Eckdaten:
Für die 24. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 1076 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht von den Abgeordneten Anton Heinzl, Beate Schasching und Mag. Kurt Gaßner
Petition „gegen die Abschaffung der Notstandshilfe und deren Ersatz durch die ,Sozialhilfe neu‘ und damit gegen weitere finanzielle Belastungen für Städte und Gemeinden“ (Ordnungsnummer 10) (überreicht von den Abgeordneten Anton Heinzl, Beate Schasching und Mag. Kurt Gaßner)
Beifall bei der SPÖ.
Einerseits gibt es die Gruppe der Bäuerinnen, die entweder selbst oder mit ihrem Partner einen Hof führen oder unterstützend mithelfen. Der Anteil der weiblichen Betriebsführerinnen betrug im Jahr 2000 noch 40 Prozent. Die geleisteten Tätigkeiten waren sehr zahlreich, vielseitig und umfangreich. Umso mehr bedaure ich es, dass im Grünen Bericht 2001 das Kapitel „Frau in der Landwirtschaft“ fehlt und somit keinerlei Vergleiche angestellt werden können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die klassische Landwirtschaft wie auch die ländlichen Regionen leben und profitieren von finanziellen Förderungen und Stützungen unterschiedlichster Art, genauso wie die Infrastruktur, der Dienstleistungsbereich, öffentliche Einrichtungen, aber auch wirtschaftliche Strukturen dem Staat etwas wert sein müssen. Der Rückzug des Staates aus seiner Verantwortung wäre für die Landwirtschaft fatal. „Weniger Staat, mehr privat“ würde das Ende aller gewachsenen Strukturen und des gesellschaftlichen Zusammenhaltes bedeuten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was wir brauchen, meine Damen und Herren, ist Verteilungsgerechtigkeit, eine ausgewogene Balance zwischen staatlicher Förderung und privater Eigenverantwortung, denn es geht um zukunftsorientierte Perspektiven für die ländlichen Regionen und auch um Solidarität im ländlichen Raum. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit.
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Sehr geehrter Herr Bundesminister! Herr Präsident! – Mein Vorname ist übrigens Fritz und nicht Franz! (Heiterkeit.) – Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir haben Ihnen heute ein gesundes Lebensmittel, einen Apfel überreicht als Gruß der österreichischen Landwirtschaft, um darauf hinzuweisen, dass wir in Österreich mit unseren bäuerlichen Strukturen sichere Lebensmittel produzieren und somit den Anforderungen der Konsumenten entgegenkommen. Wir geben damit den Konsumenten die Gewissheit, wer wie wo produziert, was letztlich auch Nachvollziehbarkeit für den Konsumenten bedeutet. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Sehr geehrter Herr Bundesminister! Herr Präsident! – Mein Vorname ist übrigens Fritz und nicht Franz! (Heiterkeit.) – Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir haben Ihnen heute ein gesundes Lebensmittel, einen Apfel überreicht als Gruß der österreichischen Landwirtschaft, um darauf hinzuweisen, dass wir in Österreich mit unseren bäuerlichen Strukturen sichere Lebensmittel produzieren und somit den Anforderungen der Konsumenten entgegenkommen. Wir geben damit den Konsumenten die Gewissheit, wer wie wo produziert, was letztlich auch Nachvollziehbarkeit für den Konsumenten bedeutet. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Heute gibt es Verbesserungen in der Modulierung, in der so genannten Betriebsgrößendegression, was von den Mandataren vielseitig auch gewünscht wird. Es wurde unseren Milchbauern auch die Fortführung der Milchquote bis zum Milchwirtschaftsjahr 2013/2014 gewährleistet. Herr Bundesminister! Daher bin ich froh über dieses stabile Fundament hier in Österreich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.
In den Sitzungen der vergangenen Tage hier im Hohen Haus habe ich bemerkt, dass von so mancher Seite versucht wird, Neidkomplexe zu schüren und zu polarisieren. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.) – Meine Damen und Herren Kolleginnen und Kollegen hier im Hohen Haus, ich bitte Sie – auch Sie, Herr Kollege Kummerer! –: Nehmen wir die Anforderungen, die auch Sie an die Bauern stellen, ernst und trachten wir danach, dass diese erfüllt werden können! Schüren Sie aber bitte nicht Neidkomplexe, indem Sie sagen: Jetzt habt ihr ohnehin ein 3-Milliarden-Paket! Das sind doch nicht 3 Milliarden € im Jahr mehr, sondern dabei handelt es sich um ein Paket für die nächsten vier Jahre! Das möchte ich hier schon in aller Deutlichkeit gesagt haben.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Daher bitte ich Sie: Anerkennen Sie unsere stabile Agrarpolitik, eine Politik, die wir hier im Hohen Haus gestalten! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
den Sie von den Oppositionsparteien das doch nicht ständig krank! – Bei uns in Österreich wird eine gute Agrarpolitik gemacht! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Österreich ist sozusagen auch Europameister, was das Umweltprogramm betrifft, bei dem unsere Bauern nach dem Prinzip der Freiwilligkeit mitmachen: 70 Prozent der Bauern mit 90 Prozent der Fläche nehmen freiwillig an diesem Umweltprogramm teil – und das ist wahrlich eine europameisterhafte Leistung! Ich meine, dazu kann man den Bauern in Österreich nur herzlich gratulieren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig: Hoffentlich auch die der Konsumentinnen!
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Zum Schluss kommend: Die Konsumenten haben klare Vorstellungen davon, was die Bauern in Österreich zu leisten beziehungsweise zu bieten haben. Und ich betone: Wir wollen diese Vorstellungen der Konsumenten erfüllen. (Abg. Dr. Glawischnig: Hoffentlich auch die der Konsumentinnen!) Natürlich auch die der Konsumentinnen; danke, Frau Kollegin Glawischnig, für diesen Hinweis!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die Konsumentinnen und Konsumenten sind die Partner der Bauern – das jedoch, meine Damen und Herren, unter zwei wesentlichen Bedingungen: dass Lebensmittel nicht ständig als Lockartikel angeboten werden, dass die Bauern dafür einen fairen Preis bekommen und dass wir hier im Hohen Haus dafür sorgen, dass die bäuerlichen Familien im ländlichen Raum entsprechend stabile sowie langfristig kalkulierbare Rahmenbedingungen vorfinden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
In diesem Zusammenhang möchte ich Sie gerne fragen, Herr Umweltminister: Welche Initiativen hat Österreich da gesetzt? Was hat Bundeskanzler Schüssel diesbezüglich getan, was haben die österreichischen Vertreter im EU-Konvent gemacht? Was haben Sie persönlich gemacht, Herr Umweltminister? Was ist für die insgesamt noch verbleibende Zeit, für diese „Galgenfrist“ also geplant, um dieses sehr ernste Problem zumindest ansatzweise in den Griff zu bekommen? (Beifall bei den Grünen.)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen.
Um diese Dramatik nur noch einmal zu beschreiben: Selbstverständlich wollen wir alle eine europäische Verfassung, aber ich glaube nicht, dass die österreichische Bevölkerung eine europäische Verfassung möchte, mit der milliardenschwere Förderungen von Atomkraftwerken weiter fortgeführt werden. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen
Ich glaube, die Bemühungen der österreichischen Bundesregierung waren nicht sehr erfolgreich dahin gehend, erstens Tschechien von Temelin abzubringen beziehungsweise zweitens diesen Ausbauplänen massiv entgegenzutreten. Es wäre höchste Zeit, Herr Umweltminister, dass Sie das, was im Regierungsübereinkommen steht, nämlich Ausstiegsverhandlungen zu führen, Tschechien im Rahmen von Energiepartnerschaften über andere Energiequellen zu informieren, mit ihnen in eine neue Gesprächssituation einzutreten, endlich einmal machen (Beifall bei den Grünen), sonst haben wir in Tschechien ein achtfaches, sechsfaches Temelin an der Grenze stehen.
Beifall bei den Grünen.
Ich hoffe, dass das Sündenregister, das sich hier schon angesammelt hat, von der österreichischen Bundesregierung nicht fortgesetzt wird. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Umweltminister, ich würde mir wünschen, dass Sie jetzt in Ihrer Rede nicht ausschließlich über die Landwirtschaft sprechen, sondern dass Sie diese ernsten Dinge angreifen und die Position der österreichischen Bundesregierung einmal klar auf den Tisch legen. Ich wünsche mir und verlange von Ihnen, dass Sie bei diesen sehr ernsten Fragen endlich mehr Engagement zeigen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine geschätzten Damen und Herren! Ich möchte zu Beginn meiner Rede – ähnlich wie letztes Mal bei der Landesverteidigung – den Moment hier nutzen, um danke zu sagen, danke zu sagen den verantwortlichen Leuten im Ministerium, danke zu sagen den verantwortlichen Leuten bei der AMA, aber auch danke zu sagen unseren Bauernvertretern und -vertreterinnen in den Kammern. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es heißt oft, die KMUs, die Klein- und Mittelbetriebe, sind das Rückgrat der heimischen Wirtschaft. Meine Damen und Herren! Ich möchte das heute und hier verstärken. Ich bin davon überzeugt, dass die klein- und mittelstrukturierte Landwirtschaft das Rückgrat von Österreich ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
dem Budget gesetzt werden, nachvollziehbar zu sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine geschätzten Damen und Herren! All diese Maßnahmen tragen auch Früchte. Wir haben zirka 10 Prozent Anteil an Biobauern in Österreich. Das ist sicherlich ein Wert, der positiv hervorzuheben ist, dessen Steigerung aber – und das möchte ich hier auch einmal sagen – nicht von den Budgetzahlen abhängen darf, sondern vom Konsumenten abhängen muss. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP
Ich möchte hier meinen Appell wiederholen, den ich schon öfters getätigt habe: Im Bereich der Biomasse sollte man versuchen, über alle politischen Grenzen hinweg Rahmenbedingungen zu schaffen, die es ermöglichen, dass die bäuerlichen Betriebe einsteigen können, dass sie ein zweites, drittes Standbein finden und damit nicht nur ihren Betrieb absichern, sondern damit auch erreichen, dass Österreich selbständig wird (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP), damit auch erreichen, dass wir etwas haben, was es sehr selten gibt, nämlich eine Win-Win Situation. Eine Gewinnsituation für den Unternehmer, für den bäuerlichen Betrieb, aber auch eine Gewinnsituation für die Umwelt ist ein Anliegen, das uns allen am Herzen liegt, das ist sicherlich ein Thema, das wahrscheinlich im Hinblick auf seine Bedeutung momentan noch nicht entsprechenden Platz findet, ist aber auch ein Thema, das wir selbst künftig mehr sensibilisieren müssen.
Abg. Öllinger: Wie die Pensionisten!
Meine geschätzten Damen und Herren! Hohes Haus! Erlauben Sie mir abschließend eine Warnung: Die Bauern dürfen nicht zu Almosenempfängern in der eigenen Heimat werden. (Abg. Öllinger: Wie die Pensionisten!) Die Bauern dürfen nicht zum Landschaftspfleger und zum Naturgärtner abgestempelt werden. Bauern, meine geschätzten Damen und Herren, sollten nicht zum gesellschaftspolitischen Spielball werden!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Diese Berufsgruppe ist, so glaube ich, für Österreich genauso wichtig wie der Rauchfangkehrer, der Arzt, der Bus-Chauffeur oder jeder einfache Arbeiter am Hochofen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ruf bei der SPÖ: Ein Skandal!
Die erste Skepsis hat sich bei mir breit gemacht, als Sie im Budgetausschuss auf unsere Frage, wo denn jetzt diese 30 Millionen € zu finden seien, gesagt haben: Das reiche ich dann schriftlich nach. Wir haben das dann schriftlich nachgereicht bekommen, und siehe da, was stand darin? – Der Großteil dieser 30 Millionen sind bereits bestehende Mittel, nämlich die bereits bestehende Umweltförderung. Das heißt, von zusätzlichen 30 Millionen im Klimaschutz kann überhaupt keine Rede sein. Das stimmt schlicht und ergreifend nicht! (Ruf bei der SPÖ: Ein Skandal!) Ein Skandal! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Die erste Skepsis hat sich bei mir breit gemacht, als Sie im Budgetausschuss auf unsere Frage, wo denn jetzt diese 30 Millionen € zu finden seien, gesagt haben: Das reiche ich dann schriftlich nach. Wir haben das dann schriftlich nachgereicht bekommen, und siehe da, was stand darin? – Der Großteil dieser 30 Millionen sind bereits bestehende Mittel, nämlich die bereits bestehende Umweltförderung. Das heißt, von zusätzlichen 30 Millionen im Klimaschutz kann überhaupt keine Rede sein. Das stimmt schlicht und ergreifend nicht! (Ruf bei der SPÖ: Ein Skandal!) Ein Skandal! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Es ist eigentlich umso tragischer, als dass diese Gelder, wie gesagt, bereits seit dem Jahr 2000 nicht nur versprochen, sondern auch tatsächlich investiert werden sollten, damit Österreich das Kyoto-Ziel erreichen kann – ein Ziel, dem wir uns mittlerweile auch völkerrechtlich verbindlich verpflichtet haben. Die von Ihnen ausgearbeitete Klimastrategie sieht genau den Einsatz dieser Mittel vor. Die finanzielle Zusage von 30 Millionen € haben Sie mehrfach angekündigt, Sie haben es mehrfach versprochen, und jetzt gibt es sie nicht. Es gibt keine zusätzlichen 30 Millionen, ganz im Gegenteil: All das, was Sie hier für den Bereich Klimaschutz gesagt haben, erweist sich als riesengroße Seifenblase, die nicht das hält, was Sie versprochen haben. Ich bedauere das wirklich sehr, weil ich Ihren Ankündigungen, dass Sie hier endlich einmal Geld in die Hand nehmen und investieren werden, wirklich geglaubt habe. So werden wir das Kyoto-Ziel sicher nicht erreichen, Herr Bundesminister! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Anti-Atompolitik für wirklich inakzeptabel! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Wir haben zwar von Anfang an versprochen, Sie an Ihren Taten zu messen, doch diese haben uns bisher leider wirklich nicht überzeugen können – und ich hoffe auf Besserung Ihrerseits. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Im Zuge einer Budgetberatung richtet sich verständlicherweise das Hauptaugenmerk auf die Finanzierung der Klimaschutzpolitik. Für das Jahr 2004, Frau Kollegin Sima, sollen 30 Millionen €, für das Jahr 2005 60 Millionen € und für das Jahr 2006 90 Millionen € zur Verfügung stehen – eine solide Basis, wie ich meine. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Nachhaltigkeit ist das Grundprinzip der österreichischen Umweltpolitik, ökosoziale Marktwirtschaft der Weg. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das Ziel der österreichischen Umweltpolitik auf Bundesebene ist, Österreich in Bezug auf Lebensqualität permanent im Spitzenfeld zu positionieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Grillitsch: Haben Sie das verschlafen? Haben Sie geschlafen bis jetzt?
Abgeordneter Dipl.-Ing. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich werde die Gelegenheit nutzen, im ersten Teil meiner Rede natürlich auf die Agrardebatte einzugehen. Kollege Grillitsch, wir stehen mitten in einem Paradigmenwechsel, es wäre an der Zeit, dass auch der Österreichische Bauernbund die Zeichen der Zeit erkennt und diesen Paradigmenwechsel wirklich wahrnimmt (Abg. Grillitsch: Haben Sie das verschlafen? Haben Sie geschlafen bis jetzt?) – einen Paradigmenwechsel, der in einer notwendigen Neuausrichtung der europäischen Agrarpolitik begründet ist, die von jenen Grundsätzen abgeht, die in den Römer Verträgen der Europäischen Union festgelegt sind.
Abg. Grillitsch: Wo waren Sie da letztes Jahr?
Damals, in den sechziger Jahren, ging es noch primär um die Produktionsausweitung, die Lebensmittelversorgung stand an oberster Stelle der agrarpolitischen Notwendigkeiten, und heute stehen wir an einer ganz anderen Kreuzung (Abg. Grillitsch: Wo waren Sie da letztes Jahr?), Herr Kollege Grillitsch. Und diese Kreuzung heißt Qualitätsproduktion unserer Lebensmittel im Interesse unserer Konsumentinnen und Konsumenten, aber auch zur Sicherung entsprechender Ressourcen wie Wasser, Boden und gesunde Umwelt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Damals, in den sechziger Jahren, ging es noch primär um die Produktionsausweitung, die Lebensmittelversorgung stand an oberster Stelle der agrarpolitischen Notwendigkeiten, und heute stehen wir an einer ganz anderen Kreuzung (Abg. Grillitsch: Wo waren Sie da letztes Jahr?), Herr Kollege Grillitsch. Und diese Kreuzung heißt Qualitätsproduktion unserer Lebensmittel im Interesse unserer Konsumentinnen und Konsumenten, aber auch zur Sicherung entsprechender Ressourcen wie Wasser, Boden und gesunde Umwelt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Grillitsch: Lautet Ihre Formel auch „kürzen“? Sagen Sie es offen!
Der zweite Knackpunkt, an dem sich diese neue Ausrichtung der europäischen Agrarpolitik zeigen muss, ist die derzeit anstehende Reformdebatte, die sich seit einem Jahr hinzieht, wobei die Positionierung des Österreichischen Bauernbundes und der ÖVP alles andere als vorbildlich ist. Sie ist mangelhaft und war gekennzeichnet von einer Verunsicherung der Bäuerinnen und Bauern über die Ziele, die Kommissar Fischler mit dieser Reform ins Auge gefasst hat. (Abg. Grillitsch: Lautet Ihre Formel auch „kürzen“? Sagen Sie es offen!)
Beifall bei den Grünen.
Natürlich kennen auch wir inzwischen auf Grund der Analysen, auf Grund vieler Studien die Problematik bei benachteiligten Gebieten. Da muss man sehr wohl nachschärfen. Ich erwarte mir, Herr Bundesminister, dass Sie auch die Möglichkeit der zweiten Säule endlich ordentlich in die Diskussion einbringen, nämlich die Möglichkeit, für Mutterkuhbetriebe in den alpinen Zonen, diesen Bäuerinnen und Bauern über eine verstärkte Förderung in der zweiten Säule die Sicherheit zu geben, dass ihre Produktion weiter möglich bleibt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Schließlich und endlich sind auch die Vorschläge zur Energieerzeugung mit nachwachsenden Rohstoffen unvollständig und unzureichend. Da hätten Sie genug Möglichkeiten, Herr Bundesminister, massiv Druck zu machen und Österreich zum Vorreiter für eine flächendeckende Gesamtökologisierung der europäischen Landwirtschaft zu machen und nicht im Gleichklang mit französischen Großbauern ein altes System zu bewahren, das überhaupt keinen Arbeitsplatz im ländlichen Raum sichert. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Wie gesagt: Auch diese Schnittmenge zwischen Zukunftsstrategien für die Landwirtschaft, für die Erzeugung von Bioenergie einerseits und dem EURATOM-Vertrag andererseits lässt zu wünschen übrig. Es darf keine zusätzlichen Kredite für alte Atomkraftwerke geben, stattdessen zusätzliche Mittel für erneuerbare Energien in Europa. Das nutzt den Konsumenten und Konsumentinnen, das sichert gesunde Lebensmittel, weil die Landwirtschaft bei Störfällen in Atomkraftwerken eine der Erstbetroffenen wäre. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dass die Regierung einen umweltbewussten Weg geht und ihn auch in Zukunft fortsetzt, zeigen die erhöhten Mittel, die im Budget 2003/2004 für die Umwelt bereitstehen. Waren es im Jahr 1999 unter einer SPÖ-Regierung nur 291 Millionen €, so stehen für das Jahr 2004 über 511 Millionen € für Umweltangelegenheiten zur Verfügung – eine Steigerung von über 75 Prozent! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die aktuellen Emissionszahlen des Umweltbundesamtes zeigen auf, dass die Treibhausgasemissionen in der Abfallwirtschaft in Österreich gesenkt werden konnten. Großes Sorgenkind ist aber der Verkehr, bei dem die Emissionen seit 1990 drastisch gestiegen sind. Dies ist eine wirklich große Herausforderung für die Klimaschutzpolitik! Von Maßnahmen zur Verminderung von CO2-Emissionen werden positive Effekte erwartet. Ich zähle dazu Projekte wie „Autofreier Tourismus“, ein flächendeckendes Angebot von schwefelarmen Treibstoffen und eine niedrige Besteuerung von entschwefelten Treibstoffen genauso wie die LKW-Maut, die ab 1. Jänner 2004 in Kraft treten soll. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und den Grünen.
wenn es um Temelín geht, Ihre Ohren leider verschlossen sind. (Beifall bei den Freiheitlichen und den Grünen.) Wir warten noch immer auf den für Ende Mai versprochenen Sicherheitsbericht. Sie selbst, Herr Bundesminister, haben in der letzten Ausschusssitzung gesagt, dass jedes AKW um eines zu viel sei. Ich fordere Sie daher auf, und ich bitte Sie:
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nehmen Sie die Ängste der österreichischen, insbesondere der oberösterreichischen Bevölkerung ernst! Es geht dabei um die Wahrung existenzieller Lebensinteressen unseres Landes. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Ich möchte zu einigen Ihrer Ausführungen Stellung nehmen, möchte aber eingangs eine grundsätzliche Position, die uns ja alle hier in vielen Diskussionen eint, abgeben. Österreich hat sich im Bereich der Agrarpolitik schon vor Jahren einer ökosozialen Ausrichtung verschrieben, und wir haben konsequent daran gearbeitet, Österreich im Bereich Umwelt zum Musterland in Europa zu machen. Beides ist uns in den letzten Jahren hervorragend gelungen; unter diesen Vorzeichen wurden auch die Budgets für die Jahre 2003 und 2004 gestaltet. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Im Umweltbereich sind wir Nummer eins in Europa. Wir haben den höchsten Anteil an Bioenergie, wir sind Weltmeister beim Mülltrennen und, Frau Abgeordnete Glawischnig, engagiert in der Anti-Atompolitik. Im Regierungsprogramm hat die österreichische Bundesregierung ihre Vorstellung von einer konsequenten europäischen Anti-Atompolitik sehr detailliert festgelegt. Die einen versuchen sich in Volksbegehren, wir machen auf allen Ebenen in Europa und national Anti-Atompolitik. Sie können davon ausgehen, da Sie den EURATOM-Vertrag angesprochen haben, dass wir auch in diesem Bereich ganz klar unsere Meinung vertreten. Wir wollen bei den Zielen Änderungen dahin gehend haben, nur noch dort zu investieren, wo es bei AKWs zu Sicherheitsverbesserungen mit klaren Ablaufdaten kommt. Erst dann diskutieren wir über eine Aufstockung der EURATOM-Mittel. Nur wenn diese Ziele entsprechend gestaltbar sind, können wir auch über den zweiten Teil diskutieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
auch die Unterstützung Ihrer Parteifreunde aus Deutschland wünschen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir werden unseren Weg im Bereich der Klimaschutzpolitik über das Budget 2004 hinaus mit plus 60 Millionen € und plus 90 Millionen € in den Jahren 2005 und 2006 erfolgreich weitergehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Daher haben wir bei den Budgetverhandlungen alles darangesetzt, national die Rahmenbedingungen so abzustecken, dass ein Wirtschaften auf dem ökosozialen Weg, den wir schon bisher beschritten haben, im bäuerlichen Familienbetrieb auch in Zukunft möglich ist. Das 3-Milliarden-€-Paket ist kein zusätzliches Geld, wie das oftmals dargestellt wird, sondern die Verlängerung eines 40-Milliarden-Schilling-Pakets, das in der Vergangenheit unseren Weg abgesichert hat und das auch in Zukunft die Einkommen der österreichischen Bauern effizient stabilisieren wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Abschließend sei gesagt: Umwelt und Landwirtschaft sind ein Themenfeld, das vor allem durch die Hochwasserkatastrophe des vergangenen Jahres ins Blickfeld und ins Bewusstsein gerückt ist. Mit den Budgeteckdaten, die ich erwähnt habe, werden wir in meinem Haus das Geschäftsfeld „Schutz vor Naturgefahren“ voll weiter budgetieren können. Wir können im Bereich des Lawinenschutzes und des Hochwasserschutzes aus dem Katastrophenfonds – wie in der Vergangenheit und mit noch zusätzlichen Impulsen – klare Regeln vorgeben, um das in Schranken zu halten, was uns die Natur manchmal auferlegt. Auch das ist mit diesem Budget eindrucksvoll gelungen, und ich glaube, dass wir damit insgesamt auf dem richtigen Weg in die Zukunft sind. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Bundeskanzler Dr. Schüssel beißt demonstrativ in den Apfel und verzehrt ihn mit Appetit
Abgeordneter Christian Faul (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Minister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich habe mit Bedauern festgestellt, Herr Bundeskanzler, dass man Ihnen einen unausgereiften, sehr sauren Apfel gegeben hat (Bundeskanzler Dr. Schüssel beißt demonstrativ in den Apfel und verzehrt ihn mit Appetit), aber ich habe gesehen, wie herzhaft Sie auch mit sauren Äpfeln umgehen können. Ich hätte Ihnen einen ausgereiften, roten Apfel angeboten, aber Sie haben es leider abgelehnt. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Christian Faul (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Minister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich habe mit Bedauern festgestellt, Herr Bundeskanzler, dass man Ihnen einen unausgereiften, sehr sauren Apfel gegeben hat (Bundeskanzler Dr. Schüssel beißt demonstrativ in den Apfel und verzehrt ihn mit Appetit), aber ich habe gesehen, wie herzhaft Sie auch mit sauren Äpfeln umgehen können. Ich hätte Ihnen einen ausgereiften, roten Apfel angeboten, aber Sie haben es leider abgelehnt. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Grillitsch
Letztlich war es – und wenn man in der Geschichte zurückschaut, dann stimmt man dem zu – doch Bruno Kreisky, der für die Sicherheit der Pensionen der Bauern gesorgt hat (Zwischenruf des Abg. Grillitsch), daher hätte ich mir von euch auch ein bisschen Unterstützung erwartet. Das möchte ich Ihnen schon sagen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Letztlich war es – und wenn man in der Geschichte zurückschaut, dann stimmt man dem zu – doch Bruno Kreisky, der für die Sicherheit der Pensionen der Bauern gesorgt hat (Zwischenruf des Abg. Grillitsch), daher hätte ich mir von euch auch ein bisschen Unterstützung erwartet. Das möchte ich Ihnen schon sagen! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Wenn man dem die Einkommensteigerung im Bereich der Landwirtschaft entgegenhält, dann sieht man, dass es da ganz ordentlich ausschaut. Da sieht die Steigerung nämlich folgendermaßen aus: bei den Forstbetrieben 10 Prozent, bei den Futterbaubetrieben 13 Prozent, bei den Marktfruchtbetrieben 12 Prozent, bei den Dauerkulturbetrieben 24 Prozent und bei den Veredelungsbetrieben 28,9 Prozent! Das ist doch bitte ordentlich! (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.
Weil das letzte Mal eine Einkommenssteigerung in der Landwirtschaft moniert wurde, darf ich Ihnen sagen – und das dürfte auch die Wirtschaftsvertreter in der ÖVP interessieren –: Die Landwirte liegen mit 16 000 € weit vor den Möbelherstellern, sie liegen vor dem Einzelhandel, sie liegen sogar vor der Hotellerie und vor den Gasthäusern, die weit abgeschlagen mit 7 000 € am Ende der Einkommenstabelle liegen. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.)
Beifall bei der SPÖ.
Neben dieser Darstellung der Einkommenssituation wäre es sicher auch interessant gewesen – ich habe leider nicht die Zeit dazu –, Ihnen die Verteilungsgerechtigkeit bei den Direktzahlungen in absoluten Zahlen vor Augen zu führen. Da hätten Sie sich gewundert, was dabei herauskommt! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.
Das zeigt unser Schuldenberg: 7,5 Milliarden € nur an Zinsen pro Jahr sind keine Kleinigkeit – ein Erbe der SPÖ-Bundeskanzler und der SPÖ-Finanzminister. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.) – Den Zwischenruf habe ich nicht verstanden, aber das macht nichts! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ist eh besser!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ist eh besser!
Das zeigt unser Schuldenberg: 7,5 Milliarden € nur an Zinsen pro Jahr sind keine Kleinigkeit – ein Erbe der SPÖ-Bundeskanzler und der SPÖ-Finanzminister. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.) – Den Zwischenruf habe ich nicht verstanden, aber das macht nichts! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ist eh besser!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn es trotzdem gelungen ist, im vorliegenden Doppelbudget in vielen Bereichen, vor allem im Bereich des Umweltschutzes, mehr Mittel zu Verfügung zu stellen, so ist das meines Erachtens der umsichtigen Finanzpolitik unserer Bundesregierung zu verdanken und unserem Bundeskanzler, der das Richtige zur richtigen Zeit tut. Ich danke dafür. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Abwasserbeseitigung in den ländlichen Gebieten ist sehr kostenintensiv und hat in den letzten Jahren die Gemeinden und in der Folge natürlich auch die Bürger finanziell sehr stark belastet. Nicht zuletzt aus diesen Gründen haben wir in den kleineren Gemeinden, wie Sie wissen, eine schwierige finanzielle Situation, und daher richte ich meine Bitte an die Bundesregierung, bei den nächsten Finanzausgleichsverhandlungen auch diese Tatsache zu berücksichtigen und die Finanzmittel für die kleinen Gemeinden in diesem Bereich aufzustocken. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abschließend bedanke ich mich bei unseren Bauern, die sehr viel in der Landwirtschaft leisten und damit unsere wunderschöne Landschaft auch instand halten. Vielen Dank! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wow!
In den Ländern des Südens werden riesige Flächen zur Erzeugung von Cash crops verwendet. Mit den dort erzeugten Futtermitteln wird bei uns, wie Professor Alfred Haiger zu sagen pflegt, die „Kuh zur Sau gemacht“. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wow!) –
Abg. Wittauer: Der Präsident hat das nicht verstanden!
Das ist nachzulesen in den Unterlagen von Professor Haiger von der Universität für Bodenkultur. (Abg. Wittauer: Der Präsident hat das nicht verstanden!)
Beifall bei den Grünen.
Ob das hier gegen die guten Sitten verstößt, wenn „die Kuh zur Sau gemacht wird“? – Ja, ich finde, das verstößt gegen die guten Sitten. Aber leider passiert das auch in den bäuerlichen Betrieben in Österreich. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir haben in Österreich seit dem EU-Beitritt bei den bäuerlichen Betrieben einen Rückgang von 9 Prozent zu verzeichnen. Das ist keine Erfolgsstatistik. Ausschlaggebend dafür ist eine ungerechte Verteilungspraxis bei den Förderungen. Aufgegeben haben nämlich vor allem die kleineren Betriebe, die allerdings für die Herstellung von wertvollen Nahrungsmitteln äußerst wichtig sind, und zwar nicht nur in Österreich, sondern auf der ganzen Welt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Die EU und die USA kontrollieren die Hälfte der weltweiten Getreideexporte. Die Exportpreise liegen aber 46 Prozent beziehungsweise 34 Prozent unter den tatsächlichen Produktionspreisen. Deswegen treten wir dafür ein, dass die Exportstützungen zurückgefahren werden, da es nicht unsere Absicht sein kann, den Ländern des Südens weiterhin zu schaden, während wir hier im Norden eine Lebensmittelüberproduktion haben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich möchte jetzt noch ganz kurz zum Thema „Alpenkonvention“ etwas sagen. „Klima-Horror in den Alpen“ war vor kurzem im „Standard“ zu lesen. Im Budget ist geplant, 200 000 € für die „Alpenkonvention“ auszugeben. Ich frage Sie: Was soll damit finanziert werden? Eine Studie?! – Das kann nicht dazu führen, das die Auswirkungen des Klimawandels auf die Berggebiete Österreichs nachhaltig eingeschränkt werden. In diesen sensiblen Regionen müssen dringend Maßnahmen gesetzt werden, um die Auswirkungen des Klimawandels aufzuhalten. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Pfui!
Abgeordneter Klaus Wittauer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Kanzler! Herr Minister! Hohes Haus! Es ist schön langsam eigenartig, dass der Abgeordnete Faul ständig – auch im Ausschuss – versucht, die verschiedenen Berufsgruppen auseinander zu dividieren (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Pfui!), und die Landwirte immer wieder unterschwellig angreift. Das muss ich hier wirklich einmal sagen.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Die Landwirtschaft übt in Wahrheit eine große Solidaridät gegenüber jeder Bevölkerungsschicht und leistet Großartiges in Österreich. Daher erwarte ich mir von Ihnen, Herr Kollege Faul, dass Sie das endlich einmal auch hier am Rednerpult ganz klar sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Stimmt ja nicht!
Zur Frau Abgeordneten Rest-Hinterseer möchte ich sagen: Ihre Vergleiche – leider Gottes kommen Sie nicht aus der Landwirtschaft – zwischen Sau und Kuh sind unzulässig! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Stimmt ja nicht!) – Ich weiß nicht, vielleicht züchtet sie Hühner, denn sonst würde sie etwas anderes sagen. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Zur Frau Abgeordneten Rest-Hinterseer möchte ich sagen: Ihre Vergleiche – leider Gottes kommen Sie nicht aus der Landwirtschaft – zwischen Sau und Kuh sind unzulässig! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Stimmt ja nicht!) – Ich weiß nicht, vielleicht züchtet sie Hühner, denn sonst würde sie etwas anderes sagen. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Sburny: Das ist so etwas von präpotent! Das ist unglaublich!
Ich erinnere mich noch sehr gut daran, als im Ausschuss von der Massentierhaltung der Jäger die Rede war. Ich würde von Ihnen erwarten, dass Sie sich in dieser Materie ein bisschen schlauer machen. Dann höre ich Ihnen auch gerne zu und anerkenne Ihre Leistungen. (Abg. Sburny: Das ist so etwas von präpotent! Das ist unglaublich!)
Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger
Die Maßnahmen, die zwischen Bund und Ländern beschlossen werden, setzen den Schwerpunkt bei Biomasse und Verkehr. Dadurch wird es zu positiven Impulsen für die Umwelt kommen. Die dynamische Entwicklung des Verkehrs ist ein großes Problem und steht in direktem Zusammenhang mit unserem Klima. In dieser Frage (Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger) – hören Sie zu und lernen S’ was! – muss es zu einer Bewusstseinsänderung in Europa kommen.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Auch die Maßnahmen des Generalverkehrsplanes von Infrastrukturminister Gorbach und die damit verbundenen Investitionen in die Schiene müssen konsequent umgesetzt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Diese Präpotenz muss man einmal haben! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Herr Abgeordneter Pirklhuber, Sie waren hier schon am Rednerpult, aber da hat Ihnen keiner zugehört, weil Sie auch hier heraußen nichts Sinnvolles gesagt haben. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Diese Präpotenz muss man einmal haben! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) – Herr Abgeordneter, hören Sie zu! Das sind Inhalte, und ich möchte ja nur Inhalte vermitteln. Ich will in dieser Frage gar nicht auf Sie eingehen.
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Lesen Sie nicht alles herunter! – Ist ja wahr!
In den sensiblen Hochgebirgsregionen haben unsere Bergbauern mit ihren Leistungen eine nachhaltige ökologische Wirkung auf das gesamte Umweltsystem und tragen für die Gesellschaft eine wesentliche Rolle zur Sicherung der Lebensräume bei. Diese unsere Bauern brauchen weiterhin unsere Unterstützung! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Lesen Sie nicht alles herunter! – Ist ja wahr!)
Abg. Mandak: Dann tut es auch!
Auch in der Nachhaltigkeit des Verkehrswesens, welches einen großen Anteil an der Umweltbelastung hat, müssen wir zu neuen Verkehrsstrategien und Maßnahmen finden, die eine dauerhafte, nachhaltige Entwicklung darstellen. Ein Teil davon ist die Verlagerung des Verkehrs auf umweltfreundliche Verkehrsmittel, der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und die Entwicklung von alternativer Fahrzeug- und Motortechnik. (Abg. Mandak: Dann tut es auch!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Mit Auslaufen des Transitvertrages darf es nicht zu einem Anstieg der Schadstoffemissionen aus dem Transitverkehr kommen. Deshalb muss die Alpenkonvention von allen umgesetzt werden. Die Umsetzung der IG-Luft muss sichergestellt sein. Damit können wir auf nationaler Ebene auch Maßnahmen zum Schutz unserer Umwelt setzen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Sie lesen sie ja herunter, die Schlagwörter! – Abg. Mandak: Alles leere Worthülsen!
Nachhaltige Waldbewirtschaftung, nachhaltiges Wassermanagement, umweltorientierte Tourismus- und Freizeitwirtschaft, gentechnikfreie Zonen, Ausstieg aus der Atomkraft und noch vieles andere mehr dürfen nicht nur Schlagworte sein. (Abg. Öllinger: Sie lesen sie ja herunter, die Schlagwörter! – Abg. Mandak: Alles leere Worthülsen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Frage der Atompolitik in Europa ist eine schwierige, doch ich bekenne mich zu einer Anti-Atompolitik: Jedes Atomkraftwerk ist zu viel. Mit einem gemeinsamen Antrag aller Parteien zum EURATOM-Vertrag wird dies auch in Zukunft – so hoffe ich! – unterstrichen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Schon wieder heruntergelesen!
Die Gefahr, die von Atomkraftwerken ausgeht, ist groß. Dafür braucht es in Europa eine Bewusstseinsänderung. Kein Geld für neue Kraftwerke, Unterstützung für den Ausstieg aus der Atompolitik, das muss das Ziel aller vier Parteien sein. (Abg. Öllinger: Schon wieder heruntergelesen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich weiß, wie schwierig es sein wird, das alles umzusetzen. Aber die Umwelt betrifft uns alle, sie lässt niemanden gleichgültig. Ein intaktes, lebenswertes Österreich muss ein Wunsch von uns allen sein! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Wittauer: Dann nehme ich es zurück! Aber dann versteht eben der nichts von der Landwirtschaft! – Widerspruch und Zwischenrufe bei den Grünen.
Und das Zitat, dass „die Kuh zur Sau gemacht wird“, stammt vom emeritierten Universitätsprofessor Alfred Haiger von der Universität für Bodenkultur Wien. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wittauer: Dann nehme ich es zurück! Aber dann versteht eben der nichts von der Landwirtschaft! – Widerspruch und Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich fordere in diesem Zusammenhang auch, dass der Förderungssatz wieder zumindest auf das ursprüngliche Maß angehoben wird! Wir alle, sehr geehrte Damen und Herren, Herr Minister, brauchen sauberes, gesundes Wasser zum Leben. Und in der Wasserwirtschaft zu sparen, ist, wie ich meine, ein schwerer politischer Fehler. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Faul: Reden Sie mit dem Rechnungshofpräsidenten!
Sie haben hier Zahlen herausgegriffen, die einfach nicht so im Raume stehen bleiben dürfen. (Abg. Faul: Reden Sie mit dem Rechnungshofpräsidenten!) Sie versuchen damit, Berufsgruppen gegeneinander auszuspielen, aber dann sollten wenigstens gewisse Mindestgrundlagen stimmen.
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Brutto oder netto? – Abg. Faul hält dem Redner den Rechnungshofbericht entgegen.
Ich halte fest: Das durchschnittliche Jahreseinkommen eines unselbständig Erwerbstätigen hat im Jahr 2000 20 700 € betragen. Das durchschnittliche landwirtschaftliche Einkommen liegt bei 14 000 € – um einige Euros abgerundet. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Brutto oder netto? – Abg. Faul hält dem Redner den Rechnungshofbericht entgegen.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist auch immer fragwürdig, wenn man mit einzelnen Jahreszahlen argumentiert. Bitte schauen Sie doch auch einmal auf das Niveau des Jahres 1994! Das einzelne Jahr sagt überhaupt nichts aus. Wir sind froh, wenn wir langsam das Niveau des Jahres 1994, von vor dem Beitritt zur Europäischen Union erreichen! Die Aussagen von vorhin sind leider eine bedauerliche Demagogie, die nicht leicht zu überbieten ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Kollege Hornek hat es schon gesagt: Die Landwirtschaft ist auch – und immer mehr wachsend – ein Energiedienstleister. Das ist eine ungeheure Herausforderung für die junge bäuerliche Generation, nämlich in der Ausbildung, im Management und in der Entwicklung neuer Märkte. Ich bin daher sehr froh darüber, dass das Agrarbudget, das Bundesminister Pröll für die Jahre 2003 und 2004 vorgelegt hat, diese Entwicklungslinien im ländlichen Raum unterstützt und weitertreibt. Ich denke, wir können eine stabile Phase der Agrarpolitik machen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Vergessen wir aber nicht die Notwendigkeit, in diesem Bereich auch Arbeitsplatzsicherheit zu gewährleisten. Und eines der wesentlichen zentralen Anliegen der Bäuerinnen und Bauern sind entsprechende Preise für ihre Produkte, Herr Kollege Keuschnigg. Das ist die Herausforderung, und ich meine, wenn wir Vorreiter sein wollen, dann müssen wir noch stärker in die Qualitätsoffensive gehen, den Konsumenten mehr Qualität und transparente Gütesiegel anbieten, damit sie auch nachvollziehen können, warum sie einen entsprechenden Preis zahlen sollen. (Beifall bei den Grünen.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Die kennen Sie!
Herr Bundesminister Pröll, Sie haben in Ihren Ausführungen zu meinen Anfragen betreffend Biolandbau kein Wort verloren. Sie haben den Biolandbau nicht einmal erwähnt, aber ich halte es trotzdem für absolut notwendig, dass Sie als Landwirtschafts- und Umweltminister diesbezüglich eine klare Positionierung vorlegen (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Die kennen Sie!) und auch erklären, Herr Bundesminister, wie Sie das im Budget entsprechend verankert haben.
Beifall bei den Grünen.
Der Biolandbau ist eben mehr als eine Produktionsmethode, mit der man Lebensmittel erzeugt. Er ist das Landwirtschaftsmodell des 21. Jahrhunderts, meine Damen und Herren! Und es ist die große Herausforderung, in einem globalen Maßstab dem Biolandbau endlich zum Durchbruch zu verhelfen, damit auch die Menschen in der so genannten Dritten Welt ihre Lebensmittel in Zukunft selbst erzeugen können! (Beifall bei den Grünen.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll spricht hinter der Regierungsbank mit einem Mitarbeiter.
Der Biolandbau sichert letztlich auch einen Artenschutz, einen Bodenschutz und unsere natürlichen Grundlagen und Ressourcen. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll spricht hinter der Regierungsbank mit einem Mitarbeiter.) – Herr Bundesminister, bitte hören Sie mir noch einmal kurz zu! – Sie haben in Ihrem Bio-Aktionsprogramm ganz konkret geschrieben – und ich zitiere aus diesem Aktionsplan 2003/2004 –:
Abg. Mag. Molterer: Das Sie noch vor einem Jahr abgelehnt haben!
Das wären jene Mittel, die auch zur Schaffung eines so genannten Biokompetenzzentrums, „Bio-Austria“ (Abg. Mag. Molterer: Das Sie noch vor einem Jahr abgelehnt haben!), notwendig wären, Herr Bundesminister.
Abg. Mag. Molterer: Oja! Sie waren massiv dagegen!
Kollege Molterer, ich war nie dagegen. (Abg. Mag. Molterer: Oja! Sie waren massiv dagegen!) Es ging immer um den richtigen Weg zu dieser Strategie. Ich war nicht dagegen, sondern wir haben heute eine Strategie, bei der die Bioverbände und Dachverbände an einem Strang ziehen, und darum ging es uns von den Grünen: dass hier nicht drübergefahren wird, nicht gekürzt wird, sondern dass die Verbände des biologischen Landbaus, die Dachorganisationen bei ihren Bemühungen unterstützt werden, gerade in diesem Bereich, wo wir in der Europäischen Union Vorreiter sind, auch wirklich vorzeigbare Zukunftsergebnisse weiterzuentwickeln. (Abg. Mag. Molterer: Hahaha!)
Abg. Mag. Molterer: Hahaha!
Kollege Molterer, ich war nie dagegen. (Abg. Mag. Molterer: Oja! Sie waren massiv dagegen!) Es ging immer um den richtigen Weg zu dieser Strategie. Ich war nicht dagegen, sondern wir haben heute eine Strategie, bei der die Bioverbände und Dachverbände an einem Strang ziehen, und darum ging es uns von den Grünen: dass hier nicht drübergefahren wird, nicht gekürzt wird, sondern dass die Verbände des biologischen Landbaus, die Dachorganisationen bei ihren Bemühungen unterstützt werden, gerade in diesem Bereich, wo wir in der Europäischen Union Vorreiter sind, auch wirklich vorzeigbare Zukunftsergebnisse weiterzuentwickeln. (Abg. Mag. Molterer: Hahaha!)
Beifall bei den Grünen.
So weit zu unseren Anträgen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Molterer: Pirklhuber auf dem Weg der Besserung!
Ich möchte aber die Gelegenheit nutzen und auch noch kurz auf den Bereich der Siedlungswasserwirtschaft eingehen. Und hier muss ich dem Kollegen Heinzl ... (Abg. Mag. Molterer: Pirklhuber auf dem Weg der Besserung!) – Kollege Molterer, ich bin gerne bereit, nachher weiter mit Ihnen darüber zu diskutieren, aber ich muss meine kurze Redezeit nutzen, um diesen wichtigen Punkt noch vorzubringen.
Beifall bei den Grünen.
Danke schön, Herr Präsident! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es ist unbestritten, dass der österreichische Wein zur Weltspitze gehört und besonders in den letzten Jahren immer wieder erfolgreich seine Qualität unter Beweis gestellt hat. Einhellig werden die verlässliche Qualität und der eigene Charakter unserer Weine in der internationalen Fachwelt gelobt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
„Im Winter de Gfrier, im Frühjahr de Blia, im Sommer de Dia und im Herbst koa G’schia.“ – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Grillitsch: Da bin ich!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Werner Kummerer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Grillitsch, wenn er noch da ist (Abg. Grillitsch: Da bin ich!) – entschuldige, habe ich nicht gese-
Abg. Grillitsch: Um was denn?
hen –, und auch Herr Kollege Wittauer: Es geht nicht um das Schüren von Neidkomplexen. (Abg. Grillitsch: Um was denn?) Es geht nicht um das Auseinanderdividieren, sondern es geht um das Darstellen von Tatsachen, was Kollege Faul ja auch gemacht hat.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Aus diesem Grund sollten wir die Entwicklung des ländlichen Raumes als Ganzes, als nationale Aufgabe sehen. Die Europäische Union gibt uns diesbezüglich Handlungsspielraum. Wir glauben, dass in Österreich die Subventionen überwiegend für die Landwirtschaft eingesetzt werden. Der restliche Teil ist, Herr Minister – ich sage das ganz bewusst –, beschämend gering. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ
Meine Damen und Herren! Ich meine, der ländliche Raum braucht die Landwirtschaft, keine Frage (Beifall bei der SPÖ), aber er braucht auch mehr als die Landwirtschaft, denn ein ländlicher Raum, wo die Landwirtschaft isoliert ist, ohne Umfeld, ohne Kaufkraft der Konsumenten, ist zum Scheitern verurteilt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich meine, der ländliche Raum braucht die Landwirtschaft, keine Frage (Beifall bei der SPÖ), aber er braucht auch mehr als die Landwirtschaft, denn ein ländlicher Raum, wo die Landwirtschaft isoliert ist, ohne Umfeld, ohne Kaufkraft der Konsumenten, ist zum Scheitern verurteilt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! Überdenken Sie die Prioritäten! Sehen auch Sie den ländlichen Raum als Ganzes! Fördern Sie die Betriebe, die es brauchen, und führen Sie endlich Obergrenzen ein! Dann werden Sie bei zukünftigen Budgets auch mit unserer Zustimmung rechnen können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Lichtenberger: Die Äpfel verteilt immer noch die Eva!
Abgeordneter Johannes Schweisgut (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine Damen und Herren auf der Galerie! Ich möchte ein Wortspiel zum Thema Apfel, das ein Abgeordneter begonnen hat, kurz fortsetzen. Der betreffende Abgeordneter hat in Richtung unseres Bundeskanzlers gemeint, er sollte statt des sauren grünen doch lieber den süßeren roten nehmen. – Ich hoffe nur, er war nicht überreif, abgefallen und faul. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Lichtenberger: Die Äpfel verteilt immer noch die Eva!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Gerade der Tourismus ist insbesondere für den – landwirtschaftlich gesehen – „Ungunstraum“ von hoher Bedeutung, da gerade im ländlichen alpinen Bereich der „Urlaub am Bauernhof“ eine echte Nebeneinnahmensquelle darstellt. Wenn es heute im Tourismus zirka 15 000 Betriebe für den „Urlaub am Bauernhof“, Betriebe aus dem ländlichen Bereich, gibt, so ist das bereits ein Fünftel der gesamten österreichischen Tourismusbetriebe. Wenn man bedenkt, dass jedes siebente Bett, insgesamt zirka 170 000 Gästebetten, auf Bauernhöfen steht, dann sieht man schon allein anhand der Zahl, wie wichtig dieser Bereich für unsere Landwirte in Österreich ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
In diesem Sinne wird der Agrotourismus weiterhin eine Einnahmequelle für die Bauern bleiben und gleichzeitig Österreich nach außen entsprechend gut vertreten. Dafür bedanke ich mich bei den Vermietern und wünsche Ihnen auch eine gute Sommersaison 2003. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Wir können in Österreich des Langen und des Breiten über Energiepolitik diskutieren, uns Förderungsmechanismen überlegen – wenn wir die Bedrohung durch die Reaktoren an unseren Grenzen, in Europa, wenn wir die unfaire Konkurrenzsituation für die Atomkraft, pro Atomkraft, in Europa nicht vom Tisch bekommen, dann wird das alles im Vergleich nur ein schwaches Instrument sein. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir müssen gemeinsam versuchen – hier muss die Regierung tätig werden, aber, Herr Minister, mit Ihren Ausführungen war ich bei Gott nicht zufrieden –, die Fördermechanismen für Euratom vom Tisch zu bekommen. Wir müssen den EuratoM-Vertrag mit einer so genannten „sunset clause“ versehen, wir müssen also erreichen, dass dieses Vertragswerk, das heute schon total veraltet ist, nach 50 Jahren – das wäre im Jahr 2007 – endlich ausläuft. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Was kann unsere Regierung dazu tun? Das zu beantworten ist relativ einfach: Beim künftigen Treffen der Regierungschefs in Thessaloniki erwarte ich mir von unseren Regierungsvertretern dringendst – und das ist das Interesse der österreichischen Bevölkerung, das sie dort zu vertreten haben! –, dass sie sich für das Auslaufen des EuratoM-Vertrages einsetzen, dass unser Bundeskanzler sein politisches Gewicht in die Waagschale legt, um das zu erreichen. Das ist unverzichtbar, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Gerade seitens der Regierungen der anderen europäischen Staaten gibt es leider schmählichen Widerstand. Da gibt es leider immer noch jene, die glauben, man könne die große Lüge verbreiten, dass Atomenergie für Klimaschutzmaßnahmen geeignet sei. – Meine Damen und Herren! Das ist wissenschaftlich so unglaublich, was da behauptet wird, und das geht so weit an der Energiezukunft Europas vorbei, dass unsere Regierungsvertreter auf europäischer Ebene dringend gefordert sind, alles zu tun, um diesen Unsinn endlich zu widerlegen! Dazu braucht es aber wirklich mehr als zwei Sätze in Ihrer Erklärung, Herr Minister! (Beifall bei den Grünen.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: 30 Millionen!
Wenn der Verkehrsminister – damit müssen wir uns auseinander setzen – darauf stolz ist, viele neue Autobahnkilometer zu schaffen, wenn gleichzeitig nicht einmal ein Tropfen auf dem heißen Stein für Maßnahmen des Klimaschutzes zur Verfügung stehen (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: 30 Millionen!) – vergleichen Sie diese 30 Millionen mit dem, was zur Gesamtasphaltierung Österreichs aufgewendet wird, Herr Minister, dann sehen Sie die Relationen, um die es hier geht! – und wenn gleichzeitig in Sachen Wärmedämmung so viel an Wirtschaftsförderung drinnen wäre, dann hätte ich mir erwartet, dass eine Regierung, die wirklich an Klimaschutz, an einer Erreichung des Kyoto-Zieles interessiert ist, auch klar entsprechende Maßnahmen setzt und dieses Geld, das jetzt verasphaltiert werden soll, in den Nahverkehr investiert, für eine gerechte Mobilität, und in die thermische Gebäudesanierung, denn die sichert viermal so viele Arbeitsplätze.
Beifall bei den Grünen.
Aber das, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, müssen Sie offensichtlich erst erfassen. Ganz Europa schaut auf unsere alpinen Architekten, darauf, welche Leistungen im thermischen Bau sie erbringen. Aber Sie ignorieren das, meine Damen und Herren! Ich fordere Sie auf, setzen Sie sich damit auseinander! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Walch.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Hannes Missethon (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Frau Kollegin Lichtenberger, ich glaube, Ihre Traurigkeit ist fehl am Platz, sie ist nicht notwendig. Ich vertrete auch nicht den Standpunkt von Herrn Kollegem Faul, der gemeint hat, Grün sei unausgereift, sondern ich glaube eher das, was Frau Kollegin Machne gesagt hat: Die Grünen haben durchaus einiges zur Bewusstseinsbildung in diesem Land beigetragen und auch dazu, dass Österreich in Europa zum Umweltland Nummer eins geworden ist. Das muss man noch einmal ganz klar festhalten. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Walch.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Der erste Aspekt ist die erneuerbare Energie. Aus der EU-Richtlinie zur Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen im Elektrizitätsbinnenmarkt wurde das Ökostromgesetz abgeleitet. Dieses Ökostromgesetz hat – und das muss man nach einigen Monaten wirklich sagen – in diesem Bereich einen wirklichen Boom ausgelöst und ist zu einer wirklichen österreichischen Erfolgsstory, zu einer weiteren Erfolgsstory im Bereich Umweltpolitik geworden, geschätzte Damen und Herren! (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich möchte damit auch schon zusammenfassen: Die ökosoziale Marktwirtschaft – davon bin ich tief überzeugt – ist ein österreichisches Lebensprinzip, ein zutiefst österreichisches Politikfeld und ein Kompetenzfeld innerhalb der Europäischen Union. In der nachhaltigen Umwelt- und Agrarpolitik, geschätzte Damen und Herren, hat sich nicht Österreich an Europa zu orientieren, sondern Europa an Österreich! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Rainer Wimmer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! In diesem Budget für die Jahre 2003 und 2004 wird in fast allen Bereichen gestrichen, vorenthalten, genommen und eingespart, meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich denke dabei gerade an die unsoziale Pensionsreform, die vorige Woche von Seiten der Regierungsparteien mit allen Kräften durchgepeitscht wurde. Ich denke auch an die unsozialen Selbstbehalte, durch die in Zukunft jetzt wirklich die Zwei-Klassen-Medizin eingeführt wird. Dafür werden Sie die Verantwortung übernehmen müssen, meine sehr geschätzten Damen und Herren von den Regierungsparteien! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grillitsch: Was werden wir besteuern?
Ich denke aber auch an die unsoziale Erhöhung bei Strom, Gas und Benzin – und es ist Ihnen sogar eingefallen, dass Sie in Zukunft Kohle besteuern werden. Das ist wirklich absurd! (Abg. Grillitsch: Was werden wir besteuern?)
Beifall bei der SPÖ.
Ich sage das nicht, um damit Neid zu schüren, meine sehr geehrten Damen und Herren, aber es ist einfach eine Katastrophe, weil dieses Geld letztlich ja wieder verteilt wird, und zwar nach jenem Schlüssel, nach dem auch jetzt die Förderungen im Landwirtschaftsbereich unsozial weitergegeben werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich sage das auch deshalb, weil wir als Sozialdemokraten immer für ein anderes Förderungsmodell eingetreten sind, denn Ihr System ist falsch, es ist ungerecht, und – ich sage es ganz offen – es ist in Wirklichkeit unmoralisch, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Grillitsch.)
Abg. Grillitsch: ... fragen, warum! Weil die Gewerkschaft so polarisiert! Nehmen Sie sich selbst an der Nase, warum die Akzeptanz sinkt!
Aber ich bin nach dieser Sendung von sehr vielen Leuten angesprochen worden, und ich stelle fest, meine Damen und Herren: Die Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung sinkt. Ich sage das ganz bewusst: Die Akzeptanz sinkt! (Abg. Grillitsch: ... fragen, warum! Weil die Gewerkschaft so polarisiert! Nehmen Sie sich selbst an der Nase, warum die Akzeptanz sinkt!) Dabei geht es gar nicht so sehr um die Mittel, die zur Verfügung gestellt werden, sondern es geht um die Art der Verteilung, weil diese eben ungerecht ist! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber ich bin nach dieser Sendung von sehr vielen Leuten angesprochen worden, und ich stelle fest, meine Damen und Herren: Die Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung sinkt. Ich sage das ganz bewusst: Die Akzeptanz sinkt! (Abg. Grillitsch: ... fragen, warum! Weil die Gewerkschaft so polarisiert! Nehmen Sie sich selbst an der Nase, warum die Akzeptanz sinkt!) Dabei geht es gar nicht so sehr um die Mittel, die zur Verfügung gestellt werden, sondern es geht um die Art der Verteilung, weil diese eben ungerecht ist! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Als letzten Satz, Herr Bundesminister, noch eine Anmerkung zum Thema EU-Agrarreform: Ich verstehe nicht, warum Sie die vorgeschlagene Entkoppelung nicht mittragen wollen. Sie stellen sich damit wirklich auf die Seite der Großbauern, und das haben sich die kleinen Bauern nicht verdient! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich bin auch mit Ihren Ausführungen, geschätzter Herr Kollege Faul, überhaupt nicht einverstanden. Sie ziehen hier einen Vergleichswert aus dem Jahr 2000/2001 heran, als die Einkommen für die Bauern höher gelegen sind, während sie jetzt wieder im Keller sind. Man kann bei den bäuerlichen Einkommen nicht ein Jahr dem anderen gegenüberstellen, sondern da muss man größere Zeiträume heranziehen, um einen gerechten Vergleich anstellen zu können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: 8 Millionen! – Er hat gesagt „8 Milliarden“!
Ich möchte hier festhalten, dass unser Landwirtschaftsminister Josef Pröll sehr gut verhandelt hat und sehr wichtige Punkte im bäuerlichen Budget sichergestellt hat. Ich möchte ganz besonders darauf hinweisen, dass wir im Bereich der erneuerbaren Energie wieder neue Akzente gesetzt haben: Rund 8 Milliarden € stehen heuer zusätzlich zur Förderung von Biomasse-Anlagen zur Verfügung. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: 8 Millionen! – Er hat gesagt „8 Milliarden“!) Dieses Geld wird für die Umwelt investiert, und das bedeutet viele Arbeitsplätze für die Menschen in unserem Lande.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Im Hinblick auf diese erneuerbaren Energien ist Österreich, so glaube ich, wirklich Vorzeigeland in Europa. Die Regierung Schüssel zeigt, dass sie auf die Zukunft setzt. In diesem Sinne können wir diesem Agrarbudget gerne unsere Zustimmung geben. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen des Nationalrates! Auch ich möchte an dieser Stelle ein Danke an alle Bauern und Bäuerinnen sagen (demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP), denn sie sind wirklich jene, die unsere Kulturlandschaft so schön erhalten. Ein herzliches Danke! (Beifall bei SPÖ, ÖVP sowie der Abgeordneten Bucher und Dipl.-Ing. Pirklhuber und Bravo-Ruf bei der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP sowie der Abgeordneten Bucher und Dipl.-Ing. Pirklhuber und Bravo-Ruf bei der ÖVP.
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen des Nationalrates! Auch ich möchte an dieser Stelle ein Danke an alle Bauern und Bäuerinnen sagen (demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP), denn sie sind wirklich jene, die unsere Kulturlandschaft so schön erhalten. Ein herzliches Danke! (Beifall bei SPÖ, ÖVP sowie der Abgeordneten Bucher und Dipl.-Ing. Pirklhuber und Bravo-Ruf bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Was ich allerdings dann nicht verstehen kann, das ist die ungerechte Verteilung der Fördermittel. Ist es wirklich gerecht, meine sehr geehrten Damen und Herren, Förderungen nach der Größe der Bauernhöfe zu vergeben, wenn doch seit langem bekannt ist, dass viele kleinere und mittlere landwirtschaftliche Betriebe aus ihren Erlösen ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten können? Das beweist sicher auch das hohe Bauernsterben, aber auch die hohe Zahl der Nebenerwerbsbauern. Ist es wirklich sinnvoll, dem Bauernsterben zuzusehen, ohne Gegenmaßnahmen zu setzen? Und ich denke, das ist nicht nur darauf zurückzuführen, dass das Jahreseinkommen ein Jahr lang schlecht ist, Herr Kollege Freund, sondern darauf, dass die Bedingungen für kleinere Landwirtschaften einfach sehr schwierig sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Bravo-Ruf des Abg. Gradwohl.
Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten stehen für eine andere, eine gerechtere und sinnvollere Förderpolitik. Nicht der Grundbesitz soll gefördert werden, sondern die Arbeit soll gefördert werden! (Beifall bei der SPÖ. – Bravo-Ruf des Abg. Gradwohl.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Besondere Umweltleistungen müssen gezielt gefördert werden, und die Wettbewerbsnachteile für Bergbauern und auch für kleinere Bauern müssen gezielt ausgeglichen werden, um dem Bauernsterben entgegenzuwirken und auch um die gewachsenen Strukturen zu erhalten, denn wenn kleine Bauern nicht mehr überleben können, dann ist deren Erhaltung einfach nicht gewährleistet. Ich habe erst letztes Wochenende mit einer Bäuerin gesprochen, die gesagt hat, wenn sie gewusst hätte, wie sich die Landwirtschaft entwickelt, dann hätte sie ihren Job als Lehrerin sicher niemals aufgegeben. – Das sollte auch zum Nachdenken anregen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gradwohl – in Richtung des Abg. Grillitsch –: Da kannst du noch lernen heute!
Eine effiziente Regionalentwicklung steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der Infrastruktur. Deshalb müssen die Verkehrs- und Güterwege ausgebaut und erhalten werden. Es muss auch der öffentliche Verkehr gefördert werden – und nicht so, wie es geschehen ist, dass einfach immer mehr öffentliche Verkehrsmittel eingestellt werden und es dann wirklich so weit kommt, dass Menschen aus kleineren Regionen monatelang nicht aus ihren Ortschaften herauskommen; das ist wirklich Tatsache! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gradwohl – in Richtung des Abg. Grillitsch –: Da kannst du noch lernen heute!)
Beifall und Bravo-Ruf bei der SPÖ und Beifall des Abg. Dr. Van der Bellen. – Abg. Gradwohl – in Richtung des Abg. Grillitsch –: Da kannst du noch was lernen, gell? – Abg. Grillitsch – auf die auf ihren Sitzplatz zurückkehrende Abg. Königsberger-Ludwig weisend –: Sie hat viel gelernt von uns!
Ich hätte noch einige Dinge zu sagen, aber ich habe gesehen, dass die Zeit bereits drängt. Abschließend möchte ich nur noch sagen: Landwirtschaftspolitik muss einfach darin bestehen, Regionalentwicklung zu fördern und eine gerechte Förderpolitik für unsere Bauern und Bäuerinnen in Österreich zu gewährleisten. (Beifall und Bravo-Ruf bei der SPÖ und Beifall des Abg. Dr. Van der Bellen. – Abg. Gradwohl – in Richtung des Abg. Grillitsch –: Da kannst du noch was lernen, gell? – Abg. Grillitsch – auf die auf ihren Sitzplatz zurückkehrende Abg. Königsberger-Ludwig weisend –: Sie hat viel gelernt von uns!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die Budgets 2003 und 2004 sind auf Umweltvorsorge hin ausgelegt: Es werden neue Entwicklungen eingeleitet, heimische Ressourcen verstärkt genützt, und die Umweltqualität wird insgesamt gestärkt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Walter Schopf (SPÖ): Sehr verehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Hohes Haus! Liebe Damen und Herren! Liebe Jugend auf der Galerie, insbesondere liebe VOEST-Lehrlinge! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Angesichts solch dramatischer und auch realer Bedrohungsszenarien unternimmt die Bundesregierung nichts Entscheidendes, obwohl die Sicherheit der österreichischen Bevölkerung dadurch tatsächlich massiv bedroht ist. Gleichzeitig – und ich erinnere an die Debatte der letzten Tage – werden um zig Milliarden Schilling Kampfflieger angeschafft, die uns in einem Notfall nicht das Geringste nützen können. Allein diese Gegenüberstellung zeigt vielleicht am besten, wie unverantwortlich diese österreichische Regierung mit der Sicherheit Österreichs umgeht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich bin ein Abgeordneter aus dem Wahlkreis Mühlviertel. Die Mühlviertler und Mühlviertlerinnen haben tatsächlich Angst. Herr Minister, ich bitte Sie, zu handeln! – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Leider aber hat Brasilien seine Zuckerproduktion um eben jene Menge vergrößert, die in Europa insgesamt produziert wird, bringt diese Menge mit Gewalt auf den Weltmarkt und drängt damit viele Entwicklungsländer aus dem Zuckermarkt. Es gibt kaum noch Länder, die rentabel produzieren können. Die einzigen Entwicklungsländer, in denen die Zuckerwirtschaft noch funktioniert, sind jene, die mit Europa und unserer Zuckermarktordnung Verträge haben. Wenn Sie die europäische Zuckermarktordnung unterstützen, unterstützen Sie diese Entwicklungsländer! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber
Dass wir in Europa trotzdem Lebensmittel in hoher Qualität produzieren können, sichern die Ausgleichszahlungen. Die billigen Lebensmittel haben sie alle gern genommen (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber), in der Frage der produktionsbezogenen Ausgleichszahlungen höre ich aber keine Zustimmung. Ich frage Sie, wie das gehen soll! Nachhaltige Produktionsmethoden zu unseren Kosten sind bei diesen Weltmarktpreisen nicht möglich. Deshalb sind die Ausgleichszahlungen an die Produktion gebunden, und natürlich ist dort, wo die Produktion höher ist, der Bedarf für diese Ausgleichszahlungen entsprechend größer. Das gilt für die konventionelle Produktion genauso wie für die biologische Landwirtschaft, die allerdings nicht nur höhere Preise, sondern auch deutlich höhere Ausgleichszahlungen braucht.
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Was ist bei den jetzigen Zahlungen besser? Da ist gar nichts besser!
Nun sollen diese Ausgleichszahlungen zu einer Hofprämie umgewandelt werden. Starke Kräfte in Europa wollen die Ausgleichszahlungen vom Produktionsbezug entkoppeln und sie so von einer Ausgleichszahlung zu einer Subvention umwandeln. Dass das Geld ohne Leistung fließen soll, ist für viele eine große Versuchung. Es gibt Diskussionen unter den jungen Bauern mit Fragen und Aussagen wie: Kann es das auf Dauer geben? Wir wollen unser Geld ehrlich verdienen! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Was ist bei den jetzigen Zahlungen besser? Da ist gar nichts besser!) Wir wollen keine Zuwendungen! Wir wollen uns keine Subventionen vorhalten lassen!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Es geht aber in erster Linie um Ihre Lebensqualität, um Ihre Lebensmittel, um Ihre Lebensenergie, die durch die Bauern hergestellt und die durch Bundesminister Pröll als Lebensminister auch in Zukunft erfolgreich garantiert werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
„Die Dieselsteuer anzuheben hilft unserer Umwelt nicht.“ (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Alles in allem bleibt das eine Maßnahme, die rein budgetdienlich ist. Unserer Umwelt wird sie auf gar keinen Fall dienen – nachzulesen beim ÖAMTC! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich darf heute die Gelegenheit nützen, nochmals herzlichen Dank für diese Mittel zu sagen und die Bitte anzuschließen, diese Wertschätzung unseren Kolleginnen und Kollegen auch in Zukunft angedeihen zu lassen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn es nicht gelingt, die bäuerlichen Einkommen über Markterlöse abzusichern, werden die öffentlichen Zahlungen an die Bauern noch mehr an Bedeutung gewinnen. Faktum ist: Die Handelsketten bestimmen immer mehr, was die bäuerlichen Familien für ihre Produkte auf dem Markt erlösen. Damit die klein strukturierte Landwirtschaft, die uns besonders am Herzen liegt, auch in Zukunft existieren kann, muss die Umstellung des Fördersystems Priorität haben, das heißt: Entkoppelung der Agrarförderung von der reinen Produktion, der Arbeitseinsatz muss berücksichtigt werden, Acker- und Grünflächen müssen gleich hoch gefördert werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Familienbetriebliche Bauernhöfe schaffen insbesondere Frauenarbeitsplätze. Bauernhöfe sorgen für Pflege und naturnahe Bewirtschaftung. Aber nicht nur Bauernhöfe erhalten den ländlichen Raum, sondern auch die vielen gewerblichen und kleinindustriellen Betriebe verhindern die Landflucht. Zudem wäre es notwendig, Mittel in die ländliche Entwicklung umzuleiten, denn – und da geben Sie mir sicher alle Recht – der ländliche Raum geht uns alle an, wobei unter ländlicher Entwicklung auch öffentliche Einrichtungen zu verstehen sind, wie zum Beispiel Schulen, der Nahverkehr, Kinderbetreuungseinrichtungen und so weiter. Die derzeitige Regierung ist jedoch drauf und dran, den ländlichen Raum auszuhöhlen, anstatt ihn entsprechend zu unterstützen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Klaus Hubert Auer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Werte Damen und Herren Zuhörer! Ganz kurz zu meiner Vorrednerin: Ich habe einen kleineren Bauernhof in sehr steiler Lage zu Hause, einen Bergbauernhof, und ich darf Ihnen Folgendes sagen, Frau Kollegin Schönpass: Hätte es in den letzten Jahren und Jahrzehnten den starken Einsatz des Bauernbundes nicht gegeben, hätten wir unseren Hof schon längst aufgelassen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Gradwohl.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
47 Prozent der Fläche Österreichs sind mit Wald bedeckt, in Kärnten und in der Steiermark sind es sogar 60 Prozent: Das macht in Summe in Österreich rund 4 Millionen Hektar Wald aus. Das sind zwar nur 0,1 Prozent oder 1 Promille der Weltwaldfläche, aber mit 14 Millionen Festmetern Einschlag produziert Österreich 10 Millionen Kubikmeter Schnittholz, davon gehen 6 Millionen Kubikmeter Schnittholz in den Export. Damit ist Österreich einer der größten Schnittholzexporteure der Welt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Wir brauchen daher viel Verständnis seitens der Bevölkerung für die Bewirtschaftung unseres Waldes. Im Budget sind immerhin rund 13 Millionen € für das Jahr 2003 vorgesehen, das macht allerdings nur ein halbes Prozent des Agrarbudgets aus. Es wird für Forstaufschließungen, Hochlagenaufforstung und so weiter verwendet, das ist schon von einem Vorredner erwähnt worden. Aber trotz dieses geringen Budgetanteiles ist die erbrachte Leistung, glaube ich, wirklich hervorragend. Der Dank gilt den vielen Waldbesitzern, den Holzarbeitern und Holzverarbeitern, die diese großen Leistungen vollbringen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit so stark abgesichert haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ sowie Beifall des Abg. Winkler.
