Was ist das für ein Unsinn?! Das ist kein Argument!
Die Opposition betont, sie möchte die Diskussion ehrlich und aufrichtig führen – wir möchten das auch tun –, aber, Herr Kollege Pilz, Sie selbst sind, soweit ich informiert bin, im alten System, und Sie hätten damals die Möglichkeit gehabt, diesem Antrag nicht die Zustimmung zu geben. (Rufe bei den Grünen: Nein!) Warum hat Herr Kollege Pilz damals, im Jahr 1997, nicht dagegen gestimmt (Abg. Mag. Wurm: Er war nicht im Nationalrat!), wenn es ihm solch ein Anliegen war, wie es ihm heute ist, wo er auf der Oppositionsbank sitzt? (Abg. Dr. Glawischnig: Er war im Wiener Rathaus zu der Zeit!) – Okay, er hat sich also für das Vaterland geopfert; noch schöner, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Dr. Gusenbauer: Was ist das für ein Unsinn?! Das ist kein Argument!)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das Neue Testament nennt den Pharisäer einen Schriftgelehrten, der zwar die Gesetze interpretiert und verkündet, sie aber auf sich selbst nicht anwendet. – Ich bin der Letzte, Herr Professor Van der Bellen, der Sie einen Pharisäer nennen möchte, aber ein Schriftgelehrter sind Sie allemal. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Brosz: Aber die Pension soll angepasst werden!
Der Herr Bundeskanzler hat darauf hingewiesen: Sie verlangen beispielsweise, Herr Kollege Öllinger, eine Durchrechnung über 40 Jahre. – Ich hoffe, dass es nicht Ihr Ernst ist, dass irgendein Politiker hier 40 Jahre tätig sein soll. (Abg. Brosz: Aber die Pension soll angepasst werden!) Stellen Sie sich vor, wie Sie oder ich in 40 Jahren aussehen werden. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) Ich glaube nicht, dass sich die Bevölkerung darüber freuen würde und dass es für die Republik gut wäre. Wir wären sicher kein besonders positiver Beitrag mehr hier.
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Der Herr Bundeskanzler hat darauf hingewiesen: Sie verlangen beispielsweise, Herr Kollege Öllinger, eine Durchrechnung über 40 Jahre. – Ich hoffe, dass es nicht Ihr Ernst ist, dass irgendein Politiker hier 40 Jahre tätig sein soll. (Abg. Brosz: Aber die Pension soll angepasst werden!) Stellen Sie sich vor, wie Sie oder ich in 40 Jahren aussehen werden. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) Ich glaube nicht, dass sich die Bevölkerung darüber freuen würde und dass es für die Republik gut wäre. Wir wären sicher kein besonders positiver Beitrag mehr hier.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Opposition! Herr Klubobmann Cap! Herr Klubobmann Van der Bellen! Wir bitten Sie, diese Gespräche bis zur zweiten Lesung fortzuführen, wir laden Sie ein, eine gemeinsame Lösung zu finden. Der Vorschlag der Regierung liegt auf dem Tisch, Sie können ihn mittragen, Sie können ihn verbessern. Wir bitten Sie, diesen Auftrag und diese Einladung wirklich ernst zu nehmen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Trinkl: Aber Sie hätten ihn schützen können!
Herr Abgeordneter Pilz war 1997 Abgeordneter des Wiener Landtages und hätte daher nur unter grob geschäftsordnungswidrigen Umständen, die Präsident Fischer, der damals Präsident war, sicher nicht zugelassen hätte, an der Abstimmung teilnehmen können. (Abg. Dr. Trinkl: Aber Sie hätten ihn schützen können!)
Beifall bei den Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Öllinger.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Bitte keine erläuternden Bemerkungen zum Abstimmungsverhalten. – Danke, Herr Abgeordneter. (Beifall bei den Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Öllinger.)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
ramide einzuführen. Und wir wissen aus unzähligen Diskussionen und Wahlveranstaltungen, wie wichtig diese Pyramide ist, damit es für die Bürgerinnen und Bürger nachvollziehbar ist, wer auf welcher Ebene welches Einkommen bekommt. Das ist jetzt einmal klar und transparent. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.
Der vierte Punkt dreht sich um die Frage: Man hat einen Antrag auf eine Politikerpension gestellt, bezieht diese Pension und hat nebenbei noch einen Aktivbezug als Politiker – bis zur berühmten Deckelung. Und da, muss ich sagen, bin ich mit dem Antrag der beiden Regierungsparteien nicht einverstanden, denn wir lesen nach wie vor heraus, dass das auch künftig möglich sein wird, dass es einen Aktivbezug und eine Politikerpension nebenbei gibt. Das ist nicht unsere Auffassung, dass das so sein soll. (Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.)
Abg. Mag. Molterer: Erfahrung damit?
So mancher Quereinsteiger aus anderen Branchen kommt auch mit dieser Überheblichkeit in die Politik und sagt: Leute, ich zeige euch jetzt, wie es geht! (Abg. Mag. Molterer: Erfahrung damit?) Solonar war so einer, ein ehemaliger Generalsekretär der ÖVP, an den kann ich mich noch gut erinnern. Aber ich kenne auch andere. (Abg. Mag. Mainoni: Broukal!)
Abg. Mag. Mainoni: Broukal!
So mancher Quereinsteiger aus anderen Branchen kommt auch mit dieser Überheblichkeit in die Politik und sagt: Leute, ich zeige euch jetzt, wie es geht! (Abg. Mag. Molterer: Erfahrung damit?) Solonar war so einer, ein ehemaliger Generalsekretär der ÖVP, an den kann ich mich noch gut erinnern. Aber ich kenne auch andere. (Abg. Mag. Mainoni: Broukal!)
Abg. Mag. Mainoni: ... Broukal!
Jetzt ist die Grundsatzfrage die: Wollen wir eine professionelle politische Funktionsausübung oder wollen wir eine solche nicht? (Abg. Mag. Mainoni: ... Broukal!) Auch das war eine politische Tätigkeit, und ich kann Ihnen auch andere aufzählen. Jemand, der mit Politik zu tun hat, ist politisch tätig. Hier geht es um eine politische Tätigkeit als Politiker. Das muss nicht unbedingt getrennt sein, es kann sich sehr gut zusammenfügen. Er ist nicht der erste Journalist, der in der Politik tätig ist. Helmut Zilk war so ein Paradebeispiel, ein sehr erfolgreicher Bürgermeister. Also halten Sie mir jetzt keine Vorträge über erfolgreiche Quereinsteiger! Da sind wir immer gut bestückt gewesen: Franz Vranitzky, auch ein erfolgreicher Quereinsteiger. Also bitte keine Vorträge! Ich kenne auch andere Beispiele. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Jetzt ist die Grundsatzfrage die: Wollen wir eine professionelle politische Funktionsausübung oder wollen wir eine solche nicht? (Abg. Mag. Mainoni: ... Broukal!) Auch das war eine politische Tätigkeit, und ich kann Ihnen auch andere aufzählen. Jemand, der mit Politik zu tun hat, ist politisch tätig. Hier geht es um eine politische Tätigkeit als Politiker. Das muss nicht unbedingt getrennt sein, es kann sich sehr gut zusammenfügen. Er ist nicht der erste Journalist, der in der Politik tätig ist. Helmut Zilk war so ein Paradebeispiel, ein sehr erfolgreicher Bürgermeister. Also halten Sie mir jetzt keine Vorträge über erfolgreiche Quereinsteiger! Da sind wir immer gut bestückt gewesen: Franz Vranitzky, auch ein erfolgreicher Quereinsteiger. Also bitte keine Vorträge! Ich kenne auch andere Beispiele. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Wir sollten auch einmal darüber nachdenken, was unsere Arbeitsbedingungen betrifft, bis hin zum berühmten Verfassungsdienst hier im Haus und nicht nur im Bundeskanzleramt. (Allgemeiner Beifall.) Ich finde, dass hier doch eine Nachdenkarbeit notwendig ist, damit der Bürger und die Bürgerin den Eindruck haben, dass sie professionell vertreten werden, dass hier hoch qualifizierte Abgeordnete am Werk sind.
das rote Lämpchen auf dem Rednerpult blinkt – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Einen letzten Punkt, und dann bin ich schon fertig: Wir sollten vorsichtig sein – trifft auch wieder alle! –, was die Aufkaufpolitik von Frank Stronach angeht. Dort geben sich die Politiker nur so die Klinke in die Hand. Ich sehe diese Entwicklung mit einer gewissen Sorge. Ich kann es niemandem vorschreiben; wer hingeht, geht hin, wer nicht hingeht, geht nicht hin. Aber natürlich möchte ich nicht haben, dass es in diesem Haus hier einmal so ist (das rote Lämpchen auf dem Rednerpult blinkt – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) – und ich schließe damit –, dass sich jemand schon während der Tätigkeit hier Gedanken darüber macht, auf welche payroll er kommt, damit er, wenn er dieses Hohe Haus verlässt, die Sicherung hat, die wir gerade abschaffen. Ich sage das nur, und auch das sollte nachdenklich stimmen, was das und was unsere Arbeitsbedingungen betrifft. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Einen letzten Punkt, und dann bin ich schon fertig: Wir sollten vorsichtig sein – trifft auch wieder alle! –, was die Aufkaufpolitik von Frank Stronach angeht. Dort geben sich die Politiker nur so die Klinke in die Hand. Ich sehe diese Entwicklung mit einer gewissen Sorge. Ich kann es niemandem vorschreiben; wer hingeht, geht hin, wer nicht hingeht, geht nicht hin. Aber natürlich möchte ich nicht haben, dass es in diesem Haus hier einmal so ist (das rote Lämpchen auf dem Rednerpult blinkt – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) – und ich schließe damit –, dass sich jemand schon während der Tätigkeit hier Gedanken darüber macht, auf welche payroll er kommt, damit er, wenn er dieses Hohe Haus verlässt, die Sicherung hat, die wir gerade abschaffen. Ich sage das nur, und auch das sollte nachdenklich stimmen, was das und was unsere Arbeitsbedingungen betrifft. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Unglaublich!
Zum anderen möchte ich auch in diesem Zusammenhang auf etwas hinweisen, was in den letzten Tagen in der EU passiert ist, als es um die Diskussion des Abgeordneten-Statuts gegangen ist. Ich weiß nicht, wer das sonst noch mitverfolgt hat, aber dort ist es auch um eine Pensionsdiskussion gegangen, und dort ist es auch darum gegangen, dass sich die Abgeordneten selber ein Statut geben, mit welchem Pensionsalter sie dann auch eine Politikerpension in der EU bekommen können. Dort hat man sich – man höre und staune! – auf ein Pensionsalter von 60 Jahren geeinigt, und das ist etwas, angesichts dessen ich mich wirklich frage: Was passiert da eigentlich in der EU, im EU-Parlament, wenn dort, während wir in allen EU-Ländern die Diskussion haben, das Pensionsantrittsalter anheben zu müssen, wir uns alle einig darüber sind, dass das zu geschehen hat, eine Abstimmung stattfindet, bei der man sich für das Abgeordneten-Statut ausgesprochen hat und das Pensionsalter mit 60 Jahren festgelegt wird?! (Abg. Scheibner: Unglaublich!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich kann hier nicht die Abgeordneten der ÖVP und der SPÖ auslassen, es tut mir Leid, denn – und ich weiß nicht, ob das Kanzler Schüssel entgangen ist – es muss hier schon mit gleichem Maß gemessen werden. Wenn wir im nationalen Parlament das Pensionsantrittsalter auf 65 Jahre anheben, dann muss das, bitte, auch für die EU-Parlamentarier gelten! Wo kommen wir denn da hin, sehr geehrte Damen und Herren?! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ruf bei der SPÖ: Fragen Sie ihn!
Es ist im Zusammenhang mit der gesamten Diskussion wirklich sehr, sehr bedenklich, dass man hier mit zweierlei Maß misst. Ich weiß nicht, ob es dem Herrn Bundeskanzler entgangen ist oder nicht, dass seine Abgeordneten sich dort so verhalten haben. (Ruf bei der SPÖ: Fragen Sie ihn!) – Er ist nicht hier.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir haben immer gesagt: Es kann keine Reform bei den Pensionen geben, wenn nicht auch die Politiker das gleiche Pensionsantrittsalter haben und so behandelt werden wie die ASVGler auch. Wir haben es durchgesetzt: Politiker haben jetzt ein Pensionsantrittsalter von 65 Jahren und werden in diesem Bereich so behandelt wie die ASVGler auch. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir Freiheitliche haben auch durchgesetzt, dass es nicht mehr möglich sein wird, dass ein SPÖ-Landtagsabgeordneter einerseits Pensionist ist, weil er sich zum Beispiel von den ÖBB hat pensionieren lassen, aber andererseits als Politiker im Landtag sitzt, denn da fragt man sich schon, ob er dafür nicht krank genug ist. Das wird es in Zukunft auch nicht mehr geben! (Beifall bei den Freiheitlichen.) – Es freuen sich anscheinend nur wenige darüber, dass es das nicht mehr gibt. Da freuen sich nur die Freiheitlichen!
Abg. Dr. Glawischnig: „Klientel“?
Bei den Entgeltfortzahlungen – nächster Punkt – haben wir eine wirkliche Reduzierung und eine Verkürzung erreicht. Das freut wieder die Grünen nicht sehr. Sie hätten in den Verhandlungen zwischen den Klubobmännern verlangt, dass diese Entgeltfortzahlung so ist und so bleibt, wie sie ist. Das war die Forderung Ihres Klubobmannes. Vielleicht hat er das nicht mit Ihnen abgesprochen, denn da ist nämlich Ihre Klientel, da sind Sie nämlich betroffen. (Abg. Dr. Glawischnig: „Klientel“?) Das wollten Sie nicht! Sie selber sind davon betroffen. (Zwischenrufe des Abg. Öllinger.) Ich rede nicht von der Pension, ich rede von der Entgeltfortzahlung! Sie hätten sich gewünscht, dass die Entgeltfortzahlung so weiter besteht wie bisher. Das war die Forderung Ihres Klubobmannes bei den Klubobmänner-Gesprächen. Ich kann nichts dafür, dass er das gesagt hat. Sie brauchen sich nicht aufzuregen! Er hat das gefordert.
Zwischenrufe des Abg. Öllinger.
Bei den Entgeltfortzahlungen – nächster Punkt – haben wir eine wirkliche Reduzierung und eine Verkürzung erreicht. Das freut wieder die Grünen nicht sehr. Sie hätten in den Verhandlungen zwischen den Klubobmännern verlangt, dass diese Entgeltfortzahlung so ist und so bleibt, wie sie ist. Das war die Forderung Ihres Klubobmannes. Vielleicht hat er das nicht mit Ihnen abgesprochen, denn da ist nämlich Ihre Klientel, da sind Sie nämlich betroffen. (Abg. Dr. Glawischnig: „Klientel“?) Das wollten Sie nicht! Sie selber sind davon betroffen. (Zwischenrufe des Abg. Öllinger.) Ich rede nicht von der Pension, ich rede von der Entgeltfortzahlung! Sie hätten sich gewünscht, dass die Entgeltfortzahlung so weiter besteht wie bisher. Das war die Forderung Ihres Klubobmannes bei den Klubobmänner-Gesprächen. Ich kann nichts dafür, dass er das gesagt hat. Sie brauchen sich nicht aufzuregen! Er hat das gefordert.
Zwischenrufe bei den Grünen.
Das ist einer der Gründe, warum es hier nicht zu einer Vier-Parteien-Einigung gekommen ist: weil Sie eben diese Entgeltfortzahlung so bestehen lassen wollen! Die Freiheitlichen haben keine Entgeltfortzahlungen in Anspruch genommen. (Zwischenrufe bei den Grünen.) – Auf Ministerebene nicht, und darum geht es ja wohl. Genau dort geht es ja um wirklich viel. Es wird da um ein halbes Jahr reduziert, und die Ansprüche werden von 100 Prozent auf 75 Prozent gesenkt.
Empörung und Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.
Ich denke, da ist uns wirklich sehr viel gelungen, und es wird eben so etwas nicht mehr geben wie die Möglichkeit, dass, wie zum Beispiel von Exkanzler Klima oder von Exlandeshauptmann-Stellvertreter Prock, ein Jahr lang Entgeltfortzahlungen bezogen werden. – Ich weiß, es leuchtet die Lampe, Sie hätten gerne, dass ich aufhöre. (Empörung und Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig: Kehren Sie vor Ihrer eigenen Türe!
Aber Klima hat sie bezogen, und Prock hat sie auch bezogen. Ich werde Ihnen das immer wieder sagen, auch wenn es Ihnen nicht gefällt, dass Ihre Leute, wenn sie die Möglichkeit haben, diese Privilegien in Anspruch zu nehmen, sie in Anspruch nehmen. (Abg. Dr. Glawischnig: Kehren Sie vor Ihrer eigenen Türe!) Freiheitliche Exminister haben sie nicht in Anspruch genommen. – So schaut es aus! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber Klima hat sie bezogen, und Prock hat sie auch bezogen. Ich werde Ihnen das immer wieder sagen, auch wenn es Ihnen nicht gefällt, dass Ihre Leute, wenn sie die Möglichkeit haben, diese Privilegien in Anspruch zu nehmen, sie in Anspruch nehmen. (Abg. Dr. Glawischnig: Kehren Sie vor Ihrer eigenen Türe!) Freiheitliche Exminister haben sie nicht in Anspruch genommen. – So schaut es aus! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundeskanzler! Das brauchen Sie, damit Sie Rede und Antwort stehen können und nicht mehr in Schweigen verfallen müssen. (Beifall bei den Grünen.) Herr Bundeskanzler, ich glaube, Sie brauchen noch mehr: Sie brauchen vor allem Mut, um endlich jene Dinge zurechtzurücken, die Sie von den einfachen Menschen verlangen. Sie brauchen endlich Mut und Durchgriffsfähigkeit, um in Ihren eigenen Reihen für Gerechtigkeit gegenüber den Menschen zu sorgen, die heute von Ihnen bereits in Hinblick auf zukünftige Pensionszahlungen – praktisch im Vorfeld – zur Kassa gebeten werden.
Beifall bei den Grünen.
Dritter Punkt, den Sie heute Vormittag vorgeschlagen haben: Abschläge für Politikerpensionen, genauso für ASVG-Pensionen. Herr Bundeskanzler! Ja, Sie haben gesagt, es gibt einen Solidarbeitrag und Abschläge. – Nur: Es ist ein großer Unterschied, ob Sie 15 Prozent von einem siebengängigen Menü wegschneiden oder ob Sie 15 Prozent von einer Wurstsemmel reduzieren. – Darauf möchten wir Sie schon sehr deutlich hinweisen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
nerationen erweitert werden müsse. – Bitte machen Sie das doch ordentlich und machen Sie das doch im eigenen Haus! Kehren Sie vor Ihrer eigenen Türe und machen Sie das vor allem bei den Politikerpensionen! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren! Hohes Haus! Die Diskussion über die Privilegien der Politiker ist speziell natürlich für junge Mandatare, wie ich einer bin und auch wie viele andere, die hier herinnen sitzen, eine zum Teil unverständliche, weil wir ja in einem System arbeiten, tätig sind, das diese Privilegien überhaupt nicht vorsieht. Umso mehr möchte ich aber schon einmal betonen und hier erwähnen, dass diese Privilegiendiskussion eine sehr alte ist. Sie ist nämlich genauso alt und wird schon genauso lange in diesem Hohen Haus geführt, wie die Freiheitlichen eine entsprechend starke Kraft hier sind und sich mit diesem Thema beschäftigen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Mag. Mainoni: So ist es!
Der Rückblick in das Jahr 1996, der heute schon des Öfteren erfolgt ist, ist ein richtiger. Es gab einen Vier-Parteien-Antrag, wobei es fünf Parteien im Parlament gab. Wir Freiheitlichen – und darauf bin ich stolz! – waren damals die Einzigen, die nicht zugestimmt haben. Wir haben einen Alternativvorschlag eingebracht. Wir haben gesagt: Das, was wir vorher gearbeitet haben, lassen wir weiterlaufen! Das ist genau das, was die Grünen fordern. Wären Sie damals mitgegangen, so wären Sie heute glaubwürdig. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Mag. Mainoni: So ist es!) – Danke! Frau Glawischnig klatscht mir wenigstens einmal zu, das ist auch etwas wert!
Abg. Dr. Glawischnig: Das habe ich jetzt nicht verstanden! Noch einmal, Herr Kollege!
Herr Kollege Öllinger! Ihre Ausführungen haben mich ein wenig nachdenklich gestimmt. Sie sagten hier heraußen, eigentlich hätte die Regierung versprochen, in bestehende Rechte nicht einzugreifen – ich gebe zu: Das ist wichtig! –, aber man sollte das dann machen unter dem Motto: Wenn wir ein bisschen eingreifen, dann sollten wir gleich ganz abräumen! – Das ist scheinheilig: Sie predigen Wasser und trinken Wein! Ihre Haltung erinnert mich ein wenig an jene eines Autofahrers, der sagt, normal darf man im Ortsgebiet 50 fahren, aber wenn ich schon ein wenig schneller fahre, dann fahre ich gleich mit 180 durch. Das ist nicht gerechtfertigt, und das werden Sie den Leuten auch nicht glaubhaft machen können. (Abg. Dr. Glawischnig: Das habe ich jetzt nicht verstanden! Noch einmal, Herr Kollege!)
Abg. Dr. Rasinger: Furchtbar!
Da die Ränge Gott sei Dank etwas gefüllt sind, darf ich einmal etwas klären, was heute auch schon gesagt wurde. In dieser ominösen alten Regelung, von der immer gesprochen wird, befinden sich hier in diesem Haus noch sage und schreibe 21 Mandatare, sofern meine Aufstellung richtig ist: ein Grüner, eine Freiheitliche, sieben Mandatare von der ÖVP und zwölf Mandatare von der SPÖ. (Abg. Dr. Rasinger: Furchtbar!) Wenn man das so hört, dann versteht man auch, warum Herr Kollege Cap so strei-
Abg. Dr. Cap: Arbeitsbedingungen!
Nur, Herr Kollege Cap, gegen Ende Ihrer Rede hatte ich fast den Eindruck, dass Sie zum Schluss noch sagen werden: Wir sind alle so fleißig und so unterbezahlt!, und dass Sie womöglich noch eine Lohnerhöhung für uns Parlamentarier fordern werden. Zumindest hatte ich beinahe diesen Eindruck. (Abg. Dr. Cap: Arbeitsbedingungen!) Es hat wirklich fast so geklungen, als wollten Sie eine diesbezügliche Erhöhung.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Deshalb, meine geschätzten Damen und Herren von der Opposition, muss ich Sie ganz ehrlich fragen: Können Sie mit ruhigem Gewissen hier herinnen sitzen und sagen, dass Sie gegen einen 15-prozentigen Solidarbeitrag sind? Können Sie mit ganz ruhigem Gewissen sagen, dass Sie gegen die Abschaffung der Doppelbezüge sind? Können Sie mit ruhigem Gewissen sagen, dass Sie gegen eine Anpassung des ASVG-Pensionsantrittsalters und des Pensionsantrittsalters von Politikern sind? Können Sie das wirklich draußen vertreten? – Ich glaube und bin davon überzeugt, dass man das nicht vertreten kann. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es ist – das möchte ich wirklich sagen – ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Ich bin bei Ihrer Kritik und sage: Es ist vielleicht nicht das Ende des Weges, und wir werden sicher auch weiter darüber diskutieren müssen, wo wir noch nachbessern können. Nur: Man muss einmal einen Schritt setzen, um etwas in Bewegung zu bringen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Großruck: Wo gibt es Politikerprivilegien?
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Bundeskanzler! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Geschichte mag eine unendliche sein, was die Politikerprivilegien betrifft, sie ist aber leider noch immer eine. (Abg. Großruck: Wo gibt es Politikerprivilegien?) – Bei diesen Pensionen, von denen wir hier reden, und zwar einerseits bei den Pensionen für Altpolitiker, die schon in Pension sind, und bei jenen, die zum Teil noch hier sitzen, aber eine Pension nach altem System bekommen. Das haben wir ja zuvor auseinander geklaubt.
Abg. Großruck: Ich habe keine Pension!
Wissen Sie, Herr Kollege Großruck, warum es so unverständlich ist, dass Sie sich da so aufregen? – Weil Sie hier einen Kollegen gehabt haben, der hier den Vertrauensschutz noch einmal gepredigt hat. (Abg. Großruck: Ich habe keine Pension!) – Hören Sie einmal zu! Hier wird der Vertrauensschutz in ein System von Privilegien gepredigt, das nach wie vor einzigartig auf der Welt ist. (Abg. Großruck: „Einzigartig auf der Welt“! Schauen wir doch nach Deutschland!) Sie predigen den Vertrauensschutz in den übelsten Privilegienstadel, den es in diesem einen Bereich noch gibt. Sie sind nicht bereit, ihn abzuschaffen. Das ist hier klar herausgekommen!
Abg. Großruck: „Einzigartig auf der Welt“! Schauen wir doch nach Deutschland!
Wissen Sie, Herr Kollege Großruck, warum es so unverständlich ist, dass Sie sich da so aufregen? – Weil Sie hier einen Kollegen gehabt haben, der hier den Vertrauensschutz noch einmal gepredigt hat. (Abg. Großruck: Ich habe keine Pension!) – Hören Sie einmal zu! Hier wird der Vertrauensschutz in ein System von Privilegien gepredigt, das nach wie vor einzigartig auf der Welt ist. (Abg. Großruck: „Einzigartig auf der Welt“! Schauen wir doch nach Deutschland!) Sie predigen den Vertrauensschutz in den übelsten Privilegienstadel, den es in diesem einen Bereich noch gibt. Sie sind nicht bereit, ihn abzuschaffen. Das ist hier klar herausgekommen!
Beifall bei den Grünen.
