Eckdaten:
Für die 106. Sitzung der 21. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 1059 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Allgemeiner Beifall.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Ich begrüße den neuen Kollegen herzlich in unserer Mitte. (Allgemeiner Beifall.)
ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der Postenschacher dieser schwarz-blauen Bundesregierung (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen) ist das Hauptmerkmal dieser Regierung in den letzten zweieinhalb Jahren – das haben Sie in den letzten Tagen wieder ganz eindrucksvoll bestätigt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Mir ist schon ganz kalt, weil der "Kühlschrank" vor mir steht! Der "Kühlschrank" ist im Raum!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Mir ist schon ganz kalt, weil der "Kühlschrank" vor mir steht! Der "Kühlschrank" ist im Raum!
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der Postenschacher dieser schwarz-blauen Bundesregierung (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen) ist das Hauptmerkmal dieser Regierung in den letzten zweieinhalb Jahren – das haben Sie in den letzten Tagen wieder ganz eindrucksvoll bestätigt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Mir ist schon ganz kalt, weil der "Kühlschrank" vor mir steht! Der "Kühlschrank" ist im Raum!)
Abg. Böhacker: Peinlich!
Herr Bundeskanzler, Sie haben erst gestern darauf hingewiesen, dass es politisch unvereinbar wäre, dass Herr Abgeordneter Gaugg gleichzeitig im Parlament und in der Pensionsversicherungsanstalt ist. Es zeigt sich ganz deutlich, dass das Parlament das letzte Mal hinters Licht geführt wurde, als Herr Sozialminister Haupt abgestritten hat, dass er bei "verschwörerischen" Besprechungen dabei war, in denen dieser Postenschacher ausgemacht wurde. (Abg. Böhacker: Peinlich!) Herr Abgeordneter Gaugg hat, als man ihm gesagt hat, er werde in die Pensionsversicherungsanstalt einziehen, gemeint, das wäre schwachsinnig. – Diesen Ausführungen des Abgeordneten Gaugg ist in der Tat nichts hinzuzufügen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Herr Bundeskanzler, Sie haben erst gestern darauf hingewiesen, dass es politisch unvereinbar wäre, dass Herr Abgeordneter Gaugg gleichzeitig im Parlament und in der Pensionsversicherungsanstalt ist. Es zeigt sich ganz deutlich, dass das Parlament das letzte Mal hinters Licht geführt wurde, als Herr Sozialminister Haupt abgestritten hat, dass er bei "verschwörerischen" Besprechungen dabei war, in denen dieser Postenschacher ausgemacht wurde. (Abg. Böhacker: Peinlich!) Herr Abgeordneter Gaugg hat, als man ihm gesagt hat, er werde in die Pensionsversicherungsanstalt einziehen, gemeint, das wäre schwachsinnig. – Diesen Ausführungen des Abgeordneten Gaugg ist in der Tat nichts hinzuzufügen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Wie schaut dieser Postenschacher aus, der ständig damit gerechtfertigt wird, dass es um Kosteneinsparungen ginge, um Strukturreformen, um etwas effizienter zu gestalten? (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. ) – Es wird in Zukunft zusätzlich zu den zwei Direktor-Stellvertretern in der Pensionsversicherungsanstalt einen dritten geben, nämlich Herrn Gaugg, und dieser ist ganz offensichtlich mit seiner Bezahlung nicht zufrieden, denn er will unbedingt 200 000 € Jahresgehalt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie kennen das Gesetz nicht! – Gegenrufe bei der SPÖ.) Das will ein Herr Gaugg, der aus einer Partei kommt, die immer vorgibt, dass niemand mehr als 66 000 S pro Monat verdienen solle.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie kennen das Gesetz nicht! – Gegenrufe bei der SPÖ.
Wie schaut dieser Postenschacher aus, der ständig damit gerechtfertigt wird, dass es um Kosteneinsparungen ginge, um Strukturreformen, um etwas effizienter zu gestalten? (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. ) – Es wird in Zukunft zusätzlich zu den zwei Direktor-Stellvertretern in der Pensionsversicherungsanstalt einen dritten geben, nämlich Herrn Gaugg, und dieser ist ganz offensichtlich mit seiner Bezahlung nicht zufrieden, denn er will unbedingt 200 000 € Jahresgehalt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie kennen das Gesetz nicht! – Gegenrufe bei der SPÖ.) Das will ein Herr Gaugg, der aus einer Partei kommt, die immer vorgibt, dass niemand mehr als 66 000 S pro Monat verdienen solle.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Gaugg ist das Musterbeispiel der "Selbstversorgungsmaschinerie" der Freiheitlichen Partei in dieser Bundesregierung! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja gar nicht wahr!
Wie wirkt sich das auf die Kosten aus? Wir wirkt sich das auf diejenigen aus, die es letztendlich mit ihren Beiträgen zu bezahlen haben? – Die "Säuberungen" im Hauptverband haben Sie damit erklärt, dass dort alles effizienter und kostengünstiger sein müsse. Der Effekt Ihrer Veränderungen im Hauptverband liegt heute auf dem Tisch: Die Ausgaben für die Leitungsorgane sind um 80 Prozent höher als zuvor. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja gar nicht wahr!) Es sind 80 Prozent mehr für die Bürokratie (Abg. Mag. Schweitzer: Darf der ungestraft die Unwahrheit sagen?), die von den Beitragszahlern zu bezahlen ist!
Abg. Mag. Schweitzer: Darf der ungestraft die Unwahrheit sagen?
Wie wirkt sich das auf die Kosten aus? Wir wirkt sich das auf diejenigen aus, die es letztendlich mit ihren Beiträgen zu bezahlen haben? – Die "Säuberungen" im Hauptverband haben Sie damit erklärt, dass dort alles effizienter und kostengünstiger sein müsse. Der Effekt Ihrer Veränderungen im Hauptverband liegt heute auf dem Tisch: Die Ausgaben für die Leitungsorgane sind um 80 Prozent höher als zuvor. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist ja gar nicht wahr!) Es sind 80 Prozent mehr für die Bürokratie (Abg. Mag. Schweitzer: Darf der ungestraft die Unwahrheit sagen?), die von den Beitragszahlern zu bezahlen ist!
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Während Sie von den Koalitionsparteien einerseits Sozialabbau und Pensionsabbau betreiben, werden von Ihnen andererseits Funktionäre dorthin geschickt, die um 80 Prozent mehr Kosten verursachen, als in der Vergangenheit angelaufen sind. Das ist eine völlig falsche Politik, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Es stellt sich auch die Frage: Welche Qualifikation bringt Herr Abgeordneter Gaugg dort ein? – Eine A-Qualifikation, eine B-Qualifikation? – Weit gefehlt! Die einzige Qualifikation, die er dort einbringt, ist die "F-Qualifikation": Er ist der Abgesandte der FPÖ und nicht mehr, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Phantasien! Aufwachen!
Wer glaubt, dass es mit dieser Geschichte zu Ende ist, dem kann man schon heute sagen, welcher Abgeordnete von der FPÖ als Nächster zu versorgen ist. Er sitzt heute zufälligerweise hier. Es weiß heute schon jeder, dass auf Grund der Eingliederung des Postbusses in den Bahnbus der designierte Bus-Chef Herr Abgeordneter Firlinger sein wird. (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Phantasien! Aufwachen!) Er wird der Nächste sein, der versorgt werden wird, meine Damen und Herren!
Abg. Ing. Westenthaler: Fiebriger "Kühlschrank"! – Abg. Mag. Schweitzer: Alfred Gusenbauer, der "Kühlschrank"! – weitere Zwischenrufe – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Es stellt sich die Frage, wieso die ÖVP dazu so beredt schweigt. Wieso schweigt die ÖVP (Abg. Ing. Westenthaler: Fiebriger "Kühlschrank"! – Abg. Mag. Schweitzer: Alfred Gusenbauer, der "Kühlschrank"! – weitere Zwischenrufe – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) so beredt zu diesem Postenschacher der Freiheitlichen Partei? – Man braucht nicht weit zu gehen (Abg. Ing. Westenthaler: Der "Kühlschrank" fiebert!), man braucht nur in die Herrengasse in das Innenministerium zu gehen. Dort findet man den Grund für das Schweigen der Österreichischen Volkspartei, dort sitzt nämlich der Obersäuberer der ÖVP, Innenminister Strasser, der jeden leitenden Beamten, der nicht seine Gesinnung teilt, knallhart und eiskalt eliminiert. Das ist keine demokratische Vorgangsweise, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der "Kühlschrank" fiebert!
Es stellt sich die Frage, wieso die ÖVP dazu so beredt schweigt. Wieso schweigt die ÖVP (Abg. Ing. Westenthaler: Fiebriger "Kühlschrank"! – Abg. Mag. Schweitzer: Alfred Gusenbauer, der "Kühlschrank"! – weitere Zwischenrufe – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) so beredt zu diesem Postenschacher der Freiheitlichen Partei? – Man braucht nicht weit zu gehen (Abg. Ing. Westenthaler: Der "Kühlschrank" fiebert!), man braucht nur in die Herrengasse in das Innenministerium zu gehen. Dort findet man den Grund für das Schweigen der Österreichischen Volkspartei, dort sitzt nämlich der Obersäuberer der ÖVP, Innenminister Strasser, der jeden leitenden Beamten, der nicht seine Gesinnung teilt, knallhart und eiskalt eliminiert. Das ist keine demokratische Vorgangsweise, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Es stellt sich die Frage, wieso die ÖVP dazu so beredt schweigt. Wieso schweigt die ÖVP (Abg. Ing. Westenthaler: Fiebriger "Kühlschrank"! – Abg. Mag. Schweitzer: Alfred Gusenbauer, der "Kühlschrank"! – weitere Zwischenrufe – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen) so beredt zu diesem Postenschacher der Freiheitlichen Partei? – Man braucht nicht weit zu gehen (Abg. Ing. Westenthaler: Der "Kühlschrank" fiebert!), man braucht nur in die Herrengasse in das Innenministerium zu gehen. Dort findet man den Grund für das Schweigen der Österreichischen Volkspartei, dort sitzt nämlich der Obersäuberer der ÖVP, Innenminister Strasser, der jeden leitenden Beamten, der nicht seine Gesinnung teilt, knallhart und eiskalt eliminiert. Das ist keine demokratische Vorgangsweise, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Frage ist, warum ist er das überhaupt geworden?
Der Herr Innenminister hat gestern gesagt, das wäre alles nur vorübergehend, die Strukturreformen müssten noch kommen, Herr Strohmeyer sei nur vorübergehend bei der Flugpolizei, und das sei mit allen anderen vereinbart. – Ich stelle mir daher die Frage, wieso denn der Gendarmeriegeneral Strohmeyer abgesetzt wurde. Hat es – falls es nicht die Frage der Gesinnung war, die den Innenminister gestört hat – irgendeine sachliche Kritik an seiner Arbeit gegeben? (Abg. Ing. Westenthaler: Die Frage ist, warum ist er das überhaupt geworden?) Ist es ein Zufall, dass all die Beamten, die vom Innenminister abgesetzt werden (Abg. Mag. Schweitzer: Deine Fragen setzen zu spät an! – weitere Zwischenrufe), Beamte sind, die nicht dem ÖAAB angehören?
Abg. Mag. Schweitzer: Deine Fragen setzen zu spät an! – weitere Zwischenrufe
Der Herr Innenminister hat gestern gesagt, das wäre alles nur vorübergehend, die Strukturreformen müssten noch kommen, Herr Strohmeyer sei nur vorübergehend bei der Flugpolizei, und das sei mit allen anderen vereinbart. – Ich stelle mir daher die Frage, wieso denn der Gendarmeriegeneral Strohmeyer abgesetzt wurde. Hat es – falls es nicht die Frage der Gesinnung war, die den Innenminister gestört hat – irgendeine sachliche Kritik an seiner Arbeit gegeben? (Abg. Ing. Westenthaler: Die Frage ist, warum ist er das überhaupt geworden?) Ist es ein Zufall, dass all die Beamten, die vom Innenminister abgesetzt werden (Abg. Mag. Schweitzer: Deine Fragen setzen zu spät an! – weitere Zwischenrufe), Beamte sind, die nicht dem ÖAAB angehören?
Abg. Großruck: Habt ihr den selbst geschrieben?
Herr Bundeskanzler! Ich werde Ihnen einen mir vorliegenden Brief eines FCG-Funktionärs an das Kabinett des Innenministers vorlesen. Meine Damen und Herren! Dieser Funktionär schreibt wortwörtlich (Abg. Großruck: Habt ihr den selbst geschrieben?):
Abg. Ing. Westenthaler: "Dein Gusi"!
"Ich möchte aber morgen Früh mein Spiegelbild ohne Grauen erblicken können und komme nicht mehr umhin, Euch, liebe Kollegen, meine Sicht nahe zu bringen!" (Abg. Ing. Westenthaler: "Dein Gusi"!)
Abg. Dr. Khol: Welcher? – Rufe bei den Freiheitlichen: Welcher?
Weiters: "Ein Mann, unser Gendarmeriegeneral Brigadier Oskar Strohmeyer, welcher politi-schen Gesinnung er auch angehören mag" (Abg. Dr. Khol: Welcher? – Rufe bei den Freiheitlichen: Welcher?), "wird aufgrund seiner richtigen und mutigen Aussagen ins ‚Exil‘ geschickt." (Abg. Ing. Westenthaler: Wo gehört er denn hin, der Herr Strohmeyer? Warum wurde er denn das überhaupt, was er ist? – Weil er ein braver Roter ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo gehört er denn hin, der Herr Strohmeyer? Warum wurde er denn das überhaupt, was er ist? – Weil er ein braver Roter ist!
Weiters: "Ein Mann, unser Gendarmeriegeneral Brigadier Oskar Strohmeyer, welcher politi-schen Gesinnung er auch angehören mag" (Abg. Dr. Khol: Welcher? – Rufe bei den Freiheitlichen: Welcher?), "wird aufgrund seiner richtigen und mutigen Aussagen ins ‚Exil‘ geschickt." (Abg. Ing. Westenthaler: Wo gehört er denn hin, der Herr Strohmeyer? Warum wurde er denn das überhaupt, was er ist? – Weil er ein braver Roter ist!)
Abg. Kiss: Den Brief hast du wahrscheinlich selbst geschrieben! Den Brief habt ihr aber selbst geschrieben! Wie heißt der FCG-Funktionär, der das geschrieben hat?
Wiedereinsetzung des Brigadier Oskar Strohmeyer als Gendarmeriezentralkommandant!" (Abg. Kiss: Den Brief hast du wahrscheinlich selbst geschrieben! Den Brief habt ihr aber selbst geschrieben! Wie heißt der FCG-Funktionär, der das geschrieben hat?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Das ist die Meinung der Basis der Fraktion Christlicher Gewerkschafter, mit der Sie nichts mehr zu tun haben, Herr Abgeordneter Kiss, denn Ihnen geht es nur noch um brutale Machtpolitik. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Dieser Postenschacher legt Ihre Gesinnung offen: Es geht Ihnen um brutale Macht- und Personalpolitik und nicht um die Interessen der österreichischen Bevölkerung! (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung des Abg. Dr. Cap –: Josef, weißt du, was ein Paradoxon ist? – Ein fiebriger Kühlschrank!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu einer Stellungnahme zum Thema dieser Aktuellen Stunde gelangt nun der Herr Bundeskanzler zu Wort. (Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung des Abg. Dr. Cap –: Josef, weißt du, was ein Paradoxon ist? – Ein fiebriger Kühlschrank!) Die Stellungnahme soll gleichfalls 10 Minuten nicht überschreiten. (Weitere Zwischenrufe.)
Weitere Zwischenrufe.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu einer Stellungnahme zum Thema dieser Aktuellen Stunde gelangt nun der Herr Bundeskanzler zu Wort. (Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung des Abg. Dr. Cap –: Josef, weißt du, was ein Paradoxon ist? – Ein fiebriger Kühlschrank!) Die Stellungnahme soll gleichfalls 10 Minuten nicht überschreiten. (Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Mag. Schweitzer: Ich habe nur erklärt, was ein Paradoxon ist! – Abg. Wochesländer: Der Parnigoni hat auch keine Ruhe gegeben! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Es ging so ein Frösteln durch den Raum! – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Herr Kollege Schweitzer, ich bitte darum, es mir nicht schwer zu machen, wenn ich bemüht bin, dem Herrn Bundeskanzler das Wort zu erteilen. (Abg. Mag. Schweitzer: Ich habe nur erklärt, was ein Paradoxon ist! – Abg. Wochesländer: Der Parnigoni hat auch keine Ruhe gegeben! – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Es ging so ein Frösteln durch den Raum! – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Ich danke natürlich Alfred Gusenbauer für die Gelegenheit, über die Bemühungen der österreichischen Bundesregierung zu sprechen – einer rot-weiß-roten Bundesregierung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Herr Abgeordneter Gusenbauer, mit "Blau-Schwarz" müssen Sie aufpassen, das wäre nämlich Lagerdenken, und das ist nicht erwünscht, wie wir in diesen Tagen gehört haben. Passen Sie auf! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Ich danke natürlich Alfred Gusenbauer für die Gelegenheit, über die Bemühungen der österreichischen Bundesregierung zu sprechen – einer rot-weiß-roten Bundesregierung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Herr Abgeordneter Gusenbauer, mit "Blau-Schwarz" müssen Sie aufpassen, das wäre nämlich Lagerdenken, und das ist nicht erwünscht, wie wir in diesen Tagen gehört haben. Passen Sie auf! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.
Ich beginne mit einem der besonders wichtigen Bereiche, mit der öffentlichen Wirtschaft, der staatsnahen Wirtschaft. Sie wissen genau, dass wir den Aufsichtsrat der ÖIAG total entpolitisiert haben. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.) – Na, das Gelächter sollte Ihnen im Hals stecken bleiben, meine Damen und Herren von der Linken (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen), denn einen Jürgen Hubbert von Daimler-Benz politisch zu punzieren, das kann wirklich nur Ihnen einfallen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Ich beginne mit einem der besonders wichtigen Bereiche, mit der öffentlichen Wirtschaft, der staatsnahen Wirtschaft. Sie wissen genau, dass wir den Aufsichtsrat der ÖIAG total entpolitisiert haben. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.) – Na, das Gelächter sollte Ihnen im Hals stecken bleiben, meine Damen und Herren von der Linken (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen), denn einen Jürgen Hubbert von Daimler-Benz politisch zu punzieren, das kann wirklich nur Ihnen einfallen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich beginne mit einem der besonders wichtigen Bereiche, mit der öffentlichen Wirtschaft, der staatsnahen Wirtschaft. Sie wissen genau, dass wir den Aufsichtsrat der ÖIAG total entpolitisiert haben. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.) – Na, das Gelächter sollte Ihnen im Hals stecken bleiben, meine Damen und Herren von der Linken (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen), denn einen Jürgen Hubbert von Daimler-Benz politisch zu punzieren, das kann wirklich nur Ihnen einfallen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es ist Ihrer eigentlich auch unwürdig, Herr Abgeordneter, einen Franz Rauch, einen Paul Achleitner, einen der international erfolgreichsten Österreicher im Banken- und Versicherungsgeschäft, in eine politische Mickymaus-Debatte hineinzuziehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Heinzl: Du!
Früher waren dort zwei ehemalige Minister an der Spitze (Abg. Heinzl: Du!), heute sind es die Herren Michaelis und Wieltsch. Sie haben mit einem fundierten Aufsichtsrat in wenigen Monaten die Reduktion der Schulden der ehemaligen verstaatlichten Industrie um zwei Drittel erreicht. (Abg. Parnigoni: Der Freundeskreis des Herrn ...! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Sie haben die Schulden angehäuft, die jetzt dank dieser Profis und Experten abgebaut sind. Ich denke, dass Österreich auf dieses Beispiel stolz und dafür dankbar sein kann. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Der Freundeskreis des Herrn ...! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Früher waren dort zwei ehemalige Minister an der Spitze (Abg. Heinzl: Du!), heute sind es die Herren Michaelis und Wieltsch. Sie haben mit einem fundierten Aufsichtsrat in wenigen Monaten die Reduktion der Schulden der ehemaligen verstaatlichten Industrie um zwei Drittel erreicht. (Abg. Parnigoni: Der Freundeskreis des Herrn ...! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Sie haben die Schulden angehäuft, die jetzt dank dieser Profis und Experten abgebaut sind. Ich denke, dass Österreich auf dieses Beispiel stolz und dafür dankbar sein kann. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Früher waren dort zwei ehemalige Minister an der Spitze (Abg. Heinzl: Du!), heute sind es die Herren Michaelis und Wieltsch. Sie haben mit einem fundierten Aufsichtsrat in wenigen Monaten die Reduktion der Schulden der ehemaligen verstaatlichten Industrie um zwei Drittel erreicht. (Abg. Parnigoni: Der Freundeskreis des Herrn ...! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Sie haben die Schulden angehäuft, die jetzt dank dieser Profis und Experten abgebaut sind. Ich denke, dass Österreich auf dieses Beispiel stolz und dafür dankbar sein kann. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Petrovic: Wo ist der Herr Gaugg?
Auch in den Tochterbetrieben gibt es Experten: Bei Böhler gibt es heute einen Raidl, bei der VOEST einen Struzl, bei der ÖMV einen Ruttenstorfer – gänzlich unbekannt? (Abg. Dr. Petrovic: Wo ist der Herr Gaugg?) Ist daran wirklich so viel zu kritisieren? (Abg. Parnigoni: Den haben Sie nicht verhindern können!)
Abg. Parnigoni: Den haben Sie nicht verhindern können!
Auch in den Tochterbetrieben gibt es Experten: Bei Böhler gibt es heute einen Raidl, bei der VOEST einen Struzl, bei der ÖMV einen Ruttenstorfer – gänzlich unbekannt? (Abg. Dr. Petrovic: Wo ist der Herr Gaugg?) Ist daran wirklich so viel zu kritisieren? (Abg. Parnigoni: Den haben Sie nicht verhindern können!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich denke, Herr Abgeordneter Gusenbauer, das ist ein Musterbeispiel dafür, wie man die Wirtschaft aus den politischen Fängen herausführen kann. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Zeitrechnung!
Nehmen Sie das nächste Beispiel: den Hauptverband – der ist ja eines Ihrer Lieblingsbeispiele. Haben Sie völlig vergessen, dass Sie frühere Minister sofort nach deren Amtstätigkeit unter Nachsicht aller Dienstauflagen dorthin gebracht haben? Ist Ihr Gedächtnis wirklich so kurz? (Abg. Ing. Westenthaler: Zeitrechnung!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sind Kandlhofer, der Generaldirektor des Hauptverbandes, oder Ewald Wetscherek, der neubestellte Generaldirektor für die zusammengelegte Pensionsversicherungsanstalt der Arbeitnehmer, der übrigens eine breite Mehrheit bekommen hat, wirklich Personen, die Sie kritisieren wollen? Trauen Sie sich! Stellen Sie sich her, Herr Abgeordneter, und kritisieren Sie diese qualifizierten Persönlichkeiten! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen
Herr Abgeordneter! Ich stehe nicht an, in aller Klarheit zu sagen, dass auch ein Abgeordneter zum Nationalrat, der sich bewährt hat und in einem objektiven Verfahren ausgesucht wird (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen), genau die gleiche Chance wie ein verdienstvoller Gewerkschaftssekretär oder ein früherer sozialdemokratischer Minister verdient. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter! Ich stehe nicht an, in aller Klarheit zu sagen, dass auch ein Abgeordneter zum Nationalrat, der sich bewährt hat und in einem objektiven Verfahren ausgesucht wird (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen), genau die gleiche Chance wie ein verdienstvoller Gewerkschaftssekretär oder ein früherer sozialdemokratischer Minister verdient. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Bis jetzt kein einziger!
Die Einsparungen im Hauptverband, die Einsparungen bei den Krankenkassen werden durch dieses neue Management Dutzende Millionen Euro ausmachen. (Abg. Dr. Gusenbauer: Bis jetzt kein einziger!) Das haben wir – und mit uns die Versicherten – vermisst, schmerzlich vermisst. Die Bereitschaft dazu hat früher – leider, sage ich – gefehlt. Doch das ist der große Unterschied: nicht die Farbe, sondern die Gesinnung in Richtung Reform! Das ist das Entscheidende, und darauf legen wir Wert! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Einsparungen im Hauptverband, die Einsparungen bei den Krankenkassen werden durch dieses neue Management Dutzende Millionen Euro ausmachen. (Abg. Dr. Gusenbauer: Bis jetzt kein einziger!) Das haben wir – und mit uns die Versicherten – vermisst, schmerzlich vermisst. Die Bereitschaft dazu hat früher – leider, sage ich – gefehlt. Doch das ist der große Unterschied: nicht die Farbe, sondern die Gesinnung in Richtung Reform! Das ist das Entscheidende, und darauf legen wir Wert! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Das nächste Beispiel ist der ORF. Was haben Sie nicht alles kritisiert! (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Ja, sicher! Doch da – wenn das so ist – frage ich: Warum hat dann der Stiftungsrat, der unabhängiger ist als jeder Aufsichtsrat (Zwischenrufe – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), als jedes Kuratorium des Österreichischen Rundfunks zuvor, in dem keine Politiker, keine Sekretäre von Ministern oder Parteisekretäre sitzen – dazu ein schmerzhaftes Lachen des Herrn Cap, der drinnen war ... (Abg. Eder: Das ist Verhöhnen!) Nein, das ist kein
Zwischenrufe – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Das nächste Beispiel ist der ORF. Was haben Sie nicht alles kritisiert! (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Ja, sicher! Doch da – wenn das so ist – frage ich: Warum hat dann der Stiftungsrat, der unabhängiger ist als jeder Aufsichtsrat (Zwischenrufe – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), als jedes Kuratorium des Österreichischen Rundfunks zuvor, in dem keine Politiker, keine Sekretäre von Ministern oder Parteisekretäre sitzen – dazu ein schmerzhaftes Lachen des Herrn Cap, der drinnen war ... (Abg. Eder: Das ist Verhöhnen!) Nein, das ist kein
Abg. Eder: Das ist Verhöhnen!
Das nächste Beispiel ist der ORF. Was haben Sie nicht alles kritisiert! (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Ja, sicher! Doch da – wenn das so ist – frage ich: Warum hat dann der Stiftungsrat, der unabhängiger ist als jeder Aufsichtsrat (Zwischenrufe – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), als jedes Kuratorium des Österreichischen Rundfunks zuvor, in dem keine Politiker, keine Sekretäre von Ministern oder Parteisekretäre sitzen – dazu ein schmerzhaftes Lachen des Herrn Cap, der drinnen war ... (Abg. Eder: Das ist Verhöhnen!) Nein, das ist kein
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
Warum hätten sonst auch Ihre, die Ihnen nahe stehenden Kuratoren mit breiter Mehrheit dieses Personenpaket abgesichert? – Man kann doch stolz darauf sein, dass der Österreichische Rundfunk heute unabhängiger (ironische Heiterkeit bei der SPÖ) argumentieren und agieren kann als zu Ihrer Zeit. Wir sind stolz darauf! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Warum hätten sonst auch Ihre, die Ihnen nahe stehenden Kuratoren mit breiter Mehrheit dieses Personenpaket abgesichert? – Man kann doch stolz darauf sein, dass der Österreichische Rundfunk heute unabhängiger (ironische Heiterkeit bei der SPÖ) argumentieren und agieren kann als zu Ihrer Zeit. Wir sind stolz darauf! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Frühpensionierungen!
Meine Damen und Herren! Was den öffentlichen Dienst im engeren Sinne betrifft, haben wir tatsächlich gespart. Wir haben bisher 14 Sektionen, 58 Gruppen und 82 Abteilungen eingespart. Wir haben mit dem Sparen bei uns selbst, in der Zentralverwaltung begonnen. (Abg. Dr. Gusenbauer: Frühpensionierungen!)
Abg. Bures: Geheimsitzungen von Herrn Minister Haupt!
Ich sage Ihnen dazu noch etwas: Wenn Sie manches kritisieren, dann denken Sie immer daran, dass es ein großartiges Gesetz gibt, das – im Unterschied zu anderen Ländern – den Personalvertretungen in Österreich echte Mitsprachemöglichkeiten gibt. Jede einzelne Ausschreibung, jede einzelne Entscheidung in den Zentralverwaltungen ist natürlich von einer Kommission vorbereitet worden. (Abg. Bures: Geheimsitzungen von Herrn Minister Haupt!) Mir ist kein einziger Fall bekannt, Frau Abgeordnete, bei welchem nicht einer Empfehlung der Kommission gefolgt wurde. (Abg. Dr. Gusenbauer: Welche Kommission war beim Strohmeyer?) Auch das sollen die Damen und Herren, die vor den Fernsehschirmen sitzen, heute wissen: Es gibt ein Verfahren, wir haben uns daran gehalten, und die Ergebnisse sind in Ordnung! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Welche Kommission war beim Strohmeyer?
Ich sage Ihnen dazu noch etwas: Wenn Sie manches kritisieren, dann denken Sie immer daran, dass es ein großartiges Gesetz gibt, das – im Unterschied zu anderen Ländern – den Personalvertretungen in Österreich echte Mitsprachemöglichkeiten gibt. Jede einzelne Ausschreibung, jede einzelne Entscheidung in den Zentralverwaltungen ist natürlich von einer Kommission vorbereitet worden. (Abg. Bures: Geheimsitzungen von Herrn Minister Haupt!) Mir ist kein einziger Fall bekannt, Frau Abgeordnete, bei welchem nicht einer Empfehlung der Kommission gefolgt wurde. (Abg. Dr. Gusenbauer: Welche Kommission war beim Strohmeyer?) Auch das sollen die Damen und Herren, die vor den Fernsehschirmen sitzen, heute wissen: Es gibt ein Verfahren, wir haben uns daran gehalten, und die Ergebnisse sind in Ordnung! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen dazu noch etwas: Wenn Sie manches kritisieren, dann denken Sie immer daran, dass es ein großartiges Gesetz gibt, das – im Unterschied zu anderen Ländern – den Personalvertretungen in Österreich echte Mitsprachemöglichkeiten gibt. Jede einzelne Ausschreibung, jede einzelne Entscheidung in den Zentralverwaltungen ist natürlich von einer Kommission vorbereitet worden. (Abg. Bures: Geheimsitzungen von Herrn Minister Haupt!) Mir ist kein einziger Fall bekannt, Frau Abgeordnete, bei welchem nicht einer Empfehlung der Kommission gefolgt wurde. (Abg. Dr. Gusenbauer: Welche Kommission war beim Strohmeyer?) Auch das sollen die Damen und Herren, die vor den Fernsehschirmen sitzen, heute wissen: Es gibt ein Verfahren, wir haben uns daran gehalten, und die Ergebnisse sind in Ordnung! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ
Sie haben unseren höchst erfolgreichen Innenminister kritisiert. Das verstehe ich, denn Jahr für Jahr verbessert sich das subjektive Sicherheitsgefühl der Österreicher (ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ), und das tut Ihnen weh, weil wir bezüglich der Sicherheit extrem verantwortungsbewusst sind. Wir kümmern uns um die Nöte und Sorgen der einfachen BürgerInnen Österreichs. Ich denke, dass es sehr wichtig ist, Ernst Strasser bei seinen Reformbemühungen den Rücken zu stärken. Ihre billige Polemik entlarvt sich von selbst! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie haben unseren höchst erfolgreichen Innenminister kritisiert. Das verstehe ich, denn Jahr für Jahr verbessert sich das subjektive Sicherheitsgefühl der Österreicher (ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ), und das tut Ihnen weh, weil wir bezüglich der Sicherheit extrem verantwortungsbewusst sind. Wir kümmern uns um die Nöte und Sorgen der einfachen BürgerInnen Österreichs. Ich denke, dass es sehr wichtig ist, Ernst Strasser bei seinen Reformbemühungen den Rücken zu stärken. Ihre billige Polemik entlarvt sich von selbst! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Wir wollen einen unabhängigen starken öffentlichen Dienst, möchten aber auch den Reformeifer einmahnen. Parteipolitische Agitation hat hier überhaupt nichts verloren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Abg. Dietachmayr: Märchenstunde!
Ich sage das deswegen, weil General Strohmeyer vor relativ kurzer Zeit etwas wurde (Abg. Dietachmayr: Märchenstunde!) – Sie kennen die Umstände, ich gehe nicht näher darauf ein. Ich sage: Ich erwarte, dass hier ohne parteipolitische Agitation vorgegangen wird. (Abg. Dietachmayr: Das glaubt Ihnen doch niemand!)
Abg. Dietachmayr: Das glaubt Ihnen doch niemand!
Ich sage das deswegen, weil General Strohmeyer vor relativ kurzer Zeit etwas wurde (Abg. Dietachmayr: Märchenstunde!) – Sie kennen die Umstände, ich gehe nicht näher darauf ein. Ich sage: Ich erwarte, dass hier ohne parteipolitische Agitation vorgegangen wird. (Abg. Dietachmayr: Das glaubt Ihnen doch niemand!)
Neuerliche ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Gusenbauer! Ist Ihr Gedächtnis wirklich so kurz, dass Sie gegen die Bundesregierung und gegen eine rot-weiß-rote Personalpolitik polemisieren? (Neuerliche ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Haben Sie wirklich vergessen, dass die SPÖ die Stirn hatte, eine mit der Personalvertretung ausverhandelte Botschafter-Liste deswegen 26 Wochen lang zu blockieren, weil sie einen anderen als den jetzigen höchstqualifizierten, unabhängigen, parteipolitisch nicht engagierten Botschafter Woschnak an der österreichischen Vertretung in Brüssel haben wollte? Haben Sie das wirklich vergessen? Dann schämen Sie sich wenigstens im Nachhinein ein bisschen für diese damalige Handhabe! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter Gusenbauer! Ist Ihr Gedächtnis wirklich so kurz, dass Sie gegen die Bundesregierung und gegen eine rot-weiß-rote Personalpolitik polemisieren? (Neuerliche ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Haben Sie wirklich vergessen, dass die SPÖ die Stirn hatte, eine mit der Personalvertretung ausverhandelte Botschafter-Liste deswegen 26 Wochen lang zu blockieren, weil sie einen anderen als den jetzigen höchstqualifizierten, unabhängigen, parteipolitisch nicht engagierten Botschafter Woschnak an der österreichischen Vertretung in Brüssel haben wollte? Haben Sie das wirklich vergessen? Dann schämen Sie sich wenigstens im Nachhinein ein bisschen für diese damalige Handhabe! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Seien Sie daher nicht einäugig! Suchen Sie wenigstens auch die Späne im eigenen Auge, Herr Abgeordneter Gusenbauer! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Eder: Gar nichts!
Erfolgreiche Politik erfordert Dialog, aber auch, dass man zu notwendigen Entscheidungen steht und diese rechtfertigen kann. Wenn Sie die Arbeitsmarktsituation einmahnen, dann haben Sie völlig Recht. Wenn Sie danach fragen, was die Regierung gemacht hat (Abg. Eder: Gar nichts!) oder nicht gemacht hat, dann frage ich Sie: Warum haben Sie eigentlich gegen das Konjunkturbelebungsprogramm dieser rot-weiß-roten Regierung gestimmt? Dieses Programm schafft nämlich Wachstumsimpulse! (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Wir haben jetzt schon 5 000 Arbeitsplätze mehr als vor einem Jahr – und auf diesem Weg gehen wir weiter. Es ist ein rot-weiß-roter Weg! (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Erfolgreiche Politik erfordert Dialog, aber auch, dass man zu notwendigen Entscheidungen steht und diese rechtfertigen kann. Wenn Sie die Arbeitsmarktsituation einmahnen, dann haben Sie völlig Recht. Wenn Sie danach fragen, was die Regierung gemacht hat (Abg. Eder: Gar nichts!) oder nicht gemacht hat, dann frage ich Sie: Warum haben Sie eigentlich gegen das Konjunkturbelebungsprogramm dieser rot-weiß-roten Regierung gestimmt? Dieses Programm schafft nämlich Wachstumsimpulse! (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Wir haben jetzt schon 5 000 Arbeitsplätze mehr als vor einem Jahr – und auf diesem Weg gehen wir weiter. Es ist ein rot-weiß-roter Weg! (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Erfolgreiche Politik erfordert Dialog, aber auch, dass man zu notwendigen Entscheidungen steht und diese rechtfertigen kann. Wenn Sie die Arbeitsmarktsituation einmahnen, dann haben Sie völlig Recht. Wenn Sie danach fragen, was die Regierung gemacht hat (Abg. Eder: Gar nichts!) oder nicht gemacht hat, dann frage ich Sie: Warum haben Sie eigentlich gegen das Konjunkturbelebungsprogramm dieser rot-weiß-roten Regierung gestimmt? Dieses Programm schafft nämlich Wachstumsimpulse! (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Wir haben jetzt schon 5 000 Arbeitsplätze mehr als vor einem Jahr – und auf diesem Weg gehen wir weiter. Es ist ein rot-weiß-roter Weg! (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Gaugg schüttelt – an der Regierungsbank stehend – Bundeskanzler Dr. Schüssel die Hand. – Oh-Rufe bei der SPÖ.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Wir gehen jetzt in die Debatte ein. (Abg. Gaugg schüttelt – an der Regierungsbank stehend – Bundeskanzler Dr. Schüssel die Hand. – Oh-Rufe bei der SPÖ.) In der Debatte darf kein Redner länger als 5 Minuten sprechen. Wir werden diese Debatte so führen, dass die Fernsehzuschauer auch mit dem österreichischen Nationalrat Freude haben werden. (Abg. Mag. Schweitzer: Zwei Wortmeldungen und 4 : 0!)
Abg. Mag. Schweitzer: Zwei Wortmeldungen und 4 : 0!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Wir gehen jetzt in die Debatte ein. (Abg. Gaugg schüttelt – an der Regierungsbank stehend – Bundeskanzler Dr. Schüssel die Hand. – Oh-Rufe bei der SPÖ.) In der Debatte darf kein Redner länger als 5 Minuten sprechen. Wir werden diese Debatte so führen, dass die Fernsehzuschauer auch mit dem österreichischen Nationalrat Freude haben werden. (Abg. Mag. Schweitzer: Zwei Wortmeldungen und 4 : 0!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Cap –: Wie ist das mit dem "Kühlschrank"? Welche Marke?
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Cap. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Cap –: Wie ist das mit dem "Kühlschrank"? Welche Marke?)
Abg. Wochesländer: Wo sind denn Ihre Leute?
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Wir alle haben gesehen, wie sich Abgeordneter Gaugg beim Herrn Bundeskanzler bedankt hat. Der Herr Bundeskanzler hat ihn ja auch eifrig verteidigt. Es freut mich, dass der Teilzeitabgeordnete Gaugg hier sein kann. (Abg. Wochesländer: Wo sind denn Ihre Leute?) Theoretisch müsste er ja zu diesem Zeitpunkt in einem Hinterzimmer für die drei Prüfungen lernen, damit er überhaupt die Minimalqualifikationen für den Superposten mit Dienstwagen, mit 200 000 € im Jahr, den er in einer knappen Abstimmung mit einer Schmähausschreibung ergattert hat, aufweist. Dazu kommt, dass ihm der Herr Bundeskanzler hier im Plenum auch noch die Stange hält. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Wir alle haben gesehen, wie sich Abgeordneter Gaugg beim Herrn Bundeskanzler bedankt hat. Der Herr Bundeskanzler hat ihn ja auch eifrig verteidigt. Es freut mich, dass der Teilzeitabgeordnete Gaugg hier sein kann. (Abg. Wochesländer: Wo sind denn Ihre Leute?) Theoretisch müsste er ja zu diesem Zeitpunkt in einem Hinterzimmer für die drei Prüfungen lernen, damit er überhaupt die Minimalqualifikationen für den Superposten mit Dienstwagen, mit 200 000 € im Jahr, den er in einer knappen Abstimmung mit einer Schmähausschreibung ergattert hat, aufweist. Dazu kommt, dass ihm der Herr Bundeskanzler hier im Plenum auch noch die Stange hält. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Khol: "Agenten"? – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, was heißt "Agenten"?
Wie hat der ehemalige Arbeitgeber der Bank für Kärnten und Steiermark über den Abgeordneten Gaugg so schön gesagt? – Das sei ein Mitarbeiter, der sein Butterbrot von beiden Seiten beschmieren will, sagte er. Er sei für die Bank untragbar. Außerdem habe Gaugg den Ruf der Bank geschädigt. Man habe mit ihm schlechte Erfahrungen gemacht. Man wolle ihn weghaben, das sei das Wichtigste für die Bank. Das ist eine "super" Voraussetzung des Abgeordneten Gaugg für die Bewerbung! Das ist eine blaue, eine parteipolitische Besetzung! Sie wollen in der Pensionsversicherungsanstalt für Arbeitnehmer einen Agenten sitzen haben (Abg. Dr. Khol: "Agenten"? – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, was heißt "Agenten"?), der Ihnen die Informationen zuträgt. Herr Gaugg, der nicht qualifiziert ist, will dort Pfründe und Privilegien realisieren. Das ist das, was die FPÖ will, und der Bundeskanzler unterstützt das! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wie hat der ehemalige Arbeitgeber der Bank für Kärnten und Steiermark über den Abgeordneten Gaugg so schön gesagt? – Das sei ein Mitarbeiter, der sein Butterbrot von beiden Seiten beschmieren will, sagte er. Er sei für die Bank untragbar. Außerdem habe Gaugg den Ruf der Bank geschädigt. Man habe mit ihm schlechte Erfahrungen gemacht. Man wolle ihn weghaben, das sei das Wichtigste für die Bank. Das ist eine "super" Voraussetzung des Abgeordneten Gaugg für die Bewerbung! Das ist eine blaue, eine parteipolitische Besetzung! Sie wollen in der Pensionsversicherungsanstalt für Arbeitnehmer einen Agenten sitzen haben (Abg. Dr. Khol: "Agenten"? – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, was heißt "Agenten"?), der Ihnen die Informationen zuträgt. Herr Gaugg, der nicht qualifiziert ist, will dort Pfründe und Privilegien realisieren. Das ist das, was die FPÖ will, und der Bundeskanzler unterstützt das! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Sozialversicherung: Es gibt ein eigenes Gesetz, damit Herr Frad dort sitzen kann, dem die Finanzierung von – wahrscheinlich – Sektrunden bei fünf Bällen schon so teuer gekommen ist, dass er gesagt hat, er müsse mehr Gehalt bekommen. Die Wahrheit ist, Ihre so genannten Reformen – neues Regieren ist das schon gar nicht – führen dazu, dass es so teuer wie noch nie ist, weil überall Pfründner aus der blau-schwarzen Ecke Platz nehmen und diese Republik so behandeln, als ob sie das Privateigentum der beiden Regierungsparteien wäre. Das ist die Wahrheit, so schaut es aus! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Trinkl: Das sagt gerade Cap!
Zum Thema "unabhängig": Mir fehlt die Zeit, um hier aufzuarbeiten, was sich im Stiftungsrat bei der Wahl der neuen Generaldirektoren abgespielt hat, welcher Druck da ausgeübt wurde. ÖVP-Minister haben sogar mit Rücktritt gegenüber einzelnen Stiftungsräten aus Bundesländern, die unsicher waren, gedroht. Das war der Einsatz damals. Natürlich wird von Ihrer Seite, Herr Bundeskanzler, versucht, den ORF als Wahlkampfmaschinerie für Ihren persönlichen Wahlkampf zu missbrauchen. (Abg. Dr. Trinkl: Das sagt gerade Cap!) Das ist das, was Sie vorhaben, und das muss man in aller Deutlichkeit den Österreicherinnen und Österreichern sagen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zum Thema "unabhängig": Mir fehlt die Zeit, um hier aufzuarbeiten, was sich im Stiftungsrat bei der Wahl der neuen Generaldirektoren abgespielt hat, welcher Druck da ausgeübt wurde. ÖVP-Minister haben sogar mit Rücktritt gegenüber einzelnen Stiftungsräten aus Bundesländern, die unsicher waren, gedroht. Das war der Einsatz damals. Natürlich wird von Ihrer Seite, Herr Bundeskanzler, versucht, den ORF als Wahlkampfmaschinerie für Ihren persönlichen Wahlkampf zu missbrauchen. (Abg. Dr. Trinkl: Das sagt gerade Cap!) Das ist das, was Sie vorhaben, und das muss man in aller Deutlichkeit den Österreicherinnen und Österreichern sagen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schwarzenberger: Wo? Wo?
Wenn es Auseinandersetzungen in der alten Koalition gegeben hat, dann waren das immer Auseinandersetzungen – das ist schon richtig –, bei denen es um Personalbesetzungen gegangen ist. In erster Linie heißt es für die ÖVP – das sage ich in Richtung Freiheitliche, die das jetzt erleben – und ihre Regierungsbeteiligten: Posten zu besetzen, ÖAABler auf Posten zu bringen, Landwirtschafts-ÖVPler in Positionen zu bringen. Das ist genau das, was sie auf Kosten der Steuerzahler und der Beitrittszahler macht! (Abg. Schwarzenberger: Wo? Wo?) Das muss man den Österreicherinnen und Österreichern sagen!
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Sie lächeln immer, Herr Bundeskanzler! Ich sage Ihnen etwas: Heute hat Herr Innenminister Strasser Oskar Strohmeyer ausgewechselt. Gestern hat er den Stapo-Chef ausgewechselt, und morgen wird er Sie auswechseln, Herr Bundeskanzler! Dann wird Ihnen das Lachen vergehen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Parnigoni: Groß ruck! Groß ruck!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Großruck. Die Redezeit beträgt ebenfalls 5 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Parnigoni: Groß ruck! Groß ruck!)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich bedanke mich sehr herzlich bei Ihnen, Herr Gusenbauer, und bei Ihren Kollegen für das Thema der Aktuellen Stunde, denn Sie müssen wissen, dass jede Frage an unseren Bundeskanzler ein aufgelegter "Elfer" für ihn ist, den er Ihnen ins Tor schießt. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy
Sie werden mir sicher Recht geben (Zwischenruf der Abg. Silhavy ), wenn ich behaupte, dass der Firmenchef diese Verantwortung wahrzunehmen hat. Dasselbe gilt auch für einen Minister. Sie werden mir auch Recht geben, meine Damen und Herren, wenn ich meine, dass dann, wenn ein Mitarbeiter, vor allem ein leitender Mitarbeiter in einem Privatunternehmen gegen die Unternehmensziele handelt, nicht das vollzieht, was die Unternehmensführung vorgibt, Konsequenzen zu ziehen sind. Das, meine Damen und Herren, gilt auch für ein Ministerium. Sie werden mir schließlich Recht geben, wenn ich sage, dass eine Firmenleitung alles daransetzen muss, um die Unternehmensziele zu erreichen, und das hat auch der Minister zu tun.
Zwischenruf des Abg. Edler
Gerade unser Sicherheitsminister, der für die Sicherheit in Österreich verantwortlich ist, hat darauf zu schauen, dass seine Spitzenbeamten die Maßnahmen, die Vorgaben, die das Parlament beschließt und von der Regierung kommen, mit vollziehen. Minister Strasser hat, meine Damen und Herren, diese Verantwortung in höchstem Maße wahrgenommen, indem er jenen Beamten, der 16 000 Gendarmeriebeamte angeschrieben und ihnen mitgeteilt hat (Zwischenruf des Abg. Edler ), dass er die Sicherheit Österreichs durch die Maßnahmen der Bundesregierung gefährdet sehe, dorthin versetzt hat, wo er hingehört, nämlich weg von einem verantwortungsvollen Posten, auf dem er die Politik und auch die Vorgaben des Ministers nachzuvollziehen hat, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Ach so? Aha!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Ach so? Aha!
Gerade unser Sicherheitsminister, der für die Sicherheit in Österreich verantwortlich ist, hat darauf zu schauen, dass seine Spitzenbeamten die Maßnahmen, die Vorgaben, die das Parlament beschließt und von der Regierung kommen, mit vollziehen. Minister Strasser hat, meine Damen und Herren, diese Verantwortung in höchstem Maße wahrgenommen, indem er jenen Beamten, der 16 000 Gendarmeriebeamte angeschrieben und ihnen mitgeteilt hat (Zwischenruf des Abg. Edler ), dass er die Sicherheit Österreichs durch die Maßnahmen der Bundesregierung gefährdet sehe, dorthin versetzt hat, wo er hingehört, nämlich weg von einem verantwortungsvollen Posten, auf dem er die Politik und auch die Vorgaben des Ministers nachzuvollziehen hat, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Ach so? Aha!)
Abg. Parnigoni: Ostblock!
Der Minister hat verantwortungsvoll gehandelt, ja er hat so handeln müssen, meine Damen und Herren! (Abg. Parnigoni: Ostblock!) Bundeskanzler Dr. Schüssel hat auf die Verantwortung, auf die Pflichten der Beamten verwiesen. (Abg. Parnigoni: " Klasse" Methoden!) Herr Strohmeyer hat als leitender Beamter, als General im Innenministerium die Verpflichtung gehabt, die Schritte der Bundesregierung mitzutragen und mitzuverantworten.
Abg. Parnigoni: " Klasse" Methoden!
Der Minister hat verantwortungsvoll gehandelt, ja er hat so handeln müssen, meine Damen und Herren! (Abg. Parnigoni: Ostblock!) Bundeskanzler Dr. Schüssel hat auf die Verantwortung, auf die Pflichten der Beamten verwiesen. (Abg. Parnigoni: " Klasse" Methoden!) Herr Strohmeyer hat als leitender Beamter, als General im Innenministerium die Verpflichtung gehabt, die Schritte der Bundesregierung mitzutragen und mitzuverantworten.
Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Ah!
Sowohl Herr Gusenbauer als auch Herr Cap beklagen die Qualifikation des Herrn Gaugg. Diesbezüglich darf ich Ihnen etwas auf die Sprünge helfen. Auch der von Ihnen so beklagte General Strohmeyer hat Nachsichten gebraucht, und zwar die Nachsicht vom Ernennungserfordernis der abgeschlossenen Hochschulbildung gemäß § 4 Beamten-Dienstrechtsgesetz 1979 (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Ah!) und hat dazu die Zustimmung des Finanzministeriums gebraucht. Schlögl und Edlinger haben durch Nachsichten ermöglicht, dass Strohmeyer General wurde und die Gendarmerie geleitet hat, meine Damen und Herren! (Rufe bei der ÖVP: Ah so!) Das ist die Wahrheit! (Abg. Dr. Khol: Günstling!) Auf der einen Seite sprechen Sie Abgeordnetem Gaugg die Qualifikation ab, auf der anderen Seite haben Sie Nachsichten am laufenden Band erteilt – er hat nämlich auch noch eine zweite gebraucht. Das war richtig zu stellen! Das ist die Wahrheit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe bei der ÖVP: Ah so!
Sowohl Herr Gusenbauer als auch Herr Cap beklagen die Qualifikation des Herrn Gaugg. Diesbezüglich darf ich Ihnen etwas auf die Sprünge helfen. Auch der von Ihnen so beklagte General Strohmeyer hat Nachsichten gebraucht, und zwar die Nachsicht vom Ernennungserfordernis der abgeschlossenen Hochschulbildung gemäß § 4 Beamten-Dienstrechtsgesetz 1979 (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Ah!) und hat dazu die Zustimmung des Finanzministeriums gebraucht. Schlögl und Edlinger haben durch Nachsichten ermöglicht, dass Strohmeyer General wurde und die Gendarmerie geleitet hat, meine Damen und Herren! (Rufe bei der ÖVP: Ah so!) Das ist die Wahrheit! (Abg. Dr. Khol: Günstling!) Auf der einen Seite sprechen Sie Abgeordnetem Gaugg die Qualifikation ab, auf der anderen Seite haben Sie Nachsichten am laufenden Band erteilt – er hat nämlich auch noch eine zweite gebraucht. Das war richtig zu stellen! Das ist die Wahrheit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Günstling!
Sowohl Herr Gusenbauer als auch Herr Cap beklagen die Qualifikation des Herrn Gaugg. Diesbezüglich darf ich Ihnen etwas auf die Sprünge helfen. Auch der von Ihnen so beklagte General Strohmeyer hat Nachsichten gebraucht, und zwar die Nachsicht vom Ernennungserfordernis der abgeschlossenen Hochschulbildung gemäß § 4 Beamten-Dienstrechtsgesetz 1979 (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Ah!) und hat dazu die Zustimmung des Finanzministeriums gebraucht. Schlögl und Edlinger haben durch Nachsichten ermöglicht, dass Strohmeyer General wurde und die Gendarmerie geleitet hat, meine Damen und Herren! (Rufe bei der ÖVP: Ah so!) Das ist die Wahrheit! (Abg. Dr. Khol: Günstling!) Auf der einen Seite sprechen Sie Abgeordnetem Gaugg die Qualifikation ab, auf der anderen Seite haben Sie Nachsichten am laufenden Band erteilt – er hat nämlich auch noch eine zweite gebraucht. Das war richtig zu stellen! Das ist die Wahrheit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sowohl Herr Gusenbauer als auch Herr Cap beklagen die Qualifikation des Herrn Gaugg. Diesbezüglich darf ich Ihnen etwas auf die Sprünge helfen. Auch der von Ihnen so beklagte General Strohmeyer hat Nachsichten gebraucht, und zwar die Nachsicht vom Ernennungserfordernis der abgeschlossenen Hochschulbildung gemäß § 4 Beamten-Dienstrechtsgesetz 1979 (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Ah!) und hat dazu die Zustimmung des Finanzministeriums gebraucht. Schlögl und Edlinger haben durch Nachsichten ermöglicht, dass Strohmeyer General wurde und die Gendarmerie geleitet hat, meine Damen und Herren! (Rufe bei der ÖVP: Ah so!) Das ist die Wahrheit! (Abg. Dr. Khol: Günstling!) Auf der einen Seite sprechen Sie Abgeordnetem Gaugg die Qualifikation ab, auf der anderen Seite haben Sie Nachsichten am laufenden Band erteilt – er hat nämlich auch noch eine zweite gebraucht. Das war richtig zu stellen! Das ist die Wahrheit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sicherheitsminister Strasser macht es wieder rot-weiß-rot. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Schweitzer: 5 : 0!
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Sozialminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren des Hohen Hauses! (Abg. Mag. Schweitzer: 5 : 0!) Die Aktuelle Stunde der SPÖ verläuft – ich möchte dazu ein Gedankenspiel machen – so ähnlich wie die Teilnahme der Franzosen bei der Fußball-WM: hochambitioniert angefangen und ohne Tor heimgefahren. So ähnlich geht es Ihnen heute bei der Aktuellen Stunde! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Sozialminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren des Hohen Hauses! (Abg. Mag. Schweitzer: 5 : 0!) Die Aktuelle Stunde der SPÖ verläuft – ich möchte dazu ein Gedankenspiel machen – so ähnlich wie die Teilnahme der Franzosen bei der Fußball-WM: hochambitioniert angefangen und ohne Tor heimgefahren. So ähnlich geht es Ihnen heute bei der Aktuellen Stunde! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Schweitzer: Gusenbauer dauerverletzt!
Es ist schon peinlich, Herr Kollege Gusenbauer (Abg. Mag. Schweitzer: Gusenbauer dauerverletzt!), wenn Sie hier am Rednerpult gegen den Postenschacher und über die Personalprobleme vom Leder ziehen, obwohl doch Ihre Partei 30 Jahre lang ein ganz enges System des Postenschachers der roten Art und Weise in diesem Land aufgebaut hat, egal, ob in der ÖIAG, ob bei den ÖBB, ob in den staatsnahen Betrieben, in der AUA oder auf dem Flughafen. (Abg. Dr. Mertel: Blau-schwarzer Filz!) Es wurde schön besetzt nach Ihrem parteipolitischen Muster. Doch jetzt kritisieren Sie auf einmal, dass in der Pensionsversicherungsanstalt ein Freiheitlicher, der ein Qualifizierungsverfahren bestanden hat, der sich rechtmäßig beworben hat, der von einem unabhängigen Personalberatungsbüro ausgewählt worden ist (Abg. Bures: Das ist absurd!), stellvertretender Generaldirektor wird. Ich werde Ihnen erzählen, warum Sie das tun. Ihr Vertreter, der dort jahrelang mit einem Sondervertrag ohne Qualifikation gesessen ist, Herr Freitag, ist nicht mehr zum Zug gekommen, und deswegen rächen Sie sich jetzt am Herrn Gaugg. Das werden wir Ihnen vermasseln, meine Damen und Herren von der SPÖ! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Mertel: Blau-schwarzer Filz!
Es ist schon peinlich, Herr Kollege Gusenbauer (Abg. Mag. Schweitzer: Gusenbauer dauerverletzt!), wenn Sie hier am Rednerpult gegen den Postenschacher und über die Personalprobleme vom Leder ziehen, obwohl doch Ihre Partei 30 Jahre lang ein ganz enges System des Postenschachers der roten Art und Weise in diesem Land aufgebaut hat, egal, ob in der ÖIAG, ob bei den ÖBB, ob in den staatsnahen Betrieben, in der AUA oder auf dem Flughafen. (Abg. Dr. Mertel: Blau-schwarzer Filz!) Es wurde schön besetzt nach Ihrem parteipolitischen Muster. Doch jetzt kritisieren Sie auf einmal, dass in der Pensionsversicherungsanstalt ein Freiheitlicher, der ein Qualifizierungsverfahren bestanden hat, der sich rechtmäßig beworben hat, der von einem unabhängigen Personalberatungsbüro ausgewählt worden ist (Abg. Bures: Das ist absurd!), stellvertretender Generaldirektor wird. Ich werde Ihnen erzählen, warum Sie das tun. Ihr Vertreter, der dort jahrelang mit einem Sondervertrag ohne Qualifikation gesessen ist, Herr Freitag, ist nicht mehr zum Zug gekommen, und deswegen rächen Sie sich jetzt am Herrn Gaugg. Das werden wir Ihnen vermasseln, meine Damen und Herren von der SPÖ! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Bures: Das ist absurd!
Es ist schon peinlich, Herr Kollege Gusenbauer (Abg. Mag. Schweitzer: Gusenbauer dauerverletzt!), wenn Sie hier am Rednerpult gegen den Postenschacher und über die Personalprobleme vom Leder ziehen, obwohl doch Ihre Partei 30 Jahre lang ein ganz enges System des Postenschachers der roten Art und Weise in diesem Land aufgebaut hat, egal, ob in der ÖIAG, ob bei den ÖBB, ob in den staatsnahen Betrieben, in der AUA oder auf dem Flughafen. (Abg. Dr. Mertel: Blau-schwarzer Filz!) Es wurde schön besetzt nach Ihrem parteipolitischen Muster. Doch jetzt kritisieren Sie auf einmal, dass in der Pensionsversicherungsanstalt ein Freiheitlicher, der ein Qualifizierungsverfahren bestanden hat, der sich rechtmäßig beworben hat, der von einem unabhängigen Personalberatungsbüro ausgewählt worden ist (Abg. Bures: Das ist absurd!), stellvertretender Generaldirektor wird. Ich werde Ihnen erzählen, warum Sie das tun. Ihr Vertreter, der dort jahrelang mit einem Sondervertrag ohne Qualifikation gesessen ist, Herr Freitag, ist nicht mehr zum Zug gekommen, und deswegen rächen Sie sich jetzt am Herrn Gaugg. Das werden wir Ihnen vermasseln, meine Damen und Herren von der SPÖ! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es ist schon peinlich, Herr Kollege Gusenbauer (Abg. Mag. Schweitzer: Gusenbauer dauerverletzt!), wenn Sie hier am Rednerpult gegen den Postenschacher und über die Personalprobleme vom Leder ziehen, obwohl doch Ihre Partei 30 Jahre lang ein ganz enges System des Postenschachers der roten Art und Weise in diesem Land aufgebaut hat, egal, ob in der ÖIAG, ob bei den ÖBB, ob in den staatsnahen Betrieben, in der AUA oder auf dem Flughafen. (Abg. Dr. Mertel: Blau-schwarzer Filz!) Es wurde schön besetzt nach Ihrem parteipolitischen Muster. Doch jetzt kritisieren Sie auf einmal, dass in der Pensionsversicherungsanstalt ein Freiheitlicher, der ein Qualifizierungsverfahren bestanden hat, der sich rechtmäßig beworben hat, der von einem unabhängigen Personalberatungsbüro ausgewählt worden ist (Abg. Bures: Das ist absurd!), stellvertretender Generaldirektor wird. Ich werde Ihnen erzählen, warum Sie das tun. Ihr Vertreter, der dort jahrelang mit einem Sondervertrag ohne Qualifikation gesessen ist, Herr Freitag, ist nicht mehr zum Zug gekommen, und deswegen rächen Sie sich jetzt am Herrn Gaugg. Das werden wir Ihnen vermasseln, meine Damen und Herren von der SPÖ! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Will! Will!
Ich werde Ihnen jetzt sagen, welchen Unsinn Sie hier verzapft haben. Herr Gusenbauer sagte hier am Rednerpult die Unwahrheit, indem er behauptete, Herr Gaugg verdiene 200 000 €. (Abg. Dr. Gusenbauer: Will! Will!) Hier ist der Lohnzettel des Herrn Gaugg für den Monat Juni. 2 069 € wird Herr Gaugg verdienen. Aber jetzt erzähle ich Ihnen, was Ihr Stellvertreter Freitag bisher verdient hat: 10 000 € hat er mittels Sondervertrag abkassiert. (He-Rufe bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.) Der sozialistische Stellvertreter hat mittels Sondervertrag 10 000 € abkassiert – plus 80 Prozent Pensionsbezug, plus Dienstwagen, plus Chauffeur, plus Sondervertrag. Das war Ihr privilegierter Herr Freitag.
He-Rufe bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich werde Ihnen jetzt sagen, welchen Unsinn Sie hier verzapft haben. Herr Gusenbauer sagte hier am Rednerpult die Unwahrheit, indem er behauptete, Herr Gaugg verdiene 200 000 €. (Abg. Dr. Gusenbauer: Will! Will!) Hier ist der Lohnzettel des Herrn Gaugg für den Monat Juni. 2 069 € wird Herr Gaugg verdienen. Aber jetzt erzähle ich Ihnen, was Ihr Stellvertreter Freitag bisher verdient hat: 10 000 € hat er mittels Sondervertrag abkassiert. (He-Rufe bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.) Der sozialistische Stellvertreter hat mittels Sondervertrag 10 000 € abkassiert – plus 80 Prozent Pensionsbezug, plus Dienstwagen, plus Chauffeur, plus Sondervertrag. Das war Ihr privilegierter Herr Freitag.
Zwischenruf der Abg. Bures. – Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung der Abg. Bures –: Zuhören!
Dieser Herr Haas – und jetzt hören Sie mir gut zu! – hat am 17. Mai 2002 im Hauptquartier der Metallergewerkschaft in der Plößlgasse ein Gespräch mit unserem Nationalratsabgeordnetem Graf geführt. (Zwischenruf der Abg. Bures. – Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung der Abg. Bures –: Zuhören!) Herr Haas hat ein Gespräch mit Herrn Graf geführt und diesem – das war vor der Wahl des Kollegen Gaugg – folgendes unanständiges und unmoralisches Angebot gemacht: Er hat ihm nämlich gesagt: Herr Kollege Graf! Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Wenn Sie und Ihre Kollegen unseren sozialistischen Stellvertreter Freitag wieder wählen, dann garantiere ich Ihnen, dass wir Reinhart Gaugg zum Direktor unserer Landesdirektion Kärnten machen! Er kann verdienen, was er will, er bekommt alles, was er will, aber ihr müsst unseren roten Stellvertreter wählen! (He-Rufe bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.)
He-Rufe bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.
Dieser Herr Haas – und jetzt hören Sie mir gut zu! – hat am 17. Mai 2002 im Hauptquartier der Metallergewerkschaft in der Plößlgasse ein Gespräch mit unserem Nationalratsabgeordnetem Graf geführt. (Zwischenruf der Abg. Bures. – Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung der Abg. Bures –: Zuhören!) Herr Haas hat ein Gespräch mit Herrn Graf geführt und diesem – das war vor der Wahl des Kollegen Gaugg – folgendes unanständiges und unmoralisches Angebot gemacht: Er hat ihm nämlich gesagt: Herr Kollege Graf! Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Wenn Sie und Ihre Kollegen unseren sozialistischen Stellvertreter Freitag wieder wählen, dann garantiere ich Ihnen, dass wir Reinhart Gaugg zum Direktor unserer Landesdirektion Kärnten machen! Er kann verdienen, was er will, er bekommt alles, was er will, aber ihr müsst unseren roten Stellvertreter wählen! (He-Rufe bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das ist ein absoluter Skandal und ein unmoralisches Angebot, das wir sofort abgelehnt haben, weil wir bei Ihren Postenschachereien und Ihren Postenpackeleien nicht mitspielen! So ist die SPÖ, so denkt sie! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Bures: Herr Struwwelpeter!
Wie ist es denn, wenn der Parteivorsitzende gerade noch zu einem Parteisekretär qualifiziert ist, beim nächsten Mal nur im Team antreten darf – laut Burgstaller – und beim übernächsten Mal schon gar nicht – das sagt Herr Zilk –, weil dann Häupl antreten soll? (Abg. Bures: Herr Struwwelpeter!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Gusenbauer! Sie sind nicht nur ein "wandelnder Kühlschrank", wie das Kollege Leikam gesagt hat, sondern auch das, was Herr Zilk schon deutlich gemacht hat: Sie sind auch das politische Milchpackerl mit dem Ablaufdatum auf dem Rücken. Das haben Sie bereits, Herr Kollege Gusenbauer, mit dem laufen Sie bereits herum. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Daher haben Sie nicht das Recht, auf andere zu zeigen. Sie haben bezüglich Personalbesetzungen und Postenschacher der SPÖ sehr viel Butter auf dem Kopf! (Zwischenruf des Abg. Parnigoni. ) Ich bin froh, dass heute die Sonne scheint, denn damit passt das Sprichwort: Wer so viel Butter wie Sie auf dem Kopf hat, Herr Kollege Gusenbauer, der soll nicht in die Sonne gehen! Heute scheint die Sonne, und Ihnen rinnt die Butter des Postenschachers schon über beide Ohren herunter. Sie werden daher in dieser Frage nicht glaubwürdig werden, Herr Kollege! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Herr Westenthaler! Sie sind ein Loser!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Herr Westenthaler! Sie sind ein Loser!
Daher haben Sie nicht das Recht, auf andere zu zeigen. Sie haben bezüglich Personalbesetzungen und Postenschacher der SPÖ sehr viel Butter auf dem Kopf! (Zwischenruf des Abg. Parnigoni. ) Ich bin froh, dass heute die Sonne scheint, denn damit passt das Sprichwort: Wer so viel Butter wie Sie auf dem Kopf hat, Herr Kollege Gusenbauer, der soll nicht in die Sonne gehen! Heute scheint die Sonne, und Ihnen rinnt die Butter des Postenschachers schon über beide Ohren herunter. Sie werden daher in dieser Frage nicht glaubwürdig werden, Herr Kollege! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Herr Westenthaler! Sie sind ein Loser!)
Abg. Dr. Stummvoll: Das ist Entpolitisierung!
Da hat sich die Politik herauszuhalten und zurückzuhalten. (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist Entpolitisierung!) Insofern ist es durchaus kein Verdienst dieser Bundesregierung, dass der Aufsichtsrat eines Unternehmens einen guten Generaldirektor bestellt.
Beifall bei den Grünen.
Etwas völlig anderes ist die schwarz-weiß-schwarze Personalpolitik im Innenministerium, und dafür ist tatsächlich die Bundesregierung beziehungsweise der Innenminister zuständig. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kiss: Die eine oder andere!
Nicht ohne eine gewisse Amüsiertheit verfolge ich auch die Erinnerungen an gewisse personalpolitische Maßnahmen der SPÖ. Da wird schon etwas dran sein, es wird die eine oder andere Personalentscheidung (Abg. Kiss: Die eine oder andere!) zu der Zeit, als die SPÖ das Sagen gehabt hat, genauso zu kritisieren gewesen sein. Aber was soll das in dieser Debatte? – Nehmen Sie die Fehler der Personalpolitik der SPÖ von damals jetzt als Begründung und zum Anlass, die gleichen Fehler, wenn nicht schlimmere, zu begehen? (Abg. Ing. Westenthaler: Pflichtverteidiger der SPÖ!) – Das kann doch kein Argument für diese Art von Personalpolitik sein! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Pflichtverteidiger der SPÖ!
Nicht ohne eine gewisse Amüsiertheit verfolge ich auch die Erinnerungen an gewisse personalpolitische Maßnahmen der SPÖ. Da wird schon etwas dran sein, es wird die eine oder andere Personalentscheidung (Abg. Kiss: Die eine oder andere!) zu der Zeit, als die SPÖ das Sagen gehabt hat, genauso zu kritisieren gewesen sein. Aber was soll das in dieser Debatte? – Nehmen Sie die Fehler der Personalpolitik der SPÖ von damals jetzt als Begründung und zum Anlass, die gleichen Fehler, wenn nicht schlimmere, zu begehen? (Abg. Ing. Westenthaler: Pflichtverteidiger der SPÖ!) – Das kann doch kein Argument für diese Art von Personalpolitik sein! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Nicht ohne eine gewisse Amüsiertheit verfolge ich auch die Erinnerungen an gewisse personalpolitische Maßnahmen der SPÖ. Da wird schon etwas dran sein, es wird die eine oder andere Personalentscheidung (Abg. Kiss: Die eine oder andere!) zu der Zeit, als die SPÖ das Sagen gehabt hat, genauso zu kritisieren gewesen sein. Aber was soll das in dieser Debatte? – Nehmen Sie die Fehler der Personalpolitik der SPÖ von damals jetzt als Begründung und zum Anlass, die gleichen Fehler, wenn nicht schlimmere, zu begehen? (Abg. Ing. Westenthaler: Pflichtverteidiger der SPÖ!) – Das kann doch kein Argument für diese Art von Personalpolitik sein! (Beifall bei den Grünen.)
Bundeskanzler Dr. Schüssel: 12 habe ich gesagt!
Herr Bundeskanzler! Sie haben mit keinem Wort zu einem Verfahren Stellung genommen, das ich auf folgende Art und Weise darstellen und karikieren werde, aber nur wenig karikieren. Es geht dabei um einen Betrieb mit über 6 000 Beschäftigten. Das ist kein Gemischtwarenladen, das ist kein Pimperlbetrieb, das ist ein Riesenbetrieb. Dieser Betrieb hat einen "Umsatz" – unter Anführungszeichen – in der Größenordnung von 15 bis 20 Milliarden € pro Jahr. – Ich weiß es jetzt nicht auswendig, sagen wir, es sind rund 17 Milliarden € pro Jahr. (Bundeskanzler Dr. Schüssel: 12 habe ich gesagt!) – Es ist schon mehr, Herr Bundeskanzler, aber es ist egal, es sind weit über 10 Milliarden €, es ist also ein Riesenbetrieb. (Abg. Dr. Martin Graf: Das zweitgrößte Budget der Republik!) – Wenn Sie so wollen!
Abg. Dr. Martin Graf: Das zweitgrößte Budget der Republik!
Herr Bundeskanzler! Sie haben mit keinem Wort zu einem Verfahren Stellung genommen, das ich auf folgende Art und Weise darstellen und karikieren werde, aber nur wenig karikieren. Es geht dabei um einen Betrieb mit über 6 000 Beschäftigten. Das ist kein Gemischtwarenladen, das ist kein Pimperlbetrieb, das ist ein Riesenbetrieb. Dieser Betrieb hat einen "Umsatz" – unter Anführungszeichen – in der Größenordnung von 15 bis 20 Milliarden € pro Jahr. – Ich weiß es jetzt nicht auswendig, sagen wir, es sind rund 17 Milliarden € pro Jahr. (Bundeskanzler Dr. Schüssel: 12 habe ich gesagt!) – Es ist schon mehr, Herr Bundeskanzler, aber es ist egal, es sind weit über 10 Milliarden €, es ist also ein Riesenbetrieb. (Abg. Dr. Martin Graf: Das zweitgrößte Budget der Republik!) – Wenn Sie so wollen!
Abg. Ing. Westenthaler: 2 069 €!
Das ist ein derart stümperhaftes Verfahren für die Besetzung eines solch verantwortungsvollen – nehme ich einmal an – Dienstpostens in einem solchen Betrieb, dass es sich da keineswegs um einen Skandal Gaugg allein handelt. Es ist schon bemerkenswert genug, dass sich ein Arbeitnehmervertreter der FPÖ, der er einmal war, so nehme ich an, nicht geniert, Privilegienwirtschaft dieser Art pur zu betreiben. (Abg. Ing. Westenthaler: 2 069 €!)
Abg. Ing. Westenthaler: 2 069 €!
Herr Westenthaler, Sie haben heute hier geschwindelt. (Abg. Ing. Westenthaler: 2 069 €!) Sie reden davon, was Herr Gaugg heute dort bekommt. Das ist gar nicht die Frage gewesen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sein Gehalt! – Abg. Mag. Schweitzer: Das ist die Realität!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sein Gehalt! – Abg. Mag. Schweitzer: Das ist die Realität!
Herr Westenthaler, Sie haben heute hier geschwindelt. (Abg. Ing. Westenthaler: 2 069 €!) Sie reden davon, was Herr Gaugg heute dort bekommt. Das ist gar nicht die Frage gewesen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sein Gehalt! – Abg. Mag. Schweitzer: Das ist die Realität!)
Abg. Mag. Schweitzer: Der "Kühlschrank" ...!
Sie haben hier glatt die Unwahrheit gesagt. Die SPÖ hat nie behauptet, dass er heute 200 000 € verdient. (Abg. Mag. Schweitzer: Der "Kühlschrank" ...!) Nein! Dass er es haben will, das wurde behauptet, und das haben Sie nicht bestritten! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Sie haben hier glatt die Unwahrheit gesagt. Die SPÖ hat nie behauptet, dass er heute 200 000 € verdient. (Abg. Mag. Schweitzer: Der "Kühlschrank" ...!) Nein! Dass er es haben will, das wurde behauptet, und das haben Sie nicht bestritten! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Böhacker: Schlusssatz!
Meine Damen und Herren! Wer ist zuständig für ein derartiges Ausschreibungsverfahren? – Ist es Herr Gaugg? – Nein. (Abg. Böhacker: Schlusssatz!) Ist es der Herr Bundeskanzler? – Nein. (Abg. Ing. Westenthaler: Der "Kühlschrank"!) Es ist Sozialminister Haupt! Er ist oberste Aufsichtsbehörde.
Abg. Ing. Westenthaler: Der "Kühlschrank"!
Meine Damen und Herren! Wer ist zuständig für ein derartiges Ausschreibungsverfahren? – Ist es Herr Gaugg? – Nein. (Abg. Böhacker: Schlusssatz!) Ist es der Herr Bundeskanzler? – Nein. (Abg. Ing. Westenthaler: Der "Kühlschrank"!) Es ist Sozialminister Haupt! Er ist oberste Aufsichtsbehörde.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Die oberste Aufsichtsbehörde ist das Sozialministerium. Sozialminister Haupt trägt die Verantwortung für dieses Schlamassel! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Haas-Rücktritt wird erklärt!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Nürnberger. Redezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Haas-Rücktritt wird erklärt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel?
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Herr Präsident! Die Vertreter auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zu Ihnen, Herr Westenthaler: Es ist falsch, Generaldirektor-Stellvertreter Freitag verdient nicht 10 000 €. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel?) Ich bin gerne bereit, seinen Lohnzettel vorzulegen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel bekommt er?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel bekommt er?
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Herr Präsident! Die Vertreter auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zu Ihnen, Herr Westenthaler: Es ist falsch, Generaldirektor-Stellvertreter Freitag verdient nicht 10 000 €. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel?) Ich bin gerne bereit, seinen Lohnzettel vorzulegen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel bekommt er?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie trauen sich nicht!
Zu Herrn Haas – hören Sie zu! –: Ich mache Ihnen einen Vorschlag, Herr Westenthaler! Hören Sie zu! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie trauen sich nicht!) Sie haben ihn bezichtigt, die 200 000 € seien gelogen. Ich mache Ihnen einen Vorschlag, Herr Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient er?): Klagen Sie Herrn Zentralsekretär Haas, dass die 200 000 € nicht stimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist er nicht wert!) Ich mache Sie darauf aufmerksam, kollegialerweise! Er wird den Wahrheitsbeweis antreten, und Sie werden mit der Klage genauso ausrutschen wie damals, als Sie die Vorsitzenden der Gewerkschaften geklagt haben, als Sie mich persönlich geklagt haben, dass ich Zahlungen bar auf die Hand bekommen hätte. Dann sind Sie auf dem Boden kriechend dahergekommen mit der Bitte, dass wir uns mit einer Ehrenerklärung zufrieden geben sollen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient er?
Zu Herrn Haas – hören Sie zu! –: Ich mache Ihnen einen Vorschlag, Herr Westenthaler! Hören Sie zu! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie trauen sich nicht!) Sie haben ihn bezichtigt, die 200 000 € seien gelogen. Ich mache Ihnen einen Vorschlag, Herr Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient er?): Klagen Sie Herrn Zentralsekretär Haas, dass die 200 000 € nicht stimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist er nicht wert!) Ich mache Sie darauf aufmerksam, kollegialerweise! Er wird den Wahrheitsbeweis antreten, und Sie werden mit der Klage genauso ausrutschen wie damals, als Sie die Vorsitzenden der Gewerkschaften geklagt haben, als Sie mich persönlich geklagt haben, dass ich Zahlungen bar auf die Hand bekommen hätte. Dann sind Sie auf dem Boden kriechend dahergekommen mit der Bitte, dass wir uns mit einer Ehrenerklärung zufrieden geben sollen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist er nicht wert!
Zu Herrn Haas – hören Sie zu! –: Ich mache Ihnen einen Vorschlag, Herr Westenthaler! Hören Sie zu! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie trauen sich nicht!) Sie haben ihn bezichtigt, die 200 000 € seien gelogen. Ich mache Ihnen einen Vorschlag, Herr Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient er?): Klagen Sie Herrn Zentralsekretär Haas, dass die 200 000 € nicht stimmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist er nicht wert!) Ich mache Sie darauf aufmerksam, kollegialerweise! Er wird den Wahrheitsbeweis antreten, und Sie werden mit der Klage genauso ausrutschen wie damals, als Sie die Vorsitzenden der Gewerkschaften geklagt haben, als Sie mich persönlich geklagt haben, dass ich Zahlungen bar auf die Hand bekommen hätte. Dann sind Sie auf dem Boden kriechend dahergekommen mit der Bitte, dass wir uns mit einer Ehrenerklärung zufrieden geben sollen.
Beifall bei der SPÖ.
Ich lade Sie ein: Klagen Sie Herrn Haas! Er wird den Wahrheitsbeweis antreten. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Jung.