Trotzdem gibt es auch künftighin einiges zu tun. Die Forst- und Holzwirtschaft ist ein wichtiger Arbeitgeber im ländlichen Raum. Diesbezüglich darf ich unseren größten Forst- und Waldbesitzer, die Österreichischen Bundesforste, in die Pflicht rufen: Sie müssen diese Vorbildfunktion auch weiterhin wahrnehmen und dürfen sich mit ihren Betrieben und Revieren, vor allem aber mit ihrem Personal, nicht aus dem ländlichen Raum zurückziehen! (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ sowie Beifall des Abg. Winkler.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Die Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft sollte auch für die Politik im Allgemeinen Gültigkeit haben. Wir müssen einfach hin zu einem Nachhaltigkeitsstaat! Stimmen Sie daher diesem Nachhaltigkeitsbudget zu! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Um das Fördervolumen zu erhalten und die Erfordernisse der kommunalen Abwasserrichtlinie 2012 erfüllen zu können, ist daher eine höhere Dotierung des Wasserwirtschaftsfonds im Rahmen der bevorstehenden Finanzausgleichsverhandlungen unabdingbar beziehungsweise dringend erforderlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Im Doppelbudget 2003/2004 sind entsprechende Mittel für den Klimaschutz nicht leicht zu finden. Wenn für Sie, wie Sie es ausdrücken, das Budget die in Zahlen gegossene Politik darstellt, lässt dies schlimmste Konsequenzen für eine ambitionierte nationale Klimaschutzpolitik erwarten. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Oberhaidinger: Als Wienerin!
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Ich schließe mich zwar den Ausführungen meines Vorredners hinsichtlich des Themas Müll an, bin aber nicht unbedingt seiner Meinung und habe als Wiener natürlich einen anderen Zugang. (Abg. Oberhaidinger: Als Wienerin!)
Beifall bei der ÖVP.
Aus genau diesem Grund haben wir nun einen jährlichen Altlastensanierungsbedarf von rund 70 Millionen €, der jahrelang bestehen bleiben wird, bis alle Verdachtsflächen gesichert und saniert sind. Es ist auf Dauer billiger, den Müll sofort zu behandeln und damit unschädlich zu machen, als später Altlasten teuer zu sanieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Eder: Weil die Schwarzen dagegen waren in Wien! Die Schwarzen waren dagegen, das wissen Sie! Die ÖVP war dagegen!
In Wien hat es die SPÖ jahrelang verabsäumt, dem Trend der wachsenden Müllberge durch den Bau einer dritten Müllverbrennungsanlage zu begegnen. Nun, da auf Grund der langen Vorlaufzeit die Inbetriebnahme einer weiteren notwendigen Verbrennungsanlage für Restmüll frühestens 2008 erfolgen kann, wird sich für die Stadt Wien für den abgelagerten Müll ab 1. Jänner 2004 eine finanzielle Mehrbelastung von immerhin 7,8 Millionen € jährlich ergeben. (Abg. Eder: Weil die Schwarzen dagegen waren in Wien! Die Schwarzen waren dagegen, das wissen Sie! Die ÖVP war dagegen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Sie müssen sich ja auskennen in Simmering, wenn Sie Simmeringerin sind!
Bei der nunmehrigen Standortentscheidung hat die Wiener SPÖ-Alleinregierung einen in meinen Augen wesentlichen Fehler begangen, indem sie den Standort im Simmeringer Gärtnergebiet festlegen wird – eine klare Fehlentscheidung, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, wenn man bedenkt, dass die Wiener Landwirtschaft etwa 70 Prozent des Wiener Jahresbedarfs an Obst und Gemüse deckt und der größte Teil davon im angesprochenen Anbaugebiet produziert wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Sie müssen sich ja auskennen in Simmering, wenn Sie Simmeringerin sind!) – Das stimmt, Herr Kollege. Ja, ich bin aus Simmering, Sie haben vollkommen Recht.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Sie kritisieren ständig die Umweltpolitik der Regierung und des Bundesministers Pröll, zeigen aber am Beispiel Wien Ihre eigene Inkompetenz zu diesem Thema. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Eder – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Pfeffer –: Kathi, klär das bitte auf! – Abg. Pfeffer: Ich habe dazu leider keine Zeit! Ich kann leider auf meine Vorrednerin nicht eingehen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Pfeffer. – Bitte. (Abg. Eder – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Pfeffer –: Kathi, klär das bitte auf! – Abg. Pfeffer: Ich habe dazu leider keine Zeit! Ich kann leider auf meine Vorrednerin nicht eingehen!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Katharina Pfeffer (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Mein Beitrag bezieht sich auf die erneuerbaren Energieträger. Diese haben in der internationalen Diskussion über die zukünftige Sicherung der Energieversorgung in den letzten Jahren beträchtlich an Stellenwert gewonnen. Das steigende Bewusstsein für die Risken, Gefahren und Nebenwirkungen hat die Forderungen nach einer emissionsarmen Nutzung erneuerbarer Energieträger verstärkt. Die umweltpolitische Rechtfertigung der Nutzung von Windenergie sowie deren Akzeptanz werden jedoch aufs Spiel gesetzt, wenn Windkraftanlagen in Gebieten errichtet werden, welche aus der Sicht des Naturschutzes und Landschaftsbildes bedeutsam sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In der gestrigen Sitzung des Umweltrates wurden uns Unterlagen übergeben, in welchen unter anderem auch die Errichtung weiterer Windparks registriert war. Insgesamt 103 Windräder habe ich gezählt, die, wenn alles klappt, im Burgenland – auch an der Grenze zu Niederösterreich – aufgestellt werden. Natürlich ist das eine ganze Menge, aber der Norden unseres Gebietes ist eben das stärkste Windgebiet Österreichs. 50 Millionen Kilowattstunden werden derzeit im Burgenland aus heimischen Ökostromquellen ins Stromnetz eingespeist. Und nicht nur Oberösterreich, Herr Kollege Freund, sondern auch mein Bundesland, das Burgenland, ist bei Ökostrom gegenüber den anderen Bundesländern vorbildhaft. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Trotzdem habe ich Sorge, sehr geehrter Herr Bundesminister, dass die Umweltschutzpolitik gänzlich unter die Prämissen der Agrarpolitik gestellt und ein Anhängsel der Agrarpolitik wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll
Das zeigen auch die fehlenden Mittel im Klimaschutzbereich. Von den versprochenen zusätzlichen 3 Millionen (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll), 30 Millionen, Entschuldigung, im Jahr 2004 findet sich maximal die Hälfte tatsächlich im Budget – sehr enttäuschend für mich, Herr Bundesminister. Ich darf Sie daher auffordern, hier einen dringend notwendigen Ausgleich zu schaffen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das zeigen auch die fehlenden Mittel im Klimaschutzbereich. Von den versprochenen zusätzlichen 3 Millionen (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll), 30 Millionen, Entschuldigung, im Jahr 2004 findet sich maximal die Hälfte tatsächlich im Budget – sehr enttäuschend für mich, Herr Bundesminister. Ich darf Sie daher auffordern, hier einen dringend notwendigen Ausgleich zu schaffen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Verehrte Damen und Herren! Ich bin stolz darauf, ein Vertreter der Bauern in dieser Region zu sein, und auch stolz auf die vielen landwirtschaftlichen Betriebe, die dort hervorragende Arbeit für alle Österreicherinnen und Österreicher leisten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich denke, dass wir mit dieser Bundesregierung und mit unserem Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft eine hervorragende Vertretung für die Zukunft haben und auch die großen Aufgaben wie etwa die Erweiterung der EU bewältigen werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grillitsch: Das tun wir auch!
Abgeordnete Heidrun Walther (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Über die Qualität der Umwelt- und Agrarpolitik der SPÖ-Koalitionsregierungen bis 1999 kann man diskutieren und geteilter Meinung sein. Bekanntlich waren es Koalitionsregierungen – die Einstimmigkeit im Ministerrat war Verpflichtung; alle Entscheidungen wurden also auch von den ÖVP-Ministern beschlossen und sind auch von ihnen zu verantworten. Stehen Sie bitte endlich zu dieser Verantwortung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grillitsch: Das tun wir auch!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Im Jahr 1978 – es ist schon einige Zeit her – war es unter der SPÖ-Alleinregierung jedoch möglich, eine Volksabstimmung durchzuführen; es ging um den Ausstieg Österreichs aus der Atomenergie. Diese Volksabstimmung ging knapp aus, und zwar für den Ausstieg aus der Atomenergie. Der damalige Bundeskanzler hielt sich an das Ergebnis der Volksabstimmung, womit Österreich als erstes europäisches Land aus der Atomenergie ausgestiegen ist. Unterstützen Sie daher heute noch – bis 16 Uhr ist noch Zeit – das Volksbegehren für ein atomkraftwerkfreies Europa! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe ernste Bedenken, wenn es eine Diskussion über die Privatisierung unseres Wassers gibt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Im Sinne des ländlichen Raumes bitte ich Sie, Herr Minister, ein besonderes Augenmerk auf diese Grenzregionen und auf die Förderung der Biolandwirtschaft zu legen, sie weiterhin und in verstärktem Maß zu fördern und voranzubringen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Vorarlberger Landwirtschaft bemüht sich deswegen in Zusammenarbeit mit den Verarbeitungsbetrieben, garantiert gesunde und hochwertige Lebensmittel, versehen mit der Qualitätsmarke „Luag druf“ für den heimischen Markt zu produzieren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Damit soll erreicht werden, dass die Vorarlberger Bäuerinnen und Bauern ihre hochwertigen Produkte mit einer entsprechenden Wertschöpfung vermarkten können und diese Säule des Betriebseinkommens eine entsprechende Wertigkeit behält.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ein gewisses Maß an struktureller Bereinigung wird leider nicht zu verhindern sein. Doch dieses Ansinnen der Entkoppelung wird dazu führen, dass diejenigen, die unser Land pflegen, diejenigen, die ganz nebenbei und oft unbedankt unsere Bevölkerung mit hochwertigen, naturbelassenen und gesunden Nahrungsmitteln versorgen, den Sinn in ihrer so wichtigen Arbeit nicht mehr erkennen können. Deswegen sage ich als Vorarlberger Abgeordneter – vor allem sage ich es aber als Vorarlberger Bauer – nein zu dieser Art der Entkoppelung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Auch der geringe Zugang zu Bildung – wie er hier dargestellt wurde – entspricht nicht den Tatsachen. Es wird insbesondere von den Landwirtschaftskammern ein umfassendes Bildungs- und Weiterbildungsprogramm angeboten. Ich kann Ihnen am Beispiel Niederösterreichs aufzeigen, dass im Arbeitsjahr 2002/2003 173 588 TeilnehmerInnen an diesen Veranstaltungen und Seminaren zu verzeichnen waren. Das sind nicht nur BäuerInnen, sondern auch Frauen und Männer aus dem ländlichen Raum, die gerne zu diesen Veranstaltungen kommen. Der Zugang zur Bildung ist also für die Bäuerinnen genauso gegeben wie für alle Frauen, die im ländlichen Raum leben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich möchte mich abschließend noch ganz kurz bedanken bei allen Rednern, die hier insbesondere den Wein und die Winzer hervorgestrichen haben und die Leistung dieser Berufsgruppe ganz besonders anerkannt haben. Ich denke, dass auch die Maßnahmen in Richtung Marketing und Werbung, die im Zuge der Installierung der interprofessionellen Weinkomitees jetzt in den Händen der Winzer liegen, ganz besonders dazu beitragen werden, dass der Wein auch auf dem internationalen Weinmarkt entsprechend Fuß fassen wird. Unsere Winzer produzieren hohe und höchste Qualität, die auch große Anerkennung erfährt. Das Jahr 2002 war ein wirklich wichtiges Exportjahr für Österreich, es konnte auf diesem Gebiet ein Rekord verzeichnet werden. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In diesem Zusammenhang möchte ich auch der Agrarmarkt Austria, die gestern ihren zehnten Geburtstag gefeiert hat, ein herzliches Danke dafür sagen, dass sie uns von der Landwirtschaft dabei geholfen hat. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Geschätzte Damen und Herren! Ich darf alle Österreicherinnen und Österreicher einladen: Greifen Sie zu heimischen Qualitätsprodukten, greifen Sie zu heimischen Bioprodukten! Ihr Einkauf entscheidet! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordnete Notburga Schiefermair (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Werter Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Frau Abgeordnete Binder – und da kann ich mich den Ausführungen der Abgeordneten Höllerer anschließen – hatte einige Punkte in ihrer Rede, die ich auf meine Weise beantworten möchte. Sie stellt betreffend Aushöhlung des ländlichen Raumes fest, dass diese Regierung dafür verantwortlich ist. Ich finde, das ist nicht gerechtfertigt, denn genau diese Regierung setzt sich für die Stärkung des ländlichen Raumes ein und setzt auch Taten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zum Grünen Bericht. Frau Abgeordnete Binder, Sie finden darin kein entsprechendes Kapitel über Frauen in der Landwirtschaft. Bäuerinnen sind das Paradebeispiel dafür, dass Frauen Familien, aber auch Betriebe gemeinschaftlich, partnerschaftlich führen. Sie wollen nicht separat hervorgehoben werden, denn diese Familien im Bereich der Landwirtschaft leben partnerschaftlich aktiv. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Zu den traditionellen Rollen, die auch so stark kritisiert wurden. Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Tradition so verstanden, dass Gutes erhalten bleibt, ist eine sehr schöne Aufgabe, die wir Bäuerinnen gerne erfüllen. Die Offenheit, sich auf Neues einzulassen, bringt vielen jungen Bäuerinnen große Erfüllung. Zum Beispiel haben drei meiner Nachbarinnen folgende Berufe: Eine ist Lehrerin, eine ist Journalistin und eine Altenpflegerin – und die sind sehr zufrieden. Also wir Bäuerinnen sind nicht nur dem traditionellen Rollenbild verhaftet, sondern wir sind modern. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich bedanke mich abschließend für das Budget, das Landwirtschaft, Heimat und Zukunft sichert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Franz Eßl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine geschätzten Damen und Herren! Hohes Haus! Als praktizierender Bauer habe ich die Debatte am heutigen Vormittag natürlich mit sehr großem Interesse verfolgt und habe mir auch angeschaut, wie es mit dem Interesse an der Landwirtschaft in den einzelnen Fraktionen steht. Da habe ich mit ein wenig Enttäuschung feststellen müssen, dass zum Beispiel um 10.35 Uhr gerade einmal zwölf Personen von der SPÖ-Fraktion hier anwesend waren. Ich bin der Meinung, die Landwirtschaft ist ein so wichtiges Thema, dass wir alle uns dafür Zeit nehmen sollten und dass wir alle ein klares Bekenntnis zu den Bauern und zur Landwirtschaft abgeben sollten, wie dies die ÖVP tut. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.
Wenn wir uns die Frage stellen, ob es auch in der Zukunft noch Bauern geben soll, und diese Frage, so hoffe ich, alle mit Ja beantworten, dann müssen wir auch die Bauern leben lassen. Das heißt, wir müssen Bedingungen schaffen und festigen, dass die Bauern ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.) – Wie heißen Sie? (Abg. Dr. Puswald: Mayer!) Der Herr Kollege möchte sich vorstellen, ich verstehe aber den Namen nicht. Gut, dann darf ich fortsetzen.
Abg. Dr. Puswald: Mayer!
Wenn wir uns die Frage stellen, ob es auch in der Zukunft noch Bauern geben soll, und diese Frage, so hoffe ich, alle mit Ja beantworten, dann müssen wir auch die Bauern leben lassen. Das heißt, wir müssen Bedingungen schaffen und festigen, dass die Bauern ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.) – Wie heißen Sie? (Abg. Dr. Puswald: Mayer!) Der Herr Kollege möchte sich vorstellen, ich verstehe aber den Namen nicht. Gut, dann darf ich fortsetzen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Unsere Antwort, die Antwort der ÖVP heißt ökosoziale Marktwirtschaft, verbunden mit einer flächendeckenden Bewirtschaftung! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zweitens: Für die gemeinwirtschaftlichen Leistungen brauchen wir allerdings den Umweg über den öffentlichen Haushalt; deshalb diskutieren wir ja heute auch dieses Budget. Da brauchen wir Bauern uns nicht jedes Mal vorhalten zu lassen, dass wir Subventionsempfänger sind, denn wir erbringen Leistungen für die Gesellschaft, und diese Leistungen wollen wir auch entsprechend bezahlt haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Es würde kein Mensch auf die Idee kommen, die Banken als die bestsubventionierten Unternehmen in Österreich darzustellen. Aber gerade den Banken muss der österreichische Staat jedes Jahr über 8 Milliarden € an Zinsen auf Grund der sozialistischen Schuldenpolitik überweisen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Gradwohl: In welchen? Nennen Sie die Länder?
Ich darf noch einen Aspekt einbringen, meine geschätzten Damen und Herren: Die Produktionskosten sind bei uns in Österreich ein bisschen höher, als das in anderen Ländern auf dieser Welt der Fall ist. (Abg. Gradwohl: In welchen? Nennen Sie die Länder?) Wir haben die Konkurrenz mit Australien, wir haben die Konkurrenz mit CAIRNS-Ländern, auch was die landwirtschaftlichen Produkte betrifft. Wenn ich diese Länder anspreche, dann kann ich Ihnen sagen, in diesen gibt es Arbeitskräfte, die um einen Euro arbeiten müssen – wollen wir nicht! –, aber nicht um einen Euro in der Stunde, sondern am Tag! Ich frage Sie, ob Sie wollen, dass wir diese Konkurrenzverhältnisse auf dem Arbeitsmarkt ungeregelt übernehmen. Wir in der Landwirtschaft wollen das nicht, und deshalb brauchen wir in diesem Zusammenhang entsprechende Regelungen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich darf abschließend sagen: Die österreichische Regierung tut etwas, sie setzt das Umweltprogramm um, sie macht etwas für die Bergbauern, und die Bauern machen freiwillig dabei mit. Dieses Budget bietet die Voraussetzung dafür, dass die Bauern Einkommen erwirtschaften können. Stimmen Sie diesem Budget zu! Es ist ein gutes Budget für Österreich, und es ist ein gutes Budget für die Menschen in Österreich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das ist alles auf dem Tisch!
Erstens: Herr Minister, Sie sind uns bis heute die Antwort schuldig geblieben, was jetzt mit den Kompetenzzentren passiert im Biolandbau, die Strategie Bio-Austria. Das wäre eine Zukunftsschiene, wo wir marktmäßig vorankämen, wo wir EU-mäßig punkten würden, wo wir genau im Konzept der Agrarreform liegen, die Fischler auf den Tisch legt, und wo wir vor allem auch den KonsumentInnen ein breiteres, gesünderes Angebot ermöglichen könnten. Bitte, geben Sie uns eine Antwort! (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das ist alles auf dem Tisch!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Lebensmittelkontrolle ist Ländersache!
Die zweite Seite, die angesprochen worden ist, und der zweite Aspekt, der wichtig ist: Gerade für die Konsumenten ist die Frage der Lebensmittelsicherheit, die eng gekoppelt ist mit der Frage der Lebensmittelkontrolle, wichtig. Herr Minister, Sie sind auch mit in der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit. Auch Ihr Ressort gibt 31 Millionen für diese wichtige Kontrollaufgabe aus. Nur – Sie wissen das wahrscheinlich besser als ich –: Das ist viel zu wenig! Sie wissen wahrscheinlich, dass die Studie ROI einen viel höheren Finanzbedarf für eine effiziente Lebensmittelkontrolle veranschlagt hat. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Lebensmittelkontrolle ist Ländersache!) Wenn es nämlich so weitergeht, wie es hier gesetzlich beschlossen worden ist – gegen unsere Stimmen! –, dann müssen Sie 500 von 1 200 Mitarbeitern sozusagen auf der Stelle entlassen, und dann haben wir mit 700 Mitarbeitern für diesen wichtigen Bereich der landwirtschaftlichen Futtermittelkontrolle und der Lebensmittelkontrolle einen viel zu niedrigen Standard. Dann können wir praktisch zusperren, und die Agentur wird ein Konkursfall. Das wollen wir nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Die zweite Seite, die angesprochen worden ist, und der zweite Aspekt, der wichtig ist: Gerade für die Konsumenten ist die Frage der Lebensmittelsicherheit, die eng gekoppelt ist mit der Frage der Lebensmittelkontrolle, wichtig. Herr Minister, Sie sind auch mit in der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit. Auch Ihr Ressort gibt 31 Millionen für diese wichtige Kontrollaufgabe aus. Nur – Sie wissen das wahrscheinlich besser als ich –: Das ist viel zu wenig! Sie wissen wahrscheinlich, dass die Studie ROI einen viel höheren Finanzbedarf für eine effiziente Lebensmittelkontrolle veranschlagt hat. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Lebensmittelkontrolle ist Ländersache!) Wenn es nämlich so weitergeht, wie es hier gesetzlich beschlossen worden ist – gegen unsere Stimmen! –, dann müssen Sie 500 von 1 200 Mitarbeitern sozusagen auf der Stelle entlassen, und dann haben wir mit 700 Mitarbeitern für diesen wichtigen Bereich der landwirtschaftlichen Futtermittelkontrolle und der Lebensmittelkontrolle einen viel zu niedrigen Standard. Dann können wir praktisch zusperren, und die Agentur wird ein Konkursfall. Das wollen wir nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Abschließend zum Lebensmittelgesetz. Sie sagen immer, Sie brauchen die KonsumentInnen als PartnerInnen. Jawohl! Sie brauchen auch das Vertrauen der KonsumentInnen, keine Frage. Ihre Produkte sollen ja gekauft werden. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.)
zu Abg. Grillitsch gewandt
Der Einsatz von Tierarzneimitteln ist eine sehr heikle Sache. Da haben wir zwar eine gesetzliche Änderung gemacht, aber diese greift nicht. Und Sie werden es merken: In 14 Tagen kann ich Ihnen einen Fall nennen, wo es wieder massive Verstöße gibt und wo wieder schwarze Schafe in Ihren Reihen illegale Importe vornehmen, und das Ganze geht dann zu Lasten Ihrer (zu Abg. Grillitsch gewandt) Branche und zu Lasten unseres Konsums im Lebensmittelbereich. Dann wird deutlich werden, dass es nach wie vor Vollzugsdefizite beim Lebensmittelgesetz gibt. Und Sie, Herr Minister, sollten sich auch stark machen, denn ich werde Ihnen diese Fälle in 14 Tagen auf den Tisch legen. (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: In 14 Tagen? Wenn Sie es jetzt schon wissen? – Da legen Sie es auf den Tisch in 14 Tagen?)
Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: In 14 Tagen? Wenn Sie es jetzt schon wissen? – Da legen Sie es auf den Tisch in 14 Tagen?
Der Einsatz von Tierarzneimitteln ist eine sehr heikle Sache. Da haben wir zwar eine gesetzliche Änderung gemacht, aber diese greift nicht. Und Sie werden es merken: In 14 Tagen kann ich Ihnen einen Fall nennen, wo es wieder massive Verstöße gibt und wo wieder schwarze Schafe in Ihren Reihen illegale Importe vornehmen, und das Ganze geht dann zu Lasten Ihrer (zu Abg. Grillitsch gewandt) Branche und zu Lasten unseres Konsums im Lebensmittelbereich. Dann wird deutlich werden, dass es nach wie vor Vollzugsdefizite beim Lebensmittelgesetz gibt. Und Sie, Herr Minister, sollten sich auch stark machen, denn ich werde Ihnen diese Fälle in 14 Tagen auf den Tisch legen. (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: In 14 Tagen? Wenn Sie es jetzt schon wissen? – Da legen Sie es auf den Tisch in 14 Tagen?)
Beifall bei den Grünen.
ten, Frau Kollegin Moser! Das legen Sie auf den Tisch in 14 Tagen!) – Ja, gerne! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Abgeordneter Manfred Lackner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Verehrte Frau Ministerin! Herr Minister! Hohes Haus! Gesundheitspolitik ist einer der wesentlichsten Politikbereiche, meine Damen und Herren. Es geht hier um faire Chancen und um die Teilhabe am Gesundheitssystem insgesamt, unabhängig vom sozialen Stand und vom Einkommen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Selbstbehalte wirken generell abschreckend, ohne zwischen notwendigen und weniger notwendigen Behandlungen zu unterscheiden. Insgesamt zieht die abschreckende Wirkung insbesondere für Bezieher niedriger Einkommen nachteilige gesundheitliche Folgen und Mehrkosten für das Gesundheitswesen nach sich. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Meine Damen und Herren! Die vorliegenden Erfahrungen widerlegen die Sinnhaftigkeit von generellen Selbstbehalten eindeutig. Sie verwenden Selbstbehalte in erster Linie als politisches Instrument. Sie setzen mit Ihrer neoliberalen, marktorientierten Politik ein Signal an die Starken und Gesunden in unserer Gesellschaft. Selbstbehalte sind für Sie ausschließlich ein verteilungspolitisch regressiv ausgerichtetes Finanzierungsinstrument, mit dem Sie sozial schwache und kranke Menschen an den Rand drängen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
sondern sie muss sich den neuen Herausforderungen stellen. Die finanzielle Konsolidierung darf daher nicht über Leistungskürzungen und generelle Erhöhungen von Selbstbehalten erfolgen, sondern sie muss über Produktivitäts- und Qualitätssteigerungen und mit neuen Elementen einer transparenten, gerechten Finanzierung erfolgen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Meine Damen und Herren! Ergebnis Ihrer Politik ist es, dass Sie schwachen und kranken Menschen Rechnungen über unsoziale Selbstbehalte aufbürden. Die Menschen werden Ihnen die Rechnung am Wahltag präsentieren. Sie werden für diese unsoziale Politik teuer bezahlen! – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Rufe – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Rasinger –: Handy ausschalten! – Abg. Mag. Prammer: Arzt im Dienst!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Rasinger. – Bitte. (Rufe – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Rasinger –: Handy ausschalten! – Abg. Mag. Prammer: Arzt im Dienst!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Vor wenigen Tagen hat Minister Strasser 20 Jahre Notarzthubschrauber in Österreich gefeiert. Wir haben das weltbeste Notarzt-Hubschraubersystem, und ich glaube, das ist ein Grund, stolz zu sein! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben Weichen gestellt. Ich habe gerade die Hospizbewegung erwähnt. Jawohl, das ist eine Weichenstellung! In Holland gibt es 9 600 Anträge für vorzeitige Beendigung des Lebens, für Sterbehilfe. 3 200 Leben werden jährlich beendet. Wissen Sie, wie viel das ist? Das ist genauso viel, wie das größte Pflegeheim Österreichs, das Pflegeheim Wienerwald, früher Lainz, an Betten hat! Das heißt, jährlich werden in Holland so viele Leben, wie das Pflegeheim Lainz Patienten hat, vorzeitig beendet. Ich finde, das ist ein Thema, das man beachten sollte, und da ist Österreich sehr gut unterwegs. Wir sind von einem Nachzüglerland in der Hospizbewegung gemeinsam mit der Schmerztherapie zu einem Vorzugsland in Europa geworden! Darauf sollten wir stolz sein! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
20 000 Österreicher leiden jährlich an Schlaganfall. 1989 hat es keine Rehabilitation gegeben. Damals haben Herr Minister Ettl und ich das gemeinsam ins Regierungsprogramm hineingebracht. Heute rehabilitieren wir sehr, sehr viele, aber noch immer zu wenige. Es fehlen zirka 300 bis 400 Betten, aber es geschieht in Österreich doch mehr als in jedem anderen Land in der EU – das muss man auch bei der Schlaganfallversorgung sagen –, und dadurch können wir das Pflegerisiko um 50 Prozent reduzieren – was woanders wieder Kosten einspart, aber vor allem Menschlichkeit bringt, denn das Wort Kosten soll man nicht überstrapazieren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das zweite Problem, das wir beachten müssen, sind der Nikotin- und Alkoholkonsum, der falsche Konsum. Eine Studie der Niederösterreichischen Landesregierung hat Erschütterndes gezeigt: Wir haben europaweit, weltweit mit Grönland die höchste Raucherrate bei Jugendlichen! Darauf brauchen wir wahrlich nicht stolz zu sein! Und wir haben auch eine sehr hohe Alkoholrate bei den Jugendlichen, wo Räusche an der Tagesordnung sind. Ich glaube, da müssen wir eingreifen, da hat Prävention Sinn, damit man Krankheiten in 20, 30 Jahren verhindert. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Jawohl, wir wollen Grenzen, nämlich Grenzen für chronisch Kranke! 20 Prozent der Patienten brauchen 80 Prozent der Leistung. Wir wollen Grenzen für Kranke mit kleinen Einkommen. Wer sind denn die? – Das sind meistens ältere Frauen mit kleinen Pensionen; die wollen wir nicht belasten. Das ist ganz anders als das, was Sie behaupten. Sie glauben, wir wollen die Leute neoliberal irgendwo verräumen oder ausgliedern aus dem System. Nehmen Sie uns beim Wort! Wir wollen keine Lenkeffekte, wie Herr Köck das immer predigt, mit 50 Prozent. Wir wollen das nicht. Aber sagen Sie uns einen Weg – Sie sagen ja, alles darf nicht sein –, wie wir das Gesundheitswesen finanzieren sollen! Unter anderem sind Selbstbehalte ein kleiner Beitrag – ein kleiner Beitrag! Wir als christlich-soziale Partei wollen sicher keine Strafe in der Form, dass chronisch Kranke ihre Versorgung nicht erhalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Rasinger: Ist das schlecht?
Schauen wir uns das einmal an! (Abg. Dr. Rasinger: Ist das schlecht?) – Weltklasse ist nicht schlecht, wenn man sie hat! Man darf aber nicht die Augen verschließen vor den Defiziten, die nach wie vor für Patientinnen und Patienten existieren. Diese Defizite entstehen vorwiegend deshalb, weil die Regierung – und diesen Eindruck kann man sehr schlecht verwischen – Gesundheitspolitik nahezu ausschließlich über die Kostenfrage, das heißt budgetär diskutieren will. Dass aber Gesundheitsgefährdung etwas ist, was vor Krankheiten eintritt, existiert, dass es Gesundheitsgefährdung bei bildungsfernen, einkommensschwachen Schichten gibt, dass es Gesundheitsgefährdung durch Wohn- und Arbeitssituationen und die Umwelt gibt, geht im Regierungsprogramm inmitten einigen vager, teils vollmündiger Sprüche unter und zeichnet sich jedenfalls im Budget nicht ab.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ihr Beispiel, Herr Kollege Rasinger, Rehabilitation von Schlaganfällen, zeigt doch das auf, was notwendig ist: Da fehlen für die Spätnachsorge zirka ein Drittel mehr Betten, als jetzt vorhanden sind. Da liegt beispielsweise ein 16-jähriger Moped-Verunfallter nach schwerem Schädelhirntrauma im Waldviertel in einem Altenheim, und zwar in einem Sechsbettzimmer, neben 80-jährigen Patienten. Ist das „Weltklasse“? – Ich glaube nicht! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Lentsch.
Im Regierungsprogramm steht, dass Rehabilitation wichtig ist – aber Rehabilitation gibt es doch nicht um Gottes Lohn! Und das weiß doch bitte auch Herr Rasinger! Das heißt, es fehlen in dieser Gesundheitspolitik wirklich nachhaltige Strategien; es fehlen auch weitgehend Zielvorstellungen, denn diese sind entweder unklar oder reine Schaumschlägerei. Und: Schaumschlägerei kann vielleicht die „Salzburger Nockerln“ besser machen, aber nicht die Gesundheitspolitik! (Zwischenruf der Abg. Lentsch.) – Da brauchen Sie gar nicht zu lachen! (Abg. Wittauer: Da müssen Sie ja selber lachen ...!) Das, was ich sage, ist sehr ernst. (Abg. Steibl: Man kann auch Angst machen!) – Ich mache keine Angst, sondern die Politik, die Sie machen, macht manchmal Angst! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Steibl: Die Politik der Oppositionsparteien!)
Abg. Wittauer: Da müssen Sie ja selber lachen ...!
Im Regierungsprogramm steht, dass Rehabilitation wichtig ist – aber Rehabilitation gibt es doch nicht um Gottes Lohn! Und das weiß doch bitte auch Herr Rasinger! Das heißt, es fehlen in dieser Gesundheitspolitik wirklich nachhaltige Strategien; es fehlen auch weitgehend Zielvorstellungen, denn diese sind entweder unklar oder reine Schaumschlägerei. Und: Schaumschlägerei kann vielleicht die „Salzburger Nockerln“ besser machen, aber nicht die Gesundheitspolitik! (Zwischenruf der Abg. Lentsch.) – Da brauchen Sie gar nicht zu lachen! (Abg. Wittauer: Da müssen Sie ja selber lachen ...!) Das, was ich sage, ist sehr ernst. (Abg. Steibl: Man kann auch Angst machen!) – Ich mache keine Angst, sondern die Politik, die Sie machen, macht manchmal Angst! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Steibl: Die Politik der Oppositionsparteien!)
Abg. Steibl: Man kann auch Angst machen!
Im Regierungsprogramm steht, dass Rehabilitation wichtig ist – aber Rehabilitation gibt es doch nicht um Gottes Lohn! Und das weiß doch bitte auch Herr Rasinger! Das heißt, es fehlen in dieser Gesundheitspolitik wirklich nachhaltige Strategien; es fehlen auch weitgehend Zielvorstellungen, denn diese sind entweder unklar oder reine Schaumschlägerei. Und: Schaumschlägerei kann vielleicht die „Salzburger Nockerln“ besser machen, aber nicht die Gesundheitspolitik! (Zwischenruf der Abg. Lentsch.) – Da brauchen Sie gar nicht zu lachen! (Abg. Wittauer: Da müssen Sie ja selber lachen ...!) Das, was ich sage, ist sehr ernst. (Abg. Steibl: Man kann auch Angst machen!) – Ich mache keine Angst, sondern die Politik, die Sie machen, macht manchmal Angst! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Steibl: Die Politik der Oppositionsparteien!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Steibl: Die Politik der Oppositionsparteien!
Im Regierungsprogramm steht, dass Rehabilitation wichtig ist – aber Rehabilitation gibt es doch nicht um Gottes Lohn! Und das weiß doch bitte auch Herr Rasinger! Das heißt, es fehlen in dieser Gesundheitspolitik wirklich nachhaltige Strategien; es fehlen auch weitgehend Zielvorstellungen, denn diese sind entweder unklar oder reine Schaumschlägerei. Und: Schaumschlägerei kann vielleicht die „Salzburger Nockerln“ besser machen, aber nicht die Gesundheitspolitik! (Zwischenruf der Abg. Lentsch.) – Da brauchen Sie gar nicht zu lachen! (Abg. Wittauer: Da müssen Sie ja selber lachen ...!) Das, was ich sage, ist sehr ernst. (Abg. Steibl: Man kann auch Angst machen!) – Ich mache keine Angst, sondern die Politik, die Sie machen, macht manchmal Angst! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Steibl: Die Politik der Oppositionsparteien!)
Beifall bei den Grünen.
Astronautennahrung bei schwerem Speiseröhrenkrebs, wo die Leute nichts mehr essen können, bei Krebserkrankungen im Hals-Nasen-Ohrenbereich wurden von der Kasse restriktiv mit Zuschüssen versetzt, und zwar so, dass sich PatientInnen, die ohnehin schon bis zum Geht-nicht-Mehr gequält sind, das teilweise selbst zahlen müssen – und so weiter und so fort! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Österreich liegt weltweit an dritter Stelle, was private Ausgaben im Gesundheitssektor betrifft. Weltweit an dritter Stelle! Und Sie von den Regierungsparteien wollen jetzt noch die Selbstbehalte ausweiten – von Harmonisieren war da noch gar nicht die Rede! – Angesichts dieses Umstandes: Sie wollten ja „Weltklasse“ werden, und das schaffen Sie vielleicht, und Österreich kommt, was diese privaten Ausgaben anlangt, an die erste Stelle der Welt! Aber das ist nicht gut – das wird Ihnen jeder sagen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Nochmals: Das halte ich für Großmannsucht und Schaumschlägerei! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Großruck – in Richtung des sich zu seinem Platz begebenden Abg. Dr. Grünewald –: ... beim Trinken kennt er sich aus!
Aber Schüssel hat noch einen Satz geprägt: „Zukunft braucht helle Köpfe!“ – Nicht zufällig hat der Rat für Forschung und Technologieentwicklung darauf gleich anschließend plakatieren lassen: „Auf die Birne kommt es an!“ – Die hat aber, wenn ich mich recht erinnere, „Williams“ geheißen – und nicht Wolfgang! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Großruck – in Richtung des sich zu seinem Platz begebenden Abg. Dr. Grünewald –: ... beim Trinken kennt er sich aus!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich stelle fest, dass bei jenen, die die Gesundheitspolitik dieser Regierung machen – ich darf Frau Ministerin Rauch-Kallat, vor allem aber Herrn Staatssekretär Waneck, der seit zwei Jahren dafür verantwortlich und selbst Arzt ist, was man gut erkennen kann, dafür danken –, das ernsthafte Bemühen festzustellen ist, sich auf die neuen und sehr großen Herausforderungen einzustellen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich meine nicht, dass es die Verpflichtung zur Gesundheit gibt, sondern ich meine, dass es im Interesse nicht so sehr der Ökonomie – das kommt dann hinzu –, aber vor allem der Humanität wichtig ist, das Gesundheitsbewusstsein zu fördern und möglichst viele Menschen gesund zu halten, vor allem auch möglichst viele Menschen möglichst lange gesund zu halten, denn die höhere Lebenserwartung wird nur dann ein Gewinn sein, wenn sich die gesunden oder zumindest die relativ beschwerdefreien Jahre ausdehnen – und nicht die Zeit des Siechtums und des langsamen immer morbider Werdens. Somit ist ganz klar, dass darauf die erste Priorität gesetzt werden muss. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das ist nicht nur ein Gebot der Humanität – wir in Österreich können weitaus mehr als noch in anderen Ländern auf die Solidarität unserer Mitbürger zählen, die wollen das auch –, sondern auch der Gerechtigkeit, denn das, was wir an Ergebnissen von Wissenschaft und Forschung und an Ergebnissen von Medizintechnik zur Verfügung stellen, ist ein Resultat des gesamten Gemeinwesens, ist ein Resultat unserer guten Ausbildung, der Anstrengungen, die alle Steuerzahler setzen. Und so ist es notwendig, darauf hinzuweisen, dass das, was alle schaffen und erreichen, dann auch von allen sozusagen abrufbar ist, und das wird auch für uns Freiheitliche in der Gesundheitspolitik allererste Wichtigkeit und Priorität haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Und da eine kurze Seitenbemerkung zu einer Frage. Was die Frage der legalen Drogen betrifft, ist, Gott sei Dank, zwar nicht zu jedermanns Freude, aber doch hinsichtlich des Tabakkonsums in letzter Zeit einiges Vernünftiges getan und gesagt worden. Es ist keine Frage, dass es vernünftiger ist, nicht zu rauchen, keine Frage, dass es notwendig ist, junge Leute davon abzuhalten, dass sie überhaupt in diese Sucht verfallen, aber dieses Engagement gegen die legalen Drogen sollte uns eigentlich nicht dazu verleiten, liederlich im Umgang mit illegalen Drogen zu sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Ich darf auch an Sie, Herr Dr. Grünewald – Sie sind Arzt, Sie wissen es –, appellieren: Die Verharmlosung von Cannabis ist ein Wahnsinn! Neuere Forschungen haben gezeigt, dass Cannabis – abgesehen von Langzeitschäden, was die Denkfähigkeit betrifft – tatsächlich auch Schizophrenie auslösen kann. Ich finde es unverantwortlich, so zu tun, als ob es sich hiebei um etwas handelte, das man eine Zeit lang eben konsumiert – oder nicht. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Drogenkonsum beeinträchtigt die Lebenschancen unserer jungen Leute aufs Massivste – und dem ist auch so Rechnung zu tragen, und zwar jenseits aller ideologischen Vorstellungen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Mittel dafür zur Verfügung zu stellen, wird nicht einfach sein. Man wird dafür den Apparat flott machen müssen und einmahnen müssen, was zu tun ist, nämlich die Optimierung aller vorhandenen Mittel, das heißt also: in der Verwaltung sparen, bei den ungeheuren Funktionärsprivilegien sparen – und alles, was da ist, wirklich in die Gesundheitsvorsorge hineingeben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es ist das eine gewaltige Aufgabe, die vor uns liegt, denn die Mittel, die wir jetzt schon verwenden, sind sehr hoch – und werden noch viel höher werden müssen. Wir werden all unsere Anstrengungen darein setzen müssen, dass wir das Ziel erreichen: optimale Gesundheitsvorsorgung für die gesamte Bevölkerung ohne Diskriminierung einer Gruppe. Dieses Ziel ist jedenfalls nur dann zu erreichen, wenn alle unter Verzicht auf parteipolitisches Hickhack da mitmachen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Zu Ihren Ausführungen, Herr Dr. Rasinger: Österreich war einmal Weltspitze im Zusammenhang mit der Gesundheitspolitik. Sie haben nur nicht dazugesagt, dass das in der Zeit war, in der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten für die Gesundheitspolitik verantwortlich waren! Da waren wir nämlich noch Weltspitze! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Großruck: Aber trotzdem Weltspitze ...!
Das hat sich aber dank des Eintrittes Ihrer Partei und der FPÖ in die Bundesregierung schlagartig geändert. – Das zu dem. (Abg. Großruck: Aber trotzdem Weltspitze ...!) Ja, aber nicht mehr so gut, als wir früher einmal waren – das wissen Sie ja ganz genau! –, und das wird sich dank Ihrer Politik noch weiter verschlechtern. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das hat sich aber dank des Eintrittes Ihrer Partei und der FPÖ in die Bundesregierung schlagartig geändert. – Das zu dem. (Abg. Großruck: Aber trotzdem Weltspitze ...!) Ja, aber nicht mehr so gut, als wir früher einmal waren – das wissen Sie ja ganz genau! –, und das wird sich dank Ihrer Politik noch weiter verschlechtern. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Großruck: Sind sie bei den Eisenbahnern auch unsozial?
Ich kann mich den Ausführungen meiner Vorredner und Vorrednerinnen dahin gehend anschließen, dass Selbstbehalte unsozial sind, Selbstbehalte genau jene treffen, die kranke Menschen sind (Abg. Großruck: Sind sie bei den Eisenbahnern auch unsozial?), Selbstbehalte genau jene treffen, die weniger Geld im Börsel haben (Abg. Großruck: Bei den Bauern und den Selbständigen auch unsozial?), und Selbstbehalte einzig und allein nur dazu führen, dass die Leute weniger oft zum Arzt gehen. (Abg. Großruck: Sagen Sie das den Eisenbahnern! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das bedeutet insgesamt, die Menschen in Österreich werden nicht gesünder, sondern kranker werden – dank Ihrer Politik! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Großruck: Bei den Bauern und den Selbständigen auch unsozial?
Ich kann mich den Ausführungen meiner Vorredner und Vorrednerinnen dahin gehend anschließen, dass Selbstbehalte unsozial sind, Selbstbehalte genau jene treffen, die kranke Menschen sind (Abg. Großruck: Sind sie bei den Eisenbahnern auch unsozial?), Selbstbehalte genau jene treffen, die weniger Geld im Börsel haben (Abg. Großruck: Bei den Bauern und den Selbständigen auch unsozial?), und Selbstbehalte einzig und allein nur dazu führen, dass die Leute weniger oft zum Arzt gehen. (Abg. Großruck: Sagen Sie das den Eisenbahnern! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das bedeutet insgesamt, die Menschen in Österreich werden nicht gesünder, sondern kranker werden – dank Ihrer Politik! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Großruck: Sagen Sie das den Eisenbahnern! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich kann mich den Ausführungen meiner Vorredner und Vorrednerinnen dahin gehend anschließen, dass Selbstbehalte unsozial sind, Selbstbehalte genau jene treffen, die kranke Menschen sind (Abg. Großruck: Sind sie bei den Eisenbahnern auch unsozial?), Selbstbehalte genau jene treffen, die weniger Geld im Börsel haben (Abg. Großruck: Bei den Bauern und den Selbständigen auch unsozial?), und Selbstbehalte einzig und allein nur dazu führen, dass die Leute weniger oft zum Arzt gehen. (Abg. Großruck: Sagen Sie das den Eisenbahnern! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das bedeutet insgesamt, die Menschen in Österreich werden nicht gesünder, sondern kranker werden – dank Ihrer Politik! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich kann mich den Ausführungen meiner Vorredner und Vorrednerinnen dahin gehend anschließen, dass Selbstbehalte unsozial sind, Selbstbehalte genau jene treffen, die kranke Menschen sind (Abg. Großruck: Sind sie bei den Eisenbahnern auch unsozial?), Selbstbehalte genau jene treffen, die weniger Geld im Börsel haben (Abg. Großruck: Bei den Bauern und den Selbständigen auch unsozial?), und Selbstbehalte einzig und allein nur dazu führen, dass die Leute weniger oft zum Arzt gehen. (Abg. Großruck: Sagen Sie das den Eisenbahnern! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das bedeutet insgesamt, die Menschen in Österreich werden nicht gesünder, sondern kranker werden – dank Ihrer Politik! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Während Sie sich aber noch überlegen, den Versicherten das Geld aus der Tasche zu ziehen, blähen Sie gleichzeitig den Verwaltungsapparat extrem auf! Zurzeit sind zum Beispiel zwei Ministerien – zwei Minister und ein Staatssekretär – für den Bereich des ASVG zuständig. Auch das kostet Geld, das kostet sogar sehr viel Geld. Mich erinnert das immer sehr stark an den blau-schwarzen Turmbau zu Babel: Es wird immer mehr, aber es kommt anscheinend nie etwas Gescheiteres heraus! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Jetzt ist für den Turmbau in Babel auch die Regierung verantwortlich!
Daher kann ich es nur auf den Punkt bringen: Unser noch einigermaßen gutes Gesundheitssystem wird dank Ihrer Regierung todkrank! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Jetzt ist für den Turmbau in Babel auch die Regierung verantwortlich!)
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Abgeordnete Mag. Elisabeth Scheucher-Pichler (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte, liebe Frau Ministerin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Ich möchte an meine Vorrednerin gewandt sagen: Ich weise das zurück! Frau Ministerin Rauch-Kallat hat gerade in der Vorwoche beim Beschluss der Pensionssicherungsreform bewiesen, dass sie sehr wohl darauf achtet, dass es positiv weitergeht. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Gerade das Frauenpaket, dass da geschnürt wurde, lässt sich sehen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) In dieser Regierung – ich sage es ganz bewusst noch einmal – wurde für Frauen mehr erreicht als je in einer Regierung zuvor! Das Gleiche gilt auch für den Gesundheitsbereich. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordnete Mag. Elisabeth Scheucher-Pichler (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte, liebe Frau Ministerin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Ich möchte an meine Vorrednerin gewandt sagen: Ich weise das zurück! Frau Ministerin Rauch-Kallat hat gerade in der Vorwoche beim Beschluss der Pensionssicherungsreform bewiesen, dass sie sehr wohl darauf achtet, dass es positiv weitergeht. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Gerade das Frauenpaket, dass da geschnürt wurde, lässt sich sehen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) In dieser Regierung – ich sage es ganz bewusst noch einmal – wurde für Frauen mehr erreicht als je in einer Regierung zuvor! Das Gleiche gilt auch für den Gesundheitsbereich. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Elisabeth Scheucher-Pichler (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte, liebe Frau Ministerin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Ich möchte an meine Vorrednerin gewandt sagen: Ich weise das zurück! Frau Ministerin Rauch-Kallat hat gerade in der Vorwoche beim Beschluss der Pensionssicherungsreform bewiesen, dass sie sehr wohl darauf achtet, dass es positiv weitergeht. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Gerade das Frauenpaket, dass da geschnürt wurde, lässt sich sehen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) In dieser Regierung – ich sage es ganz bewusst noch einmal – wurde für Frauen mehr erreicht als je in einer Regierung zuvor! Das Gleiche gilt auch für den Gesundheitsbereich. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Steibl: Da schau her!
Meine Damen und Herren! Trotz dem Wechsel zur Frauenpolitik: Es ist Ministerin Rauch-Kallat, es ist uns gelungen, trotz der schwierigen Budgetsituation und trotz unserer Intention, eine Budgetkonsolidierung zu erreichen, eine Aufstockung der Budgetmittel im Bereich Frauenförderung und im Bereich Frauenangelegenheiten zu erreichen (Abg. Steibl: Da schau her!), immerhin für das Jahr 2003 um 11,34 Prozent und für das Jahr 2004 um 11,98 Prozent. Bitte, das lässt sich doch sehen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Trotz dem Wechsel zur Frauenpolitik: Es ist Ministerin Rauch-Kallat, es ist uns gelungen, trotz der schwierigen Budgetsituation und trotz unserer Intention, eine Budgetkonsolidierung zu erreichen, eine Aufstockung der Budgetmittel im Bereich Frauenförderung und im Bereich Frauenangelegenheiten zu erreichen (Abg. Steibl: Da schau her!), immerhin für das Jahr 2003 um 11,34 Prozent und für das Jahr 2004 um 11,98 Prozent. Bitte, das lässt sich doch sehen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte aber auch anmerken, dass es mir persönlich sehr wichtig ist – und ich halte es auch für logisch –, dass wir eine Frau als Frauenministerin haben. (Beifall bei der ÖVP.) Ich denke, das ist der richtige Ansatz, obwohl ich auch feststelle – und ich tue das ganz bewusst –, dass Herr Vizekanzler Haupt seine Arbeit durchaus gut wahrgenommen hat.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer.
Ich war auch eine der wenigen Politikerinnen in Österreich, die die Einrichtung der Männerberatungsstellen durchaus positiv beurteilt hat. Ich tue das noch immer, weil ich denke, auch Männer brauchen Unterstützung, auch Männer brauchen Beratung, auch Männer brauchen Hilfe. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer.) Wir haben auch in Klagenfurt so eine Männerberatungsstelle, und die wird durchaus positiv angenommen, Frau Kollegin Prammer. Ich denke, im Sinne des präventiven Ansatzes – auch der Konflikte, die es in Familien sehr oft gibt – ist das durchaus eine gute Sache.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ziel muss es sein, für gleiche Arbeit und für gleiche Leistung auch gleichen Lohn zu erreichen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Wurm: Was für Jobs? Was für Jobs sind das? Teilzeitbeschäftigte ...!
Meine Damen und Herren! Wir in Österreich liegen nicht so schlecht, wie Sie das immer darzustellen versuchen. Wir liegen nicht so schlecht, die Frauenbeschäftigungsquote liegt in Österreich mit 63 Prozent um 10 Prozent über dem EU-Schnitt. (Abg. Mag. Wurm: Was für Jobs? Was für Jobs sind das? Teilzeitbeschäftigte ...!) Wir werden weiterhin innovative Kinderbetreuungsprojekte forcieren, um für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bessere Möglichkeiten zu schaffen. (Abg. Mag. Wurm: Karenzgeldbezieherinnen sind auch dabei!) Wir haben sehr, sehr viel in die Bildung investiert – hier ist unserer Bundesministerin Gehrer zu danken –, und wir haben mehr Maturantinnen und Akademikerinnen als je zuvor. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Wurm: ... das sollten Sie sagen, wenn Sie schönfärben!) Auch die Bildung von Frauen ist ein wichtiger Bereich, Frau Kollegin!
Abg. Mag. Wurm: Karenzgeldbezieherinnen sind auch dabei!
Meine Damen und Herren! Wir in Österreich liegen nicht so schlecht, wie Sie das immer darzustellen versuchen. Wir liegen nicht so schlecht, die Frauenbeschäftigungsquote liegt in Österreich mit 63 Prozent um 10 Prozent über dem EU-Schnitt. (Abg. Mag. Wurm: Was für Jobs? Was für Jobs sind das? Teilzeitbeschäftigte ...!) Wir werden weiterhin innovative Kinderbetreuungsprojekte forcieren, um für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bessere Möglichkeiten zu schaffen. (Abg. Mag. Wurm: Karenzgeldbezieherinnen sind auch dabei!) Wir haben sehr, sehr viel in die Bildung investiert – hier ist unserer Bundesministerin Gehrer zu danken –, und wir haben mehr Maturantinnen und Akademikerinnen als je zuvor. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Wurm: ... das sollten Sie sagen, wenn Sie schönfärben!) Auch die Bildung von Frauen ist ein wichtiger Bereich, Frau Kollegin!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Wurm: ... das sollten Sie sagen, wenn Sie schönfärben!
Meine Damen und Herren! Wir in Österreich liegen nicht so schlecht, wie Sie das immer darzustellen versuchen. Wir liegen nicht so schlecht, die Frauenbeschäftigungsquote liegt in Österreich mit 63 Prozent um 10 Prozent über dem EU-Schnitt. (Abg. Mag. Wurm: Was für Jobs? Was für Jobs sind das? Teilzeitbeschäftigte ...!) Wir werden weiterhin innovative Kinderbetreuungsprojekte forcieren, um für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bessere Möglichkeiten zu schaffen. (Abg. Mag. Wurm: Karenzgeldbezieherinnen sind auch dabei!) Wir haben sehr, sehr viel in die Bildung investiert – hier ist unserer Bundesministerin Gehrer zu danken –, und wir haben mehr Maturantinnen und Akademikerinnen als je zuvor. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Wurm: ... das sollten Sie sagen, wenn Sie schönfärben!) Auch die Bildung von Frauen ist ein wichtiger Bereich, Frau Kollegin!
Beifall bei der ÖVP.
enpflichten gerechter aufzuteilen. Wir haben noch immer ein Verhältnis – ich würde eher sagen: ein Missverhältnis – von 2 Prozent zu 98 Prozent! Wie die deutsche Männerstudie aufzeigt, sind es immerhin 37 Prozent der Männer, die Kinderbetreuung als Bereicherung sehen. Das würde uns an und für sich eine positive Perspektive geben. (Beifall bei der ÖVP.) Auch eine Studie des Boltzmann-Instituts zeigt viele positive Aspekte auf, die es sinnvoll machen würden, dass sich Väter mehr Zeit für Kinder nehmen würden, auch aus pädagogischen Gründen. (Abg. Mag. Wurm: Warum tun Sie es nicht, Ihrer Meinung nach?)
Abg. Mag. Wurm: Warum tun Sie es nicht, Ihrer Meinung nach?
enpflichten gerechter aufzuteilen. Wir haben noch immer ein Verhältnis – ich würde eher sagen: ein Missverhältnis – von 2 Prozent zu 98 Prozent! Wie die deutsche Männerstudie aufzeigt, sind es immerhin 37 Prozent der Männer, die Kinderbetreuung als Bereicherung sehen. Das würde uns an und für sich eine positive Perspektive geben. (Beifall bei der ÖVP.) Auch eine Studie des Boltzmann-Instituts zeigt viele positive Aspekte auf, die es sinnvoll machen würden, dass sich Väter mehr Zeit für Kinder nehmen würden, auch aus pädagogischen Gründen. (Abg. Mag. Wurm: Warum tun Sie es nicht, Ihrer Meinung nach?)
Abg. Mag. Wurm: Zu wenig Geld verdienen die Frauen!
Ich denke aber auch und bin davon überzeugt, dass hier Gesetze allein zu wenig sind. (Abg. Mag. Wurm: Zu wenig Geld verdienen die Frauen!) Frau Kollegin! Wir brauchen auch ein Umdenken, und darum gilt es zu werben, ein Umdenken in den Köpfen der Menschen, ein Umdenken in den Köpfen der Männer und der Frauen. Nur dann wird sich etwas in diesem Sinne ändern. (Abg. Mag. Wurm: Fangen Sie an bei den Männern da drüben! Eine Umfrage im ÖVP-Klub wäre interessant!)
Abg. Mag. Wurm: Fangen Sie an bei den Männern da drüben! Eine Umfrage im ÖVP-Klub wäre interessant!
Ich denke aber auch und bin davon überzeugt, dass hier Gesetze allein zu wenig sind. (Abg. Mag. Wurm: Zu wenig Geld verdienen die Frauen!) Frau Kollegin! Wir brauchen auch ein Umdenken, und darum gilt es zu werben, ein Umdenken in den Köpfen der Menschen, ein Umdenken in den Köpfen der Männer und der Frauen. Nur dann wird sich etwas in diesem Sinne ändern. (Abg. Mag. Wurm: Fangen Sie an bei den Männern da drüben! Eine Umfrage im ÖVP-Klub wäre interessant!)
Abg. Mag. Wurm: Vernetzen! – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.
Wir brauchen aber über Parteigrenzen hinweg mehr Seilschaften unter den Frauen. Machen wir doch bessere Seilschaften, liebe Kolleginnen, über Parteigrenzen hinweg! (Abg. Mag. Wurm: Vernetzen! – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.) Wir brauchen auch mehr Lobbying für all diese Bereiche, in denen es Defizite gibt. Ich lade hier auch die Männer ein, mitzuhelfen, dass Ungerechtigkeiten beseitigt werden.
Beifall bei der ÖVP.
Ich sage es noch einmal: Wir brauchen vor allem ein Umdenken in der Gesellschaft, in Richtung von mehr Partnerschaft und mehr gemeinsamer Verantwortung! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie interpretieren das falsch!
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Insbesondere: Geschätzte Damen und Herren, die sich so freuen, mich am Rednerpult zu sehen, dass das vorab schon wieder kommentiert wird! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie interpretieren das falsch!) Besonders natürlich: Sehr geschätzte Frau Ministerin Rauch-Kallat, die Sie dem Titel nach Frauenministerin sind! Dem Titel nach – denn zumindest in den ersten hundert Tagen Ihrer Ressortführung ist es mir nicht gelungen, Sie als Frauenministerin aktiv zu erleben. (Abg. Steibl: Haben Sie geschlafen? ... oder Sie halten Reden, und dann gehen Sie hinaus! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Steibl: Haben Sie geschlafen? ... oder Sie halten Reden, und dann gehen Sie hinaus! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Insbesondere: Geschätzte Damen und Herren, die sich so freuen, mich am Rednerpult zu sehen, dass das vorab schon wieder kommentiert wird! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie interpretieren das falsch!) Besonders natürlich: Sehr geschätzte Frau Ministerin Rauch-Kallat, die Sie dem Titel nach Frauenministerin sind! Dem Titel nach – denn zumindest in den ersten hundert Tagen Ihrer Ressortführung ist es mir nicht gelungen, Sie als Frauenministerin aktiv zu erleben. (Abg. Steibl: Haben Sie geschlafen? ... oder Sie halten Reden, und dann gehen Sie hinaus! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich kann zwar verstehen, dass man in einer schwarz-blauen Regierungsmannschaft als Generalsekretärin so viel Disziplin brauchte – vielleicht eine an Selbstverleugnung grenzende Disziplin –, dass es schwer ist, aus dieser Rolle wieder herauszukommen. Aber, Frau Ministerin, ich erwarte mir von jemandem in diesem Ressort, dass sie die Interessen der Frauen vertritt, dass sie als Frauenministerin und als Regierende tätig wird und nicht als Wellness- oder Lebensberaterin für Frauen in allen Lebenslagen, mit guten, aber relativ ineffizienten Tipps. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Steibl: Das war eine gute „Pressestunde“!
Lassen Sie mich das an jenen Maßnahmen etwas konkreter anschauen, die bis jetzt ausfindig zu machen gewesen sind. Ich sehe jetzt einmal ab von den guten Tipps zur Gesundheitsvorsorge, wie Sie sie uns in der „Pressestunde“ mitgeteilt haben (Abg. Steibl: Das war eine gute „Pressestunde“!) – weil ich hoffe, dass sich die Gesundheitspolitik nicht darauf beschränken wird, zu sagen: liebe Leute, tut lieber Stiegen steigen als Lift fahren; danke, diese Information hatte Österreich bereits! –, sondern ich beziehe mich darauf, welche Maßnahmen Sie zum Beispiel zum Schließen der Einkommensschere vorhaben. Ich habe im Ausschuss mehrfach versucht, Sie zu befragen, und darüber hinaus Ihren Ausführungen sehr aufmerksam zugehört. Bisher ist mir eine einzige Maßnahme bekannt geworden, Frau Ministerin: Sie planen im Rahmen der Neuauflage des Mutter-Kind-Passes einen Informations-Bon für ein Seminar für Mütter, und zwar darüber, wie sie die Kinderbetreuungsphase für Qualifikation und Weiterbildung nutzen können.
Abg. Miedl: Also es ist unerhört ...! – Ruf bei der ÖVP: Wer sagt das? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Erstens einmal würde mich interessieren, ob bei diesem Seminar automatisch eine Kinderbetreuung für die Mütter angeboten wird und ob Sie da nicht in Widerspruch zur sonstigen Ideologie der ÖVP kommen, die da sagt: Bloß keine Kinderbetreuung durch andere Personen als die Mutter in den ersten drei Lebensjahren, vielleicht gerade noch den Vater! (Abg. Miedl: Also es ist unerhört ...! – Ruf bei der ÖVP: Wer sagt das? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Wer das sagt? – Da könnte ich Ihnen Mitglieder Ihrer Regierungsmannschaft zitieren, die mir erklärt haben: Außerhäusliche Kinderbetreuung kommt aus ideologischen Gründen nicht in Frage. (Abg. Steibl: Das ist einer Abgeordneten nicht würdig! – Abg. Miedl: Unerhört ist das!) Das war noch der damalige Klubobmann Strasser in der ÖVP Niederösterreich – liebe Grüße an ihn! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Widerspruch bei der ÖVP.)
Abg. Steibl: Das ist einer Abgeordneten nicht würdig! – Abg. Miedl: Unerhört ist das!
Erstens einmal würde mich interessieren, ob bei diesem Seminar automatisch eine Kinderbetreuung für die Mütter angeboten wird und ob Sie da nicht in Widerspruch zur sonstigen Ideologie der ÖVP kommen, die da sagt: Bloß keine Kinderbetreuung durch andere Personen als die Mutter in den ersten drei Lebensjahren, vielleicht gerade noch den Vater! (Abg. Miedl: Also es ist unerhört ...! – Ruf bei der ÖVP: Wer sagt das? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Wer das sagt? – Da könnte ich Ihnen Mitglieder Ihrer Regierungsmannschaft zitieren, die mir erklärt haben: Außerhäusliche Kinderbetreuung kommt aus ideologischen Gründen nicht in Frage. (Abg. Steibl: Das ist einer Abgeordneten nicht würdig! – Abg. Miedl: Unerhört ist das!) Das war noch der damalige Klubobmann Strasser in der ÖVP Niederösterreich – liebe Grüße an ihn! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Widerspruch bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Widerspruch bei der ÖVP.
Erstens einmal würde mich interessieren, ob bei diesem Seminar automatisch eine Kinderbetreuung für die Mütter angeboten wird und ob Sie da nicht in Widerspruch zur sonstigen Ideologie der ÖVP kommen, die da sagt: Bloß keine Kinderbetreuung durch andere Personen als die Mutter in den ersten drei Lebensjahren, vielleicht gerade noch den Vater! (Abg. Miedl: Also es ist unerhört ...! – Ruf bei der ÖVP: Wer sagt das? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Wer das sagt? – Da könnte ich Ihnen Mitglieder Ihrer Regierungsmannschaft zitieren, die mir erklärt haben: Außerhäusliche Kinderbetreuung kommt aus ideologischen Gründen nicht in Frage. (Abg. Steibl: Das ist einer Abgeordneten nicht würdig! – Abg. Miedl: Unerhört ist das!) Das war noch der damalige Klubobmann Strasser in der ÖVP Niederösterreich – liebe Grüße an ihn! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Widerspruch bei der ÖVP.)
Bundesministerin Rauch-Kallat: 11 Prozent!
Ich habe Sie zweitens gefragt, wie Sie denn mit den Budgetmitteln in Ihrem Ressort umgehen wollen. Das ist nicht ganz unpikant, wenn man weiß, dass ungefähr 5 Millionen € im Jahr, also 1 Prozent des Ressortbudgets, dazu da sind, das hehre Ziel der Abschaffung aller Formen der Diskriminierung der Frau zu erreichen. Ich meine, sich zu trauen, so etwas hinzuschreiben, zeugt schon von einigem Mut. Sie haben mir darauf geantwortet, als ich wissen wollte, wie Sie das denn mit 5 Millionen € im Jahr machen wollen: Es ist toll, dass trotz der Budgetkonsolidierung die 5 Millionen nicht gekürzt wurden. – Gut, das finde ich auch; eine Steigerung wäre noch toller gewesen. (Bundesministerin Rauch-Kallat: 11 Prozent!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Allerdings ist damit noch nicht die Frage beantwortet, wie sie damit jetzt die Diskriminierung der Frau abschaffen wollen. Diese Antwort geben Sie auch nicht wirklich, Sie sagen nur: Frauenpolitik ist eine Querschnittsmaterie. – Frau Ministerin, auch das wussten wir schon! Frau Ministerin, ich erwarte mir von einer Frauenministerin mehr als Appelle und Briefe zu schreiben an die Regierungskollegen, wobei dahinter noch nicht einmal besonderer Nachdruck gesetzt werden dürfte. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Mainstreaming zur Pensionsreform und zur Steuerreform geben, aber im Nachhinein! – Meine sehr geehrten Damen und Herren, der Sinn und Zweck von Gender Mainstreaming ist es, im Vorhinein zu prüfen, ob es zu einer weiteren Verzerrung von geschlechtsspezifischen Auswirkungen kommt, damit man gegensteuern kann – aber nicht, damit man nachher vielleicht bestätigt bekommt, dass die Befürchtungen richtig waren, dass Frauen durch diese Pensionsreform deutlich schlechter gestellt werden! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Präsident Dr. Khol übernimmt den Vorsitz.
Was aber sagt die Frau Frauenministerin zum Gender Mainstreaming im Budget? – Sie erklärt mir, dass es heuer für die technischen Arbeiten im Zuge der Überführung des Frauenbudgets in ein neues Ministerium und die Eingabe der neuen Budgetdaten im Zentralcomputer des Finanzministeriums nur eine sehr knappe Zeitspanne gab, sodass es nicht möglich war, die Vorhaben für 2003 und 2004 zu verwirklichen, et cetera. (Präsident Dr. Khol übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Großruck: Eher!
Frau Ministerin! Erstens finde ich das Argument der Dateneingabe als einen Grund, warum man Gender Mainstreaming nicht machen konnte, selbsterklärend: das ist armselig! Zweitens dürften Sie irgendetwas missverstanden haben, wenn ich das richtig lese, oder ich habe Ihre Antwort irgendwo missverstanden. (Abg. Großruck: Eher!) Aber es ging nicht um das Frauenbudget. Ich wollte nicht ein Gender Mainstreaming des Frauenbudgets erreicht haben, ich wollte ein Gender Mainstreaming des Gesamtbudgets. Denn das wirkt sich sehr, sehr unterschiedlich auf Männer und Frauen aus! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Frau Ministerin! Erstens finde ich das Argument der Dateneingabe als einen Grund, warum man Gender Mainstreaming nicht machen konnte, selbsterklärend: das ist armselig! Zweitens dürften Sie irgendetwas missverstanden haben, wenn ich das richtig lese, oder ich habe Ihre Antwort irgendwo missverstanden. (Abg. Großruck: Eher!) Aber es ging nicht um das Frauenbudget. Ich wollte nicht ein Gender Mainstreaming des Frauenbudgets erreicht haben, ich wollte ein Gender Mainstreaming des Gesamtbudgets. Denn das wirkt sich sehr, sehr unterschiedlich auf Männer und Frauen aus! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Nehmen Sie endlich zu Kenntnis: 52 Prozent der Bevölkerung Österreichs sind über weite Strecken immer wieder mit Nachteilen konfrontiert, und nicht alle schaffen es aus eigener Kraft! Selbst diejenigen, die glauben, es aus eigener Kraft geschafft zu haben, sind offenbar manchmal in einer Situation, die ich nicht ohne Einschränkungen als die einer rundum emanzipierten Frau bezeichnen würde. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Es sind eine ganze Menge Vorschläge gemacht worden!
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! An die Adresse meiner Vorrednerin gerichtet: Es ist sicher nicht positiv für die Frauen – und wir werden auch keine Maßnahmen weiterbringen –, wenn nur polemisiert wird und wenn keine direkten Vorschläge gemacht werden, wenn nachhaltige Reformen andauernd nur schlecht gemacht und keine konkreten Ansätze gemacht werden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Es sind eine ganze Menge Vorschläge gemacht worden!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Wurm: Da trauen Sie sich ja kaum zu applaudieren!
Freiheitliche Frauenpolitik basiert auf vollständiger Gleichberechtigung und auf Gleichrangigkeit von Frauen und Männern. Wahlfreiheit und Selbstentscheidung ist die Devise. Wir stehen für Maßnahmen, die Eigenständigkeit und Selbstbewusstsein von Frauen fördern, wir stehen für Maßnahmen, die Frauen in allen Lebenslagen betreffen, ob es nun Beruf und Karriere für Frauen betrifft oder ob es um Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht. Wir stehen auch für Maßnahmen, die Frauen ermutigen, atypische Berufe zu ergreifen, die es ihnen erleichtern, mit gleichen Qualifikationen die Karriereleiter leichter nach oben zu klettern. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Wurm: Da trauen Sie sich ja kaum zu applaudieren!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es ist leider nach wie vor eine Tatsache – es wurde von einer Vorrednerin erwähnt – dass 75 Prozent der Mädchen nach wie vor drei klassische Berufe ergreifen, obwohl sie eine Auswahlmöglichkeit unter über 280 Berufen hätten. Daher finde ich, dass mit Aktionen wie dem „Girls’ Day“ oder dem Projekt „M.U.T.“, bei denen Mädchen in technische Berufe hineinschnuppern können und bei denen ihnen Mut gemacht wird, auch in zukunftsträchtigen Berufen Fuß zu fassen, ganz konkrete Akzente gesetzt werden und ein bedeutender Schritt für die nachhaltige Frauen- und Mädchenförderung getan wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich bin selbst im Rahmen eines Mentoring-Projektes von einer Mentee aufgefordert, gebeten worden, eine Mentorenschaft zu übernehmen, und das nicht als Politikerin, sondern in meinem so genannten Normalberuf als Vermessungsingenieurin. Ich kann Ihnen sagen, dass es sehr spannend und interessant ist, junge, engagierte Frauen bei ihrer beruflichen Weiterentwicklung zu unterstützen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Weinzinger: Wo denn?
Im Budgetkapitel 17, Frauen und Gesundheit, sind Mittel für Frauen im Jahr 2003 von 5,1 Millionen €, im Jahr 2004 von 5,6 Millionen € vorgesehen, was fast eine Steigerung von einer Million € gegenüber dem Jahr 2002 bedeutet. In Wirklichkeit ist aber für frauenspezifische Maßnahmen viel mehr Geld vorhanden, denn Frauenpolitik ist eine Querschnittsmaterie und in fast jedem Kapitel des Budgetvoranschlages vorhanden. (Abg. Mag. Weinzinger: Wo denn?) – Frau Kollegin, um Ihnen sofort zu antworten: Es gibt spezielle Frauenförderungen im Leistungssport. Es gibt spezielle Förderungen für Mädchen- und Frauenbildung, die im Wissenschaftsministerium angesiedelt sind. Auch die Interventionsstelle für Gewalt und Familie ist ein gemeinsames Projekt, wobei Budget im Innenministerium und im Frauenministerium vorgesehen ist. Und für Kindererziehung sind im Rahmen des Kinderbetreuungsgeldes über 913 Millionen € im Jahr 2004 vorgesehen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
„Der eine“ – und damit meine ich Sie, meine Damen und Herren von SPÖ und Grünen – „wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere“ – damit meine ich uns Freiheitliche – „packt sie ... an und handelt.“ – Zitatende. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Das ist hart! Wofür der Dante da missbraucht wird, ist wirklich hart. – Abg. Dr. Rasinger: Der Dante hat schon gewusst, was er schreibt!
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich denke, das ist jetzt das Gebot der Stunde! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Das ist hart! Wofür der Dante da missbraucht wird, ist wirklich hart. – Abg. Dr. Rasinger: Der Dante hat schon gewusst, was er schreibt!)
Beifall bei der SPÖ. – Jawohl-Rufe und Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Barbara Prammer (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Es trennt uns halt vieles: das, was Sie unter Frauenpolitik verstehen, und das, was wir unter Frauenpolitik verstehen, so wie Sie die Frauen sehen in dieser Gesellschaft und wie wir die Frauen sehen in unserer Gesellschaft. Wir sind der Meinung, Frauen haben auf eigenen Beinen zu stehen und Frauen brauchen dazu auch die Rahmenbedingungen. Sie sind keine Bittstellerinnen. Es geht um Rechtsansprüche! (Beifall bei der SPÖ. – Jawohl-Rufe und Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Murauer: Sie reden von der Vergangenheit!