Nach der „Trägerrakete Scheibner-Molterer“ stellt sich jetzt heraus, dass sie sich nicht irgendwo aufgelöst oder verirrt hat, sondern dass sie immer noch trifft. Es hat nur ein paar Behübschungen gegeben, aber die „Trägerrakete“ irrt herum und hat so viel Verwirrung gestiftet, dass der Bundeskanzler nicht einmal in der Lage ist oder auch nicht willens ist, eine gescheite Auskunft darüber zu geben, wie es mit diesem Privilegienstadel endlich einmal zu Ende gehen soll. Sie von der ÖVP sind offensichtlich nicht dazu bereit, das zu beenden. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das gibt es in Zukunft nicht mehr! Die, die es betrifft, haben es ja schon! Da können Sie nicht eingreifen! Da hilft Ihnen nicht einmal eine Verfassungsbestimmung! Das wissen Sie ja!
Es wird nicht daran gerüttelt, dass wir hier Pensionsanspruchsberechtigte mit vier Jahren Arbeitszeit haben, Herr Kollege, und zwar bereits in der Höhe von 50 Prozent. (Abg. Scheibner: Das gibt es in Zukunft nicht mehr! Die, die es betrifft, haben es ja schon! Da können Sie nicht eingreifen! Da hilft Ihnen nicht einmal eine Verfassungsbestimmung! Das wissen Sie ja!) Ja, Sie sagen, dass es das in Zukunft nicht mehr gibt, aber es rennen noch einige herum, die das lukrieren, die dann nämlich noch vom Leistungsträgersystem sprechen, Kollege Scheibner. Vom Leistungsträger wird hier gesprochen. Das ist völlig unglaubwürdig!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Sie verwirken jeden Anspruch. Dann sich noch hier herzustellen und auf die Streikbewegung zu schimpfen, das ist die Unglaubwürdigkeit, die Sie hier auszubaden haben! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Da müsstet ihr da zustimmen!
Da wir gerade bei der FPÖ sind: Das Problem ist ja nicht, dass irgendwo von den Grünen zugestimmt worden wäre oder nicht, wenn wir das jetzt reparieren könnten. Es ist doch völlig klar, dass einem Gesetz zugestimmt worden ist, das wesentliche Verbesserungen gebracht hat, weil mit diesen Dingen endlich Schluss gemacht wurde, und zwar unter Verhandlungsführung durch Präsidenten Fiedler und unter grüner Beteiligung. (Abg. Scheibner: Da müsstet ihr da zustimmen!) Der Punkt ist doch der, dass Sie nicht bereit waren, bei den entsprechenden Abänderungen für das alte System mitzustimmen, jedenfalls die Mandatare von der ÖVP, nicht einmal jene von der FPÖ. Wenn Sie in Ihrer Oppositionszeit grundsätzlich überall dagegen gestimmt haben, dann haben Sie jetzt hier – entschuldigen Sie den Ausdruck, Herr Präsident – mit der vollen Hose leicht stinken. Glaubwürdig ist das überhaupt nicht!
Abg. Scheibner: Woher wissen Sie das? Genau das haben wir vertreten!
Wenn das so wäre, dann würden Sie nämlich heute hier hergehen und diesem Ansinnen näher treten – das tun Sie aber in den Vier-Parteien-Verhandlungen nicht, wir wissen das –, dass alle Ansprüche aus diesen alten Systemen herausgenommen werden sollen. Es soll niemandem etwas weggenommen werden in dem Sinn, dass Einzahlungsbeiträge bleiben müssen. (Abg. Scheibner: Woher wissen Sie das? Genau das haben wir vertreten!) – Natürlich, ich habe mich ja informiert. Diese Beiträge sollen herausgenommen werden und dann in ein ASVG-adäquates System oder überhaupt gleich ins ASVG-System übergeführt werden. Das wäre ein glaubwürdiger Beitrag.
Beifall bei den Grünen.
Deshalb haben Sie nun die letzte Chance auf Glaubwürdigkeit: Verschmeißen Sie Ihre „Trägerrakete“, machen Sie einen gescheiten Antrag, der endgültig mit diesen Privilegien aufräumt – und sonst hüllen Sie sich in Schweigen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Harmonisierung des Pensionssystems für die Politiker, meine Damen und Herren, die Sie verlangt haben, ist bereits gegeben. Wir brauchen es nicht abzuschaffen, Herr Kollege Öllinger, dass in Zukunft ein Minister nicht mehr nach vier Jahren einen Pensionsanspruch erwirbt, weil er ihn in Zukunft nicht erwerben kann. All jene, die ihn haben, haben ihn schon erworben, und es wäre wieder mit verfassungsrechtlichen Problemen verbunden, wenn wir in diesen Bereich eingreifen würden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich glaube, dieser Antrag kann sich sehen lassen! Ich hoffe, dass Sie bis zur zweiten Lesung noch Einsicht haben und nicht Ihre unterschiedliche Argumentation wie im Jahr 1997 verwenden, als Sie gesagt haben, es gab einige Punkte, die gut waren, dass sie abgeschafft worden sind, deshalb haben wir zugestimmt. Jetzt sind alle Punkte gut, die wir abschaffen und in diesem Antrag regeln. Weitergehendes wäre auch gut gewesen, ist aber entweder verfassungsrechtlich oder von den Verhandlungen her nicht möglich gewesen. Aber ich bin froh, dass diese Reform, so wie wir sie ausgearbeitet haben, jetzt auf dem Tisch liegt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Brosz.
Meine Damen und Herren! Ich habe mich daher erkundigt, wie hoch denn diese „sagenhaft privilegierte“ Pension eines Parlamentariers ist. Ich habe mir den Original-Auszahlungszettel eines Kollegen besorgt, der 16 Jahre hier im Parlament saß und voriges Jahr anlässlich der Neuwahlen in Pension ging. Er erhält als Parlamentarier netto 1 215,10 € Pension. (Zwischenruf des Abg. Brosz.) Natürlich bekommt er auch – das sei hinzugefügt – eine Pension aus seinem Privatberuf.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wenn eine Führungskraft in der Wirtschaft dies macht, ist diese eine interessante und leistungsbereite Führungskraft, vor der man Respekt hat. Diese Führungskraft muss man entsprechend bezahlen. Nur in der Politik sagt man: Pfui! – Alle bemühen sich, das Image selbst zu beschädigen – ganz gleich von welcher Fraktion, auch von der eigenen. Und dafür schäme ich mich manches Mal. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Man kann es sich aussuchen, ob in Zukunft in diesem Haus nur mehr Beamte – ohne dass ich auch nur irgendetwas Negatives gegen Beamte sage – oder Lehrer sitzen – und auch da hüte ich mich, über diese etwas Negatives zu sagen; wir sollten wissen, dass Pädagogen nicht immer ein leichtes Leben haben. Ich will es so formulieren: Ich will nicht haben, dass nur noch jene hier vertreten sind, deren Rückkehrrecht – ganz gleich, wo – gesichert ist. Ich möchte auch nicht haben, dass nur noch Großgrundbesitzer oder Großindustrielle hier im Parlament sind, sondern ein Querschnitt aus allen Berufen. Und wenn ich das haben will, dann werde ich mich auch in Zukunft dazu bekennen müssen, dass die politischen Vertreter adäquat bezahlt werden und entsprechende Vergütungen erhalten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das zahlt aber nicht der Staat!
Niemandem würde es einfallen, dass ein VOEST-Generaldirektor, ein OMV-Generaldirektor oder ein Inhaber eines privaten Betriebes die gleiche Entschädigung, sprich dieselbe ASVG-Pension erhält wie der zuletzt eingetretene Arbeiter oder die zuletzt eingetretene Arbeiterin in seinem Betrieb. (Abg. Scheibner: Das zahlt aber nicht der Staat!)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine Damen und Herren! Ein deutscher Bundestagsabgeordneter erhält 4 000 € zusätzlich steuerfrei als Amtspauschale monatlich zu dem, was ein österreichischer Parlamentarier erhält. Ein deutscher Bundestagsabgeordneter hat zusätzlich pro Monat 8 979 € zur Wahlkreisbetreuung für Mitarbeiterfinanzierung, zusätzlich noch den Arbeitgeberbeitrag, das Weihnachtsgeld und andere Dinge. Ein deutscher Bundestagsabgeordneter kann seine Wahlkreisarbeit anders gestalten als ein österreichischer Nationalratsabgeordneter. Darüber werden wir auch einmal zu reden haben. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Scheibner: Das wird abgeschafft durch den Antrag!
Ich bin es leid – so wie viele andere, die nichts mit dem alten System zu tun haben, die auch nicht optieren konnten, so wie Sie –, mich für ein System genieren zu müssen, in dem es reicht, wenn man drei Jahre lang Minister und zehn Jahre lang Abgeordneter war, dass man zwei Pensionen bis zum Maximum erhält, nämlich nicht nur für drei Jahre als Minister eine Pension, sondern zusätzlich für zehn Jahre als Abgeordneter eine zweite Abgeordnetenpension. Ich bin es leid, dass ich mich dafür rechtfertigen soll, dass ich das legitimieren soll. (Abg. Scheibner: Das wird abgeschafft durch den Antrag!)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Niemand hindert Sie daran, jene unselige Bestimmung, die im Bezügegesetz 48 Prozent des Bezugs als Mindestpension garantiert, zu streichen. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Nein, das haben Sie nicht gestrichen! Aber wir müssen dann darüber diskutieren, dass möglicherweise 630 € oder 1 000 € im ASVG-Bereich beziehungsweise auch bei den Bauern schon das Maximum ist, was wir in Zukunft bei der Ausgleichszulage haben werden.
Abg. Scheibner: Das sind aber lange drei Minuten Redezeit!
Das sind die Relationen (Abg. Scheibner: Das sind aber lange drei Minuten Redezeit!), und um diese Relationen geht es!
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Ich würde mir eine saubere Debatte über Politikereinkommen wünschen (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), aber nicht eine Debatte, bei der man den Eindruck haben muss, dass wir darauf angewiesen sind, dass man sozusagen mit dem Klingelbeutel herumgeht, weil in einem das Gefühl erzeugt wird, es ginge uns furchtbar schlecht. So ist es nicht! Ich wünsche mir eine saubere und faire Diskussion und durchaus auch (Präsident Dr. Fischer gibt neuerlich das Glockenzeichen) faire Bedingungen für aktive Parlamentarier – aber nicht für Politpensionisten! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsident Dr. Fischer gibt neuerlich das Glockenzeichen
Ich würde mir eine saubere Debatte über Politikereinkommen wünschen (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), aber nicht eine Debatte, bei der man den Eindruck haben muss, dass wir darauf angewiesen sind, dass man sozusagen mit dem Klingelbeutel herumgeht, weil in einem das Gefühl erzeugt wird, es ginge uns furchtbar schlecht. So ist es nicht! Ich wünsche mir eine saubere und faire Diskussion und durchaus auch (Präsident Dr. Fischer gibt neuerlich das Glockenzeichen) faire Bedingungen für aktive Parlamentarier – aber nicht für Politpensionisten! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich würde mir eine saubere Debatte über Politikereinkommen wünschen (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), aber nicht eine Debatte, bei der man den Eindruck haben muss, dass wir darauf angewiesen sind, dass man sozusagen mit dem Klingelbeutel herumgeht, weil in einem das Gefühl erzeugt wird, es ginge uns furchtbar schlecht. So ist es nicht! Ich wünsche mir eine saubere und faire Diskussion und durchaus auch (Präsident Dr. Fischer gibt neuerlich das Glockenzeichen) faire Bedingungen für aktive Parlamentarier – aber nicht für Politpensionisten! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Trunk: Wer war in der Regierung?
Wir wissen, was in den letzten zwei Jahrzehnten geschah: Die damaligen Bundeskanzler und die früheren Regierungen haben dieses Thema immer zur Seite geschoben. Es war nicht opportun, darüber zu reden. Man war nicht ehrlich genug und hatte nicht den Mut, den Leuten die Wahrheit zu sagen (Abg. Mag. Trunk: Wer war in der Regierung?), obwohl die Fakten völlig klar waren. Ich möchte die Formel „3/6/12“ nicht wiederholen: Drei Jahre später zu arbeiten anfangen, sechs Jahre kürzer zu arbeiten, die Pension zwölf Jahre länger zu beziehen.
Abg. Dr. Puswald: Wo war die ÖVP?
Meine Damen und Herren! Dagegen kann man nicht Klavier spielen (Abg. Dr. Puswald: Wo war die ÖVP?), und dagegen kann man auch nicht streiken, lieber Herr Kollege! Sie können gegen die Demographie nicht streiken! Der Streik löst – das haben wir heute gehört; Zitat Franz Olah – keine Probleme in diesem Bereich. Der Streik ist kein geeignetes Mittel zur Pensionssicherung. Aber okay, die Gewerkschaften haben diesen Weg gewählt.
Abg. Verzetnitsch: Herr Stummvoll! Das stimmt nicht!
Ich gehe nicht so weit, das zu sagen, was heute die größte Tageszeitung des Landes geschrieben hat. Der angesehene Wirtschaftspublizist Georg Wailand hat heute in der „Kronen Zeitung“ geschrieben: Das Pensionskonzept des ÖGB lautet: „Keine Pensionsreform, die aber“ ein Jahr „später!“ (Abg. Verzetnitsch: Herr Stummvoll! Das stimmt nicht!)
Abg. Verzetnitsch: Wer sagt denn das?
Das können Sie in der heutigen Ausgabe der „Kronen Zeitung“ nachlesen; das stammt aus der Feder von Georg Wailand. So weit gehe ich nicht. Ich gehe nicht so weit, Herr Präsident Verzetnitsch, aber ich muss auch feststellen: Es kommen von Ihnen keine inhaltlichen Vorschläge. (Abg. Verzetnitsch: Wer sagt denn das?) Nur zu sagen: drei Monate später!, das allein ist halt zu wenig! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.
Das können Sie in der heutigen Ausgabe der „Kronen Zeitung“ nachlesen; das stammt aus der Feder von Georg Wailand. So weit gehe ich nicht. Ich gehe nicht so weit, Herr Präsident Verzetnitsch, aber ich muss auch feststellen: Es kommen von Ihnen keine inhaltlichen Vorschläge. (Abg. Verzetnitsch: Wer sagt denn das?) Nur zu sagen: drei Monate später!, das allein ist halt zu wenig! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.)
Abg. Verzetnitsch: Wo denn?
Herr Präsident Verzetnitsch, Sie hätten so viel Zeit gehabt, und ich weiß, was die Sozialpartnerschaft leisten kann oder leisten könnte. Sie haben jahrelang Zeit gehabt, in diesem Bereich ein gemeinsames Konzept zu erarbeiten. Ich kenne kein Thema, bei welchem die Standpunkte der Gewerkschaften und der Wirtschaftskammer inhaltlich eigentlich so weit auseinander liegen wie gerade in diesen Fragen. (Abg. Verzetnitsch: Wo denn?) Das ist kein Zufall.
Abg. Verzetnitsch: Wenn Sie sagen „solche Reformen“, dann gebe ich Ihnen Recht!
Diese Regierung – und da bedanke ich mich auch beim Koalitionspartner – ist ganz offensichtlich die einzige politische Konstellation, die in der Lage ist, solche Reformen in Verantwortung für die Zukunft auch tatsächlich umzusetzen und zu beschließen. (Abg. Verzetnitsch: Wenn Sie sagen „solche Reformen“, dann gebe ich Ihnen Recht!) Das ist Verantwortung für die Zukunft, Herr Kollege! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Diese Regierung – und da bedanke ich mich auch beim Koalitionspartner – ist ganz offensichtlich die einzige politische Konstellation, die in der Lage ist, solche Reformen in Verantwortung für die Zukunft auch tatsächlich umzusetzen und zu beschließen. (Abg. Verzetnitsch: Wenn Sie sagen „solche Reformen“, dann gebe ich Ihnen Recht!) Das ist Verantwortung für die Zukunft, Herr Kollege! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Glauben Sie mir, Herr Präsident, es wäre für jeden auf der Regierungsbank und für jeden Abgeordneten viel angenehmer, viel lustiger, wenn er den Menschen sagen würde: Es passiert eh nichts, wir administrieren weiter!, um die nächsten Wahlen zu gewinnen. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wissen Sie, was mein Argument in vielen Diskussionsrunden ist? – Ich sage es bewusst in der Tonart, in der ich am Wirtshaustisch auch diskutiere: Glaubt ihr wirklich, dass wir so blöd sind und euch bewusst etwas wegnehmen wollen? Glaubt ihr wirklich, dass wir bewusst die nächsten Wahlen verlieren wollen? Wir hätten ein viel schöneres Leben, wenn wir das alles nicht täten. Herr Präsident! Wir tun es aus Verantwortung für die Zukunft, wir tun es nach bestem Wissen und Gewissen, wir tun es aus Verantwortung für dieses Land! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Herr Kollege Verzetnitsch! Zwischenrufe und Populismus sind das eine, Verantwortung für das Land ist das andere. – Wir bekennen uns zu dieser Verantwortung! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Seit einem Jahr reden wir schon!
Ein weiteres wichtiges Gesetz in diesem Budgetbegleitgesetz – und das hat überhaupt nichts mit diesem Budget zu tun – ist die Anschaffung der Abfangjäger. Es erzählen uns alle aus den Regierungsfraktionen, in dieser Legislaturperiode wird sich dafür kein einziger Euro für den Steuerzahler zu Buche schlagen. Ja, aber Sie wollen die Schulden dafür eingehen! Sie wollen jetzt bestellen, weil es offensichtlich einen uns unerklärbaren Druck gibt, das innerhalb weniger Tage über die Bühne zu bringen. (Abg. Neudeck: Seit einem Jahr reden wir schon!)
Abg. Neudeck: Es ist Zeit genug, zu reden!
schenruf des Abg. Neudeck.) – Nein, das ändert sich nicht. Dieser Teil bleibt trotz Deckelung gleich, Herr Kollege Neudeck! (Abg. Neudeck: Es ist Zeit genug, zu reden!) Diese Zeit ist nicht gegeben. Was Sie von der ÖVP hier machen, ist letztlich nichts anderes, als in der Angst, dass die FPÖ-Fraktion wieder umfällt, auf den letzten Drücker alles beschließen zu wollen, was es gibt.
in Richtung des Abg. Scheibner
Jetzt kommen wir zu den anderen Gesetzen, die überhaupt nicht verhandelt worden sind. Wir diskutieren im Budgetausschuss – ich habe die Nächte schon nicht mehr gezählt – über Unterlagen und Grundlagen, die nicht existent sind, über Anträge, zu denen er (in Richtung des Abg. Scheibner) sagt, er wollte sie nur paraphieren, aber er wollte gar nicht, dass es Anträge werden. (Abg. Scheibner: Wer ist „er“?)
Abg. Scheibner: Wer ist „er“?
Jetzt kommen wir zu den anderen Gesetzen, die überhaupt nicht verhandelt worden sind. Wir diskutieren im Budgetausschuss – ich habe die Nächte schon nicht mehr gezählt – über Unterlagen und Grundlagen, die nicht existent sind, über Anträge, zu denen er (in Richtung des Abg. Scheibner) sagt, er wollte sie nur paraphieren, aber er wollte gar nicht, dass es Anträge werden. (Abg. Scheibner: Wer ist „er“?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wir haben heute ein neues Vorlagenpaket bekommen – wir haben ja schon gehört, was darin enthalten ist –, das in vielen Dingen Neues bringt. Die Diskussion darüber geht einfach unter, denn nach Abfangjägern, nach Pensionsreform allgemein verbleibt für den Rest der Gesetze keine Zeit. Und das ist genau die Absicht, die Sie verfolgen. Sie wollen weder über die Steuerreform noch über die anderen Gesetze ordentlich diskutieren, sondern Sie wollen nur rasch einen Blankoscheck für den Kanzler, damit die FPÖ dann nicht mehr gebraucht wird, wenn Knittelfeld wieder, oder wie immer es diesmal heißen mag, kommt. Schade, dass Sie sich dafür hergeben, schade für die Leute, meine Damen und Herren! – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Posch
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Kollege Matznetter! „Er“ – das bin ich – wird Ihnen jetzt noch einmal erklären, wie das bei den Politikerpensionen ist, damit Sie nicht wieder etwas Falsches sagen. Es gibt keine Einführung von einer Frühpension für Politiker, sondern – lesen Sie bitte den Antrag! – es gibt analog zum ASVG die schrittweise Anhebung des Pensionsantrittsalters für Politiker auf 65. Innerhalb dieser Zeit, in dieser schrittweisen Anhebung des Pensionsantrittsalters für Politiker, gibt es, von 65 herabgerechnet (Zwischenruf des Abg. Mag. Posch) – ja, aber Kollege Matznetter nicht, Herr Kollege, Sie haben ihm ja zugehört –, dieselben Abschläge wie im ASVG, nämlich 4,2 Prozent, Herr Kollege Matznetter.
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Es steht auch im Antrag, dass mit dem Jahr 2017, genau wie im ASVG, kein Politiker nach dem alten System vor Vollendung des 65. Lebensjahres in Pension gehen kann. – Das sei Ihnen noch ins Stammbuch geschrieben! Sie kennen sich eben leider nicht aus. Lesen Sie den Antrag! (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es gibt Rechte in der Geschäftsordnung auf Redezeiten, beschränkt oder nicht beschränkt. Es gibt die Möglichkeit zu Fristsetzungen, um eine entsprechende Behandlung und Beschlussfassung im Nationalrat zu ermöglichen. So, wie Sie von Ihren Rechten selbstverständlich Gebrauch machen, machen auch wir von unseren Rechten Gebrauch, ganz normal im Sinne der Geschäftsordnung und, so glaube ich, auch im Sinne der parlamentarischen Behandlung. Es war ausreichend Zeit – viele, viele Stunden im Ausschuss und auch hier im Plenum – für die Diskussion dieser Budgetbegleitgesetze, und es wird noch viele Stunden lang Zeit sein, um die Abänderungsanträge zu beschließen. Deshalb: ein ganz positives, normales, geschäftsordnungsgemäßes Vorgehen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Agenda, was Sie heute übermittelt haben, und genau gleichzeitig, ja sogar vorab wird darüber eine Fristsetzung beschlossen. Das ist doch der Tiefpunkt des Parlamentarismus! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Lesen Sie es! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Es wird niemand bestreiten, dass der Ausschuss lange getagt hat, und auch der Unterausschuss, in dem dann eigentlich die Budgetkapitel besprochen wurden. Aber der Punkt ist doch, dass dort immer noch ein Budgetbegleitgesetz vorliegt, das in wesentlichen Punkten und in den meisten Seiten gar nicht gegolten hat. Ab heute gilt etwas anderes, und damit wollen Sie jetzt punkten, indem Sie sagen: wochenlang ... (Abg. Dr. Fekter: Lesen Sie es! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Hätten Sie es lieber in zweiter Lesung gehabt?
Sie alle haben es gerade notwendig, sich aufzuregen! Wir haben im Ausschuss mehrmals festgestellt, dass nicht einmal Sie selbst wissen, was in den Anträgen der Ministerien steht. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Hätten Sie es lieber in zweiter Lesung gehabt?) Regelmäßig sind Sie dabei ertappt worden, dass Sie nicht wissen, was dort steht, und jetzt sind Sie froh in guter österreichischer – und vor allem schwarz-blauer: offensichtlich noch einmal „neu Regieren“ – Tradition, dass die Regierung hier irgendetwas vorlegt. (Abg. Mag. Mainoni: Schwarz-Grün wäre euch lieber gewesen!) Sie sind froh, dass es eine Fristsetzung darüber gibt, obwohl Sie noch nicht einmal wissen können, was drinsteht, und jubeln diesem Vorgang zu. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Abg. Mag. Mainoni: Schwarz-Grün wäre euch lieber gewesen!
Sie alle haben es gerade notwendig, sich aufzuregen! Wir haben im Ausschuss mehrmals festgestellt, dass nicht einmal Sie selbst wissen, was in den Anträgen der Ministerien steht. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Hätten Sie es lieber in zweiter Lesung gehabt?) Regelmäßig sind Sie dabei ertappt worden, dass Sie nicht wissen, was dort steht, und jetzt sind Sie froh in guter österreichischer – und vor allem schwarz-blauer: offensichtlich noch einmal „neu Regieren“ – Tradition, dass die Regierung hier irgendetwas vorlegt. (Abg. Mag. Mainoni: Schwarz-Grün wäre euch lieber gewesen!) Sie sind froh, dass es eine Fristsetzung darüber gibt, obwohl Sie noch nicht einmal wissen können, was drinsteht, und jubeln diesem Vorgang zu. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Sie alle haben es gerade notwendig, sich aufzuregen! Wir haben im Ausschuss mehrmals festgestellt, dass nicht einmal Sie selbst wissen, was in den Anträgen der Ministerien steht. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Hätten Sie es lieber in zweiter Lesung gehabt?) Regelmäßig sind Sie dabei ertappt worden, dass Sie nicht wissen, was dort steht, und jetzt sind Sie froh in guter österreichischer – und vor allem schwarz-blauer: offensichtlich noch einmal „neu Regieren“ – Tradition, dass die Regierung hier irgendetwas vorlegt. (Abg. Mag. Mainoni: Schwarz-Grün wäre euch lieber gewesen!) Sie sind froh, dass es eine Fristsetzung darüber gibt, obwohl Sie noch nicht einmal wissen können, was drinsteht, und jubeln diesem Vorgang zu. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Abg. Dr. Fekter: Nein, nein! Im Parlament haben wir es verbessert!