Aber nun zu Herrn Gaugg: Auch diesbezüglich bin ich ganz wertfrei und solid und muss sagen – jetzt ist er nicht da, zumindest sehe ich ihn nicht –: Ich würde mir, wenn ich Gaugg wäre, all das nicht bieten lassen. Zuerst darf ich in Erinnerung rufen, dass er sich immer aufgeregt hat ... (Zwischenruf des Abg. Jung. ) – Ich habe mein ganzes Leben lang nie einen Posten angestrebt. Ich erinnere an Folgendes: Vor einigen Sitzungen hat er gesagt, all das stamme aus der "Prawda". (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel bekommt Freitag?) Nun gibt es Pressemeldungen von Herrn Gaugg, meine sehr geehrten Damen und Herren – ich zitiere –:
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel bekommt Freitag?
Aber nun zu Herrn Gaugg: Auch diesbezüglich bin ich ganz wertfrei und solid und muss sagen – jetzt ist er nicht da, zumindest sehe ich ihn nicht –: Ich würde mir, wenn ich Gaugg wäre, all das nicht bieten lassen. Zuerst darf ich in Erinnerung rufen, dass er sich immer aufgeregt hat ... (Zwischenruf des Abg. Jung. ) – Ich habe mein ganzes Leben lang nie einen Posten angestrebt. Ich erinnere an Folgendes: Vor einigen Sitzungen hat er gesagt, all das stamme aus der "Prawda". (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel bekommt Freitag?) Nun gibt es Pressemeldungen von Herrn Gaugg, meine sehr geehrten Damen und Herren – ich zitiere –:
Abg. Ing. Westenthaler: Jenewein!
Nun gut, das stimmt. Jetzt frage ich Sie, Herr Gaugg: Was haben Sie gewonnen, was haben Sie bewiesen? Haben Sie einen Test gemacht, haben Sie eine Prüfung gemacht? – Nichts. (Abg. Ing. Westenthaler: Jenewein!) Es gibt ein Protokoll über eine Packelei, und mit einer knappen Stimmenmehrheit hat er gewonnen.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind nicht der Oberlehrer, der das bestimmt! Sie bestimmen das nicht!
Jetzt mache ich Herrn Abgeordneten Gaugg folgendes faire Angebot, zu dem ich auch stehe, wenn er das, wozu ich ihn danach auffordere, erfüllt: Ich stelle mich bei der nächstbesten Gelegenheit hier her, entschuldige mich bei ihm und leiste Abbitte. – Jetzt kommt meine Aufforderung: Wenn er qualifiziert ist, wenn er eine Ausschreibung gewonnen hat, dann soll er nächste Woche die B-Prüfung machen, soll sie bestehen, und dann bin ich bereit, mich zu entschuldigen, aber er soll nicht drei Jahre dafür lernen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind nicht der Oberlehrer, der das bestimmt! Sie bestimmen das nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie bestimmen das nicht!
Aber wissen Sie, Herr Abgeordneter Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Sie bestimmen das nicht!), die Gefahr, dass ich mich entschuldigen muss, ist äußerst gering (Abg. Ing. Westenthaler: Sie nicht!), weil Herr Gaugg nicht einmal in der Lage ist, sein Büro in der Pensionsversicherungsanstalt zu finden. Dass er dieses nicht gefunden hat, sehe ich noch ein, weil das ein großes Gebäude ist, aber dass er drei Kilometer Luftlinie entfernt in ein falsches Gebäude gegangen ist, das verstehe ich nicht. Der jüngste Lehrling in Österreich, der im September seinen Lehrplatz antritt, weiß, wo er sich melden muss, wo er "Guten Tag!" sagen muss, aber Herr Gaugg findet nicht einmal sein Büro, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der letzte Abkassierer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie nicht!
Aber wissen Sie, Herr Abgeordneter Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Sie bestimmen das nicht!), die Gefahr, dass ich mich entschuldigen muss, ist äußerst gering (Abg. Ing. Westenthaler: Sie nicht!), weil Herr Gaugg nicht einmal in der Lage ist, sein Büro in der Pensionsversicherungsanstalt zu finden. Dass er dieses nicht gefunden hat, sehe ich noch ein, weil das ein großes Gebäude ist, aber dass er drei Kilometer Luftlinie entfernt in ein falsches Gebäude gegangen ist, das verstehe ich nicht. Der jüngste Lehrling in Österreich, der im September seinen Lehrplatz antritt, weiß, wo er sich melden muss, wo er "Guten Tag!" sagen muss, aber Herr Gaugg findet nicht einmal sein Büro, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der letzte Abkassierer!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der letzte Abkassierer!
Aber wissen Sie, Herr Abgeordneter Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Sie bestimmen das nicht!), die Gefahr, dass ich mich entschuldigen muss, ist äußerst gering (Abg. Ing. Westenthaler: Sie nicht!), weil Herr Gaugg nicht einmal in der Lage ist, sein Büro in der Pensionsversicherungsanstalt zu finden. Dass er dieses nicht gefunden hat, sehe ich noch ein, weil das ein großes Gebäude ist, aber dass er drei Kilometer Luftlinie entfernt in ein falsches Gebäude gegangen ist, das verstehe ich nicht. Der jüngste Lehrling in Österreich, der im September seinen Lehrplatz antritt, weiß, wo er sich melden muss, wo er "Guten Tag!" sagen muss, aber Herr Gaugg findet nicht einmal sein Büro, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der letzte Abkassierer!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Vater der Koalition!
Eine weitere Frage: Laut Gaugg wird derzeit noch über sein Leistungspaket verhandelt. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Vater der Koalition!) Was ist ein Leistungspaket? – In der Sozialversicherung, meine sehr geehrten Damen und Herren, gibt es Tausende von Beschäftigten, dort sind das Gehalt und das so genannte Leistungspaket klar und deutlich geregelt. Dort gibt es einen Kollektivvertrag, ein Dienstrecht und eine Dienstordnung. Laut Dienstordnung kann Herr Gaugg 5 087 € oder mit Sondervertrag 6 153 € verdienen. Da teile ich die Auffassung des Herrn Klubobmannes Van der Bellen, dass dieser Betrag für eine solche Leistung sicherlich zu wenig ist. (Abg. Mag. Schweitzer: Was verdienen Sie eigentlich?) Daher kann man ihm einen Sondervertrag geben; das steht auch in der Zeitung, das ist alles klar. (Abg. Mag. Schweitzer: Was verdienen Sie eigentlich?) Aber Voraussetzung für diesen Sondervertrag ist, dass er die B-Prüfung macht. Wir werden sehr genau aufpassen, dass ihm diese nicht erlassen wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie verdienen mehr als ein Generaldirektor!)
Abg. Mag. Schweitzer: Was verdienen Sie eigentlich?
Eine weitere Frage: Laut Gaugg wird derzeit noch über sein Leistungspaket verhandelt. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Vater der Koalition!) Was ist ein Leistungspaket? – In der Sozialversicherung, meine sehr geehrten Damen und Herren, gibt es Tausende von Beschäftigten, dort sind das Gehalt und das so genannte Leistungspaket klar und deutlich geregelt. Dort gibt es einen Kollektivvertrag, ein Dienstrecht und eine Dienstordnung. Laut Dienstordnung kann Herr Gaugg 5 087 € oder mit Sondervertrag 6 153 € verdienen. Da teile ich die Auffassung des Herrn Klubobmannes Van der Bellen, dass dieser Betrag für eine solche Leistung sicherlich zu wenig ist. (Abg. Mag. Schweitzer: Was verdienen Sie eigentlich?) Daher kann man ihm einen Sondervertrag geben; das steht auch in der Zeitung, das ist alles klar. (Abg. Mag. Schweitzer: Was verdienen Sie eigentlich?) Aber Voraussetzung für diesen Sondervertrag ist, dass er die B-Prüfung macht. Wir werden sehr genau aufpassen, dass ihm diese nicht erlassen wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie verdienen mehr als ein Generaldirektor!)
Abg. Mag. Schweitzer: Was verdienen Sie eigentlich?
Eine weitere Frage: Laut Gaugg wird derzeit noch über sein Leistungspaket verhandelt. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Vater der Koalition!) Was ist ein Leistungspaket? – In der Sozialversicherung, meine sehr geehrten Damen und Herren, gibt es Tausende von Beschäftigten, dort sind das Gehalt und das so genannte Leistungspaket klar und deutlich geregelt. Dort gibt es einen Kollektivvertrag, ein Dienstrecht und eine Dienstordnung. Laut Dienstordnung kann Herr Gaugg 5 087 € oder mit Sondervertrag 6 153 € verdienen. Da teile ich die Auffassung des Herrn Klubobmannes Van der Bellen, dass dieser Betrag für eine solche Leistung sicherlich zu wenig ist. (Abg. Mag. Schweitzer: Was verdienen Sie eigentlich?) Daher kann man ihm einen Sondervertrag geben; das steht auch in der Zeitung, das ist alles klar. (Abg. Mag. Schweitzer: Was verdienen Sie eigentlich?) Aber Voraussetzung für diesen Sondervertrag ist, dass er die B-Prüfung macht. Wir werden sehr genau aufpassen, dass ihm diese nicht erlassen wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie verdienen mehr als ein Generaldirektor!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie verdienen mehr als ein Generaldirektor!
Eine weitere Frage: Laut Gaugg wird derzeit noch über sein Leistungspaket verhandelt. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Vater der Koalition!) Was ist ein Leistungspaket? – In der Sozialversicherung, meine sehr geehrten Damen und Herren, gibt es Tausende von Beschäftigten, dort sind das Gehalt und das so genannte Leistungspaket klar und deutlich geregelt. Dort gibt es einen Kollektivvertrag, ein Dienstrecht und eine Dienstordnung. Laut Dienstordnung kann Herr Gaugg 5 087 € oder mit Sondervertrag 6 153 € verdienen. Da teile ich die Auffassung des Herrn Klubobmannes Van der Bellen, dass dieser Betrag für eine solche Leistung sicherlich zu wenig ist. (Abg. Mag. Schweitzer: Was verdienen Sie eigentlich?) Daher kann man ihm einen Sondervertrag geben; das steht auch in der Zeitung, das ist alles klar. (Abg. Mag. Schweitzer: Was verdienen Sie eigentlich?) Aber Voraussetzung für diesen Sondervertrag ist, dass er die B-Prüfung macht. Wir werden sehr genau aufpassen, dass ihm diese nicht erlassen wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie verdienen mehr als ein Generaldirektor!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich nicht gesagt!
Noch einmal zu Ihnen, Herr Westenthaler: Sie haben gesagt, es sei wie bei Frankreich 0 : 0. Ich lese Ihnen etwas vor. (Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich nicht gesagt!) Im heutigen "Kurier" – da werden Sie sagen, der stehe uns nicht nahe – steht:
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind der letzte Abkassierer!
(Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind der letzte Abkassierer!) Das ist ein 11 : 0 gegen Sie, Herr Westenthaler! Die Menschen werden Ihnen die Antwort geben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
(Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind der letzte Abkassierer!) Das ist ein 11 : 0 gegen Sie, Herr Westenthaler! Die Menschen werden Ihnen die Antwort geben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Nürnberger: ... Das Protokoll bestätigt das nicht!
Das Büro Jenewein hat aus jenen, die sich beworben haben, eine Vorauswahl getätigt. Aus dieser Vorauswahl sind zwei Kandidaten für den Posten des Generaldirektors und die nunmehr strittigen Kandidaten Freitag und Gaugg für die Position des Stellvertreters hervorgegangen. (Abg. Nürnberger: ... Das Protokoll bestätigt das nicht!) Wenn Sie mitgezählt haben, dann wissen Sie, dass davon der überwiegende Anteil aus den beiden Häusern beziehungsweise aus den Sozialversicherungsträgern kommt und bei den Ärzten und auch bei den Leitenden und leitenden Stellvertretern Kandidaten von außerhalb des Hauses gekommen sind.
Abg. Nürnberger: Das soll er machen! Ich habe nichts dagegen!
Ich darf Sie weiters darauf aufmerksam machen, Herr Kollege Nürnberger – damit Sie das auch wissen –, dass die von Ihnen zitierte Dienstordnung den Arbeitnehmern gleichermaßen einräumt, innerhalb von drei Jahren die B-Prüfung nachmachen zu können und nicht innerhalb eines Tages. (Abg. Nürnberger: Das soll er machen! Ich habe nichts dagegen!) Ich darf Sie weiters darauf aufmerksam machen (Abg. Bures: Waren Sie bei der Geheimsitzung, Herr Minister?), dass auch der jetzige Obmannstellvertreter der Pensionsversicherungsanstalt der Angestellten seit 1990 in dieser Position ist und bis dato die von Ihnen erwähnte Dienstprüfung nicht hat. Ich sage das auch in aller Klarheit dazu. (Rufe bei den Freiheitlichen: Ah so!)
Abg. Bures: Waren Sie bei der Geheimsitzung, Herr Minister?
Ich darf Sie weiters darauf aufmerksam machen, Herr Kollege Nürnberger – damit Sie das auch wissen –, dass die von Ihnen zitierte Dienstordnung den Arbeitnehmern gleichermaßen einräumt, innerhalb von drei Jahren die B-Prüfung nachmachen zu können und nicht innerhalb eines Tages. (Abg. Nürnberger: Das soll er machen! Ich habe nichts dagegen!) Ich darf Sie weiters darauf aufmerksam machen (Abg. Bures: Waren Sie bei der Geheimsitzung, Herr Minister?), dass auch der jetzige Obmannstellvertreter der Pensionsversicherungsanstalt der Angestellten seit 1990 in dieser Position ist und bis dato die von Ihnen erwähnte Dienstprüfung nicht hat. Ich sage das auch in aller Klarheit dazu. (Rufe bei den Freiheitlichen: Ah so!)
Rufe bei den Freiheitlichen: Ah so!
Ich darf Sie weiters darauf aufmerksam machen, Herr Kollege Nürnberger – damit Sie das auch wissen –, dass die von Ihnen zitierte Dienstordnung den Arbeitnehmern gleichermaßen einräumt, innerhalb von drei Jahren die B-Prüfung nachmachen zu können und nicht innerhalb eines Tages. (Abg. Nürnberger: Das soll er machen! Ich habe nichts dagegen!) Ich darf Sie weiters darauf aufmerksam machen (Abg. Bures: Waren Sie bei der Geheimsitzung, Herr Minister?), dass auch der jetzige Obmannstellvertreter der Pensionsversicherungsanstalt der Angestellten seit 1990 in dieser Position ist und bis dato die von Ihnen erwähnte Dienstprüfung nicht hat. Ich sage das auch in aller Klarheit dazu. (Rufe bei den Freiheitlichen: Ah so!)
Abg. Bures: Waren Sie bei der Geheimsitzung, Herr Minister?
Es ist das – das sage ich auch dazu – eine Möglichkeit, die jemandem auf Antrag eingeräumt werden kann. Ich möchte aber, dass die Dinge in der Öffentlichkeit fair bewertet werden, wenn die Dienstprüfung und das Vorhandensein der Dienstprüfung zu Kriterien der Qualifikation hochstilisiert werden. (Abg. Bures: Waren Sie bei der Geheimsitzung, Herr Minister?)
Abg. Bures: Geheimsitzung!
Ich darf des Weiteren hinzufügen, dass es für mich – das habe ich auch im Bundesrat gesagt – ein riesiges Problem ist, dass entsprechend der von Ihnen zitierten Dienstordnung jemand, der von den Gremien abgewählt ist, nach wie vor, obwohl er diese Tätigkeit nicht mehr bekleidet, das gleiche Gehalt bekommt wie vorher für die verantwortungsvolle Tätigkeit im Bereich eines der größten Dienstgeber dieser Republik. (Abg. Bures: Geheimsitzung!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir haben zwei Bereiche mit sechs Direktionen. Diese werden zusammengelegt: Aus zwölf Direktionen werden insgesamt sechs Direktionen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich glaube, allein mit diesen Zahlen ist nachzuweisen, dass die Bundesregierung im Bereich der PVA um Einsparungen bemüht ist und vor der Wahl die Qualifikationen nicht von der Bundesregierung, sondern von Unabhängigen festgestellt wurden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Nürnberger: Sparen Sie sich Protokolle und Geheimsitzungen!
Abgeordneter Werner Miedl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Nürnberger, ich habe eine große Bitte: Sparen wir uns das Hickhack auf diese Art und Weise, wie Sie es zu machen bereit sind. (Abg. Nürnberger: Sparen Sie sich Protokolle und Geheimsitzungen!) – Herr Kollege Nürnberger! Es glaubt Ihnen niemand, es glaubt Ihnen weder der Fernsehzuseher noch jemand hier im Hause, Sie verlieren das Spiel, weil die SPÖ in dieser Frage überhaupt nicht glaubwürdig ist. (Abg. Nürnberger: Stimmt es, oder stimmt es nicht? Ja oder nein? Ja oder nein?!) Stehen Sie dazu, dass wir gute Leistungen haben wollen, die wir gut bezahlen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Nürnberger: Stimmt es, oder stimmt es nicht? Ja oder nein? Ja oder nein?!
Abgeordneter Werner Miedl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Nürnberger, ich habe eine große Bitte: Sparen wir uns das Hickhack auf diese Art und Weise, wie Sie es zu machen bereit sind. (Abg. Nürnberger: Sparen Sie sich Protokolle und Geheimsitzungen!) – Herr Kollege Nürnberger! Es glaubt Ihnen niemand, es glaubt Ihnen weder der Fernsehzuseher noch jemand hier im Hause, Sie verlieren das Spiel, weil die SPÖ in dieser Frage überhaupt nicht glaubwürdig ist. (Abg. Nürnberger: Stimmt es, oder stimmt es nicht? Ja oder nein? Ja oder nein?!) Stehen Sie dazu, dass wir gute Leistungen haben wollen, die wir gut bezahlen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Werner Miedl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Nürnberger, ich habe eine große Bitte: Sparen wir uns das Hickhack auf diese Art und Weise, wie Sie es zu machen bereit sind. (Abg. Nürnberger: Sparen Sie sich Protokolle und Geheimsitzungen!) – Herr Kollege Nürnberger! Es glaubt Ihnen niemand, es glaubt Ihnen weder der Fernsehzuseher noch jemand hier im Hause, Sie verlieren das Spiel, weil die SPÖ in dieser Frage überhaupt nicht glaubwürdig ist. (Abg. Nürnberger: Stimmt es, oder stimmt es nicht? Ja oder nein? Ja oder nein?!) Stehen Sie dazu, dass wir gute Leistungen haben wollen, die wir gut bezahlen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Nürnberger.
Herr Kollege Nürnberger! Herr Kollege Gaugg ist durchaus jemand, der als Qualifizierter in Frage kommt und seine Leistung erbringen wird – so wie viele SPÖ-Gewerkschafter in diesen Funktionen. Lassen Sie sich das sagen, Herr Kollege Nürnberger! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Nürnberger. )
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kogler: Die "Struktur" heißt ÖVP! Das ist Ihre Struktur!
Da bin ich ganz bei Ihnen, Herr Kollege Van der Bellen, wenn Sie sagen: aus Fehlern lernen. Jetzt sage ich Ihnen, wo Fehler passiert sind: Die SPÖ hat in ihrer 30-jährigen Ministerschaft im Innenressort zuerst über Personen nachgedacht und dann über Strukturen. Minister Strasser macht das ganz anders, Herr Kollege Van der Bellen: Wir denken zuerst über Strukturen nach und werden dann die besten Personen für diese Strukturen finden! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kogler: Die "Struktur" heißt ÖVP! Das ist Ihre Struktur!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Damit müssen wir Schluss machen, und Minister Strasser ist der beste Garant dafür! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Soll ich Ihnen sagen, wieso Sie schreien? – Das ist ganz leicht erklärbar: 14 Landesgendarmeriekommandanten sind nach 30 Jahren SPÖ-Regierungszeit von der SPÖ; es sind 14 Polizeidirektoren von der SPÖ; es sind 14 Zentralinspektoren von der SPÖ; es sind 14 Kriminalinspektoren von der SPÖ. Meine Damen und Herren! Das, was da gespielt wurde, war für mich staatspolitisch gefährlich. Das Spiel war sehr gefährlich. Ich denke, es ist höchste Zeit, damit Schluss zu machen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Marizzi: Jetzt werden 100 Prozent eingespart!
Ich kann mich daran erinnern, Herr Minister Einem, dass Sie einmal einen Sparerlass herausgegeben haben, 20 Prozent an Überstunden einzusparen. Vielleicht können Sie sich an diese Geschichte erinnern. Es wurde nie evaluiert. (Abg. Marizzi: Jetzt werden 100 Prozent eingespart!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Werner Miedl (fortsetzend): Wir wissen aber, dass dann ein Mehr an Überstunden herausgekommen ist, als es vorher der Fall war. Herr Minister Einem! Diese Reformen sind nicht unsere. Wir wollen es anders machen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nürnberger hat das Plenum bereits fluchtartig verlassen! – Abg. Dr. Khol: Er holt den Gehaltszettel! – Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Schweitzer. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Nürnberger hat das Plenum bereits fluchtartig verlassen! – Abg. Dr. Khol: Er holt den Gehaltszettel! – Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt er wieder!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Es dürfte kein Zufall sein, dass ÖGB-Vizepräsident Nürnberger nach seiner schwachen Rede den Saal verlassen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt er wieder!) – Es freut mich, dass er wieder kommt.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP
Es ist schon paradox, wenn sich ein Gagenkaiser dieser Republik (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP), wie es ÖGB-Vizepräsident Nürnberger mit einem Bezug in der Höhe von 188 691 S pro Monat ist (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), über Postenschacher aufregt, obwohl in seiner Fraktion eine Frau Csörgits sitzt, die das, was Kollege Gaugg für seine Arbeit in der Pensionsversicherungsanstalt insgesamt im Monat bekommt, als vernachlässigbare Größe bezeichnet. Kollege Nürnberger! Es ist schon paradox, wenn der Herr ÖGB-Präsident Verzetnitsch mit einer Gage in der Höhe von 194 696 S noch immer hier sitzt und Beifall klatscht, wenn hier von Postenschacher die Rede ist! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen
Es ist schon paradox, wenn sich ein Gagenkaiser dieser Republik (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP), wie es ÖGB-Vizepräsident Nürnberger mit einem Bezug in der Höhe von 188 691 S pro Monat ist (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), über Postenschacher aufregt, obwohl in seiner Fraktion eine Frau Csörgits sitzt, die das, was Kollege Gaugg für seine Arbeit in der Pensionsversicherungsanstalt insgesamt im Monat bekommt, als vernachlässigbare Größe bezeichnet. Kollege Nürnberger! Es ist schon paradox, wenn der Herr ÖGB-Präsident Verzetnitsch mit einer Gage in der Höhe von 194 696 S noch immer hier sitzt und Beifall klatscht, wenn hier von Postenschacher die Rede ist! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es ist schon paradox, wenn sich ein Gagenkaiser dieser Republik (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP), wie es ÖGB-Vizepräsident Nürnberger mit einem Bezug in der Höhe von 188 691 S pro Monat ist (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), über Postenschacher aufregt, obwohl in seiner Fraktion eine Frau Csörgits sitzt, die das, was Kollege Gaugg für seine Arbeit in der Pensionsversicherungsanstalt insgesamt im Monat bekommt, als vernachlässigbare Größe bezeichnet. Kollege Nürnberger! Es ist schon paradox, wenn der Herr ÖGB-Präsident Verzetnitsch mit einer Gage in der Höhe von 194 696 S noch immer hier sitzt und Beifall klatscht, wenn hier von Postenschacher die Rede ist! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Abkassierer! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.
Zwölf Jahre lang hat er Zeit gehabt – keine Dienstprüfung. Herr Kollege Nürnberger! Zwölf Jahre keine Dienstprüfung! (Abg. Ing. Westenthaler: Abkassierer! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger!
Höhepunkt des sozialdemokratischen Postenschachers im rot-schwarzen österreichischen System war die Versorgung des Ex-Ministers Rudolf Scholten. Darf ich Sie daran erinnern, womit das geendet hat, Herr Kollege Gusenbauer? (Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger!) Wissen Sie noch, womit das geendet hat, dass ein Brief hinterlassen wurde, der aufgezeigt hat, wie Sie in dieser Republik mit diesen vielen (der Redner hält eine Liste in die Höhe) rot-schwarzen Besetzungen "gefuhrwerkt" haben? – Ich kann sie nicht alle vorlesen, die Zeit reicht nicht aus, Kollege Gusenbauer! (Abg. Ing. Westenthaler: Postenschacher bis in den Tod!) Sie und Ihre Sozialdemokraten, Vranitzky, Klima, Verzetnitsch, Einem, und wie sie alle heißen, haben dabei die Finger im Spiel gehabt!
Abg. Ing. Westenthaler: Postenschacher bis in den Tod!
Höhepunkt des sozialdemokratischen Postenschachers im rot-schwarzen österreichischen System war die Versorgung des Ex-Ministers Rudolf Scholten. Darf ich Sie daran erinnern, womit das geendet hat, Herr Kollege Gusenbauer? (Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger!) Wissen Sie noch, womit das geendet hat, dass ein Brief hinterlassen wurde, der aufgezeigt hat, wie Sie in dieser Republik mit diesen vielen (der Redner hält eine Liste in die Höhe) rot-schwarzen Besetzungen "gefuhrwerkt" haben? – Ich kann sie nicht alle vorlesen, die Zeit reicht nicht aus, Kollege Gusenbauer! (Abg. Ing. Westenthaler: Postenschacher bis in den Tod!) Sie und Ihre Sozialdemokraten, Vranitzky, Klima, Verzetnitsch, Einem, und wie sie alle heißen, haben dabei die Finger im Spiel gehabt!
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wenn es jetzt rot-weiß-rot wird, dann haben die Sozialdemokraten ein Problem. Das zeigt schon, welche Gesinnung Sie wirklich haben. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Kollege Gusenbauer! Postenschacher hat es gegeben – Postenschacher gibt es nicht mehr! Verantwortlich dafür ist eine FPÖ in einer völlig neu denkenden Bundesregierung! Das hat Qualität, das bringt Zukunft für Österreich! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wenn es jetzt rot-weiß-rot wird, dann haben die Sozialdemokraten ein Problem. Das zeigt schon, welche Gesinnung Sie wirklich haben. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Kollege Gusenbauer! Postenschacher hat es gegeben – Postenschacher gibt es nicht mehr! Verantwortlich dafür ist eine FPÖ in einer völlig neu denkenden Bundesregierung! Das hat Qualität, das bringt Zukunft für Österreich! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Debakel! Letzter Debakelsprecher Pilz! – Abg. Dr. Khol: Pilz ist immer witzig!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gelangt als nächster und letzter Redner der Aktuellen Stunde Herr Abgeordneter Dr. Pilz. 5 Minuten, Herr Abgeordneter. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Debakel! Letzter Debakelsprecher Pilz! – Abg. Dr. Khol: Pilz ist immer witzig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die schwarz angezogen sind!
Herr Abgeordneter Khol! Damit kommen wir zum Hauptproblem dieser Bundesregierung: akute spontane kollektive Farbenblindheit. Das Innenministerium hat neue Farben, es hat drei neue Farben, wenn wir alle Postenbesetzungen durchgehen: erstens schwarz, zweitens schwarz und drittens tiefschwarz. Jetzt gibt es Abgeordnete (Abg. Ing. Westenthaler: Die schwarz angezogen sind!) und Minister, die erklären, dass schwarz rot ist und dass schwarz weiß ist, und das kollektiv!
Abg. Ing. Westenthaler: Warum ist Pilz heute tiefschwarz? – Abg. Dr. Pumberger: Er ist schwarz angezogen, weil er auf einen Posten hofft!
Herr Bundeskanzler! Ich würde gerne an dieser Stelle den Herrn Innenminister fragen, was seine Beamten Führerscheinaspiranten raten würden, die nicht in der Lage sind, zwischen Farben zu unterscheiden. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum ist Pilz heute tiefschwarz? – Abg. Dr. Pumberger: Er ist schwarz angezogen, weil er auf einen Posten hofft!) Die Farbenblindheit in diesem Ressort – ich gehe auf die ersten Details ein – ist nicht etwas, das wir nur unter Postenschacher abtun sollten. Es ist schlimm genug, wenn Sie hier heraus gehen und sagen: Weil Sozialdemokraten in den letzten Jahrzehnten ihre Ämter oft parteipolitisch missbraucht haben, deshalb ergebe sich für Politiker der neuen Koalitionsparteien quasi ein Naturrecht, jetzt ihrerseits ihre Positionen zu missbrauchen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundeskanzler! Ich würde gerne an dieser Stelle den Herrn Innenminister fragen, was seine Beamten Führerscheinaspiranten raten würden, die nicht in der Lage sind, zwischen Farben zu unterscheiden. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum ist Pilz heute tiefschwarz? – Abg. Dr. Pumberger: Er ist schwarz angezogen, weil er auf einen Posten hofft!) Die Farbenblindheit in diesem Ressort – ich gehe auf die ersten Details ein – ist nicht etwas, das wir nur unter Postenschacher abtun sollten. Es ist schlimm genug, wenn Sie hier heraus gehen und sagen: Weil Sozialdemokraten in den letzten Jahrzehnten ihre Ämter oft parteipolitisch missbraucht haben, deshalb ergebe sich für Politiker der neuen Koalitionsparteien quasi ein Naturrecht, jetzt ihrerseits ihre Positionen zu missbrauchen! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Kiss.
Sie haben versprochen, mit Privilegien und Parteibuchwirtschaft Schluss zu machen, aber erklären Sie mir bitte, was Herr Gaugg jetzt vorhat. (Zwischenruf des Abg. Kiss. ) In einem "Kurier"-Interview hat er erklärt, er wolle mit dem Postenschacher, mit dem Missbrauch und den bürokratischen Wucherungen in der Sozialversicherung Schluss machen. Meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei! Brauchen Sie in Ihrem Kampf gegen Privilegien jetzt immer ein Nationalratsmandat plus einen Posten, der aus der Sozialversicherung finanziert wird, plus einen Dienstwagen, plus einen Chauffeur, um Privilegien bekämpfen zu können? Können Sie ohne Chauffeur und Dienstwagen keine Privilegien mehr bekämpfen? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie haben versprochen, mit Privilegien und Parteibuchwirtschaft Schluss zu machen, aber erklären Sie mir bitte, was Herr Gaugg jetzt vorhat. (Zwischenruf des Abg. Kiss. ) In einem "Kurier"-Interview hat er erklärt, er wolle mit dem Postenschacher, mit dem Missbrauch und den bürokratischen Wucherungen in der Sozialversicherung Schluss machen. Meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei! Brauchen Sie in Ihrem Kampf gegen Privilegien jetzt immer ein Nationalratsmandat plus einen Posten, der aus der Sozialversicherung finanziert wird, plus einen Dienstwagen, plus einen Chauffeur, um Privilegien bekämpfen zu können? Können Sie ohne Chauffeur und Dienstwagen keine Privilegien mehr bekämpfen? (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Ja!
Jetzt stelle ich wieder eine einfache Frage: Ist der Beste genommen worden? (Ruf bei den Freiheitlichen: Ja!) Ist der Beste gesucht worden? Hat man tatsächlich geschaut, wer über die höchsten Qualifikationen für den sensibelsten Job im Innenministerium verfügt? – Der Einzige, über den man nachgedacht hat und den man jetzt auch bestellt hat, ist ein Experte des Heeres-Nachrichtenamtes, des militärischen Geheimdienstes – ohne staatspolizeiliche Erfahrung, ohne Erfahrung des Vollzugs der Strafprozessordnung im Bereich der politischen Kriminalität; jemand, der etwas völlig anderes gelernt hat, etwas, das letzten Endes mit der Arbeit der Staatspolizei unvereinbar ist, der ein völlig anderes Verhältnis zur Justiz hat, ein völlig anderes Verhältnis zur Polizei, der aus einer völlig anderen Sicherheitskultur kommt.
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): Jetzt, meine Damen und Herren, finden wir uns in einer Zeit wieder, die ich mit "Noricum" und "Lucona" für abgeschlossen geglaubt habe: Ein Minister reklamiert zum ersten Mal seit sehr langer Zeit die Staatspolizei als Eigentum und Instrument seiner eigenen Partei! Das, meine Damen und Herren (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), bedeutet viel mehr als Postenschacher, das ist eine Gefahr für Rechtsstaat und Demokratie! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): Jetzt, meine Damen und Herren, finden wir uns in einer Zeit wieder, die ich mit "Noricum" und "Lucona" für abgeschlossen geglaubt habe: Ein Minister reklamiert zum ersten Mal seit sehr langer Zeit die Staatspolizei als Eigentum und Instrument seiner eigenen Partei! Das, meine Damen und Herren (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), bedeutet viel mehr als Postenschacher, das ist eine Gefahr für Rechtsstaat und Demokratie! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Verzetnitsch begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Tafel mit der Überschrift auf: "ÖGB – Wir haben uns für dich stark gemacht, EIN ERFOLG DES ÖGB, ABFERTIGUNG FÜR ALLE".
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Verzetnitsch. Vereinbarte und daher einzuhaltende, weil beschlossene Redezeit ist 10 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Verzetnitsch begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Tafel mit der Überschrift auf: "ÖGB – Wir haben uns für dich stark gemacht, EIN ERFOLG DES ÖGB, ABFERTIGUNG FÜR ALLE".)
Abg. Mag. Schweitzer: Wieso habt ihr das nicht gemacht? Bis 1999? Wieso nicht?
Was sind diese negativen Wirkungen? – Dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor dem nächsten Sprung der Abfertigung gekündigt wurden, weil man den höheren Abfertigungsanspruch nicht zahlen wollte, dass unter dem Titel, es könnte ja auch eine Abfertigung fällig werden, Mobbing betrieben wurde, dass der Mobilitätscharakter nicht zum Tragen gekommen ist, weil es ... (Abg. Mag. Schweitzer: Wieso habt ihr das nicht gemacht? Bis 1999? Wieso nicht?) – Zuhören, es wird auch darauf Bezug genommen. Fragen Sie einmal die Herren, die hinter mir sitzen, dann werden Sie die entsprechende Antwort bekommen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was sind diese negativen Wirkungen? – Dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor dem nächsten Sprung der Abfertigung gekündigt wurden, weil man den höheren Abfertigungsanspruch nicht zahlen wollte, dass unter dem Titel, es könnte ja auch eine Abfertigung fällig werden, Mobbing betrieben wurde, dass der Mobilitätscharakter nicht zum Tragen gekommen ist, weil es ... (Abg. Mag. Schweitzer: Wieso habt ihr das nicht gemacht? Bis 1999? Wieso nicht?) – Zuhören, es wird auch darauf Bezug genommen. Fragen Sie einmal die Herren, die hinter mir sitzen, dann werden Sie die entsprechende Antwort bekommen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das Wesentlichste für uns Sozialdemokraten und Gewerkschafter ist aber, dass endlich Schluss ist mit den Unterschieden zwischen jenen, die vollzeitbeschäftigt sind, und jenen, die in Saison beschäftigt sind, die in kurzfristigen Maßnahmen sind. Es ist die Einsicht eingekehrt, dass Abfertigung als Wert erhalten bleiben soll und dass Abfertigung kein Relikt ist, das man gegen eine Pensionsvorsorge tauschen kann. Die Wahlfreiheit ist ein ganz entscheidender Faktor bei der Neuregelung dieser Abfertigung – einfach auch deswegen, weil auf Grund der heutigen Erfahrung zwei Drittel der Abfertigungen nicht bei Pensionsantritt, sondern im Laufe des Arbeitslebens ausbezahlt werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Aber warum haben Sie das nicht mit uns gemacht?
Das ist nicht leicht umzusetzen, und das war nicht leicht umzusetzen. Wir haben nämlich zum Beispiel im Jahre 1999, das Sie angesprochen haben, einen Antrag betreffend Abfertigung hier im Haus eingebracht, der von Ihrem Koalitionspartner ÖVP nicht angenommen wurde. Es ist damals klar und deutlich zum Ausdruck gekommen, dass man die Abfertigung in eine Pension umwandeln will, dass ein Arbeitnehmer ein Jahr braucht, um überhaupt Abfertigungsansprüche zu haben, und es wurde vor allem auch der Tausch von Arbeitnehmerrechten zur Einführung der Abfertigung eingefordert. Dagegen haben sich die Sozialdemokraten gewandt. (Abg. Mag. Schweitzer: Aber warum haben Sie das nicht mit uns gemacht?) Das ist der Einwand, den Sie in Ihrem Folder fälschlicherweise immer wieder in der Öffentlichkeit zitieren.
Beifall bei der SPÖ.
Wären wir Ihrem Vorschlag gefolgt, dann hätten wir heute keine Abfertigung mehr, sondern eine Pensionskasse. Wären wir Ihrem Vorschlag gefolgt, dann wären Arbeitnehmerrechte gegen die Abfertigung getauscht worden. Wären wir Ihrem Vorschlag gefolgt, dann würden die Saisonkräfte nicht in der Abfertigung umfasst sein. Das ist die Wahrheit, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben Sie aber selbst nicht! – Abg. Böhacker: Das ist ja kindisch!
Ich behaupte – das sicher mit Fug und Recht; die Debatten waren ja nachvollziehbar, im Jahre 1999, im Jahre 2000 und auch im Jahre 2001 –: Erst die Urabstimmung des ÖGB mit über 807 000 Stimmen hat dazu geführt, dass die Wirtschaft und auch Sie als Koalition verhandlungsbereit wurden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben Sie aber selbst nicht! – Abg. Böhacker: Das ist ja kindisch!) Das war das Ergebnis der Meinungen jener Menschen, die für
Abg. Mag. Schweitzer: Meinen Sie das ernst wegen der Urabstimmung? – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Am 23. Oktober, unmittelbar nach dem 19. Oktober, also nach dem Ergebnis der Urabstimmung, war es auf einmal möglich, mit der Wirtschaft zu einem Ergebnis zu kommen, das erfreulicherweise auch die Regierung als Basis für das gemeinsame Handeln genommen hat. (Abg. Mag. Schweitzer: Meinen Sie das ernst wegen der Urabstimmung? – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war schon alles fertig bei der Abstimmung!
Es war seltsam, dass unmittelbar nach der Urabstimmung und nach der Einigung auf die Abfertigung auf einmal ganzseitige Inserate von Firmen zu lesen waren, in denen stand: Wir sind die neue Abfertigungskasse. Jetzt ist es bei ihnen wieder ruhig geworden, weil sie in die Praxis gehen müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war schon alles fertig bei der Abstimmung!)
Abg. Mag. Schweitzer: Aufwachen! – Abg. Ing. Westenthaler: Aufwachen!
Wir haben die Abfertigung für alle ArbeitnehmerInnen, auch die Lehrlinge, die Saisonkräfte, die kurzfristig Beschäftigten, die Vertragsbediensteten, erreicht. (Abg. Mag. Schweitzer: Aufwachen! – Abg. Ing. Westenthaler: Aufwachen!) Alle werden in diese neue Regelung einbezogen, ja sogar die parlamentarischen Mitarbeiter. Das sollten wir als Erfolg sehen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Ihr seid eine hinige Partie!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Ihr seid eine hinige Partie!
Wir haben die Abfertigung für alle ArbeitnehmerInnen, auch die Lehrlinge, die Saisonkräfte, die kurzfristig Beschäftigten, die Vertragsbediensteten, erreicht. (Abg. Mag. Schweitzer: Aufwachen! – Abg. Ing. Westenthaler: Aufwachen!) Alle werden in diese neue Regelung einbezogen, ja sogar die parlamentarischen Mitarbeiter. Das sollten wir als Erfolg sehen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Ihr seid eine hinige Partie!)
Beifall bei der SPÖ.
Das war ein großes Vorhaben, heißt es. Die erste Reihe der Erfolgreichen wird immer dichter. Wir sehen allenthalben Plakate, auf denen sich jeder rühmt, er habe die Abfertigung gebracht. Soll so sein! Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden sicher den Erfolg unserer Arbeit lukrieren können. Daher, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Koalitionsparteien, geben Sie sich einen Ruck und folgen Sie auch jenen Vorschlägen, die im Ausschuss noch behandelt worden sind! Es ist nämlich nicht einsichtig, dass auf der einen Seite am Montag dieser Woche für die Wirtschaft ein neues Steuerpaket geschnürt worden ist, auf der anderen Seite aber bis jetzt keine Bereitschaft bestand – vielleicht gelingt uns eine Änderung noch vor der Beschlussfassung –, dass zum Beispiel auch in jenen Fällen, in welchen es um Streitbeilegung geht, die steuerliche Begünstigung, wie sie heute vorhanden ist, nämlich ohne Höchstgrenze, auch in Zukunft eingesetzt werden kann und nicht wieder eine Reduktion von Arbeitnehmer-Steuerbegünstigungen stattfindet, obwohl man den Arbeitgebern in der Frage der Übertragung steuerlich eindeutig entgegenkommt. Das kann nicht unser Ziel sein. Ich erwarte mir da von den Koalitionsparteien ein aktives Vorgehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte am Schluss meiner Ausführungen sehr bewusst all jenen danken – egal, ob sie Experten der Sozialpartner, der Regierung, der einzelnen Ministerien oder der politischen Gruppierungen waren –, die dazu beigetragen haben, dass wir gemeinsam viel erreicht haben. Vor Beschlussfassung sollten wir auch in den offenen Fragen noch eine Einigung erreichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Werner Fasslabend (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine sehr geehrten Herren Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bei der neuen Abfertigungsregelung, die der Nationalrat heute in wenigen Stunden beschließen wird, geht es nicht einfach um eine nach einigen Jahren notwendige Änderung oder Verbesserung eines an sich durchaus bewährten Gesetzes, sondern darum, dass eine grundsätzlich neue Weichenstellung erfolgt, dass eine revolutionäre Weiterentwicklung des Abfertigungsrechtes, ja sogar der gesamten Sozialpolitik auf dem Tapet steht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Die Abgeordneten der ÖVP stellen Taferln vor sich auf die Bank, deren Aufschriften die Inhalte der "Abfertigung neu" wiedergeben.
Das kommt bereits in der neuen Bezeichnung zum Ausdruck. Es geht nicht nur um "Abfertigung neu", sondern um betriebliche Mitarbeitervorsorge. Diese betriebliche Mitarbeitervorsorge bedeutet auf der einen Seite eine Abfertigung für alle Arbeitnehmer und auf der anderen Seite den großen, breiten Einstieg in eine attraktive Zusatzpension für alle österreichischen Arbeitnehmer. Damit ist tatsächlich eine neue Dimension erreicht. (Beifall bei der ÖVP. – Die Abgeordneten der ÖVP stellen Taferln vor sich auf die Bank, deren Aufschriften die Inhalte der "Abfertigung neu" wiedergeben.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Arbeitnehmer werden diese Abfertigung auch dann bekommen, wenn sie selbst kündigen, weil sie selbst kündigen müssen, weil sie sich verändern müssen, auf einem mobiler gewordenen Arbeitsmarkt. Wir werden damit eine wesentlich verbesserte Voraussetzung auch zur erforderlichen Mobilität auf dem österreichischen Arbeitsmarkt schaffen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es werden alle österreichischen Arbeitnehmer eine Abfertigung in der Höhe ihres Jahresgehaltes am Ende ihres Berufslebens haben – das ist eine Dimension, die für jeden Arbeitnehmer von grundlegender Bedeutung ist –, und das zu einem Steuersatz, der mit 6 Prozent tatsächlich vergünstigt ist, womit allen österreichischen Arbeitnehmern auch eine Steuerbegünstigung zugute kommt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es wird gleichzeitig die weltweit erste Regelung sein, bei welcher ein zweites attraktives Standbein in der Pensionsversicherung aufgebaut wird, ohne dass ein einziger Groschen oder ein einziger Cent oder ein einziger Euro an zusätzlicher Belastung oder Beitragsverpflichtung für den Arbeitnehmer entsteht! Das ist wahrscheinlich die echte, ganz große Dimension! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte mich daher an dieser Stelle nicht dem kleinlichen Parteienstreit anschließen, sondern allen ein Danke sagen, die sich dafür eingesetzt haben und auch nur einen ganz kleinen Beitrag dazu geleistet haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Schweitzer: Sigisbert Dolinschek!
Ich richte diesen Dank an allererster Stelle an jenen Mann, der die Idee dazu bereits vor zehn Jahren geboren hat (Abg. Mag. Schweitzer: Sigisbert Dolinschek!), nämlich an Josef Fink, der mit dem Anspruch "Abfertigung auch für Selbstkündiger" und mit dem Anspruch "Abfertigung über Pensionskassen" (Abg. Mag. Schweitzer: Wann war das?) – im Februar 1992 – in die Öffentlichkeit getreten ist (der Redner hält die Kopie zweier Zeitungsartikel, deren Titel die erwähnten Ansprüche zum Inhalt haben, in die Höhe) und dieses Modell entsprechend vorgestellt hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Schweitzer: Wann war das?
Ich richte diesen Dank an allererster Stelle an jenen Mann, der die Idee dazu bereits vor zehn Jahren geboren hat (Abg. Mag. Schweitzer: Sigisbert Dolinschek!), nämlich an Josef Fink, der mit dem Anspruch "Abfertigung auch für Selbstkündiger" und mit dem Anspruch "Abfertigung über Pensionskassen" (Abg. Mag. Schweitzer: Wann war das?) – im Februar 1992 – in die Öffentlichkeit getreten ist (der Redner hält die Kopie zweier Zeitungsartikel, deren Titel die erwähnten Ansprüche zum Inhalt haben, in die Höhe) und dieses Modell entsprechend vorgestellt hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich richte diesen Dank an allererster Stelle an jenen Mann, der die Idee dazu bereits vor zehn Jahren geboren hat (Abg. Mag. Schweitzer: Sigisbert Dolinschek!), nämlich an Josef Fink, der mit dem Anspruch "Abfertigung auch für Selbstkündiger" und mit dem Anspruch "Abfertigung über Pensionskassen" (Abg. Mag. Schweitzer: Wann war das?) – im Februar 1992 – in die Öffentlichkeit getreten ist (der Redner hält die Kopie zweier Zeitungsartikel, deren Titel die erwähnten Ansprüche zum Inhalt haben, in die Höhe) und dieses Modell entsprechend vorgestellt hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie demonstrativer Beifall des Redners.
Ich freue mich darüber, dass er diesen Kampf fortgesetzt hat. Ich freue mich auch darüber, dass er heute hier auf der Galerie sitzt, dass er heute hier mit dabei ist. Ich glaube, es sollte niemand anstehen, ihm für diesen seinen persönlichen Einsatz einen parteiübergreifenden Applaus zu geben. Dem Herrn AK-Präsidenten aus Vorarlberg Josef Fink, vom ÖAAB, ein herzliches Danke! (Beifall bei der ÖVP sowie demonstrativer Beifall des Redners.)
Abg. Kiss: Burgenland explizit!
Ich danke auch allen anderen, die mitgeholfen haben, Widerstände zu überwinden. Ich danke allen, egal ob es Walter Tancsits war oder Christoph Leitl in der weiteren Folge oder Reinhold Mitterlehner. Ich sage auch Dank Herrn Fritz Verzetnisch, der es auch nicht leicht gehabt hat, denn große Teile der sozialdemokratischen Gewerkschafter waren bis zum Schluss dagegen; das muss man dazusagen. (Abg. Kiss: Burgenland explizit!)
Beifall bei der ÖVP sowie Beifall des Abg. Böhacker.
Es ist für mich nicht nur der Moment großer Genugtuung, sondern auch der Moment innerer Freude, dass sich zwei ursprünglich äußerst skeptische Bereiche, nämlich ÖGB und Wirtschaft, heute dafür nicht genieren und durchaus positiv dazu stehen und sagen: Ja, wir sind auch die Väter dieser Regelung! – Ich halte es für wichtig, dass man in einer derartigen Situation die eigenen Bedenken und die eigene Skepsis überwindet und sich auch zu einem Modell, das ein anderer politischer Mitbewerber vorgebracht hat, positiv bekennen kann. (Beifall bei der ÖVP sowie Beifall des Abg. Böhacker. )
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Ich wende mich jetzt mit der folgenden Bemerkung an die Kollegen von den Sozialdemokraten: Wir hätten uns wahrscheinlich wesentlich leichter mit der Vermarktung der "Abfertigung neu" getan, wenn wir nicht darauf gewartet hätten, dass es eine sozialpartnerschaftliche Einigung gibt. (Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Es wäre für uns leichter gewesen, denn wir hätten sagen können: Das ist der alleinige Erfolg der Regierung, das steht völlig außer Zweifel und kann nicht in Frage gestellt werden! Aber wir haben es nicht getan, weil wir den sozialpartnerschaftlichen Konsens für wichtig erachten.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Werner Fasslabend (fortsetzend): Für uns ist die "Abfertigung neu" ein ganz wesentlicher Fortschritt. Für uns lautet die Maxime des politischen Handelns: langfristig denken, solide wirtschaften und sozial handeln! Wir glauben, dass wir mit dieser Abfertigungsregelung, mit dieser neuen Regelung für eine attraktive Zusatzpension einen ganz wichtigen Schritt zu einer nachhaltigen Sicherung des Wohlstands für alle Österreicher, insbesondere für die Arbeitnehmer, gemacht haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Heiterkeit.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Ing. Westenthaler. Gleiche Redezeit – minus den langen Schlusssatz. (Heiterkeit.) – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich hoffe, Sie ziehen nicht mir den langen Schlusssatz von meinem Vorredner ab! Das wäre nicht ganz fair! – Heiterkeit.)
Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich hoffe, Sie ziehen nicht mir den langen Schlusssatz von meinem Vorredner ab! Das wäre nicht ganz fair! – Heiterkeit.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Ing. Westenthaler. Gleiche Redezeit – minus den langen Schlusssatz. (Heiterkeit.) – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich hoffe, Sie ziehen nicht mir den langen Schlusssatz von meinem Vorredner ab! Das wäre nicht ganz fair! – Heiterkeit.)
Abg. Mag. Schweitzer hält ein Buch in die Höhe.
Aber ich möchte noch weiter zurückgehen, da Sie, Herr Abgeordneter Fasslabend, das Jahr 1992 erwähnt haben und Ihrem verdienstvollen Abgeordneten, der sich auch angestrengt hat, dieses Ergebnis zu erreichen, hier gedankt haben. Ich gehe ein Jahr weiter zurück, und zwar in das Jahr 1991. (Abg. Mag. Schweitzer hält ein Buch in die Höhe.) Karl Schweitzer zeigt auch ein Buch, das in diesem Zusammenhang steht. Es war nämlich der Werkzeugmacher und Arbeitnehmervertreter der FPÖ im Parlament, Sigisbert Dolinschek, der zuallererst hier im Hohen Hause, und zwar 1991 – die APA berichtete damals darüber –, diese "Abfertigung neu" bereits so, wie sie heute beschlossen werden wird, gefordert hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber ich möchte noch weiter zurückgehen, da Sie, Herr Abgeordneter Fasslabend, das Jahr 1992 erwähnt haben und Ihrem verdienstvollen Abgeordneten, der sich auch angestrengt hat, dieses Ergebnis zu erreichen, hier gedankt haben. Ich gehe ein Jahr weiter zurück, und zwar in das Jahr 1991. (Abg. Mag. Schweitzer hält ein Buch in die Höhe.) Karl Schweitzer zeigt auch ein Buch, das in diesem Zusammenhang steht. Es war nämlich der Werkzeugmacher und Arbeitnehmervertreter der FPÖ im Parlament, Sigisbert Dolinschek, der zuallererst hier im Hohen Hause, und zwar 1991 – die APA berichtete damals darüber –, diese "Abfertigung neu" bereits so, wie sie heute beschlossen werden wird, gefordert hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich verstehe das, das ist schwierig, und zwar aus folgendem Grund: Solch ein sozialpolitisches Prestige-Projekt umzusetzen, das in seinen Auswirkungen sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer einen Erfolg bedeutet, das hat es in der Geschichte eigentlich nur selten gegeben. Es kam nur selten vor, dass man solch einen großen Wurf erzielt hat, und allen, die daran mitgewirkt haben, ist dafür zu danken. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Der große sozialpolitische Sprung, der Kern dieser Maßnahme ist die Abfertigung bei jeglicher Form der Aufkündigung des Dienstverhältnisses. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Etwas ganz Entscheidendes für den Arbeitnehmer ist auch – und das haben wir auch noch durchgesetzt –, dass er die freie Wahlentscheidung hat, wie er diese Abfertigung bei Auszahlung in Anspruch nehmen will, ob er lieber eine Pension haben will oder ob er es sich auszahlen lassen will. Das ist etwas, was den Arbeitnehmer flexibel macht, denn er selbst kann entscheiden, er selbst beherrscht sozusagen seine Ansprüche. Das ist auch ein großer Erfolg dieser neuen Regelung, den wir hier verzeichnen können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich danke, dass heute eine große Erfolgsstory mit dieser "Abfertigung neu" ihren Schlusspunkt findet. Über diesen Beschluss für die österreichischen Arbeitnehmer, der auch im Sinne der österreichischen Arbeitgeber ist, können wir froh sein. Es ist ein Meilenstein, den wir mit diesem Beschluss heute hier im Parlament setzen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger begibt sich mit einem Koffer und einer Schachtel zum Rednerpult. – Unruhe im Saal.
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Öllinger. Redezeit: 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Öllinger begibt sich mit einem Koffer und einer Schachtel zum Rednerpult. – Unruhe im Saal.)
Abg. Ing. Westenthaler: Gute Reise!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Ich erkläre Ihnen schon noch, Herr Bundeskanzler, welche Bewandtnis es mit dem Koffer hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Gute Reise!)
Abg. Mag. Schweitzer: Stimmt ihr zu?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist natürlich schon erstaunlich und auch nicht weiter überraschend, dass Sie die Gelegenheit nutzen, um die "Abfertigung neu" in all ihren Vorzügen anzupreisen. Ich gebe auch zu: Ja, es ist jetzt endlich in dieser "Abfertigung neu" etwas geregelt und verbessert, was in der alten Abfertigung schlicht eine Katastrophe war. (Abg. Mag. Schweitzer: Stimmt ihr zu?) Das stufenweise Anheben der Abfertigung, die Abfertigung erst nach mehreren Jahren, nach drei Jahren: Das ist vorbei! Das ist auch gut so. (Abg. Mag. Schweitzer: Wer hat es möglich gemacht?)
Abg. Mag. Schweitzer: Wer hat es möglich gemacht?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist natürlich schon erstaunlich und auch nicht weiter überraschend, dass Sie die Gelegenheit nutzen, um die "Abfertigung neu" in all ihren Vorzügen anzupreisen. Ich gebe auch zu: Ja, es ist jetzt endlich in dieser "Abfertigung neu" etwas geregelt und verbessert, was in der alten Abfertigung schlicht eine Katastrophe war. (Abg. Mag. Schweitzer: Stimmt ihr zu?) Das stufenweise Anheben der Abfertigung, die Abfertigung erst nach mehreren Jahren, nach drei Jahren: Das ist vorbei! Das ist auch gut so. (Abg. Mag. Schweitzer: Wer hat es möglich gemacht?)
Abg. Mag. Schweitzer: Das geht auch nicht!
Ich möchte nicht zu jenen gehören, Kollege Fasslabend, die den Anspruch, der Urheber dieser "Abfertigung neu" zu sein, für die Grünen haben wollen. (Abg. Mag. Schweitzer: Das geht auch nicht!) Aber ich sage Ihnen Folgendes, Herr Kollege Fasslabend: Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass – und das war zu der Zeit, als ich noch Arbeiterkammerrat war – vor ungefähr zehn Jahren in der Arbeiterkammer darüber debattiert wurde. Damals stand dort ein Antrag von mir zum Thema Abfertigung zur Debatte, in welchem gefordert wurde, eine Abfertigung auch bei Selbstkündigung zu bezahlen, und es waren die Vertreter aller anderen Fraktionen – sowohl der Sozialdemokraten als auch der Christgewerkschafter oder des ÖAAB und auch der Freiheitlichen – dagegen. Das hat mich verblüfft. Ich bin froh darüber, dass wir jetzt so weit sind, dass wir das, was unsäglich war, was dazu geführt hat, dass fast niemand die Abfertigung tatsächlich beanspruchen konnte, beseitigt haben.
Abg. Böhacker: 3 Prozent aller Abfertigungen!
Zwei Beispiele: Bisher konnte man nach 25 Jahren vom Letztgehalt ein Jahresgehalt erhalten, wenn man so glücklich war und tatsächlich eine Abfertigung beanspruchen konnte. (Abg. Böhacker: 3 Prozent aller Abfertigungen!) Ich weiß. Ich sagte ja: "wenn man so glücklich war"! (Abg. Böhacker: ... Das ist wirklich unglaublich! Das ist an den Haaren herbeigezogen!) Jetzt ist es so, dass viele nach 40 Jahren Arbeit nicht einmal ein Jahresgehalt erhalten werden –
Abg. Böhacker: ... Das ist wirklich unglaublich! Das ist an den Haaren herbeigezogen!
Zwei Beispiele: Bisher konnte man nach 25 Jahren vom Letztgehalt ein Jahresgehalt erhalten, wenn man so glücklich war und tatsächlich eine Abfertigung beanspruchen konnte. (Abg. Böhacker: 3 Prozent aller Abfertigungen!) Ich weiß. Ich sagte ja: "wenn man so glücklich war"! (Abg. Böhacker: ... Das ist wirklich unglaublich! Das ist an den Haaren herbeigezogen!) Jetzt ist es so, dass viele nach 40 Jahren Arbeit nicht einmal ein Jahresgehalt erhalten werden –
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Wenn da nicht noch etwas anderes wäre, und zwar die Verwaltungskosten. Durch die Konstruktion der "Abfertigung neu" haben Sie relativ hohe Verwaltungskosten geschaffen. Würde die Abfertigung nicht nur anders eingehoben, sondern auch anders verwaltet und ausbezahlt werden und gäbe es nicht diese Konkurrenz zwischen den Abfertigungskassen, dann könnte man mit wesentlich niedrigeren Verwaltungskosten arbeiten und die Abfertigung als einen stolzen Erfolg verkaufen. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Ing. Westenthaler – hinter der Regierungsbank stehend und winkend –: Oja, da schau, Herr Kollege!
Herr Abgeordneter Fasslabend! Herr Kollege Westenthaler ist ja nicht mehr da. (Abg. Ing. Westenthaler – hinter der Regierungsbank stehend und winkend –: Oja, da schau, Herr Kollege!) – Gut, wunderbar! Ich nenne Ihnen noch ein Beispiel. Sie haben das Schild "flexibel für die Karriere" aufgestellt. Das war eine Forderung der Grünen, aber ich verstehe Ihre Haltung in Bezug auf diesen Punkt nicht – sofern Sie mit Ihrer Konstruktion der Abfertigung nicht eine eindeutige Absicht hatten. Wir Grünen hätten gerne gehabt, dass die Abfertigung auch bei einer Bildungskarenz, bei einer Erziehungskarenz (Abg. Steibl: Ist es ja!), bei einer Hospizkarenz oder bei einer sonstigen Unterbrechung, zum Beispiel weil jemand ein Sabbatical macht, beansprucht werden kann.
Abg. Steibl: Ist es ja!
Herr Abgeordneter Fasslabend! Herr Kollege Westenthaler ist ja nicht mehr da. (Abg. Ing. Westenthaler – hinter der Regierungsbank stehend und winkend –: Oja, da schau, Herr Kollege!) – Gut, wunderbar! Ich nenne Ihnen noch ein Beispiel. Sie haben das Schild "flexibel für die Karriere" aufgestellt. Das war eine Forderung der Grünen, aber ich verstehe Ihre Haltung in Bezug auf diesen Punkt nicht – sofern Sie mit Ihrer Konstruktion der Abfertigung nicht eine eindeutige Absicht hatten. Wir Grünen hätten gerne gehabt, dass die Abfertigung auch bei einer Bildungskarenz, bei einer Erziehungskarenz (Abg. Steibl: Ist es ja!), bei einer Hospizkarenz oder bei einer sonstigen Unterbrechung, zum Beispiel weil jemand ein Sabbatical macht, beansprucht werden kann.
Der Redner stellt einen blauen Koffer mit der Aufschrift "FP-Gaugg 200 000 €", an dem 100-€-Scheine angebracht sind, vor sich auf das Rednerpult.
Für die Leute gibt es ein kleines Köfferchen, für Herrn Abgeordneten Gaugg gibt es einen großen Koffer – jedes Jahr! (Der Redner stellt einen blauen Koffer mit der Aufschrift "FP-Gaugg 200 000 €", an dem 100-€-Scheine angebracht sind, vor sich auf das Rednerpult.) Das erhalten die Leute am Ende eines Arbeitslebens. (Der Redner weist auf die weiße Schachtel.) Nicht viel drinnen, aber immerhin. Das erhält Kollege Gaugg jedes Jahr: 200 000 €. (Der Redner weist auf den blauen Koffer.) Für viele Menschen in dieser Republik sind es 200 000 S oder 14 000 € am Ende eines Arbeitslebens aus der "Abfertigung neu" – und für den Abgeordneten Gaugg gibt es 200 000 € jedes Jahr!
Abg. Böhacker: Schlusssatz! Die Zeit ist aus!
Soll sein, aber wir diskutieren hier auch über große Sprünge, über einen großen Wurf. Der große Wurf ist der FPÖ mit dem Abgeordneten Gaugg und seinem Job in der Pensionsversicherungsanstalt gelungen. Was das für die Beschäftigten in diesem Land bedeutet, in welche Richtung sie mit diesem kleinen Köfferchen marschieren, ob in Richtung zweite Pension, das ist noch offen. Das ist das Problem. (Abg. Böhacker: Schlusssatz! Die Zeit ist aus!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Böhacker: Das ist die glatte Unwahrheit, die Sie hier sagen!
Und die Causa Gaugg, Herr Bundesminister Haupt, werden wir ja heute Nachmittag noch zu diskutieren Gelegenheit haben. Sie sollten sich jedoch nicht darüber verschweigen, was das eine und was das andere heißt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Böhacker: Das ist die glatte Unwahrheit, die Sie hier sagen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie, sehr geehrter Herr Abgeordneter Öllinger, haben in eher peinlicher Weise versucht, dieses Einsamsein zu übertünchen. Das war billige Polemik an einem Tag, an dem zu Gunsten der Arbeitnehmer dieses Landes eine wirklich große Reform beschlossen wird. Aber das ist Ihre Sache. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Wieso Polemik?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Solange die volle Wahlfreiheit gegeben ist, so glaube ich, ist das im Sinne aller Arbeitnehmer. Ich bedanke mich ausdrücklich bei Finanzminister Grasser, dass er es durch eine steuerliche Begünstigung der Zusatzpension möglich gemacht hat, diese so zu attraktivieren, dass die klugen Österreicher, die ohnedies als Sparefrohs bekannt sind, in einem hohen Maße auf diesen Zeitpunkt warten werden. Gerade hier, sehr geehrter Herr Abgeordneter Öllinger, verstehe ich Ihre Polemik schon gar nicht (Abg. Öllinger: Wieso Polemik?), wenn Sie auch diese steuerliche Begünstigung der Zusatzpension mies machen wollen. Das ist nicht im Sinne der Arbeitnehmer dieses Landes. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Solange die volle Wahlfreiheit gegeben ist, so glaube ich, ist das im Sinne aller Arbeitnehmer. Ich bedanke mich ausdrücklich bei Finanzminister Grasser, dass er es durch eine steuerliche Begünstigung der Zusatzpension möglich gemacht hat, diese so zu attraktivieren, dass die klugen Österreicher, die ohnedies als Sparefrohs bekannt sind, in einem hohen Maße auf diesen Zeitpunkt warten werden. Gerade hier, sehr geehrter Herr Abgeordneter Öllinger, verstehe ich Ihre Polemik schon gar nicht (Abg. Öllinger: Wieso Polemik?), wenn Sie auch diese steuerliche Begünstigung der Zusatzpension mies machen wollen. Das ist nicht im Sinne der Arbeitnehmer dieses Landes. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Werte Regierungskollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Ich sage ganz offen: Ich freue mich wirklich sehr, dass es möglich ist, diese Neuregelung der Abfertigung heute hier zu diskutieren. Martin Bartenstein hat auf die Experten, auf die Fachkommentatoren hingewiesen. Ich glaube, wir können wirklich mit Stolz und voller Überzeugung sagen: Hier ist uns gemeinsam einer der größten Würfe der letzten Jahrzehnte in sozialpolitischer Hinsicht gelungen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das ist ein wirklich großer sozialpolitischer Fortschritt, den wir auch von unserer Seite durch steuerliche Begleitmaßnahmen optimal abzustützen versucht haben. Meine Damen und Herren! Man kann, so glaube ich, wirklich sagen, dass das nicht weniger als ein Quantensprung, als ein riesiger Erfolg für die Arbeitnehmer ist. Es ist auch ein Erfolg für die Wirtschaft und damit ein Erfolg für Österreich, den wir hier gemeinsam erreichen konnten. Ich bin sehr froh darüber, dass es dieser Bundesregierung gelungen ist, diesen Wurf im Konsens mit den Sozialpartnern auszuverhandeln. Damit gelingt uns eine massive Verbesserung, und das ist ein weiteres Beispiel dafür, dass die Politik dieser österreichischen Bundesregierung das Vertrauen der Bevölkerung verdient. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Schauen wir uns an, welche Vorteile dieser Abfertigung es für die Arbeitnehmer gibt! Da müssen wir einfach Folgendes sehen – ich glaube, man kann es nicht oft genug betonen –: In der alten Konstruktion hat es bisher jährlich bis zu einer Million Arbeitsverhältnisse gegeben, die ohne Abfertigungsanspruch beendet worden sind. Jetzt, meine Damen und Herren, werden alle Arbeitnehmer in Österreich diese Mitarbeitervorsorge in Anspruch nehmen können. Das ist ein riesiger Erfolg, den wir hier für die Arbeitnehmer in Österreich zustande bringen konnten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Man wird auch international eine bessere Vergleichbarkeit haben, was die Unternehmensbilanzen betrifft. Wir haben zu guter Letzt auch durch die Option zur steuerfreien Übertragung der Abfertigungsrückstellungen auf Eigenkapital einen positiven Eigenkapitaleffekt. Ich glaube, dass das für unsere Unternehmen wichtig ist. Wir müssen nämlich sehen, dass wir, was das Eigenkapital betrifft, im internationalen Vergleich sehr schlecht liegen, und wir wissen gleichzeitig, dass Eigenkapitalmangel auf der einen Seite noch immer die Insolvenzursache schlechthin und auf der anderen Seite der Engpassfaktor schlechthin für das Wachstum von Unternehmen ist. Wir wollen, dass unsere Unternehmen wachsen können, weil das natürlich wiederum auch wichtige Beschäftigungseffekte hat. Wir wissen, dass es das Ziel dieser Bundesregierung ist, in Österreich zur Vollbeschäftigung zu gelangen. Auch da haben wir einen wesentlichen Effekt erzielt. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich betrachte auch das als eine große Chance für die Wirtschaft unseres Landes, denn der Effekt ist, dass mit der "Abfertigung neu" Risikokapital geschaffen wird. Wir wissen, wie wichtig Venture Capital, wie wichtig Risikokapital für unsere Unternehmen ist, wie wichtig das für das Eigenkapital ist. Damit werden die Betriebe krisensicherer, als das heute der Fall ist. Wir werden damit wiederum zum Wachstum beitragen können. Es ist also auch ein schöner struktureller Erfolg mit dieser Lösung verbunden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir haben den Steuervorteil von 6 Prozent bei der Auszahlung weiterhin beibehalten, und wir haben – wie ich es bereits früher angesprochen habe –, was die Pensionssäule, die zweite Säule der Pensionsvorsorge betrifft, die völlige Steuerfreiheit erreicht. Das heißt also, in der Überführung von der Mitarbeitervorsorgekasse in eine Rentenversicherung bleibt dieser Vorgang steuerfrei. Es gibt keine Versicherungssteuer, die wir verrechnen, die Kapitalerträge bleiben kapitalertragsteuerfrei. Wir verrechnen auch keine Mindeststeuer, und die Auszahlung der Rente an den Arbeitnehmer ist ebenso steuerfrei. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Und damit, Herr Öllinger, ist es ein großer, ein wirklich großer, ein revolutionärer Wurf, der hier gelingt, eine Strukturreform für den Standort Österreich, für die Arbeitnehmer in Österreich und für die zweite Säule der Pensionsvorsorge. – Vielen Dank. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Im Erkennen dieser Situation – ich danke Herrn Minister Bartenstein dafür, dass er das auch erwähnt hat – hat gerade unsere ehemalige Bundesministerin Eleonora Hostasch den Grundstein für die heutige Gesetzeswerdung gelegt. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen
Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Sie haben in diesem Haus kein eigenes Modell vorgelegt (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), aber wesentliche Proponenten von Ihnen haben immer wieder gesagt, die Abfertigung müsse zwingend in eine Privatpensionszahlung umgewandelt werden. (Rufe bei den Freiheitlichen: Nein! – Abg. Achatz: Wer hat das gesagt?) – Herr Böhacker zum Beispiel, nachvollziehbar und in den Medien auch nachlesbar. (Abg. Böhacker: Das ist doch Unsinn! ... Unwahrheit!) Aber hören Sie einmal zu: Ich anerkenne ja – und das wollte ich Ihnen gerade sagen – auch Ihr Abrücken von dieser Position, weil es uns ermöglicht, gemeinsam etwas Positives für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesem Lande zu erreichen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Nehmen Sie das zurück! Das ist ja unerhört!)
Rufe bei den Freiheitlichen: Nein! – Abg. Achatz: Wer hat das gesagt?
Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Sie haben in diesem Haus kein eigenes Modell vorgelegt (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), aber wesentliche Proponenten von Ihnen haben immer wieder gesagt, die Abfertigung müsse zwingend in eine Privatpensionszahlung umgewandelt werden. (Rufe bei den Freiheitlichen: Nein! – Abg. Achatz: Wer hat das gesagt?) – Herr Böhacker zum Beispiel, nachvollziehbar und in den Medien auch nachlesbar. (Abg. Böhacker: Das ist doch Unsinn! ... Unwahrheit!) Aber hören Sie einmal zu: Ich anerkenne ja – und das wollte ich Ihnen gerade sagen – auch Ihr Abrücken von dieser Position, weil es uns ermöglicht, gemeinsam etwas Positives für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesem Lande zu erreichen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Nehmen Sie das zurück! Das ist ja unerhört!)
Abg. Böhacker: Das ist doch Unsinn! ... Unwahrheit!
Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Sie haben in diesem Haus kein eigenes Modell vorgelegt (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), aber wesentliche Proponenten von Ihnen haben immer wieder gesagt, die Abfertigung müsse zwingend in eine Privatpensionszahlung umgewandelt werden. (Rufe bei den Freiheitlichen: Nein! – Abg. Achatz: Wer hat das gesagt?) – Herr Böhacker zum Beispiel, nachvollziehbar und in den Medien auch nachlesbar. (Abg. Böhacker: Das ist doch Unsinn! ... Unwahrheit!) Aber hören Sie einmal zu: Ich anerkenne ja – und das wollte ich Ihnen gerade sagen – auch Ihr Abrücken von dieser Position, weil es uns ermöglicht, gemeinsam etwas Positives für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesem Lande zu erreichen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Nehmen Sie das zurück! Das ist ja unerhört!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Nehmen Sie das zurück! Das ist ja unerhört!
Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Sie haben in diesem Haus kein eigenes Modell vorgelegt (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), aber wesentliche Proponenten von Ihnen haben immer wieder gesagt, die Abfertigung müsse zwingend in eine Privatpensionszahlung umgewandelt werden. (Rufe bei den Freiheitlichen: Nein! – Abg. Achatz: Wer hat das gesagt?) – Herr Böhacker zum Beispiel, nachvollziehbar und in den Medien auch nachlesbar. (Abg. Böhacker: Das ist doch Unsinn! ... Unwahrheit!) Aber hören Sie einmal zu: Ich anerkenne ja – und das wollte ich Ihnen gerade sagen – auch Ihr Abrücken von dieser Position, weil es uns ermöglicht, gemeinsam etwas Positives für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesem Lande zu erreichen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Nehmen Sie das zurück! Das ist ja unerhört!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir werden dazu einen Abänderungsantrag einbringen, und ich hoffe, dass es Ihnen möglich sein wird, diesem Abänderungsantrag zuzustimmen, denn es geht um die Ausgewogenheit der Chancen zwischen Arbeitnehmerinteressen und Unternehmerinteressen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Stimmen Sie bitte unserem Abänderungsantrag zu, denn sonst, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, wird es bereits nach einem kurzen Zeitraum notwendig sein, hier über den Beitragssatz und eine Erhöhung des Beitragssatzes zu diskutieren! Sie können mich beim Wort nehmen. Darum appelliere ich an Ihre Vernunft. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Übrigens: Unterschrieben ist diese Stellungnahme auch vom stellvertretenden Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, Abgeordnetem Dr. Mitterlehner. – Herr Dr. Mitterlehner, wir werden Ihnen und den Regierungsparteien auch hier mit einem Abänderungsantrag die Möglichkeit bieten, Ihre eigene Kritik, das, was Sie in der Stellungnahme fordern, auch tatsächlich umzusetzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister Grasser! Wenn wir alle hier von einem großen Wurf reden und dieser Wurf vor allem von der Regierungsbank aus bejubelt wird, dann fordere ich Sie schon auf, Privilegien der Wirtschaft nicht zu Lasten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu finanzieren. Geben Sie den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die gleiche faire Chance, wie Sie sie mit dieser Gesetzeslage den Unternehmern bieten! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler : Sie sind fertig! Die 9 Minuten sind beendet! Das ist nicht sehr fair, was Sie da machen!
In Ziffer 3 lautet § 26 Ziffer 1 lit. d: Beiträge, die der Arbeitgeber für seine Arbeitnehmer an eine Mitarbeitervorsorgekasse leistet, im Ausmaß von höchstens 1,53 Prozent des monatlichen Entgelts einschließlich der Sonderzahlungen im Sinne arbeitsrechtlicher Bestimmungen und zuzüglicher etwaiger Verzugszinsen im Ausmaß des § 6 Abs. 6 beziehungsweise von höchstens 1,53 Prozent der Bemessungsgrundlage für entgeltfreie Zeiträume, weiters Beiträge, die im Zuge von Übertragungen von Altabfertigungsanwartschaften im Sinne des § 3 Ziffer 1 geleistet werden, sowie Beiträge, die auf Grund des BMVG oder gleichartiger österreichischer Rechtsvorschriften durch das Übertragen von Anwartschaften an eine andere Mitarbeitervorsorgekasse als Überweisung der Abfertigung ... (Abg. Ing. Westenthaler : Sie sind fertig! Die 9 Minuten sind beendet! Das ist nicht sehr fair, was Sie da machen!) – Wie viel Zeit ist eingestellt, Herr Präsident?
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das ist nämlich etwas ganz anderes, und das sollten Sie eigentlich erkennen, und das ist das Entscheidende, glaube ich. Natürlich gab es in diesem Zusammenhang viele Ideen, natürlich gibt es da viele Väter, denn viele haben einen Beitrag dazu geleistet, dass es überhaupt zu diesem neuen System kommen kann. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ganz wesentlich aber ist der dritte Punkt – und vor allem dazu brauchen wir die Sozialpartner –, nämlich dass das neue System in den Betrieben auch gelebt wird. Es müssen die Unternehmer dazu stehen, es müssen die Betriebsräte dazu stehen, ebenso die Interessenvertretungen. Das tun wir, und deshalb bin ich sicher, dass das neue System ein ganz, ganz großer Erfolg sein wird! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es ist auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmungen angesprochen worden. Wer internationale Bilanzen betrachtet und die Kennzahlen vergleicht, der wird den Faktor Rückstellungen nicht finden. Bis jetzt haben große Unternehmungen daher Wettbewerbsnachteile gehabt. In Zukunft sind diese Forderungen nicht mehr in der Bilanz zu finden. Daher bedeutet das neue System auch mehr Standortvorteile, mehr Wettbewerbsvorteile für den Standort Österreich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
In diesem Sinne wundert es mich, dass alle zustimmen – und nur die Grünen wieder einmal nicht über ihren eigenen Schatten springen können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dolinschek wird auf dem Weg zum Rednerpult von Beifall der Freiheitlichen begleitet. – Abg. Mag. Schweitzer: Der Werkzeugmacher!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner gelangt Herr Abgeordneter Dolinschek zu Wort. – Bitte. (Abg. Dolinschek wird auf dem Weg zum Rednerpult von Beifall der Freiheitlichen begleitet. – Abg. Mag. Schweitzer: Der Werkzeugmacher!)
Abg. Parnigoni: Geht’s bergab!
In den zirka zwölf Jahren, die ich bereits hier im Hohen Hause verbracht habe (Abg. Parnigoni: Geht’s bergab!), habe ich, wenn mich jemand gefragt hat – vor allem zu Beginn meiner Tätigkeit hier –, wofür ich mich denn hier einsetzen werde, gesagt: für die Arbeitnehmer, für die Pendler. Und auf die Frage: Wofür denn konkret?, habe ich geantwortet: für eine Reform der Abfertigung. Das war mir immer ein Anliegen.
Abg. Silhavy: Gaugg! Gaugg! Kehren Sie vor der eigenen Tür!
Die Zeit verging. Zehn Jahre sind ins Land gezogen – getan hat sich nichts. Entsprechende Fortschritte auf Seiten der Sozialpartner waren ebenfalls überfällig. Arbeitnehmervertretungen, wie Arbeiterkammer und ÖGB, haben nur darauf geschaut, dass ihre Pensionsansprüche – und die der Funktionäre waren doppelt so hoch wie die Pensionsansprüche derjenigen, die sie zu vertreten hatten – gewahrt bleiben. (Abg. Silhavy: Gaugg! Gaugg! Kehren Sie vor der eigenen Tür!) Das war so, Frau Kollegin Silhavy! Das brauchen Sie nicht abzustreiten, so war das!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dort haben Sie nichts geändert, und jetzt, wo es so weit ist, wo Sie erkannt haben, dass das ein großer Wurf, eine große Reform wird, springen Sie auf den fahrenden Zug auf! – Aber ich bin froh darüber. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich bin außerordentlich froh darüber, dass Herr Präsident Verzetnitsch im Jahre 1999 einen diesbezüglichen Antrag eingebracht hat. Dieser war im Großen und Ganzen auch in meinem Sinn. (Abg. Verzetnitsch: 1991 bereits!) 1991 war noch gar nichts! Da war überhaupt noch nichts! (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen.)
Abg. Verzetnitsch: 1991 bereits!