Wann immer wir von Rechtsansprüchen reden, unterstellen Sie uns, das sei Jammerei, das sei Schlechtmachen oder was immer. Die Maßnahmen, die Sie setzen, heißen ganz klar – ich erinnere an den Härtefonds bei den Pensionen –: Weg mit den Rechtsansprüchen, hin zu Almosen und BittstellerInnentum! (Abg. Murauer: Sie reden von der Vergangenheit!) Und das ist unsere Politik nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Amon: Wo sind denn Ihre Männer, Frau Kollegin? – Abg. Steibl: Frau Kollegin, Sie haben die Anträge nicht gelesen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Amon: Wo sind denn Ihre Männer, Frau Kollegin? – Abg. Steibl: Frau Kollegin, Sie haben die Anträge nicht gelesen!
Wann immer wir von Rechtsansprüchen reden, unterstellen Sie uns, das sei Jammerei, das sei Schlechtmachen oder was immer. Die Maßnahmen, die Sie setzen, heißen ganz klar – ich erinnere an den Härtefonds bei den Pensionen –: Weg mit den Rechtsansprüchen, hin zu Almosen und BittstellerInnentum! (Abg. Murauer: Sie reden von der Vergangenheit!) Und das ist unsere Politik nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Amon: Wo sind denn Ihre Männer, Frau Kollegin? – Abg. Steibl: Frau Kollegin, Sie haben die Anträge nicht gelesen!)
Abg. Amon – demonstrativ Beifall spendend –: Das war gut!
Frau Ministerin, ich habe Ihnen auch zugehört am Sonntag Vormittag in der „Pressestunde“. (Abg. Amon – demonstrativ Beifall spendend –: Das war gut!) Wissen Sie, wir haben Ihnen am Anfang, als Sie Ministerin geworden sind, durchaus eine Chance gegeben und gemeint: Ja, da sitzt jetzt wieder eine Frau, und dieser Frau wird sich für die Anliegen der Frauen einsetzen. (Abg. Mag. Regler: Das macht sie auch!) Es sind alle Politikerinnen aller Parteien hier gestanden und haben das gesagt. Aber Sie haben diese Chance nicht wahrgenommen! Das, was Sie vermitteln, ist: Dieses Thema ist Ihnen nicht nur egal, es ist Ihnen lästig! (Abg. Mag. Regler: Was?) Diesen Eindruck vermitteln Sie nicht nur uns, den OppositionspolitikerInnen, sondern diesen Eindruck vermitteln Sie den Frauen in diesem Land! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Regler: Den Eindruck hat sie auf mich noch nie gemacht! Das ist ja lächerlich!)
Abg. Mag. Regler: Das macht sie auch!
Frau Ministerin, ich habe Ihnen auch zugehört am Sonntag Vormittag in der „Pressestunde“. (Abg. Amon – demonstrativ Beifall spendend –: Das war gut!) Wissen Sie, wir haben Ihnen am Anfang, als Sie Ministerin geworden sind, durchaus eine Chance gegeben und gemeint: Ja, da sitzt jetzt wieder eine Frau, und dieser Frau wird sich für die Anliegen der Frauen einsetzen. (Abg. Mag. Regler: Das macht sie auch!) Es sind alle Politikerinnen aller Parteien hier gestanden und haben das gesagt. Aber Sie haben diese Chance nicht wahrgenommen! Das, was Sie vermitteln, ist: Dieses Thema ist Ihnen nicht nur egal, es ist Ihnen lästig! (Abg. Mag. Regler: Was?) Diesen Eindruck vermitteln Sie nicht nur uns, den OppositionspolitikerInnen, sondern diesen Eindruck vermitteln Sie den Frauen in diesem Land! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Regler: Den Eindruck hat sie auf mich noch nie gemacht! Das ist ja lächerlich!)
Abg. Mag. Regler: Was?
Frau Ministerin, ich habe Ihnen auch zugehört am Sonntag Vormittag in der „Pressestunde“. (Abg. Amon – demonstrativ Beifall spendend –: Das war gut!) Wissen Sie, wir haben Ihnen am Anfang, als Sie Ministerin geworden sind, durchaus eine Chance gegeben und gemeint: Ja, da sitzt jetzt wieder eine Frau, und dieser Frau wird sich für die Anliegen der Frauen einsetzen. (Abg. Mag. Regler: Das macht sie auch!) Es sind alle Politikerinnen aller Parteien hier gestanden und haben das gesagt. Aber Sie haben diese Chance nicht wahrgenommen! Das, was Sie vermitteln, ist: Dieses Thema ist Ihnen nicht nur egal, es ist Ihnen lästig! (Abg. Mag. Regler: Was?) Diesen Eindruck vermitteln Sie nicht nur uns, den OppositionspolitikerInnen, sondern diesen Eindruck vermitteln Sie den Frauen in diesem Land! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Regler: Den Eindruck hat sie auf mich noch nie gemacht! Das ist ja lächerlich!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Regler: Den Eindruck hat sie auf mich noch nie gemacht! Das ist ja lächerlich!
Frau Ministerin, ich habe Ihnen auch zugehört am Sonntag Vormittag in der „Pressestunde“. (Abg. Amon – demonstrativ Beifall spendend –: Das war gut!) Wissen Sie, wir haben Ihnen am Anfang, als Sie Ministerin geworden sind, durchaus eine Chance gegeben und gemeint: Ja, da sitzt jetzt wieder eine Frau, und dieser Frau wird sich für die Anliegen der Frauen einsetzen. (Abg. Mag. Regler: Das macht sie auch!) Es sind alle Politikerinnen aller Parteien hier gestanden und haben das gesagt. Aber Sie haben diese Chance nicht wahrgenommen! Das, was Sie vermitteln, ist: Dieses Thema ist Ihnen nicht nur egal, es ist Ihnen lästig! (Abg. Mag. Regler: Was?) Diesen Eindruck vermitteln Sie nicht nur uns, den OppositionspolitikerInnen, sondern diesen Eindruck vermitteln Sie den Frauen in diesem Land! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Regler: Den Eindruck hat sie auf mich noch nie gemacht! Das ist ja lächerlich!)
ironische Heiterkeit bei der ÖVP
Wann immer Sie vage werden, nichts Konkretes sagen, dann geht es ganz sicher um die Frauenpolitik (ironische Heiterkeit bei der ÖVP), ob das jetzt der Arbeitsmarkt ist oder anderes. Über die Pensionen mag ich gar nicht mehr reden. Auf der einen Seite schalten Sie Werbesendungen im Fernsehen, um zu preisen, wie toll die Maßnahmen dieser Pensionsreform sind, gleichzeitig sagen Sie in der „Pressestunde“ – und das können wir auch in den Zeitungen nachlesen –, Sie brauchen eine Pensionsreform Nummer 2, um endlich Kindererziehungszeiten und Ähnliches entsprechend anrechnen zu können. (Abg. Steibl: Wo sind denn die SPÖ-Damen, Frau Kollegin! Die Bänke sind leer, Frau Kollegin Prammer! Wo sind Ihre Kolleginnen?) Wissen Sie, das ist nicht die Politik, die Frauen in diesem Land brauchen.
Abg. Steibl: Wo sind denn die SPÖ-Damen, Frau Kollegin! Die Bänke sind leer, Frau Kollegin Prammer! Wo sind Ihre Kolleginnen?
Wann immer Sie vage werden, nichts Konkretes sagen, dann geht es ganz sicher um die Frauenpolitik (ironische Heiterkeit bei der ÖVP), ob das jetzt der Arbeitsmarkt ist oder anderes. Über die Pensionen mag ich gar nicht mehr reden. Auf der einen Seite schalten Sie Werbesendungen im Fernsehen, um zu preisen, wie toll die Maßnahmen dieser Pensionsreform sind, gleichzeitig sagen Sie in der „Pressestunde“ – und das können wir auch in den Zeitungen nachlesen –, Sie brauchen eine Pensionsreform Nummer 2, um endlich Kindererziehungszeiten und Ähnliches entsprechend anrechnen zu können. (Abg. Steibl: Wo sind denn die SPÖ-Damen, Frau Kollegin! Die Bänke sind leer, Frau Kollegin Prammer! Wo sind Ihre Kolleginnen?) Wissen Sie, das ist nicht die Politik, die Frauen in diesem Land brauchen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Sie sollten die Wahlfreiheit zulassen! Zum Beispiel gerade bei der Kinderbetreuung!
Sie reden von Wahlfreiheit, doch das ist eine Wahlfreiheit, die die Frauen nicht schätzen, denn es geht nicht um die Wahlfreiheit, sondern es geht um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Es geht nicht um das eine oder das andere, weil wir genau wissen, dass auf der einen Seite das Erforderliche gar nicht vorhanden ist – denn wie sollte eine Frau wählen können, sich also zum Beispiel für die Berufstätigkeit entscheiden, wenn noch immer die Kinderbetreuungseinrichtungen in diesem Lande fehlen? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Sie sollten die Wahlfreiheit zulassen! Zum Beispiel gerade bei der Kinderbetreuung!)
Abg. Mag. Weinzinger: Na bravo!
Frau Ministerin! Sehr konkret sind Sie in der „Pressestunde“ bei einer sehr konkreten Frage der Journalistin Linsinger gewesen. Auf die Frage: Wie wird es sein mit den Kinderbetreuungseinrichtungen beziehungsweise dem Geld, der so genannten Kinderbetreuungsmilliarde?, ist die einzige klare Aussage, die Sie getroffen haben, gewesen: Geld wird es keines geben! (Abg. Mag. Weinzinger: Na bravo!)
Beifall bei der SPÖ.
Die Liste ist so lange. Ich kann nur feststellen: Bei der Frauenignoranz, die Sie an den Tag legen, Frau Ministerin, ist es wirklich den Namen nicht wert, den Sie tragen, nämlich „Frauenministerin“. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Steibl: Wo sind die Damen der SPÖ?
Präsident Dr. Andreas Khol: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Bundesministerin Rauch-Kallat. Ihre Redezeit ist bekannt. – Bitte, Frau Ministerin. (Abg. Steibl: Wo sind die Damen der SPÖ?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesministerin für Gesundheit und Frauen Maria Rauch-Kallat: Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Sehr geehrte Frau Abgeordnete Prammer, ich darf Ihnen vielleicht ganz am Anfang meiner Rede wirklich versichern, dass mir weder die Frauenpolitik noch die Gesundheitspolitik lästig sind. Ganz im Gegenteil: Beide bereiten mir große Freude, und ich mache es mit großer Begeisterung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Stummvoll: Ja, genau! – Abg. Mag. Mainoni: Jawohl!
Ich denke, dass man mir das nicht nur ansieht, sondern auch an den Ergebnissen ablesen kann. Ich habe aber eher den Eindruck, dass den SPÖ-Männern die Frauenpolitik lästig ist, wenn ich mir die leeren Reihen ansehe und die Aufmerksamkeit, die Sie Ihrer SPÖ-Frauensprecherin geschenkt haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Stummvoll: Ja, genau! – Abg. Mag. Mainoni: Jawohl!)
Abg. Dr. Stummvoll: Ach so ist das!
Ich möchte, bevor ich generell beginne, Ihnen noch ganz kurz etwas zum Förderbudget für die Frauen sagen: Es ist unrichtig, was Sie gesagt haben, dass das Budget 1999/2000 höher war. Im Ansatz war es genauso hoch wie jetzt. Was richtig ist – das gestehe ich Ihnen zu, und das war auch sehr lobenswert –: Sie haben im Nachhinein in einem Budgetüberschreitungsgesetz vom Konsumentenschutzbudget umgeschichtet auf das Frauenförderbudget. (Abg. Dr. Stummvoll: Ach so ist das!) Das ist lobenswert. Wer garantiert Ihnen, dass ich das nicht aus dem Gesundheitsbudget mache – im Nachhinein? Frau Kollegin! Warten Sie dieses Jahr ab, und dann reden wir über den Budgetvollzug! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte, bevor ich generell beginne, Ihnen noch ganz kurz etwas zum Förderbudget für die Frauen sagen: Es ist unrichtig, was Sie gesagt haben, dass das Budget 1999/2000 höher war. Im Ansatz war es genauso hoch wie jetzt. Was richtig ist – das gestehe ich Ihnen zu, und das war auch sehr lobenswert –: Sie haben im Nachhinein in einem Budgetüberschreitungsgesetz vom Konsumentenschutzbudget umgeschichtet auf das Frauenförderbudget. (Abg. Dr. Stummvoll: Ach so ist das!) Das ist lobenswert. Wer garantiert Ihnen, dass ich das nicht aus dem Gesundheitsbudget mache – im Nachhinein? Frau Kollegin! Warten Sie dieses Jahr ab, und dann reden wir über den Budgetvollzug! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Unter Gerechtigkeit verstehe ich die Vereinheitlichung oder Harmonisierung von Beiträgen und Leistungen. Ich möchte nicht, dass es in Österreich eine Zweiklassenmedizin gibt. Ich möchte nicht, dass es in Österreich medizinische Verhältnisse wie in England gibt. Ich möchte, dass ein qualitativ hochwertiges Gesundheitssystem, das einen niederschwelligen Zugang ohne Ansehen von Einkommen und Alter gewährleistet, auch in Zukunft gesichert ist. Dazu ist es aber notwendig, Reformen zu setzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Wurm: Was tun Sie konkret dafür?
Familien- und Berufsarbeit. Mehr Gerechtigkeit bei der Aufteilung der Familienarbeit bedeutet vor allem, dass die Väter stärker in ihre Verantwortung einzubeziehen sind. Das werden wir einfordern und dazu werden wir auch auffordern, und ich hoffe, dass Sie uns dabei unterstützen werden. (Abg. Mag. Wurm: Was tun Sie konkret dafür?) – Ich kann Ihnen gerne dann die konkreten Maßnahmen nennen, aber ich habe nun einmal eine begrenzte Redezeit. Sie werden es jedoch an den Taten merken.
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Das Prinzip der Entscheidungsfreiheit bedeutet in der Gesundheitspolitik, dass ich vom passiven Leistungsempfänger zum kundenorientierten Serviceempfänger oder Servicesucher beziehungsweise Serviceentgegennehmer werde. Es bedeutet, dass nicht die Allmacht der Sozialversicherung oder die Allmacht des Gesundheitssystems den einzelnen Patienten erdrückt, sondern dass der mündige Patient nicht nur die Information, sondern auch den Zugang und die Entscheidungsfreiheit hat, welche Leistungen er in Anspruch nehmen möchte. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Wurm: Wie denn?
In der Frauenpolitik bedeutet Entscheidungsfreiheit für mich, meine Damen und Herren, die freie Entscheidung der Lebensgestaltung, die freie Entscheidung, ob ich heiraten möchte oder nicht, ob ich mein Leben alleine oder mit Partner leben möchte, ob ich Kinder möchte oder keine Kinder möchte. Aber dann, wenn ich mich für Beruf und Familie entscheide, dann hat die Politik die Rahmenbedingungen sicherzustellen, damit ich beides miteinander vereinbaren kann, und zwar für Frauen ganz genauso gut, wie das bei Männern derzeit der Fall ist. Daher werden wir sicherstellen, dass diese Möglichkeiten gewährleistet sind. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Wurm: Wie denn?)
Abg. Mag. Wurm: Wer? Wer war das?
Meine Damen und Herren! 500 S sind, glaube ich, leistbar. Das war Ihr sozialdemokratischer Bürgermeister, der sich sehr bemüht hat – das gestehe ich ihm zu –, aber Sie sehen, offensichtlich sind auch 500 S für manche nicht leistbar, und dann finden sich die Omas und Opas. (Abg. Mag. Wurm: Wer? Wer war das?) Es war Herr Bürgermeister Vögerle aus Gerasdorf in Niederösterreich, damit Sie das nachvollziehen zu können, meine Damen und Herren, ein Bürgermeister Ihrer Fraktion.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das Dritte ist Eigenverantwortung. – Eigenverantwortung bedeutet im Gesundheitssystem natürlich Kostentransparenz und auch ein gewisses Bonussystem für Vorsorge. Frau Kollegin Weinzinger, ich denke gar nicht daran, dass Vorsorgeuntersuchungen kostenpflichtig werden sollen, sondern ganz bewusst sollen die natürlich weiterhin kostenlos angeboten werden. Es wird sicher keine Kostenbeteiligungsmodelle für Vorsorge geben. Ganz im Gegenteil: Wir denken darüber nach, wie wir Vorsorge bonifizieren können, wie wir Vorsorge begünstigen können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Wurm: Wo waren Sie da?
Was bedeutet das für die Frauenpolitik? – Ich werde mich mit einer aktiven Gleichstellungspolitik in alle Politikbereiche einmischen; ich werde mich vor allem auch darum bemühen, die Einkommensschere, die in den 30 Jahren sozialdemokratischer Bundeskanzler leider größer und nicht kleiner geworden ist, kleiner zu machen, und zwar sowohl beim Aktiveinkommen als auch beim Pensionseinkommen. (Abg. Mag. Wurm: Wo waren Sie da?) Es geht um die partnerschaftliche Teilung der Arbeit in den Familien. (Abg. Mag. Wurm: Was geschah seither?) – Wir können Ihnen gerne eine Eröffnungsbilanz liefern, und wir werden dann in drei Jahren sehen, was uns gelungen ist. Unter sozialdemokratischer Kanzlerschaft ist es bisher nicht gelungen, die Einkommensschere kleiner zu machen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Was war in den letzten drei Jahren? – Abg. Mag. Prammer: In den letzten drei Jahren ist das auch nicht besser geworden!)
Abg. Mag. Wurm: Was geschah seither?
Was bedeutet das für die Frauenpolitik? – Ich werde mich mit einer aktiven Gleichstellungspolitik in alle Politikbereiche einmischen; ich werde mich vor allem auch darum bemühen, die Einkommensschere, die in den 30 Jahren sozialdemokratischer Bundeskanzler leider größer und nicht kleiner geworden ist, kleiner zu machen, und zwar sowohl beim Aktiveinkommen als auch beim Pensionseinkommen. (Abg. Mag. Wurm: Wo waren Sie da?) Es geht um die partnerschaftliche Teilung der Arbeit in den Familien. (Abg. Mag. Wurm: Was geschah seither?) – Wir können Ihnen gerne eine Eröffnungsbilanz liefern, und wir werden dann in drei Jahren sehen, was uns gelungen ist. Unter sozialdemokratischer Kanzlerschaft ist es bisher nicht gelungen, die Einkommensschere kleiner zu machen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Was war in den letzten drei Jahren? – Abg. Mag. Prammer: In den letzten drei Jahren ist das auch nicht besser geworden!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Was war in den letzten drei Jahren? – Abg. Mag. Prammer: In den letzten drei Jahren ist das auch nicht besser geworden!
Was bedeutet das für die Frauenpolitik? – Ich werde mich mit einer aktiven Gleichstellungspolitik in alle Politikbereiche einmischen; ich werde mich vor allem auch darum bemühen, die Einkommensschere, die in den 30 Jahren sozialdemokratischer Bundeskanzler leider größer und nicht kleiner geworden ist, kleiner zu machen, und zwar sowohl beim Aktiveinkommen als auch beim Pensionseinkommen. (Abg. Mag. Wurm: Wo waren Sie da?) Es geht um die partnerschaftliche Teilung der Arbeit in den Familien. (Abg. Mag. Wurm: Was geschah seither?) – Wir können Ihnen gerne eine Eröffnungsbilanz liefern, und wir werden dann in drei Jahren sehen, was uns gelungen ist. Unter sozialdemokratischer Kanzlerschaft ist es bisher nicht gelungen, die Einkommensschere kleiner zu machen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Was war in den letzten drei Jahren? – Abg. Mag. Prammer: In den letzten drei Jahren ist das auch nicht besser geworden!)
Abg. Nürnberger: Und wo waren Sie?
Wir werden selbstverständlich auch Schwerpunkte setzen. Selbstverständlich wird die Fortführung ... (Abg. Nürnberger: Und wo waren Sie?) – Oh, endlich sind die Männer wieder zur Frauenpolitik gekommen! Ich begrüße herzlich die Männer der SPÖ, die uns endlich zuhören, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir werden selbstverständlich auch Schwerpunkte setzen. Selbstverständlich wird die Fortführung ... (Abg. Nürnberger: Und wo waren Sie?) – Oh, endlich sind die Männer wieder zur Frauenpolitik gekommen! Ich begrüße herzlich die Männer der SPÖ, die uns endlich zuhören, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich hoffe, dass es uns gelingt, und ich bin überzeugt davon, dass es uns gelingt, mit einer aktiven Gesundheits- und einer aktiven Frauenpolitik klare Zeichen zu setzen, die am Ende dieser Legislaturperiode auch messbar sein werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das ist unerhört! – Abg. Dr. Ferdinand Maier: Sie hat keine Ahnung!
derbetreuungseinrichtungen weniger oder nichts am Hut hätten im Verhältnis zu den SPÖ-Bürgermeistern. – Das ist falsch! (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist unerhört! – Abg. Dr. Ferdinand Maier: Sie hat keine Ahnung!)
Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Ich möchte eine Lanze für alle Bürgermeister brechen. Es kann sich kein einziger Bürgermeister in Österreich leisten, sich nicht um die Kinderbetreuung, entsprechende Betreuungseinrichtungen zu kümmern, sondern jeder – das konstatiere ich – bietet bedarfsgerecht an. (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Ferdinand Maier: So schaut’s aus!
Und wenn Sie die Tarife der Stadtgemeinde Wien mit anderen vergleichen, dann haben wir draußen in Oberösterreich im Vergleich dazu Sozialtarife! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Ferdinand Maier: So schaut’s aus!)
Abg. Mag. Wurm: Wirklich nicht! Das war ja eine Rede!
Präsident Dr. Andreas Khol: Diese tatsächliche Berichtigung war ebenso an der Grenze wie eine, die heute von einer Kollegin von den Grünen abgegeben wurde. (Abg. Mag. Wurm: Wirklich nicht! Das war ja eine Rede!) Es wurde ein Werturteil, eine wertende Feststellung mit einer anderen entgegnet.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordnete Edeltraud Lentsch (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Geschätzte Damen der „Frau in der Wirtschaft“ aus dem Burgenland auf der Galerie: Herzlich willkommen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Wurm: Nein, wirklich nicht! – Abg. Gradwohl: Das ist wohl zu viel verlangt!
Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Seit 1. Mai sind die Sozialagenden auf zwei Ministerien aufgeteilt. Und was mir dabei, und sei es auch nur in irgendeiner Form, abgeht, ist der Applaus der Oppositionsparteien. (Abg. Mag. Wurm: Nein, wirklich nicht! – Abg. Gradwohl: Das ist wohl zu viel verlangt!) Da gibt es nun endlich wieder eine Frauen- und Gesundheitsministerin – und eine gute noch dazu, genauso, wie das die Frauen der Oppositionsparteien permanent gefordert haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Seit 1. Mai sind die Sozialagenden auf zwei Ministerien aufgeteilt. Und was mir dabei, und sei es auch nur in irgendeiner Form, abgeht, ist der Applaus der Oppositionsparteien. (Abg. Mag. Wurm: Nein, wirklich nicht! – Abg. Gradwohl: Das ist wohl zu viel verlangt!) Da gibt es nun endlich wieder eine Frauen- und Gesundheitsministerin – und eine gute noch dazu, genauso, wie das die Frauen der Oppositionsparteien permanent gefordert haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Weinzinger: Hinter Ihnen auch nicht!
Aber was macht jetzt die Opposition, liebe Frau Kollegin Prammer und liebe Frau Kollegin Weinzinger? – Sie machen alles lächerlich, sie machen alles herunter. Ich verstehe das schon: Es ist ärgerlich, dass die Frauenministerin nicht von der SPÖ oder von den Grünen kommt, denn das Gute lag ja so nah. Frau Minister oder Frau Ex-Minister Prammer, glauben Sie mir, die Mehrheit der Frauen ist schon lange nicht mehr hinter Ihnen. Glauben Sie mir das! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Weinzinger: Hinter Ihnen auch nicht!)
Abg. Mag. Wurm: Und was zeigt die Pensionsreform?
Geschätzte Damen und Herren! Neben der offiziellen Aufwertung zeigt vor allem auch das Budget beziehungsweise zeigen die beiden Budgets für 2003 und 2004, dass diese Bundesregierung die Frauenangelegenheiten ernst nimmt. (Abg. Mag. Wurm: Und was zeigt die Pensionsreform?) Trotz Budgetkonsolidierung werden die Mittel für das Frauenbudget in den nächsten beiden Jahren kräftig aufgestockt. (Abg. Mag. Wurm: Gender Mainstreaming!) Sowohl 2003 als auch 2004 gibt es um über 11 Prozent mehr für Frauenangelegenheiten. (Abg. Mag. Wurm: Grasser hat für seine Eigenwerbung mehr!)
Abg. Mag. Wurm: Gender Mainstreaming!
Geschätzte Damen und Herren! Neben der offiziellen Aufwertung zeigt vor allem auch das Budget beziehungsweise zeigen die beiden Budgets für 2003 und 2004, dass diese Bundesregierung die Frauenangelegenheiten ernst nimmt. (Abg. Mag. Wurm: Und was zeigt die Pensionsreform?) Trotz Budgetkonsolidierung werden die Mittel für das Frauenbudget in den nächsten beiden Jahren kräftig aufgestockt. (Abg. Mag. Wurm: Gender Mainstreaming!) Sowohl 2003 als auch 2004 gibt es um über 11 Prozent mehr für Frauenangelegenheiten. (Abg. Mag. Wurm: Grasser hat für seine Eigenwerbung mehr!)
Abg. Mag. Wurm: Grasser hat für seine Eigenwerbung mehr!
Geschätzte Damen und Herren! Neben der offiziellen Aufwertung zeigt vor allem auch das Budget beziehungsweise zeigen die beiden Budgets für 2003 und 2004, dass diese Bundesregierung die Frauenangelegenheiten ernst nimmt. (Abg. Mag. Wurm: Und was zeigt die Pensionsreform?) Trotz Budgetkonsolidierung werden die Mittel für das Frauenbudget in den nächsten beiden Jahren kräftig aufgestockt. (Abg. Mag. Wurm: Gender Mainstreaming!) Sowohl 2003 als auch 2004 gibt es um über 11 Prozent mehr für Frauenangelegenheiten. (Abg. Mag. Wurm: Grasser hat für seine Eigenwerbung mehr!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Wurm: Sie sind auch eine Provokation!
Beides zusammen, die offizielle Aufwertung und mehr Geld im Budget, zeigt: Wir nehmen Frauenpolitik ernst, diese Bundesregierung nimmt Frauenpolitik ernst, auch wenn wir nicht täglich irgendeine Provokation loslassen, so wie das die Frauen der Oppositionsparteien permanent gemacht haben, sei es gegen die Männer im Allgemeinen oder gegen männliche Politiker im Besonderen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Wurm: Sie sind auch eine Provokation!)
Heftiger Widerspruch bei der SPÖ und den Grünen.
Frau Kollegin Prammer! Ich meine, es wäre jetzt auch an der Zeit, dem früheren Frauenminister Haupt Abbitte zu leisten. (Heftiger Widerspruch bei der SPÖ und den Grünen.) Wenn ich an den Spot und Hohn denke, mit dem Sie diesen Mann permanent überschüttet haben, wäre es jetzt wirklich an der Zeit, sich bei ihm zu entschuldigen, denn er hat seine Sache nicht schlecht gemacht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Prammer! Ich meine, es wäre jetzt auch an der Zeit, dem früheren Frauenminister Haupt Abbitte zu leisten. (Heftiger Widerspruch bei der SPÖ und den Grünen.) Wenn ich an den Spot und Hohn denke, mit dem Sie diesen Mann permanent überschüttet haben, wäre es jetzt wirklich an der Zeit, sich bei ihm zu entschuldigen, denn er hat seine Sache nicht schlecht gemacht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Prammer: Was soll man dazu sagen?
Ich brauche nur an das Kinderbetreuungsgeld zu denken, das diese Bundesregierung eingeführt hat, und an viele andere Dinge mehr. Im Gegensatz dazu fällt mir zu den drei Frauenministerinnen der SPÖ fast nichts ein, geschätzte Damen und Herren. (Abg. Mag. Prammer: Was soll man dazu sagen?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Wo? Wo?
Diese Bundesregierung macht eine Frauenpolitik, die wirklich herzeigbar ist. Der gewohnte Aktionismus, den die Oppositionsparteien permanent aufgeführt haben, wird bei uns wegfallen. Aber unsere neue Bundesministerin, Maria Rauch-Kallat, wird in Zukunft für die Frauen dieses Landes einiges bewegen, denn dass ihr Frauenpolitik am Herzen liegt, zeigt sie, seit sie in der Politik ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Wo? Wo?)
Abg. Nürnberger: Entschuldige dich bei Haupt!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es brennt mir direkt auf den Lippen, den Ausführungen der Abgeordneten Lentsch noch einen verbalen Nachschlag zu erteilen. (Abg. Nürnberger: Entschuldige dich bei Haupt!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Ferdinand Maier: Er versteht es nicht!
Frau Abgeordnete, mir ist nicht klar geworden: Brauchen wir jetzt einen männlichen Frauenminister oder reicht Ihnen doch auch eine weibliche Frauenministerin? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Ferdinand Maier: Er versteht es nicht!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Frau Abgeordnete Lentsch, Sie haben in einem Recht: Das Geschlecht alleine sagt noch nichts über die Qualität der Arbeit aus, und das soll noch gar kein Urteil über die Frauenministerin Rauch-Kallat sein. Wenn die Arbeit einer Frauenministerin jedoch damit beginnt, dass sie, anstatt sich für die öffentliche Altersversorgung einzusetzen, Frauen rät, wenn es die Möglichkeit gibt, doch darauf zu schauen, sich einen reichen Partner zu beschaffen, der für das Alter vorsorgt und die Beiträge aufbringt, wenn das der Einstand einer neuen Frauenpolitik war, Frau Kollegin Lentsch, na dann: Gute Nacht! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Miedl: Beides gute Männer!
Herr Staatssekretär Waneck ,Sie haben offensichtlich eine sehr konkrete Interpretation, wie das funktionieren soll, nämlich durch Bewerbung von Auers Basenpulver. Damit ist nicht der Kabinettschef der Frau Bundesministerin, der ja auch zufällig Auer heißt, oder der Abgeordnete Jakob Auer gemeint, sondern „Dr. Auers Basenpulver“ (Abg. Miedl: Beides gute Männer!), eine Sache, der offensichtlich auch Kollege Miedl sehr viel Zutrauen entgegenbringt. Vielleicht sind Sie auch so wie der ehemalige Verkehrs- und Infrastrukturminister Schmid in Sachen PR für „Dr. Auers Basenpulver“ tätig? (Abg. Mag. Wurm: Das scheint etwas mit der Steiermark zu tun zu haben! – Gegenruf des Abg. Miedl.)
Abg. Mag. Wurm: Das scheint etwas mit der Steiermark zu tun zu haben! – Gegenruf des Abg. Miedl.
Herr Staatssekretär Waneck ,Sie haben offensichtlich eine sehr konkrete Interpretation, wie das funktionieren soll, nämlich durch Bewerbung von Auers Basenpulver. Damit ist nicht der Kabinettschef der Frau Bundesministerin, der ja auch zufällig Auer heißt, oder der Abgeordnete Jakob Auer gemeint, sondern „Dr. Auers Basenpulver“ (Abg. Miedl: Beides gute Männer!), eine Sache, der offensichtlich auch Kollege Miedl sehr viel Zutrauen entgegenbringt. Vielleicht sind Sie auch so wie der ehemalige Verkehrs- und Infrastrukturminister Schmid in Sachen PR für „Dr. Auers Basenpulver“ tätig? (Abg. Mag. Wurm: Das scheint etwas mit der Steiermark zu tun zu haben! – Gegenruf des Abg. Miedl.)
Abg. Mag. Wurm: Die Homepages der Bundesregierung haben es aber in sich!
Herr Kollege beziehungsweise Herr Staatssekretär: Sie bewerben auf der Homepage des Ministeriums „Dr. Auers Basenpulver“ damit, dass Sie darauf hinweisen, dass man sich nur die Problematik des sauren Regens vor Augen führen müsse, und über diesen Vergleich vom sauren Regen auf die übersäuerten Körper überleiten, die offensichtlich auch irgendwie vom sauren Regen betroffen oder analog zu den Bäumen im Wald schwer geschädigt sind. Sie machen also auf der offiziellen Homepage des Ministeriums Werbung für „Dr. Auers Basenpulver“, obwohl auch Ihnen nicht unbekannt sein dürfte, dass der Verein für Konsumenteninformation schon seit Jahren sehr erfolgreich einen beharrlichen und ausdauernden Kampf gegen „Dr. Auers Basenpulver“ führt, weil die medizinische Wirkung dieses Basenpulvers wissenschaftlich ganz offensichtlich nicht nachgewiesen ist. (Abg. Mag. Wurm: Die Homepages der Bundesregierung haben es aber in sich!)
Beifall bei den Grünen.
Herr Staatssekretär, Sie wollen noch dazu öffentliche Mittel zur Beforschung dieser Substanz einsetzen! Wenn das alles so ist, Herr Staatssekretär, dann ist das zwar Ihr besonderer und spezifischer Beitrag, um nicht nur mit dem sauren Regen, sondern auch mit den übersäuerten Körpern fertig zu werden, aber ich frage mich wirklich, ob das der geeignete Einsatz für einen Gesundheitsstaatssekretär ist, um das Gesundheitswesen in Österreich zu sanieren. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Brosz: Was sagt denn eigentlich Bartenstein dazu?
„Dr. Auers Basenpulver“ kann man teuer und privat erwerben, und kann damit mental die Hoffnung verbinden, dass man für seinen Körper etwas Gutes tut. (Abg. Brosz: Was sagt denn eigentlich Bartenstein dazu?) Wenn das Staatssekretariat für „Dr. Auers Basenpulver“ Werbung macht, dann ist das ungefähr so, als ob ich hier ans Rednerpult treten und Ihnen Trost und Heilung durch das Handauflegen versprechen würde. Ungefähr denselben Charakter scheint das zu haben. Auch das Handauflegen kann manchmal Wirkung zeigen. (Abg. Dr. Stummvoll: Aber nicht Ihres! – Abg. Mag. Wurm: Das ist reinste Esoterik!) Aber Gesundheitspolitik, Herr Staatssekretär, die Gesundheitspolitik eines Ressorts stelle ich mir schon anders vor, und ich ersuche Sie deshalb auch um eine Aufklärung über „Dr. Auers Basenpulver“. (Beifall bei den
Abg. Dr. Stummvoll: Aber nicht Ihres! – Abg. Mag. Wurm: Das ist reinste Esoterik!
„Dr. Auers Basenpulver“ kann man teuer und privat erwerben, und kann damit mental die Hoffnung verbinden, dass man für seinen Körper etwas Gutes tut. (Abg. Brosz: Was sagt denn eigentlich Bartenstein dazu?) Wenn das Staatssekretariat für „Dr. Auers Basenpulver“ Werbung macht, dann ist das ungefähr so, als ob ich hier ans Rednerpult treten und Ihnen Trost und Heilung durch das Handauflegen versprechen würde. Ungefähr denselben Charakter scheint das zu haben. Auch das Handauflegen kann manchmal Wirkung zeigen. (Abg. Dr. Stummvoll: Aber nicht Ihres! – Abg. Mag. Wurm: Das ist reinste Esoterik!) Aber Gesundheitspolitik, Herr Staatssekretär, die Gesundheitspolitik eines Ressorts stelle ich mir schon anders vor, und ich ersuche Sie deshalb auch um eine Aufklärung über „Dr. Auers Basenpulver“. (Beifall bei den
Ruf bei der ÖVP – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Bleckmann –: Kollegin Bleckmann, könnten Sie das bitte aufklären!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr spricht Frau Abgeordnete Mag. Dr. Bleckmann 5 Minuten zu uns. – Bitte. (Ruf bei der ÖVP – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Bleckmann –: Kollegin Bleckmann, könnten Sie das bitte aufklären!)
Abg. Öllinger: Das wäre nicht schlecht! – Abg. Parnigoni: Also wie schaut es aus?
Abgeordnete Mag. Dr. Magda Bleckmann (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Lieber Kollege, wenn es Ihnen ein Anliegen ist, werde ich ein Gespräch führen und Sie dann aufklären, wie das so ist, wenn es Ihnen ein großes Anliegen ist. (Abg. Öllinger: Das wäre nicht schlecht! – Abg. Parnigoni: Also wie schaut es aus?) – Jetzt gleich? – Ich habe leider die Nummer vom Herrn Ex-Minister nicht mehr, aber wir werden das sicherlich aufklären. (Abg. Öllinger: Ich bitte darum!)
Abg. Öllinger: Ich bitte darum!
Abgeordnete Mag. Dr. Magda Bleckmann (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Lieber Kollege, wenn es Ihnen ein Anliegen ist, werde ich ein Gespräch führen und Sie dann aufklären, wie das so ist, wenn es Ihnen ein großes Anliegen ist. (Abg. Öllinger: Das wäre nicht schlecht! – Abg. Parnigoni: Also wie schaut es aus?) – Jetzt gleich? – Ich habe leider die Nummer vom Herrn Ex-Minister nicht mehr, aber wir werden das sicherlich aufklären. (Abg. Öllinger: Ich bitte darum!)
Abg. Mag. Wurm: Wie meinen Sie das jetzt? – Abg. Öllinger: Frauen sind immer weiblich!
Zu den Ausführungen des Kollegen Öllinger: Wir Frauen brauchen, egal ob männlich oder weiblich, jemanden, der Frauenanliegen vertritt, und da ist es egal ... (Abg. Mag. Wurm: Wie meinen Sie das jetzt? – Abg. Öllinger: Frauen sind immer weiblich!) – Ja, die Frauen brauchen jemanden, egal ob männlich oder weiblich, der ihre Anliegen vertritt, nicht wir männliche Frauen, sondern wir Frauen, um das klarzustellen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Zu den Ausführungen des Kollegen Öllinger: Wir Frauen brauchen, egal ob männlich oder weiblich, jemanden, der Frauenanliegen vertritt, und da ist es egal ... (Abg. Mag. Wurm: Wie meinen Sie das jetzt? – Abg. Öllinger: Frauen sind immer weiblich!) – Ja, die Frauen brauchen jemanden, egal ob männlich oder weiblich, der ihre Anliegen vertritt, nicht wir männliche Frauen, sondern wir Frauen, um das klarzustellen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir wollen also, dass die Frauen bestimmen können, ob sie Beruf und Familie vereinbaren möchten – oder ob sie lieber von der Möglichkeit Gebrauch machen, sich nur für die Familie zu entscheiden und sich eben nur dieser zu widmen. Auch das ist eine Wahlmöglichkeit, und auch das muss möglich sein! – Darin unterscheiden wir uns zum Glück von Ihrer Politik. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
geburten. Das ist eine wichtige Verbesserungsmaßnahme der Regierung im Bereich des Durchrechnungszeitraums, und ich bin sicher, dass die Frauen in der Regierung sehr viel dafür getan haben, damit dieser Punkt auch berücksichtigt wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich denke, es ist für Frauen ein großes Anliegen, dass auch in medizinischen Studien und in der Beschäftigung mit Gesundheit generell Rücksicht auf den Körper der Frau genommen wird, der sich von dem des Mannes unterscheidet. Ich freue mich, wenn da etwas geschieht, und bin mir sicher, wir werden es vielleicht auch einmal schaffen – wie es die eine oder andere Frau schon gesagt hat –, einen Vier-Parteien-Antrag zu dem einen oder anderen Thema zu stellen, zu dem sich die Frauen hier im Parlament finden, um für Frauen gemeinsam initiativ zu sein und etwas durchzusetzen. – Das würde ich mir für die Frauen als Signal wünschen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Rädler: Auch in der Praxis!
Abgeordneter Ing. Erwin Kaipel (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich kurz etwas zur tatsächlichen Berichtigung des Kollegen Großruck sagen: Es ist wohl richtig, dass wir zur Kinderbetreuung ideologisch ein wenig unterschiedliche Ansichten haben. (Abg. Rädler: Auch in der Praxis!) Sie möchten den Frauen gerne ein bisschen Geld geben, und dann sollen sie zu Hause auf die Kinder aufpassen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Ist eine Hausfrau nicht selbständig?
Es ist gut, dass Sie sich für diese Frauen einsetzen. Das wollen wir auch. Wir möchten aber darüber hinaus auch jenen Frauen eine Chance geben, die selbständig sein und vielleicht nach langem Studium auch ihrem Beruf nachgehen wollen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Ist eine Hausfrau nicht selbständig?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Ist eine Hausfrau nicht selbständig? – Zwischenruf des Abg. Amon.
Zugegeben, manche Gemeinden haben da Finanzierungsprobleme, aber es sollte eine Herausforderung für uns alle sein, uns dafür einzusetzen, dass alle Gemeinden genug Geld haben, um die Betreuungseinrichtungen ordentlich aufbauen zu können. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Ist eine Hausfrau nicht selbständig? – Zwischenruf des Abg. Amon.) – Doch! (Abg. Mag. Molterer: Da haben Sie aber gerade das Gegenteil gesagt!)
Abg. Mag. Molterer: Da haben Sie aber gerade das Gegenteil gesagt!
Zugegeben, manche Gemeinden haben da Finanzierungsprobleme, aber es sollte eine Herausforderung für uns alle sein, uns dafür einzusetzen, dass alle Gemeinden genug Geld haben, um die Betreuungseinrichtungen ordentlich aufbauen zu können. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Ist eine Hausfrau nicht selbständig? – Zwischenruf des Abg. Amon.) – Doch! (Abg. Mag. Molterer: Da haben Sie aber gerade das Gegenteil gesagt!)
Beifall bei der SPÖ.
Sie wissen, dass Selbstbehalte keine Lenkungseffekte haben. Sie haben ja selbst als Sozialministerium das ÖBIG beauftragt, die verschiedenen Formen der Selbstbeteiligung international zu vergleichen und kennen die Ergebnisse, dass nämlich vor allem die Schwachen davon betroffen sind. Sie wissen das, und trotzdem halten Sie an den Selbstbehalten fest. Warum? – Sie wollen die Solidargemeinschaft abschaffen! (Beifall bei der SPÖ.)
Oh-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Wie viele Mitarbeiter hat der Kanzler?
Sie belasten aber auch die Menschen. Dazu gibt es ein paar interessante Zahlen, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte: Jeder in unserem Lande, vom Säugling bis zum Greis, wird 4 431 € für den Staat zu zahlen haben. Ein paar Zahlen dazu im Detail: Der Feind Nummer eins des Bundeskanzlers, der Herr Bundespräsident, ist vor kurzem erst aufgefordert worden, sein Budget einzuhalten. Man hat ihm vorgeworfen, dass die Kosten für Repräsentation zu hoch seien. Jeder Staatsbürger wird für den Bundespräsidenten heuer 66 Cent zahlen müssen. – Ich meine, dass wir uns diesen Betrag leisten können und auch sollen. Im Vergleich dazu wird das Kanzleramt die Menschen heuer etwa 80 Mal so viel kosten. (Oh-Rufe bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Wie viele Mitarbeiter hat der Kanzler?)
Abg. Öllinger: Der kostet uns viel!
Im Vergleich dazu jedoch der Herr Finanzminister (Abg. Öllinger: Der kostet uns viel!): Sie versuchen immer wieder zu erklären, wie fleißig Sie sparen. Allein für die Schulden, die Herr Finanzminister Grasser in den letzten drei Jahren gemacht hat, zahlt jeder 58 € – also beinahe so viel, wie für das Kanzleramt, die Präsidentschaftskanzlei und die Gesetzgebung zusammen! (Ruf bei der SPÖ: Ein Wahnsinn!) Von sparen kei-
Ruf bei der SPÖ: Ein Wahnsinn!
Im Vergleich dazu jedoch der Herr Finanzminister (Abg. Öllinger: Der kostet uns viel!): Sie versuchen immer wieder zu erklären, wie fleißig Sie sparen. Allein für die Schulden, die Herr Finanzminister Grasser in den letzten drei Jahren gemacht hat, zahlt jeder 58 € – also beinahe so viel, wie für das Kanzleramt, die Präsidentschaftskanzlei und die Gesetzgebung zusammen! (Ruf bei der SPÖ: Ein Wahnsinn!) Von sparen kei-
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Ein Aufdecker! Der Kaipel ist immer für das gut, aber eine Antwort hat er nie bekommen!
Meine Damen und Herren! Ärger können Sie mit den Sorgen der Menschen nicht umgehen, und daher werden wir diesen Vorlagen auch nicht zustimmen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Ein Aufdecker! Der Kaipel ist immer für das gut, aber eine Antwort hat er nie bekommen!)
Abg. Lentsch: Wo ist er denn? – Die Abgeordneten Mag. Molterer und Steibl: Er läuft!
Abgeordnete Ingrid Turkovic-Wendl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Werte Kolleginnen und Kollegen hier im Hohen Haus! Liebe Zuhörer auf der Tribüne! Einmal etwas zur Abwechslung: Bei meinen Überlegungen zum Thema Gesundheit bin ich ganz sicher, dass es keinen Widerspruch der Opposition geben wird. Im Gegenteil: Ich weiß, dass ich zum Beispiel in Kollegem Cap einen „Mitläufer“ habe. – Er ist leider nicht da, ein Apfel ist ihm aber gereicht worden. (Abg. Lentsch: Wo ist er denn? – Die Abgeordneten Mag. Molterer und Steibl: Er läuft!)
Abg. Dr. Mitterlehner: Der Cap raucht!
Was ich wirklich gut gelernt habe, wenn ich im Jahr 400 Vorstellungen zu laufen hatte, war die Beobachtung der täglichen Kondition und der Funktionen meines Körpers. Damals habe ich herausgefunden, was mir wirklich gut tut, was ich brauche, was ich täglich brauche, was ich teilweise einsetzen muss und was ich ganz weglassen soll – zum Beispiel das Rauchen. (Abg. Dr. Mitterlehner: Der Cap raucht!) Das wäre einfach mit dem Durchlaufen einer Kür von vier Minuten nicht vereinbar gewesen. Im Fachjargon hieß das: Da reißt es dir das Beuschel raus, wenn du das machst.
Abg. Parnigoni: Welche Position haben Sie zum Budget? Das diskutieren wir nämlich! Sie haben keinen Satz zum Budget gesagt!
Ich appelliere daher an Sie, die Sie hier alle noch sehr viel jünger sind als ich und die Sie noch sehr viel Bewegung vor sich haben: Tun Sie das für sich selbst und tun Sie es auch für Ihre Kinder! (Abg. Parnigoni: Welche Position haben Sie zum Budget? Das diskutieren wir nämlich! Sie haben keinen Satz zum Budget gesagt!) Daher appelliere ich auch an Sie: Die Turnstunden in der Schule sind enorm wichtig, aber wenn Ihr Kind dann daheim einer passiven Statik gegenübersitzt, wird das schulische Animo nicht lange halten. Ihr Vorbild ist viel stärker als jedes andere und als jede andere Institution! (Abg. Parnigoni: Das ist ja keine Turnstunde!) – Ein bisschen ruhig zu sein, wenn ein anderer am Rednerpult ist, gehört auch dazu! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Wittmann: Sie schaffen gerade die Turnstunde ab!)
Abg. Parnigoni: Das ist ja keine Turnstunde!
Ich appelliere daher an Sie, die Sie hier alle noch sehr viel jünger sind als ich und die Sie noch sehr viel Bewegung vor sich haben: Tun Sie das für sich selbst und tun Sie es auch für Ihre Kinder! (Abg. Parnigoni: Welche Position haben Sie zum Budget? Das diskutieren wir nämlich! Sie haben keinen Satz zum Budget gesagt!) Daher appelliere ich auch an Sie: Die Turnstunden in der Schule sind enorm wichtig, aber wenn Ihr Kind dann daheim einer passiven Statik gegenübersitzt, wird das schulische Animo nicht lange halten. Ihr Vorbild ist viel stärker als jedes andere und als jede andere Institution! (Abg. Parnigoni: Das ist ja keine Turnstunde!) – Ein bisschen ruhig zu sein, wenn ein anderer am Rednerpult ist, gehört auch dazu! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Wittmann: Sie schaffen gerade die Turnstunde ab!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Wittmann: Sie schaffen gerade die Turnstunde ab!
Ich appelliere daher an Sie, die Sie hier alle noch sehr viel jünger sind als ich und die Sie noch sehr viel Bewegung vor sich haben: Tun Sie das für sich selbst und tun Sie es auch für Ihre Kinder! (Abg. Parnigoni: Welche Position haben Sie zum Budget? Das diskutieren wir nämlich! Sie haben keinen Satz zum Budget gesagt!) Daher appelliere ich auch an Sie: Die Turnstunden in der Schule sind enorm wichtig, aber wenn Ihr Kind dann daheim einer passiven Statik gegenübersitzt, wird das schulische Animo nicht lange halten. Ihr Vorbild ist viel stärker als jedes andere und als jede andere Institution! (Abg. Parnigoni: Das ist ja keine Turnstunde!) – Ein bisschen ruhig zu sein, wenn ein anderer am Rednerpult ist, gehört auch dazu! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Wittmann: Sie schaffen gerade die Turnstunde ab!)
Abg. Parnigoni: Aber gleichzeitig das Geld dafür nicht zur Verfügung stellen! Das ist ja allerhand!
onen in Gang bleiben und unser Kreislauf außerdem in Schwung kommt. (Abg. Parnigoni: Aber gleichzeitig das Geld dafür nicht zur Verfügung stellen! Das ist ja allerhand!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Daher freue ich mich ganz besonders, dass unsere Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat den Fonds „Gesundes Österreich“ ins Leben gerufen hat. Gesündere Ernährung, mehr Bewegung, bessere Entspannung, gezielter Stressabbau und Unfallprophylaxe: Sehr viele Punkte in diesem Programm kosten nichts, meine Damen und Herren! Wenn Sie am Abend nichts essen, kostet das nichts, ebenso wenig wie wenn Sie Bewegung machen und Stiegensteigen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ja, die Überwindung Ihres eigenen Schweinehundes kostet es, und an diesen appelliere ich in vielen Punkten! Daher bin ich für ein bewegtes Leben. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Daher freue ich mich ganz besonders, dass unsere Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat den Fonds „Gesundes Österreich“ ins Leben gerufen hat. Gesündere Ernährung, mehr Bewegung, bessere Entspannung, gezielter Stressabbau und Unfallprophylaxe: Sehr viele Punkte in diesem Programm kosten nichts, meine Damen und Herren! Wenn Sie am Abend nichts essen, kostet das nichts, ebenso wenig wie wenn Sie Bewegung machen und Stiegensteigen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ja, die Überwindung Ihres eigenen Schweinehundes kostet es, und an diesen appelliere ich in vielen Punkten! Daher bin ich für ein bewegtes Leben. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Wendl, auch ich bin für ein bewegtes Leben, aber mein bewegtes Leben geht in eine andere Richtung: Mich bewegt, dass in der Gesundheitsvorsorge und generell im gesamten Gesundheitsbereich noch so viele Defizite vorhanden sind, und die müssten wir endlich aufgreifen und lösen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn ich mir jetzt das Budget und die paar Dinge anschaue, die ich jetzt in der kurzen Zeit aufzählen konnte, dann, muss ich sagen, weiß ich nicht, ob wir wirklich eine der besten medizinischen Versorgungen haben. – Nein, die haben wir ganz einfach nicht! Frau Ministerin! Da besteht Handlungsbedarf. Das Geld, das Sie jetzt zur Verfügung haben, wird nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein sein. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Ambulanzgebühr!
Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit und Frauen Dr. Reinhart Waneck: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Sehr geehrte Frau Ministerin! Die erste Rede des Herrn Nationalratsabgeordneten Lackner hielt ich für sehr bemerkenswert. Sie fand auch am richtigen Ort statt, allerdings zur falschen Zeit. Er hat über Selbstbehalte gesprochen. – Selbstbehalte kennt diese Regierung nicht und hat sie auch vorher nicht gekannt. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Ambulanzgebühr!) Den einzigen Selbstbehalt haben wir zurückgenommen. Er hat offensichtlich über die 16 anderen Selbstbehalte gesprochen, die in den vergangenen 30 Jahren als Wildwuchs entstanden sind und wo wir jetzt endlich zur richtigen Zeit auch dem nachkommen, indem wir die Verantwortungsträger, nämlich die Sozialversicherungen, damit beauftragen, einen Vorschlag zu machen: Selbst-
Abg. Gradwohl: Sie stehlen sich aus der Verantwortung!
behalt ja oder nein. (Abg. Gradwohl: Sie stehlen sich aus der Verantwortung!) – Wir stehlen uns nicht aus der Verantwortung.
Abg. Öllinger: Richtig!
Es geht um Folgendes: Die Finanzierung unseres Gesundheitssystems ruht auf drei Säulen: auf Steuergeldern, auf Beiträgen und zu einem ganz geringen Teil auf Selbstbehalten. Sie alle wissen, dass Selbstbehalte wenig Steuerungseffekt haben, aber ein gewisses Kostenbewusstsein hervorrufen. Selbstbehalte müssen aber verständlich und nachvollziehbar sein, und sie müssen auch sozial ausgewogen sein. – Ich verstehe bis heute nicht, wieso nach wie vor zum Beispiel Transportkostenzuschüsse von jenen Schwerstkranken verlangt werden, die einen Rettungstransport zu ihrer ärztlichen Behandlung oder ins Spital benötigen, wobei eine Summe von 3 Millionen € pro Jahr von allen Krankenversicherungsträgern insgesamt eingenommen wird. (Abg. Öllinger: Richtig!) Dafür fehlt mir das Verständnis. Die Sozialversicherungen sind dazu aufgerufen, einen ausgewogenen Vorschlag zu machen, über den natürlich dann die Politik entscheiden muss. (Abg. Öllinger: Streichen!)
Abg. Öllinger: Streichen!
Es geht um Folgendes: Die Finanzierung unseres Gesundheitssystems ruht auf drei Säulen: auf Steuergeldern, auf Beiträgen und zu einem ganz geringen Teil auf Selbstbehalten. Sie alle wissen, dass Selbstbehalte wenig Steuerungseffekt haben, aber ein gewisses Kostenbewusstsein hervorrufen. Selbstbehalte müssen aber verständlich und nachvollziehbar sein, und sie müssen auch sozial ausgewogen sein. – Ich verstehe bis heute nicht, wieso nach wie vor zum Beispiel Transportkostenzuschüsse von jenen Schwerstkranken verlangt werden, die einen Rettungstransport zu ihrer ärztlichen Behandlung oder ins Spital benötigen, wobei eine Summe von 3 Millionen € pro Jahr von allen Krankenversicherungsträgern insgesamt eingenommen wird. (Abg. Öllinger: Richtig!) Dafür fehlt mir das Verständnis. Die Sozialversicherungen sind dazu aufgerufen, einen ausgewogenen Vorschlag zu machen, über den natürlich dann die Politik entscheiden muss. (Abg. Öllinger: Streichen!)
Abg. Öllinger: Schriftlich!
Zu den Ausführungen des Herrn Abgeordneten Öllinger hinsichtlich der Frage der Tabaksteuer: Offensichtlich habe ich im Budgetausschuss so lange geredet oder es ist untergegangen, aber ich habe Ihnen versichert, dass dieses Geld vom Finanzminister in dem Moment zugesagt ist, in dem das Budget beschlossen ist. (Abg. Öllinger: Schriftlich!) Ich persönlich habe immer gesagt: Mir als Mann der Praxis ist es egal, woher das Geld kommt, welches Mascherl es trägt, Hauptsache, es kommt und es kommt dem Gesundheitswesen zugute.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es wurde heute einmal erwähnt, dass der Herr Bundeskanzler gesagt hat, die Zukunft brauche helle Köpfe. Ich glaube auch, dass die Zukunft nicht passiert, sondern in der Gegenwart vorbereitet wird, und meine, dass diese Bundesregierung dazu in der Lage ist, was sich letztlich an ihrem Erfolg zeigen wird. – Danke vielmals. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Lunacek: Entkriminalisierung!
Auf der einen Seite ist Frau Kollegin Moser sehr besorgt um Doping-Mittel und um Doping-Spuren in Nahrungsergänzungsmitteln, auf der anderen Seite verweise ich auf Kollegen Brosz aus der gleichen Fraktion, eben von den Grünen. Wir wissen von den Grünen, dass sie sehr stark an der Legalisierung von Cannabis (Abg. Mag. Lunacek: Entkriminalisierung!) interessiert sind. Da gibt es sogar eine große Ankündigung auf der Homepage: Die feierliche Eröffnung der ersten österreichischen Haschtrafik durch den Abgeordneten zum Nationalrat Dieter Brosz.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich will mich nicht in andere Fraktionen einmischen. Soweit ich informiert bin, ist Dieter Brosz auch Sportsprecher. Ich glaube nicht, dass es eine gute Kombination ist, wenn der Sportsprecher einer Partei in der Öffentlichkeit feierlich die erste österreichische Haschtrafik eröffnet, wo wir doch im Sport ohnehin ein sehr großes Doping-Problem haben. Insofern sollten wir uns unserer Verantwortung als Politiker und auch als Gesundheitspolitiker und Sportpolitiker bewusst sein, dass das nicht im Sinne der Jugend ist. Dem sollten wir, wie ich meine, Einhalt gebieten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Jedenfalls würde ich ihn darum bitten, dass er in Zukunft zu jenen Themen Stellung nimmt, wovon er eine Ahnung hat, das hoffe ich für ihn, und nicht zum Thema Gesundheit. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Erika Scharer (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Diese Gesundheitsreform kränkelt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Da nun das Bürokratie- und Verrechnungswirrwarr um die Ambulanzgebühren der Vergangenheit angehört, ist zu befürchten, meine Damen und Herren, dass diese Regierung mit den neuen Selbstbehalten beim Arztbesuch das Durcheinander fortsetzt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Mit der Einführung von Selbstbehalten steuert die Bundesregierung auf ein ähnliches Chaos zu. Es handelt sich um eine reine Geldbeschaffungsaktion, die statt neuer Leistungen nur neuen zusätzlichen Verwaltungsaufwand bringt, aber vor allem zusätzliche neue Belastungen für die Klein- und Mittelverdiener und für unsere Pensionistinnen und Pensionisten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie werden sehen, die wünschenswerten Lenkungseffekte: weg von den Spitalsambulanzen hin zu den niedergelassenen Ärzten werden durch solche Maßnahmen nach wie vor verhindert werden. Und es wird negative Auswirkungen im Bereich der Vorsorgemedizin geben, und zwar ganz einfach deswegen, weil viele Betroffene Arztbesuche meiden werden, weil sie sich die anfallenden Kosten schlichtweg nicht mehr leisten können. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Steibl: Aus Zeiten von Frau Ministerin Hostasch!
lastungen im Gesundheitsbereich schauen für Familien so aus: Kosten für Zahnregulierungen und Zahnersatz, Fahrtkosten speziell in den ländlichen Regionen zu Fachärzten, Kosten für Sehbehelfe, Kosten für Medikamente und Heilbehelfe, Tagsätze bei Kur- und Rehabilitationsaufenthalten und Spitalsaufenthalten. (Abg. Steibl: Aus Zeiten von Frau Ministerin Hostasch!) Jetzt noch die zusätzliche Freizeitunfallversicherung, wo noch immer nicht klar ist, was Sie, Frau Ministerin, mit diesen zusätzlichen Mitteln vorhaben, und letztendlich die Einführung von Selbstbehalten. Die Schaffung eines neuerlichen Härtefonds scheint damit auch vorprogrammiert zu sein. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
lastungen im Gesundheitsbereich schauen für Familien so aus: Kosten für Zahnregulierungen und Zahnersatz, Fahrtkosten speziell in den ländlichen Regionen zu Fachärzten, Kosten für Sehbehelfe, Kosten für Medikamente und Heilbehelfe, Tagsätze bei Kur- und Rehabilitationsaufenthalten und Spitalsaufenthalten. (Abg. Steibl: Aus Zeiten von Frau Ministerin Hostasch!) Jetzt noch die zusätzliche Freizeitunfallversicherung, wo noch immer nicht klar ist, was Sie, Frau Ministerin, mit diesen zusätzlichen Mitteln vorhaben, und letztendlich die Einführung von Selbstbehalten. Die Schaffung eines neuerlichen Härtefonds scheint damit auch vorprogrammiert zu sein. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es fehlt uns ein zukunftsfähiges Konzept für die Finanzierung des Gesundheitssystems, es ist leider für uns nicht erkennbar. Die finanzielle Konsolidierung darf daher nicht über Leistungskürzungen und die generelle Erhöhung von Selbstbehalten erfolgen, sondern, meine Damen und Herren, über Produktivitäts- und Qualitätssteigerungen und vor allem neue Elemente transparenter und gerechter Finanzierung. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Steibl: So ist es!
Abgeordnete Barbara Riener (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren auf den Zuschauertribünen! Unser Gesundheitssystem kann sich sehen lassen. Es ist eines der weltbesten, auch wenn dies Herr Dr. Grünewald nicht mehr hören kann. (Abg. Steibl: So ist es!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Aber auch hier stehen wir durch die gesellschaftlichen Veränderungen vor großen Herausforderungen. Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat hat es sich und somit auch uns zur Aufgabe gemacht, der Gesundheitsvorsorge oberste Priorität einzuräumen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Steibl: Genau so ist es!
Herr Kollege Spindelberger! Berechnungen und tatsächliche Ausgaben eines EDV-Konzeptes für die Sozialversicherungsträger dürfen nicht so auseinander klaffen (Abg. Steibl: Genau so ist es!), wie das bei dem Projekt der Gebietskrankenkasse in der Steiermark der Fall ist. (Abg. Steibl: So war es! Das stimmt!) Ich habe das Gefühl, dass dabei die Kommunikation zwischen den Fachleuten der Sozialversicherungen und den EDV-Fachleuten nicht funktioniert hat. Es wurde vermutlich aneinander vor-
Abg. Steibl: So war es! Das stimmt!
Herr Kollege Spindelberger! Berechnungen und tatsächliche Ausgaben eines EDV-Konzeptes für die Sozialversicherungsträger dürfen nicht so auseinander klaffen (Abg. Steibl: Genau so ist es!), wie das bei dem Projekt der Gebietskrankenkasse in der Steiermark der Fall ist. (Abg. Steibl: So war es! Das stimmt!) Ich habe das Gefühl, dass dabei die Kommunikation zwischen den Fachleuten der Sozialversicherungen und den EDV-Fachleuten nicht funktioniert hat. Es wurde vermutlich aneinander vor-
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Gradwohl und Steibl.
beigeredet. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Gradwohl und Steibl.) – Darf ich Sie bitten, Ihre Kommunikation nach außen zu verlagern! – Danke.
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Sie können sicher sein, dass bei uns in der ÖVP das Miteinanderreden funktioniert. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich bin davon überzeugt, dass unsere Gesundheitsministerin dafür sorgen wird, dass wir das gesteckte Ziel, unser Gesundheitssystem eigenverantwortlich, patientenfreundlich, mit hoher Qualität und Effizienz zu gestalten, zum Wohle aller Menschen in Österreich erreichen werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Da meine Redezeit mehr oder weniger sehr beschränkt ist, möchte ich es bei diesen rein budgetären und rein gesundheitspolitisch vorsorgenden Bemerkungen belassen und bin auf Ihre Umsetzungsaktivitäten gespannt, denn letztlich kommt es genau darauf an. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es gibt einige, um nicht zu sagen, viele Beispiele. Ich möchte einige herausstreichen, anhand derer man sieht, dass man dieses System auch leben kann, und anhand derer man ganz klar die Zusammenhänge erkennen kann. Ich nenne das Beispiel der Schulmilch. Es ist sehr wichtig, dass die Kinder in Kindergärten, in Volksschulen, aber auch in Mittelschulen mit Schulmilch verköstigt werden. Und als Agrarvertreter möchte ich deponieren, dass es auch wünschenswert wäre, wenn es enge Kooperationen mit den regionalen Vertreibern, mit den regionalen Direktvermarktern geben würde, weil wir damit sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen könnten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Als Beweis dafür, dass ich diese Gleichberechtigung auch lebe, hätte ich ganz gerne Frau Kollegin Trunk – sie ist leider nicht im Saal, vielleicht können Sie es ihr ausrichten – von dieser Stelle aus in meinem Namen, aber auch im Namen der Freiheitlichen Partei zu ihrem heutigen Geburtstag recht herzlich gratuliert. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Erwin Spindelberger (SPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es tut mir wirklich im Herzen weh, wenn ich mir die politische Vorgangsweise der letzten Stunden, Tage und Wochen anschaue. Wenn ich das aus dem Blickwinkel einer Wählerin oder eines Wählers in Österreich betrachte, dann muss ich sagen, müssen sich diese verschaukelt vorkommen, weil man wider besseres Wissens eine Politik macht, die ausnahmslos Arbeiter und Angestellte in unserem Land belastet. Das geht auf keine Kuhhaut mehr, so muss ich es auf gut steirisch sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Nicht genug, dass Sie in der Vorwoche eine Pensionsreform beschlossen haben, die den Österreicherinnen und Österreichern ihre zukünftige Pension mehr als versauert, führen Sie ab dem Jahr 2005 auch noch zusätzliche Selbstbehalte ein. Ich glaube, dass Sie manchmal nicht mehr wissen, was Sie hier tun. Sie legen ausnahmslos Ihre Politik darauf an, die Arbeiter, die Angestellten, die Kranken zu belasten, und wenn ich Sie vom Podium in diesem Haus aus reden höre, dann glaube ich oft, dass ich bei der falschen Veranstaltung bin. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Dr. Rasinger hat es heute wieder erwähnt: Wir haben ein Finanzierungsproblem, das stimmt; aber warum geht man nicht endlich auf die guten Vorschläge unsererseits ein? Ich frage mich: Haben Sie Angst vor der Pharma- oder Apothekerlobby? Haben Sie Angst davor, sich hinzustellen und zu sagen, wir senken die Medikamentenpreise auf EU-Niveau, oder haben Sie Angst vor dem Lobbyismus der Unternehmer? Warum tun Sie nichts gegen das Schwarz-Unternehmertum? Warum tun Sie nichts gegen die Beitragsschulden der Arbeitgeber? – Es wäre angebracht, die jetzt notwendigen Maßnahmen anzugehen und nicht ständig die kleinen Leute zu belasten. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Steibl
Noch einmal: Alle internationalen Studien belegen eindeutig, dass 20 bis 30 Prozent der Patienten abgehalten werden, zum Arzt zu gehen, und trotz dieses Bewusstseins führen Sie Selbstbehalte ein. Das ist nicht akzeptabel! Gehen Sie daran, Reformen zu machen, wurschteln Sie nicht so weiter wie die letzten dreieinhalb Jahre, denn das ist für mich verantwortungslos (Zwischenruf der Abg. Steibl), und das grenzt auch schon an – hören Sie zu! – Fahrlässigkeit! Außer leeren Worthülsen nichts!
Beifall bei der SPÖ.
Wenn die Frau Ministerin im Fernsehen sagt: Esst lieber Schwarzbrot statt Weißbrot!, dann kann ich nur sagen, wenn das das Einzige ist, was ihr in der Gesundheitspolitik einfällt: Gute Nacht, Österreich! Das ist eine Politik der Inhaltslosigkeit, die sich die Österreicherinnen und Österreicher nicht verdient haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn man mit dem wichtigsten Gut der Menschen, der Gesundheit, so umgeht, meine Damen und Herren, dann muss ich sagen, haben Sie auf der Regierungsbank nichts mehr verloren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
besten Weg, diese Reform des Gesamtwerkes Gesundheitssystem zu Stande zu bringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es wird immer wieder behauptet, unsere Ministerin hätte nichts für Frauen übrig. Solange ich unsere Ministerin Maria Rauch-Kallat kenne – das ist lange her seit meiner Zeit in der Frauenbewegung –, ist es so, dass sie sich immer für Frauenangelegenheiten eingesetzt hat. Ich kenne sie gar nicht anders aus der Vergangenheit. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Mehr Fairness für Frau und Mann ist gefragt – in diesem Sinne wird die Politik unserer Ministerin Maria Rauch-Kallat weiter gehen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Cap. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
„Selbstverständlich wird kein einziger Euro und kein einziger Cent meiner privaten Homepage mit Steuergeld finanziert. Das ist selbstverständlich nicht der Fall! Es wäre sehr plump, wenn ich Ihnen auf eine solche Frage etwas anderes sagen müsste. Natürlich ist diese Homepage privat und über Sponsoren finanziert. Außerdem möchte ich Ihnen auch sagen: Es gibt keine Förderung ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Cap. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich weiß, dass Sie die Antwort nicht hören wollen, lassen Sie mich aber doch noch fertig ausführen, denn Sie haben ja danach gefragt: Es gibt diesbezüglich keine Förderung durch Firmen, die mit dem BMF in wirtschaftlicher Beziehung standen oder stehen.“ Auch diese Antwort enthält Unwahres. Drei Beamte des Ministerbüros und Gelder der Industriellenvereinigung weisen in eine andere Richtung.
Abg. Parnigoni – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Mag. Grasser –: Blass ist er!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir treffen uns heute zur dritten Dringlichen Anfrage binnen einer Woche an den Finanzminister. (Abg. Parnigoni – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Mag. Grasser –: Blass ist er!) Das hat einen einfachen Grund: Wenn das Fragwürdige derartige Dichte annimmt, ist es Aufgabe nicht nur der Opposition, sondern des Nationalrates jeder Fragwürdigkeit in Form einer Frage nachzugehen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir treffen uns heute zur dritten Dringlichen Anfrage binnen einer Woche an den Finanzminister. (Abg. Parnigoni – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Mag. Grasser –: Blass ist er!) Das hat einen einfachen Grund: Wenn das Fragwürdige derartige Dichte annimmt, ist es Aufgabe nicht nur der Opposition, sondern des Nationalrates jeder Fragwürdigkeit in Form einer Frage nachzugehen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Eder: Alles dubios!
Inzwischen sind es längst nicht mehr nur die Eurofighter, inzwischen gibt es fast jeden Tag ein neues Thema, inzwischen ist es vollkommen egal, ob man ins Internet geht und eine Website studiert, ob man irgendwo anders nachfragt, ob man eine Beratungsfirma überprüft, ob man die Immobilienverkäufe anschaut, ob man sich die geplante Privatisierung der VOEST ansieht (Abg. Eder: Alles dubios!), alles trägt eine Handschrift: Diese Handschrift ist die Handschrift von Mag. Karl-Heinz Grasser (Abg. Eder: Und seinen Haberern!), und mit Sicherheit nicht die Handschrift eines Finanzministers im Interesse der Republik Österreich! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Eder: Und seinen Haberern!
Inzwischen sind es längst nicht mehr nur die Eurofighter, inzwischen gibt es fast jeden Tag ein neues Thema, inzwischen ist es vollkommen egal, ob man ins Internet geht und eine Website studiert, ob man irgendwo anders nachfragt, ob man eine Beratungsfirma überprüft, ob man die Immobilienverkäufe anschaut, ob man sich die geplante Privatisierung der VOEST ansieht (Abg. Eder: Alles dubios!), alles trägt eine Handschrift: Diese Handschrift ist die Handschrift von Mag. Karl-Heinz Grasser (Abg. Eder: Und seinen Haberern!), und mit Sicherheit nicht die Handschrift eines Finanzministers im Interesse der Republik Österreich! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Inzwischen sind es längst nicht mehr nur die Eurofighter, inzwischen gibt es fast jeden Tag ein neues Thema, inzwischen ist es vollkommen egal, ob man ins Internet geht und eine Website studiert, ob man irgendwo anders nachfragt, ob man eine Beratungsfirma überprüft, ob man die Immobilienverkäufe anschaut, ob man sich die geplante Privatisierung der VOEST ansieht (Abg. Eder: Alles dubios!), alles trägt eine Handschrift: Diese Handschrift ist die Handschrift von Mag. Karl-Heinz Grasser (Abg. Eder: Und seinen Haberern!), und mit Sicherheit nicht die Handschrift eines Finanzministers im Interesse der Republik Österreich! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.