Wissen Sie was: Man sollte sich als Parlamentarier für so ein Verhalten genieren! Vertreten Sie das in Ihren Wahlkreisen – hier haben Sie die Bevölkerung zu vertreten, aber nicht irgendwelche Drüberfahrer-Aktionen der Bundesregierung! Das ist hier das Parlament, und das verwechseln Sie schon die längste Zeit. Sie kennen nur den direkten Draht in die Parteizentralen und geben Ihre Verantwortung an der Garderobe ab. (Abg. Dr. Fekter: Nein, nein! Im Parlament haben wir es verbessert!) Das erleben wir im Budgetausschuss ständig. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wissen Sie was: Man sollte sich als Parlamentarier für so ein Verhalten genieren! Vertreten Sie das in Ihren Wahlkreisen – hier haben Sie die Bevölkerung zu vertreten, aber nicht irgendwelche Drüberfahrer-Aktionen der Bundesregierung! Das ist hier das Parlament, und das verwechseln Sie schon die längste Zeit. Sie kennen nur den direkten Draht in die Parteizentralen und geben Ihre Verantwortung an der Garderobe ab. (Abg. Dr. Fekter: Nein, nein! Im Parlament haben wir es verbessert!) Das erleben wir im Budgetausschuss ständig. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Kollege Stummvoll! Sie selbst haben gesagt, es sei „Geschmackssache“, was der Budgetausschuss verabschiedet oder nicht. „Geschmackssache“ – so weit haben wir es gebracht! Dann ist es offensichtlich auch schon „Geschmackssache“, ob überhaupt noch ein Abänderungsantrag kommt oder nicht. Wir hätten uns auch die Fristsetzung ersparen können, es wird im Ausschuss irgendetwas beschlossen und vielleicht ein paar Stunden vorher auch noch im Plenum eingebracht. Ja, es ist noch steigerungsfähig, ich gebe es zu! Sie sind auf dem besten Weg dazu. Das ist ja das Problem, dass wir dort dauernd etwas diskutieren, was nicht vorliegt; hingegen wurde das, was vorliegt, nicht diskutiert. Diese Verdrehung haben Sie das erste Mal zu verantworten, Kollege Scheibner; das ist sogar ein Unterschied zu früher, und das ist inakzeptabel! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Ikrath: Er war drei Mal da im Ausschuss!
Andere Themenbereiche, die dort aufgeworfen werden, haben an sich im Budgetbegleitgesetz nichts verloren, weil sie erst ab 2005 und in den folgenden Jahre wirksam werden. Trotzdem haben wir es diskutiert und sind eben nicht ausgezogen. Wissen Sie, was der Erfolg war, Kollege Scheibner? – Ihr Herr Nachfolger, der jetzige Minister im Verteidigungsministerium, ist nicht einmal in der Lage, diese Fragen zu beantworten und verschanzt sich hinter irgendwelchen Rechtsgutachten, die er nicht veröffentlichen will. Der Herr Finanzminister beantwortet nicht die Fragen danach, wie diese ominösen Zahlen zur Abfangjägerbeschaffung zustande kommen. Kein Wort zum Finanzierungsverfahren: warum neun Jahre?, die Frage ist noch immer offen. Wir sind gespannt, ob er morgen erscheinen wird. (Abg. Mag. Ikrath: Er war drei Mal da im Ausschuss!) – Ja, er war schon drei Mal da und hat es noch nie beantwortet, und Sie werden es jetzt auch nicht sagen können. Er hat noch nie gesagt, warum die neunjährige Finanzierungsvariante kommt.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Aber ich sage es Ihnen: Weil das das Einzige war, warum Eurofighter überhaupt in die Ziehung kam. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist in der Sache, aber wir wollen jetzt über die Fristsetzung diskutieren. Ich sage Ihnen ja nur, wir werden das im Untersuchungsausschuss diskutieren.
Zwischenrufe bei der ÖVP
Das Schäbigste an der Vorgangsweise ist – Ordnungsruf hin oder her – (Zwischenrufe bei der ÖVP), das Schäbigste ist, dass dieser Termin von hier und heute nicht eingehalten wurde. Diesen haben Sie dauernd verkündet. Uns halten Sie einen Fristsetzungsantrag vor die Nase, und das, was das Parlament beschäftigt, ist ein Fernsehauftritt des Bundeskanzlers. So weit haben Sie es gebracht: Der Plenarsaal ist zum Fernsehstudio des Bundeskanzlers geworden – das ist doch das Problem –, und zwar über Nacht! Vielleicht gibt es in Zukunft auch dazu noch eine Fristsetzung. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Das Schäbigste an der Vorgangsweise ist – Ordnungsruf hin oder her – (Zwischenrufe bei der ÖVP), das Schäbigste ist, dass dieser Termin von hier und heute nicht eingehalten wurde. Diesen haben Sie dauernd verkündet. Uns halten Sie einen Fristsetzungsantrag vor die Nase, und das, was das Parlament beschäftigt, ist ein Fernsehauftritt des Bundeskanzlers. So weit haben Sie es gebracht: Der Plenarsaal ist zum Fernsehstudio des Bundeskanzlers geworden – das ist doch das Problem –, und zwar über Nacht! Vielleicht gibt es in Zukunft auch dazu noch eine Fristsetzung. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Danke, Herr Präsident! – Das ist der Tiefpunkt! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Das glaube ich!
Abgeordneter Dr. Michael Spindelegger (ÖVP): Sehr geschätzter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine geschätzten Damen und Herren! Die Aufregung des Kollegen Kogler ist aus meiner Sicht in mehrerlei Hinsicht völlig unverständlich. (Abg. Öllinger: Das glaube ich!)
Abg. Öllinger: Waren Sie schon einmal im Ausschuss?
Zum Ersten sagen Sie: Es war nicht ausreichend Zeit, über die Pensionsreform zu diskutieren. – Meine Damen und Herren, da frage ich mich, wo Sie leben. Seit den Regierungsverhandlungen wird darüber intensiv diskutiert, zuerst in politischen Kreisen mit allen Fraktionen. Da sind uns auch viele Äußerungen gerade von den Oppositionsparteien in Erinnerung, die damals noch in die Richtung gingen: Man muss natürlich eine Pensionsreform angehen! (Abg. Öllinger: Waren Sie schon einmal im Ausschuss?) Aber ich gehe noch weiter. Schauen Sie in die Öffentlichkeit: Seit wann wird in der breitesten Öffentlichkeit über die Pensionsreform diskutiert? Jeder Mandatar hört das tagtäglich in seinem Wahlkreis auf der Straße. Die Zeitungen sind voll davon – Schlagzeilen, eine nach der anderen, zum Thema Pensionsreform! Und da wollen Sie uns erklären, es war dazu nicht ausreichend Zeit?! (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.
Zum Ersten sagen Sie: Es war nicht ausreichend Zeit, über die Pensionsreform zu diskutieren. – Meine Damen und Herren, da frage ich mich, wo Sie leben. Seit den Regierungsverhandlungen wird darüber intensiv diskutiert, zuerst in politischen Kreisen mit allen Fraktionen. Da sind uns auch viele Äußerungen gerade von den Oppositionsparteien in Erinnerung, die damals noch in die Richtung gingen: Man muss natürlich eine Pensionsreform angehen! (Abg. Öllinger: Waren Sie schon einmal im Ausschuss?) Aber ich gehe noch weiter. Schauen Sie in die Öffentlichkeit: Seit wann wird in der breitesten Öffentlichkeit über die Pensionsreform diskutiert? Jeder Mandatar hört das tagtäglich in seinem Wahlkreis auf der Straße. Die Zeitungen sind voll davon – Schlagzeilen, eine nach der anderen, zum Thema Pensionsreform! Und da wollen Sie uns erklären, es war dazu nicht ausreichend Zeit?! (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.)
Abg. Gradwohl: Es ist noch nicht einmal der Antrag eingebracht!
Meine Damen und Herren! Schauen wir uns den heutigen Tag an. Der heutige Tag im Plenum sollte eigentlich dazu dienen, dass wir nach einer Debatte über das Budgetbegleitgesetz eine Abstimmung durchführen. (Abg. Gradwohl: Es ist noch nicht einmal der Antrag eingebracht!) Wir haben das verschoben, und ich glaube, auch zu Recht, weil an den Runden Tischen versucht wurde, gemeinsam mit den Sozialpartnern zu einer Lösung zu kommen. Das war leider nicht möglich. Aber vom Inhalt her war seit
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Herr Kollege Kogler, wenn Sie mir erzählen wollen, dass Sie nicht in der Lage wären, innerhalb von 24 Stunden diese Abänderungsanträge darauf hin zu überprüfen, ob dieses Angebot der Bundesregierung in gesetzestechnischen Formulierungen umgesetzt ist, glaube ich Ihnen das nicht. Da kenne ich Sie zu gut, als dass ich nicht wüsste, dass Sie sehr wohl in der Lage sind, das zu überprüfen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Ich glaube daher, es ist mehr eine künstliche Aufregung als ein berechtigtes Argument.
Abg. Dr. Lichtenberger: Bei einer Diktatur braucht man überhaupt nicht mehr zu reden! Das ist wohl das Ziel!
Jede Diskussion – und das ist meine Conclusio – hat irgendwann einmal einen Punkt erreicht, an dem alle Argumente ausgetauscht sind. Aus meiner Sicht ist dieser Punkt längst erreicht, es gibt keine Argumente mehr, die man noch austauschen könnte. Es gibt eben unterschiedliche Standpunkte, das muss man so festhalten, und das ist eben in einer Demokratie so. (Abg. Dr. Lichtenberger: Bei einer Diktatur braucht man überhaupt nicht mehr zu reden! Das ist wohl das Ziel!) Aber wenn es unterschiedliche Standpunkte gibt, muss letztlich eine Entscheidung getroffen werden. Diese Entscheidung ist jetzt reif, und sie muss getroffen werden, zunächst im Ausschuss und dann im Plenum des Nationalrates. Wir werden noch zwei Tage im Plenum Zeit haben, inhaltlich darüber zu diskutieren.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Geschätzte Damen und Herren! Wer glaubt, über die Pensionsreform sei nicht ausreichend diskutiert worden, der wird einfach zur Kenntnis nehmen müssen, dass auch viele Österreicher genug darüber diskutiert haben und jetzt wissen wollen, was es für sie persönlich bedeutet und wie nach einer Pensionsreform ihre eigene Situation sein wird. Sie haben auch ein Recht darauf. Darum finde ich es richtig, dass wir jetzt eine Frist für den Ausschuss setzen und dass wir nächste Woche im Plenum, nach einer weiteren langen Diskussion, eine Entscheidung treffen werden. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Lentsch: Das haben Sie schon einmal gesagt!
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Sehr geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Diese Beschlussfassung hat gezeigt, dass Ihnen an den Schicksalen der Menschen in Österreich tatsächlich nichts liegt. Sie peitschen das durch, mit aller Gewalt, auf Teufel komm raus, und Sie sind nicht einmal dazu bereit, sich im zuständigen Ausschuss noch einmal die Bedenken vieler Menschen anzuhören. Das ist wirklich eine sehr traurige Tatsache, aber die Leute auf der Straße werden es Ihnen – weil Sie immer sagen, dem Druck der Straße wollen Sie nicht weichen – dann schon zeigen: Wahltag ist Zahltag! (Abg. Lentsch: Das haben Sie schon einmal gesagt!) Die Menschen werden nicht vergessen, was das bedeutet. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Sehr geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Diese Beschlussfassung hat gezeigt, dass Ihnen an den Schicksalen der Menschen in Österreich tatsächlich nichts liegt. Sie peitschen das durch, mit aller Gewalt, auf Teufel komm raus, und Sie sind nicht einmal dazu bereit, sich im zuständigen Ausschuss noch einmal die Bedenken vieler Menschen anzuhören. Das ist wirklich eine sehr traurige Tatsache, aber die Leute auf der Straße werden es Ihnen – weil Sie immer sagen, dem Druck der Straße wollen Sie nicht weichen – dann schon zeigen: Wahltag ist Zahltag! (Abg. Lentsch: Das haben Sie schon einmal gesagt!) Die Menschen werden nicht vergessen, was das bedeutet. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte auch ein bisschen auf die vorangegangene Diskussion eingehen. Es war schon sehr eigenartig, dass Frau Bleckmann Herrn Vizekanzler Haupt als großen Sieger dargestellt hat. Es sei ihm gelungen, den Vorschlag, der aus seinem eigenen Ministerium gekommen ist, noch einmal zu verbessern, obwohl Herr Scheuch, der ebenfalls von der FPÖ ist, gemeint hat, er sei schlecht gewesen und müsse korrigiert werden. Lassen Sie doch die Kirche im Dorf! Allein diese beiden Bemerkungen sind wirklich sehr eigenartig und sind eigentlich eines Hohen Hauses nicht würdig. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Vizekanzler Haupt hat auch stolz behauptet, dass er einen Härtefonds einrichten wird. Meine Damen und Herren! Ich frage Sie wirklich: Ist bei einer Pensionsreform, so wie Sie sie als sozial darstellen, ein Härtefonds überhaupt notwendig? Ich möchte nicht, dass die Versicherten in diesem Land zu Bittstellern werden und bitten gehen müssen, damit sie die Versicherungsleistungen, für die sie im Rahmen der Sozialversicherung einbezahlt haben, dann irgendwann einmal bekommen oder vielleicht auch nicht. Das ist keine soziale Pensionsreform! (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Ich möchte auch dem Kollegen Mitterlehner in Erinnerung rufen ... (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Renate Csörgits (fortsetzend): Es gibt Schlimmeres! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.) Ich muss Ihnen, Herr Präsident, auch den Rücken zuwenden; das ist so!
Beifall bei der SPÖ.
Und wenn die Tatsache, dass die pensionsbegründende Anrechenbarkeit der Kinderbetreuungszeiten von 18 auf 24 Monate erhöht worden ist, als so besonders toll dargestellt wird, so muss man der Fairness halber dazusagen, dass das nur für einen ganz kleinen Prozentsatz der Frauen gilt. Für die ist das schön, keine Frage, aber man muss gleichzeitig auch sagen, dass das erst für Geburten ab dem Jahr 2002 zum Tragen kommt, und das bedeutet also erst irgendwann in 30 Jahren. Und was in 30 Jahren dann ist oder nicht ist, das wissen wir alle nicht. Es ist also nur Schönfärberei und bringt den Frauen absolut nichts! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das zur so „familienfreundlichen und frauenfreundlichen“ Politik von ÖVP/FPÖ. – Na, herzlichen Dank! Die Frauen werden sich sehr dafür bedanken! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Auch jetzt wieder: Anstatt konstruktive, realistische Alternativvorschläge zu bringen, die zur Sicherung der Pensionen der jüngeren Menschen in Österreich beitragen, spielen Sie insbesondere durch Panikmache, Horrormeldungen und Verunsicherungen mit der Sorge der Österreicher. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Gradwohl: Noch ein paar so Horrorgeschichten, Frau Kollegin! Dass sie ein anderes Ziel haben, das glaube ich Ihnen!
Während SPÖ und Grüne gemeinsam mit dem ÖGB nichts anderes im Sinn haben, als die Bevölkerung gegen die Regierung aufzuhetzen, die Arbeitnehmer zu instrumentalisieren und, was mich besonders nachdenklich macht, Druck auf Arbeitnehmer auszuüben, um ihre eigene Macht zu demonstrieren, ist unser Ziel ein anderes. (Abg. Gradwohl: Noch ein paar so Horrorgeschichten, Frau Kollegin! Dass sie ein anderes Ziel haben, das glaube ich Ihnen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Durch diese Maßnahmen steigen die Frauen zum Teil sogar besser aus als im bisherigen System. Das, meine Damen und Herren, ist freiheitliche Sozialpolitik! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sie, sehr geehrte Damen und Herren von der SPÖ und den Grünen, können nicht alles miesreden, vor allem nicht dann, wenn Sie nie selbst zu Verbesserungen beigetragen haben. Nehmen Sie doch endlich zur Kenntnis, dass sich der Sozialstaat nicht selbst zahlt und dass wir es sind, die für die Zukunft Österreichs die Verantwortung übernommen haben! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Sind Sie auch lernfähig, Herr Kollege Posch?
Das ist die so genannte Demographiegeschichte. Was lernt der Bundeskanzler daraus oder was kann man überhaupt daraus lernen? (Abg. Dr. Fekter: Sind Sie auch lernfähig, Herr Kollege Posch?) – Kollege Matznetter hat dieses Argument heute schon einmal bemüht: Nach dem Zweiten Weltkrieg waren 30 bis 40 Prozent der Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt, heute sind es vielleicht 5 Prozent. Ist deshalb die Bevölkerung verhungert? (Abg. Dr. Brinek: Das ist ein falscher Vergleich! – Abg. Dr. Trinkl: Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich!) Waren deshalb die Pensionen in den letzten 20, 30 Jahren nicht gesichert? Der Produktivitätsfortschritt spielt keine Rolle? Und vor allem: Wie kann man überhaupt mit einem umlagefinanzierten System längerfristig Pensionen sichern?
Abg. Dr. Brinek: Das ist ein falscher Vergleich! – Abg. Dr. Trinkl: Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich!
Das ist die so genannte Demographiegeschichte. Was lernt der Bundeskanzler daraus oder was kann man überhaupt daraus lernen? (Abg. Dr. Fekter: Sind Sie auch lernfähig, Herr Kollege Posch?) – Kollege Matznetter hat dieses Argument heute schon einmal bemüht: Nach dem Zweiten Weltkrieg waren 30 bis 40 Prozent der Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt, heute sind es vielleicht 5 Prozent. Ist deshalb die Bevölkerung verhungert? (Abg. Dr. Brinek: Das ist ein falscher Vergleich! – Abg. Dr. Trinkl: Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich!) Waren deshalb die Pensionen in den letzten 20, 30 Jahren nicht gesichert? Der Produktivitätsfortschritt spielt keine Rolle? Und vor allem: Wie kann man überhaupt mit einem umlagefinanzierten System längerfristig Pensionen sichern?
Beifall bei der SPÖ.
Selbst wenn man gebrauchte Abfangjäger genommen hätte, hätte man mit einem einzigen Budgetposten sämtliche Maßnahmen aus dieser Pensionsreform irrelevant gemacht! Das sei Ihnen einmal gesagt! Dafür müssen die Pensionisten in diesem Land büßen: Pensionsraub für Abfangjäger! Das ist die ganze Wahrheit! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Gahr: Das täte Ihnen auch nicht schaden!
Was auffällt: Immer, wenn es eng wird, geht der Bundeskanzler nach Mariazell wallfahren oder in den Stephansdom predigen. (Abg. Gahr: Das täte Ihnen auch nicht schaden!) Er spricht dann laut „Standard“ über das Christsein oder über das Christsein in der Politik.
Abg. Dr. Brinek: „Humankapital“ ist ein Terminus technicus, oder?
Ich behaupte: So spricht kein Christenmensch über Menschen! Er nennt Menschen „Humankapital“! Das sei hier einmal gesagt. (Abg. Dr. Brinek: „Humankapital“ ist ein Terminus technicus, oder?)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, so ist es! (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und Beifall des Abg. Dipl.-Ing. Hofmann.
Bitte nicht böse sein, aber dieses Beispiel hat schon richtiggehend hellseherische Aspekte! Wer heute sagen kann – Renate Csörgits hat das übrigens vorhin fast wörtlich gesagt –, wie sich der Karriereverlauf dieser 28-jährigen Frau bis zum Pensionsantritt im Jahre 2040 entwickeln wird, wie unsere Arbeitswelt dann aussehen wird und vor allem, wie sich das Einkommen dieser jungen Frau entwickeln wird, kann viel Geld mit Wahrsagen verdienen. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und Beifall des Abg. Dipl.-Ing. Hofmann.)
Beifall bei der ÖVP.
Sicher ist jedoch: Es ist ein unseriöses Beispiel, das kaum einen Beitrag leistet – außer zur Verunsicherung. Das war aber wahrscheinlich auch die Absicht, die damit verbunden war – und nicht die einer sachlichen politischen Diskussion. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf: Nach! Benachteiligt!
Angesichts der rasanten Veränderungen unserer Zeit können wir aber absolut davon ausgehen, dass wir in 20, 30 oder 40 Jahren völlig andere Bedingungen im Berufsleben vorfinden und somit auch unsere Karriere- und Einkommensverläufe anders aussehen werden. Und gerade für Frauen wird sich hier sicherlich einiges, ja vieles zum Positiven verändern, auch wenn die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen nach wie vor sehr hoch ist, auch wenn Frauen am Arbeitsmarkt gegenüber Männern nach wie vor beteiligt sind (Ruf: Nach! Benachteiligt!) – und das nicht zuletzt wegen der Berufsunterbrechungen auf Grund von Kindererziehung, und zwar trotz und während 30 Jahren sozialdemokratischer Frauen- und SozialministerInnen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Angesichts der rasanten Veränderungen unserer Zeit können wir aber absolut davon ausgehen, dass wir in 20, 30 oder 40 Jahren völlig andere Bedingungen im Berufsleben vorfinden und somit auch unsere Karriere- und Einkommensverläufe anders aussehen werden. Und gerade für Frauen wird sich hier sicherlich einiges, ja vieles zum Positiven verändern, auch wenn die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen nach wie vor sehr hoch ist, auch wenn Frauen am Arbeitsmarkt gegenüber Männern nach wie vor beteiligt sind (Ruf: Nach! Benachteiligt!) – und das nicht zuletzt wegen der Berufsunterbrechungen auf Grund von Kindererziehung, und zwar trotz und während 30 Jahren sozialdemokratischer Frauen- und SozialministerInnen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Hagenhofer: Das ist aber eine gewagte Aussage!
Um aber noch einmal auf die jetzt jungen beziehungsweise jüngeren Frauen zurückzukommen: Im Gegensatz zu unserer Müttergeneration sind die Frauen meiner Generation Gott sei Dank immer besser ausgebildet, zunehmend berufstätig und fordern von ihren Männern aktive Unterstützung ein, die von der Männerseite übrigens auch mehr und mehr selbstverständlich ist. (Abg. Hagenhofer: Das ist aber eine gewagte Aussage!) Wir müssen daher weiterhin massiv an der laufenden Verbesserung der Rahmenbedingungen arbeiten, wir brauchen Initiativen und Bewusstseinsbildung in den Betrieben, wie dies positive Projekte wie etwa die ÖVP-Initiativen „Audit Familie und Beruf“ und „Taten statt Worte“ seit Jahren schon tun.
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte zum Schluss kommen. Solche Initiativen, wie die hier genannten, von der ÖVP eingebrachten, helfen zusammen mit sinnvollen gesetzlichen Regelungen mit, die Einkommensschere sukzessive zu schließen. Frauen werden sich dann ihre Pension durch eigene Beiträge in vernünftiger Höhe selbst schaffen – und genau das muss unser Ziel sein! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Marek: Familienpflichten!
Abgeordnete Marianne Hagenhofer (SPÖ): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Frau Kollegin Marek, ich frage Sie: Was kann eine Frau von einem Mann bei einem Einkommen von 854 € an Unterstützung fordern, um sich vernünftige Beiträge leisten zu können? – So viel nur einmal zur Realität und wie es mir täglich unterkommt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Marek: Familienpflichten!)
Abg. Neudeck: Mit dem Traktor?
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Es ist heute schon sehr viel Grundsätzliches zum Streik gesagt worden, und zwar in der Art, dass Streik kein geeignetes Mittel sei. Mir ist bei der ganzen Debatte die Frage abgegangen, warum überhaupt gestreikt wird. Das ist von niemandem angesprochen worden. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass, ich glaube im Jahre 1996, die Bauern um ihre Existenz gebangt und mit ihren Traktoren den Ballhausplatz zugemacht haben. Ich habe vollstes Verständnis dafür, ich habe sie seinerzeit unterstützt und bin auch dort hingegangen, nur dort ist es ... (Abg. Neudeck: Mit dem Traktor?) – Ja genau! Mit den Traktoren waren sie in der Stadt, in Wien. (Abg. Neudeck: Nein! Ich möchte wissen, ob Sie mit dem Traktor dort waren?) – Nein, ich war ohne Traktor dort. Ich bin keine Bäuerin, leider, ich wollte immer gerne eine werden, es ist mir jedoch nicht gelungen. (Abg. Neudeck: So viele Bauern suchen eine Frau ...!)
Abg. Neudeck: Nein! Ich möchte wissen, ob Sie mit dem Traktor dort waren?
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Es ist heute schon sehr viel Grundsätzliches zum Streik gesagt worden, und zwar in der Art, dass Streik kein geeignetes Mittel sei. Mir ist bei der ganzen Debatte die Frage abgegangen, warum überhaupt gestreikt wird. Das ist von niemandem angesprochen worden. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass, ich glaube im Jahre 1996, die Bauern um ihre Existenz gebangt und mit ihren Traktoren den Ballhausplatz zugemacht haben. Ich habe vollstes Verständnis dafür, ich habe sie seinerzeit unterstützt und bin auch dort hingegangen, nur dort ist es ... (Abg. Neudeck: Mit dem Traktor?) – Ja genau! Mit den Traktoren waren sie in der Stadt, in Wien. (Abg. Neudeck: Nein! Ich möchte wissen, ob Sie mit dem Traktor dort waren?) – Nein, ich war ohne Traktor dort. Ich bin keine Bäuerin, leider, ich wollte immer gerne eine werden, es ist mir jedoch nicht gelungen. (Abg. Neudeck: So viele Bauern suchen eine Frau ...!)
Abg. Neudeck: So viele Bauern suchen eine Frau ...!
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Es ist heute schon sehr viel Grundsätzliches zum Streik gesagt worden, und zwar in der Art, dass Streik kein geeignetes Mittel sei. Mir ist bei der ganzen Debatte die Frage abgegangen, warum überhaupt gestreikt wird. Das ist von niemandem angesprochen worden. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass, ich glaube im Jahre 1996, die Bauern um ihre Existenz gebangt und mit ihren Traktoren den Ballhausplatz zugemacht haben. Ich habe vollstes Verständnis dafür, ich habe sie seinerzeit unterstützt und bin auch dort hingegangen, nur dort ist es ... (Abg. Neudeck: Mit dem Traktor?) – Ja genau! Mit den Traktoren waren sie in der Stadt, in Wien. (Abg. Neudeck: Nein! Ich möchte wissen, ob Sie mit dem Traktor dort waren?) – Nein, ich war ohne Traktor dort. Ich bin keine Bäuerin, leider, ich wollte immer gerne eine werden, es ist mir jedoch nicht gelungen. (Abg. Neudeck: So viele Bauern suchen eine Frau ...!)
Abg. Neudeck: Die Bauern sagen immer, sie finden keine Frauen!