Dort haben Sie nichts geändert, und jetzt, wo es so weit ist, wo Sie erkannt haben, dass das ein großer Wurf, eine große Reform wird, springen Sie auf den fahrenden Zug auf! – Aber ich bin froh darüber. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich bin außerordentlich froh darüber, dass Herr Präsident Verzetnitsch im Jahre 1999 einen diesbezüglichen Antrag eingebracht hat. Dieser war im Großen und Ganzen auch in meinem Sinn. (Abg. Verzetnitsch: 1991 bereits!) 1991 war noch gar nichts! Da war überhaupt noch nichts! (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen.
Dort haben Sie nichts geändert, und jetzt, wo es so weit ist, wo Sie erkannt haben, dass das ein großer Wurf, eine große Reform wird, springen Sie auf den fahrenden Zug auf! – Aber ich bin froh darüber. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich bin außerordentlich froh darüber, dass Herr Präsident Verzetnitsch im Jahre 1999 einen diesbezüglichen Antrag eingebracht hat. Dieser war im Großen und Ganzen auch in meinem Sinn. (Abg. Verzetnitsch: 1991 bereits!) 1991 war noch gar nichts! Da war überhaupt noch nichts! (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Präsident, Sie hätten jedenfalls die Möglichkeit gehabt, das über die Sozialpartner hier im Hohen Haus, dem Sie schon so lange angehören, durchzusetzen. – Es war nicht möglich. Es war nicht möglich! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Verzetnitsch: Die sind ja mit dabei! – Abg. Silhavy: Der weiß ja nicht einmal, wovon er redet!
Ich habe im Laufe dieser Jahre viele, viele Podiumsdiskussionen durchgeführt, eine davon vor etlichen Jahren auch mit dem Kollegen Nürnberger, veranstaltet vom Freien Wirtschaftsverband in der Brigittenau, und dort hat er gesagt, das einzig Wahre sei die Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse. – Diese Gruppe ist heute nicht mit dabei, weil sie sich nicht dafür interessiert hat. Ich bin aber überzeugt davon, dass sie sich auch noch dafür interessieren wird, dass sie sich hier einklinken wird. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Verzetnitsch: Die sind ja mit dabei! – Abg. Silhavy: Der weiß ja nicht einmal, wovon er redet!)
Beifall bei den Freiheitlichen
Von der Jungen ÖVP war ich ebenfalls zu einer Diskussion eingeladen; Amon war damals der Einladende; Kollege Feurstein war dabei. Es war eine recht sachliche Diskussion, und es waren gewisse Ansätze zu erkennen, aber die Wirtschaft oder die Lobby der Wirtschaft war damals noch nicht bereit, das so mitzutragen. Deswegen war es ungeheuer wichtig, dass die freiheitliche Fraktion in die Regierung eingetreten ist, und seit die Freiheitlichen in der Regierung sind, ist es möglich geworden (Beifall bei den Freiheitlichen), diese große Reform umzusetzen.
Abg. Böhacker: Fairness!
Wir haben Akzente gesetzt, aber wir haben gewusst, eines wird nicht gehen: Dass wir die Abfertigung bei Selbstkündigung einfach auszahlen, ohne Begleitmaßnahmen. Wir wussten, dem wird die Wirtschaft nicht zustimmen, wir müssen auch der Wirtschaft ein Zuckerl geben. (Abg. Böhacker: Fairness!) Fairness, richtig! Fairness.
Abg. Silhavy: Unser Abänderungsantrag!
Die Experten haben die Sozialpartner im Ausschuss sehr gelobt dafür, dass das zustande gekommen ist, aber sie haben auch bekrittelt, dass die Rendite eher etwas niedriger ausfällt. (Abg. Silhavy: Unser Abänderungsantrag!) Meine Vorstellung wäre gewesen, dass die ersten 25 Jahre Einzahlungen erfolgen und der Betrag dann länger liegen bleibt. Auf diese Weise würde wesentlich mehr herauskommen.
Lebhafter Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (fortsetzend): Der Schlusssatz: Ich bin stolz, der eigentliche Motor dieser Reform gewesen zu sein, wesentlich dazu beigetragen zu haben, dass diese Abfertigung für alle Arbeitnehmer greifbar wird, für alle Österreicher gilt, also auch in den Saisonbetrieben ausbezahlt wird. (Lebhafter Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Böhacker: Warum sind Sie immer so negativ?
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Heute wurde die "Abfertigung neu" schon hin und her gelobt, aber wie es damit wirklich ausschauen wird, das wird, so glaube ich, die Zeit zeigen. (Abg. Böhacker: Warum sind Sie immer so negativ?)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Die Wahlfreiheit ist voll gegeben, Frau Abgeordnete!
Auch heißt es jetzt noch, jeder kann seine Abfertigung nehmen, wann er will, wenn er zu einem neuen Dienstgeber wechselt. Ob das aber auch in Zukunft so sein wird, werden wir sehen. Es wird für die einzelnen Arbeitnehmer immer schwieriger werden, ihre Abfertigung zu nehmen und zu gehen, und es wird immer mehr Druck dahin gehend ausgeübt werden – wie es Herr Bartenstein ja will –, dass dieses Geld in einem Rucksack mitgenommen wird. Die Wahlfreiheit, wann sich der Arbeitnehmer sein Geld nimmt, wird immer kleiner werden, befürchte ich. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Die Wahlfreiheit ist voll gegeben, Frau Abgeordnete!) – Momentan noch! Momentan! Das heißt ja nicht, dass es so bleibt. (Bundesminister Dr. Bartenstein: "Read my lips!")
Bundesminister Dr. Bartenstein: "Read my lips!"
Auch heißt es jetzt noch, jeder kann seine Abfertigung nehmen, wann er will, wenn er zu einem neuen Dienstgeber wechselt. Ob das aber auch in Zukunft so sein wird, werden wir sehen. Es wird für die einzelnen Arbeitnehmer immer schwieriger werden, ihre Abfertigung zu nehmen und zu gehen, und es wird immer mehr Druck dahin gehend ausgeübt werden – wie es Herr Bartenstein ja will –, dass dieses Geld in einem Rucksack mitgenommen wird. Die Wahlfreiheit, wann sich der Arbeitnehmer sein Geld nimmt, wird immer kleiner werden, befürchte ich. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Die Wahlfreiheit ist voll gegeben, Frau Abgeordnete!) – Momentan noch! Momentan! Das heißt ja nicht, dass es so bleibt. (Bundesminister Dr. Bartenstein: "Read my lips!")
Beifall bei den Grünen. – Abg. Wochesländer: Das ist eine Unterstellung!
Ich frage mich: Gibt es einen Druck von Ihrer Fraktion, über die PVA die Parteikassa der FPÖ aufzubessern? Was ist es? Herr Gaugg, kommen Sie runter! Vergessen Sie den Stress! Wenn es stimmt, dass diese 66 000-S-Regelung – oder 4 796-€-Regelung – pro Monat noch gilt, brauchen Sie sich keinen Stress zu machen. Dann lassen Sie es so, wie es ist! Herr Abgeordneter Gaugg, die PVA ist nicht dazu da, die Finanzkassen der FPÖ aufzufüllen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wochesländer: Das ist eine Unterstellung!)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.
Erstens: Offenbar haben bisher sowohl die Bundesregierung als auch die Regierungsparteien eine Verpflichtung, die besteht, nämlich, jede neue Maßnahme im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf Frauen und Männer zu überprüfen, nicht erfüllt. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein. ) Ich verstehe nicht ganz. Vielleicht sagen Sie noch etwas dazu, Herr Bundesminister, Sie können sich ja jederzeit zu Wort melden.
Beifall bei den Grünen.
Und vor allem besteht die Verpflichtung, dass Sie sagen, wie das auf Frauen und Männer wirkt. Dazu haben Sie sich, wie gesagt, verpflichtet. Das ist nicht irgendetwas, was man auch tun kann, wenn einem fad ist, sondern das ist etwas, was Sie tun müssen. Ich bedauere, dass diese Verpflichtung zwar auch von der Regierung immer wieder betont wird, aber noch nie erfüllt worden ist. Ich verlange das! (Beifall bei den Grünen.)
allgemeiner Beifall
Zunächst begrüße ich aber unsere Gäste in der Loge, an der Spitze Herrn Alt-Landeshauptmann Dr. Silvius Magnago (allgemeiner Beifall), Herrn Staatsrat a. D. Alcide Berloffa (allgemeiner Beifall), Frau Landtagspräsidentin Dr. Alessandra Zendron (allgemeiner Beifall), den Obmann der Südtiroler Volkspartei Dr. Siegfried Brugger (allgemeiner Beifall), den Obmann der Freiheitlichen Partei Pius Leitner (allgemeiner Beifall), Herrn Altbundespräsidenten Dr. Kurt Waldheim (allgemeiner Beifall), den früheren Vizekanzler und Außenminister Dr. Alois Mock (allgemeiner Beifall) sowie Alt-Landeshauptmann Dipl.-Ing. Alois Partl. (Allgemeiner Beifall.)
allgemeiner Beifall
Zunächst begrüße ich aber unsere Gäste in der Loge, an der Spitze Herrn Alt-Landeshauptmann Dr. Silvius Magnago (allgemeiner Beifall), Herrn Staatsrat a. D. Alcide Berloffa (allgemeiner Beifall), Frau Landtagspräsidentin Dr. Alessandra Zendron (allgemeiner Beifall), den Obmann der Südtiroler Volkspartei Dr. Siegfried Brugger (allgemeiner Beifall), den Obmann der Freiheitlichen Partei Pius Leitner (allgemeiner Beifall), Herrn Altbundespräsidenten Dr. Kurt Waldheim (allgemeiner Beifall), den früheren Vizekanzler und Außenminister Dr. Alois Mock (allgemeiner Beifall) sowie Alt-Landeshauptmann Dipl.-Ing. Alois Partl. (Allgemeiner Beifall.)
allgemeiner Beifall
Zunächst begrüße ich aber unsere Gäste in der Loge, an der Spitze Herrn Alt-Landeshauptmann Dr. Silvius Magnago (allgemeiner Beifall), Herrn Staatsrat a. D. Alcide Berloffa (allgemeiner Beifall), Frau Landtagspräsidentin Dr. Alessandra Zendron (allgemeiner Beifall), den Obmann der Südtiroler Volkspartei Dr. Siegfried Brugger (allgemeiner Beifall), den Obmann der Freiheitlichen Partei Pius Leitner (allgemeiner Beifall), Herrn Altbundespräsidenten Dr. Kurt Waldheim (allgemeiner Beifall), den früheren Vizekanzler und Außenminister Dr. Alois Mock (allgemeiner Beifall) sowie Alt-Landeshauptmann Dipl.-Ing. Alois Partl. (Allgemeiner Beifall.)
allgemeiner Beifall
Zunächst begrüße ich aber unsere Gäste in der Loge, an der Spitze Herrn Alt-Landeshauptmann Dr. Silvius Magnago (allgemeiner Beifall), Herrn Staatsrat a. D. Alcide Berloffa (allgemeiner Beifall), Frau Landtagspräsidentin Dr. Alessandra Zendron (allgemeiner Beifall), den Obmann der Südtiroler Volkspartei Dr. Siegfried Brugger (allgemeiner Beifall), den Obmann der Freiheitlichen Partei Pius Leitner (allgemeiner Beifall), Herrn Altbundespräsidenten Dr. Kurt Waldheim (allgemeiner Beifall), den früheren Vizekanzler und Außenminister Dr. Alois Mock (allgemeiner Beifall) sowie Alt-Landeshauptmann Dipl.-Ing. Alois Partl. (Allgemeiner Beifall.)
allgemeiner Beifall
Zunächst begrüße ich aber unsere Gäste in der Loge, an der Spitze Herrn Alt-Landeshauptmann Dr. Silvius Magnago (allgemeiner Beifall), Herrn Staatsrat a. D. Alcide Berloffa (allgemeiner Beifall), Frau Landtagspräsidentin Dr. Alessandra Zendron (allgemeiner Beifall), den Obmann der Südtiroler Volkspartei Dr. Siegfried Brugger (allgemeiner Beifall), den Obmann der Freiheitlichen Partei Pius Leitner (allgemeiner Beifall), Herrn Altbundespräsidenten Dr. Kurt Waldheim (allgemeiner Beifall), den früheren Vizekanzler und Außenminister Dr. Alois Mock (allgemeiner Beifall) sowie Alt-Landeshauptmann Dipl.-Ing. Alois Partl. (Allgemeiner Beifall.)
allgemeiner Beifall
Zunächst begrüße ich aber unsere Gäste in der Loge, an der Spitze Herrn Alt-Landeshauptmann Dr. Silvius Magnago (allgemeiner Beifall), Herrn Staatsrat a. D. Alcide Berloffa (allgemeiner Beifall), Frau Landtagspräsidentin Dr. Alessandra Zendron (allgemeiner Beifall), den Obmann der Südtiroler Volkspartei Dr. Siegfried Brugger (allgemeiner Beifall), den Obmann der Freiheitlichen Partei Pius Leitner (allgemeiner Beifall), Herrn Altbundespräsidenten Dr. Kurt Waldheim (allgemeiner Beifall), den früheren Vizekanzler und Außenminister Dr. Alois Mock (allgemeiner Beifall) sowie Alt-Landeshauptmann Dipl.-Ing. Alois Partl. (Allgemeiner Beifall.)
allgemeiner Beifall
Zunächst begrüße ich aber unsere Gäste in der Loge, an der Spitze Herrn Alt-Landeshauptmann Dr. Silvius Magnago (allgemeiner Beifall), Herrn Staatsrat a. D. Alcide Berloffa (allgemeiner Beifall), Frau Landtagspräsidentin Dr. Alessandra Zendron (allgemeiner Beifall), den Obmann der Südtiroler Volkspartei Dr. Siegfried Brugger (allgemeiner Beifall), den Obmann der Freiheitlichen Partei Pius Leitner (allgemeiner Beifall), Herrn Altbundespräsidenten Dr. Kurt Waldheim (allgemeiner Beifall), den früheren Vizekanzler und Außenminister Dr. Alois Mock (allgemeiner Beifall) sowie Alt-Landeshauptmann Dipl.-Ing. Alois Partl. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Zunächst begrüße ich aber unsere Gäste in der Loge, an der Spitze Herrn Alt-Landeshauptmann Dr. Silvius Magnago (allgemeiner Beifall), Herrn Staatsrat a. D. Alcide Berloffa (allgemeiner Beifall), Frau Landtagspräsidentin Dr. Alessandra Zendron (allgemeiner Beifall), den Obmann der Südtiroler Volkspartei Dr. Siegfried Brugger (allgemeiner Beifall), den Obmann der Freiheitlichen Partei Pius Leitner (allgemeiner Beifall), Herrn Altbundespräsidenten Dr. Kurt Waldheim (allgemeiner Beifall), den früheren Vizekanzler und Außenminister Dr. Alois Mock (allgemeiner Beifall) sowie Alt-Landeshauptmann Dipl.-Ing. Alois Partl. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der Grünen
Ich halte es daher auch für wichtig, dass der Unterausschuss zur Erörterung südtirolpolitischer Fragen auch zehn Jahre nach Streitbeilegung weiter besteht, wodurch sinnfällig zum Ausdruck gebracht wird, dass die Schutzfunktion Österreichs für Südtirol auf der Grundlage des Pariser Abkommens weiterhin gegeben ist (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der Grünen) und auch auf einem parteienübergreifenden Konsens beruht.
Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Heute kann ich das in meiner Funktion als Außenministerin, aber auch als Österreicherin, die gewisse familiäre Bande nach Südtirol hat, nur bestätigen. Selbstverständlich stehe ich dazu und habe es, wie ich meine, auch in der Vergangenheit schon gezeigt. (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
An dieser Stelle darf ich noch einmal einen herzlichen Gruß an eine Reihe von Freunden aus Tirol und Südtirol richten, die, angeführt von Alt-Landeshauptmann Silvius Magnago, heute bei uns sind. Ich danke Ihnen sehr, dass Sie dieser Debatte beiwohnen! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Gestatten Sie mir noch eine Bemerkung grundsätzlicher Art. Ich habe gestern schon angeführt, dass es eine gewisse Analogie gibt zwischen der Situation des Jahres 2000 und der heutigen. Damals gab es auf der einen Seite Minderheitenkonflikte in Jugoslawien und auf der anderen Seite trotzdem die Hoffnung, in die Europäische Union zu kommen. Heute ist es ja in gewisser Weise ähnlich: auf der einen Seite immer noch große Konflikte im Nachbarschaftsbereich, auf der anderen Seite die EU-Erweiterung. Daher darf ich doch die Frage in den Raum stellen: Wäre es nicht richtig, auch hier zu einer Kultur der Vergangenheitsbewältigung und der Streitbeilegung zu kommen? – Ich glaube, die Antwort kann nur ein entschiedenes Ja sein! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Diese Wort haben auch heute ihre Bedeutung nicht verloren. – Ich danke Ihnen sehr für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Zu den fünf Punkten, die die Frau Außenministerin erwähnt hat, nämlich dynamische Weiterentwicklung, gute Rahmenbedingungen für die Europaregion, neue Dynamik durch Schengen, Impetus für die wirtschaftliche Entwicklung sowie gute Beziehungen zwischen Österreich und Italien, möchte ich sagen, dass auch die Sozialdemokratie diesen Punkten völlig zustimmt und auch wir keine Revisionsbedürftigkeit der Verträge sehen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Darüber hinaus ist es auch ein guter Anlass, die Vertreter Südtirols und Italiens in Wien und hier im Parlament zu begrüßen und auch dadurch die guten Beziehungen und die Verbundenheit zu erneuern. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der SPÖ, bei den Grünen und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich habe es deshalb – und ich möchte das heute auch erwähnen – als etwas politisch kleinkariert empfunden, dass die Frau Ministerin gestern und auch heute einen ausgelassen hat, der dann gestern dankenswerterweise von Landeshauptmann Durnwalder erwähnt wurde, nämlich Dr. Bruno Kreisky. Seine Verdienste für Südtirol sind unvergessen. (Beifall bei der SPÖ, bei den Grünen und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe es auch ein bisschen bedauert, dass gestern kein Vertreter der Sozialdemokraten zu Wort kommen konnte. Sagen Sie nicht, es hätten nur Regierungsvertreter gesprochen! Es hat richtigerweise gestern auch der Obmann der Südtiroler Volkspartei, also der stärksten Partei in Südtirol, gesprochen. Es war das eine vertane Chance, auch zu zeigen, dass hier eine einheitliche Linie besteht, dass Sie den Worten hinsichtlich einer gemeinsamen Außenpolitik auch Taten folgen lassen. Ich glaube, das war eine ungenützte Chance von Ihnen, Frau Bundesminister. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Italien und Österreich haben Europa mit der Südtirol-Lösung ein gutes Beispiel gegeben. Es ist aber nicht nur ein Beispiel für andere Länder, es muss auch ein Beispiel für uns selbst sein, für die Behandlung der Minderheiten und Volksgruppen in unserem eigenen Lande. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und der SPÖ.
Wir werden auch nicht vergessen, wie die Regierung von Italien uns behandelt hat, nämlich die Berlusconi-Regierung, nicht die vorhergehende, als alle anderen mit uns nicht reden wollten. Wir sind Freunde geworden. Die Lösung des Südtirolproblems hat dazu beigetragen. Ich hoffe, dass im Geist der Großzügigkeit auf beiden Seiten des Brenners auch die Trientiner jetzt großzügig sind zu einer kleinen Minderheit, die von Herrn Nicolussi, dem Bürgermeister – er ist unter uns –, hier vertreten wird. Es gibt noch eine kleine versprengte österreichische Minderheit in Trient, die nicht die Sprachautonomie hat. Die Trientiner bitte ich, sie großzügig zu behandeln. (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die Frau Bundesminister hat auf etwas hingewiesen, was ich unterstreichen möchte, und ich möchte es deutlicher sagen. Wir haben dieses Problem zwischen Österreich und Italien in Verhandlungen gelöst, die hart geführt wurden, die immer wieder unterbrochen waren, die manchmal zu scheitern drohten, in sehr langen Verhandlungen. Politik ist das Bohren harter Bretter mit Geduld und Augenmaß. Wir hatten alles: Geduld, harte Bretter und Augenmaß. Ich hoffe, dass die Tschechen, die auch in die Europäische Union wollen und die mit uns jahrhundertelang im gleichen Staatsverband waren, ebenfalls diese Geduld und das Augenmaß aufbringen werden, um ihre Probleme im Verhandlungswege zu beheben, bevor sie in die Europäische Union kommen, nämlich derart, dass die Unrechtsdekrete von Beneš zu historischem Unrecht erklärt werden und eine Versöhnungsgeste uns gegenüber gesetzt wird. Das ist meine Hoffnung! (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich möchte abschließend allen Landsleuten aus Südtirol und Tirol herzlich dafür danken, dass sie hier sind. Wir versprechen Ihnen: Wir bleiben eure Schutzmacht! Ihr werdet den Schutz nicht mehr brauchen; schützt, bitte, ihr uns! Glück auf! (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordnete Edith Haller (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Vizekanzlerin! Frau Außenminister! Hohe Gäste auf der Galerie! Liebe Tiroler nördlich und südlich der Brennergrenze und nicht zuletzt Hohes Haus! Es ist und bleibt Unrecht, dass man im Jahre 1918 Südtirol gegen seinen Willen von Österreich getrennt hat. Es ist und bleibt Unrecht, dass in Zeiten des Faschismus eine Italianisierungs- und Majorisierungskampagne durchgeführt und großer Druck auf die Bevölkerung ausgeübt wurde. Es ist und bleibt aber auch Unrecht, dass den Südtirolern zweimal das Selbstbestimmungsrecht verwehrt wurde. Das sage ich aus der Sicht der Tochter von zwei Südtiroler Optanten, zwei von 75 000, die damals unter dem Druck des Faschismus ihre Heimat verlassen haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.
Landeshauptmann Durnwalder hat gestern dankenswerterweise festgehalten, dass aus Sicht der Freiheitlichen, die damals in Opposition waren, ihre Nein-Stimme verständlich und richtig war. Aber ich stehe heute nicht an, einzugestehen, dass in diesen zehn Jahren seit der Streitbeilegung die italienische Regierung alle Maßnahmen mit Südtirol abgesprochen hat, dass die Vereinbarungen eingehalten wurden, ja noch mehr: Man hat Südtirol sogar noch mehr Kompetenzen zugestanden. Österreich hat in diesen zehn Jahren sehr gut die Aufpasserfunktion ausgeübt. Das hat gestern der italienische Europaminister Buttiglione auch in dem Sinn unterstützt, dass er von zwei intelligenten Regierungen gesprochen hat. Auch das gestehe ich hiermit ein und bin mit Dank erfüllt. Dank vor allem an den großen Kämpfer Silvius Magnago, der hier auf den Rängen sitzt, an Landeshauptmann Durnwalder, an Außenminister Mock, an die Tiroler Landeshauptleute und an alle, die an dieser Lösung mitgewirkt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen, der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich gebe so wie Klubobmann Khol die Versicherung ab, dass diese österreichische Regierung ihre Schutzfunktion auch weiterhin ausüben wird. (Beifall bei den Freiheitlichen, der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Zum Abschluss: Ein Modell wie Südtirol ist ein schützenswertes und unterstützenswertes Modell, weil es auch Vorbild für viele Konfliktregionen in Europa ist. In Zeiten des Rechtspopulismus halte ich es für extrem wichtig, die Worte in "nationalen Fragen" – unter Anführungszeichen – bedachtsam zu wählen – und wir haben heute nicht nur bedachtsame Worte gehört – und solche Erfolgsmodelle von einer Rückwendung zu nationalistischen Denkmustern nicht gefährden zu lassen. Eine Realität in Südtirol kann nicht einbalsamiert werden, sondern sie muss auf der Basis dieser Verträge für ein gedeihliches Zusammenleben weiterentwickelt werden. Österreich und Italien können stolz auf dieses gemeinsame Modell sein! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es ist das Ergebnis – es ist heute schon mehrfach gesagt worden – des unermüdlichen Einsatzes einer ganzen Reihe von Politikern aus Südtirol, Italien und Österreich. Es hat in den letzten zehn Jahren nicht nur keine Einschränkungen von Seiten Roms gegenüber der Autonomie gegeben, sondern im Gegenteil, es sind in verschiedenen Bereichen auch Zuständigkeiten dazugekommen. Die Südtirol-Autonomie ist damit von einem Konfliktfall zu einem herausragenden Modell des Zusammenlebens geworden. Ich glaube daher auch, dass es an der Zeit wäre, eine letzte offene Frage aus der Vergangenheit zu lösen und die letzten Aktivisten der sechziger Jahre zu begnadigen und damit auch einen Schlussstrich unter diese Vergangenheit zu ziehen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Gerade diejenigen, die immer so gerne auf die europäischen Werte verweisen und diese immer im Munde führen, sollten genau in dieser Frage auch entsprechend unterstützend tätig sein. Es ist das auch ein Appell nicht nur an die jetzigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, sondern auch an jene, die Mitglied dieser Gemeinschaft werden wollen, an unsere Nachbarn im Osten und Südosten, dem Beispiel Österreichs und Italiens zu folgen und anstehende Probleme zu lösen, damit man frei und ohne innere Vorbehalte und Belastungen aus der Vergangenheit in eine gemeinsame Zukunft in Europa gehen kann. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Das wäre schön!
Das Recht auf Heimat und das Selbstbestimmungsrecht der Völker – das Frau Kollegin Lichtenberger, muss ich Ihnen sagen – haben nichts, aber schon gar nichts mit Nationalismus zu tun, sondern sind unverzichtbarer Bestandteil des friedlichen Zusammenlebens der Völker in Europa! (Abg. Dr. Lichtenberger: Das wäre schön!) Ihren Worten habe ich entnommen, dass Sie das nicht verstanden haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das Recht auf Heimat und das Selbstbestimmungsrecht der Völker – das Frau Kollegin Lichtenberger, muss ich Ihnen sagen – haben nichts, aber schon gar nichts mit Nationalismus zu tun, sondern sind unverzichtbarer Bestandteil des friedlichen Zusammenlebens der Völker in Europa! (Abg. Dr. Lichtenberger: Das wäre schön!) Ihren Worten habe ich entnommen, dass Sie das nicht verstanden haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Die Europaregion Tirol ist kein Blick zurück, sondern sie ist ein Vorbildmodell für die Zukunft in Europa und für die Stärkung der Regionen und auch für die Vertretung der regionalen Interessen in diesem Europa. Das unterstütze ich mit ganzem Herzen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen, der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Man muss jeder Versuchung widerstehen – Frau Abgeordnete Haller hat schon darauf hingewiesen –, unter Berufung auf den Zeitgeist die Prämissen der Südtirol-Autonomie in einzelnen Punkten leichtfertig in Frage zu stellen. An der Substanz der Autonomie, die die Identität der Sprach- und Volksgruppen sichert, muss daher weiter entschieden festgehalten werden. Die österreichische Bundesregierung wird auch weiterhin ihre Schutzmachtfunktion auf der Grundlage des Pariser Abkommens, und zwar nicht nur aus Verpflichtung, sondern aus ganzem Herzen, erfüllen. (Beifall bei den Freiheitlichen, der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wir wünschen unserer österreichischen Minderheit, dass die Entwicklung in den nächsten zehn Jahren zumindest so gut weitergeht wie in den letzten zehn Jahren. Wir erinnern sie aber auch an ihre Verantwortung für ein positives Zusammenleben aller Volksgruppen in Südtirol. Wir erklären hier in aller Deutlichkeit, dass es eine gemeinsame Südtirol-Politik mit uns nur dann gibt, wenn Sie als Regierungsparteien die Interessen Südtirols über die Interessen der Parteibindungen zu den Rechtsparteien in Italien stellen. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und den Freiheitlichen
Wir haben zwei bilaterale Probleme, die noch offen sind – das ist bereits gesagt worden –: AVNOJ und einige wenige der insgesamt 143 Beneš-Dekrete. Dass Österreich das Verständnis aufbringt, hat es bewiesen. Es bleibt an der anderen Seite zu beweisen, dass das Verständnis auch von dorther kommt (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und den Freiheitlichen), ein Verständnis, das, wenn es aufgebracht wird, zeigt, dass die Südtirol-Lösung fundamentale Bedeutung für ein Europa von morgen hat und dass Lösungen zustande kommen können, die im beiderseitigen Interesse liegen – und damit auch im Interesse der Erhaltung des Friedens im Europa von morgen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben zwei bilaterale Probleme, die noch offen sind – das ist bereits gesagt worden –: AVNOJ und einige wenige der insgesamt 143 Beneš-Dekrete. Dass Österreich das Verständnis aufbringt, hat es bewiesen. Es bleibt an der anderen Seite zu beweisen, dass das Verständnis auch von dorther kommt (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und den Freiheitlichen), ein Verständnis, das, wenn es aufgebracht wird, zeigt, dass die Südtirol-Lösung fundamentale Bedeutung für ein Europa von morgen hat und dass Lösungen zustande kommen können, die im beiderseitigen Interesse liegen – und damit auch im Interesse der Erhaltung des Friedens im Europa von morgen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich hoffe, meine Damen und Herren, dass jetzt, nach dieser Zehn-Jahres-Feier, bald auch jene Reise des österreichischen Südtirol-Ausschusses zustande kommt, auf die wir uns eigentlich seit Herbst vergangenen Jahres vorbereiten. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das eine ist die Erweiterung der EU, sind die Beziehungen Österreichs zu seinen Nachbarstaaten, vor allem derzeit zu Tschechien. Wie sieht da die Realität aus? Da ist von Herzensanliegen und von gemeinsamem Vorgehen lange nicht die Rede. Wie ist es sonst zu erklären, dass die Abkommen zwischen Österreich und der Tschechischen Republik über die Beschäftigung in Grenzzonen und über den Austausch von Arbeitnehmern zur Erweiterung der beruflichen und sprachlichen Kenntnisse seit mehr als einem halben Jahr nicht einmal in den Außenpolitischen Ausschuss kommen? Dies deshalb, weil die Regierungsfraktionen – auch Ihre Fraktion, Frau Außenministerin – das einfach nicht wollen, weil sie sich mit der anderen Regierungsfraktion nicht einigen. Die Erweiterung ist so gesehen kein Herzensanliegen dieser Regierung, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Großruck: Südtirol ist das Thema!
Sie schaffen es auch nicht, einen Antrag der Grünen, der eine gemeinsame österreichisch-tschechische Erklärung zu den Beneš-Dekreten zum Ziel hat, um hier ein Zeichen gegenüber Tschechien zu setzen und das auch von den Tschechen einzufordern, auf die Tagesordnung dieses Ausschusses zu setzen. (Abg. Großruck: Südtirol ist das Thema!) Auch das ist nicht möglich, Frau Außenministerin! Das heißt, die EU-Erweiterung, die Beziehungen zu Tschechien sind Ihnen kein Herzensanliegen, so wie es richtigerweise das Südtirol-Autonomie-Paket ist. (Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Südtirol! Südtirol!) Dieses Herzensanliegen, das es für die Grünen sehr wohl ist, das wird von Ihnen, Frau Ministerin, das wird von den Regierungsfraktionen in diesem Parlament nicht einmal halbherzig betrieben. (Beifall bei den Grünen.)
Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Südtirol! Südtirol!
Sie schaffen es auch nicht, einen Antrag der Grünen, der eine gemeinsame österreichisch-tschechische Erklärung zu den Beneš-Dekreten zum Ziel hat, um hier ein Zeichen gegenüber Tschechien zu setzen und das auch von den Tschechen einzufordern, auf die Tagesordnung dieses Ausschusses zu setzen. (Abg. Großruck: Südtirol ist das Thema!) Auch das ist nicht möglich, Frau Außenministerin! Das heißt, die EU-Erweiterung, die Beziehungen zu Tschechien sind Ihnen kein Herzensanliegen, so wie es richtigerweise das Südtirol-Autonomie-Paket ist. (Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Südtirol! Südtirol!) Dieses Herzensanliegen, das es für die Grünen sehr wohl ist, das wird von Ihnen, Frau Ministerin, das wird von den Regierungsfraktionen in diesem Parlament nicht einmal halbherzig betrieben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie schaffen es auch nicht, einen Antrag der Grünen, der eine gemeinsame österreichisch-tschechische Erklärung zu den Beneš-Dekreten zum Ziel hat, um hier ein Zeichen gegenüber Tschechien zu setzen und das auch von den Tschechen einzufordern, auf die Tagesordnung dieses Ausschusses zu setzen. (Abg. Großruck: Südtirol ist das Thema!) Auch das ist nicht möglich, Frau Außenministerin! Das heißt, die EU-Erweiterung, die Beziehungen zu Tschechien sind Ihnen kein Herzensanliegen, so wie es richtigerweise das Südtirol-Autonomie-Paket ist. (Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Südtirol! Südtirol!) Dieses Herzensanliegen, das es für die Grünen sehr wohl ist, das wird von Ihnen, Frau Ministerin, das wird von den Regierungsfraktionen in diesem Parlament nicht einmal halbherzig betrieben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Schweitzer: Auf der Galerie ist er! – Abg. Schwarzenberger: Er horcht zu!
Herr Klubobmann Khol hat gehofft, dass die Trentiner jetzt auch gegenüber ihren deutschsprachigen Sprachgruppen großzügig sein werden. Herr Klubobmann Khol – er ist leider jetzt nicht im Saal –, sehr geehrte Damen und Herren von ÖVP und FPÖ! (Abg. Mag. Schweitzer: Auf der Galerie ist er! – Abg. Schwarzenberger: Er horcht zu!) Wie schaut es denn mit der Großzügigkeit gegenüber den Slowenen in Österreich aus? Wie sieht es denn mit den zweisprachigen Ortstafeln aus? Da ist es wohl so, dass auch da ein Unrecht ist und bleibt (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ), sodass die Kärntner Slowenen jetzt noch immer zum Verfassungsgerichtshof gehen müssen, um die Umsetzung des Erkenntnisses die Amtssprachen betreffend einzufordern, um die 4. Klasse Volksschule zweisprachig machen zu können, um die zweisprachigen Ortstafeln überall umzusetzen. (Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Zur Sache! Zur Sache!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ
Herr Klubobmann Khol hat gehofft, dass die Trentiner jetzt auch gegenüber ihren deutschsprachigen Sprachgruppen großzügig sein werden. Herr Klubobmann Khol – er ist leider jetzt nicht im Saal –, sehr geehrte Damen und Herren von ÖVP und FPÖ! (Abg. Mag. Schweitzer: Auf der Galerie ist er! – Abg. Schwarzenberger: Er horcht zu!) Wie schaut es denn mit der Großzügigkeit gegenüber den Slowenen in Österreich aus? Wie sieht es denn mit den zweisprachigen Ortstafeln aus? Da ist es wohl so, dass auch da ein Unrecht ist und bleibt (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ), sodass die Kärntner Slowenen jetzt noch immer zum Verfassungsgerichtshof gehen müssen, um die Umsetzung des Erkenntnisses die Amtssprachen betreffend einzufordern, um die 4. Klasse Volksschule zweisprachig machen zu können, um die zweisprachigen Ortstafeln überall umzusetzen. (Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Zur Sache! Zur Sache!)
Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Zur Sache! Zur Sache!
Herr Klubobmann Khol hat gehofft, dass die Trentiner jetzt auch gegenüber ihren deutschsprachigen Sprachgruppen großzügig sein werden. Herr Klubobmann Khol – er ist leider jetzt nicht im Saal –, sehr geehrte Damen und Herren von ÖVP und FPÖ! (Abg. Mag. Schweitzer: Auf der Galerie ist er! – Abg. Schwarzenberger: Er horcht zu!) Wie schaut es denn mit der Großzügigkeit gegenüber den Slowenen in Österreich aus? Wie sieht es denn mit den zweisprachigen Ortstafeln aus? Da ist es wohl so, dass auch da ein Unrecht ist und bleibt (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ), sodass die Kärntner Slowenen jetzt noch immer zum Verfassungsgerichtshof gehen müssen, um die Umsetzung des Erkenntnisses die Amtssprachen betreffend einzufordern, um die 4. Klasse Volksschule zweisprachig machen zu können, um die zweisprachigen Ortstafeln überall umzusetzen. (Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Zur Sache! Zur Sache!)
Abg. Ing. Westenthaler: Letztklassig, was Sie da machen! Entsetzlich!
In Südtirol sieht man, dass das für niemanden mehr ein Problem ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Letztklassig, was Sie da machen! Entsetzlich!) In Südtirol stehen überall zwei-, manchmal sogar dreisprachige Ortstafeln, Herr Kollege Schweitzer. Warum ist das in Kärnten nicht möglich? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Grauenhaft,
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (fortsetzend): Es kommt der Schlusssatz: Das sollten Sie zu einem Herzensanliegen machen, genauso wie Sie Südtirol zu einem gemacht haben! Das gehört auch in Österreich umgesetzt! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Sophie Bauer. – Abg. Dr. Khol: Der Bundeskanzler ist da!
Meine Damen und Herren! In einer Diskussion über eine derartige, nämlich sachlich überhaupt nicht gerechtfertigte Privilegienwirtschaft hätte ich mir schon erwartet, dass zumindest irgendjemand auf der Regierungsbank anwesend ist und sich auch dazu äußert. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Sophie Bauer. – Abg. Dr. Khol: Der Bundeskanzler ist da!) Dann erwarte ich mir auch, dass er sich dazu äußert. (Abg. Dr. Stummvoll: Fragestunde ist keine!) Es ist keine Fragestunde, aber ich habe den Eindruck, dass auch in Ihren Reihen einige Fragen laut geworden sind.
Abg. Dr. Stummvoll: Fragestunde ist keine!
Meine Damen und Herren! In einer Diskussion über eine derartige, nämlich sachlich überhaupt nicht gerechtfertigte Privilegienwirtschaft hätte ich mir schon erwartet, dass zumindest irgendjemand auf der Regierungsbank anwesend ist und sich auch dazu äußert. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Sophie Bauer. – Abg. Dr. Khol: Der Bundeskanzler ist da!) Dann erwarte ich mir auch, dass er sich dazu äußert. (Abg. Dr. Stummvoll: Fragestunde ist keine!) Es ist keine Fragestunde, aber ich habe den Eindruck, dass auch in Ihren Reihen einige Fragen laut geworden sind.
Beifall bei den Grünen.
Ich denke, wenn ein nicht ganz unmaßgeblicher Steuerrechtler, der einen gewissen Namen hat, meint, das sei eine grobe Verfassungswidrigkeit – und ich kann der Argumentation durchaus folgen –, dann wäre es doch ein bissel mehr als ein Gebot der Höflichkeit, dass irgendein Vertreter der Regierung dazu sagt: Nein, wir sehen das nicht so!, oder: Ich teile die Argumente nicht, weil ...! Aber Derartiges habe ich eigentlich nicht gehört, sondern nur den Dank des Herrn Mitterlehner, und diesen Dank können wahrscheinlich nur einige wenige Großbetriebe nachvollziehen. Ich glaube, die Vertreter der Wirtschaft werden sich vor allem von den Klein- und Mittelbetrieben eine sehr harsche Kritik anzuhören haben – und ich, das muss ich sagen, teile diese Kritik. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es wäre auch ganz freundlich und ganz nett, wenn sich irgendjemand dazu äußern würde. In diesem Sinne möchte ich den Antrag stellen, dass auf der Regierungsbank ein Mitglied präsent sein möge. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Khol: Er ist schon da!
Unter solchen Umständen kann man wohl nur die Sitzung unterbrechen und warten, bis die Regierungsbank wieder etwas voller ist als jetzt – jetzt ist sie ja vollkommen leer. So geht es sicher nicht! (Abg. Dr. Khol: Er ist schon da!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Es ist schon bezeichnend für diese Bundesregierung, dass bei solch einem wichtigen Meilenstein, nämlich "Abfertigung neu", die Regierungsbank so leer ist. Das ist schon bezeichnend, denn in der Diskussion heute Vormittag haben fast alle Redner von ÖVP und FPÖ gesagt, wie wichtig ihnen die "Abfertigung neu" sei und wie entscheidend sie alle dazu beigetragen hätten. Das dürfte jetzt aber nicht mehr so bedeutend sein, wie es am Vormittag dargestellt worden ist. (Beifall bei der SPÖ.)
ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen
Zwischen Tun und Handeln ist ein ganz gewaltiger Unterschied. Ich möchte von dieser Stelle aus sehr deutlich sagen: Die "Abfertigung neu" ist ein Verdienst der Sozialpartner (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen), die "Abfertigung neu" ist vom ÖGB, von der Arbeiterkammer mit der Bundeswirtschaftskammer und der Industriellenvereinigung ausgehandelt worden. So ist es gewesen und nicht anders! (Beifall bei der SPÖ.) Ich weiß, dass ein Erfolg viele Väter hat, aber ich weiß auch ganz genau, wer die Mutter war, nämlich der ÖGB und die Interessenvertretung der Arbeitnehmer dieses Landes! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zwischen Tun und Handeln ist ein ganz gewaltiger Unterschied. Ich möchte von dieser Stelle aus sehr deutlich sagen: Die "Abfertigung neu" ist ein Verdienst der Sozialpartner (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen), die "Abfertigung neu" ist vom ÖGB, von der Arbeiterkammer mit der Bundeswirtschaftskammer und der Industriellenvereinigung ausgehandelt worden. So ist es gewesen und nicht anders! (Beifall bei der SPÖ.) Ich weiß, dass ein Erfolg viele Väter hat, aber ich weiß auch ganz genau, wer die Mutter war, nämlich der ÖGB und die Interessenvertretung der Arbeitnehmer dieses Landes! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zwischen Tun und Handeln ist ein ganz gewaltiger Unterschied. Ich möchte von dieser Stelle aus sehr deutlich sagen: Die "Abfertigung neu" ist ein Verdienst der Sozialpartner (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen), die "Abfertigung neu" ist vom ÖGB, von der Arbeiterkammer mit der Bundeswirtschaftskammer und der Industriellenvereinigung ausgehandelt worden. So ist es gewesen und nicht anders! (Beifall bei der SPÖ.) Ich weiß, dass ein Erfolg viele Väter hat, aber ich weiß auch ganz genau, wer die Mutter war, nämlich der ÖGB und die Interessenvertretung der Arbeitnehmer dieses Landes! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte weiters ganz deutlich sagen, dass es erst durch Druck seitens des ÖGB und der Arbeiterkammer gelungen ist, dass auch die Ersatzzeiten im Zusammenhang mit Kinderbetreuungszeiten angerechnet werden, denn im ursprünglichen Entwurf war das nicht vorgesehen. Der ÖGB, die ÖGB-Frauenabteilung, hat massiv dagegen gewettert und gesagt, es könne ja wohl nicht so sein, dass Präsenzdienstzeiten angerechnet, Kinderbetreuungszeiten aber nicht angerechnet werden. Das ist abgeändert worden – aber nicht auf Grund der Bundesregierung, sondern auf Druck des ÖGB, der ÖGB-Frauenabteilung, und der Arbeiterkammer. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich freue mich darüber, dass die "Abfertigung neu" jetzt auf Schiene gesetzt ist. Ich darf noch einmal sagen: Es war in erster Linie ein Verdienst des ÖGB und der Arbeiterkammer! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Walter Tancsits (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Abfertigung sichern und Zusatzpension ermöglichen – das waren die beiden Hauptziele, die wir über Jahre hinweg verfolgt haben. Ich freue mich über jeden einzelnen – auch über Frau Kollegin Csörgits –, der wann immer während dieses Prozesses mitbekommen hat, dass das der Weg in die Zukunft ist, und heute mit uns dieses Gesetz mitbeschließt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte zwei Punkte ansprechen, und zwar erstens einen Abänderungsantrag von der SPÖ, in dem es um die so genannten Mindeststandards bei Übertragung geht. – Ich hätte mir hier auch eine Sicherung gewünscht, nicht so kompliziert, mehr im Sinne einer Klausel, aber, meine Damen und Herren: Wenn man a) ja zu einer Sozialpartnerregelung sage, dann kann man doch b) als Gesetzgeber nicht dort in individuelle Arbeitsvertragsregelungen eingreifen, wo sich die Sozialpartner nicht geeinigt haben und keinen Entwurf in dieser Frage zustande gebracht haben. Wer ja zu a), zur Sozialpartnerregelung, sagt, muss das auch zu b) sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das, meine Damen und Herren, wäre bei unseren "Ohne-Sozialpartner-Regelungen" selbstverständlich anders. Das gehört aber nicht hierher, das gehört innerhalb der Arbeiterkammern ausdiskutiert, und dort wird es sicherlich auch noch eine Rolle spielen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir sehen dieses Sozialpartnerpaket, das letzten Endes auch dadurch zustande gekommen ist, dass es von einem Minister moderiert wurde, der Wirtschaft und Arbeit in einem Ressort vereinigt, als Zukunftskompetenz dieser Bundesregierung, wodurch auch neue zukunftsträchtige Regelungen – Kinderbetreuungsgeld, "Abfertigung neu", Familienhospizkarenz, was jahre- und jahrzehntelang nicht möglich gewesen ist – zustande kommen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dieser Bundesregierung ist es zu danken, dass dieses neue System der Fairness nun zur Umsetzung gebracht wird. Ich möchte an dieser Stelle nicht verabsäumen, meinem Kollegen Sigi Dolinschek, der 1991 die klubinterne Diskussion über das Abfertigungssystem begonnen und 1992 einen entsprechenden Antrag im Parlament eingebracht hat, für seine Beharrlichkeit zu danken, die er hier an den Tag gelegt hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der övp.
Lassen Sie mich abschließend noch etwas zur Mobilität der Arbeitnehmer, die auch schon angesprochen wurde, sagen: Ich sehe die Mobilität der Arbeitnehmer als Vorteil auch für Arbeitgeber, denn nur zufriedene und engagierte Arbeitnehmer sind, wie ich meine, eine sehr wesentliche Voraussetzung für den Erfolg eines Unternehmens. Der Erfolg eines Unternehmens ist direkt im Konnex mit den Arbeitsplätzen zu sehen, mit einem positiven Beschäftigungseffekt und dient somit auch der Sicherung des Wirtschaftsstandortes Österreich. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der övp.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Franz Riepl (SPÖ): Hohes Haus! Herr Abgeordneter Tancsits hat beklagt, dass die Arbeiterkammer in den letzten Jahren nichts zur Abfertigungsdiskussion beigetragen habe. Ich erinnere nur daran, Herr Abgeordneter, wie viele Vollversammlungen in den Arbeiterkammern in allen Bundesländern sich regelmäßig mit dieser Forderung der sozialdemokratischen Gewerkschaftsfraktion auseinander gesetzt haben. Auch Ihre Vertreter des ÖAAB haben teilweise mitgestimmt und die gleiche Meinung vertreten. – Das nur zur Ordnung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Nur durch die Sozialpartner und insbesondere durch die Gewerkschaft und durch die Arbeiterkammer konnte die Regierung davon abgehalten werden, ihre vereinbarten Vorhaben umzusetzen, und ich denke, das sollte man unmissverständlich, klar und deutlich im Rahmen dieser Diskussion aussprechen. – Hoch lebe die Gewerkschaft in unserem Land! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Die Anträge, die im Haus liegen, lesen, Herr Kollege!
Abgeordneter Dr. Gottfried Feurstein (ÖVP): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Präsident! Herr Minister! Ich bin schon überrascht über die Argumentation aus den Reihen der SPÖ. Ich verstehe sie einfach nicht. Sie versuchen mit aller Vehemenz zu sagen, das Modell, das heute beschlossen wird, stamme von Ihnen. Niemand wird Ihnen das glauben, auch Ihnen nicht, Herr Präsident Verzetnitsch, niemandem von der SPÖ wird man das glauben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Die Anträge, die im Haus liegen, lesen, Herr Kollege!)
Abg. Verzetnitsch: Abgelehnt? Wo bitte?
Die Anträge, Frau Abgeordnete, die Anträge, die Sie vom ÖGB gestellt haben, kenne ich. Sie sind seinerzeit mit gutem Grund von den christlich-sozialen Gewerkschaftern abgelehnt worden – mit gutem Grund! (Abg. Verzetnitsch: Abgelehnt? Wo bitte?) – Zum Teil; gewisse Anträge sind von uns nicht akzeptiert worden.
Abg. Silhavy: Es gibt einen Antrag von Ihnen und einen Antrag von uns!
Meine Damen und Herren! Es geht darum, dass wir den überaus erfolgreichen Weg, den wir im Sozialausschuss klar dargelegt haben, weiterführen. Damals wurde klar gesagt: Es ist ein großer Tag für die Sozialpolitik, eine revolutionäre Weiterentwicklung des Arbeitsrechtes, es handelt sich um ein abgerundetes Werk mit einem weiten gesellschaftlichen Konsens! – Das ist für mich wichtig, und daher ist es unkorrekt, wenn Sie ein Modell, das Sie irgendwann einmal zur Diskussion gestellt haben, hier negativ beurteilen. (Abg. Silhavy: Es gibt einen Antrag von Ihnen und einen Antrag von uns!) Es war ein gemeinsames Bemühen, aus den Modellen, die vorgelegt worden sind, etwas Gemeinsames zu schaffen. Dazu sollten wir stehen: dass es ein gemeinsames Bemühen war, aus verschiedenen Modellen etwas Gemeinsames zu schaffen! Zu diesem Modell stehen wir! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Es geht darum, dass wir den überaus erfolgreichen Weg, den wir im Sozialausschuss klar dargelegt haben, weiterführen. Damals wurde klar gesagt: Es ist ein großer Tag für die Sozialpolitik, eine revolutionäre Weiterentwicklung des Arbeitsrechtes, es handelt sich um ein abgerundetes Werk mit einem weiten gesellschaftlichen Konsens! – Das ist für mich wichtig, und daher ist es unkorrekt, wenn Sie ein Modell, das Sie irgendwann einmal zur Diskussion gestellt haben, hier negativ beurteilen. (Abg. Silhavy: Es gibt einen Antrag von Ihnen und einen Antrag von uns!) Es war ein gemeinsames Bemühen, aus den Modellen, die vorgelegt worden sind, etwas Gemeinsames zu schaffen. Dazu sollten wir stehen: dass es ein gemeinsames Bemühen war, aus verschiedenen Modellen etwas Gemeinsames zu schaffen! Zu diesem Modell stehen wir! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Auch das ist ein gemeinsamer Schritt, um eben ein Problem gemeinsam zu lösen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne wäre es wünschenswert, wenn es eine gemeinsame Zustimmung zu dieser Regierungsvorlage gäbe. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Norbert Staffaneller (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Die Abfertigung für alle ist nun nicht mehr nur eine Forderung der FPÖ, genauso wie die Lösung für eine Mitarbeitervorsorge, sie ist nun endlich Wirklichkeit geworden! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Schon früher!
Bei der Vermittlung von Frauen und auch Männern ab 50 – Frau Kollegin Parfuss, du weißt es ja selbst –, gibt es noch immer Probleme auf dem Arbeitsmarkt. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Schon früher!)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie der Abg. Steibl.
Für die Saisonarbeiter bedeutete diese Frage bisher natürlich eine Einschränkung der Mobilität. Eine Einschränkung der Mobilität auf dem Arbeitsmarkt bedeutete es aber auch, wenn Personen nicht kündigen konnten, sich kein anderes Dienstverhältnis suchen konnten, obwohl sie die Auffassung vertraten, dass sie etwas anderes machen, sich im Beruf weiterentwickeln, weiter an sich arbeiten wollten. Da gab es einfach Hemmnisse, und diese Hemmnisse sind jetzt beseitigt worden. Das kommt sicher nicht nur den einzelnen Arbeitnehmern, sondern in hohem Maße auch der Wirtschaft zugute. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie der Abg. Steibl. )
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Bundesminister Grasser, der Herr Finanzminister, betonte, dass die "Abfertigung neu" als die historisch bedeutendste Leistung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den letzten Jahrzehnten gesehen werden kann. Er meinte, dass diese betriebliche Mitarbeitervorsorge ein Meilenstein ist, der alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu klaren Gewinnern macht. – Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen. Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist wichtig, dass jeder Arbeitnehmer und jede Arbeitnehmerin auf eine Abfertigung ein Anrecht hat und dass dies ermöglicht wird. Wir Sozialdemokraten werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass dort, wo es Risiken oder Probleme gibt, wie eben beim Übergangsrecht, die Arbeitnehmer entsprechend beraten und aufgeklärt werden, damit sie keine Nachteile erleiden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Silhavy: Dann müssen Sie eine gescheite Politik machen!
Ich würde mir von der SPÖ wünschen, dass wir viele gemeinsame Ziele haben, denn ich finde, dass es dem Bürger nicht hilft, wenn es hier immer nur Frontalopposition oder Ansätze zur Frontalopposition gibt. (Abg. Silhavy: Dann müssen Sie eine gescheite Politik machen!) Eine Zusammenarbeit wäre sinnvoll, und genau das ist ein Ansatz für eine gescheite Politik. Denken
Widerspruch bei der SPÖ.
Ich muss auch sagen, Abfertigung ist das erste Mal weiblich. Ich kenne keine weiblichen Abfertigungskaiser. Ich bin auch schon ein bisschen länger im Parlament und weiß – ich kann es vom ÖAAB sagen –, wie lange sich der ÖAAB dafür eingesetzt hat, wie lange wir dieses Modell dis-kutiert haben, das Kollege Fink dann vorgelegt hat, wie oft Kollege Fasslabend das eingebracht hat, wie oft wir Abgeordneten selbst Anfragen damals noch an Lore Hostasch gestellt haben. (Widerspruch bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich finde, es bringt nichts, wenn wir uns jetzt streiten. Wir sollten lieber sagen, wir haben etwas Tolles erreicht! Dass jetzt wirklich Lehrlinge, Frauen, Arbeitnehmer in den Tourismusbetrieben in die Abfertigung einbezogen sind, das ist eine ganz faire Geschichte! Das ist eben soziale Gerechtigkeit, wie wir sie uns vorstellen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte Herrn Kollegen Öllinger noch sagen, dass er vielleicht das Gesetz doch nicht ganz genau gelesen hat, denn der Mutterschaftsaustritt bedeutet natürlich nach wie vor, dass man seine Anwartschaften lukrieren könnte. Wir müssen den Frauen auch sagen: Überlegt es euch gut, ob ihr die Abfertigung in bar herausnehmt oder, was für Frauen vielleicht wichtig ist, ob ihr es euch unter Umständen leisten könnt, es stehen zu lassen. Gerade bei den niedrigen Frauenpensionen, die wir haben, zu sagen: Okay, ihr habt dann einmal ein zweites Standbein in der Pension, und das ist ein Vorteil für euch!, das ist eine Aufklärungsarbeit, die wir noch leisten müssen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Alois Pumberger (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Nach der Familienhospizkarenz und dem Kindergeld ist jetzt ein neuer revolutionärer Wurf gelungen: die "Abfertigung neu". Ein wirklich großer Tag für die österreichische Sozialpolitik! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dietachmayr.
Oder: Klima: 3 Millionen Schilling an Abfertigung, zusammen mit dem Pensionsanspruch insgesamt 14 Millionen Schilling. – Oder: die rote Nationalbank: Präsident Heinz Kienzl: 11,5 Millionen Schilling an Abfertigung. (Zwischenruf des Abg. Dietachmayr. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die "Abfertigung neu" ist ein großer Sprung. Ich bedauere nur, dass heute der Urheberstreit so geführt wird. Ich sage Ihnen: Seit die Freiheitlichen in der Regierung sind, ist diese "Abfertigungskutsche" unterwegs. Der Kutscher Sigisbert Dolinschek lädt alle herzlich ein: Es gibt das Trittbrett links und das Trittbrett rechts, da sind Sie gerne aufgestiegen, und die "Abfertigungskutsche" steuert nun der Abstimmung entgegen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Helmut Dietachmayr (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Es wäre jetzt natürlich verlockend, auf die polemischen Äußerungen meines Vorredners einzugehen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Aber eines sollte bei dieser Debatte doch auch einmal gesagt werden, weil vielleicht viele Zuhörerinnen und Zuhörer durch diese Debatte verunsichert wurden: Bestehende Abfertigungsansprüche bleiben unangetastet! Das heißt, dass jene Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer, die schon jetzt Abfertigungsansprüche besitzen, keine Sorge zu haben brauchen, dass die bisherige Regelung für sie nicht mehr gelten würde.
Abg. Dr. Mitterlehner: Jawohl!
Eines wurde heute schon von einem meiner Vorredner angeführt, und das ist die Höhe der Ver-waltungskosten. Die Verwaltungskosten mindern entscheidend den Ertrag. (Abg. Dr. Mitterlehner: Jawohl!) Werden die geregelten Maximalwerte der Verwaltungskosten ausgenützt, ist selbst bei 6 Prozent Ertrag das Erreichen eines Jahresgehaltes im Laufe eines Arbeitslebens unmöglich.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich ersuche Sie, dem zuzustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Silhavy: Gott sei Dank nicht!
Abgeordnete Ridi Steibl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Bundesminister! Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! "Abfertigung neu", eine ÖVP-Idee setzt sich durch – um in der Sprache von Kollegin Silhavy zu sprechen. (Abg. Silhavy: Gott sei Dank nicht!) Wenn Kollegin Silhavy sagt, wir hätten kein eigenes Modell vorgelegt (Abg. Silhavy: O ja! Aber ...!), so ist das wohl nur auf das Nicht-Akzeptieren seitens der SPÖ zurückzuführen, dass wir von der ÖVP in dieser Regierung mit der FPÖ das durchgesetzt haben, was mit Ihnen in der Regierung leider nicht möglich war, nämlich eine neue betriebliche Mitarbeitervorsorge für unsere Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Silhavy: O ja! Aber ...!
Abgeordnete Ridi Steibl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Bundesminister! Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! "Abfertigung neu", eine ÖVP-Idee setzt sich durch – um in der Sprache von Kollegin Silhavy zu sprechen. (Abg. Silhavy: Gott sei Dank nicht!) Wenn Kollegin Silhavy sagt, wir hätten kein eigenes Modell vorgelegt (Abg. Silhavy: O ja! Aber ...!), so ist das wohl nur auf das Nicht-Akzeptieren seitens der SPÖ zurückzuführen, dass wir von der ÖVP in dieser Regierung mit der FPÖ das durchgesetzt haben, was mit Ihnen in der Regierung leider nicht möglich war, nämlich eine neue betriebliche Mitarbeitervorsorge für unsere Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Ridi Steibl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Bundesminister! Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! "Abfertigung neu", eine ÖVP-Idee setzt sich durch – um in der Sprache von Kollegin Silhavy zu sprechen. (Abg. Silhavy: Gott sei Dank nicht!) Wenn Kollegin Silhavy sagt, wir hätten kein eigenes Modell vorgelegt (Abg. Silhavy: O ja! Aber ...!), so ist das wohl nur auf das Nicht-Akzeptieren seitens der SPÖ zurückzuführen, dass wir von der ÖVP in dieser Regierung mit der FPÖ das durchgesetzt haben, was mit Ihnen in der Regierung leider nicht möglich war, nämlich eine neue betriebliche Mitarbeitervorsorge für unsere Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das ist ein Danke an die Sozialpartner. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt wieder den Vorsitz.
Abgeordnete Edith Haller (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Da mir nur ganz wenig Redezeit zur Verfügung steht, möchte ich in aller Kürze Folgendes sagen. Es ist peinlich, billig und totaler Unsinn, was die Grünen gegen diese neue Abfertigungsregelung, gegen die "Abfertigung neu" vorbringen. Ich finde das wirklich peinlich, und ich bin eigentlich eine, die immer bemüht ist, auch den Argumenten der Opposition objektiv gegenüberzustehen. (Präsident Dr. Fischer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wenn Kollege Verzetnitsch und auch andere meiner Vorredner von einer "Win-Win-Situation" gesprochen haben, dann kann ich ihnen nur Recht geben. Es gibt ein altes Sprichwort, das sagt: Wirtschaft sind wir alle. Wirtschaft besteht aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Nur dann, wenn beide zusammenarbeiten und wenn sich beide Seiten dieser Situation bewusst sind – wenn sich die Arbeitnehmer bewusst sind, dass es die Unternehmer sind, die letztlich den Karren ziehen und die Verantwortung, das unternehmerische Risiko übernehmen; aber der Unternehmer ist auf seine Arbeitnehmer, auf deren Situation und auf deren Mitarbeit angewiesen –, kann dies dazu führen, dass eine Regelung wie die "Abfertigung neu" zustande kommt.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Hofmann: Ob seiner Hartnäckigkeit!
Meinerseits wäre zu diesem Vaterschaftsstreit noch Folgendes zu sagen: Ich glaube auch, dass man anfänglich ruhig verschiedene Positionen einnehmen kann. Es ist wohl ein Beweis für die Sozialpartnerschaft in Österreich, dass diese Regelung zustande gekommen ist, es ist aber wirklich der Reformkraft dieser Regierung und vor allem meinem – unter Anführungszeichen – "alten" Kollegen aus dem Nationalrat Sigisbert Dolinschek zu verdanken, dass wir in Zukunft diese Regelung für unsere Arbeitnehmer haben werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Hofmann: Ob seiner Hartnäckigkeit!)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bedanke mich in diesem Sinne bei allen für die konstruktive Zusammenarbeit – außer natürlich bei den Grünen. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Gaugg: Ich nehme den Dank gerne entgegen!
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (SPÖ): Meine Damen und Herren! Herr Präsident! An alle, die an dieser Konstruktion mitgewirkt haben, auch der Dank der SPÖ, auch an den neuen Sozialarchitekten Dolinschek! (Abg. Gaugg: Ich nehme den Dank gerne entgegen!) Herr Bonze, wenn Sie wieder mit mir sprechen, dann können Sie das gerne von Ihrem Platz aus tun. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Gaugg. )
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Gaugg.
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (SPÖ): Meine Damen und Herren! Herr Präsident! An alle, die an dieser Konstruktion mitgewirkt haben, auch der Dank der SPÖ, auch an den neuen Sozialarchitekten Dolinschek! (Abg. Gaugg: Ich nehme den Dank gerne entgegen!) Herr Bonze, wenn Sie wieder mit mir sprechen, dann können Sie das gerne von Ihrem Platz aus tun. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Gaugg. )
Abg. Gaugg: Die, die in der Landesregierung nicht einmal einen Tisch hat!
Frau Abgeordnete Gatterer schwärmt hier von der Tätigkeit über die Parteigrenzen hinweg. Ich schließe mich der Schwärmerei an, muss aber eines sagen: Diese Schwärmerei zeigt sich nur dann, wenn Sie uns brauchen; dann erkennen Sie als Kärntnerin, wenn die Grenzen überschritten werden sollen. (Abg. Gaugg: Die, die in der Landesregierung nicht einmal einen Tisch hat!) Setzen Sie sich hin und seien Sie einmal ruhig, bitte, lassen Sie auch andere zu Wort kommen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Das hätten Sie gern! Ich werde meine Stimme so lange erheben, bis Sie ...!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Das hätten Sie gern! Ich werde meine Stimme so lange erheben, bis Sie ...!
Frau Abgeordnete Gatterer schwärmt hier von der Tätigkeit über die Parteigrenzen hinweg. Ich schließe mich der Schwärmerei an, muss aber eines sagen: Diese Schwärmerei zeigt sich nur dann, wenn Sie uns brauchen; dann erkennen Sie als Kärntnerin, wenn die Grenzen überschritten werden sollen. (Abg. Gaugg: Die, die in der Landesregierung nicht einmal einen Tisch hat!) Setzen Sie sich hin und seien Sie einmal ruhig, bitte, lassen Sie auch andere zu Wort kommen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Das hätten Sie gern! Ich werde meine Stimme so lange erheben, bis Sie ...!)
Abg. Steibl: Wir haben ja gewusst, dass Sie keine Modelle haben! Wir haben die Sozialpartner arbeiten lassen!
Frau Gatterer, nur, damit ich Ihnen Ihre Schwärmerei vor Augen führen kann: Am 6. April 2000 wurde ein Unterausschuss des Sozialausschusses zu dieser "Abfertigung neu" beschlossen. Wer hatte denn die Konstituierung dieses Ausschusses verhindert? – Die ÖVP! Der Unterausschuss konnte sich nie konstituieren und wurde erst vorige Woche anlässlich des Sozialausschusses notgedrungen konstituiert, da dies nach der Geschäftsordnung notwendig war, weil wir am 6. Juni 2002 das Ganze im Ausschuss beschlossen haben. (Abg. Steibl: Wir haben ja gewusst, dass Sie keine Modelle haben! Wir haben die Sozialpartner arbeiten lassen!) Streuen Sie uns doch nicht Sand in die Augen!
Abg. Dr. Trinkl: Dass ihr so ein Herz für die Saisonniers habt!
Wenn Frau Steibl hier sagt: ÖVP, eine Idee setzt sich durch – Gott sei Dank nicht! Gott sei Dank haben Sie Ihre Ideen nicht durchgesetzt! Was waren denn die Ideen der ÖVP? – Die Abfertigung nicht ab dem ersten Tag und nicht bis zum letzten Tag wirksam; keine Bewahrung der Ansprüche bei Selbstkündigung; Saisonniers wären überhaupt nie inbegriffen gewesen! Das sind Ihre Punkte gewesen. (Abg. Dr. Trinkl: Dass ihr so ein Herz für die Saisonniers habt!)
Widerspruch bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Werfen wir einen Blick auf die Entstehungsgeschichte der "Abfertigung neu". Ein kurzer Blick zeigt uns schon, von wem die Impulse ausgegangen sind und wer die Konzepte erarbeitet hat. Das war nämlich der ÖGB! (Widerspruch bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Bereits vor zehn
Bundesminister Dr. Bartenstein: Das glauben Sie doch selbst nicht!
Frau Steibl und Frau Gatterer! Dafür, dass nicht alles beim Alten bleibt – das hätte die ÖVP am liebsten: dass zum Vorteil der Unternehmer immer alles so bleibt –, haben sich die ÖGB-Frauen eingesetzt. Sie haben eine Unterschriftenaktion gestartet. Auf Grund dieser Aktion konnte ... (Bundesminister Dr. Bartenstein: Das glauben Sie doch selbst nicht!) Ich glaube das selbst, Sie können das ruhig annehmen. Ich halte es überhaupt für unfair, das Sie immer von der Regierungsbank aus dreinreden. Melden Sie sich zu Wort! Sie brauchen mir nicht in den Rücken Ratschläge zu erteilen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Steibl und Frau Gatterer! Dafür, dass nicht alles beim Alten bleibt – das hätte die ÖVP am liebsten: dass zum Vorteil der Unternehmer immer alles so bleibt –, haben sich die ÖGB-Frauen eingesetzt. Sie haben eine Unterschriftenaktion gestartet. Auf Grund dieser Aktion konnte ... (Bundesminister Dr. Bartenstein: Das glauben Sie doch selbst nicht!) Ich glaube das selbst, Sie können das ruhig annehmen. Ich halte es überhaupt für unfair, das Sie immer von der Regierungsbank aus dreinreden. Melden Sie sich zu Wort! Sie brauchen mir nicht in den Rücken Ratschläge zu erteilen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Trinkl: Das ist "Sozialpolitik neu"!
Diese Aktion hat bewirkt, dass Beiträge aus dem Familienlastenausgleichfonds für so genannte entgeltfreie Zeiträume während des Bezuges des Kinderbetreuungsgeldes, Bildungskarenz und Familienhospizkarenz in die Mitarbeitervorsorgekasse eingezahlt werden. (Abg. Dr. Trinkl: Das ist "Sozialpolitik neu"!)
Abg. Steibl: Das ist aber ... Stichwort ÖBB!
Noch eine Anmerkung, Herr Präsident, zu den Beiträgen für die Karenzzeiten, was im Vollausbau immerhin einen Betrag von 12,1 Millionen € ausmachen wird: Ich bin dafür, dass für solche familienpolitische Anliegen aus dem FLAF gezahlt wird, aber gleichzeitig erfüllt mich die Entwicklung und die Zukunft der Familienförderung auch mit Sorge. Die interne Prognose des Finanzministeriums über die Gebarung des FLAF bestätigt nämlich nun erstmals das, was wir immer befürchtet haben und wovor wir gewarnt haben: dass der FLAF sich mit dem Kinderbetreuungsgeld übernimmt. (Abg. Steibl: Das ist aber ... Stichwort ÖBB!)
Abg. Dr. Pumberger: Sie wollen eine Kürzung des Kindergeldes?
Die Prognose geht in die Richtung, dass der Reservefonds – und das ist die letzte Reserve – für das Jahr 2004 ein Defizit von 13,3 Millionen € und für 2005 eines von 38,4 Millionen € haben wird. Da sind die Kosten für die "Abfertigung neu" noch nicht einmal inbegriffen. Das heißt im Klartext, hätten Sie sich beim Kinderbetreuungsgeld nicht übernommen und hätten Sie nicht entgegen den Prinzipien sinnvoller Armutsbekämpfung mit der Gießkanne gefördert, müssten wir heute nicht um die Stammleistungen (Abg. Dr. Pumberger: Sie wollen eine Kürzung des Kindergeldes?) und um andere sinnvolle Leistungen wie die finanzielle Absicherung von Betreuenden bei der Familienhospizkarenz zittern! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pumberger: Jetzt schämen Sie sich aber, Frau Mertel!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pumberger: Jetzt schämen Sie sich aber, Frau Mertel!
Die Prognose geht in die Richtung, dass der Reservefonds – und das ist die letzte Reserve – für das Jahr 2004 ein Defizit von 13,3 Millionen € und für 2005 eines von 38,4 Millionen € haben wird. Da sind die Kosten für die "Abfertigung neu" noch nicht einmal inbegriffen. Das heißt im Klartext, hätten Sie sich beim Kinderbetreuungsgeld nicht übernommen und hätten Sie nicht entgegen den Prinzipien sinnvoller Armutsbekämpfung mit der Gießkanne gefördert, müssten wir heute nicht um die Stammleistungen (Abg. Dr. Pumberger: Sie wollen eine Kürzung des Kindergeldes?) und um andere sinnvolle Leistungen wie die finanzielle Absicherung von Betreuenden bei der Familienhospizkarenz zittern! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pumberger: Jetzt schämen Sie sich aber, Frau Mertel!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Trinkl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Im Zusammenhang mit der heutigen Vorlage wurde immer wieder von einem großem Wurf, von Erfolgen und von vielen, vielen Superlativen gesprochen. Ich glaube, durch die Verwendung dieser Begriffe kommt sehr deutlich die Reformfreude dieser Bundesregierung zum Ausdruck, besonders in sozialpolitischen Fragen – auch wenn Herr Kollege Öllinger dem nicht immer folgen kann. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Wir haben das Kindergeld umgesetzt. Wir haben die Familienhospizkarenz umgesetzt. Wir haben Arbeiter und Angestellte gleichgestellt. (Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Frau Kollegin, ich weiß, dass das natürlich auch Sie in der letzten Koalition gerne getan hätten, aber das war
Abg. Verzetnitsch: Sie wissen auch, warum!
Weil hier schon so viel Geschichtsforschung betrieben worden ist, möchte auch ich einen kleinen Beitrag dazu leisten; vielleicht können wir dann am Ende der Debatte wirklich sagen, was wahr ist. 1996 hat der ÖAAB ein Konzept entwickelt; ich gebe zu, dass dieses innerhalb der Volkspartei intensiv diskutiert wurde. Aber 1998 hat dabei Wolfgang Schüssel in Telfs den Brückenschlag erreicht und innerhalb der ÖVP eine sozialpartnerschaftliche Einigung zustande gebracht. Das war die Grundlage für das ÖAAB-Modell, meine sehr geehrten Damen und Herren. Wir hätten gerne diese Abfertigungsfrage bereits in der alten Koalition diskutiert und umgesetzt. Leider Gottes war uns das nicht möglich, aber vielleicht war auch die Zeit noch nicht reif. (Abg. Verzetnitsch: Sie wissen auch, warum!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Wenitsch.
Aber heute sind wir am Ziel, Herr Präsident Verzetnitsch! Der Weg dahin war gesäumt von intensiven Verhandlungen, von guten Verhandlungen, aber auch getragen von dem Willen, erfolgreich zu sein. Das möchte ich hier mit allem Nachdruck unterstreichen! Die Grundlage für die Einigung war natürlich die Arbeit der Sozialpartnerschaft, die damit ein starkes Lebenszeichen von sich gegeben hat. Dafür gebührt der Sozialpartnerschaft auch Dank und Anerkennung, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Wenitsch. )
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel.
Abgeordneter Andreas Sodian (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Kollegin Mertel, Sie sehen, wie wichtig es ist, dass die Freiheitlichen in der Regierung sind. Sie haben ja der ÖVP manches vorgeworfen, was nicht möglich war – mit den Freiheitlichen in der Regierung war es möglich, eine optimale Regelung zu finden, Frau Kollegin! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. )
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Daher ist dies jetzt eine tolle Reform, auch für den Arbeitgeber; ich spreche hier als Arbeitgeber, und ich stehe dazu. Die Abfertigung ist planbar, sie ist berechenbar, und sie ist in vielen Fällen eine geringere Belastung als früher. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Durch die Option, Rückstellungen zur Eigenkapitalbildung verwenden zu können, ist ebenfalls ein Wunsch der Wirtschaft erfüllt worden. Der große Vorteil für die Unternehmer wird jedoch nicht die eventuelle finanzielle Entlastung sein, sondern der große Vorteil liegt meiner Ansicht nach in der größeren Mobilität, die die Arbeitnehmer in Zukunft haben werden. Das ist der große Vorteil für die Unternehmer! Wie oft habe ich persönlich erlebt, dass brauchbare, gute Mitarbeiter nur deswegen nicht den Arbeitsplatz gewechselt haben, weil sie auf die Abfertigung nicht verzichten wollten, und daran ist die Mobilität gescheitert. Mit dieser Reform wird das jetzt wesentlich besser! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich sprach von einer tollen Reform. Es wird im Herbst eine Jahrhundertreform werden, wenn auch die Unternehmer ein Eigenvorsorgemodell wie die Arbeitnehmer bekommen werden! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Böhacker: Einen Nachmittag!
Abgeordnete Mag. Christine Lapp (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Wir diskutieren schon einen Vormittag lang über die "Abfertigung neu". (Abg. Böhacker: Einen Nachmittag!) Es ist die Zeit wert, geht es doch immerhin um mehr als drei Millionen Menschen, die in Beschäftigung stehen und die das alle betreffen wird. In diesem Sinne möchte ich mich auch auf die Menschen, die das betreffen wird, beschränken, weil damit meiner Meinung nach eine sehr wesentliche Entscheidung hinsichtlich der heutigen Arbeitsverhältnisse getroffen wird: Immerhin ein Drittel aller Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer wechselt innerhalb eines Jahres den Dienstgeber. Das heißt, die Mobilität der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist sehr groß geworden; man muss auf dem Arbeitsmarkt unterwegs sein. Ich denke daher, dass diese Aufwertung der "Abfertigung neu" ein sehr wesentlicher Aspekt für die Beschäftigungssituation der Menschen in unserem Land ist.
Beifall bei der SPÖ.
Da aber im nächsten Jahr Wahlen sind, werden wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten das mit einem entsprechenden Wahlergebnis abwenden können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich ersuche Sie um Ihre Zustimmung, damit wir diesen Mühlstein aus dem Rucksack entfernen können. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Die ersten drei sind die Pensionsreform, die vielfach kritisiert wurde und heute von allen, die das Thema ernst nehmen, bejaht wird, das Kinderbetreuungsgeld, über das wir uns freuen und bei dem wir nicht herumdiskutieren müssen, was dort vielleicht noch zu ändern wäre – es ist gut und wird von den Bürgerinnen und Bürgern allgemein positiv beurteilt –, und das Familienhospizkarenzgesetz, das wir in der letzten Nationalratssitzung beschlossen haben. Auch wenn Sie nicht dafür gestimmt haben, es ist trotzdem gut. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich meine, dass es ganz entscheidend ist, dass wir diesen Weg gegangen sind. Wenn wir heute das Mitarbeitervorsorgegesetz beschließen, dann können wir uns nicht nur vor den Bürgerinnen und Bürgern in Österreich sehen lassen, sondern europaweit und sogar weltweit. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das ist qualitätsorientierte Sozialpolitik, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Das ist für mich in einer Zeit, in der der Zeitgeist auf Entsolidarisierung ausgerichtet ist, wohltuend. Deshalb ist es umso bemerkenswerter, dass wir hier einen gemeinsamen Weg mit einer Wirkung auf Jahrzehnte, einer Wirkung für die nächsten Generationen finden konnten, einen Weg, der einfach "Abfertigung neu" heißt. – Das ist Qualität! Das ist nicht nur – wie heute schon so oft erwähnt – ein Meilenstein in der Wirtschaftspolitik, sondern meiner Meinung nach auch ein Meilenstein in der Sozialpolitik. Darüber sollten wir uns wirklich gemeinsam freuen.
Abg. Verzetnitsch: Wir wissen manches jetzt schon!
Natürlich wird uns die Zeit zeigen, dass wir auch dieses Gesetz werden nachbessern müssen (Abg. Verzetnitsch: Wir wissen manches jetzt schon!), das ist keine Frage, aber heute soll das Positive im Mittelpunkt stehen und nicht die Kleinigkeiten.
Beifall bei der ÖVP.
Wir sind mit unserer Regelung einen viel besseren Weg gegangen, und wir haben damit eine verlässliche Zusatzpension – sprechen wir es einmal aus! – für die Zeit geschaffen, in der der Bürger aus dem Erwerbsleben ausgetreten ist und sich in den wohlverdienten Ruhestand begibt – und das noch dazu steuerbegünstigt! Ich meine, das muss einmal gesagt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Was ich noch erwarte, ist, dass nun auch weiterverhandelt wird, dass auch freie Dienstnehmer, Selbstständige oder Bauern, die sich freiwillig als Einzahler einbringen möchten, die Möglichkeit haben, sich zu beteiligen. Es wird in Zukunft auch eine umfassende Information aller Beitragszahler geben, und ich wünsche mir, dass dies auch im gesetzlichen Pensionsversicherungssystem so kommen möge. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Silhavy: Von wem war der Experte?
Es war die Rede von einer revolutionären Weiterentwicklung, von einem revolutionären Entwurf. Andere Experten haben von einem sozialpolitischen Meilenstein gesprochen. Ein Experte hat gemeint, man müsse im österreichischen Sozialrecht sehr weit zurückblicken, um einen derart großen Wurf zu finden. Sogar Herr Professor Marin, der bekanntermaßen ein sehr kritischer Beobachter der Sozialpolitik dieser Bundesregierung ist, hat sich ausgesprochen positiv zu dieser Neuregelung geäußert. (Abg. Silhavy: Von wem war der Experte?) Dieses Lob ist auch gerechtfertigt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es war die Rede von einer revolutionären Weiterentwicklung, von einem revolutionären Entwurf. Andere Experten haben von einem sozialpolitischen Meilenstein gesprochen. Ein Experte hat gemeint, man müsse im österreichischen Sozialrecht sehr weit zurückblicken, um einen derart großen Wurf zu finden. Sogar Herr Professor Marin, der bekanntermaßen ein sehr kritischer Beobachter der Sozialpolitik dieser Bundesregierung ist, hat sich ausgesprochen positiv zu dieser Neuregelung geäußert. (Abg. Silhavy: Von wem war der Experte?) Dieses Lob ist auch gerechtfertigt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Silhavy: Herr Kollege Schender! Ich habe Ihnen nur eine Frage gestellt!