„Bereit zum ,Oh Tannenbaum’“, „Sicher ein guter Schlag“ oder – programmatisch – „Unter Freunden immer gut drauf“. (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.) Weiters: „Mobilität als Lebensprinzip“ und auf der Titelseite der „Kronen-Zeitung“: „Meine Budgetzahlen stimmen!“. (Neuerliche Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.) Dann
Neuerliche Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.
„Bereit zum ,Oh Tannenbaum’“, „Sicher ein guter Schlag“ oder – programmatisch – „Unter Freunden immer gut drauf“. (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.) Weiters: „Mobilität als Lebensprinzip“ und auf der Titelseite der „Kronen-Zeitung“: „Meine Budgetzahlen stimmen!“. (Neuerliche Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.) Dann
Abg. Eder: Furchtbar!
kommt die erste gefährliche Drohung – selbstverständlich nicht nach dem StGB –: „Ich bin bereit, weitere 4 Jahre diesem Land zu dienen“. (Abg. Eder: Furchtbar!)
Abg. Mag. Molterer: Stimmt!
Zum Schluss folgt die programmatische Erklärung: „Moderne Politik verlangt nach moderner Kommunikation“. (Abg. Mag. Molterer: Stimmt!) – Ja, Herr Finanzminister, aber nicht, wenn man unter moderner Kommunikation eine unselige Vermischung aus privat und öffentlich versteht!
Bundesminister Dr. Bartenstein nimmt auf der Regierungsbank Platz. – Abg. Eder: Der Schuhverkäufer! Der Schnäppchenjäger!
Genau das ist der Punkt, warum es sich ausnahmsweise lohnt, diese seltsame und zum Teil etwas geschmacklose Website zu studieren! (Bundesminister Dr. Bartenstein nimmt auf der Regierungsbank Platz. – Abg. Eder: Der Schuhverkäufer! Der Schnäppchenjäger!)
Abg. Eder: Da lacht er nur komisch!
Folgende kleine Frage werden Sie uns sicherlich auch beantworten: Haben Sie Ähnliches auch bei Arbeiterkammer und dem ÖGB probiert? Waren Sie auch da so überparteilich in Ihrer Amtsführung, wie Sie es immer betonen? (Abg. Eder: Da lacht er nur komisch!)
Rufe bei der SPÖ: Ah geh!
Dann geht es weiter. Auf der privaten Website tauchen als Betreiber die Spitzen eines Vereines „New Economy“ auf. Diese drei Betreiber, darunter der Inhaber der Domain, sind führende Bedienstete und Mitarbeiter Ihres Kabinetts (Rufe bei der SPÖ: Ah geh!), die während ihrer Dienstzeit die Website gestaltet, Autogrammwünsche beantwortet und vieles andere, was Ihrer Definition nach eindeutig privat ist, dort erledigt haben.
Ruf bei der SPÖ: Genau!
Das, Herr Finanzminister, bringt uns möglicherweise in die Nähe einer anderen Qualifikation aus dem Strafgesetzbuch, und auch das wird noch zu untersuchen sein. (Ruf bei der SPÖ: Genau!)
Abg. Öllinger: Der Finanzminister!
nister: Wer ist dann zuständig, diesen privaten Verein darauf aufmerksam zu machen, dass er möglicherweise Steuern nicht bezahlt hat und dass er möglicherweise Gemeinnützigkeit vorgetäuscht hat, um Steuerleistungen zu vermeiden? (Abg. Öllinger: Der Finanzminister!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Sie werden sicherlich auf der Stelle tätig werden und prüfen, wie es mit der Steuerleistung dieses Vereins ausschaut und ob da möglicherweise gesetzliche Bestimmungen gebrochen worden sind. Auf diese Antwort und auf diese Handlungen, Herr Finanzminister, sind wir besonders gespannt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Finanzminister! Dieses Schriftstück ist auch auf Ihrem Tisch gelegen, aber trotzdem haben Sie sich regelmäßig mit Vertretern der Firma EADS getroffen, trotzdem haben Sie mit ihnen entgegen den Bestimmungen der Ausschreibung das Anbot regelmäßig besprochen. Wahrscheinlich ist durch Ihre EADS-Kontakte in der Zwischenzeit – das wissen wir erst seit kurzem – die rechtliche Situation eingetreten, dass das EADS-Angebot – das heißt, der Eurofighter – im Nachhinein aus der Vergabe ausgeschieden werden muss. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Bei den ersten beiden Dringlichen Anfragen haben die Vertreter der Regierungsparteien noch die Strategie gewählt, möglichst zu verteidigen, möglichst zu mauern, möglichst dem Finanzminister zu helfen. Heute sehen sie, dass auch das bereits chancenlos ist. Heute haben sie daher offensichtlich vereinbart, so zu tun, als säßen sie nicht im Nationalrat, sondern in einem Kaffeehaus. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das Einzige, das noch fehlt, ist, dass Sie zum Schluss Ihre Kaffees auf eine Rechnung schreiben und diese dem Finanzministerium schicken, damit auch das aus Steuergeldern bezahlt wird, Herr Klubobmann Molterer. Das ist die neue Regierungskultur! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wenn man nicht mehr antworten kann, dann wird man eben organisiert tratschen, organisiert schwätzen, organisiert weghören! – Aber, Frau Abgeordnete Partik-Pablé, Sie können sich meinetwegen Stöpsel in die Ohren stopfen, doch unsere Fragen kommen trotzdem durch, unsere Fragen werden dennoch öffentlich gehört, unsere Fragen werden dennoch vom Finanzminister entweder beantwortet oder nicht beantwortet! Wir werden auch heute aller Wahrscheinlichkeit nach – auch wenn Sie lesen und tratschen und so tun, als würde Sie all das nichts angehen – wieder Unwahrheiten hören, wieder falsche Antworten bekommen, es wird wieder alles verschwiegen werden, aber wir werden trotzdem wieder einen Schritt weiter kommen und wiederum ein bisschen mehr Licht in die Affäre Grasser bringen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Soll ich mich jetzt fürchten?
Wenn Sie, Herr Klubobmann Molterer, glauben, dass die ÖVP weghören kann, dann werden Sie sich wundern. Vielleicht hört die ÖVP weg, aber die Wählerinnen und Wähler, auf die Sie angewiesen sind, spätestens bei den Landtagswahlen im Herbst, hören schon lange nicht mehr weg. (Abg. Mag. Molterer: Soll ich mich jetzt fürchten?) Diese sehen nur, dass Sie noch so tun, als hätten Sie nichts damit zu tun.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Deswegen sage ich Ihnen Folgendes: Wenn wir dann über die Ergebnisse dieser Anfragebeantwortung reden und sie bewerten, wenn wir die Frage stellen, ob ein Misstrauensantrag gerechtfertigt ist, spätestens dann wird sich auch für Sie die Frage stellen, ob Ihnen die Vorwürfe egal sind, ob Ihnen der Verdacht auf Schiebung egal ist, ob Ihnen der Verdacht auf Amtsmissbrauch egal ist, ob Ihnen der Verdacht auf verbotene Geschenkannahme egal ist, ob Sie nur eines interessiert, nämlich einem ins ärgste Zwielicht der letzten Jahre geratenen Finanzminister um jeden politischen Preis die Stange zu halten. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Eder: Die Freunderln!
Damit komme ich zum dritten Bereich. Dieser dritte Bereich ist der finanziell vielleicht uninteressanteste, strukturell aber einer der spannendsten: Das ist der Bereich der großen Freundschaften (Abg. Eder: Die Freunderln!), das ist der Bereich der Freizügigkeit, das ist der Bereich der milden Gaben, das ist der Bereich, bei dem aus der
Abg. Eder: „Arme“ Menschen!
Wer sind diese Freunde, und wie versammeln Sie diese Freunde um sich? – Am Vorabend des Opernballs lädt der Finanzminister „hungrige“ Menschen in das Finanzministerium (Abg. Eder: „Arme“ Menschen!), die von Do&Co verpflegt werden müssen. (Heiterkeit des Abg. Eder.) Aber diese „hungrigen“ Menschen, mit denen der Finanzminister samt und sonders an diesem Abend per du ist, wollen nicht einfach nur essen, sie wollen auch nicht über die Finanzpolitik der Republik reden, sie wollen Musik hören!
Heiterkeit des Abg. Eder.
Wer sind diese Freunde, und wie versammeln Sie diese Freunde um sich? – Am Vorabend des Opernballs lädt der Finanzminister „hungrige“ Menschen in das Finanzministerium (Abg. Eder: „Arme“ Menschen!), die von Do&Co verpflegt werden müssen. (Heiterkeit des Abg. Eder.) Aber diese „hungrigen“ Menschen, mit denen der Finanzminister samt und sonders an diesem Abend per du ist, wollen nicht einfach nur essen, sie wollen auch nicht über die Finanzpolitik der Republik reden, sie wollen Musik hören!
Abg. Mag. Molterer: Ein gutes Orchester!
Aber das Finanzministerium verträgt keine falschen Töne, und da gibt es nur ein Orchester, das garantieren kann, dass sauber, richtig und zu diesem Buffet passend gespielt wird: Das sind die Wiener Philharmoniker. (Abg. Mag. Molterer: Ein gutes Orchester!) Deswegen müssen erstmals nach 1945 die Wiener Philharmoniker wieder zu einem Essen im Finanzministerium Begleitmusik spielen. (Abg. Nürnberger: Da schau her!)
Abg. Nürnberger: Da schau her!
Aber das Finanzministerium verträgt keine falschen Töne, und da gibt es nur ein Orchester, das garantieren kann, dass sauber, richtig und zu diesem Buffet passend gespielt wird: Das sind die Wiener Philharmoniker. (Abg. Mag. Molterer: Ein gutes Orchester!) Deswegen müssen erstmals nach 1945 die Wiener Philharmoniker wieder zu einem Essen im Finanzministerium Begleitmusik spielen. (Abg. Nürnberger: Da schau her!)
Rufe bei der SPÖ: Da schau her!
Wer sind diese Freunde? – Natürlich sitzt Frank Stronach dort, den der Finanzminister ja sonst sehr wenig Gelegenheit hat, persönlich zu treffen. Natürlich sitzt sein persönlicher Österreich-Vertreter dort. Aber es sitzt etwa auch ein Treuhänder dort, der Treuhandkonten in Vaduz verwaltet (Rufe bei der SPÖ: Da schau her!), der nur eine Aufgabe hat, nämlich so genannte Sitzgesellschaften zu begründen. Wozu sind Sitzgesellschaften des Grasser-Freundes und Treuhänders gut? – Sitzgesellschaften haben eine Hauptaufgabe, nämlich Geld zu anonymisieren!
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): Mein Schlusssatz ist: Unsere Aufgabe ist es, nicht nur dafür zu sorgen, aufklärungsbedürftige Fragen beantwortet zu bekommen, sondern möglichen größeren Schaden von dieser Republik abzuwenden. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Das wird dir schon vergehen!
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Werter Regierungskollege! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Ich bedanke mich dafür, dass ich in einer Woche zum dritten Mal Gelegenheit habe (Ruf bei der SPÖ: Das wird dir schon vergehen!), dem Nationalrat und auch der Öffentlichkeit vor Augen zu führen, mit welch lächerlichen Argumenten einerseits und mit welch unfassbaren inkriminierenden Unterstellungen – die ich auf das Schärfste zurückweise! – auf der anderen Seite hier gearbeitet wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Werter Regierungskollege! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Ich bedanke mich dafür, dass ich in einer Woche zum dritten Mal Gelegenheit habe (Ruf bei der SPÖ: Das wird dir schon vergehen!), dem Nationalrat und auch der Öffentlichkeit vor Augen zu führen, mit welch lächerlichen Argumenten einerseits und mit welch unfassbaren inkriminierenden Unterstellungen – die ich auf das Schärfste zurückweise! – auf der anderen Seite hier gearbeitet wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, Sie können sicher sein, dass ich abermals die Gelegenheit dankbar ergreife, Ihnen zu beweisen, dass es überhaupt keine Basis für Ihre absurde Kritik gibt, sondern dass – ganz im Gegenteil! – meine Amtsführung völlig korrekt und vorbildlich ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
Eines wird aber immer klarer, meine Damen und Herren, und auch die Journalisten beginnen es schön langsam zu schreiben (ironische Heiterkeit bei der SPÖ): dass offensichtlich die Parteistrategen bei der Sozialdemokratie und bei den Grünen ausgegeben haben, es muss ein Stellvertreterkrieg geführt werden gegen eine sehr erfolgreich arbeitende österreichische Bundesregierung, die es in den ersten 100 Tagen geschafft hat, zwei Budgets, eine Pensionsreform, eine Steuerreform, eine Verwaltungsreform, einen gut Teil der Gesundheitsreform vorzulegen, und die damit Kompetenz für Österreich bewiesen hat. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Eines wird aber immer klarer, meine Damen und Herren, und auch die Journalisten beginnen es schön langsam zu schreiben (ironische Heiterkeit bei der SPÖ): dass offensichtlich die Parteistrategen bei der Sozialdemokratie und bei den Grünen ausgegeben haben, es muss ein Stellvertreterkrieg geführt werden gegen eine sehr erfolgreich arbeitende österreichische Bundesregierung, die es in den ersten 100 Tagen geschafft hat, zwei Budgets, eine Pensionsreform, eine Steuerreform, eine Verwaltungsreform, einen gut Teil der Gesundheitsreform vorzulegen, und die damit Kompetenz für Österreich bewiesen hat. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Eder: Sie können nur herumschwafeln!
Dem gegenüber steht eine Opposition, die nein zur Sacharbeit sagt – die Grünen haben gestern in einer Pressekonferenz angekündigt, sie werden den grünen Budgetplan präsentieren; er wurde nicht präsentiert! –, die nein zur Sachpolitik sagt, die ja zur Parteipolitik sagt, die ja zur Polemik sagt und die ja zur Kampagne gegen meine Person sagt, und zwar auf einem Niveau, das ich Ihnen nicht zugetraut hätte. (Abg. Eder: Sie können nur herumschwafeln!) Aber ich darf Ihnen versichern: Wir werden uns nicht beirren lassen, wir werden diesen erfolgreichen Weg für Österreich ganz konsequent weiterführen (Ruf bei den Grünen: Beantworten Sie die Fragen! – Abg. Gaál: Das sind Leerformeln!) – zum Wohle der Beschäftigen, zum Wohle des Wirtschafts- und Arbeitsstandortes. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni – die Dringliche Anfrage in die Höhe haltend –: Zur Anfrage!)
Ruf bei den Grünen: Beantworten Sie die Fragen! – Abg. Gaál: Das sind Leerformeln!
Dem gegenüber steht eine Opposition, die nein zur Sacharbeit sagt – die Grünen haben gestern in einer Pressekonferenz angekündigt, sie werden den grünen Budgetplan präsentieren; er wurde nicht präsentiert! –, die nein zur Sachpolitik sagt, die ja zur Parteipolitik sagt, die ja zur Polemik sagt und die ja zur Kampagne gegen meine Person sagt, und zwar auf einem Niveau, das ich Ihnen nicht zugetraut hätte. (Abg. Eder: Sie können nur herumschwafeln!) Aber ich darf Ihnen versichern: Wir werden uns nicht beirren lassen, wir werden diesen erfolgreichen Weg für Österreich ganz konsequent weiterführen (Ruf bei den Grünen: Beantworten Sie die Fragen! – Abg. Gaál: Das sind Leerformeln!) – zum Wohle der Beschäftigen, zum Wohle des Wirtschafts- und Arbeitsstandortes. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni – die Dringliche Anfrage in die Höhe haltend –: Zur Anfrage!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni – die Dringliche Anfrage in die Höhe haltend –: Zur Anfrage!
Dem gegenüber steht eine Opposition, die nein zur Sacharbeit sagt – die Grünen haben gestern in einer Pressekonferenz angekündigt, sie werden den grünen Budgetplan präsentieren; er wurde nicht präsentiert! –, die nein zur Sachpolitik sagt, die ja zur Parteipolitik sagt, die ja zur Polemik sagt und die ja zur Kampagne gegen meine Person sagt, und zwar auf einem Niveau, das ich Ihnen nicht zugetraut hätte. (Abg. Eder: Sie können nur herumschwafeln!) Aber ich darf Ihnen versichern: Wir werden uns nicht beirren lassen, wir werden diesen erfolgreichen Weg für Österreich ganz konsequent weiterführen (Ruf bei den Grünen: Beantworten Sie die Fragen! – Abg. Gaál: Das sind Leerformeln!) – zum Wohle der Beschäftigen, zum Wohle des Wirtschafts- und Arbeitsstandortes. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni – die Dringliche Anfrage in die Höhe haltend –: Zur Anfrage!)
Abg. Eder – die Dringliche Anfrage in die Höhe haltend –: Sie sollten die Fragen beantworten!
Meine Damen und Herren! Wenn es Ihnen um Fairness und um Objektivität ginge, dann hätten Sie sich einmal die Mühe gemacht, sich mit der Leistungsbilanz dieser österreichischen Bundesregierung, und zwar im Interesse Österreichs, auseinander zu setzen. (Abg. Eder – die Dringliche Anfrage in die Höhe haltend –: Sie sollten die Fragen beantworten!)
Abg. Eder: Fragen beantworten!
Meine Damen und Herren! Ich glaube schon, dass Sie es nicht hören wollen. (Abg. Eder: Fragen beantworten!) Sie bekommen selbstverständlich auch die Antworten auf Ihre Dringliche Anfrage, aber der Abgeordnete Pilz hat in seiner Begründung ausgeführt, mir ginge es nicht um das Interesse Österreichs. Daher halte ist fest:
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Rufe bei den Grünen: Anfrage beantworten!
Erstens: Der Herr Bundeskanzler hat das letzte Mal sehr klar Standard & Poors zitiert, wo man uns die besonders hohe Qualität und die Güte der österreichischen Finanzpolitik und die hohe Glaubwürdigkeit unserer Finanzpolitik, die zu niedrigeren Zinszahlungen geführt hat, attestiert hat. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Rufe bei den Grünen: Anfrage beantworten!)
Anhaltede Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Fragen beantworten!
Ich möchte Ihnen, damit Sie sehen, was wir leisten, einen zweiten sehr großen Erfolg vor Augen führen (Anhaltede Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Fragen beantworten!) Die Republik Österreich finanziert derzeit rund elf Prozent ihres Portefeuilles in fremder Währung: 4,5 Prozent in Yen, 6,5 Prozent in Schweizer Franken. (Abgeordnete der SPÖ schwenken die Dringliche Anfrage und rufen: Fragen beantworten!) Das Ziel dieser Finanzierung ist erstens Zinsersparnis. (Anhaltende Rufe bei der SPÖ: Blabla! Blabla! Blabla!) Wir haben im Jahre 2002 300 Millionen € ...
Anhaltende Rufe bei der SPÖ: Blabla! Blabla! Blabla!
Ich möchte Ihnen, damit Sie sehen, was wir leisten, einen zweiten sehr großen Erfolg vor Augen führen (Anhaltede Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Fragen beantworten!) Die Republik Österreich finanziert derzeit rund elf Prozent ihres Portefeuilles in fremder Währung: 4,5 Prozent in Yen, 6,5 Prozent in Schweizer Franken. (Abgeordnete der SPÖ schwenken die Dringliche Anfrage und rufen: Fragen beantworten!) Das Ziel dieser Finanzierung ist erstens Zinsersparnis. (Anhaltende Rufe bei der SPÖ: Blabla! Blabla! Blabla!) Wir haben im Jahre 2002 300 Millionen € ...
Rufe bei der SPÖ und den Grünen, die Dringliche Anfrage schwenkend: Fragen beantworten!
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser (fortsetzend): Wir haben im Jahre 2002 damit eine Zinsersparnis von 300 Millionen € für die Steuerzahler erreicht (Rufe bei der SPÖ und den Grünen, die Dringliche Anfrage schwenkend: Fragen beantworten!), das Budget entlastet und damit einen wesentlichen Vorteil erreichen können. (Lebhafter Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Lebhafter Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser (fortsetzend): Wir haben im Jahre 2002 damit eine Zinsersparnis von 300 Millionen € für die Steuerzahler erreicht (Rufe bei der SPÖ und den Grünen, die Dringliche Anfrage schwenkend: Fragen beantworten!), das Budget entlastet und damit einen wesentlichen Vorteil erreichen können. (Lebhafter Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
neuerliche Rufe bei der SPÖ und den Grünen – die Dringliche Anfrage schwenkend –: Fragen beantworten!
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich ein Zweites betonen: Wir haben allein heuer Währungsgewinne in der Höhe von 1,2 Milliarden € (neuerliche Rufe bei der SPÖ und den Grünen – die Dringliche Anfrage schwenkend –: Fragen beantworten!) – ich betone: von Jänner bis März 1 200 Millionen € an Währungsgewinnen – erreichen können (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen) und damit weniger Schulden als in einer Euro-Finanzierung machen müssen. (Weitere Rufe bei der SPÖ: Fragen beantworten!) Das heißt, wir arbeiten professionell im Interesse Österreichs und des Steuerzahlers.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich ein Zweites betonen: Wir haben allein heuer Währungsgewinne in der Höhe von 1,2 Milliarden € (neuerliche Rufe bei der SPÖ und den Grünen – die Dringliche Anfrage schwenkend –: Fragen beantworten!) – ich betone: von Jänner bis März 1 200 Millionen € an Währungsgewinnen – erreichen können (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen) und damit weniger Schulden als in einer Euro-Finanzierung machen müssen. (Weitere Rufe bei der SPÖ: Fragen beantworten!) Das heißt, wir arbeiten professionell im Interesse Österreichs und des Steuerzahlers.
Weitere Rufe bei der SPÖ: Fragen beantworten!
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich ein Zweites betonen: Wir haben allein heuer Währungsgewinne in der Höhe von 1,2 Milliarden € (neuerliche Rufe bei der SPÖ und den Grünen – die Dringliche Anfrage schwenkend –: Fragen beantworten!) – ich betone: von Jänner bis März 1 200 Millionen € an Währungsgewinnen – erreichen können (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen) und damit weniger Schulden als in einer Euro-Finanzierung machen müssen. (Weitere Rufe bei der SPÖ: Fragen beantworten!) Das heißt, wir arbeiten professionell im Interesse Österreichs und des Steuerzahlers.
Anhaltende heftige Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Wenn Sie so laut Kritik üben, darf ich Ihnen einen anderen Fall vor Augen führen, nämlich den Fall der Stadtgemeinde Wien, die bekanntermaßen sozialdemokratisch regiert ist. (Anhaltende heftige Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Heftige Rufe bei der SPÖ und den Grünen – die Dringliche Anfrage schwenkend –: Er soll die Fragen beantworten!
Präsident Dr. Andreas Khol: Meine Damen und Herren! So geht das nicht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Heftige Rufe bei der SPÖ und den Grünen – die Dringliche Anfrage schwenkend –: Er soll die Fragen beantworten!) Wir haben die Praxis in diesem Hohen Haus, dass bei einer Dringlichen Anfrage der Minister allgemeine Erklärungen abgeben kann und daran sich die Anfragebeantwortung knüpft. Der Herr Bundesminister hat jetzt 5 Minuten lang gesprochen (Abg. Eder: Und keine Antwort gegeben!), und er wird noch weitere Zeit in Anspruch nehmen, und ich werde darüber wachen, dass die Anfragen genau beantwortet werden. Ich würde Sie bitten, die Praxis diese Hohen Hauses zu respektieren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Er soll endlich einmal antworten!)
Abg. Eder: Und keine Antwort gegeben!
Präsident Dr. Andreas Khol: Meine Damen und Herren! So geht das nicht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Heftige Rufe bei der SPÖ und den Grünen – die Dringliche Anfrage schwenkend –: Er soll die Fragen beantworten!) Wir haben die Praxis in diesem Hohen Haus, dass bei einer Dringlichen Anfrage der Minister allgemeine Erklärungen abgeben kann und daran sich die Anfragebeantwortung knüpft. Der Herr Bundesminister hat jetzt 5 Minuten lang gesprochen (Abg. Eder: Und keine Antwort gegeben!), und er wird noch weitere Zeit in Anspruch nehmen, und ich werde darüber wachen, dass die Anfragen genau beantwortet werden. Ich würde Sie bitten, die Praxis diese Hohen Hauses zu respektieren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Er soll endlich einmal antworten!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Er soll endlich einmal antworten!
Präsident Dr. Andreas Khol: Meine Damen und Herren! So geht das nicht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Heftige Rufe bei der SPÖ und den Grünen – die Dringliche Anfrage schwenkend –: Er soll die Fragen beantworten!) Wir haben die Praxis in diesem Hohen Haus, dass bei einer Dringlichen Anfrage der Minister allgemeine Erklärungen abgeben kann und daran sich die Anfragebeantwortung knüpft. Der Herr Bundesminister hat jetzt 5 Minuten lang gesprochen (Abg. Eder: Und keine Antwort gegeben!), und er wird noch weitere Zeit in Anspruch nehmen, und ich werde darüber wachen, dass die Anfragen genau beantwortet werden. Ich würde Sie bitten, die Praxis diese Hohen Hauses zu respektieren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Er soll endlich einmal antworten!)
Abg. Eder: Das ist keine Märchenstunde!
kasse Anteile an der Bank Austria in Anteile der HypoVereinsbank getauscht, diese Anteile also nicht rechtzeitig verkauft. Der Verlust für die Steuerzahler macht zurzeit mehr als 1 000 Millionen € aus. (Abg. Eder: Das ist keine Märchenstunde!) Diesen Unterschied, meine Damen und Herren, sollte man einmal beleuchten! Das ist ein skandalöser Umgang mit dem Geld der Steuerzahler, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Rada: Das ist eine schwache Vorstellung! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Rada: Das ist eine schwache Vorstellung! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
kasse Anteile an der Bank Austria in Anteile der HypoVereinsbank getauscht, diese Anteile also nicht rechtzeitig verkauft. Der Verlust für die Steuerzahler macht zurzeit mehr als 1 000 Millionen € aus. (Abg. Eder: Das ist keine Märchenstunde!) Diesen Unterschied, meine Damen und Herren, sollte man einmal beleuchten! Das ist ein skandalöser Umgang mit dem Geld der Steuerzahler, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Rada: Das ist eine schwache Vorstellung! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Eder: Jämmerlich!
Ich darf Ihnen sagen: Ich habe in meiner Zeit drei beschlossene Budgets zu verantworten. (Abg. Eder: Jämmerlich!) Das Ziel im Jahr 2000 war 1,7 Prozent gesamtstaatliches Defizit, erreicht haben wir 1,5 Prozent. Das Ziel im Jahr 2001 war 0,75 Prozent Defizit, erreicht haben wir einen Überschuss von 0,3 Prozent. Im Jahr 2002 haben wir selbst angenommen 1,3 Prozent, Sie haben geschätzt 2 Prozent, erreicht haben wir 0,6 Prozent Defizit. Hingegen hat man es in 30 Jahren sozialdemokratischer Finanzminister nicht geschafft, weniger als 2 Prozent Defizit zu machen. Wir machen also eine Politik, die uns offensichtlich auszeichnet und die für Österreicher erfolgreich ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich darf Ihnen sagen: Ich habe in meiner Zeit drei beschlossene Budgets zu verantworten. (Abg. Eder: Jämmerlich!) Das Ziel im Jahr 2000 war 1,7 Prozent gesamtstaatliches Defizit, erreicht haben wir 1,5 Prozent. Das Ziel im Jahr 2001 war 0,75 Prozent Defizit, erreicht haben wir einen Überschuss von 0,3 Prozent. Im Jahr 2002 haben wir selbst angenommen 1,3 Prozent, Sie haben geschätzt 2 Prozent, erreicht haben wir 0,6 Prozent Defizit. Hingegen hat man es in 30 Jahren sozialdemokratischer Finanzminister nicht geschafft, weniger als 2 Prozent Defizit zu machen. Wir machen also eine Politik, die uns offensichtlich auszeichnet und die für Österreicher erfolgreich ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig – auf die Dringliche Anfrage zeigend –: Es sind 42 Fragen zu beantworten!
Meine Damen und Herren! Ich könnte Ihnen selbstverständlich unsere Leistungsbilanz noch sehr ausführlich weiter darstellen, wie zum Beispiel: Verwaltungskosten: Einsparung: 2001 527 Millionen € (Abg. Dr. Glawischnig – auf die Dringliche Anfrage zeigend –: Es sind 42 Fragen zu beantworten!), 2002 1012 Millionen €, aber ich komme sehr gerne und selbstverständlich zur Beantwortung Ihrer Fragen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich könnte Ihnen selbstverständlich unsere Leistungsbilanz noch sehr ausführlich weiter darstellen, wie zum Beispiel: Verwaltungskosten: Einsparung: 2001 527 Millionen € (Abg. Dr. Glawischnig – auf die Dringliche Anfrage zeigend –: Es sind 42 Fragen zu beantworten!), 2002 1012 Millionen €, aber ich komme sehr gerne und selbstverständlich zur Beantwortung Ihrer Fragen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren! Ich darf die Fragen 1 bis 11 zusammengefasst beantworten. (Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Warten Sie einmal ab, was an Antwort da ist, und dann beurteilen Sie, ob ich etwas nicht beantwortet habe. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich darf die Fragen 1 bis 11 zusammengefasst beantworten. (Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Warten Sie einmal ab, was an Antwort da ist, und dann beurteilen Sie, ob ich etwas nicht beantwortet habe. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Gaál: Stimmt nicht! – Abg. Eder: Falsch!
Wie mir das Bundesministerium für Landverteidigung mitteilt, wurde für das gegenständliche Vergabeverfahren die freihändige Vergabe im Wettbewerb gewählt. Diese freihändige Vergabe erfordert gemäß ÖNORM 2050 in der Fassung 1957 kein förmliches Verfahren. Es sind aber nach herrschender Lehre und Judikatur für alle Vergabeverfahren des öffentlichen Auftraggebers die Grundsätze der Gleichbehandlung und der Transparenz anzuwenden. (Abg. Gaál: Stimmt nicht! – Abg. Eder: Falsch!) Das bedeutet, dass willkürliche Veränderungen von Vergabebedingungen zum Nachteil eines Bieters im laufenden Verfahren nicht zulässig sind (Abg. Gaál: Das haben Sie gemacht!) und den benachteiligten Bieter Schadenersatz und Unterlassungsansprüche, die im Klagwege geltend gemacht werden können, eingeräumt werden.
Abg. Gaál: Das haben Sie gemacht!
Wie mir das Bundesministerium für Landverteidigung mitteilt, wurde für das gegenständliche Vergabeverfahren die freihändige Vergabe im Wettbewerb gewählt. Diese freihändige Vergabe erfordert gemäß ÖNORM 2050 in der Fassung 1957 kein förmliches Verfahren. Es sind aber nach herrschender Lehre und Judikatur für alle Vergabeverfahren des öffentlichen Auftraggebers die Grundsätze der Gleichbehandlung und der Transparenz anzuwenden. (Abg. Gaál: Stimmt nicht! – Abg. Eder: Falsch!) Das bedeutet, dass willkürliche Veränderungen von Vergabebedingungen zum Nachteil eines Bieters im laufenden Verfahren nicht zulässig sind (Abg. Gaál: Das haben Sie gemacht!) und den benachteiligten Bieter Schadenersatz und Unterlassungsansprüche, die im Klagwege geltend gemacht werden können, eingeräumt werden.
Abg. Eder: Er schaut schlecht aus, der Minister!
Das Vergabeverfahren „Abfangjäger“ ist ein zweistufiges Verfahren, welches sich in einen Wettbewerbs- und in einen Verhandlungsteil unterteilt. (Abg. Eder: Er schaut schlecht aus, der Minister!) Der Verteidigungsminister hat die Gelegenheit wahrgenommen und in einem Budgetausschuss auch die Details über dieses Verfahren dargestellt. Der Wettbewerbsteil enthält im Wesentlichen alle Elemente einer beschränkten Ausschreibung. Aufgrund eines detaillierten Leistungsverzeichnisses, in welchem Muss- und Sollkriterien definiert wurden, sowie auf der Basis eines Bewertungskataloges, welcher vor Angebotseröffnung fertig gestellt wurde, wurde die Ermittlung des Bestbieters durchgeführt.
Abg. Mag. Stoisits: Welche Fragen beantworten Sie jetzt?
Gleichbehandlung der Bieter sicherzustellen. (Abg. Mag. Stoisits: Welche Fragen beantworten Sie jetzt?)
Abg. Eder: Uns am Schmäh halten, das geht nicht!
In diesem Bewertungsmengengerüst werden daher nur alle vergleichbaren Leistungsmerkmale aufgenommen und bewertet. Die Reihung der Bieter erfolgt aufgrund der Ermittlung des Kostennutzwertquotienten. Das ist ein Verfahren, welches im österreichischen Bundesheer seit Jahren bei der Vergabe von Rüstungssystemen angewendet wird. Bei diesen Verfahren wird, vereinfacht ausgedrückt, das Preis-Leistungs-Verhältnis beurteilt und damit der Bestbieter ermittelt. (Abg. Eder: Uns am Schmäh halten, das geht nicht!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich sage Ihnen das deswegen, damit Sie erkennen, dass – und zwar laut Aussagen des Landesverteidigungsministeriums – in diesem zweistufigen Verfahren, wie es im Landesverteidigungsministerium Anwendung findet und auch vom Rechnungshof geprüft wurde, eine Beeinflussung der Kommissionsentscheidung schon rein technisch unmöglich ist und auch praktisch nicht erfolgen konnte. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pilz: Das ist Ihre Antwort?! – Zwischenrufe bei der SPÖ.
In Ergänzung meiner Beantwortung der Fragen 21 bis 26 der Dringlichen Anfrage vom 10. Juni 2003 ... (Abg. Dr. Pilz: Das ist Ihre Antwort?! – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Gaál: Treten Sie zurück!
Ich beantworte weiter, wenn Sie mir zuhören wollen! Ich darf also ausführen: In Ergänzung meiner Beantwortung der Fragen 21 bis 26 der Dringlichen Anfrage vom 10. Juni 2003, Nummer 501/J, halte ich fest, dass in Sachen Abfangjäger mit Vertretern vom EADS von meiner Seite ein Gespräch im Juni 2001 geführt worden ist. (Abg. Gaál: Treten Sie zurück!) Weiters gab es zwei Gespräche mit Herrn Malzacher in der Angelegenheit Gripen. Es gab ein Gespräch mit dem britischen Botschafter in der Angelegenheit Gripen. Es gab ein Gespräch mit der schwedischen Vizepremierministerin in der Angelegenheit Gripen. (Abg. Gaál: Treten Sie zurück!)
Abg. Gaál: Treten Sie zurück!
Ich beantworte weiter, wenn Sie mir zuhören wollen! Ich darf also ausführen: In Ergänzung meiner Beantwortung der Fragen 21 bis 26 der Dringlichen Anfrage vom 10. Juni 2003, Nummer 501/J, halte ich fest, dass in Sachen Abfangjäger mit Vertretern vom EADS von meiner Seite ein Gespräch im Juni 2001 geführt worden ist. (Abg. Gaál: Treten Sie zurück!) Weiters gab es zwei Gespräche mit Herrn Malzacher in der Angelegenheit Gripen. Es gab ein Gespräch mit dem britischen Botschafter in der Angelegenheit Gripen. Es gab ein Gespräch mit der schwedischen Vizepremierministerin in der Angelegenheit Gripen. (Abg. Gaál: Treten Sie zurück!)
Abg. Gaál: Mit dem EADS-Geschäftsführer!
In der Zeit von Oktober 2001 bis 2. Juli 2002 hatte ich, wie ich es das letzte Mal ausgeführt habe, einmal Kontakt mit dem US-Botschafter betreffend F 16, und zwar im Rahmen seines Antrittsbesuchs. Ich hatte ansonsten – und das betone ich – in diesem Zeitraum weder Gespräche und damit schon gar nicht Verhandlungen mit irgendeinem Anbieter. (Abg. Gaál: Mit dem EADS-Geschäftsführer!) Ich habe während des zweistufigen Verfahrens selbst keine Besprechung oder Verhandlungen in Sachen Abfangjäger – ausgenommen natürlich innerhalb der Bundesregierung – geführt.
Abg. Gaál: Noch ärger!
Sie haben gesagt, ich hätte den Geschäftsführer von EADS getroffen. – Dazu darf ich Ihnen sagen: Sie haben nicht gut recherchiert. Herr Bischoff ist nicht der Geschäftsführer der EADS, sondern er ist Aufsichtsratsvorsitzender. (Abg. Gaál: Noch ärger!) Den Aufsichtsratsvorsitzenden Bischoff von der EADS habe ich in Sachen Abfangjäger einmal, wie ich ausgeführt habe, und zwar im Juni ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.
Sie haben gesagt, ich hätte den Geschäftsführer von EADS getroffen. – Dazu darf ich Ihnen sagen: Sie haben nicht gut recherchiert. Herr Bischoff ist nicht der Geschäftsführer der EADS, sondern er ist Aufsichtsratsvorsitzender. (Abg. Gaál: Noch ärger!) Den Aufsichtsratsvorsitzenden Bischoff von der EADS habe ich in Sachen Abfangjäger einmal, wie ich ausgeführt habe, und zwar im Juni ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.)
Abg. Bures: Sie haben gesagt, dass Sie Verhandlungen geführt haben! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Lesen Sie meine letzten Anfragebeantwortungen! (Abg. Bures: Sie haben gesagt, dass Sie Verhandlungen geführt haben! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie sind beide völlig schlüssig, das darf ich Ihnen versichern, weil ich sie mir auch vorher durchgelesen habe.
Abg. Eder: Wieder getroffen!
Ich darf weiter ausführen: Ich habe den Herrn Aufsichtsratsvorsitzenden Bischoff in Sachen Abfangjäger das erste Mal im Juni 2001 getroffen, das zweite Mal im März 2003. (Abg. Eder: Wieder getroffen!) Das heißt, auf Ihre Frage: Wann nach der Typenentscheidung in Sachen Abfangjäger? lautet die Antwort: im März 2003. Sonst habe ich seit Juli 2001 keine Vertreter der Firma EADS in Sachen Abfangjäger getroffen. Ich sage Ihnen nochmals in aller Klarheit, die Sie sich hier immer wieder hinaussstellen und mehrfach schon die Unwahrheit behauptet haben, ich hätte wieder
Abg. Gaál: Treten Sie zurück!
und wieder EADS-Vertreter getroffen: Das waren meine Termine! (Abg. Gaál: Treten Sie zurück!) Ich ersuche Sie, das zur Kenntnis zu nehmen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
und wieder EADS-Vertreter getroffen: Das waren meine Termine! (Abg. Gaál: Treten Sie zurück!) Ich ersuche Sie, das zur Kenntnis zu nehmen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Aus meiner Sicht war – auch das betone ich – daher in jeder Phase dieses zweistufigen Verfahrens selbstverständlich die völlige Gleichbehandlung der Bieter sichergestellt. Da ich bis zur tatsächlichen Verhandlungsaufnahme im Jahr 2003 mit der Firma EADS keine Verhandlungen und auch keine Gespräche über militärtechnische Fragen von wesentlichem Inhalt geführt habe, war es auch nicht notwendig, dem Bundesminister Scheibner über diese Gespräche extra zu informieren. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Selbstverständlich stand ich mit ihm im Rahmen der Bundesregierung laufend in Kontakt. Wir haben laufend in dieser Frage Diskussionen geführt, so wie auch mit dem Wirtschaftsminister. (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Aus meiner Sicht war – auch das betone ich – daher in jeder Phase dieses zweistufigen Verfahrens selbstverständlich die völlige Gleichbehandlung der Bieter sichergestellt. Da ich bis zur tatsächlichen Verhandlungsaufnahme im Jahr 2003 mit der Firma EADS keine Verhandlungen und auch keine Gespräche über militärtechnische Fragen von wesentlichem Inhalt geführt habe, war es auch nicht notwendig, dem Bundesminister Scheibner über diese Gespräche extra zu informieren. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Selbstverständlich stand ich mit ihm im Rahmen der Bundesregierung laufend in Kontakt. Wir haben laufend in dieser Frage Diskussionen geführt, so wie auch mit dem Wirtschaftsminister. (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Es ist zutreffend, dass ich mich ursprünglich gegen eine Beschaffung von Abfangjägern ausgesprochen habe. In der Folge – weil Sie das immer geflissentlich auslassen, möchte ich einmal darauf hinweisen – habe ich mich sehr massiv für die kostengünstige Variante, nämlich für die Beschaffung von F-16 Mid-Life Update eingesetzt (Zwischenrufe bei der SPÖ) und habe dann auf Grund der Empfehlung der Bewertungskommission und ihrer ausschließlichen Kompetenz, was die Typenentscheidung betrifft, und des Vorschlags des Bundesministers Scheibner im Ministerrat den Ankauf des Eurofighters der Firma EADS als Bestbieter mitgetragen. (Abg. Eder: Sie sind umgefallen!)
Abg. Eder: Sie sind umgefallen!
Es ist zutreffend, dass ich mich ursprünglich gegen eine Beschaffung von Abfangjägern ausgesprochen habe. In der Folge – weil Sie das immer geflissentlich auslassen, möchte ich einmal darauf hinweisen – habe ich mich sehr massiv für die kostengünstige Variante, nämlich für die Beschaffung von F-16 Mid-Life Update eingesetzt (Zwischenrufe bei der SPÖ) und habe dann auf Grund der Empfehlung der Bewertungskommission und ihrer ausschließlichen Kompetenz, was die Typenentscheidung betrifft, und des Vorschlags des Bundesministers Scheibner im Ministerrat den Ankauf des Eurofighters der Firma EADS als Bestbieter mitgetragen. (Abg. Eder: Sie sind umgefallen!)
Abg. Eder: Der „arme“ Scheibner ist „schuld“!
Auch da möchte ich nochmals ausdrücklich festhalten (Abg. Eder: Der „arme“ Scheibner ist „schuld“!), dass die in dieser Frage implizierte Unterstellung, dass ich für den Eurofighter interveniert hätte, nicht zutreffend ist.
Abg. Mag. Kogler: Die Zahlen aus dem Budgetausschuss!
Was die von Ihnen dargestellten Zahlen anbelangt, sagt mir das Landesverteidigungsministerium, das ich um deren Prüfung gebeten habe, sie seien nicht nachvollziehbar. Im Übrigen verweise ich auch hierzu auf meine Beantwortung der Dringlichen Anfrage vom 10. Juni 2003. (Abg. Mag. Kogler: Die Zahlen aus dem Budgetausschuss!)
Abg. Dr. Pilz: Das ist die Unwahrheit! – Abg. Eder: Lauter Unwahrheiten!
Die Entscheidung der aus 33 Mitgliedern bestehenden und in fünf Untergruppen gegliederten Bewertungskommission erfolgte 4 : 1 für den Eurofighter, weshalb die Unterstellung, dass die Entscheidung für EADS gegen die Vorschläge der ranghöchsten Militärs erfolgte, laut Auskunft des Landesverteidigungsministeriums schlichtweg falsch ist. (Abg. Dr. Pilz: Das ist die Unwahrheit! – Abg. Eder: Lauter Unwahrheiten!)
Abg. Eder: Die glatte Unwahrheit! – Abg. Dr. Pilz: Da biegen sich die Balken! – Abg. Mag. Kogler: Das zieht einem die Schuhe aus!
halb zukünftige Maßnahmen für Modernisierungen und vor allem zur Senkung der Lebenslaufkosten auf mehrere potente Partner aufgeteilt sind. (Abg. Eder: Die glatte Unwahrheit! – Abg. Dr. Pilz: Da biegen sich die Balken! – Abg. Mag. Kogler: Das zieht einem die Schuhe aus!)
Abg. Dr. Pilz: Notorische Unwahrheit!
Zweiter Punkt: Die technische Überlegenheit des Eurofighters gegenüber dem Gripen bei Triebwerk, Aerodynamik und Flugleistung ist in hohem Umfang gegeben. (Abg. Dr. Pilz: Notorische Unwahrheit!) Dies kommt bei den zu vergebenden Nutzwertpunkten nicht in ausreichendem Ausmaß zum Ausdruck, sagt das Landesverteidigungsministerium.
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.
Der Name des Vereins lautet, wie Sie sicher der Presse entnehmen konnten, „Verein zur Förderung der New Economy“. Wer aller Vereinsmitglied ist, ist mir unbekannt. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.) Es ist zutreffend, dass im Vereinsvorstand meine Mitarbeiter Matthias Winkler, René Oberleitner und Fritz Simhandl tätig sind.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Bundesminister Dr. Bartenstein: So ist es!
Außerdem möchte ich darauf hinweisen, dass es die Aufgabe meiner Mitarbeiter ist, wie in jedem anderen Kabinett auch, politische Arbeit zu leisten. Es stellt sich damit die Frage: Wo ist der Unterschied, ob einer meiner Mitarbeiter einen politischen Beitrag für eine Zeitung schreibt oder dies in einem neuen, modernen Medium wie dem Internet tut? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Bundesminister Dr. Bartenstein: So ist es!) Aus diesen Gründen habe ich selbstverständlich auch an keine Mitarbeiter private Honorare gezahlt.
Abg. Eder: Da schau her!
Wie Sie den Medien entnehmen konnten und wie mir berichtet wurde, erfolgte das Sponsoring ausschließlich durch die Industriellenvereinigung. (Abg. Eder: Da schau her!) Die Höhe der Beträge ist mir unbekannt.
Abg. Nürnberger: Das ist die Wahrheit! Da sagt er einmal die Wahrheit!
Diese Fragen kann ich ebenfalls aus dem oben erwähnten Grund nicht beantworten. Ich nehme aber an – Herr Präsident Verzetnitsch hat vorhin genickt –, dass weder der ÖGB noch die Arbeiterkammer finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt haben. (Abg. Nürnberger: Das ist die Wahrheit! Da sagt er einmal die Wahrheit!) – Danke, Herr Präsident! Mir wurde einmal die Wahrheit bestätigt, das ist auch ein Grund, mich zu freuen! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Diese Fragen kann ich ebenfalls aus dem oben erwähnten Grund nicht beantworten. Ich nehme aber an – Herr Präsident Verzetnitsch hat vorhin genickt –, dass weder der ÖGB noch die Arbeiterkammer finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt haben. (Abg. Nürnberger: Das ist die Wahrheit! Da sagt er einmal die Wahrheit!) – Danke, Herr Präsident! Mir wurde einmal die Wahrheit bestätigt, das ist auch ein Grund, mich zu freuen! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Eder: Der Schmäh geht nicht mehr lange hinein! Lauter Schmäh! Das glaubt kein Mensch mehr!
Ich habe ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ich weder Vorteile gefordert noch angenommen habe oder mir habe versprechen lassen, weshalb sich die steuerrechtliche Frage nicht stellt. Ich möchte des Weiteren betonen: Ich habe weder für die pflichtwidrige oder pflichtgemäße Vornahme von Amtshandlungen oder für die pflichtwidrige oder pflichtgemäße Unterlassung von Amtsgeschäften von einem anderen für mich oder einen Dritten einen Vorteil gefordert, angenommen oder mir versprechen lassen. (Abg. Eder: Der Schmäh geht nicht mehr lange hinein! Lauter Schmäh! Das glaubt kein Mensch mehr!)
Abg. Eder: Jachturlaube! Wem gehört die Jacht?
Ich möchte zunächst, meine Damen und Herren, festhalten, dass mein Amtsvorgänger Rudolf Edlinger im Jahre 1998 (Abg. Eder: Jachturlaube! Wem gehört die Jacht?) einen Betrag in Höhe von 316 562,87 € und im Jahre 1999 einen Betrag in der Höhe
Abg. Auer: Da schau her! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Lebhafter Widerspruch bei der SPÖ.
von 248 904,40 € für Repräsentation ausgegeben hat. (Abg. Auer: Da schau her! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Lebhafter Widerspruch bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Brav! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Demgegenüber wurden vom 4. Feber bis zum 31. Dezember 2002 von meiner Seite 61 900 € und im Jahre 2001 86 518 € an Repräsentationsausgaben verbucht. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Brav! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.) Das bedeutet also: Ein Jahr Rudolf-Edlinger-Repräsentationsausgaben entspricht den Kosten, die ich in zwei Jahren für diese Zwecke aufgewendet habe. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Widerspruch bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Widerspruch bei der SPÖ.
Demgegenüber wurden vom 4. Feber bis zum 31. Dezember 2002 von meiner Seite 61 900 € und im Jahre 2001 86 518 € an Repräsentationsausgaben verbucht. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Brav! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.) Das bedeutet also: Ein Jahr Rudolf-Edlinger-Repräsentationsausgaben entspricht den Kosten, die ich in zwei Jahren für diese Zwecke aufgewendet habe. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Widerspruch bei der SPÖ.)
Abg. Gaál: EU-Präsidentschaft! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Vielleicht darf ich Ihnen, nachdem Sie zuletzt unter völliger Verdrehung der Tatsachen behauptet haben, dass ich 27 Millionen € für Werbekosten ausgegeben habe, auch noch Folgendes zur Kenntnis bringen: Die Werbekosten des Rudolf Edlinger im Jahre 1998 beliefen sich auf knapp mehr als 3 Millionen €. Die Werbekosten im Bundesministerium für Finanzen unter Karl-Heinz Grasser beliefen sich im Jahre 2002 ebenfalls auf knapp mehr als 3 Millionen €. – Das heißt: Bleiben wir bei den Fakten! Bei den Werbekosten liege ich gleichauf mit Rudi Edlinger, und bei den Repräsentationsausgaben kosten zwei Jahre Karl-Heinz Grasser das, was ein Jahr Rudolf Edlinger gekostet hat. (Abg. Gaál: EU-Präsidentschaft! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich habe in einer ähnlich lautenden Anfrage der Bundesräte Konecny und Kollegen vom 26. Februar 2002, Nr. 1909/J-Bundesrat, ausgeführt, dass für das gesamte Catering dieser Veranstaltung, die damals hinterfragt und heute von Herrn Pilz erwähnt wurde, Kosten in der Höhe von 3 926,92 € angefallen sind. Für die musikalische Umrahmung sind keine Kosten entstanden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wie Sie daraus ersehen können, sind derartige Einladungen in meinem Ressort durchaus nicht häufig und dienen ausschließlich der Förderung des Wirtschafts- und Arbeitsstandorts Österreich. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Bravorufe und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
ger Generationen diese erfolgreiche Privatisierungspolitik fortsetzen. (Bravorufe und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Das Buch ist neu! Sie haben es nicht gelesen! Das Buch ist neu und ungebraucht! Sie haben es bestenfalls lesen lassen!
Ich möchte abschließend nochmals entschieden die Vorwürfe zurückweisen, die erhoben worden sind, was Schiebung, Amtsmissbrauch oder sonstige Vorwürfe betrifft. Das BMF wird vorbildlich und korrekt geführt, und ich möchte abschließend Eines festhalten: Das, was Sie hier veranstalten, meine Damen und Herren, wird bei Aristoteles – wenn Sie Aristoteles einmal gelesen haben sollten, so wissen Sie das – in seinem berühmten Werk „Der Politiker“ im dritten Buch, wo es um die Zuerkennung der Staatsämter geht, als Ostrakismos beschrieben. (Abg. Dr. Gusenbauer: Das Buch ist neu! Sie haben es nicht gelesen! Das Buch ist neu und ungebraucht! Sie haben es bestenfalls lesen lassen!)
Lebhafter, lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Politisch gesprochen: Sie haben die Wahlen verloren, Sie haben es nicht geschafft, eine erfolgreiche Regierung zu Fall zu bringen, jetzt versuchen Sie es mit Polemik und Vernaderung. Ich ersuche Sie: Kehren Sie zur Sachpolitik zurück, sonst werden die Wähler Sie wiederum bestrafen! (Lebhafter, lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter, Sie wissen genau, dass die Geschäftsordnung eine Soll-Redezeit vorsieht, die das Regierungsmitglied beliebig lange überziehen kann. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Der Rekord wurde in der vorletzten Legislaturperiode mit 56 Minuten gemacht. Daher war diese Vorgangsweise absolut geschäftsordnungsgemäß. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter, Sie wissen genau, dass die Geschäftsordnung eine Soll-Redezeit vorsieht, die das Regierungsmitglied beliebig lange überziehen kann. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Der Rekord wurde in der vorletzten Legislaturperiode mit 56 Minuten gemacht. Daher war diese Vorgangsweise absolut geschäftsordnungsgemäß. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie Gegenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (fortsetzend): Die Frage hat sich darauf bezogen, dass man 27,5 Minuten in Anspruch nehmen und derart – und ich sage: offensichtlich absichtlich! – an den Fragen vorbeireden kann. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie Gegenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen
nach bei Sokrates! Offensichtlich gibt es da einen neuen Berater-Vertrag (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen), denn das hätte nicht einmal ich Ihnen so unterstellt, weil das eben alles völlig an dem vorbeiging, was hier gefragt wurde. – Schon wieder eine Flucht nach vorne, die im Fettnapf landete! Gratuliere! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
nach bei Sokrates! Offensichtlich gibt es da einen neuen Berater-Vertrag (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen), denn das hätte nicht einmal ich Ihnen so unterstellt, weil das eben alles völlig an dem vorbeiging, was hier gefragt wurde. – Schon wieder eine Flucht nach vorne, die im Fettnapf landete! Gratuliere! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Die nächste Erkenntnis ist, dass offensichtlich der Begriff – wieder in Neudeutsch – „public-private partnership“ durch Sie eine ganz neue Deutung möglich macht. Aber das ist in Ihrem Hause offensichtlich sehr beliebt, Herr Finanzminister, denn auch in dieser Sache gibt es Beratungsaufträge. Damit werden wir uns noch beschäftigen müssen, nämlich, wie da regelmäßig – und das ist eigentlich der Hauptvorwurf –, absichtlich oder unabsichtlich – zum Teil unabsichtlich, vermute ich sogar bei Ihnen – Öffentliches und Privates vermischt wird. – Das ist bei einem Bundesminister einfach unerträglich! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das ist der rote Faden, der sich durch Ihre Beantwortung, Herr Finanzminister Grasser, zieht, aber das ist auch schon der einzige, den man hiebei sehen konnte. In der Beantwortung einer Dringlichen Anfrage der Opposition beziehungsweise einem ihrer Redner zum Vorwurf zu machen, dass das ein „absurdes Theater“ gewesen wäre, kann doch nur als unerhört bezeichnet werden! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ
Das einzige Absurde in dieser Sache ist Ihr Amtsverständnis, Herr Bundesminister Grasser – und aus diesem resultiert offensichtlich auch Ihre Art von Verantwortung (Beifall bei den Grünen und der SPÖ), wenn man diese Fragen so beziehungsweise offensichtlich gar nicht beantworten will! Das Einzige, Herr Minister Grasser, was von Ihnen beantwortet wurde, sind Fragen, die überhaupt nicht gestellt wurden! – Aber in den nächsten 8 Minuten werden wir uns ja dieser Sache wahrscheinlich nähern. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das einzige Absurde in dieser Sache ist Ihr Amtsverständnis, Herr Bundesminister Grasser – und aus diesem resultiert offensichtlich auch Ihre Art von Verantwortung (Beifall bei den Grünen und der SPÖ), wenn man diese Fragen so beziehungsweise offensichtlich gar nicht beantworten will! Das Einzige, Herr Minister Grasser, was von Ihnen beantwortet wurde, sind Fragen, die überhaupt nicht gestellt wurden! – Aber in den nächsten 8 Minuten werden wir uns ja dieser Sache wahrscheinlich nähern. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wir sollten uns in diesem Hohen Hause dagegen verwahren – da ja der Rechnungshof eine Einrichtung des Parlaments ist und keine von Ihnen –, dass der Rechnungshof von Ihnen, Herr Bundesminister Grasser, hier dauernd und in absolut missverständlicher Art und Weise ins Spiel gebracht wird. Das kann nicht länger geduldet werden! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Aber das passt ja ins Bild: Sie, Herr Minister, haben erwähnt, dass Sie sich zwischenzeitig für die F 16 eingesetzt haben. Das ist richtig! Doch was vor allem richtig ist, das ist der Umstand, dass Sie, Herr Minister, sich geradezu zu einem Protagonisten für die F 16 gemacht haben (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen) – und das zu einer Zeit, als die F 16 offiziell bereits aus dem Anbot und aus dem Verfahren ausgeschieden worden war, damit Sie mit einem Veto gegen den Gripen das eine fördern können! Das, Herr Minister Grasser, machen wir Ihnen zum Vorwurf! – Dieses Problem taucht aber auch an anderen Stellen auf.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
sich doch von vornherein disqualifiziert, wenn Sie mich fragen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Bundesminister Mag. Grasser: Eine Unterstellung nach der anderen!
An Ihrer Stelle, Herr Finanzminister, hätte ich vielleicht in der letzten Not heute auch nichts mehr anderes gesagt, aber eines kann man feststellen: Glaubwürdig ist das nach all diesem Drumherum in keiner Weise mehr! Das muss ich Ihnen schon sagen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Bundesminister Mag. Grasser: Eine Unterstellung nach der anderen!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wozu hat das geführt? – Die Kosten, die Sie selbst, Herr Minister Grasser, im Budgetausschuss angegeben haben, sollen jetzt plötzlich nicht mehr gelten?! – Ihrer eigenen Darstellung nach handelt es sich hier gegenüber den Alternativangeboten um Mehrkosten von mindestens 1 Milliarde €, meinten Sie im Ausschuss! – Doch jetzt, Herr Minister, wollen Sie sich billig „abseilen“! – Das ist doch völlig unzulässig, Herr Bundesminister Grasser! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Aber das Beste an der Sache ist doch die, dass man im Internet die Homepage „www.karlheinzgrasser.at“ finden kann, eine Website, über die viele schon Bescheid wissen, nur einer offensichtlich nicht, nämlich Karl-Heinz Grasser. – Das ist doch samt und sonders unglaubwürdig, was Sie hier diesbezüglich dargeboten haben! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Nochmals: Diese Vermischung von Privat und Öffentlich ist offensichtlich Ihr Stil! Möglicherweise verstehen Sie es gar nicht besser, und möglicherweise ist das ein Teil einer Entschuldigung, weil Sie regelmäßig so vorgehen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das Problem ist – und das stellen wir mit dieser Dringlichen Anfrage dar –: serienweises Fehlverhalten eines Bundesministers! Ich betone: Serienweises Fehlverhalten! Mir fällt dafür überhaupt keine Entschuldigung ein – außer die, dass Sie, Herr Minister Grasser, eine gewisse Neigung dazu haben, weil Sie es nicht anders verstehen, als das Private und das Staatliche regelmäßig in einer einzigen „Waschmaschine“ zu vermischen! Mit Weißwaschung hat das jedoch nichts zu tun! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Redezeit!
Ein Minister, der sich um Geld bei einer Interessenvertretung anstellt, ist untragbar! Ein Geldnehmer und Geschenkegreifer ist untragbar! Das geht zu weit! Freunderlwirtschaft und Verschwendung haben wir schon lange genug hier gehabt. Wir hätten Ihnen das bis vor kurzem nicht zugetraut, Herr Minister Grasser! (Abg. Scheibner: Redezeit!)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Minister! Ziehen Sie nach dieser Darstellung die Konsequenzen! Privatisieren Sie sich selbst! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Herr Kollege Pilz, Sie haben Herrn Bundesminister Grasser fragwürdige Dinge unterstellt. – Sie sollten einmal Ihre eigene Fragwürdigkeit hinterfragen! Das wäre einmal angebracht, verehrte Damen und Herren (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen), denn verdächtigen allein ist zu wenig, nehmen Sie das ein für alle Mal zur Kenntnis!
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Offensichtlich ist das – wie ich bereits ausgeführt habe – der Sommerspielplan von Pilz, Josef Cap und Co, der früher von Pilz ja noch als „Seppi“ bezeichnet wurde, wie man im Stenographischen Protokoll nachlesen kann, „lieber Seppi“ steht hier. Man hat jetzt wieder einmal zur alten Freundschaft zurückgefunden. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Dringliche Anfragen mit Inhalt, da war etwas dahinter, da war etwas los, doch heute bot die Dringlich Anfrage – eines der wesentlichsten Instrumentarien des Parlamentarismus – ein eher jämmerliches Bild. Dringliche Anfragen dieser Art – wenn sie nicht besser werden – können Sie sich sparen, verehrte Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit und demonstrativer Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Nur um Luftblasen von hier loszulassen, dazu brauchen wir Sie nicht, das können wir selbst besser. (Ironische Heiterkeit und demonstrativer Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Es wäre wirklich notwendig und wünschenswert gewesen, eine sachliche Auseinandersetzung darüber zu führen, was Sie dem Herrn Bundesminister vorwerfen, aber auch über die Fakten des Budgets, über die Fakten der erfolgreichen Arbeit. Aber dazu wären wahrscheinlich Gewissenhaftigkeit und Seriosität, etwas, was mit Pilz sehr schwer in Einklang zu bringen ist, notwendig gewesen.
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Aber was soll es? – Eine gewisse Dreckschleuderei ist angesagt. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Gaál: Nehmen Sie das zurück!
Abgeordneter Jakob Auer (fortsetzend): Herr Präsident! Es ist eine politische Dreckschleuderei. Es tut mir Leid, das sagen zu müssen: Es ist eine politische Dreckschleuderei, die hier passiert. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Gaál: Nehmen Sie das zurück!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Verehrte Damen und Herren! Wenn das unter dem Motto: Wenn es schon nicht hilft, einige mediale Schlagzeilen werden ja übrig bleiben! passiert, dann frage ich mich: Mit Schmutz um sich zu werfen, mit so viel politischem Schmutz um sich zu werfen, was soll das an und für sich bezwecken? Anschließend beklagen wir uns wieder alle miteinander darüber, dass der politische Stellenwert auf ein Minus sinkt, dann beklagen wir uns alle wieder über das katastrophale Image. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Gaál: Er gehört Ihnen!
Der Wahlstratege der SPÖ hat es ja klargemacht. Haben Sie schon vergessen, dass dieser nach der Wahl meinte, es wäre ein strategischer Fehler gewesen, den populären Minister Grasser nicht anzugreifen? (Abg. Gaál: Er gehört Ihnen!) Na ja, die Reaktionszeit ist sensationell. Jetzt beginnt man eben wieder von vorne. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Der Wahlstratege der SPÖ hat es ja klargemacht. Haben Sie schon vergessen, dass dieser nach der Wahl meinte, es wäre ein strategischer Fehler gewesen, den populären Minister Grasser nicht anzugreifen? (Abg. Gaál: Er gehört Ihnen!) Na ja, die Reaktionszeit ist sensationell. Jetzt beginnt man eben wieder von vorne. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Österreich ist dank dieses Bundesministers, ist dank dieser erfolgreichen Regierung gut unterwegs. Natürlich gibt es auch noch Problembereiche – niemand hindert uns, noch besser zu werden, das ist gar keine Frage –, aber im Vergleich zu Ihrem Modell Rot-Grün sind wir ein Musterbeispiel, spielen wir in der Champions League, sind wir Weltmeister. Das rot-grüne Modell in Deutschland kann sich höchstens in der Landesliga dem Bewerb stellen. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Kommunen in Deutschland: zahlungsunfähig. – Wir haben auch nicht den besten Finanzausgleich, aber im Verhältnis dazu sind wir wirklich großartig unterwegs. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Gaál: Dank der Bundespolitik! Dank Ihrer Politik!
Sehr verehrte Damen und Herren! Wenn Sie es nicht glauben, hier zum Beispiel der Unterschied in den Bundesländern, Stand letzte Woche: Oberösterreich hat ja, wie bekannt, hervorragende Zahlen, Wien liegt deutlich schlechter. Das wissen wir, das behaupte nicht ich. (Abg. Gaál: Dank der Bundespolitik! Dank Ihrer Politik!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wien hat im Vergleich zum Mai des Vorjahres ein Plus von 2 973 Arbeitslosen zu verzeichnen, Oberösterreich ein Minus von 1 367. – So weit das AMS Oberösterreich, keine ÖVP-Zeitschrift, damit das auch festgehalten wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Interessant ist auch, was Norbert Walter, der Chefökonom der Deutschen Bank, auf die Frage, wie man denn der deutschen Wirtschaft helfen könnte, sagt: Beten für Deutschland kann natürlich nie schaden, aber besser wäre es, die Österreicher sagen denen in Berlin, was sie sich von Österreich abschauen können, denn eines ist sicher: Einen Finanzminister Grasser und seine Politik hätten wir in Deutschland auch gerne. – Dem ist wohl nichts hinzuzufügen, oder? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie haben heute nicht den Funken eines Beweises erbracht, das Gebäude an Verdächtigungen, Unterstellungen, das Sie hier so schön aufgebaut hatten, ist wiederum, wie zu erwarten, in sich zusammengebrochen. Sie, verehrte Damen und Herren gerade von der Opposition, sollten einmal in sich gehen, die Sommerpause nützen, überlegen, wie man positive Dringliche Anfragen stellen kann, aber schütten Sie keinen erfolgreichen Minister an! Wir stehen zu ihm – 100-prozentig! Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Dass die Dringliche Anfrage heute notwendiger denn je ist, das wird sich wohl aus dem Inhalt und der Substanz dieser Anfrage und vor allem aus den Nicht-Antworten beweisen, denn hier wurde mehr als nicht geantwortet, und es ist ein demokratiepolitischer Skandal, dass man hier von der Regierungsbank aus alle belehrt, heruntermacht und dann noch dazu die Fragen nicht beantwortet. Das ist wirklich skandalös! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Wir haben mehr als zwei gute Leute!
Im Übrigen, so glaube ich, ist der Zustand des Finanzministers am besten durch die Rednerliste von ÖVP und FPÖ. Da kommt kein Klubobmann hier heraus ans Rednerpult. – Gelt, Herr Klubobmann Molterer, da bleiben Sie lieber sitzen! (Abg. Scheibner: Wir haben mehr als zwei gute Leute!) Herr Klubobmann Scheibner, da bleiben Sie lieber sitzen! Da wird der Herr Finanzminister nicht verteidigt.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Was der Herr Finanzminister gemacht hat, war bereits das Verlesen einer Stellungnahme seines Rechtsanwaltes, das war nicht die politische Stellungnahme eines Finanzministers. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Welche Formulierungen waren das, Herr Finanzminister? Die kann ja nicht einmal Ihr Rechtsanwalt vorgeschlagen haben. Es stinkt ja bis in die Reihen hinaus, dass etwas nicht stimmt, wenn man zu solchen Formulierungen greifen muss! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Auch da stimmt der Vergleich nicht: Wenn private Homepage-Angelegenheiten auf dem Papier des Finanzministeriums beantwortet werden und wenn offiziell der Steuerzahler das Porto zu berappen hat, dann ist das eine Vermischung von Dienstlichem und Privatem. Das ist nicht zulässig! Das ist Amtsmissbrauch! Das sei in diesem Rahmen endlich einmal festgestellt! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Das ist unvereinbar! Nehmen Sie das endlich zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Nächster Punkt: Da gibt die Industriellenvereinigung in der Öffentlichkeit zu: Jawohl, wir haben zur Durchsetzung unserer Politik dem Finanzminister Geld überwiesen. – Was ist das sonst außer Geschenkannahme, bitte schön, womit Sie Ihre private Homepage finanzieren? Kommen Sie doch nicht mit solchen Geschichten daher! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Gaál: Treten Sie zurück!
Natürlich will die Industriellenvereinigung – wie ein Kommentator einer Zeitung heute geschrieben hat – die Senkung der Körperschaftsteuer. Natürlich ist sie interessiert am Abverkauf von einzelnen Unternehmen der ÖIAG, natürlich! – Das ist unvereinbar, wenn da Geld fließt, Herr Finanzminister! (Abg. Gaál: Treten Sie zurück!) Das kann so nicht sein! Sie sind rücktrittsreif, wenn Sie sich hier herstellen und das auch noch verbergen wollen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Natürlich will die Industriellenvereinigung – wie ein Kommentator einer Zeitung heute geschrieben hat – die Senkung der Körperschaftsteuer. Natürlich ist sie interessiert am Abverkauf von einzelnen Unternehmen der ÖIAG, natürlich! – Das ist unvereinbar, wenn da Geld fließt, Herr Finanzminister! (Abg. Gaál: Treten Sie zurück!) Das kann so nicht sein! Sie sind rücktrittsreif, wenn Sie sich hier herstellen und das auch noch verbergen wollen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Nehmen Sie das zur Kenntnis und machen Sie das Parlament nicht so herunter, würdigen Sie es nicht so herab mit dieser Art von Antworten! Aber Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, verbinden Sie nicht Ihr politisches Schicksal mit jenem des Herrn Finanzministers! Herr Auer hat das heute getan, er hat das politische Schicksal der ÖVP mit dem des Herrn Grasser verbunden. Sie werden sich noch wundern, wo Sie damit enden werden. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Die Hassausbrüche von SPÖ und auch von den Grünen, Ihre Aufgeladenheit während der Beantwortung des Finanzministers zeigen, was Sie wirklich beabsichtigen, nämlich Schmutzkübel über einen Menschen auszuleeren, der seine Arbeit gut gemacht hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Sie wollen sein Ansehen ruinieren, und Sie wollen ihn ganz einfach mies machen. Das ist ganz einfach Ihre Absicht.
Zwischenrufe bei den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von den Grünen und auch von der SPÖ! Weshalb Sie überhaupt eine Dringliche Anfrage stellen, das frage ich mich, denn die Beantwortung des Herrn Finanzministers haben Sie ja überhaupt nicht zur Kenntnis genommen! Was er gesagt hat, war für Sie uninteressant. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Nein, danke, zu einer solchen Oppositionspolitik, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sie wollen Schuld dort konstruieren, wo es überhaupt keine gibt, und Sie sind nicht einmal bereit, sich die Argumente anzuhören. Schauen Sie sich einmal die Übertragung an, wie Sie reagiert haben, als der Bundesminister geantwortet hat. Sie haben überhaupt nicht zugehört – und dann behaupten Sie, er hätte Ihre Fragen nicht beantwortet, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Nicht mehr lange! – Abg. Dr. Matznetter: Aber nicht mehr lange!
Fest steht – und daran können Sie auch nicht rütteln –: Wir haben einen angesehenen und in der Öffentlichkeit sehr beliebten Finanzminister, der trotz rigoroser Sparpolitik unangefochten in allen Rankings an der zweiten Stelle, hinter dem Bundespräsidenten, liegt, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Dr. Van der Bellen: Nicht mehr lange! – Abg. Dr. Matznetter: Aber nicht mehr lange!) Herr Kollege Matznetter, ich habe noch nie gesehen, dass Sie bei einem Ranking so weit vorne liegen, Sie rangieren irgendwo an der 25. Stelle. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.) Nach Ihnen wird ja nicht einmal gefragt, und nach Ihnen auch nicht, Herr Abgeordneter. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Bures.) Frau Abgeordnete Bures, für Sie gilt genau dasselbe. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.
Fest steht – und daran können Sie auch nicht rütteln –: Wir haben einen angesehenen und in der Öffentlichkeit sehr beliebten Finanzminister, der trotz rigoroser Sparpolitik unangefochten in allen Rankings an der zweiten Stelle, hinter dem Bundespräsidenten, liegt, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Dr. Van der Bellen: Nicht mehr lange! – Abg. Dr. Matznetter: Aber nicht mehr lange!) Herr Kollege Matznetter, ich habe noch nie gesehen, dass Sie bei einem Ranking so weit vorne liegen, Sie rangieren irgendwo an der 25. Stelle. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.) Nach Ihnen wird ja nicht einmal gefragt, und nach Ihnen auch nicht, Herr Abgeordneter. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Bures.) Frau Abgeordnete Bures, für Sie gilt genau dasselbe. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Bures.