Aber so ist es eben (Abg. Neudeck: Die Bauern sagen immer, sie finden keine Frauen!): Wenn die eine Gruppe demonstriert, ist es okay, wenn aber die andere Gruppe, in diesem Fall die Arbeitnehmer, demonstrieren, und zwar weil es um die Erhaltung ihrer sozialen Rechte geht und auch darum, geschätzte Kolleginnen und Kollegen von den Regierungsfraktionen, wie künftig Konflikte um Wirtschafts- und Sozialpolitik im Hause Österreich ausgetragen werden, ist es nicht legitim.
Abg. Wittauer: Weil wir arbeiten, und nicht streiken!
In Anbetracht dessen, dass der Wunsch der Sozialpartner eine gemeinsam erarbeitete Pensionsreform im September war, frage ich mich, was ist der Grund dafür, dass zwei Monate vorher, jetzt im Juni, mittels Fristsetzungsantrag genau dieser traditionelle, gute, friedliche, für den Standort Österreich so wichtige, wertvolle Weg nicht mehr gegangen werden soll. (Abg. Wittauer: Weil wir arbeiten, und nicht streiken!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich frage Sie, was das mit Reform und mit Chancen zu tun hat. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Mainoni: Sicher nicht! – Abg. Hagenhofer: Das habe ich auch nicht gesagt!
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Was ist der Grund für diese vorliegende Reform? Was ist der Grund, warum die Leute zu Ihnen kommen? Warum läuft die Wirtschaft heute schlecht? Es sind nicht drei Jahre schwarz-blauer Regierung (Abg. Mag. Mainoni: Sicher nicht! – Abg. Hagenhofer: Das habe ich auch nicht gesagt!), sondern die verfehlte Wirtschaftspolitik und die verfehlte Standortpolitik der sozialdemokratisch geführten Regierungen der letzten 30 Jahre. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Widerspruch bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Widerspruch bei der SPÖ.
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Was ist der Grund für diese vorliegende Reform? Was ist der Grund, warum die Leute zu Ihnen kommen? Warum läuft die Wirtschaft heute schlecht? Es sind nicht drei Jahre schwarz-blauer Regierung (Abg. Mag. Mainoni: Sicher nicht! – Abg. Hagenhofer: Das habe ich auch nicht gesagt!), sondern die verfehlte Wirtschaftspolitik und die verfehlte Standortpolitik der sozialdemokratisch geführten Regierungen der letzten 30 Jahre. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Widerspruch bei der SPÖ.)
Abg. Silhavy: Das war kein Unterausschuss!
Meine Damen und Herren! Ich verstehe Ihr fehlendes Selbstbewusstsein nicht. Es kommt zu einer Regierungsvorlage, die sich mit den Pensionen beschäftigt und durchaus Sachen enthalten hat, die auch wir nicht mittragen wollten. Dann kommt sie ins Parlament und wird diskutiert, und ausgerechnet Präsident Fischer sagt, dass jeder Abgeordnete nur 90 Sekunden dazu reden kann. Ich war im Unterausschuss: Kollege Öllinger hat sieben Stunden gesprochen. (Abg. Silhavy: Das war kein Unterausschuss!) – Im Ausschuss. Wir haben ihm interessiert zugehört, es war durchaus interessant. Es war auch vor zwei, drei Jahren interessant, als die Grünen lange geredet haben, denn sie haben durchaus Sachen gesagt, die auch für uns interessant waren. Wir hören uns das gerne an, nur, bitte, was soll man machen, wenn jemand nicht zum Thema reden will oder sich nicht mit dem Thema befassen will oder kann?
Zwischenruf bei der SPÖ.
Sie von der SPÖ haben jetzt eine Oppositions-Vorfeldorganisation: den ÖGB, und den schicken Sie auf die Straße, weil Ihnen die Argumente fehlen. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Kräuter: Das glauben Sie nur!
Es hat auch Kollege Gusenbauer schon einmal einen Antrag eingebracht, in dem er eine Lohnsteuererhöhung, glaube ich, gefordert hat (Abg. Dr. Kräuter: Das glauben Sie nur!), weil er das Wort „nicht“ vergessen hat. Entschuldigung, das kann doch einmal passieren, dann reden wir im Nationalrat darüber – dazu sind wir ja da –, und dann werden wir dem die so genannten Giftzähne ziehen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Dazu, wie doppelbödig die SPÖ agiert, Folgendes: Ich habe von Kollegin Raschhofer einen Brief bekommen, in dem sie mir sagt, dass im EU-Parlament gestern, glaube ich, mit den Stimmen der SPÖ – daran sieht man, wie wichtig die FPÖ in der Regierung ist, denn die ÖVP hat dort auch mitgestimmt – das Antrittsalter für die Pension der Parlamentarier mit 60 Jahren beschlossen wurde. Und hier: große Tränen! Das hat die SPÖ, in diesem Fall gemeinsam mit der ÖVP, beschlossen. Hier aber sind große Diskussionen, wenn man das Pensionsantrittsalter für Politiker dem ASVG anpassen möchte, die gleichen Schritte macht wie im ASVG. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.
Diese Doppelbödigkeit erklären Sie den Leuten einmal, und zwar genau dann, wenn diese auf der Straße sind, da die SPÖ hier im Hause zu einer Oppositionspolitik nicht wirklich fähig ist und daher ihre Vorfeldorganisation, die Gewerkschaft, auf die Straße schickt. (Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Dieser Bundesregierung ist mit Hilfe der Parlamentarier und der Gespräche hier im Haus eine Pensionsreform gelungen, die Gerechtigkeit und Zukunftssicherung für die Menschen in Österreich bringt. Und wenn Sie sich diesem Gesetzentwurf entziehen, dann werden Sie die Verantwortung für die Zukunft tragen müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Wittauer: Ist ja so! Ist ja eine Tatsache! Jetzt wollen Sie das vielleicht auch noch verleugnen?!
Abgeordneter Franz Riepl (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Eine Bemerkung zu den Ausführungen meines Vorredners, des Herrn Abgeordneten Neudeck. Er hat darauf hingewiesen oder behauptet, dass die Sozialdemokratische Partei den ÖGB als Vorfeldorganisation vorgeschickt hat. (Abg. Wittauer: Ist ja so! Ist ja eine Tatsache! Jetzt wollen Sie das vielleicht auch noch verleugnen?!)
Abg. Neudeck: Und die SPÖ war dagegen?
Ich darf darauf hinweisen: Eigentlich entspricht diese Bemerkung nicht dem Niveau Ihrer Intelligenz, Herr Abgeordneter Neudeck! Denn Sie wissen ganz genau, dass alle Beschlüsse im ÖGB mit Ihrem Vertreter, dem Vertreter der freiheitlichen Arbeitnehmer, gefasst wurden. Sie wissen ganz genau, dass alle Beschlüsse im ÖGB mit den Vertretern der ÖVP-Gewerkschafter gefasst wurden. (Abg. Neudeck: Und die SPÖ war dagegen?) Sie wissen ganz genau, dass der ÖGB eine überparteiliche Organisation ist. Also was soll solch eine Bemerkung?! Was soll das wirklich? – Das, was Sie hier gesagt haben, entspricht nicht Ihrer Intelligenz. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: War die SPÖ dagegen oder nicht?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: War die SPÖ dagegen oder nicht?
Ich darf darauf hinweisen: Eigentlich entspricht diese Bemerkung nicht dem Niveau Ihrer Intelligenz, Herr Abgeordneter Neudeck! Denn Sie wissen ganz genau, dass alle Beschlüsse im ÖGB mit Ihrem Vertreter, dem Vertreter der freiheitlichen Arbeitnehmer, gefasst wurden. Sie wissen ganz genau, dass alle Beschlüsse im ÖGB mit den Vertretern der ÖVP-Gewerkschafter gefasst wurden. (Abg. Neudeck: Und die SPÖ war dagegen?) Sie wissen ganz genau, dass der ÖGB eine überparteiliche Organisation ist. Also was soll solch eine Bemerkung?! Was soll das wirklich? – Das, was Sie hier gesagt haben, entspricht nicht Ihrer Intelligenz. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: War die SPÖ dagegen oder nicht?)
Abg. Neudeck: Sehr schwach!
Sehr verehrte Damen und Herren! Gestern hat das Volk einmal mehr Widerstand geleistet. (Abg. Neudeck: Sehr schwach!) Gestern sind viele Menschen, Hunderttausende, knapp eine Million Menschen, die arbeiten, auf die Straße gegangen oder haben in
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Wörtlich heißt es: „Schüssel kritisierte in diesem Zusammenhang scharf die Funktionäre des ÖGB, die durch die heutigen Kampfmaßnahmen mangelnde Verantwortung ... gezeigt hätten.“ – Soweit die Aussage von gestern. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich weiß aber Folgendes: Sehr verehrte Damen und Herren! Wenn eine Million Menschen für eine Sache eintritt, dann bin ich persönlich froh darüber, von Anfang an an deren Seite gestanden zu haben – und mit mir auch die sozialdemokratischen Abgeordneten dieses Hauses. Das nehmen Sie bitte zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein „alter“ Pensionist, der in einem anderen System ist, etwa im Bereich des öffentlichen Dienstes, mit beispielsweise 3 300 €, hat null Abzüge und damit auch keine weiteren Abzüge, weder in Prozenten noch in Euro. Der kann eigentlich gut leben, weil Sie ja in bestehende Pensionen nicht eingreifen. Ich denke, das sollte noch einmal überdacht werden. Das ist nicht die Gerechtigkeit, von der wir ausgehen, sehr verehrte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Der Redner hält die entsprechende Seite des „Kurier“ in die Höhe. – Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.
Wo liegt das Problem? – Ich glaube, niemand hat das deutlicher gezeigt als der „Kurier“ von heute: „ÖGB streikt, Koalition handelt“ – eine schönere Headline hätten wir uns nicht wünschen können. (Der Redner hält die entsprechende Seite des „Kurier“ in die Höhe. – Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.) „Einigung bei der Pensionsreform“, Herr Präsident. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wo liegt das Problem? – Ich glaube, niemand hat das deutlicher gezeigt als der „Kurier“ von heute: „ÖGB streikt, Koalition handelt“ – eine schönere Headline hätten wir uns nicht wünschen können. (Der Redner hält die entsprechende Seite des „Kurier“ in die Höhe. – Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.) „Einigung bei der Pensionsreform“, Herr Präsident. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Leider haben die Sozialpartner die Gesprächsebene verlassen, weil, wie wir mittlerweile vermuten müssen, der Streik bereits beschlossene Sache war. Sie wissen, Herr Präsident Verzetnitsch, dass diese Streiks durchaus auch als ungerecht betrachtet werden können, dass diese Streiks durchaus als rein politische Streiks eingestuft werden können, weil sie sich gegen die Falschen richten, weil sie sich gegen die Betriebe richten, weil sie die eigenen Arbeitsplätze infrage stellen. Gott sei Dank, Herr Präsident Verzetnitsch, sind die Mitarbeiter in den Betrieben oft vernünftiger als die Gewerkschaftsführung. Das zeigt der Verlauf des gestrigen Tages. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.
Herr Präsident, warum sind Sie nicht bereit – wie das in Einzelgesprächen in Aussicht gestellt wird –, Verantwortung mitzutragen? (Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.) Warum laufen Sie dann vom Verhandlungstisch weg, wenn es in Richtung Einigung geht? Diese Frage müssen Sie beantworten, denn Zukunft braucht Verantwortung, Herr Präsident, und die müssen Sie mittragen helfen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Präsident, warum sind Sie nicht bereit – wie das in Einzelgesprächen in Aussicht gestellt wird –, Verantwortung mitzutragen? (Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.) Warum laufen Sie dann vom Verhandlungstisch weg, wenn es in Richtung Einigung geht? Diese Frage müssen Sie beantworten, denn Zukunft braucht Verantwortung, Herr Präsident, und die müssen Sie mittragen helfen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Trinkl: Aber Ihre Gräuelmärchen haben sich auch nicht ...!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Über eine Million Menschen in 18 000 Betrieben haben gestern gestreikt, weil die Regierung ungerecht handelt. Das war gestern so und ist heute nach diesen Abänderungsanträgen sicherlich auch nicht viel anders. Ich weiß nicht, ob Herr Kollege Trinkl schon den ganzen Abänderungsantrag gelesen hat. Wenn er ihn gelesen hätte, dann hätten Sie feststellen müssen, Herr Kollege, dass sich nichts Wesentliches geändert hat, das nichts hinzugekommen ist, was zur Gerechtigkeit des Pensionssystems beiträgt. Das wissen Sie genau. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Trinkl: Aber Ihre Gräuelmärchen haben sich auch nicht ...!)
Rufe bei der ÖVP: Wo? Wo? – Abg. Dr. Trinkl: Sie haben bis heute noch nichts vorgelegt!
Wir haben als einzige Partei – und seit Jänner waren wir die einzige Partei, die wirklich ein schlüssiges Konzept auf den Tisch gelegt hat – immer wieder die Eckpunkte formuliert, Eckpunkte, die verständlich sind, die sozial gerecht sind. (Rufe bei der ÖVP: Wo? Wo? – Abg. Dr. Trinkl: Sie haben bis heute noch nichts vorgelegt!) – Das ist heute da schon gelegen! Ich gebe es Ihnen dann, damit Sie es sich durchlesen können. (Abg. Dr. Trinkl: Das bestgehütete Geheimnis der Republik ist Ihr Modell!) Und das ist das System der Pensionsreform der Sozialdemokratie, das wirklich gerecht ist.
Abg. Dr. Trinkl: Das bestgehütete Geheimnis der Republik ist Ihr Modell!
Wir haben als einzige Partei – und seit Jänner waren wir die einzige Partei, die wirklich ein schlüssiges Konzept auf den Tisch gelegt hat – immer wieder die Eckpunkte formuliert, Eckpunkte, die verständlich sind, die sozial gerecht sind. (Rufe bei der ÖVP: Wo? Wo? – Abg. Dr. Trinkl: Sie haben bis heute noch nichts vorgelegt!) – Das ist heute da schon gelegen! Ich gebe es Ihnen dann, damit Sie es sich durchlesen können. (Abg. Dr. Trinkl: Das bestgehütete Geheimnis der Republik ist Ihr Modell!) Und das ist das System der Pensionsreform der Sozialdemokratie, das wirklich gerecht ist.
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben uns nie in dieses Ringelspiel der Verwirrung hineingesetzt wie Sie, meine Damen und Herren, wo im Endeffekt nach etlichen Korrekturen, samt dem heutigen Abänderungsantrag, nur ein Gefühl des Schwindels übrig geblieben ist, denn dass die Kolleginnen und Kollegen der FPÖ heute ganz blass dasitzen, das kommt vom ständigen Drehen in diesem Karussell. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Nein!
Der Herr Bundeskanzler hat selbst gesagt, dass Sie die zweite und dritte Säule stärken wollen, das heißt, Sie verabschieden sich vom Umlagesystem. (Abg. Mag. Molterer: Nein!) Sie sichern damit nicht die späteren Pensionen der jungen Menschen, Herr Klubobmann Molterer! Ganz im Gegenteil: Genau die unter 40-Jährigen werden massiv verunsichert, und denen wird nicht die Wahrheit gesagt, denn das sind in Wirklichkeit die großen VerliererInnen Ihrer so genannten Pensionssicherungsreform.
Beifall bei der SPÖ.
Verlierer Ihrer „Reform“ die unter 40-Jährigen sein werden. – Zitieren Sie das also bitte auch, damit das vollständig ist! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Tut sie auch!
Für ziemlich abenteuerlich, meine Damen und Herren, halte ich die Aussage von Frau Kollegin Fuhrmann – sie ist jetzt leider nicht im Saal –, der Jugendsprecherin der ÖVP. Sie sollte eigentlich die Interessen der jungen Menschen vertreten. (Abg. Mag. Molterer: Tut sie auch!) Kollegin Fuhrmann meinte, durch die Bemühungen der Bundesregierung gingen nicht 40 Prozent verloren, sondern würden 60 Prozent gewonnen. – Dazu kann ich nur sagen: Sind wir in einem Lotteriespiel um die zukünftigen Pensionen der jungen Menschen?! Sollen die vielleicht auch noch froh sein, wenn sie nur 60 Prozent bekommen, obwohl sie Monat für Monat ihre Beiträge einzahlen?! Aber vielleicht spielt in Ihren Kreisen Geld keine Rolle. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Für ziemlich abenteuerlich, meine Damen und Herren, halte ich die Aussage von Frau Kollegin Fuhrmann – sie ist jetzt leider nicht im Saal –, der Jugendsprecherin der ÖVP. Sie sollte eigentlich die Interessen der jungen Menschen vertreten. (Abg. Mag. Molterer: Tut sie auch!) Kollegin Fuhrmann meinte, durch die Bemühungen der Bundesregierung gingen nicht 40 Prozent verloren, sondern würden 60 Prozent gewonnen. – Dazu kann ich nur sagen: Sind wir in einem Lotteriespiel um die zukünftigen Pensionen der jungen Menschen?! Sollen die vielleicht auch noch froh sein, wenn sie nur 60 Prozent bekommen, obwohl sie Monat für Monat ihre Beiträge einzahlen?! Aber vielleicht spielt in Ihren Kreisen Geld keine Rolle. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Arbeitsmarktpolitisch gesehen ist es längst fünf nach zwölf – und nicht fünf vor zwölf, meine Damen und Herren! Dänemark zum Beispiel gibt 4,6 Prozent des Budgets für Arbeitsmarktpolitik aus; bei uns hingegen sind es magere 1,6 Prozent! Was Ihnen von der Bundesregierung jedoch wichtig ist, ist die eigene PR. 4 Millionen € haben Sie ausgegeben für Ihre Kampagne „Österreich neu regieren – Zukunft ohne Schulden“. – Hätten Sie dieses Geld in Arbeitsplätze investiert, hätten ein paar junge Leute zumindest Zukunftsperspektiven! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf bei der ÖVP.
Abschließend: Wir wollen eine Pensionsreform, wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wollen harmonisieren. Wir sagen: Harmonisieren heißt sichern, aber bitte: fair, sozial, gerecht und zukunftssichernd, und zwar genauso für Junge wie für Ältere, für Männer und für Frauen. Wir von der SPÖ denken nach! Tun Sie von ÖVP und FPÖ das endlich auch! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Die „Presse“ schreibt: Der ÖGB wollte es wissen. Jetzt weiß er es. Die Österreicher sind nicht in eine Radikalisierung hineintreibbar. Damit ist auch das Gewicht des ÖGB zum Segen des Landes reduziert. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Selbstverständlich sollten wir auch Vorbildwirkung für junge Menschen haben; Jugendliche sind ja immer irgendwie darauf bedacht, uns Erwachsene ein bisschen nachzuahmen. Ich glaube aber nicht, dass es im Sinne einer Vorbildwirkung ist, ihnen einzureden zu versuchen, dass Streiks konstruktiv seien, sondern wir sollten den jungen Menschen mitgeben, dass es sinnvoll ist, Probleme im Dialog zu lösen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Also eine bezahlte Lüge mit Steuergeldern! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Das ist nicht die Art von Dialog, die wir uns wünschen! – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Also eine bezahlte Lüge mit Steuergeldern! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Das ist nicht die Art von Dialog, die wir uns wünschen! – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung des Abg. Lichtenegger –: Sag: „die Unwahrheit“!
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter, den Vorwurf der „Lüge“ bitte ich Sie zurückzuziehen, sonst muss ich Ihnen einen Ordnungsruf erteilen. (Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung des Abg. Lichtenegger –: Sag: „die Unwahrheit“!)
Ruf: Lügnerin ...!
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Mag. Trunk. – Bitte. (Ruf: Lügnerin ...!)
Beifall bei der SPÖ.
Punkt 2, zum Kollegen Lichtenegger und dessen Behauptung, Inserate der SPÖ würden mit Steuermitteln finanziert: Im Gegensatz zur FPÖ bezahlt die SPÖ ihre Inserate aus Mitteln der Sozialdemokratischen Partei – und nicht aus anderen Quellen! Das werden Sie auch zurücknehmen! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Zu Ihrem Optimismus und Ihrem Ja-Sagen zu dieser Pensionsreform nur einen Satz: Kollege Lichtenegger, du bist noch jung genug, um die „Früchte“ dieser Pensionskürzung und den Verlust der Chancengerechtigkeit für die Jungen am eigenen Leib zu erleiden! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich hoffe nicht, dass du einst an deine Worte zurückdenken wirst, und zwar mit Bitternis. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dolinschek.) – Herr Kollege Dolinschek, lassen wir das!
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dolinschek.
Zu Ihrem Optimismus und Ihrem Ja-Sagen zu dieser Pensionsreform nur einen Satz: Kollege Lichtenegger, du bist noch jung genug, um die „Früchte“ dieser Pensionskürzung und den Verlust der Chancengerechtigkeit für die Jungen am eigenen Leib zu erleiden! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich hoffe nicht, dass du einst an deine Worte zurückdenken wirst, und zwar mit Bitternis. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dolinschek.) – Herr Kollege Dolinschek, lassen wir das!
Rufe bei der SPÖ: Hört, hört!
In Kärnten haben wir zur Resolution des ÖGB gesagt: Streiten wir nicht, machen wir einen Konsens zumindest für Kärnten! – Kollege Dolinschek hat vor versammelter Mannschaft beziehungsweise Frauschaft dort gesagt, er könne die ÖGB-Resolution nicht unterfertigen, sie sei ihm zu wenig weitreichend. (Rufe bei der SPÖ: Hört, hört!) – Mehr sage ich dazu nicht, Herr Kollege Dolinschek!
Beifall bei der SPÖ.
Was uns Ihre Kollegen und die zuständigen Minister und Ministerinnen auf der Regierungsbank heute und in den letzten Tagen und Wochen rund um das, was Sie „Pensionsreform“ nennen, liefern, ist ein Sittenbild ... Nein, Entschuldigung: Das ist kein Sittenbild, sondern ein Unsittenbild, das erstens nur so strotzt vor Dilettantismus, Punkt zwei vor Arroganz, Punkt drei vor Feigheit – und ich füge auch noch hinzu: einem mangelnden Demokratieverständnis, wenn ich diese Reflexe gegen Demonstrationen, gegen Demokratie und mutige österreichische Staatsbürger und Staatsbürgerinnen auch noch berücksichtige. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Dilettantismus, weil Sie ja in Wirklichkeit bis zum heutigen Tage noch nicht einmal in der Lage waren – vielleicht haben Sie es in den letzten Stunden doch noch geschafft –, Vorlagen oder Abänderungsanträge entsprechend rechtzeitig einzubringen. Ich erwähne in diesem Zusammenhang die viel zitierte Trägerrakete und die Ausführungen dazu nicht. – Dass etwas unterschrieben wird, wofür man nicht haftet, ist ja nicht zum ersten Mal eine Causa der FPÖ, obwohl vielleicht einmalig bei der ÖVP. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Abg. Freund: Sie wissen genau, dass das nicht stimmt!
Punkt drei: Dieses Unsittenbild strotzt auch vor Feigheit, insbesondere vor Feigheit eines noch amtierenden Bundeskanzlers, der zu wenig Mut hat, sich mit den Vertretern der Oppositionspartei an einen Tisch zu setzen und ernsthaft zu verhandeln. (Abg. Freund: Sie wissen genau, dass das nicht stimmt!) Er ist deshalb zu feig, weil er ganz genau weiß – er hat heute nicht zum ersten Mal die SPÖ-Vorschläge gelesen –, dass die Sozialdemokratie über ein wirklich soziales, gerechtes und zukunftsicherndes Modell verfügt – daher diese Mutlosigkeit und Feigheit. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Punkt drei: Dieses Unsittenbild strotzt auch vor Feigheit, insbesondere vor Feigheit eines noch amtierenden Bundeskanzlers, der zu wenig Mut hat, sich mit den Vertretern der Oppositionspartei an einen Tisch zu setzen und ernsthaft zu verhandeln. (Abg. Freund: Sie wissen genau, dass das nicht stimmt!) Er ist deshalb zu feig, weil er ganz genau weiß – er hat heute nicht zum ersten Mal die SPÖ-Vorschläge gelesen –, dass die Sozialdemokratie über ein wirklich soziales, gerechtes und zukunftsicherndes Modell verfügt – daher diese Mutlosigkeit und Feigheit. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Rufe bei den Freiheitlichen: Wo ist er denn? – Abg. Hornek: Er fürchtet sich!
Die SPÖ, vertreten durch unseren Parteivorsitzenden Gusenbauer, hat den Mut und hat Hürden überwunden. (Rufe bei den Freiheitlichen: Wo ist er denn? – Abg. Hornek: Er fürchtet sich!) Er war so offen, sogar mit eurem Haider zu verhandeln, denn ihm und der Sozialdemokratie war jede Stimme recht, diese Unreform zu verhindern.
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Gusenbauer hatte die Offenheit und die Freiheit. Was ist passiert? – Er hat sich mit Haider zusammengesetzt, aber der Mut hat Haider vor Ende der Spargelzeit bereits verlassen. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Ein Haider, der gestern Vormittag aus Kärnten noch mitteilen ließ, dass er die Regierung sprengen wolle, um am Nachmittag umzufallen. Warum ist das passiert? Warum ist Haider kleinlaut geworden? Und warum verkündet er selbst heute noch immer die gleiche Meinung, das sei ein gutes Modell? – Weil es in Wirklichkeit ein Kitt ist, der Sie alle zusammenhält: Der Kitt, das sind die dubiosen Vorgänge rund um die Anschaffung des Kriegsgeräts. Das ist der Kitt, der selbst Jörg Haider zum Schweigen bringt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Hahnebüchen ist das!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Hahnebüchen ist das!
