Eckdaten:
Für die 112. Sitzung der 24. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 714 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Marktgemeinde Altenberg bei Linz zum Thema ,Petition zum weltweiten Atomausstieg‘“(Ordnungsnummer 101) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Marktgemeinde Strengberg betreffend ,Atommüllendlager in Grenznähe zu Österreich‘“(Ordnungsnummer 102) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht von der Abgeordneten Mag. Christiane Brunner
Petition betreffend „Lebensraum der Zwergohreule“ (Ordnungsnummer 103) (überreicht von der Abgeordneten Mag. Christiane Brunner)
überreicht von der Abgeordneten Mag. Christiane Brunner
Petition betreffend „Verbot von Kastenständen in der Schweinehaltung“ (Ordnungsnummer 104) (überreicht von der Abgeordneten Mag. Christiane Brunner)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Gemeinde Weiden an der March betreffend ,Resolution zum weltweiten Atomausstieg‘“(Ordnungsnummer 105) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Stadtgemeinde Neumarkt am Wallersee betreffend ,Resolution zum weltweiten Atomausstieg‘“(Ordnungsnummer 106) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Stadtgemeinde Ebreichsdorf betreffend ,Resolution zum weltweiten Atomausstieg‘“(Ordnungsnummer 107) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Stadtgemeinde Mödling betreffend ,Resolution zum weltweiten Atomausstieg‘“(Ordnungsnummer 108) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Stadtgemeinde Deutsch-Wagram zum weltweiten Atomausstieg“ (Ordnungsnummer 109) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Marktgemeinde Karlstein an der Thaya zum weltweiten Atomausstieg“ (Ordnungsnummer 110) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Marktgemeinde Gaweinstal zum weltweiten Atomausstieg“ (Ordnungsnummer 111) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Abg. Rauch-Kallat leistet die Angelobung mit den Worten „Ich gelobe“.
(Abg. Rauch-Kallat leistet die Angelobung mit den Worten „Ich gelobe“.)
Allgemeiner Beifall.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich darf Sie sehr herzlich in unserer Mitte begrüßen. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren, ist es Stillstand, wenn man sich zur Nummer eins in Europa durchkämpft, was die Arbeitslosigkeit betrifft? (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Oder ist es Stillstand, wenn man ein dynamisches Wirtschaftswachstum hat, wenn Österreich hinsichtlich seiner Wettbewerbsfähigkeit an zweiter Stelle hinter Deutschland liegt?
ironische Heiterkeit des Abg. Grosz
Ein zweiter Gegenbeweis gegen den angeblichen Stillstand: Na werfen wir einen Blick in die Bundesländer. Ist das Stillstand oder Reform, wenn man in die Steiermark schaut? Beispielsweise Franz Voves und Hermann Schützenhöfer mit ihrer Reform-Agenda – ein bahnbrechendes Konzept (ironische Heiterkeit des Abg. Grosz), das sowohl Politik als auch Verwaltung bis hin in die Gemeindestrukturen umfasst. (Zwischenrufe.) Eine Reduzierung in der Politik, in der Regierung, eine Reduzierung im Landtag, aber auch sehr viele Reformen in der Landesverwaltung bis hin zu den Bezirksverwaltungsbehörden und Gemeinden. Das kann sich wirklich sehen lassen. (Abg. Grosz: Halbieren wir endlich den Nationalrat! – Weitere Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.)
Zwischenrufe.
Ein zweiter Gegenbeweis gegen den angeblichen Stillstand: Na werfen wir einen Blick in die Bundesländer. Ist das Stillstand oder Reform, wenn man in die Steiermark schaut? Beispielsweise Franz Voves und Hermann Schützenhöfer mit ihrer Reform-Agenda – ein bahnbrechendes Konzept (ironische Heiterkeit des Abg. Grosz), das sowohl Politik als auch Verwaltung bis hin in die Gemeindestrukturen umfasst. (Zwischenrufe.) Eine Reduzierung in der Politik, in der Regierung, eine Reduzierung im Landtag, aber auch sehr viele Reformen in der Landesverwaltung bis hin zu den Bezirksverwaltungsbehörden und Gemeinden. Das kann sich wirklich sehen lassen. (Abg. Grosz: Halbieren wir endlich den Nationalrat! – Weitere Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Grosz: Halbieren wir endlich den Nationalrat! – Weitere Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.
Ein zweiter Gegenbeweis gegen den angeblichen Stillstand: Na werfen wir einen Blick in die Bundesländer. Ist das Stillstand oder Reform, wenn man in die Steiermark schaut? Beispielsweise Franz Voves und Hermann Schützenhöfer mit ihrer Reform-Agenda – ein bahnbrechendes Konzept (ironische Heiterkeit des Abg. Grosz), das sowohl Politik als auch Verwaltung bis hin in die Gemeindestrukturen umfasst. (Zwischenrufe.) Eine Reduzierung in der Politik, in der Regierung, eine Reduzierung im Landtag, aber auch sehr viele Reformen in der Landesverwaltung bis hin zu den Bezirksverwaltungsbehörden und Gemeinden. Das kann sich wirklich sehen lassen. (Abg. Grosz: Halbieren wir endlich den Nationalrat! – Weitere Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Landeshauptmann Dörfler durchaus anzuerkennen. Da haben wir ja einen jahrzehntelangen Stillstand beendet. Bundeskanzler Werner Faymann hat das Zeitfenster richtig erkannt, Staatssekretär Josef Ostermayer mit der Umsetzung beauftragt, der hat das grandios gemacht. Ich möchte aber hinzufügen, dass auch Landeshauptmann-Stellvertreter Peter Kaiser da seine Verdienste hat, der im Hintergrund sehr viel zu dieser Lösung beigetragen hat, die wir heute beschließen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Grosz
Wenn ich zur ÖVP schaue, meine Damen und Herren, auch Landeshauptmann Sausgruber, das muss man durchaus erwähnen (Zwischenruf des Abg. Grosz), hat zumindest die Blockade aufgegeben, was den Pflegefonds betrifft. Also da ist sicher noch Luft nach oben vorhanden, was das Reformanimo betrifft. Aber immerhin, auch das ist anzuerkennen.
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren von der FPÖ, ich denke da an Ihren erbärmlichen Parteitag in Graz. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie wollen zurück zum Schilling. Das ist eine besondere Chuzpe, denn beim Hypo-Desaster, das Sie ja mit verursacht haben, hätte das bedeutet, dass die Republik Österreich für 300 Milliarden Schilling gehaftet hätte. Seien Sie mir nicht böse, das hätte den Bankrott für Österreich bedeutet. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren von der FPÖ, ich denke da an Ihren erbärmlichen Parteitag in Graz. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie wollen zurück zum Schilling. Das ist eine besondere Chuzpe, denn beim Hypo-Desaster, das Sie ja mit verursacht haben, hätte das bedeutet, dass die Republik Österreich für 300 Milliarden Schilling gehaftet hätte. Seien Sie mir nicht böse, das hätte den Bankrott für Österreich bedeutet. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wenn der Herr Strache da immer wieder von einem EU-Austritt philosophiert, dann ist das ja einfältig! Ist dem Herrn Strache nicht klar, dass sich mehr als 70 Prozent des Handelsvolumens Österreichs mit der EU abspielen? Es ist ja unglaublich! (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Oder das personelle Angebot: Der Herr Scheuch soll nicht auf die Regierungsbank, der sitzt ja heute auf der Gerichtsbank. Oder wenn Sie Frau Rosenkranz mit ihren Problemen mit dem Verbotsgesetz als Ministerin vorschlagen oder den Herrn Stefan: Immer wenn Deutschland beim Fußball gewinnt, freut er sich, dass die Deutschnationalen gewonnen haben. Also bitte, nicht bös’ sein, bleiben Sie uns inhaltlich und personell mit Ihren Vorstellungen vom Leib! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Neugebauer: Und Ministerchauffeuren! Geheimnisträger!
Ich nehme nur das Beispiel von der Pragmatisierung heraus, meine Damen und Herren. Ein für alle Mal wird zu klären sein: Pragmatisierungen bei der Exekutive, bei Finanzprüfern, Richtern und Staatsanwälten – und das war’s dann! (Abg. Neugebauer: Und Ministerchauffeuren! Geheimnisträger!) – Und damit wird der öffentliche Dienst natürlich sprunghaft flexibler, moderner, sparsamer und wirtschaftlicher.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, ein fünfter Gegenbeweis gegen den Stillstand ist gesellschaftspolitisch festzustellen. Wir diskutieren sehr intensiv Verteilungsgerechtigkeit in Österreich, und ich bin sehr froh, dass unser Herr Bundespräsident in der „Pressestunde“ einen Wettbewerb der Ideen ausgerufen hat. Wie macht man Österreich gerechter? Wie kann man die soziale Balance verbessern? Unbestritten ist – natürlich auch vonseiten der ÖVP –, dass die Schere zwischen Arm und Reich in unserem Land auseinandergeht. Es gibt in Österreich rund 37 000 Millionäre und 300 Leute, die mehr als 100 Millionen Dollar ihr Eigentum nennen. Die kann man doch stärker besteuern, um den Mittelstand auf der anderen Seite zu entlasten, die Häuselbauer, die Leistungsträger, die tagtäglich ihre Leistung bringen. Die, die mit dem Laptop in der Karibik sitzen, die Börsenkurse beobachten und dann auf Enter drücken, um irgendwo abzuräumen, das sind nicht die Leistungsträger, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich sage daher: Schluss mit dem Stillstandsgerede und Stillstandsgetue! Alle, die das in Zukunft noch proklamieren, werden wir fragen: Was ist eigentlich deine Leistung? Alle sind eingeladen und alle sollen dazu beitragen, dass unser Österreich ein Stück gerechter und ein Stück moderner wird. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das heißt, die Bürgerinnen und Bürger bekommen schnell Informationen, aber auf der anderen Seite ersparen sie sich auch Amtswege. Das ist, glaube ich, etwas, das besonders hervorzuheben ist. Sich Amtswege zu ersparen, bedeutet für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler natürlich auch Einsparungen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir starten diesen Reformdialog also im Herbst, sehr geehrte Damen und Herren, und wir starten ihn heute gemeinsam mit Ihnen. Ich möchte alle dazu einladen, sich daran zu beteiligen, damit wir als öffentlicher Dienst fit für das 21. Jahrhundert sind. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Gesellschaft wird immer komplexer, daher muss auch das Handeln immer vielfältiger sein. Ich kann also nur unterstreichen, was auch die Frau Ministerin gesagt hat: Es geht darum, den öffentlichen Dienst fit zu halten, und wie Sie selber wissen, kann man das nicht mit einer Maßnahme erreichen, die man einmal setzt, und dann kommt nie wieder etwas, sondern das ist ein beständiger Prozess. Dieser beständige Prozess ist am Laufen, basiert jetzt auf den neuen Daten und Fakten, die die Frau Ministerin durch den Beirat erhalten hat, wird weitergeführt, und ich bin überzeugt davon und stehe auch zu hundert Prozent dahinter, dass die Kolleginnen und Kollegen des öffentlichen Dienstes ausgezeichnete Arbeit leisten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Zanger: Und die ÖVP? Da hat die ÖVP nichts zu tun damit?
Es gibt zwei Zugänge: Der eine ist – und das sage ich auch als aktive Bürgermeisterin –, dass man Politik mit Weitsicht und mit Nachhaltigkeit betreibt und schon weiß, wie viel man ausgeben kann und welche Einnahmen man hat; entsprechend ist auch zu budgetieren. Der zweite Zugang ist der, dass man einfach ausgibt und dann feststellt – so wie in der Steiermark –, dass man 5 Milliarden € Schulden angehäuft hat und allein im normalen Jahresabschluss 1 Milliarde Defizit hat. (Abg. Zanger: Und die ÖVP? Da hat die ÖVP nichts zu tun damit?)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Zanger.
Dennoch sind diese Maßnahmen zu treffen. Ich warne nur: Zerschlagen sind Strukturen sehr rasch, aber das Aufbauen kann Jahrzehnte dauern! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Zanger.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pendl: Das stimmt!
sionen Mehrkosten von 350 Millionen €. Bis zum Jahr 2016 sind das nahezu 700 Millionen € – auch das muss einmal gesagt werden! Es hilft alles nichts, wenn wir zwar Berichte haben und Lösungsansätze durch den Rechnungshof bekommen, wenn die Bundesländer diese nicht umsetzen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pendl: Das stimmt!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Moser: Aber die meisten beschließen ja Sie selber!
Wir brauchen Treffsicherheit in der Auswirkung und vor allem verständliche und praxistaugliche Gesetzesgrundlagen für jene Frauen und Männer, die diese Gesetze draußen umzusetzen haben und die auf Grundlage dieser Gesetze auch zu arbeiten haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Moser: Aber die meisten beschließen ja Sie selber!)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Neubauer.
Meine Damen und Herren, wenn ich mir anschaue, was in den letzten Wochen und Monaten aufgeführt wurde, etwa mit den Pädagoginnen und Pädagogen, mit der Exekutive, mit den Justizbeamten – „unfähig“ und „faul“, hat es geheißen. Wir als Dienstgeber haben sie nicht in Schutz genommen! Ja, was erwarten wir denn eigentlich? Wir müssen es auch sein, die nicht nur dafür sorgen, dass die Frauen und Männer im öffentlichen Dienst die bestmögliche Ausbildung haben, dass sie auch Karrieremöglichkeiten und Aufstiegschancen haben, sondern die ihnen auch Mut machen und Motivation geben und die ihnen vor allem ihre tagtägliche nicht einfache Arbeit nicht erschweren, sondern erleichtern. Ich sage ihnen heute von dieser Stelle aus allen ein herzliches Dankeschön. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Neubauer.)
Beifall bei der FPÖ
Abgeordneter Werner Herbert (FPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Kollege Kräuter, der von Ihnen so schmählich abgehandelte freiheitliche Landesparteitag in Graz war ein grandioser Zukunftsparteitag der FPÖ (Beifall bei der FPÖ) und hat einmal mehr gezeigt, dass es nur eine Zukunftshoffnung für dieses Land gibt, und die heißt HC Strache. – Merken Sie sich das! (Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Kräuter.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Kräuter.
Abgeordneter Werner Herbert (FPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Kollege Kräuter, der von Ihnen so schmählich abgehandelte freiheitliche Landesparteitag in Graz war ein grandioser Zukunftsparteitag der FPÖ (Beifall bei der FPÖ) und hat einmal mehr gezeigt, dass es nur eine Zukunftshoffnung für dieses Land gibt, und die heißt HC Strache. – Merken Sie sich das! (Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Kräuter.)
Beifall bei der FPÖ.
Nun zum Thema. Jawohl, unsere Beamten und Vertragsbediensteten leisten hervorragende Arbeit, gemessen an den bescheidenen und oft auch unzumutbaren Rahmenbedingungen, die ihnen diese Bundesregierung vorgibt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn wir hier vom öffentlichen Dienst sprechen, dann sprechen wir ja nicht nur von „klassischen“ Verwaltungsbeamten. Der öffentliche Dienst ist ja in eine Vielzahl von einzelnen berufsspezifischen Zweigen gegliedert. Ich greife beispielsweise unsere Polizistinnen und Polizisten heraus, aber auch die Heeresangehörigen, die Richter und Staatsanwälte, die Lehrerinnen und Lehrer, um nur einige zu nennen. Es ist daher völlig unverständlich, dass all diese verschiedenen Berufsgruppen noch immer unter einem einheitlichen und allgemeinen Dienstrecht zusammengefasst sind. Da bedarf es berufsspezifischer, separater, auf die jeweiligen Aufgabenstellungen abgestimmter Regelungen, die diesen Beamten und Verwaltungsbediensteten den rechtlichen Rahmen geben, ihre Rechte und Befugnisse, aber auch ihre Pflichten genau wahrnehmen zu können, wobei diese genau definiert sein müssen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich darf Sie daher auffordern: Setzen Sie endlich Maßnahmen, denn ich nehme zur Kenntnis, dass Sie offensichtlich unseren Beamten und Verwaltungsbediensteten nicht die erforderliche Wertschätzung entgegenbringen! Ich denke, da haben Sie dringenden Handlungsbedarf. Glauben Sie mir, auch diese kleinen Beamten und Verwaltungsbediensteten, die Sie da im Stich lassen, sind Wähler. Wenn Sie so weitermachen, dann garantiere ich Ihnen: Sie werden am Ende des Tages, spätestens am nächsten Wahltag, Ihr blaues Wunder – im wahrsten Sinne des Wortes – erleben. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Vor diesem Hintergrund ist es bedeutsam und sehr wichtig, im Rahmen dieses Reformdialogs auch darüber zu sprechen, dass eine der wichtigen Maßnahmen auch jene ist – und das ist unsere klare Haltung! –, die Zuständigkeit für die PädagogInnen auf Bundesebene zu heben. Nur dadurch werden wir zu einheitlichen Standards kommen, nur dadurch werden wir wirklich zu einer gerechten Entlohnung und zu gerechten Rahmenbedingungen kommen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
rung? – Sie verspricht 1 000 neue Polizeibeamte. Doch bis heute sind noch keine gesichtet worden. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie der Abgeordneten Neubauer und Mag. Stefan.
Sehen wir uns nun das Bundesheer an! – Als unverdächtigen Zeugen ziehe ich da die Volksanwaltschaft heran, wo Herr Kostelka, ein SPÖler, zuständig ist. In Anbetracht dessen, was man da über den Zustand der Kasernen hört, darf es einen nicht wundern, wenn man kein Vertrauen mehr zum Dienstgeber hat. Denn: Das Bundesheer ist in einem so schlechten Zustand wie noch nie in der Zweiten Republik. (Beifall beim BZÖ sowie der Abgeordneten Neubauer und Mag. Stefan.)
Neuerlicher Beifall beim BZÖ.
Wir haben in Österreich derzeit einen Verteidigungsminister, der im Negativen nicht mehr zu überbieten ist. Ja er ist und wird auch der schlechteste Verteidigungsminister der Zweiten Republik bleiben! (Neuerlicher Beifall beim BZÖ.)
Abg. Neugebauer: Weil es sich bewährt hat! Du hast leider keine Ahnung von dem Ganzen!
Der Schulbereich bietet folgendes Bild: ein total veraltetes System, Strukturen, die kaum noch nachvollziehbar sind, Bundeszuständigkeit, Landeszuständigkeit. Es gab eine große Debatte, und da muss man auch die Rolle der Gewerkschaft erwähnen. Präsident Neugebauer hat es als Bewahrer dieses Systems auf den Punkt gebracht: Veränderung: Njet! So etwas gibt es nicht! Nachdem sich alle in der Frage: Soll es jetzt einheitlich eine Bundeszuständigkeit geben oder einheitlich eine Landeszuständigkeit?, zerstritten haben, hat Präsident Neugebauer als einzigen Vorschlag gebracht: Lassen wir alles so, wie es ist! (Abg. Neugebauer: Weil es sich bewährt hat! Du hast leider keine Ahnung von dem Ganzen!)
Beifall beim BZÖ.
Nun, meine sehr geehrten Damen und Herren, was, sagen wir, wäre klug, wohin soll der Zug gehen? – Wir sagen: Entbürokratisierung, schlanke Verwaltung und damit mehr Flexibilität! Daran führt kein Weg vorbei! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Im Schulbereich haben wir zurzeit eine Fülle von Pensionierungen. Jetzt wäre daher der ideale Zeitpunkt, dort etwas zu ändern. Frau Bundesministerin, her mit dem Reformpaket! Da haben Sie uns jedenfalls als Partner. Aber auch da haben wir jahrelang Ankündigungen gehört. Uns fehlt daher der Glaube, dass Sie es zuwege bringen werden, das in einem eigenen Gesetzesvorschlag hier vorzulegen. (Beifall beim BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Abschließend komme ich noch zu den Ministersekretären, damit Sie sehen, wie da gearbeitet wird. Wir haben ja (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Rufe bei der SPÖ: Die Redezeit ist abgelaufen!
Ich komme schon zum Schlusssatz. – Wir haben derzeit 150 politische Sekretäre. Die nehmen die Verwaltung in den Würgegriff. Da handelt es sich um keine offiziellen Weisungen. (Rufe bei der SPÖ: Die Redezeit ist abgelaufen!) Sie werden ausgegeben als Empfehlungen des Ministers oder der Ministerin, die immer dazukommen und ...
Beifall beim BZÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Windholz.
(Beifall beim BZÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Windholz.)
Abg. Scheibner: Wo sind die? – Abg. Petzner: Wo?
Nur ganz kurz repliziert: In Anbetracht dessen, dass ihr 3 000 Polizistinnen und Polizisten planstellenmäßig eingespart habt, finde ich es sinnlos, dass ihr jetzt bei jeder Gelegenheit hergeht und sagt: Wir brauchen mehr Leute! Diese Bundesregierung war es, die tausend zusätzliche Planstellen allein für die Exekutive geschaffen hat. (Abg. Scheibner: Wo sind die? – Abg. Petzner: Wo?) Die muss man ja aufnehmen und ausbilden, das wisst ihr ganz genau! Eines steht fest: Nach dieser Legislaturperiode werden trotz Pensionsnachbesetzungen tausend Kolleginnen und Kollegen mehr da sein. Das ist eine richtige Maßnahme, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Opposition, und die wurde von dieser Bundesregierung gesetzt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Petzner: Gesehen haben wir noch nichts davon!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Petzner: Gesehen haben wir noch nichts davon!
Nur ganz kurz repliziert: In Anbetracht dessen, dass ihr 3 000 Polizistinnen und Polizisten planstellenmäßig eingespart habt, finde ich es sinnlos, dass ihr jetzt bei jeder Gelegenheit hergeht und sagt: Wir brauchen mehr Leute! Diese Bundesregierung war es, die tausend zusätzliche Planstellen allein für die Exekutive geschaffen hat. (Abg. Scheibner: Wo sind die? – Abg. Petzner: Wo?) Die muss man ja aufnehmen und ausbilden, das wisst ihr ganz genau! Eines steht fest: Nach dieser Legislaturperiode werden trotz Pensionsnachbesetzungen tausend Kolleginnen und Kollegen mehr da sein. Das ist eine richtige Maßnahme, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Opposition, und die wurde von dieser Bundesregierung gesetzt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Petzner: Gesehen haben wir noch nichts davon!)
Heiterkeit.
Kollege Herbert, wir wissen doch alle, wie das Geschäft läuft. (Heiterkeit.) Probleme aus einem anderen Fachministerium der Ministerin für den öffentlichen Dienst vorzuhalten, also das können wir uns ersparen! Ich meine, wir sollten hier wirklich bei der Sache bleiben.
Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.
Meine geschätzten Damen und Herren, ich habe über ein Jahrzehnt hier immer wieder gesagt: Machen wir aus dem öffentlichen Dienst nicht ausschließlich einen Kostenfaktor! Das haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im öffentlichen Dienst – rund 480 000 auf allen Ebenen der Gebietskörperschaften – nicht verdient! (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.) Sie leisten hervorragende Arbeit, und wir sollten ihnen gemein
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
sam dafür danken, meine sehr geehrten Damen und Herren, und nicht ununterbrochen nur kritisieren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Pendl reicht Bundesministerin Heinisch-Hosek die Hand.
Frau Bundesminister, ich darf Ihnen zu Ihren Aktivitäten sehr herzlich gratulieren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Pendl reicht Bundesministerin Heinisch-Hosek die Hand.)
Beifall des Abg. Dr. Bartenstein.
Wir haben in Österreich eine Verwaltung auf hohem Niveau. Wir meistern große Herausforderungen. Konkret angesprochen wurde die Entwicklung im Bereich des E-Government. Die OECD sagt, dass es so wie Österreich kein anderes Industrieland geschafft hat, im öffentlichen Dienst Reduktionen vorzunehmen. Da gibt es Vergleiche zu anderen Ländern: Wir haben 11,4 Prozent öffentlich Bedienstete im Vergleich zu den Gesamtbeschäftigten, während es in Skandinavien – in Norwegen zum Beispiel – 29,3 Prozent sind. Das heißt, unsere öffentliche Verwaltung ist schlank aufgestellt. (Beifall des Abg. Dr. Bartenstein.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Gaßner.
Sehr geehrte Damen und Herren! Unser öffentlicher Dienst wird, wie gesagt, international hervorragend eingestuft. Ich möchte an dieser Stelle allen Mitarbeitern im öffentlichen Dienst, den 350 000 Beschäftigten, herzlich Danke sagen für ihre hervorragende Arbeit, die sie leisten. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Gaßner.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Wir brauchen selbstverständlich mehr Flexibilität, mehr Modernität und mehr Mobilität im öffentlichen Dienst – keine Frage! Aber wir brauchen, Kollege Windholz, auch mehr Durchlässigkeit; die ist auch im Bericht angesprochen. Wir müssen flexibler werden beim Dienst an unseren Bürgerinnen und Bürgern. Wir müssen daher für attraktive Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst sorgen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Zusammenfassend: Ich bin zuversichtlich, dass vieles von dem, was die Experten angeregt haben, umgesetzt werden kann. Die Expertinnen und Experten unterstützen auch die Positionen der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst. Ich darf auch daran erinnern, sehr geehrte Frau Bundesministerin, dass die Gewerkschaft meint: Was hindert uns an der Umsetzung? (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Sie fordert Sie auf, in die Verhandlungen einzutreten.
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Meiner Meinung nach steht einer sozialpartnerschaftlichen Lösung nichts im Wege. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Walter Rosenkranz (FPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Herr Kollege Pendl hat zuvor gemeint und damit die Opposition gescholten, dass sie sich mit dem Thema, das hier zur Debatte steht, nicht auseinandersetzt. Nun, wenn ich die Worte von Herrn Zentralsekretär Kräuter hier hernehme, dann muss ich sagen: Er hat hier eine glatte Themenverfehlung gemacht, denn mit dem Thema der heutigen Aktuellen Stunde: „Modern, serviceorientiert, sparsam – Perspektiven für den öffentlichen Dienst“ hat er sich überhaupt nicht auseinandergesetzt. Er hat hier also eine glatte Themenverfehlung begangen – eine Themenverfehlung, die mit den inhaltlichen Mängeln ein glattes „Nicht genügend“ ergeben hätte. Aber mit einem „Nicht genügend“ kann man ja bei der SPÖ ganz locker aufsteigen. Er braucht nur ein Modul beim Renner-Institut, und dann wird es schon wieder für die nächste Periode gehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Modern, serviceorientiert, sparsam – das wäre glatt das, was er hätte sagen müssen, wenn er sich tatsächlich informiert hätte darüber, was am freiheitlichen Bundesparteitag in Graz stattgefunden hat. Dann hätten Sie nämlich gewusst, dass diese Worte, nämlich „modern“, „serviceorientiert“, „sparsam“, nicht nur eine Perspektive für den öffentlichen Dienst sein müssen, sondern für ganz Österreich – und das mit der FPÖ und H.C. Strache. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
liarden zur Rettung von deutschen, englischen und französischen Pleitebanken und Spekulanten nach Griechenland zu schaffen. Da entwickeln Sie ein Rekordtempo, da ist von Stillstand mit Sicherheit nicht die Rede! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und wenn Sie uns sagen, was da alles im öffentlichen Dienst weitergeht: Lehrer-Dienstrecht – was geht dort weiter? Dabei wäre das so derartig notwendig, dass hier etwas weitergeht! Frau Bundesministerin Schmied hat gesagt, sie hat sich von den großen Reformen verabschiedet, es geht jetzt nur mehr in kleinen Schritten weiter. Was sich hier tut, das sind keine kleinen Schritte, sondern das sind eingeschlafene Füße. Dabei müssten Sie gerade in dieser Frage des Lehrerdienstrechtes, wo es um eine Attraktivierung des Berufes, um höhere Einstiegsgehälter geht, Tag und Nacht verhandeln, denn es werden uns in Zukunft durch Pensionierungen sehr viele Lehrer abhanden kommen, und diese Posten müssen nachbesetzt werden. Aber was soll man jungen Menschen, die heute ihre Berufswahl treffen wollen, dann anbieten, wenn wir ihnen sagen: Lehrerdienstrecht, Lehrerausbildung, alles in der Warteschleife, wir können euch keine Sicherheit geben? – Genau das wäre aber notwendig. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das wäre das Wichtige – und bitte tun Sie etwas! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
wie wir den öffentlichen Dienst reformieren können, haben wir gleich null gehört. Ich finde, es ist auch sehr typisch für die „Ernsthaftigkeit“, mit der die Kolleginnen und Kollegen der Regierungsparteien hier diskutieren, wenn sich der Präsident der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst nicht einmal zu Wort meldet in dieser Angelegenheit. Das scheint mir schon einigermaßen erstaunlich zu sein und spricht aus meiner Sicht Bände für die Ernsthaftigkeit, mit der Sie sich damit auseinandersetzen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn ich von meiner Schule, einer Bundesschule, aus dem Fenster schaue, sehe ich eine Berufsschule, in Landesobliegenheit. 300 Meter entfernt ist eine Hauptschule. Drei Mal verschiedene Schulträger: das Land, die Gemeinde, der Bund, drei Mal verschiedene Dienstrechte, drei Mal aber Pädagoginnen und Pädagogen. Man kann da nicht einmal kooperieren! Und da sagt die Ministerin: Ich bin realistisch, ich gebe da auf, eine große Reform kommt nicht in Frage! – So werden wir diesen Staat nicht nach vorne bringen, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
„Modern, serviceorientiert, sparsam“ – meine Damen und Herren, ich kann nur sagen, das ist ein Hohn für die Bediensteten im öffentlichen Dienst, das ist aber der noch größere Hohn für diejenigen, die sich von diesem öffentlichen Dienst jene Serviceleistung erwarten, die sie sich zu Recht erhoffen, weil sie sie ja schlussendlich bezahlen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Frau Minister, genug gezahlt für Rot-Schwarz! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ
sondern eine „Privilegienschutz-Ministerin“, so möchte ich Sie einmal bezeichnen. Einerseits predigen Sie Privilegienabbau – und im selben Augenblick beschließen Ihre Regierungsschergen (Zwischenrufe bei der SPÖ) diese Woche hier im Nationalrat eine Klausel: Bürgermeister – natürlich geht es da zu 99 Prozent um rote und schwarze –, welche ehemalige Beamte waren, können neben der Frühpension 100 Prozent des Bürgermeistergehalts beziehen, und das wollen Sie jetzt auch für ASVG-Bürgermeister durchsetzen, die wiederum Ihrer Couleur sind. Das ist Privilegienrittertum, Frau Minister – und nicht Privilegienabbau! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
sondern eine „Privilegienschutz-Ministerin“, so möchte ich Sie einmal bezeichnen. Einerseits predigen Sie Privilegienabbau – und im selben Augenblick beschließen Ihre Regierungsschergen (Zwischenrufe bei der SPÖ) diese Woche hier im Nationalrat eine Klausel: Bürgermeister – natürlich geht es da zu 99 Prozent um rote und schwarze –, welche ehemalige Beamte waren, können neben der Frühpension 100 Prozent des Bürgermeistergehalts beziehen, und das wollen Sie jetzt auch für ASVG-Bürgermeister durchsetzen, die wiederum Ihrer Couleur sind. Das ist Privilegienrittertum, Frau Minister – und nicht Privilegienabbau! (Beifall beim BZÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Da, Frau Minister, hätten Sie Aufräumbedarf! (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim BZÖ.
Zum Schlusssatz kommend: Die österreichischen Steuerzahler haben schon genug gezahlt für Ihre rot-schwarze Privilegienpolitik. Daher: Machen Sie dem ein Ende! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Frau Präsidentin, ich werde akzeptieren, wenn Sie das heute nicht machen, aber ich kündige an, dass wir das dann am Freitag neuerlich beantragen werden. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da schauen Sie aber nicht gut aus dabei, dass Sie das nicht zulassen! Wollen Sie auch zwei Monate auf Urlaub gehen? – Abg. Kopf: Sie hält sich an die Geschäftsordnung!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, Sie haben bereits vorweggenommen, was meine Entscheidung sein wird. Entsprechend § 46 in Verbindung mit § 59 GOG lasse ich diesen Antrag jetzt nicht zu, weil er erst zu stellen wäre im Zusammenhang mit dem Beschluss auf Beendigung der Tagung. (Abg. Ing. Westenthaler: Da schauen Sie aber nicht gut aus dabei, dass Sie das nicht zulassen! Wollen Sie auch zwei Monate auf Urlaub gehen? – Abg. Kopf: Sie hält sich an die Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie gegen den Herrn Zögernitz?
Weiters stelle ich fest, dass der Zögernitz-Kommentar da am Thema vorbeigeht beziehungsweise fast ein wenig oberflächlich formuliert ist; das sage ich ganz offen. Daher meine diesbezügliche Entscheidung. (Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie gegen den Herrn Zögernitz?)
Oh-Rufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Inhaltlich kann man natürlich diesem Antrag nähertreten, weil gerade in schwierigen Zeiten die Politik ganz besonders gefordert ist, auch im parlamentarischen Prozess aktiv zu sein, aber ich möchte schon darauf hinweisen, dass in der letzten Präsidialkonferenz der Klubobmann des BZÖ keinen Einwand hatte, als es dort um das Tagungsende ging. Der BZÖ-Klubobmann hat dem Tagungsende zugestimmt. (Oh-Rufe bei der FPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei FPÖ und SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich finde es unerhört, dass Herr Abgeordneter Stadler seinem Klubobmann Bucher so brutal in den Rücken fällt! (Heiterkeit und Beifall bei FPÖ und SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Bevor ich dem ersten Redner das Wort erteile, darf ich auf dem Balkon den Herrn Botschafter der Republik Slowenien seine Exzellenz Aleksander Gerzina sehr herzlich begrüßen. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Mag. Stadler: Wo ist denn der Scheuch? – Abg. Grosz: Und wo ist der Scheuch?
Ich begrüße sehr herzlich den Landeshauptmann von Kärnten Gerhard Dörfler. (Abg. Mag. Stadler: Wo ist denn der Scheuch? – Abg. Grosz: Und wo ist der Scheuch?)
Allgemeiner Beifall.
Ich begrüße ganz besonders herzlich, darf ich sagen, die Vertreterinnen und Vertreter der Kärntner Sloweninnen und Slowenen Sturm und Sadovnik. – Herzlich willkommen! (Allgemeiner Beifall.) – Ich hoffe, ich habe jetzt bei der Begrüßung niemanden vergessen.
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Als erster Redner gelangt Herr Abgeordneter Dr. Wittmann zu Wort. 9 Minuten Redezeit. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.)
Abg. Mag. Gaßner: Es sind nur Herren!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrter Herr Vizekanzler! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! (Abg. Mag. Gaßner: Es sind nur Herren!) Hohes Haus! Wenn man nach 56 Jahren eine Regelung trifft, die den Staatsvertrag betrifft, dann kann man dies, so glaube ich, durchaus als historischen Moment bezeichnen. Und ich hoffe auch, dass wir heute eine einstimmige Lösung für dieses Problem finden, weil ich glaube, dass es notwendig ist, hier eine dauerhafte und stabile Lösung zu beschließen, um auf dieser aufbauend mit den Volksgruppen auch weiterhin in einem Dialog bleiben zu können.
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Was sind die Grundlagen? – Die Grundlage Nummer eins ist Artikel 7 des Staatsvertrags von 1955, in dem die Rechte der Minderheiten geregelt sind. Man hat aufbauend auf diesem Staatsvertrag versucht, 1971 eine Regelung zu treffen, die im Wesentlichen eine Regelung mit 20 Prozent umfasst hat. Man hat versucht, die Ortstafeln diesem Beschluss entsprechend aufzustellen – und wir alle kennen die sehr unangenehmen Bilder, die daraus entstanden sind, weil ein Teil der Bevölkerung damit nicht einverstanden war, was wahrscheinlich aus einem unterschiedlichen Gerichts- – pardon, Geschichtsverständnis! – entstanden ist. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Das hat aber trotzdem gezeigt, dass man ein derartiges Problem gegen einen Teil der Bevölkerung nur schwer lösen kann.
Abg. Petzner: Ihr habt es verhindert! Ihr habt es verhindert!
Es hat dann 2006 unter der Regierung Schüssel einen Lösungsversuch gegeben. (Abg. Petzner: Ihr habt es verhindert! Ihr habt es verhindert!) Ich will schon auf Argumente, die meine Nachredner bringen werden, eingehen. Ich glaube, dass es müßig ist, sich wechselseitig vorzuwerfen, wer wann irgendetwas verhindert hätte (Abg. Petzner: Die SPÖ war dagegen!), welche Gruppe wann irgendwo dagegen gestimmt hat. (Abg. Bucher: Ja, aber bei der Wahrheit muss man schon bleiben!) Es hat mehrmals Versuche gegeben, das zu lösen. 2007 hat es auch einen Versuch Gusenbauer gegeben. Wollen wir in die Zukunft blicken und sagen, dass es diesmal eine Konsenslösung gibt und von dieser Konsenslösung aus ein Neubeginn gestartet werden kann.
Abg. Petzner: Die SPÖ war dagegen!
Es hat dann 2006 unter der Regierung Schüssel einen Lösungsversuch gegeben. (Abg. Petzner: Ihr habt es verhindert! Ihr habt es verhindert!) Ich will schon auf Argumente, die meine Nachredner bringen werden, eingehen. Ich glaube, dass es müßig ist, sich wechselseitig vorzuwerfen, wer wann irgendetwas verhindert hätte (Abg. Petzner: Die SPÖ war dagegen!), welche Gruppe wann irgendwo dagegen gestimmt hat. (Abg. Bucher: Ja, aber bei der Wahrheit muss man schon bleiben!) Es hat mehrmals Versuche gegeben, das zu lösen. 2007 hat es auch einen Versuch Gusenbauer gegeben. Wollen wir in die Zukunft blicken und sagen, dass es diesmal eine Konsenslösung gibt und von dieser Konsenslösung aus ein Neubeginn gestartet werden kann.
Abg. Bucher: Ja, aber bei der Wahrheit muss man schon bleiben!
Es hat dann 2006 unter der Regierung Schüssel einen Lösungsversuch gegeben. (Abg. Petzner: Ihr habt es verhindert! Ihr habt es verhindert!) Ich will schon auf Argumente, die meine Nachredner bringen werden, eingehen. Ich glaube, dass es müßig ist, sich wechselseitig vorzuwerfen, wer wann irgendetwas verhindert hätte (Abg. Petzner: Die SPÖ war dagegen!), welche Gruppe wann irgendwo dagegen gestimmt hat. (Abg. Bucher: Ja, aber bei der Wahrheit muss man schon bleiben!) Es hat mehrmals Versuche gegeben, das zu lösen. 2007 hat es auch einen Versuch Gusenbauer gegeben. Wollen wir in die Zukunft blicken und sagen, dass es diesmal eine Konsenslösung gibt und von dieser Konsenslösung aus ein Neubeginn gestartet werden kann.
Beifall bei SPÖ, ÖVP und FPÖ
Dass diese Verhandlungen nicht einfach waren, kann man sich vorstellen. Man hat mit allen Bürgermeistern, mit allen Heimatverbänden, mit allen politischen Parteien sprechen müssen. Ich gratuliere den beiden Verhandlern, die politisch dafür verantwortlich waren, nämlich dem Staatssekretär Ostermayer und dem Landeshauptmann von Kärnten Dörfler recht herzlich zu dieser Leistung (Beifall bei SPÖ, ÖVP und FPÖ), die da
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Grosz.
erbracht wurde, weil es eine historische Tatsache ist, dass sie sich um diese Lösung sehr verdient gemacht haben. Ich darf auch festhalten, dass Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Peter Kaiser bei den Verhandlungen mit den Bürgermeistern eine nicht unwesentliche Rolle gespielt hat. Es waren somit alle Parteien vertreten und mit eingebunden. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Ich halte diese Lösung für richtungsweisend. Sie muss im Verfassungsrang verankert sein, damit sie auch eine stabile und richtungsweisende Lösung für die Zukunft ist, damit man sie nicht über Verkehrsschilder aushebeln kann. Letztendlich haben auch alle Volksgruppen diesem Kompromiss zugestimmt. Leider ist eine dieser Volksgruppen wieder abgesprungen, aber letztendlich gibt es eine sehr, sehr breite Basis für diese Lösung. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Ich möchte aber sagen, dass diese Lösung nicht eine Letztfassung dieses Problems darstellt, sondern dass auch an einem Volksgruppengesetz gearbeitet wird, das im Herbst mit den verschiedensten Arbeitsgruppen abgeschlossen werden und auch hier als eine neue Lösung ins Parlament kommen soll, die über die jetzige Situation hinausgeht. (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und FPÖ.
Jetzt haben wir einmal die Topographieverordnung und die Amtssprachenlösung geregelt, und das im Verfassungsrang, und das wird eine dauerhafte Lösung sein, die sich sehen lassen kann. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und FPÖ.)
Allgemeiner Beifall. – Abg. Grosz: Und was ist mit Herrn Scheuch, Frau Präsidentin? Grüßen wir den heute auch noch?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich darf nun auch Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Peter Kaiser herzlich begrüßen. (Allgemeiner Beifall. – Abg. Grosz: Und was ist mit Herrn Scheuch, Frau Präsidentin? Grüßen wir den heute auch noch?)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen. – Abg. Grosz: Jugoslawien ist erst 20 Jahre her! Das sollten Sie als ehemalige Außenministerin wissen!
Ich, meine Damen und Herren, bin dankbar dafür, in einem Jahrhundert leben zu dürfen, in dem weder in meinem Land noch in einem anderen Land unseres Kontinents die Grenzen mit Blut geschrieben werden. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen. – Abg. Grosz: Jugoslawien ist erst 20 Jahre her! Das sollten Sie als ehemalige Außenministerin wissen!) Für uns alle sind die Zeiten, in denen Grenzen mit Gewalt verändert werden konnten, für immer vorbei. Das ist für mich der tiefste Gehalt der europäischen Einigung.
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
Heute haben wir auf beiden Seiten der Karawanken dieselbe Währung, wir leben im selben Raum gemeinsamen Wirtschaftens, Arbeitens und Lebens. Europa wächst zusammen. Und dieses behutsam gestaltete Zusammenwachsen gibt uns die Sicherheit, dass Grenzen das scharf Trennende, das Bedrohliche, das Abgrenzende endgültig verloren haben. Niemand, meine Damen und Herren, braucht in Kärnten von heute mehr Angst um unsere Grenzen zu haben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Jetzt wird es 164 zweisprachige Ortstafeln geben – nicht als großzügiges Zugeständnis einer Mehrheit an eine Minderheit, sondern als Ausdruck uralter Gemeinsamkeit. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Hoffnung ist, dass wir alle dazugelernt haben während dieser langen und oft frustrierenden Jahre, nämlich dass tragfähige Lösungen nicht durch noch so wohlmeinende Einzelpersonen angeschafft werden können, dass sie aber auch nicht durch noch so engstirnige Einzelpersonen dauerhaft verhindert werden können, dass Vertrauen wie Selbstvertrauen wachsen müssen und dafür offenbar viel mehr Zeit erforderlich ist, als viele erwartet haben, dass unverzichtbare Impulse auch in Kärnten nunmehr aus der Zivilgesellschaft kommen – Stichwort Konsensgruppe –, von Menschen, die den Mut und die Kraft hatten, überholte Meinungen abzulegen und aufeinander zuzugehen. (Beifall bei der ÖVP.) Und vielleicht ist auch das eine Lektion: dass in Kärnten mittlerweile auch diejenigen zu Wort kommen und gehört werden, deren Wunden noch nicht verheilt sind, und dass wir unsere inneren Ohren offen halten für ihre Sicht der Dinge.
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
Wir sind Teil dieses neuen, dieses faszinierenden Europas mit all seinen Schwierigkeiten und all seinen Chancen. Widerstehen wir also der Verlockung der Selbstprovinzialisierung, nehmen wir unsere Gestaltungsspielräume mit Zuversicht und Elan wahr! (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten von BZÖ und Grünen. – Die Abgeordneten der ÖVP erheben sich von ihren Plätzen und spenden der bereits auf ihren Sitzplatz zurückgekehrten Abg. Dr. Plassnik Beifall.