Frau Kollegin Silhavy! Zum ersten Mal ist etwas gelungen, was sozialistische Sozialminister 30 Jahre lang nicht zu Stande gebracht haben: dass alle Arbeitnehmer in Österreich in den Genuss einer Abfertigung kommen können! (Abg. Silhavy: Herr Kollege Schender! Ich habe Ihnen nur eine Frage gestellt!) – Frau Kollegin Silhavy, das haben Sie und Ihre Kollegen von der sozialistischen Fraktion nicht zu Stande gebracht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Silhavy! Zum ersten Mal ist etwas gelungen, was sozialistische Sozialminister 30 Jahre lang nicht zu Stande gebracht haben: dass alle Arbeitnehmer in Österreich in den Genuss einer Abfertigung kommen können! (Abg. Silhavy: Herr Kollege Schender! Ich habe Ihnen nur eine Frage gestellt!) – Frau Kollegin Silhavy, das haben Sie und Ihre Kollegen von der sozialistischen Fraktion nicht zu Stande gebracht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Silhavy: Ich hätte gedacht, sie ist rot-weiß-rot!
Es ist ein Meilenstein in der österreichischen Sozialpolitik, was diese blau-schwarze Bundesregierung (Abg. Silhavy: Ich hätte gedacht, sie ist rot-weiß-rot!) unter Federführung der FPÖ, ihrem Sozialminister Haupt, ihrem Sozialsprecher Gaugg und Herrn Kollegen Dolinschek als Vater dieses Modells in zwei Jahren geschafft hat! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es ist ein Meilenstein in der österreichischen Sozialpolitik, was diese blau-schwarze Bundesregierung (Abg. Silhavy: Ich hätte gedacht, sie ist rot-weiß-rot!) unter Federführung der FPÖ, ihrem Sozialminister Haupt, ihrem Sozialsprecher Gaugg und Herrn Kollegen Dolinschek als Vater dieses Modells in zwei Jahren geschafft hat! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Hoffentlich!
Wir haben in zwei Jahren geschafft, was die SPÖ in 30 Jahren nicht geschafft hat. Die Arbeitnehmer in diesem Land werden es dieser Bundesregierung danken. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Hoffentlich!)
Abg. Großruck: Lieber nicht!
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! Ich möchte Ihnen ein bisschen auf die Sprünge helfen. (Abg. Großruck: Lieber nicht!) Ursprünglich war Ihr Modell sehr lückenhaft. (Abg. Murauer: Das ist übertrieben!) – Herr Kollege! Wie so vieles, was Sie in den letzten beiden Jahren angefangen haben, war auch dieses Modell lückenhaft. Heute ist es wirklich einzig und allein das Verdienst der Sozialpartner und Folge ihrer Verhandlungen, dass dieses Gesetz – mit all den Schwächen, die es noch hat – so zu Stande gekommen ist. Denen ist in Wirklichkeit zu danken! Sie lassen sich ständig – und das schon sehr lange – für Dinge feiern, die Sie gar nicht so gewollt haben. (Abg. Mag. Schender: Sie sind doch Jugendsprecherin! Das ist doch eine Freude für die jungen Leute, die erstmals eine Abfertigung bekommen!)
Abg. Murauer: Das ist übertrieben!
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! Ich möchte Ihnen ein bisschen auf die Sprünge helfen. (Abg. Großruck: Lieber nicht!) Ursprünglich war Ihr Modell sehr lückenhaft. (Abg. Murauer: Das ist übertrieben!) – Herr Kollege! Wie so vieles, was Sie in den letzten beiden Jahren angefangen haben, war auch dieses Modell lückenhaft. Heute ist es wirklich einzig und allein das Verdienst der Sozialpartner und Folge ihrer Verhandlungen, dass dieses Gesetz – mit all den Schwächen, die es noch hat – so zu Stande gekommen ist. Denen ist in Wirklichkeit zu danken! Sie lassen sich ständig – und das schon sehr lange – für Dinge feiern, die Sie gar nicht so gewollt haben. (Abg. Mag. Schender: Sie sind doch Jugendsprecherin! Das ist doch eine Freude für die jungen Leute, die erstmals eine Abfertigung bekommen!)
Abg. Mag. Schender: Sie sind doch Jugendsprecherin! Das ist doch eine Freude für die jungen Leute, die erstmals eine Abfertigung bekommen!
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! Ich möchte Ihnen ein bisschen auf die Sprünge helfen. (Abg. Großruck: Lieber nicht!) Ursprünglich war Ihr Modell sehr lückenhaft. (Abg. Murauer: Das ist übertrieben!) – Herr Kollege! Wie so vieles, was Sie in den letzten beiden Jahren angefangen haben, war auch dieses Modell lückenhaft. Heute ist es wirklich einzig und allein das Verdienst der Sozialpartner und Folge ihrer Verhandlungen, dass dieses Gesetz – mit all den Schwächen, die es noch hat – so zu Stande gekommen ist. Denen ist in Wirklichkeit zu danken! Sie lassen sich ständig – und das schon sehr lange – für Dinge feiern, die Sie gar nicht so gewollt haben. (Abg. Mag. Schender: Sie sind doch Jugendsprecherin! Das ist doch eine Freude für die jungen Leute, die erstmals eine Abfertigung bekommen!)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Anspruch besteht nach dem Probemonat!
Jetzt komme ich dazu, Ihnen ein bisschen auf die Sprünge zu helfen. Das jetzige Modell ist nämlich nicht das Modell, das im Regierungsübereinkommen oder in den ersten Entwürfen enthalten war, denn Sie hätten die Beitragszahlungen erst ab dem 13. Monat begonnen, jetzt besteht hingegen ein Abfertigungsanspruch ab dem ersten Tag, was ich im Sinne der Lehrlinge sehr begrüße – genau wie auch du gerade, Rüdiger. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Anspruch besteht nach dem Probemonat!) – Nach dem Probemonat, das ist richtig, Herr Bundesminister. Das war eine guter Einwurf in meinem Rücken, danke für die Belehrung! (Abg. Dr. Mertel: Das macht er gern!) Sie haben Recht.
Abg. Dr. Mertel: Das macht er gern!
Jetzt komme ich dazu, Ihnen ein bisschen auf die Sprünge zu helfen. Das jetzige Modell ist nämlich nicht das Modell, das im Regierungsübereinkommen oder in den ersten Entwürfen enthalten war, denn Sie hätten die Beitragszahlungen erst ab dem 13. Monat begonnen, jetzt besteht hingegen ein Abfertigungsanspruch ab dem ersten Tag, was ich im Sinne der Lehrlinge sehr begrüße – genau wie auch du gerade, Rüdiger. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Anspruch besteht nach dem Probemonat!) – Nach dem Probemonat, das ist richtig, Herr Bundesminister. Das war eine guter Einwurf in meinem Rücken, danke für die Belehrung! (Abg. Dr. Mertel: Das macht er gern!) Sie haben Recht.
Abg. Mag. Schender: Da müssen Sie aber selber lachen!
In Wirklichkeit sind Sie und nicht wir noch auf den fahrenden Zug aufgesprungen, wie Herr Kollege Dolinschek gesagt hat. (Abg. Mag. Schender: Da müssen Sie aber selber lachen!)
Abg. Mag. Schender: Die zweitbesten in Europa!
Ich begrüße wirklich – das habe ich vorhin schon gesagt –, dass es jetzt auch für Lehrlinge nach dem Probemonat einen Abfertigungsanspruch gibt, wiewohl ich nicht so einfach wie Herr Kollege Schender über Lehrlinge sprechen würde, wo doch im Bereich der Jugendarbeitslosigkeit wirklich dramatische Zahlen auf dem Tisch liegen (Abg. Mag. Schender: Die zweitbesten in Europa!) und du als Jugendsprecher noch überhaupt nichts dagegen getan hast. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich begrüße wirklich – das habe ich vorhin schon gesagt –, dass es jetzt auch für Lehrlinge nach dem Probemonat einen Abfertigungsanspruch gibt, wiewohl ich nicht so einfach wie Herr Kollege Schender über Lehrlinge sprechen würde, wo doch im Bereich der Jugendarbeitslosigkeit wirklich dramatische Zahlen auf dem Tisch liegen (Abg. Mag. Schender: Die zweitbesten in Europa!) und du als Jugendsprecher noch überhaupt nichts dagegen getan hast. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Zum Abschluss möchte ich sagen, dass Sie unsere drei Abänderungsanträge – Übertrittsrecht, Verwaltungskosten und Steuerrecht – wirklich nicht vernachlässigen sollten. Machen Sie doch diese Reform, die Sie als Jahrhundertreform bezeichnen, komplett, indem Sie auch diesen Anträgen zustimmen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Josef Blasisker (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Hohes Haus! In 30 Jahren unter sozialistischen Bundeskanzlern hat es keine so fortschrittliche und wichtige Politik für die Arbeitnehmer gegeben, wie sie heute unter dieser Bundesregierung umgesetzt wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Diese Bundesregierung ist es, die die Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten, das Kindergeld, die Familienhospiz und vieles andere mehr ermöglicht und umgesetzt hat. Meine sehr verehrten Damen und Herren! Heute präsentieren wir Ihnen den nächsten wichtigen Reformschritt, einen sozialpolitischen Meilenstein: die "Abfertigung neu". (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Der SPÖ waren die Arbeitnehmer während ihrer Regierungszeit gerade in der Abfertigungsfrage kein besonderes Herzensanliegen – uns aber schon! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Ich kenne einen Angestellten, der seit 25 Jahren in einer Firma beschäftigt ist und sich beruflich verändern möchte, sich aber bis dato nicht getraut hat, zu kündigen, weil er ja seinen Anspruch auf Abfertigung verloren hätte. Jetzt sichern wir nicht nur besonders für Menschen wie ihn die Abfertigung, sondern ermöglichen auch eine flexiblere Lebensplanung. Mehr Freiheit für den Arbeitnehmer – damit wird die FPÖ wieder einmal ihrem Parteinamen gerecht! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir Freiheitlichen stehen auf der Seite der Menschen, betreiben Politik mit Herz und Verstand und freuen uns immer – auch für zukünftige Projekte –, wenn wir gemeinsam mit den Sozialpartnern unsere Vorstellungen für eine bessere Zukunft zum Wohle unserer Bürger umsetzen können. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Ofner: 30 Jahre verhandelt!
Aus einem unzureichenden Vorschlag der Regierungsparteien, dem man keinesfalls hätte zustimmen können, ist nach den Änderungsforderungen, nach den großen Bemühungen der sozialdemokratischen Fraktion, des ÖGB und der Arbeiterkammer und nach den vielen Verhandlungen der politischen Parteien (Abg. Dr. Ofner: 30 Jahre verhandelt!) in diesem Hohen Haus nun ein Entwurf geworden, den man den betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeiternehmern nun auch vorstellen kann. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Auweh, auweh! Dabei hättet ihr es so lange schon gerne gemacht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Auweh, auweh! Dabei hättet ihr es so lange schon gerne gemacht!
Aus einem unzureichenden Vorschlag der Regierungsparteien, dem man keinesfalls hätte zustimmen können, ist nach den Änderungsforderungen, nach den großen Bemühungen der sozialdemokratischen Fraktion, des ÖGB und der Arbeiterkammer und nach den vielen Verhandlungen der politischen Parteien (Abg. Dr. Ofner: 30 Jahre verhandelt!) in diesem Hohen Haus nun ein Entwurf geworden, den man den betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeiternehmern nun auch vorstellen kann. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Auweh, auweh! Dabei hättet ihr es so lange schon gerne gemacht!)
Abg. Silhavy: Das haben die FPler wollen!
Der nächste Anschlag war die Festlegung, dass nun ein Arbeitsleben lang Beiträge geleistet werden sollten und die Auszahlungsbeträge der Pensionskasse zufließen müssten. (Abg. Silhavy: Das haben die FPler wollen!) – Ja! Erst der große Protest der Opposition – ÖGB und AK – führte zum Einlenken (Abg. Großruck: Haben den Bundesminister in die Knie gezwungen!): Beitragszahlung zur Abfertigung ab Beginn einer Beschäftigung nach maximal einem Probemonat bis zum Pensionsantritt, Beitragsleistungen von 1,53 Prozent. Dieser Prozentsatz sollte aber in einem Generalkollektivvertrag festgelegt werden. – Warum denn?
Abg. Großruck: Haben den Bundesminister in die Knie gezwungen!
Der nächste Anschlag war die Festlegung, dass nun ein Arbeitsleben lang Beiträge geleistet werden sollten und die Auszahlungsbeträge der Pensionskasse zufließen müssten. (Abg. Silhavy: Das haben die FPler wollen!) – Ja! Erst der große Protest der Opposition – ÖGB und AK – führte zum Einlenken (Abg. Großruck: Haben den Bundesminister in die Knie gezwungen!): Beitragszahlung zur Abfertigung ab Beginn einer Beschäftigung nach maximal einem Probemonat bis zum Pensionsantritt, Beitragsleistungen von 1,53 Prozent. Dieser Prozentsatz sollte aber in einem Generalkollektivvertrag festgelegt werden. – Warum denn?
Abg. Dr. Ofner: Armutschkerln!
Wiederum entstand große Unruhe, da es keinen General kollektivvertrag gibt, sondern unzählige verschiedene Verträge. Dem Druck der Opposition ausgesetzt, gibt man erst nach, als Finanzminister Grasser bemerkt, dass die Arbeitskostenbelastung nach EU-Betrachtung keine Erhöhung darstelle. Hätte sich der Finanzminister rechtzeitig schlau gemacht, wäre viel Unruhe erspart geblieben. (Abg. Dr. Ofner: Armutschkerln!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich vermisse in diesem Haus besonders die Unterstützung jener Betriebsräte des ÖAAB und der Fraktion Christlicher Gewerkschafter, die auf den unteren Ebenen genau die gleichen Probleme und Sorgen haben, die aber offenbar in diesem Haus kein Sprachrohr haben. Dass diese Abfertigungsregelung für einen großen Teil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen völlig neuen Zugang zum Thema Abfertigung bringt, ist sicher eine große sozialpolitische Entscheidung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das ist die Politik der Sozialdemokratie, die Arbeitslose nur so produziert. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Sie hat keine Ahnung!
Kollegin Petrovic – sie ist leider derzeit nicht im Saal – hat von Privilegien für Großbetriebe und so weiter gesprochen. – Sie soll mir zeigen, wo in dieser Regierungsvorlage etwas Verfassungswidriges enthalten ist, wo hier Privilegien vorgesehen sind! (Abg. Dr. Stummvoll: Sie hat keine Ahnung!) Jedes Unternehmen hat in der Vergangenheit die Möglichkeit gehabt, Abfertigungsrückstellungen zu bilden, und zwar in der Höhe von 50 Prozent des Gesamtanspruches. Davon mussten wiederum 50 Prozent im nachfolgenden Wirtschaftsjahr durch Wertpapiere gedeckt werden. Dies gilt für alle Unternehmer, ob klein oder groß, in gleicher Weise.
Abg. Dr. Van der Bellen: Doralt! Doralt!
Hier von Privilegien zu sprechen, lässt für mich nur den Schluss zu, dass Frau Kollegin Petrovic diesen Antrag gar nicht gelesen hat – oder sie hat ihn nicht verstanden! (Abg. Dr. Van der Bellen: Doralt! Doralt!) Jetzt wundert es mich eigentlich auch nicht mehr, warum die Grünen bei diesem Jahrhundert-Reformwerk hier nicht mitstimmen und sich damit gegen 85 Prozent der österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stellen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Van der Bellen: Doralt!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Van der Bellen: Doralt!
Hier von Privilegien zu sprechen, lässt für mich nur den Schluss zu, dass Frau Kollegin Petrovic diesen Antrag gar nicht gelesen hat – oder sie hat ihn nicht verstanden! (Abg. Dr. Van der Bellen: Doralt! Doralt!) Jetzt wundert es mich eigentlich auch nicht mehr, warum die Grünen bei diesem Jahrhundert-Reformwerk hier nicht mitstimmen und sich damit gegen 85 Prozent der österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stellen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Van der Bellen: Doralt!)
Abg. Dr. Martin Graf: Ja, aber sie werden alle kürzer sprechen, dann geht es sich aus!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Kollege Dr. Graf! Ich muss mich jetzt entscheiden, ob ich zur Abstimmung einläuten lasse, was dann nicht notwendig ist, wenn alle drei der noch zu Wort gemeldeten freiheitlichen Redner sprechen, denn in diesem Fall geht es sich nicht aus. Bleibt die Rednerliste unverändert? (Abg. Dr. Martin Graf: Ja, aber sie werden alle kürzer sprechen, dann geht es sich aus!) Gut, dann lasse ich einläuten.
Zwischenruf des Abg. Böhacker.
Beim AMS in Leoben gibt es keine einzige gemeldete freie Lehrstelle. Vom Vorjahr sind es noch dreißig Schulabgänger, die eine Lehrstelle suchen, und jetzt sind es über 200. (Zwischenruf des Abg. Böhacker. ) Sie haben bei der letzten Nationalratssitzung den Antrag der SPÖ abgelehnt, in dem es darum ging, eine Jugendbeschäftigungsoffensive zu starten. (Abg. Böhacker: Wollen Sie ein neues "Euroteam"?) Also reagieren Sie und sorgen Sie dafür, dass die Jugend eine Beschäftigung bekommt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Wollen Sie ein neues "Euroteam"?)
Abg. Böhacker: Wollen Sie ein neues "Euroteam"?
Beim AMS in Leoben gibt es keine einzige gemeldete freie Lehrstelle. Vom Vorjahr sind es noch dreißig Schulabgänger, die eine Lehrstelle suchen, und jetzt sind es über 200. (Zwischenruf des Abg. Böhacker. ) Sie haben bei der letzten Nationalratssitzung den Antrag der SPÖ abgelehnt, in dem es darum ging, eine Jugendbeschäftigungsoffensive zu starten. (Abg. Böhacker: Wollen Sie ein neues "Euroteam"?) Also reagieren Sie und sorgen Sie dafür, dass die Jugend eine Beschäftigung bekommt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Wollen Sie ein neues "Euroteam"?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Wollen Sie ein neues "Euroteam"?
Beim AMS in Leoben gibt es keine einzige gemeldete freie Lehrstelle. Vom Vorjahr sind es noch dreißig Schulabgänger, die eine Lehrstelle suchen, und jetzt sind es über 200. (Zwischenruf des Abg. Böhacker. ) Sie haben bei der letzten Nationalratssitzung den Antrag der SPÖ abgelehnt, in dem es darum ging, eine Jugendbeschäftigungsoffensive zu starten. (Abg. Böhacker: Wollen Sie ein neues "Euroteam"?) Also reagieren Sie und sorgen Sie dafür, dass die Jugend eine Beschäftigung bekommt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Wollen Sie ein neues "Euroteam"?)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend wünsche ich allen österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein harmonisches, unfallfreies Arbeiten und ein herzliches "Glück auf"! (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei den Grünen: Oje! Oje!
Abgeordneter Harald Trettenbrein (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Für mich ist die "Abfertigung neu" ein "Wunderkind", denn jeder will plötzlich der "Vater" sein! Die SPÖ akklamiert das in ihren Gewerkschaftszeitungen, die ÖVP hält heute Vormittag eine Veranstaltung vor dem Parlament ab – und dabei ist gerade in diesem Fall die Vaterschaft so sicher wie das Amen im Gebet: Die "Abfertigung neu" ist und bleibt ein Kind der FPÖ! Hätte sie ein Gesicht (Rufe bei den Grünen: Oje! Oje!), dann wäre es das Spiegelbild von Sigisbert Dolinschek (Beifall bei den Freiheitlichen – Abg. Dr. Mertel: Das ist ja ein Alptraum! Ein Alptraum! – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ), denn er war es, der diese Idee bereits 1991 geboren hat. Da wussten die Sozialpolitiker von Ihrer Seite noch nicht einmal, was es heißt, eine Abfertigung für alle zu bezahlen – außer vielleicht für Ihre Funktionäre –, denn wie sonst wäre es möglich, dass 30 Jahre lang nichts in dieser Richtung passiert ist?
Beifall bei den Freiheitlichen – Abg. Dr. Mertel: Das ist ja ein Alptraum! Ein Alptraum! – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ
Abgeordneter Harald Trettenbrein (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Für mich ist die "Abfertigung neu" ein "Wunderkind", denn jeder will plötzlich der "Vater" sein! Die SPÖ akklamiert das in ihren Gewerkschaftszeitungen, die ÖVP hält heute Vormittag eine Veranstaltung vor dem Parlament ab – und dabei ist gerade in diesem Fall die Vaterschaft so sicher wie das Amen im Gebet: Die "Abfertigung neu" ist und bleibt ein Kind der FPÖ! Hätte sie ein Gesicht (Rufe bei den Grünen: Oje! Oje!), dann wäre es das Spiegelbild von Sigisbert Dolinschek (Beifall bei den Freiheitlichen – Abg. Dr. Mertel: Das ist ja ein Alptraum! Ein Alptraum! – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ), denn er war es, der diese Idee bereits 1991 geboren hat. Da wussten die Sozialpolitiker von Ihrer Seite noch nicht einmal, was es heißt, eine Abfertigung für alle zu bezahlen – außer vielleicht für Ihre Funktionäre –, denn wie sonst wäre es möglich, dass 30 Jahre lang nichts in dieser Richtung passiert ist?
Beifall bei den Freiheitlichen.
Geschätzte Damen und Herren! Die "Abfertigung neu" ist nach dem Kindergeld wieder einmal eine Idee aus dem Süden Österreichs, die sich hier in Wien durchgesetzt hat. Das Sensationelle an dieser Abfertigung ist, dass sie ab dem ersten Tag und auch bei Selbstkündigung ausbezahlt wird. Was für Sie von der SPÖ besonders wichtig ist: Es bekommt sie jeder – egal ob er Charisma besitzt und fleißig und erfolgreich im Beruf ist oder ob er kein Charisma hat, ein "wandelnder Kühlschrank" ist und hinten ein Ablaufdatum drauf hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall und Bravoruf bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Nach dem Kindergeld und der Familienhospizkarenz ist die "Abfertigung neu" der dritte große Schritt in der freiheitlichen Sozialpolitik, und ich kann Ihnen eines garantieren: Es wird mit Sicherheit nicht der letzte Schritt sein! (Beifall und Bravoruf bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Ich möchte aber auch die Gelegenheit wahrnehmen, um den neuen Kollegen aus meinem Bezirk, aus Wolfsberg, hier willkommen zu heißen. Ich wünsche ihm viel Glück und Erfolg, denn er wird es in dieser kalten Fraktion, in der das Wort "Freundschaft" nicht mehr zählt, bitter nötig haben! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Zur Geschäftsbehandlung!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Erstanfragesteller ist Herr Abgeordneter Öllinger. Er erhält zur Begründung der Anfrage das Wort. Die Redezeit für diese Begründung darf 20 Minuten nicht überschreiten. (Abg. Dr. Van der Bellen: Zur Geschäftsbehandlung!)
Abg. Dr. Martin Graf: Es ist noch nicht drei Uhr!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter, Sie sind noch nicht ganz erblindet, und es wird mir mitgeteilt, dass der Herr Minister in ein oder zwei Minuten kommen wird. (Abg. Dr. Martin Graf: Es ist noch nicht drei Uhr!) Im Sinne des Friedens in diesem Hause schlage ich vor (Abg. Dr. Martin Graf: Es ist noch nicht drei Uhr! Es ist eine Minute vor drei!) – nein, das stimmt nicht! –, dass wir eine kurze Pause von 10 Sekunden machen. (Abg. Schwarzenberger: Ist schon da! – Abg. Dr. Martin Graf: Ist ja schon da! – Bundesminister Mag. Haupt betritt den
Abg. Dr. Martin Graf: Es ist noch nicht drei Uhr! Es ist eine Minute vor drei!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter, Sie sind noch nicht ganz erblindet, und es wird mir mitgeteilt, dass der Herr Minister in ein oder zwei Minuten kommen wird. (Abg. Dr. Martin Graf: Es ist noch nicht drei Uhr!) Im Sinne des Friedens in diesem Hause schlage ich vor (Abg. Dr. Martin Graf: Es ist noch nicht drei Uhr! Es ist eine Minute vor drei!) – nein, das stimmt nicht! –, dass wir eine kurze Pause von 10 Sekunden machen. (Abg. Schwarzenberger: Ist schon da! – Abg. Dr. Martin Graf: Ist ja schon da! – Bundesminister Mag. Haupt betritt den
Abg. Mag. Schweitzer: Bring Beispiele!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! "Regieren neu" – "Regieren neu" heißt: Proporz neu, Privilegien neu und Postenschacher neu. (Abg. Mag. Schweitzer: Bring Beispiele!) Nur zu diesem Resultat kann man kommen, meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn man die Ereignisse der letzten Wochen, die sich vor aller Öffentlichkeit abgespielt haben, Revue passieren lässt.
Abg. Parnigoni: Wieso? Ist ein Ehrengericht und ein Salzamt dasselbe?
Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Ich erinnere Sie daran: 1998 hat Ihr damaliger Parteiobmann Haider einen "Bürgervertrag", einen "Demokratievertrag" vorgeschlagen, einen "Ehrenkodex für politische Funktionäre", dessen "Prinzipienkatalog" unter anderem den "Kampf gegen Parteibuchwirtschaft, Privilegien und Kammerzwang" beinhaltet hat, der für jeden österreichischen Wahlberechtigten auch eine Klagsmöglichkeit vor einem freiheitlichen Ehrengericht oder Salzamt vorgesehen hat (Abg. Parnigoni: Wieso? Ist ein Ehrengericht und ein Salzamt dasselbe?), wo sich jeder österreichische Wahlberechtigte beschweren kann, wenn freiheitliche Funktionäre die Bedingungen dieses "Demokratievertrags", dieses "Ehrenkodex für politische Funktionäre" nicht einhalten. Da heißt es unter anderem:
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ja, meine Damen und Herren: Dieser Meinung sind wir tatsächlich! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Petrovic: Das ist keine Mehrheit!
Herr Bundesminister! Dazu hätte ich schon einige Fragen. Die eine Frage ist folgende: Zwölf waren für Gaugg, elf waren für Freitag, zwei haben sich enthalten und einer oder eine hat ungültig gestimmt. (Abg. Dr. Petrovic: Das ist keine Mehrheit!) – Ist das eine Mehrheit? (Ruf bei den Freiheitlichen: Eine klare Mehrheit!) – 26 Personen waren anwesend. (Ruf: ... gültigen Stimmen!)
Ruf bei den Freiheitlichen: Eine klare Mehrheit!
Herr Bundesminister! Dazu hätte ich schon einige Fragen. Die eine Frage ist folgende: Zwölf waren für Gaugg, elf waren für Freitag, zwei haben sich enthalten und einer oder eine hat ungültig gestimmt. (Abg. Dr. Petrovic: Das ist keine Mehrheit!) – Ist das eine Mehrheit? (Ruf bei den Freiheitlichen: Eine klare Mehrheit!) – 26 Personen waren anwesend. (Ruf: ... gültigen Stimmen!)
Ruf: ... gültigen Stimmen!
Herr Bundesminister! Dazu hätte ich schon einige Fragen. Die eine Frage ist folgende: Zwölf waren für Gaugg, elf waren für Freitag, zwei haben sich enthalten und einer oder eine hat ungültig gestimmt. (Abg. Dr. Petrovic: Das ist keine Mehrheit!) – Ist das eine Mehrheit? (Ruf bei den Freiheitlichen: Eine klare Mehrheit!) – 26 Personen waren anwesend. (Ruf: ... gültigen Stimmen!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Martin Graf.
Es bleibt noch eine Frage zum Abstimmungsvorgang offen: Beim Vorsitzenden wird mit Ja/Nein abgestimmt, bei den Stellvertretern wird nur über zwei abgestimmt und nicht über vier – also welche Willkür bei Abstimmungsvorgängen ist denn noch möglich? Und bei den Stellvertretern wird in einem Ausschließungsverfahren abgestimmt: Wer für Gaugg ist, ist gegen den anderen Bewerber, Herrn Freitag. Ist das irgendwo geklärt gewesen? – Nein, es war nicht geklärt! (Zwischenruf des Abg. Dr. Martin Graf. )
Abg. Dr. Martin Graf: Geschäftsordnung!
Nein, es ist nicht geklärt. Zeigen Sie mir die Bestimmung, Herr Graf (Abg. Dr. Martin Graf: Geschäftsordnung!), wo Sie den unterschiedlichen Wahlmodus für den Generaldirektor und den Generaldirektor-Stellvertreter festgelegt haben. Das war nicht geklärt! (Abg. Dr. Martin Graf: Geschäftsordnung und Enunzierung des Herrn Vorsitzenden!)
Abg. Dr. Martin Graf: Geschäftsordnung und Enunzierung des Herrn Vorsitzenden!
Nein, es ist nicht geklärt. Zeigen Sie mir die Bestimmung, Herr Graf (Abg. Dr. Martin Graf: Geschäftsordnung!), wo Sie den unterschiedlichen Wahlmodus für den Generaldirektor und den Generaldirektor-Stellvertreter festgelegt haben. Das war nicht geklärt! (Abg. Dr. Martin Graf: Geschäftsordnung und Enunzierung des Herrn Vorsitzenden!)
Abg. Dr. Martin Graf: Das ist mein Recht!
Aber kommen wir gleich noch auf Sie, Herr Abgeordneter Graf, zu sprechen: Sie haben den Wahlvorschlag gemacht. (Abg. Dr. Martin Graf: Das ist mein Recht!) – Okay, aber meine Frage – ich habe sie auch an den Herrn Bundesminister gerichtet – ... (Abg. Dr. Martin Graf: Das ist mein Recht!)
Abg. Dr. Martin Graf: Das ist mein Recht!
Aber kommen wir gleich noch auf Sie, Herr Abgeordneter Graf, zu sprechen: Sie haben den Wahlvorschlag gemacht. (Abg. Dr. Martin Graf: Das ist mein Recht!) – Okay, aber meine Frage – ich habe sie auch an den Herrn Bundesminister gerichtet – ... (Abg. Dr. Martin Graf: Das ist mein Recht!)
Abg. Mag. Schweitzer: Ist er ja!
Selbstverständlich, wenn Sie ein legitimierter Vertreter sind. (Abg. Mag. Schweitzer: Ist er ja!) Und meine Frage ist schlicht und einfach: Sind Sie ein legitimierter Vertreter? (Abg. Dr. Martin Graf: Selbstverständlich!) – Das, was ich weiß, was ich auf Ihrer Homepage gesehen habe, ist,
Abg. Dr. Martin Graf: Selbstverständlich!
Selbstverständlich, wenn Sie ein legitimierter Vertreter sind. (Abg. Mag. Schweitzer: Ist er ja!) Und meine Frage ist schlicht und einfach: Sind Sie ein legitimierter Vertreter? (Abg. Dr. Martin Graf: Selbstverständlich!) – Das, was ich weiß, was ich auf Ihrer Homepage gesehen habe, ist,
Abg. Mag. Schweitzer: Restaurant Graf!
Also uns ist es nicht gelungen, dieses Unternehmen ausfindig zu machen! Uns ist es dafür gelungen, von der Bundeswirtschaftskammer Auskunft zu erhalten (Abg. Mag. Schweitzer: Restaurant Graf!), und die Bundeswirtschaftskammer hat uns erklärt (Abg. Mag. Schweitzer: Restaurant Graf!): Wir können nicht sagen, ob Herr Graf legitimiert ist, denn er wurde vom Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender nominiert (Abg. Dr. Martin Graf: Dann ist es sicher richtig!), und der wird das wohl geprüft haben.
Abg. Mag. Schweitzer: Restaurant Graf!
Also uns ist es nicht gelungen, dieses Unternehmen ausfindig zu machen! Uns ist es dafür gelungen, von der Bundeswirtschaftskammer Auskunft zu erhalten (Abg. Mag. Schweitzer: Restaurant Graf!), und die Bundeswirtschaftskammer hat uns erklärt (Abg. Mag. Schweitzer: Restaurant Graf!): Wir können nicht sagen, ob Herr Graf legitimiert ist, denn er wurde vom Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender nominiert (Abg. Dr. Martin Graf: Dann ist es sicher richtig!), und der wird das wohl geprüft haben.
Abg. Dr. Martin Graf: Dann ist es sicher richtig!
Also uns ist es nicht gelungen, dieses Unternehmen ausfindig zu machen! Uns ist es dafür gelungen, von der Bundeswirtschaftskammer Auskunft zu erhalten (Abg. Mag. Schweitzer: Restaurant Graf!), und die Bundeswirtschaftskammer hat uns erklärt (Abg. Mag. Schweitzer: Restaurant Graf!): Wir können nicht sagen, ob Herr Graf legitimiert ist, denn er wurde vom Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender nominiert (Abg. Dr. Martin Graf: Dann ist es sicher richtig!), und der wird das wohl geprüft haben.
Abg. Mag. Schweitzer: Darf ich Ihnen was sagen? – Abg. Dr. Petrovic: Nachher!
Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister! Das ist mir zu wenig! Ich möchte von Ihnen eine Auskunft haben, ob Herr Abgeordneter Graf zu dem Zeitpunkt, zu dem er als Versichertenvertreter in die PVAng geschickt wurde, tatsächlich befugt war – genauso wie alle anderen 25, 26 TeilnehmerInnen dieses Gremiums –, darüber abzustimmen. Da schaut es nämlich dann schon etwas anders aus, wenn statt 12 Stimmen für Herrn Gaugg am Ende dann nur mehr elf Stimmen übrig bleiben. Das sind immer noch um drei zu wenig, aber, meine Damen und Herren, man kann als Bundesminister eines nicht tun (Abg. Mag. Schweitzer: Darf ich Ihnen was sagen? – Abg. Dr. Petrovic: Nachher!), nämlich die Augen zumachen und sagen: Es wird schon alles seine Richtigkeit haben. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister! Das ist mir zu wenig! Ich möchte von Ihnen eine Auskunft haben, ob Herr Abgeordneter Graf zu dem Zeitpunkt, zu dem er als Versichertenvertreter in die PVAng geschickt wurde, tatsächlich befugt war – genauso wie alle anderen 25, 26 TeilnehmerInnen dieses Gremiums –, darüber abzustimmen. Da schaut es nämlich dann schon etwas anders aus, wenn statt 12 Stimmen für Herrn Gaugg am Ende dann nur mehr elf Stimmen übrig bleiben. Das sind immer noch um drei zu wenig, aber, meine Damen und Herren, man kann als Bundesminister eines nicht tun (Abg. Mag. Schweitzer: Darf ich Ihnen was sagen? – Abg. Dr. Petrovic: Nachher!), nämlich die Augen zumachen und sagen: Es wird schon alles seine Richtigkeit haben. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Karl Öllinger!
Aber gehen wir weiter: Herr Abgeordneter Gaugg wird in einem Verfahren, das für sich genommen einige Punkte (Abg. Mag. Schweitzer: Karl Öllinger!) – betreffend die Bestellung, die Auswahl des Personalberatungsbüros, den Abstimmungsvorgang (Abg. Mag. Schweitzer: Karl Öllinger! – Abg. Dr. Petrovic – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: Wortmeldung! Sonst: Ruhe!) – offen lässt, zum Generaldirektor-Stellvertreter bestellt. Was bleibt offen? – Alles! Alles bleibt offen! Herr Abgeordneter Gaugg sagt: Ich bin zwar jetzt Generaldirektor-Stellvertreter, aber ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich weiß nicht, wie viel Gehalt ich bekomme. Ich weiß nur, dass ich mehr Gehalt will und dass ich etwas tun will – aber wie viel ich tun will, ob ich das nebenberuflich oder hauptberuflich tun will und tun kann, das weiß ich noch nicht.
Abg. Mag. Schweitzer: Karl Öllinger! – Abg. Dr. Petrovic – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: Wortmeldung! Sonst: Ruhe!
Aber gehen wir weiter: Herr Abgeordneter Gaugg wird in einem Verfahren, das für sich genommen einige Punkte (Abg. Mag. Schweitzer: Karl Öllinger!) – betreffend die Bestellung, die Auswahl des Personalberatungsbüros, den Abstimmungsvorgang (Abg. Mag. Schweitzer: Karl Öllinger! – Abg. Dr. Petrovic – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: Wortmeldung! Sonst: Ruhe!) – offen lässt, zum Generaldirektor-Stellvertreter bestellt. Was bleibt offen? – Alles! Alles bleibt offen! Herr Abgeordneter Gaugg sagt: Ich bin zwar jetzt Generaldirektor-Stellvertreter, aber ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich weiß nicht, wie viel Gehalt ich bekomme. Ich weiß nur, dass ich mehr Gehalt will und dass ich etwas tun will – aber wie viel ich tun will, ob ich das nebenberuflich oder hauptberuflich tun will und tun kann, das weiß ich noch nicht.
Abg. Mag. Schweitzer: Vom Gesetz her darf er was sein?
Ja was gilt jetzt? Was darf er sein: Eines? Beides? Bis irgendwann? Was ist er? (Abg. Mag. Schweitzer: Vom Gesetz her darf er was sein?)
Abg. Mag. Schweitzer: Nenn Beispiele!
Ich rede jetzt nicht vom Gesetz, ich rede vom FPÖ-Demokratievertrag! Ich rede von dem, was Sie immer öffentlich angekündigt haben: dass Sie sich anders verhalten wollen, dass Sie nicht beim Postenschacher mitmachen, dass Sie nicht bei den Privilegien mitmachen, dass Sie nicht beim Proporz mitmachen! – Und was kommt heraus? – Schön machen Sie mit, überall! Wo es nur irgendwie geht, sind die Freiheitlichen dabei. (Abg. Mag. Schweitzer: Nenn Beispiele!) Und wenn es geht, dann werden wir ganz unverschämt, dann verlangen wir nämlich Gagen (Abg. Mag. Schweitzer: Nenn Beispiele!), die jedem qualifizierten Angestellten sonst verwehrt wer
Abg. Mag. Schweitzer: Nenn Beispiele!
Ich rede jetzt nicht vom Gesetz, ich rede vom FPÖ-Demokratievertrag! Ich rede von dem, was Sie immer öffentlich angekündigt haben: dass Sie sich anders verhalten wollen, dass Sie nicht beim Postenschacher mitmachen, dass Sie nicht bei den Privilegien mitmachen, dass Sie nicht beim Proporz mitmachen! – Und was kommt heraus? – Schön machen Sie mit, überall! Wo es nur irgendwie geht, sind die Freiheitlichen dabei. (Abg. Mag. Schweitzer: Nenn Beispiele!) Und wenn es geht, dann werden wir ganz unverschämt, dann verlangen wir nämlich Gagen (Abg. Mag. Schweitzer: Nenn Beispiele!), die jedem qualifizierten Angestellten sonst verwehrt wer
Abg. Nürnberger: Aufpassen, was jetzt kommt!
Das ist viel Geld, aber dafür bekommt man dann auch – was Sie von den Freiheitlichen immer kritisiert haben – eine Super-Pension. Die will Gaugg aber nicht! Da habe mir gedacht: ehrenhaft, wirklich ehrenhaft! Kollege Gaugg verzichtet auf diese Super-Pension, verzichtet sozusagen aber auch auf eine Vorauszahlung von 2 Millionen Schilling. (Abg. Nürnberger: Aufpassen, was jetzt kommt!)
Aha-Rufe bei der SPÖ.
Was wissen wir? – Kollege Gaugg hat schon aus seiner Tätigkeit als Vizebürgermeister, als Landtagsabgeordneter und als Gemeinderat in Klagenfurt eine wunderbare Pension, eine "alte" Politikerpension. Diese steht ihm auch zu; ich bin ihm darum nicht neidig. Nur weiß Kollege Gaugg genauso wie wir – wir wissen das, und Sie brauchen uns nicht für dumm zu verkaufen! –: Wenn Gaugg jetzt die zweite Pension beanspruchen würde, dann wird das gedeckelt; dann verliert er von irgendeinem Teil seiner beiden Pensionen einen kleinen Teil – und das will der Herr Gaugg nicht! Deshalb will Herr Gaugg also lieber auf das Pensionsprivileg der Pensionsversicherungsanstalt verzichten und sagt: Geben Sie mir das lieber in bar! Bar aufs Handerl will der Herr Gaugg das Geld! (Aha-Rufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): Sie, Herr Bundesminister Haupt, haben bei diesem Spiel vom Anfang bis zum Schluss mitgespielt – und nicht Ihre Funktion als Aufsichtsorgan wahrgenommen, denn dann hätte es nicht zur Bestellung des Herrn Gaugg in dieser Form kommen können! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Das war nie die Frage ...!
Herr Kollege Öllinger, Sie als Sozialsprecher der Grünen wissen sicherlich auch – wie übrigens viele andere hier im Hohen Hause –, dass die Dienstordnung sogar expressis verbis vorsieht, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, wenn sie ein öffentliches Mandat ausüben, seitens des Dienstgebers die hiefür notwendige Zeit einzuräumen ist. Daher nochmals: Sogar die Dienstordnung schließt das nicht aus! (Abg. Öllinger: Das war nie die Frage ...!) – Ich danke Ihnen, dass Sie jetzt auch mit diesem Zwischenruf bestätigt haben, dass das keine Frage ist.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da Sie, Herr Abgeordneter Öllinger, hier auch behauptet haben, ich wäre in dieser Sache meiner Aufsichtspflicht nicht nachgekommen: Selbstverständlich bin ich ihr nachgekommen und habe in diesem Zusammenhang auch Rechtsgutachten eingeholt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich war bis 17.41 Uhr am gegenständlichen Tag im Sozialausschuss. – Im Übrigen darf ich Ihnen auch empfehlen, alles über den Verlauf dieser Sitzung des Sozialausschusses nachzulesen! Wenn Sie das tun, können Sie nämlich auch unschwer den Zeitpunkt des Sitzungsendes ersehen. – Ich meine daher, dass diese Frage außer Streit steht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich hoffe, ich habe damit Ihre Anfrage erschöpfend genug beantwortet. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Kogler –: Werner, sag die Wahrheit! – Abg. Ing. Westenthaler: Südafrika ist ausgeschieden!
Als erster Redner zu Wort gemeldet: Herr Abgeordneter Mag. Kogler. Maximale Redezeit: 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Kogler –: Werner, sag die Wahrheit! – Abg. Ing. Westenthaler: Südafrika ist ausgeschieden!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ
Warum ist es eigentlich nur mehr ein Jammerbild und ein Zerrbild? – Kommen wir doch auf diese angebliche Fraktionssitzung mit dem angeblich eintreffenden Bundesminister im angeblichen Fraktionsraum der Freiheitlichen zu sprechen. – Herr Bundesminister! Der Einzige, der hier etwas angeblich sieht, sind Sie. Alle anderen gehen von den Fakten aus, die dort auch protokolliert wurden, und ich würde Sie wirklich herzlich einladen, anlässlich einer Dringlichen Anfra-ge hier nicht mit dem Nebelwerfer zu agieren, sondern die Fragen zu beantworten (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ), sonst muss ich davon ausgehen, dass wir jetzt in einer angeblichen Nationalratssitzung eine angebliche Dringliche Anfrage mit einem angeblichen Sozialminister behandeln. (Abg. Dr. Trinkl: Ja, das kann man so sagen! Das hört sich ge-nauso an!)
Abg. Dr. Trinkl: Ja, das kann man so sagen! Das hört sich ge-nauso an!
Warum ist es eigentlich nur mehr ein Jammerbild und ein Zerrbild? – Kommen wir doch auf diese angebliche Fraktionssitzung mit dem angeblich eintreffenden Bundesminister im angeblichen Fraktionsraum der Freiheitlichen zu sprechen. – Herr Bundesminister! Der Einzige, der hier etwas angeblich sieht, sind Sie. Alle anderen gehen von den Fakten aus, die dort auch protokolliert wurden, und ich würde Sie wirklich herzlich einladen, anlässlich einer Dringlichen Anfra-ge hier nicht mit dem Nebelwerfer zu agieren, sondern die Fragen zu beantworten (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ), sonst muss ich davon ausgehen, dass wir jetzt in einer angeblichen Nationalratssitzung eine angebliche Dringliche Anfrage mit einem angeblichen Sozialminister behandeln. (Abg. Dr. Trinkl: Ja, das kann man so sagen! Das hört sich ge-nauso an!)
Abg. Dr. Martin Graf: Das ist wirklich unerhört! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist hier keine Wahlrede!
Folgender Umstand ist offen geblieben: Wenn Sie darauf rekurrieren, dass Sie quasi einer Verpflichtung nachgekommen seien – ich zitiere Sie wörtlich –, nämlich der Verpflichtung, sich schlau zu machen, rekurrieren Sie ganz offensichtlich auf den § 460 Abs. 4 ASVG, wonach tatsächlich der Bundesminister seine Zustimmung zu geben hat hinsichtlich dieser Bestellungen. Das ist richtig! Aber nach Vorschlag. Vorher sollte Ihnen in Ihrer ministeriellen Funktion maximal die Rolle des Kontrollors, die aber dafür anständig, zukommen, aber es ist sicherlich keine Rede davon, dass der Bundesminister für soziale Angelegenheiten in dieser Sache für diese Postenschacherei von Anfang weg Schmiere zu stehen hat. Davon ist keine Rede in diesem ASVG. (Abg. Dr. Martin Graf: Das ist wirklich unerhört! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist hier keine Wahlrede!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nur, weil Südafrika ausgeschieden ist!
Präsident Dr. Heinz Fischer (das Glockenzeichen gebend): Kollege, wir finden sicher einen anderen Ton, um diese Sachverhalte auszudrücken! (Abg. Ing. Westenthaler: Nur, weil Südafrika ausgeschieden ist!)
Beifall bei den Grünen.
Es ist unverantwortlich, was hier passiert ist, und es ist eigentlich untragbar, was Sie hier gemacht haben. Die Folge davon ist daher der Misstrauensantrag, den wir im Zuge dieser Debatte noch einbringen werden. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich wollte nur sagen, dass Südafrika ausgeschieden ist!
Herr Kollege Westenthaler! Bezeichnen Sie das weiterhin, wie Sie wollen. Sie sind sicher sehr erfinderisch. Ich bin für jeden weiteren Zuruf dankbar. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich wollte nur sagen, dass Südafrika ausgeschieden ist!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Also ich frage Sie, Herr Bundesminister: Wer wird diese 50 000 € tragen? Die Sozialversicherungseinzahler? Das ist wirklich eine interessante Frage. Das ist der glatte Missbrauch einer Personalberatung! Das wird dazu umfunktioniert, die Leute zu belügen, um hier Objektivität vorzugaukeln, aber in Wahrheit haben Sie alles vorher schon ausgepackelt, wie es im Sinne dieser Anfrage ganz deutlich wird und wofür die Beweisführung jetzt schon gelungen ist. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Sie haben sich ja leider in zusätzliche Widersprüche verwickelt, anstatt dass Sie irgendetwas klarer gemacht hätten.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber dass jetzt nicht einmal mehr die Voraussetzungen erfüllt werden müssen, das ist eigentlich neu. Da haben wir auch aufgehorcht. Jetzt plötzlich soll möglicherweise die Prüfungskommission an sich entweder gar nicht mehr gelten, wie es vorgesehen ist, oder eine andere Kommission kommen. Günstigstenfalls wird Kollege Gaugg seine an sich notwendigen Dienstprüfungen vor einer Sonderkommission ablegen müssen. Eine Sonder kommission für eine Sonder prüfung für einen Sonder vertrag für ein besond eres Sonder gehalt des Herrn Gaugg. Das ist Ihre Privilegienbekämpfung! Gratuliere! Neu regieren – wunderbar! So haben wir uns das immer vorgestellt! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der wird aber nicht durchgehen!
(Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Der wird aber nicht durchgehen!) Herr Kollege Westenthaler! Das werden auch Sie einmal zu verant-worten haben, warum der jetzt allenfalls nicht durchgeht, wie Sie hier ankündigen. Im Vorfeld haben Sie wieder davon gesprochen, dass es sich um eine Inflation von Misstrauensanträgen
Abg. Ing. Westenthaler: Das Lamperl leuchtet noch gar nicht!
Ich darf abschließend noch einmal festhalten ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das Lamperl leuchtet noch gar nicht!) Kollege Westenthaler, manchmal kommt man auch mit weniger als 10 Minuten durch. Das ist auch für mich eine neue Erfahrung. Sie sollten sich aber nicht zu früh freuen. (Abg. Mag. Schweitzer: Zu wenig vorbereitet! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt! – Abg. Mag. Schweitzer: Du kannst noch drei Minuten reden!) Sie sollten sich nicht zu früh freuen, denn in Wirklichkeit haben der Herr Bundesminister Strasser und der Herr Bundeskanzler mit ihrer Verteidigungsstrategie heute einen Anlass gegeben, einen Misstrauensantrag gegenüber der gesamten Bundesregierung vorzubereiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Endlich!)
Abg. Mag. Schweitzer: Zu wenig vorbereitet! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt! – Abg. Mag. Schweitzer: Du kannst noch drei Minuten reden!
Ich darf abschließend noch einmal festhalten ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das Lamperl leuchtet noch gar nicht!) Kollege Westenthaler, manchmal kommt man auch mit weniger als 10 Minuten durch. Das ist auch für mich eine neue Erfahrung. Sie sollten sich aber nicht zu früh freuen. (Abg. Mag. Schweitzer: Zu wenig vorbereitet! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt! – Abg. Mag. Schweitzer: Du kannst noch drei Minuten reden!) Sie sollten sich nicht zu früh freuen, denn in Wirklichkeit haben der Herr Bundesminister Strasser und der Herr Bundeskanzler mit ihrer Verteidigungsstrategie heute einen Anlass gegeben, einen Misstrauensantrag gegenüber der gesamten Bundesregierung vorzubereiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Endlich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Endlich!
Ich darf abschließend noch einmal festhalten ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das Lamperl leuchtet noch gar nicht!) Kollege Westenthaler, manchmal kommt man auch mit weniger als 10 Minuten durch. Das ist auch für mich eine neue Erfahrung. Sie sollten sich aber nicht zu früh freuen. (Abg. Mag. Schweitzer: Zu wenig vorbereitet! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt! – Abg. Mag. Schweitzer: Du kannst noch drei Minuten reden!) Sie sollten sich nicht zu früh freuen, denn in Wirklichkeit haben der Herr Bundesminister Strasser und der Herr Bundeskanzler mit ihrer Verteidigungsstrategie heute einen Anlass gegeben, einen Misstrauensantrag gegenüber der gesamten Bundesregierung vorzubereiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Endlich!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich tät’ mir einmal überlegen, warum jeder Misstrauensantrag scheitert!
Diese Verteidigung war eigentlich eine Selbstanklage, und das sollten Sie mit sich selber ausmachen. Kollege Westenthaler, melden Sie sich zu Wort und stellen Sie die Dinge klar! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich tät’ mir einmal überlegen, warum jeder Misstrauensantrag scheitert!)
Abg. Schieder: Bringen Sie den Sachverhalt!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Die Begründung der Dringlichen Anfrage der Grünen durch Kollegen Öllinger war gekennzeichnet durch Unwissenheit und durch eine Unwahrheit. (Abg. Schieder: Bringen Sie den Sachverhalt!) Durch Unwissenheit und durch eine Unwahrheit! Auf die Unwissenheit werde ich in meiner Wortmeldung eingehen, auf die Unwahrheit gehe ich jetzt ein, Kollege Öllinger.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Öllinger, der sich zu Wort melden will –: Es kann keine persönliche Erwiderung geben laut Geschäftsordnung, Kollege Öllinger!
Die Unwahrheit besteht darin, dass Kollege Öllinger behauptet hat, Kollege Gaugg hätte auf eine sehr generöse Pensionsregelung deshalb verzichtet, weil er bereits Anspruch auf eine Politikerpension hätte. Wahr ist vielmehr, dass Kollege Gaugg – so wie auch ich und meine freiheitlichen Kollegen und auch die Grünen – ins neue System optiert hat und somit kein Anrecht auf eine Politikerpension hat. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Öllinger, der sich zu Wort melden will –: Es kann keine persönliche Erwiderung geben laut Geschäftsordnung, Kollege Öllinger!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich gemeint!
Präsident Dr. Heinz Fischer: So einfach ist die Sache nicht. Aber, Herr Kollege, es ist die ganze Fraktion angesprochen worden und nicht ein einzelner Abgeordneter. (Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich gemeint!) Daher kann ich das Wort zu einer persönlichen Erwiderung wirklich nicht erteilen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Martin Graf: Schon wieder ein Eigentor!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Martin Graf: Schon wieder ein Eigentor!
Präsident Dr. Heinz Fischer: So einfach ist die Sache nicht. Aber, Herr Kollege, es ist die ganze Fraktion angesprochen worden und nicht ein einzelner Abgeordneter. (Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich gemeint!) Daher kann ich das Wort zu einer persönlichen Erwiderung wirklich nicht erteilen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Martin Graf: Schon wieder ein Eigentor!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was heißt "Machtergreifung"? Das war ein Parteitag!
Nun, wer ist dieser Abgeordnete Gaugg eigentlich? – Das sollte man wissen, damit man einfach versteht, warum es diese Nibelungentreue gibt; die Nibelungentreue seitens des Sozialministers Haupt bis hin zum Misstrauensantrag, den er heute dafür abkassiert, und die Nibelungentreue des Jörg Haider gegenüber Gaugg. Ja, Gaugg ist ein Mann der ersten Stunde gewesen! Wir erinnern uns an die Machtergreifung Jörg Haiders in der FPÖ. (Abg. Ing. Westenthaler: Was heißt "Machtergreifung"? Das war ein Parteitag!) Das war dieser historische Parteitag, bei dem ein Delegierter damals gesagt hat: Mit dem Steger würde ich nicht auf Urlaub fahren, aber mit dem Haider ginge ich wieder nach Russland. (Abg. Mag. Schweitzer: Der Gusenbauer greift auch nach der Macht, aber er erwischt sie nicht!) Er hat damit ein bisschen was zur Geschichtsaufarbeitung des Zweiten Weltkrieges einbringen wollen, und er hat gesagt, er kann sich durchaus ein zweites Mal Stalingrad, aber unter der Führung Haiders vorstellen. – In der Literatur nachlesbar. (Abg. Mag. Schweitzer: Ist eine demokratische Wahl Machtergreifung?)
Abg. Mag. Schweitzer: Der Gusenbauer greift auch nach der Macht, aber er erwischt sie nicht!
Nun, wer ist dieser Abgeordnete Gaugg eigentlich? – Das sollte man wissen, damit man einfach versteht, warum es diese Nibelungentreue gibt; die Nibelungentreue seitens des Sozialministers Haupt bis hin zum Misstrauensantrag, den er heute dafür abkassiert, und die Nibelungentreue des Jörg Haider gegenüber Gaugg. Ja, Gaugg ist ein Mann der ersten Stunde gewesen! Wir erinnern uns an die Machtergreifung Jörg Haiders in der FPÖ. (Abg. Ing. Westenthaler: Was heißt "Machtergreifung"? Das war ein Parteitag!) Das war dieser historische Parteitag, bei dem ein Delegierter damals gesagt hat: Mit dem Steger würde ich nicht auf Urlaub fahren, aber mit dem Haider ginge ich wieder nach Russland. (Abg. Mag. Schweitzer: Der Gusenbauer greift auch nach der Macht, aber er erwischt sie nicht!) Er hat damit ein bisschen was zur Geschichtsaufarbeitung des Zweiten Weltkrieges einbringen wollen, und er hat gesagt, er kann sich durchaus ein zweites Mal Stalingrad, aber unter der Führung Haiders vorstellen. – In der Literatur nachlesbar. (Abg. Mag. Schweitzer: Ist eine demokratische Wahl Machtergreifung?)
Abg. Mag. Schweitzer: Ist eine demokratische Wahl Machtergreifung?
Nun, wer ist dieser Abgeordnete Gaugg eigentlich? – Das sollte man wissen, damit man einfach versteht, warum es diese Nibelungentreue gibt; die Nibelungentreue seitens des Sozialministers Haupt bis hin zum Misstrauensantrag, den er heute dafür abkassiert, und die Nibelungentreue des Jörg Haider gegenüber Gaugg. Ja, Gaugg ist ein Mann der ersten Stunde gewesen! Wir erinnern uns an die Machtergreifung Jörg Haiders in der FPÖ. (Abg. Ing. Westenthaler: Was heißt "Machtergreifung"? Das war ein Parteitag!) Das war dieser historische Parteitag, bei dem ein Delegierter damals gesagt hat: Mit dem Steger würde ich nicht auf Urlaub fahren, aber mit dem Haider ginge ich wieder nach Russland. (Abg. Mag. Schweitzer: Der Gusenbauer greift auch nach der Macht, aber er erwischt sie nicht!) Er hat damit ein bisschen was zur Geschichtsaufarbeitung des Zweiten Weltkrieges einbringen wollen, und er hat gesagt, er kann sich durchaus ein zweites Mal Stalingrad, aber unter der Führung Haiders vorstellen. – In der Literatur nachlesbar. (Abg. Mag. Schweitzer: Ist eine demokratische Wahl Machtergreifung?)
Abg. Mag. Schweitzer: Du wirst nicht mehr auf die Schultern gehoben!
Der gute Abgeordnete Gaugg war ja damals auch einer von den zweien, die Jörg Haider auf ihre Schultern hoben. Wir sehen heute noch die Fotos, wo er Jörg aufhob. (Abg. Mag. Schweitzer: Du wirst nicht mehr auf die Schultern gehoben!) Also er war ein Mann der ersten Stunde und unter Steger wahrscheinlich ein Illegaler, der unter dem Revers das Haider-Abzeichen hatte und angedeutet hat, wenn Haider endlich die Macht ergreift, dann kommt er aus seiner Illegalität hervor und wird sich deklarieren. Und das hat er getan!
Abg. Ing. Westenthaler: Reihenweise fehlen die Abgeordneten bei Ihnen! Da gibt es keine Nibelungentreue!
Und jetzt ist die Stunde der Dankbarkeit. Jetzt müssen Sie alle, die Sie hier sitzen, diese Diskussion aushalten. Die müssen Sie aushalten. Sie werden sich alle fragen, wieso Sie den Kopf hinhalten müssen, damit der Herr Gaugg in diese Superposition kommt. Aus purer Liebe ma-chen Sie das, weil Sie da gerade so mit glitzernden Augen schauen? Aus purer Liebe? – Nein, es ist die Dankbarkeit und die Nibelungentreue! (Abg. Ing. Westenthaler: Reihenweise fehlen die Abgeordneten bei Ihnen! Da gibt es keine Nibelungentreue!)
Abg. Dr. Ofner: Der Cap ist nur auf das Fernsehen eingestellt!
Dafür nehmen Sie alles in Kauf: dass Sie nicht mehr – es ist ohnehin schon fast unglaubwürdig, aber ein paar scheinen es geglaubt zu haben, wenn man die Wahlergebnisse betrachtet – die Antiprivilegienpartei sind, dass Sie nicht mehr die Partei sind, die gegen Postenschacher, gegen Parteibuchwirtschaft ist. (Abg. Dr. Ofner: Der Cap ist nur auf das Fernsehen eingestellt!) Da sind Sie alle hier herausgekommen. Sie auch da mit Ihrem Schmäh: So weit wird es gehen, bis die ÖVP herunterfliegt von den Bänken!
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich sage Ihnen etwas: Sie sollten Postenbesetzungsseminare in der ÖVP-Akademie besuchen. Die können das nämlich besser als Sie. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Die werden Ihnen zeigen, wie man das macht. Butterweich und flächendeckend, ohne dass man es merkt. (Abg. Neudeck: Richtig!) Man macht eine Tür auf, und schon sitzt ein Schwarzer drinnen. Man macht die Tür zu, und der zweite ist mittlerweile hinter Ihrem Rücken auch schon drinnen. So
Abg. Neudeck: Richtig!
Ich sage Ihnen etwas: Sie sollten Postenbesetzungsseminare in der ÖVP-Akademie besuchen. Die können das nämlich besser als Sie. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Die werden Ihnen zeigen, wie man das macht. Butterweich und flächendeckend, ohne dass man es merkt. (Abg. Neudeck: Richtig!) Man macht eine Tür auf, und schon sitzt ein Schwarzer drinnen. Man macht die Tür zu, und der zweite ist mittlerweile hinter Ihrem Rücken auch schon drinnen. So
Heiterkeit bei der SPÖ.
Jetzt sitzen Sie zufällig gerade, Klubobmann Westenthaler, aber normalerweise liegen Sie mit dem Bauch auf dem Tisch, weil Sie dauernd über den Tisch gezogen werden von der ÖVP, wenn es um Postenbesetzungen geht. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Aber fragen Sie sich doch bitte, warum Klubobmann Khol in so stoischer Ruhe, man kann fast sagen, aristokratisch vornehm, hier sitzt. (Abg. Mag. Posch: Nein, vornehm ist er nicht!) In dem Moment, in dem er hier sitzt und nichts sagt, sind in der Zwischenzeit schon wieder drei Posten mit ÖVPlern besetzt worden. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Sie wissen es nur noch nicht. Und wieder hat ein Blauer den Kürzeren gezogen.
Abg. Mag. Posch: Nein, vornehm ist er nicht!
Jetzt sitzen Sie zufällig gerade, Klubobmann Westenthaler, aber normalerweise liegen Sie mit dem Bauch auf dem Tisch, weil Sie dauernd über den Tisch gezogen werden von der ÖVP, wenn es um Postenbesetzungen geht. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Aber fragen Sie sich doch bitte, warum Klubobmann Khol in so stoischer Ruhe, man kann fast sagen, aristokratisch vornehm, hier sitzt. (Abg. Mag. Posch: Nein, vornehm ist er nicht!) In dem Moment, in dem er hier sitzt und nichts sagt, sind in der Zwischenzeit schon wieder drei Posten mit ÖVPlern besetzt worden. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Sie wissen es nur noch nicht. Und wieder hat ein Blauer den Kürzeren gezogen.
Heiterkeit bei der SPÖ.
Jetzt sitzen Sie zufällig gerade, Klubobmann Westenthaler, aber normalerweise liegen Sie mit dem Bauch auf dem Tisch, weil Sie dauernd über den Tisch gezogen werden von der ÖVP, wenn es um Postenbesetzungen geht. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Aber fragen Sie sich doch bitte, warum Klubobmann Khol in so stoischer Ruhe, man kann fast sagen, aristokratisch vornehm, hier sitzt. (Abg. Mag. Posch: Nein, vornehm ist er nicht!) In dem Moment, in dem er hier sitzt und nichts sagt, sind in der Zwischenzeit schon wieder drei Posten mit ÖVPlern besetzt worden. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Sie wissen es nur noch nicht. Und wieder hat ein Blauer den Kürzeren gezogen.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
So läuft das im Wesentlichen ab, während Sie Ritter Gaugg in Nibelungentreue in die Pensionsversicherungsanstalt für Arbeitnehmer einreiten lassen wollen und dann auch noch öffentlich streiten: Soll er mit Mandat rein? Ohne Mandat rein? Soll er den oder den Vertrag kriegen? Minister Haupt versucht hier, den politischen Alzheimer der ÖVP zu kopieren, indem er die ganze Zeit sagt, er war nicht bei dieser Verschwörerbesprechung. Der gute Herr Wetscherek, den Sie alle gewählt haben, der war dabei, denn es ist um seinen Kopf gegangen. Von der ÖVP war der Herr Tancsits dabei. Herr Tancsits, können Sie sich noch erinnern? Eine tolle Sitzung war das! Endlich wieder einmal zusammenkommen, eine Liste nehmen, alles bis hinunter zum Arzt, vielleicht auch noch bis zum Portier wird besetzt. Alles andere auch noch, Lüftungsanlagen, alles, was es dort gibt. Das wird ausgemacht und verteilt, denn das ist alles Privateigentum. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist Ihr Bereich, denn da wird bestimmt! So, wie das bei Ihnen in Niederösterreich und in anderen Bundesländern gemacht wird, soll ganz Österreich durchorganisiert werden. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
So läuft das im Wesentlichen ab, während Sie Ritter Gaugg in Nibelungentreue in die Pensionsversicherungsanstalt für Arbeitnehmer einreiten lassen wollen und dann auch noch öffentlich streiten: Soll er mit Mandat rein? Ohne Mandat rein? Soll er den oder den Vertrag kriegen? Minister Haupt versucht hier, den politischen Alzheimer der ÖVP zu kopieren, indem er die ganze Zeit sagt, er war nicht bei dieser Verschwörerbesprechung. Der gute Herr Wetscherek, den Sie alle gewählt haben, der war dabei, denn es ist um seinen Kopf gegangen. Von der ÖVP war der Herr Tancsits dabei. Herr Tancsits, können Sie sich noch erinnern? Eine tolle Sitzung war das! Endlich wieder einmal zusammenkommen, eine Liste nehmen, alles bis hinunter zum Arzt, vielleicht auch noch bis zum Portier wird besetzt. Alles andere auch noch, Lüftungsanlagen, alles, was es dort gibt. Das wird ausgemacht und verteilt, denn das ist alles Privateigentum. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist Ihr Bereich, denn da wird bestimmt! So, wie das bei Ihnen in Niederösterreich und in anderen Bundesländern gemacht wird, soll ganz Österreich durchorganisiert werden. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Neudeck: Das könnte man sich mit einem roten Parteibuch alles ersparen!
Der Herr Gaugg ist da. Er hat wahrscheinlich wieder Skripten studiert für die vielen Prüfungen, die er nachmachen muss. Sind wir durch? Haben wir es schon auswendig gelernt? Aber es ist ein bisschen viel: die A-Prüfung, die B-Prüfung, die C-Prüfung, für Sie wahrscheinlich noch die D-Prüfung dazu. (Abg. Neudeck: Das könnte man sich mit einem roten Parteibuch alles ersparen!) Da muss man schon ein bisschen etwas lernen, bis es einmal so weit ist, dass man ein bisschen die Qualifikationen erbringt. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Der Herr Gaugg ist da. Er hat wahrscheinlich wieder Skripten studiert für die vielen Prüfungen, die er nachmachen muss. Sind wir durch? Haben wir es schon auswendig gelernt? Aber es ist ein bisschen viel: die A-Prüfung, die B-Prüfung, die C-Prüfung, für Sie wahrscheinlich noch die D-Prüfung dazu. (Abg. Neudeck: Das könnte man sich mit einem roten Parteibuch alles ersparen!) Da muss man schon ein bisschen etwas lernen, bis es einmal so weit ist, dass man ein bisschen die Qualifikationen erbringt. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler
Aber der Herr Strasser hat es zu bunt getrieben. Das ist nämlich der Zweite. Jetzt können Sie (in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler) stoisch da sitzen, und jetzt kann Herr Klubobmann Khol ein bisschen Nervosität spielen. Strasser hat es zu bunt getrieben. Der ist der Zweite, der heute drankommt, und mit Recht drankommt, denn er ist der Dreisteste von allen. Er ist zwar auch der Cleverste, aber zu dreist. Die Schlauheit kann auch übertrieben werden. Daher gibt es
Abg. Neudeck: Das habt ihr der Bevölkerung schon längst gezeigt!
Wir werden diese Misstrauensanträge natürlich unterstützen. Wir werden auch der Bevölkerung mitteilen, was Sie hier aufführen mit deren Steuergeldern, mit den Beiträgen, die sie einzahlt. (Abg. Neudeck: Das habt ihr der Bevölkerung schon längst gezeigt!) Wir werden ihr sagen, wie wucherisch Sie damit umgehen, nur damit Sie Ihre Freunderln hier unterbringen: hier in Ihrer "Privatrepublik", zu der Sie Österreich degradieren wollen. (Abg. Mag. Schweitzer: Ja, ja, ja!) Es ist skandalös! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie demonstrativer Beifall des Abg. Gaugg. )
Abg. Mag. Schweitzer: Ja, ja, ja!
Wir werden diese Misstrauensanträge natürlich unterstützen. Wir werden auch der Bevölkerung mitteilen, was Sie hier aufführen mit deren Steuergeldern, mit den Beiträgen, die sie einzahlt. (Abg. Neudeck: Das habt ihr der Bevölkerung schon längst gezeigt!) Wir werden ihr sagen, wie wucherisch Sie damit umgehen, nur damit Sie Ihre Freunderln hier unterbringen: hier in Ihrer "Privatrepublik", zu der Sie Österreich degradieren wollen. (Abg. Mag. Schweitzer: Ja, ja, ja!) Es ist skandalös! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie demonstrativer Beifall des Abg. Gaugg. )
Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie demonstrativer Beifall des Abg. Gaugg.
Wir werden diese Misstrauensanträge natürlich unterstützen. Wir werden auch der Bevölkerung mitteilen, was Sie hier aufführen mit deren Steuergeldern, mit den Beiträgen, die sie einzahlt. (Abg. Neudeck: Das habt ihr der Bevölkerung schon längst gezeigt!) Wir werden ihr sagen, wie wucherisch Sie damit umgehen, nur damit Sie Ihre Freunderln hier unterbringen: hier in Ihrer "Privatrepublik", zu der Sie Österreich degradieren wollen. (Abg. Mag. Schweitzer: Ja, ja, ja!) Es ist skandalös! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie demonstrativer Beifall des Abg. Gaugg. )
Abg. Nürnberger: Er will auch ein Joghurt!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Dr. Khol zu Wort gemeldet. Sie besteht aus der Wiedergabe des zu berichtigenden Sachverhaltes und dann der Darstellung des tatsächlichen Sachverhaltes. (Abg. Nürnberger: Er will auch ein Joghurt!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Posch: Für den Jenewein!
Als Vorstandsmitglied der Politischen Akademie berichtige ich tatsächlich: Solche Seminare finden bei der Politischen Akademie nicht statt, aber offensichtlich im Renner-Institut. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Posch: Für den Jenewein!)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Der hat um 4 Uhr Dienstschluss gehabt!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Feurstein. – Bitte. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Der hat um 4 Uhr Dienstschluss gehabt!)
Abg. Schwemlein: "Begleitumstände" ist richtig!
Abgeordneter Dr. Gottfried Feurstein (ÖVP): Herr Präsident! Herr Minister! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Ich glaube, alle sind der Meinung, dass manche Begleitumstände bei der Bestellung von Herrn Abgeordnetem Gaugg nicht überall goutiert worden sind (Abg. Schwemlein: "Begleitumstände" ist richtig!), aber auch nicht diese Dringliche Anfrage, meine Damen und Herren. Die gehört nämlich genau in dieses Fahrwasser.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: "Machtergreifung" ist nicht okay!
Die Ausdrücke, die Sie, Herr Abgeordneter Cap, verwendet haben – zum Beispiel "Machtergreifung" –, gehören eigentlich nicht ins österreichische Parlament. Wir sollten niemandem vorwerfen, er ergreift die Macht. Wir sind Demokraten und sollten auch in diesem Sinne handeln, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: "Machtergreifung" ist nicht okay!)
Abg. Schwemlein: Woher wissen Sie das?
Noch etwas, Herr Abgeordneter Cap, da Sie von Postenbesetzungen sprechen: Ich kenne nur einen Bereich, ich kenne das Sozialministerium, und ich kenne das AMS. Ich kenne bis heute noch keinen AMS-Leiter, der nicht SPÖ-Mitglied oder SPÖ-Sympathisant ist. Dabei geht es um 90 Stellen. (Abg. Schwemlein: Woher wissen Sie das?) – Ja, ich kenne alle, weil ich mich sehr damit auseinander gesetzt habe. (Abg. Schwemlein: Persönliche Schnüffelei!) Nennen Sie mir einen, der nicht Sympathisant Ihrer Partei ist, meine Damen und Herren von der SPÖ! Damit müssen Sie mir nicht kommen. Die Postenbesetzung der SPÖ war immer eine großartige Vorgangsweise der SPÖ-Funktionäre. Das haben Sie verstanden, und Sie verstehen es immer noch, Herr Abgeordneter Cap. Hier sollten Sie kein Öl ins Feuer gießen oder die Dinge falsch darstellen. Sie sitzen hier wirklich mitten im Wasserfall drinnen, meine Damen und Herren.
Abg. Schwemlein: Persönliche Schnüffelei!
Noch etwas, Herr Abgeordneter Cap, da Sie von Postenbesetzungen sprechen: Ich kenne nur einen Bereich, ich kenne das Sozialministerium, und ich kenne das AMS. Ich kenne bis heute noch keinen AMS-Leiter, der nicht SPÖ-Mitglied oder SPÖ-Sympathisant ist. Dabei geht es um 90 Stellen. (Abg. Schwemlein: Woher wissen Sie das?) – Ja, ich kenne alle, weil ich mich sehr damit auseinander gesetzt habe. (Abg. Schwemlein: Persönliche Schnüffelei!) Nennen Sie mir einen, der nicht Sympathisant Ihrer Partei ist, meine Damen und Herren von der SPÖ! Damit müssen Sie mir nicht kommen. Die Postenbesetzung der SPÖ war immer eine großartige Vorgangsweise der SPÖ-Funktionäre. Das haben Sie verstanden, und Sie verstehen es immer noch, Herr Abgeordneter Cap. Hier sollten Sie kein Öl ins Feuer gießen oder die Dinge falsch darstellen. Sie sitzen hier wirklich mitten im Wasserfall drinnen, meine Damen und Herren.
Abg. Öllinger: Nein! § 538, lesen Sie nach!
Und dann gab es Vorschläge für den Stellvertreter. Es gab zwei Vorschläge, es gab den Vorschlag Gaugg und es gab den Vorschlag Freitag. Der Vorschlag Gaugg und der Vorschlag Freitag wurden in einem Wahlverfahren abgestimmt, und auch hiebei gab es eine klare Relation: 12 : 11 : 3. Und es ist eindeutig so, dass bei Wahlen – der Minister hat schon auf die Beschlüsse hingewiesen, wenn man das Ganze schon so wie der Abgeordnete Öllinger auf Wahlen abstellt, dass es sich also hiebei um Wahlen handelt – die gültigen Stimmen zu zählen sind. (Abg. Öllinger: Nein! § 538, lesen Sie nach!)
Abg. Öllinger: Nein, der Nationalrat ist unmaßgeblich!
Ich lese jetzt nach, was bei uns hier im Nationalrat gilt. (Abg. Öllinger: Nein, der Nationalrat ist unmaßgeblich!) Ich sage Ihnen: Genau die gleiche Regelung gibt es im ASVG. Entscheidend ist die Mehrheit der gültigen Stimmen. Die unbedingte Mehrheit der gültigen Stimmen ist entscheidend, wenn es sich um Wahlen handelt. (Widerspruch des Abg. Öllinger. )
Widerspruch des Abg. Öllinger.
Ich lese jetzt nach, was bei uns hier im Nationalrat gilt. (Abg. Öllinger: Nein, der Nationalrat ist unmaßgeblich!) Ich sage Ihnen: Genau die gleiche Regelung gibt es im ASVG. Entscheidend ist die Mehrheit der gültigen Stimmen. Die unbedingte Mehrheit der gültigen Stimmen ist entscheidend, wenn es sich um Wahlen handelt. (Widerspruch des Abg. Öllinger. )
Abg. Öllinger: Das war in den Zeitungen zu lesen!
Sie argumentieren mit Hinweisen auf verschiedene Umstände, die irgendwo geäußert worden sind, und zitieren eine Reihe von vertraulichen Papieren. (Abg. Öllinger: Das war in den Zeitungen zu lesen!) – Nein, es geht um vertrauliche Papiere. Sie schreiben auf der Seite 2 Ihres Antrags, dass Sie vertraulichen Papieren manches entnehmen. – Ich meine, wir sollten hier nicht mit vertraulichen Papieren argumentieren, sondern wir sollten mit Fakten argumentieren, und die Fakten habe ich Ihnen aufgezählt. Ich stelle also fest: Auch dieser Vorgang, die Wahl des Abgeordneten Gaugg, war korrekt.
Abg. Öllinger: Das hat doch niemand gesagt!
Die letzte Frage, die sich stellt: Ist es mit seiner Funktion vereinbar, dass sich ein Abgeordneter um einen solchen Posten bewirbt? – Es hat in der Vergangenheit immer wieder solche Bewerbungen gegeben. Abgeordnete haben sich um führende Posten in allen möglichen Bereichen beworben. Diese Bewerbungen wurden immer akzeptiert. Warum wollen Sie die Bewerbung des Abgeordneten Gaugg nicht akzeptieren? (Abg. Öllinger: Das hat doch niemand gesagt!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich meine also, das Ganze, was Sie hier aufführen, ist ein Sturm im Wasserglas. Es entbehrt jeder Grundlage, weil die Vorgangsweise korrekt war. Es gab korrekte Ausschreibungen, es gab korrekte Vorgangsweisen im Überleitungsausschuss, und es handelt sich jetzt einzig und allein um die Frage der vertraglich eindeutigen Bestellung des Abgeordneten Gaugg durch die Pensionsversicherungsanstalt der Angestellten beziehungsweise durch die neue Pensionsversicherungsanstalt und deren Überleitungsausschuss. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Da muss ich jetzt was dazu sagen!
Herr Kollege Öllinger! Womöglich wider besseres Wissen zu behaupten, dass Kollege Gaugg einen Anspruch auf eine Politikerpension habe und sich deshalb nicht um die bessere Pensionsmöglichkeit bemüht habe, das finde ich schon mehr als bedenkenswert. Kollege Gaugg ist als Parlamentarier dieses Hauses so wie andere auch ganz normal bei der Wiener Städtischen versichert und zahlt seine Pensionsbeiträge ein, um einmal eine Privatpension zu bekommen. – Das zur Unwahrheit, Herr Kollege Öllinger! (Abg. Öllinger: Da muss ich jetzt was dazu sagen!)
Abg. Edlinger: Die sind immer mit Listen gekommen!
Und jetzt bleiben wir einfach bei den Fakten, Herr Kollege Cap. Im Gegensatz zu den vielen Besetzungen, die Sie in 30 Jahren auf rein parteipolitischer Basis gemacht haben, gemeinsam mit der ÖVP, natürlich gemeinsam mit der ÖVP, und vielleicht hat die ÖVP das damals auch besser gekonnt ... (Abg. Edlinger: Die sind immer mit Listen gekommen!) – Das mag schon sein; ich kann da nicht mitreden, weil Sie da gepackelt haben.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein tödlicher Postenschacher!