Gusenbauer hatte die Offenheit und die Freiheit. Was ist passiert? – Er hat sich mit Haider zusammengesetzt, aber der Mut hat Haider vor Ende der Spargelzeit bereits verlassen. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Ein Haider, der gestern Vormittag aus Kärnten noch mitteilen ließ, dass er die Regierung sprengen wolle, um am Nachmittag umzufallen. Warum ist das passiert? Warum ist Haider kleinlaut geworden? Und warum verkündet er selbst heute noch immer die gleiche Meinung, das sei ein gutes Modell? – Weil es in Wirklichkeit ein Kitt ist, der Sie alle zusammenhält: Der Kitt, das sind die dubiosen Vorgänge rund um die Anschaffung des Kriegsgeräts. Das ist der Kitt, der selbst Jörg Haider zum Schweigen bringt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Hahnebüchen ist das!)
Abg. Murauer: Können Sie das genauer definieren, damit wir uns auskennen?
Dass es nur Kitt ist, das zeigte die blanke Verzweiflung des sonst immer murmelnden Sozialministers und Vizekanzlers Haupt. Heute hat er die Brülldroge geschluckt. (Abg. Murauer: Können Sie das genauer definieren, damit wir uns auskennen?) Haupt hat in seiner blanken Verzweiflung und in ein wenig politischer Verwirrtheit heute statt von geringen Pensionen und Benachteiligung von Frauen von – ich zitiere – „privilegierten Frauen“ in Österreich gesprochen, und Dolinschek sprach von den „humanen Verlusten“, von Verlusten, denen er aber letztlich zustimmen wird.
Heiterkeit. – Abg. Mag. Mainoni: Das ist nichts für Ihre Nerven!
Geschätzte Kollegen der ÖVP und der FPÖ! – Das rote Licht leuchtet, ich kürze ab. (Heiterkeit. – Abg. Mag. Mainoni: Das ist nichts für Ihre Nerven!) Ich habe Ihnen vor einigen Monaten gesagt, erst wenn die letzte Steuer erhöht sein wird, erst wenn die letzte Pension gekürzt sein wird, werden Sie erkennen, dass man Abfangjäger nicht essen kann! – Sie haben es erkannt und handeln daher vorsätzlich fahrlässig. Auch wenn in vier Tagen Pfingsten kommt und dieser Herr Präsident unseren Herrgott vom Himmel in die Verfassung holen will – ich meine, wir lassen ihn dort, wo er ist –, habe ich nicht einen Funken Hoffnung, dass diese Bundesregierung und Sie die Erleuchtung trifft. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzte Kollegen der ÖVP und der FPÖ! – Das rote Licht leuchtet, ich kürze ab. (Heiterkeit. – Abg. Mag. Mainoni: Das ist nichts für Ihre Nerven!) Ich habe Ihnen vor einigen Monaten gesagt, erst wenn die letzte Steuer erhöht sein wird, erst wenn die letzte Pension gekürzt sein wird, werden Sie erkennen, dass man Abfangjäger nicht essen kann! – Sie haben es erkannt und handeln daher vorsätzlich fahrlässig. Auch wenn in vier Tagen Pfingsten kommt und dieser Herr Präsident unseren Herrgott vom Himmel in die Verfassung holen will – ich meine, wir lassen ihn dort, wo er ist –, habe ich nicht einen Funken Hoffnung, dass diese Bundesregierung und Sie die Erleuchtung trifft. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Frau Kollegin Trunk, der Geist weht, wo er will. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich komme aus Oberösterreich, aus dem Innviertel, und da ist es noch gute Tradition, dass man die Dinge beim Namen nennt und auch das sagt, was man sich denkt. Auf Grund der heutigen Debatte und auch auf Grund dessen, was meine Vorrednerin gesagt hat, werde ich von dieser Mentalität kurz abweichen, weil ich bei meiner ersten Rede einen guten Eindruck hinterlassen möchte. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich würde wirklich darum bitten, dass Sie auch Ihre konkreten Vorschläge auf den Tisch legen und Alternativen aufzeigen, die zur langfristigen Sicherung der Pensionen dienen. Ich kann diese in Ihren Broschüren leider nicht finden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir von den Regierungsfraktionen haben unsere Ideen und Vorstellungen in die Diskussion um die Reform eingebracht. Das, was Kanzler Schüssel und Vizekanzler Haupt heute präsentiert haben, ist ein faires und sozial verträgliches Angebot, welches zukunftsorientiert ist und vor allem die nachkommenden Generationen berücksichtigt. Ob es die zehnprozentige Verlustdeckelung, die Verbesserung bei der so genannten „Hackler-Regelung“, die vorgesehene Schwerarbeiterregelung, die 30 Ersatzmonate für Zeitsoldaten oder – ganz wichtig – die Schaffung eines beitragsorientierten, persönlichen Pensionskontos ist, es sind Maßnahmen, die in ihrer Gesamtheit notwendig und wichtig sind. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe bei der SPÖ: Raiffeisenbank!
Sie können sich gerne bei der österreichischen Raiffeisenbank über den großen Zulauf zur privaten Vorsorge informieren. (Rufe bei der SPÖ: Raiffeisenbank!) – Bis dato konnten innerhalb weniger Monate bereits über 40 000 Verträge abgeschlossen werden, nicht nur von der Raiffeisenbank, sondern insgesamt.
Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zum Abschluss möchte ich noch sagen: Die jungen Menschen in diesem Land sowie über 80 Prozent der Bevölkerung stehen zu einer Pensionssicherungsreform. Meine Damen und Herren von der Opposition! Es wäre schön, wenn alle in diesem Haus diese Einsicht hätten und diese wirklich notwendige Reform auch mittragen würden. – Ich danke sehr. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Werfen Sie Ihren Blick nicht immer nach Deutschland, sondern werfen Sie Ihren Blick auf diese Menschen und tragen Sie Verantwortung für diese Menschen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.
Meine Damen und Herren! Wenn ein Schichtarbeiter jahrzehntelang in die Pensionsversicherung einzahlt und dann durch das brutale Hinaufsetzen des Pensionsantrittsalters auf 65 Jahre die Pension gar nicht mehr genießen kann, dann ist das glatter Pensionsraub! Anders kann man es nicht bezeichnen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.)
Abg. Mag. Mainoni: Geh!
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! Ist Ihnen klar, dass Sie damit dabei sind, den Lebensabend für diese Menschen abzuschaffen? (Abg. Mag. Mainoni: Geh!) Viele dieser Menschen werden es nämlich rein körperlich nicht schaffen, die Arbeitsbelastung bis ins hohe Alter durchzuhalten. Sie werden vor dem Erreichen des Pensionsalters krank werden oder sterben, oder sie werden vor dem 65. Lebensjahr arbeitslos werden und werden keinen Arbeitsplatz mehr finden, weil sie kein Unternehmen mehr nimmt. (Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.) Über vier Jahrzehnte langes hartes Arbeiten, drohende Arbeitslosigkeit im Alter und zusätzliche Pensionskürzungen, wie sie jetzt immer noch von der Regierung beabsichtigt sind, bedeuten eine unzumutbare und skandalöse Benachteiligung für diese Menschen!
Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! Ist Ihnen klar, dass Sie damit dabei sind, den Lebensabend für diese Menschen abzuschaffen? (Abg. Mag. Mainoni: Geh!) Viele dieser Menschen werden es nämlich rein körperlich nicht schaffen, die Arbeitsbelastung bis ins hohe Alter durchzuhalten. Sie werden vor dem Erreichen des Pensionsalters krank werden oder sterben, oder sie werden vor dem 65. Lebensjahr arbeitslos werden und werden keinen Arbeitsplatz mehr finden, weil sie kein Unternehmen mehr nimmt. (Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.) Über vier Jahrzehnte langes hartes Arbeiten, drohende Arbeitslosigkeit im Alter und zusätzliche Pensionskürzungen, wie sie jetzt immer noch von der Regierung beabsichtigt sind, bedeuten eine unzumutbare und skandalöse Benachteiligung für diese Menschen!
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wenn Sie das nicht einsehen, dann ist Ihnen entweder intellektuell ohnehin nicht mehr zu helfen, oder Sie werden von unlauteren, zynischen Motiven und Verachtung diesen Menschen gegenüber getrieben! Und all das nur, um kurzfristig Geld fürs Budget und die Abfangjäger zusammenzukratzen! Sie begehen im wahrsten Sinne des Wortes Pensionsraub an diesen Menschen, die am härtesten arbeiten, ohnehin geringe Pensionen bekommen und noch dazu die geringste Lebenserwartung haben! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Meine Damen und Herren! In den Verhandlungen mit den Sozialpartnern ist Bundeskanzler Schüssel in den entscheidenden Fragen stur geblieben. Ein Kernpunkt für das Scheitern der Gespräche war zum Beispiel die von der Regierung behauptete Begrenzung der Pensionsverluste mit 10 Prozent. Diese Deckelung soll jedoch nur wenige Jahre gelten, bis das beitragsorientierte Pensionskonto eingeführt wird. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.) Für dann sind die ursprünglich radikalen Pensionskürzungen von
Abg. Wittauer: Das ist kein Spiel!
Dass bei diesem Spiel die ÖVP federführend ist, kann mich wirklich nicht überraschen (Abg. Wittauer: Das ist kein Spiel!), doch dass die Kolleginnen und Kollegen von der Freiheitlichen Partei, die immer mit dem Anspruch auftreten, die kleinen Arbeiter zu vertreten, dabei mitspielen, ist erschreckend für mich! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Dass bei diesem Spiel die ÖVP federführend ist, kann mich wirklich nicht überraschen (Abg. Wittauer: Das ist kein Spiel!), doch dass die Kolleginnen und Kollegen von der Freiheitlichen Partei, die immer mit dem Anspruch auftreten, die kleinen Arbeiter zu vertreten, dabei mitspielen, ist erschreckend für mich! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Zwischenruf der Abg. Hagenhofer.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Maximilian Hofmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Ein Wort zu den Ausführungen meines Vorredners: Es wird Ihnen sehr wohl bekannt sein, dass der Experte im Hearing 15 Prozent Deckelung für vertretbar bezeichnet hat. (Zwischenruf der Abg. Hagenhofer.) Sie aber, geschätzter Kollege, bezeichnen nun die 10 Prozent als unzumutbar und sprechen davon, dass diese Deckelung der Abzüge nur für eine kurze Zeit wirksam sein würde. – Dann haben Sie aber offenbar irgendetwas nicht gelesen: Es geht nämlich immerhin bis 2028! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Maximilian Hofmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Ein Wort zu den Ausführungen meines Vorredners: Es wird Ihnen sehr wohl bekannt sein, dass der Experte im Hearing 15 Prozent Deckelung für vertretbar bezeichnet hat. (Zwischenruf der Abg. Hagenhofer.) Sie aber, geschätzter Kollege, bezeichnen nun die 10 Prozent als unzumutbar und sprechen davon, dass diese Deckelung der Abzüge nur für eine kurze Zeit wirksam sein würde. – Dann haben Sie aber offenbar irgendetwas nicht gelesen: Es geht nämlich immerhin bis 2028! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Murauer: Traurig, aber wahr!
Bis jetzt – und das sind immerhin, wenn man nur diesen Tagesordnungspunkt rechnet, rund sechs Debattenstunden – ist kein einziger konstruktiver Vorschlag seitens der Oppositionsparteien hier vom Rednerpult aus gekommen. (Abg. Murauer: Traurig, aber wahr!) Du sagst es: Das ist traurig, aber wahr!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie verlegen sich darauf, vom Pensionsklau zu sprechen, plakatieren dies und verbreiten dies in den Medien. – Wenn jetzt von Pensionsklau die Rede ist, dann können Sie wohl nur die Pensionserhöhung während Ihrer Zeit als verantwortliche Regierungspartei im Jahre 1996 und 1997 meinen, als es eine Gehalts- beziehungsweise Pensionserhöhung von null Prozent gegeben hat. Ihr Zeichen beziehungsweise Ihr Signal ist der Abbruch des Dialoges, der stattfinden sollte. An Stelle des Dialoges fordern Sie zum Streik auf, und zwar – wie ich meine – aus parteipolitisch motivierten Gründen. Sie demonstrieren, statt zu reformieren, und zwar nicht mit dem Ziel, eine Verbesserung dieser Pensionssicherungsreform zu erreichen, sondern mit dem Ziel, diese Regierung zu sprengen. Ich sage Ihnen aber, dass Ihnen das mit Sicherheit nicht gelingen wird! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Wenn hier ein Vergleich mit den Bauern angestellt wurde, die einmal mit ihren Traktoren nach Wien gefahren sind und demonstriert haben, so darf ich darauf hinweisen, dass es einen Unterschied macht. Die Bauern sind auf ihre eigenen Kosten mit ihren Traktoren nach Wien gefahren und haben demonstriert. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.) Ein Streik, sehr geehrte Damen und Herren, ist mit Sicherheit etwas anderes. Ich wiederhole es: Herr Kollege Öllinger, das spielt sich auf der betrieblichen Ebene ab, und die Betriebe haben, weil parteipolitisch motiviert, die Kosten hiefür zu tragen.
Abg. Öllinger: Sie haben es eilig!
Sehr geehrte Damen und Herren! Bei Ihnen habe ich den Eindruck, Sie gehen nach dem Motto vor – denn es geht Ihnen nur um das Verschieben der Zeit –: Es ist viel zu tun, warten wir es ab. (Abg. Öllinger: Sie haben es eilig!) Es hat die Regierungsvorlage gegeben, die in Begutachtung gegangen ist. Es hat Stellungnahmen dazu gegeben, die Berücksichtigung gefunden haben. Es hat – ich gebe es zu – harte Verhandlungen auch zwischen den Koalitionsparteien gegeben, die gut, sinnvoll und richtig waren. Und Sie hätten Gelegenheit gehabt, sich ebenfalls in entsprechendem Maße einzubringen. Die Verhandlungen, die die Koalitionsparteien miteinander geführt haben, sind für
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Für gewisse Dinge braucht man Mut, Mut zur Gerechtigkeit und auch Mut zur Verantwortung, den Sie offensichtlich nicht hatten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Wattaul.
Abgeordnete Mag. Christine Lapp (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Mein Vorredner hat sich ziemlich abgequält bei seiner Rede. Ich kann das verstehen. Die FPÖ hat sicherlich eine lange Nacht der Verhandlungen hinter sich. Wie man an der Diskussion zur Pensionsreform merkt, ist die Regierung nach wie vor auf ihrem Schlitterkurs unterwegs. Die Österreicherinnen und Österreicher kommen mit Ihnen auf die politische Hochschaubahn. (Zwischenruf des Abg. Wattaul.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie reden schon seit in der Früh immer drein, und es ist nicht immer witzig, muss ich Ihnen sagen, Herr Kollege Wattaul. Ich möchte mich jetzt gerne mit dem Thema der Pensionsreform beschäftigen. Aber im Gegensatz zu Ihnen, der Sie ja nur billige Benzinpreise im Kopf haben, sind mir die Anliegen der Österreicherinnen und Österreicher wichtig. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Auch keine mitreißende Rede!
Es wurde von Seiten der Regierung auch immer wieder darauf hingewiesen, dass das eine Geldbeschaffungsaktion ist, weil nämlich die Steuerreform finanziert werden muss. Und immer wieder kam der Hinweis auf die Steuerreform. Nie kam allerdings das Kleingedruckte im Beipacktext bei Ihren Maßnahmen, dass nämlich lange Verluste durch diese Pensionsreform durch eine Steuerreform nicht ausgeglichen werden können. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Auch keine mitreißende Rede!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Bürgerinnen und Bürger haben Mails geschrieben, haben Briefe geschrieben, haben demonstriert und gestreikt. Und ich denke mir, all diesen Bürgerinnen und Bürgern muss man für ihre Unterstützung auch danke sagen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Menschen in unserem
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Vor allem von Ihnen von der FPÖ würde mich interessieren, ob Sie nach wie vor zu Ihrer Forderung nach einer Volksabstimmung stehen, denn Sie haben ja immer wieder gesagt, dass das ein wesentlicher Beitrag ist, dass man dann, wenn eine Pensionsreform auf dem Tisch liegt, das Volk dazu befragen wird. Nach den Beispielen, die ich aufgezählt habe, meine ich, dass diese Zusage von Ihrer Seite nach wie vor ein weiteres Märchen aus der Grottenbahn ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn ich jetzt noch sagen würde, es ist ein freudiger Tag für Österreich, weil ich meine erste Rede zu diesem wichtigen Thema halte, wäre das eine maßlose Selbstüberschätzung, aber ein freudiger Tag für mich ist es allemal. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir von der Österreichischen Volkspartei sind uns unserer Verantwortung für die Generationen bewusst, und deshalb wurden auch für die Familien wichtige Maßnahmen gesetzt. Der pensionsbegründende Anteil der Kindererziehungszeiten – übrigens auch eine Errungenschaft dieser Regierung, die von der Opposition heftigst bekämpft wurde – wird von derzeit 18 auf 24 Monate erhöht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Pro Kind wird der Durchrechnungszeitraum um drei Jahre verkürzt. Außerdem wird die Bemessungsgrundlage für pensionserhöhende Kindererziehungszeiten in Schritten auf 150 Prozent erhöht. Somit tragen all diese Maßnahmen dazu bei, Familien zu unterstützen, Kindererziehungszeiten zu honorieren, um das Ja zum Kind, das Ja zu unserer Zukunft zu sichern. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Posch: Morak ist völlig begeistert von Ihrer Rede!
Es wäre wirklich ein schöner Tag für Österreich, wenn dieses Konzept von ÖVP und FPÖ auch mit der Unterstützung von Ihnen, meine Damen und Herren von der Opposition, beschlossen werden könnte. Ich lade Sie dazu recht herzlich ein. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Posch: Morak ist völlig begeistert von Ihrer Rede!)
Abg. Dr. Cap: Ein getragener Vortrag war das!
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu Wort gelangt nunmehr Herr Abgeordneter Schopf. Redezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Cap: Ein getragener Vortrag war das!)
Zwischenruf des Abg. Großruck
Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Nehmt bitte zur Kenntnis, dass am gestrigen Tag über eine Million Kolleginnen und Kollegen erklärt haben (Zwischenruf des Abg. Großruck), dass sie bereit sind, Maßnahmen zu setzen (Zwischenruf des Abg. Mag. Mainoni), um dem Unmut über diese Regierung und vor allem über die Pläne dieser Regierung im Bereich der Pensionen Ausdruck zu geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Mainoni
Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Nehmt bitte zur Kenntnis, dass am gestrigen Tag über eine Million Kolleginnen und Kollegen erklärt haben (Zwischenruf des Abg. Großruck), dass sie bereit sind, Maßnahmen zu setzen (Zwischenruf des Abg. Mag. Mainoni), um dem Unmut über diese Regierung und vor allem über die Pläne dieser Regierung im Bereich der Pensionen Ausdruck zu geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Nehmt bitte zur Kenntnis, dass am gestrigen Tag über eine Million Kolleginnen und Kollegen erklärt haben (Zwischenruf des Abg. Großruck), dass sie bereit sind, Maßnahmen zu setzen (Zwischenruf des Abg. Mag. Mainoni), um dem Unmut über diese Regierung und vor allem über die Pläne dieser Regierung im Bereich der Pensionen Ausdruck zu geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Großruck: Wo sind die Briefe?
Es waren dies nicht nur Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Ich habe auch viele Briefe mit, in denen in den letzten Tagen, in den letzten Wochen Vorstände, Vorstandsvorsitzende von großen Privatkonzernen in Oberösterreich den Herrn Bundeskanzler schriftlich ersucht haben: Lieber Herr Bundeskanzler! Führen Sie den Dialog mit den Gewerkschaften. (Abg. Großruck: Wo sind die Briefe?) Versuchen Sie, soziale Lösungen mit den Arbeitnehmern anzupeilen. (Abg. Großruck: Zeigen Sie uns die Briefe!) Sie haben in diesem Regierungsentwurf Maßnahmen, die unsozial sind. Wir werden nämlich, das sagen manche Vorstandsvorsitzende, auf Grund der schwierigen Bedingungen in den Betrieben ältere Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen nicht beschäftigen können.
Abg. Großruck: Zeigen Sie uns die Briefe!
Es waren dies nicht nur Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Ich habe auch viele Briefe mit, in denen in den letzten Tagen, in den letzten Wochen Vorstände, Vorstandsvorsitzende von großen Privatkonzernen in Oberösterreich den Herrn Bundeskanzler schriftlich ersucht haben: Lieber Herr Bundeskanzler! Führen Sie den Dialog mit den Gewerkschaften. (Abg. Großruck: Wo sind die Briefe?) Versuchen Sie, soziale Lösungen mit den Arbeitnehmern anzupeilen. (Abg. Großruck: Zeigen Sie uns die Briefe!) Sie haben in diesem Regierungsentwurf Maßnahmen, die unsozial sind. Wir werden nämlich, das sagen manche Vorstandsvorsitzende, auf Grund der schwierigen Bedingungen in den Betrieben ältere Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen nicht beschäftigen können.
Abg. Rossmann: Warum?
Wir wissen heute schon von der großen Stahlindustrie, aber auch von der Textilindustrie, dass dem so ist. Ich frage bei vielen Versammlungen und Betriebsbesuchen, wo die Kollegen und Kolleginnen mit 59, mit 60 oder 61 Jahren sind. Sie sind nicht mehr im Betrieb. Es wird alles darangesetzt, dass diese Kolleginnen und Kollegen in die verschiedenen Formen von Arbeitslosigkeit geschickt werden oder andere Möglichkeiten angeboten bekommen, weil sie nicht mehr beschäftigt werden können, weil die Arbeitsbedingungen letztendlich schwierig sind. (Abg. Rossmann: Warum?)
Beifall bei der SPÖ.
Also konkret: Kommt diese Regelung ab 2014 oder 2017? – Das wäre vor allem für die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen eine sehr wichtige und interessante Frage. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich danke den Verantwortlichen und insbesondere den Regierungsparteien, Herrn Bundeskanzler Schüssel, aber auch Herrn Vizekanzler Haupt für die Bereitschaft, auf Kritikpunkte zur Pensionsreform einzugehen und diese Reform sozialverträglich zu gestalten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Als Frau ist es mir ein Anliegen, auf diesen letzten Punkt besonders einzugehen. Ich freue mich über die Erhöhung von pensionsbegründenden Kindererziehungszeiten und natürlich auch über die Familienhospizkarenzzeiten. Diese Regelung gilt natürlich auch für diese. Ich freue mich darüber, dass für die Vergangenheit und Zukunft drei Jahre pro Kind für die Kindererziehung aus der Durchrechnungszeit herausgenommen werden – unabhängig vom Abstand zwischen den Geburten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich freue mich darüber, dass die Ausgleichszulage für Familien auf 1 000 € angehoben wurde. Ich freue mich auch darüber, dass es für ältere Arbeitnehmer statt einer vorzeitigen Alterspension ein Altersübergangsgeld geben wird, dass auch diesbezüglich wiederum die Frauen profitieren werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Da ich selbst Mutter von drei Kindern und dreizehn Jahre lang für meine Familie zu Hause geblieben bin, kann ich als Betroffene sagen, dass die ÖVP immer zu Recht als familienfreundlichste Partei gegolten hat und noch immer gilt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zum Schluss möchte ich ein Sprichwort wiedergeben, das lautet: Aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, lassen sich die schönsten Häuser bauen. – Auf diesem Weg zur Pensionssicherungsreform gab es viele Steine, und es gibt nun ein prächtiges Haus. Es ist sozial, es ist gerecht, es ist familien- und frauenfreundlich und es ist auch nachhaltig. Das heißt, dass die nächste Generation nicht im Regen stehen wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Wittauer: Erzählen wir wieder ein paar Märchen?
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Stadlbauer. Sie will 5 Minuten zu uns sprechen. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Wittauer: Erzählen wir wieder ein paar Märchen?)
Abg. Großruck: Das ist eine rote Partie im Städtetag!
Abgeordnete Bettina Stadlbauer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Frau Bürgermeisterin, nachdem Sie Ihre Ovationen empfangen haben, wollte ich Sie nur darauf hinweisen, dass beim heute stattfindenden Städte- und Gemeindetag – dieses Gremium tagt in Linz – eine einstimmige Protestnote verabschiedet wurde, in der sich die Städte und Gemeinden gegen diese Reform ausgesprochen haben (Abg. Großruck: Das ist eine rote Partie im Städtetag!), weil sie den Gemeinden und Städten zu teuer kommt. Möglicherweise wartet also unerfreuliche Post auf Sie zu Hause, wenn Sie wieder in Ihr Bürgermeisterinnenamt zurückkehren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Bettina Stadlbauer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Frau Bürgermeisterin, nachdem Sie Ihre Ovationen empfangen haben, wollte ich Sie nur darauf hinweisen, dass beim heute stattfindenden Städte- und Gemeindetag – dieses Gremium tagt in Linz – eine einstimmige Protestnote verabschiedet wurde, in der sich die Städte und Gemeinden gegen diese Reform ausgesprochen haben (Abg. Großruck: Das ist eine rote Partie im Städtetag!), weil sie den Gemeinden und Städten zu teuer kommt. Möglicherweise wartet also unerfreuliche Post auf Sie zu Hause, wenn Sie wieder in Ihr Bürgermeisterinnenamt zurückkehren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neudeck: Wissen Sie auch, warum das zu teuer kommt?
Sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Neudeck: Wissen Sie auch, warum das zu teuer kommt?) Lieber Herr Neudeck, die Änderungen, die uns heute präsentiert worden sind (Abg. Neudeck: Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?), die gestern noch mit ziemlich viel Trara und so weiter angekündigt worden sind, waren doch ziemlich enttäuschend, würde ich sagen. Von dem, was gestern noch angekündigt worden ist (Abg. Neudeck: Worum ist es beim Städtetag gegangen?), wofür sich die FPÖ überall eingesetzt, was die FPÖ alles umgesetzt und wo sich die FPÖ überall durchgesetzt hätte, ist heute meiner Meinung nach nicht wirklich viel übrig geblieben.
Abg. Neudeck: Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?
Sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Neudeck: Wissen Sie auch, warum das zu teuer kommt?) Lieber Herr Neudeck, die Änderungen, die uns heute präsentiert worden sind (Abg. Neudeck: Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?), die gestern noch mit ziemlich viel Trara und so weiter angekündigt worden sind, waren doch ziemlich enttäuschend, würde ich sagen. Von dem, was gestern noch angekündigt worden ist (Abg. Neudeck: Worum ist es beim Städtetag gegangen?), wofür sich die FPÖ überall eingesetzt, was die FPÖ alles umgesetzt und wo sich die FPÖ überall durchgesetzt hätte, ist heute meiner Meinung nach nicht wirklich viel übrig geblieben.
Abg. Neudeck: Worum ist es beim Städtetag gegangen?
Sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Neudeck: Wissen Sie auch, warum das zu teuer kommt?) Lieber Herr Neudeck, die Änderungen, die uns heute präsentiert worden sind (Abg. Neudeck: Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?), die gestern noch mit ziemlich viel Trara und so weiter angekündigt worden sind, waren doch ziemlich enttäuschend, würde ich sagen. Von dem, was gestern noch angekündigt worden ist (Abg. Neudeck: Worum ist es beim Städtetag gegangen?), wofür sich die FPÖ überall eingesetzt, was die FPÖ alles umgesetzt und wo sich die FPÖ überall durchgesetzt hätte, ist heute meiner Meinung nach nicht wirklich viel übrig geblieben.
Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Was liegt vor? Was haben wir heute von Bundeskanzler Schüssel gehört? (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Was haben auch Sie von Bundeskanzler Schüssel gehört, falls Sie nicht immer dazwischen gerufen haben? – Es war ein weiterer Vorschlag, es war ein dritter Versuch einer Pensionsreform, und auch dieser dritte Versuch ist fehlgeschlagen. Auch dieser dritte Vorschlag ist ungerecht, auch dieser dritte Vorschlag ist frauenfeindlich, und auch bei diesem dritten Vorschlag sind die Jungen die großen Verlierer und Verliererinnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was liegt vor? Was haben wir heute von Bundeskanzler Schüssel gehört? (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Was haben auch Sie von Bundeskanzler Schüssel gehört, falls Sie nicht immer dazwischen gerufen haben? – Es war ein weiterer Vorschlag, es war ein dritter Versuch einer Pensionsreform, und auch dieser dritte Versuch ist fehlgeschlagen. Auch dieser dritte Vorschlag ist ungerecht, auch dieser dritte Vorschlag ist frauenfeindlich, und auch bei diesem dritten Vorschlag sind die Jungen die großen Verlierer und Verliererinnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Sie haben nicht zugehört, dass die Frauen ... ! Ursula Haubner ... !
Der zweite Punkt ist – auch das ist heute immer wieder hervorgekommen –: Frauen sind Ihnen anscheinend einfach nicht so viel wert. Frauenleben werden negiert, die Realitäten des Lebens von Frauen werden negiert. (Abg. Wittauer: Sie haben nicht zugehört, dass die Frauen ... ! Ursula Haubner ... !)
Zwischenruf der Abg. Marek
Zum Ersten: die scheinbare Anrechnung bei den pensionsbegründenden Zeiten, also die Anhebung von 18 Monaten auf 24 Monate. Wissen Sie, welche Frauen das in Anspruch nehmen können? – Jene Frauen, die erst seit 2002 das Kindergeld beziehen. Das heißt, diese Frauen werden frühestens in 25 bis 30 Jahren davon profitieren; und vor allem nur dann, wenn diese Frauen nicht mehr als 15 Jahre Erwerbstätigkeit oder nicht mehr als 25 Jahre Ersatzzeiten aufweisen. Das wird nur eine Hand voll Frauen sein, die in den Genuss dieser Maßnahmen kommen werden, weil Sie (Zwischenruf der Abg. Marek) – wie schon einige Vorrednerinnen, unter anderem aber auch Sie – gesagt haben, dass Frauen in Zukunft ohnehin genügend Erwerbsjahre haben werden. Frauen werden zunehmend berufstätigsein – das waren Ihre Worte.
Abg. Kopf: Was hat das mit Vernunft zu tun?
Ich hatte ja den Eindruck, dass eine Zeit lang eine Allianz der Vernunft eingekehrt ist und dass diese Pensionsreform möglicherweise zum Kippen gelangen könnte (Abg. Kopf: Was hat das mit Vernunft zu tun?), allerdings sind heute die Stimmen der Vernunft ziemlich stumm. Wenn ich genau überlege, so muss ich sagen: Die Herren Neugebauer, Spindelegger oder Fasslabend, die sich mehr oder weniger kritisch geäußert haben, sind heute stumm, oder sie haben schon einen Maulkorb umgehängt bekommen. Ich weiß nicht, was los ist.
Beifall bei der SPÖ.
Drittens: Es ist wieder keine langfristige Sicherung der Pensionen, es ist wieder keine Sicherung des Lebensstandards, und es ist wieder kein gerechtes System. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Seit 1990 beschäftigen sich Reformkommissionen und Fachexperten mit der Absicherung der Pensionen. Wir alle wissen, dass die demographische Zeitbombe uns zum sofortigen Handeln zwingt. Ich danke daher dem Bundeskanzler und dem Vizekanzler für Ihren Mut zu der Verantwortung, die Pensionssicherungsreform durchzuführen – einen Mut, den leider die sozialistischen Regierungschefs nicht hatten. Es werden dieser Bundesregierung die nachfolgenden Generationen für die Sicherung ihrer Pensionen dankbar sein. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.
Die Gewerkschaft hat es vorgezogen, Mitarbeiter auf die Straße zu hetzen – nicht wegen der Pensionsreform, sondern aus reinem politischen Kalkül. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Darüber hinaus gibt es auch noch die Möglichkeit, steuerfrei eine monatliche Pension aus der Abfertigungskasse in ähnlicher Höhe zu konsumieren. Es ist also in Zukunft eine dreifache Absicherung der Pensionen möglich. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber ich bin nicht mehr froh und nicht stolz, dass eine Regierungsmannschaft wie jene, die jetzt am Ruder der Republik sitzt, versucht, aus parteiideologischen Gründen das ganze Aufgebaute zu zerstören, und die in Wahrheit die Hauptverantwortung für die Kampfmaßnahmen des ÖGB, die ich voll unterstütze, trägt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Großruck: Wo denn?
Ich frage mich wirklich: Ist das aus Eitelkeit passiert, aus Sturheit oder, was noch schlechter wäre, vielleicht sogar aus Berechnung?, denn es kann kein Wille von verantwortungsbewußten Politikern sein, von heute auf morgen unsere Sozialsysteme auszuhöhlen und so nebenbei Tausende Menschen an die Armutsgrenze zu bringen. (Abg. Großruck: Wo denn?)
Beifall bei der SPÖ.
Ihre Vorstellungen sind chaotisch, wie sie eh und je waren, und konzeptlos zugleich! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
mit Generaldirektoren in Betrieben diskutieren, sondern sie sollen einmal in einem Stahlwerk eine Woche lang wirklich hackeln, um zu sehen, unter welch schweren Bedingungen die Leute dort arbeiten müssen. Es finde es angesichts dessen zynisch, zu sagen: Geht einfach dreieinhalb Jahre länger arbeiten! Ich sage: 45 Jahre lang zu arbeiten, das ist genug! (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Wenn ich mir den heutigen Abänderungsantrag anschaue, dann gelange ich zu der Erkenntnis, dass es sehr viele realitätsfremde Menschen auf dieser Seite herüben (der Redner zeigt in Richtung ÖVP) gibt, denn es gibt kaum mehr Betriebe, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die über 55 oder über 60 Jahre alt sind, überhaupt noch beschäftigen. Im Gegenteil: Diejenigen, die dazu beigetragen haben, die Unternehmen aufzubauen, die sich abgerackert haben, bekommen einen Fußtritt versetzt, weil sie die Leistungen, die an sie gestellt werden, gar nicht mehr erbringen können. So realitätsfremd, wie Sie agieren, das ist ein Wahnsinn, wenn Sie sich dann hinstellen und sagen: Als Dankeschön dafür bekommt Ihr 12 Prozent Pension weniger! (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Sagen Sie der Bevölkerung, was es heißt, ein beitragsorientiertes Konto einzuführen! Sagen Sie, dass das heißt, dass die heute 30-Jährigen nach wie vor 40 Prozent Kürzung ihrer Pensionen zu erwarten haben. Sagen Sie auch weiter, dass die Arbeiter und Angestellten nach Ihrem Modell künftig keine Abfertigung mehr bekommen und zusätzlich noch eine Privatvorsorge treffen sollen. Erklären Sie das einer Handelsangestellten, die Teilzeit beschäftigt ist. Ich sage Ihnen: Solch eine Politik haben sich die Menschen in Österreich sicherlich nicht verdient! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Starten Sie den Versuch, gemeinsam mit uns ein Konzept zu erarbeiten, denn sonst komme ich in die Versuchung, zu sagen: Solch eine Regierung haben sich die Österreicherinnen und Österreicher nicht verdient! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Dazu sage ich: Das ist das, woran ich mich bei dieser Debatte am heutigen Tag in diesem Hohen Haus nicht orientieren will, nämlich am Festhalten an Bestehendem, am Reformunwillen der SPÖ, an der Nichtbereitschaft, am Nichtvorhandensein einer Bereitschaft, neue Wege zu gehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich bin Bürgermeister einer ehemals roten Gemeinde. Meine Mitarbeiter sind Mitglieder der FSG, aber sie haben heuer erstmals nicht am Mai-Aufmarsch teilgenommen; Hauptredner war Kollege Cap. Ich habe gemeint, sie werden doch wenigstens am Streik teilnehmen, und das haben sie dann auch getan. Sie waren anwesend, sie haben ihre Pflicht erfüllt, sie haben sich aber auch Antworten erwartet. Sie haben mich gefragt, worum es eigentlich geht, wer unsere Pensionen sichert, denn von der Gewerkschaft haben wir darauf bis jetzt noch keine Antwort gehört. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
45 Jahre lang hart arbeiten, bei der Pension Abzüge bis zu 17 Prozent in Kauf nehmen müssen. Ich stehe aber dazu, dass Menschen nach 45 Jahren harter Arbeit in Pension gehen können und dass die Deckelung mit 10 Prozent festgeschrieben ist. Ich denke, das ist eine Zukunftslösung zur Sicherung der Pensionen für die nachkommenden Generationen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich habe heute kritische Stimmen über die Kollegin Fuhrmann gehört. – Ich meine, dass die Junge ÖVP sehr wohl Zeichen gesetzt hat, und dass diese Ziele der Jungen ÖVP auch in diesen Abänderungsantrag eingeflossen sind, denn der Nachkauf der Studienzeiten und der Nachkauf der ersten drei Gründerjahre für Erwerbstätige sind Zeichen der politischen Jugend innerhalb unserer Bewegung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Manche Politiker setzen die falschen Zeichen. Wenn Stürme kommen, dann bauen Sie Mauern. Wir wollen Zeichen für die Zukunft setzen. Setzen wir gemeinsam Segeln für die Zukunft unserer jungen Menschen – mit einer Pensionsreform der Österreichischen Volkspartei und der Freiheitlichen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Es wurde heute auch über Dialog gesprochen. Ich habe einmal gehört, dass zu einem Dialog immer zwei gehören, sonst wäre es ein Monolog – der hier letztendlich auch geführt wurde. Ich sage, Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich die Ansichten anderer Menschen anzuhören und diese auch anzunehmen, in diesem Fall jene der Sozialpartner, der Oppositionsparteien, aber auch der Bevölkerung. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Gaßner: Gar nichts!
Haben Sie den Mut, Fehler einzugestehen und zuzugeben, dass dieses Konzept ein Irrtum ist! Genau diesen Mut vermisse ich seit dem Vorliegen dieser Pensionsreform samt der Vielzahl an kurzfristigen Änderungen und Scheinverhandlungen durch den Herrn Bundeskanzler. Gestern haben zum dritten Mal zirka 1 Million Menschen gegen diese Pensionskürzungen gestreikt und ihren Unmut kundgetan. Unzählige Resolutionen und Briefe von besorgten Bürgerinnen und Bürgern werden, wie Sie wissen, an die Abgeordneten gesendet. Mich würde interessieren, wie Sie, geschätzte Damen und Herren von den Regierungsparteien, auf diese besorgten Mails antworten und was Sie diesen Bürgerinnen und Bürgern zu sagen haben. (Abg. Mag. Gaßner: Gar nichts!)
Abg. Lentsch: Wenn man sie nicht aufhetzt ...!
Ich frage Sie: Haben denn all diese Menschen Ihrer Meinung nach Unrecht? – Diese Menschen sind es, die Sie, sehr geehrte Damen und Herren von der Regierung, „die Straße“ nennen. Ich nenne sie mündige Staatsbürger und Staatsbürgerinnen, die keine andere Möglichkeit sehen, ihre Stimme zu erheben (Abg. Lentsch: Wenn man sie nicht aufhetzt ...!), um gegen diese Eingriffe in ihre Lebensplanung, in ihre Alterssicherung aufzutreten.
Abg. Großruck: Das Richtige!
Sehr geehrte Damen und Herren von den Regierungsparteien! Es würde mich interessieren, was Sie diesen Menschen antworten, wenn Sie auf der Straße gefragt werden. (Abg. Großruck: Das Richtige!) Was sagen Sie der Bevölkerung in Ihrem Wahlkreis?
Abg. Rossmann: Ganz einfach! – Zwischenruf des Abg. Großruck.
Was erzählen Sie einer Frau, die 650 € an Durchschnittspension bezieht, wenn man ihr diesen Betrag um 10 Prozent kürzt. (Abg. Rossmann: Ganz einfach! – Zwischenruf des Abg. Großruck.) Vielleicht findet diese Frau Hilfe bei unserer Bundesministerin für Frauen, die im Originalton sagt – ich zitiere –:
Beifall bei der SPÖ.
Wenn das der Weisheit letzter Schluss ist, wie die Österreicherinnen in Zukunft zu ihrer Pension kommen, dann weist die Bundesministerin da ein großes Defizit auf. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Haben Sie ganz den Kontakt zu jenen Menschen verloren, die von diesen Pensionskürzungen stark getroffen werden? – Sie sollten sich weniger in jenen Kreisen aufhalten, die über der ASVG-Bemessungsgrundlage verdienen, sondern vielmehr in Pflegeheime gehen oder sich beim Arbeitsmarktservice umsehen, denn dort finden Sie nämlich jene Menschen, über die hier hart debattiert wird – Menschen, keine Statistiken oder Zahlen! Herr Nationalrat Missethon, Sie wären auch gut beraten, einmal in den Bezirk Liezen zu kommen und wirklich die Fragen der Bürgerinnen und Bürger in unserem Bezirk zu beantworten. Verstecken Sie sich nicht vor den Menschen in meinem Bezirk! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Ich kann an Sie nur appellieren: Steigen Sie herab von dem hohen Ross, auf dem Sie sitzen! Nehmen sie wieder den Kontakt zu den Betroffenen in der Bevölkerung auf, den Sie offensichtlich schon längst verloren haben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Abg. Brosz: An Schüssel!
Wie heißt ein Sprichwort so schön: Die Rache der Journalisten an den Politikern ist das Archiv! Ich sage dazu: Das Archiv ist auch die Rache der Politiker. Es ist zum Beispiel das Archiv die Rache an Dallinger, an Wille, an Hostasch, in Ansätzen an Vranitzky? (Abg. Brosz: An Schüssel!) Das kann doch nicht alles ein Irrtum gewesen sein, liebe
Abg. Öllinger: Schüssel ’97!
Frau Kollegin und geschätzte Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ! (Abg. Öllinger: Schüssel ’97!)
Abg. Silhavy: Tomandl ist ein gutes Schlagwort!
Ist das Archiv eine Rache an Rürup? – Ich glaube nicht! Dazu Rürup: Von 100 Prozent Reformvorschlag sind 12 Prozent umgesetzt worden – bedauerlich! Ist das Archiv eine Rache an Marin, dem Sozialforscher? An Tomandl? An Guger? – Ich kann Ihnen diese Erinnerung nicht ersparen. (Abg. Silhavy: Tomandl ist ein gutes Schlagwort!) Ich kann Ihnen diese Erinnerung nicht ersparen und kann Ihnen auch nicht ersparen, was Tomandl gesagt hat: Die Gewinner sind die Jungen, und alle anderen Behauptungen sind – wie hat die Kollegin eben gesagt? – ein Irrtum!
Abg. Silhavy – eine Ausgabe der Zeitschrift „NEWS“ in die Höhe haltend –: Tomandl ist ein gutes Schlagwort, Frau Kollegin!
Dialog bedeutet miteinander reden und Argumente austauschen. Das ist richtig! Mittlerweile sind die Sozialpartner nicht mehr dialogbereit, das heißt, es sind eigentlich nur noch zwei von vier, die sich dem Dialog verpflichtet fühlen. (Abg. Silhavy – eine Ausgabe der Zeitschrift „NEWS“ in die Höhe haltend –: Tomandl ist ein gutes Schlagwort, Frau Kollegin!) Schade, dass dieser Dialog aufgehört hat! (Beifall bei der ÖVP.) Ich bedauere das wirklich sehr. Ich bin auch zu einer Zeit in dieses Parlament gekommen, als man gesagt hat: Solange im Parlament diskutiert wird, wird nicht gestreikt! Die guten politischen Sitten haben sich offenbar aufgehört, was ich sehr, sehr schade finde. (Beifall bei der ÖVP.) Das sind gute Usancen gewesen, denen ich ein wenig nachweine.
Beifall bei der ÖVP.
Dialog bedeutet miteinander reden und Argumente austauschen. Das ist richtig! Mittlerweile sind die Sozialpartner nicht mehr dialogbereit, das heißt, es sind eigentlich nur noch zwei von vier, die sich dem Dialog verpflichtet fühlen. (Abg. Silhavy – eine Ausgabe der Zeitschrift „NEWS“ in die Höhe haltend –: Tomandl ist ein gutes Schlagwort, Frau Kollegin!) Schade, dass dieser Dialog aufgehört hat! (Beifall bei der ÖVP.) Ich bedauere das wirklich sehr. Ich bin auch zu einer Zeit in dieses Parlament gekommen, als man gesagt hat: Solange im Parlament diskutiert wird, wird nicht gestreikt! Die guten politischen Sitten haben sich offenbar aufgehört, was ich sehr, sehr schade finde. (Beifall bei der ÖVP.) Das sind gute Usancen gewesen, denen ich ein wenig nachweine.
Beifall bei der ÖVP.
Dialog bedeutet miteinander reden und Argumente austauschen. Das ist richtig! Mittlerweile sind die Sozialpartner nicht mehr dialogbereit, das heißt, es sind eigentlich nur noch zwei von vier, die sich dem Dialog verpflichtet fühlen. (Abg. Silhavy – eine Ausgabe der Zeitschrift „NEWS“ in die Höhe haltend –: Tomandl ist ein gutes Schlagwort, Frau Kollegin!) Schade, dass dieser Dialog aufgehört hat! (Beifall bei der ÖVP.) Ich bedauere das wirklich sehr. Ich bin auch zu einer Zeit in dieses Parlament gekommen, als man gesagt hat: Solange im Parlament diskutiert wird, wird nicht gestreikt! Die guten politischen Sitten haben sich offenbar aufgehört, was ich sehr, sehr schade finde. (Beifall bei der ÖVP.) Das sind gute Usancen gewesen, denen ich ein wenig nachweine.
Abg. Öllinger: Aber nein, das waren uralte Daten!
Was geschieht, wenn nichts geschieht? – Ich habe manchmal den Eindruck, manche in der SPÖ meinen, es müsse nichts geschehen. 2020 wird der Pensionsbezug 30 Jahre dauern, und wer soll, wenn wir nichts verändern, das finanzieren? Der Berufseintritt wird mit etwa 24 Jahren erfolgen, und die Erwerbsjahre werden – darauf kommt man, wenn man die Entwicklung der Bevölkerungsgesundheit weiterdenkt – insgesamt auf 34 Jahre zurückgehen. Die Arbeiterkammer Vorarlberg hat die Antwort gegeben, ich kann dazu einige Kollegen zitieren. (Abg. Öllinger: Aber nein, das waren uralte Daten!) Was sagen Sie denn der 28-jährigen Frau, für die der ÖGB inseriert hat und schon jetzt zu wissen meint, was für sie an Pension herausschaut? 53 Prozent Beitragserhöhung!, das müssen Sie ihr sagen. Was ist das für ein Verlust?! Oder: Die Pensionen um 45 Prozent kürzen! Das ist Ihr Angebot, wenn nichts geschieht!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die österreichische Bundesregierung, die ÖVP- und FPÖ-Abgeordneten nehmen diese Verantwortung ernst. Politik ist Gestalten, ist Antworten geben, aber nicht, in Unsicherheit und Angstmache zu versetzen oder sich versetzen zu lassen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ, der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordnete Rosemarie Schönpass (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin Haubner! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Es ist dies meine erste Rede hier im Parlament, und ich nehme die Gelegenheit wahr, mich kurz vorzustellen: Ich komme aus dem Hausruckviertel in Oberösterreich, und ich bin Bürgermeisterin der Marktgemeinde Ampflwang im Hausruckwald, dem Dorf der 607 Pferde. (Beifall bei der SPÖ, der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Rufe bei den Freiheitlichen.
Bevor ich mit meinem Redebeitrag beginne, gestatten Sie mir, dass ich Ihnen allen eine Frage stelle, auch meiner eigenen Fraktion. Warum herrscht hier in diesem Hohen Haus so eine entsetzliche Diskussions- und Gesprächskultur? (Beifall bei der SPÖ. – Rufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Mit Bedauern muss ich feststellen, dass es das Vorgehen der Bundesregierung ist, das eine inhaltlich fundierte Auseinandersetzung unmöglich macht. Es wird eine Fülle von Budgetbegleitgesetzen vorgelegt, es werden Ausschusstermine derartig gedrängt angesetzt, dass die Zeit gar nicht reichen kann, um sich mit so komplexen Materien wie einer Pensionsreform gebührend auseinander setzen zu können. Dann schießt die Regierung noch eine Fülle von Abänderungsanträgen nach, die zu überblicken und analysieren bis zum Beschlusstermin fast unmöglich ist. Heute diskutieren wir teilweise über Änderungen, die wir das erste Mal zu Beginn des heutigen Tages vernommen haben. Wenn es nicht einmal im Parlament möglich ist, detailliert und rechtzeitig über die Pläne der Regierung informiert zu werden, wie sollen dann erst die Bürgerinnen und Bürger wissen, was mit dieser so genannten Pensionssicherungsreform auf sie zukommt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wir von der SPÖ haben ein Alternativkonzept zur langfristigen Absicherung der Altersvorsorge im Interesse aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowohl der heutigen Jugend als auch jener, die kurz vor der Pension stehen, entwickelt. Noch ist Zeit für eine Umkehr zur Vernunft. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und des Abg. Öllinger.
Im Namen vieler Menschen, die zutiefst verunsichert sind, fordern wir Sie auf, Ihre Pensionsreform zurückzuziehen und mit Sozialpartnern und Opposition ein soziales und durchdachtes Konzept zu erarbeiten. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und des Abg. Öllinger.)
Abg. Mag. Gaßner: Halten Sie sich daran!
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Staatssekretär! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Die Frau Bürgermeister, unsere Kollegin Schönpass, hat es uns heute als Neueinsteigerin im Hohen Haus eigentlich mit ihren Worten ganz klar verdeutlicht: Was herrscht hier für eine Gesprächskultur? Ich kann das nur unterstreichen, und ich gehe darüber sogar einen Schritt hinaus und sage (Abg. Mag. Gaßner: Halten Sie sich daran!): Sie, die Opposition, und allen voran die Gewerkschaften sollten sich eigentlich schämen! Sie sollten sich schämen vor allem für die letzten drei bis vier Wochen und vor allem für die Aktionen der letzten Tage! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Buh-Rufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Buh-Rufe bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Staatssekretär! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Die Frau Bürgermeister, unsere Kollegin Schönpass, hat es uns heute als Neueinsteigerin im Hohen Haus eigentlich mit ihren Worten ganz klar verdeutlicht: Was herrscht hier für eine Gesprächskultur? Ich kann das nur unterstreichen, und ich gehe darüber sogar einen Schritt hinaus und sage (Abg. Mag. Gaßner: Halten Sie sich daran!): Sie, die Opposition, und allen voran die Gewerkschaften sollten sich eigentlich schämen! Sie sollten sich schämen vor allem für die letzten drei bis vier Wochen und vor allem für die Aktionen der letzten Tage! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Buh-Rufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Widerspruch bei der SPÖ.
Sie haben mit zirka 1 Million Streikenden, mehreren tausend Briefen, die wir alle bekommen haben, teilweise gestützt durch Ihr EDV-System, mit vielen Betriebsbesuchen, auch des Herrn Gewerkschaftsvorsitzenden Verzetnitsch – ich habe das gestern zu später Stunde mitverfolgen können; Sie waren beim letzten Betriebsbesuch wirklich schon erschöpft, das hat man Ihnen angemerkt –, gegen die Pensionsreform Stimmung gemacht. Sie sollten sich dafür schämen! Ich sage Ihnen auch, warum Sie sich schämen sollten: Sie haben die österreichische Bevölkerung, Millionen von Menschen, gezielt und auch persönlich falsch informiert, mit falschen Tatsachen getäuscht und absichtlich hinters Licht geführt! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Widerspruch bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Widerspruch bei der SPÖ.
Sie haben in sämtlichen Streikreden ausschließlich Angstmache betrieben. Ich sage Ihnen eines: Wir waren lange in Opposition, aber uns wäre nie im Geringsten auch nur einmal eingefallen, eine derartige Angstmaschinerie und Angstmache loszulassen, wie sie das in den letzten Wochen aufgeführt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Widerspruch bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir haben eine Deckelung von 10 Prozent eingeführt. Was sagt der ÖGB in einem teuren Inserat? – Er spricht von 12 Prozent. Wieder eine Falschinformation, wieder eine auf falschen Informationen beruhende Angstmache. Das zieht sich wie ein roter Faden durch alle Argumente durch! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Was machen Sie da überhaupt, bei einer Harmonisierung? Erklären Sie das einmal! – Abg. Mag. Gaßner: Haben Sie schon Vorschläge, Überlegungen?