Fest steht – und daran können Sie auch nicht rütteln –: Wir haben einen angesehenen und in der Öffentlichkeit sehr beliebten Finanzminister, der trotz rigoroser Sparpolitik unangefochten in allen Rankings an der zweiten Stelle, hinter dem Bundespräsidenten, liegt, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Dr. Van der Bellen: Nicht mehr lange! – Abg. Dr. Matznetter: Aber nicht mehr lange!) Herr Kollege Matznetter, ich habe noch nie gesehen, dass Sie bei einem Ranking so weit vorne liegen, Sie rangieren irgendwo an der 25. Stelle. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.) Nach Ihnen wird ja nicht einmal gefragt, und nach Ihnen auch nicht, Herr Abgeordneter. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Bures.) Frau Abgeordnete Bures, für Sie gilt genau dasselbe. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Fest steht – und daran können Sie auch nicht rütteln –: Wir haben einen angesehenen und in der Öffentlichkeit sehr beliebten Finanzminister, der trotz rigoroser Sparpolitik unangefochten in allen Rankings an der zweiten Stelle, hinter dem Bundespräsidenten, liegt, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Dr. Van der Bellen: Nicht mehr lange! – Abg. Dr. Matznetter: Aber nicht mehr lange!) Herr Kollege Matznetter, ich habe noch nie gesehen, dass Sie bei einem Ranking so weit vorne liegen, Sie rangieren irgendwo an der 25. Stelle. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.) Nach Ihnen wird ja nicht einmal gefragt, und nach Ihnen auch nicht, Herr Abgeordneter. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Bures.) Frau Abgeordnete Bures, für Sie gilt genau dasselbe. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Richtig!
Wir haben einen angesehenen Finanzminister. Wir haben eine Opposition, die alles daransetzt, meine sehr geehrten Damen und Herren, diese Regierung zu stürzen. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Richtig!) Die SPÖ deshalb, weil sie glaubt, dass nur sie für Regierungsarbeit in Österreich prädestiniert ist, weil sie glaubt, dass sie sozusagen die Regierungspacht hat, und die Grünen deshalb, weil sie glauben, dass sie als Anhängsel der SPÖ in einer rot-grünen Regierung irgendeine Rolle spielen würden. Offensichtlich wollen Sie da ihre teilweise so weltfremde und utopische Politik durchsetzen, die Sie sonst nicht über die Bühne bringen können.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Sie von der Opposition haben gemeint, dass die Pensionsreform dazu beitragen würde, diese Regierungskoalition zu spalten. Jetzt sind Sie enttäuscht, weil das nicht passiert ist. Aber trotz der harten Debatten, die es gegeben hat, auch trotz der internen Auseinandersetzung zwischen FPÖ und ÖVP ist es Ihnen nicht gelungen, diese Regierung auseinander zu dividieren. Diese Regierung ist gefestigt wie immer und kann auf eine große Reform zurückblicken! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Krainer.
Herr Abgeordneter Pilz, es ist nicht notwendig geworden, die dritte Anfrage innerhalb kürzester Zeit an den Finanzminister zu stellen, sondern Sie haben Nichtigkeiten zum Anlass genommen – und Sie konnten ja heute Ihre Dringliche Anfrage gar nicht ordentlich begründen –, um zum dritten Mal eine Anfrage zu stellen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Zwischenruf des Abg. Krainer.) Ich habe sehr gut zugehört, denn ich bin nicht so emotional aufgeheizt wie Sie, dass ich überhaupt nicht mehr zuhören kann, sondern nur Zwischenrufe tätige. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Abgeordneter Pilz, es ist nicht notwendig geworden, die dritte Anfrage innerhalb kürzester Zeit an den Finanzminister zu stellen, sondern Sie haben Nichtigkeiten zum Anlass genommen – und Sie konnten ja heute Ihre Dringliche Anfrage gar nicht ordentlich begründen –, um zum dritten Mal eine Anfrage zu stellen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Zwischenruf des Abg. Krainer.) Ich habe sehr gut zugehört, denn ich bin nicht so emotional aufgeheizt wie Sie, dass ich überhaupt nicht mehr zuhören kann, sondern nur Zwischenrufe tätige. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Ruf bei den Grünen: Sicher nicht! – Abg. Dr. Van der Bellen: Das glauben Sie wohl selber nicht!
Wie es mit dieser Hatz weitergehen wird, ist heute schon angeklungen, und wir haben es auch den Medien schon entnommen: Das heißt, dass Sie morgen höchstwahrscheinlich einen Misstrauensantrag einbringen werden, obwohl der Herr Minister heute all Ihre Fragen beantwortet hat (Ruf bei den Grünen: Sicher nicht! – Abg. Dr. Van der Bellen: Das glauben Sie wohl selber nicht!), obwohl der Herr Minister schon in der Vorwoche alle Fragen beantwortet hat! (Neuerlicher Widerspruch bei den Grünen.) – Sie haben eben nicht aufgepasst, weil Sie immer nur wütend heruntergeschrien haben; das habe ich Ihnen schon einmal gesagt.
Neuerlicher Widerspruch bei den Grünen.
Wie es mit dieser Hatz weitergehen wird, ist heute schon angeklungen, und wir haben es auch den Medien schon entnommen: Das heißt, dass Sie morgen höchstwahrscheinlich einen Misstrauensantrag einbringen werden, obwohl der Herr Minister heute all Ihre Fragen beantwortet hat (Ruf bei den Grünen: Sicher nicht! – Abg. Dr. Van der Bellen: Das glauben Sie wohl selber nicht!), obwohl der Herr Minister schon in der Vorwoche alle Fragen beantwortet hat! (Neuerlicher Widerspruch bei den Grünen.) – Sie haben eben nicht aufgepasst, weil Sie immer nur wütend heruntergeschrien haben; das habe ich Ihnen schon einmal gesagt.
Abg. Dr. Glawischnig: Völlig zu Recht! – Abg. Öllinger: Zu Recht!
Wissen Sie was, ich gebe Ihnen einen Rat: Überprüfen Sie Ihre Politik der Einbringung von Misstrauensanträgen, denn es stellt sich doch die Frage, ob das nicht zum Rohrkrepierer wird oder ob das nicht nach hinten losgeht. Sie haben nämlich gegen Minister Böhmdorfer bereits sieben Mal Misstrauensanträge eingebracht (Abg. Dr. Glawischnig: Völlig zu Recht! – Abg. Öllinger: Zu Recht!) – horchen Sie zu! –, und jetzt liegt Minister Böhmdorfer im Ranking von „NEWS“ – und das glauben Sie ja, weil Sie ja alles glauben, was im „NEWS“ steht; das hören wir ja öfters (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP) – an hervorragender Stelle! (Abg. Brosz: Weil er mit der Pensionsreform nichts zu tun gehabt hat!) Dies deshalb, weil er gute Sacharbeit leistet, weil das Barometer für die Menschen in Österreich die Sacharbeit ist, und nicht diese Ihre miese Politik – Entschuldigung, „mies“ nehme ich gleich zurück, denn sonst bekomme ich einen Ordnungsruf –, diese Oppositionspolitik, die Sie betreiben! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP
Wissen Sie was, ich gebe Ihnen einen Rat: Überprüfen Sie Ihre Politik der Einbringung von Misstrauensanträgen, denn es stellt sich doch die Frage, ob das nicht zum Rohrkrepierer wird oder ob das nicht nach hinten losgeht. Sie haben nämlich gegen Minister Böhmdorfer bereits sieben Mal Misstrauensanträge eingebracht (Abg. Dr. Glawischnig: Völlig zu Recht! – Abg. Öllinger: Zu Recht!) – horchen Sie zu! –, und jetzt liegt Minister Böhmdorfer im Ranking von „NEWS“ – und das glauben Sie ja, weil Sie ja alles glauben, was im „NEWS“ steht; das hören wir ja öfters (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP) – an hervorragender Stelle! (Abg. Brosz: Weil er mit der Pensionsreform nichts zu tun gehabt hat!) Dies deshalb, weil er gute Sacharbeit leistet, weil das Barometer für die Menschen in Österreich die Sacharbeit ist, und nicht diese Ihre miese Politik – Entschuldigung, „mies“ nehme ich gleich zurück, denn sonst bekomme ich einen Ordnungsruf –, diese Oppositionspolitik, die Sie betreiben! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Brosz: Weil er mit der Pensionsreform nichts zu tun gehabt hat!
Wissen Sie was, ich gebe Ihnen einen Rat: Überprüfen Sie Ihre Politik der Einbringung von Misstrauensanträgen, denn es stellt sich doch die Frage, ob das nicht zum Rohrkrepierer wird oder ob das nicht nach hinten losgeht. Sie haben nämlich gegen Minister Böhmdorfer bereits sieben Mal Misstrauensanträge eingebracht (Abg. Dr. Glawischnig: Völlig zu Recht! – Abg. Öllinger: Zu Recht!) – horchen Sie zu! –, und jetzt liegt Minister Böhmdorfer im Ranking von „NEWS“ – und das glauben Sie ja, weil Sie ja alles glauben, was im „NEWS“ steht; das hören wir ja öfters (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP) – an hervorragender Stelle! (Abg. Brosz: Weil er mit der Pensionsreform nichts zu tun gehabt hat!) Dies deshalb, weil er gute Sacharbeit leistet, weil das Barometer für die Menschen in Österreich die Sacharbeit ist, und nicht diese Ihre miese Politik – Entschuldigung, „mies“ nehme ich gleich zurück, denn sonst bekomme ich einen Ordnungsruf –, diese Oppositionspolitik, die Sie betreiben! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wissen Sie was, ich gebe Ihnen einen Rat: Überprüfen Sie Ihre Politik der Einbringung von Misstrauensanträgen, denn es stellt sich doch die Frage, ob das nicht zum Rohrkrepierer wird oder ob das nicht nach hinten losgeht. Sie haben nämlich gegen Minister Böhmdorfer bereits sieben Mal Misstrauensanträge eingebracht (Abg. Dr. Glawischnig: Völlig zu Recht! – Abg. Öllinger: Zu Recht!) – horchen Sie zu! –, und jetzt liegt Minister Böhmdorfer im Ranking von „NEWS“ – und das glauben Sie ja, weil Sie ja alles glauben, was im „NEWS“ steht; das hören wir ja öfters (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP) – an hervorragender Stelle! (Abg. Brosz: Weil er mit der Pensionsreform nichts zu tun gehabt hat!) Dies deshalb, weil er gute Sacharbeit leistet, weil das Barometer für die Menschen in Österreich die Sacharbeit ist, und nicht diese Ihre miese Politik – Entschuldigung, „mies“ nehme ich gleich zurück, denn sonst bekomme ich einen Ordnungsruf –, diese Oppositionspolitik, die Sie betreiben! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Schauen wir uns die Sacharbeit an, meine sehr geehrten Damen und Herren: Nach der sozialistischen Verschwendungspolitik der vergangenen Jahre haben wir jetzt konsolidierte Budgets! Seit 30 Jahren hat es zum ersten Mal ein Nulldefizit gegeben! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ich weiß, das hören Sie nicht gerne, das passt nicht gut in Ihren Kram hinein. – Wir haben ein gesamtstaatliches Defizit von 1,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Das heißt: Weg vom Schlusslicht der EU, hinein in die Mittelposition, Herr Abgeordneter Matznetter! Eigentlich sollten Sie sich darüber freuen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Schauen wir uns die Sacharbeit an, meine sehr geehrten Damen und Herren: Nach der sozialistischen Verschwendungspolitik der vergangenen Jahre haben wir jetzt konsolidierte Budgets! Seit 30 Jahren hat es zum ersten Mal ein Nulldefizit gegeben! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ich weiß, das hören Sie nicht gerne, das passt nicht gut in Ihren Kram hinein. – Wir haben ein gesamtstaatliches Defizit von 1,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Das heißt: Weg vom Schlusslicht der EU, hinein in die Mittelposition, Herr Abgeordneter Matznetter! Eigentlich sollten Sie sich darüber freuen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Schauen wir uns die Sacharbeit an, meine sehr geehrten Damen und Herren: Nach der sozialistischen Verschwendungspolitik der vergangenen Jahre haben wir jetzt konsolidierte Budgets! Seit 30 Jahren hat es zum ersten Mal ein Nulldefizit gegeben! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ich weiß, das hören Sie nicht gerne, das passt nicht gut in Ihren Kram hinein. – Wir haben ein gesamtstaatliches Defizit von 1,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Das heißt: Weg vom Schlusslicht der EU, hinein in die Mittelposition, Herr Abgeordneter Matznetter! Eigentlich sollten Sie sich darüber freuen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Weitere Zwischenrufe des Abg. Dr. Matznetter.
Wir haben mit 1,7 Prozent die niedrigste Inflationsrate der EU, Herr Abgeordneter Matznetter. Sie müsste das interessieren! – Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist das, was zählt! (Weitere Zwischenrufe des Abg. Dr. Matznetter.) Das zählt bei den Österreichern, aber nicht Ihr kleinliches Gezeter über ein Abendessen mit einem Schweizer Millionär oder mit Spitzen der österreichischen Industrie! (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Wissen Sie, Herr Minister Grasser gibt für Milliardäre Abendessen, damit sie ihre Investitionen in Österreich machen, damit es wieder Arbeitsplätze gibt! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Wir haben mit 1,7 Prozent die niedrigste Inflationsrate der EU, Herr Abgeordneter Matznetter. Sie müsste das interessieren! – Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist das, was zählt! (Weitere Zwischenrufe des Abg. Dr. Matznetter.) Das zählt bei den Österreichern, aber nicht Ihr kleinliches Gezeter über ein Abendessen mit einem Schweizer Millionär oder mit Spitzen der österreichischen Industrie! (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Wissen Sie, Herr Minister Grasser gibt für Milliardäre Abendessen, damit sie ihre Investitionen in Österreich machen, damit es wieder Arbeitsplätze gibt! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir haben mit 1,7 Prozent die niedrigste Inflationsrate der EU, Herr Abgeordneter Matznetter. Sie müsste das interessieren! – Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist das, was zählt! (Weitere Zwischenrufe des Abg. Dr. Matznetter.) Das zählt bei den Österreichern, aber nicht Ihr kleinliches Gezeter über ein Abendessen mit einem Schweizer Millionär oder mit Spitzen der österreichischen Industrie! (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Wissen Sie, Herr Minister Grasser gibt für Milliardäre Abendessen, damit sie ihre Investitionen in Österreich machen, damit es wieder Arbeitsplätze gibt! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Die sozialistischen Finanzminister, die haben wahrscheinlich auch Abendessen gegeben: für die Gewerkschaftsbosse, mit denen sie neue Privilegien oder neue Gehaltsrunden ausgehandelt haben! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: „Glauben“! „Glauben“! – Wir sind hier nicht in einer Religionsstunde!
Wissen Sie was: Lösen Sie sich vom Tellerrand, an dem Sie kleben und über den Sie nicht hinwegschauen wollen! Glauben Sie an die Finanzpolitik dieses Bundesministers, und glauben Sie an den Bestand dieser Bundesregierung! (Abg. Öllinger: „Glauben“! „Glauben“! – Wir sind hier nicht in einer Religionsstunde!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie Bravorufe bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Opposition, nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie Bravorufe bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wo sind Sie denn im Ranking?
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Abgeordnete Partik-Pablé: Wer ganz oben ist, der kann auch ganz tief fallen! Das ist die Antwort auf die bei Ihnen so beliebte Ranking-Liste. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wo sind Sie denn im Ranking?) Ein Ranking tut überhaupt nichts zur Sache, wenn es darum geht, hier dem Parlament Rede und Antwort zu stehen und die Wahrheit zu sagen – und nicht zu verschweigen!
Abg. Scheibner: Die Wahrheit!
Das, was wir vom Finanzminister heute gehört haben, war (Abg. Scheibner: Die Wahrheit!) Schweigen zu den wesentlichen Punkten. Ich sage Ihnen auch, wozu. (Ruf bei der ÖVP: Da müssen Sie sich jetzt zusammenreißen! – Abg. Dr. Fekter: Haben Sie nicht aufgepasst?)
Ruf bei der ÖVP: Da müssen Sie sich jetzt zusammenreißen! – Abg. Dr. Fekter: Haben Sie nicht aufgepasst?
Das, was wir vom Finanzminister heute gehört haben, war (Abg. Scheibner: Die Wahrheit!) Schweigen zu den wesentlichen Punkten. Ich sage Ihnen auch, wozu. (Ruf bei der ÖVP: Da müssen Sie sich jetzt zusammenreißen! – Abg. Dr. Fekter: Haben Sie nicht aufgepasst?)
Abg. Scheibner: Nichts! „Nichts“, hat er gesagt! Er hat gesagt, dass es gratis war!
Herr Finanzminister! Was ist das für ein Finanzminister, der sich zu einem Essen die Philharmoniker bestellt und uns hier nicht sagen will, wie viel die Philharmoniker gekostet haben? (Abg. Scheibner: Nichts! „Nichts“, hat er gesagt! Er hat gesagt, dass es gratis war!) Der Finanzminister sagt: Das interessiert mich nicht, der Bund hat das nicht bezahlt. Ich weiß von nichts, wer das bezahlt hat. – Das soll die Antwort eines Finanzministers sein?! Das ist doch unglaublich! (Abg. Scheibner: Wenn er sagt, es kostet nichts, was soll er denn sonst sagen?)
Abg. Scheibner: Wenn er sagt, es kostet nichts, was soll er denn sonst sagen?
Herr Finanzminister! Was ist das für ein Finanzminister, der sich zu einem Essen die Philharmoniker bestellt und uns hier nicht sagen will, wie viel die Philharmoniker gekostet haben? (Abg. Scheibner: Nichts! „Nichts“, hat er gesagt! Er hat gesagt, dass es gratis war!) Der Finanzminister sagt: Das interessiert mich nicht, der Bund hat das nicht bezahlt. Ich weiß von nichts, wer das bezahlt hat. – Das soll die Antwort eines Finanzministers sein?! Das ist doch unglaublich! (Abg. Scheibner: Wenn er sagt, es kostet nichts, was soll er denn sonst sagen?)
Abg. Scheibner: Über die Kinderfotos?
Zweiter Punkt: Finanzierung der Homepage. – Da marschiert der Finanzminister oder sein Kabinettchef zur Industriellenvereinigung und sagt: Wie wäre es denn mit ein bisschen Kohle für eine Homepage? – Die Industriellenvereinigung sagt: Ja, wenn wir es mit einem guten Zweck verbinden können – den können wir ja noch finden, zum Beispiel „New Economy“ –, dann lässt sich das schon machen! – Dann wird eine Homepage eingerichtet, in der die Kinderfotos des Finanzministers zu sehen sind, über die man auch Autogrammantworten anfordern kann (Abg. Scheibner: Über die Kinderfotos?), die dann mit Porto des Ministeriums verschickt werden. Aber der Herr Finanzminister sagt: Ich weiß von nichts!, Ich weiß nicht, was die Homepage kostet – die auf seinen Namen eingerichtet ist, meine sehr geehrten Damen und Herren, nicht auf den
Beifall bei den Grünen.
Ja für wie dumm halten Sie die Menschen in diesem Land eigentlich, dass sie diesen Schwindel nicht bemerken sollen?! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Fasslabend: Den Verein gibt’s nicht! – Abg. Dr. Stummvoll: Ich glaub’ auch nicht!
Glauben Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass es möglich wäre, dass der Abgeordnete Öllinger, nehmen wir einmal an, nicht in die Industriellenvereinigung, aber zu irgendeinem Verein geht und sagt: Ich hätte eine schöne Idee, ich möchte eine Homepage für meinen Namen machen! – Ich schicke meinen Mitarbeiter hin, und der kommt dann mit dem Geld, und dann gibt es eine Homepage mit der Adresse „karloellinger.at. (Abg. Dr. Fasslabend: Den Verein gibt’s nicht! – Abg. Dr. Stummvoll: Ich glaub’ auch nicht!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Bundesminister Grasser, ich hätte mir erwartet, dass Sie hier und jetzt schon sagen, dass keine steuerrechtliche Bestimmung verletzt wurde, dass Sie hier und heute sagen: Alles ist in Ordnung!, dass Sie hier und heute sagen: Dafür wurde das Geld ausgegeben, und das ist die Abrechnung! – Das hätten Sie sagen müssen, nicht nur in Bezug auf die Philharmoniker, sondern auch bezüglich der Homepage. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Bundesminister Garsser: In jedem anderen zivilisierten, demokratischen Land wären Sie mit einer derartigen Verantwortung, wie Sie sie heute hier an den Tag gelegt haben, den letzten Tag Minister einer Bundesregierung gewesen – und das wissen Sie auch! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Da lädt ja er ein! – Das war jetzt sehr widersprüchlich!
ter gar nicht, wenn es um seine Person geht! Für die kleinen Finanzbeamten sollen sie schon gelten, da wird diskutiert, ob etwa eine Flasche Wein oder Sekt noch zulässig ist, ob die Einladung zu einem Dienstessen zulässig ist: ja oder nein!, aber der Finanzminister macht ein Dienstessen bei sich, verrechnet Spesen. (Abg. Scheibner: Da lädt ja er ein! – Das war jetzt sehr widersprüchlich!) Da sind auch die Philharmoniker wie zufällig anwesend – die sicher nicht gratis gespielt haben, aber dem Herrn Finanzminister ist das egal. Das ist offensichtlich kein Geschenk gewesen (Abg. Mag. Molterer: Aber er hat schon eingeladen?), wenn die Philharmoniker bei einem Gesprächstermin des Herrn Finanzministers aufspielen.
Abg. Mag. Molterer: Aber er hat schon eingeladen?
ter gar nicht, wenn es um seine Person geht! Für die kleinen Finanzbeamten sollen sie schon gelten, da wird diskutiert, ob etwa eine Flasche Wein oder Sekt noch zulässig ist, ob die Einladung zu einem Dienstessen zulässig ist: ja oder nein!, aber der Finanzminister macht ein Dienstessen bei sich, verrechnet Spesen. (Abg. Scheibner: Da lädt ja er ein! – Das war jetzt sehr widersprüchlich!) Da sind auch die Philharmoniker wie zufällig anwesend – die sicher nicht gratis gespielt haben, aber dem Herrn Finanzminister ist das egal. Das ist offensichtlich kein Geschenk gewesen (Abg. Mag. Molterer: Aber er hat schon eingeladen?), wenn die Philharmoniker bei einem Gesprächstermin des Herrn Finanzministers aufspielen.
Abg. Scheibner: Nein! Nein! Dass die Philharmoniker im Finanzministerium spielen, das ist keine Geschenkannahme!
Na selbstverständlich ist das verbotene Geschenkannahme (Abg. Scheibner: Nein! Nein! Dass die Philharmoniker im Finanzministerium spielen, das ist keine Geschenkannahme!), und das wissen Sie auch genau! Schließlich handelt es sich nicht um eine Privatveranstaltung des Herrn Finanzministers, sondern um ein offizielles Essen, und wenn die Philharmoniker durch Herrn Stronach oder sonst irgendjemanden gesponsert werden, dann ist das ein Geschenk, das in dieser Form unzulässig ist! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Na selbstverständlich ist das verbotene Geschenkannahme (Abg. Scheibner: Nein! Nein! Dass die Philharmoniker im Finanzministerium spielen, das ist keine Geschenkannahme!), und das wissen Sie auch genau! Schließlich handelt es sich nicht um eine Privatveranstaltung des Herrn Finanzministers, sondern um ein offizielles Essen, und wenn die Philharmoniker durch Herrn Stronach oder sonst irgendjemanden gesponsert werden, dann ist das ein Geschenk, das in dieser Form unzulässig ist! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ellmauer: Das wird immer peinlicher!
Das soll nur für die kleinen Finanzbeamten gelten, nicht aber für den obersten Finanzbeamten der Republik – den offensichtlich nichts kümmert (Abg. Ellmauer: Das wird immer peinlicher!), egal von wo, von wem, wann, zu welchen Anlässen er Gelder erhält: für den Betrieb einer Homepage, für Inserate, für das Aufspielen von Philharmonikern und was weiß ich noch?! – Wir werden es in den nächsten Wochen noch hören und davon Kenntnis bekommen. (Abg. Großruck: Gar nichts werden Sie! Eine Luftblase ist das! Eine Luftblase, Öllinger!) Aber allein das, Herr Finanzminister, ...
Abg. Großruck: Gar nichts werden Sie! Eine Luftblase ist das! Eine Luftblase, Öllinger!
Das soll nur für die kleinen Finanzbeamten gelten, nicht aber für den obersten Finanzbeamten der Republik – den offensichtlich nichts kümmert (Abg. Ellmauer: Das wird immer peinlicher!), egal von wo, von wem, wann, zu welchen Anlässen er Gelder erhält: für den Betrieb einer Homepage, für Inserate, für das Aufspielen von Philharmonikern und was weiß ich noch?! – Wir werden es in den nächsten Wochen noch hören und davon Kenntnis bekommen. (Abg. Großruck: Gar nichts werden Sie! Eine Luftblase ist das! Eine Luftblase, Öllinger!) Aber allein das, Herr Finanzminister, ...
Abg. Mag. Molterer: Dann bleiben Sie Finanzminister!
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): ... – ja, danke –, allein das reicht aus. Daher: Wenn Sie dieser Republik einen Dienst, den einzig wirklichen Dienst erweisen wollen (Abg. Mag. Molterer: Dann bleiben Sie Finanzminister!), dann treten Sie zurück, Herr Finanzminister! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): ... – ja, danke –, allein das reicht aus. Daher: Wenn Sie dieser Republik einen Dienst, den einzig wirklichen Dienst erweisen wollen (Abg. Mag. Molterer: Dann bleiben Sie Finanzminister!), dann treten Sie zurück, Herr Finanzminister! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Das war umgekehrt! – Heiterkeit bei der ÖVP.
Abgeordneter Friedrich Verzetnitsch (SPÖ): Meine sehr geehrten Herren! Frau Abgeordnete Partik-Pablé hat die Behauptung aufgestellt, dass frühere Finanzminister die Gewerkschaftsbosse eingeladen hätten, um beim Essen mit ihnen Privilegien zu verhandeln. (Ruf bei der ÖVP: Das war umgekehrt! – Heiterkeit bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Haidlmayr. – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung des auf seinen Sitzplatz zurückkehrenden Abg. Verzetnitsch –: Das kann ich nicht glauben!
Obwohl ich nie bei so etwas dabei war, halte ich fest: Tatsache ist, dass mit dem Finanzminister über das Dienst- und Besoldungsrecht verhandelt wird – und das nicht bei üppigen Mittagessen. Hier sitzt ein Zeuge, und der zweite Zeuge ist zurzeit nicht im Raum, das ist Abgeordneter Neugebauer. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Haidlmayr. – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung des auf seinen Sitzplatz zurückkehrenden Abg. Verzetnitsch –: Das kann ich nicht glauben!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Sprechen Sie zu den Philharmonikern und nicht zum Burgtheater! – Abg. Schieder: Er kennt sich in Wien nicht aus!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dass sie so viel Lärm um nichts machen können, würde die Grünen und die SPÖ eher für das Burgtheater auf der gegenüber liegenden Straßenseite prädestinieren, aber nicht für das Hohe Haus! Das kann ich Ihnen sagen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Sprechen Sie zu den Philharmonikern und nicht zum Burgtheater! – Abg. Schieder: Er kennt sich in Wien nicht aus!)
Abg. Mag. Kogler: Sie machen sich ja lächerlich!
Der Herr Bundesminister für Finanzen hat alle Fragen sorgfältig, seriös und umfassend beantwortet. (Abg. Mag. Kogler: Sie machen sich ja lächerlich!) – Weil Kollege Kogler sich schon wieder so künstlich erregt, möchte ich dazu schon sagen, dass diese eigenartige und von schlechtem Stil geprägte Drohung, die Sie da in den letzten Tagen aufgebaut haben, natürlich zu erwarten war, dass Sie also gleichsam mit der großen Keule auf den „bösen“ Finanzminister losgehen: Wenn er denn nicht artig ist und hier brav unsere Fragen beantwortet (Abg. Mag. Wurm: Wir haben ein Interpellationsrecht!), dann bestrafen wir ihn mit einem Misstrauensantrag! – Meine Damen und Herren, bringen Sie diesen in aller Ruhe ein! Er wird in diesem Haus keine Mehrheit finden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Wurm: Wir haben ein Interpellationsrecht!
Der Herr Bundesminister für Finanzen hat alle Fragen sorgfältig, seriös und umfassend beantwortet. (Abg. Mag. Kogler: Sie machen sich ja lächerlich!) – Weil Kollege Kogler sich schon wieder so künstlich erregt, möchte ich dazu schon sagen, dass diese eigenartige und von schlechtem Stil geprägte Drohung, die Sie da in den letzten Tagen aufgebaut haben, natürlich zu erwarten war, dass Sie also gleichsam mit der großen Keule auf den „bösen“ Finanzminister losgehen: Wenn er denn nicht artig ist und hier brav unsere Fragen beantwortet (Abg. Mag. Wurm: Wir haben ein Interpellationsrecht!), dann bestrafen wir ihn mit einem Misstrauensantrag! – Meine Damen und Herren, bringen Sie diesen in aller Ruhe ein! Er wird in diesem Haus keine Mehrheit finden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Der Herr Bundesminister für Finanzen hat alle Fragen sorgfältig, seriös und umfassend beantwortet. (Abg. Mag. Kogler: Sie machen sich ja lächerlich!) – Weil Kollege Kogler sich schon wieder so künstlich erregt, möchte ich dazu schon sagen, dass diese eigenartige und von schlechtem Stil geprägte Drohung, die Sie da in den letzten Tagen aufgebaut haben, natürlich zu erwarten war, dass Sie also gleichsam mit der großen Keule auf den „bösen“ Finanzminister losgehen: Wenn er denn nicht artig ist und hier brav unsere Fragen beantwortet (Abg. Mag. Wurm: Wir haben ein Interpellationsrecht!), dann bestrafen wir ihn mit einem Misstrauensantrag! – Meine Damen und Herren, bringen Sie diesen in aller Ruhe ein! Er wird in diesem Haus keine Mehrheit finden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Was heißt das für uns in der heutigen Debatte? – Es heißt: Was die Grünen und die SPÖ über den Finanzminister sagen, hält ihnen in Wahrheit in wunderbarer Art und Weise den Spiegel vor. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Ihre? Ihre?
Was sagt uns das also in der heutigen Debatte? – Die Umfragen der Grünen sind sensationell schlecht – im Übrigen auch die persönlichen Umfragen ihres Klubobmannes, der sich im Übrigen heute bei dieser Debatte auch nicht zu Wort meldet, ebenso wenig wie der Klubobmann der SPÖ. Beide melden sich nicht in dieser Debatte zu Wort (Abg. Öllinger: Ihre? Ihre?), da befindet man sich also durchaus im Einklang mit den Regierungsparteien.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Van der Bellen: Wiederholen Sie das draußen! – Abg. Mag. Wurm: Das ist unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen und der SPÖ.
Dr. Van der Bellen: Wiederholen Sie das draußen! Wiederholen Sie das draußen ...!) Mit diesen Demonstrationen ist es Ihnen nicht gelungen, diese Bundesregierung zu stürzen. Das ist ein ganz schlechter Stil, Herr Professor Van der Bellen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Van der Bellen: Wiederholen Sie das draußen! – Abg. Mag. Wurm: Das ist unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie haben versucht, diese Pensionsreform zu verhindern. Aber die Rolle, die Sie sich vorgenommen haben, war nicht mehr frei, denn die Rolle der Blockierer haben der Österreichische Gewerkschaftsbund und die Sozialdemokraten bereits besetzt gehabt, die Rolle der Reformer die Österreichische Volkspartei und die Freiheitliche Partei. Für die Grünen ist nichts übrig geblieben: Schlechter Stil, schlechte Performance, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Wir? Wir?
Dann der Versuch, bei der Nachbeschaffung der Abfangjäger eine Kriminalisierung herzustellen. Was ist passiert? – Die SPÖ hat es behauptet und ist in allen Instanzen verurteilt worden. Was war bei den Grünen? – Die versuchen ständig, beim Staatsanwalt Anzeigen zu hinterlegen. (Abg. Öllinger: Wir? Wir?) – Alle Anzeigen wurden bis jetzt niedergelegt, weil sie haltlos sind!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kogler: Unwahrheit! Unwahrheit!
Was ist das? – Schlechter Stil, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kogler: Unwahrheit! Unwahrheit!)
Abg. Öllinger: ... ist ja von der Jungen ÖVP erstellt worden!
Der Herr Bundesminister für Finanzen liegt in allen Umfragedaten hervorragend gut, und so ist Ihre Strategie äußerst durchsichtig. Da gibt es eine Geheimstudie, die sich „Netzwerk Rot:Weiß:Rot“ nennt und die im Auftrag des SPÖ-Präsidiums an einen Herrn Katzmair vergeben wurde, und was steht in dieser Studie? (Abg. Öllinger: ... ist ja von der Jungen ÖVP erstellt worden!) – Das ist ganz interessant, und ich darf das kurz darlegen, damit es auch die Öffentlichkeit erfährt. Da steht drinnen: Karl-Heinz Grasser gehört zu jenen Politikern, die entweder positiv vereinnahmt oder nachhaltig politisch desavouiert werden müssen, weil sonst kein Erfolg für die Sozialdemokratie, aber auch für die Grünen zu erwarten ist, meine Damen und Herren! – Schlechter politischer Stil ist das, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Der Herr Bundesminister für Finanzen liegt in allen Umfragedaten hervorragend gut, und so ist Ihre Strategie äußerst durchsichtig. Da gibt es eine Geheimstudie, die sich „Netzwerk Rot:Weiß:Rot“ nennt und die im Auftrag des SPÖ-Präsidiums an einen Herrn Katzmair vergeben wurde, und was steht in dieser Studie? (Abg. Öllinger: ... ist ja von der Jungen ÖVP erstellt worden!) – Das ist ganz interessant, und ich darf das kurz darlegen, damit es auch die Öffentlichkeit erfährt. Da steht drinnen: Karl-Heinz Grasser gehört zu jenen Politikern, die entweder positiv vereinnahmt oder nachhaltig politisch desavouiert werden müssen, weil sonst kein Erfolg für die Sozialdemokratie, aber auch für die Grünen zu erwarten ist, meine Damen und Herren! – Schlechter politischer Stil ist das, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Sagen Sie etwas zum Thema!
Dann Frau Dr. Glawischnig am vergangenen Sonntag in der ORF-Diskussionsreihe „Offen gesagt“ (Abg. Öllinger: Sagen Sie etwas zum Thema!): Also Frau Dr. Glawischnig, dieses gouvernantenhafte Auftreten, das Sie dort gezeigt haben, kommt bei einer Zielgruppe, die Ihnen am Herzen liegt, nämlich bei jungen Intellektuellen, gar nicht gut an. (Abg. Dr. Van der Bellen: Aber Sie schon?!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Aber Sie schon?!
Dann Frau Dr. Glawischnig am vergangenen Sonntag in der ORF-Diskussionsreihe „Offen gesagt“ (Abg. Öllinger: Sagen Sie etwas zum Thema!): Also Frau Dr. Glawischnig, dieses gouvernantenhafte Auftreten, das Sie dort gezeigt haben, kommt bei einer Zielgruppe, die Ihnen am Herzen liegt, nämlich bei jungen Intellektuellen, gar nicht gut an. (Abg. Dr. Van der Bellen: Aber Sie schon?!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Ruf bei der ÖVP: Übung macht den Meister!
Schlechter Stil, meine Damen und Herren von den Grünen, schlechter Stil! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Ruf bei der ÖVP: Übung macht den Meister!)
Abg. Öllinger: Worüber reden Sie eigentlich?
„Übung macht den Meister!“ höre ich da als Zwischenruf. Ich meine: Übung macht vielleicht die Meissner! Aber Übung macht den Meister – das weiß ich nicht. (Abg. Öllinger: Worüber reden Sie eigentlich?)
Abg. Dr. Van der Bellen: Nicht ein Wort zur Dringlichen! Nicht ein Wort ist Ihnen eingefallen!
Am Ende meiner Ausführungen möchte ich schon noch sagen (Abg. Dr. Van der Bellen: Nicht ein Wort zur Dringlichen! Nicht ein Wort ist Ihnen eingefallen!): Was Sie, meine Damen und Herren von den Grünen, hier versuchen, ist eine beispiellose Kampagne, ist ein wirklich beispiellos schlechter Stil, um erfolgreiche Regierungsmitglieder madig zu machen. Das ist das Einzige, was Sie versuchen!
Abg. Dr. Van der Bellen: Außer Beleidigungen ist Ihnen nichts eingefallen!
Es ist – das muss ich wirklich sagen – enttäuschend (Abg. Dr. Van der Bellen: Außer Beleidigungen ist Ihnen nichts eingefallen!), dass Sie nicht zur Kenntnis nehmen wollen, dass diese Bundesregierung höchst erfolgreich arbeitet, dass sie ... (Ironische Hei-
Abg. Dr. Van der Bellen: ... schauen Sie auch nach Kasachstan ...!
terkeit bei der SPÖ.) – Sie lachen?! Sie lachen! Na, werfen Sie doch einen Blick nach Deutschland (Abg. Dr. Van der Bellen: ... schauen Sie auch nach Kasachstan ...!), dort regiert ein Bündnis Ihres Zuschnitts, bestehend aus Grünen und Sozialdemokraten!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Was haben die? – Die höchste Arbeitslosenrate in Europa! Wir haben eine der niedrigsten Arbeitslosenraten in Europa! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Van der Bellen: So was, so was!
Was haben die? – Ein katastrophales Maastricht-Defizit, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Van der Bellen: So was, so was!) Sie haben auch eine schlechte Steuerpolitik! Genau das Gegenteil davon ist in Österreich der Fall. (Abg. Dr. Van der Bellen: Nicht ein Wort zum Thema!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Nicht ein Wort zum Thema!
Was haben die? – Ein katastrophales Maastricht-Defizit, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Van der Bellen: So was, so was!) Sie haben auch eine schlechte Steuerpolitik! Genau das Gegenteil davon ist in Österreich der Fall. (Abg. Dr. Van der Bellen: Nicht ein Wort zum Thema!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich würde Sie daher darum ersuchen: Nehmen Sie Abstand von diesem schlechten Stil, dann werden Sie auch Ihre Umfragewerte wieder verbessern! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ruf bei der ÖVP: „Serie“ hat er nicht gesagt!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Herr Abgeordneter Amon hat behauptet, wir Grüne hätten in der Causa Abfangjäger serienweise Strafanzeigen (Ruf bei der ÖVP: „Serie“ hat er nicht gesagt!) eingebracht.
Abg. Großruck: Nicht einmal das! – Heiterkeit bei der ÖVP
Tatsächlich ist richtig: Wir haben keine einzige Sachverhaltsdarstellung (Abg. Großruck: Nicht einmal das! – Heiterkeit bei der ÖVP) oder Anzeige eingebracht, weil wir zuerst die politische und parlamentarische Aufklärung durchführen wollen.
Abg. Murauer: Aber der Herr Anonym!
Aber (Abg. Murauer: Aber der Herr Anonym!), Sie haben nicht ganz unrecht (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen): Lang wird es, wenn es so weitergeht, nicht mehr dauern! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Was war denn das?)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Aber (Abg. Murauer: Aber der Herr Anonym!), Sie haben nicht ganz unrecht (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen): Lang wird es, wenn es so weitergeht, nicht mehr dauern! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Was war denn das?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Was war denn das?
Aber (Abg. Murauer: Aber der Herr Anonym!), Sie haben nicht ganz unrecht (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen): Lang wird es, wenn es so weitergeht, nicht mehr dauern! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Was war denn das?)
Rufe bei der ÖVP: Klubobmann in spe!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Matznetter. Die Uhr ist auf 5 Minuten gestellt. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Rufe bei der ÖVP: Klubobmann in spe!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sowohl die Kollegen Auer als auch Kollege Amon verweisen dauernd auf Deutschland. Vielleicht sollten wir uns eine Sekunde lang bei der dortigen politischen Moral aufhalten! Dort tritt ein CDU-Politiker Biedenkopf, nachdem ihm nachgewiesen wurde, dass er lauthals feilschend bei IKEA Rabatte wollte, zurück. Dort tritt eine Justizministerin zurück, die, auch im privaten Kreis, Äußerungen gemacht hat, die von politisch sensibler Form sind. Dort tritt eine Reihe von Politikern zurück, nachdem bekannt geworden ist, dass sie private Vorteile erhalten haben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Öllinger: So ist es!
So sind Sie selber (sich in Richtung des Bundesministers Mag. Grasser wendend) in das Fettnäpfchen getreten. Nur: Jetzt wird Zug um Zug offenbar, was sich im Hintergrund abspielt. (Abg. Öllinger: So ist es!) Ich möchte ganz nüchtern noch einmal den Sachverhalt darstellen:
Abg. Kopf: Das sind die Gewerkschafter auch!
Der Herr Bundesminister für Finanzen wendet sich an einen Verein, nämlich die Industriellenvereinigung – deren Besonderheit darin besteht, dass deren Mitgliedsbeiträge, als Beiträge für eine Interessengruppe steuerlich absetzbar, von den Unternehmern bezahlt werden – und sagt (Abg. Kopf: Das sind die Gewerkschafter auch!): Bitte, ich möchte eine finanzielle Unterstützung haben! (Abg. Nürnberger: Aber von uns Gewerkschaftern kriegt er kein Geld!) Daraufhin gibt die Industriellenvereinigung einem „Verein zur Förderung der New Economy“ Geschenke in Höhe von über 200 000 €. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Abg. Nürnberger: Aber von uns Gewerkschaftern kriegt er kein Geld!
Der Herr Bundesminister für Finanzen wendet sich an einen Verein, nämlich die Industriellenvereinigung – deren Besonderheit darin besteht, dass deren Mitgliedsbeiträge, als Beiträge für eine Interessengruppe steuerlich absetzbar, von den Unternehmern bezahlt werden – und sagt (Abg. Kopf: Das sind die Gewerkschafter auch!): Bitte, ich möchte eine finanzielle Unterstützung haben! (Abg. Nürnberger: Aber von uns Gewerkschaftern kriegt er kein Geld!) Daraufhin gibt die Industriellenvereinigung einem „Verein zur Förderung der New Economy“ Geschenke in Höhe von über 200 000 €. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Der Herr Bundesminister für Finanzen wendet sich an einen Verein, nämlich die Industriellenvereinigung – deren Besonderheit darin besteht, dass deren Mitgliedsbeiträge, als Beiträge für eine Interessengruppe steuerlich absetzbar, von den Unternehmern bezahlt werden – und sagt (Abg. Kopf: Das sind die Gewerkschafter auch!): Bitte, ich möchte eine finanzielle Unterstützung haben! (Abg. Nürnberger: Aber von uns Gewerkschaftern kriegt er kein Geld!) Daraufhin gibt die Industriellenvereinigung einem „Verein zur Förderung der New Economy“ Geschenke in Höhe von über 200 000 €. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Na solche Ratschläge hat er notwendig! – Abg. Dr. Stummvoll: Peinlich! – Abg. Mag. Mainoni: ... Vogel ...!
Es wird Ihnen, Herr Bundesminister Grasser, daher nichts anderes übrig bleiben – und ich rate es Ihnen dringend –, als Ihre politische Verantwortung rechtzeitig wahrzunehmen, und das bedeutet den Weg zur Demission beim Bundespräsidenten. Sie können damit Ihre Integrität und – Sie sind ein junger Mann – auch Ihre zukünftige Reputation wiederherstellen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Na solche Ratschläge hat er notwendig! – Abg. Dr. Stummvoll: Peinlich! – Abg. Mag. Mainoni: ... Vogel ...!)
Abg. Dr. Fasslabend: Jetzt ist aber Zeit, aufzuhören!
seinem Portemonnaie haben, es muss nicht auf seinem Konto sein. (Abg. Dr. Fasslabend: Jetzt ist aber Zeit, aufzuhören!) Das wird irgendwann untersucht werden!
Abg. Dr. Fasslabend: Es ist Zeit, aufzuhören!
Ich möchte Sie ganz ernsthaft noch auf Folgendes aufmerksam machen (Abg. Dr. Fasslabend: Es ist Zeit, aufzuhören!): Sollte es im Amtsbereich des Ministers Böhmdorfer nicht zu einer entsprechenden Behandlung kommen und ähnlich wie die Spitzelaffäre enden, nämlich damit, dass man alles einstellt (Abg. Mag. Mainoni: So ein Humbug!), dann wird es einen weiteren Misstrauensantrag geben! Es wird der Tag kommen (Abg. Dr. Fasslabend: Es ist Zeit, aufzuhören!), an dem es aufgerollt wird und justizordnungsgemäß die Verhältnisse hergestellt werden.
Abg. Mag. Mainoni: So ein Humbug!
Ich möchte Sie ganz ernsthaft noch auf Folgendes aufmerksam machen (Abg. Dr. Fasslabend: Es ist Zeit, aufzuhören!): Sollte es im Amtsbereich des Ministers Böhmdorfer nicht zu einer entsprechenden Behandlung kommen und ähnlich wie die Spitzelaffäre enden, nämlich damit, dass man alles einstellt (Abg. Mag. Mainoni: So ein Humbug!), dann wird es einen weiteren Misstrauensantrag geben! Es wird der Tag kommen (Abg. Dr. Fasslabend: Es ist Zeit, aufzuhören!), an dem es aufgerollt wird und justizordnungsgemäß die Verhältnisse hergestellt werden.
Abg. Dr. Fasslabend: Es ist Zeit, aufzuhören!
Ich möchte Sie ganz ernsthaft noch auf Folgendes aufmerksam machen (Abg. Dr. Fasslabend: Es ist Zeit, aufzuhören!): Sollte es im Amtsbereich des Ministers Böhmdorfer nicht zu einer entsprechenden Behandlung kommen und ähnlich wie die Spitzelaffäre enden, nämlich damit, dass man alles einstellt (Abg. Mag. Mainoni: So ein Humbug!), dann wird es einen weiteren Misstrauensantrag geben! Es wird der Tag kommen (Abg. Dr. Fasslabend: Es ist Zeit, aufzuhören!), an dem es aufgerollt wird und justizordnungsgemäß die Verhältnisse hergestellt werden.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wir sind nicht in Italien, meine Damen und Herren! Aber auch dort wird sich der Rechtsstaat, so wie er in Österreich herrscht, eines Tages durchsetzen! – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Parnigoni: Wieso? Sie wissen ... von dieser Dringlichen!
Abgeordneter Josef Bucher (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Finanzminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Wir waren heute in dieser Hälfte des Hohen Hauses alle sehr gespannt auf Neuigkeiten, die wir erfahren wollten. (Abg. Parnigoni: Wieso? Sie wissen ... von dieser Dringlichen!) Im Grunde genommen ist ohnehin schon alles in den Zeitungen gestanden, es war nichts darunter, was uns in irgendeiner Weise hätte faszinieren können. (Abg. Dr. Van der Bellen: Bei einer Antwort aber schon!) Es war im Grunde genommen auch das, was wir erwartet haben, nämlich, dass Sie von Ihrer Unfähigkeit, Reformen mit zu beschließen, die wir im Hohen Haus hier mitberaten haben, ablenken wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Parnigoni: ... Vorstandsmitglied!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Bei einer Antwort aber schon!
Abgeordneter Josef Bucher (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Finanzminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Wir waren heute in dieser Hälfte des Hohen Hauses alle sehr gespannt auf Neuigkeiten, die wir erfahren wollten. (Abg. Parnigoni: Wieso? Sie wissen ... von dieser Dringlichen!) Im Grunde genommen ist ohnehin schon alles in den Zeitungen gestanden, es war nichts darunter, was uns in irgendeiner Weise hätte faszinieren können. (Abg. Dr. Van der Bellen: Bei einer Antwort aber schon!) Es war im Grunde genommen auch das, was wir erwartet haben, nämlich, dass Sie von Ihrer Unfähigkeit, Reformen mit zu beschließen, die wir im Hohen Haus hier mitberaten haben, ablenken wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Parnigoni: ... Vorstandsmitglied!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Parnigoni: ... Vorstandsmitglied!
Abgeordneter Josef Bucher (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Finanzminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Wir waren heute in dieser Hälfte des Hohen Hauses alle sehr gespannt auf Neuigkeiten, die wir erfahren wollten. (Abg. Parnigoni: Wieso? Sie wissen ... von dieser Dringlichen!) Im Grunde genommen ist ohnehin schon alles in den Zeitungen gestanden, es war nichts darunter, was uns in irgendeiner Weise hätte faszinieren können. (Abg. Dr. Van der Bellen: Bei einer Antwort aber schon!) Es war im Grunde genommen auch das, was wir erwartet haben, nämlich, dass Sie von Ihrer Unfähigkeit, Reformen mit zu beschließen, die wir im Hohen Haus hier mitberaten haben, ablenken wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Parnigoni: ... Vorstandsmitglied!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig: Sie sind peinlich!
Sie haben nichts anderes vorzuweisen, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Opposition, als ständig zu jammern und zu zaudern – und das auf einem höchst peinlichen Niveau! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig: Sie sind peinlich!)
Abg. Heinzl: Wie geht es den Bundesräten von Kärnten? Haben Sie schon gehört?
Die Hintergründe liegen auf der Hand, und sie wurden von meinen Vorrednern von der SPÖ und den Grünen heute auch klar deklariert: Sie wollen die „Regierungsstürzungsaktion II“ einleiten. (Abg. Heinzl: Wie geht es den Bundesräten von Kärnten? Haben Sie schon gehört?) Das wird Ihnen aber nicht gelingen, das kann ich Ihnen seitens unserer Fraktion hier bestätigen! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Heinzl.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Heinzl.
Die Hintergründe liegen auf der Hand, und sie wurden von meinen Vorrednern von der SPÖ und den Grünen heute auch klar deklariert: Sie wollen die „Regierungsstürzungsaktion II“ einleiten. (Abg. Heinzl: Wie geht es den Bundesräten von Kärnten? Haben Sie schon gehört?) Das wird Ihnen aber nicht gelingen, das kann ich Ihnen seitens unserer Fraktion hier bestätigen! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Heinzl.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Mainoni: Zahnloses Instrumentarium der Opposition!
Ablenkungsmanöver dieser Form, wie Sie sie auch mit Ihren Misstrauensanträgen gegen unseren Bundesminister Böhmdorfer ganze sieben Mal unternommen haben, sind nicht jener Stil, den die österreichische Bevölkerung von den Politikern hier im Hohen Haus erwartet, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Mainoni: Zahnloses Instrumentarium der Opposition!)
Abg. Parnigoni: 100 Mal zu wenig!
Sie sprechen immer von „Schiebung“. Herr Abgeordneter Pilz hat in der APA insgesamt 60 Mal von „Schiebung“ gesprochen (Abg. Parnigoni: 100 Mal zu wenig!), er hat in insgesamt 95 Meldungen in den Medien jemanden der Schiebung bezichtigt. Er hat jedoch im Grunde genommen keine Beweise vorzulegen, die auch von den Medien als solche angesehen werden. (Abg. Mag. Mainoni: ... Vermutungen, Behauptungen, Unterstellungen!) Das ist eine unseriöse Politik! Sie sollten sich einmal selbst fragen, ob Sie als Abgeordneter dieses Hohen Hauses noch tragbar sind, Herr Kollege Pilz! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Mainoni: ... Vermutungen, Behauptungen, Unterstellungen!
Sie sprechen immer von „Schiebung“. Herr Abgeordneter Pilz hat in der APA insgesamt 60 Mal von „Schiebung“ gesprochen (Abg. Parnigoni: 100 Mal zu wenig!), er hat in insgesamt 95 Meldungen in den Medien jemanden der Schiebung bezichtigt. Er hat jedoch im Grunde genommen keine Beweise vorzulegen, die auch von den Medien als solche angesehen werden. (Abg. Mag. Mainoni: ... Vermutungen, Behauptungen, Unterstellungen!) Das ist eine unseriöse Politik! Sie sollten sich einmal selbst fragen, ob Sie als Abgeordneter dieses Hohen Hauses noch tragbar sind, Herr Kollege Pilz! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie sprechen immer von „Schiebung“. Herr Abgeordneter Pilz hat in der APA insgesamt 60 Mal von „Schiebung“ gesprochen (Abg. Parnigoni: 100 Mal zu wenig!), er hat in insgesamt 95 Meldungen in den Medien jemanden der Schiebung bezichtigt. Er hat jedoch im Grunde genommen keine Beweise vorzulegen, die auch von den Medien als solche angesehen werden. (Abg. Mag. Mainoni: ... Vermutungen, Behauptungen, Unterstellungen!) Das ist eine unseriöse Politik! Sie sollten sich einmal selbst fragen, ob Sie als Abgeordneter dieses Hohen Hauses noch tragbar sind, Herr Kollege Pilz! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Mainoni: Richtig! So ist es! – Widerspruch bei der SPÖ.
Da Sie die Homepage-Kultur des Herrn Finanzministers an den Pranger stellen, darf ich Ihnen schon mitteilen, liebe Kolleginnen und Kollegen von den Grünen und den Sozialdemokraten, dass ein Josef Broukal, eine Ulrike Sima, eine Bettina Stadlbauer, ein Caspar Einem, ein Alfred Gusenbauer oder ein Günther Kräuter ebenfalls Homepages im Internet haben und diese aus Steuermitteln bezahlt werden. (Abg. Mag. Mainoni: Richtig! So ist es! – Widerspruch bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig: Das ist so was von schwach, was Sie da reden! – Zwischenruf der Abg. Bures.
Die Homepage des Finanzministers wird nicht aus Steuermitteln bezahlt. Ihre Homepages dienen offensichtlich der Befriedigung Ihrer persönlichen Eitelkeiten, meine Damen und Herren von den Oppositionsparteien! (Abg. Dr. Glawischnig: Das ist so was von schwach, was Sie da reden! – Zwischenruf der Abg. Bures.)
Ruf bei der SPÖ: ... nichts verstanden!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das sind betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Errungenschaften, auf die diese Bundesregierung sehr wohl stolz sein kann. In Summe betrachtet: Das Ziel der Bundesregierung wurde in den letzten beiden Jahren mehr als erreicht. (Ruf bei der SPÖ: ... nichts verstanden!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Ah so? Da hätte die FPÖ früher aber anders reagiert!
Sie haben an Vorwürfen nichts Neues eingebracht. Das, was von der Industriellenvereinigung zur Unterstützung unseres Bundesministers getan wurde, ist nicht verwerflich, und es ist auch nichts daran, was Sie kritisieren könnten. (Abg. Dr. Van der Bellen: Ah so? Da hätte die FPÖ früher aber anders reagiert!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wenn Sie die Industriellenvereinigung zum Anlass nehmen, dem Herrn Bundesminister etwas vorzuwerfen, so muss ich Ihnen sagen: Die Industriellenvereinigung ist wahrscheinlich weit davon entfernt, einen Grund zu haben, den Minister zu unterstützen. Eine Steuerreform, die die unteren Einkommenschichten entlastet, eine Steuerreform, die 2,4 Millionen Österreicher speziell niedriger Einkommensbereiche bevorteilt und die nicht entnommenen Gewinne bis 100 000 € von Steuern befreit oder mit dem halben Steuersatz versieht, das ist nicht die Denkweise der Industriellenvereinigung, meine sehr geehrten Damen und Herren, sondern das ist eine verantwortungsvolle Steuerpolitik für die „kleinen“ Bürger unseres Landes! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Oje-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Broukal zu Wort gemeldet. (Oje-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Mainoni: Pepi Broukal! – Abg. Großruck: Zuerst sagen Sie mir, wie Ihr Klubobmann heißt!
Es gilt das Gleiche, was ich die vorangegangenen tatsächlichen Berichtigungen betreffend gesagt habe. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Mag. Mainoni: Pepi Broukal! – Abg. Großruck: Zuerst sagen Sie mir, wie Ihr Klubobmann heißt!)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Josef Broukal (SPÖ): Sie lernen mich auf diese Art und Weise immer ein bisschen besser kennen! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Rasinger: Selbst gemacht!
Meine Homepage im Internet ist ausschließlich aus Privatgeldern finanziert (Abg. Dr. Rasinger: Selbst gemacht!) und von keinerlei Sponsoren. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kopf: ... steuerlich abgesetzt!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kopf: ... steuerlich abgesetzt!
Meine Homepage im Internet ist ausschließlich aus Privatgeldern finanziert (Abg. Dr. Rasinger: Selbst gemacht!) und von keinerlei Sponsoren. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Kopf: ... steuerlich abgesetzt!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Kollege Amon, es geht hier nämlich nicht darum, artig zu sein oder nicht artig zu sein. Es geht darum, dass es den Verdacht der Geschenkannahme und des Amtsmissbrauchs gegenüber Herrn Bundesminister Grasser gibt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Bundesminister Mag. Grasser: Das ist unrichtig!
Diesen ehernen Grundsatz, der in Österreich immer gegolten hat, sollte also gerade ein Finanzminister anwenden. Gerade Ihnen würde es gut anstehen, sich an diesen Grundsatz zu halten, da Sie zu jenen Finanzministern gehören, die dafür verantwortlich sind, dass die Österreicherinnen und Österreicher die höchsten Abgaben und Steuern in der gesamten Geschichte der Zweiten Republik zahlen müssen. (Beifall bei der SPÖ. – Bundesminister Mag. Grasser: Das ist unrichtig!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
10 Millionen € für Beratungsdienste rund um den Verkauf der bundeseigenen Wohnbaugesellschaften, den jedes Bankinstitut ohne Kosten abgewickelt hätte. Sie haben auch Experten im Ministerium. Da wurde Geld hinausgeschmissen, da wurde Freunderln Geld zugeschoben für Dinge, für die man eigentlich in Österreich nichts zahlen müsste. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Bundesminister Grasser, Österreich ist nicht Ihre Aktiengesellschaft, in der Sie die goldene Regel Ihres ehemaligen Chefs anwenden können. Wir leben nicht in einem Österreich der Reichen und Begüterten, sondern Sie haben zur Kenntnis zu nehmen, dass wir in einer demokratischen Republik, die demokratisch kontrolliert wird und rechtstaatlich normierte Regeln hat, leben, und es ist gut so, dass wir in diesem Österreich leben! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Bundesminister! Da Sie offensichtlich nicht in der Lage beziehungsweise auch nicht willens sind, sich an diese bewusst strengen Regeln, die es gibt, zu halten, fordere ich Sie auf: Ziehen Sie die Konsequenzen und treten Sie zurück! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Ah-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Trinkl: Jetzt kommt der Experte! – Abg. Mag. Wurm: Nur kein Neid!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Broukal. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten. – Bitte. (Ah-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Trinkl: Jetzt kommt der Experte! – Abg. Mag. Wurm: Nur kein Neid!) – Bitte. (Abg. Broukal spricht mit der auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministerin Rauch-Kallat. – Zwischenrufe. – Abg. Broukal: Wir tauschen vorher nur noch ein paar Nettigkeiten aus!)
Abg. Broukal spricht mit der auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministerin Rauch-Kallat. – Zwischenrufe. – Abg. Broukal: Wir tauschen vorher nur noch ein paar Nettigkeiten aus!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Broukal. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten. – Bitte. (Ah-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Trinkl: Jetzt kommt der Experte! – Abg. Mag. Wurm: Nur kein Neid!) – Bitte. (Abg. Broukal spricht mit der auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministerin Rauch-Kallat. – Zwischenrufe. – Abg. Broukal: Wir tauschen vorher nur noch ein paar Nettigkeiten aus!)
Zwischenrufe.
Abgeordneter Josef Broukal (SPÖ): Ich habe noch nie diese beiden Knöpfe hier benützt. (Der Redner versucht, die Höhe des Rednerpults richtig einzustellen.) Der obere geht nach oben? – Super. Schnell oder langsam? – Super, danke. (Zwischenrufe.) – Damit hätte ich das Wichtigste schon geschafft. Sie stimmen mir zu, oder? (Abg. Steibl: Hervorragend!) Den Rest hätte ich sozusagen gelernt, ganz im Gegenteil zu einigen von Ihnen, aber Sie werden es auch noch lernen. (Rufe bei der ÖVP: Öh!) – Das war zu tief, das gebe ich zu. Ich ziehe es zurück, bitte aus dem Protokoll streichen.
Abg. Steibl: Hervorragend!
Abgeordneter Josef Broukal (SPÖ): Ich habe noch nie diese beiden Knöpfe hier benützt. (Der Redner versucht, die Höhe des Rednerpults richtig einzustellen.) Der obere geht nach oben? – Super. Schnell oder langsam? – Super, danke. (Zwischenrufe.) – Damit hätte ich das Wichtigste schon geschafft. Sie stimmen mir zu, oder? (Abg. Steibl: Hervorragend!) Den Rest hätte ich sozusagen gelernt, ganz im Gegenteil zu einigen von Ihnen, aber Sie werden es auch noch lernen. (Rufe bei der ÖVP: Öh!) – Das war zu tief, das gebe ich zu. Ich ziehe es zurück, bitte aus dem Protokoll streichen.
Rufe bei der ÖVP: Öh!
Abgeordneter Josef Broukal (SPÖ): Ich habe noch nie diese beiden Knöpfe hier benützt. (Der Redner versucht, die Höhe des Rednerpults richtig einzustellen.) Der obere geht nach oben? – Super. Schnell oder langsam? – Super, danke. (Zwischenrufe.) – Damit hätte ich das Wichtigste schon geschafft. Sie stimmen mir zu, oder? (Abg. Steibl: Hervorragend!) Den Rest hätte ich sozusagen gelernt, ganz im Gegenteil zu einigen von Ihnen, aber Sie werden es auch noch lernen. (Rufe bei der ÖVP: Öh!) – Das war zu tief, das gebe ich zu. Ich ziehe es zurück, bitte aus dem Protokoll streichen.
Ruf bei der ÖVP: Sehr witzig!
Ich beneide Sie heute nicht (Ruf bei der ÖVP: Sehr witzig!), Sie alle von ÖVP und Freiheitlichen stehen ja vor einer sehr ernsten Frage: Verdient Finanzminister Karl-Heinz Grasser in dem Ausmaß Applaus, wie Sie ihn heute spenden? Und verdient er in dem Ausmaß, in dem Sie ihn heute verteidigt haben, Ihre Verteidigung? (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich beneide Sie heute nicht (Ruf bei der ÖVP: Sehr witzig!), Sie alle von ÖVP und Freiheitlichen stehen ja vor einer sehr ernsten Frage: Verdient Finanzminister Karl-Heinz Grasser in dem Ausmaß Applaus, wie Sie ihn heute spenden? Und verdient er in dem Ausmaß, in dem Sie ihn heute verteidigt haben, Ihre Verteidigung? (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Murauer: Stimmt nicht!
trifft? Ist es wirklich nur ein Zufall, dass dieser Konzern dann den Zuschlag bekommt, obwohl er der teuerste Anbieter ist? (Abg. Murauer: Stimmt nicht!) Ist es nur ein Zufall, dass Grasser noch vor ein paar Monaten im Bundesrat abgestritten hat, genau jene Treffen durchgeführt zu haben, die er letzte Woche hier im Hohen Hause auch Ihnen gegenüber zugeben musste? Ist es wirklich nur ein Zufall und wirklich nur ein Einzelfall, wenn Grasser zugeben muss, dass er sich von der Industriellenvereinigung bezahlen oder beschenken lässt? Bezahlen oder beschenken – er ist der Nutznießer. Es ist ein Einkommen oder eine Schenkung, beides unangemessen, politisch unappetitlich und, das sollte auch für Sie die Richtschnur sein, ungesetzlich.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Fall eins: Die Kärntner Slowenen laden im Sommer 1994 in Klagenfurt zu einer großen Publikumsdiskussion im Haus der Wirtschaftskammer ein. Für die FPÖ steht ein junger Redner am Rednerpult, der 1001 Gründe gegen den EU-Beitritt kennt und den der Moderator nur mit Mühe bremsen kann. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Nach dem EU-Beitritt sagt derselbe Mann – er ist jetzt ein bisschen älter –, er sei froh darüber, dass Österreich EU-Mitglied ist. (Abg. Scheibner: Was hat das mit dem Finanzminister zu tun?) – Welcher Grasser sprach die Wahrheit? (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Was hat das mit dem Finanzminister zu tun?
Fall eins: Die Kärntner Slowenen laden im Sommer 1994 in Klagenfurt zu einer großen Publikumsdiskussion im Haus der Wirtschaftskammer ein. Für die FPÖ steht ein junger Redner am Rednerpult, der 1001 Gründe gegen den EU-Beitritt kennt und den der Moderator nur mit Mühe bremsen kann. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Nach dem EU-Beitritt sagt derselbe Mann – er ist jetzt ein bisschen älter –, er sei froh darüber, dass Österreich EU-Mitglied ist. (Abg. Scheibner: Was hat das mit dem Finanzminister zu tun?) – Welcher Grasser sprach die Wahrheit? (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Fall eins: Die Kärntner Slowenen laden im Sommer 1994 in Klagenfurt zu einer großen Publikumsdiskussion im Haus der Wirtschaftskammer ein. Für die FPÖ steht ein junger Redner am Rednerpult, der 1001 Gründe gegen den EU-Beitritt kennt und den der Moderator nur mit Mühe bremsen kann. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Nach dem EU-Beitritt sagt derselbe Mann – er ist jetzt ein bisschen älter –, er sei froh darüber, dass Österreich EU-Mitglied ist. (Abg. Scheibner: Was hat das mit dem Finanzminister zu tun?) – Welcher Grasser sprach die Wahrheit? (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Großruck.
Im Frühjahr 2000, kurz nach seiner Bestellung zum Finanzminister, wird Grasser von einem Journalisten darauf angesprochen, und dieser Journalist hält fest: Grasser wird rot im Gesicht und sagt, das würde er heute nicht mehr so sehen. – Welcher Grasser sprach die Wahrheit, der von 1997 oder der von 2000? (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Fall drei: Karl-Heinz Grasser unterschreibt selbstverständlich das Volksbegehren gegen die Einführung des Euro. Er will Österreich und den Schilling ohne den Schutz der Europäischen Zentralbank der internationalen Währungsspekulation aussetzen. Drei Jahre später – viele von Ihnen, die aus dem Westen oder Süden mit dem Flugzeug nach Wien kommen, werden sich daran erinnern – lächelt derselbe Mann mit einer riesigen Kopie eines Euro-Scheines auf dem Flughafen Wien beim Ausgang vom Zoll von einem Plakat auf uns herunter und sagt: Freut euch, der Euro kommt! Der Euro ist ein Wunschkind. – Wer sprach die Wahrheit, Karl-Heinz Grasser, der das Volksbegehren gegen den Euro unterschrieben hat, oder Finanzminister Grasser, der heute den Euro lobt? Wissen Sie es? – Ich weiß es nicht! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Ihr Obmann und Haider ...! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP
Einen vierten Fall möchte ich Ihnen zu bedenken geben, damit Sie wissen, für wen Sie hier so eifrig applaudieren (Abg. Dr. Fekter: Ihr Obmann und Haider ...! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP): 200 000 € soll die Homepage des Finanzministers gekostet haben. Glauben Sie das eine Sekunde lang? Glauben Sie eine Sekunde lang, dass
Anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen.
Herr Fürst von der Industriellenvereinigung auf der Straße zufällig die drei Mitarbeiter des Herrn Grasser getroffen und gesagt hat: Burschen, ich habe 200 000 € zu viel, was könnten wir damit machen? Glauben Sie eine Sekunde lang, dass Ihnen hier die Wahrheit erzählt wird? – Ich weiß es nicht, aber ich sage Ihnen: Die Chance, dass Ihnen dieser Mann die Wahrheit erzählt, liegt bei 50 : 50, und das ist eine schlechte Chance, nicht nur beim russischen Roulette! (Anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen.)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Was ist das Resümee nach den Worten des Kollegen Broukal, nach dieser Dringlichen, nach dieser letzten Woche? – Das Vertrauen der Bevölkerung in diesen Finanzminister ist erschüttert! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Da Sie lachen, Herr Kollege, muss ich sagen: Es ist bestürzend, zu sehen, wie wenig Kontakt Sie offenbar mit der Bevölkerung haben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Was ist das Resümee nach den Worten des Kollegen Broukal, nach dieser Dringlichen, nach dieser letzten Woche? – Das Vertrauen der Bevölkerung in diesen Finanzminister ist erschüttert! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Da Sie lachen, Herr Kollege, muss ich sagen: Es ist bestürzend, zu sehen, wie wenig Kontakt Sie offenbar mit der Bevölkerung haben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Hat er verloren am Golfplatz?
Ich erinnere an das Debakel bei der Dringlichen Anfrage in der vergangenen Woche. Was ist mit dem Desaster in der „ZiB 2“, Herr Minister? Was ist mit dem peinlichen Sonntag am Golfplatz? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Hat er verloren am Golfplatz?) Und mit der heutigen Zumutung dem Parlament und der Öffentlichkeit gegenüber?
Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich sachlich, nüchtern und präzise analysieren! (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Ich werde es Ihnen gleich beweisen, Herr Mainoni. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sachlich sind Sie nicht!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sachlich sind Sie nicht!
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich sachlich, nüchtern und präzise analysieren! (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Ich werde es Ihnen gleich beweisen, Herr Mainoni. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sachlich sind Sie nicht!)
Abg. Dr. Fekter: Haben Sie etwas Neues auch in Ihrer Rede? – Abg. Dr. Trinkl: Dieselbe Rede wie in der Vorwoche!
Am 3. März 2000 – ich bitte Sie, meine Damen und Herren, das nicht zu unterschätzen – hat der Herr Minister vor dem Unvereinbarkeitsausschuss erklärt, dass er bei politischen Entscheidungen – das hat er wörtlich gemeint –, die die genannten Firmen sowie allfällige weitere Firmen des Magna-Konzerns betreffen, selbstverständlich auf strengste Beachtung allfälliger Befangenheitsgründe achten werde. – Und vorige Woche, meine Damen und Herren? – Natürlich haben wir Gespräche geführt, sagt der Herr Finanzminister, natürlich haben wir Verhandlungen geführt (Abg. Dr. Fekter: Haben Sie etwas Neues auch in Ihrer Rede? – Abg. Dr. Trinkl: Dieselbe Rede wie in der Vorwoche!) – das dementiert er heute interessanterweise –, natürlich haben wir Persönlichkeiten getroffen und Gespräche geführt.
Abg. Dr. Fekter: Das war die Rede der Vorwoche, Herr Kräuter!
