Eckdaten:
Für die 98. Sitzung der 21. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 615 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.
Und außerdem unterliege ich, wenn das Ergebnis vorliegt, der abgabenrechtlichen Geheimhaltung. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.)
Rufe bei den Freiheitlichen: Frage! – Abg. Mag. Prammer: Das war doch eine Frage! – Abg. Dr. Ofner: Hat der Pilz einen Sachwalter?
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine Frage, Herr Bundesminister: Haben Sie vor, dann, wenn ein Ergebnis dieser Untersuchung vorliegt, dieses Ergebnis an das Sanktionenkomitee der Vereinten Nationen weiterzuleiten? (Rufe bei den Freiheitlichen: Frage! – Abg. Mag. Prammer: Das war doch eine Frage! – Abg. Dr. Ofner: Hat der Pilz einen Sachwalter?)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Bundesminister! Da wir nicht nur Fragestunde haben, sondern heute auch Frühlingsbeginn ist, möchte ich eine Zusatzfrage stellen, während meine Kollegen an die Damen des Hauses einen Frühlingsgruß in Form von Blumen verteilen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Bundesminister! Wir dürfen davon ausgehen, dass diese Blumengrüße nicht aus dem Steuerzahlertopf zu refundieren sind. (Zwischenruf.) – Ich finde es ein bisschen eigenartig, wenn die Fragestunde für innerfraktionelle Belustigungen herangezogen wird.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Ich habe die Fragestellung nicht wirklich erkannt, sage aber noch einmal: Es ist einfach ein Faktum, dass wir allein in diesen zwei Jahren eine Größenordnung von 110 Millionen € pro Jahr an Zinsersparnis, und das dauerhaft für alle Zukunft, erreicht haben, weil wir den Vollzug besser zustande gebracht und den Haushalt konsolidiert haben. Wir haben diese Entlastung für den Steuerzahler erreicht, und das ist natürlich ein wichtiger Beitrag, um hier über eine nachhaltige Entlastung der Bevölkerung nachdenken zu können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie wissen, dass zurzeit ein Budgetprogramm im Bundeshaushaltsrecht verankert ist. Wir schlagen vor, dass man dieses Budgetprogramm durch einen integrierten Aufgaben- und Finanzplan ersetzt, der nicht nur die beabsichtigte budgetäre Entwicklung aufzeigt, sondern auch die politischen Prioritäten und ihre Finanzierung im Rahmen stabiler Staatsfinanzen klarlegt. Wir werden einen solchen Vorschlag auch ins Hohe Haus einbringen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Unruhe im Saal. – Abg. Kiss spricht, mit dem Rücken zu Bundesminister Mag. Grasser stehend, mit Abg. Kopf.
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! In Summe geht es um eine Entlastung in der Größenordnung von 18 Milliarden €, je nach Wachstumsentwicklung, um bis 2010 die 40 Prozent erreichen zu können. (Unruhe im Saal. – Abg. Kiss spricht, mit dem Rücken zu Bundesminister Mag. Grasser stehend, mit Abg. Kopf.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Kiss: Was soll denn das? Warum picken Sie mich heraus? Ich glaube, Sie können den gestrigen Abend nicht verwinden! – Bei Philippi sehen wir uns wieder!
Präsident Dr. Heinz Fischer (das Glockenzeichen gebend): Kollege Kiss! Zeigen Sie bitte nicht so demonstrativ Ihr Desinteresse an den Ausführungen des Herrn Finanzministers! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Kiss: Was soll denn das? Warum picken Sie mich heraus? Ich glaube, Sie können den gestrigen Abend nicht verwinden! – Bei Philippi sehen wir uns wieder!)
Abg. Ing. Westenthaler: "Verteidigungsminister Pilz"!
Meine konkrete Zusatzfrage lautet: Können Sie, Herr Bundesminister, dann, wenn das Schlimmste passiert und ein Vertrag über den Kauf von Abfangjägern auch gegen Ihren Widerstand unterzeichnet wird, sicherstellen und garantieren, dass eine Stornoklausel in den Vertrag eingebaut wird, die sicherstellt, dass nach einem möglichen Regierungswechsel ein Ausstieg aus dem Abfangjägerkauf mit möglichst geringen Kosten für die Republik Österreich verbunden ist? (Abg. Ing. Westenthaler: "Verteidigungsminister Pilz"!)
Abg. Ing. Westenthaler: "Rechtsverbindlich", diesen Begriff kennt Pilz nicht! – Abg. Mag. Schweitzer: Er meint "linksverbindliches" Geschäft!
Was die Frage nach der Stornoklausel betrifft, so sage ich Ihnen ganz offen: Ich kenne kein Geschäft, das rechtsverbindlich abgeschlossen wird (Abg. Ing. Westenthaler: "Rechtsverbindlich", diesen Begriff kennt Pilz nicht! – Abg. Mag. Schweitzer: Er meint "linksverbindliches" Geschäft!), bei dem man – in die politische Zukunft blickend, nicht wissend, was später bei Wahlergebnissen durch die Bevölkerung zum Ausdruck gebracht wird – so etwas festlegen kann. Wir sind guten Mutes, dass der Erfolgsweg dieser Bundesregierung von der Bevölkerung so honoriert wird, dass es auch weiterhin eine solche Regierungskonstellation gibt, weil es zum Vorteil des Landes ist. – Eine solche Stornoklausel würde sich insofern erübrigen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Wort "rechtsverbindlich" kennt Herr Pilz nicht! Er weiß nicht, was das ist! Anarchist da drüben!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Wort "rechtsverbindlich" kennt Herr Pilz nicht! Er weiß nicht, was das ist! Anarchist da drüben!
Was die Frage nach der Stornoklausel betrifft, so sage ich Ihnen ganz offen: Ich kenne kein Geschäft, das rechtsverbindlich abgeschlossen wird (Abg. Ing. Westenthaler: "Rechtsverbindlich", diesen Begriff kennt Pilz nicht! – Abg. Mag. Schweitzer: Er meint "linksverbindliches" Geschäft!), bei dem man – in die politische Zukunft blickend, nicht wissend, was später bei Wahlergebnissen durch die Bevölkerung zum Ausdruck gebracht wird – so etwas festlegen kann. Wir sind guten Mutes, dass der Erfolgsweg dieser Bundesregierung von der Bevölkerung so honoriert wird, dass es auch weiterhin eine solche Regierungskonstellation gibt, weil es zum Vorteil des Landes ist. – Eine solche Stornoklausel würde sich insofern erübrigen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Wort "rechtsverbindlich" kennt Herr Pilz nicht! Er weiß nicht, was das ist! Anarchist da drüben!)
Heiterkeit.
Abgeordneter Hermann Böhacker (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Österreich hat ja bereits Luftraumüberwachungsflugzeuge, deren Laufzeit aber in einigen Jahren ausläuft. Diese Luftraumüberwachungsflugzeuge müssen ja auch gewartet und entsprechend in Schuss gehalten werden. (Heiterkeit.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.
Herr Bundesminister! Sind Sie auch der Auffassung, dass bei solch einer Investition die Bevölkerung ein Recht darauf hat, gefragt zu werden, ob sie den Ankauf von Abfangjägern überhaupt möchte? (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll. )
Abg. Edler: 17 Milliarden Schilling! – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ
Ich möchte zu Ihrer Einleitung Folgendes sagen: Kürzungen im Sozialbereich sind mir – ganz offen – nicht bekannt, sondern ganz im Gegenteil (Abg. Edler: 17 Milliarden Schilling! – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ), wir konnten allein in diesem Jahr, im Jahr 2002, über die Pensionserhöhung erreichen, dass die Pensionisten 450 Millionen € mehr an Kaufkraft haben. Auf der anderen Seite haben wir durch das Kinderbetreuungsgeld eine Kaufkraftsteigerung von 9 Milliarden Schilling erreicht.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Danke für die Frage, Frau Kollegin Bures! Bitte weiter solche Fragen! – Abg. Achatz: Das war ein Eigentor! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen.
Das heißt: sehr signifikante Mehrausgaben im Sozialbereich – zu krönen mit einem Beschluss des Hohen Hauses, der die Mitarbeitervorsorge, also die "Abfertigung neu", betrifft. Sie sehen also, dass wir im sozialen Bereich wirklich Schwerpunkte zum Wohle der Beschäftigten und der Bevölkerung setzen. Ich denke, darauf können wir stolz sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Danke für die Frage, Frau Kollegin Bures! Bitte weiter solche Fragen! – Abg. Achatz: Das war ein Eigentor! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Sehr gut macht er das!
Eindeutig unrichtig ist, dass es mehrere Generationen betrifft. Sie wissen, dass wir eine Finanzierung von neun Jahren ins Auge fassen – das ist ein überschaubarer Zeitraum. Es ist absolut üblich, eine solche Finanzierung über einige Jahre vorzunehmen, weil es unsinnig wäre, größere Ausgaben in einem Jahr zu finanzieren. Deshalb verteilen wir es sinnvollerweise auf mehrere Jahre. (Abg. Dr. Khol: Sehr gut macht er das!)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Ich denke, dass es insofern sehr gut und klug ist, wenn wir diese Missbrauchs- und Schwarzarbeitsbekämpfung massiv angehen. (Zwischenruf des Abg. Großruck. )
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Hermann Böhacker (Freiheitliche): Herr Bundesminister! Alle Umfragen beweisen, dass die Mehrheit der Bevölkerung gegen den organisierten Pfusch ist und sich gegen die kriminelle Schwarzarbeit ausspricht. Andererseits aber bestehen Bedenken bei den Bürgerinnen und Bürgern dahin gehend, dass durch diese Aktionen der so genannte volkswirtschaftliche Häuslbauer, die volkswirtschaftlich wichtige Nachbarschaftshilfe unter die Räder kommt. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Ich gehe davon aus, dass die so genannte Nachbarschaftshilfe ein ganz wichtiger sozialpolitischer und gesellschaftspolitischer Punkt in Österreich ist. Sie wird daher im Rahmen der Bekämpfung der illegalen Beschäftigung nicht betroffen sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Leikam: Das ist ein Sittenbild, das sich da zeigt!
Abgeordneter Reinhold Lexer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Minister! Kontrolle ist sicher wichtig und richtig, die Hauptursache der Schattenwirtschaft sind aber aus meiner Sicht die hohe Steuerquote und die hohen Lohnnebenkosten. Die "Schattenwirtschafter" finden einen breiten Spielraum vor, um steuerfrei zu kalkulieren, und daher sind sie auf dem Markt eben günstiger als die anderen Unternehmer. (Abg. Leikam: Das ist ein Sittenbild, das sich da zeigt!)
Abg. Dolinschek: Das ist ja ein Wahnsinn!
Auf der anderen Seite darf ich Ihnen sagen, dass alles relativ ist. Ich war in meiner Verantwortung als Finanzminister durchaus ein bisschen beruhigt, als ich internationale Statistiken sah, die für Griechenland Werte jenseits der 50 Prozent ausgewiesen haben. (Abg. Dolinschek: Das ist ja ein Wahnsinn!) Insofern muss man sagen, dass dieses Thema im internationalen, im europäischen Vergleich in Österreich noch immer sehr vorbildlich ist. – Ich bedanke mich bei den Beschäftigten und bei den Unternehmen für die Steuermoral, die wir in Österreich haben. Das war auch ein ganz wichtiger Beitrag, damit wir den Haushalt konsolidieren konnten, und damit eine sehr, sehr wichtige Leistung der Bevölkerung. Danke von der Seite des Finanzministers. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Auf der anderen Seite darf ich Ihnen sagen, dass alles relativ ist. Ich war in meiner Verantwortung als Finanzminister durchaus ein bisschen beruhigt, als ich internationale Statistiken sah, die für Griechenland Werte jenseits der 50 Prozent ausgewiesen haben. (Abg. Dolinschek: Das ist ja ein Wahnsinn!) Insofern muss man sagen, dass dieses Thema im internationalen, im europäischen Vergleich in Österreich noch immer sehr vorbildlich ist. – Ich bedanke mich bei den Beschäftigten und bei den Unternehmen für die Steuermoral, die wir in Österreich haben. Das war auch ein ganz wichtiger Beitrag, damit wir den Haushalt konsolidieren konnten, und damit eine sehr, sehr wichtige Leistung der Bevölkerung. Danke von der Seite des Finanzministers. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Eine Frage! Das sind zwei Fragen! – Rufe bei den Freiheitlichen: Eine Frage!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Bundesminister! Was können wir gemeinsam tun, damit die Eigenheimerrichter hinkünftig nicht mehr als "volkswirtschaftliche Häuslbauer" denunziert werden? Und wie können wir zweitens auch darauf achten (Abg. Dr. Khol: Eine Frage! Das sind zwei Fragen! – Rufe bei den Freiheitlichen: Eine Frage!), dass nicht nur die illegal Beschäftigten verfolgt werden, sondern auch die Strafen für die illegal Beschäftigen
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich glaube, dass das etwas Gutes und Wichtiges ist, weil es für Eigenverantwortung, für Selbstinitiative spricht, und das sollte man durchaus, denke ich, politisch unterstützen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Frage!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Herr Bundesminister! Der Nationalrat hat ein Recht darauf, dass Sie ihm keine Informationen vorenthalten. Ihnen liegen wie anderen Regierungsmitgliedern bereits die konkreten Preise für die Abfangjäger vor: SAAB-Gripen 1,4 Milliarden €, F-16 1,868 Milliarden €, Eurofighter 2,2 Milliarden €. (Abg. Ing. Westenthaler: Frage!) Und neun Jahre Beschaffungszeitraum ab dem Jahre 2004.
Rufe bei den Freiheitlichen: Frage!
Herr Bundesminister! Meine Frage in diesem Zusammenhang lautet: Wenn es um die Finanzierung geht, reden Sie immer um den heißen Brei herum und reden von Gegenfinanzierungen. Es gibt nur zwei Möglichkeiten. (Rufe bei den Freiheitlichen: Frage!)
Rufe bei der ÖVP: Frage! Frage!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): Selbstverständlich, Herr Präsident. Die zweite Möglichkeit ist die Gegenfinanzierung. (Rufe bei der ÖVP: Frage! Frage!) Deswegen frage ich Sie – wenn die Erregung von Seiten der Regierungsfraktionen vorbei ist, bin ich in der Lage, meine Frage zu stellen –, Herr Finanzminister: Haben Sie schon einen Gegenfinancier gefunden?
Abg. Dr. Pilz: Sie wissen die Preise nicht? – Abg. Dr. Gusenbauer: Hat es Ihnen der Bundeskanzler nicht gegeben?
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Erstens lege ich Wert auf die Feststellung, dass ich dem Nationalrat selbstverständlich keine Informationen vorenthalte, sondern selbstverständlich alle Informationen, die ich zum heutigen Zeitpunkt habe, weitergebe. Auch wenn Sie es nicht glauben, wir wissen zurzeit die Preise, die Sie formuliert haben, nicht. (Abg. Dr. Pilz: Sie wissen die Preise nicht? – Abg. Dr. Gusenbauer: Hat es Ihnen der Bundeskanzler nicht gegeben?) Es liegt dem Finanzministerium kein offizieller Akt vor, weil wir uns darauf geeinigt haben, dass dieser Frage zuerst im Rahmen der technischen Prüfung im Landesverteidigungsministerium nachgegangen wird. Der Herr Verteidigungsminister hat mich darüber informiert, dass man gerade zu den preislichen Komponenten weitere Informationen von den entsprechenden Anbietern eingeholt hat, sodass ein letztgültiges Angebot eben noch nicht vorliegt. (Abg. Dr. Pilz – auf seine Unterlagen weisend –: Da sind die Preise!) Daher kann ich Sie darüber auch nicht informieren.
Abg. Dr. Pilz – auf seine Unterlagen weisend –: Da sind die Preise!
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Erstens lege ich Wert auf die Feststellung, dass ich dem Nationalrat selbstverständlich keine Informationen vorenthalte, sondern selbstverständlich alle Informationen, die ich zum heutigen Zeitpunkt habe, weitergebe. Auch wenn Sie es nicht glauben, wir wissen zurzeit die Preise, die Sie formuliert haben, nicht. (Abg. Dr. Pilz: Sie wissen die Preise nicht? – Abg. Dr. Gusenbauer: Hat es Ihnen der Bundeskanzler nicht gegeben?) Es liegt dem Finanzministerium kein offizieller Akt vor, weil wir uns darauf geeinigt haben, dass dieser Frage zuerst im Rahmen der technischen Prüfung im Landesverteidigungsministerium nachgegangen wird. Der Herr Verteidigungsminister hat mich darüber informiert, dass man gerade zu den preislichen Komponenten weitere Informationen von den entsprechenden Anbietern eingeholt hat, sodass ein letztgültiges Angebot eben noch nicht vorliegt. (Abg. Dr. Pilz – auf seine Unterlagen weisend –: Da sind die Preise!) Daher kann ich Sie darüber auch nicht informieren.
Abg. Dr. Pilz: Wer ist der Gegenfinancier?
Zweiter Punkt. Nochmals: Es geht uns um Gegengeschäfte. Diejenigen, die Interesse daran haben, nach Österreich zu liefern, haben natürlich auch Interesse daran, im Kompensationsbereich in Österreich tätig zu werden. (Abg. Dr. Pilz: Wer ist der Gegenfinancier?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine moderne Regierung!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Eine Teilung der Beantwortung ist eigentlich nicht vorgesehen, entweder antwortet der Staatssekretär oder der Bundesminister. Aber machen wir es einmal so! – Bitte, Herr Staatssekretär. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine moderne Regierung!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn diese Pilotprojekte erfolgreich abgeschlossen sein werden, erwarten wir, dass wir ab dem Jahr 2003 mit der Reform beginnen können. Nach unseren derzeitigen Vorstellungen können wir die Reform bis zum Jahr 2005 abschließen und sehen dann vor, dass im Vollausbau durch eine gestraffte, verflachte Hierarchie und durch die Bildung von Schwerpunkten eine ungefähre jährliche Ersparnis von 250 Millionen € erreicht werden kann. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ruf bei der SPÖ: Wo denn?
Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen Dr. Alfred Finz: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Schließungen hat es unter unseren Vorgängern gegeben. (Ruf bei der SPÖ: Wo denn?) Wir führen keine Schließungen durch. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Sehr gut!) Das Finanzamt Schwechat wurde zum Beispiel unter unseren Vorgängern geschlossen. Wir erhalten die Finanzämter, weil uns der ländliche Raum eben sehr wichtig ist.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Sehr gut!
Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen Dr. Alfred Finz: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Schließungen hat es unter unseren Vorgängern gegeben. (Ruf bei der SPÖ: Wo denn?) Wir führen keine Schließungen durch. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Sehr gut!) Das Finanzamt Schwechat wurde zum Beispiel unter unseren Vorgängern geschlossen. Wir erhalten die Finanzämter, weil uns der ländliche Raum eben sehr wichtig ist.
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.
Herr Staatssekretär, das wäre doch etwas für Sie! Der Herr Finanzminister hat ja schon geantwortet. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Uns ist es wirklich ein großes Anliegen, erstens im Sinne des Standortes und der Beschäftigten und im Sinne von zusätzlichen Exportleistungen für Österreich das bestmögliche Paket auszuverhandeln und zweitens das Ganze auch hieb- und stichfest zu kontrollieren, sodass das tatsächlich in Österreich stattfindet. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Edler: 17 Milliarden Schilling haben Sie nicht bezahlt! – Die Abgeordneten Mag. Kogler und Brosz stellen eine Tafel mit der Aufschrift "Sozialstaat statt Abfangjäger" vor sich auf.
Im Gegensatz dazu konnte diese Bundesregierung heuer durch Verhandlungen des Sozialministers und meiner Person eine Erhöhung für die Pensionisten erreichen, sodass 50 Prozent der Empfänger von geringen Pensionen – also die Hälfte der Pensionisten – eine Erhöhung im Umfang des vollen Inflationsausgleichs erhalten haben. (Abg. Edler: 17 Milliarden Schilling haben Sie nicht bezahlt! – Die Abgeordneten Mag. Kogler und Brosz stellen eine Tafel mit der Aufschrift "Sozialstaat statt Abfangjäger" vor sich auf.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Nochmals: Wenn es um Anschaffungen im Verteidigungsbereich geht, dann sind sie in dieser Dimension langfristiger Natur. Das ist überhaupt keine Frage und wird in jedem Land so gemacht. Auch in Österreich wurde das bisher – auch in Zeiten, als die SPÖ in der Regierung war – so gehandhabt. Auch der "Draken"-Kauf wurde natürlich über mehrere Jahre finanziert. – Das ist ein Gebot ökonomischer Klugheit, und zu der bekennen wir uns, daher werden wir den Ankauf der Abfangjäger auch so finanzieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Die nächste Zusatzfrage stellt Herr Abgeordneter Fink, von dem ich zufällig weiß, dass er übermorgen seinen 60. Geburtstag feiert. (Allgemeiner Beifall.)
Zwischenruf der Abg. Binder.
Wenn Sie die Kaufkraft vor allem des unteren Einkommensdrittels zu Zeiten, als die SPÖ der Bundesregierung angehört hat, also 1999, mit jener im Jahr 2002 vergleichen, dann werden Sie draufkommen, dass das untere Einkommensdrittel heute eine wesentlich höhere Kaufkraft hat als damals. (Zwischenruf der Abg. Binder. ) Insofern ist der Zugang dieser Bundesregierung tatsächlich von sozialer Gerechtigkeit geprägt. Uns sind die Bezieher von kleinen Einkommen ein Anliegen. Wir haben sie gestärkt und werden das auch weiterhin tun. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wenn Sie die Kaufkraft vor allem des unteren Einkommensdrittels zu Zeiten, als die SPÖ der Bundesregierung angehört hat, also 1999, mit jener im Jahr 2002 vergleichen, dann werden Sie draufkommen, dass das untere Einkommensdrittel heute eine wesentlich höhere Kaufkraft hat als damals. (Zwischenruf der Abg. Binder. ) Insofern ist der Zugang dieser Bundesregierung tatsächlich von sozialer Gerechtigkeit geprägt. Uns sind die Bezieher von kleinen Einkommen ein Anliegen. Wir haben sie gestärkt und werden das auch weiterhin tun. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrte Frau Abgeordnete! Ich werde das Volksbegehren nicht unterschreiben, weil ich denke, dass parteipolitisch motivierte Volksbegehren (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen) keine Zielsetzung verfolgen, durch die die Frage, wie wir in Österreich zu mehr sozialer Gerechtigkeit kommen, in Angriff genommen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Silhavy: Die Volksbegehren gegen die EU und gegen Temelín waren nicht parteipolitisch motiviert?! – Abg. Ing. Westenthaler: Wollen Sie behaupten, Temelín war parteipolitisch motiviert? 914 000!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Silhavy: Die Volksbegehren gegen die EU und gegen Temelín waren nicht parteipolitisch motiviert?! – Abg. Ing. Westenthaler: Wollen Sie behaupten, Temelín war parteipolitisch motiviert? 914 000!
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrte Frau Abgeordnete! Ich werde das Volksbegehren nicht unterschreiben, weil ich denke, dass parteipolitisch motivierte Volksbegehren (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen) keine Zielsetzung verfolgen, durch die die Frage, wie wir in Österreich zu mehr sozialer Gerechtigkeit kommen, in Angriff genommen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Silhavy: Die Volksbegehren gegen die EU und gegen Temelín waren nicht parteipolitisch motiviert?! – Abg. Ing. Westenthaler: Wollen Sie behaupten, Temelín war parteipolitisch motiviert? 914 000!)
Rufe bei der SPÖ: Frage! Frage!
Abgeordneter Karl Donabauer (ÖVP): Herr Bundesminister! Alle Berichte zeigen uns, dass wir eine dynamische Volkswirtschaft haben. Wir brauchen keine Vergleiche zu scheuen, und das wiederum ist die Voraussetzung für ein leistungsstarkes Sozialsystem. Eine Volkswirtschaft braucht aber nicht nur soziale Symmetrie, sondern auch Entwicklung. (Rufe bei der SPÖ: Frage! Frage!)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Meine Frage: Wie sehen Sie die Entwicklungen bei den Fachhochschulen? (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Wir haben immer gesagt, dass uns Bildung und Ausbildung wichtig sind. Wir wollen in Menschen investieren. Ich bin der Meinung, dass das für die Zukunft des Landes ein unendlich wichtiger Beitrag ist.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Jetzt – mit der dritten Säule der Autonomie der Universitäten – wird ein ganz wichtiger Fortschritt gemacht, der für die Leistungsorientierung der Fachhochschulen einerseits und der Universitäten andererseits und für die Investition in die Menschen steht und damit zeigt, welche Schwerpunkte wir für die Zukunft, für den Standort, für die Wettbewerbsfähigkeit und damit für ein höheres Einkommens- und Wohlstandsniveau der Bevölkerung gesetzt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir werden diese Punkte, die Sie angeführt haben, zum Beispiel Herausnehmen aus der Pragmatisierung und damit Überführung in ein Vertragsbedienstetenrecht mit höheren sozialen Nebenkosten, ganz normal aus dem Budget abdecken, weil es uns wichtig war, vom Grundsatz her Leistungsorientierung gerade an jenen Institutionen, eben Hochschulen, zu vermitteln, wo es darum geht, unsere Jugend, die Studenten, für eine schnelllebige Wirtschaft, auch für eine sich enorm schnell wandelnde Gesellschaft vorzubereiten und somit wettbewerbsfähig zu machen, fit zu machen, möglichst gut auszubilden. Das war uns ein großes Anliegen. Dafür muss man, wie ich meine, auch ein bisschen Geld in die Hand nehmen. Das wird aus dem ordentlichen Haushalt budgetiert werden, wird also bedeckt sein und ein wichtiger Schwerpunkt dieser Bundesregierung sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt reden wir über Temelín!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): So erfreulich es ist, dass wir hier die Möglichkeit haben, über Initiativen, in denen die Bevölkerung durch große Teilnahme ihre Meinung zum Ausdruck gebracht hat, zu sprechen, so muss man doch kritisieren, dass die Bereitschaft, sich mit einem weiteren wichtigen Volksbegehren, nämlich mit dem Sozialstaats-Volksbegehren, das vom 3. bis 10. April stattfindet, auseinander zu setzen, weit geringer ist (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt reden wir über Temelín!) und auch die entsprechende Resonanz in der Öffentlichkeit eine bessere sein könnte. Jene Fragen, die beim Sozialstaats-Volksbegehren behandelt sind, sind wirklich existenziell und wichtig für die Österreicherinnen und Österreicher. Das soll man einmal sehen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): So erfreulich es ist, dass wir hier die Möglichkeit haben, über Initiativen, in denen die Bevölkerung durch große Teilnahme ihre Meinung zum Ausdruck gebracht hat, zu sprechen, so muss man doch kritisieren, dass die Bereitschaft, sich mit einem weiteren wichtigen Volksbegehren, nämlich mit dem Sozialstaats-Volksbegehren, das vom 3. bis 10. April stattfindet, auseinander zu setzen, weit geringer ist (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt reden wir über Temelín!) und auch die entsprechende Resonanz in der Öffentlichkeit eine bessere sein könnte. Jene Fragen, die beim Sozialstaats-Volksbegehren behandelt sind, sind wirklich existenziell und wichtig für die Österreicherinnen und Österreicher. Das soll man einmal sehen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Über 915 000 Österreicherinnen und Österreicher haben dieses Volksgehren der FPÖ unterschrieben. Die Zielsetzung, das Veto gegen den Beitritt Tschechiens damit zu verbinden, dass man glaubt, man könne dadurch mehr Sicherheit für das Atomkraftwerk Temelín erzielen oder gar erreichen, dass dieses Atomkraftwerk nicht in Betrieb genommen wird, war natürlich von Haus aus ein Irrtum und eine Rosstäuscherei und sonst gar nichts. Selbst die Betreiber dieses Volksbegehrens haben gewusst, wie sinnlos diese Orientierung des Volksbegehrens in Wahrheit ist. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Wochesländer.
Der zweite Sündenfall war das Übereinkommen – wobei die Bezeichnung "Übereinkommen" bereits eine Übertreibung ist – zwischen Bundeskanzler Schüssel und Ministerpräsidentem Zeman in Brüssel. Die Inszenierung dieses Übereinkommens war ja fast so, wie wenn Wolfgang Schüssel der Meinung wäre, er wäre jetzt Leopold Figl II. und die Reblaus hätte um Mitternacht den Durchbruch bei diesen Gesprächen geschafft. – Das war ein Irrtum! (Zwischenruf der Abg. Wochesländer. ) – Sie von der FPÖ sollten da etwas zurückhaltend sein, denn da weiß man nicht sicher, ob Sie ein Doppelspiel betrieben haben oder ob Sie in dieser Frage einfach über den Tisch gezogen wurden; das ist noch offen. Das müssen Sie den 915 000 Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern noch erklären.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Und da kommt Sündenfall Nummer 5: Was hat denn diese Regierung getan, damit es einen europaweiten Ausstieg aus der Atomenergie gibt? Was hat diese Regierung dafür getan? – Sie hätte die Mitgliedsländer der Europäischen Union besuchen müssen, sofern sie empfangen worden wäre; da gebe ich zu, das kann vielleicht unterschiedlich gewesen sein. Vielleicht hätten die einen oder anderen gar nicht Interesse daran gehabt, weil sie eben Probleme mit der Konstellation dieser Regierung hatten. Aber: Was haben Sie getan? Das wahre Ziel muss ja sein, dass es einen europaweiten Ausstieg aus der Atomenergie gibt. Und da, muss ich sagen, sind Sie säumig! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Ja, sehr gut!
Und jetzt kommen Sie, die Sie ständig sagen, Sie wollen eigentlich ohnehin aus der Atomenergie raus, Sie, die Sie ununterbrochen herumrennen und den Tag gar nicht erwarten können, bis der bayerische Ministerpräsident Stoiber endlich deutscher Bundeskanzler wird. (Abg. Dr. Fekter: Ja, sehr gut!) Sie, die Sie das so bejubeln, müssten zur Kenntnis nehmen, dass Stoiber gesagt hat, das Erste, was er machen werde, sei, den Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland rückgängig zu machen. Ein gesundes Bündnis haben Sie da, ein gesundes Bündnis! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) – Ein Doppelspiel.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Und jetzt kommen Sie, die Sie ständig sagen, Sie wollen eigentlich ohnehin aus der Atomenergie raus, Sie, die Sie ununterbrochen herumrennen und den Tag gar nicht erwarten können, bis der bayerische Ministerpräsident Stoiber endlich deutscher Bundeskanzler wird. (Abg. Dr. Fekter: Ja, sehr gut!) Sie, die Sie das so bejubeln, müssten zur Kenntnis nehmen, dass Stoiber gesagt hat, das Erste, was er machen werde, sei, den Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland rückgängig zu machen. Ein gesundes Bündnis haben Sie da, ein gesundes Bündnis! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) – Ein Doppelspiel.
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr Genosse! Genosse Zeman!
Einen letzten Punkt noch: Mich hat immer gestört, dass man immer nur über ein tschechisches Atomkraftwerk geredet hat. Es gibt auch andere Atomkraftwerke, über die man hätte reden müssen, bei denen die Sicherheitsfrage aktuell ist. Und ich habe immer die Vermutung, da ist auch eine antitschechische Komponente dabei. Ich gebe zu, manche Wortmeldungen aus Prag waren mehr als entbehrlich, keine Frage, vor allem von Herrn Zeman. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr Genosse! Genosse Zeman!)
Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Aber dieses Anti-Tschechische habe ich auch gestern vernommen, als Sie plötzlich bei der Abfangjäger-Debatte von den "Zeman-Jets" gesprochen haben, die über Österreich kurven, so quasi die "bösen Prager Wespen", die uns alle stechen wollen. Das war Ihre Antwort darauf. Damit haben Sie sich dekuvriert und dargestellt, worum es Ihnen wirklich geht. Und da muss ich sagen, Herr Klubobmann Westenthaler: Das ist unsauber! So kann man an diese Frage nicht herangehen, das ist unanständig! Es geht hier um die Sicherheit – und um nichts anderes! (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Edler: Hojac! – Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Koffer! – Abg. Dr. Mertel: Der hat zu Edler "Koffer" gesagt, Herr Präsident!
Zum Wort gelangt Herr Abgeordneter Ing. Westenthaler. – Bitte. (Abg. Edler: Hojac! – Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Koffer! – Abg. Dr. Mertel: Der hat zu Edler "Koffer" gesagt, Herr Präsident!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir haben da eine völlig andere Position. Wir geben die Garantie ab, dass dieses Volksbegehren nicht nur hier im Hohen Haus mit hoher Priorität behandelt wird. Sie selbst stimmen ja der Einsetzung eines besonderen Ausschusses zu, dem noch dazu Kollege Wittmann vorsitzen wird. Es wird hier eine ordentliche Behandlung erfahren, und nicht nur das, es wird auch kein Abrücken, auch nicht um einen Millimeter, der Freiheitlichen Partei von ihrer Linie geben. Wir sagen: Wir geben so lange keine Ruhe, bis Temelín zugesperrt ist, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Im Gegensatz zu Ihrem Zickzackkurs wird sich daran nichts ändern.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Nach der Beschimpfung Zemans unserer Landsleute sudetendeutscher Herkunft als fünfte Kolonne Hitlers, die eigentlich alle hätten umgebracht werden sollen, nach dieser entsetzlichen Beschimpfung und Beleidigung der Österreicherinnen und Österreicher und nach seinen Aussagen auch zur Atomkraft und zu ganz Österreich sage ich Ihnen eines: Zeman gibt es für uns nicht mehr, der ist für uns gestorben. Und wir sind froh, wenn er bei der nächsten Wahl abgewählt wird. Wir hoffen darauf, Herr Kollege Cap. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sie werden die Schlagzeile in der "Kronen Zeitung" unmittelbar nach dem Unterzeichnen des Volksbegehrens auch gelesen haben: "Auch Bayern jetzt gegen Temelín". Am 20. Feber wurde in der bayerischen Landesregierung – ich habe die Unterlagen hier – beschlossen, die Stilllegung des AKW Temelín wegen der zahlreichen Pannen zu fordern. Weil es als unsicher gilt, deswegen fordert die bayerische Landesregierung die Stilllegung Temelíns. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) – Es ist auch ein Erfolg der 915 000 Unterzeichner, dass jetzt auch Bayern und viele andere die Stilllegung Temelíns fordern. Das ist ein Erfolg. Dazu gratulieren wir.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! 915 000 Österreicherinnen und Österreicher haben unterschrieben. Das ist ein überwältigender Erfolg, es handelt sich um das dritterfolgreichste Volksbegehren in der Geschichte der Zweiten Republik überhaupt. Ich möchte diese Gelegenheit auch einmal nutzen, allen, die unterzeichnet haben, für ihr Engagement, für ihren Einsatz zu danken, denn sie werden sehr, sehr viel erreichen. Sie haben viel erreicht, und sie werden auch noch viel erreichen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir werden jetzt hier im Hohen Haus eine wichtige Rolle übernehmen. Wir werden nämlich jetzt im Hohen Haus der politische Anwalt dieser Unterzeichner sein und als Anwalt garantieren, dass das Versprechen eingehalten wird, alles dagegen zu tun, dass Temelín am Netz bleibt, alles dafür zu tun, dass Temelín sehr bald der Geschichte angehört und keine Bedrohung für Österreich mehr darstellt, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Gaßner: Brüssel!
Setzen wir uns doch zusammen und versuchen wir, in diesem Ausschuss eine geeignete Grundlage zu schaffen, mit der wir dann nach Prag fahren können, auf der wir mit einer neuen Regierung in Prag, in Tschechien weiter verhandeln können, nicht mit Zeman, damit wir dieser Regierung klarmachen können, dass dieses Atomkraftwerk nicht nur lebensgefährlich und lebensbedrohend ist, sondern dass es auch ein wirtschaftlicher Unfug ist, weil die Aufrechterhaltung des Betriebes in Temelín wesentlich mehr kostet als der Ausstieg. Es wird die Aufgabe des Ausschusses sein, das zu beweisen, diese Grundlage dann nach Prag zu führen und für das Abschalten Temelíns zu sorgen, meine sehr geehrten Damen und Herren. Das werden wir auch entsprechend umsetzen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Gaßner: Brüssel!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn jemand die Verantwortung dafür trägt, dass ein unsicheres Atomkraftwerk zugesperrt wird, bevor Tschechien zur Europäischen Union kommt, dann ist es die Europäische Union. Wir werden auch auf europäischer Ebene, im Europaparlament, überall – und da werden wir Allianzen auch mit Ihnen suchen – thematisieren, dass wir selbstverständlich auf europäischer Ebene eine Alternative zu Temelín, ein Ausstiegsszenario suchen und vor allem die von uns immer wieder geforderte Nullvariante anstreben. Wir lassen nicht locker, das ist das erklärte Ziel, wir wollen die Nullvariante, und die muss das Hauptthema im kommenden besonderen Ausschuss auch in diesem Hohen Haus sein, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das ist unser Auftrag und zugleich unsere Motivation: Für unsere Kinder, für unsere nächste Generation, für unsere Nachfolger, für die, die jetzt noch sehr jung sind und sich auch vor Atomkraftwerken fürchten, für die wollen wir eine atomkraftfreie Zukunft gestalten. Das ist unser Auftrag. Und wir laden Sie alle ein mitzumachen. Machen Sie konstruktiv mit! Schauen wir, dass wir in diesem Ausschuss eine Lösung zustande bringen und dass wir Prag davon überzeugen, dass es ein Irrweg ist, dieses Atomkraftwerk aufrechtzuerhalten. Tun wir es im Auftrag der nächsten Generation! Tun wir es im Auftrag unserer Kinder, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Moser: Wann und wo bitte?
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Es ist bekannt, dass wir von der Volkspartei immer gegen die Nutzung der Kernkraft in Kernkraftwerken eingetreten sind (Abg. Dr. Moser: Wann und wo bitte?), es ist aber auch bekannt, dass wir dieses Volksbegehren, das von 915 000 Österreichern unterstützt wurde, nicht unterschreiben wollten und nicht unterstützt haben, weil wir nicht der Meinung sind, dass ein Veto für die Sicherheit Österreichs wichtig ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Es ist bekannt, dass wir von der Volkspartei immer gegen die Nutzung der Kernkraft in Kernkraftwerken eingetreten sind (Abg. Dr. Moser: Wann und wo bitte?), es ist aber auch bekannt, dass wir dieses Volksbegehren, das von 915 000 Österreichern unterstützt wurde, nicht unterschreiben wollten und nicht unterstützt haben, weil wir nicht der Meinung sind, dass ein Veto für die Sicherheit Österreichs wichtig ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir bleiben bei dieser Haltung, denn es kann nicht falsch sein, was vor dem Volksbegehren richtig war. Wir sind an der Sicherheit Österreichs maximal interessiert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Unabhängig von aller Polemik müssen wir doch eines sagen: Wir waren doch bisher mit dem Vier-Parteien-Konsens gegen Temelín, der bis vor einem halben Jahr gehalten hat, sehr erfolgreich. Ich habe den Traum, Herr Kollege Cap – von den Grünen ist der Klubobmann nicht da – und Herr Kollege Westenthaler, dass wir in diesem Ausschuss, den wir jetzt einrichten, die Zeit nützen, um wieder zu einem Vier-Parteien-Konsens betreffend die Sicherheit unserer Landsleute zu kommen, dass wir über parteipolitische Interessen und über polemische Dinge, über Rechthaberei und Juristerei hinwegsteigen und alles tun, damit unsere Landsleute sicher schlafen können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Was waren die Elemente dieser sehr erfolgreichen Politik? – Meine Damen und Herren! Als wir angefangen haben, gegen Temelín aufzutreten, waren wir allein, und als wir angefangen haben, gegen Temelín aufzutreten, haben wir nichts in der Hand gehabt – keinen Vertrag, keine Vereinbarung, keine Zusage. Wir hatten die Angst vieler Menschen gerade in Oberösterreich und Niederösterreich im Rucksack, und damit sind wir losgezogen. Heute haben wir einen völkerrechtlich verbindlichen Vertrag, mit dem sich die Tschechen verpflichtet haben, jene 21 Sicherheitsmängel abzustellen, die von einer internationalen Expertengruppe unter österreichischer Beteiligung festgestellt wurden und die abgearbeitet und behoben werden müssen. Deren Behebung muss also vor Abschluss des EU-Vertrages eingeleitet werden. Das wissen die Tschechen, und das ist etwas, worüber wir Konsens haben können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Wir hätten gerne den Ausstieg! Das ist besser, oder?
Unser drittes Ziel ist: Wir wollen für die vielen Hunderte Kraftwerke, die in Europa verteilt sind – wobei Temelín sicherlich im oberen Drittel hinsichtlich der Technik liegt und nicht zu den Schrottreaktoren des Ostens zählt –, verbindliche Sicherheitsstandards, die von Europa überwacht und eingehalten werden und die für alle gleich gelten. Das ist das nächste Ziel. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Wir hätten gerne den Ausstieg! Das ist besser, oder?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Auch mit dem Brüsseler Vertrag, der von Wilhelm Molterer vorbereitet, von Wolfgang Schüssel mit einem tschechischen Politiker, den ich hier gar nicht namentlich ansprechen möchte, ausgehandelt, von der gesamten Bundesregierung gutgeheißen und ratifiziert wurde und im Bundesgesetzblatt veröffentlicht ist, haben wir den ersten Schritt zur Europäisierung der Sicherheitsfragen von Kernkraftwerken erfolgreich hinter uns gebracht. Seien wir doch stolz auf diesen österreichischen Weg! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Das vierte Element des Konsenses war immer: Jedes Land ist frei in der Wahl seiner Energieträger. Wir Österreicher lassen uns nicht dazu zwingen – von niemandem –, Kernenergie auf unserem Staatsgebiet zu erzeugen. Das war immer Konsens, an dem halten wir fest. Wenn aber auch wir niemand anderen zwingen können, dann wollen wir zumindest erreichen – auch das haben wir mit dem Brüsseler Vertrag erreicht –, dass dieses Kernkraftwerk Temelín dem höchsten Stand der Technik entspricht und dass die international aufgezeigten Sicherheitsmängel behoben werden. Auch das haben wir erreicht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Mittlerweile ist uns genau das Gleiche gelungen wie bei Temelín: Es ist zu einer internationalen Frage geworden. Das Europäische Parlament steht an unserer Seite, Kommissar Verheugen steht an unserer Seite, und ich bin überzeugt davon, dass es uns auch gelingen wird, bevor noch dieser EU-Vertrag abgeschlossen wird, diese Schwierigkeiten, die es noch gibt, auszuräumen. Ich möchte nicht sagen, dass das morgen bevorsteht, aber diese Zeit wird genützt werden, und dann wird auch die Frage der Beneš-Dekrete als totes Unrecht erledigt sein. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Huber: Sie hätten vorher handeln müssen!
Daher, meine Damen und Herren, nehmen wir die Anliegen der 915 000 Österreicherinnen und Österreicher, die das Volksbegehren unterschrieben haben, sehr ernst. Ihre Ängste sind unser Auftrag zur Handlung. Sie können sicher sein, dass wir in diesem Ausschuss ernsthaft (Abg. Huber: Sie hätten vorher handeln müssen!), sorgsam und ohne Polemik alles tun werden, um die Ziele, die ich skizziert habe, zu erreichen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
All das werden wir tun, all das nehmen wir uns vor. Und am Ende des Weges stehen hoffentlich viele Hunderttausend Österreicher und sagen: Unsere Ängste sind nicht mehr begründet, die Bundesregierung, alle Parteien haben alles getan, um uns Sicherheit zu gewährleisten. Dieses Versprechen möchte ich namens der Volkspartei allen Österreicherinnen und Österreichern geben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Zweitens haben sich maßgebliche Wirtschaftsfunktionäre der ÖVP massiv für Zwentendorf eingesetzt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein bisschen mehr Wahrhaftigkeit ist gefragt, Herr Khol! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Scheuch – in Richtung des Abg. Edlinger –: Danke, Rudi! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Wir haben immer das Gleiche: Die tatsächliche Berichtigung ist okay, aber der persönliche "Schlenker" gehört nicht mehr dazu. Außerdem hat jetzt Kollege Khol das Recht auf eine persönliche Erwiderung auf Grund des letzten Satzes der tatsächlichen Berichtigung. – Bitte, Herr Abgeordneter Khol. (Abg. Ing. Scheuch – in Richtung des Abg. Edlinger –: Danke, Rudi! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Abg. Schieder: Das ist nichts Persönliches!
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Abgeordneter Edlinger! Ich darf Sie daran erinnern, dass die Österreichische Volkspartei gegen Zwentendorf aufgetreten ist. Wir haben gegen Bundeskanzler Kreisky, der Zwentendorf haben wollte ... (Abg. Schieder: Das ist nichts Persönliches!) – Nein, es geht um die Wahrhaftigkeit, es geht um die Wahrhaftigkeit! (Abg. Nürnberger: Was ist, Herr Präsident?!) Mir wurde vorgeworfen, ich sei nicht wahrhaftig, wenn ich sage (Abg. Leikam: Das stimmt doch nicht!), die Österreichische Volkspartei war stets gegen die Kernenergie. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Nürnberger: Was ist, Herr Präsident?!