Ich sage Ihnen abschließend auch noch, dass es wirklich erforderlich ist, und zwar auch im Hinblick auf die Wortspende der neuen Abgeordneten, der Frau Bürgermeister, dass Sie sich entschuldigen. Entschuldigen Sie sich bei der Bevölkerung! Entschuldigen Sie sich bei Ihren Mitgliedern! Es ist an der Zeit, dass Sie sich für die absichtliche Falschinformation und Desinformation entschuldigen. Sie haben noch Zeit dazu, und Sie haben noch Zeit, bei der Harmonisierung mit uns mitzuarbeiten. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Was machen Sie da überhaupt, bei einer Harmonisierung? Erklären Sie das einmal! – Abg. Mag. Gaßner: Haben Sie schon Vorschläge, Überlegungen?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Vielleicht ist bis dorthin Ihr Stolz, oder wie man da sagt, etwas in den Hintergrund gerückt – man entschuldigt sich ja nicht gern, das ist mir klar –, aber man kann auch Größe zeigen, wenn man sich entschuldigt; das sage ich Ihnen auch. Sie sind jetzt an der Reihe, sich bei der österreichischen Bevölkerung für diese Falschinformation zu entschuldigen – sonst werden wir es in Ihrem Sinne tun! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Haben Sie die „Kronen Zeitung“ von morgen gelesen?
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Solche Bemerkungen wie die der Abgeordneten Rossmann, die kann man nicht einfach so im Raum stehen lassen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Haben Sie die „Kronen Zeitung“ von morgen gelesen?) Ich denke, ihre Vorrednerin hat in einer sehr klaren Rede auch ihren Standpunkt einbringen wollen. Ihr jetzt sozusagen mit der Entschuldigung zu drohen – wenn sie sich nicht entschuldigt, dann werden Sie das in ihrem Sinn machen –, das weist schon wieder auf das hin, was in diesem Budgetbegleitgesetz enthalten ist.
Abg. Mag. Mainoni: Entschuldigungsermächtigung!
Darin gibt es nämlich tatsächlich eine Bestimmung, die die Regierung ermächtigt (Abg. Mag. Mainoni: Entschuldigungsermächtigung!), über den Hauptverband die Information zu betreiben, die sie in Zukunft dann nicht nur mehr aus Regierungsgeldern, sondern auch aus Geldern der Versicherten bezahlen will. – Das ist der eine Punkt. So weit habe ich sehr genau zugehört.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Lesen Sie die „Kronen Zeitung“ von morgen, dann werden Sie es gleich sehen!
Das Zweite war der Vorwurf der Kollegin Rossmann, es seien falsche Zahlen verbreitet worden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Lesen Sie die „Kronen Zeitung“ von morgen, dann werden Sie es gleich sehen!) – Frau Kollegin Rossmann, ich will mich jetzt nicht auf die Ebene von Entschuldigung und Nichtentschuldigung oder Schämen und Nichtschämen einlassen, aber halten wir doch einmal Folgendes fest: Wenn es falsche Zahlen und falsche Behauptungen gegeben hat, dann waren es jene wie die in diesem kleinen Regierungsprospekt, wo drinnen gestanden ist, dass eine Person, die 43 Jahre lang gearbeitet hat und vorher ein Studium gemacht hat, nur einen Verlust von in etwa drei Prozent hat.
Abg. Dolinschek: Hör auf, du!
Sie werden es, so vermute ich, nicht tun, weil Ihnen irgendjemand von der ÖVP – ich nehme an: sehr klar die Parteispitze – die Rute ins Fenster gestellt und gesagt hat: Ihr könnt noch so viel einfordern, liebe Freundinnen und Freunde von der FPÖ, aber irgendwann hört sich der Spaß auf! – Und da – egal wer es ist, ob die Frau Staatssekretärin oder der Kollege Dolinschek oder die Frau Kollegin Rossmann – sind Sie umgefallen! (Abg. Dolinschek: Hör auf, du!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Lesen Sie die „Kronen Zeitung“ ...!
Hören wir doch auf, uns das gegenseitig vorzurechnen! Faktum ist: Sie haben das, was Sie bei dieser Pensionsreform im Falle der Personen mit tatsächlich niedrigen Pensionen – „kleiner Mann“, aber vor allem „kleine Frau“ – durchzusetzen vorgehabt haben, nicht erreicht. Jetzt haben Sie eine Chance, über die Unterstützung dieses Entschließungsantrages, Frau Kollegin Rossmann, das zu korrigieren. Dann bräuchten Sie sich wirklich nicht zu schämen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Lesen Sie die „Kronen Zeitung“ ...!)
Oh-Rufe bei den Grünen und der SPÖ in Richtung der nicht für den Entschließungsantrag stimmenden Freiheitlichen. – Abg. Nürnberger – in Richtung des Abg. Walch –: Was ist, Maxl?
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Entschließungsantrag zustimmen, um ein diesbezügliches Zeichen. (Oh-Rufe bei den Grünen und der SPÖ in Richtung der nicht für den Entschließungsantrag stimmenden Freiheitlichen. – Abg. Nürnberger – in Richtung des Abg. Walch –: Was ist, Maxl?) – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist daher abgelehnt.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
sächlich zu einem gemeinsam ausverhandelten Antrag in Bezug auf einen Mindestlohn zu kommen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Günther Hütl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Bundesregierung vertritt, wie auch dem Regierungsübereinkommen zu entnehmen ist, die Auffassung, dass jeder Arbeitnehmerin und jedem Arbeitnehmer für Vollzeitarbeit ein Mindestlohn von 1 000 € zustehen soll. Ich denke aber, es ist nicht Aufgabe der Regierung, dieses Anliegen im Parlament als Gesetz zu beschließen, sondern es ist, wie Herr Öllinger schon vermutet hat, Aufgabe der Sozialpartner, der Kammern, der Interessenvertreter und so weiter, dies im Rahmen von Kollektivvertragsverhandlungen einzubringen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Diesbezüglich bleibt die Vollbeschäftigung weiterhin unser wichtigstes Ziel, gerade auch bei uns in den ländlichen Regionen, wo es sprichwörtlich auf jeden einzelnen Arbeitsplatz ankommt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Und es hat einen guten Bürgermeister!
Apropos ländlicher Raum: Ich komme aus dem westlichen Niederösterreich, aus dem Bezirk Scheibbs, aus dem Ötscherland, aus der Stadt Wieselburg, die sich einige Attribute zunutze gemacht hat. Einige Beifügungen sind bekannt, Sie kennen sie sicherlich: Wieselburg gilt einerseits als Braustadt, zweitens als Schulstadt – wir haben zwei höhere Schulen und eine Fachhochschule – und zum Dritten als Messestandort, als einer der größten Messestandorte des Bundeslandes Niederösterreich. (Abg. Dr. Gusenbauer: Und es hat einen guten Bürgermeister!) – Okay, ich werde es ihm ausrichten! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Apropos ländlicher Raum: Ich komme aus dem westlichen Niederösterreich, aus dem Bezirk Scheibbs, aus dem Ötscherland, aus der Stadt Wieselburg, die sich einige Attribute zunutze gemacht hat. Einige Beifügungen sind bekannt, Sie kennen sie sicherlich: Wieselburg gilt einerseits als Braustadt, zweitens als Schulstadt – wir haben zwei höhere Schulen und eine Fachhochschule – und zum Dritten als Messestandort, als einer der größten Messestandorte des Bundeslandes Niederösterreich. (Abg. Dr. Gusenbauer: Und es hat einen guten Bürgermeister!) – Okay, ich werde es ihm ausrichten! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich komme aber wieder zum eigentlichen Thema zurück. Die Bundesregierung bewegt sich in der Sache Mindestlohn in der Tradition der österreichischen Lohnverhandlungen. Lohnabschlüsse fallen nun einmal in die Autonomie kollektivvertraglicher Partner, und das ist eine gute sozialpolitische Tradition! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall der Abg. Dr. Fekter.
an die Vorlage im derzeitigen Budgetbegleitgesetz, in dem Bruttojahreseinkommen unter 14 500 € vollständig steuerfrei gestellt werden. (Beifall der Abg. Dr. Fekter.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir werden aus den vorhin genannten Gründen, unter anderem die Erreichung dieses Mindestlohns durch Kollektivvertragsverhandlungen, diesem Antrag auf Reglementierung nicht zustimmen. Die Bundesregierung wird aber gleichzeitig alles unternehmen, damit in allen Branchen, in denen die Einkommen noch unter dieser Mindestgrenze liegen, der angestrebte Mindestlohn von 1 000 € erreicht werden kann. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte alle herzlichst dazu einladen – auch bei Kollektivvertragsverhandlungen bedarf es Zweier – und würde insbesondere die ÖVP bitten, sich entsprechend stark zu machen, damit es auch bei der Wirtschaft klappt. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zwar ist in Großbritannien und in Frankreich vor einiger Zeit auf gesetzlicher Ebene ein Mindestlohn eingeführt worden, aber ich glaube doch, dass es in Österreich sinnvoll wäre, das in Form eines Generalkollektivvertrages zu machen. Und wenn du, Kollege Öllinger, sagst, das sei nicht mehr so leicht möglich, weil es zu viele Zersplitterungen gibt, muss ich sagen: Ein Generalkollektivvertrag ist selbstverständlich möglich! Und wenn es die Gewerkschaft nicht macht, dann kann es zumindest die Arbeiterkammer machen, denn sie ist die gesetzliche Vertretung der Arbeitnehmer. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Die beiden gemeinsam könnten das locker „drüberbringen“.
Abg. Öllinger: Die Abfertigung habt ihr ja auch gesetzlich geregelt!
Wenn wir auch das, was die Löhne betrifft, hier gesetzlich regeln, dann brauchen wir die Sozialpartnerschaft nicht mehr, dann brauchen wir überhaupt nichts mehr. (Abg. Öllinger: Die Abfertigung habt ihr ja auch gesetzlich geregelt!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich wünsche mir nicht, dass Löhne hier im Parlament entschieden werden, aber schon überhaupt nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das sollen die Sozialpartner aushandeln, die Gewerkschaften. Wissen Sie, wozu sie da sind? – Sie sind notwendig – ich wünsche mir, dass die Lohnverhandlungen im Herbst in diese Richtung gehen –, damit die Arbeitnehmer mehr im Lohnsackerl haben und die Kaufkraft in Österreich gestärkt wird. Das soll auch so sein, denn heute ist es noch immer so, dass es zahlreiche Branchen gibt – das wird auch in einem Antrag hier angeführt, und zwar sämtliche Branchen –, die unter 1 000 € Mindestlohn haben. Das sind zum Besipiel die Mitarbeiter in Bäckereien, in Fleischereien, Angestellte in Land- und Forstbetrieben, Verkäuferinnen, Angestellte, die in Mühlen oder im Güterbeförderungsgewerbe und so weiter arbeiten. Sie alle liegen unter 1 000 €.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich wünsche mir, dass die Interessenvertretung der Arbeitnehmer die Löhne für diese Leute so aushandelt, dass sie über 1 000 € bekommen, meinetwegen auch über 1 200 €. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich habe nichts dagegen, das sozusagen hinaufzulizitieren, aber es muss alles in einem gewissen Rahmen sein. Ich hoffe jedenfalls, dass die Gewerkschaft so stark ist und das für die österreichischen Arbeitnehmer durchsetzen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich wünsche mir, dass die Interessenvertretung der Arbeitnehmer die Löhne für diese Leute so aushandelt, dass sie über 1 000 € bekommen, meinetwegen auch über 1 200 €. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich habe nichts dagegen, das sozusagen hinaufzulizitieren, aber es muss alles in einem gewissen Rahmen sein. Ich hoffe jedenfalls, dass die Gewerkschaft so stark ist und das für die österreichischen Arbeitnehmer durchsetzen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP
Wir stehen vor allem durch die bevorstehende EU-Erweiterung vor enormen Chancen, aber auch vor noch zu lösenden Aufgaben. Daher ist ein direkter Vertreter dieser Region wichtiger denn je (Beifall bei der ÖVP), ein Vertreter hier im Hohen Haus, der durch viele Gespräche mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort deren Wünsche und Probleme kennt und der versucht, diese – gemeinsam mit anderen – zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger zu lösen. Das erwarten sich die Menschen in unseren Gemeinden. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.
Wir stehen vor allem durch die bevorstehende EU-Erweiterung vor enormen Chancen, aber auch vor noch zu lösenden Aufgaben. Daher ist ein direkter Vertreter dieser Region wichtiger denn je (Beifall bei der ÖVP), ein Vertreter hier im Hohen Haus, der durch viele Gespräche mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort deren Wünsche und Probleme kennt und der versucht, diese – gemeinsam mit anderen – zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger zu lösen. Das erwarten sich die Menschen in unseren Gemeinden. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Durch meine Funktion als Bürgermeister der Weinbaugemeinde Pfaffstätten an der Südbahn weiß ich, dass der direkte Kontakt mit den Mitbürgerinnen und Mitbürgern eine wesentliche Stärke dieses Amtes ist und dass sich die Bürger dies auch von der Politik und von den Politikern erwarten. Vor allem aber erwarten sich die Menschen eine konstruktive und sachliche Art des politischen Handelns, bei der nicht Populismus im Mittelpunkt der politischen Auseinandersetzung steht, sondern Sachpolitik zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger praktiziert wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich für meine Person möchte diese Art der Sachpolitik – so, wie ich sie aus der Gemeindearbeit seit über einem Jahrzehnt kenne – gerne hier im Hohen Haus einbringen, um sie zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger umzusetzen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir von der Österreichischen Volkspartei sind der Auffassung, dass die Politik für die Menschen unseres Landes so ausschauen soll, dass nicht hier in diesem Hause Gehaltsverhandlungen durchgeführt werden, sondern dass eben die Sozialpartner diese Aufgabe auch weiterhin übernehmen, denn diese waren ja auch in der Vergangenheit sehr erfolgreich zum Wohle der Menschen Österreichs tätig. (Beifall bei der ÖVP.)
Bravorufe und Beifall bei der ÖVP sowie Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich hoffe und freue mich auf eine erfolgreiche und konstruktive Zusammenarbeit mit allen Parteien hier im Hohen Hause: zum Wohle unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger. (Bravorufe und Beifall bei der ÖVP sowie Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Steibl.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist ein Thema, zu dem ich schon mehrmals gesprochen habe (Zwischenruf der Abg. Steibl.) – Frau Kollegin Steibl, Sie sollten vielleicht bei diesem Thema etwas vorsichtiger sein –, und bei dem ich im Ausschuss, aber auch in Plenardebatten sehr unterschiedliche Debattenbeiträge erlebt habe.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Daher ersuche ich Sie, jenseits der Debatte heute im Rahmen der ersten Lesung, dass wir dieses Thema im Ausschuss möglichst aus dem Parteienstreit heraushalten und hier zu einem positiven Ergebnis im Sinne einer Anerkennung dieser Opfergruppen im Opferfürsorgegesetz kommen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Nein, das stimmt leider nicht!
Österreich war Gott sei Dank immer in der Lage, den Opfern des Dritten Reiches zu helfen, und hat ihnen auch immer geholfen. (Abg. Öllinger: Nein, das stimmt leider nicht!) Ich bin dahin gehend informiert worden, und ich kann nur das feststellen, was geschrieben steht.
Abg. Öllinger: Woher wissen Sie das?
Der von den Grünen zum wiederholten Male vorliegende Antrag – es gibt diesbezüglich schon mehrere Anträge aus den vergangenen Jahren – ist heute insofern ohne Bedeutung, als alle Fälle wegen sexueller Orientierung nach dem Opferfürsorgegesetz bereits erledigt sind. (Abg. Öllinger: Woher wissen Sie das?) Es wurden bereits seit Jahren diesbezüglich keine Anträge mehr gestellt. Die letzten Fälle wurden Mitte der neunziger Jahre mit der Möglichkeit des Härteausgleiches im Opferfürsorgegesetz entschädigt.
Abg. Mag. Lunacek: Es geht um die Anerkennung! Haben Sie das nicht verstanden?
Geschätzte Damen und Herren! Hohes Haus! Würden wir daher diesem Antrag zustimmen, so würde dies bedeuten, dass wir totes Recht schaffen. (Abg. Mag. Lunacek: Es geht um die Anerkennung! Haben Sie das nicht verstanden?) Wir würden mit dieser Gesetzesänderung niemandem helfen, und es kann nicht Aufgabe des Gesetzgebers sein, totes Recht zu schaffen. (Abg. Öllinger: Wo Sie sonst überall totes Recht schaffen!) Wir wollen ja auch eine Eindämmung der Gesetzesflut. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Wo Sie sonst überall totes Recht schaffen!
Geschätzte Damen und Herren! Hohes Haus! Würden wir daher diesem Antrag zustimmen, so würde dies bedeuten, dass wir totes Recht schaffen. (Abg. Mag. Lunacek: Es geht um die Anerkennung! Haben Sie das nicht verstanden?) Wir würden mit dieser Gesetzesänderung niemandem helfen, und es kann nicht Aufgabe des Gesetzgebers sein, totes Recht zu schaffen. (Abg. Öllinger: Wo Sie sonst überall totes Recht schaffen!) Wir wollen ja auch eine Eindämmung der Gesetzesflut. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Geschätzte Damen und Herren! Hohes Haus! Würden wir daher diesem Antrag zustimmen, so würde dies bedeuten, dass wir totes Recht schaffen. (Abg. Mag. Lunacek: Es geht um die Anerkennung! Haben Sie das nicht verstanden?) Wir würden mit dieser Gesetzesänderung niemandem helfen, und es kann nicht Aufgabe des Gesetzgebers sein, totes Recht zu schaffen. (Abg. Öllinger: Wo Sie sonst überall totes Recht schaffen!) Wir wollen ja auch eine Eindämmung der Gesetzesflut. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Für die ÖVP ist das Opferfürsorgegesetz ein Gesetz, das alle Verfolgten des Nationalsozialismus einschließt, wenn sie die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen. Aus diesem Grunde, aber nicht allein aus diesem Grunde, ist Ihr Antrag daher abzulehnen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Es ist ein bedauerlicher Rückschritt, wenn ÖVP-Kollege Winkler nach bereits signalisierter Gesprächsbereitschaft der ÖVP wieder beinharte Ablehnung signalisiert. Ich bitte alle Fraktionen in diesem Sinne um Offenheit im Ausschuss. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Widerspruch bei der SPÖ und den Grünen.
Herr Kollege Öllinger, ich habe nur ein großes Problem mit den Quellen, die in diesem Antrag angeführt werden. Die Recherchen des Dokumentationsarchives des österreichischen Widerstandes kenne ich von anderer Seite her, und daher: Gerade diese Institution erscheint mir äußerst unseriös, äußerst einseitig und äußerst tendenziös. (Widerspruch bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wer sagt so etwas?
Und weiters: „Mit ihrer Haltung sorgen ÖVP und FPÖ nicht nur für Kontinuität der NS-Verfolgung bis heute“, ergänzt „HOSI Wien“-Obmann Christian Högl, „sondern damit bagatellisieren sie auch die NS-Verbrechen insgesamt.“ – Zitatende. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wer sagt so etwas?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Wir reden aber jetzt ...!
Sehr geehrte Damen und Herren! Solche Äußerungen einer Initiative tun dieser Angelegenheit insgesamt, wie eben dem Anliegen der Homosexuellen, wirklich nichts Gutes! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Wir reden aber jetzt ...!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Zurück zum Antrag selbst. Wir werden dieses Thema – das kann ich Ihnen versprechen – eingehend beraten. In den Ausschüssen wird sicherlich noch genügend Gelegenheit sein, darüber zu sprechen. Ich darf Ihnen versichern: Uns liegt daran, dass wirklich alle Betroffenen entschädigt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter
Ich finde das beschämend, meine Damen und Herren von der ÖVP – und kann nur hoffen, dass Sie im Zuge der Diskussionen im Ausschuss (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter) dann doch noch einen anderen Einstieg und eine andere Position hier vertreten werden! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich finde das beschämend, meine Damen und Herren von der ÖVP – und kann nur hoffen, dass Sie im Zuge der Diskussionen im Ausschuss (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter) dann doch noch einen anderen Einstieg und eine andere Position hier vertreten werden! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es wäre ein Hohn gegenüber diesen Menschen, von denen nur mehr einige wenige leben, wenn Sie jetzt noch immer nicht bereit wären, sie als Opfer anzuerkennen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
In diesem Sinne hoffe ich sehr wohl, dass Sie im Ausschuss nicht wieder vorhaben, diesen Antrag entweder zu vertagen und in der Schublade verschwinden zu lassen oder ihn sogar abzulehnen und damit diesen Opfern wieder einmal – fast 60 Jahre nach Ende des Nationalsozialismus – die Anerkennung zu versagen. – Das wäre schändlich für diese österreichische Republik! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
An sich ist das, glaube ich, eine Behebung im Sinne aller Fraktionen, die dringend ansteht. Leider findet die erste Lesung, auch wenn der Antrag von mir bereits am 26. März eingebracht wurde, relativ spät statt. Ich habe daher die Hoffnung, dass wir in Zukunft solche Ungereimtheiten sehr rasch beheben können und auch im Ablauf schneller werden, wo es notwendig wäre, und nicht nur bei den Dingen, die durchgedrückt werden müssen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es ist für uns selbstverständlich, dass wir die Unternehmerinnen und Unternehmer in allen möglichen Belangen unterstützen. Faktum ist – ich weiß nicht, ob das wirklich allen bekannt ist –, dass in Österreich die Unternehmensquote derzeit zirka 8 Prozent beträgt. Unser Ziel ist es, diese Unternehmensquote anzuheben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Deshalb ist es für uns auch so wichtig, wenn gerade von Ihrer Seite solche Wege beschritten werden. Ich freue mich, dass wir heute einen Punkt gefunden haben, in dem wir einer Meinung sind. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
In Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit will ich die werten Kolleginnen und Kollegen nicht überstrapazieren. Ich rege einfach die Opposition dazu an, dem Budgetbegleitgesetz zuzustimmen, in das diese Thematik bereits eingeflossen ist. Unsere Türen sind offen, und damit können wir gemeinsam einen Beitrag dazu leisten, dass diese Hürde in der Administration abgebaut wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Broukal: Wir machen ... Vorschläge!
Ich hoffe also, dass diese Konstruktivität anhält und vielleicht auch Ihre Kreativität, die Sie in den Ausschüssen durchaus gezeigt haben. Herr Kollege Matznetter! Vielleicht können Sie sie in die Pensionssicherungsreform einfließen lassen, die wir heute ausgiebigst diskutiert haben. (Abg. Broukal: Wir machen ... Vorschläge!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir haben Ihren Antrag in das Budgetbegleitgesetz eingearbeitet, und er ist somit vollinhaltlich angenommen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Alle waren bisher dafür! Kogler, sind Sie dagegen?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Kogler. Die Restredezeit der grünen Fraktion beträgt 14 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Fekter: Alle waren bisher dafür! Kogler, sind Sie dagegen?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Sie stimmen zu? Der Kogler stimmt dem Budgetbegleitgesetz zu!
Das können Sie aber meines Erachtens nicht dem Kollegen Matznetter vorwerfen. Wenn jetzt alles auch in den Budgetbegleitgesetzen geregelt ist – ich muss Ihnen ehrlich sagen, ich habe es noch nicht überprüft –, dann soll es natürlich allen recht sein. Dann bleibt nur der Nachgeschmack, dass eigentlich ein Redaktionsfehler dazu verwendet wurde, diese Sache hier so auszureizen. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Sie stimmen zu? Der Kogler stimmt dem Budgetbegleitgesetz zu!)
Riess-Passer und Haupt
Involvierung und Verantwortung von Bundeskanzler Dr. Schüssel, VizekanzlerInnen (Riess-Passer und Haupt), Wirtschaft (Bartenstein) und Landesverteidigung (Scheibner und Plattner), deren Kabinette und der von ihnen geleiteten Ministerien im Zuge des gesamten Beschaffungsvorganges zur Anschaffung der Kampfflugzeuge.
Bartenstein
Involvierung und Verantwortung von Bundeskanzler Dr. Schüssel, VizekanzlerInnen (Riess-Passer und Haupt), Wirtschaft (Bartenstein) und Landesverteidigung (Scheibner und Plattner), deren Kabinette und der von ihnen geleiteten Ministerien im Zuge des gesamten Beschaffungsvorganges zur Anschaffung der Kampfflugzeuge.
Scheibner und Plattner
Involvierung und Verantwortung von Bundeskanzler Dr. Schüssel, VizekanzlerInnen (Riess-Passer und Haupt), Wirtschaft (Bartenstein) und Landesverteidigung (Scheibner und Plattner), deren Kabinette und der von ihnen geleiteten Ministerien im Zuge des gesamten Beschaffungsvorganges zur Anschaffung der Kampfflugzeuge.
Beifall bei der SPÖ.
Zuerst möchte ich Ihnen einmal die Wirtschaftsplattform des Bundeskanzlers Schüssel vorstellen, im Rahmen welcher er dick aufträgt und sagt, dass die Unternehmen, verschiedene Betriebe und Privatpersonen bereit sind, für die österreichische Bevölkerung diese Abfangjäger zu finanzieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neudeck: Halten Sie sich die Tafel vors Gesicht!
Schauen Sie sich diese Tafel nur in aller Ruhe an, meine Damen und Herren! Die Wahrheit schaut nämlich so aus: Es sind insgesamt letztlich 5 Milliarden €, die der Steuerzahler zu berappen hat. (Abg. Neudeck: Halten Sie sich die Tafel vors Gesicht!) Zuerst haben Sie von 1,6 Milliarden und dann von 1,9 Milliarden gesprochen. Insgesamt, meine Damen und Herren, werden es letztendlich aber 5 Milliarden € sein! (Zwischenruf des Abg. Neudeck.)
Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Schauen Sie sich diese Tafel nur in aller Ruhe an, meine Damen und Herren! Die Wahrheit schaut nämlich so aus: Es sind insgesamt letztlich 5 Milliarden €, die der Steuerzahler zu berappen hat. (Abg. Neudeck: Halten Sie sich die Tafel vors Gesicht!) Zuerst haben Sie von 1,6 Milliarden und dann von 1,9 Milliarden gesprochen. Insgesamt, meine Damen und Herren, werden es letztendlich aber 5 Milliarden € sein! (Zwischenruf des Abg. Neudeck.)
Abg. Dr. Khol: Vor der Wahl und nach der Jagd!
Betreffend „Eurofighter“ ist in den Salzburger Nachrichten am 22. Juli 2002 nachzulesen: „Nirgends wird so gelogen, wie bei Beerdigungen und bei Kompensationsgeschäften.“ – Salzburger Nachrichten, 22. Juli 2002. (Abg. Dr. Khol: Vor der Wahl und nach der Jagd!)
Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Oder sagt auch Exminister Scheibner, heute Klubobmann, eventuell die Unwahrheit? Am 25. Juni hat er gemeint: Die Bewertungskommission hat entschieden. Es ist der Gripen. – Am 2. Juli hat er gesagt: Die Bewertungskommission hat entschieden: Es ist der Eurofighter. (Zwischenruf des Abg. Neudeck.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wer sagt hier noch offensichtlich die Unwahrheit? – Der „Schon-wieder-wieder-da“-FPÖ-Obmann Haider! Er hat bereits zwei Mal die Abfangjäger gestoppt: Einmal im Vorjahr per Plakat, und gestern hat er in der Kärntner Landesregierung eine Resolution gegen die Abfangjäger gestoppt. – Diese Grätsche muss ihm jemand einmal nachmachen! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Meine Damen und Herren! Gibt es jemanden, der hier auch die Wahrheit zu diesem ganzen Deal sagt? – Vielleicht Bundesrat Gudenus! Der spricht ganz offen von Korruption, und er ist Bundesheeroffizier und Bundesrat! (Zwischenruf des Abg. Neudeck.) Oder etwa der Finanz- und Budgetsprecher der FPÖ, meine Damen und Herren, der
Abg. Scheibner: Er wurde überhaupt nicht ausgetrickst!
Meine Damen und Herren! Warum wird hier der Rechnungshof ausgetrickst? (Abg. Scheibner: Er wurde überhaupt nicht ausgetrickst!) Herr Kollege Scheibner! Ich bitte Sie, zu dieser Frage heute hier einmal konkret Stellung zu nehmen!
Beifall bei der SPÖ.
Cui bono?, das ist die ganz große Frage bei diesen Dingen, meine Damen und Herren. Sie haben das angerichtet! (Der Redner verweist auf die Tafel.) Das haben Sie von der FPÖ und von der ÖVP zu verantworten! Wer die Rechnung für diese Anschaffung bezahlt, das ist längst klar, nämlich der Steuerzahler. Und jetzt, Kollege Scheibner, geht es darum, wer hier fürstlich bewirtet wird. Und das werden wir untersuchen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Rasinger: Pilz ohne Tafel?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zum Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Pilz. Die Redezeit für die Begründung beträgt maximal 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Rasinger: Pilz ohne Tafel?)
Beifall bei den Grünen.
Wir wissen die Antwort nicht. Ich glaube auch nicht, dass wir primär österreichische Strafgerichte bemühen sollen, weil es nicht von vornherein klar ist, dass es sich um ein strafbares Verhalten handelt, sondern das bewegt sich in diesem Bereich, wo wir wissen, dass politisch etwas äußerst Fragwürdiges geschehen ist, das nur in einem Gremium geklärt werden kann, und das ist ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei der ÖVP: Na eh nicht!
Aber – und ich wiederhole – wir brauchen diesen Untersuchungsausschuss, weil wie selten in einer Ausgabe dieser Größenordnung hier so etwas wie der gar nicht mehr Geruch, sondern schon fast die Gewissheit politischer und geschäftlicher Schiebung in der Luft liegt. Wir untersuchen den konkreten Verdacht auf Schiebung, und es ist kein kleiner Vorwurf (Ruf bei der ÖVP: Na eh nicht!), wenn der Finanzminister, mit dem wir täglich und jetzt in den Budgetverhandlungen konfrontiert sind, nicht nur von mir, sondern zumindest auch von den Kolleginnen und Kollegen der sozialdemokratischen Fraktion der Schiebung verdächtigt wird.
Abg. Neudeck: Hat auch niemand erwartet!
Mehrheitsbeschluss über das Budgetbegleitgesetz nächsten Dienstag oder Mittwoch die Causa erledigt ist! Sie wird nicht erledigt sein. Sie können auch im Budgetbegleitgesetz den Kauf der Eurofighter beschließen. Das wird für uns kein Grund sein, mit unserer Arbeit als kontrollierende Opposition aufzuhören. (Abg. Neudeck: Hat auch niemand erwartet!) Ich habe es schon einige Male erlebt, dass Regierungen geglaubt haben, durch Beschlüsse, Beharrungsbeschlüsse und weitere Beschlüsse irgendetwas durchbringen zu können, was nicht nur in den Augen der Öffentlichkeit so nicht mehr zu machen war. Wenn Sie den Schaden auch für sich politisch in Grenzen halten wollen, dann wird Ihnen über kurz oder lang keine andere Möglichkeit übrig bleiben, als mit uns gemeinsam diesen parlamentarischen Untersuchungsausschuss einzurichten.
Beifall bei den Grünen.
Ich glaube, dass es gerade im Bereich des militärischen Beschaffungswesens höchst an der Zeit ist, mit einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss einen ähnlichen Prozess gerade im Militärischen zu ermöglichen. Das ist der Grund – jetzt jenseits aller Mehrheits- und Minderheitsverhältnisse –, warum ich dringend an Sie appelliere, diesem parlamentarischen Untersuchungsausschuss rechtzeitig zuzustimmen, vor etwaigen Beschlüssen nächste Woche zuzustimmen, um zu verhindern, dass der Schaden in der Öffentlichkeit in dieser Causa zu groß wird. Sie werden uns nicht daran hindern, diesen Fall, so gut es geht, im Rahmen des österreichischen Nationalrates aufzuklären. (Beifall bei den Grünen.)
Rufe bei der SPÖ: Kräuter!
Eine Hürde haben wir, glaube ich, genommen, da sind wir uns einig. Die Vorwürfe werden jetzt nicht mehr wegen der Luftraumüberwachung und wegen der Beschaffung von Abfangjägern erhoben, mit dem Hinweis, dass wir auch der Verfassung Rechnung tragen müssen, sondern die Vorwürfe sind jetzt eine oder zwei Stufen tiefer. Man spricht von Schiebung, Korruption, Manipulation, weil das in diesem Zusammenhang natürlich entsprechend negative Stimmung macht. Und wenn Herr Kräutner herauskommt (Rufe bei der SPÖ: Kräuter!), wenn Herr Kräutner herauskommt (Heiterkeit), wenn Herr Kräutner mit dem Taferl herauskommt (weitere Rufe: Kräuter!), wenn Herr Kräuter mit dem Taferl herauskommt (Beifall bei der ÖVP), dann mag es noch so groß
Heiterkeit
Eine Hürde haben wir, glaube ich, genommen, da sind wir uns einig. Die Vorwürfe werden jetzt nicht mehr wegen der Luftraumüberwachung und wegen der Beschaffung von Abfangjägern erhoben, mit dem Hinweis, dass wir auch der Verfassung Rechnung tragen müssen, sondern die Vorwürfe sind jetzt eine oder zwei Stufen tiefer. Man spricht von Schiebung, Korruption, Manipulation, weil das in diesem Zusammenhang natürlich entsprechend negative Stimmung macht. Und wenn Herr Kräutner herauskommt (Rufe bei der SPÖ: Kräuter!), wenn Herr Kräutner herauskommt (Heiterkeit), wenn Herr Kräutner mit dem Taferl herauskommt (weitere Rufe: Kräuter!), wenn Herr Kräuter mit dem Taferl herauskommt (Beifall bei der ÖVP), dann mag es noch so groß
weitere Rufe: Kräuter!
Eine Hürde haben wir, glaube ich, genommen, da sind wir uns einig. Die Vorwürfe werden jetzt nicht mehr wegen der Luftraumüberwachung und wegen der Beschaffung von Abfangjägern erhoben, mit dem Hinweis, dass wir auch der Verfassung Rechnung tragen müssen, sondern die Vorwürfe sind jetzt eine oder zwei Stufen tiefer. Man spricht von Schiebung, Korruption, Manipulation, weil das in diesem Zusammenhang natürlich entsprechend negative Stimmung macht. Und wenn Herr Kräutner herauskommt (Rufe bei der SPÖ: Kräuter!), wenn Herr Kräutner herauskommt (Heiterkeit), wenn Herr Kräutner mit dem Taferl herauskommt (weitere Rufe: Kräuter!), wenn Herr Kräuter mit dem Taferl herauskommt (Beifall bei der ÖVP), dann mag es noch so groß
Beifall bei der ÖVP
Eine Hürde haben wir, glaube ich, genommen, da sind wir uns einig. Die Vorwürfe werden jetzt nicht mehr wegen der Luftraumüberwachung und wegen der Beschaffung von Abfangjägern erhoben, mit dem Hinweis, dass wir auch der Verfassung Rechnung tragen müssen, sondern die Vorwürfe sind jetzt eine oder zwei Stufen tiefer. Man spricht von Schiebung, Korruption, Manipulation, weil das in diesem Zusammenhang natürlich entsprechend negative Stimmung macht. Und wenn Herr Kräutner herauskommt (Rufe bei der SPÖ: Kräuter!), wenn Herr Kräutner herauskommt (Heiterkeit), wenn Herr Kräutner mit dem Taferl herauskommt (weitere Rufe: Kräuter!), wenn Herr Kräuter mit dem Taferl herauskommt (Beifall bei der ÖVP), dann mag es noch so groß
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Vom Kollegen Pilz sind wir gewohnt, dass er sagt: Und morgen gibt es neue Unterlagen und neue Beweise, und hier habe ich noch einen (der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe), hier steht es, sehen Sie, einen neuen Beweis, und Sie werden noch sehen, dass ich diese Unterlagen vorlegen werde, die alle überraschen werden! – Bis jetzt war mit den Zetteln nicht viel, Herr Kollege Pilz, außer dass Sie immer deuten und sagen, es handelt sich um geheime Dinge und Ihnen hat man und so weiter. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Nun, meine Damen und Herren, das Schlimme an diesem neuerlichen Vorstoß gegen die Beschaffung von Abfangjägern oder Luftraumüberwachungsflugzeugen ist, dass Sie jetzt dazu übergehen, pauschal und nicht konkret zu sagen, wer wann wo was gemacht hat, sondern Sie sagen, jemand hat gesagt, und wir verdächtigen grundsätzlich pauschal, und zwar jene, die politisch verantwortlich sind. Das ist Minister Scheibner gewesen, der hat schon – Verdacht einmal grundsätzlich, irgendetwas wird schon hängen bleiben –, und dann Minister Plattner. Selbstverständlich, Minister Platter hat auch. Und Grasser hat vorher gesagt und nachher das Gegenteil, und Bartenstein mit den Gegengeschäften. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger.
Sie sagen: Da ist überhaupt das Übelste aller Zeiten passiert! Diese Gegengeschäfte können nicht zu Stande kommen, das kann nicht sein. – Wir haben aber in der Vergangenheit gesehen, dass das üblich und in Europa durchaus eine gegebene Sache ist, dass es bei solchen Beschaffungen Gegengeschäfte gibt. (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger.) – Auch wenn Sie es nicht glauben, Frau Kollegin Lichtelberger (Heiterkeit), es ist so (Beifall bei der ÖVP): Gegengeschäfte sind eine übliche Angelegenheit bei der Beschaffung von diesbezüglichen Materialien.
Heiterkeit
Sie sagen: Da ist überhaupt das Übelste aller Zeiten passiert! Diese Gegengeschäfte können nicht zu Stande kommen, das kann nicht sein. – Wir haben aber in der Vergangenheit gesehen, dass das üblich und in Europa durchaus eine gegebene Sache ist, dass es bei solchen Beschaffungen Gegengeschäfte gibt. (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger.) – Auch wenn Sie es nicht glauben, Frau Kollegin Lichtelberger (Heiterkeit), es ist so (Beifall bei der ÖVP): Gegengeschäfte sind eine übliche Angelegenheit bei der Beschaffung von diesbezüglichen Materialien.
Beifall bei der ÖVP
Sie sagen: Da ist überhaupt das Übelste aller Zeiten passiert! Diese Gegengeschäfte können nicht zu Stande kommen, das kann nicht sein. – Wir haben aber in der Vergangenheit gesehen, dass das üblich und in Europa durchaus eine gegebene Sache ist, dass es bei solchen Beschaffungen Gegengeschäfte gibt. (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger.) – Auch wenn Sie es nicht glauben, Frau Kollegin Lichtelberger (Heiterkeit), es ist so (Beifall bei der ÖVP): Gegengeschäfte sind eine übliche Angelegenheit bei der Beschaffung von diesbezüglichen Materialien.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Bundesregierung hat sich nach dem gerichtet, und wir lehnen selbstverständlich den Untersuchungsausschuss ab. Ich darf mich Minister Platter anschließen, der gemeint hat: Wenn Sie tatsächlich Argumente haben, wenn Sie tatsächlich Beweise auf den Tisch legen können, dann gehen Sie zur Staatsanwaltschaft! Allgemeine Verdächtigungen, meine Damen und Herren, gibt es mit uns nicht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Gaál. Redezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Allgemeine Heiterkeit.
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Herr Kollege Mürzauer beziehungsweise Murauer! (Allgemeine Heiterkeit.) Wir sind nicht gegen die Sicherheit, das weißt du sehr genau, sondern wir sind gegen den Kauf dieser Kampfflugzeuge, weil das die teuerste Fehlentscheidung einer Bundesregierung seit Bestehen der Zweiten Republik ist, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Herr Kollege Mürzauer beziehungsweise Murauer! (Allgemeine Heiterkeit.) Wir sind nicht gegen die Sicherheit, das weißt du sehr genau, sondern wir sind gegen den Kauf dieser Kampfflugzeuge, weil das die teuerste Fehlentscheidung einer Bundesregierung seit Bestehen der Zweiten Republik ist, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
einfach nicht verstehen kann, wie leichtfertig, ja wie fahrlässig Sie mit ihrem schwer verdienten Geld umgehen. Auf der einen Seite erfolgt ein existenzbedrohender Einschnitt in das Pensionssystem, und auf der anderen Seite steht der Kauf dieser sündteuren, nicht leistbaren Kampfflugzeuge an. Diese Einkaufspolitik, meine Damen und Herren, ist unverantwortlich und wird von uns entschieden abgelehnt! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die heute schon angesprochenen Gegengeschäfte – Sie haben es der Tafel meines Kollegen Kräuter entnehmen können –, diese 200 Prozent müssen erst einmal realisiert werden! Es gibt keine Angebotsgarantie. Das zu verlangen, haben Sie verabsäumt, obwohl das an sich international üblich ist. Es gibt Absichtserklärungen, die nichts gelten, es gibt keine Haftungen, keine Verpflichtungen zur Erfüllung dieses schriftlichen Angebotes, meine Damen und Herren! Bei den Kompensationsgeschäften bleibt lediglich der gute Glaube. Das ist ein Wunschdenken, das ist eine vage Utopie. Der Rechnungshof selbst findet auch diese 200 Prozent problematisch, meine Damen und Herren! In der ersten Prüfung der Ausschreibung hat er darauf hingewiesen und hat unsere Kritik vollinhaltlich bestätigt, lieber Herbert Scheibner! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Toni, wir verzeihen dir, weil du so unter Druck bist in deiner eigenen Fraktion!
Ausschreibungskriterien, Vergaberichtlinien, Muss-Forderungen wurden nicht erfüllt. Das ist eine schwere Missachtung der Sorgfaltspflicht dieser Bundesregierung! Alles schreit hier nach Aufklärung, meine Damen und Herren, denn das Pflichtenheft wurde geändert. (Abg. Wittauer: Toni, wir verzeihen dir, weil du so unter Druck bist in deiner eigenen Fraktion!) Die verpflichtende Übergangslösung von EADS war unerfüllbar, daher haben Sie zu Gunsten von EADS und zu Lasten der Republik Österreich entschieden! All das schreit wirklich nach Aufklärung!
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
ren –, dann stimmen Sie unserer Forderung nach Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zu! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Meine Damen und Herren! Ich möchte ganz ruhig an Folgendes erinnern: Es ist einmal der Name eines Kollegen dieses Hauses zwei oder drei Mal verballhornt worden, und das ist für wichtig genug empfunden worden, es in der Präsidiale zur Sprache zur bringen. Alle vier Klubobmänner haben gemeint, dass das nicht gut sei, und haben es übernommen, in ihren Fraktionen darauf hinzuwirken, dass man das nicht macht. Es kann jedem einmal ein Versprecher passieren, aber was den Einsatz als rhetorische Technik betrifft, so ist von allen vier Klubobmännern klar dazu Position bezogen worden, und ich rufe das nur in Erinnerung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Abgeordneter Gaál, du hast hier gesagt, wenn wir nichts zu verbergen haben, dann sollen wir doch dem Untersuchungsausschuss zustimmen. Dazu darf ich sagen: Wenn man überall dort, wo man nichts zu verbergen hat und alles korrekt ist, Untersuchungsausschüsse einsetzen würde, dann würden wir vor lauter Untersuchungsausschüssen zu nichts anderem mehr kommen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Und weil hier immer wieder irgendwelche Informationen eingemahnt werden, möchte ich Folgendes sagen: Du weißt es, und auch alle anderen, vor allem auch jene, die im Landesverteidigungsausschuss, im Nationalen Sicherheitsrat sitzen, wissen es: Dort, wo man unter Verschwiegenheitsgebot tatsächlich alle Informationen darlegen kann, dort sind diese Informationen umfassend, ehrlich und auch entsprechend offensiv gegeben worden. Jetzt dauernd Fragen zu stellen, die man längst beantwortet bekommen hat, ist natürlich politisch zulässig – das ist keine Frage – und bei solch einem Projekt wie dieser Abfangjäger-Entscheidung sicherlich auch reizvoll, vor allem dann, wenn man den Konsens in der Sicherheitspolitik nicht mittragen soll, aber es ist, so sage ich, nicht zulässig, dann so zu tun, als ob diese Informationen nicht gegeben worden wären. Und es ist auch nicht zulässig, dann einzumahnen, dass wir solch einem Untersuchungsausschuss zustimmen sollten. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
sind, und sich diesen Rechnungshofbericht angesehen hat, kann nur sagen: Da war wirklich alles in Ordnung, diese Entscheidung und diese Ausschreibung sind vorbildhaft vorbereitet worden! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.
Darauf bin ich stolz, das kann ich hier auch sagen. Sie können sicher sein: Diese Entscheidung war richtig, diese Entscheidung ist korrekt getroffen worden. Das werden Sie zur Kenntnis nehmen müssen, meine Damen und Herren von den Oppositionsparteien. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
In der Bundesregierung waren dann auch die Kompensationspakete und die technologischen Rahmenbereiche zu entscheiden, und es stellte sich die Frage: Werden diese Zusatzkosten dem Verteidigungsbudget zugeschlagen und ersetzt? – Das war der Fall, das wissen Sie, das steht auch im Regierungsbeschluss. Deshalb gab es keinen Grund – weder für den Verteidigungsminister noch für das Ressort –, dagegen zu sein, dass das technisch beste Gerät für unsere Soldaten für die wichtige Aufgabe der Luftraumüberwachung beschafft wird. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Herbert Scheibner (fortsetzend): ... dann würden Sie hier vielleicht anders argumentieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Kogler –: Geh ein bisschen schneller! – Abg. Dr. Fekter: Der ist jetzt dafür!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gelangt als nächster Redner Herr Abgeordneter Mag. Kogler. Die Redezeit beträgt 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Khol – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Kogler –: Geh ein bisschen schneller! – Abg. Dr. Fekter: Der ist jetzt dafür!)
Rufe: Der war gut!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Murauer (Rufe: Der war gut!), Sie sollten wirklich die Sprechrolle wechseln. Sie sollten vom Wehrsprecher – ich betone, dass das eine Verballhornung wäre, aber das heißt bei Ihnen so – zum Sprecher des Villacher Faschings werden (Abg. Dr. Khol: Die Rolle ist schon vergeben!) oder sich vielleicht um das Amt des Untersuchungsausschussexperten für Bierbrauereien oder Ähnliches bewerben.
Abg. Dr. Khol: Die Rolle ist schon vergeben!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Murauer (Rufe: Der war gut!), Sie sollten wirklich die Sprechrolle wechseln. Sie sollten vom Wehrsprecher – ich betone, dass das eine Verballhornung wäre, aber das heißt bei Ihnen so – zum Sprecher des Villacher Faschings werden (Abg. Dr. Khol: Die Rolle ist schon vergeben!) oder sich vielleicht um das Amt des Untersuchungsausschussexperten für Bierbrauereien oder Ähnliches bewerben.
Abg. Dr. Stummvoll: Na, na!
Ich muss Ihnen ehrlich sagen: Es sieht bei Ihnen argumentativ offensichtlich schon ziemlich dünn aus, wenn Sie mit einer derartigen Performance die Flucht nach vorne versuchen. Amüsant dabei war wirklich allenfalls, dass Sie das besser können als andere. Das hat auch mich überrascht, das muss ich zugeben. (Abg. Dr. Stummvoll: Na, na!)
Ruf: „ZiB 3“!
Aber das war immer noch besser als die Fernsehdiskussion in „Offen gesagt“ (Ruf: „ZiB 3“!), wo Sie, Kollege Murauer – da wird es jetzt wieder ernst –, als Wehrsprecher behauptet haben, die Betriebskosten bei dieser ganzen Sache – und diese sind eigentlich das, was am meisten ausmacht; das ist ja das Tragische – würden in die Kosten-Nutzen-Analyse, von der hier geredet worden ist, einfließen.
Abg. Scheibner: Das ist so im Verfahren vorgesehen!
Das ist aber nicht so. Ich mache Sie noch einmal darauf aufmerksam: Die Betriebskosten sind – und dies, wie ich behaupte, völlig absichtlich – aus dieser Kosten-Nutzen-Rechnung herausgehalten worden. (Abg. Scheibner: Das ist so im Verfahren vorgesehen!) Nur sind Sie noch nicht so weit, dafür versuchen Sie sich hier mittlerweile als Kabarettist. – Sei’s drum.
Abg. Scheibner: Was denn?
Der Ernst der Sache – deshalb möchte ich bei Kollegem Scheibner anknüpfen – ist doch genau folgender: Eine Reihe von verschiedenen und wichtigen Ausschreibungskriterien steht zur Bewertung an. Wenn Sie schon den Rechnungshofbericht zitieren, dann sagen Sie im Übrigen dazu, dass der Rechnungshof zwar dort, wo die Ausschreibung geprüft wurde, so weit keine besonderen Vorkommnisse, wenn Sie so wollen, festgestellt hat, die Angebotseinholung zu den Gegengeschäften allerdings sehr wohl kritisiert hat, weil er nämlich sinnvollerweise erkannt hat, dass die Art und Weise, wie das Ministerium und diese Bundesregierung ausschreiben, mehr oder weniger zwangsläufig dazu führt, dass der Kaufpreis steigen muss. – Aber das ist ein altes Argument. Ich sage Ihnen bei dieser Gelegenheit nur, dass selbst der Rechnungshof anderes zutage gefördert hat, als Sie es hier dargestellt haben. (Abg. Scheibner: Was denn?)
Abg. Scheibner: Na eben!
Aber das Hauptproblem ist ein ganz anderes. Wenn diese Ausschreibung so super war, wie Sie sagen, so sage ich, ich bin bis auf diese eine Ausnahme d’accord (Abg. Scheibner: Na eben!), aber: Warum ist dann Schritt für Schritt und Zug um Zug – und lassen Sie uns das in diesen wenigen Minuten chronologisch durchgehen – jedes wichtige Kriterium in der Bewertung gebrochen worden? – Das ist doch das Problem! Das Problem besteht ja nicht darin, dass vielleicht die Ausschreibung schlecht wäre, sondern ich frage umgekehrt: Wieso leistet sich die Republik einen derart teuren – und möglicherweise ja auch bei militärischen Beschaffungen sinnvollen – Vorgang einer Ausschreibung, um sich dann nicht daran zu halten? Das ist ja das Problem! Darauf sollten Sie Antworten geben und nicht hier erklären, dass alles bestens sei.
Abg. Scheibner: Das stimmt nur nicht!
EADS war nicht in der Lage, die entsprechende Stückzahl an Eurofightern rechtzeitig zu liefern. Deshalb haben Sie – oder wer auch immer in dieser von Ihnen belobigten Kommission – das Muss-Kriterium hinausreklamiert. Das war ein schwerwiegender Vorgang während dieser Vergabeentscheidung. Und das kritisierte der Rechnungshof regelmäßig, wenn Sie sich schon darauf berufen. (Abg. Scheibner: Das stimmt nur nicht!) – Das stimmt sehr wohl! Natürlich war das ein Muss-Kriterium, und EADS war
Abg. Scheibner: Weil Sie immer wieder etwas behaupten, muss es nicht richtiger werden! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Sie haben am Schluss auf einen „Billa-Preis“ hinunterverhandelt; deshalb 1 969 Millionen €. Und jeden Tag, an dem wir Nachschau halten und die Sache aufklären, wird es um ein paar hundert Millionen € teurer. Sie werden es noch erleben. (Abg. Scheibner: Weil Sie immer wieder etwas behaupten, muss es nicht richtiger werden! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Deshalb: Stellen Sie sich rechtzeitig diesem Untersuchungsausschuss! Es wird von Tag zu Tag nur schlimmer. Wir werden es morgen ja wieder erleben. Stellen Sie sich rechtzeitig dem Untersuchungsausschuss! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)