Oder, was das Inserat der Professoren betrifft (Abg. Dr. Fekter: Das war die Rede der Vorwoche, Herr Kräuter!): Der Herr Minister hat vergangene Woche behauptet, Frau Kollegin Fekter: „Da ich nicht der Auftraggeber bin, kann ich Ihnen auch nicht sagen, wer es bezahlt hat und von wem die Graphik gemacht worden ist.“
Beifall bei der SPÖ.
riellenvereinigung. Und wie heute bekannt ist, sagt der Sprecher der Industriellenvereinigung, dass Grasser um Spenden für den Verein ersucht hat. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Grasser.) – So schaut es aus, Herr Minister! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ein privater Verein wird über Ersuchen des Finanzministers von der Industriellenvereinigung gesponsert, Kabinettsmitarbeiter tummeln sich dort als Vereinsmeier, eine Tochterfirma wird beauftragt für die Homepage einer Firma, die Sie öffentlich beschäftigen. Unglaublich, Herr Minister, in allen kultivierten europäischen Ländern wäre die Frage des Verbleibs im Amt gestellt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Na mit Sicherheit, davon können wir ausgehen!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (fortsetzend): ... Herr Minister, falls Sie zu diesem Zeitpunkt noch im Amt sind. (Abg. Dr. Fekter: Na mit Sicherheit, davon können wir ausgehen!) Unter Umständen können Sie sich dann noch viel mehr dem Golfsport widmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (fortsetzend): ... Herr Minister, falls Sie zu diesem Zeitpunkt noch im Amt sind. (Abg. Dr. Fekter: Na mit Sicherheit, davon können wir ausgehen!) Unter Umständen können Sie sich dann noch viel mehr dem Golfsport widmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Herr Bundesminister Grasser, Ihre Strategie ist leicht zu durchschauen. Nachdem Sie uns seit einigen Tagen quasi Selbstverständlichkeiten präsentieren, nämlich dass Sie natürlich mit Personen gesprochen haben oder dass es ganz selbstverständlich ist, dass Ihre Homepage privat ist, aber dann doch gesponsert wird, müssen Sie jetzt, wo Sie draufkommen, dass das politisch einfach untragbar ist, alles abstreiten beziehungsweise geben Sie auch keine oder nur teilweise Antworten auf die Fragen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Sie haben heute auch gesagt – so ganz nebenbei; diese Dinge kommen einfach, man glaubt fast, eben weil Sie gar nicht bemerken, dass da Unterschiede sind –, es sei doch egal, ob Ihre Mitarbeiter einen Beitrag für eine Zeitung schreiben oder für eine Homepage. Was Sie nicht sagen, ist, dass diese Homepage Ihre private Homepage ist, und das ist sehr wohl ein Unterschied! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wo ist, bitte – und auch darauf gibt es keine Antwort –, das restliche Geld von diesen zirka 200 000 €, die an den Verein gegangen sind und die nie und nimmer für Ihre Homepage gebraucht werden haben können? Dafür können 10 000 €, 20 000 € gebraucht worden sein, aber wo ist, bitte, der Rest? – Dazu hat es eine Frage, aber keine Antwort von Ihnen gegeben. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das, was mich überrascht und was ich sehr interessant finde, ist, dass die Vertreter und Vertreterinnen der Regierungsfraktionen, die sich heute hier zu Wort gemeldet haben, dazu kein einziges Wort verloren haben. Niemand von Ihnen hat ein Wort dazu verloren, hat eine Stellungnahme dazu abgegeben, ob das nun unvereinbar ist oder nicht, ob Sie da Grenzen ziehen oder nicht. Sollen wir wirklich annehmen, dass Sie alle das stützen, schützen und ganz genauso sehen, nämlich dass es völlig egal ist, ob es privat ist oder nicht? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Rechtlich ist das, was Bundesminister Grasser getan hat, zumindest überprüfenswert, politisch ist es aber ganz sicher untragbar! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Wofür dann das Ganze?
Anträge liegen keine vor. (Abg. Dr. Fekter: Wofür dann das Ganze?)
Abg. Parnigoni: Wo ist die Frau Minister Rauch-Kallat?
Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Stadlbauer mit einer freiwilligen Redezeitbeschränkung von 4 Minuten. – Bitte. (Abg. Parnigoni: Wo ist die Frau Minister Rauch-Kallat?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Abgeordneter Scheuch, wo immer Sie sich gerade befinden, ich möchte Ihnen die Frage stellen, ob das auch für Agrarpolitiker gilt. Ich denke, dass auch Bauern und Bäuerinnen ein schönes Leben in Österreich führen. Ich würde es mir aber nie anmaßen, Agrarpolitiker in Frage zu stellen. – Das, was Sie hier geliefert haben, war eine ziemliche Zumutung. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Ministerin, wo immer Sie sich gerade befinden, seien Sie mir nicht böse, aber hier betreiben Sie reine Ankündigungspolitik. Sie betonen zwar immer, wie wichtig das ist, aber Sie bleiben jede Maßnahme schuldig. Auch bei dem, was Sie heute wieder vorgeschlagen haben, handelt es sich um Maßnahmen, die es zum Teil schon gibt, Sie müssten sie eigentlich nur ausreichend dotieren, aber es sind keine Neuerfindungen. Besser wäre es, wenn Sie sich endlich dafür zuständig erklärten, dass es genügend Kindergarten- und Hortplätze gibt und dass vor allem auch ganztägige Schulformen ausgebaut beziehungsweise eingeführt werden, dass Sie diese Formen auch finanzieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Steibl.
Besser wäre es, wenn Sie dafür sorgten, dass im Wirtschafts- und Arbeitsministerium ein Gesetz zur Frauenförderung im Betrieb ausgearbeitet wird. Verpflichtende Betriebsvereinbarungen statt einer Kann-Formulierung wären ein konkreter Vorschlag. Und besser wäre es, wenn Sie endlich die Väter in die Pflicht nehmen und ihnen die rechtliche Möglichkeit geben würden, sich der Familie zu widmen. Rechtliche Maßnahmen sind der Schlüssel und nicht gut zureden. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Steibl.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Ministerin! Der Ausbau von Frauenrechten und das Einstehen für Frauenrechte kosten nicht viel Geld. Dies kostet nur politischen Willen und guten Willen, aber den vermisse ich bei Ihnen leider. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Tatsache ist, dass die ÖVP den höchsten Wählerinnenanteil bei der Wahl am 24. November hatte. Das heißt, unsere Politik kann nicht so falsch gewesen sein, wie die Opposition behauptet. (Beifall bei der ÖVP.)
Widerspruch bei der SPÖ.
Wenn Kollegin Stadlbauer jetzt sagt, dass rechtliche Maßnahmen notwendig seien und dass nichts passiert sei, möchte ich auf eine Aktion von einer Frauenministerin hinweisen, die es als Ministerin nicht mehr gibt, nämlich Helga Konrad. Sie hat „halbe-halbe“ eingeführt, aber anscheinend hat es nichts gebracht. (Widerspruch bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Grünewald: Vor Ihnen!
Eines möchte ich noch anmerken, an Herrn Kollegen Grünewald gerichtet. Er will nicht wahrhaben, dass Österreich eines der Länder ist, die die beste Gesundheitspolitik machen. Ich möchte Ihnen nur mit auf den Weg geben: Die Gesundheitsorganisation hat uns im weltweiten Vergleich auf Platz 9 gesetzt! (Abg. Dr. Grünewald: Vor Ihnen!) Das heißt, der Weg, den wir jetzt beschreiten, kann nicht so schlecht sein, wie Sie immer wieder tun.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Mit unserer Bundesministerin Maria Rauch-Kallat werden wir die Gesundheitspolitik, werden wir die Frauenpolitik so fortsetzen – zum Wohle unserer Wählerinnen und Wähler, unserer Österreicherinnen und Österreicher. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Elisabeth Grossmann (SPÖ): Werter Herr Präsident! Werte Frau Ministerin! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren des Hohen Hauses! Ich weiß nicht, wie es Ihnen allen gegangen ist, aber ich war wirklich erfreut, als ich erfahren habe, dass die Kompetenzen für die Frauenpolitik den Bereich des Veterinärwesens verlassen und nun wieder von einer Frau wahrgenommen werden. Der Optimismus hat aber recht bald in herbe Enttäuschung umgeschlagen, nämlich spätestens dann, als den zahlreichen Antrittspressekonferenzen, die mit sloganartigen Ankündigungen nur so gespickt waren, die ersten Konkretisierungen gefolgt sind. Da haben Sie gezeigt, Frau Ministerin, dass Sie eine schlechte Lobbyistin für uns Frauen sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Sie wollten doch immer die Erwerbskarriere ...!
Da kann ich Ihnen einige Fragen nicht ersparen, wie zum Beispiel: Warum haben Sie es zugelassen, dass der Durchrechnungszeitraum von den 15 besten auf 40 Jahre verlängert wird? (Abg. Dr. Brinek: Sie wollten doch immer die Erwerbskarriere ...!) Das trifft vor allem jene Frauen besonders hart, die auf die Erwerbsarbeit verzichtet haben, um sich der Familie zu widmen, und damit einem Lebensmodell gefolgt sind, das gerade von Ihrer Partei besonders vehement propagiert worden ist, Frau Steibl. (Abg. Dr. Brinek: Wir haben uns an Ihrem Modell orientiert! Das ist Ihr Modell gewesen!)
Abg. Dr. Brinek: Wir haben uns an Ihrem Modell orientiert! Das ist Ihr Modell gewesen!
Da kann ich Ihnen einige Fragen nicht ersparen, wie zum Beispiel: Warum haben Sie es zugelassen, dass der Durchrechnungszeitraum von den 15 besten auf 40 Jahre verlängert wird? (Abg. Dr. Brinek: Sie wollten doch immer die Erwerbskarriere ...!) Das trifft vor allem jene Frauen besonders hart, die auf die Erwerbsarbeit verzichtet haben, um sich der Familie zu widmen, und damit einem Lebensmodell gefolgt sind, das gerade von Ihrer Partei besonders vehement propagiert worden ist, Frau Steibl. (Abg. Dr. Brinek: Wir haben uns an Ihrem Modell orientiert! Das ist Ihr Modell gewesen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Das ist die Unwahrheit! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Jetzt bestrafen Sie die Frauen, vor allem die jüngeren, für die kein wie auch immer gearteter Deckel gelten wird, damit, dass ihnen bis zu 40 Prozent der Pension gekürzt wird, und das, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist ein Verrat an uns Frauen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Das ist die Unwahrheit! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Oh-Rufe bei der SPÖ.
Frau Kollegin Brinek, weil Sie sich da durch Zwischenrufe so hervortun: In einem „Standard“-Interview haben Sie sogar eine pädagogisch fundierte Argumentation für die von Ihnen getäuschten Frauen parat: Wenn die Frauen zu Hause bleiben, sind sie ohnehin nur Unterhalterinnen für kleine verwöhnte Egoisten, haben Sie damals sinngemäß gemeint. (Oh-Rufe bei der SPÖ.) Über so eine Aussage hätte sich eine Sozialdemokratin trauen sollen! Ein Aufschrei der Empörung wäre die Folge gewesen, vor allem auf der rechten Seite dieses Hauses.
Beifall bei der SPÖ.
Die Teilzeitverkäuferin mit zwei Kindern wird wohl wenige Vorteile erkennen können, und mit einem Einkommen von vielleicht 600 € werden Sie sich hoffentlich nicht trauen, sie auf die zweite oder dritte Säule zu verweisen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Damit Sie Ihr selbst definiertes Image als soziales Gewissen der Regierung wieder aufpolieren, Frau Ministerin, werden Sie sicher viele kostspielige Sitzungen mit Ihren Marketingstrategen brauchen. Aber vielleicht gibt Ihnen „KHG“, der unabhängige Finanzoptimierer für Minister aller Art, nützliche Finanzierungstipps. Ich würde es Ihnen wünschen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
sundheit ist eines der Grundrechte des Menschen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Grünewald: Wie lange?
Richtig ist vielmehr, dass eine Deckelung der Verluste mit höchstens 10 Prozent beschlossen wurde. (Abg. Dr. Grünewald: Wie lange?) – Für 25 Jahre und mehr. Was darüber hinausgeht, muss die nächste Regierung, der nächste Nationalrat beschließen. 25 Jahre! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Richtig ist vielmehr, dass eine Deckelung der Verluste mit höchstens 10 Prozent beschlossen wurde. (Abg. Dr. Grünewald: Wie lange?) – Für 25 Jahre und mehr. Was darüber hinausgeht, muss die nächste Regierung, der nächste Nationalrat beschließen. 25 Jahre! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Noch im Regierungsprogramm hat sich Frau Bundesministerin Rauch-Kallat zu den Frauen bekannt, was ja lobenswert und vor allem zu begrüßen ist; aber: Wo ist Ihre Verantwortung den Frauen gegenüber geblieben, Frau Bundesministerin, als Sie vehement diese Pensionskürzungen Ihres Kanzlers unterstützt haben? (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Bereits heute liegen 70 Prozent der Frauen mit Ihren Pensionen an und unter der Armutsgrenze, wegen kurzer Beitragszeiten, Teilzeitbeschäftigung und Einkommensunterschieden von bis zu 30 Prozent im Vergleich zu den Männern. Nichts passiert von Ihrer Seite, um diese Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern zu beseitigen. Im Budget ist Ihnen das Aktionsprogramm der EU zur Chancengleichheit für Frauen mickrige 1 000 € wert. Ein beschämender Beitrag zur Gleichstellung der Frauen, möchte ich behaupten! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wie sieht nun Ihre Frauenpolitik aus? – In den Budgetberatungen, Frau Bundesministerin, haben Sie auf die Anfrage zu den Ladenöffnungszeiten gemeint, dass die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten den Frauen die Gelegenheit geben wird, länger einkaufen gehen zu können. Eine eigenartige Sichtweise, möchte ich einmal sagen. Ich frage Sie: Wer soll am Abend denn noch einkaufen gehen? Die einen müssen länger arbeiten, und den anderen wird durch das Budget das Geld aus der Tasche gezogen. Die Geschäfte werden leer bleiben, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Wo bleiben die Initiativen der Stadt Wien?
70 Prozent der Beschäftigten im Handel sind Frauen, 70 Prozent, für die es entscheidend ist, ob sie jeden zweiten Samstag mit ihrer Familie verbringen können oder nicht. Für die meisten dieser 70 Prozent wird es abends bis 21 Uhr keine adäquaten Kinderbetreuungseinrichtungen geben. Wo bleiben budgetäre Mittel, um flächendeckend Kinderbetreuungseinrichtungen zu schaffen, Einrichtungen, die diese Frauen notwendig brauchen? (Abg. Dr. Fekter: Wo bleiben die Initiativen der Stadt Wien?) Ich komme aus ländlichen Strukturen, Frau Kollegin, und kann Ihnen sagen, in diesem Bereich
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
werden zu wenige Kinderbetreuungseinrichtungen angeboten. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.) Nichts zu lesen und nichts zu sehen von diesen budgetären Mitteln!
Beifall bei der SPÖ.
Haben Sie sich auch Gedanken darüber gemacht, dass unter diesen Umständen Familienleben am Wochenende so gut wie unmöglich sein wird? Ist das Ihr Beitrag, zum familienfreundlichsten Land der Welt zu werden, was Sie ja immer wieder anstreben? „Sehr“ familien- und frauenfreundlich, kann ich da nur sagen, Frau Kollegin! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Diesen Frauen gilt es eine rechtliche Grundlage zu schaffen. Aber was machen Sie? Sie schaffen durch Ihre Politik eine Ellbogengesellschaft, in der die Frauen immer den kürzeren Ellbogen haben und dabei den Kürzeren ziehen werden, auch wenn sie noch so fleißig kämpfen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Beifall bei der ÖVP.
Werte Kolleginnen und Kollegen! Die Diskussion zum Kapitel „Frauen“ wird bislang sehr lebhaft geführt. Das Thema der Gleichbehandlung von Mann und Frau sollte sich meiner Meinung nach weniger an parteipolitischen Dogmen orientieren als an der Sache an sich. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Den Frauen müssen die notwendigen Mittel gegeben werden, um die frauenpolitischen Themen auch weiterhin selbst in die Hand nehmen zu können. Eine Maßnahme, die zum Beispiel in Oberösterreich gesetzt wurde, ist die Ausweitung der Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen. Dabei übernimmt das Land 75 Prozent der zusätzlich anfallenden Personalkosten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Unsere heutige Gesellschaft verlangt nach weiblichen Eigenschaften und weiblichen Entscheidungen. Das hilft nicht nur der österreichischen Wirtschaft, sondern auch dem ganzen Land. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zur Frauenpolitik auch noch ein Wort: Die Damen von der SPÖ, die sich ganz besonders um die Frauenpolitik kümmern, leben sich sehr in Themen hinein, die sie eigentlich schon seit Johanna Dohnal aufs Tapet bringen. Sie haben es aber in der Zeit, als sie Frauenpolitik noch maßgeblich mitverantwortet haben, nicht geschafft, das umzusetzen. Unsere Frauenministerin hat ihre Zielvorgaben heute wieder bekannt gegeben. Sie ist ganz auf diese Themen konzentriert, und sie wird es auch schaffen, ihre Absichten in diesem Bereich umzusetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Eine Verbesserung unserer Lebensqualität, unseres Lebensstils ist eine ganz besondere Herausforderung, und das ist auch eine intensive Informationskampagne wert. Ich gebe zu, dass das gesamte Gesundheitssystem weit mehr als nur Informationen braucht, damit es zu einer entsprechenden Reform kommt, aber letztendlich bedeutet es für unsere Generation, für uns, die wir alle länger leben werden, auch lange gesund zu bleiben – und dazu braucht es eben zur richtigen Zeit die Maßnahmen, die wir alle mit zu tragen und mit zu verantworten haben, nämlich Maßnahmen in Richtung Gesundheitsvorsorge. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Steibl: Schon sehr lange!
Ich kenne einen SPÖ-Bürgermeister – den Bürgermeister meiner Nachbargemeinde –, der seit 40 Jahren im Amt ist (Abg. Steibl: Schon sehr lange!), und als es darum ging, einen Kinderhort einzurichten, hat er gemeint, er überlasse das mir. (Abg. Steibl: Sehr gescheit!) Meine Gemeinde ist eine ÖVP-Gemeinde, und Sie werden einen Kinderhort vorfinden, an dem ein wunderschönes Transparent prangt, auf dem steht: Umwelt-Mustergemeinde und Sozial-Mustergemeinde Erlach. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Steibl: Sehr gescheit!
Ich kenne einen SPÖ-Bürgermeister – den Bürgermeister meiner Nachbargemeinde –, der seit 40 Jahren im Amt ist (Abg. Steibl: Schon sehr lange!), und als es darum ging, einen Kinderhort einzurichten, hat er gemeint, er überlasse das mir. (Abg. Steibl: Sehr gescheit!) Meine Gemeinde ist eine ÖVP-Gemeinde, und Sie werden einen Kinderhort vorfinden, an dem ein wunderschönes Transparent prangt, auf dem steht: Umwelt-Mustergemeinde und Sozial-Mustergemeinde Erlach. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich kenne einen SPÖ-Bürgermeister – den Bürgermeister meiner Nachbargemeinde –, der seit 40 Jahren im Amt ist (Abg. Steibl: Schon sehr lange!), und als es darum ging, einen Kinderhort einzurichten, hat er gemeint, er überlasse das mir. (Abg. Steibl: Sehr gescheit!) Meine Gemeinde ist eine ÖVP-Gemeinde, und Sie werden einen Kinderhort vorfinden, an dem ein wunderschönes Transparent prangt, auf dem steht: Umwelt-Mustergemeinde und Sozial-Mustergemeinde Erlach. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
betreuung aus diesem Ort weggezogen und in meine Heimatgemeinde gezogen sind. (Beifall bei der ÖVP.)
ironische Heiterkeit bei den Grünen – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig
Was die Grünen anlangt: Es wurde so viel über die Homepage des Herrn Finanzministers gesprochen. Ich würde empfehlen, sich einmal die Homepage der Grünen anzusehen: Unter www.noe.gruene.at wurde in Niederösterreich eine so genannte Spitzelbox eingerichtet: Die Grünen suchen nach Dokumenten, nach Aktenvermerken, nach Hinweisen, nach Zeugen zum Beispiel aus der Verwaltung, um Tatsachen – vermeintliche Tatsachen! –, strafbare Handlungen weiterzuleiten. Da werden Menschen aufgefordert, Spionage zu betreiben (ironische Heiterkeit bei den Grünen – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig), zu bespitzeln, Rechtsbruch ...
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Johann Rädler (fortsetzend): Ich hoffe, dass die Grünen auch an Informationen aus dem Gesundheitsbereich interessiert sind. Sonst würden sie ja diese Homepage nicht einrichten. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Aber die wesentlichste Herausforderung wird sicherlich die Zusammenführung und die einheitliche Trägerschaft im Unfallversicherungsbereich, aber auch im Krankenversicherungsbereich sein. Da, glaube ich, ist die Politik gefordert, nicht, so wie bei der heutigen Debatte, in Negativ-Bildern zu denken, sondern nach vorne zu schauen – im Sinne eines umfassenden Gesundheitssystems, das finanzierbar ist und das auch die Qualität in der Gesundheitsversorgung sichert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Lentsch: Kinderbetreuungsgeld!
Abschließend – ich bin der letzte Redner zu diesem Thema – die gute Nachricht des Tages: Seit gestern wissen wir, dass die Geburten in unserem Land um 3,9 Prozent gestiegen sind. Ich glaube, das ist ein positives Signal für unser Land und für diese Politik! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Lentsch: Kinderbetreuungsgeld!)
Abg. Dr. Niederwieser: Parteipolitisch!
Nun werden auch in den beiden vorliegenden Budgets der Jahre 2003 und 2004 weitere Hunderte Planstellen in Abzug gebracht. Während Sie, Herr Bundesminister, ohne Rücksicht auf Verluste Personalkürzungen vornehmen, kommt uns Ihre willkürliche Umstrukturierungs- und Umsetzungspolitik teuer zu stehen. Sie zerstören eine bewährte Sicherheitsstruktur, damit Sie Ihre personalpolitisch bedingten Vorstellungen umsetzen können. (Abg. Dr. Niederwieser: Parteipolitisch!) – Parteipolitisch; ich danke für die Korrektur! – Sie zerstören eine bewährte Struktur, um Ihre parteipolitisch bedingten Personalvorstellungen umsetzen können.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Strassers Personalrochaden sind nicht nur monochrom, sie sind auch teuer für den Steuerzahler! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Ich fahr’ auch mit einem Auto, das über 200 000 Kilometer ...!
Meine Damen und Herren! Auch bei der Ausrüstung wird weiter kaputt gespart, obwohl die Arbeitsverhältnisse für die ExekutivbeamtInnen dramatisch sind. Erschreckend ist, dass wir zum Stichtag 1. April 2003 im Fuhrpark der Exekutive eine Anzahl von Fahrzeugen haben, die einen Kilometerstand von weitaus mehr als 200 000 Kilometer aufweisen. (Abg. Dr. Fekter: Ich fahr’ auch mit einem Auto, das über 200 000 Kilometer ...!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
In diesem Zusammenhang hat der Herr Minister – das sage ich ganz offen – ganz eindeutig versagt, denn er hat sich beim Aufbau dieses Funknetzes im Vorfeld nicht darum gekümmert, möglichst viele User aus den Bundesländern, aus den Blaulichtorganisationen, ja sogar beim Bundesheer sicherzustellen, und jetzt kommt das dicke Ende: Eine geringere Zahl an Usern in diesem Bereich bedeutet natürlich deutlich höhere Kosten für den einzelnen Benutzer, als vorher ausgemacht, und daher springt eine Organisation nach der anderen ab. Und das, Herr Bundesminister, ist für einen Minister, einen Manager eine klägliche Leistung! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Im gleichen Zeitraum ist die Aufklärungsrate von 51,4 Prozent auf knapp über 40 Prozent abgesunken. Und das ist desaströs, Herr Bundesminister! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist notwendig: Handeln Sie, Herr Minister, denn das, was Sie hier derzeit zu verantworten haben, ist nicht gut für dieses Land und ist schlecht für die Sicherheit in Österreich! Sie sind aufgefordert, endlich von diesem Weg abzugehen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
heute eine Aussendung gemacht, in der es heißt – und du hast es ja gerade auch gesagt –, dass vom Budget 1999 auf das Budget 2003 um 160 Millionen € gekürzt wurde. Kollege Parnigoni! Im Jahre 1999 hatten wir 1 685 Millionen €. Jetzt haben wir ein Budget von 1 725 Millionen €. – Daraus wird ersichtlich, dass bei deiner Rechnung und deinen Budgetnachforschungen irgendetwas nicht ganz stimmen kann! Ich bitte daher um ein bisschen mehr Objektivität! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Einem.
So wurden etwa viele Sondereinheiten der Kriminalpolizei in ein Bundeskriminalamt zusammengefasst, das sehr gut funktioniert. Es gibt heute eine einheitliche Ausbildungsschiene für Polizei und Gendarmerie. Wir haben eine schlanke Verwaltung, und es wurde mit dem Abbau von nichtexekutiven Aufgaben begonnen. So wurden etwa das Fundamt sowie das Melde‑ und Passwesen ausgelagert. Weiters wurde eine Zusammenführung der Kfz-Werkstätten von Polizei und Gendarmerie vorgenommen, außerdem ist es zu einer enormen Modernisierung im Bereich der Unterkünfte von Polizei und Gendarmerie gekommen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Einem.)
Abg. Dr. Niederwieser: Das Ergebnis schaut aber auch dementsprechend aus!
Das hat es in den letzten zehn Jahren unter SPÖ-Ministern nicht gegeben! 78 neue Gendarmeriedienststellen und Polizeidienststellen wurden fertig gestellt, 55 Dienststellen sind in Bau, und 87 Dienststellen sind in Planung. (Abg. Dr. Niederwieser: Das Ergebnis schaut aber auch dementsprechend aus!) Hier ist aber der gesamte Unterkunftsbereich, der von der BIG organisiert und zur Verfügung gestellt wurde, nicht mit einbezogen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) – Bitte hören Sie mir jetzt zu, sonst verstehen Sie mich nicht! (Abg. Dr. Niederwieser: Reden Sie doch einmal von den Dienststellen, die zugesperrt wurden!)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Das hat es in den letzten zehn Jahren unter SPÖ-Ministern nicht gegeben! 78 neue Gendarmeriedienststellen und Polizeidienststellen wurden fertig gestellt, 55 Dienststellen sind in Bau, und 87 Dienststellen sind in Planung. (Abg. Dr. Niederwieser: Das Ergebnis schaut aber auch dementsprechend aus!) Hier ist aber der gesamte Unterkunftsbereich, der von der BIG organisiert und zur Verfügung gestellt wurde, nicht mit einbezogen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) – Bitte hören Sie mir jetzt zu, sonst verstehen Sie mich nicht! (Abg. Dr. Niederwieser: Reden Sie doch einmal von den Dienststellen, die zugesperrt wurden!)
Abg. Dr. Niederwieser: Reden Sie doch einmal von den Dienststellen, die zugesperrt wurden!
Das hat es in den letzten zehn Jahren unter SPÖ-Ministern nicht gegeben! 78 neue Gendarmeriedienststellen und Polizeidienststellen wurden fertig gestellt, 55 Dienststellen sind in Bau, und 87 Dienststellen sind in Planung. (Abg. Dr. Niederwieser: Das Ergebnis schaut aber auch dementsprechend aus!) Hier ist aber der gesamte Unterkunftsbereich, der von der BIG organisiert und zur Verfügung gestellt wurde, nicht mit einbezogen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) – Bitte hören Sie mir jetzt zu, sonst verstehen Sie mich nicht! (Abg. Dr. Niederwieser: Reden Sie doch einmal von den Dienststellen, die zugesperrt wurden!)
Abg. Mag. Wurm: Da haben Sie Recht!
Ein Wort zur Kriminalstatistik: Es ist sicherlich kein erfreuliches Ereignis, wenn man feststellen muss, dass die Kriminalität zugenommen hat. (Abg. Mag. Wurm: Da haben Sie Recht!) Wir brauchen überhaupt nichts zu beschönigen, das ist eine Gegebenheit. Aber es ist klar: Österreich ist keine Insel, es gibt europaweit generell steigende Kriminalitätsraten, und da liegen wir noch ausgesprochen gut. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Wir liegen da noch ausgesprochen gut, sonst wären wir nicht an erster Stelle, Frau Kollegin Wurm, das muss ich Ihnen sagen.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Ein Wort zur Kriminalstatistik: Es ist sicherlich kein erfreuliches Ereignis, wenn man feststellen muss, dass die Kriminalität zugenommen hat. (Abg. Mag. Wurm: Da haben Sie Recht!) Wir brauchen überhaupt nichts zu beschönigen, das ist eine Gegebenheit. Aber es ist klar: Österreich ist keine Insel, es gibt europaweit generell steigende Kriminalitätsraten, und da liegen wir noch ausgesprochen gut. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Wir liegen da noch ausgesprochen gut, sonst wären wir nicht an erster Stelle, Frau Kollegin Wurm, das muss ich Ihnen sagen.
Abg. Mag. Wurm: Sagen Sie, welche das waren!
Etwas muss man auf jeden Fall klarstellen: Die Kriminalität steigt, aber es gibt auch steigende Aufklärungsraten, und zwar sehr wesentlich steigende Aufklärungsraten. Insgesamt wurden um 23 000 Delikte mehr geklärt. (Abg. Mag. Wurm: Sagen Sie, welche das waren!) Das ist, glaube ich, eine großartige Leistung von Polizei und Gendarmerie draußen vor Ort, von welchen tagtäglich in Verrichtung ihres Dienstes eine großartige Leistung erbracht wird! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Etwas muss man auf jeden Fall klarstellen: Die Kriminalität steigt, aber es gibt auch steigende Aufklärungsraten, und zwar sehr wesentlich steigende Aufklärungsraten. Insgesamt wurden um 23 000 Delikte mehr geklärt. (Abg. Mag. Wurm: Sagen Sie, welche das waren!) Das ist, glaube ich, eine großartige Leistung von Polizei und Gendarmerie draußen vor Ort, von welchen tagtäglich in Verrichtung ihres Dienstes eine großartige Leistung erbracht wird! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.
Es wurden auch 1 300 Täter mehr zur Anzeige gebracht. (Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.) – Hören Sie mir zu, sonst wissen Sie nicht, wie es weitergeht!
Abg. Mag. Wurm: Das war Kiss im Jahre 1999!
Im Zusammenhang mit der Personalsituation möchte ich jetzt ein Beispiel anführen und erwähne das Jahr 1996, weil Exminister Einem hier sitzt. In diesem Jahr haben SPÖ-Mandatare, unter anderem auch Kollege Leikam, 1 000 zusätzliche Planstellen gefordert. (Abg. Mag. Wurm: Das war Kiss im Jahre 1999!) Weißt du, was am Ende
Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.
des Jahres herausgekommen ist? – Wir hatten um 200 Planstellen weniger, weil es eine Budgetkonsolidierung gegeben hat! Ich nehme das aber zur Kenntnis! (Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.) Lassen wir also die Kirche im Dorf!
Abg. Mag. Wurm: Die werden sich auch dafür bedanken, wie Sie sie unterstützt haben!
Schließlich ist es mir auch noch ein Anliegen, mich bei den Kollegen vor Ort für die großartige Leistung, die sie tagtäglich, ob bei Tag oder bei Nacht, erbringen, zu bedanken. (Abg. Mag. Wurm: Die werden sich auch dafür bedanken, wie Sie sie unterstützt haben!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zuletzt habe ich noch eine Bitte: Wenn es in der nächsten Zeit um das Lebensarbeitszeitmodell im Exekutivbereich geht, dann erwarte ich mir auch von der Opposition eine dementsprechende Unterstützung! Ich lade Sie dazu sehr herzlich ein! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Schöls.
Ich meine nämlich, dass es innerhalb der Sicherheitsexekutive durch die Politik der letzten zweieinhalb oder drei Jahre zu einer Verunsicherung gekommen ist, weil man nicht weiß, wie es weitergehen wird, wo man Posten schließen wird, wie zusammengelegt werden wird und wo man willkürlich Änderungen vornehmen wird. – Ich sage das jetzt nur in einem Satz, ich habe nicht genau gehört, ob Rudi Parnigoni das auch noch einmal angesprochen hat: Die gesamte Politik der Postenbesetzungen in Ihrem Ressort wirkt nicht gerade motivierend auf Polizistinnen und Polizisten und Gendarmen in Österreich, die ihre Arbeit in Zeiten zu tun haben, in welchen die Herausforderung für diejenigen, die – unter Gänsefüßchen – „an der Front“ sind, immer größer werden. (Zwischenruf des Abg. Schöls.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Minister! Es muss entsprechende Erklärungen geben, und ich kann Sie jetzt nur auffordern und bitten, all das, was durch die Politik an Unruhe in den letzten Monaten entstanden ist und was Sie direkt und unmittelbar als politisch Ressortverantwortlicher auf Ihren Hut zu nehmen haben, abzustellen, denn das ist die größte Verunsicherung für die Bevölkerung! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Rechts!
Dabei geht es nämlich auch um das Vertrauen in diese Gesetzgebung. Wenn schon Gesetze ins Parlament gebracht werden, bei deren Erarbeitung die NGOs, die kirchlichen Organisationen und jene, die mit den Flüchtlingen beziehungsweise sozusagen mit den Klienten direkt arbeiten, ganz brutal links liegen gelassen werden (Abg. Dr. Van der Bellen: Rechts!) – rechts liegen gelassen, sagt mein Chef! –, dann wird sich zumindest der Nationalrat eine schlampige, oberflächliche und nicht ins Detail gehende Erörterung dieses Gesetzes ganz sicher nicht gefallen lassen, denn das sind wir uns selber schuldig, Herr Bundesminister!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
ist so in einer Demokratie, dass eben einer am stärkeren Ast sitzt. Wenn es aber darum geht, dass verfassungsrechtliche Grundsätze, europäische Prinzipien und Rechtsstaatlichkeit in Frage gestellt werden – Stichwort: Neuerungsverbot, Stichwort: Drittstaatsklausel, Sie kennen das ganz genau –, dann, Herr Minister, hört sich der Spaß auf, denn wir haben einander, um es korrekt zu sagen, ein ordentliches parlamentarisches Verfahren versprochen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Schweisgut: Sie müssen den Antrag hereinnehmen, sonst geht es sich nicht aus ...!
Das hat jetzt so sachlich geklungen; ich erläutere es in zwei Sätzen: Einmal geht es um eine Möglichkeit, die Sicherheitskosten, die der Israelitischen Kultusgemeinde jährlich entstehen – der Herr Präsident hat von 60 000 Mannstunden gesprochen, welche die Kultusgemeinde zu tragen hat –, diesen Fehlbetrag, der jährlich entsteht, zu bedecken und dies durch öffentliches Geld abzusichern; ja, meine Damen und Herren, durch öffentliche Förderung, durch Zuwendungen an die Israelitische Kultusgemeinde! Jüdinnen und Juden in Österreich sollen die Gewähr haben, dass wir alles tun, um ihnen – und jetzt spanne ich den Bogen zurück zum Beginn meiner Ausführungen – das subjektive und objektive Sicherheitsgefühl, das nur sie im subjektiven Sinn definieren können, auch zu geben. Das kostet Geld, und zu diesem Geld sollten wir uns bekennen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Schweisgut: Sie müssen den Antrag hereinnehmen, sonst geht es sich nicht aus ...!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Minister Strasser, da ich glaube, Sie inzwischen ein bisschen zu kennen, Ihre schlechten Seiten, aber auch manche guten, hoffe ich, dass Sie in der Fraktion der ÖVP – und Sie sind ein nicht unmaßgeblicher Schwarzer in Österreich – Ihren Einfluss bis morgen Abend noch dahin gehend geltend machen, dass dieser Abänderungsantrag entweder überflüssig wird durch eine Initiative, die wir gemeinsam setzen, oder eventuell – wenn es nicht anders geht – auch von den Regierungsfraktionen unterstützt wird. Herr Minister, ich baue auf Sie! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: Ja, also ...!
Natürlich kann die Situation, wie wir sie jetzt haben, nämlich 591 000 Delikte im Jahr, wirklich niemand auf die leichte Schulter nehmen. Aber zu behaupten, dass die hohe Anzahl von Delikten nur damit zusammenhängt, dass es zu wenig Exekutive gibt, ist ganz einfach falsch; denn zum Beispiel die Anzahl der Taschendiebe hat enorm zugenommen (Abg. Mag. Wurm: Ja, also ...!), aber man kann nicht in jeden Straßenbahnwaggon einen Polizisten stellen, Frau Abgeordnete! (Abg. Mag. Wurm: Was ist mit dem Raub? Raub und schwerem Raub?)
Abg. Mag. Wurm: Was ist mit dem Raub? Raub und schwerem Raub?
Natürlich kann die Situation, wie wir sie jetzt haben, nämlich 591 000 Delikte im Jahr, wirklich niemand auf die leichte Schulter nehmen. Aber zu behaupten, dass die hohe Anzahl von Delikten nur damit zusammenhängt, dass es zu wenig Exekutive gibt, ist ganz einfach falsch; denn zum Beispiel die Anzahl der Taschendiebe hat enorm zugenommen (Abg. Mag. Wurm: Ja, also ...!), aber man kann nicht in jeden Straßenbahnwaggon einen Polizisten stellen, Frau Abgeordnete! (Abg. Mag. Wurm: Was ist mit dem Raub? Raub und schwerem Raub?)
Abg. Mag. Mainoni: So ist es!
Evident ist jedenfalls, dass rund 50 Prozent der Delikte von Tätern begangen werden, die aus dem Ausland kommen. (Abg. Mag. Mainoni: So ist es!) Spiegelbildlich sieht man ja, dass auch 50 Prozent der Untersuchungshäftlinge Ausländer sind. Das heißt auch, dass sie der organisierten Kriminalität angehören. Taschendiebe sind also nicht Gelegenheitsdiebe, die irgendwann in eine Tasche hineingreifen und sich denken: ich verschaffe mir einmal ein bisschen Geld!, sondern das sind Angehörige einer kriminellen Organisation. Diejenigen, die so arbeiten, haben oft nichts oder nicht sehr viel von der strafbaren Handlung, und die Bosse kann man nicht zur Verantwortung ziehen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Eines möchte ich bei dieser Gelegenheit ebenfalls sagen: Der Justiz wird es gerade bei Taschendieben außerordentlich schwer gemacht, gegen diese vorzugehen. Erwischt man nämlich beispielsweise einen Taschendieb bei einem einzelnen Delikt und hat dieser sehr viel Bargeld bei sich, dann kann er nur wegen des einzelnen Taschendiebstahls, nicht aber wegen des Restes des Geldes zur Verantwortung gezogen werden. Wir haben immer wieder gefordert, dass der Täter einen Nachweis erbringen muss, woher er das Geld hat, das noch bei ihm gefunden wird. Wenn er keine Beschäftigung hat, dann wird vermutlich anzunehmen sein, dass er den Restbetrag ebenfalls aus strafbaren Handlungen gezogen hat. Aber bisher hat noch niemand diese unsere Anregung in die Tat umgesetzt. Es wäre wirklich sehr wichtig, dass wir den Taschendiebstahl einmal besser in den Griff bekommen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Frau Abgeordnete Stoisits hat gemeint, man müsse prüfen, ob das Asylgesetz auch den rechtsstaatlichen Prinzipien unterliegt; da bin ich völlig ihrer Meinung. Das ist ja schon im Vorfeld geschehen, Frau Abgeordnete! Da Sie jetzt ein ordentliches parlamentarisches Verfahren einmahnen: Es ist doch selbstverständlich, dass das Asylgesetz im Innenausschuss einer parlamentarischen Behandlung unterzogen wird! Ich glaube nicht, dass Sie das jetzt in Frage stellen sollen. Es hat immer ein ordentliches parlamentarisches Verfahren gegeben, aber Sie tun so, als ob das von Ihnen einzumahnen wäre. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Wurm: Aber wir in Innsbruck haben keine U-Bahn! Es hat nur eine Stadt eine U-Bahn!
Herr Minister! Im Zusammenhang mit den Drogendealern möchte ich auf eine alte freiheitliche Forderung hinweisen, nämlich die Forderung, für die U-Bahnen eine U-Bahn-Polizei einzuführen, die darauf spezialisiert ist, dort kriminelle Handlungen aufzudecken, sei es zur Drogenfahndung, sei es gegen Raufhandel oder was auch immer. (Abg. Mag. Wurm: Aber wir in Innsbruck haben keine U-Bahn! Es hat nur eine Stadt eine U-Bahn!) Die Wiener Linien tolerieren offensichtlich den Drogendeal, sie machen von sich aus überhaupt nichts. (Abg. Dr. Cap: Unsinn!) Deshalb ist ja der Drogenhandel in den Wiener U-Bahn-Linien wirklich schon zu einer unabsehbaren Größe geworden. Das heißt, es ist dringend notwendig, dass Sie als Innenminister, dass die Bundespolizeidirektion Wien dort durchgreift. Ich bin überzeugt davon, mit der Schaffung einer eigenen U-Bahn-Polizei könnte man dem ausufernden Drogenhandel wirklich Schranken setzen.
Abg. Dr. Cap: Unsinn!
Herr Minister! Im Zusammenhang mit den Drogendealern möchte ich auf eine alte freiheitliche Forderung hinweisen, nämlich die Forderung, für die U-Bahnen eine U-Bahn-Polizei einzuführen, die darauf spezialisiert ist, dort kriminelle Handlungen aufzudecken, sei es zur Drogenfahndung, sei es gegen Raufhandel oder was auch immer. (Abg. Mag. Wurm: Aber wir in Innsbruck haben keine U-Bahn! Es hat nur eine Stadt eine U-Bahn!) Die Wiener Linien tolerieren offensichtlich den Drogendeal, sie machen von sich aus überhaupt nichts. (Abg. Dr. Cap: Unsinn!) Deshalb ist ja der Drogenhandel in den Wiener U-Bahn-Linien wirklich schon zu einer unabsehbaren Größe geworden. Das heißt, es ist dringend notwendig, dass Sie als Innenminister, dass die Bundespolizeidirektion Wien dort durchgreift. Ich bin überzeugt davon, mit der Schaffung einer eigenen U-Bahn-Polizei könnte man dem ausufernden Drogenhandel wirklich Schranken setzen.
Abg. Mag. Wurm: Sie wollen eine eigene Polizei für Wien! Das wird ... freuen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Minister! (Abg. Mag. Wurm: Sie wollen eine eigene Polizei für Wien! Das wird ... freuen!)
Abg. Dr. Cap: Brauchen Sie nicht eine Klub-Polizei?
Aus den letzten Pressemeldungen ist ersichtlich, dass es in den Asylantenheimen immer wieder Zufluchtstätten für Drogendealer gibt. (Abg. Dr. Cap: Brauchen Sie nicht eine Klub-Polizei?) Ich glaube, da müssen Sie wirklich konsequenter gegen die Besitzer und Geschäftsführer dieser Heime vorgehen. (Abg. Dr. Cap: Brauchen Sie eine FPÖ-Klub-Polizei?) Wir hören von der Bevölkerung immer, dass die Heime zum Zentrum für Drogendealer geworden sind. Unverfroren wird vor Passanten gedealt, man weiß, dass man nicht erwischt wird. Ich glaube wirklich, dass da insbesondere in Wien dringender Handlungsbedarf besteht.
Abg. Dr. Cap: Brauchen Sie eine FPÖ-Klub-Polizei?
Aus den letzten Pressemeldungen ist ersichtlich, dass es in den Asylantenheimen immer wieder Zufluchtstätten für Drogendealer gibt. (Abg. Dr. Cap: Brauchen Sie nicht eine Klub-Polizei?) Ich glaube, da müssen Sie wirklich konsequenter gegen die Besitzer und Geschäftsführer dieser Heime vorgehen. (Abg. Dr. Cap: Brauchen Sie eine FPÖ-Klub-Polizei?) Wir hören von der Bevölkerung immer, dass die Heime zum Zentrum für Drogendealer geworden sind. Unverfroren wird vor Passanten gedealt, man weiß, dass man nicht erwischt wird. Ich glaube wirklich, dass da insbesondere in Wien dringender Handlungsbedarf besteht.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Zum Schluss kommend: Herr Minister Strasser, Sie haben in Ihrer Presseaussendung angeführt, dass es weltweit einen ungeheuren Kriminalitätsanstieg gibt. Offensichtlich dürfte das so sein, denn sonst könnte Wien nicht mit dieser hohen Kriminalität, die wir jetzt leider haben, unter 49 Staaten zum sichersten Land erklärt worden sein. Aber für uns ist es kein Grund zur Zufriedenheit, dass Wien oder Österreich zum sichersten Land erklärt worden ist, sondern, Herr Minister, bitte mobilisieren Sie die Exekutive im Kampf gegen die Kriminalität! Mobilisieren Sie alle Kräfte, die verfügbar sind, denn wir wollen erreichen, dass die kriminellen Handlungen in Österreich wieder geringer werden und nicht noch weiter ansteigen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Sicherheit!
Wir machen unsere Arbeit seit drei Jahren konsequent in vier großen Zielbereichen: Wir bauen überflüssige, teure Doppelgleisigkeiten ab. Wir konzentrieren uns auf unsere Kernaufgaben. Wir haben in den Zentralen gespart und die Präsenz vor Ort intensiviert. (Abg. Dr. Jarolim: Sicherheit!) Wir schaffen moderne, professionelle, effiziente Strukturen im Sicherheitsbereich. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Wer sagt das?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Wer sagt das?
Wir machen unsere Arbeit seit drei Jahren konsequent in vier großen Zielbereichen: Wir bauen überflüssige, teure Doppelgleisigkeiten ab. Wir konzentrieren uns auf unsere Kernaufgaben. Wir haben in den Zentralen gespart und die Präsenz vor Ort intensiviert. (Abg. Dr. Jarolim: Sicherheit!) Wir schaffen moderne, professionelle, effiziente Strukturen im Sicherheitsbereich. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Wer sagt das?)
Abg. Dr. Jarolim: Das haben wir gesehen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dieser Weg ist von Erfolg gekrönt (Abg. Dr. Jarolim: Das haben wir gesehen!), denn im europäischen Vergleich haben wir eine der niedrigsten Kriminalitätsbelastungsziffern. Die Österreicherinnen und Österreicher fühlen sich sicherer als noch vor drei Jahren. (Ironische Heiterkeit der Abg. Mag. Wurm.) Wir wurden letztes Jahr, im Jahr 2002, zum sichersten Land der Welt erklärt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) Auch wenn es Ihnen nicht gefällt, das sind die objektiven Zahlen, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Sie haben keine ...!)
Ironische Heiterkeit der Abg. Mag. Wurm.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dieser Weg ist von Erfolg gekrönt (Abg. Dr. Jarolim: Das haben wir gesehen!), denn im europäischen Vergleich haben wir eine der niedrigsten Kriminalitätsbelastungsziffern. Die Österreicherinnen und Österreicher fühlen sich sicherer als noch vor drei Jahren. (Ironische Heiterkeit der Abg. Mag. Wurm.) Wir wurden letztes Jahr, im Jahr 2002, zum sichersten Land der Welt erklärt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) Auch wenn es Ihnen nicht gefällt, das sind die objektiven Zahlen, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Sie haben keine ...!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dieser Weg ist von Erfolg gekrönt (Abg. Dr. Jarolim: Das haben wir gesehen!), denn im europäischen Vergleich haben wir eine der niedrigsten Kriminalitätsbelastungsziffern. Die Österreicherinnen und Österreicher fühlen sich sicherer als noch vor drei Jahren. (Ironische Heiterkeit der Abg. Mag. Wurm.) Wir wurden letztes Jahr, im Jahr 2002, zum sichersten Land der Welt erklärt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) Auch wenn es Ihnen nicht gefällt, das sind die objektiven Zahlen, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Sie haben keine ...!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Sie haben keine ...!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dieser Weg ist von Erfolg gekrönt (Abg. Dr. Jarolim: Das haben wir gesehen!), denn im europäischen Vergleich haben wir eine der niedrigsten Kriminalitätsbelastungsziffern. Die Österreicherinnen und Österreicher fühlen sich sicherer als noch vor drei Jahren. (Ironische Heiterkeit der Abg. Mag. Wurm.) Wir wurden letztes Jahr, im Jahr 2002, zum sichersten Land der Welt erklärt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) Auch wenn es Ihnen nicht gefällt, das sind die objektiven Zahlen, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Sie haben keine ...!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das heißt, diese subjektive Empfindung und die objektiven Zahlen bestätigen, dass im Jahr 2002 mehr Straftaten aufgeklärt und mehr Tatverdächtige ermittelt wurden, meine sehr geehrten Damen und Herren. Das bedeutet auch – und das muss ich in aller Klarheit sagen –, wir lassen uns Österreich nicht unsicher reden! Ich lasse auch nichts Schlechtes über die Exekutive kommen, denn das hat sie nicht verdient, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Cap: So ist es! – Abg. Mag. Wurm: Wir sehen sie schon lange! – Abg. Dr. Jarolim: Das Problem sind doch Sie, Herr Minister! – Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Die Aufklärungsquoten sind in sechs Bundesländern gestiegen, das ist ein Ergebnis der hervorragenden Arbeit der Exekutive. Wir müssen uns aber sehr genau ansehen – darin stimme ich mit allen meinen Vorrednern überein –, wo es Probleme gibt, und wo es sie gibt, da müssen wir sie auch sehen und ansprechen. (Abg. Dr. Cap: So ist es! – Abg. Mag. Wurm: Wir sehen sie schon lange! – Abg. Dr. Jarolim: Das Problem sind doch Sie, Herr Minister! – Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter Jarolim! Wären meine Vorgänger schon vor Jahren darangegangen, die Reformen in Wien einzuführen, dann hätten wir in Wien ein besseres Ergebnis, als wir es im Jahr 2002 gehabt haben. Das ist das Problem! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Eder: So unsicher war Wien überhaupt noch nie wie jetzt!
Wir sind nicht davor zurückgescheut, diesen Weg zu gehen. Wir wissen zwar, dass es angenehm ist, irgendwo immer weiter und weiter fortzuschreiben. (Abg. Eder: So unsicher war Wien überhaupt noch nie wie jetzt!) Aber die Sicherheitssituation hat sich geändert, die Kriminalitätssituation hat sich geändert. Die veralteten Strukturen waren keine Antwort auf das, was sich in Wien abgespielt hat. Warum hat denn in Wien die Aufklärungsrate gelitten? – Weil die Strukturen über Jahrzehnte konserviert waren!
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Eder
Wir sind diesen Weg gegangen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Eder), und die Erfolge Ihres Parteigenossen Horngacher geben uns Recht, Herr Abgeordneter: Die Anzahl der Drogentoten ist zurückgegangen, die Aufklärung im Drogenbereich ist in drei Monaten des letzten Jahres um das Doppelte gestiegen. (Abg. Mag. Wurm: Wie schaut es mit den Raubüberfällen aus?) Was wir an Drogenstoffen beschlagnahmt haben, hat sich verdoppelt. Den Weg, den wir gehen, werden wir konsequent weitergehen, dann kommen wir in Wien wieder dorthin, wo wir zuletzt wegen einer verspäteten Polizeireform leider nicht hingekommen sind. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: Wie schaut es mit den Raubüberfällen aus?
Wir sind diesen Weg gegangen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Eder), und die Erfolge Ihres Parteigenossen Horngacher geben uns Recht, Herr Abgeordneter: Die Anzahl der Drogentoten ist zurückgegangen, die Aufklärung im Drogenbereich ist in drei Monaten des letzten Jahres um das Doppelte gestiegen. (Abg. Mag. Wurm: Wie schaut es mit den Raubüberfällen aus?) Was wir an Drogenstoffen beschlagnahmt haben, hat sich verdoppelt. Den Weg, den wir gehen, werden wir konsequent weitergehen, dann kommen wir in Wien wieder dorthin, wo wir zuletzt wegen einer verspäteten Polizeireform leider nicht hingekommen sind. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir sind diesen Weg gegangen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Eder), und die Erfolge Ihres Parteigenossen Horngacher geben uns Recht, Herr Abgeordneter: Die Anzahl der Drogentoten ist zurückgegangen, die Aufklärung im Drogenbereich ist in drei Monaten des letzten Jahres um das Doppelte gestiegen. (Abg. Mag. Wurm: Wie schaut es mit den Raubüberfällen aus?) Was wir an Drogenstoffen beschlagnahmt haben, hat sich verdoppelt. Den Weg, den wir gehen, werden wir konsequent weitergehen, dann kommen wir in Wien wieder dorthin, wo wir zuletzt wegen einer verspäteten Polizeireform leider nicht hingekommen sind. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Eder: Sie haben aus Wien Chicago gemacht, das wollten die Freiheitlichen immer verhindern!
Noch etwas darf ich mit einigem Interesse anmerken. (Abg. Eder: Sie haben aus Wien Chicago gemacht, das wollten die Freiheitlichen immer verhindern!) Von manchen aus Ihren Kreisen wird kritisiert, dass unsere Polizei zu wenige Räuber, zu wenige Diebe, zu wenige Mörder, zu wenige Dealer einfängt. (Abg. Eder: Das ist viel mehr ...! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Eder: Das ist viel mehr ...! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Noch etwas darf ich mit einigem Interesse anmerken. (Abg. Eder: Sie haben aus Wien Chicago gemacht, das wollten die Freiheitlichen immer verhindern!) Von manchen aus Ihren Kreisen wird kritisiert, dass unsere Polizei zu wenige Räuber, zu wenige Diebe, zu wenige Mörder, zu wenige Dealer einfängt. (Abg. Eder: Das ist viel mehr ...! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Herr Präsident!
Wenn Sie die Geduld hätten, einfach die Argumente zu hören, Herr Abgeordneter, dann bin ich gerne bereit, ein bisschen innezuhalten, bis Sie sich wieder etwas beruhigt haben. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Herr Präsident!)
Zwischenruf des Abg. Eder.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Kollege, Sie machen jetzt einen kurzen Zwischenruf – und jetzt ist wieder der Herr Minister dran. (Zwischenruf des Abg. Eder.) Der Zwischenruf ist schon zu Ende, Herr Kollege! (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Kollege, Sie machen jetzt einen kurzen Zwischenruf – und jetzt ist wieder der Herr Minister dran. (Zwischenruf des Abg. Eder.) Der Zwischenruf ist schon zu Ende, Herr Kollege! (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Mag. Johann Maier: Das ist eine bodenlose Frechheit!
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser (fortsetzend): Es wird von manchen kritisiert, dass wir zu wenige Diebe, zu wenige Mörder fangen, und aus Kreisen der Justiz werden wir dafür kritisiert, dass wir zu viele Mörder, zu viele Diebe, zu viele Räuber zur Justiz bringen. (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Mag. Johann Maier: Das ist eine bodenlose Frechheit!) Ich glaube, hier ist es wie bei vielen anderen Dingen: Die Polizei geht einen guten Mittelweg für die Sicherheit der Bevölkerung, und die Bevölkerung gibt uns Recht dabei, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Da muss er selber lachen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Da muss er selber lachen!
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser (fortsetzend): Es wird von manchen kritisiert, dass wir zu wenige Diebe, zu wenige Mörder fangen, und aus Kreisen der Justiz werden wir dafür kritisiert, dass wir zu viele Mörder, zu viele Diebe, zu viele Räuber zur Justiz bringen. (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Mag. Johann Maier: Das ist eine bodenlose Frechheit!) Ich glaube, hier ist es wie bei vielen anderen Dingen: Die Polizei geht einen guten Mittelweg für die Sicherheit der Bevölkerung, und die Bevölkerung gibt uns Recht dabei, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Da muss er selber lachen!)
Abg. Ellmauer: Und wie sinnvoll!
geehrten Damen und Herren. (Abg. Ellmauer: Und wie sinnvoll!) Aber selbstverständlich können wir – und tun es auch – in den Jahren 2003 und 2004 mehr Geld ausgeben als im Vorjahr. (Abg. Mag. Wurm: Ja, für Ihre Eliteeinheiten! Da haben Sie Geld genug!)
Abg. Mag. Wurm: Ja, für Ihre Eliteeinheiten! Da haben Sie Geld genug!
geehrten Damen und Herren. (Abg. Ellmauer: Und wie sinnvoll!) Aber selbstverständlich können wir – und tun es auch – in den Jahren 2003 und 2004 mehr Geld ausgeben als im Vorjahr. (Abg. Mag. Wurm: Ja, für Ihre Eliteeinheiten! Da haben Sie Geld genug!)
Beifall bei der ÖVP.
Das sei auch gesagt, weil es angesprochen wurde: Ich habe mir die Pro-Kopf-Ausgaben ausgerechnet, die wir in Österreich für Sicherheit tätigen, weil Sie das immer mit den Budgets meiner Vorgänger vergleichen. Im Jahr 1999 wurden pro Kopf der Bevölkerung durchschnittlich 210,60 € ausgegeben, gemäß dem Budget 2004 geben wir pro Österreicher 216,25 € aus. Das ist eine Steigerung des Betrages, der pro österreichischem Staatsbürger für die Sicherheit ausgegeben wird. Das ist die Wahrheit! Versuchen Sie doch, das nachzurechnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Da Sie die PKW angesprochen haben, Herr Abgeordneter Parnigoni: 400 PKW mit über 200 000 Kilometern und ein Durchschnitt von etwa 120 000 Kilometern bei knapp 5 000 Fahrzeugen im Innenministerium – das ist sparsam und effizient, wie wir unsere Mittel einsetzen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Etwas Drittes sei auch sehr klar gesagt: Wir gehen diesen Schritt der Erneuerung der Sicherheitsstrukturen Österreichs sehr konsequent weiter. Ich bin sehr dankbar dafür, dass das Regierungsprogramm die Möglichkeit schafft, dass wir die Zusammenlegung der Wachkörper von Polizei und Gendarmerie zu einem „Team 04“ der neuen Exekutive angehen können. Wir werden in den nächsten Monaten die ersten Schritte auf diesem Weg zur Entscheidung vorliegen haben. Ich gehe davon aus, dass wir in der zweiten Hälfte des Jahres 2004 mit dieser Zusammenführung beginnen können und dass wir sie am Ende der Legislaturperiode abschließen können. Das ist der Weg, den die österreichische Sicherheit braucht, damit wir moderne Sicherheitsstrukturen und gute Arbeitsplätze für unsere Mitarbeiter haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Ja, in aller Klarheit!
Jetzt zu den Personalzahlen. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich muss das in der Klarheit sagen, insbesondere zu den Damen und Herren von der SPÖ (Abg. Dr. Jarolim: Ja, in aller Klarheit!): Wir haben dort gespart, wo es notwendig war, nämlich in der Verwaltung. Was Sie sagen und hier an Zahlen und Verdächtigungen preisgeben, das ist, mit Verlaub gesagt, die Unwahrheit, die Unwahrheit, die man so auch hier im Hohen Haus nicht stehen lassen darf! Sie sagen der österreichischen und der Wiener Bevölkerung die Unwahrheit. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Jetzt zu den Personalzahlen. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich muss das in der Klarheit sagen, insbesondere zu den Damen und Herren von der SPÖ (Abg. Dr. Jarolim: Ja, in aller Klarheit!): Wir haben dort gespart, wo es notwendig war, nämlich in der Verwaltung. Was Sie sagen und hier an Zahlen und Verdächtigungen preisgeben, das ist, mit Verlaub gesagt, die Unwahrheit, die Unwahrheit, die man so auch hier im Hohen Haus nicht stehen lassen darf! Sie sagen der österreichischen und der Wiener Bevölkerung die Unwahrheit. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Mehr vom ÖAAB!
Ich darf zu den Fakten kommen: Wir haben am 1. Jänner 2003 mehr Sicherheitswachebeamte in Österreich und in Wien im Außendienst gehabt (Abg. Dr. Jarolim: Mehr vom ÖAAB!), als ich von meinem Vorgänger mit dem 1. Jänner 2000 übernommen habe. Das ist die Wahrheit, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich darf zu den Fakten kommen: Wir haben am 1. Jänner 2003 mehr Sicherheitswachebeamte in Österreich und in Wien im Außendienst gehabt (Abg. Dr. Jarolim: Mehr vom ÖAAB!), als ich von meinem Vorgänger mit dem 1. Jänner 2000 übernommen habe. Das ist die Wahrheit, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Aber 130 Wachzimmer haben Sie zugesperrt!
Damen und Herren: Legen Sie Ihre Zahlen offen oder sagen Sie nicht bewusst die Unwahrheit über die personelle Situation der Polizei und der Gendarmerie im Außendienst in Österreich! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Aber 130 Wachzimmer haben Sie zugesperrt!)
Abg. Dr. Jarolim: Die Fakten sprechen eine andere Sprache!
Noch etwas sei geklärt – das wurde von Ihnen bisher nicht gesagt –: Auch wenn es der „Kurier“ behauptet – ich glaube, in der heutigen oder gestrigen Ausgabe –, wenn der „Kurier“ Wachzimmer in Wien sperren will, mag sein, der österreichische Innenminister, solange er Strasser Ernst heißt, wird keine Wachzimmer in Wien sperren! (Abg. Dr. Jarolim: Die Fakten sprechen eine andere Sprache!) Damit das auch in aller Klarheit gesagt ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Gaál – leise applaudierend –: Kein Wachzimmer wird gesperrt? Da kann man ja nur applaudieren! – Abg. Mag. Wurm: Das schau’ ich mir an! Kein Wachzimmer wird gesperrt! Das werden wir uns aufschreiben!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Gaál – leise applaudierend –: Kein Wachzimmer wird gesperrt? Da kann man ja nur applaudieren! – Abg. Mag. Wurm: Das schau’ ich mir an! Kein Wachzimmer wird gesperrt! Das werden wir uns aufschreiben!
Noch etwas sei geklärt – das wurde von Ihnen bisher nicht gesagt –: Auch wenn es der „Kurier“ behauptet – ich glaube, in der heutigen oder gestrigen Ausgabe –, wenn der „Kurier“ Wachzimmer in Wien sperren will, mag sein, der österreichische Innenminister, solange er Strasser Ernst heißt, wird keine Wachzimmer in Wien sperren! (Abg. Dr. Jarolim: Die Fakten sprechen eine andere Sprache!) Damit das auch in aller Klarheit gesagt ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Gaál – leise applaudierend –: Kein Wachzimmer wird gesperrt? Da kann man ja nur applaudieren! – Abg. Mag. Wurm: Das schau’ ich mir an! Kein Wachzimmer wird gesperrt! Das werden wir uns aufschreiben!)
Beifall bei der ÖVP.
Es tut mir sehr Leid, dass ich das sehr klar sagen muss, dass die Art und Weise, wie diese Diskussion in die Öffentlichkeit getragen wird, die Arbeit unserer Sicherheitsexekutive zusätzlich erschwert und damit auch die Sicherheit für die Israelitische Kultusgemeinde nicht verbessert. Ich lade alle ein, dass wir hier zu intensiven, vertrauensvollen Gesprächen zurückkehren. Dieser Ton, der hinsichtlich der Sicherheitsfragen leider an die Öffentlichkeit gekommen ist, nützt vielleicht jemandem, von dem wir überhaupt nicht wollen, dass das so ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Seit Mittwoch!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Einige Worte zum Asylgesetz. Jawohl, wir haben eine Novelle vorgelegt – Sie liegt hier im Parlament zur Diskussion und Beschlussfassung (Abg. Parnigoni: Seit Mittwoch!) –, die zwei große Ziele hat:
Abg. Parnigoni: 20 Prozent weniger!
Zweitens – auch das ist ein Grundprinzip dieser Novelle, das wir vertreten –: Zuwanderer müssen sich an Zuwanderungsregelungen halten, für die es in Österreich eine Zuwanderungsquote gibt. (Abg. Parnigoni: 20 Prozent weniger!) Österreich kann nicht unter Umgehung der Zuwanderungsquote zum Anlaufpunkt Nummer eins für Wirtschaftsflüchtlinge in ganz Europa werden. Das können wir nicht verantworten. Das hilft auch diesen Menschen nichts, denn es ist schade, unehrlich und unlauter, dass wir Systeme entwickeln, die jahrelange Asylverfahren nach sich ziehen, mit dem Ergebnis, dass diese Menschen dann erst recht zurückmüssen. Hier ist es offener und klarer, rasch zu klären und dann eine Möglichkeit zu schaffen, dass diese Menschen wieder zurückkönnen und jene, die Asyl brauchen, auch wirklich rasch hier bleiben können. Das ist unser Weg. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zweitens – auch das ist ein Grundprinzip dieser Novelle, das wir vertreten –: Zuwanderer müssen sich an Zuwanderungsregelungen halten, für die es in Österreich eine Zuwanderungsquote gibt. (Abg. Parnigoni: 20 Prozent weniger!) Österreich kann nicht unter Umgehung der Zuwanderungsquote zum Anlaufpunkt Nummer eins für Wirtschaftsflüchtlinge in ganz Europa werden. Das können wir nicht verantworten. Das hilft auch diesen Menschen nichts, denn es ist schade, unehrlich und unlauter, dass wir Systeme entwickeln, die jahrelange Asylverfahren nach sich ziehen, mit dem Ergebnis, dass diese Menschen dann erst recht zurückmüssen. Hier ist es offener und klarer, rasch zu klären und dann eine Möglichkeit zu schaffen, dass diese Menschen wieder zurückkönnen und jene, die Asyl brauchen, auch wirklich rasch hier bleiben können. Das ist unser Weg. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
hoher Funktionär der Sozialdemokratischen Partei ist. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Bürgermeister Knotzer sagte in seiner Ansprache vor einigen Tagen, er unterstütze das von Minister Strasser und seinen Mitarbeitern entworfene neue Asylgesetz. Knotzer – Zitat –:
Beifall bei der ÖVP.
Die Kritik der intellektuellen Linken verstehe er, Knotzer, nicht. Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich habe dem nichts hinzuzufügen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Wurm: Aber wir dürfen schon sagen, was ist?
Ich darf das Hohe Haus bitten, dass wir weiterhin – und ich bedanke mich dafür – die erfolgreiche Arbeit unserer österreichischen Sicherheitsexekutive unterstützen. (Abg. Mag. Wurm: Aber wir dürfen schon sagen, was ist?) Ich bedanke mich bei der österreichischen Bevölkerung für die Unterstützung, die wir in jedem Dorf, in jedem Markt, in jeder Stadt bis zur Großstadt Wien bekommen. Ich bedanke mich bei jenen Abgeordneten, die die Arbeit der österreichischen Sicherheitsexekutive massiv auch durch ihr Votum unterstützen. Lassen wir Österreich nicht unsicher reden, und werten wir die Arbeit der österreichischen Sicherheitsexekutive als das, was sie ist: als einen wichtigen Beitrag zum sozialen Frieden in Österreich! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich darf das Hohe Haus bitten, dass wir weiterhin – und ich bedanke mich dafür – die erfolgreiche Arbeit unserer österreichischen Sicherheitsexekutive unterstützen. (Abg. Mag. Wurm: Aber wir dürfen schon sagen, was ist?) Ich bedanke mich bei der österreichischen Bevölkerung für die Unterstützung, die wir in jedem Dorf, in jedem Markt, in jeder Stadt bis zur Großstadt Wien bekommen. Ich bedanke mich bei jenen Abgeordneten, die die Arbeit der österreichischen Sicherheitsexekutive massiv auch durch ihr Votum unterstützen. Lassen wir Österreich nicht unsicher reden, und werten wir die Arbeit der österreichischen Sicherheitsexekutive als das, was sie ist: als einen wichtigen Beitrag zum sozialen Frieden in Österreich! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Gaál ist dafür! – Abg. Dr. Jarolim: Für Sicherheit ohne Strasser!
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Natürlich sind 4 Minuten entschieden zu wenig, wenn ich dem Herrn Innenminister antworten darf. (Abg. Mag. Molterer: Gaál ist dafür! – Abg. Dr. Jarolim: Für Sicherheit ohne Strasser!)
Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Herr Innenminister, es ist natürlich etwas übertrieben, wenn Sie sagen, dass wir hier die Unwahrheit sagen. (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.) Soweit ich hier für meine Fraktion sprechen darf, kann ich sagen: Das ist sicher nicht der Fall.
Beifall bei der SPÖ.
Daher geht es uns ganz einfach darum, dass wir den Schutz und die Sicherheit der Bevölkerung stärken und erhöhen müssen! Bei der Sicherheit zu sparen, Herr Bundesminister, ist jedenfalls das falsche Signal. Doch Sie tun es. Daher findet dieses Budget nicht unsere Zustimmung. Es wird von uns abgelehnt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Eder: Das ist ein Blödsinn! Das stimmt ja nicht!
Abgeordneter Matthias Ellmauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Österreich ist das sicherste Land Europas, ja der Welt. (Abg. Eder: Das ist ein Blödsinn! Das stimmt ja nicht!) Liebe KollegInnen von der Opposition! Hören Sie bitte damit auf, Österreich als sicherheitspolitisches Entwicklungsland darzustellen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Eder: Genau das ist es!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Eder: Genau das ist es!
Abgeordneter Matthias Ellmauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Österreich ist das sicherste Land Europas, ja der Welt. (Abg. Eder: Das ist ein Blödsinn! Das stimmt ja nicht!) Liebe KollegInnen von der Opposition! Hören Sie bitte damit auf, Österreich als sicherheitspolitisches Entwicklungsland darzustellen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Eder: Genau das ist es!)
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
fallend war, dass in persönlichen Gesprächen mit Vertretern des UNHCR diese mit der Regierungsvorlage im Großen und Ganzen einverstanden waren, im Gegensatz zum medialen Getöse nach diesen Gesprächen. Für mich hat sich der Verdacht der Parteilichkeit der Vertreter des UNHCR in Wien eindeutig erhärtet. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Für wen war die Auslagerung ein Erfolg?
Nun ein Beispiel für die erfolgreichen Restrukturierungsmaßnahmen: Unter Bundesminister Strasser ist es erfolgreich gelungen, den Bereich des Zivildienstes auszulagern. In den Budgets 2003 und 2004 sind dafür jeweils etwas mehr als 38 Millionen € vorgesehen, die sehr gut angelegt sind. (Abg. Dr. Lichtenberger: Für wen war die Auslagerung ein Erfolg?) Die Auslagerung in die Zivildienstverwaltungs Ges.m.b.H. hat für alle Beteiligten Vorteile gebracht. Gerade die Zivildiener profitieren von der flexiblen und kundenfreundlichen Arbeit dieser neu geschaffenen Gesellschaft. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Nun ein Beispiel für die erfolgreichen Restrukturierungsmaßnahmen: Unter Bundesminister Strasser ist es erfolgreich gelungen, den Bereich des Zivildienstes auszulagern. In den Budgets 2003 und 2004 sind dafür jeweils etwas mehr als 38 Millionen € vorgesehen, die sehr gut angelegt sind. (Abg. Dr. Lichtenberger: Für wen war die Auslagerung ein Erfolg?) Die Auslagerung in die Zivildienstverwaltungs Ges.m.b.H. hat für alle Beteiligten Vorteile gebracht. Gerade die Zivildiener profitieren von der flexiblen und kundenfreundlichen Arbeit dieser neu geschaffenen Gesellschaft. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In persönlichen Gesprächen mit Zivildienern konnte ich mich überzeugen, dass sie mit dieser Einrichtung zufrieden sind. Hier ist uns gemeinsam ein großer Wurf gelungen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Sinnvolle Reformen sind ein Gebot der Stunde. Die Vorgänger von Bundesminister Strasser ließen bereits erarbeitete Konzepte in der Schublade liegen. Im Gegensatz dazu erkennt Minister Strasser das geänderte Umfeld und setzt jetzt die notwendigen Reformen im Sinne und zum Wohle unserer Bürger und Bürgerinnen um. Ich danke ihm dafür! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Kößl: Reden Sie doch einmal mit den Zivildienern!
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Mein Vorredner, Herr Ellmauer, hat gesagt, dass dem Minister im Zusammenhang mit dem Zivildienst ein „großer Wurf“ gelungen sei. – Das stimmt, aber er hat nicht dazu gesagt, was für ein Wurf, nämlich der Rauswurf, der Rauswurf des Zivildienstes aus der Bundeskompetenz. Ja, Herr Minister, der ist Ihnen gelungen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kößl: Reden Sie doch einmal mit den Zivildienern!)
in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Dr. Strasser, der mit einem an der Regierungsbank stehenden Abgeordneten spricht
Wissen Sie, Herr Minister Strasser, es war ja ohnehin nie und für niemanden in Österreich ein Geheimnis, dass der Zivildienst für Sie immer ein Bereich war, der Ihnen lästig war. Und Ihre Zivildienstnovelle, die Sie im Jahr 2001 ... (in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Dr. Strasser, der mit einem an der Regierungsbank stehenden Abgeordneten spricht) – können Sie mir bitte zuhören, Herr Minister? Ist es möglich, dass Sie mir ...
Abg. Scheibner: Und die Grundwehrdiener nicht?