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Abgeordneter Edlinger! Ich darf Sie daran erinnern, dass die Österreichische Volkspartei gegen Zwentendorf aufgetreten ist. Wir haben gegen Bundeskanzler Kreisky, der Zwentendorf haben wollte ... (Abg. Schieder: Das ist nichts Persönliches!) – Nein, es geht um die Wahrhaftigkeit, es geht um die Wahrhaftigkeit! (Abg. Nürnberger: Was ist, Herr Präsident?!) Mir wurde vorgeworfen, ich sei nicht wahrhaftig, wenn ich sage (Abg. Leikam: Das stimmt doch nicht!), die Österreichische Volkspartei war stets gegen die Kernenergie. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Leikam: Das stimmt doch nicht!
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Abgeordneter Edlinger! Ich darf Sie daran erinnern, dass die Österreichische Volkspartei gegen Zwentendorf aufgetreten ist. Wir haben gegen Bundeskanzler Kreisky, der Zwentendorf haben wollte ... (Abg. Schieder: Das ist nichts Persönliches!) – Nein, es geht um die Wahrhaftigkeit, es geht um die Wahrhaftigkeit! (Abg. Nürnberger: Was ist, Herr Präsident?!) Mir wurde vorgeworfen, ich sei nicht wahrhaftig, wenn ich sage (Abg. Leikam: Das stimmt doch nicht!), die Österreichische Volkspartei war stets gegen die Kernenergie. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Abgeordneter Edlinger! Ich darf Sie daran erinnern, dass die Österreichische Volkspartei gegen Zwentendorf aufgetreten ist. Wir haben gegen Bundeskanzler Kreisky, der Zwentendorf haben wollte ... (Abg. Schieder: Das ist nichts Persönliches!) – Nein, es geht um die Wahrhaftigkeit, es geht um die Wahrhaftigkeit! (Abg. Nürnberger: Was ist, Herr Präsident?!) Mir wurde vorgeworfen, ich sei nicht wahrhaftig, wenn ich sage (Abg. Leikam: Das stimmt doch nicht!), die Österreichische Volkspartei war stets gegen die Kernenergie. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Marizzi: Das ist unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir haben gegen Zwentendorf gestimmt, wir sind immer gegen Temelín aufgetreten, und so wird es auch bleiben, lieber Schulden-Rudi! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Marizzi: Das ist unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Er hat aber nicht seine Wahrhaftigkeit eingebüßt!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Da das Hohe Haus diese Debatte mit einer gewissen Emotion führt, stelle ich fest, dass die Bemerkung "lieber Schulden-Rudi" genauso unnötig war wie der letzte Satz des Abgeordneten Edlinger. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Er hat aber nicht seine Wahrhaftigkeit eingebüßt!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Schweitzer: Wirklich! Ich gebe dir Recht!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Meine Herren Minister auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Ich möchte zu dieser letzten Aufregung zwei kurze Sätze sagen. Ich glaube, es ist den Leuten komplett Wurscht, wer für und gegen Zwentendorf war. Wenn Sie sich mit diesem Gefühl, dieser Emotion, die Sie jetzt an den Tag legen, nur ansatzweise für die Gegenwart und die Zukunft einsetzen würden, dann wäre, so glaube ich, der Antiatombewegung in Österreich mehr gedient als mit dieser Geschichtsforschung. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Schweitzer: Wirklich! Ich gebe dir Recht!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.
Schauen wir uns einmal an, was in den letzten Wochen, in den beiden Monaten geschehen ist, seit das Volksbegehren nicht mehr aufliegt. Mittlerweile haben wir die 30. Panne im Kraftwerk erlebt, die 29. Panne am 7. Februar war die schwerste in der Geschichte des Kraftwerkes. (Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner. ) Es ist erstmals auch der Primärkreislauf betroffen gewesen, die Notkühlung musste aktiviert werden. Doch zu diesem recht ernsten Zeitpunkt hat es nicht einmal von Seiten der Freiheitlichen oder auch der ÖVP irgendeinen Protest gegeben. "Lautes Schweigen" sowohl von Herrn Klubobmann Westenthaler als auch von Vizekanzlerin Riess-Passer zu diesem schweren Störfall war die Reaktion.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Achatz: Was haben Sie gemacht? Haben Sie das Volksbegehren unterschrieben? – Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.
Wenn Sie sagen: Wir geben so lange keine Ruhe, bis Temelín stillgelegt ist!, dann muss ich sagen, dass Sie die letzten zwei Monate sehr brav Ruhe gegeben haben, obwohl es noch nicht stillgelegt worden ist. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Achatz: Was haben Sie gemacht? Haben Sie das Volksbegehren unterschrieben? – Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner. )
Abg. Achatz: Wo sind Ihre Aktivitäten?
Block 1 ist nach diesen schweren Störfällen wieder abgeschaltet worden. Wir bewegen uns Schritt für Schritt hin zum Vollbetrieb. Es gibt bislang überhaupt keine minimalen Verbesserungen. (Abg. Achatz: Wo sind Ihre Aktivitäten?) Das Schlimmste ist aber, dass der zweite Block, also 1 000 Megawatt zusätzlich, mittlerweile auch mit Brennstäben beladen worden ist. Das sind 95 Tonnen radioaktives Material! (Abg. Dr. Ofner: Wir haben Sie nicht abgehalten, zu unterschreiben!) Auch zu diesem Zeitpunkt hat es keine einzige Reaktion von den Freiheitlichen oder der Österreichischen Volkspartei gegeben. (Abg. Dr. Ofner: Was ist mit den Grünen?) Es gab keinen einzigen Mucks, nur "lautes Schweigen".
Abg. Dr. Ofner: Wir haben Sie nicht abgehalten, zu unterschreiben!
Block 1 ist nach diesen schweren Störfällen wieder abgeschaltet worden. Wir bewegen uns Schritt für Schritt hin zum Vollbetrieb. Es gibt bislang überhaupt keine minimalen Verbesserungen. (Abg. Achatz: Wo sind Ihre Aktivitäten?) Das Schlimmste ist aber, dass der zweite Block, also 1 000 Megawatt zusätzlich, mittlerweile auch mit Brennstäben beladen worden ist. Das sind 95 Tonnen radioaktives Material! (Abg. Dr. Ofner: Wir haben Sie nicht abgehalten, zu unterschreiben!) Auch zu diesem Zeitpunkt hat es keine einzige Reaktion von den Freiheitlichen oder der Österreichischen Volkspartei gegeben. (Abg. Dr. Ofner: Was ist mit den Grünen?) Es gab keinen einzigen Mucks, nur "lautes Schweigen".
Abg. Dr. Ofner: Was ist mit den Grünen?
Block 1 ist nach diesen schweren Störfällen wieder abgeschaltet worden. Wir bewegen uns Schritt für Schritt hin zum Vollbetrieb. Es gibt bislang überhaupt keine minimalen Verbesserungen. (Abg. Achatz: Wo sind Ihre Aktivitäten?) Das Schlimmste ist aber, dass der zweite Block, also 1 000 Megawatt zusätzlich, mittlerweile auch mit Brennstäben beladen worden ist. Das sind 95 Tonnen radioaktives Material! (Abg. Dr. Ofner: Wir haben Sie nicht abgehalten, zu unterschreiben!) Auch zu diesem Zeitpunkt hat es keine einzige Reaktion von den Freiheitlichen oder der Österreichischen Volkspartei gegeben. (Abg. Dr. Ofner: Was ist mit den Grünen?) Es gab keinen einzigen Mucks, nur "lautes Schweigen".
Abg. Dr. Partik-Pablé: Dazu haben Sie beigetragen!
Auf politischer Ebene in Tschechien – ich weiß nicht, wer von Ihnen das mitverfolgt – hat das Volksbegehren die Situation massiv verschärft. Die tschechischen Atomgegner haben uns ausrichten lassen: Auf solch eine Hilfe hätten wir tatsächlich verzichten können! Dieses Volksbegehren wird als Haider-Petition in den tschechischen Medien wahrgenommen, also nicht als überparteiliche Initiative, sondern als Haider-Petition gesehen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dazu haben Sie beigetragen!) Der Schlagabtausch zwischen Zeman und dem Kärntner Landeshauptmann hat noch zusätzlich dazu beigetragen (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist Ihnen zu verdanken!), dass sich die Situation so verschärft hat, dass wir von vernünftigen Ausstiegsverhandlungen so weit wie noch nie entfernt sind. Das liegt in Ihrer Verantwortung, und dafür sollten Sie auch einmal die Verantwortung übernehmen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Was machen wir jetzt miteinander?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist Ihnen zu verdanken!
Auf politischer Ebene in Tschechien – ich weiß nicht, wer von Ihnen das mitverfolgt – hat das Volksbegehren die Situation massiv verschärft. Die tschechischen Atomgegner haben uns ausrichten lassen: Auf solch eine Hilfe hätten wir tatsächlich verzichten können! Dieses Volksbegehren wird als Haider-Petition in den tschechischen Medien wahrgenommen, also nicht als überparteiliche Initiative, sondern als Haider-Petition gesehen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dazu haben Sie beigetragen!) Der Schlagabtausch zwischen Zeman und dem Kärntner Landeshauptmann hat noch zusätzlich dazu beigetragen (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist Ihnen zu verdanken!), dass sich die Situation so verschärft hat, dass wir von vernünftigen Ausstiegsverhandlungen so weit wie noch nie entfernt sind. Das liegt in Ihrer Verantwortung, und dafür sollten Sie auch einmal die Verantwortung übernehmen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Was machen wir jetzt miteinander?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Was machen wir jetzt miteinander?
Auf politischer Ebene in Tschechien – ich weiß nicht, wer von Ihnen das mitverfolgt – hat das Volksbegehren die Situation massiv verschärft. Die tschechischen Atomgegner haben uns ausrichten lassen: Auf solch eine Hilfe hätten wir tatsächlich verzichten können! Dieses Volksbegehren wird als Haider-Petition in den tschechischen Medien wahrgenommen, also nicht als überparteiliche Initiative, sondern als Haider-Petition gesehen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dazu haben Sie beigetragen!) Der Schlagabtausch zwischen Zeman und dem Kärntner Landeshauptmann hat noch zusätzlich dazu beigetragen (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist Ihnen zu verdanken!), dass sich die Situation so verschärft hat, dass wir von vernünftigen Ausstiegsverhandlungen so weit wie noch nie entfernt sind. Das liegt in Ihrer Verantwortung, und dafür sollten Sie auch einmal die Verantwortung übernehmen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Was machen wir jetzt miteinander?)
Abg. Dr. Ofner: Was habt ihr gemacht?
Herr Klubobmann Westenthaler meinte: Das ist ein riesiger Erfolg für die direkte Demokratie. Wir werden der Anwalt sein. – Was haben Sie in den letzten zwei Monaten hinsichtlich der Anti-Atompolitik eigentlich gemacht? (Abg. Dr. Ofner: Was habt ihr gemacht?) Was haben Sie gemacht? (Abg. Ing. Westenthaler: Verstehen Sie nicht, dass man die Wahl in Tschechien abwarten muss?! Mit wem wollen Sie sprechen? Mit Zeman oder mit wem?)
Abg. Ing. Westenthaler: Verstehen Sie nicht, dass man die Wahl in Tschechien abwarten muss?! Mit wem wollen Sie sprechen? Mit Zeman oder mit wem?
Herr Klubobmann Westenthaler meinte: Das ist ein riesiger Erfolg für die direkte Demokratie. Wir werden der Anwalt sein. – Was haben Sie in den letzten zwei Monaten hinsichtlich der Anti-Atompolitik eigentlich gemacht? (Abg. Dr. Ofner: Was habt ihr gemacht?) Was haben Sie gemacht? (Abg. Ing. Westenthaler: Verstehen Sie nicht, dass man die Wahl in Tschechien abwarten muss?! Mit wem wollen Sie sprechen? Mit Zeman oder mit wem?)
Abg. Dr. Khol: Nach der Wahl, hat sie gesagt!
Die Vizekanzlerin, die heute gar nicht mehr anwesend ist, die das Problem sichtlich auch schon schubladisiert hat, hat betont, wie wichtig es sei, finanzielle Alternativen zu erarbeiten. Sie werde nach Tschechien reisen. Jetzt würde mich Folgendes interessieren: Die Frau Vizekanzlerin ist heute nicht hier, aber trotzdem möchte ich wissen: Welche konkreten Maßnahmen haben Sie denn bisher gesetzt? Wann werden Sie denn nach Tschechien reisen? (Abg. Dr. Khol: Nach der Wahl, hat sie gesagt!) Welche Schritte haben Sie schon gesetzt, um die Ausstiegsverhandlungen vorzubereiten?
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Ofner: Frau Kollegin! Haben Sie unterschrieben? – Abg. Achatz: Haben Sie das Volksbegehren unterschrieben?
Wie stellen Sie sich denn das vor, Herr Westenthaler? Sollen wir im Ausschuss sitzen und ein Ausstiegsangebot vorbereiten? Sollen wir das aus dem Budget des Parlaments bestreiten? Sollen vielleicht die Abgeordneten zusammenlegen? Wie stellen Sie sich Außenpolitik vor? Wie stellen Sie sich diplomatische Verhandlungen vor? Glauben Sie, dass man jetzt monatelang warten kann, bis vielleicht eine andere tschechische Regierung im Amt ist, und dann fährt man mit einem Koffer voll Geld hin? – Ich weiß nicht, wie Sie sich Außenpolitik vorstellen, aber so kann es nicht funktionieren! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Ofner: Frau Kollegin! Haben Sie unterschrieben? – Abg. Achatz: Haben Sie das Volksbegehren unterschrieben?)
Beifall bei den Grünen.
Auch da würde mich interessieren: Welche konkreten Verhandlungen, Herr Bundeskanzler, haben Sie schon geführt, dass Sie diesen Vorschlag von Herrn Leitl so vom Tisch wischen? – Das ist doch ein guter Vorschlag. Das ist etwas Konstruktives. Warum wird das vom Tisch gewischt? – Das ist unverständlich. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Khol: Ich hoffe!
Wie soll das weitergehen? – Wir werden jetzt einen Sonderausschuss haben. Herr Klubobmann Khol hat gesagt: Es werden jetzt Monate verstreichen, bis wir zu Vier-Parteien-Einigungen kommen werden. (Abg. Dr. Khol: Ich hoffe!) Herr Westenthaler hat gesagt, er möchte die Nullvariante, die Ausstiegsoption im Ausschuss durchsetzen. Ich glaube, das ist völlig überflüssig. Ich glaube, wir sind uns ziemlich einig beziehungsweise sind wir uns diesbezüglich zumindest einig. (Abg. Mag. Schweitzer: Wer ist wir?) Wir wollen einen Ausstieg. Wir wollen, dass es mit Tschechien zu einer Lösung kommt, die das Abschalten von Temelín bedeutet. (Abg. Ing. Westenthaler: Mit einem Blend-a-med-Lächeln kriegen Sie das Kernkraftwerk auch nicht weg!)
Abg. Mag. Schweitzer: Wer ist wir?
Wie soll das weitergehen? – Wir werden jetzt einen Sonderausschuss haben. Herr Klubobmann Khol hat gesagt: Es werden jetzt Monate verstreichen, bis wir zu Vier-Parteien-Einigungen kommen werden. (Abg. Dr. Khol: Ich hoffe!) Herr Westenthaler hat gesagt, er möchte die Nullvariante, die Ausstiegsoption im Ausschuss durchsetzen. Ich glaube, das ist völlig überflüssig. Ich glaube, wir sind uns ziemlich einig beziehungsweise sind wir uns diesbezüglich zumindest einig. (Abg. Mag. Schweitzer: Wer ist wir?) Wir wollen einen Ausstieg. Wir wollen, dass es mit Tschechien zu einer Lösung kommt, die das Abschalten von Temelín bedeutet. (Abg. Ing. Westenthaler: Mit einem Blend-a-med-Lächeln kriegen Sie das Kernkraftwerk auch nicht weg!)
Abg. Ing. Westenthaler: Mit einem Blend-a-med-Lächeln kriegen Sie das Kernkraftwerk auch nicht weg!
Wie soll das weitergehen? – Wir werden jetzt einen Sonderausschuss haben. Herr Klubobmann Khol hat gesagt: Es werden jetzt Monate verstreichen, bis wir zu Vier-Parteien-Einigungen kommen werden. (Abg. Dr. Khol: Ich hoffe!) Herr Westenthaler hat gesagt, er möchte die Nullvariante, die Ausstiegsoption im Ausschuss durchsetzen. Ich glaube, das ist völlig überflüssig. Ich glaube, wir sind uns ziemlich einig beziehungsweise sind wir uns diesbezüglich zumindest einig. (Abg. Mag. Schweitzer: Wer ist wir?) Wir wollen einen Ausstieg. Wir wollen, dass es mit Tschechien zu einer Lösung kommt, die das Abschalten von Temelín bedeutet. (Abg. Ing. Westenthaler: Mit einem Blend-a-med-Lächeln kriegen Sie das Kernkraftwerk auch nicht weg!)
Abg. Dr. Martin Graf: So funktioniert die parlamentarische Demokratie!
Ich frage Sie weiters: Warum werden nicht bereits jetzt konkrete Initiativen gesetzt? Warum muss der Ausschuss Ausstiegsangebote durchrechnen, warum machen wir das nicht gleich? Warum können wir nicht sofort Experten beauftragen, das vorzubereiten? (Abg. Dr. Martin Graf: So funktioniert die parlamentarische Demokratie!) Warum können wir nicht sofort mit europäischen Ländern Koalitionen eingehen, um die Europäische Ausstiegskonferenz vorzubereiten? (Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie gegen das Parlament? Dann müssen Sie gegen jeden Ausschuss sein!) – Ich habe überhaupt nichts gegen das Parlament, ich verstehe nur Ihre Verschleppungstaktik nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie gegen das Parlament? Dann müssen Sie gegen jeden Ausschuss sein!
Ich frage Sie weiters: Warum werden nicht bereits jetzt konkrete Initiativen gesetzt? Warum muss der Ausschuss Ausstiegsangebote durchrechnen, warum machen wir das nicht gleich? Warum können wir nicht sofort Experten beauftragen, das vorzubereiten? (Abg. Dr. Martin Graf: So funktioniert die parlamentarische Demokratie!) Warum können wir nicht sofort mit europäischen Ländern Koalitionen eingehen, um die Europäische Ausstiegskonferenz vorzubereiten? (Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie gegen das Parlament? Dann müssen Sie gegen jeden Ausschuss sein!) – Ich habe überhaupt nichts gegen das Parlament, ich verstehe nur Ihre Verschleppungstaktik nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich frage Sie weiters: Warum werden nicht bereits jetzt konkrete Initiativen gesetzt? Warum muss der Ausschuss Ausstiegsangebote durchrechnen, warum machen wir das nicht gleich? Warum können wir nicht sofort Experten beauftragen, das vorzubereiten? (Abg. Dr. Martin Graf: So funktioniert die parlamentarische Demokratie!) Warum können wir nicht sofort mit europäischen Ländern Koalitionen eingehen, um die Europäische Ausstiegskonferenz vorzubereiten? (Abg. Ing. Westenthaler: Was haben Sie gegen das Parlament? Dann müssen Sie gegen jeden Ausschuss sein!) – Ich habe überhaupt nichts gegen das Parlament, ich verstehe nur Ihre Verschleppungstaktik nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind gegen jeden Ausschuss! Das ist antidemokratisch!
Ich kann Sie nur so verstehen, Herr Westenthaler: Sie wollen das Volksbegehren weiterhin parteipolitisch instrumentalisieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind gegen jeden Ausschuss! Das ist antidemokratisch!) Sie wollen das jetzt einmal in den Kühlschrank legen und dann, wenn Sie im Herbst Ihre Anti-Osterweiterungskampagne starten, wollen Sie es wieder hernehmen, damit Sie wieder ein Streitthema haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Blend-a-med-Lächeln!) Das ist der nächste Missbrauch eines umweltpolitischen Themas für eine Anti-EU-Erweiterungskampagne der FPÖ. – Das ist die einzige Erklärung. (Beifall bei den Grünen.) Wieso machen Sie nicht gleich irgendetwas Vernünftiges? – Ich verstehe das nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie schauen alt aus! Sie schauen sehr alt aus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Blend-a-med-Lächeln!
Ich kann Sie nur so verstehen, Herr Westenthaler: Sie wollen das Volksbegehren weiterhin parteipolitisch instrumentalisieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind gegen jeden Ausschuss! Das ist antidemokratisch!) Sie wollen das jetzt einmal in den Kühlschrank legen und dann, wenn Sie im Herbst Ihre Anti-Osterweiterungskampagne starten, wollen Sie es wieder hernehmen, damit Sie wieder ein Streitthema haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Blend-a-med-Lächeln!) Das ist der nächste Missbrauch eines umweltpolitischen Themas für eine Anti-EU-Erweiterungskampagne der FPÖ. – Das ist die einzige Erklärung. (Beifall bei den Grünen.) Wieso machen Sie nicht gleich irgendetwas Vernünftiges? – Ich verstehe das nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie schauen alt aus! Sie schauen sehr alt aus!)
Beifall bei den Grünen.
Ich kann Sie nur so verstehen, Herr Westenthaler: Sie wollen das Volksbegehren weiterhin parteipolitisch instrumentalisieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind gegen jeden Ausschuss! Das ist antidemokratisch!) Sie wollen das jetzt einmal in den Kühlschrank legen und dann, wenn Sie im Herbst Ihre Anti-Osterweiterungskampagne starten, wollen Sie es wieder hernehmen, damit Sie wieder ein Streitthema haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Blend-a-med-Lächeln!) Das ist der nächste Missbrauch eines umweltpolitischen Themas für eine Anti-EU-Erweiterungskampagne der FPÖ. – Das ist die einzige Erklärung. (Beifall bei den Grünen.) Wieso machen Sie nicht gleich irgendetwas Vernünftiges? – Ich verstehe das nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie schauen alt aus! Sie schauen sehr alt aus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie schauen alt aus! Sie schauen sehr alt aus!
Ich kann Sie nur so verstehen, Herr Westenthaler: Sie wollen das Volksbegehren weiterhin parteipolitisch instrumentalisieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind gegen jeden Ausschuss! Das ist antidemokratisch!) Sie wollen das jetzt einmal in den Kühlschrank legen und dann, wenn Sie im Herbst Ihre Anti-Osterweiterungskampagne starten, wollen Sie es wieder hernehmen, damit Sie wieder ein Streitthema haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Blend-a-med-Lächeln!) Das ist der nächste Missbrauch eines umweltpolitischen Themas für eine Anti-EU-Erweiterungskampagne der FPÖ. – Das ist die einzige Erklärung. (Beifall bei den Grünen.) Wieso machen Sie nicht gleich irgendetwas Vernünftiges? – Ich verstehe das nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie schauen alt aus! Sie schauen sehr alt aus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Trotz Blend-a-med-Grinsens schauen Sie sehr alt aus!
Nun zu weiteren Vorschlägen. (Abg. Ing. Westenthaler: Trotz Blend-a-med-Grinsens schauen Sie sehr alt aus!) Ich möchte das jetzt wieder ...
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird in der Werbung auch verwendet! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Kollege Westenthaler! Ich bitte Sie: "Blend-a-med-Grinsen" kann man doch einer Rednerin nicht vorwerfen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird in der Werbung auch verwendet! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Nein. Bitte, denken Sie in Ruhe darüber nach, ob das ein angemessener Ton ist! (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird in der Werbung positiv verwendet!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird in der Werbung positiv verwendet!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Kollege Westenthaler! Ich bitte Sie: "Blend-a-med-Grinsen" kann man doch einer Rednerin nicht vorwerfen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird in der Werbung auch verwendet! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Nein. Bitte, denken Sie in Ruhe darüber nach, ob das ein angemessener Ton ist! (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird in der Werbung positiv verwendet!)
ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (fortsetzend): Das ist öfters der Fall, dass Herr Kollege Westenthaler sexistische, frauenfeindliche (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen) und unglaubliche Äußerungen von sich gibt. Ja, es ist so. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Blend-a-med-Werbung ist sexistisch!) – Sie haben schon ganz andere Sachen zu mir gesagt.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Blend-a-med-Werbung ist sexistisch!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (fortsetzend): Das ist öfters der Fall, dass Herr Kollege Westenthaler sexistische, frauenfeindliche (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen) und unglaubliche Äußerungen von sich gibt. Ja, es ist so. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Blend-a-med-Werbung ist sexistisch!) – Sie haben schon ganz andere Sachen zu mir gesagt.
Abg. Dr. Krüger: Auch Klima hat ein Blend-a-med-Lächeln!
Kommen wir zum Thema zurück, das Ihnen unangenehm sein dürfte. (Abg. Dr. Krüger: Auch Klima hat ein Blend-a-med-Lächeln!)
Abg. Dr. Ofner: Veto-Politik, die liebt ihr ja so sehr!
Ich möchte haben, dass garantiert ist (Abg. Dr. Ofner: Veto-Politik, die liebt ihr ja so sehr!), dass Österreich nicht nur dann, wenn es um Temelín geht, sondern bei der gesamten europäischen Atompolitik eine konsistente Linie vertritt, weil uns sonst einfach niemand mehr ernst nimmt. Das ist auch in unserem Paket enthalten.
Beifall bei den Grünen.
Wir haben nach Ostern das fünfjährige Jubiläum dieser Volksbegehren, und sie alle sind nicht umgesetzt worden. Da gelten keine Ausreden, Herr Schweitzer, dass das nicht während Ihrer Regierungszeit war, sondern ich erwarte mir, dass man das, wenn man die direkte Demokratie schon so hochhält, nicht nur bei den eigenen macht, bei den selbstinszenierten Volksbegehren, sondern auch bei denen, die tatsächlich von den Bürgerinnen und Bürgern in Österreich eingebracht wurden und nicht Millionen von Steuergeld, Parteifördergeld gekostet haben, sondern mit eigenen Beiträgen zu einem Erfolg geführt worden sind. Eine Aussage zum Tierschutz- oder zum Gentechnik-Volksbegehren würde ich mir einmal wünschen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt Temelín verschlafen!
Ein Letztes: Als jemand, der seit zehn Jahren Anti-Atomarbeit macht, kann ich nur sagen: Wir waren noch nie so weit von einem Erfolg entfernt wie jetzt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt Temelín verschlafen!) Sie haben dieses Problem mit Ihrer Art, Ihrem so genannten Kampf gegen ein grenznahes Atomkraftwerk so massiv verschärft, dass das Einzige, was jetzt verbleibt, die Hoffnung auf einen Neuanfang ist, dass man die Anti-Atompolitik und die Außenpolitik in Österreich vielleicht auf neue Beine stellen kann.
Beifall bei den Grünen.
Durch die Art, wie Sie heute gesprochen haben, wurde diese Hoffnung auch wieder zerschlagen, aber vielleicht können die Wählerinnen und Wähler dann beim nächsten Wahltag entscheiden, wie sie die Atompolitik gestaltet haben wollen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Sonntagsrede!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Mag. Wilhelm Molterer: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Präsident! Diese Bundesregierung nimmt die Sorgen und Ängste aller Österreicherinnen und Österreicher wahr. Wir nehmen diese Sorgen und Ängste ernst, unabhängig davon, ob jemand das Volksbegehren unterschrieben hat oder nicht. Unsere Aufgabe ist es, dass wir für die Menschen in Österreich zwei große Ziele erreichen, meine Damen und Herren, zwei Ziele, die sich diese Bundesregierung gesetzt hat: Einerseits wollen wir den europaweiten Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie, andererseits wollen wir die maximale Sicherheit für die Menschen in Österreich, aber nicht nur in Österreich, sondern auch darüber hinaus, erreichen. – Das sind unsere Ziele, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Sonntagsrede!)
Abg. Oberhaidinger: Wer ist in der Regierung?
Meine Damen und Herren! Wir haben dieses Thema zum europäischen Thema gemacht. Ich appelliere an die Sozialdemokratie: Machen Sie Ihren Einfluss bei Ihrem Kollegen Tony Blair geltend, machen Sie Ihren Einfluss beim französischen Ministerpräsidenten Jospin geltend (Abg. Oberhaidinger: Wer ist in der Regierung?), machen Sie Ihren Einfluss etwa bei Bundeskanzler Schröder geltend, für unseren Kampf gegen Temelín aktiv zu sein (Zwischenruf des Abg. Parnigoni ) und nicht darauf zu warten, was Österreich erreicht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Parnigoni
Meine Damen und Herren! Wir haben dieses Thema zum europäischen Thema gemacht. Ich appelliere an die Sozialdemokratie: Machen Sie Ihren Einfluss bei Ihrem Kollegen Tony Blair geltend, machen Sie Ihren Einfluss beim französischen Ministerpräsidenten Jospin geltend (Abg. Oberhaidinger: Wer ist in der Regierung?), machen Sie Ihren Einfluss etwa bei Bundeskanzler Schröder geltend, für unseren Kampf gegen Temelín aktiv zu sein (Zwischenruf des Abg. Parnigoni ) und nicht darauf zu warten, was Österreich erreicht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir haben dieses Thema zum europäischen Thema gemacht. Ich appelliere an die Sozialdemokratie: Machen Sie Ihren Einfluss bei Ihrem Kollegen Tony Blair geltend, machen Sie Ihren Einfluss beim französischen Ministerpräsidenten Jospin geltend (Abg. Oberhaidinger: Wer ist in der Regierung?), machen Sie Ihren Einfluss etwa bei Bundeskanzler Schröder geltend, für unseren Kampf gegen Temelín aktiv zu sein (Zwischenruf des Abg. Parnigoni ) und nicht darauf zu warten, was Österreich erreicht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich appelliere auch an die Grünen: Machen Sie Ihren Einfluss geltend beispielsweise in Frankreich, wo es grüne Umweltminister gibt, die in der Frage Anti-Temelín kein einziges Mal ihre Stimme erhoben haben, die in der Frage Atomausstieg in Europa kein einziges Mal die Stimme erhoben haben, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wo stehen wir, meine Damen und Herren? – Wir haben auf europäischer Ebene mehr erreicht als jede Regierung zuvor. Erstens: Wir haben erreicht, dass die Frage nukleare Sicherheit Thema und Gegenstand der Erweiterungsverhandlungen ist. Das war eine österreichische Initiative, die Erfolg gehabt hat. Auf dieser österreichischen Initiative beruhen einerseits die konkreten Schließungspläne für die wirklich kritischen Reaktoren – Sie kennen sie: Ignalina, Kosloduj und Bohunice –, und andererseits ist es ein Erfolg dieser österreichischen Initiative, dass sich eine gemeinsame europäische Gruppe mit den Sicherheitsstandards in allen Kernkraftwerken der Kandidatenländer beschäftigt und für alle Kandidatenländer Auflagen im Sicherheitsthema verankert hat. Weiters ist es ein Erfolg dieser Initiative, dass auf europäischer Ebene das erste Mal offensiv über die Schaffung einheitlicher europäischer Standards im Bereich der nuklearen Sicherheit auf möglichst hohem Niveau verhandelt wird. Das, meine Damen und Herren, ist ein Erfolg dieser Bundesregierung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Cap: Nix!
Was haben wir denn in Brüssel erreicht? (Abg. Dr. Cap: Nix!) Das Nuklear-Informationsübereinkommen zwischen Tschechien und Österreich wird weiter ausgebaut. Die Energie-Partnerschaft für erneuerbare Energien und Öko-Effizienz im Energiebereich wird gestärkt. Von den sieben zentralen Sicherheitspunkten müssen alle verbindlich umgesetzt werden und jene, die für den Betrieb relevant sind, bereits vor der kommerziellen Inbetriebnahme verwirklicht sein. Die 21 UVP-Punkte müssen umgesetzt werden. Wir haben erreicht, dass dieses Ergebnis völkerrechtlich verbindlich wird. Ich erinnere daran, dass dieses Ergebnis bereits vergangenes Jahr, am 28. Dezember, im Bundesgesetzblatt verlautbart wurde. Wir haben weiters erreicht, meine Damen und Herren, dass dieses Ergebnis im Falle der Mitgliedschaft Tschechiens in der Euro
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Wir haben daher im Interesse der Österreicherinnen und Österreicher gehandelt und mit diesem Übereinkommen wichtigste Ergebnisse umgesetzt. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir sind dabei, meine Damen und Herren, die Energie-Partnerschaft konkret umzusetzen, haben gemeinsam mit den tschechischen Behörden eine Reihe von Projekten in Arbeit, etwa die Umstellung auf erneuerbare Energieträger. Wir arbeiten an dieser Umsetzung und gehen davon aus, dass die tschechische Seite diese Vereinbarung umsetzt, und behalten uns vor – so, wie uns das österreichische Parlament beauftragt hat –, dass wir selbstverständlich auf das Energiekapitel zurückkommen werden, sollten sich die tschechischen Behörden nicht an diese Vereinbarungen halten. – Das ist unsere konkrete Zusage, die wir auch verankert haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Hier haben wir eine sehr klare Strategie, und die Österreicherinnen und Österreicher können sich darauf verlassen, dass diese Bundesregierung alles tut, um die beiden Zielsetzungen – europaweiter Ausstieg auf der einen Seite und maximale Sicherheit auf der anderen Seite – zu verwirklichen. Was wir erwarten – und das sage ich im Interesse der Menschen dieses Landes –, ist, dass alle Parteien, auch die Oppositionsparteien, an diesem konstruktiven Kurs der Bundesregierung mitarbeiten. Das wäre eine wirkliche Hilfe für die Durchsetzung unserer Interessen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Mühlbachler: Dem treten Sie ja bei!
Abgeordnete Mag. Ulrike Sima (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Hohes Haus! Wenn Sie sich jetzt wirklich hierher stellen und sagen, diese Regierung habe in der Anti-Atompolitik mehr erreicht als alle anderen zuvor, dann muss ich Sie schon fragen: Glauben Sie wirklich, dass die Menschen nicht merken, dass es einen Stillstand in der Anti-Atompolitik gibt, dass überhaupt nichts weitergeht? (Abg. Mag. Mühlbachler: Dem treten Sie ja bei!) Glauben Sie wirklich, dass die Menschen das angesichts des Temelín-Debakels, das Sie in den letzten
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben Temelín auf EU-Ebene durch den Abschluss des Energiekapitels vollinhaltlich akzeptiert, ohne Wenn und Aber! Und ich halte es für skandalös, dass Sie sich jetzt hierher stellen und das als großen Erfolg verkaufen wollen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Geh bitte, das glaubt Ihnen aber wirklich niemand!
Was ist denn seit dem Ende des Volksbegehrens geschehen, Herr Kollege Westenthaler? – Überhaupt nichts ist geschehen, gar nichts! Die Freiheitlichen haben in der Causa Temelín absolut nichts unternommen, Temelín ist nicht um einen Millimeter sicherer geworden! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Geh bitte, das glaubt Ihnen aber wirklich niemand!) Ich spreche hier nicht von einem Veto gegen Temelín, und ich bin froh darüber, dass Sie anscheinend jetzt auch selbst erkannt haben, dass ein Veto gegen Temelín nichts bringt, dass ein Veto Temelín nicht sicherer macht, denn heute habe ich das Wort "Veto" von Ihnen überhaupt nicht mehr gehört.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dolinschek: Skandalös ist Ihre Wortmeldung, Frau Kollegin!
Aber angesichts der vielen, vielen Versprechungen, die Sie der österreichischen Bevölkerung gemacht haben, halte ich Ihre Untätigkeit wirklich für skandalös! Es ist einfach skandalös, dass Sie hier Versprechungen machen, die Sie nicht einmal im Ansatz einzulösen bereit sind. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dolinschek: Skandalös ist Ihre Wortmeldung, Frau Kollegin!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen zuhören, was ich gesagt habe! Ausstiegsszenario, habe ich gesagt!
Heute in der Früh schon wieder – ich habe es ja im "Morgenjournal" gehört –: Peter Westenthaler verspricht der österreichischen Bevölkerung, in einem bis eineinhalb Jahren werde Temelín vom Netz sein. – Bitte, das ist doch völlig unrealistisch! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen zuhören, was ich gesagt habe! Ausstiegsszenario, habe ich gesagt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen zuhören! Haare zur Seite, Ohren freilegen und zuhören! Sie müssen mich richtig zitieren!
Hören Sie doch endlich auf, der österreichischen Bevölkerung hier Sand in die Augen zu streuen! Ich kann es nur wiederholen: Glauben Sie, dass die Leute so blöd sind, dass sie nicht merken, dass Sie nichts tun, und dass sie nicht merken, ... (Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen zuhören! Haare zur Seite, Ohren freilegen und zuhören! Sie müssen mich richtig zitieren!) – Herr Kollege Westenthaler! Ich bin in der Lage, zuzuhören – Sie offensichtlich nicht, weil Sie ständig dazwischenreden! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Hören Sie doch endlich auf, der österreichischen Bevölkerung hier Sand in die Augen zu streuen! Ich kann es nur wiederholen: Glauben Sie, dass die Leute so blöd sind, dass sie nicht merken, dass Sie nichts tun, und dass sie nicht merken, ... (Abg. Ing. Westenthaler: Sie müssen zuhören! Haare zur Seite, Ohren freilegen und zuhören! Sie müssen mich richtig zitieren!) – Herr Kollege Westenthaler! Ich bin in der Lage, zuzuhören – Sie offensichtlich nicht, weil Sie ständig dazwischenreden! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Anti-Atomschläferin, aber nicht -kämpferin! – Abg. Dr. Ofner: Haben Sie dagegen unterschrieben?
Das wirklich Schlimme und für mich als Anti-Atomkämpferin wirklich sehr Beunruhigende ist, dass genau das Gegenteil passiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Anti-Atomschläferin, aber nicht -kämpferin! – Abg. Dr. Ofner: Haben Sie dagegen unterschrieben?) In wenigen Tagen wird der zweite Block des AKW Temelín ans Netz gehen, und das betrübt mich persönlich sehr. (Abg. Ing. Westenthaler: Und was tun Sie dagegen?) Ich habe nämlich auch Kinder, Herr Kollege Westenthaler, und es betrübt mich persönlich sehr, dass der zweite Block von Temelín wegen Ihrer verfehlten Anti-Atompolitik ans Netz geht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Und was tun Sie dagegen?
Das wirklich Schlimme und für mich als Anti-Atomkämpferin wirklich sehr Beunruhigende ist, dass genau das Gegenteil passiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Anti-Atomschläferin, aber nicht -kämpferin! – Abg. Dr. Ofner: Haben Sie dagegen unterschrieben?) In wenigen Tagen wird der zweite Block des AKW Temelín ans Netz gehen, und das betrübt mich persönlich sehr. (Abg. Ing. Westenthaler: Und was tun Sie dagegen?) Ich habe nämlich auch Kinder, Herr Kollege Westenthaler, und es betrübt mich persönlich sehr, dass der zweite Block von Temelín wegen Ihrer verfehlten Anti-Atompolitik ans Netz geht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das wirklich Schlimme und für mich als Anti-Atomkämpferin wirklich sehr Beunruhigende ist, dass genau das Gegenteil passiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Anti-Atomschläferin, aber nicht -kämpferin! – Abg. Dr. Ofner: Haben Sie dagegen unterschrieben?) In wenigen Tagen wird der zweite Block des AKW Temelín ans Netz gehen, und das betrübt mich persönlich sehr. (Abg. Ing. Westenthaler: Und was tun Sie dagegen?) Ich habe nämlich auch Kinder, Herr Kollege Westenthaler, und es betrübt mich persönlich sehr, dass der zweite Block von Temelín wegen Ihrer verfehlten Anti-Atompolitik ans Netz geht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Die FPÖ hat zu "verantworten", dass Block 2 ans Netz geht!
Besonders ärgerlich ist: Dieser Block 2 weist genau die gleichen eklatanten Sicherheitsmängel auf wie Block 1 – ganz genau die gleichen. Und warum? Weil Sie in den Verhandlungen vergessen haben, auf Block 2 überhaupt einzugehen. Es ist einfach darauf vergessen worden. Da hätte man noch viel ändern können, da hätte man noch vieles zum Besseren bewegen können. Aber die Bundesregierung hat in den Verhandlungen in Brüssel einfach vergessen, auf Block 2 gesondert einzugehen. Dieser geht jetzt ans Netz – mit genau den gleichen Fehlern wie Block 1. Und das haben Sie zu verantworten! (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Die FPÖ hat zu "verantworten", dass Block 2 ans Netz geht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr überheblich!
Herr Kollege Westenthaler, mir Überheblichkeit von Ihrer Seite vorzuwerfen ist fast schon lächerlich, wirklich wahr! Gerade Sie! Kehren Sie vor Ihrer eigenen Haustür! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sehr überheblich!)
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben dieses Volksbegehren sofort in der Schublade verschwinden lassen, nachdem Sie es vorher als großen Triumph gefeiert haben, und das wundert mich angesichts der Geschichte, die dahinter steckt, auch nicht: Zuerst haben Sie als Regierungspartei auf EU-Ebene in Brüssel Temelín mit allen Konsequenzen akzeptiert. Sie haben das Energiekapitel abgeschlossen und damit den letzten wirklichen Trumpf, den wir gegen Temelín noch in der Hand hatten, aus der Hand gegeben. Und dann machen Sie einen Monat später gegen die von Ihnen selbst mitgetragene Entscheidung ein Volksbegehren. Also das Wort "Doppelspiel" ist noch der höflichste Ausdruck, der mir zu diesem Thema einfällt. Quasi ein Volksbegehren-Veto gegen die eigene Politik – noch absurder geht es überhaupt nicht! Da wundert es mich nicht, dass es keine konkreten Ergebnisse in der Sachpolitik gegen Temelín gibt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wochesländer: Hätten Sie unterschrieben!
Sie haben heute auch versucht, den Sonderausschuss, der jetzt eingerichtet wird, als großen Wurf zu verkaufen, als die große Perspektive in der Temelín-Politik. Ich sage Ihnen, wir sind gerne bereit, dort mitzuarbeiten, das ist überhaupt keine Frage (Abg. Wochesländer: Hätten Sie unterschrieben!), aber wenn Sie sonst keine konkreten Taten setzen, wenn es keine Ausstiegsangebote gibt, wenn es keine Verbündeten auf EU-Ebene gibt, dann wird auch der beste Sonderausschuss nichts nützen. Dann werden wir dort sitzen und uns gegenseitig erklären, dass wir alle gegen Temelín sind, aber es wird im konkreten Kampf gegen das AKW nichts nützen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt: von Ihnen! Sie haben das Thema verschlafen, das ist die Wahrheit!
Was haben Sie sonst noch an Lösungen anzubieten? Die Menschen wollen endlich Taten sehen, anstatt immer nur Worte von Ihnen zu hören. Endlich Taten statt Worte! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt: von Ihnen! Sie haben das Thema verschlafen, das ist die Wahrheit!)
Bundesminister Mag. Molterer: Die Sicherheit!
Das ist wirklich überfällig, ich sage nur: Stichwort Euratom, das ist mir ein besonderes Anliegen. Wie wir alle wissen, finanzieren die österreichischen Steuerzahler derzeit mit ihrem Steuergeld östliche Atomkraftwerke. Das ist etwas, was ich absolut nicht möchte, und ich fordere ... (Bundesminister Mag. Molterer: Die Sicherheit!) – Nein, nicht nur die Sicherheit, Herr Kollege Molterer! Ich sage nur: Tschernobyl-Ersatzreaktoren K2/R4. Das alles wird auch mit Euratom-Geld finanziert.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Thema verschlafen – und die Rede auch! – Abg. Wochesländer: Zuerst schlafen Sie, und dann !
Mir ist es wirklich ein Herzensanliegen, dass Österreich hier endlich eine Initiative startet, und ich lade Sie ein: Arbeiten Sie mit, dass Euratom nicht mehr finanziert wird durch österreichische Steuergelder, dass Euratom nicht mehr die Vormachtstellung der Atomenergie auf EU-Ebene sichert! Das wäre ein wichtiger Schritt für die Zukunft in Europa, für den europaweiten Atomausstieg. Setzen Sie endlich konkrete Taten, auch für unsere Kinder, Herr Westenthaler! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Thema verschlafen – und die Rede auch! – Abg. Wochesländer: Zuerst schlafen Sie, und dann !)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
In dieser Zeit haben wir es aus der Opposition heraus, ich als Vorsitzender des Umweltausschusses, zustande gebracht, dass es mehrfach Treffen zwischen österreichischen und tschechischen Parlamentariern gegeben hat, dass es zu Zusammenkünften mit dem tschechischen Umweltminister, mit dem tschechischen Außenminister gekommen ist, bei denen dieses Thema besprochen wurde. Das Ergebnis war leider Gottes nicht zufriedenstellend. Das Ergebnis wurde erst besser, als die heutige Regierung die Geschäfte in Österreich übernommen hat. Es hat noch nie so viel Fortschritte in dieser Frage gegeben, wie Kollege Molterer bereits ausgeführt hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Diese Bundesregierung hat etwas weitergebracht – bei weitem nicht genug, das ist schon klar!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Unser Ziel muss es sein, dass das AKW Temelín stillgelegt wird, dass es endgültig auf dem AKW-Schrotthaufen landet. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Und dazu wird es einer gemeinsamen Anstrengung bedürfen, meine sehr geehrten Damen und Herren. Es tut mir schon Leid, dass Sie mit der guten Tradition, die wir noch gehabt haben, als wir in der Opposition waren – wir haben alles mitzutragen versucht, was Sinn gemacht hat –, nämlich der guten Tradition, hier einen gemeinsamen Weg zu gehen, gebrochen haben, Frau Kollegin Prammer, als Sie in die Opposition gekommen sind. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig sowie Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig sowie Zwischenrufe bei der SPÖ.