Meine Damen und Herren, treten wir nicht nur den schrecklichen Vereinfachern, sondern auch den schrecklichen Verunsicherern mit Nachdruck entgegen! Führen wir die Diskussion auch über die Zukunft der parlamentarischen Diskussion in diesem Haus und von diesem Haus ausgehend! Das schulden wir unserer Heimat Österreich. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten von BZÖ und Grünen. – Die Abgeordneten der ÖVP erheben sich von ihren Plätzen und spenden der bereits auf ihren Sitzplatz zurückgekehrten Abg. Dr. Plassnik Beifall.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten von BZÖ und Grünen.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Sehr geehrte Frau Abgeordnete Dr. Plassnik! Ich darf Ihnen auch von meinem Platz aus und im Namen der Abgeordneten alles Gute für Ihre weitere berufliche Zukunft mit auf den Weg geben und Ihnen alles erdenklich Gute wünschen im Dienste der Republik Österreich, so wie Sie es auch gesagt haben. Alles Gute! (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten von BZÖ und Grünen.)
Abg. Rädler: Ein „Verunsicherer“!
Als Nächster zu Wort gelangt Herr Klubobmann Strache. – Bitte. (Abg. Rädler: Ein „Verunsicherer“!)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Herren Regierungsmitglieder! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich freue mich, dass heute auch der Herr Landeshauptmann von Kärnten Gerhard Dörfler hier ist, denn er ist ja auch der entscheidende Vater dieser wichtigen historischen Lösung. Ja, es handelt sich um einen historischen Tag. Ja, es ist richtig, Kärnten ist ein wundervolles Land mit wundervollen Menschen und Kärnten verdient es sich auch, dass man eine Liebeserklärung ausspricht an dieses wunderschöne Land, an seine tollen Menschen und an das, was dieses Bundesland in diesen Jahrzehnten geleistet hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
antwortung in Kärnten nach Jahrzehnten geschafft, diese Problematik eben einer Lösung zuzuführen, die für alle zufriedenstellend ist und die vor allen Dingen auch von der Kärntner Bevölkerung mitgetragen wird. Das ist ein ganz wichtiges Prinzip und ein wichtiger Grundsatz. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Dafür gebührt mehreren Personen Dank, unter anderem natürlich dem Landeshauptmann Gerhard Dörfler, aber auch den Landesräten Uwe Scheuch, Harald Dobernig und Christian Ragger gebührt unser Dank, die daran mitgewirkt haben, bis hin natürlich auch zu Herrn Staatssekretär Ostermayer, der sich sehr entscheidend und positiv in die Verhandlungen eingebracht hat und letztlich auch gezeigt hat, wie vernünftig es ist, die Freiheitliche Partei nicht auszugrenzen (Beifall bei der FPÖ) und auch in Verhandlungen zu treten und dadurch wichtige, nachhaltige Lösungen und Entscheidungen in Österreich möglich zu machen, die seit Jahrzehnten nicht gelungen sind.
Beifall bei der FPÖ.
Bei dieser Ortstafellösung wurde zudem nicht von oben herab über die Köpfe der Bevölkerung hinweg entschieden, sondern die Bevölkerung wurde in Form einer Volksbefragung mit eingebunden. Und das war gut, richtig und wichtig. Über 140 000 Rückmeldungen sind erfolgt, über 30 Prozent der Kärntner haben sich beteiligt, und fast 70 Prozent haben hier eine deutliche Zustimmung signalisiert. Das zeigt, dass man in Kärnten nicht abgehoben handelt, dass man auch die Kärntner Bevölkerung mitgenommen hat, aufgeklärt hat, eingebunden hat, was ein ganz wichtiger Prozess ist, denn wir wollen eine nachhaltige Lösung, wo für Radikalinsikis, auf welcher Seite auch immer, kein Platz sein soll. Und das ist hier gelungen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Was diese Volksbefragung angeht, wurde ja immer wieder von allen anderen Parteien in diesem Haus kritisiert, dass diese so etwas von unnötig war, weil sie – richtigerweise – rechtlich nicht verbindlich ist. Aber glauben Sie mir, Herr Klubobmann Cap, für uns Freiheitliche gibt es eine moralische Verbindlichkeit, die auch ein Gewicht hat in der Politik. Und genau das haben wir hier auch zum Ausdruck gebracht. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: „Nur“?!
Das ist natürlich auch ein demokratiepolitischer Erfolg, der gelungen ist und wo man nur 200 000 € aufgewendet hat für eine direkt-demokratische Befragung (Ruf bei der SPÖ: „Nur“?!) – im Vergleich zu Wien, wo Ihr Herr Bürgermeister Häupl vor der Wiener Wahl eine No-na-Volksbefragung um 8 Millionen € an Steuergeldern inszeniert hat, wo er dann die Hundstrümmerl-Frage bemüht hat und die wirklich entscheidenden und wichtigen Fragen der Wiener Bevölkerung völlig ausgeklammert hat. Ich denke, der Vergleich macht uns auch hier sicher.
Beifall bei der FPÖ.
schlossen zu haben und es nicht immer wieder durch rasende Bürger eventuell zu torpedieren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Diese Endgültigkeit ist immens wichtig, denn nur so ist auch ein friedliches und auf gegenseitigem Vertrauen basierendes Miteinander der Volksgruppen möglich. Die Kärntnerinnen und Kärntner wollen hier kein Provisorium, kein provisorisches Konstrukt mit Ablaufdatum. Sie wollen, dass dieser jahrzehntelange Streit endlich aufhört und beide Volksgruppen in Frieden miteinander leben, weil beide Volksgruppen auch glühende und bekennende Österreicher sind und zu ihrem Heimatland stehen. Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Prozess, den man auch einmal betonen muss. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich hoffe aber auch, dass er letztlich zur Vernunft kommen wird, denn die große Mehrheit der Slowenen in Kärnten trägt diese Lösung mit und lässt sich auch von vereinzelten Scharfmachern nicht beirren. Und ich kann Ihnen versprechen, umgekehrt wird das auch nicht der Fall sein. Wir wollen in dieser Frage keine Scharfmacherei, sondern eine endgültige verfassungsrechtlich einwandfreie, demokratische Lösung. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Kärnten braucht eine positive Energie für die Zukunft – auch was Kooperationen mit den Nachbarländern betrifft, die ja gelebt werden durch diese Landesregierung. Aber ich ersuche sehr wohl auch unsere österreichische Bundesregierung, Verhandlungen mit der slowenischen Regierung dahin gehend aufzunehmen, dass endlich auch die deutschsprachige Minderheit in Slowenien Anerkennung erfährt, denn das ist auch etwas, was im Sinne einer guten Nachbarschaft endgültig zu einem Abschluss gebracht werden sollte. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich danke daher nochmals allen Beteiligten, denn das ist eine gute Lösung für Österreich, für unsere Heimat. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! Geschätzte Herren auf der Regierungsbank! Sehr verehrte Damen und Herren Abgeordnete! Geschätzte Gäste! Herr Kollege Strache, als gebürtige Kärntnerin darf ich mein Demokratieverständnis an den Anfang meiner Ausführungen stellen. Ich sehe in der Demokratie zwei Eckpfeiler, die man niemals getrennt voneinander betrachten darf: Das Recht geht vom Volk aus, im Sinne der Mitwirkung des Volkes über ein gewähltes Parlament, und hier gilt das Mehrheitsprinzip. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Die zweite Säule, die in diesem Zusammenhang aber auch sehr wichtig ist, ist die Garantie der Freiheits-, der Grundrechte und der Minderheitenrechte. Sie sichern jedem Einzelnen/jeder Einzelnen seine/ihre Freiheit. Und es ist eine der wichtigsten Aufgaben für Demokratinnen und Demokraten, diese Grund- und Minderheitenrechte zu verteidigen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Freuen Sie sich doch, dass die Mehrheit der Kärntner Bevölkerung das mitträgt!
Minderheitenschutz, der von einem Mehrheitswillen abhängig gemacht wird, führt sich doch ad absurdum. Mehrheitsentscheidungen über Grundrechte, über Minderheitenrechte sind der erste Schritt zu einem autoritären Staatsverständnis, und deswegen ist diese Volksbefragung, so wie Sie es formuliert haben, schädlich gewesen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Freuen Sie sich doch, dass die Mehrheit der Kärntner Bevölkerung das mitträgt!)
Abg. Kickl: Und wie ist es auf europäischer Ebene mit den Minderheiten? Wie ist es dort?
Die Qualität einer Demokratie liegt im Umgang mit ihren Minderheiten. (Abg. Kickl: Und wie ist es auf europäischer Ebene mit den Minderheiten? Wie ist es dort?) 56 Jahre nach dem Staatsvertrag, nach zehn Jahre langen Aufforderungen durch den Verfassungsgerichtshof gibt es nun endlich eine Lösung. Es ist eine späte Lösung für ein sehr, sehr langes Versäumnis. Und ich meine daher, Jubelstimmung ist da überhaupt nicht angebracht. Im Gegenteil! Und auch von einer „Sternstunde“ kann man da meiner Auffassung nach nicht sprechen.
Beifall bei den Grünen.
Und namens der Grünen sage ich in aller Offenheit: Wir hätten uns da vom Bundespräsidenten einen nüchternen Blick auf die Situation gewünscht, auf diese Wunde, in die jahrelang politisches Salz gestreut wurde und wo jetzt sozusagen ein Verband aufgelegt wird. Selbst wenn diese Wunde heilt: Es wird eine Narbe zurückbleiben, denn schließlich war die Ortstafelfrage jahrelang ein Spielfeld, wo auch politisches Kleingeld gewechselt wurde. Gerade in der Zeit, in der die Republik Slowenien der Europäischen Union beigetreten ist, ist die Situation immer wieder durch Provokationen aufgeschaukelt worden. Und vor dieser Kulisse von Provokation und Aufschaukelung der Bevölkerung wurde im Land Kärnten keine gute Politik gemacht, und zwar sowohl was die wirtschaftliche Situation als auch was die Finanzsituation anlangt. Politische Korruption hat in dieser Zeit überhandgenommen. Und da darf man auch nicht ausblenden, wie diese Frage auf dem Rücken der Volksgruppe missbraucht wurde. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kickl: Das ist kleingeistig!
Ich bekenne, dass wir Respekt haben vor dieser Lösung und dass wir dieser mehrheitlich zustimmen werden. Allerdings ist das eine längst überfällige Lösung, eine Lösung, die nicht mit Großmut und nicht mit Selbstverständnis getroffen wurde, sondern aus einem Charakter der Kleingeistigkeit heraus. Und als Protest gegen diese Kleingeistigkeit wird es von den Grünen auch drei Gegenstimmen geben, um auf das noch einmal hinzuweisen. (Abg. Kickl: Das ist kleingeistig!) Kleingeistigkeit und Feilscherei können niemals die Basis für den Umgang mit unseren Minderheiten in Österreich sein.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Kickl: Das hat er sich selber zuzuschreiben!
Betonen möchte ich auch, dass dieser Diskurs – selbst bis zum letzten Tag – von Gehässigkeiten geprägt war. Ich weiß nicht, ob es wirklich notwendig ist, den Namen eines Slowenenvertreters zum „Unwort des Jahres“ zu machen. Ich finde das in dieser Situation nicht angebracht. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kickl: Das hat er sich selber zuzuschreiben!)
Beifall bei den Grünen.
Dieser Kompromiss beinhaltet allerdings auch einige Kritikpunkte; das möchte ich nicht verhehlen. Kritikpunkte gibt es viele, und manchmal müsste man sich die Frage stellen, warum es die eigentlich gibt. Warum ist es so, dass da willkürlich Ortschaften herausgenommen werden? Ich verweise auf eine Ortschaft, wo die ganze Gemeinde mit zweisprachigen Ortstafeln versehen wird, aber nur ein Ortsteil eben nicht, weil sich das ein FPK-Bürgermeister gerade wünscht. Ich kann das nicht nachvollziehen, und ich finde, solch willkürliche Schlaglöcher im Verfassungsrecht sind bei einer solchen Lösung nicht angebracht. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Strache: Der Verfassungsgerichtshof ist kein Gesetzgeber, das ist das Hohe Haus! Der Verfassungsgerichtshof ist kein Gesetzgeber!
Saubere Rechtsstaatlichkeit – da kann man lange diskutieren, und da haben manche völlig recht – sieht anders aus, wenn nämlich der Verfassungsgerichtshof über Jahre hinweg Judikate ausspricht, und dann wird trotzdem gefeilscht und trotzdem eine Prozentklausel jenseits dieser Erkenntnisse festgelegt. (Abg. Strache: Der Verfassungsgerichtshof ist kein Gesetzgeber, das ist das Hohe Haus! Der Verfassungsgerichtshof ist kein Gesetzgeber!) – Hören Sie mir vielleicht noch ganz kurz zu, Herr Kollege Strache!
Beifall bei den Grünen.
Modernes Pluralitätsverständnis sieht auch anders aus. Vielfalt ist die Stärke einer modernen Gesellschaft und keine Bedrohung. Vielfalt ist auch die Stärke der Kärntner Gesellschaft. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Und damit möchte ich auch abschließen: Wie reich hätten wir sein können? Und: Wie reich könnten wir sein?! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn man über den Ortstafelstreit in Kärnten privat oder öffentlich gesprochen oder diskutiert hat, dann hat man oft Unverständnis und Kopfschütteln geerntet, und man hat das oft mit Nationalismus gleichgesetzt. Ich sage dazu, dass sehr oft außerhalb des Landes Kärnten aus Unkenntnis Vorverurteilungen und vorgefasste Meinungen zustande gekommen sind, ohne sich mit der Geschichte des Landes eingehender auseinanderzusetzen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Eines, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist auch völlig klar: Kaum ein anderes Bundesland Österreichs hatte eine solch leidvolle Geschichte zu ertragen wie unser Land Kärnten. Und kaum ein anderes Land hat so viel Patriotismus, so viel Treue und so viel Glauben an Österreich bewiesen wie das Land Kärnten! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
von den Kulturen, auch von den Unterschiedlichkeiten der Kulturen und der Traditionen. Sie ist aber vor allem geprägt von Heimatliebe und Heimatstolz, von Stolz darauf, was die Menschen in diesem Land geleistet haben. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Diese Attribute, Heimatstolz und Heimatliebe, dürfen und können nichts Schlechtes sein. Sie finden sich im Mosaik jedes einzelnen Menschen, in jeder einzelnen Alltagsgeschichte und jedem einzelnen Alltagsprozess unseres Landes. Daher möchte ich, meine sehr geehrten Damen und Herren, alles von uns weisen, was uns in das Eck des Nationalismus stellen könnte, nur weil wir in Kärnten eine besondere Heimatliebe und einen besonders stark ausgeprägten Heimatstolz haben. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Diese Treue zu einem besonders schönen Bundesland wurde oft falsch verstanden, falsch interpretiert (Zwischenruf des Abg. Rädler), wurde oft auch missbraucht für parteipolitischen Diskurs und Auseinandersetzungen – und das, meine sehr geehrten Damen und Herren, auf dem Rücken der tüchtigen und fleißigen Kärntnerinnen und Kärntner, die sich das wirklich nicht verdient haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Diese Treue zu einem besonders schönen Bundesland wurde oft falsch verstanden, falsch interpretiert (Zwischenruf des Abg. Rädler), wurde oft auch missbraucht für parteipolitischen Diskurs und Auseinandersetzungen – und das, meine sehr geehrten Damen und Herren, auf dem Rücken der tüchtigen und fleißigen Kärntnerinnen und Kärntner, die sich das wirklich nicht verdient haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Außerhalb Kärntens wird oft versucht, den Eindruck zu erwecken, als gäbe es bei uns wilde Auseinandersetzungen im Rahmen des Ortstafelstreits. Und jeder, der sich einmal die Mühe gemacht hat, nach Kärnten zu fahren, dieses wunderschöne Land zu bereisen, was Gott sei Dank sehr viele im Urlaub auch machen, wird festgestellt haben, dass der Ortstafelstreit bei uns im Alltagsleben nicht vorkommt, sondern dass wir uns sehr bemühen, dieses tolle Land Kärnten, dieses Urlaubsland, den Wirtschaftsraum Kärnten weiterzuentwickeln, und dass auch in den Medien und in den veröffentlichten Meinungen oft ein völlig falsches Bild von Kärnten dargestellt wird. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Strache.
Es ist auch die Aufgabe der Politik, dieses falsche Bild zurechtzurücken und dafür zu sorgen, dass Einverständnis und Klarheit darüber herrschen, dass in Kärnten die zwei unterschiedlich sprechenden Bevölkerungsgruppen längst miteinander und nicht nebeneinander leben, dass sie längst zusammengefunden haben und der Ortstafelstreit nur ein Stellvertreterstreit über viele Jahre war für einige wenige, die sich auf dem Rücken vieler in Kärnten profilieren wollten. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Strache.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Und um die Geschichte zurechtzurücken: Im Jahr 2006 war man einer Lösung schon sehr nahe, aber aus parteipolitischen Überlegungen hat die SPÖ damals nicht den Mut gehabt, der Lösung, die damals gefunden wurde, die Zustimmung zu geben, sonst hätten wir schon seit vier Jahren eine Ortstafellösung und müssten nicht heute darüber befinden, hätten wir damals in der gemeinsamen Lösung Ruhe gefunden. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
sondern das sind Heimatstolz und Heimatliebe, auf die wir in unserem Land sehr stolz sind. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Hypo!
Kärnten zeichnet sich heute durch eine zukunftsweisende Wirtschaft aus (Ruf bei der ÖVP: Hypo!), durch Zukunftstechnologie, die in diesem Land stattfindet, ist ein tolles Urlaubsland, das sich den Menschen präsentiert – und das dank der tüchtigen Unternehmerinnen und Unternehmer, dank der fleißigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in unserem Land.
Beifall beim BZÖ.
Wir wollen kein parteipolitisches Kleingeld daraus schlagen und jetzt irgendwelche Abweichungen davon haben. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Die Menschen in unserem Land haben sich Ruhe verdient, sie haben sich auch mehr Zuwendung zu den wirklichen Herausforderungen des Landes verdient, denn es gibt in Kärnten eine Reihe von Fehlentwicklungen, viele Problemfelder, die es zu lösen gilt. Es gibt viele Herausforderungen, denen sich die Kärntner Politik zu widmen hat, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Hörl.)
Beifall bei BZÖ, SPÖ und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Grosz.
Lassen Sie mich abschließend noch Herrn Staatssekretär Ostermayer danken. Wir haben auch unsere Vorschläge bei ihm deponiert, wir haben auch unsere Überlegungen gesagt. Er hat das dankbar aufgenommen und auch in diesen Kompromiss mit einfließen lassen. Herr Staatssekretär Ostermayer verdient auch unsere Anerkennung für seine Tätigkeit und für das Zustandekommen dieses Kompromisses. (Beifall bei BZÖ, SPÖ und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Strache
Das ist kein würdevolles Verhalten, insbesondere nicht im Zusammenhang mit seinem Berufsstand als Diplomat. Denn von einem Diplomaten, der sich im Staatsdienst befindet, erwarte ich mir vor allem Verantwortung (Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Strache), aber auch Treue zu dem, was er ausverhandelt hat, ich erwarte mir, dass er zu dem, was er paktiert hat, steht!
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es gilt, sich in Zukunft auf das Wesentliche zu konzentrieren, auf die Weiterentwicklung unseres südlichsten Bundeslandes, was das Wirtschaftswachstum, die Beschäftigung und vor allem den Wohlstand der Menschen betrifft. – Danke schön. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP, bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Die Gemeinsamkeit hat sich ja auch in der Art und Weise der Verhandlungen gezeigt. Das Gemeinsame hat in Österreich gewonnen. Die Überzeugung, dass auch in Kärnten Gemeinsamkeit und Vielfalt gleichzeitig existieren können, kommt in der zweiten Strophe der Landeshymne zum Ausdruck, wo es heißt: „mein freundlich Heimatland“. – Es ist dies daher ein wichtiger Tag für Kärnten, ein wichtiger Tag für Österreich! (Beifall bei SPÖ und ÖVP, bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Strache: Mehr sogar! – Abg. Bucher: Es gab eine Einigung, das ist das Entscheidende!
ser quälende Ortstafelstreit, immer wieder politisch missbraucht, immer wieder von politischer Seite neu entfacht. Politisch missbraucht, Herr Bucher, übrigens auch 2006, damals hätte es übrigens weniger zweisprachige Ortstafeln gegeben als heute. (Abg. Strache: Mehr sogar! – Abg. Bucher: Es gab eine Einigung, das ist das Entscheidende!) Dabei hat eine Studie im Rahmen einer Diplomarbeit mit dem Titel „Konflikt, Dialogbereitschaft, Stagnation“ von Martin Mittersteiner ergeben, dass die Bevölkerung als zu minderheitenfeindlich eingeschätzt wird, obwohl der größte Teil der Bevölkerung – und das ergibt sich aus dieser Studie, es sind 71 Prozent – eine neutrale bis positive Einstellung zu zweisprachigen Ortstafeln hat.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! So kann heute aus dem Ortstafelstreit endlich eine Ortstafellösung werden, und ich hoffe auf große Zustimmung hier im Plenum. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Strache.
Oder die kriegerischen und kämpferischen Auseinandersetzungen rund um Kärnten. Da ging es ja wirklich um Krieg und Frieden und um vitale Dinge. Im Ersten Weltkrieg etwa: Das Ringen um Kärnten nach dem Ersten Weltkrieg hat 400 Tote, 270 davon auf Kärntner Seite, gefordert, und 800 Verwundete. Dann die Selbstbestimmung, wo es hin und her gegangen ist und unter Druck der Amerikaner dann zu der Volksabstimmung geführt hat, die mit fast 60 Prozent das Ja zu Kärnten und das Ja zu Österreich ergeben hat – übrigens mit wesentlicher Beteiligung der Kärntner Slowenen; dafür muss man heute noch dankbar sein und sollte es nicht vergessen. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Strache.)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Strache.
Und wir haben uns dem gestellt: Wir haben sofort die Konsensgruppe eingerichtet. Und ich bin heute noch sehr, sehr dankbar, dass wir da eine lebendige Zivil- und Bürgergesellschaft erlebt haben. Ich möchte auch den Menschen danken, die hier – zum Teil unbedankt von mancher Seite – immer wieder gekämpft haben. Das waren Professor Stefan Karner, der leider heute krankheitsbedingt nicht anwesend sein kann – ich wünsche ihm wirklich baldige Genesung; er wäre sonst sicherlich hier –, Marjan Sturm, Bernard Sadovnik – sie sind im Saal anwesend –, Professor Hofrat Josef Feldner sei erwähnt, und viele andere, die hier mitgewirkt haben. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Strache.)
Beifall bei ÖVP und BZÖ.
Und ich freue mich heute, dass manche ihre Meinung geändert haben – dieses leise Schmunzeln kann ich nicht verbergen –, denn heute haben wir die Verfassungsregelung, derentwegen ja Grüne und SPÖ vor einigen Jahren nicht zugestimmt haben, weil sie gemeint haben: Nein, einfachgesetzlich genügt es auch. – Okay, heute freue ich mich sehr, dass sie mit an Bord sind. (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
gendeiner Weise mit eingebaut hätten, sei es mit einem Entschließungsantrag, sei es mit einer einfachen Regelung, was immer. Es wäre jedenfalls nicht schlecht gewesen. Und wichtig ist die Ausschussfeststellung, dass es im Rahmen der Gemeindeautonomie möglich sein wird, auch in Zukunft zusätzliche zweisprachige Ortstafeln aufzustellen, wenn das die Gemeinde so will. Das finde ich ganz, ganz wichtig, und das sollte von uns hier auch bekräftigt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP und Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Meine Damen und Herren! Wir setzen und pflanzen heute einen solchen Baum. Möge die Jugend, möge die Zukunft davon profitieren! – Danke vielmals. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Ironische Heiterkeit und Zwischenruf der Abg. Dr. Moser. – Abg. Strache – in Richtung der Abg. Dr. Moser –: Die haben deutschsprachige Familien ... in Kärnten gekriegt! Das war ja das Ungeheuerliche!
Auf uns alle kommt eine sehr große Verantwortung zu. Als Kärntner muss ich vor allem die Verantwortung der katholischen Kirche und der Kirche in Kärnten einfordern, denn sie hat in der Vergangenheit durch das Abhalten von slowenischen Gottesdiensten bei Begräbnissen der Kärntner Bevölkerung und Ähnliches sehr zum Missfallen in diesem Zusammenhang beigetragen. (Ironische Heiterkeit und Zwischenruf der Abg. Dr. Moser. – Abg. Strache – in Richtung der Abg. Dr. Moser –: Die haben deutschsprachige Familien ... in Kärnten gekriegt! Das war ja das Ungeheuerliche!)
Beifall bei der FPÖ.
Und ich nenne vor allem Landeshauptmann Gerhard Dörfler, dem es gelungen ist, gemeinsam mit Staatssekretär Ostermayer das heute zu beschließende Volksgruppengesetz auszuverhandeln und dem Parlament vorzulegen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Der Redner überreicht Staatssekretär Dr. Ostermayer das erwähnte Kärnten-Sträußerl.
Herr Staatssekretär, in Kärnten ist es Tradition, dass wir zu historischen oder für uns wichtigen Anlässen ein sogenanntes Kärnten-Sträußerl tragen. Ich habe es heute hier angesteckt, meine Kollegen von der Freiheitlichen Partei aus Kärnten ebenfalls. Wir tragen das bei Hochzeiten, wir tragen das beim Villacher Kirchtag, wir tragen das anlässlich des 10. Oktober. Ich sage Ihnen symbolisch dafür, dass Sie die Kärntner Seele verstanden haben, mit einem Kärnten-Sträußerl Dankeschön. – Den Kärntner Anzug werden Sie sicher vom Landeshauptmann überreicht bekommen. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Der Redner überreicht Staatssekretär Dr. Ostermayer das erwähnte Kärnten-Sträußerl.)
Beifall bei der FPÖ.
Abwehrkampf und Volksabstimmung formten einen der wohl bedeutendsten Abschnitte der mehr als tausendjährigen Geschichte des Landes, weil sich die Kärntner Bevölkerung zweimal aus eigener Kraft – einmal im Weg des militärischen Abwehrkampfes, einmal im Rahmen des demokratischen Aktes der Volksabstimmung – zu Kärnten und damit zur Republik Österreich bekannt hat und einen wesentlichen Beitrag zur Republikwerdung geleistet hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Die damalige Bundesregierung hat in einem Telegramm geschrieben: „Das werden wir Euch nie vergessen“! – Diese Tradition, dieses Erlebte sind tragende Säule und stolze Würde unserer Geschichte. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Ich möchte, Herr Präsident, abschließend noch feststellen, dass Kärnten und Österreich, die Republik Österreich, eine vorbildhafte Minderheitenpolitik gemacht haben und ständig dabei sind, sie auszubauen. Das sage nicht ich, das hat im Zuge der Sanktionen eine Kommission des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte unter der Führung von Martti Ahtisaari, Jochen Frowein und Marcelino Oreja festgestellt. (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Sie haben gesagt, Österreich hat Vorbildwirkung in Bezug auf die Unterstützung der Minderheiten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich möchte, Herr Präsident, abschließend noch feststellen, dass Kärnten und Österreich, die Republik Österreich, eine vorbildhafte Minderheitenpolitik gemacht haben und ständig dabei sind, sie auszubauen. Das sage nicht ich, das hat im Zuge der Sanktionen eine Kommission des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte unter der Führung von Martti Ahtisaari, Jochen Frowein und Marcelino Oreja festgestellt. (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Sie haben gesagt, Österreich hat Vorbildwirkung in Bezug auf die Unterstützung der Minderheiten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich komme zum Schluss. – Die gleiche Aufmerksamkeit, die gleichen Rechte, aber auch die gleiche Unterstützung wünschen wir und fordere ich von Slowenien ein für die deutschsprachige Minderheit in unserem Nachbarstaat. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Strutz setzt ohne Mikrophon am Rednerpult fort: Ich glaube, dass dieser Tag die Zukunft frei macht für ...!
(Abg. Dr. Strutz setzt ohne Mikrophon am Rednerpult fort: Ich glaube, dass dieser Tag die Zukunft frei macht für ...!) – Herr Kollege, Ihre Redezeit ist weit überschritten! Bitte halten Sie sich an die vereinbarte Redezeit!
Beifall bei der FPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dr. Strutz.
(Beifall bei der FPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dr. Strutz.)
Beifall bei den Grünen.
In Österreich müssen die Minderheiten Tag für Tag um jedes einzelne dieser Rechte kämpfen, das ihnen eigentlich ganz locker zugestanden werden hätte können. Und das ist in Wahrheit das Problem, das wir haben, und nicht die Ortstafeln, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
wir müssen auch bedenken, dass vor der Gesetzwerdung ein Verhandlungsprozess gestanden ist und dass daher diese Interpretation des Staatsvertrages eine politische ist und keine rechtliche. Rechtlich wurde der Staatsvertrag nämlich auch interpretiert: mit zahllosen Verfassungsgerichtshof-Erkenntnissen, die leider zu einem Großteil bis heute nicht umgesetzt worden sind. Und das ist schon sehr traurig, dass oberste Gerichte so wenig Anerkennung finden. Das müssen wir auch dazusagen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Zugegeben, Herr Staatssekretär, in diesem Klima war es äußerst schwierig, einen Kompromiss zu finden, alle an einen Verhandlungstisch zu bringen und tatsächlich eine Lösung vorzuschlagen, die halbwegs akzeptabel ist, aber es ist Ihnen gelungen. Wir wollen uns auch überhaupt nicht zurückhalten mit dem entsprechenden Lob, aber dass uns nicht mehr einfällt, meine Damen und Herren, als die Verfassung zu ändern, nur weil sie nicht befolgt worden ist, das ist kein Grund zur Euphorie. Ich glaube nicht, dass man diesbezüglich von einem Ruhmesblatt der Geschichte sprechen kann. Es ist, werter Herr Bundespräsident, sollten Sie an irgendeinem Fernsehschirm zuschauen, auch keine Sternstunde! Das muss schon gesagt werden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Auch jetzt wird den Volksgruppen wiederum nur das Allernotwendigste zugestanden. Das ist keine generöse Lösung, wie das auch der Verfassungsgerichtshof erbeten hat, sondern es ist das Mindeste – und nicht einmal das. Wenn man bedenkt, dass eine Ortschaft wie Dobein mit einem slowenischsprachigen Bevölkerungsanteil von 20 bis 25 Prozent nicht in die Liste der zweisprachigen Ortstafeln aufgenommen wurde, nur weil der freiheitliche Bürgermeister dort es herausverhandelt hat, und das jetzt Verfassungsrang erhält, dann stimmt doch da irgendetwas nicht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
slowenischen Kultur und Bildung als Eigenständigkeit in Kärnten erfolgen kann, damit eben diese Dinge mehr in Diskussion kommen. Zusammenleben nicht trotz, sondern wegen der Unterschiede ist die Devise. Ich hoffe, dass das jetzt eine Art Durchstarten ist. Möge diese Übung gelingen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Stefan Petzner (BZÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! (In Richtung Galerie:) Herr Landeshauptmann! Meine Damen und Herren! Ich darf schon auch als Kärntner sagen, dass ich folgender Überzeugung bin: Ich glaube nicht, dass die Menschen mehr zweisprachige Ortstafeln in Kärnten wollen, vor allem in dem betroffenen Gebiet in Südkärnten, aber ich glaube, dass die Menschen Frieden wollen, Frieden zwischen den Volksgruppen, Frieden in Südkärnten. Das ist auch der entscheidende Grund dafür, dass wir vom BZÖ diese Lösung mittragen, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ
Zweiter Punkt: Der Frieden ist deswegen sichergestellt, weil keine Öffnungsklausel verankert ist. Das ist ein ganz zentraler Punkt, denn das bedeutet, dass dieser Streit nicht endlos fortgesetzt werden kann (Beifall beim BZÖ), sondern dieser Frieden, von dem ich gesprochen habe, gesichert ist.
Beifall beim BZÖ.
Eines darf ich den Österreicherinnen und Österreichern, die in den letzten Jahren oftmals auch mit Unverständnis diesem Streit begegnet sind, zur Erklärung dafür, dass uns so ein heikles, so ein schwieriges Thema über 50 Jahre lang beschäftigt hat, sagen: Es geht bei der Ortstafelfrage nicht um Blechtafeln, meine Damen und Herren! Wer die Ortstafelfrage auf Blechtafeln reduziert, der hat die Ortstafelfrage nicht verstanden. Es geht bei der Ortstafelfrage nämlich um Geschichte und auch um Leid. Es geht um Konflikt, und es geht um den Kampf für die Freiheit, den die Kärntnerinnen und Kärntner in einem Abwehrkampf 1918 bis 1920 geführt und damit ihre Heimat und auch Österreich verteidigt haben, meine Damen und Herren! Diese großartige Leistung für die Republik Österreich dürfen wir nicht vergessen, und wir wollen heute an dieser Stelle dieser Generation für ihren Einsatz damals für ihre Kärntner Heimat danke sagen, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Die Menschen sind es auch, die von diesem Volksgruppenkonflikt jahrzehntelang betroffen waren. Kärnten – und das möchte ich schon auch sagen – ist ja nicht eine Art politisches Kuriosum in Europa, wie das immer wieder dargestellt wurde, „die da unten in Kärnten mit ihrem Ortstafelstreit“, sondern schauen wir nach Europa, schauen wir uns die Volksgruppenkonflikte an. In Belgien führt der Konflikt zwischen den Flamen und den Wallonen bis zu einer Staatsspaltung. In Spanien gibt es den Baskenkonflikt. Auch in Südtirol hat es erst wieder Taferlstreit gegeben. In Frankreich hat es mit den Korsen jahrzehntelang Konflikte gegeben. Oder auch in Slowenien haben bis heute die Altösterreicher um ihre Rechte kämpfen müssen, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Eines möchte ich schon auch in Erinnerung rufen, weil hier – und das möchte ich zum Schluss sagen – auch politische Verwerfungen der letzten Jahre immer wieder diskutiert wurden. Der erste Landeshauptmann – und das darf auch heute nicht vergessen werden –, der erste Landeshauptmann, der das Ortstafelgesetz aus dem Jahr 1977 im Jahr 2005 erfüllt hat, war Landeshauptmann Dr. Jörg Haider. Auch das muss heute anerkannt und gewürdigt werden. (Beifall beim BZÖ.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
(Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim BZÖ.
Stimmen Sie diesem Stufenplan im Interesse des friedlichen Zusammenlebens beider Volksgruppen in Südkärnten zu! – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich möchte, durchaus anerkennend, für die Vergangenheit allen danken, die dazu beigetragen haben. Das war nach einem Ortstafelsturm eine Lösung 2006, als damals unter Führung von Bundeskanzler Schüssel ein Vorschlag auf den Tisch gelegt wurde, der Bewegung in die Sache gebracht hat. Das war ein Vorschlag von Bundeskanzler Gusenbauer, der einige Jahre später noch einmal mit Abänderungen versucht hat, Bewegung in diese Sache zu bringen. Und das ist jetzt ein Beschluss, der sich wirklich sehen lassen kann. Ich sehe darin die Möglichkeit für einen Neuanfang für Kärnten in der Nachbarschaft, frei von einer belastenden Frage, die über Jahre durchaus einen Schatten auf das Verhältnis zum Nachbarland geworfen hat, und ich begrüße das außerordentlich. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich möchte zum Zweiten auch Folgendes klarstellen: Die Minderheitenrechte, wie sie im Staatsvertrag festgelegt sind, gelten natürlich fort. Gerade was die Frage der Ausübung der eigenen Sprache, der eigenen Kultur anlangt, sind das Rechte, die von den Betroffenen nach wie vor zu respektieren sind, die wir als Staat auch diesen Personengruppen gerne für die Zukunft garantieren. Für mich ist auch klar – und das möchte ich heute festhalten –, dass durch diese Lösung der Ortstafelfrage in Kärnten die Rechte der anderen Volksgruppen nicht beeinträchtigt werden. Ich darf das noch einmal gesondert festhalten, da darf gar kein Zweifel aufkommen. Die Volksgruppenrechte, die wir für die Slowenen, für die Kroaten, für die Ungarn, aber auch für die Tschechen und Slowaken und die Roma haben, bleiben aufrecht. Für uns ist es wichtig, das zu garantieren. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Ich möchte mich zum Dritten, meine Damen und Herren, ganz herzlich bedanken bei jenen, die hauptverantwortlich dafür sind, dass dieser Prozess jetzt zu einem Abschluss geführt werden konnte. Vonseiten der Bundesregierung war es Herr Staatssekretär Josef Ostermayer, der diese Drehscheibe der Kommunikation dargestellt hat. Ich möchte dir, lieber Josef, auch eine besondere Anerkennung dafür aussprechen, denn „Drehscheibe“ klingt einfach, in Wahrheit waren es Tausende Steine, die aus dem Weg gerollt werden mussten, Hunderte Besuche, Gespräche mit vielen Beteiligten, die dazu geführt haben, dass man letztlich eine Lösung auf den Tisch bekommt. Daher: große Anerkennung für deine Arbeit, die im Interesse dieser Bundesregierung und dieses Landes durchaus gewürdigt werden muss! (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich möchte aber auch den Kärntner Verhandlern, insbesondere Herrn Landeshauptmann Gerhard Dörfler, mit dem ich selbst einige Male in dieser Frage konferiert habe, meinen Respekt aussprechen. Vom Anfang bis zum Ende den Willen, eine Lösung zu finden, zu verfolgen, war nicht einfach. Ich möchte das durchaus heute bei dieser Debatte noch einmal würdigen. Ich glaube, es war ein ganz wesentlicher Impuls, dass ganz Kärnten, dass der Landeshauptmann, dass alle politischen Parteien in Kärnten an einem Strang gezogen haben. Auch dafür meine große Anerkennung! Auch das muss gewürdigt werden – von allen hier in diesem Hause. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und Grünen.
Meine Damen und Herren! Ich möchte mich auch herzlich bei den Slowenenverbänden bedanken; zwei sind heute hier, einer fehlt. Ins Zentrum stellen möchte ich diesen Willen, nach so vielen Jahren zu einer Lösung zu kommen und dann im Finale auch dazu zu stehen, ich darf aber auch eines festhalten: Valentin Inzko hat in diesem Prozess eine sehr positive Rolle gespielt. Man darf ihm jetzt keinen Vorwurf machen, dass er die Interessen seines Verbandes vertreten hat. Das verdient er sich nicht, das möchte ich hier klarstellen. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ, FPÖ und BZÖ.
Wenn wir das heute beschließen, ist das ein wichtiges Zeichen, den Staatsvertrag zu erfüllen und im bilateralen Verhältnis auch Hürden zu überwinden, die es in der Vergangenheit gegeben hat. Wir erwarten uns aber auch von Slowenien – das möchte ich bei dieser Debatte eindeutig klarstellen –, dass in der Frage der altösterreichischen Minderheiten, der Gottscheer, der Südsteirer, in Zukunft auch von der slowenischen Regierung eine Unterstützung gewährt wird. Auch die wollen ihre Sprache und Kultur erhalten. Das ist legitim, dass wir das von Slowenien verlangen. (Beifall bei ÖVP, SPÖ, FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und FPÖ.
Meine Damen und Herren! Zum Abschluss darf ich noch einmal das ins Zentrum rücken, was diese Lösung tatsächlich ausmacht: ein Ende eines Prozesses, der lange gedauert hat; eine klare Regelung im Sinne des Staatsvertrages; aber auch ein Neuanfang mit dem Nachbarland Slowenien. Wir brauchen in Zukunft die Kooperation. Ich glaube, wir sollten von heute an insgesamt in die Zukunft einer guten bilateralen Beziehung sehen, im regionalen Verband, im Verband der Republik Österreich mit der Republik Slowenien. Ich glaube, wir haben jetzt ein Stück geschafft, auf das wir durchaus stolz sein können. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
Entscheidend bei der Lösung dieser Ortstafelfrage ist aber, dass es keine Verlierer und Besiegten gibt, sondern nur einen Sieger: unser Heimatland Kärnten und die Menschen, die dort leben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte aber ganz besonders unserem Herrn Bundespräsidenten, unserem Herrn Bundeskanzler, vor allem Herrn Staatssekretär Dr. Ostermayer, unserem Herrn Landeshauptmann Dörfler sowie den beiden Slowenenvertretern, Herrn Marjan Sturm und Herrn Bernard Sadovnik, herzlich dazu gratulieren und dafür danken, dass sie zu diesem Kompromiss gestanden sind, dass sie trotz der Zwischenrufe nicht nachgegeben haben und nach wie vor zu diesem Beschluss stehen. – Danke schön für diese aufrechte Haltung! (Beifall bei SPÖ und FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Strache: Da sind Sie bei der falschen Partei!
Daher, sehr geehrter Herr Klubobmann Strache, finde ich es auch nicht in Ordnung, dass Sie sich heute hier für sich und für Ihre ÖVP (Abg. Strache: Da sind Sie bei der falschen Partei!) – FPÖ! – sozusagen das blaue Federl an den Hut stecken wollen und
Abg. Strache: Ich habe gesagt, der Landeshauptmann und Herr Ostermayer!
so tun, als ob die FPÖ alleine diesen Kompromiss in Kärnten zustande gebracht hätte. (Abg. Strache: Ich habe gesagt, der Landeshauptmann und Herr Ostermayer!)
Abg. Dr. Strutz: Woher weißt du das?
Anerkennung trotzdem für unseren Herrn Landeshauptmann, der es auch nicht leicht hatte, denn er musste sich auch in seinen eigenen Reihen durchsetzen (Abg. Dr. Strutz: Woher weißt du das?), um diesen Kompromiss ausverhandeln zu können. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Anerkennung trotzdem für unseren Herrn Landeshauptmann, der es auch nicht leicht hatte, denn er musste sich auch in seinen eigenen Reihen durchsetzen (Abg. Dr. Strutz: Woher weißt du das?), um diesen Kompromiss ausverhandeln zu können. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Nachdem Herr Kollege Strutz unserem Herrn Staatssekretär für seine Verdienste ein Kärntner Sträußerl überreicht hat, möchte ich namens der Kärntner SPÖ, die einen wesentlichen Beitrag zu diesem Beschluss geleistet hat, beantragen, dass die Kärntner Landesregierung unserem Herrn Staatssekretär Ostermayer einen hohen Landesorden für seine Verdienste zukommen lässt. Lieber Josef Ostermayer, ich hoffe, man wird mir da recht geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Abgeordneter Peter Stauber (fortsetzend): „Kärnten frei und ungeteilt“ hat es nach dem 10. Oktober 1920 durch das Kärntner Land gehallt. Heute können wir sagen: „Kärnten ist frei vom Ortstafelkonflikt“, wie es unser Herr Staatssekretär Ostermayer gesagt hat. – Danke schön im Namen der Kärntner Bevölkerung! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Mag. Gaßner: Wo steht das?
Aber eines ist schon zu sagen: Wir hätten das natürlich auch schon viel früher haben können. Am 12. Juli 2006 hat die Chefin der Kärntner SPÖ über ihren Pressedienst an ihre Parteifreunde in Wien appelliert: „Fordere die Bundes SPÖ auf, Vorschlag Schüssels zuzustimmen“. (Abg. Mag. Gaßner: Wo steht das?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Strache: Wortbrüchig!
Also die Grundlage ist damals schon geschaffen worden. Dazu muss man Folgendes sagen: Natürlich kann so eine Lösung immer nur ein Kompromiss sein. Ich habe schon Verständnis für Minderheitenvertreter, die natürlich über Jahrzehnte um eine hundertprozentige Lösung gekämpft haben, wenn es dann für sie schwierig ist, eine solche Lösung mitzutragen. Aber ich habe wenig Verständnis dafür, wenn man hier einen international geachteten Diplomaten sofort niederprügelt, seinen Namen zum Unwort des Jahres macht, weil er nicht immer so agiert hat, wie man sich das vorgestellt hat. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Strache: Wortbrüchig!)