Herr Minister! – Es gibt nichts zum Grinsen rundherum! – Wissen Sie, dass alle Zivildiener unter der Armutsgrenze leben müssen? (Abg. Scheibner: Und die Grundwehrdiener nicht?) Ist Ihnen das bewusst, Herr Minister, und wie stehen dazu? Und glauben Sie noch immer, dass das ein großer Wurf ist, der Ihnen gelungen ist? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Minister! – Es gibt nichts zum Grinsen rundherum! – Wissen Sie, dass alle Zivildiener unter der Armutsgrenze leben müssen? (Abg. Scheibner: Und die Grundwehrdiener nicht?) Ist Ihnen das bewusst, Herr Minister, und wie stehen dazu? Und glauben Sie noch immer, dass das ein großer Wurf ist, der Ihnen gelungen ist? (Beifall bei den Grünen.)
Bundesminister Dr. Strasser: Das stimmt nicht!
Herr Minister, Sie rühmen sich immer damit, dass Sie selbst Zivildiener waren. Ja, das stimmt! Aber Sie haben unter wesentlich besseren Bedingungen Zivildienst leisten können, als das Zivildiener heute können. (Bundesminister Dr. Strasser: Das stimmt nicht!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Minister! Mit 200 € im Monat kann sich kein Mensch in Österreich auch nur irgendwie durchbringen. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit, und das können Sie daher auch von Zivildienern nicht verlangen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Murauer: Aber sie müssen ja nicht gehen! Verpflichtung ist es ja noch keine!
Wenn Sie hier alle so tun, als ob Ihnen der Zivildienst wichtig wäre, dann frage ich Sie, warum Sie dann die Männer, die den Zivildienst leisten, so schlecht behandeln. Wichtig ist Ihnen der Zivildienst nur dann, wenn Sie darauf aus sind, die Zivildiener auszubeuten, indem sie sie in den Gemeinden und in den Sozialbereichen soziale Leistungen erbringen lassen, die Sie sonst aus staatlichen Mitteln, aus der öffentlichen Hand um teures Geld zukaufen müssten. Das ist Ihr einziges Motiv, warum Sie Zivildiener haben wollen: Sie können sie mehr oder weniger als Billigstarbeitskräfte verwenden! (Abg. Murauer: Aber sie müssen ja nicht gehen! Verpflichtung ist es ja noch keine!)
Abg. Mag. Mainoni: Auch die Grundwehrdiener machen das! – Abg. Prinz: Und was ist mit den Grundwehrdienern?
Herr Murauer, es ist keine Verpflichtung, aber jeder, der ein bisschen nachdenkt, und jeder, der ein bisschen Selbstbewusstsein hat, der macht Zivildienst, und deshalb leisten auch heute noch so viele Männer Zivildienst, weil sie einfach Verantwortung für dieses Land tragen und diese soziale Verantwortung wahrnehmen! (Abg. Mag. Mainoni: Auch die Grundwehrdiener machen das! – Abg. Prinz: Und was ist mit den Grundwehrdienern?) Das muss ihnen gut geschrieben werden, und dafür dürfen sie nicht beschimpft oder schlechter behandelt werden. Das ist der Unterschied! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Murauer: Grundwehrdiener und Zivildiener!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Murauer: Grundwehrdiener und Zivildiener!
Herr Murauer, es ist keine Verpflichtung, aber jeder, der ein bisschen nachdenkt, und jeder, der ein bisschen Selbstbewusstsein hat, der macht Zivildienst, und deshalb leisten auch heute noch so viele Männer Zivildienst, weil sie einfach Verantwortung für dieses Land tragen und diese soziale Verantwortung wahrnehmen! (Abg. Mag. Mainoni: Auch die Grundwehrdiener machen das! – Abg. Prinz: Und was ist mit den Grundwehrdienern?) Das muss ihnen gut geschrieben werden, und dafür dürfen sie nicht beschimpft oder schlechter behandelt werden. Das ist der Unterschied! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Murauer: Grundwehrdiener und Zivildiener!)
Abg. Murauer: Jammern tun Sie, Frau Haidlmayr!
Herr Minister, Sie reden immer davon, dass Sie noch immer so einen großen Rückstau beim Zivildienst haben. Wir haben Gespräche geführt, und ich habe Ihnen schon damals gesagt, wie Sie den Rückstau innerhalb von einem Jahr auf null stellen könnten: Verkürzen Sie den Zivildienst auf acht Monate, dann gäbe es zumindest wieder eine Gleichstellung zwischen Wehrdienst und Zivildienst! Wenn Sie das tun, Herr Minister, dann haben wir zumindest in einem ersten Schritt eine Gleichstellung. Aber auch die streben Sie nicht an. – Das kann ich mir vorstellen, warum Sie das nicht anstreben. Zugleich aber jammern Sie, dass Ihnen die Kosten zu hoch werden! Das ist ein totaler Widerspruch. (Abg. Murauer: Jammern tun Sie, Frau Haidlmayr!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Minister, dass Sie den Zivildienst jetzt in eine Ges.m.b.H. entsorgt haben, ist wirklich ein starkes Stück. Ich wünsche mir, Herr Minister, da Sie für den Zivildienst ohnehin noch nie etwas übrig hatten und nachdem Sie ihn nun auch noch entsorgt haben, dass der Zivildienst in Zukunft nicht mehr in Ihrer Kompetenz liegt, im Innenressort, denn dort hat er ohnehin nichts verloren, sondern in den Sozialbereich verlagert wird. Immerhin leisten 90 Prozent der Zivildiener ihren Dienst im Sozialbereich, daher ist es auch fragwürdig, warum er dem Bundesminister für Inneres untersteht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ellmauer: Das stimmt nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Der Auslandsdienst und der Gedenkdienst sollten eigentlich Angelegenheit des Außenministeriums sein, denn in diesem Bereich leisten unsere jungen Männer im Ausland sehr gute Arbeit für Österreich. Meine Damen und Herren! Sie sollten auch einmal bereit sein, den Auslandsdienern für ihre Arbeit zu danken, statt die Zivildiener immer als das hinzustellen, wofür Sie sie mehr oder weniger halten, nämlich für Drückeberger, die sich vom Wehrdienst drücken wollen. (Abg. Ellmauer: Das stimmt nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das sind Personen, die Verantwortung, soziale Verantwortung für den Staat übernehmen! Nehmen Sie das zur Kenntnis!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Kößl: Reden Sie einmal mit Zivildienern! Das stimmt nicht!
Herr Minister, auch wenn Ihr Widerstand noch so groß ist: Eines Tages werden Sie froh sein, wenn Sie im Sozialbereich noch irgendjemanden bekommen, der die Arbeit macht. Und, Herr Minister, dass Sie die Zivildiener unter die Armutsgrenze gedrückt haben, das müssen Sie sich einmal eingestehen und dafür müssen Sie auch gerade stehen. Und dass Sie einmal Zivildiener waren, Herr Minister, das zählt nicht! Es zählt nur, wie Sie heute mit den Zivildienern umgehen, und das ist schlecht! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Kößl: Reden Sie einmal mit Zivildienern! Das stimmt nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wenn die gestrige „Kronen Zeitung“ titelte: Jeden Tag schon acht Raubüberfälle, dann kann man nicht zugleich sagen, das subjektive Sicherheitsgefühl in Österreich sei gestiegen. Es ist einfach nicht so! Wenn man weiß, dass es 13,2 Prozent Anstieg bei den strafbaren Handlungen gibt, dann darf man das nicht tatenlos zur Kenntnis nehmen, sondern muss es genau analysieren und dem auch entgegenwirken. So ist auch meine Rede hier zu verstehen, nämlich als Beitrag dazu, dass man wirklich zusammenwirkt, um einer bedrohlichen Entwicklung – und die Entwicklung ist für die innere Sicherheit in Österreich tatsächlich bedrohlich – entgegenzuwirken. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Wurm: Da sollte man Strasser hinschicken, vielleicht nützt es etwas!
Ein solcher Vergleich ist meines Erachtens zum Beispiel mit dem Freistaat Bayern anzustellen: Dort gibt es auf allen Gebieten sinkende Kriminalitätszahlen. In Bayern gibt es nur 5 600 Delikte pro 100 000 Einwohner – in Österreich dagegen 6 800 –, und in Bayern ist die Aufklärungsquote weiter gestiegen und beträgt nunmehr 63,8 Prozent – in Österreich ist sie auf 40,8 Prozent gesunken. (Abg. Mag. Wurm: Da sollte man Strasser hinschicken, vielleicht nützt es etwas!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Beckstein sagt damit indirekt, dass diese Leute ohne Schengengrenze natürlich als Illegale nach Deutschland hinüberkommen, und er macht Österreich indirekt dafür verantwortlich. Allein dieser Vergleich beweist, sehr geehrte Damen und Herren, dass die Novelle zum Asylgesetz mehr als überfällig ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ein wichtiges Thema, bei dem ich mit den Grünen nie eins bin: die Videoüberwachung. Es ist doch dringend notwendig, dass in Gefahrenbereichen im öffentlichen Raum eine Videoüberwachung gesetzlich geregelt wird. Das ist präventiv wichtig, und es ist auch wichtig zur Auffindung von Tätern. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Innere Sicherheit muss in Österreich den Stellenwert eines sozialen Grundrechts bekommen. Erst wenn die innere Sicherheit in Österreich den Stellenwert eines sozialen Grundrechts hat, dann wird Österreich auch wirklich sicher sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
um 13,2 Prozent mehr Straftaten als im Jahr 2001. Gleichzeitig gibt es eine erschreckend niedrige Aufklärungsquote von nur 40,8 Prozent. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Noch nie seit 1945 war die Aufklärungsquote so niedrig! Ich denke, diese Zahlen sprechen doch eine deutliche Sprache. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Planstellenkürzungen und Einschnitte bei den Überstunden und Mehrdienstleistungen haben meiner Ansicht nach auch dazu geführt, dass es weniger Polizisten und Gendarmen auf der Straße gibt, und das bedeutet naturgemäß weniger Sicherheit. Sie aber möchten trotz der schlechten Aufklärungsquote im Bereich der Exekutivwachebeamten noch weiter kürzen, während auf der anderen Seite die SteuerzahlerInnen durch willkürliche Umstrukturierungs- und Umbesetzungsmaßnahmen massiv belastet werden. Ich frage mich, ob das im Hinblick auf die fürchterliche Kriminalstatistik des Jahres 2002 die richtige Politik ist, Herr Bundesminister. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Ich möchte Sie ganz ehrlich fragen: Wie können Sie das mit Ihrer christlichen Weltanschauung vereinbaren? – Ich denke, es wäre höchst an der Zeit, in diesem sensiblen Bereich auch wirklich sensibel zu agieren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Ing. Kapeller –: Einer aus der Praxis!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Ing. Kapeller. Redezeit: 3 Minuten. – Bitte. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Ing. Kapeller –: Einer aus der Praxis!)
Abg. Parnigoni: Das ist aber mutig, was Sie da sagen!
Abgeordneter Ing. Norbert Kapeller (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzter Herr Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ein Anstieg der Strafdelikte in Österreich ist gegeben, aber dieser Anstieg ist im internationalen und vor allem im europäischen Vergleich sehr niedrig und schon das Resultat einer sich ändernden Kriminalität. (Abg. Parnigoni: Das ist aber mutig, was Sie da sagen!)
Abg. Parnigoni: Das ist eine Unterstellung eines Faktums! – Abg. Mag. Wurm: Wie messen Sie es denn?
Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen einer stetig zusammenwachsenden Welt, in der Grenzen als natürliche Barrieren für Kriminelle abgebaut werden, ist das nicht der einzige Parameter dafür, ob ein Land sicher oder unsicher ist. (Abg. Parnigoni: Das ist eine Unterstellung eines Faktums! – Abg. Mag. Wurm: Wie messen Sie es denn?)
Abg. Mag. Wurm: Ein Raubüberfall ist aber auch nicht schlecht!
Syndikate, mafiaähnliche Strukturen und die so genannte organisierte Kriminalität, die grenzübergreifend tätig ist, kennzeichnen die Kriminalität des Jahres 2002 und dieses beginnenden Jahrtausends. (Abg. Mag. Wurm: Ein Raubüberfall ist aber auch nicht schlecht!) – Frau Kollegin! Dieser Entwicklung begegnet der Minister mit sehr guten Reformen. (Abg. Mag. Wurm: Wo?)
Abg. Mag. Wurm: Wo?
Syndikate, mafiaähnliche Strukturen und die so genannte organisierte Kriminalität, die grenzübergreifend tätig ist, kennzeichnen die Kriminalität des Jahres 2002 und dieses beginnenden Jahrtausends. (Abg. Mag. Wurm: Ein Raubüberfall ist aber auch nicht schlecht!) – Frau Kollegin! Dieser Entwicklung begegnet der Minister mit sehr guten Reformen. (Abg. Mag. Wurm: Wo?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es gibt außerdem auch erfreuliche Zahlen zu berichten, denn meine Kollegen und Kolleginnen – ich komme aus diesem Ressort! – sind bei Gott nicht untätig oder unmotiviert und auch nicht überfordert. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie klärten österreichweit 23 000 Delikte mehr, sie brachten 1 300 Täter mehr zur Anzeige: Diese Zahlen lassen sich doch sehen, und unser Dank gebührt diesen Kolleginnen und Kollegen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Das ist ein neuer Spezialist!
Trotz dieser dramatischen Zahlen fordern die Oppositionsparteien, vor allem die SPÖ, die Freigabe von so genannten weichen Drogen. – Ja, so kann man Kriminalität auch bekämpfen: Legalisieren, denn dann sind es keine Straftaten mehr! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Das ist ein neuer Spezialist!)
Abg. Eder: Hat das der Großruck aufgeschrieben?
Aber schlimm ist auch, dass SPÖ-Politiker ein Land permanent schlechtreden. (Abg. Eder: Hat das der Großruck aufgeschrieben?) Ich nehme wieder das Beispiel meines Heimatbundeslandes: Trotz einer um 2 Prozent gestiegenen Aufklärungsquote in Oberösterreich spricht SP-Chef Haider von Alarmzeichen und fordert die Einberufung des Landessicherheitsrates. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wahnsinn!) Das ist doch ein Skandal! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wahnsinn!
Aber schlimm ist auch, dass SPÖ-Politiker ein Land permanent schlechtreden. (Abg. Eder: Hat das der Großruck aufgeschrieben?) Ich nehme wieder das Beispiel meines Heimatbundeslandes: Trotz einer um 2 Prozent gestiegenen Aufklärungsquote in Oberösterreich spricht SP-Chef Haider von Alarmzeichen und fordert die Einberufung des Landessicherheitsrates. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wahnsinn!) Das ist doch ein Skandal! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber schlimm ist auch, dass SPÖ-Politiker ein Land permanent schlechtreden. (Abg. Eder: Hat das der Großruck aufgeschrieben?) Ich nehme wieder das Beispiel meines Heimatbundeslandes: Trotz einer um 2 Prozent gestiegenen Aufklärungsquote in Oberösterreich spricht SP-Chef Haider von Alarmzeichen und fordert die Einberufung des Landessicherheitsrates. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wahnsinn!) Das ist doch ein Skandal! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Eder: Wir regieren ja nicht! – Abg. Parnigoni: Wo bleibt der Applaus, Kollege Scheuch?
Offensichtlich gilt für Sie nur die Devise: Es darf in Österreich respektive Oberösterreich nichts Gutes geben, denn wir regieren ja nicht! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Eder: Wir regieren ja nicht! – Abg. Parnigoni: Wo bleibt der Applaus, Kollege Scheuch?)
Abg. Krainer: Das glauben Sie ja selbst nicht!
Folgendes muss aber endlich klargestellt werden: Sicherheit darf nicht ständig für billige politische Rhetorik und Polemik herhalten. Sie verunsichern hier wie bei der Pensionsdebatte die Österreicherinnen und Österreicher. (Abg. Krainer: Das glauben Sie ja selbst nicht!) Jetzt muss unser Ministerium schnell und endgültig den Gegebenheiten dieses Jahrtausends angepasst werden: Es heißt jetzt Doppelgleisigkeiten abbauen, zusammenlegen, was zusammengehört, und weg mit tradierten Gedanken und hinderlichem Korpsdenken, hin zu einer effizienten und noch besser arbeitenden Exekutive zum Wohle des sichersten Landes der Welt! (Abg. Parnigoni: Wenn ein Minister ausgewechselt wird, dann ist das die beste Anpassung!)
Abg. Parnigoni: Wenn ein Minister ausgewechselt wird, dann ist das die beste Anpassung!
Folgendes muss aber endlich klargestellt werden: Sicherheit darf nicht ständig für billige politische Rhetorik und Polemik herhalten. Sie verunsichern hier wie bei der Pensionsdebatte die Österreicherinnen und Österreicher. (Abg. Krainer: Das glauben Sie ja selbst nicht!) Jetzt muss unser Ministerium schnell und endgültig den Gegebenheiten dieses Jahrtausends angepasst werden: Es heißt jetzt Doppelgleisigkeiten abbauen, zusammenlegen, was zusammengehört, und weg mit tradierten Gedanken und hinderlichem Korpsdenken, hin zu einer effizienten und noch besser arbeitenden Exekutive zum Wohle des sichersten Landes der Welt! (Abg. Parnigoni: Wenn ein Minister ausgewechselt wird, dann ist das die beste Anpassung!)
Heiterkeit.
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Kollege, die Lampe funktioniert nicht. Die 3 Minuten sind vorbei – Sie können reden, so lange Sie wollen. (Heiterkeit.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Ing. Norbert Kapeller (fortsetzend): Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des das Rednerpult verlassenden Abg. Ing. Kapeller –: Hat die Rede der Großruck geschrieben? – Abg. Ing. Kapeller: Das kann ich noch selber! – Abg. Dr. Jarolim: Das ist aber erstaunlich!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr gelangt Frau Abgeordnete Mag. Weinzinger für 6 Minuten zu Wort. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des das Rednerpult verlassenden Abg. Ing. Kapeller –: Hat die Rede der Großruck geschrieben? – Abg. Ing. Kapeller: Das kann ich noch selber! – Abg. Dr. Jarolim: Das ist aber erstaunlich!)
Oh-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Das ist ein Heimvorteil!
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren in den Reihen der Abgeordneten! Sehr verehrter Herr Minister! Meine Kollegin Terezija Stoisits hat vorhin in ihrer Rede gemeint, sie vertraue Ihnen, Herr Minister, in Bezug darauf, dass eine ausreichende parlamentarische Behandlung des Asylgesetzes gewährleistet werden wird. – Es mag daran liegen, dass ich grundsätzlich weniger vertrauensvoll bin als meine Kollegin, oder aber auch daran, dass ich Sie einige Jahre mehr und deutlich besser kenne als meine Kollegin, dass ich davon nicht ganz so überzeugt bin. (Oh-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Das ist ein Heimvorteil!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Sie, Herr Minister, haben jetzt die seltene Gelegenheit, mich ganz konkret und sehr rasch dabei zu überführen, dass ich Unrecht habe. Ich lade Sie ein: Ergreifen Sie diese Gelegenheit! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Kößl: Der Jarolim hat den Vorwurf gemacht! Fragen Sie den Kollegen Jarolim!
In einem Punkt würde aber gerne ich Sie – zumindest zeitgleich – dabei überführen, dass Sie Unrecht hatten beziehungsweise Sie auffordern, mir Folgendes zu belegen: Sie haben vorhin behauptet, es gäbe Beschwerden aus der Justiz, dass zu viele Räuber, Diebe, Mörder und was auch immer Sie noch aufgezählt haben, von Ihrer Exekutive vorgeführt werden. – Das hätte ich bitte gerne nachgewiesen und die Beschwerden genau vorgelegt, die da von der Justiz gekommen sein sollen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kößl: Der Jarolim hat den Vorwurf gemacht! Fragen Sie den Kollegen Jarolim!)
Bundesminister Dr. Strasser: Das Gesetz!
Das eine wäre die Beschleunigung der Asylverfahren. Ich denke, das ist einer der Punkte, bei dem wir ja grundsätzlich ein ähnliches Interesse hätten. Herr Minister! Ich frage Sie aber schon: Wer ist denn dafür verantwortlich, dass derzeit die Asylverfahren so lange dauern? – Das ist ja wohl nicht die Opposition, sondern doch Ihr Ressort und Ihre Beamtenschaft. (Bundesminister Dr. Strasser: Das Gesetz!) – Das Gesetz
Beifall bei den Grünen. – Abg. Kößl: Das ist eine massive Unterstellung den Beamten gegenüber!
schreibt nicht vor, dass Verfahren in erster Instanz so fehlerhaft durchgeführt werden, dass es so viel Grund zur Beanstandung und Berufung gibt, dass fast alles in der zweiten Instanz oder noch höher landet und sich daher Verfahren über Jahre hinwegziehen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kößl: Das ist eine massive Unterstellung den Beamten gegenüber!) – Nein!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Zur Klarstellung: Das ist ganz dezidiert keine Unterstellung den Beamten gegenüber, sondern das ist eine Kritik daran, dass das Ressort Strasser es bis heute nicht geschafft hat, ausreichendes Personal mit ausreichenden Ressourcen auszustatten, um diese Verfahren ordnungsgemäß schon in der ersten Instanz mit entsprechender Behandlung und Berücksichtigung alles Nötigen durchführen zu können. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Bundesminister Dr. Strasser: Falsch! – Abg. Miedl: Frau Kollegin! Folter haben wir ausdrücklich ausgenommen!
Ich sehe einmal davon ab, dass das Wort „Neuerungsverbot“ an sich über eine Regierung, die für sich in Anspruch nimmt, innovativ sein zu wollen, ohnehin einiges aussagt. Herr Minister! Glauben Sie tatsächlich, dass zum Beispiel eine Frau, die Opfer sexueller Gewalt wurde, die vielleicht vor Massenvergewaltigungen in Kriegsgebieten flüchtet, an der Grenze bei der Ersteinvernahme – vermutlich durch lauter männliche Beamte – sofort erzählt, was alles passiert ist? Dieser Frau untersagen Sie über das Neuerungsverbot, später ihre tatsächlichen Flucht- und Asylgründe anzugeben. (Bundesminister Dr. Strasser: Falsch! – Abg. Miedl: Frau Kollegin! Folter haben wir ausdrücklich ausgenommen!)
Bundesminister Dr. Strasser: Falsch!
Dasselbe gilt für andere traumatische Erfahrungen. Wir können von Folteropfern sprechen, wir können von verschiedensten Verfolgungsgründen sprechen: Sie gehen davon aus, dass jemand an der Grenze sofort unsere bürokratischen Schikanen und Prozeduren kennt und sofort imstande ist, sämtliche Fluchtgründe ausreichend begründet auf den Tisch zu legen. (Bundesminister Dr. Strasser: Falsch!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich fordere Sie auf, das endlich auch per Gesetz als offiziellen Asylgrund festzuschreiben und sich nicht immer nur zwischendurch empört darüber zu geben, dass es diese Usance noch immer gibt und Hunderttausende Menschen – vor allem Frauen – in Afrika betrifft. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich finde, das ist eine Schande für ein reiches Landes wie Österreich, und fordere Sie dringend auf, das abzustellen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Kößl: Na, Rudi?
Eine letzte Anmerkung kann ich mir nicht ganz verkneifen: Wenn Sie den Bürgermeister von Traiskirchen, der bislang für einen Teil der miserablen Zustände im Flüchtlingslager Traiskirchen verantwortlich war und der – so würde ich anhand dessen, wie ich ihn im Landtag in Niederösterreich kennen gelernt habe, vermuten – in der Tradition der Löschnakschen und Schlöglschen Ausländerpolitik steht, als unvoreingenommenen Zeugen für Ihre Politik anrufen, dann sagt das bereits sehr viel über diese Ihre Politik aus! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kößl: Na, Rudi?)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Glawischnig: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Abgeordneter Ing. Norbert Kapeller (ÖVP): Frau Kollegin Weinzinger, es liegt nicht am Kabinett Strasser, dass Asylverfahren so lange beziehungsweise so geführt werden, dass sie in erster ... (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Glawischnig: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!)
Abg. Dr. Glawischnig: Jawohl!
Abgeordneter Ing. Norbert Kapeller (fortsetzend): Ich führe jetzt den zu berichtigenden Sachverhalt an (Abg. Dr. Glawischnig: Jawohl!):
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Wie Sie Dienst gemacht haben, waren Sie selbst schuld!
Ich berichtige: Das ist falsch! Ich war selbst ein Jahr lang beim Bundesasylamt Linz Entscheider. Es liegt nicht am Kabinett Strasser und auch nicht an den entscheidenden Beamten, sondern am derzeit geltenden Asylgesetz. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Eder: Wie Sie Dienst gemacht haben, waren Sie selbst schuld!)
Abg. Eder: Danken, danken!
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Auch ich möchte – so wie mein Kollege Uwe Scheuch – eingangs wirklich (Abg. Eder: Danken, danken!) der Exekutive danken, die Tag und Nacht in Österreich im Dienste unserer Sicherheit unterwegs ist und für unsere Sicherheit sorgt – für die Sicherheit unserer Bevölkerung, aber letztendlich auch für die Sicherheit von uns Politikern. Das ist nicht immer leicht. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Sind Sie sicher, dass der Scheuch gesprochen hat?) – Mein Kollege Uwe Scheuch hat das beim Thema Landwirtschaft heute Vormittag gemacht. (Abg. Parnigoni: Ach so!) Ein herzliches Dankeschön aber auch der Beamtenschaft im Ressort, die Hervorragendes leistet, oft auch gegen Widerstände.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Sind Sie sicher, dass der Scheuch gesprochen hat?
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Auch ich möchte – so wie mein Kollege Uwe Scheuch – eingangs wirklich (Abg. Eder: Danken, danken!) der Exekutive danken, die Tag und Nacht in Österreich im Dienste unserer Sicherheit unterwegs ist und für unsere Sicherheit sorgt – für die Sicherheit unserer Bevölkerung, aber letztendlich auch für die Sicherheit von uns Politikern. Das ist nicht immer leicht. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Sind Sie sicher, dass der Scheuch gesprochen hat?) – Mein Kollege Uwe Scheuch hat das beim Thema Landwirtschaft heute Vormittag gemacht. (Abg. Parnigoni: Ach so!) Ein herzliches Dankeschön aber auch der Beamtenschaft im Ressort, die Hervorragendes leistet, oft auch gegen Widerstände.
Abg. Parnigoni: Ach so!
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Auch ich möchte – so wie mein Kollege Uwe Scheuch – eingangs wirklich (Abg. Eder: Danken, danken!) der Exekutive danken, die Tag und Nacht in Österreich im Dienste unserer Sicherheit unterwegs ist und für unsere Sicherheit sorgt – für die Sicherheit unserer Bevölkerung, aber letztendlich auch für die Sicherheit von uns Politikern. Das ist nicht immer leicht. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Sind Sie sicher, dass der Scheuch gesprochen hat?) – Mein Kollege Uwe Scheuch hat das beim Thema Landwirtschaft heute Vormittag gemacht. (Abg. Parnigoni: Ach so!) Ein herzliches Dankeschön aber auch der Beamtenschaft im Ressort, die Hervorragendes leistet, oft auch gegen Widerstände.
Abg. Eder: Wie groß ist denn Ihr Wahlkreis?
Ich möchte nun ein paar Schwerpunkte herausgreifen. Als Abgeordnete eines großen Wahlkreises bin ich selbstverständlich auch in vielen Wachzimmern unterwegs und habe viel Kontakt mit der Exekutive und der Bevölkerung. (Abg. Eder: Wie groß ist denn Ihr Wahlkreis?) Es spiegelt die neueste Kriminalitätsstatistik das wider, was ich in
Abg. Gaál: Steiermark und Niederösterreich!
vielen Gesprächen auch immer wieder erfahre, nämlich dass es einen großen Anstieg bei Massendelikten von gut organisierten Tätergruppen gibt. Speziell der Anstieg bei Taschen- und Ladendiebstählen – es werden Summen um die 6 Milliarden Schilling allein bei Ladendiebstählen genannt – spricht für sich. (Abg. Gaál: Steiermark und Niederösterreich!)
Abg. Dr. Lichtenberger: War das der Bartenstein?
Kürzlich ist – ich glaube, es war nach dem Fußballspiel gegen Moldawien – ein ganzer Bus mit Rumänen nach Parndorf gefahren. Die Insassen haben dort binnen kürzester Zeit das Outlet Center geplündert, sich selbst die alten Schuhe ausgezogen, neue Schuhe angezogen (Abg. Dr. Lichtenberger: War das der Bartenstein?) und zusammengerafft, was geht. Die verzweifelten Unternehmer haben natürlich sofort die Exekutive verständigt. Man konnte gerade noch einige Beutestücke sicherstellen, aber die Täter sind davongefahren.
Abg. Parnigoni: Haben Sie der Regierung zugestimmt? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das war doch keine Abstimmung!
Ein Wermutstropfen dabei ist – das sage ich durchaus etwas kritisch – die Entschärfung der EU-Visapflicht für Rumänen. Man hat die Regelung insofern aufgeweicht, als bis zu drei Monaten Aufenthalt jetzt visafrei sind. Ich weiß schon, Österreich hängt sich – und das ist durchaus sinnvoll – in vielen Belangen an die Bundesrepublik Deutschland an, auch in Sicherheitsfragen. Es war aber letzten Endes meiner Meinung nach doch nicht die richtige Entscheidung, dass Österreich auch dieser Lockerung der Visapflicht für Rumänen zugestimmt hat. (Abg. Parnigoni: Haben Sie der Regierung zugestimmt? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das war doch keine Abstimmung!)
Beifall der Abgeordneten Dr. Partik-Pablé und Scheibner.
Es ist damit teilweise ein Mechanismus in Gang gesetzt worden, der vielleicht zuerst unterschätzt wurde. – Sehr verehrter Herr Bundesminister! Vielleicht gibt es da eine Möglichkeit, doch noch Gespräche zu führen und das auf Grund von Erfahrungen in irgendeiner Form wieder zurückzunehmen. (Beifall der Abgeordneten Dr. Partik-Pablé und Scheibner.)
Abg. Parnigoni: Da haben wir schon Schengen!
In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf die Visapflicht gegenüber Russland eingehen, die in Polen mit 1. Juli eingeführt werden soll. Herr Bundesminister! Ich ersuche Sie, all Ihre Kraft einsetzen, damit Polen diese Visapflicht einführt. Ich meine – und das wurde heute auch von der Kollegin Stoisits angesprochen –, es geht nicht nur um das faktische Problem, sondern viel mehr auch um das subjektive Sicherheitsempfinden der österreichischen Bevölkerung. Da entstehen mit der Osterweiterung ohnehin große Probleme. Es geht um das subjektive Sicherheitsempfinden – gerade in den Grenzregionen, aber auch im restlichen Österreich – und um die Frage, wie man mit dem Tatbestand umgeht, dass es in unserem Land immer häufiger organisierte Banden gibt. (Abg. Parnigoni: Da haben wir schon Schengen!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Ist das jetzt Alkohol auch?
Mit dem Drogenproblem ist natürlich die Beschaffungskriminalität eng verbunden. (Abg. Dr. Lichtenberger: Ist das jetzt Alkohol auch?) Herr Bundesminister! Ich würde Sie ersuchen, nicht nur einmal monatlich Drogenrazzien, die Gott sei Dank erfolgreich sind, durchzuführen, sondern (Abg. Heinzl: Stündlich!) – nicht stündlich, aber dauernd, zumindest täglich. (Abg. Heinzl: Sage ich ja: dauernd!)
Abg. Heinzl: Stündlich!
Mit dem Drogenproblem ist natürlich die Beschaffungskriminalität eng verbunden. (Abg. Dr. Lichtenberger: Ist das jetzt Alkohol auch?) Herr Bundesminister! Ich würde Sie ersuchen, nicht nur einmal monatlich Drogenrazzien, die Gott sei Dank erfolgreich sind, durchzuführen, sondern (Abg. Heinzl: Stündlich!) – nicht stündlich, aber dauernd, zumindest täglich. (Abg. Heinzl: Sage ich ja: dauernd!)
Abg. Heinzl: Sage ich ja: dauernd!
Mit dem Drogenproblem ist natürlich die Beschaffungskriminalität eng verbunden. (Abg. Dr. Lichtenberger: Ist das jetzt Alkohol auch?) Herr Bundesminister! Ich würde Sie ersuchen, nicht nur einmal monatlich Drogenrazzien, die Gott sei Dank erfolgreich sind, durchzuführen, sondern (Abg. Heinzl: Stündlich!) – nicht stündlich, aber dauernd, zumindest täglich. (Abg. Heinzl: Sage ich ja: dauernd!)
Abg. Parnigoni: Das war ein Versprecher! Mainoni!
In der Drogenproblematik ist es, so meine ich, auch wichtig, die Bevölkerung einzubinden. Da bin ich ganz der Meinung des Kollegen Parnigoni ... (Abg. Parnigoni: Das war ein Versprecher! Mainoni!) – Entschuldigung: des Kollegen Mainoni! Die Videoüberwachung von diversen Dealertreffpunkten könnte nützlich sein, aber vor allem eine enge Zusammenarbeit mit Schulen, Elternvereinen, aber durchaus auch mit der lokalen Jugendszene bis hin zu Diskothekenbetreibern, weil man weiß, dass dort sämtliche Drogen wie Ecstasy-Tabletten und so weiter angesiedelt sind.
Abg. Mag. Wurm: Aus Spaß wird Ernst!
Zum Fingerprintsystem sage ich nur: Das ist sicher nichts Verwerfliches. Meine Tochter absolviert ein Auslandspflichtpraktikum-Semester in Mexiko. Bevor sie überhaupt das Visum erteilt bekam, musste sie hier in Österreich bei der mexikanischen Botschaft einen Fingerabdruck hinterlegen. – Das war die Bedingung dafür, dass sie überhaupt ein Visum bekam. (Abg. Mag. Wurm: Aus Spaß wird Ernst!)
Abg. Eder: Wo denn?
Abschließend möchte ich noch festhalten, dass gerade unsere Sicherheitssprecherin Helene Partik-Pablé in der Zusammenarbeit für das Asylgesetz hervorragende Arbeit geleistet hat. (Abg. Eder: Wo denn?) Wesentliche freiheitliche Forderungen finden sich im Asylgesetz wieder. (Abg. Eder: Genauer! Bitte erklären Sie das!) – Ich kann Sie beruhigen und freue mich auch, dass der Herr Bundesminister nun eine langjährige freiheitliche Forderung umsetzt, nämlich die Zusammenführung der beiden Exekutivkörper Gendarmerie und Polizei.
Abg. Eder: Genauer! Bitte erklären Sie das!
Abschließend möchte ich noch festhalten, dass gerade unsere Sicherheitssprecherin Helene Partik-Pablé in der Zusammenarbeit für das Asylgesetz hervorragende Arbeit geleistet hat. (Abg. Eder: Wo denn?) Wesentliche freiheitliche Forderungen finden sich im Asylgesetz wieder. (Abg. Eder: Genauer! Bitte erklären Sie das!) – Ich kann Sie beruhigen und freue mich auch, dass der Herr Bundesminister nun eine langjährige freiheitliche Forderung umsetzt, nämlich die Zusammenführung der beiden Exekutivkörper Gendarmerie und Polizei.
Abg. Parnigoni: Die Zollwache haben Sie noch vergessen!
Ich weiß, dass das alles nicht ganz einfach war und dass es vieler Diskussionen bedurfte. Daher: Wir freuen uns, dass das jetzt auf Schiene ist! (Abg. Parnigoni: Die Zollwache haben Sie noch vergessen!) Und die Zollwache selbstverständlich auch! (Abg. Parnigoni: Und die Feuerwache vom Parlament!)
Abg. Parnigoni: Und die Feuerwache vom Parlament!
Ich weiß, dass das alles nicht ganz einfach war und dass es vieler Diskussionen bedurfte. Daher: Wir freuen uns, dass das jetzt auf Schiene ist! (Abg. Parnigoni: Die Zollwache haben Sie noch vergessen!) Und die Zollwache selbstverständlich auch! (Abg. Parnigoni: Und die Feuerwache vom Parlament!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem Sinne wünsche ich mir auch weiterhin gute Zusammenarbeit und freue mich schon auf die Debatte über das Asylgesetz. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kößl: Otto, das ist widerlegt worden!
Der stellvertretende Wiener FPÖ-Chef sagte beispielsweise dazu – ich zitiere –, dass es einen „Kahlschlag“ bei der Polizei in Wien gibt. – Dazu kann ich nur sagen: Was hat das, bitte, mit uns Sozialdemokraten zu tun? Wir verunsichern nicht, meine sehr verehrten Damen und Herren von den Koalitionsparteien! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kößl: Otto, das ist widerlegt worden!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Keinesfalls vergessen möchte ich jetzt – das ist mir wirklich ein persönliches Bedürfnis –, im eigenen Namen sowie im Namen aller Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten den ExekutivbeamtInnen Österreichs großen Dank auszusprechen. Diese leisten Hervorragendes für die Sicherheit der Menschen sowie für die Sicherheit unserer Republik – und das trotz dieser Ihrer Politik, meine sehr geehrten Damen und Herren von ÖVP und FPÖ! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Kößl: Otto!
Außer den so genannten Stabsstellen in unserer Republik gibt es ja niemanden – jeder Gendarm, jeder Kriminalbeamte, jeder SW-Bediensteter beklagt das heute –, der weiß, wohin es wirklich gehen wird. (Abg. Kößl: Otto!) – Ich meine, das kann nicht der Sinn einer Politik sein, einer Politik, die doch generell im Interesse der Menschen liegen sollte. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Außer den so genannten Stabsstellen in unserer Republik gibt es ja niemanden – jeder Gendarm, jeder Kriminalbeamte, jeder SW-Bediensteter beklagt das heute –, der weiß, wohin es wirklich gehen wird. (Abg. Kößl: Otto!) – Ich meine, das kann nicht der Sinn einer Politik sein, einer Politik, die doch generell im Interesse der Menschen liegen sollte. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich appelliere daher an Sie, diese so wichtigen zentralen Fragen für unsere Heimat und für die Österreicherinnen und Österreicher insgesamt gemeinsam zu lösen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Das ist nur eine Augenauswischerei!
auf uns hören würden, denn: Wir machen eine Politik für die Menschen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Das ist nur eine Augenauswischerei!)
Abg. Pendl: Trotz dieser Politik!
Abgeordneter Alfred Schöls (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Mir geht es wie Frau Kollegin Weinzinger: Ich kenne Herrn Bundesminister Strasser auch schon sehr lange. Im Gegensatz zur Kollegin Weinzinger habe ich jedoch sehr viel Vertrauen in die Kompetenz von Herrn Bundesminister Strasser. (Abg. Pendl: Trotz dieser Politik!)
Beifall bei der ÖVP.
Da Otto Pendl gesagt hat, „trotz“ dieses Ministers arbeitet die Exekutive gut: Nicht trotz dieses Ministers, trotz dieser Politik, sondern wegen dieses Ministers und wegen dieser Politik, liebe Kolleginnen und Kollegen, können wir auch im Exekutivbereich Erfolge erzielen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sozialistische Innenminister haben sich damit begnügt, zu Spatenstichfeiern nach Traiskirchen zu fahren, jeweils vor Wahlen natürlich, und sie haben dort den Bau von Sicherheitsakademien spatengestochen – sonst jedoch nichts gemacht! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Widerspruch bei der SPÖ.
Sozialistische Innenminister haben sich damit begnügt, Fragen der Sozialpolitik anzudiskutieren, haben aber keine Lösungen getroffen. (Widerspruch bei der SPÖ.) Sozialistische Innenminister waren damit zufrieden, dass Schulplanstellen eingespart wurden und sich dadurch die Personalsituation im Bereich der Gendarmerie verschärft hat. Von „L“ bis „S“, also von Löschnak bis Schlögl, hat es Verschlechterungen gegeben. Erst in den vergangenen drei Jahren erfolgten dankenswerterweise auch Strukturmaßnahmen, etwa durch die Eingliederung der Zollwache in den Bereich des Innenministeriums.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
In diesem Sinne bin ich froh darüber, dass das Lebensarbeitszeitmodell jetzt in eine sinnvolle Form kommen wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Mein Vorredner hat da offensichtlich einiges verwechselt: wer beispielsweise wichtige Spatenstiche gemacht hat. So zum Beispiel Innenminister Löschnak; Bundesminister außer Dienst Caspar Einem war fürs inhaltliche Konzept zuständig. Gebaut wurde diese Akademie dann unter Innenminister Schlögl, und das Desaster in diesem Zusammenhang hat Herr Bundesminister Strasser zu verantworten! – So viel zur Sicherheitsakademie Traiskirchen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Jetzt, Herr Bundesminister Strasser, eine fast persönliche Frage an Sie: Hören Sie gerne Radio? Hören Sie gerne ab und zu „Ö 1“, vielleicht auch sonntags um 9.30 Uhr? Da gab es ja immer die Sendung „Guglhupf“. Diese ORF-Sendung ist jetzt in eine verfrühte Sommerpause gegangen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Na vielleicht am Samstagabend Gottesdienst und einmal am Sonntag zuhause, könnte ja sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Jetzt, Herr Bundesminister Strasser, eine fast persönliche Frage an Sie: Hören Sie gerne Radio? Hören Sie gerne ab und zu „Ö 1“, vielleicht auch sonntags um 9.30 Uhr? Da gab es ja immer die Sendung „Guglhupf“. Diese ORF-Sendung ist jetzt in eine verfrühte Sommerpause gegangen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Na vielleicht am Samstagabend Gottesdienst und einmal am Sonntag zuhause, könnte ja sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Bei dieser satirischen Sendung „Guglhupf“ hat immer einer das Wort geführt, nämlich der „Herr Schönfärber“. – Jetzt ist „Herr Schönfärber“ in die Sommerpause gegangen, und diese Rolle, so scheint es mir, Herr Bundesminister, füllen Sie jetzt aus! Und das machen Sie wahrlich gut! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Eindeutige Sachverhalte schönfärben und andererseits einfärben: Herr Minister Strasser! In dieser Disziplin sind Sie fast Weltmeister! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Kößl: Und noch nie so viel geklärt! 23 000 Aufklärungen mehr!
Sie finden schöne, salbungsvolle Worte für eine wirklich katastrophale sicherheitspolitische Bilanz. Nie zuvor wurde in Österreich soviel gestohlen, eingebrochen und geraubt (Abg. Kößl: Und noch nie so viel geklärt! 23 000 Aufklärungen mehr!), das sagt diese Statistik: plus 21,8 Prozent bei den Diebstählen, plus 16,6 Prozent bei den Einbrüchen, plus 35,7 Prozent bei den normalen Rauben, bei den qualifizierten, also den schweren Rauben plus 29 Prozent. Sehr geehrte Damen und Herren! Raub ist ein Delikt, das wirklich in die Integrität der Menschen eingreift, das in die Privatsphäre eingreift. Oft ist ein Mensch, der Opfer eines Raubüberfalles geworden ist, auf Grund dieses Verbrechens traumatisiert.
Abg. Kößl: 23 000 mehr!
Genau das ist es, was bei dieser Statistik besonders schmerzt, dass genau diese Deliktarten so gestiegen sind: plus 35,7 Prozent bei den Raubüberfällen, ich habe es schon gesagt. Die Aufklärungsquote, auf die Sie zu sprechen gekommen sind (Abg. Kößl: 23 000 mehr!), beträgt 27,3 Prozent, 2000 44,6 Prozent. Ich weiß nicht, womit Sie vergleichen. Im Jahr 2000 betrug die Aufklärungsquote 44,6 Prozent bei den Raubüberfällen, während sie jetzt nur mehr 27,3 Prozent beträgt. (Abg. Kößl: Plus 23 000 Fälle sind geklärt worden!) Das sind fast minus 20 Prozent, und das ist alarmierend, da brauchen Sie nichts schönzureden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kößl: Plus 23 000 Fälle sind geklärt worden!
Genau das ist es, was bei dieser Statistik besonders schmerzt, dass genau diese Deliktarten so gestiegen sind: plus 35,7 Prozent bei den Raubüberfällen, ich habe es schon gesagt. Die Aufklärungsquote, auf die Sie zu sprechen gekommen sind (Abg. Kößl: 23 000 mehr!), beträgt 27,3 Prozent, 2000 44,6 Prozent. Ich weiß nicht, womit Sie vergleichen. Im Jahr 2000 betrug die Aufklärungsquote 44,6 Prozent bei den Raubüberfällen, während sie jetzt nur mehr 27,3 Prozent beträgt. (Abg. Kößl: Plus 23 000 Fälle sind geklärt worden!) Das sind fast minus 20 Prozent, und das ist alarmierend, da brauchen Sie nichts schönzureden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Genau das ist es, was bei dieser Statistik besonders schmerzt, dass genau diese Deliktarten so gestiegen sind: plus 35,7 Prozent bei den Raubüberfällen, ich habe es schon gesagt. Die Aufklärungsquote, auf die Sie zu sprechen gekommen sind (Abg. Kößl: 23 000 mehr!), beträgt 27,3 Prozent, 2000 44,6 Prozent. Ich weiß nicht, womit Sie vergleichen. Im Jahr 2000 betrug die Aufklärungsquote 44,6 Prozent bei den Raubüberfällen, während sie jetzt nur mehr 27,3 Prozent beträgt. (Abg. Kößl: Plus 23 000 Fälle sind geklärt worden!) Das sind fast minus 20 Prozent, und das ist alarmierend, da brauchen Sie nichts schönzureden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kößl: Steht es in der Zeitung, oder ist es wahr?
Wenn dann eine Zeitung schreibt, die Chance, in Österreich als Räuber überführt zu werden, sei gering, dann muss ich sagen: Das ist ein großes Problem. (Abg. Kößl: Steht es in der Zeitung, oder ist es wahr?)
Beifall bei der SPÖ.
Im „profil“ heißt es ob dieser katastrophalen Bilanz: Wie man das Zahlenwerk auch dreht und wendet, die Botschaft ist und bleibt unerfreulich. Die Kriminalität steigt, die Aufklärungsquote sinkt. Das ist Ihre Sicherheitspolitik, Herr Bundesminister für innere Unsicherheit! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: Der Polizei schon!
Abgeordneter Anton Wattaul (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ich muss ehrlich sagen, in dem Bezirk, in dem ich lebe, lebe ich sicher. Ich habe wirklich Respekt, wir haben eine bürgernahe Gendarmerie. Ich habe viele ausländische Geschäftspartner, die mir bestätigen, dass Österreich ein sicheres Land ist, in dem man auch um 23 Uhr nachts noch spazieren gehen kann. Und sagen Sie mir: In welchem Land kann man das noch? Aus meiner Sicht gebührt auch der Polizei in Wien höchster Respekt, das muss ich ehrlich sagen. (Abg. Mag. Wurm: Der Polizei schon!) Die Polizeibeamten müssen sich Tag für Tag mit kriminellen Elementen herumschlagen. Dass man ihnen jetzt irgendwelche Statistiken vorhält, ist meines Erachtens nicht zulässig. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Anton Wattaul (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ich muss ehrlich sagen, in dem Bezirk, in dem ich lebe, lebe ich sicher. Ich habe wirklich Respekt, wir haben eine bürgernahe Gendarmerie. Ich habe viele ausländische Geschäftspartner, die mir bestätigen, dass Österreich ein sicheres Land ist, in dem man auch um 23 Uhr nachts noch spazieren gehen kann. Und sagen Sie mir: In welchem Land kann man das noch? Aus meiner Sicht gebührt auch der Polizei in Wien höchster Respekt, das muss ich ehrlich sagen. (Abg. Mag. Wurm: Der Polizei schon!) Die Polizeibeamten müssen sich Tag für Tag mit kriminellen Elementen herumschlagen. Dass man ihnen jetzt irgendwelche Statistiken vorhält, ist meines Erachtens nicht zulässig. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Wittauer: Wahnsinn! Vor zehn Jahren!
Aber ich möchte auf einen Herrn aus dem Innenministerium zu sprechen kommen. Das ist eine lange Geschichte, und zwar geht es da um das Gefahrengut. Für Personen, welche auf dem Gefahrengutsektor tätig sind, ist die Gefahrengutmaterie äußerst kompliziert und unübersichtlich, und zwar durch die Zweigleisigkeit der Bestimmungen in Österreich: GGSt für nationale und ADR für internationale Gefahrenguttransporte. – Das hat ein Beamter des Bundesministeriums, nämlich Ministerialrat Herbert Grundner, 1993, also vor zehn Jahren, gesagt. (Abg. Wittauer: Wahnsinn! Vor zehn Jahren!) Im Jahre 1995 erfolgten Änderungen: Gefahrentafeln, Ausrüstungen. 1997 erfolgten abermals Änderungen. Und das schönste Stück passierte 1998, da wurde das GGSt in das GGBG umgewandelt.
Abg. Parnigoni: Rede mit dem Hubert, er soll es abdrehen!
Einen Wermutstropfen haben wir noch. Wir haben die gleiche Abteilung noch im Verkehrsministerium. Man muss sich das vorstellen: Beamte auf Kosten der Wirtschaft! Jetzt wissen diese Herrschaften, dass das äußerst kompliziert ist. Die Fahrer sollen mit dem fertig werden, und man bedenke die Kosten für die Wirtschaft. (Abg. Parnigoni: Rede mit dem Hubert, er soll es abdrehen!)
Abg. Wittauer: Bravo! – Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Was ich damit sagen will, ist: Dieser Herr Grundner hat wirklich zehn Jahre lang die Wirtschaft tyrannisiert, hat Bücher geschrieben und Vorträge gehalten, und zwar auf Kosten der Wirtschaft. Danke noch einmal, Herr Minister, dass Sie das abgestellt haben. (Abg. Wittauer: Bravo! – Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Kößl: Das ist ein Ordnungsruf! „Kaltschnäuzigkeit“ – ein Wahnsinn!
Herr Bundesminister, ich muss ganz ehrlich sagen: Was ich heute hier an Ihnen bewundert habe, war eigentlich die Kaltschnäuzigkeit, mit der Sie versucht haben, Zahlen, die eigentlich durch nichts mehr zu beschönigen sind, als Erfolg darzustellen. (Abg. Kößl: Das ist ein Ordnungsruf! „Kaltschnäuzigkeit“ – ein Wahnsinn!) Ich würde hier doch um ein klein wenig mehr Ehrlichkeit auch für die Österreicherinnen und Österreicher bitten, an die Sie ja so appellieren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kößl: Du bist ein wandelndes Beispiel für Ehrlichkeit!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kößl: Du bist ein wandelndes Beispiel für Ehrlichkeit!
Herr Bundesminister, ich muss ganz ehrlich sagen: Was ich heute hier an Ihnen bewundert habe, war eigentlich die Kaltschnäuzigkeit, mit der Sie versucht haben, Zahlen, die eigentlich durch nichts mehr zu beschönigen sind, als Erfolg darzustellen. (Abg. Kößl: Das ist ein Ordnungsruf! „Kaltschnäuzigkeit“ – ein Wahnsinn!) Ich würde hier doch um ein klein wenig mehr Ehrlichkeit auch für die Österreicherinnen und Österreicher bitten, an die Sie ja so appellieren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kößl: Du bist ein wandelndes Beispiel für Ehrlichkeit!)
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen
Wenn Kollege Pendl heute hier einen Dank an die Exekutive ausgesprochen hat, dem wir uns sicherlich nahtlos anschließen (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen), so muss ich doch mein Bedauern an eben diese Exekutive – meine Damen und Herren, Sie werden das verstehen, ich darf das auch im Namen von Kollegen Gaál hier sagen – für diesen Bundesminister aussprechen, weil er in Wirklichkeit eine der zentralen Belastungen für diese Exekutive geworden ist. Ich glaube, das Ergebnis spricht hier eindeutig für sich. (Abg. Kößl: Eine Unverfrorenheit hat er, das ist gewaltig!)
Abg. Kößl: Eine Unverfrorenheit hat er, das ist gewaltig!
Wenn Kollege Pendl heute hier einen Dank an die Exekutive ausgesprochen hat, dem wir uns sicherlich nahtlos anschließen (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen), so muss ich doch mein Bedauern an eben diese Exekutive – meine Damen und Herren, Sie werden das verstehen, ich darf das auch im Namen von Kollegen Gaál hier sagen – für diesen Bundesminister aussprechen, weil er in Wirklichkeit eine der zentralen Belastungen für diese Exekutive geworden ist. Ich glaube, das Ergebnis spricht hier eindeutig für sich. (Abg. Kößl: Eine Unverfrorenheit hat er, das ist gewaltig!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Kapeller und Kößl
Bundesminister, aus Gründen, die ich nicht nachvollziehen kann, die jedenfalls keine sachlichen sind, ins Aus schicken, wenn Sie einen Herrn Strohmeyer mehr oder weniger absetzen und einen General Schnabl, der die besten Beschreibungen im Rahmen einer Objektivierungskommission bekommen hat (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Kapeller und Kößl), abgesetzt und stattdessen nicht den Zweiten oder Dritten, sondern den von der Kommission eindeutig als inkompetent Bezeichneten eingesetzt haben, Herr Bundesminister, dann sagen Sie mir doch – das können Sie ja in der Zwischenzeit sogar den „NÖN“ entnehmen –, was an dem Thema falsch sein soll. Sicherheit oder Strasser? – Meine Damen und Herren! Das ist doch die Frage. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kößl: Die Redlichkeit ist in Frage gestellt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kößl: Die Redlichkeit ist in Frage gestellt!
Bundesminister, aus Gründen, die ich nicht nachvollziehen kann, die jedenfalls keine sachlichen sind, ins Aus schicken, wenn Sie einen Herrn Strohmeyer mehr oder weniger absetzen und einen General Schnabl, der die besten Beschreibungen im Rahmen einer Objektivierungskommission bekommen hat (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Kapeller und Kößl), abgesetzt und stattdessen nicht den Zweiten oder Dritten, sondern den von der Kommission eindeutig als inkompetent Bezeichneten eingesetzt haben, Herr Bundesminister, dann sagen Sie mir doch – das können Sie ja in der Zwischenzeit sogar den „NÖN“ entnehmen –, was an dem Thema falsch sein soll. Sicherheit oder Strasser? – Meine Damen und Herren! Das ist doch die Frage. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kößl: Die Redlichkeit ist in Frage gestellt!)
Abg. Neugebauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Freund –: Kennst du dich in der Leopoldstadt aus?
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu Wort gelangt nunmehr Herr Abgeordneter Freund. 3 Minuten Redezeit. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Neugebauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Freund –: Kennst du dich in der Leopoldstadt aus?)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Karl Freund (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Diese Regierung ist angetreten, um ein sicheres Österreich zu gestalten und das Sicherheitsgefühl der Bürger in unserem Land zu heben, und das ist auch gelungen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: 10 Prozent weniger Aufklärungsrate in drei Jahren!
Europa- und österreichweit war in den letzten Jahren ein beständiges Ansteigen der Kriminalität zu verzeichnen. (Abg. Parnigoni: 10 Prozent weniger Aufklärungsrate in drei Jahren!) Im Bundesdurchschnitt ist die Zahl der Delikte gegenüber dem Vorjahr um 13,2 Prozent gestiegen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) In Wien stieg die Kriminalität mehr als in Oberösterreich – dort beträgt die Rate 9 Prozent –, und ich darf Ihnen auch sagen, dass in Oberösterreich die Aufklärungsrate doppelt so hoch ist wie in Wien. (Abg. Parnigoni: 100 000 Delikte mehr in drei Jahren!)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Europa- und österreichweit war in den letzten Jahren ein beständiges Ansteigen der Kriminalität zu verzeichnen. (Abg. Parnigoni: 10 Prozent weniger Aufklärungsrate in drei Jahren!) Im Bundesdurchschnitt ist die Zahl der Delikte gegenüber dem Vorjahr um 13,2 Prozent gestiegen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) In Wien stieg die Kriminalität mehr als in Oberösterreich – dort beträgt die Rate 9 Prozent –, und ich darf Ihnen auch sagen, dass in Oberösterreich die Aufklärungsrate doppelt so hoch ist wie in Wien. (Abg. Parnigoni: 100 000 Delikte mehr in drei Jahren!)
Abg. Parnigoni: 100 000 Delikte mehr in drei Jahren!
Europa- und österreichweit war in den letzten Jahren ein beständiges Ansteigen der Kriminalität zu verzeichnen. (Abg. Parnigoni: 10 Prozent weniger Aufklärungsrate in drei Jahren!) Im Bundesdurchschnitt ist die Zahl der Delikte gegenüber dem Vorjahr um 13,2 Prozent gestiegen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) In Wien stieg die Kriminalität mehr als in Oberösterreich – dort beträgt die Rate 9 Prozent –, und ich darf Ihnen auch sagen, dass in Oberösterreich die Aufklärungsrate doppelt so hoch ist wie in Wien. (Abg. Parnigoni: 100 000 Delikte mehr in drei Jahren!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Eine katastrophale Bilanz des Bundesministers!
Wenn der oberösterreichische Landeshauptmannstellvertreter Haider Oberösterreich als unsicheres Land abstempelt und damit die Exekutive schlecht macht, muss ich das schärfstens zurückweisen, weil es ganz einfach nicht stimmt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Eine katastrophale Bilanz des Bundesministers!)
Abg. Mag. Wurm: Die Schweiz haben Sie jetzt nicht erwähnt!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Das Ansteigen der Kriminalität macht uns natürlich allen keine Freude. Wenn wir aber noch immer um 1 000 Delikte pro 100 000 Einwohner weniger haben als beispielsweise Deutschland oder Frankreich, dann möchte ich das doch positiv hervorheben. (Abg. Mag. Wurm: Die Schweiz haben Sie jetzt nicht erwähnt!) Immerhin wurde festgestellt, dass Österreich unter 49 Industrienationen (Abg. Parnigoni: Liechtenstein!) das sicherste Land der Welt ist. Und darauf können wir stolz sein! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Liechtenstein!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Das Ansteigen der Kriminalität macht uns natürlich allen keine Freude. Wenn wir aber noch immer um 1 000 Delikte pro 100 000 Einwohner weniger haben als beispielsweise Deutschland oder Frankreich, dann möchte ich das doch positiv hervorheben. (Abg. Mag. Wurm: Die Schweiz haben Sie jetzt nicht erwähnt!) Immerhin wurde festgestellt, dass Österreich unter 49 Industrienationen (Abg. Parnigoni: Liechtenstein!) das sicherste Land der Welt ist. Und darauf können wir stolz sein! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Das Ansteigen der Kriminalität macht uns natürlich allen keine Freude. Wenn wir aber noch immer um 1 000 Delikte pro 100 000 Einwohner weniger haben als beispielsweise Deutschland oder Frankreich, dann möchte ich das doch positiv hervorheben. (Abg. Mag. Wurm: Die Schweiz haben Sie jetzt nicht erwähnt!) Immerhin wurde festgestellt, dass Österreich unter 49 Industrienationen (Abg. Parnigoni: Liechtenstein!) das sicherste Land der Welt ist. Und darauf können wir stolz sein! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Krainer: Umkehrtrend!
Dieser Trend wird auch unter Innenminister Ernst Strasser weitergeführt (Abg. Krainer: Umkehrtrend!), und mit diesem Doppelbudget 2003 und 2004 kommt das sicherlich auch zum Ausdruck. (Abg. Krainer: Wie bei den Arbeitslosen!) Das haben wir der hervorragenden Arbeit unserer Exekutive zu verdanken. Sie sorgt nämlich täglich im Straßenverkehr für die Sicherheit der Bevölkerung.
Abg. Krainer: Wie bei den Arbeitslosen!
Dieser Trend wird auch unter Innenminister Ernst Strasser weitergeführt (Abg. Krainer: Umkehrtrend!), und mit diesem Doppelbudget 2003 und 2004 kommt das sicherlich auch zum Ausdruck. (Abg. Krainer: Wie bei den Arbeitslosen!) Das haben wir der hervorragenden Arbeit unserer Exekutive zu verdanken. Sie sorgt nämlich täglich im Straßenverkehr für die Sicherheit der Bevölkerung.
Abg. Dr. Jarolim: Oberösterreich!
Diese Regierung hat es sich zum Ziel gesetzt, noch mehr Maßnahmen zu treffen, um die Unfallhäufigkeit zu reduzieren. Dazu gehört auch die verstärkte Drogenbekämpfung, ganz besonders auch im Verkehrsgeschehen. (Abg. Dr. Jarolim: Oberösterreich!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Unseren Exekutivbeamten gebührt ein herzliches Dankeschön. Dieses Doppelbudget für Inneres geht in die richtige Richtung. Die erzielten Erfolge beweisen das, auch wenn die Damen und Herren von der Opposition anderer Meinung sind. Das vorgelegte Budget kann die Sicherheit unserer Bevölkerung sicherlich gewährleisten, und deshalb werden wir diesem Budget gerne zustimmen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Wittauer: Ist das eine freiwillige Redezeit?
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Maier. Er wünscht, 4 Minuten zu sprechen. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Wittauer: Ist das eine freiwillige Redezeit?)
Beifall bei der SPÖ.
Sie alle wissen, dass es derzeit bereits große Probleme bei Berufsdetektiven, im Sicherheitsgewerbe gibt. Datenschutzrechtliche Bestimmungen werden nicht eingehalten, aber auch nicht Bestimmungen, welche die Persönlichkeitsrechte regeln. Daher glauben wir, dass wir ein eigenes Bundesgesetz benötigen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Kapeller: Das sind Anschuldigungen, das ist ein Wahnsinn!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich möchte Ihnen folgende Geschichte erzählen: Abgeordneter Maier, nämlich ich, telefonierte mit einem Personalvertreter in Salzburg. Wir wollten uns über das Büro für interne Angelegenheiten unterhalten. Es wurden ein Termin, ein Lokal und die Uhrzeit vereinbart. Bei diesem Treffen, Herr Bundesminister, saßen auf einmal Beamte des Büros für interne Angelegenheiten. Jetzt frage ich Sie als frei gewählter Abgeordneter: Herr Bundesminister, lassen Sie Abgeordnete observieren? Bin ich abgehört worden? – Sie brauchen nicht zu lachen, Herr Bundesminister! (Abg. Ing. Kapeller: Das sind Anschuldigungen, das ist ein Wahnsinn!) Bei diesem Treffen, bei dem ich nicht anwesend war, sondern nur der Personalvertreter, saßen die Beamten des Büros für interne Angelegenheiten!
Abg. Ing. Kapeller: Ist nicht zuständig für Sie!
Herr Präsident Dr. Khol, ich frage Sie: Werden wir Abgeordneten vom Büro für interne Angelegenheiten abgehört? (Abg. Ing. Kapeller: Ist nicht zuständig für Sie!) Werden Personalvertreter abgehört? Wie konnte es passieren, dass bei diesem Treffen (Abg. Ing. Kapeller: Ist nur für „Kieberer“ zuständig!), an dem ich selbst nicht teilnahm, das aber von mir vereinbart wurde, Beamte des Büros für interne Angelegenheiten anwesend waren?
Abg. Ing. Kapeller: Ist nur für „Kieberer“ zuständig!
Herr Präsident Dr. Khol, ich frage Sie: Werden wir Abgeordneten vom Büro für interne Angelegenheiten abgehört? (Abg. Ing. Kapeller: Ist nicht zuständig für Sie!) Werden Personalvertreter abgehört? Wie konnte es passieren, dass bei diesem Treffen (Abg. Ing. Kapeller: Ist nur für „Kieberer“ zuständig!), an dem ich selbst nicht teilnahm, das aber von mir vereinbart wurde, Beamte des Büros für interne Angelegenheiten anwesend waren?
Abg. Ing. Kapeller: Das ist eine Sauerei!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das Büro für interne Angelegenheiten fungiert, so unsere Meinung, als Privatgeheimdienst des Herrn Strasser. Wir wissen nicht, wie man dort arbeitet. (Abg. Ing. Kapeller: Das ist eine Sauerei!) Wir wissen nicht, über welche Budgetmittel man dort verfügt. (Abg. Ing. Kapeller: Sie überwachen die Rechtsstaatlichkeit!) Nicht einmal Sie, Herr Bundesminister, haben mir bei einer Budgetanfrage sagen können, auf welche Organisationseinheiten man seitens dieses Büros zurückgreifen kann und über welche Budgetmittel man dort verfügt. (Abg. Ing. Kapeller: Auf Ihr Know-how in Zukunft!)
Abg. Ing. Kapeller: Sie überwachen die Rechtsstaatlichkeit!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das Büro für interne Angelegenheiten fungiert, so unsere Meinung, als Privatgeheimdienst des Herrn Strasser. Wir wissen nicht, wie man dort arbeitet. (Abg. Ing. Kapeller: Das ist eine Sauerei!) Wir wissen nicht, über welche Budgetmittel man dort verfügt. (Abg. Ing. Kapeller: Sie überwachen die Rechtsstaatlichkeit!) Nicht einmal Sie, Herr Bundesminister, haben mir bei einer Budgetanfrage sagen können, auf welche Organisationseinheiten man seitens dieses Büros zurückgreifen kann und über welche Budgetmittel man dort verfügt. (Abg. Ing. Kapeller: Auf Ihr Know-how in Zukunft!)
Abg. Ing. Kapeller: Auf Ihr Know-how in Zukunft!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das Büro für interne Angelegenheiten fungiert, so unsere Meinung, als Privatgeheimdienst des Herrn Strasser. Wir wissen nicht, wie man dort arbeitet. (Abg. Ing. Kapeller: Das ist eine Sauerei!) Wir wissen nicht, über welche Budgetmittel man dort verfügt. (Abg. Ing. Kapeller: Sie überwachen die Rechtsstaatlichkeit!) Nicht einmal Sie, Herr Bundesminister, haben mir bei einer Budgetanfrage sagen können, auf welche Organisationseinheiten man seitens dieses Büros zurückgreifen kann und über welche Budgetmittel man dort verfügt. (Abg. Ing. Kapeller: Auf Ihr Know-how in Zukunft!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Kapeller: Wunderbar!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich glaube, man muss sich dieses Büro für interne Angelegenheiten noch näher ansehen. Es ist unzumutbar, dass Beamte unter Außerachtlassung der Unschuldsvermutung beschuldigt werden, und ich halte eines fest: Ich halte eine derartige Organisation grundsätzlich für notwendig, aber in der derzeitigen Konstruktion, Herr Bundesminister, ist sie von uns abzulehnen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Kapeller: Wunderbar!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kößl: Verstehen Sie das nicht? Es heißt intern!
Als Abgeordnete, die die Aufgabe haben, die Vollziehung und damit auch Sie zu kontrollieren, Herr Bundesminister, müssen wir auch das Büro für interne Angelegenheiten kontrollieren. Solange Sie keine konkreten Budgetzahlen vorlegen können, solange keine Aufklärung darüber erfolgt, auf welcher rechtlichen Basis, mit welchen Methoden und mit welchen technischen Möglichkeiten das Büro für interne Angelegenheiten arbeitet, solang müssen Sie sich den Vorwurf gefallen lassen, dass das Büro für interne Angelegenheiten als persönlicher Geheimdienst Ihres Ressorts fungiert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kößl: Verstehen Sie das nicht? Es heißt intern!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zur Frau Abgeordneten Haidlmayr: Jawohl, die Neuordnung des Zivildienstes hat eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten ergeben. Nunmehr können sich die Zivildiener aussuchen, wo sie hingehen. Es gibt mehr Zivildiensteinrichtungen in Österreich, die davon auch Gebrauch machen. Zu praktisch 100 Prozent können wir erstmals die Quote ausfüllen, und wir bauen den Überstand, den Vorgänger aufgebaut haben, ab. Es ist dies also eine Win-Win-Situation für Österreich und für den Zivildienst. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zur Frau Abgeordneten Königsberger. – Auch zum Asyl möchte ich eine klare Aussage treffen, und ich sage Ihnen das ganz offen und direkt: Ich halte es für unchristlich, dass bei meist jungen Leuten die Hoffnung erweckt wird, in Österreich leben zu können, wenn der Asylantrag dann nach Jahren abgewiesen ist. Das heißt, sie verbringen die besten Jahre ihres Lebens meistens in Notquartieren, um dann doch wieder zurückgehen zu müssen. Da halte ich es für ehrlicher, offener und direkter, die Situation rasch zu klären und den Betroffenen – neun von zehn müssen derzeit wieder zurück – zu helfen, damit sie wieder zurück können. Das halte ich für christlich, und das ist meine persönliche Meinung dazu. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Krainer: Kapeller heißt der Kollege!
Liebe Frau Abgeordnete Weinzinger! Die Asylgeschichte ist so, wie es der vormalige Beamte im Asylbereich, der Herr Abgeordnete, gesagt hat: Das Gesetz macht große Sorgen und Probleme in der Vollziehung. (Abg. Krainer: Kapeller heißt der Kollege!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Man kann in Österreich zwei bis drei Asylverfahren gleichzeitig führen; das ist die derzeit gesetzliche Lage, und niemand darf das abstellen. Wenn man, wenn das Asylverfahren für den Betroffenen negativ ausgeht, mit einem neuen Verfahren beginnen kann und die Behörde wieder untersuchen muss, dann ist das ein Erschwernis, das verlängert, hinauszieht und gerade jene begünstigt, Frau Abgeordnete, die genau diese Situation des Gesetzes ausnützen, und jenen, die Asyl brauchen, dieses länger verwehrt, weil unsere Behörden mit diesen Fällen gebunden sind. Deshalb brauchen wir ein neues, schnell funktionierendes Asylrecht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Parnigoni.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich möchte mich auch im Namen meiner Mitarbeiter im Ressort gegen den Vorwurf verwahren, dass irgendwer in Österreich Straßenkinder produziert. Das Gegenteil ist der Fall! Wir haben die Voraussetzung dafür geschaffen, dass Menschen, die auf der Straße sind, betreut werden und wieder zurückgehen können. Diese Menschen werden also betreut, und das wird von meinen Beamtinnen und Beamten – danke für den Hinweis, Herr Abgeordneter, ich werde mich gerne an diese Sprachregelung halten – gemacht. Das ist die Änderung, die wir durchgeführt haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Krainer: Das war eine Frage!
Ich fordere Sie auf, Herr Abgeordneter: Entweder Sie beweisen diese Ungeheuerlichkeit – oder Sie ziehen diese vor dem Hohen Haus zurück! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Krainer: Das war eine Frage!)
Beifall bei der ÖVP.
Der Grenzdienst der Gendarmerie ist professionell aufgebaut und leistet gemeinsam mit dem Bundesheer und mit dem Zoll hervorragende Arbeit. Insgesamt sind im Grenzdienst der Gendarmerie etwa 3 000 Männer und Frauen zur Sicherung der 1 460 Kilometer langen, derzeit noch EU-Außengrenze zu Tschechien, der Slowakei und Ungarn eingesetzt, wofür ich ihnen von dieser Stelle aus im Namen der Bevölkerung sehr herzlich danken möchte. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die klügste Problemlösung für Wirtschaftsflüchtlinge ist zweifellos die Unterstützung vor Ort, um dadurch für Stabilität zu sorgen – in der Problemregion auf der einen Seite, aber andererseits auch als Beitrag für die österreichische Sicherheit. Österreich ist ein sicheres Land und wird es unter Bundesminister Dr. Ernst Strasser auch in Zukunft bleiben! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Nun entnehme ich der heutigen Zeitung, dass insgesamt zwölf Betroffene den Deutschkurs abgeschlossen haben, dass 200 in Schulung waren und dass es im Jahr 2003 eine Bedarfsschätzung von zirka 20 000 bis 30 000 gegeben hat. Daher bin ich dafür, dass man diesem Kollegen einen Orden verleiht, Herr Präsident! Jemand, der so etwas gesagt, beschlossen und daran mitgewirkt hat, ist in dieser Republik wirklich „ordensverdächtig“. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich weiß nicht, ob Sie sich der Relevanz dieser Aussage bewusst sind, aber ich möchte schon darauf aufmerksam machen: Der Schutz einer Bevölkerungsgruppe, die es nötig hat, in diesem Land geschützt zu werden, ist etwas anderes als die Mittel, die für die Subvention von Infrastruktur, von Gemeinden und von Förderungen einer Gruppe zur Verfügung stehen. Das ist eine sehr fragwürdige Argumentation. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Lunacek.