Unser Ziel muss es sein, dass das AKW Temelín stillgelegt wird, dass es endgültig auf dem AKW-Schrotthaufen landet. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Und dazu wird es einer gemeinsamen Anstrengung bedürfen, meine sehr geehrten Damen und Herren. Es tut mir schon Leid, dass Sie mit der guten Tradition, die wir noch gehabt haben, als wir in der Opposition waren – wir haben alles mitzutragen versucht, was Sinn gemacht hat –, nämlich der guten Tradition, hier einen gemeinsamen Weg zu gehen, gebrochen haben, Frau Kollegin Prammer, als Sie in die Opposition gekommen sind. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig sowie Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das ist das, was mir als überzeugtem Anti-AKW-Kämpfer Leid tut: Sie stellen sich nicht mehr hinter das Anliegen dieses Volksbegehrens und weigern sich, all das mitzutragen, was nützt. Das sollten Sie aber. Wir geben Ihnen mit dem Sonderausschuss, der jetzt eingerichtet wird, eine neue Chance, sich wieder dort einzufinden, wo es notwendig ist, wenn es um die Sache geht: auf einem gemeinsamen Weg gegen Temelín! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Eder.
Frau Kollegin Sima! Ich war bereits in Bayern, habe bereits Vorgespräche mit der bayerischen Landesregierung, mit Vertretern des bayerischen Landtages geführt, weil sich die bayerische Landesregierung auch gegen Temelín ausgesprochen hat. Das ist ein erster Schritt, dieses Thema auf internationale Ebene zu bringen, weil wir natürlich gemeinsam auf europäischer Ebene mehr erreichen können, wenn ... (Zwischenruf des Abg. Eder. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Helfen Sie uns, das zu realisieren, was Kollege Cap haben möchte: auf internationaler Ebene eine Gemeinschaft zu bilden, die gegen Temelín auftritt, die in Europa so viel Gewicht hat, dass wir unserem Ziel der Schließung Temelín einen Schritt näher kommen. Aber torpedieren Sie nicht schon die Ansätze hier in diesem Haus! Das ist das, was sich die Unterzeichner des Volksbegehrens von Ihnen nicht wünschen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Immerhin waren es 25 Prozent SPÖ-Parteigänger, die dieses Volksbegehren unterzeichnet haben. Das sollten Sie bei aller parteipolitischen Gegnerschaft nicht vergessen! Hier geht es um Österreich, hier geht es um die Sicherheit unserer Zukunft! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nur für das Protokoll: Temelín-Debatte – und die grünen Bankreihen sind leer! Das zeigt, wie "ernst" die Grünen den Kampf gegen die Atomkraft nehmen!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Karlheinz Kopf. (Abg. Ing. Westenthaler: Nur für das Protokoll: Temelín-Debatte – und die grünen Bankreihen sind leer! Das zeigt, wie "ernst" die Grünen den Kampf gegen die Atomkraft nehmen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Meine Damen und Herren! Es ist bekannt, dass die ÖVP sehr konsequent und bereits in einem sehr frühen Stadium der Diskussionen um die Kernenergie die Nutzung dieser Energieform strikt abgelehnt hat, weil es die absolute und restlose Sicherheit von Atomkraftwerken nicht gibt. Wir stehen damit auf der Seite der großen und überwiegenden Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher und natürlich auch auf der Seite der 915 000 UnterzeichnerInnen des Volksbegehrens. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es war noch keine österreichische Bundesregierung so weit wie diese erst zwei Jahre im Amt befindliche ÖVP/FPÖ-Regierung! Das sei Ihnen einmal gesagt, Frau Kollegin Sima! Das, was Sie hier zu diesem Thema von sich geben, ist so etwas von lächerlich und unglaubwürdig! Unterlassen Sie es bitte endgültig, in diesem Ton, in dieser unglaubwürdigen Art zu diesem Thema zu sprechen! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Was sind denn die Fakten? – Alle Länder in Europa sind in der Wahl ihrer Energieträger frei. Wir haben keine rechtliche Möglichkeit, diesen Ländern vorzuschreiben, mit welchen Energieträgern sie ihren Energiebedarf decken. Umso beachtlicher ist es, dass es unserem Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und unserem Umweltminister Willi Molterer gelungen ist, in Melk einen Prozess in Gang zu setzen, in Brüssel einen Vertrag zu unterzeichnen, diesen Vertrag sogar im Energiekapitel des Beitrittsvertrages mit Tschechien zu verankern und damit eine einklagbare Rechtssituation für die Sicherheit unserer Bevölkerung zu schaffen – und das alles in wenigen Monaten der Zuständigkeit dieser ÖVP/FPÖ-Regierung, nachdem vorher vier Jahre lang unter SPÖ-Zuständigkeit nichts weitergegangen ist! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Marizzi: Uns müssen Sie das nicht sagen! Sagen Sie das der FPÖ!
In diesem Licht ist auch der Beitritt Tschechiens zur Europäischen Union zu sehen. Ein Nichtbeitritt von Tschechien macht Temelín nicht nur nicht sicherer, im Gegenteil: Er entbindet Tschechien auch von der Verpflichtung zur Umsetzung dieser nun im Beitrittsvertrag mit Tschechien zu verankernden Verpflichtungen zur Schaffung von Sicherheit in Temelín. Ein Nichtbeitritt von Tschechien macht Temelín nicht sicher! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Marizzi: Uns müssen Sie das nicht sagen! Sagen Sie das der FPÖ!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte noch einmal alle Parteien in diesem Hohen Haus, vor allem jene, die sich in jüngster Zeit schon mehrfach von diesem Vier-Parteien-Konsens, den wir früher immer hatten, verabschiedet haben – und das sind die Oppositionsparteien –, dringend einladen, in diesem neuen Ausschuss, den wir einsetzen werden und der die Gelegenheit geben wird, dieses so sensible und wichtige Thema für die Sicherheit der österreichischen Bevölkerung seriös abzuhandeln, konstruktiv und nicht nur als Fundamental-Opposition mitzuwirken. Nur dann können wir für die Sicherheit unserer Bevölkerung wirklich einen entscheidenden Schritt weiterkommen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich nehme zur Kenntnis, dass mein Vorredner von der ÖVP hier in aller Schärfe mit dem freiheitlichen Populismus abgerechnet hat. (Beifall bei den Grünen.) Es dürfte sich wieder einmal um das Löschblatt handeln, das gerade nicht mehr zwischen ÖVP und FPÖ hineinpasst. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich nehme zur Kenntnis, dass mein Vorredner von der ÖVP hier in aller Schärfe mit dem freiheitlichen Populismus abgerechnet hat. (Beifall bei den Grünen.) Es dürfte sich wieder einmal um das Löschblatt handeln, das gerade nicht mehr zwischen ÖVP und FPÖ hineinpasst. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Meine Damen und Herren! Das war keine gute Idee, und das Löschblatt, das nicht zwischen Sie beide passt, hat inzwischen etwa die Dicke des Beitrittsvertrags zur Europäischen Union und trennt Ihre beiden Parteien zutiefst. Ich habe ja nach wie vor die Hoffnung, dass die ÖVP eine Europapartei ist, aber warten wir die nächsten Monate ab. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. )
Rufe bei den Freiheitlichen: Wenn Pilz kommt!
Es gibt einen wunderbaren Vorschlag von Westenthaler und Schweitzer: Wir mögen mit ihnen als Partner in die europäischen Hauptstädte gehen und dort über einen AKW-Ausstieg verhandeln. Meine Damen und Herren! Wissen Sie nicht, was dann geschieht? – Alle rennen davon! (Rufe bei den Freiheitlichen: Wenn Pilz kommt!) Alle rennen davon, wenn Freiheitliche auftauchen! (Abg. Wochesländer: Hätten Sie gern!) Niemand in Europa will mit Freiheitlichen reden. Wenn wir in Europa etwas erreichen wollen, dann nur innerhalb des Khol’schen "Verfassungsbogens" der europäisch gesinnten Parteien, die dort auch etwas zu sagen haben. Ich hoffe, dass die ÖVP in diesen Europabogen zurückkehrt. (Abg. Neudeck: Pilz’ Märchen!)
Abg. Wochesländer: Hätten Sie gern!
Es gibt einen wunderbaren Vorschlag von Westenthaler und Schweitzer: Wir mögen mit ihnen als Partner in die europäischen Hauptstädte gehen und dort über einen AKW-Ausstieg verhandeln. Meine Damen und Herren! Wissen Sie nicht, was dann geschieht? – Alle rennen davon! (Rufe bei den Freiheitlichen: Wenn Pilz kommt!) Alle rennen davon, wenn Freiheitliche auftauchen! (Abg. Wochesländer: Hätten Sie gern!) Niemand in Europa will mit Freiheitlichen reden. Wenn wir in Europa etwas erreichen wollen, dann nur innerhalb des Khol’schen "Verfassungsbogens" der europäisch gesinnten Parteien, die dort auch etwas zu sagen haben. Ich hoffe, dass die ÖVP in diesen Europabogen zurückkehrt. (Abg. Neudeck: Pilz’ Märchen!)
Abg. Neudeck: Pilz’ Märchen!
Es gibt einen wunderbaren Vorschlag von Westenthaler und Schweitzer: Wir mögen mit ihnen als Partner in die europäischen Hauptstädte gehen und dort über einen AKW-Ausstieg verhandeln. Meine Damen und Herren! Wissen Sie nicht, was dann geschieht? – Alle rennen davon! (Rufe bei den Freiheitlichen: Wenn Pilz kommt!) Alle rennen davon, wenn Freiheitliche auftauchen! (Abg. Wochesländer: Hätten Sie gern!) Niemand in Europa will mit Freiheitlichen reden. Wenn wir in Europa etwas erreichen wollen, dann nur innerhalb des Khol’schen "Verfassungsbogens" der europäisch gesinnten Parteien, die dort auch etwas zu sagen haben. Ich hoffe, dass die ÖVP in diesen Europabogen zurückkehrt. (Abg. Neudeck: Pilz’ Märchen!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wie sollen wir mit Menschen, mit Politikern, mit Parteien, mit Regierungen verhandeln, die beleidigt und beschimpft worden sind? Meine Damen und Herren von der Volkspartei, denn da kann man sich nicht mehr an die Freiheitliche Partei wenden! Die freiheitliche Methode, jemandem erst ins Gesicht zu spucken und dann zu sagen: Gehen wir miteinander etwas trinken!, das kann doch nicht die Art des Dialoges mit den Nachbarstaaten sein. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Sie müssen sich nicht wundern, wenn die Vertreter der Tschechischen Republik mit Ihnen nicht mehr etwas trinken gehen. Wenn man jemanden anspuckt, dann hat das auch Folgen.
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Das Zweite ist die Frage der Demokratie. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich sage es ganz offen: Egal, um welches Anliegen es sich dabei handelt – das war kein Volksbegehren, das war ein Begehren von zwei Parteien, von der Freiheitlichen Partei und der "Krone"-Partei! Reden wir einmal darüber, wie die "Kronen Zeitung" ihre Macht missbraucht hat, wie sie als Partei aufgetreten ist. Mir ist egal, ob das im Zusammenhang mit Temelín oder mit Abfangjägern geschieht, ich will nicht, dass marktbeherrschende Zeitungen in dieser Republik ihre Macht missbrauchen und als Partei auftreten! Ich will, dass Volksbegehren Volksbegehren bleiben, und ich will, dass Volksbegehren nicht von Parteien oder Zeitungen ausgehen, sondern aus der Mitte der österreichischen Bevölkerung kommen. Es gibt ein Volksbegehren, das zeigt, wie Volksbegehren ausschauen können, und das ist das Sozialstaats-Volksbegehren. Das ist ein echtes Volksbegehren, da steckt keine Partei dahinter. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Brinek: Na geh, das ist ein Schmäh!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Brinek: Na geh, das ist ein Schmäh!
Das Zweite ist die Frage der Demokratie. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich sage es ganz offen: Egal, um welches Anliegen es sich dabei handelt – das war kein Volksbegehren, das war ein Begehren von zwei Parteien, von der Freiheitlichen Partei und der "Krone"-Partei! Reden wir einmal darüber, wie die "Kronen Zeitung" ihre Macht missbraucht hat, wie sie als Partei aufgetreten ist. Mir ist egal, ob das im Zusammenhang mit Temelín oder mit Abfangjägern geschieht, ich will nicht, dass marktbeherrschende Zeitungen in dieser Republik ihre Macht missbrauchen und als Partei auftreten! Ich will, dass Volksbegehren Volksbegehren bleiben, und ich will, dass Volksbegehren nicht von Parteien oder Zeitungen ausgehen, sondern aus der Mitte der österreichischen Bevölkerung kommen. Es gibt ein Volksbegehren, das zeigt, wie Volksbegehren ausschauen können, und das ist das Sozialstaats-Volksbegehren. Das ist ein echtes Volksbegehren, da steckt keine Partei dahinter. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Brinek: Na geh, das ist ein Schmäh!)
Abg. Wochesländer: Das ist nicht Thema!
Von 3. bis 10. April haben alle Menschen in dieser Republik die Möglichkeit, zu sagen: Nein, wir wollen nicht, dass unsere Steuergelder für Abfangjäger missbraucht werden (Abg. Wochesländer: Das ist nicht Thema!), wir wollen, dass unsere Steuergelder in soziale Sicherheit und in Bildung investiert werden! (Abg. Achatz: Reden Sie zur Sache!) – Das ist ein echtes Volksbegehren (Abg. Wochesländer: Temelín steht auf der Tagesordnung!), und das Ergebnis dieses Volksbegehrens wird zeigen, ob die Menschen in Österreich das Instrument Volksbegehren wirklich ernst nehmen.
Abg. Achatz: Reden Sie zur Sache!
Von 3. bis 10. April haben alle Menschen in dieser Republik die Möglichkeit, zu sagen: Nein, wir wollen nicht, dass unsere Steuergelder für Abfangjäger missbraucht werden (Abg. Wochesländer: Das ist nicht Thema!), wir wollen, dass unsere Steuergelder in soziale Sicherheit und in Bildung investiert werden! (Abg. Achatz: Reden Sie zur Sache!) – Das ist ein echtes Volksbegehren (Abg. Wochesländer: Temelín steht auf der Tagesordnung!), und das Ergebnis dieses Volksbegehrens wird zeigen, ob die Menschen in Österreich das Instrument Volksbegehren wirklich ernst nehmen.
Abg. Wochesländer: Temelín steht auf der Tagesordnung!
Von 3. bis 10. April haben alle Menschen in dieser Republik die Möglichkeit, zu sagen: Nein, wir wollen nicht, dass unsere Steuergelder für Abfangjäger missbraucht werden (Abg. Wochesländer: Das ist nicht Thema!), wir wollen, dass unsere Steuergelder in soziale Sicherheit und in Bildung investiert werden! (Abg. Achatz: Reden Sie zur Sache!) – Das ist ein echtes Volksbegehren (Abg. Wochesländer: Temelín steht auf der Tagesordnung!), und das Ergebnis dieses Volksbegehrens wird zeigen, ob die Menschen in Österreich das Instrument Volksbegehren wirklich ernst nehmen.
Abg. Wochesländer: Die Sie ihnen versuchen einzureden!
Das Temelín-Volksbegehren hat nur gezeigt, was Freiheitliche Partei und "Krone"-Partei gemeinsam mobilisieren können. Das soll man ernst nehmen, denn obwohl hier ein Instrument der direkten Demokratie missbraucht worden ist, geht es um echte und ernst zu nehmende Ängste in der österreichischen Bevölkerung. (Abg. Wochesländer: Die Sie ihnen versuchen einzureden!) Aber diesmal, beim Sozialstaats-Volksbegehren, geht es um eine große soziale und demokratiepolitische Chance. (Abg. Wochesländer: Das gehört nicht zur Sache!) Da geht es um die Chance, dem Sozialabbau in dieser Republik, dieser Kultur der Kälte, dieser Kultur der Benachteiligung, dieser Kultur des Wegschauens, wenn es jemandem schlecht geht, dieser falschen Kultur etwas Positives entgegenzusetzen. (Rufe bei den Freiheitlichen: Zur Sache! Zur Sache! – Abg. Wochesländer: Sie sind beim falschen Tagesordnungspunkt!)
Abg. Wochesländer: Das gehört nicht zur Sache!
Das Temelín-Volksbegehren hat nur gezeigt, was Freiheitliche Partei und "Krone"-Partei gemeinsam mobilisieren können. Das soll man ernst nehmen, denn obwohl hier ein Instrument der direkten Demokratie missbraucht worden ist, geht es um echte und ernst zu nehmende Ängste in der österreichischen Bevölkerung. (Abg. Wochesländer: Die Sie ihnen versuchen einzureden!) Aber diesmal, beim Sozialstaats-Volksbegehren, geht es um eine große soziale und demokratiepolitische Chance. (Abg. Wochesländer: Das gehört nicht zur Sache!) Da geht es um die Chance, dem Sozialabbau in dieser Republik, dieser Kultur der Kälte, dieser Kultur der Benachteiligung, dieser Kultur des Wegschauens, wenn es jemandem schlecht geht, dieser falschen Kultur etwas Positives entgegenzusetzen. (Rufe bei den Freiheitlichen: Zur Sache! Zur Sache! – Abg. Wochesländer: Sie sind beim falschen Tagesordnungspunkt!)
Rufe bei den Freiheitlichen: Zur Sache! Zur Sache! – Abg. Wochesländer: Sie sind beim falschen Tagesordnungspunkt!
Das Temelín-Volksbegehren hat nur gezeigt, was Freiheitliche Partei und "Krone"-Partei gemeinsam mobilisieren können. Das soll man ernst nehmen, denn obwohl hier ein Instrument der direkten Demokratie missbraucht worden ist, geht es um echte und ernst zu nehmende Ängste in der österreichischen Bevölkerung. (Abg. Wochesländer: Die Sie ihnen versuchen einzureden!) Aber diesmal, beim Sozialstaats-Volksbegehren, geht es um eine große soziale und demokratiepolitische Chance. (Abg. Wochesländer: Das gehört nicht zur Sache!) Da geht es um die Chance, dem Sozialabbau in dieser Republik, dieser Kultur der Kälte, dieser Kultur der Benachteiligung, dieser Kultur des Wegschauens, wenn es jemandem schlecht geht, dieser falschen Kultur etwas Positives entgegenzusetzen. (Rufe bei den Freiheitlichen: Zur Sache! Zur Sache! – Abg. Wochesländer: Sie sind beim falschen Tagesordnungspunkt!)
Abg. Böhacker: Wer sagt denn das?
Es kann sein, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, dass auch weiterhin Instrumente der direkten Demokratie missbraucht werden. Es kann auch sein, dass Sie dort, wo es vernünftig ist, etwa bei einer Volksabstimmung über Abfangjäger, Ihre Zustimmung verweigern (Abg. Böhacker: Wer sagt denn das?), dass Sie, die "Apostel" der direkten Demokratie, sagen: Wir fürchten uns; wir fürchten uns, vor das österreichische Volk zu treten! Wir wollen keine Abstimmung! (Abg. Böhacker: Sagen Sie nicht immer die Unwahrheit!)
Abg. Böhacker: Sagen Sie nicht immer die Unwahrheit!
Es kann sein, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, dass auch weiterhin Instrumente der direkten Demokratie missbraucht werden. Es kann auch sein, dass Sie dort, wo es vernünftig ist, etwa bei einer Volksabstimmung über Abfangjäger, Ihre Zustimmung verweigern (Abg. Böhacker: Wer sagt denn das?), dass Sie, die "Apostel" der direkten Demokratie, sagen: Wir fürchten uns; wir fürchten uns, vor das österreichische Volk zu treten! Wir wollen keine Abstimmung! (Abg. Böhacker: Sagen Sie nicht immer die Unwahrheit!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Aber es wird zwei Termine geben. Der erste Termin ist die Eintragungswoche des Sozialstaats-Volksbegehrens. Dann werden wir sehen, ob ein echtes Volksbegehren trotz Berichterstattungsboykotts seitens des ORF eine echte Chance in Österreich hat. Und der zweite Termin, der nächste Zahltag, meine Damen und Herren, ist der Wahltag. Dann werden Ihnen die Wählerinnen und Wähler alle Volksbegehren, die Sie missbraucht haben, alle Initiativen der Menschen dieser Republik, die Sie ignoriert haben, in Rechnung stellen. Wahltag ist Zahltag, und ich freue mich darauf! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Unterschreiben Sie?
Es gibt klare Vorgaben in unserer Rechtsordnung, wie ein Volksbegehren, ein Instrument der direkten Demokratie, einzuleiten und abzuhalten ist. Egal, von wem es unterstützt wird, egal, wie viele Proponenten die Einleitung unterstützt haben: Jedes Volksbegehren, jedes Instrument der direkten Demokratie, das diese Kriterien erfüllt, ist ein echtes Volksbegehren, ist ein echtes Instrument der Demokratie, und das haben wir zu respektieren und nicht abzuqualifizieren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Unterschreiben Sie?) – Das kommt darauf an, ob man mit den Inhalten konform geht.
Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist eine gefährliche Drohung!
Die österreichische Bundesregierung wird, Herr Abgeordneter Cap, ihrer Verantwortung nachkommen – so wie in den letzten zwei Jahren –, sie wird für den Sozialstaat Österreich eintreten (Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist eine gefährliche Drohung!), aber auch die Sicherheitsstandards, die wir brauchen, entsprechend umsetzen. Das unterscheidet uns im Vergleich mit der Opposition. Ich bedauere, dass wir in diesen Bereichen keinen Konsens erzielen können.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es gibt kein Kraftwerk, das haben wir wohl zur Kenntnis nehmen müssen, das zu 100 Prozent sicher ist. Ein zu 100 Prozent sicheres Kernkraftwerk ist nur eines, das nicht ans Netz geht, das abgeschaltet wird. Und das muss in erster Linie unser Ziel sein – in ganz Europa, auch in Tschechien mit dem Kraftwerk Temelín. Wir müssen Ausstiegsszenarien entwickeln und diese auch durchsetzen. Das muss unser aller Ziel sein, und ich hoffe doch, dass wir in diesem Bereich einen Konsens erringen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Sima: Auf Sie!
Frau Abgeordnete Sima sagt, es gebe einen Stillstand in der Anti-Atompolitik. Ich weiß nicht, auf wen sie das bezieht. (Abg. Mag. Sima: Auf Sie!) Auf die österreichische Bundesregierung kann das nicht gemünzt sein, denn wir verhandeln seit vielen Monaten sehr aktiv mit unseren Partnern in der EU, und niemand, Herr Kollege Pilz, läuft vor freiheitlichen Regierungsmitgliedern davon. Ich lade Sie gerne ein, mich auf einigen Reisen zu begleiten, um zu sehen, wie ernst die Österreicher genommen werden, wie gerne sie eingeladen werden und wie wichtig genau diese Vermittlungs- und Verhandlungsposition in derartigen Krisenszenarien ist, Herr Abgeordneter Pilz. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wir würden uns erhoffen, dass auch Sie uns unterstützen und nicht durch eine derartige Polemik wie eben vorhin versuchen, Stimmung dagegen zu machen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Abgeordnete Sima sagt, es gebe einen Stillstand in der Anti-Atompolitik. Ich weiß nicht, auf wen sie das bezieht. (Abg. Mag. Sima: Auf Sie!) Auf die österreichische Bundesregierung kann das nicht gemünzt sein, denn wir verhandeln seit vielen Monaten sehr aktiv mit unseren Partnern in der EU, und niemand, Herr Kollege Pilz, läuft vor freiheitlichen Regierungsmitgliedern davon. Ich lade Sie gerne ein, mich auf einigen Reisen zu begleiten, um zu sehen, wie ernst die Österreicher genommen werden, wie gerne sie eingeladen werden und wie wichtig genau diese Vermittlungs- und Verhandlungsposition in derartigen Krisenszenarien ist, Herr Abgeordneter Pilz. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wir würden uns erhoffen, dass auch Sie uns unterstützen und nicht durch eine derartige Polemik wie eben vorhin versuchen, Stimmung dagegen zu machen.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Jetzt wollen sie nichts mehr davon wissen!
Es wurde kritisiert, dass wir das Thema Atomkraft mit den Beitrittsverhandlungen verbinden. Meine Damen und Herren! Wir sollten uns zumindest in dieser Frage mit Ihnen eigentlich in guter Koalition befinden, denn das war doch auch immer Ihre Linie, Frau Abgeordnete Sima. Haben Sie schon vergessen, dass Sie es gewesen sind, die im August 1999 – ich hoffe, Frau Abgeordnete Sima, Sie nehmen nicht nur in Wahlkämpfen eine klare Position ein – mit dem damaligen Kanzler Klima vor der Organisation "Mütter gegen Atomgefahr" aufgetreten ist, dass Kanzler Klima den "Müttern gegen Atomgefahr" versprochen hat: Kein EU-Beitritt mit AKW Temelín!? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Jetzt wollen sie nichts mehr davon wissen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Stimmt das, was Sie den Österreichern vor der Nationalratswahl 1999 gesagt haben, jetzt noch oder nicht? Das ist Ihr Erklärungsbedarf, wir haben eine klare Haltung! Wir wollen selbstverständlich auch während der Beitrittsverhandlungen auf diese Karte zurückgreifen können. Das ist doch eine gute, eine wichtige Verhandlungsposition für Österreich. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das ist nicht gegen Tschechien gerichtet, das ist nicht gegen die Erweiterung der Europäischen Union gerichtet – ganz im Gegenteil. Das haben wir auch klar gesagt, und das geht aus allen Anträgen und Beschlüssen eindeutig hervor. Wir stehen zu dem wichtigen Projekt der Erweiterung der Europäischen Union, und wir hoffen, dass möglichst alle Beitrittskandidaten die Kriterien für diese Erweiterung erfüllen, aber diese Kriterien müssen auch wirklich eingehalten werden. Das ist ein gutes Argument, denn die bilateralen Verhandlungen in den letzten zwölf Jahren haben weder bei der Atomenergie viel gebracht noch bei den Beneš-Dekreten. Das ist jetzt vielleicht unsere letzte Chance, eine gute Verhandlungsposition einzunehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich kann nur hoffen, dass der österreichische Nationalrat wieder zu diesem Konsens zurückfindet, der ja schon einmal bestanden hat: Es hat einmal All-Parteien-Anträge gegeben, die wir als Bundesregierung auch bei unseren Verhandlungen sehr gut verwenden konnten, die uns und letztlich den Österreichern, der gemeinsamen österreichischen Position den Rücken gestärkt haben. Das brauchen wir: Eine Stimme, eine klare Stimme für die Sicherheit in Österreich, und das kann nur eine Stimme für den Ausstieg aus der Atomenergie sein! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Bundesminister Scheibner: Weil es um die Sicherheitsstandards geht, Herr Kollege!
Abgeordneter Georg Oberhaidinger (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Meine Damen und Herren! Es ist etwas eigenartig: Auf der Regierungsbank sitzen die Minister Scheibner und Molterer, aber es fehlt – zumindest mir – die Frau Vizekanzlerin, denn bis vor kurzem waren der Ausstieg aus der Atomenergie und die Schließung des AKW Temelín bei den Freiheitlichen noch "Chefsache". Ich weiß nicht, weshalb jetzt auf einmal der Verteidigungsminister hier ist. (Bundesminister Scheibner: Weil es um die Sicherheitsstandards geht, Herr Kollege!) Ich hoffe, dass nichts Bedrohliches ins Spiel gebracht wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Georg Oberhaidinger (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Meine Damen und Herren! Es ist etwas eigenartig: Auf der Regierungsbank sitzen die Minister Scheibner und Molterer, aber es fehlt – zumindest mir – die Frau Vizekanzlerin, denn bis vor kurzem waren der Ausstieg aus der Atomenergie und die Schließung des AKW Temelín bei den Freiheitlichen noch "Chefsache". Ich weiß nicht, weshalb jetzt auf einmal der Verteidigungsminister hier ist. (Bundesminister Scheibner: Weil es um die Sicherheitsstandards geht, Herr Kollege!) Ich hoffe, dass nichts Bedrohliches ins Spiel gebracht wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Achatz: Für die Interessen der Österreicher aufgetreten sind!
Meine Damen und Herren! Einige Richtigstellungen zur viel beschworenen Einigkeit bei den Entschließungsanträgen, die wir zum Thema Atomenergie, Ausstieg aus der Atomenergie im Hohen Hause beschlossen haben: Wir haben bis November 2001 insgesamt 37 Anträge beschlossen, sieben davon wurden von den Freiheitlichen mitgetragen. Es war – Kollege Schweitzer ist nicht mehr im Saal, er hat seine Pflichtübung absolviert – immer sehr schwierig, die Freiheitlichen mit ins Boot zu bekommen, weil sie immer besonders stark und hartnäckig für die Veto-Keule eingetreten sind. (Abg. Achatz: Für die Interessen der Österreicher aufgetreten sind!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: "Das Boot ist voll", hieß es seitens der SPÖ!
Das sind die Fakten betreffend die viel beschworene Einigkeit in diesem Hohen Hause. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: "Das Boot ist voll", hieß es seitens der SPÖ!)
Abg. Achatz: Sie haben es sich gefallen lassen!
Meine Damen und Herren! Mein Vorredner Kollege Kopf hat festgestellt, dass in Zeiten der gemeinsamen Regierung Rot-Schwarz nichts weitergegangen sei. Ich muss ihn daran erinnern, dass Klima, insbesondere aber auch Bundesministerin Prammer gerade in der Zeit unseres EU-Vorsitzes sehr intensiv für den Ausstieg aus der Kernenergie eingetreten sind, damals viele entscheidende Weichenstellungen zustande gebracht haben. Wir hatten im Hohen Haus nur immer das Problem, dass Kollege Kopf im Grunde genommen der verlängerte Arm des Außenministeriums war, und Schüssel hat immer gesagt: Nur ja nicht laut auftreten, bitte, haltet euch zurück! All das, was wir klar formuliert hatten, wurde in Diplomatendeutsch umformuliert, sonst hätte es die ÖVP nicht mitgetragen. (Abg. Achatz: Sie haben es sich gefallen lassen!) – Das zur Erinnerung, Kollege Kopf.
Abg. Achatz: Das ist sein Beruf!
Bevollmächtigter: Dr. Hans Achatz, von Beruf Richter wird hier angeführt; Landesobmann der Freiheitlichen Partei in Oberösterreich und Landesrat seit mehr als zehn Jahren steht nicht dabei. (Abg. Achatz: Das ist sein Beruf!) Richter, ganz verschämt – ein Beruf, den er seit langem nicht mehr ausübt.
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Im Gegensatz dazu ein paar Worte zum Sozialstaats-Volksbegehren, meine Damen und Herren! Hier finden Sie niemanden, der sich hinter irgendwelchen Titeln verschanzen müsste, die Einbringer, die Mitglieder dieser Plattform sind tatsächlich überparteilich. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Georg Oberhaidinger (fortsetzend): Meine Damen und Herren! Ich bin sehr dafür, dass Konkretes geschieht, ich unterstütze viele dieser Maßnahmen, aber bitte machen wir uns nichts vor! Bekennen wir uns klar und deutlich zu dem, was unser gemeinsames Anliegen ist, nämlich zu einem europaweiten Ausstieg aus der Atomenergie! – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Wenn noch ein paar solche auftreten, dann gute Nacht, Volksbegehren!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Achatz. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung SPÖ –: Wenn noch ein paar solche auftreten, dann gute Nacht, Volksbegehren!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sind alles Kabas-Fans!
Abgeordnete Anna Elisabeth Achatz (Freiheitliche): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Hohes Haus! Herr Kollege Oberhaidinger, jetzt haben Sie sich aber ordentlich in das Knie geschossen! Sie haben sich darüber beschwert, dass das Volksbegehren von Achatz, Windholz und Kabas initiiert worden ist. Jetzt müssen Sie aber auch erklären, wie 30 Prozent der Unterzeichner des angeblich freiheitlichen Volksbegehrens SPÖ-Wähler sein können. Das müssen Sie jetzt erklären. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sind alles Kabas-Fans!) Sind das alles Kabas- oder Achatz-Fans? Da haben Sie jetzt wirklich Erklärungsbedarf, Herr Kollege Oberhaidinger.
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.
Das war ebenso blamabel wie die Kritik daran, dass die Regierungsparteien jetzt einen so genannten Sonderausschuss zu Temelín einrichten. – Herr Kollege Oberhaidinger! Sie hätten zehn Jahre lang Zeit gehabt, einen Sonderausschuss einzuberufen. Sie haben aber überhaupt nichts getan! (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig. ) – Frau Kollegin Glawischnig, die Grünen – das ist in Ihrer heutigen Rede ganz klar zum Ausdruck gekommen – möchten jetzt auf den erfolgreichen Volksbegehrens-Zug aufspringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Der ist abgefahren!) Der ist abgefahren, erfolgreich abgefahren, Sie haben den richtigen Zeitpunkt verschlafen, Frau Kollegin Glawischnig – aus und vorbei! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig. ) Jetzt sind rund 900 000 Unterschriften da, und jetzt hätten Sie halt auch gerne etwas davon. Diese Sache haben Sie verschlafen.
Abg. Ing. Westenthaler: Der ist abgefahren!
Das war ebenso blamabel wie die Kritik daran, dass die Regierungsparteien jetzt einen so genannten Sonderausschuss zu Temelín einrichten. – Herr Kollege Oberhaidinger! Sie hätten zehn Jahre lang Zeit gehabt, einen Sonderausschuss einzuberufen. Sie haben aber überhaupt nichts getan! (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig. ) – Frau Kollegin Glawischnig, die Grünen – das ist in Ihrer heutigen Rede ganz klar zum Ausdruck gekommen – möchten jetzt auf den erfolgreichen Volksbegehrens-Zug aufspringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Der ist abgefahren!) Der ist abgefahren, erfolgreich abgefahren, Sie haben den richtigen Zeitpunkt verschlafen, Frau Kollegin Glawischnig – aus und vorbei! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig. ) Jetzt sind rund 900 000 Unterschriften da, und jetzt hätten Sie halt auch gerne etwas davon. Diese Sache haben Sie verschlafen.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.
Das war ebenso blamabel wie die Kritik daran, dass die Regierungsparteien jetzt einen so genannten Sonderausschuss zu Temelín einrichten. – Herr Kollege Oberhaidinger! Sie hätten zehn Jahre lang Zeit gehabt, einen Sonderausschuss einzuberufen. Sie haben aber überhaupt nichts getan! (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig. ) – Frau Kollegin Glawischnig, die Grünen – das ist in Ihrer heutigen Rede ganz klar zum Ausdruck gekommen – möchten jetzt auf den erfolgreichen Volksbegehrens-Zug aufspringen. (Abg. Ing. Westenthaler: Der ist abgefahren!) Der ist abgefahren, erfolgreich abgefahren, Sie haben den richtigen Zeitpunkt verschlafen, Frau Kollegin Glawischnig – aus und vorbei! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig. ) Jetzt sind rund 900 000 Unterschriften da, und jetzt hätten Sie halt auch gerne etwas davon. Diese Sache haben Sie verschlafen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich unterstelle Ihnen von der SPÖ auch, dass Sie aus politischen Gründen ja überhaupt kein Interesse daran haben, Verhandlungen erfolgreich abzuführen. Wenn die Sozialisten unter sich sind, dann ist halt die Ideologie wichtiger. Die Ideologie geht vor die Interessen der Österreicher und vor deren Gesundheit. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wenn dem nicht so wäre, Frau Kollegin Prammer, dann hätten Sie ein positives Verhandlungsergebnis vorweisen müssen – dieses fehlt aber.
Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Mag. Tancsits.
Dieses Volksbegehren war einzig und allein eine Notbremse. 914 000 Menschen haben sich deklariert, haben sich der Mühe unterzogen, sind zum Gemeindeamt gegangen und haben ihre Unterschrift geleistet. Aber es ist jetzt auch an der Zeit, dass sich Tschechien bewegt. Mit der bisher geübten Überheblichkeit und Arroganz von Seiten Tschechiens muss Schluss sein! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Mag. Tancsits. )
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
30 Pannen, 30 Störfälle, rechtfertigen dieses Volksbegehren. Und 30 Störfälle rechtfertigen auch ein Veto. 30 Störfälle und 914 000 Unterschriften verpflichten uns alle zu handeln. Es gibt einfach keinen Schutz vor Strahlen. Linz, der Zentralraum Linz müsste bei einem Störfall in Temelín evakuiert werden. Es schützt auch kein Parteibuch vor den Strahlen, Herr Kollege Oberhaidinger. Es gibt einfach kein sicheres AKW, außer ein stillgelegtes, und daran werden wir hoffentlich alle zusammen arbeiten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Was sagt der Westenthaler dazu? – Abg. Ing. Westenthaler: Da sind wir anderer Meinung!
Mehr Sicherheit ist mit einem Veto in der EU nicht erreichbar – das als Antwort auf die Frage der Kollegin Glawischnig von den Grünen. Für meine Partei ist vollkommen klar, dass ein solches Veto Temelín um nichts sicherer machen würde. Ganz im Gegenteil! (Abg. Dr. Gusenbauer: Was sagt der Westenthaler dazu? – Abg. Ing. Westenthaler: Da sind wir anderer Meinung!)
Abg. Dr. Cap: Doktor Görg auch?
Aus diesem Grund ist es auch gut, dass mit jenem Ausschuss, der jetzt eingesetzt wird, ein Instrumentarium gegeben ist, mit dem sichergestellt wird, dass wir laufend Maßnahmen diskutieren – und ich darf Sie alle sehr herzlich einladen, in diesem Ausschuss konstruktiv mitzuarbeiten. (Abg. Dr. Cap: Doktor Görg auch?)
Abg. Dr. Cap: Bernhard Görg! – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Kollege Oberhaidinger, Sie haben Ihre Ausführungen hier "natürlich" auch dazu benutzt, um auf das "unabhängige Sozialstaat-Volksbegehren" einzugehen, wie Sie sagten. (Abg. Dr. Cap: Bernhard Görg! – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich wollte das eigentlich nicht tun, sondern nur sagen, wer die Unterzeichner sind: Johanna Dohnal, Ferdinand Lacina, Helmut Zilk und so weiter. (Abg. Dr. Mertel: Selektive Wahrnehmung! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Mertel: Selektive Wahrnehmung! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Kollege Oberhaidinger, Sie haben Ihre Ausführungen hier "natürlich" auch dazu benutzt, um auf das "unabhängige Sozialstaat-Volksbegehren" einzugehen, wie Sie sagten. (Abg. Dr. Cap: Bernhard Görg! – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich wollte das eigentlich nicht tun, sondern nur sagen, wer die Unterzeichner sind: Johanna Dohnal, Ferdinand Lacina, Helmut Zilk und so weiter. (Abg. Dr. Mertel: Selektive Wahrnehmung! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Cap: Das Problem heißt Görg ...! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir haben auch gar nichts gegen dieses Volksbegehren, meine Damen und Herren von der SPÖ, aber: Das, was Sie verlangen, nämlich die Verankerung des Sozialstaates in der Verfassung, ist doch lediglich eine symbolische Handlung. Sie wissen doch selbst, dass alle Sozialgesetze in Österreich einer gerichtlichen Überprüfung unterzogen werden können. (Abg. Dr. Cap: Das Problem heißt Görg ...! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Unsere Antwort ist gelebte Sozialpolitik. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Wir reden nicht darüber, sondern handeln danach! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Neuerliche ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Neuerliche ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Unsere Antwort ist gelebte Sozialpolitik. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Wir reden nicht darüber, sondern handeln danach! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Neuerliche ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Mertel: Ambulanzgebühren! Pensionskürzungen! – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ
Ich weiß, dass Ihnen das wehtut – und führe daher nur kurz an: Kinderbetreuungsgeld für alle, und zwar über 30 Monate lang; "Abfertigung neu", ein Meilenstein in der Sozialpolitik (Abg. Dr. Mertel: Ambulanzgebühren! Pensionskürzungen! – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ); Angleichung von Arbeitern und Angestellten, meine Damen und Herren von der SPÖ, etwas, was Sie 30 Jahre lang nicht geschafft beziehungsweise vernachlässigt haben. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich weiß, dass Ihnen das wehtut – und führe daher nur kurz an: Kinderbetreuungsgeld für alle, und zwar über 30 Monate lang; "Abfertigung neu", ein Meilenstein in der Sozialpolitik (Abg. Dr. Mertel: Ambulanzgebühren! Pensionskürzungen! – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ); Angleichung von Arbeitern und Angestellten, meine Damen und Herren von der SPÖ, etwas, was Sie 30 Jahre lang nicht geschafft beziehungsweise vernachlässigt haben. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: War das jetzt die Nachfolgerede für Görg? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das ist gelebte Sozialpolitik, meine Damen und Herren von der SPÖ! Und das werden wir den Österreicherinnen und Österreichern auch in den nächsten 18 Monaten hier in diesem Hause beweisen! – Aber ich weiß, dass das Ihnen von der SPÖ wehtut. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: War das jetzt die Nachfolgerede für Görg? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Dazu haben wir Grünen eine eigene, eine konstruktive, eine offensive Linie, die mehreres umfasst – und darauf kommt es uns an! (Beifall bei den Grünen.)
Bundesminister Mag. Molterer: Das ist falsch! Alle sieben!
Was unsere Linie betrifft, darf ich auch noch kurz auf den von Ihnen zitierten "Melker Prozess" eingehen: Ja, es gibt dieses Übereinkommen, das Problem liegt allerdings darin, dass Herr Bundesminister Molterer ein Energieprotokoll unterzeichnet hat, bei dem von den sieben wichtigen Sicherheitspunkten des "Melker Übereinkommens" lediglich zwei berücksichtigt wurden. (Bundesminister Mag. Molterer: Das ist falsch! Alle sieben!) Eine solche Sicherheitspolitik können wir nicht im Konsens mittragen; das ist wohl klar! (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Mag. Molterer: Alle sieben wurden berücksichtigt ...!)
Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Mag. Molterer: Alle sieben wurden berücksichtigt ...!
Was unsere Linie betrifft, darf ich auch noch kurz auf den von Ihnen zitierten "Melker Prozess" eingehen: Ja, es gibt dieses Übereinkommen, das Problem liegt allerdings darin, dass Herr Bundesminister Molterer ein Energieprotokoll unterzeichnet hat, bei dem von den sieben wichtigen Sicherheitspunkten des "Melker Übereinkommens" lediglich zwei berücksichtigt wurden. (Bundesminister Mag. Molterer: Das ist falsch! Alle sieben!) Eine solche Sicherheitspolitik können wir nicht im Konsens mittragen; das ist wohl klar! (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Mag. Molterer: Alle sieben wurden berücksichtigt ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen doch nicht sagen, dass 900 000 Unterschriften "überflüssig" sind?
Noch ein Wort zu dem, was Sie von den Regierungsparteien uns immer wieder als Sicherheitspolitik vorzugaukeln versuchen. Dieses Volksbegehren, Herr Kollege Westenthaler, ist von Ihnen, und zwar völlig überflüssigerweise, nach der Unterzeichnung der Energieprotokolle vom Zaun gebrochen und durchgeführt worden – zu einem Zeitpunkt, als es schon längst zu spät war! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen doch nicht sagen, dass 900 000 Unterschriften "überflüssig" sind?)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber das Volksbegehren ist ein halbes Jahr vorher eingeleitet worden! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Beteiligt waren die Frau Außenministerin, der Herr Bundeskanzler, ebenso Herr Bundesminister Molterer. Da war auch im "Dunstkreis" die Frau Vizekanzlerin informiert – ich sage bewusst: "im Dunstkreis". Damals hätten Sie wirklich Farbe bekennen können. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das Volksbegehren ist ein halbes Jahr vorher eingeleitet worden! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Was habt ihr denn getan?! Nicht einmal unterschrieben!
Damals hätten Sie sagen können: Dieses Energieprotokoll wird erst dann unterzeichnet, wenn nachverhandelt wird, wenn wirklich alle und darüber hinaus noch mehr Sicherheitsvorkehrungen, als im "Melker Prozess" beurkundet sind, tatsächlich erfüllt werden! – Aber da haben Sie klein beigegeben! Da sind Sie von den Regierungsparteien den ÖsterreicherInnen eine Anti-Atompolitik schuldig geblieben – und dann haben Sie sich auf den Weg des billigen Populismus dieses Volksbegehrens begeben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Was habt ihr denn getan?! Nicht einmal unterschrieben!)