Abg. Strache: Wenn man wortbrüchig ist, ist das nie ein guter Beitrag! Wenn man das Memorandum unterschreibt und sich dann zurückzieht, ist das nicht seriös!
Herr Klubobmann Strache, neben all den Verdiensten, die ich dem Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler überhaupt nicht absprechen möchte, möchte ich schon eines festhalten: Einen Diplomaten mit einem solchen Diktum zu versehen, ob das ein Beitrag ist, in Zukunft zu einem guten Miteinander zu kommen? (Abg. Strache: Wenn man wortbrüchig ist, ist das nie ein guter Beitrag! Wenn man das Memorandum unterschreibt und sich dann zurückzieht, ist das nicht seriös!) Das darf man, so glaube ich, hier schon anmerken, denn Europa, Herr Klubobmann Strache, muss ja weiter in seiner Vielfalt zusammenwachsen, und da kann den Minderheiten eine besondere Brückenfunktion zukommen.
Abg. Strache: Hoffentlich werden die einmal anerkannt!
Da muss man dann schon eines sehen: In der Europäischen Union haben Räume, die kurzzeitig getrennt waren, wieder die Chance dort zusammenzuwachsen, wo es viel Gemeinsames über Jahrhunderte, teilweise über Jahrtausende gibt. Und natürlich hat es immer ein Deutsch sprechendes Bürgertum in heutigen slowenischen Stadtgemeinden gegeben, ob in Pettau oder in Marburg. Andererseits hat es an der jetzt steirisch-slowenischen Grenze ... (Abg. Strache: Hoffentlich werden die einmal anerkannt!) – Genau, das möchte ich ja gerade sagen. – Natürlich hat es an der Grenze auf unserer Seite auch in der Steiermark Slowenisch sprechende Bauern gegeben. Es gibt Briefe von Pfarrern – noch aus den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts –, in denen sich diese darüber beschweren, dass es in ihren Pfarren nur wenige gibt, die auch Deutsch können. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Da muss man dann schon eines sehen: In der Europäischen Union haben Räume, die kurzzeitig getrennt waren, wieder die Chance dort zusammenzuwachsen, wo es viel Gemeinsames über Jahrhunderte, teilweise über Jahrtausende gibt. Und natürlich hat es immer ein Deutsch sprechendes Bürgertum in heutigen slowenischen Stadtgemeinden gegeben, ob in Pettau oder in Marburg. Andererseits hat es an der jetzt steirisch-slowenischen Grenze ... (Abg. Strache: Hoffentlich werden die einmal anerkannt!) – Genau, das möchte ich ja gerade sagen. – Natürlich hat es an der Grenze auf unserer Seite auch in der Steiermark Slowenisch sprechende Bauern gegeben. Es gibt Briefe von Pfarrern – noch aus den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts –, in denen sich diese darüber beschweren, dass es in ihren Pfarren nur wenige gibt, die auch Deutsch können. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Jetzt haben wir die Chance, aufeinander zuzugehen und dieses gemeinsame friedliche Europa aufzubauen. Den Minderheiten kann da eine besondere Rolle zukommen. Mich freut es, dass wir heute zu so einer breiten Zustimmung zu dieser Lösung kommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Plassnik: Habe ich nicht gesagt! Das ist eine Lüge!
in der Industriellenvereinigung getroffen, wo Sie gesagt haben, Sie wohnen im Burgenland, denn der Weg nach Kärnten sei Ihnen zu weit. (Abg. Dr. Plassnik: Habe ich nicht gesagt! Das ist eine Lüge!) – Frau Kollegin! Der Weg in die Heimat ist mir nie zu weit, weil ich das ehrlich meine. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
in der Industriellenvereinigung getroffen, wo Sie gesagt haben, Sie wohnen im Burgenland, denn der Weg nach Kärnten sei Ihnen zu weit. (Abg. Dr. Plassnik: Habe ich nicht gesagt! Das ist eine Lüge!) – Frau Kollegin! Der Weg in die Heimat ist mir nie zu weit, weil ich das ehrlich meine. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Kopf: Setzen! Es reicht!
Es ist heute schon sehr viel von der Vergangenheit berichtet und aufgezählt worden: der Abwehrkampf, die Volksabstimmung, die Partisanen-Kämpfe. (Abg. Kopf: Setzen! Es reicht!) Wenn man das Revue passieren lässt, versteht man auch, warum die Kärntner zu diesem Thema einen anderen Zugang haben und emotional wesentlich mehr Verbindung hatten, als es von außen her immer wieder gebracht wurde.
Beifall bei der FPÖ.
Es hat viele Versuche gegeben, das Thema Ortstafeln, das Thema Staatsvertrag zu lösen, rechtlich auf gute Beine zu stellen – alle Versuche sind fehlgeschlagen. Die sind so weit gegangen, dass es in den siebziger Jahren sogar den Ortstafelsturm gegeben hat, bis hin zu Bombenlegungen. Warum sind sie fehlgeschlagen? – Weil immer derselbe Fehler gemacht wurde: Die Bevölkerung ist nicht miteingebunden worden, man hat die Kärntner Bevölkerung bei diesem Thema nicht mitentscheiden lassen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Mich hat gerade vorhin ein Kollege von der ÖVP gefragt: Wie wird es jetzt in Kärnten werden? Wird es Streitereien beim Aufstellen der Ortstafeln geben? – Ich glaube das nicht, weil die Bevölkerung die Möglichkeit gehabt hat, mitzustimmen und mit dabei zu sein. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich bin auch davon überzeugt, dass wir mit dieser Zweidrittelzustimmung in Kärnten das Thema Ortstafeln und Topographieverordnung endgültig gelöst haben, wenn auch Kenner behaupten, dass mit dem Absprung des Rates der Kärntner Slowenen unter Valentin Inzko der Streit prolongiert ist, es wieder Streitereien geben wird. Ich hoffe, dass diese Kritiker, diese Pessimisten Unrecht haben, ich hoffe, dass wir dieses Thema in Kärnten ein für allemal von der Tagesordnung haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ – Rufe bei der ÖVP: Wo ist er?
Von meiner Seite ein herzliches Dankeschön all jenen, die zur Lösung dieses Problems beigetragen haben: der Kärntner Bevölkerung, Minderheit wie Mehrheit, den Parteien, vor allem auch unserem Landesparteiobmann der Kärntner Freiheitlichen Uwe Scheuch, der im Hintergrund eine sehr wichtige und positive Rolle gespielt hat (Beifall bei der FPÖ – Rufe bei der ÖVP: Wo ist er?), Ihnen, lieber Herr Staatssekretär Ostermayer.
Beifall bei der FPÖ.
Orden sind zwar wichtig, viel schöner wird aber eine gute Jause in Kärnten unten werden. Davon bin ich überzeugt. Und zu guter Letzt, dir, lieber Gerhard Dörfler, ein herzliches Dankeschön. Ich glaube, wir können in Kärnten froh sein, dieses Thema erledigt zu haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Allein der Titel des Memorandums sagt schon, dass es hier um Maßnahmen für die Zusammenarbeit mit der slowenischen Volksgruppe geht. Weiter unten im Text heißt es dann, dass alle Volksgruppen eingebunden werden sollen. – Und das ist eben genau nicht passiert! Die Burgenland-Kroaten, die Ungarn, die Slowenen in der Steiermark hatten keine Möglichkeit dazu. Es ist über ihre Köpfe hinweg entschieden worden. Das finde ich demokratiepolitisch bedenklich. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir wollen, dass die Rechte der Minderheiten gestärkt werden. Ich finde, Vielfalt ist eine Riesenstärke. Als Burgenländerin kann ich das sagen, obwohl ich selbst weder Kroatisch noch Ungarisch spreche, was mir sehr leid tut, aber ich finde, das ist ein großes Potenzial und eine große Chance. Gerade deswegen sollten wir das auch für die Zukunft stärken und sicherstellen, dass die VolksgruppenvertreterInnen eingebunden werden, die sich für diese Rechte einsetzen, sich dafür stark machen, dass diese Stärke auch erhalten bleibt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn sich das ändert, dann werden wir zustimmen. Wenn es dazu keine Zustimmung gibt, dann wird es von uns auch keine einstimmige Zustimmung zu diesem Gesetz geben, weil wir nicht dabei mitspielen, dass über die Köpfe der Betroffenen hinweg Verfassungsentscheidungen geändert werden. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: ... Ungarn!
Vorgeschoben war natürlich immer die Frage der Ortstafeln. Man hat gesagt: Was die Burgenländer können, könnt ihr in Kärnten doch auch, und so weiter. Wenn man es näher untersucht, zeigt sich, dass es historisch gewachsene Unterschiede gibt. Das Burgenland hat nie Übergriffe der Kroaten gehabt, die Besitzansprüche gestellt haben. In Kärnten war das ein bisschen anders, da gab es den Kärntner Abwehrkampf, in dem seinerzeit auch viele der Kärnten Slowenen auf der anderen Seite waren und nicht für Österreich kämpften. – Das ist das eine. (Abg. Öllinger: ... Ungarn!)
Beifall beim BZÖ.
Genauso gilt das für gewisse Studentenorganisationen, die am 5. Juni hier im Hohen Haus protestiert und Flugzettel heruntergeworfen haben, die gesagt haben: Nein zu dieser Novellierung des Volksgruppengesetzes, für die vollständige Erfüllung des Artikel 7 des Staatsvertrages von Wien! Sie haben dagegen protestiert und zum Protest aufgerufen. Ich bin auch dafür, dass der Staatsvertrag voll und ganz erfüllt wird und der Artikel 7 ebenfalls, und die Mehrheit hier im Hohen Haus wahrscheinlich auch. Da sind wir alle dafür. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Der rasende Vouk war das!
Die Bedenken und der Schwenk des Rates der Kärntner Slowenen wundern mich aufgrund der Aktivitäten und der Aktionen von einzelnen Funktionären in der Vergangenheit eigentlich nicht. Da haben einige etwas dazu beigetragen. Es war der ehemalige Nationalratspräsident Khol, der im Katholischen Bildungswerk in Tainach den Rat an die Kärntner Slowenen gegeben hat: Fahrt einfach ein bisschen zu schnell in die Ortschaften hinein, dann muss sich der Verfassungsgerichtshof darum kümmern, und dann könnt ihr das praktisch dort durchjudizieren! (Abg. Strache: Der rasende Vouk war das!) Das ist einmal ein grober Fehler gewesen, das sollte man auch nicht vergessen.
Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Strache: Da müsste der Führerschein entzogen werden! – Weitere Zwischenrufe.
Was dann der Verfassungsgerichtshof in dieser Frage aufgeführt hat: Wenn jemand fünf, sechs Mal zu schnell in einen Ort hineinfährt und Selbstanzeige erstattet, dann gehört dem eigentlich der Führerschein weggenommen, denn die Ortstafel ist international, das hat mit Sprachkenntnis nichts zu tun, sondern mit der Straßenverkehrsordnung! Außerdem können diese Personen besser Deutsch als sämtliche andere, das muss ich auch einmal dazu sagen. (Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Strache: Da müsste der Führerschein entzogen werden! – Weitere Zwischenrufe.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Geschätzte Damen und Herren, auf jeden Fall glaube ich, dass von dieser Seite, von gewissen Funktionären des Rates der Kärntner Slowenen, eine endgültige Lösung des Volksgruppengesetzes gar nicht angestrebt worden ist, sondern es geht lediglich darum, Möglichkeiten zu haben, neue Forderungen aufzustellen und eigene machtpolitische Dinge in diesem Bereich umzusetzen. Das war, glaube ich, das Ziel des Rates der Kärntner Slowenen, wobei Forderungen wie die nach Aufschriften auf öffentlichen Gebäuden und auf Wegweisern, auch Flur- und Bergnamen gar nicht so im Vordergrund stehen. Es geht nur um mehr Mittel! (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Das ist die Problematik dabei, geschätzte Damen und Herren.
Beifall beim BZÖ. – Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Vor allem haben wir in Kärnten mit dem Schul- und Kindergartengesetz eine vorbildliche Volksgruppenpolitik betrieben. Eine empirische Erhebung des Bundeskanzleramtes hat ergeben, dass die Akademikerquote innerhalb der Volksgruppe bei 11 Prozent liegt, in der Gesamtbevölkerung bei 6,5 Prozent. Dort hat sich also einiges bewährt. Die Frage der Ortstafeln wird nur vorgeschoben. (Beifall beim BZÖ. – Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Strache: Da wird sich die Bundesregierung sicher durchsetzen!
Geschätzte Damen und Herren, ich wünsche mir vor allem eines: eine ähnliche Unterstützung für die österreichischen Volksgruppen auch in Slowenien, wie wir sie den österreichischen Slowenen in Österreich gewähren. (Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Strache: Da wird sich die Bundesregierung sicher durchsetzen!)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen
ginne aber mit Bundeskanzler Faymann; wie gesagt, vor zwei Jahren hat er mich quasi beauftragt und mir das Vertrauen gegeben, mich dieses Themas anzunehmen. Er hat mehrere Vorschläge gemacht, ein Vorschlag war – es ist auch schon erwähnt worden (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen) –, sich Zeit zu geben. 2012 wurde als Ziel genannt; das ist am Beginn ein bisschen kritisiert worden.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Präsident Neugebauer: Schlusssatz!
Das Zweite war, nicht wieder Runde Tische, Konklaven oder was auch immer zu bilden. Diese hatten zu keinem endgültigen Ergebnis geführt, daher gab es die Gespräche hintereinander. Vielen Dank dafür! Ich möchte mich auch beim Herrn Vizekanzler bedanken. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Präsident Neugebauer: Schlusssatz!) – Ich mache es ganz kurz; ich werde schon gerügt, dass ich zu lange spreche.
Beifall bei SPÖ, ÖVP, FPÖ und BZÖ.
Zu den Argumenten, die genannt wurden: Wir haben mit den Kroaten gesprochen. Wir haben mit den Ungarn gesprochen; ich habe am Montag mit den Ungarn gesprochen. Es gibt einen weiteren Prozess, um das Volksgruppengesetz bis Herbst oder Winter noch einmal zu modernisieren, dort sind alle eingebunden. Ich bitte Sie um Unterstützung und danke herzlichst! – Danke, Herr Präsident. (Beifall bei SPÖ, ÖVP, FPÖ und BZÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Alle applaudieren – außer den Grünen!
Zu Wort gelangt Herr Kollege Kirchgatterer. – Bitte. (Ruf bei der ÖVP: Alle applaudieren – außer den Grünen!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich komme zum Schluss. Ich danke allen, die an diesem Gesetz mitgewirkt und es möglich gemacht haben: den Slowenenverbänden, den Heimatverbänden, den Bürgermeistern, dem Herrn Landeshauptmann, der Bundesregierung, Bundeskanzler Werner Faymann, und natürlich für das Verhandlungsgeschick und die enorme Ausdauer ganz besonders Staatssekretär Josef Ostermayer! – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nach der Geschäftsordnung ...!
Abgeordneter Oswald Klikovits (ÖVP): Herr Präsident! Meine Herren von der Bundesregierung! Geschätzte Damen und Herren! Poštovani gledatelji na galeriji i pred televizija. Pozdravljam vas kod sjednice nationalnog austrijanskog odbora. Najsrdacnije pozdravljan i moje prijatelje iz gradišća s kimi sam jur duga ljeta u jako dobrom kontaktu! (Abg. Ing. Westenthaler: Nach der Geschäftsordnung ...!)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.
Abgeordneter Oswald Klikovits (fortsetzend): Ich übersetze es gleich. Ich wollte nur die Vertreter der Minderheiten und die Zuseherinnen und Zuseher an den Fernsehschirmen in ihrer Sprache begrüßen. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich darf abschließend allen gratulieren, die mit dazu beigetragen haben, und bitte alle Abgeordneten, diesem Gesetzeswerk zuzustimmen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber es handelt sich um eine gesamtstaatliche Angelegenheit. Daher habe ich mir auch die Freiheit genommen, aus Überzeugung zu diesem heutigen Thema zu sprechen, weil es nicht meiner Natur entspricht, mieselsüchtig herumzufitzeln, dass das und jenes noch fehlt, dass es nicht ganz gelungen ist, dass dieser und jener Paragraph noch fehlt. Nein, man sollte auch die Größe haben, an einem Tag wie diesem zusammenzurücken, sodass die Parteien sich über die Grenzen hinweg gegenseitig die Gratulation dazu aussprechen, dass ein die Republik mindestens 56 Jahre lang extrem belastender Konfliktfall gelöst wird! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Das ist zu begrüßen, und es ist den handelnden Personen, unserem Landeshauptmann Dörfler, dem Staatssekretär Dr. Ostermayer und anderen, den Slowenenvertretern, den Heimatverbänden, den am Rand an diesem Friedensprojekt der Republik Beteiligten mit Nachdruck zu gratulieren und ihnen der Dank des Hauses auszusprechen, und zwar unzweideutig. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Warum kam es zu der großen Belastung anlässlich des sogenannten Ortstafelsturms im Jahr 1972? – Es ist äußerst wichtig, daran zu erinnern, dass es damals noch das kommunistische Jugoslawien gegeben hat. Im kommunistischen Jugoslawien gab es lebendige Gebietsansprüche gegenüber Österreich. Es wurden dort in den Schulen noch Landkarten als lebendiger Unterrichtsstoff verbreitet, die österreichisches Territorium bis zur Draugrenze als Forderungsbestand beinhaltet und so zum Gegenstand des öffentlichen Bewusstseins über die kommunistische Architektur des titojugoslawischen Raumes gemacht haben. Es war daher nicht verwunderlich, dass bei der zwangsweisen Aufstellung der Ortstafeln 1972 diese als Anerkennung des Primats des territorialen Anspruchs des kommunistischen Jugoslawien verstanden worden sind. Und davon trennen uns heute natürlich Welten. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Natürlich kann man sich fragen, warum denn um bloße Blechtafeln so ein Gezerre veranstaltet worden ist. Diese Blechtafeln waren Ausdruck des expansionistischen territorialen Anspruchs des jugoslawischen Kommunismus. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
gelingt, ist eine parlamentarische Feierstunde. Dafür danke ich persönlich. – Danke. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Rädler: Die Heimatpartei!
Es war in den Debatten bis jetzt sehr oft von Heimat die Rede, von Heimat, von beheimatet sein, von Heimat haben. Mir fällt auf, dass gerade jene Personen, die das Wort „Heimat“ so inflationär verwenden, leider oft so tun, als wäre das nur ihre Heimat. (Abg. Rädler: Die Heimatpartei!) Es sollte jedoch eine Selbstverständlichkeit sein, dass das Bundesland Kärnten natürlich sowohl für die slowenischsprachigen Kärntner und Kärntnerinnen als auch für die deutschsprachigen Kärntner und Kärntnerinnen Heimat ist. Es ist traurig genug, das hier leider noch einmal festhalten zu müssen, weil viele Beiträge in der Debatte wie auch hier im Parlament bis jetzt leider von einem anderen Heimatbegriff ausgegangen sind. (Abg. Kickl: Wie ist das in der Türkei mit den Kurden?)
Abg. Kickl: Wie ist das in der Türkei mit den Kurden?
Es war in den Debatten bis jetzt sehr oft von Heimat die Rede, von Heimat, von beheimatet sein, von Heimat haben. Mir fällt auf, dass gerade jene Personen, die das Wort „Heimat“ so inflationär verwenden, leider oft so tun, als wäre das nur ihre Heimat. (Abg. Rädler: Die Heimatpartei!) Es sollte jedoch eine Selbstverständlichkeit sein, dass das Bundesland Kärnten natürlich sowohl für die slowenischsprachigen Kärntner und Kärntnerinnen als auch für die deutschsprachigen Kärntner und Kärntnerinnen Heimat ist. Es ist traurig genug, das hier leider noch einmal festhalten zu müssen, weil viele Beiträge in der Debatte wie auch hier im Parlament bis jetzt leider von einem anderen Heimatbegriff ausgegangen sind. (Abg. Kickl: Wie ist das in der Türkei mit den Kurden?)
Abg. Ing. Hofer: Schwachsinn!
Tatsache ist, dass es einen jahrelangen Assimilationsdruck auf die Minderheitenangehörigen in Kärnten gegeben hat. (Abg. Ing. Hofer: Schwachsinn!) Tatsache ist, dass die Verweigerung der Aufstellung von zweisprachigen Ortstafeln oder der Anwendung des Slowenischen als Amtssprache leider stattgefunden hat. Das sind alles Tatsachen, die man nicht negieren kann. (Abg. Petzner: Das ist ja ein Blödsinn! – Abg. Dr. Strutz: Waren Sie überhaupt schon einmal in Kärnten?)
Abg. Petzner: Das ist ja ein Blödsinn! – Abg. Dr. Strutz: Waren Sie überhaupt schon einmal in Kärnten?
Tatsache ist, dass es einen jahrelangen Assimilationsdruck auf die Minderheitenangehörigen in Kärnten gegeben hat. (Abg. Ing. Hofer: Schwachsinn!) Tatsache ist, dass die Verweigerung der Aufstellung von zweisprachigen Ortstafeln oder der Anwendung des Slowenischen als Amtssprache leider stattgefunden hat. Das sind alles Tatsachen, die man nicht negieren kann. (Abg. Petzner: Das ist ja ein Blödsinn! – Abg. Dr. Strutz: Waren Sie überhaupt schon einmal in Kärnten?)
Abg. Petzner: Wie ist das denn mit den Minderheiten in der Türkei? Man sollte vor der eigenen Türe kehren!
Sehr geehrte Damen und Herren! Wenn man 59 Jahre nach Unterzeichnung des Staatsvertrags von einem großen Erfolg spricht (Abg. Petzner: Wie ist das denn mit den Minderheiten in der Türkei? Man sollte vor der eigenen Türe kehren!), wenn endlich mehr Ortstafeln aufgestellt werden, wenn die slowenischsprachige Minderheit dort Rechte bekommt, die eigentlich seit 56 Jahren verbrieft sind, dann ist das leider keine Sternstunde und kein Grund für SPÖ, ÖVP, FPK und auch nicht für das BZÖ, sich auf die Schulter zu klopfen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Wenn man 59 Jahre nach Unterzeichnung des Staatsvertrags von einem großen Erfolg spricht (Abg. Petzner: Wie ist das denn mit den Minderheiten in der Türkei? Man sollte vor der eigenen Türe kehren!), wenn endlich mehr Ortstafeln aufgestellt werden, wenn die slowenischsprachige Minderheit dort Rechte bekommt, die eigentlich seit 56 Jahren verbrieft sind, dann ist das leider keine Sternstunde und kein Grund für SPÖ, ÖVP, FPK und auch nicht für das BZÖ, sich auf die Schulter zu klopfen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Weil das heute Vorliegende eine Verbesserung gegenüber dem derzeitigen Zustand ist, werden die Grünen diesem Vorschlag mehrheitlich zustimmen. Es ist mir und uns aber auch ein Anliegen zu betonen, dass das für uns keinen Schlussstrich unter die Rechte der Minderheit und der Minderheiten, der Volksgruppen in Österreich bedeutet, sondern hoffentlich einen Neubeginn, nämlich einen Neubeginn für eine Begegnung auf Augenhöhe zwischen Mehrheit und Minderheiten, zwischen Kärntnern und Kärntnerinnen mit slowenischer Muttersprache und mit deutscher Muttersprache. In diesem Sinne danke schön und hvala lepa! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Öllinger: Das ist letztklassig!
beweisen es auch durch Ihren Lebenslauf. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Öllinger: Das ist letztklassig!)
Beifall beim BZÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Kickl.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich liebe die Heimat, und daher bin ich auch froh, dass heute dieses Kapitel geschlossen wird. Viele haben von einem historischen Moment gesprochen, viele klopfen sich auf die Schulter, viele krönen sich mit dem Erfolg oder stecken den Erfolg ans eigene Revers. Ich sage Ihnen eines: Der Erfolg hat viele Väter, aber wenn wir alle ehrlich sind und diesen Beschluss nicht zu einer Folkloreveranstaltung verkommen lassen wollen, dann müssen wir zwei Persönlichkeiten danken, die im Jahr 2006 genau diesen Beschluss bereits herbeigeführt haben, den wir heute endlich beschließen können, und das ist der leider verstorbene Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider gemeinsam mit dem Bundeskanzler außer Dienst Dr. Wolfgang Schüssel, die vor fünf Jahren weit visionärer waren, als es heute die Sozialdemokratie und ihr Staatssekretär Ostermayer sind. (Beifall beim BZÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Kickl.)
Beifall beim BZÖ.
Sehr geehrter Herr Botschafter von Slowenien, Eure Exzellenz! Österreich ist seiner Verantwortung nachgekommen und hat die Verträge eingehalten. Ich erwarte mir von Slowenien die Achtung, den Respekt vor und die Wiedergutmachung an der deutschsprachigen Minderheit. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich erwarte mir die schonungslose Aufklärung der Kriegsverbrechen an der deutschsprachigen Minderheit, die Aufklärung der Massengräber in Slowenien, und ich erwarte mir auch von der slowenischen Seite eine härtere Vorgangsweise bei Krško. Was nützen uns doppelsprachige Ortstafeln, wenn uns ein Schrottreaktor in Slowenien um die Ohren fliegt? Dann gibt es nämlich keine Ortstafeln mehr für Menschen, die in diesen Gemeinden leben. Auch das ist heute zu sagen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Dann ist es tatsächlich ein großer Moment für Österreich und ein großer Moment für Kärnten. – Ich danke Ihnen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen einen Antrag zur Geschäftsordnung stellen!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Also ich muss jetzt ehrlich sagen, dass es mir jetzt irgendwann einmal reicht. Ich möchte etwas zum Ausdruck bringen, das mittlerweile viele in diesem Haus bewegt. Darf es sein, dass Abgeordnete dieser Fraktion (in Richtung BZÖ) einer Abgeordneten dieses Hauses dauernd unterstellen, dass sie keine Heimat habe, nur weil sie vielleicht nicht in Österreich geboren ist, die jedoch als österreichische Parlamentarierin hier in Österreich Politik macht. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen einen Antrag zur Geschäftsordnung stellen!) Ich verlange einen Ordnungsruf, insbesondere auch gegenüber Kollegen Petzner, der immer wieder sagt: Kehren Sie vor der eigenen Tür!
Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.
Bei dem Alltagsrassismus in diesem Haus muss wirklich einmal eine Grenze gezogen werden. (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Abgeblitzt!
Präsident Fritz Neugebauer: Frau Kollegin, Sie wissen auch als ehemalige Präsidentin hier oben, dass das kein geschäftsordnungsmäßiger Beitrag war, und das Verlangen nach einem Ordnungsruf nehme ich wohl zur Kenntnis, aber die Entscheidung liegt bei mir. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Abgeblitzt!)
Rufe bei den Grünen: Rassistisch! Untergriffig!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Sehr geehrter Herr Präsident! Ich möchte Sie ersuchen und stelle den Antrag, dieses Thema in der nächsten Präsidiale zu behandeln. Natürlich ist es so, dass wir als Mandatare auch Respekt einbringen müssen, aber ich bitte Sie, Frau Kollegin Glawischnig, auch zu verstehen, dass man manchmal etwas emotionaler argumentiert (Rufe bei den Grünen: Rassistisch! Untergriffig!), vor allem dann, wenn völlig vergessen wird, dass beispielsweise Frau Kollegin Korun, wenn es darum geht, für die Kurdenrechte in der Türkei einzutreten, noch keine Akzente gesetzt hat. (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Öllinger: Das ist völlig aus der Luft gegriffen!)
Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Öllinger: Das ist völlig aus der Luft gegriffen!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Sehr geehrter Herr Präsident! Ich möchte Sie ersuchen und stelle den Antrag, dieses Thema in der nächsten Präsidiale zu behandeln. Natürlich ist es so, dass wir als Mandatare auch Respekt einbringen müssen, aber ich bitte Sie, Frau Kollegin Glawischnig, auch zu verstehen, dass man manchmal etwas emotionaler argumentiert (Rufe bei den Grünen: Rassistisch! Untergriffig!), vor allem dann, wenn völlig vergessen wird, dass beispielsweise Frau Kollegin Korun, wenn es darum geht, für die Kurdenrechte in der Türkei einzutreten, noch keine Akzente gesetzt hat. (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Öllinger: Das ist völlig aus der Luft gegriffen!)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege, Sie wissen aber auch, dass das auch kein geschäftsordnungsmäßiger Beitrag gewesen ist. Auch darüber sollten wir uns in der nächsten Präsidiale unterhalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Kollegen aus Kärnten! Herr Landeshauptmann! Liebe Landesräte! Liebe Zuhörer auf der Galerie! Wieder zurück zum Tagesordnungspunkt Ortstafellösung. Wenn man heute hier in den letzten Wortmeldungen den breiten Konsens mitverfolgen hat können, kann ich nur sagen, dass es für uns Kärntner natürlich wunderschön ist, dass das diesen breiten Konsens gefunden hat. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Am Schluss soll jedoch das Gute stehen. Ich muss hier dem Landeshauptmann von Kärnten, Herrn Dörfler, wirklich sagen: Du hast dich wirklich mit Herz eingebracht, zusammen mit all deinen Kollegen, den Slowenen-Vertretern und dem Herrn Staatssekretär vom Bund. Solche Dinge entstehen nicht von alleine. Es braucht dafür viel Kraft, Zeit und Herz. Es ist wirklich im Sinne von Österreich und ganz besonders im Sinne der Kärntner Bevölkerung jetzt einmal ein Schlussstrich gezogen worden. Dazu möchte ich euch allen und uns allen recht herzlich gratulieren. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wenn 1918 und 1920 heimattreue Kärntner nicht mit Leib und Leben um diese Grenze gekämpft hätten, würden wir heute dieses Volksgruppengesetz nicht beschließen, weil wir uns auf slowenischem Territorium befinden würden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Beschlussfassung heute ist eine positive Beschlussfassung. Es lebe unsere Heimat Kärnten! Es lebe die Republik Österreich! (Beifall bei der FPÖ.)
Anhaltender Beifall bei SPÖ, ÖVP, FPÖ und BZÖ.
Ausdrücklich stelle ich wiederum die verfassungsmäßig erforderliche Zweidrittelmehrheit fest. (Anhaltender Beifall bei SPÖ, ÖVP, FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage: Da wäre es notwendig, eine allgemeine Medienförderung weiterzuentwickeln, die in die Richtung geht, sämtliche Sektoren unter einem Dach zusammenzubinden: den Printbereich, den TV-Bereich, den Radiobereich, aber auch den Onlinebereich, der immer wichtiger wird! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Schauen Sie sich den ORF im Vergleich mit anderen Rundfunkanstalten in Europa an: Der ORF schraubt seinen Informationsanteil immer mehr herunter, der liegt bei 20 Prozent. Andere wiederum, wie ARD und ZDF in der Bundesrepublik Deutschland, haben einen Informationsanteil von 40 Prozent und mehr. Es ist also genau umgekehrt: Der ORF schraubt den Unterhaltungsteil nach oben, fährt den Informationsanteil nach unten; und das ist genau der falsche Weg, einer, den ein öffentlich-rechtlicher Sender eigentlich nicht beschreiten sollte! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Die Printlandschaft beschreibt das folgendermaßen – ich darf dazu etwa den „Kurier“ zitieren –: „Wenn nun im August der ORF-Chef“ – Wrabetz – „gewählt wird, ist man allerdings wirklich an einstige sozialistische Parteitage erinnert.“ – Genau das ist der Vorwurf (Beifall bei der FPÖ), der auch von der schwarzen Reichshälfte immer wieder kommt.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Was für Quoten erwartet man sich, wenn Frau Rudas ...?!
Da liegt vieles im Argen, und mein Appell hier an dieses Hohe Haus ist – trotz all der nicht vorhandenen Einflüsse auf den Stiftungsrat, das weiß ich schon, aber –: Es gibt doch die Möglichkeit, da willensbildend tätig zu werden. Es gibt die Möglichkeit, die Person Wrabetz nicht einfach durchzuwinken; denn Wrabetz hat den ORF zu seiner historisch geringsten Seherquote geführt, die den Küniglberg aus unternehmerischer Sicht in permanente Schräglagen bringt. Dabei wird nicht nur von anderen möglichen Kandidaten, sondern auch quer durch die Zeitungslandschaft zum Ausdruck gebracht, dass da der Griff der Politik, der Parteisekretariate, insbesondere des roten Parteisekretariates der bestimmende Faktor ist! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Was für Quoten erwartet man sich, wenn Frau Rudas ...?!)
Beifall bei der FPÖ.
Schauen Sie sich die Sündenfälle des ORF an! Herr Klubobmann Cap, Sie reden nach mir. Ich hätte gerne eine Antwort. Ist es in Ordnung, wenn ein Reporter des ORF zwei Skinheads nimmt, sie dafür bezahlt, sie hinbringt, sie ausstattet, um unserem Klubobmann, der bei einer Veranstaltung ist, ein Bild unterzujubeln, das nicht der Realität entspricht?! Ist das in Ordnung?! Wrabetz und alle beim ORF stellen sich hinter diese Vorgangsweise. Ich sage: Das ist nicht nur schäbig für ein Medium, sondern besonders schäbig, wenn es um ein öffentlich-rechtliches Medium geht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Hier läuft vieles falsch, hier gehört Ordnung gemacht. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Österreich, der ORF, soll ein guter ORF werden, er soll öffentlich-rechtlich bleiben. Ich will eine Medienförderung, von der alle profitieren können, die öffentlich-rechtliche Inhalte produzieren! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war das Ende des Regenbogens!
Die Parteisekretariate und einen Kandidaten Wrabetz, von dem die Zeitungen sagen, diese Wahl wird nichts anderes als ein sozialistischer Parteitag – das will ich nicht haben! Und ich hoffe, dass die ÖVP ihrem Wort treu bleibt und auch entsprechend positiv willensbildend auf ihre Stiftungsräte wirkt! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war das Ende des Regenbogens!)
Abg. Vilimsky: Fernsehprogramm!
Als Kollege Vilimsky vorhin gesprochen hat, habe ich mich die ganze Zeit gefragt: Über welches Medium spricht er da eigentlich? Denn die Zahlen und Fakten, die hier am Tisch liegen, sind eindeutig. (Abg. Vilimsky: Fernsehprogramm!) Im internationalen, vor allem europäischen Vergleich liegt der ORF beim Fernsehen mit der Quote nach wie vor an der Spitze, beim Radio überhaupt an der Spitze.
Abg. Grosz: 160 Millionen € vom Steuerzahler geklaut! Jawohl!
Aber ich möchte noch hinzufügen: Es hat erfolgreichst die Umsetzung dieses ORF-Gesetzes stattgefunden. Es wurde von SPÖ, ÖVP und FPÖ mit einer Zweidrittelmehrheit beschlossen. (Abg. Grosz: 160 Millionen € vom Steuerzahler geklaut! Jawohl!)
Abg. Ing. Westenthaler: Verdoppeln?
Ich bin der Meinung, man sollte diese Refundierung der aus Zahlengründen entgangenen Gebühreneinnahmen natürlich in Zukunft weiter refundieren (Abg. Ing. Westenthaler: Verdoppeln?), weil das ja nur der Programmqualität dienen kann, und es sogar mit dieser Bestimmung verbinden. Ich hoffe, dass Sie seitens der Freiheitlichen dann ein geneigteres Ohr haben, um diese Perspektive auch wirklich zu unterstützen.
Abg. Grosz: Nur weil Sie 160 Millionen € Steuergeld eingepumpt haben!
Es ist also ein absolut positives Ergebnis gegenüber 2009, ein Plus von 69,2 Millionen €. (Abg. Grosz: Nur weil Sie 160 Millionen € Steuergeld eingepumpt haben!) Es hat auch diese Strukturveränderungen gegeben, die der Zentralbetriebsratsobmann Moser in einer Aussendung beschreibt, wobei man auch der Belegschaft, die oft unter widrigen Bedingungen arbeitet, größtes Lob aussprechen muss, wobei die Belegschaft in den vergangenen drei Jahren um 14 Prozent kleiner wurde – durch Pensionierung, Handshake-Modelle et cetera. (Abg. Ing. Westenthaler: Vor allem in der Direktion!)
Abg. Ing. Westenthaler: Vor allem in der Direktion!
Es ist also ein absolut positives Ergebnis gegenüber 2009, ein Plus von 69,2 Millionen €. (Abg. Grosz: Nur weil Sie 160 Millionen € Steuergeld eingepumpt haben!) Es hat auch diese Strukturveränderungen gegeben, die der Zentralbetriebsratsobmann Moser in einer Aussendung beschreibt, wobei man auch der Belegschaft, die oft unter widrigen Bedingungen arbeitet, größtes Lob aussprechen muss, wobei die Belegschaft in den vergangenen drei Jahren um 14 Prozent kleiner wurde – durch Pensionierung, Handshake-Modelle et cetera. (Abg. Ing. Westenthaler: Vor allem in der Direktion!)
Abg. Grosz: Da ist sehr viel eingespart worden!
Jetzt, nachdem es eine Nulllohnrunde 2010 gegeben hat und einen Gehaltsabschluss 2011 unter der Inflationsrate, was die Nachhaltigkeit anbelangt, und die Angleichung verschiedener Vertragsdaten, wobei auch die ORF-Pensionskassenbeiträge ausgesetzt wurden – jetzt ist die Belegschaft, wenn sie wirklich Qualität liefern soll, am Limit angelangt! (Abg. Grosz: Da ist sehr viel eingespart worden!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Au weh! Die Kombination „ORF“ und „unabhängig“, das tut weh!
Der ORF als Einrichtung nationaler Kulturidentität Österreichs, mit der Vielfalt und der Berücksichtigung all der Kulturen und Minderheiten, die es gibt, ist ein ganz, ganz wichtiges Leitmedium. Aus einem Verantwortungsgefühl gegenüber dem ORF sollten wir alles dafür tun, dass er seine unabhängige, objektive Arbeit im Interesse der Österreicherinnen und Österreicher fortsetzen kann! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Au weh! Die Kombination „ORF“ und „unabhängig“, das tut weh!)
Beifall bei der FPÖ.
Ich war bei den Beratungen im Ausschuss wegen des Unverständnisses und der Arroganz der Kultursprecher der anderen Parteien eigentlich sehr befremdet. Unser Antrag, sehr geehrte Damen und Herren, sieht vor, dass der ORF künftig einen angemessenen Anteil der Sendezeit seines Programms heimischem Musikschaffen und Musikproduktionen, im Speziellen der Volksmusik und der volkstümlichen Musik zur Verfügung stellt, um damit Volksmusik und volkstümliche Musik verstärkt zu fördern. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kopf: Ach so?
Das wurde, wie ich gesagt habe, abgelehnt. Das wundert mich nicht so sehr bei vielen linken Abgeordneten. Dass allerdings die Kultursprecherin der ÖVP jegliche Beziehung zur Volksmusik vermissen lässt, zeigt, dass Teilen der ÖVP der Kontakt zum Volk abhanden gekommen ist. (Abg. Kopf: Ach so?) – Na ja, Herr Klubobmann, es tut mir leid, aber es ist so. Sie hätten sie hören sollen. Sie hat nämlich gesagt: Ich bin mehr für zeitgenössische Kunst beziehungsweise Musik. Das wäre gerade so, als ob es die zeitgenössische Volksmusik und das zeitgenössische Volkslied nicht gäbe.
Abg. Kopf: Volksmusik ist nicht gleich volkstümlich ...!
Bei der ÖVP nur so zu tun, als ob sie volkstümlich wäre (Abg. Kopf: Volksmusik ist nicht gleich volkstümlich ...!), aber wenn es darauf ankommt, kein Bekenntnis abzuge
Abg. Hörl: Ewiggestrige!
ben – das ist schon sehr schwach! Denn: Volksmusik ist zeitlos, Volksmusik lebt ungebrochen weiter, sie ist vital und voller Kraft. Es gibt Volkslieder, die für manche Österreicher sogar unsere Nationalhymne ersetzen, wobei beim Liebeslied an Österreich ... (Abg. Hörl: Ewiggestrige!)
Beifall bei der FPÖ.
Wir Freiheitliche achten und lieben die Musik, die aus dem Volk kommt. Mögen die Regierungsparteien auch blind und taub sein, was unsere ureigenste Kunst angeht, mögen sie auch unseren Antrag ablehnen, wir Freiheitliche werden weiterhin alles tun, um unsere Volkskunst, unsere Volksmusik zu fördern, auf dass sie weiterhin blühe und gedeihe! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber ich verhehle auch nicht, meine Damen und Herren, dass ich mir um den ORF große Sorgen mache. Wirtschaftlich ist beileibe nicht alles so, wie es sein sollte. Er hat in den letzten Jahren die Hälfte seines Eigenkapitals verbraucht und ist in einer kritischen Eigenkapitalsituation. Erst die Finanzspritze des Bundes, die wir gemeinsam hier beschlossen haben, und auch die gesetzlich von uns erzwungenen wirtschaftlichen Maßnahmen, heißt Sparmaßnahmen im Unternehmen, haben dazu beigetragen, dass dieses Unternehmen jetzt auf einem besseren wirtschaftlichen Kurs ist. Da ist auch dem kaufmännischen Direktor des Unternehmens, Mag. Richard Grasl, im Besonderen zu gratulieren. Er hält diesen Kurs im Unternehmen und schaut darauf, dass diese gesetzlichen Bestimmungen auch umgesetzt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Also unter ganz gewissen Voraussetzungen – dass der Sparweg nicht verlassen wird, dass der ORF in eine Richtung von Objektivität geht in seiner Berichterstattung und vielem anderen mehr, das es zu kritisieren gibt – kann man auch mit uns über diesen Paragraphen reden. Aber nur, das sage ich gleich dazu, unter ganz bestimmten Voraussetzungen. Da müssen sich ein paar andere Dinge in dem Unternehmen ändern, die heute zur Kritik Anlass geben. Aber gesprächsbereit wäre ich dazu durchaus. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Josef A. Riemer (FPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrter Herr Klubobmann, Sie haben es richtig gesagt: das duale System des ORF, also Rot-Schwarz. Ich finde das eine ganz tolle Geschichte! Heute haben wir in Bezug auf die Kärntner gehört, es gibt Minderheitenrechte. Ich würde einmal dafür plädieren, dass man im ORF die Minderheitenrechte stärkt – insbesondere jene der Opposition! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Grundsätzlich: Die Aufgabe eines öffentlich-rechtlichen Instrumentariums wie des ORF ist es, nicht nur für objektive Berichterstattung Verantwortung zu tragen, sondern er hat für die Republik als Kulturträger höchsten und allgemeinen Bildungsansprüchen zu genügen, um einen wesentlichen Beitrag für die Identität Österreichs zu leisten. (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit bei den Grünen.
Ich glaube, da haben wir alle zu tun, gerade wo wir heute über Minderheiten oder die Mehrsprachigen gesprochen haben. Alle die haben ihr Volksliedgut, aber das ist alles aus der Vergangenheit. Denken wir daran, alle Lieder der Gemeinschaft, der Landschaft, Fahrtenlieder, Küchenlieder, Lieder des bäuerlichen Lebens stammen aus einer Zeit, die weit zurückliegt. Wo sind wir heute? Es ist verstummt. Wir haben nur mehr die Vergangenheit. (Heiterkeit bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Unterstützen Sie auf diesem Weg eine volksliedreiche Zukunft, Begabte und Künstler! Es wird sonst unsere Gegenwart nur über Konserven des Alten Wiedererkennungswert haben. Der ORF hat hier einen hohen, wichtigen öffentlichen Auftrag wahrzunehmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Pilz: Kollege Brosz, singst du jetzt?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Brosz. 6 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Pilz: Kollege Brosz, singst du jetzt?)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Der Punkt ist ja, dass die FPÖ da sehr zwiespältig agiert. Heute haben wir einen Antrag zu Volksmusik, mehr Singen im ORF und Ähnlichem vorliegen. Einerseits soll der ORF unabhängig sein, auf der anderen Seite kommt in jeder zweiten Plenarsitzung ein Antrag der FPÖ, in dem steht, welche Sendungen gebracht werden sollen, welche Bereiche gebracht werden sollen, welche Journalisten gerade wieder nicht berichten dürfen – siehe Raimund Löw aus Brüssel. Es herrscht große Aufregung, wenn die ORF-Reporter und -Journalisten ihre Arbeit machen, nämlich kritische Berichterstattung. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das, was Sie wollen, ist kein öffentlich-rechtliches Fernsehen – was Sie wollen, ist blauer Staatsfunk. Und auf den können wir mit Sicherheit verzichten! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Der Punkt ist ja, dass die FPÖ da sehr zwiespältig agiert. Heute haben wir einen Antrag zu Volksmusik, mehr Singen im ORF und Ähnlichem vorliegen. Einerseits soll der ORF unabhängig sein, auf der anderen Seite kommt in jeder zweiten Plenarsitzung ein Antrag der FPÖ, in dem steht, welche Sendungen gebracht werden sollen, welche Bereiche gebracht werden sollen, welche Journalisten gerade wieder nicht berichten dürfen – siehe Raimund Löw aus Brüssel. Es herrscht große Aufregung, wenn die ORF-Reporter und -Journalisten ihre Arbeit machen, nämlich kritische Berichterstattung. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das, was Sie wollen, ist kein öffentlich-rechtliches Fernsehen – was Sie wollen, ist blauer Staatsfunk. Und auf den können wir mit Sicherheit verzichten! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Grosz: Reden Sie über den Pius Strobl! – Zwischenruf des Abg. Petzner.