Sie waren ja einer der Oberpackler in der Praschak-Geschichte, habe ich in den Protokollen nachlesen können, Herr Kollege Edlinger! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein tödlicher Postenschacher!) In einem der größten Packler-Skandale, der schlussendlich auch zum Tod eines ganz wesentlichen Bankiers geführt hat, waren Sie einer der Oberverhandler, einer von jenen, die einen ehemaligen SPÖ-Minister zu Unrecht in eine Position gehievt haben, was letztlich zum Tod des Herrn Praschak geführt hat. (Ruf bei den Freiheitlichen: Jawohl!) Da waren Sie dabei, Herr Kollege Edlinger! (Abg. Edlinger: ... Wahnsinn ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger trägt Mitschuld!)
Ruf bei den Freiheitlichen: Jawohl!
Sie waren ja einer der Oberpackler in der Praschak-Geschichte, habe ich in den Protokollen nachlesen können, Herr Kollege Edlinger! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein tödlicher Postenschacher!) In einem der größten Packler-Skandale, der schlussendlich auch zum Tod eines ganz wesentlichen Bankiers geführt hat, waren Sie einer der Oberverhandler, einer von jenen, die einen ehemaligen SPÖ-Minister zu Unrecht in eine Position gehievt haben, was letztlich zum Tod des Herrn Praschak geführt hat. (Ruf bei den Freiheitlichen: Jawohl!) Da waren Sie dabei, Herr Kollege Edlinger! (Abg. Edlinger: ... Wahnsinn ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger trägt Mitschuld!)
Abg. Edlinger: ... Wahnsinn ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger trägt Mitschuld!
Sie waren ja einer der Oberpackler in der Praschak-Geschichte, habe ich in den Protokollen nachlesen können, Herr Kollege Edlinger! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein tödlicher Postenschacher!) In einem der größten Packler-Skandale, der schlussendlich auch zum Tod eines ganz wesentlichen Bankiers geführt hat, waren Sie einer der Oberverhandler, einer von jenen, die einen ehemaligen SPÖ-Minister zu Unrecht in eine Position gehievt haben, was letztlich zum Tod des Herrn Praschak geführt hat. (Ruf bei den Freiheitlichen: Jawohl!) Da waren Sie dabei, Herr Kollege Edlinger! (Abg. Edlinger: ... Wahnsinn ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger trägt Mitschuld!)
Abg. Dr. Cap: Wer?
Kollege Gaugg hat sich gemeinsam mit 40 anderen Kandidaten beworben, und ihm wurde attestiert, dass er ein dynamisch-selbstbewusstes Auftreten hat, durchsetzungskräftig ist, weiß, was er will, dass er planerische Fähigkeiten hat, dass er ein Stratege und Motivator ist und dass er eine hohe Führungskompetenz hat. (Abg. Dr. Cap: Wer?) – All das wurde Kollegen Gaugg von einem unabhängigen Personalberatungsbüro bescheinigt, und er wurde als der Bestqualifizierte für diese Position beschrieben. (Abg. Dr. Cap: Was ist mit der Bank für Steiermark und Kärnten?)
Abg. Dr. Cap: Was ist mit der Bank für Steiermark und Kärnten?
Kollege Gaugg hat sich gemeinsam mit 40 anderen Kandidaten beworben, und ihm wurde attestiert, dass er ein dynamisch-selbstbewusstes Auftreten hat, durchsetzungskräftig ist, weiß, was er will, dass er planerische Fähigkeiten hat, dass er ein Stratege und Motivator ist und dass er eine hohe Führungskompetenz hat. (Abg. Dr. Cap: Wer?) – All das wurde Kollegen Gaugg von einem unabhängigen Personalberatungsbüro bescheinigt, und er wurde als der Bestqualifizierte für diese Position beschrieben. (Abg. Dr. Cap: Was ist mit der Bank für Steiermark und Kärnten?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Und dann, Herr Kollege Cap, kommt es zur Wahl in diesem Überleitungsausschuss, in dem die FPÖ mit 3 von 25 Mitgliedern vertreten ist. Ich betone, mit drei, die SPÖ mit vielen mehr! – Und in diesem Überleitungsausschuss ist es dann so, dass die SPÖ jemanden als Konkurrenten von Reinhart Gaugg vorschlägt, der bereits ewig lange für die SPÖ Landtagsabgeordneter war, der seit zwölf Jahren in diesem Unternehmen tätig war, ohne jemals die Dienstprüfung gemacht zu haben. – Typisch für die SPÖ: Keine Qualifikation, aber jahrelang dabei, und mit Supergagen noch dazu! Und das ist es, was ich Ihnen zum Vorwurf mache. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.
Sie regen sich über eine rechtmäßige Bestellung auf und haben kiloweise Butter am Kopf. Peter Westenthaler hat das heute Vormittag hervorragend beschrieben. Und seien Sie froh, dass die Sonne nicht scheint, Sie wären schon fett bis über die Ohren von der zergehenden Butter auf Ihren SPÖ-Köpfen! (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.)
Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.
Aber wir von der FPÖ, meine sehr geehrten Damen und Herren, haben der ÖVP, haben der SPÖ, haben den Grünen einen Vorschlag gemacht, der da lautet: Beraten wir doch gemeinsam über eine Novellierung des Unvereinbarkeitsgesetzes, und schauen wir uns einmal an, was mit einem Mandat im Parlament vereinbar ist und was nicht! Wir sind der Auffassung, dass hier im Nationalrat einige mit unvereinbaren Jobs sitzen, und das vor allem in den Reihen der SPÖ, wie eine Sophie Bauer, eine Renate Csörgits, ein Rudolf Parnigoni, ein Franz Riepl, eine Heidrun Silhavy, ein Fritz Verzetnitsch, ein Manfred Lackner, eine Ilse Mertel, natürlich ein Rudolf Nürnberger, ein Otto Pendl, ein Rainer Wimmer, eine Maria Kubitschek, ein Johann Maier, ein Erwin Niederwieser, ein Josef Horn. Schauen wir uns das doch einmal an! (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.) Machen wir das gesetzlich fest!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Kollege Nürnberger! Wie war es denn, als Sie auf der Straße am Vormittag gegen das demonstriert haben, wofür Sie hier dann am Nachmittag gestimmt haben? Wer ist stärker, ich, der Nürnberger auf der Straße, oder ich, der Nürnberger im Parlament? – Das ist eine Unvereinbarkeit! Sie haben hier als Vertreter der Gewerkschaft, die draußen gegen das auftritt, was dann hier herinnen von Ihnen beschlossen wird, nichts verloren. Das möchte ich Ihnen schon klar und deutlich sagen. Das war aber 1999 und davor immer der Fall. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Lex Gaugg!
Genauso ist es beim Kollegen Verzetnitsch. Also was hindert Sie daran? Kommen Sie heraus und sagen Sie, was Sie daran hindert, dieses Unvereinbarkeitsgesetz mit uns zu beraten! – Ich weiß es: Ihre Reihen würden sich schrecklich lichten, weil Sie auf Grund einer Einfärbungspolitik von früher sehr viele Leute dorthin gebracht haben, wo sie wegen mangelnder Qualifikation nichts verloren hätten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Lex Gaugg!)
Abg. Gaugg: Der war auch ein Roter!
Ich erinnere an den ehemaligen Leiter der Geschäftsstelle des Arbeitsmarktservice Deutschlandsberg, das ist Herr Abgeordneter Staffaneller, seines Zeichens sicherlich kein Roter. (Abg. Gaugg: Der war auch ein Roter!) Er ist derzeit ein Mitglied Ihrer Partei. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Blattschuss! Und Wittmann liegt schon wieder im Fettnäpfchen!)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Blattschuss! Und Wittmann liegt schon wieder im Fettnäpfchen!
Ich erinnere an den ehemaligen Leiter der Geschäftsstelle des Arbeitsmarktservice Deutschlandsberg, das ist Herr Abgeordneter Staffaneller, seines Zeichens sicherlich kein Roter. (Abg. Gaugg: Der war auch ein Roter!) Er ist derzeit ein Mitglied Ihrer Partei. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Blattschuss! Und Wittmann liegt schon wieder im Fettnäpfchen!)
Abg. Gaugg: Das ist eine Bezichtigung, eine Selbstbezichtigung! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Selbstgeißelung war das! – Ruf bei den Freiheitlichen: Der klassische Bauchfleck!
Ich erinnere an den stellvertretenden Vorstand des Arbeitsmarktservice Österreich, Böhm, der ebenfalls nicht der SPÖ angehört, sondern der ÖVP. (Abg. Gaugg: Das ist eine Bezichtigung, eine Selbstbezichtigung! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Selbstgeißelung war das! – Ruf bei den Freiheitlichen: Der klassische Bauchfleck!)
Anhaltende ironische Heiterkeit und weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste tatsächliche Berichtigung: Herr Abgeordneter Öllinger. (Anhaltende ironische Heiterkeit und weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Cap: Hat er euch gelegt, der Abgeordnete Gaugg? – Abg. Dr. Martin Graf: Kollege Öllinger könnte morgen in einer Pensionsversicherungsanstalt anfangen! – Abg. Dr. Wittmann: Hat er euch das nicht gesagt? – Abg. Neudeck: Er hat noch keinen Vertrag!
Ich habe in meinen Ausführungen darauf hingewiesen, dass Herr Abgeordneter Gaugg sechs Jahre lang Vizebürgermeister der Stadt Klagenfurt, zwei Jahre lang Landtagsabgeordneter des Landes Kärnten und darüber hinaus vier Jahre lang Gemeinderat war, und nach den Bestimmungen des Kärntner Bezügegesetzes in der damals gültigen Fassung von 1992 ist er damit pensionsberechtigt. Sollte er das nicht wissen, das Kärntner Bezügegesetz ist bei mir einsichtig. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Cap: Hat er euch gelegt, der Abgeordnete Gaugg? – Abg. Dr. Martin Graf: Kollege Öllinger könnte morgen in einer Pensionsversicherungsanstalt anfangen! – Abg. Dr. Wittmann: Hat er euch das nicht gesagt? – Abg. Neudeck: Er hat noch keinen Vertrag!)
Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Petrovic. – Bitte. (Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Böhacker: Hoffentlich redet sie nicht über die "Abfertigung neu", denn davon hat sie keine Ahnung!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! (Abg. Böhacker: Hoffentlich redet sie nicht über die "Abfertigung neu", denn davon hat sie keine Ahnung!) Es werden sich vor allem die Bürgerinnen und Bürger ein Bild über das Sittenspiel machen, das sich hier vollzieht.
Abg. Dr. Pumberger: Seien Sie froh!
Herr Bundesminister! Ein paar sehr merkwürdige Ausführungen haben Sie zum Fragenblock 1 bis 5 von sich gegeben. Sie haben einerseits Dinge gesagt, die Sie nicht gefragt wurden, jedenfalls nicht in dieser Anfrage. (Abg. Dr. Pumberger: Seien Sie froh!) Sie haben da sehr viele Details wiedergegeben, etwa dass Sie bis 17.41 Uhr im Sozialausschuss waren, dass Sie dazwischen ein paar kleinere Gespräche mit Einzelpersonen hatten und dann um 18 Uhr im FPÖ-Klub waren, und dort sei angeblich eine Sitzung gewesen.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Böhacker.
Ich weiß natürlich nicht, was dort war. Ich kann aber die Ereignisse sehr genau nachvollziehen, nämlich dass es jedenfalls für den Posten des Generaldirektors einen Vorschlag von zwei geeigneten Personen gab – es wurde aber nur über einen abgestimmt. Die Frage von Karl Öllinger, was mit dem Zweiten geschehen sei, wurde nicht beantwortet. Auch das ist ein dunkles Loch. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Böhacker. )
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger.
Für den Stellvertreter gab es vier als geeignet eingestufte Personen – zwei davon werden einer weiteren Behandlung unterzogen. Und was ist mit dem Rest? – Dazu liest der Herr Bundesminister jetzt den "U-Express", von dem ich nicht annehme, dass das drinsteht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger. )
Abg. Dr. Pumberger: "Bewerberinnen" müssen Sie zuerst sagen!
Wissen Sie, wie das nur auf Grund der Dinge, die nach außen sichtbar wurden, aussieht? – Man setzte natürlich ein seriöses Personalberatungsunternehmen dafür ein, geeignete Bewerber und Bewerberinnen zu finden. (Abg. Dr. Pumberger: "Bewerberinnen" müssen Sie zuerst sagen!) – Dann stellte sich heraus, dass die entscheidende Sitzung schon vorher stattgefunden hat. Die spätere Sitzung, in der mehr Personen genannt wurden, hatte keinen Einfluss. Der Gedanke, dass der Personalberater dann ärgerlich sein könnte, drängt sich auf.
die Abgeordneten Öllinger und Dr. Cap: Das steht im "U-Express"!
Herr Bundesminister! Der rechtlich allerhärteste Punkt – und auch der wird sich nicht aus dem "U-Express" ableiten lassen – ist die Frage der Geschäftsordnung des Überleitungsausschusses. Ich war diesbezüglich sehr gespannt, was Sie auf die Frage 11 antworten würden. Die Argumentation ist nämlich eine sehr schlüssige (die Abgeordneten Öllinger und Dr. Cap: Das steht im "U-Express"!): Es gibt einerseits § 538c ASVG, die Grundlage für den Überleitungsausschuss, und andererseits § 441 ASVG. Diese haben unterschiedliche Bestimmungen, was Mehrheitsfindungen betrifft. (Abg. Böhacker: Das ist alles so kompliziert!)
Abg. Böhacker: Das ist alles so kompliziert!
Herr Bundesminister! Der rechtlich allerhärteste Punkt – und auch der wird sich nicht aus dem "U-Express" ableiten lassen – ist die Frage der Geschäftsordnung des Überleitungsausschusses. Ich war diesbezüglich sehr gespannt, was Sie auf die Frage 11 antworten würden. Die Argumentation ist nämlich eine sehr schlüssige (die Abgeordneten Öllinger und Dr. Cap: Das steht im "U-Express"!): Es gibt einerseits § 538c ASVG, die Grundlage für den Überleitungsausschuss, und andererseits § 441 ASVG. Diese haben unterschiedliche Bestimmungen, was Mehrheitsfindungen betrifft. (Abg. Böhacker: Das ist alles so kompliziert!)
Zwischenruf des Abg. Böhacker.
Wie begründet der zur Gesetzeskonformitätskontrolle berufene Minister die Vorgangsweise? – Er sagt dazu, nach einiger Zeit hätte die sozialdemokratische Fraktion ihre Bedenken zurückgezogen. – Da schau her! Das ist ja eine völlig neue Art der Prüfung der Gesetzeskonformität. Er sagt nicht, § 538c ASVG sei so auszulegen, oder die Stimmen seien so zu werten, oder er habe dieses oder jenes juristische Gutachten eingeholt, er habe Herrn Professor Mayer oder sonst jemanden, auf den er sich zuvor berufen hat, gefragt. Nein! Er sagt, sie hätten sich zuerst gewehrt, dann aber eingelenkt. (Zwischenruf des Abg. Böhacker. )
Abg. Böhacker: Weil sie draufgekommen ist, dass alles rechtens ist! Was hindert die SPÖ, dass sie gescheiter wird?
Das ist ja sehr merkwürdig! Das bezieht sich auf die Fraktion, über die Sie zuvor gesagt haben: Bitte, die haben das auch gemacht, die haben auch Postenschacher betrieben! Da gibt es auch Leute, die keine Prüfungen haben. – Das heißt, zuerst sagen Sie, früher wurde alles schlecht gemacht, und jetzt ist das die einzige Begründung für die Gesetzeskonformität Ihrer Vorgangsweise: "Die sozialdemokratische Fraktion hat ihre Bedenken zurückgezogen"! (Abg. Böhacker: Weil sie draufgekommen ist, dass alles rechtens ist! Was hindert die SPÖ, dass sie gescheiter wird?)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt gut zuhören, Herr Wittmann, gut zuhören! Jetzt macht es wieder "Platsch!" bei Herrn Wittmann!
Die persönliche Erwiderung hat sich auf eine kurze Sachverhaltsdarstellung zu beschränken. – Herr Abgeordneter Staffaneller, bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt gut zuhören, Herr Wittmann, gut zuhören! Jetzt macht es wieder "Platsch!" bei Herrn Wittmann!)
Rufe bei der SPÖ: Nein, hat er nicht behauptet!
Abgeordneter Norbert Staffaneller (Freiheitliche): Herr Abgeordneter Wittmann hat behauptet, dass ich im Zusammenhang mit einem Postenschacher als Freiheitlicher AMS-Leiter geworden wäre (Rufe bei der SPÖ: Nein, hat er nicht behauptet!), dass ich als freiheitlicher Gemeinderat AMS-Leiter geworden wäre. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Norbert Staffaneller (Freiheitliche): Herr Abgeordneter Wittmann hat behauptet, dass ich im Zusammenhang mit einem Postenschacher als Freiheitlicher AMS-Leiter geworden wäre (Rufe bei der SPÖ: Nein, hat er nicht behauptet!), dass ich als freiheitlicher Gemeinderat AMS-Leiter geworden wäre. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Lebhafte Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Tatsächlich war es so, dass ich zu diesem Zeitpunkt SPÖ-Mitglied und SPÖ-Gemeinderat war. (Lebhafte Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Nachdem ich die Praktiken einer absolut regierenden SPÖ-Stadtgemeinde kennen gelernt habe, habe ich die Funktion als SPÖ-Gemeinderat zurückgelegt und bin aus der SPÖ ausgetreten. (Anhaltender lebhafter Beifall, Heiterkeit und Au-weh-Rufe bei den Freiheitlichen sowie Beifall bei der ÖVP.)
Anhaltender lebhafter Beifall, Heiterkeit und Au-weh-Rufe bei den Freiheitlichen sowie Beifall bei der ÖVP.
Tatsächlich war es so, dass ich zu diesem Zeitpunkt SPÖ-Mitglied und SPÖ-Gemeinderat war. (Lebhafte Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Nachdem ich die Praktiken einer absolut regierenden SPÖ-Stadtgemeinde kennen gelernt habe, habe ich die Funktion als SPÖ-Gemeinderat zurückgelegt und bin aus der SPÖ ausgetreten. (Anhaltender lebhafter Beifall, Heiterkeit und Au-weh-Rufe bei den Freiheitlichen sowie Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Schweitzer: Ein Blattschuss war das! – Abg. Ing. Westenthaler: Was war das jetzt für ein Postenschacher, ein roter oder ein blauer? – Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung SPÖ –: Was sagst du dazu? – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Nürnberger. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 7 Minuten. – Bitte. (Abg. Mag. Schweitzer: Ein Blattschuss war das! – Abg. Ing. Westenthaler: Was war das jetzt für ein Postenschacher, ein roter oder ein blauer? – Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung SPÖ –: Was sagst du dazu? – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber als was ist er es geworden? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich verstehe die Lächerlichkeit, die Aufregung nicht. Herr Abgeordneter Wittmann hat behauptet, Herr Staffaneller sei heute als FPÖ-Abgeordneter beim AMS beschäftigt. Und das stimmt, meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist er ja! (Abg. Ing. Westenthaler: Aber als was ist er es geworden? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Blattschuss war das!
Herr Abgeordneter Schweitzer hat hier wirklich sehr offen sein inneres Wunschdenken dargelegt. Ich wundere mich nur, Herr Abgeordneter Schweitzer, warum du dir die Arbeit gemacht hast, hier alphabetisch zu reihen und rund ein Drittel der SPÖ-Abgeordneten herauszupicken. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Blattschuss war das!) Hättest du doch gleich klar und deutlich gesagt, was du dir wünschen würdest: dass es überhaupt keine Sozialdemokratie, keine Opposition mehr gäbe! (Abg. Ing. Westenthaler: Wegen der 188 000, die du abkassierst! – Abg. Mag. Schweitzer: Es geht eh in die richtige Richtung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wegen der 188 000, die du abkassierst! – Abg. Mag. Schweitzer: Es geht eh in die richtige Richtung!
Herr Abgeordneter Schweitzer hat hier wirklich sehr offen sein inneres Wunschdenken dargelegt. Ich wundere mich nur, Herr Abgeordneter Schweitzer, warum du dir die Arbeit gemacht hast, hier alphabetisch zu reihen und rund ein Drittel der SPÖ-Abgeordneten herauszupicken. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Blattschuss war das!) Hättest du doch gleich klar und deutlich gesagt, was du dir wünschen würdest: dass es überhaupt keine Sozialdemokratie, keine Opposition mehr gäbe! (Abg. Ing. Westenthaler: Wegen der 188 000, die du abkassierst! – Abg. Mag. Schweitzer: Es geht eh in die richtige Richtung!)
Beifall bei der SPÖ.
Aber wer in diesem Parlament sitzt, das entscheiden in der Demokratie Österreichs immer noch die Wählerinnen und Wähler. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen seid ihr nur mehr so wenige! Ihr werdet immer weniger! Ihr kassiert immer mehr, werdet aber immer weniger! Abkassieren, aber immer weniger werden!
Herr Schweitzer, ob Sie nach der nächsten Wahl noch ein Mandat haben werden, das versehe ich mit einem Fragezeichen. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen seid ihr nur mehr so wenige! Ihr werdet immer weniger! Ihr kassiert immer mehr, werdet aber immer weniger! Abkassieren, aber immer weniger werden!)
Abg. Ing. Westenthaler: 2 Millionen Abfertigung! Ist das wahr?
Herr Abgeordneter Schweitzer hat sowohl in der tatsächlichen Berichtigung als auch während seiner Rede die Worte "unwissend" und "unwahr" geschrien. Jetzt werden wir nachweisen, in welchen Bereichen Herr Abgeordneter Schweitzer unwissend ist und die Unwahrheit gesagt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: 2 Millionen Abfertigung! Ist das wahr?) – Ich arbeite ja noch immer. (Abg. Mag. Schweitzer: Das heißt überhaupt nichts!)
Abg. Mag. Schweitzer: Das heißt überhaupt nichts!
Herr Abgeordneter Schweitzer hat sowohl in der tatsächlichen Berichtigung als auch während seiner Rede die Worte "unwissend" und "unwahr" geschrien. Jetzt werden wir nachweisen, in welchen Bereichen Herr Abgeordneter Schweitzer unwissend ist und die Unwahrheit gesagt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: 2 Millionen Abfertigung! Ist das wahr?) – Ich arbeite ja noch immer. (Abg. Mag. Schweitzer: Das heißt überhaupt nichts!)
Abg. Mag. Schweitzer: 9 099!
Noch einmal zum Gehalt des Herrn Freitag. Herr Westenthaler hat behauptet: 10 000 S! Darauf habe ich gesagt, das stimmt nicht (Abg. Mag. Schweitzer: 9 099!), und dann haben Sie das sehr lächerlich gemacht, Herr Schweitzer! Hören Sie zu! Zuhören! (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gesagt Euro, nicht Schilling!) – Euro, ja. – 9 999 (Abg. Mag. Schweitzer: Nein!), 99 999 (Abg. Mag. Schweitzer: Nein!), 9 999 € waren es am Vormittag! (Rufe bei den Freiheitlichen: Nein!) – Was denn? Wie viel? (Abg. Ing. Westenthaler: 9 099 €!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gesagt Euro, nicht Schilling!
Noch einmal zum Gehalt des Herrn Freitag. Herr Westenthaler hat behauptet: 10 000 S! Darauf habe ich gesagt, das stimmt nicht (Abg. Mag. Schweitzer: 9 099!), und dann haben Sie das sehr lächerlich gemacht, Herr Schweitzer! Hören Sie zu! Zuhören! (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gesagt Euro, nicht Schilling!) – Euro, ja. – 9 999 (Abg. Mag. Schweitzer: Nein!), 99 999 (Abg. Mag. Schweitzer: Nein!), 9 999 € waren es am Vormittag! (Rufe bei den Freiheitlichen: Nein!) – Was denn? Wie viel? (Abg. Ing. Westenthaler: 9 099 €!)
Abg. Mag. Schweitzer: Nein!
Noch einmal zum Gehalt des Herrn Freitag. Herr Westenthaler hat behauptet: 10 000 S! Darauf habe ich gesagt, das stimmt nicht (Abg. Mag. Schweitzer: 9 099!), und dann haben Sie das sehr lächerlich gemacht, Herr Schweitzer! Hören Sie zu! Zuhören! (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gesagt Euro, nicht Schilling!) – Euro, ja. – 9 999 (Abg. Mag. Schweitzer: Nein!), 99 999 (Abg. Mag. Schweitzer: Nein!), 9 999 € waren es am Vormittag! (Rufe bei den Freiheitlichen: Nein!) – Was denn? Wie viel? (Abg. Ing. Westenthaler: 9 099 €!)
Abg. Mag. Schweitzer: Nein!
Noch einmal zum Gehalt des Herrn Freitag. Herr Westenthaler hat behauptet: 10 000 S! Darauf habe ich gesagt, das stimmt nicht (Abg. Mag. Schweitzer: 9 099!), und dann haben Sie das sehr lächerlich gemacht, Herr Schweitzer! Hören Sie zu! Zuhören! (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gesagt Euro, nicht Schilling!) – Euro, ja. – 9 999 (Abg. Mag. Schweitzer: Nein!), 99 999 (Abg. Mag. Schweitzer: Nein!), 9 999 € waren es am Vormittag! (Rufe bei den Freiheitlichen: Nein!) – Was denn? Wie viel? (Abg. Ing. Westenthaler: 9 099 €!)
Rufe bei den Freiheitlichen: Nein!
Noch einmal zum Gehalt des Herrn Freitag. Herr Westenthaler hat behauptet: 10 000 S! Darauf habe ich gesagt, das stimmt nicht (Abg. Mag. Schweitzer: 9 099!), und dann haben Sie das sehr lächerlich gemacht, Herr Schweitzer! Hören Sie zu! Zuhören! (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gesagt Euro, nicht Schilling!) – Euro, ja. – 9 999 (Abg. Mag. Schweitzer: Nein!), 99 999 (Abg. Mag. Schweitzer: Nein!), 9 999 € waren es am Vormittag! (Rufe bei den Freiheitlichen: Nein!) – Was denn? Wie viel? (Abg. Ing. Westenthaler: 9 099 €!)
Abg. Ing. Westenthaler: 9 099 €!
Noch einmal zum Gehalt des Herrn Freitag. Herr Westenthaler hat behauptet: 10 000 S! Darauf habe ich gesagt, das stimmt nicht (Abg. Mag. Schweitzer: 9 099!), und dann haben Sie das sehr lächerlich gemacht, Herr Schweitzer! Hören Sie zu! Zuhören! (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe gesagt Euro, nicht Schilling!) – Euro, ja. – 9 999 (Abg. Mag. Schweitzer: Nein!), 99 999 (Abg. Mag. Schweitzer: Nein!), 9 999 € waren es am Vormittag! (Rufe bei den Freiheitlichen: Nein!) – Was denn? Wie viel? (Abg. Ing. Westenthaler: 9 099 €!)
Abg. Mag. Schweitzer: Was steht dort?
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (fortsetzend): Hör zu! Das war eine Dienstalterszulage, die war schon da. Jetzt habe ich den Gehaltszettel des Herrn Freitag vom Mai da, und die Differenz, die Sie so locker wegstecken, beträgt mehr als ein Monatsgehalt (Abg. Mag. Schweitzer: Was steht dort?), mehr als ein Monatsgehalt (Abg. Mag. Schweitzer: Lies vor! – Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient er jetzt?), das etwa Beschäftigte im Tourismus oder im Handel verdienen. (Abg. Mag. Schweitzer: Was steht dort?) Er verdient 9 100 €, und die Differenz ... (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Weil es einer zu wenig war!) – Nein, das war nicht zu wenig, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: 9 100 €, Gaugg 2 000 €!)
Abg. Mag. Schweitzer: Lies vor! – Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient er jetzt?
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (fortsetzend): Hör zu! Das war eine Dienstalterszulage, die war schon da. Jetzt habe ich den Gehaltszettel des Herrn Freitag vom Mai da, und die Differenz, die Sie so locker wegstecken, beträgt mehr als ein Monatsgehalt (Abg. Mag. Schweitzer: Was steht dort?), mehr als ein Monatsgehalt (Abg. Mag. Schweitzer: Lies vor! – Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient er jetzt?), das etwa Beschäftigte im Tourismus oder im Handel verdienen. (Abg. Mag. Schweitzer: Was steht dort?) Er verdient 9 100 €, und die Differenz ... (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Weil es einer zu wenig war!) – Nein, das war nicht zu wenig, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: 9 100 €, Gaugg 2 000 €!)
Abg. Mag. Schweitzer: Was steht dort?
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (fortsetzend): Hör zu! Das war eine Dienstalterszulage, die war schon da. Jetzt habe ich den Gehaltszettel des Herrn Freitag vom Mai da, und die Differenz, die Sie so locker wegstecken, beträgt mehr als ein Monatsgehalt (Abg. Mag. Schweitzer: Was steht dort?), mehr als ein Monatsgehalt (Abg. Mag. Schweitzer: Lies vor! – Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient er jetzt?), das etwa Beschäftigte im Tourismus oder im Handel verdienen. (Abg. Mag. Schweitzer: Was steht dort?) Er verdient 9 100 €, und die Differenz ... (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Weil es einer zu wenig war!) – Nein, das war nicht zu wenig, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: 9 100 €, Gaugg 2 000 €!)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Weil es einer zu wenig war!
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (fortsetzend): Hör zu! Das war eine Dienstalterszulage, die war schon da. Jetzt habe ich den Gehaltszettel des Herrn Freitag vom Mai da, und die Differenz, die Sie so locker wegstecken, beträgt mehr als ein Monatsgehalt (Abg. Mag. Schweitzer: Was steht dort?), mehr als ein Monatsgehalt (Abg. Mag. Schweitzer: Lies vor! – Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient er jetzt?), das etwa Beschäftigte im Tourismus oder im Handel verdienen. (Abg. Mag. Schweitzer: Was steht dort?) Er verdient 9 100 €, und die Differenz ... (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Weil es einer zu wenig war!) – Nein, das war nicht zu wenig, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: 9 100 €, Gaugg 2 000 €!)
Abg. Ing. Westenthaler: 9 100 €, Gaugg 2 000 €!
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (fortsetzend): Hör zu! Das war eine Dienstalterszulage, die war schon da. Jetzt habe ich den Gehaltszettel des Herrn Freitag vom Mai da, und die Differenz, die Sie so locker wegstecken, beträgt mehr als ein Monatsgehalt (Abg. Mag. Schweitzer: Was steht dort?), mehr als ein Monatsgehalt (Abg. Mag. Schweitzer: Lies vor! – Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient er jetzt?), das etwa Beschäftigte im Tourismus oder im Handel verdienen. (Abg. Mag. Schweitzer: Was steht dort?) Er verdient 9 100 €, und die Differenz ... (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Weil es einer zu wenig war!) – Nein, das war nicht zu wenig, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: 9 100 €, Gaugg 2 000 €!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Bestätigung! – Abg. Mag. Schweitzer: Das ist eine tatsächliche Bestätigung! – Abg. Ing. Westenthaler: 9 100 €!
Und nun zur B-Prüfung (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Bestätigung! – Abg. Mag. Schweitzer: Das ist eine tatsächliche Bestätigung! – Abg. Ing. Westenthaler: 9 100 €!): Die Grundsätze sind am 24.9.1996 geändert worden. Dazu gibt es ein Schreiben des Hauptverbandes, in dem es heißt: Eine Befreiung von der Verpflichtung zur Ablegung der B-Prüfung ist
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Er hat nie etwas behauptet, was er vorher bestritten hat!
Es stimmt, Herr Generaldirektor Freitag hat die B-Prüfung nicht. Das ist auch nie behauptet und auch nicht bestritten worden. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Er hat nie etwas behauptet, was er vorher bestritten hat!) Ich bin auch dafür, dass Herr Gaugg gleich behandelt wird. Behandeln wir ihn gleich! Herr Minister! Behandeln wir ihn wie Generaldirektor Gritzner und Generaldirektor Wurm, die nämlich auch die B-Prüfung machen mussten, und stellen wir ihn vor die gleiche Sonderkommission.
Abg. Ing. Westenthaler: 1 € sind 13,76 S! Das ist die Umrechnungsformel für den Euro!
Herr Abgeordneter Gaugg ist jetzt leider nicht da. – Herr Freitag hat Vorbilder. (Abg. Ing. Westenthaler: 1 € sind 13,76 S! Das ist die Umrechnungsformel für den Euro!) Herr Freitag hat Vorbilder, und deswegen ist dann die Änderung gekommen per Anweisung. Da gab es einen Generaldirektor-Stellvertreter (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht sagt er noch, was Elsner verdient! Wie viel Euro bekommt Elsner?), der auch einen Sondervertrag hatte. In seinem Dienstvertrag ist ein eigener Punkt sechs enthalten, laut dem er die B-Prüfung nicht machen muss. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht sagt er noch, was Elsner verdient! Wie viel Euro bekommt Elsner?
Herr Abgeordneter Gaugg ist jetzt leider nicht da. – Herr Freitag hat Vorbilder. (Abg. Ing. Westenthaler: 1 € sind 13,76 S! Das ist die Umrechnungsformel für den Euro!) Herr Freitag hat Vorbilder, und deswegen ist dann die Änderung gekommen per Anweisung. Da gab es einen Generaldirektor-Stellvertreter (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht sagt er noch, was Elsner verdient! Wie viel Euro bekommt Elsner?), der auch einen Sondervertrag hatte. In seinem Dienstvertrag ist ein eigener Punkt sechs enthalten, laut dem er die B-Prüfung nicht machen muss. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter Gaugg ist jetzt leider nicht da. – Herr Freitag hat Vorbilder. (Abg. Ing. Westenthaler: 1 € sind 13,76 S! Das ist die Umrechnungsformel für den Euro!) Herr Freitag hat Vorbilder, und deswegen ist dann die Änderung gekommen per Anweisung. Da gab es einen Generaldirektor-Stellvertreter (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht sagt er noch, was Elsner verdient! Wie viel Euro bekommt Elsner?), der auch einen Sondervertrag hatte. In seinem Dienstvertrag ist ein eigener Punkt sechs enthalten, laut dem er die B-Prüfung nicht machen muss. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ach so ist das!
Sie brauchen nicht zu lachen, ich habe den Vertrag da. Sie können sich die Frage bezüglich Datenschutz und wieso ich weiß, was in seinem Dienstvertrag steht, ersparen, weil ich Ihnen das sagen werde. Ich habe den Vertrag da, und ich war am 8. Mai 1979, als er im zuständigen Vorstand beschlossen worden ist, anwesend, daher weiß ich das. (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so ist das!)
Abg. Mag. Schweitzer: Weil er ein Roter ist, braucht er keine Dienstprüfung!
Herrn Gaugg kann ich nur empfehlen (Abg. Mag. Schweitzer: Weil er ein Roter ist, braucht er keine Dienstprüfung!), diesen Vertrag zur Kenntnis zu nehmen, sich ihn zum Vorbild zu nehmen. Dieser Vertrag gehört nämlich auch einem aktiven Politiker – ich gebe ihn dir dann –, er ist heute noch immer aktiver Politiker, allerdings nicht hier (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel Euro bekommt Elsner ungefähr?), sondern woanders. Es handelt sich um den Exabgeordneten Nationalrat Dr. Walter Schwimmer, Generaldirektor-Stellvertreter in der Wiener Gebietskrankenkasse. Seinetwegen ist das geändert worden. (Abg. Mag. Schweitzer: Wovon redet er?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel Euro bekommt Elsner ungefähr?
Herrn Gaugg kann ich nur empfehlen (Abg. Mag. Schweitzer: Weil er ein Roter ist, braucht er keine Dienstprüfung!), diesen Vertrag zur Kenntnis zu nehmen, sich ihn zum Vorbild zu nehmen. Dieser Vertrag gehört nämlich auch einem aktiven Politiker – ich gebe ihn dir dann –, er ist heute noch immer aktiver Politiker, allerdings nicht hier (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel Euro bekommt Elsner ungefähr?), sondern woanders. Es handelt sich um den Exabgeordneten Nationalrat Dr. Walter Schwimmer, Generaldirektor-Stellvertreter in der Wiener Gebietskrankenkasse. Seinetwegen ist das geändert worden. (Abg. Mag. Schweitzer: Wovon redet er?)
Abg. Mag. Schweitzer: Wovon redet er?
Herrn Gaugg kann ich nur empfehlen (Abg. Mag. Schweitzer: Weil er ein Roter ist, braucht er keine Dienstprüfung!), diesen Vertrag zur Kenntnis zu nehmen, sich ihn zum Vorbild zu nehmen. Dieser Vertrag gehört nämlich auch einem aktiven Politiker – ich gebe ihn dir dann –, er ist heute noch immer aktiver Politiker, allerdings nicht hier (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel Euro bekommt Elsner ungefähr?), sondern woanders. Es handelt sich um den Exabgeordneten Nationalrat Dr. Walter Schwimmer, Generaldirektor-Stellvertreter in der Wiener Gebietskrankenkasse. Seinetwegen ist das geändert worden. (Abg. Mag. Schweitzer: Wovon redet er?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient Herr Elsner?
Nun zum Gehalt der 200 000 €: Das sind pro Monat 14 285 €, das wurde erstmals – es ist behauptet worden, das hätte Herr Haas genannt (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient Herr Elsner?) – im "NEWS" und in den Tiroler Tageszeitungen genannt, und es wurde im "Kurier" erwähnt – von Daniela Kittner. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient Elsner?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient Elsner?
Nun zum Gehalt der 200 000 €: Das sind pro Monat 14 285 €, das wurde erstmals – es ist behauptet worden, das hätte Herr Haas genannt (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient Herr Elsner?) – im "NEWS" und in den Tiroler Tageszeitungen genannt, und es wurde im "Kurier" erwähnt – von Daniela Kittner. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel verdient Elsner?)
Abg. Gaugg: Für das gehst du nicht arbeiten, gelt?
Jetzt ist es ganz einfach, das aufzuklären. (Abg. Gaugg: Für das gehst du nicht arbeiten, gelt?) Du sagst hier ja oder nein, und dann fragen wir Herrn Jenewein, was er dazu sagt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel bekommt Herr Elsner?) Diesbezüglich würde ich aber vorsichtig sein (Abg. Ing. Westenthaler: 50 Millionen Schilling! Wie viel Euro sind das?), denn da kann man leicht den Wahrheitsbeweis antreten, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Eine einfache Rechnung! 13,76 S!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel bekommt Herr Elsner?
Jetzt ist es ganz einfach, das aufzuklären. (Abg. Gaugg: Für das gehst du nicht arbeiten, gelt?) Du sagst hier ja oder nein, und dann fragen wir Herrn Jenewein, was er dazu sagt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel bekommt Herr Elsner?) Diesbezüglich würde ich aber vorsichtig sein (Abg. Ing. Westenthaler: 50 Millionen Schilling! Wie viel Euro sind das?), denn da kann man leicht den Wahrheitsbeweis antreten, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Eine einfache Rechnung! 13,76 S!)
Abg. Ing. Westenthaler: 50 Millionen Schilling! Wie viel Euro sind das?
Jetzt ist es ganz einfach, das aufzuklären. (Abg. Gaugg: Für das gehst du nicht arbeiten, gelt?) Du sagst hier ja oder nein, und dann fragen wir Herrn Jenewein, was er dazu sagt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel bekommt Herr Elsner?) Diesbezüglich würde ich aber vorsichtig sein (Abg. Ing. Westenthaler: 50 Millionen Schilling! Wie viel Euro sind das?), denn da kann man leicht den Wahrheitsbeweis antreten, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Eine einfache Rechnung! 13,76 S!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine einfache Rechnung! 13,76 S!
Jetzt ist es ganz einfach, das aufzuklären. (Abg. Gaugg: Für das gehst du nicht arbeiten, gelt?) Du sagst hier ja oder nein, und dann fragen wir Herrn Jenewein, was er dazu sagt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel bekommt Herr Elsner?) Diesbezüglich würde ich aber vorsichtig sein (Abg. Ing. Westenthaler: 50 Millionen Schilling! Wie viel Euro sind das?), denn da kann man leicht den Wahrheitsbeweis antreten, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Eine einfache Rechnung! 13,76 S!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gewerkschaftsbanker Elsner!
Herr Westenthaler! Sie haben das Gespräch zwischen Graf und Haas angesprochen. Den Inhalt dieses Gespräches können Sie im Protokoll nachlesen (Abg. Ing. Westenthaler: Gewerkschaftsbanker Elsner!), da steht nämlich die ganze Packelei drinnen. Da heißt es: Zusage – Voraussetzung Konsens im Entscheidungsgremium und Zustimmung der Betroffenen, dass all das kommt.
Abg. Neudeck: Sie waren nicht dabei, oder?!
Daraufhin war Herr Abgeordneter Graf am 17. Mai in der Plößlgasse bei Herrn Haas und hat ein Vier-Augen-Gespräch geführt, das aber anders verlaufen ist, als es Herr Westenthaler dargestellt hat. Sie wollten uns nämlich diesen Deal schmackhaft machen, aber wir haben das abgelehnt. (Abg. Neudeck: Sie waren nicht dabei, oder?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Waren Sie auch bei Elsner dabei?
Es ist auch auf Grund der Logik klar (Abg. Ing. Westenthaler: Waren Sie auch bei Elsner dabei?), und es ist auch im Plenarsaal während der letzten Sitzungen herumgegeistert, dass wir dort zustimmen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie auch den von Verzetnitsch ausverhandelt?) Ich habe hier erklärt, dass kein Sozialdemokrat zustimmen wird. Das hätten Sie gerne gehabt, dass die SPÖ bei diesem Postenschacher mitspielt! Gott sei Dank gibt sich aber die SPÖ für diese Postenschacherei nicht her, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie auch den von Verzetnitsch ausverhandelt?
Es ist auch auf Grund der Logik klar (Abg. Ing. Westenthaler: Waren Sie auch bei Elsner dabei?), und es ist auch im Plenarsaal während der letzten Sitzungen herumgegeistert, dass wir dort zustimmen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie auch den von Verzetnitsch ausverhandelt?) Ich habe hier erklärt, dass kein Sozialdemokrat zustimmen wird. Das hätten Sie gerne gehabt, dass die SPÖ bei diesem Postenschacher mitspielt! Gott sei Dank gibt sich aber die SPÖ für diese Postenschacherei nicht her, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Es ist auch auf Grund der Logik klar (Abg. Ing. Westenthaler: Waren Sie auch bei Elsner dabei?), und es ist auch im Plenarsaal während der letzten Sitzungen herumgegeistert, dass wir dort zustimmen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie auch den von Verzetnitsch ausverhandelt?) Ich habe hier erklärt, dass kein Sozialdemokrat zustimmen wird. Das hätten Sie gerne gehabt, dass die SPÖ bei diesem Postenschacher mitspielt! Gott sei Dank gibt sich aber die SPÖ für diese Postenschacherei nicht her, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich halte es nicht aus!
Jetzt noch ganz kurz zu Ihnen, Herr Minister. Herr Minister! Sie können sicher sein (Abg. Ing. Westenthaler: Ich halte es nicht aus!), aus dem Vier-Augen-Gespräch, das wir beide geführt haben, zitiere ich nicht. (Abg. Mag. Schweitzer: Sie sind ein Oberpackler, der an einer Aktion beteiligt war, die zum Tod eines Menschen geführt hat! – Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger hat sogar mit seinem Postenschacher einen Banker in den Tod getrieben!) Ich habe einen Ehrenkodex, wonach ein Vier-Augen-Gespräch ein Vier-Augen-Gespräch ist. (Abg. Edlinger – in Richtung Freiheitliche –: Haben Sie einen Vogel?) Aber, Herr Minister, ich kann Ihre Probleme verstehen. (Abg. Neudeck: Was heißt hier Vogel? – Abg. Edlinger: Das ist doch ungeheuerlich!)
Abg. Mag. Schweitzer: Sie sind ein Oberpackler, der an einer Aktion beteiligt war, die zum Tod eines Menschen geführt hat! – Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger hat sogar mit seinem Postenschacher einen Banker in den Tod getrieben!
Jetzt noch ganz kurz zu Ihnen, Herr Minister. Herr Minister! Sie können sicher sein (Abg. Ing. Westenthaler: Ich halte es nicht aus!), aus dem Vier-Augen-Gespräch, das wir beide geführt haben, zitiere ich nicht. (Abg. Mag. Schweitzer: Sie sind ein Oberpackler, der an einer Aktion beteiligt war, die zum Tod eines Menschen geführt hat! – Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger hat sogar mit seinem Postenschacher einen Banker in den Tod getrieben!) Ich habe einen Ehrenkodex, wonach ein Vier-Augen-Gespräch ein Vier-Augen-Gespräch ist. (Abg. Edlinger – in Richtung Freiheitliche –: Haben Sie einen Vogel?) Aber, Herr Minister, ich kann Ihre Probleme verstehen. (Abg. Neudeck: Was heißt hier Vogel? – Abg. Edlinger: Das ist doch ungeheuerlich!)
Abg. Edlinger – in Richtung Freiheitliche –: Haben Sie einen Vogel?
Jetzt noch ganz kurz zu Ihnen, Herr Minister. Herr Minister! Sie können sicher sein (Abg. Ing. Westenthaler: Ich halte es nicht aus!), aus dem Vier-Augen-Gespräch, das wir beide geführt haben, zitiere ich nicht. (Abg. Mag. Schweitzer: Sie sind ein Oberpackler, der an einer Aktion beteiligt war, die zum Tod eines Menschen geführt hat! – Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger hat sogar mit seinem Postenschacher einen Banker in den Tod getrieben!) Ich habe einen Ehrenkodex, wonach ein Vier-Augen-Gespräch ein Vier-Augen-Gespräch ist. (Abg. Edlinger – in Richtung Freiheitliche –: Haben Sie einen Vogel?) Aber, Herr Minister, ich kann Ihre Probleme verstehen. (Abg. Neudeck: Was heißt hier Vogel? – Abg. Edlinger: Das ist doch ungeheuerlich!)
Abg. Neudeck: Was heißt hier Vogel? – Abg. Edlinger: Das ist doch ungeheuerlich!
Jetzt noch ganz kurz zu Ihnen, Herr Minister. Herr Minister! Sie können sicher sein (Abg. Ing. Westenthaler: Ich halte es nicht aus!), aus dem Vier-Augen-Gespräch, das wir beide geführt haben, zitiere ich nicht. (Abg. Mag. Schweitzer: Sie sind ein Oberpackler, der an einer Aktion beteiligt war, die zum Tod eines Menschen geführt hat! – Abg. Ing. Westenthaler: Edlinger hat sogar mit seinem Postenschacher einen Banker in den Tod getrieben!) Ich habe einen Ehrenkodex, wonach ein Vier-Augen-Gespräch ein Vier-Augen-Gespräch ist. (Abg. Edlinger – in Richtung Freiheitliche –: Haben Sie einen Vogel?) Aber, Herr Minister, ich kann Ihre Probleme verstehen. (Abg. Neudeck: Was heißt hier Vogel? – Abg. Edlinger: Das ist doch ungeheuerlich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zuerst schreit er "Sieg Heil!", und jetzt sagt er "Vogel"!
Sie haben eine einfache Frage gestellt bekommen: Waren Sie dabei, oder waren Sie nicht dabei? (Abg. Ing. Westenthaler: Zuerst schreit er "Sieg Heil!", und jetzt sagt er "Vogel"!) Eine einfache Frage kann man mit ja oder nein beantworten. (Zwischenruf des Abg. Neudeck. ) Aber Sie reden dauernd herum, sagen in der Sozialausschusssitzung dieses und jenes, aber ich kann das verstehen. (Abg. Neudeck: Geben Sie Edlinger ein Valium, wenn er es nicht aushält!)
Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Sie haben eine einfache Frage gestellt bekommen: Waren Sie dabei, oder waren Sie nicht dabei? (Abg. Ing. Westenthaler: Zuerst schreit er "Sieg Heil!", und jetzt sagt er "Vogel"!) Eine einfache Frage kann man mit ja oder nein beantworten. (Zwischenruf des Abg. Neudeck. ) Aber Sie reden dauernd herum, sagen in der Sozialausschusssitzung dieses und jenes, aber ich kann das verstehen. (Abg. Neudeck: Geben Sie Edlinger ein Valium, wenn er es nicht aushält!)
Abg. Neudeck: Geben Sie Edlinger ein Valium, wenn er es nicht aushält!
Sie haben eine einfache Frage gestellt bekommen: Waren Sie dabei, oder waren Sie nicht dabei? (Abg. Ing. Westenthaler: Zuerst schreit er "Sieg Heil!", und jetzt sagt er "Vogel"!) Eine einfache Frage kann man mit ja oder nein beantworten. (Zwischenruf des Abg. Neudeck. ) Aber Sie reden dauernd herum, sagen in der Sozialausschusssitzung dieses und jenes, aber ich kann das verstehen. (Abg. Neudeck: Geben Sie Edlinger ein Valium, wenn er es nicht aushält!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!
Herr Bundesminister! Wenn Sie einen Funken Anstand und politischer Kultur haben, dann ziehen Sie die politische Konsequenz und treten Sie zurück! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herrn Edlinger würde ich bitten, wenn er sich in die erste Reihe neben Herrn Cap setzt, seine Nerven im Zaum zu halten oder das Haus zu verlassen, das wäre gescheiter. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie den Brief von Praschak! Wir werden den Brief zitieren! Da steht das drinnen! Praschak hat das selbst geschrieben, dass Edlinger dafür verantwortlich ist!
Meine Herren! Eine Handlung zu unterstellen, die zum Tod eines Menschen geführt hat, heißt, an einem ... (Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie den Brief von Praschak! Wir werden den Brief zitieren! Da steht das drinnen! Praschak hat das selbst geschrieben, dass Edlinger dafür verantwortlich ist!) – Nein, nein, nein, so geht das nicht!
Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter Westenthaler! Das ist so, wie wenn ich den Innenminister einen tausendfachen Mörder nennen würde, weil ich zum Beispiel mit seinen Entscheidungen im Verkehrsbereich nicht einverstanden bin. (Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Praschak hat sich umgebracht und Edlinger dafür ...!
Ich werde das Protokoll überprüfen, ich werde wie immer anhand des Protokolls vorgehen, und ich werde die Schwere eines Vorwurfes zu gewichten wissen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Praschak hat sich umgebracht und Edlinger dafür ...!)
Abg. Böhacker: Kollege Cap hat sich zur Geschäftsordnung zu Wort gemeldet!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Trinkl. – Bitte. (Abg. Böhacker: Kollege Cap hat sich zur Geschäftsordnung zu Wort gemeldet!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Trinkl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Präsident, ich weiß, dass mir das nicht zusteht, aber ich möchte festhalten: Der letzte Vergleich war auch nicht glücklich. Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich – auch wenn er vom Präsidenten kommt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich darf Ihnen ein Geheimnis verraten – um wieder ein wenig die Gemüter zu erheitern –: Auch Herr Abgeordneter Cap trägt sich mit dem Gedanken, sich in einem zivilen Beruf zu bewerben und einen zivilen Beruf anzunehmen. Er hat nur, so glaube ich, die heutige Debatte mit einem Hearing für die Aufnahme in das Kabarett Tschauner in Ottakring verwechselt, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Nun zur Person Reinhart Gaugg: Kollege Gaugg war ein Bewerber von 30 oder 40, und niemand, bitte – das möchte ich festhalten –, kann einem Abgeordneten dieses Hauses verbieten, sich für irgendeine Position in der Wirtschaft zu bewerben, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) – Das anerkennt sogar Kollege Öllinger, der immer wieder in vielem einen Skandal sieht.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Kollege Gaugg hat sich, wie alle anderen Bewerber, einem Hearing gestellt. Er wurde in diesem Hearing entsprechend beurteilt, vorgeschlagen und für geeignet befunden, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das sind die Fakten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Petrovic: Mit welcher Mehrheit?
Letztlich hat die Mehrheit des zuständigen Organs Reinhart Gaugg in diese Funktion gewählt. (Abg. Dr. Petrovic: Mit welcher Mehrheit?) Wir sollten diese demokratische Entscheidung zur Kenntnis nehmen, und es steht formal dem nichts im Wege (Abg. Dr. Petrovic: Nur das Gesetz!), Frau Kollegin Petrovic, dass Gaugg diese Funktion auch ausübt. Ich glaube, so weit können wir ... (Abg. Dr. Petrovic: Das Gesetz, aber das scheint nicht zu zählen!) – Dann haben Sie ein anderes Gesetz als das, das wir kennen. Aber Sie legen die Gesetze immer nach Ihrem Gutdünken aus, Frau Kollegin Petrovic, und Sie sind dabei schon oft auf den Mund gefallen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Petrovic: Nur das Gesetz!
Letztlich hat die Mehrheit des zuständigen Organs Reinhart Gaugg in diese Funktion gewählt. (Abg. Dr. Petrovic: Mit welcher Mehrheit?) Wir sollten diese demokratische Entscheidung zur Kenntnis nehmen, und es steht formal dem nichts im Wege (Abg. Dr. Petrovic: Nur das Gesetz!), Frau Kollegin Petrovic, dass Gaugg diese Funktion auch ausübt. Ich glaube, so weit können wir ... (Abg. Dr. Petrovic: Das Gesetz, aber das scheint nicht zu zählen!) – Dann haben Sie ein anderes Gesetz als das, das wir kennen. Aber Sie legen die Gesetze immer nach Ihrem Gutdünken aus, Frau Kollegin Petrovic, und Sie sind dabei schon oft auf den Mund gefallen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Petrovic: Das Gesetz, aber das scheint nicht zu zählen!
Letztlich hat die Mehrheit des zuständigen Organs Reinhart Gaugg in diese Funktion gewählt. (Abg. Dr. Petrovic: Mit welcher Mehrheit?) Wir sollten diese demokratische Entscheidung zur Kenntnis nehmen, und es steht formal dem nichts im Wege (Abg. Dr. Petrovic: Nur das Gesetz!), Frau Kollegin Petrovic, dass Gaugg diese Funktion auch ausübt. Ich glaube, so weit können wir ... (Abg. Dr. Petrovic: Das Gesetz, aber das scheint nicht zu zählen!) – Dann haben Sie ein anderes Gesetz als das, das wir kennen. Aber Sie legen die Gesetze immer nach Ihrem Gutdünken aus, Frau Kollegin Petrovic, und Sie sind dabei schon oft auf den Mund gefallen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Letztlich hat die Mehrheit des zuständigen Organs Reinhart Gaugg in diese Funktion gewählt. (Abg. Dr. Petrovic: Mit welcher Mehrheit?) Wir sollten diese demokratische Entscheidung zur Kenntnis nehmen, und es steht formal dem nichts im Wege (Abg. Dr. Petrovic: Nur das Gesetz!), Frau Kollegin Petrovic, dass Gaugg diese Funktion auch ausübt. Ich glaube, so weit können wir ... (Abg. Dr. Petrovic: Das Gesetz, aber das scheint nicht zu zählen!) – Dann haben Sie ein anderes Gesetz als das, das wir kennen. Aber Sie legen die Gesetze immer nach Ihrem Gutdünken aus, Frau Kollegin Petrovic, und Sie sind dabei schon oft auf den Mund gefallen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Petrovic: Er hat keine Mehrheit!
Ich möchte aber eine zweite Frage in den Raum stellen: Ist diese Funktion unvereinbar mit einem politischen Mandat? – Diese Frage ist für mich eine sehr wichtige (Abg. Dr. Petrovic: Er hat keine Mehrheit!), eine grundsätzliche Frage, meine sehr geehrten Damen und Herren! Und in dieser Frage – nur in dieser Frage! – stimme ich auch mit Herrn Kollegen Nürnberger überein, was den Inhalt anlangt. (Abg. Dr. Petrovic: Er hat keine gesetzliche Mehrheit!) Wir sollten diese Frage ehrlich diskutieren, und wir sollten nicht eine Person zum Anlass nehmen, um über diese Frage zu reden, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Dr. Petrovic: Er hat keine gesetzliche Mehrheit!)
Abg. Dr. Petrovic: Er hat keine gesetzliche Mehrheit!
Ich möchte aber eine zweite Frage in den Raum stellen: Ist diese Funktion unvereinbar mit einem politischen Mandat? – Diese Frage ist für mich eine sehr wichtige (Abg. Dr. Petrovic: Er hat keine Mehrheit!), eine grundsätzliche Frage, meine sehr geehrten Damen und Herren! Und in dieser Frage – nur in dieser Frage! – stimme ich auch mit Herrn Kollegen Nürnberger überein, was den Inhalt anlangt. (Abg. Dr. Petrovic: Er hat keine gesetzliche Mehrheit!) Wir sollten diese Frage ehrlich diskutieren, und wir sollten nicht eine Person zum Anlass nehmen, um über diese Frage zu reden, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Dr. Petrovic: Er hat keine gesetzliche Mehrheit!)
Abg. Dr. Petrovic: Er hat keine gesetzliche Mehrheit!
Ich möchte aber eine zweite Frage in den Raum stellen: Ist diese Funktion unvereinbar mit einem politischen Mandat? – Diese Frage ist für mich eine sehr wichtige (Abg. Dr. Petrovic: Er hat keine Mehrheit!), eine grundsätzliche Frage, meine sehr geehrten Damen und Herren! Und in dieser Frage – nur in dieser Frage! – stimme ich auch mit Herrn Kollegen Nürnberger überein, was den Inhalt anlangt. (Abg. Dr. Petrovic: Er hat keine gesetzliche Mehrheit!) Wir sollten diese Frage ehrlich diskutieren, und wir sollten nicht eine Person zum Anlass nehmen, um über diese Frage zu reden, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Dr. Petrovic: Er hat keine gesetzliche Mehrheit!)
Abg. Dr. Petrovic: Mehrheit!
Wir haben gesetzliche Quellen für die Unvereinbarkeit. Das ist zunächst die Bundesverfassung (Abg. Dr. Petrovic: Mehrheit!), dort sind Unvereinbarkeiten für gewisse Funktionen dieses Staates vorgesehen. Wir haben weiters einfachgesetzliche Bestimmungen in einzelnen Materiengesetzen, in denen ebenfalls – ORF-Stiftungsrat et cetera – Unvereinbarkeiten festgestellt sind. (Abg. Dr. Petrovic: Aber er hat keine Mehrheit!)
Abg. Dr. Petrovic: Aber er hat keine Mehrheit!
Wir haben gesetzliche Quellen für die Unvereinbarkeit. Das ist zunächst die Bundesverfassung (Abg. Dr. Petrovic: Mehrheit!), dort sind Unvereinbarkeiten für gewisse Funktionen dieses Staates vorgesehen. Wir haben weiters einfachgesetzliche Bestimmungen in einzelnen Materiengesetzen, in denen ebenfalls – ORF-Stiftungsrat et cetera – Unvereinbarkeiten festgestellt sind. (Abg. Dr. Petrovic: Aber er hat keine Mehrheit!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Petrovic: Wir reden nicht über Unvereinbarkeit! Es geht um Mehrheiten, die er nicht hat!
Wir haben auch ein Unvereinbarkeitsgesetz für die Mitglieder dieses Nationalrates, und auch diese gesetzlichen Regelungen sind streng einzuhalten, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Petrovic: Wir reden nicht über Unvereinbarkeit! Es geht um Mehrheiten, die er nicht hat!)
Abg. Dr. Petrovic: Die sind verletzt worden!
All diese gesetzlichen Bestimmungen haben den Zweck (Abg. Dr. Petrovic: Die sind verletzt worden!), den Mandatar von jedem Hauch einer Unobjektivität bei der Ausführung seines Zivilberufes zu befreien und frei zu halten. Das gilt für einen Richter, das gilt für einen Exekutivbeamten (Abg. Dr. Petrovic: Er hat keine Mehrheit!), und es gilt für alle, für die das Unvereinbarkeitsgesetz das eben feststellt, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Abg. Dr. Petrovic: Er hat keine Mehrheit!
All diese gesetzlichen Bestimmungen haben den Zweck (Abg. Dr. Petrovic: Die sind verletzt worden!), den Mandatar von jedem Hauch einer Unobjektivität bei der Ausführung seines Zivilberufes zu befreien und frei zu halten. Das gilt für einen Richter, das gilt für einen Exekutivbeamten (Abg. Dr. Petrovic: Er hat keine Mehrheit!), und es gilt für alle, für die das Unvereinbarkeitsgesetz das eben feststellt, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Abg. Dr. Petrovic: Er hat keine gesetzliche Mehrheit!
Daneben gibt es einen freiwilligen Verzicht von einzelnen Mandataren, die sagen: Ich will keinen Beruf ausüben!, und es gibt auch einen freiwilligen Verzicht von Parteien (Abg. Dr. Petrovic: Er hat keine gesetzliche Mehrheit!), die gewisse Mandatare bitten, in diesem Fall von einer Berufsausübung abzusehen. Und auch diese Entscheidungen sind zu akzeptieren, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Dr. Petrovic: Aber nur, wenn er eine gesetzliche Mehrheit hätte!)
Abg. Dr. Petrovic: Aber nur, wenn er eine gesetzliche Mehrheit hätte!
Daneben gibt es einen freiwilligen Verzicht von einzelnen Mandataren, die sagen: Ich will keinen Beruf ausüben!, und es gibt auch einen freiwilligen Verzicht von Parteien (Abg. Dr. Petrovic: Er hat keine gesetzliche Mehrheit!), die gewisse Mandatare bitten, in diesem Fall von einer Berufsausübung abzusehen. Und auch diese Entscheidungen sind zu akzeptieren, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Dr. Petrovic: Aber nur, wenn er eine gesetzliche Mehrheit hätte!)
Abg. Öllinger: Wir?!
Wir sind gewohnt, den anderen zuzuhören. Sie sind gewohnt, mit Mehrheiten drüberzufahren (Abg. Öllinger: Wir?!), aber Sie können es nicht, und das ist das Gute daran, weil Sie würden
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Nur derjenige, der in seinem Beruf gezeigt hat, dass er etwas kann, wird auch hier ein guter Abgeordneter sein und wird zum Wohle der Republik etwas weiterbringen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Beim Hauptverband!
Ich bitte wirklich, dass wir uns davor hüten, diese Diskussion hinsichtlich einiger Berufsgruppen oberflächlich zu führen, meine sehr geehrten Damen und Herren! Heute ist es diese Berufsgruppe, morgen ist es eine andere; je nach Bedarf, je nach Mehrheitsverhältnissen im Haus (Abg. Öllinger: Beim Hauptverband!) und je nach Opportunität, Herr Kollege Öllinger!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Heute ist es Herr Kollege Gaugg, morgen sind Sie es, und übermorgen bin es vielleicht ich. – Davor sollten wir uns hüten, in Bezug auf Einzelne eine Diskussion zu führen, meine sehr geehrten Damen und Herren! Darum bitte ich Sie! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Petrovic: Eine Mehrheit braucht man!
Das Grundprinzip des Rechtsstaates muss für alle gelten – für alle Staatsbürger, aber auch für alle Politiker. (Abg. Dr. Petrovic: Eine Mehrheit braucht man!) Darum würde ich wirklich herzhaft bitten. Und es sollte keine Schande sein, wenn man in einem Beruf erfolgreich ist. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler. )
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Das Grundprinzip des Rechtsstaates muss für alle gelten – für alle Staatsbürger, aber auch für alle Politiker. (Abg. Dr. Petrovic: Eine Mehrheit braucht man!) Darum würde ich wirklich herzhaft bitten. Und es sollte keine Schande sein, wenn man in einem Beruf erfolgreich ist. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler. )
Abg. Dr. Petrovic: Wenn er die Mehrheit hätte!
Somit ist grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden, dass ein politischer Mandatar sich um eine Funktion in der Wirtschaft bewirbt, und es ist auch nichts dagegen einzuwenden, dass er diese Funktion auch annimmt. (Abg. Dr. Petrovic: Wenn er die Mehrheit hätte!) Ich glaube, dass gerade das österreichische System immer davon ausgegangen ist, dass der Beruf Politiker kein Brotberuf sein sollte, weil er als Politiker nicht abgehoben im elfenbeinernen Turm tätig sein sollte. Man wird dieses Recht auch dem Kollegen Gaugg nicht absprechen können, weil es dafür keine rechtliche Grundlage gibt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Petrovic: Wenn er die Mehrheit hätte!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Petrovic: Wenn er die Mehrheit hätte!
Somit ist grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden, dass ein politischer Mandatar sich um eine Funktion in der Wirtschaft bewirbt, und es ist auch nichts dagegen einzuwenden, dass er diese Funktion auch annimmt. (Abg. Dr. Petrovic: Wenn er die Mehrheit hätte!) Ich glaube, dass gerade das österreichische System immer davon ausgegangen ist, dass der Beruf Politiker kein Brotberuf sein sollte, weil er als Politiker nicht abgehoben im elfenbeinernen Turm tätig sein sollte. Man wird dieses Recht auch dem Kollegen Gaugg nicht absprechen können, weil es dafür keine rechtliche Grundlage gibt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Petrovic: Wenn er die Mehrheit hätte!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Petrovic
Inwieweit aber jemand zu der persönlichen Ansicht gelangt, eine Funktion abzugeben und nur eine Funktion auszuüben (Zwischenruf der Abg. Dr. Petrovic ), das ist seine eigene Angelegenheit, und das muss er selbst abwägen, meine sehr geehrten Damen und Herren! Eines ist klar: Letztendlich gibt es für uns alle nur ein verbindliches Urteil, nämlich das des Wählers. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Inwieweit aber jemand zu der persönlichen Ansicht gelangt, eine Funktion abzugeben und nur eine Funktion auszuüben (Zwischenruf der Abg. Dr. Petrovic ), das ist seine eigene Angelegenheit, und das muss er selbst abwägen, meine sehr geehrten Damen und Herren! Eines ist klar: Letztendlich gibt es für uns alle nur ein verbindliches Urteil, nämlich das des Wählers. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Respekt, Herr Präsident!
Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Zierler. – Bitte. (Abg. Dr. Khol: Respekt, Herr Präsident!)
Abg. Silhavy: Fabel! – Abg. Mag. Wurm: Fabel!
Wir haben zum Beispiel Herrn Abgeordneten Nürnberger gesehen, der versucht hat, ein Gehalt zu korrigieren, weil Herr Freitag nicht 10 000 €, sondern "nur" 9 100 € bekommt. – Das sind die Zahlenspielereien der SPÖ, und das hat mich ein bisschen an die Geschichte mit Frau Csörgits erinnert: Als sie einmal nach ihrem Einkommen gefragt wurde, hat sie angegeben, sie habe auf 14 000 S netto vergessen, und sie hat gemeint, es war ja nur eine Zirka-Angabe. – Von einer solchen "Zirka-Angabe" leben sehr viele österreichischen Familien. (Abg. Silhavy: Fabel! – Abg. Mag. Wurm: Fabel!)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt wieder den Vorsitz.
Das war der eine Bauchfleck. Der nächste Bauchfleck war auch sehr amüsant, nämlich als wir vom Kollegen Wittmann gehört haben, dass es nicht so ist, dass man beim AMS rot besetzt. – Das Problem war halt nur, Herr Staffaneller war roter Gemeinderat, als er beim AMS eingesetzt wurde. – So weit zum Thema Bauchflecke, Herr Klubobmann Cap! (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Dr. Stummvoll: Versorgung! – Abg. Ing. Westenthaler: Versorgung!
Und abschließend heißt es: Der Herr Bundesminister betont, es gehe ihm darum, für die Versorgung des Dr. Scholten einen möglichst niedrigen politischen Preis zu bezahlen. Es gebe auch andere Alternativen, sonst würde er auch mit mir anders reden. – Gespräch 14. März 1997. (Abg. Dr. Stummvoll: Versorgung! – Abg. Ing. Westenthaler: Versorgung!)
Abg. Silhavy: Das sind Sie ja gewohnt! Sallmutter zum Beispiel! Denken Sie an den Fall Sallmutter! Denken Sie an den Fall Sallmutter!
Was wir in den letzten Wochen erlebt haben, war eine Menschenverfolgung, war eine Menschenhatz. Das war keine politische Auseinandersetzung, sondern das war eine versuchte Vernichtungsaktion eines politischen Gegners, den sie einfach definitiv zu ruinieren versucht haben. (Abg. Silhavy: Das sind Sie ja gewohnt! Sallmutter zum Beispiel! Denken Sie an den Fall Sallmutter! Denken Sie an den Fall Sallmutter!) – Es muss nicht so schrill sein, Frau Kollegin Silhavy! Ich verstehe Sie in der schrillen Tonlage nicht. – Ein bisschen ruhiger vielleicht.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was ist hier passiert? – Sie haben zum einen versucht, Kollegen Gaugg zu denunzieren, und Sie haben damit auch sein ganzes Umfeld belastet – ob das die Familie ist, ob das Freunde sind. Es war eine Vernichtungsaktion, die Sie betrieben haben. Das ist keine politische Auseinandersetzung, sondern ich finde das erschütternd, und ich finde das abstoßend, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Er ist gerade hereingekommen!
Ich will jetzt den vielzitierten "Kühlschrank" nicht noch einmal ansprechen (Abg. Ing. Westenthaler: Er ist gerade hereingekommen!), aber was mich auch interessiert, ist etwas, was noch nicht beantwortet wurde: Herr Keppelmüller hat nämlich noch eine ganz andere Frage gestellt, und zwar hat er gesagt, er möchte einmal hören, dass sich Doris Bures, ihres Zeichens Bundesgeschäftsführerin der SPÖ, zu Elsner äußert. (Abg. Silhavy: Das ist aber heute nicht Thema! Heute ist Gaugg Thema!)
Abg. Silhavy: Das ist aber heute nicht Thema! Heute ist Gaugg Thema!
Ich will jetzt den vielzitierten "Kühlschrank" nicht noch einmal ansprechen (Abg. Ing. Westenthaler: Er ist gerade hereingekommen!), aber was mich auch interessiert, ist etwas, was noch nicht beantwortet wurde: Herr Keppelmüller hat nämlich noch eine ganz andere Frage gestellt, und zwar hat er gesagt, er möchte einmal hören, dass sich Doris Bures, ihres Zeichens Bundesgeschäftsführerin der SPÖ, zu Elsner äußert. (Abg. Silhavy: Das ist aber heute nicht Thema! Heute ist Gaugg Thema!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hört, hört!
Helmut Elsner, BAWAG-Generaldirektor, ist unter Beschuss geraten, weil er sich nebenbei noch eine Vorstandsgage bei den Österreichischen Lotterien auszahlen lässt. – Oder – Herr Keppelmüller hatte noch eine Idee – man könnte sich einmal anschauen, ob es für die 100 Millionen Schilling, die beim letzten Wahlkampf von Viktor Klima und Andreas Rudas zusätzlich ausgegeben worden sind, Beschlüsse in den Gremien gegeben hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Hört, hört!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Silhavy: Causa Sallmutter!
Vielleicht können wir dann auch zu einem Ende finden, was menschenunwürdiges Verhalten, Menschenjagd und Menschenhatz am Beispiel Reinhart Gaugg betrifft. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Silhavy: Causa Sallmutter!)
Abg. Böhacker: Was hat sie behauptet?
Abgeordnete Ludmilla Parfuss (SPÖ): Frau Abgeordnete Zierler hat vorhin behauptet (Abg. Böhacker: Was hat sie behauptet?), dass Herr Staffaneller roter Gemeinderat war und dann AMS-Leiter geworden ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat sie überhaupt nicht gesagt!) – Das stimmt nicht.
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat sie überhaupt nicht gesagt!
Abgeordnete Ludmilla Parfuss (SPÖ): Frau Abgeordnete Zierler hat vorhin behauptet (Abg. Böhacker: Was hat sie behauptet?), dass Herr Staffaneller roter Gemeinderat war und dann AMS-Leiter geworden ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat sie überhaupt nicht gesagt!) – Das stimmt nicht.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber er war schon zuerst SPÖ-Mitglied?!
Herr Staffaneller wurde zuerst als AMS-Leiter von Graz nach Deutschlandsberg zugewiesen, hat sich dann in den Gemeinderat beworben (Abg. Ing. Westenthaler: Aber er war schon zuerst SPÖ-Mitglied?!) und wurde Gemeinderat, weil er eine politische Karriere angestrebt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Bei welcher Partei? – Abg. Gaugg: Bei welcher Partei?) Das ist bei
Abg. Ing. Westenthaler: Bei welcher Partei? – Abg. Gaugg: Bei welcher Partei?
Herr Staffaneller wurde zuerst als AMS-Leiter von Graz nach Deutschlandsberg zugewiesen, hat sich dann in den Gemeinderat beworben (Abg. Ing. Westenthaler: Aber er war schon zuerst SPÖ-Mitglied?!) und wurde Gemeinderat, weil er eine politische Karriere angestrebt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Bei welcher Partei? – Abg. Gaugg: Bei welcher Partei?) Das ist bei
Abg. Ing. Westenthaler: Man muss dankbar sein, dass Sie das noch einmal betonen, damit alle wissen, dass Staffaneller aus der SPÖ kommt!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Bures. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Man muss dankbar sein, dass Sie das noch einmal betonen, damit alle wissen, dass Staffaneller aus der SPÖ kommt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben kein Problem!
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich denke mir, dass klar geworden ist, die FPÖ hat ein Problem. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben kein Problem!) Die FPÖ hat in ihren Kreisen einen skandalösen Abkassierer, einen Privilegienritter – in den Reihen der FPÖ! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Jetzt spricht der Eiswürfel vom Kühlschrank! Jetzt spricht der Eiswürfel vom Kühl-schrank!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Jetzt spricht der Eiswürfel vom Kühlschrank! Jetzt spricht der Eiswürfel vom Kühl-schrank!
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich denke mir, dass klar geworden ist, die FPÖ hat ein Problem. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben kein Problem!) Die FPÖ hat in ihren Kreisen einen skandalösen Abkassierer, einen Privilegienritter – in den Reihen der FPÖ! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Jetzt spricht der Eiswürfel vom Kühlschrank! Jetzt spricht der Eiswürfel vom Kühl-schrank!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Das Eiswürfele! – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso zittern Sie schon wieder?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nur weil sich Ihre Parteivorsitzende, weil sich Ihr Klubobmann Westenthaler, weil sich Ihr Generalsekretär nicht durchsetzen und dafür sorgen können, dass er aus diesen Reihen geht, nur weil Sie sich nicht durchsetzen können, kommen Sie mit einem Schein- und Ablenkungsmanöver von Unvereinbarkeit. Machen Sie in Ihren Reihen sauber! Sorgen Sie dafür, dass Abkassierer hier keinen Platz haben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Das Eiswürfele! – Abg. Ing. Westenthaler: Wieso zittern Sie schon wieder?)
Abg. Böhacker: Ganz ruhig! Sie zittern!
Aber wissen Sie, es nimmt Ihnen sowieso niemand mehr etwas ab. (Abg. Böhacker: Ganz ruhig! Sie zittern!) Sie reden von mehr Menschlichkeit in der Politik. Jeder in diesem Land weiß, die FPÖ steht für eine menschenverachtende Politik, und Sie haben dafür auch die Rechnung präsentiert bekommen. Wenn jemand einen Bauchfleck gemacht hat, Frau Abgeordnete Zierler, dann nicht nur Sie als Kurzzeitgeneralsekretärin (Abg. Gaugg: Eiswürferl! Eiswürferl!), sondern zum Glück die FPÖ bei jeder Wahl, die in den letzten zwei Jahren stattgefunden hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Gaugg: Eiswürferl! Eiswürferl!
Aber wissen Sie, es nimmt Ihnen sowieso niemand mehr etwas ab. (Abg. Böhacker: Ganz ruhig! Sie zittern!) Sie reden von mehr Menschlichkeit in der Politik. Jeder in diesem Land weiß, die FPÖ steht für eine menschenverachtende Politik, und Sie haben dafür auch die Rechnung präsentiert bekommen. Wenn jemand einen Bauchfleck gemacht hat, Frau Abgeordnete Zierler, dann nicht nur Sie als Kurzzeitgeneralsekretärin (Abg. Gaugg: Eiswürferl! Eiswürferl!), sondern zum Glück die FPÖ bei jeder Wahl, die in den letzten zwei Jahren stattgefunden hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber wissen Sie, es nimmt Ihnen sowieso niemand mehr etwas ab. (Abg. Böhacker: Ganz ruhig! Sie zittern!) Sie reden von mehr Menschlichkeit in der Politik. Jeder in diesem Land weiß, die FPÖ steht für eine menschenverachtende Politik, und Sie haben dafür auch die Rechnung präsentiert bekommen. Wenn jemand einen Bauchfleck gemacht hat, Frau Abgeordnete Zierler, dann nicht nur Sie als Kurzzeitgeneralsekretärin (Abg. Gaugg: Eiswürferl! Eiswürferl!), sondern zum Glück die FPÖ bei jeder Wahl, die in den letzten zwei Jahren stattgefunden hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.
Sie decken sie damit, indem Sie dem Parlament die Unwahrheit gesagt haben. Sie haben an dieser Mauschelsitzung am 14. Mai in diesem Haus teilgenommen. Herr Bundesminister! Sie stellen sich hierher und sagen, Sie haben den FPÖ-Klub betreten, um sich zu erkundigen, und dazu sind Sie nach dem ASVG auch berechtigt. Das machen Sie im Klub der FPÖ mit Herrn Tancsits und Herrn Graf? – Erkundigen Sie sich! Postenschacher hat stattgefunden, Herr Bundesminister, den Sie decken, und das ist der Skandal! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner. )
Abg. Mag. Schweitzer: Wer hat denn das geschrieben?
Aber dieser Postenschacher war notwendig, weil Herr Abgeordneter Gaugg die notwendige Qualifikation für eine so verantwortungsvolle Tätigkeit nicht erbringt. Das haben Sie gewusst – und daher mussten Sie das mit der Brechstange, mit Mauschelsitzungen, mit Geheimprotokollen, in denen alles festgelegt wurde, im Vorfeld abklären! (Abg. Mag. Schweitzer: Wer hat denn das geschrieben?)
Abg. Neudeck: Das hat heute schon jemand zitiert! Das ist schon fad!
Gaugg ist ein Mitarbeiter, der sein Butterbrot von beiden Seiten beschmieren will. Er ist für uns untragbar. Außerdem habe Gaugg den Ruf der Bank geschädigt. Wir haben mit ihm schlechte Erfahrungen gemacht. – Zitatende. (Abg. Neudeck: Das hat heute schon jemand zitiert! Das ist schon fad!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Aber das ist nicht sein Dienstzeugnis!
Das ist eine Qualifikation – "hervorragend", meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Aber das ist nicht sein Dienstzeugnis!)
Beifall bei der SPÖ.