Beifall bei den Grünen.
Deshalb, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien: Orientieren Sie sich doch bitte an dieser konstruktiven Politik, an dieser Politik einer Ausstiegskonferenz, einer Ausstiegshilfe und eines gesamteuropäischen Konzeptes, um innerhalb von zehn bis 15 Jahren diese gefährliche Energieform insgesamt – sei es in Tschechien oder auch in Bayern oder in Slowenien – endgültig der Vergangenheit angehören zu lassen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Eine solche Politik sind Sie von den Regierungsparteien uns bis jetzt jedoch schuldig geblieben. Deshalb ersuche ich Sie hier jetzt zum letzten Mal: Helfen Sie uns bei diesem Ausstieg – und verlassen Sie diese Politik des Stillstands, denn das schadet den Menschen und stellt ein Risiko in Bezug auf die Sicherheit dar! (Beifall bei den Grünen.)
Rufe bei den Grünen: Das hat sie nicht gesagt!
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Frau Abgeordnete Moser hat hier vom Rednerpult aus behauptet, das Volksbegehren und somit die 915 000 Unterschriften seien überflüssig gewesen, weil es zu spät, nämlich erst nach dem Dezember des Jahres 2001 eingeleitet worden sei. (Rufe bei den Grünen: Das hat sie nicht gesagt!)
Abg. Mag. Kukacka: Was hat denn Prammer in ihrer Ministerzeit gegen Temelín getan?
Abgeordnete Mag. Barbara Prammer (SPÖ): Meine Herren Minister! Herr Präsident! Hohes Haus! Es geht immer wieder um dieselbe Frage: Da liegt ein Volksbegehren mit mehr als 900 000 Unterschriften vor, und diese Unterschriften sind – niemand von uns bestreitet das – ernst zu nehmen. Das Bedauerliche ist jedoch, dass die Mehrzahl dieser 900 000 Unterschriften deshalb gegeben wurde, weil diese Menschen Sicherheit wollen – nicht aber deshalb, weil so der Beitritt Tschechiens zur Europäischen Union verhindert werden soll. (Abg. Mag. Kukacka: Was hat denn Prammer in ihrer Ministerzeit gegen Temelín getan?)
Abg. Neudeck: Das ist Kaffeesud-Lesen ...!
Ihnen, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, ist vorzuwerfen, dass Sie hier wirklich billige Polemik betrieben haben – und noch dazu bei einem solch ernsten Thema und auch angesichts der vielen Unterschriften, die ernst zu nehmen sind. (Abg. Neudeck: Das ist Kaffeesud-Lesen ...!)
Beifall bei der SPÖ.
Genauso ernst wird jede einzelne Unterschrift zu nehmen sein, die zwischen dem 3. und 10. April, und zwar beim Sozialstaat-Volksbegehren, geleistet werden wird, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rauch-Kallat: Wir hören zu! – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie reden, schweigen bei Ihnen alle betreten! Bei Ihnen schweigen alle!
Es ist schon interessant, diese doch sehr eigenartige Diskussion hier mitzuverfolgen: Spricht hier jemand von der ÖVP, gibt es Schweigen bei den Freiheitlichen, und spricht ein Freiheitlicher, gibt es betretenes Schweigen bei der ÖVP. (Abg. Rauch-Kallat: Wir hören zu! – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie reden, schweigen bei Ihnen alle betreten! Bei Ihnen schweigen alle!) – Applaus wäre vielleicht doch manches Mal zwischen Regierungspartnern angesagt, zwischen Regierungspartnern, die ja angeblich so gut miteinander auskommen. (Rufe bei den Freiheitlichen: Betretenes Schweigen bei der SPÖ ...! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Rufe bei den Freiheitlichen: Betretenes Schweigen bei der SPÖ ...! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Es ist schon interessant, diese doch sehr eigenartige Diskussion hier mitzuverfolgen: Spricht hier jemand von der ÖVP, gibt es Schweigen bei den Freiheitlichen, und spricht ein Freiheitlicher, gibt es betretenes Schweigen bei der ÖVP. (Abg. Rauch-Kallat: Wir hören zu! – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie reden, schweigen bei Ihnen alle betreten! Bei Ihnen schweigen alle!) – Applaus wäre vielleicht doch manches Mal zwischen Regierungspartnern angesagt, zwischen Regierungspartnern, die ja angeblich so gut miteinander auskommen. (Rufe bei den Freiheitlichen: Betretenes Schweigen bei der SPÖ ...! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Ruf: Nein, über Sie!
Sie machen sich lustig über dieses Thema (Ruf: Nein, über Sie!) – und auch das ist ein Zeichen, das Sie setzen, auch in Bezug auf die vielen Unterschriften, die hiezu geleistet wurden.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es geht darum, wie wir in Zukunft Anti-Atompolitik betreiben, und zwar sowohl hier in Österreich als auch auf europäischer Ebene. Und da muss ich Ihnen vorwerfen, dass Sie von ÖVP und FPÖ in den beiden vergangenen Jahren immer nur dann etwas getan haben, wenn Feuer am Dach war beziehungsweise die Medien und/oder die Oppositionsparteien öffentlich Druck gemacht haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rauch-Kallat: Schlecht informiert! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich darf Sie von den Regierungsparteien daran erinnern: Es gibt ein Konzept, und dafür ist mit der Arbeit 1996 begonnen worden, nämlich mit der Initiative, den Euratom-Vertrag auf europäischer Ebene zu ändern. – Seit Ihrem Regierungsantritt habe ich allerdings nichts mehr davon gehört. (Abg. Rauch-Kallat: Schlecht informiert! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sonderausschuss werden wir aber noch ausreichend Gelegenheit haben, darüber zu reden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß sie nicht mehr!
Abgeordneter Dr. Martin Graf (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Minister! Es ist immer wieder interessant, Kollegin Prammer zu hören – und es ist auch immer wieder interessant, Kollegin Prammer an ihre früheren Funktionen zu erinnern. Sie, Frau Kollegin Prammer, waren doch einmal Mitglied einer Bundesregierung, und da hatten Sie einen Chef, Kanzler Klima, der der Bevölkerung im Wahlkampf doch etwas versprochen hat (Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß sie nicht mehr!): kein EU-Beitritt Tschechiens mit dem AKW Temelín!, so das Versprechen Klimas.
Abg. Mag. Prammer – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Das ist das Papier, das Schüssel mitparaphiert hat ...!
Ich nehme an, Sie, Frau Kollegin Prammer, sind damals konform gegangen mit dieser Forderung Ihres Bundeskanzlers. (Abg. Mag. Prammer – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Das ist das Papier, das Schüssel mitparaphiert hat ...!) Umgesetzt haben Sie jedoch überhaupt nichts! Und Sie von der SPÖ tragen nicht einmal mehr das mit, was die Bevölkerung von uns fordert beziehungsweise wünscht.
Zwischenrufe der Abg. Huber.
Ich darf Sie, Frau Kollegin Prammer, weiters daran erinnern, dass Sie auch einmal Frauenministerin gewesen sind, und da gab es ja auch ein Frauen-Volksbegehren. Sie, Frau Kollegin Prammer, sind, würde ich einmal sagen, eine der erfolglosesten Politikerinnen aller Zeiten in der Zweiten Republik überhaupt. (Zwischenrufe der Abg. Huber. )
Zwischenrufe bei der SPÖ sowie Gegenrufe bei den Freiheitlichen.
Sie, Frau Kollegin Prammer, haben immer nur Sonntagsreden gehalten – nie jedoch irgendeine Umsetzung zustande gebracht! (Zwischenrufe bei der SPÖ sowie Gegenrufe bei den Freiheitlichen.) So gesehen ist klar: Sie verfallen daher jetzt sozusagen in einen Umsetzungsneid dieser Bundesregierung gegenüber – und das tut Ihnen in Wirklichkeit weh, geben Sie es doch zu! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Edler: Letzte Rede!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Edler: Letzte Rede!
Sie, Frau Kollegin Prammer, haben immer nur Sonntagsreden gehalten – nie jedoch irgendeine Umsetzung zustande gebracht! (Zwischenrufe bei der SPÖ sowie Gegenrufe bei den Freiheitlichen.) So gesehen ist klar: Sie verfallen daher jetzt sozusagen in einen Umsetzungsneid dieser Bundesregierung gegenüber – und das tut Ihnen in Wirklichkeit weh, geben Sie es doch zu! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Edler: Letzte Rede!)
Abg. Edler: Dass Sie abgelöst werden, ist eh Zeit! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Plötzlich sind da Volksbegehren-Diffamierer unterwegs, und alle sind auf der linken Seite dieses Hauses zu finden. Weiters sind die Atompolitik-Kurslosen unterwegs: ebenso auf der linken Seite dieses Hauses zu finden; weiters die Donnerstagsdemonstrations-Befürworter! Alle sind sie im gleichen Lager: die Sozialstaat-Volksbegehrer, die Wehrmachtsausstellungs-Befürworter, die Menschenrechts-Relevierer und so weiter! – Bei Grün und Rot ist es doch immer dasselbe! (Abg. Edler: Dass Sie abgelöst werden, ist eh Zeit! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Auf der anderen Seite hier im Hohen Hause, auf Seiten von FPÖ und ÖVP, wird jedoch eine konstruktive und menschengerechte Atompolitik betrieben! Und das ist eben der Unterschied! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Einen solchen Kurs fahren wir von den Regierungsparteien, und die Bevölkerung kann ganz deutlich erkennen, wie im Gegensatz dazu dieser Kurs auf der linken Seite dieses Hauses wirklich ausschaut. (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Auf der anderen Seite hier im Hohen Hause, auf Seiten von FPÖ und ÖVP, wird jedoch eine konstruktive und menschengerechte Atompolitik betrieben! Und das ist eben der Unterschied! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Einen solchen Kurs fahren wir von den Regierungsparteien, und die Bevölkerung kann ganz deutlich erkennen, wie im Gegensatz dazu dieser Kurs auf der linken Seite dieses Hauses wirklich ausschaut. (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Atmen nicht vergessen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sie von der linken Seite dieses Hauses sind erfolglos in Ihrem Kurs! – Der Kurswechsel hier in Österreich, aber auch sonst in Europa, hat daher der Bevölkerung – und nicht nur der Bevölkerung Österreichs! – gut getan! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Atmen nicht vergessen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es ist immer dieselbe Vorgangsweise, die Sie von der linken Seite dieses Hauses pflegen: gegen die Interessen der eigenen Bevölkerung, aber für die Interessen ausländischer Regierungen! Das ist Ihr Motto, und da wurden Sie schon entlarvt! Sie vergessen, wem Sie als Volksvertreter verpflichtet sind, nämlich in erster Linie der österreichischen Bevölkerung, jenen Menschen, die Sie hier her gewählt haben. Vergessen Sie das doch nicht! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir haben gezeigt, dass wir hier im Hohen Haus immer mit einer gemeinsamen Außenpolitik in Vertriebenen-, aber auch in Atomfragen mitgegangen sind. – Sie von der linken Seite dieses Hauses haben einen solchen Beweis jedoch noch nicht erbracht, stellen Sie sich doch stets auf die Seite anderer, aber niemals auf die Seite der österreichischen Bevölkerung! Und darauf wird die Bevölkerung Österreichs sicherlich entsprechend reagieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Gradwohl: Geh, plausch nicht! Das glaubst du doch selber nicht!
Dennoch, meine sehr geehrten Damen und Herren, ich glaube, es hätte vieles in andere Bahnen gelenkt werden können, hätten sich die Kanzler früherer Regierungen der Auseinandersetzung um Temelín so intensiv und strukturiert gewidmet, wie dies Bundeskanzler Dr. Schüssel und Umweltminister Mag. Molterer getan haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Gradwohl: Geh, plausch nicht! Das glaubst du doch selber nicht!)
Abg. Edler: Was hat Schüssel gemacht?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte gerade den sozialdemokratischen Abgeordneten einiges in Erinnerung rufen. (Abg. Edler: Was hat Schüssel gemacht?)
Abg. Gradwohl: Können Sie sagen, was Sie dazu beigetragen haben? Einen einzigen Satz!
Frau Ministerin Prammer hat damals die österreichischen Bevölkerung wissen lassen, dass sich in Prag die Bedenken gegen Temelín mehrten, und mich wundert es nicht, dass damals nicht nur sie als Ministerin so getan hat, als gäbe es Seilschaften innerhalb der Sozialisten auf internationaler Ebene, als zöge etwa Deutschland im Kampf gegen die Atomkraftwerke mit, im besonderen gegen Temelín, interessanterweise – da muss es irgendeine Achse geben – sind auch "Global 2000" und "Greenpeace" in diese Lobhudelei über all das, was bereits erreicht worden sei, eingefallen. (Abg. Gradwohl: Können Sie sagen, was Sie dazu beigetragen haben? Einen einzigen Satz!)
Abg. Gradwohl: Ein Satz nur über die Maßnahmen, die ihr international vorgetragen habt!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Und erst dann (Abg. Gradwohl: Ein Satz nur über die Maßnahmen, die ihr international vorgetragen habt!), erst dann brach es wie eine Keule über Österreich herein: Am 14. Mai 1999 titelte eine Zeitung: Österreich empört über das Ja zu Temelín. (Abg. Gradwohl und Abg. Leikam: Ein Satz!)
Abg. Gradwohl und Abg. Leikam: Ein Satz!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Und erst dann (Abg. Gradwohl: Ein Satz nur über die Maßnahmen, die ihr international vorgetragen habt!), erst dann brach es wie eine Keule über Österreich herein: Am 14. Mai 1999 titelte eine Zeitung: Österreich empört über das Ja zu Temelín. (Abg. Gradwohl und Abg. Leikam: Ein Satz!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich nehme die Bevölkerung ernst, die das Volksbegehren bei uns unterschrieben hat, und ich versuche auch, die Bevölkerung zu vertreten, aber nicht in der Art und Weise und so leichtfertig, wie das die Sozialdemokraten tun. Mein Anspruch auf Vertretung wird auch dann bleiben, wenn es eng wird! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich denke dennoch, dass gerade der öffentlich-rechtliche Rundfunk die Verpflichtung hat, über jedes ordnungsgemäß eingeleitete Volksbegehren, also etwa jetzt über das Sozialstaat-Volksbegehren Anfang April, gleichermaßen zu berichten. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Dafür haben Sie beide Mitverantwortung, und auch für eine halbherzige Anti-Atompolitik. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an den Ausverkauf von österreichischen Energiegesellschaften an Atomriesen, ich erinnere an die halbherzigen Euratom-Verhandlungen und an das Fehlen einer seriösen Ausstiegsoption zu Temelín, das Fehlen eines diesbezüglichen Angebotes an Tschechien. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Dr. Khol! Wir haben gestern schon darüber diskutiert – ich erinnere Sie an den Artikel 43 der Bundesverfassung –: Sie können jeden Gesetzestext mit einem einfachen Mehrheitsbeschluss der Bundesbevölkerung zur Entscheidung vorlegen. Ich verstehe persönlich wirklich nicht, warum Sie, gerade wenn es Meinungsunterschiede in der Koalition gibt, etwa in Fragen Tierschutz, nicht die Bevölkerung fragen, wenn damit jede Partei ohne Gesichtsverlust eben dann aus diesem Konflikt aussteigen und der Bevölkerung die Entscheidung überantworten könnte. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit! Herr Präsident!
Ich glaube, wenn wir einmal so weit kommen, dass wir sagen: In Fragen, die innenpolitisch heftig umstritten sind, in Fragen, bei denen vielleicht auch die Regierungsparteien verschiedener Meinung sind, dort soll die Bevölkerung entscheiden können, aber (Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit! Herr Präsident!) das letzte Wort hat das Parlament, indem es eben die Bevölkerung befragt!, dann, so glaube ich, würde die direkte Demokratie in Österreich wieder einen Aufwind erleben und dann könnten wir uns so peinliche Spektakel wie die Schubladisierung des Temelín-Volksbegehrens ersparen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich glaube, wenn wir einmal so weit kommen, dass wir sagen: In Fragen, die innenpolitisch heftig umstritten sind, in Fragen, bei denen vielleicht auch die Regierungsparteien verschiedener Meinung sind, dort soll die Bevölkerung entscheiden können, aber (Abg. Ing. Westenthaler: Redezeit! Herr Präsident!) das letzte Wort hat das Parlament, indem es eben die Bevölkerung befragt!, dann, so glaube ich, würde die direkte Demokratie in Österreich wieder einen Aufwind erleben und dann könnten wir uns so peinliche Spektakel wie die Schubladisierung des Temelín-Volksbegehrens ersparen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Warum nicht gleichmäßig, Herr Präsident? – Abg. Rauch-Kallat: Gleichmäßig!
Ich teile daher für die letzte Runde die Redezeit wie folgt auf: Sozialdemokratische und freiheitliche Fraktion: je 7 Minuten, ÖVP: 6 Minuten, grüne Fraktion: 5 Minuten. (Abg. Dr. Khol: Warum nicht gleichmäßig, Herr Präsident? – Abg. Rauch-Kallat: Gleichmäßig!)
Abg. Mag. Schweitzer: Das glauben Sie!
Meine Damen und Herren! Wenn man sich den Wortlaut dieses Volksbegehrens ansieht, dann stellt man fest, dass verfassungsmäßig die Tschechische Republik nur dann der EU beitreten kann, wenn die Stilllegung auch tatsächlich erfolgt ist. – Mit diesem Veto und mit dieser Drohung machen Sie Temelín nicht sicherer! Wenn die Tschechische Republik der EU nicht beitreten kann, dann wird Temelín kommen, und wir haben keine Sicherheitsstandards (Abg. Mag. Schweitzer: Das glauben Sie!) und keine Diskussion über den Ausstieg aus der Atomenergie.
Abg. Ing. Westenthaler: Abwarten!
Das heißt, Sie machen diese Angelegenheit nicht sicherer. (Abg. Ing. Westenthaler: Abwarten!) Herr Bundesminister Molterer hat im Zuge dieser Auseinandersetzung gesagt, dieses Volksbegehren ist schädlich, und ich schließe mich dieser Meinung an. (Abg. Ing. Westenthaler: Und Sie wollen Ausschussvorsitzender sein? Das muss man ändern!) Sie haben dann Frau Rauch-Kallat ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das muss man sich überlegen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Und Sie wollen Ausschussvorsitzender sein? Das muss man ändern!
Das heißt, Sie machen diese Angelegenheit nicht sicherer. (Abg. Ing. Westenthaler: Abwarten!) Herr Bundesminister Molterer hat im Zuge dieser Auseinandersetzung gesagt, dieses Volksbegehren ist schädlich, und ich schließe mich dieser Meinung an. (Abg. Ing. Westenthaler: Und Sie wollen Ausschussvorsitzender sein? Das muss man ändern!) Sie haben dann Frau Rauch-Kallat ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das muss man sich überlegen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das muss man sich überlegen!
Das heißt, Sie machen diese Angelegenheit nicht sicherer. (Abg. Ing. Westenthaler: Abwarten!) Herr Bundesminister Molterer hat im Zuge dieser Auseinandersetzung gesagt, dieses Volksbegehren ist schädlich, und ich schließe mich dieser Meinung an. (Abg. Ing. Westenthaler: Und Sie wollen Ausschussvorsitzender sein? Das muss man ändern!) Sie haben dann Frau Rauch-Kallat ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das muss man sich überlegen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Ausschussvorsitzende bezeichnet das Thema als "schädlich", das ist wirklich das Allerbeste! Den wählen wir nicht!
Sie führen jetzt einen Eiertanz auf, weil Sie nicht wissen, wie Sie aus diesem Volksbegehren herauskommen sollen, weil Sie sich darauf festgelegt haben (Abg. Ing. Westenthaler: Der Ausschussvorsitzende bezeichnet das Thema als "schädlich", das ist wirklich das Allerbeste! Den wählen wir nicht!), dass Sie nur dann einem EU-Beitritt der Tschechischen Republik zustimmen, wenn sie dieses Kraftwerk stilllegt. Aber Herr Khol hat Ihnen die Antwort gegeben. Er hat ganz eindeutig gesagt: Dieses Volksbegehren wird nicht verfassungsmäßig umgesetzt, weil das nicht unterschriebene Regierungspolitik ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Seit wann ist das schädlich?
Die Problematik des Ausschusses ... (Abg. Ing. Westenthaler: Seit wann ist das schädlich?) – Lesen Sie dazu das "FORMAT" vom 21. Jänner 2002! Das ist Ihr Problem. Sie kommen innerhalb der Koalition auf keinen grünen Zweig. Wir von der Opposition sind bereit, hier mitzuwirken. Wir sind bereit, konstruktive Vorschläge aufzunehmen, aber ein Veto ist kein konstruktiver Vorschlag. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Die Problematik des Ausschusses ... (Abg. Ing. Westenthaler: Seit wann ist das schädlich?) – Lesen Sie dazu das "FORMAT" vom 21. Jänner 2002! Das ist Ihr Problem. Sie kommen innerhalb der Koalition auf keinen grünen Zweig. Wir von der Opposition sind bereit, hier mitzuwirken. Wir sind bereit, konstruktive Vorschläge aufzunehmen, aber ein Veto ist kein konstruktiver Vorschlag. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Rauch-Kallat: Mein Gott! Damals war Kreisky Bundeskanzler und hat das umgesetzt!
Herr Abgeordneter Khol, eines noch zu dieser Behauptung und zur Wahrhaftigkeit: Mir liegt eine Meldung vom 2. Juli 1969 vor, bei dem der damalige Minister, der Ihrer Fraktion angehört hat, erklärt hat: Nun sind die Würfel endgültig gefallen, die Inbetriebnahme des ersten österreichischen Kernkraftwerkes ist für 1975/76 geplant. – Das war ÖVP-Politik: Befürwortung der Atomenergie! (Abg. Rauch-Kallat: Mein Gott! Damals war Kreisky Bundeskanzler und hat das umgesetzt!)
Abg. Rauch-Kallat: Er war nie Finanzminister, Herr Kollege! – Abg. Schwarzenberger: Glauben Sie das selbst?
Und zur Schuldenpolitik – was Sie dem ehemaligen Minister Edlinger vorgeworfen haben –: Eines möchte ich festhalten: Die meisten Schulden wurden mit Zustimmung des jetzigen Bundeskanzlers Schüssel aufgenommen, und er war einer jener Minister, die die höchste Verschuldungsquote dieses Landes zustande gebracht haben. (Abg. Rauch-Kallat: Er war nie Finanzminister, Herr Kollege! – Abg. Schwarzenberger: Glauben Sie das selbst?)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, wir werden in diesem Ausschuss zu konstruktiven Punkten finden müssen. Wir werden unseren Beitrag dazu leisten, wir werden objektiv an die Sache herangehen, aber ein Veto kann nicht das Maß aller Dinge sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei den Grünen: Das ist die Zweite! – Gegenrufe bei der ÖVP.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Dr. Khol zu Wort gemeldet. (Rufe bei den Grünen: Das ist die Zweite! – Gegenrufe bei der ÖVP.) – Er hatte noch keine.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Eine weitere tatsächliche Berichtigung im Rahmen dieser tatsächlichen Berichtigung: Nicht Wolfgang Schüssel war Finanzminister, sondern es war Rudolf Edlinger, den ich daher zu Recht in meiner letzten Erwiderung als "Schulden-Rudi" bezeichnet habe. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Hätte sein sollen!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Maximilian Hofmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Bundesminister! Meine geschätzten Damen und Herren! Es war schon bezeichnend, wie sich Herr Kollege Wittmann der Öffentlichkeit präsentiert hat – Herr Kollege Wittmann, der immerhin der Vorsitzende des Sonderausschusses, der das Thema Temelín zum Inhalt hat (Abg. Ing. Westenthaler: Hätte sein sollen!), hätte sein sollen.
Abg. Dr. Moser: Tatsächliche Berichtigung!
Es ist auch bezeichnend, wie die Grünen mit diesem Thema umgehen, wie sie mit 915 000 Unterschriften umgehen. Kollegin Moser bezeichnete diese Unterschriften als überflüssig. (Abg. Dr. Moser: Tatsächliche Berichtigung!)
Abg. Mag. Prammer betritt soeben den Sitzungssaal. – Rufe: Da ist sie! Sie ist wieder da!
Wissen Sie, Frau Kollegin Prammer – sie hat leider Gottes den Saal verlassen ... (Abg. Mag. Prammer betritt soeben den Sitzungssaal. – Rufe: Da ist sie! Sie ist wieder da!) – Sie ist da. Ich bin auch sehr froh, dass Sie wieder da sind, Frau Kollegin Prammer.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Prammer: Das ist nicht wahr!
Ich weiß ja, Frau Kollegin, Sie hören es nicht gerne: Sie haben von der Initiative gesprochen, die 1995 gesetzt wurde, um den Euratom-Vertrag zu ändern. – Hier, in diesem Hause, waren das Herr Generalsekretär Schweitzer und ich, die einen Antrag zur Änderung des Euratom-Vertrages initiiert haben, damit künftig auf europäischer Ebene nicht der Bau und Ausbau von Kernkraftwerken weiter gefördert wird, sondern damit die Zielsetzung von Euratom die Schließung dieser Kernkraftwerke ist. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Prammer: Das ist nicht wahr!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Kollege Cap empfindet auch die Tatsache, dass einerseits auf europäischer Ebene verhandelt wird – was natürlich der Umweltminister beziehungsweise die Außenministerin und die Vizekanzlerin tun – und dass andererseits gleichzeitig eine Volksbefragung stattfindet, als Widerspruch. – Ich kann Ihnen sagen, es wäre vieles auf europäischer Ebene nicht thematisiert worden, wenn es dieses Volksbegehren nicht gegeben hätte! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Parnigoni und Schwemlein
Ihr Versuch, Herr Kollege Cap, dieses Volksbegehren als Parteivolksbegehren abzustempeln, wird nicht gelingen. Dasselbe versuchen auch die Grünen, aber es ist ja ohnedies kein Unterschied mehr zwischen Rot und Grün zu erkennen. Sie beide sind die "vereinte Linke", die aus Prinzip dagegen ist und ihre Prinzipien von früher in wesentlichen Fragen geändert hat. Sie, meine Damen und Herren von Rot und Grün, wollen aus einem rot-weiß-roten Volksbegehren (Zwischenrufe der Abgeordneten Parnigoni und Schwemlein ) ein Parteivolksbegehren machen. Dazu kann ich nur sagen: Fragen Sie Ihre Wähler, die Anhänger oder bisherigen Anhänger Ihrer Partei, warum sie das Volksbegehren unterschrieben haben! Es waren Gott sei Dank, muss ich sagen, jede Menge sozialdemokratischer Wähler dabei, die dieses Volksbegehren ebenfalls unterzeichnet haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ihr Versuch, Herr Kollege Cap, dieses Volksbegehren als Parteivolksbegehren abzustempeln, wird nicht gelingen. Dasselbe versuchen auch die Grünen, aber es ist ja ohnedies kein Unterschied mehr zwischen Rot und Grün zu erkennen. Sie beide sind die "vereinte Linke", die aus Prinzip dagegen ist und ihre Prinzipien von früher in wesentlichen Fragen geändert hat. Sie, meine Damen und Herren von Rot und Grün, wollen aus einem rot-weiß-roten Volksbegehren (Zwischenrufe der Abgeordneten Parnigoni und Schwemlein ) ein Parteivolksbegehren machen. Dazu kann ich nur sagen: Fragen Sie Ihre Wähler, die Anhänger oder bisherigen Anhänger Ihrer Partei, warum sie das Volksbegehren unterschrieben haben! Es waren Gott sei Dank, muss ich sagen, jede Menge sozialdemokratischer Wähler dabei, die dieses Volksbegehren ebenfalls unterzeichnet haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwemlein: Und was machen Sie daraus? – Abg. Parnigoni: Sie haben es benutzt! Sie haben die Menschen getäuscht!
Schauen Sie: Sie haben dieses Volksbegehren benutzt, um wirklich ... (Abg. Schwemlein: Und was machen Sie daraus? – Abg. Parnigoni: Sie haben es benutzt! Sie haben die Menschen getäuscht!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich muss Ihnen sagen, ich empfinde es schlichtweg als Brüskierung, wenn auch noch daran gedacht wird, ein Atommüll-Endlager direkt an der österreichischen Grenze zu errichten. Ich fände es besser, es würde im tschechischen Zentralraum platziert werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie gesagt!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Minister! Meine Damen und Herren! Mein Vorredner hat zweimal behauptet, ich hätte gesagt, die Unterschriften seien überflüssig. (Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie gesagt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gut, dass alle mitgehört haben!
Das entspricht nicht den Tatsachen, deshalb berichtige ich (Abg. Ing. Westenthaler: Gut, dass alle mitgehört haben!): Ich habe gesagt – Herr Kollege Westenthaler, bitte passen Sie auf! –: Die Durchführung des Volksbegehrens ist nach dem Abschluss des Energiekapitels, wo praktisch ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die Einleitung, haben Sie gesagt!) – Nein, die Durchführung des Volksbegehrens! Das Volksbegehren, bitte, wenn Sie es ganz genau wissen wollen, ist nach Abschluss des Energiekapitels, zum Zeitpunkt, als praktisch die Beitrittserfordernisse bereits durchverhandelt sind, nach dieser Unterschriftenfrist im Dezember, im Jänner schon überflüssig. Das habe ich gesagt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Einleitung, haben Sie gesagt!
Das entspricht nicht den Tatsachen, deshalb berichtige ich (Abg. Ing. Westenthaler: Gut, dass alle mitgehört haben!): Ich habe gesagt – Herr Kollege Westenthaler, bitte passen Sie auf! –: Die Durchführung des Volksbegehrens ist nach dem Abschluss des Energiekapitels, wo praktisch ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die Einleitung, haben Sie gesagt!) – Nein, die Durchführung des Volksbegehrens! Das Volksbegehren, bitte, wenn Sie es ganz genau wissen wollen, ist nach Abschluss des Energiekapitels, zum Zeitpunkt, als praktisch die Beitrittserfordernisse bereits durchverhandelt sind, nach dieser Unterschriftenfrist im Dezember, im Jänner schon überflüssig. Das habe ich gesagt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das entspricht nicht den Tatsachen, deshalb berichtige ich (Abg. Ing. Westenthaler: Gut, dass alle mitgehört haben!): Ich habe gesagt – Herr Kollege Westenthaler, bitte passen Sie auf! –: Die Durchführung des Volksbegehrens ist nach dem Abschluss des Energiekapitels, wo praktisch ... (Abg. Ing. Westenthaler: Die Einleitung, haben Sie gesagt!) – Nein, die Durchführung des Volksbegehrens! Das Volksbegehren, bitte, wenn Sie es ganz genau wissen wollen, ist nach Abschluss des Energiekapitels, zum Zeitpunkt, als praktisch die Beitrittserfordernisse bereits durchverhandelt sind, nach dieser Unterschriftenfrist im Dezember, im Jänner schon überflüssig. Das habe ich gesagt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Karl Donabauer (ÖVP): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Über die Vergangenheit kann man endlos lange reden. Man kann aber auch aus gewissen Fehlentwicklungen lernen. Aufgabe und erklärtes Ziel dieser Bundesregierung ist es, an die Zukunft zu denken und für die Zukunft zu arbeiten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es geht nun darum, dieser Gefahr engagiert entgegenzutreten. Das ist das Ziel unserer Arbeit, und da bringen wir uns ein. Die Antwort auf die Frage: Was hat einen höheren Stellenwert – die Energiebedarfsdeckung oder die Sicherheit?, ist für uns immer klar gewesen. Sicherheit hat oberste Priorität, denn alles andere hat keinen Wert mehr, wenn die Sicherheit nicht entsprechend gewährleistet ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Und dem Scheibner!
Da heute in den Debattenbeiträgen mehrmals gesagt wurde, dass in der österreichischen Atompolitik eigentlich nicht viel gelaufen sei, fordere ich Sie auf: Bitte nehmen Sie dieses Bundesgesetzblatt als Ergebnis des "Melker Prozesses", als Ergebnis der Verhandlungen im Rahmen des "Melker Prozesses" vom 29. November! Darin ist alles klar dokumentiert, und ich denke, dass es wirklich angezeigt ist, dass wir unserem Herrn Bundeskanzler, Dr. Wolfgang Schüssel, und dem zuständigen Ressortminister Mag. Wilhelm Molterer höchste Anerkennung und Wertschätzung aussprechen. (Abg. Dr. Khol: Und dem Scheibner!) Dieses Ergebnis ist nämlich ganz entscheidend und war nur dadurch möglich, weil auch der Regierungspartner in allen Fragen vernünftig mitgearbeitet und mitgedacht hat. – Eine Anerkennung, die heute auch ausgesprochen werden muss. Herr Minister Scheibner, das gilt auch für Sie. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Da heute in den Debattenbeiträgen mehrmals gesagt wurde, dass in der österreichischen Atompolitik eigentlich nicht viel gelaufen sei, fordere ich Sie auf: Bitte nehmen Sie dieses Bundesgesetzblatt als Ergebnis des "Melker Prozesses", als Ergebnis der Verhandlungen im Rahmen des "Melker Prozesses" vom 29. November! Darin ist alles klar dokumentiert, und ich denke, dass es wirklich angezeigt ist, dass wir unserem Herrn Bundeskanzler, Dr. Wolfgang Schüssel, und dem zuständigen Ressortminister Mag. Wilhelm Molterer höchste Anerkennung und Wertschätzung aussprechen. (Abg. Dr. Khol: Und dem Scheibner!) Dieses Ergebnis ist nämlich ganz entscheidend und war nur dadurch möglich, weil auch der Regierungspartner in allen Fragen vernünftig mitgearbeitet und mitgedacht hat. – Eine Anerkennung, die heute auch ausgesprochen werden muss. Herr Minister Scheibner, das gilt auch für Sie. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Temelín soll auf europäisches Sicherheitsniveau gebracht werden; keine Frage. Die Frage ist: Ist eine Beitrittsverweigerung besser? – Eine Beitrittsverweigerung hätte zur Folge, dass zwar der Prozess des Beitritts nicht laufen würde, Temelín aber als permanente Gefahr bestehen bleiben würde und dann völlig unkontrolliert wäre. Das wäre in Wirklichkeit die Gefahr, und diesen leichtfertigen, fatalen Weg gehen wir nicht! Wir gehen hier einen sehr verantwortungsbewussten und klaren Weg, weil es uns um die Sicherheit dieses Landes und seiner Menschen geht. (Beifall bei der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.
Das Besondere an dieser Vereinbarung ist auch, dass dieses Abkommen nicht nur auf Temelín heute bezogen ist, sondern auch auf künftige Betreiber. Ich meine, dass so ein Verhandlungsergebnis wirklich als ruhmreich und großartig bezeichnet werden kann und auch die Garantie in sich birgt, dass wir hier auch klare Sicherheitsstandards erreichen können. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Karl Donabauer (fortsetzend): Holen Sie sich die Freunde der Sozialdemokratie und der Grünen europaweit zusammen und helfen Sie uns dabei, dass wir im Interesse Österreichs und seiner Bürger unser Ziel erreichen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Auer: Opa und Oma schauen auch zu!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Herren Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Werte Zuseherinnen und Zuseher hier im Haus! Sehr geehrte Fernsehzuseher! (Abg. Auer: Opa und Oma schauen auch zu!) Wir haben heute hier eine Debatte geführt, die in einem Punkt klar zeigt, dass diese Bundesregierung die österreichische Bevölkerung im Stich lässt, meine Damen und Herren, ganz klar im Stich lässt! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Herren Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Werte Zuseherinnen und Zuseher hier im Haus! Sehr geehrte Fernsehzuseher! (Abg. Auer: Opa und Oma schauen auch zu!) Wir haben heute hier eine Debatte geführt, die in einem Punkt klar zeigt, dass diese Bundesregierung die österreichische Bevölkerung im Stich lässt, meine Damen und Herren, ganz klar im Stich lässt! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Kollege Donabauer! Gar nichts ist ruhmreich an Ihrer Politik! Es ist überhaupt nichts ruhmreich, wenn man einerseits das Energiekapitel schließt – mit den Stimmen der FPÖ – und dann ein Volksbegehren durchführt. Daran ist nichts ruhmreich, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen.) Und es ist nicht ruhmreich, wenn eine Ministerin Forstinger ein Euratom-Forschungsprogramm unterschreibt, womit 1,23 Millionen € für Nuklearforschung eingesetzt werden – davon 30 Millionen an österreichischen Steuergeldern, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Schweitzer: Ihr wiederholt den Unsinn dauernd! Warum wiederholst du den Unsinn dauernd?)
Abg. Mag. Schweitzer: Ihr wiederholt den Unsinn dauernd! Warum wiederholst du den Unsinn dauernd?
Kollege Donabauer! Gar nichts ist ruhmreich an Ihrer Politik! Es ist überhaupt nichts ruhmreich, wenn man einerseits das Energiekapitel schließt – mit den Stimmen der FPÖ – und dann ein Volksbegehren durchführt. Daran ist nichts ruhmreich, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen.) Und es ist nicht ruhmreich, wenn eine Ministerin Forstinger ein Euratom-Forschungsprogramm unterschreibt, womit 1,23 Millionen € für Nuklearforschung eingesetzt werden – davon 30 Millionen an österreichischen Steuergeldern, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Schweitzer: Ihr wiederholt den Unsinn dauernd! Warum wiederholst du den Unsinn dauernd?)
Abg. Mag. Schweitzer: Das hab’ ich ja gesagt, aber du hast nicht aufgepasst!
Das ist Ihre Politik, da können wir nicht mitgehen. Wir glauben, dass wir die besseren Vorschläge haben. Wir haben konstruktive Vorschläge gemacht, aber Sie sind auf unsere Vorschläge bisher nicht eingegangen. Was haben Sie in den letzten zwei Jahren für ein atomkraftfreies Mitteleuropa getan? Was haben Sie geleistet, Kollege Schweitzer? (Abg. Mag. Schweitzer: Das hab’ ich ja gesagt, aber du hast nicht aufgepasst!) – Sie haben nichts geleistet. Sie haben ein Veto-Volksbegehren durchgeführt, statt Verhandlungen mit Tschechien zu führen, statt weiter Verhandlungen zu führen. (Abg. Mag. Schweitzer: Mit wem war die Glawischnig mit? Mit wem ist die Glawischnig mitgefahren? Die Glawischnig war auch in meiner Delegation!)
Abg. Mag. Schweitzer: Mit wem war die Glawischnig mit? Mit wem ist die Glawischnig mitgefahren? Die Glawischnig war auch in meiner Delegation!
Das ist Ihre Politik, da können wir nicht mitgehen. Wir glauben, dass wir die besseren Vorschläge haben. Wir haben konstruktive Vorschläge gemacht, aber Sie sind auf unsere Vorschläge bisher nicht eingegangen. Was haben Sie in den letzten zwei Jahren für ein atomkraftfreies Mitteleuropa getan? Was haben Sie geleistet, Kollege Schweitzer? (Abg. Mag. Schweitzer: Das hab’ ich ja gesagt, aber du hast nicht aufgepasst!) – Sie haben nichts geleistet. Sie haben ein Veto-Volksbegehren durchgeführt, statt Verhandlungen mit Tschechien zu führen, statt weiter Verhandlungen zu führen. (Abg. Mag. Schweitzer: Mit wem war die Glawischnig mit? Mit wem ist die Glawischnig mitgefahren? Die Glawischnig war auch in meiner Delegation!)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Sie haben zugelassen, dass Atomstrom nach Österreich importiert wird, dass mehr Atomstrom nach Österreich importiert wird als bisher. Sie haben weiters keinen Temelín-Ausstiegsfonds initiiert. Wir Grünen sind der Auffassung, dass das die große Chance ist. Wir brauchen dazu 300 Millionen €. Das sind gerade 15 Prozent der Anschaffungskosten für die Abfangjäger, meine Damen und Herren, und die würden reichen, um ein wirklich gutes, konsequentes Angebot an Tschechien machen zu können, um hier ein Ausstiegskonzept zu entwickeln, damit die Sicherheit der österreichischen Bevölkerung gewährleistet ist. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das wollen wir Grünen, das werden wir Grünen umsetzen, und wir wissen auch, dass die österreichische Bevölkerung uns in diesen Bemühungen massiv unterstützen wird. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.
Unser Ziel muss es in Zukunft sein, europaweit den gänzlichen Ausstieg aus der Atomenergie zu forcieren. Andererseits wissen wir jedoch auch, dass das Zeitalter der fossilen Brennstoffe langsam, aber sicher zu Ende geht. Alternativen Energieträgern wie der Windenergie, dem Sonnenlicht und der Biomasse gehört die Zukunft. (Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Auch in deren Interesse darf ich von dieser Stelle aus die Bevölkerung aufrufen, das Sozialstaat-Volksbegehren vom 3. bis zum 10. April zu unterstützen, um zu gewährleisten, dass das soziale Netz nicht aus den Fugen gerät. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Eine französische Zeitung schreibt: Das atomare Restrisiko ist jenes Risiko, das uns jeden Tag den Rest geben kann. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe Herrn Bundesminister Molterer zitiert, der behauptet hat, dass das Volksbegehren nicht konstruktiv, ja schädlich sei. Und mein Ausdruck "schädlich" hat sich auf die Veto-Drohung in diesem Volksbegehren bezogen. (Beifall bei der SPÖ.)
Bundesminister Mag. Molterer: Der zweite Mühlviertler! – Abg. Mag. Gaßner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Jawohl, Herr Bundesminister, der zweite Mühlviertler!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Gaßner. – Bitte. (Bundesminister Mag. Molterer: Der zweite Mühlviertler! – Abg. Mag. Gaßner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Jawohl, Herr Bundesminister, der zweite Mühlviertler!)
Ruf bei den Freiheitlichen: ... sind alle draußen!
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Was hat das Fernsehen mit Temelín zu tun? – Sehr viel, denn in dem Augenblick, da die Übertragung zu Ende ist (Ruf bei den Freiheitlichen: ... sind alle draußen!), sind zwar nicht alle draußen, aber ein Großteil der Damen und Herren Abgeordneten ist weg. (Abg. Dr. Ofner: Machst du aber eh keinen Unterschied zwischen den Fraktionen?) Damit zeigen Sie sehr deutlich, was Sie mit den Ängsten der Menschen, mit den Ängsten der Menschen in der Grenzregion und mit diesem Thema Temelín am Hut haben. (Abg. Ing. Fallent: Wo ist denn die SPÖ?)
Abg. Dr. Ofner: Machst du aber eh keinen Unterschied zwischen den Fraktionen?
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Was hat das Fernsehen mit Temelín zu tun? – Sehr viel, denn in dem Augenblick, da die Übertragung zu Ende ist (Ruf bei den Freiheitlichen: ... sind alle draußen!), sind zwar nicht alle draußen, aber ein Großteil der Damen und Herren Abgeordneten ist weg. (Abg. Dr. Ofner: Machst du aber eh keinen Unterschied zwischen den Fraktionen?) Damit zeigen Sie sehr deutlich, was Sie mit den Ängsten der Menschen, mit den Ängsten der Menschen in der Grenzregion und mit diesem Thema Temelín am Hut haben. (Abg. Ing. Fallent: Wo ist denn die SPÖ?)
Abg. Ing. Fallent: Wo ist denn die SPÖ?
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Was hat das Fernsehen mit Temelín zu tun? – Sehr viel, denn in dem Augenblick, da die Übertragung zu Ende ist (Ruf bei den Freiheitlichen: ... sind alle draußen!), sind zwar nicht alle draußen, aber ein Großteil der Damen und Herren Abgeordneten ist weg. (Abg. Dr. Ofner: Machst du aber eh keinen Unterschied zwischen den Fraktionen?) Damit zeigen Sie sehr deutlich, was Sie mit den Ängsten der Menschen, mit den Ängsten der Menschen in der Grenzregion und mit diesem Thema Temelín am Hut haben. (Abg. Ing. Fallent: Wo ist denn die SPÖ?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Was hat Kreisky gemacht? Behaupten Sie, dass Kreisky auch dagegen war?
Lesen Sie das Ministerratsprotokoll, Herr Kollege, dann wissen Sie, wie die ÖVP zu Zwentendorf gestanden ist. Sie hat es beschlossen, dieses Zwentendorf. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Was hat Kreisky gemacht? Behaupten Sie, dass Kreisky auch dagegen war?)
Abg. Mag. Kukacka: Wir sind noch immer für den Rechtsstaat!
In diesem Schreiben heißt es: "Sehr geehrter Herr Bürgermeister/Vizebürgermeister! Lieber Freund!" – Wahrscheinlich gibt es dort keine Frauen. – "Die ÖVP Oberösterreich steht seit Beginn an der Spitze der Anti-Atombewegung in unserem Land." – Ja, sie steht so an der Spitze, dass sie jetzt sogar der Anti-Temelín-Bewegung das Geld kürzt und sich nicht darum kümmert, dass es immer noch Anzeigen gegen Demonstranten gibt, Anzeigen, die noch nicht zurückgelegt wurden, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Mag. Kukacka: Wir sind noch immer für den Rechtsstaat!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wochesländer: Und da sperrt ihr euch noch immer gegen alles?