Jedes Mal, wenn – natürlich auch kritisch – die FPÖ betrachtet wird, wie im Übrigen auch die anderen Parteien, gibt es den großen Aufschrei. (Abg. Grosz: Reden Sie über den Pius Strobl! – Zwischenruf des Abg. Petzner.) Der Herr Kollege Kopf ist entschwunden, aber der Herr Moschitz hat für seine Dokumentation „Am rechten Rand“ in der Sendung „Am Schauplatz“ den Volksbildungspreis bekommen. (Zwischenruf des Abg. Grosz.) – Grosz, genau, richtig! Alles niedermähen, alles, was sich kritisch mit der FPÖ auseinandersetzt: Raus aus diesem Land! Das ist Ihre Position. Damit brauchen Sie uns nicht zu kommen.
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Jedes Mal, wenn – natürlich auch kritisch – die FPÖ betrachtet wird, wie im Übrigen auch die anderen Parteien, gibt es den großen Aufschrei. (Abg. Grosz: Reden Sie über den Pius Strobl! – Zwischenruf des Abg. Petzner.) Der Herr Kollege Kopf ist entschwunden, aber der Herr Moschitz hat für seine Dokumentation „Am rechten Rand“ in der Sendung „Am Schauplatz“ den Volksbildungspreis bekommen. (Zwischenruf des Abg. Grosz.) – Grosz, genau, richtig! Alles niedermähen, alles, was sich kritisch mit der FPÖ auseinandersetzt: Raus aus diesem Land! Das ist Ihre Position. Damit brauchen Sie uns nicht zu kommen.
Beifall bei den Grünen.
Herr Klubobmann Kopf hat den Herrn Moschitz auch massiv angegriffen, und ich hätte erwartet, dass Kopf nach der Einstellung des Verfahrens gegen Ed Moschitz wegen des absurden Vorwurfs der Wiederbetätigung, nämlich weil dort angeblich eine Aufforderung zur Wiederbetätigung gekommen wäre, irgendwann einmal ein Wort der Entschuldigung findet. Es wäre angebracht, ein Wort der Entschuldigung, der Anerkennung zu finden, wenn jemand einen Volksbildungspreis bekommt, aber das ist alles wurscht, das spielt keine Rolle. Wenn es politisch in den Kram passt, dann wird damit argumentiert. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Petzner: Der Pius Strobl auch! Erzählen Sie endlich was über den Pius Strobl!
Da kann ich nur sagen, der Herr Mück ist an der Schaltstelle gesessen und hat so (der Redner zeigt mit dem Daumen nach oben) oder so (der Redner zeigt mit dem Daumen nach unten) gemacht. So oder so! Das war die „Ära Mück“ im ORF. (Abg. Petzner: Der Pius Strobl auch! Erzählen Sie endlich was über den Pius Strobl!) Und zwar in einer Form, wo einfach die Berichterstattung klar war: Wenn die ÖVP-Zentrale sagt: Kommt nicht!, dann kommt die Geschichte nicht.
Beifall bei den Grünen.
Also: Journalisten sollen ihre Arbeit machen, der ORF soll, soweit das in einem rechtlichen Rahmen möglich ist, seine Berichterstattung ausüben und der politische Einfluss so weit wie möglich zurückgedrängt werden. Das wäre ein ORF-Bild für die Zukunft. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Der andere Bereich, der mich ein bisschen mit Sorge erfüllt, ist das Programm. Der ORF hat im Programm eine massive Schwachstelle, nicht nur personell mit dem unsäglichen Herrn Direktor Lorenz, der – Zitat Wrabetz – „das Unternehmen anbrunzt“ – Zitatende. Das heißt, man muss vor allem im Programm etwas tun, man muss das Vertrauen der Hörer und Seher in den ORF wieder stärken, denn der Quotensinkflug, meine Damen und Herren, hat in erster Linie damit zu tun, dass die Menschen nicht mehr auf die Unabhängigkeit und die Objektivität des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vertrauen. Das ist das Problem und die zentrale Herausforderung, die wir haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn vorhin Klubobmann Kopf lamentiert hat, was nicht alles beim ORF getan werden muss, und auch der Kollege Brosz, dann seien wir uns doch ehrlich: Gerade der ÖVP ist es immer nur darum gegangen: Wer wird in diesem Unternehmen was und wie sehr können wir intervenieren? Das „Moltophon“, bitte, ist mittlerweile berühmt-berüchtigt, und wir stehen dafür, dass das „Moltophon“ ausgeschaltet bleibt, meine Damen und Herren, und nicht mehr eingeschaltet wird, auch wenn es euch nicht passt. Darum geht es uns! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ein Satz noch zu den Grünen. Ich meine, bei euch ist es das Gleiche: Bitte redet nicht von Unabhängigkeit! Der korrupteste, käuflichste, bestechlichste ORF-Mann ist euer Pius Strobl. Was der in diesem Unternehmen aufgeführt hat, das wäre auch strafrechtlich einmal dringend aufklärungsbedürftig, meine Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
denn dem BZÖ geht es als einziger Partei nicht um einen parteipolitisch gefärbten ORF, sondern um einen starken, wirtschaftlich gesunden, rot-weiß-roten öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der für die Hörerinnen und Hörer und Seherinnen und Seher da ist und für keine politische Partei, ob es die Volkspartei ist oder ob es die Grünen sind. (Beifall beim BZÖ.)
Ruf bei den Grünen: Kreisky!
Abgeordneter Dr. Franz-Joseph Huainigg (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich mache öfters Diskussionen mit Jugendlichen über die Themen Demokratie und Parlament, und da frage ich sie auch, wie der Bundeskanzler heißt. Was glauben Sie, was die Jugendlichen sagen? Gibt es Vorschläge? (Ruf bei den Grünen: Kreisky!) – Faymann sagen sie nicht, auch Spindelegger sagen sie nicht, aber sie sehen statt einem Bundeskanzler eine Bundeskanzlerin, nämlich Angela Merkel.
Abg. Brosz: Das ist aber stark!
Dieser Erfolg hat zwei Ursachen: Die eine Ursache ist das ORF-Gesetz, in dem verankert ist, dass ORF-Programme barrierefrei gesendet werden müssen und dass die schrittweise Untertitelung erhöht werden muss. Ich erinnere an die schwierigen Diskussionen im Ausschuss zum ORF-Gesetz, bei denen immer wieder die Freiwilligkeit betont worden ist und dass der ORF das schon machen wird. Wir haben gesagt: Nein, es braucht eine gesetzliche Fixierung. – Und diese Fixierung ist gekommen, auch dank der Unterstützung und der Hartnäckigkeit unseres Klubobmannes Karl-Heinz Kopf, die auch gefruchtet hat. (Abg. Brosz: Das ist aber stark!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich würde es richtig finden, wenn mehr behinderte Menschen als Moderatoren im ORF zu sehen sind. Ein erster Schritt wurde mit einer Rollstuhlfahrerin als Moderatorin gesetzt, das finde ich sehr positiv. Nur man sollte heuer – das ist mein Weihnachtswunsch – Peter Rapp als Ko-Moderator weglassen, denn er wird sich moralisch nicht mehr „derrappeln“. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Zur Unterscheidung zwischen volkstümlicher Musik und Volksmusik, Frau Kollegin Unterreiner, möchte ich Ihnen schon ein bisschen etwas erklären: Die Differenzen zwischen diesen beiden Bereichen könnten nämlich gar nicht größer sein. Das einzig Gemeinsame ist das Wort „Volk“, das in beiden Begriffen enthalten ist, aber sonst nichts. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Viel zu wenig!
Die Volksmusik wird bottom-up von sehr vielen Menschen in diesem Lande praktiziert – es ist so ähnlich wie beispielsweise beim Volkssport Fußball –, und aus der Quantität entsteht dann so etwas wie Qualität in der Musik – beim Fußball weiß ich es nicht, ich glaube weniger. Diese Qualität wird dann auch tatsächlich im ORF immer wieder gebracht. (Abg. Dr. Rosenkranz: Viel zu wenig!) Da gibt es gar nichts zu kritisieren.
Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Dr. Jarolim: Aber das geht ans Herz!
„Komm doch mit mir nach Tahiti, dorthin, wo immer die Sonne lacht, wo jede Stunde des Lebens nur Freude macht! Komm doch mit mir nach Tahiti, komm, lass uns leben im Sonnenschein! Der Strand wird unser Zuhause für immer sein.“ – Zitatende. (Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Dr. Jarolim: Aber das geht ans Herz!)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Ablinger.
Jetzt könnte ich aufzählen, wie viele Serien der ORF im Zusammenhang mit volkstümlicher Musik laufen hat, aber ich habe die Liste oben vergessen. Ich glaube, es sind 15 Serien. Wir ersparen uns das. Ich glaube, da wird genug gemacht, und abgesehen davon ist es nicht unsere Aufgabe, das zu beurteilen. Das machen der Publikumsbeirat und der Stiftungsrat. Wir, glaube ich, können Ihrem Antrag diesmal nicht zustimmen. Tut mir leid. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Ablinger.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Unterreiner.
Im Radio kann man ein West-Ost-Gefälle feststellen, und ich gebe Ihnen recht, dass es in Wien wenig bis gar nichts die Volksmusik betreffend gibt, dafür in Salzburg mit 7 Prozent Anteil wieder mehr, und im Radio Kärnten, im ORF Kärnten geschieht auch ziemlich viel. Wo ich Ihnen recht gebe, ist, dass man in Wien den Hebel ansetzen muss, damit mehr passiert. Deswegen geht es Ihnen wahrscheinlich so ab und deswegen fehlt es Ihnen so, dass mehr im Radio diesbezüglich berichtet wird. Trotzdem muss ich als Jugendsprecher sagen, dass gerade beim ORF viel zu wenig für die Jugend gebracht wird. Es sind alle Sendungen der letzten Jahre eingestellt worden, das wissen Sie. (Zwischenruf der Abg. Mag. Unterreiner.)
Beifall beim BZÖ.
Was die Volksmusik und die volkstümliche Musik betrifft, wird genug Sendezeit zur Verfügung gestellt. Das Wort „volkstümlich“ ist für mich längst schon überholt, das haben wir auch schon diskutiert, das sollte man auch nicht mehr so verwenden, denn gerade einen Volksmusikanten, und da gibt es einige im Hohen Haus, beutelt es nur so ab – auf Kärntnerisch gesagt –, wenn man zu ihm sagt, er macht volkstümliche Musik. Ich glaube, dieser Begriff ist überholt, und da sollten wir etwas ändern. Aus diesen Gründen gibt es zum gegenständlichen Antrag keine Zustimmung seitens des BZÖ. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall des Abg. Petzner.
Das sind alles Punkte, die wir als Ziel definiert haben, als wir das ORF-Gesetz im letzten Jahr novelliert haben. Ausgangspunkt für die Diskussion war damals überhaupt, dass wir Ende 2008 ein großes Defizit im ORF hatten, einen Abgang von 80 Millionen €, und wir alle der Meinung waren, dass wir bestimmte Schritte setzen müssen. Stefan Petzner, der auf den Bericht eingegangen ist, hat es schon erwähnt, nämlich dass der Jahresbericht zeigt, dass die Geschäftsführung des ORF erfolgreich gewirtschaftet hat. Die Gefahr, die wir damals gesehen haben, wo manche diskutiert haben, ob der ORF ein Schicksal wie die AUA erleiden könnte, die ist weg, die ist gebannt. (Beifall des Abg. Petzner.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Wenn jetzt über einzelne Programme, über einzelne Sendungen diskutiert wird – das Gleiche ist im Ausschuss passiert –, darf ich Herrn Abgeordneten Fichtenbauer zitieren, der im Ausschuss gesagt hat, wir alle sollten uns nicht anmaßen, Stiftungsrat des ORF zu spielen. Der ORF ist ein verfassungsrechtlich unabhängig gestelltes Unternehmen, es gibt genaue Spielregeln, welche Aufgaben der Generaldirektor hat, welche Aufgaben die Direktoren haben, welche Aufgaben der Stiftungsrat hat und welche Aufgaben der Publikumsrat hat. Ich glaube, diese Trennung sollten wir auch in Zukunft beibehalten. – Vielen Dank. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Abg. Grillitsch: Das haben Sie richtig verstanden! – Abg. Petzner: Sie wollen schon wieder parteipolitische Geschäfte machen, die Schwarzen!
Ich möchte nur noch einmal kritisch hinterfragen – Herr Klubobmann Kopf ist leider nicht da, aber vielleicht kann man das noch klären –, ich hoffe, ich habe seine Aussa ge zuerst missverstanden, denn es kann nicht der Sinn sein, dass er gemeint hat, wenn der Betriebsrat richtig wählt, stellt er vielleicht nach Möglichkeit dem ORF auch neues Personal zur Verfügung. (Abg. Grillitsch: Das haben Sie richtig verstanden! – Abg. Petzner: Sie wollen schon wieder parteipolitische Geschäfte machen, die Schwarzen!) – Wenn das so ist: Menschen sind kein Spielzeug, Sie wollen Qualität haben, da stehen wir hinter den Bediensteten des ORF, und daher werden wir diesem Bericht auch zustimmen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich möchte nur noch einmal kritisch hinterfragen – Herr Klubobmann Kopf ist leider nicht da, aber vielleicht kann man das noch klären –, ich hoffe, ich habe seine Aussa ge zuerst missverstanden, denn es kann nicht der Sinn sein, dass er gemeint hat, wenn der Betriebsrat richtig wählt, stellt er vielleicht nach Möglichkeit dem ORF auch neues Personal zur Verfügung. (Abg. Grillitsch: Das haben Sie richtig verstanden! – Abg. Petzner: Sie wollen schon wieder parteipolitische Geschäfte machen, die Schwarzen!) – Wenn das so ist: Menschen sind kein Spielzeug, Sie wollen Qualität haben, da stehen wir hinter den Bediensteten des ORF, und daher werden wir diesem Bericht auch zustimmen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Petzner: Können Sie uns was vorsingen?
Volksmusik ist ein sehr wichtiger Kulturträger in unserem ländlichen Raum, viele Menschen engagieren sich freiwillig im Bereich der Volksmusik. Ich weiß wovon ich spreche, ich habe auch in einem Bäuerinnen-Chor gesungen, und wir haben das Volkslied aufleben lassen. (Abg. Petzner: Können Sie uns was vorsingen?) Da steckt natürlich sehr viel Heimat dahinter, Brauchtum dahinter, der regionale Bezug ist hergestellt; das ist ein ganz wichtiger Aspekt unserer regionalen Kultur. Das muss ich hier einmal anmerken.
Beifall bei Grünen und BZÖ
Ich möchte Sie aber bitten, Frau Unterreiner, verwechseln Sie nicht immer Volksmusik und volkstümliche Musik (Beifall bei Grünen und BZÖ), da ist ein gewaltiger Unterschied; da gibt es keine verschwimmenden Grenzen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: ... schreibt man „volkstümlich“ mit weichem d!
In diesem Sinne werden wir Ihrem Antrag mit Sicherheit nicht zustimmen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: ... schreibt man „volkstümlich“ mit weichem d!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Ich will mich in die Frage der Wertungen gar nicht einmischen, ob es jemandem gefällt oder nicht gefällt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) – Nein, das möchte ich gar nicht. Ich finde, es ist meiner Kollegin Fuhrmann auch völlig unbenommen, zu sagen, ihr gefalle zeitgenössische Musik mehr. Also das ist für mich gar nicht der entscheidende Punkt. Der entscheidende Punkt sind die Fakten dazu. Wir lehnen Ihren Antrag ab, weil die Fakten und die tatsächlichen Vereinbarungen dagegen sprechen.
Ruf bei der ÖVP: Null!
Ein kleiner Nebensatz noch zur Zusammensetzung dieses Dialoggremiums, da ist der ORF nämlich vorbildlich – was er sonst nicht ist, meistens ist er ja auch eine Männerdomäne –, was die Repräsentanz von Frauen betrifft. Im Dialoggremium sind nämlich zwei Männer und drei Frauen vonseiten des ORF, aber bei den Musikvertretern – raten Sie einmal! (Ruf bei der ÖVP: Null!) – sind von fünf Personen fünf Männer. Man könnte den Musikvertretern vielleicht ausrichten, auch Frauen machen Musik und könnten repräsentiert sein. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein kleiner Nebensatz noch zur Zusammensetzung dieses Dialoggremiums, da ist der ORF nämlich vorbildlich – was er sonst nicht ist, meistens ist er ja auch eine Männerdomäne –, was die Repräsentanz von Frauen betrifft. Im Dialoggremium sind nämlich zwei Männer und drei Frauen vonseiten des ORF, aber bei den Musikvertretern – raten Sie einmal! (Ruf bei der ÖVP: Null!) – sind von fünf Personen fünf Männer. Man könnte den Musikvertretern vielleicht ausrichten, auch Frauen machen Musik und könnten repräsentiert sein. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Spadiut und Markowitz.
Da es dabei auch um große Kosteneffizienz geht, bitte ich inständig darum, dass sich diese Bedingungen für die Landesstudios und damit für den gesamten ORF ändern, der durch mehr Berichterstattung aus den Ländern, unterschiedliche Gesichtspunkte und unterschiedliche Länderblickwinkel unverwechselbarer würde und nicht den gleichen Einheitsbrei böte wie RTL, SAT 1 und die anderen deutschen Privatsender. Ich glaube, zum Wohle des Unternehmens ist das überfällig, und ich hoffe, es wird eingeleitet. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Spadiut und Markowitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich darf also noch einmal sagen: Wir haben nach dem letzten Bericht die richtigen Konsequenzen gezogen. Jetzt haben wir einen Bericht vor uns, der aus meiner Sicht zukunftsorientiert ist und uns Anlass zur Hoffnung gibt, dass der ORF in Zukunft ohne gröbere Unterstützung an Mitteln aus dem Säckel anderer das Auslangen finden wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Das sagt ein ...! Das sagt ein ...! – Heiterkeit des Abg. Mag. Donnerbauer.
Ich glaube, bei den Landesstudios gibt es Informationen in unterschiedlicher Dichte. Ich würde sagen, in Niederösterreich liegt sie sicherlich in jenem Bereich, in dem man sich die Frage stellt, ob es nicht manchmal etwas zu dicht ist – ich gebe zu, auch in anderen Bundesländern. (Abg. Mag. Donnerbauer: Das sagt ein ...! Das sagt ein ...! – Heiterkeit des Abg. Mag. Donnerbauer.) – Gerade deshalb sage ich es, weil ich immer wieder bemerke, dass doch in einer großen Dominanz ein und dieselbe Person dargestellt wird. (Zwischenruf des Abg. Hornek.) Da stellt sich oft die Frage, ob das so ungeheuer sinnvoll ist, wie wir das mit dem Kollegen Kräuter jüngst besprochen haben.
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Ich glaube, bei den Landesstudios gibt es Informationen in unterschiedlicher Dichte. Ich würde sagen, in Niederösterreich liegt sie sicherlich in jenem Bereich, in dem man sich die Frage stellt, ob es nicht manchmal etwas zu dicht ist – ich gebe zu, auch in anderen Bundesländern. (Abg. Mag. Donnerbauer: Das sagt ein ...! Das sagt ein ...! – Heiterkeit des Abg. Mag. Donnerbauer.) – Gerade deshalb sage ich es, weil ich immer wieder bemerke, dass doch in einer großen Dominanz ein und dieselbe Person dargestellt wird. (Zwischenruf des Abg. Hornek.) Da stellt sich oft die Frage, ob das so ungeheuer sinnvoll ist, wie wir das mit dem Kollegen Kräuter jüngst besprochen haben.
Abg. Dr. Rosenkranz: Na, na, na, na, na!
Was ich noch ganz besonders herausstreichen möchte, ist, dass es auch wichtig ist, hier mit besonderem Mut zu agieren, und dass das dem ORF nicht abgesprochen werden kann, gerade wenn ich mir diese Story um Ed Moschitz anschaue. Dabei ist es gelungen, den absolut grundlosen Vorwurf, der von Herrn Strache in den Raum gestellt worden ist, es wäre etwas gefälscht worden, zu widerlegen. (Abg. Dr. Rosenkranz: Na, na, na, na, na!)
Zwischenruf bei der FPÖ
Da muss ich sagen, ich gratuliere dem ORF dazu, dass er hier tatsächlich dagegengehalten hat. Es wurde widerlegt (Zwischenruf bei der FPÖ), die Bänder wurden untersucht. Im Strafverfahren wurde festgestellt, dass kein Hinweis stimmt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.) Im Endeffekt wurde der Journalist, der das durchgeführt hat, richtigerweise mit einem Preis ausgezeichnet.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.
Da muss ich sagen, ich gratuliere dem ORF dazu, dass er hier tatsächlich dagegengehalten hat. Es wurde widerlegt (Zwischenruf bei der FPÖ), die Bänder wurden untersucht. Im Strafverfahren wurde festgestellt, dass kein Hinweis stimmt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.) Im Endeffekt wurde der Journalist, der das durchgeführt hat, richtigerweise mit einem Preis ausgezeichnet.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Ich glaube, dass man hier mit Beharrlichkeit, Verbundenheit, Ehrlichkeit und auch Unbeeinflussbarkeit gezeigt hat, was ein öffentliches Medium uns tatsächlich schuldig ist. In diesem Sinne möchte ich mich bedanken. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Donabauer: Das ist ineffizient!
Zum Dritten sind das demokratische Grundsätze. Da komme ich schon zu unserem auf dieses Vorhaben bezogenen Vorbehalt. Gemeindeverbände haben in der Regel eine Vollversammlung, welche aus Vertretern der Gemeinden besteht. In der Regel werden das die Bürgermeister, maximal noch wenige andere Vertreter der großen Fraktionen sein. Nicht vertreten werden in diesen Versammlungen jedoch die kleineren Fraktionen sein. Wenn wir unser Wahlrecht ernst nehmen und sagen, dass in den Körperschaften je nach Wahlrecht die vertreten sein sollen, die eine bestimmte Grenze, eine bestimmte Prozenthürde überschritten haben, dann muss sich das auch in etwaigen Organisationsformen, die darüber stehen, durchziehen. (Abg. Donabauer: Das ist ineffizient!)
Abg. Donabauer: Das können Sie im Gemeinderat auch machen!
Sie sagen, das ist ineffizient. Ich sage, das ist Demokratie, das ist konsequente Demokratie. (Abg. Donabauer: Das können Sie im Gemeinderat auch machen!)
Abg. Donabauer: Uns nicht!
Wenn es dazu kommt, dass Menschen in neue Organisationsstrukturen gelangen sollen, ist es wichtig, darauf Rücksicht zu nehmen, dass – und das haben wir auch im Ausschuss diskutiert – sich viele Menschen mit dem Namen ihrer Gemeinde identifizieren und weiter MeidlingerIn, TelfserIn, MödlingerIn oder was auch immer bleiben wollen. Bei einer etwaigen Zusammenlegung, die, wie vorher schon ausgeführt, durchaus effizient und sinnvoll wäre, soll man einen wichtigen partizipativen und direktdemokratischen Teil einbehalten. Deswegen gefällt uns der Antrag gut (Abg. Donabauer: Uns nicht!), und wir haben diesem auch im Ausschuss zugestimmt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn es dazu kommt, dass Menschen in neue Organisationsstrukturen gelangen sollen, ist es wichtig, darauf Rücksicht zu nehmen, dass – und das haben wir auch im Ausschuss diskutiert – sich viele Menschen mit dem Namen ihrer Gemeinde identifizieren und weiter MeidlingerIn, TelfserIn, MödlingerIn oder was auch immer bleiben wollen. Bei einer etwaigen Zusammenlegung, die, wie vorher schon ausgeführt, durchaus effizient und sinnvoll wäre, soll man einen wichtigen partizipativen und direktdemokratischen Teil einbehalten. Deswegen gefällt uns der Antrag gut (Abg. Donabauer: Uns nicht!), und wir haben diesem auch im Ausschuss zugestimmt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Donabauer: Völlig unrealistisch!
Frau Kollegin, zum Abänderungsantrag: Es tut mir leid, aber das wäre etwas übertrieben. Wenn sich zehn Gemeinden, von denen jede 20 Gemeinderäte hat, zusammenschließen, haben wir plötzlich ein Gremium von 200 Personen, von denen jede den Geschäftsführer befragen kann. Ich meine, das würde dann in die falsche Richtung gehen. (Abg. Donabauer: Völlig unrealistisch!) Das ist schon ein zu weit gehender demokratiepolitischer Ansatz.
Abg. Donabauer: Wahnsinn!
Ich denke, die Regelung würde etwas über das Ziel hinausschießen, wenn 200 Gemeindevertreter ... Wo macht man die Versammlung, wenn sie alle den Geschäftsführer befragen sollen? (Abg. Donabauer: Wahnsinn!) Es ist eine rein praktische und keine politische Frage, warum man das nicht will. Ich glaube nicht, dass das organisierbar wäre. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich denke, die Regelung würde etwas über das Ziel hinausschießen, wenn 200 Gemeindevertreter ... Wo macht man die Versammlung, wenn sie alle den Geschäftsführer befragen sollen? (Abg. Donabauer: Wahnsinn!) Es ist eine rein praktische und keine politische Frage, warum man das nicht will. Ich glaube nicht, dass das organisierbar wäre. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Donabauer: Stimmt ja nicht! – Abg. Dr. Kräuter: Das ist ja nur ein Impuls!
Der einzige qualitative Unterschied ist, dass jetzt auch Angelegenheiten der Hoheitsverwaltung des übertragenen Wirkungsbereiches mit einbezogen werden können, das heißt auf gut Deutsch das Meldewesen. Das ist der Hauptpunkt. Aber im eigenen Wirkungsbereich, insbesondere im Raumordungs- und Baurecht, haben die Gemeinden bisher so gut wie überhaupt keine Zusammenarbeit gepflogen, obwohl es dort am meisten Sinn machen würde. (Abg. Donabauer: Stimmt ja nicht! – Abg. Dr. Kräuter: Das ist ja nur ein Impuls!) – Was heißt da Impuls? Was heißt, das stimmt ja nicht? – Natürlich ist das so! Genau das ist das größte Gängelungsinstrument für die Bürgermeister. Das ist der Grund, warum sie es nicht hergeben wollen. Deswegen findet das in der Praxis kaum statt. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Donabauer: Sie haben ja keine Ahnung!) – Ich habe schon eine Ahnung, Kommunalrecht ist eines meiner Spezialgebiete. (Abg. Grillitsch: Wo warst du denn Bürgermeister?! – Abg. Donabauer: Es findet in der Praxis ...!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Donabauer: Sie haben ja keine Ahnung!
Der einzige qualitative Unterschied ist, dass jetzt auch Angelegenheiten der Hoheitsverwaltung des übertragenen Wirkungsbereiches mit einbezogen werden können, das heißt auf gut Deutsch das Meldewesen. Das ist der Hauptpunkt. Aber im eigenen Wirkungsbereich, insbesondere im Raumordungs- und Baurecht, haben die Gemeinden bisher so gut wie überhaupt keine Zusammenarbeit gepflogen, obwohl es dort am meisten Sinn machen würde. (Abg. Donabauer: Stimmt ja nicht! – Abg. Dr. Kräuter: Das ist ja nur ein Impuls!) – Was heißt da Impuls? Was heißt, das stimmt ja nicht? – Natürlich ist das so! Genau das ist das größte Gängelungsinstrument für die Bürgermeister. Das ist der Grund, warum sie es nicht hergeben wollen. Deswegen findet das in der Praxis kaum statt. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Donabauer: Sie haben ja keine Ahnung!) – Ich habe schon eine Ahnung, Kommunalrecht ist eines meiner Spezialgebiete. (Abg. Grillitsch: Wo warst du denn Bürgermeister?! – Abg. Donabauer: Es findet in der Praxis ...!)
Abg. Grillitsch: Wo warst du denn Bürgermeister?! – Abg. Donabauer: Es findet in der Praxis ...!
Der einzige qualitative Unterschied ist, dass jetzt auch Angelegenheiten der Hoheitsverwaltung des übertragenen Wirkungsbereiches mit einbezogen werden können, das heißt auf gut Deutsch das Meldewesen. Das ist der Hauptpunkt. Aber im eigenen Wirkungsbereich, insbesondere im Raumordungs- und Baurecht, haben die Gemeinden bisher so gut wie überhaupt keine Zusammenarbeit gepflogen, obwohl es dort am meisten Sinn machen würde. (Abg. Donabauer: Stimmt ja nicht! – Abg. Dr. Kräuter: Das ist ja nur ein Impuls!) – Was heißt da Impuls? Was heißt, das stimmt ja nicht? – Natürlich ist das so! Genau das ist das größte Gängelungsinstrument für die Bürgermeister. Das ist der Grund, warum sie es nicht hergeben wollen. Deswegen findet das in der Praxis kaum statt. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Donabauer: Sie haben ja keine Ahnung!) – Ich habe schon eine Ahnung, Kommunalrecht ist eines meiner Spezialgebiete. (Abg. Grillitsch: Wo warst du denn Bürgermeister?! – Abg. Donabauer: Es findet in der Praxis ...!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Donabauer.
Das findet kaum statt. Herr Kollege! Es findet nur im Bereich des Abgabeneinhebungswesens statt. Da sind es in erster Linie die Müll- und die Kanalgebühren beziehungsweise die Beseitigungsgebühren für Grünabfälle, aber nicht die Behördenverfahren im Baurecht. Nur dort, wo die Gemeinden absolut überfordert sind und sich kein eigenes Bauamt mehr leisten können, finden zaghaft derartige Dinge statt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Donabauer.)
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren, wenn das der „große Wurf“ ist, dann hat der Bundesrat mit diesem Entwurf geradezu den Beweis dafür geliefert, dass er überflüssig ist. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Es ist doch zehnmal ehrlicher, wenn Sie die Städte mit eigenem Statut als Bezirksverwaltungseinrichtungen auflösen und sie schlicht und einfach den zuständigen Bezirkshauptmannschaften, die zumeist sogar in der betreffenden Stadt ihren Sitz haben, zuordnen. Das ist einfacher, wäre zehnmal verwaltungsökonomischer und braucht auch keinen Bundesrat. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Da ist es doch zehnmal ehrlicher, zu sagen: Regelt das auf der Ebene, auf der die Behörden der allgemeinen staatlichen Verwaltung geregelt werden, und schafft schlicht und einfach die Städte mit eigenem Statut als Bezirksverwaltungsbehörden ab. Das ist schneller und braucht kein langes, umständliches Verfahren, wie es der Bundesrat vorgesehen hat. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Als Regierungsmitglied hat Lopatka nie so viel geredet!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Lopatka. 4 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Grosz: Als Regierungsmitglied hat Lopatka nie so viel geredet!)
Abg. Grosz: Ja! Den gibt es ja auch!
Ich widerspreche aber massiv, was dieses Heruntertun der Initiative des Bundesrates betrifft. Andererseits wird immer wieder beklagt, dass es einen Stillstand gibt. (Abg. Grosz: Ja! Den gibt es ja auch!) Der Bundesrat setzt etwas in Bewegung. Er setzt etwas um, das schon im Österreich-Konvent festgeschrieben worden ist. Der Opposition, in diesem Fall dem BZÖ, passt das auch wieder nicht. (Abg. Grosz: Dafür haben wir 60 Jahre gebraucht, dass der Bundesrat etwas tut!) Gratulation an Gottfried Kneifel, den Vorsitzenden des Bundesrates des ersten Halbjahres, und an alle, die ihn bei dieser Initiative unterstützt haben! Sie geht hundertprozentig in die richtige Richtung.
Abg. Grosz: Dafür haben wir 60 Jahre gebraucht, dass der Bundesrat etwas tut!
Ich widerspreche aber massiv, was dieses Heruntertun der Initiative des Bundesrates betrifft. Andererseits wird immer wieder beklagt, dass es einen Stillstand gibt. (Abg. Grosz: Ja! Den gibt es ja auch!) Der Bundesrat setzt etwas in Bewegung. Er setzt etwas um, das schon im Österreich-Konvent festgeschrieben worden ist. Der Opposition, in diesem Fall dem BZÖ, passt das auch wieder nicht. (Abg. Grosz: Dafür haben wir 60 Jahre gebraucht, dass der Bundesrat etwas tut!) Gratulation an Gottfried Kneifel, den Vorsitzenden des Bundesrates des ersten Halbjahres, und an alle, die ihn bei dieser Initiative unterstützt haben! Sie geht hundertprozentig in die richtige Richtung.
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Wir haben in diesem Bereich Einsparungspotenziale, weil bisher viel nebeneinander geschehen ist. Denken Sie nur: der Standesamtsverband, daneben der Staatsbürgerschaftsverband, der Sozialhilfeverband, der Krankenanstaltenverband, der Schulgemeindeverband, der Abfallwirtschaftsverband, Wegeerhaltungsverbände, und, und, und – alles nebeneinander. (Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Abg. Mag. Stadler: Das kenne ich alles schon!
arbeit ist dort mit Unterstützung des Landes schon sehr weit im Detail fortgeschritten. (Abg. Mag. Stadler: Das kenne ich alles schon!) Es werden aufgrund kleinregionaler Entwicklungskonzepte nur mehr Förderungen des Landes gegeben, wenn die Zusammenarbeit geregelt funktioniert. (Abg. Donabauer: Das kennt er ja nicht! – Gegenruf des Abg. Mag. Stadler.) Das sage ich Ihnen nur. Da wird nicht mehr in jeder Gemein- de alles gefördert, sondern die für die Kleinregion notwendigen Investitionen. (Abg. Mag. Stadler: Führt gleich die Gebietsgemeinden ein, das geht schneller!)
Abg. Donabauer: Das kennt er ja nicht! – Gegenruf des Abg. Mag. Stadler.
arbeit ist dort mit Unterstützung des Landes schon sehr weit im Detail fortgeschritten. (Abg. Mag. Stadler: Das kenne ich alles schon!) Es werden aufgrund kleinregionaler Entwicklungskonzepte nur mehr Förderungen des Landes gegeben, wenn die Zusammenarbeit geregelt funktioniert. (Abg. Donabauer: Das kennt er ja nicht! – Gegenruf des Abg. Mag. Stadler.) Das sage ich Ihnen nur. Da wird nicht mehr in jeder Gemein- de alles gefördert, sondern die für die Kleinregion notwendigen Investitionen. (Abg. Mag. Stadler: Führt gleich die Gebietsgemeinden ein, das geht schneller!)
Abg. Mag. Stadler: Führt gleich die Gebietsgemeinden ein, das geht schneller!
arbeit ist dort mit Unterstützung des Landes schon sehr weit im Detail fortgeschritten. (Abg. Mag. Stadler: Das kenne ich alles schon!) Es werden aufgrund kleinregionaler Entwicklungskonzepte nur mehr Förderungen des Landes gegeben, wenn die Zusammenarbeit geregelt funktioniert. (Abg. Donabauer: Das kennt er ja nicht! – Gegenruf des Abg. Mag. Stadler.) Das sage ich Ihnen nur. Da wird nicht mehr in jeder Gemein- de alles gefördert, sondern die für die Kleinregion notwendigen Investitionen. (Abg. Mag. Stadler: Führt gleich die Gebietsgemeinden ein, das geht schneller!)
Abg. Mag. Stadler: Er verabschiedet sich nicht vom Konzept der Einheitsgemeinde, und das ist überholt!
Das, was vom Bundesrat initiiert wurde, macht natürlich Sinn: zusammenfassen von Gemeindeverbänden und diese flexibel ausgestalten. Wenn man bemerkt, dass man noch Aufgaben dazugeben kann, hat man keine rechtlichen Hindernisse, um diese Gemeindeverbände zu stärken. Ich sage Ihnen, wir können dem Bundesrat für diese Initiative durchaus dankbar sein, und ich hoffe auch, dass es nicht die letzte Initiative ist, die vom Bundesrat ausgeht. (Abg. Mag. Stadler: Er verabschiedet sich nicht vom Konzept der Einheitsgemeinde, und das ist überholt!)
Abg. Mag. Stadler: Das verfassungsrechtliche Konzept der Einheitsgemeinde! Das gab es nie!
Da sind wir sicherlich nicht einer Meinung. Das sehe ich nicht so, denn die Gemeinden haben unabhängig von ihrer Größe dadurch, dass sie an ihrem Bestand schon mehr als hundert Jahre lang arbeiten, gerade auch in einem zusammenwachsenden Europa enorme Bedeutung. Wo sollen denn die Menschen Heimat finden? Wo soll denn die Ehrenamtlichkeit gestärkt werden? (Abg. Mag. Stadler: Das verfassungsrechtliche Konzept der Einheitsgemeinde! Das gab es nie!) – Okay, aber noch einmal: Das ist nicht der Punkt dieser Initiative.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Es geht darum – um es auf den Punkt zu bringen –, den Gemeinden die Zusammenarbeit zu erleichtern, die Gemeinden zu stärken und auch den kleinen Gemeinden ihr Recht nicht abzusprechen, als eigenständige Gemeinden bestehen zu bleiben. Daher ist das eine positive Initiative des Bundesrates, die durchaus die Unterstützung aller Fraktionen verdienen würde. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Grosz: 60 Jahre!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Lopatka, wie schlecht muss es um den Bundesrat bestellt sein, wenn so ein Gesetzchen – das wir grundsätzlich unterstützen – schon als „epochale Leistung“ dieser Länderkammer hochgejubelt wird?! Mehr Beweis für die Kritikwürdigkeit, die auch Kollege Stadler angeführt hat, gibt es ja gar nicht. Wie viele Jahre hat der Bundesrat gebraucht, um so einen Gesetzesantrag einzubringen? (Abg. Grosz: 60 Jahre!)
Beifall beim BZÖ.
Wenn wir die Verwaltung und die Gesetzgebung effizient gestalten wollen, dann wäre es sinnvoller, den Bundesrat als Länderkammer entweder abzuschaffen oder ihn zumindest zu verkleinern und durch Landtagsabgeordnete zu beschicken, die dann in einer Doppelfunktion die Teilnahme der Länder an der Bundesgesetzgebung bewirken könnten. Das wäre eine sinnvolle Maßnahme zur Effizienzsteigerung und zur Kosteneinsparung. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Donabauer: Na schau!
Zur Materie: Herr Kollege Lopatka! Natürlich sind wir der Meinung, dass man die Gemeinde an sich auch in ihrer Bedeutung stärken sollte. Dort ist die Verwaltung am Bürger. Da wird auch sehr positiv gearbeitet, oft leider (Abg. Donabauer: Na schau!) – Na was heißt so ja? (Abg. Donabauer: Na schau habe ich gesagt!) – Na schau. Na hör ist noch besser. Zum Schauen gibt es jetzt nichts, aber zum Hören und auch viel zum Lesen, Herr Kollege!
Abg. Donabauer: Na schau habe ich gesagt!
Zur Materie: Herr Kollege Lopatka! Natürlich sind wir der Meinung, dass man die Gemeinde an sich auch in ihrer Bedeutung stärken sollte. Dort ist die Verwaltung am Bürger. Da wird auch sehr positiv gearbeitet, oft leider (Abg. Donabauer: Na schau!) – Na was heißt so ja? (Abg. Donabauer: Na schau habe ich gesagt!) – Na schau. Na hör ist noch besser. Zum Schauen gibt es jetzt nichts, aber zum Hören und auch viel zum Lesen, Herr Kollege!
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Donabauer.
Wir haben nämlich ein umfassendes Konzept für die Verwaltungsreform und die Aufwertung der Gemeinden verabschiedet. Das kann ich Ihnen gerne zur Verfügung stellen. Vielleicht können Sie mit Ihren Kollegen und auch mit den Kollegen aus dem Bundesrat – vielleicht kommt von dort in den nächsten fünf oder zehn Jahren wieder einmal etwas Nettes – darüber sprechen, dass wir das einmal umsetzen, die Gemeinden wirklich stärken, aber die Ebenen darüber einmal ordentlich kappen, wo wirklich nur Verwaltung gemacht, Bürokratie gelebt und das theresianische Verwaltungsprinzip im 21. Jahrhundert fortgeführt wird. Das wären interessante Dinge. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Donabauer.)
Abg. Donabauer: Ich habe jetzt gerade applaudiert!
Wir haben ja einen Antrag von Klubobmann Bucher, der auch heute zur Debatte steht, eingebracht. Den haben Sie leider abgelehnt. (Abg. Donabauer: Ich habe jetzt gerade applaudiert!) – Ja, wunderbar, ich bedanke mich. Lieber Kollege! Ich bedanke mich noch mehr, wenn du auch dann aufstehst, wenn es um unseren Antrag geht, und ihm zustimmst. Leider ist er im Ausschuss von eurer Fraktion abgelehnt worden. (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.) Das Ziel größerer Einheiten soll entsprechend verfolgt werden, Kleinstgemeinden sollen auf Verwaltungsebene möglichst zusammengefasst werden – die Ortstafeln können schon dort stehen, das ist ja nicht das Problem.
Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.
Wir haben ja einen Antrag von Klubobmann Bucher, der auch heute zur Debatte steht, eingebracht. Den haben Sie leider abgelehnt. (Abg. Donabauer: Ich habe jetzt gerade applaudiert!) – Ja, wunderbar, ich bedanke mich. Lieber Kollege! Ich bedanke mich noch mehr, wenn du auch dann aufstehst, wenn es um unseren Antrag geht, und ihm zustimmst. Leider ist er im Ausschuss von eurer Fraktion abgelehnt worden. (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.) Das Ziel größerer Einheiten soll entsprechend verfolgt werden, Kleinstgemeinden sollen auf Verwaltungsebene möglichst zusammengefasst werden – die Ortstafeln können schon dort stehen, das ist ja nicht das Problem.
Abg. Rädler: Falsch! – Ruf beim BZÖ: Ihr habt ja keine Ahnung! – Abg. Grosz: Das sagt der „Erwinist“! Der Sektenführer ... !