Aber es gibt mehrere Anforderungen. Es steht hier auch: umfassende Kenntnis der maßgebenden Rechtsnormen und Organisationsstrukturen der Sozialversicherung. – Also er kennt die Organisationsstruktur nicht, er kennt nicht einmal das Gebäude. Wir wissen, er hat den Arbeitsort nicht einmal gefunden. Das sind offensichtlich seine Kenntnisse. Und zur sozialen und wirtschaftlichen Kompetenz: Wirtschaftliche Kompetenz hat er keine, denn das Einzige, was er will, ist abkassieren. 200 000 € im Jahr abzukassieren, das ist keine Kompetenz. Das Einzige, was er hat, ist Durchsetzungsvermögen, um einen lukrativen Job zu bekommen, den die Versicherten zu bezahlen haben. Das ist der Skandal, über den wir heute reden! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: So? Was hat denn Freitag dann? Er hat dann ja eine Minus-Qualifikation!
Zusammenfassen kann man es klar: Es gibt null Qualifikation für Herrn Abgeordneten Gaugg für diese Funktion. (Abg. Mag. Schweitzer: So? Was hat denn Freitag dann? Er hat dann ja eine Minus-Qualifikation!) Es werden die Versicherten zur Kassa gebeten für eine Personalberatungsfirma, die nur eine "Behübschung" ist, weil Sie dieses Paket im FPÖ-Klub ausgepackelt haben. Herr Gaugg weiß nicht, was er arbeiten soll, er weiß nicht, wo er arbeiten soll, er weiß nur, er will 200 000 € Jahresgehalt plus Dienstwagen, plus Chauffeur und sonstige Annehmlichkeiten.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Herr Bundesminister! Sie spielen hier mit! Sie decken das! Sie haben das zu verantworten, und daher, Herr Bundesminister, sind Sie rücktrittsreif! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der Unwahrheiten-Verbreiter!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Öllinger. Restliche Redezeit: 7 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der Unwahrheiten-Verbreiter!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Einen Artikel habe ich gefunden. Schwan gerettet: "Hansi" zieht mit Familie nach Rust. – Das würde irgendwie auf den Kollegen Gaugg passen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. ) Vielleicht war es aber auch Lucky Luke, der unten im Comic spricht: Die Bleichgesichter, die bei dir wohnen, sprechen mit gespaltenen Zungen. – Auch darüber könnte man nachdenken. (Heiterkeit.)
Heiterkeit.
Einen Artikel habe ich gefunden. Schwan gerettet: "Hansi" zieht mit Familie nach Rust. – Das würde irgendwie auf den Kollegen Gaugg passen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. ) Vielleicht war es aber auch Lucky Luke, der unten im Comic spricht: Die Bleichgesichter, die bei dir wohnen, sprechen mit gespaltenen Zungen. – Auch darüber könnte man nachdenken. (Heiterkeit.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das, Herr Bundesminister Haupt, was Sie heute als Rechtfertigung angeboten haben, reicht in keinem Fall aus, das ist inakzeptabel! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Jung
Das ist nicht Ihre Funktion, Herr Bundesminister! Sie sind Aufsichtsorgan, aber nicht Patenonkel einer sehr dubiosen Absprache zum Zwecke (Zwischenruf des Abg. Jung ), die Beschlüsse des Überleitungsausschusses vorwegzunehmen. Das ist das, was geschehen ist. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das ist nicht Ihre Funktion, Herr Bundesminister! Sie sind Aufsichtsorgan, aber nicht Patenonkel einer sehr dubiosen Absprache zum Zwecke (Zwischenruf des Abg. Jung ), die Beschlüsse des Überleitungsausschusses vorwegzunehmen. Das ist das, was geschehen ist. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Unabhängig davon, ob es dieses Gespräch mit dieser Auflage, mit dieser Vorgabe gegeben hat oder nicht: Es war irrelevant, was Herr Jenewein tatsächlich gemacht hat, denn es ist über die Personen, die zur Auswahl gestanden sind, gar nicht abgestimmt worden. Sie sind gefoppt worden! Sie sind für eine eindeutige parteipolitische Bestellung missbraucht worden! Das ist inakzeptabel, und darum verdient der Minister das Misstrauen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundesminister Haupt, das, was Sie als Antwort gegeben haben, ist inakzeptabel, und daher verdienen Sie das Misstrauen des Parlaments! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Parnigoni – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Graf –: Kaffeesieder! – Abg. Dr. Martin Graf: Nichts gegen den Beruf der Kaffeesieder! Das ist ein sehr gutes Lokal! Da das jetzt öffentlich bekannt ist, befürchte ich allerdings Anschläge von der linken Seite auf dieses Lokal! Ich hoffe, das bewahrheitet sich nicht!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Graf. Restliche Redezeit: 9 Minuten. – Bitte. (Abg. Parnigoni – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Graf –: Kaffeesieder! – Abg. Dr. Martin Graf: Nichts gegen den Beruf der Kaffeesieder! Das ist ein sehr gutes Lokal! Da das jetzt öffentlich bekannt ist, befürchte ich allerdings Anschläge von der linken Seite auf dieses Lokal! Ich hoffe, das bewahrheitet sich nicht!)
Abg. Öllinger: "Silent partner" steht da!
Herr Kollege Öllinger, wie kann ein Gesellschafter, der im Firmenbuch eingetragen ist – und Sie haben zum Firmenbuch jederzeit Zugriff, weil Sie zugriffsberechtigt sind –, ein stiller Gesellschafter sein? Erklären Sie mir das einmal! Ein stiller Gesellschafter scheint doch nicht im Firmenbuch auf! (Abg. Öllinger: "Silent partner" steht da!)
Abg. Öllinger: Der Minister muss prüfen!
Zum Wahlvorgang selbst: Der Wahlvorgang ist in der Geschäftsordnung der neuen Versicherungsanstalt normiert, die von den sozialdemokratischen Vertretern mit den christlich-sozialen Vertretern beschlossen wurde. Zu Beginn des Wahlvorganges habe ich den Vorsitzenden des Überleitungsausschusses, Obmann Haas, in der Sitzung des Überleitungsausschusses befragt, wie der Wahlvorgang und wie die Nominierung zu erfolgen haben. Er hat daraufhin den Wahlvorgang und die Nominierung der Kandidaten enunziert, und wir sind in diesem enunzierten Sinne vorgegangen, und es gab keinen Einwand dagegen. (Abg. Öllinger: Der Minister muss prüfen!)
Abg. Öllinger: Es gab 50 Bewerber!
Sie sagten, dass es zwei Vertreter für den Generaldirektor-Posten gab. Das ist richtig! Es gab zwei Bewerber für den Generaldirektor-Posten. Ein Bewerber für diesen Posten, Herr Ferdinand Ehrenstein, hat mir und auch vielen anderen Personen einen Brief geschrieben. (Abg. Öllinger: Es gab 50 Bewerber!) Den Inhalt dieses Briefes will ich Ihnen nicht vorenthalten. Ich habe ihn auch dem Herrn Bundesminister nicht vorenthalten.
Abg. Gradwohl: War das vor oder nach der Geheimabsprache? Der hat es schon gewusst!
Herr Ehrenstein hat sich dem Verfahren, das im Konsens von allen Versicherungsvertretern so festgelegt worden ist, nicht gestellt. (Abg. Gradwohl: War das vor oder nach der Geheimabsprache? Der hat es schon gewusst!) – Das schrieb er am 13. Mai 2002. Er hat lediglich einen Zweizeiler abgegeben, dass er sich um den Posten bewirbt. De facto ist er nicht zur Wahl zur Verfügung gestanden.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Petrovic: Sie haben das Gesetz gebrochen! – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Und Sie verlangen von mir, dass ich einen derartigen Versager wähle?! Das verlangen Sie von mir allen Ernstes?! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Petrovic: Sie haben das Gesetz gebrochen! – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Petrovic: Glauben Sie, dass das einen Gesetzesbruch rechtfertigt?
Dieses Recht steht jedem Arbeitnehmer zu, auch dem zukünftigen Bewerber! (Abg. Dr. Petrovic: Glauben Sie, dass das einen Gesetzesbruch rechtfertigt?)
Abg. Dr. Petrovic: Glauben Sie, dass das einen Gesetzesbruch rechtfertigt?
Zur Wahl sind zwei Personen gestanden; einer, der die Voraussetzungen nicht erfüllt, die Sie bei Herrn Gaugg reklamieren, einer, der schon einen Sondervertrag mit einer Bezahlung in astronomischer Höhe hat, und einer, der nachgewiesen hat, dass er über die erforderlichen Qualifikationen nicht verfügt, weil Schaden durch ihn entstanden ist. (Abg. Dr. Petrovic: Glauben Sie, dass das einen Gesetzesbruch rechtfertigt?) Da war es natürlich selbstverständlich,
Abg. Nürnberger: Das steht im Protokoll drinnen!
Über die Gespräche, die ich mit Herrn Katzian und mit Herrn Haas geführt habe, werde ich hier vom Rednerpult aus nichts sagen. Aber das, was Sie, Herr Kollege Nürnberger, heute hier gesagt haben, das haben wir sicher nicht besprochen. (Abg. Nürnberger: Das steht im Protokoll drinnen!) Wir haben andere Sachen besprochen. Ganz andere Sachen haben wir besprochen.
Abg. Öllinger: Sie haben es doch geschrieben!
Sie sind ja Lügen gestraft worden. Wenn Herr Haas den Inhalt dieses Protokolls so gut gekannt hat, vielleicht hat er oder hat Herr Katzian das Protokoll geschrieben? Ich weiß es nicht. (Abg. Öllinger: Sie haben es doch geschrieben!) Ich habe es nicht geschrieben!
Abg. Öllinger: Sie haben es doch geschrieben!
Jetzt sage ich noch etwas dazu. (Abg. Öllinger: Sie haben es doch geschrieben!) Ich habe es nicht geschrieben! – Wenn am Ende nichts von dem eintritt, was in diesem angeblichen Protokoll steht, dann verstehe ich die Aufregung nicht. Drei von vier Ihrer Kandidaten haben wir mitgetragen. Ich sehe da überhaupt kein Problem! (Abg. Dr. Petrovic: Das ist keine Gesetzeskontrolle, das ist eine "Packel-Kontrolle"!) Warum wollen Sie vier? Noch dazu einen ausgewiesen nicht besonders guten Kandidaten! Nur deshalb, weil er Ihr persönlicher Freund ist? – Das ist mir ein bisschen zu wenig. (Abg. Silhavy: Das, was Sie machen, ist Postenschacher und Mauschelei! – Abg. Dr. Petrovic: Wo bleibt die Gesetzeskonformität? – Abg. Dr. Cap: Dafür verdienen Sie einen Oscar als Nebendarsteller!)
Abg. Dr. Petrovic: Das ist keine Gesetzeskontrolle, das ist eine "Packel-Kontrolle"!
Jetzt sage ich noch etwas dazu. (Abg. Öllinger: Sie haben es doch geschrieben!) Ich habe es nicht geschrieben! – Wenn am Ende nichts von dem eintritt, was in diesem angeblichen Protokoll steht, dann verstehe ich die Aufregung nicht. Drei von vier Ihrer Kandidaten haben wir mitgetragen. Ich sehe da überhaupt kein Problem! (Abg. Dr. Petrovic: Das ist keine Gesetzeskontrolle, das ist eine "Packel-Kontrolle"!) Warum wollen Sie vier? Noch dazu einen ausgewiesen nicht besonders guten Kandidaten! Nur deshalb, weil er Ihr persönlicher Freund ist? – Das ist mir ein bisschen zu wenig. (Abg. Silhavy: Das, was Sie machen, ist Postenschacher und Mauschelei! – Abg. Dr. Petrovic: Wo bleibt die Gesetzeskonformität? – Abg. Dr. Cap: Dafür verdienen Sie einen Oscar als Nebendarsteller!)
Abg. Silhavy: Das, was Sie machen, ist Postenschacher und Mauschelei! – Abg. Dr. Petrovic: Wo bleibt die Gesetzeskonformität? – Abg. Dr. Cap: Dafür verdienen Sie einen Oscar als Nebendarsteller!
Jetzt sage ich noch etwas dazu. (Abg. Öllinger: Sie haben es doch geschrieben!) Ich habe es nicht geschrieben! – Wenn am Ende nichts von dem eintritt, was in diesem angeblichen Protokoll steht, dann verstehe ich die Aufregung nicht. Drei von vier Ihrer Kandidaten haben wir mitgetragen. Ich sehe da überhaupt kein Problem! (Abg. Dr. Petrovic: Das ist keine Gesetzeskontrolle, das ist eine "Packel-Kontrolle"!) Warum wollen Sie vier? Noch dazu einen ausgewiesen nicht besonders guten Kandidaten! Nur deshalb, weil er Ihr persönlicher Freund ist? – Das ist mir ein bisschen zu wenig. (Abg. Silhavy: Das, was Sie machen, ist Postenschacher und Mauschelei! – Abg. Dr. Petrovic: Wo bleibt die Gesetzeskonformität? – Abg. Dr. Cap: Dafür verdienen Sie einen Oscar als Nebendarsteller!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage an dieser Stelle noch einmal: Ich glaube, die Wahl beziehungsweise die Entscheidung war eine richtige, weil es auch um unternehmerische Belange geht. Es geht mir zum Beispiel darum, dass nicht ein "hostile take-over" einer Anstalt über die andere Anstalt letztlich erfolgt. Das ist das Entscheidende! Daher wäre es auch ein Vorteil gewesen. Es wurde immer enunziert, dass in leitender Funktion jemand zu sein hat, der keine persönlichen Bindungen zu den beiden Stammhäusern hat. Diese Qualifikation hat Herr Kollege Gaugg auf jeden Fall. Freitag nicht, Ihr Kandidat nicht, und einen anderen haben Sie leider nicht nominiert. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Fettnäpfchen-König Wittmann! Der macht schon beim Anlauf einen Bauchfleck!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Wittmann. Restliche Redezeit Ihrer Fraktion: 2 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Fettnäpfchen-König Wittmann! Der macht schon beim Anlauf einen Bauchfleck!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen es nicht verstehen!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich verstehe die Aufregung nicht (Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen es nicht verstehen!), aber ich weiß, dass die FPÖ ein bisschen nervös ist. Wenn ich mir nämlich diese Vereinbarung anschaue, die am 14. Mai getroffen wurde, eine Vereinbarung, die seinesgleichen sucht (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Wittmann, "ihres gleichen", nicht "seines gleichen"!), die skandalös ist, die unter der Schirmherrschaft eines Ministers stattfindet, der sich nicht zu gut dafür ist, in eine Vergabe einzugreifen, und dazu noch protokollieren läßt, wie man die Posten verteilt, und zwar bis hinunter, dann weiß ich, warum die FPÖ nervös ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Wittmann, "ihres gleichen", nicht "seines gleichen"!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich verstehe die Aufregung nicht (Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen es nicht verstehen!), aber ich weiß, dass die FPÖ ein bisschen nervös ist. Wenn ich mir nämlich diese Vereinbarung anschaue, die am 14. Mai getroffen wurde, eine Vereinbarung, die seinesgleichen sucht (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Wittmann, "ihres gleichen", nicht "seines gleichen"!), die skandalös ist, die unter der Schirmherrschaft eines Ministers stattfindet, der sich nicht zu gut dafür ist, in eine Vergabe einzugreifen, und dazu noch protokollieren läßt, wie man die Posten verteilt, und zwar bis hinunter, dann weiß ich, warum die FPÖ nervös ist.
Abg. Öllinger: Oh ja!
Bei der FPÖ gehe ich davon aus, dass es nicht einmal bei ihr solche Machenschaften gibt (Abg. Öllinger: Oh ja!), durch welche dieses Protokoll an die Öffentlichkeit gelangt sein könnte.
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen
Dass Sie jetzt natürlich in nervöses Gelächter ausbrechen, Herr Westenthaler, ist mir schon klar, denn Sie sind wieder einmal bei einer Postenvergabe auf gut Wienerisch "gelegt worden". Sie haben es wieder einmal "geschafft", und mich wundert es, dass die Abgeordneten der FPÖ (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen) so ruhig hier sitzen und dabei zuschauen, wie sie ein Mal nach dem anderen bei der Postenvergabe über den Tisch gezogen werden und wie man jetzt den Abgeordneten Gaugg ...
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Aber der ÖVP kann man nur dazu gratulieren, wie sie die FPÖ über den Tisch gezogen hat. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Petrovic: Wo ist der Herr Bundeskanzler?
Da zu einem solchen Beschluss des Nationalrates gemäß Abs. 2 der zitierten Verfassungsbestimmung die Anwesenheit der Hälfte der Abgeordneten erforderlich ist, stelle ich diese ausdrücklich fest. (Abg. Dr. Petrovic: Wo ist der Herr Bundeskanzler?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Wieder zu wenig! – Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler begeben sich zu Bundesminister Mag. Haupt und gratulieren diesem. – Abg. Marizzi: Judas! – Weitere lebhafte Zwischenrufe.
Ich bitte jene Damen und Herren, die sich für den gegenständlichen Misstrauensantrag aussprechen, um ein Zeichen der Zustimmung. – Es ist das die Minderheit, und damit ist der Antrag abgelehnt . (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Wieder zu wenig! – Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler begeben sich zu Bundesminister Mag. Haupt und gratulieren diesem. – Abg. Marizzi: Judas! – Weitere lebhafte Zwischenrufe.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich finde, es ist ein bedeutender und großer Schritt, eine wichtige Errungenschaft, dass in einer Zeit, in welcher jeder Arbeitnehmer immer mehr Flexibilität aufbringen muss, die alte und mobilitätshemmende Abfertigungsregelung endgültig der Vergangenheit angehört. Die nunmehrige Regelung hat für die Arbeitnehmer und für die Unternehmer den Vorteil, dass die Abfertigung planbar wird. Das ist ein Ziel, das wir erreicht haben, und darauf sind wir sehr stolz. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Silhavy: Dass immer Ahnungslose das Wort ergreifen! – Abg. Böhacker – in Richtung der Abg. Silhavy –: Nicht so überheblich! – Abg. Silhavy: Man muss einmal die Grundlagen kennen!
Vor allem an die Adresse der Frau Csörgits muss ich sagen: Gerade Sie von der Sozialdemokratie waren in den letzten 30 Jahren nicht imstande, dieses wichtige Instrumentarium zu schaffen, diesen Schritt zu setzen. Darauf, dass wir das jetzt zustande gebracht haben, sind wir stolz. Das wäre auch für Sie ein Leichtes gewesen, das wissen Sie genauso wie wir. Sie haben in 30 Jahren diese Möglichkeiten nicht geschaffen. Wir haben das innerhalb von zweieinhalb Jahren realisiert. (Abg. Silhavy: Dass immer Ahnungslose das Wort ergreifen! – Abg. Böhacker – in Richtung der Abg. Silhavy –: Nicht so überheblich! – Abg. Silhavy: Man muss einmal die Grundlagen kennen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr verehrte Damen und Herren! Meine Kritik kam zu Recht, Frau Silhavy, denn Sie hätten die Gelegenheit dazu gehabt. Und jetzt muss ich ein Lob aussprechen: Herr Sigisbert Dolinschek ist der Mann der Stunde, der schon seit zwölf Jahren vehement für diese Abfertigungsregelung kämpft. Darauf sind wir stolz! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Ich muss sagen, ich bin auch als Arbeitnehmer sehr stolz auf diese Regelung. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Es scheint so, Frau Silhavy, als hätte es tatsächlich der Freiheitlichen bedurft, um diesen Schritt einzuleiten. In diesem Sinne sage ich: Danke schön! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich muss sagen, ich bin auch als Arbeitnehmer sehr stolz auf diese Regelung. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Es scheint so, Frau Silhavy, als hätte es tatsächlich der Freiheitlichen bedurft, um diesen Schritt einzuleiten. In diesem Sinne sage ich: Danke schön! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Bereits im Jahre 1991 sprach mein Kollege Sigisbert Dolinschek von der Verbesserung der ungerechten Abfertigung, die nur 20 Prozent der Arbeitnehmer einen Vorteil verschaffte. Ja, schon damals hat Sigi Dolinschek die "Abfertigung neu" für alle Arbeitnehmer gefordert, schon damals war die Rede von einem System der Mitnahme der Abfertigung auch bei Selbstkündigung. Danke, Sigi Dolinschek, für deinen jahrelangen Einsatz für mehr Gerechtigkeit! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Als Touristiker ist mir der Aspekt der Gerechtigkeit für unsere 167 000 Tourismusarbeitnehmer sehr wichtig. Diese kommen in Zukunft erstmals in den Genuss einer Abfertigung. Unsere Regierung hat hier weise und sehr vorausschauend gehandelt. Nun werden auch die Mitarbeiter in der Gastronomie und im Tourismus von diesem bahnbrechenden Modell der "Abfertigung neu" profitieren. Dieses Modell wird auch die hohe Ausstiegsrate aus den Tourismusberufen bremsen. Es werden wieder Tourismusfacharbeiter in ihren Beruf zurückkehren, weil sie nunmehr auch eine Abfertigung bekommen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es freut mich, dass nach 30 Jahren roter Verantwortung im Sozialbereich nun das Zweiklassensystem unter den Arbeitnehmern endlich der Vergangenheit angehört. – Glück auf! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne freuen wir uns, diese "Abfertigung neu" heute beschließen zu können. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt fällt Öllinger um!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister! (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt fällt Öllinger um!) Zwei Vorbemerkungen. Es ist zwar gut, dass Herr Bundesminister Strasser an dieser Debatte teilnimmt, aber eigentlich, da es ein so "revolutionäres Projekt", ein "Meilenstein" ist, hätte ich mir schon gedacht, dass es auch die zuständigen Minister begleiten. (Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schweitzer: Er war die ganze Zeit da! Zu 90 Prozent!) – Die ganze Zeit ist das eben nicht!
Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schweitzer: Er war die ganze Zeit da! Zu 90 Prozent!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister! (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt fällt Öllinger um!) Zwei Vorbemerkungen. Es ist zwar gut, dass Herr Bundesminister Strasser an dieser Debatte teilnimmt, aber eigentlich, da es ein so "revolutionäres Projekt", ein "Meilenstein" ist, hätte ich mir schon gedacht, dass es auch die zuständigen Minister begleiten. (Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schweitzer: Er war die ganze Zeit da! Zu 90 Prozent!) – Die ganze Zeit ist das eben nicht!
Abg. Ing. Westenthaler: Er fällt jetzt nämlich um! Öllinger fällt um!
Zweite Vorbemerkung beziehungsweise Nachbemerkung. (Abg. Ing. Westenthaler: Er fällt jetzt nämlich um! Öllinger fällt um!) Herr Abgeordneter Graf! Es ist Ihnen in der vorhergegangenen
Abg. Dr. Khol: Das Präsidium schläft!
Wenn ich davon ausgehe, dass die Gremien über Qualifikationen zu urteilen haben, dann haben eben diese das zu tun, aber dann haben Sie nicht das Recht – in diesem Fall ist es der Missbrauch eines Rechtes –, jemanden, der sich gegen eine Bemerkung nicht wehren kann (Abg. Dr. Khol: Das Präsidium schläft!), die Sie hier herinnen machen, als "Versager" zu bezeichnen, wohl wissend, dass er Sie nicht klagen kann. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn ich davon ausgehe, dass die Gremien über Qualifikationen zu urteilen haben, dann haben eben diese das zu tun, aber dann haben Sie nicht das Recht – in diesem Fall ist es der Missbrauch eines Rechtes –, jemanden, der sich gegen eine Bemerkung nicht wehren kann (Abg. Dr. Khol: Das Präsidium schläft!), die Sie hier herinnen machen, als "Versager" zu bezeichnen, wohl wissend, dass er Sie nicht klagen kann. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Erklären Sie den Umfaller der Grünen!
Ich komme zur Debatte um die Abfertigung. (Abg. Ing. Westenthaler: Erklären Sie den Umfaller der Grünen!) – Kollege Westenthaler! Sie wissen immer alles besser. (Abg. Ing. Westenthaler: Zuerst dagegen, dann dafür!) Es ist Herrn Bundesminister Bartenstein in der Debatte vorbehalten geblieben, aus meiner Kritik an dem Gesetz darauf zu schließen, dass wir gegen dieses Gesetz sind. (Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Khol. – Abg. Dr. Khol: Ihr seid Kontra-Redner gewesen!) Ich habe es aber anders begründet.
Abg. Ing. Westenthaler: Zuerst dagegen, dann dafür!
Ich komme zur Debatte um die Abfertigung. (Abg. Ing. Westenthaler: Erklären Sie den Umfaller der Grünen!) – Kollege Westenthaler! Sie wissen immer alles besser. (Abg. Ing. Westenthaler: Zuerst dagegen, dann dafür!) Es ist Herrn Bundesminister Bartenstein in der Debatte vorbehalten geblieben, aus meiner Kritik an dem Gesetz darauf zu schließen, dass wir gegen dieses Gesetz sind. (Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Khol. – Abg. Dr. Khol: Ihr seid Kontra-Redner gewesen!) Ich habe es aber anders begründet.
Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Khol. – Abg. Dr. Khol: Ihr seid Kontra-Redner gewesen!
Ich komme zur Debatte um die Abfertigung. (Abg. Ing. Westenthaler: Erklären Sie den Umfaller der Grünen!) – Kollege Westenthaler! Sie wissen immer alles besser. (Abg. Ing. Westenthaler: Zuerst dagegen, dann dafür!) Es ist Herrn Bundesminister Bartenstein in der Debatte vorbehalten geblieben, aus meiner Kritik an dem Gesetz darauf zu schließen, dass wir gegen dieses Gesetz sind. (Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Khol. – Abg. Dr. Khol: Ihr seid Kontra-Redner gewesen!) Ich habe es aber anders begründet.
Beifall bei den Grünen.
Wir stimmen diesem Gesetz in dritter Lesung trotz dieser Einwände zu, weil wir – und ich erinnere Sie daran! – auch gesagt haben, wir halten eine Abfertigung für alle – das ist der Kern, darum werden wir auch in zweiter Lesung diesem Kern des Gesetzes zustimmen – für einen Erfolg und für ein wichtiges Instrument. Dieses Gesetz jedoch durch derartige Bestimmungen gleich wieder einem Verdacht auszusetzen, das haben Sie sich selbst zuzuschreiben! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Verzetnitsch: Wieder die Chance verpasst!
Ich ersuche jene Mitglieder des Hohen Hauses, die sich hiefür aussprechen, um ein diesbezügliches Zeichen. – Es ist das die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Verzetnitsch: Wieder die Chance verpasst!)
Abg. Verzetnitsch: Wieder nicht dabei!
Bei Zustimmung ersuche ich um ein entsprechendes Zeichen. – Es ist das die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Verzetnitsch: Wieder nicht dabei!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Konsens!
Ich bitte jene Damen und Herren, die auch in dritter Lesung dem vorliegenden Gesetzentwurf zustimmen, um ein Zeichen der Bejahung. – Es ist dies einstimmig in dritter Lesung angenommen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Konsens! )
Abg. Schieder: Das ist ein Bericht, Herr Präsident, kein Gesetzentwurf!
Ich bitte jene Damen und Herren, die dem vorliegenden Gesetzentwurf auch in dritter Lesung ihre Zustimmung erteilen, um ein entsprechendes Zeichen. (Abg. Schieder: Das ist ein Bericht, Herr Präsident, kein Gesetzentwurf!)
Heiterkeit.
Wir gelangen nun zur Abstimmung über den Gesetzentwurf samt Titel und Eingang in 1177 der Beilagen, Herr Abgeordneter, wenn Sie einverstanden sind. (Heiterkeit.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Aufklärungsrate aller strafbaren gerichtlichen Handlungen ist von 48,7 auf 41,7 Prozent zurückgegangen. Und im Besonderen ist die Aufklärungsrate bei Verbrechen von 35 Prozent auf 22,8 Prozent zurückgegangen. Da, Herr Bundesminister, ist Ihnen vorzuwerfen, dass Sie kein Sicherheitsminister sind, sondern einer, der durch seine Maßnahmen eher der Unsicherheit das Wort redet. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Sie, Herr Bundesminister Strasser, nehmen in Ihrer Anfragebeantwortung ganz klar Stellung zu diesem Fall, sagen aber in der Zeitung, Sie würden diesen Vorfall nicht kennen. Also, Herr Bundesminister: Was ist die Wahrheit? Entweder Sie haben hier gelogen, Sie haben hier die Unwahrheit gesagt, oder Sie wissen nicht, was Sie unterschreiben, oder Sie haben einfach Gedächtnislücken. Alles miteinander qualifiziert Sie nicht für den Posten des Innenministers, und daher werden wir diesen Misstrauensantrag unterstützen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Wieso "hat"? – Abg. Parnigoni: Wieso "hat"?
Abgeordneter Günter Kößl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Minister! Geschätzte Damen und Herren des Hohen Hauses! Herr Bundesminister! Für uns sind Sie der Sicherheitsminister, und nach 32 Jahren Exekutivdienst kann ich sagen: Sie, Herr Minister Strasser, sind der erste Minister, der das Ministerium geführt hat – und nicht verwaltet oder hat verwalten lassen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Wieso "hat"? – Abg. Parnigoni: Wieso "hat"?)
Abg. Parnigoni: Sie haben es aber überlebt! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Kollege Parnigoni, eines muss man von dieser Stelle aus schon klar sagen: Wenn man im Glashaus sitzt, soll man nicht mit Steinen werfen! Ich habe 30 Jahre sozialistische Personalpolitik hinter mir. (Abg. Parnigoni: Sie haben es aber überlebt! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich kann Ihnen ein Lied davon singen: Ich bin zwei Mal zum Offizier angetreten. Einmal war ich zweitbester Niederösterreicher. Vier sind aufgenommen worden, aber ich wurde im Ministerium herausgestrichen. Das zweite Mal war ich Lehrer an der Gendarmeriezentralschule und habe das siebentbeste Ergebnis beim Auswahlverfahren gehabt. Herr General Bosina ist in der Klasse bei mir gewesen und hat mir zu dem guten Ergebnis gratuliert. – Drei Wochen später hat er mir nicht in die Augen schauen können, weil ich zurückgereiht worden bin. Das ist sozialistische Personalpolitik! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Weiß ich nicht!
Herr Kollege Parnigoni! Wie viele Landesgendarmeriekommandanten gehören nicht der Sozialistischen Partei an? (Abg. Parnigoni: Weiß ich nicht!) Wie viele Erste Stellvertreter der Landesgendarmeriekommandanten gehören nicht der Sozialistischen Partei an? (Abg. Parnigoni: Weiß ich nicht!) Wie viele Personalreferenten bei den Landesgendarmeriekommandanten gehören nicht der Sozialistischen Partei an? (Abg. Parnigoni: Weiß ich nicht! Woher wissen Sie das so genau? Wieso wissen Sie das? – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung des Abg. Parnigoni –: Er ist besser informiert als Sie! Er hat sich’s vom Leikam sagen lassen! Der Leikam hat’s ihm gesagt!) 100 Prozent! – Ein "kommunistisches" Ergebnis gibt es im Landesgendarmeriekommando! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Weiß ich nicht!
Herr Kollege Parnigoni! Wie viele Landesgendarmeriekommandanten gehören nicht der Sozialistischen Partei an? (Abg. Parnigoni: Weiß ich nicht!) Wie viele Erste Stellvertreter der Landesgendarmeriekommandanten gehören nicht der Sozialistischen Partei an? (Abg. Parnigoni: Weiß ich nicht!) Wie viele Personalreferenten bei den Landesgendarmeriekommandanten gehören nicht der Sozialistischen Partei an? (Abg. Parnigoni: Weiß ich nicht! Woher wissen Sie das so genau? Wieso wissen Sie das? – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung des Abg. Parnigoni –: Er ist besser informiert als Sie! Er hat sich’s vom Leikam sagen lassen! Der Leikam hat’s ihm gesagt!) 100 Prozent! – Ein "kommunistisches" Ergebnis gibt es im Landesgendarmeriekommando! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Weiß ich nicht! Woher wissen Sie das so genau? Wieso wissen Sie das? – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung des Abg. Parnigoni –: Er ist besser informiert als Sie! Er hat sich’s vom Leikam sagen lassen! Der Leikam hat’s ihm gesagt!
Herr Kollege Parnigoni! Wie viele Landesgendarmeriekommandanten gehören nicht der Sozialistischen Partei an? (Abg. Parnigoni: Weiß ich nicht!) Wie viele Erste Stellvertreter der Landesgendarmeriekommandanten gehören nicht der Sozialistischen Partei an? (Abg. Parnigoni: Weiß ich nicht!) Wie viele Personalreferenten bei den Landesgendarmeriekommandanten gehören nicht der Sozialistischen Partei an? (Abg. Parnigoni: Weiß ich nicht! Woher wissen Sie das so genau? Wieso wissen Sie das? – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung des Abg. Parnigoni –: Er ist besser informiert als Sie! Er hat sich’s vom Leikam sagen lassen! Der Leikam hat’s ihm gesagt!) 100 Prozent! – Ein "kommunistisches" Ergebnis gibt es im Landesgendarmeriekommando! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Parnigoni! Wie viele Landesgendarmeriekommandanten gehören nicht der Sozialistischen Partei an? (Abg. Parnigoni: Weiß ich nicht!) Wie viele Erste Stellvertreter der Landesgendarmeriekommandanten gehören nicht der Sozialistischen Partei an? (Abg. Parnigoni: Weiß ich nicht!) Wie viele Personalreferenten bei den Landesgendarmeriekommandanten gehören nicht der Sozialistischen Partei an? (Abg. Parnigoni: Weiß ich nicht! Woher wissen Sie das so genau? Wieso wissen Sie das? – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung des Abg. Parnigoni –: Er ist besser informiert als Sie! Er hat sich’s vom Leikam sagen lassen! Der Leikam hat’s ihm gesagt!) 100 Prozent! – Ein "kommunistisches" Ergebnis gibt es im Landesgendarmeriekommando! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Geschätzte Damen und Herren! Bevor ich ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Mir braucht keiner etwas von sozialistischer Personalpolitik zu erzählen!
Abg. Parnigoni: 30 Jahre!
Im Jänner 2002 waren 95 Prozent der Spitzenpositionen im Ministerium und bei den Landesgendarmeriekommanden sozialistisch besetzt. Das ist "ein rot-weiß-rotes" Ergebnis, nicht? (Abg. Parnigoni: 30 Jahre!) 30 Jahre sozialistische Personalpolitik! (Abg. Parnigoni: Aber Sie wollen das in zwei Jahren machen!)
Abg. Parnigoni: Aber Sie wollen das in zwei Jahren machen!
Im Jänner 2002 waren 95 Prozent der Spitzenpositionen im Ministerium und bei den Landesgendarmeriekommanden sozialistisch besetzt. Das ist "ein rot-weiß-rotes" Ergebnis, nicht? (Abg. Parnigoni: 30 Jahre!) 30 Jahre sozialistische Personalpolitik! (Abg. Parnigoni: Aber Sie wollen das in zwei Jahren machen!)
Abg. Mag. Stoisits: In Niederösterreich weiß man, wie das ist ...!
Exminister Einem ist jetzt gegangen, weil er ganz genau weiß, wie es dort zugeht. (Abg. Mag. Stoisits: In Niederösterreich weiß man, wie das ist ...!) Ich bin dem Minister Strasser dankbar, dass er diesen Sumpf jetzt trockenlegt.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich möchte dem Minister für seine Führung des Ministeriums noch einmal ein herzliches Dankeschön sagen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Wir haben gesagt, Vergleiche mit Tieren sind nicht erlaubt! Was ist das denn?
Die Amateure erkennt man relativ einfach: Man stellt irgendwo in ihrer Nähe einen Trog auf, sieht, wie sie die Nerven verlieren, sich an den Trog stürzen, und dann hört man eine Zeit lang nur Schmatzgeräusche. – Das ist die Politik der Amateure. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Wir haben gesagt, Vergleiche mit Tieren sind nicht erlaubt! Was ist das denn?) Auch Menschen können schmatzen, Frau Abgeordnete. Fragen Sie den zukünftigen Vizedirektor.
Beifall bei den Grünen und demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Profis verfolgen völlig andere Ziele. Die Profis verfolgen mit ihrer Parteipolitik und mit ihrer Parteibuchpolitik ein großes Ziel: das Erringen der Macht, das Absichern der Macht und das Einzementieren der Macht. Die Selbstbedienung, die kommt erst später, wenn alles in Sicherheit ist. Reinhart Gaugg ist ein Amateur, Ernst Strasser ist der herausragendste Profi in den österreichischen Regierungsparteien. (Beifall bei den Grünen und demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Das war der Punkt, und da sollten Sie, Herr Innenminister, einmal öffentlich erklären, wie Sie mit Beamten umgehen, die Ihre Parteibuch- und Proporzlisten nicht sofort und in vollem Umfang umsetzen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Loos: Der war zu lange in Moskau oder was!
Dieser Ausschuss funktioniert auskunftsmäßig nur in Form der "Stillen Post". Trotzdem gibt es Reformen, die in eine bestimmte Richtung gehen, einfach deswegen, weil bei sachkundigen Beamten – zum Großteil nicht des Innenressorts, sondern bereits etwa der militärischen Geheimdienste – deponiert worden ist: Schafft uns eine Staatspolizei, die wir einsetzen können, nicht so wie diese, die der Justiz verpflichtet ist, sondern eine Staatspolizei, die der Partei und unseren Interessen verpflichtet ist! (Abg. Loos: Der war zu lange in Moskau oder was!)
Abg. Loos: Wir sollten in westlichen Demokratien bleiben!
Dazu bedarf es bestimmter Gesetze wie auch des heutigen Sicherheitspolizeigesetzes. Staatspolizeien in osteuropäischen Ländern anderer politischer Provenienz haben sich dadurch ausgezeichnet, dass sie auf privaten bezahlten Spitzelsystemen beruht haben. (Abg. Loos: Wir sollten in westlichen Demokratien bleiben!) Innenminister Strasser wollte im Sicherheitspolizeigesetz ein privates, verdecktes, bezahltes Spitzelsystem einführen. Der Verfassungsdienst hat das in seiner Stellungnahme kritisiert, schriftlich, unter Verwendung des Begriffes "Spitzel". Wir haben das im Ausschuss diskutiert, weil der Minister behauptet hat, er habe diese Passage entfernt und durch nichts anderes ersetzt. Wir sind aber draufgekommen: Unter anderem Titel und mit leichten Veränderungen ist unter dem Begriff des bezahlten Informanten genau derselbe Spitzel durch die Hintertür wieder eingeführt worden!
Abg. Miedl: Es ist so leicht zu polemisieren!
Wir bekommen Strassers Spitzelsystem, und wir bekommen Strassers – nicht "Stasi", sondern "Strasi". Wir bekommen diese neue Art der Staatssicherheit, die sich völlig von dem unterscheidet, was es bis jetzt an rechtlich kontrollierter Staatspolizei gegeben hat. (Abg. Miedl: Es ist so leicht zu polemisieren!) Bis jetzt hatten wir eine Staatspolizei, die die Strafprozessordnung vollzogen hat. Jetzt soll es einen Nachrichtendienst der Polizei geben, der das Vorfeld überwacht, der sagt, da entsteht etwas, der nicht den Auftrag hat, Straftaten, Straftäter und kriminelle, auch politisch motivierte Organisationen zu verfolgen, sondern der schauen soll, wo sich irgendetwas entwickeln könnte, wo die Verdächtigen sind.
Abg. Miedl: Geh, Herr Kollege!
Wir sind mit Juristen die gesetzlichen Bestimmungen durchgegangen und sind draufgekommen: Von Al-Qaida erwischt man damit keinen Einzigen, aber "Global 2000" fürchtet sich zu Recht. (Abg. Miedl: Geh, Herr Kollege!)
Abg. Loos: Das war jetzt "überraschend"!
Meine Damen und Herren! Selbstverständlich ist einem Minister dieses Schlages, dessen "Rot-Weiß-Rot" nur Schwarz, Schwarz und noch einmal Schwarz ist, dessen einziges Buch, das er respektiert, das Parteibuch der ÖVP ist, das Misstrauen auszusprechen. (Abg. Loos: Das war jetzt "überraschend"!) Wenn Böhmdorfer untragbar ist, wenn Haupt untragbar ist, dann ist, muss ich sagen, Ernst Strasser in wesentlich höherem Maße untragbar.
Abg. Loos: Das spricht nicht dafür!
Ich habe noch nie einen sinnvolleren, notwendigeren und besser begründeten Antrag in diesem Nationalrat eingebracht. (Abg. Loos: Das spricht nicht dafür!) – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich habe noch nie einen sinnvolleren, notwendigeren und besser begründeten Antrag in diesem Nationalrat eingebracht. (Abg. Loos: Das spricht nicht dafür!) – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dietachmayr: So ist es!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Ich bedauere es wirklich, dass die Debatte um das Sicherheitspolizeigesetz umfunktioniert wird zu einem Rundumschlag, zu einer Generalbeschimpfung, zu einer Verunsicherung. Herr Abgeordneter Pilz scheut nicht davor zurück, total kommunistische Ausdrucksweisen zu verwenden, wie zum Beispiel, es finde eine "Totalsäuberung" statt. (Abg. Dietachmayr: So ist es!)
Abg. Mag. Wurm: Super!
Herr Abgeordneter Pilz! Ich habe mir wirklich nach dem Ausschuss die Mühe gemacht, mir noch einmal das Ganze anzuhören, mich darüber zu informieren, welche Bewandtnis es wirklich damit hat. Ich würde niemals dem Aufbau einer Spitzelkartei zustimmen und würde das auch niemals meiner Fraktion raten. Ich habe mich davon überzeugen lassen, dass – das haben wir schon im Ausschuss besprochen – keine Spitzelkartei angelegt wird, sondern eine Kartei über Informanten, die selbst in ein Ministerium, zu einem Gendarmen oder Polizisten mit einer Information kommen, die eine Belohnung bekommen, so ähnlich wie bei den ... (Abg. Mag. Wurm: Super!) – Bei dem Bombenattentäter zum Beispiel hat es eine Auslobung gegeben, Frau Abgeordnete, erinnern Sie sich! Um solche Informationen zu sammeln, damit sich nicht einer mehrmals meldet und Informationen gibt und eine Belohnung erhält, wird die Kartei angelegt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter Pilz! Ich habe mir wirklich nach dem Ausschuss die Mühe gemacht, mir noch einmal das Ganze anzuhören, mich darüber zu informieren, welche Bewandtnis es wirklich damit hat. Ich würde niemals dem Aufbau einer Spitzelkartei zustimmen und würde das auch niemals meiner Fraktion raten. Ich habe mich davon überzeugen lassen, dass – das haben wir schon im Ausschuss besprochen – keine Spitzelkartei angelegt wird, sondern eine Kartei über Informanten, die selbst in ein Ministerium, zu einem Gendarmen oder Polizisten mit einer Information kommen, die eine Belohnung bekommen, so ähnlich wie bei den ... (Abg. Mag. Wurm: Super!) – Bei dem Bombenattentäter zum Beispiel hat es eine Auslobung gegeben, Frau Abgeordnete, erinnern Sie sich! Um solche Informationen zu sammeln, damit sich nicht einer mehrmals meldet und Informationen gibt und eine Belohnung erhält, wird die Kartei angelegt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Maier: Was passiert mit den Mitarbeitern?
Sehr geehrte Damen und Herren! Das Allerwichtigste, was sich im Sicherheitspolizeigesetz findet, ist ja überhaupt noch nicht erwähnt worden, nämlich dass wichtige Agenden, die bis jetzt in der Kompetenz des Innenministeriums waren, in den Verwaltungsbereich ausgelagert worden sind, wie das Passwesen und das Fundwesen. (Abg. Mag. Maier: Was passiert mit den Mitarbeitern?) Es ist ja wirklich nicht Aufgabe des Innenministeriums und der Polizei, Funde aufzubewahren, Finderlohn zu bezahlen, Ausschreibungen zu machen und so weiter. Wir können durch die Übertragung wirklich sehr viele Beamte einsparen. Nach Auskunft des Ministeriums werden durch die Abgabe des Fundwesens an die Gemeinden und die Länder 36 Beamte und bei der Vollziehung des Passwesens 120 Beamte eingespart. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm. )
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Sehr geehrte Damen und Herren! Das Allerwichtigste, was sich im Sicherheitspolizeigesetz findet, ist ja überhaupt noch nicht erwähnt worden, nämlich dass wichtige Agenden, die bis jetzt in der Kompetenz des Innenministeriums waren, in den Verwaltungsbereich ausgelagert worden sind, wie das Passwesen und das Fundwesen. (Abg. Mag. Maier: Was passiert mit den Mitarbeitern?) Es ist ja wirklich nicht Aufgabe des Innenministeriums und der Polizei, Funde aufzubewahren, Finderlohn zu bezahlen, Ausschreibungen zu machen und so weiter. Wir können durch die Übertragung wirklich sehr viele Beamte einsparen. Nach Auskunft des Ministeriums werden durch die Abgabe des Fundwesens an die Gemeinden und die Länder 36 Beamte und bei der Vollziehung des Passwesens 120 Beamte eingespart. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm. )
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Wurm und Mag. Maier.
Ich habe wirklich keine Veranlassung ... (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Wurm und Mag. Maier. ) – Hören Sie mir doch einmal zu! Haben Sie doch, bitte, wenigstens die Geduld, mir zuzuhören! Ich habe nicht einmal noch den Namen Strohmeyer fertig ausgesprochen, stürzen Sie sich schon auf mich.
Abg. Dietachmayr: Weil es so ist! Das ist die Wahrheit!
Aber man muss schon die Kirche im Dorf lassen. Man muss sich vorstellen, der General der Gendarmerie schreibt einen Brief an 16 000 Gendarmerie-Beamte, spricht von einer Krise der Gendarmerie, spricht von Veränderungen, die er nicht mehr mittragen kann, weil die Existenz der Gendarmerie gefährdet sei. Er spricht davon, dass sich die Gendarmeriebeamten in einem solchen System nicht mehr wohlfühlen können. – Das ist ganz einfach unmöglich! (Abg. Dietachmayr: Weil es so ist! Das ist die Wahrheit!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dietachmayr.
Bitte, stellen Sie sich doch einmal vor, Sie wären Minister! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dietachmayr. ) Sie werden Gott sei Dank nie Minister, Herr Dietachmayr, davon bin ich über
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich meine, Sie sollten die Sache wirklich einmal ganz ernsthaft überlegen. Was würde in der Privatwirtschaft passieren, wenn ein Vorstandsdirektor so etwas machte: gegen den Konzern auftreten und sagen würde: Was wir erzeugen, ist sowieso alles ein Dreck!? – Der wäre innerhalb von drei Stunden weg! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Da muss man meiner Ansicht nach dem Minister schon zubilligen, dass er handelt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Das habe ich nicht behauptet!
Ich sage Ihnen sehr offen und sehr klar: Das Einsammeln von Fundgegenständen gehört nicht zur Kernaufgabe der österreichischen Polizei und der österreichischen Polizeibeamten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Das habe ich nicht behauptet!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Da wir für eine Entlastung unserer Beamten sorgen wollen, habe ich mich dagegen verwahrt, dass die österreichischen Polizisten sozusagen als Einsammler von Fundgegenständen fungieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Das kann nicht Ihr Ernst sein, Herr Minister! Das ist lächerlich! – Abg. Miedl: Herr Abgeordneter Parnigoni, Sie kennen sich einen Dreck aus! Das ist leider Gottes wahr!
Dass wir dazu eine so genannte Vertrauenspersonen-Evidenz anlegen, die ausschließlich – ausschließlich! – dazu dient, Sicherheitsbehörden Auskunft zu geben, hat ganz einfache Gründe: Wir wollen einen so genannten Tourismus verhindern! Wir wollen nicht, dass jemand eine durchaus interessante Information der Bundespolizeidirektion Graz gibt und dort vielleicht eine Belohnung bekommt und dann zum Landesgendarmeriekommando Oberösterreich geht und auch dort eine Belohnung kassiert. – Diesen "Tourismus" brauchen wir nicht! (Abg. Parnigoni: Das kann nicht Ihr Ernst sein, Herr Minister! Das ist lächerlich! – Abg. Miedl: Herr Abgeordneter Parnigoni, Sie kennen sich einen Dreck aus! Das ist leider Gottes wahr!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Nun zum zweiten Punkt, zur Frage der Legendierung. – Ja, das ist ein wichtiger Punkt, den wir brauchen, denn jetzt können nur Exekutivbeamte eine neue Identität und Ähnliches bekommen. Wir wollen das auf Zeugen und deren Angehörige ausweiten, wenn sie in Lebensgefahr, wenn sie schwer gefährdet sind. Ich verstehe nicht, dass man bei einigem Hausverstand einer derartigen Regelung nicht seine Zustimmung geben kann. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Das ist die Fehleinschätzung! Das behaupten Sie!
Ich freue mich, dass wir im Bereich der Landesgendarmeriekommanden sehr weit sind, in der Strukturreform und in der Weiterentwicklung der Kommandos selbst. Ich freue mich auch, dass wir in der Bundespolizeidirektion Wien schon einen weiten Weg zurückgelegt haben und endlich grundsätzliche Neuorganisationen durchgeführt haben. Ich freue mich sehr, dass die gesetzliche Bestimmung betreffend Bundeskriminalamt seit 1. Jänner 2002 in Kraft ist und jetzt umgesetzt wird, was gemeinsam mit dem Parlament gelungen ist, und dass wir bei der Reform der österreichischen Staatspolizei auf einem guten Weg sind, so wie es notwendig, vernünftig und auch im Regierungsprogramm vorgesehen ist. (Abg. Parnigoni: Das ist die Fehleinschätzung! Das behaupten Sie!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Trotz – trotz! – der Notwendigkeit, dass auch das Innenressort, auch der Sicherheitsapparat seinen Beitrag zur Gesundung des Budgets und auch seinen Beitrag zur Verbesserung der Personalsituation im gesamten Bundesbereich leistet, ist es uns mit kluger Analyse, guten Konzepten und einer detaillierten Umsetzung gelungen, keinen einzigen Planposten auf einem der Gendarmerieposten Österreichs oder in einem der Wachzimmer Österreichs zu verlieren. Im Gegenteil: Wir haben alles in der Verwaltung gespart, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Sie haben 150 Putzfrauen weniger! Das ist das Einzige, was Ihnen "gelungen" ist!
Das ist uns im Jahre 2000 gelungen, das ist uns im Jahre 2001 gelungen, und mit den sich jetzt in Umsetzung befindlichen Maßnahmen wird uns das auch im Jahre 2002 gelingen. (Abg. Parnigoni: Sie haben 150 Putzfrauen weniger! Das ist das Einzige, was Ihnen "gelungen" ist!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Genau das, Hohes Haus, meine sehr geehrten Damen und Herren, haben wir jetzt mit der Reform der Zentralstelle umgesetzt! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Es gibt nicht nur neue Strukturen, sondern es wurden zusätzlich 200 Beamte eingespart.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das bedeutet, dass wir von fünf Sektionen eine Sektion einsparen werden, das bedeutet, dass wir eine Führungsebene, nämlich die der Gruppenleiter – 15 Gruppenleiter habe ich übernommen –, ohne Punkt und Beistrich einsparen werden. Das bedeutet, dass wir von insgesamt 49 Abteilungen auf 37 Abteilungen reduzieren werden können. Das heißt weiters: statt drei Personalabteilungen eben eine Personalabteilung im Innenministerium oder statt drei Budgetabteilungen in Zukunft eine Budgetabteilung. Das heißt sehr klar und deutlich: Abspecken in der Zentrale, damit wir die regionalen Sicherheitsstrukturen in Zukunft stärken können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich sage Ihnen auch sehr offen und sehr klar: Ein paar Schreibtische weniger in der Herrengasse, das ist nicht das Problem, dadurch wird die Sicherheit in Österreich nicht gefährdet. Wichtig ist, dass wir so das Geld und das Personal vor Ort weiter erhalten können. (Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das ist – jawohl, das gestehe ich ein, und ich glaube, dass es auch dringend notwendig war – eine grundlegende Änderung der Unternehmenskultur unseres Hauses. Wir wollen diese Unternehmenskultur auch, weil wir Wert darauf legen, dass wir funktionierende Strukturen in den Regionen haben und dass wir in der Verwaltung sparen, damit die Abläufe schneller und somit die Durchlaufzeiten kürzer werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Da ist es – das möchte ich abschließend zu diesem Bereich sagen – wichtig und notwendig und auch ganz entscheidend, dass die führenden Mitarbeiter unseres Hauses diesen Kurs für die Sicherheit Österreichs mittragen. Das ist eine entscheidende Voraussetzung und ist in jedem Betrieb so. Ich habe das in allen Verantwortungsbereichen, in denen ich bisher in meinem Berufsleben tätig gewesen bin, so gehalten, und ich halte das – Sie können das sehr ernst nehmen – auch im Innenministerium so. Auch diesbezüglich unterscheide ich mich vielleicht von dem einen oder anderen meiner Vorgänger, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Darf ich Ihnen ganz offen und ehrlich sagen, weil ich hier die ganze Zeit und über die Medien in den letzten Tagen dauernd Punzierungen hinnehmen muss – eigentlich müssen das meine Beamten hinnehmen –: Ich finde es unerträglich, dass bei jeder Gelegenheit und bei jedem Anlass jedem meiner Beamten ein Parteikappel aufgesetzt wird! Ich verstehe das nicht! Das ist eine Ungeheuerlichkeit, die diese Beamten nicht verdient haben! Sie arbeiten für die Sicherheit Österreichs, sie sind vereidigt auf die Republik, und sie tun das Beste, damit Österreich sicher ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Der kommt als Nächster dran!
Ich bin den Tausenden Beamten in unserem Haus, die hervorragende Arbeit leisten, dankbar. Das gilt für den Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit Dr. Buxbaum, der nach den Vorfällen des 11. September 2001 in einer hervorragenden Art und Weise die Dinge koordiniert hat. (Abg. Parnigoni: Der kommt als Nächster dran!) Das gilt für den Herrn Polizeipräsidenten Stiedl, der mit großer Umsicht und Sorgfalt dafür gesorgt hat, dass diese sehr schwierige Situation am 8. Mai mit großer Umsicht geregelt werden konnte. Das gilt für Direktor Haidinger und seine Beamten, die dafür gesorgt haben, dass im Rahmen der Aufdeckung des Kinderpornoskandals in Österreich eine für Europa beispielgebende Aktion durchgeführt wurde. Das gilt aber auch für viele Tausende Beamte mehr. Ich möchte einigen auch hier vor dem Parlament herzlich danke sagen, ich konnte ihnen vor einigen Tagen persönlich danken. Sie konnten durch ihren persönlichen Einsatz, auch durch den Einsatz ihres Lebens Menschen retten.
Allgemeiner Beifall.
Herr Revierinspektor Arnold Heim vom Gendarmerieposten Bludenz hat am 23. August 2001 in der Nähe der Talstation der Muttersberg-Seilbahn zwei Frauen aus einem bereits in Flammen befindlichen Haus gerettet. – Herr Revierinspektor, ich bedanke mich herzlich auch hier vor dem Parlament! (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Oder: Ich darf Herrn Revierinspektor Stefan Haslwanter von der BPD Innsbruck nennen. Er hat am 1. Jänner 2002 einen im Inn treibenden Mann aus dem 4 Grad kalten Wasser geborgen. – Herr Revierinspektor, ich stehe mit Respekt vor Ihrer Leistung und danke Ihnen für Ihren persönlichen Einsatz! (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Weiters möchte ich die beiden Revierinspektoren Kandolf und Hebenstreit nennen. Beide sind vom Gendarmerieposten Klein, St. Paul. Sie haben am 6. März 2002 in einer Pension in Eberstein zwei Menschen das Leben retten können. Die beiden Personen waren durch ausströmendes Gas in Lebensgefahr, die beiden Beamten auch. – Meine Herren Revierinspektoren, ich danke Ihnen herzlich für Ihren selbstlosen Einsatz! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Lassen Sie doch – und das ist meine inständige Bitte und Aufforderung – unsere Beamten arbeiten! Geben Sie ihnen die entsprechenden Möglichkeiten, und stehen Sie hinter ihnen, denn sie haben einen schweren Dienst zu tun! Setzen Sie nicht jedem unserer Beamten ein Kapperl auf, das einer Partei gehört! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Das stimmt ja nicht! ... Das ist ja ein Witz, was Sie da erzählen!
Danke, Herr Abgeordneter Pilz, für den Hinweis, dass hier ein Profi am Werk ist. Das ist eine Ermunterung für alle unsere Mitarbeiter und für mich selber. Ich darf Ihnen aber auch in aller Klarheit sagen: Ich scheue mich nicht – vielleicht auch zum Unterschied von dem einen oder anderen Vorgänger –, eine Weisung zu geben, wenn es um die Sicherheit Österreichs geht und wenn ich glaube, dass es sinnvoll und notwendig ist. (Abg. Parnigoni: Das stimmt ja nicht! ... Das ist ja ein Witz, was Sie da erzählen!) Das habe ich in den letzten zwei Jahren bewiesen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Danke, Herr Abgeordneter Pilz, für den Hinweis, dass hier ein Profi am Werk ist. Das ist eine Ermunterung für alle unsere Mitarbeiter und für mich selber. Ich darf Ihnen aber auch in aller Klarheit sagen: Ich scheue mich nicht – vielleicht auch zum Unterschied von dem einen oder anderen Vorgänger –, eine Weisung zu geben, wenn es um die Sicherheit Österreichs geht und wenn ich glaube, dass es sinnvoll und notwendig ist. (Abg. Parnigoni: Das stimmt ja nicht! ... Das ist ja ein Witz, was Sie da erzählen!) Das habe ich in den letzten zwei Jahren bewiesen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Huber: Damit haben Sie ein Problem!
Herr Abgeordneter Parnigoni! Zur Sache mit der Wahrheit (Abg. Huber: Damit haben Sie ein Problem!) darf ich Ihnen ganz offen sagen: Die Kriminalstatistik habe nicht ich erfunden. Die ist unter meinem Vorgänger eingerichtet worden, und das ist auch ganz okay. Sie wurde das erste Mal im Jahre 2001 angewandt, weil sie erst im Jänner 2000 eingerichtet worden ist. Sie wird jetzt, im Jahre 2002, das erste Mal für elf Monate umgesetzt, und sie wird im Jahre 2003 das erste Mal für das gesamte Jahr umgesetzt. Hätte mein Vorgänger das im Dezember umgesetzt, dann wäre die neue Zählweise schon für das Jahr 2001 möglich gewesen – so geht es erst ab dem Jahre 2002. So viel macht ein Unterschied von zwei Monaten aus. Aber sie ist vernünftig und richtig, und ich bin froh, dass wenigstens im Jänner 2000 diese Umstellung passiert ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter Parnigoni! Zur Sache mit der Wahrheit (Abg. Huber: Damit haben Sie ein Problem!) darf ich Ihnen ganz offen sagen: Die Kriminalstatistik habe nicht ich erfunden. Die ist unter meinem Vorgänger eingerichtet worden, und das ist auch ganz okay. Sie wurde das erste Mal im Jahre 2001 angewandt, weil sie erst im Jänner 2000 eingerichtet worden ist. Sie wird jetzt, im Jahre 2002, das erste Mal für elf Monate umgesetzt, und sie wird im Jahre 2003 das erste Mal für das gesamte Jahr umgesetzt. Hätte mein Vorgänger das im Dezember umgesetzt, dann wäre die neue Zählweise schon für das Jahr 2001 möglich gewesen – so geht es erst ab dem Jahre 2002. So viel macht ein Unterschied von zwei Monaten aus. Aber sie ist vernünftig und richtig, und ich bin froh, dass wenigstens im Jänner 2000 diese Umstellung passiert ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Was haben Sie gesagt – und was machen Sie heute?
Schauen Sie sich doch die Situation in Niederösterreich an: Da machen irgendwelche große Vergnügungsveranstaltungen für einige Jahre auf und dann wieder zu. Wenn sich die Sicherheitssituation in einer Region ändert, dann muss der Sicherheitsapparat auch mit seiner regionalen Schwerpunktsetzung darauf reagieren. Das wird nicht nur in der Vergangenheit so wie im letzten Jahr so sein, das wird auch in Zukunft so sein. Das ist eine ganz normale Sache. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Was haben Sie gesagt – und was machen Sie heute?)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich muss Ihnen das sehr klar sagen, und ich darf einmal mehr vorlegen, meine sehr geehrten Damen und Herren, wie sich ... (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Die da drüben sind ja nur nervös! Der Parnigoni ist ja nur nervös!
Ich bitte daher, Herrn Bundesminister Dr. Strasser die Möglichkeit zu geben, mit seinen Ausführungen fortzusetzen! – Bitte, Herr Bundesminister. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die da drüben sind ja nur nervös! Der Parnigoni ist ja nur nervös!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich darf Ihnen die mir vorliegenden Zahlen nennen. Die tatsächliche Personalentwicklung, Polizeidirektionen Österreich: 1995 7 366 im Außendienst, 1999 7 617, im Jahre 2000 7 748, im Jahre 2001 7 822, im Jahre 2002 sind es 7 997. Wenn wir gut sind, werden wir im Jahre 2003 die 8 000er-Grenze überschreiten, Herr Parnigoni! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Es fehlen nur mehr drei Mann oder Frau. (Abg. Parnigoni: Diese Zahlen zu überprüfen, wäre interessant!)
Abg. Parnigoni: Diese Zahlen zu überprüfen, wäre interessant!
Ich darf Ihnen die mir vorliegenden Zahlen nennen. Die tatsächliche Personalentwicklung, Polizeidirektionen Österreich: 1995 7 366 im Außendienst, 1999 7 617, im Jahre 2000 7 748, im Jahre 2001 7 822, im Jahre 2002 sind es 7 997. Wenn wir gut sind, werden wir im Jahre 2003 die 8 000er-Grenze überschreiten, Herr Parnigoni! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Es fehlen nur mehr drei Mann oder Frau. (Abg. Parnigoni: Diese Zahlen zu überprüfen, wäre interessant!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Diese Statistik beweist eindrucksvoll und nachdrücklich: Wir sparen in der Verwaltung, damit wir in die Sicherheit vor Ort investieren können! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol bedeutet dem Redner die vorgeschrittene Zeit.
Ich darf zur Gruppe II/A, zum Bereich der Polizei und Sicherheitsdirektionen, kommen. Im Bereich der Polizei und der Sicherheitsdirektionen wurden insgesamt 14 leitende Beamte bestellt, und zwar drei Sicherheitsdirektoren, drei Polizeidirektoren, ein stellvertretender Sicherheitsdirektor der Steiermark, ein Leiter des Büros der Sicherheitsdirektion Wien und Zentralinspektoren. Bei diesen 14 Beamten hat es bei zwölf volles Einvernehmen gegeben mit den ... (Abg. Dr. Khol bedeutet dem Redner die vorgeschrittene Zeit.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das heißt, bei den 35 führenden Bestellungen in der österreichischen Sicherheitsexekutive, im österreichischen Sicherheitsapparat hat es bei 33 volles Einvernehmen gegeben, bei zwei hat es eine andere Meinung gegeben. – Das nennen Sie eine nicht objektive Postenvergabe, meine sehr geehrten Damen und Herren?! Ich darf Sie fragen, wo die Nicht-Objektivität in diesem Bereich liegt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich darf Ihnen sehr offen sagen, auch trotz dieses Antrages: Meine Einladung steht auch heute, nämlich: Lassen wir in wichtigen sicherheitspolitischen Fragen das tagespolitische Geplänkel beiseite und arbeiten wir zusammen – egal, ob Regierung oder Opposition! Es ist das Beste für die Sicherheit Österreichs! Es ist das Beste für die Sicherheit der Institutionen! Das, wie es Normalfall in Deutschland, in Holland, in Nordeuropa ist, wünsche ich mir als Sicherheitsminister auch für Österreich. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Großruck: Ein guter Mann!
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ich habe auch einen Entschließungsantrag einzubringen, daher bleibt mir nicht so viel Redezeit, aber ich möchte mir doch erlauben, ein paar Bemerkungen zu den Ausführungen des Herrn Bundesministers zu machen. (Abg. Großruck: Ein guter Mann!) Das haben Sie gesagt! (Abg. Murauer: Das war aber richtig!)
Abg. Murauer: Das war aber richtig!
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ich habe auch einen Entschließungsantrag einzubringen, daher bleibt mir nicht so viel Redezeit, aber ich möchte mir doch erlauben, ein paar Bemerkungen zu den Ausführungen des Herrn Bundesministers zu machen. (Abg. Großruck: Ein guter Mann!) Das haben Sie gesagt! (Abg. Murauer: Das war aber richtig!)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Bei allem Verständnis für Ihre Position darf ich schon eines vermerken: Die SPÖ hat jahrzehntelang in dieser Republik Allein- und Hauptverantwortung getragen, und wir brauchen uns unserer Vergangenheit wirklich nicht zu schämen, denn wir waren in sämtlichen Politikfeldern erfolgreich. Das gilt sehr wohl auch für den Bereich der inneren Sicherheit! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Sie sagen, weniger Schreibtische in der Herrengasse seien kein Problem, würden die Sicherheit nicht gefährden, dann gebe ich Ihnen Recht, aber Einsparungen in der Zentralstelle bringen sicher nicht mehr Polizisten oder Gendarmen auf die Straße, in den Außendienst. Ich hätte gerne, dass Sie mir diese Ihre Feststellungen einmal beweisen und dass wir das gemeinsam nachvollziehen können. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Jung: Aber gegen den Schnabl!
Herr Bundesminister! Wir lassen die Exekutivbeamten arbeiten, wir haben sie motiviert. Wir haben die politischen Rahmenbedingungen in den letzten Jahren und Jahrzehnten dafür geschaffen, damit sie erfolgreich ihren Verfassungsauftrag erfüllen können. Wir haben auch keinen Einwand gegen die Arbeit des Herrn Buxbaum und des Herrn Stiedl. (Abg. Jung: Aber gegen den Schnabl!) Sie werden von uns auch nicht in Frage gestellt. Ich hoffe nur, dass nach dieser Strukturreform, wenn die Kompetenzen für Beschaffungen, für Personal und Finanzmittel wegkommen, aus dieser Generaldirektion nicht eine Frühstücksdirektion wird. Wir werden genau beobachten, Herr Bundesminister, ob das so ist, wie Sie es heute hier gesagt haben – ich habe es mit Sympathie und Freude vernommen.
Abg. Murauer: Das hat aber mit der Sicherheit nichts zu tun!
Nun wird das alles schlagartig geändert, den Magistraten übertragen, die darauf nicht vorbereitet sind. Das bedeutet in Zukunft, dass die Fundsachen nur während der Amtsstunden in den magistratischen Bezirksämtern abgegeben werden können. Die sicherheitspolitische Behandlung bleibt auf der Strecke. (Abg. Murauer: Das hat aber mit der Sicherheit nichts zu tun!) Im Erstentwurf der Novelle ist gestanden – und der Herr Bundesminister hat das auch immer wieder zugesagt –, dass nach wie vor rund um die Uhr in den Sicherheitsdienststellen Fundsachen abgegeben werden können. Das ist aber plötzlich nicht mehr der Fall.
Beifall bei der SPÖ.
Im Interesse aller Bürger und Bürgerinnen dieses Landes ersuche ich Sie von den Regierungsparteien, diesem Abänderungsantrag zuzustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zu den Ausführungen der Oppositionsabgeordneten ist zu sagen – nur mein Freund Toni Gaál war sehr seriös, sehr ruhig bei seinem Vortrag –: Man ergeht sich eigentlich in einer gewissen Polemik, man verdächtigt, man verzichtet, auf Fakten einzugehen. Wenn der Herr Minister klar und deutlich nachweist, dass heute wesentlich mehr Beamte als noch im Jahr 1995 im Außendienst und wesentlich weniger im Innendienst tätig sind und daher mehr vor Ort für die Sicherheit getan wird, so soll man das zur Kenntnis nehmen. Diese Politik dient unserer Sicherheit, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Zur Farbenlehre, die ich heute schon den ganzen Tag vernehmen kann. Ich weiß nicht genau, so viel verstehe ich von der Farbenlehre, von rot auch wieder nicht, aber Sie selbst sind es, die sagen, dass umgefärbelt wird, dass von rot auf schwarz und blau umgefärbelt wird. Also Sie bekennen selbst, dass höchste Beamte nur deswegen das geworden sind, was sie geworden sind, weil sie rot gewesen sind. (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Das sagen Sie, ich behaupte das nicht.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich möchte übrigens gleich dazusagen, damit ich nicht darauf vergesse: Es hat in der Vergangenheit und es gibt in der Gegenwart sehr viele ausgezeichnete Beamte, egal, welcher Partei sie angehören, und diese Beamten werden auch vom Herrn Minister entsprechend geschützt und unterstützt. Wenn es aber Beamte gibt, die nur um der Partei willen gewisse Dienste tun und der Partei gegenüber Dienste erfüllen wollen, dann hat der Minister einzuschreiten, auch in unserem Auftrag, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wenn es zu einem Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorbekämpfung kommt – und es soll dazu kommen, meine sehr geehrten Damen und Herren –, dann wird es auch in diesem Bereich Experten geben, die diesem neuen Terror, der weltweit auftritt, auch entsprechend begegnen können. Wenn dort – ich habe das heute Vormittag von Herrn Dr. Pilz gehört – ein Mann aus dem Heeres-Nachrichtenamt Dienst machen sollte: Was spricht dagegen, wenn Experten irgendwo eingesetzt werden? Ich habe damit überhaupt kein Problem, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Machen Sie weiter so, Herr Bundesminister! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Kiss: Als achte Rednerin haben Sie es noch immer nicht verstanden! Sie weiß noch immer nicht, was das Kernproblem ist!
Der Herr Bundesminister gibt die Anweisung – nicht ihm allein, sondern dem ganzen Ressort –, dass man diese Frage diskutiert, dass man gemeinsam arbeitet (Abg. Kiss: Als achte Rednerin haben Sie es noch immer nicht verstanden! Sie weiß noch immer nicht, was das Kernproblem ist!), dass man eine neue Unternehmenskultur im Ressort einführt, nämlich die Unternehmenskultur des gemeinsamen Erarbeitens, des Debattierens, des Zu-Schlüssen-Kommens, um damit – und da haben Sie wohl Recht – für die Sicherheit der österreichischen Bevölkerung die optimalsten Strukturen zu schaffen, die im Rahmen des Verfügbaren möglich sind.
Abg. Dr. Khol: Was ist bei Ihnen martialisch?
Das hat General Strohmeyer gemacht. Er hat debattiert, er hat Ihnen gedient, Herr Minister, im wahrsten Sinne des Wortes – ich sage das so, um jetzt in der martialischen Polizeisprache zu bleiben –, und was war die Konsequenz? (Abg. Dr. Khol: Was ist bei Ihnen martialisch?) Statt diskutieren zu können, ist er geflogen. Das ist geschehen – ich habe es nur im Radio und im Fernsehen mitverfolgt – nicht zwischen Tür und Angel, denn er ist vermutlich ja gar nicht mehr im Büro gewesen, sondern nächtens, bei nachtschlafender Zeit! Dieser Eindruck ist zumindest bei der österreichischen Bevölkerung entstanden.
Abg. Jung: Der Öllinger nicht! – Heiterkeit des Abg. Mag. Mainoni.
Wir tun es, Herr Bundesminister, wir vertrauen der Sicherheitsexekutive. (Abg. Jung: Der Öllinger nicht! – Heiterkeit des Abg. Mag. Mainoni. ) Der einzige, dem wir nicht vertrauen, sind Sie, Herr Bundesminister, Sie auf Grund Ihrer Vorgangsweise! General Strohmeyer ist ja nur ein Beispiel. Bei den anderen ist man halt einen anderen Weg gegangen. Wie war das bei Herrn Dr. Heindl, Chef der Staatspolizei? – Man hat so lange das vermeintliche Einvernehmen mit dem Herrn Stapo-Chef gesucht, bis es ihn auf seinem Posten nicht mehr gegeben hat.
Abg. Dr. Khol: 30!
Daher sind diese 40 Minuten Ihrer Erläuterungen wirklich sehr interessant. (Abg. Dr. Khol: 30!) Vielleicht waren es objektiv 30. – Da sehen Sie, Herr Dr. Khol, wie wichtig das subjektive Empfinden ist, wenn es um das Sicherheitsgefühl geht. Ich hatte den Eindruck in meinem subjektiven Gefühl, es waren 40 Minuten. Das ist genau der Punkt, wenn es um die Bevölkerung und um die Sicherheit und um die Maßnahmen geht. (Abg. Dr. Khol: Damit disqualifizieren Sie aber Ihre Ausführungen! Das zeigt, dass Ihr Eindruck Sie trügt!)
Abg. Dr. Khol: Damit disqualifizieren Sie aber Ihre Ausführungen! Das zeigt, dass Ihr Eindruck Sie trügt!
Daher sind diese 40 Minuten Ihrer Erläuterungen wirklich sehr interessant. (Abg. Dr. Khol: 30!) Vielleicht waren es objektiv 30. – Da sehen Sie, Herr Dr. Khol, wie wichtig das subjektive Empfinden ist, wenn es um das Sicherheitsgefühl geht. Ich hatte den Eindruck in meinem subjektiven Gefühl, es waren 40 Minuten. Das ist genau der Punkt, wenn es um die Bevölkerung und um die Sicherheit und um die Maßnahmen geht. (Abg. Dr. Khol: Damit disqualifizieren Sie aber Ihre Ausführungen! Das zeigt, dass Ihr Eindruck Sie trügt!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Für "scheinheilig" habe ich schon einmal einen Ordnungsruf bekommen!
Da soll die österreichische Bevölkerung Vertrauen in die österreichische Sicherheitsexekutive, in die Ressortleitung haben? Sie sagen: Super, dieses rot-weiß-rote Ministerium stärkt uns in unserem Vertrauen in die Sicherheitsexekutive! – Da geht es "super" zu, Herr Bundesminister! Das ist ja alles Lug und Trug, das ist scheinheilig. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Für "scheinheilig" habe ich schon einmal einen Ordnungsruf bekommen!)
Beifall bei den Grünen.
Der Lack, Herr Minister, ist ab, und was dann übrigbleibt, ist tief schwarz! Bei Ihnen kann man das mit Sicherheit behaupten. Ihre bisherige Biographie zeigt es ja auch. Aber irgendwie bin ich vielleicht in wenig luziden Momenten der Vorstellung erlegen, dass Herr Minister Strasser tatsächlich rot-weiß-rot ist. – Nein, das ist er sicher nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Großruck: Sie hat es überhaupt nicht verstanden!
Abgeordneter Hermann Reindl (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Frau Abgeordnete Stoisits dürfte den Inhalt dieser Novelle nicht ganz verstanden oder sich mit dem Inhalt nicht befasst haben. (Abg. Großruck: Sie hat es überhaupt nicht verstanden!) Wir werden versuchen, diesen hier und heute noch zu erklären.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Ah- und Oh-Rufe bei den Grünen.
Ebenso notwendig ist es, den Zeugenschutz auszuweiten und die verdeckte Ermittlung auszubauen, um im Kampf gegen die organisierte Kriminalität erfolgreich zu sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Ah- und Oh-Rufe bei den Grünen.)
Abg. Dr. Pilz: Spitzel und Vollkoffer!
Meine Damen und Herren! Sowohl der Grün-Abgeordnete Pilz, ehemaliges Mitglied der Revolutionären Marxisten, als auch meine Vorrednerin, Frau Abgeordnete Stoisits, sprechen im Zusammenhang mit der gegenständlichen Gesetzesnovelle nur davon, dass es zur Einführung eines Spitzelwesens bei der Exekutive käme, dass man ein organisiertes polizeiliches Spitzelwesen einführen, eine Spitzelevidenz aufbauen und ein verschleiertes Spitzelsystem schaffen wolle. – Überall sehen Sie nur Spitzel, Spitzel! (Abg. Dr. Pilz: Spitzel und Vollkoffer!) Ich glaube, rundherum sehen die Abgeordneten der Grünen, Herr Pilz und Frau Stoisits, nur Spitzel! (Abg. Dr. Pilz: Spitzel und Dodel!) Vielleicht war auch unter dem Rednerpult ein Spitzel, vielleicht ist in Ihrer Lade auch ein Spitzel, ich weiß es nicht. Sie sehen nur Spitzel, Spitzel, Spitzel! (Abg. Dr. Pilz: Spitzel und Dodel!)
Abg. Dr. Pilz: Spitzel und Dodel!
Meine Damen und Herren! Sowohl der Grün-Abgeordnete Pilz, ehemaliges Mitglied der Revolutionären Marxisten, als auch meine Vorrednerin, Frau Abgeordnete Stoisits, sprechen im Zusammenhang mit der gegenständlichen Gesetzesnovelle nur davon, dass es zur Einführung eines Spitzelwesens bei der Exekutive käme, dass man ein organisiertes polizeiliches Spitzelwesen einführen, eine Spitzelevidenz aufbauen und ein verschleiertes Spitzelsystem schaffen wolle. – Überall sehen Sie nur Spitzel, Spitzel! (Abg. Dr. Pilz: Spitzel und Vollkoffer!) Ich glaube, rundherum sehen die Abgeordneten der Grünen, Herr Pilz und Frau Stoisits, nur Spitzel! (Abg. Dr. Pilz: Spitzel und Dodel!) Vielleicht war auch unter dem Rednerpult ein Spitzel, vielleicht ist in Ihrer Lade auch ein Spitzel, ich weiß es nicht. Sie sehen nur Spitzel, Spitzel, Spitzel! (Abg. Dr. Pilz: Spitzel und Dodel!)
Abg. Dr. Pilz: Spitzel und Dodel!
Meine Damen und Herren! Sowohl der Grün-Abgeordnete Pilz, ehemaliges Mitglied der Revolutionären Marxisten, als auch meine Vorrednerin, Frau Abgeordnete Stoisits, sprechen im Zusammenhang mit der gegenständlichen Gesetzesnovelle nur davon, dass es zur Einführung eines Spitzelwesens bei der Exekutive käme, dass man ein organisiertes polizeiliches Spitzelwesen einführen, eine Spitzelevidenz aufbauen und ein verschleiertes Spitzelsystem schaffen wolle. – Überall sehen Sie nur Spitzel, Spitzel! (Abg. Dr. Pilz: Spitzel und Vollkoffer!) Ich glaube, rundherum sehen die Abgeordneten der Grünen, Herr Pilz und Frau Stoisits, nur Spitzel! (Abg. Dr. Pilz: Spitzel und Dodel!) Vielleicht war auch unter dem Rednerpult ein Spitzel, vielleicht ist in Ihrer Lade auch ein Spitzel, ich weiß es nicht. Sie sehen nur Spitzel, Spitzel, Spitzel! (Abg. Dr. Pilz: Spitzel und Dodel!)
Abg. Öllinger: Von Ihnen!