Herr Bundesminister! Die "kommerzielle Inbetriebnahme" interessiert die Mühlviertler, die Menschen in der Grenzregion nicht. Er strahlt! Der Meiler strahlt bereits, und jede Woche haben wir Zwischenfälle, und nächste Woche geht der zweite Block in Betrieb. Das ist die Tatsache, und das fürchten die Leute! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wochesländer: Und da sperrt ihr euch noch immer gegen alles?) – Zu Ihnen komme ich schon noch!
Abg. Dr. Ofner: Noch immer hab’ ich meinen Namen nicht gehört! Ich heiße Harald Ofner! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Da meint er Sie, meine Damen und Herren von der FPÖ. (Abg. Dr. Ofner: Noch immer hab’ ich meinen Namen nicht gehört! Ich heiße Harald Ofner! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) – Unterschrieben: Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Landeshauptmann Pühringer.
Abg. Dr. Pumberger: Dann bist du aufgewacht!
Die Tschechen haben ein leichtes Spiel bei den Verhandlungen. Sie wissen ganz genau, dass die Regierungskoalition zerstritten ist (Abg. Dr. Pumberger: Dann bist du aufgewacht!), dass diese in dieser Frage keine einheitliche Meinung hat, und das alles wird auf dem Rücken derer ausgetragen, die sich wirklich vor Temelín fürchten, weil sie in der Todeszone leben. (Abg. Mag. Mühlbachler: Es geht um Temelín!) Deine Bürger, Herr Kollege Mühlbachler, die
Abg. Mag. Mühlbachler: Es geht um Temelín!
Die Tschechen haben ein leichtes Spiel bei den Verhandlungen. Sie wissen ganz genau, dass die Regierungskoalition zerstritten ist (Abg. Dr. Pumberger: Dann bist du aufgewacht!), dass diese in dieser Frage keine einheitliche Meinung hat, und das alles wird auf dem Rücken derer ausgetragen, die sich wirklich vor Temelín fürchten, weil sie in der Todeszone leben. (Abg. Mag. Mühlbachler: Es geht um Temelín!) Deine Bürger, Herr Kollege Mühlbachler, die
Abg. Wochesländer – in Richtung SPÖ –: Ein Arzt, nicht ...!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Pumberger. (Abg. Wochesländer – in Richtung SPÖ –: Ein Arzt, nicht ...!)
Abg. Dr. Moser: Geh, passen S’ auf!
Frau Abgeordnete Moser sagt überhaupt: Das Volksbegehren war überflüssig. (Abg. Dr. Moser: Geh, passen S’ auf!) Sie haben es bei der tatsächlichen Berichtigung bestätigt. Und Ihre Kollegin, die EU-Abgeordnete Echerer, sagte am 13. November vergangenen Jahres: Ich traue mich das kaum zu sagen: Die Sache ist gelaufen. – Und gibt den Kampf auf, genauso wie Moser und Van der Bellen und Petrovic und viele andere Grüne. (Abg. Dr. Moser: Da haben Sie aber gar nicht aufgepasst!) Sie haben den Kampf schon längst aufgegeben! Wir Freiheitlichen, meine Damen und Herren, geben keine Ruhe, bis das Temelín-Kraftwerk zugesperrt ist! Die Nullvariante muss umgesetzt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Moser: Da haben Sie aber gar nicht aufgepasst!
Frau Abgeordnete Moser sagt überhaupt: Das Volksbegehren war überflüssig. (Abg. Dr. Moser: Geh, passen S’ auf!) Sie haben es bei der tatsächlichen Berichtigung bestätigt. Und Ihre Kollegin, die EU-Abgeordnete Echerer, sagte am 13. November vergangenen Jahres: Ich traue mich das kaum zu sagen: Die Sache ist gelaufen. – Und gibt den Kampf auf, genauso wie Moser und Van der Bellen und Petrovic und viele andere Grüne. (Abg. Dr. Moser: Da haben Sie aber gar nicht aufgepasst!) Sie haben den Kampf schon längst aufgegeben! Wir Freiheitlichen, meine Damen und Herren, geben keine Ruhe, bis das Temelín-Kraftwerk zugesperrt ist! Die Nullvariante muss umgesetzt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Abgeordnete Moser sagt überhaupt: Das Volksbegehren war überflüssig. (Abg. Dr. Moser: Geh, passen S’ auf!) Sie haben es bei der tatsächlichen Berichtigung bestätigt. Und Ihre Kollegin, die EU-Abgeordnete Echerer, sagte am 13. November vergangenen Jahres: Ich traue mich das kaum zu sagen: Die Sache ist gelaufen. – Und gibt den Kampf auf, genauso wie Moser und Van der Bellen und Petrovic und viele andere Grüne. (Abg. Dr. Moser: Da haben Sie aber gar nicht aufgepasst!) Sie haben den Kampf schon längst aufgegeben! Wir Freiheitlichen, meine Damen und Herren, geben keine Ruhe, bis das Temelín-Kraftwerk zugesperrt ist! Die Nullvariante muss umgesetzt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zwei Ziele müssen wir erreichen: zum einen die Nullvariante Temelín – Temelín muss Zwentendorf werden –, und zweitens den europaweiten Ausstieg aus der Kernenergie. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Jarolim: Missbrauchsopfer sind sie!
Abgeordneter Gerhard Reheis (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus – oder das, was noch da ist! (Einige Abgeordneten-Bänke sind leer.) Ja, über 915 000 Menschen – das hat auch Kollege Pumberger bestätigt – haben das von der FPÖ initiierte Anti-Temelín-Volksbegehren unterzeichnet. (Abg. Dr. Jarolim: Missbrauchsopfer sind sie!) Über 900 000 Menschen haben in gutem Glauben erwartet, dass sich diese Bundesregierung, ausgestattet mit diesem Ergebnis, dieser hohen Beteiligung am Volksbegehren, mit aller Kraft für die Sorgen und Ängste der Österreicher einsetzen wird. – Mitnichten, meine Damen und Herren: Blau und Blau-Schwarz haben nach diesem Volksbegehren ihre Politik der Untätigkeit fortgesetzt und die Menschen in die Irre geführt, über 915 000 Menschen im Stich gelassen und verraten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Gerhard Reheis (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus – oder das, was noch da ist! (Einige Abgeordneten-Bänke sind leer.) Ja, über 915 000 Menschen – das hat auch Kollege Pumberger bestätigt – haben das von der FPÖ initiierte Anti-Temelín-Volksbegehren unterzeichnet. (Abg. Dr. Jarolim: Missbrauchsopfer sind sie!) Über 900 000 Menschen haben in gutem Glauben erwartet, dass sich diese Bundesregierung, ausgestattet mit diesem Ergebnis, dieser hohen Beteiligung am Volksbegehren, mit aller Kraft für die Sorgen und Ängste der Österreicher einsetzen wird. – Mitnichten, meine Damen und Herren: Blau und Blau-Schwarz haben nach diesem Volksbegehren ihre Politik der Untätigkeit fortgesetzt und die Menschen in die Irre geführt, über 915 000 Menschen im Stich gelassen und verraten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Die haben Sie hängenlassen!
Ja, es ist schon richtig, Herr Kollege, es haben auch Sozialdemokraten dieses Volksbegehren unterschrieben. Aber das waren Sozialdemokraten bisher nicht gewöhnt: dass ihre Unterschriften missbraucht werden! Diese Unterschriften werden Sie nie mehr bekommen, Herr Kollege, denn Sozialdemokraten lassen sich nicht missbrauchen! Einmal in die Irre geführt ist zum letzten Mal in die Irre geführt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Die haben Sie hängenlassen!)
Abg. Dr. Ofner: Wart ein bisschen!
Es ist Ihnen gelungen, meine Damen und Herren, die Menschen für das Volksbegehren zu mobilisieren. Aber was haben Sie mit den Unterschriften gemacht? (Abg. Dr. Ofner: Wart ein bisschen!) Sie haben die Österreicherinnen und Österreicher alleine gelassen. Sie haben ihr Vertrauen missbraucht, und Sie haben die Menschen enttäuscht. Es gab seit dem Temelín-Volksbegehren – und das ist nachweisbar – keine Aktivitäten der Bundesregierung oder der FPÖ mit Tschechien, keine Aktivitäten auf europäischer Ebene. Nichts ist passiert! Temelín ist dieser Bundesregierung anscheinend kein dringliches Anliegen mehr. Dafür werden in Temelín inzwischen Fakten geschaffen, und das heißt: die volle Beladung mit 163 Brennstäben mit insgesamt 95 Tonnen Gewicht. (Abg. Mag. Kukacka: Das haben wir schon alles gehört!) Der zweite Reaktorblock im Atomkraftwerk ist betriebsbereit, meine Damen und Herren.
Abg. Mag. Kukacka: Das haben wir schon alles gehört!
Es ist Ihnen gelungen, meine Damen und Herren, die Menschen für das Volksbegehren zu mobilisieren. Aber was haben Sie mit den Unterschriften gemacht? (Abg. Dr. Ofner: Wart ein bisschen!) Sie haben die Österreicherinnen und Österreicher alleine gelassen. Sie haben ihr Vertrauen missbraucht, und Sie haben die Menschen enttäuscht. Es gab seit dem Temelín-Volksbegehren – und das ist nachweisbar – keine Aktivitäten der Bundesregierung oder der FPÖ mit Tschechien, keine Aktivitäten auf europäischer Ebene. Nichts ist passiert! Temelín ist dieser Bundesregierung anscheinend kein dringliches Anliegen mehr. Dafür werden in Temelín inzwischen Fakten geschaffen, und das heißt: die volle Beladung mit 163 Brennstäben mit insgesamt 95 Tonnen Gewicht. (Abg. Mag. Kukacka: Das haben wir schon alles gehört!) Der zweite Reaktorblock im Atomkraftwerk ist betriebsbereit, meine Damen und Herren.
Abg. Dr. Ofner: Was habt ihr dagegen gemacht?
Selbst ein von der Bundesregierung in Auftrag gegebener Sicherheitsbericht zum AKW Temelín bestätigt, dass wegen schwerwiegender Sicherheitsmängel nach europäischer Genehmigungspraxis weder Block 1 noch Block 2 mit Brennstäben beladen werden darf. (Abg. Dr. Ofner: Was habt ihr dagegen gemacht?) Im August 2002, Herr Kollege, soll Temelín 2, der zweite Reaktorblock, in den kommerziellen Betrieb gehen. (Abg. Dr. Ofner: Was habt ihr gemacht?) Es sollte nicht heißen: "Was habt ihr gemacht"?, Herr Kollege, sondern die Frage sollte lauten: Was haben Sie gemacht?, denn seit zwei Jahren sind Sie an der Regierung. Das ist die Frage, die zu stellen ist! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Die Leute habt ihr verraten!)
Abg. Dr. Ofner: Was habt ihr gemacht?
Selbst ein von der Bundesregierung in Auftrag gegebener Sicherheitsbericht zum AKW Temelín bestätigt, dass wegen schwerwiegender Sicherheitsmängel nach europäischer Genehmigungspraxis weder Block 1 noch Block 2 mit Brennstäben beladen werden darf. (Abg. Dr. Ofner: Was habt ihr dagegen gemacht?) Im August 2002, Herr Kollege, soll Temelín 2, der zweite Reaktorblock, in den kommerziellen Betrieb gehen. (Abg. Dr. Ofner: Was habt ihr gemacht?) Es sollte nicht heißen: "Was habt ihr gemacht"?, Herr Kollege, sondern die Frage sollte lauten: Was haben Sie gemacht?, denn seit zwei Jahren sind Sie an der Regierung. Das ist die Frage, die zu stellen ist! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Die Leute habt ihr verraten!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Die Leute habt ihr verraten!
Selbst ein von der Bundesregierung in Auftrag gegebener Sicherheitsbericht zum AKW Temelín bestätigt, dass wegen schwerwiegender Sicherheitsmängel nach europäischer Genehmigungspraxis weder Block 1 noch Block 2 mit Brennstäben beladen werden darf. (Abg. Dr. Ofner: Was habt ihr dagegen gemacht?) Im August 2002, Herr Kollege, soll Temelín 2, der zweite Reaktorblock, in den kommerziellen Betrieb gehen. (Abg. Dr. Ofner: Was habt ihr gemacht?) Es sollte nicht heißen: "Was habt ihr gemacht"?, Herr Kollege, sondern die Frage sollte lauten: Was haben Sie gemacht?, denn seit zwei Jahren sind Sie an der Regierung. Das ist die Frage, die zu stellen ist! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Die Leute habt ihr verraten!)
Abg. Dr. Ofner: Ihr nichts! Das ist mir klar!
Ich frage Sie: Was ist Ihnen die Sicherheit der Bevölkerung wirklich wert? Sagen Sie uns, was wer in dieser Angelegenheit noch wird unternehmen können! (Abg. Dr. Ofner: Ihr nichts! Das ist mir klar!) Da stellt sich aber auch die Frage: Wer wird Ihnen noch glauben, meine Damen und Herren? (Abg. Dr. Ofner: Ihr macht nichts!)
Abg. Dr. Ofner: Ihr macht nichts!
Ich frage Sie: Was ist Ihnen die Sicherheit der Bevölkerung wirklich wert? Sagen Sie uns, was wer in dieser Angelegenheit noch wird unternehmen können! (Abg. Dr. Ofner: Ihr nichts! Das ist mir klar!) Da stellt sich aber auch die Frage: Wer wird Ihnen noch glauben, meine Damen und Herren? (Abg. Dr. Ofner: Ihr macht nichts!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Etwas tun und nicht nur sagen!
Hingegen ist die Position der SPÖ klar: Wir sagen ja zu mehr Sicherheit bei Kernkraftwerken, wir sagen ja zu einem europaweiten Ausstieg aus der friedlichen Nutzung der Atomenergie, und wir sagen ja zur Erweiterung der EU – aber wir sagen nein zur Veto-Politik der FPÖ. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Etwas tun und nicht nur sagen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Ing. Gerhard Fallent (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Kollege Reheis, das AKW Temelín wird seit 1989 gebaut, und ich glaube, Sie haben vergessen, dass Sie 30 Jahre lang in Österreich regiert haben. Sie hätten also schon früher etwas dagegen tun können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Aber Sie sind an der Regierung! Schlafen Sie in der Regierung?
Ich glaube, dass Sie auch vergessen haben, dass es in Tschechien Ihre sozialistischen Freunde waren, die dieses Kraftwerk gebaut haben, und wir erwarten uns von Ihnen, dass Sie auf Ihre Freunde in Tschechien einwirken. Sie sollten das jetzt nicht nur von uns fordern, zumal Sie das seit 15 Jahren selber hätten tun können, es aber leider verabsäumt haben. (Abg. Parnigoni: Aber Sie sind an der Regierung! Schlafen Sie in der Regierung?)
Abg. Parnigoni: Sie bringen nichts zusammen!
Außerdem haben Sie uns außer Schulden, Privilegienwirtschaft, 1 Million Menschen am Rande der Armut, davon 400 000 in Armut, einer überbordenden Bürokratie, Doppelgleisigkeiten und Zwängen nichts hinterlassen, und das haben wir aufzuräumen. Wir sagen Ihnen: Dieses Volksbegehren ist der richtige Weg! (Abg. Parnigoni: Sie bringen nichts zusammen!)
Abg. Parnigoni: Die werden von Ihrer Politik besonders enttäuscht sein!
Zum Temelín-Volksbegehren selbst: 15 Prozent der Österreicher haben dieses Volksbegehren unterschrieben: 22,5 Prozent der Oberösterreicher, 25 Prozent der Bevölkerung meines Bezirkes und 41 Prozent der Bevölkerung meiner Heimatgemeinde Laussa. Wissen Sie, warum 41 Prozent der Einwohner meiner Heimatgemeinde unterschrieben haben? – Weil wir in Laussa eine Umweltmustergemeinde sind. Wir setzen uns seit 20 Jahren mit erneuerbarer Energie auseinander und haben ein besonderes Bewusstsein in diesem Bereich entwickelt. (Abg. Parnigoni: Die werden von Ihrer Politik besonders enttäuscht sein!) Somit kennen wir die Sorgen und die Bedrohungen in diesem Zusammenhang. Wir werden dann bei der Kyoto-Debatte noch einmal auf meine Heimatgemeinde zu sprechen kommen.
Abg. Parnigoni: Das haben wir auch!
Meine Damen und Herren! Es tut mir Leid, und ich habe Sorge (Abg. Parnigoni: Das haben wir auch!), dass das AKW Temelín immer noch in Betrieb ist. Es tut mir Leid, und ich habe Sorge, dass es immer noch keine europäischen Sicherheitsstandards gibt, die eine hohe Sicherheit gewährleisten. Es tut mir auch Leid, dass Amerika und Teile Europas immer noch auf die Nutzung von Atomenergie setzen. Und es tut mir Leid, dass wir immer noch keine Kostenwahrheit bei Energieträgern haben, weil es aus diesem Grund nicht möglich ist, dass die Konsumenten die richtigen Weichen stellen, denn es bestimmt eben letztendlich noch immer der billigste Preis den Konsum. Aber das Temelín-Volksbegehren, das von 16 000 Menschen, die Sorge um die Gesundheit haben, eingeleitet wurde, war der richtige Weg, war ein wichtiger Weg.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Bemühen wir uns in diesem Sonderausschuss, gemeinsam unserer Verpflichtung gerecht zu werden und eine vernunft- und lösungsorientierte Politik mit Herz und Verstand zu machen! Geben wir uns eine Chance, und helfen Sie mir, meiner Verantwortung gerecht zu werden! Wir haben keine Zeit zu verlieren. Das AKW Temelín stellt ein russisches Roulette dar, denn keiner von uns weiß, welche Folgen der nächste Störfall haben wird. – Danke sehr. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen – Abg. Parnigoni: Bedauern Sie lieber diese 900 000!
Diese 900 000 Unterschriften der Unterzeichner dieses Volksbegehrens, denen ich hier Dank für ihren Mut und ihr Engagement sagen möchte (Beifall bei den Freiheitlichen – Abg. Parnigoni: Bedauern Sie lieber diese 900 000!), sind in Wirklichkeit ein Hilferuf der Bevölkerung gegen die Bedrohung durch den Pannen-Reaktor Temelín bei unseren tschechischen Nachbarn. Dieser Hilferuf ist aber offenbar der Opposition egal, und dieser Hilferuf ist offenbar auch unseren tschechischen Nachbarn, sprich: den Betreibern dieses AKW und den Mitgliedern der tschechischen Regierung, egal, und dieser Hilferuf war bisher leider auch der EU egal.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Böhacker: Hört! Hört!
So viel zur Verantwortung der sozialdemokratischen Opposition, die sie offenbar verdrängt und vergisst. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Böhacker: Hört! Hört!)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Achatz: Peinlich!
Ich möchte der Antwort des Ministers nicht vorgreifen, ich werde aber der Frau Kollegin Sima, die diese Anfrage gestellt hat, gerne antworten: Ich halte die Gefahr, die von polnischen Atomkraftwerken ausgeht, für sehr, sehr gering, denn es gibt nämlich in Polen gar keine Atomkraftwerke. – So viel zur Kompetenz der SPÖ in der Anti-Atompolitik. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Achatz: Peinlich!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Mit dieser Kompetenz und mit dieser Vorstellung, die Sie hier heute geliefert haben, sind Sie in der Anti-Atompolitik unglaubwürdig! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das ist der richtige Weg, und der erfordert die Unterstützung von uns allen, insbesondere auch von Ihnen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte abschließend schon noch eines erwähnen: Es hat Ihr Klubobmann Dr. Cap in seiner Rede rhetorisch sehr gut "Sündenfälle", wie er sie genannt hat, aufbereitet. Fünf "Sündenfälle", die angeblich vorhanden sein sollen, hat er genannt. Mir hat der wichtigste gefehlt, nämlich der sechste "Sündenfall": dass Sie in der Vergangenheit verabsäumt haben, etwas dagegen zu machen. Und das ist unser Problem jetzt, und das sehen auch die 914 973 Bürger so, die das Temelín-Volksbegehren unterzeichnet haben! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Reheis.
Wenn ich das so höre, dann denke ich mir: Es ist nicht Österreich als Sozialstaat in Gefahr, wie Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ und von den Grünen, versuchen, es den Bürgern in Österreich weiszumachen, wie Sie versuchen, die Bürger in Österreich zu verunsichern, sondern die Demokratie ist in Österreich in Gefahr, und darüber mache ich mir Sorgen. Demokratie heißt für Sie offenbar, das Volk nur dann mitbestimmen lassen zu wollen, wenn es genau auf Ihrer parteipolitischen Linie ist und wenn das Volk ganz genau das sagt, was Sie hören möchten. Das, meine Damen und Herren von der Opposition, ist für mich ein rot-grünes Schreckensszenario! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Reheis. )
Abg. Parnigoni: Sie verhindern ja alles! Sie tun ja nichts für Frauen!
Herr Kollege Reheis! Ich habe Ihnen zugehört, und irgendwie hatte ich den Eindruck, dass Sie unter Realitätsverlust leiden. Ich weiß nicht, wie ich es sonst bezeichnen könnte. Denn: Sie sprechen da von Volksbegehren der SPÖ. Haben Sie vergessen, welche Ergebnisse Ihre Volksbegehren gehabt haben? Was haben Sie damit gemacht? Was ist beispielsweise mit dem Frauen-Volksbegehren geschehen? (Abg. Parnigoni: Sie verhindern ja alles! Sie tun ja nichts für Frauen!)
Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ. – Beifall bei den Freiheitlichen.
Nun wende ich mich in einer ganz aktuellen Sache an die ÖGB-Funktionäre: Da gab es eine Urabstimmung, die um Abermillionen Schilling an Werbekosten initiiert und durchgeführt wurde, wobei man nicht einmal gewusst hat, worüber man eigentlich hat abstimmen lassen. – Um Mitbestimmung ist es da ganz bestimmt nicht gegangen, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ! (Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ. – Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Keine Aktivitäten der FPÖ!
Folgendes muss ich schon auch sagen: Haben Sie eigentlich wirklich schon total vergessen, was in Tschernobyl passiert ist? (Abg. Parnigoni: Keine Aktivitäten der FPÖ!) Man sagt immer: Na ja, Tschernobyl! – Wissen Sie eigentlich, was da wirklich passiert ist? Wissen Sie, dass wir hier von Menschen reden? Wissen Sie, dass nach 16 Jahren Tschernobyl immer noch Millionen
Heiterkeit der Abg. Dr. Mertel.
Vielleicht hören Sie sich das einmal an! (Heiterkeit der Abg. Dr. Mertel. ) Das ist nicht zum Lachen, Frau Kollegin, sondern das ist erschütternd! Darum geht es uns!
Abg. Parnigoni: Was tun Sie gegen Temelín!
Wir sprechen von Menschen! Wir sprechen von Langzeitfolgen! Wir sprechen von Folgen, die wir heute und jetzt nicht abschätzen können! (Abg. Parnigoni: Was tun Sie gegen Temelín!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Was tun Sie?
Was tun wir dagegen? – Das ist ganz klar und deutlich: Wir stellen uns auf die Füße und geben uns nicht zufrieden mit Verhandlungen, die nicht in unserem Sinn gelaufen sind, bei denen es keine Lösung gegeben hat! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Was tun Sie?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir bekennen uns klar und deutlich zu unserer Meinung. Wir haben den Mut, zu sagen, was wir wollen, und wir stehen dazu und wir treten auch dafür ein. Das, meine Damen und Herren von der Opposition, tun wir! Was aber haben Sie in 30 Jahren getan? – Nichts! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Helmut Kukacka (ÖVP): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Hohes Haus! Ich glaube, dass es in einigen wichtigen staatspolitischen Themen eine gemeinsame Grundhaltung von Opposition und Regierung geben sollte. Die Themen Temelín und Anti-Atompolitik sollten ein solches gemeinsames nationales Anliegen sein, sie sollten nicht für parteipolitische Profilierung missbraucht werden, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Moser: Aber geduldet!
Meine Damen und Herren! Die Volkspartei hat dieses Volksbegehren zwar nicht unterstützt (Abg. Dr. Moser: Aber geduldet!), allerdings hat sie respektiert, dass 15 Prozent der österreichischen Bevölkerung dieses Volksbegehren unterschrieben haben. Das ist ein Faktum! Das ist eine hohe Zahl, und das respektieren wir selbstverständlich auch. Und diesen Respekt vor diesem Volksbegehren und vor den Bürgern, die es unterschrieben haben, werden wir auch beweisen. Wir werden mit diesem Volksbegehren respektvoll umgehen.
Abg. Parnigoni: Wir verstehen das auch!
Meine Damen und Herren! Wir verstehen die Motive all jener, die dieses Volksbegehren unterschrieben haben (Abg. Parnigoni: Wir verstehen das auch!), auch wenn wir nicht alle diese Motive auch teilen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Da könnten Sie Solidarität walten lassen! Da könnten Sie einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der österreichischen Interessen leisten, anstatt nur simple Oppositionsrhetorik und parteipolitische Polemik abzuliefern! Das wäre ein Gebot der Stunde! Da könnten Sie sich für Österreich verdient machen, meine Damen und Herren von der Opposition! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Schweitzer: Das ist richtig!
Meine Damen und Herren! Österreich hat da sehr viel nachzuholen. (Abg. Mag. Schweitzer: Das ist richtig!) Ich bin froh, dass du mir da Recht gibst, Kollege Schweitzer. – Das Bedauerliche ist, dass bis heute keine bindende Klimastrategie auf dem Tisch liegt. Genau das ist das Problem! (Abg. Mag. Schweitzer: O ja! Aber ja!) Nein, nein! Es gibt keine beschlossene Klimastrategie, auch wenn du das vielleicht gerne hättest. Es obliegt ja der Regierung, da endlich etwas auszuarbeiten. (Abg. Mag. Schweitzer: Das Kyoto-Forum hat eine super Vorarbeit geleistet!)
Abg. Mag. Schweitzer: O ja! Aber ja!
Meine Damen und Herren! Österreich hat da sehr viel nachzuholen. (Abg. Mag. Schweitzer: Das ist richtig!) Ich bin froh, dass du mir da Recht gibst, Kollege Schweitzer. – Das Bedauerliche ist, dass bis heute keine bindende Klimastrategie auf dem Tisch liegt. Genau das ist das Problem! (Abg. Mag. Schweitzer: O ja! Aber ja!) Nein, nein! Es gibt keine beschlossene Klimastrategie, auch wenn du das vielleicht gerne hättest. Es obliegt ja der Regierung, da endlich etwas auszuarbeiten. (Abg. Mag. Schweitzer: Das Kyoto-Forum hat eine super Vorarbeit geleistet!)
Abg. Mag. Schweitzer: Das Kyoto-Forum hat eine super Vorarbeit geleistet!
Meine Damen und Herren! Österreich hat da sehr viel nachzuholen. (Abg. Mag. Schweitzer: Das ist richtig!) Ich bin froh, dass du mir da Recht gibst, Kollege Schweitzer. – Das Bedauerliche ist, dass bis heute keine bindende Klimastrategie auf dem Tisch liegt. Genau das ist das Problem! (Abg. Mag. Schweitzer: O ja! Aber ja!) Nein, nein! Es gibt keine beschlossene Klimastrategie, auch wenn du das vielleicht gerne hättest. Es obliegt ja der Regierung, da endlich etwas auszuarbeiten. (Abg. Mag. Schweitzer: Das Kyoto-Forum hat eine super Vorarbeit geleistet!)
Abg. Dr. Khol begibt sich zu seinem Sitzplatz.
Entschuldigen Sie, Herr Kollege Khol, vielleicht könnten Sie Ihr Gespräch später fortsetzen! (Abg. Dr. Khol begibt sich zu seinem Sitzplatz.) Danke.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wann wird es all diese Dinge geben, damit wir nach der Ratifizierung des Protokolls im Klimaschutzbereich glaubwürdig endlich wirklich einen positiven Schritt machen können? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Mag. Sima ist nicht im Saal.
Frau Kollegin Sima, diese Bundesregierung ... – Frau Kollegin Sima? (Abg. Mag. Sima ist nicht im Saal.) – Das kann es doch nicht geben! Herr Kollege Oberhaidinger, du hast bei mir so sehr kritisiert, dass ich in einer wichtigen Debatte kurzfristig den Raum verlassen habe; ich bin sofort wieder zurückgekehrt. Umso überraschter bin ich jetzt, dass ich die Kollegin Sima, die hier ihre Kritik ablädt und dann verschwindet, jetzt nicht mehr bei der Debatte finde! (Zwischenrufe der Abgeordneten Oberhaidinger und Dr. Glawischnig. )
Zwischenrufe der Abgeordneten Oberhaidinger und Dr. Glawischnig.
Frau Kollegin Sima, diese Bundesregierung ... – Frau Kollegin Sima? (Abg. Mag. Sima ist nicht im Saal.) – Das kann es doch nicht geben! Herr Kollege Oberhaidinger, du hast bei mir so sehr kritisiert, dass ich in einer wichtigen Debatte kurzfristig den Raum verlassen habe; ich bin sofort wieder zurückgekehrt. Umso überraschter bin ich jetzt, dass ich die Kollegin Sima, die hier ihre Kritik ablädt und dann verschwindet, jetzt nicht mehr bei der Debatte finde! (Zwischenrufe der Abgeordneten Oberhaidinger und Dr. Glawischnig. )
Abg. Dr. Glawischnig: Da hat der Finanzminister Grasser verhindert, dass es da eine Begünstigung gibt!
Ich wollte ihr gerade erklären, dass diese Bundesregierung im Bereich Raumwärme ganz deutliche Schwerpunkte gesetzt hat und auch weiterhin setzen wird. Die thermische Althaussanierung ist ein besonderes Anliegen dieser Bundesregierung. (Abg. Dr. Glawischnig: Da hat der Finanzminister Grasser verhindert, dass es da eine Begünstigung gibt!) Hier wird verstärkt auch auf den Einsatz erneuerbarer Energieträger Wert gelegt, hier wird auf den Ausbau der Fernwärmeversorgung Wert gelegt. Es passiert hier vieles, um diese Ziele zu erreichen; ich weiß, dass noch viel mehr notwendig ist. Wir haben uns bemüht, mit der Novellierung des ElWOGs im Bereich des Elektrizitätssektors einen Schritt weiterzukommen, und auch im Verkehrsbereich werden jetzt die ersten konkreten Maßnahmen gesetzt, zum Beispiel mit der Einführung einer Kilometermaut für den Schwerverkehr. All das war unter einer anderen Bundesregierung noch nicht möglich.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Das ist schon eine alte Walze! – Abg. Böhacker: Aber sie stimmt!
Diese Bundesregierung bemüht sich im Rahmen der Möglichkeiten schon sehr, das hoch gesteckte Ziel zu erreichen, wiewohl es relativ schwierig ist, weil wir in Form einer sehr hohen Staatsverschuldung eine Bürde übernommen haben, die mitzutragen ist, wenn es gilt, solch hoch gesteckte Ziele zu erreichen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Das ist schon eine alte Walze! – Abg. Böhacker: Aber sie stimmt!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Fallent.
Der zweite Punkt sind die förderungspolitischen Maßnahmen. Hier muss es eine Umschichtung zugunsten ökologischen Bauens und vor allem Sanierens im Althausbereich geben, das unseren Gewerbetreibenden zugute kommt. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Fallent. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Geschätzte Damen und Herren! Gemeinsam ist dieses ambitionierte Ziel, das wir heute im Zuge der Ratifizierung festlegen, erreichbar. Und ich bin überzeugt davon, unter der Führung unseres Bundesministers Willi Molterer schaffen wir das auch! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Auer: Das war bisher!
Das, was die österreichische Politik kennzeichnet, ist im Wesentlichen das Stecken von sehr ambitionierten Zielen auf der einen Seite, aber wenig sichtbare Erfolge auf der anderen Seite. Das kennzeichnet die österreichische Klimapolitik im Grunde seit zehn Jahren. (Abg. Auer: Das war bisher!) Es ist aufschlussreicher, sich Zahlen, Statistiken und Emissionsdaten anzuschauen, als im politischen Alltag Programme und Inhalte zu diskutieren. Die Zahlen, die im Moment auf dem Tisch liegen, halten, glaube ich, der österreichischen Klimapolitik einen sehr gnadenlosen Spiegel vor. Da kommen Worte vor wie "Steigerung" beziehungsweise "Stabilisierung auf hohem Niveau"; das Wort "Senkung" kommt in all diesen Statistiken in den letzten zehn Jahren kein einziges Mal vor.
Bundesminister Mag. Molterer: Landwirtschaft!
Österreich war so etwas wie die Speerspitze in der ... (Bundesminister Mag. Molterer: Landwirtschaft!) – Kollege Molterer sagt jetzt von der Regierungsbank aus: Landwirtschaft. – Das ist genau einer jener Bereiche, hinsichtlich deren ich sehr kritisch bin, was diese plötzliche Reduktion betrifft, wenn man sich auf der anderen Seite die Zunahme der Massentierhaltungen anschaut. Vielleicht kann man da die Datenbasis noch einmal überprüfen. (Abg. Auer: In Österreich von Massentierhaltung zu reden ist eine Träumerei!)
Abg. Auer: In Österreich von Massentierhaltung zu reden ist eine Träumerei!
Österreich war so etwas wie die Speerspitze in der ... (Bundesminister Mag. Molterer: Landwirtschaft!) – Kollege Molterer sagt jetzt von der Regierungsbank aus: Landwirtschaft. – Das ist genau einer jener Bereiche, hinsichtlich deren ich sehr kritisch bin, was diese plötzliche Reduktion betrifft, wenn man sich auf der anderen Seite die Zunahme der Massentierhaltungen anschaut. Vielleicht kann man da die Datenbasis noch einmal überprüfen. (Abg. Auer: In Österreich von Massentierhaltung zu reden ist eine Träumerei!)
Abg. Hornek: Es ist immer die Frage, von wo weg und von wo hinunter!
Noch dramatischer ist es, was die reinen CO2-Emissionen betrifft. Hier hat es EU-weit eine Senkung um 1,6 Prozent gegeben und bei uns eine Zunahme um 5,9 Prozent. (Abg. Hornek: Es ist immer die Frage, von wo weg und von wo hinunter!) Das bedeutet, dass wir vom ursprünglichen Reduktionsziel von minus 13 Prozent mittlerweile auf einem Zielwert von minus 19 Prozent angelangt sind. Ich glaube nicht, dass das eine sehr positive Bilanz ist.
Abg. Mag. Schweitzer: Ja?
Wenn Sie, Herr Kollege Schweitzer, jetzt die Althaussanierung ansprechen, dann muss ich Ihnen auch den Spiegel vorhalten (Abg. Mag. Schweitzer: Ja?): Wir haben gestern beim Konjunkturbelebungsgesetz eine steuerliche Begünstigung für Neubauten im Einkommensteuergesetz beschlossen, nicht aber für die Althaussanierung. Soviel ich weiß, ist das rein auf den Widerstand des Finanzministers Grasser – der meiner Meinung nach der ÖVP zuzurechnen ist (Abg. Hornek: Das ist neu! Aber das macht nichts! – Abg. Auer: Den nehmen wir!) – zurückzuführen. Ich finde es extrem schade, dass man sich immer in diesen verbalen Beteuerungen ergeht. Ich glaube, wir brauchen diese ständigen Schönredereien nicht. Mich interessieren wirklich nur die nackten Taten und die Maßnahmen, die dann auch wirklich gesetzt werden. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Hornek: Das ist neu! Aber das macht nichts! – Abg. Auer: Den nehmen wir!
Wenn Sie, Herr Kollege Schweitzer, jetzt die Althaussanierung ansprechen, dann muss ich Ihnen auch den Spiegel vorhalten (Abg. Mag. Schweitzer: Ja?): Wir haben gestern beim Konjunkturbelebungsgesetz eine steuerliche Begünstigung für Neubauten im Einkommensteuergesetz beschlossen, nicht aber für die Althaussanierung. Soviel ich weiß, ist das rein auf den Widerstand des Finanzministers Grasser – der meiner Meinung nach der ÖVP zuzurechnen ist (Abg. Hornek: Das ist neu! Aber das macht nichts! – Abg. Auer: Den nehmen wir!) – zurückzuführen. Ich finde es extrem schade, dass man sich immer in diesen verbalen Beteuerungen ergeht. Ich glaube, wir brauchen diese ständigen Schönredereien nicht. Mich interessieren wirklich nur die nackten Taten und die Maßnahmen, die dann auch wirklich gesetzt werden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie, Herr Kollege Schweitzer, jetzt die Althaussanierung ansprechen, dann muss ich Ihnen auch den Spiegel vorhalten (Abg. Mag. Schweitzer: Ja?): Wir haben gestern beim Konjunkturbelebungsgesetz eine steuerliche Begünstigung für Neubauten im Einkommensteuergesetz beschlossen, nicht aber für die Althaussanierung. Soviel ich weiß, ist das rein auf den Widerstand des Finanzministers Grasser – der meiner Meinung nach der ÖVP zuzurechnen ist (Abg. Hornek: Das ist neu! Aber das macht nichts! – Abg. Auer: Den nehmen wir!) – zurückzuführen. Ich finde es extrem schade, dass man sich immer in diesen verbalen Beteuerungen ergeht. Ich glaube, wir brauchen diese ständigen Schönredereien nicht. Mich interessieren wirklich nur die nackten Taten und die Maßnahmen, die dann auch wirklich gesetzt werden. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Schweitzer: Wieso ist jetzt der Grasser bei der ÖVP?
Warum hat man die Chance nicht ergriffen? Sie selbst reden immer von der integrierten Politik. Die integrierte Politik hört aber im Umweltausschuss auf! (Abg. Mag. Schweitzer: Wieso ist jetzt der Grasser bei der ÖVP?) – Finanzminister Grasser hat es verhindert, dass wir im Bereich Althaussanierung befristet für die nächsten zwei Jahre diese steuerliche Begünstigung einführen. Das hätte, zugegebenermaßen, einen Steuerausfall gebracht; aber wenn wir die Klimaziele nicht erreichen, dann haben wir auch ein Problem, dann wird uns das auch etwas kosten. Vielleicht können Sie diesbezüglich noch einmal mit ihm reden. Es wäre gut, wenn das noch in irgendeiner Weise repariert werden würde. (Abg. Hornek: Frau Kollegin, ich habe das klar gesagt!)
Abg. Hornek: Frau Kollegin, ich habe das klar gesagt!
Warum hat man die Chance nicht ergriffen? Sie selbst reden immer von der integrierten Politik. Die integrierte Politik hört aber im Umweltausschuss auf! (Abg. Mag. Schweitzer: Wieso ist jetzt der Grasser bei der ÖVP?) – Finanzminister Grasser hat es verhindert, dass wir im Bereich Althaussanierung befristet für die nächsten zwei Jahre diese steuerliche Begünstigung einführen. Das hätte, zugegebenermaßen, einen Steuerausfall gebracht; aber wenn wir die Klimaziele nicht erreichen, dann haben wir auch ein Problem, dann wird uns das auch etwas kosten. Vielleicht können Sie diesbezüglich noch einmal mit ihm reden. Es wäre gut, wenn das noch in irgendeiner Weise repariert werden würde. (Abg. Hornek: Frau Kollegin, ich habe das klar gesagt!)
Abg. Ing. Fallent: Aber Sie sitzen in Deutschland in der Regierung!
Den Finanzminister beeindrucken sichtlich diese Zahlen nicht, denn der Umweltminister steht immer noch mit leeren Händen da, und auf die Frage im Ausschuss: Wie sieht es mit der Finanzierung der Klimastrategie aus?, hat es bis jetzt eigentlich noch keine konkrete Antwort gegeben. (Abg. Ing. Fallent: Aber Sie sitzen in Deutschland in der Regierung!) – Ich habe Sie jetzt
Abg. Hornek: Aber emittieren ein Vielfaches von Österreich!
Die Deutschen haben ein recht gutes Klimaschutzprogramm und sind auch eines der wenigen EU-Länder, die gewaltige Emissionsreduktionen geschafft haben. (Abg. Hornek: Aber emittieren ein Vielfaches von Österreich!)
Beifall bei den Grünen.
Das war jetzt ein konstruktiver Beitrag. Ich denke, es war kein einziger Punkt dabei, von dem Sie von vornherein sagen können, dass er wirklich ein inhaltliches Problem darstellt. Im Wesentlichen baut dieser Entschließungsantrag auf dem verbalen Konsens auf, der seit Jahren herrscht. Ich hoffe daher und gehe davon aus, dass Sie diesem Antrag auch zustimmen werden. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es gibt auch einige Bereiche, wo Österreich federführend gewesen ist, und ich meine, dass wir stolz darauf sein können, dass wir etwa erreicht haben, dass die Nuklearenergie nicht auf die flexiblen Instrumente respektive auf die Zielerreichung angerechnet wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Hornegger und Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Wir sind vergangene Woche mit dem bayrischen Landwirtschaftsminister beisammen gesessen, der erklärt hat, dass 70 Prozent der Förderung, die Bayern für erneuerbare Energien gibt, nach Österreich fließen. Warum? – Weil es österreichische Kesselhersteller sind, die höchste Technologie anbieten – denken Sie nur an die Pellets-Technologie! –, und es daher einen echten Exportschlager gibt, der durch diese innovativen Unternehmen angeregt wird. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Hornegger und Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abschließend: Wenn wir Kyoto erfolgreich umsetzen wollen – und wir haben noch ein Stück Weg vor uns, und zwar ein hartes Stück Weg –, dann müssen wir uns dazu bekennen, dass es keinen einzigen Bereich der Politik gibt, wo es nicht einen Beitrag geben muss, der zur Zielerreichung von Kyoto einzufordern ist. Niemand kann sich davon ausnehmen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Auer: Auch der Georg wird ein Loblied auf den Minister anstimmen! – Abg. Oberhaidinger – auf dem Weg zum Rednerpult –: Vielleicht! – Abg. Dietachmayr: Keine zu hohen Erwartungen!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Oberhaidinger. – Bitte. (Abg. Auer: Auch der Georg wird ein Loblied auf den Minister anstimmen! – Abg. Oberhaidinger – auf dem Weg zum Rednerpult –: Vielleicht! – Abg. Dietachmayr: Keine zu hohen Erwartungen!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine Damen und Herren! Im Übrigen unterstützt meine Fraktion den Entschließungsantrag der Grünen, den wir inhaltlich für sehr gescheit halten. Wir werden ihn daher mit beschließen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Glawischnig: Was würden Sie denn vorschlagen, um Windkraft zu begünstigen? Was wäre denn Ihr Vorschlag?
Alles ist richtig. Wir sind hier gefordert, die Weichen in Richtung Nachhaltigkeit zu stellen. (Abg. Dr. Glawischnig: Was würden Sie denn vorschlagen, um Windkraft zu begünstigen? Was wäre denn Ihr Vorschlag?) – Einspeisegesetze, Einspeisetarife, Kostenwahrheit von Energieträgern. Das ist es auch, was wir uns wünschen, aber ich sage Ihnen eines: Sie alle wissen ganz genau, das geht nur im Einklang mit der Europäischen Union, mit unseren Mitbewerbern. (Abg. Dr. Glawischnig: Das stimmt überhaupt nicht! Wie kommen Sie darauf, dass wir die einzigen sind? Das gibt es auch in Deutschland und in anderen Staaten! Das ist überhaupt nicht wahr!) Wir müssen sicherstellen, dass wir auch in Österreich in der Lage sind, die Industrie und die Wirtschaft ausreichend wettbewerbsfähig zu erhalten. Aber das Ziel muss es sein, die österreichische Verpflichtung von minus 13 Prozent und europaweit minus 8 Prozent zu erreichen.
Abg. Dr. Glawischnig: Das stimmt überhaupt nicht! Wie kommen Sie darauf, dass wir die einzigen sind? Das gibt es auch in Deutschland und in anderen Staaten! Das ist überhaupt nicht wahr!
Alles ist richtig. Wir sind hier gefordert, die Weichen in Richtung Nachhaltigkeit zu stellen. (Abg. Dr. Glawischnig: Was würden Sie denn vorschlagen, um Windkraft zu begünstigen? Was wäre denn Ihr Vorschlag?) – Einspeisegesetze, Einspeisetarife, Kostenwahrheit von Energieträgern. Das ist es auch, was wir uns wünschen, aber ich sage Ihnen eines: Sie alle wissen ganz genau, das geht nur im Einklang mit der Europäischen Union, mit unseren Mitbewerbern. (Abg. Dr. Glawischnig: Das stimmt überhaupt nicht! Wie kommen Sie darauf, dass wir die einzigen sind? Das gibt es auch in Deutschland und in anderen Staaten! Das ist überhaupt nicht wahr!) Wir müssen sicherstellen, dass wir auch in Österreich in der Lage sind, die Industrie und die Wirtschaft ausreichend wettbewerbsfähig zu erhalten. Aber das Ziel muss es sein, die österreichische Verpflichtung von minus 13 Prozent und europaweit minus 8 Prozent zu erreichen.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Moser: Sehr pathetisch!