Wir haben eine Richtgröße von 2 500 Bewohnern als Untergrenze vorgeschlagen. Natürlich soll das aufgrund einer direktdemokratischen Entscheidung der Bevölkerung erfolgen und nicht gegen den Willen der Bevölkerung. Dort, wo die Bevölkerung will, dass Gemeinden zusammengelegt werden, dass ihre Strukturen zusammengelegt werden und die Verwaltung kostengünstig und effizient gestaltet wird, soll das ermöglicht werden. Ich lade Sie ein, Ihre Ablehnung, die Sie im Ausschuss gezeigt haben, zu überdenken und diesen wichtigen Schritt, der zumindest so groß und wichtig ist wie diese Initiative des Bundesrates (Abg. Rädler: Falsch! – Ruf beim BZÖ: Ihr habt ja keine Ahnung! – Abg. Grosz: Das sagt der „Erwinist“! Der Sektenführer ... !), gemeinsam mit uns heute umzusetzen und zu beschließen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir haben eine Richtgröße von 2 500 Bewohnern als Untergrenze vorgeschlagen. Natürlich soll das aufgrund einer direktdemokratischen Entscheidung der Bevölkerung erfolgen und nicht gegen den Willen der Bevölkerung. Dort, wo die Bevölkerung will, dass Gemeinden zusammengelegt werden, dass ihre Strukturen zusammengelegt werden und die Verwaltung kostengünstig und effizient gestaltet wird, soll das ermöglicht werden. Ich lade Sie ein, Ihre Ablehnung, die Sie im Ausschuss gezeigt haben, zu überdenken und diesen wichtigen Schritt, der zumindest so groß und wichtig ist wie diese Initiative des Bundesrates (Abg. Rädler: Falsch! – Ruf beim BZÖ: Ihr habt ja keine Ahnung! – Abg. Grosz: Das sagt der „Erwinist“! Der Sektenführer ... !), gemeinsam mit uns heute umzusetzen und zu beschließen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Na logisch! Das ist ja klar!
Ich bringe ein paar Zahlen dazu, damit Sie sich die einmal auf der Zunge zergehen lassen können: In kleinen Gemeinden werden 299 € pro Einwohner für Personal ausgegeben. In Gemeinden mit 10 000 Einwohnern steigt dieser Wert auf 560 € und in Gemeinden mit über 20 000 Einwohnern auf 765 € pro Bürger. Die Wirtschaftskraft, das zu investierende Geld, liegt in Gemeinden mit bis 2 500 Einwohnern bei 394 € pro Bürger, in Gemeinden mit über 10 000 Einwohnern bei 341 € und mit über 20 000 Einwohnern bei 275 € pro Bürger. Ganz interessant dabei sind natürlich im Gegenzug dazu die Förderungen. Es bekommen Gemeinden mit bis zu 10 000 Einwohnern rund 645 € pro Kopf an Ertragsanteilen, und bei Gemeinden mit über 50 000 Einwohnern sind es 934 €, womit auch erklärt wird, wo die Kosten in der Verwaltung liegen. Je größer die Gemeinde, je größer die Einheit, desto höher sind die Verwaltungskosten pro Bürger. Pro Bürger, bitte schön! Pro Bürger! (Abg. Grosz: Na logisch! Das ist ja klar!)
Zwischenruf beim BZÖ.
Deshalb sagen wir: Kleinere Einheiten sind günstiger. (Zwischenruf beim BZÖ.) – Ja, dann fordert bitte nicht die Zusammenlegung der Großgemeinden! Bitte schön! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Grosz: Graz mit 263 000 Einwohnern ist ja ein Riesenwirtschaftsbetrieb!) Pro Bürger! Pro Kopf! Pro Kopf! Pro Kopf! (Abg. Grosz: Während kleine Gemeinden ... !)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Grosz: Graz mit 263 000 Einwohnern ist ja ein Riesenwirtschaftsbetrieb!
Deshalb sagen wir: Kleinere Einheiten sind günstiger. (Zwischenruf beim BZÖ.) – Ja, dann fordert bitte nicht die Zusammenlegung der Großgemeinden! Bitte schön! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Grosz: Graz mit 263 000 Einwohnern ist ja ein Riesenwirtschaftsbetrieb!) Pro Bürger! Pro Kopf! Pro Kopf! Pro Kopf! (Abg. Grosz: Während kleine Gemeinden ... !)
Abg. Grosz: Während kleine Gemeinden ... !
Deshalb sagen wir: Kleinere Einheiten sind günstiger. (Zwischenruf beim BZÖ.) – Ja, dann fordert bitte nicht die Zusammenlegung der Großgemeinden! Bitte schön! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Grosz: Graz mit 263 000 Einwohnern ist ja ein Riesenwirtschaftsbetrieb!) Pro Bürger! Pro Kopf! Pro Kopf! Pro Kopf! (Abg. Grosz: Während kleine Gemeinden ... !)
Ruf bei der ÖVP: Auseinandergerechnet?
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Das Land Kärnten hat 1973 eine Gemeindereform gemacht. Es hat damals von rund 230 Gemeinden auf 120 Gemeinden reduziert. Eines ist dabei ganz klar herausgekommen: Die prognostizierten Einsparungen sind bei Weitem nicht eingetroffen. Wir haben es in unserer eigenen Gemeinde erlebt. Wir waren von 1973 bis 1991 mit der Nachbargemeinde fusioniert und haben uns 1991 wieder getrennt. Die Verwaltungskosten von beiden Gemeinden zusammengerechnet sind gesunken. (Ruf bei der ÖVP: Auseinandergerechnet?) – Auseinandergerechnet sind sie gesunken verglichen mit der Zeit, in der wir in der großen Gemeinde waren.
Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Bravo, Max Linder!
Ich glaube, wir haben den Beweis, wir wissen, wie es ausschaut, wir haben es selbst in unserer Gemeinde erlebt. Deshalb meine ich, wir sollten da einfach auf dem Boden bleiben und akzeptieren, dass die kleinen Gemeinden wesentlich effizienter arbeiten. (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Bravo, Max Linder!)
Abg. Grosz: Danke!
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! (Abg. Grosz: Danke!) – Bitte, Herr Kollege! Man darf ja noch freundlich sein, oder nicht? (Abg. Ing. Westenthaler: Eh, aber nicht so viel! – Abg. Scheibner: Aber nicht zu uns ... !) Wenn man sich die Diskussion anhört, dann gibt es, so meine ich, sicherlich in jedem Redebeitrag ein Segment, von dem man sagen kann, das ist richtig. Aber ich bitte, einmal darüber nachzudenken. Niemand hat etwas dagegen, Kollege Scheibner, wenn wir das freiwillig gemeinsam im politischen Bereich, gemeinsam im wirtschaftlichen Bereich und gemeinsam im hoheitlichen Bereich machen. Da wird jeder sagen: Das passt!
Abg. Ing. Westenthaler: Eh, aber nicht so viel! – Abg. Scheibner: Aber nicht zu uns ... !
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! (Abg. Grosz: Danke!) – Bitte, Herr Kollege! Man darf ja noch freundlich sein, oder nicht? (Abg. Ing. Westenthaler: Eh, aber nicht so viel! – Abg. Scheibner: Aber nicht zu uns ... !) Wenn man sich die Diskussion anhört, dann gibt es, so meine ich, sicherlich in jedem Redebeitrag ein Segment, von dem man sagen kann, das ist richtig. Aber ich bitte, einmal darüber nachzudenken. Niemand hat etwas dagegen, Kollege Scheibner, wenn wir das freiwillig gemeinsam im politischen Bereich, gemeinsam im wirtschaftlichen Bereich und gemeinsam im hoheitlichen Bereich machen. Da wird jeder sagen: Das passt!
Abg. Rädler: Grosz!
Frau Kollegin Musiol ist leider nicht anwesend. Wenn man sich hier die unterschiedlichen Debattenbeiträge angehört hat, dann weiß man, es gibt verschiedene Meinungen: groß (Abg. Rädler: Grosz!), klein, jeder Einzelne soll mitreden. Kollege Wittmann ist darauf eingegangen. Also irgendwo soll ja auch ein Verband vorhanden sein. Ich sage jetzt einmal, wenn das sieben oder zehn Gemeinden sind – wir haben welche, da sind 30 Gemeinden dabei –, wenn man dort alle Gemeinderäte hineinsetzt und dann noch die Bürger dazu, dann brauchst du ihn gar nicht zu machen. Das wird nicht mehr zu handlen sein. Das ist nicht antidemokratisch – um Gottes willen (Abg. Rädler: Weltfremd!) –, aber demokratisch gewählte, legitimierte Organe werden dann dorthin entsandt und werden versuchen, das dann gemeinsam zu lösen. Also zu irgendeiner Lösung müssen wir uns schon auch bekennen.
Abg. Rädler: Weltfremd!
Frau Kollegin Musiol ist leider nicht anwesend. Wenn man sich hier die unterschiedlichen Debattenbeiträge angehört hat, dann weiß man, es gibt verschiedene Meinungen: groß (Abg. Rädler: Grosz!), klein, jeder Einzelne soll mitreden. Kollege Wittmann ist darauf eingegangen. Also irgendwo soll ja auch ein Verband vorhanden sein. Ich sage jetzt einmal, wenn das sieben oder zehn Gemeinden sind – wir haben welche, da sind 30 Gemeinden dabei –, wenn man dort alle Gemeinderäte hineinsetzt und dann noch die Bürger dazu, dann brauchst du ihn gar nicht zu machen. Das wird nicht mehr zu handlen sein. Das ist nicht antidemokratisch – um Gottes willen (Abg. Rädler: Weltfremd!) –, aber demokratisch gewählte, legitimierte Organe werden dann dorthin entsandt und werden versuchen, das dann gemeinsam zu lösen. Also zu irgendeiner Lösung müssen wir uns schon auch bekennen.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich glaube, dass uns ja niemand aufhält. Wir könnten hier natürlich im Wege der Regierung, wir könnten auch als Abgeordnete genauso wie der Bundesrat Ideen in diese Richtung entwickeln. Wir sollten diese Fragen sehr sachlich diskutieren, weil nicht nur die Menschen in den österreichischen Gemeinden und Städten, sondern vor allem auch die 2 357 Gemeinden ein Recht darauf haben, dass wir dieses Thema ernsthaft diskutieren. Darum begrüße ich diese Initiative, unterstütze sie leidenschaftlich und lade Sie alle ein, die Zustimmung dazu zu geben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Es hat niemand behauptet, das sei der größte Wurf, Herr Kollege Stadler oder Kollege Scheibner, oder wer immer das behauptet hat. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Es ist das ein Schritt, um mehr Flexibilisierung in der Kooperation, in der Zusammenarbeit der Gemeinden zu ermöglichen, und diese Möglichkeit wird auch genützt werden, so wie das auch jetzt, entgegen manchen Behauptungen, schon genützt wird.
Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.
Ich möchte noch einmal etwas entgegen den vielen Unterstellungen und Behauptungen, die auch in der medialen Berichterstattung immer wieder vorkommen, dazu sagen – Kollege Linder hat es ja richtigerweise gesagt –, eine aktuelle Untersuchung aus dem Vorjahr hat erst gezeigt – er hat die Zahlen zitiert –, die Verwaltungskosten pro Einwohner sind bei den größten Gemeinden fast dreimal so hoch wie bei den kleinsten Gemeinden. Aber nicht nur die Verwaltungskosten, auch die Gesamtausgaben sind bei den kleinen Gemeinden 2 194 € pro Einwohner, bei den großen über 3 500 € pro Einwohner. (Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: „Heftiger“ Applaus bei der eigenen Partei!
Also in der Zusammenlegung liegt nicht unser Heil, sondern es geht darum, dass man Kooperationen fördert und unterstützt. Dazu sind die Gemeinden auch bereit. Und das, glaube ich, wird dieser Antrag auch bringen. Daher ersuche ich um Ihre Zustimmung. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: „Heftiger“ Applaus bei der eigenen Partei!)
Ruf bei der SPÖ: Was sind denn das für Vergleiche?!
das in anderen Staaten erlebt haben. (Ruf bei der SPÖ: Was sind denn das für Vergleiche?!) – Das sind Vergleiche, deren zutreffenden Charakter ich jetzt ein bisschen darstellen werde, bevor ich zur Anfragebeantwortung selbst komme. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
das in anderen Staaten erlebt haben. (Ruf bei der SPÖ: Was sind denn das für Vergleiche?!) – Das sind Vergleiche, deren zutreffenden Charakter ich jetzt ein bisschen darstellen werde, bevor ich zur Anfragebeantwortung selbst komme. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der FPÖ.
Deswegen ist es für einen unbefangenen Anfrager und Parlamentarier erstaunlich, dass das Innenministerium eine so einfache und selbstverständliche Antwort verweigert. Und wir haben uns entschlossen, zu dieser Frage und zu den Hintergründen der Verweigerung, zu den tatsächlichen Zahlen, zu der Auftragsvergabe, zu der Stellung der Staatsdruckerei im Rahmen der Auftragsvergabe des Innenministeriums und zur Frage, wieso andere Unternehmen nicht eingeladen wurden beziehungsweise nicht zum Zug kamen, eine kleine Debatte zu veranstalten, bei der uns die Frau Innenministerin sicherlich all diese Auskünfte geben wird. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Hübner.
heute als Frage hier im Raum. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Hübner.)
Abg. Brosz: Zur Geschäftsbehandlung!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Mag. Donnerbauer gelangt nun zu Wort. – Bitte. (Abg. Brosz: Zur Geschäftsbehandlung!)
Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ.
Ich würde Sie darum ersuchen, das jetzt zu machen, und gegebenenfalls auch die Klubobleute der Regierungsfraktionen ersuchen, die Minister noch einmal darauf aufmerksam zu machen, dass dies vor allem für die Oppositionsfraktionen die Debatte wesentlich verbessern und erleichtern würde. (Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Grosz: Die Frau Ministerin deutet, es ist ihr wurscht! Dies zur „Wertschätzung“ des Hohen Hauses! – Wir sind nicht im Niederösterreichischen Landtag!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Natürlich ist es so, dass die Geschäftsordnung das nicht zwingend vorsieht, aber es gibt viele Dinge hier im Hohen Haus, die wir als offene Spielregeln so behandeln. Es ist für uns Mandatare sehr schwer, in die Debatte tiefer einzusteigen, wenn wir nicht wissen, wie Sie auf offene Fragen antworten. Daher auch unsere große Bitte, doch eine Stellungnahme abzugeben. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Grosz: Die Frau Ministerin deutet, es ist ihr wurscht! Dies zur „Wertschätzung“ des Hohen Hauses! – Wir sind nicht im Niederösterreichischen Landtag!)
Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Heribert Donnerbauer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Ich glaube, es wurde alles dazu gesagt. Es steht dem Minister, der Ministerin offen, wann er beziehungsweise sie die entsprechenden Antworten gibt, und ich glaube, es ist für uns auch nicht so wichtig, wann wir Antworten bekommen, sondern dass wir sie bekommen. (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Das heißt, wenn hier Zweifel bleiben, dann wurde das heute artikuliert, dann soll das natürlich auch diskutiert und, wenn möglich, beantwortet werden. Aber ich glaube, diese Antwort gibt nicht unbedingt einen Anlass für diese Debatte. Es ist ein geschäftsordnungsmäßiges Recht, aber ich meine, dass eine Anfrage doch auf mehreren Seiten beantwortet wurde. Wenn es hier Ergänzungsbedarf gibt, dann wird diesem sicherlich noch entsprochen werden. – Danke sehr. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grosz: Geht ja, bravo! – Demonstrativer Beifall des Abg. Grosz.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Es hat sich nun Frau Bundesministerin Mag. Mikl-Leitner zu Wort gemeldet. (Abg. Grosz: Geht ja, bravo! – Demonstrativer Beifall des Abg. Grosz.) Die Redezeit soll 10 Minuten nicht übersteigen. – Bitte, Frau Bundesministerin.
Ruf: Danke!
Bundesministerin für Inneres Mag. Johanna Mikl-Leitner: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren Abgeordnete! Hohes Haus! Selbstverständlich gebe ich Ihnen heute ergänzende Antworten. (Ruf: Danke!) Die Antworten haben Sie aufgrund Ihrer Anfrage von unserem Ministerium, von mir rechtzeitig und umfassend erhalten. Überhaupt kein Thema, das ist für uns selbstverständlich und liegt in unserer Verantwortung.
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte aber auch die Chance nutzen, Ihnen hier einige grundsätzliche Informationen zu geben. Ich darf ganz kurz auf die Ausführungen des Herrn Abgeordneten Hübner eingehen, der hier Vorwürfe vorgebracht hat, Vorwürfe, die ich hier in diesem Haus mit aller Vehemenz zurückwerfen muss, beziehungsweise kann ich diese Vorwürfe nicht gelten lassen, und zwar deswegen, weil Ihnen bewusst ist, dass wir uns seitens des Bundesministeriums an die vergaberechtlichen, gesetzlichen Vorgaben auf Punkt und Beistrich halten. Das war so in der Vergangenheit, ist in der Gegenwart so und wird auch in der Zukunft so sein, sehr geehrter Herr Hübner! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Arbeit unserer Expertinnen und Experten im Vergaberecht in keinster Weise schlechtreden, weil sie eine gute Arbeit machen und weil sie alles nach bestem Wissen und Gewissen machen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich darf noch einmal auf das eingehen, was Sie angesprochen haben, nämlich auf das Thema Staatsdruckerei: Ja, Sie wissen, dass die Staatsdruckerei privatisiert worden ist, dass die Staatsdruckerei ein sehr angesehenes Unternehmen ist, ein Unternehmen, wo nicht nur das BMI Kunde ist, sondern wo vor allem aus vieler Herren Länder sehr viel an Know-how gekauft wird, das bei der Staatsdruckerei eben auch zu finden ist. Die Kompetenz wird von vielen Ländern geschätzt, und um diese Kompetenz beneidet man uns. Man kommt auch aus vieler Herren Länder zu uns nach Wien, um sich die Staatsdruckerei genau anzuschauen, um hier vor allem die Produkte kennenzulernen und das Know-how in viele andere Länder zu transferieren. Ich sage Ihnen, das sollte uns letztendlich stolz machen, und da ist mir Neid hundertmal lieber als Mitleid. Ich glaube, wir können auf ein Unternehmen wie die Staatsdruckerei stolz sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der FPÖ: Das war nicht die Frage!
Ich verstehe schon die Frage, die Sie gestellt haben: Ja warum muss es denn überhaupt Aufträge an die Staatsdruckerei geben? (Ruf bei der FPÖ: Das war nicht die Frage!) – Doch, das war eine Ihrer Fragen. Sie sollten sich Ihre Fragen aufschreiben! – Ich glaube, dass es einfach wichtig und notwendig ist, Sicherheitsdokumente bei der Staatsdruckerei anfertigen zu lassen, weil wir es als Innenministerium gerade mit dem Datenschutz sehr ernst nehmen.
Beifall bei der ÖVP.
Stellen Sie sich vor, ein Reisepasswerber hat einen Reisepass beantragt, der Reisepass wird hier produziert. Ich sage Ihnen, mit diesen Daten heißt es verantwortungsvoll umzugehen. Da bedarf es auch einer intensiven, umfassenden, qualitätsvollen Kontrolle. All das gewährleistet die Staatsdruckerei. Das ist aber auch bei anderen Sicherheitsdokumenten so, wie zum Beispiel beim Führerschein und bei vielen, vielen anderen Dokumenten mehr. Ich glaube, hier muss uns einfach die Sicherheit im Sinne des Datenschutzes, die Sicherheit der Menschen wichtig sein. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordneter Dr. Walter Rosenkranz (FPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin, Sie haben angekündigt, dass Sie Antworten geben werden. Sie haben jetzt zwar relativ lang gesprochen, aber es war keine einzige Antwort dabei, die sich hier aus diesen Fragen ergibt. (Beifall bei FPÖ und BZÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Da sind wir gleich beim Punkt: Wer ist denn im ganzen Umfeld dieser Konstruktionen? – Ein Name taucht da durchgehend auf, sogar noch als Beirat: Ernst Strasser. Wir wissen ja, was seine Tätigkeiten, auch im Rahmen seiner Firmen, waren; er ist immerhin ein Amtsvorgänger von Ihnen, und zwar in mehrfacher Hinsicht, auch insofern als er aus dem Land Niederösterreich beziehungsweise aus der ÖVP Niederösterreich kommt. Und nicht nur Ernst Strasser, sondern auch fast sein gesamtes Ex-Kabinett tummelt sich dort als Geschäftsführer, als Beiräte herum. Frau Bundesministerin, da müssen Sie, entgegen den bisherigen Gepflogenheiten, doch eine andere Transparenz walten lassen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Da müssen Sie die Auskunft geben, denn, wie Kollege Hübner schon angeführt hat, es muss für uns Parlamentarier nachvollziehbar sein, warum für den Bürger in der Bundesrepublik Deutschland ein Reisepass um 20 € billiger ist als in Österreich. Was steckt dahinter? Wir wollen hier keine Verdächtigung aussprechen, denn es gibt nur zwei Möglichkeiten, aber wir wollen wissen, welche es ist. Sind die Gestehungskosten zu teuer, oder schlägt der Staat für den Bürger zu viel drauf? Das wollen wir Parlamentarier wissen, und in anderen Bereichen ist es genauso. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Frau Bundesministerin Mikl-Leitner, Sie sind erst kurz im Amt, Sie haben die Chance, wirklich für Transparenz zu sorgen. Begehen Sie nicht die Fehler Ihrer Vorgänger! (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Schulterschluss!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Werte Kolleginnen und Kollegen! Selbstverständlich werden wir diesem Antrag zustimmen, das ist ein vernünftiger Antrag und es ist ganz gut, dass es jetzt einige sachliche Einwände nach dem Märchenstunden-Versuch der Innenministerin gegeben hat. (Ruf bei der FPÖ: Schulterschluss!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Hakl und Hörl. – Abg. Kößl macht die sogenannte Scheibenwischerbewegung.
Lassen Sie mich kurz auf die Sache eingehen: Wir sollten nicht unerwähnt und unberücksichtigt lassen, dass es sich bei der derzeitigen Innenministerin um eine Strasser-Azubi, wie man in Deutschland sagen würde, handelt. Also um eine Auszubildende oder bereits Ausgebildete, die ihr politisches Handwerk bei Ernst Strasser gelernt hat. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Hakl und Hörl. – Abg. Kößl macht die sogenannte Scheibenwischerbewegung.)
Abg. Rädler: Hirngespinst!
Und worum handelt es sich hier? – Um ein Ernst Strasser-Netzwerk, um ein ganz normales, eines von vielen Ernst Strasser-Netzwerken. Was ist passiert? (Abg. Rädler: Hirngespinst!) – Wissen Sie, das Hirngespinst, Herr Kollege von der ÖVP, setzt wenigstens die Existenz eines Hirns voraus! Ich danke Ihnen für diesen Zwischenruf. (Heiterkeit und Beifall bei Grünen, BZÖ und FPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei Grünen, BZÖ und FPÖ.
Und worum handelt es sich hier? – Um ein Ernst Strasser-Netzwerk, um ein ganz normales, eines von vielen Ernst Strasser-Netzwerken. Was ist passiert? (Abg. Rädler: Hirngespinst!) – Wissen Sie, das Hirngespinst, Herr Kollege von der ÖVP, setzt wenigstens die Existenz eines Hirns voraus! Ich danke Ihnen für diesen Zwischenruf. (Heiterkeit und Beifall bei Grünen, BZÖ und FPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Subunternehmen!
Das Problem war nur Folgendes: Entgegen den Aussagen der Frau Bundesministerin war die Staatsdruckerei rein technisch nicht imstande, das zu machen. Sie verfügt nicht über die technologischen Voraussetzungen. Also hat sie diese Aufträge – und das wusste man im Innenministerium – an dazu technisch befugte und versierte deutsche Unternehmen weitergegeben. Das allerdings hat dazu geführt, dass diese Dokumente zu Preisen produziert wurden, die exakt doppelt so hoch waren wie vergleichbare Preise in irgendeinem Vergleichsstaat der Europäischen Union. (Ruf bei der FPÖ: Subunternehmen!) Das heißt, das Strasser-Modell – richtig, mit Subunternehmen – hat dazu geführt, dass die Produkte doppelt so teuer geworden sind und ein Teil der Wertschöpfung ins Ausland gegangen ist. Das muss man im Rahmen der Europäischen Union nicht beklagen, aber es ist ein Faktum.
Abg. Schittenhelm: Das sind reine Unterstellungen!
Jetzt kann man streiten, ob bei unterschwelligen Vergaben die Höhe anzugeben ist, aber mit Sicherheit hat der Auftrag selbst dem Parlament genannt zu werden: Welche Firma hat was bekommen. Und Sie weigern sich, das zu beantworten. Sie decken als Innenministerin das Netzwerk von Ernst Strasser, nicht nur rund um die Österreichische Staatsdruckerei, sondern auch im Land Niederösterreich. (Abg. Schittenhelm: Das sind reine Unterstellungen!) Sie decken ein Netzwerk, wo wir möglicherweise Hinweise auf persönliche Bereicherung und vielleicht auch Parteienfinanzierung finden, denn es muss einen Grund geben, warum dort doppelt so teuer, ohne öffentliche Ausschreibung und unter Verletzung von Vergabeprinzipien produziert worden ist. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Jetzt kann man streiten, ob bei unterschwelligen Vergaben die Höhe anzugeben ist, aber mit Sicherheit hat der Auftrag selbst dem Parlament genannt zu werden: Welche Firma hat was bekommen. Und Sie weigern sich, das zu beantworten. Sie decken als Innenministerin das Netzwerk von Ernst Strasser, nicht nur rund um die Österreichische Staatsdruckerei, sondern auch im Land Niederösterreich. (Abg. Schittenhelm: Das sind reine Unterstellungen!) Sie decken ein Netzwerk, wo wir möglicherweise Hinweise auf persönliche Bereicherung und vielleicht auch Parteienfinanzierung finden, denn es muss einen Grund geben, warum dort doppelt so teuer, ohne öffentliche Ausschreibung und unter Verletzung von Vergabeprinzipien produziert worden ist. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Wir werden nicht nur Wege finden, diese Informationen zu bekommen, sondern wir werden auch draufkommen, warum Sie Ernst Strasser decken und Ihre Informationspflichten verletzen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei BZÖ, FPÖ und Grünen. – Zwischenrufe des Abg. Ing. Westenthaler.
Frau Präsidentin, können Sie uns das auch einmal erklären, dass hier eine Ministerin auftritt und den Lobbyisten, dessentwegen wir überhaupt über ein Lobbyistengesetz diskutieren müssen, deckt – mit einem Wortschwall, der zum Teil nicht einmal Deutsch war, aber das lassen wir einmal beiseite, und der nichts beinhaltet hat, der dieses Parlament verhöhnt, meine Damen und Herren! Erklären Sie uns das einmal! (Beifall bei BZÖ, FPÖ und Grünen. – Zwischenrufe des Abg. Ing. Westenthaler.)
Heiterkeit bei BZÖ und FPÖ.
Dann wird uns in der Anfragebeantwortung mitgeteilt, dass es offensichtlich – das war überhaupt das Beste – der Entwicklung und Konzeption eines Folders mit dem Titel „Bleib sauber“ bedurfte. Frau Ministerin, haben Sie den Folder „Bleib sauber“ gelesen? – Ja, deswegen haben wir einen eigenen Auftrag vergeben müssen. „Bleib sauber“, das hätten Sie bei Ihrem Mentor Strasser gleich anwenden können. Wenn also der Anfragesteller, Kollege Jarolim, Ihr eigener Regierungspartner, nach Umsätzen frägt, dann frägt er nach Ziffern – und nicht nach dem Wortschwall, den Sie uns geliefert haben –, Ziffern von Eins bis Neun in verschiedener Kombination mit der Ziffer Null. (Heiterkeit bei BZÖ und FPÖ.) Das nennt man Umsatzzahlen. Die wollen wir wissen.
Beifall bei BZÖ, FPÖ und Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr gut, Jarolim!
Andere Minister können diese Ziffern nennen, Sie könnten es auch, Sie tun es nur nicht, weil Sie es nicht wollen. Und warum? – Weil das ein unglaublicher Sumpf der Abcasherei ist. (Beifall bei BZÖ, FPÖ und Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr gut, Jarolim!)
Abg. Grosz: „Trüb AG“!
Das geht sogar aus dem Text der Anfrage hervor. Ich weiß nicht, haben Sie nicht einmal die Anfrage gelesen, bevor Sie hier ins Parlament gekommen sind? – Dann sind Sie allerdings ein Risiko, aber für die ÖVP, wenn Sie nicht einmal den Text dieser Anfrage gelesen haben. Da steht es wortwörtlich, ich darf Ihnen auf die Sprünge helfen: „Rahmenvereinbarungen für die Produktion von Ausweisdokumenten wurden von der Staatsdruckerei unter anderem mit den beiden Deutschen Firmen Gieseke & Devi- rent GmbH und Gemalto GmbH sowie mit der Schweizer Firma Trüb AG abgeschlossen.“ (Abg. Grosz: „Trüb AG“!) – Trüb AG, ja, ja, auch eine interessante Firma.
Beifall bei BZÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Das ist Copyright Jarolim, Ihr eigener Regierungspartner Jarolim. Ja, das heißt, Sie haben sich das offensichtlich nicht einmal durchgelesen – und dann erzählen Sie uns etwas von einem Geheimhaltungserfordernis. Das einzige Geheimhaltungserfordernis, das es gibt, ist, die Machenschaften des Herrn Ernst Strasser zu decken, meine Damen und Herren! Das ist Ihr Geheimhaltungsinteresse – und nicht das, was Sie uns zu verkaufen versuchen! (Beifall bei BZÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da schau her!
den, wie man die Aliyev-Leute verschwinden lässt, ohne dass Österreich Ermittlungen anstellen muss. (Abg. Ing. Westenthaler: Da schau her!)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und FPÖ.
Wenn Sie glauben, dass Sie damit eine lange Zukunft haben, dann werde ich Ihnen sagen: Dieses Parlament wird sich gegen Minister wie Sie zu wehren wissen! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Kollege Jarolim?
Wir gelangen zur Abstimmung über den Antrag der Abgeordneten Dr. Rosenkranz, Kolleginnen und Kollegen, die Anfragebeantwortung nicht zur Kenntnis zu nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist der Kollege Jarolim?)
Ruf beim BZÖ: Der Österreichischen Volkspartei!
Abgeordneter Mag. Harald Stefan (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Nach diesem Anschauungsbeispiel über das Sittenbild in Österreich (Ruf beim BZÖ: Der Österreichischen Volkspartei!) – der Österreichischen Volkspartei und offensichtlich ihrer speziellen Teile (Zwischenrufe bei der ÖVP) – ist ja wohl eindeutig, was sich da abspielt. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Abgeordneter Mag. Harald Stefan (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Nach diesem Anschauungsbeispiel über das Sittenbild in Österreich (Ruf beim BZÖ: Der Österreichischen Volkspartei!) – der Österreichischen Volkspartei und offensichtlich ihrer speziellen Teile (Zwischenrufe bei der ÖVP) – ist ja wohl eindeutig, was sich da abspielt. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Abgeordneter Mag. Harald Stefan (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Nach diesem Anschauungsbeispiel über das Sittenbild in Österreich (Ruf beim BZÖ: Der Österreichischen Volkspartei!) – der Österreichischen Volkspartei und offensichtlich ihrer speziellen Teile (Zwischenrufe bei der ÖVP) – ist ja wohl eindeutig, was sich da abspielt. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
cken Sie ihn doch nicht, das zahlt sich doch gar nicht aus! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das wissen die meisten, die hier sitzen, genau, und daher brauchen wir nicht darüber zu diskutieren.
Ruf bei der SPÖ: Sie haben eh nicht mehr Geld!
Zum Antrag des BZÖ, dem wir nicht zustimmen: Für uns ist die Regelung, für Gemeinden eine Einwohnerzahl von 2 500 festzulegen, zu technokratisch und einfach nicht zielführend, denn in Wirklichkeit sieht man ja, dass Gemeinden letztlich gewachsene Einheiten sind. (Ruf bei der SPÖ: Sie haben eh nicht mehr Geld!)
Beifall bei der FPÖ.
Ich kann abschließend nur feststellen: Wenn die Verwaltungsreform in diesem Schneckentempo weitergeht, dann ist der Vorwurf an die Regierung, dass es einen Stillstand gibt, mehr als begründet. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Scheibner: Können Sie lesen?
Abgeordnete Mag. Sonja Steßl-Mühlbacher (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Stärkung der Rechte von Gemeinden ist ein – ich glaube, da sind wir uns alle einig – wichtiger und richtiger weiterer Reformschritt. Ich komme jetzt aber zum BZÖ-Antrag, der eine Zwangszusammenlegung bei gleichzeitiger autonomer Entscheidung der Bevölkerung enthält. (Abg. Scheibner: Können Sie lesen?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
diese mit einer tiefen Verwurzelung verbindet. Es geht, glaube ich, eher darum, dass wir unser Bestes geben zum Erhalt der ländlichen Regionen, aber auch darum, den ländlichen Regionen die Zusammenarbeit zu ermöglichen, und vor allem auch darum, den Wettbewerb innerhalb der Regionen zu stärken. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Es liegt an uns, Verwaltungsstrukturen an die Zeit anzupassen, die Zeichen der Zeit zu erkennen, die Verwaltung effizient zu gestalten, aber das Allerwichtigste bei allem Gestaltungs- und Effizienzwillen ist, dass wir den Lebensraum in den Regionen erhalten, in denen sich die Bevölkerung wohlfühlt, zu Hause ist und mit dem die Bevölkerung auch ihre Heimat verbindet. Das ist das Wichtigste! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich sehe in der Gemeindezusammenlegung nicht das Allheilmittel für die Lösung der finanziellen Probleme der Gemeinden. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Pendl: Bei mir 58 Prozent!
Kollege Pendl hat sowohl im Ausschuss als auch im Plenum schon betont, wir brauchen eine Entlastung der Gemeinden bei der Finanzierung der Gesundheits- und Sozialaufgaben. In meiner Heimatgemeinde betragen die Ausgaben für diese Aufgaben fast 50 Prozent der Finanzkraft der Gemeinde. (Abg. Pendl: Bei mir 58 Prozent!) Kollege Pendl, bei dir sind es sogar 58 Prozent. – Das heißt, wir sind bei rund der Hälfte der Finanzkraft angelangt. Ich freue mich daher sehr, dass wir an diesen Plenartagen noch über die Schaffung eines Pflegefonds diskutieren werden, der meiner Meinung nach ein wesentlicher Beitrag zur Entlastung sein wird.
Beifall bei der ÖVP.
Ich bedanke mich beim Bundesrat, bei der oberösterreichischen Vorsitzführung beziehungsweise der Präsidentschaft unter Bundesrat Gottfried Kneifel sehr herzlich für die Initiative, einen Vorschlag des Österreich-Konvents aufzugreifen. Insgesamt sehe ich darin einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Gemeindekooperationen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
für die Zukunft vorhanden sind. Ich freue mich sehr über diesen Beschluss, denn er ist sehr wichtig. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.
Der Grazer Gemeinderat beschließt – im Übrigen auf Initiative des BZÖ – die Kürzung der Zahl der Gemeinderatssitze und selbstverständlich auch die Kürzung der Zahl der Stadtsenatsplätze. Voves und Schützenhöfer kündigen das als Erfolg ihrer Reformpartnerschaft an. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.)
Beifall beim BZÖ.
Das wollte ich als Richtigstellung zu Ihrer zweiten Wortmeldung, Herr Abgeordneter Dr. Kräuter, über die „epochale“ Reformpartnerschaft zweier Politiker, die laut Burgstaller, Landeshauptfrau in Salzburg, ohnedies nicht zur Wahl stehen werden, noch anbringen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Bartenstein.
Zusammenfassend, sehr geehrte Damen und Herren, ist zu sagen: Die Rettungsgasse ist eine gute, wichtige Neuerung, die Menschenleben retten hilft. Ich möchte dir, sehr geehrte Frau Bundesministerin Bures, daher für die rasche Einrichtung der Rettungsgasse auf Autobahnen danken. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Bartenstein.)
Abg. Dr. Moser: Mit der Zukunft der Rettungsgasse!
Abgeordneter Johann Rädler (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen von den Grünen! Ganz kurz zum Herrn Pilz noch, zum Thema „Hirngespinst“, wo er gemeint hat, da ist wenigstens ein Hirn vorhanden. Das habe ich nicht abgestritten! Er setzt es halt immer ein bisschen falsch ein. Er wühlt immer in der Vergangenheit herum und redet hier immer irgendwelche Konstruktionen herbei, und das tut, glaube ich, der Demokratie nicht gut. Man sollte sich mit der Zukunft beschäftigen. Und das ist auch beim heutigen Antrag der Fall. (Abg. Dr. Moser: Mit der Zukunft der Rettungsgasse!) Ja, mit der Zukunft der Rettungsgasse, Frau Mitglied des Verkehrsausschusses.
Ho-ho-ho-Rufe bei den Abgeordneten Scheibner und Grosz.
Auch zum Herrn Grosz möchte ich etwas sagen. Er hat die Situation im Grazer Gemeinderat angesprochen und von Stillstand gesprochen. Haben Sie nicht den „Report“ gestern gesehen und gemerkt, wo der wahre Stillstand herrscht? – Beim BZÖ! (Ho-ho-ho-Rufe bei den Abgeordneten Scheibner und Grosz.) Ist Ihnen das alles entgangen?
Weitere Ho-ho-ho-Rufe bei den Abgeordneten Scheibner und Grosz.
Ist der Kollege Stadler auf vorverlegter Wahlreise? (Weitere Ho-ho-ho-Rufe bei den Abgeordneten Scheibner und Grosz.) Aber ich glaube, dass Sie sich schon damit beschäftigt haben, denn Sie haben sich ja beruflich schon verändert mit der Eisenbahner-Uniform von Graz. Sie sind, glaube ich, jetzt bei der Straßenbahn engagiert. (Neuerliche Ho-ho-ho-Rufe des Abg. Grosz.)
Neuerliche Ho-ho-ho-Rufe des Abg. Grosz.
Ist der Kollege Stadler auf vorverlegter Wahlreise? (Weitere Ho-ho-ho-Rufe bei den Abgeordneten Scheibner und Grosz.) Aber ich glaube, dass Sie sich schon damit beschäftigt haben, denn Sie haben sich ja beruflich schon verändert mit der Eisenbahner-Uniform von Graz. Sie sind, glaube ich, jetzt bei der Straßenbahn engagiert. (Neuerliche Ho-ho-ho-Rufe des Abg. Grosz.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Silhavy.
Jedes Menschenleben, das durch zusätzliche Maßnahmen gerettet werden kann, verdient unseren Einsatz. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Silhavy.) Wir haben heute vom Kollegen Heinzl schon gehört, um wie viele Minuten die Rettung aufgrund der Rettungsgasse schneller am Unfallort sein kann. Es gibt international gute Erfahrungen damit. Warum sollten wir das also nicht auch machen?
Beifall bei der ÖVP.
Was wir noch brauchen, Frau Bundesminister – das haben Sie auch bereits im Ausschuss angekündigt –, ist eine umfassende Informationstätigkeit, eine Aufklärungstätigkeit. Das wird bei den Führerscheinneulingen im Rahmen der Fahrschulen geschehen, aber auch unsere älteren Verkehrsteilnehmer werden darüber entsprechend informiert werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Deshalb ein herzliches Dankeschön für die Zusammenarbeit in diesem Bereich. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Ich möchte aber abschließend noch eines hervorheben: Die Einbindung der Opposition bei dieser Gesetzwerdung in Diskussion und Entscheidung war hervorragend, und so konnten wir eine gute Lösung für die Republik finden. Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, gehen wir diesen Weg gemeinsam öfter! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Abschließend: Natürlich ein Ja zur Rettungsgasse auch unsererseits – und die Hoffnung auf einen gemeinsamen Weg auch in anderen Bereichen der Verkehrssicherheit. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Wichtig ist ganz besonders die umfassende Information der Bevölkerung über diese Neuregelung, denn die Problematik wird sicher darin liegen, dass viele Autofahrer bezüglich dieser Pannenstreifenregelung nicht Bescheid wissen. Hier muss Information vonseiten des Ministeriums und der Medien kommen, dann wird das sicher eine sinnvolle Maßnahme. Wir vom BZÖ werden zustimmen. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren! Ich erlaube mir, eine Gruppe am Balkon besonders herzlich zu begrüßen. Es sind dies die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Special Olympics, das Reiter- und Reiterinnen-Team. Ich habe mir sagen lassen, sie haben vier Mal Gold, sechs Mal Silber und vier Mal Bronze gewonnen. Herzliche Gratulation! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.
Auch aufgrund der Wortmeldungen vorher möchte ich mich recht herzlich bedanken für die breite Zustimmung über alle Parteigrenzen hinweg. Wir werden einstimmig diesen Beschluss fassen, die Rettungsgassen in Österreich einzuführen, um damit den Einsatzkräften, ob das die Rettung, die Feuerwehr, die Polizei ist, zu helfen, schneller am Unfallort zu sein und somit mehr Menschenleben retten zu können. Herzlichen Dank dafür, und ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit der großen Überschrift: Mehr Verkehrssicherheit und weniger menschliches Leid auf Österreichs Straßen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir beschließen also heute eine Lösung, die dann schon ein Erfolg ist, wenn nur einem einzigen Menschen früher oder sogar lebensrettend geholfen werden kann, und dafür gebührt Ihnen, Frau Bundesminister, ein herzliches Dankeschön aller Verkehrsteilnehmer. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Frau Ministerin hat darauf hingewiesen: ein vielleicht kleiner, aber doch wieder wichtiger Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Vergessen wir eines nicht: Wir sind zwar auf dem richtigen Wege, meine Damen und Herren des Hohen Hauses, die Zahl der Verkehrstoten in Österreich zu reduzieren, aber wir sind immer noch bestenfalls im Mittelfeld innerhalb der Europäischen Union. Also wir könnten hier noch deutlich besser werden und Leid verhindern. Die Rettungsgasse möge dazu ein kleiner Beitrag sein. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Darum meine Bitte an Sie, Frau Bundesministerin: Sie tragen Verantwortung, zeigen Sie daher, dass Ihnen schnelle Hilfe für die verunglückten Verkehrsteilnehmer wichtig ist, ein hohes Gut für Sie ist, und achten Sie in Zukunft bei Schnellstraßen, die errichtet werden, auf die Verkehrssicherheit! Es geht nicht darum, diese möglichst schnell zu errichten, nur um sie relativ rasch bemauten und die Bürger abzocken zu können, sondern achten Sie darauf, dass ein Pannenstreifen vorhanden ist, achten Sie darauf, dass Brücken verbreitert werden, und sparen Sie hier nicht an der falschen Stelle, nämlich bei der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger! Das haben sich diese nämlich nicht verdient. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wir beschließen damit heute eine weitere wichtige Maßnahme für mehr Verkehrssicherheit auf Autobahnen und Schnellstraßen, und es ist positiv, dass die Novellierung bei allen Fraktionen Zustimmung finden wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte mich beim Abgeordneten Johann Rädler bedanken, der mit seiner Petition auch sehr viel Gefühl für die Bürger bewiesen hat. (Beifall bei der ÖVP.) Und es zeigen ja auch die Autofahrerklubs und die ASFINAG, dass es sich dabei um eine absolut not
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Grosz.
Ein Thema, wo wir aber noch keine Lösung haben, ist die Verkehrssicherheit auf den österreichischen Gemeindestraßen. Frau Minister, die österreichischen Gemeinden warten nun schon seit vielen Jahren auf eine Novelle der Straßenverkehrsordnung. Die Gemeinden müssen ermächtigt werden, Tempokontrollen auf den Straßen durchführen zu dürfen – es gibt bereits eine Einigung der Landeshauptleutekonferenz. Bitte, treiben Sie auch hier die Lösung vehement voran, damit wir in einer Zeit, wo viele – unnötigerweise – über das Abschaffen von Gemeinden diskutieren, unseren Gemeinden den Rücken stärken! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Beifall bei der ÖVP.
Der Erfolg bei der Rettungsgasse gibt uns Mut, dass es auch beim Thema der Tempokontrolle und der Verkehrssicherheit auf Gemeindestraßen bald eine Lösung geben wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Als Funktionär des Roten Kreuzes freue ich mich ganz besonders, weil diese Rettungsgasse auch eine Forderung des Roten Kreuzes war. Ich gratuliere der Frau Ministerin zur Umsetzung und freue mich über die Initiative des Kollegen Hans Rädler. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Abschließend bleibt nur noch zu hoffen, dass die Gäste auch kurz in Salzburg verweilen und nicht durch den schnelleren Verkehrsfluss Richtung Süden weiterziehen – vielleicht bleiben auch noch ein paar Freunde im benachbarten Kärnten stehen. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall der Abg. Dr. Moser.
Und das noch als Zusatz: Auf der einen Seite schauen wir, dass wir mit allen möglichen Maßnahmen die Zahl der Verkehrsunfälle reduzieren, auf der anderen Seite erlauben wir es dann den 16-Jährigen, eine 125-er Maschine zu fahren. Das heißt, wir heben dort künstlich wieder das Unfallrisiko. Das ist wirklich nicht das, was wir wollen. (Beifall der Abg. Dr. Moser.)
Abg. Heinzl: Genau!
Warum beschließen wir heute diese Novelle? – Es ist die Umsetzung einer EU-Richtlinie. (Abg. Heinzl: Genau!) Gestatten Sie mir bei dieser Gelegenheit einen kleinen Exkurs in Richtung Ereignisse bei der EU und Kommission in den letzten Tagen. Die Kommission oder besonders ein Kommissionsmitglied hat nicht gut verhandelt – konkret ging es da um die Fluggastdaten. Dieses Kommissionsmitglied war dann zu feig, dieses Versagen einzugestehen, hat in der Folge das EU-Parlament belogen und musste das auch noch zugeben, was voll peinlich war. Zwei Länder drohen nun mit Veto.
Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.
Und das ist die Kommission, die uns wieder etwas vorschreiben möchte, die uns vorschreiben möchte, dass wir einen Führerschein haben, der nach 15 Jahren – und das ist der maximal mögliche Rahmen – ungültig wird, sodass wir das Dokument tauschen müssen? Angeblich – oder sagen wir möglicherweise – findet das Ganze ja derzeit noch ohne Gesundheits- oder Tauglichkeitstest statt, das heißt, wir tauschen das Dokument einfach nur so. Aber wenn man das vergisst, dann bekommt man eine kleine Verwaltungsstrafe, die auch noch zu zahlen ist. (Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.
Warum, Herr Kollege Bartenstein, wechseln wir denn nicht wöchentlich Bankomatkarten? Warum wechseln wir nicht monatlich die e-card? Warum wechseln wir nicht jährlich zum Beispiel die Kreditkarte? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.)
Beifall bei der FPÖ.
Das heißt, wir bekommen mehr Bürokratie, wir bekommen mehr Verwaltung. Bei dem – Herr Kollege Bartenstein, rechnen Sie vielleicht mit! –, was wir schon bisher an Bürokratie und Verwaltung bekommen haben, was das zusätzlich kostet und was das die Bürger noch an zusätzlichen Abgaben kostet, muss ich sagen, da ist der Ederer-Tausender schon lange weg. Da müssen wir uns noch eher darum kümmern, dass es nicht noch ein zusätzlicher Tausender wird. So schaut es nämlich wirklich aus! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wieder geben wir ein Stück Souveränität auf. Und ich frage mich langsam: Sind wir noch ein eigener Staat? Das Beispiel Ungarn mit der Bankensteuer zeigt wirklich, dass sie noch souverän agieren können. Zeigen wir einfach den Brüsselern, dass wir wirklich ein eigener Staat sind, zeigen wir, dass Verwaltung auch einfach sein kann, und zeigen wir, wer uns wirklich gewählt hat: die Österreicher, das österreichische Volk, und nicht ein von irgendwoher gekommener Kommissar! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.
Eine weitere große Neuerung wird es ab 2013 für den Motorradführerschein geben – mein Vorredner hat das schon angesprochen. Ab 2013 wird der Zugang zum A-Schein, also zur Kategorie der leistungsstärksten Motorräder, nur noch stufenweise möglich sein; es ist ganz wichtig, dass man das auch erwähnt. Das ist ein weiterer wichtiger Schritt zu mehr Verkehrssicherheit, da junge Erwachsene nur mehr Schritt für Schritt zum Fahren immer stärkerer Motorräder berechtigt werden. Der sofortige unbeschränkte Zugang zu schweren und leistungsstarken Maschinen wird ab 2013 erst mit 24 Jahren möglich sein statt wie bisher schon mit 21 Jahren. (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Josef Auer: Jawohl!
Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Die Novelle des Führerscheingesetzes bringt zahlreiche, wie ich meine, wichtige und richtige Neuerungen und leistet durch Änderungen beim Motorradführerschein einen großen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit. Und noch mehr Verkehrssicherheit zu erreichen ist das Ziel, dem wir uns hier im Parlament parteiübergreifend verpflichtet fühlen. – Ich danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Josef Auer: Jawohl!)
Abg. Mag. Josef Auer: Frömmigkeit schadet nicht!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Meine Kolleginnen und Kollegen! Kollege Heinzl! Mehr Verkehrssicherheit ist ein frommer Wunsch angesichts dessen (Abg. Mag. Josef Auer: Frömmigkeit schadet nicht!), dass jetzt schon Menschen mit 15, 16 Jahren 125-Kubikmeter-Maschinen bedienen und fahren dürfen. Die Unfallzahlen zeigen deutlich, jede zweite Person, die mit dem Moped verunfallt, ist erst 15 Jahre alt, jede dritte Person, die einen Mopedunfall hat, ist erst 16. Und jetzt sollen diese Menschen, die sowieso unfallmäßig an der Spitze liegen, diese Personen sollen jetzt auch noch den Zugang zu Kubikmeterklassen haben, die natürlich schneller fahren? (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Wenn ich schneller unterwegs bin, dann ist natürlich auch die Unfallgefahr größer, vor allem auch für Ungeübte.
Zwischenruf bei der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Meine Kolleginnen und Kollegen! Kollege Heinzl! Mehr Verkehrssicherheit ist ein frommer Wunsch angesichts dessen (Abg. Mag. Josef Auer: Frömmigkeit schadet nicht!), dass jetzt schon Menschen mit 15, 16 Jahren 125-Kubikmeter-Maschinen bedienen und fahren dürfen. Die Unfallzahlen zeigen deutlich, jede zweite Person, die mit dem Moped verunfallt, ist erst 15 Jahre alt, jede dritte Person, die einen Mopedunfall hat, ist erst 16. Und jetzt sollen diese Menschen, die sowieso unfallmäßig an der Spitze liegen, diese Personen sollen jetzt auch noch den Zugang zu Kubikmeterklassen haben, die natürlich schneller fahren? (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Wenn ich schneller unterwegs bin, dann ist natürlich auch die Unfallgefahr größer, vor allem auch für Ungeübte.
Abg. Heinzl: Keine Kubikmeter, Kubikzentimeter!
Bei den 125-ern steckt mehr Leistung dahinter, das können Sie nicht bestreiten. Und das Problem, das ich ... (Abg. Heinzl: Keine Kubikmeter, Kubikzentimeter!) – Ja, Entschuldigung, Kubikzentimeter! Ja, dann korrigiere ich das gleich und mache eine Richtigstellung, dann brauche ich das nicht noch einmal im Protokoll zu korrigieren. Ich habe ja normalerweise sonst immer mit großen Summen zu tun. Gut, bei den Mopeds sind es die Kubikzentimeter.
Beifall bei den Grünen.
Frau Ministerin, das ist eine wirklich sehr, sehr kleinkarierte Herangehensweise. Insgesamt handelt es sich um einen minimalen Betrag, vielleicht 200 000 €, 300 000 €, die da dem Staat vielleicht an Gebühreneinnahmen fehlen. Das könnten Sie sich locker holen, wenn Sie gewisse Strafsätze im Geschwindigkeitsbereich erhöhen würden, das könnten Sie sich locker holen, wenn Sie mehr Verkehrskontrollen vor Ort machen würden, und das könnten Sie sich locker holen, wenn Sie Unfallopferzahlen durch weitere Offensivmaßnahmen senken und das Wort Verkehrssicherheit nicht nur in den Mund nehmen, sondern das Verkehrssicherheitsprogramm endlich auch legistisch umsetzen würden. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Insgesamt ist es ein Paket in Richtung Vereinheitlichung auf europäischer Ebene, aber auch ein Paket für mehr Sicherheit und weniger Bürokratie. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Christoph Hagen (BZÖ): Frau Präsidentin! Frau Minister! Hohes Haus! Ich muss gleich einmal damit beginnen, einiges aufzuklären. Hier setzt sich das Regierungsprogramm der ÖVP/SPÖ-Regierung wieder einmal fort, nämlich das Regierungsprogramm des Abkassierens. Es wird auf allen Längen abkassiert, es wird alles verteuert und den Bürgern Österreichs das Geld aus der Tasche gezogen. Wenn ich von meinem Kollegen Gahr höre, dass das eben so sei, weil man hier EU-Recht umsetzen müsse: Da muss man in der EU einmal entsprechend auf den Tisch klopfen und nicht zu allem Ja und Amen sagen, was dort vorgebetet wird, meine Damen und Herren! Ich bin der Meinung, da ist Änderungsbedarf gegeben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn wir bedenken, dass die Klasse A und D neu geregelt werden, und dann kommt dieses AM für die Mopedfahrzeuge beziehungsweise DER Mopedausweis: Da sind die Erhöhungen horrend! Darauf werde ich noch zurückkommen. Aber was mich dort stört, ist: Wenn jetzt jemand ein Mopedauto besitzt und eine Prüfung macht, eine Lenkerberechtigung für ein Motorfahrrad erwirbt, und er möchte das umschreiben lassen auf ein Mopedauto, dann ist diese Angelegenheit nicht erledigt mit einer Fahrprüfung für eben dieses Mopedauto, sondern er muss diese Prüfung zusätzlich neu machen. Und das ist schon etwas, wo ich der Meinung bin, da wird wieder Geld umgesetzt, da wird von den Fahrschulen wieder Geld kassiert. Ich bin überzeugt davon, die Steuerzahler haben mehr als genug gezahlt, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren, so kann es nicht gehen! Die Menschen werden fortwährend abgezockt, und aus diesem Grund werden wir da nicht dabei sein. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Insgesamt ist meine Meinung – und diese teilen auch die Experten, auch das Kuratorium für Verkehrssicherheit –, dass wir damit auch einen Beitrag zu mehr Sicherheit leisten und dass es eine bessere Ausbildung, eine wirklich fundierte Ausbildung geben muss. Es ist daher eine EU-Richtlinie, die gut ist und die auch ein Beitrag dazu sein wird, wie beim nächsten Tagesordnungspunkt, dass wir im Bereich der Verkehrssicherheit hoffentlich in die Spitzenränge in Europa kommen. Daher würde ich Sie einladen, die gleiche Harmonie wie beim Beschluss der Rettungsgasse walten zu lassen, sich einen Ruck zu geben und dem zuzustimmen. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Es kommt jedenfalls zu sehr vielen Verbesserungen, und unter dem Strich kann man es, glaube ich, getrost auf den Punkt bringen: Gute Ministerin, gute Novelle und letzten Endes gut für die Verkehrsrandbedingungen bei uns in Österreich. – Danke schön, Frau Minister. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Sanieren wir nicht unser Budget auf dem Rücken chronisch Kranker, behinderter Mitmenschen und anderer Führerscheinbesitzer! Leben wir doch mehr soziale Gerechtigkeit! (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Gerhard Deimek (FPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Diese Novelle des Bundesstraßengesetzes ist wesentlich differenzierter, als das beim vorhergegangenen Tagesordnungspunkt der Fall war. Es sind wesentlich mehr Punkte, denen wir zustimmen können, aber es sind trotzdem wieder einige dabei, die wir ablehnen müssen. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der FPÖ.
Etwas differenzierter sehen wir schon das Verzeichnis der Bundesstraßen und deren Änderungen. Wir sehen die S 31 im Burgenland sehr positiv, wir sehen aber schon wesentlich weniger positiv die Änderungen das Bundesland Wien und dessen Umgebung betreffend. Das ist auch der Grund dafür, dass wir heute bei diesem Tagesordnungspunkt getrennte Abstimmung verlangen werden. Denn das Dritte, die Verordnungsermächtigung für neue Gebühren, ist das, was wir sehr heftig ablehnen, und das bringen wir damit auch zum Ausdruck. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.
Durch Verhandlungen zwischen dem BMVIT und den Bundesländern konnten die wirklich signifikanten Einsparungen von insgesamt 519,4 Millionen € erreicht werden. Ich wiederhole: 519,4 Millionen € an Einsparungen! (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Frau Bundesministerin, ich möchte dir zum Ergebnis deiner Verhandlungen vor allem mit den Bundesländern, die ja, wie wir wissen, nicht leicht waren, wirklich gratulieren. Durch deinen Einsatz konnten, wie ich bereits gesagt habe, 519,4 Millionen € an Steuergeld eingespart werden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Unser Protest erfolgt vor allem deshalb, weil Sie auch EU-rechtswidrig agieren, denn bei all diesen Projekten, die Sie jetzt im Bundesstraßenverzeichnis anführen, müsste man, weil es dann ja neue Projekte sind, da es sich um ein neues Gesetz handelt, eine Strategische Prüfung Verkehr absolvieren. Diese Strategische Umweltprüfung – in Österreich „Strategische Prüfung Verkehr“ genannt – wollen Sie verhindern beziehungsweise umgehen, weil keines dieser Projekte, die ich aufgezählt habe, auch nur im Ansatz irgendwie die Chance hätte, dieser Strategischen Prüfung Umwelt beziehungsweise Verkehr standzuhalten. Also nicht nur eine Geldverschwendung, nein, auch ein Rechtsbruch! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Moser: 12 Milliarden Schulden!
sollte, was aber in diesem Hohen Haus bisher eher Seltenheitswert hat. (Abg. Dr. Moser: 12 Milliarden Schulden!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.
Frau Kollegin Moser, Sie wollen hier dann gleich – das ist das gute Recht der Opposition – nachdoppeln und sagen, es könnte eine Milliarde sein und die A 5 brauchten wir auch nicht. Dazu sage ich Ihnen Folgendes: Verkehrszählungen sind das eine, aber ich glaube, dass hinsichtlich der Partnerschaft mit den neuen EU-Mitgliedstaaten, hinsichtlich unserer Interessen Autobahnverbindungen zwischen Wien und Brünn auf der einen Seite und Wien und Prag auf der anderen Seite schon Sinn machen – heute, morgen und übermorgen. Deswegen: alles mit Maß und Ziel! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.)
Beifall bei der ÖVP.
Meinen Respekt für Frau Ministerin Bures, denn solche Projekte mit den Ländern im Konsens zu verhandeln, das ist nicht einfach. Das ist gelungen. 519,4 Millionen € einzusparen ist eine sehr gute Sache – aber eine Autobahn nach Brünn und eine nach Prag wollen wir schon haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Bartenstein: Ihr tut es nur nie!
Herr Kollege Heinzl, wir sind auch sehr für das Sparen, unbeschränkt. (Abg. Dr. Bartenstein: Ihr tut es nur nie!) Wenn hier 500 Millionen eingespart werden und das vernünftig ist, okay, aber – und jetzt kommt der Punkt, das große Aber – es ist natürlich schon so, dass da auf Kosten der Infrastruktur gespart wird, auf Kosten der Firmen, die die Transporte durchführen. Und wenn man gleichzeitig bei den Bahnstrecken auch einspart und Bahnlinien stilllegt, dann kann doch irgendetwas nicht stimmen!
Beifall beim BZÖ.
noch immer nicht fertiggestellt ist. Schon damals hat der für den Verkehr zuständige Landesrat gesagt: Zehn Jahre wird das zu spät gebaut! Die Blockiererpartei ÖVP hat das verursacht. Wenn man sieht, welches Chaos dadurch entstanden ist, kann man das wirklich nicht für gut befinden. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Hagen: Vernünftig sparen!
Auch bei uns in den Gemeinden ist es oft so, dass die Zahl der Wünsche unendlich ist, aber wenn das Geld knapp ist, dann muss man halt Prioritäten setzen und dann etwas machen. (Abg. Hagen: Vernünftig sparen!) Und nichts anderes haben die Frau Ministerin und das Ministerium getan, man hat eben gewisse Projekte evaluiert. Und wenn man draufkommt, dass man etwas in kleinerem Maße ausbauen kann, dann sollte man das so machen.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Frau Ministerin, danke für diese drei Anträge. Sie sind alle als sehr positiv zu bezeichnen. Und man sieht: In Ihrem Ministerium wird gearbeitet, es geht etwas weiter. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt, auch was den Bereich Infrastruktur anlangt, sind Profis am Werk, die planen, die bauen, und sie werden jeden Euro fünf Mal umdrehen, um genau diese Effizienz zu erreichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abschließend: Es geht um Investitionen, die wir tätigen, und es ist gut investiertes Geld. Wir schauen auf jeden Euro. Wir brauchen gute Verkehrslösungen in Österreich, aber, wie gesagt, es muss nicht jede Straße eine Autobahn sein, sondern es geht eben darum, die Bevölkerung, die Wirtschaft und die Umwelt mit einer guten Infrastruktur zu versorgen. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Das heißt, ich sehe das heute als einen ersten erfreulichen Schritt und freue mich, wenn weitere folgen. Und im Übrigen bin ich wie immer der Meinung, Österreich braucht ein eigenständiges, starkes und engagiertes Umweltministerium. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf bei den Grünen.
Und dann gibt es witzigerweise Gremien, die aus fünf Personen bestehen. Jetzt haben wir nachgerechnet: Fünf Personen, mindestens 45 Prozent müssen davon Frauen sein. Das heißt, mindestens drei müssen Frauen sein. Da hätten Sie gleich hineinschreiben können: 51 oder 55 Prozent müssen Frauen sein. – Es ist das erste Mal, dass mittels Quote absolute Mehrheiten festgeschrieben werden, was das Geschlecht betrifft. (Zwischenruf bei den Grünen.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Ich glaube, die Wahlrechtsreformen zielen auch darauf hin!
Also wir sind da schon sehr enttäuscht, weil das ja keine Mindestquote mehr ist, sondern das ist ja schon eine Mindestquote zur Sicherung der absoluten Mehrheiten aus einem Geschlecht kommend. (Abg. Dr. Rosenkranz: Ich glaube, die Wahlrechtsreformen zielen auch darauf hin!)
Beifall bei der FPÖ.
Vielleicht sind Sie zu kurz im Amt und konnten sich da noch nicht durchsetzen, aber ich hoffe, dass die nächsten Gesetze zumindest von der sprachlichen Qualität her besser sind, Herr Bundesminister. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Katharina Cortolezis-Schlager (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich habe dem Kollegen Graf sehr aufmerksam zugehört und festgestellt: Es hat sich sehr bewährt, dass wir so einen intensiven Diskussionsprozess hatten, denn die Suppe ist sehr dünn – würde ich volkstümlich, in Ihrer Sprache, sagen –, denn wenn Ihnen nicht mehr an Kritik einfällt als das, was Sie vorgebracht haben, können Sie vielleicht doch noch diesem Gesetz zustimmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Bundesminister, Ihnen und dem Ressort ganz herzlichen Dank für diese gute Arbeit, die Sie durch einen großartigen Diskussionsprozess geführt haben. Danke an Ihr Ressort für diese Arbeit! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Mein letzter Satz setzt sich kritisch mit der Frage der Unabhängigkeit auseinander: Ist eine Qualitätssicherungsagentur unabhängig, die teils vom Bund finanziert wird und teils durch ihre eigenen Einnahmen? Kann sie beeinflusst werden oder nicht? Wie können Sie diese Unabhängigkeit sicherstellen? – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, dass das alles aus unserer Sicht natürlich wichtig ist zur Qualitätssicherung im österreichischen Hochschulbereich, dass aber, um die entsprechende Qualitätssicherung für unsere Hochschulen vorzunehmen, eine entsprechende finanzielle Absicherung der österreichischen Hochschulen besonders wichtig ist, um für alle jungen Menschen in unserem Land, die das wollen, eine entsprechende Ausbildung und Ausbildungschancen sicherzustellen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.
ÖVP und SPÖ haben zwar noch einen Abänderungsantrag eingebracht, aber auf diese grundlegende Kritik nehmen sie darin keine Rücksicht. Das heißt, es ist letztlich ein Husch-Pfusch-Gesetz, das auch noch sauteuer ist. Das erkennt man in den Erläuterungen. „Sitzungsgelder für alle Organe“ zum Beispiel: 231 000 €; „Personalkosten AQA“: 400 000 €. Das heißt, die Organe haben bereits fast 60 Prozent der Personalkosten erreicht – eine gewaltige Summe! (Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.)
Beifall beim BZÖ.
Ich frage mich, Herr Minister – ich habe diese Frage schon im Ausschuss gestellt –: Wird es billiger? Wird es teurer? Wie ist das zu argumentieren? – Wir vom BZÖ sagen, mit diesem Gesetz zahlen wir genug. Wir haben genug gezahlt. Es verankert den Proporz, sachlich, fachlich wird es von den Experten abgelehnt, und es ist noch dazu sauteuer. Daher kann man diesem Vorschlag letztlich nicht die Zustimmung geben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.
Bundesminister für Wissenschaft und Forschung Dr. Karlheinz Töchterle: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Erlauben Sie mir, dass ich, bevor ich auf das Inhaltliche eingehe, kurz die Sprachkritik zurückweise, denn in Sachen Grammatik flickt mir niemand am Zeug. Das Deutsche erlaubt die Flexion von Fremdwörtern im deutschen Deklinationssystem, deswegen kann ich „des Boards“ sagen. Ebenso kann ich, wenn ich das Wort „Kuratorium“ dekliniere, „des Kuratoriums“ sagen. Man sieht daran, die Sprache ist sehr integrationsfreudig. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich möchte mich namentlich auch bei meinen Vorgängern, die dieses Gesetz auf den Weg gebracht haben, bedanken, nämlich bei Minister Hahn und bei Ministerin Karl. Ich habe die Ehre gehabt, dieses Gesetz zu finalisieren, und ich bedanke mich dafür, dass diese Finalisierung durch die konstruktive Mitarbeit vieler gelungen ist. Ich bin überzeugt davon, dass wir nun auf eine ganz gute Basis aufbauen können. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Die „Qualitätssicherung neu“ ist das Ergebnis eines intensiven Prozesses und bringt eine weitreichende Verbesserung für die Universitäten, für die Fachhochschulen und für die Privatuniversitäten. Und wir dürfen darauf ruhig stolz sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Dann nennen wir es „Ausschuss“!
Erstens: Wenn man „board“ ins Englisch-Deutsche Wörterbuch eingibt – ganz normal am Handy, am Computer, wo auch immer –, dann kommen ganz viele Bedeutungen. Es bedarf – das gebe ich schon zu – eines gewissen Intellekts, die richtige herauszufinden. Also wenn Sie „board“ eingeben, kommt als Erstes „Anschlagtafel“. Ich nehme nicht an, dass Sie geglaubt hätten, dass es das war. Aber gleich als Zweites kommt „Ausschuss“. (Abg. Dr. Graf: Dann nennen wir es „Ausschuss“!) Es kommt dann noch „Baugruppe“, „Behörde“ und „Bohle“ – es ist ein deutsches Wörterbuch –, also „Brett“.
Abg. Neubauer: Weil es der Ausdruck des Ausschusses war!
Ganz aktuell vom Herrn Abgeordneten Neubauer: „Expertenhearing“ – hört, hört, eine FPÖ-Aussendung mit Expertenhearing! (Abg. Neubauer: Weil es der Ausdruck des Ausschusses war!) – „im Umweltausschuss trotz ÖVP-Wiederstand“. – Mit „ie“, ÖVP-Wiederstand mit „ie“. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ganz aktuell vom Herrn Abgeordneten Neubauer: „Expertenhearing“ – hört, hört, eine FPÖ-Aussendung mit Expertenhearing! (Abg. Neubauer: Weil es der Ausdruck des Ausschusses war!) – „im Umweltausschuss trotz ÖVP-Wiederstand“. – Mit „ie“, ÖVP-Wiederstand mit „ie“. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Heiterkeit bei den Grünen.
Dann gab es 2009 das Inserat: „Erst Deutsch, dann Schule“. Darin stand: „Schulische Vermittlung kulturellen Werten“. – Kulturellen Werten. (Heiterkeit bei den Grünen.)
Abg. Dr. Cap: Das wird ein Nicht Genügend!
„Board“ „heisst“? (Abg. Dr. Cap: Das wird ein Nicht Genügend!)
Heiterkeit bei der SPÖ.
Dann hat die Frau Kultursprecherin Heidemarie Unterreiner dem Herrn Christoph Waltz zum Oscar gratuliert. Im Titel seht noch „Waltz“ mit „tz“ und „Oscar“ mit „c“. Dann hat sie wahrscheinlich Waltz eingedeutscht, denn sie hat das T weggenommen und hat nur mehr „Walz“ schreiben lassen. Und sie hat auch den „Oskar“ eingedeutscht, das C heraus und das K hinein. (Heiterkeit bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Wir halten es nicht in Gesetzen fest!
Also offensichtlich gibt es da schon Tendenzen, mit der deutschen Sprache oder auch mit Namen ein bisschen eigen umzugehen. (Abg. Dr. Graf: Wir halten es nicht in Gesetzen fest!)
Heiterkeit.
Wenn ich mir jetzt noch die FPÖ Favoriten anschaue, dann stellt zum Beispiel, obwohl uns von den zuständigen Damen und Herren immer etwas anderes berichtet wird, das Magistrat etwas anderes fest. (Heiterkeit.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.
Lassen Sie mich zum Schluss kommen! Lieber Herr Abgeordneter Graf, beim nächsten Conventum der FPÖ sollten Sie sich vielleicht eine „fistula nicotiana“ anzünden und Ihren Kommilitonen die deutsche Sprache erklären. Und für die, die es nicht verstanden haben: Er kann sich eine Zigarette anzünden und ihnen erklären, wie man „deutsch“ schreibt. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Fällt jetzt das „Board“ raus?
(Abg. Dr. Rosenkranz: Fällt jetzt das „Board“ raus?)
Beifall bei der ÖVP.
Eine Änderung war mir besonders wichtig: In Zukunft soll es den Kollegien auch an den Fachhochschulen möglich sein, bei der Bestellung und Abberufung von Lehrpersonal mitzubestimmen und diesbezügliche Vorschläge vorzulegen, allerdings nicht allein. Die Erhalter werden auch in Zukunft angesichts des Umstandes, dass sie auch das Lehrpersonal zahlen müssen, hier grundsätzlich die Vertragshoheit behalten. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit.
Abgeordnete Mag. Karin Hakl (fortsetzend): Die Z 5 habe ich nicht. Römisch 5? (Heiterkeit.) Die Z 5 im I. Artikel, habe ich die vergessen? Aha, tut mir leid. Verzeihung! Ich danke, Herr Präsident.
Beifall bei der ÖVP.
Danke vielmals, Herr Präsident! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
endlich ab, ob der Uni-Standort Rottenmann dauerhaft etabliert werden wird können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke, dass auch die Einrichtung der Stelle, die für Qualitätssicherung und Akkreditierung zuständig ist, nicht nur die Verwaltung vereinfacht und billiger ist, sondern das auch ein wichtiger und guter Schritt sein kann, damit sich unsere Universitäten auch im europäischen und internationalen Vergleich weiter behaupten können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Viel haben wir gesagt!
Es ist richtig: Der einzig sachliche Kritikpunkt, den man von der Opposition gehört hat – neben den sprachlichen Bereichen, die im Detail ausdiskutiert wurden; sonst war nicht viel da, tut mir leid, aber vielleicht kommt noch etwas Inhaltliches (Abg. Dr. Graf: Viel haben wir gesagt!) –, betraf folgende Frage – und das muss man schon kritisch hinter
Beifall bei der SPÖ.
Wir wollen die Qualität sichern. Und das heutige Gesetz ist dazu ein sehr wesentlicher und wichtiger Schritt. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Huber: Versklavung!
In der künftigen europäischen Agrarpolitik geht es um Ernährungssouveränität, um vitale ländliche Räume, daher muss das auch in den Budgetplänen berücksichtigt werden. Wir können diese bäuerliche Landwirtschaft nicht einem Wettbewerb aussetzen, wo es eine industrialisierte Landwirtschaft gibt, während wir hier bei dieser bäuerlichen Landwirtschaft hohe Standards im Umweltbereich, im Tierschutzbereich, im sozialen Bereich haben. Daher können wir das nicht einer industrialisierten Landwirtschaft aussetzen, wo es keine Standards gibt: wo es keine Produktionsstandards gibt, wo es keine Umweltschutzstandards gibt, wo es keine Tierschutzstandards gibt und wo es letztlich auch Sklavenarbeit, meine lieben Kolleginnen und Kollegen, in dieser industrialisierten Landwirtschaft gibt. (Abg. Huber: Versklavung!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
das ein Appell. Es geht hier nicht nur um die Bäuerinnen und Bauern. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Es geht hier um 170 000 bäuerliche Betriebe, ja, aber es geht auch um 500 000 Arbeitsplätze in Österreich, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
das ein Appell. Es geht hier nicht nur um die Bäuerinnen und Bauern. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Es geht hier um 170 000 bäuerliche Betriebe, ja, aber es geht auch um 500 000 Arbeitsplätze in Österreich, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es geht um 500 000 Arbeitsplätze in Österreich, daher habe ich wirklich eine Bitte: Schluss mit diesem Klassenkampf, eine starke gemeinsame Agrarpolitik, meine lieben Kolleginnen und Kollegen! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Eine starke gemeinsame Agrarpolitik (Abg. Huber: Die Rede ist alt!) bedeutet Sicherheit für die Konsumenten, bedeutet Sicherheit für die Arbeitnehmer, und letztlich ist die Sicherheit für die Bauern dafür Voraussetzung. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Wenn einer die alte Rede hält, gibt es eine Gehaltskürzung!)
Abg. Huber: Die Rede ist alt!
Es geht um 500 000 Arbeitsplätze in Österreich, daher habe ich wirklich eine Bitte: Schluss mit diesem Klassenkampf, eine starke gemeinsame Agrarpolitik, meine lieben Kolleginnen und Kollegen! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Eine starke gemeinsame Agrarpolitik (Abg. Huber: Die Rede ist alt!) bedeutet Sicherheit für die Konsumenten, bedeutet Sicherheit für die Arbeitnehmer, und letztlich ist die Sicherheit für die Bauern dafür Voraussetzung. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Wenn einer die alte Rede hält, gibt es eine Gehaltskürzung!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Wenn einer die alte Rede hält, gibt es eine Gehaltskürzung!
Es geht um 500 000 Arbeitsplätze in Österreich, daher habe ich wirklich eine Bitte: Schluss mit diesem Klassenkampf, eine starke gemeinsame Agrarpolitik, meine lieben Kolleginnen und Kollegen! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Eine starke gemeinsame Agrarpolitik (Abg. Huber: Die Rede ist alt!) bedeutet Sicherheit für die Konsumenten, bedeutet Sicherheit für die Arbeitnehmer, und letztlich ist die Sicherheit für die Bauern dafür Voraussetzung. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Wenn einer die alte Rede hält, gibt es eine Gehaltskürzung!)
Abg. Grillitsch: Habe ich nicht gesagt!
Die Debatte um die Zukunft des EU-Haushalts in der EU-Kommission befindet sich in der Endrunde. Der EU-Kommissionspräsident denkt an Kürzungen – und nicht unser Herr Bundeskanzler, Herr Grillitsch! (Abg. Grillitsch: Habe ich nicht gesagt!) –, er denkt an Kürzungen in der zweiten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik. (Abg. Grillitsch: Dann haben Sie es nicht verstanden!) – Ich habe es schon verstanden!
Abg. Grillitsch: Dann haben Sie es nicht verstanden!
Die Debatte um die Zukunft des EU-Haushalts in der EU-Kommission befindet sich in der Endrunde. Der EU-Kommissionspräsident denkt an Kürzungen – und nicht unser Herr Bundeskanzler, Herr Grillitsch! (Abg. Grillitsch: Habe ich nicht gesagt!) –, er denkt an Kürzungen in der zweiten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik. (Abg. Grillitsch: Dann haben Sie es nicht verstanden!) – Ich habe es schon verstanden!
Beifall bei der SPÖ.
Die SPÖ sieht in der Reform der GAP in der EU Chancen zur Erhaltung und Verbesserung des ländlichen Raums. In den letzten zehn Jahren haben rund 30 000 landwirtschaftliche Betriebe zugesperrt, 14 Prozent der Arbeitsplätze sind verloren gegangen. Wir von der SPÖ fordern daher verstärkten Einsatz für mehr Arbeitsplätze und Bildungsentwicklung im ländlichen Raum. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Umschichtung der Agrargelder wichtig. Geschätzte Damen und Herren, die Einführung von Obergrenzen und gerechtere Abgeltung von Arbeitserschwernis, Arbeitsintensität und Arbeitsaufwand bringen mehr Gerechtigkeit für unsere Bäuerinnen und Bauern. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Grosz: Soziale Heimatpartei!
Wir alle sagen und fordern zu Recht, dass unsere Bäuerinnen und Bauern hervorragende Lebensmittel erzeugen, die Grundnahrungsmittel erzeugen. Dass das so bleibt, muss unser gemeinsames Ziel sein, meine sehr verehrten Damen und Herren! – Unseres von der FPÖ ist es auf jeden Fall. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Grosz: Soziale Heimatpartei!)
Abg. Grosz: Die freiheitlichen Bergkühe!
Das muss uns auch etwas wert sein, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass die Ausgleichszahlungen für unsere landwirtschaftlichen Höfe erfolgen, für die Bäuerinnen und Bauern, ganz besonders für die fleißigen, engagierten Bergbäuerinnen und Bergbauern, die ihre Höfe in schwierigsten Lagen haben. (Abg. Grosz: Die freiheitlichen Bergkühe!) – Grosz, bitte, sei du ruhig! Komm heraus und sprich dann weiter, lieber Freund. Du hast keine Ahnung, wie die Bewirtschaftung bei den Bergbauern vor sich geht, lieber Freund! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.
Das muss uns auch etwas wert sein, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass die Ausgleichszahlungen für unsere landwirtschaftlichen Höfe erfolgen, für die Bäuerinnen und Bauern, ganz besonders für die fleißigen, engagierten Bergbäuerinnen und Bergbauern, die ihre Höfe in schwierigsten Lagen haben. (Abg. Grosz: Die freiheitlichen Bergkühe!) – Grosz, bitte, sei du ruhig! Komm heraus und sprich dann weiter, lieber Freund. Du hast keine Ahnung, wie die Bewirtschaftung bei den Bergbauern vor sich geht, lieber Freund! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Grosz: Da kommen dann immer die Spezis aus der letzten Reihe!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Die Bergbauern leisten enormen Einsatz. Wenn nicht, wird es in Zukunft eng, nicht nur um Herrn Kollegen Grosz, sondern auch um unsere Landschaft, um unsere schöne Landschaft. Ich glaube, das ist wichtig: Unsere Landschaft ist die Lunge unserer Heimat! (Abg. Grosz: Da kommen dann immer die Spezis aus der letzten Reihe!) – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Die Bergbauern leisten enormen Einsatz. Wenn nicht, wird es in Zukunft eng, nicht nur um Herrn Kollegen Grosz, sondern auch um unsere Landschaft, um unsere schöne Landschaft. Ich glaube, das ist wichtig: Unsere Landschaft ist die Lunge unserer Heimat! (Abg. Grosz: Da kommen dann immer die Spezis aus der letzten Reihe!) – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Eine letzte Anmerkung zum Budgetentwurf: Ich weiß nicht, wie Sie, Herr Bundesminister, das wahrnehmen, aber dass es für das europäische Budget eine europäische Finanztransaktionssteuer geben soll, das halte ich für einen wirklich unglaublich interessanten Vorschlag. Wir österreichische Abgeordnete unterstützen ja grundsätzlich die Einführung einer solchen Finanztransaktionssteuer; ich würde meinen, so war es zumindest beim Großteil unserer Entschließungen hier im Haus. Dann wäre das jetzt die Möglichkeit, mit allem Nachdruck zu sagen: Ja, dieser Teil des Budgetvoranschlags ist wichtig, der wird auch vom gesamten österreichischen Parlament unterstützt, und da darf sich die Kommission nicht dem Druck des Rates oder einzelner Mitgliedstaaten beugen, weil das der Einstieg in die richtige Weiterentwicklung des europäischen Haushalts ist. – Danke schön, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Grillitsch: Wo ist das der Fall? Huber, erkläre: Wo ist das der Fall?
Jetzt hat zwar Kollege Grillitsch gesagt, er wird noch kämpfen, aber bei diesem Minister habe ich da, ehrlich gesagt, große Besorgnis und große Angst. Wir bräuchten endlich einmal einen Minister, der sich vor die Bauern stellt, der für die Bauern kämpft. Nur im heimischen Budget den Partei-Vorfeldorganisationen viel, viel mehr Geld zur Verfügung zu stellen und auf der anderen Seite die Bäuerinnen und Bauern im Regen stehen zu lassen, Tausende Existenzen aufs Spiel zu setzen, das ist der falsche Weg! (Abg. Grillitsch: Wo ist das der Fall? Huber, erkläre: Wo ist das der Fall?)
Abg. Höfinger: Du hast den Grillitsch noch immer nicht verstanden!
Der Minister verkündet groß, er wird die Genossenschaften, er wird weitere Vorfeldorganisationen stärken und stützen. Was ist das Resultat? – Das Resultat ist, der freie Handel wird gelähmt, die Bauern sind von den Genossenschaften versklavt. Wie Kollege Grillitsch richtig gesagt hat: Die Bauern werden versklavt! Der Minister unterstützt es, und wir haben keine Antwort darauf. (Abg. Höfinger: Du hast den Grillitsch noch immer nicht verstanden!) Da müssen wir handeln.
Abg. Höfinger: Falsch! – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: Na, na!
Wenn wir uns das anschauen: Das Milchkontingent wird aufgelöst, das Eigenkapital der Bauern wird ruiniert, in den gesamten touristischen Gebieten wird kein Landwirt mehr die Kühe hinauf auf die Alm treiben. Es wird dort oben keine Milchwirtschaft mehr geben. Es entstehen Milliardenschäden. Wer wird denn diese Milliarden zahlen? – Ich bin neugierig. Die ÖVP wahrscheinlich nicht, die ÖVP macht nur Politik für Raiffeisen, für Bayer, für Monsanto und für andere Konzerne. (Abg. Höfinger: Falsch! – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: Na, na!) Sie betreibt Lobbying und ruiniert die Existenz unserer Landwirte! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn wir uns das anschauen: Das Milchkontingent wird aufgelöst, das Eigenkapital der Bauern wird ruiniert, in den gesamten touristischen Gebieten wird kein Landwirt mehr die Kühe hinauf auf die Alm treiben. Es wird dort oben keine Milchwirtschaft mehr geben. Es entstehen Milliardenschäden. Wer wird denn diese Milliarden zahlen? – Ich bin neugierig. Die ÖVP wahrscheinlich nicht, die ÖVP macht nur Politik für Raiffeisen, für Bayer, für Monsanto und für andere Konzerne. (Abg. Höfinger: Falsch! – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: Na, na!) Sie betreibt Lobbying und ruiniert die Existenz unserer Landwirte! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
keine Ahnung!) Egal, ob Fisch, ob Fleisch, ob Eier, ob Geflügel – alles ist gentechnisch verseucht, auch die gesamten Kosmetika. Und dann reden wir uns gegenseitig ein, wie toll und wie klass’ alles ist und dass wir kämpfen werden. Machen wir einmal unsere Hausaufgaben! Das ist gut für unsere Bauern, das ist gut für unsere Wirtschaft, und das ist gut für uns alle. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Huber: 600 000 Tonnen importiertes, gentechnisch verseuchtes Soja! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Nach den apokalyptischen Ausführungen meines Vorredners möchte ich auf den Boden der Realität zurückkommen und zur Wahrheit zurückkehren. Wenn Menschen im Fernsehen zusehen, wie Sie hier die Lebensmittel als gentechnisch verseucht bezeichnen und derartige Dinge sagen, dann muss ich sagen: Das stimmt ja nicht! (Abg. Huber: 600 000 Tonnen importiertes, gentechnisch verseuchtes Soja! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Wenn ein Lebensmittel gentechnisch verändert ist, muss es ganz klar deklariert werden. Wir sind in Österreich im Anbau gentechnikfrei! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Huber.)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Huber.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Nach den apokalyptischen Ausführungen meines Vorredners möchte ich auf den Boden der Realität zurückkommen und zur Wahrheit zurückkehren. Wenn Menschen im Fernsehen zusehen, wie Sie hier die Lebensmittel als gentechnisch verseucht bezeichnen und derartige Dinge sagen, dann muss ich sagen: Das stimmt ja nicht! (Abg. Huber: 600 000 Tonnen importiertes, gentechnisch verseuchtes Soja! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Wenn ein Lebensmittel gentechnisch verändert ist, muss es ganz klar deklariert werden. Wir sind in Österreich im Anbau gentechnikfrei! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Huber.)
Abg. Huber: Wie viel importieren wir?
Das war auch der Grund meiner Initiative im Juni 2009 nach dem Selbstbestimmungsrecht in der Frage der Gentechnik. Ich will und wir wollen in Österreich selber bestimmen, was auf unseren Feldern passiert. Wir wollen die Gentechnik nicht, und wir wollen auch in Zukunft absichern, dass wir so wie heute gentechnikfrei bleiben. (Abg. Huber: Wie viel importieren wir?) In diesem Sinne ist der Beschluss des Europäischen Parlaments eine wichtige Etappe, dass sich das Europäische Parlament klar deklariert und sagt: Ja, was Österreich will und was Österreich im Juni 2009 initiiert hat, soll sein, ein Selbstbestimmungsrecht in der Frage der Gentechnik! Jeder Staat soll darüber entscheiden, ob er Gentechnik haben will.
Abg. Dr. Pirklhuber: Leider!
Das, worauf wir gewartet haben, ist jetzt eingetreten. Die Europäische Kommission hat die finanzielle Vorschau präsentiert, sozusagen den Finanzrahmen für die Zeit von 2014 bis 2020. Und da ist es so, dass es erfreulich ist, dass es in vielen Bereichen ein Plus im EU-Budget gibt, für Forschung und Entwicklung zum Beispiel. Bedauerlich ist, dass es für den Agrarbereich als einzigem Sektor in Europa eine Kürzung gibt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Leider!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist es dann? Es sind doch Zahlungen, die die Landwirte erhalten!
Es wird immer wieder gesagt, dass das Agrarförderungen sind. Auch das ist falsch. (Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist es dann? Es sind doch Zahlungen, die die Landwirte erhalten!) Es sind Leistungsprogramme, die die Landwirtschaft annimmt. Wer mehr für die Umwelt tut, bekommt auch mehr. Ein Biobauer, der mehr für die Umwelt leistet, bekommt auch einen höheren Öko-Lohn. Und ein Bauer, der nichts für die Umwelt tut, bekommt gar nichts. Es ist also ein freiwilliges Programm und ein Leistungsprogramm. Das erwartet sich der Steuerzahler, denn der hat ein Recht darauf, zu wissen, was er dafür bekommt. Und es ist auch wichtig für die Bauern. Das Leistungsprinzip ist ein urbäuerliches Prinzip, und das wollen wir auch weiterhin so handhaben.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ein Blödsinn!
Insofern sind auch die AK-Berechnungen falsch und irreführend, denn die AK sagt, die Bauern sind vermögend, und dieses Vermögen ist dazuzuzählen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ein Blödsinn!)
Beifall bei der ÖVP.
Sie argumentieren das damit, dass sie sagen, diese Agrarzahlungen sind Sozialgelder, und das sind sie aber nicht. Diese Agrarzahlungen werden fälschlicherweise als Sozialzahlungen hingestellt, und das sind sie nicht. Es sind Leistungsgelder, für die ein Bauer Leistung erbringen muss. Daher darf man die Vermögenswerte nicht mit hineinrechnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Die bekommen das auch!