Dabei ist es gerade der Herr Abgeordnete Pilz, der immer wieder im Besitz von Informationen ist, die nicht der Öffentlichkeit zugänglich sind. Herr Abgeordneter Pilz! Sagen Sie endlich: Woher haben Sie Ihre Informationen? (Abg. Öllinger: Von Ihnen!) Lüften Sie Ihr Geheimnis! Legen Sie es auf den Tisch! (Abg. Dr. Pilz: Soll ich rauskommen? Wollen Sie es wissen?) Es ist doch nichts dabei! Sie haben hier, Herr Abgeordneter Pilz, in diesem Hohen Haus auf diese Frage einmal geantwortet – können Sie sich noch erinnern? –: Das habe ich in meinem Briefkasten gefunden! – Das waren wahrscheinlich die Heinzelmännchen, oder es war der "ganz große Unbekannte" im Spiel.
Abg. Dr. Pilz: Soll ich rauskommen? Wollen Sie es wissen?
Dabei ist es gerade der Herr Abgeordnete Pilz, der immer wieder im Besitz von Informationen ist, die nicht der Öffentlichkeit zugänglich sind. Herr Abgeordneter Pilz! Sagen Sie endlich: Woher haben Sie Ihre Informationen? (Abg. Öllinger: Von Ihnen!) Lüften Sie Ihr Geheimnis! Legen Sie es auf den Tisch! (Abg. Dr. Pilz: Soll ich rauskommen? Wollen Sie es wissen?) Es ist doch nichts dabei! Sie haben hier, Herr Abgeordneter Pilz, in diesem Hohen Haus auf diese Frage einmal geantwortet – können Sie sich noch erinnern? –: Das habe ich in meinem Briefkasten gefunden! – Das waren wahrscheinlich die Heinzelmännchen, oder es war der "ganz große Unbekannte" im Spiel.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Die Grünen sind in dieser Frage, wie in so vielen Fragen, inkompetent und total unglaubwürdig. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Hohes Haus! Abschließend komme ich auf das Fundwesen zu sprechen. Auch das ist von Ihnen immer wieder kritisiert worden. Bitte, das ist keine Kernaufgabe der hochqualifizierten Polizisten. Mit dieser Neuregelung des Fundwesens fällt eine weitere Verwaltungsaufgabe weg, und somit kann sich die Exekutive wieder auf jene Aufgaben besinnen, für die sie eigentlich da ist, nämlich für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, Ruhe und Sicherheit in unserem Land. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Murauer: Na geh! – Abg. Schwarzenberger: Das "überrascht" uns aber!
Abgeordnete Katharina Pfeffer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir beraten heute auch über Änderungen im Sicherheitspolizeigesetz. Diese wurden bereits mehrmals erwähnt. Meine Fraktion wird – auch das wissen Sie bereits – dieser Regierungsvorlage die Zustimmung verweigern. (Abg. Murauer: Na geh! – Abg. Schwarzenberger: Das "überrascht" uns aber!)
Beifall bei der SPÖ.
Die Gründe hierfür sind gravierend: Sie montieren Schritt für Schritt wesentliche Elemente von dem ab, was sich Österreicherinnen und Österreicher schwer erkämpft haben, nämlich Menschenrechte sowie eine Exekutive, die einer demokratischen Kontrolle unterliegt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das Sicherheitspolizeigesetz ermöglicht es, dass die Polizei in Zukunft auch private Personen gegen Entgelt zur verdeckten Ermittlung einsetzt und diese sogar mit einer falschen Identität ausstattet. Eine elektronische Datenbank soll eingerichtet werden, in der auch sensible und strafrechtsbezogene Daten gespeichert sein sollen. Derartige Methoden, meine sehr geehrten Damen und Herren, Herr Bundesminister, sind aus demokratiepolitischen Gründen auf das Schärfste abzulehnen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das wird ja immer ärger, die Spekulation! Das hat Ihnen der Parnigoni eingesagt!
Fehlende Kontrolle und Verantwortlichkeit der eingesetzten Personen ermöglichen es dem Innenminister, neben dem regulären Apparat eine Geheimpolizei aufzubauen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das wird ja immer ärger, die Spekulation! Das hat Ihnen der Parnigoni eingesagt!) Bei allen Demokraten müssten spätestens heute die Alarmglocken läuten.
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Diese Geheimdatei ist eine tickende Zeitbombe, die – ohne dass die Richtigkeit und Herkunft der Daten überprüfbar wären – gegen jede Privatperson eingesetzt werden könnte. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Frau Partik-Pablé, warten Sie, ich werde Ihnen gleich ein Beispiel schildern.
Beifall bei der SPÖ.
Dass wir Politiker als "gläserne Menschen" agieren, ist schon schlimm, aber dass die gesamte Bevölkerung bespitzelt und durchleuchtet wird, ist auf das Schärfste abzulehnen. Wir brauchen daher kein "Polizeispitzelgesetz"! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ja ganz arg! Direkt suspekt!
Ich bin seit einer Woche Mitglied des Innenausschusses, und bei meiner ersten Sitzung habe ich versucht, den Herrn Bundesminister für mich persönlich einzuschätzen. Aufgefallen ist mir: Als man Herrn Bundesminister Strasser vorwarf, die Politik des Landeshauptmannes Pröll im Ministerium fortzuführen, da konnte er darüber herzlich lachen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ja ganz arg! Direkt suspekt!) – Mir nicht, Frau Dr. Partik-Pablé!
Abg. Dr. Partik-Pablé: Spitzelgeschichten!
Ich weiß heute, dass es ein Verlegenheitslachen war, denn genau das, was man dem Herr Bundesminister vorgeworfen hat, ist eingetroffen. Kritische Menschen werden mundtot gemacht, indem man sie in einer Nacht- und Nebelaktion versetzt und kaltstellt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Spitzelgeschichten!) Es wurde schon erwähnt: Der bewährte Gendarmeriegeneral Strohmeyer und der Stapo-Chef Heindl sind nur zwei bekannte Opfer Ihrer Politik.
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Sie betreiben eine parteipolitische Machtpolitik, die zum Schaden der Republik führt. Aber auf diese Republik haben Sie einen Eid geschworen. Rufen Sie sich das endlich wieder in Erinnerung! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesminister Strasser hat, seit er dieses hohe Amt übernommen hat, sein Ohr am Pulsschlag der Zeit. Ein guter Beweis dafür ist seine unermüdliche Arbeit und sein Bemühen, zu reformieren, zu modernisieren und das Leben der Bürger sicherer und einfacher zu gestalten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Früher wurde bei den Beamten, die auf der Straße ihren Dienst versehen, gespart. Diesen Trend hat Bundesminister Strasser gestoppt. Er spart in der inneren Verwaltung. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni. ) Die Übertragung des Fund- und Passwesens auf die Gemeinden ist ein weiterer wesentlicher Schritt. Ziel ist es, den Kontakt der Bürger zu den öffentlichen Einrichtungen zu vereinfachen und die Organe zu entlasten.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Freund begibt sich zur Regierungsbank und reicht Bundesminister Dr. Strasser die Hand.
Ich bin überzeugt: Alles in allem ist dieses Sicherheitspolizeigesetz ausgewogen und gerecht. Es nimmt auf die Interessen der Menschen und auf ihr Recht auf Sicherheit Rücksicht. Mein Dank gilt da besonders Bundesminister Dr. Strasser, dem ich zu diesem ausgereiften Gesetzentwurf gratulieren möchte, dem ich meine Zustimmung versichere und dem ich auch weiter mein Vertrauen ausspreche. Ich bin davon überzeugt, dass das auch die Mehrheit in diesem Hohen Hause heute tun wird. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Freund begibt sich zur Regierungsbank und reicht Bundesminister Dr. Strasser die Hand.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Allerdings gibt es diesbezüglich keine große Zweisamkeit. Der Innenminister lehnt zum Glück diesen Unfug, nämlich diese Bürgerwehr ab, die ja für die Demokratie nicht gerade ungefährlich ist. Das erinnert ja an Zeiten, die längst vorbei sind, meine sehr geehrten Damen und Herren, und die sich absolut nicht wiederholen dürfen! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Ja, der Chef macht eine "besonders" gute Figur! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist die alte Rede! Die haben wir schon vor 14 Tagen gehört!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist die alte Rede! Die haben wir schon vor 14 Tagen gehört!
Allerdings gibt es diesbezüglich keine große Zweisamkeit. Der Innenminister lehnt zum Glück diesen Unfug, nämlich diese Bürgerwehr ab, die ja für die Demokratie nicht gerade ungefährlich ist. Das erinnert ja an Zeiten, die längst vorbei sind, meine sehr geehrten Damen und Herren, und die sich absolut nicht wiederholen dürfen! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Ja, der Chef macht eine "besonders" gute Figur! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist die alte Rede! Die haben wir schon vor 14 Tagen gehört!)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn es in diesem Lande Kräfte gibt, die sich diese damaligen unseligen Zustände wieder herbeiwünschen, dann werden wir uns – und damit meine ich alle aufrechten Demokraten dieses Landes – mit allen Mitteln dagegen zur Wehr setzen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Parnigoni: Das haben Sie als Parteisekretär in Niederösterreich immer inszeniert, Herr Minister Strasser! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wissen Sie, was ich Ihnen sage? – Wenn man heute als Andersdenkender versucht, in den Landesdienst zu treten, dann genügt ein Parteibuch nicht. Da muss der Großvater schon beim christlich-deutschen Turnverein gewesen sein, sonst hat man überhaupt keine Chance, dort hineinzukommen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Parnigoni: Das haben Sie als Parteisekretär in Niederösterreich immer inszeniert, Herr Minister Strasser! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Eduard Mainoni (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Rede meines Vorredners Kiermaier ist eine interessante Mischung: Er beschwert sich darin über Parteibuchpolitik. Gerade die SPÖ ist es, die sich jetzt über Parteibuchpolitik beschwert! Ja, sagen Sie: Haben Sie das in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten nicht selbst alles betrieben – bis zum Exzess betrieben, peinlichst betrieben, meine Damen und Herren von der SPÖ?! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Worum geht es? – Wir haben hier in Österreich ein Bedrohungsszenario, das es dringend erfordert, den Terrorismus zu bekämpfen, aber nicht nur den Terrorismus, sondern auch die organisierte Kriminalität. Wir müssen der Exekutive das Rüstzeug für die effiziente Bekämpfung des Terrorismus in die Hand geben, und das machen wir mit dieser Gesetzesvorlage! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Exekutive braucht wirksame Instrumente zur Verbrechensbekämpfung, und von uns bekommt sie diese Instrumente. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Rufe bei den Freiheitlichen – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Wurm –: Gisi! Gisi! Gisi! – Abg. Mag. Stoisits: Das ist ja abenteuerlich! – Abg. Dr. Pilz: Herr Präsident! So geht das nicht!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Mag. Wurm. – Bitte. (Rufe bei den Freiheitlichen – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Wurm –: Gisi! Gisi! Gisi! – Abg. Mag. Stoisits: Das ist ja abenteuerlich! – Abg. Dr. Pilz: Herr Präsident! So geht das nicht!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Mainoni hat in seiner Rede tatsächlich behauptet, dass die Polizei bei der Ermittlung Methoden anwendet, die gegen das Gesetz, die contra legem wären. Herr Minister! Ich glaube, das sollten Sie sich anschauen. Ich glaube nicht, dass die Polizei in Österreich gegen das Gesetz agiert. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Miedl: Das ist keine klassiche Polizeiaufgabe! Genau das ist der Punkt!
Herr Bundesminister! Ich halte Ihnen entgegen: Es ist eine massive Verschlechterung für die Bevölkerung, für die Bürgerinnen und Bürger eingetreten. Vor dieser Umstellung konnte man sich praktisch rund um die Uhr anmelden. Das ist jetzt – zumindest in meiner Hauptstadt, also in Innsbruck – nicht mehr möglich. Jetzt muss es zu den Amtsstunden des Magistrats erfolgen, und das bedeutet oft, sich zumindest einen halben oder einen ganzen Tag Urlaub nehmen zu müssen. Das ist eine massive Verschlechterung. (Abg. Miedl: Das ist keine klassiche Polizeiaufgabe! Genau das ist der Punkt!)
Beifall bei der SPÖ.
Das sagen Sie als Exekutivbeamter, Herr Abgeordneter Miedl. Ich sage Ihnen – und ich habe diese Information von Ihren Kollegen –, dass es für die Polizei dadurch schwieriger geworden ist, die entsprechenden Daten entsprechend schnell zu bekommen. Daher ist es oft schwierig, einen Täter zu fassen, denn bis die Daten da sind, ist der schon längst über alle Berge – und auch in der Ebene ist er weg, nämlich über die Grenze. Das ist eine Verschlechterung! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Sie jetzt sagen, dass diese Beamtinnen, deren Schreibtische geräumt werden, dann auf Streife, auf Verbrechersuche gehen und schauen sollen, dass das Land sicherer wird, dann sage ich Ihnen, Herr Mainoni – Sie nicken dazu –: Diese Beamtinnen haben die Ausbildung dafür nicht! Sie können nicht auf der Straße Dienst versehen! Sie bräuchten dafür eine Zusatzausbildung. Normalerweise braucht man für so etwas noch eine zusätzliche Ausbildung von zwei Jahren. Das ist eine Milchmädchenrechnung, Herr Bundesminister, das stimmt so nicht! Diese Beamtinnen können nicht einfach für den Außendienst eingesetzt werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was bedeutet denn diese Novellierung des Sicherheitspolizeigesetzes? – Natürlich kann da eine private Geheimdatei angelegt werden! Natürlich sollen da wieder Dateien, wie zum Beispiel die Häftlingsdatei, angelegt werden! Darin sind dann zum Beispiel Daten eines Untersuchungshäftlings genauso erfasst, egal, ob sich der Verdacht erhärtet oder nicht, ob er also schon lange wieder in Freiheit ist. – Das ist mit meinem Menschenrechtsbegriff nicht vereinbar, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Lauter Rote!
Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch etwas mit auf den Weg geben, Herr Bundesminister, Ihnen, der Sie in diesem Bundesministerium so viel umstrukturieren. – Umstrukturierung scheint überhaupt die neue Zauberformel zu sein: Umstrukturierung bedeutet, dass sich jene Beamten, die von der Umstrukturierung betroffen sind, auf einmal nicht mehr auf ihrem Posten befinden! Das ist die Umstrukturierung à la Strasser! Herrn Szymanski hat es getroffen, Herrn Dr. Heindl hat es getroffen, Herrn Dr. Strohmeyer hat es getroffen, und und und. Im schlimmsten Fall, wie bei Dr. Strohmeyer, wird man dann eben strafversetzt. (Abg. Mag. Schweitzer: Lauter Rote!)
Abg. Mag. Schweitzer: Wieso können sie denn keinen Freiheitlichen versetzen? – Weil es keinen gibt! – Gegenruf bei der SPÖ: Das ist ja euer Problem! – Abg. Dr. Niederwieser – in Richtung Freiheitliche –: Das ist ja nicht unser Problem, dass ihr keine habt!
Das ist etwas, was nicht sein sollte und was der Sicherheit in diesem Staat nicht dient! (Abg. Mag. Schweitzer: Wieso können sie denn keinen Freiheitlichen versetzen? – Weil es keinen gibt! – Gegenruf bei der SPÖ: Das ist ja euer Problem! – Abg. Dr. Niederwieser – in Richtung Freiheitliche –: Das ist ja nicht unser Problem, dass ihr keine habt!) Das ist etwas, womit man der Sicherheit in diesem Staat nicht dient, Herr Bundesminister!
Beifall bei der SPÖ.
Daher möchte ich noch einmal einen Appell an Sie richten: Das Innenministerium ist ein sehr sensibles Ministerium. Sie sollten da vorsichtig handeln und die Demokratie- und Freiheitsrechte schützen und achten – und nicht über sie drüberfahren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das Wissen um den eigenen Schutz und den Schutz der nächsten Angehörigen wird es vielen erleichtern, ihr Wissen um kriminelle Machenschaften offen zu legen. Auch die Möglichkeiten der Exekutive werden wesentlich erweitert, damit sie der Bevölkerung maximalen Schutz gewährleisten kann. Eine Scheinidentität des Ermittlers, wie in vielen anderen Staaten schon lange üblich, wird nun auch bei uns Realität. Ich möchte an dieser Stelle auch den vielen Ermittlern danken, denen die Sicherheit ihrer Mitbürger über ihre eigene Sicherheit geht. In riskanten und oft langwierigen Einsätzen gehen sie bis an die eigenen Grenzen, um die Sicherheit unseres Landes zu gewährleisten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Minister Strasser ist ein rational denkender Mensch. Er arbeitet für die Zukunft unseres Landes, und dabei ist ihm gleichgültig, mit wem er zusammenarbeitet, solange die Arbeit nur konstruktiv ist. Das Interesse der Bürger dieses Landes muss dabei im Mittelpunkt stehen. Der Vorwurf des Postenschachers ist lächerlich. Minister Strasser ist dafür bekannt, konstruktiv mit Beamten aller Couleurs zusammenzuarbeiten. Für gute Ratschläge ist er immer offen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Niederwieser: ... bei der Freiwilligen-Arbeit auszeichnen!
Ich möchte sagen, er ist der Inbegriff dieser Verwaltungsreform. Sie ist ihm ein persönliches Anliegen, dem er seine ganze Kraft widmet. Minister Strasser arbeitet unermüdlich (Abg. Dr. Niederwieser: ... bei der Freiwilligen-Arbeit auszeichnen!), um die Sicherheit auf der Straße zu erhöhen und den Bürgern optimalen Schutz zu bieten. Er ist der erste Minister seit langem im Innenministerium, der nicht bei den Polizisten beziehungsweise den Gendarmen auf der Straße spart, sondern der versucht, die Verwaltung zu reformieren und alte, verkrustete Strukturen aufzureißen. Sein Motto lautet: Kein Gendarm, kein Polizist weniger, sondern viele mehr auf der Straße!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Niederwieser: Jetzt brauchst du langsam ein Weihrauchfass!
Für seinen persönlichen Einsatz, für den er oft ungerechtfertigte und unsachliche Kritik ertragen muss, danke ich ihm recht herzlich! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Niederwieser: Jetzt brauchst du langsam ein Weihrauchfass!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Dr. Elisabeth Hlavac (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister, Sie haben einige tüchtige Beamte erwähnt. Ich glaube, dass es auch gut und sinnvoll ist, hier darauf hinzuweisen, dass unsere Exekutive tüchtig ist und dass sie einen vollen Einsatz leistet. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Zu wenige Aufgaben! – Skandalös!
Beispiel Szymanski: Sie haben aus einer Sektion zwei Sektionen gemacht und haben bei dieser Gelegenheit aus der Fremdenrechtssektion die meisten Aufgaben entfernt und einem Parteigänger von Ihnen zugewiesen. Jetzt sagen Sie, dass die Sektion Szymanski überflüssig ist (Abg. Parnigoni: Zu wenige Aufgaben! – Skandalös!), und schicken ihn in den Vorruhestand. – Das ist das, was Sie tun! Es geht hiebei um keine Einsparung, sondern in Wirklichkeit wollen Sie einen Beamten, der immer loyal war, eine hohe Expertise hat und immer tüchtig war, schlicht und einfach loswerden. Das ist das, Herr Bundesminister, was wir Ihnen vorwerfen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Beispiel Szymanski: Sie haben aus einer Sektion zwei Sektionen gemacht und haben bei dieser Gelegenheit aus der Fremdenrechtssektion die meisten Aufgaben entfernt und einem Parteigänger von Ihnen zugewiesen. Jetzt sagen Sie, dass die Sektion Szymanski überflüssig ist (Abg. Parnigoni: Zu wenige Aufgaben! – Skandalös!), und schicken ihn in den Vorruhestand. – Das ist das, was Sie tun! Es geht hiebei um keine Einsparung, sondern in Wirklichkeit wollen Sie einen Beamten, der immer loyal war, eine hohe Expertise hat und immer tüchtig war, schlicht und einfach loswerden. Das ist das, Herr Bundesminister, was wir Ihnen vorwerfen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein Thema ist die Vertrauenspersonenevidenz. Herr Bundesminister! Das, was Sie uns gesagt haben – dass Sie diese Vertrauenspersonenevidenz nur dazu brauchen, um zu verhindern, dass jemand sich mehrmals, an verschiedenen Stellen, eine Belohnung holt –, das kann ich nicht ernst nehmen. Das kann, bitte, nicht Ihr Ernst sein, Herr Minister! Das gibt es nicht, dass allein aus diesem Grund eine ganze Evidenz angelegt wird. Das ist einfach nicht wahr, Herr Minister! Ihre Aussagen machen uns misstrauisch, und daran sind Sie selbst schuld. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben zwar den Bedenken des Verfassungsdienstes Rechnung getragen und die Ermächtigung wieder aus dem Gesetz entfernt, aber es bleibt bei uns doch der Verdacht, dass es unter der Hand weiterhin möglich sein wird, private Personen einzusetzen. Auf diese Weise werden Sie ein Klima der Unsicherheit schaffen, und es gibt keine Kontrolle. Das ist eines der Hauptprobleme, die wir sehen: Es gibt keine Kontrolle. Deshalb können wir nicht zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Man braucht sich nur anzusehen, wo laut diesem Sicherheitsbericht das große Problem liegt: Es liegt im Bereich der Drogen. Auch hier hat die Polizei sofort richtig agiert – Sie brauchen nur die heutige "Kronen Zeitung" zur Hand zu nehmen: "Großrazzia in Wien: 26 Festnahmen". – Es wurde also wieder ein Kernbereich der Drogenszene aufgedeckt. Man kann der Wiener Polizei nur dazu gratulieren, dass sie hier so hart durchgreift. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte mich von dieser Stelle aus beim Bundesminister und bei seinen Beamten für die hervorragende Führung des Ministeriums bedanken. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich empfehle heute jedem – auch wenn es nicht unbedingt eine der höchst stehenden Zeitungen ist – die neue Ausgabe von "NEWS", dieses bringt es genau auf den Punkt. Herr Minister, die Öffentlichkeit nimmt Ihnen diese stereotypen Äußerungen zunehmend nicht mehr ab! Sie bekommen ein Problem: ein Image-Problem! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schwarzenberger: Keppelmüller hat Sorgen! – Abg. Mag. Schweitzer: Sag nichts über den Peter! Der ist in Ordnung!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Kiss. – Bitte. (Abg. Schwarzenberger: Keppelmüller hat Sorgen! – Abg. Mag. Schweitzer: Sag nichts über den Peter! Der ist in Ordnung!)
Abg. Böhacker: Das ist eine Peter-und-Paul-Geschichte!
Abgeordneter Paul Kiss (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Für die Österreichische Volkspartei möchte ich am Schluss einer interessanten Debatte resümieren ... (Abg. Böhacker: Das ist eine Peter-und-Paul-Geschichte!) Ist es nicht! (Abg. Böhacker: "Peter" Keppelmüller!) Ich habe es schon verstanden. Das ist es nicht. (Abg. Gradwohl: Es wird eine solche!)
Abg. Böhacker: "Peter" Keppelmüller!
Abgeordneter Paul Kiss (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Für die Österreichische Volkspartei möchte ich am Schluss einer interessanten Debatte resümieren ... (Abg. Böhacker: Das ist eine Peter-und-Paul-Geschichte!) Ist es nicht! (Abg. Böhacker: "Peter" Keppelmüller!) Ich habe es schon verstanden. Das ist es nicht. (Abg. Gradwohl: Es wird eine solche!)
Abg. Gradwohl: Es wird eine solche!
Abgeordneter Paul Kiss (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Für die Österreichische Volkspartei möchte ich am Schluss einer interessanten Debatte resümieren ... (Abg. Böhacker: Das ist eine Peter-und-Paul-Geschichte!) Ist es nicht! (Abg. Böhacker: "Peter" Keppelmüller!) Ich habe es schon verstanden. Das ist es nicht. (Abg. Gradwohl: Es wird eine solche!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es ist ja wahr: Was Pilz vollmundig für diesen heutigen Tag angekündigt hat, einen Misstrauensantrag und: Wir werden mit scharfem Geschütz gegen Strasser antreten!, und was dann Parnigoni in oppositioneller Brüderlichkeit so formuliert hat: Im Prinzip sei der Grüne Peter Pilz mit seiner Ankündigung, Strasser auf Grund der Causa Strohmeyer das Misstrauen auszusprechen, den Sozialdemokraten nur kurz zuvorgekommen! – das ist also auch das Ziel der SPÖ gewesen –, das ist nicht mehr und nicht weniger als ein billiger Sturm im Wasserglas. Das ist meine Meinung, das spüre ich, und das sind auch die Fakten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pilz begibt sich, ein Handy ans Ohr haltend, Richtung Ausgang.
Kollege Pilz, bleiben Sie hier! (Abg. Dr. Pilz begibt sich, ein Handy ans Ohr haltend, Richtung Ausgang.) Kollege Pilz, bleiben Sie hier und telefonieren Sie nicht im Plenum! Hören Sie den Argumenten zu!
Abg. Mag. Schweitzer: Schau her!
Es ist jener General Strohmeyer, von dem ich sage – und ich sage es bewusst jetzt am Beginn –, ich habe mit ihm persönlich und fachlich ein gutes, auch integres Verhältnis. (Abg. Mag. Schweitzer: Schau her!) Ich habe es gehabt, ich habe es jetzt, und ich werde mich bemühen, dies auch in Zukunft zu haben. Das ändert aber nichts an dem Umstand, dass es drei Dinge gibt, die ich als Abgeordneter so nicht akzeptieren will.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Niederwieser: ... den Maria-Theresien-Orden!
Erstens: Wenn ein General der Gendarmerie in solcher Art und Weise in der Öffentlichkeit Insubordination gegen den Minister und gegen seinen beamteten Auftrag übt, dann hat er seine Aufgabe auf jeden Fall missverstanden. Das verurteile ich als Erstes aufs Schärfste! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Niederwieser: ... den Maria-Theresien-Orden!)
Abg. Mag. Schweitzer: Unglaublich!
Es war – ich komme zum Dritten – Gendarmerie-Gedenktag in Eisenstadt im Burgenland. Wer auch immer dort gewesen ist, wer auch immer diese Brandrede des Generals Strohmeyer gehört hat, der hat im selben Moment gewusst: Das kann doch nicht der Fall sein, dass ein General politisiert, parteipolitisiert, polemisiert gegen den eigenen Minister! (Abg. Mag. Schweitzer: Unglaublich!) Weg mit solchen Leuten an der Spitze dieser Republik Österreich! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: "Weg mit ihnen"!) Weg mit ihnen, na selbstverständlich!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: "Weg mit ihnen"!
Es war – ich komme zum Dritten – Gendarmerie-Gedenktag in Eisenstadt im Burgenland. Wer auch immer dort gewesen ist, wer auch immer diese Brandrede des Generals Strohmeyer gehört hat, der hat im selben Moment gewusst: Das kann doch nicht der Fall sein, dass ein General politisiert, parteipolitisiert, polemisiert gegen den eigenen Minister! (Abg. Mag. Schweitzer: Unglaublich!) Weg mit solchen Leuten an der Spitze dieser Republik Österreich! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: "Weg mit ihnen"!) Weg mit ihnen, na selbstverständlich!
Abg. Schwarzenberger: Auf Staatskosten!
Nicht genug mit dieser Polemik am Gendarmerie-Gedenktag in Eisenstadt, nein, er schreibt noch 16 000 Beamten, den Gendarmen Österreichs, einen unsäglichen Brief. (Abg. Schwarzenberger: Auf Staatskosten!) Ich zitiere nur drei Sätze aus diesem Brief, einem Brief, wie ihn noch kein Beamter dieser Republik seit 1945 seinen Mitarbeitern gegenüber geschrieben hat. Er spricht von einer "Krise der Gendarmerie". (Ruf bei der SPÖ: Stimmt ja!) Er sagt: "Strukturveränderungen kann ich nicht akzeptieren." Und er sagt weiters: "Ich bin mit dieser ganzen Entwicklung unter keinen Umständen einverstanden." (Abg. Dr. Mertel: Was soll er sonst tun?)
Ruf bei der SPÖ: Stimmt ja!
Nicht genug mit dieser Polemik am Gendarmerie-Gedenktag in Eisenstadt, nein, er schreibt noch 16 000 Beamten, den Gendarmen Österreichs, einen unsäglichen Brief. (Abg. Schwarzenberger: Auf Staatskosten!) Ich zitiere nur drei Sätze aus diesem Brief, einem Brief, wie ihn noch kein Beamter dieser Republik seit 1945 seinen Mitarbeitern gegenüber geschrieben hat. Er spricht von einer "Krise der Gendarmerie". (Ruf bei der SPÖ: Stimmt ja!) Er sagt: "Strukturveränderungen kann ich nicht akzeptieren." Und er sagt weiters: "Ich bin mit dieser ganzen Entwicklung unter keinen Umständen einverstanden." (Abg. Dr. Mertel: Was soll er sonst tun?)
Abg. Dr. Mertel: Was soll er sonst tun?
Nicht genug mit dieser Polemik am Gendarmerie-Gedenktag in Eisenstadt, nein, er schreibt noch 16 000 Beamten, den Gendarmen Österreichs, einen unsäglichen Brief. (Abg. Schwarzenberger: Auf Staatskosten!) Ich zitiere nur drei Sätze aus diesem Brief, einem Brief, wie ihn noch kein Beamter dieser Republik seit 1945 seinen Mitarbeitern gegenüber geschrieben hat. Er spricht von einer "Krise der Gendarmerie". (Ruf bei der SPÖ: Stimmt ja!) Er sagt: "Strukturveränderungen kann ich nicht akzeptieren." Und er sagt weiters: "Ich bin mit dieser ganzen Entwicklung unter keinen Umständen einverstanden." (Abg. Dr. Mertel: Was soll er sonst tun?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Das ist eine Geisteshaltung! – Abg. Dr. Mertel: "Weg mit ihm"!
Es sollen Reformen in seinem Ministerium, in seiner Verantwortung geschehen, und er übt in dieser Form Illoyalität gegen den Minister, in dieser Form Insubordination – ich sage: Weg mit ihm! Sie haben Recht daran getan, Herr Minister, diesen Mann aus dem Verkehr zu ziehen und auf eine andere Position wegzuversetzen. Er hat dort nichts zu suchen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Das ist eine Geisteshaltung! – Abg. Dr. Mertel: "Weg mit ihm"!) Ja, selbstverständlich!
neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ
Wenn also am Beispiel Strohmeyers Pilz seinen Misstrauensantrag begründet, kraus, schal, schlicht, seiner nicht würdig und vor allem seines Intellekts nicht würdig, dann sage ich (neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ): Einen Misstrauensantrag, der auf so tönernen Füßen steht, einen Misstrauensantrag, der in der Sache nicht begründet ist, einen Misstrauensantrag, der natürlich auch von der Personalüberlegung und von der Führung eines Unternehmens her nicht nur nicht begründet ist, sondern de facto obsolet wird, wenn man die Fakten aus dem Hintergrund kennt (Abg. Dr. Mertel: "Weg mit ihm"!) – diesen Misstrauensantrag werden wir leichten Herzens abschmettern!
Abg. Dr. Mertel: "Weg mit ihm"!
Wenn also am Beispiel Strohmeyers Pilz seinen Misstrauensantrag begründet, kraus, schal, schlicht, seiner nicht würdig und vor allem seines Intellekts nicht würdig, dann sage ich (neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ): Einen Misstrauensantrag, der auf so tönernen Füßen steht, einen Misstrauensantrag, der in der Sache nicht begründet ist, einen Misstrauensantrag, der natürlich auch von der Personalüberlegung und von der Führung eines Unternehmens her nicht nur nicht begründet ist, sondern de facto obsolet wird, wenn man die Fakten aus dem Hintergrund kennt (Abg. Dr. Mertel: "Weg mit ihm"!) – diesen Misstrauensantrag werden wir leichten Herzens abschmettern!
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Ludmilla Parfuss (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Paul Kiss, heute hast du wieder den Beweis erbracht, welch guter Selbstdarsteller du bist! (Beifall bei der SPÖ.) Ein Selbstdarsteller in der Rolle des Sicherheitssprechers der ÖVP! Sind die Inhalte auch noch so gegensätzlich, Paul Kiss spielt die Rolle mit Pathos und legt sie auch noch hintergründig an – das bezieht sich auf die "Bergkreißung". Heute gab er, wie so oft in dieser Regierungsperiode, den Diener seines Herrn. – Gratulation! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Ludmilla Parfuss (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Paul Kiss, heute hast du wieder den Beweis erbracht, welch guter Selbstdarsteller du bist! (Beifall bei der SPÖ.) Ein Selbstdarsteller in der Rolle des Sicherheitssprechers der ÖVP! Sind die Inhalte auch noch so gegensätzlich, Paul Kiss spielt die Rolle mit Pathos und legt sie auch noch hintergründig an – das bezieht sich auf die "Bergkreißung". Heute gab er, wie so oft in dieser Regierungsperiode, den Diener seines Herrn. – Gratulation! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Böhacker: Mit Nichten und mit Enkerln!
In diesen Tagen wird nicht nur das Sicherheitspolizeigesetz geändert, sondern auch die Besetzung von hohen Posten im Innenministerium. Wir haben es schon gehört, lang gediente und vor allem verdiente Mitarbeiter werden mit der Zustellung von inzwischen berühmten Zweizeilern einfach versetzt. Warum? Sind sie unfähig? Haben sie gegen die Dienstordnung verstoßen? – Mitnichten! (Abg. Böhacker: Mit Nichten und mit Enkerln!) Einige – und das habe ich persönlich gehört – hat der Herr Minister sogar gelobt und als reformfreudig hingestellt. Jedes Mal, wenn Sie jemanden loben, befürchte ich schon, dass er morgen nicht mehr an seinem Platz sein wird! (Abg. Dr. Mertel: "Weg mit ihm!", heißt das!) Genau: "Weg mit ihm!"
Abg. Dr. Mertel: "Weg mit ihm!", heißt das!
In diesen Tagen wird nicht nur das Sicherheitspolizeigesetz geändert, sondern auch die Besetzung von hohen Posten im Innenministerium. Wir haben es schon gehört, lang gediente und vor allem verdiente Mitarbeiter werden mit der Zustellung von inzwischen berühmten Zweizeilern einfach versetzt. Warum? Sind sie unfähig? Haben sie gegen die Dienstordnung verstoßen? – Mitnichten! (Abg. Böhacker: Mit Nichten und mit Enkerln!) Einige – und das habe ich persönlich gehört – hat der Herr Minister sogar gelobt und als reformfreudig hingestellt. Jedes Mal, wenn Sie jemanden loben, befürchte ich schon, dass er morgen nicht mehr an seinem Platz sein wird! (Abg. Dr. Mertel: "Weg mit ihm!", heißt das!) Genau: "Weg mit ihm!"
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Der größte Fehler dieser Mitarbeiter ist also nicht Unfähigkeit, sondern ihr persönliches Weltbild und das Aussprechen von Sorge, nämlich berechtigter Sorge. Herr Bundesminister! Es muss noch einmal gesagt werden: Ihr Vorgehen in dieser Causa ist ungeheuerlich! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Überall wird von Objektivierung gesprochen. Hier fehlt wirklich jede Objektivität, jetzt ist strategische Einschwärzung angesagt. Der Herr Minister – angeführt heute im "profil": der professionelle "Malermeister" – führt die Kritik des Gendarmerie-Generals als Grund für die Versetzung an. Aber, Herr Minister, Sie sind Demokrat. Ist es nicht in einer Demokratie erlaubt, Kritik zu üben, umso mehr, wenn diese Kritik aus Sorge angebracht worden ist, aus Sorge um die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher? – Das müsste Ihnen doch gelegen kommen! Dieser Mann hat Format, er hat Zivilcourage! – Gratulation! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Er ist nicht mehr da!
Sie nützen beinhart die Hilferufe eines Spitzenbeamten, um ihn loszuwerden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Er ist nicht mehr da!) Herr Bundesminister, Ihr Ministersekretär Kloibmüller sagt es ja unverblümt: Wir sind jetzt am Ruder und besetzen alles mit Schwarzen. – Bitte, alles mit Schwarzen! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das haben wir ja erlebt mit Ihnen! Mit Roten vor allem!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das haben wir ja erlebt mit Ihnen! Mit Roten vor allem!
Sie nützen beinhart die Hilferufe eines Spitzenbeamten, um ihn loszuwerden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Er ist nicht mehr da!) Herr Bundesminister, Ihr Ministersekretär Kloibmüller sagt es ja unverblümt: Wir sind jetzt am Ruder und besetzen alles mit Schwarzen. – Bitte, alles mit Schwarzen! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das haben wir ja erlebt mit Ihnen! Mit Roten vor allem!)
Abg. Mag. Schweitzer: Bis jetzt waren es lauter Rote!
Wenn Sie, Frau Dr. Partik-Pablé, ... (Abg. Mag. Schweitzer: Bis jetzt waren es lauter Rote!) Bitte, die "Kleine Zeitung" – das ist, glaube ich, eine Zeitung, die nicht gerade auf der SPÖ-Seite ist – sagt:
Beifall bei der SPÖ.
Wir werden diesen Antrag der Grünen mit Freude unterstützen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Mertel: "Weg mit ihm"! – Abg. Parnigoni: Wieso verschlechtert er das Bild?
Abgeordneter Roland Zellot (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine geschätzten Damen und Herren! Ich wollte zur Personaldebatte eigentlich nichts beitragen, aber ich glaube, wenn ein so hoher und angesehener Beamter auf Grund seiner Mitteilungen an die Kameraden dem Berufsstand vielleicht das Image verschlechtert, dann müsste er auch wissen (Abg. Dr. Mertel: "Weg mit ihm"! – Abg. Parnigoni: Wieso verschlechtert er das Bild?), dass es so, wie es Kritikgespräche gibt, auch ein gewisses Führungsverhalten zwischen Untergebenen und Vorgesetzten gibt. Das kann man natürlich auch mit dem zuständigen Vorgesetzten und mit dem Minister klären, statt Briefe durch die Gegend zu schicken. Welcher Firmenchef würde es bei seiner Firma akzeptieren, wenn die Firma ungerechtfertigt geschädigt oder in Misskredit gebracht wird? (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Roland Zellot (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine geschätzten Damen und Herren! Ich wollte zur Personaldebatte eigentlich nichts beitragen, aber ich glaube, wenn ein so hoher und angesehener Beamter auf Grund seiner Mitteilungen an die Kameraden dem Berufsstand vielleicht das Image verschlechtert, dann müsste er auch wissen (Abg. Dr. Mertel: "Weg mit ihm"! – Abg. Parnigoni: Wieso verschlechtert er das Bild?), dass es so, wie es Kritikgespräche gibt, auch ein gewisses Führungsverhalten zwischen Untergebenen und Vorgesetzten gibt. Das kann man natürlich auch mit dem zuständigen Vorgesetzten und mit dem Minister klären, statt Briefe durch die Gegend zu schicken. Welcher Firmenchef würde es bei seiner Firma akzeptieren, wenn die Firma ungerechtfertigt geschädigt oder in Misskredit gebracht wird? (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Somit setzen die Bundesregierung und der Herr Bundesminister diese Priorität: Schutz, Sicherheit und Verlässlichkeit für unsere österreichischen Staatsbürger! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Wenitsch.
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Gleich zu Beginn möchte ich die Gelegenheit nützen, um allen Kolleginnen und Kollegen in der österreichischen Exekutive und Sicherheitsverwaltung für die Verrichtung ihres schweren Dienstes für die österreichische Bevölkerung sehr herzlich zu danken! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Wenitsch. )
Abg. Mag. Schweitzer: Von der SPÖ!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Vor allem haben sie es sich nicht verdient, dass man über so wichtige Bereiche der inneren Sicherheit – unserer Sicherheit, der Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher – solche Aussagen zu hören bekommt, wie sie heute auch hier gefallen sind. (Abg. Mag. Schweitzer: Von der SPÖ!)
Beifall bei der SPÖ.
Damit wir das wirklich einmal genau herausarbeiten, lade ich alle Fraktionen ein, sich zu informieren. In diesen Organen sitzen ja nicht die Roten allein, es werden die Beschlüsse von allen Fraktionen gefasst. Ich wünsche euch, Kollegen vom ÖAAB, aber auch Ihnen, meine sehr geehrten Damen und Herren von der "F", viel Glück dabei, diese für die Kollegen sehr wichtigen Fragen in aller Öffentlichkeit zu diskutieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn schon ein so hoher Sicherheitsstandard in der Republik vorhanden ist – Papier ist geduldig, und wir werden hier im Hause noch die Gelegenheit haben, über den Sicherheitsbericht genau zu diskutieren –, dann frage ich mich, warum es in einer so großen Stadt wie Graz notwendig ist, eine Bürgerwehr zu installieren. Meine sehr geehrten Damen und Herren, auch da gibt es klare Aussagen, nicht nur von Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, sondern auch von Seiten der Österreichischen Volkspartei. Herr Bundesminister! Auf allen öffentlichen Plätzen und in allen öffentlichen Anlagen dieser Republik ist der Staat zuständig – und nicht irgendein Privatverein! Ich glaube, das sollte man sich in dieser Diskussion ebenfalls ins Gedächtnis rufen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Böhacker: Gott sei Dank!
Mir fehlt leider die Zeit, um mehr darüber zu sagen. (Abg. Böhacker: Gott sei Dank!) Aber Sie waren es, Herr Minister, der zugesagt hat, dass dann, wenn die Gemeinden das Fundwesen übertragen bekommen, die gefundenen Utensilien bei den Sicherheitsdienststellen abgegeben werden können. – Tatsache ist, dass sie dort nicht mehr abgegeben werden können. Weitere Tatsache ist, dass der Städtebund hier sogar den Konsultationsmechanismus angerufen hat. Ich frage mich, warum alle Gemeindevertreter, die hier sitzen, dabei so ruhig zuhören, denn es wird auf alle Fälle dadurch, dass die Zusage nicht eingehalten worden ist, für die Gemeinden sicherlich ein Mehr an Arbeit und dadurch ein Mehr an Kosten entstehen.
Beifall bei der SPÖ.
Es wären hier noch einige Punkte anzusprechen, aber das ist aus Zeitgründen leider nicht mehr möglich. Eines ist jedoch klar, Herr Minister: Die Österreicherinnen und Österreicher kriegen schon mit, was da passiert, und die Kolleginnen und Kollegen sowohl in der Sicherheitsverwaltung als auch in allen Exekutivkörpern des Innenministeriums kriegen es über alle Parteigrenzen hinweg ebenfalls mit. Wir werden uns dann gemeinsam anschauen, wie die Bevölkerung Ihr Vorgehen bewertet, nicht bei den Personalvertretungswahlen, sondern bei der nächsten Nationalratswahl, denn da wird diese Bundesregierung jene Rechnung bekommen, die sie ganz einfach verdient! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn der Herr Minister jetzt auch noch das Füllhorn über seine Beamten ausschüttet und sie mit mehr Computern und mehr Autos ausstattet, dann werden sie mit noch mehr Begeisterung seinen Reformen folgen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie Rufe: Ja! Genau!
Meine Damen und Herren! Frau Abgeordnete Stoisits hat in ihrem Redebeitrag sehr eindrucksvoll gezeigt, dass die Grünen schlichtweg keine Ahnung haben (Beifall bei den Freiheitlichen sowie Rufe: Ja! Genau!) und dass sie auch ein sehr, sehr gestörtes Verhältnis zu den Begriffen Recht und Ordnung haben, weil sie sich immer verfolgt fühlen. Sie reden davon, wie die Bevölkerung beunruhigt und besorgt über irgendwelche Veränderungen im Innenministerium ist. (Abg. Dr. Lichtenberger: ... die ÖVP!) – Das ist dem Bürger auf der Straße völlig egal. Den interessiert, wie viele Beamte auf der Straße sind, wie viele Beamte für seine Sicherheit sorgen, wie viele Beamte dafür sorgen, dass Drogendealer nicht vor Schulen stehen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. ) – Das ist der Bevölkerung wichtig, und das übersehen Sie völlig! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Lichtenberger: ... die ÖVP!
Meine Damen und Herren! Frau Abgeordnete Stoisits hat in ihrem Redebeitrag sehr eindrucksvoll gezeigt, dass die Grünen schlichtweg keine Ahnung haben (Beifall bei den Freiheitlichen sowie Rufe: Ja! Genau!) und dass sie auch ein sehr, sehr gestörtes Verhältnis zu den Begriffen Recht und Ordnung haben, weil sie sich immer verfolgt fühlen. Sie reden davon, wie die Bevölkerung beunruhigt und besorgt über irgendwelche Veränderungen im Innenministerium ist. (Abg. Dr. Lichtenberger: ... die ÖVP!) – Das ist dem Bürger auf der Straße völlig egal. Den interessiert, wie viele Beamte auf der Straße sind, wie viele Beamte für seine Sicherheit sorgen, wie viele Beamte dafür sorgen, dass Drogendealer nicht vor Schulen stehen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. ) – Das ist der Bevölkerung wichtig, und das übersehen Sie völlig! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel.
Meine Damen und Herren! Frau Abgeordnete Stoisits hat in ihrem Redebeitrag sehr eindrucksvoll gezeigt, dass die Grünen schlichtweg keine Ahnung haben (Beifall bei den Freiheitlichen sowie Rufe: Ja! Genau!) und dass sie auch ein sehr, sehr gestörtes Verhältnis zu den Begriffen Recht und Ordnung haben, weil sie sich immer verfolgt fühlen. Sie reden davon, wie die Bevölkerung beunruhigt und besorgt über irgendwelche Veränderungen im Innenministerium ist. (Abg. Dr. Lichtenberger: ... die ÖVP!) – Das ist dem Bürger auf der Straße völlig egal. Den interessiert, wie viele Beamte auf der Straße sind, wie viele Beamte für seine Sicherheit sorgen, wie viele Beamte dafür sorgen, dass Drogendealer nicht vor Schulen stehen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. ) – Das ist der Bevölkerung wichtig, und das übersehen Sie völlig! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Frau Abgeordnete Stoisits hat in ihrem Redebeitrag sehr eindrucksvoll gezeigt, dass die Grünen schlichtweg keine Ahnung haben (Beifall bei den Freiheitlichen sowie Rufe: Ja! Genau!) und dass sie auch ein sehr, sehr gestörtes Verhältnis zu den Begriffen Recht und Ordnung haben, weil sie sich immer verfolgt fühlen. Sie reden davon, wie die Bevölkerung beunruhigt und besorgt über irgendwelche Veränderungen im Innenministerium ist. (Abg. Dr. Lichtenberger: ... die ÖVP!) – Das ist dem Bürger auf der Straße völlig egal. Den interessiert, wie viele Beamte auf der Straße sind, wie viele Beamte für seine Sicherheit sorgen, wie viele Beamte dafür sorgen, dass Drogendealer nicht vor Schulen stehen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. ) – Das ist der Bevölkerung wichtig, und das übersehen Sie völlig! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir unterstützen daher diesen Misstrauensantrag gegen den Minister nicht nur nicht, sondern freuen uns, dass hier so gut gearbeitet wird und dass die Reformideen, die die Vizekanzlerin vorantreibt und die letztlich im Regierungsübereinkommen stehen, von Bundesminister Strasser äußerst eindrucksvoll realisiert werden! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Oje-Rufe bei den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Zu einer weiteren Wortmeldung hat sich Herr Abgeordneter Dr. Pilz gemeldet. – Bitte. (Oje-Rufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Petrovic schüttelt ablehnend die Hände.
Wir setzen dem Minister mit der Brechstange jetzt einen Misstrauensantrag entgegen. Dieser Misstrauensantrag ist die erste Chance, Sie wieder dorthin zu schicken, wo Sie hingehören: in die niederösterreichische ÖVP! (Abg. Dr. Petrovic schüttelt ablehnend die Hände.) – O ja, die niederösterreichische ÖVP hat sich die Höchststrafe verdient! (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Fischer: Petrovic ist dagegen!) – Okay, ich werde den Fall Strasser/Niederösterreich mit Madeleine Petrovic noch gesondert besprechen. Ich nehme diesen Einwand, der sachlich gerechtfertigt ist, zur Kenntnis.
Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Fischer: Petrovic ist dagegen!
Wir setzen dem Minister mit der Brechstange jetzt einen Misstrauensantrag entgegen. Dieser Misstrauensantrag ist die erste Chance, Sie wieder dorthin zu schicken, wo Sie hingehören: in die niederösterreichische ÖVP! (Abg. Dr. Petrovic schüttelt ablehnend die Hände.) – O ja, die niederösterreichische ÖVP hat sich die Höchststrafe verdient! (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Fischer: Petrovic ist dagegen!) – Okay, ich werde den Fall Strasser/Niederösterreich mit Madeleine Petrovic noch gesondert besprechen. Ich nehme diesen Einwand, der sachlich gerechtfertigt ist, zur Kenntnis.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn wir es mit diesem Misstrauensantrag nicht schaffen, dann werden die Wählerinnen und Wähler es schaffen, Bundesminister Strasser dorthin zu schicken, wo er hingehört. – Möglicherweise ist es nicht die niederösterreichische ÖVP, wir werden sehen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten von SPÖ, Freiheitlichen und ÖVP.
Ich bitte jene Damen und Herren, die sich für den gegenständlichen Misstrauensantrag aussprechen, um ein Zeichen der Zustimmung. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten von SPÖ, Freiheitlichen und ÖVP.) – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol begibt sich zur Regierungsbank und reicht Bundesminister Dr. Strasser die Hand. – Abg. Ing. Westenthaler begibt sich ebenfalls zur Regierungsbank und gratuliert Bundesminister Dr. Strasser.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol begibt sich zur Regierungsbank und reicht Bundesminister Dr. Strasser die Hand. – Abg. Ing. Westenthaler begibt sich ebenfalls zur Regierungsbank und gratuliert Bundesminister Dr. Strasser.
Ich bitte jene Damen und Herren, die sich für den gegenständlichen Misstrauensantrag aussprechen, um ein Zeichen der Zustimmung. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten von SPÖ, Freiheitlichen und ÖVP.) – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol begibt sich zur Regierungsbank und reicht Bundesminister Dr. Strasser die Hand. – Abg. Ing. Westenthaler begibt sich ebenfalls zur Regierungsbank und gratuliert Bundesminister Dr. Strasser.)
Abg. Böhacker: Aber!
Meine Damen und Herren! Wir beraten über ein Gesetz, das ein Anpassungsgesetz sein soll. Es enthält durchaus positive Aspekte (Abg. Böhacker: Aber!), es gibt aber auch Anlass zu massiver Kritik.
Abg. Mag. Schweitzer: Was ist das?
Ich beginne mit dem Positiven: Wir Sozialdemokraten unterstützen die Änderung des Weingesetzes. Wir halten es für sinnvoll, hier einen "Districtus Austria Controllatus" – dass ich meine Lateinkenntnisse auch noch einmal brauchen kann! – zu schaffen. (Abg. Mag. Schweitzer: Was ist das?) Es soll darum gehen, eine Verkehrsbezeichnung für Qualitätsweine zu schaffen. Ich meine, dass dies eine Stärkung in der regionalen Zuordnung bringen wird und dass eine Symbiose aus Herkunft, Charakteristika, Leitsorten und Qualität erreicht wird. Wir sind der Ansicht, dass das ein kleiner Stein, aber immerhin doch ein Stein auf dem Weg zu einer Stärkung des ländlichen Raumes sein kann. Wir werden dem daher auch zustimmen.
Abg. Hornek: Vom Wein verstehen Sie nichts!
Interessant ist aber folgendes kleine Detail: Es werden zum Beispiel die Kompetenzen von den Bezirkshauptmannschaften zu den Bundeskellereiinspektionen verlegt – eine langjährige Forderung der Sozialdemokratie, die hier erfüllt wird. Aber ein kleines "Schmankerl" ist es natürlich schon: Wie oft haben wir denn in letzter Zeit von den Regierungsfraktionen gehört, wie hervorragend die Bezirkshauptmannschaften seien, und es gehe nichts über die Bezirkshauptmannschaften? (Abg. Hornek: Vom Wein verstehen Sie nichts!) – Hier geben Sie Kompetenzen, die bei den Bezirkshauptmannschaften schlicht und einfach fehl am Platz waren, ab, und zwar dorthin, wo sie auch hingehören.
Abg. Wittauer: Jetzt geht es um Deutschland!
Was könnte das bedeuten? – Dass ein in irgendeinem Land der Europäischen Union zugelassenes Pflanzenschutzmittel, das für die dortigen Bedingungen vielleicht durchaus geeignet ist, nach Österreich kommt. (Abg. Wittauer: Jetzt geht es um Deutschland!) Was machen die österreichischen Behörden? (Bundesminister Mag. Molterer: Es geht um Deutschland!) – Sie über
Bundesminister Mag. Molterer: Es geht um Deutschland!
Was könnte das bedeuten? – Dass ein in irgendeinem Land der Europäischen Union zugelassenes Pflanzenschutzmittel, das für die dortigen Bedingungen vielleicht durchaus geeignet ist, nach Österreich kommt. (Abg. Wittauer: Jetzt geht es um Deutschland!) Was machen die österreichischen Behörden? (Bundesminister Mag. Molterer: Es geht um Deutschland!) – Sie über
Beifall bei der SPÖ.
Das bedeutet pro Österreicherin und pro Österreicher, egal welchen Alters: ein Kilogramm pro Einwohner und Jahr an Pflanzenschutzmitteln, gut geprüft durch Einrichtungen, die wir hatten. Herr Minister! Ich hoffe nicht, dass Sie es notwendig haben, dieses Gesetz zu schaffen, damit diese Einrichtungen auf einmal nicht mehr wirken können, denn ich bin von ihrer Qualität überzeugt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist für den "Feinkostladen Österreich" der falsche Weg! Wir glauben nicht, dass dieser Giftimport notwendig ist. Wir werden auch die Verantwortung jedes einzelnen Abgeordneten hier im Hohen Haus festhalten. Wir werden Ihnen die Gelegenheit geben, bei der namentlichen Abstimmung dazu Stellung zu nehmen. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Gradwohl und Schwemlein.
Er hat zwar ein einziges von diesen elf Gesetzen – das Pflanzenschutzmittelgesetz – kritisiert, aber ich muss Herrn Abgeordneten Kummerer schon daran erinnern, dass es derzeit nur mit Deutschland eine solche gegenseitige Anerkennung gibt, dass in Deutschland immerhin seit mehr als drei Jahren eine rot-grüne Regierung besteht und dass es dort eine Ministerin gibt, die für Konsumentenschutz, Verbraucherschutz und Landwirtschaft zuständig ist. (Zwischenrufe der Abgeordneten Gradwohl und Schwemlein. )
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Im November ... zugelassen!
Das heißt – und das freut mich ja an und für sich –, dass Sie dem ÖVP-Landwirtschaftsminister in Österreich mehr Kompetenz zutrauen als der grünen Ministerin in Deutschland, weil Sie fürchten, es könnten schlechtere deutsche Produkte auf den österreichischen Markt kommen. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Im November ... zugelassen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es ist wirklich nicht erklärbar, dass wir zwar im Lebensmittelbereich einen Binnenmarkt haben und Lebensmittel, die in Deutschland, Holland, Dänemark, Frankreich, Italien, Spanien oder Portugal unter den dort herrschenden Voraussetzungen hergestellt werden, sehr wohl auf den österreichischen Markt gelangen dürfen, hier jedoch die österreichischen Bauern im Zusammenhang mit den Betriebsmitteln wesentlich höhere Preise bezahlen müssen. Nun wird versucht, auch in diesem Bereich den Binnenmarkt einzuführen, und es geht hier überhaupt nicht darum, mehr Pflanzenschutzmittel einzusetzen, sondern die bestmöglichen Pflanzenschutzmittel in vergleichbaren Preiskonstellationen zu den übrigen europäischen Staaten im Binnenmarkt einzusetzen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt wieder den Vorsitz.
Nun aber zu dem auch in der Öffentlichkeit und zu Recht sehr intensiv diskutierten Bereich der Liberalisierung im Pflanzenschutzmittelrecht. – Herr Bundesminister! Diesbezüglich gehen Sie konsistent den Weg in Richtung Deregulierung. Sie geben wichtige Umweltschutzrechte Ihres Ressorts auf, und das als Umweltverantwortlicher für die österreichische Landwirtschaft und für die österreichischen Naturgrundlagen. Das ist – wir haben bereits im vorigen Plenum darüber diskutiert – gerade unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit völlig unverständlich. (Präsident Dr. Fischer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Bundesminister Mag. Molterer: Da unterscheiden wir uns! Da haben wir unterschiedliche Meinungen! – Zwischenruf des Abg. Auer.
Herr Bundesminister! Es ist einfach nicht erklärbar, warum jetzt auf einmal Pflanzenschutzmittel, die der EU-Verordnung gar nicht entsprechen müssen, importiert werden können. Das ist doch der Tatbestand! Auch wenn Renate Künast Agrarministerin und Verbraucherschutzministerin in Deutschland ist, sind in der Liste der zugelassenen Mittel auch noch solche enthalten, die vorher zugelassen wurden und nicht der EU-Verordnung entsprechen. – Eine diesbezüglich Überprüfung, Herr Bundesminister, steht dringend an, und es wird diese auch geben, wenn Renate Künast weiterhin für dieses Ressort zuständig bleibt, was ich sehr wohl hoffe und auch erwarte. (Bundesminister Mag. Molterer: Da unterscheiden wir uns! Da haben wir unterschiedliche Meinungen! – Zwischenruf des Abg. Auer. )
Abg. Zweytick: Das ist fahrlässig!
Kollege Zweytick! Zu den Kontrollen in der Steiermark: Wissen Sie, wie viele Kontrollen in der Steiermark in den letzten Jahren im Bereich der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln durchgeführt wurden? – Im Jahre 2000 waren es 120 Kontrollen! Bei zehn bis 20 Prozent der Anwender wurden grobe Mängel bei der Anwendung festgestellt. Ganz einfache Sicherheitsvorschriften werden nicht eingehalten. (Abg. Zweytick: Das ist fahrlässig!) Kollege Zweytick, das bedeutet einen Schaden für die Bauern und einen Schaden für die Gesundheit. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Kollege Zweytick! Zu den Kontrollen in der Steiermark: Wissen Sie, wie viele Kontrollen in der Steiermark in den letzten Jahren im Bereich der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln durchgeführt wurden? – Im Jahre 2000 waren es 120 Kontrollen! Bei zehn bis 20 Prozent der Anwender wurden grobe Mängel bei der Anwendung festgestellt. Ganz einfache Sicherheitsvorschriften werden nicht eingehalten. (Abg. Zweytick: Das ist fahrlässig!) Kollege Zweytick, das bedeutet einen Schaden für die Bauern und einen Schaden für die Gesundheit. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Zweytick. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und Grünen.
Herr Bundesminister! Dagegen müssen Sie etwas tun! Sie müssen endlich sicherstellen, dass sowohl die Bauern als auch die Konsumenten und die Umwelt geschützt werden. Es geht doch bitte nicht darum ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Zweytick. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
Abg. Auer: Ein souveräner Präsident! – Abg. Dr. Gusenbauer: Kann man das Schweitzer ausrichten? Er war nämlich nicht hier!
So sehe ich das, und ich bitte Sie, das als Bemühen zu verstehen, mit dieser Sache ordentlich umzugehen. Ich handle nach bestem Wissen, wie ich damit umgehen kann. (Abg. Auer: Ein souveräner Präsident! – Abg. Dr. Gusenbauer: Kann man das Schweitzer ausrichten? Er war nämlich nicht hier!)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Kollege Kummerer! Die "Kronen Zeitung" vom Mittwoch sagt es ganz klar – das sage ja nicht ich, sondern das sagt ein sozialdemokratischer Kollege von dir; ich zitiere –: "Empörung über die ,grüne Panikmache‘" – im Wiener Rathaus. Verärgert reagiert man im Rathaus auf Behauptungen aus dem "grünen Eck‘" betreffend DDT-Rückstände in den Wiener Gärten. – Auf jeden Fall wird alles versucht, um die österreichische Landwirtschaft nachhaltig zu schädigen. (Zwischenruf des Abg. Öllinger. ) Das ist die einzige Methode, die die Grünen haben! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) Das betrifft aber nicht nur den landwirtschaftlichen Bereich, sondern das zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bereiche, die hier in diesem Parlament verhandelt werden! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Kollege Kummerer! Die "Kronen Zeitung" vom Mittwoch sagt es ganz klar – das sage ja nicht ich, sondern das sagt ein sozialdemokratischer Kollege von dir; ich zitiere –: "Empörung über die ,grüne Panikmache‘" – im Wiener Rathaus. Verärgert reagiert man im Rathaus auf Behauptungen aus dem "grünen Eck‘" betreffend DDT-Rückstände in den Wiener Gärten. – Auf jeden Fall wird alles versucht, um die österreichische Landwirtschaft nachhaltig zu schädigen. (Zwischenruf des Abg. Öllinger. ) Das ist die einzige Methode, die die Grünen haben! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) Das betrifft aber nicht nur den landwirtschaftlichen Bereich, sondern das zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bereiche, die hier in diesem Parlament verhandelt werden! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Kollege Kummerer! Die "Kronen Zeitung" vom Mittwoch sagt es ganz klar – das sage ja nicht ich, sondern das sagt ein sozialdemokratischer Kollege von dir; ich zitiere –: "Empörung über die ,grüne Panikmache‘" – im Wiener Rathaus. Verärgert reagiert man im Rathaus auf Behauptungen aus dem "grünen Eck‘" betreffend DDT-Rückstände in den Wiener Gärten. – Auf jeden Fall wird alles versucht, um die österreichische Landwirtschaft nachhaltig zu schädigen. (Zwischenruf des Abg. Öllinger. ) Das ist die einzige Methode, die die Grünen haben! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) Das betrifft aber nicht nur den landwirtschaftlichen Bereich, sondern das zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bereiche, die hier in diesem Parlament verhandelt werden! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Diese Veränderungen sind notwendig. Wenn man die "Kronen Zeitung" vom Donnerstag aufschlägt, kann man lesen, dass eine Flucht vom Land in Ballungszentren stattfindet, dass 30 Prozent der Bauern keinen Nachfolger mehr finden, die Höfe aufgelassen werden. Wann, bitte, sollen wir also handeln, wenn nicht jetzt? Es ist höchste Eisenbahn, dass die österreichische Landwirtschaft für die Zukunft wettbewerbsfähig gemacht wird! (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Kollege Kummerer, ich muss dir noch etwas sagen: Ich freue mich, dass du sehr weite Bereiche in diesem Agrarrechtsänderungsgesetz mitträgst! Ich kann aber nicht verstehen, dass du gerade den Pflanzenschutzmittelbereich ausnimmst! – Machen wir uns doch nichts vor, meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, wie sieht denn das wirklich aus? Sie werden doch nicht wirklich glauben, dass alles, was in der Annonce der chemi-schen Industrie in der heutigen "Kronen Zeitung" steht, stimmt! (Zwischenruf des Abg. Öllinger. ) Kollege Öllinger! Du musst einmal in einem Beruf arbeiten, dann kannst du mir vielleicht etwas erzählen! (Abg. Öllinger: Ha! Ha!) Ich bin hauptberuflich Bauer. Ich weiß nicht, was du in deinem Leben schon gemacht hast außer Politik! Kollege Öllinger, in diesem Bereich lasse ich mir von euch nichts erzählen, das sage ich ganz offen und ehrlich! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das ist ein großer Fehler!)
Abg. Öllinger: Ha! Ha!
Kollege Kummerer, ich muss dir noch etwas sagen: Ich freue mich, dass du sehr weite Bereiche in diesem Agrarrechtsänderungsgesetz mitträgst! Ich kann aber nicht verstehen, dass du gerade den Pflanzenschutzmittelbereich ausnimmst! – Machen wir uns doch nichts vor, meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, wie sieht denn das wirklich aus? Sie werden doch nicht wirklich glauben, dass alles, was in der Annonce der chemi-schen Industrie in der heutigen "Kronen Zeitung" steht, stimmt! (Zwischenruf des Abg. Öllinger. ) Kollege Öllinger! Du musst einmal in einem Beruf arbeiten, dann kannst du mir vielleicht etwas erzählen! (Abg. Öllinger: Ha! Ha!) Ich bin hauptberuflich Bauer. Ich weiß nicht, was du in deinem Leben schon gemacht hast außer Politik! Kollege Öllinger, in diesem Bereich lasse ich mir von euch nichts erzählen, das sage ich ganz offen und ehrlich! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das ist ein großer Fehler!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das ist ein großer Fehler!
Kollege Kummerer, ich muss dir noch etwas sagen: Ich freue mich, dass du sehr weite Bereiche in diesem Agrarrechtsänderungsgesetz mitträgst! Ich kann aber nicht verstehen, dass du gerade den Pflanzenschutzmittelbereich ausnimmst! – Machen wir uns doch nichts vor, meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, wie sieht denn das wirklich aus? Sie werden doch nicht wirklich glauben, dass alles, was in der Annonce der chemi-schen Industrie in der heutigen "Kronen Zeitung" steht, stimmt! (Zwischenruf des Abg. Öllinger. ) Kollege Öllinger! Du musst einmal in einem Beruf arbeiten, dann kannst du mir vielleicht etwas erzählen! (Abg. Öllinger: Ha! Ha!) Ich bin hauptberuflich Bauer. Ich weiß nicht, was du in deinem Leben schon gemacht hast außer Politik! Kollege Öllinger, in diesem Bereich lasse ich mir von euch nichts erzählen, das sage ich ganz offen und ehrlich! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das ist ein großer Fehler!)
Neuerliche Zwischenrufe bei den Grünen.
Ein banaleres Beispiel als den Abstand der Auspflanzungen in den Weingärten gibt es nicht mehr! (Neuerliche Zwischenrufe bei den Grünen.) Machen wir uns doch nichts vor! Wissen Sie, dass es auch in Österreich verschiedene Abstände in der Auspflanzung gibt? Wissen Sie, dass im Rübenbau der Reihenabstand von 42 bis 50 Zentimeter und mehr variiert? Wissen Sie, dass innerhalb der Reihe die Pflanzung im Rübenbau zwischen 17 und 25 Zentimetern differiert? – Wir haben hier in Österreich ordentlich ausgebildete Betriebsführer (Beifall bei den Freiheitlichen), die mit den Dosierungsangaben auf den Pflanzenschutzmittelbehältern umgehen können und müssen! (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Ein banaleres Beispiel als den Abstand der Auspflanzungen in den Weingärten gibt es nicht mehr! (Neuerliche Zwischenrufe bei den Grünen.) Machen wir uns doch nichts vor! Wissen Sie, dass es auch in Österreich verschiedene Abstände in der Auspflanzung gibt? Wissen Sie, dass im Rübenbau der Reihenabstand von 42 bis 50 Zentimeter und mehr variiert? Wissen Sie, dass innerhalb der Reihe die Pflanzung im Rübenbau zwischen 17 und 25 Zentimetern differiert? – Wir haben hier in Österreich ordentlich ausgebildete Betriebsführer (Beifall bei den Freiheitlichen), die mit den Dosierungsangaben auf den Pflanzenschutzmittelbehältern umgehen können und müssen! (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Ein banaleres Beispiel als den Abstand der Auspflanzungen in den Weingärten gibt es nicht mehr! (Neuerliche Zwischenrufe bei den Grünen.) Machen wir uns doch nichts vor! Wissen Sie, dass es auch in Österreich verschiedene Abstände in der Auspflanzung gibt? Wissen Sie, dass im Rübenbau der Reihenabstand von 42 bis 50 Zentimeter und mehr variiert? Wissen Sie, dass innerhalb der Reihe die Pflanzung im Rübenbau zwischen 17 und 25 Zentimetern differiert? – Wir haben hier in Österreich ordentlich ausgebildete Betriebsführer (Beifall bei den Freiheitlichen), die mit den Dosierungsangaben auf den Pflanzenschutzmittelbehältern umgehen können und müssen! (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.
Kollege Kummerer, du weißt sehr genau, dass die Dosierung bei diesen Pflanzenschutzmitteln von einer minimalen Aufwandmenge bis zu einer Höchstmenge angegeben wird, die man unter Umständen verwenden kann, und das hängt nicht davon ab, ob dieses Mittel in Deutschland oder hier in Österreich verwendet wird! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer. )
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Die alleinigen Kriterien sind ganz andere. Wenn wir heute eine einheitliche Dosierung vorschreiben und sagen, dass nur eine Zulassung hier in Österreich das Richtige ist, dann muss ich Folgendes sagen: Wir haben leichte, sandige Böden im Marchfeld, wir haben schwere, tiefgründige Humusböden im Bezirk Hollabrunn, wir haben steinige Böden im Waldviertel. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) Glaubt ihr, dass die Betriebsführer, wenn es nur eine Dosierung gäbe, diese österreichweit anwenden könnten?
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Machen wir uns doch bitte nichts vor! Jeder Bauer weiß heute, dass er, wenn die Sonne scheint, die Dosierung logischerweise eher herabsetzen muss, weil unter Umständen die Pflanze angegriffen werden kann. An einem kühlen Tag muss er die Dosierung hingegen erhöhen. – Freunde! So wir ihr euch das vorstellt, spielt es sich in der Landwirtschaft leider nicht ab! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Schweineskandal haben wir wohl keinen gehabt!
Machen wir uns nichts vor! Die einzigen Schädigungen hat es in der Vergangenheit in der Bundesrepublik Deutschland gegeben. Der Skandal spielt sich zurzeit in Deutschland unter einer grünen Umweltministerin ab, meine sehr geehrten Damen und Herren, denn dort ist kein freiheitlicher Minister oder ein VP-Minister zuständig für die Landwirtschaft, sondern eben einer einer anderen Couleur. – Dazu möchte ich sagen: Solche Skandale möchten wir hier in Österreich vermeiden, und wir werden alles daran setzen – das garantiere ich euch! –, dass es nicht so weit kommt, dass ein grüner Umweltminister in Zukunft hier in Österreich das Sagen hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Schweineskandal haben wir wohl keinen gehabt!)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Minister! Abschließend möchte ich sagen: Ich freue mich, dass ich heute hier gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP und mit meinen Kolleginnen und Kollegen dieses Gesetz beschließen kann! Es wird die Wettbewerbsfähigkeit der Bauern sicher erhöhen. Das ist notwendig. Ich gebe aber auch zu bedenken, dass es endlich europaweit einheitliche Gesetze geben muss, nicht nur betreffend die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, sondern zum Beispiel auch betreffend den Import. Es dürfen heute nämlich Lebensmittel nach Österreich kommen, die unter Umständen dem österreichischen Lebensmittelgesetz nicht entsprechen würden, weil sie anders behandelt wurden. Das ist der springende Punkt! (Zwischenruf des Abg. Öllinger. )
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Kollege Öllinger! Kollege Kummerer! Diesbezüglich könnt ihr euch bei euren Kolleginnen und Kollegen in Europa stark machen, damit es hier endlich zu einheitlichen Standards kommt! Österreichs Bauern brauchen diese! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Es gehört viel mehr gespritzt!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Mag. Wilhelm Molterer: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Öllinger: Es gehört viel mehr gespritzt!) Ich möchte zum Agrarrechtsänderungsgesetz und zur bisherigen Diskussion Stellung nehmen. (Abg. Mag. Kogler: Viel mehr Spritzmittel!)
Abg. Mag. Kogler: Viel mehr Spritzmittel!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Mag. Wilhelm Molterer: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Öllinger: Es gehört viel mehr gespritzt!) Ich möchte zum Agrarrechtsänderungsgesetz und zur bisherigen Diskussion Stellung nehmen. (Abg. Mag. Kogler: Viel mehr Spritzmittel!)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Nun zur heiß diskutierten Frage des Pflanzenschutzmittelgesetzes: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was ist das Ziel? – Das Ziel ist, in Österreich beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weiterhin absolut restriktiv vorzugehen. Ein Ziel ist selbstverständlich auch, den Einsatz weiter zu senken. Herr Abgeordneter Pirklhuber! Wenn Sie es jetzt noch einmal verlangen, dann kann ich Ihnen sagen: Wir haben dafür bereits ein Instrument! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) Sie können es ein drittes Mal sagen, aber ich werde Ihnen immer wieder sagen: Wir haben mit dem ÖPUL das europaweit effizienteste Programm zur Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes aller europäischen Länder. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Nun zur heiß diskutierten Frage des Pflanzenschutzmittelgesetzes: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was ist das Ziel? – Das Ziel ist, in Österreich beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weiterhin absolut restriktiv vorzugehen. Ein Ziel ist selbstverständlich auch, den Einsatz weiter zu senken. Herr Abgeordneter Pirklhuber! Wenn Sie es jetzt noch einmal verlangen, dann kann ich Ihnen sagen: Wir haben dafür bereits ein Instrument! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) Sie können es ein drittes Mal sagen, aber ich werde Ihnen immer wieder sagen: Wir haben mit dem ÖPUL das europaweit effizienteste Programm zur Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes aller europäischen Länder. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger.
Meine Damen und Herren! Wir verfolgen mit diesem Instrument nämlich flächendeckend das Ziel der Ökologisierung der Landwirtschaft. Das unterscheidet uns. Ich möchte nicht, dass wir in einzelnen Bereichen ökologisch vorgehen und etwa nur Biolandbau betreiben, der Rest hingegen aus industrieller Produktion besteht. Das wäre nicht unsere Strategie! Vielmehr wollen wir in der Ökologisierung flächendeckend erfolgreich sein. (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger. ) Wir wollen aber auch, Frau Abgeordnete, faire Wettbewerbsbedingungen.
Neuerliche Zwischenrufe bei den Grünen.
Meine Damen und Herren von der Opposition! Ich frage Sie jetzt: Wie können Sie langfristig eine Position vertreten, durch die bewirkt wird, dass wir in Europa die Rechtssituation haben, dass jedes Produkt, das in einem EU-Land erzeugt wird und den Bedingungen entspricht, die in dem jeweiligen EU-Land gelten, durch ganz Europa transportiert und überall verkauft werden darf und ganz selbstverständlich in den österreichischen Regalen steht, obwohl jedoch die Bedingungen, wie produziert wird, unterschiedlich sind? Ich verstehe nicht, dass Sie diese Position verteidigen! (Neuerliche Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich meine, die logische Konsequenz daraus muss wohl sein, dass wir uns bemühen, auch im Bereich der Betriebsmittel und im Bereich der Standards europäisches Niveau, und zwar höchstmögliches Schutzniveau, zu erreichen. – Das ist die Zielsetzung, und ich bin überzeugt davon, meine Damen und Herren, dass das langfristig der beste Weg für Konsumenten und Produzenten ist! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Ich möchte noch mit einigen Missverständnissen aufräumen. Ihre Aussage ist interessanterweise identisch mit jener im Inserat der chemischen Industrie, und es hat mich wirklich besonders nachdenklich gestimmt, dass die Grünen und die chemische Industrie Österreichs plötzlich nahezu identische Argumente verwenden. Da bin ich – wie gesagt – nachdenklich geworden, und vielleicht sollten Sie auch darüber nachdenken! (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Und wo bleibt das Vorsorgeprinzip?
Ich frage mich daher: Was ist denn daran falsch, wenn ein in Deutschland zugelassenes Pflanzenschutzmittel, nachdem zwei Jahre lang das vereinfachte Zulassungsverfahren erfolgreich angewandt wurde, nun ex lege zugelassen wird? Ich verstehe das einfach nicht, denn mit demselben System des vereinfachten Zulassungsverfahrens kommen diese deutschen Pflanzenschutzmittel auf Basis des derzeitigen Gesetzes auf den österreichischen Markt, allerdings mit dem Unterschied, dass sie erstens mit hohem bürokratischen Aufwand Zulassungsverfahren durchlaufen müssen, obwohl die in Deutschland mit bestmöglicher Qualität durchgeführt werden, und damit zweitens höhere Preise haben. Und das sind keine fairen Wettbewerbsbedingungen für die Bauern! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Und wo bleibt das Vorsorgeprinzip?)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das gilt aber nur im Prinzip, Herr Bundesminister!
Meine Damen und Herren! Sagen Sie auch dazu, dass wir mit den bestehenden gesetzlichen Regelungen auch die Möglichkeit haben – mit dieser Novelle nicht verwehrt –, in Österreich auch in Zukunft Wirkstoffe in der Anwendung zu verbieten, weil das Pflanzenschutzmittelgesetz nur ein Gesetz ist, das die Inverkehrbringung regelt. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das gilt aber nur im Prinzip, Herr Bundesminister!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich habe Ihnen im Ausschuss ja schon mitgeteilt, dass wir eine Verordnung in Begutachtung haben, mit der wir jene zwei Wirkstoffe, die in Österreich nicht zugelassen sind, auch in Zukunft verbieten wollen. Das heißt, wir haben ein Instrument, das fairere Wettbewerbsbedingungen schafft, das uns aber selbstverständlich die Handhabe lässt, weiterhin so wie bisher eine erfolgreiche Ökologisierung der gesamten Landwirtschaft voranzutreiben und damit auch langfristig den Konsumenten den bestmöglichen Dienst zu erweisen und für die Bauern fairere Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Das halte ich für vernünftig und richtig. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Zweytick: Holla!
Herr Minister! Der Ansatz ist heute wieder der gleiche – Kollege Schwarzenberger hat es uns ja auch gesagt –: Das ständige Kritisieren der Bauern und der Produzenten in Österreich, dass die Tierarzneimittel in Deutschland viel billiger sind als in Österreich, hat zu diesem Schleichhandel geführt, und letztlich auch zu dessen Aufdeckung, Herr Schwarzenberger. Der Skandal in Österreich war damals perfekt. Neben den strafrechtlichen Auswirkungen, wobei – und das möchte ich auch einmal sagen – strafrechtliche Handlungen von Politikern beispielsweise in der Steiermark außer Strafe gestellt gewesen sind, blieb davon nur eines übrig (Abg. Zweytick: Holla!): ein handfester Skandal für die Schweinewirtschaft in Österreich, eine massive Verunsicherung der Konsumentinnen und Konsumenten und damit verbunden, meine sehr verehrten Damen und Herren, ein plötzlicher Einbruch im Schweinefleischabsatz und langfristig gesehen, Herr Minister – und das können Sie nicht abstreiten –, immer weniger Leute, vor allem junge Leute, Herr Schwarzenberger, also unsere zukünftigen Konsumenten, die Schweinefleisch essen. (Abg. Auer: Ihre Skandalisierung hat dazu geführt!)
Abg. Auer: Ihre Skandalisierung hat dazu geführt!
Herr Minister! Der Ansatz ist heute wieder der gleiche – Kollege Schwarzenberger hat es uns ja auch gesagt –: Das ständige Kritisieren der Bauern und der Produzenten in Österreich, dass die Tierarzneimittel in Deutschland viel billiger sind als in Österreich, hat zu diesem Schleichhandel geführt, und letztlich auch zu dessen Aufdeckung, Herr Schwarzenberger. Der Skandal in Österreich war damals perfekt. Neben den strafrechtlichen Auswirkungen, wobei – und das möchte ich auch einmal sagen – strafrechtliche Handlungen von Politikern beispielsweise in der Steiermark außer Strafe gestellt gewesen sind, blieb davon nur eines übrig (Abg. Zweytick: Holla!): ein handfester Skandal für die Schweinewirtschaft in Österreich, eine massive Verunsicherung der Konsumentinnen und Konsumenten und damit verbunden, meine sehr verehrten Damen und Herren, ein plötzlicher Einbruch im Schweinefleischabsatz und langfristig gesehen, Herr Minister – und das können Sie nicht abstreiten –, immer weniger Leute, vor allem junge Leute, Herr Schwarzenberger, also unsere zukünftigen Konsumenten, die Schweinefleisch essen. (Abg. Auer: Ihre Skandalisierung hat dazu geführt!)
Abg. Schwarzenberger: In Deutschland!
Die Auswirkungen des Skandals werden wohl auch Ihnen, liebe Freunde der Bauern, unter die Haut gegangen sein, dieses riesige negative Medienecho in Deutschland, Österreich und Gesamteuropa, die massive Verunsicherung der Biokonsumenten, der Zusammenbruch des mühselig aufgebauten Biomarktes und letztlich des ... (Abg. Schwarzenberger: In Deutschland!) – Ja, diese Konnexionen mit Deutschland deuten ja genau darauf hin: Der andere Skandal, der Schweineskandal, ist ja auch aus Deutschland gekommen und nicht von Österreich nach Deutschland gegangen. Das muss ich schon sagen. (Abg. Achatz: Und warum ist es dann so, dass Sie in Österreich einen Skandal machen?)
Abg. Achatz: Und warum ist es dann so, dass Sie in Österreich einen Skandal machen?
Die Auswirkungen des Skandals werden wohl auch Ihnen, liebe Freunde der Bauern, unter die Haut gegangen sein, dieses riesige negative Medienecho in Deutschland, Österreich und Gesamteuropa, die massive Verunsicherung der Biokonsumenten, der Zusammenbruch des mühselig aufgebauten Biomarktes und letztlich des ... (Abg. Schwarzenberger: In Deutschland!) – Ja, diese Konnexionen mit Deutschland deuten ja genau darauf hin: Der andere Skandal, der Schweineskandal, ist ja auch aus Deutschland gekommen und nicht von Österreich nach Deutschland gegangen. Das muss ich schon sagen. (Abg. Achatz: Und warum ist es dann so, dass Sie in Österreich einen Skandal machen?)
Abg. Schwarzenberger: Nein! – Abg. Achatz: Nein, in Österreich gibt es keinen Skandal!
Herr Minister! Herr Schwarzenberger! Ich frage Sie wirklich: Wollen wir das auch in Österreich haben, um den schnöden Preis etwas billigerer Pflanzenschutzmittel einen Skandal? (Abg. Schwarzenberger: Nein! – Abg. Achatz: Nein, in Österreich gibt es keinen Skandal!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wenitsch: Das machen Sie mit Ihrer Skandalisierung! – Abg. Achatz: Sie kriminalisieren die Bauern!
Herr Minister! Um auf die europäischen Ideen zurückzukommen: Sie haben selbst gesagt, dass es Ansätze gibt. Denken Sie nach über Reformschritte in diese Richtung, bevor Ihnen die EU das verpflichtend vorschreibt, und setzen Sie einiges von dem um, was Sie am Anfang angekündigt haben. Und das Wesentliche, Herr Minister: Verunsichern Sie nicht durch dieses unsinnige Gesetz die Konsumenten, die dem Slogan vom "Feinkostladen Österreich" bisher blind gefolgt sind! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wenitsch: Das machen Sie mit Ihrer Skandalisierung! – Abg. Achatz: Sie kriminalisieren die Bauern!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Es geht nicht um die Agrarpolitik insgesamt!
Meine Damen und Herren! Ich habe das neueste "top agrar" hier. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Es geht nicht um die Agrarpolitik insgesamt!) Sie erwähnen wörtlich auch die Niederlande, und darauf möchte ich eingehen. (Ruf bei den Freiheitlichen: Er hat ja keine Ahnung!) 10 Prozent weniger Schweine, Schweinehaltungskonzentration, 40 Prozent weniger Betriebe, Durchschnittsgröße statt 680 Tiere pro Betrieb weit über 1 000 – wenn das Ihr Zukunftsmodell ist, das Sie loben, dann sage ich nur: Danke, das wollen wir nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Er hat ja keine Ahnung!
Meine Damen und Herren! Ich habe das neueste "top agrar" hier. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Es geht nicht um die Agrarpolitik insgesamt!) Sie erwähnen wörtlich auch die Niederlande, und darauf möchte ich eingehen. (Ruf bei den Freiheitlichen: Er hat ja keine Ahnung!) 10 Prozent weniger Schweine, Schweinehaltungskonzentration, 40 Prozent weniger Betriebe, Durchschnittsgröße statt 680 Tiere pro Betrieb weit über 1 000 – wenn das Ihr Zukunftsmodell ist, das Sie loben, dann sage ich nur: Danke, das wollen wir nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich habe das neueste "top agrar" hier. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Es geht nicht um die Agrarpolitik insgesamt!) Sie erwähnen wörtlich auch die Niederlande, und darauf möchte ich eingehen. (Ruf bei den Freiheitlichen: Er hat ja keine Ahnung!) 10 Prozent weniger Schweine, Schweinehaltungskonzentration, 40 Prozent weniger Betriebe, Durchschnittsgröße statt 680 Tiere pro Betrieb weit über 1 000 – wenn das Ihr Zukunftsmodell ist, das Sie loben, dann sage ich nur: Danke, das wollen wir nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wenn wir so weitermachen, mit den erschwerten Bedingungen, mit noch mehr Kontrolle, noch mehr Auflagen, dann wird der Trend zum Großbetrieb weitergehen und nicht die Erhaltung der kleinbäuerlichen Struktur gefördert, weil sich ein kleiner Bauer diese Auflagen nicht mehr leisten kann, weil er gar nicht in der Lage ist, all das zu finanzieren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wer verhandelt denn das?
Wir beschließen heute mit diesem Agrarrechtsänderungsgesetz elf Novellen, und davon ist eine kleine dem Pflanzenschutz gewidmet – Gott sei Dank! Sie wird die Landwirtschaft nicht retten, aber sie bringt zumindest etwas Chancengleichheit. Es kann doch nicht sein, dass die Erzeugerpreise aus der Sicht der Konsumenten international Europaniveau haben müssen, die Betriebsmittelbedingungen für den Bauern aber die Arbeit erschweren und nach österreichischem Modell ablaufen. So etwas kann es auf Dauer nicht geben, meine Damen und Herren! Das kann doch auch nicht der Wunsch der Grünen sein! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wer verhandelt denn das?)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Ist Tierschutz übertrieben?
Meine Damen und Herren! Fragen Sie die Unternehmen, die haben keinen Einwand gegen erschwerte Produktionsbedingungen im Stallbau. Ganz offen sagte mir ein Repräsentant dieses Bereichs: Wir können davon nur profitieren. Nur: Zeigen Sie mir einen Bauern mit zehn, 20 oder 30 Hektar, der in Zukunft in der Lage sein wird, diese übertriebenen Forderungen zu erfüllen! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Ist Tierschutz übertrieben?)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Düngemittelverbrauch!
Meine Damen und Herren! Schön langsam schaut es so aus, als wäre der Bauer der Tierquäler, als wäre er jener, der sich bei den Produktionsbedingungen nicht auskennt, der keine Ahnung hätte vom Pflanzenschutzmitteleinsatz, aber ganz bestimmte Leute hier herinnen, die offensichtlich sehr wenig von der Landwirtschaft verstehen, wüssten genau, wie es zu geschehen hätte. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Düngemittelverbrauch!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Als Österreichs Bauern bekennen wir uns zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung, zu einer überschaubaren Betriebsgröße, und wir sind auch – wir brauchen keinen Vergleich zu scheuen –, was den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und andere Bereiche betrifft, bisher sehr sorgsam mit der Umwelt umgegangen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Edler: Schrei nicht so!
Und wenn Sie schon uns nicht trauen, meine Damen und Herren, dann sollten Sie zumindest das wissen, was bereits ausgeführt wurde (Abg. Edler: Schrei nicht so!): In Deutschland ist für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln das Umweltbundesamt unter grüner Ministerführung zuständig. Wenn Sie solch einer Kollegin derart misstrauen, dann bestätigen Sie, was die Bauern und wir immer schon wussten: Auch in Österreich hätte eine derartige Politik keine Zukunft.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir wissen, dass wir bei einem Bundesminister Molterer in absolut guten Händen sind, und Österreichs Bauern wissen das auch! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Zweytick: Ja, ich war bei der BH!
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Eine kurze Bemerkung zu Ihren Ausführungen zum One-Stop-Shop bei den Bezirkshauptmannschaften. – Herr Bundesminister, waren Sie in der letzten Zeit, seit dieser so hoch gelobten Verwaltungsgesetznovelle, schon einmal dabei und haben Sie mitverfolgt, wie zum Beispiel eine gewerbliche Verhandlung abläuft? Haben Sie da schon einmal gesehen, wie dieser One-Stop ausschaut? (Abg. Zweytick: Ja, ich war bei der BH!) – Ja, er bleibt stehen, aber es geht nichts weiter, genauso wie vorher.
Abg. Auer: Das würde ich beim Gaßner nie wagen!
Meine Damen und Herren! Selbst auf die Gefahr hin, dass mich Herr Kollege Auer dann auch – wie hat er gemeint? – als letztklassig einstuft (Abg. Auer: Das würde ich beim Gaßner nie wagen!), muss ich mir bei diesem Gesetz oder bei dieser Novelle vor allem die Pflanzenschutzmittel betreffend schon die Frage stellen, auch wenn das nur eine Kleinigkeit ist: Wieso verzichten wir auf ein hervorragendes österreichisches Niveau und begeben uns auf ein niedrigeres Niveau (Bundesminister Mag. Molterer: Das ist falsch!) ohne daran zu denken, wer darunter zu leiden hat? Wieso verzichten wir darauf? (Abg. Auer: Wie viele Tonnen werden importiert?)
Bundesminister Mag. Molterer: Das ist falsch!
Meine Damen und Herren! Selbst auf die Gefahr hin, dass mich Herr Kollege Auer dann auch – wie hat er gemeint? – als letztklassig einstuft (Abg. Auer: Das würde ich beim Gaßner nie wagen!), muss ich mir bei diesem Gesetz oder bei dieser Novelle vor allem die Pflanzenschutzmittel betreffend schon die Frage stellen, auch wenn das nur eine Kleinigkeit ist: Wieso verzichten wir auf ein hervorragendes österreichisches Niveau und begeben uns auf ein niedrigeres Niveau (Bundesminister Mag. Molterer: Das ist falsch!) ohne daran zu denken, wer darunter zu leiden hat? Wieso verzichten wir darauf? (Abg. Auer: Wie viele Tonnen werden importiert?)
Abg. Auer: Wie viele Tonnen werden importiert?
Meine Damen und Herren! Selbst auf die Gefahr hin, dass mich Herr Kollege Auer dann auch – wie hat er gemeint? – als letztklassig einstuft (Abg. Auer: Das würde ich beim Gaßner nie wagen!), muss ich mir bei diesem Gesetz oder bei dieser Novelle vor allem die Pflanzenschutzmittel betreffend schon die Frage stellen, auch wenn das nur eine Kleinigkeit ist: Wieso verzichten wir auf ein hervorragendes österreichisches Niveau und begeben uns auf ein niedrigeres Niveau (Bundesminister Mag. Molterer: Das ist falsch!) ohne daran zu denken, wer darunter zu leiden hat? Wieso verzichten wir darauf? (Abg. Auer: Wie viele Tonnen werden importiert?)
Abg. Schwarzenberger: Ich habe gesagt: billigere Betriebsmittel!
Jetzt ist es nur Deutschland. Herr Kollege Schwarzenberger hat aber gemeint, das Ganze hänge auch mit der EU-Erweiterung zusammen. Ja, wie denn? Vielleicht auch im Hinblick auf diese Pflanzenschutzmittel, die in Europa nicht erlaubt sind, aber in den östlichen Ländern noch erlaubt sind? (Abg. Schwarzenberger: Ich habe gesagt: billigere Betriebsmittel!) Brauchen wir dann das Atrazin vielleicht auch wieder für unser Grundwasser, Herr Kollege Schwarzenberger? (Abg. Schwarzenberger: Das ist in Österreich verboten!) Das ist in Österreich verboten. (Abg. Schwarzenberger: Und darf auch nicht importiert werden!) Aber wenn ich mir anhöre, wie gut unsere Bauern wirtschaften, wie gut sie vorgehen und wie gut die Betriebsleiter ausgebildet sind, dann frage ich mich schon, wieso es nach wie vor möglich ist, dass unser Grundwasser derart belastet ist, dass wir Filterungen durchführen müssen, dass wir so hohe Nitratwerte haben, dass wir andere Brunnen suchen müssen.
Abg. Schwarzenberger: Das ist in Österreich verboten!
Jetzt ist es nur Deutschland. Herr Kollege Schwarzenberger hat aber gemeint, das Ganze hänge auch mit der EU-Erweiterung zusammen. Ja, wie denn? Vielleicht auch im Hinblick auf diese Pflanzenschutzmittel, die in Europa nicht erlaubt sind, aber in den östlichen Ländern noch erlaubt sind? (Abg. Schwarzenberger: Ich habe gesagt: billigere Betriebsmittel!) Brauchen wir dann das Atrazin vielleicht auch wieder für unser Grundwasser, Herr Kollege Schwarzenberger? (Abg. Schwarzenberger: Das ist in Österreich verboten!) Das ist in Österreich verboten. (Abg. Schwarzenberger: Und darf auch nicht importiert werden!) Aber wenn ich mir anhöre, wie gut unsere Bauern wirtschaften, wie gut sie vorgehen und wie gut die Betriebsleiter ausgebildet sind, dann frage ich mich schon, wieso es nach wie vor möglich ist, dass unser Grundwasser derart belastet ist, dass wir Filterungen durchführen müssen, dass wir so hohe Nitratwerte haben, dass wir andere Brunnen suchen müssen.
Abg. Schwarzenberger: Und darf auch nicht importiert werden!
Jetzt ist es nur Deutschland. Herr Kollege Schwarzenberger hat aber gemeint, das Ganze hänge auch mit der EU-Erweiterung zusammen. Ja, wie denn? Vielleicht auch im Hinblick auf diese Pflanzenschutzmittel, die in Europa nicht erlaubt sind, aber in den östlichen Ländern noch erlaubt sind? (Abg. Schwarzenberger: Ich habe gesagt: billigere Betriebsmittel!) Brauchen wir dann das Atrazin vielleicht auch wieder für unser Grundwasser, Herr Kollege Schwarzenberger? (Abg. Schwarzenberger: Das ist in Österreich verboten!) Das ist in Österreich verboten. (Abg. Schwarzenberger: Und darf auch nicht importiert werden!) Aber wenn ich mir anhöre, wie gut unsere Bauern wirtschaften, wie gut sie vorgehen und wie gut die Betriebsleiter ausgebildet sind, dann frage ich mich schon, wieso es nach wie vor möglich ist, dass unser Grundwasser derart belastet ist, dass wir Filterungen durchführen müssen, dass wir so hohe Nitratwerte haben, dass wir andere Brunnen suchen müssen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Und jetzt kommt wieder der Vorwurf, dass ich die Bauern kriminalisiere. Nein, ich kriminalisiere sie nicht, aber einige davon mit Sicherheit, sonst wäre unser Grundwasser heute schon sauber. Und es gibt in ganz Österreich solche Beispiele, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Keine Qualität! Kein Plan!
Das bezahlt der Konsument heute schon, und in der Zukunft wird er noch mehr bezahlen. Der Konsument hat nämlich keine so starke Lobby. Und wenn das das "neue Regieren" ist, das "rot-weiß-rote Regieren", wie es immer heißt, dass man ganz einfach eine Gruppe damit belastet, um einer anderen Gruppe Wettbewerbsvorteile einräumen zu können, dann sage ich: Das ist nicht "rot-weiß-rotes Regieren", das ist nicht im Sinne der Österreicherinnen und Österreicher, sondern das ist blau-schwarz. Dazu sage ich: Nein, danke, liebe Kolleginnen und Kollegen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Keine Qualität! Kein Plan!)
Der Redner trinkt einen Schluck Wasser. – Abg. Faul: Das ist aber Wiener Wasser!
Abgeordneter Roland Zellot (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ich werde vorerst eine Probe nehmen und schauen, ob die Wasserqualität in Österreich wirklich so schlecht ist. (Der Redner trinkt einen Schluck Wasser. – Abg. Faul: Das ist aber Wiener Wasser!) Schmeckt ausgezeichnet! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Roland Zellot (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ich werde vorerst eine Probe nehmen und schauen, ob die Wasserqualität in Österreich wirklich so schlecht ist. (Der Redner trinkt einen Schluck Wasser. – Abg. Faul: Das ist aber Wiener Wasser!) Schmeckt ausgezeichnet! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine geschätzten Damen und Herren! Sie müssen bei diesem Pflanzenschutzmittelgesetz bedenken und vor allem auch beachten, dass Pflanzenschutzmittel nur von ausgebildeten Kräften in der Landwirtschaft angewendet werden. Auf Grund klimatischer Gegebenheiten können Pflanzenschutzmittel nicht überall in gleicher Art und Weise eingesetzt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Bundesminister Mag. Molterer: Gut gelöst!
Abgeordnete Ludmilla Parfuss (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Ich muss feststellen: So klar wie heute hat sich der Interessenkonflikt zwischen Umwelt- und Landwirtschaftsminister noch nie gezeigt. (Bundesminister Mag. Molterer: Gut gelöst!) Herr Minister! Als Umweltminister müssen Sie dafür sorgen, dass die Ressourcen unseres Landes schonend behandelt werden und die Umwelt frei von Gift gehalten wird. (Bundesminister Mag. Molterer: Das tue ich!) Kurz gesagt, ein hoher Umweltstandard sollte Ihr politisches Ziel sein. Obwohl Sie als Umweltminister diesen Auftrag haben, lassen Sie als Landwirtschaftsminister mit dieser Gesetzesänderung mehr statt weniger Pestizide in unser Land. (Abg. Wenitsch: Das stimmt überhaupt nicht!)
Bundesminister Mag. Molterer: Das tue ich!
Abgeordnete Ludmilla Parfuss (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Ich muss feststellen: So klar wie heute hat sich der Interessenkonflikt zwischen Umwelt- und Landwirtschaftsminister noch nie gezeigt. (Bundesminister Mag. Molterer: Gut gelöst!) Herr Minister! Als Umweltminister müssen Sie dafür sorgen, dass die Ressourcen unseres Landes schonend behandelt werden und die Umwelt frei von Gift gehalten wird. (Bundesminister Mag. Molterer: Das tue ich!) Kurz gesagt, ein hoher Umweltstandard sollte Ihr politisches Ziel sein. Obwohl Sie als Umweltminister diesen Auftrag haben, lassen Sie als Landwirtschaftsminister mit dieser Gesetzesänderung mehr statt weniger Pestizide in unser Land. (Abg. Wenitsch: Das stimmt überhaupt nicht!)
Abg. Wenitsch: Das stimmt überhaupt nicht!
Abgeordnete Ludmilla Parfuss (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Ich muss feststellen: So klar wie heute hat sich der Interessenkonflikt zwischen Umwelt- und Landwirtschaftsminister noch nie gezeigt. (Bundesminister Mag. Molterer: Gut gelöst!) Herr Minister! Als Umweltminister müssen Sie dafür sorgen, dass die Ressourcen unseres Landes schonend behandelt werden und die Umwelt frei von Gift gehalten wird. (Bundesminister Mag. Molterer: Das tue ich!) Kurz gesagt, ein hoher Umweltstandard sollte Ihr politisches Ziel sein. Obwohl Sie als Umweltminister diesen Auftrag haben, lassen Sie als Landwirtschaftsminister mit dieser Gesetzesänderung mehr statt weniger Pestizide in unser Land. (Abg. Wenitsch: Das stimmt überhaupt nicht!)
Abg. Schwarzenberger: In der Schweiz!
Die Experten, die diese Studie veröffentlicht haben, folgern sozusagen als logische Konsequenz, der organische Landbau sei eine realistische Alternative zu konventionellen Anbausystemen. (Abg. Schwarzenberger: In der Schweiz!)
Bundesminister Mag. Molterer: Im Biolandbau ist Österreich in Europa Nummer eins!
Herr Bundesminister! Angesichts dieser Fakten wäre es meiner Ansicht nach doch nur klug, endlich einen Schwenk in der Landwirtschaftspolitik hin zum Biolandbau zu machen, wie ihn Herr Abgeordneter Gradwohl und die SPÖ schon seit Jahren fordern. Dann müssten wir heute auch nicht über ein neues Pflanzenschutzmittelgesetz streiten, denn dann bräuchten wir ohnehin keine Pflanzenschutzmittel. (Bundesminister Mag. Molterer: Im Biolandbau ist Österreich in Europa Nummer eins!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Herr Bundesminister! Sie sagen immer wieder – ich habe es gehört –, die Landwirtschaftspolitik der EU gehe in eine völlig andere Richtung, und entschuldigen damit Ihr Desinteresse an den Biobauern. Herr Bundesminister, das mag für den Moment stimmen, aber vor 15 Jahren haben wir auch noch geglaubt, dass die Berliner Mauer ewig stehen würde. Ich meine, Änderungen sind möglich, auch in der Landwirtschaft, Herr Bundesminister. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ein Danke daher an alle Beamten, Experten, welche diesen Gesetzentwurf vorbereitet und so präzise ausgearbeitet haben. – Danke! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das stimmt nicht!
Ich darf aber heute hier zum Schutze der Bauern auch feststellen, dass Österreich gerade im Pflanzenschutzmittelbereich die Anwendungsmengen reduziert hat, und zwar durch den hohen Stand der Technik, durch Prüfung der Spritzgeräte, durch gezielte Beratung und fachliche Qualifikation. Ich darf auch an dieser Stelle einmal sagen: Es gibt in allen Bundesländern die Ausbildung zum Pflanzenschutztechniker. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das stimmt nicht!) Als Verantwortlicher für einen Bereich in Tirol darf ich hier feststellen, dass wir 70 Prozent der Pflanzenschutzmittelanwendung über Maschinenring-Pflanzenschutztechniker, also Profis, organisieren und somit dem Pflanzenschutz insgesamt eine fachliche Kompetenz verleihen. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Tirol hat hier wenig Aufwand!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Tirol hat hier wenig Aufwand!
Ich darf aber heute hier zum Schutze der Bauern auch feststellen, dass Österreich gerade im Pflanzenschutzmittelbereich die Anwendungsmengen reduziert hat, und zwar durch den hohen Stand der Technik, durch Prüfung der Spritzgeräte, durch gezielte Beratung und fachliche Qualifikation. Ich darf auch an dieser Stelle einmal sagen: Es gibt in allen Bundesländern die Ausbildung zum Pflanzenschutztechniker. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das stimmt nicht!) Als Verantwortlicher für einen Bereich in Tirol darf ich hier feststellen, dass wir 70 Prozent der Pflanzenschutzmittelanwendung über Maschinenring-Pflanzenschutztechniker, also Profis, organisieren und somit dem Pflanzenschutz insgesamt eine fachliche Kompetenz verleihen. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Tirol hat hier wenig Aufwand!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das neue Agrarrechtsänderungsgesetz ist trotz deiner Kritik, Kollege Wolfgang Pirklhuber, ein modernes, zeitgemäßes Gesetz, welches jederzeit nachgebessert werden kann und soll, aber derzeit höchste Ansprüche und Anforderungen erfüllt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Sie waren in Begutachtung!
Die Thematik der heute zur Beschlussfassung vorliegenden Regierungsvorlage zum Agrarrechtsänderungsgesetz muss in der ganzen Tragweite gesehen werden. Wir stimmen heute unter dem Überbegriff Agrarrechtsänderungsgesetz über elf Gesetzesänderungen ab. Sehr geehrte Damen und Herren! Würden diese Änderungen nicht an Experten zur Begutachtung ausgesendet und deren Stellungnahmen entsprechend in die Regierungsvorlage eingearbeitet werden, dürften solche Pakete nicht dem Ausschuss vorgelegt werden, weil dort einfach zu viele verschiedene Themen zu pauschal behandelt werden müssen. (Abg. Schwarzenberger: Sie waren in Begutachtung!) Ich habe ja nichts anderes behauptet, Herr Schwarzenberger.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Demgemäß wurde der Großteil der Diskussion im Ausschuss auch dem Thema Pflanzenschutzmittel gewidmet. Der Vorschlag, dass Pflanzenschutzmittel, die derzeit in Deutschland zur Vernichtung von unerwünschten Pflanzen und Tieren in der natürlichen Produktion von Pflanzen, Getreide, Gemüse und Obst zugelassen sind, ohne weitere Zulassung auch in Österreich zum Einsatz gelangen können sollen, macht uns Sorge. Deswegen stimmen wir diesen Änderungen auch nicht zu. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Abg. Auer: Das ist absolut richtig!
Ich als biologisch produzierender Landwirt im Milch- und Fleischsektor kenne all diese chemischen Keulen nicht, die Produktion ist daher auch entsprechend geringer im Ertrag, die Konsumenten sind jedoch vielfach nicht bereit, für das qualitativ hochwertige Endprodukt den erforderlichen Preis zu zahlen. Das war grundsätzlich zu erwarten, da viele gesetzliche Änderungen und Verordnungen dazu geführt haben, dass auf den Höfen der vielen kleinen Betriebe Österreichs keine Kuh, kein Kalb, kein Schwein mehr geschlachtet werden darf, ohne dass eine sündteure EU-gerechte Schlachtstelle mit Kühlraum und vielem mehr für die Direktvermarktung vorhanden ist. (Abg. Auer: Das ist absolut richtig!) So bleibt nur noch die Möglichkeit, sich dem Preisdiktat der Fleischhöfe zu unterwerfen, was kommerzielle Produktion mit höheren Erträgen und anonymer Verarbeitung in Fabriken bedeutet oder, wie vielfach zu sehen ist, das Aufgeben vieler Betriebe – speziell im arbeitsintensiven Milchproduktionsbereich.
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Diese heutigen Gesetzesänderungen erfüllen vielfach Richtlinien der EU, die Änderung des Pflanzenschutzgesetzes erfolgt aber auf Druck der österreichischen Bauern, die die Produktion mittels Anwendung dieser Pflanzenschutzmittel durchführen. Für die EU ist die Trennung der Bereiche Lebensmittel und Futtermittel vorrangig. Sie, Herr Minister, vereinnahmen beide Bereiche. Es muss bald zu einer Trennung von Produktion und Verbraucherschutz in Österreich kommen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Evelyn Freigaßner (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Zum einen möchte ich einmal sagen, dass wir uns von der chemischen Industrie sicher nicht unter Druck setzen lassen. Das kommt für uns gar nicht in Frage. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie kriminalisieren hier immer wieder die Bauern. Das ist überhaupt nicht notwendig, denn wenn Sie in die Praxis gehen würden, wenn Sie einmal auf einem Bauernhof mitarbeiten und die Verantwortung tragen würden, dann wüssten Sie ganz genau, dass Bauern kostengünstig arbeiten müssen und nicht einfach bedingungslos Pflanzenschutzmittel ausbringen. Das ist für sie ja kein Spaß, sondern sie müssen heutzutage wirklich kostengünstig arbeiten. Deshalb verstehe ich Ihre Argumentation überhaupt nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die von Ihnen, meine Damen und Herren auf der Oppositionsbank, viel kritisierten Änderungen zum Pflanzenschutzmittelgesetz sind somit nicht das Problem, mit dem wir zu kämpfen haben, da sämtliche in Österreich in den Verkehr gebrachten Mittel auch weiterhin einem strengen Kontrollsystem unterliegen. Die mit der Änderung einhergehende Harmonisierung marktwirtschaftlich ungleicher Ausgangspositionen bei den Betriebsmitteln wird sich auf die Wettbewerbsfähigkeit unserer Bauern positiv auswirken, aber sicher nicht auf Kosten der Konsumenten. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich würde auch meinen, im Sinne einer besseren Interessenvertretung – das würde auch weniger Konflikte für Sie, Herr Minister, als sozusagen gespaltene Persönlichkeit bedeuten – sollte man wirklich die Kontrolle wieder vom Produzentenminister an einen echten Kontrollminister zurückgeben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Faul: Noch! Wie lang noch?!
Geschätzte Damen und Herren! Österreich ist ein Land mit höchsten internationalen Standards im Umwelt- und im Lebensmittelbereich. Wir leben in einem Land mit Seen, die Trinkwasserqualität haben – auch wenn Kollege Schwemlein noch so darüber lächeln mag, der Rest Österreichs und der Rest Europas wissen das Gott sei Dank –, und wir leben auch in einer der schönsten Kulturlandschaften dieser Erde. (Abg. Faul: Noch! Wie lang noch?!) Da ist auch ein Lächeln Ihrerseits erlaubt. Bei uns gibt es noch die multifunktionelle Landwirtschaft, die von Bauern betrieben wird, von Bauern, die fachlich bestens versiert sind und die die Landschaft und ihr Vieh nicht wegen Profitgier oder aus ähnlichen Gründen hegen und pflegen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Geschätzte Damen und Herren! Österreich ist ein Land mit höchsten internationalen Standards im Umwelt- und im Lebensmittelbereich. Wir leben in einem Land mit Seen, die Trinkwasserqualität haben – auch wenn Kollege Schwemlein noch so darüber lächeln mag, der Rest Österreichs und der Rest Europas wissen das Gott sei Dank –, und wir leben auch in einer der schönsten Kulturlandschaften dieser Erde. (Abg. Faul: Noch! Wie lang noch?!) Da ist auch ein Lächeln Ihrerseits erlaubt. Bei uns gibt es noch die multifunktionelle Landwirtschaft, die von Bauern betrieben wird, von Bauern, die fachlich bestens versiert sind und die die Landschaft und ihr Vieh nicht wegen Profitgier oder aus ähnlichen Gründen hegen und pflegen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Das ist dir Wurscht!
Dass die chemische Industrie in Österreich nun offensichtlich um ihr Geschäft fürchtet, mag aus ihrer Sicht wohl verständlich sein. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Das ist dir Wurscht!) Absolut nicht, aber nur aus Scheinheiligkeit Umweltargumente vorzubringen, ist nicht seriös, Herr Kollege. Gerade die aufwendigen nationalen Prüfverfahren haben nämlich in der Vergangenheit dazu geführt, dass international operierende Chemieunternehmen auf eigene Zulassungen in kleineren Ländern wie Österreich verzichtet haben. Rein ums Geschäft und ums Geld ist es ihnen gegangen. Die Folgen: Wettbewerbsnachteile für die Bauern und unerwünschte Effekte für die Konsumenten. Man hat nämlich die billigen, gefährlicheren Mittel bei uns eingesetzt und die besseren in Österreich nicht zur Anwendung gebracht, weil das den Chemiekonzernen Nachteile gebracht hätte.
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ökosoziale Marktwirtschaft ist keine Erfindung der heutigen Zeit, sondern greift im ÖVP-Bereich Jahre zurück. Das war ein Weg, der die österreichische Landwirtschaft zum Vorbild in Europa gemacht hat. Das ist ein Weg, den die österreichische Landwirtschaft mit unserem Umwelt- und Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer auch in Zukunft gehen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Hornek: Die vom deutschen Bundeskanzler gelobt wurde in der Vergangenheit!
Abgeordneter Heinz Gradwohl (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Die Debatte zur gegenständlichen Regierungsvorlage betreffend das Agrarrechtsänderungsgesetz hat vor allem bei meinem Vorredner tatsächlich auch eine Erinnerung ausgelöst: die Erinnerung an die ökosoziale Marktwirtschaft, die Erinnerung an die ökosoziale Landwirtschaft. Ich finde das immer ganz toll und bin ganz hin und her gerissen, wenn ich diese Begriffe höre, dann aber sehe, welche Politik betrieben wird. (Abg. Hornek: Die vom deutschen Bundeskanzler gelobt wurde in der Vergangenheit!) Das ist nämlich dann ernüchternd, Herr Kollege. Reden Sie nicht immer von Deutschland (Abg. Hornek: Das ist Ihr Kollege!), wir sitzen hier im österreichischen Parlament (Abg. Hornek: Gott sei Dank sitzen wir im österreichischen Parlament und nicht im deutschen!), und unsere Aufgabe ist es, die österreichischen Regelmechanismen festzulegen und nicht die deutschen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Hornek: Das ist Ihr Kollege!
Abgeordneter Heinz Gradwohl (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Die Debatte zur gegenständlichen Regierungsvorlage betreffend das Agrarrechtsänderungsgesetz hat vor allem bei meinem Vorredner tatsächlich auch eine Erinnerung ausgelöst: die Erinnerung an die ökosoziale Marktwirtschaft, die Erinnerung an die ökosoziale Landwirtschaft. Ich finde das immer ganz toll und bin ganz hin und her gerissen, wenn ich diese Begriffe höre, dann aber sehe, welche Politik betrieben wird. (Abg. Hornek: Die vom deutschen Bundeskanzler gelobt wurde in der Vergangenheit!) Das ist nämlich dann ernüchternd, Herr Kollege. Reden Sie nicht immer von Deutschland (Abg. Hornek: Das ist Ihr Kollege!), wir sitzen hier im österreichischen Parlament (Abg. Hornek: Gott sei Dank sitzen wir im österreichischen Parlament und nicht im deutschen!), und unsere Aufgabe ist es, die österreichischen Regelmechanismen festzulegen und nicht die deutschen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Hornek: Gott sei Dank sitzen wir im österreichischen Parlament und nicht im deutschen!
Abgeordneter Heinz Gradwohl (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Die Debatte zur gegenständlichen Regierungsvorlage betreffend das Agrarrechtsänderungsgesetz hat vor allem bei meinem Vorredner tatsächlich auch eine Erinnerung ausgelöst: die Erinnerung an die ökosoziale Marktwirtschaft, die Erinnerung an die ökosoziale Landwirtschaft. Ich finde das immer ganz toll und bin ganz hin und her gerissen, wenn ich diese Begriffe höre, dann aber sehe, welche Politik betrieben wird. (Abg. Hornek: Die vom deutschen Bundeskanzler gelobt wurde in der Vergangenheit!) Das ist nämlich dann ernüchternd, Herr Kollege. Reden Sie nicht immer von Deutschland (Abg. Hornek: Das ist Ihr Kollege!), wir sitzen hier im österreichischen Parlament (Abg. Hornek: Gott sei Dank sitzen wir im österreichischen Parlament und nicht im deutschen!), und unsere Aufgabe ist es, die österreichischen Regelmechanismen festzulegen und nicht die deutschen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Heinz Gradwohl (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Die Debatte zur gegenständlichen Regierungsvorlage betreffend das Agrarrechtsänderungsgesetz hat vor allem bei meinem Vorredner tatsächlich auch eine Erinnerung ausgelöst: die Erinnerung an die ökosoziale Marktwirtschaft, die Erinnerung an die ökosoziale Landwirtschaft. Ich finde das immer ganz toll und bin ganz hin und her gerissen, wenn ich diese Begriffe höre, dann aber sehe, welche Politik betrieben wird. (Abg. Hornek: Die vom deutschen Bundeskanzler gelobt wurde in der Vergangenheit!) Das ist nämlich dann ernüchternd, Herr Kollege. Reden Sie nicht immer von Deutschland (Abg. Hornek: Das ist Ihr Kollege!), wir sitzen hier im österreichischen Parlament (Abg. Hornek: Gott sei Dank sitzen wir im österreichischen Parlament und nicht im deutschen!), und unsere Aufgabe ist es, die österreichischen Regelmechanismen festzulegen und nicht die deutschen. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe: Hornek! Hornek! – Abg. Hornegger: Ich sitze hier!
Aber, Herr Kollege Hornegger (Rufe: Hornek! Hornek! – Abg. Hornegger: Ich sitze hier!), es gibt noch eine Aufgabe, und diese Aufgabe haben die Regierungsparteien und die Regierungsmitglieder zu erfüllen. (Abg. Dr. Stummvoll: Wir wollen schon wissen, wie es in der Zukunft gemacht wird!) Die Regierungsmitglieder, Herr Kollege Stummvoll, haben nämlich die Aufgabe, in den Räten dafür zu sorgen, dass das, was wir hier an guten Dingen, an zukunftsweisenden Dingen besprechen, dort auch umgesetzt wird. Aber dazu komme ich später.
Abg. Dr. Stummvoll: Wir wollen schon wissen, wie es in der Zukunft gemacht wird!
Aber, Herr Kollege Hornegger (Rufe: Hornek! Hornek! – Abg. Hornegger: Ich sitze hier!), es gibt noch eine Aufgabe, und diese Aufgabe haben die Regierungsparteien und die Regierungsmitglieder zu erfüllen. (Abg. Dr. Stummvoll: Wir wollen schon wissen, wie es in der Zukunft gemacht wird!) Die Regierungsmitglieder, Herr Kollege Stummvoll, haben nämlich die Aufgabe, in den Räten dafür zu sorgen, dass das, was wir hier an guten Dingen, an zukunftsweisenden Dingen besprechen, dort auch umgesetzt wird. Aber dazu komme ich später.
Abg. Schwarzenberger: Ich hoffe, Sie können das unterschreiben!
"Damit soll entsprechenden Produkten der Weg von der Öko-Nische zum Massenmarkt eröffnet werden, wobei auch die besondere Rolle des Handels zu berücksichtigen ist. Auf eine möglichst hohe Teilnahme der Betriebe sowie die aktive Einbindung der Wirtschaft und hier insbesondere der Werbung als zentraler Multiplikator für Lebensstile und Konsummuster ist besonders zu achten. Es ist auch Aufgabe der öffentlichen Hand, die Transparenz und Glaubwürdigkeit der Auszeichnungen sicherzustellen sowie für die Verbreitung dieser Informationen zu sorgen, um das Konsumentenbewusstsein zu fördern." – Zitatende. (Abg. Schwarzenberger: Ich hoffe, Sie können das unterschreiben!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Jetzt, meine sehr geehrten Damen und Herren, muss ich sagen: Applaus! Hervorragend! Super! Wirklich toll! Herr Bundesminister, Sie hätten unsere volle Unterstützung – wenn nur die Realität ein bisschen, aber wirklich nur ein bisschen an das herankäme, was hier in diesem Zukunftsprogramm steht. Auf der einen Seite wird im April des heurigen Jahres dieses Papier beschlossen, auf der anderen Seite wird eine Regierungsvorlage vorgelegt, wonach ein Pflanzenschutzmittelgesetz zulässt, dass mehr als 300 neue Substanzen in Österreich ohne Zulassungsverfahren Verwendung finden können. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Hornek: Das Wasser der Donau fließt bergab!
Jetzt zu dir, Herr Kollege aus Tirol. Mein Vorredner von der ÖVP aus Tirol war wenigstens ehrlich genug und hat beim Zurückgehen auf seinen Platz gesagt: Bei mir in Tirol ist das ja kein Problem. – Er hat völlig Recht. Warum? Wie ist die Struktur in Tirol? Wie viele große Betriebe im flachen Land gibt es in Tirol, Herr Kollege? – Weniger als in Niederösterreich – einverstanden? (Abg. Hornek: Das Wasser der Donau fließt bergab!) Legen wir uns nicht fest auf ein paar auf oder ab, aber weniger als in Niederösterreich. Und jetzt, Herr Kollege, frage ich dich, und ich frage auch den Herrn Bundesminister: Wo ist denn da die faire Behandlung der österreichischen Bauern? Wenn die Tiroler das nicht einmal anwenden, weil es ihnen sowieso zu teuer ist, wo wird dann das billige Material angewendet, Herr Bundesminister? (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) Dort, wo wir gleichzeitig – das beweisen die Grünen Berichte, das beweisen die Wasserschutzberichte – die größten Grundwasserprobleme haben.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Jetzt zu dir, Herr Kollege aus Tirol. Mein Vorredner von der ÖVP aus Tirol war wenigstens ehrlich genug und hat beim Zurückgehen auf seinen Platz gesagt: Bei mir in Tirol ist das ja kein Problem. – Er hat völlig Recht. Warum? Wie ist die Struktur in Tirol? Wie viele große Betriebe im flachen Land gibt es in Tirol, Herr Kollege? – Weniger als in Niederösterreich – einverstanden? (Abg. Hornek: Das Wasser der Donau fließt bergab!) Legen wir uns nicht fest auf ein paar auf oder ab, aber weniger als in Niederösterreich. Und jetzt, Herr Kollege, frage ich dich, und ich frage auch den Herrn Bundesminister: Wo ist denn da die faire Behandlung der österreichischen Bauern? Wenn die Tiroler das nicht einmal anwenden, weil es ihnen sowieso zu teuer ist, wo wird dann das billige Material angewendet, Herr Bundesminister? (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) Dort, wo wir gleichzeitig – das beweisen die Grünen Berichte, das beweisen die Wasserschutzberichte – die größten Grundwasserprobleme haben.
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Jetzt werden wir hören, was der Großbauer dazu sagt! – Abg. Wittauer – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich gebe Ihnen schon die Antwort!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Wittauer. Die Uhr ist auf 3 Minuten gestellt. – Bitte. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Jetzt werden wir hören, was der Großbauer dazu sagt! – Abg. Wittauer – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich gebe Ihnen schon die Antwort!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Klaus Wittauer (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Mit der sinnvollen Anpassung des Düngemittelgesetzes wird klargestellt, dass tierische Proteine und unbehandelter Klärschlamm nicht auf unsere Felder kommen, deren Ausbringung endlich verboten ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Mit der Novellierung des Pflanzenschutzmittelgesetzes wurde ein erster Schritt zu EU-weit einheitlicher Produktion und fairen Wettbewerbsbedingungen umgesetzt. In Deutschland gibt es ähnliche Produktionsbedingungen wie hier in Österreich. Weshalb sollte es in diesem Fall nicht zu einem Austausch von Pflanzenschutzmitteln kommen? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Gleich strenge Prüfungskriterien waren und sind die Voraussetzung für diese Novellierung des Pflanzenschutzmittelgesetzes. In Österreich gibt es 332 Wirkstoffe, in Deutschland sind es 291. Und jetzt als Antwort: Es sind nur zwei Wirkstoffe, die nicht identisch sind mit unseren in Österreich, und diese bleiben auch weiterhin verboten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Agrarpolitik dieser Regierung wird auch in Zukunft für einen sparsamen, verantwortungsvollen und damit auch vertretbaren Einsatz von Pestiziden stehen. Weshalb sind Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, gegen die Vereinfachung der Zulassungsverfahren? Weshalb, meine Damen und Herren von der Opposition, sind Sie gegen faire Wettbewerbsbedingungen? Die Pflanzenschutzmittel müssen weiterhin in Originalverpackungen mit Originalkennzeichnung und einer Gebrauchsanweisung in deutscher Sprache in Verkehr gebracht werden. Damit ist auch weiterhin eine höchstmögliche Sicherheit gegeben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Ich lese sie Ihnen vor: Der europäische Binnenmarkt wird verwirklicht. Endlich moderne Pflanzenschutzmittel auch in Österreich. Pflanzenschutzmittel werden billiger. Die Anwendungsvorschriften sind in Österreich und Deutschland gleich. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese Regierung hat mit der Schuldenpolitik der SPÖ gebrochen. Nehmen Sie zur Kenntnis, dass die Vereinfachung von Genehmigungen und Zulassungsverfahren, die weiterhin gleiche Qualität garantieren, nicht nur Kosten spart, sondern in der Praxis effizienter ist! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwemlein: Wie heißt Ihr Ghostwriter? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es ist schade, dass bei der Opposition Schrebergartenbesitzer Agrarpolitik machen. (Abg. Schwemlein: Wie heißt Ihr Ghostwriter? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) So ist es! Ich weiß nicht, wie viele Zimmerpflanzen Sie daheim haben, das wird aber das Einzige sein, was Sie haben! (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es ist schade, dass bei der Opposition Schrebergartenbesitzer Agrarpolitik machen. (Abg. Schwemlein: Wie heißt Ihr Ghostwriter? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) So ist es! Ich weiß nicht, wie viele Zimmerpflanzen Sie daheim haben, das wird aber das Einzige sein, was Sie haben! (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Abschließend möchte ich etwas sagen, was mir wichtig ist: Als Tiroler Nationalrat finde ich es befremdend, dass die grüne Fraktion unter Federführung der Abgeordneten Lunacek die würdige Feier des zehnjährigen Jubiläums der Streitbeilegung mit Italien missbraucht und entwertet hat, um parteipolitisch zu punkten. Es war für mich keine Ehre, Ihnen zuzuhören! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Es steht mir nicht zu, die Schrebergartenbesitzer in Schutz zu nehmen, aber Lust hätte ich schon dazu! (Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Herr Bundesminister! Ich glaube, es ist ganz klar, dass die Forderung nach hohen Standards in Europa ein wichtiger Punkt ist. Wer aber verhindert das derzeit? – Es wird dies zum Beispiel durch die derzeitigen Strukturen der Europäischen Union verhindert. Das Europäische Parlament hat in vielen wichtigen Agrarfragen keine Mitbestimmung. Im Konvent geht es derzeit um diese Debatte. Wir fordern diese Mitbestimmung des Europaparlaments, damit es endlich zu einer wirklich breiten politischen Debatte auf europäischer Ebene kommt. (Zwischenruf des Abg. Hornek. )
Abg. Hornek: Das ist scheinheilig und einäugig!
Kollege Hornek! Zu Ihrer Bemerkung über die Bahndämme und Hausgärten: Sie monieren zu Recht, dass im Hausgartenbereich oder in anderen Bereichen Pflanzenschutzmittel unter Umständen unsachgemäß und in hoher Dosierung angewendet werden. Was tun wir jedoch, um das abzustellen? Diese Frage haben Sie nicht einmal aufgeworfen! Sie können doch damit nicht rechtfertigen, dass wir den Import von Pflanzenschutzmitteln erleichtern! Das ist eine vollkommen verfehlte Argumentation! (Abg. Hornek: Das ist scheinheilig und einäugig!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Diesbezüglich, Herr Bundesminister, müssen Sie sich bei der eigenen Nase nehmen! Sie haben im ÖPUL-Programm 1995 selbst formuliert, dass Sie bis zum Jahr 2000 eine Reduktion von 20 Prozent erreichen wollen. Das haben Sie nicht geschafft! Sie sollten sich das eingestehen, und wir sollten daher die erforderlichen Maßnahmen neu überdenken. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Zweytick: Abkürzen! Zusammenfassen!
Abgeordneter Franz Kampichler (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Meine Vorredner, insbesondere von der ÖVP und in ganz besonderer Weise natürlich unser kompetenter Herr Bundesminister, haben schon sehr viele Bereiche im Zusammenhang mit dem vorliegenden Agrarrechtsänderungsgesetz angesprochen und sehr detailliert ausgeführt. (Abg. Zweytick: Abkürzen! Zusammenfassen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Kollege Pirklhuber! Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass die Bauern auf Biobetriebe umstellen. Diese Möglichkeit besteht, und diese Möglichkeit nehmen immer mehr Bauern in Anspruch. Das kann man feststellen. Dass aber nicht alle Bauern umstellen können, resultiert wahrscheinlich auch daraus, dass die biologisch produzierten Produkte für die Konsumenten wesentlich teurer sind und dass der entsprechende Markt ganz einfach nicht vorhanden ist. Vor dieser Schwierigkeit stehen wir! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die zweite Problematik ist der freie Warenverkehr: Es wundert mich sehr, wenn die Kollegen von der SPÖ sagen, dass es ganz furchtbar ist, dass jetzt aus Deutschland Pflanzenschutzmittel nach Österreich gelangen und bei den österreichischen Bauern zur Anwendung kommen. Ich kann nur wiederholen – und vielleicht hat Kollege Gradwohl im Ausschuss nicht aufgepasst –: Diese Pflanzenschutzmittel kommen auf Grund des freien Wahrenverkehrs in der Europäischen Union ohnehin nach Österreich. Sie werden mit diesem Gesetz jetzt nur billiger, weil es nicht zwei Zulassungsverfahren gibt. – Das ist der Punkt, sonst überhaupt nichts! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es werden kein einziges Produkt und kein einziger Stoff neu zugelassen. Was verboten ist, ist verboten und bleibt verboten! Reden Sie daher bitte nicht solche Grauslichkeiten und schon wieder Skandale herbei, denn damit diskriminieren Sie ständig die österreichische Landwirtschaft und verunsichern die Konsumenten! Das ist unfair, und das ist nicht redlich! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Kollegin Achatz! Gradwohl hat sicherlich keine Hungerkur gemacht!
Wenn die Pflanzenschutzmittel aus Deutschland tatsächlich so giftig und so schlecht sind, dann frage ich Sie: Was machen Sie eigentlich, wenn Sie in den Norden oder nach Deutschland auf Urlaub fahren? Nehmen Sie sich da Lunch-Pakete von zu Hause mit, oder machen Sie eine Hungerkur? Was machen Sie, wenn Sie nach Holland oder nach Spanien auf Urlaub fahren? Essen Sie die Produkte dort oder nicht? (Abg. Dr. Khol: Kollegin Achatz! Gradwohl hat sicherlich keine Hungerkur gemacht!) Er gehört zur Toskana-Fraktion, und die machen keine Hungerkur. (Abg. Gradwohl: Ich bitte um Wiederholung, Herr Kollege!)
Abg. Gradwohl: Ich bitte um Wiederholung, Herr Kollege!
Wenn die Pflanzenschutzmittel aus Deutschland tatsächlich so giftig und so schlecht sind, dann frage ich Sie: Was machen Sie eigentlich, wenn Sie in den Norden oder nach Deutschland auf Urlaub fahren? Nehmen Sie sich da Lunch-Pakete von zu Hause mit, oder machen Sie eine Hungerkur? Was machen Sie, wenn Sie nach Holland oder nach Spanien auf Urlaub fahren? Essen Sie die Produkte dort oder nicht? (Abg. Dr. Khol: Kollegin Achatz! Gradwohl hat sicherlich keine Hungerkur gemacht!) Er gehört zur Toskana-Fraktion, und die machen keine Hungerkur. (Abg. Gradwohl: Ich bitte um Wiederholung, Herr Kollege!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Gott sei Dank leben wir in einem Land, in dem es jedem freigestellt ist, Agrarwirtschaft zu betreiben, im Kleinen, im Großen, extensiver, intensiver, umweltkonformer, konventioneller – das aber nach Richtlinien, und zwar nach fairen Richtlinien. Wir in diesem Haus haben einen entsprechenden Rahmen vorzugeben, und wir haben dafür zu sorgen, dass für die Konsumenten Sicherheit hinsichtlich dieser Lebensmittel herrscht, dass auch Sicherheit für die Umwelt gegeben ist, dass aber in diesem Zusammenhang im Wesentlichen auch die Möglichkeit besteht, sich damit eine Existenzgrundlage zu schaffen, um davon zu leben. Und ich muss hinzufügen: Österreich und sein Agrarland sind in Europa herzeigbar! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich muss der Opposition Folgendes sagen: Sie müssen die Landwirtschaft wirklich ernster nehmen, anstatt uns vorzuwerfen, dass wir sie nicht ernst genug nehmen! Würden wir Agrarpolitik so einseitig betreiben, wie Sie das mit Ihrer meiner Meinung nach eher unerfahrenen Sichtweise dargestellt haben, dann würde das unsere Landwirtschaft und unsere Bäuerinnen und Bauern nämlich in eine Sackgasse und ins Chaos führen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen
Als langjähriger Abgeordneter dieses Hauses habe ich es in den Agrardebatten immer wieder erlebt: Sie betreiben schon fast Masochismus! Ich habe von den Grünen und von den Roten noch nie Lob für die österreichischen Agrarprodukte oder die österreichischen Bäuerinnen und Bauern gehört. In mittlerweile schon über sechs Jahren habe ich das noch nie gehört. Das ist schon eigenartig. Ich meine, die Bauern sind doch nicht unser Feindbild, und sie sollten auch nicht Ihr Feindbild sein! Vielmehr sollten wir dankbar dafür sein, dass wir so viele Idealisten in diesem Land haben (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen), die sich bemühen, in einem harten Wettbewerb mit fairen Mitteln zu überleben, und zwar im eigenen Interesse, vor allem im Gesamtinteresse unserer Bevölkerung. Die Produkte sind hervorragend und halten locker einem europaweiten Vergleich stand!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Schließlich meine ich, dass mit einer Dialogverweigerung, indem man einfach das Ausschusslokal verlässt, weder der Agrarpolitik noch den Bauern, aber schon gar nicht den Konsumenten geholfen ist. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben – wie es die Politik dieser Regierung unter dem Motto "Österreich neu regieren" ist – in diesem Weingesetz auch eine Verwaltungsvereinfachung beschlossen. Die Bundeskellereiinspektion wird eine zentrale Aufgabe übernehmen und in diesem Fall auch die Bezirkshauptmannschaften entlasten. Ich glaube, dass eine Zentralisierung auch im Sinne der österreichischen Landwirte ist, und ich meine, dass es eine Notwendigkeit ist, dass wir auch im Detailbereich, etwa beim Stroh-, Eis- und Schilfwein, Erleichterungen für die Bauern schaffen und diesbezüglich nicht strenger sind als die ganze Welt. – Auch die Schaffung dieser Voraus-setzungen ist meines Erachtens sehr wichtig. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte mich bei allen österreichischen Winzern ganz herzlich dafür bedanken, dass sie den Ruf Österreichs in alle Welt verbreiten und dass sie Österreich als Weintourismusland stärken. Ich glaube, auch dieses Verdienst, dass wir einen Weintourismus in den letzten Jahren erleben, sucht seinesgleichen! Dafür möchte ich mich bedanken. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das österreichische Weingesetz soll die Winzer unterstützen. Wir stehen auf jeden Fall hinter unseren Weinbauern! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir möchten eine derartige Produktionsgröße, wie sie die Ökobetriebe in diesen Ländern haben, nicht, sondern wir möchten auch in Zukunft jene Landwirtschaft, die unser Bundesminister Molterer bisher vertreten hat und die Österreichs Bauern in vorbildlicher Weise umsetzen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Ich möchte aber an den Beginn meiner Ausführungen das vom Herrn Kollegen Zweytick lang erbetene Lob für die österreichische Bauernschaft stellen, die meines Erachtens sicherlich zu einem überwiegenden Prozentsatz bemüht ist, konsumentInnengerecht im Hinblick auf gesunde Nahrungsmittel zu produzieren. Ich sage, sie ist bemüht, denn für uns ist ganz zentral, dass es dieses Grundrecht auf Gesundheit auch im konkreten Fall als Grundrecht auf gesunde Lebensmittel gibt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Erstens: Sie haben schon Recht, Herr Minister! Pestizide sollen restriktiv und weniger eingesetzt werden. Das ist Ihr Ziel. Gut und schön! Nur: Dieses Ziel haben Sie vor mindestens acht Jahren auch schon deklariert, aber die Praxis, und das ist dem Grünen Bericht zu entnehmen, zeigt: Zunahme der Wirkstoffe, Anstieg der Menge an Wirkstoffen, Anstieg der Importe, mehr zugelassene Präparate, Wirkstoffmengen in größerem Ausmaß. Da unterscheidet sich die Zielsetzung immer wieder sehr stark von der Realität. Deshalb haben wir einen Antrag eingebracht, der auf ein konkretes Aktionsprogramm zur Minimierung des Pestizideinsatzes abzielt. (Beifall bei den Grünen.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Herr Minister! Sie wissen genau, das gibt es. Das wird auf nationaler Ebene praktiziert. Sie waren wahrscheinlich in Dänemark, Sie waren vielleicht auch einmal in Schweden, und Sie waren wahrscheinlich auch in den Niederlanden. Dort gibt es konkrete Minimierungsprogramme mit einem Zeithorizont von fünf bis zehn Jahren. Dort schaut auch dann im europäischen Vergleich im Monitoring die Situation bei den Kontrollen ganz anders aus. Wir haben in Dänemark vergleichsweise weniger Überschreitungen von Höchstgrenzwerten als in Österreich. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Auer: Sie schüren ja das Misstrauen!
Angesichts dieser Tatsache ist unser Antrag sehr ernst zu nehmen. Ich verstehe nicht, weshalb Sie nicht einmal darüber verhandeln. Er wurde vielmehr im Ausschuss mehr oder weniger nur marginal gestreift und wird im Plenum fast ohne irgendeine konkrete Wortmeldung einfach abgelehnt. Das werden Ihnen die KonsumentInnen dann wahrscheinlich mit Misstrauen danken. Das haben, wie ich meine, weder die Bauern notwendig ... (Beifall bei den Grünen. – Abg. Auer: Sie schüren ja das Misstrauen!) – Wenn Sie nichts dazu beitragen, dass Vertrauen gefördert wird, indem der Einsatz minimiert wird, indem Sie ausländischen Vorbildern nacheifern, tut es mir wirklich Leid. Das wäre zum Beispiel die Minimalvorleistung Ihrerseits.
Beifall bei der SPÖ.
Deswegen ersuche ich Sie, diesem Abkommen zuzustimmen, aber Ihr Augenmerk in Zukunft auch weiterhin auf die Auslandskulturpolitik zu legen, denn ich meine, dass das ein ganz wichtiger Bereich ist, in dem noch sehr viel zu tun ist, vor allem wenn es um die Auslandskulturpolitik gegenüber den künftigen EU-Staaten, den Beitrittsländern geht. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich hoffe sehr, dass bei der Umsetzung dieses Kulturabkommens auch diese Bereiche in der kulturellen Zusammenarbeit Platz finden. Eine Gelegenheit, diese Umstände zu thematisieren, wäre beispielsweise die Olympiade, die 2008 in China stattfindet. In den Vorbereitungen hiezu, also sehr wohl auch in der Zusammenarbeit im Bereich Sport, in der Jugendarbeit, wäre darauf einzugehen, um so jene in China zu stärken, die zu einer stärkeren Demokratisierung beitragen, die ja dann auch wieder die Kultur fördert. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir sind ja nicht am Basar! Das Parlament ist ja kein orientalischer Basar!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir hätten diesen Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses gerne zurückgezogen, aber da hätten Sie den Misstrauensanträgen gegen Strasser und Haupt zustimmen müssen, meine Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir sind ja nicht am Basar! Das Parlament ist ja kein orientalischer Basar!) Aber da Sie das nicht getan haben, müssen wir untersuchen, nämlich Postenschacher und Geldverschwendung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir hätten diesen Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses gerne zurückgezogen, aber da hätten Sie den Misstrauensanträgen gegen Strasser und Haupt zustimmen müssen, meine Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir sind ja nicht am Basar! Das Parlament ist ja kein orientalischer Basar!) Aber da Sie das nicht getan haben, müssen wir untersuchen, nämlich Postenschacher und Geldverschwendung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Frau Vizekanzlerin spricht zynisch von einer "Chance 55", doch mit dieser so genannten Chance werden 55-jährige Arbeitnehmer aus dem öffentlichen Dienst entfernt. Gleichzeitig prangert sie die Frühpensionierungen an. Sie selbst ist mit ihrem Ressort dafür zuständig, im Bundespensionsamt, wo sie munter drauflos frühpensioniert. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.
Vor dem Parteitag, meine Damen und Herren, haben dann aber Haider und Riess-Passer die Stirn und die Chuzpe, nach dem Staatsanwalt zu rufen und "Skandal!" zu schreien. Sie sollten Selbstanzeige machen, das wäre das Richtige, aber nicht "Haltet den Dieb!" schreien. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger. )
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben einen Neidkomplex, das ist alles!
Kollege Westenthaler! Auf den ersten Blick wird man sagen können: Und was hat die ÖVP davon? – Die hat dafür die Ernst-Strasser-Schule bei der Exekutive. Und Sie werden jetzt gleich Ihren säuerlichen Gesichtsausdruck bekommen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben einen Neidkomplex, das ist alles!), wenn wir über den ORF reden, Kollege Westenthaler, wo Sie immer vom schwarzen Einfärben sprechen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Nur ein Neidkomplex!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Nur ein Neidkomplex!
Kollege Westenthaler! Auf den ersten Blick wird man sagen können: Und was hat die ÖVP davon? – Die hat dafür die Ernst-Strasser-Schule bei der Exekutive. Und Sie werden jetzt gleich Ihren säuerlichen Gesichtsausdruck bekommen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben einen Neidkomplex, das ist alles!), wenn wir über den ORF reden, Kollege Westenthaler, wo Sie immer vom schwarzen Einfärben sprechen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Nur ein Neidkomplex!)
Beifall bei der SPÖ.
An sich müssten Sie jetzt applaudieren, meine Damen und Herren von der FPÖ, denn Sie haben das ja auch vor ein paar Tagen bei Ihrem Parteitag getan. Sie haben sich auf die Schenkel geklopft und gelacht und applaudiert, als gesagt wurde, dass das politische Säuberungen in Richtung Schwarz sind, als gesagt wurde, politische Säuberungen unter dem Vorwand einer Strukturreform. Warum applaudieren Sie heute nicht, Sie haben das ja auch am letzten Wochenende gemacht, meine Damen und Herren von der FPÖ? (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Trinkl: Was ist der Unterschied zwischen schwarz und schwarz?
Noch ein kurzer Blick in die ländlichen Regionen. Von diesen Regionen hat sich die ÖVP ja längst verabschiedet. Es wird eine Unzahl von Gendarmerieposten parteipolitisch verändert. (Abg. Dr. Trinkl: Was ist der Unterschied zwischen schwarz und schwarz?) Das sollte man untersuchen: Ist das wirtschaftlich? Ist das zweckmäßig? Ist das sparsam? Kaltenbach etwa kommt zu Ried, eine funktionierende, billige Gendarmeriedienststelle wird verlegt in eine ÖVP-Gemeinde. Das Landesgendarmeriekommando hat penibel aufgelistet, dass das ein teurer Weg ist. Was hat der Minister im "kleinen Untersuchungsausschuss" gesagt? – Diese Stellungnahme ist veraltet. Mit einem unschuldig-smarten Lächeln, wie das die "Kleine Zeitung" analysiert.
Abg. Dr. Khol: Gegen dich ist der Cap nichts! Die Blödeleien vom Cap sind nicht so gut wie deine!
Ein bisschen hilfreich ist da Kollege Trinkl, denn der ist im Bezirk Weiz auf der Suche nach der Ernst-Strasser-Schule. Er hat die Schultüte in der Hand und fragt: Wo geht es hier zur Ernst-Strasser-Schule? Er ist erst ein Taferlklassler, er war noch nicht in der ersten Klasse, er weiß noch nicht, was man in der ersten Klasse in dieser Ernst-Strasser-Schule lernt: Nichts zugeben! Und wie Kollege Trinkl, der Taferlklassler, auf der Suche nach dieser Schule ist, da plappert er so dahin und sagt: Der Gendarmerieposten in Sinabelkirchen ist weg, weil dort ein roter Bürgermeister ist, wenn dort ein schwarzer Bürgermeister wäre, na dann wäre das etwas ganz anderes! (Abg. Dr. Khol: Gegen dich ist der Cap nichts! Die Blödeleien vom Cap sind nicht so gut wie deine!)
Ruf bei der SPÖ: Das ist eine Sauerei!
Trinkl bestätigte damals, dies gesagt zu haben. (Ruf bei der SPÖ: Das ist eine Sauerei!)
Abg. Dr. Cap: Nein!
Meine Damen und Herren! Abschließend: Sollen wir uns noch kurz mit Abgeordnetem Gaugg beschäftigen? (Abg. Dr. Cap: Nein!) – Nicht mehr. Ich habe auch keine besonders große Hoffnung, dass die Regierungsparteien dem Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zustimmen (Abg. Dr. Trinkl: Seien Sie froh!), denn die Kontrollmoral von Ihnen, meine Damen und Herren, ist auf einem absoluten Tiefpunkt angelangt.
Abg. Dr. Trinkl: Seien Sie froh!
Meine Damen und Herren! Abschließend: Sollen wir uns noch kurz mit Abgeordnetem Gaugg beschäftigen? (Abg. Dr. Cap: Nein!) – Nicht mehr. Ich habe auch keine besonders große Hoffnung, dass die Regierungsparteien dem Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zustimmen (Abg. Dr. Trinkl: Seien Sie froh!), denn die Kontrollmoral von Ihnen, meine Damen und Herren, ist auf einem absoluten Tiefpunkt angelangt.
Abg. Mag. Hartinger: Sie nicht, Gott sei Dank!
Wer hat denn im "kleinen Untersuchungsausschuss", der gerade Postenschacher bei Gendarmerie, Polizei und so weiter kontrolliert, den Vorsitz? Wer hat denn den Vorsitz in diesem "kleinen Untersuchungsausschuss", der gegen Postenschacher eingerichtet ist? (Abg. Mag. Hartinger: Sie nicht, Gott sei Dank!) Ja wer ist denn das, Frau Kollegin? – Es ist Kollege Reinhart Gaugg, meine Damen und Herren! (Ironische Heiterkeit und Oh-Rufe bei der SPÖ und den Grünen.) Und noch niemals ist trefflicher ein Bock zum Gärtner gemacht worden als Gaugg zum Postenschacher-Aufdecker. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Cap: Der Gaugg wurde zum Gärtner gemacht!)
Ironische Heiterkeit und Oh-Rufe bei der SPÖ und den Grünen.
Wer hat denn im "kleinen Untersuchungsausschuss", der gerade Postenschacher bei Gendarmerie, Polizei und so weiter kontrolliert, den Vorsitz? Wer hat denn den Vorsitz in diesem "kleinen Untersuchungsausschuss", der gegen Postenschacher eingerichtet ist? (Abg. Mag. Hartinger: Sie nicht, Gott sei Dank!) Ja wer ist denn das, Frau Kollegin? – Es ist Kollege Reinhart Gaugg, meine Damen und Herren! (Ironische Heiterkeit und Oh-Rufe bei der SPÖ und den Grünen.) Und noch niemals ist trefflicher ein Bock zum Gärtner gemacht worden als Gaugg zum Postenschacher-Aufdecker. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Cap: Der Gaugg wurde zum Gärtner gemacht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Cap: Der Gaugg wurde zum Gärtner gemacht!
Wer hat denn im "kleinen Untersuchungsausschuss", der gerade Postenschacher bei Gendarmerie, Polizei und so weiter kontrolliert, den Vorsitz? Wer hat denn den Vorsitz in diesem "kleinen Untersuchungsausschuss", der gegen Postenschacher eingerichtet ist? (Abg. Mag. Hartinger: Sie nicht, Gott sei Dank!) Ja wer ist denn das, Frau Kollegin? – Es ist Kollege Reinhart Gaugg, meine Damen und Herren! (Ironische Heiterkeit und Oh-Rufe bei der SPÖ und den Grünen.) Und noch niemals ist trefflicher ein Bock zum Gärtner gemacht worden als Gaugg zum Postenschacher-Aufdecker. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Cap: Der Gaugg wurde zum Gärtner gemacht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist mit dem FC Tirol? Wie geht das weiter?
Abgeordneter Gerhard Reheis (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Heute ist ausführlich über Postenschacher und über die Methoden dieser Bundesregierung, unliebsame Manager und Personal loszubekommen, diskutiert worden, aber was darüber hinaus nicht angesprochen wurde (Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist mit dem FC Tirol? Wie geht das weiter?), sind die finanziellen Auswirkungen dieses Postenschachers der Bundesregierung im Bereich der verstaatlichten Unternehmungen und in anderen Bereichen, im Bereich der "Chance 55" sowie im Bereich von Frühpensionierungen im öffentlichen Sektor, was im Rahmen eines Untersuchungsausschusses überprüft werden soll. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie auch Funktionär im FC Tirol?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie auch Funktionär im FC Tirol?
Abgeordneter Gerhard Reheis (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Heute ist ausführlich über Postenschacher und über die Methoden dieser Bundesregierung, unliebsame Manager und Personal loszubekommen, diskutiert worden, aber was darüber hinaus nicht angesprochen wurde (Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist mit dem FC Tirol? Wie geht das weiter?), sind die finanziellen Auswirkungen dieses Postenschachers der Bundesregierung im Bereich der verstaatlichten Unternehmungen und in anderen Bereichen, im Bereich der "Chance 55" sowie im Bereich von Frühpensionierungen im öffentlichen Sektor, was im Rahmen eines Untersuchungsausschusses überprüft werden soll. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie auch Funktionär im FC Tirol?)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.
Meine Damen und Herren! Wer hat denn in dieser Zeit Regierungsverantwortung gehabt? Das waren ÖVP und FPÖ. Das ist unter Ihren Augen passiert, und heuer soll das so weitergehen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger. )
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.
Meine Damen und Herren! Stimmen Sie einer Untersuchung zu, die zum Gegenstand hat, die eingangs genannten Untersuchungsbereiche abzudecken, scheuen Sie nicht die Kontrolle durch einen entsprechenden Untersuchungsausschuss, denn Sie haben ja, wie es Frau Kollegin Riess-Passer, die für all dies verantwortlich ist, gesagt hat, nichts zu befürchten. Also: Stimmen Sie zu! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger. )
Abg. Schwemlein: Richtig!
Abgeordneter Nikolaus Prinz (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Die SPÖ beantragt heute die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses, der sich schwerpunktmäßig mit den Frühpensionierungen bei Post, Bahn und Telekom beschäftigen soll. (Abg. Schwemlein: Richtig!) Zu den über den Pensionsbereich hinausgehenden Themen ist bereits heute am Vormittag und auch am Nachmittag entsprechend diskutiert worden. Die SPÖ hat ihre Antworten erhalten. So oft man es auch sagt, sie wird es doch nicht zur Kenntnis nehmen wollen.
Abg. Marizzi: Wo haben Sie denn ein Niveau? – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ
Damit ich aber nicht auf das Niveau des Herrn Kollegen Kräuter absinke (Abg. Marizzi: Wo haben Sie denn ein Niveau? – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ), möchte ich mich ernsthaft mit einigen Themen und mit dem Pensionsbereich beschäftigen. Erlauben Sie mir daher einige allgemeine Gedanken zur Pensionsproblematik.
Beifall bei der ÖVP.
Ein Zahlenvergleich von 1970 zu 1995, der sich in der Tendenz bis jetzt noch verschärft hat. Frau Kollegin Mertel! Sie sollten nicht dazwischenrufen, sondern aufpassen; dieser Zahlenvergleich wäre auch für Sie sehr wertvoll. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Was wird denn das?
Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter bei Post, Bahn und Telekom lag in der jüngsten Vergangenheit bei rund 50 Jahren. (Abg. Öllinger: Was wird denn das?) Als Otto Normalverbraucher, als ganz gewöhnlicher Staatsbürger, frage ich mich: Wie kann es hier eigentlich zugehen? Was führt dazu? Welche Umstände gibt es hier? (Abg. Öllinger: Was wird das? – Abg. Gradwohl: Wer hat Ihre Rede geschrieben, Kollege Prinz?)
Abg. Öllinger: Was wird das? – Abg. Gradwohl: Wer hat Ihre Rede geschrieben, Kollege Prinz?
Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter bei Post, Bahn und Telekom lag in der jüngsten Vergangenheit bei rund 50 Jahren. (Abg. Öllinger: Was wird denn das?) Als Otto Normalverbraucher, als ganz gewöhnlicher Staatsbürger, frage ich mich: Wie kann es hier eigentlich zugehen? Was führt dazu? Welche Umstände gibt es hier? (Abg. Öllinger: Was wird das? – Abg. Gradwohl: Wer hat Ihre Rede geschrieben, Kollege Prinz?)
Abg. Gradwohl: Sehr gut!
Meine Damen und Herren! Wir als ÖVP sind für volle Aufklärung zum Themenbereich Frühpensionierungen bei Post, Bahn und Telekom. (Abg. Gradwohl: Sehr gut!) Wir lehnen aber zum jetzigen Zeitpunkt einen Untersuchungsausschuss ab, weil jetzt der Rechnungshof, die Staatsanwaltschaft und die Gerichte unabhängig und unbeeinflusst ihrer wichtigen Aufgabe nachkommen sollen. Wir schließen aber nach Klärung der Sachlage und einem allfälligen Spruch der Gerichte die Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses nicht aus, um beispielsweise die politische Verantwortung klären zu können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wir als ÖVP sind für volle Aufklärung zum Themenbereich Frühpensionierungen bei Post, Bahn und Telekom. (Abg. Gradwohl: Sehr gut!) Wir lehnen aber zum jetzigen Zeitpunkt einen Untersuchungsausschuss ab, weil jetzt der Rechnungshof, die Staatsanwaltschaft und die Gerichte unabhängig und unbeeinflusst ihrer wichtigen Aufgabe nachkommen sollen. Wir schließen aber nach Klärung der Sachlage und einem allfälligen Spruch der Gerichte die Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses nicht aus, um beispielsweise die politische Verantwortung klären zu können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Beate Hartinger (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Lieber Herr Kollege Kräuter! Im Unterausschuss des Rechnungshofausschusses haben Sie offensichtlich nicht aufgepasst, denn sonst wüssten Sie, dass sowohl Herr Minister Strasser als auch Herr Minister Reichhold und Herr Minister Böhmdorfer Maßnahmen und Reformen gesetzt haben, die dringend notwendig waren, weil Ihre Minister sie jahrelang nicht umgesetzt haben. Ich glaube, das haben Sie irgendwie verschlafen, ich weiß nicht, wie das ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Das haben ja Sie abgeschafft! – Abg. Dr. Mertel: Das ist Ihre Gleichbehandlung!
In einem Punkt, Herr Kollege Kräuter, haben Sie aber ausnahmsweise einmal Recht: dass die Missstände bei der Frühpensionierung wirklich ein Skandal sind. Für manche Mitarbeiter mag es ja sehr reizvoll sein, manche aber sind leider Gottes gegen ihren Willen in Pension geschickt worden. Manche Ärzte haben hier leider mit zweierlei Maß gemessen. Es kann nicht sein, dass beispielsweise ein Bauarbeiter in der Privatwirtschaft, der auf Grund seiner körperlichen schweren Arbeit wirklich körperliche Abnützungserscheinungen hat, nicht in Frühpension gehen kann (Abg. Öllinger: Das haben ja Sie abgeschafft! – Abg. Dr. Mertel: Das ist Ihre Gleichbehandlung!), ein Verwaltungsmitarbeiter bei Post, Telekom oder ÖBB aber sehr wohl, nur weil er in einem staatsnahen Betrieb tätig ist.
Abg. Dr. Kräuter: Wie beim Gaugg!
Lieber Kollege Kräuter! Die Staatsanwaltschaft prüft die strafrechtlichen Tatbestände, die es vielleicht gibt, der Rechnungshof prüft nach wirtschaftlichen Kriterien, ob es zu Besonderheiten und Auffälligkeiten gekommen ist. (Abg. Dr. Kräuter: Wie beim Gaugg!) Meine Fraktion sieht daher derzeit keine Notwendigkeit für die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Außerdem, lieber Herr Kollege Kräuter, verstehe ich nicht, warum gemäß Ihrem Antrag die Prüfung ab dem Februar 2000 beschlossen werden soll. Vorher war das nicht so? – Ich bin sicher, dass zu Ihrer Regierungszeit diese Tatbestände erst recht gegeben waren. Ich sage Ihnen nur eines: Gott sei Dank wurden unter dieser Regierung diese Missstände aufgedeckt. Dafür sind wir verantwortlich und dafür stehen wir. Merken Sie sich das! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird wieder ein Selbstfaller!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Öllinger. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird wieder ein Selbstfaller!)
Abg. Dr. Martin Graf: Wie kann etwas von 58 auf 59 gesunken sein?
Was passiert sonst noch, Frau Abgeordnete Hartinger? – Sie erzählen uns da schöne Geschichten, man müsste auch in der Vergangenheit untersuchen. Sehen Sie sich doch die Zahlen an! Nicht den Zahlensalat des Kollegen Prinz, der uns eine Zahl nach der anderen – schöne, gute statistische Zahlen – vorgetragen hat, sondern nehmen Sie die Zahlen aus dem Bereich der Post und Telekom her, wo das Pensionsantrittsalter von fast 58 Jahren gesunken ist auf 59 vom Jahr 1999 bis zum Jahr 2002. Wer ist dafür verantwortlich? (Abg. Dr. Martin Graf: Wie kann etwas von 58 auf 59 gesunken sein?) Wer ist dafür verantwortlich? Wer ist dafür verantwortlich, Frau Kollegin Hartinger? – Es wäre wirklich spannend, das zu untersuchen.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich kann mich daran erinnern, dass wir vor einem Jahr hier herinnen schon einmal über Post und Telekom diskutiert haben, als es die Demonstration gegeben hat, als es die Todesfälle bei der Telekom und bei der Post gegeben hat. Ich kann mich daran erinnern, dass es Abgeordnete von der FPÖ waren, die damals gesagt haben: Ja, da passiert einiges, was eigentlich nicht passieren dürfte. Und jetzt, wo die Menschen bei Post und Telekom nicht mehr gewusst haben, was sie machen sollen in diesem einen Jahr, jetzt, wo wirklich die Flucht in die Frühpension angetreten wurde, weil die Menschen keine andere Chance hatten, jetzt kommen Sie daher und schreien nach dem Staatsanwalt? Ist das nicht eine kleine Chuzpe, jetzt die Menschen dafür verantwortlich zu machen, dass sie in die Frühpension geschickt worden sind, dass sie keine andere Wahl hatten, als – wenn sie nur irgendwie ein Einkommen erzielen wollten – in Frühpension zu gehen? Das ist zu billig! Deshalb würde ich doch sehr dafür plädieren, dass man sich diese Causa tatsächlich in einem Untersuchungsausschuss näher ansieht. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der ganze Redebeitrag war so! – Abg. Dr. Khol: Redezeit! 5 Minuten!
Ich schließe ab mit einem humoristischen Beitrag. (Abg. Ing. Westenthaler: Der ganze Redebeitrag war so! – Abg. Dr. Khol: Redezeit! 5 Minuten!) Das Bundesministerium für Landesverteidigung, Stabstelle, hat ein Frage-Antwort-Spiel zur Vorruhestand-Karenzierungsregelung gemacht. (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Jung: Geh in den Ruhestand!)
Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Jung: Geh in den Ruhestand!
Ich schließe ab mit einem humoristischen Beitrag. (Abg. Ing. Westenthaler: Der ganze Redebeitrag war so! – Abg. Dr. Khol: Redezeit! 5 Minuten!) Das Bundesministerium für Landesverteidigung, Stabstelle, hat ein Frage-Antwort-Spiel zur Vorruhestand-Karenzierungsregelung gemacht. (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Jung: Geh in den Ruhestand!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): Immerhin handelt es sich beim Sozialplan um ein Bundesgesetz, das den gesamten öffentlichen Dienst der Republik Österreich betrifft. – Danke. Das ist "Humor" vom Feinsten. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)