Ich gehe davon aus, dass wir ausreichend Zeit haben, unser Ziel zu erreichen, aber keine Zeit zu verlieren haben. Wenden wir unser Gesicht also der Sonne zu und lassen wir die Schatten eines fossilen Zeitalters hinter uns! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Moser: Sehr pathetisch!)
Abg. Dr. Glawischnig: Auch den Herrn Finanzminister!
Abgeordneter Matthias Ellmauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Klimaschutz geht uns alle an. (Abg. Dr. Glawischnig: Auch den Herrn Finanzminister!) Daher bin ich sehr froh darüber, dass es gelungen ist, bei der heutigen Ratifizierung des Klimaschutzprotokolls von Kyoto Einstimmigkeit zu erwirken. Danke schön, Frau Kollegin.
Abg. Dr. Glawischnig: Die Steine kommen aus dem Finanzministerium!
Der Schutz des globalen Klimas muss uns allen ein gemeinsames Anliegen sein, und wir dürfen uns dabei nicht von parteitaktischen Manövern leiten lassen und uns nicht, Frau Kollegin Glawischnig, gegenseitig Steine in den Weg legen. (Abg. Dr. Glawischnig: Die Steine kommen aus dem Finanzministerium!) Die Reduzierung des Treibhausgases, wie sie das Kyoto-Protokoll vorsieht, muss im Zusammenspiel aller Kräfte, der Politik, der Wirtschaft, der Landwirtschaft,
Abg. Dr. Glawischnig: Welche denn? Das stimmt doch nicht! Wer war denn eingebunden?
Wie Sie alle wissen, hat die Bundesregierung – hier insbesondere Umweltminister Molterer – schon konkrete Maßnahmen in einem Strategiepapier zusammengefasst, das bis spätestens Juni auch mit den Bundesländern akkordiert sein wird. Die umfassende österreichische Klimaschutzstrategie, bei deren Erstellung auch die Nichtregierungsorganisationen eingebunden waren und sind (Abg. Dr. Glawischnig: Welche denn? Das stimmt doch nicht! Wer war denn eingebunden?), ist der Beweis dafür, dass der Klimaschutz im besonderen Interesse der Regierung ist und dass das Engagement zur Reduktion der Treibhausgase im Konsens und nicht im Parteienhickhack verlaufen kann.
Abg. Dr. Glawischnig: Welche NGOs waren denn eingebunden?
Bund, Länder, Opposition, Wirtschaft und Umweltvereine sind aufgefordert, gemeinsam zu agieren und den positiven Schwung, den wir heute haben, zu nutzen und die notwendigen Klimastrategien umzusetzen (Abg. Dr. Glawischnig: Welche NGOs waren denn eingebunden?) – Sie wissen genau, dass Global 2000 und die anderen Vereine mitgearbeitet haben (Abg. Dr. Glawischnig: Das stimmt ja nicht! Das stimmt nicht!) –, denn der Klimawandel ist die größte umweltpolitische Herausforderung dieser Zeit. Umso wichtiger ist es, umfassende Strategien zu entwickeln und umzusetzen, die zu einer echten, spürbaren Reduktion der Treibhausgase führen.
Abg. Dr. Glawischnig: Das stimmt ja nicht! Das stimmt nicht!
Bund, Länder, Opposition, Wirtschaft und Umweltvereine sind aufgefordert, gemeinsam zu agieren und den positiven Schwung, den wir heute haben, zu nutzen und die notwendigen Klimastrategien umzusetzen (Abg. Dr. Glawischnig: Welche NGOs waren denn eingebunden?) – Sie wissen genau, dass Global 2000 und die anderen Vereine mitgearbeitet haben (Abg. Dr. Glawischnig: Das stimmt ja nicht! Das stimmt nicht!) –, denn der Klimawandel ist die größte umweltpolitische Herausforderung dieser Zeit. Umso wichtiger ist es, umfassende Strategien zu entwickeln und umzusetzen, die zu einer echten, spürbaren Reduktion der Treibhausgase führen.
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Glawischnig, Dr. Moser und Dr. Partik-Pablé.
Wichtigster Verhandlungspunkt der Gespräche zwischen Bund und Ländern ist momentan noch die Förderung für die thermische Althaussanierung, eine Maßnahme, bei der Oberösterreich eine eindeutige Vorreiterrolle einnimmt. Immerhin geht es dabei um rund 290 Millionen € an Wohnbauförderungsmitteln, die für die thermische Althaussanierung umgeschichtet werden müssen. Um eine Verbesserung der Energieeffizienz zu erreichen, sind diese Maßnahmen jedoch dringend notwendig. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Glawischnig, Dr. Moser und Dr. Partik-Pablé. )
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es ist ein gutes Zeichen, dass zumindest in Österreich niemand daran zweifelt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig – in Richtung des Abg. Ellmauer –: Die NGOs waren nie eingebunden! – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung Grüne –: Mit Ihrer Art können Sie den Umweltanliegen wirklich keinen guten Dienst erweisen!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Moser. (Abg. Dr. Glawischnig – in Richtung des Abg. Ellmauer –: Die NGOs waren nie eingebunden! – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung Grüne –: Mit Ihrer Art können Sie den Umweltanliegen wirklich keinen guten Dienst erweisen!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Frau Moser, die Kollegin Glawischnig hört nicht einmal Ihnen zu!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Werte Kollegin Partik-Pablé, Pathos und der gewisse Schwung könnten einen großen gemeinsamen Erfolg bewirken, nämlich endlich in der Himmelpfortgasse Eingang zu finden, Herr Kollege Ellmauer. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Frau Moser, die Kollegin Glawischnig hört nicht einmal Ihnen zu!) Und dass dieses Pathos und dieser gemeinsame Schwung wirklich nur von der Mehrheit mit konkreten Aufträgen an die Himmelpfortgasse verbunden werden können, das liegt ganz eindeutig in Ihrer Hand. Tun Sie etwas, Herr Kollege Ellmauer! Gehen Sie mit unserem Antrag mit! Schauen wir, dass dieser gemeinsame Schwung etwas bewirkt, schauen wir, dass wir die Finanzierung bekommen, schauen wir, dass endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden! Ich bin ganz bei Ihnen. Ich möchte gerne an diesem gemeinsamen Schwungrad drehen. Gerne. (Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Oberhaidinger und Ellmauer. )
Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Oberhaidinger und Ellmauer.
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Werte Kollegin Partik-Pablé, Pathos und der gewisse Schwung könnten einen großen gemeinsamen Erfolg bewirken, nämlich endlich in der Himmelpfortgasse Eingang zu finden, Herr Kollege Ellmauer. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Frau Moser, die Kollegin Glawischnig hört nicht einmal Ihnen zu!) Und dass dieses Pathos und dieser gemeinsame Schwung wirklich nur von der Mehrheit mit konkreten Aufträgen an die Himmelpfortgasse verbunden werden können, das liegt ganz eindeutig in Ihrer Hand. Tun Sie etwas, Herr Kollege Ellmauer! Gehen Sie mit unserem Antrag mit! Schauen wir, dass dieser gemeinsame Schwung etwas bewirkt, schauen wir, dass wir die Finanzierung bekommen, schauen wir, dass endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden! Ich bin ganz bei Ihnen. Ich möchte gerne an diesem gemeinsamen Schwungrad drehen. Gerne. (Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Oberhaidinger und Ellmauer. )
Abg. Edlinger: Das glaube ich nicht! Das hat mit Verkehrssicherheit nichts zu tun, wenn jemand mit dem Fahrrad fährt!
Noch ein Aspekt: Sicher, jeder kann etwas dazu beitragen, und man kehre vor allem vor seiner eigenen Tür, aber ich möchte nicht wissen, wenn ich jetzt vor das Parlament trete, wie viele PKW von Ihnen dort geparkt worden sind. Und weil Sie die Verkehrspolitik angesprochen haben: Gerade von uns, von den so genannten Vertreterinnen und Vertretern des Volkes, wird immer wieder verlangt, dass wir Vorbilder sind. Warum steigen wir nicht auf öffentliche Verkehrsmittel um? Warum gibt es nicht wieder gewisse Jahreskarten, die von der Benützung des eigenen PKW ablenken? Warum verwenden wir nicht wieder das Fahrrad? Dann wäre auch mehr für die Verkehrssicherheit getan, wenn weniger Autos, noch dazu Großhubraumautos, unterwegs wären. (Abg. Edlinger: Das glaube ich nicht! Das hat mit Verkehrssicherheit nichts zu tun, wenn jemand mit dem Fahrrad fährt!) Das nur als kleines Detail. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Kräuter: Ich bin mit dem Zug gekommen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Kräuter: Ich bin mit dem Zug gekommen!
Noch ein Aspekt: Sicher, jeder kann etwas dazu beitragen, und man kehre vor allem vor seiner eigenen Tür, aber ich möchte nicht wissen, wenn ich jetzt vor das Parlament trete, wie viele PKW von Ihnen dort geparkt worden sind. Und weil Sie die Verkehrspolitik angesprochen haben: Gerade von uns, von den so genannten Vertreterinnen und Vertretern des Volkes, wird immer wieder verlangt, dass wir Vorbilder sind. Warum steigen wir nicht auf öffentliche Verkehrsmittel um? Warum gibt es nicht wieder gewisse Jahreskarten, die von der Benützung des eigenen PKW ablenken? Warum verwenden wir nicht wieder das Fahrrad? Dann wäre auch mehr für die Verkehrssicherheit getan, wenn weniger Autos, noch dazu Großhubraumautos, unterwegs wären. (Abg. Edlinger: Das glaube ich nicht! Das hat mit Verkehrssicherheit nichts zu tun, wenn jemand mit dem Fahrrad fährt!) Das nur als kleines Detail. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Kräuter: Ich bin mit dem Zug gekommen!)
Beifall bei den Grünen.
Es gibt die Pendlerpauschale als gewissen Ausgleich zwischen denjenigen, die auf dem Land wohnen, und denjenigen, die in der Stadt wohnen. Aber jene, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihrem Arbeitsplatz gelangen, bekommen durch die Pendlerpauschale in Summe weniger als jene, die über die Kilometergeldabrechnung womöglich noch ein Zusatzeinkommen haben. Da gehört einmal ein Gleichgewicht hergestellt und da gehört vor allem auch Klimaschutzpolitik betrieben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Hornek kehrt wieder um und hält sich lauschend die Hand ans Ohr
Kollege Hornek, der leider gerade den Saal verlässt (Abg. Hornek kehrt wieder um und hält sich lauschend die Hand ans Ohr), hat sehr richtig darauf hingewiesen, dass neben dem Verkehr der zweite Hauptbereich von effizienten Maßnahmen, die wirklich Einsparungseffekte haben, der Althaussanierungsbereich ist. Dazu haben wir gerade in den Ländern die Möglichkeit über die Wohnbaugelder. Konsens reihum, das Problem ist nur, dass die Wohnbaugelder meistens in den Neubau fließen und nur ansatzweise – in Oberösterreich etwa, aber bitte das war eine grüne Initiative von meinem Klubobmann – auch in die Althaussanierung. (Abg. Hornek: Die ÖVP war dabei! – Abg. Oberhaidinger: Das war der Wohnbaureferent der SPÖ!) Aber diese Umpolung, Herr Minister, die Sie angesprochen haben, die sich durch Ihr Verhandlungspaket mit Landesrat Sobotka abzeichnet, brauchen wir äußerst dringend. Und vor allem: Die hätten wir schon machen können.
Abg. Hornek: Die ÖVP war dabei! – Abg. Oberhaidinger: Das war der Wohnbaureferent der SPÖ!
Kollege Hornek, der leider gerade den Saal verlässt (Abg. Hornek kehrt wieder um und hält sich lauschend die Hand ans Ohr), hat sehr richtig darauf hingewiesen, dass neben dem Verkehr der zweite Hauptbereich von effizienten Maßnahmen, die wirklich Einsparungseffekte haben, der Althaussanierungsbereich ist. Dazu haben wir gerade in den Ländern die Möglichkeit über die Wohnbaugelder. Konsens reihum, das Problem ist nur, dass die Wohnbaugelder meistens in den Neubau fließen und nur ansatzweise – in Oberösterreich etwa, aber bitte das war eine grüne Initiative von meinem Klubobmann – auch in die Althaussanierung. (Abg. Hornek: Die ÖVP war dabei! – Abg. Oberhaidinger: Das war der Wohnbaureferent der SPÖ!) Aber diese Umpolung, Herr Minister, die Sie angesprochen haben, die sich durch Ihr Verhandlungspaket mit Landesrat Sobotka abzeichnet, brauchen wir äußerst dringend. Und vor allem: Die hätten wir schon machen können.
Präsident Dr. Fischer übernimmt wieder den Vorsitz.
Sie könnten drittens vor allem Einsparungen bei Energieimporten und damit budgetpolitische und leistungsbilanzmäßige Effekte erzielen. Ebenfalls ein All-winner-Projekt. (Präsident Dr. Fischer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Bitte nehmen Sie das endlich wahr und schauen Sie, dass diese Verhandlungen endlich in die Finalisierungsrunde kommen, und die Finalisierungsrunde heißt Finanzen! Ohne Finanzen brauchen wir gar nicht über den Klimaschutz zu reden. Das nächste Mal möchte ich konkrete Zahlen aus der Himmelpfortgasse. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Glawischnig.
Wir von der sozialdemokratischen Fraktion sprechen uns zur Sicherung unseres Lebensraumes Erde klar für die Ratifizierung des vorliegenden Kyoto-Protokolls aus. Wir tragen nämlich Verantwortung für unsere Nachkommen, für unsere Kinder, Enkel und Urenkel. Auch sie haben ein Recht darauf, in einem schönen Land und in einer gesunden Umwelt zu leben. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Glawischnig. )
Abg. Dr. Glawischnig: Wissen Sie, wer alle Wahlen gewonnen hat seit 1999?
Abgeordneter Robert Wenitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich verstehe natürlich die Nervosität bei den Grünen. Der Temelín-Zug ist ohne sie abgefahren. Die Wähler wissen, was sie von den Grünen in Zukunft zu halten haben. (Abg. Dr. Glawischnig: Wissen Sie, wer alle Wahlen gewonnen hat seit 1999?) Beispiel Deutschland: Ihr Joschka Fischer ist in der Atompolitik mit "gutem" Beispiel für die österreichischen Grünen vorausgegangen. (Abg. Dr. Glawischnig: Wissen Sie, wer alle Wahlen verloren hat seit 1999?) Ihre Nervosität ist mir bewusst, und ich kann sie auch verstehen. (Abg. Dr. Glawischnig: Sie haben eine reduzierte Wahrnehmung!)
Abg. Dr. Glawischnig: Wissen Sie, wer alle Wahlen verloren hat seit 1999?
Abgeordneter Robert Wenitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich verstehe natürlich die Nervosität bei den Grünen. Der Temelín-Zug ist ohne sie abgefahren. Die Wähler wissen, was sie von den Grünen in Zukunft zu halten haben. (Abg. Dr. Glawischnig: Wissen Sie, wer alle Wahlen gewonnen hat seit 1999?) Beispiel Deutschland: Ihr Joschka Fischer ist in der Atompolitik mit "gutem" Beispiel für die österreichischen Grünen vorausgegangen. (Abg. Dr. Glawischnig: Wissen Sie, wer alle Wahlen verloren hat seit 1999?) Ihre Nervosität ist mir bewusst, und ich kann sie auch verstehen. (Abg. Dr. Glawischnig: Sie haben eine reduzierte Wahrnehmung!)
Abg. Dr. Glawischnig: Sie haben eine reduzierte Wahrnehmung!
Abgeordneter Robert Wenitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich verstehe natürlich die Nervosität bei den Grünen. Der Temelín-Zug ist ohne sie abgefahren. Die Wähler wissen, was sie von den Grünen in Zukunft zu halten haben. (Abg. Dr. Glawischnig: Wissen Sie, wer alle Wahlen gewonnen hat seit 1999?) Beispiel Deutschland: Ihr Joschka Fischer ist in der Atompolitik mit "gutem" Beispiel für die österreichischen Grünen vorausgegangen. (Abg. Dr. Glawischnig: Wissen Sie, wer alle Wahlen verloren hat seit 1999?) Ihre Nervosität ist mir bewusst, und ich kann sie auch verstehen. (Abg. Dr. Glawischnig: Sie haben eine reduzierte Wahrnehmung!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Exportsubventionen abschaffen! In der Landwirtschaft!
Meine Damen und Herren! Wir brauchen im Güterverkehr einen Kreisverkehr mit Mautstellen statt eines Kreisverkehrs mit Förderstellen. Herr Minister, es ist wirklich unsinnig, dasselbe Produkt von einem Land ins andere zu karren und in jedem Land Förderbeträge und Gelder zu kassieren. Meine sehr geehrten Damen und Herren, dem gehört Einhalt geboten! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Exportsubventionen abschaffen! In der Landwirtschaft!) Ich glaube, es sind wirklich alle Kräfte in diesem Haus dazu aufgefordert. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir brauchen im Güterverkehr einen Kreisverkehr mit Mautstellen statt eines Kreisverkehrs mit Förderstellen. Herr Minister, es ist wirklich unsinnig, dasselbe Produkt von einem Land ins andere zu karren und in jedem Land Förderbeträge und Gelder zu kassieren. Meine sehr geehrten Damen und Herren, dem gehört Einhalt geboten! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Exportsubventionen abschaffen! In der Landwirtschaft!) Ich glaube, es sind wirklich alle Kräfte in diesem Haus dazu aufgefordert. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wichtig ist es auch, dass es Abfallsammelstellen gibt, dass die Menschen beim Hausbauen nicht vor dem Haus Styropor verbrennen müssen, sondern dass das gesammelt wird. Das sind zwar punktuelle Dinge, das sind Kleinigkeiten, aber das ist angewandter Klimaschutz. Darauf sollten wir uns verständigen. – Herzlichen Dank, Herr Bundesminister! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Auch wenn es in Kanada war!
Abgeordneter Dr. Michael Krüger (Freiheitliche): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin für auswärtige Angelegenheiten! Meine Damen und Herren! Das österreichische Strafrecht ist dem Universalitätsprinzip verpflichtet. Das bedeutet, dass die Republik Österreich gegen jeden, der die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt und eine strafbare Handlung begeht, auch einen Strafanspruch erhebt. Dabei ist es vollkommen einerlei, ob die verdächtige Handlung in Österreich oder im Ausland begangen wurde. Wenn etwa – um ein Beispiel zu nennen – ein österreichischer Staatsbürger in Alaska ein Verbrechen begeht, dort eines Verbrechens verdächtig ist, wird die Republik Österreich, obwohl der Tatort nicht in Österreich war, sondern in diesem Fall in den Vereinigten Staaten von Amerika, einen Strafanspruch erheben, sich um eine Auslieferung bemühen und dergleichen mehr. (Abg. Parnigoni: Auch wenn es in Kanada war!)
Abg. Parnigoni: Wo ist da die Dringlichkeit?
Wenn österreichische Staatsbürger im Zuge von friedensstiftenden und -erhaltenden Operationen im Ausland verdächtig sind, strafbare Handlungen begangen zu haben, so ist zu differenzieren. Wenn es sich um Soldaten handelt, gilt ein entsprechendes Abkommen, ein Statut, das diese Soldaten unter völlige Immunität stellt. Das heißt mit anderen Worten: Egal, ob sie dort die verdächtige strafbare Handlung in Ausübung ihres Berufes oder in der Freizeit verüben, stehen sie uneingeschränkt unter der Immunität, und die Republik Österreich könnte bei einem derartigen Auslandsaufenthalt die Repatriierung fordern, die Ausreise nach Österreich – und nicht die Auslieferung, weil für die fremde Macht nicht einmal die Möglichkeit besteht, in diesem Fall eine Verhaftung vorzunehmen. Es ist dies ein sehr wichtiges und nützliches Privileg, das die Soldaten genießen. Ich bin davon überzeugt, dass es ohne dieses Privileg in den letzten 20, 30 Jahren nicht in diesem Umfang zu friedenserhaltenden Operationen gekommen wäre. (Abg. Parnigoni: Wo ist da die Dringlichkeit?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Kollege Parnigoni! Sie haben den Zwischenruf gemacht: Wo liegt die Dringlichkeit? – Ich kann Ihnen sagen, worin die Dringlichkeit liegt: Es muss das Interesse der Republik Österreich sein, nicht nur für unsere Soldaten im Ausland zu sorgen, sondern auch für diejenigen, die nicht Soldaten sind, wie etwa Polizisten und Lehrer. Genau das ist die Dringlichkeit! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich darf darauf hinweisen, dass die Republik Österreich innerhalb aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union an zweiter Stelle steht, was die Menge der Auslandseinsätze im Rahmen der friedenserhaltenden Operationen betrifft. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Ich glaube, im Sinne aller zu sprechen, wenn ich davon ausgehe, dass es selbstverständlich auch in Zukunft so sein soll, dass die Republik Österreich durch Entsendung von Soldaten, von Polizeikräften, aber auch von zivilen Kräften im Sinne der Friedenserhaltung in Europa und auf der ganzen Welt tätig sein soll. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Die Differenzierung, die ich vorgenommen habe, ist bisher weitgehend unbeachtet geblieben. Es bedurfte eines konkreten Anlassfalles, um diese Ungleichbehandlung aufzudecken und gleichzeitig einen legistischen Bedarf zu belegen. Es hat sich ein Vorfall ereignet, dessen sich die Opposition bemächtigt hat, um daraus politisches Kleingeld zu schlagen. Aber ich glaube, dass das jämmerlich in sich zusammengebrochen ist, und das wäre nicht das erste Mal. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich nehme an, dass es Konsens in diesem Haus ist, dass für diese Person selbstverständlich die Unschuldsvermutung zu gelten hat. Dass ich das überhaupt betonen muss, führe ich darauf zurück, dass das etwa in der Debatte im Bundesrat nicht selbstverständlich war. Dort hat es tatsächlich einen protokollierten Zwischenruf einer Kollegin von den Sozialdemokraten gegeben, die gesagt hat: "Er hat sich ja etwas zuschulden kommen lassen." – Deshalb erlaube ich mir hier an die Adresse der Sozialdemokratie die selbstverständliche Feststellung, dass die Unschuldsvermutung auch von Seiten der Sozialdemokratie zu gelten hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das unterstellen Sie!
Damit, dass ich diese Selbstverständlichkeit in Richtung Grüne betone, hat es aber eine ganz andere Bewandtnis. Die grüne Fraktion hat traditionell ein sehr divergierendes Verhältnis zur Unschuldsvermutung. Wenn es um eine ganz bestimmte Klientel geht – etwa um die Horden, die sich vor dem Opernball alljährlich vor der Oper aufstellen und dort mit Pflastersteinen und dergleichen werfen (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das unterstellen Sie!), oder etwa um die "berühmten" Donnerstags-Demonstranten, die in der Anfangsphase der Bildung dieser Regierung Straßenschlachten geliefert haben –, dann sind alle vollkommen unschuldig. (Abg. Dr. Kräuter: Wann kommen Sie endlich zur Haider-Reise?)
Abg. Dr. Kräuter: Wann kommen Sie endlich zur Haider-Reise?
Damit, dass ich diese Selbstverständlichkeit in Richtung Grüne betone, hat es aber eine ganz andere Bewandtnis. Die grüne Fraktion hat traditionell ein sehr divergierendes Verhältnis zur Unschuldsvermutung. Wenn es um eine ganz bestimmte Klientel geht – etwa um die Horden, die sich vor dem Opernball alljährlich vor der Oper aufstellen und dort mit Pflastersteinen und dergleichen werfen (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das unterstellen Sie!), oder etwa um die "berühmten" Donnerstags-Demonstranten, die in der Anfangsphase der Bildung dieser Regierung Straßenschlachten geliefert haben –, dann sind alle vollkommen unschuldig. (Abg. Dr. Kräuter: Wann kommen Sie endlich zur Haider-Reise?)
Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.
Meine Damen und Herren! Ich denke daher, Sie haben eine sehr differenzierte Ansicht von der Unschuldsvermutung. Aber dann natürlich, wenn es um Polizisten geht, wenn es um jemanden geht, der eine Uniform anhat, ob das ein Soldat oder ein Polizist ist, gilt die Unschuldsvermutung nicht. Ich möchte fast sagen, da gilt aus Ihrer Sicht die Schuldvermutung. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter. ) – Was regt sich die SPÖ darüber auf? Von Ihrer Seite gilt ja, wie ich schon
Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen wollen ja die Polizei entwaffnen!
Doch für die Grünen gilt hier: Wenn jemand eine Uniform anhat, wenn jemand ein Polizist ist, dann gilt einmal die Schuldvermutung. Das ist eben so: Der Polizist und die Uniform sind Ausdruck eines obrigkeitlichen Verhaltens, und da gilt die Schuldvermutung. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Grünen wollen ja die Polizei entwaffnen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich darf darauf verweisen, dass Sie mittlerweile – und ich nehme an, das ist auch der Grund dafür, dass Sie in letzter Zeit von völlig absurden Rücktrittsaufforderungen abgegangen sind – genau wissen, worum es gegangen ist. Dank des beherzten Einsatzes der Frau Bundesminister, dank des beherzten Einsatzes der österreichischen Diplomatie ist es gelungen, die sofortige Repatriierung dieses Polizisten herbeizuführen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Das ist völlig ...!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn es Schule machen sollte, dass ein österreichischer Polizist im Ausland, der friedenserhaltende Maßnahmen durchführen soll, dort schutzlos einem Regime und einer Gerichtsbarkeit, die wir nicht kennen und zu der wir meiner Ansicht nach mit Recht in einem eher kritischen Verhältnis stehen, ausgeliefert ist, dann kann ich Ihnen garantieren, dass sich niemand mehr in der Exekutive finden wird, der mittut! (Abg. Dr. Jarolim: Das ist völlig ...!)
Abg. Gaál: Nicht mehrheitlich!
Herr Kollege Jarolim, ich sage dir, es wäre eine Selbstverständlichkeit gewesen, dass die Gewerkschaft öffentlicher Dienst, die auch der SPÖ zumindest zum Teil nahe steht (Abg. Gaál: Nicht mehrheitlich!), in einem Rundschreiben sofort dringend von weiteren Einsätzen abgeraten hätte. Daher bin ich sehr froh, dass da auch Klartext gesprochen wurde. Gerade an der Diplomatensprache kritisieren wir bisweilen nicht ganz präzise und konkrete Formulierungen,
Heiterkeit bei den Freiheitlichen
Ich bin aber auch froh darüber, dass jetzt die SPÖ offensichtlich wieder zurückkehrt, da auch Herr Abgeordneter Schieder, der hoch angesehene und wirklich sehr geschätzte außenpolitische Sprecher der SPÖ, gesagt hat (Heiterkeit bei den Freiheitlichen) – ich hoffe, ich habe jetzt Ihre weitere Karriere nicht behindert; ich glaube aber nicht –, eigentlich habe die Frau Bundesministerin vollkommen richtig gehandelt, als sie diesen Staatsbürger zurückgeholt hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich bin aber auch froh darüber, dass jetzt die SPÖ offensichtlich wieder zurückkehrt, da auch Herr Abgeordneter Schieder, der hoch angesehene und wirklich sehr geschätzte außenpolitische Sprecher der SPÖ, gesagt hat (Heiterkeit bei den Freiheitlichen) – ich hoffe, ich habe jetzt Ihre weitere Karriere nicht behindert; ich glaube aber nicht –, eigentlich habe die Frau Bundesministerin vollkommen richtig gehandelt, als sie diesen Staatsbürger zurückgeholt hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das haben Sie, glaube ich, gesagt, Herr Abgeordneter Schieder! Ich danke Ihnen für diese Klarstellung. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Was den Fall dieses UNMIK-Polizisten betrifft, so muss man realistisch sein. Es wird kaum möglich sein, kurzfristig eine formelle Änderung der derzeit bestehenden Regelungen über den rechtlichen Status, die Privilegien und Immunitäten von KFOR- und UNMIK-Angehörigen im Kosovo zu erreichen, da, wie Sie wissen, diese Regelungen auf der Sicherheitsratsresolution 1244/99 beruhen. In diesem Fall wurden jedoch bei der unrechtmäßigen Festnahme des UNMIK-Polizisten Martin A. nicht einmal die bestehenden Immunitätsregeln von den örtlichen UNMIK-Behörden eingehalten. Ich habe das bereits ausgeführt. Ich habe aus diesem Grund die österreichische Vertretung in New York angewiesen, die Vereinten Nationen mit Nachdruck auf diese unrechtmäßige Vorgangsweise der örtlichen UNMIK-Behörden gegenüber dem Immunität genießenden österreichischen Beamten hinzuweisen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Schließlich hat Österreich eine Evaluierung des unterschiedlichen rechtlichen Status von militärischen und Zivilpersonen bei friedenserhaltenden Operationen der Vereinten Nationen vorgeschlagen. Wir werden uns in diesem Zusammenhang ganz besonders dafür einsetzen, dass die Rolle des Entsendestaates im Falle des Immunitätsverzichts gestärkt wird. Das heißt, dass anders als im Fall des Martin A. ein Immunitätsverzicht durch den Generalsekretär der Vereinten Nationen nur nach vorheriger Zustimmung oder zumindest Konsultation des Entsendestaates erfolgen kann. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bei zukünftigen Friedensmissionen wird es mir daher ein ganz besonderes Anliegen sein, gemeinsam mit unseren Partnern in der Europäischen Union dafür einzutreten, dass der rechtliche Status von Zivilpersonen und Polizisten aus den EU-Staaten im Rahmen von internationalen UN-Einsätzen in einem gemeinsamen Abkommen der EU-Staaten mit den Vereinten Nationen geregelt wird. Einem solchen Abkommen wird im Zusammenhang mit zukünftigen internationalen Einsätzen vor allem der derzeit gerade im Aufbau befindlichen zivilen EU-Polizeitruppe – das sind immerhin große Truppen – eine ganz besondere Bedeutung zukommen, denn eine solche Regelung und ein hinreichender rechtlicher Schutz sind ganz wesentlich dafür – und das wurde ja auch im Brief, den Dr. Pfanzelter geschrieben hat, zum Ausdruck gebracht –, dass sich in Zukunft Österreicherinnen und Österreicher überhaupt noch freiwillig für solche Einsätze melden. Das ist die Grundlage für die vielfach von den Vereinten Nationen anerkannten und gelobten österreichischen Einsätze in Friedensoperationen, für die dem UNO-Generalsekretär vor nicht langer Zeit der Friedensnobelpreis verliehen wurde, in den wir natürlich alle mit eingeschlossen sind. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ein UN-Vertreter, der die österreichische Vertretung in diesem Zusammenhang auf österreichische Pressemeldungen, dass nämlich angeblich die UNO die österreichischen Beiträge zum Peace-keeping nicht schätzen würden, angesprochen hat, hat in einer offiziellen Stellungnahme klar gesagt, und es handelte sich wirklich um einen hochrangigen UN-Vertreter, dass er sich noch einmal auf die Äußerungen des UNO-Generalsekretärs gegenüber Bundesminister Scheibner beziehe, der ja gerade in New York gewesen sei, bei welcher Gelegenheit der Generalsekretär Österreich gegenüber die allerhöchste Wertschätzung für sein langjähriges Engagement im Peace-keeping versichert und die Hoffnung ausgedrückt hat, dass Österreich dies in Zukunft fortsetzen werde. Das heißt, von offizieller Seite ist ganz klar nur höchste Wertschätzung ausgedrückt worden. Das ist übrigens auch etwas, das ich nach meinem Telefonat mit dem Generalsekretär vom 2. März 2002 selbst bestätigen kann. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich war von Anfang an dafür, und das ist auch weiterhin mein Bestreben, dass wir zu einer Lösung kommen, die selbstverständlich beiden Seiten als angemessen erscheint und die dem entspricht, was wir bereits so lange, nämlich seit 40 Einsatzjahren, geleistet haben. Daher werde ich mich weiterhin unbeirrt für österreichische Interessen einsetzen. Und in diesem Sinne sehe ich die Unterstützung durch den heutigen Dringlichen Antrag als sehr dankenswert. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Frieden stiften, Frieden schützen, Menschenrechte wahren, das gehört zu den nobelsten Aufgaben der österreichischen Außenpolitik. Dieses ganze Hohe Haus steht hinter diesen Aufgaben – wir begrüßen das! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Und was ist das für ein Umgang?
Kosovarische Behörden sind nicht an diese Konventionen gebunden. Das sind Gebiete, die eine völlig andere Justiztradition haben. Ich selbst habe dort einmal im Rahmen meiner früheren internationalen Tätigkeit Gefängnisse besucht, und ich denke daher, jeder, auch Kollege Schieder – auch er hat große internationale Erfahrung –, weiß ganz genau, worum es geht. Ich erwarte daher heute, dass das gesamte Hohe Haus diesen Dringlichen Antrag unterstützt, womit wir unserer Außenministerin den Auftrag erteilen, diesen Schutz für Sicherheitswachebeamte, für Lehrerinnen und Lehrer, für Ärzte, Krankenschwestern und medizinisch-technische Assistenten so auszugestalten, dass wir weiterhin sagen können: Wir stehen hinter diesen Menschen, wir schützen diese Menschen! Ich erwarte also auch Ihre Zustimmung, meine Damen und Herren von der Opposition! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Und was ist das für ein Umgang?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Parnigoni! Wir bitten Sie um Ihre Unterstützung, wenn Sie darauf gewartet haben. – Ich meine aber, dass ich mich vor Ihnen nicht zu verneigen brauche, wenn es darum geht, österreichische Polizisten, österreichische Lehrer und österreichische Ärzte zu schützen. Das ist wohl für jeden hier Verpflichtung! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir brauchen diese Freiwilligen! Freiwillige melden sich nur, wenn wir sie auch schützen. Und daher bitten wir Sie, Frau Bundesministerin, im Rahmen der UNO dafür zu sorgen, dass diesen Menschen eine entsprechende Rechtsstellung garantiert wird, und wir bitten Sie, das auch in der Europäischen Union, die ja auch derartige Aufgaben übernimmt, anzuschneiden. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Wir wissen das Ganze bei Ihnen in guten Händen. Wir wissen, dass es Ihnen die österreichische Öffentlichkeit danken wird, denn wir schauen auf unsere Leute. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Peter Schieder (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ja, es stimmt, ich halte es und wir halten es für richtig, dass in einem solchen Fall eine Heimholung erfolgt und dass auch in ähnlichen Fällen schon Heimholungen erfolgt sind. Nicht die Tatsache, dass die Heimholung erfolgte, wird kritisiert, denn das ist richtig, dass das geschieht, sondern wie sie erfolgte. Die Begleitumstände, die öffentliche Darstellung, die Argumentation waren das Problematische, waren unprofessionell und haben unserem Land nicht geholfen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Da Abänderungsanträge in dieser Debatte nicht möglich sind, werden wir einen Entschließungsantrag einbringen – meine Kollegen werden ihn dann einbringen –, der sich wörtlich an Ihren Punkt 1 ohne den Halbsatz, wörtlich an Ihren Punkt 2 und in veränderter Form an Punkt 3 hält. Und wenn es Ihnen wirklich so wichtig ist: Wir sind gerne bereit, das in dieser Form zu beschließen. Sie können diesem Antrag zustimmen, dann haben wir eine gemeinsame Haltung des Hauses, die Sie haben möchten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Cap: Schweres Versäumnis!
Also sprechen Sie nicht davon, dass Sie jetzt rasch handeln werden, denn Sie hätten in den vergangenen Jahren rasch handeln sollen, dann wäre uns wahrscheinlich manches erspart geblieben! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Cap: Schweres Versäumnis!)
Abg. Dr. Cap: So ist es!
Kennen Sie das nicht? Haben Sie sich die Berichte nicht geholt? Warum nicht? Oder haben Sie sie und zeigen sie bloß der Opposition nicht? – Dann ist das aber, bitte, auch nicht in Ordnung. (Abg. Dr. Cap: So ist es!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Nach diesem Gesetz könnten Sie wissen, was die Vorgesetzten sagen, und hätten uns alle schon informieren können. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Man spricht vom breiten Konsens in der Außenpolitik, aber: Sie informieren uns nicht, Sie sagen uns nichts, Sie rühren sich nicht. Sie wollen, dass wir gemeinsam vorgehen, versuchen aber nicht einmal, uns zu informieren. Wenn Sie die Außenpolitik allein haben wollen, dann gehören auch die Fehler und Pannen Ihnen ganz allein! (Anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Cap: Die Dringliche ist ja jetzt schon daneben! So früh war sie noch nie daneben!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Der nächste Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Ofner. Die Uhr ist wunschgemäß auf 8 Minuten gestellt. – Bitte. (Abg. Dr. Cap: Die Dringliche ist ja jetzt schon daneben! So früh war sie noch nie daneben!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Da du, Peter, die Frage nach dem Wie des Geschehens aufgeworfen hast – du sagst: Grundsätzlich kann man sagen, okay, aber wie ist das geschehen? –, muss ich dazu erwähnen: Die, die sich vor Ort betroffen sehen, sagen, dass es schnell und konsequent erfolgt ist – und das war das einzig Richtige, bevor etwas passiert. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Aber es gibt nicht nur die Soldaten, die durch eine komplette Immunität sehr geschützt sind, sondern es gibt auch andere – das ist schon ausgeführt worden. Es geht konkret um einen Polizisten. Diesem Polizisten soll im Rahmen eines Verhörs die Hand ausgekommen sein. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Er selbst verantwortet sich anders, er sagt, der Festgenommene sei ein Gewalttäter gewesen und er habe sich bemüht, ihn sich vom Leib zu halten. – Beides ist möglich. Ich will aus der Praxis eines alten Strafverteidigers gar nicht von vornherein sagen, wer da Recht haben wird und wer nicht, aber die Mentalität der Leute ist da und dort nicht wirklich vergleichbar. Ich möchte aber ganz bewusst davon absehen, von vornherein Schuldzuweisungen vorzunehmen.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Aber man müsste es sonst zunächst einmal auf das Militär beschränken und andere Freiwilligen-Meldungen, wenn es sie geben sollte, nicht entgegennehmen und die zivilen Missionen abbrechen. Es wäre schade, aber man müsste so vorgehen, wenn man sich, so sehe ich es, verantwortungsbewusst verhält. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Ofner: Herr Kollege Pilz! Bei allem Respekt!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine Damen und Herren! In seinem kurzen Bericht von Eindrücken vor Ort hat mein Vorredner den Tatbestand geschildert und ihn so umschrieben: Da sei einem Angehörigen der österreichischen Exekutive "die Hand ausgekommen". – Ich hoffe, dass nicht öfter in dieser Art und Weise "die Hand auskommt". (Abg. Dr. Ofner: Herr Kollege Pilz! Bei allem Respekt!) Herr Dr. Ofner, so geht es mit Sicherheit nicht! (Abg. Dr. Khol: So, wie Sie das sagen, geht es nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nicht gesagt! Sie verfälschen!)
Abg. Dr. Khol: So, wie Sie das sagen, geht es nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nicht gesagt! Sie verfälschen!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine Damen und Herren! In seinem kurzen Bericht von Eindrücken vor Ort hat mein Vorredner den Tatbestand geschildert und ihn so umschrieben: Da sei einem Angehörigen der österreichischen Exekutive "die Hand ausgekommen". – Ich hoffe, dass nicht öfter in dieser Art und Weise "die Hand auskommt". (Abg. Dr. Ofner: Herr Kollege Pilz! Bei allem Respekt!) Herr Dr. Ofner, so geht es mit Sicherheit nicht! (Abg. Dr. Khol: So, wie Sie das sagen, geht es nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nicht gesagt! Sie verfälschen!)
Abg. Hornek: Kennen Sie die Fakten?
Wenn der Verdacht besteht, dass jemand in einer unglaublichen Art und Weise erniedrigt und misshandelt worden ist, dann soll man das auch nicht im Plenum des österreichischen Nationalrates verharmlosen, sondern bei den Fakten bleiben. (Abg. Hornek: Kennen Sie die Fakten?) Es ist nichts bewiesen, hier handelt es sich um ein laufendes Verfahren. Es besteht kein Grund zur Vorverurteilung, aber es besteht auch kein Grund zur politischen und sachlichen Verharmlosung. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn der Verdacht besteht, dass jemand in einer unglaublichen Art und Weise erniedrigt und misshandelt worden ist, dann soll man das auch nicht im Plenum des österreichischen Nationalrates verharmlosen, sondern bei den Fakten bleiben. (Abg. Hornek: Kennen Sie die Fakten?) Es ist nichts bewiesen, hier handelt es sich um ein laufendes Verfahren. Es besteht kein Grund zur Vorverurteilung, aber es besteht auch kein Grund zur politischen und sachlichen Verharmlosung. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Großruck: Das ist der Unterschied!
Das wirkliche Problem liegt aber anderswo: Es haben alle Vorrednerinnen und Vorredner Recht, wenn sie sagen: Ja, da besteht Klärungsbedarf gegenüber den Vereinten Nationen, ja, da muss es klarere Regeln geben. Das steht außer Frage. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Regierungsparteien bereits die Lösung in einem Entschließungsantrag vorlegen können, das sollte zuerst einmal verhandelt werden, und hier sollten Standpunkte eingeholt werden. Aber okay, Sie wissen schon, wie es geht – wir noch nicht im Detail. (Abg. Großruck: Das ist der Unterschied!)
Abg. Mag. Mühlbachler: Nein, das stimmt ja nicht!
Wenn ein bevollmächtigter österreichischer Botschafter an die Führung der Vereinten Nationen schreibt: "Nach Informationen, die der österreichischen Bundesregierung vorliegen, liefern die Umstände, unter denen Herr A. festgenommen und inhaftiert wurde, sowie die erhobenen Vorwürfe ernsthaften Anlass, eine Intrige gegen Herrn A. zu vermuten.", dann frage ich die Vertreterin der Bundesregierung: Welche Informationen liegen Ihnen vor, die eine Intrige von Seiten der Vereinten Nationen vermuten lassen (Abg. Mag. Mühlbachler: Nein, das stimmt ja nicht!) und es notwendig erscheinen lassen, das als Beschuldigung gegenüber der Führung der Vereinten Nationen auf offiziellem diplomatischem Weg vorzubringen? (Abg. Mag. Mühlbachler: Das stimmt ja nicht!)
Abg. Mag. Mühlbachler: Das stimmt ja nicht!
Wenn ein bevollmächtigter österreichischer Botschafter an die Führung der Vereinten Nationen schreibt: "Nach Informationen, die der österreichischen Bundesregierung vorliegen, liefern die Umstände, unter denen Herr A. festgenommen und inhaftiert wurde, sowie die erhobenen Vorwürfe ernsthaften Anlass, eine Intrige gegen Herrn A. zu vermuten.", dann frage ich die Vertreterin der Bundesregierung: Welche Informationen liegen Ihnen vor, die eine Intrige von Seiten der Vereinten Nationen vermuten lassen (Abg. Mag. Mühlbachler: Nein, das stimmt ja nicht!) und es notwendig erscheinen lassen, das als Beschuldigung gegenüber der Führung der Vereinten Nationen auf offiziellem diplomatischem Weg vorzubringen? (Abg. Mag. Mühlbachler: Das stimmt ja nicht!)
Beifall bei den Grünen.
Und wenn Sie, Frau Bundesministerin, dann vor dem Hauptausschuss berichten – ich zitiere –: "Unsere Vertretung in New York und Botschafter Dr. Pfanzelter handelten in völliger Übereinstimmung mit mir.", dann übernehmen Sie dafür die politische Verantwortung. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Mühlbachler: Spielen Sie sich nicht so auf! – Abg. Dr. Rasinger: Biedermann! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP
An diesem Punkt müssen wir einmal genauer werden (Abg. Mag. Mühlbachler: Spielen Sie sich nicht so auf! – Abg. Dr. Rasinger: Biedermann! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP): Das, was jetzt auf der Tagesordnung steht, ist die Wiederherstellung des guten Verhältnisses zwischen der österreichischen Bundesregierung und den Vereinten Nationen. Dazu bedarf es keiner Aktionen in der Art, jetzt zu erklären, "Standard"-Berichte über eine tiefe Verstimmung an der Spitze der Vereinten Nationen seien unwahr – sie stimmen und sind sehr glaubwürdig –, sondern es wäre jetzt an der Zeit, dass Sie, Frau Bundesministerin, diese Vorwürfe ernst nehmen (Abg. Hornek: Warum soll man den Unsinn ernst nehmen, den Sie sagen?), Konsequenzen daraus ziehen und klarstellen, dass dieser Brief ein einmaliger Brief bleibt und die Tradition Österreichs, so, wie es immer gegenüber den Vereinten Nationen gehandhabt wurde, in Zukunft wieder aufgenommen und aufrechterhalten wird. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Mühlbachler: Der moralische Oberlehrer Pilz!)
Abg. Hornek: Warum soll man den Unsinn ernst nehmen, den Sie sagen?