Da muss man im Interesse der Sicherheit im Land sehr, sehr aufpassen, und ich bitte Sie, darauf Acht zu geben. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Lunacek.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Bei der letzten Zivildienstgesetz-Novelle war ich noch nicht hier im Haus, aber ich erinnere mich sehr deutlich an die Kritik von Seiten der Opposition. Mittlerweile gibt es eine sehr große Akzeptanz und Zufriedenheit nicht nur bei den Zivildienern, sondern auch bei den Trägerorganisationen. Es gab im Jahr 2002 einen Zuweisungsrekord von Zivildienern und trotzdem eine jährliche Einsparung von 1,3 Millionen €. Das nenne ich ein sehr erfolgreiche Novelle! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Eigene Erfahrungen aus meinem Bezirk Hartberg bestätigen, dass fast jeder Zivildiener während seiner Dienstzeit ein soziales Bewusstsein entfaltet, das diesen Zivildiener auch in Zukunft mit freiwilliger Hilfeleistung sehr oft an seine ehemalige Dienststelle bindet. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Das glaube ich auch! – Gegenruf bei der ÖVP: Das ist aber auch sehr wichtig!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident ! Herr Minister! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Minister Strasser hat gemeint, es wären noch nie so viele Polizisten und Gendarmen auf der Straße gewesen. – Ich glaube viel eher, dass noch nie so viele Polizisten und Gendarmen Mitglied des ÖAAB waren wie in den letzten drei Jahren. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Das glaube ich auch! – Gegenruf bei der ÖVP: Das ist aber auch sehr wichtig!) – Das mag sein; das können Sie auf einer Versammlung des ÖAAB sagen, aber das hat im Hohen Haus wohl nichts verloren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Kapeller: ... von der FSG vertrieben!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Kapeller: ... von der FSG vertrieben!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident ! Herr Minister! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Minister Strasser hat gemeint, es wären noch nie so viele Polizisten und Gendarmen auf der Straße gewesen. – Ich glaube viel eher, dass noch nie so viele Polizisten und Gendarmen Mitglied des ÖAAB waren wie in den letzten drei Jahren. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Das glaube ich auch! – Gegenruf bei der ÖVP: Das ist aber auch sehr wichtig!) – Das mag sein; das können Sie auf einer Versammlung des ÖAAB sagen, aber das hat im Hohen Haus wohl nichts verloren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Kapeller: ... von der FSG vertrieben!)
Abg. Neugebauer: Er heißt Miedl! Legasthenische Fehlleistung!
Alles mit der Ruhe! Es kommt noch Kollege Meidl dran (Abg. Neugebauer: Er heißt Miedl! Legasthenische Fehlleistung!), der dann wieder ein paar Rauchbomben und ein paar Blendgranaten werfen kann. Das ist alles kein Problem.
Abg. Wittauer: Von der Gesetzeslage aus!
Herr Minister Strasser, Sie haben im Budgetausschuss die Mitglieder des UBAS hart kritisiert und haben sinngemäß gemeint, diese würden Asylverfahren nicht beenden, entscheiden und abschließen, sondern sie würden Akten sammeln. Das ist an und für sich ein Verhalten, das ich von Ihnen gar nicht kenne, denn normalerweise kenne ich Sie so, dass Sie Ihre Beamten verteidigen und nicht ungerechtfertigterweise angreifen. (Abg. Wittauer: Von der Gesetzeslage aus!)
Abg. Kößl: Machen wir ein neues Asylgesetz!
Besonders muss man Folgendes beachten, wenn man sich ein bisschen mit dem UBAS beschäftigt: Er ist für zirka 5 000 Fälle pro Jahr gegründet worden, aber es gibt wesentlich mehr als 5 000 Fälle pro Jahr, die dort zu erledigen sind. (Abg. Kößl: Machen wir ein neues Asylgesetz!) Der UBAS ist nicht irgendwo im luftleeren Raum, sondern er ist als zweite Instanz in einem Drei-Instanzen-Zug eingebettet. Das heißt, er ist abhängig von der Entscheidung, von der Qualität der Entscheidung vor allem der ersten Instanz. Das Gesetz schreibt nirgends vor ... (Abg. Kößl: Ich gebe Ihnen Recht! Wir brauchen ein neues Asylgesetz!)
Abg. Kößl: Ich gebe Ihnen Recht! Wir brauchen ein neues Asylgesetz!
Besonders muss man Folgendes beachten, wenn man sich ein bisschen mit dem UBAS beschäftigt: Er ist für zirka 5 000 Fälle pro Jahr gegründet worden, aber es gibt wesentlich mehr als 5 000 Fälle pro Jahr, die dort zu erledigen sind. (Abg. Kößl: Machen wir ein neues Asylgesetz!) Der UBAS ist nicht irgendwo im luftleeren Raum, sondern er ist als zweite Instanz in einem Drei-Instanzen-Zug eingebettet. Das heißt, er ist abhängig von der Entscheidung, von der Qualität der Entscheidung vor allem der ersten Instanz. Das Gesetz schreibt nirgends vor ... (Abg. Kößl: Ich gebe Ihnen Recht! Wir brauchen ein neues Asylgesetz!)
Bundesminister Dr. Strasser: Das gibt es nicht mehr!
Bitte hören Sie auf mit dem Gesetz! Im Gesetz wird nicht verlangt, dass Sie als Asylwerber acht Monate lang warten müssen (Bundesminister Dr. Strasser: Das gibt es nicht mehr!), bis Sie zu einer Ersteinvernahme kommen. Sie können auch schon nach dem jetzigen Gesetz nach drei Tagen einvernommen werden! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kößl: Aber bei 37 000 ist das nicht möglich, Herr Kollege!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kößl: Aber bei 37 000 ist das nicht möglich, Herr Kollege!
Bitte hören Sie auf mit dem Gesetz! Im Gesetz wird nicht verlangt, dass Sie als Asylwerber acht Monate lang warten müssen (Bundesminister Dr. Strasser: Das gibt es nicht mehr!), bis Sie zu einer Ersteinvernahme kommen. Sie können auch schon nach dem jetzigen Gesetz nach drei Tagen einvernommen werden! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kößl: Aber bei 37 000 ist das nicht möglich, Herr Kollege!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kößl: Wir brauchen ein neues Asylgesetz!
Das Zweite ist, dass wir in der dritten Instanz – und daran muss sich auch der UBAS halten – in der Regel den Verwaltungsgerichtshof haben, der sehr strenge Maßstäbe an die Qualität der Verfahren, die der UBAS zu führen hat, anlegt. In Wirklichkeit macht der UBAS in einer Reihe von Verfahren die Arbeit der ersten Instanz. Deswegen hat er auch einen relativ großen Rückstau, aber das Ärgste ist – was ich in der Zwischenzeit gehört habe –, dass der Rückstau im UBAS zwar groß ist, aber dass der Rückstau in der ersten Instanz, die Ihnen direkt unterstellt ist, noch größer ist als jener des UBAS. Wo ist da Ihre Kritik an dem Aktensammeln in der ersten Instanz? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kößl: Wir brauchen ein neues Asylgesetz!)
Abg. Wittauer: Die bewusste Verzögerung des Asylverfahrens ist das Problem! – Ruf bei der SPÖ: Wer verzögert es denn?
Zum Punkt Integration. (Abg. Wittauer: Die bewusste Verzögerung des Asylverfahrens ist das Problem! – Ruf bei der SPÖ: Wer verzögert es denn?) Da habe ich immer den Eindruck, Ihr Symbol für die Integrationspolitik ist ein Feigenblatt. Das haben Sie gestern wieder einmal bewiesen, als Sie ein Informationszentrum für Integration eröffnet haben.
Abg. Kößl: Wie viele gibt es denn?
Liebe KollegInnen! Kennen Sie eigentlich schon die Öffnungszeiten dieses so genannten Informationszentrums? – Montag und Donnerstag, nicht Montag bis Donnerstag, sondern Montag und Donnerstag von 8 bis 11 Uhr. Dieses Integrationsbüro ist ein „tolles“ Service für Zuwanderer. 8 bis 11 Uhr natürlich am Vormittag, nicht bis 23 Uhr! (Abg. Kößl: Wie viele gibt es denn?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kößl: Populismus pur, lieber Freund!
Wenn jemand dort hingehen will, muss er sich eben einen Tag frei nehmen! Warum gerade der Montag und der Donnerstag ausgesucht wurden, weiß ich nicht. Vielleicht hat es etwas damit zu tun, dass Montag und Donnerstag jene Wochentage sind, auf die sehr oft Feiertage fallen. Vielleicht ist das der Hintergrund, aber vielleicht können Sie, Herr Minister, das noch aufklären! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kößl: Populismus pur, lieber Freund!)
Abg. Wittauer: Das merkt man bei den Taxifahrern!
Ich muss hinzufügen: Die Stadt Wien hat durch ihre Sprachoffensive 25 000 Menschen die deutsche Sprache beigebracht. (Abg. Wittauer: Das merkt man bei den Taxifahrern!) Daran sieht man, dass der Zwang, den Sie hier ausüben, nichts bewirkt. Wesentlich in der Integrationspolitik ist das Vertrauen, das Vertrauen der Menschen, die zuwandern, sowie gegenseitiges Aufeinander-Zukommen – und nicht der erhobene Zeigefinger. Das sind zwei ganz unterschiedliche Sachen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich muss hinzufügen: Die Stadt Wien hat durch ihre Sprachoffensive 25 000 Menschen die deutsche Sprache beigebracht. (Abg. Wittauer: Das merkt man bei den Taxifahrern!) Daran sieht man, dass der Zwang, den Sie hier ausüben, nichts bewirkt. Wesentlich in der Integrationspolitik ist das Vertrauen, das Vertrauen der Menschen, die zuwandern, sowie gegenseitiges Aufeinander-Zukommen – und nicht der erhobene Zeigefinger. Das sind zwei ganz unterschiedliche Sachen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Sie können eh schon aufhören!
Ich wundere mich, dass das rote Lämpchen nicht blinkt. Habe ich erst so kurz geredet? (Abg. Dr. Brinek: Sie können eh schon aufhören!)
Rufe bei der ÖVP: Geh!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (fortsetzend): Ein kurzer Satz noch zum Zivildienst. Das Problem der Zivildiener ist, dass sie sich für den Zivildienst verschulden müssen, und zwar ganz gehörig. (Rufe bei der ÖVP: Geh!) Das ist so! Dann haben Sie in den letzten drei Jahren mit keinem Zivildiener geredet. (Abg. Ing. Kapeller: Doch!) Erkundigen Sie sich einmal bei den Zivildienern! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Kapeller: Doch!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (fortsetzend): Ein kurzer Satz noch zum Zivildienst. Das Problem der Zivildiener ist, dass sie sich für den Zivildienst verschulden müssen, und zwar ganz gehörig. (Rufe bei der ÖVP: Geh!) Das ist so! Dann haben Sie in den letzten drei Jahren mit keinem Zivildiener geredet. (Abg. Ing. Kapeller: Doch!) Erkundigen Sie sich einmal bei den Zivildienern! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (fortsetzend): Ein kurzer Satz noch zum Zivildienst. Das Problem der Zivildiener ist, dass sie sich für den Zivildienst verschulden müssen, und zwar ganz gehörig. (Rufe bei der ÖVP: Geh!) Das ist so! Dann haben Sie in den letzten drei Jahren mit keinem Zivildiener geredet. (Abg. Ing. Kapeller: Doch!) Erkundigen Sie sich einmal bei den Zivildienern! (Beifall bei der SPÖ.)
Bundesminister Dr. Strasser: Überhaupt!
Herr Minister, zum Abschluss noch kurz: Das Budget ist ein Zahlenwerk. Ihren Umgang mit Zahlen haben Sie heute gezeigt, indem Sie diese immer in einer Art und Weise deuten, die mir ein Rätsel ist. Ich habe den 30. April noch sehr gut in Erinnerung, als wir im Hauptausschuss die Niederlassungsverordnung besprochen und Sie gemeint haben, Österreich hätte die höchste Quote für Familienzusammenführung seit Jahrzehnten. (Bundesminister Dr. Strasser: Überhaupt!) Diese Quote gibt es aber seit Jahrzehnten gar nicht. Ich habe Ihnen schon damals gesagt, dass das nicht stimmt, sondern dass diese Quote 1995/96 doppelt so hoch war wie heute.
Abg. Ing. Kapeller: Vice versa auch!
Unser Vertrauen in Ihre Zahleninterpretationen ist sehr gering (Abg. Ing. Kapeller: Vice versa auch!), insofern werden wir natürlich auch diesem Budget nicht zustimmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Unser Vertrauen in Ihre Zahleninterpretationen ist sehr gering (Abg. Ing. Kapeller: Vice versa auch!), insofern werden wir natürlich auch diesem Budget nicht zustimmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: Sie haben nicht reformiert! – Abg. Parnigoni: Auf das alles sind Sie stolz?!
mer: Das heißt aber noch nichts Gutes!), zum Beispiel die Zivildienstreform. Wir haben das Vereinsrecht reformiert, das Sicherheitspolizeigesetz reformiert, den Integrationsvertrag geschaffen, die Verkehrsämter ausgegliedert, die Zulassungsstellen reformiert. (Abg. Mag. Wurm: Sie haben nicht reformiert! – Abg. Parnigoni: Auf das alles sind Sie stolz?!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Wo?
Herr Kollege Parnigoni, ich habe Ihnen vorhin sehr aufmerksam zugehört. Wir stehen vor der größten Herausforderung und vor der größten Reform, die die Exekutive seit dem Krieg erlebt hat. Wissen Sie, wieso das möglich ist? Weil es viele Polizisten, Gendarmen und Exekutivkräfte gibt, die das unterstützen, und weil es einen Minister gibt, der sich das traut. Dafür sind wir dankbar. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Wo?)
Abg. Ing. Kapeller: Stillstand!
Herr Kollege Parnigoni, ich werde Ihnen etwas sagen: Ich habe die Zeit der SPÖ-Innenminister erlebt. 30 Jahre lang ist nicht eine Reform angegangen worden! Das Rad ist gestanden, nichts ist geschehen. (Abg. Ing. Kapeller: Stillstand!) Ich habe mir damals als Polizist immer gedacht: Was tun die Herrschaften hier im Hohen Haus? Da gibt es doch Dinge, die anzupacken wären. Es ist nichts geschehen, und ich kann Ihnen ganz genau erklären, was ich meine. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim. – Abg. Kößl: Jarolim! Du verstehst das nicht!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim. – Abg. Kößl: Jarolim! Du verstehst das nicht!
Herr Kollege Parnigoni, ich werde Ihnen etwas sagen: Ich habe die Zeit der SPÖ-Innenminister erlebt. 30 Jahre lang ist nicht eine Reform angegangen worden! Das Rad ist gestanden, nichts ist geschehen. (Abg. Ing. Kapeller: Stillstand!) Ich habe mir damals als Polizist immer gedacht: Was tun die Herrschaften hier im Hohen Haus? Da gibt es doch Dinge, die anzupacken wären. Es ist nichts geschehen, und ich kann Ihnen ganz genau erklären, was ich meine. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim. – Abg. Kößl: Jarolim! Du verstehst das nicht!)
Abg. Dr. Jarolim: Wir werden zum Gespött in Europa! – Abg. Kößl – in Richtung des Abg. Dr. Jarolim –: So ein Schwachsinn!
Das, worüber ich enttäuscht bin, ist das, was vor allem die SPÖ bei der heutigen Diskussion bewegt, nämlich dass das, was da an Substanz gekommen ist, gleich null ist. Jetzt werde ich Ihnen ein paar Dinge sagen. Wir haben heute über die Kriminalitätsstatistik mit dem Kriminalitätsbericht diskutiert. Wir haben über das Asylsrecht diskutiert, wir haben in Ansätzen über die Reform des Asylrechts diskutiert. Aber worum es wirklich geht, um welche weltbewegenden Dinge es da gehen muss, diese Dimension haben Sie, Herr Kollege Parnigoni, in Wirklichkeit nicht zur Gänze gesehen! (Abg. Dr. Jarolim: Wir werden zum Gespött in Europa! – Abg. Kößl – in Richtung des Abg. Dr. Jarolim –: So ein Schwachsinn!)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Jarolim, Sie widersprechen sich ohnedies andauernd. Ich war Zeuge im Justizausschuss, als Sie gegenüber dem Justizminister angeprangert haben, dass wir in Österreich jeden hinter Schloss und Riegel setzen. – Jetzt höre ich – ich glaubte, meinen Ohren nicht zu trauen –, wie derselbe Kollege Jarolim als Justizsprecher auftaucht und sagt, dass wir auf ganzer Linie versagen, weil wir viel zu wenige Leute einsperren. Herr Kollege Jarolim, das ist Ihre Politik! Sie sind erkannt – und ich habe Sie schon längst durchschaut, Herr Kollege! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Jarolim und Mag. Wurm.
Erster Punkt: Kriminalität ist städtisch. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Jarolim und Mag. Wurm.) – Hören Sie mir zu! Sie können da noch etwas lernen, Herr Kollege Jarolim. Das wissen Sie nämlich nicht.
Abg. Mag. Wurm: Ja, ja! – Heiterkeit bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich hätte so gerne mehr Redezeit, weil ich gerne zum Herrn Kollegen Pendl etwas sagen möchte. Ich möchte zur Frau Kollegin Wurm so gerne etwas sagen, weil Sie, Frau Kollegin, sehr engagiert, wirklich engagiert sind, nur: Sie liegen meistens in Sicherheitsfragen daneben. (Abg. Mag. Wurm: Ja, ja! – Heiterkeit bei der ÖVP.) Da kennen Sie sich wirklich nicht aus. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich hätte so gerne mehr Redezeit, weil ich gerne zum Herrn Kollegen Pendl etwas sagen möchte. Ich möchte zur Frau Kollegin Wurm so gerne etwas sagen, weil Sie, Frau Kollegin, sehr engagiert, wirklich engagiert sind, nur: Sie liegen meistens in Sicherheitsfragen daneben. (Abg. Mag. Wurm: Ja, ja! – Heiterkeit bei der ÖVP.) Da kennen Sie sich wirklich nicht aus. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Herr Kollege Maier, Folgendes zum Schluss: Ich war wirklich betroffen, als sich Kollege Maier hier herstellte und von einer Geheimdienstgeschichte erzählt hat. Ich dachte, das darf doch nicht wahr sein: ein Abgeordneter, der vom Minister verfolgt wird! Ich hörte sehr aufmerksam zu, schaute auf die Mimik des Ministers und merkte, wie sich dieser ärgerte. Dann schaute ich auf Ihre Mimik, Herr Kollege, als Sie vom Rednerpult weggingen. Sie haben gelacht und gezwinkert. Da habe ich gewusst: Das ist heiße Luft, die Sie herausgelassen haben. (Heiterkeit bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Kollege Maier: Sie haben mich als Verbündeten, wenn es darum geht, dass wir Abgeordnete unsere Rechte verteidigen und vertreten. Aber: Fürs Schmähführen bin ich nicht – und das ist in diesem Haus bei der Sicherheitsdiskussion geschehen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Wurm: Die österreichische Exekutive hat Sie nicht verdient!
Da hätte ich mir mehr Substanz und mehr Inhalt erwartet – auch von Ihnen, Herr Kollege Maier. Mir tut das Leid, aber: Die österreichische Exekutive ist besser als die Opposition hier im Haus. (Abg. Mag. Wurm: Die österreichische Exekutive hat Sie nicht verdient!) – Ich danke Ihnen sehr für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Da hätte ich mir mehr Substanz und mehr Inhalt erwartet – auch von Ihnen, Herr Kollege Maier. Mir tut das Leid, aber: Die österreichische Exekutive ist besser als die Opposition hier im Haus. (Abg. Mag. Wurm: Die österreichische Exekutive hat Sie nicht verdient!) – Ich danke Ihnen sehr für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Kößl: Das gibt’s nicht!
Ich berichtige ihn tatsächlich: Ich habe die Dimension zur Gänze erfasst! (Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Kößl: Das gibt’s nicht!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es gibt in Österreich um 100 000 Delikte in drei Jahren mehr und eine Aufklärungsquote, die von 51,4 auf knapp 40 Prozent gesunken ist. – Das ist Faktum! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Was die Betreuung und Information des Parlaments durch Vertretungsbehörden im Ausland, und zwar auch im internationalen und multilateralen Bereich, betrifft, so muss ich sagen: Das hat sehr gut funktioniert, wofür ich mich bei Ihnen und den Mitarbeitern bedanken möchte. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf bei der ÖVP
Die Vereinigten Staaten gehen in Zentral- und Osteuropa (Zwischenruf bei der ÖVP) – warten Sie einmal ab! – mit ihren Begehren hausieren, durch bilaterale Abkommen Personen der Vereinigten Staaten von der Jurisdiktion des Internationalen Strafgerichtshofes auszunehmen. Da wird auf Staaten viel Druck ausgeübt, da werden finanzielle Mittel eingesetzt und vieles andere mehr, und manche Länder in Südosteuropa müssen nachgeben, weil sie es sich einfach nicht leisten können, dass wirtschaftliche Projekte bei ihnen eventuell in Frage gestellt werden. Rumänien, Georgien und Albanien haben deshalb schon unterzeichnet, Albanien hat noch nicht ratifiziert, und die Unterzeichnung von Mazedonien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Montenegro wird gerade behandelt.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
In diesem Punkt ist Europa gefordert! Es ist notwendig, dass die EU diesen Ländern hilft, dass sie sich diesem Druck nicht aussetzen müssen. Da ist es auch erforderlich, dass Länder wie Österreich, die eine Rolle in dieser Region spielen wollten, ihre Stimme gegen die Aushöhlung des Internationalen Strafgerichtshofes und gegen den Versuch, es sich mit Geld in der internationalen Politik und im internationalen Recht zu richten, erheben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich stimme in einigen Punkten dem Kollegen Schieder zu. Ich möchte aber zunächst, was die Budgetzahlen anlangt, doch hervorheben, dass es gerade im Budgetansatz 2004 eine deutliche Erhöhung im Vergleich zu den Budgetansätzen 2003 und 2002 gibt. Das ist auf eine höhere Dotierung der Entwicklungshilfe zurückzuführen. Das haben wir uns alle im Hohen Hause gewünscht, und ich glaube, es ist auch zur Zufriedenheit aller Fraktionen hier im Hohen Haus, dass wir für die Entwicklungshilfe um 35 Prozent mehr im Jahr 2004 zur Verfügung stellen, als das im Jahr 2003 der Fall ist. Ich freue mich darüber! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Im Rahmen einer Budgetdebatte muss meines Erachtens aber auch Folgendes angesprochen werden: Wir haben gerade in der jüngsten Vergangenheit wieder einmal gesehen, dass die österreichischen Vertretungsbehörden und die österreichische Diplomatie als Dienstleister gefragt sind, und zwar besonders dann, wenn im Ausland etwas passiert und ein Bürger oder eine Bürgerin von der österreichischen Vertretung Hilfe braucht. Wir haben, was die zehn Geiseln in Algerien anlangt, gesehen, dass das Außenministerium da eine hervorragende Arbeit leisten kann, eine diskrete Arbeit und eine sehr wirksame Arbeit. Dass die zehn Geiseln nach 51 Tagen befreit wurden und unverletzt nach Österreich kommen konnten, war zum Großteil auch eine Wirkung, die das Außenamt mit den Diplomaten, mit der Sondermission erreicht hat. Ich bedanke mich bei Ihnen, Frau Bundesministerin, und bei allen Mitarbeitern des Außenamtes dafür! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Österreich gefordert ist, und sie wird diese Fragen auch zu unser aller Zufriedenheit lösen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Danken möchte ich aber auch all jenen, die im Zuge von Auslandsreisen, die wir im Rahmen des Parlaments machen, für die Kontakte zu den Abgeordneten sehr wichtige und auch sehr hilfreiche Arbeit leisten und sich bemühen, uns die Situation in den jeweiligen Ländern näher zu bringen und uns organisatorisch und inhaltlich zur Verfügung stehen. Diesen Dank ersuche ich Sie, Frau Ministerin, Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiterzuleiten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es ist natürlich schwer, zu akzeptieren, dass es auch beim Budgetkapitel Äußeres weitere Kürzungen geben wird, dass es, wie aus Ihren Antworten im Budgetausschuss klar geworden ist, auch im Außenministerium weitere Personaleinsparungen geben muss. Ich denke, das ist ein Prozess, der irgendwann ein Ende finden muss. Es muss wieder einen Anstieg in die andere Richtung geben, denn ich kann mir nicht vorstellen, wie Österreich in Zukunft in einer globalisierten Welt in diesem Bereich noch viel größere Aufgaben wird wahrnehmen können, wenn dieser Außenvertretung immer weniger finanzielles Gewicht beigemessen wird. Ich hoffe, dass es da in Zukunft eine Trendwende geben wird beziehungsweise: Es muss sie geben, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Ich habe nicht Drohungen geäußert!
Ich beginne mit dem Thema der EU-Erweiterung. Es ist ja zum Glück so, dass mittlerweile klar ist – und darüber freue ich mich sehr –, dass diese Bundesregierung nun keine Drohungen mehr ausspricht. Sie hat auch nicht angekündigt, und da denke ich besonders an die freiheitlichen Mitglieder der Bundesregierung, dass es bei der Ratifizierung Schwierigkeiten geben wird. Ich hoffe, ich werde es auch von Ihnen, Herr Kollege Scheibner, nicht hören. (Abg. Scheibner: Ich habe nicht Drohungen geäußert!) –
Abg. Scheibner schüttelt verneinend den Kopf.
Sie persönlich vielleicht nicht, aber andere Ihrer Fraktion. Tun Sie das jetzt nicht kleinreden, denn es gab diesbezüglich einen ziemlichen Aufruhr in der letzten Legislaturperiode. (Abg. Scheibner schüttelt verneinend den Kopf.) Schütteln Sie nicht den Kopf, denn Sie wissen genau, wovon ich rede. Vetodrohungen gegenüber Tschechien waren nicht wirklich eine tolle Sache für die österreichische Außenpolitik. (Abg. Scheibner: Drohungen gab es nicht!) Das war wirklich keine tolle Zeit, als von hier immer wieder Vetodrohungen ausgesprochen wurden. Deshalb bin ich sehr froh, dass es diese jetzt nicht mehr gibt, dass klar ist, dass diese Verträge auch im österreichischen Parlament von allen Abgeordneten – und ich hoffe, es werden wirklich alle 183 Abgeordnete sein – ratifiziert werden.
Abg. Scheibner: Drohungen gab es nicht!
Sie persönlich vielleicht nicht, aber andere Ihrer Fraktion. Tun Sie das jetzt nicht kleinreden, denn es gab diesbezüglich einen ziemlichen Aufruhr in der letzten Legislaturperiode. (Abg. Scheibner schüttelt verneinend den Kopf.) Schütteln Sie nicht den Kopf, denn Sie wissen genau, wovon ich rede. Vetodrohungen gegenüber Tschechien waren nicht wirklich eine tolle Sache für die österreichische Außenpolitik. (Abg. Scheibner: Drohungen gab es nicht!) Das war wirklich keine tolle Zeit, als von hier immer wieder Vetodrohungen ausgesprochen wurden. Deshalb bin ich sehr froh, dass es diese jetzt nicht mehr gibt, dass klar ist, dass diese Verträge auch im österreichischen Parlament von allen Abgeordneten – und ich hoffe, es werden wirklich alle 183 Abgeordnete sein – ratifiziert werden.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Frau Ministerin! Ich würde wirklich gerne von Ihnen eine Antwort auf diese Fragen haben. Ich würde wirklich gerne die Antwort auf die Frage wissen: Wird es dem Parlament zugeleitet werden, wird es noch beschlossen werden, oder werden wir darauf warten müssen, bis Tschechien der EU beigetreten ist? Wird es dann heißen: Es wird abgehakt, das gibt es nicht, für die Menschen, die in den Grenzregionen leben, wird es keine Möglichkeit geben, ihre Sprachkenntnisse oder Ähnliches im Rahmen eines solchen Abkommens zu verbessern!? Frau Ministerin, ich hoffe, dass Sie mir darauf eine Antwort geben werden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Das finde ich gut und schön und notwendig, aber da ist die Politik gefordert. Ich frage Sie daher, Frau Ministerin: Haben Sie Gespräche mit den dortigen österreichischen Vertretungen geführt? Das sind Koordinationsbüros – wir haben keine Botschaften in den Nachbarstaaten Ruanda und Uganda, aber diese beiden Nachbarstaaten sind Schwerpunktländer der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Ich denke, das ist notwendig, um einen Beitrag zur Friedenssicherung zu leisten. Es ist ohnehin äußerst schwierig, in dieser Region friedenspolitisch aktiv zu sein. Es ist sehr schwierig, es wird schwierig sein, aber ich denke (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), das wenige, was Österreich tun kann, sollten wir auch tun.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Kogler: Hoffentlich hat sie nicht den „Grasser-Virus“! Ein krasser Virus! – Heiterkeit.
Herr Präsident! Ich bin schon am Ende meines Beitrages und hoffe, dass die Frau Außenministerin meine Fragen auch tatsächlich beantworten wird. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Kogler: Hoffentlich hat sie nicht den „Grasser-Virus“! Ein krasser Virus! – Heiterkeit.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Leider gibt es dafür heute offenbar etwas wenig Interesse von Seiten der medialen Öffentlichkeit, sicher auch auf Grund der späten Stunde. Ich hoffe, wir schaffen es einmal – da müssen wir Klubobmänner uns auch ein bisschen an der Nase nehmen –, dieses wichtige Thema der Außenpolitik auch einmal zu einem etwas attraktiveren Zeitpunkt zu diskutieren! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Lunacek, Sie haben die EU und die Veto-Drohung erwähnt. – Wir sind der Meinung – und ich glaube, auch die gesamte österreichische Bundesregierung –, dass das Ziel der österreichischen Außenpolitik – nicht nur, aber auch und vielleicht besonders – die Vertretung der Interessen der Republik Österreich und seiner Bevölkerung nach außen ist: Egal, ob das jetzt innerhalb oder auch außerhalb der Europäischen Union ist. Das ist das Prinzip! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Lunacek: Sie wissen ganz genau, dass das so nicht stimmt! – Abg. Dr. Lichtenberger: Ihre Vorläuferpartei ...! Gehen wir einmal in der Geschichte zurück!
Und genauso – um Ihnen das nochmals zu erklären – haben wir unsere Europapolitik gesehen. Ich weiß schon, dass man uns da unterstellt hat, das sei eine Anti-Europapolitik. Aber ich kann Ihnen sagen: Die Freiheitliche Partei war schon für Europa, für das gemeinsame Europa, auch für die damalige Europäische Gemeinschaft, als es Ihre Partei (in Richtung Grüne) noch gar nicht gegeben hat! Damals waren alle anderen Parteien sehr, sehr skeptisch gegenüber diesem Gedanken eines geeinten, großen Europas auch als Friedensprojekt. (Abg. Mag. Lunacek: Sie wissen ganz genau, dass das so nicht stimmt! – Abg. Dr. Lichtenberger: Ihre Vorläuferpartei ...! Gehen wir einmal in der Geschichte zurück!)
Abg. Mag. Lunacek: Ihre, nicht unsere!
Und wenn Sie sagen: Veto-Drohungen!, dann ist das schon ein bisschen eine Widersprüchlichkeit. (Abg. Mag. Lunacek: Ihre, nicht unsere!) Sie haben uns jetzt vorgeworfen, dass wir damals mit Veto gedroht haben. – Aber entschuldigen Sie: Wenn man mitten in Verhandlungen ist, dann wird man wohl ein Maximum auch an Verhandlungsposition entwickeln müssen, um dann zum Schluss einen, wie ich hoffe, guten und tauglichen Kompromiss zusammenzubringen, von dem wir alle sagen können: Ja, dahinter können wir stehen! Nur so können wir ja auch das Vertrauen rechtfertigen, das die Bevölkerung – auch der kritische Teil der Bevölkerung – in unsere Vertretung gesetzt hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und wenn Sie sagen: Veto-Drohungen!, dann ist das schon ein bisschen eine Widersprüchlichkeit. (Abg. Mag. Lunacek: Ihre, nicht unsere!) Sie haben uns jetzt vorgeworfen, dass wir damals mit Veto gedroht haben. – Aber entschuldigen Sie: Wenn man mitten in Verhandlungen ist, dann wird man wohl ein Maximum auch an Verhandlungsposition entwickeln müssen, um dann zum Schluss einen, wie ich hoffe, guten und tauglichen Kompromiss zusammenzubringen, von dem wir alle sagen können: Ja, dahinter können wir stehen! Nur so können wir ja auch das Vertrauen rechtfertigen, das die Bevölkerung – auch der kritische Teil der Bevölkerung – in unsere Vertretung gesetzt hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Lunacek: Das stimmt nicht!
Wir sind einen anderen Weg gegangen und haben gesagt: Wir bringen keine dieser Fixgrenzen ein, sondern wir verhandeln bis zum Schluss. Wir haben uns nicht in allen, aber in vielen Bereichen durchgesetzt, etwa bei der Freizügigkeit mit den Übergangsfristen. Ich denke auch an den Melker Prozess und, wo ich auch noch hoffe, dass es ein Ergebnis geben wird, etwa mit der Tschechischen Republik, was die Beneš-Dekrete anlangt. Auch das ist ein Ergebnis dieser klaren, strikten, manchmal auch harten Verhandlungsposition. (Abg. Mag. Lunacek: Das stimmt nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Daher darf man nicht zulassen, dass in Brüssel eine Bürokratie versucht, von oben her zu dekretieren, was für die Menschen gut ist, und alles Mögliche zu reglementieren. Ich glaube, die Lösung der Kernaufgaben, die Unterstützung einer positiven Entwicklung einer europäischen Gesellschaft mit Rücksicht auf die Eigenheiten und die Vielfältigkeit der Länder in Europa, das ist gefragt. Und diese Probleme gilt es, zu beseitigen. Dabei können wir Österreicher, dabei kann die österreichische Außenpolitik durchaus einiges an historischen Erfahrungen mit einbringen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Lunacek: Da muss man aber auch mehr Mittel für diese Kontingente bereitstellen!
Viel sinnvoller wäre es doch, die stabilen Länder Afrikas zu unterstützen – und diese gibt es zweifelsohne –, damit sie eigene und funktionierende Peace-Keeping-Kontingente, Krisenbewältigungskapazitäten aufbauen können, die man dann in diesen Ländern einsetzen kann: durchaus mit Unterstützung Europas und der Vereinten Nationen. (Abg. Mag. Lunacek: Da muss man aber auch mehr Mittel für diese Kontingente bereitstellen!)
Abg. Mag. Lunacek: Dann schicken wir sie gar nicht!
Ich glaube, das ist ein schwieriger Ansatz, vielleicht auch nur ein mittel- bis langfristiger Ansatz, aber jedenfalls ein sinnvolleres Konzept, als wenn wir jetzt hier feiern, dass wir drei oder fünf Soldaten in eine Region entsenden, über die wir kaum Erfahrungen haben, nämlich sowohl bezüglich der dortigen Rahmenbedingungen als auch, was beispielsweise die klimatischen beziehungsweise sonstige Bedingungen anlangt. (Abg. Mag. Lunacek: Dann schicken wir sie gar nicht!)
Bundesministerin Dr. Ferrero-Waldner: Danke schön!
Zum Schluss noch einmal, was mir auch wichtig wäre, Frau Außenministerin – ich weiß, dass Sie da mit uns konform gehen, und ich möchte Ihnen wirklich gratulieren zu Ihrer Amtsführung (Bundesministerin Dr. Ferrero-Waldner: Danke schön!) und auch zur Auffassung eines Großteils Ihrer Beamten in Sachen Außenpolitik –: Was fehlt, ist eine Vernetzung aller außenpolitischen Aktivitäten im weiteren Sinn. Dabei geht es ja nicht nur um Agenden, die Ihr Ressort betreffen, sondern auch um solche, die beispielsweise das Wirtschaftsressort betreffen, ebenso natürlich auch andere Bereiche.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
zwar theoretisch auch darüber reden, internationale Märkte zu erschließen, aber manchen doch der Mut fehlt, in Gebiete zu gehen, in denen man einen Markt erst für die Zukunft erkennen kann. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Damit hoffe ich, dass wir uns über Grundsätze in der Außenpolitik noch ausführlicher unterhalten können – und dass wir auch wieder zu jenem nationalen Konsens zurückkommen, den es in Österreich einmal in der Außenpolitik gegeben hat, einem Konsens, der international zumeist üblich ist – und der sicherlich auch für unser Land sehr, sehr nützlich wäre. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
ich damit nach wie vor nicht glücklich. – Das zum ersten Punkt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich hoffe, dass es gelingen wird, diesbezüglich eine gesamtösterreichische Position in die Regierungskonferenz einzubringen. Das letzte Wort ist da jedenfalls noch nicht gesprochen; das hat sich ja auch gestern im Rat Allgemeine Angelegenheiten sehr klar herausgestellt. Es gibt eine Reihe von Staaten, die mit dieser Position nicht einverstanden sind, und es kann nicht sein, dass größere Länder in der Kommission mit 15 sind – 14 jedoch draußen bleiben! Das wäre sozusagen ein neuer „Sicherheitsrat“ – und das würde in der Europäischen Union sicherlich nicht funktionieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Dafür werden wir ebenfalls kämpfen, meine sehr geehrten Damen und Herren, und ich bitte auch da um Ihre Unterstützung! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Land, das diese Staaten sehr, sehr eng begleitet. (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Die Zeit ist nicht aus! Die Redezeit!
Ich danke sehr, ich weiß, meine Zeit ist aus, der Herr Klubobmann schaut mich schon an. (Abg. Mag. Molterer: Die Zeit ist nicht aus! Die Redezeit!) Ich werde jetzt einmal meine Rede beenden. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich danke sehr, ich weiß, meine Zeit ist aus, der Herr Klubobmann schaut mich schon an. (Abg. Mag. Molterer: Die Zeit ist nicht aus! Die Redezeit!) Ich werde jetzt einmal meine Rede beenden. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Es nützt uns nichts, wenn wir uns ständig erzählen, was wir selbst glauben. Wir müssen zum Schluss einen Kompromiss finden, und ich würde von der Außenministerin erwarten, dass sie mit so einem Ergebnis etwas behutsamer umgeht, als sofort zu sagen: Ich habe einen Wunsch, und der war immer schon anders, und der ist auch jetzt noch anders. Meiner war auch ein anderer, aber wir sollten verstehen, dass Politik etwas anderes ist. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sosehr es richtig ist, dass sich die Europäische Union darauf besinnt, Dinge etwa in der Rüstungsbeschaffung oder auch in der Rüstungsforschung gemeinsam zu tun, so sehr ist es richtig, deutlich zu machen, dass es nicht nur darum geht, Rüstung besser und konsistenter zu betreiben, sondern dass es auch darum geht, die Erfahrungen, die im Zusammenhang mit Konfliktprävention gemacht werden, systematisch zu bearbeiten und den Unionsinstanzen auch so zur Verfügung zu stellen. Ich lade Sie daher ein, für eine derartige Initiative, die Österreich sehr, sehr gut zu Gesicht stünde, aktiv zu werden. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich denke, dort ist noch etwas zu tun, und dafür wollte ich mich aussprechen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich meine, dass es unglaublich viel zu verlieren gibt, wenn wir diesen rotierenden Vorsitz aufgeben, nämlich unglaublich viel an Spürbarkeit von Europa für die Menschen quer durch Europa. Mir täte das aus diesem Grund, viel mehr als aus allen institutionellen Gründen, unheimlich Leid. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich denke, dass es sehr wohl Aufgabe der Politik ist, abseits des kleinsten gemeinsamen Kompromisses und des allerwinzigsten gemeinsamen Nenners noch für vernünftige und akzeptable Lösungen zu kämpfen und zu sorgen. Ich meine, dass es unter diesem Gesichtspunkt wichtig ist, dass wir das auch in diesem Punkt tun – wie ich hoffe auch mit großer Übereinstimmung zwischen den Fraktionen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Als Sprecherin für Entwicklungspolitik möchte ich aber ganz im Besonderen darauf eingehen, was aus meiner Sicht heute auch für die Entwicklungszusammenarbeit geradezu ein historischer Moment ist: Wir beschließen für das Jahr 2004 die höchste, jemals beschlossene Steigerung eines Entwicklungshilfebudgets; gemessen am Bruttoinlandsprodukt das höchste Budget für Entwicklungszusammenarbeit, das diese Republik jemals gesehen hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Halleluja!
Ich danke Bundesministerin Ferrero-Waldner, zum einen dafür, dass sie diese Mittel hart erkämpft hat. Was in diesem Punkt in den letzten Jahren geleistet wurde, Frau Bundesminister, verlangt die höchste Wertschätzung und den größten Dank im Sinne einer der wichtigsten Aufgaben, nämlich der Friedenserhaltung, die wir in der Außenpolitik überhaupt haben. – Danke, Frau Bundesminister! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Halleluja!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Diese Mittel sollen jetzt, zumal sie so stark ansteigen, auch professioneller verwaltet werden. Aus diesem Grund wird eine Agentur gegründet, die zwingend notwendig ist und über die wir uns bereits nächste Woche im zuständigen Unterausschuss ausführlicher unterhalten werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Hakl: 2000 ... höchste Budget aller Zeiten!
Frau Kollegin Hakl, dass das Budget für Entwicklungshilfe heuer höher ist, ist leider nur ein numerisches Phänomen. In Wirklichkeit sind wir prozentuell – und das ist wohl das, was zählt – zurückgefallen hinter einen Stand, den wir schon einmal erreicht hatten. (Abg. Mag. Hakl: 2000 ... höchste Budget aller Zeiten!) Auch Sie sollten wissen, dass es so etwas wie Änderungen in der Finanzwirtschaft gibt, die ab und zu zur Folge haben, dass die Zahlen nicht über Jahrhunderte gleich bleiben. Ich halte das für eine wichtige Erkenntnis, die Sie sich vielleicht einmal zu Eigen machen könnten. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Heinzl.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Heinzl.
Frau Kollegin Hakl, dass das Budget für Entwicklungshilfe heuer höher ist, ist leider nur ein numerisches Phänomen. In Wirklichkeit sind wir prozentuell – und das ist wohl das, was zählt – zurückgefallen hinter einen Stand, den wir schon einmal erreicht hatten. (Abg. Mag. Hakl: 2000 ... höchste Budget aller Zeiten!) Auch Sie sollten wissen, dass es so etwas wie Änderungen in der Finanzwirtschaft gibt, die ab und zu zur Folge haben, dass die Zahlen nicht über Jahrhunderte gleich bleiben. Ich halte das für eine wichtige Erkenntnis, die Sie sich vielleicht einmal zu Eigen machen könnten. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Heinzl.)
Beifall bei den Grünen. – Bundesministerin Dr. Ferrero-Waldner: Nicht alle!
Frau Ministerin! Wenn Sie das nur als Ausgangspunkt, als vorbereitende Sitzung für eine Regierungskonferenz sehen, befinden Sie sich wahrlich in schlechter Gesellschaft von solchen, die der europäischen Weiterentwicklung sehr negativ gegenüberstehen. Das war in Wirklichkeit unser Problem, dass nämlich gerade die Regierungsfraktionen jene waren, die uns das, was sie heute kritisieren, aufs Auge gedrückt haben, nämlich einen reinen Intergouvernementalismus in der Außenpolitik. Frau Ministerin, genau das war das Problem! Die Regierungsvertreter waren es – und nicht die Parlamentsabgeordneten –, die hier eine Weiterentwicklung gebremst haben. Das ist zur Kenntnis zu nehmen. (Beifall bei den Grünen. – Bundesministerin Dr. Ferrero-Waldner: Nicht alle!)
Zwischenruf des Abg. Amon
Das ist für mich zum Beispiel die Frage, dass es aus meiner Sicht dringend notwendig ist, dass der Konvent weiter mandatiert wird, dass wir also als Konvent weiter die Möglichkeiten haben, über den dritten Teil zu beraten, und dass hier vor allem die Frage EURATOM einer gescheiten Lösung zugeführt werden kann. Frau Ministerin, ich erwarte mir von Ihnen, dass Sie sich gerade in dieser Frage profilieren (Zwischenruf des Abg. Amon), dass Sie in dieser Frage versuchen, auch schon in der Regierungskonferenz, die Weichen so zu stellen, dass wir eine gescheite Lösung für EURATOM finden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist für mich zum Beispiel die Frage, dass es aus meiner Sicht dringend notwendig ist, dass der Konvent weiter mandatiert wird, dass wir also als Konvent weiter die Möglichkeiten haben, über den dritten Teil zu beraten, und dass hier vor allem die Frage EURATOM einer gescheiten Lösung zugeführt werden kann. Frau Ministerin, ich erwarte mir von Ihnen, dass Sie sich gerade in dieser Frage profilieren (Zwischenruf des Abg. Amon), dass Sie in dieser Frage versuchen, auch schon in der Regierungskonferenz, die Weichen so zu stellen, dass wir eine gescheite Lösung für EURATOM finden. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Murauer: ... europäische Grüne finden! Die sind eh ...!
eines Vertrages, der im neuen Jahrtausend nichts mehr verloren hat. (Abg. Murauer: ... europäische Grüne finden! Die sind eh ...!)
Beifall bei den Grünen.
In diesem Zusammenhang sollte auch eine UNO-Mandatierung für Einsätze der Europäischen Union zwingend vorgesehen werden. Das würde uns für eine gemeinsame Entscheidung auch zum Beispiel mit den neutralen Ländern sehr viele Möglichkeiten schaffen. Hier müssen wir das noch mit vorsehen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das heißt, Frau Ministerin: Die nächste Regierungskonferenz und die nächsten Regierungskonferenzen sind mehr als zentral und wichtig. Unterstützen Sie hier den Konvent in seiner Arbeit, und versuchen Sie nicht, ausschließlich auf der innenpolitischen Bühne zu punkten! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Bossi!
Lange, bevor wir Freiheitlichen Veto-Drohungen ausgesprochen haben, ist das Ansehen Österreichs bereits beschädigt worden, nämlich durch einige maßgebliche Politiker in der Europäischen Union (Abg. Öllinger: Bossi!), die geglaubt haben, mit ihren Sanktionen gegen Österreich etwas zu bewirken. (Abg. Mag. Lunacek: Sie haben Ursache und Wirkung vertauscht!) Das war lange, bevor von unserer Seite die Veto-Drohung gekommen ist – von der ich ehrlich zugebe, dass sie nichts bewirkt hat. (Abg. Mag. Lunacek: Herr Scheibner hat zuerst das Gegenteil gesagt!) Unsere Veto-Drohungen haben genauso wenig bewirkt wie im Übrigen auch Ihre Politik, denn bei Temelín fährt man genauso – und da müssen Sie mir im Ergebnis Recht geben – über uns drüber wie bei den Beneš-Dekreten. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Wer fährt über Sie drüber?)
Abg. Mag. Lunacek: Sie haben Ursache und Wirkung vertauscht!
Lange, bevor wir Freiheitlichen Veto-Drohungen ausgesprochen haben, ist das Ansehen Österreichs bereits beschädigt worden, nämlich durch einige maßgebliche Politiker in der Europäischen Union (Abg. Öllinger: Bossi!), die geglaubt haben, mit ihren Sanktionen gegen Österreich etwas zu bewirken. (Abg. Mag. Lunacek: Sie haben Ursache und Wirkung vertauscht!) Das war lange, bevor von unserer Seite die Veto-Drohung gekommen ist – von der ich ehrlich zugebe, dass sie nichts bewirkt hat. (Abg. Mag. Lunacek: Herr Scheibner hat zuerst das Gegenteil gesagt!) Unsere Veto-Drohungen haben genauso wenig bewirkt wie im Übrigen auch Ihre Politik, denn bei Temelín fährt man genauso – und da müssen Sie mir im Ergebnis Recht geben – über uns drüber wie bei den Beneš-Dekreten. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Wer fährt über Sie drüber?)
Abg. Mag. Lunacek: Herr Scheibner hat zuerst das Gegenteil gesagt!
Lange, bevor wir Freiheitlichen Veto-Drohungen ausgesprochen haben, ist das Ansehen Österreichs bereits beschädigt worden, nämlich durch einige maßgebliche Politiker in der Europäischen Union (Abg. Öllinger: Bossi!), die geglaubt haben, mit ihren Sanktionen gegen Österreich etwas zu bewirken. (Abg. Mag. Lunacek: Sie haben Ursache und Wirkung vertauscht!) Das war lange, bevor von unserer Seite die Veto-Drohung gekommen ist – von der ich ehrlich zugebe, dass sie nichts bewirkt hat. (Abg. Mag. Lunacek: Herr Scheibner hat zuerst das Gegenteil gesagt!) Unsere Veto-Drohungen haben genauso wenig bewirkt wie im Übrigen auch Ihre Politik, denn bei Temelín fährt man genauso – und da müssen Sie mir im Ergebnis Recht geben – über uns drüber wie bei den Beneš-Dekreten. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Wer fährt über Sie drüber?)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Wer fährt über Sie drüber?
Lange, bevor wir Freiheitlichen Veto-Drohungen ausgesprochen haben, ist das Ansehen Österreichs bereits beschädigt worden, nämlich durch einige maßgebliche Politiker in der Europäischen Union (Abg. Öllinger: Bossi!), die geglaubt haben, mit ihren Sanktionen gegen Österreich etwas zu bewirken. (Abg. Mag. Lunacek: Sie haben Ursache und Wirkung vertauscht!) Das war lange, bevor von unserer Seite die Veto-Drohung gekommen ist – von der ich ehrlich zugebe, dass sie nichts bewirkt hat. (Abg. Mag. Lunacek: Herr Scheibner hat zuerst das Gegenteil gesagt!) Unsere Veto-Drohungen haben genauso wenig bewirkt wie im Übrigen auch Ihre Politik, denn bei Temelín fährt man genauso – und da müssen Sie mir im Ergebnis Recht geben – über uns drüber wie bei den Beneš-Dekreten. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Wer fährt über Sie drüber?)
Abg. Mag. Lunacek: Wir reden jetzt über das Budget 2003 ...!
Wie wichtig eine Außenpolitik ist, haben diese Sanktionen bewiesen. Österreich wurde vernadert. Die Täter sind bekannt, über diese brauchen wir heute nicht zu sprechen. (Abg. Mag. Lunacek: Wir reden jetzt über das Budget 2003 ...!) Außenpolitik bedeutet
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Lichtenberger: Dass sich die anderen blamieren, ist erfolgreiche Außenpolitik? – So ein Kleingeist!
in diesem Zusammenhang, dass sich dank Besonnenheit, klugen Vorgehens und vor allem einer versierten Außenpolitik unsererseits die Sanktionierer dabei blamiert haben. Das ist erfolgreiche Außenpolitik, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Lichtenberger: Dass sich die anderen blamieren, ist erfolgreiche Außenpolitik? – So ein Kleingeist!)
Abg. Großruck: Einen Teufel werde ich machen!
Gute Außenpolitik kann auch darin bestehen, dass man schweigt. Sie erinnern sich alle: Als der deutsche Außenminister Joschka Fischer nach der Aufhebung der Sanktionen – diesem blamablen Ergebnis für diejenigen, die die Sanktionen verhängt haben –, gefragt worden ist, ob er sich nicht vielleicht bei Österreich entschuldigen möchte, hat er nur gekrächzt (Abg. Großruck: Einen Teufel werde ich machen!): „Einen Teufel werde ich tun!“ – Da ist vernünftige Außenpolitik, gar nichts dazu zu sagen, denn diese Aussagen richten sich von selbst! (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.
Gute Außenpolitik kann auch darin bestehen, dass man schweigt. Sie erinnern sich alle: Als der deutsche Außenminister Joschka Fischer nach der Aufhebung der Sanktionen – diesem blamablen Ergebnis für diejenigen, die die Sanktionen verhängt haben –, gefragt worden ist, ob er sich nicht vielleicht bei Österreich entschuldigen möchte, hat er nur gekrächzt (Abg. Großruck: Einen Teufel werde ich machen!): „Einen Teufel werde ich tun!“ – Da ist vernünftige Außenpolitik, gar nichts dazu zu sagen, denn diese Aussagen richten sich von selbst! (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Alles in allem, meine sehr geehrten Damen und Herren: Am Ende dieses Integrationsprozesses sollten nicht – wie es ursprünglich, so habe ich den Eindruck, auch von Giscard d’Estaing gewollt wurde – die Vereinigten Staaten von Europa stehen, sondern am Ende dieses Integrationsprozesses und der Beschlussfassung über diesen Vertrag soll eine neue Form eines friedlichen, gleichberechtigten und vor allem auch fairen Miteinander der Nationalstaaten und deren Bevölkerung stehen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Großruck: Das hat der Vranitzky auch gemacht! Das haben die Sozialisten auch gemacht!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Hannes Bauer (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Frau Bundsministerin! Herr Klubobmann Scheibner hat beklagt, dass die Freiheitliche Partei so sehr ins Eck gedrängt hätte werden sollen oder wurde, was die Europapolitik betrifft. – Meine Damen und Herren von der FPÖ, Sie haben ja vieles dazu beigetragen! Sie haben zunächst einmal gegen den Beitritt zur Europäischen Union Stimmung gemacht und sich dann immer wieder sehr stark gegen die EU-Erweiterung ausgesprochen. (Abg. Großruck: Das hat der Vranitzky auch gemacht! Das haben die Sozialisten auch gemacht!) Wie würden Sie das nennen: eine sehr europafreundliche Politik oder eigentlich eine Anti-Europapolitik?
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, dass es in einem Ressort, das für Österreich außerordentlich große Bedeutung hat, auch wichtig ist, viel mehr längerfristige Perspektiven zu beachten. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Da die Aktion für die kriegsgeschädigten Kinder aus dem Irak – sie wurde heute nicht erwähnt – als Medienspektakel abgetan wurde und der Vorwurf kam, es würde nur dazu dienen, dass sich die Frau Ministerin in Szene setzen könne, möchte ich noch anmerken: Es sind die kleinen Aktionen, die kleinen österreichischen Aktionen im internationalen Rahmen, die beispielgebend und eigentlich eine Visitenkarte für unser Land sind! Wir sind zwar auf Grund unserer geringen Größe und Möglichkeiten eingeschränkt, aber solche Aktionen hinterlassen sehr positive Spuren! – Herzlichen Dank, Frau Bundesministerin! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der Grünen.
Eine dieser Spuren hat – das möchte ich Ihnen noch kurz mitteilen – die HTL in Steyr hinterlassen. Auf Grund persönlicher Verbindungen haben Schüler der HTL Steyr mit Direktor Reithuber im Kosovo, in einer Schule in Suva Reka neue Computer installiert. Alle Beteiligten, die Schüler und Lehrer unsererseits, aber auch die Schüler und Lehrer dort im Kosovo, sind positiv berührt und betroffen von dieser kleinen Aktion, welche vielleicht nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, jedenfalls aber eine Visitenkarte unseres Landes ist: Die Österreicher waren wieder da und haben geholfen, und zwar dort, wo Not war! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der Grünen.) Sie haben in Verbindung mit dem Außen-, dem Unterrichts- und dem Verteidi-
Abg. Dr. Lichtenberger: ... Metaphernentgleisung!
gungsministerium jenen Tropfen gesetzt, der den Stein bekanntlich durchaus höhlen kann. (Abg. Dr. Lichtenberger: ... Metaphernentgleisung!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die Außenpolitik Österreichs und der Frau Bundesministerin ist auf dem richtigen Weg, nämlich auf dem Weg, Österreich zu vertreten und zu repräsentieren. Das wurde immer wieder in bravouröser Weise gezeigt. Dazu braucht man die Politik der Mitte, Frau Bundesministerin, nicht zu verlassen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Insofern ist es also durchaus interessant, zu relevieren, inwieweit Ihre Reisetätigkeit mit humanitärer Hilfe zu vereinbaren ist. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Widerspruch des Abg. Dr. Niederwieser. – Rufe bei der SPÖ: Doch! – Abg. Dr. Lichtenberger: Ich bin Zeuge, er ist da!
Ich möchte aber schon auch meine Verwunderung zum Ausdruck bringen; Kollege Niederwieser ist jetzt nicht im Saal. (Widerspruch des Abg. Dr. Niederwieser. – Rufe bei der SPÖ: Doch! – Abg. Dr. Lichtenberger: Ich bin Zeuge, er ist da!) – Da sitzt er! Entschuldigung! Kollege Niederwieser hat gestern im Hauptausschuss etwas aus meiner Sicht Neues, Überraschendes und Merkwürdiges zum Ausdruck gebracht. Er hat nämlich in seiner zweiten Wortmeldung seiner Ungeduld Ausdruck verliehen und gesagt, dass ihm der ganze Prozess in Europa viel zu langsam gehe (Abg. Mag. Posch: Er ist ein Tiroler!), dass Europa viel zu sehr an den Nationalstaaten festhalte – und die Vereinigten Staaten es auf diese Weise niemals zu einem Staat gebracht hätten. (Abg. Dr. Niederwieser: ... „Weltmacht“ habe ich gesagt! – Abg. Dr. Lichtenberger: Genau zitieren, Frau Kollegin!)
Abg. Mag. Posch: Er ist ein Tiroler!
Ich möchte aber schon auch meine Verwunderung zum Ausdruck bringen; Kollege Niederwieser ist jetzt nicht im Saal. (Widerspruch des Abg. Dr. Niederwieser. – Rufe bei der SPÖ: Doch! – Abg. Dr. Lichtenberger: Ich bin Zeuge, er ist da!) – Da sitzt er! Entschuldigung! Kollege Niederwieser hat gestern im Hauptausschuss etwas aus meiner Sicht Neues, Überraschendes und Merkwürdiges zum Ausdruck gebracht. Er hat nämlich in seiner zweiten Wortmeldung seiner Ungeduld Ausdruck verliehen und gesagt, dass ihm der ganze Prozess in Europa viel zu langsam gehe (Abg. Mag. Posch: Er ist ein Tiroler!), dass Europa viel zu sehr an den Nationalstaaten festhalte – und die Vereinigten Staaten es auf diese Weise niemals zu einem Staat gebracht hätten. (Abg. Dr. Niederwieser: ... „Weltmacht“ habe ich gesagt! – Abg. Dr. Lichtenberger: Genau zitieren, Frau Kollegin!)
Abg. Dr. Niederwieser: ... „Weltmacht“ habe ich gesagt! – Abg. Dr. Lichtenberger: Genau zitieren, Frau Kollegin!
Ich möchte aber schon auch meine Verwunderung zum Ausdruck bringen; Kollege Niederwieser ist jetzt nicht im Saal. (Widerspruch des Abg. Dr. Niederwieser. – Rufe bei der SPÖ: Doch! – Abg. Dr. Lichtenberger: Ich bin Zeuge, er ist da!) – Da sitzt er! Entschuldigung! Kollege Niederwieser hat gestern im Hauptausschuss etwas aus meiner Sicht Neues, Überraschendes und Merkwürdiges zum Ausdruck gebracht. Er hat nämlich in seiner zweiten Wortmeldung seiner Ungeduld Ausdruck verliehen und gesagt, dass ihm der ganze Prozess in Europa viel zu langsam gehe (Abg. Mag. Posch: Er ist ein Tiroler!), dass Europa viel zu sehr an den Nationalstaaten festhalte – und die Vereinigten Staaten es auf diese Weise niemals zu einem Staat gebracht hätten. (Abg. Dr. Niederwieser: ... „Weltmacht“ habe ich gesagt! – Abg. Dr. Lichtenberger: Genau zitieren, Frau Kollegin!)
Abg. Großruck: In Amerika war ein blutiger Bürgerkrieg!
Herr Kollege Niederwieser, ich muss sagen: Das ist vielleicht Ihre Sicht oder die Sicht der SPÖ. Es ist auch entlarvend, da damit genau jener Weg hin zu einem Zentralstaat angesprochen wird, den wir nicht gehen wollen (Abg. Großruck: In Amerika war ein blutiger Bürgerkrieg!), hin zu einem Bundesstaat statt zu einem Staatenbund! Außerdem weiß ich nicht, ob das Ihre Wähler bei den kommenden Europawahlen – es ist zwar noch Zeit, aber doch – goutieren werden, dass Sie die Vereinigten Staaten von Europa haben wollen.
Abg. Dr. Lichtenberger: Für die Wasserrechte ist der Grasser der Gefährlichste! ...
Ein Wort noch zum Einstimmigkeitsprinzip: Aus unserer Sicht ist am Einstimmigkeitsprinzip in wesentlichen Fragen festzuhalten. Dies betrifft die Raumordnung, die Sicherheits- und Verteidigungspolitik, die Bodennutzung, den Justizbereich, aber vor allem – und das betone ich hier ganz ausdrücklich – die Wasserrechte. Sie wissen, wie sensibel die Diskussion rund um das Wasser ist und dass andernfalls nationale Interessen verletzt werden. Ich glaube, dass nationale Interessen vor alle anderen Interessen zu stellen sind (Abg. Dr. Lichtenberger: Für die Wasserrechte ist der Grasser der Gefährlichste! ...), und ersuche Sie, hart zu verhandeln und darum zu kämpfen, dass es in diesen Fragen beim Einstimmigkeitsprinzip bleibt.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abschließend ist noch zu sagen, dass es wichtig ist, dass das Ergebnis dann so aussieht, dass es die österreichische Bevölkerung positiv wahrnimmt, dass die österreichische Bevölkerung sich keinesfalls verraten fühlt und dass allen voran die österreichischen Interessen auch längerfristig und intensiv gewahrt bleiben, denn wir wissen noch nicht, was mit dem zweiten Erweiterungsschritt auf uns zukommt. Das wird sozusagen wieder ein neues Kapitel werden. – Herzlichen Dank. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich kann nur wiederholen: Budgets sind in Zahlen gegossene Politik. Die Höhe der Dotierung ist also ein Gradmesser für die Wertigkeit des jeweiligen Bereiches. Für die „Auslandskulturpolitik Neu“ sehe ich leider sehr wenig Entwicklungsmöglichkeiten. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Europäischen Union sind gelungen, sensible Situationen mit unseren Nachbarn wurden gut gelöst. Der Erweiterungsvertrag ist unterschrieben, die Interessen Österreichs wurden gut vertreten. Gratulation unserer Ministerin, Frau Dr. Ferrero-Waldner, und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich wünsche der Entwicklungszusammenarbeit viel Erfolg, weil das ein guter österreichischer Beitrag zur weltweiten Friedenspolitik ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Silhavy: Das ist aber interessant!
Zur Struktur des Budgets muss ich ganz ehrlich sagen, dass dieses Budget für mich persönlich eigentlich mehr Fragen aufwirft, als es Fragen beantwortet. Zum einen wissen wir ja, dass mit dem Jahre 2004 ein großer Teil der operativen Entwicklungszusammenarbeit in eine Agentur ausgelagert werden soll. Es wird da also eine Aufgabenverlagerung vom Ministerium in eine Agentur geben. Wenn ich mir aber das Budget für Öffentlichkeitsarbeit im EZA-Bereich beispielsweise anschaue, dann komme ich drauf, dass das Budget für Öffentlichkeitsarbeit im Bundesministerium im Jahre 2004 fast doppelt so hoch sein wird, wie es 2002 gewesen ist (Abg. Silhavy: Das ist aber interessant!) – und dass gleichzeitig das Budget für die NGOs, das von KommEnt verwaltet wird, um 0,5 Millionen € sinkt. (Widerspruch bei der ÖVP.)
Widerspruch bei der ÖVP.
Zur Struktur des Budgets muss ich ganz ehrlich sagen, dass dieses Budget für mich persönlich eigentlich mehr Fragen aufwirft, als es Fragen beantwortet. Zum einen wissen wir ja, dass mit dem Jahre 2004 ein großer Teil der operativen Entwicklungszusammenarbeit in eine Agentur ausgelagert werden soll. Es wird da also eine Aufgabenverlagerung vom Ministerium in eine Agentur geben. Wenn ich mir aber das Budget für Öffentlichkeitsarbeit im EZA-Bereich beispielsweise anschaue, dann komme ich drauf, dass das Budget für Öffentlichkeitsarbeit im Bundesministerium im Jahre 2004 fast doppelt so hoch sein wird, wie es 2002 gewesen ist (Abg. Silhavy: Das ist aber interessant!) – und dass gleichzeitig das Budget für die NGOs, das von KommEnt verwaltet wird, um 0,5 Millionen € sinkt. (Widerspruch bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Das verstehe ich nicht ganz, muss ich ehrlich gestehen: Einerseits werden Kompetenzen ausgelagert, andererseits wird innerhalb des Ministeriums dafür mehr Geld ausgegeben. Ich will jetzt wirklich sehr gut meinend nicht den Verdacht hegen, dass das irgendetwas mit den gleichzeitig stattfindenden Bundespräsidentenwahlen zu tun haben könnte. Ich will nicht meinen, dass da irgendein PR-Schub aus EZA-Mitteln gemacht werden soll, denn: Ein Schelm, der Böses denkt! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich würde mir sehr – so, wie das auch im Kulturbereich üblich ist – einen einmal jährlich erstellten Bericht wünschen, der die Geldflüsse genau aufschlüsselt und wodurch nachvollziehbar wird, wer wofür welches Geld bekommen hat. Ich denke mir, das wäre eine sehr demokratische Angelegenheit. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Großruck: Was ist „Horizont 3000“?
Andere Organisationen hingegen, die sehr gute Arbeit leisten, wie zum Beispiel die „Südwind Agentur“, wie zum Beispiel „HORIZONT 3000“, kommen im Budget gar nicht vor. (Abg. Großruck: Was ist „Horizont 3000“?) Jetzt ich weiß aber, dass diese öffentliche Gelder bekommen, also glaube ich auch, dass da doch etwas – sagen wir es so – schnoddrig gearbeitet worden ist.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Parlament entziehen – und das halte ich für einen demokratiepolitischen Rückschritt und für sehr bedauerlich. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordnete Carina Felzmann (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Stabilisierung und auch wirtschaftliche Konsolidierung der Demokratien in Südosteuropa ist ein Kernziel der Außenpolitik dieser Regierung. Dass diese Strategie intensiv verfolgt wird, spiegelt sich auch im Budget wider. Da zeigt sich, dass im Budget – gerade was die Förderung des Ostens betrifft, und zwar spreche ich jetzt die MOEL- sowie die NUS-Programme an – ein Betrag von 16,4 Millionen € definiert wurde. Und das bedeutet im Vergleich zum Jahre 2002 immerhin eine Steigerung von 60 Prozent. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Österreich ist Investor in all diesen Ländern und dabei sehr, sehr erfolgreich. Wir schaffen nicht nur dort Arbeitsplätze, sondern das spiegelt sich auch in Österreich wider. Faktum ist: Wir haben bisher gewonnen – und, so wie sich auch das Budget darstellt, sehen wir, dass die Strategie weiter in diese Richtung geht. Daher setze ich auf unsere nachhaltige Außenpolitik, vor allem auch, was Südosteuropa betrifft. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Sehr geehrte Frau Minister! Ich ersuche Sie, dass Sie sich dafür einsetzen, dass zumindest beim Budgetansatz „Entwicklungshilfe“ in Zukunft nicht mehr gespart wird, sondern auch aufgestockt wird. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Heinzl und Dr. Niederwieser.
Abgeordneter Johann Ledolter (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Verehrte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Dieses Doppelbudget, das hier zur Debatte steht, ist nicht nur ein ambitioniertes Zahlenwerk, sondern auch die Grundlage für eine sehr zukunftsorientierte und dynamische Außenpolitik. Im Gegensatz zum Kollegen Heinzl kann ich nicht erkennen, dass hier Mittelmaß Gegenstand der Diskussion wäre. Mir ist auch eine Außenpolitik lieber, lieber Kollege Heinzl, die sich nicht an dem orientiert, was Bruno Kreisky mit Terroristen und Sonstigen im Doppelpack gezeigt hat, sondern mir ist eine Außenpolitik viel lieber, wie sie von der Frau Bundesministerin in einer sehr kompetenten, sehr engagierten, sehr herzlichen und gewinnenden Art vertreten wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Heinzl und Dr. Niederwieser.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Ich meine, dass mit dieser in diesem Raum sehr notwendigen Initiative die Fortsetzung der bewährten Politik eines Außenministers Schüssel und eine Fortsetzung der Initiativen der OSZE-Vorsitzführung des Jahres 2000 verbunden ist, eine Fortführung des Gedankens „Wider Europe“ und damit natürlich auch die Partnerschaft für Europa. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) – Ich komme zum Schluss, Herr Präsident.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich unterstütze diese Politik sehr nachhaltig und wünsche der Frau Außenministerin, dass sie weiterhin auf diesem erfolgreichen Weg fortschreitet, im Interesse der Republik, im Interesse der Menschen dieses Landes. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Dann regen Sie sich wieder über die Kosten auf!
Abgeordnete Marianne Hagenhofer (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Ein unerlässliches Controlling-Instrument bei Dienstleistungsunternehmen ist die Bewertung der Kundenbeziehungen, und es wäre durchaus interessant, in Ihrem Ministerium, das über weite Strecken Dienstleistungen für Menschen erbringt, auch einmal so eine Bewertung durchführen zu lassen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dann regen Sie sich wieder über die Kosten auf!)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Bundesministerin! Es ist jedoch bis heute nichts in dieser Richtung geschehen, und ich bitte Sie daher – damit das nicht peinlich für Österreich wird –, da sozusagen Ihren Finger draufzulegen und entsprechend Druck zu machen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Gartlehner will nur 2 Minuten reden!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Ing. Gartlehner, falls er das Wort ergreifen will. – Er will, bitte. (Abg. Dr. Khol: Gartlehner will nur 2 Minuten reden!)
Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Khol.
Abgeordneter Ing. Kurt Gartlehner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Bundesministerin! Ich werde mich bemühen, den Intentionen des Herrn Präsidenten zu folgen und eine kurze Rede zu halten. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Khol.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne würde es mich freuen, sehr geehrte Frau Bundesministerin, wenn es in Zukunft mehrere dieser Wissenschaftsattachés aus Österreich in den einzelnen Industriestaaten außerhalb Europas geben könnte. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Niederwieser –: Mach das jetzt gründlich, bitte! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Schauen Sie, dass ja keine Redezeit übrig bleibt!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Niederwieser. – Bitte. (Abg. Dr. Khol – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Niederwieser –: Mach das jetzt gründlich, bitte! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Schauen Sie, dass ja keine Redezeit übrig bleibt!)
Zwischenrufe bei der SPÖ sowie Gegenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Drei kurze Anmerkungen; die erste betrifft Kollegen Ledolter. Kollege Johann Ledolter von der ÖVP hat es hier für notwendig befunden, von diesem Rednerpult aus die Außenpolitik Bruno Kreiskys auf ein paar Treffen mit Terroristen zu reduzieren. (Zwischenrufe bei der SPÖ sowie Gegenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Brosz: O ja, der Bartenstein!
Kollege Ledolter: Wer immer die Möglichkeit hatte, den Reden Bruno Kreiskys zu lauschen, etwa bei seinen Auftritten vor den Vereinten Nationen zum Thema Südtirol, oder von ihm über die großen Visionen zu hören, die Bruno Kreisky auch für den Nahen Osten hatte, der würde niemals so reden wie Sie! Für die Schuhe Bruno Kreiskys hat sich seither noch niemand gefunden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Brosz: O ja, der Bartenstein!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Mainoni: Das müssen Sie uns sagen! Schauen Sie sich einmal in den Spiegel! – Abg. Scheibner: Wer sagt das?
Ich verstehe aber, dass die Freiheitliche Partei mit ihrer teilweise provinziellen und nationalistischen Herangehensweise an das Thema Europa Probleme mit solchen Überlegungen haben wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Mainoni: Das müssen Sie uns sagen! Schauen Sie sich einmal in den Spiegel! – Abg. Scheibner: Wer sagt das?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Frauen und Männer in Südtirol sollen sich dessen gewiss sein, dass das österreichische Parlament das Thema Südtirol, dass wir die Südtirolerinnen und Südtiroler nicht vergessen haben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)