Jetzt ist das Budget da. Es gibt eine geringere Kürzung. Das ist erfreulich. Jetzt geht es darum, die nächsten Hürden zu nehmen: keine weiteren Kürzungen und, das ist überhaupt offen, die Verteilung des Agrarbudgets unter den Mitgliedsländern. Sie wissen, dass die osteuropäischen Mitgliedsstaaten mehr Geld haben wollen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die bekommen das auch!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
In diesem Sinne haben wir einige Hürden genommen. Etliche Arbeit liegt noch vor uns. Ich danke Ihnen allen, wenn wir diesen Weg gemeinsam gehen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzter Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren im Hohen Haus! Zuerst einmal: Ich bin froh darüber, dass wir mit unserem Bundesminister Berlakovich einen Landwirtschaftsminister haben, der Umwelt und Landwirtschaft wirklich argumentieren kann, der vor allem klare Worte spricht und den Menschen eine Ausrichtung gemäß den Zielen seiner Politik geben kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Jetzt brauchen wir nur noch eine gute Agrarpolitik!
Die Lebensmittelqualität ist hoch. Das wissen wir auch. Die Biobauern haben wir. Das wird geschätzt. Das wissen wir auch. (Abg. Dr. Pirklhuber: Jetzt brauchen wir nur noch eine gute Agrarpolitik!)
Beifall bei der ÖVP.
Ja Leute, das alles ist kein Zufall, denn Politik machen sie woanders auch. Und gescheit reden tun sie in ganz Europa. Nur tatsächlich geschieht es eben bei uns in Österreich. Und deswegen kann das, was bis jetzt geschehen ist, wohl nicht so falsch sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Huber: Der Bauernbund womöglich?
Daher würde ich Ihnen dringend raten, sich auf die Expertise jener Leute zu verlassen, die es können. (Abg. Huber: Der Bauernbund womöglich?) Das sind Leute wie unser Bundesminister Berlakovich, das sind Leute wie unsere Elisabeth Köstinger, die offensichtlich die Dinge im Europaparlament in die richtige Richtung gebracht hat, und das ist – danke für den Hinweis – der Österreichische Bauernbund, der ganz genau vorarbeitet und die Bauern und Bäuerinnen dort abholt, wo sie stehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Sie selbst gehören offenbar nicht dazu, denn Sie haben sich selbst zu erwähnen vergessen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Sie selbst gehören offenbar nicht dazu, denn Sie haben sich selbst zu erwähnen vergessen!
Daher würde ich Ihnen dringend raten, sich auf die Expertise jener Leute zu verlassen, die es können. (Abg. Huber: Der Bauernbund womöglich?) Das sind Leute wie unser Bundesminister Berlakovich, das sind Leute wie unsere Elisabeth Köstinger, die offensichtlich die Dinge im Europaparlament in die richtige Richtung gebracht hat, und das ist – danke für den Hinweis – der Österreichische Bauernbund, der ganz genau vorarbeitet und die Bauern und Bäuerinnen dort abholt, wo sie stehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Sie selbst gehören offenbar nicht dazu, denn Sie haben sich selbst zu erwähnen vergessen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wie tun wir weiter? Was sind Ihre Forderungen?
Meine Damen und Herren, eines ist ganz klar: Die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern konsumieren wir täglich: entweder auf unserem Teller oder dadurch, dass wir uns über ihre Leistungen in der Landschaft freuen. Der Punkt ist der: Wollen Sie das auch weiterhin haben? Werden wir in Brüssel kämpfen müssen, wie das bisher immer war? Und die Latte, die Bundeskanzler Schüssel das letzte Mal gelegt hat, wird die Messlatte sein, damit wir weiter unseren Standard halten können. Deswegen geht es bis zur letzten Nacht darum, dass wir in Brüssel mit voller Kraft absichern, was wir können. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wie tun wir weiter? Was sind Ihre Forderungen?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Das klingt eher nach einer gefährlichen Drohung!
Deswegen, meine Damen und Herren: Fürchtet euch nicht, wir richten es schon. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Das klingt eher nach einer gefährlichen Drohung!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig!
Meine Damen und Herren, es ist auch wichtig, bei den Fördergeldern finanzielle Obergrenzen zu diskutieren und solche festzulegen. Es ist meiner Ansicht nach nicht in Ordnung, wenn 80 Prozent der gesamten Förderungen in unserer Republik nur 20 Prozent der Betriebe erhalten. Ich denke da ist Reformbedarf gegeben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig!)
Abg. Eßl: Das ist Aufgabe der Regionalpolitik!
Meine Damen und Herren! Die Situation der Landwirtschaft ist eigentlich gar nicht so rosig, wie manche immer wieder sie hier darzustellen versuchen. Allein in den letzten Jahren hat es ein Minus von 14 Prozent gegeben, sind um 14 Prozent weniger Kolleginnen und Kollegen in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt. 30 000 Bauern haben in den letzten zehn Jahren den Hof geschlossen. Das sind täglich drei Betriebe. Daher denke ich, dass Reformen ganz, ganz wichtig sind, die nicht nur das Ziel haben, die Land- und Forstwirtschaft zu unterstützen, sondern mit dem Ziel, den gesamten ländlichen Raum zu stärken – mit dem Ziel, mehr Arbeitsplätze in den ländlichen Raum zu bekommen, mit dem Ziel, den ländlichen Raum für die gesamte Bevölkerung attraktiver zu machen. (Abg. Eßl: Das ist Aufgabe der Regionalpolitik!)
Abg. Eßl: Das ist Aufgabe der Regionalpolitik!
Das bedeutet zum Beispiel bessere Betreuungseinrichtungen für Kinder. Das bedeutet letztendlich mehr Bildungseinrichtungen für alle. (Abg. Eßl: Das ist Aufgabe der Regionalpolitik!) Das bedeutet, dass sich Betriebe im ländlichen Raum ansiedeln.
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Es ist gesagt worden, dass es – da sind wir uns einig – um ein intaktes Umfeld, um eine gesunde Situation auch auf dem Land geht. Es geht aber auch darum, dass der öffentliche Verkehr im ländlichen Bereich ausgebaut wird. Klar, dass wir uns auch weiterhin gemeinsam dafür einsetzen, dass die Lebensmittel gut sind, dass die Lebensmittel gentechnikfrei sind, dass die Lebensmittel höchste Qualität haben. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das war sicher wieder so ein Ausschreibungstrick!
Herr Minister, ich denke, da wäre Handlungsbedarf gegeben. – Danke. (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das war sicher wieder so ein Ausschreibungstrick!)
Beifall bei der FPÖ.
Da kommt dann das zum Tragen – und mich freut es, dass die Kollegen von der SPÖ da auch immer mehr mit dabei sind –, dass wir entweder Förderobergrenzen brauchen oder aber die Förderungen wirklich ganz stark degressiv halten müssen, damit es möglich ist, wenigstens für die kleineren Bauern, für die unteren Einkommensschichten zu garantieren, dass die Förderung aufrecht bleibt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Lieber Fritz Grillitsch, ich freue mich darüber, dass du in Brüssel auf den Tisch hauen wirst. Wir können beruhigt sein. Es wird nichts passieren. Du wirst draußen für uns kämpfen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Landwirtschaftspolitik, die Agrarpolitik soll für leistungsfähige, starke Betriebe sorgen, damit wir die Befriedigung der Bedürfnisse, die die Bevölkerung hat, nämlich gesunde Lebensmittel in ausreichender Menge zu erhalten, für Versorgungssicherheit und für eine schöne Landschaft zu sorgen, bewerkstelligen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: Bravo!
Wenn wir schon immer von Förderungen reden: Definieren wir gemeinsam die Leistungen, die wir von den Bauern erwarten, und sagen dann, was wir für diese Leistungen bezahlen! Und geben wir dann diesen Teil weg aus dem Ermessensbereich im Budget und hinein in die gesetzlich verpflichtenden Auflagen! (Beifall bei der ÖVP. – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: Bravo!)
Abg. Huber: Es ist die reinste Wahrheit!
Noch eine persönliche Bemerkung zur Rede von Gerhard Huber: Zu dem, was du hier zu diesem Themenbereich von dir gegeben hast, wäre meine Bitte an dich, dich einmal mit dem fachlichen Einmaleins der Landwirtschaft auseinanderzusetzen. Was du hier zum Besten gegeben hast, ist zum Teil massiv schädigend für die bäuerliche Bevölkerung draußen, nämlich vom Inhalt her. (Abg. Huber: Es ist die reinste Wahrheit!) Ich bitte dich wirklich, darüber nachzudenken. Keine Ahnung, wer das geschrieben hat, aber diese Aussagen sind sehr bedenklich. (Abg. Huber: Aber wahr!)
Abg. Huber: Aber wahr!
Noch eine persönliche Bemerkung zur Rede von Gerhard Huber: Zu dem, was du hier zu diesem Themenbereich von dir gegeben hast, wäre meine Bitte an dich, dich einmal mit dem fachlichen Einmaleins der Landwirtschaft auseinanderzusetzen. Was du hier zum Besten gegeben hast, ist zum Teil massiv schädigend für die bäuerliche Bevölkerung draußen, nämlich vom Inhalt her. (Abg. Huber: Es ist die reinste Wahrheit!) Ich bitte dich wirklich, darüber nachzudenken. Keine Ahnung, wer das geschrieben hat, aber diese Aussagen sind sehr bedenklich. (Abg. Huber: Aber wahr!)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Schopf und Linder.
Manchmal, Gerhard Huber, habe ich den Eindruck, am gefährlichsten sind jene, die an der Landwirtschaft verdienen, aber nicht in der Landwirtschaft arbeiten und daraus ihr Einkommen entsprechend schöpfen müssen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Schopf und Linder.) Und, Gerhard, ein kleines Sprichwort zum Abschluss: Ist der Handel noch so klein, soll er offensichtlich mehr als Arbeit eintragen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Schopf und Linder.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Schopf und Linder.
Manchmal, Gerhard Huber, habe ich den Eindruck, am gefährlichsten sind jene, die an der Landwirtschaft verdienen, aber nicht in der Landwirtschaft arbeiten und daraus ihr Einkommen entsprechend schöpfen müssen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Schopf und Linder.) Und, Gerhard, ein kleines Sprichwort zum Abschluss: Ist der Handel noch so klein, soll er offensichtlich mehr als Arbeit eintragen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Schopf und Linder.)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... vom Europäischen Parlament!
Die österreichischen Bauern haben da sicher eine Vorreiterrolle. Wir wissen, wir haben in der österreichischen Landwirtschaft wahrscheinlich eine der strengsten Tierschutzauflagen im Vergleich zu den Nachbarländern. Die österreichischen Bauern sind Weltmeister, was den Bio-Anteil betrifft. Wir haben die GVO-Freiheit im Anbau erfolgreich durchgesetzt, dank unseres erfolgreichen Umwelt- und Landwirtschaftsministers Niki Berlakovich, der auf europäischer Ebene seinesgleichen sucht, was das Engagement in diesem Bereich betrifft. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... vom Europäischen Parlament!) Und: Die österreichische Milchwirtschaft hat flächendeckend die GVO-freie Fütterung durchgesetzt und erfolgreich durchgeführt.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Nicht der Schluss der Rede!
Agrarpolitik gekürzt werden soll, so wird damit die Problematik eigentlich nur verschärft. Da kann ich nur sagen: Mehr Auflagen und weniger Einkommen für unsere Bauern, das – ich glaube, da sind wir uns alle einig – kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Nicht der Schluss der Rede!)
Beifall bei der ÖVP.
Die österreichische Landwirtschaft hat den höchsten Anteil an jungen Bauern. Ich bin der lebende Beweis dafür. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist nicht zuletzt dem zu verdanken, dass wir eine Niederlassungsprämie haben, einen Meisterbonus, der die fachliche Ausbildung der jungen Bauern unterstützt. Aber auch in Zukunft brauchen wir Planungssicherheit in diesem Bereich, die wir in der Vergangenheit gehabt haben, nämlich bei den Marktordnungsprämien, bei den Umweltprogrammen, aber auch im Tierschutz.
Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen.
Im Schweinebereich haben wir diese leidselige Debatte über den Ferkelschutzkorb. Dabei merkt man: Der Bauernbund setzt sich massiv für die kleinstrukturierte Ferkelproduktion in Österreich ein. (Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen.) Ich frage mich: Wo sind da die anderen? Wo ist hier ein Agrarsprecher Huber vom BZÖ? Wo sind die Grünen, wenn es um die Unterstützung der Schweinebauern geht? Wo ist die SPÖ, wo ist die FPÖ bei diesem Thema?
Beifall bei der ÖVP.
Das ist nicht nur schlimm, sondern sehr, sehr traurig. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich muss Ihnen mitteilen: Sie sind nicht am laufenden Stand, denn heute im „Kurier“ – das hat jeder bekommen – gibt EU-Kommissar Hahn zum Besten, dass es keine Kürzungen bei den Bio- und Bergbauernförderungen gibt. (Der Redner hält die Ausgabe des „Kurier“ in die Höhe.) Also es wäre schon recht, sich da abzustimmen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ – neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP
Wenn Hahn das macht, dann ist das kein Problem. Aber ich ersuche, darüber ehrlich zu reden und zu sagen, ob nun gekürzt wird oder nicht. Der EU-Kommissar sagt also, es gibt keine Kürzung. Was ihr da verbreitet, bedeutet Verunsicherung bei den Bauern; denn laut Kommissar wird nicht gekürzt (Beifall bei der FPÖ – neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP), und er wird es meiner Ansicht nach wohl wissen; er hat ja auch seine Doktorarbeit so erfolgreich geschrieben.
Beifall bei der FPÖ.
den Kammern, bei der AMA, bei den Landesregierungen, denn die bekommen alle Gelder aus dem Agrarbudget. Ebenfalls kürzen sollten wir bei den Handels- und Industriebetrieben, die auch Gelder aus dem Agrarbudget bekommen! (Beifall bei der FPÖ.)
Der Redner hält eine Plastikflasche Geschirrspülmittel in die Höhe. – Abg. Haberzettl: Viagra?
Meine Damen und Herren, Sie werden es nicht glauben: Es war dieses Mittel. (Der Redner hält eine Plastikflasche Geschirrspülmittel in die Höhe. – Abg. Haberzettl: Viagra?) – Nein, das ist nicht Viagra. Das ist das Geschirrspülmittelkonzentrat Splendid nature von Spar. (Abg. Mag. Schickhofer: Schleichwerbung!) – Das ist keine Schleichwerbung, denn es ist vom Ministerium in einer Presseaussendung öffentlich bestätigt. Dieses Mittel hat den Bundesminister veranlasst, die Agrar-Enquete zu schwänzen, genauer gesagt eine Auszeichnung dieses Mittels der Firma Spar mit dem Umweltzeichen!
Abg. Mag. Schickhofer: Schleichwerbung!
Meine Damen und Herren, Sie werden es nicht glauben: Es war dieses Mittel. (Der Redner hält eine Plastikflasche Geschirrspülmittel in die Höhe. – Abg. Haberzettl: Viagra?) – Nein, das ist nicht Viagra. Das ist das Geschirrspülmittelkonzentrat Splendid nature von Spar. (Abg. Mag. Schickhofer: Schleichwerbung!) – Das ist keine Schleichwerbung, denn es ist vom Ministerium in einer Presseaussendung öffentlich bestätigt. Dieses Mittel hat den Bundesminister veranlasst, die Agrar-Enquete zu schwänzen, genauer gesagt eine Auszeichnung dieses Mittels der Firma Spar mit dem Umweltzeichen!
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich habe mich gefragt: Ist es das erste, was zu tun ist, so ein gesundes, gutes Produkt auszuzeichnen? Ist das so ein historischer Tag? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wissen Sie, wie viele Produkte dieses Gütezeichen haben? 1 520! Das ist das 1 521-ste Produkt, das dieses Gütezeichen bekommt; und dafür, und für ein Bild in der Zeitung (der Redner hält eine Zeitung in die Höhe), schwänzt Minister Berlakovich die Agrar-Enquete! Das ist mehr als enttäuschend! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich habe mich gefragt: Ist es das erste, was zu tun ist, so ein gesundes, gutes Produkt auszuzeichnen? Ist das so ein historischer Tag? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wissen Sie, wie viele Produkte dieses Gütezeichen haben? 1 520! Das ist das 1 521-ste Produkt, das dieses Gütezeichen bekommt; und dafür, und für ein Bild in der Zeitung (der Redner hält eine Zeitung in die Höhe), schwänzt Minister Berlakovich die Agrar-Enquete! Das ist mehr als enttäuschend! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Bundesminister Berlakovich, Sie sind Vertreter einer christlich-sozialen Partei, Sie können doch nicht Produkte von Firmen auszeichnen, die religiöse Gefühle derart verletzen, so frauendiskriminierend und für Sonntagsarbeit sind! Das ist eine wahre Enttäuschung! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Jannach: Eine schwache Aussage für einen Bauernvertreter!
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Lieber Kollege Jannach, ganz kurz replizierend: Mit Polemik alleine werden wir für die Bauern nichts erreichen. (Abg. Jannach: Eine schwache Aussage für einen Bauernvertreter!) Das zeigt auch den Unterschied zwischen der Art, wie du Politik machst, und jener, wie wir Politik für die Bäuerinnen und Bauern machen – nämlich mit Verantwortung. (Abg. Jannach hält das zuvor genannte Plakat einer Handelskette nochmals in die Höhe. – Abg. Grosz: Ihr macht es gar nicht!)
Abg. Jannach hält das zuvor genannte Plakat einer Handelskette nochmals in die Höhe. – Abg. Grosz: Ihr macht es gar nicht!
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Lieber Kollege Jannach, ganz kurz replizierend: Mit Polemik alleine werden wir für die Bauern nichts erreichen. (Abg. Jannach: Eine schwache Aussage für einen Bauernvertreter!) Das zeigt auch den Unterschied zwischen der Art, wie du Politik machst, und jener, wie wir Politik für die Bäuerinnen und Bauern machen – nämlich mit Verantwortung. (Abg. Jannach hält das zuvor genannte Plakat einer Handelskette nochmals in die Höhe. – Abg. Grosz: Ihr macht es gar nicht!)
Abg. Grosz: Da habt ihr die Bauern das erste Mal verraten!
Ich kann euch ein Beispiel erzählen, Kollege Jannach. Im Jahre 1995, beim EU-Beitritt (Abg. Grosz: Da habt ihr die Bauern das erste Mal verraten!), hat die FPÖ den Bauern geraten, nicht an den Programmen teilzunehmen, weil es, so hieß es, ohnehin kein Geld gibt. Das ist FPÖ-Politik für die Bauern! Es hat tatsächlich einige Bauern in Kärnten gegeben, die nicht an den Programmen teilgenommen haben – mit dem Effekt, dass sie dann fünf Jahre ausgeschlossen waren, weil kein Einstieg mehr möglich war. Das ist FPÖ-Politik, das ist verantwortungslose Politik! Und das unterscheidet uns von euch, mein lieber Kollege! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf bei der FPÖ.
Ich kann euch ein Beispiel erzählen, Kollege Jannach. Im Jahre 1995, beim EU-Beitritt (Abg. Grosz: Da habt ihr die Bauern das erste Mal verraten!), hat die FPÖ den Bauern geraten, nicht an den Programmen teilzunehmen, weil es, so hieß es, ohnehin kein Geld gibt. Das ist FPÖ-Politik für die Bauern! Es hat tatsächlich einige Bauern in Kärnten gegeben, die nicht an den Programmen teilgenommen haben – mit dem Effekt, dass sie dann fünf Jahre ausgeschlossen waren, weil kein Einstieg mehr möglich war. Das ist FPÖ-Politik, das ist verantwortungslose Politik! Und das unterscheidet uns von euch, mein lieber Kollege! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Das war so, ihr könnt euch ganz genau erinnern. Es war euch fürchterlich peinlich, denn seit 1995, seit 16 Jahren, seit dem EU-Beitritt, ob man es haben will oder nicht, gibt es für die Bauern jährlich verlässliche, pünktliche Ausgleichszahlungen, die diese dringend brauchen! Das ist ÖVP-Politik, das ist Bauernbund-Politik! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grosz: ... Bankenlobby, ist der von der ÖVP? Raiffeisen! – Abg. Huber: Volksbank! – Abg. Grosz: Dann solltest du mit dem Konrad reden! ... Chefspekulant!
Solch exzessive Spekulationen führen zu massiven Preisschwankungen und schaden nicht nur österreichischen und europäischen Bäuerinnen und Bauern, sondern sie verteuern auch die Nahrungsmittel in den ärmeren Ländern; und gerade das tägliche Brot darf nicht dem Hunger der finanzgierigen Spekulanten zum Opfer fallen, sondern sollte wirklich für alle Menschen auch in ärmeren Ländern leistbar bleiben! (Abg. Grosz: ... Bankenlobby, ist der von der ÖVP? Raiffeisen! – Abg. Huber: Volksbank! – Abg. Grosz: Dann solltest du mit dem Konrad reden! ... Chefspekulant!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich bin sehr froh darüber, dass wir uns im Ausschuss bei dieser Frage einigen konnten und dass wir hier gemeinsam diesen Antrag einbringen konnten! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Huber: Und die Spekulanten!
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Neben den Spekulationen sind für die hohen Preise natürlich auch Naturkatastrophen verantwortlich, aber auch die wachsende Nachfrage nach Lebensmitteln und Energiepflanzen sowie eine sogenannte Verwendungskonkurrenz beim Anbau von Getreide – nämlich erstens als Nahrungsmittel, zweitens als Futtermittel, drittens als Agrartreibstoff. (Abg. Huber: Und die Spekulanten!)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Eßl und Dr. Pirklhuber.
Geschätzte Damen und Herren, es ist daher wirklich notwendig und erforderlich, dafür zu sorgen, dass Banken und Spekulanten alle Handlungen unterlassen, die das Menschenrecht auf Nahrung verletzen. Wir alle sind gefordert, den Menschen vor den Profit zu stellen! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Eßl und Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Grillitsch: Das war okay!
Man sollte diese Gefahren, auch jene der Landspekulation, nicht unterschätzen und schon jetzt wirksame Maßnahmen ergreifen, um solche Spekulationen hintanzuhalten. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Grillitsch: Das war okay!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Realistisch ist: Agrarpreise werden anziehen, müssen auch anziehen, weil sie die realen Kosten widerspiegeln müssen. Das hängt mit dem Ölpreis, das hängt mit dem Energiepreis zusammen, aber das muss abgefedert sein durch gute Begleitmaßnahmen und vor allem durch mehr Regulierung der Finanzmärkte, wie das unser gemeinsamer Antrag hier fordert. Ich glaube, dass wir auch das zu gegebener Stunde durchaus in die agrarpolitische Debatte einbringen sollten. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Abg. Grillitsch: Na, hallo!
Abgeordneter Gerhard Huber (BZÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Wenn man die Wahrheit sagt hier im Hohen Haus, dann wird die ÖVP sehr, sehr nervös. Der Kollege Prinz fängt an, nervös zu werden, der Herr Bundesminister erzählt die Unwahrheit, er erzählt hier Märchen. (Abg. Grillitsch: Na, hallo!) Er erzählt, dass wir in Österreich gentechnikfrei seien, lobt unsere Landwirtschaft.
Abg. Grosz: So ist es!
Faktum ist, wir importieren jedes Jahr 600 000 Tonnen gentechnisch verseuchtes Soja nach Österreich. Das wird verfüttert an all unsere Nutztiere. Und was macht die ÖVP? – Die redet alles schön. Der Konsument wird total verunsichert, er wird belogen (Abg. Grosz: So ist es!) und weiß nicht, dass er gentechnisch verseuchte Nahrungsmittel zu sich nimmt. Die ÖVP wird nervös, nur weil wir die Wahrheit sagen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Faktum ist, wir importieren jedes Jahr 600 000 Tonnen gentechnisch verseuchtes Soja nach Österreich. Das wird verfüttert an all unsere Nutztiere. Und was macht die ÖVP? – Die redet alles schön. Der Konsument wird total verunsichert, er wird belogen (Abg. Grosz: So ist es!) und weiß nicht, dass er gentechnisch verseuchte Nahrungsmittel zu sich nimmt. Die ÖVP wird nervös, nur weil wir die Wahrheit sagen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Und Käse in großem Stil!
Aber bitte, die Wahrheit ist auch: Wir sind nicht mehr autark in Österreich. Wir importieren 2 Millionen Schweine jährlich, wir importieren 100 000 Rinder jährlich. Das ist alles ein Verdienst der ÖVP. (Abg. Grosz: Und Käse in großem Stil!)
Abg. Grosz: Das ist Raiffeisenpolitik!
Am 20. Juni 2011 hat die Österreichische Volksbank ein Produkt herausgegeben, dieses Produkt heißt „Agrar Rohstoff Garant“. Die Volksbank garantiert, wenn man da investiert, Gewinne von 160 Prozent! Garant ist übrigens ein Produkt der Raiffeisengruppe – damit man sieht, wie das zusammenspielt –, es hat eine Laufzeit von fünf Jahren, und es ist ein Gewinn von 160 Prozent garantiert. Ich gebe es Ihnen gerne zum Nachlesen. Und da sieht man eigentlich, wie falsch die Politik ist. (Abg. Grosz: Das ist Raiffeisenpolitik!)
Beifall beim BZÖ.
Wir haben 30 Prozent unserer Agrarflächen brachliegen, und für diese Brachen zahlen wir Millionen an Förderung. Anstatt dass man Anreize schafft, damit die Leute wieder produzieren, damit der Marktpreis nach unten geht, zahlen wir Millionen an Förderungen und fördern so die Spekulation. Damit muss endlich aufgehört werden! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Huber: Doch, das ist so!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Kollege Huber, Ihre Wortmeldungen sind ja bis zu einem gewissen Grade unterhaltsam, und wenn Sie hier die Apokalypse zeichnen, ist das Ihre Sache. Aber dass Sie mir hier unterstellen, dass ich nicht die Wahrheit sage, das weise ich kategorisch zurück! Das ist nämlich nicht so! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Huber: Doch, das ist so!)
Abg. Huber: Ja, im Anbau schon, aber wir importieren verseuchte Produkte! – Abg. Grosz: Wir importieren, Herr Minister!
Tatsache ist, dass Österreich im Anbau frei von Gentechnik ist, und das wollen wir auch bleiben. (Abg. Huber: Ja, im Anbau schon, aber wir importieren verseuchte Produkte! – Abg. Grosz: Wir importieren, Herr Minister!) Und nichts anderes habe ich behauptet.
Abg. Huber: Österreich ist nicht gentechnikfrei!
Aus diesem Grund habe ich im Juni 2009 auch die Initiative zum Selbstbestimmungsrecht gestartet (Abg. Huber: Österreich ist nicht gentechnikfrei!), das die Union jetzt übernimmt. Und um nichts anderes geht es. Die Österreicher wollen das nicht (Abg. Huber: Wie sollen die Konsumenten das verstehen?), daher machen wir das auch nicht und ziehen diesen Weg auch konsequent durch, egal, was Sie hier behaupten.
Abg. Huber: Wie sollen die Konsumenten das verstehen?
Aus diesem Grund habe ich im Juni 2009 auch die Initiative zum Selbstbestimmungsrecht gestartet (Abg. Huber: Österreich ist nicht gentechnikfrei!), das die Union jetzt übernimmt. Und um nichts anderes geht es. Die Österreicher wollen das nicht (Abg. Huber: Wie sollen die Konsumenten das verstehen?), daher machen wir das auch nicht und ziehen diesen Weg auch konsequent durch, egal, was Sie hier behaupten.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abschließend: In diesem Sinne ist die Einführung einer Finanztransaktionssteuer sehr wichtig. Sie ist im Übrigen auch ein Teil des EU-Finanzrahmens, wo die EU erstmals sagt, es soll auch Eigenmittel der Europäischen Union geben im Rahmen einer Finanztransaktionssteuer- oder Mehrwertsteuereinnahmequelle. Das alles muss ausverhandelt werden. Wir bekennen uns jedenfalls dazu, dass eine Finanztransaktionssteuer einen Sinn gibt als zusätzliche Einnahmequelle der Europäischen Union, aber auch, damit sich Agrarrohstoffpreise und somit auch Lebensmittel in einem vernünftigen Preisband bewegen, damit sich die Menschen die Lebensmittel auch leisten können. – Herzlichen Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Darum, glaube ich, ist es richtig und wichtig, dass wir diesem Entschließungsantrag auch entsprechend zustimmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen
Daher ist es notwendig, über gerechte Förderverteilung in Österreich nachzudenken, damit wir uns unsere kleinen Landwirte erhalten, damit wir die ländliche Struktur erhalten, die ländlichen Räume erhalten (Beifall bei der SPÖ und den Grünen), denn ich glaube, der Kommissar Gio Hahn hat das schon ganz richtig gesehen, wenn er heute im „Kurier“ sagt, für die Bergbauern und für die Biobauern gibt es gleich viel Geld.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hornek: Das werden wir uns gut merken! – Abg. Mag. Gaßner – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Ja, ja, gern! Ich kann es dir auch schriftlich geben!
Er ist nämlich für die Regionen zuständig, und wenn er sich dort einsetzt, dann bin ich guter Dinge, aber dass es insgesamt nicht ohne Kürzungen geht, das glaube ich schon. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hornek: Das werden wir uns gut merken! – Abg. Mag. Gaßner – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Ja, ja, gern! Ich kann es dir auch schriftlich geben!)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Rupert Doppler (FPÖ): Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Saatgut ist die Grundlage unserer Ernährung. Wir von den Freiheitlichen lehnen Gentechnik in der Landwirtschaft ab, ganz besonders die grüne Gentechnik. Große Konzerne bestimmen, welches Saatgut auf den Markt kommt – und das kann es nicht sein. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Auch das Geschäft, meine sehr verehrten Damen und Herren, mit den Pflanzenspritzmitteln blüht mehr denn je; Umsatzgewinne in Rekordhöhe. Von der EU wurden weitere Untersuchungen betreffend Schädlichkeit bis nach 2015 verschoben, obwohl bekannt ist – das belegen verschiedene Studien –, dass es durch die Verwendung von Unkrautvernichtungsmitteln zu Missbildungen bei Tieren kommen kann, vom Schaden an der Umwelt gar nicht zu sprechen. So nicht, meine sehr verehrten Damen und Herren! – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich darf Danke sagen an alle Akteure in diesen bäuerlichen Organisationen, die zu 100 Prozent in Bauernhand sind, und ich hoffe, dass das auch in Zukunft so bleibt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: Warum braucht Pirklhuber 4 Minuten, wofür unser Mann 2 Minuten braucht?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Pirklhuber. 4 Minuten Redezeit. – Bitte. (Ruf bei der ÖVP: Warum braucht Pirklhuber 4 Minuten, wofür unser Mann 2 Minuten braucht?)
Beifall bei den Grünen.
Ich ersuche die Kolleginnen und Kollegen, vor allem jene von der SPÖ, die sich auch immer wieder ganz klar auf diese Seite gestellt haben, sich einen Ruck zu geben, um diesem Antrag eine Chance zu geben, damit wir endlich die notwendige Mehrheit im Parlament erreichen können. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei BZÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Heute haben internationale Konzerne auf der ganzen Welt bereits 70 Prozent Marktanteile im Saatgut, das heißt, nur mehr 30 Prozent der Weltbevölkerung kann sich aussuchen, was sie auf den Tisch bekommt. Das kann bitte nicht österreichische Agrarpolitik sein. Gebt euch da einen Ruck und gehen wir einen Schritt in die richtige Richtung! (Beifall bei BZÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: Wir haben ein Forschungsprojekt bis 2012!
Ich fordere Sie auf, gemeinsam einen Antrag zu formulieren, und dann werden wir schauen, wie es weitergeht. Außerdem könnte der Herr Bundesminister durchaus das Verbot aussprechen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: Wir haben ein Forschungsprojekt bis 2012!)
Beifall bei der FPÖ.
Letztendlich sollte man auch folgendes Problem beleuchten: Das steirische Kürbiskernöl ist durch unsere slowenischen Nachbarn, die wir heute ja gefördert und auch gelobt haben, in Gefahr. Die kupfern sich das wirklich im wahrsten Sinne des Wortes ab. Ich bitte für die Südsteiermark um Hilfe. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Auch Transparency International zeigt, dass die Kirgisische Republik auf Platz 164 von 178 Staaten liegt. Es zeigt sich, dass eine zu hohe Anzahl an falschen und verfälschten Urkunden im Umlauf ist. Aus diesem Grund ist der jungen demokratischen Struktur zwar alles Gute zu wünschen, aber Österreich kann vor dem Hintergrund seiner Sicherheitsbestimmungen derzeit einem Beitritt nicht zustimmen und möchte daher auch noch die weitere Sicherheitsentwicklung in diesem Raum abwarten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Wurm –: Bitte nicht zu laut!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächste Rednerin gelangt Frau Abgeordnete Mag. Wurm zu Wort. 3 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Wurm –: Bitte nicht zu laut!)
Abg. Scheibner: Wir hören Sie gerne!
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Abgeordneter Westenthaler, ich werde mich bemühen, dass ich Ihre Ohren nicht zu sehr strapaziere. (Abg. Scheibner: Wir hören Sie gerne!)
Ruf beim BZÖ: Wichtig!
Zur Frage des Kirgisischen Übereinkommens in Bezug auf die Beglaubigung der Urkunden: Vorrednerin Cortolezis-Schlager hat schon ausgeführt (Ruf beim BZÖ: Wichtig!), dass wir diesen Einspruch machen werden, weil wir der Überzeugung sind – und auch die Botschaft in Astana hat uns dahin gehend informiert –, dass die Rechtsunsicherheit noch zu groß ist. (Abg. Scheibner: ... eine Botschaft!)
Abg. Scheibner: ... eine Botschaft!
Zur Frage des Kirgisischen Übereinkommens in Bezug auf die Beglaubigung der Urkunden: Vorrednerin Cortolezis-Schlager hat schon ausgeführt (Ruf beim BZÖ: Wichtig!), dass wir diesen Einspruch machen werden, weil wir der Überzeugung sind – und auch die Botschaft in Astana hat uns dahin gehend informiert –, dass die Rechtsunsicherheit noch zu groß ist. (Abg. Scheibner: ... eine Botschaft!)
Beifall der Abgeordneten Scheibner und Dr. Bartenstein
So, wie sie es anlegt, so, wie sie es bisher angelegt hat, kann man sagen, dass es sehr friedlich und sehr fortschrittlich ist, was hier geschieht. Ich wünsche der jungen Republik Kirgisien viel Erfolg (Beifall der Abgeordneten Scheibner und Dr. Bartenstein), und wenn es so weit ist, werden wir diesen Einspruch sicher wieder zurücknehmen können. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
So, wie sie es anlegt, so, wie sie es bisher angelegt hat, kann man sagen, dass es sehr friedlich und sehr fortschrittlich ist, was hier geschieht. Ich wünsche der jungen Republik Kirgisien viel Erfolg (Beifall der Abgeordneten Scheibner und Dr. Bartenstein), und wenn es so weit ist, werden wir diesen Einspruch sicher wieder zurücknehmen können. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grosz: ... Kirgisien!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächste Rednerin gelangt Frau Abgeordnete Mag. Schwentner zu Wort. 2 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Grosz: ... Kirgisien!)
Beifall des Abg. Scheibner.
Was in diesem Zusammenhang erstaunlich beziehungsweise interessant ist: Wo ist die außenpolitische Strategie bei Ablehnungen oder Nicht-Ablehnungen? (Beifall des Abg. Scheibner.) Ich kann Beispiele nennen wie Liberia, Venezuela oder zuletzt – im Jahr 2007 – Moldau, bei denen es jeweils einen Einspruch von Deutschland gegeben hat, aber von Österreich nicht. Also irgendwie ist keine Stringenz erkennbar, wann wir zustimmen und wann nicht.
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Scheibner.
Ich würde unbedingt dafür plädieren, dass es nachvollziehbare Kriterien – die ich im Moment insgesamt als Problem in der österreichischen Außenpolitik orte – dafür gibt, warum es zu solchen Entschlüssen kommt und warum nicht. Aber wir begrüßen es natürlich, weil eben von Transparency International und auch insgesamt bekannt ist, dass die Urkundensicherheit nicht gegeben ist. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Ziel kann es nicht sein, abzuwarten, wofür die anderen sind oder nicht, und zu versuchen, irgendwo mitzuschwimmen, sondern Ziel soll es sein, klar die österreichischen Interessen in der Außenpolitik zu verfolgen. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) – Danke schön, aber Sie könnten das in der Regierung entsprechend durchsetzen, denn wir eröffnen Botschaften genau in dieser Region, wobei wir dann sehr kritisch mit dem erhobenen Zeigefinger agieren.
Beifall beim BZÖ.
Das wäre interessant: Sich zu fokussieren – und nicht so sehr darauf zu schauen, was die EU macht, was die großen anderen machen und möglichst wenig aufzufallen. Auffallen ist gut und richtig. Das wäre einmal ein Ziel für die österreichische Außenpolitik: die Interessen zu definieren und sie auch konsequent umzusetzen. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.
Ich darf daran erinnern, dass es im April 2006 einen einstimmigen Beschluss gab – das war der Antrag der Abgeordneten Stummvoll, Matznetter, Bucher und Kogler –, zu einem Zeitpunkt, lieber Kollege Gaßner, als der jetzige Bundeskanzler noch Wiener Wohnbaustadtrat war. Also im Sinne der geschichtlichen Wahrheit: Das war am 27. April 2006. Bleiben wir also bei den Fakten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Riepl: Beides ist wichtig! Beides ist wichtig!
Ich habe mich daher sehr gefreut, dass ich mit Kollegin Muttonen diesen Antrag unterzeichnen durfte, weil ich meinen Kollegen von der sozialdemokratischen Fraktion eigentlich zurufen möchte: Besteuern wir die Spekulation, und besteuern wir nicht das Eigentum! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Riepl: Beides ist wichtig! Beides ist wichtig!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Eine Finanztransaktionssteuer ist genau das richtige Mittel dafür, denn sie verhindert unsoziale und hochriskante Spekulationsgeschäfte. Mit diesem vorliegenden gemeinsamen Entschließungsantrag wollen wir der Bundesregierung letztendlich fraktionsübergreifend den Rücken für weitere Verhandlungen stärken. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Petzner: Auf Druck des BZÖ vorgeschlagen! – Heiterkeit der Abgeordneten Mag. Donnerbauer und Hornek. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Petzner.
Ich möchte auch in Erinnerung rufen, dass es – bereits im Jahr 2005 – Wolfgang Schüssel als Bundeskanzler war, der diesen Vorschlag gemacht hat und auch vorgeschlagen hat, dass die Einnahmen dem EU-Budget zugutekommen sollen. (Abg. Petzner: Auf Druck des BZÖ vorgeschlagen! – Heiterkeit der Abgeordneten Mag. Donnerbauer und Hornek. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Petzner.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Dieser Antrag ist für uns aber ein klarer Auftrag und ein Signal der Unterstützung, den eingeschlagenen Weg in Richtung einer möglichst baldigen Einführung fortzusetzen. Ich begrüße diesen Antrag daher und bedanke mich dafür. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Muttonen: Aber sie sind regulativ!
Es ist wahrscheinlich nicht richtig, dass Finanztransaktionssteuern Krisen, wie sie passiert sind, verhindern können, denn die Finanztransaktionen werden nicht zum Stillstand kommen und nicht krisenfrei und sicherer ablaufen. Sie werden nur einen Beitrag zum Staatsbudget oder zum EU-Budget leisten. Das ist, glaube ich, die Frage. (Abg. Mag. Muttonen: Aber sie sind regulativ!) – Bitte? (Abg. Mag. Muttonen: Regulativ!) – Sie werden auch nicht regulativ eingreifen, aber sie werden eingreifen. Sie werden die Transaktionen etwas verteuern und vielleicht die Transaktionsgeschwindigkeiten und das Volumen etwas herabsetzen. Aber mehr wird das nicht tun.
Abg. Mag. Muttonen: Regulativ!
Es ist wahrscheinlich nicht richtig, dass Finanztransaktionssteuern Krisen, wie sie passiert sind, verhindern können, denn die Finanztransaktionen werden nicht zum Stillstand kommen und nicht krisenfrei und sicherer ablaufen. Sie werden nur einen Beitrag zum Staatsbudget oder zum EU-Budget leisten. Das ist, glaube ich, die Frage. (Abg. Mag. Muttonen: Aber sie sind regulativ!) – Bitte? (Abg. Mag. Muttonen: Regulativ!) – Sie werden auch nicht regulativ eingreifen, aber sie werden eingreifen. Sie werden die Transaktionen etwas verteuern und vielleicht die Transaktionsgeschwindigkeiten und das Volumen etwas herabsetzen. Aber mehr wird das nicht tun.
Abg. Mag. Gaßner: Was habe ich gesagt?!
Das ist also eine Geldbeschaffungsaktion, und wir kommen zur Frage, wer das Geld bekommen soll. Kollege Schüssel hat im Ausschuss gesagt, dass diese Steuer nur kommen wird, wenn die EU sie bekommt, wenn es eine EU-Steuer wird, sonst wird sie gar nicht kommen. Auch heute sind die Töne in diese Richtung gegangen. Kollege Gaßner hat gesagt, die arme EU braucht ja mehr Geld. (Abg. Mag. Gaßner: Was habe ich gesagt?!) Minister Berlakovich hat gesagt, die EU muss mehr Geld haben, und wir brauchen die Finanztransaktionssteuer, damit die Menschen sich auch in Zukunft das Essen leisten können, und solche Sachen.
Beifall bei der FPÖ.
Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Hübner.
politikerin bin. (Zwischenruf des Abg. Dr. Hübner.) Das heißt, nationale Steuern kann man anders auch einheben. Da muss es keine Finanztransaktionssteuer geben, zumindest in dem Sinn, wie sie von uns angedacht ist.
Abg. Dr. Stummvoll: Devisen sind etwas anderes!
Herr Kollege Stummvoll, Sie haben recht: Es ist das eine lange Geschichte, auch im österreichischen Parlament. Ich habe mir das angesehen. Sie ist noch länger, als Sie sagen. Schon 2002 hat es den ersten Antrag von Kollegin Lunacek gegeben. Damals war es noch eine Devisentransaktionssteuer. Sie wurde in der Zeit, als das zum ersten Mal diskutiert wurde, noch ziemlich dafür belächelt, habe ich mir sagen lassen. (Abg. Dr. Stummvoll: Devisen sind etwas anderes!) – Aber nichts ganz anderes!
Abg. Silhavy: Attac hat das früher gefordert!
Der Sinn und der Anspruch, den wir jetzt immer noch haben, ist kein ganz anderer. Die Geschichte hat sich ja fortgezogen. 2005 hat es nämlich einen rot-grünen Antrag zu demselben Thema gegeben, 2006 und 2008 tatsächlich gemeinsam. Und insofern begrüßen und unterstützen wir, dass es jetzt einen gemeinsamen Antrag dazu gibt. (Abg. Silhavy: Attac hat das früher gefordert!) – Entschuldigung? (Abg. Silhavy: Attac!) Attac hat das noch früher gefordert, das kann man bei Attac nachlesen. Tatsächlich ist es so, dass es wichtig und notwendig ist, dass das jetzt endlich eingeführt wird.
Abg. Silhavy: Attac!
Der Sinn und der Anspruch, den wir jetzt immer noch haben, ist kein ganz anderer. Die Geschichte hat sich ja fortgezogen. 2005 hat es nämlich einen rot-grünen Antrag zu demselben Thema gegeben, 2006 und 2008 tatsächlich gemeinsam. Und insofern begrüßen und unterstützen wir, dass es jetzt einen gemeinsamen Antrag dazu gibt. (Abg. Silhavy: Attac hat das früher gefordert!) – Entschuldigung? (Abg. Silhavy: Attac!) Attac hat das noch früher gefordert, das kann man bei Attac nachlesen. Tatsächlich ist es so, dass es wichtig und notwendig ist, dass das jetzt endlich eingeführt wird.
Beifall bei den Grünen.
Noch ein grünes Anliegen, das Kollegin Lunacek damals schon eingebracht hat, war, einen Ausgleich im Zusammenhang mit globaler Umverteilung zu schaffen, einen Nord-Süd-Ausgleich. Genauer gesagt sollten die Gelder, die sich aus einer solchen Steuer lukrieren lassen, nicht nur ins EU-Budget fließen, sondern auch zweckgewidmet werden, um globale Gerechtigkeit im Sinne der Milleniumsziele herzustellen, aber auch um entsprechende Klimaschutzmaßnahmen zu setzen – so viel zu unseren Bedenken, aber vor allem auch unsere Zustimmung zu dem gemeinsamen Antrag. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Amon: Zu Recht!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Meine Damen und Herren! Wir werden diesem Antrag zustimmen. Herr Staatssekretär, es ist interessant, dass Sie Ihre Partei als Erfinder dieser Finanztransaktionssteuer sehen. (Abg. Amon: Zu Recht!) Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie schwierig es damals in der Regierung in den Verhandlungen war, genau das als Forderung durchzusetzen.
Abg. Mag. Wurm: Die sind dagegen!
ausweitet. Der Euroraum wird sicherlich zu kurz gegriffen sein. Wir wissen, dass gerade London einer der Haupthandelsplätze dieser Finanztransaktionen ist. (Abg. Mag. Wurm: Die sind dagegen!) Großbritannien ist natürlich dagegen, aber da muss entsprechend Druck ausgeübt werden, um sie auch miteinzubeziehen.
Beifall beim BZÖ.
Herr Staatssekretär, das wäre ja auch wieder einmal eine Chance, österreichisches Selbstbewusstsein zu zeigen – und damit knüpfe ich an meinen Redebeitrag der letzten Debatte an. Wir sind überall dabei, wenn es darum geht, die Probleme anderer Länder zu bewältigen und einen Beitrag dazu zu leisten. – Gut, ist in Ordnung. Aber dann setzen wir auch einmal Maßnahmen, um unsere eigenen Interessen gegen all diese Spekulanten und Profiteure der Krisen durchzusetzen! Herr Staatssekretär! Wo ist das? Setzen wir einmal ein Junktim! Ich weiß, es ist ganz furchtbar, im Außenministerium einmal ein Junktim zu setzen, zu sagen: Ja, ihr wollt etwas? Wir wollen auch etwas. Wenn ihr das durchsetzten wollt, dann wollen wir auch unsere Forderung durchsetzen! Aber setzen wir ein Junktim für die nächsten Milliardenüberweisungen zur Sanierung eben des Desasters, das die Spekulanten angerichtet haben! Sagen wir: Ja, ist in Ordnung, wir machen das. Aber dafür muss es eine europaweite Finanztransaktionssteuer geben! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Zum Antrag der FPÖ: Wir haben da eine andere Linie. Wir glauben nicht, dass es interessant ist, das national einzuheben. Das soll schon europaweit eingehoben werden, aber unter Reduzierung der EU-Beiträge. Das wäre einmal interessant, denn das würde zu mehr Gerechtigkeit führen, damit eben genau die, die weniger einzahlen, aber sehr von diesen Spekulationen profitieren, auch mehr in die gemeinsame Kassa einbezahlen. So wie wir der Meinung sind, dass diejenigen, die das Geld ausgeben, auch Verantwortung dafür tragen müssen, wie sie das Geld hereinholen – etwa bei den Ländern –, sind wir auch der Meinung, dass diese Finanztransaktionssteuer europaweit eingehoben werden soll, das aber auch zu einer Reduzierung der Beiträge der Länder und damit auch Österreichs führen soll. Deshalb müssen wir Ihrem Antrag leider die Zustimmung verweigern. (Beifall beim BZÖ.)
Staatssekretär Dr. Waldner spricht mit der an der Regierungsbank stehenden Abg. Rauch-Kallat.
Als Erster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Grosz. 2 Minuten Redezeit. (Staatssekretär Dr. Waldner spricht mit der an der Regierungsbank stehenden Abg. Rauch-Kallat.) – Der Herr Staatssekretär wird sicher ganz aufmerksam zuhören. (Abg. Grosz – auf dem Weg zum Rednerpult –: Die Neo-Abgeordnete bekommt eine Einschulung!)
Abg. Grosz – auf dem Weg zum Rednerpult –: Die Neo-Abgeordnete bekommt eine Einschulung!
Als Erster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Grosz. 2 Minuten Redezeit. (Staatssekretär Dr. Waldner spricht mit der an der Regierungsbank stehenden Abg. Rauch-Kallat.) – Der Herr Staatssekretär wird sicher ganz aufmerksam zuhören. (Abg. Grosz – auf dem Weg zum Rednerpult –: Die Neo-Abgeordnete bekommt eine Einschulung!)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Wir diskutieren einen Entschließungsantrag der Regierung, um die Todesstrafe weltweit abzuschaffen, der wie folgt formuliert ist: sich auf bilateraler Ebene dafür einzusetzen, mit Nachdruck voranzutreiben, zu erinnern, vielleicht, heute, morgen, übermorgen, freundlich das Händchen zu drücken, trotzdem Wirtschaft zu betreiben, aber die Todesstrafe irgendwann bei der Nachspeise bei einem Staatsbesuch anzusprechen, das in insgesamt sechs Punkten. – Das ist nicht einmal das Papier wert, auf dem es geschrieben worden ist! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren, Sie schreiben, vielleicht einmal bilaterale Gespräche mit China zu führen, erwähnen die USA mit der in einigen Bundesstaaten noch vorhandenen Todesstrafe, aber Sie vergessen die Türkei – Steinigungen, Morde. Kollegin Korun! Sie vergessen die Frage der Kurden. Sie vergessen Saudi-Arabien. Sie vergessen den Sudan. Sie vergessen Nigeria. Sie sparen in Ihrem Antrag sämtliche islamischen Staaten aus, in denen die Todesstrafe gang und gäbe ist – wo geköpft wird, gesteinigt wird, Frauen unterdrückt werden, verletzt wird, eingesperrt wird, Diktatur herrscht. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist Ihnen völlig egal. Hauptsache, Sie ergießen sich in einem Nullachtfünfzehn-Antrag, um etwas gegen die Todesstrafe getan zu haben, heldenhaft wie Asterix und Obelix, die Gallier gegen Rom. Sehr geehrte Damen und Herren, die Todesstrafe wird sicherlich nicht abgeschafft, wenn man nicht in der österreichischen Außenpolitik endlich einmal Härte zeigt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren von der ÖVP, den Grünen und den Sozialdemokraten, die Republik Österreich weiß auch in diesem Punkt nicht, was sie will, und beruhigt vor dem Sommer ihr Gewissen mit dieser bedruckten Rolle Klopapier. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir vom BZÖ sind für eine effektive Bekämpfung der Todesstrafe und für die Einführung einer humanen Zivilisation des 21. Jahrhunderts. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Großartig! – Abg. Grosz: Großartig! Toll! Epochal!
Der Antrag – ein wichtiger Antrag des Menschrechtsausschusses – wurde zur richtigen Zeit gestellt – zur richtigen Zeit deshalb, weil Österreich im Mai in den Menschrechtsausschuss der UNO gewählt wurde, und das ist ein sehr gutes Gremium, um in diesem Bereich Schritte nach vorne zu setzen. (Abg. Scheibner: Großartig! – Abg. Grosz: Großartig! Toll! Epochal!)
Abg. Dr. Rosenkranz: Jedes Fehlurteil ist schlecht, auch in Österreich, ohne die Todesstrafe!
Im Antrag sind vier Länder angeführt: China, Iran, Russland und USA. In der Begründung wird zum Beispiel auf die Situation in den USA, auf die Gefährdung durch Fehlurteile hingewiesen. Es wird darauf hingewiesen, dass an die hundert Menschen – vor allem aus ärmeren Schichten, weil sie sich keine guten Anwälte leisten können – zu Todesstrafen verurteilt werden und viele erst nach vielen Jahren in diesen Zellen freigelassen werden. (Abg. Dr. Rosenkranz: Jedes Fehlurteil ist schlecht, auch in Österreich, ohne die Todesstrafe!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Wie eine Schlaftablette! Nur fürs Protokoll: Mehrere Abgeordnete kämpfen wegen der „mitreißenden“ Rede gegen ihre Müdigkeit an!
Meine Damen und Herren, ich denke, dass dieses Thema zu ernst ist, um zu polemisieren. Die Todesstrafe verstößt gegen das Recht auf Leben, gegen die Menschenwürde. Das Hohe Haus ist aufgerufen, in breiter Zustimmung unserer Regierung und unseren Verantwortlichen den Rücken zu stärken. Nicht nur die Regierung, sondern auch das Präsidium des Nationalrates sollte bei den vielen Kontakten auf die Bedeutung dieses Themas hinweisen. Ich bin überzeugt davon, dass man Österreich hört, dass Österreich wahrgenommen wird und dass das wichtige Themen für Österreich sind. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Wie eine Schlaftablette! Nur fürs Protokoll: Mehrere Abgeordnete kämpfen wegen der „mitreißenden“ Rede gegen ihre Müdigkeit an!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Staatssekretär im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten Dr. Wolfgang Waldner (fortsetzend): Ich melde mich wieder zu Wort. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren, es ist unser aller Aufgabe, uns in einer ruhigen und besonnenen Art und Weise als Österreicher, als Europäer weltweit dafür einzusetzen, dass es so rasch wie möglich dazu kommt, dass keine Todesstrafe mehr vollstreckt wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Hornek: Vorhin war das ganz anders!
Kollege Hornek, unter die Haut geht einem da gar nichts bei dem Antrag, das muss ich schon sagen, denn dieser Antrag, da bin ich natürlich schon ein wenig beim Kollegen Grosz, ist ein bisschen halbherzig formuliert. (Abg. Hornek: Vorhin war das ganz anders!)
Beifall bei der FPÖ.
Also, Kollege Hornek, ich weiß nicht, was Ihnen da unter die Haut geht. Mir geht da sehr wenig unter die Haut, weil ich sage: Dieser Antrag ist halbherzig. Aber von uns gibt es ein klares Nein zur Vollstreckung der Todesstrafe. Diese gehört weltweit abgeschafft, und darum unterstützen wir den Antrag. Aber, wie gesagt, der Wortlaut dieses Antrages ist natürlich absolut diskussionswürdig. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Wir erwarten uns selbstverständlich, dass dieses Eintreten für die Abschaffung der Todesstrafe nicht leise, sondern sehr laut ist. Der einzige Punkt, wo ich mich den Ausführungen des Kollegen Grosz anschließe, ist, dass das sicher nicht beim Nachtisch, bei einem offiziellen Essen oder bei bilateralen Gesprächen stattfinden darf. Da möchte ich auch darauf hinweisen, dass wir die bilateralen Beziehungen Österreichs mit China sehr genau beobachten und dass es selbstverständlich nicht sein kann, dass menschenrechtliche Interessen Wirtschaftsinteressen und Exportinteressen der österreichischen Wirtschaft geopfert werden, dass man zuerst die Handelsverträge abschließt und dann kleinlaut beigibt und das Thema nur nebenbei erwähnt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Der Antrag ist mehr als sinnvoll. Wir erwarten uns allerdings, wie gesagt, dass es nicht bei diesem Antrag und nicht beim Beschluss bleibt, sondern dass das auch tatsächlich gelebte Außenpolitik Österreichs wird – noch stärker als bisher. In diesem Sinne danke ich jetzt schon für Ihre Bemühungen, Herr Staatssekretär, diesen Antrag auch mit Leben zu erfüllen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich gebe dem Kollegen Grosz ungern recht, aber eines muss man ihm schon bestätigen: Wir sollten uns künftig im Menschenrechtsausschuss mehr mit jenen Anträgen beschäftigen, die noch nicht vom Außenministerium umgesetzt wurden. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Abgeordneter Harry Rudolf Buchmayr (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Der Umgang mit Menschenrechten wird, wie die Debatte über die Todesstrafe und auch der Schutz von Minderheiten, eng mit der Politik der europäischen Demokratien verknüpft. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
In der kurzen Zeit möchte ich nur noch sagen, dass ich mich bei den nichtstaatlichen Organisationen, bei den sogenannten NGOs, für ihre wertvolle Arbeit zum Thema Menschenrechte bedanken möchte. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grosz: ... drei Projekte!
Und zum letzten Antrag, dem des Kollegen Grosz, möchte ich sagen, nachdem er in seiner Polemik pauschal alle Länder in einen Topf wirft, und nachdem er beispielsweise betreffend Ägypten verlangt, die Entwicklungshilfegelder zu streichen ... (Abg. Grosz: ... drei Projekte!) – Genau, es freut mich, dass Sie das inzwischen erkannt haben, Herr Kollege. Österreich hat keine entwicklungspolitischen Kooperationen mit Ägypten (Abg. Grosz: Aber das hat ja nichts mit dem Staat zu tun!), weshalb der Antrag in dieser Form leider relativ absurd ist.
Abg. Grosz: Aber das hat ja nichts mit dem Staat zu tun!
Und zum letzten Antrag, dem des Kollegen Grosz, möchte ich sagen, nachdem er in seiner Polemik pauschal alle Länder in einen Topf wirft, und nachdem er beispielsweise betreffend Ägypten verlangt, die Entwicklungshilfegelder zu streichen ... (Abg. Grosz: ... drei Projekte!) – Genau, es freut mich, dass Sie das inzwischen erkannt haben, Herr Kollege. Österreich hat keine entwicklungspolitischen Kooperationen mit Ägypten (Abg. Grosz: Aber das hat ja nichts mit dem Staat zu tun!), weshalb der Antrag in dieser Form leider relativ absurd ist.
Beifall bei den Grünen.
Ja zu jedem Minderheitenschutz, auch natürlich und vor allem für religiöse, ethnische und sprachliche Minderheiten überall auf der Welt, aber in dieser Form macht dieser Antrag leider keinen Sinn. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Schließlich wird das 2012 stattfindende 20-jährige Jubiläum der UNO-Deklaration zum Schutz von Minderheiten natürlich auch eine gute Gelegenheit bieten, international die Aufmerksamkeit zu erhöhen und den Schutz der Minderheiten weiter zu verbessern. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Was den Grünen zum Beispiel Afghanistan ist, ist dem BZÖ Ägypten. Ich glaube, das ist auch durchaus in Ordnung so, denn generell gehören alle Verletzungen von Menschenrechten – egal, wo sie erfolgen, egal, ob aus sprachlichen, ethischen oder religiösen Motiven – entsprechend aufgezeigt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Grosz.
Dem ist nichts hinzuzufügen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Gewissen und Verstand, Kollege Glaser! Gewissen, Verstand, ein Zugang zum Schutz von Minderheiten, ein Zugang zum Schutz von religiösen Minderheiten, gerade im Nahen Osten, das ist für eine christlich-soziale Partei kein Thema in diesem Haus! Das müssen Sie sich einmal vorstellen! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Ist das Ihre christlich-soziale Haltung, die Sie an den Tag legen, dass Sie sich offenbar dafür schämen, dass Sie den Christen weltweit auch ein wenig Schutz angedeihen lassen, sehr geehrte Damen und Herren von der ehemals christlichen Partei ÖVP? (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sollten Sie es nicht wissen, die österreichische Entwicklungszusammenarbeit finanziert Entwicklungsprojekte in Ägypten, und zwar nicht wenige. Das, was wir wollen, ist, dass österreichisches Steuergeld für jene Staaten und für jene Projekte in jenen Staaten nicht zur Verfügung steht, wo grausam gegen religiöse Minderheiten vorgegangen wird, wo dahingemordet wird. (Beifall beim BZÖ.) Dann ist das vielleicht irgendeinen Zeitungskommentar wert, aber die österreichische Außenpolitik schweigt.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Öllinger: Zurück zum alten Regime!
Das ist nicht Menschenrechtspolitik, wenn wir die Staaten des Nahen Ostens anschauen, wo es die Todesstrafe gibt, wo es Übergriffe gegen alle Andersdenkenden gibt. Ich bin stolz darauf, in Österreich zu leben, wo wir auch die Religionsfreiheit haben. Bei uns brennt keine Moschee, bei uns werden keine muslimischen Glaubensangehörigen dahingemordet, bei uns wird nicht gegen die Zeugen Jehovas vorgegangen, bei uns werden nicht die katholische oder die christlichen Kirchen diskriminiert. Aber wir haben es hier mit Ländern zu tun, die nichts, was die Mehrheitsreligion nicht betrifft, in ihren Ländern dulden – und das wollen wir nicht, denn die Menschenrechte beinhalten auch die Religionsfreiheit. Das schreiben Sie sich hinter die Ohren. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Öllinger: Zurück zum alten Regime!)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.
Abgeordneter Ewald Sacher (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Zu einigen Passagen der Rede meines Vorredners möchte ich feststellen: Kollegen Grosz gelingt es immer wieder, ein zutiefst menschliches Thema auch inhuman zu diskutieren. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem Sinne: Menschenrechte sind kein Spielball für Demagogie, Polemik und Parteipolitik. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Alle Menschen!
Abgeordneter Josef A. Riemer (FPÖ): Frau Präsident! Herr Staatssekretär! Das war schon ein starkes Stück: FPÖ, freiheitlich – und nicht für Menschenrechte. Das habe ich überhaupt noch nie gehört und das weise ich wirklich zurück! Gerade in der FPÖ ist das sehr tief verwurzelt: die Freiheit des Einzelnen und seine Gesinnung – allerdings auch für die eigenen Menschen. (Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Alle Menschen!) – Alle Menschen. Da muss man halt Schiller ein bisschen mehr zitieren, der hat das auch anders gemeint.
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Ich muss ganz offen sagen, da gehört noch eine Geschichte dazu, das ist die religiöse. Ich möchte es nicht weiter ausführen, das haben wir schon gehört. Ist es wirklich so in Ordnung, wenn, wie ich höre, in Libyen – ich zitiere, bitte – 4 000 Kampfeinsätze mit Präzision und hoher Genauigkeitsrate geflogen werden? Ich bin kein Gaddafi-Freund, den habe ich vorher nicht gekannt, ich werde ihn auch später nicht kennenlernen, aber eines ist schon klar: 4 000 Kampfeinsätze, also bitte, was wollen die da noch alles tun? Darüber soll man einmal nachdenken! (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Flüchtlingsströme, die auf Europa zukommen, das nächste Problem. Die EU, die pleite ist, soll dann noch bezahlen. Dazu gehören natürlich auch – gehen wir nach Österreich – die archaischen Beschneidungen, das ist auch eine Menschenrechtsfrage, Zwangsverheiratungen und auch der Schutz des ungeborenen Lebens, auch das gehört noch einmal diskutiert, Minderheitenschutz, AVNOJ-Beschlüsse, heute ein tolles Thema, hat ja auch zum Tag gepasst, die Beneš-Dekrete. Ja, menschenrechtliche und religiöse Standards und eine aktive europäische Friedenspolitik für die Welt. Bitte aktiv, besser gestern als morgen. – Danke. (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir arbeiten dort ja nicht mit irgendwelchen terroristischen Regimen zusammen, sondern mit zivilgesellschaftlichen Strukturen, die genau gegen diese Menschenrechtsverletzungen vorgehen. Die Alternative wäre, dazusitzen und zuzuschauen, und das ist aus meiner Sicht ganz sicherlich keine. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Wissen Sie, mit diesem Schönsprech – Kollege Sacher –, mit ein paar netten Phrasen kommt man dem islamischen Mob, der Menschen umbringt, nicht bei. Das ist nicht die Sprache, die man dort versteht. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.) Dieses ganze politisch korrekte Geplapper beeindruckt dort niemanden. (Abg. Rädler: Seid’s ihr rechts oder liberal?) – Da ist der Rechte am Wort. Und das dort sind die, die Christus selber gemeint hat, die lauen Brüder. (Ruf bei der FPÖ: Scheinheilig!)
Abg. Rädler: Seid’s ihr rechts oder liberal?
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Wissen Sie, mit diesem Schönsprech – Kollege Sacher –, mit ein paar netten Phrasen kommt man dem islamischen Mob, der Menschen umbringt, nicht bei. Das ist nicht die Sprache, die man dort versteht. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.) Dieses ganze politisch korrekte Geplapper beeindruckt dort niemanden. (Abg. Rädler: Seid’s ihr rechts oder liberal?) – Da ist der Rechte am Wort. Und das dort sind die, die Christus selber gemeint hat, die lauen Brüder. (Ruf bei der FPÖ: Scheinheilig!)
Ruf bei der FPÖ: Scheinheilig!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Wissen Sie, mit diesem Schönsprech – Kollege Sacher –, mit ein paar netten Phrasen kommt man dem islamischen Mob, der Menschen umbringt, nicht bei. Das ist nicht die Sprache, die man dort versteht. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.) Dieses ganze politisch korrekte Geplapper beeindruckt dort niemanden. (Abg. Rädler: Seid’s ihr rechts oder liberal?) – Da ist der Rechte am Wort. Und das dort sind die, die Christus selber gemeint hat, die lauen Brüder. (Ruf bei der FPÖ: Scheinheilig!)
Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ihr seid nur dann Christen, wenn ihr glaubt, ihr könnt bei der Prozession ein paar Stimmen machen. (Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) In dem Mo
Abg. Klikovits: Ein bisschen ruhiger sein, Herr Kollege! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
ment, meine Damen und Herren – ja, der Scheibenwischer, das ist der Richtige da oben –, wo ein bisschen Profit bedroht sein könnte, in dem Moment ist nichts mehr da von eurem Christentum. (Abg. Klikovits: Ein bisschen ruhiger sein, Herr Kollege! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Kößl: Was hast du gemacht?!
Aber ja, selbstverständlich! Was habt ihr getan?! Aufstehen und sagen! Ihr könnt herunterkommen und reden. Was habt ihr getan, dass die koptischen Christen in Ägypten geschützt sind? – Na sagt es, berichtet es! Nicht über den Antrag des Kollegen Grosz polemisch herziehen! Lassen wir den Antrag, kommt herunter ihr Gscheitlinge und sagt alle, was ihr getan habt! Was habt ihr getan?! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Kößl: Was hast du gemacht?!)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich kämpfe jeden Tag für die Rechte der Christen im Irak und in Ägypten, aber ich habe kein Außenministerium zur Verfügung. Ihr besetzt das Außenministerium, euer Vizekanzler ist es, euer Staatssekretär ist es, der da oben sitzt. Also, was tut ihr lauen Brüder?! Christus selber sagt: Ich speie sie aus! Na ihr seid gute Kandidaten fürs Ausspeien, meine Damen und Herren. Ihr seid die lauen Brüder, vor denen der Herr warnt! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Hübner: Vorschläge?!
In Pakistan, das wird im gleichen Artikel erwähnt, wurden andere Christen ermordet. (Abg. Dr. Hübner: Vorschläge?!) Ja, ich habe Vorschläge, ich rede jetzt weiter. Ich schildere nur den ganz „Tapferen“ von der ÖVP einmal, wer die Opfer sind, denn die haben ja keine Vorstellung. Vor 14 Tagen wurde der Bericht über die Ermordung mehrerer Christen aus Nigeria aus dem Internet genommen, weil sie dermaßen grauenhaft war. Was haben Sie bisher in den bilateralen Beziehungen zu Nigeria, zu Ägypten, zum Irak, zu Somalia, zum Sudan getan?
Zwischenruf bei der ÖVP.
Etwa haben die USA darauf reagiert, als man in Pakistan vor einigen Monaten eine evangelikale Kirche niedergebrannt und die Kirchenbesucher da drin bei lebendigem Leibe umgebracht, verbrannt hat. Kein einziges Mal habe ich jemals gehört, dass die österreichische Bundesregierung irgendeine Zahlung an irgendein islamisches Land davon abhängig gemacht hat, dass man gegen den Mob – ich behaupte ja nicht, dass es immer der Staat ist – vorgeht, der diese Menschen umgebracht hat, und zwar grauenhaftest umgebracht hat. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren, alleine im Irak sind 1,2 Millionen Christen geflüchtet. Die Situation in den Ländern, wo sich jetzt sozusagen die große Demokratiebewegung abspielt, hat sich für Christen nicht verbessert. In allen Ländern dort haben sich die Bedingungen für die Christen verschlechtert. Österreich finanziert dort angeblich Demokratiebewegungen, finanziert angeblich den Aufbruch. Wir finanzieren jede Menge Projekte, aber nicht ein einziges Mal haben wir das davon abhängig gemacht, dass ein Land gegen die Mörder vorgeht, die Christen umgebracht haben! Das ist die Schande, die Sie zu tragen haben! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe der Abg. Rauch-Kallat.
Verstehen Sie, da kommt es nicht auf die Textierung oder auf den Duktus irgendeines Antrages an. Sie könnten herausgehen und sagen: Herr Grosz, Ihr Antrag hat sich erübrigt, weil wir haben erstens, zweitens, drittens, viertens, fünftens. Wir haben in Ägypten, wir haben in Pakistan, wir haben in Somalia, wir haben das und das gemacht. Sie haben nichts davon vorzuweisen. Nichts, gar nichts! Blödes Gelächter! (Zwischenrufe der Abg. Rauch-Kallat.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe des Abg. Kößl.
Das ist nicht der Umgang, den Christen verdient hätten. Sie hätten die Aufgabe, Ihren christlichen Brüdern beizustehen! Sie hätten die Aufgabe, sich als Christen zu bekennen, Sie hätten die Aufgabe, die Gelder der österreichischen Steuerzahler davon abhängig zu machen, dass die Christen in diesen Ländern geschützt werden, anstatt sich hier höhnisch über das Opfer dieser Menschen hinwegzusetzen! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe des Abg. Kößl.) Das sind die Märtyrer des 20. und 21. Jahrhunderts, Menschen, die von Ihnen im Stich gelassen werden – von Ihnen und anderen lauen Brüdern. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist nicht der Umgang, den Christen verdient hätten. Sie hätten die Aufgabe, Ihren christlichen Brüdern beizustehen! Sie hätten die Aufgabe, sich als Christen zu bekennen, Sie hätten die Aufgabe, die Gelder der österreichischen Steuerzahler davon abhängig zu machen, dass die Christen in diesen Ländern geschützt werden, anstatt sich hier höhnisch über das Opfer dieser Menschen hinwegzusetzen! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe des Abg. Kößl.) Das sind die Märtyrer des 20. und 21. Jahrhunderts, Menschen, die von Ihnen im Stich gelassen werden – von Ihnen und anderen lauen Brüdern. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Das habe ich nicht behauptet!
Abgeordnete Maria Rauch-Kallat (ÖVP): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Eigentlich wollte ich heute nicht reden, sondern mir das für den Freitag vorbehalten, aber Herr Kollege Stadler, wenn Sie meinen, Sie vom BZÖ seien die Einzigen, die das Recht gepachtet hätten (Abg. Mag. Stadler: Das habe ich nicht behauptet!), und meinen, Sie könnten hier mit Ihrer Polemik behaupten, dass Österreich nicht gesagt hat ... (Die Abgeordneten Mag. Stadler, Grosz und Petzner: Ihr Gatte ist ein Waffenlobbyist! – Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.)
Die Abgeordneten Mag. Stadler, Grosz und Petzner: Ihr Gatte ist ein Waffenlobbyist! – Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.
Abgeordnete Maria Rauch-Kallat (ÖVP): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Eigentlich wollte ich heute nicht reden, sondern mir das für den Freitag vorbehalten, aber Herr Kollege Stadler, wenn Sie meinen, Sie vom BZÖ seien die Einzigen, die das Recht gepachtet hätten (Abg. Mag. Stadler: Das habe ich nicht behauptet!), und meinen, Sie könnten hier mit Ihrer Polemik behaupten, dass Österreich nicht gesagt hat ... (Die Abgeordneten Mag. Stadler, Grosz und Petzner: Ihr Gatte ist ein Waffenlobbyist! – Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP, FPÖ und Grünen.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer (das Glockenzeichen gebend): Herr Abgeordneter Stadler! Herr Abgeordneter Grosz! Herr Abgeordneter Petzner! Die Damen und Herren Kolleginnen und Kollegen in diesem Haus haben Ihnen bei Ihren Reden zugehört. Ich verlange das jetzt auch bei der Rede der Frau Abgeordneten Rauch-Kallat! (Beifall bei SPÖ, ÖVP, FPÖ und Grünen.)
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Mag. Stadler. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordnete Maria Rauch-Kallat (fortsetzend): Meine Damen und Herren! Angesichts dieses Hasses, der einem hier entgegenschlägt, werde ich mich am kommenden Freitag gerne auch mit der politischen Kultur auseinandersetzen. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Mag. Stadler. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Einen Schmarr’n haben Sie getan!
Aber jetzt lassen Sie mich als Präsidentin der Gesellschaft Österreich-Ägypten und der Österreichisch-Tunesischen Gesellschaft etwas sagen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Einen Schmarr’n haben Sie getan!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Behaupten Sie nicht, dass dieses Land nichts getan hätte! Einige der Opfer, die Sie genannt und sehr drastisch hier geschildert haben, wurden hier in österreichischen Krankenhäusern behandelt, und zwar um österreichisches Steuergeld sehr gut behandelt und rehabilitiert. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Petzner: Wer liefert denn die Waffen dabei?!
Und was Sie offensichtlich auch nicht wissen, ist, dass der österreichische Staat seit einigen Monaten ... (Abg. Petzner: Wer liefert denn die Waffen dabei?!) – Vielleicht hören Sie in der Sache zu! Ich bin gerne bereit, mich mit Ihnen nachher über meinen Mann zu unterhalten, aber jetzt möchte ich mit Ihnen über diese Sache reden. (Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Mag. Stadler.)
Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Mag. Stadler.
Und was Sie offensichtlich auch nicht wissen, ist, dass der österreichische Staat seit einigen Monaten ... (Abg. Petzner: Wer liefert denn die Waffen dabei?!) – Vielleicht hören Sie in der Sache zu! Ich bin gerne bereit, mich mit Ihnen nachher über meinen Mann zu unterhalten, aber jetzt möchte ich mit Ihnen über diese Sache reden. (Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Mag. Stadler.)
Abg. Mag. Stadler: Auf Steuerzahlerkosten!
Sie sollten einfach zuhören und erfahren, dass der österreichische Staat seit Monaten koptische Christen in Österreich aufnimmt und sehr behutsam und – aus Sicherheitsgründen für die betroffenen Menschen – nicht groß darüber spricht. (Abg. Mag. Stadler: Auf Steuerzahlerkosten!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Gar nichts tun Sie! – Ruf bei der SPÖ – in Richtung des Abg. Mag. Stadler –: Benehmen Sie sich doch!
Ich würde meinen, dass all das, was Sie einfordern, nicht von Österreich allein geschafft werden kann, aber dass Österreich sehr wohl seine humanitäre Verpflichtung gegenüber den Christen in aller Welt wahrnimmt. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Gar nichts tun Sie! – Ruf bei der SPÖ – in Richtung des Abg. Mag. Stadler –: Benehmen Sie sich doch!)
Abg. Mag. Stadler: Die Waffenlobbyistin spricht über ... ! Schämen Sie sich! – Unruhe im Saal. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Schlusswort wird keines gewünscht. (Abg. Mag. Stadler: Die Waffenlobbyistin spricht über ... ! Schämen Sie sich! – Unruhe im Saal. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Ruf bei der SPÖ: Sag was Gscheit’s, Zanger!
Als Erster gelangt Herr Abgeordneter Zanger zu Wort. – Bitte. (Ruf bei der SPÖ: Sag was Gscheit’s, Zanger!)
Abg. Rauch-Kallat begibt sich zu Abg. Mag. Stadler und tritt mit diesem in einen lautstarken Diskurs.
Abgeordneter Wolfgang Zanger (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Präsident des Rechnungshofes! „Wie ein Fass ohne Boden“, „wie eine Made im Speck“ oder „mit fremdem Geld lebt es sich leicht“ – das alles könnte man sagen und behaupten, wenn es um die Ständige Vertretung in Brüssel geht. (Abg. Rauch-Kallat begibt sich zu Abg. Mag. Stadler und tritt mit diesem in einen lautstarken Diskurs.)
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Mag. Stadler.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren, ich erwarte mir jetzt wieder Ruhe! (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Mag. Stadler.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Unruhe im Saal.
Herr Abgeordneter Stadler, ich erteile Ihnen jetzt aufgrund Ihres Verhaltens einen Ordnungsruf! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Unruhe im Saal.)
Abg. Grosz: Für was denn einen Ordnungsruf? Begründen Sie das, Frau Präsidentin! – Anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von BZÖ und SPÖ.
Am Wort ist Herr Abgeordneter Zanger. (Abg. Grosz: Für was denn einen Ordnungsruf? Begründen Sie das, Frau Präsidentin! – Anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von BZÖ und SPÖ.)
Abg. Grosz: Dann machen Sie die Räuberleiter für eine Waffenlobbyistin!
Herr Abgeordneter, ich führe hier den Vorsitz und ich verlange von Ihnen, sich hier auch dementsprechend zu benehmen und den Anordnungen Folge zu leisten. (Abg. Grosz: Dann machen Sie die Räuberleiter für eine Waffenlobbyistin!) Und wenn der Herr Abgeordnete Zanger jetzt am Wort ist, dann ist er das, und wenn es noch weitere Zwiegespräche gibt, dann kann man die auch vor dem Saal durchführen.
Abg. Grosz: Dann unterbrechen wir! – Anhaltende Unruhe im Saal.
Das ist ungehörig, wie hier die Debatte, gerade von Ihnen ausgehend, geführt wird, Herr Abgeordneter! Und wenn jetzt nicht Ruhe ist, werde ich die Sitzung unterbrechen, bis wieder Ruhe einkehrt. (Abg. Grosz: Dann unterbrechen wir! – Anhaltende Unruhe im Saal.)
Beifall bei der FPÖ.
„Fass ohne Boden“, „Maden im Speck“, „mit fremdem Geld lebt es sich leicht“ – so kann man die Ständige Vertretung Österreichs in der EU bezeichnen! Das vor allem nach dem, was der Rechnungshof in seinem Bericht dargestellt hat. Ich danke dem Rechnungshof für diesen eindrucksvollen Beweis, wie mit Steuergeld in Brüssel umgegangen wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
5 000 Sitzungen werden von Brüssel aus besucht, und weitere 3 000 pro Jahr müssen von Österreich aus beschickt werden. Ich frage mich, wie das sein kann, denn wenn man schon so eine stattliche Anzahl von Mitarbeitern hat, dann braucht man doch nicht noch Personal aus Österreich nach Brüssel zu schicken. Ich bin überzeugt, dass bei entsprechenden Vertretungsregelungen und Bündelung von Verantwortungsbereichen da eine entsprechende Reduktion erreichbar ist. Der Rechnungshof spricht von rund 40 Prozent bei den Referenten. Das ist sicher zu machen. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Riepl
Ich habe nichts dagegen, dass sich diese Interessenvertretungen in Brüssel aufhalten und dort was weiß ich machen (Zwischenruf des Abg. Riepl), aber der Steuerzahler hat das nicht zu bezahlen. Kollege Riepl, die Gewerkschaft kann sich das leisten. Wa
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Riepl.
rum müssen wir das aus der Finanzkassa zahlen? Das frage ich Sie! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Riepl.)
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Mit „wir“ sind wir hier gemeint, wir, der Nationalrat. Wir haben die Regierung aufzuhalten! Ich weiß, Sie beide machen es nicht, aber wir werden dafür sorgen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Lapp begibt sich zum Rednerpult und stellt dort ein dickes Buch mit dem Titel: „250 Jahre. Der Rechnungshof“ auf.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Mag. Lapp. – Bitte. (Abg. Mag. Lapp begibt sich zum Rednerpult und stellt dort ein dickes Buch mit dem Titel: „250 Jahre. Der Rechnungshof“ auf.)
Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.
Abgeordnete Mag. Christine Lapp (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Präsident des Rechnungshofes! Sehr geehrter Herr Kollege Zanger, das hat mich jetzt wirklich „sehr beeindruckt“ nach der vorherigen sehr emotionalen Diskussion. Man merkt, dass Sie sich mit Fragen der Europäischen Union noch nicht sehr intensiv beschäftigt haben, sonst würden Sie nicht zu diesen Ihren Darstellungen kommen. (Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zanger: Die können tätig sein, aber auf eigene Kosten!
Es ist wichtig, dass diese Vertretung sehr gut funktioniert. Und wenn Sie die Sozialpartner oder die Bundesländer daran hindern wollen, dass sie in Brüssel tätig sind, dann kann ich nur sagen: Gute Nacht!, denn die Dienstleistungsrichtlinie wäre ohne Initiative der Sozialpartner in Europa nicht so umgesetzt worden, wie wir sie jetzt haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zanger: Die können tätig sein, aber auf eigene Kosten!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zanger: Das stimmt nicht!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist wichtig, dass die Öffentlichkeit informiert wird und in einen Diskurs tritt. Aber, werte Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ, mit Ihnen ist es manchmal sehr schwierig, in einen Diskurs zu treten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zanger: Das stimmt nicht!)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Alois Gradauer (FPÖ): Frau Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Frau Lapp, mit uns ist es überhaupt nicht schwierig! Wir schildern nur die Realität. Die stellt der Rechnungshof genauso fest. Und nichts anderes machen wir hier. Dass Ihnen das nicht passt, kann ich mir gut vorstellen. Wir haben nämlich wirklich kein Verständnis dafür, dass der Gewerkschaftsbund und alle anderen Kammern Subventionen vom Staat bekommen, damit sie in Brüssel ansässig sind. Also dafür habe ich wirklich kein Verständnis. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Zanger: Schauen wir weiter!
Es wird eine Berichterstattung eingerichtet. Es werden Synergien genutzt. Es wurden Ausschreibungen gemacht. Es wurden die laufenden Kosten untersucht. (Abg. Zanger: Schauen wir weiter!) – Danke, Herr Kollege Zanger. (Abg. Zanger: Geld verschwenden!)
Abg. Zanger: Geld verschwenden!
Es wird eine Berichterstattung eingerichtet. Es werden Synergien genutzt. Es wurden Ausschreibungen gemacht. Es wurden die laufenden Kosten untersucht. (Abg. Zanger: Schauen wir weiter!) – Danke, Herr Kollege Zanger. (Abg. Zanger: Geld verschwenden!)
Beifall bei der ÖVP.
Vielen Dank an den Rechnungshof für das kritische Aufzeigen und dafür, dass wir vieles aus diesem Bericht für zukünftige Projekte mitnehmen können. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Mein Problem ist nur – und das, bitte, beachten Sie, Herr Präsident –: Wie wird in Zukunft kontrolliert, ob wirklich die Qualität geboten wird, für die gezahlt wird? Das ist die zukünftige Aufgabe des Rechnungshofes, und ich hoffe nicht, dass der Rechnungshof dann ein weiteres 250-Jahr-Jubiläum braucht, um diese Aufgabe zu erfüllen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Es wurde schon angesprochen, die Vertretungen in Brüssel haben insgesamt 219 Mitarbeiter. – Das macht jährlich 25 Millionen €, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.) Diese Zahl muss man sich wirklich zu Gemüte führen und auf der Zunge zergehen lassen, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Beifall beim BZÖ.
Da wir gerade beim Thema Geld sind: Der Rechnungshof hat auch festgestellt, dass Ministerbüros 109 000 € von der EU zur Verfügung gestellte Mittel für den Kostenersatz von Auslandsdienstreisen einfach nicht abgeholt haben. Warum? Weil sie vergessen haben, diesbezügliche Anträge zu stellen, meine sehr geehrten Damen und Herren! 109 000 € werden quasi einfach liegen gelassen. Es ist ja „nur“ Steuergeld. Das ist eine verantwortungslose Politik, meine sehr geehrten Damen und Herren, und das akzeptieren wir in keiner Weise. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abschließend möchte ich mich beim Rechnungshof, bei Ihnen, Herr Präsident, und Ihrem Team seitens unserer Fraktion sehr herzlich für diesen ausführlichen, sehr guten Bericht bedanken und an dieser Stelle auch unsere Glückwünsche zum 250-Jahr-Jubiläum des Rechnungshofes, das heuer stattfinden wird, übermitteln. Ich danke generell für die sehr gute Zusammenarbeit mit uns und mit dem Parlament. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Zanger: Reformpartnerschaft!
Abgeordneter Mag. Michael Schickhofer (SPÖ): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Um die österreichischen Interessen stark vertreten zu können, braucht es neben einer leistungsfähigen und starken Bundesregierung natürlich auch eine starke und leistungsfähige Ständige Vertretung in der EU wie auch in den großen Staaten Europas. (Abg. Zanger: Reformpartnerschaft!)
Abg. Zanger: Ihr seid die Reformpartnerschaft!
Der Rechnungshof zeigt richtig auf, dass wir immer darüber nachdenken müssen, wirtschaftlicher, sparsamer und zweckmäßiger zu agieren, um unsere Interessen durchzusetzen. Letztlich kann es da aber nicht auf die Anzahl der Mitarbeiter ankommen, denn wenn man Interessen gegenüber einem großen Staat wie Deutschland durchsetzen muss, braucht es auch entsprechende Humanressourcen, um sich da einzusetzen. (Abg. Zanger: Ihr seid die Reformpartnerschaft!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, das ist der richtige Weg. Wir brauchen starke Vertretungen. Danke an den Rechnungshof, dass Sie uns dabei helfen, dass sie noch leistungsfähiger werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrter Herr Präsident Dr. Moser, der Rechnungshof hat wieder einen fundierten Bericht erstellt. Ich danke dafür sehr herzlich. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrter Herr Präsident Moser, ich gratuliere Ihnen zur gelungenen Dokumentation „250 Jahre Rechnungshof. Unabhängig. Objektiv. Wirksam“. Alles Gute weiterhin unter dem Motto: „Kontrolle zahlt sich aus!“ (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Huber
Leider wird allzu oft, auch von den Oppositionsparteien, vor allem in Tirol, wenn man in den Tiroler Landtag schaut, gerne vergessen, dass die Unterinntaltrasse, dieser erste Bauabschnitt, der ja zurzeit noch endfertiggestellt wird, Teil- und Zulaufstrecke für den Brenner Basistunnel ist. Und da ist es schon verwunderlich, dass vor allem die Grünen in Tirol, auch die Freiheitlichen – das BZÖ ist ja Gott sei Dank in Tirol nicht im Landtag vertreten, und so wird es auch bleiben (Zwischenruf des Abg. Huber) – dann wieder gegen den Brenner Basistunnel sind. Dazu muss man sagen, man kann sich nicht die Rosinen aus dem Kuchen picken und sagen, Unterinntaltrasse ist gut, Brenner Basistunnel ist schlecht.
Beifall bei der ÖVP.
völkerung so wichtige! – Projekt Brenner Basistunnel und Unterinntaltrasse realisieren können. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Prähauser – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das ist wenig, Frau Präsidentin!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Prähauser gelangt nun zu Wort. Ich stelle die Uhr wunschgemäß auf 2 Minuten; Gesamtrestredezeit wäre 4 Minuten. – Bitte. (Abg. Prähauser – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das ist wenig, Frau Präsidentin!)
Beifall bei der SPÖ.
Was wir gemeinsam erreichen sollten, ist, dass in Zukunft Institutionen, die Gelder von Steuerzahlern verwalten, diese so verwalten, als ob es ihre eigenen Mittel wären. Man müsste den Botschafter fragen, ob er sich, wenn das sein Eigentum gewesen wäre, auch als Ersatz ein Hotel gesucht hätte oder einen anderen Weg gegangen wäre. Ich glaube aber auch, dass der Herr Botschafter sicher nicht ohne Wissen seines Ressorts gehandelt hat. Daher sollte man nicht Einzelne beschuldigen, sondern in Zukunft gemeinsam Unzulänglichkeiten wahrnehmen, aufarbeiten und verhindern. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.
Ein Zeichen dafür, dass der Rechnungshof nicht nur in Österreich von Bedeutung ist, sondern auch international, zeigen unter anderem auch die Grußworte des Generalsekretärs der Vereinten Nationen Ban Ki-moon, der sich auch beim österreichischen Rechnungshof für die Führung des Generalsekretariats sowie dafür bedankt hat, dass dieser dazu beiträgt, dass die Millennium Development Goals der Vereinten Nationen umgesetzt werden. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Ich kann Ihnen versichern, das Motto des Rechnungshofes „Unabhängig.Objektiv.Wirksam“ ist unser Motto, und danach leben wir auch. Deshalb werden wir auch danach trachten, diesen Auftrag, den wir uns selbst gegeben haben, zu erfüllen. – Recht herzlichen Dank. (Allgemeiner Beifall.)