An diesem Punkt müssen wir einmal genauer werden (Abg. Mag. Mühlbachler: Spielen Sie sich nicht so auf! – Abg. Dr. Rasinger: Biedermann! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP): Das, was jetzt auf der Tagesordnung steht, ist die Wiederherstellung des guten Verhältnisses zwischen der österreichischen Bundesregierung und den Vereinten Nationen. Dazu bedarf es keiner Aktionen in der Art, jetzt zu erklären, "Standard"-Berichte über eine tiefe Verstimmung an der Spitze der Vereinten Nationen seien unwahr – sie stimmen und sind sehr glaubwürdig –, sondern es wäre jetzt an der Zeit, dass Sie, Frau Bundesministerin, diese Vorwürfe ernst nehmen (Abg. Hornek: Warum soll man den Unsinn ernst nehmen, den Sie sagen?), Konsequenzen daraus ziehen und klarstellen, dass dieser Brief ein einmaliger Brief bleibt und die Tradition Österreichs, so, wie es immer gegenüber den Vereinten Nationen gehandhabt wurde, in Zukunft wieder aufgenommen und aufrechterhalten wird. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Mühlbachler: Der moralische Oberlehrer Pilz!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Mühlbachler: Der moralische Oberlehrer Pilz!
An diesem Punkt müssen wir einmal genauer werden (Abg. Mag. Mühlbachler: Spielen Sie sich nicht so auf! – Abg. Dr. Rasinger: Biedermann! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP): Das, was jetzt auf der Tagesordnung steht, ist die Wiederherstellung des guten Verhältnisses zwischen der österreichischen Bundesregierung und den Vereinten Nationen. Dazu bedarf es keiner Aktionen in der Art, jetzt zu erklären, "Standard"-Berichte über eine tiefe Verstimmung an der Spitze der Vereinten Nationen seien unwahr – sie stimmen und sind sehr glaubwürdig –, sondern es wäre jetzt an der Zeit, dass Sie, Frau Bundesministerin, diese Vorwürfe ernst nehmen (Abg. Hornek: Warum soll man den Unsinn ernst nehmen, den Sie sagen?), Konsequenzen daraus ziehen und klarstellen, dass dieser Brief ein einmaliger Brief bleibt und die Tradition Österreichs, so, wie es immer gegenüber den Vereinten Nationen gehandhabt wurde, in Zukunft wieder aufgenommen und aufrechterhalten wird. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Mühlbachler: Der moralische Oberlehrer Pilz!)
Abg. Mag. Mühlbachler: Das ist absolut falsch!
Und darum geht es: Sie weisen den Vereinten Nationen einen völlig anderen Stellenwert zu, als das die Vorgänger-Regierungen in dieser Republik getan haben. (Abg. Mag. Mühlbachler: Das ist absolut falsch!) Das ist ein Abwertungsprozess, den zumindest wir Grüne für eine völlig falsche politische Prioritätensetzung halten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Und darum geht es: Sie weisen den Vereinten Nationen einen völlig anderen Stellenwert zu, als das die Vorgänger-Regierungen in dieser Republik getan haben. (Abg. Mag. Mühlbachler: Das ist absolut falsch!) Das ist ein Abwertungsprozess, den zumindest wir Grüne für eine völlig falsche politische Prioritätensetzung halten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Hornek: Ein Unsinn, Herr Pilz!
Die Frage, wie mit einer personellen Schwachstelle in der Bundesregierung, einer Ministerin, die immer dann, wenn es kritisch wird (Abg. Hornek: Ein Unsinn, Herr Pilz!), die Nerven, die Übersicht verliert, umgegangen wird, ist eine Frage, die wir nicht an uns, sondern an den Bundeskanzler stellen. (Abg. Schwarzenberger: Das ist das Gegenteil der Wahrheit!)
Abg. Schwarzenberger: Das ist das Gegenteil der Wahrheit!
Die Frage, wie mit einer personellen Schwachstelle in der Bundesregierung, einer Ministerin, die immer dann, wenn es kritisch wird (Abg. Hornek: Ein Unsinn, Herr Pilz!), die Nerven, die Übersicht verliert, umgegangen wird, ist eine Frage, die wir nicht an uns, sondern an den Bundeskanzler stellen. (Abg. Schwarzenberger: Das ist das Gegenteil der Wahrheit!)
Abg. Mag. Mühlbachler: Gott sei Dank haben Sie nicht die Kraft dazu! – Abg. Hornek: Die einzige Pleite, die es gibt, ist der Pilz!
Frau Außenministerin! Wir werden uns nach Genua, nach der Irak-Reise und nach dem Vorfall Kosovo – UNO nicht noch eine vierte große österreichische Panne und diplomatische Pleite leisten können. (Abg. Mag. Mühlbachler: Gott sei Dank haben Sie nicht die Kraft dazu! – Abg. Hornek: Die einzige Pleite, die es gibt, ist der Pilz!) Wenn es so weit kommt, dann ist es sicherlich am Bundeskanzler oder am Nationalrat, daraus möglicherweise schon fällige Konsequenzen zu ziehen. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.
Frau Außenministerin! Wir werden uns nach Genua, nach der Irak-Reise und nach dem Vorfall Kosovo – UNO nicht noch eine vierte große österreichische Panne und diplomatische Pleite leisten können. (Abg. Mag. Mühlbachler: Gott sei Dank haben Sie nicht die Kraft dazu! – Abg. Hornek: Die einzige Pleite, die es gibt, ist der Pilz!) Wenn es so weit kommt, dann ist es sicherlich am Bundeskanzler oder am Nationalrat, daraus möglicherweise schon fällige Konsequenzen zu ziehen. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Johann Loos (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geschätzte Frau Bundesminister! Ich weiß nicht, ob Kollege Pilz das nicht richtig erfasst hat: Es gibt schon einen kleinen Unterschied, ob man als Demonstrant, als Mitglied der "Volxtheater-Karawane" auftritt – oder ob man friedenserhaltende Maßnahmen im Rahmen der EU setzt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pilz: Was?
Noch dazu, wenn sich das so abspielt, dass es sich anscheinend um sehr gute Schauspieler gehandelt hat, die alles sehr echt dargestellt haben, wo anscheinend auch die Requisiten so echt waren, dass eben ein Verdacht aufkommen musste, dass hier irgendetwas gegen das Gesetz geschieht. Ich muss aber gleich dazusagen: Die Frau Bundesministerin hat sich in hervorragender Weise auch für diese Menschen eingesetzt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pilz: Was?)
Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Armes Österreich! – Abg. Schwarzenberger: Um Gottes willen!
Als ich Herrn Pilz hier stehen sah, kam es mir in den Sinn – es gibt ja, wie Sie alle wissen, in Deutschland eine rot-grüne Regierung –, mir vorzustellen – stellen auch Sie sich das vor! –, Herr Pilz wäre hier als Außenminister. (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Armes Österreich! – Abg. Schwarzenberger: Um Gottes willen!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Ich denke, es gäbe eine Panne nach der anderen, es wäre eine Panne insgesamt, wenn er hier als Außenminister stünde. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.) Wenn Herr Pilz Österreich nach außen vertreten sollte, dann könnte ich nur sagen: Armes Österreich!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Immer wieder spricht man von Pannen. Also: Welche Pannen hat es in Wirklichkeit gegeben? – Solche, die Sie zu Pannen machen wollten. Es waren keine Pannen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ruf bei der SPÖ: Na geh!
Erinnern wir uns an Ihre erste Oppositionspanne! Ich möchte die Sanktionen hier nicht allzu sehr ausbreiten (Ruf bei der SPÖ: Na geh!), aber wer war es, der im Ausland unser Österreich in ein schiefes Licht gebracht hat? – Sicher nicht die Frau Außenminister! Sie hatte alle Hände voll zu tun (Rufe bei der ÖVP: Der Champagner-Gusi!), um Österreich wieder gut dastehen zu lassen, um Österreich wieder jenen Ruf zu verschaffen, den es in der Welt verdient. Ihr ist das gelungen, und das hat Ihnen, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Opposition, auch nicht gepasst! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe bei der ÖVP: Der Champagner-Gusi!
Erinnern wir uns an Ihre erste Oppositionspanne! Ich möchte die Sanktionen hier nicht allzu sehr ausbreiten (Ruf bei der SPÖ: Na geh!), aber wer war es, der im Ausland unser Österreich in ein schiefes Licht gebracht hat? – Sicher nicht die Frau Außenminister! Sie hatte alle Hände voll zu tun (Rufe bei der ÖVP: Der Champagner-Gusi!), um Österreich wieder gut dastehen zu lassen, um Österreich wieder jenen Ruf zu verschaffen, den es in der Welt verdient. Ihr ist das gelungen, und das hat Ihnen, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Opposition, auch nicht gepasst! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Erinnern wir uns an Ihre erste Oppositionspanne! Ich möchte die Sanktionen hier nicht allzu sehr ausbreiten (Ruf bei der SPÖ: Na geh!), aber wer war es, der im Ausland unser Österreich in ein schiefes Licht gebracht hat? – Sicher nicht die Frau Außenminister! Sie hatte alle Hände voll zu tun (Rufe bei der ÖVP: Der Champagner-Gusi!), um Österreich wieder gut dastehen zu lassen, um Österreich wieder jenen Ruf zu verschaffen, den es in der Welt verdient. Ihr ist das gelungen, und das hat Ihnen, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Opposition, auch nicht gepasst! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich habe zuerst gesagt: "als österreichischer Abgeordneter zum Nationalrat", ich möchte aber auch als österreichischer Offizier und Soldat zum Ausdruck bringen, wie froh und beruhigt wir sind – ich meine jetzt die Menschen, die dieser Berufsgruppe angehören –, dass wir eine solche Außenministerin haben. Ihr Ziel ist es, sich immer dann, wenn ein Österreicher Gefahr läuft, in irgendeiner Weise ungerecht behandelt zu werden oder zumindest so behandelt zu werden, wie es sich in Österreich nicht gehört, für diesen Menschen einzusetzen. Das hat sie überall getan, wo es notwendig war. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Also, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Opposition, was haben Sie dagegen? – Sie hat das gut gemacht, und in diesem Fall muss ich ihr dazu wirklich besonders gratulieren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich glaube, das ist das, was wir heute zusammenbringen sollten, und man sollte nicht kleinlich herumreden. – Danke, Frau Außenminister, für Ihre Tätigkeit! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Kollege Loos! Es ist der Wunsch der Regierungsparteien, hier eine gemeinsame Lösung zustande zu bringen. Dann wäre es aber auch angebracht gewesen, mit uns zeitgerecht darüber zu verhandeln und uns auch unsere Überlegungen einbringen zu lassen. Der Vorschlag, den Kollege Schieder gemacht hat, ist ja einer, der von den Regierungsparteien durchaus angenommen werden kann. Ich sehe da für Sie kein Problem. Wenn Ihnen das wirklich am Herzen liegt, wenn Sie hier wirklich Gemeinsamkeit haben wollen, dann haben Sie ja die Möglichkeit, dem Entschließungsantrag, den wir eingebracht haben, zuzustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Mühlbachler: Schlögl hat mehr zugesperrt!
Ich bin mit Minister Strasser – und ich bedauere, dass er heute bei dieser Debatte nicht anwesend ist – nicht immer einer Meinung, wenn es um die innere Sicherheit geht, angesichts der Tatsache, dass Gendarmerieposten, Wachzimmer und Kommissariate geschlossen und 3 000 Exekutivbeamte abgebaut werden. (Abg. Mag. Mühlbachler: Schlögl hat mehr zugesperrt!) Darin bin ich nicht seiner Meinung, in keiner Weise! Das wissen Sie auch. Aber ich halte es für richtig, wenn der Innenminister in einer solch schwierigen Situation die Rückholung eines Polizisten veranlasst und damit eine Schutzhandlung für einen österreichischen Staatsbürger gesetzt wird.
Beifall bei der SPÖ.
Ihre außenpolitische Vorgangsweise scheint eine zu sein, die ein österreichschädigendes Verhalten entwickelt. Ich fordere Sie auf, alles zu tun, damit wir das Verhältnis mit der UNO wieder ins rechte Lot bringen können – zum Wohle Österreichs und zum Ansehen unseres Landes. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Ich habe nur ein Zitat vorgelesen!
Herr Abgeordneter Parnigoni! Ich kann mir nicht sehr gut vorstellen, wie Sie das dem "Standard" entnehmen, dass man so leicht auf einen solchen Truppensteller verzichten kann, der in den letzten Jahren und Jahrzehnten so fleißig Truppenkontingente gestellt hat. Wir brauchen uns davor wirklich nicht zu fürchten! (Abg. Parnigoni: Ich habe nur ein Zitat vorgelesen!)
Abg. Edler: Unterstellen Sie nichts!
Ich bin jedenfalls sehr froh darüber, dass Herr Abgeordneter Schieder wenigstens die Heimholung als positiv bezeichnet hat, denn den Reaktionen der SPÖ während der Rede der Frau Außenministerin hat man ja entnehmen müssen, dass Sie diese ganze Heimholungsaktion überhaupt nur verurteilen. (Abg. Edler: Unterstellen Sie nichts!) – Ich habe es vermutet, weil Sie so reagiert haben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Sie sind eine Psychologin!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Sie sind eine Psychologin!
Ich bin jedenfalls sehr froh darüber, dass Herr Abgeordneter Schieder wenigstens die Heimholung als positiv bezeichnet hat, denn den Reaktionen der SPÖ während der Rede der Frau Außenministerin hat man ja entnehmen müssen, dass Sie diese ganze Heimholungsaktion überhaupt nur verurteilen. (Abg. Edler: Unterstellen Sie nichts!) – Ich habe es vermutet, weil Sie so reagiert haben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Sie sind eine Psychologin!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Abgeordneter Schieder ist ja nicht vorbehaltlos hinter dieser Heimholungsaktion gestanden, sondern er hat sich daran gestoßen, wie sie erfolgt ist. Das ist wirklich eine kleinliche Betrachtungsweise! Im Vordergrund muss doch wirklich stehen, dass ein österreichischer Staatsbürger, der sich freiwillig zu einem Friedensdienst entschlossen hat, in eine schwierige Situation geraten ist, heimgeholt wurde und so vor dem fast sicheren Tod bewahrt wurde, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Abgeordneter Dr. Pilz! Wenn Sie meinen, dass großer Schaden dadurch entstanden sei, dass man der im Kosovo erst im Entstehen begriffenen Staatsanwaltschaft einen Verdächtigen entzogen hat, möchte ich Ihnen dazu nur Folgendes sagen: Es ist schon wichtig, dass sich dort auch eine Staatsanwaltschaft und ein Gerichtssystem entwickeln. Aber mir ist es immer noch lieber, dass ein österreichischer Staatsbürger vor die österreichische Staatsanwaltschaft gestellt wird und das Verfahren hier geführt wird als vor eine im Entstehen begriffene fragwürdige Staatsanwaltschaft im Kosovo. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Pilz: Warum ist die fragwürdig?
Herr Abgeordneter Pilz! Zu Ihren weiteren Äußerungen. (Abg. Dr. Pilz: Warum ist die fragwürdig?) – Ich habe nur eine begrenzte Redezeit zur Verfügung und möchte Ihnen noch Folgendes sagen: In Weltuntergangsstimmung haben Sie der Regierung vorgeworfen, das Klima zwischen der UNO und Österreich habe sich verschlechtert. Fürchten Sie sich nur nicht vor der Kritik der UNO! Österreich hat immer alle Aufträge erfüllt, sowohl in der Terrorbekämpfung und in der Friedensüberwachung als auch bei der Bezahlung der Mitgliedsbeiträge. Österreich braucht sich wirklich nicht davor zu fürchten, von der UNO in irgendeiner Weise gerügt zu werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Abgeordneter Pilz! Zu Ihren weiteren Äußerungen. (Abg. Dr. Pilz: Warum ist die fragwürdig?) – Ich habe nur eine begrenzte Redezeit zur Verfügung und möchte Ihnen noch Folgendes sagen: In Weltuntergangsstimmung haben Sie der Regierung vorgeworfen, das Klima zwischen der UNO und Österreich habe sich verschlechtert. Fürchten Sie sich nur nicht vor der Kritik der UNO! Österreich hat immer alle Aufträge erfüllt, sowohl in der Terrorbekämpfung und in der Friedensüberwachung als auch bei der Bezahlung der Mitgliedsbeiträge. Österreich braucht sich wirklich nicht davor zu fürchten, von der UNO in irgendeiner Weise gerügt zu werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Loos: Sehr richtig!
Herr Abgeordneter Pilz! Ihre Belehrungen sind wirklich völlig überflüssig. Wissen Sie, was wirklich Unruhe bei der UNO hervorrufen würde? – Wenn man wüsste, dass im österreichischen Nationalrat jemand außenpolitischer und sicherheitspolitischer Sprecher ist, der dafür ist, dass die Macht des Staates aufgelöst, das Bundesheer abgeschafft und die Polizei entwaffnet wird! Das würde die UNO wirklich sehr erschüttern. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Loos: Sehr richtig!) Da würde man wirklich daran zweifeln, ob man es mit aufrechten Demokraten zu tun hätte, aber nicht, weil wir einen österreichischen Staatsbürger heimgeholt haben!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Edlinger: Das werden wir nicht tun!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wichtig ist, dass Österreich nach wie vor im Interesse der Festigung des Weltfriedens Beamte entsendet, egal, ob sie vom Militär sind oder von der Exekutive, Lehrer oder Ärzte. Um zu dokumentieren, dass wir den vollen Schutz der österreichischen Staatsbürger gewährleisten wollen, bitte ich Sie, unserem Dringlichen Antrag zuzustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Edlinger: Das werden wir nicht tun!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso nur einsprachig heute? Dobar dan!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Grüß Gott, Frau Bundesministerin! Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso nur einsprachig heute? Dobar dan!) Zuerst möchte ich ganz kurz etwas zu meinem burgenländischen Kollegen, Herrn Abgeordnetem Loos, sagen. Er ist es zwar nicht allein gewesen, aber in burgenländischer Verbundenheit fühle ich mich besonders dazu aufgefordert:
Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.
Wenn man in solch einer Debatte jedoch dann sagt, dass dieses Anliegen mit der Frage des Beistands, den österreichische Staatsangehörige – Teilnehmer der so genannten "Volxtheater Karawane" – im Zusammenhang mit ihrer Inhaftierung in Genua erhalten haben, überhaupt nicht zu vergleichen sei, dann kann ich nur sagen: Wie können Sie so naiv sein und glauben, dass die Opposition, die wahrlich nach Gleichbehandlung trachtet, in solch einer Debatte auf Ihren Antrag reflektiert und ihm zustimmt, wenn da im wahrsten Sinne des Wortes Öl ins Feuer gegossen wird? (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner. )
Abg. Loos: Sowieso!
Dieses Trauma der Sanktionen ist nun einmal Tatsache. Herr Kollege Loos hat davon gesprochen, dass diese schwierige Zeit der EU-Sanktionen gegenüber Österreich quasi von der Opposition verursacht worden wäre. (Abg. Loos: Sowieso!) Es gibt einen Adressaten für die, die diese Zeit als schwierig empfunden haben. – Der Adressat hat einen Namen: Er heißt Wolfgang Schüssel! Wolfgang Schüssel ist mit einer FPÖ, die die EU zum damaligen Zeitpunkt für – ich drücke es jetzt ganz sanft aus – "problematisch" hielt, eine Koalition eingegangen. Ja, es gibt Verantwortliche für diese schwierige Zeit, und die sind sehr leicht auszumachen!
Abg. Wenitsch : ... in dieser Republik!
Nach den schwierigen Jahren der österreichischen Außenpolitik – wobei die letzten beiden Jahre durch besondere Schwierigkeiten gekennzeichnet waren, in denen Österreich manchmal an den Rand der Bedeutungslosigkeit geraten ist; auf Einzelheiten möchte ich jetzt gar nicht eingehen (Abg. Wenitsch : ... in dieser Republik!) – ist es nun wirklich notwendig, Handlungen zu setzen, vor allem wenn es um Verbesserungsmöglichkeiten genau in den Bereichen geht, in denen Österreich in der Vergangenheit international eine hohe Reputation genossen hat und auch in der Gegenwart noch genießt und in denen wir als neutrales Land tatsächlich Beiträge leisten, die im Verhältnis zur Größe unseres Landes doch erheblich sind. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Nach den schwierigen Jahren der österreichischen Außenpolitik – wobei die letzten beiden Jahre durch besondere Schwierigkeiten gekennzeichnet waren, in denen Österreich manchmal an den Rand der Bedeutungslosigkeit geraten ist; auf Einzelheiten möchte ich jetzt gar nicht eingehen (Abg. Wenitsch : ... in dieser Republik!) – ist es nun wirklich notwendig, Handlungen zu setzen, vor allem wenn es um Verbesserungsmöglichkeiten genau in den Bereichen geht, in denen Österreich in der Vergangenheit international eine hohe Reputation genossen hat und auch in der Gegenwart noch genießt und in denen wir als neutrales Land tatsächlich Beiträge leisten, die im Verhältnis zur Größe unseres Landes doch erheblich sind. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Geschäftsordnung! – weitere Zwischenrufe – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Eine letzte und in dieser Causa Martin A. wesentliche Bemerkung (Abg. Ing. Westenthaler: Geschäftsordnung! – weitere Zwischenrufe – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen): Sehr geehrter Herr Klubobmann Westenthaler! Ich werde ein Auge ganz besonders darauf haben, was das Verfahren anlangt, das jetzt bei der Staatsanwaltschaft anhängig ist – ich habe von Vorerhebungen gelesen –, und wie dieses Verfahren in Österreich geführt wird.
Beifall bei den Grünen.
Es wird interessant sein, wie sich die Republik in diesem Verfahren verhält. Frau Bundesministerin! Ich glaube, da spreche ich ganz sicher auch in Ihrem Sinne, und ich harre jetzt schon der Beantwortung der Frage, wie die Informationen lauten, die der österreichischen Bundesregierung über die Intrige, die am Balkan gegenüber Österreich gelaufen sei, zugekommen sind. Herr Abgeordneter Dr. Pilz hat diese Frage schon einmal gestellt, und das ist die wirklich wesentliche Frage, die – damit nicht womöglich alles in eitler Wonne versinkt – die Bedingung für unser gemeinsames Handeln ist. Das, Frau Bundesministerin, können Sie uns nicht schuldig bleiben! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Der Fall des österreichischen Polizisten Martin A., der im Rahmen des UNO-Einsatzes im Kosovo tätig war, hat eindeutig gezeigt, dass unsere Regierung – und allen voran unsere Außenministerin – auch mögliche Schwierigkeiten in Kauf nimmt, um das Leben eines österreichischen Staatsbürgers zu schützen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Glauben Sie wirklich, dass sich auch nur ein Österreicher künftig noch an solchen UNO-Einsätzen freiwillig beteiligen wird? – Ich glaube nicht. Daher ist es so wichtig, dass alle österreichischen Staatsbürger, egal, welchen Beruf oder Status sie zu Hause haben, rechtlich gleichgestellt werden und den Schutz der österreichischen Rechtsstaatlichkeit genießen. Eine Ausweitung des Immunitätsschutzes auch auf Zivilpersonen im UNO-Einsatz ist notwendig. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In dieser Übergangslösung müssen alle im UNO-Einsatz befindlichen Exekutivbeamten und Zivilpersonen absoluten Immunitätsschutz erhalten – denselben wie UNO-Soldaten. Es ist aber auch wichtig, im Rahmen der Europäischen Union gemeinsame Lösungen mit den Vereinten Nationen zu finden. Die rechtliche Verbesserung der Situation für Angehörige der Exekutive und Zivilpersonen muss auch den anderen europäischen Staaten ein Anliegen sein; davon bin ich zutiefst überzeugt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Kukacka: Keine Frauensolidarität! – Abg. Schwarzenberger: Seien Sie doch auch charmant!
Im ersten Punkt verzichten wir darauf, der Frau Bundesministerin Blumen zu streuen. (Abg. Mag. Kukacka: Keine Frauensolidarität! – Abg. Schwarzenberger: Seien Sie doch auch charmant!) Sie werden das nach den Diskussionen darüber, wie das vorgenommen wurde, wie hier gehandelt wurde, und auf Grund der Tatsache, dass da dem österreichischen Ansehen wieder Schaden zugefügt wurde, verstehen. Ich denke, da es Ihnen um die Sache geht, werden Sie uns diesen Schritt entgegenkommen können und sich auf den Kern des Anliegens mit uns verständigen können. Es wird Ihnen leicht möglich sein, unserem Antrag zuzustimmen.
Beifall bei der SPÖ.
Dem, meine Damen und Herren, ist nichts hinzuzufügen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesministerin für auswärtige Angelegenheiten Dr. Benita Ferrero-Waldner: Herr Präsident! Hohes Haus! Gott sei Dank schaut die Realität der österreichischen Außenpolitik wesentlich besser aus, als man sie hier beschreiben will und als manche Zeitungen schreiben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Cap: Wieso kein Applaus?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was ist denn von einer Außenministerin zu erwarten? (Abg. Dr. Cap: Wieso kein Applaus?) – Herr Cap! Hören Sie bitte zu!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Was ist denn zu erwarten? – In solch einem Fall ist klar zu erwarten, dass sich eine Außenministerin zuerst um das Leben eines Österreichers kümmert, dann kann sie allenfalls informieren, aber das Wichtigste war, bei Gefahr im Verzug zu handeln (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen), und das habe ich gemacht. Wenn Sie mir deshalb mangelnde Krisenfestigkeit vorwerfen, dann muss ich mich schon sehr fragen. Das finde ich eigentlich lächerlich.
Abg. Dr. Cap: Was war wirklich?
Steiner hat diese Angelegenheit in einem Gespräch mit dem Leiter der Außenstelle Priština dann später als Missverständnis – als Missverständnis! – bezeichnet. Ich muss sagen, ich habe kein Interesse daran, dieses angebliche Missverständnis hochzuspielen, und ich gehe in diesem Sinne zur Tagesordnung über. (Abg. Dr. Cap: Was war wirklich?) – Genau das, was ich Ihnen gesagt habe. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Steiner hat diese Angelegenheit in einem Gespräch mit dem Leiter der Außenstelle Priština dann später als Missverständnis – als Missverständnis! – bezeichnet. Ich muss sagen, ich habe kein Interesse daran, dieses angebliche Missverständnis hochzuspielen, und ich gehe in diesem Sinne zur Tagesordnung über. (Abg. Dr. Cap: Was war wirklich?) – Genau das, was ich Ihnen gesagt habe. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das Dritte, die Sache mit Zypern. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das habe ich selbst sehr gut vorbereitet, nachdem mich das Landesverteidigungsministerium davon informiert hat, dass es nicht möglich ist, überall weiterhin Truppen zu stellen. Ich habe den Außenminister Zyperns, den Außenminister Griechenlands, den Außenminister der Türkei und den UNO-Generalsekretär selbst informiert, und zwar ein halbes Jahr, bevor dieser Abzug stattgefunden hat. Ich kann Ihnen sagen, ich habe nur eines bekommen: großes Lob für die österreichischen Truppen und für die österreichische Haltung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Was war das?
Ich danke in diesem Sinne und sage noch einmal, ich glaube, ich habe das getan, was in dieser Sache zu tun war, und werde jetzt auch weiter – und ich danke für die Unterstützung – in diese Sondervereinbarung hineingehen. – Danke, Herr Präsident. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Was war das?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Grundsätzlich ist der Vorwurf gegen den Wiener Polizisten kein harmloser. Es muss und wird eine lückenlose Aufklärung geben, aber Recht muss hier in Österreich gesprochen werden. Vorerst hat aber für uns alle die Unschuldsvermutung zu gelten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Abgeordneter Schieder, können Sie sich ausmalen, was im schlimmsten Fall hätte passieren können, wäre dieser Polizist im Kosovo vor Gericht gestellt worden? Ich schließe mich den Ausführungen der Frau Außenministerin an: Das Leben eines Österreichers muss immer oberste Priorität haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren dieses Hohen Hauses! Unterstützen wir gemeinsam die Frau Außenministerin bei ihren Bemühungen um eine Verbesserung des Immunitätsschutzes für alle im Auslandseinsatz, damit Österreich auch in Zukunft seinen Aufgaben im humanitären Bereich in Krisengebieten nachkommen kann! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Der zweite Vorwurf kam hinsichtlich des Verhältnisses zu den Vereinten Nationen. Herr Dr. Pilz! Da kann ich nur sagen, mein Eindruck ist, Sie hätten gerne, dass unser Verhältnis zu den Vereinten Nationen durch diese Causa belastet wird. Und ich denke, Sie sollten sich bei unserer Außenministerin entschuldigen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Geschätzte Damen und Herren! Im Wesentlichen ist von meinen Vorrednern bereits alles gesagt worden. Ich möchte heute ganz besonders den 50 000 Soldaten, die bisher bei Hilfsoperationen eingesetzt wurden, ein herzliches Danke aussprechen. Ich möchte aber nicht nur den Soldaten ein herzliches Danke sagen, sondern auch den Verantwortungsträgern, die es ermöglicht haben, dass diese Operationen durchgeführt wurden. Ich denke, unser Land hat sich da große Verdienste erworben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Geschätzte Damen und Herren! Ich ersuche oder bitte Sie, stimmen Sie dem vorliegenden Antrag zu! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Sie haben das Gegenteil gemacht, sehr geehrte Damen und Herren von der ÖVP, Sie haben die bäuerlichen Direktvermarkter seit 1995 permanent massiv zur Kasse gebeten, behindert und aus dem Markt gedrängt. Das ist ein Interessenkonflikt, der in der ÖVP zwischen Wirtschaftskammer und Landwirtschaftskammer angelegt ist. Es ist kein Geheimnis, dass es hier Interessenkollisionen gibt, aber Sie haben sie aus unserer Sicht nicht folgerichtig, nicht zukunftsorientiert gelöst, Sie haben die bäuerliche Produktion, und zwar gerade die innovative Produktion, verstärkt belastet, statt endlich zu verstehen, dass es ohne diese innovativen bäuerlichen Projekte auch keine Zukunft der Regionalentwicklung geben kann, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Sag, warum du eine Fristsetzung willst! Keine inhaltliche Debatte! Das ist Geschäftsordnung! Warum Fristsetzung und ab!
Ich möchte dabei einiges hervorkehren und herausheben, was bei dieser schrittweisen Verschärfung auch passiert ist. Konkret: Gewerbeordnung 1997. Sie haben damals die Mehrwertsteuerregelung für die Direktvermarktung eingeführt. (Abg. Mag. Schweitzer: Sag, warum du eine Fristsetzung willst! Keine inhaltliche Debatte! Das ist Geschäftsordnung! Warum Fristsetzung und ab!) Kollege Schweitzer, damit Sie ein bisschen verstehen, worum es uns geht, wollen wir hier die Debatte führen. Wenn Sie nicht bereit sind, wichtige Fragestellungen zu diskutieren, dann sollten Sie vielleicht den Saal verlassen. Das wäre die einzige vielleicht faire Vorgangsweise, wenn Sie nicht zuhören können, Kollege Schweitzer. (Abg. Mag. Schweitzer: Geschäftsordnung!)
Abg. Mag. Schweitzer: Geschäftsordnung!
Ich möchte dabei einiges hervorkehren und herausheben, was bei dieser schrittweisen Verschärfung auch passiert ist. Konkret: Gewerbeordnung 1997. Sie haben damals die Mehrwertsteuerregelung für die Direktvermarktung eingeführt. (Abg. Mag. Schweitzer: Sag, warum du eine Fristsetzung willst! Keine inhaltliche Debatte! Das ist Geschäftsordnung! Warum Fristsetzung und ab!) Kollege Schweitzer, damit Sie ein bisschen verstehen, worum es uns geht, wollen wir hier die Debatte führen. Wenn Sie nicht bereit sind, wichtige Fragestellungen zu diskutieren, dann sollten Sie vielleicht den Saal verlassen. Das wäre die einzige vielleicht faire Vorgangsweise, wenn Sie nicht zuhören können, Kollege Schweitzer. (Abg. Mag. Schweitzer: Geschäftsordnung!)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
Herr Präsident! Könnten Sie für etwas Ruhe und einen entsprechend niedrigen Lärmpegel sorgen? Ich würde Sie ersuchen, zumindest soweit für Ruhe zu sorgen, dass der eine oder andere meiner Argumentation folgen kann! (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neudeck: Zwingen lassen wir uns nicht! – Abg. Mag. Kukacka: Es interessiert offensichtlich niemanden!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Neudeck: Zwingen lassen wir uns nicht! – Abg. Mag. Kukacka: Es interessiert offensichtlich niemanden!
Herr Präsident! Könnten Sie für etwas Ruhe und einen entsprechend niedrigen Lärmpegel sorgen? Ich würde Sie ersuchen, zumindest soweit für Ruhe zu sorgen, dass der eine oder andere meiner Argumentation folgen kann! (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neudeck: Zwingen lassen wir uns nicht! – Abg. Mag. Kukacka: Es interessiert offensichtlich niemanden!)
Abg. Mag. Schweitzer: Also warum jetzt eine Fristsetzung? Das ist Geschäftsordnung, Herr Präsident!
Die Beitragsgrundlage der Bäuerinnen und Bauern wird vom Umsatz berechnet, und zwar vom Umsatz inklusive Mehrwertsteuer. (Abg. Mag. Schweitzer: Also warum jetzt eine Fristsetzung? Das ist Geschäftsordnung, Herr Präsident!) Das gibt es in ganz Österreich kein zweites Mal. In keinem Gewerbe, bei keinem Berufsstand gibt es das, dass die Bemessungsgrundlage vom Umsatz inklusive Mehrwertsteuer berechnet wird! Das ist auf jeden Mal nach dem Gleichheitsgrundsatz ungebührlich, was Sie hier beschlossen haben, und das sollten wir dringend reparieren, meine Damen und Herren, und zwar noch für dieses Jahr! Ihre Novelle gilt ab 1. Jänner, und diese Maßnahme sollte rückwirkend – daher dieser Fristsetzungsantrag – zurückgenommen werden. Es sollte eine gerechte, faire Lösung gefunden werden.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Gerecht und fair, meine Damen und Herren, heißt, dass die Bemessung der Beitragsgrundlage nach dem Einkommensteuerbescheid, nach einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung erfolgt, wie es im Gewerbe auch üblich ist. Das würden die Bauern auch verstehen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das passt nicht zusammen, Kollege Donabauer! Da müssten Sie endlich eine Flurbereinigung vornehmen und eine dieser Funktionen zurücklegen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Neudeck: Und aus!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn (das Glockenzeichen gebend): Ihr Schlusssatz, Herr Abgeordneter, bitte! (Abg. Neudeck: Und aus!)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Wolfgang Pirklhuber (fortsetzend): Mein Schlusssatz, meine Damen und Herren, lautet: Regionalität lebt von der Direktvermarktung. Stimmen Sie diesem Fristsetzungsantrag zu, damit diese unglaubliche Maßnahme im Ausschuss endlich bereinigt werden kann! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Gaugg: Das ist eine Überraschung!
Abgeordneter Heinz Gradwohl (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren! Hohes Haus! Vorab ist zu sagen: Die sozialdemokratische Fraktion wird diesem Fristsetzungsantrag zustimmen. (Abg. Gaugg: Das ist eine Überraschung!) Herr Kollege Gaugg, Ihr Zwischenruf überrascht mich, denn Ihr Fraktionskollege Hornegger hat nach der Beschlussfassung hier im Hohen Haus – zwar an unzuständiger Stelle, nämlich in der Sozialversicherungsanstalt der Bauern – einen Antrag eingebracht, der zu seinem Bedauern abgelehnt wurde und der genau die gleiche Intention verfolgt wie der Entschließungsantrag, zu dem heute eine Fristsetzung beantragt wird. (Zwischenruf der Abg. Achatz. )
Zwischenruf der Abg. Achatz.
Abgeordneter Heinz Gradwohl (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren! Hohes Haus! Vorab ist zu sagen: Die sozialdemokratische Fraktion wird diesem Fristsetzungsantrag zustimmen. (Abg. Gaugg: Das ist eine Überraschung!) Herr Kollege Gaugg, Ihr Zwischenruf überrascht mich, denn Ihr Fraktionskollege Hornegger hat nach der Beschlussfassung hier im Hohen Haus – zwar an unzuständiger Stelle, nämlich in der Sozialversicherungsanstalt der Bauern – einen Antrag eingebracht, der zu seinem Bedauern abgelehnt wurde und der genau die gleiche Intention verfolgt wie der Entschließungsantrag, zu dem heute eine Fristsetzung beantragt wird. (Zwischenruf der Abg. Achatz. )
Abg. Silhavy: Die reden nicht einmal untereinander in dieser Fraktion!
Ich würde sagen: Gehen Sie bitte schön mit Ihrem Kollegen Hornegger in Klausur! Ich bin überzeugt davon, dass Kollege Hornegger heute zustimmen wird, denn der Antrag geht in genau jene Richtung, die er vertreten möchte. (Abg. Silhavy: Die reden nicht einmal untereinander in dieser Fraktion!) Sollten Sie das nicht wissen, Kollege Gaugg, stelle ich Ihnen gerne nach meinem Redebeitrag die Unterlagen zur Verfügung (Abg. Edlinger: Chaos-Truppe!), die über den freiheitlichen Pressedienst versandt wurden. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Edlinger: Chaos-Truppe!
Ich würde sagen: Gehen Sie bitte schön mit Ihrem Kollegen Hornegger in Klausur! Ich bin überzeugt davon, dass Kollege Hornegger heute zustimmen wird, denn der Antrag geht in genau jene Richtung, die er vertreten möchte. (Abg. Silhavy: Die reden nicht einmal untereinander in dieser Fraktion!) Sollten Sie das nicht wissen, Kollege Gaugg, stelle ich Ihnen gerne nach meinem Redebeitrag die Unterlagen zur Verfügung (Abg. Edlinger: Chaos-Truppe!), die über den freiheitlichen Pressedienst versandt wurden. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich würde sagen: Gehen Sie bitte schön mit Ihrem Kollegen Hornegger in Klausur! Ich bin überzeugt davon, dass Kollege Hornegger heute zustimmen wird, denn der Antrag geht in genau jene Richtung, die er vertreten möchte. (Abg. Silhavy: Die reden nicht einmal untereinander in dieser Fraktion!) Sollten Sie das nicht wissen, Kollege Gaugg, stelle ich Ihnen gerne nach meinem Redebeitrag die Unterlagen zur Verfügung (Abg. Edlinger: Chaos-Truppe!), die über den freiheitlichen Pressedienst versandt wurden. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Dagegen sind wir, meine sehr geehrten Damen und Herren! Daher unterstützen wir auch das Sozialstaats-Volksbegehren, damit in Zukunft solche Dinge, wie dieser Beschluss, nicht mehr geschehen können und der Sozialstaat erhalten bleibt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Edler: Da warst du dir aber selbst nicht immer sicher! – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Die Ausführungen waren recht interessant vorgetragen. (Abg. Edler: Da warst du dir aber selbst nicht immer sicher! – Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Mit weinerlicher Miene hat er hier alles beklagt, was den bäuerlichen Stand im Zusammenhang mit der Sozialversicherung betrifft, und vergisst dabei, dass gerade seine SPÖ-Funktionäre in den Sozialversicherungsanstalten (Abg. Schwarzenberger: Dafür gestimmt haben!) seit Monaten, wenn nicht seit Jahren, massive Erhöhungen der Beiträge verlangen. Diese Geisteshaltung ist hoch interessant. Überall dort, wo die SPÖ das Sagen gehabt hat, herrscht Desaster. Ich erinnere an die Wiener Gebietskrankenkasse, an die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse und Ähnliches mehr. (Abg. Gradwohl: Wie viele Mitglieder hat denn die SPÖ in der Sozialversicherungsanstalt der Bauern?)
Abg. Schwarzenberger: Dafür gestimmt haben!
Die Ausführungen waren recht interessant vorgetragen. (Abg. Edler: Da warst du dir aber selbst nicht immer sicher! – Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Mit weinerlicher Miene hat er hier alles beklagt, was den bäuerlichen Stand im Zusammenhang mit der Sozialversicherung betrifft, und vergisst dabei, dass gerade seine SPÖ-Funktionäre in den Sozialversicherungsanstalten (Abg. Schwarzenberger: Dafür gestimmt haben!) seit Monaten, wenn nicht seit Jahren, massive Erhöhungen der Beiträge verlangen. Diese Geisteshaltung ist hoch interessant. Überall dort, wo die SPÖ das Sagen gehabt hat, herrscht Desaster. Ich erinnere an die Wiener Gebietskrankenkasse, an die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse und Ähnliches mehr. (Abg. Gradwohl: Wie viele Mitglieder hat denn die SPÖ in der Sozialversicherungsanstalt der Bauern?)
Abg. Gradwohl: Wie viele Mitglieder hat denn die SPÖ in der Sozialversicherungsanstalt der Bauern?
Die Ausführungen waren recht interessant vorgetragen. (Abg. Edler: Da warst du dir aber selbst nicht immer sicher! – Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Mit weinerlicher Miene hat er hier alles beklagt, was den bäuerlichen Stand im Zusammenhang mit der Sozialversicherung betrifft, und vergisst dabei, dass gerade seine SPÖ-Funktionäre in den Sozialversicherungsanstalten (Abg. Schwarzenberger: Dafür gestimmt haben!) seit Monaten, wenn nicht seit Jahren, massive Erhöhungen der Beiträge verlangen. Diese Geisteshaltung ist hoch interessant. Überall dort, wo die SPÖ das Sagen gehabt hat, herrscht Desaster. Ich erinnere an die Wiener Gebietskrankenkasse, an die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse und Ähnliches mehr. (Abg. Gradwohl: Wie viele Mitglieder hat denn die SPÖ in der Sozialversicherungsanstalt der Bauern?)
Abg. Silhavy: Kollege Gaugg hat sich als Sozialsprecher auch schon abgemeldet!
Nunmehr zum Entschließungsantrag der Abgeordneten Pirklhuber und Kollegen. (Abg. Silhavy: Kollege Gaugg hat sich als Sozialsprecher auch schon abgemeldet!) Haben Sie eine Frage an mich, Frau Silhavy, oder ist es nur ein Zwischenruf? (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Haben Sie etwas zu sagen oder stören Sie nur? (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das ist wirklich abenteuerlich. Ist das das einzige, was von der Sozialdemokratie übrig geblieben ist (Abg. Dr. Mertel: So wie Sie!), dass sie andere Redner massiv stört, sodass diese ihre Ausführungen nicht machen können? – Das ist anscheinend "gelebte Sozialdemokratie" im Jahr 2002. Gewöhnen Sie sich daran, Frau Silhavy, dass es hier eine gewisse Ordnung gibt! (Abg. Dr. Mertel: Wir stecken die Hände nicht in den Sack! – Weitere Zwischenrufe.)
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Nunmehr zum Entschließungsantrag der Abgeordneten Pirklhuber und Kollegen. (Abg. Silhavy: Kollege Gaugg hat sich als Sozialsprecher auch schon abgemeldet!) Haben Sie eine Frage an mich, Frau Silhavy, oder ist es nur ein Zwischenruf? (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Haben Sie etwas zu sagen oder stören Sie nur? (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das ist wirklich abenteuerlich. Ist das das einzige, was von der Sozialdemokratie übrig geblieben ist (Abg. Dr. Mertel: So wie Sie!), dass sie andere Redner massiv stört, sodass diese ihre Ausführungen nicht machen können? – Das ist anscheinend "gelebte Sozialdemokratie" im Jahr 2002. Gewöhnen Sie sich daran, Frau Silhavy, dass es hier eine gewisse Ordnung gibt! (Abg. Dr. Mertel: Wir stecken die Hände nicht in den Sack! – Weitere Zwischenrufe.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Nunmehr zum Entschließungsantrag der Abgeordneten Pirklhuber und Kollegen. (Abg. Silhavy: Kollege Gaugg hat sich als Sozialsprecher auch schon abgemeldet!) Haben Sie eine Frage an mich, Frau Silhavy, oder ist es nur ein Zwischenruf? (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Haben Sie etwas zu sagen oder stören Sie nur? (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das ist wirklich abenteuerlich. Ist das das einzige, was von der Sozialdemokratie übrig geblieben ist (Abg. Dr. Mertel: So wie Sie!), dass sie andere Redner massiv stört, sodass diese ihre Ausführungen nicht machen können? – Das ist anscheinend "gelebte Sozialdemokratie" im Jahr 2002. Gewöhnen Sie sich daran, Frau Silhavy, dass es hier eine gewisse Ordnung gibt! (Abg. Dr. Mertel: Wir stecken die Hände nicht in den Sack! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Dr. Mertel: So wie Sie!
Nunmehr zum Entschließungsantrag der Abgeordneten Pirklhuber und Kollegen. (Abg. Silhavy: Kollege Gaugg hat sich als Sozialsprecher auch schon abgemeldet!) Haben Sie eine Frage an mich, Frau Silhavy, oder ist es nur ein Zwischenruf? (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Haben Sie etwas zu sagen oder stören Sie nur? (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das ist wirklich abenteuerlich. Ist das das einzige, was von der Sozialdemokratie übrig geblieben ist (Abg. Dr. Mertel: So wie Sie!), dass sie andere Redner massiv stört, sodass diese ihre Ausführungen nicht machen können? – Das ist anscheinend "gelebte Sozialdemokratie" im Jahr 2002. Gewöhnen Sie sich daran, Frau Silhavy, dass es hier eine gewisse Ordnung gibt! (Abg. Dr. Mertel: Wir stecken die Hände nicht in den Sack! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Dr. Mertel: Wir stecken die Hände nicht in den Sack! – Weitere Zwischenrufe.
Nunmehr zum Entschließungsantrag der Abgeordneten Pirklhuber und Kollegen. (Abg. Silhavy: Kollege Gaugg hat sich als Sozialsprecher auch schon abgemeldet!) Haben Sie eine Frage an mich, Frau Silhavy, oder ist es nur ein Zwischenruf? (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. ) Haben Sie etwas zu sagen oder stören Sie nur? (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das ist wirklich abenteuerlich. Ist das das einzige, was von der Sozialdemokratie übrig geblieben ist (Abg. Dr. Mertel: So wie Sie!), dass sie andere Redner massiv stört, sodass diese ihre Ausführungen nicht machen können? – Das ist anscheinend "gelebte Sozialdemokratie" im Jahr 2002. Gewöhnen Sie sich daran, Frau Silhavy, dass es hier eine gewisse Ordnung gibt! (Abg. Dr. Mertel: Wir stecken die Hände nicht in den Sack! – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Soll ich euch einen Dirigenten bringen, damit das koordiniert abläuft? – Das ist ja unglaublich. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Kaum sind die beiden Chefs Cap und Gusenbauer nicht da, bietet sich hier ein bunter Haufen (Abg. Edlinger: Hört auf mit den intelligenten Zwischenrufen, die kommen dort nicht an!) von durcheinander rufenden Menschen, die sich nicht ernsthaft mit der Situation der Bauern in Österreich befassen.
Abg. Edlinger: Hört auf mit den intelligenten Zwischenrufen, die kommen dort nicht an!
Soll ich euch einen Dirigenten bringen, damit das koordiniert abläuft? – Das ist ja unglaublich. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Kaum sind die beiden Chefs Cap und Gusenbauer nicht da, bietet sich hier ein bunter Haufen (Abg. Edlinger: Hört auf mit den intelligenten Zwischenrufen, die kommen dort nicht an!) von durcheinander rufenden Menschen, die sich nicht ernsthaft mit der Situation der Bauern in Österreich befassen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Daher kann ich mich über diesen Entschließungsantrag, der am 28. Februar dieses Jahres eingebracht wurde, nur wundern. Ich würde mir wünschen, dass sich auch die grüne Fraktion in Zukunft vollinhaltlich, vor allem geistig und nicht nur schriftlich hinter die Interessen und Wünsche der österreichischen Bauern stellt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Karl Donabauer (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Wir werden dem Fristsetzungsantrag nicht zustimmen, weil wir uns bei der Lösung unserer Probleme nicht unter Druck setzen lassen. – Das ist der erste Punkt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zweitens: Wenn Sie, Herr Kollege Gradwohl, mit Begeisterung das Sozialstaats-Volksbegehren unterschreiben, dann kann ich Ihnen nur sagen: Lösen Sie einmal die Probleme der 72 000 bäuerlichen Ausgleichszulagenbezieher! Bis heute konnten wir diese mit Ihnen nicht lösen. Heuer haben wir erstmals eine großartige Verbesserung auf diesem Gebiet, die einfach notwendig war, erreicht. Vielleicht gelingt es jetzt auch mit Ihnen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Aber nicht 30 Prozent vom Umsatz!
Nächste Überlegung: Sie verwechseln dauernd die Begriffe "Beitragspflicht", "Pflichtversicherung", "Beitragsgrundlage" und vieles andere mehr. Worum geht es? – Es geht darum, dass bei der Be- und Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte Einkommenswerte erzielt werden. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Aber nicht 30 Prozent vom Umsatz!) Mit dem Arbeits- und Sozialrechts-Änderungsgesetz aus dem Jahre 1997 – das sagt Präsident Schwarzböck – hat sich die Bundesregierung (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das hat er nicht gesagt!), die vorige Bundesregierung dazu entschlossen, dass alle Erwerbstätigkeiten Österreichs beitragspflichtig sind, damit das hoch entwickelte Sozialsystem in Österreich erhalten werden kann – so auch das bäuerliche.
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das hat er nicht gesagt!
Nächste Überlegung: Sie verwechseln dauernd die Begriffe "Beitragspflicht", "Pflichtversicherung", "Beitragsgrundlage" und vieles andere mehr. Worum geht es? – Es geht darum, dass bei der Be- und Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte Einkommenswerte erzielt werden. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Aber nicht 30 Prozent vom Umsatz!) Mit dem Arbeits- und Sozialrechts-Änderungsgesetz aus dem Jahre 1997 – das sagt Präsident Schwarzböck – hat sich die Bundesregierung (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das hat er nicht gesagt!), die vorige Bundesregierung dazu entschlossen, dass alle Erwerbstätigkeiten Österreichs beitragspflichtig sind, damit das hoch entwickelte Sozialsystem in Österreich erhalten werden kann – so auch das bäuerliche.
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Warum ist das nicht grundsätzlich so?
Der Umsatz aus der Be- und Verarbeitung ist zu melden, die Pauschalierungsverordnung wird angewandt, und es wird der schon bestehende Berechnungssatz als Beitragsgrundlage festgelegt. Alle Betriebe, die das als ungeheuerlich empfinden oder nicht bewältigen können oder andere Dinge wollen, haben heute schon die Möglichkeit – unter Anwendung des Bauern-Sozialversicherungsgesetzes –, zu optieren. Das heißt, sie können ihren Flächenbetrieb und die damit verbundene Erwerbsarbeit für steuerlich erklären, und dann wird nicht der Flächenbetrieb und nicht die Pauschalierungsverordnung als Beitragsgrundlage herangezogen, sondern der Einkommensteuerbescheid. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Warum ist das nicht grundsätzlich so?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Herr Kollege Pirklhuber! Es ist für alles Vorsorge getroffen. Ich denke, dass wir gut unterwegs sind, und ich sage Ihnen noch etwas: Wenn es eine Einheitswertpauschalzuschlagsregelung gegeben hätte, dann hätte sich das nicht nur auf die Sozialversicherungsbeiträge ausgewirkt, sondern auch auf die Grundsteuer und auf viele andere Abgaben, die vom Einheitswert abhängen. Wir haben da eine gute Entscheidung getroffen, weil wir das bäuerliche Sozialversicherungssystem im Interesse der Bauern absichern müssen und das auch in Zukunft tun werden. Deshalb haben wir eine Grundlage erarbeitet, und wir werden auf dieser Grundlage unsere weitere Arbeit fortsetzen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pumberger: Da bin ich neugierig, was Moser dazu sagt!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Dr. Moser. – Bitte. (Abg. Dr. Pumberger: Da bin ich neugierig, was Moser dazu sagt!)
Abg. Donabauer: Ein guter Verwalter hoffentlich!
Kern Nummer eins, Herr Kollege Donabauer als Verwalter meiner Versicherungsbeiträge (Abg. Donabauer: Ein guter Verwalter hoffentlich!): Sie sind in der Zwickmühle. Als Obmann der Sozialversicherung der Bauern sind Sie gleichzeitig Obmann des Sozialausschusses der Präsidentenkonferenz. Sie sollten also einerseits danach trachten, Geld in Ihre Bauernkrankenkasse oder Sozialversicherungskasse zu bekommen, und andererseits sollten Sie die Interessen der Betroffenen vertreten. Das ist ein Konflikt, der darin mündet, dass Sie, statt ein Reformmodell zu erarbeiten, die Beiträge massiv erhöhen, und zwar in einem Ausmaß erhöhen, das in keinem Bereich der Wirtschaft üblich ist. Denken Sie einmal nach! 6,85 Prozent des Umsatzes inklusive der Mehrwertsteuer, wenn die Schwelle von 3 700 € überschritten wird, sind zu bezahlen. Das ist ja extrem wirtschaftsfeindlich! Das bestraft die Tüchtigen. Das bestraft die Fleißigen. Das be
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Kollege Donabauer, der richtige Weg würde lauten: eine gemeinsame Sozialversicherung für die Bauern und die Gewerbetreibenden, eine gemeinsame Versicherung, bei der das Versicherungsrisiko gleichmäßig verteilt ist. Eine kleine Kassa, so wie die Ihre, eine kleine Sozialversicherung kann in massive Nöte kommen, wenn die Zahl der Beitragszahler ständig abnimmt. Ich verstehe zwar die eine Position, aber Ihre Lösung verstehe ich überhaupt nicht, vor allem auch deshalb nicht, weil Ihr Kollege aus Kärnten, der sehr geehrte ehemalige Nationalratsabgeordnete Georg Wurmitzer, auch in dieser Zeitung – das ist die Ringmitteilung des bäuerlichen Heimwerkes Gurk, Kärnten – auf Seite 6 mitteilt, dass diese bauernfeindliche Regelung sofort aufgehoben werden müsse. – Das ist eine Forderung eines Ihrer Landesparteiobmänner. Bitte, tun wir es doch, wir sind die Ersten, die ihn unterstützen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen
Ich darf Ihnen zum Schluss noch ein Beispiel vorrechnen. Ein 5-Hektar-Betrieb zahlt jährlich Sozialversicherungsbeiträge in der Höhe von 22 000 S, das sind 1 599 €. Wenn jetzt dieser Betrieb (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen) – bitte, das ist mein Schlusssatz – mit Mutterkuhhaltung einen Umsatz in der Höhe von 150 000 S pro Jahr, also 10 900 €, macht, dann muss man von diesem Umsatz inklusive Mehrwertsteuer 6,84 Prozent zahlen. Das sind unterm Strich ...
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (fortsetzend): ... 10 260 S. Weg damit! – Zur Fristsetzung: ja. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Gradwohl: Kollege Hornegger! Was ist mit Mut? – Abg. Ing. Westenthaler: Wo sind Cap und Gusenbauer?
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Fristsetzungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt . (Abg. Gradwohl: Kollege Hornegger! Was ist mit Mut? – Abg. Ing. Westenthaler: Wo sind Cap und Gusenbauer?)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Ich hätte eine tatsächliche Berichtigung gehabt!
Zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Pirklhuber. – Bitte. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Ich hätte eine tatsächliche Berichtigung gehabt!) – Wir sind nun bei Punkt 2 der Tagesordnung. Ich habe die Verhandlung wieder aufgenommen. Sie sind am Wort, Herr Abgeordneter, wenn Sie das wünschen.
Bundesminister Mag. Molterer: Europa Nummer eins!
Herr Bundesminister! Sie haben zwar ein Bündel von Maßnahmen vorgestellt, aber ich muss Sie schon darauf hinweisen, dass ein Indikator von Ihnen bisher gar nicht angesprochen wurde, der meines Erachtens aber ein zentraler Parameter ist, um die Weiterentwicklung in diesem Sektor beurteilen zu können, nämlich der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieaufkommen in Österreich. (Bundesminister Mag. Molterer: Europa Nummer eins!)
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundesminister! Es gibt ein breites Bündel von Maßnahmen, von dem Sie nicht gesprochen haben. Ich würde mir erwarten, dass auch in Ihrem Bereich, zum Beispiel im Bereich der erneuerbaren Energie, massive Neuimpulse zu spüren sind. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Runterlesen vom Papier! – Abg. Heinzl – auf dem Weg zum Rednerpult –: Dann passen Sie gut auf! Ihnen muss man es eh dreimal vorlesen, damit Sie es verstehen, Herr Westenthaler! – Abg. Ing. Westenthaler: Lesen aus dem Evangelium!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Heinzl. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Runterlesen vom Papier! – Abg. Heinzl – auf dem Weg zum Rednerpult –: Dann passen Sie gut auf! Ihnen muss man es eh dreimal vorlesen, damit Sie es verstehen, Herr Westenthaler! – Abg. Ing. Westenthaler: Lesen aus dem Evangelium!)
Abg. Ing. Westenthaler: "Meine sehr geehrten Damen und Herren!" hat er sogar am Zettel! "Hohes Haus!" aber auch!
Abgeordneter Anton Heinzl (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Bereits im März 1985, also genau vor 17 Jahren, wurde in Villach die erste Klimakonferenz abgehalten, deren Höhepunkt die Unterzeichnung des Wiener Übereinkommens (Abg. Ing. Westenthaler: "Meine sehr geehrten Damen und Herren!" hat er sogar am Zettel! "Hohes Haus!" aber auch!) zum Schutz der Ozonschicht war und im Rahmen der auch der Boden für die Klimarahmen-Konvention der Vereinten Nationen aufbereitet wurde. 1992 in Rio de Janeiro ist der Vertrag dann unterzeichnet worden.
Bundesminister Mag. Molterer: Mehr als je zuvor!
Sehr geehrte Damen und Herren! Bis vor zwei Jahren war die Bundesregierung dieses Landes tatsächlich noch dabei, gemeinsam mit den Ländern Maßnahmenpläne zu erstellen und vor allem diese Maßnahmenpläne auch zu finanzieren. Wo stehen wir heute? – Anstelle der jährlich zumindest notwendigen 1,25 Milliarden Schilling als Anreizförderung steht nur ein Bruchteil dieser Summe zur Verfügung. (Bundesminister Mag. Molterer: Mehr als je zuvor!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Gut gelesen! Der Leser des Hauses ist das!
Sehr geehrte Damen und Herren! Viele Maßnahmen werden in Österreich notwendig sein, um die völkerrechtlichen Verpflichtungen, die wir in Kürze mit der Ratifizierung dieses Protokolls eingehen werden, zu erbringen. Der Verkehr ist nur ein Beispiel, wenn auch ein wichtiges. Es fehlt aber momentan an allen Ecken und Enden, weil diese Bundesregierung in den letzten zwei Jahren viel verabsäumt und nur die Erreichung des Nulldefizits im Kopf gehabt hat. In der Klimapolitik, Herr Westenthaler als Klubobmann einer Regierungspartei, haben Sie die Null schon erreicht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Gut gelesen! Der Leser des Hauses ist das!)
Abg. Dr. Glawischnig: Das stimmt nicht! Der 51. Staat!
Abgeordneter Franz Hornegger (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Der Schutz des globalen Klimas ist eine der größten Herausforderungen, denen sich die nationale und internationale Umweltpolitik zu stellen hat. Es ist erfreulich, dass Kyoto jetzt in Österreich umgesetzt wurde. Österreich war der dritte Staat, der dies umgesetzt hat. (Abg. Dr. Glawischnig: Das stimmt nicht! Der 51. Staat!) Damit ist jetzt auch die formelle Grundlage legistisch vorhanden.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich komme noch ganz kurz zur Biomasse. Bei der Biomasse sind wir Vorbild in Europa. Positive Effekte sind schon zu sehen, und wir werden weiterhin diese positiven Punkte umsetzen. Diesen Weg, Herr Minister, sollten wir weitergehen, die Förderung der erneuerbaren Energie noch weiter ausbauen und damit Vorbild für Europa sein. Für uns in der Landwirtschaft ist es von großem Vorteil, wenn wir bei der Bio- und Fernwärme Schwerpunkte in der Förderung setzen. Wenn wir imstande sind, bei der Abfallwirtschaft zum Beispiel, wo wir ja auch in der Deponieverordnung neue Maßstäbe gesetzt haben, bei der betrieblichen Umweltförderung, bei der LKW-Maut, beim ElWOG unsere Vorhaben zu verwirklichen, bin ich guter Dinge, dass wir unserem hoch gesteckten Kyoto-Ziel, bis 2008 oder 2012 die Treibhausgase um 13 Prozent abzusenken, etwas näher kommen oder es sogar erreichen werden. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Haben wir die Nebenbahnen geschlossen? Sie waren das!
Die Gründe dafür kennen wir natürlich alle: Der öffentliche Verkehr war jahrzehntelang die Spielwiese der SPÖ, war jahrzehntelang die Spielwiese der Sozialistischen Partei. Hier wurde völlig an den Bedürfnissen der Kunden vorbeigewirtschaftet, und heute, wo die Österreicherinnen und Österreicher bereit wären, auf die so genannten Öffis umzusteigen, sind die Post und die Bahn in Wahrheit am Ende. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Haben wir die Nebenbahnen geschlossen? Sie waren das!)
Bundesminister Mag. Molterer: Nicht über Wasser!
Die Frage ist aber nach dem, was heute geboten wurde, ob sich diese Glaubwürdigkeit verbessert hat. Wir diskutieren ein Kyoto-Ziel, das wir gemeinsam mit anderen Staaten erreichen wollen, nämlich eine Reduktion um rund 13 Prozent, die uns im Rahmen der EU zugeordnet worden ist. Wir diskutieren die Maßnahmen im Bereich erneuerbarer Energie, die ungemein wichtig sind. Wir diskutieren aber zum Beispiel gar nicht Beteiligungsstrategien von Landesgesellschaften, die genau in diese Atomlobby hineingehen, wie zum Beispiel die Steiermark mit der EdF oder die KELAG mit der RWE. Wir diskutieren überhaupt nicht die Ressource Wasser in Österreich als eine der wichtigsten Ressourcen im Hinblick auf die Erfüllung des Kyoto-Zieles. Und wir diskutieren nicht den E.ON-Deal, der derzeit sehr aktuell ist und bei dem es so aussieht, dass die Verfügbarkeit über das Wasser an einen Großkonzern, der Atomstromerzeuger ist, gehen soll. (Bundesminister Mag. Molterer: Nicht über Wasser!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, dass dieser Weg des vernünftigen Ausstieges aus der Atomenergie, aber auch die Strategie für die Zukunft nur weltweit und gemeinsam verfolgt werden können. Daher kann es wirklich keine vernünftige Vorgangsweise sein, den anderen Staaten, den anderen Gruppen die Schuld zuzuweisen. Daran werden wir nicht gemessen werden. Wir werden nur an einem gemessen: ob wir unsere Ziele erfüllen und ob wir für die Zukunft den Beitrag leisten oder geleistet haben, den wir der Umwelt und uns selbst schuldig sind! – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Bundesumweltminister! Wenn ich zurückdenke an die Ausschussberatungen, wo wir in mehreren Sessions wirklich Einigkeit erzielt haben, kann ich Ihnen und damit der gesamten Bundesregierung nur gratulieren, dass wir so weit sind. Ich freue mich besonders darüber. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Hans Langreiter (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Hohes Haus! Österreich ratifiziert als drittes oder als fünftes Land, wie auch immer, das Protokoll von Kyoto und erklärt damit diesem Protokoll die völkerrechtliche Verbindlichkeit. Damit hat die Bundesregierung natürlich auch ein entsprechendes Klimaschutzprogramm, eine Klimaschutzstrategie umzusetzen. Dieses Programm soll selbstverständlich in einem gewissen Zeitraum verwirklicht werden. Ich möchte anschließen an die Worte meines Kollegen Loos und sagen, dass dies ein Schritt einer weiteren aktiven Umweltschutzpolitik- und Klimaschutzoffensive ist. Neben der Bundesebene, der europäischen und internationalen Ebene ist es vor allen Dingen wichtig, dass die Bewusstseinsbildung auch auf kommunaler Ebene herbeigeführt wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Nacht vom 10. auf den 11. Dezember 1997 wird, glaube ich, jedem in Erinnerung bleiben. Ich möchte auch von diesem Pult aus dem damaligen Verhandlungsleiter, dem Argentinier Raoul Estrada, herzlich für seinen persönlichen Einsatz danken. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die Zeit nach Kyoto läuft, viele Verhandlungen haben stattgefunden. Die Spielregeln sind heute klar, und wir sind gerne bereit, dazu beizutragen, diese Spielregeln auch umzusetzen, um die Klimasituation wenn schon nicht zu verbessern, so doch zu stabilisieren. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wale sind die größten Säugetiere der Erde. Die Menschen sind verantwortlich dafür, dass Wale vom Aussterben bedroht sind. Jahrhundertelang war der Walfang ein riesiges Geschäft, und erst Mitte der siebziger Jahre regte sich Widerstand gegen die gedankenlose Plünderung der Meere. Wichtig muss uns daher der Schutz der biologischen Vielfalt, die Aufrechterhaltung des ökologischen Prozesses und der lebenserhaltenden Systeme sein. Die Artenvielfalt bietet ein unschätzbares genetisches Reservoir, welches für den medizinischen, biologischen, landwirtschaftlichen und wissenschaftlichen Fortschritt unverzichtbar ist. Gerade in diesem Bereich zeigt sich die Notwendigkeit, stets in Sorge um die Natur zu leben, denn durch das Aussterben bereits einer einzigen Art kann eine Lücke im Gesamtgefüge der Natur entstehen, deren Folgen für das ökologische Gleichgewicht unüberschaubar sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir werden diesem Antrag unsere Zustimmung erteilen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.
Ich will aber die Debatte zur Fischbiologie auch kurz dazu nützen, Herr Bundesminister, auf einige Punkte der heimischen fischökologischen Szene, die unerledigt sind, aufmerksam zu machen. Es fehlen Fischaufstiegshilfen bei 96 Prozent der Flusskraftwerksanlagen, Aufstiegsbarrieren für Laichfische bei den Zubringern, es fehlen Maßnahmen gegen die explosionsartige Vermehrung von Fisch fressenden Vögeln, Kormoranen etwa, die keine natürlichen Feinde haben, und schließlich der Besatz mit nicht-autochthonen, also nicht-heimischen Fischarten in unseren Gewässern. Ich darf Sie bitten, auch darauf Ihr Augenmerk zu lenken. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der övp.)
Heiterkeit
Abgeordneter Werner Miedl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Mein Kollege Udo Grollitsch hat offensichtlich die gleiche Internetseite verwendet wie ich (Heiterkeit), aber unter Fischerkollegen kann man sich ja austauschen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie des Abg. Gradwohl.
In diesem Sinne, meine Damen und Herren, möchte ich sagen, bin ich froh, dass sich alle vier Fraktionen hier im Hause zu einem Antrag durchgerungen haben, der einen Gewinner hervorbringt, nämlich die Natur und seine Kreaturen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie des Abg. Gradwohl. )
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube daher, dass es nicht angebracht ist, zur Problematik des Stimmenkaufes diplomatisch höflich zu schweigen. Ich glaube, dass es notwendig ist, ganz klar in diesen Antrag hineinzuschreiben, dass wir die Methode von Japan massiv verurteilen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von der SPÖ und den Freiheitlichen.
Ich will mir gar nicht vorstellen, was es bedeuten würde – denken Sie an diese schrecklichen Bilder, die Sie alle kennen –, wenn dieses Moratorium, das den kommerziellen Walfang untersagt, wieder aufgehoben wird und wir vorher nicht alles versucht haben, das zu verhindern. Eine scharfe Verurteilung, um noch einmal klarzumachen, was da wirklich passiert, wäre von österreichischer Seite extrem notwendig, angebracht, und wir sollten auch den politischen Mut dazu aufbringen. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir sind gespannt darauf, meine Damen und Herren, ob die außenpolitischen Möglichkeiten und Fähigkeiten unserer Bundesregierung geeignet sind, die Position dieses Entschließungsantrages erfolgreich zu vertreten. Wenn sie, gemeint ist die Bundesregierung, die Lebensrechte der Wale allerdings nicht besser vertritt als die sozialen Rechte der Menschen hier bei uns im Lande, dann ist es um die Wale schlecht bestellt. Wir zumindest können uns wehren, meine Damen und Herren, indem wir nämlich von 3. bis zum 10. April das Sozialstaats-Volksbegehren unterschreiben. Wir werden es tun, und ich lade Sie ein, das auch zu tun. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben aber auch ein Ziel: Wir wollen, dass mehr Staaten, die unsere Interessenlage in diesem Zusammenhang vertreten, IWC-Mitglieder werden, damit der IWC nicht letztendlich zu einem "Walfangverein" verkommt, sondern tatsächlich das bleibt, was er ist, nämlich eine Kommission zum Schutz der Wale. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Rainer Wimmer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Miedl, es ist offensichtlich tatsächlich so, dass es zu diesem Thema nur eine Internetseite gibt. Wahrscheinlich haben die Verfasser nicht damit gerechnet, dass heute gleich sieben oder acht Kolleginnen und Kollegen zu diesem Thema sprechen. Da waren die Sozialstaats-Volksbegehrer tüchtiger. Darüber sind nämlich zwölf Seiten im Internet, und das ist gut so, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ebenso ist zu verurteilen, geschätzte Damen und Herren – das ist auch schon angesprochen worden –, dass sich vor allem Norwegen in keinster Weise um dieses Moratorium von 1986 kümmert. Wichtig ist daher, dass diese "schwarzen Schafe", so möchte ich sie bezeichnen, die diese Vereinbarungen ständig verletzen, bei jeder Gelegenheit öffentlich angesprochen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ich glaube, diese Entschließung ist ein kleiner Beitrag dazu, und wir sollten sie daher einstimmig zur Kenntnis nehmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dolinschek: So ein Blödsinn!
Vollends bedenklich wird diese Angelegenheit, wenn ein demokratisch gewählter Untersuchungsausschuss des Kärntner Landtages von dessen Präsidenten in seiner Arbeit behindert wird (Abg. Dolinschek: So ein Blödsinn!), und zwar unter Berufung auf ein äußerst kritikables privates Verfassungsgutachten, das mit der Behauptung, dass ein Untersuchungsausschuss nur für den selbständigen Wirkungsbereich des Landes eingesetzt werden dürfe, völlig negiert, dass der zuständige Landeshauptmann diese Unterscheidung in "privat" beziehungsweise "Träger der mittelbaren Bundesverwaltung" beziehungsweise "Landesorgan" für sich nicht vornimmt, und daher aufklärungswürdige Tatbestände – nämlich wer die Kosten dieser Reise übernommen hat, ob ein irakischer Waffenhändler diese Reise angebahnt hat, wie die Hilfsmittel finanziert wurden, ob Rechtsvorschriften nationaler oder internationaler Art verletzt wurden – auf diese Art und Weise nicht überprüft werden können. Das ist eine massive Beugung des Rechtsstaates! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Krüger: Wir sind aber hier nicht im Kärntner Landtag!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Krüger: Wir sind aber hier nicht im Kärntner Landtag!
Vollends bedenklich wird diese Angelegenheit, wenn ein demokratisch gewählter Untersuchungsausschuss des Kärntner Landtages von dessen Präsidenten in seiner Arbeit behindert wird (Abg. Dolinschek: So ein Blödsinn!), und zwar unter Berufung auf ein äußerst kritikables privates Verfassungsgutachten, das mit der Behauptung, dass ein Untersuchungsausschuss nur für den selbständigen Wirkungsbereich des Landes eingesetzt werden dürfe, völlig negiert, dass der zuständige Landeshauptmann diese Unterscheidung in "privat" beziehungsweise "Träger der mittelbaren Bundesverwaltung" beziehungsweise "Landesorgan" für sich nicht vornimmt, und daher aufklärungswürdige Tatbestände – nämlich wer die Kosten dieser Reise übernommen hat, ob ein irakischer Waffenhändler diese Reise angebahnt hat, wie die Hilfsmittel finanziert wurden, ob Rechtsvorschriften nationaler oder internationaler Art verletzt wurden – auf diese Art und Weise nicht überprüft werden können. Das ist eine massive Beugung des Rechtsstaates! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Krüger: Wir sind aber hier nicht im Kärntner Landtag!)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Stoisits.
Abschließend möchte ich sagen, dass wir nicht zuletzt trotzdem froh sind, dass es diesen gesamtändernden Antrag gibt, dass eine lange Reihe von unerledigten Vorhaben im Ausschuss zumindest in irgendeiner Form beschlossen beziehungsweise eingearbeitet werden konnten und dass damit nicht die Arbeit des Ausschusses insgesamt desavouiert wird. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Stoisits. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was sich auf der Welt alles abspielt! Aber ob jetzt irgendeiner mit einem Flieger wo anders hinfliegt ... Wo der Cheney überall hinfährt, wem er allen die Hand schüttelt, was die Amerikaner in Guantánamo aufführen und was sich sonst alles ereignet, darüber verlierst du kein Wort! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir Freiheitlichen – davon bin ich überzeugt – und auch ich selber werden auf diesem Sektor nicht nachlassen, nicht zurückgehen und nicht zurückstehen – nicht um einen halben Millimeter! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Ein anderer Aspekt, der in diesem Entschließungsantrag deutlich zum Ausdruck kommt, ist die aktive internationale Zusammenarbeit zwischen Regierungen und Institutionen zur weltweiten Durchsetzung der Menschenrechte. Der auf der Wiener Menschenrechtskonferenz von den Vereinten Nationen bekräftigten Universalität, Unteilbarkeit und wechselseitigen Abhängigkeit der Menschenrechte muss Rechnung getragen werden. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Präsident Dr. Fasslabend übernimmt wieder den Vorsitz.
Ich möchte hier auch auf die nun tagende 58. UN-Kommission für Menschenrechte in Genf verweisen, bei der unsere Außenministerin Benita Ferrero-Waldner anwesend war und gestern auch eine fulminante Rede gehalten hat. (Präsident Dr. Fasslabend übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und bei den anderen Fraktionen noch einmal dafür, dass sie bereit waren, diesen Antrag gemeinsam zu beschließen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Bundesministerin Dr. Ferrero-Waldner: Sehr gerne!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist kein zufälliges, aber deshalb umso bemerkenswerteres und für mich erfreulicheres Zeichen, dass wir gerade in der Woche, in der Österreich Mitglied der Menschenrechtskommission geworden ist, hier über den Schutz der Menschenrechte sprechen. – Es wurde die 58. Session eröffnet, und, wie uns soeben berichtet wurde, hat die Frau Bundesministerin dort eine fulminante Rede gehalten. Es wäre schön, Frau Bundesministerin, wenn wir den Text dieser Rede zur Verfügung gestellt bekommen könnten. (Bundesministerin Dr. Ferrero-Waldner: Sehr gerne!)
Abg. Dr. Krüger: Geh, geh!
Ich möchte die Worte von Herrn Kollegen Ellmauer noch einmal wiederholen: Das ist eine Materie, die selbstverständlich aus billiger parteipolitischer Polemik herauszuhalten ist, um ein Ergebnis zu erlangen. Das heißt aber nicht, meine Damen und Herren, dass Opposition und Regierung, die naturgemäß in vielen Fällen unterschiedlicher Meinung sind, in ihrer Arbeit, im Einsatz für Menschenrechte im In- und Ausland, jetzt plötzlich in allen Fällen einer Meinung sein müssen. Ja, ganz im Gegenteil! Ich könnte, glaube ich, den Rest des Abends damit füllen, Ihnen exemplarisch zu zeigen, wo ich meine, dass Menschenrechte in Österreich tagtäglich und in Permanenz verletzt werden. (Abg. Dr. Krüger: Geh, geh!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ein Punkt, den ich für wichtig halte, auch wenn er in der Tagesdiskussion für Österreich vielleicht nicht diese Wichtigkeit hat: die Frage der Unterbindung aller Formen der Sklaverei und insbesondere des Menschenhandels. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Daher der Auftrag oder die Aufforderung oder die Bitte, um es höflich zu formulieren, an die Frau Bundesministerin: Das auch zu tun – bei jeder sich bietenden Gelegenheit – und dieses Instrumentarium tatsächlich einzusetzen, auch wenn es wehtut. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich hoffe vor allem auch, dass die Abneigung, die es bei manchen Mitgliedern des Menschenrechtsausschusses gegen eine mögliche Kooperation mit jenen gibt, die lobbyiert haben für die Einrichtung des Ausschusses im österreichischen Nationalrat, nämlich mit den NGOs, kirchlichen Vertretungen, weicht, und dass diese Zusammenarbeit auf einer offiziellen und nicht nur informellen Ebene, wie sie sehr stark durch die Grünen und die Sozialdemokraten, aber ich nehme an, auch durch einzelne Vertreter der ÖVP praktiziert wird, einen Charakter erhält, der den Erwartungen der seinerzeitigen Lobbyisten zumindest in Ansätzen gerecht wird. – Danke vielmals. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir freuen uns ganz besonders darüber, dass es uns gelungen ist, nach zwei Jahren Beobachterstatus in der Menschenrechtskommission dort nun auch wieder Mitglied zu sein. Und ich darf Ihnen sagen: Wir sind mit einem sehr guten Ergebnis in die Menschenrechtskommission gewählt worden, obwohl es einen großen Andrang gegeben hat. Auch das spricht dafür, dass Österreich erstens in den Vereinten Nationen sehr gut angesehen ist und dass wir zweitens sehr, sehr viele Freunde haben, die die österreichische Menschenrechtsdiplomatie und -politik klar anerkennen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Was die Frage der EZA betrifft, möchte ich betonen, auch dieses Gender Mainstreaming, das wir jetzt im EZA-Gesetz festgehalten haben, gehört natürlich genau zu denjenigen Prinzipien, die auch mir ganz besonders vorrangig sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Allgemeiner Beifall.
Das wurde ihr bis jetzt nicht genehmigt, das ist vom Premierminister nicht vorgesehen gewesen, und ich habe daher vor, da eine Initiative aller Frauen-Außenministerinnen der Welt zu setzen, denn ich glaube, wir alle wollen eigentlich zeigen: Frauen helfen hier Frauen und unterstützen sie. (Allgemeiner Beifall.) Das sind aber wieder nur ein paar konkrete Ausformungen.
Allgemeiner Beifall.
Ein Beispiel, das wir hier in diesem Haus bereits wiederholt behandelt haben, ist das der Genitalverstümmelung; ein besonders brutales Verbrechen an Frauen, mit dem wir immer wieder konfrontiert sind und wo wir auch immer wieder klar sagen, dass das eine schwere Körperverletzung ist. Dagegen muss wirklich angegangen werden. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Es passieren immer wieder unbeschreibliche Dinge. Wir erhalten Nachrichten von Steinigungen. Frauen werden isoliert. Es wird ihnen verunmöglicht, normalen zwischenmenschlichen Kontakt mit Männern zu haben. Das ist leider trauriger Alltag, der allerdings viel zu wenig thematisiert wird, denn leider hält die Staatengemeinschaft die wirtschaftlichen Beziehungen für wichtiger als die Einhaltung der Menschenrechte. Das ist etwas, wogegen wir ankämpfen müssen. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Frau Bundesministerin! Ich gebe Ihnen im Zusammenhang mit dem Fall in Nigeria Recht, dass da sehr behutsam, aber doch sehr konsequent vorgegangen werden muss. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Meine Damen und Herren! Abschließend möchte ich sagen, dass es eine wichtige Aufgabe für uns Parlamentarier ist, den Menschenrechten zum Durchbruch zu verhelfen. Es ist unsere Aufgabe, die Menschenrechtssituation kritisch zu beobachten, und zwar sehr wohl auch in unserer eigenen Heimat, aber auch in der ganzen Welt. Es ist unsere Aufgabe, eine Stimme für diejenigen zu sein, die sich selbst nicht helfen können. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich werfe Kollegem Posch nicht vor, dass er sich zu wehren versucht hat, es ist sein gutes Recht, aber wenn man immer auf die anderen zeigt und sagt: Ihr klagt die "armen" Medien, die Pressefreiheit ist beeinträchtigt!, dann aber sagt: Ihr Medien, ihr dürft mein Bild im Zusammenhang mit einer Berichterstattung nicht abdrucken!, so ist das doch, wie ich meine, ein Messen mit zweierlei Maß. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
In diesem Sinne hoffe ich, dass wir uns alle hier im Plenum darin einig sind, dass uns das Kapitel Sudetendeutsche in Hinkunft noch intensiv wird beschäftigen müssen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich darf in dieser so sachlichen und ruhigen Atmosphäre meiner Hoffnung darüber Ausdruck geben, dass Sie in Hinkunft öfters in dieser Art und Weise agieren und dass Sie so manchen Rat oder so manche Information, die gefiltert an Sie herangetragen wird, einer eigenen Überprüfung unterziehen, denn dann ist, glaube ich, das Ergebnis, wenn es so ähnlich wie heute ist, um vieles besser. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Ich glaube, dass uns allen der nigerianische Fall der drohenden Steinigung, noch dazu verbunden mit der Geburt eines Kindes, wirklich sehr nahe gegangen ist. Ich vertraue und hoffe, dass Sie wirklich alles, was in Ihrer Macht steht, tun werden, um doch ein Einlenken der Behörden zu erreichen. Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit, irgendwelche Junktims oder eine nicht auf Konfrontation ausgerichtete EU-Delegation zu bilden, die sich dafür einsetzt. Auf jeden Fall haben Sie, denke ich, unser aller guten Wünsche dabei. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Vielleicht würde das auch so manche Spannungen, die sich dann in einzelnen Fällen negativ auswirken, wo dann die Situation unterschiedlich beurteilt wird, vermeiden helfen. Vielleicht könnten wir auch innenpolitisch einen Beitrag dazu leisten, indem wir in Zukunft bei derartigen Fällen wirklich an einem Strang ziehen. Ich denke, im Sinne der Sache der Menschenrechte wäre das allemal. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Da Österreich, wie wir heute gehört haben, mit großer Mehrheit und mit Vorschusslorbeeren in die Menschrechtskommission gewählt wurde, sollte es unser gemeinsames Ziel sein, die Abschaffung der Todesstrafe weltweit zu forcieren. Im Lichte dessen, was wir heute aus Nigeria gehört haben, sollten wir das geradezu mit Vehemenz betreiben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wir alle wissen, meine Damen und Herren, dass Fehlurteile auch in anderen Ländern zu Todesurteilen, zu Vollstreckungen geführt haben – und man hatte dann im Nachhinein nicht mehr den Mut, es zuzugeben. Es sind natürlich auch alle anderen Staaten, in denen es noch die Todesstrafe gibt, aufgerufen, in sich zu gehen und diese unselige Art der Bestrafung endlich zu beseitigen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es scheint tatsächlich so zu sein, dass die Repräsentanten Tschechiens – in diesem Fall ein Botschafter – im Inland sowie im Ausland eine Denkweise in Bezug auf die menschenverachtenden Beneš-Dekrete beziehungsweise Vertreibungsdekrete, die ja, wie wir alle mittlerweile im Konsens festgestellt haben, Menschenrechtsverletzungen darstellen, an den Tag legen, die nicht mehr zeitgemäß ist. Daran, das zu ändern, müssen wir arbeiten, und ich bitte Sie, Frau Bundesminister, weiterhin in diese Richtung tätig zu sein. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der Grünen.
Machen wir ein Symposium – angeregt durch den Menschenrechtsausschuss –, und überlegen wir, wie wir mehr Klarheit und mehr Wahrheit in diese Sache bringen können. Als Kind einer sudetendeutschen Familie weiß ich, dass Parteilichkeit manchmal den Blick vernebelt und dass man daher auch sehr stark mit dem Auge des anderen sehen und mit den Gedanken des anderen überlegen muss, um relativ objektiv zu sehen. Ein wichtiges Wort am richtigen Ort kann mehr Wunder wirken als revanchistische Ansprüche auf Grund, Geld und Eigentum. – In diesem Sinne danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Den Hass auf die Deutschen und das Streben nach Vergeltung für vorheriges Unrecht kann man psychologisch begreifen. Begreifen, meine Damen und Herren, bedeutet aber nicht rechtfertigen. Ich glaube, das sollten wir ganz deutlich betonen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
"Die SPÖ weiß aus der Entwicklung in der Republik Österreich, dass Geschichte nur bewältigt werden kann, wenn man sich mit ihr offen, vorurteilsfrei und selbstkritisch auseinandersetzt." (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ja, meine Damen und Herren: Fehler einzugestehen ist ehrenhaft. Fehler bewusst zu begehen, endet meist in einer Katastrophe. Tragen wir gemeinsam dazu bei, dies zu verhindern! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich meine, der österreichische Nationalrat sollte Tschechien ganz deutlich sagen: Die Europäische Union versteht sich als Wertegemeinschaft. Wer sich dazu nicht bekennt, wer die Kopenhagener Kriterien in Menschenrechtsfragen nicht beachtet, der hat in dieser europäischen Staatengemeinschaft wohl nichts verloren. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich möchte deshalb ausdrücklich das Tätigwerden des Europäischen Parlamentes in dieser wichtigen Menschenrechtsfrage begrüßen. Sie alle wissen, dass zurzeit geprüft wird, ob die Beneš-Dekrete für Tschechien und die Slowakei zum Stolperstein auf dem Weg in die Europäische Union werden könnten. Wir Österreicher sollten deutlich signalisieren, dass wir auch in dieser Frage mit aller Kraft nachdrücklich für die Menschenrechte eintreten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Dank möchte ich von dieser Stelle aus aber auch der Frau Bundesministerin für auswärtige Angelegenheiten aussprechen. Sie zeigt Engagement und großen persönlichen Einsatz, auch dann, wenn es nicht angenehm ist. Ein herzliches Dankeschön, Frau Minister! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Hohes Haus! Mit dem Einsatz für die Menschenrechte kann nichts verdient werden. Menschenrechte sind eine Frage der Grundeinstellung zum menschlichen Leben. Die Republik Österreich bekennt sich dazu, sei es zum Beispiel bei den Volksgruppen und den Minderheiten im eigenen Land, sei es bei unserer internationalen Arbeit in der Europäischen Union, bei den Vereinten Nationen, bei der OSCE oder im Europarat. Wir setzen heute, geschätzte Damen und Herren, ein wichtiges Zeichen, gemeinsam für Toleranz und für den Dialog auch in der Zukunft zu arbeiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen
Ich denke, es muss einfach eine Debatte auch darüber stattfinden, wie die Demokratiedefizite im internationalen Bereich überwunden werden können (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen), wie das Verhältnis zwischen Wirtschaft, Finanzwelt und den einzelnen Staaten verbessert werden kann. Deshalb ist die Gestaltung der Globalisierung ebenso eine Grundfrage demokratischer Politik wie die Schlüsselfrage zukunftsfähiger Politik.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Es geht heute einfach darum, Öffnungsprozesse zu fördern, und es geht auch darum – ich habe hier eine Pressemitteilung von amnesty international zu diesem Thema –, dass wir auch nicht hereinfallen dürfen, dass es keine Doppelmoral in Bezug auf die Menschenrechte geben darf. So ist etwa Saudi-Arabien einerseits ein Land, dem sich die USA zutiefst verbunden fühlen, und andererseits werden laut einem neuen Bericht auch in Saudi-Arabien Menschen gefoltert und ohne Anklage in Isolationshaft gehalten. Amnesty international klagt in diesem Zusammenhang eben ein, dass es nicht zweierlei Maß geben darf, dass an Länder, die gegenwärtig zu Verbündeten einzelner Staaten zählen, das gleiche Maß angelegt werden muss. Das heißt, Menschenrechte sind universal und müssen auch universal eingeklagt werden. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. )
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich meine, dass das, wenngleich sicher noch lange keine Sternstunde dieses Hauses, immerhin doch ein sehr deutlicher Hinweis darauf ist, dass das, was sehr häufig eingefordert wird, nämlich zu einer etwas gehobeneren Diskussionskultur zu gelangen, jedenfalls möglich erscheint, zumindest im Bereich der Menschenrechte. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Krüger.
Ich möchte in diesem Zusammenhang unserer Frau Bundesminister ein besonderes Lob aussprechen. Sie hat nämlich im Rahmen ihrer bisherigen Tätigkeit immer bewiesen, dass sie über diese Fähigkeit verfügt: die Fähigkeit, ein Gespräch aufzunehmen, die Fähigkeit, sich auf ein Gespräch einzulassen und letztlich im Gespräch auch etwas zu erreichen. Ein besonderes Beispiel in diesem Zusammenhang ist das Kulturabkommen mit Slowenien – vor allem im Hinblick auf die deutschsprachige Minderheit in Slowenien –, das mittlerweile auch vom Parlament in Laibach ratifiziert wurde. Besonders herzlichen Dank dafür! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Krüger. )
Beifall bei der SPÖ und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Zuletzt haben wir aber durch Bemühungen aller Fraktionen und insbesondere auch der Vorsitzenden des Ausschusses, Kollegin Stoisits, doch noch einen gemeinsamen Antrag zustande gebracht, und das ist sehr erfreulich. Dafür mein herzlichster Dank! (Beifall bei der SPÖ und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Leider noch immer aktuell ist die Forderung nach Unterbindung aller Formen der Sklaverei, insbesondere auch des Menschenhandels. Menschenhandel darf es im 21. Jahrhundert einfach nicht mehr geben, und es sind alle sinnvollen Möglichkeiten zu nützen, um diesem Verbrechen entgegenzuwirken. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Zernatto.
In diesem Sinn unterstützt meine Fraktion die vorliegende Entschließung. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Zernatto. )
Abg. Parnigoni: Na, Kollegin Burket, was ist jetzt?
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Parnigoni: Na, Kollegin Burket, was ist jetzt?) – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt.